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Infineon Technologies AG — Annual Report 2011
Dec 23, 2011
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Annual Report
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Publication

Infineon Technologies AG
Neubiberg
Jahresfinanzbericht zum 30. September 2011
KONZERNABSCHLUSS UND KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2011
Wir machen Fortschritt
BRIEF AN DIE AKTIONÄRE
Neubiberg, im November 2011
Sehr geehrte Aktionäre und Geschäftspartner, liebe Mitarbeiter von Infineon,
zum eigenen Wort zu stehen - das ist ein Wert, der mir wichtig ist, als Vorstandsvorsitzender und als Mensch. Im vergangenen Jahr hatte ich an dieser Stelle angekündigt, dass das Geschäftsjahr 2010 trotz hohen Wachstums und guter Ergebnisse nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu langfristigem und nachhaltigem Unternehmenserfolg sein würde. Mit sehr erfreulichen Geschäftszahlen im Berichtsjahr 2011 - wir bilanzieren zum 30. September - sind wir unserem Anspruch gerecht geworden: Wir haben Erlöse in Höhe von rund 4 Milliarden Euro erzielt - das entspricht einem Umsatzplus von mehr als 20 Prozent - und das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten hat sich mit 744 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 312 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Der Kurs der Infineon-Aktie hat diese positive Entwicklung nachgezeichnet: Er stieg von 5,08 Euro am 30. September 2010 auf 5,59 Euro Ende September 2011 und erhöhte sich damit um 10 Prozent - wohlgemerkt in einem Zeitraum, in dem der DAX um 12 Prozent fiel. An unserer insgesamt sehr erfreulichen Entwicklung möchten Vorstand und Aufsichtsrat Sie, unsere Aktionäre, angemessen beteiligen. Wir werden der Hauptversammlung deshalb für das Geschäftsjahr 2011 eine gegenüber dem Vorjahr um 2 Cent erhöhte Dividende von 12 Cent je Aktie vorschlagen.
Wie hat Infineon das geschafft?
Der Konzernumbau ist abgeschlossen und das Unternehmen im Markt bestens positioniert. Nun wollen wir unsere Erfolgsgeschichte fortschreiben. Darauf verweist auch der Titel des diesjährigen Geschäftsberichts, "Wir machen Fortschritt". Er bezieht sich einerseits auf die bereits eingangs erläuterte Verbesserung unserer Finanzkennzahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr, er weist andererseits aber auch darauf hin, dass unsere Innovationskraft den Fortschritt bei zentralen weltweiten Herausforderungen überhaupt erst ermöglicht. Dies alles möchte ich für Sie im Folgenden näher ausführen.
Das rechtliche Zustandekommen des Verkaufs unseres Mobilfunkgeschäfts an Intel am 31. Januar 2011 markierte den Abschluss eines mehrjährigen massiven Konzernumbaus. Wir haben unsere Organisation in drei operative Segmente, Automotive, Industrial & Multimarket sowie Chip Card & Security auf unsere Endmärkte zugeschnitten. Was wir unseren Kunden in allen drei Segmenten bieten und was uns gleichzeitig den entscheidenden Vorteil gegenüber dem Wettbewerb verschafft, ist vor allem eins: Innovation. Innovation ist deshalb auch ein zentrales Element unserer Strategie. Im Fokus unserer Innovationen stehen die weltweiten Herausforderungen der Energieeffizienz, der Mobilität und der Sicherheit. Unsere Innovationskraft sorgt für sichere und saubere Mobilität im Auto ("Automotive") und im Zug; sie ist unverzichtbar bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern, macht elektrische Anlagen und Geräte stromsparender ("Industrial & Multimarket"); und sie gewährleistet elektronische Sicherheit in Chipkarten und mobilen Endgeräten ("Chip Card & Security"). In all diesen Bereichen geht es schon heute ohne unsere Halbleiter nicht mehr - und nur mit unseren Halbleitern werden sie sich weiterentwickeln können.
In den Zielmärkten unserer drei Kernsegmente haben wir uns exzellente Marktpositionen erarbeitet. Bei Autohalbleitern lagen wir im Kalenderjahr 2010 mit einem Marktanteil von 9 Prozent auf Platz 2 im Weltmarkt (Strategy Analytics, April 2011); bei Leistungshalbleitern hielten wir mit 11 Prozent weltweit die führende Stellung (IMS Research, August 2011). Leistungshalbleiter schalten sehr hohe Spannungen und Ströme; sie machen rund 60 Prozent unseres Konzernumsatzes aus und sind damit das Schlüsselprodukt unseres Segments Industrial & Multimarket, tragen aber auch entscheidend zu den Erlösen im Segment Automotive bei. Auch bei Chips für Chipkartenanwendungen belegten wir mit einem Marktanteil von 27 Prozent Rang 1 im Weltmarkt (IMS Research, August 2011).
Was uns so erfolgreich bei unseren Kunden macht, sind also drei Dinge: die konzentrierte Ausrichtung unserer Organisation auf unsere Endmärkte, der strategische Fokus auf Innovationen für Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit und schließlich die führende globale Marktstellung in all unseren Aktivitäten. Diese im Markt einzigartige Kombination hat uns im Berichtszeitraum ein Wachstum von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr beschert; im selben Zeitraum legte die weltweite Halbleiterindustrie lediglich um rund 5 Prozent zu. Zu Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahrs - damals noch inklusive des Mobilfunkgeschäfts - hatten wir uns bei einer Weltkonjunkturlage mit normalen Wachstumsraten eine operative Marge im mittleren Zehner-Prozentbereich vorgenommen. Dieses Ziel konnten wir im Verlauf des Berichtsjahrs auf fast 20 Prozent erhöhen.
An unserem Erfolg haben auch unsere Kapitalgeber partizipiert: Im Geschäftsjahr 2011 hat Infineon über Dividenden, Aktienrückkäufe sowie Rückkäufe unserer Wandelanleihe insgesamt 308 Millionen Euro ausgeschüttet. Unsere Bilanz weist per 30. September 2011 einen Netto-Barmittelbestand von 2,387 Milliarden Euro aus. Damit können wir auch in einem konjunkturell schwierigen Umfeld in organisches und anorganisches Wachstum investieren und so unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter erhöhen.
Wie geht es nun weiter?
"Wir machen Fortschritt" - der Titel des Geschäftsberichts leitet sich auch aus den langfristigen Wachstumsaussichten von Infineon ab. Beim Umsatz wollen wir in einem normalen Konjunkturumfeld, also außerhalb einer weltweiten konjunkturellen Abschwächung oder Rezession, künftig im Schnitt um mindestens 10 Prozent pro Jahr wachsen. Nachdem wir 2010 ein Umsatzwachstum von 51 Prozent und in diesem Jahr von 21 Prozent erreicht haben, sehen wir uns im laufenden Geschäftsjahr mit den Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise und einer insgesamt schwierigeren Weltkonjunktur-Situation konfrontiert. Unter Berücksichtigung der bislang absehbaren konjunkturellen Risiken müssen wir für das Geschäftsjahr 2012 von einem Rückgang des Umsatzes um einen mittleren einstelligen Prozentsatz ausgehen. Denn auch Infineon ist nicht immun gegen einen Konjunkturzyklus wie den, der viele Länder und Unternehmen derzeit mit großer Wucht trifft. Aber: Wir sind davon überzeugt, dass wir durch diesen Konjunkturzyklus hindurch weiter Fortschritte machen werden. Warum und wie wir weiter wachsen werden, erläutere ich Ihnen i m Folgenden.
Warum kann Infineon den langfristigen Wachstumskurs halten?
Wenn man den Umsatz des Konzerns i m heutigen Zuschnitt über die Geschäftsjahre 2000 bis 2011 zurückverfolgt, so ergibt sich ein durchschnittliches Wachstum von 7,6 Prozent pro Jahr. Und selbst in Zeiten heftiger Konjunkturausschläge gilt: Die mittel- bis langfristigen Zukunftsaussichten des Konzerns über Konjunkturzyklen hinweg sind ausgezeichnet. Vieles spricht dafür, dass sich das Nachfragewachstum für unsere Schlüsselprodukte, die Leistungshalbleiter, gegenüber dem historischen Trend eher noch beschleunigen könnte.
Ein Grund dafür: Leistungshalbleiter sind essentielle Bauteile bei der Energiewende. Bei regenerativen Energieträgern liegt der Wert der Halbleiter, die pro Megawatt Leistung verbaut werden, um ein Vielfaches über den Beträgen, die pro Megawatt Leistung bei konventioneller Stromerzeugung aufgewendet werden. Ganz konkret: Während in einem konventionellen Kraftwerk Halbleiter im Wert von circa 250.000 Euro verbaut sind, benötigt ein Park mit Windrädern bei gleicher Leistung Halbleiter für rund 7,5 Millionen Euro. Die Energiewende ist also auch aus rein ökonomischer Sicht gut für uns.
Aber nicht nur in der Stromerzeugung, sondern auch bei der Stromübertragung und beim Stromverbrauch steigt der Bedarf an Leistungshalbleitern. Denn: Unsere Halbleiter helfen Strom sparen. Jeder elektrische Wandlungsschritt in jedem elektrischen Gerät, das mit Strom betrieben wird - im Privathaushalt, im Gewerbebetrieb und in jedem Fahrzeug - kann durch unsere Bauteile effizienter werden.
Der beginnende Trend der Elektromobilität regt die Nachfrage nach unseren Produkten zusätzlich an: Wenn ein Fahrzeug elektrisch angetrieben werden soll, führt an den sogenannten IGBTs (Insulated Gate Bipolar Transistors) und IGBT-Modulen kein Weg vorbei. Und bei beiden belegen wir im Weltmarkt eine Spitzenposition.
Schließlich sorgt auch die Erhöhung des Pro-Kopf-Einkommens in aufstrebenden Nationen wie Brasilien, Russland, Indien und China - den sogenannten BRIC-Staaten - für Wachstum bei Infineon. Denn mit höheren Einkommen etablieren sich in diesen Ländern Käuferschichten, für die individuelle Mobilität und ein gut ausgestatteter Haushalt mit vielen elektrischen Verbrauchern erschwinglich sind; dies treibt eine starke Nachfrage nach Gütern, die ohne unsere Leistungshalbleiter nicht denkbar sind.
Und weil insbesondere das Geschäft in den Wachstumsregionen sehr stark über ein profundes systemtechnisches Verständnis der Anwendungen unserer Halbleiter gefördert werden kann, werden wir ab dem 1. Januar 2012 den Zuschnitt auf unsere Zielmärkte noch weiter fokussieren und das Segment Industrial & Multimarket in die Bereiche Industrial Power Control sowie Power Management & Multimarket aufteilen. Industrial Power Control wird sich dann auf industrielle Anwendungen mit hohen Leistungen, wie zum Beispiel elektrische Antriebe und Generatoren, fokussieren, während Power Management & Multimarket Anwendungen im mittleren und unteren Leistungsbereich, wie zum Beispiel Netzteile, im Blick haben wird. Damit richten wir die Organisationsstruktur des Unternehmens noch konsequenter an den Erfordernissen der Endmärkte aus.
Was bedeutet das für die operative Marge?
Im Geschäftsjahr 2011 lag die operative Marge mit 19,7 Prozent auf einem innerhalb unseres heutigen Portfolios noch nie zuvor erreichten Niveau. Und eine Marge in dieser Größenordnung bleibt in konjunkturell guten Zeiten mit ausgelasteten Werken selbst bei hohen Wachstumsinvestitionen und damit steigenden Abschreibungen selbstverständlich unser Ziel. Allerdings rüttelt der aktuelle Konjunkturzyklus natürlich auch an unseren Margen. Nach dem Rekordwert des Geschäftsjahrs 2011 erwarten wir deshalb für 2012 zunächst einen Rückgang der prozentualen operativen Marge auf einen niedrigen bis mittleren Zehnerwert. Wir sind überzeugt: In einem normalen Zyklusumfeld werden wir wieder an die 20 Prozent herankommen.
Warum können wir hier so sicher sein?
Erstens sind die Markteintrittsbarrieren sehr hoch: Die Lebenszyklen vieler Produkte, in die unsere Halbleiter integriert werden, sind extrem lang - ein Auto ist 15 Jahre oder mehr auf den Straßen unterwegs. Zudem muss ein Zulieferer wissen, wie sein Bauteil in das Gesamtsystem des Kundenprodukts eingebettet ist, um das Optimum liefern zu können. Und: Qualität ist das oberste Gebot. Ein Chip muss beim Einbau seine Spezifikation vollständig erfüllen und er muss auch nach Jahren noch fehlerfrei funktionieren.
Zweitens sind wir ein "Enabler". Auf Deutsch: Ohne uns gibt es in vielen Fällen die jeweilige Funktionalität nicht. Zumindest und in jedem Fall gibt es ohne uns für unsere Kunden weder technologischen Fortschritt noch Kosteneinsparungen.
Drittens liegt der Anteil der Kosten unserer Bauteile am Gesamtwert des Endprodukts trotz dieses enormen Nutzens nicht selten unter 2 Prozent. Große Wirkung - geringe Kosten also.
Und viertens ist vor allem die Fertigung von Leistungshalbleitern ein äußerst komplexer und Know-how-intensiver Prozess, der nicht beliebig duplizierbar ist. Letztlich bestimmt die Fertigungskompetenz die Leistungsfähigkeit und die Effizienz der Leistungshalbleiter entscheidend - und in dieser Hinsicht haben wir eindeutig mehr zu bieten als die meisten Wettbewerber.
Wird auch weiterhin in Wachstum investiert?
Um das Potenzial des Unternehmens voll zu nutzen, investieren wir gezielt und intensiv in organisches Wachstum. In unserem Wettbewerbsumfeld sind wir der erste und einzige Anbieter, der Leistungshalbleiter auf Siliciumscheiben (Wafern) mit 300 Millimetern Durchmesser herstellen kann. Das heißt, die Scheiben sind fast so groß wie ein Pizzateller. Im Vergleich zu den heute gebräuchlichen Wafern mit Durchmessern von 200 Millimetern bieten die größeren Durchmesser eine erheblich höhere Kapitaleffizienz und Produktivität. Mit unserem Kompetenzzentrum im österreichischen Villach und der geplanten Volumenfertigung in Dresden, Deutschland, forcieren wir diese Technologie. Wir gehen davon aus, dass unser Vorsprung vor dem Wettbewerb sich hier in Jahren bemisst. Mit der Volumenfertigung von Leistungshalbleitern auf 300-Millimeter-Wafern können wir in der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs 2013 beginnen.
Wir haben uns entschlossen, neben dem Aufbau der technologisch innovativen 300-Millimeter-Fertigung auch die Produktion an unserem kostengünstigen 200-Millimeter-Standort in Kulim, Malaysia, auszubauen und dort einen zweiten Reinraum zu errichten. Denn auch die Volumenfertigung von Leistungshalbleitern an diesem Standort bietet nach wie vor Potenzial.
Im Geschäftsjahr 2011 haben wir 887 Millionen Euro für Investitionen aufgewendet. Wir gehen davon aus, dass es im laufenden Geschäftsjahr ein ähnlicher Betrag sein wird. Aufgrund des langen benötigten Vorlaufes sind die Investitionen des Geschäftsjahrs 2012 im Wesentlichen für unser Wachstum über das Geschäftsjahr 2012 hinaus bestimmt. Wir nutzen unsere bilanzielle Stärke, um Ihr Unternehmen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, so wachstumsstark wie möglich zu machen, ohne dabei jedoch die Profitabilität aus den Augen zu verlieren.
Große Erfolge im vergangenen Jahr und noch so viel vor - wie ist das alles möglich?
Im Geschäftsjahr 2011 war unseren Mitarbeitern keine Atempause vergönnt: Gerade hatten wir die Härten und Unwägbarkeiten der Rezession hinter uns gelassen und den Konzernumbau gemeinsam gestemmt, da verlangte die Dynamik des Aufschwungs höchsten Einsatz - beim Hochlauf der Fertigung ebenso wie beim Management unserer Kundenbeziehungen. Von Nachlassen bei Engagement und Arbeitsenergie war in der Belegschaft dennoch keine Spur. Ich darf mich für diesen Einsatz und die erreichten Höchstleistungen im Namen des gesamten Vorstands sehr herzlich bei allen rund 26.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken - denn Sie sind es, die das Ergebnis des zurückliegenden Geschäftsjahrs ermöglicht haben. Und letztlich sind Sie es, die Infineon ausmachen und die den Vorstand dabei unterstützen, das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.
Ich denke, liebe Investoren, dass wir angesichts der mittel- bis langfristigen Wachstums- und Gewinnaussichten allen Grund haben, mit viel Optimismus in die Zukunft von Infineon zu schauen und von nachhaltiger Wertsteigerung auszugehen. Wir hoffen daher, dass Sie die Entwicklung Ihres Unternehmens auch weiterhin begleiten werden. Glauben Sie mir, es lohnt sich, denn es bleibt spannend bei uns.
Ihr
Peter Bauer
BERICHT DES AUFSICHTSRATS AN DIE HAUPTVERSAMMLUNG
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Aufsichtsrat erstattet hiermit Bericht über die Wahrnehmung seiner Aufgaben im Geschäftsjahr 2011. Wir blicken auf ein äußerst positives Geschäftsjahr 2011 zurück, in dem es der Gesellschaft gelungen ist, eine Gesamtsegmentergebnis-Marge von 19,7 Prozent zu erzielen und den Aktionären zum zweiten Mal in Folge eine Dividende anzukündigen.
Auch im Geschäftsjahr 2011 hat sich der Aufsichtsrat in vielen Sitzungen (Plenum und Ausschüsse) eingehend mit der Lage des Unternehmens beschäftigt. Er überwachte die Geschäftsführung regelmäßig und unterstützte den Vorstand beratend. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die für die Gesellschaft von grundlegender Bedeutung waren, unmittelbar eingebunden. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat im Rahmen der ordentlichen Sitzungen umfassend und zeitnah über die Geschäftsentwicklung, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und der Segmente sowie über die Finanz- und Investitionsplanung. Die relevanten Themen wurden mit dem Vorstand eingehend erörtert. Außerdem informierte der Vorstand über Vorgänge von besonderer Bedeutung in außerordentlichen Sitzungen sowie auch außerhalb von Sitzungen auf schriftlichem und mündlichem Wege. In der ausführlichen Quartalsberichterstattung an den Aufsichtsrat berichtete der Vorstand unter anderem über die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung einschließlich der Rentabilität der Gesellschaft in dem jeweiligen abgelaufenen Quartal, wichtige Geschäftsvorfälle, die Risikosituation und wesentliche Rechtsstreitigkeiten.
Zusätzlich zu den Sitzungen ließen sich der Aufsichtsratsvorsitzende, der Vorsitzende des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses und die Vorsitzende des Strategie- und Technologieausschusses in Einzelgesprächen laufend vom Vorstand über wesentliche Entwicklungen und Entscheidungen im Unternehmen unterrichten.
Im Berichtsjahr fanden vier ordentliche und zwei außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat im Berichtsjahr an weniger als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats teilgenommen.
TÄTIGKEITSSCHWERPUNKTE DES AUFSICHTSRATS
STRATEGISCHE FRAGEN
Der Vorstand berichtete ausführlich über die Strategie zur langfristigen Ausrichtung des Unternehmens und seine Einschätzung des Marktgeschehens. Auch über die Kapazitäts- und Auslastungsentwicklung in der Fertigung und die zukünftige Fertigungsstrategie wurde der Aufsichtsrat vom Vorstand eingehend informiert. Die Information durch den Vorstand wurde untermauert durch die Berichte der Vorsitzenden des Strategie- und Technologieausschusses in den Plenumssitzungen über die Arbeit des Ausschusses.
In der außerordentlichen Sitzung am 27. Oktober 2011 erörterte der Aufsichtsrat umfassend die vom Vorstand erläuterten Beweggründe und Zielsetzung der geplanten organisatorischen Neuausrichtung des Unternehmens, insbesondere die Aufteilung des wachstumsstarken Segments Industrial & Multimarket (IMM) zum 1. Januar 2012 in die zwei selbständigen Einheiten Industrial Power Control (IPC) und Power Management & Multimarket (PMM). Der Aufsichtsrat befürwortet die geplanten organisatorischen Veränderungen, da dadurch unter anderem bei starkem Wachstum und zunehmender Komplexität der Anwendungen schneller und flexibler auf die Kundenwünsche und die Marktanforderungen reagiert werden kann.
PROGRAMM ZUR KAPITALRÜCKGEWÄHR
Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in zwei ordentlichen Sitzungen über Pläne zur Kapitalrückgewähr. Infineon beabsichtigt, im Rahmen der von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilten Ermächtigung zum Aktienrückkauf bis März 2013 ein Volumen von bis zu 300 Millionen Euro für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr aufzuwenden. Diese kann durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Rückkauf eigener Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Außerdem kann die Gesellschaft auch weitere Teile der ausstehenden Wandelanleihe zurückkaufen. Der Aufsichtsrat unterstützt den Vorstand in seiner Absicht, die Investoren am wirtschaftlichen Erfolg von Infineon zu beteiligen und hat dem geplanten Programm zur Kapitalrückgewähr in seiner Sitzung vom 9. Mai 2011 zugestimmt.
ZUSTIMMUNGSPFLICHTIGE GESCHÄFTE
Nach den Geschäftsordnungen des Vorstands und des Aufsichtsrats bedürfen bestimmte Geschäfte und Maßnahmen, insbesondere die Finanz- und Investitionsplanung, einschließlich des Investitionsbudgets und der Festlegung von Verschuldungsgrenzen, der Zustimmung des Aufsichtsrats.
Im Rahmen dieser Zustimmungsvorbehalte erörterte der Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 30. November 2010 die Finanz- und Investitionsplanung einschließlich des Investitionsbudgets für das Geschäftsjahr 2011 und legte auch eine Verschuldungsgrenze fest. Im Hinblick auf verschiedene Investitionen, insbesondere im Bereich der Fertigung, wurde das Investitionsbudget mit Zustimmung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2011 schrittweise erhöht. Außerdem stellte der Vorstand in der Aufsichtsratssitzung vom 9. Mai 2011 die mittelfristige Investitionsplanung für die Geschäftsjahre 2012 bis 2013 und den Investitionsrahmen für das Geschäftsjahr 2012 vor.
Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 9. Mai 2011 auch dem Kauf von Immobilien und Fertigungsanlagen der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG durch die Infineon Technologies Dresden GmbH für insgesamt 100,6 Millionen Euro zugestimmt. Diese Transaktion sichert Infineon 300mm-Fertigungsanlagen, um den beabsichtigten Aufbau einer Volumenfertigung für Leistungshalbleiter auf 300mm-Scheiben (Wafern) zu ermöglichen.
VORSTANDSVERGÜTUNG
Der Aufsichtsrat befasste sich detailliert mit den Vorgaben des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex zur Vorstandsvergütung. Er beauftragte bereits im Geschäftsjahr 2010 unabhängige externe Vergütungsexperten, das bestehende Vergütungssystem im Hinblick auf seine Vereinbarkeit mit dem VorstAG und den Kodex-Empfehlungen zu prüfen und auf Basis dieser Analyse ein modifiziertes System der Vorstandsvergütung für die Gesellschaft auszuarbeiten. Die Vorschläge der externen Experten wurden in mehreren Sitzungen des Präsidialausschusses ausführlich besprochen und für die Beschlussfassung im Plenum vorbereitet. In der Sitzung vom 22. November 2010 wurde dann das neue Vergütungssystem verabschiedet. Zu den Einzelheiten dieses neuen Vergütungssystems wird auf den Vergütungsbericht verwiesen, der im Geschäftsbericht abgedruckt ist. Das neue Vergütungssystem wurde von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 gebilligt und soll für alle zukünftigen Vorstandsmitglieder gelten. Die bestehenden Dienstverträge der Vorstandsmitglieder Peter Bauer und Dr. Reinhard Ploss wurden mit Wirkung zum 1. Oktober 2010 an das neue Vergütungssystem angepasst.
VORSTANDSANGELEGENHEITEN
Im Zusammenhang mit der Anpassung der Vorstandsdienstverträge an das neue Vergütungssystem für den Vorstand hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 30. November 2010 beschlossen, die Amtszeiten von Herrn Bauer und Herrn Dr. Ploss zu verlängern. Die Amtszeit von Herrn Bauer wurde bis zum 30. September 2016 verlängert und Herr Bauer wurde für die neue Amtszeit erneut zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt. Die Amtszeit von Herrn Dr. Ploss wurde bis zum 30. September 2015 verlängert, weiterhin wurde Herr Dr. Ploss zum Arbeitsdirektor bestellt.
Unmittelbar nach dem Ausscheiden von Herrn Dr. Schröter im August 2010 hat der Aufsichtsrat mit der Suche nach einem neuen Finanzvorstand begonnen. Hierbei wurden wir von einer auf die Vermittlung von Vorstandsmitgliedern spezialisierten internationalen Beratungsfirma unterstützt. Entsprechend dem Vorschlag des Präsidialausschusses hat der Aufsichtsrat dann in seiner Sitzung am 22. November 2010 Herrn Dominik Asam zum neuen Finanzvorstand bestellt, der sein Amt am 1. Januar 2011 angetreten hat.
Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2011 außerdem mit den künftigen Anforderungen an die Unternehmensführung beschäftigt und dabei die Grundsatzfrage der Notwendigkeit einer Erweiterung des Vorstands erörtert. In seiner Sitzung am 27. Juli 2011 wurde der Aufsichtsrat vom Vorsitzenden des Präsidialausschusses über das Konzept und den Stand der Überlegungen des Ausschusses informiert. Gleichzeitig wurde das weitere Vorgehen zum Auswahlverfahren besprochen. In einer außerordentlichen Sitzung am 27. Oktober 2011 hat dann der Aufsichtsrat auf Vorschlag des Präsidialausschusses Herrn Arunjai Mittal, bisher Leiter des Segments Industrial & Multimarket (IMM), mit Wirkung ab 1. Januar 2012 zum weiteren Mitglied des Vorstands bestellt. Diese Erweiterung des Vorstands ermöglicht es der Gesellschaft, die Marktdurchdringung besonders in den Wachstumsregionen weiter zu forcieren. Der Aufsichtsrat ist der festen Überzeugung, dass Arunjai Mittal aufgrund seiner Ausbildung, seiner Erfahrung im globalen Halbleitergeschäft, seiner internationalen Karriere sowie seiner Herkunft und seiner interkulturellen Expertise bestens geeignet ist. Durch seine globale Vernetzung bei Kunden und Geschäftspartnern ist Arunjai Mittal sehr gut gerüstet, die neuen Aufgaben erfolgreich voranzutreiben.
CORPORATE GOVERNANCE
Der Aufsichtsrat hat sich, wie schon in den Vorjahren, regelmäßig mit den Corporate-Governance-Regelungen und ihrer Umsetzung im Unternehmen auseinandergesetzt. In der Sitzung vom 22. November 2010 erörterte der Aufsichtsrat die von der Regierungskommission im Mai 2010 beschlossenen Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Dabei hat sich der Aufsichtsrat entsprechend der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex auch mit dem Thema "Diversity" beschäftigt und hierfür konkrete Ziele beschlossen. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats soll der in einem weltweit tätigen Unternehmen vorzufindenden Vielfalt möglichst Rechnung tragen. Es wurde festgelegt, dass den Aufsichtsrat mindestens zwei Frauen und mindestens ein Drittel "internationale" Vertreter angehören sollen. Diese - gegenwärtig bereits erreichten - Ziele sollen auch in Zukunft jederzeit verwirklicht werden.
Die Entsprechenserklärung 2010 hat der Aufsichtsrat im November 2010, die Entsprechenserklärung 2011 im Oktober 2011 beschlossen. Die Entsprechenserklärung 2011 wurde am 2. November 2011 auf der Internet-Seite der Gesellschaft veröffentlicht. Dies und weitere Ausführungen zur Corporate Governance des Unternehmens sind im Corporate-Governance-Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat gesondert dargestellt.
Einmal jährlich überprüft der Aufsichtsrat die Effizienz seiner Tätigkeit einschließlich der Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Im Geschäftsjahr 2010 wurde erstmals eine Bestandsaufnahme der Aufsichtsratstätigkeit durch einen unabhängigen externen Berater vorgenommen. Die Ergebnisse dieser externen Effizienzprüfung wurden in der Aufsichtsratssitzung am 30. November 2010 präsentiert und diskutiert. Die letzte Effizienzprüfung fand im Herbst 2011 statt. Anhand eines Fragenkatalogs, der verschiedene Bereiche und Kriterien der Aufsichtsratsarbeit adressiert, wurde die Effizienz der Aufsichtsratstätigkeit einschließlich der Zusammenarbeit mit dem Vorstand ermittelt und anschließend in der Sitzung am 22. November 2011 im Aufsichtsrat erörtert.
Die Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats legen etwaige Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat unverzüglich offen. Im Geschäftsjahr 2011 sind bei Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats keine Interessenkonflikte aufgetreten. Wesentliche Geschäfte zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands oder ihnen nahe stehenden Personen bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dies gilt auch für Berater- und sonstige Dienstleistungs- oder Werkverträge eines Aufsichtsratsmitglieds mit der Gesellschaft. Im November 2010 hat der Aufsichtsrat vorsorglich auch einem Vertrag zwischen der Gesellschaft und der TU München (Lehrstuhl für Technische Elektronik von Frau Prof. Dr. Schmitt-Landsiedel) über die Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zum Thema ,Sensing für Automotive' zugestimmt.
ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS
Der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG besteht aus zwölf Mitgliedern und setzt sich nach dem Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Mitarbeiter von Delegierten der Mitarbeiter der deutschen Infineon-Betriebsstätten nach Maßgabe des MitbestG gewählt. Die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder beträgt regelmäßig fünf Jahre. Sowohl die Vertreter der Anteilseigner als auch die Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat wurden im Geschäftsjahr 2010 neu gewählt. Die Amtszeit aller Aufsichtsratsmitglieder dauert bis zum Ende der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2014 beschließen wird.
Herr Prof. Dr. Klaus Wucherer hat sein Amt mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 niedergelegt. Gemäß dem Vorschlag des Nominierungsausschusses vom 20. November 2010 hat der Aufsichtsrat am 22. November 2010 beschlossen, der Hauptversammlung Herrn Wolfgang Mayrhuber als Nachfolger für Herrn Prof. Dr. Wucherer zur Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. Diesem Vorschlag ist die Hauptversammlung gefolgt und hat am 17. Februar 2011 Herrn Wolfgang Mayrhuber in den Aufsichtsrat gewählt. Der Aufsichtsrat hat Herrn Mayrhuber in seiner Sitzung am gleichen Tag zu seinem Vorsitzenden gewählt.
Herr Prof. Dr. Wucherer gehörte dem Aufsichtsrat des Unternehmens seit seinem Bestehen an und übernahm im Februar 2010 den Vorsitz. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Prof Dr. Wucherer herzlich für seine langjährige, äußerst konstruktive und ausgesprochen engagierte, erfolgreiche Arbeit.
Der Aufsichtsrat bildete die folgenden Ausschüsse: Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG, Präsidialausschuss, Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss, Strategie- und Technologieausschuss sowie den Nominierungsausschuss gemäß der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex.
Der Aufsichtsrat hat bereits im Geschäftsjahr 2010 beschlossen, alle Aufsichtsratsausschüsse - mit Ausnahme des lediglich von Anteilseignern besetzten Nominierungsausschusses - paritätisch zu besetzen.
Herr Mayrhuber wurde nach seiner Wahl zum Aufsichtsratsmitglied durch die Hauptversammlung vom Aufsichtsrat auch zum Vorsitzenden des Vermittlungs- und des Nominierungsausschusses gewählt und ist kraft Geschäftsordnung des Aufsichtsrats als Vorsitzender des Aufsichtsrats auch der Vorsitzende des Präsidialausschusses. Vorsitzender des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses ist weiterhin Herr Dr. Sünner und Vorsitzende des Strategie- und Technologieausschusses ist weiterhin Frau Prof. Dr. Schmitt-Landsiedel.
BERICHT AUS DEN AUSSCHÜSSEN DES AUFSICHTSRATS
Im Berichtsjahr fanden vier ordentliche Sitzungen des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses statt.
Schwerpunkte seiner Tätigkeit waren die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, die Prüfung der Quartalsabschlüsse, die Vorprüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des Lageberichts der Infineon Technologies AG und des Infineon-Konzerns sowie die Erörterung des Prüfungsberichts mit dem Abschlussprüfer. Ein weiterer Schwerpunkt war die Prüfung und Erörterung der Finanz- und Investitionsplanung und der Verschuldungsgrenze, einschließlich eines Investitionskorridors für das Geschäftsjahr 2012. Diese Themen waren Gegenstand der Sitzungen am 2. Mai und 27. Juli 2011. Darüber hinaus befasste sich der Ausschuss unter anderem mit der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems, des Risikomanagementsystems und der Compliance-Organisation der Gesellschaft. Weiterhin ließ sich der Ausschuss über die wesentlichen Rechtsstreitigkeiten und die Auseinandersetzungen mit dem Insolvenzverwalter über das Vermögen der Qimonda AG ausführlich berichten.
Zu den weiteren Aufgaben des Ausschusses gehörten die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte im Geschäftsjahr 2011 sowie die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Der Ausschuss bereitete den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung für die Wahl des Abschlussprüfers vor und erteilte den Prüfungsauftrag für den Jahres- und Konzernabschluss und die prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten.
Der Abschlussprüfer nahm an allen ordentlichen Sitzungen des Prüfungsausschusses teil und berichtete ausführlich über seine Prüfungstätigkeit.
Der Strategie- und Technologieausschuss kam im Berichtsjahr zu vier ordentlichen Sitzungen zusammen.
Der Ausschuss beschäftigte sich insbesondere mit der Fertigungsstrategie der Gesellschaft und in diesem Zusammenhang auch mit dem Investitionsbudget und geplanten konkreten Investitionen sowie der Marktentwicklung. Darüber hinaus befasste sich der Ausschuss mit den Innovationsaktivitäten bei Infineon und verschiedenen Initiativen in diesem Bereich. Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Personalentwicklung, Personalführung und Diversity.
Im Berichtsjahr fanden vier Sitzungen des Präsidialausschusses statt.
Wie schon in der letzten Hauptversammlung berichtet, befasste sich der Ausschuss ausführlich mit den Vorschlägen der externen Berater zu einem neuen Vorstandsvergütungssystem, das entsprechend dem Vorschlag des Präsidialausschusses am 22. November 2010 vom Aufsichtsrat beschlossen wurde.
Der Ausschuss bereitete außerdem die Beschlussfassungen des Aufsichtsrats in den oben genannten Vorstandsangelegenheiten vor, insbesondere betreute er die Suche und Auswahl des neuen Finanzvorstands; über das Such- und Auswahlverfahren wurde ebenfalls in der letzten Hauptversammlung ausführlich berichtet. In seinen Sitzungen am 1. Juli und 14. September 2011 erörterte der Ausschuss die Grundsatzfrage der Notwendigkeit einer Erweiterung des Vorstands sowie das Konzept für eine solche Erweiterung. Nachdem im Präsidialausschuss und Aufsichtsratsplenum Einvernehmen darüber erzielt worden war, den Vorstand auf vier Mitglieder zu erweitern, wurde mit der Suche nach einem geeigneten Kandidaten begonnen. Dabei erstreckte sich die Suche auf internationale und nationale, externe und interne sowie auf weibliche und männliche Kandidaten. Der Ausschuss wurde bei seiner Suche unterstützt von einem externen Berater, der ein "Development Assessment" mit möglichen Kandidaten durchführte. Aufgrund des Ergebnisses der Development Assessments und der Gespräche einzelner Aufsichtsratsmitglieder mit dem präferierten Kandidaten hat der Präsidialausschuss in einer weiteren Sitzung am 7. Oktober 2011 beschlossen, dem Aufsichtsrat die Bestellung von Herrn Arunjai Mittal zum Mitglied des Vorstands vorzuschlagen.
Außerdem bereitete der Ausschuss die Beschlussfassungen des Aufsichtsrats im Zusammenhang mit der Vergütung des Vorstands vor. Hierzu gehörte insbesondere die Festlegung von Zielwerten für die variable Vorstandsvergütung sowie die Gewährung von Aktienoptionen an die Mitglieder des Vorstands.
Des Weiteren befasste sich der Ausschuss mit der im DAX-30-Vergleich geringen Vergütung des Aufsichtsrats und beauftragte einen unabhängigen Berater, Vorschläge für die Änderung der Aufsichtsratsvergütung auszuarbeiten. Nach Abstimmung im Aufsichtsratsplenum im November 2010 wurde die geänderte Aufsichtsratsvergütung der Hauptversammlung 2011 zur Beschlussfassung vorgelegt, die diese gebilligt hat.
Der Ausschuss empfahl dem Aufsichtsratsplenum, den Selbstbehalt in der D&O-Versicherung des Aufsichtsrats anzuheben, um damit einer Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex zu entsprechen, was dieser auch so in seiner Sitzung am 22. November 2010 beschlossen hat.
Der Nominierungsausschuss kam im Berichtsjahr zu zwei Sitzungen zusammen. In seiner Sitzung im November 2010 hat der Nominierungsausschuss beschlossen, dem Aufsichtsrat Herrn Wolfgang Mayrhuber für die Nachfolge von Herrn Prof. Dr. Wucherer als Aufsichtsratsvorsitzenden vorzuschlagen. Nach seiner Wahl zum Aufsichtsratsmitglied durch die Hauptversammlung hat der Nominierungsausschuss dann in einer weiteren Sitzung im Februar 2011 Herrn Mayrhuber zum Vorsitzenden des Nominierungsausschusses gewählt.
Der gemäß §27 Absatz 3 Mitbestimmungsgesetz gebildete Vermittlungsausschuss hat nicht getagt.
Die Vorsitzenden der Ausschüsse haben das Aufsichtsratsplenum in dessen ordentlichen Sitzungen regelmäßig umfassend über ihre Arbeit informiert.
JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSS
Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, hat den Jahresabschluss der Infineon Technologies AG und den Konzernabschluss zum 30. September 2011 sowie den Lagebericht der Infineon Technologies AG und des Infineon-Konzerns geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Außerdem wurde auch der Halbjahresfinanzbericht durch die KPMG einer prüferischen Durchsicht unterzogen.
Allen Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden Mitte November 2011 der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss, der nach IFRS aufgestellte Konzernabschluss, der Lagebericht und der Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns vorgelegt.
Die Berichte der KPMG über die Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses sowie des Lageberichts lagen ebenfalls allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vor und wurden zusammen mit den Abschlussunterlagen selbst zunächst in der Sitzung des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses am 15. November 2011 mit der KPMG intensiv erörtert. Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss beschloss, dem Aufsichtsrat die Billigung der Abschlüsse vorzuschlagen. Der Vorsitzende des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses erläuterte in der Sitzung des Aufsichtsrats am 22. November 2011 die Empfehlungen des Ausschusses. In dieser Sitzung wurden die Abschlussunterlagen in Gegenwart des Abschlussprüfers ausführlich behandelt und vom Aufsichtsrat insbesondere mit Blick auf die Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit geprüft.
Außerdem berichtete der Vorstand in der vorgenannten Aufsichtsratssitzung über Umfang, Schwerpunkte und Kosten der Abschlussprüfung und erläuterte das Risikomanagementsystem. Der Lagebericht der Infineon Technologies AG und des Infineon-Konzerns entsprach den Berichten des Vorstands an den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat stimmt den Aussagen zur weiteren Unternehmensentwicklung zu. Der Aufsichtsrat hat den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands, der eine Dividende von 0,12 € je dividendenberechtigte Aktie vorsieht, geprüft und schließt sich diesem an. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen die Abschlüsse und die Prüfung durch den Abschlussprüfer. Der Aufsichtsrat hat dem Ergebnis der Abschlussprüfung am 22. November 2011 seine Zustimmung erteilt und den Jahresabschluss und Konzernabschluss der Infineon Technologies AG und des Infineon-Konzerns gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen weltweit tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren großen Einsatz und ihre exzellente Leistung im vergangenen Geschäftsjahr und den Arbeitnehmervertretungen für die gute Zusammenarbeit.
Neubiberg, im November 2011
Für den Aufsichtsrat
Wolfgang Mayrhuber, Vorsitzender des Aufsichtsrats
KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2011
KONZERNLAGEBERICHT - UNSER KONZERN
Dieser Bericht fasst den Konzernlagebericht der Infineon-Gruppe bestehend aus der Infineon Technologies AG und ihrer konsolidierten Tochtergesellschaften (gemeinsam "Infineon" oder die "Gesellschaft') mit dem Lagebericht der Infineon Technologies AG zusammen. Er sollte im Kontext mit dem geprüften Konzernabschluss einschließlich der Angaben des Konzernanhangs ("Anhang zum Konzernabschluss"), die an anderer Stelle in diesem Bericht abgedruckt sind, gelesen werden. Der geprüfte Konzernabschluss basiert auf einer Reihe von Annahmen sowie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die detaillierter im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 1 ("Grundlagen der Darstellung") und Nr. 2 ("Bilanzierung und Bewertung") dargestellt sind.
→ WACHSTUM UND PROFITABILITÄT- RÜCKBLICK UND AUSBLICK
Wir wollen auch zukünftig nachhaltig profitabel wachsen.
≥ 10 % p.a. Längerfristige Wachstumserwartung für den Infineon-Konzern.
ERFOLGREICHES GESCHÄFTSJAHR 2011
KONZERNUMBAU ABGESCHLOSSEN
IM GESCHÄFTSJAHR 2011 WEITERE ERGEBNISVERBESSERUNGEN GEGENÜBER VORJAHR ERZIELT
INVESTOREN AM UNTERNEHMENSERFOLG BETEILIGT
KONZERNUMBAU ABGESCHLOSSEN
Im Geschäftsjahr 2011 haben wir den Umbau des Infineon-Konzerns erfolgreich abgeschlossen. Die umfangreichen Portfolio-Maßnahmen der letzten Jahre fanden im Geschäftsjahr 2011 mit dem Verkauf unseres Mobilfunkgeschäfts an die Intel Corporation ("Intel") ihren Abschluss. Der Mittelzufluss von €1.020 Millionen hat die Finanzkraft des Unternehmens weiter gestärkt.
Mit den verbleibenden drei operativen Segmenten - Automotive (,,ATV), Industrial & Multimarket ("IMM") und Chip Card & Security ("CCS") - legt Infineon seinen Geschäftsfokus auf drei zentrale Herausforderungen der modernen Gesellschaft, die dynamisches Nachfragewachstum treiben: Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit. Unsere Zielmärkte Automobilelektronik, Industrieelektronik und Sicherheit adressieren wir hierbei aus führenden Marktpositionen. Durch diese Ausrichtung versprechen wir uns ein überdurchschnittliches Wachstum und nachhaltig hohe Margen. Wie wir dies im Einzelnen erreichen wollen und welche Wachstumstreiber in den Segmenten hierbei eine Rolle spielen, ist näher im Abschnitt "Wachstums- und Gewinnaussichten, Ziel-Geschäftsmodell" beschrieben.
Umsatzerlöse, Segmentergebnis in Summe, Gesamtsegmentergebnis-Marge

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2011: Umsatz und Gesamtsegmentergebnis-Marge deutlich über Vorkrisenniveau
IM GESCHÄFTSJAHR 2011 WEITERE ERGEBNISVERBESSERUNGEN GEGENÜBER VORJAHR ERZIELT
Auch im Geschäftsjahr 2011 haben wir unseren Weg hin zu langfristigem und nachhaltigem Unternehmenserfolg fortgesetzt. Die Ergebnisse des Vorjahrs haben wir dabei deutlich übertroffen.
Lagen die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2010 bei €3.295 Millionen, so konnten wir diese im abgelaufenen Geschäftsjahr um 21 Prozent auf €3.997 Millionen steigern.
Umsatzerlöse

Umsatzerlöse nach der Lehman-Krise deutlich gesteigert
Nicht nur der Umsatz sondern auch unsere Profitabilität ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 weiter gestiegen. Das Segmentergebnis in Summe hat sich gegenüber dem Vorjahr von €475 Millionen um rund 65 Prozent auf €786 Millionen erhöht. Die Gesamtsegmentergebnis-Marge lag bei 19,7 Prozent und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 14,4 Prozent.
Segmentergebnis in Summe und Gesamtsegmentergebnis-Marge

Gesamtsegmentergebnis-Marge nach der Lehman-Krise signifikant gesteigert
Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten von €744 Millionen hat sich gegenüber dem Vorjahreswert von €312 Millionen mehr als verdoppelt.
Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten ist im Geschäftsjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr von €573 Millionen auf €106 Millionen zurückgegangen, was auf die deutlich gesteigerten Investitionen in Fertigungskapazitäten für unser künftiges Wachstum zurückzuführen ist. Die Investitionen in Höhe von €887 Millionen im Geschäftsjahr 2011 stiegen gegenüber dem Niveau des Geschäftsjahrs 2010 von €325 Millionen um 173 Prozent. Eine Übersicht zur Höhe der Investitionen der letzten acht Geschäftsquartale sowie zum entsprechenden Anteil der Investitionen am jeweiligen Quartalsumsatz ist im Abschnitt "Entwicklung der Finanzlage" enthalten.
Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten und Investitionen1

1 Ohne Finanzinvestments
2 In diesen Ausgaben sind €91 Millionen für die vom Insolvenzverwalter der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG erworbenen Immobilien und Fertigungsanlagen enthalten.
Investitionen in künftiges Wachstum führen zu Rückgang des Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2011
Der Free-Cash-Flow aus nicht fortgeführten Aktivitäten lag im Geschäftsjahr 2011 bei €1.209 Millionen und damit um €1.073 Millionen über dem Vorjahreswert von €136 Millionen. Darin enthalten sind insbesondere die Mittelzuflüsse aus dem Verkauf unseres Mobilfunkgeschäfts an Intel in Höhe von €1.020 Millionen.
In Summe (fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten) hat sich der Free-Cash-Flow von €709 Millionen im Vorjahr um rund 85 Prozent auf €1.315 Millionen im Geschäftsjahr 2011 erhöht.
Unsere Brutto-Cash-Position betrug zum Ende des Geschäftsjahrs 2011 €2.692 Millionen. Sie liegt damit um rund 56 Prozent über dem Vorjahreswert von €1.727 Millionen. Die Erhöhung spiegelt vor allem den Mittelzufluss aus dem Verkauf unseres Mobilfunkgeschäfts an Intel wider.
Unsere Netto-Cash-Position belief sich zum 30. September 2011 auf €2.387 Millionen, was einer Steigerung um 79 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €1.331 Millionen entspricht.
Mit der gegenwärtigen Finanzposition sehen wir uns für die Zukunft gut gerüstet, um unseren organischen Wachstumspfad fortzusetzen, gegebenenfalls sich bietende Akquisitionsmöglichkeiten zu nutzen sowie sicher durch einen möglichen Abschwung zu gelangen.
INVESTOREN AM UNTERNEHMENSERFOLG BETEILIGT
Es ist uns wichtig, die Investoren angemessen und nachhaltig am Unternehmenserfolg zu beteiligen. So haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 insgesamt €308 Millionen an Kapital an die Investoren zurückgeführt.
€109 Millionen davon entfielen auf die Dividende für das Geschäftsjahr 2010, die am 18. Februar 2011, dem Tag nach der Hauptversammlung, ausgezahlt wurde. Des Weiteren haben wir Anteile unserer im Jahr 2014 fälligen Wandelanleihe von nominal €59 Millionen für rund €173 Millionen zurückgekauft. Schließlich haben wir aufgrund entsprechender Ermächtigungen durch die Hauptversammlung vom 17. Februar 2011 im Geschäftsjahr 2011 eigene Aktien im Wert von insgesamt €26 Millionen unter Verwendung von Put-Optionen zurückgekauft. Für Details zur Infineon-Aktie und ihrer Kursentwicklung im Geschäftsjahr 2011 siehe Abschnitt "Die Aktie".
Im Rahmen unserer angestrebten nachhaltigen Dividendenpolitik soll der Hauptversammlung am 8. März 2012 eine Dividende in Höhe von €0,12 je Aktie vorgeschlagen werden. Dieser Vorschlag entspricht einer Erhöhung der Dividende je Aktie um €0,02 oder 20 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2010.
WACHSTUMS- UND GEWINNAUSSICHTEN, ZIELGESCHÄFTSMODELL
GLOBALE LANGFRISTIGE TRENDS TREIBEN UNSER WACHSTUM
NACHHALTIG HOHE MARGEN: UNSER KNOW-HOW SCHAFFT MEHRWERT FÜR UNSERE KUNDEN
LEISTUNGSHALBLEITER ALS KONZERNÜBERGREIFENDER WACHSTUMSTREIBER
Infineon besteht aus drei operativen Segmenten1 : Automotive, Industrial & Multimarket und Chip Card & Security. Im Fokus der drei Segmente stehen insbesondere die Leistungshalbleiter, die allein etwa 60 Prozent des Umsatzes ausmachen.
Umsatzverteilung auf die Segmente

Umsatzverteilung auf Produkte

Zwischen den Jahren 2000 und 2011 wuchs der Umsatz der drei Segmente Automotive, Industrial & Multimarket und Chip Card & Security mit einer durchschnittlichen Rate von 7,6 Prozent pro Jahr. Auch wenn sich seit Mitte August 2011 Anzeichen für eine konjunkturelle Eintrübung mehren, so könnte die Wachstumsrate im Durchschnitt der kommenden Jahre, insbesondere Dank der Leistungshalbleiter, sogar noch höher ausfallen. Die Nachfrage nach unseren Produkten wird durch eine Reihe von globalen, langfristigen Trends angetrieben, die weiter an Fahrt aufnehmen sollten:
1 Verbleibende Aktivitäten aus veräußerten Geschäftsbereichen werden unter Sonstige Geschäftsbereiche zusammengefasst. Seit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts sind die nach der Übergangsphase verbleibenden Produktlieferungen und Serviceleistungen an Intel Mobile Communications ("IMC") Teil der Sonstigen Geschäftsbereiche. Auch die Produktlieferungen an Lantiq nach Verkauf des Wireline-Communications-Geschäfts werden hierunter erfasst. Konzernfunktionen und Eliminierungen erfasst die Eliminierung konzerninterner Umsatzerlöse und Ergebnisse sowie bestimmte Konzernfunktionen, die nicht auf die operativen Segmente allokiert wurden.
Energiewende
Zunehmendes Umweltbewusstsein in Verbindung mit zunehmenden Vorbehalten konventionellen Energieträgern gegenüber treibt die Energiewende, den stetig wachsenden Anteil erneuerbarer Energien am weltweiten Energiemix bis hin zum kompletten Atomausstieg einzelner Länder. Erneuerbare Energieträger aber weisen einen deutlich höheren Halbleiteranteil pro Megawatt installierter Leistung als konventionelle Energieträger auf. So werden beispielsweise in einem Windpark Leistungshalbleiter im Wert von bis zu €9.000 pro Megawatt verbaut. In einem Atomkraftwerk dagegen liegt dieser Wert unter €300.
Halbleiteranteil pro GW generierter elektrischer Leistung

Energieeffizienz
Mit weltweit steigendem Bedarf an elektrischer Energie bei gleichzeitig steigendem Strompreis sowie wachsendem Umweltbewusstsein wird effiziente Stromnutzung immer wichtiger. Konsumenten wie Unternehmen gleichermaßen reduzieren durch Erhöhung der Effizienz ihrer Stromverbraucher ihre Kosten und schonen gleichzeitig die Umwelt. Bei großen Rechenzentren zum Beispiel entspricht eine Erhöhung der Energieeffizienz um 1 Prozent einer Reduktion der Leistungsaufnahme um ein Megawatt. Dies entspricht dem Verbrauch von etwa 800 Haushalten. Leistungshalbleiter-Komponenten, die immer effizienter den Strom auf dem Weg zum Endverbraucher wandeln, sind der Schlüssel zu weiteren Einsparungen.
Elektromobilität
Elektromobilität hat das Potenzial, eine der wichtigsten Entwicklungen in der Automobilindustrie über die nächsten Jahre zu werden. Mit durchschnittlich rund doppelt so hohem Halbleiteranteil gegenüber Autos mit Verbrennungsmotoren dürften Hybrid- und Elektrofahrzeuge zu einem starken Wachstumstreiber im Bereich der Chips für Automobilanwendungen werden. Elektromobilität nimmt daneben auch auf zwei Rädern Fahrt auf: Sogenannte eBikes erfreuen sich wachsender Popularität insbesondere in rasch aufstrebenden Volkswirtschaften wie China. In beiden Fällen, bei Hybrid- und Elektroautos wie bei den Elektrofahrrädern, sind Leistungshalbleiter die Schlüsselkomponenten - denn sie ermöglichen die Nutzung der in der Batterie gespeicherten Energie für die Elektromotoren, die Autos und Fahrräder antreiben.
Wachsende Mittelschicht in den BRIC-Staaten und Schwellenländern
Die Asiatische Entwicklungsbank beziffert die jetzige Kaufkraft der chinesischen Mittelschicht auf US$641 Milliarden pro Jahr. Laut einer McKinsey-Studie (Juni 2006) sind in den nächsten zehn Jahren allein in China rund 200 Millionen Haushalte zusätzlich in den mittleren Einkommensschichten zu erwarten. Güter wie Induktionsherde oder Induktionsreiskocher, aber auch Waschmaschinen und Autos werden von dieser Schicht nachgefragt werden. Dieser Trend treibt die Nachfrage nach unseren Produkten. Er manifestiert sich zum einen direkt in der Produktnachfrage sowie zum anderen indirekt durch den Ausbau der Stromnetz-Infrastruktur, die den mit einer wachsenden Zahl von Verbrauchern einhergehenden steigenden Stromverbrauch ermöglichen soll.
Wachsende chinesische Mittelschicht

Durchschnittliches Jahreseinkommen

WACHSTUM DES AUTOMOTIVE-SEGMENTS
Das Wachstum des Marktes für Auto-Halbleiter wird hauptsächlich von zwei Faktoren getrieben: dem Wachstum der Autoproduktion und dem Anstieg des Halbleiteranteils pro Auto. Insbesondere durch das erwartete Stückzahlenwachstum bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen wird der Wert der Halbleiter im Auto weiter ansteigen.
WACHSTUM DER AUTOPRODUKTION
Für das Kalenderjahr 2011 geht das Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli (Oktober 2011) von einem Anstieg der weltweiten Autoproduktion von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Dieser Ausblick liegt, bedingt durch das Reaktorunglück in Japan sowie die konjunkturelle Eintrübung der jüngsten Vergangenheit, unter den Erwartungen zu Jahresbeginn. Im Jahr 2012 soll die weltweite Autoproduktion laut IHS iSuppli dann jedoch einen Anstieg von 7 Prozent verzeichnen. Während eine Erholung der Produktion in Japan erwartet wird, bleibt China weiterhin ein sehr starker Wachstumstreiber. Vor allem Autos der Premiumklasse sind in Fernost sehr beliebt.
Entwicklung der weltweiten Autoproduktion

ANSTIEG DES HALBLEITERANTEILS PRO AUTO
Um eine Reduktion des Kraftstoffverbrauchs zu ermöglichen und immer stringentere Emissionsauflagen erfüllen zu können, entwickelt die Automobilindustrie ständig innovative Lösungen. Neue, immer intelligentere Halbleiterlösungen sind hierfür der Schlüssel und leisten einen erheblichen Beitrag zur Erreichung der Effizienz- und Verbrauchsziele.
Auch das Ziel einer nachhaltigen Verringerung der Verkehrsunfälle und die damit verbundenen gesetzlichen Auflagen erhöhen die Nachfrage nach zuverlässigen und leistungsfähigen Halbleiterlösungen für Sicherheitsanwendungen im Auto. So werden zur Abstandsmessung Radarsysteme in Autos verbaut. Um Unfälle durch Reifen mit Unterdruck zu minimieren, fordert seit 2007 eine Gesetzesvorgabe in den USA, dass alle Neufahrzeuge mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet sein müssen. Ab 2014 werden die EU, Südkorea und Japan folgen.
Durch diese insgesamt steigenden Anforderungen an emissionsarme und sichere Fahrzeuge wird sich der Halbleiterwert pro Auto weiter erhöhen. Im historischen Mittel stieg der Wert der pro Auto verbauten Halbleiter um einige Prozentpunkte pro Jahr. Für das Kalenderjahr 2012 erwartet der Marktforscher Strategy Analytics ein Wachstum des Werts der pro Auto verbauten Halbleiter von rund 5 Prozent.
HYBRID- UND ELEKTROFAHRZEUGE ALS WACHSTUMSTREIBER
Begrenzte fossile Brennstoffvorkommen und das Ziel, den globalen CO2 -Ausstoß zu verringern, treiben die Nachfrage nach alternativen Antriebskonzepten wie Elektro- und Hybridantrieben. Dies kommt Halbleiterherstellern sehr entgegen. Denn während Autos mit Verbrennungsmotor derzeit einen Halbleitergehalt zwischen US$250 und US$300 aufweisen, sind es in Hybrid- und Elektroautos im Durchschnitt US$600 bis US$700. Der zusätzliche Halbleitergehalt wird dabei wesentlich vom Mehr an benötigten Leistungshalbleitern getrieben. Denn für eine hohe Reichweite des batteriebetriebenen Fahrzeugs sind höchsteffiziente Leistungstransistoren gefordert. Neben der Effizienzanforderung müssen diese im Auto auch den hohen Zuverlässigkeits-, Qualitäts- und Lebensdaueranforderungen genügen. Dies kommt Infineon als Marktführer bei Leistungstransistoren und mit einer führenden Position im Automobilhalbleitermarkt sehr entgegen.
Das Marktforschungsunternehmen Strategy Analytics erwartet für die Hybrid- und Elektrofahrzeuge ein Wachstum der Stückzahlen von über einer Million im Jahr 2011 auf vier bis fünf Millionen im Jahr 2015. Vor allem in Großstädten sollen elektrisch angetriebene Fahrzeuge den CO2 -Ausstoß verringern. Regierungen vieler Staaten unterstützen diese Entwicklung. So sollen laut Bundesregierung bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland zugelassen sein. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde die staatliche Forschungs- und Entwicklungsförderung für die nächsten zwei Jahre auf €1 Milliarde verdoppelt. Aber nicht nur in Deutschland wird gefördert: Auch in China und 17 Staaten Europas erhalten Käufer von Elektroautos eine Kaufprämie.
Insgesamt, resultierend aus dem voraussichtlichen Wachstum der Autoproduktion, dem steigenden Halbleiteranteil pro Auto und dem erwarteten Stückzahlenwachstum bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen, glauben wir im normalen Konjunkturumfeld im Segment Automotive ein durchschnittliches Umsatzwachstum von rund 10 Prozent pro Jahr realisieren zu können.
WACHSTUM DES INDUSTRIAL & MULTIMARKET-SEGMENTS
Abgeleitet aus den vier globalen Trends der Energiewende, der Energieeffizienz, der Elektromobilität und der zunehmend wohlhabenden Mittelschicht in den BRIC-Staaten und Schwellenländer, sehen wir eine Reihe von Wachstumsfeldern für unser Geschäft mit Chips für Industrie- und Multimarket-Anwendungen:
ENERGIEWENDE: DIE ERNEUERBAREN ENERGIEN
Durch den um sich greifenden Trend weg von fossilen und nuklearen Energieträgern erfuhren Wind- und Solarenergie in der letzten Dekade ein steiles Wachstum. So waren Ende 2010 laut Status-Bericht der Internationalen Energieagentur IEA vom Juni 2011 weltweit Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 195 Gigawatt installiert. Ende 2000 lag dieser Wert bei nur 18 Gigawatt. 39 Gigawatt an Neuinstallationen wurden allein 2010 vorgenommen. Dieselbe Quelle berichtet von einem noch kräftigeren Zuwachs der Solaranlagen - von 1,5 Gigawatt Ende 2000 auf mehr als 40 Gigawatt elektrischer Leistung Ende 2010.
Zukünftig soll sich das Wachstum der erneuerbaren Energieträger fortsetzen.
Im Bereich der Windenergie erwartet der Marktforscher IHS EER trotz eines leichten Rückgangs der Neuinstallationen im Jahr 2011 ein Wachstum der installierten Windkapazität von durchschnittlich 11,6 Prozent für den Zeitraum von 2010 bis 2025. Der Photovoltaik-Markt wurde im Jahr 2011 nicht länger von Deutschland dominiert. Bei einem Marktwachstum von mehr als 20 Prozent für 2011 wird laut Bericht des europäischen Photovoltaik-Industrieverbandes EPIA weniger als ein Viertel von geschätzt 21 Gigawatt weltweit neuinstallierter Anlagen in Deutschland erwartet. Die Installationen wurden ebenso von Italien, aber auch den USA und China getragen. Bei einem erwarteten Zuwachs der Solaranlagen zur Stromerzeugung von 23 Gigawatt im Jahr 2012 dürfte ein weiterer Anstieg der Neuinstallationen in Nordamerika und Asien den vorläufigen Rückgang in Europa mehr als ausgleichen. Für den Photovoltaik-Markt wird eine durchschnittliche Wachstumsrate von deutlich über 10 Prozent für den Zeitraum von 2011 bis 2015 erwartet.
ENERGIEEFFIZIENZ
Auf dem Weg von der Erzeugung zum Endverbraucher wird Strom viele Male gewandelt. Aus Wechselspannungen werden Gleichspannungen und umgekehrt, aber auch innerhalb der Wechsel- und Gleichspannungen sind vielfältige Wandlungsschritte erforderlich. Diese Wandlungsschritte fallen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette, bei Erzeugung, Übertragung und direkt beim Verbrauch des Stroms, an. Durch den Einsatz effizienterer Leistungshalbleiterkomponenten kann jeder dieser Strommanagement-Schritte effizienter gemacht werden. Dadurch werden die Strom- sowie die gesamten Systemkosten reduziert.
Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung
Insbesondere in den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, China oder Indien liegen tendenziell lange Distanzen zwischen dem Ort der Energieerzeugung und dem Ort des Verbrauchs. Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) bietet sich als verlustarme Übertragungstechnologie für diese langen Distanzen an und wird in zunehmendem Maße weltweit eingesetzt. Für die HGÜ-Stationen werden sehr zuverlässige Hochspannungs-Leistungshalbleiter benötigt. Der Halbleiteranteil einer solchen Umrichterstation variiert abhängig von der Leistungsklasse zwischen €2 Millionen und €10 Millionen. Somit stellt die wachsende Verbreitung von HGÜ-Anlagen einen interessanten Wachstumsmarkt für die Leistungshalbleiter von Infineon dar.
Drehzahlregelung für Elektromotoren
Elektrische Antriebe verbrauchen laut Bericht der Internationalen Energieagentur IEA heutzutage mehr als 40 Prozent des Stroms weltweit. Durch variable Anpassung der Drehzahl und damit der Leistung des Motors an den Bedarf der jeweiligen Anwendung, die sogenannte Drehzahlregelung von Elektromotoren (Variable Speed Drive - VSD), kann der Stromverbrauch eines Elektromotors um bis zu 30 Prozent reduziert werden. Mehr und mehr Länder schreiben daher für Neuinstallationen von Elektromotoren die Drehzahlregelung vor (siehe "Die Segmente - Industrial & Multimarket"). Ein Halbleiteranteil von fast €4 pro Kilowatt Motorleistung allein für die Leistungshalbleiter macht die drehzahlgeregelten Elektromotoren zu einem starken Wachstumstreiber unseres Industrieelektronikgeschäfts.
Stromverbrauch von Elektromotoren

Effizienz der Wandlung
Auch in privaten Haushalten können die Stromkosten durch unsere Halbleiter gesenkt werden. Die Energieeffizienz der Haushaltsgeräte wird zunehmend auf den Geräten ausgewiesen. Verbraucher können dadurch den Stromverbrauch verschiedener Geräte beim Neukauf miteinander vergleichen. Die Effizienz der Wandlung von Wechsel- zu Gleichstrom spielt dabei eine wichtige Rolle. So verfügen beispielsweise Netzteile mit einem sogenannten Platinum-Label über eine Wandlungseffizienz von rund 90 Prozent und sind damit den Netzteilen mit dem sogenannten Gold-Label um 2 Prozentpunkte überlegen. Ein deutlicher Anstieg der Marktdurchdringung dieser Netzteile in Anwendungen für die Informations- und Kommunikationstechnologie, insbesondere bei Servern, wird für die nächsten vier Jahre erwartet. Laut Bericht der Europäischen Kommission wurden in der Europäischen Union in den vergangenen drei Jahren dank Anwendung von Platinum-, Gold- und anderen von Energy Star vergebenen Labels schätzungsweise 11 Terawattstunden weniger Strom verbraucht. Dies entspricht etwa 16 Prozent des Stromverbrauchs aller in der EU neuverkauften Bürogeräte und mehr als €1,8 Milliarden an eingesparten Stromkosten. Das Wachstum in diesem Bereich treiben nicht nur die Stückzahlen - je nach Anwendung wächst der Halbleiteranteil zwischen 5 und 60 Prozent pro Prozentpunkt höherer Effizienz.
Marktdurchdringung hocheffizienter Netzteile (Platinum-Label)

Digital Power Management
Die Stromversorgung der einzelnen Komponenten innerhalb eines Servers kann entweder analog oder digital gesteuert werden. Das heißt sinngemäß, dass die notwendigen Korrekturen, die die Spannung vom "Ist"- zum "Soll"-Zustand bringen sollen, analog oder digital berechnet werden können. Das Ziel: Stromsparen, dabei aber die notwendige Leistung erbringen. Die digitale Steuerung (Digital Power Management - DPM) ist für mehr und mehr Server-Hersteller die Regelmethode ihrer Wahl. Für das Wachstum in diesem Bereich soll sich laut Bericht des Marktforschungsunternehmens IMS Research ein Wert von durchschnittlich 30 Prozent pro Jahr im Zeitraum von 2010 bis 2015 ergeben.
Bei normaler Konjunkturlage dürften die genannten globalen Trends und aus diesen abgeleitete Wachstumsfelder zu einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von mehr als 10 Prozent pro Jahr für das Segment Industrial & Multimarket führen.
WACHSTUM DES CHIP CARD & SECURITY-SEGMENTS
Die Wachstumstreiber des Chip Card & Security-Segments können in zwei Gruppen aufgeteilt werden: klassisches Sicherheitschip-Geschäft und neue Geschäftsfelder.
KLASSISCHES SICHERHEITSCHIP-GESCHÄFT
Hier sind die Hauptwachstumstreiber elektronische Ausweisdokumente sowie chipbasierte Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr.
Das größte Wachstumspotenzial im Bereich elektronischer Ausweisdokumente haben die mit Sicherheitschips ausgestatteten Personalausweise. So folgen dem Beispiel Deutschlands, wo seit Ende letzten Jahres der neue elektronische Personalausweis ausgegeben wird, weitere große europäische sowie asiatische Länder. Elektronische Personalausweise erhöhen nicht nur das Sicherheitsniveau des Identitätsnachweises, zum Beispiel durch Speichern des Fotos auf dem Chip, sondern bieten auch die Möglichkeit, sich online auszuweisen sowie digitale Dokumente rechtsverbindlich zu unterzeichnen.
Das Wachstum des Marktes für elektronische Fahrscheine wird von der stark zunehmenden Urbanisierung beflügelt. Dadurch verursachte Verkehrsprobleme machen einen massiven Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs notwendig. Insbesondere in großen asiatischen Metropolen werden dabei hohe Investitionen in chipbasierte Ticketsysteme getätigt. Die Verbreitung von elektronischen Ticketsystemen ist zudem im Personenfernverkehr, wie etwa bei nationalen Bahngesellschaften in Russland und China, zu beobachten.
Für diese zwei Chipkartenapplikationen geht das Marktforschungsunternehmen IMS Research von einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 10 Prozent für den Zeitraum von 2011 bis 2016 aus. Ein nur leichtes Wachstum dagegen wird in den kommenden Jahren für den Markt der SIM-Karten für Mobiltelefone erwartet.
NEUE ANWENDUNGSSFELDER
Durch die weiter zunehmende Vernetzung elektronischer Geräte und Systeme sowie die steigende Verbreitung webbasierter mobiler Geräte werden Datensicherheit und -integrität immer wichtiger. Near Field Communication (NFC), Cloud Computing oder Smart Metering sind nur einige Beispiele für neue Anwendungen, bei denen Datensicherheit ein Erfolgsfaktor ist und die das Wachstum unseres Chip Card & Security-Segments treiben.
Near Field Communication
Durch die Verbindungstechnologie Near Field Communication (NFC) ist es möglich, Smartphones und andere mobile Geräte zum Beispiel zum mobilen Bezahlen, als Fahrkarte im öffentlichen Nahverkehr oder als Zugangsberechtigung zu Gebäuden zu verwenden. Das Marktforschungsunternehmen IMS Research erwartet, dass bereits im Kalenderjahr 2011 weltweit rund 40 Millionen NFC-fähige Mobiltelefone verkauft werden und dass diese Zahl im Jahr 2012 auf rund 120 Millionen Stück wächst. Jedes zehnte neue Mobilgerät verfügt dann über NFC-Funktionalität. Die zahlreichen Applikationen und Services, die dadurch ermöglicht werden, stellen neue Anforderungen an die Sicherheit. Infineon liefert hierfür ein breites Portfolio an Sicherheitschips, die zum Schutz sensibler Daten, insbesondere beim mobilen Bezahlen, notwendig sind.
Smart Metering
Das intelligente Stromnetz der Zukunft "Smart Grid" sorgt für die kommunikative Vernetzung und Steuerung bei der Erzeugung von Energie, ihrer Übertragung und dem Energieverbrauch. Die gesamte Infrastruktur muss hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen. Das Smart Grid und die Datenströme zwischen seinen Komponenten - wie Zugangs-Gateways und Verbrauchszählern, den Smart Metern - müssen gegen Angriffe und Manipulation abgesichert sein. Authentizität und sichere Übertragung der Verbrauchsdaten sind hierbei unerlässlich. Hierfür bietet Infineon spezielle Sicherheitsmodule.
Für das Segment Chip Card & Security wird bei normaler Konjunktur ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 5 bis 7 Prozent pro Jahr erwartet.
MARGENZIELE
Bei einer Weltkonjunkturlage mit normalen Wachstumsraten ist es unser Ziel, eine Gesamtsegmentergebnis-Marge von etwa 20 Prozent zu erreichen. Bei den Segmenten gehen wir dabei von einer Marge von 15 bis 20 Prozent bei Automotive, 20 bis 25 Prozent bei Industrial & Multimarket und 10 bis 15 Prozent bei Chip Card & Security aus.
Über den Konjunkturzyklus hinweg erwarten wir eine Gesamtsegmentergebnis-Marge von etwa 15 Prozent im Durchschnitt.
Marge der drei Segmente

Im Geschäftsjahr 2011 wurden all diese Ziele erreicht. Aus vier Gründen heraus glauben wir, diese Margen auch nachhaltig halten zu können:
HOHE MARKTEINTRITTSBARRIEREN
Aus den Charakteristika der von uns adressierten Märkte, unserem Know-how und unserer langjährigen Erfahrung ergeben sich hohe Markteintrittsbarrieren für jeden potenziellen Wettbewerber.
Im Leistungshalbleiterbereich sind höchste Effizienzwerte gefragt - und Infineon bietet genau das. So hat beispielsweise das Unternehmen SMA Solar mit unseren Komponenten einen Wirkungsgrad von 99 Prozent in seinen Wechselrichtern erreicht - ein Spitzenwert.
Längst genügt es aber nicht mehr, lediglich die einzelnen Komponenten zu optimieren. Mittlerweile werden ganze Systeme im Zusammenspiel aller Komponenten optimiert, um die Systemeffizienz weiter zu steigern. Das erfordert ein umfassendes Verständnis des gesamten Kundensystems. Auch hier sind wir führend. Infineon erschließt sich das Systemverständnis durch tiefe und teilweise seit Jahrzehnten bestehende Beziehungen zu den Schlüsselkunden in den jeweiligen Abnehmerindustrien.
Die gesamten Systeme werden nicht nur in puncto Leistung optimiert - unsere Produkte müssen auch höchsten Qualitäts- und Langlebigkeitsansprüchen genügen. Sie müssen in Autos, Zügen oder Windturbinen auch nach einem Jahrzehnt noch störungsfrei ihre Arbeit verrichten.
All diese Faktoren bilden hohe Eintrittsbarrieren, die mögliche Wettbewerber überwinden müssen, um in unsere Märkte einzudringen.
UNSERE HALBLEITER TREIBEN PRODUKTFUNKTIONALITÄT
Ein weiteres Merkmal unserer Produkte ist, dass sie viele Innovationen in Endprodukten überhaupt erst möglich machen. Ob es die Bremskraftrückgewinnung in Zügen oder Autos oder die elektrische anstelle der hydraulischen Servolenkung im Auto ist, es sind Halbleiter, die diese Funktionalität erst ermöglichen und damit hohen Kundennutzen stiften.
HALBLEITERWERT IST KLEIN VERGLICHEN MIT DEM WERT DES ENDPRODUKTS
Obwohl sie beim Endverbraucher hohen Nutzen stiften, ist der Anteil der Halbleiter am Gesamtwert der Endprodukte unserer Kunden gering. So befähigt man mit nur etwa €250 ein Golf-Klasse-Auto zur Einhaltung höchster Sicherheits- und CO2 -Standards. Das entspricht lediglich etwa einem Prozent des Werts des Endprodukts. Bei den Schnellzügen sind es trotz des hohen Halbleiteranteils von bis zu €100.000 nur etwas weniger als 2 Prozent.
INFINEONS KERNKOMPETENZEN ALS WETTBEWERBSVORTEIL
Unsere Kernkompetenzen liegen bei den Leistungshalbleitern sowie bei eingebetteten elektronischen Steuergeräten, der sogenannten Embedded Control.
Überlegenes Fertigungs- und Entwicklungs-Know-how bei Leistungshalbleitern ermöglicht die Herstellung von "best-in-class"-Produkten bei stetiger Verbesserung unserer Kostenposition. Mit unserer weltweit führenden 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie bauen wir unsere Wettbewerbsvorteile mit Stückkostenvorteilen von 20 bis 30 Prozent gegenüber den heute gebräuchlichen 200-Millimeter-Wafern weiter aus (siehe auch Kapitel "Forschung und Entwicklung, Fertigung").
Auch innovatives Design lohnt sich. Mit dem sogenannten Super-Junction-MOSFET haben wir schon vor Jahren einen ganz neuen Typus von Hochleistungsschalter mit überlegenen Effizienzwerten geschaffen. Mittlerweile liegen die kumulierten Verkaufszahlen für das Produkt im Milliarden-Stück-Bereich und die Umsätze jedes Jahr im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Im Bereich der eingebetteten elektronischen Steuergeräte haben wir ebenso Herausragendes vorzuweisen. Unsere Mikrocontroller für Automotive-Anwendungen sind seit Generationen im Markt etabliert. Unsere sogenannte TriCore™-Architektur belegt eine führende Position in der Motor- und Getriebesteuerung (siehe "Die Segmente -Automotive").
Auch unsere Chipkarten-Controller setzen neue Maßstäbe in Sachen Sicherheit. Wir haben unsere Sicherheitstechnologie "Integrity Guard" für Anwendungen entwickelt, bei denen sensible Daten besonders gut und lange gesichert sein sollen. Beispiele sind Kreditkarten und hoheitliche Dokumente wie der elektronische Reisepass oder der neue deutsche Personalausweis (siehe "Die Segmente - Chip Card & Security").
ZIELGESCHÄFTSMODELL
In Anbetracht des Wachstums unserer Zielmärkte sowie unserer führenden Marktpositionen glauben wir, im normalen Konjunkturumfeld ein durchschnittliches Umsatzwachstum von mindestens 10 Prozent pro Jahr realisieren zu können. Die Brutto-Ergebnis-Marge sollte sich auf mindestens 40 Prozent vom Umsatz belaufen. Für Forschung und Entwicklung wollen wir einen niedrigen bis mittleren Zehnerprozentsatz vom Umsatz aufwenden. Vertrieb und Verwaltung sollen zusammen einen niedrigen Zehnerprozentsatz vom Umsatz kosten. Damit wollen wir im normalen Konjunkturumfeld eine Gesamtsegmentergebnis-Marge von etwa 20 Prozent vom Umsatz erreichen.
Zielgeschäftsmodell
| 2010 | 2011 | Längerfristig | |
|---|---|---|---|
| Umsatz | €3,295 Mrd. | €3,997 Mrd. | ≥ 10% Wachstum p.a. |
| Bruttomarge | 37,5% | 41,4% | Niedriger 40er-%-Bereich |
| Forschungs- und Entwicklungskosten zum Umsatz | 12,1% | 11,0% | Niedriger bis mittlerer 10er-%-Bereich |
| Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten zum Umsatz | 11,7% | 11,2% | Niedriger 10er-%-Bereich |
| Gesamtsegmentergebnis-Marge | 14,4% | 19,7% | ~ 20% |
INVESTITIONEN
Wir müssen in unserem Geschäft der Leistungshalbleiter jedes Jahr ein Stückzahlenwachstum in der Fertigung von durchschnittlich rund 15 Prozent darstellen können, um mit dem Nachfragewachstum Schritt halten zu können (siehe auch Kapitel "Forschung und Entwicklung, Fertigung"). Im laufenden Geschäftsjahr geht das Unternehmen davon aus, dass die Investitionen in Anlagevermögen sich ungefähr auf dem Niveau des Geschäftsjahrs 2011 bewegen werden. Das Investitionsvolumen wird in 2013 plangemäß unter dem Volumen des Geschäftsjahrs 2012 liegen. In den darauf folgenden Jahren dürfte sich dann ein Wert von 10 bis 15 Prozent vom Umsatz einstellen.
AUSBLICK
Der Ausblick für das Wachstum der Weltwirtschaft im Geschäftsjahr 2012 hat sich gegenüber den Verhältnissen im abgelaufenen Geschäftsjahr eingetrübt. Aktuell wird bestenfalls mit einer Wachstumsrate von 3,2 Prozent gerechnet, aber auch eine Rezession der Weltwirtschaft kann nicht ausgeschlossen werden.
Unter der Annahme, dass es zu keiner Verstärkung der Turbulenzen an den Finanzmärkten kommt oder Entwicklungen bei der Verschuldung der Staatshaushalte eintreten, die die Weltwirtschaft in eine Rezession führen, geht Infineon davon aus, dass der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 um einen mittleren einstelligen Prozentsatz sinken wird. Die Gesellschaft schließt mit Blick auf die Diskrepanz zwischen dem eigenen Ausblick und den Prognosen der Marktforscher nicht aus, dass die aktuelle Eintrübung der Aussichten für die einzelnen Segmente der Halbleiterindustrie noch nicht vollständig in den Prognosen der Marktforscher nachvollzogen ist.
Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet Infineon eine Gesamtsegmentergebnis-Marge in Höhe eines niedrigen bis mittleren Zehnerprozentsatzes vom Umsatz. Diese Planung basiert auf der Annahme eines Umsatzrückgangs um einen mittleren einstelligen Prozentsatz, einer Bruttomarge von unter 40 Prozent sowie auf einem Wachstum der Betriebsaufwendungen von 5 bis 10 Prozent gegenüber den Niveaus des Geschäftsjahrs 2011.
Für weitere Details zum Ausblick siehe "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken - Prognosebericht".
→ DIE SEGMENTE
Zusammen mit unseren Kunden arbeiten wir an Technologien und Produkten, die unseren Alltag effizienter, mobiler und sicherer machen.
80 kW Elektrisch Leistung, die unser IGBT-Modul HybridPACK™2 in Elektro- und Hybridautos steuern kann.
DER SCHWERPUNKT DES GESCHÄFTS VON INFINEON RICHTET SICH AUF DREI GROSSE GESELLSCHAFTLICHE HERAUSFORDERUNGEN: ENERGIEEFFIZIENZ, MOBILITÄT UND SICHERHEIT. ALLE DREI BIETEN FÜR DAS UNTERNEHMEN LANGFRISTIG GUTE WACHSTUMSPERSPEKTIVEN.
ENERGIEEFFIZIENZ
Energieeffizienz spielt eine zentrale Rolle in der modernen Gesellschaft. Mit der ständig wachsenden Weltbevölkerung steigt auch der globale Energiebedarf. Elektrizität wird dabei zum wichtigsten Energieträger des 21. Jahrhunderts. Zum einen, weil die fossilen Energieträger in absehbarer Zeit zur Neige gehen, zum anderen, weil Strom günstig und sehr schnell transportiert und effizient gewandelt werden kann.
Halbleiter von Infineon erhöhen die Energieeffizienz in allen Wertschöpfungsstufen der Energiewirtschaft: bei der Erzeugung, der Übertragung und insbesondere der Nutzung elektrischer Energie. Sie bilden die Grundlage für die intelligente und optimale Nutzung von Energie in Industrieanwendungen, Stromversorgungen für Computer und Unterhaltungselektronik sowie in Autos.
MOBILITÄT
Das Bedürfnis der Menschen nach Mobilität ist eine weitere große Herausforderung der modernen Gesellschaft. Dies gilt für die individuelle Mobilität genauso wie für die Fortbewegung mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Infineon liefert Halbleiterlösungen für die Automobilindustrie sowie für eine Vielzahl von Zugsystemen und sorgt so für die Mobilität der Menschen in und zwischen den Metropolen. Für Schnellzüge, Metrobahnen, Elektro- und Hybridautos, Autos mit Verbrennungsmotor sowie für Zweiräder mit Elektroantrieb entwickeln wir immer kompaktere Lösungen, um unseren Kunden mehr Funktionalität auf immer kleinerem Raum anzubieten.
SICHERHEIT
Die zunehmende Mobilität und Vernetzung der Gesellschaft bringt neue Herausforderungen hinsichtlich Daten- und Systemsicherheit mit sich: mobiles Bezahlen, hardwarebasierte Sicherheit in vernetzten Systemen und hoheitlichen Dokumenten.
Halbleiter von Infineon ermöglichen die Einhaltung der weltweit höchsten Sicherheitsstandards. Dadurch sorgen sie dafür, dass zum Beispiel Datenaustausch, Cloud Computing, Finanztransaktionen, Logistiksysteme und Grenzkontrollen immer komfortabler und sicherer werden. Wichtige Anwendungsbereiche sind elektronische Reisepässe, Personalausweise, Gesundheitskarten sowie Bezahlkarten und zunehmend auch Sicherheitsanwendungen über die Chipkarte hinaus.
AUTOMOTIVE
UMSATZ UM 22 PROZENT AUF €1.552 MILLIONEN GESTEIGERT. SEGMENTERGEBNIS UM 41 PROZENT AUF €279 MILLIONEN ERHÖHT.
TREND ZUR ELEKTROMOBILITÄT IST UNUMKEHRBAR.
KURZBESCHREIBUNG
Infineon ist einer der wenigen Halbleiterhersteller, die eine breit gefächerte Produktpalette mit hohem Systemverständnis und Qualitätsniveau verbinden können. Diese Kompetenzen machen uns seit über 40 Jahren zum bevorzugten Partner unserer Kunden. Unser Innovationsschwerpunkt liegt auf der Integration von Funktionalität und somit auf Halbleitern mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir setzen auf folgende Wachstumstreiber: die Verbesserung der Energieeffizienz, die Erhöhung der Fahrsicherheit und das schnell wachsende Segment der Autos im unteren Preissegment. Je nach Anforderung im Antriebsstrang, der Fahrsicherheit oder der Komfortelektronik lässt sich aus unserem Produktportfolio eine geeignete Lösung aus Mikrocontrollern, intelligenten Sensoren und Leistungshalbleitern zusammenstellen.
STRATEGISCHE AUSRICHTUNG
Für die nächsten Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte, sehen wir drei wesentliche Trends, die die Entwicklung der Automobiltechnik bestimmen werden und die wir mit unseren Produkten maßgeblich unterstützen:
Emissionsarme Fahrzeuge: Im Hinblick auf zukünftige Antriebe und die Einhaltung sich verschärfender Abgasnormen entwickeln wir zusammen mit unseren Leitkunden Steuerungssysteme basierend auf Mikrocontrollern, Sensoren und Leistungselektronik. Wir leisten unseren Beitrag zur CO2 -Reduktion über immer effizientere Verbrennungsmotoren. Auch bei der zunehmenden Elektrifizierung der Fahrzeuge - im gesamten Antriebsstrang wie auch in den einzelnen Aggregaten - nimmt Infineon eine führende Rolle in der Halbleiterindustrie ein.
Sichere Fahrzeuge: Mit unseren Produkten decken wir eine Vielzahl an aktiven und passiven Sicherheitsanwendungen ab, die dabei helfen, die Zahl der Verkehrsunfälle zu verringern: Airbag, Seitenaufprallschutz, elektronische Lenkunterstützung, Gurtstraffer, Reifendruckkontrolle, radarbasierte Fahrerassistenzsysteme und ABS/Fahrzeugstabilitätsregelung (ESP).
Fahrzeuge im unteren Preissegment: Das Auto gilt als Inbegriff der individuellen Mobilität. In Wachstumsregionen wie Indien, China, Russland und Südamerika muss es jedoch vor allem eines sein: bezahlbar. Zusammen mit unseren Kunden versuchen wir, die Fahrzeuge den Anforderungen der Menschen entsprechend zu gestalten, das heißt mit hochwertigen Komponenten und tiefem Systemverständnis die Systemkosten zu reduzieren und damit die Kostenziele unserer Kunden zu treffen.
DAS SEGMENT AUTOMOTIVE IM GESCHÄFTSJAHR 2011
Im Segment Automotive erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von €1.552 Millionen; ein Wachstum von 22 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahrs. Das Segmentergebnis betrug €279 Millionen; eine Steigerung von 41 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahrs finden Sie im Kapitel "Entwicklung der Segmente - Automotive".
Das Segment Automotive repräsentiert einen Anteil von 39 Prozent der Umsätze aus fortgeführten Aktivitäten. 29 Prozent des Umsatzes entfielen auf Distribution.
Umsatz und Segmentergebnis

Umsatzanteil des Segments Automotive am Infineon-Gesamtumsatz

Anteil der Distribution am Umsatz des Segments Automotive

Die starke Zunahme der Autoproduktion in Asien, vor allem in China, macht sich in unserer regionalen Umsatzverteilung bemerkbar. In der Region Asien-Pazifik erzielen wir bereits rund 30 Prozent unseres weltweiten Umsatzes.
Regionale Umsatzverteilung des Segments Automotive

HIGHLIGHTS
AUSZEICHNUNG VON CONTINENTAL
Bereits zum zweiten Mal nach 2009 wurde Infineon von Continental mit einem "Supplier Award 2010" in der Kategorie "Leistungshalbleiter, Leistungsschalter, Antriebe" geehrt. Infineon war damit der einzige Halbleiterhersteller, der im von steilen Produktionsanstiegen geprägten Nachkrisenjahr, ausgezeichnet wurde.
AURIX™-FAMILIE FÜR ANTRIEBSSTRANG UND SICHERHEIT
Bereits zwei namhafte europäische Automobilzulieferer wählten AURIX™, unsere 32-Bit-Mehrkern-Mikrocontroller-Familie, für ihre künftigen Antriebsstrang-Plattformen. Damit ist AURIX™ die zentrale Mikrocontroller-Architektur für das Motormanagement und die Getriebesteuerung bis weit in das nächste Jahrzehnt.
Neben der reinen Rechenleistung empfiehlt sich die AURIX™-Familie auch für sicherheitskritische Anwendungen wie ABS/ESP und Servolenkung. Neueste Sicherheitsnormen verlangen die simultane und damit redundante Berechnung auf mehreren Kernen, wofür die Architektur der AURIX™-Familie ideal geeignet ist.
Die zukünftigen Sicherheitsvorschriften für Unfallprävention sowie die neuen Fahrerassistenzsysteme sehen wir als weitere Markttreiber für AURIX™.
E-BIKES PRÄGEN IN CHINA DAS STRASSENBILD
Ob Fahrrad, Scooter oder Motorrad - der Trend zum elektrischen Zweirad gewinnt weltweit an Dynamik. Da der Elektromotor und die Batterie im Vergleich zum Auto nur ein geringes Fahrzeuggewicht bewegen müssen, ergeben sich durch die kurzen Ladezeiten und ausreichende Reichweite keinerlei infrastrukturelle Hürden. Daher wurden bis heute bereits rund 100 Millionen e-Bikes weltweit verkauft.
Für diese umweltfreundlichen Verkehrsmittel bieten wir komplette Systemlösungen für Motormanagement, Batteriemanagement, Beleuchtung und Anzeigeinstrumente. Zum Einsatz kommen dabei Spannungsregler, Mikrocontroller, Sensoren, Treiber-ICs und Leistungskomponenten.
Um global erfolgreich zu sein, müssen manche Komponenten den lokalen Bedingungen angepasst werden. Der Spannungsregler IFX21003 zum Beispiel wurde speziell für den chinesischen Markt konzipiert. Unser chinesischer Partner vor Ort entwickelt die Steuerungseinheit mit unseren Komponenten und bedient rund ein Drittel des chinesischen Marktes.
INFINEONS LEISTUNGSMODULE SIND SCHLÜSSELKOMPONENTEN IN ELEKTROAUTOS
Betrachtet man die elektrischen Komponenten in konventionellen Autos, so gehört die Klimaanlage mit rund 1.500 Watt zu den größten elektrischen Verbrauchern. Im Vergleich dazu spielen die Motoren und Aggregate in Elektro- oder Hybridautos (Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor) aber in einer anderen Liga. Die Zusatzaggregate wie Batterieheizung oder Batterieladeeinheit liegen noch im einstelligen Kilowattbereich. Doch die für den Antrieb verantwortlichen Elektromotoren erbringen eine Leistung im Bereich von 10 bis 200 Kilowatt. Sie sind damit vergleichbar mit Industriemotoren in Aufzügen, Rolltreppen oder Förderbändern.
Zur Ansteuerung dieser Motoren greift Infineon auf seine jahrzehntelange Industrieerfahrung mit Drehzahl- und Lastregelung von Elektromotoren zurück und bringt sie in die Entwicklung von Leistungsmodulen mit höchsten Anwendungsanforderungen im Automobilbereich ein. Die für die Automobilwelt entwickelten und qualifizierten Komponenten haben sich in Pilotprojekten bei unseren amerikanischen, asiatischen und europäischen Kunden bewährt. Mit der Markteinführung der ersten Automodelle in diesem Jahr läuft auch bei uns die Serienproduktion an. Wir erwarten daraus in den kommenden Jahren einen deutlichen Beitrag zur Umsatzsteigerung.
Infineon gewann im abgelaufenen Geschäftsjahr zahlreiche neue Aufträge - unter anderem mit dem Easy1 B und Easy2B für Leistungen bis 2 Kilowatt, mit dem HybridPACK™1 für Leistungen bis 40 Kilowatt und dem HybridPACK™2 für Leistungen bis 80 Kilowatt. Das neue, kompakte HybridPACK™3 ist eine flexible Plattform, die im Leistungsbereich bis 60 Kilowatt für Anwendungen wie den Hauptumrichter beziehungsweise Generator zum Einsatz kommt.
Ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg von Elektroautos ist die Reichweite, die mit einer Batterieladung zurückgelegt werden kann. Intelligentes Batteriemanagement, effiziente Motorsteuerung und optimale Bremsenergierückgewinnung sind ausschlaggebend für die maximale Fahrleistung einer Batterieladung. Unsere Halbleiterbausteine sind hierbei Schlüsselkomponenten und schaffen damit einen Mehrwert gleichermaßen für unsere Kunden und deren Endkunden.
MÄRKTE, REGIONEN, TRENDS
CO2-REDUKTION DURCH GESETZLICHE VORGABEN
Die Emissionsrichtlinien werden weltweit immer restriktiver. Die EU plant für 2020 einen Hersteller-Flottengrenzwert für Pkws von 95 Gramm CO2 pro Kilometer (gegenüber rund 160 Gramm CO2 pro Kilometer im europäischen Durchschnitt heute). Das entspricht einem durchschnittlichen Verbrauch von weniger als vier Liter pro 100 Kilometer. Außerdem hat die US-amerikanische Regierung mit der Autoindustrie eine Vereinbarung getroffen, nach der sich der Flotten-Benzinverbrauch der Pkw-Hersteller bis 2025 halbieren muss.
Entwickelt werden daher Techniken zur Verbrauchs- und Emissionsminderung: Methoden zur hocheffizienten Verteilung und Nutzung der elektrischen Energie im Auto, verbrauchsarme Verbrennungsmotoren, Turbolader, Direkteinspritzung, Start-Stopp-Automatik und effiziente Automatikgetriebe. Unsere Mikrocontroller, Sensoren und Leistungshalbleiter sind hierfür Schlüsselkomponenten und leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Autos noch sparsamer zu machen.
UNUMKEHRBARER TREND ZUR ELEKTROMOBILITÄT
Der fossile Energieträger Erdöl geht zur Neige und der CO2 -Ausstoß wird zur Gefahr für das Klima. Der Weg zum elektrischen Antrieb ist daher vorgezeichnet. Verschiedene Alternativen der Antriebsarchitektur wie Elektro- und Hybridantriebe werden derzeit zur Serienreife gebracht. Auch wenn die Stückzahlen dieser Autos noch klein sind -aufgrund der hohen Bestückung mit Leistungshalbleitern sind diese Antriebe für Infineon ein wichtiger Wachstumsmarkt.
Doch nicht nur im Automobilmarkt, auch bei den Zweirädern nimmt die Elektrifizierung zu: Elektrofahrräder mit Tretunterstützung (Pedelecs) und Elektroroller ohne Tretunterstützung (Elektro-Scooter) werden immer stärker nachgefragt. Weltweit wurden 2010 rund 23 Millionen E-Bikes verkauft; davon allein 21 Millionen in China (Quelle: Peak Research, 2011). Durch diese hohen Stückzahlen eröffnet sich für uns ein neues Wachstumsfeld.
FAHRERASSISTENZSYSTEME ERREICHEN HÖHERE MARKTDURCHDRINGUNG
Fahrerassistenzsysteme, die bisher Baureihen der Oberklasse vorbehalten waren, halten zunehmend auf breiter Front Einzug in die Kompakt- und Mittelklasse. So wurden in diesem Jahr neue Kompaktklassemodelle vorgestellt oder angekündigt, die über Hilfssysteme wie Abstandsradar, Toter-Winkel-Erkennung, Fahrlichtassistent, Spurhalteassistent und aktive kamerabasierte Einparkhilfe verfügen.
Der nächste Schritt ist bereits absehbar: In den kommenden Jahren wird der Fortschritt zum "teilautonomen Fahren" führen. Zuerst wird man den Autopiloten im Kolonnen- oder Stop-and-go-Verkehr einschalten können, später auch bei höherem Tempo.
Immer mehr Sensoren und Mikrocontroller sind bei diesen Sicherheits- und Komfortsystemen für das Fahren, Bremsen, Lenken und Parken erforderlich. Die Sicherheitsanforderungen für diese unfallvermeidenden Systeme sind sehr hoch und erfassen nun auch die Komponentenebene. Zur Erfüllung der Sicherheitsanforderungen eignet sich besonders eine Mehrkern-Mikrocontroller-Architektur, wie wir sie bei unserer nächsten 32-Bit-Familie AURIX™ implementiert haben.
ASIEN-PAZIFIK BLEIBT WACHSTUMSREGION
Mit rund 30 Prozent Umsatzbeitrag ist Asien nach Europa und vor Nordamerika für uns inzwischen der zweitwichtigste Markt. Wachstumstreiber sind vor allem die schnell wachsende Nachfrage nach Autos in China und die Verankerung von Elektromobilität im jüngsten Zwölfjahresplan der chinesischen Regierung. Neben China und Indien spielt Südkorea für uns eine zentrale Rolle. Durch die bereits vor einigen Jahren gestarteten Kooperationen sind wir in Südkorea zum Automobil-Halbleiterlieferanten Nummer 1 aufgestiegen.
MARKTPOSITION
Durch den Zusammenschluss der beiden japanischen Wettbewerber Renesas Technology und NEC Electronics entstand im April 2010 Renesas Electronics mit einem Marktanteil von 14 Prozent (Quelle: Strategy Analytics, April 2011). Infineon ist mit einem Marktanteil von 9 Prozent der zweitgrößte Automobil-Halbleiterhersteller der Welt. Auf den Positionen 3 (Freescale mit 8 Prozent), 4 (STMicroelectronics, ebenfalls 8 Prozent) und 5 (NXP mit 7 Prozent) gab es keine Veränderung. Die fünf größten Wettbewerber vereinen 46 Prozent des Marktes auf sich. Infineon ist weiterhin Marktführer in Europa mit einem Marktanteil von 14 Prozent.
Insgesamt werden im Jahr 2011 Halbleiter im Wert von circa US$23,5 Milliarden in Fahrzeugen verbaut (Quelle: Strategy Analytics, September 2011).
Weltmarkt Automobil-Halbleiter

Anwendungsfelder
Antriebsstrang (Motor- und Getriebesteuerung)
Hybrid- und Elektroauto (Antriebssteuerung für Elektromotor, Batterie-Management, Charger)
Karosserie- und Komfortelektronik (Lenkung, Dämpfung, Licht, Klimaanlage, Schiebedach, Fensterheber, Scheibenwischer, zentrale Karosseriesteuergeräte, Türelektronik)
Sicherheit (ABS, Airbag, ESP, Abstandswarnung)
Produktspektrum
Mikrocontroller (8-Bit, 16-Bit, 32-Bit)
Magnetfeldsensoren
Barometrische Drucksensoren
Reifendrucksensoren
Drahtlos-Sende- und Empfangs-ICs (HF, Radar)
Diskrete Leistungshalbleiter (MOSFETs, IGBTs)
Leistungs-ICs (Spannungsregler, Treiber, Schnittstellenbausteine)
IGBT-Module
Schlüsselkunden1
| Autoliv | Hyundai |
| Bosch | Kostal |
| Continental | Lear |
| Delphi | Mitsubishi |
| Denso | TRW |
| Hella | Valeo |
1 Direktkunden ohne Distribution.
INDUSTRIAL & MULTIMARKET
UMSATZ UM 26 PROZENT AUF €1.800 MILLIONEN GESTEIGERT. SEGMENTERGEBNIS UM 51 PROZENT AUF €444 MILLIONEN ERHÖHT.
GESETZLICHE RICHTLINIEN SCHREIBEN HÖHERE EFFIZIENZ VON ELEKTROMOTOREN UND NETZTEILEN VOR.
KURZBESCHREIBUNG
Nachhaltige Stromversorgung bedeutet, elektrische Energie aus umweltfreundlichen Quellen zu gewinnen, mit geringen Verlusten zu übertragen, zuverlässig zu verteilen und effizient anzuwenden. Als einziges Unternehmen weltweit bietet Infineon Leistungshalbleiter und Leistungsmodule für den gesamten Prozess von Erzeugung, Übertragung und Verbrauch elektrischer Energie. Unsere Produkte haben eine enorme Bedeutung für die zukünftige Energieversorgung, sowohl beim Einsatz erneuerbarer Energien als auch bei der effizienten Nutzung von elektrischer Energie in Industrie, Gewerbe und im Privatbereich.
Das wachstumsstarke Segment Industrial & Multimarket wird zum 1. Januar 2012 in die zwei selbständigen Einheiten Industrial Power Control (IPC) und Power Management & Multimarket (PMM) aufgeteilt. Mit diesem Schritt können die Marktpotenziale mit einer gezielteren Applikationsorientierung noch besser genutzt werden. IPC konzentriert sich auf elektrische Antriebstechnik und erneuerbare Energien. PMM hat den Schwerpunkt auf Komponenten für Stromversorgung und Hochfrequenz.
STRATEGISCHE AUSRICHTUNG
Elektrizität wird zum wichtigsten Energieträger des 21. Jahrhunderts. Davon sind wir überzeugt. Nicht nur, weil fossile Brennstoffe umweltschädlich sind und voraussichtlich teurer werden. Sondern auch, weil Strom günstig ist und extrem schnell transportiert und effizient gewandelt werden kann.
Effizienzsteigerung und Systemminiaturisierung: Der Wunsch nach immer platzsparenderen Systemen bedeutet, die Ansteuerelektronik für Elektrogeräte immer kleiner und stromsparender zu machen und immer kleinere Gehäusevolumina für die Energiewandlung zu ermöglichen. Kunden profitieren bei ihren Produkten von einer höheren Effizienz, einer höheren Zuverlässigkeit sowie reduzierten Abmessungen und Gewichten.
Technologische Führerschaft: Manche Anwendungen erlauben in Bezug auf Qualität, Robustheit, Effizienz, Temperaturfestigkeit oder Langlebigkeit keine Kompromisse. Solche Kundenanforderungen können nur mit technologisch führenden Komponenten erfüllt werden. Unser Anspruch ist es, durch eine Kombination aus Halbleiter-Materialverständnis sowie Front-End- und Back-End-Prozesstechnologie dem Kunden das für seine Anwendung optimale Produkt anbieten zu können.
Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis auf Systemebene: Nicht die Kosten für einzelne Komponenten bestimmen den Markterfolg des Kundenprodukts, sondern die gesamten Systemkosten. Für ein umfassendes Systemverständnis ist die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden unerlässlich. Unsere Kundennähe ermöglicht uns die Entwicklung optimaler Halbleiterkomponenten, die andere Komponenten einsparen helfen oder die Systemzuverlässigkeit erhöhen. Das schafft Mehrwert für den Kunden.
DAS SEGMENT INDUSTRIAL & MULTIMARKET IM GESCHÄFTSJAHR 2011
Im Segment Industrial & Multimarket erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von €1.800 Millionen, ein Wachstum von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Segmentergebnis betrug €444 Millionen; eine Steigerung von 51 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs. Weitere Information zum Verlauf des Geschäftsjahrs finden Sie in Kapitel "Entwicklung der Segmente - Industrial & Multimarket".
Das Segment Industrial & Multimarket repräsentiert einen Anteil von 45 Prozent der Umsätze aus fortgeführten Aktivitäten. 40 Prozent des Umsatzes entfielen auf Distribution.
Umsatz und Segmentergebnis

Umsatzanteil des Segments Industrial & Multimarket am Infineon-Gesamtumsatz

Anteil der Distribution am Umsatz des Segments Industrial & Multimarket

China steht heute mehr oder minder für alle Halbleiterhersteller im Mittelpunkt. Viele Design-Entscheidungen werden zwar weiterhin in Europa und in den USA gefällt, die Produkte werden dann aber bei Auftragsfertigern in China hergestellt. Rund 55 Prozent des IMM-Umsatzes werden daher mittlerweile in Asien-Pazifik erwirtschaftet - der Löwenanteil davon in China.
Regionale Umsatzverteilung des Segments Industrial & Multimarket

HIGHLIGHTS
EFFIZIENZSTEIGERUNG UND SYSTEMMINIATURISIERUNG: OptiMOS™ FÜR MITTLERE SPANNUNGEN VON 60 BIS 150 VOLT
Infineon erweitert sein Portfolio der Niedervolt-Leistungstransistoren, der Familie der OptiMOS™ MOSFETs, um Transistoren für Spannungen von 60 bis 150 Volt. Damit können Systementwickler Designs realisieren, die sich durch eine höhere Leistungsdichte und Effizienz sowie ein optimales Wärmeverhalten auszeichnen und dabei äußerst platzsparend sind. Das senkt Kosten und verlängert die Betriebslaufzeiten, was besonders interessant ist für den Einsatz in Rechenzentren, DC/DC-Wandlern für Telekom-Applikationen, Motorsteuerungen oder Anlagen im Bereich der erneuerbaren Energien.
Infineon genießt auch einen ausgezeichneten Ruf für seine Kleinsignal-MOSFETs, die für die Automobilelektronik spezifiziert sind. Das entsprechende Portfolio hat Infineon jetzt mit der OptiMOS™ "606"-Familie erweitert. Mit dem besten RDS(on) -Wert bei gegebener Boardfläche bieten die 60-Milliohm-Bausteine eine höhere Effizienz bei geringen Lasten. Die Produkte sind prädestiniert für Anwendungen, bei denen es sowohl auf einen geringen Platzbedarf als auch auf eine geringe Leistungsaufnahme ankommt. Typische Anwendungen sind Batterie-Managementsysteme von elektrischen oder Hybrid-Fahrzeugen sowie der externe Transistor in DC/DC-Wandlern für kleine Lasten.
TECHNOLOGISCHE FÜHRERSCHAFT: 650V-CoolMOS™ CFD2 LEISTUNGSTRANSISTOR SETZT NEUE MASSSTÄBE
Die Leistungstransistoren der CoolMOS™-Familie von Infineon setzen neue Maßstäbe in puncto Energieeffizienz. Die CoolMOS™-Bausteine, sogenannte Hochvolt(HV)-MOSFETs, sorgen für eine maßgebliche Verringerung der Leitungs- und Schaltverluste in Stromversorgungen. Ausschlaggebend hierfür ist, dass die CoolMOS™-Bausteine von allen auf dem Markt verfügbaren HV-MOSFETs den geringsten Widerstand im Einschaltzustand pro Gehäusefläche und gleichzeitig die höchste Schaltgeschwindigkeit bieten.
Der 650V-CoolMOS™ CFD2 ist der weltweit erste HV-Transistor mit 650 Volt Durchbruchspannung und einer integrierten Fast-Body-Diode. Er ermöglicht Netzteile, die noch kompakter, leichter und effizienter sind und somit weniger Wärme produzieren. Wir adressieren damit Anwendungen wie Solar-Wechselrichter, Computer, Rechenzentren, Beleuchtungen und Telekommunikation. Mit der CoolMOS™-Technologie hat sich Infineon als Marktführer für Energieeffizienz bei Hochvolt-Anwendungen etabliert.
BESTES PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS AUF SYSTEMEBENE: 4,5-kV-IGBT-MODUL FÜR ANTRIEBE UND HGÜ
Infineon schließt mit den in diesem Jahr vorgestellten IGBT-Modulen der Spannungsklasse von 4,5 Kilovolt (kV) die Lücke zwischen den etablierten 3,3- und 6,5-kV-IGBT-Modulen. Die neuen 4,5-kV-Module sind sehr energieeffizient und weisen wesentlich geringere Schaltverluste gegenüber Lösungen mit alternativen Produkten auf. Das ist für unsere Kunden ein wichtiger technologischer Fortschritt: Durch die verminderten Verluste wird der Kühlaufwand reduziert, was letztendlich die Systemkosten senkt. Mit 1.200 Ampere können die IGBT-Module bei gleichem Raumbedarf 25 Prozent höhere Ströme schalten als vergleichbare Vorgängerprodukte am Markt.
Vor allem für äußerst anspruchsvolle Anwendungen wie Zugantriebe, Mittelspannungs-Industrieantriebe oder Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs(HGÜ)-Anlagen werden unsere IGBT-Lösungen noch robuster und langlebiger. Mithilfe der HGÜ-Technik kann elektrische Energie äußerst effizient über lange Strecken transportiert werden. Die Anbindung von Offshore-Windparks ans Stromnetz an Land ist eine mögliche Anwendung. Dank der höheren Stromdichte kann mehr Strom übertragen und eine höhere Ausgangsleistung erzielt werden, ohne das bestehende Frequenzumrichter-Design zu ändern oder eine stärkere Kühlung der Leistungstransistoren zu benötigen.
Infineon bringt die 4,5-kV-IHV-Module in zwei Gehäusevarianten auf den Markt: Zunächst im IHV-B-Gehäuse mit einer Lagertemperatur von bis zu minus 55°C und einer Betriebstemperatur von bis zu 150 °C. Dieser gegenüber Standard-IGBT-Modulen erweiterte Temperaturbereich spielt in Ländern wie Russland eine entscheidende Rolle. Die zweite Gehäusevariante ist das hoch isolierte Modulgehäuse (6,5kV-Gehäuse). Dieses bietet bei einer Isolationsfestigkeit von 10,2 Kilovolt die Luft- und Kriechwege, die für die rauen Betriebsbedingungen in Traktionsanwendungen gefordert werden.
MÄRKTE, REGIONEN, TRENDS
DIE BEDEUTUNG ERNEUERBARER ENERGIEN NIMMT WEITER ZU
Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist für die meisten Länder bereits durch das Kyoto-Protokoll vorgegeben. Einige Regierungen erhöhen den Anteil des Wind- und Solarstroms am Energiemix durch den beschleunigten Atomausstieg nach dem Reaktorunglück in Fukushima noch schneller als ursprünglich geplant. In Deutschland etwa soll sich der Beitrag erneuerbarer Energien an der gesamten Stromerzeugung von heute rund 20 Prozent bis 2030 auf 50 Prozent mehr als verdoppeln.
Die effiziente Wandlung des fluktuierenden Stroms, der aus den natürlichen Ressourcen Wind und Sonne gewonnen wird, sowie die präzise Netzeinspeisung des erzeugten Wechselstroms erfordern Leistungskomponenten und -module höchster Güte. Verglichen mit konventionellen Kraftwerken (Kernkraft, Kohle, Wasser) ist der Bedarf an Leistungshalbleitern in Windturbinen und Photovoltaikanlagen enorm. Jüngste technische Entwicklungen fördern die Nachfrage sogar noch mehr: Getriebelose Windturbinen erfordern deutlich mehr Leistungshalbleiter als ihre getriebebasierten Alternativen.
GESETZLICHE RICHTLINIEN FÜR HÖHERE EFFIZIENZ
Was für die Automobilindustrie schon seit vielen Jahren gilt, wird nun auch für Industriemotoren eingeführt: gesetzliche Vorgaben für die Erfüllung von Mindesteffizienzstandards. Denn der Stromverbrauch von Elektromotoren (Antriebe, Ventilatoren, Pumpen, Kompressoren) kann mit einer lastabhängigen Drehzahlregelung deutlich gesenkt werden. Seit 16. Juni 2011 müssen in der EU Elektromotoren von 750 Watt bis 375 Kilowatt daher eine elektronische Drehzahlregelung haben. Verschärfte Stufen folgen 2015 und 2017. Eine ähnliche Regelung des Gesetzes trat letztes Jahr in den USA und Kanada in Kraft. Wir bedienen diesen Markt unter anderem mit einer breiten Palette an IGBT-Modulen.
Auch die Effizienz von Netzteilen wird inzwischen reguliert. Durch die amerikanische Richtlinie "80 Plus® " wird ein Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent vorgeschrieben. Infineon hat auf Basis seiner Chips ein Referenz-Design für die Konstruktion von PC- und Server-Netzteilen entwickelt, welches einen Wirkungsgrad von bis zu 92 Prozent ermöglicht und damit den industrieweit höchsten globalen Energieeffizienz-Standard "80 PLUS® Platinum" erfüllt.
ASIEN BLEIBT WACHSTUMSMARKT FÜR HALBLEITER
In den vergangenen Jahren hat sich Asien zum Schlüsselmarkt für den weltweiten Halbleiterabsatz entwickelt. Wir bauen daher das Geschäft in Asien und speziell in China kontinuierlich aus. Im November 2010 haben Infineon und Goldwind, Chinas führendes Unternehmen in der Entwicklung und Fertigung von Windkraftanlagen, ein Lizenzabkommen über IGBT-Stack-Technologie für den Windenergiemarkt abgeschlossen. Hierzu hat Infineon eine Montagefertigung für IGBT-Stacks in Peking, China, aufgebaut.
In China sehen wir neben den erneuerbaren Energien auch bei Antrieben langfristiges Wachstum; speziell für Gebäudeausrüstung wie Fahrstühle und Klimaanlagen sowie für Fertigungsanlagen und Roboter im produzierenden Gewerbe. Durch die langfristigen Infrastrukturprogramme für Hochgeschwindigkeitszüge zwischen den Metropolen einerseits und für Metrobahnen im Umland und innerhalb der Metropolen andererseits erwarten wir auch für die Schienenantriebstechnik eine anhaltend hohe Nachfrage.
MARKTPOSITION
Infineon war im Jahr 2010 zum achten Mal in Folge die Nummer 1 im Bereich der diskreten Leistungshalbleiter und -module bei einer Marktgröße von US$15,8 Milliarden (Quelle: IMS Research, August 2011). Im Vergleich zu 2009 konnten wir unseren Marktanteil um 0,6 Prozentpunkte auf 11,2 Prozent steigern. Der Vorsprung zur Nummer 2, Toshiba, vergrößerte sich von 3,5 Prozentpunkten auf nun 4,4 Prozentpunkte.
Weltmarkt diskrete Leistungshalbleiter und -module

Im US$12,3 Milliarden großen Teilsegment der diskreten Leistungshalbleiter nimmt Infineon die Spitzenstellung mit 8,6 Prozent vor STMicroelectronics mit 8,4 Prozent ein. Im Bereich Leistungsmodule (Marktgröße: US$3,5 Milliarden) liegt Infineon mit 20,4 Prozent hinter Mitsubishi mit 25,8 Prozent auf Platz 2.
Anwendungsfelder
Erneuerbare Energieerzeugung, Energieübertragung und -wandlung
Steuerung von elektrischen Antrieben für Industrieanwendungen und Haushaltsgeräte
Lichtmanagementsysteme und LED-Beleuchtung
Netzteile für Rechner (Server, PC, Notebook, Netbook, Tablet-Computer), Spielekonsolen und Unterhaltungselektronik
Peripheriegeräte für PCs und Spielekonsolen sowie in Anwendungen der Industrie- und Medizintechnik
Hochfrequenzbausteine mit Schutzfunktion für Navigations- und Kommunikationsgeräte (zum Beispiel GPS-Empfänger, Smartphone, Digital-TV)
Produktspektrum
IGBT-Module und -Stacks
Bipolare Komponenten (Thyristoren, Dioden)
Diskrete Leistungshalbleiter
Leistungs-ICs
Kleinsignalkomponenten
HF-Leistungstransistoren
Kundenspezifische Chips (ASICs)
Silicium-MEMS-Mikrofone
Schlüsselkunden1
| ABB | LG Electronics |
| Alstom | Microsoft |
| Bombardier | Power One |
| Dell | RIM |
| Delta | Rockwell |
| Emerson | Samsung |
| Enercon | Schneider Electric |
| Ericsson | Semikron |
| General Electric | Siemens |
| HP | SMA Solar Technology |
1 Direktkunden ohne Distribution.
CHIP CARD & SECURITY
UMSATZ UM 5 PROZENT AUF €428 MILLIONEN ERHÖHT. SEGMENTERGEBNIS UM 145 PROZENT AUF €54 MILLIONEN GESTEIGERT.
NEUE GESCHÄFTSFELDER ADRESSIERT: NFC IN SMARTPHONES UND TPM IN CHROMEBOOKS.
KURZBESCHREIBUNG
Infineon ist seit 14 Jahren Weltmarktführer für Sicherheitsmikrocontroller. Basierend auf seinen Kernkompetenzen in den Bereichen Sicherheit, kontaktlose Kommunikation und integrierte Mikrocontroller-Lösungen (Embedded Control) bietet Infineon ein umfassendes Portfolio halbleiterbasierter Sicherheitsprodukte für ein breites Spektrum von Chipkarten und Sicherheitsanwendungen.
Infineon setzt seine Expertise ein, um die Sicherheit in Lösungen für alle relevanten Anwendungsfelder in einer zunehmend mobilen und vernetzten Welt zu erhöhen, wie zum Beispiel Near Field Communication (NFC), Bezahlvorgänge, mobile und Prepaid-Kommunikation, Personen- und Objektidentifikation, öffentliche Verkehrsmittel, Bezahlfernsehen, Trusted Computing und Systemsicherheit.
Dabei bietet Infineon mit seiner führenden Sicherheitsexpertise das industrieweit breiteste Produktportfolio für die zunehmend steigenden Sicherheitsanforderungen an und ist seit über 25 Jahren mit den anspruchsvollsten und größten Chipkartenprojekten betraut. Seine Innovationen in der hardwarebasierten Sicherheits- und der Kontaktlos-Technologie ermöglichen wachsende Mobilität und mehr Freiheit auf der Grundlage von Sicherheit und Wahrung der Privatsphäre jedes Einzelnen.
STRATEGISCHE AUSRICHTUNG
Die zunehmende Mobilität und Vernetzung der Gesellschaft bringt neue Herausforderungen hinsichtlich Daten- und Systemsicherheit mit sich, für die Infineon modernste Sicherheitslösungen bietet. Wir fokussieren uns dabei insbesondere auf folgende Anwendungsfelder:
Mobiles Bezahlen: Mobile Endgeräte werden zu mobilen Geldbörsen: In Zukunft lassen sich immer mehr Kartenanwendungen im Mobiltelefon abbilden. Damit steigen nicht nur der Komfort für den Endverbraucher, sondern auch die Sicherheitsanforderungen. Infineon bietet hierfür flexible Sicherheitslösungen: von einem im Smartphone eingebauten Sicherheitsmodul bis zum integrierten Sicherheitschip in der SIM- oder SD-Karte.
Systemsicherheit: Hardwarebasierte Sicherheit bietet hervorragende Möglichkeiten, die Sicherheit der dezentralen Einheiten in vernetzten Systemen zu gewährleisten. So sichert Infineons TPM-Sicherheitsmodul (Trusted Platform Module) neben klassischen PCs und Laptops auch für Cloud Computing optimierte, webbasierte Geräte, um Manipulation zu verhindern und so kritische Daten zu schützen.
Hoheitliche Anwendungen: Infineons Produkte bieten digitale, langlebige Sicherheit und unterstützen damit die vielfältigen Herausforderungen elektronischer hoheitlicher Dokumente. Infineon ist hierfür weltweit wichtiger und verlässlicher Partner.
DAS SEGMENT CHIP CARD & SECURITY IM GESCHÄFTSJAHR 2011
Im Segment Chip Card & Security erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von €428 Millionen, ein Wachstum von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Segmentergebnis betrug €54 Millionen; eine Steigerung von 145 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahrs finden Sie in Kapitel "Entwicklung der Segmente - Chip Card & Security".
Das Segment Chip Card & Security repräsentiert einen Anteil von 11 Prozent der Umsätze aus fortgeführten Aktivitäten. Das Geschäft mit Sicherheitskarten erfolgt primär über Direktkunden. Es entfielen nur 8 Prozent des Umsatzes auf Distribution.
Umsatz und Segmentergebnis

Umsatzanteil des Segments Chip Card & Security am Infineon-Gesamtumsatz

Anteil der Distribution am Umsatz des Segments Chip Card & Security

Unsere größten Kunden haben ihren Sitz in Frankreich und Deutschland. Sie repräsentieren rund 50 Prozent des CCS-Umsatzes.
Regionale Umsatzverteilung des Segments Chip Card & Security

HIGHLIGHTS
INNOVATIONSPREIS FÜR SICHERHEITSTECHNOLOGIE "INTEGRITY GUARD"
Infineon wurde im Februar 2011 mit dem Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft 2010 für die beste technologische Innovation ausgezeichnet. Infineon erhielt den renommierten Preis in der Kategorie "Großunternehmen" für seine Sicherheitstechnologie "Integrity Guard".
"Integrity Guard" wurde für Anwendungen entwickelt, bei denen sensible Daten besonders gut und lange gesichert sein sollen. Beispiele sind Kreditkarten und hoheitliche Dokumente wie der elektronische Reisepass oder der neue deutsche Personalausweis. Mit "Integrity Guard" werden die Daten auf den Sicherheits-Chips nicht nur verschlüsselt gespeichert, sondern auch verschlüsselt verarbeitet. Dabei kommen zwei Recheneinheiten zum Einsatz, die sich gegenseitig überwachen. Erkennen sie einen Fehler, der von Manipulationen herrühren könnte, starten sie umgehend Schutzmaßnahmen und brechen laufende Rechenoperationen ab. Damit leitet Infineon ein neues Zeitalter für Sicherheitschips ein.
SOLID FLASH™ FÜR BEZAHLKARTEN
Infineon brachte im Laufe des Jahres als weltweit führender Anbieter von Sicherheitsprodukten die SOLID FLASH™-Technologie für seine nächste Generation von Sicherheits-ICs auf den Markt. Die Flexibilität der Flash-Technologie bringt wesentliche Vorteile für die gesamte Wertschöpfungskette: signifikante Zeitersparnis bei reduzierter Komplexität und geringerem Risiko. Kartenhersteller profitieren in mehrfacher Weise von der SOLID FLASH™-Technologie. Nicht nur das Prototyping ist einfacher und schneller, Gleiches gilt auch für die Bemusterung und Programmierung von SOLID FLASH™-basierten Sicherheitscontrollern.
SOLID FLASH™ eignet sich für anspruchsvolle Anwendungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr, in Personalausweisen, mobilen Kommunikationsprodukten und im Bereich Transport. Damit ist Infineon der erste Anbieter von Sicherheitsprodukten, die die Vorteile der hochzuverlässigen Flash-Technologie mit herausragender kontaktloser Leistungsfähigkeit verbinden.
TPM IST BESTANDTEIL VON GOOGLE CHROMEBOOKS
Infineon liefert TPM(Trusted Platform Module)-Sicherheitschips für Geräte mit Googles Betriebssystem Chrome. Das TPM ist ein integraler Bestandteil der Sicherheitsarchitektur von Google Chromebooks, und Infineon ist der erste Anbieter von TPM-Chips, die sich für das seit Kurzem verfügbare neue Betriebssystem für webbasierte Applikationen eignen.
Chromebooks wurden für Anwender konzipiert, die Geräte hauptsächlich für den schnellen, einfachen und sicheren Zugriff auf das Internet und webbasierte Anwendungen benötigen. Da die Nutzung von Cloud-Lösungen für persönliche Daten und Anwendungen weiter zunimmt, werden hardwarebasierte Sicherheitsfunktionen bei zunehmender Verbreitung webbasierter mobiler Geräte immer wichtiger werden.
SICHERE UND PERFORMANTE NEAR FIELD COMMUNICATION(NFC)-ANWENDUNGEN
Die Nutzung unterschiedlicher NFC-Anwendungen, wie zum Beispiel mobiles Bezahlen, Ticketing und Zutrittskontrolle, gewinnt zunehmend an Bedeutung. NFC ist vorrangig eine Kommunikationstechnologie, die auch in kontaktlosen Chipkarten zum Einsatz kommt. Sie basiert auf der kontaktlosen induktiven Datenübertragung im Nahfeld - über kurze Distanzen von bis zu circa 10 Zentimeter.
Damit sich NFC schnell und flächendeckend durchsetzt, muss die Technologie für den Verbraucher komfortabel sein, und er muss dem sicheren Umgang mit seinen Daten vertrauen können. Es ist daher entscheidend, bereits beim Design von NFC-fähigen Mobilfunkgeräten, wie etwa Smartphones, besonders auf das Sicherheitskonzept des Systems und der Applikationen zu achten. Zukünftig sind unter anderem Kreditkarteninformationen sicher abzuspeichern. Die Möglichkeit des Auslesens oder Mithörens der Kreditkarteninformation während eines Bezahlvorganges muss dabei unterbunden werden. Daher ist eine möglichst sichere Verwaltung und Speicherung der sensitiven Daten erforderlich.
Als Markt- und Innovationsführer erfüllt Infineon die Anforderungen des sich zunehmend entwickelnden NFC-Ökosystems mit einem außergewöhnlich breiten und innovativen Produktportfolio für alle NFC-Anwendungen und -Geschäftsmodelle. Das Produktportfolio bietet die Sicherheit und Leistungsfähigkeit, die für den Erfolg von NFC-Anwendungen ausschlaggebend sind.
Entsprechend den Marktbedürfnissen kann ein zertifiziertes Sicherheitsmodul im mobilen Endgerät entweder in Form einer SIM-Karte mit spezieller NFC-Schnittstelle, dem sogenannten Single Wire Protocol (SWP), oder als fest integrierter Sicherheitschip (Embedded Secure Element) mit offener DCLB(Digital Contactless Bridge)-Schnittstelle, die für eine optimierte Verbindung zwischen dem Sicherheitschip und dem NFC-Modem sorgt, eingebaut werden. Alternativ kann auch eine spezielle NFC-SD-Karte in das mobile Endgerät eingesteckt werden. Darüber hinaus bietet Infineon auch Chips für NFC-Tags an, die beispielsweise für den Einsatz in sogenannten Smart Postern, bei Kundentreue-Transaktionen (zum Beispiel Gutscheine) und den Austausch von Geräteinformationen (dem sogenannten NFC Device Pairing) optimiert sind.
Der Markt beginnt sich gerade zu entwickeln: Schon 2012 sollen laut Marktforschungsinstitut IMS Research 120 Millionen Smartphones mit NFC-Technik ausgestattet sein.
MÄRKTE, REGIONEN, TRENDS
HOHEITLICHE DOKUMENTE: FAST JEDER ZWEITE CHIP WELTWEIT VON INFINEON
Elektronische Ausweise zählen zu den am schnellsten wachsenden Anwendungen von Sicherheitschips mit hohen Anforderungen hinsichtlich Sicherheit und Langlebigkeit. Seit Jahren vertrauen zahlreiche Regierungen und Behörden bei hoheitlichen Dokumenten und Zugangsausweisen für Gebäude und Datennetzwerke auf Infineon.
Das Unternehmen ist seit vielen Jahren einer der führenden Chiplieferanten für Government-ID-Anwendungen. Infineons Sicherheitschips finden sich in elektronischen Ausweisdokumenten der Bundesrepublik Deutschland, in den elektronischen Reisepässen unter anderem der USA, Chinas, Brasiliens, Indonesiens, Frankreichs, Norwegens und Polens, sowie zum Beispiel in den elektronischen Ausweisen der Philippinen, Saudi-Arabiens, Hongkongs, Italiens, Österreichs, Portugals und Irlands. Durchschnittlich kommt in Government-ID-Anwendungen weltweit fast jeder zweite Chip von Infineon.
MOBILES BEZAHLEN: MIT KONTAKTLOSEN KARTEN ODER NFC
Die Welt wird zunehmend mobil und nutzt kontaktlose Anwendungen. Diese Entwicklung verändert auch die Art und Weise, wie wir bezahlen. Die sichere, schnelle und bequeme Art des kontaktlosen Bezahlens von Kleinbeträgen ist schon heute möglich. Diese kann entweder mit kontaktlosen Karten oder mit mobilen Geräten mit entsprechender Bezahlfunktion - zum Beispiel über NFC (Near Field Communication) bei Smartphones - erfolgen.
Gerade in den boomenden Städten Asiens gewinnt mobiles Bezahlen stark an Bedeutung. Viele der dort genutzten mobilen Bezahlkarten lassen sich zusätzlich auch als Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr nutzen.
In Deutschland werden ab 2011 zunehmend kontaktbasierte durch kontaktlose Bezahlkarten ersetzt. Infineon erfüllt als weltweit erster Chiphersteller die Sicherheitskriterien für diese Dual-Interface(DIF)-Bezahlkarten, die sowohl kontaktbasiertes als auch kontaktloses Bezahlen ermöglichen.
Bis Ende 2011 werden mehrere hundert Millionen Infineon-ICs für chipbasierte Bezahl- und Fahrkarten weltweit ausgegeben.
SYSTEMSICHERHEIT UND SICHERHEIT IN VERNETZTEN SYSTEMEN
Schon heute sind Datenspeicherung, -verarbeitung und -austausch zwischen unzähligen vernetzten mobilen Endgeräten und Systemen unverzichtbare Bestandteile in Wirtschaft und Gesellschaft, und ihre Bedeutung wird weiter steigen. Aktuelle Beispiele sind die neu entstehende NFC-Bezahlanwendung per Smartphone oder das Cloud Computing, bei dem die eigentliche Computeranwendung über die Internet-Infrastruktur betrieben wird.
In einer vernetzten digitalen Welt sind Datensicherheit, Datenintegrität und Datenverfügbarkeit die Voraussetzung für nachhaltiges Verbrauchervertrauen und erfolgreiche Geschäftsmodelle, insbesondere angesichts der steigenden Zahl von Angriffen auf IT-Infrastrukturen und der Zunahme von komplexen Applikationen. Mit unserer führenden Expertise in hardwarebasierter Sicherheit können wir kritische Infrastrukturen sowie mobile Endgeräte, aber auch neue Technologien sicherer machen.
MARKTPOSITION
Infineon ist seit 14 Jahren Weltmarktführer für Chipkarten-ICs. Das Unternehmen hielt laut der jüngsten Studie des Marktforschungsunternehmens IMS Research im Jahr 2010 einen Anteil von 26,8 Prozent am etwa US$2,1 Milliarden umfassenden Weltmarkt für Chipkarten-ICs (Quelle: IMS Research, August 2011).
Der Vorsprung zum Verfolger Samsung konnte leicht um 0,3 Prozentpunkte auf nun 6 Prozentpunkte ausgebaut werden. Die fünf größten Marktteilnehmer hielten 95 Prozent des Marktes.
Weltmarkt Chipkarten-ICs

Anwendungsfelder
SIM-Karte
Zahlungsverkehr
Near Field Communication (NFC)
Elektronische Reisepässe, Personalausweise, Gesundheitskarten und Führerscheine
Transport, Ticketing und Zutrittskontrolle
Objektidentifizierung
Plattform-Sicherheitsanwendungen und Systemlösungen
Authentifizierung, zum Beispiel bei Bezahlfernsehen, Spielekonsolen, Zubehör, Ersatzteilen und Industriesteuerungen
Produktspektrum
Kontaktbasierte und kontaktlose Sicherheitscontroller
Speicher für Chipkarten-Anwendungen
Schlüsselkunden1
| Beijing Watch Data | Oberthur |
| Gemalto | Morpho |
| Giesecke & Devrient | US Government Printing Office |
1 Direktkunden ohne Distribution.
→ FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG, FERTIGUNG
Produktentwicklung und Fertigung aus einer Hand.
Spitzentechnologie für unsere Kunden.
300 mm Durchmesser der Siliciumscheiben für die Dünnwafer- Fertigungstechnologie von Leistungshalbleitern.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
| ― | Kosten für Forschung und Entwicklung im Geschäftsjahr 2011 auf €439 Millionen erhöht. |
| ― | Machbarkeit der 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie bewiesen. |
| ― | Leistungshalbleiter mit grossen Bandlücken gewinnen an Bedeutung. |
Die Kosten für Forschung und Entwicklung ("F&E") erhöhten sich von €399 Millionen im Vorjahr auf €439 Millionen im Geschäftsjahr 2011; ein Anstieg um 10 Prozent. Durch den starken Umsatzanstieg von 21 Prozent im gleichen Zeitraum fielen die F&E-Kosten bezogen auf den Umsatz von 12,1 Prozent i m Geschäftsjahr 2010 auf 11,0 Prozent i m Geschäftsjahr 2011.
F&E-Kosten

Zum 30. September 2011 waren weltweit 3.900 Mitarbeiter - 15 Prozent der Belegschaft - in unseren Forschungs- und Entwicklungszentren beschäftigt. Dies vergleicht sich mit 5.771 Mitarbeitern im Jahr zuvor. Diese Entwicklung umfasst den Verkauf unseres Mobilfunkgeschäfts mit Wirkung zum 31. Januar 2011 und den damit verbundenen Transfer von Mitarbeitern zu Intel Mobile Communications.
Unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konzentrieren sich auf halbleiterbasierte Produkt- und Systementwicklungen sowie auf Verfahrenstechnologien. Die wesentlichen Errungenschaften im abgelaufenen Geschäftsjahr waren:
| ― | die Weiterentwicklung der 300-Millimeter-Dünnwafer-Prozesstechnologie in unserer Pilotanlage in Villach, Österreich, und der Beweis der Beherrschung aller hierfür erforderlichen Fertigungsschritte (siehe Abschnitt "Erfolgreiche Demonstration der 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungskompetenz"), |
| ― | die Vorstellung des ersten Leistungstransistors auf Siliciumcarbid-Basis (siehe Abschnitt "Leistungshalbleiter mit großen Bandlücken im Stromversorgungsbau"), |
| ― | und der Aufbau einer Prototypen-Fertigungslinie für Galliumnitrid-Leistungstransistoren (siehe Abschnitt "Leistungshalbleiter mit großen Bandlücken im Stromversorgungsbau"). |
Daneben pflegen wir verschiedene Forschungskooperationen auf unterschiedlichen Gebieten. Bei den nachstehend aufgeführten drei Forschungsschwerpunkten arbeiten und forschen wir zusammen mit den führenden Unternehmen auf dem jeweiligen Gebiet sowie mit den maßgeblichen Universitäten und Forschungseinrichtungen (siehe Tabelle "Forschungsschwerpunkte und -kooperationspartner"). Bei etlichen dieser Projekte sind wir Konsortialführer.
| ― | Medical / Telemedizin / Ambient Assisted Living mit einem Projekt auf europäischer und einem Projekt auf nationaler Ebene ("MAS" beziehungsweise "Medical Valley"), |
| ― | Energieeffizienz / LED-Beleuchtungssysteme / Solar mit dem Großprojekt "Enlight" auf europäischer Ebene, |
| ― | Elektromobilität mit einer Vielzahl von Projekten. Die Projekte "e3Car" und "Motorbrain" stehen stellvertretend auf europäischer Ebene. In Deutschland nehmen wir an Forschungskooperationen im Rahmen der "Nationalen Plattform Elektromobilität" und "eNOVA" teil. |
Forschungsschwerpunkte und -kooperationspartner
| Medizin, Telemedizin | |
| Bayerisches Rotes Kreuz | Philips |
| Charité | Siemens |
| Corscience | TU Graz |
| Diakonie | |
| Gebäudemanagement, LED-Beleuchtungssysteme, Solar | |
| Emerson | Siemens |
| Philips | SMA Solar Technology |
| Elektromobilität | |
| Audi | STMicroelectronics |
| BMW | TU Graz |
| Bosch | TU Wien |
| Continental | Universität Bochum |
| CRF | Universität Erlangen |
| Daimler | Valeo |
| EADS | Volkswagen |
| Fiat |
INFINEON GEWINNT DEN BEST INNOVATOR AWARD 2011 IN DER KATEGORIE HIGH TECH
Kaum eine Branche ist derart innovationsgetrieben wie die Halbleiterindustrie. Innovation ist das, was unser Geschäft überhaupt am Leben erhält; nur mit Innovationen können wir morgen noch Geld verdienen.
Um mit der rasanten Entwicklung Schritt zu halten, investiert Infineon nicht nur rund 11 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Es sollen auch die Resultate der F&E-Investitionen verbessert werden, nämlich die Anzahl und Qualität der Innovationen. Hierfür haben wir uns einen Wandel der Unternehmenskultur verordnet, hin zu mehr Mut, zu mehr Experimentierfreudigkeit im frühen Bereich der Produktentwicklung und Sicherheit und Qualität in der Produktentwicklung und Serieneinführung.
Neu geschaffen wurden sogenannte Innovation Communities, in denen Experten aus allen Bereichen an neuen Ideen arbeiten. Ziel dieser Aktivitäten ist es, Kreativität zu fördern und den Mitarbeitern Freiraum und Zeit zu geben, um an Erfindungen, Verbesserungen, Produkt- und Prozessentwicklungen sowie an deren Umsetzung und Markteinführung forschen und arbeiten zu können.
Beim "Best Innovator Award" werden nicht etwa Produkte gekrönt, sondern hervorragendes Innovationsmanagement. Dafür wurde Infineon mit dem ersten Preis 2011 in der Kategorie "High Tech" ausgezeichnet.
ERFOLGREICHE PRODUKTION VON FUNKTIONSFÄHIGEN CHIPS AUF BASIS DER NEUARTIGEN 300-MILLIMETER-DÜNNWAFER-TECHNOLOGIE FÜR LEISTUNGSHALBLEITER
Die Fertigung von Logik- und Speicher-Halbleiterkomponenten auf Wafern mit einem Durchmesser von 300 Millimetern ist seit rund zehn Jahren Stand der Technik. Nicht so bei Leistungshalbleitern. Derzeit fertigt noch kein Halbleiterunternehmen Leistungstransistoren auf diesen großen Siliciumscheiben. Der Grund liegt im Wesentlichen im Grundmaterial und in der Dicke der Scheiben: IGBTs und Leistungs-MOSFETs erfordern aufgrund der Architektur der Transistoren im Endzustand dünnere Wafer als Standard-CMOS-Produkte.
Infineon hat im Oktober 2011 am Standort Villach, Österreich, die ersten Chips ("first silicon") auf einem 300-Millimeter-Dünnwafer für Leistungshalbleiter gefertigt. Infineon ist damit das weltweit erste Unternehmen, dem dieser Schritt gelungen ist. Diese auf 300-Millimeter-Dünnwafer produzierten Chips weisen dasselbe Verhalten auf, wie die auf 200-Millimeter Wafern gefertigten Leistungshalbleiter. Das haben erfolgreiche Anwendungstests mit sogenannten MOSFET(Metall-Oxid-Silicium-Feldeffekt-Transistoren) für Hochvolt-Anwendungen bewiesen.
Das Ziel der 300-Millimeter-Dünnwafer-Entwicklung ist nicht nur der größere Wafer-Durchmesser und eine dadurch erwartete Stückkostenreduktion von 20 bis 30 Prozent. Die technischen Möglichkeiten des 300-Millimeter-Equipments eröffnen neue Potenziale für die Weiterentwicklung von diskreten Leistungshalbleitern auf Basis der Dünnwafer-Technologie. Die 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie ist also der Türöffner für weitere energieeffiziente Leistungshalbleiter-Fertigungstechnologien.
Villach ist "Center of Competence" für Leistungselektronik und innerhalb des Infineon-Konzerns verantwortlich für die Entwicklung von 300-Millimeter-Leistungshalbleiter-Technologien. Der erste Hochlauf der Technologien wird in Villach erfolgen.
Im Rahmen der Investitionsplanungen hatte Infineon Ende Juli 2011 angekündigt, Dresden als Hochvolumen-Standort für die Serienfertigung der 300-Millimeter-Leistungshalbleiter als zweiten Standort aufzubauen. Der Start der Hochvolumenproduktion ist für die erste Hälfte des Geschäftsjahrs 2013 geplant.
LEISTUNGSHALBLEITER MIT GROSSEN BANDLÜCKEN FÜR NETZTEILE
Der Wunsch der Entwickler von Leistungstransistoren gleicht der Quadratur des Kreises. Der Schalter - und als solcher werden die meisten Leistungstransistoren eingesetzt - sollte geöffnet einen sehr hohen, geschlossen aber einen sehr niedrigen elektrischen Widerstand aufweisen. Er sollte sehr robust gegenüber hohen Temperaturen und Überspannung sein und zudem in ein möglichst kleines, standardisiertes Gehäuse passen.
Dies sind nur einige von vielen, teils gegenläufigen Anforderungen aus einer langen Liste. Mit reinen siliciumbasierten Komponenten lässt sich nur noch begrenzt weiterer Fortschritt beim Eingehen der vielen Kompromisse erzielen. Daher drängen inzwischen verstärkt Halbleiter auf Basis neuer Materialien von der Nische in den Massenmarkt. Dies sind Verbindungshalbleiter mit großer Bandlücke, vor allem Siliciumcarbid (SiC; eine Verbindung aus Silicium und Kohlenstoff) sowie Galliumnitrid (GaN; eine Verbindung aus Gallium und Stickstoff).
SiC-Dioden sind heute bereits fest im Markt etabliert; seit rund zehn Jahren bietet Infineon SiC-Dioden an. In diesem Jahr stellten wir unseren ersten SiC-Schalter vor, einen SiC-Junction-Feldeffekt-Transistor. Als Pionier in der Super-Junction-Technologie werden wir im kommenden Jahr eine Produktfamilie herausbringen, die Packungsdichten und schaltbare Leistungen pro Gehäuse erzielt, die mit heutigen Bauelementen nicht erreichbar sind. Basierend auf SiC-Transistoren entwickeln wir in einem nächsten Schritt Hochleistungsmodule.
Noch etwas weiter in der Zukunft liegt die Serienfertigung von GaN-basierten Komponenten. GaN auf Siliciumsubstrat (GaN-on-Si) weist noch eine Reihe materialspezifischer Herausforderungen auf, sodass für eine breite Markteinführung noch einige Jahre Forschung und Entwicklung erforderlich sind, um die heute üblichen Robustheits- und Qualitätsanforderungen erfüllen zu können. Wir haben jedoch inzwischen in Villach eine Prototypenlinie aufgebaut, denn wir sehen in diesem Material enormes Potenzial mit Blick auf erreichbare Leistung und Kosten gleichermaßen.
FERTIGUNG
| ― | Investitionen i m Geschäftsjahr 2011 auf €887 Millionen mehr als verdoppelt. |
| ― | Starke Kundennachfrage erfordert weiteren Ausbau der Standorte. |
| ― | Fertigungskapazitäten im gesamten Geschäftsjahr zu 100 Prozent ausgelastet. |
Wir verfolgen die Strategie, Eigenfertigung nur für die Komponenten zu betreiben, bei denen sich daraus eine Differenzierung im Wettbewerb ergibt. Dies ist der Fall für unsere Leistungshalbleiter sowie für alle Produkte, die analoge und digitale Schaltungskomponenten auf einem Chip vereinen ("Analog-Mixed-Signal"), insbesondere dann, wenn die analogen Schaltungselemente höhere Spannungen und Ströme steuern müssen. Die Fertigung von Standard-CMOS-Schaltungen mit Strukturgrößen von 65 Nanometern und kleiner hingegen wird komplett an Auftragsfertiger ausgelagert.
Die Ausgaben für Investitionen erhöhten sich von €325 Millionen im Vorjahr auf €887 Millionen im Geschäftsjahr 2011. Bezogen auf den Umsatz erhöhten sich die Investitionen von 9,9 Prozent im Geschäftsjahr 2010 auf 22,2 Prozent im Geschäftsjahr 2011.
Ausgaben für Investitionen1

1 ohne Finanzinvestments
STÄRKEN DER FERTIGUNGSSTANDORTE IN EUROPA UND ASIEN NUTZEN
Infineon unterhält Front-End- und Back-End-Standorte in Europa, Nordamerika und Asien (siehe Landkarte "F&E und Fertigungsstandorte"). Die Entscheidung über die Verteilung zwischen diesen Regionen treffen wir anhand von Kriterien wie Kosten, Innovationsfähigkeit, Komplexität der Technologie, Differenzierungspotenzial oder Kundennähe. So entwickeln wir komplexe und innovative Technologien wie beispielsweise Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Scheiben in Villach, Österreich, und werden diese dort sowie zukünftig in Dresden, Deutschland, fertigen.
Gehäuse für Hochleistungsanwendungen wie Züge oder regenerative Energieerzeugung werden in Warstein, Deutschland, entwickelt und auch hergestellt. Die Montage von verschiedenen Innovationsprodukten ist in Regensburg, Deutschland, angesiedelt. Volumenprodukte hingegen fertigen wir an unseren Standorten in Asien, um über die dadurch erzielten Mischkosten unsere Wettbewerbsposition zu sichern. So wurde zusätzlich zur seit 2006 bestehenden Fabrik mit dem Bau einer neuen 200-Millimeter-Scheibenfertigung in Kulim, Malaysia, begonnen, und im Back-End wurden die Standorte Malacca, Malaysia, sowie Wuxi, China, ausgebaut. Für den IGBT-Modul-Back-End-Standort Cegléd, Ungarn, sprechen neben den Standort- auch die Transportkosten durch die Nähe zu den europäischen Kunden.
Wir müssen in unserem Geschäft der Leistungshalbleiter jedes Jahr ein Stückzahlenwachstum von durchschnittlich rund 15 Prozent in der Fertigung realisieren, um die Kundennachfrage decken zu können. Um dieses hohe Stückzahlwachstum zu erreichen, bedarf es substanzieller Investitionen in die Fertigung.
ERWEITERUNG DER PRODUKTIONSKAPAZITÄT IN KULIM UND DRESDEN
Infineon wird seine führende Position bei der Entwicklung der 300-Millimeter-Fertigungstechnologie von Leistungshalbleitern nutzen und den größten Teil der im Mai 2011 vom Insolvenzverwalter der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG erworbenen Gebäude und Reinraumanlagen für die Serienfertigung von Leistungshalbleitern auf 300-Millimeter-Dünnwafern in Dresden einsetzen. Infineon investiert dafür zunächst bis zum Jahr 2014 rund €250 Millionen und schafft rund 250 Arbeitsplätze in Dresden. Wenn sich der Markt, der Umsatz und die Rahmenbedingungen entsprechend den bisherigen Prognosen entwickeln, ist ein weiterer Ausbau über die kommenden sechs bis sieben Jahre möglich.
Um das weitere Wachstum abzusichern, wurde zudem beschlossen, in Kulim mit dem Bau eines zweiten 200-Millimeter-Reinraums für die Front-End-Fertigung zu beginnen. Dies wird es uns ermöglichen, über viele Jahre hinweg auch eine steigende Nachfrage nach 200-Millimeter-Produkten, beispielsweise für besonders langlebige Automotive-Chips, zu bedienen.
CMOS-FERTIGUNG AB 65 NANOMETER KOMPLETT AN PARTNER AUSGELAGERT
Etwa ein Drittel der internen Scheibenfertigungskapazität wird für die Fertigung von Logikchips für Anwendungen in der Automobilindustrie, im Sicherheitsbereich und im Consumer-Markt genutzt. Die interne Produktion für Strukturbreiten von 90 Nanometern und größer erfolgt hauptsächlich in unserem 200-Millimeter-Werk in Dresden und zum kleinen Teil bei Auftragsfertigern. Für CMOS-Fertigungstechnologien mit Strukturbreiten von 65 Nanometern und kleiner verfolgen wir eine Strategie aus Allianzen mit verschiedenen Partnern und Entwicklungskooperationen, um auch zukünftig Zugang zu führenden Fertigungstechnologien bei wettbewerbsfähigen Kosten zu haben.
Unsere Partner sind vor allem TSMC, UMC (beide Taiwan), IBM (USA) und Altis Semiconductor (Frankreich). Bei der Einführung einer neuen Prozesstechnologie nutzen wir die hohen Stückzahlen der Chipkarte, um schnell eine hohe Fertigungsausbeute zu erreichen. Produkte für die Automobilindustrie mit geringeren Stückzahlen, aber höheren Qualitätsanforderungen nutzen den Vorlauf und folgen später.
F&E- UND FERTIGUNGSSTANDORTE


Forschungs- und Entwicklungsstandorte
| Standort | Anwendung/Funktion |
|---|---|
| Augsburg, Deutschland | Software für Chipkartenanwendungen |
| Bangalore, Indien | Software- und Systementwicklung für Automobil-, Industrie- und Chipkartenanwendungen; Design-Flow und -Bibliotheksentwicklung |
| Bristol, United Kingdom | Mikroprozessorsysteme für Automobilanwendungen |
| Bukarest, Rumänien | Leistungshalbleiter für Mixed-Signal-Anwendungen; Chipkarten-ICs |
| Dresden, Deutschland | Technologieentwicklung |
| Duisburg, Deutschland | ASIC- und Technologieentwicklung |
| Graz, Österreich | Chipkartenanwendungen und Kontaktlos-Systeme; Leistungshalbleiter für Automotive; Sensorprodukte |
| Kulim, Malaysia | Technologieentwicklung |
| Linz, Österreich | Hochfrequenz-ICs und Software-Entwicklung für Sensorprodukte |
| Malacca, Malaysia | Gehäuse-Technologie |
| Morgan Hill, USA | Hochfrequenz-Verstärkerkomponenten für Basisstationen |
| Neubiberg bei München, Deutschland | Technologieintegration; Design-Flow-Entwicklungsumgebung; Bibliotheksentwicklung; IC-, Software- und Systementwicklung für Mikrocontroller, ASICs, Chipkarten-ICs sowie Leistungselektronik für Automobil- und Industrieanwendungen; Entwicklung von Fertigungsprozessen |
| Padua, Italien | Leistungshalbleiter für Mixed-Signal-Anwendungen |
| Peking, China | Anwendungsentwicklung |
| Regensburg, Deutschland | Gehäuse-Technologie; Fertigungsprozesse |
| Shanghai, China | Anwendungsentwicklung |
| Singapur | IC-, Software- und Systementwicklung für Automobil- und Industrieanwendungen; Gehäuse-Technologieentwicklung; Entwicklung von Testkonzepten |
| Torrance, USA | Leistungshalbleiter und -ICs |
| Villach, Österreich | Leistungshalbleiter und Mixed-Signal-ICs für Automobil- und Industrieanwendungen |
| Warstein, Deutschland | Gehäuse-Technologie für IGBT-Module und IGBT-Stacks |
| Xi'an, China | Koordination von F&E-Aktivitäten |
Fertigungsstandorte
| Morgan Hill, USA | Dresden, Deutschland | Regensburg, Deutschland | Warstein, Deutschland | Cegléd, Ungarn | Villach, Österreich |
|---|---|---|---|---|---|
| • Kompetenzzentrum für Hochfrequenz- Leistungstransistoren | • CMOS, Analog-/ Mixed-Signal- Technologien, embedded Flash | • Analog-/Mixed-Signal, Leistungshalbleiter, Kompetenzzentrum für Sensoren und Metallisierungen • Chipkarte, Leistungshalbleiter, diskrete Halbleiter, Sensoren, Wafer-Level-Packaging, Kompetenzzentrum für Gehäuseentwicklung | • Hochleistungs- halbleiter-Module | • Hochleistungs- halbleiter-Module | • Leistungshalbleiter, Kompetenzzentrum für Dünnwafer- Technologie |
| Batam, Indonesien | Kulim, Malaysia | Malacca, Malaysia | Singapur | Peking, China | Wuxi, China |
|---|---|---|---|---|---|
| • Leistungs- halbleiter | • Leistungs- halbleiter | • Leistungshalbleiter, diskrete Halbleiter, Sensoren, ICs, Gehäuseentwicklung | • Kompetenzzentrum für Chip- und Wafertest | • IGBT-Stack-Montage | • Chipkarte, diskrete Halbleiter |
DIE INFINEON-AKTIE
Basisinformationen zur Aktie
| Art der Aktien | Namensaktien (Stammaktien) in Form von Aktien oder American Depositary Shares (ADS) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von je €2,00 (Verhältnis ADS : Aktien = 1:1) |
| Grundkapital | €2.173 Millionen (am 30. September 2011) |
| Ausstehende Aktien | 1.087 Millionen (am 30. September 2011) |
| Eigenbesitz1 | 4 Millionen (am 30. September 2011) |
| Notierungen | Aktien: Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) ADS: Außerbörslicher Handel, OTC-Markt (OTCQX) |
| Optionshandel | Optionen emittiert durch Dritte: u.a. Eurex |
| Börsengang | 13. März 2000 an der FWB und New York Stock Exchange |
| Emissionspreis2 | €31,31 pro Aktie US$30,35 pro ADS |
| Börsenkürzel | IFX, IFNNY |
| ISIN-Code | DE0006231004 |
| Wertpapierkennnummer | 623100 |
| CUSIP | 45662N103 |
| Bloomberg | IFX GY (Xetra), IFNNY US |
| Reuters | IFXGn.DE |
| Indexmitglied (Auswahl) | DAX 30 Dow Jones STOXX Europe 600 Dow Jones Euro STOXX TMI Technology Hardware & Equipment Dow Jones Germany Titans 30 MSCI Germany S&P-Europe-350 Dow Jones Sustainability Europe IndexSM |
1 Es ist vorgesehen, die Aktien im Eigenbesitz zu einem späteren Zeitpunkt einzuziehen. Dies wird dann zu einer Verminderung der Anzahl der ausstehenden Aktien und des Grundkapitals führen.
2 Historische Werte wurden bei Kapitalerhöhungen angepasst. Ursprünglicher Emissionspreis betrug €35,00.
Grundkapital, Anzahl Aktien und Marktkapitalisierung der Infineon Technologies AG
| Stichtag | 30. September 2011 | 30. September 2010 | Entwicklung |
|---|---|---|---|
| Grundkapital in Millionen € | 2.173 | 2.173 | 0% |
| Ausstehende Aktien in Millionen | 1.087 | 1.087 | 0% |
| Gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien - verwässert | 1.159 | 1.171 | -1,02% |
| Marktkapitalisierung in Millionen € | 6.073 | 5.521 | +10,00% |
| Marktkapitalisierung in Millionen US$ | 8.031 | 7.514 | +6,88% |
Kursdaten der Infineon-Aktie
| Geschäftsjahr zum 30. September | 2011 | 2010 | 2009 |
|---|---|---|---|
| Europa Xetra-Schlusskurse in € | |||
| Jahresendkurs Ende September | 5,59 | 5,08 | 3,86 |
| Höchstkurs | 8,28 | 5,54 | 4,00 |
| Tiefstkurs | 5,00 | 3,05 | 0,35 |
| Durchschnittlich an regulierten deutschen Börsen gehandelte Aktien pro Tag in Stück | 14.965.342 | 20.699.149 | 24.100.158 |
| Davon auf Xetra in % | 90 | 95 | 92 |
| USA OTCQX-Schlusskurse in US$ | |||
| Jahresendkurs Ende September | 7,39 | 6,93 | 5,60 |
| Höchstkurs | 11,87 | 7,31 | 5,82 |
| Tiefstkurs | 6,81 | 4,38 | 0,43 |
| Durchschnittlich gehandelte Aktienzertifikate pro Tag in Stück | 82.120 | 160.308 | 1.578.963 |
Aktionärsstruktur1
| Dodge & Cox International Stock Fund | 9,95 Prozent (per 05. August 2009) |
| Black Rock Inc. | 5,08 Prozent (per 26. April 2011) |
| Capital Research and Management | 5,06 Prozent (per 28. Juli 2011) |
| EuroPacific Growth Fund | 3,06 Prozent (per 06. September 2011) |
1 Gemäß den Infineon bekannten Pflichtmeldungen. Die Anzahl der Aktien im Besitz der in der obigen Übersicht genannten Investoren ist der jeweils letzten Pflichtmitteilung an Infineon entnommen. Die entsprechenden Prozentzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Meldung vorhandene Grundkapital (bis 4. August 2009: 749.742.085 Aktien, bis 11. August 2009: 1.072.569.049 Aktien, bis 28. Februar 2011: 1.086.742.085 Aktien, bis 10. Mai 2011: 1.086.744.585, ab 10. Mai 2011: 1.086.745.835).
Im Geschäftsjahr 2011 stieg der Kurs der Infineon-Aktie von €5,08 per 30. September 2010 um 10 Prozent auf einen Schlusskurs in Xetra von €5,59 am 30. September 2011.
POSITIVE WERTENTWICKLUNG TROTZ KURSKORREKTUR
In den ersten Monaten des Geschäftsjahrs 2011 setzte die Infineon-Aktie den im März 2009 begonnen Anstieg mit hohem Tempo fort. Im Februar erreichte die Aktie mit einem Kurs von €8,27 ein Hoch, bevor eine volatile Seitwärtsbewegung einsetzte, die bis Anfang August dauerte. Diese wurde durch die Unsicherheit an den Börsen im Zusammenhang mit dem Erdbeben in Japan und dem Reaktorunglück in Fukushima ausgelöst. Eingangs dieser Seitwärtsbewegung fiel der Aktienkurs bis Mitte März auf €6,83. Im Anschluss kam es bis Mitte April zu stärkeren Kursschwankungen, bevor die Gesellschaft am 18. April 2011 per Ad-hoc-Mitteilung bekannt gab, dass Umsatz und Ergebnis des zweiten Quartals besser als erwartet ausgefallen waren. Es folgte ein kräftiger Kursanstieg und die Aktie erreichte, im Anschluss an die Bekanntgabe der endgültigen Quartalszahlen Anfang Mai, das Jahreshoch von €8,28 am 12. Mai 2011. Zu diesem Zeitpunkt wies die Infineon-Aktie eine beeindruckende Outperformance gegenüber den entsprechenden Vergleichsindizes auf. Der Wertzuwachs seit 30. September 2010 betrug rund 63 Prozent. Der Zuwachs bei den Vergleichsindizes war deutlich geringer. Der DAX stieg um 20 Prozent, der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) sowie der Dow Jones US Semiconductor Index (DJUSSC) verteuerten sich um 29 Prozent.
Wieder aufkommende Unsicherheiten bezüglich der Refinanzierung Griechenlands sowie die Angst vor einem Übergreifen der Schuldenkrise auf Italien und Spanien verursachten ab Juli 2011 starke Kursrückgänge an den Weltbörsen. Dem konnte sich auch die Infineon-Aktie nicht entziehen. Der Kurs entwickelte sich bei hoher Volatilität rückläufig. Ende Juli kamen zusätzlich Sorgen hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft und Gewinnwarnungen hauptsächlich von US-amerikanischen Halbleiterunternehmen hinzu. Hierdurch wurde die negative Kursentwicklung der Infineon-Aktie zusätzlich verstärkt.
Am 6. September 2011 erreichte die Infineon Aktie mit €5,15 ein Tief, notierte jedoch immer noch rund 1 Prozent höher als zu Beginn des Geschäftsjahrs 2011. Trotz des Kursrückgangs zeigte die Aktie gegenüber den Börsenindizes DAX, SOX und Dow Jones US Semiconductor Index eine fortgesetzte Outperformance. Den stärksten Rückgang verzeichnet mit minus 17 Prozent der DAX. Der SOX und der Dow Jones US Semiconductor Index gingen um 3 Prozent respektive 1 Prozent zurück.
Im Anschluss setzte eine allgemeine Kurserholung ein, an der die Infineon-Aktie überproportional partizipierte. Ein Grund für die Kurserholung waren Äußerungen von wichtigen europäischen Politikern, die Griechenland weitere Unterstützung zusagten und somit Bedenken hinsichtlich einer kurzfristigen Insolvenz des Landes zerstreuten.
Zum 30. September 2011 betrug der Wertzuwachs der Infineon-Aktie im Geschäftsjahr 2011 10 Prozent. Damit übertraf der Wertzuwachs den Anstieg der internationalen Indizes für Halbleiterwerte SOX und Dow Jones US Semiconductor Index deutlich. Der Dow Jones US Semiconductor Index stieg um 2 Prozent, der SOX ging um 3 Prozent zurück. Der DAX fiel sogar um 12 Prozent.
Relative Entwicklung der Aktie der Infineon Technologies AG, des DAX-Index, des Philadelphia Semiconductor Index (SOX) sowie des Dow Jones US Semiconductor Index seit Beginn des Geschäftsjahrs 2011 (Tages-Schlusskurse)

MITGLIEDSCHAFT IN INDIZES, HANDELSVOLUMEN UND DIVIDENDE
Das durchschnittliche Handelsvolumen der Infineon-Aktie gemessen in Stück in Xetra auf dem Frankfurter Parkett und an den deutschen Regionalbörsen ging im Geschäftsjahr 2011 deutlich zurück und betrug pro Tag durchschnittlich 15,0 Millionen Aktien. Im Geschäftsjahr 2010 belief sich das tägliche Handelsvolumen auf durchschnittlich 20,7 Millionen Aktien. Mit Blick auf die Liquidität der Aktie wurde der Volumenrückgang vom Kursanstieg überkompensiert. Das durchschnittliche betragsmäßige Handelsvolumen pro Tag stieg von €88,3 Millionen im Geschäftsjahr 2010 auf €101,8 Millionen im Geschäftsjahr 2011. Entscheidend für die Zugehörigkeit zum Deutschen Aktienindex DAX ist das gehandelte Volumen in Euro während der letzten zwölf Monate auf Xetra und in Frankfurt. Zum 30. September 2011 stieg das Zwölf-Monats-Volumen leicht auf €24,2 Milliarden gegenüber €23,9 Milliarden im Geschäftsjahr 2010. Dementsprechend blieb auch beim Handelsvolumen die Platzierung in der DAX-Rangliste mit Platz 15 fast unverändert. Im Vorjahr hatte Infineon den 14. Platz belegt. Hinsichtlich des Kriteriums der Marktkapitalisierung belegte das Unternehmen mit einer für das Index-Ranking relevanten Marktkapitalisierung von €6,3 Milliarden zum Geschäftsjahresende 2011 Platz 25 und verbesserte sich damit gegenüber dem 30. September 2010 um zwei Plätze. Damals betrug die entsprechende Marktkapitalisierung €5,0 Milliarden.
Die bereits im letzten Geschäftsbericht bekanntgegebene Deregistrierung der Infineon-Stammaktie in den USA erfolgte am 4. November 2010. Damit wurde Infineon von seinen Berichtspflichten gemäß den Vorgaben des Exchange Act, die unter anderem die Vorlage eines Jahresberichts als sogenannten 20-F sowie laufender Finanzberichte als 6-K umfassen, freigestellt. Die ADS werden weiterhin außerbörslich am OTCQX-Markt mit dem Börsenkürzel IFNNY gehandelt. Das durchschnittliche Handelsvolumen betrug im Geschäftsjahr 2011 82 Tausend ADS pro Tag. Dies ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den im Geschäftsjahr 2010 gehandelten durchschnittlichen 160 Tausend Stück und durch die Deregistrierung bedingt. Auch die Anzahl der ausstehenden ADS sank weiter und betrug 12,8 Millionen. Zum Ende des Geschäftsjahrs 2010 waren noch 14,1 Millionen ADS im Umlauf gewesen.
Nach dem erfolgreichen Geschäftsjahr 2010 schlugen Vorstand und Aufsichtsrat, der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 die Zahlung einer Dividende in Höhe von €0,10 vor. Die Hauptversammlung stimmte diesem Vorschlag zu und es wurden €109 Millionen an die Aktionäre ausgeschüttet. Die Gesellschaft beabsichtigt, die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2011 auf €0,12 je Aktie zu erhöhen. Sollte die kommende Hauptversammlung dem Vorschlag zustimmen, so würde dies unter Berücksichtigung der fehlenden Dividendenberechtigung von eigenen Aktien zu einer Ausschüttung von voraussichtlich etwa €130 Millionen führen.
Im September 2010 wurde die Infineon Aktie erstmals in den Dow Jones Sustainability Europe IndexSM aufgenommen. Die Erfüllung der Kriterien zum Verbleib in diesem Index wird jährlich überprüft und wurde im September 2011 wieder bestätigt. Eine Übersicht über die wichtigsten Indizes, in denen die Infineon-Aktie vertreten ist, finden Sie im Internet unter www.infineon.com/cms/de/corporate/investor/.
Entwicklung der Infineon-Aktie und weltweiter Indizes bis zum 30. September 2011
| Seit Ende September 2009 | Seit Ende September 2010 | |
|---|---|---|
| Infineon (Xetra) | +44,95% | +9,98% |
| DAX | -3,05% | -11,67% |
| Philadelphia Semiconductor Index (SOX) | +4,01 % | -2,98% |
| Dow Jones US Semiconductor Index | +5,90% | +1,73% |
NACHHALTIGKEIT BEI INFINEON
MAßSTÄBE SETZEN - DURCH INNOVATION UND FREIWILLIGE VERANTWORTUNG
Die globale Gesellschaft kann nur zukunftsfähig sein, wenn sie nachhaltig handelt. Der Begriff Nachhaltigkeit beschreibt das Zusammenwirken von ökonomischem, ökologischem und sozialem Handeln. Diese Definition ist im Bericht der Brundtland Kommission von 1987 enthalten und bis heute unverändert gültig. Als Teilnehmer im UN Global Compact haben wir uns diesem Grundgedanken freiwillig verpflichtet.
Die Schaffung einer nachhaltigen Gesellschaft bedarf dabei des Zusammenspiels aller maßgeblichen Akteure - der Gesellschaft, der Wirtschaft und der politischen Entscheidungsträger. Dabei müssen bestehende Optimierungspotenziale - beispielsweise in der Energieeffizienz - genutzt und neue Handlungsoptionen geschaffen werden. Innovation ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Schaffung dieser neuen Handlungsoptionen, beispielsweise im Klimaschutz und der Energieeffizienz, im Automobil und im Transport sowie in der Sicherheit. Ohne diese Innovationen kann eine nachhaltige Gesellschaft nicht entstehen.
Unsere Unternehmensstrategie mit den Säulen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit zielt auf wesentliche Herausforderungen ab, die es auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu bewältigen gilt.

Dass diese freiwillige Verantwortung auch gelebt wird, zeigt sich sowohl an unserer erneuten Aufnahme in den "Dow Jones Sustainability Europe IndexSM " als auch der Aufnahme im "Sustainability Yearbook 2011". Letzteres listet die 15 Prozent der nachhaltigsten Unternehmen der Welt aus 2.500 eingeladenen Unternehmen, die sich hinsichtlich Nachhaltigkeit bewerten lassen können. Darauf sind wir gemeinsam stolz. Gleichzeitig lassen wir aber nicht nach in unserer stetigen Suche nach neuen Verbesserungspotenzialen.
WIR ENGAGIEREN UNS SOZIAL
In diesem Geschäftsjahr hat das unvorstellbare Leid der Menschen als Folge der Hungersnot in Ostafrika alle Vorstellungen überstiegen. Unser Unternehmen setzt sich freiwillig und weltweit für Benachteiligte ein. Deshalb haben wir uns entschieden, Geld an die Hilfsorganisationen zu spenden, um somit einen Beitrag zur Unterstützung der Opfer zu leisten. Den Willen zu helfen haben wir auch sofort nach dem Beben und dem Tsunami in Japan sowie des Reaktorunglücks in Fukushima gespürt. Neben der sofortigen Bildung eines Krisenstabs zum Schutz unserer Mitarbeiter vor Ort haben wir auch mit Spenden sowie Hilfslieferungen von Waren direkt unterstützt. Dies war geprägt von einer weltweiten Zusammenarbeit, Engagement sowie der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Unsere Mitarbeiter setzen sich für andere Menschen ein, sei es beispielsweise über persönliche Spenden und die Organisation von Wohltätigkeitsveranstaltungen für Japan oder die Teilnahme am Geschenke-Regen. Diese Weihnachtsaktion möchte Kindern aus schwierigen Verhältnissen eine Freude bereiten. Die Kinder schrieben ihre Wünsche auf einen Zettel und diese wurden an einem Christbaum befestigt. Unsere Mitarbeiter erfüllten den Kindern dann diese Wünsche.
UNSERE VERANTWORTUNG FÜR DIE MITARBEITER
Weltweit setzen wir moderne Konzepte in der Arbeitssicherheit ein. Der Schutz unserer Mitarbeiter ist uns ein globales Anliegen. Die Übernahme von Verantwortung für unsere Mitarbeiter bedeutet in erster Linie Prävention.
Mit unseren jährlichen Unfallzahlen liegen wir deutlich unter dem Durchschnitt der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse ("BG ETEM"). Um die Unfallerfassung möglichst sensibel zu gestalten, werden in unserem Unternehmen Unfälle bereits mit einem Tag Abwesenheit vom Arbeitsplatz berichtet. Die Kurve der Berufsgenossenschaft zeigt indes Unfälle erst ab drei Tagen Abwesenheit. Die Graphik verdeutlicht eindrucksvoll die hohe Wirksamkeit des bei uns implementierten Managementsystems für Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz (IMPRES). Unser IMPRES-System - Infineon Integrated Management Program for Environment, Safety and Health - ist weltweit implementiert und integriert sämtliche Prozesse, Strategien und Zielsetzungen in diesen Bereichen. IMPRES ist höchst effizient und unsere Produktionsstandorte sind gemäß den Standards ISO 14001 und OHSAS 18001 zertifiziert. Unsere Fertigung in Villach, Österreich, ist aufgrund der Länderspezifika zusätzlich noch nach EMAS validiert. Wir stellen sicher, dass wir nicht nur die gesetzlichen und behördlichen Vorgaben einhalten, sondern auch dass wir uns über diese Vorgaben hinaus kontinuierlich verbessern. So planen wir, ein Energiemanagementsystem in IMPRES zu integrieren.
Statistik der Arbeitsunfälle

UNSERE HALBLEITERHERSTELLUNG - EIN MAßSTAB IN SACHEN NACHHALTIGKEIT
Keine industrielle Produktion ist ohne den Einsatz von Ressourcen wie Energie, Wasser und Ausgangsmaterialien möglich. Gleichzeitig ist der sorgsame Umgang mit natürlichen Ressourcen der Schlüssel für das Überleben unseres Globus.
Erfolgreich werden Herstellungsprozesse dann, wenn sie nachhaltig sind, das heißt ökonomische, ökologische und soziale Gesichtspunkte verknüpfen - bei der Prozessgestaltung und bei der ständigen Optimierung. Wir haben dies zu unserem Grundsatz gemacht.
Im Bereich der Energieeffizienz steht die globale Gesellschaft vor großen Herausforderungen. Der Einsatz neuer Technologien im Bereich erneuerbarer Energien und bei der Schaffung intelligenter Netze bietet beste Möglichkeiten, diese Herausforderung künftig zu meistern. Darüber hinaus müssen bestehende Einsparpotenziale - wo sinnvoll - genutzt werden.
Bei Infineon nutzen wir diese Potenziale konsequent. Unsere Aktivitäten reichen von technischen Optimierungen bis hin zu bewusstseinsbildenden Maßnahmen bei Mitarbeitern als auch innerhalb unserer Wertschöpfungskette. Die Versorgungssicherheit gilt es hierbei natürlich zu beachten. Die Ergebnisse, die wir erzielt haben, setzen Maßstäbe.
Der maßgebliche Energiebedarf bei der Halbleiterherstellung entsteht in der Front-End-Produktion. Dementsprechend haben wir dort einen Schwerpunkt gelegt. Und dies mit Erfolg: Durch konstante Effizienzverbesserungen konnte im Zeitraum von 2002 bis 2010 in unseren Front-End-Werken die Energie von nahezu 2 Terawattstunden (1 Terrawattstunde entspricht einer Milliarde Kilowattstunden) eingespart werden.
Eingesparte kumulierte Energiemenge, sogenannte Negajoules, in unserer Front-End-Fertigung ohne unsere früheren Tochterunternehmen

Diese von uns eingesparte Energiemenge entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von über 446.000 Vier-Personen-Haushalten1 , respektive einer Stadt mit 1,7 Millionen Einwohnern.
Auch gemessen an unserem spezifischen Verbrauch - gemessen in Kilowattstunde Energieverbrauch pro Quadratzentimeter strukturierter Siliciumfläche - gehören wir zu den Besten der Welt und setzen Maßstäbe: Durch stetige Optimierung konnte die Energieeffizienz in unserer Produktion so gesteigert werden, dass unser Energieverbrauch in der Front-End-Fertigung um etwa 44 Prozent geringer ist als der internationale Vergleichswert, der nach den weltweit einheitlichen Vorgaben des World Semiconductor Council (WSC) ermittelt wird.
Unsere Fertigungen befinden sich nicht in wasserarmen Regionen. Dennoch sind wir auch hier bestrebt, in höchstem Maße ressourcenschonend zu arbeiten. Sauberes Wasser, welches nicht verbraucht oder verunreinigt wird, muss auch nicht durch Einsatz von Energie und Chemikalien aufbereitet werden.
1 gemäß Fachverband für Energie-Marketing und - Anwendung (HEA) e.V. beim VDEW (Verband der Elektrizitätswirtschaft e. V.)
Durch vor-, zwischen- und nachgelagerte Anwendung von Wasseraufbereitungsanlagen konnten der Frischwasserverbrauch sowie die im Abwasser enthaltenen Verunreinigungen deutlich reduziert und eine gewässerschonende Produktion ermöglicht werden. Der spezifische Wasserverbrauch der Front-End-Produktion bei Infineon liegt um mehr als 50 Prozent unter dem internationalen Verbrauchswert gemäß WSC. Damit haben wir 2010 gegenüber dem weltweiten Durchschnittswert eine Wassermenge von etwa 4,1 Millionen Kubikmetern eingespart. Dies entspricht dem jährlichen Wasserverbrauch einer Stadt mit mehr als 82.000 Einwohnern.1
Im Bereich der Produktionsabfälle konnten wir durch die konsequente Umsetzung des Recyclinggedankens die Abfallmenge der Front-End-Produktion gegenüber dem internationalen Vergleichswert - bezogen auf die Waferfläche - um fast 50 Prozent reduzieren. Dies bedeutet, dass wir im Jahr 2010 mehr als 8.500 Tonnen Abfall vermieden haben.
Wir unternehmen seit Jahren große Anstrengungen, die Emissionen klimawirksamer Gase zu reduzieren. Mehr noch: Wir haben uns freiwillig zur Reduktion dieser Gase verpflichtet. Über freiwillige Selbstverpflichtungen sollten die absoluten Emissionen von relevanten fluorierten Gasen (Kyoto-Gase) bis 2010 in Deutschland um 8 Prozent und in Europa um 10 Prozent unter dem Emissionswert von 1995 liegen, berechnet in Kohlenstoffdioxidäquivalenten. Diese ambitionierten Ziele wurden erreicht.
PFC-Emissionen 1995 bis 2010 (EU)

UNSERE ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG DURCH UNSERE PRODUKTE UND LÖSUNGEN
Innovation und ökologische Verantwortung gehen in unserem Unternehmen Hand in Hand. Der Einsatz unserer Produkte ist auch ökologisch klug - er "rechnet' sich für die Umwelt. Unsere Produkte und Innovationen ermöglichen energieeffiziente Endprodukte und Anwendungen. So tragen sie beispielsweise im Automobil zu einer jährlichen Emissionsreduktion äquivalent zu 4,0 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxidemissionen (CO2 -Emissionen), in LED-Lampen als Ersatz für Glühbirnen zu jährlichen Energieeinsparungen äquivalent zu 130.000 Tonnen CO2 -Emissionen sowie in elektronischen Vorschaltgeräten zu jährlichen Energieeinsparungen äquivalent zu 385.000 Tonnen CO2 -Emissionen bei.
Unsere Produkte und Innovationen unterliegen einer einzigartigen Lebenszyklusanalyse zur Optimierung des ökologischen Fußabdrucks. Um produktspezifisch den CO2 -Fußabdruck unserer Produkte angeben zu können, haben wir ein Tool zur Berechnung dieser Emissionen entwickelt. Dabei orientiert sich die Berechnung der CO2 -Emissionen an der ISO 14000 Norm, die durch die PAS (Public Available Specification) 2050 Richtlinie des BSI (British Standards Institution) zur Bestimmung von produktspezifischen Ökobilanzen konkretisiert wird. Hierbei werden die ersten drei der fünf Schritte, die in der PAS 2050 Richtlinie beschrieben sind, berücksichtigt. Dies umfasst die Bereitstellung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die Verarbeitung bis hin zum Vertrieb an den Kunden. Die weiteren Schritte wie die Nutzungsphase der Produkte beim Kunden sowie die letztendliche Entsorgung können aufgrund der oftmals unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten und Einsatzgebiete der Infineon-Produkte nicht automatisiert berechnet werden.
Folgende Emissionen und Immissionen werden bei der Berechnung mittels des Berechnungstools betrachtet:
1 Jährlicher Wasserverbrauch pro Einwohner ca. 50 Kubikmeter; Quelle: Wasserwirtschaftsamt München
Bei Berechnung des CO2-Fußabdrucks betrachtete Emissionen und Immissionen

UNSERE VERANTWORTUNG ENTLANG DER WERTSCHÖPFUNGSKETTE
Unsere Verantwortung endet nicht an unseren Werksgrenzen, denn wir tragen unsere Werte in die gesamte Wertschöpfungskette. Dienstleistungen, die von unseren Auftragnehmern erbracht werden, zugekaufte Produkte und Materialien sowie Equipment und Anlagen müssen unseren Anforderungen an den Umweltschutz, die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz entsprechen sowie die Arbeits- und sozialen Bedingungen erfüllen.
Um unsere Lieferanten und Dienstleister in ihrer Arbeit zu unterstützen, haben wir die sogenannten Principles of Purchasing überarbeitet. Diese Prinzipien legen Anforderungen unter anderem in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Umweltschutz, Menschenrechte, Arbeitsbedingungen sowie Geschäftspraktiken fest und sind für unsere Lieferanten verpflichtend.
2010 wurde in den USA die sogenannte "Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act" in Kraft gesetzt. In Sektion 1502 ("Conflict Minerals Provision") wird auf die Verwendung von Metallen wie Gold, Tantal, Zinn und Wolfram, welche in der Demokratischen Republik Kongo und den angrenzenden Staaten abgebaut werden, fokussiert. Für Unternehmen, die gegenüber der US-Börsenaufsicht berichtspflichtig sind, ergeben sich hiermit erweiterte Deklarationsanforderungen.
Zur selben Zeit begann Infineon auf freiwilliger Basis, Informationen bezüglich seiner Lieferanten und deren Schmelzhütten einzuholen, um proaktiv die Nichtverwendung oben genannter Metalle und zusätzlich Kobalt innerhalb unserer Lieferkette abzuprüfen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 haben wir diese Bewertung freiwillig weiter vervollständigt. Die Grafik zeigt die Standortregionen, in denen sich die Schmelzhütten, die für unsere Lieferkette relevant sind, befinden. Auf Basis aktueller Informationen verwendet keiner unserer Lieferanten Metalle oder Mineralien aus Schmelzhütten, die aus der Demokratischen Republik Kongo oder den umliegenden Staaten beliefert und für Rohstoffe beziehungsweise Produkte für unser Unternehmen verwendet werden.
Regionen der Schmelzhütten

Verantwortung für Mensch und Umwelt übernehmen - das ist der Grundgedanke des modernen integrativen Konzepts, das die beschriebenen Handlungsfelder bündelt und nach dem wir bei Infineon handeln. Die Grundlagen sind im Einklang mit den Prinzipien des UN Global Compact entwickelt und in unserem Unternehmen durch definierte Prozesse und Regeln realisiert. Das Wichtigste dabei ist jedoch, dass soziale und ökologische Prinzipien bei Infineon wirklich mit Leben gefüllt sind und werden: in unseren Fertigungen, in unseren Produkten und bei unserem täglichen Handeln - ganz im Sinn der Nachhaltigkeit.
UNSERE MITARBEITER
Die Weiterentwicklung von Infineon zum High-Performance-Unternehmen war auch im vergangenen Jahr wesentlicher Leitgedanke bei der Formulierung mitarbeiterbezogener Programme und Aktivitäten. High Performance im Sinne eines dauerhaft profitablen Wirtschaftens und nachhaltiger Wertschaffung erfordert das Engagement und die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter.
Um dies sicherzustellen, haben wir im Geschäftsjahr 2011 die strategische, konzeptionelle Personalarbeit auf die Gestaltung unserer Arbeitsplatzkultur sowie die Schaffung einer positiven und konstruktiven Führungs- und Feedbackkultur fokussiert. Die Implementierung eines umfangreichen Pilotprojekts zur Förderung unserer Talente im asiatischen Raum wurde in erster Linie der Weiterentwicklung von Infineon in asiatische Märkte hinein gerecht.
Neben der strategischen Entwicklung von Infineon mussten wir besonders dem Aufschwung der Branche und dem Marktanteilsgewinn von Infineon Rechnung tragen. So erforderte die Bewältigung der Allokation unter anderem auch einen engagierten operativen Einsatz im Recruiting. Die Einstellung geeigneten Personals - vor allem im Produktionsbereich - war mitentscheidend, um dem gestiegenen Bedarf erfolgreich nachzukommen.
ARBEITSPLATZ-, FÜHRUNGS- UND FEEDBACKKULTUR
ARBEITSPLATZKULTUR
Ambitionierte Ziele können wir nur mit Mitarbeitern erreichen, die sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen und aus diesem Grund bereit sind, motiviert und engagiert Leistung zu erbringen. Seit 2009 nimmt Infineon - zunächst in Deutschland und Österreich - an der Studie "Great Place to Work®" teil. Auch 2011 beteiligten wir uns und fragten die Mitarbeiter nach einer Einschätzung unserer Arbeitsplatzkultur und Arbeitgeberattraktivität. Das Resultat im Frühjahr 2011 hat uns gezeigt, dass wir unser internes Arbeitgeberimage zwar in Summe verbessert, aber noch immer einen Weg zu gehen haben. Lokale Initiativen wie beispielsweise der "Sporttag" am Hauptsitz Campeon, das "Mitarbeiterfest" in Regensburg oder das Gesundheitsmanagement in Singapur, welches im November 2010 mit dem "Singapore HEALTH Award Silver" ausgezeichnet wurde, haben im Geschäftsjahr 2011 die Attraktivität von Infineon als Arbeitgeber unterstrichen. Deutlich wurde im Studienergebnis dennoch vor allem eine Abweichung zwischen der objektiven Bewertung unserer Instrumente und der wahrgenommenen Attraktivität als Arbeitgeber durch unsere Mitarbeiter. Wir setzen deshalb im Geschäftsjahr 2012 konkret auf die Einleitung lokaler Aktivitäten, die den Mitarbeitern das für sie relevante Angebot transparent machen und einen Dialog zwischen Fachexperten und Mitarbeitern ermöglichen.
FÜHRUNGSKULTUR
Die Resultate von "Great Place to Work®" im vergangenen Jahr haben gezeigt, dass unseren Mitarbeitern die Elemente Führung und Feedback besonders wichtig sind. Bereits im Geschäftsjahr 2010 wurde ein neues Leitbild, der "Infineon Compass", eingeführt. In einer unternehmensweiten Workshop-Reihe waren Führungskräfte und Mitarbeiter aufgerufen, an Verbesserungen und notwendigen Veränderungen in den eigenen Bereichen zu arbeiten. Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir die Weiterentwicklung der kulturbestimmenden Faktoren Führung und Feedback stark vorangetrieben und zunächst die Werte des Infineon Compass "we commit - we innovate - we partner - we perform" in ein weltweit gültiges "High Performance Behavior Model" überführt. Acht Dimensionen beschreiben detailliert das von unseren Mitarbeitern erwünschte Verhalten, das weitere spürbare und wirksame Veränderungen bei Infineon erzielen soll. Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil wir davon überzeugt sind, dass nicht nur WAS wir tun, sondern insbesondere WIE, mit welcher Einstellung wir unsere Aufgaben umsetzen, sich nachhaltig auf unseren Erfolg auswirken wird. Entsprechend unserem Verständnis von High Performance stand dabei die Nachhaltigkeit im Vordergrund unserer Arbeit: Wir haben die Erfahrungen aus den jüngsten Zyklen unserer Industrie gezielt in Verhaltensbeschreibungen überführt und damit eine Orientierung geschaffen, die unser Handeln und Verhalten zukünftig sowohl in erfolgreichen wie auch in schwierigen Zeiten leiten soll.
FEEDBACKKULTUR
Angeregt durch unsere Ausrichtung auf Bestleistung und unser verhaltensorientiertes Führungsverständnis haben wir in einem weiteren Schritt unser Performance-Management-System einer Prüfung unterzogen. Im August 2011 wurde ein überarbeitetes Konzept des jährlichen Mitarbeitergesprächs "STEPS" weltweit - in Deutschland zunächst nur für die leitenden Angestellten - eingeführt. Unser Ziel ist es, die Qualität des Dialogs zwischen Führungskraft und Mitarbeiter zu erhöhen, indem Mitarbeiter nicht nur Feedback über erreichte Ergebnisse, sondern zukünftig anhand des neuen High Performance Behavior Models zusätzlich eine strukturierte Rückmeldung über das gezeigte Verhalten erhalten. Der neue Prozess sieht auch eine bessere Beschreibung der Entwicklungsperspektive der Mitarbeiter vor. Wir wollen damit eine offenere und konstruktivere Feedbackkultur sowie eine verbesserte Förderung individueller Talente erreichen.
Die Weiterentwicklung unserer Arbeitsplatz-, Führungs- und Feedbackkultur werden wir anhand der nächsten "Great Place to Work®"-Studie überprüfen, welche im Herbst 2011 startet. Um ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten, weiten wir unsere Teilnahme auf die Regionen Asien-Pazifik, Japan sowie auf die USA aus. Die Umfrage wird dann mehr als 95 Prozent der Mitarbeiter von Infineon repräsentieren.
Um die Feedbackkultur zwischen Mitarbeitern und Führungskräften sowie auf Kollegenebene nachhaltig zu verbessern, werden wir im kommenden Jahr auch wieder vermehrt unsere internen Feedback-Instrumente einsetzen. Angepasst an unser neues High Performance Behavior Model sollen das 360°-Feedback sowie das Führungsgespräch dazu beitragen, die individuelle Leistung zu reflektieren sowie Stärken und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
FÖRDERUNG DER TALENTE
High Performance im Sinne der Erzielung herausragender Leistungen erfordert nicht nur Motivation, Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft, sondern auch die Leistungsfähigkeit und das frühzeitige Erkennen und die Entwicklung von Talenten.
TALENTMANAGEMENT ASIEN
Der Marktanteil von Infineon im asiatischen Raum konnte auch im letzten Jahr erneut gesteigert werden. Dies spiegelt sich sowohl in den Mitarbeiterzahlen wider, deren Anteil im asiatischen Raum die letzten Jahre gestiegen ist (2011: 53 Prozent, 2010: 52 Prozent, 2009: 45 Prozent), wie auch im erwirtschafteten Umsatz pro Mitarbeiter.
Umsatz pro Mitarbeiter in Asien (inkl. Japan)

Für Human Resources ist es eine Kernaufgabe, die regionale Entwicklung von Infineon zu unterstützen. Die Dynamik der Region im Zusammenspiel mit unserem Wachstum erfordert es, den Nachwuchs an Experten und Führungskräften in der Region sicherzustellen. Wir haben deshalb im Jahr 2011 ein regionales Talent Management Programm eingeführt, das geeignete Mitarbeiter frühzeitig und systematisch identifiziert, gezielt für Schlüsselfunktionen entwickelt und langfristig an das Unternehmen bindet: Das Talent Programm "ENGINE" ist auf zwei Jahre ausgerichtet, verbindet unterschiedliche Entwicklungsinstrumente und bietet neben einem Campus-Programm in Kooperation mit namhaften Universitäten und Institutionen vor Ort auch die Möglichkeit, an konkreten Projekten oder über Rotationen in anderen Funktionen zu lernen. Auf Symposien, in Lern-Communities oder im Peer Coaching können Talente ihr Wissen austauschen. Durch die Einbindung eines Mentoring-Konzepts und die Organisation von "Talents meet Top Management"-Veranstaltungen wird die Sichtbarkeit unserer Talente auch auf der Top Management Ebene gewährleistet. Für das im Jahr 2011 gestartete regionale Talent-Programm wurden 17 Mitglieder ausgewählt - sie reflektieren die Vielfalt der Region: acht Nationalitäten, sieben Standorte, sechs unterschiedliche Organisationseinheiten. Angelehnt an das regionale Programm wurden zusätzlich Talent-Programme an einzelnen asiatischen Standorten ins Leben gerufen, die die lokale Talententwicklung sicherstellen. Im kommenden Geschäftsjahr werden wir erneut einen Auswahlprozess für Talente im asiatischen Raum starten. Wir werden auch die globale Ausweitung des Programms vorantreiben.
Die Weiterentwicklung von Infineon in asiatische Märkte hinein erfordert auch auf Management-Ebene ein tiefer gehendes Verständnis der Region. Wir haben deshalb im Jahr 2011 erstmalig das "Senior Executive Program" gestartet, um Kenntnisse über regionale Besonderheiten, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Geschäftsprozesse in Asien zu vermitteln. Dabei lernen unsere Führungskräfte nicht nur, unser Wachstum in Asien erfolgreich zu gestalten. Wir knüpfen auch ein starkes globales Netzwerk zwischen Asien und Europa und beziehen dabei externe "Stakeholder" mit ein.
TALENTE "FRAUEN"
Neben der Fokussierung auf Talente im asiatischen Raum haben wir Initiativen ergriffen, um unsere Mitarbeitergruppe "Frauen" zu stärken. Die aktive Förderung einer Unternehmenskultur der Chancengleichheit ist nach wie vor ein wesentliches Anliegen unserer Arbeit. Bereits im vergangenen Jahr haben wir uns ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: So wollen wir den Anteil weiblicher Führungskräfte im Bereich des mittleren und des Top Management in Summe bis zum Jahr 2015 auf 15 Prozent und bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent steigern (2011: 11,4%).
Um diese Ziele zu erreichen, arbeitet unser "Diversity Management" gezielt daran, die Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern: Wir wollen die Beschäftigungsfähigkeit und Flexibilität aller Beschäftigten sichern und Frauen wie auch Männer gleichermaßen im Unternehmen fördern. Hierfür haben wir im Geschäftsjahr 2011 wichtige Schritte getan: So engagiert sich Infineon im Projekt "Frauen in Führungspositionen - ein überbetrieblicher, unternehmensorientierter Ansatz", welches durch das Bildungswerk der bayerischen Wirtschaft (bbw GmbH) und den Bayerischen Unternehmensverband Metall und Elektro e.V. (bayme) in einer Pilotierung durchgeführt wird und welches sich auf Mentoring und Seminare für weibliche Nachwuchsführungskräfte fokussiert. Daneben partizipiert Infineon auch an dem Projekt "Unternehmenskulturen verändern - Karrierebrüche vermeiden" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ), wissenschaftlich geleitet durch das Fraunhofer-Institut. Eine neu verabschiedete Gesamtbetriebsvereinbarung unterstützt den Rückkehrprozess von Eltern aus der Elternzeit. Des Weiteren haben wir die Kindertagesstätte am Campeon erweitert und die Betreuung der Mitarbeiterkinder während der Ferien ausgeweitet. Der Anteil an Frauen in der Belegschaft weltweit stieg von 35,5 Prozent im Jahr 2010 auf 37,5 Prozent im Jahr 2011 an. Auch den Anteil weiblicher Führungskräfte konnten wir um 1,2 Prozentpunkte auf 11,4 Prozent (Vorjahr: 10,2 Prozent) steigern -Indizien, die uns zeigen, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.
Geschlechterverteilung (Infineon weltweit 2011)

QUALIFIKATION UND BILDUNG
Zur Sicherstellung des Nachwuchses sind uns auch im vergangenen Jahr die Einstellung junger Auszubildender sowie Dualer Studenten und die Einführung neuer Trainee-Programme wichtig gewesen. Mit diesen Maßnahmen bekräftigen wir unser Engagement in der Berufsausbildung junger Mitarbeiter und stellen uns aktiv auf die Auswirkungen des demografischen Wandels ein. Wir haben deshalb im Geschäftsjahr 2011 in Deutschland erneut 62 Auszubildende eingestellt. Zum 30. September 2011 beschäftigte Infineon insgesamt 180 Auszubildende - 18 mehr als noch im vergangenen Jahr. Des Weiteren waren in Deutschland zum 30. September 2011 mehr als 100 Praktikanten oder Diplomanden sowie ungefähr 250 Werkstudenten beschäftigt. Damit versuchen wir bereits heute, jungen Menschen auf mehreren Wegen den Einstieg bei Infineon attraktiv zu machen. Im kommenden Jahr werden wir den Auszubildenden-Anteil in Deutschland deutlich erhöhen, um auch in Zukunft kompetenten und qualifizierten Nachwuchs sicherzustellen.
Mit der Konsolidierung und Stabilisierung von Infineon nach der Krise haben wir im Geschäftsjahr 2011 unsere Investitionen in Weiterbildungsaktivitäten und die Qualifikation unserer Mitarbeiter wieder erhöht. Dennoch blieb der Fokus auf Trainings gerichtet, die rechtlich oder für das Geschäft notwendig sind oder die den Gedanken von High Performance unterstützen. Schwerpunkte der Weiterbildung waren deshalb zum einen Fachtrainings, die das Know-how und die Innovationsfähigkeit unserer Mitarbeiter sicherstellen. Zusätzlich standen Trainings zum Projektmanagement sowie die gezielte Verbesserung der Führungs- und Feedbackkultur im Vordergrund. So wurde im Geschäftsjahr 2011 erstmals das Führungskräftetraining "Leading People in a High Performance Company" angeboten, welches die wesentlichen Elemente von Führung im Hinblick auf High Performance behandelt und sich in drei Ausrichtungen an Führungskräfte aller Ebenen richtet. Bis zum Ende des Geschäftsjahrs 2011 konnten 240 Führungskräfte dieses Training abschließen. Insgesamt wurden für Weiterbildungsmaßnahmen im Geschäftsjahr 2011 weltweit €5,8 Millionen ausgegeben. Damit haben wir, verglichen zum Geschäftsjahr 2010, das Budget für Weiterbildung deutlich erhöht (2010: €2,1 Millionen). Wie in den vergangenen Jahren bewährten sich außerdem interne Weiterbildungsoptionen wie beispielsweise intern organisierte und angebotene Trainings oder die bereits zum zweiten Mal erfolgreich durchgeführte "Innovation Week" am Campeon.
Ausgaben für Weiterbildung

UNSERE BELEGSCHAFT
MITARBEITERZAHLEN, EINSTELLUNGEN UND PERSONALAUFWAND
Die Übersicht zeigt die Zusammensetzung der Belegschaft nach Funktionen und Regionen jeweils zum Ende des genannten Geschäftsjahrs.
MITARBEITER
| 2011 | % | 2010 | % | 2009 | % | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Funktionen: | ||||||
| Produktion | 18.892 | 74 | 17.924 | 67 | 17.338 | 65 |
| Forschung und Entwicklung | 3.900 | 15 | 5.771 | 22 | 5.971 | 23 |
| Vertrieb und Marketing | 1.534 | 6 | 1.520 | 6 | 1.681 | 6 |
| Verwaltung | 1.394 | 5 | 1.439 | 5 | 1.474 | 6 |
| Gesamt | 25.720 | 100 | 26.654 | 100 | 26.464 | 100 |
| Regionen: | ||||||
| Europa | 11.681 | 46 | 12.275 | 46 | 13.836 | 53 |
| Darin: Deutschland | 7.926 | 31 | 8.826 | 33 | 9.160 | 35 |
| Amerika | 476 | 2 | 640 | 2 | 687 | 2 |
| Asien-Pazifik | 13.450 | 52 | 13.619 | 51 | 11.803 | 45 |
| Darin: China | 1.278 | 5 | 1.633 | 6 | 1.225 | 5 |
| Japan | 113 | - | 120 | 1 | 138 | - |
| Gesamt | 25.720 | 100 | 26.654 | 100 | 26.464 | 100 |
Zum 30. September 2011 beschäftigte Infineon weltweit 25.720 Mitarbeiter gegenüber 26.654 zum 30. September 2010. Der Verkauf unseres Mobilfunkgeschäfts zu Intel Mobile Communications (IMC) umfasste einen unterjährigen Transfer von mehr als 3.000 aktiven, internen Mitarbeitern.
Diese Personalbestandsreduzierung wurde durch die anhaltende Phase der Allokation nahezu kompensiert: Der weiterhin deutliche Anstieg der Produktnachfrage und die gute Auftragslage erforderten das zweite Jahr in Folge den Aufbau von Personal. So wurden bei Infineon im Geschäftsjahr 2011 weltweit 4.308 Mitarbeiter eingestellt (inklusive Einstellungen, die später im Zuge des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts zu IMC übergingen). Die Einstellungen erfolgten auch dieses Jahr mit 2.970 Mitarbeitern vorrangig im Produktionsbereich und mit 2.885 Mitarbeitern überwiegend an den asiatischen Standorten (inklusive Japan).
Unsere Kooperationen und gemeinsamen Aktivitäten mit Hochschulen und Universitäten haben im vergangenen Jahr erneut die Neueinstellung von Mitarbeitern mit Hochschulabschluss unterstützt. Mit mehr als 55 Prozent Akademikern an den weltweit gesamten Einstellungen lag der Anteil damit deutlich über der Quote des Vorjahrs von 40 Prozent. Wie im vergangenen Jahr wurden die meisten neuen Mitarbeiter mit einem Studienabschluss im Raum Asien-Pazifik eingestellt (mehr als 1.500 Einstellungen), gefolgt von Deutschland (mehr als 500 Einstellungen) und übrigen Standorten in Europa (mehr als 300 Einstellungen). Der Frauenanteil bei neu eingestellten Mitarbeitern betrug weltweit knapp 40 Prozent, in Deutschland lag der Anteil neu eingestellter Frauen bei 23 Prozent. Der Anteil von neu eingestellten Frauen mit Hochschulabschluss betrug weltweit 26 Prozent.
Zusätzlich zu den Festanstellungen waren bei Infineon zum 30. September 2011 weltweit 3.511 Leihkräfte beschäftigt. Damit waren wir in der Lage, weiterhin Flexibilität zu gewährleisten. Mehr als 50 Prozent der externen Mitarbeiter waren in Asien (inkl. Japan), mehr als 85 Prozent in der Produktion beschäftigt.
Der weltweite Personalaufwand für aktive, interne Mitarbeiter von Infineon betrug im Geschäftsjahr 2011 €1.304 Millionen. In diesen Kosten sind Löhne und Gehälter, inklusive Mehrarbeit und Zulagen, sowie Sozialkosten (Personalaufwendungen und Sozialabgaben) enthalten. Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich der gesamte Personalaufwand im Konzern um 10 Prozent (Vorjahr: €1.379 Millionen).
ALTERSSTRUKTUR, FLUKTUATION UND BETRIEBSZUGEHÖRIGKEIT
Das Durchschnittsalter der fest angestellten Mitarbeiter blieb im Geschäftsjahr 2011 mit 36,4 Jahren konstant im Vergleich zum Vorjahr. Strukturell betrachtet konnten wir vor allem die Altersgruppen von 17-30 Jahren stärken und ihren Anteil steigern (Geschäftsjahr 2011: 31,9 Prozent, Vorjahr: 30,9 Prozent). Dieser Effekt konnte auch für die Gruppen ab 46 Jahren beobachtet werden (Geschäftsjahr 2011: 20,5 Prozent, Vorjahr: 19,5 Prozent). Der Mitarbeiteranteil in der mittleren Altersgruppe (31-45 Jahre) verringerte sich (Geschäftsjahr 2011: 47,8 Prozent, Vorjahr: 49,7 Prozent).
Die Entwicklung der Altersstruktur führt zu einer nahezu unveränderten Betriebszugehörigkeit: mit 9,0 Jahren ist der weltweite Wert der Betriebszugehörigkeit im Geschäftsjahr 2011 konstant geblieben, in Deutschland hat sich die Betriebszugehörigkeit nur leicht auf 13,7 Jahre erhöht (Vorjahr: 13,4 Jahre).
Altersstruktur (Infineon weltweit 2011)

Die weltweite Fluktuation belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf 9,3 Prozent. Dies entspricht einer Reduzierung der Fluktuationsrate um 3,4 Prozentpunkte (Vorjahr: 12,7 Prozent). Wie im Jahr 2010 sind in der Rate Eigenkündigungen und sonstige Abgänge beachtet - nicht eingerechnet wurden die Personalabgänge zu IMC durch den Verkauf unseres Mobilfunkgeschäfts. Die weltweiten Eigenkündigungen (ohne IMC) gingen im Geschäftsjahr 2011 ebenfalls deutlich von 9,9 Prozent in 2010 auf 7,9 Prozent in 2011 zurück. Vor allem in Asien konnte die Fluktuationsquote im Geschäftsjahr 2011 deutlich reduziert werden. Während wir dort 2010 noch eine Fluktuation von 21 Prozent berichten mussten, konnten wir im vergangenen Jahr die Quote auf 14,4 Prozent verringern. In Deutschland schafften wir es, die niedrige Fluktuationsrate zu halten und sogar auf 2,8 Prozent zu senken (inklusive Eigenkündigungen und sonstigen Abgängen; 2010: 3,2 Prozent). Die Entwicklung zeigt uns, dass wir Abgänge weiter reduzieren und unsere Beschäftigungsbedingungen stabilisieren konnten - wichtige Hebel für die Gewinnerzielung im Unternehmen.
Human Resources hat im vergangenen Jahr wichtige Impulse gesetzt, um Infineon nachhaltig zu einem High Performance-Unternehmen zu entwickeln und Mitarbeiter weiterhin zu herausragender Leistung zu befähigen.
Unsere Anstrengungen waren vorrangig auf die Schaffung einer Kultur konzentriert, in der wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern Potenziale ausschöpfen und in zusätzlichen Wert umwandeln. Diesen Entwicklungsprozess verfolgen wir auch in Zukunft weiter und stellen damit die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit, das Engagement und die Motivation unserer Mitarbeiter sicher.
INFINEON WELTWEIT


INFINEON 2011
QUARTAL 01
11 / 2010
Abschluss eines Abkommens über Komponenten für die Produktion von Windkraftanlagen mit Xinjiang Goldwind Science and Technology Co., Ltd., China. Goldwind erhält von Infineon die Lizenz für die Produktion von Insulated Gate Bipolar Transistor (IGBT)-Stacks. Des Weiteren wird Infineon auch IGBT-Stacks an Goldwind liefern.
12 / 2010
Lieferung einer neuen Generation von Sicherheitscontrollern für Europas größtes Ausweisprojekt, den deutschen Personalausweis. Bei diesem Projekt kommt Infineons digitale Sicherheitstechnologie "Integrity Guard" zum Einsatz.
QUARTAL 02
01 / 2011
Volkswagen nutzt programmierbare Hall-Sensoren von Infineon in elektrischen Lenksystemen. Durch den Vorteil der Stresskompensation gleichen die Sensoren Temperaturschwankungen und mechanischen Stress über die Lebensdauer eines Fahrzeugs aus und tragen so zu einer gleichbleibend hohen und robusten Präzision der Signale und damit der Zuverlässigkeit der Systeme bei.
01 / 2011
Gründung einer neuen Geschäftseinheit in Peking, China. Die Infineon Integrated Circuits Co., Ltd. unterstützt alle drei Geschäftssegmente und umfasst eine Fertigung für Leistungshalbleiter (IGBT-Stacks), ein Kompetenzzentrum für Lösungen im Automobilbereich sowie Vertrieb, Marketing, F&E und Zentralfunktionen.
01 / 2011
Abschluss des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts an Intel. Der Kaufpreis beläuft sich auf US$1,4 Milliarden in bar.
02 / 2011
Infineon wird zum dritten Mal mit dem Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft für die beste technologische Innovation ausgezeichnet. Infineon erhält den Preis in der Kategorie "Großunternehmen" für seine Sicherheitstechnologie "Integrity Guard". Keinem anderen Unternehmen wurde in den vergangenen zehn Jahren dieser Preis so oft verliehen wie Infineon.
QUARTAL 03
05 / 2011
Erwerb der Immobilien und Fabrikationsanlagen für die 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung vom Insolvenzverwalter der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG für rund €101 Millionen.
05 / 2011
Erstmalige Präsentation von IGBT-Modulen der Spannungsklasse 4.500 Volt für den Einsatz in Zugantrieben und in der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) auf der PCIM Europe 2011 in Nürnberg.
05 / 2011
Infineon bringt mit dem Embedded Secure Element seinen neuesten Sicherheitscontroller für Near Field Communications-Anwendungen auf den Markt - zusätzlich zu den bereits verfügbaren Secure Elements für NFC SIM-Karten und Micro-SD-Karten. Infineon ist damit der weltweit einzige Halbleiterhersteller, der eine solche Flexibilität in der Absicherung von NFC-Anwendungen bietet.
QUARTAL 04
07 / 2011
Infineon liefert als erster Anbieter TPM (Trusted Platform Module)-Chips für Geräte mit Googles Chrome-Betriebssystem. Die Sicherheitschips unterstützen den Integritätscheck des Betriebssystems. Dieser wird von Google eingesetzt, um zu ermitteln, ob die Hardware oder das Betriebssystem unzulässiger Weise verändert wurden.
09 / 2011
Belieferung der Hyundai Motor Company und der Kia Motor Corporation mit dem Leistungsmodul HybridPACK™1. Das IGBT-Modul kommt in Hybridfahrzeugen zum Einsatz und führt zu einer Kraftstoffersparnis von etwa 15 bis 35 Prozent gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Im Vergleich zu anderen Modulen gleicher Leistung benötigt es bis zu 30 Prozent weniger Halbleiterfläche und kommt mit einem vereinfachten Kühlsystem aus.
UNSER GESCHÄFTSJAHR 2011
ENTWICKLUNG DER GESAMTWIRTSCHAFT UND DER HALBLEITERINDUSTRIE IM GESCHÄFTSJAHR 2011
Im Laufe der zweiten Hälfte des Kalenderjahrs 2011 hat sich das Wachstum der Weltwirtschaft stark abgeschwächt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert in seinem aktuellen Weltwirtschaftsausblick vom 20. September 2011 ein Wirtschaftswachstum von 3,0 Prozent für das Kalenderjahr 2011, nach einem Plus von 4,0 Prozent im Kalenderjahr 2010 (IWF, September 2011). Verantwortlich für das geringere Wachstum waren unter anderem die Naturkatastrophe und das Reaktorunglück in Japan sowie die politischen Unruhen im Mittleren Osten und in Nordafrika. Die langwierigen politischen Auseinandersetzungen in den USA über die Anhebung der Schuldenobergrenze und die sich kontinuierlich zuspitzende Schuldenkrise im Euro-Raum führten im Sommer 2011 zu einer weiteren deutlichen Eintrübung der Konjunkturperspektiven. Nach Meinung der Experten des IWF expandiert der Euro-Raum in 2011 um 1,6 Prozent, nach einem Plus von 1,8 Prozent in 2010. Für die USA veranschlagen sie ein Plus von 1,5 Prozent (Vorjahr: Anstieg um 3,0 Prozent). Die in den USA und in einigen Euro-Ländern nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit belastet die Konjunktur zusätzlich. In Japan wird das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in 2011 voraussichtlich um 0,5 Prozent schrumpfen, während es im Vorjahr noch um 4,0 Prozent gestiegen war. Verantwortlich dafür sind neben der schwächeren Weltwirtschaft insbesondere der Einbruch der Industrieproduktion nach der Naturkatastrophe in Japan vom 11. März 2011 sowie der starke Yen, der den internationalen Handel belastete. Die aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens waren 2011 Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Der IWF rechnet für das Kalenderjahr 2011 mit einem BIP-Anstieg von 8,2 Prozent nach 9,5 Prozent im Jahr 2010. Die verglichen mit dem Vorjahr geringere Wachstumsrate ist zum einen die Folge kontraktiver Politikmaßnahmen zur Vermeidung einer Überhitzung dieser Volkswirtschaften, zum anderen aber auch das Ergebnis einer geringeren Nachfrageexpansion aus den entwickelten Volkswirtschaften.
Weltwirtschaftswachstum

Die geringere Wachstumsdynamik sowie die zunehmende Unsicherheit über Dauer und Tiefe der Abkühlung haben auch im Halbleitermarkt ihre Spuren hinterlassen. Im Kalenderjahr 2011 hat sich das Wachstum des Welt-Halbleitermarkts verglichen zum Vorjahr deutlich verlangsamt. Das Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli geht davon aus, dass das Kalenderjahr 2011 mit einem Plus von 3 Prozent abschließt (Vorjahr: Anstieg um 32 Prozent). Asien-Pazifik (ohne Japan) war nach Meinung der Experten auch im Kalenderjahr 2011 wieder die Wachstumslokomotive im globalen Halbleitermarkt; so rechnet IHS iSuppli mit einem Anstieg um 7 Prozent (Vorjahr: Anstieg um 33 Prozent). Überdurchschnittliche Wachstumsraten sind unter anderem Spiegelbild eines weiter zunehmenden Produktionsaufbaus für elektronische Endgeräte in dieser Region, insbesondere in China. Steigender Wohlstand und dadurch steigende Konsumausgaben in den Schwellenländern Asiens und auch Lateinamerikas gaben der Branche zusätzlich Impulse. Für den europäischen Halbleitermarkt erwartet IHS iSuppli einen leichten Rückgang um 1 Prozent (Vorjahr: Anstieg um 30 Prozent); der amerikanische und japanische Halbleitermarkt schrumpfen 2011 jeweils um 4 Prozent (Vorjahr: Anstieg um 32 Prozent in Amerika beziehungsweise um 33 Prozent in Japan).
Entwicklung des Halbleitermarktes

Insgesamt ist zu erwarten, dass die Halbleiterbranche im Kalenderjahr 2011 moderat expandiert, wenn auch mit einer deutlich geringeren Wachstumsrate, als dies noch im Vorjahr der Fall war. Diese zyklische Abschwächung war nach der sehr dynamischen Erholung im Jahr 2010 erwartet worden, wenn auch weniger stark ausgeprägt. Exogene Schocks, schwindendes Vertrauen in die Nachhaltigkeit der Erholung, das Wiederaufflammen der Finanzkrise sowie Kapazitätsengpässe in einigen Bereichen dämpften das Expansionstempo der Branche.
Unsere Umsatzerlöse unterliegen neben zyklischen auch saisonalen Einflüssen. Das umsatzstärkste Quartal ist erfahrungsgemäß das vierte Quartal des Geschäftsjahrs. Diese kurzfristigen Schwankungen sind jedoch beeinflusst von längerfristigen Zyklen, die aus den Neuerungen der technischen Lösungen unserer Kunden, die unsere Produkte beinhalten, resultieren. Die kurz- und mittelfristige Zyklizität unserer Umsätze reflektiert die Schwankungen in Angebot und Nachfrage nach den Produkten, die unsere Halbleiter beinhalten. Wenn antizipierte Umsätze und Lieferungen nicht wie erwartet stattfinden, können in einem solchen Quartal überproportional hohe Ausgaben und Lagerbestände auftreten, was das Ergebnis des Quartals und möglicherweise das Ergebnis der folgenden Quartale negativ beeinflussen kann.
UNTERNEHMENSINTERNES STEUERUNGSSYSTEM
Im Zentrum der finanziellen Ziele zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts steht bei Infineon die Maximierung des Free-Cash-Flow sowie die Steigerung des Segmentergebnisses. Wir beabsichtigen, dieses Ziel zu erreichen, indem wir Umsatz und Gewinn kontinuierlich steigern und gleichzeitig den Kapitaleinsatz optimieren. Das Planungs- und Steuerungssystem unseres Konzerns ist darauf ausgelegt, eine Vielzahl von Instrumenten bereitzustellen, um die aktuelle Geschäftsentwicklung zu bewerten und daraus zukünftige Strategie- und Investitionsentscheidungen abzuleiten. Ziel ist die optimale Ausschöpfung wirtschaftlicher und unternehmerischer Erfolgspotenziale.
Als High-Tech-Unternehmen agieren wir in einem wachsenden Markt und in einem äußerst dynamischen wirtschaftlichen Umfeld. Zum Erhalt unserer führenden Marktposition sind kontinuierlich Innovationen bei Produkten und Technologien notwendig. Unsere Fertigungstechnologien sind in vielen Marktsegmenten ein wichtiges Differenzierungsmerkmal. Deshalb müssen wir die finanziellen Mittel erwirtschaften, um stets hohe Forschungs- und Entwicklungskosten sowie signifikante Investitionen in unsere Fertigungen zu finanzieren. Der Aufbau zusätzlicher Fertigungskapazitäten erfolgt dabei mit Blick auf die Erschließung von Wachstumspotenzialen, aber auch unter Berücksichtigung einer bestmöglichen Kapazitätsausnutzung zur Vermeidung von Leerstandskosten.
Profitables Wachstum versetzt uns in die Lage, unser Geschäft aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Dies erfordert jedoch eine effiziente Nutzung unserer finanziellen Ressourcen.
Aus diesem Grund führt der Vorstand regelmäßige Gespräche mit den Verantwortlichen der Geschäftsbereiche, der Fertigungsbereiche und der Zentralfunktionen, deren Fokus auf den folgenden drei Erfolgsfaktoren liegt:
| ― | Profitabilität des Geschäftsportfolios |
| ― | effektives Cash-Management |
| ― | effizienter Kapitaleinsatz |
Wir nutzen ein umfassendes Controllingsystem zur Steuerung des Geschäfts entlang dieser drei Erfolgsfaktoren. Dies umfasst sowohl finanzielle als auch operative Kennzahlen. Die zur Steuerung herangezogenen Informationen stammen aus der jährlichen Langfristplanung, dem quartalsweisen Forecasting sowie aus Ist-Daten. Dies erlaubt es unserem Top-Management, Entscheidungen zu treffen, die auf einer fundierten Informationsbasis bezüglich der aktuellen Situation und der erwarteten Entwicklung der wirtschaftlichen und operativen Leistungsfähigkeit basieren.
STEUERUNGSKENNZAHLEN
HAUPTSTEUERUNGSKENNZAHLEN
Um die Wirkung dieser Steuerungsparameter auf die definierten Erfolgsfaktoren zu bewerten, nutzen wir die folgenden drei übergreifenden Unternehmenskennzahlen:
| ― | das Segmentergebnis zur Bewertung der operativen Profitabilität unseres Geschäfts und Portfolios, |
| ― | den Free-Cash-Flow zur Bewertung der Höhe des Mittelzuflusses ohne Finanzierungstätigkeit und |
| ― | die Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise den Return on Capital Employed (RoCE) zur Bewertung der Kapitaleffizienz. |
Das Segmentergebnis ist die wichtigste Kennzahl unseres Konzerns, um den operativen Erfolg zu messen. Sie misst die Qualität unserer Umsatzentwicklung und zeigt, wie effizient wir unser operatives Geschäft steuern. Die Steuerung der Aktivitäten unserer Segmente erfolgt auf Basis des Segmentergebnisses. Damit wir das Segmentergebnis maximieren können, trägt das Management der operativen Segmente die direkte Verantwortung für das Segmentergebnis.
Der Free-Cash-Flow dokumentiert, wie sich operative Rentabilität in Zuflüssen aus liquiden Mitteln niederschlägt und ist auch mit effizientem Einsatz von Betriebskapital verbunden. Investitionen zur Wahrnehmung künftiger Wachstumspotenziale können eine bewusste Belastung des Free-Cash-Flows darstellen.
Wichtigstes finanzielles Ziel ist die Schaffung eines Mehrwerts, das heißt, wir wollen dauerhaft eine Prämie auf unsere Kapitalkosten verdienen. Mit dem Modell des RoCE vergleichen wir die tatsächlich erzielte und geplante Kapitalverzinsung mit den Kapitalkosten.
Diese drei Finanzkennzahlen sind auch die Eckpfeiler unseres Systems zur variablen Vergütung. Wir haben im Geschäftsjahr 2011 das Modell der variablen Vergütung dahingehend geändert, dass der überwiegende Anteil der variablen Gehaltsbestandteile von Mitarbeitern und Führungskräften direkt an diese Kennzahlen gekoppelt ist.
Segmentergebnis
Wir definieren das Segmentergebnis als Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von Wertminderungen von Vermögenswerten (abzüglich Wertaufholungen), Ergebniseffekte aus Umstrukturierungsmaßnahmen und andere Schließungen, Aufwendungen für aktienbasierte Vergütung, akquisitionsbedingte Abschreibungen und Gewinne (Verluste), Gewinne (Verluste) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften und sonstige Erträge (Aufwendungen), einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren. Dies ist die Kennzahl, mit der Infineon die operative Ertragskraft seiner Segmente bewertet (zur Entwicklung des Segmentergebnisses im Geschäftsjahr 2011 siehe auch folgender Abschnitt "Entwicklung der Segmente").
Die folgende Tabelle zeigt die Berechnung des Segmentergebnisses für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Segmentergebnis in Summe | 786 | 475 |
| zuzüglich/abzüglich: | ||
| Wertaufholungen / Wertminderungen von Vermögenswerten, Saldo | 5 | -12 |
| Ergebniseffekte aus Umstrukturierungen und andere Schließungen, Saldo | - | 4 |
| Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen | -2 | - |
| Akquisitionsbedingte Abschreibungen und Verluste | -3 | -4 |
| Verluste im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung von ALTIS | - | -69 |
| Gewinne aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochterunternehmen | - | 4 |
| Sonstige Aufwendungen | -50 | -50 |
| Betriebsergebnis | 736 | 348 |
| Finanzerträge | 39 | 29 |
| Finanzaufwendungen | -65 | -95 |
| Anteiliges Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 4 | 8 |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 714 | 290 |
Um die Umsatzrentabilität sicherzustellen, wird das Segmentergebnis ins Verhältnis zu den Umsatzerlösen gesetzt, woraus sich die Segmentergebnis-Marge ergibt. Sowohl das Gesamtunternehmen als auch die drei operativen Segmente haben das Ziel, über den gesamten Marktzyklus eine Segmentergebnis-Marge zu erwirtschaften, die deutlich über den zur Deckung der Kapitalkosten erforderlichen Margen liegt.
Die folgende Tabelle zeigt das Segmentergebnis auf Konzern- und Segmentebene sowie die Segmentergebnis-Marge des Konzerns und der drei operativen Segmente für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr:
| € in Millionen, außer Prozentsätze | 2011 | 2010 | ||
|---|---|---|---|---|
| Automotive | 279 | 18,0% | 198 | 15,6% |
| Industrial & Multimarket | 444 | 24,7% | 294 | 20,6% |
| Chip Card & Security | 54 | 12,6% | 22 | 5,4% |
| Sonstige Geschäftsbereiche | 14 | -4 | ||
| Konzernfunktionen und Eliminierungen | -5 | -35 | ||
| Gesamt | 786 | 19,7% | 475 | 14,4% |
Wir gehen davon aus, dass die von uns bedienten Märkte Automobil, Industrie und Sicherheits-Anwendungen eine höhere Nachfrage im Vergleich zum übrigen Halbleitermarkt beziehungsweise zum durchschnittlichen weltweiten Wirtschaftswachstum erfahren. Innovationen und Investitionen eröffnen uns die Chance, von der steigenden Nachfrage nach Halbleiterprodukten zu profitieren. Das Management versucht solche Chancen zu erkennen und auszunutzen, die nicht nur zukünftiges Wachstum fördern, sondern auch zur Verbesserung des Segmentergebnisses führen können. Neben anderen Maßnahmen sind insbesondere die Steigerung der Produktivität unserer Fertigungsanlagen, die Aufrechterhaltung des Qualitätsstandards unserer Produkte, die Optimierung des Produktmixes und der Qualität unserer Fertigung sowie die Flexibilität der Kostenbasis Maßnahmen, um den Konzernumsatz und die Bruttomarge zu steigern.
Strikte Kontrolle der betrieblichen Aufwendungen spielt eine zentrale Rolle in unserem Bestreben, das Segmentergebnis zu steigern und die Effizienz unseres operativen Geschäfts zu erhöhen. Besonderes Augenmerk legen wir hierbei auf unsere Betriebskosten sowie darauf, die Betriebsgemeinkosten im Verhältnis zum Umsatz zu optimieren. Dies erfolgt durch Straffung unserer Geschäftsprozesse, Vermeidung von Redundanzen sowie Effizienzinitiativen. Diese Maßnahmen ergänzen wir gegebenenfalls um kurzfristige Initiativen wie Projekte zur Optimierung der Verwaltungskosten.
Free-Cash-Flow
Unter dem Free-Cash-Flow verstehen wir den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelzufluss (-abfluss) aus Investitionstätigkeit, jeweils aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow misst unsere Fähigkeit, den laufenden Betrieb und die notwendigen Investitionen aus unserem operativen Geschäft heraus zu finanzieren. Es ist unser Ziel, einen nachhaltig positiven Free-Cash-Flow zu generieren (zur Erläuterung der Entwicklung des Free-Cash-Flow im Geschäftsjahr 2011 siehe Abschnitt "Entwicklung der Finanzlage").
In der folgenden Tabelle ist die Berechnung der Free-Cash-Flow für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr dargestellt:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | 983 | 958 |
| Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | -2.499 | -355 |
| Einzahlungen/Auszahlungen für Finanzinvestments, Saldo | 1.622 | -30 |
| Free-Cash-Flow | 106 | 573 |
Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Free-Cash-Flow sind neben unserer Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen im Verhältnis zu den Abschreibungen. Zur Entwicklung des Free-Cash-Flow im Geschäftsjahr 2011 siehe auch Abschnitt "Darstellung der Finanzlage - Free-Cash-Flow".
Wir haben in den letzten Jahren das Management unseres operativen Nettoumlaufvermögens erheblich verbessert, indem wir uns fortlaufend auf die Optimierung der Vorräte sowie der Forderungen und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen konzentriert haben.
Da unser Geschäft sehr anlagenintensiv ist, nimmt das effektive Management der Investitionen eine zentrale Rolle im Hinblick auf die Optimierung des Free-Cash-Flows ein.
Die Steuerung der Investitionen erfolgt durch einen kombinierten Top-down-/Bottom-up-Ansatz. Hierbei werden im Rahmen der jährlichen Langfristplanung Investitionsschwerpunkte und ein Investitionsbudget für den Konzern erarbeitet. Im Fortgang stimmen die operativen Einheiten ihre Investitionsprojekte unter Zugrundelegung der definierten Schwerpunkte und des verabschiedeten Budgets untereinander ab. Anhand von Szenarioplanungen erfolgt dann regelmäßig eine Überprüfung und gegebenenfalls eine Anpassung des Budgets und der darin beinhalteten Projekte. Durch eine flexible Investitionspolitik versuchen wir, die geplanten Investitionen jeweils an die Erfordernisse und Marktgegebenheiten anzupassen. Die Investitionsprojekte unterliegen einer stetigen Überwachung der Zeitpläne und der Budgeteinhaltung.
Der Free-Cash-Flow wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene betrachtet.
Return on Capital Employed (RoCE)
RoCE ist definiert als Nettobetriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern, dividiert durch das eingesetzte Kapital. Die Kennzahl RoCE zeigt den Zusammenhang zwischen der Profitabilität und dem für den Geschäftsbetrieb notwendigen Kapital auf. Sie verdeutlicht, wie effizient ein Unternehmen seine Ressourcennutzung steuert. Der RoCE wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene betrachtet.
Return on Capital Employed ist eine gängige Kennzahl und wird auch von Infineon für die Bewertung der Kapitalrentabilität eingesetzt. Die Gegenüberstellung des RoCE mit den gewichteten Kapitalkosten eines Unternehmens gibt Auskunft darüber, wie viel Wert nach Befriedigung der Renditeerwartungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber geschaffen wurde. Somit dient der RoCE als Instrument der wertorientierten Unternehmenssteuerung.
| RoCE = | Nettobetriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern --------------------------------------------------------------------- Eingesetztes Kapital |
Die folgende Tabelle zeigt die Ermittlung des RoCE für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Betriebsergebnis | 736 | 348 |
| Zuzüglich: | ||
| Finanzerträge ohne Zinserträge1 | 2 | 11 |
| Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 4 | 8 |
| Erträge aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 30 | 22 |
| Abzüglich: | ||
| Finanzaufwendungen ohne Zinsaufwendungen2 | -2 | -4 |
| Nettobetriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern | 770 | 385 |
| Aktiva | 5.873 | 4.993 |
| Abzüglich: | ||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | -1.007 | -1.667 |
| Finanzinvestments | -1.685 | -60 |
| Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte | -5 | -495 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | -2.005 | -1.808 |
| Zuzüglich: | ||
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten | 68 | 133 |
| Zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten | - | 177 |
| Eingesetztes Kapital | 1.239 | 1.273 |
| RoCE3 | 62% | 30% |
1 Die Finanzerträge im Geschäftsjahr 2011 betrugen €39 Millionen, worin €37 Millionen Zinserträge enthalten waren. Im Vorjahr betrugen die entsprechenden Werte €29 Millionen und €18 Millionen (siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 9)
2 Die Finanzaufwendungen im Geschäftsjahr 2011 betrugen €65 Millionen, worin €63 Millionen Zinsaufwendungen enthalten waren. Im Vorjahr betrugen die entsprechenden Werte €95 Millionen und €91 Millionen (siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 10)
3 Neue Berechnungsweise: Abweichend zu den Vorjahren werden die zur Veräußerung stehenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten bei der Ermittlung des eingesetzten Kapitals nicht mehr berücksichtigt. Mit der neuen Berechnungsweise erhöht sich der RoCE rückwirkend für das Geschäftsjahr 2010 von 24 Prozent auf 30 Prozent.
Neben der Profitabilität wird der RoCE von der Kapitalintensität in Bezug auf das Sachanlagevermögen sowie auf das Nettoumlaufvermögen beeinflusst. Die Kapitalintensität beschreibt, in welchem Umfang Vermögenswerte eingesetzt werden müssen, um einen bestimmten Umsatz zu realisieren. Es ist unser Ziel, einen RoCE zu erwirtschaften, der über den gewichteten Kapitalkosten liegt, um Wert für unsere Anteilseigner zu schaffen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital, der RoCE, betrug für das Berichtsjahr 62 Prozent nach 30 Prozent im Vorjahreszeitraum und liegt damit über unseren Kapitalkosten. Der deutliche Anstieg des RoCE im Vergleich zum Vorjahr beruht neben dem deutlich verbesserten Ergebnis in Verbindung mit dem leicht gesunkenen eingesetzten Kapital auch auf der Tatsache, dass das eingesetzte Kapital nicht um Sondereffekte, die keinen revolvierenden Charakter haben, wie zum Beispiel einzelne Rückstellungen sowie Verbindlichkeiten aus Put-Optionen auf eigene Aktien, bereinigt wurde.
ERGÄNZENDE STEUERUNGSKENNZAHLEN
Die Hauptsteuerungskennzahlen werden durch weitere Steuerungskennzahlen ergänzt, welche Auskunft über das Wachstumspotenzial, die Kosteneffizienz der verschiedenen Funktionsbereiche sowie die Liquidität geben.
Wachstums- und Rentabilitätskennzahlen
Zur Beurteilung des Wachstumspotenzials werden die Umsatzerlöse und die Wachstumsrate der Umsatzerlöse herangezogen. Um die operative Rentabilität im Detail zu analysieren, werden die dem Segmentergebnis vorgelagerten Ergebnis- und Kostenblöcke betrachtet. Dabei handelt es sich um das Bruttoergebnis vom Umsatz, die Forschungs- und Entwicklungskosten, die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten sowie deren Relation zu den Umsatzerlösen. Diese Kennzahlen werden sowohl zur Unternehmens- als auch zur Segmentsteuerung herangezogen.
Ihre Entwicklung auf Konzernebene ist in der folgenden Tabelle für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr dargestellt:
| € in Millionen, in % vom Umsatz, außer Wachstumsrate der Umsatzerlöse | 2011 | 2010 | ||
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse und Wachstumsrate | 3.997 | 21,3% | 3.295 | 50,9% |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1.654 | 41,4% | 1.237 | 37,5% |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 439 | 11,0% | 399 | 12,1% |
| Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten | 449 | 11,2% | 386 | 11,7% |
Liquiditätskennzahlen
Eine rollierende Liquiditätsplanung sichert eine ausreichende Ausstattung mit liquiden Mitteln. Hierfür kommen die folgenden Kennzahlen auf Konzernebene, nicht aber auf Segmentebene zur Anwendung:
| ― | Brutto-Cash-Position: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zuzüglich Finanzinvestments. |
| ― | Netto-Cash-Position: Brutto-Cash-Position abzüglich kurz- und langfristiger Finanzverbindlichkeiten. |
| ― | Nettoumlaufvermögen: Kurzfristige Vermögenswerte abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, abzüglich Finanzinvestments, abzüglich zur Veräußerung stehender Vermögenswerte, abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten ohne kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten sowie ohne zur Veräußerung stehender Verbindlichkeiten. |
| ― | Investitionen: Summe aus Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und selbsterstellte Vermögenswerte. |
Die folgende Tabelle zeigt die Kennzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Brutto-Cash-Position | 2.692 | 1.727 |
| Netto-Cash-Position | 2.387 | 1.331 |
| Nettoumlaufvermögen | -663 | -130 |
| Investitionen | 887 | 325 |
Des Weiteren werden zur Vermeidung von Leerstandskosten beziehungsweise Kapazitätsengpässen regelmäßig die operativen Kenngrößen Kapazitätsauslastung und prognostizierter Kapazitätsbedarf analysiert. Das Ergebnis dieser Analyse fließt in die Bestimmung des Investitionsbedarfs ein.
Operative Frühindikatoren
Um das Bild bezüglich der aktuellen Unternehmenssituation und der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung abzurunden, verwenden wir folgende operative Frühindikatoren:
| ― | Auftragseingang: Wertmäßige Summe aller Aufträge, die ein Unternehmen in der entsprechenden Rechnungslegungsperiode von seinen Kunden erhalten hat. |
| ― | Auftragseingang zum Umsatz: Verhältnis zwischen Auftragseingang und Umsatzerlösen derselben Rechnungslegungsperiode (auch Book-to-Bill-Ratio genannt). |
Das Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz (sog. Book-to-Bill-Ratio) ist ein Indiz für die Nachfrage. Wenn der Auftragseingang größer ist als der in einer Periode erzielte Umsatz, wird das als Indikator für zukünftiges Umsatzwachstum gewertet. Bei einem Verhältnis über 1 für eine Periode, also der Auftragseingang betragsmäßig größer ist als der in einer Periode erzielte Umsatz, wird dies als Indikator für zukünftiges Umsatzwachstum gewertet. Ist das Gegenteil der Fall, wird ein Umsatzrückgang erwartet. Aufgrund einiger Besonderheiten im Geschäft von Infineon wie zum Beispiel Konsignationslager für Großkunden wird die Kennzahl Auftragsbestand zur Steuerung nur im geringen Maße und zur Leistungsbeurteilung nicht herangezogen. Da bei Konsignationslagern mit Entnahme der Ware durch den Kunden gleichzeitig ein Auftragseingang und der entsprechende Umsatz verbucht werden, wird dieser Teil des Geschäftes im Auftragsbestand nicht widergespiegelt.
In folgender Tabelle sind die operativen Frühindikatoren für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 und das Vorjahr dargestellt:
| € in Millionen, außer Auftragseingang zum Umsatz | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Auftragseingang | 4.231 | 3.999 |
| Auftragseingang zum Umsatz | 1,06 | 1,21 |
Ein weiterer wichtiger Frühindikator für die Geschäftsentwicklung ist die quartalsweise Veränderung der Umsatzprognosen für das laufende und kommende Geschäftsjahr. Werden im Zeitverlauf die Schätzungen für den Jahresumsatz von einem zum nächsten Quartal angehoben, wird dies als Zeichen für gute Wachstumsaussichten im Nahzeithorizont angesehen. Sinken die Schätzungen hingegen kontinuierlich, wird dies als erstes Warnsignal für einen einbrechenden Markt angesehen.
Ist- und Zielwerte der Steuerungskennzahlen
Wir haben ein umfangreiches System zur Messung der wirtschaftlichen Entwicklung des Konzerns aufgebaut, welches eine Vielzahl verschiedener Instrumente umfasst. Die wichtigsten Finanzkennzahlen des Konzerns werden kontinuierlich überwacht. Dabei liegt unser Augenmerk auf der Generierung von Free-Cash-Flow sowie der Entwicklung des Segmentergebnisses.
Wir geben jährlich unsere Finanzziele für den Konzern bekannt und aktualisieren diese bei Bedarf im Laufe des Geschäftsjahrs, wobei bei vielen Kennzahlen verstärkt auf qualitative Ziele geachtet wird, um den Unsicherheiten der wirtschaftlichen Entwicklung Rechnung zu tragen.
In folgender Tabelle sind die von uns verwendeten Steuerungskennzahlen zusammen mit ihren Ist- und Prognosewerten dargestellt:
| € in Millionen, außer Prozentsätze | 2010 Ergebnisse | 2011 ursprüngliche Prognose | 2011 Ergebnisse | 2012 Ausblick |
|---|---|---|---|---|
| Hauptsteuerungskennzahlen | ||||
| Gesamtsegmentergebnis-Marge | 14,4% | mittlerer bis hoher 10% Bereich | 19,7% | niedriger bis mittlerer 10% Bereich |
| Free-Cash-Flow | 573 | solide | 106 | deutlich negativ |
| RoCE | 30% | deutlich über Kapitalkosten | 62% | deutlich über Kapitalkosten |
| Ergänzende Steuerungskennzahlen | ||||
| Wachstums- und Rentabilitätskennzahlen | ||||
| Umsatzwachstum gegenüber Vorjahr | 50,9% | nahezu 10% | 21,3% | Rückgang um mittleren einstelligen Prozentsatz gegenüber GJ2011 |
| Bruttomarge | 37,5% | niedriger 40% Bereich | 41,4% | unter 40% vom Umsatz |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 399 | Wachstum korrespondierend zum Umsatzwachstum | 439 | Anstieg um 5-10% gegenüber GJ2011 |
| Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten | 386 | Gesamtkostenwachstum korrespondierend zum Umsatzwachstum, Verwaltungskosten rückläufig | 449 | Anstieg um 5-10% gegenüber GJ2011 |
| € in Millionen, außer Prozentsätze | 2010 Ergebnisse | 2011 ursprüngliche Prognose | 2011 Ergebnisse | 2012 Ausblick |
|---|---|---|---|---|
| Liquiditätskennzahlen | ||||
| Brutto-Cash-Position | 1.727 | Oberhalb des eigentlichen Ziels von 30 bis 40% der Umsatzerlöse | 2.692 | oberhalb des eigentlichen Ziels von 30 bis 40% der Umsatzerlöse |
| Netto-Cash-Position | 1.331 | Netto-Cash-Position (Cashbestand größer als Finanzverbindlichkeiten) | 2.387 | Netto-Cash-Position (Cashbestand größer als Finanzverbindlichkeiten) |
| Nettoumlaufvermögen | -130 | Keine Angabe | -663 | Erhöhung gegenüber 30. September 2011 |
| Investitionen | 325 | 550 | 887 | ungefähr auf dem Niveau des GJ 2011 |
| Operative Frühindikatoren | ||||
| Auftragseingang zum Umsatz | 1,21 | Keine Angabe | 1,06 | Keine Prognose |
Die guten Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2011 führten zu einem Umsatzwachstum deutlich über der anvisierten 10-Prozent-Marke. Infolgedessen lagen auch die Segmentergebnis-Marge und der RoCE deutlich über den Erwartungen. Trotz eines Investitionsvolumens, das aufgrund gestiegener Bedarfsprognosen erheblich über den Planungen lag, ist es gelungen, den Free-Cash-Flow in etwa auf Höhe der Dividendenzahlung zu halten.
ENTWICKLUNG DER SEGMENTE
GESAMTSEGMENTERGEBNIS-MARGE VON FAST 20 PROZENT IM ABGELAUFENEN GESCHÄFTSJAHR ERZIELT
All unsere operativen Segmente profitierten von der anhaltend hohen allgemeinen Nachfrage nach Halbleiterprodukten. Die Umsatzerlöse lagen bei allen operativen Segmenten über denen des Vorjahrs und erreichten den höchsten Stand seit Einführung der Segmentstruktur.
Das Segmentergebnis in Summe verbesserte sich im Geschäftsjahr 2011 auf €786 Millionen (Vorjahr: €475 Millionen). Wesentlicher Grund war das mit dem Umsatzanstieg einhergehende höhere Bruttoergebnis vom Umsatz. Gegenläufig wirkten sich erhöhte Betriebskosten (Forschungs- und Entwicklungskosten und Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten) aus.
Die Gesamtsegmentergebnis-Marge lag im Geschäftsjahr 2011 bei 19,7 Prozent - gegenüber 14,4 Prozent im Vorjahr.
Umsatzerlöse und Segmentergebnis

AUTOMOTIVE
| € in Millionen, außer Prozentsätze | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Umsatz | 1.552 | 1.268 |
| Anteil am Gesamtumsatz | 39% | 38% |
| Segmentergebnis | 279 | 198 |
| Anteil am Segmentergebnis in Summe | 35% | 42% |
| Segmentergebnis-Marge | 18,0% | 15,6% |
Das Segment Automotive erzielte im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von €1.552 Millionen (Vorjahr: €1.268 Millionen).
Die Automobilbranche entwickelte sich auch im Geschäftsjahr 2011 sehr gut. Die meisten Automobilhersteller weltweit meldeten Rekordumsätze. Die Umsatzsteigerung beruhte auch auf einer wieder erstarkten Nachfrage nach Flottenfahrzeugen. Regierungen, Firmen, Autoleihfirmen und Taxiunternehmen haben ihre Flotte erneuert. Neben dem allgemeinen Wachstum in der Automobilindustrie profitierten wir von dem steigenden Anteil der Elektronik im Auto - beide Effekte zusammen führten dazu, dass wir auch im zweiten Jahr des Aufschwungs eine Wachstumsrate von 22 Prozent verzeichnen konnten. Die Nachfrage nach Modellen der Mittel- und Oberklasse hielt an. Automobile in diesem Segment weisen eine deutlich höhere Ausstattung mit Halbleitern (mehr Sicherheit, mehr Komfort, mehr Extras, stärkere Motoren) auf als die durch die Abwrackprämien geförderten Kleinwagen des Vorjahrs. Auch die Forderungen der Kunden nach höherer Kraftstoffeffizienz - teils aufgrund gestiegener Benzinpreise, teils aufgrund erhöhten Umweltbewusstseins - ließen den Halbleiteranteil im Auto steigen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden vom Kleinwagen bis zur Oberklasse generell über alle Marktsegmente hinweg mehr Autos gebaut. Regional betrachtet sahen wir vor allem eine starke Zunahme der Autoproduktion in Asien-Pazifik, insbesondere in China. Auch die USA kehren langsam zum Produktionsniveau von 2008 zurück. Da der Einbruch dort sehr groß war, spiegelt sich die Erholung in hohen Wachstumsraten wider. In Summe wirkt sich auch die positive Entwicklung in Russland, Lateinamerika und Indien aus, auch wenn jede einzelne Region für sich genommen noch keinen nennenswerten Beitrag zur weltweiten Autoproduktion liefert.
Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2011 €279 Millionen; eine Steigerung von 41 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs von €198 Millionen. Der Umsatzanstieg sowie eine über das gesamte Geschäftsjahr hinweg sehr hohe Fabrikauslastung waren die wesentlichen Gründe für die deutliche Ergebnisverbesserung.
Schwerpunkte der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen in der Weiterentwicklung unserer strategisch wichtigen 32-Bit-Mehrkern-Mikrocontroller-Familie sowie in der Entwicklung weiterer Produkte basierend auf unserer 130-Nanometer-Analog-Mixed-Signal-Fertigungstechnologie SPT9 in Dresden.
ATV: Umsatz und Segmentergebnis der letzten acht Quartale

INDUSTRIAL & MULTIMARKET
| € in Millionen, außer Prozentsätze | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Umsatz | 1.800 | 1.429 |
| Anteil am Gesamtumsatz | 45% | 43% |
| Segmentergebnis | 444 | 294 |
| Anteil am Segmentergebnis in Summe | 56% | 62% |
| Segmentergebnis-Marge | 24,7% | 20,6% |
Im Segment Industrial & Multimarket erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von €1.800 Millionen; ein Anstieg um 26 Prozent zum Geschäftsjahr 2010 mit €1.429 Millionen.
Die Auf- und Nachholeffekte des Krisenjahrs 2009 liefen Mitte des Kalenderjahrs 2011 aus. Bis dahin sahen wir eine sehr robuste Auftragslage mit einem Verhältnis "Auftragseingang zu Umsatz" (sogenannte Book-to-Bill-Ratio) von durchweg über 1. Das Verhältnis "Auftragseingang zu Umsatz" ist ein Indiz für die Nachfrage. Bei einem Verhältnis über 1 bedeutet dies, dass unsere Kunden mehr Aufträge platzieren als wir Umsatz legen - wir also Auftragsbestand aufbauen. Seit Mitte des vierten Quartals des Geschäftsjahrs mehrten sich die Anzeichen, dass die Industrie - vor allem aber Produkte für die Konsumelektronik - wegen steigender konjunktureller Risiken an Fahrt verlieren könnte.
Die Nachfrage nach Steuerungen für Elektromotoren, insbesondere aus dem Maschinenbau, war gegenüber dem Vorjahr hoch. Die VDMA-Prognose für das Kalenderjahr 2011 sieht ein Wachstum gegenüber 2010 von 14 Prozent in der Produktion vor.
Der Markt für erneuerbare Energien hat sich im Geschäftsjahr 2011 uneinheitlich entwickelt. Die Kürzung der Einspeisevergütung für Photovoltaik (PV) hat in Deutschland zur Dämpfung der Nachfrage geführt. Die Anzahl der Neuinstallationen in Deutschland, dem größten Photovoltaik-Markt der Welt, liegt weit unter dem Wert von 2010. Neuinstallationen von Photovoltaik-Anlagen in China und den USA haben demgegenüber zugenommen und die Schwäche in Europa kompensiert. Das Wachstum der weltweiten PV-Neuinstallationen in 2011 ging gegenüber dem Wachstum in 2010 deutlich zurück. Bei den weltweiten Neuinstallationen von Windkraftanlagen wurde 2011 ein Rückgang von etwa 3 Prozent gegenüber 2010 verzeichnet.
Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2011 €444 Millionen, eine Steigerung von 51 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Die Verbesserung des Segmentergebnisses ergibt sich aus einem höheren Umsatz, positiven Skaleneffekten sowie einer weiterhin hohen Auslastung unserer Fertigungsstandorte. Speziell solche Komponenten, die einen merklichen Einfluss auf das Einsparpotenzial elektrischer Energie haben - insbesondere IGBT-Module zur Drehzahlregelung in Industriemotoren und Hochvolt-Leistungstransistoren in Netzteilen - trugen überproportional zum Ergebnis bei. Die erfreuliche Nachfrage nach Smartphones und die weltweite Aufrüstung der Mobilfunkinfrastruktur trugen ebenso zu einer Ergebnisverbesserung bei.
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sind im Jahresvergleich weiter gestiegen und reflektieren vor allem Investitionen in innovative Produkte und zukunftsweisende Technologien. Analog erhöhten sich auch die Vertriebsaufwendungen einerseits vor dem Hintergrund der Stärkung unserer weltweiten Präsenz sowie andererseits im Rahmen der weiteren Verbreiterung unserer Kundenbasis.
IMM: Umsatz und Segmentergebnis der letzten acht Quartale

CHIP CARD & SECURITY
| € in Millionen, außer Prozentsätze | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Umsatz | 428 | 407 |
| Anteil am Gesamtumsatz | 11% | 12% |
| Segmentergebnis | 54 | 22 |
| Anteil am Segmentergebnis in Summe | 7% | 5% |
| Segmentergebnis-Marge | 12,6% | 5,4% |
Im Segment Chip Card & Security erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von €428 Millionen, ein Anstieg um 5 Prozent zum Geschäftsjahr 2010 mit €407 Millionen.
Im November 2010 war der Projektstart des neuen deutschen elektronischen Personalausweises, den wir mit unserem Sicherheits-Controller der SLE 78-Familie beliefern. Dies ist das größte europäische Projekt für behördliche Ausweisdokumente. Damit beliefert Infineon rund 80 Prozent aller in Europa ausgegebenen Ausweise mit Sicherheits-Controllern.
Im Geschäftsjahr 2011 haben wir von der Sonderkonjunktur bei Bezahlkarten profitiert. Viele Banken haben Karten mit Magnetstreifen durch deutlich sicherere Karten mit Sicherheitschip ersetzt. Dieser Trend dürfte sich noch einige Zeit fortsetzen, sind doch erst ein Viertel aller Bankkarten mit einem Sicherheitschip ausgestattet.
Die erfolgreiche strategische Ausrichtung auf neue Geschäftsfelder, die nicht mit klassischen Chipkarten abgedeckt werden können, zeigt sich unter anderem an Komponenten für integrierte Near-Field-Communications(NFC)-Lösungen. Im März 2011 lieferten wir die ersten NFC-Komponenten, bereits im dritten Quartal steuerten diese rund 5 Prozent zum Quartalsumsatz von Chip Card & Security bei.
Die im Geschäftsjahr 2010 begonnene Umstellung der Fertigungstechnologie von 130 Nanometer auf 90 Nanometer wurde auf weitere Fertigungslinien ausgeweitet. Die meisten unserer Produkte mit hohen Stückzahlen werden nun mit einer Strukturgröße von 90 Nanometer gefertigt. Dadurch konnten wir einerseits die Herstellkosten dieser Produkte senken und andererseits weiteres Wachstum ermöglichen. Die Umstellung auf eine Fertigungstechnologie mit einer Strukturgröße von 65 Nanometern wurde begonnen.
Das Segmentergebnis betrug €54 Millionen im Geschäftsjahr 2011; eine Steigerung von €32 Millionen oder 145 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs (€22 Millionen). Bereits ab dem ersten Quartal - und damit deutlich früher als erwartet - konnte eine Segmentergebnis-Marge von über 10 Prozent erzielt werden. Für das Geschäftsjahr 2011 ergab sich eine Marge von 12,6 Prozent. Dazu haben der Umstieg auf die 90-Nanometer-Fertigungstechnologie sowie die Ausrichtung auf neue Sicherheitsanwendungen beigetragen. Im vierten Quartal des Geschäftsjahrs wurden bereits 40 Prozent aller Chips dieses Segments in der 90-Nanometer-Technologie gefertigt. Im gesamten Geschäftsjahr 2010 lag der Anteil noch bei fast Null. Die Umstellung auf die 90-Nanometer-Fertigungstechnologie wirkte sich vor allem auf die beiden Produktkategorien mit extrem hohen Stückzahlen - SIM-Karten sowie kontaktbasierte und kontaktlose Bezahlkarten - positiv aus. Zur Verbesserung des Segmentergebnisses haben nicht zuletzt die Einführung des NFC-Chips im zweiten Quartal und des Ausweistitels für Deutschland im vierten Quartal beigetragen.
Die gesamten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sind im Vergleichszeitraum leicht gestiegen, was hauptsächlich durch konsequente F&E-Investitionen in die nächste Fertigungstechnologie auf Strukturen von 65 Nanometer sowie in unsere strategischen Anwendungsfelder - mobiles Bezahlen, Sicherheit in vernetzten Systeme und hoheitliche Anwendungen - bedingt ist. Im Bereich Vertrieb, Marketing und Verwaltung entwickelten sich die Funktionskosten proportional zum Umsatz.
CCS: Umsatz und Segmentergebnis der letzten acht Quartale

SONSTIGE GESCHÄFTSBEREICHE
| € in Millionen, außer Prozentsätze | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Umsatz | 216 | 194 |
| Anteil am Gesamtumsatz | 5% | 6% |
| Segmentergebnis | 14 | -4 |
| Anteil am Segmentergebnis in Summe | 2% | -1% |
Die Sonstigen Geschäftsbereiche umfassen im Wesentlichen Aktivitäten, die nach dem Verkauf oder der Aufgabe von Geschäftsbereichen bei Infineon verblieben sind - entweder als nachlaufende Aktivitäten, da veräußerte Bereiche weiter auf Produktlieferungen oder Services angewiesen sind, oder als bei Infineon verbleibende Aktivitäten, die keinem anderen Segment zugeordnet werden können und sukzessive auslaufen. So werden Produktlieferungen an Lantiq nach dem Verkauf des Wireline-Communications-Geschäfts hierunter ausgewiesen. Ebenso sind seit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts die für eine definierte Übergangsfrist verbleibenden Produktlieferungen und Serviceleistungen an IMC Teil dieses Geschäftsbereichs, ebenso wie das Geschäft mit analogen und digitalen TV-Tunern sowie mit Empfangskomponenten für Satellitenradios.
Im Geschäftsjahr 2011 betrug der Umsatz €216 Millionen nach €194 Millionen im Geschäftsjahr 2010. Im Gegensatz zum Vorjahr umfassen die Umsatzerlöse im aktuellen Berichtszeitraum das Geschäft mit IMC. Das Segmentergebnis stieg im Geschäftsjahr 2011 um €18 Millionen auf €14 Millionen, bedingt durch das Geschäft mit IMC sowie durch Struktureffekte.
KONZERNFUNKTIONEN UND ELIMINIERUNGEN
Für das Geschäftsjahr 2011 beläuft sich das Segmentergebnis auf minus €5 Millionen gegenüber minus €35 Millionen im Geschäftsjahr 2010.
Auf das Mobilfunkgeschäft entfallende Aufwendungen für Zentralfunktionen sind, sofern sie nach Abschluss des Verkaufs weiterhin anfallen, unter den "Fortgeführten Aktivitäten" auszuweisen (sogenannte verbleibende Kosten). Diese wurden im Geschäftsjahr 2011 für den Zeitraum bis zum Abschluss des Verkaufs des Mobilfunktgeschäfts am 31. Januar 2011 unter Konzernfunktionen und Eliminierungen ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst.
Im Geschäftsjahr 2010 waren darüber hinaus noch Leerstandskosten aus der Fertigung bei ALTIS Semiconductor S.N.C., Essonnes, Frankreich ("ALTIS") dem Bereich Konzernfunktionen und Eliminierung zugeordnet worden, da sie keinen Bezug zum operativen Geschäft hatten. ALTIS war ein Gemeinschaftsunternehmen von Infineon und International Business Machines Corporation, New York, USA ("IBM"), das zum 31. Dezember 2009 entkonsolidiert wurde. Sämtliche Anteile an ALTIS wurden im August 2010 veräußert.
ENTWICKLUNG DER ERTRAGSLAGE
ERLÄUTERUNG DER WESENTLICHEN POSTEN DER KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
| € in Millionen, außer Ergebnis je Aktie | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 3.997 | 3.295 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1.654 | 1.237 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | -439 | -399 |
| Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten | -449 | -386 |
| Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen, Netto | -30 | -104 |
| Betriebsergebnis | 736 | 348 |
| Finanzergebnis (Finanzerträge und -aufwendungen, Netto) | -26 | -66 |
| Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 4 | 8 |
| Erträge aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 30 | 22 |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten | 744 | 312 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 375 | 348 |
| Konzernjahresüberschuss | 1.119 | 660 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) - unverwässert | 1,03 | 0,61 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert | 0,98 | 0,58 |
KONZERNJAHRESÜBERSCHUSS VON DEUTLICH ÜBER €1 MILLIARDE ERZIELT
Im Geschäftsjahr 2011 konnten wir unseren Konzernjahresüberschuss auf €1.119 Millionen steigern. Im Vorjahreszeitraum erzielten wir einen Überschuss von €660 Millionen. Dies entspricht einer Erhöhung um fast 70 Prozent.
Fast 2/3 des Konzernjahresüberschusses entfiel im Berichtszeitraum mit €744 Millionen auf "Fortgeführte Aktivitäten"; eine Steigerung von €432 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Die Verbesserung ist maßgeblich auf das in der Folge des deutlichen Umsatzwachstums um €417 Millionen gestiegene Bruttoergebnis vom Umsatz (Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten) zurückzuführen. Der Anstieg bei den Betriebskosten (Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Vertriebs- und Verwaltungskosten) wurde durch einen Rückgang des negativen Saldos aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen sowie dem Rückgang des negativen Finanzergebnisses mehr als kompensiert.
Nicht fortgeführte Aktivitäten haben mit €375 Millionen zum Konzernjahresüberschuss im Geschäftsjahr 2011 beigetragen (Vorjahr: €348 Millionen). Davon entfielen €541 Millionen auf das Mobilfunkgeschäft, wovon wiederum der Großteil mit €352 Millionen auf den Gewinn aus der Veräußerung des Mobilfunkgeschäfts an Intel entfällt. Negativ wirkten Aufwendungen in Höhe von €176 Millionen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda aufgrund von Neueinschätzungen bestimmter Risiken.
UMSATZERLÖSE DEUTLICH ERHÖHT
Im Geschäftsjahr 2011 konnten wir im Vergleich zum Geschäftsjahr 2010 die Umsatzerlöse um 21 Prozent steigern. Damit war der Umsatzzuwachs erheblich stärker als das Wachstum der Weltwirtschaft und des Halbleitermarktes in diesem Zeitraum. Wir haben nicht nur vorhandene, im Krisengeschäftsjahr 2009 stillgelegte Kapazitäten wieder reaktiviert, sondern durch massive Investitionen zusätzliche Kapazitäten aufgebaut und diese zügig hochgefahren. Durch die dadurch erreichte Ausweitung der Produktionskapazitäten haben wir die gestiegene Nachfrage bedienen können und haben es unseren Kunden ermöglicht, ihrerseits entsprechendes Wachstum zu realisieren.
| € in Millionen, außer Prozentsätze | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 3.997 | 3.295 |
| Prozentuale jährliche Veränderung | 21% | 51% |
| Fremdwährungseffekte im Vergleich zum Vorjahr | -60 | 21 |
| Prozent des Umsatzes | -2% | 1% |
Die Stärke des Euro beeinflusste im Geschäftsjahr 2011 die Umsatzerlöse negativ
Knapp 50 Prozent der Umsatzerlöse des Geschäftsjahrs 2011 sind in Fremdwährungen angefallen. Umsatzerlöse in US-Dollar haben daran den weitaus größten Anteil.
Im Geschäftsjahr 2011 war die Entwicklung des US-Dollar gegenüber dem Euro volatil, hat sich aber über das gesamte Geschäftsjahr gesehen, im Vergleich zum Geschäftsjahr 2010, nicht allzu stark verändert. Lag der Euro/US-Dollar-Wechselkurs zu Beginn des Geschäftsjahrs 2011 bei 1,37, erreichte er im Januar 2011 mit 1,29 sein Jahrestief. Das Jahreshoch im Geschäftsjahr 2011 erreichte der Euro/US-Dollar-Wechselkurs mit 1,49 im Mai 2011. Zum Geschäftsjahresende 2011 schloss der Euro/US-Dollar-Wechselkurs, wie auch zum Geschäftsjahresende 2010, bei 1,36. Demgegenüber lag das Jahreshoch im Geschäftsjahr 2010 bei 1,51 und der Jahrestiefststand bei 1,19.
Die Stärke des Euro gegenüber Fremdwährungen (vorwiegend dem US-Dollar) und die unterjährige Volatilität beeinflusste auch im Geschäftsjahr 2011 die Umsatzerlöse. Über das gesamte Geschäftsjahr gesehen war der Fremdwährungseffekt rund minus €60 Millionen auf die Umsatzerlöse. Der genannte Fremdwährungseffekt im Vergleich zum Vorjahr wird ermittelt, indem auf die Umsätze des aktuellen Jahres der durchschnittliche Wechselkurs des vergangenen Jahres angewendet wird. Die Währungseffekte aus den veräußerten Aktivitäten haben keinen Einfluss auf die Umsatzerlöse, da diese Effekte in den "Nicht fortgeführten Aktivitäten" enthalten sind.
Organisches Wachstum für Umsatzanstieg verantwortlich
Die Umsatzerlöse der Geschäftsjahre 2011 und 2010 beinhalten keine Effekte aus Unternehmensakquisitionen, da wir in diesen Geschäftsjahren keine Akquisitionen getätigt haben. Der Umsatzanstieg resultiert ausschließlich aus organischem Wachstum.
Anstieg der Umsatzerlöse in allen Regionen
| € in Millionen, außer Prozentsätze | 2011 | 2010 | ||
|---|---|---|---|---|
| Europa, Naher Osten, Afrika | 1.920 | 48% | 1.528 | 46% |
| darin: Deutschland | 1.090 | 27% | 862 | 26% |
| Asien-Pazifik (ohne Japan) | 1.450 | 36% | 1.202 | 36% |
| darin: China | 663 | 17% | 595 | 18% |
| Japan | 202 | 5% | 184 | 6% |
| Amerika | 425 | 11% | 381 | 12% |
| Gesamt | 3.997 | 100% | 3.295 | 100% |
Die Umsatzerlöse sind in allen Regionen gestiegen. Europa bleibt trotz der wachsenden Bedeutung des asiatischen Raums der größte Absatzmarkt für Infineon. Die regionale Verteilung der Umsatzerlöse hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert.
Die Naturkatastrophe und das Reaktorunglück in Japan haben unsere Umsätze nicht signifikant beeinflusst. Allerdings hatten wir infolge der Ereignisse in Japan einen nicht unerheblichen logistischen und einkaufsrelevanten Aufwand, der sich jedoch nicht vollends quantifizieren lässt.
Umsatzerlöse nach Regionen

Stabile Kundenstruktur auch im Geschäftsjahr 2011
Wie in den Vorjahren arbeiten wir mit einer Reihe von Großkunden zusammen. Im Geschäftsjahr 2011 entfielen auf unsere 25 größten Kunden 71 Prozent (Vorjahr: 72 Prozent) unserer Umsatzerlöse. Hierbei waren keine wesentlichen Änderungen zu verzeichnen.
Kein einzelner Kunde unserer fortgeführten Aktivitäten trug in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 mit mehr als 10 Prozent zu unseren Umsatzerlösen bei.
BRUTTOERGEBNIS VOM UMSATZ PROFITIERT VOM UMSATZWACHSTUM UND SKALENEFFEKTEN
Das Bruttoergebnis vom Umsatz (Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten) belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf €1.654 Millionen (Vorjahr: €1.237 Millionen). Der Umsatzanstieg zusammen mit Verbesserungen im Produktmix sowie einer nahezu vollständigen Auslastung unserer Fertigungsanlagen glichen Preisrückgänge bei unseren Produkten mehr als aus.
Teile unserer Umsatzkosten fallen in fremder Währung an und gleichen Währungseffekte auf unsere Umsatzerlöse teilweise aus. Im Geschäftsjahr 2011 wirkten sich Währungseffekte mit rund minus €40 Millionen auf das Bruttoergebnis vom Umsatz aus.
| € in Millionen, außer Prozentsätze | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Umsatzkosten | 2.343 | 2.058 |
| Prozentuale jährliche Veränderung | 14% | 22% |
| Prozent des Umsatzes | 58,6% | 62,5% |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1.654 | 1.237 |
| Prozent des Umsatzes (Bruttomarge) | 41,4% | 37,5% |
Umsatzkosten steigen nur unterproportional im Vergleich zu den Umsatzerlösen
Die Umsatzkosten beliefen sich i m Geschäftsjahr 2011 auf €2.343 Millionen, ein Anstieg von €285 Millionen oder 14 Prozent verglichen zu €2.058 Millionen im Geschäftsjahr 2010.
Unsere Umsatzkosten enthalten vor allem:
| ― | Materialkosten - vor allem Kosten für Rohwafer, |
| ― | Personalkosten, |
| ― | Gemeinkosten, einschließlich der Wartung der Produktionsanlagen, Betriebsstoffe, Betriebsmittel und Lizenzgebühren, |
| ― | Kosten für Zulieferer für Montage und Tests, |
| ― | Fertigungsunterstützung inklusive Gebäudeflächen, Versorgungsanlagen, Qualitätskontrolle, Automatisierung und Leitungsfunktionen sowie |
| ― | Kosten der Auftragsfertigung. |
Zusätzlich zu den umsatzbezogenen Faktoren ist die Bruttomarge beeinflusst durch:
| ― | Auslastung der Fertigungsstätten und damit verbundene Leerstandskosten, |
| ― | Abschreibung erworbener immaterieller Vermögenswerte und aktivierter Entwicklungskosten, |
| ― | Produktgarantieleistungen, |
| ― | Wertberichtigungen für überschüssigen oder veralteten Lagerbestand sowie |
| ― | Zulagen und Zuschüsse, die über die wirtschaftliche Restnutzungsdauer der Fertigungsanlagen realisiert werden. |
Da wir einen Großteil unserer Produkte in eigenen Produktionsstätten fertigen und daher einen relativ hohen Fixkostenblock haben, reagieren unsere Umsatzkosten nicht proportional zu einem Anstieg beziehungsweise Rückgang der Umsatzerlöse. Fixkosten zeichnen sich - im Gegensatz zu sogenannten variablen Kosten - dadurch aus, dass sie in Zeiten rückläufiger Umsätze und damit einhergehend geringerer Fertigungsauslastung nicht automatisch zurückgehen. In der Folge entstehen sogenannte "Leerstandskosten", die den weiteren Anfall der Fixkosten infolge geringerer Fertigungsauslastung widerspiegeln. In Zeiten rückläufiger Umsatzerlöse und damit einhergehender geringerer Auslastung der Fertigungsanlagen sinkt durch diesen Effekt die Bruttomarge überproportional verglichen mit dem Rückgang der Umsatzerlöse. In Zeiten des Umsatzwachstums kehrt sich der Effekt um, das bedeutet, die Bruttomarge steigt überproportional zum Umsatzwachstum bis zum Erreichen der Vollauslastung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr zeigt sich dieser Effekt daran, dass der Umsatz um 21 Prozent angestiegen ist, wohingegen das Bruttoergebnis vom Umsatz um 34 Prozent gestiegen ist.
BRUTTOMARGE STEIGT WEITER AN
Im Geschäftsjahr 2011 stieg unsere Bruttomarge auf 41,4 Prozent verglichen zu 37,5 Prozent im Vorjahr. Nachdem sich die Bruttomarge im Geschäftsjahr 2010 bereits infolge des deutlich gestiegenen Umsatzvolumens und der damit einhergehenden Auslastungserhöhung unserer Produktion deutlich erhöht hatte, flachte der Anstieg im Geschäftsjahr 2011 ab.
Seit Dezember 2009 sind unsere Fertigungskapazitäten mit einer Auslastungsrate von 90 bis 100 Prozent, einschließlich der in den Geschäftsjahren 2010 und 2011 zusätzlich aufgebauten Kapazitäten, nahezu voll ausgelastet. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang der Leerstandskosten im Geschäftsjahr 2010 gegenüber 2009. Im Geschäftsjahr 2011 waren durch die hohe Auslastung nahezu keine Leerstandskosten zu verzeichnen.
Entwicklung des Bruttoergebnisses vom Umsatz und der Bruttomarge

LEICHTER ANSTIEG DER FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN SOWIE DER VERTRIEBSKOSTEN UND ALLGEMEINEN VERWALTUNGSKOSTEN
Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E)
Die Aufwendungen für F&E umfassen vor allem Personalkosten, Materialkosten, Abschreibungen und Instandhaltung der Laboreinrichtungen, die wir für unsere F&E-Projekte benötigen. Zu den F&E-Projekten zählen Projekte zur Produkt- sowie zur Technologieentwicklung. In den Aufwendungen für F&E sind im Übrigen Kosten Dritter für Leistungen bei der Produkt- und Technologieentwicklung ebenso wie Kosten aus Vereinbarungen über die Entwicklungen von gemeinsamen Technologien und Produkten mit unseren Partnern enthalten.
Zum 30. September 2011 besitzen wir mehr als 15.700 Patentanmeldungen und Patente (im Folgenden als "Patente" bezeichnet) in über 30 Ländern weltweit. Diese Patente gehören zu ungefähr 6.750 "Patentfamilien" (jede Patentfamilie umfasst alle Patente, die auf die gleiche Erfindung zurückzuführen sind).
| € in Millionen, außer Prozentsätze | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 439 | 399 |
| Prozentuale jährliche Veränderung | 10% | 25% |
| Prozent des Umsatzes | 11,0% | 12,1% |
| Zulagen und Zuschüsse | 60 | 47 |
| Prozent des Umsatzes | 1,5% | 1,4% |
| Aktivierte Entwicklungskosten | 39 | 27 |
| Prozent der Forschungs- und Entwicklungskosten | 9% | 7% |
Im Geschäftsjahr 2011 sind die F&E-Kosten um €40 Millionen oder 10 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2010 gestiegen. Dies resultiert im Wesentlichen aus Personalaufbau sowie höheren Sachkosten im F&E-Bereich in allen operativen Segmenten. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wurden vor allem in den Segmenten Automotive sowie Industrial & Multimarket ausgeweitet, um mit weiteren Produktinnovationen bestehende oder zukünftige Marktbedürfnisse zu adressieren. Trotz absolut gestiegener Kosten reduzierten sich die Forschungs- und Entwicklungskosten in Prozent des Umsatzes von 12,1 Prozent im Vorjahr auf 11,0 Prozent im Geschäftsjahr 2011, da die Kosten, verglichen zu den Umsatzerlösen, unterproportional anstiegen.
Die aktivierten Entwicklungskosten haben sich auf €39 Millionen erhöht, gegenüber €27 Millionen im Vorjahr. Ebenso stiegen die erhaltenen Zulagen und Zuschüsse für Forschung und Entwicklung im Geschäftsjahr 2011 um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
F&E-Kosten: absolut und im Verhältnis zum Umsatz

Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten
Die Vertriebskosten umfassen Sachkosten und Personalkosten für die Mitarbeiter des Vertriebs und des Marketings, Kosten für Kundenmuster, Verkaufsförderungsmaßnahmen und Marketingaufwendungen.
Die allgemeinen Verwaltungskosten beinhalten die Personalkosten der Mitarbeiter in der Verwaltung, nicht produktionsbezogene Gemeinkosten, Beratungshonorare, Rechtsanwaltskosten und andere Honorare für externe Dienstleister.
| € in Millionen, außer Prozentsätze | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten | 449 | 386 |
| Prozentuale jährliche Veränderung | 16% | 16% |
| Prozent des Umsatzes | 11,2% | 11,7% |
Auch bei den Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten ist gegenüber dem Vorjahr im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Anstieg von €386 Millionen auf €449 Millionen zu verzeichnen. Die Zunahme ist im Wesentlichen auf umsatzabhängige Vertriebskosten sowie Personalkosten zurückzuführen. Mit 11,2 Prozent des Umsatzes verringerten sie sich relativ zu den Umsatzerlösen geringfügig verglichen zum Vorjahr (11,7 Prozent).
Marketingaufwendungen für Werbung und Messeauftritte haben aufgrund unserer Vertriebs- und Kundenstruktur lediglich einen unwesentlichen Umfang und betragen i m Geschäftsjahr 2011 weniger als 1 Prozent der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten.
Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten: absolut und im Verhältnis zum Umsatz

RÜCKGANG DES NEGATIVEN SALDOS DER SONSTIGEN BETRIEBLICHEN ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN AUF MINUS €30 MILLIONEN
Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen weisen im Geschäftsjahr 2011 einen Saldo von minus €30 Millionen auf. Im Vorjahr betrug dieser minus €104 Millionen und resultierte im Wesentlichen aus dem im Zuge der Entkonsolidierung von ALTIS realisierten Verlust von €69 Millionen.
Weitere Details zu den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen finden sich im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 8.
FINANZERGEBNIS VERBESSERT AUFGRUND RÜCKLÄUFIGER ZINSBELASTUNGEN UND HÖHERER ERTRÄGE AUS DER GELDANLAGE
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Finanzerträge | 39 | 29 |
| Finanzaufwendungen | -65 | -95 |
| Finanzergebnis | -26 | -66 |
Das Finanzergebnis, also der Saldo aus Finanzerträgen und Finanzaufwendungen, verbesserte sich im Geschäftsjahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um €40 Millionen auf minus €26 Millionen. Darin enthalten sind €18 Millionen Verluste, die aus den im Geschäftsjahr 2011 getätigten Rückkäufen von Anteilen unserer im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe (siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 27) entstanden. Im Vorjahr belief sich das Finanzergebnis noch auf minus €66 Millionen. Die deutliche Verbesserung des Finanzergebnisses ist auf die mit dem Rückgang der Finanzverbindlichkeiten gesunkenen Zinsaufwendungen sowie auf die mit der gestiegenen Brutto-Cash-Position verbundenen Zinserträge zurückzuführen.
STEUERERTRAG DURCH NEUEINSCHÄTZUNG AKTIVER LATENTER STEUERN
Die aktiven latenten Steuern, die im Wesentlichen aus steuerlichen Verlustvorträgen und ungenutzten Steuervergünstigungen resultieren, sind an jedem Bilanzstichtag dahingehend zu untersuchen, ob ihre Nutzung wahrscheinlich ist. Die Neueinschätzung der Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern beziehungsweise die Nutzung von unberücksichtigten Steuervorteilen führten im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer Auflösung von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern in Höhe von €44 Millionen (Vorjahr: €73 Millionen).
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 wird unsere effektive Steuerquote insbesondere durch Auflösungen von Rückstellungen nach abgeschlossenen Betriebsprüfungen sowie durch nicht abzugsfähige Aufwendungen und steuerfreie Erträge beeinflusst.
In ausländischen Jurisdiktionen erhalten wir Steuervergünstigungen. Des Weiteren sind die Steuersätze in den ausländischen Jurisdiktionen, in denen wir unser Geschäft betreiben, im Durchschnitt niedriger als in Deutschland.
| € in Millionen, außer Prozentsätze | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Deutschland | 404 | 135 |
| Ausland | 310 | 155 |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 714 | 290 |
| Laufender Steueraufwand: | ||
| Deutschland | 29 | -10 |
| Ausland | -39 | -36 |
| -10 | -46 | |
| Latenter Steuerertrag: | ||
| Deutschland | 40 | 71 |
| Ausland | - | -3 |
| 40 | 68 | |
| Ertrag aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 30 | 22 |
| Effektive Steuerquote | 4% | 8% |
ERGEBNIS AUS NICHT FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN, ABZÜGLICH STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG
Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, für die Geschäftsjahre 2011 und 2010 setzt sich wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Qimonda | -176 | 15 |
| Wireline-Communications-Geschäft | 10 | 93 |
| Mobilfunkgeschäft | 541 | 240 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 375 | 348 |
Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag, belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf €375 Millionen. Davon stammen €541 Millionen aus dem Mobilfunkgeschäft, wovon auf den Gewinn nach Steuern aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts €352 Millionen entfallen. €189 Millionen resultierten aus dem operativen Ergebnis des Mobilfunkgeschäfts bis zum Abschluss des Verkaufs am 31. Januar 2011 sowie aus Aktivitäten nach Abschluss des Verkaufs. Die Gesellschaft hatte sich gegenüber dem Käufer Intel/IMC verpflichtet, für eine zeitlich begrenzte Dauer von einigen Monaten und zur Sicherstellung des Übergangs Leistungen, wie zum Beispiel Produktions- und Serviceleistungen, zu erbringen.
Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2011 ist durch einen Nachsteuer-Aufwand im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda in Höhe von €176 Millionen belastet, der im Wesentlichen aus der Erhöhung von Rückstellungen für mögliche Risiken aus der Insolvenz von Qimonda resultiert (siehe hierzu ausführlich Anhang zum Konzernabschluss Nr. 38).
Demgegenüber lag das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2010 bei €348 Millionen. Der überwiegende Teil stammt aus dem operativen Ergebnisbeitrag des Mobilfunkgeschäfts, der infolge des Verkaufs auch rückwirkend unter den nicht fortgeführten Aktivitäten zu zeigen ist. Darüber hinaus war der Gewinn nach Steuern von €93 Millionen aus dem Verkauf des Wireline-Communications-Geschäfts an Lantiq enthalten.
ERGEBNIS JE AKTIE VERBESSERT SICH IM ZUGE DER ERGEBNISVERBESSERUNG
Wie beschrieben lag der Konzernjahresüberschuss im Geschäftsjahr 2011 mit €1.119 Millionen (Vorjahr: €660 Millionen) signifikant über dem des Vorjahrs.
Dies führt zu einer entsprechend deutlichen Verbesserung des Ergebnisses je Aktie. Belief sich das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr 2010 auf €0,61 beziehungsweise €0,58, betrug das unverwässerte Ergebnis je Aktie im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 €1,03 und das verwässerte Ergebnis je Aktie €0,98.
Das auf die fortgeführten Aktivitäten entfallende Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr 2011 beträgt unverwässert €0,68 und verwässert €0,66 gegenüber einem unverwässerten Ergebnis je Aktie von €0,29 und verwässertem Ergebnis je Aktie von €0,28 im Vorjahr.
DARSTELLUNG DER VERMÖGENSLAGE
| € in Millionen, außer Prozentsätze | 2011 | 2010 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Kurzfristige Vermögenswerte | 3.971 | 3.590 | 11% |
| Davon: Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte | 5 | 495 | --- |
| Langfristige Vermögenswerte | 1.902 | 1.403 | 36% |
| Summe Vermögenswerte | 5.873 | 4.993 | 18% |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 2.005 | 1.808 | 11% |
| Davon: Zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten | - | 177 | --- |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 513 | 560 | -8% |
| Summe Verbindlichkeiten | 2.518 | 2.368 | 6% |
| Eigenkapital | 3.355 | 2.625 | 28% |
| Bilanzkennzahlen: | |||
| Gesamtkapitalrendite1 | 19% | 13% | |
| Eigenkapitalquote2 | 57% | 53% | |
| Eigenkapitalrendite3 | 33% | 25% | |
| Verschuldungsgrad4 | 9% | 15% | |
| Vorratsintensität5 | 9% | 10% | |
| RoCE | 62% | 30% |
1 Gesamtkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss / Gesamtvermögen
2 Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtvermögen
3 Eigenkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss / Eigenkapital
4 Verschuldungsgrad = (langfristige + kurzfristige Finanzverbindlichkeiten) / Eigenkapital
5 Vorratsintensität = Vorräte (netto) / Gesamtvermögen
GESAMTVERMÖGEN STEIGT UM 18 PROZENT; BRUTTO-CASH-POSITION BETRÄGT 46 PROZENT DES GESAMTVERMÖGENS
Gegenüber dem 30. September 2010 erhöhte sich die Bilanzsumme von €4.993 Millionen um €880 Millionen oder 18 Prozent auf €5.873 Millionen. Wesentliche Ursache hierfür ist bei den kurzfristigen Vermögenswerten der Anstieg der Brutto-Cash-Position (Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und Finanzinvestments) um €965 Millionen und bei den langfristigen Vermögenswerten vor allem der Anstieg des Sachanlagevermögens um €505 Millionen aufgrund unserer Investitionstätigkeit, wohingegen sich der Betrag der "zur Veräußerung stehenden Vermögenswerte" um €490 Millionen reduzierte. Auf der Passivseite erhöhten sich die kurzfristigen Rückstellungen - hauptsächlich infolge der Erhöhung der Rückstellungen für Qimonda-Risiken - um €257 Millionen, wohingegen sich die "zur Veräußerung stehenden Verbindlichkeiten" infolge des Abschlusses des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts um €177 Millionen verringerten. Die Dividendenausschüttung, Anleiherückkäufe und die Begebung von Put-Optionen auf eigene Aktien wirkten sich mindernd auf das Eigenkapital aus, welches aufgrund des im Geschäftsjahr 2011 erzielten Konzernjahresüberschusses dennoch in Summe um €730 Millionen gegenüber dem 30. September 2010 zugenommen hat. Dem eigenkapitalreduzierenden Effekt aus der Begebung von Put-Optionen auf eigene Aktien steht ein Anstieg in annähernd gleicher Höhe bei den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber.
Der im Vergleich zum Eigenkapital beziehungsweise Gesamtvermögen stärker gestiegene Konzernjahresüberschuss führte zu einem Anstieg der Renditekennziffern. Unsere Eigenkapitalrendite erreichte im Geschäftsjahr 2011 33 Prozent (Vorjahr: 25 Prozent) und die Gesamtkapitalrendite kletterte auf 19 Prozent (Vorjahr: 13 Prozent).
ANSTIEG DER KURZFRISTIGEN VERMÖGENSWERTE INFOLGE DES VERKAUFS DES MOBILFUNKGESCHÄFTS
Insgesamt erhöhten sich die kurzfristigen Vermögenswerte zum 30. September 2011 auf €3.971 Millionen, ein Anstieg um €381 Millionen gegenüber dem Vorjahr mit €3.590 Millionen.
Wesentlicher Treiber war die Brutto-Cash-Position, welche sich um €965 Millionen verbesserte. Der größte Effekt war der Zufluss von €1.020 Millionen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts. Mindernd wirkten die Rückkäufe von Anteilen der im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe, die Dividendenzahlung und die Ausübung von Put-Optionen auf eigene Aktien in Höhe von zusammen €308 Millionen. Ferner reduzierten die Investitionen in Sachanlagen die Brutto-Cash-Position.
Der Abgang der an IMC übertragenen Vermögenswerte, die in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2010 als "zur Veräußerung stehend" ausgewiesen wurden, wirkte mit €490 Millionen mindernd auf die kurzfristigen Vermögenswerte. Um €70 Millionen verringert haben sich auch die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte, was im Wesentlichen mit der Inanspruchnahme der zur Absicherung des Veräußerungserlöses aus dem Mobilfunkgeschäft abgeschlossenen US-Dollar/Euro-Verkaufsoptionen und mit den geringen beizulegenden Zeitwerten von Finanzinstrumenten zur Währungsabsicherung im Rahmen des operativen Geschäfts zusammenhängt. Trotz Umsatzanstieg sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um €94 Millionen zurückgegangen. Dies hängt damit zusammen, dass zum 30. September 2010 in dieser Position noch Forderungen des Mobilfunkgeschäfts enthalten waren, die im Zuge des Verkaufs nicht auf IMC übergegangen sind. Die Vorräte blieben zum 30. September 2011 mit €507 Millionen nahezu konstant im Vergleich zu €514 Millionen zum 30. September 2010.
Bilanzstruktur Aktiva

ANHALTEND HOHE INVESTITIONEN FÜHREN ZU EINEM ANSTIEG DER LANGFRISTIGEN VERMÖGENSWERTE
Die langfristigen Vermögenswerte stiegen zum 30. September 2011 um €499 Millionen im Vergleich zum 30. September 2010, hauptsächlich aufgrund gestiegener Investitionen in das Sachanlagevermögen. Gegenläufig wirkte die Verringerung der aktiven latenten Steuern um €46 Millionen. Diese resultiert aus einer Realisierung aktiver latenter Steuern in Höhe von €82 Millionen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts, die teilweise durch die Erhöhung aktiver latenter Steuern durch eine Neueinschätzung in Bezug auf die fortgeführten Aktivitäten kompensiert wurde.
ERHÖHUNG DER FÜR QIMONDA GEBILDETEN RÜCKSTELLUNGEN; VERBINDLICHKEITEN STEIGEN UM 6 PROZENT
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten betrugen zum 30. September 2011 €2.005 Millionen, ein Anstieg um €197 Millionen im Vergleich zum 30. September 2010 (€1.808 Millionen). Die Rückstellungen haben sich um €257 Millionen erhöht. Dies ist im Wesentlichen auf einen Anstieg der Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda um €203 Millionen zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sind hauptsächlich aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens um insgesamt €70 Millionen angestiegen. Die im Zusammenhang mit der Begebung von Put-Optionen auf eigene Aktien zu erfassende Verbindlichkeit betrug zum 30. September 2011 einschließlich der erforderlichen Aufzinsung €143 Millionen und führte zu einer Erhöhung der sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten auf €159 Millionen. Gegenläufig wirkt der Rückgang der zur Veräußerung stehenden Verbindlichkeiten um €177 Millionen infolge des Abgangs der an IMC übertragenen Verbindlichkeiten des Mobilfunkgeschäfts.
Die langfristigen Verbindlichkeiten reduzierten sich um €47 Millionen auf €513 Millionen zum 30. September 2011 im Vergleich zu €560 Millionen zum 30. September 2010.
Durch den Rückgang der kurzfristigen und langfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie der Erhöhung des Eigenkapitals hat sich der Verschuldungsgrad von 15 Prozent zum 30. September 2010 auf 9 Prozent zum 30. September 2011 reduziert.
Bilanzstruktur Passiva

EIGENKAPITAL ERHÖHT SICH TROTZ DIVIDENDENZAHLUNG UND BEGEBENER PUT-OPTIONEN AUFGRUND DES KONZERNJAHRESÜBERSCHUSSES; EIGENKAPITALQUOTE STEIGT AUF 57 PROZENT
Das Eigenkapital zum 30. September 2011 erhöhte sich um €730 Millionen oder 28 Prozent auf €3.355 Millionen (30. September 2010: €2.625 Millionen). Wesentlicher Grund für den Anstieg ist der im Geschäftsjahr 2011 erzielte Konzernjahresüberschuss von €1.119 Millionen.
Eigenkapitalreduzierend wirkte die gezahlte Dividende von €109 Millionen. Darüber hinaus verringerte sich die Kapitalrücklage um €95 Millionen im Zusammenhang mit den im Geschäftsjahr 2011 getätigten Rückkäufen von Anteilen der im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe. Mit den Anteilsrückkäufen wurden Wandlungsrechte für über 25,5 Millionen Aktien zurückerworben.
Die im Geschäftsjahr 2011 im Rahmen des Programms zur Kapitalrückgewähr begebenen Put-Optionen haben das Eigenkapital um insgesamt €160 Millionen reduziert. Davon entfielen zum 30. September 2011 €142 Millionen auf die zu erfassende Verpflichtung zum Erwerb eigener Aktien für ausstehende Put-Optionen und €26 Millionen auf aus der Ausübung von Put-Optionen erhaltene eigene Aktien. Erhaltene Optionsprämien von €8 Millionen wirkten eigenkapitalerhöhend.
DARSTELLUNG DER FINANZLAGE
CASH-FLOW
Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit wird ausgehend vom Konzernjahresüberschuss indirekt abgeleitet. Die Mittelabflüsse aus Investitionstätigkeit und die Mittelzu- und -abflüsse aus Finanzierungstätigkeit sind jeweils direkt ermittelt. Die Veränderungen von Bilanzpositionen sind um Effekte aus Währungsschwankungen und aus Konsolidierungskreisänderungen bereinigt. Sie können deshalb nicht mit den entsprechenden Veränderungen in der Konzern-Bilanz abgestimmt werden.
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | 983 | 958 |
| Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | -2.499 | -355 |
| Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | -352 | -487 |
| Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 1.206 | 136 |
| Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | -662 | 252 |
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten auf Vorjahresniveau gehalten
Im Geschäftsjahr 2011 lag der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten mit €983 Millionen um €25 Millionen über dem Niveau des Vorjahrs (€958 Millionen). Ausgehend von einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Abschreibungen, Zinsen und Ertragsteuern von €1.104 Millionen wirkten vor allem eine weitere Kapitalbindung in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den Vorräten für die fortgeführten Aktivitäten von zusammen €122 Millionen sowie geleistete Ertragsteuerzahlungen von €60 Millionen reduzierend auf den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten. Demgegenüber hat die Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen einen positiven Effekt von €87 Millionen.
Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €958 Millionen im Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Abschreibungen, Zinsen und Ertragsteuern in Höhe von €699 Millionen. Darin enthalten waren als Sondereffekt der nicht zahlungswirksame Teil des operativen Verlustes aus der Entkonsolidierung von ALTIS von €55 Millionen sowie nicht zahlungswirksame Veränderungen von Rückstellungen mit einem Betrag von €96 Millionen. Weiter wurde der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2010 durch eine geringere Kapitalbindung im Nettoumlaufvermögen, also dem Saldo aus Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, in Höhe von €79 Millionen positiv beeinflusst.
Hoher Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten getrieben durch hohe Investitionen in Sachanlagevermögen und hohes Anlagevolumen in Finanzinvestments
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf €2.499 Millionen. Auf den Kauf von Finanzinvestments, welche im Wesentlichen Geldanlagen mit einer Laufzeit von sechs Monaten umfassen, entfielen im Saldo €1.622 Millionen. Da unsere Definition der Brutto-Cash-Position neben den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten auch die Finanzinvestments beinhaltet, hatte dies keine Auswirkung auf unsere Brutto-Cash-Position.
Wir haben im Geschäftsjahr 2011 in Summe €845 Millionen in Sachanlagen investiert. Schwerpunkt der getätigten Investitionen waren der Ausbau von Front-End-Power-Kapazitäten in Kulim, Malaysia, und in Villach, Österreich, für Leistungs-MOSFETs und IGBTs. Im Einklang mit den Front-End-Kapazitäten erfolgte der Ausbau der Back-End-Fertigungskapazitäten in Malacca, Malaysia, für diskrete IGBTs und in Cegled, Ungarn, für IGBT-Module. Zudem haben wir im dritten Quartal Immobilien und Anlagen von Qimonda in Dresden, Deutschland, erworben, um die Herstellung von Leistungshalbleitern auf 300-Millimeter-Dünnwafern für die Massenproduktion vorzubereiten.
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten betrug im Geschäftsjahr 2010 €355 Millionen. Investitionen in Sachanlagen beliefen sich im Vorjahr auf €292 Millionen. Zusätzlich führte die Entkonsolidierung von ALTIS zu einem Rückgang der Zahlungsmittel um €88 Millionen. Nettozuflüsse aus dem Verkauf von Finanzinvestments betrugen €30 Millionen.
Ausgaben für Investitionen1

1 ohne Finanzinvestments
2 In diesen Ausgaben sind € 91 Millionen für die vom Insolvenzverwalter der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG erworbenen Immobilien und Fertigungsanlagen enthalten.
Rückkäufe von Anteilen der Wandelanleihe und von Aktien über Put-Optionen sowie die Dividendenzahlung führen zu einem Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten
Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten lag im Geschäftsjahr 2011 bei €352 Millionen. Wesentliche Treiber für den Mittelabfluss waren die getätigten Rückkäufe der im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe in Höhe von €173 Millionen (Nominalwert: €59 Millionen) sowie die an unsere Aktionäre ausgeschüttete Dividende in Höhe von €109 Millionen. Übrige langfristige Finanzverbindlichkeiten haben wir um €52 Millionen reduziert. €26 Millionen betrug die Auszahlung für ausgeübte Put-Optionen auf eigene Aktien. Für erhaltene Optionsprämien für ausgegebene Put-Optionen auf eigene Aktien haben wir €8 Millionen vereinnahmt.
Im Vorjahr belief sich der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten auf €487 Millionen, welcher im Wesentlichen auf den Rückkauf von Anteilen und die vollständige Rückzahlung der im Juni 2010 fälligen nachrangigen Wandelanleihe sowie weitere Darlehensrückzahlungen entfiel.
Erlös aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts führt zu einem starken Anstieg des Mittelzuflusses aus nicht fortgeführten Aktivitäten
Der Mittelzufluss aus nicht fortgeführten Aktivitäten betrug im laufenden Geschäftsjahr €1.206 Millionen und resultiert im Wesentlichen aus dem Mittelzufluss aus der Veräußerung des Mobilfunkgeschäfts. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten betrug im Geschäftsjahr 2011 €263 Millionen und resultierte überwiegend aus den operativen Aktivitäten des Mobilfunkgeschäfts vor Abschluss des Verkaufs sowie aus den im Zuge des Verkaufsprozesses mit Intel vereinbarten nachlaufenden Aktivitäten zur Sicherstellung der Belieferung der Kunden. Für Folgekosten aus der Qimonda-Insolvenz wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr Mittel in Höhe von €32 Millionen aufgewendet. Der Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten belief sich auf €946 Millionen (Vorjahr: €147 Millionen). Der größte Effekt kam aus dem Nettozufluss aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts, welcher €1.020 Millionen betrug. Gegenläufig wirkten unter anderem vor dem Verkauf getätigte Investitionen in das Mobilfunkgeschäft in Höhe von €71 Millionen.
Im Vorjahreszeitraum betrug der Mittelzufluss aus nicht fortgeführten Aktivitäten €136 Millionen, welcher hauptsächlich aus der im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2010 erhaltenen Kaufpreiszahlung von €243 Millionen aus dem Verkauf unseres Wireline-Communications-Geschäfts im November 2009 resultierte. Gegenläufig wirkten Zahlungen in Höhe von €108 Millionen, die zum einen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda standen, zum anderen die Zahlung der letzten Rate aus dem Vergleich mit dem US-Bundesjustizministerium (DOJ) umfassen.
FREE-CASH-FLOW
Wir berichten die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Dadurch erhält die Unternehmensführung zusätzliche Informationen zur Beurteilung unserer Anforderungen hinsichtlich der Liquidität. Wir sind der Ansicht, dass die Darstellung des Free-Cash-Flow unseren Investoren hilfreiche Informationen bietet, da diese Kennziffer einen Hinweis auf unsere Fähigkeit gibt, Mittelzuflüsse aus unserer Geschäftstätigkeit zu erwirtschaften. Der Free-Cash-Flow dient als zusätzliche Kenngröße, da wir einen Teil unserer liquiden Mittel in Form von Finanzinvestments halten und den operativen Mittelzufluss um deren Veränderung bereinigt darstellen wollen. Das bedeutet nicht, dass der so ermittelte Free-Cash-Flow für sonstige Ausgaben verwendet werden kann, da Dividenden, Schuldendienstverpflichtungen oder andere feste Ausgaben noch nicht abgezogen sind. Der Free-Cash-Flow ist kein Ersatz oder höherwertige Kennzahl, sondern stets als Zusatz zum Cash-Flow gemäß Konzern-Kapitalflussrechnung, zu anderen Liquiditätskennzahlen sowie sonstigen gemäß IFRS ermittelten Kennzahlen aufzufassen.
Der Free-Cash-Flow beinhaltet nur Werte aus fortgeführten Aktivitäten und wird wie folgt aus der Konzern-Kapitalflussrechnung hergeleitet:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | 983 | 958 |
| Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | -2.499 | -355 |
| Auszahlungen/Einzahlungen für Finanzinvestments, Saldo | 1.622 | -30 |
| Free-Cash-Flow | 106 | 573 |
Laufende Geschäftstätigkeit hat Investitionen in Sachanlagen mehr als finanziert
Der Free-Cash-Flow betrug im Geschäftsjahr 2011 €106 Millionen im Vergleich zu einem Free-Cash-Flow von €573 Millionen im vorangegangenen Geschäftsjahr. Neben gestiegenen Sachanlageninvestitionen war die primär wachstumsgetriebene, höhere Kapitalbindung im Nettoumlaufvermögen die Ursache für den verringerten Free-Cash-Flow.
Der Free-Cash-Flow berücksichtigt nicht die Nettoabflüsse in Höhe von €1.622 Millionen (Vorjahr: Nettozufluss €30 Millionen) für Finanzinvestments. Diese sind jedoch im Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten enthalten und müssen daher bei der Ermittlung des Free-Cash-Flow aus diesem heraus gerechnet werden.
BRUTTO-CASH-POSITION UND NETTO-CASH-POSITION
Die folgende Tabelle stellt unsere Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position sowie die Finanzverbindlichkeiten dar. Da wir einen Teil unserer liquiden Mittel in Form von Finanzinvestments halten, die unter IFRS nicht als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente klassifiziert sind, berichten wir die Brutto- und die Netto-Cash-Position, um Investoren die Liquiditätslage der Gesellschaft besser zu erläutern. Die Brutto- und die Netto-Cash-Position werden wie folgt aus der Konzern-Bilanz hergeleitet:
| € in Millionen | 30. September 2011 | 30. September 2010 |
|---|---|---|
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.007 | 1.667 |
| Finanzinvestments | 1.685 | 60 |
| Brutto-Cash-Position | 2.692 | 1.727 |
| Abzüglich: | ||
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 237 | 263 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten | 68 | 133 |
| Gesamte Finanzverbindlichkeiten | 305 | 396 |
| Netto-Cash-Position | 2.387 | 1.331 |
Netto-Cash-Position auf über €2 Milliarden durch Zuflüsse aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts gestiegen
Unsere Brutto-Cash-Position zum 30. September 2011, welche die Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Finanzinvestments darstellt, betrug €2.692 Millionen, ein Anstieg von €965 Millionen im Vergleich zu €1.727 Millionen zum 30. September 2010.
Unsere Netto-Cash-Position, definiert als Brutto-Cash-Position abzüglich kurzfristiger und langfristiger Finanzverbindlichkeiten, erhöhte sich entsprechend um €1.056 Millionen zum 30. September 2011 auf €2.387 Millionen, im Vergleich zu €1.331 Millionen zum 30. September 2010. Nicht in die Netto-Cash-Position einbezogen ist der Barwert der als sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeit erfassten Verpflichtung zum Erwerb eigener Aktien in Höhe von €143 Millionen aus den begebenen Put-Optionen, da ein hoher Grad an Unsicherheit hinsichtlich des Umfangs der Ausübung dieser Optionen besteht.
Finanzverbindlichkeiten

TREASURY UND KAPITALBEDARF
INFINEONS TREASURY-STRUKTUR UND LEITLINIEN
Unser Hauptziel im Hinblick auf das Konzern-Treasury besteht darin, finanzielle Flexibilität auf Grundlage einer soliden Kapitalstruktur sicherzustellen. Wie bei vergleichbaren Unternehmen der Halbleiterbranche steht dabei eine ausreichende Liquiditätsausstattung im Vordergrund, um die laufende Geschäftstätigkeit finanzieren und geplante Investitionen in allen Phasen des Geschäftszyklus vornehmen zu können. Andererseits soll die Verschuldung nur einen moderaten Anteil am Finanzierungsmix ausmachen. Auf Basis dieser Leitlinien hat Infineon drei Hauptziele für sein Kapitalmanagement definiert:
| ― | Brutto-Cash-Position zwischen 30 und 40 Prozent vom Umsatz |
| ― | Positive Netto-Cash-Position |
| ― | Brutto-Verschuldung höchstens 2x EBITDA |
Wir unterliegen keinen satzungsmäßigen oder gesetzlichen Auflagen im Hinblick auf die Kapitalausstattung.
Treasury-Grundsätze und Verantwortlichkeiten
Die Treasury-Grundsätze des Konzerns regeln die Vorgehensweise bei sämtlichen Themen, die Liquidität und Finanzierung betreffen. Hierzu zählen die Bankpolitik, der Abschluss von Finanzierungsvereinbarungen, das weltweite Liquiditäts- und Anlage-Management, die Steuerung von Währungs- und Zinsrisiken sowie das Abwickeln externer sowie konzerninterner Zahlungsflüsse. Die Treasury-Grundsätze sind in einer entsprechenden "Treasury Policy" mit konzernweiter Gültigkeit hinterlegt, werden regelmäßig überprüft und aktualisiert. Wesentlicher Teil der Treasury-Grundsätze sind die Verantwortlichkeiten, die nach einem dreistufigen Ansatz strukturiert sind:
| ― | Das Treasury-Komitee, das sich aus dem Finanzvorstand und ausgewählten Führungskräften zusammensetzt, entscheidet über die Treasury-Grundsätze des Konzerns und gibt die strategische Ausrichtung für das Management von Treasury-relevanten Themen vor. Ale wesentlichen Änderungen der Treasury-Grundsätze beziehungsweise der Treasury Policy bedürfen der Zustimmung des Treasury-Komitees. |
| ― | Die Konzern-Finance-and-Treasury-Abteilung ist für spezifische zentralisierte Treasury-Transaktionen sowie für die Umsetzung unserer Treasury-Grundsätze weltweit verantwortlich. |
| ― | Auf Ebene der Tochtergesellschaften sind die Geschäftsführer sowie die Finanz-Leiter vor Ort, in größeren Einheiten auch dezidierte Treasurer, für das Management der Treasury-Angelegenheiten bei den jeweiligen Gesellschaften verantwortlich. Controlling-Funktionen auf Konzernebene stellen sicher, dass die Transaktionen der einzelnen Geschäftseinheiten den Treasury-Grundsätzen des Konzerns entsprechen. |
Zentralisierte Treasury-Funktion
Unsere Treasury-Grundsätze verfolgen einen stark zentralisierten Ansatz mit der Konzern-Treasury-Abteilung als weltweit verantwortlicher Stelle für alle wesentlichen Aufgaben und Prozesse i m Bereich Finanzierung und Treasury. Ausgangspunkt ist ein mehrjähriger Finanz- und Liquiditätsplan einschließlich der Abbildung verschiedener Szenarien. Für die kurzfristig-operative Liquiditätssteuerung werden alle Konzerngesellschaften im Konsolidierungskreis auf rollierender monatlicher Basis in Prognoserechnungen einbezogen. Parallel dazu wird eine Cash-Flow Planung auf Basis einer bottom-up Planung über die Geschäftsplanung unserer operativen Segmente erstellt. In einem monatlichen "Working-Capital-Committee" werden beide Planungen gegenübergestellt, auf Plausibilität verprobt und mögliche Abweichungen analysiert.
Im Rahmen eines zentralisierten Liquiditätsmanagements werden Cash Pool Strukturen betrieben. Soweit gesetzlich zulässig und wirtschaftlich vertretbar, müssen die Tochtergesellschaften dabei überschüssige Liquidität an die Konzernzentrale weiterleiten, um eine optimale Verteilung der flüssigen Finanzmittel innerhalb des Konzerns sicherzustellen und etwaigen Finanzierungsbedarf anderer Gesellschaften abzudecken. Dadurch reduzieren wir den externen Finanzierungsbedarf und optimieren unsere Kapitalstruktur mit den entsprechend positiven Effekten auf unsere Finanzierungskosten. Durch den Ausgleich konzerninterner Transaktionen über interne Finanzkonten im Rahmen eines Inhouse-Bank-Ansatzes können wir darüber hinaus externe Banktransaktionen und Bankgebühren reduzieren.
Die auf Ebene des Konzerns zusammengeführte Liquidität wird von der Konzern-Treasury-Abteilung zentral verwaltet und im Rahmen des Asset Managements veranlagt. Eine weitere Aufgabe unserer Konzern-Treasury-Abteilung ist das effektive Management unserer Währungs- und Zinsrisiken, für die wiederum die konsolidierte Liquiditätsplanung maßgeblich ist, da nur solche Zahlungsströme, die sich im Konzern nicht ausgleichen, extern gesichert werden (für weitere Informationen siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 37).
Des Weiteren werden gemäß unseren Treasury-Grundsätzen alle weltweiten Finanzierungen und Kreditlinien direkt oder indirekt von unserer Konzern-Treasury-Abteilung arrangiert, strukturiert und verwaltet. Unsere Finanzverbindlichkeiten sind in der Regel unbesichert und mit marktüblichen Kreditverpflichtungen verbunden.
Von entscheidender Bedeutung für die verlässliche Umsetzung aller aufgeführten Treasury-Aufgaben sind leistungsfähige und solide Finanzinstitute. Die Auswahl der weltweiten Partnerbanken obliegt der zentralen Treasury-Abteilung im Rahmen der Bankenpolitik. Der Konzern unterhält gute Geschäftsbeziehungen zu verschiedenen internationalen Geschäfts- und Investmentbanken und vermeidet eine Abhängigkeit von einzelnen Instituten. Partnerbanken müssen eine hohe Kreditwürdigkeit aufweisen, das heißt ein Langfristrating von mindestens A Flat (Standard & Poor's) oder ein vergleichbares Rating einer anderen führenden Ratingagentur haben.
Währungs- und Zinssicherungsgeschäfte sowie die Anlage flüssiger Mittel in Zahlungsmitteläquivalente und Finanzinvestments werden ausschließlich mit Kreditinstituten getätigt, die über das oben genannte Mindestrating verfügen. Zusätzlich werden die Credit Default Swap (CDS)-Prämien der Kreditinstitute wöchentlich überprüft. Hier werden verschiedene Schwellenwerte beachtet. Liegt der CDS des Kreditinstituts unterhalb der ersten Schwelle, werden im Rahmen des definierten Limits Geschäfte getätigt. Überschreitet der CDS die erste Schwelle, werden keine neuen Geschäfte mehr abgeschlossen. Bei Überschreiten eines weiteren Schwellenwertes werden bestehende Geschäfte mit dem Kreditinstitut überprüft und eventuell vorzeitig aufgelöst. Die Gesellschaft hat ihre Geldanlagen auf mehr als 10 Kreditinstitute verteilt. Zum 30. September 2011 war kein Kreditinstitut für mehr als 15 Prozent unserer Geldanlagen verantwortlich.
KAPITALBEDARF IM GESCHÄFTSJAHR 2012
Im Geschäftsjahr 2012 benötigen wir Kapital unter anderem zur
| ― | Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit, |
| ― | planmäßigen Durchführung von Investitionen, |
| ― | Rückzahlung fälliger Darlehen und Zinsen, |
| ― | Zahlung für Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten, sofern sie fällig werden beziehungsweise eintreten, |
| ― | Bedienung unseres Programms zur Kapitalrückgewähr und |
| ― | Zahlung der vorgeschlagenen Dividende. |
Wir erwarten, diese Anforderungen zu erfüllen durch
| ― | Zahlungsmittelzuflüsse aus dem laufenden Geschäft, |
| ― | verfügbare Zahlungsmittel einschließlich unserer Finanzreserven in Form von Finanzinvestments sowie |
| ― | verfügbare Kreditlinien. |
FINANZIERUNG DER LAUFENDEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Entsprechend unserer Erwartungen der Geschäftstätigkeit für das Geschäftsjahr 2012 gehen wir davon aus, dass der Kapitalbedarf der laufenden Geschäftstätigkeit durch entsprechende Mittelzuflüsse aus dem laufenden Geschäft gedeckt werden kann. Im Hinblick auf aus fest vereinbarten vertraglichen Verpflichtungen wie zum Beispiel Leasingvereinbarungen, fest eingegangenen Liefer- und Dienstleistungsverträgen für Rohstoffe, Vorprodukte, Strom/Gas und ähnliches bestehende Verpflichtungen zum 30. September 2011 siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 39.
INVESTITIONEN
Die Halbleiterproduktion ist sehr kapitalintensiv. Die Gesellschaft hat im abgelaufenen Jahr - nach Jahren der Investitionszurückhaltung - die Investitionen deutlich erhöht. Abhängig von der Marktentwicklung und unserer Geschäftssituation planen wir derzeit im Geschäftsjahr 2012 Investitionen auf einem vergleichbaren Niveau wie im Geschäftsjahr 2011 (für Details siehe Abschnitt "Prognosebericht"). Davon war zum 30. September 2011 ein Betrag von €294 Millionen vertraglich fest vereinbart.
RÜCKZAHLUNG FÄLLIGER DARLEHEN UND ZINSEN
Von unseren Finanzverbindlichkeiten zum 30. September 2011 in Höhe von €305 Millionen ist im Geschäftsjahr 2012 ein Betrag von €68 Millionen fällig. Für zu leistende Zinszahlungen ergibt sich ein zusätzlicher Geldmittelbedarf von €14 Millionen für das Geschäftsjahr 2012.
PROGRAMM ZUR KAPITALRÜCKGEWÄHR UND GEPLANTE DIVIDENDE
Im Mai 2011 haben wir angekündigt, zusätzlich zu den bis dahin bereits getätigten Rückkäufen von Anteilen der im Jahr 2014 fälligen Wandelanleihe in Höhe von €107 Millionen ein Volumen von bis zu €300 Millionen für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr aufzuwenden. Die Kapitalrückgewähr kann durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Rückkauf eigener Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Außerdem kann das Unternehmen auch weitere Teile der ausstehenden nachrangigen Wandelanleihe zurückkaufen.
Seit Beginn des Programms zur Kapitalrückgewähr im Mai 2011 bis zum 30. September 2011 haben wir Put-Optionen auf eigene Aktien mit einer Laufzeit von maximal neun Monaten im Nominalwert von €182 Millionen begeben. Zum 30. September 2011 sind Put-Optionen im Nominalwert von €144 Millionen noch ausstehend. Den zum 30. September 2011 ausstehenden Put-Optionen unterliegen insgesamt 26 Millionen Aktien bei verschiedenen fixen Ausübungskursen und der Verpflichtung zur physischen Lieferung der Aktien. Im Geschäftsjahr 2011 wurden Optionen über 4 Millionen Aktien ausgeübt; dementsprechend belief sich der Bestand an eigenen Aktien zum 30. September 2011 auf 4 Millionen Stück zu einem Rückkaufswert von €26 Millionen. Die im Geschäftsjahr 2011 für die begebenen Put-Optionen vereinnahmten Optionsprämien beliefen sich auf €8 Millionen. Über Rückkäufe von Anteilen unserer im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe seit Beginn des Programms zur Kapitalrückgewähr im Mai 2011 haben wir €66 Millionen zur Reduktion der verwässerten ausstehenden Aktien aufgewendet. Damit beläuft sich das zum 30. September 2011 noch nicht genutzte Volumen des Programms zur Kapitalrückgewähr auf €208 Millionen.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 schlagen wir vor, eine Dividende von €0,12 je Aktie auszuschütten. Sollte die kommende Hauptversammlung dem zustimmen, so würde dies unter Berücksichtigung der fehlenden Dividendenberechtigung der sich derzeit im Bestand befindlichen eigenen Aktien zu einer Ausschüttung von voraussichtlich etwa €130 Millionen führen (Vorjahr: €109 Millionen).
RÜCKSTELLUNGEN UND EVENTUALVERPFLICHTUNGEN
Im Rahmen der gewöhnlichen betrieblichen Tätigkeit begeben wir Garantien vor allem für die Zahlung von Importzöllen, Gebäudemieten und möglichen Verpflichtungen in Bezug auf erhaltene staatliche Zuschüsse. Zum 30. September 2011 betrug die Höhe der undiskontierten, potenziellen zukünftigen Zahlungen für Garantien €107 Millionen, wovon maximal €13 Millionen im Geschäftsjahr 2012 zahlungswirksam werden können.
Darüber hinaus bestehen Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten für unterschiedliche Risiken - wozu insbesondere auch die Risiken aus der Insolvenz von Qimonda zählen, die im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 38 ausführlich dargestellt sind, und die, soweit die Risiken eintreten, zu weiteren Zahlungsmittelabflüssen führen können.
DECKUNG DES KAPITALBEDARFS
Unser Brutto-Zahlungsmittelbestand beläuft sich am 30. September 2011 auf €2.692 Millionen. Wir können €241 Millionen aus verschiedenen, voneinander unabhängigen kurz- und langfristigen Kreditlinien mit mehreren Finanzinstituten finanzieren.
Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten wird im Geschäftsjahr 2012 trotz erwarteter hoher Profitabilität voraussichtlich deutlich negativ sein. Dies liegt insbesondere an dem hohen Investitionsvolumen verbunden mit dem geplanten Anstieg des Nettoumlaufvermögens. Zusätzlich wird ein Mittelabfluss aus nicht fortgeführten Aktivitäten erwartet.
Im Zusammenhang mit bestimmten Investitionsprojekten haben wir auch staatliche Zulagen und Zuschüsse beantragt, können jedoch nicht garantieren, dass die Mittel rechtzeitig oder überhaupt genehmigt werden. Zu näheren Details bezüglich gewährter Zuschüsse siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 6.
Unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Ressourcen, einschließlich der intern vorhandenen und künftig generierten Zahlungsmittel und der derzeitig verfügbaren Kreditlinien, gehen wir davon aus, unseren derzeit geplanten Kapitalbedarf für das Geschäftsjahr 2012 decken zu können. Die Gesellschaft plant derzeit keine wesentlichen Finanzierungsmaßnahmen für das kommende Geschäftsjahr 2012. Die Gesellschaft hat sich daher nicht um ein offizielles Rating einer führenden Ratingagentur bemüht.
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
Wir schließen Geschäfte über derivative Finanzinstrumente einschließlich Zins-Swap-Vereinbarungen, Fremdwährungstermin- und -optionsgeschäften ab. Ziel dieser Transaktionen ist die Verringerung der Zins- und Währungsschwankungen für die in Fremdwährung lautenden künftigen Netto-Zahlungsströme. Derivative Finanzinstrumente werden von uns nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. Für weitere Informationen zu derivativen Finanzinstrumenten und dem Management von finanziellen Risiken siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 36 und 37.
GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DES KONZERNS ZUM ZEITPUNKT DER AUFSTELLUNG DIESES BERICHTS
Das Geschäftsjahr 2011 war von folgenden Themen geprägt:
| ― | Ermöglichen des Umsatzwachstums |
| ― | Ausweitung unserer Investitionen und Kapazitäten |
| ― | Verkauf des Mobilfunkgeschäfts |
Im Geschäftsjahr 2011 konnten wir den Aufschwung, der im Geschäftsjahr 2009 seinen Anfang nahm, mit erheblich über dem gesamten Halbleitermarkt liegenden Wachstumsraten erfolgreich fortsetzen. Wir haben in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahrs deutliche, teilweise zweistellige Umsatzzuwächse gegenüber dem jeweiligen Vorquartal erzielen können. Im vierten Geschäftsquartal stagnierte der Umsatz auf dem Niveau leicht unter dem Vorquartal - im Einklang mit der allgemeinen Konjunktureintrübung.
Nachdem wir im Geschäftsjahr 2010 bereits ein Umsatzwachstum von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielen konnten, erreichten wir im Geschäftsjahr 2011 durch weitere Marktanteilsgewinne sowie unterstützt durch die allgemeine Verbesserung des Wirtschaftsumfeldes ein Umsatzwachstum von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Innovationen und Investitionen eröffnen uns die Chance, von der steigenden Nachfrage nach Halbleiterprodukten zu profitieren. Wir gehen davon aus, dass die von uns bedienten Märkte Automobil, Industrie und Sicherheits-Anwendungen eine höhere Nachfrage im Vergleich zum übrigen Halbleitermarkt beziehungsweise zum durchschnittlichen weltweiten Wirtschaftswachstum erfahren. Im Geschäftsjahr 2011 haben wir ein ambitioniertes Investitionsprogramm gestartet, das im Geschäftsjahr 2012 fortgesetzt wird. Wir haben dabei nicht nur in die Erweiterung unserer Produktionsanlagen, sondern auch in Fertigungsinnovationen wie 300-Millimeter Dünnwafer investiert. Mit diesen Investitionen und Innovationen wollen wir nicht nur die weiter wachsende Nachfrage bedienen, sondern durch Effizienz- sowie Produktivitätssteigerung unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern. Das Unternehmen kann und wird das endgültige Investitionsvolumen jedoch innerhalb gewisser Grenzen dem Verlauf der Nachfrage anpassen. Die Investitionen in die 300-Millimeter-Fertigung werden jedoch auf jeden Fall planmäßig umgesetzt.
Mit konsequentem Portfolio-Management haben wir in den letzten 18 Monaten Infineon noch weiter auf stabilere Wachstumsfelder und weniger volatile Branchen mit führender Marktposition fokussiert - der Abschluss des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts an Intel und der damit zusammenhängende Mittelzufluss von über €1 Milliarde war der Abschluss der Neuausrichtung unseres Geschäfts auf die Zukunftsthemen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit. Infineon belegt heute in allen drei verbleibenden Bereichen, in Automotive, in der industriellen Leistungselektronik wie auch in Chip Card & Security, jeweils eine führende Position im Weltmarkt mit entsprechenden Wachstums- und Gewinnaussichten in diesen Märkten.
Im Zentrum unserer Strategie steht die weitere Steigerung des Unternehmenswertes. Durch die weitere Umsatzsteigerung, konsequentes Kostenmanagement sowie durch zusätzliche Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung und Margenverbesserung erzielten wir im Geschäftsjahr 2011 eine Segmentergebnis-Marge von fast 20 Prozent. Wir haben durch konsequentes Working-Capital-Management trotz hoher Investitionen einen Free-Cash-Flow von über €100 Millionen erwirtschaftet.
Das Geschäftsjahr 2011 war wieder ein sehr gutes Jahr für Infineon. Wir haben die uns gesetzten Ziele deutlich übertroffen. Die Profitabilität liegt auf einem Rekordniveau. Wir verfügen zum 30. September 2011 über eine Brutto-Cash-Position von fast €2,7 Milliarden, die Eigenkapitalquote liegt bei über 50 Prozent. In den von uns adressierten Märkten verfügen wir über eine ausgezeichnete Wettbewerbsposition. Auf diesem Fundament werden wir weiter aufbauen. Mit unseren Investitionen sowie unserer Innovationskraft sichern wir den langfristigen und nachhaltigen Unternehmenserfolg mit dem Ziel einer Wertsteigerung für unsere Aktionäre ab.
AUSNUTZUNG VON WAHLRECHTEN UND SACHVERHALTSGESTALTUNGEN
Die im vorliegenden Konzernlagebericht dargestellte und kommentierte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist von zugrunde liegenden Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie von Annahmen und Schätzungen abhängig, die ausführlicher im Anhang zum Konzernabschluss unter den Nr. 2 und 3 beschrieben sind und die im Wesentlichen unverändert gegenüber dem Vorjahr sind.
Außerbilanzielle Finanzierungsmaßnahmen wie Forderungsverkäufe, Sale-and-lease-back-Transaktionen oder nicht in den Konzernabschluss einbezogene Zweckgesellschaften wurden in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 nicht durchgeführt.
INFINEON TECHNOLOGIES AG
Die Infineon Technologies AG ist die Führungsgesellschaft des Infineon-Konzerns und führt die entsprechenden Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Infineon Technologies AG übernimmt wesentliche übergreifende Aufgaben, wie das konzernweite Finanz- und Rechnungswesen, das Personalwesen, strategische und produktionsorientierte F&E-Aktivitäten sowie die weltweite Unternehmens- und Marketingkommunikation, und steuert die logistischen Prozesse im Konzern. Sie verfügt über eigene Fertigungen in Regensburg und Warstein. Da die Infineon Technologies AG den größten Teil der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten für den Infineon-Konzern abwickelt, gelten die Ausführungen zu Art und Umfang der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten sowie zu den abgesicherten Risiken analog auch für die Infineon Technologies AG.
Die Chancen und Risiken sowie die zukünftige Entwicklung der Infineon Technologies AG entsprechen im Wesentlichen den Chancen und Risiken sowie der zukünftigen Entwicklung des Infineon-Konzerns, wie im Risiko- und Prognosebericht dargelegt.
Die Infineon Technologies AG stellt ihren Einzelabschluss nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuches ("HGB") auf. Der vollständige Abschluss wird separat veröffentlicht. Die Vorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) wurden für die Infineon Technologies AG im Geschäftsjahr 2011 erstmals angewendet. Eine Anpassung der Vorjahreswerte erfolgte nicht. Durch die Erstanwendung der Vorschriften des BilMoG zum 1. Oktober 2010 wurden sowohl das außerordentliche Ergebnis als auch die Gewinnrücklagen beeinflusst.
GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG1 (KURZFASSUNG)
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Umsatz | 6.055 | 5.685 |
| Umsatzkosten | -4.791 | -4.653 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1.264 | 1.032 |
| Aufwendungen für übrige Funktionsbereiche | -847 | -961 |
| Beteiligungsergebnis, Saldo | 16 | 212 |
| Übrige Erträge (Aufwendungen), Saldo | 352 | -19 |
| Ergebnis vor Ertragsteuer | 785 | 264 |
| Ertragsteuer | -29 | -29 |
| Jahresüberschuss | 756 | 235 |
| Verlustvortrag aus Vorjahr | - | -6.014 |
| Entnahmen aus den Kapitalrücklagen | - | 5.888 |
| Einstellung in die Gewinnrücklagen | -378 | - |
| Bilanzgewinn | 378 | 109 |
1 Erstellt nach HGB.
Der im Geschäftsjahr 2011 erzielte Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG beläuft sich auf €756 Millionen. Nach Einstellung in die Gewinnrücklagen in Höhe von €378 Millionen verbleibt ein Bilanzgewinn von €378 Millionen.
Der Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG für das Geschäftsjahr 2011 ist positiv beeinflusst durch den erzielten Gewinn in Höhe von €649 Millionen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts. Negativ wirkten sich die Belastungen aus der Insolvenz der Qimonda AG sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG (€195 Millionen) aus. Im Geschäftsjahr 2011 verzeichnete die Infineon Technologies AG einen deutlichen Zuwachs bei den Umsatzerlösen (6,5 Prozent) und dem Bruttoergebnis vom Umsatz (22,5 Prozent).
Der Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG für das Geschäftsjahr 2010 war deutlich beeinflusst von den Auswirkungen des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs und dem damit einhergehenden Wachstum des weltweiten Halbleitermarktes.
BILANZ1 (KURZFASSUNG)
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände | 433 | 658 |
| Finanzanlagen | 2.902 | 3.040 |
| Anlagevermögen | 3.335 | 3.698 |
| Vorräte | 227 | 351 |
| Forderungen und Sonstiges | 661 | 751 |
| Zahlungsmittel, Wertpapiere | 2.332 | 1.664 |
| Umlaufvermögen | 3.220 | 2.766 |
| Summe Aktiva | 6.555 | 6.464 |
| Eigenkapital | 4.131 | 3.442 |
| Rückstellungen | 1.066 | 1.062 |
| Verbindlichkeiten und Sonstiges | 1.358 | 1.960 |
| Summe Passiva | 6.555 | 6.464 |
1 Erstellt nach HGB.
Die Vermögenslage der Infineon Technologies AG ist bei den Aktiva im Wesentlichen durch die Zunahme der Zahlungsmittel und Wertpapiere (€668 Millionen), bedingt durch den Verkauf des Mobilfunkgeschäfts, und bei den Passiva durch den Rückgang der Verbindlichkeiten und Sonstiges (€602 Millionen) geprägt.
Die Finanzanlagen haben sich im Geschäftsjahr 2011 um €138 Millionen verringert. Die Veränderung ergibt sich im Wesentlichen aus einer Kapitalrückzahlung der Infineon Technologies Holding B.V. Rotterdam, Niederlande (€260 Millionen).
Im Bereich der Rückstellungen sind vor allem die gebildeten Rückstellungen aufgrund der Insolvenz der Qimonda AG sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG (€195 Millionen) angestiegen. Gegenläufig wirkte sich der Rückgang der Steuerrückstellungen um €53 Millionen, der Rückstellungen für Pensionen um €59 Millionen, der Personalrückstellungen um €30 Millionen sowie der Gewährleistungsrückstellungen um €30 Millionen aus. Der deutliche Rückgang der in den Rückstellungen enthaltenen Rückstellungen für Pensionen erklärt sich im Wesentlichen durch die Veränderung des Rechnungszinssatzes von 4,33 Prozent im Vorjahr auf 5,13 Prozent im Geschäftsjahr.
Die Verbindlichkeiten und Sonstiges haben sich im Geschäftsjahr 2011 um €602 Millionen verringert. Dies ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um €517 Millionen zurückzuführen.
Die Eigenkapitalquote beträgt 63 Prozent (Vorjahr: 53 Prozent).
DIVIDENDE
Nach dem Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionäre zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft, der nach den Vorschriften des HGB ermittelt wird.
Für das Geschäftsjahr 2011 weist der Jahresabschluss der Muttergesellschaft Infineon Technologies AG einen Bilanzgewinn von €378 Millionen aus. Für das Geschäftsjahr 2011 wird der Hauptversammlung eine Ausschüttung einer Bardividende von €0,12 je Aktie vorgeschlagen. Die Ausschüttung der vorgeschlagenen Dividende ist abhängig von der Zustimmung der Hauptversammlung.
Für das Geschäftsjahr 2010 hat die Gesellschaft eine Dividende von €0,10 je Aktie ausgeschüttet, was einem Ausschüttungsvolumen von €109 Millionen entsprach.
WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Am 27. Oktober 2011 hat der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG Herrn Arunjai Mittal mit Wirkung zum 1. Januar 2012 als viertes Vorstandsmitglied berufen. Als Vorstandsmitglied wird er die Regionen, den Vertrieb, das Marketing, die Strategieentwicklung sowie Mergers & Acquisitions (M&A) verantworten. Damit ist er für die Ausarbeitung und Abstimmung möglicher Strategieoptionen verantwortlich. Peter Bauer bleibt als Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG verantwortlich für die Geschäftspolitik der Segmente sowie die Konzernstrategie.
Ferner hat der Aufsichtsrat am 27. Oktober 2011 beschlossen, ebenfalls mit Wirkung zum 1. Januar 2012, das Segment Industrial & Multimarket in die zwei Bereiche Industrial Power Control und Power Management & Multimarket aufzuteilen. Industrial Power Control soll das Geschäft im Bereich Antriebselektronik und erneuerbare Energien umfassen, während Power Management & Multimarket das Geschäft mit Chips für energieeffiziente Stromversorgungen und Hochfrequenz-Anwendungen bündelt. Diese werden vor allem in Konsumgütern wie Fernsehern, Spielkonsolen, PCs, mobilen Endgeräten sowie in Computer-Servern eingesetzt. Mit diesem Schritt wollen wir die Marktpotenziale mit einer gezielteren Applikationsorientierung noch besser für Infineon nutzen.
In 2009 hat der Insolvenzverwalter der Qimonda AG beim US Bankruptcy Court in Virginia beantragt festzustellen, dass Nutzungsrechte unter US Patenten von Qimonda nicht unter eine Schutzvorschrift des US Insolvenzrechts fallen, wonach solche Nutzungsrechte trotz Insolvenz des Lizenzgebers fortbestehen. Infineon und weitere Halbleiterhersteller haben Widerspruch gegen diesen Antrag eingelegt (siehe ausführlich Anhang zum Konzernabschluss Nr. 38). Am 28. Oktober 2011 hat der US Bankruptcy Court in Virginia den Antrag des Insolvenzverwalters abgelehnt. Die Gerichtsentscheidung hat keine Auswirkungen auf die für im Zusammenhang mit der Qimonda-Insolvenz gebildeten Rückstellungen. Der Insolvenzverwalter hat gegen die Entscheidung des U.S. Bankruptcy Courts am 11. November 2011 Berufung eingelegt.
Die CIF Licensing LLC ("CIF") - eine Konzerngesellschaft der General-Electric-Unternehmensgruppe - hatte seit Oktober 2007 in mehreren Verfahren neben anderen Parteien auch Klage gegen Infineon erhoben. In der Klage wurden Vorwürfe gegen das mittlerweile veräußerte Wireline-Communications-Geschäft von Infineon erhoben -heute Lantiq. Infineon und andere beklagten Parteien hatten vor dem Bundespatentgericht in München Nichtigkeitsklagen gegen die vier Klagepatente erhoben. Nachdem das Bundespatentgericht inzwischen zwei Nichtigkeitsklagen stattgab, haben sich die Parteien im Oktober 2011 auf einen Vergleich verständigt. Dieser Vergleich gestattet es allen Verfahrensbeteiligten nachträglich, die Patente zu nutzen, ohne finanziellen Ausgleich leisten zu müssen (siehe ausführlich Anhang zum Konzernabschluss Nr. 38). Die Gerichtsentscheidung hat keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
BERICHT ÜBER DIE VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG MIT IHREN WESENTLICHEN RISIKEN UND CHANCEN
RISIKO- UND CHANCEN-BERICHT
VORBEMERKUNG
Das Halbleitergeschäft ist in sehr hohem Maße durch den regelmäßigen Wechsel von Perioden des Marktwachstums mit Perioden erheblicher Marktrückgänge gekennzeichnet. Marktrückgänge sind insbesondere geprägt durch Überkapazitäten, steigende Auftragsstornierungen sowie sinkende Preise und in der Konsequenz durch rückläufige Umsatzerlöse.
Geprägt wird diese Risiko- und Chancenlage überdies von einem hohen Investitionsbedarf zur Erreichung und Absicherung der Marktführerschaft sowie einem außerordentlich schnellen technologischen Wandel. Der Wettbewerb um Innovationsvorsprünge wird dabei auch auf rechtlicher Ebene ausgetragen. In diesem Umfeld wollen wir die in unserem Geschäft auftretenden Risiken reduzieren und die Chancen bestmöglich nutzen. Effektives Risiko- und Chancenmanagement ist deshalb einer unserer wichtigen Erfolgsfaktoren. Es ist Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und unterstützt unser Ziel, nachhaltig und profitabel zu wachsen.
ANALYSE DER RISIKO- UND CHANCEN-SITUATION: GESAMTWIRTSCHAFTLICHE SITUATION
Nicht erst seit der Wirtschafts- und Finanzkrise ist die Abhängigkeit des eigenen weltweiten Geschäfts von der globalen gesamtwirtschaftlichen und finanzpolitischen Situation deutlich geworden. So kann kurzfristig volatiles Verhalten der Märkte, ein konjunktureller Rückgang, eine weiter anhaltende oder sogar anwachsende Instabilität im Euro-Finanzmarkt und damit verbundene Euro/US-Dollar-Wechselkurs-Schwankungen, ein verzögerter Übergang von staatlicher zur privater Nachfrage in den USA, das heißt eine weiterhin schwache konjunkturelle Erholung in den USA oder ein gesellschaftlicher Faktor, wie zum Beispiel die Bürgerunruhen in den Öl exportierenden Ländern, drohende Verstaatlichung oder Enteignung zu einer Erhöhung unserer Geschäftsrisiken führen.
Begleitet wird die globale wirtschaftliche Situation in unserer Branche von auffallend hohen Investitionen seit 2010. Diese Investitionen eröffnen uns die Chance, von der steigenden Nachfrage nach Halbleiterprodukten zu profitieren, bergen jedoch gleichzeitig das Risiko von Überkapazitäten im Halbleitersegment und damit einhergehend von Leerstandskosten. Wir gehen davon aus, dass die von uns bedienten Märkte Automobil, Industrie und Sicherheits-Anwendungen eine höhere Nachfrage im Vergleich zum übrigen Halbleitermarkt beziehungsweise zum durchschnittlichen weltweiten Wirtschaftswachstum erfahren werden. Dies wird zudem in unserem Unternehmen durch zahlreiche lang anhaltende Kundenbeziehungen und ein ausgewogenes Kundenportfolio gestützt.
Die vorgesehenen Investitionen werden dabei durch eine flexible Investitionspolitik an die Erfordernisse und Marktgegebenheiten angepasst, um so die erwirtschafteten Renditen auf das eingegangene Risiko zu optimieren.
ANALYSE UND AUSWIRKUNGEN AUF DAS RISIKO- UND CHANCENMANAGEMENT-SYSTEM: RISIKOMANAGEMENT HAT AN BEDEUTUNG GEWONNEN
Durch die beschriebenen Unsicherheiten und Abhängigkeiten in den globalen Märkten sind die Erwartungen von Investoren und Finanzmärkten im Hinblick auf eine transparente und umfassende Risiko- und Chancenkommunikation deutlich gestiegen. Aus diesem Grund hat unser zentrales Risikomanagement das konzernweite System auch im abgelaufenen Geschäftsjahr im Hinblick auf Verbesserungspotenziale kontinuierlich analysiert und weiterentwickelt, um sicherzustellen, dass wir auch in Zukunft über ein effektives Risiko- und Chancenmanagement verfügen und einer möglichen Bestandsgefährdung des Unternehmens entgegenwirken.
RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENES RISIKO- UND CHANCENMANAGEMENTSYSTEM SOWIE INTERNES KONTROLLSYSTEM: ETABLIERTER PROZESS IM RAHMEN DES PLANUNGSZYKLUS
Risiko- und Chancenmanagementsystem
Das Risiko- und Chancenmanagementsystem (RMS) sowie das interne Kontrollsystem bei Infineon sind Bestandteil des gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungs-Prozesses in allen relevanten rechtlichen Einheiten, Segmenten und Zentralfunktionen. Beide Systeme orientieren sich dabei am internationalen COSO II Standard (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission).
Das unternehmensweite Risiko- und Chancenmanagementsystem (RMS) basiert auf einer Risikopolitik, die ein Risiko als negative Abweichung von der Geschäftsplanung definiert. Es geht dabei weit über das Erkennen von Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, hinaus, indem Risiken und Chancen frühzeitig erkannt und Risikopositionen ohne entsprechende Ertragschancen im Rahmen der verfügbaren Möglichkeiten minimiert werden. Somit wird durch die Transparenz der unternehmensweiten Risikosituation ein zusätzlicher Beitrag zur systematischen und kontinuierlichen Steigerung des Unternehmenswertes geleistet.
Ein wesentliches Element des RMS ist der aus den Komponenten Risiko-Identifikation, Risikoanalyse, Risikosteuerung und Risikoüberwachung bestehende Prozess. Die systematische Umsetzung dieses Risikomanagementprozesses verbessert unsere Planungsgenauigkeit, erhöht die Transparenz von Entscheidungen unter unsicheren Rahmenbedingungen und fördert unser allgemeines Risikobewusstsein.
Der alle Bereiche umfassende Ansatz zur Risikoberichterstattung nutzt zur Risiko-Identifikation einen Risiko- und Chancenkatalog, der einmal jährlich auf Vollständigkeit überprüft wird und dessen Inhalte ihrer Bedeutung nach bewertet werden. Zudem werden sowohl interne, als auch externe Indikatoren aktualisiert und berücksichtigt, um frühzeitige Anzeichen für Risiken beziehungsweise Chancen und schwache Signale aufzuspüren.
Die quartalsweise Identifikation und Analyse von Risiken und Chancen wird auf Grundlage einer Einschätzung des Einflusses auf das Konzernjahresergebnis und der Eintrittswahrscheinlichkeit vorgenommen. Des Weiteren werden Maßnahmen zur Risikoreduktion und zur Berücksichtigung in der Rechnungslegung festgehalten und der aktuelle Umsetzungsgrad verfolgt und dokumentiert.
Für die quartalsweise Berichterstattung wurden Schwellenwerte definiert, die eine Meldung von wesentlichen Risiken beziehungsweise Chancen obligatorisch vorschreiben. Daneben haben die verschiedenen Einheiten individuelle Schwellenwerte für ihren Verantwortungsbereich definiert, um wiederum eine frühzeitige, aber auch vollständige Identifikation und Aggregation auf zentraler Ebene zu ermöglichen.
Ein effektives Risiko- und Chancenmanagementsystem zeichnet sich darüber hinaus ebenso durch eine standardisierte Bewertungsmethode aus. Wir haben hierzu eine Auswahl notwendiger und hinreichender Bewertungskriterien berücksichtig. Die finanzielle Auswirkung eines Risikos wird als Einfluss auf den Konzernüberschuss nach der Umsetzung von risikominimierenden Maßnahmen einschließlich der Risikoeintrittswahrscheinlichkeit und dem Produkt aus beiden - dem Schadenserwartungswert - dokumentiert. Um bei der Bewertung und Kontrolle ein vollständiges Bild der einzelnen Risikosituation zu erhalten, werden Rückstellungen und bereits berücksichtigte Planungszahlen ebenfalls aufgenommen und in der quartalsweisen Berichterstattung dargestellt. Um nicht in der Schadenshöhe abschätzbaren Risiken ebenfalls Rechnung zu tragen, werden auch qualitative Risiken an das zentrale Risikomanagement berichtet. Zudem besteht zusätzlich zur Regelberichterstattung für unerwartet auftretende wesentliche Risiken ebenfalls eine konzerninterne Berichterstattungspflicht.
Die Berichterstattung wesentlicher und bestandsgefährdender Risiken erfolgt dabei über das zentrale Risikomanagement an Vorstand und Aufsichtsrat.
Die Risikomanagementorganisation besteht aus dem zentralen Risikomanagement, das der zentralen Finanzabteilung und dem Finanzvorstand zugeordnet ist, und aus sogenannten Risikobeauftragten, die in den verschiedenen Bereichen des Unternehmens für die Umsetzung des Risikomanagementprozesses verantwortlich sind. Eine wesentliche Aufgabe der Risikobeauftragten ist dabei die Erfassung, Bewertung und Dokumentation wesentlicher Risiken und Chancen. Die Risikobeauftragten bilden die Schnittstelle zum zentralen Risikomanagement, das hauptsächlich für den Prozess, seine Weiterentwicklung und die damit verbundenen Methoden bei dessen Umsetzung sowie für die Risiko- und Chancendarstellung auf Konzernebene verantwortlich ist.
Wesentliche Informationen zum zentralen Risikomanagementsystem von Infineon sind für alle Mitarbeiter über unser Intranet verfügbar. Dieses beinhaltet unter anderem die Richtlinien zum Risikomanagementsystem einschließlich der Aufgaben des zentralen Risikomanagements und der Risiko-Beauftragten und alle notwendigen Daten zur Berichterstattung.
Das Risikomanagementsystem ermöglicht dem Vorstand sowie Verantwortlichen, wesentliche Risiken frühzeitig zu erkennen und gegensteuernde Maßnahmen einzuleiten. Ferner werden Risiken aus dem operativen Geschäft durch die Verantwortlichen regelmäßig mit dem Vorstand diskutiert, wobei unternehmensübergreifende neue Risiken dem Vorstand durch das zentrale Risikomanagement vorgelegt werden. Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats befasst sich mit der Überwachung der Effektivität des Risikomanagementsystems.
Darüber hinaus kontrolliert die Konzernrevision durch zielgerichtete Prüfungen die Einhaltung bestimmter gesetzlicher Rahmenbedingungen und konzerneinheitlicher Richtlinien und initiiert bei Bedarf entsprechende Maßnahmen.
Unser Risikofrüherkennungssystem im Sinne des §91 AktG wird vom Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung auf seine grundsätzliche Eignung geprüft, bestandsgefährdende Risiken des Unternehmens frühzeitig zu erkennen. Er berichtet hierzu dem Finanzvorstand und dem Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Der Abschlussprüfer prüft dabei nicht die Effektivität unseres Risikofrüherkennungssystems.
Internes Kontrollsystem
Im Vergleich zum Risikomanagementsystem liegt der Schwerpunkt des internen Kontrollsystems (IKS) auf dem Rechnungslegungsprozess mit dem Ziel der Überwachung der Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und der Finanzberichterstattung. Das Interne Kontrollsystem zielt darauf ab, das Risiko der Falschaussage in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung zu minimieren und einen mit hinreichender Sicherheit regelungskonformen Konzernabschluss zu erstellen. Die unternehmensweite Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften muss dafür gewährleistet werden. Den Prozessen sind jeweils eindeutige Verantwortlichkeiten zugeordnet.
Das Interne Kontrollsystem basiert weiterhin weitestgehend auf den SEC ("Security Exchange Commission") Anforderungen der Section 404 des Sarbanes-Oxley-Acts zur Sicherstellung der nach BilMoG geforderten Effektivität des internen Kontrollsystems und ist Bestandteil des Rechnungslegungsprozesses in allen bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Das System überwacht die Grundsätze und Verfahren anhand von präventiven und aufdeckenden Kontrollen. Unter anderem prüfen wir regelmäßig, ob:
| ― | konzernweite Bilanzierungs-, Bewertungs- und Kontierungsvorgaben fortlaufend aktualisiert und eingehalten werden; |
| ― | konzerninterne Transaktionen vollständig erfasst und sachgerecht eliminiert werden; |
| ― | bilanzierungsrelevante und angabepflichtige Sachverhalte aus getroffenen Vereinbarungen berücksichtigt und entsprechend abgebildet werden; |
| ― | Prozesse und Kontrollen existieren, die explizit die Vollständigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung im Jahres- und Konzernabschluss gewährleisten; |
| ― | Prozesse zur Funktionstrennung und zum Vier-Augen-Prinzip im Rahmen der Abschlusserstellung sowie Autorisierungs- und Zugriffsregelungen bei relevanten IT-Rechnungslegungssystemen bestehen. |
Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wird systematisch bewertet. Zunächst erfolgt eine jährliche Risikoanalyse und Überarbeitung der definierten Kontrollen. Dabei identifizieren und aktualisieren wir bedeutende Risiken im Hinblick auf die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung in den bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Die für die Identifizierung der Risiken definierten Kontrollen werden gemäß konzernweiten Vorgaben dokumentiert. Um die Wirksamkeit der Kontrollen zu beurteilen, führen wir regelmäßig Tests auf Basis von Stichproben durch. Diese bilden die Grundlage für eine Selbsteinschätzung, ob die Kontrollen angemessen ausgestaltet und wirksam sind. Die Ergebnisse dieser Selbsteinschätzung werden in einem globalen IT-System dokumentiert und berichtet. Erkannte Kontrollschwächen werden unter Beachtung ihrer potenziellen Auswirkungen behoben.
Zusätzlich bestätigen alle rechtlichen Einheiten, Segmente und bedeutende Zentralfunktionen durch die Vollständigkeitserklärung, dass alle buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle erfasst wurden und sämtliche bilanzierungspflichtigen Vermögenswerte und Verpflichtungen in der Bilanz berücksichtigt sind.
Beurteilung der Wirksamkeit
Die wesentlichen rechtlichen Einheiten überprüfen und bestätigen am Ende des jährlichen Zyklus die Effektivität des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Der Vorstand und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden über wesentliche Kontrollschwächen sowie die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen regelmäßig informiert.
Das Risikomanagement- und interne Kontrollsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt, um den internen und externen Anforderungen - zum Beispiel den Vorgaben des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) - zu entsprechen. Die Verbesserung des Systems dient der fortlaufenden Überwachung der relevanten Risikofelder einschließlich der verantwortlichen Organisationseinheiten.
RISIKO-KATEGORIEN
Verschiedene - insbesondere finanzwirtschaftliche - Risiken, die wir im folgenden Abschnitt als Risiken beschreiben, stellen bei einer positiven Entwicklung entsprechende Chancen dar:
Branchen- und Marktrisiken: Risiko-Handhabung in volatilen Industrien und Märkten
Der weltweite Halbleitermarkt ist starken Schwankungen ausgesetzt. So besteht auch in den von uns adressierten Märkten das Risiko von kurzfristigen Marktschwankungen.
In unseren Segmenten bestehen Risiken bei der Absatzmenge, durch Preisdruck und daraus resultierende weitere Risiken.
Der schnelle technologische Wandel kann zusätzlich zum Beispiel bei Verzögerungen in einzelnen Projekten zu einem erheblichen Rückgang des Geschäftsvolumens bis hin zum Verlust von Kundenbeziehungen führen.
Einige unserer Produkte werden nur von bestimmten Kunden erworben. Damit erhöht sich die Abhängigkeit vom Geschäftserfolg dieser Kunden in ihren Märkten. Wir versuchen in solchen Fällen, unsere Kundenbasis zu verbreitern, und haben mit dieser Strategie in der Vergangenheit bereits nachweisbare Erfolge erzielt.
Umgekehrt sind wir bei zahlreichen Produkten exklusiver Lieferant für unsere Kunden. Die Fähigkeit unserer Kunden, im geplanten Umfang zu fertigen, hängt somit in vielen Fällen auch von unserer Lieferfähigkeit ab. Bei Nichterfüllung von durch uns zugesagten Lieferungen sind wir Haftungsrisiken ausgesetzt. Zudem besteht das Risiko des Verlusts von zukünftigem Geschäft und Design-Wins, wenn wir nicht nach den Kundenerwartungen auch über unsere vertraglichen Verpflichtungen hinaus liefern können. Dadurch entsteht faktischer Druck, durch ausreichend bemessene Investitionen auch bei unerwartet hoher Nachfrage über die vertraglich zugesagten Mengen hinaus lieferfähig zu sein. Bei sich abschwächender Nachfrage besteht wiederum das Risiko signifikanter Leerstandskosten.
Als weltweit agierendes Unternehmen sind wir darüber hinaus stark von der weltweiten konjunkturellen Entwicklung abhängig. Eine weltweite wirtschaftliche konjunkturelle Abschwächung - insbesondere in den von uns bedienten Märkten - kann dazu führen, dass unsere geplanten Umsätze sich nicht wie erwartet entwickeln. Darüber hinaus könnten durch politische und gesellschaftliche Veränderungen in Ländern, in denen wir unsere Produkte vermarkten, Risiken entstehen. Unsere globale Aufstellung und die breite Diversifikation unseres Produktportfolios bieten uns einen gewissen Schutz gegen die Auswirkungen solcher regionaler Krisen.
Qimonda: Risiken in Bezug auf die Qimonda-Insolvenz
Aufgrund des Insolvenzverfahrens von Qimonda sind wir erheblichen potenziellen Verbindlichkeiten ausgesetzt, die detailliert in dem Anhang zum Konzernabschluss Nr. 38 beschrieben sind.
Wir haben Verbindlichkeiten und Rückstellungen zum 30. September 2011 für solche Sachverhalte erfasst, von denen wir annehmen, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die mit hinreichender Genauigkeit zum jetzigen Zeitpunkt geschätzt werden können. Es gibt keine Sicherheit, dass diese Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit diesen Angelegenheiten entstehen können.
Management-Risiken: Risiken, insbesondere verbunden mit dem möglichen Verkauf von Unternehmensteilen, mit Akquisitionen und Kooperationsvereinbarungen
Um unser bestehendes Geschäft zu entwickeln oder auch weiter auszubauen, könnten wir weitere Akquisitionen beziehungsweise Verkäufe von Unternehmensteilen vornehmen oder andere Formen der Partnerschaft mit externen Unternehmen eingehen. Es besteht prinzipiell das Risiko, dass wir im Fall eines Kaufs, insbesondere in Bezug auf die Integration in bestehende operative Strukturen, nicht erfolgreich sind und im Fall von Verkäufen Remanenzkosten entstehen beziehungsweise Probleme bei der Anpassung der Konzernstruktur entstehen können.
Operative Risiken: Fertigung hat entscheidenden Einfluss auf wirtschaftlichen Erfolg
Ein für Halbleiterunternehmen mit eigener Produktion geschäftstypisches Risiko sind Verzögerungen beim Hochlauf neuer Fertigungsstandorte beziehungsweise Technologien oder auch zu geringe Ausbeuten oder erhebliche Ausbeuteschwankungen. Diesem Risiko versuchen wir mit einem kontinuierlich verbesserten Projektmanagement und entsprechend enger Beobachtung der betroffenen Geschäftsprozesse zu begegnen.
Kostenrisiken durch Auslastungsschwankungen oder potenzielle Fertigungsunterbrechungen, verbunden mit korrespondierenden Leerstandskosten in den Fertigungsstätten, minimieren wir durch gezielte Flexibilisierung der Fertigung hinsichtlich Technologien und Produkten.
Bei unseren Produkten kann sich die Zeitspanne vom Test über die Evaluierung und Kundenakzeptanz bis hin zur Serienfertigung über mehrere Monate bis zu mehr als einem Jahr hinziehen. Wegen der Länge dieses Zyklus kann es zu signifikanten zeitlichen Verzögerungen zwischen den Aufwendungen für F&E sowie Marketingaktivitäten und dem Aufbau von Vorräten und der Realisierung der entsprechenden Erlöse kommen.
Wir sind auf Grund unserer Abhängigkeit von verschiedenen in der Produktion verwendeten Materialien Preisrisiken ausgesetzt. Hierzu gehört auch die Abhängigkeit von seltenen Erden, die wir für ausgewählte Einzelprozesse im Rahmen der Prozessintegration benötigen. Wir versuchen, diese Risiken durch unsere Einkaufsstrategien und durch den Einsatz geeigneter Methoden wie stetiger Produkt- und Kostenanalysen ("Best Cost Country Sourcing" und "Focus-on-Value") zu minimieren. Diese Programme beinhalten funktionsübergreifende Expertenteams zur Standardisierung der Einkaufsprozesse für Material und Equipment.
Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Lieferanten zusammen, die uns mit Materialien, Dienstleistungen oder durch Übernahme bestimmter Unteraufträge unterstützen, für die nicht immer mehrere Alternativen bestehen. Wir sind damit zum Teil von der rechtzeitigen und qualitativen Art dieser Zulieferungen abhängig.
Die Sicherstellung der Qualität unserer ausgelieferten Produkte ist für den geschäftlichen Erfolg unseres Unternehmens von zentraler Bedeutung. Mögliche Qualitätsrisiken zum Beispiel durch hohe Fertigungsauslastung können Einfluss auf Ausbeuteschwankungen, die Liefertreue bis hin zu Rückrufaktionen bei unseren Kunden und den damit verbundenen Kosten im Rahmen von Haftungsansprüchen bewirken. Mögliche negative Auswirkungen aus Qualitätsrisiken auf das Image des Unternehmens können zudem die zukünftige Entwicklung unseres Geschäftes in hohem Maße beeinflussen.
Zur Vermeidung von Qualitätsrisiken setzen wir spezifische Qualitätsmanagementstrategien wie "Zero Defect" und "Six Sigma" zur Vorbeugung, Problemlösung und kontinuierlichen Verbesserung aller unserer Geschäftsprozesse ein. Das unternehmensweit gültige Qualitätsmanagementsystem ist seit Jahren nach den Normen ISO9001 beziehungsweise ISO/TS16949 zertifiziert und bezieht auch die Entwicklung unserer Lieferanten mit ein.
Unsere südostasiatischen Fertigungsstandorte sind für unsere Fertigung von essentieller Bedeutung. Sollten wir zum Beispiel im Falle von politischen Unruhen oder Naturkatastrophen in der Region nicht mehr in der Lage sein, in diesen Standorten im geplanten Umfang zu fertigen oder die dort gefertigten Produkte auszuführen, hätte das durch den Entfall der entsprechenden Deckungsbeiträge materielle negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Unsere derzeitigen Fertigungskapazitäten in dieser Region sind nicht gegen politische Risiken wie zum Beispiel Enteignung versichert. Der Transfer der Fertigung aus diesen Standorten ist also nicht nur mit hohem technischem und zeitlichem Aufwand verbunden, sondern die hierfür erforderlichen Investitionen müssten komplett von Infineon selbst aufgebracht werden.
Finanz- und Währungsrisiken: Absicherung gegen Marktschwankungen
Vor dem Hintergrund der Zyklen unseres Geschäfts und der angestrebten operativen Flexibilität halten wir einen vergleichsweise hohen Kassenbestand, den wir hauptsächlich in Instrumente mit kurzer Zinsbindungsdauer anlegen. Das damit einhergehende Zinsrisiko wird in gewissem Umfang durch Finanzverbindlichkeiten kompensiert, die zu einem Teil variabel verzinslich sind. Zur Reduzierung des verbleibenden Netto-Zinsänderungsrisikos können Zinsderivate genutzt werden, um die aktivische und passivische Zinsbindungsdauer einander anzunähern.
Die internationale Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von nicht eurobasierten Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, mit sich. Ein großer Anteil unserer Umsatzerlöse, Fertigungs-, Vertriebs-, Verwaltungs- sowie F&E-Kosten entfällt auf US-Dollar. Wechselkursschwankungen gegenüber dem Euro können einen negativen Effekt auf Umsatzerlöse, Kosten und Ergebnis haben.
Unsere Geschäftspolitik zur Begrenzung von kurzfristigen Fremdwährungsrisiken ist es, mindestens 75 Prozent des erwarteten Netto-Cash-Flows über einen Zeitraum von zwei Monaten, mindestens 50 Prozent des erwarteten Netto-Cash-Flows im dritten Monat und je nach Art des Grundgeschäfts einen Anteil auch darüber hinaus zu sichern. Ein Teil des Fremdwährungsrisikos bleibt auf Grund des Unterschieds zwischen tatsächlichen und erwarteten Beträgen bestehen. Wir berechnen dieses Nettorisiko auf Basis des Kapitalflusses unter Berücksichtigung von eingegangenen oder vergebenen Aufträgen und von allen anderen geplanten Einnahmen und Ausgaben.
Ergänzende Beschreibungen zum Management finanzieller Risiken können dem Anhang zum Konzernabschluss Nr. 37 entnommen werden.
Informationstechnische Risiken: Ansteigende Abhängigkeit von IT-Systemen in allen Prozessen
Wie für andere globale Unternehmen sind auch für uns die Zuverlässigkeit und die Sicherheit der Informationstechnologie von großer Bedeutung. Dies gilt in zunehmendem Maße sowohl für den Einsatz informationstechnologischer Systeme zur Unterstützung unserer Geschäftsprozesse als auch für die Unterstützung der internen und externen Kommunikation.
Trotz aller technischen Vorsichtsmaßnahmen kann jede gravierende Störung dieser Systeme zu einem Datenverlust beziehungsweise zu einer Beeinträchtigung der Produktion oder Störung von Geschäftsprozessen führen.
Deshalb sind alle kritischen IT-Systeme auf Servern hoher Verfügbarkeit untergebracht. Diese mit Redundanzen in verschiedenen Datenzentren ausgestatteten Systeme minimieren beziehungsweise eliminieren die Konsequenzen von Hardware-Störungen. Redundante Netzwerkverbindungen unterschiedlicher Lieferanten reduzieren beziehungsweise eliminieren des Weiteren das Risiko eines Verbindungsausfalls zwischen unseren Standorten. Eine ständige automatisierte Überwachung der IT-Infrastruktur ermöglicht uns ein rasches Eingreifen bei Störfällen.
Besondere Vorkehrungen wurden zudem zur Abwehr von Virusangriffen getroffen, insbesondere in Bezug auf IT-Systeme, die in unseren Fertigungen verwendet werden. Außerordentlich sensible Daten werden darüber hinaus nur in vollkommen isolierten Netzwerken gehalten.
Personalrisiken: Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern
Ein wichtiger Baustein unseres Unternehmenserfolgs ist es, jederzeit über die benötigte Anzahl qualifizierter Mitarbeiter zu verfügen. Es besteht aber generell das Risiko, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren. Es ist deshalb wichtig, Mitarbeiter durch attraktive Arbeitsbedingungen für unser Unternehmen zu gewinnen und durch motivierende Führung im Unternehmen zu halten.
Unsere Instrumente zur Personalentwicklung und -qualifizierung unterstützen die Sicherung unseres aktuellen und zukünftigen Personalbedarfs. Durch spezifische und zeitnahe Trainingsprogramme werden die erforderlichen fachlichen und persönlichen Kompetenzen entwickelt. Diese Bemühungen werden durch attraktive Bonus- und Anreizprogramme sowie langfristige Karrieremöglichkeiten und -planungen ergänzt.
Rechtliche Risiken: Hohe mögliche Kosten durch Abwehr von Rechtsklagen
Wie bei vielen Unternehmen in der Halbleiterbranche wird auch uns gegenüber behauptet, das Unternehmen habe gewerbliche Schutzrechte verletzt, fehlerhafte Produkte geliefert oder gesetzliche Pflichten verletzt. Ungeachtet der Erfolgsaussichten derartiger Ansprüche, können im Zusammenhang mit der Abwehr derartiger Ansprüche sowohl hohe Verteidigungskosten für Anwälte als auch außerordentlich hohe Schadensersatzansprüche entstehen. Wir wehren uns in solchen Angelegenheiten energisch mit Unterstützung interner und externer Experten. Weitere Informationen sind dem Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 38 zu entnehmen.
Im Patentbereich profitieren wir vom Schutz durch mehrere Verträge mit wichtigen Wettbewerbern. Wir streben an, diesen Schutz durch Verhandlungen mit führenden Wettbewerbern, mit denen noch keine patentrechtlichen Vertragsbeziehungen bestehen, weiter auszudehnen und somit Risiken zu minimieren. Keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung besteht allerdings bei reinen Patentverwertungsgesellschaften.
Steuerliche, wettbewerbs- und kapitalmarktrechtliche Regelungen können ebenfalls Unternehmensrisiken beinhalten. Wir lassen uns deshalb umfassend von internen und externen Fachleuten beraten.
Unsere weltweite Strategie sieht vor, dass wir aus den unterschiedlichsten Gründen F&E- und Fertigungsstandorte über den ganzen Globus verteilt unterhalten. Dies können Marktzugangs- oder auch Technologie- sowie Kostengründe sein. Es können daher Risiken entstehen, die sich daraus ergeben, dass wirtschaftliche und geopolitische Krisen Auswirkungen auf regionale Märkte haben, länderspezifische Gesetze und Regelungen den Investitionsrahmen und die Möglichkeiten, freien Handel zu betreiben, beeinflussen und dass unterschiedliche Praktiken bei der Auslegung von steuerlichen, juristischen oder administrativen Regeln die Ausübung unternehmerischer Tätigkeiten einschränken. Diese Risiken könnten unsere Geschäftstätigkeit in diesen Ländern einengen.
Wir schützen uns darüber hinaus mit Versicherungen gegen bestimmte Auswirkungen von Haftungsrisiken oder Schadensfällen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS DURCH DIE UNTERNEHMENSLEITUNG
Die Einschätzung der gesamten Risikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken.
Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sind uns derzeit nicht bekannt.
CHANCEN: WETTBEWERBSVORTEILE DURCH INVESTITION IN AUSGESUCHTE UND ZUKUNFTSWEISENDE INNOVATIONEN
Das Chancenmanagementsystem - als Teil des Risiko- und Chancenmanagementsystems bei Infineon - ist Bestandteil des gesamten (rechnungslegungsbezogenen) Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses.
Die direkte Verantwortung für das frühzeitige und regelmäßige Identifizieren, Analysieren und Managen von Chancen obliegt dem operativen Management in den Geschäftsbereichen beziehungsweise den Leitern der zentralen Funktionen.
Grundsätzlich stellen verschiedene Risiken, die wir im vorherigen Abschnitt beschrieben haben, bei einer positiven Entwicklung entsprechende Chancen dar und werden daher nicht noch einmal aufgeführt.
Zur Sicherstellung unserer Wettbewerbsvorteile erachten wir die Neu- und Weiterentwicklung unseres Produktportfolios und die Steigerung der Produktivität bei unseren Produkten und Produktionslinien mittels innovativer technologischer Lösungen als essenzielle Chance für eine nachhaltige Verbesserung unserer operativen Ergebnisse.
So kann zum Beispiel im Segment Industrial & Multimarket vor allem unser Leistungshalbleitergeschäft ein zusätzliches Wachstum generieren. Dies kann durch die Nachfrage bei der Energieerzeugung insbesondere begünstigt durch den Trend zu alternativen Energien, bei der Energieübertragung (Smart Grid) und durch entsprechende Anforderungen an die Energieeffizienz einschließlich staatlicher Regulierungen in verschiedenen Marktsegmenten hervorgerufen werden.
In dem von uns bedienten Automotive-Segment kann das Wachstum über unseren Erwartungen oder dem historischen Durchschnitt liegen. Diese Perspektive wird durch die weiterhin wachsende Fahrzeugproduktion, einen weiterhin wachsenden Halbleiteranteil je Fahrzeug - insbesondere im Premium-Bereich - und durch die verstärkt neu hinzutretende Nachfrage nach Leistungshalbleitern für Hybrid- und Elektroautos gestützt. Der Wert der je Fahrzeug verbauten Halbleiter liegt im Hybrid- und Elektroauto-Bereich um 100 Prozent und mehr über dem Halbleitergehalt von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.
Für das Segment Chip Card & Security gilt: Die fortschreitende weltweite Einführung von elektronischen ID-Dokumenten sowie die Bewegung in Richtung elektronische Tickets in Transportsystemen könnten außerdem dem Chipkarten- & Sicherheitsmarkt Wachstumschancen eröffnen. Darüber hinaus könnten sich im Bereich "New Businesses" durch die erfolgreiche Markteinführung von NFC, TPM, eCall und M2M weiter zunehmende Wachstumsraten einstellen.
Im Fall einer Akquisition kann es darüber hinaus zu einem deutlichen Umsatzwachstum und höherer Profitabilität durch zusätzliches Geschäft beziehungsweise bei einem Verkauf eines Unternehmensanteils zur Erhöhung des Cash-Bestands kommen.
Für die detaillierte Beschreibung der Chancensituation empfehlen wir zudem, den Abschnitt "Wachstum und Profitabilität - Rückblick und Ausblick" beziehungsweise den Prognosebericht zu berücksichtigen.
PROGNOSEBERICHT
GRUNDLEGENDE PLANUNGSANNAHMEN
Für die Planung des Geschäftsjahrs 2012 wird ein Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,40 unterstellt. Nach Abschluss der Verkäufe des Mobilfunkgeschäfts und des Wireline-Communications-Geschäfts haben sich die Umsatz- und Kostenanteile in US-Dollar und in mit dem US-Dollar korrelierten Währungen einander angenähert. Das Währungsrisiko des Konzerns hat sich somit deutlich verringert. Ohne Berücksichtigung von Währungssicherungsgeschäften führt eine Abweichung des tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurses von einem Cent gegenüber dem Plankurs dazu, dass sich das Segmentergebnis in Summe um etwa €1 Million pro Quartal oder etwa €4 Millionen pro Geschäftsjahr gegenüber dem Planwert verändert. Der Einfluss auf den Umsatz ist größer. Eine Abweichung des tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurses von einem Cent gegenüber dem Plankurs führt zu einer Umsatzveränderung von €3 bis €4 Millionen pro Quartal oder €12 bis €16 Millionen pro Geschäftsjahr.
WACHSTUMSAUSSICHTEN FÜR WELTWIRTSCHAFT EINGETRÜBT
Seit Sommer 2011 haben sich die wirtschaftlichen Erwartungen gegenüber dem ersten Halbjahr deutlich eingetrübt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für 2012 eine Zuwachsrate des globalen realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,2 Prozent, nach einem Wachstum von 3,0 Prozent im Jahr 2011. Damit hat der IWF seine Erwartungen gegenüber den noch im Frühjahr kommunizierten Werten um jeweils 0,5 Prozentpunkte reduziert. Für den Euro-Raum prognostizieren die Experten für das Jahr 2012 einen Anstieg des BIP von 1,1 Prozent, nach einem Zuwachs von 1,6 Prozent im Jahr 2011. Nach wie vor schwach ist auch die konjunkturelle Erholung in den USA. Die Wachstumsrate des BIP soll 2011 laut IWF 1,5 Prozent betragen. Für 2012 wird eine Erhöhung auf 1,8 Prozent prognostiziert. In Japan kam es in Folge des Erdbebens am 11. März 2011 zu einem Einbruch der Industrieproduktion, insbesondere aufgrund unterbrochener Lieferketten. Nach einem Rückgang des realen BIP um 0,5 Prozent im Jahr 2011 erwartet der IWF, dass sich die japanische Wirtschaft im Jahr 2012 wieder erholt und 2,3 Prozent wächst. Nach einem Anstieg von 8,2 Prozent im Jahr 2011 dürften die aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften im Jahr 2012 mit der weiterhin hohen Rate von 8,0 Prozent wachsen. Für Lateinamerika erwartet der IWF im Jahr 2012 einen Anstieg von 4,0 Prozent, nach einem Plus von 4,5 Prozent im Jahr 2011.
Die Risiken für die Weltwirtschaft haben sich im Laufe des Jahres 2011 deutlich erhöht. Im Herbst 2011 geht der IWF allerdings nach wie vor davon aus, dass es zu keinem Rückfall in eine Rezession kommt. Diese Prognose basiert auf der Annahme, dass sich die Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht noch weiter verstärken. Insbesondere die USA und Europa sind anfällig für negative Schocks. Risiken bestehen deshalb unter anderem in einer weiteren Zuspitzung der Staatsschuldenkrise und einer weiteren konjunkturellen Abschwächung in den USA.
Sollten der Euroraum und/oder die USA in eine Rezession abgleiten, könnte dies nach Meinung der Experten die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen.
Über 2012 hinaus erwartet der IWF eine Erhöhung der Wachstumsrate der Weltwirtschaft. Dabei dürfte die wirtschaftliche Erholung in den USA und Europa bereits im zweiten Halbjahr 2012 wieder einsetzen. Die aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften sollten auch 2013 das höchste Wachstum aufweisen. Verantwortlich sind hierfür unter anderem China und Indien. Lateinamerika wird voraussichtlich etwas weniger, aber ebenfalls überdurchschnittlich wachsen.
WACHSTUMSPOTENZIAL DER VON INFINEON ADRESSIERTEN MARKTSEGMENTE IN 2012 ÜBER DEM DES HALBLEITERMARKTS
Für den gesamten Halbleitermarkt wird für das Jahr 2012 nur noch ein leichtes Wachstum bei niedrigen einstelligen Wachstumsraten prognostiziert: Die Marktforschungsfirma IHS iSuppli geht auf US-Dollar-Basis von einem Zuwachs von nur 3 Prozent aus. Diese Schätzung basiert auf einem erwarteten Wachstum von ebenfalls nur 3 Prozent im Jahre 2011. Die niedrige Wachstumsrate ist insbesondere auf die Eintrübung der Aussichten für die Weltkonjunktur zurückzuführen. Da der globale Halbleitermarkt auch Produkte beinhaltet, die Infineon nicht beziehungsweise seit mehreren Jahren nicht mehr anbietet, wird im Folgenden die Marktentwicklung ohne Mikroprozessoren und Speicherchips dargestellt. Durch den Ausschluss dieser Produkte kann ein für das Unternehmen zutreffenderes Marktbild aufgezeigt werden. Der von Infineon adressierbare Halbleitermarkt, also der Gesamtmarkt ohne Mikroprozessoren und Speicherchips, wächst laut IHS iSuppli im Jahr 2012 mit 5 Prozent und damit etwas stärker als der Gesamtmarkt. Er erreicht ein Marktvolumen von rund US$216 Milliarden. Über 2012 hinaus wird eine Beschleunigung dieses Wachstums erwartet, getrieben im Wesentlichen durch eine erwartete Steigerung des Weltwirtschaftswachstums.
Die Zielsegmente des Konzerns werden auch in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter expandieren. Für den Automotive-Halbleitermarkt wird für 2012 laut IHS iSuppli ein Zuwachs von 9 Prozent erwartet. Wesentliche Wachstumstreiber für den Automobilabsatz sind weiterhin die BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China. Auch für Japan wird für das Jahr 2012 eine deutliche Erholung des Automarkts nach dem Einbruch in Folge des Erdbebens erwartet. Für die Autoproduktion prognostizierte IHS im Oktober 2011 ein Wachstum von etwa 7 Prozent im Jahr 2012 auf insgesamt 80,3 Millionen Fahrzeuge. Der weiter steigende Halbleiteranteil im Auto trägt ebenfalls zum Umsatzwachstum bei. Über 2012 hinaus soll sich gemäß IHS iSuppli das Wachstum des Automotive-Halbleitermarktes fortsetzen, wenngleich die Wachstumsrate unter der für 2012 liegen dürfte.
Das Wachstum im zweiten Marktsegment, dem Industrial und Multimarket Halbleitermarkt, wird wesentlich durch erneuerbare Energien und Bestrebungen zur Reduktion des Stromverbrauchs bestimmt. Knapp einhundert Länder hatten Anfang 2011 nationale Ziele für erneuerbare Energien formuliert. Diese Ziele geben unter anderem Anteile der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromerzeugung vor. In der Regel sind dies 10 bis 30 Prozent, die Spanne reicht aber von 2 bis 100 Prozent. Zur Erreichung dieser Ziele verfügen mindestens 95 Länder über Instrumente, Regelungen und Maßnahmen zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Diese "grünen" Anreizprogramme sollten über Jahre hinweg die Nachfrage nach Halbleitern, insbesondere nach Leistungshalbleitern, treiben. Aus diesem Grund schätzt IMS Research, dass der Weltmarkt für Leistungshalbleiter im Jahr 2012 um etwa 7 Prozent wachsen wird. Für den Industrie-Halbleitermarkt insgesamt erwartet IHS iSuppli ein Wachstum von lediglich 3 Prozent im Jahr 2012. Über 2012 hinaus erwartet IMS Research weiter dynamisches Wachstum für Leistungshalbleiter mit einer Wachstumsrate leicht über dem Niveau des Jahres 2012.
Im Chipkarten-Halbleitermarkt erwartet IHS iSuppli für 2012 ein Wachstum von etwa 2 Prozent. Zu den Wachstumstreibern im Markt zählen elektronische Ausweisdokumente und Gesundheitskarten. Großes Wachstumspotenzial wird auch neuen Applikationen, wie Near Field Communication (NFC), bescheinigt. NFC ermöglicht das Bezahlen mittels Mobiltelefon. Die Zahl der NFC-fähigen Mobiltelefone, die durch ein Embedded Secure Element abgesichert werden können, könnte sich im Jahr 2012 von 38 Millionen auf 116 Millionen Geräte etwa verdreifachen.
INFINEON-KONZERN ERWARTET FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2012
EINEN RÜCKGANG DES UMSATZES UM EINEN MITTLEREN EINSTELLIGEN PROZENTSATZ GEGENÜBER DEM GESCHÄFTSJAHR 2011
Der Ausblick für das Wachstum der Weltwirtschaft im Geschäftsjahr 2012 hat sich gegenüber den Verhältnissen im abgelaufenen Geschäftsjahr eingetrübt. Aktuell wird bestenfalls mit einer Wachstumsrate von 3,2 Prozent gerechnet, aber auch eine Rezession der Weltwirtschaft kann nicht ausgeschlossen werden.
Unter der Annahme, dass es zu keiner Verstärkung der Turbulenzen an den Finanzmärkten kommt oder Entwicklungen bei der Verschuldung der Staatshaushalte eintreten, die die Weltwirtschaft in eine Rezession führen, geht Infineon davon aus, dass der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 um einen mittleren einstelligen Prozentsatz sinken wird. Die Gesellschaft schließt mit Blick auf die Diskrepanz zwischen dem eigenen Ausblick und den Prognosen der Marktforscher nicht aus, dass die aktuelle Eintrübung der Aussichten für die einzelnen Segmente der Halbleiterindustrie noch nicht vollständig in den Prognosen der Marktforscher nachvollzogen ist.
Im Segment Automotive erwartet die Gesellschaft, dass sich die Erlöse besser als der Durchschnitt des Konzerns entwickeln werden. Für die Segmente Industrial & Multimarket sowie Chip Card & Security hingegen wird eine Erlösentwicklung leicht unterhalb des Konzerndurchschnitts vorhergesehen. Die Umsätze der Sonstigen Geschäftsbereiche werden im Geschäftsjahr 2012 um etwa 40 Prozent gegenüber dem Stand des Geschäftsjahrs 2011 von €216 Millionen zurückgehen. Hauptgrund hierfür sind planmäßig abnehmende Lieferungen an Lantiq.
Unter der Voraussetzung einer stabilen wirtschaftlichen Gesamtsituation erwartet Infineon für das Geschäftsjahr 2013 eine Belebung der Nachfrage. Hierdurch sollte wieder ein Umsatzwachstum von 10 Prozent oder mehr zu erzielen sein.
BRUTTOMARGE UNTER 40 PROZENT ERWARTET
Die Höhe der Bruttomarge hängt unter anderem von der Auslastung der Produktionskapazitäten über das Jahr ab. Unter der Annahme eines durchschnittlichen Preisverfalls von um die 5 Prozent pro Jahr ergibt sich auch beim aktuellen Umsatzausblick der Gesellschaft die Notwendigkeit, die Produktionsniveaus gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 zumindest konstant zu halten. Hinzu kommt, dass die Gesellschaft plant, die per Ende des Geschäftsjahrs 2011 vorhandenen Vorratsbestände zu erhöhen. In Summe dürfte dies im Geschäftsjahr 2012 zu einer nach wie vor hohen, im Vergleich zum Vorjahr jedoch leicht rückläufigen durchschnittlichen Auslastung der Kapazitäten führen. Weiterhin dürften gewisse Kosten im Zusammenhang mit dem Hochlauf der Produktion auf 300-Millimeter-Wafern anfallen. Ebenso dürfte sich in Anbetracht der hohen Investitionen der Anteil der Abschreibungen am Umsatz erhöhen. Abschließend wirkt auch der für die Industrie typische Preisverfall negativ auf die Bruttomarge. Demgegenüber werden Produktivitätsverbesserungen und die Optimierung der Produktpalette hin zu Bereichen mit höherer Marge einen positiven Einfluss auf die Bruttomarge haben. Insgesamt rechnet Infineon damit, dass die Bruttomarge im Geschäftsjahr 2012 vom Vorjahreswert von 41,4 Prozent auf unter 40 Prozent sinken wird.
Im Geschäftsjahr 2013 erwartet das Unternehmen eine zumindest konstante oder wieder steigende Bruttomarge. Zwar werden die Investitionen ab dem Geschäftsjahr 2013 voraussichtlich unter dem Niveau der Vorjahre liegen, jedoch dürfte das insgesamt hohe Investitionsniveau weiter steigende Abschreibungen nach sich ziehen. Dennoch geht Infineon davon aus, bei einem Umsatzwachstum von 10 Prozent oder mehr durch positive Skaleneffekte den Anstieg der Abschreibungen ausgleichen zu können.
BETRIEBSKOSTEN DÜRFTEN UM FÜNF BIS ZEHN PROZENT STEIGEN
Im Bereich der Betriebskosten werden die Forschungs- und Entwicklungskosten wie auch die Vertriebs- und Verwaltungskosten im Geschäftsjahr 2012 voraussichtlich mit einer Rate von 5 bis 10 Prozent wachsen. Infineon hält auch in Zeiten schwächeren Wachstums an den begonnenen und geplanten Forschungs- und Entwicklungsprojekten fest. Dies betrifft langfristige Forschung für Fertigungstechnologie wie auch Produktentwicklung und Kundenprojekte. Ferner soll der Vertrieb strategisch in den einzelnen Regionen ausgebaut werden. Überdies wirkt in beiden Kostenarten der Verkauf des Mobilfunkgeschäfts negativ. Details zur Entwicklung dieser beiden Kostenarten finden sich weiter unten.
Die Segmente Automotive sowie Industrial & Multimarket werden die Haupttreiber beim Wachstum der Forschungs- und Entwicklungskosten im Geschäftsjahr 2012 sein. Im Segment Automotive liegt der Schwerpunkt bei neuen Mehrkern-Mikrocontrollern in 65-Nanometer-Fertigungstechnologie, neuen Sensoren und bei der Integration von Leistungs- und Controller-Funktionalität auf einem Chip unter Verwendung des neuen 130-Nanometer-BCD-Prozesses der Gesellschaft. Daneben investiert das Segment in die Entwicklung von Produkten für die schnell wachsenden Bereiche der Hybrid- und Elektroautos. Der größte Betrag für zusätzliche Halbleiter-Produkte in Hybrid- und Elektroautos entfällt auf Leistungshalbleiter. Während die Gesellschaft Marktführer für solche Komponenten innerhalb des Segments Industrial & Multimarket ist, investiert das Segment Automotive dahingehend, das vorhandene Know-how bestmöglich auch in Hybrid- und Elektroautos zu nutzen. Im Segment Industrial & Multimarket liegt der Fokus der Forschungs- und Entwicklungskosten darin, im Vergleich zu den heutigen Standardkomponenten die Energiedichte weiter zu erhöhen und die Lebensdauer zu verlängern. Neue und weiter entwickelte Generationen von IGBTs, "CoolMOS™", "OptiMOS™" befinden sich in Entwicklung. Weiterhin investiert die Gesellschaft in die Verbindungshalbleiter Siliciumcarbid und Galliumnitrid für die nächste Generation von Leistungshalbleitern.
Ein Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten im Bereich Fertigungstechnologie liegt im Geschäftsjahr 2012 auf der Herstellung von Leistungshalbleitern auf 300-Millimeter-Dünnwafern, wo Infineon seine führende Position weiter ausbauen will. Die erstmalige Einführung dieses neuen Fertigungsprozesses wird nicht nur die absolute Fertigungskapazität erhöhen, sondern auch die Stückkosten der Scheibenfertigung um etwa 20 bis 30 Prozent reduzieren. Angesichts der zunehmenden Nachfrage nach Leistungshalbleitern in einem insgesamt wachsenden Markt forciert das Unternehmen die Entwicklung der 300-Millimeter-Technologie bis zur Volumenproduktion. Dabei sind besondere fertigungstechnische Herausforderungen wie die spezielle Dotierung von Standard-Wafern, das Dünnschleifen der Wafer und das sichere Handling der Dünnwafer in der Massenfertigung zu bewältigen.
Im Bereich der Prozessentwicklung werden im Geschäftsjahr 2012 auch die Forschungsanstrengungen für die Entwicklung neuer Gehäuse fortgeführt. Dabei sollen Leistungsdichte und Robustheit der Bausteine weiter verbessert werden. Ein Beispiel ist die Entwicklung der "Blade"-Gehäusetechnologie. Die hierbei verwendete Verbindungstechnologie ersetzt die herkömmlichen Drahtverbindungen durch direkte Kontaktierungen und reduziert dadurch die Größe des Gehäuses. Gleichzeitig erlaubt diese Technologie höhere Flexibilität, da sie auch den Einbau mehrerer Chips in ein Gehäuse ermöglicht. Die Verwendung solcher "Multi-Chip-Gehäuse" reduziert den Platzbedarf und optimiert die elektrischen und thermischen Eigenschaften des jeweiligen Bauteils.
Im Zuge der verstärkten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ist im Geschäftsjahr 2012 geplant, die Mitarbeiterzahl in diesem Bereich von 3.900 zum 30. September 2011 um einen einstelligen Prozentsatz weiter zu erhöhen.
Die Vertriebskosten steigen aufgrund der Erhöhung der Anzahl der Vertriebsmitarbeiter insbesondere in den Segmenten Automotive und Industrial & Multimarket. Innovative, neue Produkte und ein hoher Grad an Servicedienstleistungen erfordern die zeitintensive Etablierung und Pflege enger Kundenbeziehungen. Die zusätzlichen Mitarbeiter kommen hauptsächlich in der direkten Betreuung und Akquise von Kunden zum Einsatz. Hierdurch werden die Vertriebsteams weltweit gestärkt.
Über das Geschäftsjahr 2012 hinaus kann davon ausgegangen werden, dass das Wachstum der Kosten für Forschung und Entwicklung im Rahmen des Umsatzwachstums oder leicht darüber liegen könnte, während die Vertriebskosten höchstens mit dem Umsatz und die Verwaltungskosten deutlich langsamer als der Umsatz wachsen sollten. In Summe dürften die Betriebskosten etwas langsamer als der Umsatz zulegen.
GESAMTSEGMENTERGEBNIS-MARGE IN HÖHE EINES NIEDRIGEN BIS MITTLEREN ZEHNERPROZENTSATZES VOM UMSATZ ERWARTET
Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet Infineon eine Gesamtsegmentergebnis-Marge in Höhe eines niedrigen bis mittleren Zehnerprozentsatzes vom Umsatz. Diese Planung basiert auf der Annahme eines Umsatzrückgangs um einen mittleren einstelligen Prozentsatz, einer Bruttomarge von unter 40 Prozent sowie auf einem Wachstum der Betriebskosten von 5 bis 10 Prozent gegenüber den Niveaus des Geschäftsjahrs 2011.
Über das Geschäftsjahr 2012 hinaus rechnet Infineon damit, unter der Voraussetzung einer stabilen Entwicklung der Weltkonjunktur, eine Gesamtsegmentergebnis-Marge oberhalb des Niveaus des Geschäftsjahrs 2012 erzielen zu können.
ÜBRIGE AUFWENDUNGEN
Infineon erwartet, dass das nicht den operativen Segmenten zugeordnete Ergebnis im Geschäftsjahr 2012 etwa minus €30 bis €40 Millionen betragen wird. Gegenüber dem nicht den operativen Segmenten zugeordnete Ergebnis im Geschäftsjahr 2011 bedeutet dies eine Ergebnisverbesserung von etwa €10 Millionen. Darüber hinaus erwartet das Unternehmen eine Verbesserung beim Nettofinanzergebnis. Gegenüber dem Finanzergebnis von minus €26 Millionen im Geschäftsjahr 2011 dürften zum einen rückläufige Zinsaufwendungen für einen Anstieg sorgen. Infineon hat im Verlauf des Geschäftsjahrs 2011 das Volumen der im Jahr 2014 fälligen Wandelschuldverschreibung durch Rückkäufe um nominal €59 Millionen oder 30 Prozent reduziert. Der damit im Geschäftsjahr 2012 niedrigere ausstehende Betrag an Anleiheschulden führt zu geringeren Zinsaufwendungen. Zum anderen erfolgten die im Geschäftsjahr 2011 getätigten Anleiherückkäufe zu Kursen deutlich oberhalb von 100 Prozent und führten somit zu Buchverlusten. Diese wurden innerhalb des Zinsergebnisses als Aufwendungen ausgewiesen. Für das Geschäftsjahr 2012 hat Infineon geringere Aufwendungen für Anleiherückkäufe als im Geschäftsjahr 2011 unterstellt. Sollten im Geschäftsjahr 2012 über den Planansatz hinaus gehende Teile der Wandelanleihe erworben werden, würde sich daraus eine Verschlechterung des Nettofinanzergebnisses gegenüber dem Planansatz ergeben.
Der Steuersatz des Infineon-Konzerns wird voraussichtlich zwischen 10 und 15 Prozent betragen. Er setzt sich zusammen aus den ausländischen Steuersätzen in vergleichbarer Höhe und dem zahlungswirksamen Steuersatz der Gesellschaft in Deutschland. Dieser beträgt in etwa 12 Prozent und ergibt sich durch die Nutzung von Verlustvorträgen. Hierdurch unterliegen nur 40 Prozent der inländischen Einkünfte der Besteuerung. Das Unternehmen geht davon aus, dass der effektive zahlungswirksame Steuersatz so lange auf diesem Niveau bleiben wird, bis die steuerlichen Verlustvorträge aufgebraucht sind. Der Verlustvortrag bei der Körperschaftsteuer belief sich zum 30. September 2011 auf €3,1 Milliarden. Bei der Gewerbesteuer bestanden zum selben Stichtag Verlustvorträge in Höhe von €4,2 Milliarden. Änderungen in der Bewertung aktivischer Steuerlatenzen können zusätzliche Effekte auf die Steuerquote haben.
ANSTIEG DES NETTOUMLAUFVERMÖGENS ERWARTET
Zum 30. September 2011 betrug das Nettoumlaufvermögen von Infineon minus €663 Millionen. Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet das Unternehmen infolge des Rückgangs des Umsatzes um einen mittleren einstelligen Prozentsatz keinen signifikanten Anstieg der Position "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen". Die Position "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" hingegen wird voraussichtlich deutlicher sinken. Grund hierfür werden die niedrigeren Investitionen im vierten Quartal 2012 im Vergleich zum vierten Quartal 2011 sein. In Anbetracht des für das Geschäftsjahr 2012 geplanten weiteren Ausbaus der Produktionskapazitäten sollte es außerdem möglich sein, Vorratsbestände aufzubauen, mit denen die Gesellschaft zukünftig flexibler und auch kurzfristig auf Nachfrage von Kunden oder Änderungen innerhalb der Kundenbestellungen reagieren kann. Insgesamt erwartet Infineon daher für das Geschäftsjahr 2012 einen Anstieg des Nettoumlaufvermögens.
INVESTITIONEN, PRODUKTIONSKAPAZITÄTEN UND ABSCHREIBUNGEN
In den Geschäftsjahren 2009 bis 2011 stieg die Nachfrage rasant. Trotz fortlaufender Erweiterung der Fertigungskapazitäten war das Wachstum des Unternehmens im Wesentlichen kapazitätslimitiert. Gleichzeitig konnten die Vorratsbestände nicht mit der Erhöhung der Liefervolumina Schritt halten. Dies hatte negative Auswirkungen auf Liefertreue und Lieferflexibilität. Das Unternehmen hat daher im abgelaufenen Geschäftsjahr mehrere Projekte gestartet, um die Fertigungskapazitäten weiter auszubauen.
Im Prognosebericht des Geschäftsjahrs 2010 wurde für das Geschäftsjahr 2011 die Errichtung einer 300-Millimeter-Dünnwafer-Pilotanlage für Leistungshalbleiter in Villach, Österreich, angekündigt. Diese Pilotanlage wurde mittlerweile erfolgreich verwirklicht und erste Wafer wurden dort prozessiert. Daneben wurden in Hinblick auf den zukünftigen Start der Volumenproduktion Immobilien, Reinraumtechnik, Fertigungsanlagen sowie Betriebsmittel in Dresden vom Insolvenzverwalter der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG erworben. Diese im abgelaufenen Geschäftsjahr begonnenen Projekte werden im Geschäftsjahr 2012 fortgeführt. Infineon plant den Start der 300-Millimeter-Dünnwafer-Volumenproduktion von Leistungshalbleitern in Dresden in der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs 2013.
Um mittelfristig weiteres Wachstum auch in anfänglich nicht 300-Millimeter-fähigen Technologien zu sichern, hat der Vorstand beschlossen, in Kulim, Malaysia, mit dem Bau eines zweiten 200-Millimeter-Reinraums für die Front-End-Fertigung zu beginnen. Dieser zusätzliche Reinraum bietet Infineon die Möglichkeit, flexibel auf zusätzliche Kundennachfrage zu reagieren und die Fertigungskapazitäten in Kulim sukzessive zu erweitern. Der Reinraum und der hierfür notwendige Maschinenpark wird entsprechend der Entwicklung der Nachfrage gebaut beziehungsweise installiert werden.
Der Ausbau der vorhandenen Kapazitäten bildet einen weiteren Schwerpunkt der laufenden Investitionen. An allen vier Front-End-Standorten werden Investitionen getätigt. Parallel dazu wird auch in die Ausweitung der Back-End-Kapazitäten investiert.
Im laufenden Geschäftsjahr geht das Unternehmen davon aus, dass die Investitionen sich ungefähr auf dem Niveau des Geschäftsjahrs 2011 bewegen werden. Im Geschäftsjahr 2013 werden die beschriebenen Investitionsvorhaben weitergeführt beziehungsweise abgeschlossen. Das Investitionsvolumen wird in 2013 plangemäß unter dem Volumen des Geschäftsjahrs 2012 liegen.
Verbunden mit dem Ausbau der Fertigungskapazitäten wächst auch die Anzahl der in der Fertigung beschäftigten Mitarbeiter. Sollten die Investitionen im Geschäftsjahr 2012 so wie oben beschrieben realisiert werden, würde sich die Zahl der in der Fertigung beschäftigten Mitarbeiter von 18.892 zum 30. September 2011 um einen einstelligen Prozentsatz erhöhen.
Im Geschäftsjahr 2012 kalkuliert die Gesellschaft mit Abschreibungen in Höhe von etwa €430 Millionen gegenüber €364 Millionen im Geschäftsjahr 2011. Die hohen Investitionen der Geschäftsjahre 2011 und 2012 treiben den Anstieg der Abschreibungen. Teilweise wird dieser durch das Auslaufen von Abschreibungen auf ältere Anlagen im Werk in Kulim, Malaysia, kompensiert. Im Geschäftsjahr 2013 werden die Abschreibungen weiter ansteigen. Die Gründe hierfür sind die hohen Investitionen ab dem Geschäftsjahr 2011.
FREE-CASH-FLOW
Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten wird im Geschäftsjahr 2012 trotz erwarteter deutlicher Profitabilität voraussichtlich deutlich negativ sein. Dies liegt insbesondere an dem hohen Investitionsvolumen verbunden mit dem geplanten Anstieg des Nettoumlaufvermögens. Zusätzlich wird ein Mittelabfluss aus nicht fortgeführten Aktivitäten erwartet. Das Unternehmen rechnet hier zum einen mit Auszahlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen Euro Betrags. Darüber hinaus kann es auch zu Mittelabflüssen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda kommen. Per 30. September 2011 betrugen die hierfür zurückgestellten Beträge insgesamt €300 Millionen.
Im Geschäftsjahr 2013 und den folgenden Jahren beabsichtigt Infineon, deutlich positive Free-Cash-Flows zu erzielen. Grundlage für diese Annahme sind rückläufige Investitionsausgaben, steigende Abschreibungen und erwartete fortgesetzte Gewinne aus dem operativen Geschäft.
FINANZIERUNGS-CASH-FLOW
Für das Geschäftsjahr 2010 hat Infineon die Dividendenzahlung wieder aufgenommen. Die Hauptversammlung am 17. Februar 2011 hatte beschlossen, €0,10 je Aktie auszuschütten. Dies führte zu einer Ausschüttungssumme von €109 Millionen. Die Gesellschaft beabsichtigt, die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2011 auf €0,12 je Aktie zu erhöhen. Sollte die kommende Hauptversammlung dem Vorschlag zustimmen, so würde dies unter Berücksichtigung der fehlenden Dividendenberechtigung von eigenen Aktien zu einer Ausschüttung von voraussichtlich etwa €130 Millionen führen.
Im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2011 hat die Gesellschaft mit der Umsetzung eines Aktienrückkaufprogramms unter Einsatz von Derivaten begonnen. Hierfür hat die Gesellschaft eine Reihe von Put-Optionen verkauft. Eine Vielzahl von Fälligkeitsterminen dieser Optionen fällt in das Geschäftsjahr 2012. Sollte am jeweiligen Verfallstag der Put-Optionen der Kurs der Infineon-Aktie unter dem jeweiligen Ausübungspreis liegen, wird das Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen. Im Falle einer Nichtausübung wird die Gesellschaft neue Put-Optionen begeben, um Aktien zu einem späteren Zeitpunkt zu erwerben. Bis zum 30. September 2011 hat die Gesellschaft vier Millionen Aktien für €26 Millionen zurückgekauft. Zu diesem Stichtag bestanden Optionsrechte gegen die Gesellschaft auf Kauf weiterer 26 Millionen Aktien mit Ausübungskursen von €4,26 bis €7,43. Welche Mittel für Aktienrückkäufe im Geschäftsjahr 2012 aufgewendet werden, wird daher maßgeblich von der Entwicklung des Aktienkurses abhängen. Weitere detaillierte Informationen zu den Ausübungspreisen und den Fälligkeiten der Optionen veröffentlicht Infineon auf seiner Internetseite unter www.infineon.com/cms/de/corporate/investor/infineon-share/share-buyback.html. Auch die Rückkäufe der Wandelanleihe, wie sie im abgelaufenen Geschäftsjahr durchgeführt wurden, könnten im Geschäftsjahr 2012 fortgesetzt werden. Das Unternehmen hat hierfür im letzten Geschäftsjahr €173 Millionen aufgewendet. Ob und in welchem Umfang auch im Geschäftsjahr 2012 Wandelanleihen zurückgekauft werden wird ebenfalls maßgeblich von der Entwicklung des zugrundeliegenden Aktienkurses sowie der Verfügbarkeit und den spezifischen Konditionen für deren Rückkauf abhängen. Abschließend plant Infineon, im Geschäftsjahr 2012 Finanzverbindlichkeiten in Höhe von €68 Millionen zu tilgen. Das Unternehmen hatte diese für mehrere Projektfinanzierungen in Österreich aufgenommen.
Bezüglich der Bilanzstruktur verfolgt Infineon das langfristige Ziel, etwa 30 bis 40 Prozent der Umsatzerlöse als Brutto-Cash-Position zu halten. Weiterhin plant das Unternehmen die Beibehaltung einer Netto-Cash-Position. Die Brutto-Finanzverbindlichkeiten sollen maximal das Zweifache des EBITDA betragen. Die Planungen der Gesellschaft sehen vor, dass diese Ziele im Geschäftsjahr 2012 komfortabel übertroffen werden. Daher plant das Unternehmen im Geschäftsjahr 2012 keine wesentlichen Finanzierungs-Transaktionen. Das Unternehmen beabsichtigt aus strategischen Gründen, für eine gewisse Zeit eine Brutto-Cash-Position oberhalb des langfristigen Ziels zu halten. Infineon geht davon aus, dass dieser strategische Zahlungsmittelbestand in wertschaffender Art und Weise für organisches oder anorganisches Wachstum verwendet werden kann. Sollte die Gesellschaft im Zeitablauf feststellen, dass der strategische Zahlungsmittelbestand nicht produktiv im Unternehmen eingesetzt werden kann, könnten die Bemühungen, Kapital an die Investoren zurückzuführen, intensiviert werden.
LANGFRISTIGE WACHSTUMSTREIBER FÜR DAS GESCHÄFT VON INFINEON
Infineon ist in Segmenten mit hohen Wachstumsraten tätig. Für die Jahre 2011 bis 2015 prognostiziert IHS iSuppli dem Automotive-Halbleitermarkt eine durchschnittliche Wachstumsrate von 6 Prozent. Der Industrial & Multimarket-Halbleitermarkt wird laut IHS iSuppli voraussichtlich mit 7 Prozent jährlich wachsen. Für den Teilmarkt der Leistungshalbleiter erwartet IMS Research ein durchschnittliches Wachstum von 9 Prozent. Das Wachstum des Chipkarten-Halbleitermarktes wird in diesem Zeitraum laut IHS iSuppli voraussichtlich durchschnittlich 6 Prozent betragen.
Das hohe Wachstum in den Märkten von Infineon wird durch die drei zentralen Themen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit getrieben.
Energieeffizienz: Die weltweite Elektrizitätserzeugung verschiebt sich in zunehmendem Maße in Richtung erneuerbare Energien. Diese Entwicklung hat sich in Folge des Erdbebens und des Reaktorunglücks in Japan nochmals verstärkt. Im Bereich des Transports und des Verbrauchs von Elektrizität wird es weltweit immer wichtiger, alle Schritte der Wandlung von Elektrizität effizienter zu gestalten. All diese Faktoren stärken die langfristige Nachfrage nach Leistungshalbleitern.
Mobilität: Immer mehr Menschen müssen aus wirtschaftlichen oder wollen aus privaten Gründen mobil sein. Der Anteil der Menschen, die auch die finanziellen Mittel dazu haben, steigt weltweit permanent. Infineon ermöglicht Mobilität im Wesentlichen mit Produkten in den Segmenten Automotive und Industrial & Multimarket. Nicht nur die weltweite Anzahl von Autos, Zügen und Nahverkehrsmitteln nimmt laufend zu, sondern auch der darin zum Einsatz kommende Betrag für Leistungshalbleiter und anderer Produkte von Infineon.
Sicherheit: Die Menge sensibler Daten, die gespeichert und abgerufen werden, erhöht sich täglich. Die Produkte des Segments Chip Card & Security helfen dabei, sicherzustellen, dass Nutzer und Geräte vor der Nutzung authentifiziert und Daten sicher gespeichert werden.
Mit exzellenten Produkten, umfassendem Technologie- und Fertigungs-Know-How sowie tiefem Systemverständnis aus langjährigen Beziehungen zu Schlüsselkunden hat sich Infineon marktführende Positionen in allen drei Segmenten erarbeitet. Damit und mit einer intensiven Forschungs- und Entwicklungstätigkeit besteht eine ideale Ausgangsposition, um von diesen anhaltenden Trends zu profitieren.
ZIELGESCHÄFTSMODELL
In den letzten Jahren hat Infineon sein Geschäft neu strukturiert und sein Produktportfolio erfolgreich fokussiert. Das Unternehmen verfügt in seinen drei verbleibenden Segmenten - Automotive, Industrial & Multimarket sowie Chip Card & Security - über führende Marktpositionen. Diese Marktpositionen sollen durch organisches Wachstum gehalten beziehungsweise ausgebaut werden. Mit den drei Segmenten wurde im Geschäftsjahr 2011 ein Umsatz von knapp €4 Milliarden erzielt. In Anbetracht der Marktposition sowie der oben beschriebenen Wachstumstreiber glaubt das Unternehmen, in einem normalen konjunkturellen Umfeld ein Wachstum von 10 Prozent pro Jahr oder mehr erzielen zu können.
Gewinnseitig strebt das Unternehmen eine Bruttomarge im niedrigen 40-Prozent-Bereich an. Unter wirtschaftlich normalen Bedingungen sollte die Gesamtsegmentergebnis-Marge bei fast 20 Prozent liegen. Über einen gesamten Konjunkturzyklus hinweg rechnet die Gesellschaft damit, eine Gesamtsegmentergebnis-Marge von etwa 15 Prozent zu erreichen. Im Rahmen dieser Ziele plant die Gesellschaft, für Forschung und Entwicklung einen niedrigen bis mittleren sowie für Vertrieb und Verwaltung einen niedrigen Zehnerprozentsatz vom Umsatz aufzuwenden. Wegen der bestehenden hohen Bruttoliquidität sowie nur sehr moderater Bruttoschulden ist mit einem nur leicht negativen Nettofinanzergebnis zu rechnen. Angesichts bestehender Verlustvorträge erwartet das Unternehmen bis zum Verbrauch dieser Verlustvorträge einen Steuersatz für den Konzern in Höhe von 10 bis 15 Prozent.
Um das Umsatzwachstumspotenzial realisieren zu können, muss das Unternehmen seine Kapazitäten stetig erweitern. Hierzu wurden im letzten Geschäftsjahr zahlreiche Projekte initiiert, die in den nächsten 12 bis 24 Monaten abgeschlossen werden. Während dieser Zeit wird der Anteil der Investitionen am Umsatz zwischen 15 und 25 Prozent liegen. Nach dieser Phase verstärkter Investitionsstätigkeit beabsichtigt die Gesellschaft, die Investitionen wieder auf einen Anteil von 10 bis 15 Prozent vom Umsatz zurückzuführen.
Mit dem beschriebenen Geschäftsmodell und der aktuellen Unternehmensstruktur fühlt sich das Unternehmen gut positioniert. Daher sind in den nächsten zwei Jahren keine wesentlichen Änderungen der Geschäftspolitik geplant. Allerdings wird per 1. Januar 2012 das Segment Industrial & Multimarket in die Bereiche Industrial Power Control sowie Power Management & Multimarket aufgeteilt werden. Industrial Power Control wird sich dann auf industrielle Anwendungen mit hohen Leistungen fokussieren, während Power Management & Multimarket Anwendungen im Niederleistungsbereich im Blick haben wird. Damit wird die Ausrichtung der Organisationsstruktur des Unternehmens an den Zielmärkten weiter intensiviert.
GESAMTAUSSAGE ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG DES INFINEON-KONZERNS
Die makroökonomischen Risiken haben seit Mitte des Kalenderjahrs 2011 deutlich zugenommen; die Nachfragesituation hat sich merklich eingetrübt. Der Vorstand geht daher davon aus, nach den sehr hohen Wachstumsraten der Geschäftsjahre 2010 und 2011 im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatzrückgang um einen mittleren einstelligen Prozentsatz gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr hinnehmen zu müssen. Dabei sollte eine Gesamtsegmentergebnis-Marge in Höhe eines niedrigen bis mittleren Zehnerprozentsatzes vom Umsatz generiert werden.
In den letzten Jahren hat Infineon sein Geschäft neu strukturiert und sein Produktportfolio erfolgreich fokussiert. Das Unternehmen verfügt in seinen drei verbleibenden Segmenten - Automotive, Industrial & Multimarket sowie Chip Card & Security - über führende Marktpositionen. Die Themen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit sind entscheidende Treiber für das Wachstum der einzelnen Segmente des Konzerns. Angesichts dieser positiven Rahmenfaktoren, exzellenter Produkte und Technologien sowie langjähriger Kundenbeziehungen sollen die erreichten Marktpositionen gefestigt beziehungsweise weiter ausgebaut werden. Große Verkäufe von Unternehmensteilen sind zurzeit nicht geplant. Im Rahmen dieser Strategie sieht der Vorstand das Unternehmen gut positioniert für weiteres profitables Umsatzwachstum auch über das Geschäftsjahr 2012 hinaus.
Tabellarische Übersicht der beschriebenen Umsatz- und Ergebnisprognosen
| 2011 | 2012 | 2013 | |
|---|---|---|---|
| Umsatzwachstum | 21% | Rückgang um einen mittleren einstelligen Prozentsatz gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 | 10% oder mehr1 |
| Bruttomarge | 41,7% vom Umsatz | Unter 40% vom Umsatz | Konstant oder steigend gegenüber Geschäftsjahr 20121 |
| Gesamtsegmentergebnis-Marge | 19,7% vom Umsatz | Niedriger bis mittlerer Zehnerprozentsatz vom Umsatz | Anstieg gegenüber 20121 |
1 Bei einer stabilen wirtschaftlichen Gesamtsituation.
Im Bereich der Betriebskosten werden die Forschungs- und Entwicklungskosten wie auch die Kosten für Vertrieb und Verwaltung voraussichtlich um 5 bis 10 Prozent wachsen. Darüber hinaus erwartet Infineon nicht den operativen Segmenten zugeordnete Aufwendungen von rund €30 bis €40 Millionen sowie eine Verbesserung beim Nettofinanzergebnis. Aufgrund von bestehenden Verlustvorträgen rechnet die Gesellschaft im laufenden und im kommenden Geschäftsjahr mit einer niedrigen Steuerquote von 10 bis 15 Prozent.
Für die Erweiterung der Fertigungskapazitäten sind im Geschäftsjahr 2012 Investitionen in etwa auf dem Niveau des Geschäftsjahrs 2011 vorgesehen. Die Abschreibungen werden etwa €430 Millionen betragen. Die hohen Investitionen sowie ein erwartetes Wachstum im Nettoumlaufvermögen führen im Geschäftsjahr 2012 trotz erwarteter deutlicher Profitabilität voraussichtlich zu einem deutlicheren negativen Free-Cash-Flow. Über das Geschäftsjahr 2012 hinaus beabsichtigt Infineon, deutlich positive Free-Cash-Flows zu erzielen.
Das Unternehmen plant den bestehenden komfortablen Zahlungsmittelbestand für organisches oder anorganisches Wachstum zu verwenden beziehungsweise in Form von Dividenden sowie Aktien- und Wandelanleiherückkäufen an die Aktionäre zurückzuführen.
ANGABEN NACH §289 ABSATZ 4 UND §315 ABSATZ 4 HGB
ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS
Das Grundkapital der Infineon Technologies AG hat sich im Geschäftsjahr 2011 infolge der Ausübung von 3.750 Aktienoptionen um €7.500 erhöht und betrug zum 30. September 2011 €2.173.491.670. Es ist eingeteilt in 1.086.745.835 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Hierin enthalten sind 4 Millionen Stück von der Gesellschaft zum 30. September 2011 gehaltene eigene Aktien mit einem rechnerischen Nennwert in Höhe von insgesamt €8 Millionen. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Aktien der Infineon Technologies AG werden an der Frankfurter Wertpapierbörse (FSE) unter dem Symbol "IFX" notiert. Außerdem werden die Aktien der Infineon Technologies AG in Form von American Depositary Shares (ADS) unter dem Börsenkürzel "IFNNY" auch am OTCQX International Premier Markt im Freiverkehr (over-the-counter) gehandelt, wobei jeweils ein Infineon-ADS eine Infineon-Aktie repräsentiert.
BESCHRÄNKUNGEN, DIE STIMMRECHTE ODER DIE ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN BETREFFEN
Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich insbesondere aus den Vorschriften des Aktiengesetzes ergeben. Beispielsweise unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen nach § 136 AktG einem Stimmverbot und der Infineon Technologies AG steht gemäß § 71b AktG aus eigenen Aktien kein Stimmrecht zu. Vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt.
Gemäß § 67 Abs. 2 AktG gilt im Verhältnis zur Infineon Technologies AG als Aktionär nur, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Die Aktionäre haben der Infineon Technologies AG zur Eintragung im Aktienregister ihren Namen beziehungsweise Firma, ihre Anschrift sowie ggf. ihren Sitz und ihr Geburtsdatum sowie die Zahl der von ihnen gehaltenen Aktien mitzuteilen. Die Infineon Technologies AG ist nach § 67 Abs. 4 AktG berechtigt, von dem im Aktienregister Eingetragenen Auskunft darüber zu verlangen, inwieweit ihm die Aktien, als deren Inhaber er im Aktienregister eingetragen ist, tatsächlich gehören, und, soweit dies nicht der Fall ist, die zur Führung des Aktienregisters notwendigen Informationen demjenigen zu übermitteln, für den er die Aktien hält. Solange einem solchen Auskunftsverlangen nicht nachgekommen wird, bestehen die Stimmrechte aus dem betreffenden Aktienbestand nach § 67 Abs. 2 AktG nicht.
BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10 PROZENT DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITEN
Nach dem deutschen Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte eines börsennotierten Unternehmens erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Infineon Technologies AG und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unverzüglich mitzuteilen. Uns sind hiernach zum 30. September 2011 keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 Prozent der Stimmrechte erreichen oder überschreiten. Die uns gemeldeten Beteiligungen sind im Anhang zum Konzernabschluss unter den Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG dargestellt.
AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHEN
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, wurden nicht ausgegeben.
ART DER STIMMRECHTSKONTROLLE, WENN ARBEITNEHMER AM KAPITAL BETEILIGT SIND UND IHRE KONTROLLRECHTE NICHT UNMITTELBAR AUSÜBEN
Arbeitnehmer, die am Kapital der Infineon Technologies AG beteiligt sind, üben ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus.
BESTIMMUNGEN ÜBER DIE ERNENNUNG UND ABBERUFUNG VON VORSTANDSMITGLIEDERN
Der Vorstand der Infineon Technologies AG besteht nach § 5 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Personen. Derzeit besteht der Vorstand der Infineon Technologies AG aus drei Personen. Die Bestimmung der genauen Zahl sowie die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgt gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 1 AktG durch den Aufsichtsrat. Da die Infineon Technologies AG unter das Mitbestimmungsgesetz fällt, ist für die Bestellung beziehungsweise Abberufung von Vorstandsmitgliedern eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder des Aufsichtsrats erforderlich (§ 31 Abs. 2 MitbestG). Kommt eine solche Mehrheit in der ersten Abstimmung nicht zustande, kann die Bestellung auf Vorschlag des Vermittlungsausschusses in einer zweiten Abstimmung mit einfacher Mehrheit der Stimmen der Mitglieder des Aufsichtsrats erfolgen (§ 31 Abs. 3 MitbestG). Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der dem Aufsichtsratsvorsitzenden jedoch zwei Stimmen zustehen (§ 31 Abs. 4 MitbestG). Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat gemäß § 85 Abs. 1 AktG in dringenden Fällen das Amtsgericht München auf Antrag eines Beteiligten ein Vorstandsmitglied zu bestellen.
Vorstandsmitglieder dürfen gemäß § 84 Abs. 1 Satz 1 AktG für höchstens fünf Jahre bestellt werden. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig (§84 Abs. 1 Satz 2 AktG). Der Aufsichtsrat kann gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 2 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG).
BESTIMMUNGEN ÜBER DIE ÄNDERUNG DER SATZUNG
Für Änderungen der Satzung ist gemäß § 179 Abs. 1 AktG die Hauptversammlung zuständig. Der Aufsichtsrat ist jedoch gemäß § 10 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen, wie zum Beispiel Änderungen des Grundkapitals infolge einer Kapitalerhöhung aus Bedingtem oder Genehmigtem Kapital. Soweit die Satzung keine andere Mehrheit vorsieht, bedürfen Beschlüsse der Hauptversammlung über Änderungen der Satzung gemäß § 179 Abs. 2 AktG einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Die Satzung der Infineon Technologies AG sieht in § 17 Abs. 1 vor, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können, sofern nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder der Satzung eine höhere Mehrheit erforderlich ist.
BEFUGNISSE DES VORSTANDS ZUR AKTIENAUSGABE
GENEHMIGTES KAPITAL
Genehmigtes Kapital 2010/I
Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 8 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €648.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 324.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/I). Bei Barkapitalerhöhungen steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen,
(a) um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen,
(b) soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten aus Options- und Wandelschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder deren nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben wurden oder werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte beziehungsweise nach Erfüllung von Wandlungspflichten zustände,
(c) wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechts gem. § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung.
Darüber hinaus ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen auszuschließen. Der Vorstand der Infineon Technologies AG hat sich allerdings zum Schutz der Aktionäre vor Verwässerung verpflichtet, von dieser Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts sowohl bei Bar- als auch bei Sachkapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital 2010/I nur bis zu einem Betrag von insgesamt maximal 10 Prozent des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beziehungsweise - falls dieser Wert geringer sein sollte - des zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals Gebrauch zu machen. Eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts in Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2010/I ist damit derzeit auf maximal 108.674.208 Stückaktien beziehungsweise €217.348.417 (dies entspricht 10 Prozent des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals) beschränkt.
Über den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe entscheidet der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats.
Genehmigtes Kapital 2010/II
Gemäß § 4 Abs. 9 der Satzung ist der Vorstand außerdem ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €40.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 20.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen zum Zwecke der Ausgabe an Mitarbeiter der Gesellschaft oder ihrer Konzernunternehmen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/II). Dabei ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Über den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe entscheidet der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats.
BEDINGTES KAPITAL
Bedingtes Kapital I
§ 4 Abs. 4 der Satzung sieht vor, dass das Grundkapital der Infineon Technologies AG um bis zu nominal €34.635.548,00 bedingt erhöht ist (Bedingtes Kapital I, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 1999/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird durch Ausgabe von bis zu 17.317.774 neuen, auf Namen lautenden Aktien mit Gewinnberechtigung ab dem Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG 2001 International Long Term Incentive Plans" aufgrund der am 6. April 2001 erteilten Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen. Im Geschäftsjahr 2011 wurden infolge der Ausübung von Aktienoptionen 3.750 neue Aktien aus dem Bedingten Kapital I ausgegeben, das sich dementsprechend um €7.500 auf bis zu €34.628.048 reduziert.
Bedingtes Kapital III
§ 4 Abs. 5 der Satzung sieht vor, dass das Grundkapital der Infineon Technologies AG um bis zu nominal €29.000.000,00 bedingt erhöht ist (Bedingtes Kapital III, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 2001/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird durch Ausgabe von bis zu 14.500.000 neuen, auf den Namen lautenden Aktien mit Gewinnberechtigung ab dem Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG 2001 International Long Term Incentive Plan" aufgrund der am 6. April 2001 erteilten Ermächtigung ausgegeben werden, oder wie die Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2006" aufgrund der am 16. Februar 2006 erteilten Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen.
Bedingtes Kapital 2002
Darüber hinaus ist das Grundkapital der Infineon Technologies AG gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung um bis zu €134.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 67.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2002, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 2007/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber der im Mai 2009 von der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande, begebenen und von der Infineon Technologies AG garantierten Wandelschuldverschreibung. Sie wird nur insoweit durchgeführt, wie von Wandlungsrechten aus der Wandelschuldverschreibung Gebrauch gemacht wird beziehungsweise Wandlungspflichten daraus erfüllt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Bedingtes Kapital 2009/I
Das Grundkapital der Infineon Technologies AG ist gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung um bis zu €149.900.000,00 durch Ausgabe von bis zu 74.950.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2009/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber der im Mai 2009 von der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande, begebenen und von der Infineon Technologies AG garantierten Wandelschuldverschreibung. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungsrechten aus der Wandelschuldverschreibung Gebrauch gemacht wird beziehungsweise Wandlungspflichten daraus erfüllt und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden.
Bedingtes Kapital 2010/I
§ 4 Abs. 10 der Satzung sieht ferner vor, dass das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu nominal €24.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 12.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht ist (Bedingtes Kapital 2010/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2010" bis zum 30. September 2013 begeben werden, von ihrem Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft in Erfüllung dessen nicht einen Barausgleich gewährt oder eigene Aktien liefert. Die neuen Aktien sind mit Wirkung ab dem Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe gewinnberechtigt.
Bedingtes Kapital 2010/II
Das Grundkapital ist gemäß § 4 Abs. 11 der Satzung außerdem um bis zu €260.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 130.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2010/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die auf Grund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 11. Februar 2010 von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen gegen Barleistung begeben werden. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- und/oder Wandlungsrechten aus den Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird beziehungsweise Wandlungspflichten aus den Schuldverschreibungen erfüllt werden und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Die näheren Einzelheiten der verschiedenen Aktienoptionspläne sind im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 32, die näheren Einzelheiten der von der Infineon Technologies AG bereits begebenen und garantierten Wandelschuldverschreibung sind im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 27 dargestellt.
ERMÄCHTIGUNG ZUR AUSGABE VON OPTIONS- UND/ODER WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGEN
Die Hauptversammlung vom 11. Februar 2010 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 10. Februar 2015 einmalig oder mehrmals Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu €2.000.000.000,00 zu begeben und für solche von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft begebene Schuldverschreibungen die Garantie zu übernehmen und den Inhabern von Schuldverschreibungen Options- oder Wandlungsrechte auf insgesamt bis zu 130.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu €260.000.000,00 nach näherer Maßgabe der jeweiligen Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen,
| ― | sofern der Ausgabepreis den nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert der Schuldverschreibungen nicht wesentlich unterschreitet; dies gilt jedoch nur insoweit, als die zur Bedienung der dabei begründeten Options- und/oder Wandlungsrechte auszugebenden Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder bezogen auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch auf den Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. |
| ― | um Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben, vom Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszunehmen oder, soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten aus Options- und Wandelschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder ihren nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben wurden oder werden, ein Bezugsrecht in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Rechte beziehungsweise nach Erfüllung von Wandlungspflichten zustände. |
Der Options- oder Wandlungspreis muss - auch bei Anwendung der Regelungen zum Verwässerungsschutz -mindestens 90 Prozent des durchschnittlichen Börsenkurses der Aktien der Gesellschaft in der Xetra-Schlussauktion an der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) betragen und zwar während der zehn Börsentage vor dem Tag der Beschlussfassung durch den Vorstand über die Begebung der Schuldverschreibungen oder, sofern den Aktionären ein Bezugsrecht auf die Schuldverschreibungen zusteht, während der Tage, an denen Bezugsrechte auf die Schuldverschreibungen an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden, mit Ausnahme der letzten beiden Börsentage des Bezugsrechtshandels. Der Options- beziehungsweise Wandlungspreis kann unbeschadet des § 9 Abs. 1 AktG auf Grund einer Verwässerungsschutzklausel nach näherer Bestimmung der Bedingungen der Schuldverschreibungen dann ermäßigt werden, wenn die Gesellschaft bis zum Ablauf der Options- oder Wandlungsfrist unter Einräumung eines Bezugsrechts an ihre Aktionäre das Grundkapital erhöht oder weitere Schuldverschreibungen begibt oder garantiert und den Inhabern von Optionsrechten oder den Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen hierbei kein Bezugsrecht eingeräumt wird. Die Bedingungen können auch für andere Maßnahmen, die zu einer wirtschaftlichen Verwässerung der Options- beziehungsweise Wandlungsrechte führen können, eine wertwahrende Anpassung des Options- beziehungsweise Wandlungspreises oder des Options- beziehungsweise Wandlungsverhältnisses vorsehen. In jedem Fall darf der anteilige Betrag am Grundkapital der je Schuldverschreibung zu beziehenden Aktien den Nennbetrag der Schuldverschreibung nicht übersteigen.
Der Vorstand ist ermächtigt, unter Beachtung der Vorgaben des Hauptversammlungsbeschlusses die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Schuldverschreibungen und deren Bedingungen festzulegen.
ERWERB EIGENER AKTIEN
Die Infineon Technologies AG wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Februar 2011 bis zum 16. Februar 2016 ermächtigt, im Rahmen der gesetzlichen Grenzen eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung darf von der Gesellschaft nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, für einen oder mehrere Zwecke durch die Gesellschaft ausgeübt werden. Sie darf auch durch abhängige oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehende Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte genutzt werden. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten ("öffentliches Kaufangebot") oder über ein Kreditinstitut, das im Rahmen eines konkreten Rückkaufprogramms mit dem Erwerb beauftragt wird.
(a) Erfolgt der Erwerb über die Börse, darf der von der Gesellschaft gezahlte Kaufpreis je Aktie (ohne Nebenkosten) den am Handelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) nicht um mehr als 10 Prozent über- oder unterschreiten.
(b) Erfolgt der Erwerb mittels eines öffentlichen Kaufangebots, kann ein bestimmter Kaufpreis oder eine Kaufpreisspanne festgelegt werden. Dabei darf der von der Gesellschaft gezahlte Kaufpreis je Aktie (ohne Nebenkosten) den arithmetischen Mittelwert der Schlusskurse der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des öffentlichen Kaufangebots ("Stichtag") nicht um mehr als 10 Prozent über- und um nicht mehr als 20 Prozent unterschreiten. Ergibt sich nach dem Stichtag eine wesentliche Kursabweichung, so kann der Kaufpreis entsprechend angepasst werden; Referenzzeitraum sind in diesem Fall die drei Börsenhandelstage vor der Veröffentlichung der Anpassung. Das Volumen des Kaufs kann begrenzt werden. Überschreitet die gesamte Zeichnung des öffentlichen Kaufangebots dieses Volumen, richtet sich die Annahme durch die Gesellschaft nach Quoten. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen (bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär) kann vorgesehen werden. Das öffentliche Kaufangebot kann weitere Bedingungen vorsehen.
(c) Im Rahmen eines konkreten Rückkaufprogramms kann ein Kreditinstitut beauftragt werden, an einer vorab festgelegten Mindestzahl von Börsentagen im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) und spätestens bis zum Ablauf einer zuvor vereinbarten Periode entweder eine vereinbarte Anzahl von Aktien oder Aktien für einen zuvor festgelegten Gesamtkaufpreis zu erwerben und an die Gesellschaft zu übertragen. Dabei (i) muss das Kreditinstitut die Aktien über die Börse erwerben und (ii) hat der von der Gesellschaft zu zahlende Kaufpreis je Aktie einen Abschlag zum arithmetischen Mittel der volumengewichteten Durchschnittskurse (volume weighted average price, "VWAP") der Infineon-Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) während der tatsächlichen Periode des Rückerwerbs aufzuweisen. Ferner muss das Kreditinstitut (iii) die zu liefernden Aktien an der Börse zu Preisen kaufen, die innerhalb der unter a) für den unmittelbaren Erwerb durch die Gesellschaft definierten Bandbreite liegen.
Die Gesellschaft ist ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben wurden oder werden, außer durch Veräußerung über die Börse oder über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre zu allen gesetzlich zulässigen, insbesondere zu den folgenden Zwecken zu verwenden:
(a) Sie können eingezogen werden, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Dabei kann der Vorstand auch bestimmen, dass das Grundkapital bei der Einziehung unverändert bleibt und sich dadurch der Anteil der nicht eingezogenen Aktien am Grundkapital entsprechend erhöht. Der Vorstand ist ermächtigt, in diesem Fall die Angabe der Aktienanzahl in der Satzung entsprechend zu ändern.
(b) Sie können Dritten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Unternehmensbeteiligungen angeboten und auf sie übertragen werden.
(c) Sie können mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barzahlung an Dritte auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert werden, wenn der Preis, zu dem die Aktien veräußert werden, den am Tag der Veräußerung durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) nicht wesentlich unterschreitet (ohne Erwerbsnebenkosten). Darüber hinaus darf in diesen Fällen die Summe der veräußerten Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder bezogen auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch bezogen auf den Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Hierauf ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, die unter Ausschluss des Bezugsrechts in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder verwendet werden. Ferner sind auf diese Zahl die Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Wandlungs- oder Optionsrechten ausgegeben wurden oder noch ausgegeben werden können, sofern die zugrunde liegenden Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben wurden.
(d) Sie können zur Erfüllung der Verpflichtungen der Gesellschaft aus von ihr in der Vergangenheit oder in Zukunft begebenen oder garantierten Options- und Wandelschuldverschreibungen genutzt werden.
(e) Sie können zur unmittelbaren oder mittelbaren Erfüllung von Verpflichtungen aus dem "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2006" ("Aktienoptionsplan 2006") oder aus dem "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2010" ("Aktienoptionsplan 2010") verwendet werden.
(f) Sie können Personen, die in einem Arbeitsverhältnis zur Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen, zum Erwerb angeboten und auf sie übertragen werden.
Die Gesellschaft kann diese Ermächtigungen zur Verwendung der eigenen Aktien selbst oder durch abhängige oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehende Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte nutzen. Die Ermächtigungen können einmal oder mehrmals, einzeln oder gemeinsam, ganz oder in Teilen ausgenutzt werden. Ein Bezugsrecht der Aktionäre auf die hiervon betroffenen eigenen Aktien wird insoweit ausgeschlossen, als diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen Buchstaben b) bis f) verwendet werden. Darüber hinaus ist im Fall der Veräußerung der Aktien über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausgeschlossen.
Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Februar 2011 darf der Erwerb von Aktien der Infineon Technologies AG auch durch den Einsatz von Eigenkapitalderivaten durchgeführt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, (1) Optionen zu veräußern, die die Gesellschaft bei Ausübung zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft verpflichten ("Put-Optionen") und (2) Optionen zu erwerben, die die Gesellschaft bei Ausübung zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft berechtigen ("Call-Optionen"). Der Erwerb kann ferner unter Einsatz einer Kombination von Put- und Call-Optionen (alles "Eigenkapitalderivate" oder "Derivate") erfolgen. Der Aktienerwerb kann unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten auch über ein Kreditinstitut durchgeführt werden, das im Rahmen eines konkreten Rückkaufprogramms mit dem Erwerb beauftragt wird.
Alle nach dieser Ermächtigung eingesetzten Eigenkapitalderivate dürfen sich insgesamt höchstens auf eine Anzahl von Aktien beziehen, die einen anteiligen Betrag von 5 Prozent des derzeitigen Grundkapitals nicht übersteigt; die in Ausübung dieser Ermächtigung erworbenen Aktien sind auf die Erwerbsgrenze für die gemäß der oben beschriebenen Ermächtigung erworbenen Aktien anzurechnen. Die Laufzeit der einzelnen Derivate darf jeweils höchstens 18 Monate betragen, muss spätestens am 16. Februar 2016 enden und muss so gewählt werden, dass der Erwerb der eigenen Aktien in Ausübung oder Erfüllung der Derivate nicht nach dem 16. Februar 2016 erfolgen kann.
Die Derivatgeschäfte müssen mit einem Kreditinstitut oder über die Börse abgeschlossen werden. Es muss sichergestellt sein, dass die Derivate nur mit Aktien bedient werden, die zuvor unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes über die Börse zu dem im Zeitpunkt des börslichen Erwerbs aktuellen Kurs der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) erworben wurden. Der in dem Derivat vereinbarte Preis (ohne Erwerbsnebenkosten, aber unter Berücksichtigung der erhaltenen beziehungsweise gezahlten Optionsprämie) für den Erwerb einer Aktie bei Ausübung von Optionen darf den arithmetischen Mittelwert der Schlusskurse der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Börsenhandelstagen vor dem Tag des Abschlusses des Derivatgeschäfts um nicht mehr als 10 Prozent überschreiten und um nicht mehr als 30 Prozent unterschreiten.
Der von der Gesellschaft für Derivate gezahlte Erwerbspreis darf nicht wesentlich über und der von der Gesellschaft vereinnahmte Veräußerungspreis für Derivate nicht wesentlich unter dem nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert der jeweiligen Optionen liegen, bei dessen Ermittlung unter anderem der vereinbarte Ausübungspreis zu berücksichtigen ist.
Werden eigene Aktien unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten unter Beachtung der vorstehenden Regelungen erworben, ist ein Recht der Aktionäre, solche Derivatgeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen. Ein Recht der Aktionäre auf Abschluss von Derivatgeschäften besteht auch insoweit nicht, als beim Abschluss von Derivatgeschäften ein bevorrechtigtes Angebot für den Abschluss von Derivatgeschäften bezogen auf geringe Stückzahlen an Aktien vorgesehen wird.
Aktionäre haben ein Recht auf Andienung ihrer Infineon-Aktien nur, soweit die Gesellschaft ihnen gegenüber aus den Derivatgeschäften zur Abnahme der Aktien verpflichtet ist. Ein etwaiges weitergehendes Andienungsrecht ist ausgeschlossen.
Für die Verwendung eigener Aktien, die unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten erworben werden, gelten die oben dargestellten Regelungen entsprechend.
Die Infineon Technologies AG hat am 9. Mai 2011 beschlossen, die von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilte Ermächtigung zum Aktienrückkauf zu nutzen. Die Gesellschaft beabsichtigt, bis März 2013 ein Volumen von bis zu €300 Millionen für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr aufzuwenden. Die Kapitalrückgewähr kann durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Rückkauf eigener Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Außerdem kann das Unternehmen auch weitere Teile der ausstehenden Wandelanleihe zurückkaufen. Der Aktienrückkauf dient ausschließlich dem Zweck der Einziehung der Aktien zur Kapitalherabsetzung und der Bedienung von Mitarbeiteroptionen und erfolgt nach Maßgabe der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 2273/2003 der Kommission vom 22.12.2003 ("EG-VO"). Das geplante Programm kann - im Rahmen der durch die Hauptversammlung gesetzten zeitlichen Grenzen und unter Beachtung weiterer rechtlicher Regelungen - jederzeit ausgesetzt und wieder aufgenommen werden. Details zum Aktienrückkaufprogramm sowie zu begebenen Put-Optionen und erworbenen Aktien werden von der Gesellschaft regelmäßig im Internet unter www.infineon.com/cms/de/corporate/investor/infineon-share/share-buyback.html veröffentlicht. Der Stand des Aktienrückkaufprogramms zum 30. September 2011 wird außerdem im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 42 dargestellt.
WESENTLICHE VEREINBARUNGEN FÜR DEN FALL EINES KONTROLLWECHSELS INFOLGE EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS
Die am 26. Mai 2009 von der Infineon Technologies AG als Garantin durch ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande begebene Wandelanleihe, die im Jahr 2014 fällig wird (siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 27), enthält eine sogenannte "Change of Control"-Klausel, die den Gläubigern für den Fall eines definierten Kontrollwechsels einen Rückzahlungsanspruch einräumt.
Auch die Bedingungen der von der Infineon Technologies AG begebenen Put-Optionen, die die Optionsinhaber zum Verkauf von Infineon-Aktien zu einem vorher festgelegten Ausübungspreis berechtigen, enthalten "Change of Control"-Klauseln, die in bestimmten Fällen zu einer Anpassung der Optionsbedingungen führen.
Darüber hinaus enthalten einige Patentlizenzaustauschverträge, Entwicklungskooperationen und Lizenzverträge "Change of Control"-Klauseln, die dem Vertragspartner bei einer Änderung der Kontrolle über Infineon das Recht zur Kündigung einräumen oder die Fortsetzung des Vertrags von der Zustimmung des Vertragspartners abhängig machen.
ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS
Sofern ein Vorstandsmitglied im Rahmen eines Kontrollwechsels ausscheidet, hat es derzeit Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, im Fall einer Amtsniederlegung/Kündigung durch das betreffende Vorstandsmitglied maximal jedoch für 36 Monate beziehungsweise im Fall einer Abberufung/Kündigung durch die Infineon Technologies AG mindestens für 24 Monate, maximal für 36 Monate. Diese Ansprüche der Vorstandsmitglieder für den Fall eines Kontrollwechsels bestehen jedoch nur, soweit die Gesellschaft nicht nach § 84 Abs. 3 AktG zum Widerruf der Bestellung berechtigt wäre. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Vergütungsbericht. Vergleichbare Regelungen für Arbeitnehmer existieren nicht.
ERLÄUTERNDER BERICHT DES VORSTANDS ZU DEN ANGABEN NACH § 315 ABSATZ 4 HGB
Die vorstehend dargestellten Ermächtigungen des Vorstands zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen und zur Ausgabe neuer Aktien aus genehmigtem Kapital sollen den Vorstand in die Lage versetzen, zeitnah flexibel und kostengünstig einen auftretenden Kapitalbedarf zu decken und je nach Marktlage attraktive Finanzierungsmöglichkeiten zu nutzen. Die durch die verschiedenen bedingten Kapitalia abgesicherte Ausgabe von Aktienoptionen ist ein sinnvoller und in deutschen Unternehmen üblicher Bestandteil der Vergütung von Mitarbeitern und Organmitgliedern.
Die in der im Jahr 2009 begebenen Wandelschuldverschreibung enthaltene "Change of Control"-Klausel entspricht der bei Finanzierungsvereinbarungen marktüblichen Praxis zum Schutz der Gläubiger. Dies gilt auch für die in den Bedingungen der begebenen Put-Optionen enthaltenen "Change of Control"-Klauseln. Die Regelungen, die die Infineon Technologies AG im Rahmen ihrer allgemeinen Geschäftstätigkeit mit ihren Vertragspartnern für den Fall eines Kontrollwechsels vereinbart hat, entsprechen ebenfalls marktüblichen Gepflogenheiten.
Die mit den Mitgliedern des Vorstands vereinbarten "Change of Control"-Klauseln entsprechen der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 5 des Deutschen Corporate Governance Kodex und sollen dazu dienen, die Vorstandsmitglieder abzusichern und im Falle eines Kontrollwechsels ihre Unabhängigkeit zu erhalten.
CORPORATE GOVERNANCE BERICHT
ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG (Bestandteil des Lageberichts - ungeprüft)
ENTSPRECHENSERKLÄRUNG 2011 VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT DER INFINEON TECHNOLOGIES AG GEMÄß § 161 AKTIENGESETZ ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX
Die Infineon Technologies AG hat seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im November 2010 allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 entsprochen und wird ihnen auch zukünftig entsprechen.
Darüber hinaus hat Infineon alle Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 übernommen.
RELEVANTE ANGABEN ZU UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKEN
Corporate Governance - Standards guter und verantwortungsbewusster Unternehmensführung
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG verstehen unter Corporate Governance ein umfassendes Konzept für eine verantwortungsvolle, transparente und wertorientierte Unternehmensführung. Gute Corporate Governance fördert das Vertrauen der nationalen und internationalen Anleger, der Finanzmärkte, der Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in unser Unternehmen. Vorstand, Aufsichtsrat und Führungskräfte sorgen dafür, dass die Corporate Governance in allen Bereichen des Unternehmens aktiv gelebt und ständig weiterentwickelt wird. Neben dem Deutschen Corporate Governance Kodex umfasst Corporate Governance bei Infineon auch die Standards des internen Kontrollsystems, Compliance - dabei insbesondere die Leitlinien für das unternehmerische Verhalten im Wettbewerb ("Infineon Business Conduct Guidelines") - sowie die Regelungen zu den Organisations- und Aufsichtspflichten im Unternehmen, die im Infineon-Intranet von allen Mitarbeitern eingesehen werden können.
"Business Conduct Guidelines"
Wir führen unser Geschäft verantwortungsvoll in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Regelungen - und wir haben verschiedene Richtlinien aufgestellt, die dazu beitragen, dass dieses Ziel erreicht wird. Die "Business Conduct Guidelines" der Infineon Technologies AG als wichtigster Bestandteil sind im Internet unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance") veröffentlicht und für den Vorstand und alle Mitarbeiter weltweit verbindlich. Die "Business Conduct Guidelines" werden regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Sie enthalten insbesondere Regelungen zum gesetzeskonformen Verhalten, zum Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten, zur Vermeidung von Interessenkonflikten, zum Umgang mit Firmeneinrichtungen, Daten und Informationen sowie zum Thema Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit. Daneben enthalten sie aber auch Regeln zum Umgang mit Beschwerden und Hinweisen auf Verstöße gegen diese Richtlinien.
Corporate Compliance Officer und Compliance-Panel
Bei Infineon wurde die bestehende Compliance Organisation optimiert. Zum 1. Juni 2011 wurde ein nunmehr eigenständiges Compliance Office eingerichtet und mit umfangreicheren Ressourcen als bisher ausgestattet. Damit bekräftigt Infineon sein klares Bekenntnis zu uneingeschränkter Rechtstreue und der Einhaltung ethischer Standards, welche die legitimen Interessen von Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden und Aktionären schützen, die Reputation Infineons bewahren und die Bedürfnisse der Gesellschaft berücksichtigen. Neben den klassischen Compliance-Zielen wie Risikominimierung, Effizienz- und Effektivitätssteigerung dient die Sicherstellung der Compliance dazu, die Reputation von Infineon als verlässlichem und fairem Geschäftspartner nachhaltig zu festigen und damit zum Gesamterfolg des Unternehmens beizutragen.
Der Corporate Compliance Officer der Infineon Technologies AG berichtet direkt an den Vorstand. Er arbeitet an der Erstellung von Richtlinien mit, entwickelt das Infineon-Compliance-Programm, initiiert Compliance Audits oder wirkt dabei mit, berät die Mitarbeiter, nimmt Beschwerden und Hinweise - auch anonym - entgegen und koordiniert die Aufklärung von Compliance-Fällen. Darüber hinaus führt er turnusmäßig Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiter zu Compliance-Themen, unter anderem Kartellrecht und Anti-Korruption, durch. Er wird unterstützt von regionalen Compliance Officers. Wir haben außerdem ein Compliance-Panel implementiert, das sich aus erfahrenen Führungskräften der Bereiche Recht, Personal, interne Revision und Unternehmenssicherheit zusammensetzt. Die Mitglieder des Compliance-Panels treffen sich regelmäßig und beraten den Compliance Officer.
Risikomanagement
Der Vorstand betrachtet ein systematisches und effektives Risiko- und Chancenmanagement als wichtigen Teil guter Corporate Governance und wesentlichen Erfolgsfaktor. Es ist Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und sorgt dafür, dass Risiken und Chancen frühzeitig erkannt und Risikopositionen minimiert werden. Durch diese Transparenz der unternehmensweiten Risikosituation wird ein zusätzlicher Beitrag zur systematischen und kontinuierlichen Steigerung des Unternehmenswerts geleistet.
Unser unternehmensweites Risiko- und Chancenmanagementsystem besteht aus den Teilprozessen Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikosteuerung und Risikoüberwachung und wird kontinuierlich den veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Seine Wirksamkeit wird regelmäßig vom Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überprüft.
Einzelheiten zum Risikomanagement bei Infineon sind im Risiko- und Chancenbericht dargestellt, der sowohl das Risiko- und Chancenmanagement als auch das interne Kontrollsystem bei Infineon näher beschreibt.
Transparente Unternehmensführung
Wir erstatten unseren Aktionären nach einem festen Finanzkalender viermal im Jahr Bericht über die Geschäftsentwicklung sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Die Mitglieder des Vorstands informieren Aktionäre, Analysten und die Öffentlichkeit regelmäßig über die Quartals- und Jahresergebnisse. Unsere umfangreiche Investor-Relations-Arbeit umfasst regelmäßige Treffen mit Analysten und institutionellen Anlegern sowie Telefonkonferenzen. Alle Mitteilungen und Informationen stehen in der Regel auf unserer Internet-Seite und dort auch in englischer Sprache zur Verfügung.
Neben der regelmäßigen Berichterstattung informiert die Infineon Technologies AG in Ad-hoc-Mitteilungen über nicht öffentlich bekannte Umstände, die geeignet sind, im Falle ihres Bekanntwerdens den Börsenpreis der Infineon-Aktie erheblich zu beeinflussen.
Eine detaillierte Auflistung aller im Geschäftsjahr 2011 veröffentlichten kapitalmarktbezogenen Informationen enthält das jährliche Dokument, das gemäß § 10 WpPG auf der Internet-Seite der Infineon Technologies AG veröffentlicht wird.
Infineon hat einen Offenlegungsausschuss ("Disclosure Committee"), bestehend aus Mitarbeitern verschiedener Fachabteilungen, eingerichtet, der die Veröffentlichung bestimmter Finanzinformationen und anderer wesentlicher Informationen überprüft und freigibt.
Der Vorstand muss nach deutschem Recht einen Bilanzeid leisten. Die hierzu erforderlichen Angaben werden in einem internen Verfahren von Führungskräften, die unternehmerische Verantwortung tragen, gegenüber dem Vorstand bestätigt.
RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNG
Seit dem Geschäftsjahr 2009 erstellt die Infineon Technologies AG den Konzernabschluss ausschließlich nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Jahresabschluss der Infineon Technologies AG wird weiterhin nach den Vorschriften des HGB erstellt. Der Jahresabschluss der Infineon Technologies AG und der Konzernabschluss für den Infineon-Konzern sowie der zusammengefasste Lagebericht werden nach Billigung durch den Aufsichtsrat innerhalb von 90 Tagen nach dem Ende eines Geschäftsjahrs veröffentlicht.
Die Rechnungslegung unseres Unternehmens für das Geschäftsjahr 2011 wurde von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin (KPMG) geprüft. Außerdem wurde auch der Halbjahresfinanzbericht durch die KPMG einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Prüfungen umfassen auch das Risikofrüherkennungssystem und die Abgabe der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG. Die Quartalsberichte sowie der Halbjahresfinanzbericht werden vor der Veröffentlichung vom Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss mit dem Vorstand erörtert. Mit der KPMG wurde vereinbart, dass der Vorsitzende des Prüfungsausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe unverzüglich unterrichtet wird, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden. Der Abschlussprüfer soll auch über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung ergeben, unverzüglich berichten.
BESCHREIBUNG DER ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT SOWIE DER ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE IHRER AUSSCHÜSSE
Das deutsche Aktienrecht, dem die Infineon Technologies AG unterliegt, sieht ein zweistufiges System der Verwaltung der Gesellschaft vor, nämlich die Unternehmensführung durch den Vorstand und die Unternehmenskontrolle durch den Aufsichtsrat. Wir sind davon überzeugt, dass diese Trennung der beiden Funktionen eine wesentliche Voraussetzung für eine gute Corporate Governance ist. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten aber im Interesse des Unternehmens eng zusammen.
Vorstand
Der Vorstand der Infineon Technologies AG besteht derzeit aus drei Mitgliedern, wurde aber mit Wirkung zum 1. Januar 2012 auf vier Mitglieder erweitert. Für die Mitglieder des Vorstands hat der Aufsichtsrat entsprechend den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex eine Altersgrenze festgesetzt. Die Mitglieder des Vorstands sollten demgemäß in der Regel nicht älter als 67 Jahre sein. Bei der Zusammensetzung des Vorstands achtet der Aufsichtsrat nach seiner Geschäftsordnung neben der fachlichen und persönlichen Eignung auch auf Vielfalt (Diversity) und strebt dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen an.
Der Vorstand ist das Leitungsorgan des Unternehmens; er ist allein an das Unternehmensinteresse gebunden und orientiert sich dabei am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts unter Berücksichtigung der Interessen aller "Stakeholder". Er bestimmt die unternehmerischen Ziele, die strategische Ausrichtung, die Unternehmenspolitik und die Konzernorganisation.
Nach deutschem Aktienrecht ist der Vorstand insgesamt für die Führung des Unternehmens verantwortlich. Der Infineon-Vorstand hat sich mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Geschäftsordnung gegeben. Danach leiten alle seine Mitglieder das Unternehmen gemeinschaftlich und arbeiten kollegial zusammen. Der Vorstandsvorsitzende koordiniert die Zusammenarbeit des Vorstands mit dem Aufsichtsrat. Er hält mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden regelmäßig Kontakt und berät mit ihm die wesentlichen Aspekte der Strategie, Planung, Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Konzerns. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat im Rahmen der ordentlichen Sitzungen umfassend und zeitnah über die Geschäftsentwicklung, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche sowie über die Finanz- und Investitionsplanung. Über Angelegenheiten, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, unterrichtet der Vorsitzende des Vorstands den Aufsichtsratsvorsitzenden unverzüglich.
Aufsichtsrat
Arbeit des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Unternehmensführung. Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Belange der Geschäftsentwicklung, der Planung sowie der Risikolage informiert und stimmt mit dem Vorstand die Strategie und deren Umsetzung ab. Der Aufsichtsrat erörtert die Quartalsberichte und prüft und billigt den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der Infineon Technologies AG. Wesentliche Vorstandsentscheidungen, wie die konzernweite Finanz- und Investitionsplanung sowie größere Akquisitionen und Beteiligungen, Desinvestitionen und Finanzmaßnahmen, unterliegen seiner Zustimmung. Einzelheiten sind in den Geschäftsordnungen von Vorstand und Aufsichtsrat geregelt. Bei Abstimmungen im Aufsichtsrat hat bei Stimmengleichheit der Vorsitzende des Aufsichtsrats in einer erneuten Abstimmung bei nochmaliger Stimmengleichheit zwei Stimmen.
Die Aufgaben des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sind im Gesetz, in der Satzung und in den Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats beziehungsweise seiner Ausschüsse geregelt.
Einmal jährlich überprüft der Aufsichtsrat die Effizienz seiner Tätigkeit einschließlich der Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Im Geschäftsjahr 2010 wurde erstmals eine Bestandsaufnahme der Aufsichtsratstätigkeit durch einen unabhängigen externen Berater vorgenommen. Die Ergebnisse dieser externen Effizienzprüfung wurden in der Aufsichtsratssitzung am 30. November 2010 präsentiert und diskutiert. Die letzte Effizienzprüfung fand im Herbst 2011 statt. Anhand eines Fragenkatalogs, der verschiedene Bereiche und Kriterien der Aufsichtsratsarbeit adressiert, wurde die Effizienz der Aufsichtsratstätigkeit einschließlich der Zusammenarbeit mit dem Vorstand ermittelt und anschließend im Aufsichtsrat erörtert.
Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG besteht aus zwölf Mitgliedern und setzt sich nach dem Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Mitarbeiter von Delegierten der Mitarbeiter der deutschen Infineon-Betriebsstätten nach Maßgabe des MitbestG gewählt. Die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder beträgt regelmäßig fünf Jahre. Sowohl die Vertreter der Anteilseigner als auch die Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat wurden im Geschäftsjahr 2010 neu gewählt. Herr Prof. Dr. Klaus Wucherer, der vor seiner Wahl durch die Hauptversammlung am 11. Februar 2010 angekündigt hatte, ungeachtet seiner fünfjährigen Wahlperiode nur ein Jahr im Amt zu bleiben, hat sein Amt mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 niedergelegt. Als Nachfolger hat die Hauptversammlung am 17. Februar 2011 Herrn Wolfgang Mayrhuber in den Aufsichtsrat gewählt. Der Aufsichtsrat hat Herrn Mayrhuber in seiner Sitzung am gleichen Tag zu seinem Vorsitzenden gewählt. Die Amtszeit aller Aufsichtsratsmitglieder dauert bis zum Ende der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2013/2014 beschließen wird.
Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats insgesamt soll nach Auffassung des Aufsichtsrats den Grundsätzen der Vielfalt (Diversity) entsprechen. Das bedeutet zum einen, dass die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der in einem offenen, innovativen, weltweit tätigen Unternehmen wie Infineon vorzufindenden Vielfalt möglichst Rechnung tragen soll. Es bedeutet aber auch, dass niemand nur deshalb als Kandidat für den Aufsichtsrat ausscheidet oder für den Aufsichtsrat vorgeschlagen wird, weil sie oder er über eine bestimmte Diversity-Eigenschaft verfügt beziehungsweise nicht verfügt. Dabei ist "Diversity" als internationale (nicht im Sinne einer bestimmten Staatsbürgerschaft, sondern einer prägenden Herkunft, Erziehung, Ausbildung oder beruflichen Tätigkeit), geschlechtliche und Altersvielfalt zu verstehen.
Entsprechend der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 DCGK hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 22. November 2010 konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen:
Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden je zur Hälfte von der Hauptversammlung und den Arbeitnehmern gewählt. Auf die Auswahl der Aufsichtsratskandidaten der Arbeitnehmer kann der Aufsichtsrat keinen Einfluss nehmen. Ungeachtet dessen ist erklärtes Ziel des Aufsichtsrats, dass in ihm
(i) mindestens zwei Frauen und
(ii) mindestens ein Drittel - wie oben definiert - "internationale" Vertreter
vorhanden sind.
Diesen Mindestzielen entspricht die Zusammensetzung des Aufsichtsrats bereits jetzt. Sie sollen auch in Zukunft jederzeit verwirklicht werden. Der Aufsichtsrat beachtet außerdem die in seiner Geschäftsordnung festgesetzte Altersgrenze, wonach als Mitglied des Aufsichtsrats in der Regel nur eine Person vorgeschlagen werden soll, die nicht älter als 69 Jahre ist.
Der Aufsichtsrat wird dieses Anforderungsprofil und diese Ziele bei seinen künftigen Personalvorschlägen berücksichtigen. Entsprechendes gilt für den Nominierungsausschuss, soweit er das Votum des Aufsichtsrats vorbereitet. Der Aufsichtsrat empfiehlt seinen von den Arbeitnehmern gewählten Mitgliedern, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach Kräften um eine Berücksichtigung des Anforderungsprofils und der Ziele im Hinblick auf die von den zuständigen Gremien der Arbeitnehmer gemachten Wahlvorschläge zu bemühen. Außerdem empfiehlt der Aufsichtsrat eine Berücksichtigung der Ziele auch denjenigen seiner Mitglieder, die einen Antrag auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds stellen.
Aufsichtsratsausschüsse
Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sieht die Bildung von drei Ausschüssen vor. Dies sind der Vermittlungsausschuss, der Präsidialausschuss und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss. Daneben hat der Aufsichtsrat einen Strategie- und Technologieausschuss und den vom Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehenen Nominierungsausschuss eingerichtet. Alle Aufsichtsratsausschüsse - mit Ausnahme des lediglich von Anteilseignervertretern besetzten Nominierungsausschusses - sind paritätisch besetzt.
Der Präsidialausschuss, dem der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter und je ein Vertreter der Anteilseigner und der Mitarbeiter angehören, bereitet unter anderem die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Entscheidung des Aufsichtsratsplenums über die Vorstandsvergütung vor und ist für den Abschluss, die Änderung und die Beendigung der Verträge mit Vorstandsmitgliedern zuständig, soweit nicht die Bezüge betroffen sind.
Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss ("Prüfungsausschuss") besteht aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden, seinem Stellvertreter und je einem weiteren Vertreter der Anteilseigner und der Mitarbeiter. Der Vorsitzende des Ausschusses, Herr Dr. Eckart Sünner, verfügt aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Vorsitzender des Prüfungsausschusses eines anderen DAX-Konzerns über besonderen Sachverstand und langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Rechnungslegung.
Der Prüfungsausschuss überwacht den Rechnungslegungsprozess, erörtert und prüft den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht sowie die Quartals- und Halbjahresfinanzberichte. Auf der Grundlage des Berichts des Abschlussprüfers macht der Ausschuss Vorschläge zur Billigung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat. Der Prüfungsausschuss erteilt den Prüfungsauftrag für den Jahres- und Konzernabschluss an den von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer, legt die Prüfungsschwerpunkte fest und ist für die Festsetzung der Vergütung des Abschlussprüfers zuständig.
Darüber hinaus befasst sich der Prüfungsausschuss unter anderem mit der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems. Dazu kann er sich direkt an alle Mitarbeiter des Unternehmens wenden und auch externe Hilfe in Anspruch nehmen. Die interne Revision berichtet jährlich an den Prüfungsausschuss, der einen Prüfungsplan und Prüfungsschwerpunkte festlegen kann.
Der Prüfungsausschuss ist ferner zuständig für die Erörterung von Compliance-Fragen. Der Vorstand beziehungsweise der Corporate Compliance Officer erstatten dem Prüfungsausschuss regelmäßig Bericht über die Compliance-Organisation und informieren auch über gegebenenfalls auftretende Compliance-Fälle.
Der Vermittlungsausschuss, dem der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter, ein Vertreter der Anteilseigner und ein Vertreter der Mitarbeiter angehören, unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, wenn im ersten Wahlgang über die Bestellung die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder nicht erreicht wird.
Der Strategie- und Technologieausschuss, dem drei Vertreter der Anteilseigner und drei Vertreter der Arbeitnehmer angehören, beschäftigt sich mit Themen, die unsere Geschäftsstrategie und wichtige Technologiethemen betreffen.
Der Nominierungsausschuss, dem der Aufsichtsratsvorsitzende und zwei weitere Vertreter der Anteilseigner angehören, schlägt dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vor.
Alle Ausschüsse berichten dem Aufsichtsrat regelmäßig umfassend über ihre Arbeit. Weitere Angaben zur Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie zu ihrer personellen Zusammensetzung finden Sie im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 42 Abschnitt "Vorstand und Aufsichtsrat" sowie im Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung.
Vermeidung von Interessenkonflikten
Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats legen etwaige Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat unverzüglich offen. Im Geschäftsjahr 2011 sind bei Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats keine Interessenkonflikte aufgetreten. Wesentliche Geschäfte zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands oder ihnen nahestehenden Personen bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dies gilt auch für Berater- und sonstige Dienstleistungs- oder Werkverträge eines Aufsichtsratsmitglieds mit der Gesellschaft. Im November 2010 hat der Aufsichtsrat vorsorglich auch einem Vertrag zwischen der Gesellschaft und der TU München (Lehrstuhl für Technische Elektronik von Frau Prof. Dr. Schmitt-Landsiedel) über die Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zum Thema "Sensing für Automotive" zugestimmt.
Anteilsbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat
Der Anteilsbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an der Infineon Technologies AG betrug zum 30. September 2011 weniger als 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.
MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE ("DIRECTORS' DEALINGS")
Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie sonstige Führungskräfte, die regelmäßig Zugang zu Insiderinformationen haben, sowie diesen nahestehende Personen sind gemäß § 15a Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet, der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eigene Geschäfte mit Aktien der Gesellschaft mitzuteilen. Dies gilt jedoch nur, solange die Gesamtsumme der von einer der oben genannten Führungskräfte und ihr nahestehenden Personen getätigten Wertpapiergeschäfte innerhalb eines Kalenderjahrs mindestens €5.000 erreicht. Mitteilungen über entsprechende Geschäfte werden von uns auf unserer Internet-Seite unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance/Directors' Dealings") veröffentlicht und dem Unternehmensregister übermittelt. Die Veröffentlichung wird außerdem der BaFin mitgeteilt. Für die Gesellschaft sind von dieser Regelung nur die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und die ihnen nahe stehenden Personen betroffen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist dem Unternehmen folgendes Wertpapiergeschäft gemeldet worden.
| Datum | 06.12.2010 |
| Name, Vorname | Schmidt, Gerd |
| Funktion | Mitglied des Aufsichtsrats |
| Bezeichnung | Aktien der Infineon Technologies AG |
| ISIN/WKN | DE0006231004 / 623 100 |
| Kauf/Verkauf | Verkauf |
| Preis (pro Stück) | 7,536 Euro |
| Stückzahl | 996 |
| Kauf/Verkauf | Verkauf |
| Preis (pro Stück) | 7,358 Euro |
| Stückzahl | 63 |
| Kauf/Verkauf | Verkauf |
| Preis (pro Stück) | 7,536 Euro |
| Stückzahl | 491 |
| Geschäftsvolumen | 11.680,93 Euro |
| Geschäftsort | Börse Frankfurt/Main (Xetra) |
VERGÜTUNG DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS
Zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2011 wird auf den ausführlichen Vergütungsbericht verwiesen, der ebenfalls Bestandteil des Konzernlageberichts ist.
AKTIONÄRE UND HAUPTVERSAMMLUNG
Die Aktionäre der Infineon Technologies AG treffen ihre Entscheidungen in der Hauptversammlung, die mindestens einmal im Jahr stattfindet. Jede Aktie hat eine Stimme. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung sind alle Aktionäre berechtigt, die im Aktienregister eingetragen sind und sich rechtzeitig angemeldet haben. Die Hauptversammlung fasst Beschlüsse zu allen ihr gesetzlich zugewiesenen Angelegenheiten, insbesondere über die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, die Wahl des Abschlussprüfers und Satzungsänderungen. Aktionäre können Gegenanträge zu den Beschlussvorschlägen der Verwaltung stellen, in der Hauptversammlung reden und Fragen stellen und haben unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, Beschlüsse der Hauptversammlung anzufechten, gerichtliche Sonderprüfungen zu verlangen und Schadenersatzansprüche der Gesellschaft gegen deren Organe geltend zu machen, wenn sie ein Fehlverhalten oder Missstände bei der Unternehmensführung und -kontrolle vermuten. Wir wollen die Aktionäre bei der Ausübung ihrer Rechte so weit wie möglich unterstützen. Die Aktionäre können sich zum Beispiel elektronisch zur Hauptversammlung anmelden, per Briefwahl oder über online erteilte Weisungen an den Stimmrechtsvertreter an den Abstimmungen teilnehmen oder die Generaldebatte im Internet verfolgen. Alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung stehen auf unserer Internet-Seite zur Verfügung. Außerdem ist unsere Investor-Relations-Abteilung das ganze Jahr über sowohl telefonisch als auch auf elektronischem Wege erreichbar, um den Informationsaustausch zwischen uns und unseren Aktionären sicherzustellen.
INFINEON-AKTIENOPTIONSPLÄNE
Der am 16. Februar 2006 von der Hauptversammlung beschlossene Infineon-Aktienoptionsplan 2006 ist am 30. September 2009 ausgelaufen. Am 11. Februar 2010 hat die Hauptversammlung daraufhin einen neuen Infineon-Aktienoptionsplan 2010 ("SOP 2010") beschlossen, der den Aktienoptionsplan 2006 ablöst. Gemäß den Bedingungen des SOP 2010 kann die Gesellschaft innerhalb von drei Jahren bis zu 12 Millionen Optionen ausgeben. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienpreises während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option. Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn der Infineon-Aktienkurs sich besser entwickelt als der Philadelphia Semiconductor Index (SOX). Hierzu werden zunächst als jeweilige Referenzwerte (100 Prozent) die arithmetischen Durchschnitte der Infineon-Aktienkurse und der Tagesendstände des SOX während eines Dreimonatszeitraums nach der Ausgabe der Bezugsrechte gebildet. Während eines Zeitraumes, der ein Jahr nach Ausgabe der Bezugsrechte beginnt und bis zum Ende ihrer Laufzeit dauert, muss der Infineon-Aktienkurs den SOX (Tagesendstand), gemessen an den jeweiligen Referenzwerten, sodann mindestens einmal an mindestens zehn aufeinanderfolgenden Handelstagen übertreffen.
Nach der Regelung des SOP 2010 kann die Ausgabe von Aktienoptionen sowohl an die Mitarbeiter als auch an die Mitglieder des Vorstands innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung des Konzernabschlusses oder innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung der Konzernergebnisse für das erste, zweite oder dritte Quartal erfolgen, spätestens jedoch bis zwei Wochen vor dem Ende des zum Zeitpunkt der Zuteilung laufenden Quartals.
Eine Darstellung unserer übrigen Aktienoptionspläne findet sich im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 32; im Volltext sind die Pläne unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance/Aktienoptionsplan") einsehbar.
Weitere Informationen zum Thema Corporate Governance bei Infineon finden Sie im Internet unter
www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance").
VERGÜTUNGSBERICHT
Dieser Vergütungsbericht ist integrierter Bestandteil des Lageberichts und erläutert entsprechend den gesetzlichen Vorschriften und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 (DCGK) die Grundlagen für die Festlegung der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG sowie die Höhe der Einkommen der einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Die transparente und verständliche Berichterstattung über die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat stellt für Infineon ein wesentliches Element guter Corporate Governance dar.
VERGÜTUNG DES VORSTANDS
Vergütungsstruktur
Das Vergütungssystem für den Vorstand und die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsratsplenum auf Vorschlag des Präsidialausschusses festgelegt und regelmäßig überprüft. Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands soll sich an der Größe und der globalen Ausrichtung des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen Lage und den Zukunftsaussichten sowie an der üblichen Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen im In- und Ausland orientieren. Zusätzlich sollen die Aufgaben und Leistungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds und das Gehaltsgefüge innerhalb des Unternehmens berücksichtigt werden. Die Vergütung soll so bemessen sein, dass sie im nationalen und internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit Anreize für eine engagierte und erfolgreiche Arbeit in einem dynamischen Umfeld bietet. Im Geschäftsjahr 2010 wurde das Vergütungssystem durch einen unabhängigen externen Vergütungsexperten überprüft. Unter Berücksichtigung des Ergebnisses dieser Überprüfung beauftragte der Aufsichtsrat einen weiteren unabhängigen Vergütungsexperten, einen Vorschlag für ein neues Vergütungssystem auszuarbeiten. In mehreren Sitzungen definierte der Präsidialausschuss mit dem Vergütungsexperten die Rahmenparameter und erörterte anschließend den konkreten Vorschlag des Vergütungsexperten für das neue Vergütungssystem. Schließlich beschloss der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 22. November 2010 auf Vorschlag des Präsidialausschusses ein neues Vorstandsvergütungssystem, das für alle zukünftigen Vorstandsmitglieder gelten soll. Dementsprechend basiert der Dienstvertrag mit Herrn Asam bereits auf dem neuen Vergütungssystem und auch die Verträge mit den derzeitigen Vorstandsmitgliedern Peter Bauer und Dr. Reinhard Ploss wurden mit Wirkung zum 1. Oktober 2010 an das neue Vergütungssystem angepasst.
Bestandteile des Vergütungssystems für den Vorstand ab dem Geschäftsjahr 2011
Die Vorstandsmitglieder erhalten als Vergütung für ihre Tätigkeit (basierend auf einer 100-prozentigen Zielerreichung) ein Zieljahreseinkommen, das sich aus folgenden Bestandteilen zusammensetzt:
| ― | 45 Prozent (ca.) fixe Vergütung. Diese besteht aus einem fest vereinbarten erfolgsunabhängigen Jahresgrundgehalt, das in zwölf gleichen monatlichen Raten gezahlt wird. |
| ― | 55 Prozent (ca.) variable, das heißt erfolgsbezogene Vergütung. Diese ist aufgeteilt in drei Komponenten und besteht aus einem Jahresbonus (Short Term Incentive) und einem Mehrjahres-Bonus (Mid Term Incentive) sowie aus einer langfristigen variablen Vergütung (Long Term Incentive). |
Der Short Term Incentive (STI) soll im Einklang mit der kurzfristigen Unternehmensentwicklung die Leistung im zurückliegenden Geschäftsjahr belohnen. Der STI entspricht etwa 20 Prozent der Ziel-Gesamtvergütung. Er wird vom Aufsichtsrat in einem zweistufigen Verfahren festgelegt. Zunächst werden zu Beginn eines jeden Geschäftsjahrs einheitlich für alle Vorstände zwei gleichwertige Zielfunktionen hinsichtlich der maßgeblichen Erfolgsgrößen Free-Cash-Flow und Return On Capital Employed (RoCE) definiert. Die gleichen Erfolgsgrößen sind auch für Bonuszahlungen an die Mitarbeiter des Unternehmens maßgeblich und werden im Abschnitt "Unternehmensinternes Steuerungssystem" näher beschrieben. Nach Ablauf des Geschäftsjahrs wird in Abhängigkeit von der Zielerreichung vom Aufsichtsrat der konkrete Bonusbetrag festgesetzt. Ein STI wird nur gezahlt, wenn bei beiden Erfolgsgrößen ein Schwellenwert von mindestens 50 Prozent erreicht wird. Wird auch nur eines der beiden Ziele verfehlt, entfällt eine STI-Zahlung für das betreffende Jahr. Bei Überschreiten dieses Schwellenwertes wird für beide Ziele die konkrete Zielerreichung separat ermittelt und daraus das arithmetische Mittel der beiden Zielerreichungsgrade gebildet. Hieraus ergibt sich der konkrete Auszahlungsbetrag. Es gilt ein Cap von 250 Prozent, es werden also maximal 250 Prozent des Ziel-STI ausgezahlt. Außerdem kann der Aufsichtsrat den jeweiligen Auszahlungsbetrag abhängig von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen nach seinem billigen Ermessen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren, wobei das Limit nach unten bei dem sich aus einer 50-prozentigen Zielerreichung ergebenden Auszahlungsbetrag liegt.
Als neue Vergütungskomponente wurde ein Mid Term Incentive (MTI) eingeführt, der in Einklang mit der mittelfristigen Unternehmensentwicklung eine nachhaltige Leistung des Vorstands belohnen soll. Dieser MTI stellt zusammen mit dem Long Term Incentive sicher, dass die variablen Vergütungsbestandteile den neuen aktienrechtlichen Anforderungen einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage genügen. Der MTI entspricht 20 Prozent der Ziel-Gesamtvergütung. Jede Tranche des MTI hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird am Ende der Laufzeit in bar ausgezahlt. Die Zielwerte für RoCE und Free-Cash-Flow entsprechen den jährlich vorab für das nächste Jahr des Dreijahreszeitraums festgelegten STI-Zielen. Pro Jahr des jeweiligen Dreijahreszeitraums muss für das RoCE-Ziel und das Free-Cash-Flow-Ziel jeweils ein Schwellenwert von 50 Prozent erreicht werden, andernfalls liegt die für den MTI maßgebliche Zielerreichung für beide Zielgrößen für das betreffende Jahr bei null. Bei Überschreiten dieses Schwellenwerts gilt für den MTI des betreffenden Jahres der für den STI ermittelte konkrete Gesamt-Zielerreichungsgrad. Für die Berechnung des nach Ablauf des Dreijahreszeitraums zu zahlenden MTI ist der arithmetische Durchschnitt der drei jährlichen Zielerreichungsgrade zu bilden. Dabei kommt es auch dann zu einer entsprechenden Auszahlung des MTI, wenn der durchschnittliche Zielerreichungsgrad für den Dreijahreszeitraum unter dem Schwellenwert von 50 Prozent liegt. Der Aufsichtsrat kann nach seinem billigen Ermessen abhängig von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen den Auszahlungsbetrag des MTI um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren, wobei anders als für den STI keine Untergrenze gilt. Außerdem gilt ein Cap von 200 Prozent, das heißt es werden maximal 200 Prozent des Ziel-MTI ausgezahlt.
Für die Geschäftsjahre 2011 und 2012 gilt für die bereits vor der Einführung des neuen Vergütungssystems amtierenden Vorstandsmitglieder Peter Bauer und Dr. Reinhard Ploss als Ausgleich für das Fehlen einer auslaufenden MTI-Tranche eine Übergangsregelung, wonach sie jeweils am Ende des Geschäftsjahrs eine Ausgleichszahlung erhalten, die auf der Basis des ersten beziehungsweise zweiten Jahres der MTI-Tranche für die Geschäftsjahre 2011 bis 2013 berechnet wird. Dabei wird (i) ein Zielerreichungsgrad von jeweils mindestens 50 Prozent garantiert und (ii) für die Berechnung des MTI am Ende des ersten Jahres die tatsächliche Zielerreichung dieses Jahres, am Ende des zweiten Jahres der Durchschnitt der Zielerreichungsgrade der beiden Jahre, mindestens jedoch jeweils 50 Prozent, zugrunde gelegt.
Der Long Term Incentive (LTI) soll eine langfristige, nachhaltige Leistung der Vorstandsmitglieder belohnen und einen Einklang mit dem Interesse der Aktionäre an einer positiven Entwicklung des Aktienkurses sicherstellen. Der LTI entspricht etwa 15 Prozent der Ziel-Gesamtvergütung. Solange die Gesellschaft einen Aktienoptionsplan unterhält, in dessen Rahmen ausreichende Möglichkeiten zur Setzung eines langfristigen Leistungsanreizes mittels Aktienoptionen bestehen, soll der Aufsichtsrat den Vorstandsmitgliedern als LTI jährlich eine Tranche von Aktienoptionen zuteilen, die dem auf den LTI entfallenden Anteil am Zieljahreseinkommen entspricht. Beläuft sich der Gewinn aus ausgeübten Aktienoptionen auf mehr als 250 Prozent des auf den LTI des betreffenden Jahres entfallenden Zieljahreseinkommens, so verfallen die Optionen in Höhe des übersteigenden Teils (Cap). Maßgeblich für die Berechnung der zuzuteilenden Zahl der Optionen nach dem neuen Vorstandsvergütungssystem ist grundsätzlich deren "Fair Market Value". Dabei wird für die Ermittlung der Anzahl der Aktienoptionen auf deren "Fair Market Value" ohne Berücksichtigung des für diese Optionen geltenden Cap abgestellt. Dieser Wert entspricht dem Fair Market Value der übrigen im Rahmen des Infineon-Aktienoptionsplans von der Gesellschaft an die Mitarbeiter gewährten Optionen. Im Ergebnis führt dieser für die Ermittlung der Anzahl der Aktienoptionen zugrunde gelegte höhere Fair Market Value (weil das Cap als wertmindernder Faktor nicht berücksichtigt wird) zur Ausgabe einer vergleichsweise geringeren Anzahl von Aktienoptionen an die Mitglieder des Vorstands. Ist die Bereitstellung eines LTI in ausreichender Höhe auf der Basis der bestehenden Aktienoptionspläne nicht möglich, wird der Aufsichtsrat geeignete andere LTI-Instrumente mit einem entsprechenden Wert festsetzen.
Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat, wie auch bisher, die Möglichkeit, bei besonderen Leistungen einen Zusatzbonus zu gewähren.
VORSTANDSVERGÜTUNG IM GESCHÄFTSJAHR 2011
Gesamtbarvergütung
Die im Geschäftsjahr 2011 aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten für ihre Tätigkeit eine erfolgsunabhängige fixe Vergütung in Höhe von insgesamt €2.800.527 (die im Vorjahr aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten €4.053.593). Die Vorstandsmitglieder erhalten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 außerdem eine variable, erfolgsabhängige Barvergütung in Höhe von insgesamt €4.012.643 (Vorjahr: €3.138.000). Diese setzt sich zusammen aus einem Short Term Incentive in Höhe von insgesamt €2.382.586 und einer Ausgleichszahlung an die Herren Bauer und Dr. Ploss für das Mid Term Incentive in Höhe von insgesamt €1.630.057. Sowohl das Short Term Incentive als auch das Mid Term Incentive basieren auf einer Zielerreichung von 250 Prozent für das RoCE-Ziel und von 170,67 Prozent für das Free-Cash-Flow-Ziel, die auch für die Bonuszahlungen an die Mitarbeiter des Unternehmens maßgeblich sind. Bei gleicher Wertigkeit beider Ziele errechnet sich daraus ein arithmetischer (Durchschnitts-) Zielerreichungsgrad für das Geschäftsjahr 2011 von 210,33 Prozent. Die Gesamtbarvergütung im Geschäftsjahr 2011 beträgt daher €6.813.170 (Vorjahr: €7.191.593). Ein Zusatzbonus wurde nicht gewährt.
Aktienbasierte Vergütung
Da der Aktienoptionsplan 2006 am Ende des Geschäftsjahrs 2009 ausgelaufen ist, hat die Hauptversammlung am 11. Februar 2010 einen neuen Aktienoptionsplan 2010 beschlossen. Nach diesem Aktienoptionsplan 2010 entspricht der Ausübungspreis für eine neue Aktie 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienpreises während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option. Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn der Infineon-Aktienkurs sich besser entwickelt als der "Philadelphia Semiconductor Index" (SOX). Hierzu werden zunächst als jeweilige Referenzwerte (100 Prozent) die arithmetischen Durchschnitte der Infineon-Aktienkurse und der Tagesendstände des SOX während eines Dreimonatszeitraums nach der Ausgabe der Bezugsrechte gebildet. Während eines Zeitraumes, der ein Jahr nach Ausgabe der Bezugsrechte beginnt und bis zum Ende ihrer Laufzeit dauert, muss der Infineon-Aktienkurs den SOX (Tagesendstand), gemessen an den jeweiligen Referenzwerten, sodann mindestens einmal an mindestens zehn aufeinander folgenden Handelstagen übertreffen. Weitere Einzelheiten unseres Aktienoptionsplans 2010 sind im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr.32 Aktienoptionspläne aufgeführt.
Auf der Grundlage des Aktienoptionsplans 2010 haben im Geschäftsjahr 2011 Herr Bauer als Vorstandsvorsitzender 200.000 und die Herren Prof. Dr. Eul und Dr. Ploss jeweils 120.000 Aktienoptionen erhalten. Für diese Aktienoptionen, die noch unter dem alten Vergütungssystem ausgegeben wurden, gilt ein Ausübungs-Cap von 250 Prozent ihres Fair Market Value zum Gewährungszeitpunkt. Bei der Berechnung des Ausübungs-Cap wird der Fair Market Value einer Option ohne wertmindernde Begrenzung zugrunde gelegt (€2,46). Im Geschäftsjahr 2011 wurden keine Aktienoptionen ausgeübt oder verwirkt. Es sind 100.000 Aktienoptionen von Herrn Bauer verfallen. Im Vorjahr wurden an die Mitglieder des Vorstands keine Aktienoptionen ausgegeben. Im Einklang mit dem neuen Vergütungssystem hat Herr Asam nach seinem Dienstvertrag Anspruch auf ein jährliches Long Term Incentive in Form von Aktienoptionen in einem Wert von €220.000. Da Herr Asam mit Wirkung zum 1. Januar 2011 zum Mitglied des Vorstands bestellt wurde, konnte er bei der jährlichen Zuteilung der Aktienoptionen im Dezember 2010 nicht berücksichtigt werden und wird bei der nächsten Ausgabe von Aktienoptionen im Dezember 2011 daher (zusätzlich zu den Aktienoptionen für das Geschäftsjahr 2012) vertragsgemäß für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 (zeitanteilig ab 1. Januar 2011) Aktienoptionen erhalten.
Die im Geschäftsjahr 2011 aktiven Mitglieder des Vorstands haben während Ihrer Zugehörigkeit zum Vorstand folgende Aktienoptionen erhalten:
| Zu Beginn des Geschäftsjahrs ausstehende Optionen | Im Geschäftsjahr gewährte Optionen | Am Ende des Geschäftsjahrs ausstehende Optionen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vorstandsmitglied | Anzahl | Durchschnitt der Ausübungspreise1 in € |
Anzahl | Durchschnitt der Ausübungspreise1 in € |
Anzahl | Durchschnitt der Ausübungspreise1 in € |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Peter Bauer (Vorstandsvorsitzender) | 375.000 | 10,93 | 200.000 | 8,62 | 475.000 | 9,65 |
| Dominik Asam (seit 01.01.2011) | - | - | - | - | - | - |
| Prof. Dr. Hermann Eul (bis 31.01.2011) | 180.000 | 11,03 | 120.000 | 8,62 | 300.000 | 10,07 |
| Dr. Reinhard Ploss | - | - | 120.000 | 8,62 | 120.000 | 8,62 |
| Gesamt | 555.000 | 440.000 | 895.000 |
| Am Ende des Geschäftsjahrs ausstehende Optionen | Am Ende des Geschäftsjahrs ausübbare Optionen | Gesamtaufwand für aktienbasierte Vergütung | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Vorstandsmitglied | Bandbreite der Ausübungspreise in € |
Durchschnitt der Restlaufzeit1 in Jahren | Anzahl | Durchschnitt der Ausübungspreise1 in € |
in € |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Peter Bauer (Vorstandsvorsitzender) | 8,20-13,30 | 3,14 | 275.000 | 10,93 | 37.030 |
| Dominik Asam (seit 01.01.2011) | - | - | - | - | - |
| Prof. Dr. Hermann Eul (bis 31.01.2011) | 8,20-13,30 | 3,26 | 180.000 | 11,03 | 144.653 |
| Dr. Reinhard Ploss | 8,62 | 6,22 | - | - | 22.218 |
| Gesamt | 455.000 | 203.901 |
1 Gewichteter Durchschnitt
Gesamtvergütung
Die an die aktiven Mitglieder des Vorstands für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 gewährte Gesamtvergütung in Höhe von insgesamt €8.248.662 (Vorjahr: €7.191.593) setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen (brutto, ohne gesetzliche Abzüge):
GESAMTVERGÜTUNG
| in € | Erfolgsunabhängige Vergütung | Variable Vergütung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vorstandsmitglied | Geschäftsjahr | Jahresgrundgehalt | Sonstiges1 | Short Term Incentive | Mid Term Incentive | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Ausgleichszahlung 20112 | Rückstellung für die Tranche 2011-2013 | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Peter Bauer (Vorstandsvorsitzender) | 2011 | 1.100.000 | 41.288 | 982.241 | 982.241 | 327.414 |
| 2010 | 1.400.000 | 40.979 | 786.000 | - | - | |
| Dominik Asam (seit 01.01.2011) | 2011 | 513.750 | 143.402 | 485.862 | - | 161.954 |
| 2010 | - | - | - | - | - | |
| Prof. Dr. Hermann Eul4 (bis 31.01.2011) | 2011 | 300.000 | 6.073 | 266.667 | - | - |
| 2010 | 900.000 | 13.432 | 786.000 | - | - | |
| Dr. Reinhard Ploss | 2011 | 685.000 | 11.014 | 647.816 | 647.816 | 215.939 |
| 2010 | 700.000 | 10.846 | 786.000 | - | - | |
| Dr. Marco Schröter5 (bis 04.08.2010) | 2011 | - | - | - | - | - |
| 2010 | 958.333 | 30.003 | 780.000 | - | - | |
| Gesamt | 2011 | 2.598.750 | 201.777 | 2.382.586 | 1.630.057 | 705.307 |
| 2010 | 3.958.333 | 95.260 | 3.138.000 | - | - |
| in € | Variable Vergütung | Gesamtvergütung |
|---|---|---|
| Vorstandsmitglied | Long Term Incentive3 | |
| --- | --- | --- |
| Peter Bauer (Vorstandsvorsitzender) | 288.000 | 3.721.184 |
| - | 2.226.979 | |
| Dominik Asam (seit 01.01.2011) | 96.585 | 1.401.553 |
| - | - | |
| Prof. Dr. Hermann Eul4 (bis 31.01.2011) | 172.800 | 745.540 |
| - | 1.699.432 | |
| Dr. Reinhard Ploss | 172.800 | 2.380.385 |
| - | 1.496.846 | |
| Dr. Marco Schröter5 (bis 04.08.2010) | - | - |
| - | 1.768.336 | |
| Gesamt | 730.185 | 8.248.662 |
| - | 7.191.593 |
1 In der Spalte "Sonstiges" aufgeführte Vergütungsbestandteile umfassen insbesondere geldwerte Vorteile aus der Bereitstellung von Dienstwagen und Zuschüsse zu Versicherungen sowie im Fall von Herrn Asam Ersatz von Umzugskosten und Kosten für doppelte Haushaltsführung.
2 Der MTI wurde erst mit dem neuen Vorstandsvergütungssystem eingeführt. Im Geschäftsjahr 2010 galten noch die alten Vorstandsdienstverträge, in denen ein MTI nicht vorgesehen war. Im Geschäftsjahr 2011 erhalten die Herren Bauer und Dr. Ploss gemäß einer Übergangsregelung eine Ausgleichszahlung für das Fehlen einer auslaufenden MTI-Tranche.
3 Die Werte für die Herren Bauer, Prof. Dr. Eul und Dr. Ploss basieren auf einem Fair Market Value je Option in Höhe von €1,44, der unter Berücksichtigung des wertmindernden Caps mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde. Herr Asam hat für das Geschäftsjahr 2011 Anspruch auf einen zeitanteiligen LTI. Die Ausgabe der Aktienoptionen erfolgt erst im Dezember 2011. Die Anzahl der Aktienoptionspläne hängt von deren Fair Market Value ohne Berücksichtigung des für diese Optionen geltenden Cap ab und kann erst am Ausgabetag ermittelt werden. Für die Ermittlung des Wertes der LTI-Komponente wurde mangels eines aktuellen Wertes der Wert der im Dezember 2010 an die anderen Vorstandsmitglieder ausgegebenen Optionen in Höhe von €1,44 zugrunde gelegt. Hieraus ergäbe sich für die LTI Komponente von Herrn Asam ein Wert von €96.585. Der genaue Betrag kann erst nach der Ausgabe im Dezember 2011 ermittelt werden.
4 Der Vertrag von Herrn Prof. Dr. Eul wurde wegen seines Wechsels zu Intel nicht mehr an das neue Vergütungssystem angepasst; demgemäß hat Herr Prof. Dr. Eul im Geschäftsjahr 2011 zeitanteilig bis zu seinem Ausscheiden aus dem Vorstand zum 31. Januar 2011 noch einen Jahresbonus nach Maßgabe des alten Vergütungssystems erhalten. Dieser basiert auf einer im Geschäftsjahr 2011 erwirtschafteten Gesamtkapitalrendite in Höhe von 13 Prozent und wurde vom Aufsichtsrat unter Berücksichtigung der persönlichen Leistung von Herrn Prof. Dr. Eul festgelegt.
5 Die an Herrn Dr. Schröter im Geschäftsjahr 2010 gezahlte Gesamtvergütung in Höhe von insgesamt €1.768.336 beinhaltet die Abschlusszahlung an Herrn Dr. Schröter in Höhe von €1.280.000 gemäß Aufhebungsvereinbarung.
ZUSAGEN AN DEN VORSTAND FÜR DEN FALL EINER BEENDIGUNG DER TÄTIGKEIT
Versorgungszusagen und Ruhegehälter im Geschäftsjahr 2011
Den bereits vor der Einführung des neuen Vergütungssystems aktiven Mitgliedern des Vorstands ist vertraglich ein Festbetrag zur Altersversorgung zugesagt worden. Herr Bauer hat demnach Anspruch auf ein jährliches Ruhegehalt in Höhe von €450.000, Herr Dr. Ploss auf ein jährliches Ruhegehalt in Höhe von €180.000, das sich -bis zum Erreichen eines Maximalbetrags von €210.000 - für jedes volle Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Vorstand jährlich um €5.000 erhöht. Diese Ansprüche sind bereits vertraglich sowie auch im Rahmen der gesetzlichen Regelungen unverfallbar geworden und durch eine Rückdeckungsversicherung abgesichert. Ab dem Zeitpunkt des Rentenzahlungsbeginns sind diese Ruhegehaltsansprüche alle drei Jahre zu überprüfen und prozentual in dem Maße zu erhöhen, wie der vom Statistischen Bundesamt festgestellte Verbraucherpreisindex prozentual gestiegen ist. Endet ein Vorstandsmandat, beginnt der Ruhegehaltsanspruch im Regelfall frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres beziehungsweise im Fall von Herrn Bauer mit Vollendung des 60. Lebensjahres, das Ruhegehalt kann aber bei Ausscheiden aus medizinischen Gründen auch früher gezahlt werden.
Entsprechend dem neuen Vorstandsvergütungssystem hat Herr Asam anstelle einer solchen dienstzeitabhängigen Festrentenzusage eine beitragsorientierte Ruhegehaltszusage erhalten, die sich im Wesentlichen nach dem für alle Infineon-Mitarbeiter geltenden Infineon-Pensionsplan richtet: Demgemäß hat die Gesellschaft für Herrn Asam ein persönliches Versorgungskonto eingerichtet (Basiskonto) und stellt jährliche Versorgungsbeiträge zur Gutschrift auf dem Basiskonto bereit. Die Gesellschaft verzinst den erreichten Stand des Basiskontos jährlich bis zum Eintritt des Versorgungsfalles; zusätzlich kann sie Überschussgutschriften erteilen. Der im Versorgungsfall (Alter, Invalidität, Tod) erreichte Stand des Basiskontos - bei Invalidität oder Tod ergänzt um den Anhebungsbetrag - ist das Versorgungsguthaben, das in 12 Jahresraten, auf Antrag des Mitarbeiters auch in 8 Jahresraten, als Einmalkapital oder lebenslange Rente an den Mitarbeiter beziehungsweise die Hinterbliebenen ausgezahlt wird. Zusätzlich zu einem einmaligen und unverfallbaren Initialbaustein im Wert von €540.000 als Ausgleich für den Verzicht von unverfallbaren Altersversorgungsansprüchen im Zusammenhang mit der vorzeitigen Vertragsauflösung beim Vorarbeitgeber stellt die Gesellschaft für Herrn Asam jährlich für jedes Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Vorstand einen im Ermessen des Aufsichtsrats stehenden Versorgungsbeitrag von 25 bis 40 Prozent des zu diesem Zeitpunkt vereinbarten Jahresgrundgehalts bereit. Für das Geschäftsjahr 2011 wurde der Versorgungsbeitrag für Herrn Asam auf 30 Prozent seines Jahresgrundgehalts festgelegt. Dies entspricht €154.125. Die nicht aus dem Initialbaustein resultierenden Versorgungsansprüche von Herrn Asam werden nach Ablauf von drei Jahren nach Amtsantritt unverfallbar, es sei denn (i) das Vorstandsamt von Herrn Asam endet bereits vor Ablauf der 3-Jahresfrist oder (ii) der Aufsichtsrat lehnt die Wiederbestellung von Herrn Asam über die 3-Jahresfrist hinaus aus einem wichtigen Grund im Sinne des § 84 Abs. 3 AktG ab. Das Versorgungsguthaben wird, wie für alle Mitarbeiter, mit oder nach Vollendung des 67. Lebensjahres ausgezahlt, wenn das Arbeitsverhältnis endet, oder auf Antrag vorzeitig, wenn das Arbeitsverhältnis mit oder nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet.
Für die Versorgungszusagen der im Geschäftsjahr 2011 aktiven Mitglieder des Vorstands wurden nach IFRS insgesamt €3.947.714 (Vorjahr: €815.735) den Pensionsrückstellungen erfolgswirksam zugeführt (ohne Zinsaufwand). Die Erhöhung dieses Betrages gegenüber dem Vorjahr beruht im Wesentlichen auf einer Erhöhung des bereits erdienten und unverfallbaren Ruhegehaltsanspruchs von Herrn Bauer auf €450.000 im Rahmen der Anpassung seines Dienstvertrages an das neue Vergütungssystem sowie auf dem im Zuge des Wechsels zu Intel auf €220.000 erhöhten und unverfallbar gewordenen Anspruchs von Herrn Prof. Dr. Eul.
Die folgende Übersicht zeigt den jährlichen Ruhegehaltsanspruch der im Geschäftsjahr 2011 aktiven Vorstandsmitglieder bei Eintritt in den Ruhestand auf Basis der bisher erworbenen Ansprüche:
RUHEGEHALTSANSPRUCH
| in € Vorstandsmitglied | Ruhegehaltsansprüche (Jahresbezug) bei Eintritt des Pensionsfalls | Barwert des Ruhegehaltsanspruchs (zum 30.09.2011) | Erfolgswirksame Zuführung zu den Pensionsrückstellungen im Geschäftsjahr 2011 (ohne Zinsaufwand) |
|---|---|---|---|
| Peter Bauer (Vorstandsvorsitzender) | 450.000 | 5.560.565 | 1.959.991 |
| Dominik Asam (ab 01.01.2011)1 | - | 358.658 | 313.335 |
| Prof. Dr. Hermann Eul (bis 31.01.2011) | 220.000 | 2.970.416 | 1.555.097 |
| Dr. Reinhard Ploss | 185.000 | 2.770.032 | 119.291 |
| Gesamt | 855.000 | 11.659.671 | 3.947.714 |
1 Beitragsorientierte Ruhegehaltszusage nach dem neuen Vergütungssystem; bei der Bewertung des Barwerts wurde neben dem bereits unverfallbaren Initialbaustein auch der Versorgungsbeitrag aus dem Geschäftsjahr 2011 berücksichtigt.
Vorzeitige Beendigung des Dienstvertrages
Die Vorstandsverträge enthalten eine sogenannte Change-of-Control-Klausel: Ein Kontrollwechsel im Sinne dieser Klausel liegt vor, wenn ein Dritter einzeln oder gemeinsam mit einem anderen im Sinne von § 30 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes 30 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG hält. Bei einem Kontrollwechsel sind die Mitglieder des Vorstands berechtigt, innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach Bekanntwerden des Kontrollwechsels ihr Mandat niederzulegen und ihren Dienstvertrag zu kündigen. In diesem Fall haben die Mitglieder des Vorstands Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, maximal jedoch für 36 Monate. Dabei ist vom Jahreseinkommen im Jahr des Ausscheidens auszugehen. Im Fall einer Abberufung oder Kündigung durch die Infineon Technologies AG innerhalb von zwölf Monaten nach Bekanntwerden eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, mindestens jedoch für 24 Monate, maximal für 36 Monate.
Im Rahmen des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts der Infineon Technologies AG an die Intel Corporation ist Herr Prof. Dr. Eul mit dem Abschluss der Transaktion am 31. Januar 2011 aus dem Vorstand der Gesellschaft ausgeschieden und zu Intel gewechselt. Die Gesellschaft hat daher mit Herrn Prof. Dr. Eul einen Aufhebungsvertrag geschlossen. Demnach hat Herr Prof. Dr. Eul einen Zusatzbonus in Höhe von €2.533.333 erhalten, der bei einer unterstellten fiktiven Gesamtkapitalrendite von 10 Prozent seinem Jahreseinkommen bis zum Ende der ursprünglichen Laufzeit seines Dienstvertrages entspricht. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat Herrn Prof. Dr. Eul im Hinblick auf den für das Unternehmen besonders günstigen Abschluss der Transaktion einen weiteren Zusatzbonus in Höhe von €900.000 gewährt. Hinsichtlich seines Anspruchs auf Ruhegehalt wurde mit Herrn Prof. Dr. Eul vereinbart, dass er ab Vollendung des 65. Lebensjahres ein Ruhegehalt in Höhe von jährlich €220.000 erhält. Eine Anrechnung anderweitiger Bezüge findet nicht statt. Die Herrn Prof. Dr. Eul bis zu seinem Ausscheiden gewährten Aktienoptionen bestehen fort, als ob Herr Prof. Dr. Eul noch bis zu ihrem Verfall für das Unternehmen tätig wäre.
Im Übrigen enthalten die Vorstandsverträge für den Fall einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses keine Abfindungszusage.
Nebenleistungen und sonstige Zusagen im Geschäftsjahr 2011
| ― | Die Gesellschaft unterhält zugunsten der Vorstandsmitglieder eine Versicherung für den Todesfall und den Fall der Invalidität in angemessener Höhe. |
| ― | Mitglieder des Vorstands erhalten vom Unternehmen keine Kredite. |
| ― | Die Mitglieder des Vorstands haben im Geschäftsjahr 2011 keine Leistungen von Dritten erhalten, die im Hinblick auf die Tätigkeit als Vorstand zugesagt oder gewährt worden sind. |
| ― | Die Gesellschaft unterhält eine Vermögensschaden-Haftpflicht-Gruppenversicherung für Organmitglieder des Infineon-Konzerns (sog. D&O-Versicherung). Die Versicherung deckt das persönliche Haftungsrisiko für den Fall ab, dass Vorstandsmitglieder bei der Ausübung ihrer Tätigkeit für Vermögensschäden in Anspruch genommen werden. Gemäß der gesetzlichen Regelung in § 93 Abs. 2 AktG wurde ein Selbstbehalt von 10 Prozent des Schadens bis zur Höhe des Eineinhalbfachen der jährlichen festen Vergütung des Vorstandsmitglieds vereinbart. |
| ― | Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2009 mit den damals amtierenden Vorstandsmitgliedern eine Erstattungsvereinbarung abgeschlossen. Diese Vereinbarungen sehen vor, dass die Gesellschaft, soweit rechtlich zulässig, alle Kosten und Auslagen erstattet, die von dem jeweiligen Vorstandsmitglied im Zusammenhang mit gerichtlichen, behördlichen, regulatorischen oder parlamentarischen Verfahren und Untersuchungen sowie Schiedsverfahren, an denen das Vorstandsmitglied aufgrund seiner Vorstandstätigkeit für die Gesellschaft beteiligt ist, aufgewendet wurden. Eine Kostenerstattung ist aber insbesondere ausgeschlossen, soweit das Verfahren eine Handlung oder Unterlassung des Erstattungsberechtigten zum Gegenstand hat, mit welcher der Erstattungsberechtigte seine Sorgfaltspflichten als Vorstandsmitglied im Sinne von § 93 Abs. 2 AktG schuldhaft verletzt hat. |
GESAMTBEZÜGE DER FRÜHEREN MITGLIEDER DES VORSTANDS IM GESCHÄFTSJAHR 2011
An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2011 Gesamtbezüge (Abfindungen und Versorgungsleistungen) von €6.199.333 (Vorjahr: €3.373.352) ausbezahlt. Hierin enthalten ist die zweite Rate der an Herrn Dr. Schröter gezahlten Abfindung in Höhe von €1.750.000 und der an Herrn Prof. Dr. Eul gezahlte Zusatzbonus in Höhe von insgesamt €3.433.333. Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstandes betragen zum 30. September 2011 insgesamt €29.749.461 (Vorjahr: €36.597.097).
VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS
Vergütungsstruktur
Das System der Aufsichtsratsvergütung wurde, wie auch das System der Vorstandsvergütung, im Geschäftsjahr 2010 grundlegend überprüft. Die bisherige Regelung der Vergütung für den Aufsichtsrat war seit Jahren unverändert. Sie war vor allem in ihrer Struktur nicht mehr zeitgemäß und wurde den hohen fachlichen und persönlichen Anforderungen, die an Mitglieder des Aufsichtsrats gestellt werden, nicht mehr gerecht. Auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat hat die Hauptversammlung am 17. Februar 2011 daher die Aufsichtsratsvergütung mit Wirkung zum 1. Oktober 2010 neu geregelt. Sie orientiert sich an der Größe des Unternehmens, an den Aufgaben und der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder sowie an der wirtschaftlichen Lage und dem Erfolg der Gesellschaft. Die Vergütung des Aufsichtsrats pro Geschäftsjahr (Gesamtvergütung) ist in § 11 der Satzung der Gesellschaft geregelt und enthält drei Komponenten:
| ― | Eine feste Vergütung (Grundvergütung) in Höhe von €50.000; |
| ― | Eine variable Vergütung in Höhe von €1.500 je €0,01, um den das Ergebnis je Aktie einen Mindestbetrag von €0,30 übersteigt, wobei sich der Mindestbetrag jährlich, erstmals für das am 1. Oktober 2011 beginnende Geschäftsjahr, um je €0,03 erhöht. Maßgeblich ist jeweils das gemäß den einschlägigen Rechnungslegungsvorschriften für den Konzernabschluss ermittelte unverwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten. Die variable Vergütung ist auf einen Betrag von €50.000 pro Geschäftsjahr begrenzt. Die variable Vergütung ist erst mit dem Ablauf der ersten ordentlichen Hauptversammlung nach dem Geschäftsjahr, auf das sich die Vergütung bezieht, zur Zahlung fällig. |
| ― | Einen Zuschlag für den mit der Wahrnehmung bestimmter Funktionen verbundenen Mehraufwand: Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält einen Zuschlag von €50.000, jeder seiner Stellvertreter von €37.500, die Vorsitzenden des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Strategie- und Technologieausschusses von je €25.000 und jedes Mitglied eines Aufsichtsratsausschusses - mit Ausnahme des Nominierungsausschusses und des Vermittlungsausschusses - von €15.000. Der Zuschlag fällt nur an, wenn sich das Gremium, dem das Aufsichtsrats- oder Ausschussmitglied angehört, in dem betreffenden Geschäftsjahr versammelt oder Beschlüsse gefasst hat. Soweit ein Mitglied des Aufsichtsrats mehrere der genannten Funktionen ausübt, erhält es gleichwohl nur einen einzigen Zuschlag, der sich nach der am höchsten dotierten Funktion bemisst. |
Darüber hinaus gewährt die Gesellschaft jedem Mitglied des Aufsichtsrats für seine persönliche Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats oder eines seiner Ausschüsse ein Sitzungsgeld von €2.000. Finden an einem Tag mehrere Sitzungen statt, fällt das Sitzungsgeld nur einmal an.
Mitgliedern des Aufsichtsrats werden zudem sämtliche Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, sowie die von ihnen insoweit etwa abzuführende Umsatzsteuer erstattet. Die Gesellschaft zahlt den Aufsichtsratsmitgliedern des Weiteren die auf ihre Gesamtvergütung und auf das Sitzungsgeld etwa anfallende Umsatzsteuer.
Aufsichtsratsvergütung im Geschäftsjahr 2011
Die den einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrats zeitanteilig für die Dauer ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2011 gewährte Gesamtvergütung (zuzüglich Sitzungsgeld) setzt sich wie folgt zusammen (hierin nicht enthalten ist die Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent):
AUFSICHTSRATSVERGÜTUNGEN
| in € Aufsichtsratsmitglied | Feste Vergütung | Zuschlag für besondere Funktionen | Variable Vergütung1 | Gesamtvergütung | Sitzungsgeld | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Wigand Cramer | 50.000 | 15.000 | 50.000 | 115.000 | 20.000 | 135.000 |
| Alfred Eibl | 50.000 | 15.000 | 50.000 | 115.000 | 20.000 | 135.000 |
| Peter Gruber | 50.000 | 15.000 | 50.000 | 115.000 | 20.000 | 135.000 |
| Gerhard Hobbach | 50.000 | 15.000 | 50.000 | 115.000 | 20.000 | 135.000 |
| Hans-Ulrich Holdenried | 50.000 | 15.000 | 50.000 | 115.000 | 24.000 | 139.000 |
| Prof. Dr. Renate Köcher | 50.000 | - | 50.000 | 100.000 | 16.000 | 116.000 |
| Wolfgang Mayrhuber (zeitanteilig ab 17.02.2011) | 33.333 | 33.333 | 33.333 | 99.999 | 18.000 | 117.999 |
| Manfred Puffer | 50.000 | - | 50.000 | 100.000 | 12.000 | 112.000 |
| Gerd Schmidt | 50.000 | 37.500 | 50.000 | 137.500 | 26.000 | 163.500 |
| Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel | 50.000 | 25.000 | 50.000 | 125.000 | 20.000 | 145.000 |
| Jürgen Scholz | 50.000 | 15.000 | 50.000 | 115.000 | 20.000 | 135.000 |
| Dr. Eckart Sünner | 50.000 | 25.000 | 50.000 | 125.000 | 18.000 | 143.000 |
| Prof. Dr.-Ing. Klaus Wucherer (zeitanteilig bis zum 17.02.2011) | 20.833 | 20.833 | 20.833 | 62.499 | 20.000 | 82.499 |
| Gesamt | 604.166 | 231.666 | 604.166 | 1.439.998 | 254.000 | 1.693.998 |
1 Basierend auf einem Ergebnis je Aktie in Höhe von €0,68.
Sonstiges (Geschäftsjahr 2011)
| ― | Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten vom Unternehmen keine Kredite. |
| ― | Die Gesellschaft unterhält eine D&O-Versicherung für Organmitglieder des Infineon-Konzerns. Die Versicherung deckt das persönliche Haftungsrisiko für den Fall ab, dass unter anderem Aufsichtsratsmitglieder bei der Ausübung ihrer Tätigkeit für Vermögensschäden in Anspruch genommen werden. Gemäß Ziffer 3.8 DCGK wurde ein Selbstbehalt von 10 Prozent des Schadens bis zur Höhe des Eineinhalbfachen der jährlichen festen Vergütung vereinbart. |
ZUKUNFTSGERICHTETE AUSSAGEN
Dieser Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die sich auf das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge des Infineon-Konzerns und seiner Gesellschaften beziehen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind keine historischen Fakten und werden mitunter durch Verwendung der Begriffe "glauben", "erwarten", "vorhersagen", "beabsichtigen", "prognostizieren", "planen", "schätzen", "bestreben", "voraussehen", "annehmen", "wollen", "das Ziel verfolgen" und ähnlicher Formulierungen kenntlich gemacht. Zukunftsgerichtete Aussagen beruhen auf den gegenwärtigen Plänen, Schätzungen, Prognosen und Erwartungen und unterliegen daher Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlich erreichte Entwicklung oder die erzielten Erträge oder Leistungen wesentlich von der Entwicklung, den Erträgen oder den Leistungen abweichen, die in den zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen werden. Die Leser werden darauf hingewiesen, dass sie kein unangemessenes Vertrauen in diese zukunftsgerichteten Aussagen setzen sollten, die nur zum Zeitpunkt dieser Darstellung Gültigkeit haben. Wir beabsichtigen nicht und übernehmen keine Verpflichtung, außerhalb gesetzlich vorgesehener Veröffentlichungsvorschriften, eine Aktualisierung dieser zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen.
Neubiberg, im November 2011
Der Vorstand
Peter Bauer
Dominik Asam
Dr. Reinhard Ploss
KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG FÜR DAS AM 30. SEPTEMBER 2011 ENDENDE GESCHÄFTSJAHR
| € in Millionen | Anhang Nr. | 2011 | 2010 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 3.997 | 3.295 | |
| Umsatzkosten | -2.343 | -2.058 | |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1.654 | 1.237 | |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | -439 | -399 | |
| Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten | -449 | -386 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 8 | 23 | 18 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 8 | -53 | -122 |
| Betriebsergebnis | 736 | 348 | |
| Finanzerträge | 9 | 39 | 29 |
| Finanzaufwendungen | 10 | -65 | -95 |
| Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 19 | 4 | 8 |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 714 | 290 | |
| Erträge aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 11 | 30 | 22 |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten | 744 | 312 | |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 5 | 375 | 348 |
| Konzernjahresüberschuss | 1.119 | 660 | |
| Davon entfallen auf: | |||
| Nicht beherrschende Anteile | - | 1 | |
| Aktionäre der Infineon Technologies AG | 1.119 | 659 | |
| Ergebnis je Aktie (in Euro), zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - unverwässert: | |||
| Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten - unverwässert | 12 | 0,68 | 0,29 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) aus nicht fortgeführten Aktivitäten - unverwässert | 12 | 0,35 | 0,32 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) - unverwässert | 12 | 1,03 | 0,61 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro), zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - verwässert: | |||
| Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten - verwässert | 12 | 0,66 | 0,28 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) aus nicht fortgeführten Aktivitäten - verwässert | 12 | 0,32 | 0,30 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert | 12 | 0,98 | 0,58 |
Siehe auch die beigefügten Erläuterungen zu dem Konzernabschluss.
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG FÜR DAS AM 30. SEPTEMBER 2011 ENDENDE GESCHÄFTSJAHR
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Konzernjahresüberschuss | 1.119 | 660 |
| Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen | - | 13 |
| Versicherungsmathematische Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | -20 | -92 |
| Veränderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte | - | 2 |
| Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von Sicherungsgeschäften | -7 | 10 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | -27 | -67 |
| Gesamtergebnis nach Steuern | 1.092 | 593 |
| Davon entfallen auf: | ||
| Nicht beherrschende Anteile | - | 1 |
| Aktionäre der Infineon Technologies AG | 1.092 | 592 |
KONZERN-BILANZ ZUM 30. SEPTEMBER 2011
AKTIVA:
| € in Millionen | Anhang Nr. | 2011 | 2010 |
|---|---|---|---|
| Umlaufvermögen: | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.007 | 1.667 | |
| Finanzinvestments | 13 | 1.685 | 60 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 14 | 593 | 687 |
| Vorräte | 15 | 507 | 514 |
| Ertragsteuerforderungen | 30 | 7 | |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 16 | 2 | 72 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 17 | 142 | 88 |
| Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte | 5 | 5 | 495 |
| Summe kurzfristige Vermögenswerte | 3.971 | 3.590 | |
| Sachanlagen | 18 | 1.343 | 838 |
| Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte | 22 | 111 | 87 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen | 19 | 34 | 35 |
| Aktive latente Steuern | 11 | 262 | 308 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 20 | 124 | 119 |
| Sonstige Vermögenswerte | 21 | 28 | 16 |
| Summe langfristige Vermögenswerte | 1.902 | 1.403 | |
| Summe Aktiva | 5.873 | 4.993 | |
| PASSIVA: | |||
| Anhang Nr. | 2011 | 2010 | |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten: | |||
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten | 27 | 68 | 133 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 23 | 735 | 665 |
| Rückstellungen | 24 | 810 | 553 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 59 | 111 | |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 25 | 159 | 16 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 26 | 174 | 153 |
| Zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten | 5 | - | 177 |
| Summe kurzfristige Verbindlichkeiten | 2.005 | 1.808 | |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 27 | 237 | 263 |
| Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 35 | 168 | 146 |
| Passive latente Steuern | 11 | 7 | 11 |
| Langfristige Rückstellungen | 24 | 26 | 55 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 28 | 4 | 6 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 29 | 71 | 79 |
| Summe langfristige Verbindlichkeiten | 513 | 560 | |
| Summe Verbindlichkeiten | 2.518 | 2.368 | |
| Eigenkapital: | 30 | ||
| Grundkapital | 2.173 | 2.173 | |
| Zusätzlich eingezahltes Kapital (Kapitalrücklage) | 5.854 | 6.048 | |
| Verlustvortrag | -4.514 | -5.613 | |
| Andere Rücklagen | 10 | 17 | |
| Eigene Aktien | -26 | - | |
| Put-Optionen auf eigene Aktien | -142 | - | |
| Eigenkapital der Aktionäre der Infineon Technologies AG | 3.355 | 2.625 | |
| Summe Passiva | 5.873 | 4.993 |
Siehe auch die beigefügten Erläuterungen zu dem Konzernabschluss.
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG FÜR DAS AM 30. SEPTEMBER 2011 ENDENDE GESCHÄFTSJAHR
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Konzernjahresüberschuss | 1.119 | 660 |
| Abzüglich: Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -375 | -348 |
| Anpassungen zur Überleitung des Konzernjahresüberschusses auf Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit: | ||
| Planmäßige Abschreibungen | 364 | 336 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -30 | -22 |
| Zinsergebnis | 26 | 73 |
| Wertberichtigungen auf Forderungen | 1 | 3 |
| Verluste (Gewinne) aus dem Verkauf von Finanzinvestments | 2 | -2 |
| Gewinne aus dem Verkauf von Geschäftsaktivitäten und Anteilen an Tochterunternehmen | -2 | -3 |
| Verluste im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung von ALTIS | - | 55 |
| Gewinne aus dem Abgang von Sachanlagen | -1 | -3 |
| Anteiliges Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | -4 | -8 |
| Dividende von assoziierten Unternehmen | 5 | 7 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | -4 | 12 |
| Aktienbasierte Vergütung | 2 | - |
| Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | -71 | -151 |
| Veränderung der Vorräte | -51 | -42 |
| Veränderung der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte | -27 | 33 |
| Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 87 | 272 |
| Veränderung der Rückstellungen | 57 | 96 |
| Veränderung der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten | -10 | 16 |
| Veränderung der sonstigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten | -48 | 42 |
| Erhaltene Zinsen | 27 | 13 |
| Gezahlte Zinsen | -24 | -44 |
| Gezahlte Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -60 | -37 |
| Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | 983 | 958 |
| Mittelzufluss (-abfluss) aus laufender Geschäftstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 263 | -11 |
| Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 1.246 | 947 |
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Auszahlungen für Finanzinvestments | -2.905 | -375 |
| Einzahlungen aus Finanzinvestments | 1.283 | 405 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Geschäftsaktivitäten und Anteilen an Tochterunternehmen | 2 | 2 |
| Rückgang der Zahlungsmittel aufgrund der Entkonsolidierung von ALTIS | - | -88 |
| Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte | -42 | -33 |
| Auszahlungen für Sachanlagen | -845 | -292 |
| Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen und sonstigen Vermögenswerten | 8 | 26 |
| Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | -2.499 | -355 |
| Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 946 | 147 |
| Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit | -1.553 | -208 |
| Veränderung der Finanzforderungen und -verbindlichkeiten von nahestehenden Unternehmen | - | 1 |
| Erhöhung langfristiger Verbindlichkeiten | 29 | 4 |
| Rückzahlungen langfristiger Verbindlichkeiten | -81 | -300 |
| Rückkauf von nachrangigen Wandelanleihen | -173 | -193 |
| Veränderung der als Sicherheitsleistungen hinterlegten liquiden Mittel | - | 1 |
| Kauf eigener Aktien | -26 | - |
| Einzahlungen aus der Begebung von Put-Optionen auf eigene Aktien | 8 | - |
| Dividendenzahlungen | -109 | - |
| Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | -352 | -487 |
| Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten | -3 | - |
| Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -355 | -487 |
| Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | -662 | 252 |
| Währungsumrechnungseffekte auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2 | 1 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenanfang | 1.667 | 1.414 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende | 1.007 | 1.667 |
KONZERN-EIGENKAPITAL-VERÄNDERUNGSRECHNUNG FÜR DAS AM 30. SEPTEMBER 2011 ENDENDE GESCHÄFTSJAHR
| € in Millionen, außer Anzahl von Aktien | Ausgegebene Stückaktien | Andere Rücklagen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl | Betrag | Zusätzlich eingezahltes Kapital (Kapitalrücklage) | Verlustvortrag | Fremdwährungs- umrechnungs- differenzen | Nicht realisierte Gewinne (Verluste) aus Wertpapieren | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2009 | 1.086.742.085 | 2.173 | 6.048 | -6.180 | 3 | 1 |
| Konzernjahresüberschuss | - | - | - | 659 | - | - |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | - | - | - | -92 | 13 | 2 |
| Gesamtergebnis nach Steuern | - | - | - | 567 | 13 | 2 |
| Entkonsolidierung von ALTIS | - | - | - | - | - | - |
| Konzern-Bilanz zum 30. September 2010 | 1.086.742.085 | 2.173 | 6.048 | -5.613 | 16 | 3 |
| Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2010 | 1.086.742.085 | 2.173 | 6.048 | -5.613 | 16 | 3 |
| Konzernjahresüberschuss | - | - | - | 1.119 | - | - |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | - | - | - | -20 | - | - |
| Gesamtergebnis nach Steuern | - | - | - | 1.099 | - | - |
| Dividenden | - | - | -109 | - | - | - |
| Ausübung von Aktienoptionen | 3.750 | - | - | - | - | - |
| Aktienbasierte Vergütungen | - | - | 2 | - | - | - |
| Sonstige Eigenkapitalveränderungen | - | - | -95 | - | - | - |
| Erwerb eigener Aktien | - | - | - | - | - | - |
| Saldo Zu-/ Abgänge Put-Optionen auf eigene Aktien | - | - | 8 | - | - | - |
| Konzern-Bilanz zum 30. September 2011 | 1.086.745.835 | 2.173 | 5.854 | -4.514 | 16 | 3 |
| € in Millionen, außer Anzahl von Aktien | Andere Rücklagen | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Nicht realisierte Gewinne (Verluste) aus Sicherungsgeschäften | Eigene Aktien | Put-Optionen auf eigene Aktien | Summe Eigenkapital der Aktionäre der Infineon Technologies AG | Nicht beherrschende Anteile | Gesamt | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2009 | -12 | - | - | 2.033 | 60 | 2.093 |
| Konzernjahresüberschuss | - | - | - | 659 | 1 | 660 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 10 | - | - | -67 | - | -67 |
| Gesamtergebnis nach Steuern | 10 | - | - | 592 | 1 | 593 |
| Entkonsolidierung von ALTIS | - | - | - | - | -61 | -61 |
| Konzern-Bilanz zum 30. September 2010 | -2 | - | - | 2.625 | - | 2.625 |
| Konzern-Bilanz zum 1. Oktober 2010 | -2 | - | - | 2.625 | - | 2.625 |
| Konzernjahresüberschuss | - | - | - | 1.119 | - | 1.119 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | -7 | - | - | -27 | - | -27 |
| Gesamtergebnis nach Steuern | -7 | - | - | 1.092 | - | 1.092 |
| Dividenden | - | - | - | -109 | - | -109 |
| Ausübung von Aktienoptionen | - | - | - | - | - | - |
| Aktienbasierte Vergütungen | - | - | - | 2 | - | 2 |
| Sonstige Eigenkapitalveränderungen | - | - | - | -95 | - | -95 |
| Erwerb eigener Aktien | - | -26 | - | -26 | - | -26 |
| Saldo Zu-/ Abgänge Put-Optionen auf eigene Aktien | - | - | -142 | -134 | - | -134 |
| Konzern-Bilanz zum 30. September 2011 | -9 | -26 | -142 | 3.355 | - | 3.355 |
ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS
Die Infineon Technologies AG und ihre Tochtergesellschaften (gemeinsam "Infineon" oder "die Gesellschaft') entwerfen, entwickeln, produzieren und vermarkten ein breites Spektrum an Halbleiterprodukten und Systemlösungen. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt auf Automobilelektronik, Industrieelektronik und chipkartenbasierter Sicherheit. Ferner werden die Produkte der Gesellschaft in einer Vielzahl mikroelektronischer Anwendungen eingesetzt, wie in Computersystemen, Telekommunikationssystemen und Konsumgütern. Das Produktspektrum der Gesellschaft umfasst Standardkomponenten, kundenspezifische Teil- oder Systemlösungen sowie spezifische Bauelemente für Digital-, Analog- und Mixed-Signal-Anwendungen sowie eingebettete nichtflüchtige Speicher. Den Großteil der Umsätze erzielt die Gesellschaft mit Leistungshalbleitern, die übrigen Umsätze entfallen auf Embedded Control (an Zielanwendung angepasste Mikrocontroller-Designs), und andere Produktkategorien. Fertigungsstätten, Beteiligungen und Kunden der Gesellschaft befinden sich hauptsächlich in Europa, Asien und Nordamerika.
Die Infineon Technologies AG ist eine börsennotierte Gesellschaft nach deutschem Recht und oberstes Mutterunternehmen des Infineon Konzerns. Sie hat ihren Firmensitz Am Campeon 1-12, 85579 Neubiberg, Deutschland und ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Registernummer HRB 126492 eingetragen.
1 / GRUNDLAGEN DER DARSTELLUNG
Der von der Infineon Technologies AG als oberstes Mutterunternehmen aufgestellte Konzernabschluss zum 30. September 2011 wurde gemäß den vom International Accounting Standards Board ("IASB") erlassenen International Financial Reporting Standards ("IFRS") und den diesbezüglichen Interpretationen, die zum 30. September 2011 anzuwenden waren, soweit die IFRS und Interpretationen von der Europäischen Union ("EU") übernommen sind, sowie den ergänzend nach § 315a Absatz 1 des Handelsgesetzbuches ("HGB") anzuwendenden Vorschriften erstellt.
Das Geschäftsjahr der Gesellschaft endet zum 30. September.
Die Anforderungen der angewandten Standards wurden vollständig erfüllt und vermitteln ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Die von der Gesellschaft angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind unter Anhang Nr. 2 und Nr. 3 näher erläutert.
Der Konzernabschluss umfasst die Gewinn-und-Verlust-Rechnung und die Gesamtergebnisrechnung, die Bilanz, die Kapitalflussrechnung, die Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie den Anhang. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert.
Die Bilanzierung und Bewertung sowie die Erläuterungen und Angaben zum IFRS-Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2011 basieren grundsätzlich auf denselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die auch dem Konzernabschluss 2010 zugrunde lagen.
Einzelne Vorjahresangaben sind aus Gründen der besseren Vergleichbarkeit an die aktuelle Darstellung angepasst worden. Dies betrifft vor allem die nachfolgend aufgeführten Sachverhalte:
| ― | Infolge des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts des früheren Segmentes Wireless Solutions hat die Gesellschaft ihre interne und externe Berichterstattung über die Segmente (siehe Anhang Nr. 5 und Nr. 40) mit Wirkung zum 1. Oktober 2010 angepasst. Die Vorjahresbeträge wurden entsprechend angepasst. |
| ― | Die Kapitalflussrechnung wurde im Geschäftsjahr 2011 hinsichtlich der Darstellung von Zins- und Ertragsteuerauswirkungen auf den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit weiter aufgegliedert. Die Vorjahresangaben wurden an die neue Darstellungsform angepasst. |
| ― | Die nachfolgend erläuterten Änderungen in der internationalen Rechnungslegung nach IFRS, die für die Gesellschaft erstmals im Geschäftsjahr 2011 anzuwenden waren. |
Am 18. November 2011 hat der Vorstand der Gesellschaft den Konzernabschluss aufgestellt und zur Vorlage an den Aufsichtsrat der Gesellschaft freigegeben.
Alle in diesem Konzernabschluss gezeigten Beträge lauten in Euro ("€"), außer wenn anders angegeben. Abweichungen von Betragsangaben untereinander sind aufgrund von Rundungen möglich.
ERSTMALS ANGEWENDETE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN
Das IASB und International Financial Reporting Interpretations Committee haben nachfolgenden Standard neu verabschiedet, der verpflichtend im Konzernabschluss zum 30. September 2011 anzuwenden ist und Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Gesellschaft hat:
| ― | "Improvements to IFRS (2009)": Der Standard mit dem Titel "Improvements to IFRS (2009)" fasst verschiedene kleinere Änderungen an bestehenden Standards zusammen, die aus einem Zyklus jährlicher Verbesserungen an den IFRS resultieren. Diese Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. |
ERLASSENE, NOCH NICHT ANGEWENDETE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN
Folgende neue oder geänderte Standards des IASB sind kürzlich verabschiedet worden. Da diese jedoch noch nicht verpflichtend anzuwenden sind beziehungsweise eine Übernahme durch die Europäische Union noch aussteht, wurden sie im Konzernabschluss zum 30. September 2011 nicht angewendet:
| ― | Änderung des IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2011, anzuwenden ab dem am 1. Oktober 2011 beginnenden Geschäftsjahr). Die Änderung gibt eine Klarstellung der Definition nahestehender Unternehmen und Personen. Diese Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. |
| ― | Änderungen des IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Juli 2011, anzuwenden ab dem am 1. Oktober 2011 beginnenden Geschäftsjahr). Die Änderungen sehen zusätzliche Angabepflichten bei der Übertragung von finanziellen Vermögenswerten vor. Diese Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. |
| ― | IFRS 9 "Finanzinstrumente" (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2013). Der Standard führt neue Vorschriften zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ein. Diskutiert werden derzeit die Exposure-Drafts zu "Fortgeführte Anschaffungskosten und Wertminderung", zur "Bilanzierung von Sicherungsgeschäften" und zur "Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten". Ziel ist es, alle drei Entwürfe nach abschließender Diskussion in den IFRS 9 zu übernehmen und damit IAS 39 abzulösen. Die Entscheidung über die Anerkennung durch die Europäische Union ist derzeit noch offen und wurde vertagt auf den Zeitpunkt des finalen IFRS 9. Derzeit wird ein Exposure-Draft diskutiert, der den Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 9 weiter in die Zukunft schiebt. |
| ― | IFRS 10 "Konzernabschlüsse" (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2013). Der Standard ersetzt die bisherigen Regelungen des IAS 27 und SIC 12 zu Beherrschung und Konsolidierung und führt ein einheitliches Konsolidierungsmodell ein. |
| ― | IFRS 11 "Gemeinschaftliche Vereinbarungen" (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2013). Der neue Standard ersetzt den bisherigen IAS 31 zu Gemeinschaftsunternehmen und führt eine geänderte Terminologie und Klassifizierung von Unternehmen als Gemeinschaftsunternehmen ein. |
| ― | IFRS 12 "Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen" (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2013). Der neue Standard erfordert Angaben, die es dem Abschlussadressaten ermöglichen, die Art, Risiken und finanziellen Auswirkungen zu beurteilen, die mit dem Engagement des Unternehmens bei Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen, gemeinschaftlichen Vereinbarungen und nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen (Zweckgesellschaften) verbunden sind. |
| ― | Neue Fassung des IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen" (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2013). Die Änderungen umfassen Folgeänderungen aus den neuen IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 und erweitern den Anwendungsbereich des IAS 28 auf die Bilanzierung von Gemeinschaftsunternehmen. |
| ― | IFRS 13 "Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert" (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2013). Der Standard gibt standardübergreifend einheitliche Bewertungsmaßstäbe zum beizulegenden Zeitwert vor, indem unter anderem der Begriff definiert und dargestellt wird, welche Methoden für dessen Bestimmung infrage kommen. Darüber hinaus werden die Anhangangaben zum beizulegenden Zeitwert erweitert. |
| ― | Änderung an IAS 1 "Darstellung von Posten des sonstigen Ergebnisses" (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Juli 2012). Die Änderung sieht künftig vor, innerhalb der Gesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis zwischen Posten des sonstigen Ergebnisses zu unterscheiden, die in den Folgeperioden ergebniswirksam zu erfassen sind, und solchen Posten, die auch in künftigen Perioden zu keiner Ergebniswirkung führen. |
| ― | Änderung des IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2013). Die Änderungen betreffen die Erfassung und Bewertung des Aufwands für leistungsorientierte Pensionspläne und von Leistungen aus Beendigung eines Arbeitsverhältnisses. Die Änderung schafft auch die zeitverzögerte Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste ab und verlangt eine direkte Erfassung im sonstigen Ergebnis. Infineon erfasst die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen bereits direkt im sonstigen Ergebnis. |
| ― | "Improvements to IFRS (2010)" Der Standard mit dem Titel "Improvements to IFRS (2010)" fasst verschiedene kleinere Änderungen an bestehenden Standards zusammen, die aus einem Zyklus jährlicher Verbesserungen an den IFRS resultieren. Die Änderungen haben unterschiedliche Zeitpunkte des Inkrafttretens. |
Die neuen Standards beziehungsweise Änderungen von bestehenden Standards sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Zeitpunkt des Inkrafttretens beginnen.
Neue Standards beziehungsweise Änderungen von bestehenden Standards werden von der Gesellschaft für gewöhnlich nicht vor dem Zeitpunkt des Inkrafttretens angewendet, auch wenn einzelne Standards dies zulassen.
Die Gesellschaft analysiert derzeit die Auswirkungen der noch nicht angewendeten Standards auf die Darstellung ihrer Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
Darüber hinaus sind weitere Standards und Interpretationen verabschiedet worden, die aus heutiger Sicht keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.
2 / BILANZIERUNG UND BEWERTUNG
Der Konzernabschluss wird in Übereinstimmung mit den nachfolgenden Konsolidierungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt:
KONSOLIDIERUNGSKREIS
Der vorliegende Konzernabschluss umfasst auf konsolidierter Basis die Einzelabschlüsse der Infineon Technologies AG und ihrer direkten und indirekten Tochtergesellschaften. Als Tochterunternehmen gilt eine Gesellschaft, die von der Infineon Technologies AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht wird. Beherrschung ist die Möglichkeit, die Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens zu bestimmen, um aus dessen Tätigkeit Nutzen zu ziehen. Indiz für die Beherrschung ist die Verfügungsgewalt über die Mehrheit der Stimmrechte, wobei bei der Beurteilung der Beherrschung auch potenzielle Stimmrechte zu berücksichtigen sind.
Ein Unternehmen wird ab dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem der Konzern die Möglichkeit der Beherrschung erlangt (Erwerbszeitpunkt). Im Rahmen der Erstkonsolidierung werden die erworbenen Vermögenswerte und Schulden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Ein Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs und dem anteiligen beizulegenden Zeitwert der Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten wird, falls aktivisch, als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen oder, falls passivisch, erfolgswirksam vereinnahmt.
Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bewertungs- und Bilanzierungsgrundsätzen erstellt. Die bilanziellen Effekte konzerninterner Transaktionen sowie unrealisierte Gewinne und Verluste aus konzerninternen Geschäftsbeziehungen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.
Die Gesellschaft entkonsolidiert ein Tochterunternehmen zu dem Zeitpunkt, zu dem die Beherrschung der Finanz- und Geschäftspolitik verloren geht und kein Nutzen mehr aus der Tätigkeit des Tochterunternehmens gezogen werden kann. Beispiele für den Verlust der Beherrschungsmöglichkeit sind ein vollständiger oder teilweiser Verkauf der Anteile an einem Tochterunternehmen, die Aufgabe von Stimmrechten oder die Eröffnung des Insolvenzverfahrens eines Tochterunternehmens.
Eine Aufstellung der Tochtergesellschaften der Infineon Technologies AG ist unter Anhang Nr. 42 enthalten.
NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE BETEILIGUNGEN
Die Gesellschaft bilanziert Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (wie nachfolgend definiert) nach den Grundsätzen der Equity-Methode (zusammen: "Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen" siehe Anhang Nr. 19).
(A) ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN
Ein "assoziiertes Unternehmen" ist ein Unternehmen, bei welchem die Gesellschaft über maßgeblichen Einfluss, nicht jedoch über die Möglichkeit der Beherrschung der finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen verfügt. Ein maßgeblicher Einfluss wird regelmäßig vermutet, wenn die Gesellschaft zwischen 20 und 50 Prozent der Stimmrechte hält.
(B) JOINT VENTURES
Ein "Joint Venture" beruht auf einer vertraglichen Vereinbarung, nach der zwei oder mehr Partner eine wirtschaftliche Tätigkeit durchführen, die der gemeinschaftlichen Führung unterliegt.
Equity-Methode
Ausgehend von den Anschaffungskosten zum Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile an einem assozierten Unternehmen oder einem Joint Venture wird der jeweilige Beteiligungsbuchwert jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschüttete Dividenden und sonstige Veränderungen im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens beziehungsweise des Joint Ventures erhöht oder vermindert, soweit diese auf die Anteile der Gesellschaft entfallen.
Ein Geschäfts- oder Firmenwert, der bei der Akquisition eines assoziierten Unternehmens oder eines Joint Ventures entsteht, ist im Buchwert der Beteiligung (abzüglich aufgelaufener Aufwendungen für Wertminderungen) enthalten. Übersteigen die Wertminderungen den Buchwert der jeweiligen Beteiligung, werden andere Vermögenswerte der Gesellschaft, die im Zusammenhang mit dem Beteiligungsunternehmen stehen, abgeschrieben. Sollten der Buchwert der Beteiligung und andere im Zusammenhang mit der Beteiligung stehende Vermögenswerte vollständig abgeschrieben sein, ist zu prüfen, ob zusätzliche Verluste zu erfassen sind, sofern die Gesellschaft verpflichtet ist, diese auszugleichen.
Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen der Gesellschaft und einem Unternehmen, an dem die Gesellschaft eine nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung hält, werden entsprechend dem Anteil der Gesellschaft an dem jeweiligen Unternehmen eliminiert.
Soweit das Geschäftsjahresende des Unternehmens, an dem die Gesellschaft eine nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung hält, um nicht mehr als drei Monate vom Geschäftsjahresende der Gesellschaft abweicht, wird der Anteil der Gesellschaft am Periodenergebnis des entsprechenden Unternehmens zeitversetzt erfasst.
SONSTIGE BETEILIGUNGEN
Sonstige Beteiligungen, an denen die Gesellschaft weniger als 20 Prozent hält, werden zu Anschaffungskosten abzüglich erforderlicher Wertberichtigungen bilanziert, sofern der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich bestimmbar ist.
BERICHTSWÄHRUNG UND WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem ein Unternehmen tätig ist und in dem es hauptsächlich Zahlungsmittel erwirtschaftet und verwendet, wird als dessen funktionale Währung bezeichnet. Die funktionale Währung der Infineon Technologies AG ist der Euro. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Die funktionale Währung ausländischer Tochtergesellschaften entspricht entweder der lokalen Währung oder dem Euro.
Fremdwährungstransaktionen werden mit dem am Tag des Geschäftsvorfalls geltenden Wechselkurs in die funktionale Währung des jeweiligen Unternehmens umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf die funktionale Währung des bilanzierenden Unternehmens lauten, werden zu dem am jeweiligen Bilanzstichtag geltenden Stichtagskurs umgerechnet. Kursgewinne und -verluste aus der Währungsumrechnung werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung im operativen Ergebnis erfasst.
Die Vermögenswerte und Schulden ausländischer Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden mit dem Kurs zum Ende des Berichtszeitraums in Euro umgerechnet. Erträge und Aufwendungen dieser Gesellschaften werden mit dem durchschnittlichen Wechselkurs des Berichtszeitraums umgerechnet. Unterschiede aus der Umrechnung von Vermögenswerten und Schulden, die aus zu den Vorjahren abweichenden Wechselkursen resultieren, werden innerhalb des Postens "Andere Rücklagen" im Eigenkapital ausgewiesen.
Nachfolgend sind die bei der Erstellung des Konzernabschlusses verwendeten Wechselkurse (€1,00 in Fremdwährungseinheiten) für die wesentlichen Währungen in Euro aufgeführt:
| €1,00 in Fremdwährungseinheiten | Stichtagskurs | Jahresdurchschnittskurs | ||
|---|---|---|---|---|
| 30. September 2011 | 30. September 2010 | 2011 | 2010 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| US-Dollar | 1,3631 | 1,3611 | 1,3946 | 1,3476 |
| Japanischer Yen | 104,2200 | 113,8500 | 112,6511 | 120,1646 |
BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
Der folgenden Tabelle können die wichtigsten Bewertungsgrundsätze bei der Erstellung des Konzernabschlusses der Gesellschaft entnommen werden:
| Bilanzposten | Bewertungsgrundsatz |
|---|---|
| Aktiva | |
| --- | --- |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | Nennwert |
| Finanzinvestments | Beizulegender Zeitwert/Fortgeführte Anschaffungskosten |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | Fortgeführte Anschaffungskosten |
| Vorräte | Niedrigerer Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert |
| Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte | Niedrigerer Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten |
| Sachanlagen | Fortgeführte Anschaffungs- oder Herstellungskosten |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | Impairment-only-Ansatz |
| Immaterielle Vermögenswerte (außer Geschäfts- oder Firmenwerte) | |
| Mit bestimmter Nutzungsdauer | Fortgeführte Anschaffungs- oder Herstellungskosten |
| Mit unbestimmter Nutzungsdauer | Impairment-only-Ansatz |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig und langfristig) (Kategorien nach IAS39) | |
| Kredite und Forderungen | Fortgeführte Anschaffungskosten |
| Zur Veräußerung verfügbar | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert |
| Designierte Sicherungsinstrumente | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert |
| Sonstige Vermögenswerte (kurzfristig und langfristig) | Fortgeführte Anschaffungskosten |
| Passiva | |
| Bilanzposten | Bewertungsgrundsatz |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | Fortgeführte Anschaffungskosten |
| Finanzverbindlichkeiten | Fortgeführte Anschaffungskosten |
| Rückstellungen | |
| Pensionen | Methode der laufenden Einmalprämien |
| Sonstige Rückstellungen | Erfüllungsbetrag |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig und langfristig) (Kategorien nach IAS 39) | |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert |
| Designierte Sicherungsinstrumente | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert |
| Andere finanzielle Verbindlichkeiten | Fortgeführte Anschaffungskosten |
| Sonstige Verbindlichkeiten (kurzfristig und langfristig) | Fortgeführte Anschaffungskosten |
| Put-Optionen auf eigene Aktien | Barwert des Erfüllungsbetrags bei Ausgabe |
| Eigene Aktien | Anschaffungskosten |
ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
Als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden Bargeld sowie alle Finanzmittel mit einer Laufzeit zum Erwerbszeitpunkt von bis zu drei Monaten ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zum Nennwert.
FINANZINSTRUMENTE
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen einen finanziellen Vermögenswert und gleichzeitig bei einem anderen Unternehmen eine finanzielle Verbindlichkeit und/oder ein Eigenkapitalinstrument begründet. Finanzinstrumente, die sowohl Eigenkapital- als auch Fremdkapitalbestandteile enthalten (zum Beispiel Wandelanleihen, die dem Gläubiger das Recht zur Wandlung der Anleihe in Aktien des Unternehmens gewähren), sind gemäß IAS 32, "Finanzinstrumente: Darstellung", zu beurteilen und, soweit erforderlich, in eine Eigenkapital- und Fremdkapitalkomponente aufzuteilen.
Zu den finanziellen Vermögenswerten zählen bei der Gesellschaft insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Finanzinvestments, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie zu Handelszwecken gehaltene derivative Finanzinstrumente mit positivem beizulegendem Zeitwert zum Bilanzstichtag.
Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen bei der Gesellschaft vor allem Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, Finanzverbindlichkeiten sowie derivative Finanzinstrumente mit negativem beizulegendem Zeitwert zum Bilanzstichtag.
Die Zugangsbewertung von Finanzinstrumenten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die dem Erwerb oder der Emission von Finanzinstrumenten direkt zurechenbaren Transaktionskosten gehen nur in den Buchwert ein, soweit die Finanzinstrumente nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.
Marktübliche Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Erfüllungstag bilanziert. Der Erfüllungstag ist der Tag, an dem ein Vermögenswert an oder durch die Gesellschaft geliefert wird.
Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus der Investition ausgelaufen sind oder übertragen wurden und die Gesellschaft alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbunden sind, übertragen hat. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn diese getilgt ist, das heißt, wenn die im Vertrag genannten Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Die Gesellschaft unterscheidet finanzielle Vermögenswerte nach folgenden Kategorien: "Kredite und Forderungen", "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte", "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte" sowie "Designierte Sicherungsinstrumente (Cash-Flow-Hedges)". In den Geschäftsjahren 2011 und 2010 hatte die Gesellschaft keine finanziellen Vermögenswerte der weiteren von IAS 39 vorgesehenen Kategorie "Bis zur Endfälligkeit gehaltende Vermögenswerte" zugeordnet.
Die Gesellschaft unterteilt ihre finanziellen Verbindlichkeiten in die Kategorien: "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten", "Andere finanzielle Verbindlichkeiten" beziehungsweise "Designierte Sicherungsinstrumente (Cash-Flow-Hedges)".
Die Einordung eines finanziellen Vermögenswerts oder einer finanziellen Verbindlichkeit in eine der genannten Kategorien nimmt die Gesellschaft bei erstmaliger Erfassung eines finanziellen Vermögenswerts oder einer finanziellen Verbindlichkeit vor.
Kredite und Forderungen
Gewährte Kredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, es sei denn, die Restlaufzeit zum Bilanzstichtag ist länger als zwölf Monate; dann werden sie als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Die gewährten Kredite und Forderungen der Gesellschaft beinhalten die Bilanzposten "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" sowie "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen". Darüber hinaus fallen darunter als Finanzinvestments ausgewiesene Festgeldanlagen und Commercial Papers mit einer ursprünglichen Laufzeit zwischen 3 und 12 Monaten.
Gewährte Kredite und Forderungen werden bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert, abzüglich Anschaffungsnebenkosten, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Gewährte Kredite und Forderungen unterliegen einer Werthaltigkeitsprüfung. Eine Wertminderung wird angenommen, wenn objektive Hinweise darauf schließen lassen, dass die Gesellschaft zu dem jeweiligen Fälligkeitstermin nicht alle vertraglich vereinbarten Beträge erhalten wird. Objektive Hinweise, die auf eine Wertminderung hindeuten, sind zum Beispiel bekannte Zahlungsschwierigkeiten oder die Insolvenz des Schuldners, was zu einer entsprechenden Wertberichtigung führt. Darüber hinaus werden Wertberichtigungen abhängig von der Altersstruktur überfälliger Forderungen erfasst. Die Erfassung der Wertberichtigung erfolgt aufwandswirksam in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung über ein Wertberichtigungskonto. Wenn es sicher zum Zahlungsausfall kommt, beispielsweise aufgrund des Abschlusses eines Insolvenzverfahrens oder eines Vergleichs, werden gewährte Kredite und Forderungen als uneinbringlich eingestuft und zusammen mit gegebenenfalls hierfür erfassten Wertberichtigungen ausgebucht.
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert oder keiner der weiteren Kategorien zugeordnet sind. Sie umfassen im Wesentlichen Wertpapiere des Umlaufvermögens, die als Teil der Finanzinvestments ausgewiesen werden (siehe Anhang Nr. 13).
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden zum jeweiligen Bilanzstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden erfolgsneutral im Eigenkapital abgegrenzt. Eine erfolgswirksame Erfassung einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt erst bei Veräußerung. Liegt der beizulegende Zeitwert über einen längeren Zeitraum beziehungsweise wesentlich unter den fortgeführten Anschaffungskosten, wird eine Wertminderung erfolgswirksam erfasst.
Die Gesellschaft beurteilt Rückgänge der beizulegenden Zeitwerte zu jedem Bilanzstichtag dahingehend, ob ein objektiver Hinweis vorliegt, dass eine Wertberichtigung von finanziellen Vermögenswerten oder von Gruppen finanzieller Vermögenswerte erforderlich ist. Im Fall von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten wird ein erheblicher oder dauerhafter Rückgang des beizulegenden Zeitwerts des finanziellen Vermögenswerts unter seine Anschaffungskosten als Anhaltspunkt für eine Wertminderung angesehen. Sofern ein solches Anzeichen vorliegt, wird der direkt im Eigenkapital angesetzte kumulierte Verlust in Höhe der Differenz zwischen Anschaffungskosten und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert abzüglich etwaiger Wertminderungen, die zuvor ergebniswirksam behandelt worden waren, aus dem Eigenkapital eliminiert und ergebniswirksam erfasst.
Wenn als zur Veräußerung verfügbar eingestufte finanzielle Vermögenswerte verkauft oder wertberichtigt werden, werden die zuvor im Eigenkapital erfassten kumulierten Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam erfasst.
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten umfassen bei der Gesellschaft nahezu ausschließlich Derivate zur Absicherung von Währungs- oder Zinsrisiken, für die kein Hedge-Accounting angewendet wird.
Derivative Finanzinstrumente werden als "zu Handelszwecken gehalten" eingestuft und erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet, sofern sie nicht als Sicherungsinstrumente klassifiziert sind und Hedge-Accounting angewandt wird. Sämtliche Marktwertänderungen werden ergebniswirksam erfasst. Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte undesignierter derivativer Finanzinstrumente, die mit dem operativen Geschäft in Verbindung stehen, werden als Teil der Umsatzkosten erfasst. Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte undesignierter derivativer Finanzinstrumente, die zu Finanzierungszwecken genutzt werden, werden dagegen als Finanzerträge beziehungsweise Finanzaufwendungen ausgewiesen.
Die Bilanzierung aller Finanzinstrumente dieser Kategorie erfolgt zum Handelstag. Derivative Finanzinstrumente mit einem positiven beizulegenden Zeitwert zum Bilanzstichtag werden als "sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte", solche mit einem negativen beizulegenden Zeitwert als "sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten" ausgewiesen. Zum 30. September 2011 und 2010 hatte die Gesellschaft keine derivativen Finanzinstrumente mit einer Restlaufzeit von mehr als 12 Monaten abgeschlossen.
Designierte Sicherungsinstrumente (Cash-Flow-Hedges)
Bestimmte derivative Finanzinstrumente werden erwarteten und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden zukünftigen Transaktionen als Sicherungsinstrumente zugeordnet, um das damit verbundene Fremdwährungsrisiko abzusichern (Absicherung von Zahlungsströmen).
Derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert als "sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte" oder "sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten" bilanziert.
Der effektive Teil der Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts derivativer Finanzinstrumente, die zur Absicherung von Zahlungsströmen designiert sind und die Voraussetzungen zur Bilanzierung als Teil einer Sicherungsbeziehung erfüllen, wird unmittelbar im Eigenkapital erfasst. Der Gewinn oder Verlust aus dem ineffektiven Teil wird erfolgswirksam gebucht. Im Eigenkapital direkt erfasste Beträge werden in den Perioden in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgebucht, in denen das Grundgeschäft ertragswirksam wird (das heißt, wenn die abgesicherte erwartete Transaktion stattfindet).
Wenn ein Sicherungsinstrument ausläuft oder veräußert wird oder wenn die Voraussetzungen zur Bilanzierung als Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt sind, verbleibt der bis zu diesem Zeitpunkt erfasste Gewinn oder Verlust im Eigenkapital, bis das entsprechende Grundgeschäft tatsächlich stattfindet. Sofern ein erwartetes Grundgeschäft nicht mehr eintreten wird, erfolgt eine sofortige erfolgswirksame Auflösung des im Eigenkapital aufgelaufenen Gewinns oder Verlusts.
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
Sämtliche übrigen finanziellen Verbindlichkeiten, darunter Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Schuldinstrumente, werden mit fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Dies gilt auch für den Fremdkapitalanteil von zusammengesetzten Finanzinstrumenten wie die von der Gesellschaft ausgegebenen nachrangigen Wandelanleihen sowie für die im Zusammenhang mit von der Gesellschaft geschriebenen Put-Optionen auf eigene Aktien zu bilanzierenden Verpflichtungen.
ZUSAMMENGESETZTE FINANZINSTRUMENTE
Von der Gesellschaft ausgegebene zusammengesetzte Finanzinstrumente umfassen Wandelanleihen, die dem Halter das Recht gewähren, die Wandelanleihe gegen Aktien der Gesellschaft einzutauschen, wobei die Anzahl der unterliegenden Aktien fix ist und nicht in Abhängigkeit vom beizulegenden Zeitwert der Aktien variiert.
Die Verbindlichkeitskomponente eines solchen zusammengesetzten Finanzinstruments wird bei Begebung mit dem beizulegenden Zeitwert einer vergleichbaren Verbindlichkeit ohne Wandlungsoption angesetzt. Das Wandlungsrecht klassifiziert als Eigenkapitalinstrument und wird bei Ausgabe des zusammengesetzten Finanzinstruments mit dem Unterschiedsbetrag des beizulegenden Zeitwerts des gesamten zusammengesetzten Finanzinstruments und des beizulegenden Zeitwerts der Verbindlichkeitskomponente angesetzt. Direkt zuordenbare Transaktionskosten werden der Eigen- und Fremdkapitalkomponente proportional zu deren Buchwerten bei erstmaliger Erfassung zugeordnet.
Die Verbindlichkeitskomponente wird zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet, wohingegen die Eigenkapitalkomponente während der Laufzeit des zusammengesetzten Finanzinstruments unverändert bleibt.
Bei Rückkauf des zusammengesetzten Finanzinstruments vor dessen Fälligkeit, bei dem das ursprüngliche Wandlungsrecht unverändert bestehen bleibt, erfolgt eine Aufteilung des entrichteten Entgelts auf die Eigen- und die Fremdkapitalkomponente. Der Unterschiedsbetrag zum Zeitpunkt des Rückkaufs zwischen Buchwert der Fremdkapitalkomponente und dem beizulegenden Zeitwert einer vergleichbaren Verbindlichkeit ohne Wandlungsoption wird ergebniswirksam im Zinsaufwand oder Zinsertrag erfasst. Der Unterschiedsbetrag zwischen entrichtetem Entgelt und dem beizulegenden Zeitwert einer vergleichbaren Verbindlichkeit ohne Wandlungskomponente führt zu einer Verringerung des Eigenkapitals (Kapitalrücklage).
PUT-OPTIONEN AUF EIGENE AKTIEN
Von der Gesellschaft geschriebene Put-Optionen, denen Aktien der Gesellschaft unterliegen, werden als "Verpflichtung zum Erwerb eigener Aktien" innerhalb der sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen, sofern die Erfüllung durch die Lieferung einer fixen Anzahl von Aktien gegen einen fest vorgeschriebenen Betrag erfolgen muss. Bei der Ausgabe der Put-Option wird die Verpflichtung mit dem Barwert des Erfüllungsbetrags der Option angesetzt. Korrespondierend erfolgt eine entsprechende Verringerung des Eigenkapitals, die innerhalb des Eigenkapitalpostens "Put-Optionen auf eigene Aktien" ausgewiesen wird. Die für die Ausgabe der Put-Optionen erhaltene Optionsprämie wird in der Kapitalrücklage erfasst. Die Verbindlichkeiten werden nach dem Prinzip der Periodenabgrenzung ("Accrual Basis") angesetzt und die abzugrenzenden Zinsen werden als Zinsaufwendungen erfasst. Mit Ausübung der Put-Optionen erlischt die Verbindlichkeit, während im Eigenkapital eine Reklassifizierung von "Put-Optionen zum Erwerb eigener Aktien" zu "Eigene Aktien" erfolgt. Verfällt die Put-Option, werden sowohl die Eigenkapitalreduzierung als auch die erfasste Verpflichtung ausgebucht.
VORRÄTE
Unter den Vorräten werden diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die im Rahmen der Produktion oder bei der Erbringung von Dienstleistungen verbraucht werden (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe), die sich zum Bilanzstichtag im Produktionsprozess befinden (unfertige Erzeugnisse) oder die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden (fertige Erzeugnisse und Waren).
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus auf Basis der Durchschnittsmethode ermittelten Anschaffungs-beziehungsweise Herstellungskosten (produktionsbezogene Vollkosten) und ihrem Nettoveräußerungswert angesetzt. Letzterer entspricht dem im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Fertigstellungs- und Vertriebskosten. Die Herstellungskosten beinhalten die Materialkosten, Fertigungslöhne und angemessene Teile der zurechenbaren Gemeinkosten, wozu auch die Abschreibungen zählen. Die Berechnung der Gemeinkostenzuschläge wird auf der Grundlage einer normalen Kapazitätsauslastung ermittelt.
Wertberichtigungen auf den Nettovermögenswert der Vorräte werden konzerneinheitlich auf Produktebene für technisch obsolete Vorräte sowie Bestände mit geringer Umschlagshäufigkeit beziehungsweise der voraussichtlichen Umsatzerlöse des jeweiligen Produktes vorgenommen.
TATSÄCHLICHE UND LATENTE ERTRAGSTEUERN
Die Ermittlung der tatsächlichen Ertragsteuerbelastung erfolgt gemäß den zum Bilanzstichtag geltenden steuerrechtlichen Bestimmungen der Länder, in denen die Gesellschaft tätig ist.
Die Gesellschaft ermittelt latente Steuern für temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten und den steuerlichen Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden sowie für steuerliche Verlustvorträge, während auf Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen keine latenten Steuern zu erfassen sind. Ebenso erfolgt keine Berücksichtigung latenter Ertragsteuern im Rahmen des erstmaligen Ansatzes eines Vermögenswertes oder einer Schuld im Zusammenhang mit einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das IFRS Ergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst.
Aktive latente Steuern aus abzugsfähigen temporären Unterschieden und steuerlichen Verlustvorträgen, die passive latente Steuern aus zu versteuernden temporären Unterschieden übersteigen, werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem wahrscheinlich ist, dass die jeweilige Konzerngesellschaft ausreichend steuerpflichtiges Einkommen zur Realisierung des entsprechenden Vorteils erzielen wird. Die Bewertung aktiver und passiver latenter Steuern erfolgt anhand der Steuersätze und steuerlichen Vorschriften, die am Bilanzstichtag gelten oder in Kürze gelten werden und die anzuwenden sind, wenn die aktiven latenten Steuern realisiert beziehungsweise die passiven latenten Steuern erfüllt werden.
Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit sie dieselbe Steuerbehörde und dasselbe Steuersubjekt oder eine Gruppe verschiedener Steuersubjekte, die gemeinsam ertragsteuerlich veranlagt werden, betreffen.
Ertragsteuern werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst, mit Ausnahme derer, die sich auf Sachverhalte beziehen, die direkt im Eigenkapital verrechnet worden sind.
NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN
Nicht fortgeführte Aktivitäten werden ausgewiesen, sobald ein Unternehmensbestandteil als zur Veräußerung bestimmt klassifiziert wird oder bereits abgegangen ist. Der Unternehmensbestandteil muss dabei entweder (a) einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig oder geografischen Geschäftsbereich darstellen oder (b) Teil eines abgestimmten Gesamtplans zur Veräußerung eines gesonderten wesentlichen Geschäftszweigs oder geografischen Geschäftsbereichs sein oder (c) ein Tochterunternehmen darstellen, das ausschließlich mit Weiterveräußerungsabsicht erworben wurde.
Nicht fortgeführte Aktivitäten werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung und in der Konzern-Kapitalflussrechnung in gesonderten Zeilen ausgewiesen. Die Position "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" enthält neben den Ergebnissen aus der laufenden Geschäftstätigkeit auch Gewinne oder Verluste aus der Veräußerung der nicht fortgeführten Aktivitäten.
Die Vorjahresperiode in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie der Konzern-Kapitalflussrechnung wird so angepasst, dass diese den nicht fortgeführten Aktivitäten zum jeweiligen Bilanzstichtag entsprechen.
In den Geschäftsjahren 2011 und 2010 weist die Gesellschaft das veräußerte Wireline-Communications-Geschäft, das veräußerte Mobilfunkgeschäft sowie Qimonda als nicht fortgeführte Aktivitäten aus.
ZUR VERÄUSSERUNG STEHENDE VERMÖGENSWERTE UND ZUR VERÄUSSERUNG STEHENDE VERBINDLICHKEITEN
Bei den als "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" ausgewiesenen Positionen kann es sich um langfristige Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten (zum Beispiel die Vermögenswerte eines zur Veräußerung stehenden Tochterunternehmens oder die Vermögenswerte von nicht fortgeführten Aktivitäten) handeln, bei denen der Buchwert überwiegend durch ein hochwahrscheinliches Veräußerungsgeschäft innerhalb der nächsten 12 Monate oder durch ein bereits abgewickeltes Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte werden in der Konzern-Bilanz als separater Posten innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte ausgewiesen. Verbindlichkeiten, die zusammen mit zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten in einer Transaktion abgegeben werden, sind auf der Passivseite unter "Zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten" innerhalb der kurzfristigen Verbindlichkeiten gesondert ausgewiesen.
Zur Veräußerung bestimmte langfristige Vermögenswerte werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Sie werden zum Bilanzstichtag zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt.
SACHANLAGEN
Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen sowie gegebenenfalls außerplanmäßige Wertminderungen.
Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem Anschaffungspreis, den Anschaffungsnebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen zusammen. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten.
Besteht eine Verpflichtung, einen Vermögenswert des Sachanlagevermögens zum Ende der Nutzungsdauer stillzulegen oder rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, wird bei Anschaffung beziehungsweise Fertigstellung der Barwert der hierfür anfallenden zukünftigen Zahlungen zusammen mit den Herstellungs-beziehungsweise Anschaffungskosten aktiviert und über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswertes abgeschrieben. Die in gleicher Höhe passivierte Verpflichtung wird in den Folgeperioden aufgezinst.
Erstreckt sich die Bauphase von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens über einen längeren Zeitraum, werden die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalzinsen als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten in Übereinstimmung mit den Bedingungen des IAS 23, "Fremdkapitalkosten", aktiviert. In den Geschäftsjahren 2011 und 2010 wurden keine Zinsen aktiviert.
Instandhaltungskosten sowie Kosten für die Reparatur von Sachanlagen, wie zum Beispiel laufende Instandhaltungsaufwendungen, werden grundsätzlich erfolgswirksam erfasst. Eine Aktivierung nachträglicher Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme (zum Beispiel Generalüberholung einer technischen Anlage) künftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird.
Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen Methode vorgenommen. Grund und Boden, grundstücksgleiche Rechte und Anlagen im Bau werden nicht planmäßig abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen die folgenden konzerneinheitlichen Nutzungsdauern zugrunde:
| Jahre | |
|---|---|
| Gebäude | 10-25 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 3-10 |
| Sonstige Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1-10 |
Voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Bei Fortfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen, welche die fortgeführten Anschaffungskosten nicht übersteigen.
Wenn Sachanlagen verkauft, stillgelegt oder verschrottet werden, wird der Gewinn beziehungsweise Verlust als Differenz zwischen dem Nettoverkaufserlös und dem Restbuchwert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise Aufwendungen erfasst.
Die Gesellschaft nimmt das in IAS 16, "Sachanlagen", bestehende Wahlrecht zur Neubewertung von Sachanlagen nicht in Anspruch.
FINANZIMMOBILIEN
Die Gesellschaft verfügt nicht über Finanzimmobilien und wendet daher IAS 40, "Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien", nicht an.
LEASING
Die Gesellschaft ist Leasingnehmerin von Sachanlagen. Bei Operating-Leasingverträgen werden die Mietaufwendungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses verteilt. Alle Leasinggeschäfte, bei denen die Gesellschaft als Leasingnehmerin aufgrund bestimmter Kriterien als wirtschaftliche Eigentümerin anzusehen ist, werden nach IAS 17, "Leasingverhältnisse", als Finanzierungsleasing behandelt. Dies ist dann der Fall, wenn im Wesentlichen alle Risiken und Chancen im Zusammenhang mit dem Vermögenswert auf die Gesellschaft als Leasingnehmer übergehen.
WERTHALTIGKEIT VON IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN UND ANDEREM ANLAGEVERMÖGEN
GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT
Ein Geschäfts- oder Firmenwert stellt einen Vermögenswert dar, der den künftigen wirtschaftlichen Nutzen anderer bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbener Vermögenswerte darstellt, die nicht einzeln identifiziert und getrennt erfasst werden können. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist der Betrag, um den die Anschaffungskosten eines Unternehmenszusammenschlusses den beizulegenden Nettozeitwert der erworbenen, separat identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden am Tag des Unternehmenszusammenschlusses übersteigen. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb von Tochterunternehmen wird in dem Bilanzposten "Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte" ausgewiesen. Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben werden, werden getrennt vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst und ausgewiesen, sofern diese identifizierbar sind.
Ein erworbener Geschäfts- oder Firmenwert wird zu Anschaffungskosten angesetzt und unterliegt keiner planmäßigen Abschreibung, sondern wird jährlich im vierten Quartal des Geschäftsjahrs sowie zusätzlich wenn Ereignisse oder veränderte Rahmenbedingungen ("auslösende Ereignisse") darauf hindeuten, dass der Wert unter den Buchwert gesunken sein könnte, auf eventuelle Wertminderungen überprüft.
Der im Rahmen von Unternehmensakquisitionen erworbene Geschäfts- oder Firmenwert wird denjenigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("cash generating units", CGUs) zugeordnet, die aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses Nutzen ziehen sollen. Diese Ebene liegt unterhalb der Segmentebene und stellt die kleinste Gruppe von Vermögenswerten dar, die aus fortgeführter Tätigkeit Zahlungsströme generieren, die weitestgehend unabhängig von den Zahlungsströmen anderer Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten sind. Nach der Veräußerung des Mobilfunkgeschäfts einschließlich des zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts entfällt der verbleibende Geschäfts- oder Firmenwert nahezu vollständig auf eine CGU innerhalb des Segments Industrial & Multimarket.
Der Werthaltigkeitstest für den Geschäfts- und Firmenwert wird auf Basis der CGU durchgeführt. Der erzielbare Betrag der CGU innerhalb des Segments Industrial & Multimarket wird auf Basis des Nutzungswertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt. Die Gesellschaft ermittelt den Nutzungswert durch eine Schätzung der künftigen Zahlungsströme aus der fortgesetzten Nutzung der CGU sowie die Anwendung eines angemessenen Diskontierungssatzes für diese Zahlungsströme.
Die Prognose der Zahlungsströme wird basierend auf einer Finanzplanung über einen Zeitraum von 5 Jahren getroffen. Die Planung basiert auf der Grundlage von in der Vergangenheit erlangten Sachkenntnissen, den aktuellen wirtschaftlichen Ergebnissen sowie auf der im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahrs verabschiedeten strategischen Planung. Die Jahrespläne werden unter Verwendung von bestimmten konzerneinheitlichen Annahmen "von unten nach oben" ("bottom up"-Methode) ermittelt. Bestimmte Cash-Flow-Parameter (Abschreibungen, Steuern, Investitionsausgaben, Änderung des Nettoumlaufvermögens) werden auf der Basis definierter Einflussfaktoren bestimmt. Cash-Flows für Zeiträume nach den Planungsperioden sind mit der Methode der ewigen Rente ermittelt. Im Geschäftsjahr 2011 wurden als Wachstumsrate für die ewige Rente 3 Prozent (Vorjahr: 3 Prozent) angenommen; die Wachstumsrate wurde aus frei verfügbaren Marktstudien von Marktforschungsinstituten abgeleitet und übersteigt nicht die langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten des Geschäftsfeldes, in dem die betreffende CGU tätig ist.
Der Diskontierungssatz basiert auf einer gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostenberechnung (Weighted Average Cost of Capital, "WACC"). Dabei handelt es sich um einen Zinssatz, der die gegenwärtige Markteinschätzung des Zinseffekts sowie die speziellen Risiken der CGU widerspiegelt. In Übereinstimmung mit IAS 36 bestimmt die Gesellschaft den anzuwendenden WACC anhand von Marktinformationen, die auf der Grundlage einer Vergleichsgruppe von Infineon ermittelt werden. Bei den Marktinformationen handelt es sich um die Betafaktoren, Verschuldungsgrade sowie Marktzinsen für Kredite. Im Geschäftsjahr 2011 wurde ein Diskontierungsfaktor von 9,6 Prozent (im Vorjahr: 8,5 Prozent) angewendet, um den erzielbaren Betrag der relevanten zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu bestimmen. Der Diskontierungsfaktor basiert auf den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der relevanten CGU innerhalb des Segments Industrial & Multimarket.
Zusätzlich führt die Gesellschaft Sensitivitätsanalysen durch, in denen für die Ermittlung des WACC sowie der Wachstumsrate der ewigen Rente von den ursprünglichen Schätzungen abweichende Annahmen getroffen werden, die von Infineon für nicht wahrscheinlich, aber noch für möglich gehalten werden. Damit berücksichtigt Infineon Unsicherheiten im Rahmen von Schätzungen und testet die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts auch für Szenarien, die ungünstiger als geschätzt sind. Bei diesen Szenarien wurde die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts jeweils bestätigt. Die unveränderte Gültigkeit der angesetzten Parameter wurde außerdem nach dem Ende des Geschäftsjahrs und bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses durch den Vorstand überwacht.
Für den Geschäfts- oder Firmenwert, welcher aufgrund des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts zum 30. September 2010 als zur Veräußerung stehend ausgewiesen wurde und zum 31. Januar 2011 abgegangen ist, erfolgte die Überprüfung der Werthaltigkeit zum 30. September 2010 anhand des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten. Der beizulegende Zeitwert wurde ermittelt auf der Basis des vereinbarten Verkaufserlöses für das Mobilfunkgeschäft abzüglich Transaktionskosten.
Falls der Buchwert der CGU einschließlich des zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts den erzielbaren Betrag der CGU übersteigt, muss der Geschäfts- oder Firmenwert entsprechend gemindert werden. Der erzielbare Betrag einer CGU ist der größere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert.
Für erfasste Wertminderungen dürfen in Folgeperioden keine Wertaufholungen vorgenommen werden. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags einer CGU erfordert in erheblichem Umfang die Vornahme von Schätzungen und Annahmen durch das Management.
ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Andere immaterielle Vermögenswerte bestehen hauptsächlich aus erworbenen immateriellen Vermögenswerten wie Lizenzen und erworbenen Technologien, die zu Anschaffungskosten angesetzt werden, sowie aus aktivierten Entwicklungskosten. Diese immateriellen Vermögenswerte haben eine begrenzte Nutzungsdauer von drei bis zehn Jahren und werden mit den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter der Anwendung der linearen Abschreibungsmethode bewertet.
ANDERES ANLAGEVERMÖGEN
Die Gesellschaft überprüft langfristige Vermögenswerte einschließlich Sachanlagen auf mögliche Wertminderungen, wenn Ereignisse oder Veränderungen der Umstände darauf hinweisen, dass der Buchwert des Vermögenswerts nicht mehr erzielbar sein könnte. Die Werthaltigkeit von genutzten Vermögenswerten wird durch einen Vergleich des Buchwerts des Vermögenswerts mit dessen erzielbarem Betrag ermittelt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert. Der erwartete Nutzungswert wird grundsätzlich anhand diskontierter zukünftiger Einnahmeüberschüsse berechnet. Um die zukünftigen Einnahmeüberschüsse abzuschätzen, ist erhebliches Ermessen des Managements erforderlich.
Wird ein Vermögenswert als wertgemindert eingestuft, bemisst sich die Höhe der erfassten Abschreibung als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem erzielbaren Betrag. In Vorjahren erfasste Wertminderungen für Vermögenswerte mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts werden zurückgenommen oder reduziert, wenn sich seit der Erfassung der letzten Wertminderung eine Änderung der Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung herangezogen wurden, und sich in der Folge ein geringerer Wertminderungsbedarf ergibt. Es erfolgt maximal eine Zuschreibung bis zu dem Buchwert, der bestimmt worden wäre (abzüglich der planmäßigen Abschreibungen), wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsbedarf erfasst worden wäre.
PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN
Die Gesellschaft hat für die meisten Mitarbeiter für die Zeit nach der Pensionierung direkt oder durch Zahlungen an private und öffentliche Einrichtungen Vorsorge getroffen. Die Leistungen unterscheiden sich nach rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Erfordernissen des jeweiligen Landes und sind meist von Beschäftigungsdauer und Entgelt des Mitarbeiters abhängig. Die betriebliche Altersvorsorge umfasst sowohl beitragsorientierte (defined contribution) als auch leistungsorientierte (defined benefit) Pläne.
Bei den beitragsorientierten Plänen zahlt die Gesellschaft aufgrund gesetzlicher oder privater Bestimmungen festgelegte Beiträge an eine eigenständige Einheit (einen Fonds) oder an öffentliche oder private Rentenversicherungen. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die Beiträge werden zum Fälligkeitszeitpunkt als Aufwand des jeweiligen Jahres in den Funktionsbereichen und damit im operativen Ergebnis ausgewiesen. Für Zahlungsverpflichtungen, die an die verschiedenen beitragsorientierten Pläne zu leisten sind, werden Verbindlichkeiten eingestellt. Vorauszahlungen werden als Vermögenswert aktiviert, soweit eine Rückerstattung oder Reduzierung zukünftiger Zahlungen möglich ist.
Die übrigen Pläne, die nicht unter die Definition eines beitragsorientierten Plans fallen, werden als leistungsorientierte Pläne bilanziert. Dabei handelt es sich um Verpflichtungen des Unternehmens aus Anwartschaften und laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter sowie deren Hinterbliebene. Die Verpflichtungen beziehen sich auch auf Ruhegelder. Die individuellen Zusagen bemessen sich in der Regel nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Vergütung der Mitarbeiter. Die für die leistungsorientierten Pläne ausgewiesene Verbindlichkeit umfasst den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum Bilanzstichtag abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens sowie Anpassungen für nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung sowie der daraus resultierende Aufwand werden gemäß IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" für jeden Plan separat jährlich durch unabhängige, qualifizierte Versicherungsmathematiker mittels der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Für die Berechnung werden versicherungsmathematische Verfahren verwendet, für die spezifische Annahmen zu treffen sind. Dies sind im Wesentlichen der Abzinsungssatz, die erwarteten Erträge aus dem Planvermögen, erwartete künftige Steigerungen von Gehältern und Renten sowie Sterberaten.
Die Bestimmung der Abzinsungssätze basiert auf Renditen für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen am Bilanzstichtag, die auf die Währung lauten, in der die Leistungen erfolgen werden, und deren Restlaufzeiten etwa den Laufzeiten der jeweiligen Pensionsverpflichtungen entsprechen.
Im Rahmen der Bilanzierung der leistungsorientierten Pläne werden, mit Ausnahme der Zinskomponente aus der Rückstellungszuführung sowie der erwarteten Zinserträge aus dem Planvermögen, sämtliche Aufwendungen und Erträge per Saldo in den Funktionsbereichen im operativen Ergebnis erfasst. Die Zinskomponente aus der Rückstellungszuführung wird, ebenso wie die erwarteten Zinserträge aus dem Planvermögen, in den Finanzaufwendungen beziehungsweise Finanzerträgen im Finanzergebnis gezeigt. Die sich bei den leistungsorientierten Plänen ergebenden versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus nicht erwarteten Änderungen der Pensionsverpflichtungen oder Planvermögenswerte sowie aus Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen werden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst und in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung in den Perioden ausgewiesen, in denen sie angefallen sind. Die Gesellschaft macht von diesem Wahlrecht der Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste Gebrauch, um Ergebnisvolatilitäten in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu vermeiden, und wendet damit gleichzeitig die zukünftig geforderte Methode des gerade geänderten IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" an.
Ein nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort ergebniswirksam erfasst, es sei denn, die Änderungen des Pensionsplans hängen von einer gewissen Fortdauer des Arbeitsverhältnisses ab. In diesem Fall wird der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand linear über diesen Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit verteilt.
RÜCKSTELLUNGEN
Rückstellungen werden für gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtungen gebildet, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren, die wahrscheinlich zu einem künftigen Abfluss von wirtschaftlichen Ressourcen führen, dessen Höhe verlässlich geschätzt werden kann.
Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt nach IAS 37 "Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen" oder gegebenenfalls auch nach IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Der als Rückstellung angesetzte Betrag stellt die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung erforderlichen Ausgabe dar. Die Schätzungen von Ergebnis und finanzieller Auswirkung hängen von der Bewertung des Managements, zusammen mit Erfahrungswerten aus ähnlichen Transaktionen und gegebenenfalls der Einschätzung unabhängiger Sachverständiger (zum Beispiel Rechtsanwälte) ab. Die zugrunde liegenden Informationen umfassen auch durch Ereignisse nach dem Abschlussstichtag bis zum Aufstellungsdatum erlangte Informationen. Wenn die zu bewertende Rückstellung eine große Anzahl von Sachverhalten umfasst, wird die Verpflichtung durch Gewichtung aller möglichen Ergebnisse mit ihren jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten geschätzt (Erwartungswertmethode). Bei einer Bandbreite möglicher Ergebnisse, innerhalb derer die Wahrscheinlichkeit der einzelnen Punkte gleich groß ist, wird der Mittelpunkt der Bandbreite verwendet.
Soweit bei Verpflichtungen erst nach mehr als einem Jahr mit Mittelabflüssen gerechnet wird, werden die Rückstellungen mit dem Barwert der voraussichtlichen Mittelabflüsse angesetzt, sofern der Zinseffekt wesentlich ist. Als Zinssatz für die Barwertermittlung verwendet die Gesellschaft einen risikoäquivalenten Vorsteuerzinssatz, der die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinssatz widerspiegelt. Bei der Abschätzung der künftigen wirtschaftlichen Belastung werden gegebenenfalls Preissteigerungsannahmen berücksichtigt. Drohverlustrückstellungen bewertet die Gesellschaft mit dem niedrigeren Wert aus den erwarteten Kosten bei Erfüllung oder bei Beendigung des Vertrags. Zuführungen zu Rückstellungen erfolgen grundsätzlich erfolgswirksam.
Erstattungsansprüche gegenüber Dritten werden getrennt von den Rückstellungen aktiviert, wenn ihre Realisation nahezu sicher ist.
Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Ertrag in den Funktionsbereichen erfasst, die ursprünglich bei der Bildung der Rückstellung mit dem Aufwand belastet waren.
EVENTUALVERPFLICHTUNGEN
Eventualverbindlichkeiten stellen zum einen mögliche Verpflichtungen dar, deren tatsächliche Existenz aber erst noch durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse, die nicht vollständig beeinflusst werden können, bestätigt werden muss. Zum anderen sind darunter bestehende Verpflichtungen zu verstehen, die aber wahrscheinlich zu keinem Vermögensabfluss führen oder deren Vermögensabfluss sich nicht zuverlässig quantifizieren lässt. Die Eventualverbindlichkeiten sind nicht in der Konzern-Bilanz zu erfassen.
EIGENE AKTIEN
Eigene Aktien im Bestand der Gesellschaft werden zu Anschaffungskosten, einschließlich direkt zuordenbarer Anschaffungsnebenkosten, als Verringerung des Eigenkapitals ausgewiesen. Im Falle des Erwerbs eigener Aktien über die Ausgabe von Put-Optionen auf eigene Aktien entsprechen die Anschaffungskosten dem auf den Ausgabetag abgezinsten Barwert des Nominalbetrags der Put-Optionen. Im nachfolgenden Zeitpunkt des Einzugs der eigenen Aktien wird das Grundkapital um den rechnerischen Anteil der Aktien am Grundkapital verringert. In Höhe des verbleibenden Unterschiedsbetrags zu den Anschaffungskosten wird die Kapitalrücklage verringert.
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Die Ressourcenallokation und die Bewertung der Ertragskraft der operativen Segmente werden bei Infineon durch den Vorstand der Infineon Technologies AG als Hauptentscheidungsträger wahrgenommen. Die Segment- und Regionenabgrenzung sowie die Auswahl der dargestellten Kennzahlen erfolgen in Übereinstimmung mit den internen Steuerungs- und Berichtssystemen ("Management Approach"). Die der Ermittlung zugrunde liegenden Daten werden aus dem nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss abgeleitet.
Das Geschäft der Gesellschaft ist in die drei operativen Segmente Automotive, Industrial & Multimarket und Chip Card & Security strukturiert.
Verbleibende Aktivitäten aus veräußerten Geschäftsbereichen werden unter Sonstige Geschäftsbereiche zusammengefasst. Konzernfunktionen und Eliminierungen erfasst die Ergebnisse sowie bestimmte Konzernfunktionen, die nicht auf die operativen Segmente allokiert wurden.
UMSATZREALISIERUNG
Die Gesellschaft erwirtschaftet Umsatzerlöse durch den Verkauf ihrer Halbleiterprodukte und Systemlösungen. Die Halbleiterprodukte der Gesellschaft beinhalten ein weites Spektrum von Chips und Komponenten, die in elektronischen Applikationen für Fahrzeugelektronik über Industrieanwendungen bis hin zu Chipkarten zum Einsatz kommen. Ferner werden die Produkte der Gesellschaft in einer Vielzahl mikroelektronischer Anwendungen wie Computersystemen, Telekommunikationssystemen und Konsumgütern eingesetzt. Die Unterschiede in den Produktarten und Applikationen sind Differenzierungsmerkmal hinsichtlich der Zuordnung der Umsatzerlöse zu den einzelnen Segmenten der Gesellschaft.
Zusätzlich erwirtschaftet die Gesellschaft einen geringen Teil ihrer Umsätze aus der Gewährung von Lizenzen für ihre Schutz- und Urheberrechte. Zu einem geringen Anteil erwirtschaftet die Gesellschaft außerdem Umsätze aus Entwicklungs- oder Produktverbesserungsvereinbarungen.
Die Bewertung der Umsatzerlöse basiert auf dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung.
UMSATZERLÖSE AUS PRODUKTVERKÄUFEN
Umsatzerlöse aus Produktverkäufen werden gemäß IAS 18, "Umsatzerlöse", erfasst, wenn die Voraussetzungen zur Umsatzrealisierung erfüllt sind. Umsatzerlöse werden zum Zeitpunkt der Übertragung der maßgeblich mit dem Eigentum der verkauften Ware verbundenen Risiken und Chancen auf den Käufer erfasst, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass der Gesellschaft der wirtschaftliche Nutzen aus dem Verkauf zufließen wird. Die Höhe der erfassten Umsatzerlöse basiert auf den beizulegenden Zeitwerten der zu erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistung unter Berücksichtigung von Rücklieferungen, Skonti und Boni.
Die Gesellschaft realisiert bei Verkäufen an Großhändler den Umsatz grundsätzlich, wenn das Produkt an den Großhändler verkauft wird (sogenannte "sell in"-Methode). Gemäß der üblichen Vorgehensweise in der Halbleiterindustrie können Großhändler unter bestimmten Umständen eine Preisabsicherung verlangen. Preisabsicherungen ermöglichen den Großhändlern, eine Gutschrift für noch nicht verkaufte Vorräte zu beantragen, wenn die Gesellschaft die Standardlistenpreise für solche Produkte reduziert hat. Zusätzlich kann ein Großhändler eine sogenannte Ship-and-debit-Gutschrift verlangen, falls er den Verkaufspreis für einen bestimmten Verkauf an einen Endkunden reduzieren möchte. Die Entscheidung über die Genehmigung einer solchen Gutschrift an den Großhändler liegt ausschließlich bei der Gesellschaft. Die Gesellschaft ermittelt die Rückstellung für Preisabsicherungen in der Periode, in der der relevante Umsatz gelegt wird, auf Basis eines rollierenden historischen Preistrends, von Verkaufsrabatten, der Prüfung der Kreditwürdigkeit, von speziellen Ausführungen der Preissicherungsvereinbarung und von anderen zu diesem Zeitpunkt bekannten Faktoren. Der historische Preistrend wird ermittelt als die Differenz zwischen den in Rechnung gestellten Preisen und den Standardlistenpreisen für den Großhändler. Aufgrund der Umschlagshäufigkeit der Vorräte, der Transparenz der allgemeinen Preisbildung für Vorratsvermögen von Standardprodukten sowie der langjährigen Erfahrung der Preisbildung mit Großhändlern ist die Gesellschaft in der Lage, die Rückstellung für Preisabsicherungen und Ship-and-debit-Gutschriften zum Periodenende verlässlich zu schätzen. Die Gesellschaft überwacht fortwährend mögliche Preisanpassungen.
Weiterhin können die Großhändler unter bestimmten Voraussetzungen Bestände gegen gleiche oder andere Produkte umtauschen ("Warenrotation") oder Verwurfsgutschriften verlangen. Gutschriften werden auf Grundlage der erwarteten Warenrotation gemäß den vertraglichen Vereinbarungen abgegrenzt. Verwurfsgutschriften werden entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen abgegrenzt und bei berechtigtem Anspruch bis zur Höhe eines bestimmten Maximalbetrags des durchschnittlichen Warenbestandswerts gewährt. In der Vergangenheit waren derartige Rückgaben dem Betrag nach unwesentlich. Die Gesellschaft überwacht fortwährend derartige Rückgaben.
Teilweise werden mit bestimmten Kunden oder Großhändlern Rabatte vereinbart, welche bei Erreichung bestimmter Umsatzgrenzen gewährt werden. Fallweise erhalten die Kunden oder Großhändler auch für gemeinsam festgelegte Werbemaßnahmen eine Erstattung.
Andere Warenrückgaben sind nur innerhalb der regulären Gewährleistungsfrist aufgrund von Qualitätsmängeln zulässig. Die Gesellschaft bildet Gewährleistungsrückstellungen auf der Grundlage von Erfahrungswerten sowie aufgrund vorliegender Kenntnisse über andere Gewährleistungskosten und erfasst den Aufwand in den Umsatzkosten.
LIZENZERLÖSE UND ERLÖSE AUS ENTWICKLUNGSVEREINBARUNGEN
Lizenzerlöse werden vereinnahmt, wenn die Leistung erbracht ist. Erhaltene Zahlungen sind in der Regel nicht zurückzahlbar. Sie werden, soweit erforderlich, entsprechend abgegrenzt und über den Zeitraum der künftigen Leistungserbringung vereinnahmt (zum Beispiel bei Zahlungen von Kunden im Rahmen von Entwicklungsaktivitäten).
Stücklizenzgebühren werden zum Realisierungszeitpunkt erfolgswirksam vereinnahmt.
Gemäß IAS 18 werden Umsatzerlöse aus Verträgen mit mehreren Bestandteilen in Höhe des beizulegenden Zeitwerts eines jeden Bestandteils dann realisiert, wenn es keine nicht gelieferten Elemente gibt, die für die Funktionsfähigkeit der gelieferten Bestandteile von Bedeutung sind, und die Bezahlung nicht von der Lieferung der noch ausstehenden Bestandteile abhängt. Solche Verträge mit mehreren Bestandteilen sind selten und die Umsatzerlöse aus solchen Verträgen unwesentlich.
FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN
Die Kosten für Forschungsaktivitäten, die unternommen werden, um zu neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen zu gelangen, werden als Aufwand erfasst.
Die Kosten für Entwicklungsaktivitäten werden aktiviert, sofern die Ergebnisse in einen Plan oder einen Entwurf für die Produktion von neuen oder deutlich verbesserten Produkten oder für verbesserte Prozesse münden. Voraussetzung für die Aktivierung ist, dass die Entwicklungskosten verlässlich ermittelt werden können, das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar sowie zukünftiger Nutzen wahrscheinlich ist. Darüber hinaus muss die Gesellschaft die Absicht haben und über ausreichende Ressourcen verfügen, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. Die aktivierten Kosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungslöhne und die direkt zurechenbaren Gemeinkosten, soweit diese dazu dienen, die Nutzung des Vermögenswerts vorzubereiten. Die aktivierten Kosten sind als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte in dem Bilanzposten "Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte" enthalten (siehe Anhang Nr. 22). Entwicklungskosten, welche die Aktivierungsvoraussetzungen nicht erfüllen, werden als Aufwand erfasst. Die aktivierten Entwicklungskosten werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Selbst erstellte Vermögenswerte werden nach Abschluss der Entwicklung und mit dem Hochlaufen der Produktion als Teil der Umsatzkosten über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren abgeschrieben.
Aktivierte Entwicklungskosten werden einem jährlichen Wertminderungstest unterzogen, sofern sie noch nicht der planmäßigen Abschreibung unterliegen.
ZUSCHÜSSE UND ZULAGEN
Fördergelder für Investitionen beinhalten steuerfreie Investitionszulagen und zu versteuernde Investitionszuschüsse für Sachanlagen. Fördermittel werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem es hinreichend sichergestellt ist, dass einerseits die Gesellschaft die Förderbedingungen erfüllt und andererseits die Fördermittel ausgezahlt werden. Steuerfreie Investitionszulagen werden passivisch abgegrenzt und erfolgswirksam über die verbleibende Nutzungsdauer der geförderten Sachanlagen vereinnahmt. Zu versteuernde Investitionszuschüsse werden von den Anschaffungs- und Herstellungskosten abgesetzt und reduzieren damit die Abschreibungen der künftigen Perioden. Zuschüsse und Zulagen zu Aufwendungen werden mit der entsprechenden Aufwandsposition in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung verrechnet (siehe Anhang Nr. 6).
AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG
Die Gesellschaft unterhält aktienorientierte Vergütungspläne (Aktienoptionspläne), in deren Rahmen den Vorständen und ausgewählten Führungskräften Aktienoptionen ausgegeben werden. Die Aktienoptionspläne sind gemäß IFRS 2 "Aktienbasierte Vergütung" grundsätzlich als aktienbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente zu klassifizieren und werden entsprechend bilanziert. Der beizulegende Zeitwert der Aktienoptionen wird zum Zeitpunkt der Gewährung (grant date) mittels eines Optionspreisbewertungsmodells berechnet und als Aufwand linear über den Erdienungszeitraum (vesting period) verteilt, in dem das Unternehmen die Gegenleistung des Mitarbeiters in Form seiner Arbeitsleistung erhält. Der Aufwand wird in den Funktionskosten im operativen Ergebnis erfasst und direkt gegen das Eigenkapital (Kapitalrücklage) gebucht. Der als Aufwand erfasste Betrag wird angepasst, um die tatsächliche Anzahl der Eigenkapitalinstrumente wiederzugeben, die letztlich durch die Mitarbeiter ausübbar werden.
Bei einer Ausübung von Aktienoptionen wird der Mittelzufluss zum Zeitpunkt der Ausübung abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten im Grundkapital sowie in der Kapitalrücklage erfasst.
3 / SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMEN
Die Erstellung von Abschlüssen in Übereinstimmung mit IFRS erfordert vom Management Annahmen und Schätzungen, die Auswirkungen auf ausgewiesene Beträge und damit im Zusammenhang stehende Angaben haben.
Schätzungen und Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung und müssen gegebenenfalls künftig angepasst werden. Sie können sich von Periode zu Periode ändern und einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Die wesentlichen Schätzungen und Annahmen können Schätzungen beinhalten, bei denen das Management für die gleiche Periode auch zu einer anderen Schätzung gelangen hätte können.
Obwohl diese Annahmen und Schätzungen nach bestem Wissen des Managements, basierend auf den gegenwärtigen Ereignissen und Maßnahmen, erfolgen, kann es bei den tatsächlichen Ergebnissen zu Abweichungen von diesen Schätzungen kommen.
Zu den Schätzungen und Annahmen, die am ehesten dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse von den Schätzungen abweichen, gehören die nachfolgend näher erläuterten:
| ― | Beurteilung der Werthaltigkeit nicht-finanzieller Vermögenswerte, |
| ― | Schätzungen und Annahmen bei der Vorratsbewertung, |
| ― | Ansatz und Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, |
| ― | Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung von Pensionsplänen, |
| ― | Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, |
| ― | Beurteilung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen sowie |
| ― | Schätzungen bei der Umsatzrealisierung, |
Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der bis Aufstellung des Konzernabschlusses durch den Vorstand am 18. November 2011 erlangten Erkenntnisse.
WERTHALTIGKEIT NICHT-FINANZIELLER VERMÖGENSWERTE
Die Überprüfung langfristiger Vermögenswerte, einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts und anderer immaterieller Vermögenswerte, auf Wertminderung erfordert wesentliche Schätzungen und Annahmen. Diese umfassen den gewichteten Durchschnitt der Kapitalkosten (WACC) und die bei dessen Bestimmung verwendeten Parameter, die auf der Unternehmensplanung basierenden künftigen Cash-Flows einschließlich der zugrunde liegenden Planungsannahmen und Parameter und schließlich die Wachstumsrate der ewigen Rente.
BEWERTUNG DER VORRÄTE
Die Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten einerseits und Nettoveräußerungswert andererseits angesetzt. Die Gesellschaft überprüft die Werthaltigkeit der Vorräte unter Berücksichtigung von Quantität und Zusammensetzung der Vorratspositionen, aktuellen wirtschaftlichen Geschehnissen und Marktbedingungen, der erwarteten zukünftigen Produktnachfrage, der technischen Entwicklung und der Entwicklung der Preise. Diese Beurteilung ist grundsätzlich wertend und erfordert umfangreiche Schätzungen auch hinsichtlich von Produktnachfrage und Preisentwicklung, welche anfällig für wesentliche Veränderungen sein können.
In zukünftigen Perioden könnte ein Abwertungsbedarf der Vorräte entstehen, sowohl aus rückläufiger Produktnachfrage auf den durch die Gesellschaft bedienten Märkten als auch aus technologischer Überalterung aufgrund kurzfristiger Weiterentwicklung der Produkte und auch aus technologischem Fortschritt oder Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld, die Einfluss auf die Marktpreise der Produkte der Gesellschaft haben könnten. Diese und andere Faktoren könnten in der Zukunft zu einer Anpassung der Bewertung der Vorräte führen und einen wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage des Unternehmens haben.
WERTHALTIGKEIT AKTIVER LATENTER STEUERN
Die Gesellschaft überprüft aktivierte latente Steuern an jedem Bilanzstichtag auf Abwertungsbedarf. Die Einschätzung erfordert Annahmen des Managements im Hinblick auf die Höhe des zukünftig zu versteuernden Gewinns sowie weitere positive und negative Einflussgrößen. Die tatsächliche Nutzung aktiver Steuerlatenzen hängt von der Möglichkeit der Gesellschaft ab, zukünftig entsprechende zu versteuernde Gewinne zu erzielen, um steuerliche Verlustvorträge oder Steuervergünstigungen vor ihrem Verfall in Anspruch nehmen zu können.
Auf Basis dieser Überprüfung bilanziert die Gesellschaft zum 30. September 2011 beziehungsweise zum 30. September 2010 €262 Millionen beziehungsweise €308 Millionen aktive latente Steuern. Die Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern betragen €1.275 Millionen beziehungsweise €1.241 Millionen zum 30. September 2011 beziehungsweise zum 30. September 2010.
Der erfasste Gesamtbetrag aktiver latenter Steuern könnte zu verringern sein, falls zukünftige steuerpflichtige Gewinne sowie Erträge geringer als erwartet ausfallen oder falls Änderungen der Steuergesetzgebung die Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen oder Steuervergünstigungen zeitlich oder der Höhe nach begrenzen. Umgekehrt ist der erfasste Gesamtbetrag aktiver latenter Steuern zu erhöhen, falls zukünftige steuerpflichtige Gewinne sowie Erträge höher als erwartet ausfallen.
BILANZIERUNG VON PENSIONSPLÄNEN
Die Kosten für Pensionszusagen des Unternehmens werden anhand versicherungsmathematischer Gutachten unter Anwendung der Methode der laufenden Einmalprämien ermittelt, welche auf verschiedenen Annahmen wie Abzinsungsfaktoren und erwartete Erträge des Planvermögens beruht. Die Abzinsungsfaktoren werden auf Grundlage erstrangiger Rentenpapiere bestimmt. Die Annahmen in Bezug auf die erwarteten Erträge aus Planvermögen berücksichtigen langfristige historische Renditen, die Anlagestrategie sowie Schätzungen langfristiger Anlageerträge. Weitere Basisannahmen in Bezug auf Pensionskosten werden aufgrund von aktuellen Marktbedingungen getroffen. Eine Veränderung einer oder mehrerer dieser grundlegenden Annahmen könnte wesentliche Auswirkungen auf die Bewertung der langfristigen Verpflichtungen haben. Für weitergehende Informationen siehe Anhang Nr. 35.
RÜCKSTELLUNGEN
Wie unter Anhang Nr. 38 dargestellt, ist die Gesellschaft Beteiligte in verschiedenen Rechts- und Klageverfahren, etwa im Hinblick auf die Verletzung geistigen Eigentums oder auch hinsichtlich Vorgänge im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda, die innerhalb und außerhalb der regelmäßigen Geschäftstätigkeit entstehen.
Die Gesellschaft beurteilt in diesem Zusammenhang regelmäßig die Wahrscheinlichkeit ungünstiger Verfahrensausgänge oder Urteile und schätzt die Bandbreite möglicher Zahlungen und Rückerstattungen. Die Gesellschaft erfasst Rückstellungen und Verbindlichkeiten für solche Verpflichtungen und Risiken im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten, darunter Rückstellungen für wesentliche Rechtskosten, von denen die Gesellschaft zum jeweiligen Bilanzstichtag annimmt, dass sie wahrscheinlich eintreten können - das heißt, dass aus Sicht der Gesellschaft zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt überwiegende Gründe für eine Verpflichtung oder ein Risiko sprechen - und die Verpflichtung oder das Risiko zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden können. Die Gesellschaft hat dementsprechend zu den jeweiligen Bilanzstichtagen aufwandswirksam Rückstellungen in Bezug auf bestimmte geltend gemachte sowie nicht geltend gemachte Ansprüche gebildet. Sobald zusätzliche Informationen verfügbar sind, werden, sofern notwendig, die möglichen Rückstellungen für diese Verfahren neu bewertet und getroffene Einschätzungen überprüft. Diese Rückstellungen können fallweise in der Zukunft Änderungen durch neue Entwicklungen oder durch Veränderungen der Rahmenbedingungen erfahren, die wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. Die Erhebung einer Klage oder formelle Geltendmachung eines Anspruchs gegen die Gesellschaft oder die Angabe eines Rechtsstreits im Anhang bedeuten nicht automatisch, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko angemessen ist.
Darüber hinaus sind Annahmen und Schätzungen in erheblichem Umfang für andere Rückstellungen, zum Beispiel für Gewährleistungen und Lizenzverpflichtungen, erforderlich. Die Annahmen und Schätzungen hierfür basieren vorrangig auf Erfahrungswerten der Vergangenheit und Einschätzungen damit betrauter Personen.
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN
Die Wertberichtigung zweifelhafter Forderungen umfasst in erheblichem Maß Einschätzungen und Beurteilungen einzelner Forderungen, die auf der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden, auf aktuellen Konjunkturentwicklungen und der Analyse von Forderungsausfällen der Vergangenheit auf Portfolioebene beruhen. Soweit die Wertberichtigung aus historischen Ausfallraten auf Portfolioebene abgeleitet wird, führt ein Rückgang der Forderungen zu einer entsprechenden Verminderung solcher Vorsorgen und umgekehrt.
UMSATZREALISIERUNG
Bei der Erfassung von Umsatzerlösen muss die Gesellschaft Umsatzminderungen aufgrund möglicher Produktrückgaben, Skonti- und Bonuszahlungen sowie Nachlässen aus Preissicherungsklauseln auf der Grundlage von Erfahrungswerten schätzen. Die Bestimmung der hierbei zugrunde gelegten Einflussfaktoren erfordert Annahmen und Schätzungen, einschließlich der erwarteten Nachfrage, Rückgaben und der Preisentwicklung der Branche.
Der Rückstellungsbedarf könnte zukünftig steigen infolge (1) eines Preisverfalls für Halbleiterprodukte, (2) von Rückgängen der erwarteten Nachfrage nach Halbleitern oder (3) mangelnder Annahme neuer Produkte am Markt. Sofern diese oder andere Faktoren zu einem Anpassungsbedarf der Rückstellungen für Preisnachlässe und Produktrückgaben führen, könnte dies die Ertragslage der Gesellschaft erheblich beeinträchtigen.
Die Gesellschaft hat bereits in der Vergangenheit Lizenzverträge für ihre Technologien abgeschlossen und hat vor, zukünftig vermehrt Wertbeiträge aus deren Verwertung zu erzielen. Wie bei einigen bestehenden Lizenzverträgen können auch zukünftige Vereinbarungen Kapazitätsreservierungen beinhalten. Solche Verträge können mehrere Bestandteile umfassen. Die Bestimmung der jeweils zu erfassenden Umsatzerlöse aus derartigen Geschäftsvorfällen ist hochkomplex und erfordert subjektive Schätzungen und Annahmen, etwa hinsichtlich der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts oder der Fortdauer eines eventuell bestehenden eigentumsähnlichen Verfügungsrechts der Gesellschaft.
4 / AKQUISITIONEN
Die Gesellschaft hat in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 keine Akquisitionen getätigt.
5 / GESCHÄFTSANTEILSVERÄUSSERUNGEN UND NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN
ALTIS
ALTIS Semiconductor S.N.C., Essonnes, Frankreich ("ALTIS") war bis August 2010 ein Gemeinschaftsunternehmen von Infineon und International Business Machines Corporation, New York, USA ("IBM"), in dem beide Partner die gleichen Stimmrechtsanteile hatten.
Mit Wirkung zum 12. August 2010 haben die Gesellschaft und IBM sämtliche Anteile an ALTIS an Altis International, eine Gesellschaft im Besitz eines französischen Unternehmers, verkauft. Im Zusammenhang mit dem Verkauf haben IBM und Infineon Abnahmevereinbarungen mit ALTIS abgeschlossen. Diese sehen die Nutzung der ALTIS-Fertigungskapazitäten, die Lieferung von Halbleiterkomponenten sowie die Durchführung von Wafertests vor.
ALTIS wurde gemäß IAS 27, "Konzern- und Einzelabschlüsse", bis zum Dezember 2009 voll konsolidiert. Infineon hatte eine Option, weitere Stimmrechte an ALTIS von IBM (potenzielle Stimmrechte) zu erwerben. Unter anderem infolge des Ende Dezember 2009 erklärten Verzichts auf diese Option hat die Gesellschaft ALTIS Ende Dezember 2009 entkonsolidiert. Die Beteiligung an ALTIS wurde seit diesem Zeitpunkt bis zum Verkauf nach der Equity-Methode bilanziert.
Mit der Entkonsolidierung als Tochtergesellschaft im Dezember 2009 sind die Zahlungsmittel um €88 Millionen und die nicht beherrschenden Anteile um €61 Millionen zurückgegangen. Der im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung erfasste operative Verlust betrug im Geschäftsjahr 2010 €69 Millionen, der unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen ist. Darüber hinaus hat die Gesellschaft im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2010 eine Dividende in Höhe von €3 Millionen von ALTIS erhalten.
Aus dem Verkauf der Anteile resultierten keine Ergebniseffekte. Im Zuge der Beendigung des Joint Ventures mit IBM hat die Gesellschaft von IBM eine Ausgleichszahlung von €14 Millionen für in der Vergangenheit verauslagte Umstrukturierungskosten erhalten.
QIMONDA - NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN
Am 23. Januar 2009 stellte die Qimonda AG ("Qimonda"), eine sich im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft befindende Tochtergesellschaft beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Am 1. April 2009 wurden die Insolvenzverfahren eröffnet. Insolvenzverfahren wurden auch über weitere in- und ausländische Tochterunternehmen von Qimonda eröffnet. Einige dieser Insolvenzverfahren sind bereits abgeschlossen. Die Ergebnisse von Qimonda sind in allen ausgewiesenen Berichtsperioden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie der Konzern-Kapitalflussrechnung als nicht fortgeführte Aktivitäten dargestellt.
In den Geschäftsjahren 2011 und 2010 waren bestimmte Anpassungen und Neubildungen von einzelnen Rückstellungen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda an die aktuellen Entwicklungen erforderlich. Der Nettoeffekt vor Steuern unter den nicht fortgeführten Aktivitäten auf die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung der Gesellschaft betrug minus €187 Millionen beziehungsweise minus €5 Millionen. Im Geschäftsjahr 2010 führte darüber hinaus der Abschluss einer steuerlichen Außenprüfung zu einem Steuerertrag von €20 Millionen bezüglich des Speicherchipgeschäfts und der Gründung von Qimonda.
Darüber hinaus bestehen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda Risiken, deren Auswirkungen unter "fortgeführte Aktivitäten" ausgewiesen sind.
Die im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda bestehenden Risiken sind unter Anhang Nr. 38 ("Rechtliche Risiken - Vorgänge im Zusammenhang mit Qimonda") ausführlich beschrieben.
VERKAUF DES WIRELINE-COMMUNICATIONS-GESCHÄFTS - NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN
Am 6. November 2009 wurde der Verkauf des Wireline-Communications-Geschäfts an mehrere mit Golden Gate Private Equity Inc. verbundene Lantiq-Unternehmen ("Lantiq") abgeschlossen. Der Großteil des Kaufpreises in Höhe von €223 Millionen war mit Vollzug des Verkaufs fällig. Eine weitere Kaufpreistranche von €20 Millionen ist, wie im Kaufvertrag vereinbart, neun Monate nach Vollzug des Verkaufs i m August 2010 gezahlt worden.
Die Ergebnisse aus dem Wireline-Communications-Geschäft sind zusammen mit dem Gewinn aus dem Verkauf in allen dargestellten Berichtsperioden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung der Gesellschaft als "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ausgewiesen.
Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2010 aus dem Verkauf einen Gewinn vor Steuern von €108 Millionen erzielt. Der Ertragsteueraufwand, der diesem Veräußerungsgewinn zuzuordnen ist, beträgt €15 Millionen. Der Gewinn nach Steuern beläuft sich somit auf €93 Millionen.
VERKAUF DES MOBILFUNKGESCHÄFTS - NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN
Am 30. August 2010 hat die Gesellschaft mit der Intel Corporation ("Intel") einen Vertrag über den Verkauf des Mobilfunkgeschäfts des Segments Wireless Solutions ("Mobilfunkgeschäft") zu einem Kaufpreis von US$1,4 Milliarden abgeschlossen. Vom Geschäft des Segments Wireless Solutions verbleibt lediglich das Geschäft mit analogen und digitalen TV-Tunern und Empfangskomponenten für Satellitenradio sowie Hochfrequenz-Leistungsverstärkern für Mobilfunk-Basisstationen bei der Gesellschaft. Der Verkauf wurde am 31. Januar 2011 vollzogen, umfasste Aktivitäten in einer Vielzahl von Infineon-Tochtergesellschaften und wurde weitgehend als "Asset Deal" vollzogen. Alle dem Mobilfunkgeschäft zugeordneten Vermögenswerte, Patente, sonstiges geistiges Eigentum sowie ausgewählte Verbindlichkeiten wurden einzeln übertragen. Das Mobilfunkgeschäft wird vom Erwerber unter Intel Mobile Communications ("IMC") geführt.
Vor Abschluss des Verkaufs begründete Forderungen gegen Kunden aus Lieferungen und Leistungen wurden nicht verkauft. Ebenso sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen des Mobilfunkgeschäfts vor dem Abschluss des Verkaufs noch von der Gesellschaft zu begleichen. Die Fertigungslandschaft der Gesellschaft bleibt von der Transaktion weitgehend unberührt. Lediglich einzelne Produktionsanlagen wurden übertragen und zusätzlich zum oben genannten Kaufpreis in Höhe des Buchwerts der Anlagen bezahlt. Der Nettozufluss im Zusammenhang mit dem Verkauf im Geschäftsjahr 2011, der durch US-Dollar/Euro-Verkaufsoptionen mit einem Ausübungskurs bei einem Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,32 gesichert war, betrug nach Abzug von Transaktions- und Separationskosten und geleisteten Ausgleichszahlungen für von Intel zu übernehmende Verbindlichkeiten €1.020 Millionen.
Der im Geschäftsjahr 2011 erfasste Gewinn vor Steuern aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts belief sich auf €507 Millionen. Insgesamt - unter Berücksichtigung der seit Vertragsabschluss im August 2010 zu erfassenden Ergebniseffekte, die neben einzeln zuordenbaren Transaktionskosten auch die Ergebniseffekte aus der oben beschriebenen Absicherung des US-Dollars beinhalten - beträgt der Gewinn vor Steuern €526 Millionen.
Die auf IMC übergegangenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 31. Januar 2011 |
|---|---|
| Vorräte | 62 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 2 |
| Sachanlagen | 65 |
| Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte | 350 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 21 |
| Sonstige Vermögenswerte | 13 |
| Gesamt | 513 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 38 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 13 |
| Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 42 |
| Langfristige Rückstellungen | 1 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 18 |
| Gesamt | 112 |
Zusätzlich wurden einzelne Personalverbindlichkeiten - hauptsächlich Pensionsverbindlichkeiten - vom Käufer übernommen. Für die Übernahme dieser Verbindlichkeiten hat die Gesellschaft einen Barausgleich in Höhe von ungefähr €70 Millionen geleistet.
Der auf den Gewinn aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts entfallene Steueraufwand betrug im Geschäftsjahr 2011 €155 Millionen. Darin enthalten ist ein latenter Steueraufwand aus der Nutzung der aktiven Steuerlatenz. Im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2010 wurden aktive latente Steuern in Höhe von €82 Millionen ertragswirksam gebildet, die im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung des Mobilfunkgeschäfts standen.
Die Ergebnisse des Mobilfunkgeschäfts bis zum Abschluss des Verkaufs sind in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung der Gesellschaft als "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ausgewiesen. Entsprechend der internen Berichterstattung wird das Segment Wireless Solutions im Rahmen der Segmentberichterstattung nicht mehr berichtet (siehe Anhang Nr. 40). Die Vorjahresbeträge wurden entsprechend angepasst. Aufwendungen, die zuvor dem Mobilfunkgeschäft zugeordnet waren, die aber nach Abschluss des geplanten Verkaufs weiterhin anfallen, sind von diesem Ausweis nicht betroffen und werden weiterhin im "Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten" und in der Segmentberichterstattung unter "Konzernfunktionen und Eliminierungen" ausgewiesen.
Die Gesellschaft erbringt nach Abschluss des Verkaufs weiterhin Tätigkeiten für IMC. Soweit diese für eine zeitlich begrenzte Dauer von einigen Monaten erbracht werden und zur Sicherstellung des Übergangs des Mobilfunkgeschäfts auf IMC dienen, sind deren Ergebnisse, im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten dargestellt. Zu diesen Aktivitäten gehört auch die Abwicklung großer Teile der Beschaffung für IMC, wofür die Gesellschaft Anzahlungen in Höhe von €32 Millionen erhalten hat, die nach der mehrmonatigen Übergangsphase voraussichtlich im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2012 an IMC zurückzuzahlen sind. Darüber hinaus gehende Produktlieferungen und Serviceleistungen an IMC sind hingegen unter den fortgeführten Aktivitäten und in der Segmentberichterstattung unter den Sonstigen Geschäftsbereichen ausgewiesen.
Aufgrund der Entscheidung über den Verkauf des Mobilfunkgeschäfts hat die Gesellschaft in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2010 jene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zu Intel transferiert werden, gemäß IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche" als zur Veräußerung stehend erfasst. Die Salden der als "zur Veräußerung stehend" klassifizierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt des Vollzugs der Transaktion wichen von den in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2010 ausgewiesenen ab, da in der Zwischenzeit entsprechende Veränderungen der Positionen aufgetreten sind, zum Beispiel durch einen Auf- oder Abbau der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe oder die Begleichung von Personalverbindlichkeiten. Seit Anfang August 2010 wurden für die zur Veräußerung stehenden langfristigen Vermögenswerte entsprechend IFRS 5 keine planmäßigen Abschreibungen mehr vorgenommen.
Ferner ist im Geschäftsjahr 2011 auch ein Ertrag in Höhe von €9 Millionen aus einer weiteren Vorabausschüttung des Insolvenzverwalters von BenQ, einem ehemaligen Kunden des Mobilfunkgeschäfts, enthalten.
ZUR VERÄUSSERUNG STEHENDE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN
Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2011 Immobilien und Fertigungsanlagen vom Insolvenzverwalter über das Vermögen der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG ("Qimonda Dresden") für €101 Millionen erworben. Die Immobilien grenzen unmittelbar an das Unternehmensgelände von Infineon in Dresden. Der Erwerb umfasst Reinräume, Reinraumtechnik und Fertigungsanlagen für eine 300-Millimeter-Fertigung. Die zum 30. September 2011 als zur Veräußerung stehend ausgewiesenen Vermögenswerte in Höhe von €5 Millionen umfassen von Qimonda Dresden übernommene Sachanlagen, die weiterveräußert werden sollen.
Zum 30. September 2010 umfassten die zur Veräußerung stehenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Wesentlichen die Buchwerte der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit dem Mobilfunkgeschäft verkauft wurden.
Die Buchwerte der wesentlichen Klassen der zur Veräußerung stehenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten setzten sich zum 30. September 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 30. September 2010 |
|---|---|
| Vorräte | 74 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 14 |
| Sachanlagen | 56 |
| Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte | 312 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1 |
| Sonstige Vermögenswerte | 38 |
| Gesamte zur Veräußerung stehende Vermögenswerte | 495 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 71 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 18 |
| Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 46 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 42 |
| Gesamte zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten | 177 |
ERGEBNIS AUS NICHT FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN, ABZÜGLICH STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG
Die Ergebnisse von Qimonda, dem Wireline-Communications-Geschäft und dem Mobilfunkgeschäft, die in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung als "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag" dargestellt sind, setzen sich in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Qimonda | ||
| Geschätzte Aufwendungen infolge der Insolvenz von Qimonda | -187 | -5 |
| Ergebnis vor Steuern | -187 | -5 |
| Erträge aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 11 | 20 |
| Qimondas Anteil am Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -176 | 15 |
| Wireline-Communications-Geschäft | ||
| Umsatzerlöse | - | 31 |
| Kosten und Aufwendungen | 1 | -31 |
| Ergebnis vor Steuern | 1 | - |
| Erträge aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 1 | - |
| Ergebnis nach Steuern | 2 | - |
| Gewinn vor Steuern aus dem Verkauf des Wireline-Communications-Geschäfts | 8 | 108 |
| Steuern auf den Gewinn | - | -15 |
| Gewinn nach Steuern aus dem Verkauf des Wireline-Communications-Geschäfts | 8 | 93 |
| Wireline-Communications-Anteil am Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 10 | 93 |
| Mobilfunkgeschäft | ||
| Umsatzerlöse | 698 | 1.290 |
| Kosten und Aufwendungen | -481 | -1.139 |
| Ergebnis vor Steuern | 217 | 151 |
| Aufwendungen aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -28 | -12 |
| Ergebnis nach Steuern | 189 | 139 |
| Gewinn vor Steuern aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts | 507 | 19 |
| Steuern auf den Gewinn | -155 | 82 |
| Gewinn nach Steuern aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts | 352 | 101 |
| Anteil des Mobilfunkgeschäfts am Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 541 | 240 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 375 | 348 |
6 / ZUSCHÜSSE UND ZULAGEN
Die Gesellschaft hat im Rahmen staatlicher Wirtschaftsförderungsprogramme von verschiedenen staatlichen Stellen Fördermittel, unter anderem für die Errichtung von Fertigungsstätten, für Forschung und Entwicklung und Mitarbeiterentwicklung, erhalten. Die im Konzernabschluss enthaltenen Zuschüsse und Zulagen stellen sich für die Geschäftsjahre 2011 und 2010 wie folgt dar:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| In der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind enthalten: | ||
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 60 | 47 |
| Umsatzkosten | 13 | 10 |
| Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten | - | 1 |
| Gesamt | 73 | 58 |
Abgegrenzte staatliche Zuschüsse und Zulagen betrugen zum 30. September 2011 und 2010 €19 Millionen und €21 Millionen. Zum 30. September 2011 und 2010 bestanden Forderungen für Fördermittel in Höhe von €57 Millionen und €39 Millionen.
7 / AUFWENDUNGEN FÜR BEZOGENE LEISTUNGEN UND MATERIAL UND PERSONALAUFWENDUNGEN
In der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung (fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten) sind die nachfolgend aufgeführten Aufwendungen für Material und Personal enthalten.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen und Material setzen sich für die Geschäftsjahre 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 1.383 | 1.192 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 1.131 | 1.014 |
| Gesamt (fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten) | 2.514 | 2.206 |
Die Personalaufwendungen setzen sich für die Geschäftsjahre 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 1.125 | 1.199 |
| Sozialabgaben | 175 | 181 |
| Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen | 4 | -1 |
| Gesamt (fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten) | 1.304 | 1.379 |
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter nach Regionen für die Geschäftsjahre zum 30. September 2011 und 2010 ist in folgender Übersicht dargestellt:
| 2011 | 2010 | |
|---|---|---|
| Europa | 11.597 | 12.120 |
| darin: Deutschland | 8.030 | 8.743 |
| Amerika | 512 | 634 |
| Asien-Pazifik (ohne Japan) | 13.604 | 12.837 |
| darin: China | 1.512 | 1.513 |
| Japan | 113 | 124 |
| Gesamt | 25.826 | 25.715 |
8 / SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN
Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich für die Geschäftsjahre 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Übrige Erträge mit Kunden | 9 | 6 |
| Versicherungserstattungen | 4 | - |
| Erträge aus Anlagenverkäufen | 2 | 1 |
| Sonstiges | 8 | 11 |
| Gesamt | 23 | 18 |
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich für die Geschäftsjahre 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Aufwendungen im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten | 61 | 40 |
| Verlust in Zusammenhang mit der Entkonsolidierung von ALTIS | - | 69 |
| Belastende Mietverträge | -15 | 7 |
| Sonstige | 7 | 6 |
| Gesamt | 53 | 122 |
Außerplanmäßige Abschreibungen werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst.
Die gesamten Aufwendungen für operative Leasing-Verträge betrugen €74 Millionen im Geschäftsjahr 2011 und €69 Millionen im Geschäftsjahr 2010.
9 / FINANZERTRÄGE
Die Finanzerträge in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 setzen sich wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Zinserträge | 37 | 18 |
| Wertänderungen und Erträge aus dem Verkauf von Finanzinvestments | 1 | 6 |
| Sonstige Finanzerträge | 1 | 5 |
| Gesamt | 39 | 29 |
10 / FINANZAUFWENDUNGEN
Die Finanzaufwendungen in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 setzen sich wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Zinsaufwendungen | 63 | 91 |
| Wertänderungen und Verluste aus dem Verkauf von Finanzinvestments | 2 | 1 |
| Sonstige Finanzaufwendungen | - | 3 |
| Gesamt | 65 | 95 |
Die Zinsaufwendungen im Geschäftsjahr 2011 enthalten einen Verlust in Höhe von €18 Millionen aus Rückkäufen von Anteilen der im Jahr 2014 fälligen Wandelanleihe (siehe Anhang Nr. 27). Die Zinsaufwendungen des Vorjahrs enthalten einen Verlust in Höhe von €5 Millionen, der aus dem Rückkauf von Anteilen der im Juni 2010 fälligen Wandelanleihe resultierte.
11 / STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG
Die Erträge aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus fortgeführten Aktivitäten ermitteln sich für die zum 30. September 2011 und 2010 endenden Geschäftsjahre wie folgt:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Laufender Steueraufwand | -10 | -46 |
| Latenter Steuerertrag | 40 | 68 |
| Ertrag aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 30 | 22 |
Der Körperschaftsteuersatz der Gesellschaft beträgt 15 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 Prozent. Aufgrund eines geänderten Zerlegungsmaßstabs für die Gewerbesteuer erhöht sich der Gewerbesteuersatz für die Infineon Technologies AG von 12 Prozent für das Geschäftsjahr 2010 auf 13 Prozent für das Geschäftsjahr 2011. Der Gesamtsteuersatz beträgt 29 beziehungsweise 28 Prozent für das Geschäftsjahr 2011 beziehungsweise 2010.
Die folgende Überleitung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus fortgeführten Aktivitäten zum 30. September 2011 und 2010 erfolgt unter Zugrundelegung eines Gesamtsteuersatzes aus deutscher Körperschaftsteuer zuzüglich Gewerbesteuer in Höhe von 29 beziehungsweise 28 Prozent für das Geschäftsjahr 2011 beziehungsweise 2010:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Erwarteter Aufwand aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -207 | -81 |
| Veränderung verfügbarer Steuervergünstigungen | 52 | 13 |
| Steuersatzdifferenzen | 33 | 29 |
| Nicht abzugsfähige Aufwendungen und steuerfreie Erträge, netto | 76 | -8 |
| Steuern für frühere Geschäftsjahre | 28 | -2 |
| Änderung des Gewerbesteuersatzes in Deutschland | 2 | - |
| Veränderung der Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern | 44 | 73 |
| Sonstiges | 2 | -2 |
| Tatsächlicher Ertrag aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 30 | 22 |
Die aktiven und passiven latenten Steuern setzen sich zum 30. September 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| 30. September 2011 | 30. September 2010 | |||
|---|---|---|---|---|
| € in Millionen | Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern | Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 23 | -13 | 28 | -33 |
| Sachanlagen | 104 | -8 | 117 | -3 |
| Rückstellungen und Pensionsverpflichtungen | 114 | -108 | 117 | -107 |
| Verlustvorträge | 1.060 | - | 1.103 | - |
| Steuervergünstigungen | 235 | - | 193 | - |
| Sonstiges | 133 | -10 | 154 | -31 |
| Summe latente Steuern | 1.669 | -139 | 1.712 | -174 |
| Wertberichtigung | -1.275 | - | -1.241 | - |
| Saldierung | -132 | 132 | -163 | 163 |
| Gesamt | 262 | -7 | 308 | -11 |
In Deutschland hatte die Gesellschaft zum 30. September 2011 körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von €3,1 Milliarden und gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von €4,2 Milliarden. Im Ausland bestehen steuerliche Verlustvorträge in Höhe von €71 Millionen sowie ungenutzte Vorträge aus Steuervergünstigungen in Höhe von €235 Millionen. Diese steuerlichen Verlustvorträge und Steuervergünstigungen sind grundsätzlich nur durch die Gesellschaft nutzbar, bei der die steuerlichen Verluste oder die Steuerforderungen entstanden und nach geltendem Recht nicht verfallen sind.
Die Gesellschaft hat die aktiven latenten Steuern auf die Notwendigkeit einer Wertberichtigung überprüft. Das Bestehen von steuerlichen Verlustvorträgen und eine Verlusthistorie sind generell ein gewichtiges Indiz, dass nicht von einer Nutzung der aktiven latenten Steuern ausgegangen werden kann.
Die Gesellschaft hat in der Vergangenheit, insbesondere in Deutschland, steuerliche Verlustvorträge aufgebaut, die jedoch im Wesentlichen durch das Qimonda-Geschäft und das veräußerte Mobilfunkgeschäft verursacht wurden. Diese wurden bereits zum 30. September 2010 beide als nicht fortgeführte Aktivitäten ausgewiesen. Bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern im Inland hat die Gesellschaft deshalb insbesondere auf die fortgeführten Aktivitäten der historisch insgesamt profitablen Segmente Automotive, Industrial & Multimarket und Chip Card & Security abgestellt.
Basierend auf den Ergebnissen der Überprüfung der aktiven latenten Steuern und unter Abwägung aller positiven und negativen Faktoren und Informationen in Hinblick auf die vorhersehbare Zukunft hat die Gesellschaft nach Saldierung aktive latente Steuern in Höhe von €262 Millionen und €308 Millionen zum 30. September 2011 und 2010 angesetzt. Zum 30. September 2010 entfallen von dem Gesamtbetrag €82 Millionen auf aktive latente Steuern, die bezüglich der Nutzung von Verlustvorträgen im Zusammenhang mit dem erwarteten Gewinn aus der Veräußerung des Mobilfunkgeschäfts angesetzt wurden.
Die Veränderung des Saldos der aktiven und passiven latenten Steuern in der Bilanz stellt sich wie folgt dar:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Latente Steuern, Saldo zu Beginn des Geschäftsjahrs | 297 | 143 |
| Latenter Steueraufwand/ -ertrag aus nicht fortgeführten Aktivitäten | -82 | 78 |
| Latenter Steuerertrag aus fortgeführten Aktivitäten | 38 | 68 |
| Änderung des deutschen Steuersatzes | 2 | - |
| Latente Steuern, die direkt im Eigenkapital erfasst werden | - | 2 |
| Effekte aus der Währungsumrechnung | - | 6 |
| Latente Steuern, Saldo zum Ende des Geschäftsjahrs | 255 | 297 |
Die Gesellschaft hat zum 30. September 2011 und 2010 auf kumulierte einbehaltene Gewinne ausländischer Gesellschaften keine zusätzlichen Ertrag- oder Quellensteuern berechnet, da diese Gewinne in den Auslandsgesellschaften unbegrenzt reinvestiert bleiben sollen. Eine betragsmäßige Schätzung der nicht berücksichtigten passiven latenten Steuern auf diese einbehaltenen Gewinne ist nicht durchführbar.
12 / ERGEBNIS JE AKTIE
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich aus dem Konzernjahresüberschuss, dividiert durch den gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahrs ausstehenden Aktien. Ausgegebene Aktien bei der Umwandlung von Aktienoptionen erhöhen die Anzahl der ausstehenden Aktien. Aktienrückkäufe und erworbene Aktien nach erfolgter Ausübung von Put-Optionen auf eigene Aktien vermindern die Anzahl der ausstehenden Aktien.
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ermittelt sich wie folgt:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Ergebnis je Aktie - unverwässert: | ||
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG | 744 | 311 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG | 375 | 348 |
| Konzernjahresüberschuss zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG | 1.119 | 659 |
| Gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien (in Millionen): | ||
| - Grundkapital | 1.086,7 | 1.086,7 |
| - Anpassung für Eigene Aktien | -0,3 | - |
| Gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien - unverwässert: | 1.086,4 | 1.086,7 |
| Ergebnis je Aktie (in €) - unverwässert: | ||
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG | 0,68 | 0,29 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG | 0,35 | 0,32 |
| Ergebnis je Aktie zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - unverwässert | 1,03 | 0,61 |
Die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie basiert auf der Annahme einer Umwandlung aller potenziell verwässernden Instrumente in Stammaktien - mit der Folge einer entsprechenden Erhöhung der Aktienanzahl auf der einen sowie einer entsprechenden Reduzierung der Ergebnisbelastung aus diesen Instrumenten, wie zum Beispiel Zinsaufwand, auf der anderen Seite. Ein potenziell verwässerndes Instrument ist die 2014 fällige Wandelanleihe. Darüber hinaus sind ausgegebene Aktienoptionen und ausstehende Put-Optionen auf eigene Aktien potenziell verwässernde Instrumente, sofern der Ausübungspreis bei Aktienoptionen unter beziehungsweise bei Put-Optionen auf eigene Aktien über dem durchschnittlichen Aktienkurs der Periode liegt.
Das verwässerte Ergebnis je Aktie ermittelt sich wie folgt:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Ergebnis je Aktie - verwässert: | ||
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG | 744 | 311 |
| Anpassung für Zinsaufwendungen auf die Wandelanleihe | 17 | 21 |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - verwässert | 761 | 332 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG | 375 | 348 |
| Konzernjahresüberschuss zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - verwässert | 1.136 | 680 |
| Gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien - unverwässert (in Millionen): | 1.086,4 | 1.086,7 |
| Anpassungen für: | ||
| - Effekt aus der potenziellen Wandlung der Wandelanleihe | 71,0 | 84,0 |
| - Effekt aus Aktienoptionen | 1,3 | 0,6 |
| - Effekt aus Put-Optionen auf eigene Aktien | 0,1 | - |
| Gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien - verwässert | 1.158,8 | 1.171,3 |
| Ergebnis je Aktie (in €) - verwässert: | ||
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG | 0,66 | 0,28 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG | 0,32 | 0,30 |
| Ergebnis je Aktie zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - verwässert | 0,98 | 0,58 |
Die durchschnittliche Anzahl potenziell verwässernder Instrumente, die nicht verwässernd gewirkt haben, wurden bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie nicht berücksichtigt. Dazu gehörten in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 12,1 Millionen und 15,6 Millionen an Mitarbeiter ausgegebene Aktienoptionen, da deren Ausübungspreis während der Berichtsperiode höher war als der durchschnittliche Aktienkurs. Zusätzlich wurden von den ab Mai 2011 ausgegebenen Put-Optionen auf eigene Aktien 4,7 Millionen nicht berücksichtigt, da deren Ausübungspreis während der Berichtsperiode niedriger war als der durchschnittliche Aktienkurs.
Zu den Bedingungen der Aktienoptionspläne siehe Anhang Nr. 32.
13 / FINANZINVESTMENTS
Finanzinvestments umfassen Geldanlagen bei Kreditinstituten und Wertpapiere. Zum Großteil handelt es sich zum 30. September 2011 hierbei um Festgeldanlagen bei Kreditinstituten sowie um Commercial Papers von Kreditinstituten mit ursprünglichen Laufzeiten von bis zu sechs Monaten, die nach IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" als Kredite oder Forderungen qualifizieren und zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Darüber hinaus beinhalten die Finanzinvestments Wertpapiere, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte zu den jeweiligen Bilanzstichtagen mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt werden, wobei unrealisierte Wertänderungen, die nicht als dauerhafte Wertminderung anzusehen sind, im Eigenkapital erfasst werden.
Die Finanzinvestments setzen sich zum 30. September 2011 und 2010 wie folgt zusammen (zu weiteren Informationen siehe Anhang Nr. 36 und Anhang Nr. 37):
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Festgelder und Commercial Papers | 1.628 | - |
| Wertpapiere | 57 | 60 |
| Finanzinvestments | 1.685 | 60 |
14 / FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, die innerhalb eines Jahres fällig sind, setzen sich zum 30. September 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte | 527 | 648 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen nahestehende Unternehmen | 5 | 3 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto | 532 | 651 |
| Wertberichtigungen | -22 | -29 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Saldo | 510 | 622 |
| Forderungen aus Fördermitteln (siehe Anhang Nr. 6) | 57 | 39 |
| Lizenzforderungen | 2 | 6 |
| Finanzforderungen und sonstige Forderungen gegen Dritte | 20 | 12 |
| Forderungen gegen Arbeitnehmer | 3 | 6 |
| Sonstige Forderungen | 1 | 2 |
| Gesamt | 593 | 687 |
Die Wertberichtigungen auf Forderungen haben sich in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 wie folgt entwickelt:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Wertberichtigungen zu Beginn des Geschäftsjahrs | 29 | 23 |
| Verbrauch von Wertberichtigungen, Saldo | -8 | -1 |
| Zuführung zu Wertberichtigungen | 1 | 7 |
| Wertberichtigungen zum Ende des Geschäftsjahrs | 22 | 29 |
Die zum Stichtag überfälligen, aber nicht wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte setzen sich wie folgt zusammen:
| € in Millionen | Nicht wertberichtigt, aber überfällig | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Buchwert | Davon weder wertberichtigt noch überfällig | überfällig zwischen 0 und 30 Tagen | überfällig zwischen 31 und 60 Tagen | überfällig zwischen 61 und 180 Tagen | überfällig zwischen 181 und 360 Tagen | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte, abzüglich Wertberichtigungen zum 30. September 2011 | 505 | 495 | 5 | 1 | - | - |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte, abzüglich Wertberichtigungen zum 30. September 2010 | 619 | 593 | 18 | 3 | 5 | - |
| € in Millionen | Nicht wertberichtigt, aber überfällig überfällig seit mehr als 360 Tagen |
|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte, abzüglich Wertberichtigungen zum 30. September 2011 | 4 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte, abzüglich Wertberichtigungen zum 30. September 2010 | - |
Bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die am Bilanzstichtag überfällig, aber nicht wertgemindert sind, gibt es keine Hinweise, dass die Kunden, basierend auf der Kredithistorie und den aktuellen Bonitätseinstufungen, nicht imstande sind, ihren Verpflichtungen nachzukommen.
Forderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden als sonstige finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen (siehe Anhang Nr. 20).
15 / VORRÄTE
Die Vorräte setzen sich zum 30. September 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 70 | 58 |
| Unfertige Erzeugnisse | 262 | 329 |
| Fertige Erzeugnisse | 175 | 127 |
| Gesamt | 507 | 514 |
Der Betrag der Vorräte, der in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 als Aufwand erfasst worden ist, umfasst im Wesentlichen die Umsatzkosten der jeweiligen Geschäftsjahre.
In den Geschäftsjahren 2011 und 2010 waren Vorräte in Höhe von €68 Millionen und €94 Millionen wertberichtigt.
16 / SONSTIGE KURZFRISTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten zum 30. September 2011 und 2010 derivative Finanzinstrumente in Höhe von €2 Millionen und €72 Millionen.
17 / SONSTIGE KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzen sich zum 30. September 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Umsatzsteuer und sonstige Steuerforderungen | 83 | 44 |
| Vorauszahlungen | 33 | 30 |
| Sonstige | 26 | 14 |
| Gesamt | 142 | 88 |
18 / SACHANLAGEN
Die Zusammenfassung der Entwicklung der Sachanlagen in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 ist in der folgenden Übersicht dargestellt:
ENTWICKLUNG DES KONZERNANLAGEVERMÖGENS 2011
| € in Millionen | Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Oktober 2010 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Übertragungen | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | 659 | 29 | -4 | 1 | 1 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 3.852 | 461 | -63 | 125 | -9 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.104 | 72 | -92 | 10 | 5 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 135 | 304 | -2 | -136 | -5 |
| Gesamt | 5.750 | 866 | -161 | - | -8 |
| € in Millionen | Anschaffungs- und Herstellungskosten | Kumulierte Abschreibungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Fremdwährungs- effekte | 30. September 2011 | 1. Oktober 2010 | Abschreibungen | Abgänge | Umbuchungen | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | - | 686 | -461 | -24 | 3 | 1 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 5 | 4.371 | -3.390 | -282 | 63 | - |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1 | 1.100 | -1.061 | -41 | 90 | -1 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | - | 296 | - | - | - | - |
| Gesamt | 6 | 6.453 | -4.912 | -347 | 156 | - |
| € in Millionen | Kumulierte Abschreibungen | Buchwerte | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Übertragungen | Außerplanmäßige Abschreibungen | Fremdwährungs- effekte | 30. September 2011 | 30. September 2011 | 30. September 2010 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | -1 | - | - | -482 | 204 | 198 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 3 | -2 | -5 | -3.613 | 758 | 462 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | -7 | 6 | -1 | -1.015 | 85 | 43 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | - | - | - | - | 296 | 135 |
| Gesamt | -5 | 4 | -6 | -5.110 | 1.343 | 838 |
ENTWICKLUNG DES KONZERNANLAGEVERMÖGENS 2010
| € in Millionen | Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Oktober 2009 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Übertragungen1 | Fremdwährungs- effekte | 30. September 2010 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | 763 | 3 | -107 | 1 | -4 | 3 | 659 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 4.766 | 162 | -1.016 | 30 | -100 | 10 | 3.852 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.300 | 32 | -91 | -3 | -140 | 6 | 1.104 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 22 | 134 | 1 | -21 | -1 | - | 135 |
| Gesamt | 6.851 | 331 | -1.213 | 7 | -245 | 19 | 5.750 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Oktober 2009 | Abschreibungen | Abgänge | Umbuchungen | Übertragungen1 | Außerplanmäßige Abschreibungen | Fremdwährungs- effekte | 30. September 2010 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| -523 | -25 | 87 | - | 2 | - | -2 | -461 |
| -4.167 | -261 | 1.011 | -12 | 57 | -9 | -9 | -3.390 |
| -1.233 | -48 | 90 | 5 | 130 | - | -5 | -1.061 |
| - | - | - | - | - | - | - | - |
| -5.923 | -334 | 1.188 | -7 | 189 | -9 | -16 | -4.912 |
| Buchwerte | |
|---|---|
| 30. September 2010 | 30. September 2009 |
| --- | --- |
| 198 | 240 |
| 462 | 599 |
| 43 | 67 |
| 135 | 22 |
| 838 | 928 |
1 Zum 30. September 2010 beziehen sich die als Übertragung gezeigten Beträge hauptsächlich auf Vermögenswerte von Wireless Solutions, die als "zur Veräußerung stehend" umgegliedert wurden.
Die Abschreibungen auf Sachanlagen werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung mehrheitlich in den Umsatzkosten erfasst.
Außerplanmäßige Abschreibungen werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung als sonstiger betrieblicher Aufwand ausgewiesen. Zum 30. September 2011 und 2010 war das Sachanlagevermögen weder sicherungsübereignet noch verpfändet.
19 / NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE BETEILIGUNGEN
GESCHÄFT MIT BIPOLAREN LEISTUNGSHALBLEITERN
Am 28. September 2007 schloss die Gesellschaft eine Vereinbarung mit der Siemens AG ("Siemens") ab. Die Gesellschaft hat daraufhin mit Wirkung zum 30. September 2007 alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ihres Geschäfts mit bipolaren Leistungshalbleitern (einschließlich Lizenzen, Patenten sowie Front-End- und Back-End-Fertigung) in die neu gegründete Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG ("Bipolar") eingebracht. Siemens hat anschließend einen Anteil von 40 Prozent an Bipolar erworben. Nach kartellrechtlicher Genehmigung wurde die Transaktion am 30. November 2007 abgeschlossen. Die Joint-Venture-Vereinbarung gewährt Siemens bestimmte vertragliche Mitbestimmungsrechte, welche der Ausübung eines beherrschenden Einflusses der Gesellschaft über Bipolar entgegenstehen. Daher bilanziert die Gesellschaft ihren Anteil an Bipolar unter Anwendung der Equity-Methode. Das Geschäftsjahr von Bipolar endet zum 30. September.
LS POWER SEMITECH CO., LTD.
Im Geschäftsjahr 2009 unterzeichnete die Gesellschaft eine Vereinbarung mit LS Industrial Systems Co., Ltd. ("LSIS"), um das Joint Venture LS Power Semitech Co., Ltd. ("LS") zu gründen, welche am 27. November 2009 vollzogen wurde. LSIS hält 54 Prozent und die Gesellschaft 46 Prozent an LS. Die Beteiligung an dem Gemeinschaftsunternehmen wird nach der Equity-Methode bilanziert. Das Geschäftsjahr von LS endet zum 31. Dezember, entsprechend dem Geschäftsjahr von LSIS. Das anteilige Ergebnis von LS wird mit einem dreimonatigen Zeitverzug erfasst. Die Auswirkungen daraus waren unwesentlich.
CRYPTOMATHIC HOLDING APS
Die Anteile an der Cryptomathic Holding ApS ("Cryptomathic") in Höhe von 25 Prozent wurden von der Gesellschaft im Mai 2002 erworben. Die Cryptomathic entwickelt und vertreibt über ihre Tochtergesellschaft Cryptomathic A/S Software und Beratungsleistungen im Bereich der digitalen Sicherheit. Das Geschäftsjahr der Cryptomathic endet zum 31. Dezember. Die Beteiligung wird aufgrund des Anteils der Gesellschaft an Cryptomathic von 25 Prozent nach der Equity-Methode bilanziert. Das anteilige Ergebnis von Cryptomathic wird mit einem dreimonatigen Zeitverzug erfasst. Die Auswirkungen daraus waren unwesentlich.
ZUSAMMENGEFASSTE FINANZINFORMATIONEN
Die zusammengefassten Finanzinformationen für die zum 30. September 2011 nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen der Gesellschaft, nicht an den prozentualen Anteil der Gesellschaft angepasst, stellen sich für die Geschäftsjahre 2011 und 2010 wie folgt dar:
| 2011 € in Millionen | Umlaufvermögen | Anlagevermögen | Kurzfristige Verbindlichkeiten | Langfristige Verbindlichkeiten | Eigenkapital | Umsatzerlöse |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bipolar | 65 | 14 | 19 | 9 | 51 | 99 |
| LS | 11 | 19 | 3 | 10 | 17 | 13 |
| Cryptomathic | 5 | - | 2 | - | 3 | 8 |
| Gesamt | 81 | 33 | 24 | 19 | 71 | 120 |
| 2011 € in Millionen | Bruttoergebnis vom Umsatz | Jahresüberschuss |
|---|---|---|
| Bipolar | 19 | 10 |
| LS | -1 | -6 |
| Cryptomathic | 5 | 2 |
| Gesamt | 23 | 6 |
| 2010 € in Millionen | Umlaufvermögen | Anlagevermögen | Kurzfristige Verbindlichkeiten | Langfristige Verbindlichkeiten | Eigenkapital | Umsatzerlöse |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bipolar | 65 | 15 | 18 | 13 | 49 | 100 |
| LS | 7 | 17 | 1 | - | 23 | 1 |
| Cryptomathic | 2 | - | 1 | - | 1 | 6 |
| Gesamt | 74 | 32 | 20 | 13 | 73 | 107 |
| 2010 € in Millionen | Bruttoergebnis vom Umsatz | Jahresüberschuss |
|---|---|---|
| Bipolar | 23 | 12 |
| LS | -1 | -3 |
| Cryptomathic | 3 | - |
| Gesamt | 25 | 9 |
20 / SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich zum 30. September 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Als Sicherheit hinterlegte Zahlungsmittel | 83 | 83 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 14 | 14 |
| Investitionen in sonstige Beteiligungen | 13 | 6 |
| Langfristige Forderungen | 4 | 6 |
| Sonstige | 10 | 10 |
| Gesamt | 124 | 119 |
In dem Posten "Als Sicherheit hinterlegte Zahlungsmittel" sind sowohl zum 30. September 2011 als auch zum 30. September 2010 im Wesentlichen die Mietkaution für den Bürokomplex Campeon in Höhe von €75 Millionen (siehe Anhang Nr. 39) sowie €7 Millionen für Zinszahlungen der nachrangigen im Jahr 2014 fälligen Wandelanleihe (siehe Anhang Nr. 27) enthalten.
21 / SONSTIGE VERMÖGENSWERTE
Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte setzen sich zum 30. September 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Geleistete Anzahlungen | 15 | 2 |
| Vorauszahlungen | 13 | 14 |
| Gesamt | 28 | 16 |
22 / GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE UND ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der immateriellen Vermögenswerte zum 30. September 2011 und 2010. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden mehrheitlich unter den Umsatzkosten ausgewiesen. Außerplanmäßige Abschreibungen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
ENTWICKLUNG DER GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE UND ANDERER IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE 2011
| € in Millionen | Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Oktober 2010 | Zugänge selbst erstellt | Zugänge erworben durch Unternehmens- zusammenschlüsse | Zugänge erworben | Abgänge | Übertragungen | Fremdwährungs- effekte | 30. September 2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte | 21 | - | - | - | - | - | - | 21 |
| Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte | 98 | 73 | - | - | - | -34 | - | 137 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 144 | 7 | - | - | -8 | -2 | - | 141 |
| Gesamt | 263 | 80 | - | - | -8 | -36 | - | 299 |
| € in Millionen | Kumulierte Abschreibungen | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Oktober 2010 | Abschreibungen | Abgänge | Übertragungen | Außerplanmäßige Abschreibungen | Fremdwährungs- effekte | 30. September 2011 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte | - | - | - | - | - | - | - |
| Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte | -45 | -13 | - | - | - | - | -58 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | -131 | -6 | 8 | -1 | - | - | -130 |
| Gesamt | -176 | -19 | 8 | -1 | - | - | -188 |
| € in Millionen | Buchwerte | |
|---|---|---|
| 30. September 2011 | 30. September 2010 | |
| --- | --- | --- |
| Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte | 21 | 21 |
| Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte | 79 | 53 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 11 | 13 |
| Gesamt | 111 | 87 |
ENTWICKLUNG DER GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE UND ANDERER IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE 2010
| € in Millionen | Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Oktober 2009 | Zugänge selbst erstellt | Zugänge erworben durch Unternehmens- zusammenschlüsse | Zugänge erworben | Abgänge | Übertragungen1 | Fremdwährungs- effekte | 30. September 2010 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte | 181 | - | - | - | - | -161 | 1 | 21 |
| Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte | 164 | 79 | - | - | - | -145 | - | 98 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 400 | - | - | 8 | -46 | -220 | 2 | 144 |
| Gesamt | 745 | 79 | - | 8 | -46 | -526 | 3 | 263 |
| € in Millionen | Kumulierte Abschreibungen | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Oktober 2009 | Abschreibungen | Abgänge | Übertragungen1 | Außerplanmäßige Abschreibungen | Fremdwährungs- effekte | 30. September 2010 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte | - | - | - | - | - | - | - |
| Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte | -79 | -28 | - | 62 | - | - | -45 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | -297 | -25 | 45 | 151 | -3 | -2 | -131 |
| Gesamt | -376 | -53 | 45 | 213 | -3 | -2 | -176 |
| € in Millionen | Buchwerte | |
|---|---|---|
| 30. September 2010 | 30. September 2009 | |
| --- | --- | --- |
| Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte | 21 | 181 |
| Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte | 53 | 85 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 13 | 103 |
| Gesamt | 87 | 369 |
1 Im Geschäftsjahr 2010 beziehen sich die als Übertragungen gezeigten Beträge hauptsächlich auf Vermögenswerte für das Wireless-Solutions-Geschäft, das als "zur Veräußerung stehend" ausgewiesen wurde.
Hinsichtlich der Vorgehensweise und der unterstellten Annahmen für den jährlich vorzunehmenden Werthaltigkeitstest des Geschäfts- oder Firmenwertes siehe Anhang Nr. 2 Abschnitt "Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten und anderem Anlagevermögen".
23 / VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten setzen sich zum 30. September 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten | 705 | 645 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber nahestehenden Unternehmen | 15 | 14 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 720 | 659 |
| Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen | 11 | 4 |
| Sonstige | 4 | 2 |
| Gesamt | 735 | 665 |
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben eine Fälligkeit von unter einem Jahr. Der ausgewiesene Buchwert entspricht dem Marktwert.
Langfristige Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden in den Sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen (siehe Anhang Nr. 29).
24 / RÜCKSTELLUNGEN
Die Rückstellungen setzen sich zum 30. September 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern | 278 | 268 |
| Gewährleistungen und Lizenzen | 119 | 122 |
| Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda | 300 | 97 |
| Sonstige | 139 | 121 |
| Gesamt | 836 | 608 |
Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern beinhalten unter anderem Kosten für Incentive- und Bonuszahlungen, Urlaubsgeld, Abfindungen, Vorruhestandszahlung, Jubiläumszahlungen, andere Personalkosten sowie Sozialabgaben.
Rückstellungen für Gewährleistungen und Lizenzen spiegeln im Wesentlichen die geschätzten zukünftigen Kosten zur Erfüllung vertraglicher Anforderungen bezüglich verkaufter Produkte wider.
Sonstige Rückstellungen enthalten Rückstellungen für ausstehende Aufwendungen, Verzugsstrafen oder Vertragsverzug, Rückbauverpflichtungen sowie diverse andere Verpflichtungen.
Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda sind in Anhang Nr. 38 näher erläutert.
Bis zu einem Betrag von €810 Millionen und €553 Millionen des Gesamtbetrages der Rückstellungen in Höhe von €836 Millionen und €608 Millionen für die Geschäftsjahre 2011 und 2010 wird der Zahlungsmittelabfluss innerhalb eines Jahres erwartet. Für die Mehrheit des verbleibenden Betrages von €26 Millionen und €55 Millionen zum 30. September 2011 beziehungsweise 2010 wird der Zahlungsmittelabfluss in einem Zeitraum von zwei bis fünf Jahren erwartet.
Eine Zusammenfassung der Entwicklung der Rückstellungen für das Geschäftsjahr 2011 wird folgend dargestellt:
| € in Millionen | Bestand zum 30. September 2010 | Zugänge | Verbrauch | Auflösung | Bestand zum 30. September 2011 |
|---|---|---|---|---|---|
| Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern | 268 | 253 | -223 | -20 | 278 |
| Gewährleistungen und Lizenzen | 122 | 59 | -7 | -55 | 119 |
| Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda | 97 | 227 | -11 | -13 | 300 |
| Sonstige | 121 | 100 | -42 | -40 | 139 |
| Summe Rückstellungen | 608 | 639 | -283 | -128 | 836 |
Die Gesamtbeträge der Rückstellungen sind zum 30. September 2011 und 2010 in den Konzern-Bilanzen wie folgt dargestellt:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Kurzfristig | 810 | 553 |
| Langfristig | 26 | 55 |
| Gesamt | 836 | 608 |
25 / SONSTIGE KURZFRISTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich zum 30. September 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Verpflichtung zum Erwerb eigener Aktien (siehe Anhang Nr. 30) | 143 | - |
| Zinsen | 9 | 10 |
| Derivative Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert (siehe Anhang Nr. 36) | 7 | 6 |
| Gesamt | 159 | 16 |
Die unter den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Verpflichtungen zum Erwerb eigener Aktien in Höhe von €143 Millionen entsprechen dem auf den Ausgabetag abgezinsten Nominalwert der zum 30. September 2011 ausstehenden Put-Optionen auf Aktien der Infineon Technologies AG im Rahmen des Programms zur Kapitalrückgewähr (siehe Anhang Nr. 30) zuzüglich der bis zum Bilanzstichtag vorgenommenen Aufzinsung.
26 / SONSTIGE KURZFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN
Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen sich zum 30. September 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Anzahlungen | 66 | 11 |
| Lohn- und Gehaltsverbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern | 46 | 52 |
| Abgegrenzte Erträge | 26 | 28 |
| Umsatzsteuer- und sonstige Steuerverbindlichkeiten | 18 | 23 |
| Abgegrenzte Zuschüsse und Zulagen (siehe Anhang Nr. 6) | 13 | 16 |
| Sonstige | 5 | 23 |
| Gesamt | 174 | 153 |
27 / FINANZVERBINDLICHKEITEN
Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich zum 30. September 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Durchschnittszinssatz Vorjahr 1,45%) | - | 51 |
| Darlehen der öffentlichen Hand, fällig 2010 | - | 24 |
| Kurzfristige Bestandteile der langfristigen Finanzverbindlichkeiten | 68 | 58 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten: | 68 | 133 |
| Ausstehende nachrangige Wandelanleihe, Zinssatz 7,5%, fällig 2014 | 114 | 153 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten: | ||
| Unbesicherte Darlehen, Durchschnittszinssatz 2,27% (Vorjahr 2,16%), fällig 2011-2016 | 123 | 110 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten: | 237 | 263 |
| Gesamt | 305 | 396 |
Am 26. Mai 2009 begab die Gesellschaft (als Garantin) durch ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V. (als Emittentin) eine im Jahr 2014 fällige nachrangige Wandelanleihe zum Nennwert in Höhe von €196 Millionen mit einem Disagio von 7,2 Prozent im Rahmen eines Angebots an institutionelle Investoren in Europa. Die Wandelanleihe kann jederzeit während der Laufzeit in ursprünglich maximal 74,9 Millionen Aktien der Gesellschaft umgewandelt werden, wobei der Wandlungspreis nach Anpassungen aufgrund von Verwässerungsschutzklauseln nach der Kapitalerhöhung der Gesellschaft im August 2009 sowie der Dividendenzahlung im Februar 2011 derzeit €2,30 beträgt. Die Wandelanleihe verzinst sich mit 7,5 Prozent pro Jahr. Der Nennwert der Wandelanleihe ist unbesichert und steht gleichrangig mit allen gegenwärtigen und künftigen nachrangigen Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Die Zinskupons der Anleihe sind besichert und nicht nachrangig. Die Gesellschaft hat sich verpflichtet, solange die Anleihe aussteht, keine weiteren Sicherheiten aus ihrem Vermögen zu bestellen, ohne dass die Anleihegläubiger gleichrangig an dieser Sicherheit teilnehmen. Die Anleihe beinhaltet für die Gläubiger bei einem definierten Kontrollwechsel der Gesellschaft das Recht auf Rückzahlung. Die Gesellschaft kann die ausstehenden Anleihen nach zweieinhalb Jahren vorzeitig zum Nennbetrag, zuzüglich bis zum Rückzahlungstag aufgelaufener Zinsen zuzüglich des Barwerts aller noch ausstehenden Zinszahlungen bis Fälligkeit, zurückzahlen, wenn der Kurs der Aktie der Gesellschaft an 15 Handelstagen innerhalb eines Zeitraums von 30 aufeinanderfolgenden Handelstagen 150 Prozent des Wandlungspreises übersteigt. Die Wandelanleihe wird an der Frankfurter Wertpapierbörse im Freiverkehr gehandelt. Bei Ausgabe der nachrangigen Wandelanleihe im Geschäftsjahr 2009 wurden €31 Millionen, die auf das Wandlungsrecht der Anleihegläubiger entfallen, in der Kapitalrücklage erfasst. Die Verbindlichkeitskomponente der Wandelanleihe wird nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Im Rahmen ihres Programmes zur Kapitalrückgewähr (siehe Anhang Nr. 30) hat die Gesellschaft seit Mai 2011 Anteile dieser Wandelanleihe mit einem Nominalwert von €23 Millionen für rund €66 Millionen zurückgekauft. Bereits vor Beginn des Programmes zur Kapitalrückgewähr waren im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2011 Anteile dieser Wandelanleihe zurückgekauft worden. Insgesamt wurden damit im Geschäftsjahr 2011 Anteile im Nominalwert von €59 Millionen für €173 Millionen erworben. Die Rückkäufe führten zu einem Buchverlust vor Steuern in Höhe von €18 Millionen, der in den Zinsaufwendungen als Teil der Finanzaufwendungen erfasst wurde. Die Kapitalrücklage wurde um €95 Millionen nach Steuern reduziert, um den Rückerwerb des mit den zurückgekauften Anteilen verbundenen Wandlungsrechts auf Aktien der Gesellschaft abzubilden. Das verbleibende ausstehende Nominalvolumen der Anleihe von €137 Millionen kann auf Basis des aktuellen Wandlungsverhältnisses in bis zu 60 Millionen Aktien gewandelt werden.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, auch deren kurzfristige Bestandteile, bestehen hauptsächlich aus Projektfinanzierungen der Infineon Technologies Austria AG sowie der Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd.
Im Juni 2009 und September 2010 wurden der Infineon Technologies (Wuxi) Co. Ltd. Kredite für Betriebskapital und Projektzwecke über einen Gesamtbetrag von US$176 Millionen (€129 Millionen) durch lokale Finanzinstitute zugesagt. Diese mehrjährigen Kredite stehen für allgemeine betriebliche Zwecke sowie die Ausweitung von Produktionskapazitäten in Wuxi, China, auch durch konzerninterne Transfers von Anlagen, zur Verfügung. Zum 30. September 2011 waren die Kreditlinien ungenutzt. Die Kreditlinien sind im Fall der Inanspruchnahme teilweise besichert durch eine Verpfändung von Vermögenswerten und durch eine Garantieerklärung des Unternehmens.
Die Gesellschaft hat darüber hinaus verschiedene, voneinander unabhängige kurz- und langfristige Kreditlinien vereinbart.
| € in Millionen | Zum 30. September 2011 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Laufzeit | Zusage durch Finanzinstitut | Zweck / beabsichtigter Einsatz | Gesamthöhe | In Anspruch genommen | Verfügbar |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kurzfristig | Feste Zusage | Generelle betriebliche Zwecke, Betriebskapital, Garantien | 61 | - | 61 |
| Kurzfristig | Keine feste Zusage | Betriebskapital, Cash-Management | 111 | - | 111 |
| Langfristig1 | Feste Zusage | Projektfinanzierung | 260 | 191 | 69 |
| Gesamt | 432 | 191 | 241 |
1 Einschließlich kurzfristiger Bestandteile der langfristigen Finanzverbindlichkeiten.
Die auf Finanzverbindlichkeiten entfallenden Zinsaufwendungen beliefen sich auf €25 Millionen und €63 Millionen in den Geschäftsjahren 2011 und 2010.
Von den Finanzverbindlichkeiten werden in den nächsten Jahren folgende Beträge fällig:
| Geschäftsjahr (€ in Millionen) | Betrag |
|---|---|
| 2012 | 68 |
| 2013 | 104 |
| 2014 | 121 |
| 2015 | 9 |
| 2016 | 3 |
| Gesamt | 305 |
Für die Finanzverbindlichkeiten werden in den nächsten Jahren nachfolgende Zinszahlungen fällig:
| Geschäftsjahr (€ in Millionen) | Betrag |
|---|---|
| 2012 | 14 |
| 2013 | 13 |
| 2014* | 34 |
| 2015 | - |
| 2016 | - |
| Gesamt | 61 |
* Beinhaltet den Effekt aus der Aufzinsung der im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe.
28 / SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten beliefen sich auf €4 Millionen und €6 Millionen zum 30. September 2011 und 2010.
29 / SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten setzen sich zum 30. September 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Abgegrenzte Erträge | 45 | 46 |
| Abgrenzungen von Personalaufwendungen | 12 | 10 |
| Abgegrenzte Zuschüsse und Zulagen (siehe Anhang Nr. 6) | 6 | 5 |
| Sonstige | 8 | 18 |
| Gesamt | 71 | 79 |
30 / EIGENKAPITAL
GRUNDKAPITAL
Das Grundkapital der Infineon Technologies AG hat sich im Geschäftsjahr 2011 infolge der Ausübung von 3.750 Aktienoptionen durch Mitarbeiter um €7.500 erhöht und betrug zum 30. September 2011 €2.173.491.670. Es ist eingeteilt in 1.086.745.835 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2,00 am Grundkapital. Im Geschäftsjahr 2010 waren keine neuen Aktien ausgegeben worden.
KAPITALRÜCKLAGE
Im Geschäftsjahr 2011 verringerte sich die Kapitalrücklage im Konzernabschluss um €194 Millionen. Davon entfielen €109 Millionen auf die im Februar 2011 gezahlte Dividende. Im Geschäftsjahr 2011 hat die Gesellschaft für €173 Millionen Anteile der im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe mit einem Nominalwert in Höhe von insgesamt €59 Millionen zurückgekauft. €95 Millionen wurden nach Abzug von Steuern direkt als Reduktion der Kapitalrücklage erfasst. Die Reduktion der Kapitalrücklage reflektiert den mit dem Rückkauf der Wandelanleihe verbundenen Rückkauf des Wandlungsrechts über 25,5 Millionen Aktien, bewertet auf Basis des aktuellen Wandlungsverhältnisses (siehe Anhang Nr. 27). Die Kapitalrücklage wurde im Geschäftsjahr 2011 um €8 Millionen aufgrund der vereinnahmten Optionsprämien für begebene Put-Optionen auf Eigene Aktien erhöht (siehe unten).
GENEHMIGTES KAPITAL
Zum Stichtag 30. September 2011 sieht die Satzung der Gesellschaft zwei Genehmigte Kapitalia über insgesamt bis zu €688 Millionen vor.
Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 8 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €648 Millionen durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/I). Dabei ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen.
Der Vorstand der Infineon Technologies AG hat sich allerdings zum Schutz der Aktionäre vor Verwässerung verpflichtet, von dieser Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts sowohl bei Bar- als auch bei Sachkapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital 2010/I nur bis zu einem Betrag von insgesamt maximal 10 Prozent des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung beziehungsweise - falls dieser Wert geringer sein sollte - des zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals Gebrauch zu machen. Eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts in Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2010/I ist damit derzeit auf maximal 108.674.208 Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von €217.348.417 beschränkt.
Gemäß § 4 Abs. 9 der Satzung ist der Vorstand außerdem ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €40 Millionen durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bareinlagen zum Zwecke der Ausgabe an Mitarbeiter der Gesellschaft oder ihrer Konzernunternehmen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/II). Dabei ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.
BEDINGTES KAPITAL
Das im Handelsregister eingetragene Bedingte Kapital der Gesellschaft beträgt €631,5 Millionen. Es setzt sich aus insgesamt sechs Bedingten Kapitalia zusammen:
| ― | Bedingtes Kapital I (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 1999/I") gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung um bis zu €34,6 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 17,3 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen des Aktienoptionsplans 2001 der Gesellschaft verwendet werden kann; |
| ― | Bedingtes Kapital III (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 2001/I") gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung um bis zu €29 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 14,5 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen der Aktienoptionspläne 2001 und 2006 der Gesellschaft verwendet werden kann; |
| ― | Bedingtes Kapital 2002 (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 2007/II") gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung um bis zu €134 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 67 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber der Wandelanleihe, die im Mai 2009 begeben wurde, verwendet werden kann; |
| ― | Bedingtes Kapital 2009/I gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung um bis zu €149,9 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 74,95 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber der Wandelanleihe, die im Mai 2009 begeben wurde, verwendet werden kann; |
| ― | Bedingtes Kapital 2010/I gemäß § 4 Abs. 10 der Satzung um bis zu €24 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 12 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen des Aktienoptionsplans 2010 der Gesellschaft verwendet werden kann; |
| ― | Bedingtes Kapital 2010/II gemäß § 4 Abs. 11 der Satzung um bis zu €260 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 130 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die bis zum 10. Februar 2015 begeben werden können, verwendet werden kann. |
ANDERE RÜCKLAGEN
Die Veränderungen in den anderen Rücklagen setzen sich in den Geschäftsjahren zum 30. September 2011 und 2010 wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vor Steuern | Nach Steuern | Netto | Vor Steuern | Nach Steuern | Netto | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Unrealisierte (Verluste) Gewinne aus Wertpapieren: | ||||||
| Aufgelaufene unrealisierte (Verluste) Gewinne | - | - | - | -4 | - | -4 |
| Ergebniswirksame Umbuchungen realisierter Verluste (Gewinne) | - | - | - | 5 | - | 5 |
| Unrealisierte (Verluste) Gewinne, netto | - | - | - | 1 | - | 1 |
| Unrealisierte (Verluste) Gewinne Sicherungsbeziehungen | -7 | - | -7 | 10 | - | 10 |
| Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen | - | - | - | 13 | - | 13 |
| Andere Rücklagen | -7 | - | -7 | 24 | - | 24 |
VERLUSTVORTRAG
Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitung des Verlustvortrages zum 30. September 2010 und 2011:
| € in Millionen | |
|---|---|
| Saldo zum 1. Oktober 2009 | -6.180 |
| Konzernjahresüberschuss auf Aktionäre der Infineon Technologies AG entfallend | 659 |
| Versicherungsmathematische Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen nach Steuern von €2 Millionen | -92 |
| Saldo zum 30. September 2010 | -5.613 |
| Konzernjahresüberschuss auf Aktionäre der Infineon Technologies AG entfallend | 1.119 |
| Versicherungsmathematische Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen nach Steuern von €0 Millionen | -20 |
| Saldo zum 30. September 2011 | -4.514 |
PUT-OPTIONEN AUF EIGENE AKTIEN UND EIGENE AKTIEN
Die Infineon Technologies AG hat am 9. Mai 2011 beschlossen, die von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilte Ermächtigung zum Aktienrückkauf zu nutzen. Die Gesellschaft beabsichtigt, bis März 2013 ein Volumen von bis zu €300 Millionen für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr aufzuwenden. Die Kapitalrückgewähr kann durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Rückkauf eigener Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Außerdem kann das Unternehmen auch weitere Teile der ausstehenden nachrangigen Wandelanleihe zurückkaufen (siehe hierzu Anhang Nr. 27). Der Aktienrückkauf dient ausschließlich dem Zweck der Einziehung der Aktien zur Kapitalherabsetzung.
Das geplante Programm kann - im Rahmen der durch die Hauptversammlung gesetzten zeitlichen Grenzen und unter Beachtung weiterer rechtlicher Regelungen - jederzeit ausgesetzt und wieder aufgenommen werden.
Seit Beginn des Programms bis zum 30. September 2011 hat die Gesellschaft Put-Optionen auf eigene Aktien mit einer Laufzeit von maximal neun Monaten im Nominalwert von €182 Millionen begeben. Zum 30. September 2011 sind Put-Optionen im Nominalwert von €144 Millionen noch ausstehend. Den zum 30. September 2011 ausstehenden Put-Optionen unterliegen insgesamt 26 Millionen Aktien bei verschiedenen fixen Ausübungskursen und der Verpflichtung zur physischen Lieferung der Aktien. Im Geschäftsjahr 2011 wurden Optionen über 4 Millionen Aktien ausgeübt; dementsprechend belief sich der Bestand an eigenen Aktien zum 30. September 2011 auf 4 Millionen Stück mit einem Rückkaufswert von €26 Millionen.
Die folgende Tabelle enthält eine Überleitung der im Geschäftsjahr 2011 ausgegebenen Put-Optionen auf eigene Aktien auf die zum 30. September 2011 ausstehenden Put-Optionen auf eigene Aktien:
| Jeweils in Millionen | Nominalwert in € |
Unterliegende Aktienanzahl |
|---|---|---|
| Im Geschäftsjahr 2011 ausgegebene Put-Optionen | 182 | 32 |
| Abzüglich: im Geschäftsjahr 2011 verfallene Put-Optionen | -12 | -2 |
| Abzüglich: im Geschäftsjahr 2011 ausgeübte Put-Optionen | -26 | -4 |
| Zum 30. September 2011 ausstehende Put-Optionen | 144 | 26 |
Die im Geschäftsjahr 2011 für die begebenen Put-Optionen vereinnahmten Optionsprämien beliefen sich auf €8 Millionen und führten zu einer entsprechenden Erhöhung der Kapitalrücklage.
Die mit dem Barwert des Erfüllungsbetrags der zum 30. September 2011 ausstehenden Put-Optionen in Höhe von €142 Millionen erfasste Verpflichtung zum Erwerb eigener Aktien führt zu einer entsprechenden Verringerung des Eigenkapitals, die innerhalb des Eigenkapitalpostens "Put-Optionen auf eigene Aktien" ausgewiesen wird. Die Verpflichtung wird nach dem Prinzip der Periodenabgrenzung ("Accrual Basis") als sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeit angesetzt (siehe Anhang Nr. 25) und über die Laufzeit aufgezinst. Mit Erfüllung begebener Put-Optionen gegen Zahlung erlischt die jeweilige Verbindlichkeit und es erfolgt eine Umgliederung innerhalb des Eigenkapitals von "Put-Optionen auf eigene Aktien" zu "Eigene Aktien". Im Falle der Nichtausübung von Optionen wird hingegen die jeweilige Verbindlichkeit eigenkapitalerhöhend wieder aufgelöst.
DIVIDENDEN
Nach dem Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionäre zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft, der nach den Vorschriften des HGB ermittelt wird. Ale Dividendenzahlungen müssen von der Hauptversammlung beschlossen werden.
Für das Geschäftsjahr 2010 wurde gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Februar 2011 eine Bardividende in Höhe von €0,10 je Aktie (Gesamtbetrag: €109 Millionen) ausgeschüttet.
Es wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn der Infineon Technologies AG für das Geschäftsjahr 2011 eine Dividende in Höhe von €0,12 je dividendenberechtigte Stückaktie auszuschütten. Unter Berücksichtigung der fehlenden Dividendenberechtigung von eigenen Aktien würde dies zu einer voraussichtlichen Ausschüttung von etwa €130 Millionen führen. Da die Zahlung dieser Dividende abhängig von der Zustimmung der Hauptversammlung ist, die für den 8. März 2012 vorgesehen ist, wurde keine Verbindlichkeit im Konzernabschluss erfasst.
31 / KAPITALMANAGEMENT
Das primäre Ziel der Gesellschaft im Hinblick auf das Kapitalmanagement besteht darin, finanzielle Flexibilität auf Grundlage einer soliden Kapitalstruktur sicherzustellen. Wie bei vergleichbaren Unternehmen der Halbleiterbranche steht dabei eine ausreichende Liquiditätsausstattung im Vordergrund, um die laufende Geschäftstätigkeit finanzieren und geplante Investitionen in allen Phasen des Geschäftszyklus vornehmen zu können. Andererseits soll die Verschuldung nur einen moderaten Anteil am Finanzierungsmix ausmachen. Auf Basis dieser Leitlinien hat Infineon drei Hauptziele für sein Kapitalmanagement definiert:
| ― | Brutto-Cash-Position zwischen 30 und 40 Prozent vom Umsatz |
| ― | Positive Netto-Cash-Position |
| ― | Brutto-Verschuldung höchstens 2x EBITDA |
Die Gesellschaft unterliegt keinen satzungsmäßigen oder gesetzlichen Auflagen im Hinblick auf die Kapitalausstattung.
Das Kapitalmanagement sowie seine Ziele und Definitionen basieren auf Kennziffern, die auf Grundlage des IFRS-Konzernabschlusses ermittelt werden. Infineon definiert die Netto-Cash/(Debt)-Position als das Ergebnis aus Brutto-Cash-Position abzüglich der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten (Brutto-Verschuldung). Die Brutto-Cash-Position setzt sich aus Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten sowie Finanzinvestments zusammen. Infineon definiert EBIT als den Überschuss (Fehlbetrag) aus fortgeführten Aktivitäten vor Zinsen und Steuern. EBITDA wiederum ist EBIT zuzüglich planmäßiger Abschreibungen.
Die Ziele des Kapitalmanagements konnten nach der 2009 erfolgten Refinanzierung, Verkäufen von Unternehmensteilen sowie operativen Verbesserungen deutlich erfüllt werden. Zum 30. September 2010 wies Infineon eine Netto-Cash-Position von €1.331 Millionen auf, die im Verlauf des Geschäftsjahrs 2011 auf €2.387 Millionen anwuchs. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen der Mittelzufluss aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts, der auch maßgeblich den Anstieg der Brutto-Cash-Position auf €2.692 Millionen zum 30. September 2011 von €1.727 Millionen zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahrs verursachte. Auf Basis von Umsatzerlösen von €3.997 Millionen liegt das Verhältnis von Brutto-Cash zu Umsatz bei 67,4 Prozent zum 30. September 2011 und somit oberhalb des angestrebten Zielkorridors. Damit verfügt Infineon über finanzielle Flexibilität und ist in der Lage, neben seinem geplanten Investitionsprogramm und regelmäßigen Dividenden auch Maßnahmen zur Kapitalrückgewähr (siehe Anhang 30) umzusetzen.
Das Verhältnis Brutto-Verschuldung zu EBITDA lag per 30. September 2011 bei 0,3 und zeigt die prinzipiell vorhandene Finanzierungskapazität von Infineon auf.
32 / AKTIENOPTIONSPLÄNE
Die Gesellschaft hat folgende Aktienoptionspläne: den im Jahr 2001 verabschiedeten Aktienoptionsplan ("Long-Term-Incentive-Plan 2001") sowie die Aktienoptionspläne 2006 ("SOP 2006") und 2010 ("SOP 2010").
Im Jahr 2001 verabschiedete die Hauptversammlung einen internationalen Aktienoptionsplan ("Long-Term-Incentive-Plan 2001"). Entsprechend den Bedingungen des Aktienoptionsplans von 2001 konnten insgesamt bis zu 51,5 Millionen Optionen innerhalb einer Fünfjahresfrist gewährt werden. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 105 Prozent des durchschnittlichen Aktienkurses während der fünf Handelstage vor Gewährung der Option. Die Optionsrechte können innerhalb von sieben Jahren ausgeübt werden, sofern seit der Ausgabe der jeweiligen Optionsrechte zwischen zwei und vier Jahren vergangen sind und der Aktienkurs der Gesellschaft den Ausübungspreis an mindestens einem Handelstag erreicht hat.
Im Jahr 2006 verabschiedete die Hauptversammlung einen Aktienoptionsplan 2006 ("SOP 2006"), der den Aktienoptionsplan 2001 ablöste. Gemäß den Bedingungen des SOP 2006 konnte die Gesellschaft innerhalb von drei Jahren bis zu 13 Millionen Optionen ausgeben. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienpreises während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option. Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn die Entwicklung des Infineon-Aktienkurses den vergleichbaren Philadelphia Semiconductor Index ("SOX") an drei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens einmal innerhalb der Laufzeit der Option übersteigt. Die ausgegebenen Optionen können innerhalb von sechs Jahren nach der Ausgabe ausgeübt werden, jedoch nur, wenn seit der Ausgabe der jeweiligen Optionsrechte drei Jahre vergangen sind und der Aktienkurs an mindestens einem Handelstag während der Laufzeit den Ausgabepreis erreicht hat.
Im Jahr 2010 verabschiedete die Hauptversammlung einen Aktienoptionsplan 2010 ("SOP 2010"), der den Aktienoptionsplan 2006 ablöst. Gemäß den Bedingungen des SOP 2010 kann die Gesellschaft innerhalb von drei Jahren bis zu 12 Millionen Optionen ausgeben. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienpreises während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option.
Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn der Infineon-Aktienkurs sich besser entwickelt als der SOX. Hierzu werden zunächst als jeweilige Referenzwerte (100 Prozent) die arithmetischen Durchschnitte der Infineon-Aktienkurse und der Tagesendstände des SOX während eines Dreimonatszeitraums nach der Ausgabe der Bezugsrechte gebildet. Während eines Zeitraumes, der ein Jahr nach Ausgabe der Bezugsrechte beginnt und bis zum Ende ihrer Laufzeit dauert, muss der Infineon-Aktienkurs den SOX (Tagesendstand), gemessen an den jeweiligen Referenzwerten, sodann mindestens einmal an mindestens zehn aufeinanderfolgenden Handelstagen übertreffen. Die vorstehende Vergleichsrechnung ist für jede Ausgabe von Bezugsrechten mit entsprechend angepassten Referenzwerten durchzuführen.
Nach der Regelung des SOP 2010 entscheidet der Aufsichtsrat jährlich innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung des Konzernabschlusses oder innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung der Konzernergebnisse für das erste, zweite oder dritte Quartal über die Zahl der dem Vorstand zu gewährenden Optionen, spätestens jedoch bis zwei Wochen vor dem Ende des zum Zeitpunkt der Zuteilung laufenden Quartals. Der Vorstand entscheidet im gleichen Zeitraum über die Zahl der an bezugsberechtigte Mitarbeiter zu gewährenden Optionen.
In Beachtung der Vorschriften des § 87 Absatz 1 Satz 3 des deutschen Aktiengesetzes hat der Aufsichtsrat die variablen Bestandteile der Vorstandsmitglieder-Vergütung aus der ersten Zuteilung des SOP 2010 an einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung ausgerichtet und für außerordentliche Entwicklungen eine Begrenzungsmöglichkeit vorgesehen.
Zur Bedienung der Optionsrechte, die unter dem Long-Term-Incentive-Plan 2001, dem SOP 2006 und dem SOP 2010 begeben wurden oder begeben werden, stehen verschiedene Bedingte Kapitalia zur Verfügung, die im Lagebericht im Abschnitt "Angaben nach § 289 Absatz 4 und § 315 Absatz 4 HGB" und im Anhang unter Nr. 30 "Eigenkapital" dargestellt sind. Die Gesellschaft kann jedoch den Bezugsberechtigten anbieten, anstelle von Aktien aus dem hierfür zur Verfügung stehenden Bedingten Kapital wahlweise eigene Aktien der Gesellschaft zu erwerben oder einen Barausgleich zu erhalten.
Die Aktienoptionspläne von 2001, 2006 und 2010 zum 30. September 2009 sowie ihre Änderungen innerhalb der Geschäftsjahre 2010 und 2011 stellen sich wie folgt dar (Anzahl der Optionen in Millionen Stück, Ausübungspreis in Euro):
| Anzahl der Optionen | Durchschnittlicher Ausübungspreis | |
|---|---|---|
| Ausstehende Optionen zum 30. September 2009 | 23,7 | 9,18 |
| Gewährte Optionen | - | - |
| Ausgeübte Optionen | - | - |
| Verfallene und ausgelaufene Optionen | -8,0 | 9,08 |
| Ausstehende Optionen zum 30. September 2010 | 15,7 | 9,22 |
| Ausübbar zum 30. September 2010 | 13,3 | 10,39 |
| Ausstehende Optionen zum 30. September 2010 | 15,7 | 9,22 |
| Gewährte Optionen | 3,5 | 8,62 |
| Ausgeübte Optionen | - | - |
| Verfallene und ausgelaufene Optionen | -6,3 | 11,18 |
| Ausstehende Optionen zum 30. September 2011 | 12,9 | 8,10 |
| Ausübbar zum 30. September 2011 | 7,2 | 9,62 |
Die nachfolgende Tabelle fasst die Informationen zu ausstehenden Aktienoptionen zum 30. September 2011 zusammen (Anzahl der Optionen in Millionen):
| Ausstehend | ||
|---|---|---|
| Ausübungspreise | Anzahl der Optionen | Durchschnittliche Restlaufzeit (in Jahren) |
| --- | --- | --- |
| Unter €5 | 2,3 | 3,68 |
| €5 - €10 | 9,0 | 2,79 |
| €10 - €15 | 1,6 | 1,36 |
| Gesamt | 12,9 | 2,78 |
Im Geschäftsjahr 2011 wurden insgesamt 3.750 Aktienoptionen ausgeübt. Der durchschnittliche Aktienkurs am Tag der Ausübung betrug €8,04. Im Geschäftsjahr zum 30. September 2010 wurden keine Aktienoptionen ausgeübt.
Infineon ermittelte den beizulegenden Zeitwert einer gewährten Aktienoption aus dem Long-Term-Incentive-Plan 2001 zum Ausgabezeitpunkt mittels des Black-Scholes-Optionspreismodells. Für die vor dem 1. Oktober 2005 gewährten Optionen nutzte Infineon historische Volatilitäten, um den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter gewährten Aktienoptionen zu schätzen. Für Optionen, die nach dem 1. Oktober 2005 gewährt wurden, nutzt Infineon eine Kombination von impliziter Volatilität von gehandelten Optionen auf die Aktie der Infineon Technologies AG und historischer Volatilität, um den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter gewährten Aktienoptionen zu schätzen, da Infineon der Ansicht ist, dass diese Methode die zukünftige erwartete Volatilität der Aktie besser darstellt. Die erwartete Laufzeit der gewährten Optionen wurde aufgrund der historischen Erfahrungen geschätzt.
Infineon ermittelte den beizulegenden Zeitwert einer gewährten Aktienoption aus den Aktienoptionsplänen 2006 und 2010 zum Ausgabezeitpunkt mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells. Dieses Modell berücksichtigt die Ausübungsbedingung in Bezug auf die Entwicklung des SOX und den Einfluss auf den beizulegenden Zeitwert der Aktienoptionen. Infineon nutzt eine Kombination von impliziter Volatilität von gehandelten Optionen auf die Aktie der Gesellschaft und historischer Volatilität, um den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter gewährten Aktienoptionen zu schätzen, da Infineon der Ansicht ist, dass diese Methode die zukünftige erwartete Volatilität der Aktie besser darstellt. Die erwartete Laufzeit der gewährten Optionen wurde mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells geschätzt.
Der Verfall von Optionen wird auf Basis von historischen Erfahrungen geschätzt und zum Zeitpunkt des Verfalls erfasst. Der risikofreie Zins beruht auf der Rendite von Bundesanleihen mit einer vergleichbaren Laufzeit zum Gewährungszeitpunkt der Optionen.
Im Geschäftsjahr 2010 wurden keine Aktienoptionen ausgegeben. Am 16. Dezember 2010 wurden 440.000 Aktienoptionen an Vorstände und 3.024.250 Aktienoptionen an ausgewählte Mitarbeiter ausgegeben. In der folgenden Tabelle sind die durchschnittlichen Annahmen zur Marktpreisbewertung für die im Dezember 2010 ausgegebenen Aktienoptionen dargestellt:
| Mitarbeiter | Vorstands- mitglieder | |
|---|---|---|
| Durchschnittliche Annahmen: | ||
| Risikofreier Zinssatz | 2,72% | 2,72% |
| Erwartete Volatilität der Aktie | 51% | 51% |
| Erwartete Volatilität des SOX | 31% | 31% |
| Erwartete Korrelation der Aktie und des SOX | 31% | 31% |
| Durchschnittlicher Aktienkurs zum Bewertungszeitpunkt | € 7,04 | € 7,04 |
| Ausübungspreis | € 8,62 | € 8,62 |
| Verfallrate pro Jahr | 3,40% | 3,40% |
| Erwarteter Dividendenertrag | 1,42% | 1,42% |
| Erwartete Laufzeit in Jahren | 6,6 | 6,3 |
| Durchschnittlicher beizulegender Zeitwert pro Option zum Gewährungszeitpunkt in € | 2,46 | 1,44 |
Der durchschnittliche beizulegende Zeitwert pro Option für die Vorstandsmitglieder unterscheidet sich von dem der Mitarbeiter dadurch, dass der maximale Gewinn aus der Ausübung der Aktienoptionen für die Vorstandsmitglieder auf 250 Prozent ihres durchschnittlichen beizulegenden Zeitwertes zum Gewährungszeitpunkt begrenzt ist; oberhalb dieser Grenze erlöschen alle etwa noch vorhandenen Optionen ("Cap"). Die Berücksichtigung des Cap wirkt demgemäß wertmindernd auf die Aktienoptionen. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Vergütungsbericht.
AUFWENDUNGEN FÜR AKTIENBASIERTE VERGÜTUNGEN
Die Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen beliefen sich in den Geschäftsjahren zum 30. September 2011 und 2010 auf €2 Millionen beziehungsweise €0 Millionen.
33 / ERGÄNZENDE INFORMATIONEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
Im Geschäftsjahr 2011 und 2010 lagen keine wesentlichen zahlungsunwirksamen Akquisitions- und Finanzierungsaktivitäten vor.
Von den zum 30. September 2011 und 2010 bilanzierten Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von €1.007 Millionen und €1.667 Millionen unterlagen €31 Millionen beziehungsweise €42 Millionen rechtlichen Transfereinschränkungen und standen somit nicht zur generellen Verfügung der Gesellschaft. Es handelt sich dabei um Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von konsolidierten Gesellschaften, die in Ländern mit rechtlichen Transfereinschränkungen ansässig sind, wie zum Beispiel konsolidierte Gesellschaften mit Sitz in der Volksrepublik China.
34 / TRANSAKTIONEN MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Die Gesellschaft nimmt im normalen Geschäftsbetrieb auch Transaktionen mit nach der Equity-Methode bilanzierten und anderen verbundenen Unternehmen vor ("nahestehende Unternehmen"). Nahestehende Personen sind Personen in Schlüsselpositionen des Unternehmens, namentlich Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ("nahestehende Personen").
Die Gesellschaft bezieht bestimmte Vorprodukte von und verkauft bestimmte Produkte an nahestehende Unternehmen. Diese Käufe von und Verkäufe an nahestehende Unternehmen orientieren sich grundsätzlich an Herstellungskosten zuzüglich einer Gewinnmarge.
Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzforderungen und sonstigen Forderungen gegen nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen und andere verbundene Unternehmen in Höhe von insgesamt €5 Millionen beziehungsweise €3 Millionen zum 30. September 2011 und 2010.
Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen bestehen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzverbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen und anderen verbundenen Unternehmen in Höhe von insgesamt €26 Millionen und €18 Millionen zum 30. September 2011 und 2010.
Die Umsätze mit nahestehenden Unternehmen betrugen insgesamt €23 Millionen und €28 Millionen in den Geschäftsjahren 2011 und 2010, wohingegen die Bezüge von nahestehenden Unternehmen €144 Millionen und €229 Millionen in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 betrugen.
VORSTANDS- UND AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG
Die im Geschäftsjahr 2011 aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten für ihre Tätigkeit eine erfolgsunabhängige fixe Vergütung in Höhe von insgesamt €2,8 Millionen (die im Vorjahr aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten €4,1 Millionen). Die Vorstandsmitglieder erhalten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 außerdem eine variable, erfolgsabhängige Barvergütung in Höhe von insgesamt €4,0 Millionen (Vorjahr: €3,1 Millionen). Diese setzt sich zusammen aus einem Short Term Incentive in Höhe von insgesamt €2,4 Millionen und einer Ausgleichszahlung an die Herren Bauer und Dr. Ploss für das Mid Term Incentive in Höhe von insgesamt €1,6 Millionen. Die Gesamtbarvergütung im Geschäftsjahr 2011 beträgt daher €6,8 Millionen (Vorjahr: €7,2 Millionen). Ein Zusatzbonus wurde nicht gewährt. Darüber hinaus wurden auf der Basis des Aktienoptionsplans 2010 im Geschäftsjahr 2011 an Herrn Bauer als Vorstandsvorsitzenden 200.000 und an die Herren Prof. Dr. Eul und Dr. Ploss jeweils 120.000 Aktienoptionen mit einem Fair Market Value von je €1,44 ausgegeben. Da Herr Asam mit Wirkung zum 1. Januar 2011 zum Mitglied des Vorstands bestellt wurde, konnte er bei der jährlichen Zuteilung der Aktienoptionen im Dezember 2010 nicht berücksichtigt werden und wird bei der nächsten Ausgabe von Aktienoptionen im Dezember 2011 daher vertragsgemäß für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 (zeitanteilig ab 1. Januar 2011) Aktienoptionen erhalten. Die an die aktiven Mitglieder des Vorstands für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 gewährte Gesamtvergütung beträgt somit insgesamt €8,2 Millionen (Vorjahr: €7,2 Millionen).
Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Infineon Technologies AG zuzüglich des an sie gezahlten Sitzungsgeldes gemäß dem von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 beschlossenen neuen Vergütungssystem für den Aufsichtsrat betrug im Geschäftsjahr 2011 insgesamt €1,7 Millionen (Vorjahr: €0,5 Millionen). Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat beziehen zudem für ihre Tätigkeit als Arbeitnehmer der Gesellschaft ein Gehalt.
An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2011 Gesamtbezüge (Abfindungen und Versorgungsleistungen) von €6,2 Millionen ausbezahlt (Vorjahr: €3,4 Millionen). Hierin enthalten sind die zweite Rate der an Herrn Dr. Schröter gezahlten Abfindung in Höhe von €1,8 Millionen und der an Herrn Prof. Dr. Eul gezahlte Zusatzbonus in Höhe von insgesamt €3,4 Millionen.
Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betrugen zum 30. September 2011 insgesamt €29,7 Millionen (Vorjahr: €36,6 Millionen).
Weder die Infineon Technologies AG noch eines ihrer Tochterunternehmen hat ein Darlehen an Mitglieder des Aufsichtsrats oder des Vorstands gewährt.
Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a Satz 5 bis 9 HGB wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des Konzernlageberichts ist.
35 / PENSIONSPLÄNE
LEISTUNGSORIENTIERTE PLÄNE
VERPFLICHTUNGEN ZUM BILANZSTICHTAG
Pensionsverpflichtungen der Gesellschaft entstehen zurzeit überwiegend über leistungsorientierte Pensionszusagen (defined benefit obligations), die einem bedeutenden Anteil der Mitarbeiter gewährt werden. Die Pensionszusagen richten sich im Wesentlichen nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Ein Teil der Atersversorgungspläne bezieht sich auf das Einkommen im letzten oder in den vergangenen fünf Jahren der Betriebszugehörigkeit, andere feste Versorgungspläne sind vom durchschnittlichen Einkommen und der Position abhängig. Der Bewertungsstichtag für die Pensionspläne der Gesellschaft ist der 30. September.
Die Daten zu den Pensionsplänen der Gesellschaft sind für die deutschen Versorgungspläne ("Inland") und die ausländischen Versorgungspläne ("Ausland") zum 30. September 2011 und 2010 in der folgenden Tabelle dargestellt:
| € in Millionen | 2011 | 2010 | ||
|---|---|---|---|---|
| Inland | Ausland | Inland | Ausland | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Änderung der Anwartschaftsbarwerte unter Berücksichtigung künftiger Gehaltssteigerungen: | ||||
| Anwartschaftsbarwerte (DBO) zum Beginn des Geschäftsjahrs | -456 | -83 | -360 | -65 |
| Aufwendungen für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche | -12 | -2 | -10 | -2 |
| Aufwendungen für Versorgungsansprüche aus vorangegangenen Geschäftsjahren | -4 | - | -2 | - |
| Aufwendungen aus Aufzinsung der Anwartschaftsbarwerte | -18 | -4 | -19 | -3 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) | 10 | - | -85 | -13 |
| Desinvestitionen | 43 | 1 | 11 | 1 |
| Einführung neuer Pläne und Planänderungen | - | - | - | - |
| Kürzungen | 5 | - | - | - |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | 10 | 4 | 9 | 3 |
| Fremdwährungseffekte | - | - | - | -4 |
| Anwartschaftsbarwerte zum Ende des Geschäftsjahrs | -422 | -84 | -456 | -83 |
| € in Millionen | 2011 | 2010 | ||
|---|---|---|---|---|
| Inland | Ausland | Inland | Ausland | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens: | ||||
| Beizulegender Zeitwert zu Beginn des Geschäftsjahrs | 317 | 30 | 305 | 25 |
| Erwartete Rendite des Fondsvermögens | 16 | 2 | 18 | 2 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) | -26 | -1 | 3 | 1 |
| Desinvestitionen | - | -1 | -10 | - |
| Beitrag des Unternehmens | 10 | 6 | 10 | 4 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | -10 | -5 | -9 | -3 |
| Fremdwährungseffekte | - | - | - | 1 |
| Beizulegender Zeitwert zum Ende des Geschäftsjahrs | 307 | 31 | 317 | 30 |
Der Anschaffungsbarwert der Versorgunspläne entfiel zum Bilanzstichtag mit €94 Millionen (Vorjahr: €140 Millionen) auf Pläne, die nicht über einen Fonds finanziert werden und mit €412 Millionen (Vorjahr: €399 Millionen) auf Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert werden.
Der Finanzierungsstatus entwickelte sich seit dem Geschäftsjahr 2007 wie folgt:
| € in Millionen | 2011 | 2010 | ||
|---|---|---|---|---|
| Inland | Ausland | Inland | Ausland | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Beizulegender Zeitwert der Anwartschaftsbarwerte | -422 | -84 | -456 | -83 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | 307 | 31 | 317 | 30 |
| Finanzierungsstatus | -115 | -53 | -139 | -53 |
| € in Millionen | 2009 | 2008 | 2007 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Inland | Ausland | Inland | Ausland | Inland | Ausland | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Beizulegender Zeitwert der Anwartschaftsbarwerte | -360 | -65 | -348 | -83 | -398 | -77 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | 305 | 25 | 329 | 37 | 368 | 41 |
| Finanzierungsstatus | -55 | -40 | -19 | -46 | -30 | -36 |
Die Überleitung des Finanzierungsstatus der Pensionspläne der Gesellschaft auf die in der Konzern-Bilanz zum 30. September ausgewiesenen Beträge setzt sich wie folgt zusammen:
| € in Millionen | 2011 | 2010 | ||
|---|---|---|---|---|
| Inland | Ausland | Inland | Ausland | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Finanzierungsstatus | -115 | -53 | -139 | -53 |
| Vermögenswert Obergrenze (Asset Ceiling) | - | - | - | - |
| Pensionsverpflichtungen, Saldo | -115 | -53 | -139 | -53 |
| Davon in: Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | -115 | -53 | -93 | -53 |
| Davon in: zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten | - | - | -46 | - |
VERSICHERUNGSMATHEMATISCHE ANNAHMEN
Die Unterschiede aus der erwarteten und tatsächlichen Entwicklung sind in der folgenden Tabelle dargestellt. Diese Unterschiede ergeben sich aus der erwarteten Veränderung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, ermittelt auf Basis von versicherungsmathematischen Annahmen, und den tatsächlichen Veränderungen dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.
| € in Millionen | 2011 | 2010 | 2009 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Inland | Ausland | Inland | Ausland | Inland | Ausland | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Unterschiede aus erwarteten und tatsächlichen Entwicklungen: | ||||||
| Des beizulegenden Zeitwerts der Anwartschaftsbarwerte | -8 | -3 | -3 | - | -1 | 3 |
| Des beizulegenden Zeitwerts des Fondsvermögens | -26 | -1 | 3 | 1 | -14 | -4 |
| € in Millionen | 2008 | 2007 | ||
|---|---|---|---|---|
| Inland | Ausland | Inland | Ausland | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Unterschiede aus erwarteten und tatsächlichen Entwicklungen: | ||||
| Des beizulegenden Zeitwerts der Anwartschaftsbarwerte | 8 | -2 | 13 | 2 |
| Des beizulegenden Zeitwerts des Fondsvermögens | -68 | -5 | -2 | - |
Der tatsächliche Verlust aus dem Planvermögen im Geschäftsjahr zum 30. September 2011 betrug €9 Millionen. Im Vorjahr wurde aus dem Planvermögen ein tatsächlicher Gewinn von €25 Millionen erzielt.
Der Ermittlung der versicherungsmathematischen Werte der Versorgungspläne lagen folgende durchschnittliche gewichtete Annahmen zugrunde:
| in % | 2011 | 2010 | ||
|---|---|---|---|---|
| Inland | Ausland | Inland | Ausland | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Abzinsungsfaktor zum Ende des Geschäftsjahrs | 5,0 | 4,6 | 4,3 | 4,5 |
| Personalkostenteuerungsrate | 2,0 | 1,9 | 2,0 | 2,0 |
| Erwartete Rentenentwicklung | 2,0 | 0,8 | 2,0 | 0,8 |
| Erwartete Rendite auf das Planvermögen zu Beginn des Geschäftsjahrs | 5,0 | 7,3 | 6,3 | 7,2 |
Die Abzinsungsfaktoren werden auf der Basis erstrangiger Rentenpapiere gebildet, die, falls die Pensionsanwartschaften zum Stichtag glattgestellt würden, bis zum Fälligkeitszeitpunkt die benötigten zukünftigen Einzahlungen bereitstellen würden. Die Gesellschaft geht davon aus, dass kurzfristige Schwankungen der Zinssätze keinen Einfluss auf ihre langfristigen Verpflichtungen haben werden.
INVESTITIONSSTRATEGIE
Die Investitionsstrategie für die Pensionspläne der Gesellschaft beinhaltet ein gewisses Maß an Flexibilität, um sich ergebende Anlagechancen frühestmöglich ergreifen zu können. Gleichzeitig stellen angemessene Kennzahlen sicher, dass die Vorsichts- und Sorgfaltspflichten bei der Ausführung des Investitionsprogramms erfüllt werden. Das Vermögen der Pensionspläne wird von mehreren Anlageberatern angelegt. Die Pläne sehen eine Kombination aus aktiven und passiven Investitionsprogrammen vor. Unter Berücksichtigung der Laufzeit der zugrunde liegenden Verpflichtungen wird ein Portfolio der Investitionen des Planvermögens, bestehend aus Anteils-, Gläubiger- und anderen Wertpapieren, angestrebt, um die langfristige Gesamtkapitalrendite bei einem bestimmten Risiko zu maximieren. Das Investitionsrisiko wird durch laufende periodenweise Prüfungen des Portfolios, durch Abstimmung mit Anlageberatern und durch jährliche Verbindlichkeitsberechnungen kontrolliert. Die Investitionsmethoden und -strategien werden periodisch überprüft, um sicherzustellen, dass die Ziele der Versorgungspläne unter Berücksichtigung jeder Änderung im Aufbau des Versorgungsplans, der Marktbedingungen oder anderer wesentlicher Punkte erreicht werden.
ERWARTETE LANGFRISTIGE RENDITE DES PLANVERMÖGENS
Um die erwartete Gesamtkapitalrendite des Planvermögens festlegen zu können, bedarf es mehrerer Annahmen. Die Methode der Gesellschaft, die Rendite des Planvermögens zu bestimmen, basiert auf langjährigen historischen Finanzmarktbeziehungen, den verschiedenen Arten der Investitionsklassen, in denen das Pensionsvermögen angelegt wurde, auf langfristigen Investitionsstrategien sowie auch auf der kumulierten Rendite, welche die Gesellschaft mit ihrem Portfolio normalerweise in einem bestimmten Zeitraum erwarten kann.
Die Gesellschaft überprüft die erwartete langfristige Gesamtkapitalrendite jährlich und nimmt, wenn nötig, Anpassungen vor. Zusätzlich gibt die Gesellschaft detaillierte Vermögens-/Verbindlichkeitsstudien in Auftrag, die regelmäßig von unabhängigen Anlageberatern und Versicherungsfachleuten durchgeführt werden.
VERTEILUNG DES PLANVERMÖGENS
Am 30. September 2011 und 2010 stellen sich die prozentuale Verteilung des investierten Planvermögens und die Zielverteilung in den wesentlichen Anlagekategorien wie folgt dar:
| in % | Zielverteilung | 2011 | 2010 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Inland | Ausland | Inland | Ausland | Inland | Ausland | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anteilspapiere | 39 | 19 | 21 | 23 | 27 | 38 |
| Gläubigerpapiere | 33 | 14 | 39 | 12 | 36 | 13 |
| Sonstiges | 28 | 67 | 40 | 65 | 37 | 49 |
| Gesamt | 100 | 100 | 100 | 100 | 100 | 100 |
Der in der obigen Tabelle aufgeführte Posten "Sonstiges" beinhaltet Commodity Funds, Immobilienfonds, Rückdeckungsversicherungen und Zahlungsmittel.
Die Verteilung des Planvermögens der Gesellschaft auf das Anlagevermögen der Pensionspläne basiert auf der Einschätzung der Geschäfts- und Finanzlage, demographischen und versicherungsmathematischen Daten, Finanzierungsmöglichkeiten, geschäftsbezogenen Risikofaktoren, Marktsensitivitätsanalysen und anderen relevanten Faktoren. Insgesamt soll die Verteilung der Sicherung des Planvermögens dienen und gleichzeitig für ausreichend stabile, beispielsweise inflationsbereinigte Einkünfte sorgen, um sowohl derzeitige als auch zukünftige Pensionszusagen zu erfüllen. Aufgrund des aktiven Portfoliomanagements kann die tatsächliche Verteilung des Anlagevermögens, innerhalb bestimmter Grenzen der verschiedenen Risikoklassen, von der geplanten Verteilung abweichen.
Gemäß den Richtlinien der Gesellschaft investieren die Pensionspläne der Gesellschaft nicht in Aktien von Infineon.
IN GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND GESAMTERGEBNISRECHNUNG ERFASSTE BETRÄGE
Die Aufwendungen für leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 beinhalten:
| € in Millionen | 2011 | 2010 | ||
|---|---|---|---|---|
| Inland | Ausland | Inland | Ausland | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Aufwendungen für die im Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche | -12 | -2 | -10 | -2 |
| Aufwendungen aus Aufzinsung der Anwartschaftsbarwerte | -18 | -4 | -19 | -3 |
| Erwarteter Ertrag aus Planvermögen | 16 | 2 | 18 | 2 |
| Amortisation von noch nicht realisierten Versorgungsansprüchen aus vorangegangenen Geschäftsjahren | -4 | - | -2 | - |
| Realisierter Gewinn aus Plankürzungen | 5 | - | - | - |
| Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen | -13 | -4 | -13 | -3 |
| Pensionsaufwand aus nicht fortgeführten Aktivitäten | -3 | - | -4 | - |
| Pensionsaufwand aus fortgeführten Aktivitäten | -10 | -4 | -9 | -3 |
Die aus den Pensionsplänen bereits entstandenen, noch nicht erfassten Versorgungsansprüche werden in gleich hohen Beträgen auf die erwartete Restdienstzeit der aktiven Mitarbeiter, die voraussichtlich Bezüge aus dem Pensionsvermögen erhalten werden, umgelegt.
Versicherungsmathematische Verluste von €17 Millionen für das Geschäftsjahr 2011 und von €93 Millionen für das Geschäftsjahr 2010 sind außerhalb der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in der Eigenkapitalveränderungsrechnung beziehungsweise Gesamtergebnisrechnung erfasst. Die kumulierten versicherungsmathematischen Verluste betrugen zum 30. September 2011 und 2010 €67 Millionen und €50 Millionen. Darüber hinaus sind kumulierte Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste von €7 Millionen, die aus den Deferred Compensation Plänen resultieren, ebenfalls in der Eigenkapitalveränderungsrechnung erfasst. Im kommenden Geschäftsjahr werden aus den leistungsorientierten Versorgungsplänen Auszahlungen von €15 Millionen erwartet.
BEITRAGSORIENTIERTE PLÄNE
Für beitragsorientierte Pläne hat die Gesellschaft in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 €95 Millionen und €103 Millionen Aufwendungen erfasst.
36 / ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN
Nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte sowie die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente nach den jeweiligen Klassen sowie eine Aufgliederung in die verschiedenen Kategorien von Finanzinstrumenten gemäß IAS 39 dar.
| € in Millionen | Kategorien der finanziellen Vermögenswerte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte | Buchwert | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet | Designierte Sicherungs- instrumente (Cash-Flow- Hedges) | Zur Veräußerung verfügbar | Kredite und Forderungen | Beizulegender Zeitwert |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Bilanz zum 30. September 2010 | ||||||
| Kurzfristige Vermögenswerte: | ||||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.667 | - | - | - | 1.667 | 1.667 |
| Finanzinvestments | 60 | - | - | 60 | - | 60 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 687 | - | - | - | 687 | 687 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 72 | 63 | 9 | - | - | 72 |
| Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte | 4 | - | - | 1 | 3 | 4 |
| Langfristige Vermögenswerte: | ||||||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 119 | - | - | 20 | 99 | 119 |
| Gesamt | 2.609 | 63 | 9 | 81 | 2.456 | 2.609 |
| Bilanz zum 30. September 2011 | ||||||
| Kurzfristige Vermögenswerte: | ||||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.007 | - | - | - | 1.007 | 1.007 |
| Finanzinvestments | 1.685 | - | - | 57 | 1.628 | 1.685 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 593 | - | - | - | 593 | 593 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 2 | 2 | - | - | - | 2 |
| Langfristige Vermögenswerte: | ||||||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 124 | - | - | 26 | 98 | 124 |
| Gesamt | 3.411 | 2 | - | 83 | 3.326 | 3.411 |
| € in Millionen | Kategorien der finanziellen Verbindlichkeiten | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Verbindlichkeiten | Buchwert | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet | Designierte Sicherungs- instrumente (Cash-Flow- Hedges ) | Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (Restbuchwert) | Miet- und Leasing- verbindlichkeiten | Beizulegender Zeitwert |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Bilanz zum 30. September 2010 | ||||||
| Kurzfristige Verbindlichkeiten: | ||||||
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten | 133 | - | - | 133 | - | 133 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 665 | - | - | 665 | - | 665 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 16 | 6 | - | 10 | - | 16 |
| Langfristige Verbindlichkeiten: | ||||||
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 263 | - | - | 263 | - | 276 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 6 | - | - | 6 | - | 6 |
| Gesamt | 1.083 | 6 | - | 1.077 | - | 1.096 |
| Bilanz zum 30. September 2011 | ||||||
| Kurzfristige Verbindlichkeiten: | ||||||
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten | 68 | - | - | 68 | - | 68 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 735 | - | - | 735 | - | 735 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 159 | 7 | - | 152 | - | 159 |
| Langfristige Verbindlichkeiten: | ||||||
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 237 | - | - | 237 | - | 248 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 4 | - | - | 4 | - | 4 |
| Gesamt | 1.203 | 7 | - | 1.196 | - | 1.214 |
Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden anhand von amtlichen Börsenkursen oder nach der Discounted-Cash-Flow-Methode ermittelt. Aufgrund der kurzen Laufzeiten der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, der Finanzinvestments, der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Dritten und nahestehenden Unternehmen sowie der sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.
Die als "zur Veräußerung verfügbar" klassifizierten langfristigen Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, der auf dem an einem aktiven Markt notierten Marktpreis basiert oder sie werden als Barwerte der zukünftig erwarteten Cash-Flows ermittelt.
Der beizulegende Zeitwert der ungesicherten Darlehen und der verzinslichen Bankverbindlichkeiten entspricht annähernd dem Buchwert, da die Verzinsung den derzeit marktüblichen Zinsen entspricht. Zum 30. September 2011 wurde die nachrangige Wandelanleihe mit Fälligkeit im Jahr 2014 mit einem Aufschlag von 160,216 Prozent gegenüber ihrem Nominalwert an der Börse gehandelt. Die beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften und Fremdwährungsoptionen werden auf Basis der Marktbedingungen zum Bilanzstichtag ermittelt. Für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Fremdwährungsoptionen werden anerkannte Bewertungsmodelle angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Faktoren, wie zum Beispiel die aktuelle Höhe und Volatilität des zugrunde liegenden Wechselkurses, beeinflusst. Finanzinvestments werden zu beizulegenden Zeitwerten bilanziert (siehe Anhang Nr. 13).
Zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Finanzinstrumente werden gemäß IFRS 7 in verschiedene Bewertungslevels eingeteilt. Hierbei handelt es sich um Finanzinstrumente, die
| ― | zu aktuellen Marktpreisen in einem aktiven Markt für identische Finanzinstrumente bewertet werden (Level 1), |
| ― | zu aktuellen Marktpreisen in einem aktiven Markt für vergleichbare Finanzinstrumente oder mit Bewertungsmodellen, deren wesentliche Inputfaktoren auf beobachtbare Marktdaten zurückzuführen sind, bewertet werden (Level 2) oder |
| ― | mithilfe von Inputfaktoren bewertet werden, die nicht auf beobachtbaren Marktpreisen basieren (Level 3). |
Die Einteilung in Bewertungslevels stellt sich zum 30. September 2011 wie folgt dar:
| € in Millionen | Beizulegender Zeitwert nach Kategorie | |||
|---|---|---|---|---|
| Fair Value | Level 1 | Level 2 | Level 3 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Finanzielle Vermögenswerte | ||||
| Kurzfristige Vermögenswerte: | ||||
| Finanzinvestments | 57 | - | 57 | - |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 2 | - | 2 | - |
| Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte | - | - | - | - |
| Langfristige Vermögenswerte: | - | - | - | - |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 26 | 14 | - | 12 |
| Gesamt | 85 | 14 | 59 | 12 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | ||||
| Kurzfristige Verbindlichkeiten: | ||||
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 7 | - | 7 | - |
| Gesamt | 7 | - | 7 | - |
Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus fortgeführten Aktivitäten auf Ebene der unterschiedlichen Kategorien von Finanzinstrumenten für die Geschäftsjahre 2011 und 2010 dar:
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| € in Millionen | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | Kredite und Forderungen | Als erfolgs- wirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten eingestuft | Zu Handels- zwecken gehalten | Andere finanzielle Verbindlichkeiten | Absicherung von Zahlungsströmen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Geschäftsjahr 2010: | ||||||
| Erfolgswirksam aus dem Eigenkapital umgegliedert | 5 | - | - | - | - | -16 |
| Im Eigenkapital erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts | -4 | - | - | - | - | 26 |
| Im Eigenkapital erfasste Nettogewinne (-Verluste) | 1 | - | - | - | - | 10 |
| Zinsergebnis | 1 | 17 | - | - | -89 | -2 |
| Netto-Währungseffekte | - | 1 | - | 12 | -15 | -26 |
| Veränderung des beizulegenden Zeitwerts | 3 | 2 | 4 | 1 | - | - |
| Wertberichtigung (Aufholung) | -3 | -2 | - | - | - | - |
| Erfolgswirksam erfasste Gewinne (Verluste) | 1 | 18 | 4 | 13 | -104 | -28 |
| Nettogewinne (-verluste) Gesamt | 2 | 18 | 4 | 13 | -104 | -18 |
| Geschäftsjahr 2011: | ||||||
| Erfolgswirksam aus dem Eigenkapital umgegliedert | - | - | - | - | - | - |
| Im Eigenkapital erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts | - | - | - | - | - | -7 |
| Im Eigenkapital erfasste Nettogewinne (-verluste) | - | - | - | - | - | -7 |
| Zinsergebnis | 4 | 32 | - | - | -60 | -2 |
| Netto-Währungseffekte | - | - | - | 13 | -5 | 7 |
| Veränderung des beizulegenden Zeitwerts | - | - | - | - | - | - |
| Wertberichtigung (Aufholung) | - | -2 | - | - | - | - |
| Erfolgswirksam erfasste Gewinne (Verluste) | 4 | 30 | - | 13 | -65 | 5 |
| Nettogewinne (-verluste) Gesamt | 4 | 30 | - | 13 | -65 | -2 |
| € in Millionen | Gesamt |
|---|---|
| Geschäftsjahr 2010: | |
| Erfolgswirksam aus dem Eigenkapital umgegliedert | -11 |
| Im Eigenkapital erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts | 22 |
| Im Eigenkapital erfasste Nettogewinne (-Verluste) | 11 |
| Zinsergebnis | -73 |
| Netto-Währungseffekte | -28 |
| Veränderung des beizulegenden Zeitwerts | 10 |
| Wertberichtigung (Aufholung) | -5 |
| Erfolgswirksam erfasste Gewinne (Verluste) | -96 |
| Nettogewinne (-verluste) Gesamt | -85 |
| Geschäftsjahr 2011: | |
| Erfolgswirksam aus dem Eigenkapital umgegliedert | - |
| Im Eigenkapital erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts | -7 |
| Im Eigenkapital erfasste Nettogewinne (-verluste) | -7 |
| Zinsergebnis | -26 |
| Netto-Währungseffekte | 15 |
| Veränderung des beizulegenden Zeitwerts | - |
| Wertberichtigung (Aufholung) | -2 |
| Erfolgswirksam erfasste Gewinne (Verluste) | -13 |
| Nettogewinne (-verluste) Gesamt | -20 |
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND SICHERUNGSBEZIEHUNGEN
Die Gesellschaft schließt Geschäfte über derivative Finanzinstrumente wie Zins-Swap-Vereinbarungen sowie Devisentermin- und -optionsgeschäfte ab. Ziel dieser Transaktionen ist die Verringerung der Auswirkungen von Zins- und Währungsschwankungen auf künftige Netto-Zahlungsströme. Derivative Finanzinstrumente werden bei der Gesellschaft nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt.
Die entsprechenden Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der von der Gesellschaft zum 30. September 2011 und 2010 gehaltenen Derivate sind im Folgenden dargestellt:
| € in Millionen | 2011 | 2010 | ||
|---|---|---|---|---|
| Nominalwert | Beizulegende Zeitwerte | Nominalwert | Beizulegende Zeitwerte | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Devisenterminverträge Verkauf | ||||
| US-Dollar | 145 | -5 | 466 | 20 |
| Japanischer Yen | 6 | - | 4 | - |
| Singapur-Dollar | - | - | - | - |
| Britisches Pfund | - | - | 1 | - |
| Devisenterminverträge Kauf | ||||
| US-Dollar | 23 | - | 60 | -2 |
| Japanischer Yen | 25 | - | 7 | - |
| Singapur-Dollar | 21 | - | 17 | - |
| Britisches Pfund | 5 | - | 5 | - |
| Malaysische Ringgit | 56 | - | 50 | 1 |
| Devisenoptionen Verkauf | ||||
| US-Dollar | - | - | 1.061 | 47 |
| Zins-Swap-Vereinbarungen | - | - | - | - |
| Sonstige | - | - | 3 | - |
| Gesamt | -5 | 66 |
Zur Sicherung signifikanter erwarteter US-Dollar-Zahlungseingänge aus operativer Tätigkeit schließt die Gesellschaft Geschäfte über derivative Finanzinstrumente, im Wesentlichen Devisentermin- und -optionsgeschäfte, ab. Im Geschäftsjahr 2010 hatte die Gesellschaft bestimmte Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen als Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen für sehr wahrscheinliche zukünftige Umsätze in US-Dollar bestimmt. Der beizulegende Zeitwert dieser Devisentermingeschäfte betrug zum 30. September 2010 €9 Millionen. Im Geschäftsjahr 2011 wurden Wertänderungen im beizulegenden Zeitwert von derivativen Finanzinstrumenten in Höhe von minus €2 Millionen in den anderen Rücklagen erfasst (Vorjahr: minus €18 Millionen) und plus €7 Millionen wurden in den Umsatzkosten erfasst (Vorjahr: minus €26 Millionen). Die Gesellschaft hat in den Geschäftsjahren 2010 und 2011 für diese Sicherungsbeziehungen keine Ineffektivitäten erfasst. Allerdings wurden bei der Beurteilung der Effektivität dieser Sicherungsbeziehungen die Differenz zwischen Kassa- und Terminkurs beziehungsweise der Zeitwert der Optionen nicht berücksichtigt und diesbezügliche Gewinne und Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten erfolgswirksam in den Umsatzkosten erfasst. Zum 30. September 2011 sind keine Devisentermingeschäfte als Cash-Flow-Sicherungsbeziehung bestimmt. Alle Devisentermingeschäfte, die als Cash-Flow-Sicherungsbeziehung bestimmt waren, hatten zum 30. September 2010 noch eine Restlaufzeit von nicht mehr als vier Monaten. Die Gesellschaft schließt Fremdwährungsderivate ab, um das Währungsrisiko erwarteter Zahlungseingänge auszugleichen. Erfüllen sie die Voraussetzungen zur Anwendung der Regelungen für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nicht, werden sie in jeder Berichtsperiode zu beizulegenden Zeitwerten bewertet und die unrealisierten Gewinne und Verluste sofort ergebniswirksam erfasst.
In den Geschäftsjahren 2011 und 2010 wurden keine Gewinne und Verluste aus den anderen Rücklagen erfolgswirksam erfasst, die daraus resultierten, dass Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen aufgehoben wurden, da der Eintritt der abgesicherten Transaktion als unwahrscheinlich anzunehmen war.
37 / MANAGEMENT FINANZIELLER RISIKEN
Die Gesellschaft ist aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielfalt von finanziellen Risiken ausgesetzt: Marktrisiken (einschließlich Währungsrisiken, Zinsrisiken und Preisrisiken), Kredit- beziehungsweise Bonitätsrisiken und Liquiditätsrisiken. Das Risikomanagement der Gesellschaft bezüglich finanzieller Risiken zielt grundsätzlich auf die Unsicherheit der zukünftigen Entwicklung der Finanzmärkte ab und soll deren mögliche negative Auswirkungen auf die Ertragslage der Gesellschaft begrenzen. Zur Begrenzung bestimmter Risiken, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist, nutzt sie derivative Finanzinstrumente. Das Risikomanagement wird durch eine zentrale "Finance and Treasury"-Abteilung ("FT") anhand von Richtlinien, die durch den Vorstand genehmigt wurden, vorgenommen. In enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten der Gesellschaft werden die finanziellen Risiken durch FT identifiziert, bewertet und abgesichert. Die Richtlinien von FT umfassen neben schriftlichen Grundsätzen bezüglich des allgemeinen Risikomanagements dokumentierte Vorgaben im Hinblick auf einzelne Bereiche, wie beispielsweise Währungsrisiken, Zinsänderungsrisiken, Kreditrisiken, den Einsatz derivativer und nicht derivativer Finanzinstrumente oder die Anlage freier Liquidität.
MARKTRISIKO
Das Marktrisiko ist definiert als das Verlustrisiko, das aus einer nachteiligen Veränderung der Marktpreise von Finanzinstrumenten resultiert. Unter das Marktrisiko werden auch das Währungsrisiko und Zinsrisiko subsumiert.
Im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist die Gesellschaft dem Marktrisiko in verschiedener Weise ausgesetzt, im Wesentlichen durch Änderungen von Fremdwährungskursen und Zinssätzen. Um diesem Risiko zu begegnen, schließt die Gesellschaft verschiedene derivative Finanzgeschäfte mit zahlreichen Vertragspartnern ab. Derivate werden ausschließlich zur Absicherung, nicht jedoch zu Handels- oder Spekulationszwecken verwendet.
WÄHRUNGSRISIKO
Das Währungsrisiko bedeutet, dass sich der beizulegende Zeitwert zukünftiger Zahlungen von Finanzinstrumenten aufgrund von Währungsschwankungen ändert.
Obgleich die Gesellschaft ihren Konzernabschluss in Euro aufstellt, fallen bedeutende Anteile der Umsatzerlöse wie auch der Entwurfs-, Entwicklungs-, Produktions- und Vermarktungskosten der Produkte in anderen Währungen, hauptsächlich in US-Dollar, an. Schwankungen der Wechselkurse dieser Währungen im Vergleich zum Euro hatten in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 Auswirkungen auf die Ergebnisse der Gesellschaft.
Die Unternehmensführung hat Richtlinien erlassen, welche die einzelnen Unternehmen der Gesellschaft verpflichten, die Währungsrisiken gegenüber ihrer funktionalen Währung zu steuern. Zur Ermittlung der Währungsrisiken erstellen die Konzerngesellschaften monatlich eine rollierende währungsfeine Finanzplanung. Die daraus ermittelten Netto-Währungspositionen müssen gesichert werden. Dies erfolgt i.d.R. durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften mit FT.
Die Geschäftspolitik der Gesellschaft zur Begrenzung kurzfristiger Fremdwährungsrisiken sieht vor, mindestens 75 Prozent des erwarteten Netto-Cash-Flows über einen Zeitraum von zwei Monaten, mindestens 50 Prozent des erwarteten Netto-Cash-Flows im dritten Monat und, in Abhängigkeit von der Art des Grundgeschäfts, einen Anteil in nachfolgenden Zeiträumen abzusichern. Ein Teil des Fremdwährungsrisikos bleibt aufgrund des Unterschieds zwischen tatsächlichen und erwarteten Beträgen bestehen. Die Gesellschaft ermittelt dieses Restrisiko auf Basis des Kapitalflusses unter Berücksichtigung der Bilanzposten, von eingegangenen oder vergebenen Aufträgen sowie auf Basis aller anderen geplanten Einnahmen und Ausgaben.
In den Geschäftsjahren 2011 und 2010 hat die Gesellschaft Nettogewinne beziehungsweise Nettoverluste aus Fremdwährungssicherungsgeschäften und Fremdwährungstransaktionen in Höhe von plus €15 Millionen und minus €28 Millionen im Konzernjahresüberschuss erfasst.
Die folgende Tabelle stellt die Auswirkungen einer Änderung des Wechselkurses um 10 Prozent für die fortgeführten Aktivitäten zum 30. September 2011 und 2010 auf die wesentlichen Währungen dar:
| € in Millionen | Konzern-Gewinn-und- Verlust-Rechnung | Eigenkapital | ||
|---|---|---|---|---|
| +10% | -10% | +10% | -10% | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| 30. September 2010 | ||||
| EUR/USD | -11 | 14 | 11 | -14 |
| EUR/MYR | - | -2 | - | - |
| EUR/YEN | 1 | -1 | - | - |
| EUR/SGD | - | - | - | - |
| 30. September 2011 | ||||
| EUR/USD | -10 | 13 | - | - |
| EUR/MYR | -2 | 3 | - | - |
| EUR/YEN | - | 1 | - | - |
| EUR/SGD | -1 | 1 | - | - |
ZINSRISIKO
Entsprechend IFRS 7 ist das Zinsrisiko definiert als das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts oder zukünftiger Zahlungen eines Finanzinstruments aufgrund von Zinssatzänderungen.
Die Zinsrisikopositionen der Gesellschaft resultieren aus Geldanlageinstrumenten sowie Finanzverbindlichkeiten, die sich aus Wertpapieremissionen und Kreditaufnahmen zusammensetzen. Vor dem Hintergrund der hohen Zyklizität des Kerngeschäfts sowie zur Erhaltung hoher operativer Flexibilität hält die Gesellschaft einen vergleichsweise hohen Kassenbestand, der in Instrumente mit kurzer Zinsbindungsdauer angelegt wird. Diese Vermögenswerte werden hauptsächlich mit Vertragslaufzeiten zwischen einem und zwölf Monaten zu kurzfristig erzielbaren Zinssätzen angelegt. Das damit einhergehende Zinsrisiko wird in gewissem Umfang durch Finanzverbindlichkeiten kompensiert, die zu einem Teil variabel verzinslich sind.
Zur Reduzierung des verbleibenden Netto-Zinsänderungsrisikos kann die Gesellschaft Zinsderivate, wie zum Beispiel Zins-Swaps, nutzen, um die aktivische und passivische Zinsbindungsdauer einander anzunähern.
Gemäß IFRS 7 ist eine Sensitivitätsanalyse zu erstellen, welche die Auswirkungen möglicher Änderungen der Marktzinsen auf das Ergebnis sowie das Eigenkapital darstellt. Die Gesellschaft nutzt hierfür die Iterationsmethode. Die Gesellschaft hält weder festverzinsliche finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet noch bilanziert sind. Im Hinblick auf festverzinsliche, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte hätte eine Zinssatzänderung um 100 Basispunkte am Bilanzstichtag zu einer Erhöhung beziehungsweise Verminderung des Eigenkapitals um €0 Millionen zum 30. September 2011 beziehungsweise um €0,5 Millionen zum 30. September 2010 geführt.
Änderungen der Marktzinssätze wirken sich auf die Zinserträge und -aufwendungen variabel verzinslicher Finanzinstrumente und Zahlungen aus. Unter der Annahme einer Änderung des Marktzinssatzes um 100 Basispunkte wäre das Zinsergebnis um €1 Million beziehungsweise €1,5 Millionen im Geschäftsjahr 2011 und 2010 höher oder niedriger ausgefallen.
SONSTIGE PREISRISIKEN
IFRS 7 definiert das sonstige Preisrisiko als das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Zahlungen eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken können (bei denen es sich nicht um jene handelt, die sich aus dem Zinsrisiko oder dem Wechselkursrisiko ergeben), und zwar unabhängig davon, ob diese Änderungen durch Faktoren verursacht werden, die für jedes einzelne Finanzinstrument oder seinen Emittenten spezifisch sind, oder durch Faktoren, die alle ähnlichen auf dem Markt gehandelten Finanzinstrumente betreffen.
Infineon hält Finanzinstrumente, welche Preisrisiken ausgesetzt sind. Eine Änderung der relevanten Marktpreise um jeweils 5 Prozent hätte eine Ergebnisauswirkung von €0,1 Millionen beziehungsweise €0,1 Millionen in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 gehabt.
Weiterhin ist die Gesellschaft aufgrund ihrer Abhängigkeit von verschiedenen Materialien Preisrisiken ausgesetzt. Die Gesellschaft versucht, diese Risiken durch ihre Einkaufsstrategie (einschließlich des Warenbezugs bei unterschiedlichen Anbietern, soweit möglich) und betriebliche Maßnahmen zu minimieren. Nach diesen erwähnten Maßnahmen schließt die Gesellschaft keinerlei derivative Finanzinstrumente ab, um das verbleibende Risiko aus einer Schwankung der Rohstoffpreise zu begrenzen.
KREDITRISIKO
Ein Kreditrisiko entsteht, wenn ein Kunde oder eine andere Gegenpartei eines Finanzinstruments nicht den vertraglichen Verpflichtungen nachkommt.
Die Gesellschaft ist diesem Risiko infolge ihrer laufenden Geschäftstätigkeit, ihrer Finanzmittelanlage und bestimmter Finanzierungsaktivitäten ausgesetzt. Die Kreditrisiken der Gesellschaft resultieren im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmitteläquivalenten, ihren Finanzinvestments sowie aus Fremdwährungsderivaten. Ohne Berücksichtigung etwaiger zusätzlicher Sicherheiten entspricht der Buchwert der Finanzinvestments, der Zahlungsmitteläquivalente sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dem maximalen Kreditrisiko.
Das Kreditrisiko bei Forderungen ist aufgrund der großen Anzahl sowie wegen der regionalen Verteilung der Kunden begrenzt. Die Gesellschaft steuert Kreditrisiken durch Kundengenehmigungen, Kreditlimits und Überwachungsprozesse sowie umfassende Kreditprüfung aller wesentlichen Kunden. Gemäß den Richtlinien des Konzerns werden neue Kunden auf ihre Bonität geprüft. Außerdem bestehen für den einzelnen Kunden Kreditlimits. Bonität und Kreditlimits werden ständig überwacht. Andere Aktivitäten zur Senkung des Kreditausfallrisikos beinhalten Eigentumvorbehaltsklauseln. Trotz kontinuierlicher Überwachungen kann die Gesellschaft die Möglichkeit eines Verlustes aus einem Kreditausfall einer der Vertragsparteien nicht im vollen Umfang ausschließen. Währungs- und Zinssicherungsgeschäfte sowie die Anlage flüssiger Mittel in Zahlungsmitteläquivalente und Finanzinvestments werden von der Konzern-Treasury-Abteilung weltweit mit großen Kreditinstituten mit hoher Kreditwürdigkeit getätigt. Infineon arbeitet ausschließlich mit Kreditinstituten zusammen, die ein Langfristrating von mindestens A Flat (Standard & Poor's) oder ein vergleichbares Rating einer anderen führenden Ratingagentur haben. Zusätzlich werden die Credit Default Swap-Prämien der Kreditinstitute wöchentlich überprüft. Hier werden verschiedene Schwellenwerte beachtet. Liegt der CDS des Kreditinstituts unterhalb der ersten Schwelle, werden im Rahmen des definierten Limits Geschäfte getätigt. Überschreitet der CDS die erste Schwelle, werden keine neuen Geschäfte mehr abgeschlossen. Bei Überschreiten eines weiteren Schwellenwertes werden bestehende Geschäfte mit dem Kreditinstitut überprüft und eventuell vorzeitig aufgelöst.
Die Gesellschaft hat ihre Geldanlagen auf mehr als 10 Kreditinstitute verteilt. Zum 30. September 2011 war kein Kreditinstitut für mehr als 15 Prozent der Geldanlagen verantwortlich. Daraus resultiert ein maximales Risiko von €400 Millionen bei Ausfall eines einzelnen Kreditinstituts. Zudem hielt die Gesellschaft derivative Finanzinstrumente mit einem positiven beizulegenden Zeitwert von €2 Millionen.
FINANZIERUNGS- UND LIQUIDITÄTSRISIKO
Das Finanzierungs- und Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass ein Unternehmen Schwierigkeiten bei der Erfüllung seiner sich aus den finanziellen Verbindlichkeiten ergebenden Verpflichtungen hat.
Liquiditätsrisiken könnten aus einem potenziellen Unvermögen der Gesellschaft resultieren, fällige finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen. Das Liquiditätsmanagement der Gesellschaft sieht vor, im Wesentlichen ausreichende Zahlungsmittelbestände und kurzfristig verfügbare Finanzmittel vorzuhalten und zusätzlich die Verfügbarkeit einer Finanzierung durch adäquate zugesagte Kreditmittel sowie Marktpositionen erschließen zu können. Infolge der Dynamik der zugrunde liegenden Geschäfte erhält die Gesellschaft die Flexibilität hinsichtlich der Finanzierung durch die stetige Verfügbarkeit zugesicherter Kreditlinien aufrecht.
Nachfolgende Tabelle zeigt die Fälligkeitsstruktur nicht derivativer Finanzverbindlichkeiten sowie eine Analyse der Zahlungsmittelabflüsse aus derivativen Finanzinstrumenten mit negativen beizulegenden Zeitwerten. Die Tabelle stellt die jeweiligen vertraglichen undiskontierten Zahlungen aus Finanzverbindlichkeiten dar. Zahlungen werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem die Gesellschaft Vertragspartner eines Finanzinstruments geworden ist. Beträge in Fremdwährung sind mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Die Beträge in Bezug auf variabel verzinsliche Finanzinstrumente sind unter Verwendung der Zinssätze der letzten Zinsfestsetzung vor dem 30. September 2011 ermittelt. Zahlungsausgänge, die jederzeit geleistet werden können, sind dem Zeitraum zugeordnet, zu dem die früheste Tilgung möglich ist.
| € in Millionen | Vertragliche Cash-Flows | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 1.258 | 969 | 118 | 157 | 10 | 4 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Mittelabflüsse | -216 | -216 | - | - | - | - |
| Mittelzuflüsse1 | 210 | 210 | - | - | - | - |
| Gesamt | 1.252 | 963 | 118 | 157 | 10 | 4 |
| € in Millionen | danach |
|---|---|
| Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | |
| Mittelabflüsse | - |
| Mittelzuflüsse1 | - |
| Gesamt | - |
1 Mittelzuflüsse aus derivativen Finanzverbindlichkeiten werden gezeigt, sofern diese bei Erfüllung des Instruments anfallen, um sämtliche vertraglichen Zahlungen darzustellen.
38 / RECHTLICHE RISIKEN
RECHTSSTREITIGKEITEN UND STAATLICHE UNTERSUCHUNGSVERFAHREN
WETTBEWERBSRECHTLICHE VERFAHREN
Im September 2004 hat die Gesellschaft mit der Kartellabteilung des US-Bundesjustizministeriums in Verbindung mit deren Untersuchung möglicher Verletzungen US-amerikanischer Kartellgesetze in der DRAM-Industrie ein sogenanntes Plea-Agreement abgeschlossen. Bei US-Bundes- und einzelstaatlichen Gerichten sind mehrere Sammelklagen gegen die Gesellschaft und ihre US-Tochtergesellschaft Infineon Technologies North America Corp. ("IF North America") und weitere DRAM-Hersteller von indirekten DRAM-Erwerbern, Generalstaatsanwälten verschiedener US-amerikanischer Bundesstaaten und Gebiete, kalifornischer Schulen, politischer Unterabteilungen und staatlicher Stellen eingereicht worden. In den Klagen wird unter anderem die Verletzung von bundes- und einzelstaatlichen Kartellgesetzen und einzelstaatlichen Wettbewerbsgesetzen hinsichtlich des Verkaufs und der Preisgestaltung von DRAM-Produkten zu bestimmten Zeiträumen beginnend 1998 bis spätestens Juni 2002 behauptet. Mit den Klagen werden der tatsächliche Schaden sowie dreifacher Schadenersatz in unspezifizierter Höhe, Anwaltskosten und sonstige Kosten sowie eine Unterlassungsverfügung gegen das angeblich rechtswidrige Verhalten geltend gemacht.
Die Gesellschaft hat eine Vergleichsvereinbarung zur Beilegung dieser Rechtsstreitigkeiten geschlossen, die bestimmten Bedingungen unterliegt. Im Rahmen dieses Vergleichs hat die Gesellschaft ca. US$29 Millionen auf ein Treuhandkonto gezahlt. Nach Zustimmung des Gerichts wird die Gesellschaft von Forderungen der Generalstaatsanwälte und solcher Mitglieder der Klasse indirekter Kunden befreit, die sich nicht für einen Austritt aus der Klasse und damit aus dieser Vergleichsvereinbarung entscheiden sollten. Bis zur Zustimmung des Gerichts zu dieser Vergleichsvereinbarung besteht das Risiko, dass Mitglieder der Klasse sich für einen Austritt aus der Klasse entscheiden.
Zwischen Dezember 2004 und Februar 2005 wurden zwei Sammelklagen gegen die Gesellschaft, IF North America und andere DRAM-Hersteller in der kanadischen Provinz Québec und je eine Sammelklage in den Provinzen Ontario und British Columbia im Namen aller direkten und aller indirekten Kunden eingereicht, die in Kanada ansässig sind und im Zeitraum zwischen Juli 1999 und Juni 2002 direkt oder indirekt DRAM-Produkte erworben hatten. In den Klagen werden jeweils Schadenersatz, Untersuchungs- und Verwaltungskosten sowie Zinsen, Gerichts- und Anwaltskosten geltend gemacht. Die Kläger tragen in erster Linie rechtswidrige Absprachen zur Wettbewerbsbeschränkung sowie unerlaubte Preisabsprachen im Hinblick auf DRAM-Preise vor.
Die gebildeten Rückstellungen in den oben genannten zivilrechtlichen Kartellverfahren umfassen Rechtskosten und nur solche Verpflichtungen und Risiken, von denen die Gesellschaft annimmt, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die zum jetzigen Zeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden können. Jegliche Offenlegung einer Schätzung der Gesellschaft zum möglichen Ausgang dieser Verfahren könnte die Position der Gesellschaft in diesen Verfahren ernsthaft beeinträchtigen.
SONSTIGE STAATLICHE ERMITTLUNGSVERFAHREN
Im Oktober 2008 hat die Gesellschaft erfahren, dass die Europäische Kommission bezüglich des Geschäftssegments Chip Card & Security der Gesellschaft ein Untersuchungsverfahren wegen möglicher Verstöße gegen Wettbewerbsgesetze eingeleitet hat. Im September und Oktober 2009 haben die Gesellschaft und ihre französische Tochtergesellschaft schriftliche Auskunftsersuchen der Europäischen Kommission erhalten. Die Gesellschaft kooperiert mit der Kommission bei der Beantwortung der gestellten Fragen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann kein Betrag eines möglichen Bußgeldes als möglicher Ausgang dieser Untersuchung sinnvoll beziffert werden.
Am 21. Juni 2010 hat das brasilianische Justizministerium (Abteilung Wirtschaftsrecht) ("SDE") bekannt gegeben, dass es eine Untersuchung im Hinblick auf mögliche kartellrechtswidrige Aktivitäten in der DRAM-Industrie eingeleitet hat. Die Bekanntgabe der SDE nennt das Unternehmen, mehrere andere DRAM-Hersteller und diverse leitende Angestellte als Verfahrensbeteiligte und stellt klar, dass sich die Untersuchung auf den Zeitraum von Juli 1998 bis Juni 2002 konzentriert. Die Bekanntmachung der SDE basiert auf den durchgeführten Kartellverfahren in den USA und in Europa. Die gebildeten Rückstellungen umfassen Rechtskosten und nur solche Verpflichtungen und Risiken, von denen die Gesellschaft annimmt, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die zum jetzigen Zeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden können. Jegliche Offenlegung einer Schätzung der Gesellschaft zum möglichen Ausgang dieser Verfahren könnte die Position der Gesellschaft in diesen Verfahren ernsthaft beeinträchtigen.
WERTPAPIERRECHTLICHE VERFAHREN
Zwischen September und November 2004 wurden im Namen einer Gruppe von Investoren, die öffentlich gehandelte Aktien der Gesellschaft zwischen März 2000 und Juli 2004 erworben haben, sieben Wertpapiersammelklagen gegen die Gesellschaft und gegenwärtige oder ehemalige Vorstandsmitglieder vor US-amerikanischen Bezirksgerichten eingereicht, die später am Bezirksgericht für Nordkalifornien zusammengefasst wurden. Die konsolidierte und ergänzte Klage behauptet Verstöße gegen US-Wertpapiergesetze und enthält den Vorwurf, dass die Beklagten sachlich falsche und irreführende öffentliche Angaben über vergangene und erwartete Geschäftsergebnisse der Gesellschaft und ihre Wettbewerbssituation gemacht hätten, weil sie die angebliche Beteiligung der Gesellschaft an wettbewerbswidrigen Preisabsprachen im Hinblick auf DRAM-Speicherprodukte nicht offengelegt hätten. In der Klage wird weiter behauptet, dass die Beklagten durch diese Preisabsprachen den Preis der Aktien der Gesellschaft manipuliert und dadurch ihre Aktionäre geschädigt hätten.
Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2011 einer Vergleichsvereinbarung zur Beilegung dieses Rechtsstreits zugestimmt, die bestimmten Bedingungen unterliegt. Im Rahmen dieses Vergleichs hat die Gesellschaft US$6,2 Millionen bezahlt und diesen Betrag im August 2011 auf ein Treuhandkonto eingezahlt. Nach Zustimmung des Gerichts wird die Gesellschaft von den Forderungen solcher Mitglieder der Klasse befreit, die sich nicht für einen Austritt aus der Klasse und damit aus dieser Vergleichsvereinbarung entscheiden. Die D&O-Versicherer der Gesellschaft haben die Deckung der Gesellschaft und ihrer Organe für die oben beschriebenen Wertpapiersammelklagen abgelehnt. Daraufhin hat die Gesellschaft im Dezember 2005 und im August 2006 Deckungsklage gegen die Versicherer eingereicht. Die Klage gegen einen der Versicherer wurde im Mai 2007 endgültig abgewiesen. Die Gesellschaft hat sich mit dem anderen Versicherer im Grundsatz auf einen Vergleich geeinigt.
PATENTRECHTLICHE VERFAHREN
Die CIF Licensing LLC ("CIF") - eine Konzerngesellschaft der General-Electric-Unternehmensgruppe - reichte im Oktober 2007 vor dem Landgericht Düsseldorf Patentverletzungsklage ein gegen die Deutsche Telekom AG wegen der Verletzung von vier europäischen Patenten in Deutschland durch CPE-Modems und ADSL-Systeme ("CIF-Klage"). Die Deutsche Telekom hat ihren Zulieferern - darunter auch Kunden der Gesellschaft - mitgeteilt, dass eine mögliche Feststellung der Patentverletzung durch das Landgericht auch gegenüber den Zulieferern bindend ist. Die Gesellschaft ist im Januar 2008 dem Verfahren auf Seiten der Deutschen Telekom beigetreten. CIF hat die Gesellschaft daraufhin wegen mittelbarer Patentverletzung aus einem der vier europäischen Patente verklagt. Die Gesellschaft hat sich einer Verteidigungsgemeinschaft angeschlossen, der die Deutsche Telekom, die meisten ihrer Zulieferer und die meisten von deren Zulieferern angehören. Nach Maßgabe der bestehenden Kundenverträge ist die Gesellschaft verpflichtet, ihre Kunden unter bestimmten Umständen freizustellen und/oder Schadenersatz zu leisten. Im Juli 2008 haben die Deutsche Telekom, die Gesellschaft und die anderen Beklagten gegen alle vier Patente Nichtigkeitsklage beim Bundespatentgericht in München eingereicht. Im Oktober 2008 hat CIF vor dem Landgericht Düsseldorf auch gegen die Arcor GmbH & Co. KG, die Hansenet Telekommunikation GmbH und die United Internet AG (alle drei nachfolgend "neue Beklagte") Patentverletzungsklagen aus denselben vier europäischen Patenten erhoben. Die neuen Beklagten haben ihre Zulieferer von der Klage in Kenntnis gesetzt. Das Bundespatentgericht hat am 15. Dezember 2010 und am 26. Januar 2011 jeweils ein Patent für nichtig erklärt. Gegen beide Nichtigkeitsurteile hat CIF Berufung eingelegt. Das Bundespatentgericht in München hat den Verhandlungstermin für das dritte der vier Patente auf Ende November 2011 angesetzt. Die Verfahrensbeteiligten haben im Oktober 2011 einen Vergleich abgeschlossen, der vorsieht, dass die Verfahrensbeteiligten ihre anhängigen Klagen vollständig zurücknehmen. Infineon sowie weitere Verfahrensbeteiligte erhalten an den vier Patenten, die Gegenstand der CIF-Klage waren, und sämtlichen weltweit dazugehörenden Patenten eine Lizenz. Ein finanzieller Ausgleich für diese Lizenz ist von keinem der Verfahrensbeteiligten zu leisten.
Im November 2008 hat die Volterra Semiconductor Corporation ("Volterra") Klage gegen Primarion, Inc., eine Tochtergesellschaft der Gesellschaft, die Gesellschaft und IF North America ("die Beklagten") wegen angeblicher Verletzung von fünf US-Patenten durch Produkte, die von Primarion angeboten werden, bei dem US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens eingereicht, worin Volterra Schadenersatz, erhöhten Schadenersatz für angebliche absichtliche Verletzung und eine gerichtliche Unterlassungsverfügung verlangt. Volterra zog später ein Patent zurück; vier Patente verbleiben im Verfahren. Im Mai 2011 hat das Gericht entschieden, dass zwei Patente verletzt sind. Diese Entscheidung war von der Gesellschaft erwartet worden, dementsprechend hat sie sich auf die Berufung vorbereitet und Rückstellungen für Rechtskosten und solche Verpflichtungen und Risiken gebildet, von denen die Gesellschaft annimmt, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die zum jetzigen Zeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden können. Der Fall ist nun in der Schadensbestimmungsphase. Der entsprechende Jury Trial bezüglich Feststellung von Schaden und absichtlicher Verletzung ist derzeit für Juni 2012 angesetzt. Das Verfahren wird unter Umständen im Dezember 2011 auch bezüglich der übrigen zwei Patente fortgeführt werden. Jegliche Offenlegung einer Schätzung der Gesellschaft zum möglichen Ausgang dieser Verfahren könnte die Position der Gesellschaft in diesen Verfahren ernsthaft beeinträchtigen. Es gibt keine Sicherheit, dass die erfassten Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit diesem Rechtsstreit entstehen könnten. Im Januar 2010 hat die Gesellschaft ihrerseits Klage gegen Volterra vor dem US-Bezirksgericht für den Bezirk von Delaware wegen der Verletzung von vier US-Patenten der Gesellschaft erhoben; das Verfahren ist bis zur Entscheidung des kalifornischen Verfahrens ausgesetzt.
Im April 2011 hat die NPE ("non practicing entity") Stragent LLC die Gesellschaft zusammen mit weiteren 25 Parteien wegen Patentverletzung im US-Bezirksgericht für den östlichen Bezirk von Texas verklagt. Bis heute hat die Klägerin noch keine rechtlich bindende anerkannte Zustellung der Klage an die Infineon Technologies AG durchgeführt. Die Beklagten, an die bereits zugestellt wurde, bestreiten jegliche Haftung, unter anderem auf Basis von Nichtverletzung, Ungültigkeit und Nichtdurchsetzbarkeit sowie anderen Klageeinwänden. Jegliche Offenlegung einer Schätzung der Gesellschaft zum möglichen Ausgang dieses Verfahrens könnte die Position der Gesellschaft in diesem Verfahren ernsthaft beeinträchtigen.
Im April 2011 hat die Gesellschaft die Atmel Corporation auf die Verletzung von elf Patenten im US-Bezirksgericht für den Bezirk Delaware verklagt. Im Juli 2011 antwortete Atmel, indem sie jegliche Haftung bestreitet, und verklagte die Gesellschaft für die angebliche Verletzung von sechs ihrer Patente sowie Verletzung einer Geheimhaltungsvereinbarung, die die Parteien angeblich während vorhergehenden Verhandlungen bezüglich einiger der Klagepatente abgeschlossen hatten. Jegliche Offenlegung einer Schätzung der Gesellschaft zum möglichen Ausgang dieser Verfahren könnte die Position der Gesellschaft in diesen Verfahren ernsthaft beeinträchtigen.
VORGÄNGE IM ZUSAMMENHANG MIT QIMONDA
Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Mai 2006 wurden alle wesentlichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Geschäftsaktivitäten, die dem Speichergeschäft (Memory Products) zuzuordnen waren, ausgegliedert und im Wege der Sacheinlage in die Qimonda AG ("Qimonda") eingebracht. Im Zuge der rechtlichen Verselbstständigung wurden neben dem Ausgliederungs- und Einbringungsvertrag vom 25. April 2006 verschiedene Dienstleistungsverträge mit Qimonda abgeschlossen. Am 23. Januar 2009 hat Qimonda beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Neben Qimonda haben auch verschiedene in- und ausländische Tochtergesellschaften von Qimonda Insolvenz angemeldet, insbesondere die Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG ("Qimonda Dresden") und die Qimonda Flash GmbH ("Qimonda Flash").
Aus der Insolvenz von Qimonda, Qimonda Dresden und Qimonda Flash haben sich verschiedene Streitigkeiten zwischen dem Insolvenzverwalter dieser Gesellschaften und Infineon entwickelt, die teilweise bereits gerichtlich anhängig sind. Der Insolvenzverwalter und Infineon sind in Gesprächen und bemühen sich um eine einvernehmliche Gesamtlösung.
GERICHTLICHE AUSEINANDERSETZUNGEN
Angebliche wirtschaftliche Neugründung
Im November 2010 hat der Insolvenzverwalter beim Landgericht München I Klage gegen Infineon eingereicht. Er beantragt festzustellen, dass Infineon verpflichtet sei, die Unterbilanz von Qimonda auszugleichen, die im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen von Qimonda bestand. D.h. Qimonda denjenigen Betrag zu erstatten, um den das tatsächliche Gesellschaftsvermögen von Qimonda im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hinter dem Betrag des Grundkapitals von Qimonda zurückbleibt. Der Insolvenzverwalter ist der Auffassung, dass es sich bei der Aufnahme der operativen Tätigkeit durch Qimonda um eine von der Rechtsprechung sogenannte wirtschaftliche Neugründung handele, die nicht formgerecht offengelegt worden sei. Folge einer nicht offengelegten wirtschaftlichen Neugründung sei, dass der Gründer, also Infineon, für die Unterbilanz zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung hafte. Mit der Klage soll eine grundsätzliche Zahlungsverpflichtung von Infineon festgestellt werden, da sich der Insolvenzverwalter nicht in der Lage sieht, die Höhe seines vermeintlichen Anspruchs zum jetzigen Zeitpunkt konkret zu beziffern. Eine erste mündliche Verhandlung findet im Januar 2012 statt.
Fortbestand der Nutzungsrechte von Infineon und den Lizenznehmern von Infineon an den auf Qimonda übertragenen Patenten
Im Zuge der Einbringung des Speichergeschäftes hat Infineon zahlreiche Patente auf Qimonda übertragen und sich im Einbringungsvertrag Nutzungsrechte an diesen Patenten zurückbehalten. Der Einbringungsvertrag enthält außerdem Regelungen über wechselseitige Lizenzierungen. Der Insolvenzverwalter hat für diese Vereinbarung das Wahlrecht der Nichterfüllung geltend gemacht. Sollte diese Nichterfüllungswahl rechtlich Bestand haben, wären die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften an Patenten, die die Gesellschaft im Wege der Einbringung auf Qimonda übertragen hat, als auch an Patenten, die von Qimonda nach der Ausgliederung selbst angemeldet wurden, nicht mehr lizenziert. Als Folge könnte die Gesellschaft diese Patente unter anderem möglicherweise nicht mehr vollständig an Dritte unterlizenzieren. Dies könnte auch Vertragspartner der Gesellschaft betreffen, mit denen die Gesellschaft Patentlizenzaustauschverträge abgeschlossen hat, und möglicherweise Schadenersatzansprüche gegen die Gesellschaft auslösen.
Im Januar 2011 hat die Gesellschaft in dieser Angelegenheit beim Landgericht München I eine Feststellungsklage gegen den Insolvenzverwalter eingereicht. Mit der Klage soll gerichtlich festgestellt werden, dass die Nutzungsrechte von Infineon und seinen Lizenznehmern an dem oben genannten geistigen Eigentum der Qimonda-Gruppe weiterhin Bestand haben. Eine erste mündliche Verhandlung fand im November 2011 statt.
Im Oktober 2009 hat der Insolvenzverwalter beim US Bankruptcy Court für den Eastern District of Virginia beantragt festzustellen, dass Nutzungsrechte unter US Patenten von Qimonda nicht unter eine Schutzvorschrift des US Insolvenzrechts fallen, wonach solche Nutzungsrechte trotz Insolvenz des Lizenzgebers fortbestehen. Der Insolvenzverwalter stützt sich dabei auf die Ansicht, dass der gesetzliche Schutz von Lizenzen in der Insolvenz nach Section 365(n) des US Bankruptcy Codes nur für US Insolvenzverfahren gelte, nicht aber für ausländische (hier deutsche) Insolvenzverfahren. Infineon und weitere Halbleiterhersteller haben Widerspruch gegen diesen Antrag eingelegt.
Nachdem der US Bankruptcy Court dem Antrag des Insolvenzverwalters im November 2009 stattgegeben hatte, verwies der US District Court für den Eastern District of Virginia die Klage im Juli 2010 an den US Bankruptcy Court mit der Auflage zurück, die berechtigten Interessen der Lizenznehmer und die der Insolvenzgläubiger vor dem Hintergrund des Zweckes der gesetzlichen Regelung eingehend abzuwägen. Im Oktober 2011 entschied der US Bankruptcy Court nach sorgfältiger Abwägung der Interessen der Parteien, dass der gesetzliche Schutz nach Section 365(n) des US Bankruptcy Codes auf Qimondas US Patente Anwendung findet, die Nutzungsrechte an diesen Patenten also Bestand haben. Der Insolvenzverwalter hat gegen die Entscheidung des U.S. Bankruptcy Courts am 11. November 2011 Berufung eingelegt.
AUSSERGERICHTLICH GELTEND GEMACHTE ANSPRÜCHE
Inotera
Qimonda hat im Oktober 2008 eine Beteiligung an dem Joint Venture Inotera Memories, Inc. ("Inotera") an Micron Technology, Inc. ("Micron") für US$400 Millionen verkauft. Der Insolvenzverwalter hat den Verkauf inzwischen gegenüber Micron insolvenzrechtlich angefochten und Micron vor dem Landgericht München I verklagt. In kurzen Schreiben vom April und August 2010 hat der Insolvenzverwalter angedeutet, dass er möglicherweise im Zusammenhang mit dem Verkauf der Inotera Beteiligung auch Ansprüche aus Konzernhaftung gegen Infineon sieht. Der Insolvenzverwalter hat in diesen Schreiben die angeblichen Ansprüche gegen Infineon bislang nicht näher substantiiert.
Bewertung der Sacheinlage
Mit Schreiben vom August 2011 hat der Insolvenzverwalter unbezifferte Ansprüche gegen Infineon aus der im April 2006 bei Qimonda beschlossenen Kapitalerhöhung geltend gemacht. Das Grundkapital von Qimonda wurde dabei gegen Sacheinlage des Speichergeschäfts um insgesamt €600 Millionen erhöht. Der Insolvenzverwalter behauptet, die Sacheinlage im Rahmen der Kapitalerhöhung sei überbewertet und damit der Gegenwert (geringster Ausgabebetrag) der gezeichneten Aktien nicht geleistet gewesen.
Dies steht im Widerspruch zu zwei Wertgutachten, die in Vorbereitung der Kapitalerhöhung von unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften angefertigt wurden; und zwar von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Auftrag von Infineon und von der anderen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als gerichtlich bestellter Sacheinlage- und Nachgründungsprüferin. In ihrem Wertgutachten kommt die von Infineon beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu dem Ergebnis, dass der Wert des eingebrachten Geschäftsbereichs den geringsten Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien um ein Vielfaches überstieg. Die gerichtlich bestellte Sacheinlage- und Nachgründungsprüferin hat dem Gericht bestätigt, dass der geringste Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien durch den Wert der Sacheinlagen gedeckt sei.
Weitere vom Insolvenzverwalter geltend gemachte Ansprüche
Der Insolvenzverwalter hat im letzten Quartal des Geschäftsjahrs 2011 erstmalig schriftlich, weitere Ansprüche gegen die Gesellschaft in den Raum gestellt.
Er behauptet zum einen, dass bestimmte Rechtsgeschäfte zwischen Qimonda und Infineon das aktienrechtliche Verbot der Einlagenrückgewähr verletzen würden, da diese marktunüblich und für Qimonda nachteilig gewesen seien. Weiterhin wird behauptet, Infineon habe als herrschendes Unternehmen Qimonda zu nachteiligen Rechtsgeschäften veranlasst, ohne diesen Nachteil ausgeglichen zu haben.
Zum anderen wird vom Insolvenzverwalter vorgebracht, dass hinsichtlich zahlreicher, im zeitlichen Zusammenhang mit der Einbringung des Speichergeschäfts in Qimonda zwischen dieser und Infineon abgeschlossener Verträge die aktienrechtlichen Nachgründungsvorschriften verletzt worden seien.
Daneben macht der Insolvenzverwalter für bestimmte Zahlungen von Qimonda an Infineon insolvenzrechtliche Anfechtungstatbestände geltend, da es sich um von Infineon gestundete Beträge gehandelt habe, Infineon zum Zeitpunkt der Zahlung bereits von der Zahlungsunfähigkeit von Qimonda gewusst habe oder ein Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung vorliegen würde.
Schließlich behauptet der Insolvenzverwalter, ihm stünden Ansprüche gegen Infineon zu, weil Qimonda von Infineon keine für ihr Überleben ausreichende Finanzierungsstruktur und Liquiditätsausstattung erhalten habe.
Prüfung dieser Ansprüche durch Infineon
Die vorgenannten angeblichen Ansprüche des Insolvenzverwalters wurden meist ohne konkrete Bezifferung vorgebracht und beschränken sich vielfach auf pauschale Darstellungen ohne nähere Substantiierung. Wir haben diese Ansprüche auf Basis unseres bisherigen Sachstandes in schriftlicher Form zurückgewiesen. Unsere Prüfung der Sach- und Rechtslage ist mit hohem Aufwand verbunden und noch nicht abgeschlossen. Nach dem bisherigen Ergebnis unserer Prüfung sehen wir für eine Vielzahl der vorgebrachten Ansprüche gute Argumente, uns im Falle einer gerichtlichen Geltendmachung dieser Ansprüche erfolgreich gegen diese zu verteidigen. Es verbleiben jedoch nicht unerhebliche Risiken und Unsicherheiten, da unter anderem zu einigen spezifischen Sachverhaltskonstellationen keine vergleichbare höchstrichterliche Rechtsprechung existiert.
Mündlich vorgebrachte Ansprüche des Insolvenzverwalters
Im Zusammenhang mit der Ausgliederung des Speichergeschäfts haben Infineon und Qimonda Verträge zur Trennung der IT-Systeme geschlossen. Der Insolvenzverwalter hat in einem Gespräch im Geschäftsjahr 2011 behauptet, beim Abschluss dieser Verträge seien die aktienrechtlichen Nachgründungsvorschriften verletzt worden. Zudem seien die Verträge marktunüblich gewesen. Der Insolvenzverwalter behauptet ferner, er habe Ansprüche gegen Infineon im Zusammenhang mit den bei der Ausgliederung des Speichergeschäfts von Qimonda mit Infineon abgeschlossenen (Unter-)Mietverträgen.
Insolvenz der Qimonda Dresden GmbH & Co. oHG
Infineon war bis zur Ausgliederung des Speichergeschäfts persönlich haftende Gesellschafterin von Qimonda Dresden. Bestimmte Altgläubiger haben deshalb sogenannte Nachhaftungsansprüche gegen Infineon. Diese kann nur der Insolvenzverwalter im Namen dieser Gläubiger geltend machen. Diese Ansprüche schließen, unter anderem, mögliche Rückzahlungen von öffentlichen Fördermitteln, Gewerbesteuerforderungen, Forderungen von Dienstleistern und Lieferanten, aber auch mitarbeiterbezogene Ansprüche wie Vergütungen und Sozialabgaben ein. Infineon und der Insolvenzverwalter haben sich am 7. Juli 2011 auf eine Rahmenvereinbarung zur geordneten Abarbeitung der Nachhaftungsfragen geeinigt. Infineon und der Insolvenzverwalter haben sich dabei auch darauf verständigt, dass Infineon in Höhe von 70 Prozent der Nachhaftungszahlungen als normaler, nicht nachrangiger Insolvenzgläubiger bei der Masse Regress nehmen kann. Mit einzelnen Nachhaftungsgläubigern konnten inzwischen Vergleiche erzielt werden.
Inanspruchnahmen durch Dritte, die im Zusammenhang mit der Qimonda Insolvenz stehen
Die Gesellschaft ist beklagte Partei in mehreren kartell- und einem wertpapierrechtlichen Verfahren. Qimonda ist verpflichtet, die Gesellschaft von Ansprüchen (einschließlich Aufwendungsersatz) im Zusammenhang mit diesen kartell- und wertpapierrechtlichen Verfahren insgesamt oder teilweise freizustellen. Durch die Insolvenz von Qimonda ist davon auszugehen, dass Qimonda den Freistellungsanspruch der Gesellschaft nicht erfüllen wird. Für weitere Informationen zu diesen Verfahren und deren potenzieller Auswirkung auf die Gesellschaft siehe vorheriger Abschnitt "Wettbewerbsrechtliche Verfahren".
Die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Dresden GmbH ("Infineon Dresden") sind Klagen von ungefähr 80 ehemaligen Infineon-Mitarbeitern ausgesetzt, die an Qimonda oder Qimonda Dresden im Rahmen der Ausgliederung transferiert wurden und die eine Wiederbeschäftigung durch die Gesellschaft verlangen. Bislang sind alle gerichtlichen Entscheidungen zugunsten der Gesellschaft oder Infineon Dresden ergangen.
Im April 2009 haben frühere Arbeitnehmer von Qimondas Tochtergesellschaften in den USA (die "Qimonda-Tochtergesellschaften") eine Klage gegen die Gesellschaft, IF North America und Qimonda AG im eigenen Namen und namens verschiedener Klägergemeinschaften vor dem U.S. Federal District Court in Delaware eingereicht. Die Klage bezieht sich auf die Beendigung der Arbeitsverhältnisse der Kläger im Zusammenhang mit der Insolvenz der Qimonda-Tochtergesellschaften und auf die Zahlung von Trennungsgeld und anderen Zuwendungen, die angeblich von den Qimonda-Tochtergesellschaften geschuldet werden. Der Rechtsstreit konnte mittlerweile durch Abschluss einer Vergleichsvereinbarung, die am 6. Oktober 2011 wirksam wurde, beigelegt werden und das Gericht hat die Klage vorbehaltslos abgewiesen.
Die Gesellschaft könnte weiteren Ansprüchen ausgesetzt sein, die aus Verträgen, Angeboten, nicht abgeschlossenen Transaktionen, fortbestehenden Verpflichtungen, Verbindlichkeiten, Risiken und anderen Verpflichtungen resultieren, die im Zusammenhang mit der Ausgliederung des Speichergeschäfts auf Qimonda übertragen wurden. Die Gesellschaft erwartet, dass Qimonda nicht in der Lage sein wird, seiner Freistellungsverpflichtung gegenüber der Gesellschaft in Bezug auf solche Ansprüche nachzukommen.
Rückstellungen
Die Gesellschaft erfasst Rückstellungen und Verbindlichkeiten für solche Verpflichtungen und Risiken, von denen die Gesellschaft zum jeweiligen Bilanzstichtag annimmt, dass sie wahrscheinlich eintreten können - das heißt, dass aus Sicht der Gesellschaft zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt überwiegende Gründe für eine Verpflichtung oder ein Risiko sprechen - und die Verpflichtung oder das Risiko zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden können.
Wie oben beschrieben, sieht sich die Gesellschaft im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren über das Vermögen von Qimonda sowie deren Tochtergesellschaften bestimmten Risiken ausgesetzt. Zum 30. September 2011 und zum 30. September 2010 hat die Gesellschaft daher im Zusammenhang mit einigen der oben genannten Sachverhalte Rückstellungen von €300 Millionen beziehungsweise €97 Millionen bilanziert. Zusätzlich waren zum 30. September 2010 Verbindlichkeiten von €21 Millionen erfasst. Die Erläuterung von konkret zurückgestellten Beträgen für einzelne Verpflichtungen und Risiken, die im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda stehen, könnte die rechtliche Position oder die Verhandlungsposition der Gesellschaft ernsthaft beeinträchtigen und erfolgt daher nicht.
Es gibt keine Sicherheit, dass die erfassten Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die sich im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda, insbesondere mit den oben dargestellten Angelegenheiten, ergeben können. Außerdem könnten möglicherweise Verpflichtungen und Risiken eintreten, die momentan nicht als wahrscheinlich angesehen werden und daher nicht von den Rückstellungen erfasst sind.
In jeder dieser Angelegenheiten überprüft die Gesellschaft fortlaufend die Begründetheit der geltend gemachten Ansprüche, setzt sich energisch gegen unbegründete Ansprüche zur Wehr und versucht, im Ermessen und besten Interesse der Gesellschaft, alternative Lösungsmöglichkeiten zu finden. Sollten die geltend gemachten Ansprüche Bestand haben, könnten erhebliche finanzielle Verpflichtungen für die Gesellschaft entstehen, welche einen negativen Einfluss auf das Geschäft und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben könnten.
SONSTIGES
Gegen die Gesellschaft laufen verschiedene andere Rechtsstreitigkeiten und Verfahren im Zusammenhang mit ihrer Geschäftstätigkeit. Diese können Produkte, Leistungen, Patente, Umweltangelegenheiten und andere Sachverhalte betreffen. Die Gesellschaft ist nach derzeitigem Kenntnisstand der Auffassung, dass aus dem Ausgang dieser übrigen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren kein wesentlicher negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten ist. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass dies in Zukunft anders bewertet werden muss und sich aus der Neubewertung der anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren eine wesentliche negative Beeinflussung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, insbesondere zum Zeitpunkt der Neubewertung, ergeben könnte.
RÜCKSTELLUNGEN UND MÖGLICHE AUSWIRKUNGEN DIESER VORGÄNGE
Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und sonstige ungewisse Rechtspositionen werden gebildet, wenn es wahrscheinlich ist, dass eine Verpflichtung entstanden ist, und der entsprechende Betrag zumindest annähernd geschätzt werden kann. Wenn sich der geschätzte Betrag der Verbindlichkeiten innerhalb einer Bandbreite bewegt und kein Betrag innerhalb der Bandbreite wahrscheinlicher ist als ein anderer geschätzter Betrag, wird der Mittelwert der Bandbreite zurückgestellt.
Sobald weitere Informationen verfügbar sind, wird eine mögliche Haftung erneut überprüft und, wenn notwendig, werden die Schätzungen entsprechend angepasst. Die in Bezug auf diese Vorgänge gebildeten Rückstellungen sind abhängig von künftigen neuen Entwicklungen oder veränderten Umständen in jedem der Vorgänge, welche erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben könnten.
Eine endgültige negative Entscheidung in jeder der oben beschriebenen Angelegenheiten könnte erhebliche finanzielle Verpflichtungen für die Gesellschaft begründen und andere negative Auswirkungen haben, was wiederum einen wesentlichen nachteiligen Einfluss auf das Geschäft und ihre Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben kann. In jeder dieser Angelegenheiten überprüft die Gesellschaft fortlaufend die Begründetheit der geltend gemachten Ansprüche, setzt sich energisch gegen diese zur Wehr und versucht, im Ermessen und besten Interesse der Gesellschaft, alternative Lösungsmöglichkeiten zu finden. Unabhängig von der Richtigkeit der Vorwürfe und dem Erfolg der genannten Klagen und anderen oben beschriebenen Angelegenheiten, können der Gesellschaft erhebliche Kosten im Zusammenhang mit der Verteidigung gegen die Vorwürfe oder mit deren gütlicher Erledigung entstehen, was erhebliche negative Auswirkungen auf ihre Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben kann.
39 / HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Haftungsverhältnisse
Haftungsverhältnisse betreffen potenzielle zukünftige Ereignisse, deren Eintritt zu einer Verpflichtung führen würde. Zum Bilanzstichtag werden diese als unwahrscheinlich angesehen, können aber nicht ausgeschlossen werden.
Die folgende Tabelle zeigt die Haftungsverhältnisse der Gesellschaft gegenüber Dritten zum 30. September 2011, ohne mögliche Verpflichtungen aus Rechtsstreitigkeiten:
| Zahlungen fällig in (€ in Millionen) | Gesamt | Weniger als 1 Jahr | 1 - 2 Jahren | 2 - 3 Jahren | 3 - 4 Jahren | 4 - 5 Jahren |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Garantien | 107 | 13 | 6 | 2 | 4 | 17 |
| Zahlungen fällig in (€ in Millionen) | 5 Jahren und länger |
|---|---|
| Garantien | 65 |
Auf Konzernebene hat die Gesellschaft zum 30. September 2011 gegenüber Dritten Garantien in Höhe von €107 Millionen ausgereicht. Garantien werden im Wesentlichen für Zahlungen auf Einfuhrzölle, für Mieten von Gebäuden und für Eventualverbindlichkeiten in Verbindung mit erhaltenen staatlichen Zuschüssen ausgegeben.
SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN UND ANDERE RISIKEN
Neben Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Haftungsverhältnissen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen. Diese resultieren insbesondere aus Leasing- und langfristigen Mietverträgen sowie aus unbedingten Abnahmeverpflichtungen, die im Nachfolgenden näher erläutert werden.
Die nicht abgezinsten künftigen Mindestleasing- und -mietzahlungen aus Operating-Leasing beliefen sich auf €532 Millionen (Vorjahr: €656 Millionen). Die entsprechenden Zahlungsverpflichtungen sind folgendermaßen fällig:
| Zahlungen fällig in (€ in Millionen) | Gesamt | Weniger als 1 Jahr | 1 - 2 Jahren | 2 - 3 Jahren | 3 - 4 Jahren | 4 - 5 Jahren |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zahlungen aus Leasingverträgen | 532 | 44 | 42 | 39 | 38 | 41 |
| Zahlungen fällig in (€ in Millionen) | 5 Jahren und länger |
|---|---|
| Zahlungen aus Leasingverträgen | 328 |
Aus Untermietverträgen werden zukünftige Einzahlungen von €90 Millionen erwartet.
Aus bereits erteilten Aufträgen für begonnene oder geplante Investitionsvorhaben in Sachanlagen (Bestellobligo) bestanden zum 30. September 2011 Verpflichtungen in Höhe von €379 Millionen (Vorjahr: €171 Millionen).
Das Bestellobligo für geplante Investitionsvorhaben in immaterielle Vermögenswerte zum 30. September 2011 betrug €39 Millionen (Vorjahr: €35 Millionen).
Im Zusammenhang mit der aktuellen Rohstoffversorgung bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen insbesondere für Wafer, strategische Rohstoffe, Halbleitervorprodukte, Strom und Gas. Hieraus ergeben sich per Saldo sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Mindestabnahmeverpflichtungen in Höhe von ungefähr €547 Millionen (Vorjahr: €504 Millionen). Die Laufzeit dieser Verträge liegt zwischen ein und fünf Jahren. Bezüge aus diesen Vereinbarungen werden entsprechend dem üblichen Geschäftsverlauf erfasst. Um der Nachfrage seitens ihrer Kunden nach ihren Produkten entsprechen zu können, überprüft die Gesellschaft regelmäßig den voraussichtlichen Einkaufsbedarf. Die Einkaufsverträge werden regelmäßig auf drohende Verluste überprüft, die eintreten können, falls die voraussichtlichen Bedarfsmengen unter die Bestellmengen beziehungsweise die Marktpreise unter die Vertragspreise fallen.
Die Gesellschaft erhält im Rahmen ihrer Investitionstätigkeit Zuwendungen in Form von Zuschüssen und Zulagen der öffentlichen Hand für den Bau und die Finanzierung von bestimmten Fertigungsstätten. Darüber hinaus erhält die Gesellschaft Zuwendungen für ausgewählte Projekte im Rahmen ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit. Diese Beträge werden bei Erreichen definierter Kriterien erfolgswirksam vereinnahmt. Die Gesellschaft hat bestimmte Zuwendungen erhalten unter der Voraussetzung, dass bestimmte projektbezogene Kriterien geschaffen beziehungsweise erhalten werden, wie zum Beispiel die Schaffung einer gewissen Anzahl von Arbeitsplätzen über einen gewissen Zeitraum. Die Gesellschaft ist verpflichtet, diese Bedingungen zu erfüllen. Sollten jedoch diese Bedingungen nicht erfüllt werden, können maximal €21 Millionen der bis zum 30. September 2011 erhaltenen Zuwendungen zurückgefordert werden. Von der Erfüllung dieser Bedingungen geht die Gesellschaft derzeit aus. Dieser Betrag enthält keine möglichen Verbindlichkeiten für von Qimonda bezogene Zuwendungen (siehe Anhang Nr. 38).
Im Zusammenhang mit ihrer regelmäßigen Geschäftstätigkeit kann die Gesellschaft bei bestimmten Umsätzen und anderen Verträgen verpflichtet sein, ihre Vertragspartner unter bestimmten Konditionen vom Schadenersatz bei Gewährleistungsfällen, Patentverletzungen und anderen Vorfällen freizustellen. Der Höchstbetrag von eventuellen zukünftigen Zahlungen für diese Art von Vereinbarungen kann nicht zuverlässig geschätzt werden, da die eventuelle Verpflichtung von Vorkommnissen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit nicht bestimmbar ist, und von bestimmten vertragsspezifischen Fakten und Umständen abhängig ist. In der Vergangenheit hatten Zahlungen für diese Art von Vereinbarungen keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft.
Am 23. Dezember 2003 hat die Gesellschaft einen langfristigen Leasingvertrag mit der MoTo Objekt Campeon GmbH & Co. KG ("MoTo") abgeschlossen. Dieser beinhaltet eine Leasingvereinbarung über einen Bürokomplex, genannt Campeon, im Süden Münchens, der von MoTo im zweiten Halbjahr 2005 fertiggestellt wurde. Die Gesellschaft hat keine Finanzierungsverpflichtung für MoTo und keine Garantien im Zusammenhang mit der Errichtung übernommen. Im Oktober 2005 hat die Gesellschaft Campeon im Rahmen einer operativen Leasingvereinbarung übernommen und den Umzug der Mitarbeiter zum neuen Standort im Geschäftsjahr 2006 durchgeführt. Der Bürokomplex wurde für 20 Jahre von der Gesellschaft gemietet. Nach 15 Jahren hat die Gesellschaft das Recht, den Bürokomplex zu kaufen (non-bargain purchase option) oder weiterhin für die restlichen fünf Jahre zu mieten. Gemäß der Leasingvereinbarung leistete die Gesellschaft eine Mietkaution in Höhe von €75 Millionen auf ein Treuhandkonto, die zum 30. September 2011 unter "Als Sicherheitsleistungen hinterlegte Zahlungsmittel" innerhalb der sonstigen finanziellen Vermögenswerte der Konzern-Bilanz enthalten war. Die Leasingzahlungen unterliegen limitierten Anpassungen basierend auf festgelegten Finanzkennzahlen der Gesellschaft. Die Leasingvereinbarung wurde in der Rechnungslegung als operatives Leasing gemäß IAS 17 mit einer linearen monatlichen Aufwandsbelastung in Höhe der Leasingraten über den Leasingzeitraum ausgewiesen.
40 / SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
SEGMENTDARSTELLUNG
Die Gesellschaft nimmt für die Identifizierung der berichtspflichtigen Segmente die Unterschiede zwischen den Produkten als Grundlage. Im Geschäftsjahr 2011 war das Geschäft der Gesellschaft in die drei operativen Segmente Automotive, Industrial & Multimarket und Chip Card & Security strukturiert. Daneben differenziert die Gesellschaft in Sonstige Geschäftsbereiche sowie Konzernfunktionen und Eliminierungen.
Am 31. Januar 2011 hat die Gesellschaft den Verkauf des Mobilfunkgeschäfts des früheren Segments Wireless Solutions abgeschlossen. Das zuvor dem Segment Wireless Solutions zugeordnete Geschäft mit RF-Power-Transistoren für Mobilfunk-Basisstationen wurde dem Segment Industrial & Multimarket und das Geschäft mit analogen und digitalen TV-Tunern und Empfangskomponenten für Satellitenradio wurde den Sonstigen Geschäftsbereichen zugeordnet. Aufwendungen, die zuvor dem Mobilfunkgeschäft zugeordnet waren, die aber nach Abschluss des Verkaufs weiterhin anfallen, wurden dem Bereich Konzernfunktionen und Eliminierungen zugeordnet.
Die Segmentberichterstattung für den Vorjahreszeitraum wurde entsprechend angepasst.
AUTOMOTIVE
Das Segment Automotive entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt Halbleiterprodukte für Anwendungen in der Automobilindustrie. Zusammen mit seinem Produktportfolio bietet Infineon seinen Kunden dementsprechendes System-Know-how und Unterstützung.
INDUSTRIAL & MULTIMARKET
Das Segment Industrial & Multimarket entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt Halbleiterprodukte sowie Systemlösungen vorrangig für Anwendungen der Industrieelektronik sowie für kundenspezifische Produktanwendungen.
CHIP CARD & SECURITY
Im Segment Chip Card & Security wird ein breites Portfolio an Sicherheitscontrollern und sicheren Memories für Chipkarten- und andere Sicherheitsanwendungen entworfen, entwickelt, produziert und vermarktet.
SONSTIGE GESCHÄFTSBEREICHE
Die Sonstigen Geschäftsbereiche umfassen verbleibende Aktivitäten von veräußerten Geschäften und anderen Geschäftsaktivitäten und liefern seit dem Verkauf des Wireline-Communications-Geschäfts sowie des Mobilfunkgeschäfts, entsprechend den abgeschlossenen Produktionsvereinbarungen, Produkte an Lantiq und IMC.
KONZERNFUNKTIONEN UND ELIMINIERUNGEN
Konzernfunktionen und Eliminierungen dient der Eliminierung konzerninterner Umsatzerlöse und Ergebnisse, soweit diese zwischen den Segmenten vorliegen sollten.
Ebenfalls sind bestimmte Posten in Konzernfunktionen und Eliminierungen enthalten, die nicht auf die übrigen Segmente umgelegt werden. Das gilt insbesondere für bestimmte Kosten der Konzernzentrale sowie bestimmte spezielle strategische Technologieinitiativen. Ebenfalls werden Umstrukturierungsaufwendungen und Aufwendungen für aktienbasierte Mitarbeitervergütung sowie Finanzerträge und Finanzaufwendungen unter den Konzernfunktionen und Eliminierungen berücksichtigt und sind nicht den Segmenten zugeordnet, da sie zentral entschieden werden und nicht der direkten Kontrolle des Segmentmanagements obliegen.
Darüber hinaus stehen die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die unfertigen Erzeugnisse der gemeinsamen Front-End-Fertigungsstätten und die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe der gemeinsamen Back-End-Fertigungsstätten nicht unter der Kontrolle oder in Verantwortung des Managements der operativen Segmente, sondern sind den Konzernfunktionen zugeordnet. Lediglich die unfertigen Erzeugnisse der Back-End-Fertigungsstätten und die fertigen Erzeugnisse sind den operativen Segmenten zugeordnet.
HAUPTENTSCHEIDUNGSTRÄGER, DEFINITION SEGMENTERGEBNIS UND ZURECHNUNG VON VERMÖGENSWERTEN UND VERBINDLICHKEITEN AUF DIE SEGMENTE
Der Vorstand als gemeinschaftlicher Hauptentscheidungsträger (Chief Operating Decision Maker) entscheidet über die Ressourcenzuteilung auf die Segmente.
Anhand der Umsatzerlöse und des Segmentergebnisses beurteilt der Vorstand den Erfolg und legt operative Ziele sowie Budgets für die Segmente fest.
Die Gesellschaft definiert das Segmentergebnis als Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von Wertminderungen von Vermögenswerten (abzüglich Wertaufholungen), Ergebniseffekte aus Umstrukturierungsmaßnahmen und andere Schließungen, Aufwendungen für aktienbasierte Vergütung, akquisitionsbedingte Abschreibungen und Gewinne (Verluste), Gewinne (Verluste) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften und sonstige Erträge (Aufwendungen), einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren.
Finanzierungsentscheidungen sowie Entscheidungen über die Anlage von verfügbaren Finanzmitteln erfolgen nicht auf Segment- sondern auf Unternehmensebene. Daher werden weder Finanzerträge noch Finanzaufwendungen (einschließlich Zinserträge und Zinsaufwendungen) unternehmensintern auf die Segmente allokiert.
Die Gesellschaft rechnet weder die Vermögenswerte noch Verbindlichkeiten den Segmenten zu, noch werden die Segmente auf Basis dieser Größen beurteilt. Des Weiteren wird keine Berechnung des Cash-Flow auf Segmentbasis durchgeführt.
Die Ausnahme bilden bestimmte Vorratsinformationen, die unternehmensintern regelmäßig auf Segmentbasis analysiert werden. Ebenfalls werden den einzelnen Segmenten die Aufwendungen für Abschreibungen nach Maßgabe des Produktionsvolumens und der erzeugten Produkte auf Basis von Standardkosten zugeordnet.
SEGMENTDATEN
Die folgende Darstellung zeigt ausgewählte Segmentdaten:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse: | ||
| Automotive | 1.552 | 1.268 |
| Industrial & Multimarket | 1.800 | 1.429 |
| Chip Card & Security | 428 | 407 |
| Sonstige Geschäftsbereiche | 216 | 194 |
| Konzernfunktionen und Eliminierungen | 1 | -3 |
| Gesamt | 3.997 | 3.295 |
Zwischen den operativen Segmenten bestehen keine Liefer- und Leistungsbeziehungen. Demgemäß liegen in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 keine intersegmentären Umsätze vor. Kosten werden ergebnisneutral weiterbelastet.
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Segmentergebnis: | ||
| Automotive | 279 | 198 |
| Industrial & Multimarket | 444 | 294 |
| Chip Card & Security | 54 | 22 |
| Sonstige Geschäftsbereiche | 14 | -4 |
| Konzernfunktionen und Eliminierungen | -5 | -35 |
| Gesamt | 786 | 475 |
Die folgende Tabelle stellt die Überleitung vom Segmentergebnis auf das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag dar:
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Segmentergebnis in Summe | 786 | 475 |
| zuzüglich/abzüglich: | ||
| Wertaufholungen / Wertminderungen von Vermögenswerten, Saldo | 5 | -12 |
| Ergebniseffekte aus Umstrukturierungen und andere Schließungen, Saldo | - | 4 |
| Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen | -2 | - |
| Akquisitionsbedingte Abschreibungen und Verluste | -3 | -4 |
| Verluste im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung von ALTIS | - | -69 |
| Gewinne aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochterunternehmen | - | 4 |
| Sonstige Aufwendungen | -50 | -50 |
| Betriebsergebnis | 736 | 348 |
| Finanzerträge | 39 | 29 |
| Finanzaufwendungen | -65 | -95 |
| Anteiliges Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 4 | 8 |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 714 | 290 |
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Abschreibungen: | ||
| Automotive | 124 | 87 |
| Industrial & Multimarket1 | 166 | 106 |
| Chip Card & Security | 20 | 35 |
| Sonstige Geschäftsbereiche | 13 | 22 |
| Konzernfunktionen und Eliminierungen2 | 41 | 86 |
| Gesamt | 364 | 336 |
1 Enthält im Geschäftsjahr 2011 und 2010 jeweils €3 Millionen an nicht im Segmentergebnis enthaltene n akquisitionsbedingten Abschreibungen.
2 Enthält die Abschreibungen, die durch die Veräußerung des Mobilfunkgeschäfts und von Wireline Communications bei Infineon verblieben sind.
Das gesamte anteilige Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von insgesamt €4 Millionen und €8 Millionen wurde im Segment Industrial & Multimarket in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 vereinnahmt, ist jedoch nicht Bestandteil des Segmentergebnisses.
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Vorräte: | ||
| Automotive | 120 | 88 |
| Industrial & Multimarket | 164 | 131 |
| Chip Card & Security | 25 | 34 |
| Sonstige Geschäftsbereiche | 19 | 5 |
| Konzernfunktionen und Eliminierungen | 179 | 256 |
| Gesamt | 507 | 514 |
UNTERNEHMENSWEITE ANGABEN GEMÄSS IFRS 8
Die Umsatzerlöse und langfristigen Vermögenswerte nach Regionen für die Geschäftsjahre 2011 und 2010 stellen sich wie folgt dar:
UMSATZERLÖSE NACH REGIONEN
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse: | ||
| Europa, Naher Osten, Afrika | 1.920 | 1.528 |
| darin: Deutschland | 1.090 | 862 |
| Asien-Pazifik (ohne Japan) | 1.450 | 1.202 |
| darin: China | 663 | 595 |
| Japan | 202 | 184 |
| Amerika | 425 | 381 |
| Gesamt | 3.997 | 3.295 |
| € in Millionen | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Sachanlagen, Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte: | ||
| Europa | 898 | 539 |
| darin: Deutschland | 555 | 340 |
| Asien-Pazifik (ohne Japan) | 546 | 382 |
| darin: China | 15 | 11 |
| Japan | 1 | 1 |
| Amerika | 9 | 3 |
| Gesamt | 1.454 | 925 |
Der Ausweis des Umsatzes mit Dritten richtet sich nach dem Sitz des Rechnungsempfängers. Eine Aufgliederung der Beschäftigtenzahlen nach Regionen ist in Anhang Nr. 7 dargestellt.
In den Geschäftsjahren 2011 und 2010 entfielen auf keinen Einzelkunden mehr als 10 Prozent der Gesamtumsatzerlöse.
41 / WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Am 27. Oktober 2011 hat der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG Herrn Arunjai Mittal mit Wirkung zum 1. Januar 2012 als viertes Vorstandsmitglied berufen. Als Vorstandsmitglied wird er die Regionen, den Vertrieb, das Marketing, die Strategieentwicklung, sowie Mergers & Acquisitions (M&A) verantworten. Damit ist er für die Ausarbeitung und Abstimmung möglicher Strategieoptionen verantwortlich. Peter Bauer bleibt als Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG verantwortlich für die Geschäftspolitik der Segmente sowie die Konzernstrategie.
Ferner hat der Aufsichtsrat am 27. Oktober 2011 beschlossen, ebenfalls mit Wirkung zum 1. Januar 2012 das Segment Industrial & Multimarket in die zwei Bereiche Industrial Power Control und Power Management & Multimarket aufzuteilen. Industrial Power Control soll das Geschäft im Bereich Antriebselektronik und Erneuerbare Energien umfassen, während Power Management & Multimarket das Geschäft mit Chips für energieeffiziente Stromversorgungen und Hochfrequenz-Anwendungen bündelt. Diese werden vor allem in Konsumgütern wie Fernsehern, Spielkonsolen, PCs, mobilen Endgeräten sowie in Computer-Servern eingesetzt. Mit diesem Schritt wollen wir die Marktpotenziale mit einer gezielteren Applikationsorientierung noch besser für Infineon nutzen.
In 2009 hat der Insolvenzverwalter der Qimonda AG beim US Bankruptcy Court in Virginia beantragt festzustellen, dass Nutzungsrechte unter US Patenten von Qimonda nicht unter eine Schutzvorschrift des US Insolvenzrechts fallen, wonach solche Nutzungsrechte trotz Insolvenz des Lizenzgebers fortbestehen. Infineon und weitere Halbleiterhersteller haben Widerspruch gegen diesen Antrag eingelegt (siehe ausführlich Anhang Nr. 38). Am 28. Oktober 2011 hat der US Bankruptcy Court in Virginia den Antrag des Insolvenzverwalters abgelehnt. Die Gerichtsentscheidung hat keine Auswirkungen auf die für im Zusammenhang mit der Qimonda-Insolvenz gebildeten Rückstellungen. Der Insolvenzverwalter hat gegen die Entscheidung des U.S. Bankruptcy Courts am 11. November 2011 Berufung eingelegt.
Die CIF Licensing LLC ("CIF") - eine Konzerngesellschaft der General-Electric-Unternehmensgruppe - hatte seit Oktober 2007 in mehreren Verfahren neben anderen Parteien auch Klage gegen Infineon erhoben. In der Klage wurden Vorwürfe gegen den mittlerweile veräußerten Wireline-Geschäftsbereich von Infineon erhoben - heute Lantiq. Infineon und andere beklagten Parteien hatten vor dem Bundespatentgericht in München Nichtigkeitsklagen gegen die vier Klagepatente erhoben. Nachdem das Bundespatentgericht inzwischen zwei Nichtigkeitsklagen stattgab, haben sich die Parteien im Oktober 2011 auf einen Vergleich verständigt. Dieser Vergleich gestattet es allen Verfahrensbeteiligten nachträglich, die Patente zu nutzen, ohne finanziellen Ausgleich leisten zu müssen (siehe ausführlich Anhang Nr. 38). Die Gerichtsentscheidung hat keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
42 / ERGÄNZENDE ERLÄUTERUNGEN NACH HGB
ANWENDUNG VON BEFREIUNGSVORSCHRIFTEN
Die unten genannten Konzerngesellschaften beabsichtigen, die in § 264 Abs. 3 HGB eingeräumte Möglichkeit zur Befreiung von bestimmten Vorschriften über die Aufstellung, Prüfung und Offenlegung ihres Jahresabschlusses sowie ihres Lageberichtes nach den Regelungen für Kapitalgesellschaften in Anspruch zu nehmen, da zwischen diesen Konzerngesellschaften und der Infineon Technologies AG Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge bestehen:
| ― | Hitex Development Tools GmbH, Karlsruhe, |
| ― | Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden und |
| ― | Infineon Technologies Finance GmbH, München. |
Aufgrund der Insolvenz der Qimonda AG, München, werden die Qimonda AG und ihre Tochterunternehmen nicht in den Konzernabschluss der Gesellschaft einbezogen. Der Gesellschaft liegen keine Informationen darüber vor, ob die Qimonda AG einen Konzernabschluss aufstellt oder von Möglichkeiten zur Befreiung von bestimmten Vorschriften über die Aufstellung eines Konzernabschlusses Gebrauch macht.
ANGABE GEMÄSS § 160 ABS. 1 NR. 2 AKTG
Die Gesellschaft hat am 9. Mai 2011 beschlossen, von der Ermächtigung zum Aktienrückkauf, die von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilt wurde, Gebrauch zu machen. Die Gesellschaft beabsichtigt, bis März 2013 ein Volumen von bis zu €300 Millionen für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr aufzuwenden. Die Kapitalrückgewähr kann durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Rückkauf eigener Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Außerdem kann das Unternehmen auch weitere Teile der ausstehenden Wandelanleihe zurückkaufen. Der Aktienrückkauf dient ausschließlich dem Zweck der Einziehung der Aktien zur Kapitalherabsetzung und der Bedienung von Mitarbeiteroptionen und erfolgt nach Maßgabe der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 2273/2003 der Kommission vom 22.12.2003 ("EG-VO").
Unter diesem Programm hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2011 Put-Optionen auf eigene Aktien mit einer Laufzeit von maximal neun Monaten im Nominalwert von insgesamt €182 Millionen begeben. Hiervon wurden im Geschäftsjahr 2011 Optionen über insgesamt 4 Millionen Aktien ausgeübt. Im August 2011 hat die Gesellschaft so für einen Erwerbspreis in Höhe von insgesamt €13 Millionen insgesamt 2 Millionen eigene Aktien mit einem rechnerischen Nennwert in Höhe von insgesamt €4 Millionen und einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 0,2 Prozent und im September 2011 für einen Erwerbspreis in Höhe von insgesamt €13 Millionen weitere 2 Millionen eigene Aktien mit einem rechnerischen Nennwert in Höhe von insgesamt €4 Millionen und einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 0,2 Prozent erworben. Dementsprechend belief sich der Bestand an eigenen Aktien zum 30. September 2011 auf 4 Millionen Stück mit einem rechnerischen Nennwert in Höhe von insgesamt €8 Millionen und einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von insgesamt 0,4 Prozent. Darüber hinaus stehen zum 30. September 2011 Put-Optionen im Nominalwert von €144 Millionen aus, denen bei verschiedenen fixen Ausübungskursen und der Verpflichtung zur physischen Lieferung der Aktien insgesamt 26 Millionen Aktien unterliegen. Details zum Aktienrückkaufprogramm sowie zu begebenen Put-Optionen und erworbenen Aktien werden von der Gesellschaft regelmäßig im Internet unter www.infineon.com/cms/de/corporate/investor/infineon-share/share-buyback.html veröffentlicht.
ANGABE GEMÄSS § 160 ABS. 1 NR. 8 AKTG
Nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte eines börsennotierten Unternehmens erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies dem Unternehmen und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von vier Handelstagen, mitzuteilen. Der Gesellschaft wurde das Bestehen folgender Beteiligungen mitgeteilt (die entsprechenden Prozent- und Aktienzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Meldung vorhandene Grundkapital; die Anzahl der Aktien ist der letzten Stimmrechtsmitteilung an Infineon entnommen und kann daher zwischenzeitlich überholt sein):
| ― | Dodge & Cox Investment Managers, San Francisco, USA, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 7. August 2009 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil von Dodge & Cox International Stock Fund, San Francisco, USA an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland, am 5. August 2009 durch Aktien die Schwelle von 10 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 9,88 Prozent (das entspricht 105.919.119 Stimmrechten) beträgt. |
| ― | Dodge & Cox Investment Managers, San Francisco, USA, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 7. August 2009 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil von Dodge & Cox, San Francisco, USA, an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland, am 5. August 2009 durch Aktien die Schwelle von 10 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 9,95 Prozent (das entspricht 106.771.627 Stimmrechten) beträgt. 9,88 Prozent der Stimmrechte sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG von Dodge & Cox International Stock Fund zuzurechnen, weitere 0,08 Prozent der Stimmrechte sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG von Dodge & Cox Global Stock Fund zuzurechnen, der selbst weniger als 3 Prozent der Stimmrechte hält. |
| ― | Die BlackRock, Inc., New York, USA, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 27. April 2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland, am 26. April 2011 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,08 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 55.152.748 Stimmrechten) betragen hat. 5,08 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 55.152.748 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6, Satz 2 WpHG zuzurechnen. |
| ― | Die Capital Research and Management Company, Los Angeles, USA, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 2. August 2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland, am 28. Juli 2011 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,06 Prozent (das entspricht 55.007.300 Stimmrechten) betragen hat. 5,06 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 55.007.300 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG zuzurechnen. |
| ― | Die EuroPacific Growth Fund, Inc., Los Angeles, USA, hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 9. September 2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland am 6. September 2011 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,06 Prozent (das entspricht 33.243.409 Stimmrechten) betragen hat. |
ANGABE GEMÄSS § 161 AKTG
Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung wurde vom Vorstand und vom Aufsichtsrat abgegeben und dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Sie ist im Internet unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance/Entsprechenserklärung") veröffentlicht.
GEBÜHREN FÜR PRÜFUNGS- UND BERATUNGSLEISTUNGEN NACH § 314 ABS. 1 NR. 9 HGB
GEBÜHREN FÜR ABSCHLUSSPRÜFUNG
Die Aktionäre haben in der Hauptversammlung am 11. Februar 2010 die KPMG AG zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011 gewählt. Im Geschäftsjahr 2011 betrug das Prüfungshonorar von KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ("KPMG"), dem Wirtschaftsprüfer der Gesellschaft, insgesamt €1,0 Millionen für die jährlichen Konzern- und verschiedene Einzeljahresabschlussprüfungen.
GEBÜHREN FÜR SONSTIGE BESTÄTIGUNGSLEISTUNGEN
Zusätzlich zu den oben genannten Beträgen berechnete KPMG an die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2011 insgesamt €0,2 Millionen für sonstige Bestätigungsleistungen. Diese Leistungen bestanden im Wesentlichen für Leistungen aus der prüferischen Durchsicht von Quartalsabschlüssen.
GEBÜHREN FÜR STEUERBERATUNGSLEISTUNGEN
Zusätzlich zu den oben genannten Beträgen berechnete KPMG im Geschäftsjahr 2011 €0 für steuerliche Beratungsleistungen.
GEBÜHREN FÜR SONSTIGE LEISTUNGEN
€0,3 Millionen wurden im Geschäftsjahr 2011 von KPMG für sonstige Leistungen an die Gesellschaft berechnet.
VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
VERGÜTUNGEN IM GESCHÄFTSJAHR 2011
Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a Satz 5 bis 9 HGB wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des Konzernlageberichts ist.
DER VORSTAND
Als Vorstand der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2011 folgende Herren bestellt beziehungsweise berufen:
VORSTAND
| Name | Alter | Ende der Amtszeit | Beruf | Mitgliedschaft in weiteren Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen in dem zum 30. September 2011 endenden Geschäftsjahr |
|---|---|---|---|---|
| Peter Bauer | 51 | 30. September 2016 | Vorsitzender des Vorstands, Chief Executive Officer | Mitglied des Board of Directors -Infineon Technologies China Co., Ltd., Shanghai, Volksrepublik China -Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur (Vorsitzender) -Infineon Technologies North America Corp., Wilmington, Delaware, USA (Vorsitzender) -Infineon Technologies Japan K.K., Tokio, Japan |
| Dominik Asam (seit 1. Januar 2011) | 42 | 31. Dezember 2013 | Mitglied des Vorstands, Executive Vice President, Finanzvorstand | Mitglied des Aufsichtsrats -Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich (seit dem 25. Februar 2011) Mitglied des Board of Directors -Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur (seit dem 1. April 2011) -Infineon Technologies China Co., Ltd., Shanghai, Volksrepublik China (seit dem 1. Februar 2011) -Infineon Technologies North America Corp., Wilmington, Delaware, USA (seit dem 1. Januar 2011) |
| Prof. Dr. Hermann Eul | 52 | 31. Januar 2011 | Mitglied des Vorstands, Executive Vice President | Mitglied des Aufsichtsrats - Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich (bis zum 31. Januar 2011) |
| Dr. Reinhard Ploss | 55 | 30. September 2015 | Mitglied des Vorstands, Executive Vice President, Arbeitsdirektor | Vorsitzender des Aufsichtsrats -Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich -Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden Mitglied des Board of Directors -Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia (Vorsitzender) -Infineon Technologies India, Pvt. Ltd. (seit dem 22. September 2011) |
DER AUFSICHTSRAT
Die Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2011, deren Position im Aufsichtsrat, deren Beruf, deren Mitgliedschaften in anderen Aufsichts- und Kontrollgremien und deren Alter sind nachfolgend dargestellt:
AUFSICHTSRAT
| Name | Alter | Ende der Amtszeit | Beruf | Mitgliedschaft in weiteren Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 30. September 2011) |
|---|---|---|---|---|
| Wolfgang Mayrhuber Vorsitzender (seit 17. Februar 2011) | 64 | Februar 2015 | Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG (bis 31. Dezember 2010) Unternehmensberater (seit 1. Januar 2011) | Mitglied des Aufsichtsrats - BMW AG, München - Münchener Rückversicherungs- Gesellschaft AG, München - Lufthansa Technik AG, Hamburg - Austrian Airlines AG, Wien, Österreich Mitglied des Board of Directors - SN Airholding SA/NV, Brüssel, Belgien (bis 26. Oktober 2011) - Heico Corporation, Hollywood, Florida, USA Mitglied des Verwaltungsrates - UBS AG, Zürich, Schweiz |
| Gerd Schmidt1 Stellvertretender Vorsitzender | 57 | Februar 2015 | Vorsitzender des Infineon-Betriebsrats Regensburg | |
| Wigand Cramer1 | 58 | Februar 2015 | Gewerkschaftssekretär der IG Metall, Berlin | |
| Alfred Eibl1 | 62 | Februar 2015 | Vorsitzender des Betriebsrats Infineon München-Campeon Vorsitzender des Infineon-Gesamtbetriebsrats | |
| Peter Gruber1 Vertreter der leitenden Angestellten | 50 | Februar 2015 | Leiter Operations Finanzen, Infineon Technologies AG | Mitglied des Aufsichtsrats - Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden Mitglied des Board of Directors - Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia |
| Gerhard Hobbach1 | 49 | Februar 2015 | Mitglied des Betriebsrats - Infineon München-Campeon | |
| Hans-Ulrich Holdenried | 60 | Februar 2015 | Unternehmensberater | Mitglied des Aufsichtsrats - Integrata AG, Stuttgart - Wincor Nixdorf AG, Paderborn (seit 24. Januar 2011) |
| Prof. Dr. Renate Köcher | 59 | Februar 2015 | Geschäftsführerin - Institut für Demoskopie Allensbach GmbH, Allensbach | Mitglied des Aufsichtsrats - Allianz SE, München - MAN SE, München (bis 27. Juni 2011) - BMW AG, München |
| Dr. Manfred Puffer | 48 | Februar 2015 | Unternehmensberater | |
| Prof. Dr. rer. nat. Doris Schmitt-Landsiedel | 58 | Februar 2015 | Professorin - Technische Universität München | |
| Jürgen Scholz1 | 50 | Februar 2015 | 1. Bevollmächtigter der IG Metall, Regensburg | Mitglied des Aufsichtsrats - Krones AG, Neutraubling Mitglied des Verwaltungsrats - BKK BMW AG, Dingolfing |
| Dr. Eckart Sünner | 67 | Februar 2015 | President, Chief Compliance Officer - BASF SE, Ludwigshafen (bis 31. Mai 2011) Of Counsel - Allen & Overy, Mannheim (seit 1. Juli 2011) | Mitglied des Aufsichtsrats - K+S AG, Kassel |
Ausgeschiedene Aufsichtsräte
| Name | Alter | Ende der Amtszeit | Beruf | Mitgliedschaft in weiteren Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 30. September 2011) |
|---|---|---|---|---|
| Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Klaus Wucherer Vorsitzender | 67 | 17. Februar 2011 | Unternehmensberater | Mitglied des Aufsichtsrats - Leoni AG, Nürnberg - SAP AG, Walldorf - Dürr AG, Stuttgart - Heitec AG, Erlangen |
1 Arbeitnehmervertreter
AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS
AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS
Präsidialausschuss
Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender)
Gerhard Hobbach
Hans-Ulrich Holdenried
Gerd Schmidt
Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss
Dr. Eckart Sünner (Vorsitzender)
Wigand Cramer
Wolfgang Mayrhuber
Gerd Schmidt
Vermittlungsausschuss
Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender)
Alfred Eibl
Hans-Ulrich Holdenried
Gerd Schmidt
Nominierungsausschuss
Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender)
Prof. Dr. Renate Köcher
Dr. Manfred Puffer
Strategie- und Technologieausschuss
Prof. Dr. rer. nat. Doris Schmitt-Landsiedel (Vorsitzende)
Alfred Eibl
Peter Gruber
Hans-Ulrich Holdenried
Wolfgang Mayrhuber
Jürgen Scholz
Der Anteilsbesitz der Mitglieder des Aufsichtsrats an Aktien der Infineon Technologies AG einzeln oder gesamt betrug zum 30. September 2011 weniger als 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.
Die Geschäftsadresse jedes der Aufsichtsratsmitglieder ist: Infineon Technologies AG, Am Campeon 1-12, D-85579 Neubiberg, Deutschland.
TOCHTERGESELLSCHAFTEN UND ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN
| Name der Gesellschaft | Sitz | Anteil |
|---|---|---|
| Vollkonsolidierte Beteiligungsgesellschaften: | ||
| Hitex Development Tools GmbH | Karlsruhe | 100% |
| Infineon Integrated Circuit (Beijing) Co., Ltd. | Beijing, Volksrepublik China | 100% |
| Infineon Technologies (Advanced Logic) Sdn. Bhd. | Malacca, Malaysia | 100% |
| Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd. | Kulim, Malaysia | 100% |
| Infineon Technologies (Malaysia) Sdn. Bhd. | Malacca, Malaysia | 100% |
| Infineon Technologies (Wuxi) Co., Ltd. | Wuxi, Volksrepublik China | 100% |
| Infineon Technologies (Xi'an) Co., Ltd. | Xi'an, Volksrepublik China | 100% |
| Infineon Technologies Asia-Pacific Pte. Ltd. | Singapur | 100% |
| Infineon Technologies Australia Pty. Ltd. | Bayswater, Australien | 100% |
| Infineon Technologies Austria AG | Villach, Österreich | 100% |
| Infineon Technologies Batam P.T. | Batam, Indonesien | 100% |
| Infineon Technologies Cegléd Kft. | Cegléd, Ungarn | 100% |
| Infineon Technologies Center of Competence (Shanghai) Co., Ltd. | Shanghai, Volksrepublik China | 100% |
| Infineon Technologies China Co., Ltd. | Shanghai, Volksrepublik China | 100% |
| Infineon Technologies Dresden GmbH | Dresden | 100% |
| Infineon Technologies Dresden Verwaltungs GmbH | Dresden | 100% |
| Infineon Technologies Finance GmbH | Neubiberg | 100% |
| Infineon Technologies France S.A.S. | St. Denis, Frankreich | 100% |
| Infineon Technologies Holding B.V. | Rotterdam, Niederlande | 100% |
| Infineon Technologies Hong Kong, Ltd. | Hongkong, Hongkong | 100% |
| Infineon Technologies India, Pvt. Ltd. | Bangalore, Indien | 100% |
| Infineon Technologies Industrial Power, Inc. | Wilmington, Delaware, USA | 100% |
| Infineon Technologies Investment B.V. | Rotterdam, Niederlande | 100% |
| Infineon Technologies Italia s.r.l. | Mailand, Italien | 100% |
| Infineon Technologies IT-Services GmbH | Klagenfurt, Österreich | 100% |
| Infineon Technologies Japan K.K. | Tokyo, Japan | 100% |
| Infineon Technologies Korea Co. Ltd. | Seoul, Südkorea | 100% |
| Infineon Technologies Nordic AB | Kista, Schweden | 100% |
| Infineon Technologies North America Corp. | Wilmington, Delaware, USA | 100% |
| Infineon Technologies Romania & Co. Societate in Comandita | Bukarest, Rumänien | 100% |
| Infineon Technologies Shared Service Center, Unipessoal Lda. | Vila do Conde, Portugal | 100% |
| Infineon Technologies Taiwan Co. Ltd. | Taipeh, Taiwan | 100% |
| Infineon Technologies U.K. Ltd. | Bristol, Großbritannien | 100% |
| Molstanda Vermietungsgesellschaft mbH | Neubiberg | 94% |
| Primarion Inc. | Torrance, Kalifornien, USA | 100% |
| Vario Plus SICAV-SIF | Luxemburg | 100% |
| Gemeinschaftsunternehmen / Assoziierte Unternehmen: | ||
| Cryptomathic Holding ApS | Arhus, Dänemark | 25% |
| Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG | Warstein | 60% |
| LS Power Semitech Co., Ltd. | Cheonan, Südkorea | 46% |
| Tochterunternehmen von untergeordneter Bedeutung:1 | ||
| DICE Danube Integrated Circuit Engineering GmbH | Linz, Österreich | 72% |
| DICE Danube Integrated Circuit Engineering GmbH & Co. KG | Linz, Österreich | 72% |
| EPOS embedded core & power systems GmbH & Co. KG | Duisburg | 100% |
| EPOS embedded core & power systems Verwaltungs GmbH | Duisburg | 100% |
| eupec Thermal Management Inc. | Wilmington, Delaware, USA | 51% |
| Hitex (UK) Limited | Coventry, Großbritannien | 88% |
| Infineon Technologies Alpha AG | Neubiberg | 100% |
| Infineon Technologies Austria Pensionskasse AG | Villach, Österreich | 100% |
| Infineon Technologies Bipolar Verwaltungs GmbH | Warstein | 60% |
| Infineon Technologies Canada, Inc. | St.John, New Brunswick, Kanada | 100% |
| Infineon Technologies Delta GmbH | Neubiberg | 100% |
| Infineon Technologies Denmark A/S in Liquidation | Aalborg, Dänemark | 100% |
| Infineon Technologies Iberia S.L.U. | Madrid, Spanien | 100% |
| Infineon Technologies Ireland Ltd. | Dublin, Irland | 100% |
| Infineon Technologies Mantel 19 GmbH | Neubiberg | 100% |
| Infineon Technologies Mantel 21 GmbH | Neubiberg | 100% |
| Infineon Technologies Mantel 23 GmbH | Neubiberg | 100% |
| Infineon Technologies Mantel 24 GmbH | Neubiberg | 100% |
| Infineon Technologies Mantel 25 GmbH | Neubiberg | 100% |
| Infineon Technologies Pluto GmbH in Liquidation | Neubiberg | 100% |
| Infineon Technologies Romania s.r.l. | Bukarest, Rumänien | 100% |
| Infineon Technologies RUS LLC | Moskau, Russland | 100% |
| Infineon Technologies Schweiz GmbH | Zürich, Schweiz | 100% |
| Infineon Technologies SensoNor AS in Liquidation | Horten, Norwegen | 100% |
| Infineon Technologies South America Ltda. | Sao Paulo, Brasilien | 100% |
| Infineon Ventures Beteiligungs-Treuhand GmbH | Neubiberg | 100% |
| Kompetenzzentrum Automobil- und Industrieelektronik GmbH | Villach, Österreich | 60% |
| Magellan Technology Pty Ltd. | Annandale, Australien | 18% |
| MicroLinks Technology Corp. | Kaohsiung, Taiwan | 2% |
| OSPT IP Pool GmbH | Neubiberg | 100% |
| Qimonda AG in Insolvenz | München | 77% |
1 Einige unwesentliche Tochtergesellschaften wurden in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 nicht in die Konsolidierung einbezogen. Die Gesellschaft beurteilt jährlich die Wesentlichkeit dieser Tochtergesellschaften. Das Jahresergebnis, die Umsatzerlöse mit externen Kunden sowie der Gesamtvermögenswert aller als unwesentlich klassifizierten Tochtergesellschaften beliefen sich zusammen jeweils auf weniger als 1 Prozent des jeweiligen Werts des Gesamtkonzerns.
Neubiberg, 18. November 2011
Infineon Technologies AG
Der Vorstand
Peter Bauer
Dominik Asam
Dr. Reinhard Ploss
VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Neubiberg, 22. November 2011
Peter Bauer
Dominik Asam
Dr. Reinhard Ploss
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERS
Wir haben den von der Infineon Technologies AG, Neubiberg, aufgestellten Konzernabschluss
--bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenkapital-Veränderungsrechnung und Anhang-- sowie ihren Bericht über die Lage der
Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2010 bis 30. September 2011 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft.
Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."
München, den 18. November 2011
**KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Kozikowski Wirtschaftsprüfer
Wolper Wirtschaftsprüfer
MEHRJAHRESÜBERSICHT 2009 - 2011
| € in Millionen, außer wenn anders angegeben | 2011 | 2010 | 2009 |
|---|---|---|---|
| DATEN DER KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG | |||
| Umsatzerlöse nach Regionen | |||
| Europa, Naher Osten, Afrika | 1.920 | 1.528 | 1.019 |
| darin: Deutschland | 1.090 | 862 | 530 |
| Asien-Pazifik (ohne Japan) | 1.450 | 1.202 | 768 |
| darin: China | 663 | 595 | 359 |
| Japan | 202 | 184 | 116 |
| Amerika | 425 | 381 | 281 |
| Umsatzerlöse nach Segmenten | |||
| Automotive | 1.552 | 1.268 | 839 |
| Industrial & Multimarket | 1.800 | 1.429 | 948 |
| Chip Card & Security | 428 | 407 | 341 |
| Sonstige Geschäftsbereiche | 216 | 194 | 48 |
| Konzernfunktionen und Eliminierungen | 1 | -3 | 8 |
| Summe Umsatzerlöse | 3.997 | 3.295 | 2.184 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1.654 | 1.237 | 497 |
| Bruttomarge | 41% | 38% | 23% |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | -439 | -399 | -319 |
| Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten | -449 | -386 | -332 |
| Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen, Netto | -30 | -104 | -29 |
| Betriebsergebnis | 736 | 348 | -183 |
| Finanzergebnis (Finanzerträge und -aufwendungen, Netto) | -26 | -66 | -53 |
| Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 4 | 8 | 7 |
| Erträge (Aufwendungen) aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 30 | 22 | -4 |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten | 744 | 312 | -233 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 375 | 348 | -441 |
| Konzernjahresüberschuss / -fehlbetrag | 1.119 | 660 | -674 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro), zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - unverwässert: | |||
| Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten - unverwässert | 0,68 | 0,29 | (0,27) |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) aus nicht fortgeführten Aktivitäten - unverwässert | 0,35 | 0,32 | (0,46) |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) - unverwässert | 1,03 | 0,61 | (0,73) |
| Ergebnis je Aktie (in Euro), zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - verwässert: | |||
| Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten - verwässert | 0,66 | 0,28 | (0,27) |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) aus nicht fortgeführten Aktivitäten - verwässert | 0,32 | 0,30 | (0,46) |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert | 0,98 | 0,58 | (0,73) |
| Segmentergebnis | |||
| Automotive | 279 | 198 | -117 |
| Industrial & Multimarket | 444 | 294 | 40 |
| Chip Card & Security | 54 | 22 | -4 |
| Sonstige Geschäftsbereiche | 14 | -4 | -9 |
| Konzernfunktionen und Eliminierungen | -5 | -35 | -50 |
| Segmentergebnis in Summe | 786 | 475 | -140 |
| Gesamtsegmentergebnis-Marge | 20% | 14% | -6% |
| € in Millionen, außer wenn anders angegeben | 2011 | 2010 | 2009 |
|---|---|---|---|
| DATEN DER KONZERN-BILANZ | |||
| Bilanzsumme | 5.873 | 4.993 | 4.366 |
| Brutto-Cash-Position | 2.692 | 1.727 | 1.507 |
| Netto-Cash-Position | 2.387 | 1.331 | 802 |
| Vorräte | 507 | 514 | 460 |
| Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte | 5 | 495 | 112 |
| Sachanlagen | 1.343 | 838 | 928 |
| Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte | 111 | 87 | 369 |
| Finanzverbindlichkeiten | 305 | 396 | 850 |
| Rückstellungen | 836 | 608 | 525 |
| Zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten | - | 177 | 9 |
| Summe Verbindlichkeiten | 2.518 | 2.368 | 2.273 |
| Summe Eigenkapital | 3.355 | 2.625 | 2.093 |
| Bilanzkennzahlen | |||
| Eigenkapitalquote | 57% | 53% | 48% |
| Eigenkapitalrendite | 33% | 25% | -32% |
| Return on Capital Employed (RoCE) | 62% | 30% | -11% |
| DATEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG | |||
| Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | 983 | 958 | 282 |
| Mittelzufluss (-abfluss) aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | -2.499 | -355 | 25 |
| Mittelzufluss (-abfluss) aus der Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | -352 | -487 | 391 |
| Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 1.206 | 136 | -446 |
| Planmäßige Abschreibungen | 364 | 336 | 453 |
| Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte | -887 | -325 | -115 |
| Cash-Flow | -662 | 252 | 252 |
| Free-Cash-Flow | 106 | 573 | 274 |
| Börsenkennzahlen zum 30. September | |||
| Dividendenertrag pro Aktie1 in € | 0,12 | 0,10 | - |
| Schlusskurs Xetra Handelssystem in € | 5,59 | 5,08 | 3,86 |
| Schlusskurs OTCQX in US-Dollar | 7,39 | 6,93 | 5,60 |
| Anzahl der ausstehenden Aktien in Mio. Stück | 1.087 | 1.087 | 1.087 |
| Marktkapitalisierung in Mio. € | 6.073 | 5.521 | 4.189 |
| Marktkapitalisierung in Mio. US-Dollar | 8.031 | 7.514 | 6.129 |
| Infineon-Mitarbeiter2 (zum 30. September in absoluten Zahlen) | 25.720 | 26.654 | 26.464 |
1 Für das Geschäftsjahr 2011 wird der Hauptversammlung eine Ausschüttung einer Bardividende von €0,12 je Aktie vorgeschlagen.
2 Der Begriff Mitarbeiter wird im vorliegenden Bericht für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichermaßen verwendet.
FINANZGLOSSAR
ADS
American Depositary Shares - ADS's sind in den USA gehandelte Wertpapiere repräsentiert durch ADR's (American Depositary Receipt) von nicht amerikanischen Emittenten. Sie erleichtern nicht amerikanischen Unternehmen den Zugang zu US-amerikanischen Kapitalmärkten und bieten so US-amerikanischen Anlegern Investitionsmöglichkeiten in nicht amerikanische Wertpapiere. Infineons ADS's werden seit Einstellung der Börsennotierung an der New York Stock Exchange ("NYSE") am außerbörslichen Markt OTCQX International Premier als sog. Level 1-Programm gehandelt. Nach der Deregistrierung werden Infineons ADS's weiterhin am OTCQX-Markt unter dem Symbol "IFNNY" notiert.
Assoziierte Unternehmen
Ein Unternehmen, bei welchem die Gesellschaft über maßgeblichen Einfluss, nicht jedoch über die Möglichkeit der Beherrschung der finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen verfügt. Ein maßgeblicher Einfluss wird regelmäßig vermutet, wenn die Gesellschaft zwischen 20 und 50 Prozent der Stimmrechte hält.
Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Ergebnis- und Kapitalanteile
Anteile am Jahresergebnis beziehungsweise am Eigenkapital, die nicht dem Konzern, sondern Konzernfremden, zugerechnet werden.
Ausgliederung
Rechtliche Verselbständigung von Unternehmensteilen (zum Beispiel Geschäftsgebieten).
Brutto-Cash-Position
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zuzüglich Finanzinvestments.
Bruttoergebnis vom Umsatz
Umsatz abzüglich Herstellungskosten des Umsatzes.
Cash-Flow
Zahlungswirksamer Saldo aus Mittelzuflüssen und -abflüssen innerhalb eines Geschäftsjahrs. Der Cash-Flow ist Teil des Konzernabschlusses und zeigt für einen bestimmten Zeitraum, aus welchen Quellen sich eine Gesellschaft finanziert und wofür die Zahlungsmittel verwendet wurden, gegliedert nach laufender Geschäftstätigkeit (Mittel, die durch Kauf / Verkauf von Produkten und Dienstleistungen generiert wurden), Investitionstätigkeit (Mittelabfluss einer Gesellschaft für Investitionen oder Mittelzufluss aus Desinvestitionen) und Finanzierungstätigkeit (Mittelzufluss durch die Ausgabe von Aktien, Anleihen und Darlehen beziehungsweise Mittelabfluss durch die Rücknahme von Aktien und Anleihen beziehungsweise Rückzahlung von Darlehen).
Dax
Deutscher Aktienindex - der Index bildet die Wertentwicklung der Aktien der 30 hinsichtlich Orderumsatz und Marktkapitalisierung größten deutschen Aktiengesellschaften ab, die an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden.
Defined Benefit Obligation (DBO)
Höhe der Verbindlichkeiten eines Pensionsplanes zum Zeitpunkt der Berechnung, unter der Annahme, dass der Plan weitergeführt wird und nicht in absehbarer Zeit ausläuft.
Derivate
Produkte, deren Wert sich hauptsächlich von Preisen, Preisschwankungen und Preiserwartungen des zugrunde liegenden Basisinstruments (zum Beispiel Aktien, Devisen, Zinspapiere) ableitet.
Equity-Methode
Bewertungsmethode für Anteile an assoziierten Unternehmen, bei denen wir einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik haben.
Ergebnis je Aktie
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich aus dem Konzernjahresüberschuss (-fehlbetrag), dividiert durch den gewichteten Durchschnitt der während der Berichtsperiode ausstehenden Aktien. Bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird der gewogene Mittelwert der ausstehenden Aktien um die Anzahl der zusätzlichen Aktien erhöht, die ausstünden, wenn potenziell verwässernde Instrumente in Aktien umgetauscht worden wären.
Free-Cash-Flow
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten und Mittelzufluss (-abfluss) aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um den Kauf und Verkauf von Finanzinvestments.
Goodwill (Geschäfts- oder Firmenwert)
Dies ist der Betrag, um den die Anschaffungskosten eines Unternehmenszusammenschlusses den beizuliegenden Nettozeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden am Tag des Unternehmenszusammenschlusses übersteigen. Nach IFRS wird der Geschäfts- oder Firmenwert nicht über eine Nutzungsdauer abgeschrieben, sondern bei einer eventuellen Wertminderung durch eine außerplanmäßige Abschreibung reduziert. Die Überprüfung des Wertes erfolgt mindestens einmal jährlich.
IFRS
International Financial Reporting Standards; Infineon stellt den Konzernabschluss gemäß den Vorgaben von IFRS auf, soweit diese von der Europäischen Union übernommen sind.
Joint Venture
Vertragliche Vereinbarung, nach der zwei oder mehr Partner eine wirtschaftliche Tätigkeit durchführen, die der gemeinschaftlichen Führung unterliegt.
Latente Steuern
Da die steuerliche Gesetzgebung des Öfteren von den handelsrechtlichen Vorgaben abweicht, können Unterschiede zwischen (a) dem zu versteuernden Einkommen und dem handelsrechtlichen Ergebnis vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und (b) der steuerlichen Bemessungsgrundlage von Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten und ihren jeweiligen Buchwerten entstehen. Eine latente Steuerverbindlichkeit und der zugehörige Aufwand entstehen aus dem Einkommen, das bereits handelsrechtlich, jedoch nicht steuerrechtlich erfasst ist. Umgekehrt entsteht eine latente Steuerforderung, wenn der Aufwand erst in Zukunft steuerlich abzugsfähig ist, jedoch handelsrechtlich bereits erfasst wurde.
Namensaktien
Aktien, die auf den Namen einer bestimmten Person lauten. Diese Person wird entsprechend den aktienrechtlichen Vorgaben mit einigen persönlichen Angaben sowie der Aktienanzahl in das Aktienregister der Gesellschaft eingetragen. Nur wer im Aktienregister der Gesellschaft eingetragen ist, gilt gegenüber der Gesellschaft als Aktionär und kann beispielsweise seine Rechte in der Hauptversammlung ausüben.
Netto-Cash-Position
Brutto-Cash-Position abzüglich kurz- und langfristiger Finanzverbindlichkeiten.
Nettoumlaufvermögen
Nettoumlaufvermögen besteht aus kurzfristigen Vermögenswerten abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, abzüglich Finanzinvestments, abzüglich zur Veräußerung stehende Vermögenswerte, abzüglich kurzfristige Verbindlichkeiten ohne kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten sowie ohne zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten.
Put-Optionen
Bei einer Put-Option erwirbt der Käufer vertraglich das Recht, eine festgelegte Menge eines bestimmten Basiswerts, zum Beispiel einer Aktie, zu einem bestimmten Zeitpunkt (europäische Option) und zu einem vereinbarten Preis (Basispreis) zu verkaufen. Im Gegenzug dafür erhält der Emittent vom Erwerber des Put eine Optionsprämie.
RoCE
Return on Capital Employed (Kapitalrendite) ist definiert als Ergebnis nach Steuern, dividiert durch das eingesetzte Kapital. Die Kennzahl RoCE zeigt den Zusammenhang zwischen der Profitabilität und dem für den Geschäftsbetrieb notwendigen Kapital auf.
Segmentergebnis
Wir definieren das Segmentergebnis als Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von Wertminderungen von Vermögenswerten (abzüglich Wertaufholungen), Ergebniseffekte aus Umstrukturierungsmaßnahmen und andere Schließungen, Aufwendungen für aktienbasierte Vergütung, akquisitionsbedingte Abschreibungen und Gewinne (Verluste), Gewinne (Verluste) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften und sonstige Erträge (Aufwendungen), einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren. Dies ist die Kennzahl, mit der Infineon die operative Ertragskraft seiner Segmente bewertet.
Segmentergebnis-Marge
Kennzahl zur Bestimmung der operativen Ertragskraft, die das Segmentergebnis im Verhältnis zum Umsatz darstellt.
Wandelanleihe
Wandelanleihen sind verzinsliche Wertpapiere, die zumeist ihrem Inhaber neben dem Recht auf Verzinsung und Rückzahlung des Nennbetrages auch ein Wandlungsrecht gewähren. Der Inhaber kann während der Laufzeit (Wandlungsfrist) die Wandelanleihe in eine bestimmte Anzahl von Aktien der emittierenden Aktiengesellschaft umtauschen. Das Wandlungsverhältnis ist festgelegt und wird typischerweise bei Vorgängen, die die Aktionäre betreffen, wie zum Beispiel Dividendenzahlungen, angepasst. Wandelt der Inhaber der Anleihe diese nicht innerhalb der Wandlungsfrist in Aktien, zahlt der Emittent die Anleihe am Ende der Laufzeit zum Nennbetrag zurück.
TECHNOLOGIEGLOSSAR
300-Millimeter-Technologie
Oberbegriff für die Herstellung und Prozessierung von Wafern mit einem Durchmesser von 300-Millimetern.
65-Nanometer-Technologie
Fertigungstechnologie, mit der Strukturen auf dem Chip mit einer Breite von 65 Nanometer dargestellt werden können. Je feiner die Strukturen - also etwa Leiterbahnen und Zwischenräume - sind, desto kleiner und damit billiger kann der Chip hergestellt werden. Die Vorgängertechnologie erlaubte Strukturbreiten von 90 Nanometer, die Nachfolgegeneration erreicht Strukturbreiten von rund 40 Nanometer.
ABS
Antiblockiersystem. Elektronisches Sicherheitssystem für das Kraftfahrzeug, das bei starkem Bremsen das Blockieren der Räder verhindert.
Analog-/ Mixed-Signal
"Mixed Signal" ist ein Oberbegriff für integrierte Schaltkreise, die gleichzeitig mit analogen und digitalen Signalen arbeiten. Sie werden aufgrund der ähnlichen Anforderungen an die Entwicklungs- und Fertigungsprozesse meist mit jenen integrierten Schaltkreisen zusammengefasst, die ausschließlich mit analogen Signalen arbeiten. Dadurch entsteht die Kombination "Analog / Mixed Signal".
ASIC
Application Specific Integrated Circuit. Logikschaltung, die auf speziellen Kundenwunsch für eine spezifische Nutzung konstruiert wurde.
ASSP
Application Specific Standard Product. Standardprodukt, das für eine spezifische Nutzung konstruiert wurde und von vielen Kunden genutzt werden kann.
Back-End-Fertigung
Teil des Halbleiterherstellungsprozesses, der ausgeführt wird, nachdem der Wafer den Reinraum verlassen hat (vgl. Front-End-Fertigung). Zu diesem Vorgang gehören die Überprüfung der Chips auf dem Wafer, etwaige notwendige Reparaturen der Chips, Sägen der Wafer und Verpackung der einzelnen Chips. Immer mehr Halbleiterhersteller lagern den Montagevorgang an unabhängige Montageunternehmen aus, einige sogar das Testen. Ein Großteil der Montageunternehmen befindet sich in Ländern des pazifischen Raumes.
BCD-Prozess
Spezieller Prozess zur Herstellung von Hochspannungs-ICs mit geringer Leistung. Die Abkürzung BCD steht dabei für "Bipolar CMOS with DMOS"
Bipolar
Ein Leistungsbipolartransistor ist eine spezialisierte Version eines Bipolartransistors, der für das Leiten und Sperren von großen elektrischen Strömen (bis zu mehreren Hundert Ampere) und sehr hohen Spannungen (bis zu mehreren Tausend Volt) optimiert ist. In der Industrie stellt der Leistungsbipolartransistor - ebenso wie der häufig alternativ verwendete Leistungs-MOSFET (vgl. MOSFET) - eine wichtige industrielle Halbleiterkomponente zur Beeinflussung des elektrischen Stromes dar.
Bit
Informationseinheit, die einen von zwei Werten annimmt, zum Beispiel "richtig" / "falsch" oder "0" / "1".
Byte
Maß für Informationseinheit bei Datenverarbeitungsanlagen. Ein Byte entspricht acht Bit (vgl. Bit).
Chipkarte
Kunststoffkarte mit eingebautem Speicherchip oder Mikroprozessor; kann mit Geheimzahl kombiniert werden.
Cloud Computing
Der Begriff umschreibt den Ansatz, Rechenkapazität, Datenspeicher, Netzwerkkapazitäten oder auch fertige Software dynamisch an den Bedarf angepasst über ein Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Aus Nutzersicht scheint die zur Verfügung gestellte abstrahierte IT-Infrastruktur fern und undurchsichtig, wie in einer "Wolke" verhüllt, zu geschehen. Der Zugriff auf die entfernten Systeme erfolgt über ein Netzwerk, meist das des Internets, mittels eines Endgeräts, zum Beispiel eines Netbooks oder eines Tablet-PCs (vgl. Netbook, vgl. Tablet- Computer).
CMOS
Complementary Metal Oxide Substrate. Halbleiter-Standardfertigungstechnologie, um Mikrochips mit geringem Energieverbrauch und hohem Integrationsgrad zu produzieren.
CoolMOS™
Hochvolt-Leistungstransistor für Spannungen von 300 bis 1.200 Volt.
Dünnwafer
Ein Wafer (vgl. Wafer) ist normalerweise rund 350 Mikrometer (um; vgl. Mikrometer) dick, wenn er in die einzelnen Chips gesägt wird. Von Dünnwafer spricht man, wenn der Wafer auf unter 200 Mikrometer dünngeschliffen wird. Zum Vergleich: Ein Haar oder ein Blatt Papier liegt bei rund 60 Mikrometern. Die Dünnwafer-Technologie bietet Vorteile: Mit dünneren Chips kann man sowohl die Verluste reduzieren als auch die entstehende Wärme besser abführen. Daneben lassen sich auch elektrisch aktive Strukturen auf der Rückseite herstellen, die ganz neue Funktionen des Chips ermöglichen. Zudem haben Dünnwafer-Chips in kompakteren Gehäusen Platz.
E-Bike, E-Scooter
"E-Bike" wird zum einen als Sammelbegriff benutzt, der alle Fahrräder oder Fahrrad-ähnlichen Bikes umfasst, die auch über einen Elektromotor verfügen. Im engeren und juristischen Sinne versteht man unter E-Bikes zweirädrige Leichtelektromobile, die rein mit Motorkraft und ohne Trittkraft bis zu 20 km / h schnell fahren dürfen und darüber hinaus auch mit Tretunterstützung schneller. E-Bikes verfügen über einen "Gas"-Drehgriff wie ein Mofa und der Motor läuft auch muskelunabhängig. Sie müssen auf der Straße fahren. "E-Scooter" oder "Elektroroller" sind Elektroräder ohne jeden Tretantrieb.
Embedded Flash
Ein nicht-flüchtiger Speicher, der zusammen mit einem Mikrocontroller-Rechenkern auf einem Chip integriert wird. Der nicht-flüchtige Speicher enthält den Programmcode.
ESP
Elektronisches Stabilitätsprogramm. Eine Technik in Kraftfahrzeugen, die mittels Sensoren und Computer durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder dem Schleudern gegensteuert.
Front-End-Fertigung
Verarbeitung von Wafern, die im Reinraum durchgeführt wird. Zu den wesentlichen Verarbeitungsschritten zählen Belichtung, Ionenimplantation und das Aufbringen von Metallisierungsschichten. Nachdem die Verarbeitung der Wafer im Reinraum beendet ist - insgesamt bis zu 500 Arbeitsschritte -, werden sie an die Back-End-Fertigung weitergeleitet; dort werden sie getestet und gehäust (vgl. Back-End-Fertigung).
Galliumnitrid
Verbindungshalbleiter aus Gallium (chemisches Zeichen Ga) und Stickstoff (chemisches Zeichen N). Abkürzung ist GaN. GaN wird aufgrund seiner besonderen Materialeigenschaften (zum Beispiel gute Wärmeleitfähigkeit und hohe Elektronenmobilität) unter anderem für Hochfrequenz-MOSFETs verwendet (vgl. MOSFET).
Giga
230 im informationstechnischen Sinn, zum Beispiel Gigabit (Gbit), Gigabyte (GByte).
GMR
Giant magneto-resistance. Der GMR-Effekt wird in Sensoren zur Messung von Magnetfeldern eingesetzt. GMR-Sensoren werden unter anderem als Lenkwinkelsensor im Auto eingesetzt.
GPS
Global Positioning System. Satellitengestütztes Funkortungsverfahren zur Positionsbestimmung aufgrund von Laufzeitunterschieden der empfangenen Signale.
Halbleiter
Kristalliner Werkstoff, dessen elektrische Leitfähigkeit durch Einbringung von Dotierstoffen (in der Regel Bor oder Phosphor) gezielt verändert werden kann. Halbleiter sind beispielsweise Silicium und Germanium. Der Begriff wird auch für ICs aus diesem Werkstoff verwendet.
Hall-Sensor
Ein auf dem Hall-Prinzip basierender Sensor zur Messung von Magnetfeldern. Benannt nach dem US-amerikanischen Physiker Edwin Herbert Hall (1855 - 1938). Hall-Sensoren werden zum Beispiel zur Positionserkennung von Pedalstellungen oder zur Messung der Rotationsgeschwindigkeit von Achsen eingesetzt.
Hertz
Hertz (Kurzzeichen Hz) ist die Einheit für die Frequenz. Die Einheit wurde nach dem deutschen Physiker Heinrich Rudolf Hertz (1857 - 1894) benannt. Die Frequenz ist die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde, allgemeiner auch die Anzahl von beliebigen sich wiederholenden Vorgängen pro Sekunde. Häufig verwendete Einheiten sind Kilohertz (tausend Schwingungen pro Sekunde), Megahertz (eine Million Schwingungen pro Sekunde) und Gigahertz (eine Milliarde Schwingungen pro Sekunde).
HEV / EV
Hybridauto (hybrid electric vehicle) / Elektroauto (electric vehicle). Zusammenfassung der Fahrzeuge mit Teil- oder Vollantrieb durch einen Elektromotor (vgl. Hybridauto).
HGÜ
Hochspannung-Gleichstromübertragung. HGÜ ist ein Verfahren der elektrischen Energieübertragung mit hoher Gleichspannung von bis zu 800.000 Volt über Entfernungen von über 1.000 Kilometern. HGÜ wird auch zur Anbindung von Offshore-Windparks ans Stromnetz des Festlandes eingesetzt.
Hybridauto
Unter einem Hybridauto versteht man üblicherweise ein Kraftfahrzeug, das neben einem Verbrennungsmotor noch von mindestens einem Elektromotor angetrieben wird. Der Hybridantrieb wird im Serienautomobilbau eingesetzt, um die Effizienz zu verbessern, den fossilen Kraftstoffverbrauch zu verringern oder die Leistung im niedrigen Drehzahlbereich zu steigern. In Voll-Hybridautos kann das Fahrzeug allein mittels des Elektromotors angetrieben werden. In milden Hybridautos (oder auch Mild-Hybridautos genannt) dient der Elektromotor nur zur Unterstützung des Verbrennungsmotors, also etwa beim Beschleunigen.
Hybridtechnik
Das griechische Wort "Hybrid" bedeutet übersetzt "gemischt" oder auch "von zweierlei Herkunft". Der Name bezeichnet den Kern der neuen Antriebstechnologie im Fahrzeugbau: Hybridfahrzeuge sind mit zwei Antriebsarten ausgestattet: ein Diesel- oder Benzinmotor wird mit einem elektrischen Antrieb kombiniert.
IC
Integrated Circuit (integrierte Schaltung). Bauelement auf Basis eines Halbleitermaterials wie beispielsweise Silicium, auf dem zahlreiche Komponenten wie Transistoren, Widerstände, Kondensatoren und Dioden integriert und miteinander verbunden sind.
IGBT-Modul
Insulated-Gate-Bipolar-Transistor-Modul (Bipolartransistor mit isolierter Gate-Elektrode). Ein IGBT ist ein Halbleiterbauelement, das aufgrund seiner Robustheit, hohen Sperrspannung und nahezu leistungslosen Ansteuerung Anwendung in der Leistungselektronik findet. Mehrere IGBTs, zusammengeschaltet und in einem Gehäuse verpackt, nennt man Modul. Diese Module werden für die Ansteuerung von Elektromotoren im Automobilbereich wie auch im Industriebereich eingesetzt. Drehzahl und Drehmoment des Elektromotors können stufenlos reguliert werden. Auch Züge wie der deutsche ICE oder der französische TGV nutzen für die effiziente Ansteuerung der Elektroantriebe IGBT-Module.
Inverter
Ein Inverter, auch Wechselrichter genannt, ist ein elektrisches Gerät, das Gleichspannung in Wechselspannung beziehungsweise Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. Inverter werden zum Beispiel bei Solaranlagen eingesetzt, um die in den Solarmodulen erzeugte Gleichspannung in eine Wechselspannung zu wandeln und sie ins Netz einzuspeisen.
Kilo
210 im informationstechnischen Sinn, zum Beispiel Kilobit (Kbit), Kilobyte (KByte).
Leistungshalbleiter
In den letzten 30 Jahren haben Leistungshalbleiter in der Antriebstechnik ebenso wie in der Energieübertragung und -verteilung weitgehend die elektromechanischen Lösungen verdrängt, weil mit ihnen hohe Energieflüsse fast nach Belieben geformt werden können. Der Vorteil der Bauelemente besteht darin, dass sie extrem schnell -typischerweise innerhalb von Bruchteilen von Sekunden - zwischen den Zuständen "offen" und "geschlossen" wechseln können. Durch die schnelle Folge von Ein- / Aus-Pulsen kann fast jede beliebige Form des Energieflusses nachgebildet werden, beispielsweise auch eine Sinuswelle.
Leistungstransistor
Mit Leistungstransistor wird in der Elektronik ein Transistor zum Schalten oder Steuern großer Spannungen, Ströme beziehungsweise Leistungen bezeichnet. Eine exakte Grenze zwischen Transistoren zur Signalverarbeitung und Leistungstransistoren ist nicht einheitlich festgelegt. Leistungstransistoren werden überwiegend in Gehäusen produziert, die eine Montage auf Kuhlkörpern ermöglicht, da es anders nicht möglich ist, die bei manchen Typen und Anwendungen bis zu einigen Kilowatt betragende Verlustleistung abzuführen (vgl. Leistungshalbleiter).
Mega
220 im informationstechnischen Sinn, zum Beispiel Megabit (Mbit), Megabyte (MByte).
Mikrocontroller
Mikroprozessor, der auf einem einzelnen IC, mit Speicher und Schnittstellen kombiniert, integriert ist und als eingebettetes System funktioniert. In einem Mikrocontroller lassen sich komplexe logische Schaltungen realisieren und per Software kontrollieren.
Mikrometer
Metrisches Längenmaß. Entspricht dem millionsten Teil eines Meters (10-6 Meter), das Symbol ist um. Der Durchmesser eines Menschenhaars beträgt zum Beispiel 0,1 Millimeter oder 100 Mikrometer.
MOSFET
Metal Oxid Substrate Feldeffekt-Transistor. Der MOSFET ist die heute am meisten verwendete Transistorarchitektur. Der MOSFET wird sowohl in hochintegrierten Schaltkreisen als auch in der Leistungselektronik als spezieller Leistungs-MOSFET verwendet.
Nanometer
Metrisches Längenmaß. Entspricht dem milliardsten Teil eines Meters (10-9 ), das Symbol ist nm. Der Durchmesser der Desoxyribonukleinsäure (DNS) beträgt ungefähr 2 Nanometer. Die Fertigungsstrukturbreiten in der Halbleiterbranche werden inzwischen in Nanometern gemessen (vgl. 65-Nanometer-Technologie).
Netbook
Eine Klasse von Computern, die bei Größe, Preis und Rechenleistung kleiner als übliche Notebooks ausgelegt sind. Die Geräte sind vor allem als tragbare Internet-Zugangsgeräte konzipiert, verfügen daher üblicherweise über eine integrierte WLAN-Schnittstelle und, im Vertriebsmodell mit Mobilfunk- Vertrag, teilweise über ein integriertes UMTS-Mobilfunk-Modem.
NFC
Near Field Communication. Ein internationaler Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten über kurze Strecken. Die ersten Entwürfe des Übertragungsstandards gehen schon einige Jahre zurück, aber erst 2011 mit der Einführung dieser Technologie in den ersten Smartphones kam der Druchbruch. Die Nahfunktechnik NFC kann als Zugriffsschlüssel an Terminals auf Inhalte und für Dienste verwendet werden, wie beispielsweise bargeldlose Zahlungen oder papierloses Ticketing.
OptiMOS™
Niedervolt-Leistungstransistoren für Spannungen von 20 bis 300 Volt.
Pedelec
Abkürzung für "Pedel electric cycle". Dabei wird der Tretkurbelbetrieb beim Fahrrad durch einen Elektromotor unterstützt. Pedelecs sind zu unterscheiden von E-Bikes, die ebenfalls einen Elektroantrieb besitzen, aber wie Leichtkrafträder auch ohne Tretunterstützung fahren. Letztere werden auch Elektro-Scooter genannt. Pedelec-Antriebe werden entweder bei 25 km / h oder bei 45 km / h abgeregelt. Letztere Variante gilt als S-Pedelec und ist versicherungspflichtig.
Repowering
In der Praxis bedeutet "Repowering", dass alte Windenergieanlagen durch neue, leistungsstärkere und effizientere ersetzt werden. Ziel ist eine bessere Ausnutzung der verfügbaren Standorte, die Erhöhung der installierten Leistung bei gleichzeitiger Reduktion der Anzahl der Anlagen.
Schaltnetzteil
Ein Schaltnetzteil ist eine elektronische Baugruppe, die eine Wechselspannung in eine Gleichspannung umwandelt. Schaltnetzteile besitzen einen höheren Wirkungsgrad als Netztransformatoren und können kompakter und leichter aufgebaut werden als konventionelle Netzteile, die einen schweren Trafo mit Eisenkern enthalten. Schaltnetzteile werden vor allem in PCs, Notebooks und Servern eingesetzt. Sie erreichen aber auch bei kleinen Leistungen bereits einen sehr hohen Wirkungsgrad, so dass sie zunehmend auch in Steckernetzteilen, etwa als Ladegerät für Mobiltelefone, zu finden sind.
Schottky-Diode
Eine spezielle Diode, die keinen Halbleiter-Halbleiter-Übergang, sondern einen Metall-Halbleiter-Übergang besitzt. Als Halbleitermaterial verwendet man bis 250 Volt meist Silicium. Für Spannungen über 300 Volt kommt Siliciumkarbid (SiC) zum Einsatz. SiC-Schottky-Dioden bieten in der Leistungselektronik gegenüber den konventionellen Dioden eine Reihe von Vorteilen. Beim Einsatz zusammen mit IGBT-Transistoren ist eine erhebliche Reduktion der Schaltverluste in der Diode selbst aber auch im Transistor möglich. Der Name geht auf den deutschen Physiker Walter Schottky (1886 -1976) zurück (vgl. Siliciumkarbid).
Shrinken
Unter "Shrinken" (von engl. to shrink = schrumpfen) versteht man in der Halbleiterfertigung den Übergang zur Fertigungstechnologie mit der nächst kleineren Strukturgröße. Durch den Einsatz einer kleineren Strukturgröße werden - mit wenigen Ausnahmen - alle Halbleiterschaltungselemente verkleinert; eben geschrumpft. Dadurch wird der Chip mit derselben Funktionalität kleiner; es passen mehr Chips auf den Wafer; die Herstellkosten sinken.
Silicium
Chemisches Element mit halbleitenden Eigenschaften. Silicium ist das wichtigste Ausgangsmaterial in der Halbleiterindustrie.
Siliciumkarbid
Verbindungshalbleiter aus Silicium (chemisches Zeichen Si) und Kohlenstoff (chemisches Zeichen C). Abkürzung ist SiC. SiC wird aufgrund seiner besonderen Materialeigenschaften (zum Beispiel gute Wärmeleitfähigkeit) unter anderem für Schottky-Dioden verwendet (vgl. Schottky-Diode).
SIM-Karte
Subscriber-Identity-Module-Karte. Eine Chipkarte, die in ein Mobiltelefon gesteckt wird und zur Identifikation des Nutzers im Netz dient. Mit ihr stellen Mobilfunkanbieter Teilnehmern mobile Telefonanschlüsse zur Verfügung.
Smart Grid
Unter dem Schlagwort "Smart Grid" versteht man die Aufrüstung der bestehenden Stromnetze um Kommunikations- und Messfunktionen, um den Energiefluss zwischen der immer mehr dezentralen Stromerzeugung - zum Beispiel über Windkraftanlagen oder Blockheizkraftwerke - und den Verbrauchern effizienter zu gestalten.
Smartphone
Ein internetfähiges Mobiltelefon, das mehr Computerfunktionalität und -konnektivität als ein herkömmliches fortschrittliches Mobiltelefon zur Verfügung stellt. Aktuelle Smartphones lassen sich meist über zusätzliche Programme (sogenannte Apps) vom Anwender individuell mit neuen Funktionen aufrüsten.
Tablet-Computer
Ein tragbarer Computer, der unter anderem wie ein Notizblock verwendet werden kann. Die Bedienung erfolgt per Eingabestift, in zunehmendem Maße auch per Finger direkt auf einem berührungsempfindlichen Bildschirm. In der jüngsten Entwicklung dienen Tablet-Computer vorwiegend dem Internet- Zugang und damit als Endgerät für Cloud Computing (vgl. Cloud Computing).
TPM
Trusted Platform Module. Ein Chip, der einen Computer oder ähnliche Geräte um grundlegende Sicherheitsfunktionen wie Lizenz- oder Datenschutz erweitert. Außer der Verwendung in PCs und Notebooks kann das TPM in Tablet-Computer, Smartphones und Unterhaltungselektronik integriert werden. Ein Gerät mit TPM, speziell angepasstem Betriebssystem und entsprechender Software bildet zusammen eine Trusted Computing Plattform (vgl. Trusted Computing).
Transistor
Elektronisches Bauelement zum Schalten und Verstärken von elektrischen Signalen. Transistoren werden beispielsweise in der Nachrichtentechnik, Computersystemen und in der Leistungselektronik eingesetzt; als diskrete Einzelkomponente oder millionenfach auf einem integrierten Schaltkreis.
Trusted Computing
"Trusted Computing" bedeutet, dass die im PC, aber auch in anderen computergestützten Systemen wie Mobiltelefonen, verwendete Hard- und Software kontrolliert werden kann. Dies geschieht über einen zusätzlichen Chip, dem Trusted Platform Module (TPM), der mittels kryptografischer Verfahren die Integrität sowohl der Hardware als auch der Software-Datenstrukturen messen kann und diese Werte nachprüfbar abspeichert.
Umrichter
Steuereinheit, die Wechselspannungen verschiedener Spannungen und Frequenzen ineinander überführen kann. Dies geschieht durch Leistungselektronik. Umrichter werden unter anderem in Windrädern eingesetzt, um die fluktuierende Windenergie ins Stromnetz mit einer Spannung mit konstanter Frequenz einzuspeisen. In der elektrischen Antriebstechnik, also etwa bei Motorsteuerungen und Zügen, wird mittels eines Umrichters aus einem Netz mit konstanter Frequenz und Spannung eine Ausgangsspannung mit variabler, lastabhängiger Frequenz erzeugt.
VSD
Variable Speed Drive. Elektronische Steuerung zur Drehzahlregelung von Elektromotoren.
Wafer
Scheibe aus einem Halbleiterwerkstoff (meist Silicium, aber auch Germanium oder Galliumarsenid), aus der man den eigentlichen Chip herstellt. Gängige Durchmesser für Wafer sind 200 Millimeter und 300 Millimeter.
Wechselrichter
Ein Wechselrichter (auch Inverter genannt) ist ein elektrisches Gerät, das Gleichspannung in Wechselspannung beziehungsweise Gleichstrom in Wechselstrom umrichtet.