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Infineon Technologies AG

Annual Report (ESEF) Dec 2, 2024

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Report Infineon Geschäftsbericht 2024 1 Zusammengefasster Lagebericht Dieser Bericht fasst den Konzernlagebericht des Infineon-Konzerns („Infineon“ oder „Unternehmen“), bestehend aus der Infineon Technologies AG (nachstehend auch „die Gesellschaft“) und ihren konsolidierten Tochtergesellschaften, mit dem Lagebericht der Infineon Technologies AG zusammen. Der zusammengefasste Lagebericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen über das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge von Infineon. Diesen Aussagen liegen Annahmen und Prognosen zugrunde, die auf gegenwärtig verfügbaren Informationen und aktuellen Einschätzungen beruhen. Sie sind mit einer Vielzahl von Unsicherheiten und Risiken behaftet. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann daher wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweichen. Infineon übernimmt über die gesetzlichen Anforderungen hinaus keine Verpflichtung, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren. […] Die Inhalte dieser Abschnitte sind freiwillige Inhalte (sogenannte lageberichtsfremde Angaben), die vom Abschlussprüfer nicht geprüft, sondern lediglich kritisch gelesen wurden. Im Fall von Querverweisen wurden auch die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen, nicht geprüft. Geschäftsmodell Übersicht Halbleiter sind essenziell, um die Herausforderungen der Dekarbonisierungs- und Digitalisierungstransformation zu meistern. Sie machen unseren Alltag einfacher, sicherer und umweltfreundlicher. Mit weltweit rund 58.000 Beschäftigten ist Infineon ein global führender Anbieter von Halbleiterlösungen und ermöglicht dadurch grüne und effiziente Energie, saubere und sichere Mobilität sowie intelligente und sichere IoT-Applikationen. Infineon entwickelt, fertigt und vertreibt eine Vielzahl an Halbleitern und halbleiterbasierten Lösungen. Dabei liegt der Fokus auf den wesentlichen Märkten: von Automotive- über Industriebereiche bis hin zu Rechenzentren für künstliche Intelligenz und einigen spezifischen konsumentennahen Sektoren. Zu unserem Kerngeschäft gehören auf Silizium, Siliziumkarbid und Galliumnitrid basierende Leistungshalbleiter in Form von Einzelbausteinen, Modulen und Systemlösungen. Infineon hat über Jahrzehnte ein sehr breites Wissen über die Anwendung und die spezifischen Herausforderungen von Leistungshalbleitern in allen Applikationen sowie ein sehr breites Portfolio aufgebaut. Über unseren strategischen Ansatz „Vom Produkt zum System“ kombinieren wir diese Leistungshalbleiter mit Mikrocontrollern inklusive Software, Treiberbausteinen und Sensoren, um so maßgeschneiderte Lösungen für Energiewandlungssysteme anbieten zu können und die Dekarbonisierung zu ermöglichen. Für den Digitalisierungsbereich verfügen wir über ein breites Portfolio an Mikrocontrollern mit hardwarebasierter Sicherheit, Sensoren und Konnektivitätsprodukten, zum Beispiel Wi-Fi oder Bluetooth, ergänzt um Software. Diese finden Verwendung im Automotive-, Industrie- und Konsumbereich sowie in Endanwendungen wie dem mobilen Bezahlen oder bei behördlichen Ausweisdokumenten. Infineon Geschäftsbericht 2024 2 Wertschöpfungskette und Fertigung Infineon deckt die wesentlichen Stufen der Halbleiter-Wertschöpfungskette ab: von Entwicklung und Design über die Frontend- und Backend-Fertigung, die Vermarktung bis zur Auslieferung an den Kunden, siehe G01. Dazu kommen in verstärktem Maße Software und weitere Services wie applikationsspezifische Unterstützung bei der Implementierung unserer Lösungen. In der Frontend-Fertigung werden die Halbleiterscheiben, auch Wafer genannt, prozessiert. Hierbei werden mittels optischer, physikalischer und chemischer Verfahren Transistoren und deren Verbindungen untereinander realisiert. Damit wird die Funktion der Chips bestimmt. Vom Frontend-Standort werden die Wafer zu einem Backend-Standort weitergeleitet, wo die restlichen Verarbeitungsschritte erfolgen. Hierzu zählen das Sägen der Wafer in einzelne Chips sowie die Montage und das Testen. Im Anschluss an die Backend-Fertigung erfolgt der Verkauf an die Kunden über regionale Distributionszentren. Um den Kapitaleinsatz zu optimieren und die Flexibilität zu erhöhen, nutzen wir zusätzlich zur Eigenfertigung externe Fertigungspartner. Das gilt in der Frontend-Fertigung vor allem für Fertigungsprozesse mit wenig Differenzierungspotenzial und in der Backend-Fertigung für standardisierte Gehäusetypen. Weitere Informationen zu unserer Fertigungsstrategie sind im Kapitel „Konzernstrategie“ enthalten. Infineon Geschäftsbericht 2024 3 Hauptsitze und Fertigungsstandorte Infineon Geschäftsbericht 2024 4 Die Segmente Neben übergreifenden Bereichen wie Fertigung und diversen Zentralfunktionen gliedert sich Infineon in vier Segmente (auch Divisionen genannt), deren Ausrichtung sich an den Anforderungen der jeweiligen Zielmärkte und Applikationen orientiert. Dabei verantworten die Segmente bestimmte Bereiche, die ihre Kernkompetenzen widerspiegeln. Das Geschäft mit Halbleitern für die Automobilelektronik wird vom Segment Automotive verantwortet. Das Segment Green Industrial Power konzentriert sich auf Leistungshalbleiter hauptsächlich für industrielle Anwendungen und erneuerbare Energien, während das Segment Power & Sensor Systems neben Sensorik die Stromversorgungen im Allgemeinen, darunter für Rechenzentren, insbesondere solche, die für künstliche Intelligenz notwendig sind, Telekommunikationsnetzwerke und konsumentennähere Applikationen, adressiert. Aktivitäten rund um das IoT inklusive Edge-KI sowie klassische und neue Sicherheitsanwendungen sind im Segment Connected Secure Systems gebündelt. Zur umfassenden Abdeckung der Anforderungen der jeweiligen Zielmärkte erfolgt in vielen Fällen eine segmentübergreifende Zusammenarbeit. Die Vertriebsaktivitäten für alle Segmente sind seit dem 1. März 2024 in einer zentralen Organisation zusammengefasst. Diese ist in den neu geschaffenen Vertriebssegmenten Automotive, Industrial & Infrastructure und Consumer, Computing & Communication organisiert. Ziel ist hierbei, unseren Kunden einen leichteren Zugang zum gesamten Portfolio von Infineon zu bieten und ihre spezifischen Bedürfnisse durch das Angebot komplementärer, aufeinander abgestimmter Produkte aus verschiedenen Geschäftsbereichen zu erfüllen. In Grafik G02 findet sich eine Übersicht der Kernkompetenzen der einzelnen Segmente. Infineon Geschäftsbericht 2024 5 Automotive Das Segment Automotive gestaltet die Zukunft der Mobilität mit Produkten und Lösungen für saubere, sichere und intelligente Fahrzeuge. Wir decken alle Anwendungsfelder im Fahrzeug ab: Antrieb und Energiemanagement, Vernetzung und Infotainment, Karosserie- und Komfortelektronik sowie Fahrsicherheit und Datensicherheit. Infineon ist der Weltmarktführer bei Halbleiterlösungen für Autos. Unser Angebot an Produkten und Lösungen ermöglicht den Übergang vom Antrieb mit Verbrennungsmotor zu Hybrid- und Elektroantrieb, einen immer höheren Grad des automatisierten Fahrens sowie dem softwaredefinierten Fahrzeug gekennzeichnet durch eine stärkere Vernetzung und Digitalisierung einhergehend mit höherer Datensicherheit. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden innovative Lösungen in den Bereichen Fahrsicherheit, digitales Cockpit, Infotainment, Komfort und Lichttechnik. Unser Produktportfolio umfasst Sensoren, Mikrocontroller, Software-Lösungen, zuverlässige Stromversorgung, Speicher für spezifische Anwendungen sowie Leistungshalbleiter auf Basis von Si, SiC und GaN. Infineon Geschäftsbericht 2024 6 Green Industrial Power Das Segment Green Industrial Power ist spezialisiert auf Halbleiterlösungen für das intelligente Management und die effiziente Wandlung elektrischer Energie über die gesamte Wertschöpfungskette der Erzeugung, Übertragung, Speicherung und Nutzung von Elektrizität hinweg. Das Produktportfolio besteht hauptsächlich aus Leistungstransistoren auf Basis von Si und SiC sowie Treiber-ICs (integrated circuit) zu deren Ansteuerung. Die Produkte von Green Industrial Power, gleich ob Si- oder SiC-basiert, bieten wir in unterschiedlichen Bauformen und mit unterschiedlichem Funktionsgrad an. Das breite Anwendungsspektrum des Segments umfasst Motorsteuerungen für industrielle Fertigung und Gebäudetechnik, Wechselrichter für Fotovoltaik- und Windkraftanlagen, Haushaltsgroßgeräte, Zugantriebssysteme, Elektronutzfahrzeuge wie Busse, Bau- und Landwirtschaftsmaschinen, Systeme zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung und Energiespeicherung, Industriestromversorgungen sowie Ladeinfrastrukturen für Elektrofahrzeuge. Power & Sensor Systems Das Segment Power & Sensor Systems umfasst eine große Auswahl an Leistungshalbleiter-, Hochfrequenz- (HF-) und Sensortechnologien. Damit machen wir Stromversorgungen, Elektrowerkzeuge, Beleuchtungssysteme, mobile Endgeräte sowie Industrie- und Endverbraucheranwendungen kleiner, leichter, energieeffizienter und erschließen neue Funktionalitäten. Mit der nächsten Generation von Si-, SiC- und GaN-basierten Produkten ermöglichen wir neue, innovative Lösungen für Anwendungen in den Bereichen Rechenzentren insbesondere für künstliche Intelligenz, Netzteile und Adapter, batteriebetriebene Geräte, 5G sowie erneuerbare Energien, insbesondere für Aufdachanlagen. Unser Portfolio an Produkten für Stromversorgungen, bestehend aus Steuer-ICs, Treibern und MOSFET-Leistungstransistoren, adressiert die beiden zentralen Anforderungen des Marktes: Wirkungsgrad und Leistungsdichte. Abgerundet wird das Portfolio durch USB (universal serial bus)-Controller, Sensoren und Produkte im Hochfrequenzbereich wie HF-Antennenschalter, HF-Leistungstransistoren und Signalverstärker. Connected Secure Systems Das Segment Connected Secure Systems stellt umfassende Systeme für eine gesicherte vernetzte Welt zur Verfügung, die auf vertrauenswürdigen, zukunftsweisenden Mikrocontrollern sowie drahtlosen Konnektivitäts- und Sicherheitslösungen basieren. Insbesondere bieten wir Mikrocontroller-, Wi-Fi-, Bluetooth-, UWB (ultra wideband)-, NFC (near-field communication)- und kombinierte Konnektivitätslösungen (sogenannte Combo-Chips), hardwarebasierte Sicherheitstechnologien sowie eine leistungsfähige Software-Umgebung für die Programmierung und Konfigurierung der Mikrocontroller und Konnektivitätskomponenten an, die vielfältige Anwendungsbereiche abdecken: Geräte für IoT-Anwendungen, vernetzte Haushalts- und Smart-Home-Geräte, IT-Equipment, Unterhaltungselektronik, Cloud-Sicherheit und vernetzte Fahrzeuge sowie Kredit- und Debitkarten, elektronische Reisepässe sowie Personalausweise. Mit unseren Technologien in den Bereichen Computing, Konnektivität und Sicherheit leisten wir einen wesentlichen Beitrag, um heutige und künftige vernetzte Systeme zuverlässig zu schützen. Hierzu gehören auch Mikrocontroller mit Fokus auf maschinellem Lernen, beispielsweise für sogenannte Edge-KI-Anwendungen. Infineon Geschäftsbericht 2024 7 Konzernstrategie Langfristige Wachstumstrends Infineon als ein weltweit führender Anbieter von Halbleiterlösungen richtet seine Geschäftsaktivitäten an zwei für die Gesellschaft fundamentalen Fragestellungen aus, aus denen für das Unternehmen bedeutende, langfristige Wachstumstrends resultieren: Dekarbonisierung und Digitalisierung. Dekarbonisierung Die Dekarbonisierung ist Voraussetzung für die Eindämmung der Erderwärmung und damit eine zentrale Aufgabe der Menschheit in den nächsten Jahrzehnten. Wie wir Energie erzeugen, transportieren, speichern und nutzen, wird sich drastisch verändern müssen. Der weitestgehende Verzicht auf fossile Brennstoffe, der konsequente Umstieg auf erneuerbare Energien sowie eine weitgehende Elektrifizierung sind zum Aufhalten der Klimaerwärmung unverzichtbar. Dazu gehört der Einsatz von Windkraft und Solarenergie, aber auch von Systemen zur Speicherung und zum effizienten Transport von Energie. Die Bereitstellung von Halbleiterlösungen zur effizienteren Erzeugung, Umwandlung und Nutzung von elektrischer Energie sehen wir als eine der zentralen Aufgaben unseres Unternehmens an. Wir leisten so mit unserer Geschäftsaktivität einen wichtigen Beitrag, um nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Digitalisierung Die Digitalisierung ist ein weiterer zentraler Trend. Dieser beinhaltet eine Vernetzung immer intelligenterer, die Umwelt wahrnehmender Geräte, die das Leben einfacher und sicherer machen. Künstliche Intelligenz hält in vielen Lebens- und Wirtschaftsbereichen verstärkt Einzug. Die Potenziale sind enorm, dazu gehören beispielsweise digitale Assistenten, durch die Arbeiten zügiger erledigt werden, mehr Komfort und Sicherheit im intelligenten Zuhause (Smart Home), höhere Effizienz in der Entwicklung und Fertigung von Wirtschaftsgütern sowie neue Dienstleistungen zur Unterstützung älterer Menschen. Infineon liefert hierzu Mikrocontroller inklusive Software und Sensoren, die vernetzte und intelligente IoT-Geräte mit lokaler KI sowohl im Automotive- und Industrie- als auch im Endverbraucherbereich ermöglichen. Außerdem ermöglichen unsere fortschrittlichen Leistungshalbleiter sowie Systemarchitekturen die effiziente Stromversorgung von Hochleistungsprozessoren und Rechenzentren für große Sprachmodelle und andere fortgeschrittene KI-Anwendungen – „We power AI“. Infineon sieht sich als Wegbereiter für eine CO2-neutrale und digitale Zukunft: „Driving decarbonization and digitalization. Together.“ Dies betrifft weite Teile unseres Portfolios: Sensoren erfassen die meist analogen Informationen der uns umgebenden Welt und wandeln sie in digitale Daten um; Mikrocontroller verarbeiten diese Daten und erzeugen Steuersignale; Speicher ermöglichen es den Mikrocontrollern, Daten und Programmcodes zu speichern; Aktuatoren wie Leistungshalbleiter setzen die Steuersignale in Aktionen um und ermöglichen die effiziente Erzeugung und Umwandlung von Energie; Sicherheitslösungen schützen die Integrität von Geräten und Daten, und Konnektivitätschips übertragen diese Daten in der digitalen Welt. Software erweitert den Kundennutzen unserer Halbleiterlösungen und erlaubt deren flexiblere Anpassung. So stellen wir die Verbindung zwischen der realen und der digitalen Welt her und ermöglichen eine CO2-neutrale Zukunft. Infineon Geschäftsbericht 2024 8 Strategische Ziele Um aus Dekarbonisierung und Digitalisierung mit unseren Halbleiterlösungen Wert für unsere Kunden, das Unternehmen, unsere Anteilseigner und die Gesellschaft zu generieren, verfolgen wir klare und messbare strategische Ziele. Profitables Wachstum Wir wollen in unseren Zielmärkten weiter wachsen und unsere Profitabilität erhöhen. Unsere langfristigen Finanzziele reflektieren diesen Anspruch und gelten über den Halbleiterzyklus hinweg. Durch die konsequente Ausrichtung von Infineon auf die langfristigen Wachstumstrends Dekarbonisierung und Digitalisierung sowie die Umsetzung unserer strategischen Leitlinien (siehe Kapitel „Strategische Leitlinien“) wollen wir nachhaltig Wert schaffen. Ziel 1: Durchschnittlich mehr als 10 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr über den Zyklus Wir nehmen führende Positionen in unseren Kernmärkten ein, haben über die Jahre hinweg systematisch angrenzende und neue Märkte erschlossen und sind mit unseren vier Segmenten auf die langfristigen Wachstumstrends Dekarbonisierung und Digitalisierung ausgerichtet. Mit unserem strategischen Ansatz „Vom Produkt zum System“ können wir umfassendere Lösungen aus unserer umfangreichen Technologie- und Produktkompetenz bereitstellen und so für unsere Kunden mehr Wert schaffen. Vor allem in den Bereichen Elektromobilität, softwaredefinierte Fahrzeuge, erneuerbare Energien, Rechenzentren insbesondere mit KI und IoT erwarten wir ein überproportionales Wachstum und für den Konzern somit insgesamt über den Zyklus ein Umsatzwachstum von durchschnittlich mehr als 10 Prozent pro Jahr („>10%“). Ziel 2: Durchschnittlich 25 Prozent Segmentergebnis-Marge über den Zyklus Ein zentrales Kriterium für unseren Erfolg ist die nachhaltige Profitabilität. Durch nachhaltig profitables Wirtschaften kann Infineon auch in schwächeren Marktphasen seine Ziele konsequent verfolgen. Wir streben durchschnittlich 25 Prozent Segmentergebnis-Marge über den Zyklus an. Ein wichtiger Baustein zur Erreichung unseres Profitabilitätsziels ist unsere Systemlösungskompetenz, die basierend auf unserem strategischen Ansatz „Vom Produkt zum System“ zu einer höheren Wertschöpfung und einem höheren Kundennutzen führt. Dabei wird künftig Software an verschiedenen Stellen eine größere Rolle spielen: Treiber- und Betriebssystemsoftware auf Basis unserer Mikrocontroller, Applikationssoftware (teilweise unter Einsatz von KI-Modellen) oder auch Software, mit der Kunden unsere Produkte besser ein-designen oder simulieren können. Wir nutzen Größen- und Kostenvorteile, indem wir unsere führende Marktposition und unsere innovativen Fertigungstechnologien wie die 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung weiter ausbauen und im Bereich von Siliziumkarbid und Galliumnitrid den Fertigungsausbau beschleunigen. Gleichzeitig achten wir darauf, dass mit Blick auf unser Gesamtportfolio alle Geschäfte angemessen zum Unternehmenserfolg beitragen. Weiterhin streben wir einen unterproportionalen Anstieg der Forschungs- und Entwicklungskosten sowie der Vertriebskosten und insbesondere der allgemeinen Verwaltungskosten im Vergleich zur Umsatzentwicklung an. Unterstützt wird dies durch unsere Digitalisierungsstrategie. Ziel 3: Bereinigter Free-Cash-Flow in einer Bandbreite von 10 bis 15 Prozent vom Umsatz über den Zyklus Infineon Geschäftsbericht 2024 9 Unter dem Aspekt der Wertgenerierung beinhaltet unser Zielgeschäftsmodell ein Free-Cash-Flow-Ziel. Der um große Investitionen in Frontend-Gebäude sowie große M&A (mergers & acquisitions)-Transaktionen bereinigte Free-Cash-Flow soll über den Zyklus hinweg in einer Bandbreite von 10 bis 15 Prozent vom Umsatz liegen. Dies erreichen wir, indem unser operativer Cash-Flow langfristig stärker als die Investitionsausgaben wächst. Kapitalstrukturziele Unsere Kapitalstrukturziele verbinden die Gedanken von ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit miteinander und stellen sicher, dass Infineon als Unternehmen langfristig ein verlässlicher Partner sein kann. Das Investment-Grade-Rating ist Kernbestandteil der konservativen Finanzpolitik von Infineon. Von diesem Eckpfeiler leiten wir unsere langfristigen Kapitalstrukturziele ab, die aus einem Liquiditäts- und einem Verschuldungsziel bestehen. Das Ziel für unsere Liquidität haben wir im zurückliegenden Geschäftsjahr überprüft. Zukünftig beträgt das Ziel für unsere Brutto-Cash-Position mindestens 10 Prozent des Umsatzes im Jahresdurchschnitt. Somit entfällt der zusätzliche Sockelbetrag von €1 Milliarde. Stattdessen planen wir fest zugesagte Kreditlinien abzuschließen. In die Überprüfung eingeflossen sind die über die letzten Jahre rückläufigen Netto-Pensionsverpflichtungen, der erfolgte Qimonda-Vergleich sowie eine risikoorientierte Analyse der Eventualverbindlichkeiten. Mit dem definierten Brutto-Cash-Ziel stehen ausreichend Barmittel zur Verfügung, um das operative Geschäft und die Investitionen über alle Phasen des Halbleiterzyklus hinweg finanzieren zu können. Unser Verschuldungsziel beschränkt die Bruttofinanzschulden auf höchstens das Zweifache des EBITDA. Dieses definiert Infineon als das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Zinsen, Steuern und planmäßigen Abschreibungen. Nachhaltige Unternehmensführung Wir sind überzeugt, dass wirtschaftlicher Erfolg mit ökologischem und sozialem Engagement Hand in Hand gehen muss. Dazu gehört auch, einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Entwicklung der Gesellschaft zu leisten. Mit unseren Produkten, Lösungen und Systemen ermöglichen wir mehr Effizienz und leisten einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Aber auch innerhalb unseres Unternehmens sowie in Bezug auf unsere Lieferketten ist Nachhaltigkeit von zentraler Bedeutung. Wir führen unser Unternehmen nachhaltig und engagieren uns verantwortungsvoll für die Gesellschaft. Einen Beitrag zur Eindämmung der Klimaerwärmung zu leisten, ist Teil unserer Mission. So haben wir uns das Ziel gesetzt, bis zum Ende des Geschäftsjahres 2030 CO2-neutral zu werden. Bereits zum Ende des Geschäftsjahres 2025 sollen die Emissionen um 70 Prozent gegenüber dem Kalenderjahr 2019 gesenkt werden. Dieses Ziel bezieht sich auf den eigenen Fußabdruck von Infineon bei Treibhausgasen und schließt neben allen direkten auch indirekte, durch Elektrizität und Wärme verursachte Emissionen ein. Bereits zum Ende des Geschäftsjahres 2024 lagen unsere Scope 1- und Scope 2-Emissionen 66,3 Prozent unter den Emissionen des Basisjahres 2019. Der Ausbau intelligenter Abluftreinigungskonzepte, der Einkauf erneuerbar erzeugter Elektrizität und die Umsetzung von Energieeffizienzprogrammen haben zu dieser Reduzierung beigetragen. Im Dezember 2023 haben wir unsere Klimastrategie erweitert und uns verpflichtet, ein Science-Based Target zu setzen, das Scope 3-Emissionen und somit auch die Lieferkette mit einbezieht. Dies bedeutet, dass wir nicht nur die direkten und indirekten energiebedingten Emissionen (Scope 1 und 2) adressieren, sondern auch die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Um unsere Scope 3-Emissionen zu reduzieren und ein entsprechendes Ziel setzen zu können, haben wir im Geschäftsjahr 2024 ein Programm zur Zusammenarbeit mit den Lieferanten, die den größten Einfluss auf unsere Scope 3-Emissionen haben, ausgerollt. Im Rahmen des Infineon Geschäftsbericht 2024 10 Programms arbeiten wir mit über 100 Lieferanten aktiv zusammen, um unsere Lieferanten dazu zu motivieren, eigene Science-Based Targets zu definieren sowie entsprechende Reduktionsmaßnahmen zu implementieren. Die weiteren Nachhaltigkeitsaktivitäten werden im separaten Bericht „Nachhaltigkeit bei Infineon“ beschrieben. Dieser Bericht ist einschließlich des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts, der sich aus den Anforderungen des deutschen CSR (corporate social responsibility)-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes ergibt, im Internet unter www.infineon.com/nachhaltigkeit_reporting abrufbar. Strategische Leitlinien Um unsere strategischen Ziele zu erreichen, setzen wir auf eine Reihe von strategischen Leitlinien, die nachhaltige Unternehmensführung und profitables Wachstum sicherstellen. „Vom Produkt zum System“ (P2S) mit Software Durch unseren Ansatz „Vom Produkt zum System“ bauen wir unsere führenden Positionen in den Bereichen „Power-Systeme und IoT“ weiter aus. P2S hilft uns, unsere Lösungen und Produkte besser an Kundenanforderungen anzupassen. Wir verstehen neue Trends frühzeitig und können innovative Ansätze gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln. Unsere Kunden können dadurch nachhaltige Vorteile, zum Beispiel in Bezug auf Systemperformance, Systemkosten und Entwicklungszeit, realisieren. Damit das gelingt, müssen wir verstehen, in welchem Umfeld die Produkte unserer Kunden eingesetzt werden, wie sie in größere Systeme eingebettet sind, mit welchen anderen Geräten sie interagieren, welche Anforderungen an sie gestellt werden und welche Funktion sie erbringen sollen. Wir berücksichtigen auch, welche anderen aktiven und passiven Komponenten sowie Steuerungskonzepte zum Einsatz kommen und welche Fähigkeiten unsere Kunden selbst in den Wertschöpfungsprozess einbringen. Mit diesem Wissen können wir unsere Kompetenzen noch besser nutzen: Wir wollen das technologisch Mögliche in ein marktfähiges Produkt übersetzen, das den größtmöglichen Nutzen für unsere Kunden stiftet. Dies hilft uns, die führenden Positionen in unseren Märkten weiter auszubauen. Software gewinnt im Rahmen von P2S deutlich an Bedeutung: In den letzten Jahren haben wir unsere Aktivitäten dazu intensiviert, sowohl durch eigenen organischen Aufbau, durch strategische Partnerschaften als auch durch die Akquisitionen von Cypress, Industrial Analytics und Imagimob. Dadurch steht uns ein komplettes Ökosystem bestehend aus Software-Komponenten und Entwicklungsumgebung sowie Referenzdesigns, Produktunterstützung, Blogs, Entwickler-Community und Online-Tutorials zur Verfügung. Ein wichtiges Element dieses Ökosystems ist die Entwicklungsumgebung ModusToolbox™. Unter anderem enthält sie wiederverwendbare Firmware, die den Entwicklern der Kunden die Programmierung von Mikrocontrollern, Wi-Fi- und Bluetooth-Komponenten erleichtert. Vor allem kleineren Kunden ermöglichen wir dadurch, unsere Produkte noch besser einzusetzen, wodurch wir unsere Profitabilität steigern. Technologieführerschaft und kundenfokussierte Innovation Gemäß unserem strategischen Ansatz, in Applikationstrends zu denken, identifizieren unsere Entwicklerinnen Herausforderungen frühzeitig und gemeinsam mit unseren Kunden. So können wir unserem Versprechen des technologischen Vorsprungs gerecht werden. Durch die enge Zusammenarbeit lernen wir, Applikationen besser zu Infineon Geschäftsbericht 2024 11 verstehen. Dies ermöglicht es uns, zukünftige Trends frühzeitig zu antizipieren und darauf abgestimmte Produkte zu entwickeln. Dadurch können wir unseren Kunden, je nach Bedarf, einzelne Komponenten oder auch komplette Lösungen inklusive der dazu erforderlichen Software anbieten. Unsere führende technologische Position und die Kompetenz in unseren Kernmärkten bauen wir durch kundenfokussierte, aber auch grundlegende Innovationen weiter aus. Dadurch stärken wir unser Kerngeschäft und erkennen langfristige Wachstumspotenziale in angrenzenden Geschäftsfeldern. Als Marktführer im Bereich der Leistungselektronik haben wir zum Beispiel frühzeitig an innovativen Materialien geforscht, Kompetenzen aufgebaut und erweitern unser Produktportfolio kontinuierlich, um für unsere Kunden Mehrwert zu generieren. Aus technologischer Sicht von besonderer Bedeutung sind die sogenannten Verbindungshalbleiter. Während die meisten bisherigen Halbleiterkomponenten auf reinem Silizium basieren, existieren mit Siliziumkarbid und Galliumnitrid zwei weitere chemische Verbindungen, die aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften, insbesondere einer größeren Bandlücke („wide band gap“), die Herstellung noch leistungsfähigerer Halbleiter erlauben. Diese ermöglichen besonders effiziente elektrische Schaltungen auf kleinstem Bauraum. Beispielsweise können so leistungsfähige Ladestationen für elektrische Fahrzeuge deutlich kompakter konstruiert werden als zuvor, was die Installation an weiteren Orten erlaubt. Mit unseren innovativen Modulen für vertikale Spannungsversorgung in Rechenzentren ermöglichen wir effizientere und leistungsfähigere KI-Server. Eine starke Position im Bereich der Verbindungshalbleiter sehen wir als essenziell an, um unsere führende Position im Bereich Power-Systeme zu festigen. Die Akquisition von GaN Systems Inc. trägt dazu maßgeblich bei. Das in Ottawa (Kanada) ansässige Unternehmen ergänzt unser technologisch starkes GaN-Portfolio um weitere GaN-basierte Lösungen zur Energiewandlung sowie erstklassiges Anwendungs-Know-how. Als erstes Unternehmen weltweit haben wir die Einführung einer 300-Millimeter-Eigenfertigung von GaN-basierten Halbleitern bekannt gegeben. Damit sichern wir unsere Technologieführerschaft über alle wesentlichen Klassen von Leistungshalbleitern. Wertschöpfung durch differenzierende Eigenfertigung und hohe Qualität Wir bauen unsere Eigenfertigung in den Bereichen weiter aus, in denen wir Mehrwert für unsere Kunden und Differenzierung für Infineon schaffen. Wir fertigen Produkte selbst, wenn unsere Kunden damit von niedrigeren Kosten, besserer Leistungsfähigkeit oder zuverlässigerer Verfügbarkeit profitieren. Das ist bisher beispielsweise bei Leistungshalbleitern und Sensoren der Fall. Kunden honorieren den Wettbewerbsvorteil unserer Eigenfertigung durch den Abschluss langfristiger Lieferverträge und Kapazitätsreservierungen. Zum Teil leisten Kunden mehrjährige Vorauszahlungen, welche unseren Cash-Flow in Zeiten von Investitionen in Kapazitätserweiterungen unterstützen. Falls eine Eigenfertigung keinen zusätzlichen Kundennutzen oder die Möglichkeit zur Differenzierung bietet, arbeiten wir hingegen mit Auftragsfertigern zusammen. In erster Linie sind es hochintegrierte digitale Produkte wie Mikrocontroller, Konnektivitätskomponenten und Sicherheits-ICs, bei denen die Differenzierung in erster Linie aus dem Design und der Software resultiert. Zur Sicherstellung unserer Lieferfähigkeit auch in Zeiten knapper Fertigungskapazitäten in den Standardtechnologien haben wir mit unseren Fertigungspartnern teilweise mehrjährige Abnahmeverträge unterzeichnet. Unsere 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungstechnologie für Leistungshalbleiter verdeutlicht den Wert differenzierender Eigenfertigung eindrucksvoll: Als Pioniere dieser Technologie erzielen wir mit der inzwischen erreichten Größe signifikante Skaleneffekte. Im Vergleich zur Fertigung auf 200-Millimeter-Wafern profitieren wir von deutlich geringeren Kosten und von einem geringeren Kapitaleinsatz. Dabei halten wir unseren Vorsprung konsequent: Mit dem Werk am Standort Villach (Österreich) haben wir zusammen mit der 300-Millimeter-Fertigung in Dresden (Deutschland) einen standortübergreifend eng abgestimmten Fertigungsverbund etabliert. Unser Konzept „One Infineon Geschäftsbericht 2024 12 Virtual Fab“ sieht vor, dass wir in Villach und Dresden die gleichen Prozesse, Anlagen, Automatisierungs- und Digitalisierungskonzepte nutzen. Das bringt Skalenvorteile, aber auch Vorteile für die Kunden, denn wir können flexibel Fertigungsvolumina zwischen den Standorten verschieben. Ein ähnliches Konzept verfolgen wir im Bereich der Verbindungshalbleiter zwischen Villach und Kulim (Malaysia). Das neu eröffnete dritte Modul in Kulim ermöglicht darüber hinaus auch Synergien mit der bestehenden 200-Millimeter-Produktionsinfrastruktur. Es hat sich sehr bewährt, durch vorausschauende Planung unsere Kapazitäten gemäß der erwarteten Marktentwicklung über den Zyklus hinweg auszubauen. In Kulim wollen wir die weltweit größte und wettbewerbsfähigste Fertigungsstätte für Siliziumkarbid-Halbleiter schaffen. Dies wird sich in einer besonders effizienten Produktionslandschaft mit erheblichen Skalenvorteilen niederschlagen. Wie geplant erweitern wir auch unseren Standort in Dresden um ein zusätzliches 300-Millimeter-Modul für sogenannte Analog-/Mixed-Signal-Produkte sowie für Leistungshalbleiter. Diese kommen in einem breiten Spektrum von Anwendungsbereichen wie zum Beispiel Rechenzentren, Automotive und IoT zum Einsatz. Das neue Werk verbindet damit die beiden Wachstumsthemen Dekarbonisierung und Digitalisierung und wird die Nachfrage unserer Kunden in der zweiten Hälfte der Dekade bedienen. Sowohl unsere Lieferketten als auch unsere Produktion sind resilient aufgestellt. So befinden sich unsere Fertigungsstandorte über alle wichtigen Weltregionen verteilt und unsere Fertigungspartner- beziehungsweise Lieferantenbasis ist breit diversifiziert. Eine wichtige Rolle in der geografischen Diversifizierung der Lieferketten spielt die Beteiligung an einem Produktionsunternehmen in Deutschland (European Semiconductor Manufacturing Company, ESMC), das unter der Federführung von TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) gegründet wurde und an dem Infineon einen Anteil von 10 Prozent hält. Im August 2024 fand der Spatenstich für die von ESMC betriebene Fabrik in Dresden statt. Hohe Qualität und Zuverlässigkeit sind zentrale Werte unseres Unternehmens und heben uns von unseren Wettbewerbern ab. Deshalb spielt Qualität eine zentrale Rolle im Lebenszyklus eines Produkts bei Infineon – von der Entwicklung und Produktion über die Lieferung bis hin zu Services rund um ein Produkt. Infineon ist weltweit nach führenden Qualitätsstandards zertifiziert und verfügt über ein effizientes Managementsystem. Klar definierte Qualitätsprinzipien geben unseren Mitarbeiterinnen zusätzliche Orientierung. Diese Prinzipien dienen dem übergeordneten Ziel, unsere Versprechen gegenüber unseren Kunden unter anderem bezüglich Produktfunktionalität und Zuverlässigkeit einzuhalten. Um das zu erreichen, legen wir großen Wert darauf, die Anliegen unserer Kunden zu verstehen und die Anforderungen an ein Produkt klar zu definieren. Unsere Versprechen zu halten, ist ein essenzieller Leitsatz, der sich auch in der internen Zusammenarbeit bei Infineon widerspiegelt. Bewährte Prozesse, Methoden und Tools bilden gemeinsam mit Programmen zur kontinuierlichen Verbesserung die Grundlage für den hohen Stellenwert, den Qualität in unserem Unternehmen hat. Unsere Qualitätsabteilungen sind in der globalen Organisation eingebettet. Regelmäßige Veranstaltungen wie die „Quality Days“ an unseren weltweiten Standorten stärken das Bewusstsein für Qualität, damit alle Infineon-Mitarbeiterinnen in ihrem Verantwortungsbereich für die Einhaltung unseres Qualitätsversprechens einstehen. Infineon Geschäftsbericht 2024 13 Portfoliomanagement und anorganisches Wachstum Wir überprüfen regelmäßig, ob unsere Geschäfte, einzeln und durch ihre jeweilige Rolle im Gesamtportfolio, angemessen zum Unternehmenserfolg beitragen. Diese Prüfung erlaubt den zielgerichteten Einsatz finanzieller Ressourcen und dadurch eine kontinuierliche Verbesserung unseres profitablen Wachstums. So betrachten wir einzelne Geschäfte aus verschiedenen Blickwinkeln, wie zum Beispiel den Wertbeitrag, die aktuelle und erwartete Position im Markt, die Bedeutung für unsere Kunden oder die Risikobewertung. Auf dieser Basis entscheiden wir, in welchem Umfang in ein Geschäft investiert wird. Wachstumsperspektive und Profitabilität bedingen sich dabei gegenseitig: Profitabilität ermöglicht Investitionen und sichert dadurch nachhaltige Innovation und Wachstum. Wir werden unser organisches Wachstum auch in Zukunft selektiv durch Akquisitionen ergänzen. Diese müssen drei Kriterien erfüllen: Sie müssen a) auf Basis des Portfolioprozesses strategisch sinnvoll, b) finanziell vorteilhaft und c) kulturell passend sein. Ein Zukauf muss also entsprechend der strategischen Ausrichtung die Marktposition von Infineon stärken und unser Kompetenzspektrum sinnvoll ergänzen. Die Unternehmenskultur eines möglichen Akquisitionsziels muss zu der von Infineon passen beziehungsweise sie um wertstiftende Elemente ergänzen. Vorreiter bei der Digitalisierung Eine wichtige Rolle spielt für uns die digitale Transformation des Unternehmens, welche wir entlang einer strategischen Roadmap vorantreiben. Als global tätiger Halbleiterhersteller profitieren wir von der digitalen Transformation in zweierlei Hinsicht: einerseits als Anbieter, andererseits als Anwender digitaler Lösungen. Als Anbieter nutzen wir die Digitalisierung, um unsere Kunden über leistungsfähige Plattformen entlang der gesamten Kundenbeziehung und des Entwicklungsprozesses bestmöglich zu unterstützen. Wir optimieren und erweitern unsere Web-Angebote und -Inhalte kontinuierlich und legen Wert auf niederschwellige Verfügbarkeit aller produktbezogenen Informationen und Unterstützungsangebote. Begleitende Software-Angebote und digitale Services werden mit entsprechenden Lizenzmodellen vermehrt über unsere digitalen Kundenschnittstellen wie das Infineon Developer Center zur Verfügung gestellt. Einen hohen Fokus legen wir auf die Skalierung von technischem Support, um auch in fragmentierten Märkten Kunden in ihrer Produktentscheidung und beim Design-in unterstützen zu können. Die Infineon Developer Community bietet für alle Kunden rund um die Uhr ein technisches Unterstützungsangebot und wird kontinuierlich anhand der gestellten Kundenfragen und -erfahrungen erweitert und optimiert. Hierzu zählt insbesondere der Einsatz von KI-gestützten Methoden, welche durch leistungsfähige generative Sprachmodelle eine noch bessere Unterstützung unserer Kunden ermöglichen. Somit wird der Zugriff auf unsere Ressourcen schneller und einfacher. Den KI-gestützten Anteil werden wir daher in den nächsten Jahren weiter ausbauen. Auf diesem Weg ermöglichen wir Kunden auf besonders effiziente Weise, unsere Produkte zum Einsatz zu bringen und noch effektiver und zielgerichteter zu nutzen. Als Anwender nutzen wir die Digitalisierung ebenfalls, um unsere internen Prozesse zu optimieren und möglichst effizient und zukunftssicher zu gestalten. So vernetzen wir zum Beispiel unsere Standorte und Fertigungspartner entsprechend dem Konzept Industrie 4.0 in einem virtuellen Fertigungsverbund. Im Vertrieb nutzen wir Anwendungen, welche uns auf Basis von Methoden zur Analyse von Big Data erlauben, unsere Kunden persönlich, zielgerichtet und vermehrt individualisiert über unsere digitalen Plattformen zu unterstützen. Zusätzlich werten wir Kundenverhalten und -anforderungen strukturiert aus und beziehen diese Ergebnisse in die Entwicklung unserer Lösungen und Produkte ein. In der Fertigung setzen wir verstärkt auf einen hohen Automatisierungsgrad und den steigenden Einsatz von Methoden der künstlichen Infineon Geschäftsbericht 2024 14 Intelligenz, um unsere Produktivität und Qualität weiter zu steigern. In all diesen Bereichen analysieren wir systematisch, welche Prozesse durch den Einsatz generativer KI-Sprachmodelle weiter verbessert und optimiert werden können. Wir fokussieren uns im Rahmen unserer digitalen Roadmap auf die zügige Umsetzung von Projekten. Bei der Projektauswahl orientieren wir uns am unmittelbaren Wertbeitrag für die Verbesserung der Kundenerfahrung, an Effizienz- oder Produktivitätsgewinnen sowie an ihrer Funktion als notwendige Basis für zukünftige Digitalisierungsinitiativen. Personalstrategie Unsere Personalstrategie ist ein wesentlicher Erfolgsbaustein für Infineon. Sie unterstützt uns dabei, unsere Wachstums- und Profitabilitätsziele zu erreichen, und ermöglicht uns, erfolgreich durch unterschiedliche wirtschaftliche Phasen und Herausforderungen zu navigieren. „People create value. Engagement drives people.“ lautet unser Selbstverständnis im Bereich Personal. Unser übergeordnetes Ziel ist es, das Engagement unserer Mitarbeiterinnen zu fördern und gezielt Maßnahmen hierfür zu ergreifen. Wenn Mitarbeiterinnen sich für ihre Aufgabe begeistern können, über die relevanten Kompetenzen verfügen und passende Weiterentwicklungsmöglichkeiten nutzen können, resultiert dies zum einen in einem höheren Niveau an Kreativität, Innovation und Produktivität und zum anderen in besseren Ergebnissen. Durch regelmäßige Befragungen unserer Mitarbeiterinnen weltweit messen wir das Engagement-Level, bleiben so am Puls ihrer Bedürfnisse und entwickeln Infineon kontinuierlich weiter. Wir sehen uns in der Verantwortung, zur Bewältigung der wesentlichen gesellschaftlichen Herausforderungen beizutragen. Dekarbonisierung und Digitalisierung prägen nicht nur unsere Welt, sondern auch die Zukunft der Arbeit. Daraus leiten wir die zentralen Handlungsfelder unserer Personalstrategie ab. Unser Fokus liegt dabei insbesondere darauf, › die besten Talente auf dem Markt zu gewinnen, das Onboarding optimal zu gestalten, interne Talente zu entwickeln und an das Unternehmen zu binden und auch den eigenen Nachwuchs auszubilden, › die Digitalisierung und Standardisierung im Personalbereich weiter voranzutreiben und skalierbar aufzustellen, um das profitable Wachstum von Infineon zu unterstützen, › die Führungskräfteentwicklung sowie die Weiterbildung und Qualifizierung unserer Mitarbeiterinnen zu stärken und › das Themenfeld Organisationsentwicklung zu forcieren, um für weiteres Wachstum vorbereitet zu sein und die angestrebte unternehmensinterne Kulturveränderung (SPIRIT) und die nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit („Step Up“) zu unterstützen. Der Mensch steht im Fokus unseres Handelns. Nur mit engagierten, gesunden und erfolgreichen Mitarbeiterinnen wird es uns gelingen, unsere führende Position zu halten und auszubauen und damit für uns alle eine erfolgreiche Zukunft zu gestalten. Infineon Geschäftsbericht 2024 15 Forschung und Entwicklung Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten bei Infineon folgen der Strategie, unsere führende technologische Position durch kundenfokussierte Innovation weiter auszubauen. Entsprechend konzentrieren sich die Aktivitäten zum einen auf die fortlaufende Verbesserung unserer Leistungshalbleiter, mit besonderem Fokus auf den Einsatz neuer Materialien wie Siliziumkarbid und Galliumnitrid. Die Verbesserung der Effizienz und Steigerung der Leistungsdichte bei gleichzeitig hoher Zuverlässigkeit sind dabei wichtige Entwicklungsziele. Das enorme Wachstum der KI-Rechenzentren und der damit einhergehende Stromverbrauch verdeutlichen, wie wichtig diese Anstrengungen sind. Unsere Lösungen reduzieren den Stromverbrauch des gesamten Rechenzentrums deutlich beziehungsweise ermöglichen weitere Leistungssteigerungen. Die Digitalisierung von Produkten und Lösungen ist eine Voraussetzung, um unseren strategischen Ansatz P2S zu verwirklichen. Die Möglichkeit, den Kunden komplette Lösungen und damit Vorteile in Bezug auf Systemperformance, Systemkosten und Entwicklungszeit zu bieten, ist von sehr hoher Bedeutung. Wesentliche Entwicklungsfelder sind hier die Mikrocontroller, Konnektivitäts- und Sicherheitslösungen sowie Software. KI wird in einer Vielzahl von Anwendungsfällen zur Verbesserung der Produkte und Prozesse eingesetzt. Beispielsweise wird im Bereich des Edge-Computing KI in Kombination mit unseren smarten Sensoren und Mikrocontrollern zur Klassifikation von Ton, Schlüsselwörtern oder Gesten verwendet, um neue innovative Ansätze in der Mensch-Maschine-Kommunikation zu ermöglichen. Weiterhin unterstützt KI viele Prozesse wie das Chipdesign, das Marketing oder die Produktion. Längerfristige Zukunftsthemen adressieren wir unter anderem auf den Gebieten des Quantencomputing und der Post-Quantum-Kryptografie. Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr 2024 wie im Vorjahr €1.985 Millionen. In Relation zum Umsatz wurden im Geschäftsjahr 2024 13,3 Prozent für Forschung und Entwicklung aufgewendet, verglichen mit 12,2 Prozent im Vorjahr. Die aktivierten Entwicklungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2024 auf €249 Millionen (Vorjahr: €214 Millionen). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr 2024 €110 Millionen (Vorjahr: €93 Millionen). Vereinnahmte Zulagen und Zuschüsse für Forschung und Entwicklung erhöhten sich von €130 Millionen im Geschäftsjahr 2023 auf €215 Millionen im Geschäftsjahr 2024. Infineon Geschäftsbericht 2024 16 Im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigte Infineon zum Ende des Geschäftsjahres 2024 weltweit 13.253 Mitarbeiterinnen (23 Prozent der Belegschaft). Davon waren 11 Prozent im Bereich Software tätig. Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 waren es 12.830 Mitarbeiterinnen beziehungsweise 22 Prozent der Belegschaft. Die Zahl der Forschungs- und Entwicklungsstandorte betrug im Geschäftsjahr 2024 71 (nach 69 im Geschäftsjahr 2023) in 27 Ländern. Patente Die Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Infineon zeigen sich auch an der Anzahl unserer Patente. Weltweit haben wir im Geschäftsjahr 2024 rund 1.900 Patente angemeldet (Vorjahr: rund 1.850). Neben den Patentanmeldungen und -abläufen kam es durch regelmäßige strategische Patentportfoliobereinigungen zu Änderungen im Bestand. Die Pflege des Patentportfolios findet regelmäßig statt und führte mit den neu als Patent angemeldeten Erfindungen zu einer deutlichen Steigerung der Relevanz der Patente, wie von LexisNexis® und Clarivate® in ihren Innovationsreports 2024 wiederum hervorgehoben wird. Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 umfasste das Portfolio weltweit rund 29.900 Patente und Patentanmeldungen (Vorjahr: rund 29.700). Infineon Geschäftsbericht 2024 17 F&E-Standorte und Applikationszentren Infineon Geschäftsbericht 2024 18 Unternehmensinternes Steuerungssystem Das unternehmensinterne Steuerungssystem von Infineon ist darauf ausgelegt, die Umsetzung der Konzernstrategie und der damit verbundenen langfristigen Finanzziele zu unterstützen. Dementsprechend werden Steuerungskennzahlen verwendet, die profitables Wachstum und effizienten Kapitaleinsatz messbar machen. Die Erreichung unserer langfristigen Finanzziele führt in Summe durch die dauerhafte Erzielung einer Prämie auf die Kapitalkosten zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Dabei bedingen Wachstum, Profitabilität, Liquidität und Investitionen einander: Profitabilität ist die Voraussetzung dafür, das Geschäft aus eigenen Mitteln finanzieren, also Wachstumspotenziale erschließen zu können. Wachstum wiederum erfordert kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Fertigungskapazitäten. Durch entsprechendes Wachstum wird Infineon in die Lage versetzt, führende Marktpositionen zu erreichen und Größenvorteile zu realisieren, um so die Profitabilität zu erhöhen. Entscheidend hierfür ist die effiziente Nutzung finanzieller Ressourcen. Infineon setzt ein umfassendes Controllingsystem zur Steuerung des Geschäfts entlang der strategischen Ziele ein. Dieses umfasst sowohl finanzielle als auch operative Kennzahlen. Die zur Steuerung herangezogenen Informationen stammen aus der jährlichen Langfristplanung, den quartalsweisen Prognosen, den monatlichen Ist-Daten sowie den mit noch höherer Frequenz vorliegenden Informationen, zum Beispiel dem Auftragseingang. Dies erlaubt es dem Management, Entscheidungen auf einer fundierten Informationsbasis bezüglich der aktuellen Situation und der erwarteten wirtschaftlichen und operativen Entwicklung zeitnah zu treffen. Für den langfristigen Erfolg von Infineon sind nachhaltiges Wirtschaften sowie die Einbeziehung von zukunftsgerichteten qualitativen Faktoren wichtig. Als ein Unternehmen, das sich seiner sozialen und ökologischen Verantwortung bewusst ist, berücksichtigt Infineon daher auch nichtfinanzielle Faktoren, hauptsächlich aus den Bereichen Umwelt und Diversität bezüglich Mitarbeiterinnen. Im Rahmen der Unternehmenssteuerung legt die Unternehmensleitung zudem größten Wert darauf, dass das Handeln von Infineon streng an den rechtlichen Rahmenbedingungen ausgerichtet ist und die internen Corporate Governance Standards eingehalten werden (siehe Kapitel „Corporate Governance“). Steuerungskennzahlen Hauptsteuerungskennzahlen Um den Erfolg der Umsetzung seiner Strategie zu bewerten, nutzt Infineon die folgenden Hauptsteuerungskennzahlen: › Segmentergebnis-Marge, › Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten und › Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise Return on Capital Employed (RoCE) Infineon Geschäftsbericht 2024 19 Diese Finanzkennzahlen sind die Eckpfeiler des Systems zur variablen Vergütung. Der überwiegende Anteil der variablen Gehaltsbestandteile von Mitarbeiterinnen, Führungskräften sowie des Vorstands ist direkt an diese Kennzahlen gekoppelt. Um eine Harmonisierung mit den im Rahmen der Konzernstrategie definierten strategischen Zielen (siehe Kapitel „Konzernstrategie“) sowie mit der angepassten Zielstruktur im Bereich der finanziellen Zielgrößen für die langfristige variable Vergütung (Long Term Incentive) herzustellen, werden die Hauptsteuerungskennzahlen ab dem Geschäftsjahr 2025 um die folgenden Finanzkennzahlen ergänzt: › Umsatz und › bereinigter Free-Cash-Flow Weitere Details zur angepassten Zielstruktur für die langfristige variable Vergütung finden sich im Vergütungsbericht (siehe Kapitel „Vergütungsbericht“). Segmentergebnis-Marge und Umsatz Die Segmentergebnis-Marge ist die wichtigste Kennzahl des Konzerns, um den operativen Erfolg zu messen. In ihr kommt die Profitabilität zum Ausdruck. Die Segmentergebnis-Marge ergibt sich aus dem Segmentergebnis in Prozent vom Umsatz. Das Segmentergebnis ist wie folgt definiert: Betriebsergebnis, bereinigt um: Bestimmte Wertaufholungen (Wertminderungen) Gewinne (Verluste) aus Umstrukturierungen und Schließungen Aufwendungen für aktienbasierte Vergütung Akquisitionsbedingte Abschreibungen und sonstige Aufwendungen Gewinne (Verluste) aus dem Verkauf von Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften Sonstige Erträge und Aufwendungen = Segmentergebnis Zur Entwicklung des Umsatzes sowie der Segmentergebnis-Marge von Infineon und der einzelnen Segmente im Geschäftsjahr 2024 siehe Kapitel „Das Geschäftsjahr 2024“. Free-Cash-Flow Der Free-Cash-Flow misst die Fähigkeit, operativen Erfolg in Mittelzuflüsse umzuwandeln, um so den laufenden Betrieb und die notwendigen Investitionen aus dem eigenen Geschäft heraus zu finanzieren. Der Free-Cash-Flow wird bei Infineon ausschließlich auf Konzern- und nicht auf Segmentebene gesteuert (zur Erläuterung der Entwicklung des Free-Cash-Flows im Geschäftsjahr 2024 siehe Kapitel „Darstellung der Finanzlage“). Infineon Geschäftsbericht 2024 20 Wesentliche Einflussfaktoren auf den Free-Cash-Flow sind eine positive Ergebnisentwicklung in Verbindung mit einem effektiven Management der Vorräte, der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Investitionen. Der Free-Cash-Flow ist bei Infineon wie folgt definiert: Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten + Cash-Flow aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten + Auszahlungen (+)/Einzahlungen (-) für Finanzinvestments, Saldo = Free-Cash-Flow Bereinigter Free-Cash-Flow Der bereinigte Free-Cash-Flow (siehe Kapitel „Konzernstrategie“) ist definiert als Free-Cash-Flow, bereinigt um Mittelabflüsse für große Investitionen in Frontend-Gebäude, Mittelzuflüsse für dazugehörige Investitionsförderungen sowie um große M&A-Transaktionen (Erwerbe und Veräußerungen), bereinigt um übernommene beziehungsweise veräußerte Zahlungsmittel (zur Erläuterung der Entwicklung des Free-Cash-Flows im Geschäftsjahr 2024 siehe Kapitel „Darstellung der Finanzlage“). Der bereinigte Free-Cash-Flow wird bei Infineon ausschließlich auf Konzern- und nicht auf Segmentebene gesteuert. Return on Capital Employed (RoCE) Die Kennzahl RoCE bewertet die Kapitalrentabilität und zeigt den Zusammenhang zwischen der Profitabilität und dem für den Geschäftsbetrieb notwendigen Kapital auf (zur rechnerischen Ableitung und Entwicklung des RoCE im Geschäftsjahr 2024 siehe Kapitel „Darstellung der Vermögenslage“). Der RoCE verdeutlicht, wie effizient ein Unternehmen seine Ressourcen einsetzt, und dient durch den Vergleich mit den Kapitalkosten als Instrument der wertorientierten Unternehmenssteuerung. Er wird bei Infineon ausschließlich auf Konzern- und nicht auf Segmentebene gesteuert. Der RoCE ist wie folgt definiert: Infineon Geschäftsbericht 2024 21 Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um: Zinsergebnis = Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ohne Zinsergebnis ① Summe Aktiva, zuzüglich/abzüglich: - Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - Finanzinvestments - Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte - Summe kurzfristige Verbindlichkeiten + Kurzfristige Finanzschulden sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzschulden + Zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten = Eingesetztes Kapital ② RoCE ①/② Ausgewählte ergänzende Steuerungskennzahlen Die Hauptsteuerungskennzahlen werden durch folgende weitere Steuerungskennzahlen ergänzt. Wachstums- und Rentabilitätskennzahlen Um die operative Rentabilität im Detail zu analysieren, werden die dem Segmentergebnis vorgelagerten Ergebnis- und Kostenblöcke betrachtet. Dabei handelt es sich um das Bruttoergebnis vom Umsatz, die Forschungs- und Entwicklungskosten, die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten sowie deren Relation zu den Umsatzerlösen. Diese Kennzahlen werden sowohl auf Konzern- als auch auf Segmentebene analysiert (zur Entwicklung dieser Kennzahlen für den Konzern im Geschäftsjahr 2024 siehe Kapitel „Darstellung der Ertragslage“). Liquiditätskennzahlen Eine rollierende Liquiditätsplanung dient der Sicherstellung einer ausreichenden Ausstattung mit liquiden Mitteln und der Optimierung der Kapitalstruktur. Die Liquidität wird nicht auf Segmentebene, sondern nur auf Konzernebene gesteuert, wofür die folgenden Kennzahlen zur Anwendung kommen: › Brutto-Cash-Position: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zuzüglich Finanzinvestments › Netto-Cash-Position: Brutto-Cash-Position abzüglich kurz- und langfristiger Finanzschulden Infineon Geschäftsbericht 2024 22 › Investitionen: Summe aus Investitionen in Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte, einschließlich aktivierter Entwicklungskosten Zur Entwicklung der Kennzahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel „Darstellung der Finanzlage“. Nichtfinanzielle Kennzahlen Zu den nichtfinanziellen Kennzahlen bei Infineon gehören die CO2-Emissionen sowie Kennzahlen aus dem Bereich Diversität. Bereits auf der Hauptversammlung 2020 hatte Infineon verkündet, bis zum Jahr 2030 CO2-neutral werden zu wollen. Bis 2025 möchte Infineon seine CO2-Emissionen gegenüber dem Kalenderjahr 2019 um 70 Prozent reduzieren. Der Zielerreichungsgrad für diese beiden nichtfinanziellen Kennzahlen spiegelt sich in der Vorstandsvergütung wider (siehe Kapitel „Vergütungsbericht“). Ist- und Zielwerte der Steuerungskennzahlen Im Kapitel „Prognosebericht“ findet sich eine tabellarische Gegenüberstellung der im Geschäftsjahr 2024 erzielten Ist-Werte für die Hauptsteuerungskennzahlen sowie für ausgewählte ergänzende Steuerungskennzahlen mit den prognostizierten Werten sowie mit den Erwartungen für das Geschäftsjahr 2025. Entwicklung der Halbleiterindustrie Die Weltwirtschaft in den Kalenderjahren 2023 und 2024 Das Wachstum der Weltwirtschaft verlangsamte sich im Kalenderjahr 2023 auf 2,8 Prozent. Im Kalenderjahr 2022 lag das Wachstum bei 3,2 Prozent (Q01). Konjunkturdämpfend haben unter anderem die hohe Inflation sowie damit einhergehend stark gestiegene Zinsen gewirkt. Für das Kalenderjahr 2024 erwarten die Expertinnen des Internationalen Währungsfonds (IWF) ein weltweites Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent (Q01). Trotz rückläufiger Inflationsraten und der in einigen Ländern eingeleiteten Zinswende bleibt die wirtschaftliche Dynamik damit verhalten. Gründe hierfür sind unter anderem das nach wie vor erhöhte Zinsniveau, die konjunkturelle Schwäche in Europa, insbesondere in Deutschland, die Schwäche des chinesischen Immobiliensektors, die weiterhin eingetrübte Konsumstimmung sowie die wirtschaftlichen Folgen der aktuellen handels- und geopolitischen Konflikte. Die Wachstumsangaben beziehen sich auf Marktgrößen, die zu Marktwechselkursen in US-Dollar umgerechnet wurden. Der Halbleitermarkt im Geschäftsjahr 2024 Der weltweite Halbleiterumsatz erreichte im Geschäftsjahr 2024 ein Volumen von €555 Milliarden. Im Vergleich zum Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums von €480 Milliarden betrug der Anstieg 16 Prozent, auf US-Dollar-Basis lag er bei 18 Prozent (Q02). Dies beruhte vor allem auf der deutlich gestiegenen Nachfrage im Bereich Computing und dem sich daraus ergebenden hohen Bedarf nach Speicherchips und Logik-ICs (Q02). Infineon Geschäftsbericht 2024 23 Die Umsätze im Infineon-Referenzmarkt, also dem Markt für Halbleiter ohne Mikroprozessoren, DRAM- und NAND-Flash-Speicher, sind mit €374 Milliarden im Geschäftsjahr 2024 gegenüber €364 Milliarden im Geschäftsjahr 2023 um 3 Prozent gestiegen. Auf US-Dollar-Basis war ein Anstieg um 5 Prozent zu verzeichnen (Q02). Die vergleichsweise schwächere Entwicklung im Infineon-Referenzmarkt beruhte vor allem auf der moderaten Nachfrage im Segment Automotive sowie der rückläufigen Nachfrage im Industriebereich und in den Endverbrauchermärkten. Auch im Bereich der erneuerbaren Energien war eine Wachstumsverlangsamung zu verzeichnen. Marktposition Infineon lag im Kalenderjahr 2023 im weltweiten Halbleitermarkt mit einem Marktanteil von 3,2 Prozent auf Platz 9. Im Infineon-Referenzmarkt erreichte Infineon im Kalenderjahr 2023 mit einem Marktanteil von 4,4 Prozent weltweit den fünften Platz. Unter den europäischen Halbleiterherstellern war Infineon im Kalenderjahr 2023 im Halbleitermarkt auf Platz 1, im Infineon-Referenzmarkt auf Platz 2 (Q03). In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2024 erzielte Infineon im weltweiten Halbleitermarkt einen Marktanteil von 2,6 Prozent und damit Platz 11. Im Infineon-Referenzmarkt konnte Infineon in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2024 einen Marktanteil von 3,8 Prozent und damit Platz 5 erreichen. In den ersten neun Monaten ist Infineon unter den europäischen Halbleiterherstellern in beiden Märkten auf Platz 1 (Q03). Die Daten für das gesamte Geschäftsjahr 2024 lagen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts noch nicht vor. Das Geschäftsjahr 2024 Geschäftsentwicklung des Konzerns Infineon hat das Geschäftsjahr 2024 gut gemeistert und im Rahmen der im Laufe des Geschäftsjahres aktualisierten Erwartungen abgeschlossen. Der Markt bietet, mit Ausnahme von künstlicher Intelligenz, aktuell kaum Wachstumsimpulse und die zyklische Erholung verzögert sich. Gleichzeitig dauert der Abbau erhöhter Lagerbestände bei unseren Kunden an. Um unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken, haben wir im Mai 2024 das unternehmensweite Strukturverbesserungsprogramm „Step Up“ gestartet. Die Programmmaßnahmen konzentrieren sich auf die Bereiche Fertigungsproduktivität, Portfoliomanagement, taktische Preisgestaltung und Effizienz in Zentral- und Supportfunktionen. Der größte Teil der Maßnahmen ist nicht personalbezogen. Gleichwohl betrifft „Step Up“ insgesamt 2.800 Stellen bei Infineon weltweit. Wir werden etwa 1.400 Stellen abbauen und weitere 1.400 Stellen an andere Standorte verlagern. Dabei gehen wir sozialverantwortlich vor. Unser Ziel ist ein nachhaltiger positiver Effekt der „Step Up“-Maßnahmen auf unser Segmentergebnis in Höhe eines hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrags pro Jahr. Wir gehen davon aus, dass erste Ergebnisse bereits im Laufe des Geschäftsjahres 2025 zum Tragen kommen und der volle finanzielle Effekt dann in der ersten Hälfte unseres Geschäftsjahres 2027 wirksam wird. In Summe verbessern wir mit „Step Up“ unsere Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig wollen wir weiterhin gezielt die Innovationskraft von Infineon stärken. Infineon Geschäftsbericht 2024 24 Der langjährige Rechtsstreit mit dem Insolvenzverwalter der Qimonda AG konnte im Geschäftsjahr 2024 beendet werden. Im Mai 2006 hatte Infineon das damalige Speichergeschäft ausgegliedert und in die Qimonda AG eingebracht. Infolge eines massiven Preisverfalls für Speicherprodukte ging Qimonda im Januar 2009 in die Insolvenz. Im November 2010 reichte der Insolvenzverwalter der Qimonda AG Klage gegen Infineon ein und machte Ansprüche im Milliardenbereich geltend. Zwar hielt Infineon die Klage durchweg für unbegründet; dies gerichtlich feststellen zu lassen, hätte aber zu einer weiteren langjährigen Prozessführung und hohen Kosten geführt und wäre mit einer erheblichen Unsicherheit verbunden gewesen. Mit der im August 2024 getroffenen Vergleichsvereinbarung sind nun alle Rechtsstreitigkeiten und Ansprüche des Insolvenzverwalters gegen Infineon erledigt (siehe hierzu auch Konzernanhang Nr. 7 und Nr. 24). Details zur Entwicklung der Segmente finden sich im folgenden Kapitel „Geschäftsentwicklung der Segmente“. Rückgang des Konzernumsatzes um 8 Prozent Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Infineon einen Konzernumsatz von €14.955 Millionen. Dies entspricht einem Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €16.309 Millionen. Der Umsatzrückgang resultierte vor allem aus der Marktschwäche in Verbraucher-, Kommunikations-, Computing-, Industrie- und IoT-Anwendungen sowie aus Absatzpreisreduzierungen. Der Abbau der im Zuge der stark angespannten Liefersituation nach der Coronavirus-Pandemie aufgebauten Halbleiterbestände, insbesondere im Bereich der klassischen Automotive-Anwendungen sowie der erneuerbaren Energien, zog sich hin. Hinzu kam eine Verlangsamung des Wachstums im Bereich der Elektromobilität außerhalb Chinas. Des Weiteren waren im Berichtszeitraum negative Währungseffekte zu verzeichnen. Segmentergebnis-Marge lag bei 20,8 Prozent Das Segmentergebnis von Infineon sank von €4.399 Millionen um 29 Prozent auf €3.105 Millionen im Geschäftsjahr 2024. Hierzu trugen vor allem geringere Absatzvolumina sowie gesunkene Preise bei. Des Weiteren beeinflussten höhere Leerkosten sowie negative Effekte aus der Bewertung des Vorratsvermögens das Segmentergebnis. Verbesserte Fertigungskosten sowie die geringere Zuführung zur Rückstellung für die erfolgsabhängige Vergütung hatten hingegen einen positiven Effekt auf das Segmentergebnis. Die Segmentergebnis-Marge lag entsprechend mit 20,8 Prozent unter dem Vorjahreswert von 27,0 Prozent. Details zu den übrigen Hauptsteuerungskennzahlen RoCE und Free-Cash-Flow sowie zu weiteren Kennzahlen von Infineon finden sich in den Kapiteln „Darstellung der Ertragslage“, „Darstellung der Vermögenslage“ und „Darstellung der Finanzlage“. Geschäftsentwicklung der Segmente Entwicklung des Segments Automotive im Geschäftsjahr 2024 Im Segment Automotive erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz in Höhe von €8.423 Millionen. Dies entspricht einem Wachstum von 2 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €8.242 Millionen. Das Segment steuerte 56 Prozent zum Konzernumsatz bei. Infineon Geschäftsbericht 2024 25 Elektromobilität, softwaredefinierte Fahrzeugarchitekturen und der Trend zu einer höherwertigen elektronischen Ausstattung blieben im Geschäftsjahr 2024 die wesentlichen Treiber für unser Wachstum. Insgesamt war das Wachstum jedoch schwächer als im Vorjahr, da es im Verlauf des Jahres bei einigen Kunden zu Bestandsanpassungen kam. Darüber hinaus entwickelte sich der Automobilmarkt im Geschäftsjahr 2024 insgesamt weniger dynamisch als im Vorjahr, auch im Bereich Elektromobilität – mit Ausnahme des chinesischen Marktes. Dennoch konnte Infineon auch in diesem schwierigen Marktumfeld ein Wachstum erzielen. Besonders wachstumsstark entwickelte sich weiterhin unser Geschäft mit Mikrocontrollern. Hierzu zählen die Familien AURIX™, TRAVEO™ und PSoC™. Der Umstieg vieler Hersteller auf neue Fahrzeugarchitekturen, erweiterte Fahrerassistenzsysteme und die Elektrifizierung der Fahrzeuge sorgten für die überdurchschnittliche Nachfrage. Unsere AURIX™-Familie wurde speziell für eingebettete Steuersysteme mit höchsten Sicherheitsanforderungen entwickelt und wird daher neben Fahrerassistenzsystemen auch für die Motorsteuerung, Sicherheit und in Hochgeschwindigkeits-Bordnetzwerken eingesetzt. Echtzeitfähigkeit, hohe Rechenleistung und niedriger Stromverbrauch sind dabei die entscheidenden Eigenschaften. Die TRAVEO™-Familie profitierte vom Trend zu digitalen Instrumenten- und Anzeigesystemen. Die softwaredefinierte Fahrzeugarchitektur ist eines der Schlüsselthemen in der Automobilindustrie, sowohl für Pkws wie auch für Nutzfahrzeuge. Beim Übergang zur softwaredefinierten Fahrzeugarchitektur kommt es zu einer Trennung von Hardware und Software. Der Betrieb des Fahrzeugs wird hauptsächlich oder vollständig über Software organisiert; Funktionen können hinzugefügt und neue Features aktiviert werden. Für den Betrieb solcher Fahrzeuge adressiert Infineon mit seinem Produktportfolio die vier relevanten Kernbereiche: Rechenleistung, Konnektivität, Datensicherheit sowie Energieverteilung. Infineon profitierte auch davon, dass die Bereiche Elektromobilität, softwaredefinierte Fahrzeugarchitekturen und Mobilitätsdienstleistungen zunehmend leistungsfähigere Software erfordern. Diese Software muss über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs aktualisierbar sein. Diese Flexibilität auf der einen Seite sowie höhere Sicherheitsanforderungen beim automatisierten Fahren auf der anderen Seite benötigen eine neue Architektur für die Bordnetze zur Datenübertragung und zur Energieverteilung. Insbesondere für letztere werden spezielle, sicherheitszertifizierte Halbleiterlösungen eingesetzt, die die bisherigen Schmelzsicherungen und Relais ersetzen. Hierfür bietet Infineon mit der PROFET™-Familie ein breites Portfolio von intelligenten Halbleiterschaltern an. Diese ermöglichen eine dezentrale und konfigurierbare Energieverteilung, die gleichzeitig höchsten Sicherheitsstandards entspricht. Des Weiteren haben wir weltweit eine hohe Zahl von Aufträgen vor allem für unsere auf Siliziumkarbid basierenden Leistungshalbleiter sowohl im Antriebsstrang wie auch bei Onboard-Ladeeinheiten und DC-DC-Umrichtern gewonnen. Daraus resultierend ist auch in den nächsten Jahren mit deutlich steigenden Umsätzen in diesen Bereichen zu rechnen. Infineon Geschäftsbericht 2024 26 Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2024 €2.165 Millionen. Dies entspricht einem Rückgang von 9 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €2.380 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 25,7 Prozent (Vorjahr: 28,9 Prozent), siehe G04. Der Rückgang der Segmentergebnis-Marge ist im Wesentlichen auf erhöhte Leerkosten, gestiegene Entwicklungskosten sowie Preisanpassungen zurückzuführen. Entwicklung des Segments Green Industrial Power im Geschäftsjahr 2024 Im Segment Green Industrial Power erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz in Höhe von €1.934 Millionen, ein Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr (€2.205 Millionen). Der Umsatzrückgang resultierte aus gesunkenen Volumina sowie rückläufigen Preisen. Das Segment steuerte 13 Prozent zum Konzernumsatz bei. Die Erzeugung sauberer Energie ist eine wesentliche Voraussetzung für das Erreichen der globalen CO2-Emissionsziele. Dank der starken Marktposition im Bereich erneuerbare Energien kann Infineon von diesem Megatrend profitieren. Strom aus Wind und Sonne ist in vielen Regionen der Welt inzwischen die günstigste Möglichkeit der Stromerzeugung. Entsprechend werden die Kapazitäten ausgebaut, insbesondere in Form großer industrieller Anlagen. Der Umsatz mit Produkten für Windenergie und für Fotovoltaik-Wechselrichter war im Geschäftsjahr 2024 dennoch leicht rückläufig, da insbesondere im Bereich Fotovoltaik im Vorjahr auf Kundenseite hohe Vorräte aufgebaut wurden. Mit dem zunehmenden Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix wächst die Bedeutung von elektrischen Speicherlösungen, die zur Stabilisierung der Netze gebraucht werden. Der Bereich Energieinfrastruktur, der die Übertragung, Verteilung und Speicherung von Energie sowie die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität umfasst, erfreute sich einer stabilen Nachfrage. Der Umsatz im Bereich Transport konnte weiter zulegen. Neben einer Erholung bei Zügen haben neue Geschäftsfelder wie die Elektrifizierung von Bussen, Lastkraftwagen und landwirtschaftlichen Maschinen zu dem Umsatzanstieg beigetragen. Die Marktnachfrage im Bereich Fabrikanlagen und Automatisierung ging zurück, auch aufgrund eines Lagerbestandabbaus. In der Folge sanken unsere Umsätze im Bereich Automatisierung und elektrische Antriebe. Im Bereich Haushaltsgeräte erhöhte sich der Umsatz geringfügig, während der Bereich Klimaanlagen deutlich rückläufig war. Der Trend zu inverterisierten Motorsteuerungen hielt an, konnte aber die insgesamt schwache Nachfrage nicht ausgleichen. Infineon Geschäftsbericht 2024 27 Das Segmentergebnis erreichte im Geschäftsjahr 2024 €418 Millionen. Dies entspricht einem Rückgang von 37 Prozent verglichen mit dem Vorjahreswert von €662 Millionen. Die Segmentergebnis-Marge ging auf 21,6 Prozent zurück (Vorjahr: 30,0 Prozent), siehe G05. Zu dieser Entwicklung trugen die gesunkenen Volumina und damit einhergehend gestiegene Leerkosten sowie negative Preiseffekte bei. Entwicklung des Segments Power & Sensor Systems im Geschäftsjahr 2024 Im Segment Power & Sensor Systems erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz in Höhe von €3.088 Millionen. Der Rückgang gegenüber dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €3.798 Millionen betrug 19 Prozent, siehe G06. Im Geschäftsjahr 2024 hielt die Nachfrageschwäche nach Halbleitern für konsumentennahe Felder sowie im Bereich Telekommunikationsinfrastruktur weiter an. Zusätzlich verminderte sich auch die Nachfrage im Bereich industrieller Anwendungen deutlich. Im Bereich Stromversorgungen für künstliche Intelligenz und bei Komponenten für Mobiltelefone stieg der Umsatz hingegen merklich an. Diese gute Entwicklung konnte aber die Umsatzrückgänge in den anderen Bereichen nicht ausgleichen. Der Anteil des Segments am Konzernumsatz betrug 21 Prozent. Der Bereich Server verzeichnete im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatzanstieg. Während sich die Nachfrage nach Halbleitern im Bereich klassische Server im Jahresverlauf nach und nach verbesserte, stieg der Umsatz mit Komponenten für Server für künstliche Intelligenz deutlich an. Da erwartet wird, dass Cloud-Service-Anbieter weiterhin verstärkt in diese speziellen Server investieren werden, sollte sich der Anstieg der Nachfrage auch in den kommenden Jahren weiter fortsetzen. Die Nachfrage nach Leistungshalbleitern für Telekomserver ging auch im Geschäftsjahr 2024 weiter zurück. Nach einem Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2023 hat sich das Geschäft mit Komponenten im Bereich Smartphones und anderen mobilen Geräten im abgelaufenen Geschäftsjahr belebt und der Umsatz ist deutlich angestiegen. Insbesondere das Geschäft mit MEMS (mikro-elektromechanisches System)-Mikrofonen hat sich erholt. Auch die Nachfrage nach sonstigen Produkten für mobile Geräte wie Antennentuner, HF-Antennenschalter und Schutzdioden gegen elektrostatische Entladung entwickelte sich positiv. In den anderen Bereichen der Unterhaltungselektronik wie beispielsweise Elektronikgeräte aller Art, PCs, Laptops, Notebooks, Spielekonsolen und Fernseher blieb die Nachfrage auch im Geschäftsjahr 2024 weiterhin schwach. Nach einer recht guten Entwicklung des Industriegeschäfts im Geschäftsjahr 2023 hat sich die Nachfrage im Geschäftsjahr 2024 normalisiert. Dies führte zu rückläufigen Umsätzen in diesem Bereich. Infineon Geschäftsbericht 2024 28 Aufgrund des deutlichen Umsatzrückgangs verringerten sich sowohl das Segmentergebnis als auch die Segmentergebnis-Marge. Gründe hierfür waren vor allem negative Preisentwicklungen und gestiegene Leerkosten. Das Segmentergebnis erreichte im Geschäftsjahr 2024 €338 Millionen nach €861 Millionen im Geschäftsjahr 2023. Der Rückgang betrug 61 Prozent. Die Segmentergebnis-Marge betrug 10,9 Prozent nach 22,7 Prozent im Vorjahr, siehe G06. Entwicklung des Segments Connected Secure Systems im Geschäftsjahr 2024 Im Segment Connected Secure Systems erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz in Höhe von €1.506 Millionen. Dies entspricht einem Rückgang von 26 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €2.046 Millionen. Das Segment steuerte 10 Prozent zum Konzernumsatz bei. Der Umsatzrückgang ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Die schwache Marktsituation hat zu einer geringeren Nachfrage nach unseren Produkten geführt. Zudem beeinträchtigten hohe Lagerbestände bei unseren Kunden sowie die nachlassende Dynamik in bestimmten Geschäftsbereichen, insbesondere in den Bereichen Consumer-, IoT- und Sicherheitslösungen, die Umsatzentwicklung. Die Nachfrage nach Konnektivitätslösungen und Mikrocontrollern sank durch ein sich weiter eintrübendes makroökonomisches Klima. Dies führte zu einer Zurückhaltung in den Endverbraucherausgaben. Zudem beeinträchtigten die hohen Lagerbestände bei unseren Kunden den Absatz. Trotz dieser makroökonomischen Hürden bleibt die Digitalisierung von Applikationen vor allem im Kontext des IoT eines unserer langfristigen Wachstumsfelder. Dieses Wachstum wird getrieben von einer steigenden Durchdringungsrate bei Endgeräten, insbesondere im Bereich von Industrie- und Endverbraucheranwendungen sowie bei Automotive-Anwendungen. Der Trend zum kontaktlosen und bargeldlosen Bezahlen setzte sich fort. Allerdings wurde die Marktdynamik durch die im Vorjahr aufgebauten hohen Bestände in der Wertschöpfungskette gebremst. Im Bereich der embedded SIM (eSIM)-Lösungen für Automotive- und Industrieanwendungen zeigte sich ein ähnliches Bild. Die aktuelle Marktsituation hatte in diesem Bereich einen dämpfenden Effekt auf die Entwicklung. Langfristig bietet die weitere Verbreitung der eSIM-Technologie jedoch großes Wachstumspotenzial. Im abgelaufenen Geschäftsjahr blieb die weltweite Reiseaktivität weiterhin auf einem hohen Niveau. Neben dem stabilen Marktumfeld haben auch bedeutende Projekte für Ausweisdokumente und der daraus resultierende verbesserte Produktmix dazu beigetragen, ein moderates Umsatzwachstum in diesem Bereich zu erzielen. Infineon Geschäftsbericht 2024 29 Auf Basis der schwächeren Umsatzentwicklung sind das Segmentergebnis und die Segmentergebnis-Marge unter Druck geraten. Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2024 €182 Millionen. Dies entspricht einem Rückgang von 63 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €488 Millionen. Die Segmentergebnis-Marge lag im Berichtszeitraum bei 12,1 Prozent (Vorjahr: 23,9 Prozent), siehe G07. Darstellung der Ertragslage Infineon Geschäftsbericht 2024 30 Veränderung € in Millionen, außer Ergebnis je Aktie 2024 2023 absolut in % Umsatzerlöse 14.955 16.309 -1.354 -8 Bruttoergebnis vom Umsatz 6.069 7.413 -1.344 -18 Forschungs- und Entwicklungskosten -1.985 -1.985 - - Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten -1.554 -1.599 45 3 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen, Saldo -340 119 -459 --- Betriebsergebnis 2.190 3.948 -1.758 -45 Finanzergebnis (Finanzerträge und -aufwendungen, Saldo) -43 -54 11 20 Anteiliges Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 11 27 -16 -59 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -378 -782 404 52 Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 1.780 3.139 -1.359 -43 Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -479 -2 -477 --- Ergebnis nach Steuern 1.301 3.137 -1.836 -59 Ergebnis je Aktie (in Euro) – unverwässert 0,98 2,38 -1,40 -59 Ergebnis je Aktie (in Euro) – verwässert 0,97 2,38 -1,41 -59 Bereinigtes Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten – verwässert 1,87 2,65 -0,78 -29 Geringere Nachfrage sowie negative Preiseffekte führten zu Umsatzrückgang Die Umsatzerlöse sanken im Geschäftsjahr 2024 um €1.354 Millionen beziehungsweise 8 Prozent auf €14.955 Millionen (Vorjahr: €16.309 Millionen). Der Umsatzrückgang resultierte vor allem aus der Marktschwäche in Verbraucher-, Kommunikations-, Computing, Industrie- und IoT-Anwendungen sowie aus Absatzpreisreduzierungen. Der Abbau der im Zuge der stark angespannten Liefersituation nach der Coronavirus-Pandemie aufgebauten Halbleiterbestände, insbesondere im Bereich der klassischen Automotive-Anwendungen sowie der erneuerbaren Energien, dauerte an. Hinzu kam eine Verlangsamung des Wachstums im Bereich der Elektromobilität mit Ausnahme von China. Des Weiteren waren im Berichtszeitraum negative Währungseffekte zu verzeichnen. Ein bedeutender Anteil der Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2024 ist in Fremdwährungen angefallen, vor allem in US-Dollar. Im Jahresdurchschnitt veränderte sich der Euro/US-Dollar-Wechselkurs von rund 1,07 im Vorjahr auf 1,09 im Geschäftsjahr 2024. Die Umsatzerlöse nach Segmenten stellen sich wie folgt dar: Infineon Geschäftsbericht 2024 31 Details zur Entwicklung der Segmente finden sich im Kapitel „Geschäftsentwicklung der Segmente“. Regionale Umsatzverteilung Die regionale Umsatzverteilung ist nahezu unverändert zum Vorjahr. € in Millionen, außer Prozentsätze 2024 2023 Europa, Naher Osten, Afrika 3.865 26% 4.360 27% Darin: Deutschland 1.617 11% 2.017 12% Asien-Pazifik (ohne Japan, Greater China) 2.461 17% 2.594 16% Greater China1 5.130 34% 5.275 32% Darin: Festland-China, Hongkong 4.058 27% 4.124 25% Japan 1.507 10% 1.706 10% Amerika 1.992 13% 2.374 15% Darin: USA 1.627 11% 1.982 12% Gesamt 14.955 100% 16.309 100% 1 Zu Greater China gehören Festland-China, Hongkong und Taiwan. Infineon Geschäftsbericht 2024 32 Umsatzkosten auf Vorjahresniveau; Bruttomarge sinkt aufgrund des Umsatzrückgangs Veränderung € in Millionen, außer Prozentsätze 2024 2023 absolut in % Umsatzkosten 8.886 8.896 -10 0 In Prozent vom Umsatz 59,4% 54,5% 490 bp Bruttoergebnis vom Umsatz 6.069 7.413 -1.344 -18 Bruttomarge 40,6% 45,5% -490 bp Die Umsatzkosten lagen im Berichtszeitraum mit €8.886 Millionen auf dem Niveau des Vorjahres (€8.896 Millionen). Hierbei sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Zwar sanken die Umsatzkosten aufgrund rückläufiger Absatzvolumina sowie verbesserter Fertigungskosten und positiver Währungseffekte, gleichzeitig stiegen jedoch die Leerkosten deutlich an. Des Weiteren waren im Berichtszeitraum höhere Aufwendungen aus der Bewertung von Vorratsvermögen zu verzeichnen. In den Umsatzkosten wurden außerdem Aufwendungen in Höhe von €261 Millionen (Vorjahr: €276 Millionen) erfasst, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Akquisition von Cypress stehen. Diese Aufwendungen beinhalten planmäßige Abschreibungen von stillen Reserven in Höhe von €255 Millionen (Vorjahr: €250 Millionen), die im Rahmen der Kaufpreisallokationen aufgedeckt wurden, sowie sonstige akquisitionsbedingte Aufwendungen. Das Bruttoergebnis vom Umsatz (Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten) belief sich im Berichtszeitraum auf €6.069 Millionen und lag damit um 18 Prozent unter dem Vorjahreswert von €7.413 Millionen. Die Bruttomarge sank entsprechend von 45,5 Prozent im Geschäftsjahr 2023 auf 40,6 Prozent im Geschäftsjahr 2024. Betriebskosten leicht unter Vorjahresniveau Die Betriebskosten (Forschungs- und Entwicklungskosten, Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten) lagen im Geschäftsjahr 2024 mit €3.539 Millionen leicht unter Vorjahresniveau (Vorjahr: €3.584 Millionen). Sie betrugen 23,7 Prozent vom Umsatz (Vorjahr: 22,0 Prozent). Forschungs- und Entwicklungskosten Infineon Geschäftsbericht 2024 33 Veränderung € in Millionen, außer Prozentsätze 2024 2023 absolut in % Forschungs- und Entwicklungskosten, brutto 2.449 2.329 120 5 Abzüglich: Berücksichtigte Zulagen und Zuschüsse -215 -130 -85 -65 Aktivierte Entwicklungskosten -249 -214 -35 -16 Forschungs- und Entwicklungskosten 1.985 1.985 - - In Prozent vom Umsatz 13,3% 12,2% 110 bp Die Forschungs- und Entwicklungskosten waren mit €1.985 Millionen im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahreswert (€1.985 Millionen) stabil. Infineon setzte seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten weiterhin konsequent fort, ebenso wie den damit verbundenen Aufbau von Mitarbeiterinnen. So waren zum 30. September 2024 im Bereich Forschung und Entwicklung 13.253 Mitarbeiterinnen beschäftigt (30. September 2023: 12.830); dies entspricht einem Anstieg um 3 Prozent. Gegenläufig sind die erhaltenen Zulagen und Zuschüsse sowie die aktivierten Entwicklungskosten im Berichtszeitraum angestiegen. Des Weiteren war die Zuführung zur Rückstellung für die erfolgsabhängige Vergütung im Vergleich zum Vorjahr geringer. Der Anteil der Forschungs- und Entwicklungskosten am Umsatz lag mit 13,3 Prozent im Geschäftsjahr 2024 aufgrund des Umsatzrückgangs über dem Niveau des Vorjahres (12,2 Prozent). Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten Veränderung € in Millionen, außer Prozentsätze 2024 2023 absolut in % Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 1.554 1.599 -45 -3 In Prozent vom Umsatz 10,4% 9,8% 60 bp Die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten entwickelten sich mit €1.554 Millionen im Geschäftsjahr 2024 leicht rückläufig. Auch hierzu trug die geringere Zuführung zur Rückstellung für die erfolgsabhängige Vergütung bei. Der Anteil der Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten am Umsatz lag mit 10,4 Prozent im Geschäftsjahr 2024 aufgrund des Umsatzrückgangs über dem Niveau des Vorjahres (9,8 Prozent). Die in den Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten erfassten Ergebniseffekte aus den Kaufpreisallokationen sowie akquisitionsbedingte Aufwendungen lagen im Berichtszeitraum bei €142 Millionen (Vorjahr: €168 Millionen). Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen durch Sondereffekte beeinflusst Der Saldo aus den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen veränderte sich im Geschäftsjahr 2024 um €459 Millionen auf minus €340 Millionen (Vorjahr: €119 Millionen). Darin enthalten sind Aufwendungen für Umstrukturierungen und Schließungen in Höhe von €232 Millionen, die im Wesentlichen mit dem Strukturverbesserungsprogramm „Step Up“ zusammenhängen. Infineon Geschäftsbericht 2024 34 Des Weiteren sind Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen enthalten, die sich im Geschäftsjahr 2024 auf €84 Millionen (Vorjahr: €14 Millionen) beliefen. Davon entfielen €69 Millionen auf Anlagen und Maschinen, die am Standort Regensburg (Deutschland) im Zusammenhang mit dem Strukturverbesserungsprogramm „Step Up“ nur noch eingeschränkt oder nicht mehr genutzt werden können. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind außerdem Wertminderungen im Zusammenhang mit der Veräußerung von zwei Backend-Fertigungsstätten in Cheonan (Korea) und Cavite (Philippinen) in Höhe von €34 Millionen enthalten. Siehe hierzu Konzernanhang Nr. 7. Das Vorjahr war positiv beeinflusst durch Erträge aus dem Verkauf des Geschäfts mit HiRel-Gleichspannungswandlern an Micross Components, Inc. sowie aus dem Verkauf des Standorts Temecula (USA). Finanzergebnis leicht verbessert Das Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2024 minus €43 Millionen (Vorjahr: minus €54 Millionen). Die leichte Verbesserung des Finanzergebnisses ist im Wesentlichen auf höhere Zinserträge aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus zurückzuführen. Für weitere Erläuterungen siehe Konzernanhang Nr. 4. Effektive Steuerquote von 17,5 Prozent Der Steueraufwand im Geschäftsjahr 2024 verringerte sich auf €378 Millionen (Vorjahr: €782 Millionen). Bezogen auf das Ergebnis vor Steuern in Höhe von €2.158 Millionen (Vorjahr: €3.921 Millionen) lag die Steuerquote im Berichtszeitraum bei 17,5 Prozent (Vorjahr: 19,9 Prozent). Für weitere Erläuterungen hinsichtlich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag siehe Konzernanhang Nr. 6. Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag verschlechterte sich im Berichtszeitraum um €477 Millionen auf minus €479 Millionen (Vorjahr: minus €2 Millionen). Die Veränderung resultierte aus der Beendigung des Rechtsstreits im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda durch gerichtlich festgestellten Vergleich (siehe hierzu auch Konzernanhang Nr. 7 und Nr. 24). Ergebnis nach Steuern und Ergebnis je Aktie gesunken Nach Abzug des Steueraufwands und des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2024 ein Ergebnis nach Steuern von €1.301 Millionen (Vorjahr: €3.137 Millionen). Das reduzierte Ergebnis nach Steuern führte zu einem entsprechenden Rückgang des Ergebnisses je Aktie. Das unverwässerte beziehungsweise verwässerte Ergebnis je Aktie belief sich im Berichtszeitraum auf €0,98 beziehungsweise €0,97 (Vorjahr: jeweils €2,38). Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie nach IFRS ist im Konzernanhang unter Nr. 8 dargestellt. Infineon Geschäftsbericht 2024 35 Rückgang des bereinigten Ergebnisses je Aktie Das Ergebnis je Aktie gemäß IFRS (International Financial Reporting Standards) wird sowohl durch Effekte aus der Kaufpreisallokation für Akquisitionen (insbesondere Cypress) als auch durch weitere Sondersachverhalte beeinflusst. Um die Vergleichbarkeit der operativen Performance im Zeitablauf zu erhöhen, ermittelt Infineon das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert). Das bereinigte Ergebnis nach Steuern und das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) sind kein Ersatz oder keine höherwertigen Kennzahlen, sondern stets als zusätzliche Information zu dem nach IFRS ermittelten Ergebnis nach Steuern beziehungsweise Ergebnis je Aktie (verwässert) aufzufassen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) verringerte sich von €2,65 im Vorjahr auf €1,87 je Aktie und berechnet sich wie folgt: Veränderung € in Millionen (wenn nicht anders angegeben) 2024 2023 absolut in % Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten – verwässert 1.780 3.139 -1.359 -43 Vergütung der Hybridkapitalinvestorinnen1 -29 -29 - - Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten, zurechenbar auf Aktionärinnen der Infineon Technologies AG – verwässert 1.751 3.110 -1.359 -44 Zuzüglich/Abzüglich: Bestimmte Wertminderungen (Wertaufholungen) 103 - 103 +++ Verluste (Gewinne) aus Umstrukturierungen und Schließungen 237 -4 241 +++ Aufwendungen für aktienbasierte Vergütung 130 92 38 41 Akquisitionsbedingte Abschreibungen und sonstige Aufwendungen 411 464 -53 -11 Verluste (Gewinne) aus dem Verkauf von Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften 5 -30 35 +++ Sonstige Erträge und Aufwendungen 29 -71 100 +++ Steuereffekt auf Bereinigungen -226 -95 -131 --- Bereinigtes Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten, zurechenbar auf Aktionärinnen der Infineon Technologies AG – verwässert 2.440 3.466 -1.026 -30 Gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien (in Millionen) – verwässert 1.305 1.306 -1 0 Bereinigtes Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten – verwässert2 1,87 2,65 -0,78 -29 1 Einschließlich des kumulierten Steuereffekts. 2 Die Berechnung des bereinigten Ergebnisses je Aktie basiert auf ungerundeten Werten. Infineon Geschäftsbericht 2024 36 Darstellung der Vermögenslage Veränderung € in Millionen 30. Septem-ber 2024 30. Septem-ber 2023 absolut in % AKTIVA Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Finanzinvestments 2.201 3.590 -1.389 -39 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.250 1.991 259 13 Vorräte 3.990 3.974 16 0 Sachanlagen 8.002 7.045 957 14 Geschäfts- oder Firmenwerte 6.797 6.547 250 4 Sonstige immaterielle Vermögenswerte 2.820 2.977 -157 -5 Übrige kurz- und langfristige Vermögenswerte 2.579 2.315 264 11 Summe Aktiva 28.639 28.439 200 1 PASSIVA Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.990 2.765 -775 -28 Finanzschulden 4.811 4.733 78 2 Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 303 268 35 13 Übrige kurz- und langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 4.316 3.629 687 19 Eigenkapital 17.219 17.044 175 1 Summe Passiva 28.639 28.439 200 1 Verkauf von Finanzinvestments Die Finanzinvestments sind zum 30. September 2024 insbesondere aufgrund von Verkäufen um €1.375 Millionen auf €395 Millionen zurückgegangen (30. September 2023: €1.770 Millionen). Details zur Verwendung der aus dem Verkauf der Finanzinvestments frei gewordenen liquiden Mittel ergeben sich aus der Kapitalflussrechnung, siehe hierzu auch das Kapitel „Darstellung der Finanzlage“. Vorräte im Jahresvergleich konstant Die Vorräte, und hierbei insbesondere die unfertigen Erzeugnisse, lagen mit €3.990 Millionen zum 30. September 2024 auf Vorjahresniveau. Während zu Beginn des Berichtszeitraums noch ein Aufbau zu verzeichnen war, konnten die Bestände insbesondere im vierten Quartal deutlich abgebaut werden. Infineon Geschäftsbericht 2024 37 Ausbau der Frontend-Fertigungen führte zu Anstieg des Sachanlagevermögens Das Sachanlagevermögen erhöhte sich zum 30. September 2024 um €957 Millionen auf €8.002 Millionen. Dabei standen den Zugängen in Höhe von €2.366 Millionen Abschreibungen in Höhe von €1.256 Millionen gegenüber. Die Investitionsschwerpunkte des Geschäftsjahres 2024 lagen weiterhin im Ausbau der Smart Power Fab in Dresden (Deutschland), dem Ausbau der Volumenfertigung für SiC am Standort Kulim (Malaysia) sowie der Frontend-Fertigung in Villach (Österreich). Die Wertminderungen in Höhe von €81 Millionen entfielen im Wesentlichen auf Anlagen und Maschinen, die am Standort Regensburg (Deutschland) im Zusammenhang mit dem Strukturverbesserungsprogramm „Step Up“ nur noch eingeschränkt oder nicht mehr genutzt werden können (siehe hierzu auch Konzernanhang Nr. 4). Die übrige Veränderung resultierte aus negativen Währungseffekten sowie aus Abgängen und Unternehmensverkäufen. Akquisitionsbedingter Anstieg der Geschäfts- oder Firmenwerte Die Geschäfts- oder Firmenwerte erhöhten sich zum 30. September 2024 um €250 Millionen auf €6.797 Millionen. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus dem Erwerb sämtlicher Anteile an der GaN Systems Inc. („GaN Systems“) mit Sitz im kanadischen Ottawa. Aus der Kaufpreisallokation ergab sich zum Erwerbszeitpunkt der Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts in Höhe von €599 Millionen, der originär in US-Dollar geführt wird. Negative Währungseffekte in Höhe von €371 Millionen, die sich vor allem aus dem im Vergleich zum 30. September 2023 schwächeren US-Dollar ergaben, hatten einen gegenläufigen Effekt auf die Geschäfts- oder Firmenwerte. Weitere Informationen zu der Akquisition sind im Konzernanhang Nr. 3 dargestellt. Rückgang der sonstigen immateriellen Vermögenswerte Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte verringerten sich zum 30. September 2024 um €157 Millionen auf €2.820 Millionen. Hier standen den Zugängen aus der Akquisition von GaN Systems sowie weiteren sonstigen Zugängen – vor allem bei den aktivierten Entwicklungskosten – in Höhe von insgesamt €486 Millionen Abschreibungen in Höhe von €526 Millionen sowie negative Währungseffekte von €111 Millionen gegenüber. Leichter Anstieg der Finanzschulden Die Finanzschulden lagen mit €4.811 Millionen leicht über dem Niveau des Vorjahres (30. September 2023: €4.733 Millionen). Im Geschäftsjahr 2024 wurde eine Unternehmensanleihe mit einem Volumen von €500 Millionen unter dem EMTN-Programm (European Medium Term Notes) platziert. Der im Vergleich zum 30. September 2023 schwächere US-Dollar sowie die planmäßige Rückzahlung einer USPP (US private placement)-Anleihe in Höhe von US$350 Millionen hatten hingegen einen gegenläufigen Effekt. Weitere Informationen zu den Finanzschulden finden sich im Konzernanhang Nr. 16. Infineon Geschäftsbericht 2024 38 Übrige kurz- und langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen Der Anstieg der übrigen kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen ist im Wesentlichen auf die im Berichtszeitraum erhaltenen Vorauszahlungen von Kunden (sogenannte Deposits) zurückzuführen. Eigenkapital leicht gestiegen Das Eigenkapital ist zum 30. September 2024 um €175 Millionen auf €17.219 Millionen gestiegen. Hierzu trug das im Geschäftsjahr 2024 erzielte Ergebnis nach Steuern von €1.301 Millionen bei. Gegenläufig wirkten die im sonstigen Ergebnis erfassten Währungseffekte von €519 Millionen sowie die für das Geschäftsjahr 2023 gezahlte Dividende von €456 Millionen. Ebenfalls eigenkapitalmindernd wirkte der im Rahmen eines limitierten Aktienrückkaufprogramms erfolgte Erwerb eigener Aktien. Im Zeitraum vom 26. Februar 2024 bis zum 18. März 2024 hat Infineon 7 Millionen Aktien für einen Gesamtkaufpreis von €233 Millionen zurückgekauft. Aufgrund der Übertragung von eigenen Aktien im Rahmen der aktienbasierten Vergütung im Berichtszeitraum verminderten sich die eigenen Aktien um €63 Millionen. Der Gegeneffekt ist in der Kapitalrücklage enthalten (siehe hierzu auch Konzern-Eigenkapital-Veränderungsrechnung sowie Konzernanhang Nr. 20). Bezogen auf eine Bilanzsumme von €28.639 Millionen lag die Eigenkapitalquote zum 30. September 2024 bei 60,1 Prozent (30. September 2023: 59,9 Prozent). RoCE deutlich gesunken Im Geschäftsjahr 2024 sank das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ohne Zinsergebnis um €1.383 Millionen auf €1.854 Millionen (Vorjahr: €3.237 Millionen). Zum Rückgang des Ergebnisses aus fortgeführten Aktivitäten ohne Zinsergebnis trugen im Wesentlichen Volumen- und Preisrückgänge sowie negative Währungseffekte bei (siehe Kapitel „Darstellung der Ertragslage“). Das eingesetzte Kapital erhöhte sich hingegen um €2.282 Millionen auf €21.792 Millionen zum 30. September 2024. Folglich reduzierte sich die Rendite auf das eingesetzte Kapital von 16,6 Prozent auf 8,5 Prozent. Der RoCE für die Geschäftsjahre 2024 und 2023 ermittelte sich wie folgt: Infineon Geschäftsbericht 2024 39 Veränderung € in Millionen, außer Prozentsätze 2024 2023 absolut in % Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um: 1.780 3.139 -1.359 -43 Zinsergebnis -74 -98 24 24 Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ohne Zinsergebnis ① 1.854 3.237 -1.383 -43 Summe Aktiva 28.639 28.439 200 1 Zuzüglich/Abzüglich: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -1.806 -1.820 14 1 Finanzinvestments -395 -1.770 1.375 78 Summe kurzfristige Verbindlichkeiten -5.146 -5.669 523 9 Kurzfristige Finanzschulden sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzschulden 500 330 170 52 Eingesetztes Kapital ② 21.792 19.510 2.282 12 RoCE ① / ② 8,5% 16,6% -810 bp Darstellung der Finanzlage Cash-Flow Veränderung € in Millionen 2024 2023 absolut in % Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 3.541 3.962 -421 -11 Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -2.167 -2.264 97 4 Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit -615 -1.301 686 53 Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungs-mitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten -761 -2 -759 --- Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -2 395 -397 --- Währungseffekte auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -12 -13 1 8 Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -14 382 -396 --- Infineon Geschäftsbericht 2024 40 Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten reduzierte sich um €421 Millionen auf €3.541 Millionen. Der Rückgang resultierte aus mehreren Effekten: Einerseits ist das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahr um €1.359 Millionen geringer ausgefallen. Zudem wurden im Berichtszeitraum Finanzmittel vor allem durch die Rückführung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von €750 Millionen (Vorjahr: positiver Effekt in Höhe von €547 Millionen) gebunden. Gegenläufig wirkte sich der verlangsamte Aufbau von Vorratsbeständen in Höhe von €60 Millionen aus (Vorjahr: €1.014 Millionen). Des Weiteren beeinflussten die im Berichtszeitraum erhaltenen Kundenvorauszahlungen (sogenannte Deposits) sowie höhere erhaltene Zuschüsse und Zulagen den Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit positiv mit einem Betrag von über €1 Milliarde. Auch die im Vergleich zum Vorjahr geringere Auszahlung für die erfolgsabhängige Vergütung milderte den Rückgang des Cash-Flows aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten ab. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit lag mit €2.167 Millionen etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Dabei standen dem positiven Effekt aus dem Verkauf von Finanzinvestments in Höhe von €1.351 Millionen (Vorjahr: €540 Millionen) die Netto-Kaufpreisauszahlungen für Akquisitionen in Höhe von €803 Millionen (siehe hierzu auch Konzernanhang Nr. 3) sowie die Auszahlungen für Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte in Höhe von €2.719 Millionen (Vorjahr: €2.994 Millionen) gegenüber. Weitere Ausführungen zu den Investitionen des Geschäftsjahres 2024 finden sich im Kapitel „Darstellung der Vermögenslage“. Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit hat sich im Vergleich zum Vorjahr um €686 Millionen verringert und betrug im Berichtszeitraum €615 Millionen. Hierbei standen dem Netto-Mittelzufluss aus der Aufnahme und Rückzahlung von kurz- und langfristigen Finanzschulden in Höhe von insgesamt €177 Millionen (Vorjahr: €753 Millionen Nettorückzahlung) die Auszahlungen für die Dividende in Höhe von €456 Millionen (Vorjahr: €417 Millionen) sowie für den Rückkauf eigener Aktien in Höhe von €233 Millionen gegenüber. Siehe hierzu auch Konzernanhang Nr. 20. Die Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten resultierte aus der Beendigung des Rechtsstreits im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda durch gerichtlich festgestellten Vergleich (siehe hierzu auch Konzernanhang Nr. 7 und Nr. 24). Weitere Informationen zu den Finanzschulden finden sich im Konzernanhang Nr. 16. Free-Cash-Flow gesunken; bereinigter Free-Cash-Flow bei 11,3 Prozent vom Umsatz Infineon berichtet die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, jeweils aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow dient als zusätzliche Kenngröße, da Infineon einen Teil der Liquidität in Form von Finanzinvestments hält. Das bedeutet nicht, dass der so ermittelte Free-Cash-Flow für sonstige Ausgaben verwendet werden kann, da Dividenden, Schuldendienstverpflichtungen oder andere feste Auszahlungen noch nicht abgezogen sind. Der bereinigte Free-Cash-Flow ist Bestandteil der strategischen Ziele von Infineon (siehe Kapitel „Konzernstrategie“) und ist definiert als Free-Cash-Flow, bereinigt um Mittelabflüsse für große Investitionen in Frontend-Gebäude, Mittelzuflüsse für dazugehörige Investitionsförderungen sowie um große M&A-Transaktionen (Erwerbe und Veräußerungen), bereinigt um übernommene beziehungsweise veräußerte Zahlungsmittel. Infineon Geschäftsbericht 2024 41 Beide Kennzahlen sind kein Ersatz oder höherwertige Kennzahlen, sondern stets als zusätzliche Information zum Cash-Flow gemäß Konzern-Kapitalflussrechnung, zu anderen Liquiditätskennzahlen sowie sonstigen gemäß IFRS ermittelten Kennzahlen aufzufassen. Der Free-Cash-Flow und der bereinigte Free-Cash-Flow werden wie folgt aus der Konzern-Kapitalflussrechnung hergeleitet: Veränderung € in Millionen 2024 2023 absolut in % Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit1 3.541 3.962 -421 -11 Cash-Flow aus Investitionstätigkeit1 -2.167 -2.264 97 4 Auszahlungen (+)/Einzahlungen (-) für Finanzinvestments, Saldo -1.351 -540 -811 --- Free-Cash-Flow 23 1.158 -1.135 -98 Zuzüglich: Mittelabflüsse für Investitionen in große Frontend-Gebäude nach Abzug von zugehörigen Mittelzuflüssen für Investitionsfördermittel 869 480 389 81 Mittelabflüsse für große M&A-Transaktionen, bereinigt um übernommene beziehungsweise veräußerte Zahlungsmittel 798 - 798 +++ Bereinigter Free-Cash-Flow 1.690 1.638 52 3 Prozent vom Umsatz 11,3% 10,0% 130 bp 1 Aus fortgeführten Aktivitäten. Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position Die folgende Tabelle stellt die Brutto- und die Netto-Cash-Position dar. Da Infineon einen Teil der liquiden Mittel in Form von Finanzinvestments hält, die unter IFRS nicht als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente klassifiziert sind, berichtet Infineon die Brutto- und die Netto-Cash-Position, um Investorinnen die Liquiditätslage besser zu erläutern. Die Brutto- und die Netto-Cash-Position werden wie folgt aus der Konzern-Bilanz hergeleitet: Infineon Geschäftsbericht 2024 42 Veränderung € in Millionen 30. Septem- ber 2024 30. Septem- ber 2023 absolut in % Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.806 1.820 -14 -1 Finanzinvestments 395 1.770 -1.375 -78 Brutto-Cash-Position 2.201 3.590 -1.389 -39 Abzüglich: Kurzfristige Finanzschulden sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzschulden 500 330 170 52 Langfristige Finanzschulden 4.311 4.403 -92 -2 Bruttofinanzschulden 4.811 4.733 78 2 Netto-Cash-Position -2.610 -1.143 -1.467 --- Auf Basis von Umsatzerlösen in Höhe von €14.955 Millionen lag das Verhältnis von Brutto-Cash-Position zu Umsatzerlösen zum 30. September 2024 bei 14,7 Prozent (30. September 2023: 22,0 Prozent). Unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Ressourcen, einschließlich der intern vorhandenen sowie künftig generierten Zahlungsmittel und der aktuell verfügbaren Kreditlinien von €2.239 Millionen (Vorjahr: €69 Millionen; siehe Konzernanhang Nr. 16), geht Infineon davon aus, den derzeit zu erwartenden Kapitalbedarf für das Geschäftsjahr 2025 decken zu können. Dies schließt die Rückzahlung von fälligen Finanzschulden mit ein. Ebenfalls darin eingeschlossen sind sonstige finanzielle Verpflichtungen, beispielsweise aus bereits erteilten Aufträgen für begonnene oder geplante Investitionsvorhaben in Sachanlagen (siehe Konzernanhang Nr. 23). Die geplanten Investitionen für das Geschäftsjahr 2025 sind im Kapitel „Prognosebericht“ beschrieben. Generell besteht für Infineon ebenso die Möglichkeit, Mittel im Rahmen des EMTN-Programms zur Deckung des Kapitalbedarfs aufzunehmen. Infineon ist Vertragspartei von zwei Finanzierungsverträgen, die eine Reihe von marktüblichen Auflagen beinhalten, darunter die Einhaltung einer Finanzrelation (sogenannte Debt Coverage Ratio), welche ein bestimmtes Verhältnis von einer Schuldengröße (adjustiert) zu einer Ergebnisgröße (adjustiert) vorsieht (siehe hierzu Konzernanhang Nr. 21). Infineons Treasury-Leitlinien und -Struktur Die Maxime des Konzern-Treasury von Infineon ist die Sicherstellung der finanziellen Flexibilität des Konzerns auf Grundlage einer soliden Kapitalstruktur. Hierbei steht das Ziel einer ausreichenden Liquiditätsausstattung im Vordergrund, um die laufende Geschäftstätigkeit finanzieren und geplante Investitionen in allen Phasen des Geschäftszyklus vornehmen zu können. Wir streben für unsere Bruttoliquidität im Jahresdurchschnitt nun einen Zielwert von mindestens 10 Prozent des Umsatzes an. Die Verschuldung soll grundsätzlich nur einen moderaten Anteil am Finanzierungsmix ausmachen, sodass jederzeit Handlungsspielraum gewahrt ist. Zentrales Ziel ist die Erhaltung des Investment-Grade-Ratings. Im Februar 2024 hat S&P Global Ratings das Investment-Grade-Rating von Infineon von „BBB“ mit positivem Ausblick auf „BBB+“ mit stabilem Ausblick angehoben. Für weitere Informationen zur Art, Fälligkeits-, Währungs- und Zinsstruktur der Bruttofinanzschulden siehe Konzernanhang Nr. 16. Infineon Geschäftsbericht 2024 43 Die oben genannten Treasury-Grundsätze regeln konzernweit die Vorgehensweise bei sämtlichen Themen, die Liquidität und Finanzierung betreffen. Hierzu zählen die Bankenpolitik und -strategie, der Abschluss von Finanzierungsvereinbarungen, das weltweite Liquiditäts- und Anlagemanagement, die Steuerung von Währungs-, Zins- und einiger Rohstoffpreisrisiken sowie die Abwicklung externer und konzerninterner Zahlungsflüsse. Unseren Treasury-Grundsätzen gemäß verfolgen wir einen stark zentralisierten Ansatz mit der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung als weltweit verantwortlicher Stelle für alle wesentlichen Aufgaben und Prozesse im Bereich Finanzierung und Treasury. Im Rahmen eines zentralisierten Liquiditätsmanagements werden Cash-Pool-Strukturen betrieben, soweit gesetzlich zulässig und wirtschaftlich vertretbar, um eine optimale Verteilung der flüssigen Finanzmittel innerhalb des Konzerns sicherzustellen und den externen Finanzierungsbedarf zu reduzieren. Die auf Ebene des Konzerns zusammengeführte Liquidität wird von der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung zentral angelegt. Dabei verfolgen wir grundsätzlich eine konservative Anlagestrategie, bei der Sicherheit vor Rendite geht. Weitere Aufgaben der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung sind das Management unserer Währungs- und Zinsrisiken sowie die Durchführung des Hedgings von Rohstoffpreisrisiken. Zu Hedgingzwecken setzen wir im laufenden operativen Geschäft folgende derivative Finanzinstrumente ein: Fremdwährungstermingeschäfte zur Reduktion der Effekte aus Währungsschwankungen (soweit sich Fremdwährungszahlungsströme im Konzern nicht ausgleichen) sowie Rohstoffswaps zur Verringerung der Preisrisiken bei erwarteten Goldeinkäufen. Derivative Finanzinstrumente werden nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. Für weitere Informationen zu derivativen Finanzinstrumenten und dem Management von finanziellen Risiken siehe Konzernanhang Nr. 27 und Nr. 28. Des Weiteren werden gemäß unseren Treasury-Grundsätzen alle weltweiten Finanzierungen und Kreditlinien, soweit gesetzlich zulässig, direkt oder indirekt von der zentralen Finance & Treasury-Abteilung arrangiert, strukturiert und verwaltet. Zur Erörterung aktueller Finanzmarktentwicklungen und ihrer möglichen Auswirkungen auf Infineon sowie zur Abstimmung wichtiger Liquiditäts-, Sicherungs- und Finanzierungsthemen dient das quartalsweise tagende Treasury Committee, dem neben dem Finanzvorstand auch Vertreterinnen der Finance & Treasury-Abteilung sowie aus dem Bereich Rechnungswesen, Controlling und Steuern angehören. Infineon am Kapitalmarkt Infineon Geschäftsbericht 2024 44 Basisinformationen zur Aktie Art der Aktien Namensaktien (Stammaktien) in Form von Aktien oder American Depositary Shares (ADS) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von je €2 (Verhältnis ADS: Aktien = 1 : 1) Grundkapital €2.611.842.274 (am 30. September 2024), €2.611.842.274 (am 30. September 2023) Ausgegebene Aktien1 1.305.921.137 (am 30. September 2024), 1.305.921.137 (am 30. September 2023) Aktien in Eigenbesitz 6.757.925 (am 30. September 2024), 2.171.026 (am 30. September 2023) ISIN WKN DE0006231004 623100 Börsenkürzel IFX (Aktie), IFNNY (ADS) Bloomberg Nasdaq IR Insight IFX GY (Xetra), IFNNY US IFX-XE, IFNNY-PK Notierungen Aktien: Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) Marktkapitalisierung2 €40.872 Millionen (mit Schlusskurs €31,46 per 30. September 2024) Durchschnittlich auf Xetra gehandelte Aktien pro Tag in Stück 4.186.808 (im Geschäftsjahr 2024) Handel in den USA ADS, außerbörslicher Handel am OTC-Markt (OTCQX International) Marktkapitalisierung2 US$45.627 Millionen (mit Schlusskurs US$35,12 per 30. September 2024) Durchschnittlich gehandelte ADS pro Tag in Stück 267.807 (im Geschäftsjahr 2024) Indexmitglied (Auswahl) DAX 40 TecDAX EURO STOXX 50 Dow Jones STOXX Europe 600 Dow Jones Euro STOXX TMI Technology Hardware & Equipment Dow Jones Germany Titans 30 MSCI Germany S&P Europe 350 Dow Jones Sustainability World Index 1 Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beinhaltet die Aktien in Eigenbesitz. 2 Formel für die Berechnung der Marktkapitalisierung: („ausgegebene Aktien“ – „Aktien in Eigenbesitz“) * Aktienkurs. Die Berechnung erfolgt auf Basis ungerundeter Werte. Infineon Geschäftsbericht 2024 45 Infineon Geschäftsbericht 2024 46 Basisinformationen zu den Anleihen und anderen Finanzierungsinstrumenten 0,625% Anleihe vom 17. Februar 2022 €500 Millionen fällig am 17. Februar 2025, ISIN: XS2443921056 1,125% Anleihe vom 24. Juni 2020 €750 Millionen fällig am 24. Juni 2026, ISIN: XS2194283672 3,375% Anleihe vom 26. Februar 2024 €500 Millionen fällig am 26. Februar 2027, ISIN: XS2767979052 1,625% Anleihe vom 24. Juni 2020 €750 Millionen fällig am 24. Juni 2029, ISIN: XS2194283839 2,000% Anleihe vom 24. Juni 2020 €650 Millionen fällig am 24. Juni 2032, ISIN: XS2194192527 2,875% Hybridanleihe vom 1. Oktober 2019 €600 Millionen Kündigungssperrfrist 1. Januar 2025, ISIN: XS2056730323 3,625% Hybridanleihe vom 1. Oktober 2019 €600 Millionen Kündigungssperrfrist 1. Januar 2028, ISIN: XS2056730679 US-Privatplatzierung vom 5. April 2016 US$350 Millionen fällig am 5. April 2026 US-Privatplatzierung vom 5. April 2016 US$235 Millionen fällig am 5. April 2028 US-Privatplatzierung vom 16. Juni 2021 US$350 Millionen fällig am 16. Juni 2027 US-Privatplatzierung vom 16. Juni 2021 US$350 Millionen fällig am 16. Juni 2029 US-Privatplatzierung vom 16. Juni 2021 US$350 Millionen fällig am 16. Juni 2031 US-Privatplatzierung vom 16. Juni 2021 US$250 Millionen fällig am 16. Juni 2033 Rating von S&P Global Ratings seit 13. Februar 2024: „BBB+“ mit Ausblick „stabil“ Infineon Geschäftsbericht 2024 47 Aktienkursentwicklung Die Infineon-Aktie beendete das Geschäftsjahr 2024 mit einem Schlusskurs von €31,46. Damit blieb der Aktienkurs gegenüber dem Schlusskurs zum Ende des Geschäftsjahres 2023 von €31,36 fast unverändert. Ende Oktober 2023 erreichte die Infineon-Aktie mit einem Aktienkurs von €27,28 den tiefsten Stand im abgelaufenen Geschäftsjahr. Im Anschluss stieg der Kurs der Aktie kontinuierlich an und erreichte am 15. Dezember 2023 mit €38,92 den Höchststand des Geschäftsjahres 2024. In den folgenden Monaten schwankte der Aktienkurs zwischen €28 und €38 und schloss das Geschäftsjahr mit einem Aktienkurs von €31,46. Die Infineon-Aktie verzeichnete damit eine deutlich schwächere Wertentwicklung als die Vergleichsindizes, die teilweise kräftige Kursanstiege aufwiesen. So verbesserte sich der DAX im Geschäftsjahr 2024 um 26 Prozent, der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) um 51 Prozent und der Dow Jones US Semiconductor Index stieg um 91 Prozent. Die deutlichen Anstiege der amerikanischen Vergleichsindizes waren weiterhin stark positiv von Werten beeinflusst, bei denen künstliche Intelligenz einen wesentlichen Teil der Geschäftsaktivitäten ausmacht. Bei dem Schlusskurs von €31,46 betrug die Marktkapitalisierung von Infineon zum 30. September 2024 €40.872 Millionen nach €40.879 Millionen zum Ende des Geschäftsjahres 2023. Infineon Geschäftsbericht 2024 48 Aktionärsstruktur Zum 30. September 2024 war die Gesellschaft BlackRock Inc. mit mehr als 5 Prozent und Amundi S.A. mit mehr als 3 Prozent der ausgegebenen Aktien an Infineon beteiligt. Das von Privataktionärinnen gehaltene Aktienkapital verminderte sich zum Ende des Geschäftsjahres 2024 auf 9,03 Prozent nach einem Anteil von 9,50 Prozent am Ende des Geschäftsjahres 2023. Dividende Mit unserer Dividendenpolitik verfolgen wir das Ziel, unsere Aktionärinnen angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens zu beteiligen. Grundsätzlich soll auch bei einem stagnierenden oder rückläufigen Ergebnis zumindest eine unveränderte Dividende ausgeschüttet werden. Vor diesem Hintergrund ist geplant, der Hauptversammlung im Februar 2025, wie im Vorjahr, eine Dividende in Höhe von 0,35 Euro je Aktie vorzuschlagen. Dieser Vorschlag trägt der rückläufigen Geschäftsentwicklung Rechnung und gleichzeitig erhalten wir unseren finanziellen Spielraum für weiteres profitables Wachstum in den Folgejahren. Die Anzahl der ausgegebenen Aktien belief sich zum 30. September 2024 unverändert auf 1.305.921.137 Stück. Hierin enthalten waren 6.757.925 Aktien in Eigenbesitz (30. September 2023: 2.171.026), die nicht dividendenberechtigt sind. Die voraussichtliche Ausschüttungssumme der Dividende würde somit €455 Millionen nach €456 Millionen im Vorjahr betragen, sofern die Hauptversammlung dem geplanten Vorschlag zustimmt. Die Anzahl der Aktien in Eigenbesitz hat sich im Laufe des Geschäftsjahres aufgrund von Aktienrückkäufen erhöht. Im Rahmen eines limitierten Aktienrückkaufprogramms hat Infineon im Zeitraum vom 26. Februar 2024 bis 18. März 2024 7 Millionen Aktien für einen Gesamtkaufpreis von €233 Millionen erworben. Der Rückkauf der Aktien dient ausschließlich dem Zweck der Zuteilung von Aktien an Beschäftigte der Gesellschaft oder verbundener Unternehmen, Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft sowie Mitglieder des Vorstands und der Geschäftsführungen verbundener Unternehmen im Rahmen der bestehenden Mitarbeiterbeteiligungsprogramme. Weitere Details hierzu finden sich im Konzernanhang Nr. 20. Infineon Geschäftsbericht 2024 49 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Infineon hat das Geschäftsjahr 2024 gut gemeistert und im Rahmen der im Laufe des Geschäftsjahres aktualisierten Erwartungen abgeschlossen. Aktuell bieten unsere Endmärkte, mit der Ausnahme von künstlicher Intelligenz, kaum Wachstumsimpulse, die zyklische Erholung verzögert sich. Der Abbau erhöhter Lagerbestände dauert an. Die Sicht auf die Nachfrageentwicklung über ein, zwei Quartale hinaus wird durch kurzfristiges Bestellverhalten und Bestandsabbau getrübt. Daher stellen wir uns für 2025 auf einen verhaltenen Geschäftsverlauf ein. Gleichzeitig setzen wir mit unserem Strukturverbesserungsprogramm „Step Up“ auf die konsequente Umsetzung der strukturellen Maßnahmen zur Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Zusammen mit unserer Innovationskraft adressieren wir unsere strukturellen Wachstumstreiber und positionieren uns optimal für einen kommenden Aufschwung. Prognose-, Chancen- und Risikobericht Prognosebericht Ist- und Zielwerte der Steuerungskennzahlen Die folgende Tabelle sowie die anschließenden Erläuterungen vergleichen für das abgelaufene Geschäftsjahr (GJ) die Ist-Werte der von Infineon verwendeten Steuerungskennzahlen mit den prognostizierten Werten und zeigen den Ausblick für das Geschäftsjahr 2025. Infineon Geschäftsbericht 2024 50 € in Millionen, außer Prozentsätze Ist GJ 2023 Prognose für GJ 20241 Ist GJ 2024 Prognose für GJ 2025 Hauptsteuerungskennzahlen Segmentergebnis-Marge 27,0% Rund 20% (bei einem Umsatz von etwa €15,0 Milliarden) 20,8% Mittlerer bis hoher Zehnerprozentbereich Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten 1.158 Etwa minus €0,2 Milliarden 23 Etwa €0,9 Milliarden RoCE 16,6% Etwa 9% 8,5% Mittlerer einstelliger Prozentsatz Ausgewählte ergänzende Steuerungskennzahlen Umsatz beziehungsweise Umsatzveränderung gegenüber Vorjahr2 16.309 Rückgang des Umsatzes auf etwa €15,0 Milliarden 14.955 Leicht rückläufiger Umsatz im Vergleich zum Vorjahr Investitionen 2.994 Etwa €2,8 Milliarden 2.719 Etwa €2,5 Milliarden Bereinigter Free-Cash-Flow2 1.638 Etwa €1,5 Milliarden 1.691 Etwa €1,7 Milliarden 1 Die hier dargestellte Prognose entspricht der zuletzt im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2024 konkretisierten Prognose. 2 Ab dem Geschäftsjahr 2025 werden die Kennzahlen Umsatz beziehungsweise Umsatzwachstum gegenüber Vorjahr sowie bereinigter Free-Cash-Flow als Hauptsteuerungskennzahlen dargestellt. Vergleich der ursprünglichen Prognose mit den Ist-Werten für das Geschäftsjahr 2024 Für das Geschäftsjahr 2024 war im November 2023 ursprünglich ein Umsatz von €17,0 Milliarden plus oder minus €500 Millionen prognostiziert worden. Aufgrund der ausbleibenden Erholung der Konsumentennachfrage, einer sich schwächer als erwartet entwickelnden Nachfrage in den Bereichen Automotive und Industrie und einer negativen Währungsentwicklung wurde diese Prognose im Laufe des Geschäftsjahres 2024 mehrfach angepasst. Zuletzt war ein Umsatz von etwa €15,0 Milliarden erwartet worden. Im Geschäftsjahr 2024 wurde ein Umsatz von €14,955 Milliarden erzielt. Damit lag der Umsatz im Geschäftsjahr 2024 im Rahmen der letzten Prognose, aber deutlich unter der ursprünglichen Prognose vom November 2023. Im Rahmen der angepassten Prognose für die Umsatzentwicklung wurde auch die Erwartung für die Höhe der Segmentergebnis-Marge im Verlauf des Geschäftsjahres angepasst. Im November 2023 war eine Segmentergebnis-Marge von etwa 24 Prozent für das Geschäftsjahr 2024 erwartet worden. Zuletzt lag die Prognose hierfür bei rund 20 Prozent. Mit einem Wert von 20,8 Prozent wurde die letzte Prognose leicht übertroffen, der ursprünglich erwartete Wert jedoch nicht erreicht. Für den Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten war ursprünglich ein Wert von etwa €400 Millionen erwartet worden. Aufgrund der Anpassungen der Erwartungen für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung wurde auch der Erwartungswert für den Free-Cash-Flow aktualisiert. Bei der letzten Prognose im August 2024 wurde mit einem Free- Infineon Geschäftsbericht 2024 51 Cash-Flow von etwa minus €200 Millionen gerechnet. Mit einem Wert von €23 Millionen im Geschäftsjahr 2024 lag der Free-Cash-Flow damit oberhalb der letzten Prognose, jedoch unter dem ursprünglich erwarteten Betrag von €400 Millionen. Für den bereinigten Free-Cash-Flow war im November 2023 ein Wert von €2,2 Milliarden erwartet worden. Im Jahresverlauf wurde die Erwartung auf €1,5 Milliarden angepasst. Schlussendlich erreichte der bereinigte Free-Cash-Flow einen Wert von €1.690 Millionen und lag damit über der angepassten, aber deutlich unter der ursprünglichen Prognose. Mit einem Wert von 8,5 Prozent für die Rendite auf das eingesetzte Kapital wurde die angepasste Prognose vom März 2024 von „etwa 9 Prozent“ fast erreicht. Der erzielte Wert lag jedoch deutlich unter der ursprünglichen Prognose vom November 2023 von „etwa 13 Prozent“. Die Investitionen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr €2,719 Milliarden. Damit lagen sie unter dem zuletzt gesenkten Prognosewert von €2,8 Milliarden und deutlich unter dem ursprünglich im November 2023 prognostizierten Wert von €3,3 Milliarden. Annahmen, die der Prognose für das Geschäftsjahr 2025 zugrunde liegen Unterstellter Euro/US-Dollar-Wechselkurs Als weltweit tätiges Unternehmen erzielt Infineon Umsatzerlöse nicht nur in Euro, sondern auch in Fremdwährungen, vornehmlich in US-Dollar. Des Weiteren hat das Unternehmen auch Kosten in US-Dollar und teilweise mit dem US-Dollar korrelierten anderen Währungen wie beispielsweise dem Singapur-Dollar, dem malaysischen Ringgit oder dem chinesischen Renminbi zu begleichen. Das Verhältnis der Umsatzerlöse zu Kosten in Fremdwährungen ist nicht vollständig ausgeglichen. Daher haben Veränderungen von Wechselkursen, insbesondere des US-Dollars gegenüber dem Euro, Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Ein gegenüber dem Euro stärker werdender US-Dollar führt zu positiven Effekten, während sich ein gegenüber dem Euro schwächer werdender US-Dollar umsatz- und ergebnismindernd auswirkt. Ohne Berücksichtigung von Währungssicherungsgeschäften führt eine Abweichung von 1 US-Cent im tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurs gegenüber dem Plankurs dazu, dass sich das Segmentergebnis um etwa €10 Millionen pro Quartal oder etwa €40 Millionen pro Geschäftsjahr gegenüber dem Planwert verändert. Dies setzt allerdings voraus, dass sich die Wechselkurse der Währungen, in denen für Infineon Kosten anfallen, zum Euro parallel zum Wechselkurs des US-Dollars zum Euro entwickeln. Beim Umsatz beschränken sich die Wechselkurseffekte im Wesentlichen auf die Relation US-Dollar zu Euro. Hier führt eine Abweichung des tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurses von 1 US-Cent gegenüber dem Plankurs zu einer Umsatzveränderung von etwa €25 Millionen pro Quartal oder etwa €100 Millionen pro Geschäftsjahr. Für die Planung des Geschäftsjahres 2025 wird ein Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,10 unterstellt. Externe Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft und den Halbleitermarkt Im Verlauf des Geschäftsjahres 2024 haben sich die Aussichten für die Weltwirtschaft nach und nach verbessert. Nachdem im Oktober 2023 vom Internationalen Währungsfonds noch ein Wachstum der Weltwirtschaft von 2,4 Prozent für das Kalenderjahr 2024 erwartet wurde, hat sich die Prognose im Oktober 2024 auf 2,7 Prozent erhöht. Die wirtschaftliche Dynamik bleibt allerdings, trotz rückläufiger Inflationsraten und der in einigen Ländern eingeleiteten Zinswende, moderat. Der Krieg in der Ukraine, die Eskalation im Nahen Osten, geopolitische Konflikte sowie potenzielle Handelskonflikte belasten die Weltwirtschaft. Für das Kalenderjahr 2025 (Q01) wird ein Wachstum von 2,8 Prozent prognostiziert. Die Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft liegen damit aktuell in der Nähe des historischen Durchschnitts. Infineon Geschäftsbericht 2024 52 Beim Infineon-Referenzmarkt, also dem Halbleitermarkt ohne DRAM- und NAND-Flash-Speicherchips sowie Mikroprozessoren, erwarten die Marktanalystinnen von Omdia im Kalenderjahr 2024 gemessen in US-Dollar ein Umsatzwachstum von 13 Prozent (Q04). Insbesondere der Umsatz mit Logikbausteinen für KI-Anwendungen sollte hierbei deutlich wachsen. Bei den für Infineon wichtigen Produktkategorien Analog-ICs, diskrete Leistungshalbleiter und Mikrocontroller wird hingegen erwartet, dass die Umsätze in diesen Märkten im Kalenderjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr zurückgehen, da sich die Nachfrage nach Halbleitern in den Bereichen Automotive, Industrieanwendungen und in konsumentennahen Marktsegmenten im Kalenderjahr 2024 gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich deutlich vermindern wird. Für das Kalenderjahr 2025 rechnen die Expertinnen von Omdia derzeit noch mit einem Wachstum des Infineon-Referenzmarktes um 7 Prozent (Q04). Nach den Umsatzrückgängen in den Bereichen Automotive, Industrieanwendungen und in konsumentennahen Marktsegmenten im Kalenderjahr 2024 wird für das kommende Kalenderjahr eine Erholung der Umsätze in diesen Märkten erwartet. Die langfristigen Trends Dekarbonisierung und Digitalisierung sind intakt und treiben auch in Zukunft weiterhin die Nachfrage nach Halbleitern. Prognose für das Geschäftsjahr 2025 Auf Basis der aktuellen Geschäftsentwicklung und der internen Planung von Infineon ergeben sich die folgenden Prognosen. Umsatz im Vergleich zum Geschäftsjahr 2024 leicht rückläufig In Anbetracht der oben geschilderten Erwartungen für das Wachstum der Weltwirtschaft und der für Infineon relevanten Teilbereiche des Halbleitermarktes sowie eines bei der Prognose unterstellten Euro/US-Dollar-Wechselkurses von 1,10 rechnet das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2025 mit einer im Vergleich zum Geschäftsjahr 2024 leicht rückläufigen Umsatzentwicklung. Im Segment Automotive wird erwartet, dass der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr leicht und im Segment Green Industrial Power stärker zurückgehen wird. Der Umsatz im Segment Power & Sensor Systems sollte hingegen moderat ansteigen. Für das Segment Connected Secure Systems wird ein im Vergleich zum Vorjahr in etwa unveränderter Umsatz erwartet. Ab dem 1. Januar 2025 wird der Geschäftsbereich „Sense & Control“, der bisher dem Segment Automotive zugeordnet war, in das Segment Power & Sensor Systems umgegliedert. Für den Geschäftsbereich wird für das Geschäftsjahr 2025 ein Umsatz in etwa in gleicher Höhe wie für das Geschäftsjahr 2024 erwartet. Somit hat die Umgliederung des Geschäftsbereichs unter der Annahme, dass die geänderte Segmentstruktur bereits für das Geschäftsjahr 2024 angewandt worden wäre, keinen Effekt auf die oben dargestellte Umsatzprognose der Segmente. Segmentergebnis-Marge im mittleren bis hohen Zehnerprozentbereich erwartet Bei der beschriebenen Umsatzentwicklung wird erwartet, dass die Segmentergebnis-Marge im Geschäftsjahr 2025 im mittleren bis hohen Zehnerprozentbereich liegen wird. Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten sowie bereinigter Free-Cash-Flow Infineon Geschäftsbericht 2024 53 Im Geschäftsjahr 2025 rechnet das Unternehmen damit, dass der Free-Cash-Flow etwa €0,9 Milliarden betragen wird. Hierin enthalten sind signifikante Nettomittelabflüsse für Investitionen wie den Ausbau der Gebäude für die Frontend-Fertigung in Dresden (Deutschland) und in Kulim (Malaysia). Der bereinigte Free-Cash-Flow wird voraussichtlich bei etwa €1,7 Milliarden liegen. RoCE Für das Geschäftsjahr 2025 wird erwartet, dass die Rendite auf das eingesetzte Kapital voraussichtlich einen mittleren einstelligen Prozentsatz erreichen wird. Investitionen und Abschreibungen Für das Geschäftsjahr 2025 sind Investitionen, vom Unternehmen definiert als Investitionen in Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten, in Höhe von etwa €2,5 Milliarden geplant. Ein Schwerpunkt ist dabei die Fertigstellung des vierten Fertigungsgebäudes in Dresden (Deutschland) für Smart Power-Anwendungen, wie beispielweise Stromversorgungen für künstliche Intelligenz. Erhebliche Mittel werden auch für den Erwerb von Anlagen für die Produktion von Halbleitern auf Basis von Siliziumkarbid und Galliumnitrid an den Standorten Kulim (Malaysia) und Villach (Österreich) verwendet werden. Im Geschäftsjahr 2024 wurden €2.719 Millionen investiert. Diese teilten sich auf in €2.432 Millionen für Sachanlagen und €287 Millionen für aktivierte Entwicklungskosten und sonstige immaterielle Vermögenswerte. Im Geschäftsjahr 2025 werden die Investitionen in aktivierte Entwicklungskosten und sonstige immaterielle Vermögenswerte voraussichtlich deutlich über dem Niveau des Geschäftsjahres 2024 liegen. Die Abschreibungen werden im Geschäftsjahr 2025 etwa €2,0 Milliarden betragen. Davon entfallen rund €0,4 Milliarden auf Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen hauptsächlich im Zusammenhang mit der Akquisition von Cypress. Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung Aufgrund der Prognosen für die Entwicklung der Weltwirtschaft und des Halbleitermarktes im Kalenderjahr 2025 sowie auf Basis eines Euro/US-Dollar-Wechselkurses von 1,10 rechnet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 mit einer im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufigen Umsatzentwicklung. Die Segmentergebnis-Marge wird dabei voraussichtlich im mittleren bis hohen Zehnerprozentbereich liegen. Die Investitionen werden sich auf etwa €2,5 Milliarden belaufen. Die Abschreibungen betragen voraussichtlich etwa €2,0 Milliarden. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten soll etwa €0,9 Milliarden erreichen. Der bereinigte Free-Cash-Flow wird voraussichtlich bei etwa €1,7 Milliarden liegen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital wird voraussichtlich einen mittleren einstelligen Prozentsatz erreichen. Infineon Geschäftsbericht 2024 54 Risiko- und Chancenbericht Risikopolitik: Grundlage unseres Risiko- und Chancenmanagements Effektives Risiko- und Chancenmanagement ist ein wichtiger Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und unterstützt die Umsetzung unserer Strategie zur Erreichung der strategischen Ziele. Geprägt wird die Risiko- und Chancenlage von Infineon weiterhin vom dynamischen Marktumfeld in der Halbleiterindustrie, von einem hohen Investitionsbedarf zur Erreichung und Absicherung der Marktposition, einem außerordentlich schnellen technologischen Wandel, der Dekarbonisierung und der Digitalisierung. Der Wettbewerb um Innovationsvorsprünge wird dabei auch auf rechtlicher Ebene, zum Beispiel um Patente, ausgetragen. Vor diesem Hintergrund ist unsere Risikopolitik darauf ausgerichtet, einerseits die sich ergebenden Chancen zeitnah in einer den Unternehmenswert steigernden Weise zu realisieren, andererseits Risiken frühzeitig zu identifizieren und aktiv mittels Gegenmaßnahmen zu reduzieren, um insbesondere bestandsgefährdende Risiken zu vermeiden. Hierzu ist das Risikomanagement eng mit der Unternehmensplanung und der Umsetzung unserer Strategie verknüpft und obliegt der übergeordneten Verantwortung des Vorstands. Zur Umsetzung unserer Risikopolitik haben wir aufeinander abgestimmte Risikomanagement- und Kontrollsystem-Elemente etabliert. Hierzu gehören neben den im Folgenden dargestellten Systemen „Risiko- und Chancenmanagement“ (ERM) und „Internes Kontrollsystem“ (IKS) insbesondere die damit verbundenen Planungs-, Steuerungs- und internen Berichterstattungsprozesse sowie unser Compliance-Management-System (CMS). ERM-System und IKS Das zentrale ERM-System basiert konzeptionell auf einem unternehmensweiten und managementorientierten ERM-Ansatz mit dem Ziel, alle relevanten Risiken und Chancen zu erfassen. Diesem Ansatz liegt das vom „Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO)“ entwickelte Rahmenkonzept „Enterprise Risk Management – Integrating with Strategy and Performance“ (2017) zugrunde. Ziel des Systems ist die frühzeitige Identifizierung, Bewertung und Steuerung jener Risiken und Chancen, die das Erreichen der strategischen, operativen, finanziellen, rechtlichen und Compliance-Ziele des Unternehmens in wesentlichem Maße beeinflussen können. Das Interne Kontrollsystem basiert ebenfalls auf einem vom COSO entwickelten Rahmenkonzept („Internal Control - Integrated Framework“ (2013)). Dieses Rahmenwerk beschreibt die verschiedenen Elemente eines Kontrollsystems (Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollaktivitäten, Information & Kommunikation, Überwachung) und stellt die Basis für die Einschätzung der Angemessenheit und Wirksamkeit des IKS dar. Die Prozess- und Systemverantwortung für das IKS und das ERM obliegt der im zentralen Finanzressort angesiedelten Funktion für Risikomanagement und IKS sowie den auf Ebene der Segmente und der Zentralfunktionen etablierten Risiko- und Kontrollbeauftragten. Die Identifikation, die Bewertung sowie das Management und die Berichterstattung von Risiken und Chancen sowie deren Mitigierungen und Kontrollen liegen in der Verantwortung des Managements der betroffenen Organisationseinheiten. Organisatorisch werden das IKS und das ERM durch einen mehrstufigen, in sich geschlossenen Prozess umgesetzt. Dieser legt insbesondere die Vorgehensweise sowie die Kriterien zur Identifikation von Risiken und Chancen, deren Bewertung, Steuerung, Mitigierung, Kontrolle und Berichterstattung sowie die Überwachung der Infineon Geschäftsbericht 2024 55 Gesamtsysteme verbindlich fest. Wesentliche Bestandteile hierbei sind die quartalsweise Risiko- und Chancenanalyse, die Berichterstattung aller einbezogenen Einheiten, die Analyse der Gesamtsituation auf Segment- und Konzernebene sowie die Berichterstattung der Risiko- und Chancensituation, der Ergebnisse der Tests der Kontrollen sowie wesentlicher zugehöriger Steuerungs- und Kontrollmaßnahmen an den Vorstand. Der Vorstand informiert wiederum regelmäßig den Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats zu den Entwicklungen und Ergebnissen im IKS und ERM. Der Regelprozess wird, sofern erforderlich, durch eine Ad-hoc-Benachrichtigung von wesentlichen, zwischen den regulären Berichtszeitpunkten identifizierten Risiken ergänzt. Wir definieren ein Risiko beziehungsweise eine Chance als Eintritt zukünftiger Unsicherheiten mit einer negativen beziehungsweise positiven Abweichung von der Geschäftsplanung. Der Risikomanagementkonsolidierungskreis hat im Geschäftsjahr 2024 dem Konsolidierungskreis des Konzerns nach IFRS entsprochen, somit beziehen wir alle relevanten Organisationseinheiten des Konzerns in die Analyse mit ein und decken alle Segmente sowie wesentliche Zentralfunktionen ab. Die Bewertung von Risiken und Chancen im Rahmen des ERM erfolgt nach dem Nettoprinzip unter Berücksichtigung vorhandener Steuerungs- und Absicherungsmaßnahmen. Der Betrachtungshorizont und die Bewertungskategorien sind hierbei eng mit unserer kurz- und mittelfristigen Unternehmensplanung und unseren unternehmerischen Zielen verknüpft. Alle relevanten Risiken und Chancen werden konzernweit einheitlich aus einer quantitativen oder qualitativen Perspektive in den Dimensionen Grad der Auswirkung auf Segmentergebnis und/oder auf Geschäftsziele, Reputation, Compliance sowie Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Die Skalen zur Messung dieser beiden Bewertungsgrößen für die Risikobetrachtung (Grad der Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit) sind in unten stehender Tabelle dargestellt. Der Grad der Auswirkung gilt analog für die Klassifizierung der Unterrisikokategorien (Value at Risk). Grad der Auswirkung auf das Segmentergebnis / Value-at-Risk-Klassifizierung Eintrittswahrscheinlichkeit <€40 Mio. Unwesentlich <10 % Sehr unwahrscheinlich €40 - 100 Mio. Gering 10 - 40 % Unwahrscheinlich €100 - 200 Mio. Moderat 40 - 60 % Wahrscheinlich €200 - 400 Mio. Erheblich 60 - 90 % Sehr wahrscheinlich >€400 Mio. Wesentlich >90 % Fast sicher Die Gesamtheit der für Infineon gemeldeten Risiken und Chancen wird hinsichtlich möglicher Aggregationseffekte überprüft. Die Analyse von Risiken und Chancen wird hierbei durch ein Infineon-spezifisches Kategorisierungsmodell unterstützt, welches auch nichtfinanzielle und nachhaltigkeitsbezogene Risiken berücksichtigt. Die Analyse von Risiken und Chancen sowie die Weiterentwicklung unserer Risiko- und Chancenmanagementkultur werden durch interdisziplinäre Workshops auf Ebene von Segmenten und Zentralfunktionen unterstützt. Wesentliche Informationen zum IKS und ERM von Infineon sind für alle Mitarbeiterinnen über unser Intranet verfügbar. Dieses enthält unter anderem unsere Richtlinien einschließlich der Aufgabenbeschreibung aller am Prozess beteiligten Funktionen sowie alle notwendigen Daten zur Berichterstattung. Infineon Geschäftsbericht 2024 56 Zur Steuerung und Überwachung der identifizierten Risiken und Chancen werden entsprechend ihrer Relevanz Risiko- beziehungsweise Chancenverantwortliche auf einer jeweils angemessenen Hierarchieebene benannt. Diese Verantwortlichen legen eine angemessene Strategie zur Risiko- beziehungsweise Chancensteuerung formal fest (im Falle von Risiken die Vermeidung, Verminderung, Kontrolle, Übertragung oder Akzeptanz). In Abstimmung mit unterstützenden Zentralfunktionen und einzelnen Maßnahmenverantwortlichen definieren und überwachen die Verantwortlichen zudem die Maßnahmen zur Umsetzung der Steuerungs- und Kontrollstrategie. Die aktive und spezifische Steuerung und Überwachung von Risiken und Chancen ist erfolgskritisch für unser System. Die Einhaltung des IKS- und ERM-Ansatzes wird prozessbegleitend durch die zentrale Funktion für Risikomanagement und IKS überwacht. Zudem prüft die Konzernrevision die Einhaltung bestimmter gesetzlicher Rahmenbedingungen und konzerneinheitlicher Richtlinien sowie bei Bedarf die Vorgaben zum IKS und ERM und empfiehlt korrigierende Maßnahmen. Auf der Ebene des Aufsichtsrats überwacht der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss die Angemessenheit und Wirksamkeit der beiden Systeme (IKS und ERM). Der Abschlussprüfer überprüft zudem im Rahmen der Abschlussprüfung die Eignung des Risikofrüherkennungssystems im Sinne des § 91 Abs. 2 AktG zur frühzeitigen Identifizierung bestandsgefährdender Entwicklungen des Unternehmens nach Maßgabe des Prüfungsstandards IDW PS 340 n.F. (01.2022). Er berichtet hierzu jährlich dem Finanzvorstand und dem Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Für die Beurteilung der Gesamtrisikolage von Infineon werden für die Berechnung eines maximalen Risikowerts alle erfassten Risiken mittels einer Monte-Carlo-Simulation aggregiert und diese Gesamtrisikoposition für die Beurteilung der Risikotragfähigkeit für den Betrachtungszeitraum anhand der Kennzahl des Value at Risk betrachtet. Diese Analyse hat zu keinem Anpassungsbedarf geführt. Die Risikotragfähigkeit war im Geschäftsjahr 2024 gegeben. [Compliance-Management-System Wir haben ein konzernweites Compliance-Management-System eingeführt, um Compliance-bezogene Risiken systematisch, umfassend und nachhaltig zu managen. Wir entwickeln die wesentlichen Elemente unseres CMS kontinuierlich weiter, um Compliance-bezogene Vorfälle zu verhindern, aufzudecken und darauf zu reagieren. Der Chief Compliance Officer berichtet an den Finanzvorstand und vierteljährlich an den Gesamtvorstand sowie an den Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Infineon folgt bei der Strukturierung seines Compliance Management Systems seit Jahren den Anforderungen an ein solches gemäß dem Standard IDW PS 980 und lässt die Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit seines CMS konzernweit in den Bereichen „Kartellrecht“ und „Korruptionsprävention“ von einer externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nach IDW PS 980 prüfen (letztmals wurde diese Prüfung im Geschäftsjahr 2024 durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft durchgeführt, welche für den Zeitraum vom 1. Oktober 2023 bis zum 30. April 2024 einen Bericht des unabhängigen Wirtschaftsprüfers mit einem uneingeschränkten Prüfungsurteil abgegeben hat). Darüber hinaus wird die Wirksamkeit des CMS durch regelmäßige interne Audits in den Gesellschaften geprüft. Im Rahmen des CMS findet jährlich eine formalisierte Bewertung unserer Risiken, insbesondere im Hinblick auf Korruption und Wettbewerbsrecht, statt. Daraus werden dann die notwendigen Maßnahmen abgeleitet und im Compliance-Programm zusammengefasst.] Infineon Geschäftsbericht 2024 57 Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Das übergeordnete Ziel unseres rechnungslegungsbezogenen IKS als Teil des oben beschriebenen übergreifenden IKS und ERM ist es, die Ordnungsmäßigkeit, Angemessenheit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und der Finanzberichterstattung zu überwachen und sicherzustellen. Das rechnungslegungsbezogene IKS zielt darauf ab, das Risiko von Falschaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung zu minimieren und einen mit hinreichender Sicherheit regelkonformen Konzernabschluss sicherzustellen. Die unternehmensweite Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften muss dafür gewährleistet werden. Den Prozessen sind jeweils eindeutige Verantwortlichkeiten zugeordnet. Das rechnungslegungsbezogene IKS orientiert sich ebenfalls an dem vom COSO entwickelten Rahmenkonzept „Internal Control – Integrated Framework“ (2013) und ist Bestandteil des Rechnungslegungsprozesses in allen bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Das System überwacht die Grundsätze und Verfahren anhand von präventiven und aufdeckenden Kontrollen. Unter anderem prüfen wir regelmäßig, ob › konzernweite Bilanzierungs-, Bewertungs- und Kontierungsvorgaben fortlaufend aktualisiert und eingehalten werden; › konzerninterne Transaktionen vollständig erfasst und sachgerecht eliminiert werden; › bilanzierungsrelevante und angabepflichtige Sachverhalte aus getroffenen Vereinbarungen berücksichtigt und entsprechend abgebildet werden; › Prozesse und Kontrollen existieren, die explizit die Vollständigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung im Konzernabschluss gewährleisten, und › Prozesse zur Funktionstrennung und zum Vier-Augen-Prinzip im Rahmen der Abschlusserstellung sowie Autorisierungs- und Zugriffsregelungen bei relevanten IT-Rechnungslegungssystemen bestehen. Beurteilung des Internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Die Angemessenheit und Wirksamkeit des IKS im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wird systematisch bewertet. Zunächst erfolgen eine jährliche Risikoanalyse und Überarbeitung der definierten Kontrollen bei Bedarf. Dabei identifizieren und aktualisieren wir bedeutende Risiken im Hinblick auf die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung in den wesentlichen rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Die für die Identifizierung der Risiken definierten Kontrollen werden gemäß konzernweiten Vorgaben dokumentiert. Um die Angemessenheit und Wirksamkeit der Kontrollen zu beurteilen, führen wir regelmäßig Tests auf Basis von Stichproben durch. Diese bilden die Grundlage für eine Einschätzung, ob die Kontrollen angemessen ausgestaltet und wirksam sind. Die Ergebnisse werden in einem globalen IT-System dokumentiert und berichtet. Erkannte Kontrollschwächen werden unter Beachtung ihrer potenziellen Auswirkungen behoben. Zusätzlich bestätigen alle rechtlichen Einheiten, Segmente und bedeutenden Zentralfunktionen durch eine Vollständigkeitserklärung die vollständige Erfassung von Vermögenswerten, Schulden, Eventualschulden, Aufwendungen und Erträgen sowie sonstigen angabepflichtigen Sachverhalten. Infineon Geschäftsbericht 2024 58 Die wesentlichen rechtlichen Einheiten überprüfen und bestätigen am Ende des jährlichen Zyklus die Angemessenheit und Wirksamkeit des IKS im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Der Vorstand und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden über festgestellte wesentliche Kontrollschwächen des rechnungslegungsbezogenen IKS sowie die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen regelmäßig informiert. [Gesamtaussage zur Angemessenheit und Wirksamkeit des ERM-Systems sowie des IKS In den halbjährlichen Risiko-Ausschuss-Sitzungen werden die unternehmensweite Risiko- und Chancensituation evaluiert, die Ergebnisse des internen Kontrollprozesses erläutert sowie einmal jährlich eine Gesamtaussage über die Angemessenheit und Wirksamkeit unseres übergreifenden IKS und ERM getroffen. Diese Gesamtaussage basiert auf Prüfungen der internen Revision, freiwilligen externen Prüfungen und Audits als auch auf Selbsteinschätzungen. Hier erfolgt die Beurteilung unter anderem auf Basis folgender Kriterien: › Angemessene organisatorische Abdeckung der IKS- und ERM-Prozesse von Infineon › Vorhandensein von klaren, konzernweiten Vorgaben zum IKS- und ERM-Prozess › Rechtzeitigkeit der regelmäßigen Risiko-Inventur und Risikoberichterstattung als auch des Testens der Kontrollen › Rechtzeitigkeit und regelmäßiges Monitoring von IKS- und ERM-Mitigierungsaktivitäten › Erörterung neuer Risikothemen mit den zuständigen Führungskräften und mit dem Risiko-Ausschuss Auf der Grundlage von Feststellungen, die bei Prüfungen der internen Revision oder externen Prüfungen und Audits getroffen werden, nehmen wir kontinuierliche Verbesserungen an unserem IKS und ERM vor. Im Geschäftsjahr 2024 sind uns auf Basis der durchgeführten IKS- und ERM-Aktivitäten in allen wesentlichen Belangen keine Faktoren bekannt geworden, die Zweifel an der Angemessenheit und Wirksamkeit des IKS oder des ERM-Systems begründen. Sowohl das übergreifende IKS und ERM als auch das rechnungslegungsbezogene IKS werden kontinuierlich weiterentwickelt und erweitert, um den internen und externen Anforderungen zu entsprechen. Die Verbesserung der Systeme dient der fortlaufenden Überwachung der relevanten Risikofelder einschließlich der verantwortlichen Organisationseinheiten.] Wesentliche und erhebliche Risiken Nachfolgend beschreiben wir in den Unterrisikokategorien Einzelrisiken, die im Geschäftsjahr 2025 wesentliche beziehungsweise erhebliche Auswirkungen auf das Segmentergebnis und/oder auf die Geschäftsziele, Reputation oder Compliance haben können (siehe obige Tabelle zu Grad der Auswirkung). Außerdem werden ausgewählte Einzelrisiken geringerer Auswirkung genannt. Infineon Geschäftsbericht 2024 59 Wir gliedern die Risiken in die vier Hauptrisikokategorien „Strategische Risiken“, „Operative Risiken“, „Finanzrisiken“ und „Rechtliche und Compliance-Risiken“. Innerhalb dieser Hauptrisikokategorien werden Unterrisikokategorien gebildet. Die nachfolgende Tabelle stellt die Klassifizierung der Unterrisikokategorien für das vergangene Geschäftsjahr 2024 und das Geschäftsjahr 2025 dar. Für die Klassifizierung der Unterrisikokategorien wird aus den Risikobewertungen der entsprechend zugeordneten Einzelrisiken mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation die Kennzahl Value at Risk je Unterrisikokategorie gebildet. Entsprechend der im Kapitel „ERM-System und IKS“ aufgezeigten Skala zur Messung der Auswirkung auf das Segmentergebnis wird die Klassifizierung vorgenommen. Soweit nicht anders vermerkt, sind die beschriebenen Risiken innerhalb der Unterrisikokategorien segmentübergreifend. Risikokategorie Klassifizierung GJ 2024 Klassifizierung GJ 2025 Strategische Risiken Zyklische Markt- und Branchenrisiken Wesentlich Wesentlich Risiken zur Unternehmensstrategie Erheblich Wesentlich Risiken bei Akquisitionen und Kooperationsvereinbarungen Gering Gering Medien- und Kommunikationsrisiken Gering Gering Operative Risiken Einkaufs- und Logistikrisiken Erheblich Wesentlich Risiken der Fertigung Moderat Erheblich Risiken in den Bereichen Cybersicherheit, Informationssicherheit und IT-Sicherheit Wesentlich Wesentlich Risiken im Entwicklungsprozess und Produktlebenszyklus Unwesentlich Moderat Risiken bezüglich der Verfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeiterinnen Unwesentlich Unwesentlich Business Continuity Risiken Erheblich Erheblich Finanzrisiken Währungsrisiken Erheblich Erheblich Ausfallrisiken von Banken und Finanzpartnern Gering Gering Sonstige Finanzrisiken Unwesentlich Unwesentlich Steuerrisiken Unwesentlich Unwesentlich Rechtliche und Compliance-Risiken Regulatorische Risiken Gering Moderat Sonstige rechtliche Risiken Gering Gering Die Klassifizierung der Unterrisikokategorien, wie in der Tabelle dargestellt, stellt eine Veränderung gegenüber der Klassifizierung im Geschäftsbericht 2023 dar (A, B, C) und wurde im Zuge der Weiterentwicklung und Verbesserung der externen Risikoberichterstattung vorgenommen. Strategische Risiken Zyklische Markt- und Branchenrisiken Infineon Geschäftsbericht 2024 60 Allgemeine Marktrisiken Der weltweite Halbleitermarkt ist vom globalen Wirtschaftswachstum abhängig und somit Schwankungen ausgesetzt. So besteht in den von uns adressierten Märkten das Risiko von kurzfristigen Marktschwankungen. Dadurch bedingt unterliegen unsere Prognosen der eigenen Geschäftsentwicklung Unsicherheiten. Ein Ausbleiben oder ein Rückgang des bisher geplanten Marktwachstums (zum Beispiel beim Ausbau erneuerbarer Energien oder der E-Mobilität) würde die Realisierung unseres eigenen Wachstumsziels erheblich erschweren. Dem wirken wir durch langfristige Absatzverträge entgegen. Weiterhin begegnen wir den für das Halbleitergeschäft typischen Konjunktur- und Nachfrageschwankungen dadurch, dass wir die Entwicklung von für uns wichtigen Frühwarnindikatoren fortlaufend überwachen und so weit wie möglich mit spezifisch festgelegten Mitigierungsstrategien unterlegen. Dies erfolgt zum Beispiel mit der frühzeitigen und konsequenten Anpassung der Kapazitätsauslastung und von Beständen, der Initiierung von Einsparmaßnahmen sowie der flexiblen Nutzung von externen Produktionsmöglichkeiten sowohl im Frontend- als auch im Backend-Bereich. Sollten uns Marktschwankungen unvorbereitet treffen oder sich die von uns festgelegte Mitigierungsstrategie als nicht geeignet erweisen, kann das eine langfristige Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zur Folge haben. Risiken durch Wettbewerbsintensität und Austauschbarkeit der Produkte Die Verbreitung technologischer Neuentwicklungen in einem globalen Markt führt auch zu einer erhöhten Austauschbarkeit der Produkte. Durch den daraus entstehenden Preiswettbewerb ist es möglich, dass wir unsere langfristigen sowie strategischen Ziele hinsichtlich der Erhöhung beziehungsweise Aufrechterhaltung von Marktanteilen und der Preissetzung nicht erreichen. Darüber hinaus können verstärkte M&A-Aktivitäten (Mergers & Acquisitions) oder regional beschränkte staatliche Subventionen in der Halbleiterbranche möglicherweise zu einer weiteren Verschärfung der Wettbewerbssituation führen. Daraus zu erwartende Vorteile der Wettbewerber sind zum Beispiel in der Verbesserung der Kostenstruktur beziehungsweise im bevorzugten Kundenzugang zu sehen. Zudem besteht das Risiko einer künftig verstärkten Eigenfertigung von bisher zugelieferten Halbleitern in China und eines zunehmenden Exports der in China produzierten Halbleiter. Im Ergebnis würden sich hieraus negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben. Risiken zur Unternehmensstrategie Risiken aufgrund unsicherer politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen Als global agierendes Unternehmen ist unser Geschäft stark von der weltweiten konjunkturellen Entwicklung abhängig. Eine weltweite konjunkturelle Abschwächung − insbesondere in den von uns bedienten Märkten − kann dazu führen, dass wir unsere geplanten Umsätze und Ergebnisbeiträge nicht erreichen. Darüber hinaus könnten durch politische und gesellschaftliche Veränderungen vor allem in Ländern, in denen wir unsere Produkte herstellen und/oder vermarkten, Risiken entstehen. Die geopolitischen Risiken sind im Geschäftsjahr 2024, insbesondere durch den anhaltenden Krieg in der Ukraine, den Konflikt um Taiwan wie auch durch die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten, weiterhin als sehr hoch anzusehen, wodurch sich die Vorhersehbarkeit der wirtschaftlichen Entwicklung verschlechtert hat. Der Krieg in der Ukraine verursacht Risiken und Beeinträchtigungen, wie beispielsweise eine Preiserhöhung und Verknappung von Energie und Rohstoffen. Eine Ausweitung der Infineon Geschäftsbericht 2024 61 Konfliktsituation über die Ukraine hinaus würde das Risiko eines weltweiten wirtschaftlichen Abschwungs zusätzlich erhöhen. Auch können eine steigende Inflation sowie steigende Zinsen zu einem erheblichen Konsumrückgang führen. Des Weiteren können sowohl Zollstreitigkeiten, Ausfuhrkontrollen und -verbote für Hochtechnologie beziehungsweise kritische Grundmaterialien als auch Handelsbeschränkungen, zum Beispiel zwischen den USA, der EU und China, den globalen Handel und damit das Weltwirtschaftswachstum beeinträchtigen. Dies könnte dazu führen, dass die Auslandsnachfrage in China und damit das chinesische Bruttoinlandsprodukt weniger wachsen oder zurückgehen. Dies alles kann einen wesentlichen Einfluss auf unsere Vermögens- und Ertragslage haben. Makroökonomische Risiken Außer den bereits oben erwähnten Risiken stellt weiterhin die weltweite Staatsschuldensituation, die sich im Geschäftsjahr 2024 unwesentlich verändert hat, ein Risiko dar, welches ungeachtet der von uns bewerteten Szenarien und möglichen Reaktionen in diesem komplexen Risikofeld die Entwicklung unserer Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen kann. Risiken bei Akquisitionen und Kooperationsvereinbarungen Um unser bestehendes Geschäft zu entwickeln oder auch weiter auszubauen, kann es sinnvoll sein, weitere Akquisitionen vorzunehmen oder andere Formen der Partnerschaft mit externen Unternehmen einzugehen. Es besteht prinzipiell das Risiko, dass wir im Fall eines Unternehmenserwerbs, insbesondere in Bezug auf die Integration von Mitarbeiterinnen und Produkten in bestehende operative Strukturen, nicht erfolgreich sind. Dies könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unseres Unternehmens negativ beeinflussen. Medien- und Kommunikationsrisiken Aufgrund des rasanten Fortschritts der KI-Technologie und ihres Manipulationspotenzials besteht die Gefahr, dass durch KI ausgelöste Fehlinformationen und Desinformationen das Vertrauen in die Informationsquellen, die Marke und die Berichterstattung von Infineon untergraben und dadurch die öffentliche Meinung beeinflussen. Dies könnte zu einer Schädigung der Marke, einer weitverbreiteten Berichterstattung falscher Informationen über Infineon, einem Vertrauensverlust in die Medien-, Marken- und Kapitalmarktkommunikation von Infineon sowie zu kurzfristigen Kursrückgängen führen. Operative Risiken Einkaufs- und Logistikrisiken Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Lieferanten zusammen, die uns mit Materialien, Dienstleistungen oder durch die Übernahme bestimmter Unteraufträge unterstützen, für die nicht immer mehrere Anbieter existieren. Wir sind damit zum Teil von der Lieferfähigkeit und Qualität dieser Zulieferungen abhängig. Gleichzeitig sind wir mit Preissteigerungen unserer Lieferanten konfrontiert, und es besteht das Risiko, dass diese Preissteigerungen nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergegeben Infineon Geschäftsbericht 2024 62 werden können. Weiterhin kann der Konflikt um Taiwan die Liefersituation unserer taiwanischen Partner beeinträchtigen. Sofern einer oder mehrere dieser Lieferanten ihren Verpflichtungen gegenüber Infineon nicht nachkommen würden, könnte dies negative Auswirkungen auf unsere Finanz- und Ertragslage haben. Ein weiterer Risikopunkt ist die limitierte Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien in einigen Regionen, die ein Erreichen der von Infineon kommunizierten und geplanten CO2-Neutralität bis zum Jahr 2030 gefährden könnte. Diesem Risiko wirkt Infineon bereits durch eine Vielzahl von Maßnahmen entgegen (zum Beispiel eigene Effizienzmaßnahmen, Aufbau eigener Solaranlagen, Prüfung von Partnerschaften mit lokalen Solar- und Windparkbetreibern). Grundsätzlich versuchen wir die Risiken im Beschaffungsbereich durch unsere Einkaufsstrategien und durch den Einsatz geeigneter Produkt- und Kostenanalysen („Best Cost Country Sourcing“ und „Focus on Value“) sowie geografische Diversifizierung zu minimieren. Diese Programme beinhalten funktionsübergreifende Expertinnenteams zur Standardisierung der Einkaufsprozesse für Material und technische Anlagen. Um der wachsenden Bedeutung der Ökosystempartner (Unternehmen, mit denen wir ein bedeutendes, langfristiges wirtschaftliches Interesse teilen und die einen Mehrwert für die Produkte von Infineon darstellen) von Infineon Rechnung zu tragen, haben wir ein Partnerrisikobewertungssystem für Go2Market- und IP/R&D-Partner (Intellectual Property/Research & Development) implementiert. Diese Partnerrisikobewertung adressiert Infineons Abhängigkeit von seinen Ökosystempartnern. Als Ergebnis werden die risikoreichen Ökosystempartner im gesamten Konzern identifiziert, fortlaufend bewertet und Maßnahmen zur Risikominderung ergriffen, um negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und/oder auf die Geschäftsziele, Reputation und Compliance zu vermeiden. Unter Betrachtung der oben aufgeführten Risikobeschreibungen hat die Klassifizierung der Unterrisikokategorie im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Risiken in der Fertigung Unsere europäischen und südostasiatischen Fertigungsstandorte sind für unsere Fertigung von großer Bedeutung. Sollten wir zum Beispiel im Fall von politischen Unruhen, Naturkatastrophen oder Pandemie-Ausbrüchen in der entsprechenden Region eingeschränkt oder nicht mehr in der Lage sein, an diesen Standorten im geplanten Umfang zu fertigen oder die dort gefertigten Produkte auszuführen, hätte das negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Weiterhin liegt unserer mittel- und langfristigen Ergebnisplanung eine erwartete Entwicklung der Herstellungskosten unserer Produkte zugrunde. In diesem Zusammenhang besteht die Möglichkeit, dass Maßnahmen zur Optimierung der Herstellungskosten im Bereich von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Energie, Personaleinsatz und Automatisierung sowie in der Zusammenarbeit mit externen Partnern nicht wie geplant umgesetzt werden können. Die dynamischen Märkte und zunehmenden Kundenanforderungen an Flexibilität, verbunden mit kurzfristigen Anpassungen von Bestellmengen, können zu steigenden Kosten durch Unterauslastung der Produktion, erhöhten Lagerbeständen sowie nicht eingehaltenen Verpflichtungen gegenüber Lieferanten führen. Somit besteht ungeachtet der gesteigerten Flexibilität durch eine standortübergreifende Produktionsoptimierung in unseren Prozessen und Produktionsstätten weiterhin ein Kostenrisiko durch Auslastungsschwankungen einhergehend mit Leerkosten in den Fertigungsstätten oder durch eingegangene Abnahmeverpflichtungen, Ein für Halbleiterunternehmen mit eigener Fertigung geschäftstypisches Risiko sind außerdem Verzögerungen beim Bau und Hochlauf neuer Fertigungsstandorte oder auch bei Technologietransfers. Die zum Beispiel in unserem Segment Automotive zeitlich gestreckten Freigabe- und Qualifikationsprozesse unserer Kunden beeinflussen Infineon Geschäftsbericht 2024 63 unsere globale Fertigungsstrategie sowie die kurz- und mittelfristige Auslastung unserer Fertigungskapazitäten. Eine unzureichende Antizipation dieser Veränderungen im Fertigungsprozess kann einerseits zu fehlenden Kapazitäten und damit einhergehend zu Umsatzrückgängen führen und andererseits können Leerkosten durch nicht ausgelastete Kapazitäten entstehen, die wiederum negative Ergebniseffekte nach sich ziehen. Zudem sind wir erheblichen Preis- und Versorgungsrisiken aufgrund unserer Abhängigkeit von der Energieversorgung für die Produktion wie auch den verwendeten Produktionsmaterialien (zum Beispiel Rohscheiben) und Rohstoffen (unter anderem Kupfer) ausgesetzt. Die Preisrisiken sind unter anderem auch durch die aktuelle Inflation bedingt. Wenn es uns in einer derartigen Situation nicht gelingt, Kosten zu kompensieren oder mittels Preisanpassungen an unsere Kunden weiterzugeben, könnte dies negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Unter Betrachtung der oben aufgeführten Risikobeschreibungen hat sich die Klassifizierung der Unterrisikokategorie im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Risiken in den Bereichen Cybersicherheit, Informationssicherheit und IT-Sicherheit Die Zuverlässigkeit und die Sicherheit von Infineons Daten, Systemen und Netzwerken sind von großer Bedeutung. Gleichzeitig ist ein weltweiter Anstieg von Bedrohungen im Cyberraum zu verzeichnen. Dies gilt in zunehmendem Maße sowohl für den Einsatz von IT-Systemen zur Unterstützung der Geschäftsprozesse als auch für die Unterstützung der internen und externen Kommunikation. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann jede gravierende Störung dieser Systeme in der Forschung und Entwicklung, der Produktion, dem Vertrieb oder der Administration zu Risiken in Bezug auf die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Daten führen, was sich wiederum negativ auf unsere Reputation, Produktions- und Wettbewerbsfähigkeit sowie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken kann. Mögliche Cyberangriffe in Bezug auf Daten, Systeme und Netzwerke, die in unseren Fertigungen verwendet werden, stellen Risiken dar, die in Produktionsausfällen und Lieferengpässen resultieren können. Darüber hinaus stellen Cyberangriffe mit dem Ziel der Cyber-Wirtschaftsspionage und der damit verbundene potenzielle Verlust von geistigem Eigentum oder Patenten Risiken dar, die unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung gefährden und unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen können. Um uns angesichts der sich stetig wandelnden Bedrohungslage im Bereich Cybersicherheit angemessen zu schützen und vorzubereiten, verfügen wir seit vielen Jahren über ein globales Programm zur Verbesserung der Cybersicherheit. Als zentraler Bestandteil des Programms wirkt unser Cyber & Information Security Management System (CISMS). Dieses zielt darauf ab, Risiken für unsere Daten, Informationssysteme, Netzwerke, Produkte, Lösungen und Dienstleistungen strukturiert zu identifizieren, zu bewerten sowie die Schutzmaßnahmen, Prozesse und Anwendungen stetig zu verbessern und an die Bedrohungslage anzupassen. Unser CISMS deckt alle Unternehmensbereiche ab und ist nach internationalen Standards (unter anderem TISAX) zertifiziert. Im Rahmen regelmäßiger interner und externer Audits wird die Wirksamkeit des CISMS kontinuierlich überprüft. Risiken im Entwicklungsprozess und Produktlebenszyklus Die kontinuierlich steigende Komplexität von Technologien und Produkten, reduzierte Entwicklungszyklen sowie dynamisierte Kundenanforderungen führen zu einem erhöhten Anspannungsgrad im Bereich der Produktentwicklung. Zeitliche Puffer zur Kompensation möglicher Verzögerungen werden in diesem Zusammenhang reduziert. Gelingt es uns nicht, unsere festgelegte Entwicklungsplanung umzusetzen, würde das zu Zeitverzug sowie zu höheren Entwicklungskosten führen. Infineon Geschäftsbericht 2024 64 Hinzu kommt, dass bei einigen unserer Produkte eine starke Abhängigkeit vom Geschäftserfolg einzelner Kunden in ihren Märkten vorliegt. Zudem besteht das Risiko des Verlusts von zukünftigem Geschäft und Design-Wins, wenn wir nicht entsprechend den Kundenerwartungen auch über unsere vertraglichen Verpflichtungen hinaus liefern können. Dies könnte negative Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage haben. Für unsere Entwicklungsprojekte haben wir unter anderem ein systematisches Projektmanagement eingerichtet. Eindeutige Projektmeilensteine und Überprüfungsstufen während des Projektfortgangs sowie klar festgelegte Genehmigungsprozesse unterstützen uns dabei, mögliche Projektrisiken frühzeitig zu erkennen und diesen durch gezielte Maßnahmen gegenzusteuern. Die Sicherstellung der Qualität unserer ausgelieferten Produkte ist von zentraler Bedeutung. Mangelnde Produktqualität kann zu Rückrufaktionen bei unseren Kunden und damit verbundenen Kosten im Rahmen von Haftungsansprüchen führen. Mögliche negative Auswirkungen aus Qualitätsrisiken auf die Reputation von Infineon können zusätzlich die zukünftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens in hohem Maße beeinflussen. Hierbei setzen wir zur Vermeidung von Qualitätsrisiken spezifische Qualitätsmanagementstrategien wie „FMEA“ (Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse) und „Six Sigma“ zur Vorbeugung, Problemlösung und kontinuierlichen Verbesserung aller unserer Geschäftsprozesse ein. Das unternehmensweit gültige Qualitätsmanagementsystem ist seit Jahren nach den Normen ISO 9001 beziehungsweise ISO/TS 16949 zertifiziert und bezieht auch die Entwicklungsprozesse unserer Lieferanten mit ein. Unsere Prozesse und Initiativen zur kontinuierlichen Verbesserung haben unter anderem zum Ziel, im Fall von Qualitätsproblemen die Ursachen zeitnah zu ermitteln und zu beheben. Risiken bezüglich der Verfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeiterinnen Ein wichtiger Baustein unseres Unternehmenserfolgs sind qualifizierte Mitarbeiterinnen. Es besteht generell das Risiko, nicht genug beziehungsweise nicht ausreichend qualifizierte Mitarbeiterinnen für unser Unternehmen zu gewinnen, vorhandenes qualifiziertes Personal zu verlieren oder nicht genügend zu entwickeln und an unser Unternehmen binden zu können. Dies könnte unter anderem durch Lücken in der Nachfolge von Fach- und Führungskräften unser Wachstum einschränken und damit negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Hierzu besteht bei Infineon eine eigene Arbeitsgruppe, die sich explizit mit den Themen Rekrutierung, Mitarbeiterinnenbindung und auch Mitarbeiterinnenentwicklung befasst, um diesem Risikobereich entgegenzuwirken. Business Continuity Risiken Zunehmende Ereignisse wie Extremwetterlagen (zum Beispiel Hochwasser, Dürren, Stürme), aber auch andere Schadensereignisse (zum Beispiel Erdbeben, Feuer, Chemieunfälle, Stromausfälle) können jederzeit unsere Produktionsstätten und Verwaltungsgebäude in allen wesentlichen Geschäftsbereichen gefährden und somit unseren Geschäftserfolg negativ beeinflussen. Diesen Risiken begegnen wir standortindividuell mit geeigneten Mitigierungsmaßnahmen, Betriebsunterbrechungsversicherungen und weiteren Business-Continuity-Strukturen, die auch regelmäßig im Rahmen von Stresstests auf ihre Angemessenheit und Wirksamkeit hin überprüft werden. Infineon Geschäftsbericht 2024 65 Finanzrisiken Währungsrisiken Die internationale Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von nicht Euro-basierten Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, mit sich. Ein großer Anteil unserer Umsatzerlöse einerseits sowie der Betriebskosten und Investitionen andererseits entfällt auf US-Dollar und korrelierte Währungen, wobei sich in aller Regel ein US-Dollar-Überschuss ergibt. Bestimmte Währungsrisiken sind konzernweit durch derivative Finanzinstrumente abgesichert. Dem gezielten Einsatz von Sicherungsinstrumenten liegen Prognosen über zukünftige Zahlungsströme zugrunde, deren Eintritt unsicher ist. Dies kann dazu führen, dass Wechselkursschwankungen unsere Ertragslage trotz des Einsatzes von Sicherungsinstrumenten negativ beeinflussen. Ausfallrisiken von Banken und Finanzpartnern Bedingt durch unseren Bestand an flüssigen Mitteln (Brutto-Cash-Position) sind wir Risiken hinsichtlich eines möglichen Ausfalls einer oder mehrerer unserer ausgewählten Banken und Finanzpartner ausgesetzt. Diesen Risiken, die trotz teils staatlich unterstützter Einlagensicherungsmechanismen bestehen können, begegnen wir durch geeignete Analysen zur Risikovermeidung und Maßnahmen zur Risikostreuung. Sollten diese ihre Wirkung verfehlen, könnte dies negative Auswirkungen auf unsere Vermögens- und Finanzlage haben. Ergänzende Beschreibungen zum Management finanzieller Risiken können dem Konzernanhang unter Nr. 28 entnommen werden. Sonstige Finanzrisiken Die sonstigen Finanzrisiken umfassen neben den allgemeinen Zinsrisiken auch die Ausfallrisiken von Kunden sowie Risiken erhöhter Versicherungsprämien, die jedoch als unwesentlich einzuschätzen sind. Steuerrisiken Infineon könnte steuerlichen Risiken ausgesetzt sein, die sich aus früheren Veranlagungszeiträumen und Änderungen der Steuergesetzgebung oder der Rechtsprechung ergeben. Es könnten unvorhergesehene Steueraufwendungen in Bezug auf frühere Veranlagungszeiträume entstehen, die noch nicht Gegenstand einer steuerlichen Betriebsprüfung waren oder derzeit in den verschiedenen Ländern, in denen Infineon tätig ist, Gegenstand einer steuerlichen Betriebsprüfung sind. Die Verwirklichung jedes dieser Risiken könnte zu Geldstrafen und Bußgeldern führen und daher erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Zur Mitigierung dieser Risiken wendet Infineon mehrere Strategien an, die unter anderem regelmäßige Schulungen für Mitarbeiterinnen, ein Tax-Compliance-Management-System für ausgewählte Standorte sowie interne Prüfungen zur Einhaltung wichtiger Compliance-Anforderungen bei allen rechtlichen Einheiten von Infineon (Rahmenwerk für interne Kontrollen im Steuerprozess) umfassen. Infineon Geschäftsbericht 2024 66 Rechtliche und Compliance-Risiken Regulatorische Risiken Compliance-Risiken Es besteht das Risiko, dass Infineon aufgrund von unangemessenem Geschäftsverhalten von Mitarbeiterinnen gegen kartellrechtliche Vorschriften oder gegen Gesetze zur Bekämpfung von Bestechung und Korruption verstößt. Mögliche Folgen können hohe Geldbußen, Schadensersatzforderungen und Kosten für externe Unterstützung (zum Beispiel Anwältinnen), Schädigung der Reputation und Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen sein. Hierzu haben wir ein konzernweites Compliance-Management-System eingeführt, um diese Compliance-bezogenen Risiken systematisch, umfassend und nachhaltig zu managen. Wir entwickeln die wesentlichen Elemente unseres CMS kontinuierlich weiter, unter anderem durch spezifische Schulungen für Mitarbeiterinnen, um Compliance-bezogene Vorfälle zu verhindern, entsprechend aufzudecken und darauf zu reagieren. Der Chief Compliance Officer berichtet regelmäßig an den Finanzvorstand, Gesamtvorstand sowie an den Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Risiken zur Exportkontrolle Aufgrund der zunehmenden Komplexität und der häufigen Änderungen von Exportkontrollvorschriften in allen Ländern, in denen Infineon tätig ist, besteht das Risiko, dass nicht alle anwendbaren nationalen und internationalen Exportkontrollgesetze und -vorschriften umfassend eingehalten werden, was Geldstrafen und Bußgelder zur Folge haben kann, die sich auf unsere Ertragslage auswirken, oder aber Einfluss auf die Verfügbarkeit von Genehmigungen haben kann. Die Zentralabteilung „Exportkontrolle“ ist für die Umsetzung wirksamer exportkontrollrechtlicher und außenwirtschaftsrechtlicher Maßnahmen zur Vermeidung von Sanktionen und Strafen gegen Infineon verantwortlich. Zur Vermeidung von Abweichungen werden neben organisatorischen Maßnahmen, wie zum Beispiel der Benennung lokaler Verantwortlicher, der Durchführung von Schulungsmaßnahmen für alle betroffenen Mitarbeiterinnen und dem Einsatz von unternehmensweiten Freigaberoutinen in allen relevanten Prozessen sowie internen Audits zur Exportkontrolle, auch weitere Kontrollmaßnahmen umgesetzt. Risiken zum Datenschutz Grundsätzlich besteht das Risiko, dass gegen Vorschriften und Gesetze über die Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten verstoßen wird, was zu Datenschutzverletzungen mit den Folgen hoher Strafen und/oder Reputationsschäden führen kann. Das bei Infineon etablierte Datenschutz-Management-System (DSMS) zur Mitigierung dieser Risiken legt Regeln und Standards für die konzernweite Verarbeitung von personenbezogenen Daten fest und überwacht deren Einhaltung. Sonstige rechtliche Risiken Risiken aus der Qimonda-Insolvenz Das bisherige Risiko aufgrund des Insolvenzverfahrens von Qimonda und der damit in Verbindung stehenden Klage des Insolvenzverwalters wurde nach erfolgtem Vergleich mit dem Insolvenzverwalter geschlossen und besteht nicht mehr (siehe hierzu auch Konzernanhang Nr. 7 und Nr. 24). Infineon Geschäftsbericht 2024 67 Risiken aus Urheberrechten und Patenten Wie bei vielen Unternehmen in der Halbleiterbranche wird auch uns gegenüber verschiedentlich vorgebracht, wir hätten gewerbliche Schutzrechte verletzt. Ungeachtet der Erfolgsaussichten derartiger Ansprüche können im Zusammenhang mit ihrer Abwehr hohe Verteidigungskosten für eine anwaltliche Vertretung entstehen. Wir können nicht ausschließen, dass etwaige Vorwürfe der Patentverletzung vor Gericht Bestand haben, woraus signifikante Schadensersatzansprüche oder Einschränkungen bei der Vermarktung von Produkten resultieren könnten, was wiederum einen negativen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hätte. Risiken im Zusammenhang mit Patenten begegnen wir unter anderem durch eine spezifische Patentstrategie, die eine Patentrecherche bei Entwicklungsprojekten, die gezielte Anmeldung eigener Patente und Patentlizenzaustauschverträge mit wichtigen Wettbewerbern einschließt. Eine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung besteht allerdings bei reinen Patentverwertungsgesellschaften nicht. Weiterhin besteht durch die Verwendung von Open Source Code in unseren Software-Produkten das Risiko, dass wir unser geistiges Eigentum nicht mehr schützen können. Dies hätte zur Folge, dass wir differenzierende Produktmerkmale verlieren und somit weniger Marktanteile und Einnahmen erzielen würden. Diesem Risiko begegnen wir mit Sensibilisierungsinitiativen in der Entwicklergemeinschaft und mit automatisierten Code-Überprüfungen. Weitere Informationen zu Rechtsstreitigkeiten und staatlichen Untersuchungsverfahren sind dem Konzernanhang unter Nr. 24 zu entnehmen. Risiken aus unseren globalen Aktivitäten Unsere weltweite Strategie sieht vor, Forschungs- und Entwicklungs- sowie Fertigungsstandorte über den ganzen Globus verteilt zu unterhalten. Dafür sind Marktzugangs-, Technologie- sowie Kostengründe maßgeblich. Es können daher Risiken entstehen, die sich daraus ergeben, dass wirtschaftliche und geopolitische Krisen Auswirkungen auf regionale Märkte haben, länderspezifische Gesetze und Regelungen den Investitionsrahmen und die Möglichkeiten, freien Handel zu betreiben, beeinflussen und dass unterschiedliche Praktiken bei der Auslegung von steuerlichen, juristischen oder administrativen Regeln die Ausübung unternehmerischer Tätigkeiten einschränken. Außerdem könnten wir Strafzahlungen, Sanktionen und Reputationsschäden ausgesetzt sein. Insbesondere die asiatischen Märkte sind für unsere langfristige Wachstumsstrategie von großer Bedeutung und unsere Geschäftstätigkeit in China wird dort von einem Rechtssystem beeinflusst, das Änderungen unterliegen kann. Zum Beispiel könnten lokale Regulierungen uns dazu verpflichten, Partnerschaften mit nationalen Unternehmen einzugehen. In der Folge besteht die Möglichkeit, dass zum einen unser geistiges Eigentum nicht mehr ausreichend geschützt ist und zum anderen geistiges Eigentum, das wir in China entwickeln, nicht frei in andere Länder und Standorte transferiert werden kann, wodurch die Vermögens- und Ertragslage beeinträchtigt werden könnte. Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns durch die Unternehmensleitung Die Einschätzung der gesamten Risikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken. Die Gesamtrisikolage ist im Wesentlichen unverändert zum Vorjahr, wobei einzelne Unterrisikokategorien im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind, jedoch auch andere größere Risiken geschlossen werden konnten. Risiken, die einzeln oder im Zusammenwirken mit anderen Risiken den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sind uns derzeit nicht bekannt. Infineon Geschäftsbericht 2024 68 Wesentliche Chancen Chancen aus der Dekarbonisierung, der Digitalisierung und dem strategischen Ansatz „Vom Produkt zum System“ sind bereits im Prognosebericht verarbeitet und werden hier ergänzend als übergreifende Chancen beschrieben. Chancen aus Dekarbonisierung und beschleunigter Energiewende Mit der ständig wachsenden Weltbevölkerung und der zunehmenden Industrialisierung steigt auch der globale Energiebedarf. Elektrizität wird dabei zur wichtigsten Energieform des 21. Jahrhunderts. Erneuerbare Energien spielen somit eine entscheidende Rolle, um die CO2-Emissionen zu begrenzen. Das Fernziel ist die auf dem Klimagipfel von Paris (Frankreich) im Dezember 2015 beschlossene Dekarbonisierung der Welt bis zum Ende dieses Jahrhunderts, welches durch die Weltklima-Konferenzen der UN (Conferences of the parties) in den vergangenen Jahren bestätigt wurde. Die Europäische Union will im Rahmen des Green-Deal-Konzepts bis 2050 CO2-neutral werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine Beschleunigung des bisher geplanten Ausbaus erneuerbarer Energieträger nötig. Dies dürfte zu einer Nachfrageerhöhung unserer Produkte führen, denn Halbleiter von Infineon ermöglichen eine effizientere Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern. Zudem bieten sie Effizienzgewinne in allen Wertschöpfungsstufen der Energiewirtschaft: bei der Erzeugung, der Übertragung, der Speicherung und insbesondere der Nutzung von elektrischer Energie. Sie bilden die Grundlage für die intelligente und effiziente Nutzung von elektrischer Energie, zum Beispiel in Industrieanwendungen, Stromversorgungen für Computer und Unterhaltungselektronik sowie in Fahrzeugen. Digitalisierungschancen Der Trend zur Digitalisierung birgt für Infineon ein hohes Geschäftspotenzial. Es spiegelt sich zum einen in der Optimierung interner Prozessabläufe wider, wie zum Beispiel in unseren weltweiten Fertigungslinien und deren Zusammenspiel, dem Vertrieb oder dem Verwaltungsbereich. Zum anderen besitzen wir mit unserem breiten Portfolio eine ausgezeichnete Ausgangsposition, um das entstehende Marktpotenzial erfolgreich zu bedienen. Hierbei sind wir mit unserem bereits implementierten strategischen Ansatz „Vom Produkt zum System“ sehr gut für die Marktdurchdringung und -entwicklung vorbereitet. Zu den Beispielen, die heute bereits sichtbar sind, zählen automatisiertes Fahren, künstliche Intelligenz und das IoT. Zusätzliches Potenzial entsteht durch eine beschleunigte beziehungsweise breitere Durchdringung mit digitalen Produkten. In diesem Zusammenhang spielt das Thema „Sicherheit und Datenintegrität“ eine sehr wichtige Rolle, dem wir mit entsprechenden Sicherheitschips und Sicherheitslösungen begegnen, die wir unseren Kunden anbieten können. Chancen aus dem strategischen Ansatz „Vom Produkt zum System“ Mit dem strategischen Ansatz „Vom Produkt zum System“ wollen wir zusätzlichen Kundennutzen auf Systemebene aus unserem breiten Technologie- und Produktportfolio identifizieren. Das ermöglicht uns, weiteres Umsatzwachstumspotenzial auszuschöpfen, den Entwicklungsaufwand beim Kunden zu reduzieren, die Zeit bis zur Markteinführung der Produkte zu verkürzen und damit die Erreichung unserer Wachstums- und Margenziele zu unterstützen. Infineon Geschäftsbericht 2024 69 Zusammenfassung Im Folgenden beschreiben wir die Chancen unterteilt in „Strategische Chancen“, „Operative Chancen“ und „Finanzielle Chancen“, die zusätzlich zu den im Prognosebericht erwähnten künftigen Geschäftsaussichten zu sehen sind. Das heißt, dass Chancen, die bereits im Prognosebericht enthalten sind, nicht mehr als Einzelchancen im Chancenmanagement erfasst werden. Die erfassten Einzelchancen stellen jedoch nur einen Ausschnitt der sich uns bietenden Möglichkeiten dar. Unsere Bewertung der Chancen ist zudem fortlaufenden Änderungen unterworfen, da sich unser Unternehmen, unsere Märkte und die Technologien kontinuierlich weiterentwickeln. Aus diesen Entwicklungen können sich neue Chancen ergeben, bereits existierende können an Relevanz verlieren oder die Bedeutung einer Chance kann sich für uns verändern. Die Klassifizierung der Chancenkategorien wird aus den Bewertungen der entsprechend zugeordneten Einzelchancen mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation analog zu den Risiken gebildet. Da, wie bereits oben erwähnt, die erfassten Einzelchancen zusätzlich zu unserer Prognose zu sehen sind, fällt die Einstufung der Chancen in den einzelnen Kategorien niedriger aus. Chancenkategorie Klassifizierung GJ 2024 Klassifizierung GJ 2025 Strategische Chancen Unwesentlich Unwesentlich Operative Chancen Unwesentlich Unwesentlich Finanzielle Chancen Unwesentlich Unwesentlich Strategische Chancen Zyklische Markt- und Branchenchancen Wachstumschancen bei Datenzentren und dem IoT Der weiter voranschreitende Trend in den Bereichen künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen drückt sich in der hohen Nachfrage nach Lösungen zum effizienten und leistungsstarken Strommanagement (Hochvolt- und Niedervolt-Leistungstransistoren, Controller und Ansteuer-ICs) für Datenzentren aus. Weiterhin sehen wir Chancen im Bereich IoT, wo wir mit unserem umfassenden Know-how in den Bereichen Embedded Control, Konnektivität, Sicherheit und Software neue Märkte erschließen und neue Kunden gewinnen können. Chancen aus dem Wachstum des Halbleiteranteils in Fahrzeugen Wir erwarten eine weitere Zunahme des Halbleiterwerts pro Fahrzeug. Treibende Kraft hierfür sind vor allem eine steigende Nachfrage nach Elektromobilität, aktiven Sicherheits- und Komfortfunktionen sowie die Entwicklung hin zu softwaredefinierten Architekturen. Wir sind davon überzeugt, dass die weltweit gültigen CO2-Ziele ohne weitere Elektrifizierung nicht zu erreichen sind. Dies umfasst nicht nur die Elektromobilität, also Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge, sondern auch die Elektrifizierung von Nebenaggregaten in allen Fahrzeugen. Darüber hinaus bietet der Trend zum automatisierten und assistierten Fahren großes Potenzial für unsere Sensor- und Mikrocontrollerprodukte. Infineon Geschäftsbericht 2024 70 Chancen aufgrund neuer Technologien und Materialien Eigenständig und gemeinsam mit unseren Kunden streben wir fortlaufend an, neue Technologien, Produkte und Lösungen zu entwickeln sowie bestehende zu verbessern. Hierfür investieren wir unter anderem in die Forschung und Entwicklung zum Einsatz neuer Technologien und Materialien. Die aktuell eingesetzten Technologien und Materialien könnten in absehbarer Zeit ihre Vorteile verlieren, so wie zum Beispiel Si in absehbarer Zeit in manchen Anwendungen seine physikalischen Grenzen erreicht. Wir sehen daher unterschiedliche Chancen und Möglichkeiten, durch den Einsatz neuer Materialien, wie beispielsweise SiC oder GaN, leistungsfähigere und/oder kostengünstigere Produkte zu entwickeln. Diese könnten die Erreichung unserer strategischen Wachstums- und Profitabilitätsziele positiv beeinflussen. Marktzugangschancen und Aktivitäten in China China ist einer der größten Automobilmärkte der Welt mit weiterhin hohem Wachstumspotenzial. Insbesondere das hohe Wachstum im Bereich der Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb macht China zu einem der größten Märkte für Elektromobilität. Auch im Bereich der erneuerbaren Energien ist China der Leitmarkt. Unsere dortige Präsenz und unsere Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Wind- und Solarbranche bieten uns weitere langfristige Wachstumschancen. Operative Chancen Chancen aus der Lieferfähigkeit aufgrund vorhandener Kapazität Unsere eigenen Fertigungskapazitäten sowie die Fertigungskapazitäten unserer externen Fertigungspartner bieten uns eine gewisse Flexibilität hinsichtlich der Deckung der Nachfrage. Insbesondere durch den sukzessiven Ausbau der 300-Millimeter-Fertigung am Standort Dresden (Deutschland) und des dritten Fertigungsmoduls in Kulim (Malaysia) verstärken wir grundsätzlich unsere Fähigkeit, dem zunehmenden Bedarf nach Leistungs- und Analog-/Mixed-Signal-Halbleitern Rechnung zu tragen. In diesem Zusammenhang ist das Joint Venture mit TSMC (ESMC) in Dresden ein wichtiger Schritt. Finanzielle Chancen Währungschancen Analog zu den im Risikoteil beschriebenen Währungsrisiken gibt es auch Chancen für Infineon in diesem Bereich, sollten sich die Währungskurse entsprechend positiv entwickeln. Dies kann sich positiv auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken. Sonstige Chancen aus der finanziellen Situation Unsere aktuelle finanzielle Situation, die wir unter anderem im Kapitel „Darstellung der Finanzlage“ erläutern, gibt uns finanziellen Spielraum für organisches und anorganisches Wachstum und ermöglicht es uns, gute Refinanzierungsbedingungen, sofern erforderlich, zu nutzen. Infineon Geschäftsbericht 2024 71 Infineon Technologies AG Ergänzend zur Berichterstattung über den Infineon-Konzern erläutern wir im Folgenden die Lage und die Entwicklung der Infineon Technologies AG. Die Infineon Technologies AG ist das Mutterunternehmen des Infineon-Konzerns und führt die entsprechenden Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Infineon Technologies AG übernimmt wesentliche übergreifende Aufgaben, wie das konzernweite Finanz- und Rechnungswesen, das zentrale Treasury-Management, Investor Relations, Corporate Compliance, Internal Audit, Business Continuity, Business Excellence, Information Technology, Strategy, Mergers and Acquisitions, die Rechts- und Patentabteilung, das Personalwesen, strategische und produktionsorientierte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie die weltweite Unternehmens- und Marketingkommunikation, und steuert die logistischen Prozesse im Konzern. Sie verfügt über eigene Fertigungen in Regensburg und Warstein (beide Deutschland). Die Infineon Technologies AG stellt ihren Jahresabschluss im Unterschied zum Konzernabschluss nicht nach den International Financial Reporting Standards, sondern nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) sowie des deutschen Aktiengesetzes (AktG) auf. Der vollständige Jahresabschluss wird separat veröffentlicht. (www.infineon.com/Jahresabschluss-hgb) Infineon Geschäftsbericht 2024 72 Ertragslage Gewinn- und Verlustrechnung der Infineon Technologies AG nach HGB (Kurzfassung) Veränderung € in Millionen 2024 2023 absolut in % Umsatzerlöse 9.443 9.865 -422 -4 Umsatzkosten -5.843 -5.894 51 1 Bruttoergebnis vom Umsatz 3.600 3.971 -371 -9 Forschungs- und Entwicklungskosten -1.638 -1.599 -39 -2 Vertriebskosten -506 -550 44 8 Allgemeine Verwaltungskosten -313 -304 -9 -3 Sonstige Erträge (Aufwendungen), Saldo -330 132 -462 --- Beteiligungsergebnis -5 43 -48 --- Zinsergebnis 78 -14 92 +++ Übriges Finanzergebnis 49 4 45 +++ Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -276 -263 -13 -5 Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss 659 1.420 -761 -54 Einstellung in andere Gewinnrücklagen -202 -710 508 72 Bilanzgewinn 457 710 -253 -36 Die Marktschwäche in Verbraucher-, Kommunikations-, Computing-, Industrie- und IoT-Anwendungen, Absatzpreisreduzierungen sowie eine Verlangsamung des Wachstums im Bereich Elektromobilität mit Ausnahme von China führten auch bei der Infineon Technologies AG zu einem Umsatzrückgang um 4 Prozent auf €9.443 Millionen (Vorjahr: €9.865 Millionen). Ebenso verringerte sich das Bruttoergebnis vom Umsatz um 9 Prozent auf €3.600 Millionen (Vorjahr: €3.971 Millionen). Die Betriebskosten (Forschungs- und Entwicklungskosten, Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten) blieben im Geschäftsjahr 2024 nahezu konstant mit €2.457 Millionen (Vorjahr: €2.453 Millionen). Der Saldo aus sonstigen Erträgen und Aufwendungen veränderte sich im Vergleich zum Vorjahr um minus €462 Millionen auf minus €330 Millionen (Vorjahr: €132 Millionen). Dies resultierte im Wesentlichen aus den auf die Infineon Technologies AG entfallenden Aufwendungen aus der Beendigung des Rechtsstreits im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda in Höhe von €234 Millionen durch gerichtlichen Vergleich sowie Aufwendungen für Umstrukturierungen in Höhe von €140 Millionen im Zusammenhang mit dem Strukturverbesserungsprogramm „Step Up“. Zudem sind außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen in Höhe von €74 Millionen enthalten, die im Wesentlichen auf nur noch eingeschränkt oder nicht mehr nutzbare Anlagen und Maschinen am Standort Regensburg im Zusammenhang mit dem Strukturverbesserungsprogramm „Step Up“ entfielen. Das Zinsergebnis verbesserte sich um €92 Millionen, insbesondere aufgrund der positiven Wertentwicklung des Deckungsvermögens für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen. Der Steueraufwand erhöhte sich leicht um €13 Millionen aufgrund von Unterschieden zwischen der steuerlichen und der handelsrechtlichen Gewinnermittlung sowie Steuern aus Vorjahren. Infineon Geschäftsbericht 2024 73 Der im Geschäftsjahr 2024 erzielte Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG belief sich auf €659 Millionen nach einem Jahresüberschuss von €1.420 Millionen im Vorjahr. Nach Einstellung in die Gewinnrücklagen in Höhe von insgesamt €202 Millionen verblieb ein Bilanzgewinn von €457 Millionen. Infineon Geschäftsbericht 2024 74 Vermögens- und Finanzlage Bilanz der Infineon Technologies AG nach HGB (Kurzfassung) Veränderung € in Millionen 30. Septem-ber 2024 30. Septem-ber 2023 absolut in % Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 627 680 -53 -8 Finanzanlagen 13.549 13.663 -114 -1 Anlagevermögen 14.176 14.343 -167 -1 Vorräte 2.329 2.215 114 5 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.313 2.950 1.363 46 Wertpapiere, Zahlungsmittel 1.709 3.347 -1.638 -49 Umlaufvermögen 8.351 8.512 -161 -2 Rechnungsabgrenzungsposten 106 135 -29 -21 Summe Aktiva 22.633 22.990 -357 -2 Ausgegebenes Kapital 2.598 2.608 -10 0 Kapitalrücklage 3.599 3.581 18 1 Gewinnrücklagen 4.250 3.958 292 7 Bilanzgewinn 457 710 -253 -36 Eigenkapital 10.904 10.857 47 0 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 339 386 -47 -12 Übrige Rückstellungen 1.022 1.138 -116 -10 Rückstellungen 1.361 1.524 -163 -11 Anleihen 4.391 3.881 510 13 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 30 52 -22 -42 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 381 657 -276 -42 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 4.826 5.060 -234 -5 Sonstige Verbindlichkeiten 739 958 -219 -23 Verbindlichkeiten 10.367 10.608 -241 -2 Rechnungsabgrenzungsposten 1 1 - - Summe Passiva 22.633 22.990 -357 -2 Infineon Geschäftsbericht 2024 75 Die Aktiva verringerten sich zum 30. September 2024 um 2 Prozent auf €22.633 Millionen, verglichen mit €22.990 Millionen zum 30. September 2023. Das Anlagevermögen sank im Vergleich zum Vorjahr um €167 Millionen, insbesondere aufgrund der Rückzahlung einer Ausleihung an verbundene Unternehmen sowie der bereits erwähnten außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen in Höhe von €74 Millionen. Das Umlaufvermögen verringerte sich um €161 Millionen. Wertpapiere und Zahlungsmittel gingen um €1.638 Millionen auf €1.709 Millionen (30. September 2023: €3.347 Millionen) zurück. Gegenläufig erhöhten sich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um €1.363 Millionen, überwiegend durch Forderungen gegen verbundene Unternehmen, und die Vorräte um €114 Millionen. Der Anteil der Wertpapiere und Zahlungsmittel am Umlaufvermögen betrug 20 Prozent (30. September 2023: 39 Prozent). Der Anstieg des Eigenkapitals um €47 Millionen war vor allem durch den erwirtschafteten Jahresüberschuss von €659 Millionen im Geschäftsjahr 2024 bedingt. Gegenläufig wirkten die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2023 in Höhe von €456 Millionen sowie der im Rahmen eines limitierten Aktienrückkaufprogramms erfolgte Erwerb eigener Aktien in Höhe von €233 Millionen. Im Bereich der Rückstellungen verringerten sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um insgesamt €47 Millionen. Dies war auf einen Anstieg des Zeitwerts des Deckungsvermögens zurückzuführen, der den Anstieg des Erfüllungsbetrags überstieg. Die übrigen Rückstellungen gingen um €116 Millionen zurück. Dies resultierte hauptsächlich aus der Inanspruchnahme von Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda in Höhe von €238 Millionen. Gegenläufig wurden Rückstellungen für Umstrukturierungen aufgrund des Strukturverbesserungsprogramms „Step Up“ in Höhe von €140 Millionen gebildet. Die Verbindlichkeiten verringerten sich im Geschäftsjahr 2024 um €241 Millionen auf €10.367 Millionen, was im Wesentlichen auf die Entwicklung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen ist. Gegenläufig wirkte sich die Erhöhung der Anleihen aus. Die Eigenkapitalquote stieg auf 48,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (30. September 2023: 47,2 Prozent). Bezüglich der Angaben zu eigenen Aktien wird auf die Ausführungen zu § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG im Jahresabschluss der Infineon Technologies AG verwiesen. www.infineon.com/Jahresabschluss-hgb Angaben nach § 289a HGB erfolgen zusammen mit den Angaben nach § 315a HGB im Kapitel „Corporate Governance“. Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen Die globale Ausrichtung des Infineon-Konzerns und seiner Segmente sowie die damit verbundene voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen sind maßgeblich für die Infineon Technologies AG. Neben den Erwartungen für den Infineon-Konzern beeinflussen die Erwartungen der operativen Segmente zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung die zukünftige Entwicklung des operativen Ergebnisses der Infineon Technologies AG. Neben der eigenen operativen Tätigkeit beeinflussen aufgrund der bestehenden konzerninternen Liefer-, Leistungs- und Finanzierungsbeziehungen die operativen Ergebnisse der Tochtergesellschaften das zukünftige Ergebnis der Infineon Technologies AG. Entsprechend ist die Infineon Technologies AG in das interne Steuerungssystem des Infineon-Konzerns eingebunden. Infineon Geschäftsbericht 2024 76 Nach dem Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionärinnen zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Infineon Technologies AG, der nach den Vorschriften des HGB ermittelt wird. Mit unserer Dividendenpolitik verfolgen wir das Ziel, unsere Aktionärinnen angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens zu beteiligen. Grundsätzlich soll auch bei einem stagnierenden oder rückläufigen Ergebnis zumindest eine unveränderte Dividende ausgeschüttet werden. Für das Geschäftsjahr 2024 wies der Jahresabschluss der Infineon Technologies AG, nach Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen, einen Bilanzgewinn von €457 Millionen aus. Es ist geplant, der Hauptversammlung im Februar 2025, wie im Vorjahr, eine Dividende in Höhe von €0,35 je Aktie vorzuschlagen. Die Anzahl der ausgegebenen Aktien betrug zum 30. September 2024 unverändert 1.305.921.137 Stück. Hierin enthalten waren 6.757.925 Aktien in Eigenbesitz, die nicht dividendenberechtigt sind. Sollte die Hauptversammlung dem geplanten Vorschlag zustimmen würde die voraussichtliche Ausschüttungssumme €455 Millionen betragen. Für das Geschäftsjahr 2023 hat die Gesellschaft eine Dividende von €0,35 je Aktie beziehungsweise €456 Millionen ausgeschüttet. Der Bilanzgewinn ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Dies resultierte unter anderem aus geringeren Umsatzerlösen mit Dritten, den bereits erwähnten Aufwendungen aus der Beendigung des Rechtsstreits im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda sowie den Aufwendungen für Umstrukturierungen. Bei den operativen Ergebnisbeiträgen der Tochtergesellschaften rechnen wir für das Geschäftsjahr 2025 mit keinen signifikanten Veränderungen. Insgesamt erwarten wir für das Geschäftsjahr 2025 einen Bilanzgewinn, der die Ausschüttung einer Dividende im Einklang mit unserer Dividendenpolitik erlauben wird. Die Infineon Technologies AG setzt derivative Finanzinstrumente ein, um Währungsrisiken sowie sonstige Preisrisiken zu begrenzen. Dies geschieht ausschließlich zu Sicherungs- und nicht zu Spekulationszwecken. Dabei wird regelmäßig die Wirksamkeit des Sicherungszusammenhangs überprüft. Der größte Teil der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten für den Infineon-Konzern wird von der Infineon Technologies AG abgewickelt. Es gelten die Ausführungen unter „Infineons Treasury-Leitlinien und -Struktur“ im Kapitel „Darstellung der Finanzlage“. Ergänzend verweisen wir auf den Anhang der Infineon Technologies AG. www.infineon.com/Jahresabschluss-hgb Corporate Governance Angaben nach §§ 289a und 315a HGB Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Zum 30. September 2024 betrug das Grundkapital der Gesellschaft €2.611.842.274. Es ist eingeteilt in 1.305.921.137 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Jede Aktie gewährt eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Gewinnverwendung. Infineon Geschäftsbericht 2024 77 Zum 30. September 2024 hielt die Gesellschaft von der oben genannten Gesamtzahl ausgegebener Aktien selbst 6.757.925 (30. September 2023: 2.171.026) eigene Aktien. Am Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich insbesondere aus den Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) ergeben. Beispielsweise unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen nach § 136 AktG einem Stimmverbot. Weiter steht der Infineon Technologies AG gemäß § 71b AktG aus eigenen Aktien kein Stimmrecht zu. Auch können Verstöße gegen die Mitteilungspflichten nach § 33 Abs. 1 oder 2 sowie § 38 Abs. 1 oder § 39 Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) dazu führen, dass nach Maßgabe des § 44 WpHG Rechte aus Aktien – darunter das Stimmrecht – zumindest zeitweise nicht bestehen. Vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt. Gemäß § 67 Abs. 2 AktG bestehen im Verhältnis zur Infineon Technologies AG Rechte und Pflichten aus Aktien nur für und gegen den im Aktienregister Eingetragenen. Die Aktionärinnen haben der Infineon Technologies AG zur Eintragung im Aktienregister ihren Namen beziehungsweise ihre Firma, ihre Postanschrift sowie eine elektronische Adresse, gegebenenfalls ihren Sitz und ihr Geburtsdatum sowie die Zahl der von ihnen gehaltenen Aktien mitzuteilen. Die Infineon Technologies AG ist nach § 67 Abs. 4 AktG berechtigt, von der im Aktienregister eingetragenen Person Auskunft darüber zu verlangen, inwieweit die Aktien, auf die sich die Eintragung im Aktienregister bezieht, tatsächlich der eingetragenen Person gehören, und, soweit dies nicht der Fall ist, die zur Führung des Aktienregisters notwendigen Informationen über denjenigen zu erhalten, für den die Aktien gehalten werden. Solange einem solchen Auskunftsverlangen nicht ordnungsgemäß nachgekommen wird, bestehen die Stimmrechte aus dem betreffenden Aktienbestand nach § 67 Abs. 2 AktG nicht. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten Nach § 33 Abs. 1 WpHG hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte einer börsennotierten Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unverzüglich mitzuteilen. Uns sind hiernach zum 30. September 2024 keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 Prozent der Stimmrechte erreichen oder überschreiten. Die uns gemeldeten und zum 30. September 2024 bestehenden Beteiligungen sind im Anhang des Jahresabschlusses der Infineon Technologies AG unter den Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG dargestellt. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, wurden nicht ausgegeben. Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben Arbeitnehmerinnen, die am Kapital der Infineon Technologies AG beteiligt sind, üben ihre Kontrollrechte wie andere Aktionärinnen unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus. Infineon Geschäftsbericht 2024 78 Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung Der Vorstand der Infineon Technologies AG besteht nach § 5 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Personen. Seit dem 15. April 2021 gehören dem Vorstand fünf Mitglieder (zuvor vier Mitglieder) an. Die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgt gemäß § 84 Abs. 1 AktG durch den Aufsichtsrat. Da die Infineon Technologies AG unter das Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) fällt, ist für die Bestellung beziehungsweise Abberufung von Vorstandsmitgliedern eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Aufsichtsratsmitglieder erforderlich (§ 31 Abs. 2 MitbestG). Kommt eine solche Mehrheit in der ersten Abstimmung nicht zustande, kann die Bestellung auf Vorschlag des Vermittlungsausschusses in einer zweiten Abstimmung mit einfacher Mehrheit der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder erfolgen (§ 31 Abs. 3 MitbestG). Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats jedoch zwei Stimmen zustehen (§ 31 Abs. 4 MitbestG). Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat gemäß § 85 Abs. 1 AktG in dringenden Fällen das Amtsgericht (München) auf Antrag eines Beteiligten ein Vorstandsmitglied zu bestellen. Vorstandsmitglieder dürfen gemäß § 84 Abs. 1 Satz 1 AktG für höchstens fünf Jahre bestellt werden. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig (§ 84 Abs. 1 Satz 2 AktG). Der Aufsichtsrat kann gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 2 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 4 AktG). Für Änderungen der Satzung ist gemäß § 179 Abs. 1 AktG die Hauptversammlung zuständig. Der Aufsichtsrat ist jedoch gemäß § 10 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen, wie zum Beispiel Änderungen der Grundkapitalziffer infolge einer Kapitalerhöhung aus bedingtem oder genehmigtem Kapital oder einer Kapitalherabsetzung durch Einziehung eigener Aktien. Soweit die Satzung keine andere Mehrheit vorsieht, bedürfen Beschlüsse der Hauptversammlung über Änderungen der Satzung gemäß § 179 Abs. 2 AktG einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Die Satzung der Infineon Technologies AG sieht in § 17 Abs. 1 vor, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können, sofern nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder anderen Satzungsbestimmungen eine größere Mehrheit erforderlich ist. Befugnisse des Vorstands insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen Ermächtigung zur Ausgabe neuer Stückaktien Die Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien ergeben sich aus § 4 der Satzung der Gesellschaft in Verbindung mit den gesetzlichen Bestimmungen. Nähere Angaben zu den bestehenden genehmigten und bedingten Kapitalia der Gesellschaft finden sich im Konzernanhang unter Nr. 20. Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen Infineon Geschäftsbericht 2024 79 Die Hauptversammlung vom 23. Februar 2024 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum Ablauf des 22. Februar 2029 einmalig oder mehrmals Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (gemeinsam „Schuldverschreibungen“) im Gesamtnennbetrag von bis zu €6.000.000.000 zu begeben und für solche von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft begebenen Schuldverschreibungen die Garantie zu übernehmen und den Gläubigern beziehungsweise Inhabern solcher Schuldverschreibungen Wandlungs- oder Optionsrechte auf insgesamt bis zu 130.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu €260.000.000 nach näherer Maßgabe der jeweiligen Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionärinnen auf die Schuldverschreibungen auszuschließen, › sofern der Ausgabepreis den nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert der Schuldverschreibungen nicht wesentlich unterschreitet; dies gilt jedoch nur insoweit, als die zur Bedienung der dabei begründeten Wandlungs- und/oder Optionsrechte auszugebenden Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder bezogen auf den Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über diese Ermächtigung noch auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch auf den Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung; › um Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben, vom Bezugsrecht der Aktionärinnen auf die Schuldverschreibungen auszunehmen oder, soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten aus Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder ihren nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben wurden oder werden, ein Bezugsrecht in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Rechte beziehungsweise nach Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten zustände, oder › soweit Schuldverschreibungen gegen Sacheinlagen ausgegeben werden, sofern der Wert der Sacheinlage in einem angemessenen Verhältnis zum Marktwert der Schuldverschreibungen steht. Der Wandlungs- oder Optionspreis muss – auch bei Anwendung der Regelungen zum Verwässerungsschutz – mindestens 80 Prozent des arithmetischen Mittelwerts der Schlusskurse der Aktie im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) betragen. Weitere Einzelheiten dazu – auch zu den Voraussetzungen, unter denen der Wandlungs- beziehungsweise Optionspreis ermäßigt werden kann – sind der Ermächtigung zu entnehmen. Der Vorstand ist ermächtigt, unter Beachtung der Vorgaben des Hauptversammlungsbeschlusses, die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Schuldverschreibungen und deren Bedingungen festzulegen. Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien Die Infineon Technologies AG wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Februar 2023 bis zum 15. Februar 2028 ermächtigt, im Rahmen der gesetzlichen Grenzen eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls dieser Betrag geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung darf von der Gesellschaft nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines an alle Aktionärinnen gerichteten öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder über ein Kreditinstitut beziehungsweise ein anderes die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 Infineon Geschäftsbericht 2024 80 Satz 1 AktG erfüllendes Unternehmen. Zu den einzelnen Erwerbsarten enthält die Ermächtigung differenzierende Anforderungen, vor allem hinsichtlich des zulässigen Kaufpreises. Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser oder einer früher erteilten Ermächtigung erworben wurden oder werden, dürfen außer durch Veräußerung über die Börse oder über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionärinnen zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken verwendet werden. Insbesondere können sie eingezogen oder Dritten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen und beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Unternehmensbeteiligungen sowie anderen mit einem solchen Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehenden einlagefähigen Wirtschaftsgütern angeboten und auf sie übertragen werden, unter bestimmten Voraussetzungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barzahlung an Dritte auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionärinnen veräußert werden, zur Erfüllung der Verpflichtungen der Gesellschaft aus Wandel- und Optionsschuldverschreibungen genutzt oder Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft, Mitgliedern des Vorstands und der Geschäftsführungen verbundener Unternehmen sowie Arbeitnehmerinnen der Gesellschaft oder verbundener Unternehmen zum Erwerb angeboten oder als Vergütungsbestandteil zugesagt und schließlich zur Rückführung von Wertpapierdarlehen verwendet werden. In den genannten Fällen ist das Bezugsrecht der Aktionärinnen ausgeschlossen. Darüber hinaus ist im Fall der Veräußerung der Aktien über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionärinnen das Bezugsrecht der Aktionärinnen für Spitzenbeträge ausgeschlossen. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Februar 2023 darf der Erwerb von Aktien der Infineon Technologies AG auch durch den Einsatz von Eigenkapitalderivaten durchgeführt werden. Aktienerwerbe unter Einsatz von Derivaten sind dabei auf Aktien im Umfang von insgesamt höchstens 5 Prozent des Grundkapitals beschränkt, und zwar bezogen sowohl auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung als auch ihrer Ausübung durch den Einsatz des Derivats. Die in Ausübung dieser Ermächtigung erworbenen Aktien sind darüber hinaus auf die Erwerbsgrenze für die gemäß der oben beschriebenen Ermächtigung zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien erworbenen Aktien anzurechnen. Die Ermächtigung enthält weitere Beschränkungen für den Einsatz von Derivaten, unter anderem zur Durchführung, zur Laufzeit, zur Bedienung der Derivate und zum Erwerbspreis. Werden eigene Aktien unter Einsatz von Derivaten unter Beachtung der in der Ermächtigung aufgeführten Vorgaben erworben, ist ein Recht der Aktionärinnen, solche Derivatgeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen. Ein Recht der Aktionärinnen auf Abschluss von Derivatgeschäften besteht nicht. Aktionärinnen haben ein Recht auf Andienung ihrer Infineon-Aktien nur, soweit die Gesellschaft ihnen gegenüber aus den Derivatgeschäften zur Abnahme der Aktien verpflichtet ist. Ein etwaiges weitergehendes Andienungsrecht ist ausgeschlossen. Für die Verwendung eigener Aktien, die unter Einsatz von Derivaten erworben wurden oder werden, gelten die Regelungen zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien entsprechend. Infineon Geschäftsbericht 2024 81 Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahme-angebots stehen, und Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Vorstandsmitgliedern oder mit Arbeitnehmerinnen getroffen sind Diverse Finanzierungsverträge mit kreditgebenden Banken und Kapitalmarktgläubigern sehen im Fall eines definierten Kontrollwechsels Klauseln vor, die für den Gläubiger das Recht zur vorzeitigen Fälligstellung enthalten; diese Klauseln entsprechen der marktüblichen Praxis. Darüber hinaus enthalten einige Patentlizenzaustauschverträge, Entwicklungskooperationen, Förderverträge beziehungsweise -bescheide, Lieferverträge, Joint-Venture-Vereinbarungen und Lizenzverträge marktübliche „Change of Control“-Klauseln, die bei einer Änderung der Kontrolle über die Infineon Technologies AG die Fortsetzung des Vertrags von der Zustimmung des Vertragspartners abhängig machen oder ihm für die Gesellschaft unter Umständen nachteilige Sonderrechte oder sogar das Recht zur Kündigung einräumen. Sofern ein Vorstandsmitglied im Rahmen eines definierten Kontrollwechsels ausscheidet, hat es Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, jedoch für maximal 24 Monate. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Vergütungsbericht (siehe Kapitel „Vergütungsbericht“). Die mit den Vorstandsmitgliedern vereinbarten „Change of Control“-Klauseln sollen dazu dienen, die Vorstandsmitglieder im Fall eines Kontrollwechsels wirtschaftlich abzusichern, um auf diese Weise in einer Übernahmesituation ihre Unabhängigkeit zu erhalten. Die Bedingungen sowohl für den Performance Share-Plan als auch für den Restricted Stock Unit-Plan, an denen die Führungskräfte und weitere ausgewählte Mitarbeiter*innen des Unternehmens weltweit teilnehmen, enthalten Regelungen für den Fall eines definierten Kontrollwechsels. Diese Regelungen haben im Wesentlichen zum Gegenstand, dass die in den Planbedingungen vorgesehenen Wartefristen im Falle des Kontrollwechsels vorzeitig enden. Zwar nehmen die Vorstandsmitglieder ebenfalls am Performance Share-Plan teil; jedoch finden die Regelungen im Performance Share-Plan zum Kontrollwechsel auf die Vorstandsmitglieder wegen der insoweit vorrangigen Anstellungsverträge keine Anwendung. Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB ist öffentlich zugänglich. www.infineon.com/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung Vergütungsbericht Der Vergütungsbericht ist öffentlich zugänglich. www.infineon.com/verguetungsbericht Infineon Geschäftsbericht 2024 82 Die Verweise auf den Vergütungsbericht wurden nicht im Rahmen der Abschlussprüfung geprüft. Der Vergütungsbericht wurde einer gesonderten inhaltlichen Prüfung nach IDW PS 490 durch den Abschlussprüfer unterzogen. Diese Prüfung umfasst auch die nach § 162 Abs. 3 AktG vorgeschriebene formelle Prüfung. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Veränderung der Segmentstruktur ab 1. Januar 2025 Ab dem 1. Januar 2025 wird der Geschäftsbereich „Sense & Control“, der bisher dem Segment Automotive zugeordnet war, in das Segment Power & Sensor Systems umgegliedert. Der Geschäftsbereich erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz in Höhe von €707 Millionen. Quellenverzeichnis Q01 Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook. Oktober 2024. Q02 World Semiconductor Trade Statistics (WSTS): Semiconductor Industry Bluebook History. Oktober 2024. Q03 Basiert auf oder enthält Informationen von Omdia: Competitive Landscaping Tool CLT Quarterly – 2Q24. August 2024. Q04 Basiert auf oder enthält Informationen von Omdia: Application Market Forecast Tool – 3Q24. September 2024. Neubiberg, den 21. November 2024 Der Vorstand Jochen Hanebeck Elke Reichart Dr. Sven Schneider Andreas Urschitz Dr. Rutger Wijburg

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