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Infineon Technologies AG

Annual / Quarterly Financial Statement Jan 12, 2016

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Annual / Quarterly Financial Statement

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Infineon Technologies AG Neubiberg Jahresabschluss zum 30. September 2015 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS AM 30. SEPTEMBER 2015 ENDENDE GESCHÄFTSJAHR scroll € in Millionen Anhang Nr. 2015 2014 Umsatzerlöse 1 5.243 4.601 Umsatzkosten 3 -3.698 -3.528 Bruttoergebnis vom Umsatz 1.545 1.073 Forschungs- und Entwicklungskosten 4 -724 -547 Vertriebskosten 5 -153 -138 Allgemeine Verwaltungskosten 6 -400 -186 Sonstige betriebliche Erträge 10 245 271 Sonstige betriebliche Aufwendungen 11 -197 -232 Beteiligungsergebnis 12 361 1.003 Zinsergebnis 13 -52 -22 Übriges Finanzergebnis 14 -7 47 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 618 1.269 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 15 -47 -28 Jahresüberschuss 571 1.241 Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2 AktG -137 -228 Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2a AktG -208 -784 Bilanzgewinn 37 226 229 BILANZ ZUM 30. SEPTEMBER 2015 AKTIVA: scroll € in Millionen Anhang Nr. 2015 2014 Anlagevermögen: 16 Immaterielle Vermögensgegenstände 17 52 64 Sachanlagen 18 478 410 Finanzanlagen 19 5.245 3.651 5.775 4.125 Umlaufvermögen: Vorräte 20 517 344 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21 259 244 Forderungen gegen verbundene Unternehmen 22 1.152 323 Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 23 1 2 Sonstige Vermögensgegenstände 24 69 49 Wertpapiere 25 123 760 Zahlungsmittel 26 1.549 1.579 3.670 3.301 Rechnungsabgrenzungsposten 27 39 28 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 28 3 4 9.487 7.458 PASSIVA: Anhang Nr. 2015 2014 Eigenkapital: 29 Gezeichnetes Kapital 2.259 2.255 (Bedingtes Kapital) 35 309 460 Eigene Anteile -12 -12 Ausgegebenes Kapital 30 2.247 2.243 Kapitalrücklage 34 1.179 1.165 Gewinnrücklagen 36 2.737 2.365 Bilanzgewinn 37 226 229 6.389 6.002 Sonderposten mit Rücklagenanteil 38 1 1 Rückstellungen: Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 39 142 62 Steuerrückstellungen 40 17 9 Sonstige Rückstellungen 41 345 544 504 615 Verbindlichkeiten: 42 Anleihen 43 804 - Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 44 795 - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 253 206 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 45 678 494 Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 46 7 8 Sonstige Verbindlichkeiten 47 41 111 2.578 819 Rechnungsabgrenzungsposten 48 15 21 9.487 7.458 ANHANG FÜR DAS AM 30. SEPTEMBER 2015 ENDENDE GESCHÄFTSJAHR GRUNDLAGEN UND METHODEN Der Jahresabschluss zum 30. September 2015 der Infineon Technologies AG wird nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften und den aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt und in Millionen Euro ("€") unter Gegenüberstellung der Werte zum 30. September 2014 ausgewiesen. Als börsennotiertes Mutterunternehmen der Infineon Gruppe (nachfolgend auch "Infineon" oder "Infineon-Konzern") erstellt die Infineon Technologies AG nach § 315a Abs. 1 HGB einen Konzernabschluss auf Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) und der diesbezüglichen Interpretationen, soweit die IFRS und Interpretationen von der Europäischen Union übernommen sind. Daher wird ein Konzernabschluss nach handelsrechtlichen Vorschriften nicht aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Zur besseren Darstellung der Finanzaktivitäten wurde das Gliederungsschema nach § 275 Abs. 3 HGB modifiziert. Die Finanzaktivitäten werden als Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und übriges Finanzergebnis dargestellt. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE ANLAGEVERMÖGEN Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Sie haben eine Nutzungsdauer von einem bis maximal sieben Jahren bzw. entsprechend der Vertragslaufzeit. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Das Aktivierungswahlrecht für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird nicht in Anspruch genommen. Forschungs- und Entwicklungskosten werden sofort im Aufwand erfasst. Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich aus der Gegenüberstellung von Anschaffungskosten und dem Wert der einzelnen Vermögensgegenstände des Unternehmens, abzüglich der Schulden zum Zeitpunkt der Übernahme, und wird grundsätzlich planmäßig innerhalb von fünf Jahren abgeschrieben. In begründeten Fällen erfolgt die Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts über einen darüber hinausgehenden Zeitraum, sofern seine individuelle Nutzungsdauer mehr als fünf Jahre beträgt. Im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung ist eine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen. Bestehen die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr, ist der niedrigere Wertansatz eines entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerts beizubehalten. Für vor dem 1. Oktober 2010 erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte wurde die bisherige Nutzungsdauer von 15 Jahren beibehalten. Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibung der Sachanlagen erfolgt nach der linearen Abschreibungsmethode. Folgende Nutzungsdauern werden angewandt: scroll Jahre Fabrik- und Geschäftsbauten 20-50 Übrige Bauten 5-10 Technische Anlagen und Maschinen 5-10 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1-10 Spezial- und Normalwerkzeuge 1 Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Geringwertige Anlagengegenstände bis €150 Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden sofort aufwandswirksam erfasst. Für Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von €150 bis €1.000 wird ein Sammelposten gebildet, der jährlich mit 20 Prozent linear abgeschrieben wird. Geleistete Anzahlungen und angefallene Herstellungskosten auf noch nicht fertiggestellte Investitionen unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Die Anteile an verbundenen Unternehmen, die Beteiligungen und die übrigen Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten, oder bei Vorliegen von voraussichtlich dauernden Wertminderungen, zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen. Der Anlagenspiegel wurde bei den Finanzanlagen um den Sonderposten "Sondervermögen Altersteilzeit Trust" ("ATZ Trust") erweitert. UMLAUFVERMÖGEN In den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tagespreisen bewertet, die unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Leistungen zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten umfassen neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind. Abwertungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert erforderlich ist. Fremdkapitalzinsen sind in die Herstellungskosten nicht einbezogen worden. Abwertungen für Bestandsrisiken werden berücksichtigt. Das Prinzip der verlustfreien Bewertung wird angewandt. Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet und - soweit unverzinslich - bei Restlaufzeiten von über einem Jahr auf den Bilanzstichtag abgezinst. Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, werden entsprechend der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls gebildet. Der Satz für pauschale Wertberichtigungen auf Forderungen beträgt 0,25 Prozent (Vorjahr: 0,25 Prozent). Auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden keine pauschalen Wertberichtigungen vorgenommen. Wertpapiere und Zahlungsmittel sind mit Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten angesetzt. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlust- und Zinsvorträgen ermittelt. Verlust- und Zinsvorträge sind berücksichtigungsfähig, wenn eine Verrechnung mit steuerpflichtigem Einkommen innerhalb des gesetzlich festgelegten Zeitraums von fünf Jahren erwartet wird. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Infineon Technologies AG von aktuell 29 Prozent. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Im Falle einer Steuerentlastung wird von dem Aktivierungswahlrecht für aktive latente Steuern nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB kein Gebrauch gemacht. VERMÖGENS- SOWIE ERTRAGS- UND AUFWANDSVERRECHNUNG Für Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersvorsorgeverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Erträge und Aufwendungen aus diesen Vermögensgegenständen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtungen saldiert und im Übrigen Finanzergebnis ausgewiesen. Weiterhin werden diese Vermögensgegenstände mit der jeweils zugrunde liegenden Verpflichtung verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Vermögensgegenstände die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung. RÜCKSTELLUNGEN UND VERBINDLICHKEITEN Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method"). Die Bilanzierung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren erfasst die Verpflichtung am Bewertungsstichtag nach der wahrscheinlichen Inanspruchnahme unter Berücksichtigung von zukünftigen Gehalts- und Rentensteigerungen. Für die Abzinsung wird der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz berücksichtigt, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Zur Verrechnung von Verpflichtungen mit Vermögensgegenständen sowie zur Verrechnung von Erträgen und Aufwendungen siehe unter Vermögens- sowie Ertrags- und Aufwandsverrechnung. Die Steuerrückstellungen sind mit dem Erfüllungsbetrag nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung berücksichtigt. Bei der Bemessung der sonstigen Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken, ungewissen Verbindlichkeiten sowie drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften Rechnung getragen. Die Bewertung erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Künftige Preis- und Kostensteigerungen zum Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung werden angemessen berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst. Bei der Ermittlung des Aufzinsungsaufwands wird unterstellt, dass Änderungen des Abzinsungssatzes, des Verpflichtungsumfangs und der Restlaufzeit zum Ende des Geschäftsjahres eintreten. Erfolge aus Änderungen des Abzinsungszinssatzes oder Zinseffekte einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Rückstellung für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen umfasst die Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltszahlungen an Mitarbeiter in der Freistellungsphase sowie die Aufstockungsleistungen für Anwärter. Diese Rückstellungen wurden entsprechend der IDW-Stellungnahme (IDW RS HFA 3) vom 19. Juni 2013 berechnet. Die voraussichtlich zu leistenden Beträge werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt und mit ihrem Barwert angesetzt. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt. In den Fällen, in denen der Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit höher ist als der Ausgabebetrag, wird der Unterschiedsbetrag als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten erfasst und über die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt. ERLÖSE, KOSTEN UND AUFWENDUNGEN Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Lieferungen und Leistungen ausgeführt sind und der Gefahrenübergang erfolgt ist. Forschungs- und Entwicklungskosten werden in voller Höhe nach Abzug der erhaltenen Fördermittel als Aufwand erfasst. Aufwendungen für Aktienoptionen werden gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB in voller Höhe in die Kapitalrücklage eingestellt. Die ausgegebenen Optionen werden zum Zusagezeitpunkt analog dem im IFRS-Konzernabschluss angesetzten Wert nach IFRS 2 "Share-based Payment" bewertet. Die Kapitalrücklage wird ratierlich über den Erdienungszeitraum aufgebaut. WÄHRUNGSUMRECHNUNG Fremdwährungsforderungen bzw. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Bei Vermögensgegenständen und Schulden mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr erfolgt die Umrechnung ohne Beachtung des Anschaffungskosten- bzw. Realisations- und Imparitätsprinzips. WÄHRUNGS- UND ROHSTOFFPREISRISIKEN Zur Absicherung des Unternehmens gegen Währungs-, Zins- sowie Rohstoffpreisrisiken werden Devisentermingeschäfte, Zins- und Rohstoffswaps sowie Optionen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken verwendet. Zur Absicherung finanzwirtschaftlicher Risiken werden Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet, indem die Wertänderungen oder Zahlungsströme aus den Grund- und Sicherungsgeschäften einander gegenübergestellt werden. Soweit sich daraus ein negativer Überhang ergibt, wird eine Drohverlustrückstellung passiviert. Die bilanzielle Behandlung der Bewertungseinheiten erfolgt nach der Einfrierungsmethode. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich imparitätisch bewertet, d. h. für negative Marktwerte werden Rückstellungen gebildet, positive Marktwerte werden nicht angesetzt. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 1 UMSATZERLÖSE Die Umsätze gliedern sich nach Segmenten wie folgt: scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2015 2014 Automotive 2.630 50% 2.284 50% Industrial Power Control 796 15% 740 16% Power Management & Multimarket 897 17% 620 13% Chip Card & Security 804 15% 642 14% Sonstige Geschäftsbereiche 116 3% 315 7% Gesamt 5.243 100% 4.601 100% davon Lizenzerträge 13 0% 14 0% Das Segment Sonstige Geschäftsbereiche umfasst andere Geschäftsaktivitäten. Die Umsatzaufgliederung nach Abnehmergruppen stellt sich wie folgt dar: scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2015 2014 Umsätze mit konsolidierten Infineon-Gesellschaften 3.206 61% 2.678 58% Umsätze mit fremden Dritten und nicht konsolidierten Infineon-Gesellschaften 2.037 39% 1.923 42% Gesamt 5.243 100% 4.601 100% Die Umsatzaufgliederung nach Regionen zeigt die folgende Tabelle: scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2015 2014 Europa, Naher Osten, Afrika 2.042 39% 1.950 42% darin Deutschland 930 18% 964 21% Asien-Pazifik (ohne Japan) 2.420 46% 2.007 44% darin China 332 6% 327 7% Japan 301 6% 242 5% Amerika 480 9% 402 9% darin USA 469 9% 390 8% Gesamt 5.243 100% 4.601 100% 2 FUNKTIONSKOSTEN Die Funktionskosten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unterteilt in Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten, Vertriebskosten sowie allgemeine Verwaltungskosten. 3 UMSATZKOSTEN scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2015 2014 Umsatzkosten 3.698 3.528 Prozent des Umsatzes 71% 77% Die Umsatzkosten umfassen die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Lieferungen und Leistungen. Im Wesentlichen sind dies Aufwendungen für Fertigungsmaterialien, bezogene Leistungen, Personalaufwendungen, Abschreibungen sowie Aufwendungen für Mieten und Pachten der Fertigungsbereiche. 4 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2015 2014 Forschungs- und Entwicklungskosten 724 547 Prozent des Umsatzes 14% 12% davon Zulagen und Zuschüsse -19 -27 Prozent des Umsatzes 0% 1% Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung umfassen vor allem Personalkosten, Materialkosten, Abschreibungen und Instandhaltung der Laboreinrichtungen sowie Kosten aus vertraglich vereinbarter Technologieentwicklung. Zulagen und Zuschüsse für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden mit den Forschungs- und Entwicklungskosten verrechnet. 5 VERTRIEBSKOSTEN scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2015 2014 Vertriebskosten 153 138 Prozent des Umsatzes 3% 3% Die Vertriebskosten umfassen Personalkosten für die Mitarbeiter des Vertriebs und des Marketings, Kosten für Kundenmuster, Aufwendungen im Zusammenhang mit Prototypen, Verkaufsförderungsmaßnahmen und Marketingaufwendungen. 6 ALLGEMEINE VERWALTUNGSKOSTEN scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2015 2014 Allgemeine Verwaltungskosten 400 186 Prozent des Umsatzes 8% 4% Die allgemeinen Verwaltungskosten umfassen im Wesentlichen die Personalkosten der Mitarbeiter in der Verwaltung, nicht produktionsbezogene Gemeinkosten, Beratungshonorare, Rechtsanwaltskosten und andere Honorare für externe Dienstleister sowie Personalbeschaffungs- und Ausbildungskosten. 7 SONSTIGE STEUERN UND ZÖLLE scroll € in Millionen 2015 2014 Sonstige Steuern und Zölle 5 4 Sonstige Steuern und Zölle werden unter den Funktionskosten erfasst. 8 AUFWENDUNGEN FÜR AKTIENBASIERTE VERGÜTUNGEN Die Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen beliefen sich in den Geschäftsjahren 2015 und 2014 auf jeweils €6 Millionen. 9 HONORARE DES ABSCHLUSSPRÜFERS Die Angaben zum Abschlussprüferhonorar sind im Konzernabschluss der Gesellschaft enthalten. Auf die Veröffentlichung an dieser Stelle wird daher aufgrund der befreienden Konzernklausel des § 285 Nr. 17 HGB verzichtet. 10 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2015 2014 Sonstige betriebliche Erträge 245 271 Prozent des Umsatzes 5% 6% davon Zuordnung zu anderen Perioden 45 165 Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 2015 2014 Erträge aus der Währungsumrechnung 177 74 Auflösung von Rückstellungen 34 157 Erträge aus der Vermietung von Liegenschaften 20 24 Erträge im Zusammenhang mit der Qimonda AG, München, sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG, Dresden 9 - Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen 2 1 Erträge aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts in 2011 - 6 Erträge aus Zahlungseingängen auf wertberichtigte Forderungen - 4 Sonstige 3 5 245 271 11 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2015 2014 Sonstige betriebliche Aufwendungen 197 232 Prozent des Umsatzes 4% 5% davon Zuordnung zu anderen Perioden 2 2 Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Einzelnen folgende Posten: scroll € in Millionen 2015 2014 Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 173 72 Aufwendungen im Zusammenhang mit der Vermietung von Liegenschaften 20 32 Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen 2 3 Aufwendungen für das von der EU-Kommission im Kartellverfahren gegen Halbleiterhersteller von Chipkarten gegen Infineon verhängte Bußgeld - 83 Aufwendungen im Zusammenhang mit der Qimonda AG, München, sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG, Dresden - 33 Aufwendungen im Zusammenhang mit dem geplanten Erwerb von International Rectifier Corp. - 7 Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen - 2 Sonstige 2 - 197 232 12 BETEILIGUNGSERGEBNIS scroll € in Millionen 2015 2014 Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 22 16 davon Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden 18 11 Infineon Technologies Finance GmbH, Neubiberg 3 4 Hitex Development Tools GmbH, Karlsruhe 1 1 Erträge aus Gewinnvereinnahmungen 131 203 davon Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande 130 200 Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG, Warstein 1 2 Cryptomathic Holding ApS, Arhus, Dänemark - 1 Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 208 784 davon Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande 208 774 LS Power Semitech Co., Ltd., Cheonan, Korea - 10 361 1.003 Zum 30. September 2015 bestehen Ergebnisabführungsverträge mit nachfolgenden Gesellschaften: ― Hitex Development Tools GmbH, Karlsruhe, ― Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden, ― Infineon Technologies Finance GmbH, Neubiberg, ― Infineon Technologies Akquisitionsgesellschaft 1 mbH (ehemals Infineon Technologies Mantel 19 GmbH), Neubiberg, ― Infineon Technologies Mantel 21 GmbH, Neubiberg, ― Infineon Technologies Mantel 27 GmbH, Neubiberg. 13 ZINSERGEBNIS scroll € in Millionen 2015 2014 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 54 13 davon aus verbundenen Unternehmen 50 3 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -106 -35 davon aus verbundenen Unternehmen -17 -1 -52 -22 Die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen und sonstigen langfristigen Rückstellungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf €69 Millionen (Vorjahr: €34 Millionen). Unter Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind auch Aufwendungen im Zusammenhang mit der Finanzierung der Akquisition von International Rectifier enthalten. 14 ÜBRIGES FINANZERGEBNIS scroll € in Millionen 2015 2014 Übrige finanzielle Erträge 3 1 Erträge aus Verrechnung Planvermögen ATZ Trust 3 - Erträge aus Verrechnung Planvermögen Pension Trust - 79 Übrige finanzielle Aufwendungen -13 -33 -7 47 Unter den Übrigen finanziellen Erträgen bzw. Aufwendungen sind im Wesentlichen die Erträge aus Verrechnung des "Sondervermögens Altersteilzeit Trust", Kursgewinne bzw. Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren des Anlage- und des Umlaufvermögens, realisierte Erträge aus Prämien aus verfallenen Put-Optionen auf eigene Aktien sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der Finanzierung der Akquisition von International Rectifier enthalten. Im Vorjahr hat die Infineon Technologies AG aus der Verrechnung des "Sondervermögens Pension Trust" einen Ertrag von €79 Millionen realisiert. 15 STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG scroll € in Millionen 2015 2014 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 47 28 47 28 Neben dem von der Infineon Technologies AG selbst erwirtschafteten steuerlichen Ergebnis, ist die Infineon Technologies AG Steuerschuldnerin hinsichtlich der ihr, von den über Ergebnisabführungsverträgen verbundenen Organgesellschaften sowie hinsichtlich der Personengesellschaften zugerechneten steuerlichen Bemessungsgrundlagen. Als Ertragsteueraufwendungen werden Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Gewerbesteuer und im Ausland entrichtete Ertragsteuern ausgewiesen. Für das Geschäftsjahr 2015 und 2014 beträgt der deutsche Gesamtsteuersatz für die Infineon Technologies AG 29 Prozent. Dieser setzt sich aus dem Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 Prozent und dem Gewerbesteuersatz von 13 Prozent zusammen. Der Steueraufwand des Geschäftsjahrs ist insbesondere durch Unterschiede in der steuerlichen Gewinnermittlung, steuerfreie Dividenden und Erträge aus Zuschreibungen auf Beteiligungen, sowie die Nutzung von Verlustvorträgen im Rahmen der gesetzlichen Mindestbesteuerung positiv beeinflusst. Latente Steuern sind im Ertragsteueraufwand nicht enthalten. Die Infineon Technologies AG verfügt über Verlustvorträge für Zwecke der Körperschaftsteuer in Höhe von ca. €2,3 Milliarden und Verlustvorträge für Zwecke der Gewerbesteuer in Höhe von ca. €3,4 Milliarden. Die innerhalb des gesetzlich festgelegten Zeitraums von fünf Jahren voraussichtlich nutzbaren Beträge führen zu aktiven latenten Steuern. Zudem ergibt sich bei der Infineon Technologies AG ein Überhang aktiver latenter Steuern aus zeitlichen Unterschieden zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten. Diese aktiven latenten Steuern werden im Rahmen des Aktivierungswahlrechts nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB nicht angesetzt. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ 16 ANLAGEVERMÖGEN Aufgliederung und Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Posten des Anlagevermögens sind in dem nachfolgenden Anlagenspiegel dargestellt. scroll € in Millionen Anschaffungs- und Herstellungskosten 30. September 2014 Zugänge Umbuchungen Abgänge 30. September 2015 Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 156 14 - -14 156 Geschäfts- oder Firmenwert 288 - - - 288 444 14 - -14 444 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 199 - 7 -1 205 Technische Anlagen und Maschinen 1.043 76 38 -14 1.143 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 347 22 4 -21 352 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 48 57 -49 -9 47 1.637 155 - -45 1.747 Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen 3.806 1.533 - -149 5.190 Beteiligungen 48 15 - -8 55 Sondervermögen ATZ Trust 10 3 - -13 - 3.864 1.551 - -170 5.245 GESAMT 5.945 1.720 - -229 7.436 scroll € in Millionen Kumulierte Abschreibungen Kumulierte Abschreibungen 30. September 2014 Abschreibungen Zuschreibungen Umbuchungen Abgänge 30. September 2015 Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -139 -7 - - 14 -132 Geschäfts- oder Firmenwert -241 -19 - - - -260 -380 -26 - - 14 -392 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -153 -3 - - 1 -155 Technische Anlagen und Maschinen -773 -55 - - 12 -816 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -301 -17 - - 20 -298 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - - - -1.227 -75 - - 33 -1.269 Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen -208 - 208 - - - Beteiligungen -5 - - - 5 - Sondervermögen ATZ Trust - - - - - - -213 - 208 - 5 - GESAMT -1.820 -101 208 - 52 -1.661 scroll € in Millionen Buchwerte Buchwerte 30. September 2015 30. September 2014 Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 24 17 Geschäfts- oder Firmenwert 28 47 52 64 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 50 46 Technische Anlagen und Maschinen 327 270 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 54 46 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 47 48 478 410 Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen 5.190 3.598 Beteiligungen 55 43 Sondervermögen ATZ Trust - 10 5.245 3.651 GESAMT 5.775 4.125 Die Gesellschaft hatte im Geschäftsjahr 2015 keine außerplanmäßigen Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 S. 3 HGB (Vorjahr: €2 Millionen). 17 IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE scroll € in Millionen 2015 2014 Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 24 17 Geschäfts- oder Firmenwert 28 47 52 64 Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände betrugen €26 Millionen (Vorjahr: €24 Millionen). Es erfolgten in den Geschäftsjahren 2015 und 2014 keine außerplanmäßigen Abschreibungen. 18 SACHANLAGEN scroll € in Millionen 2015 2014 Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 50 46 Technische Anlagen und Maschinen 327 270 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 54 46 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 47 48 478 410 Es erfolgten planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von €75 Millionen (Vorjahr: €68 Millionen). Es erfolgten im Geschäftsjahr 2015 keine außerplanmäßigen Abschreibungen (Vorjahr: €2 Millionen). 19 FINANZANLAGEN scroll € in Millionen 2015 2014 Anteile an verbundenen Unternehmen 5.190 3.598 Beteiligungen 55 43 Sondervermögen Altersteilzeit Trust - 10 5.245 3.651 Die Anteile an verbundenen Unternehmen haben sich im Berichtszeitraum von €3.598 Millionen um €1.592 Millionen auf €5.190 Millionen erhöht. Die Veränderung ergibt sich im Wesentlichen aus: scroll € in Millionen 2015 Einlage in die Infineon Technologies US HoldCo Inc., Wilmington, USA1 1.519 Zuschreibung der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande 208 Erwerb von Anteilen an der Infineon Technologies Power Semitech Co., Ltd. (zuvor LS Power Semitech Co., Ltd.), Cheonan, Korea 15 Kapitalrückzahlung der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande -149 1 einschließlich des gegenläufigen Effekts aus der Sicherung von Wechselkursrisiken aus der Kaufpreisverpflichtung aus der Akquisition von International Rectifier in Höhe von €140 Millionen Es erfolgten in den Geschäftsjahren 2015 und 2014 keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen. Die Zuschreibungen beliefen sich auf €208 Millionen (Vorjahr: €784 Millionen). Die Veränderung in den Beteiligungen ergibt sich im Wesentlichen aus dem Erwerb von Anteilen an der Schweizer Electronic AG, Schramberg, und der TTTech Computertechnik AG, Wien, Österreich, sowie dem Abgang von Anteilen an der Magellan Technology Pty. Ltd., Annandale, Australien. Das "Sondervermögen Altersteilzeit Trust" wurde mit Altersteilzeitverpflichtungen verrechnet, da die handelsrechtlichen Voraussetzungen zur Verrechnung im Geschäftsjahr erstmalig gegeben waren. 20 VORRÄTE scroll € in Millionen 2015 2014 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 80 66 Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 233 157 Fertige Erzeugnisse und Waren 216 137 Erhaltene Anzahlungen -12 -16 517 344 21 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN scroll € in Millionen 2015 2014 Lieferungen und Leistungen 259 244 259 244 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr - - 22 FORDERUNGEN GEGEN VERBUNDENE UNTERNEHMEN scroll € in Millionen 2015 2014 Darlehen 792 - Lieferungs- und Leistungsverkehr 205 133 Konzerninterner Verrechnungsverkehr 155 190 1.152 323 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 908 122 Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich um Forderungen, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements sowie aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit in- und ausländischen Tochtergesellschaften entstanden sind. Im Geschäftsjahr wurde im Zusammenhang mit der Akquisition von International Rectifier ein Darlehen in Höhe von €792 Millionen an die Infineon Technologies US HoldCo Inc. ausgereicht. 23 FORDERUNGEN GEGEN UNTERNEHMEN, MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT scroll € in Millionen 2015 2014 Konzerninterner Verrechnungsverkehr 1 2 1 2 Bei den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, handelt es sich um Forderungen, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements mit in- und ausländischen Tochtergesellschaften entstanden sind. 24 SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE scroll € in Millionen 2015 2014 Lieferantenkredite 26 25 Steuererstattungsansprüche 26 5 Sonstige 17 19 69 49 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr - 5 25 WERTPAPIERE scroll € in Millionen 2015 2014 Anteile Geldmarktfonds 123 760 123 760 26 ZAHLUNGSMITTEL scroll € in Millionen 2015 2014 Guthaben bei Kreditinstituten 1.549 1.579 1.549 1.579 Hiervon hat die Infineon Technologies AG auf einem Treuhandkonto €75 Millionen als Mietkaution hinterlegt. Zur Liquidität gehören neben den Zahlungsmitteln auch die Wertpapiere des Umlaufvermögens (€123 Millionen). 27 RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN scroll € in Millionen 2015 2014 Disagio Anleihe €500 Millionen 2 - Disagio Anleihe €300 Millionen 1 - Sonstige 36 28 39 28 Am 10. März 2015 begab die Gesellschaft zwei nicht nachrangige, unbesicherte Anleihen mit einem Nominalwert von insgesamt €800 Millionen. Die Differenz zwischen Ausgabe- und Erfüllungsbetrag (Disagio) von insgesamt €3 Millionen wird im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält zudem zukünftige Aufwendungen für die Nutzung von Lizenzen und für die Instandhaltung der IT-Infrastruktur sowie eine Abgrenzung der bereits gezahlten Urlaubsvergütung für Mitarbeiter für das verbleibende Kalenderjahr 2015. 28 AKTIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER VERMÖGENSVERRECHNUNG scroll € in Millionen 2015 2014 Zeitwert des Planvermögens 22 27 Erfüllungsbetrag für Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen -19 -23 Überschuss des Vermögens über die Verpflichtungen aus Erfüllungsrückständen 3 4 Die Vermögensgegenstände zur Sicherung von Pensionen und Altersteilzeitverhältnissen werden mit den zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Einzelnen Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung in Höhe von €10 Millionen (Vorjahr: €23 Millionen) stand ein zu verrechnendes Deckungsvermögen aus Rückdeckungsversicherungen mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von €12 Millionen (Vorjahr: €27 Millionen) und Anschaffungskosten von €12 Millionen (Vorjahr: €27 Millionen) gegenüber. Im Geschäftsjahr wurden Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von €9 Millionen mit dem beizulegenden Wert der entsprechenden Ansprüche aus "Sondervermögen Altersteilzeit Trust" von €10 Millionen (Anschaffungskosten €10 Millionen) verrechnet. Für das "Sondervermögen Altersteilzeit Trust" waren die handelsrechtlichen Voraussetzungen zur Verrechnung am 1. Januar 2015 zum ersten Mal gegeben. Aus der Verrechnung dieser Verpflichtungen mit den dazugehörigen Deckungsvermögen resultiert ein aktiver Unterschiedsbetrag in Höhe von €3 Millionen. 29 EIGENKAPITAL scroll € in Millionen 2015 2014 Ausgegebenes Kapital 2.247 2.243 Kapitalrücklage 1.179 1.165 davon aus Agiobeträgen 117 117 davon aus anderen Zuzahlungen 951 951 davon aus Aktienoptionen analog § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB 97 83 davon aus vereinfachter Kapitalherabsetzung 14 14 Gewinnrücklagen 2.737 2.365 davon gesetzliche Rücklage 32 32 davon andere Gewinnrücklagen 2.705 2.333 Bilanzgewinn 226 229 6.389 6.002 30 AUSGEGEBENES KAPITAL AUSGEGEBENES KAPITAL scroll € in Millionen 2015 2014 Stand 1. Oktober 2014 bzw. 2013 2.243 2.150 Schaffung neuer Aktien durch Wandlung von Teilen der Wandelanleihe - 92 Schaffung neuer Aktien durch Ausübung von Wandlungsrechten aus Aktienoptionsplänen 4 1 Stand 30. September 2015 bzw. 2014 2.247 2.243 * Abweichung bedingt durch Rundungsdifferenz ANZAHL AKTIEN scroll in Stück 2015 2014 Im Umlauf befindliche Aktien (Stand 1. Oktober 2014 bzw. 2013) 1.121.739.230 1.075.083.034 Schaffung neuer Aktien durch Wandlung von Teilen der Wandelanleihe - 46.171.936 Schaffung neuer Aktien durch Ausübung von Optionsrechten aus Aktienoptionsplänen 1.532.251 484.260 Im Umlauf befindliche Aktien (Stand 30. September 2015 bzw. 2014) 1.123.271.481 1.121.739.230 Zurückgekaufte eigene Aktien 6.000.000 6.000.000 Ausgegebene Aktien (Stand 30. September 2015 bzw. 2014) 1.129.271.481 1.127.739.230 Das Grundkapital der Infineon Technologies AG hat sich im Geschäftsjahr 2015 um €3.064.502 erhöht. Es wurden 1.532.251 neue Aktien ausgegeben, alle infolge der Ausübung von Aktienoptionen durch Mitarbeiter (Vorjahr: 484.260). Zum 30. September 2015 betrug das Grundkapital damit €2.258.542.962. Es ist eingeteilt in 1.129.271.481 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Jede Aktie gewährt eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Dividendenausschüttung. Zum 30. September 2015 hielt die Gesellschaft von der oben genannten Gesamtzahl ausgegebener Aktien 6 Millionen eigene Aktien (Vorjahr: 6 Millionen). Am Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt. 31 GENEHMIGTES KAPITAL Die bisherigen Genehmigten Kapitalia 2010/I und 2010/II wurden durch die Hauptversammlung vom 12. Februar 2015 aufgehoben. Dabei wurde das Genehmigte Kapital 2010/I zeitgleich durch ein neues Genehmigtes Kapital 2015/I über bis zu €676.000.000 ersetzt: Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum Ablauf des 11. Februar 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €676.000.000 durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahres ihrer Ausgabe gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015/I). Dabei ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Barkapitalerhöhungen unter Bezugsrechtsausschluss nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG dürfen von Gesetzes wegen weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch zum Zeitpunkt ihrer Ausübung 10 Prozent des bestehenden Grundkapitals übersteigen. Für Sachkapitalerhöhungen oder eine Kombination von Bar- und Sachkapitalerhöhung(en) sieht die Ermächtigung darüber hinaus eine Höchstgrenze von 20 Prozent des - wiederum auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder, sofern der Betrag niedriger ist, der Ausübung der Ermächtigung berechneten - Grundkapitals vor. 32 PUT-OPTIONEN AUF EIGENE AKTIEN UND EIGENE AKTIEN Die Infineon Technologies AG hatte am 9. Mai 2011 beschlossen, die von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilte Ermächtigung zum Aktienrückkauf zu nutzen und ein entsprechendes Programm zur Kapitalrückgewähr aufgelegt. Im Geschäftsjahr 2013 wurden bis zur Beendigung des Programms zum 31. März 2013 Put-Optionen über 6 Millionen Aktien ausgeübt, die zum 30. September 2015 weiterhin im Bestand der Gesellschaft sind. Für den Erwerb dieser Aktien hat Infineon €38 Millionen an die Inhaber der Optionen gezahlt. Im November 2013 hat die Gesellschaft ein weiteres Programm zur Kapitalrückgewähr von bis zu €300 Millionen beschlossen. Im Rahmen dieses Programms hat die Gesellschaft Put-Optionen auf eigene Aktien mit einem Gesamtvolumen von €85 Millionen begeben, welche bis zur Beendigung des Programms zum 30. September 2015 alle verfallen sind. Die folgende Tabelle enthält eine Übersicht der in den Geschäftsjahren 2015 und 2014 ausgegebenen, verfallenen und ausgeübten Put-Optionen auf eigene Aktien: scroll Jeweils in Millionen Ausübungswert in € Unterliegende Aktienanzahl (in Stück) Zum 1. Oktober 2013 ausstehende Put-Optionen - - Im Geschäftsjahr 2014 ausgegebene Put-Optionen 85 14 Abzüglich: im Geschäftsjahr 2014 verfallene Put-Optionen -45 -8 Abzüglich: im Geschäftsjahr 2014 ausgeübte Put-Optionen - - Zum 30. September 2014 ausstehende Put-Optionen 40 6 Im Geschäftsjahr 2015 ausgegebene Put-Optionen - - Abzüglich: im Geschäftsjahr 2015 verfallene Put-Optionen -40 -6 Abzüglich: im Geschäftsjahr 2015 ausgeübte Put-Optionen - - Zum 30. September 2015 ausstehende Put-Optionen - - 33 AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG Die Gesellschaft nutzt für die aktienbasierte Vergütung den Aktienoptionsplan 2006 sowie den Aktienoptionsplan 2010 und ab dem Geschäftsjahr 2014 den Performance Share-Plan. PERFORMANCE SHARE-PLAN Als Nachfolger für den Aktienoptionsplan 2010 wurde für den Vorstand und ausgewählte Führungskräfte ein neuer Long Term Incentive ("LTI")-Plan entwickelt. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Performance Share-Plan. Unter diesem Plan werden jeweils am 1. Oktober für das an diesem Tag beginnende Geschäftsjahr (virtuelle) Performance Shares entsprechend einem festgelegten LTI-Zuteilungsbetrag in Euro zunächst vorläufig zugeteilt. Mit der Zuteilung einer (virtuellen) Performance Share erwirbt der Planteilnehmer das Recht auf Übertragung einer (realen) Infineon-Aktie, wenn ein von Position und LTI-Zuteilungsbetrag abhängiges Eigeninvestment in Infineon-Aktien über eine vierjährige Haltefrist gehalten wird. Die Performance Shares teilen sich in jeweils 50 Prozent erfolgsabhängige und 50 Prozent erfolgsunabhängige Anteile auf. Die erfolgsabhängigen Performance Shares werden nur dann endgültig zugeteilt, wenn sich die Infineon-Aktie vom Tag der vorläufigen Zuteilung der Performance Shares bis zum Ende der Haltefrist besser als der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) entwickelt. Sind am Ende der Haltefrist die Bedingungen für eine endgültige Zuteilung der Performance Shares - entweder sämtlicher oder nur der nicht erfolgsabhängigen -erfüllt, ist der Anspruch auf Übertragung der entsprechenden Anzahl (realer) Infineon-Aktien erworben. Dabei darf der Wert der dem Vorstandsmitglied je LTI-Tranche endgültig zugeteilten Performance Shares 250 Prozent des jeweiligen LTI-Zuteilungsbetrags nicht übersteigen; oberhalb dieser Grenze erlöschen die Performance Shares (Cap). Der beizulegende Zeitwert der Performance Shares zum Zeitpunkt der Zuteilung wurde durch einen externen Gutachter nach einem anerkannten finanzmathematischen Verfahren (Monte-Carlo-Simulationsmodell) ermittelt. Bei Variation der zugrunde gelegten Annahmen ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den beizulegenden Zeitwert. Die erfolgten Zuteilungen stellen sich im Überblick wie folgt dar: scroll Tranche Ende der Wartezeit Neun-Monats-Durchschnittskurs in € vor Zuteilung Anzahl Performance Shares zum 30. September 2015 Beizulegender Zeitwert in € je Performance Share Geschäftsjahr 2015: Mitarbeiter 30. September 2018 8,49 1.040.198 5,44 Geschäftsjahr 2015: Vorstände 30. September 2018 8,49 100.702 5,31 Geschäftsjahr 2014: Mitarbeiter 30. September 2017 6,62 1.235.370 5,72 Geschäftsjahr 2014: Vorstände 30. September 2017 6,62 114.046 5,20 Zum 1. Oktober 2015 wurden dem Vorstand 80.964 (virtuelle) Performance Shares und den Mitarbeitern 1.301.206 (virtuelle) Performance Shares zugeteilt. AKTIENOPTIONSPLAN 2006 UND AKTIENOPTIONSPLAN 2010 In Bezug auf die im Konzernabschluss zum 30. September 2013 beschriebenen Aktienoptionspläne gab es keine wesentlichen Änderungen. Der beizulegende Zeitwert der Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2006 und 2010 wurde durch einen externen Gutachter nach einem anerkannten finanzmathematischen Verfahren (Monte-Carlo-Simulationsmodell) ermittelt. Die Entwicklung der Aktienoptionspläne von 2006 und 2010 während der Geschäftsjahre 2014 und 2015 stellt sich wie folgt dar: scroll Anzahl der Optionen (in Millionen Stück) Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (in €) Ausstehende Optionen zum 30. September 2013 11,8 7,11 Gewährte Optionen - - Ausgeübte Optionen -0,5 2,72 Verfallene und ausgelaufene Optionen -0,1 7,94 Ausstehende Optionen zum 30. September 2014 11,2 7,29 Ausübbar zum 30. September 2014 0,4 2,72 Ausstehende Optionen zum 30. September 2014 11,2 7,29 Gewährte Optionen - - Ausgeübte Optionen -1,5 7,11 Verfallene und ausgelaufene Optionen -0,2 6,32 Ausstehende Optionen zum 30. September 2015 9,5 7,33 Ausübbar zum 30. September 2015 1,9 8,62 34 KAPITALRÜCKLAGE scroll € in Millionen 2015 2014 Stand 1. Oktober 2014 bzw. 2013 1.165 1.150 Einstellung in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB 8 - Aufwand aus Aktienoptionen analog § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB 6 6 Einstellung in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB - 9 Stand 30. September 2015 bzw. 2014 1.179 1.165 35 BEDINGTES KAPITAL Zum 30. September 2015 sieht die Satzung der Gesellschaft drei bedingte Kapitalia über insgesamt bis zu €309.357.082 vor (das bisherige Bedingte Kapital 2009/I wurde durch die Hauptversammlung vom 12. Februar 2015 aufgehoben): ― Bedingtes Kapital III (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 2001/I") gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung in Höhe von bis zu €25.357.082, das durch Ausgabe von bis zu 12.678.541 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen der Aktienoptionspläne "Infineon Technologies AG 2001 International Long Term Incentive Plan" und "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2006" ("Aktienoptionsplan 2006") der Gesellschaft verwendet werden kann. Im Geschäftsjahr 2015 wurden aus dem Bedingten Kapital III aufgrund der Ausübung von Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2006 insgesamt 389.298 neue nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von €2 je Aktie ausgegeben. Hierdurch hat sich das Bedingte Kapital III um €778.596 auf nunmehr €24.578.486 ermäßigt. Die entsprechende Änderung der Satzung ist nach Geschäftsjahresende zum Handelsregister angemeldet und wie beantragt eingetragen worden. Da seit dem 3. Juni 2015 unter dem Aktienoptionsplan 2006 keine Bezugsrechte mehr ausgeübt werden können, wird das Bedingte Kapital III nicht mehr benötigt und daher werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung die Aufhebung des Bedingten Kapitals III vorschlagen. ― Bedingtes Kapital 2010/I gemäß § 4 Abs. 10 der Satzung in Höhe von bis zu €24.000.000, das durch Ausgabe von bis zu 12.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen des "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplans 2010" ("Aktienoptionsplan 2010") der Gesellschaft verwendet werden kann. Im Geschäftsjahr 2015 wurden aus dem Bedingten Kapital 2010/I aufgrund der Ausübung von Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2010 insgesamt 1.142.953 neue nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von €2 je Aktie ausgegeben. Hierdurch hat sich das Bedingte Kapital 2010/I um €2.285.906 auf nunmehr €21.714.094 ermäßigt. Die entsprechende Änderung der Satzung ist nach Geschäftsjahresende zum Handelsregister angemeldet und wie beantragt eingetragen worden. ― Bedingtes Kapital 2014 gemäß § 4 Abs. 11 der Satzung in Höhe von bis zu €260.000.000, das durch Ausgabe von bis zu 130.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber von Options- oder Wandelanleihen, die bis zum 12. Februar 2019 begeben werden können, verwendet werden kann. 36 GEWINNRÜCKLAGEN scroll € in Millionen 2015 2014 Stand 1. Oktober 2014 bzw. 2013 2.365 1.352 Einstellung in die Gewinnrücklagen aus Wertaufholung bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens gemäß § 58 Abs. 2a AktG 208 784 Einstellung in die Gewinnrücklagen aus dem Jahresüberschuss durch Vorstand und Aufsichtsrat gemäß § 58 Abs. 2 AktG 137 228 Einstellung aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres 27 1 Stand 30. September 2015 bzw. 2014 2.737 2.365 davon eigene Anteile -22 -22 * Abweichung bedingt durch Rundungsdifferenz 37 BILANZGEWINN scroll € in Millionen 2015 2014 Stand 1. Oktober 2014 bzw. 2013 229 130 Jahresüberschuss 571 1.241 Einstellung in die Gewinnrücklagen aus Wertaufholung bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens nach § 58 Abs. 2a AktG -208 -784 Einstellung in die Gewinnrücklagen durch Vorstand und Aufsichtsrat nach § 58 Abs. 2 AktG -137 -228 Ausschüttung Dividende -202 -129 Einstellung in die Gewinnrücklagen durch die Hauptversammlung -27 -1 Stand 30. September 2015 bzw. 2014 226 229 38 SONDERPOSTEN MIT RÜCKLAGENANTEIL scroll € in Millionen 2015 2014 § 4 Fördergebietsgesetz 1 1 1 1 In Anwendung der Übergangsvorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wird der in der Bilanz zum 30. September 2010 enthaltene Sonderposten mit Rücklagenanteil fortgeführt. Der Sonderposten beinhaltet erfolgsneutral eingestellte Positionen gemäß § 4 Fördergebietsgesetz. Diese lösen sich ratierlich entsprechend der Nutzungsdauer der betroffenen Vermögensgegenstände ertragswirksam auf. Die Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens über €0,01 Millionen sind in dem Posten Sonstige betriebliche Erträge der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. 39 RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN scroll € in Millionen 2015 2014 Erfüllungsbetrag für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 585 480 Zeitwert des Planvermögens -443 -418 Nettowert für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Rückstellungen) 142 62 Die Infineon Technologies AG gewährt ihren Mitarbeitern verschiedene Formen der betrieblichen Altersversorgung. Zur Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung hat die Infineon Technologies AG ihre Verpflichtungen durch Vermögen in externen, zweckgebundenen Treuhandvermögen abgedeckt. Teilweise werden die Pensionsverpflichtungen durch verpfändete Rückdeckungsversicherungen abgedeckt. Diese dienen ausschließlich der Erfüllung der Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung und sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Der Erfüllungsbetrag in Höhe von €585 Millionen (Vorjahr: €480 Millionen) wurde auf Basis des Anwartschaftsbarwertverfahrens ermittelt. Die Bewertung beruhte auf einem versicherungsmathematischen Gutachten, welches neben den Heubeck-Richttafeln (2005 G) den Marktzinssatz von 4,06 Prozent p.a. (Vorjahr: 4,73 Prozent), eine Gehaltsdynamik von 2,0 Prozent p.a. (Vorjahr: 2,0 Prozent) und eine Rentendynamik von 2,0 Prozent p.a. (Vorjahr: 2,0 Prozent) ansetzte. Bei dem Zinssatz handelt es sich um den für den Bilanzstichtag prognostizierten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Im Vorjahr wurde der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte Marktzinssatz zum 31. Juli 2014 angewendet. Im Geschäftsjahr wurden Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung mit dem beizulegenden Wert der entsprechenden Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen sowie "Sondervermögen Pension Trust" von €404 Millionen (Vorjahr: €382 Millionen) und Anschaffungskosten von €318 Millionen (Vorjahr: €304 Millionen) verrechnet. Es wurden Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen mit den entsprechenden Zinserträgen in Höhe von €8 Millionen (Vorjahr: €2 Millionen) verrechnet. Die Infineon Technologies AG gewährt ihren Mitarbeitern außerdem die Teilnahme an einem freiwilligen Entgeltumwandlungsplan. Die umgewandelten Gehaltsbestandsteile werden in Fondsanteile angelegt. Diese Anteile dienen der Deckung der hieraus entstehenden Altersversorgungsverpflichtungen in Höhe von € 40 Millionen (Vorjahr: €38 Millionen) und sind dem Zugriff anderer Gläubiger durch die Auslagerung in ein zweckgebundenes Treuhandvermögen entzogen. Dieses Vermögen mit einem beizulegenden Zeitwert zum 30. September 2015 von €39 Millionen (Vorjahr: €36 Millionen) und Anschaffungskosten von €33 Millionen (Vorjahr: €30 Millionen) wird daher mit den Altersvorsorgeverpflichtungen verrechnet. Zusätzlich erfolgte aus den Entgeltumwandlungen im Zinsergebnis eine Verrechnung von Aufwendungen und Erträgen in Höhe von €2 Millionen (Vorjahr: €1 Million). 40 STEUERRÜCKSTELLUNGEN scroll € in Millionen 2015 2014 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 17 9 17 9 41 SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN scroll € in Millionen 2015 2014 Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern 139 107 Gewährleistungen 48 62 Rückstellungen im Zusammenhang mit der Qimonda AG sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG 40 304 Sonstige 118 71 345 544 Für die Sachverhalte im Zusammenhang mit der Qimonda AG sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG verweisen wir auf die Ausführungen zu rechtlichen Verfahren. Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern beinhalten unter anderem Kosten für variable Vergütungen, Urlaubsgeld, Altersteilzeit, Jubiläumszahlungen, andere Personalkosten sowie Sozialabgaben. Rückstellungen für Gewährleistungen spiegeln im Wesentlichen die geschätzten zukünftigen Kosten zur Erfüllung vertraglicher Anforderungen bezüglich verkaufter Produkte wider. Die Position "Sonstige" beinhaltet Rückstellungen für ausstehende Aufwendungen, unrealisierte Bewertungsverluste aus Währungssicherungskontrakten und Rohstoffswaps, Verzugsstrafen oder Vertragsverzug, Rückbauverpflichtungen, Rechtsstreitigkeiten sowie diverse andere Verpflichtungen. 42 VERBINDLICHKEITEN scroll Gesamtbetrag Davon mit einer Restlaufzeit Gesamtbetrag € in Millionen 2015 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren 2014 Anleihen 804 4 300 500 - (im Vorjahr) - - - - Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 795 3 - 792 - (im Vorjahr) - - - - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 253 253 - - 206 (im Vorjahr) 205 1 - Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 678 678 - - 494 (im Vorjahr) 494 - - Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 7 7 - - 8 (im Vorjahr) 8 - - Sonstige Verbindlichkeiten 41 41 - - 111 (im Vorjahr) 109 2 - davon aus Steuern 11 11 - - 10 davon im Rahmen der sozialen Sicherheit - - - - - 2.578 986 300 1.292 819 (im Vorjahr) 816 3 - 43 ANLEIHEN scroll € in Millionen 2015 2014 Anleihe €500 Millionen, Kupon 1,50%, fällig 2022 500 - Anleihe €300 Millionen, Kupon 1,00%, fällig 2018 300 - Verbindlichkeiten aus Zinsen 4 - 804 - Am 10. März 2015 begab die Gesellschaft zwei nicht nachrangige, unbesicherte Anleihen mit einem Nominalwert von insgesamt €800 Millionen im Rahmen eines Angebots an institutionelle und private Investoren in Europa: ― eine Anleihe mit einem Nominalwert von €300 Millionen ist im Jahr 2018 fällig und verzinst sich mit 1,0 Prozent p.a. und ― eine Anleihe mit einem Nominalwert von €500 Millionen ist im Jahr 2022 fällig und verzinst sich mit 1,5 Prozent p.a. Die Anleihen sind an der Luxemburger Wertpapierbörse gelistet. 44 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN scroll € in Millionen 2015 2014 Darlehen 792 - Verbindlichkeiten aus Zinsen 3 - 795 - Zum 30. September 2015 war das Darlehen in Höhe von €792 Millionen (US$934 Millionen) ausstehend. 45 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER VERBUNDENEN UNTERNEHMEN scroll € in Millionen 2015 2014 Lieferungs- und Leistungsverkehr 156 89 Konzerninterner Verrechnungsverkehr 522 405 678 494 Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Verbindlichkeiten, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements sowie aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit in- und ausländischen Tochtergesellschaften entstanden sind. 46 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT scroll € in Millionen 2015 2014 Lieferungs- und Leistungsverkehr 7 8 7 8 Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, handelt es sich um Verbindlichkeiten, die aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr entstanden sind. 47 SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN scroll € in Millionen 2015 2014 Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Qimonda AG, München, sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG, Dresden 14 3 Verpflichtungen aus Lohn- und Gehaltsabrechnungen 11 11 Noch abzuführende Lohn- und Kirchensteuer 11 10 Kreditorische Debitoren 1 - Verpflichtungen zur Zahlung eines Bußgeldes aus dem EU- Kartellverfahren gegen Halbleiterhersteller von Chipkarten - 83 Erhaltene Optionsprämien - 1 Sonstige 4 3 41 111 davon aus Steuern 11 10 davon im Rahmen der sozialen Sicherheit - - 48 RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN scroll € in Millionen 2015 2014 Rechnungsabgrenzungsposten 15 21 15 21 Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Ausgleichszahlungen und Einzahlungen aus Lizenz- und Entwicklungsverträgen, die vereinbarte Leistungen der Infineon Technologies AG in zukünftigen Geschäftsjahren betreffen. SONSTIGE ANGABEN PERSONALAUFWAND scroll € in Millionen 2015 2014 Löhne und Gehälter 668 584 Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 85 77 Aufwendungen für Altersversorgung 31 2 784 663 Die Löhne und Gehälter beinhalten unter anderem Fertigungslöhne, Gehälter, Abfindungen, Urlaubs- und Sondervergütungen sowie die Veränderung von Personalrückstellungen. Die sozialen Abgaben enthalten insbesondere den Arbeitgeberanteil der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind die nach den gesetzlichen Vorschriften in den Funktionskosten auszuweisenden Bestandteile enthalten. BESCHÄFTIGTE Die durchschnittliche Anzahl und die Struktur der Mitarbeiter der Infineon Technologies AG zeigen die folgenden Übersichten: scroll Anzahl 2015 Anzahl 2014 Neubiberg 3.506 3.267 Regensburg 2.282 2.140 Warstein 1.286 1.157 Sonstige 156 156 Gesamt 7.230 6.720 Angestellte 5.670 5.335 Gewerbliche Mitarbeiter 1.560 1.385 Gesamt 7.230 6.720 MATERIALAUFWAND scroll € in Millionen 2015 2014 Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 2.553 2.313 Aufwendungen für bezogene Leistungen 908 758 3.461 3.071 DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND BEWERTUNGSEINHEITEN Die Infineon Technologies AG schließt Geschäfte über derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte, Rohstoff- sowie Zinswährungsswaps ab. Ziel dieser Transaktionen ist die Verringerung der Auswirkungen von Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisschwankungen auf künftige Netto-Zahlungsströme. Derivative Finanzinstrumente werden bei der Gesellschaft zu Sicherungszwecken und nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. In Einzelfällen erfolgt die Bildung von Bewertungseinheiten. Die entsprechenden Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der von der Infineon Technologies AG zum 30. September 2015 und 2014 gehaltenen Derivate sind im Folgenden dargestellt: scroll Nominalvolumen Gesamtbetrag Davon mit einer Restlaufzeit Marktwert Gesamtbetrag Davon mit einer Restlaufzeit € in Millionen 2015 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren 2014 2015 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren 2014 Aktienrückkauf Put Optionen auf eigene Aktien - - - - 40 - - - - 1 - - - - 40 - - - - 1 Warenterminkontrakte - Rohstoffswaps 41 41 - - 43 -2 -2 - - -2 41 41 - - 43 -2 -2 - - -2 Devisenbezogene Instrumente Zinswährungsswaps 792 - - 792 - 7 - - 7 Deal Contingent Forward - - - - 1.146 - - - - 39 Verkauf EURO, Kauf Fremdwährung 260 260 - - 131 -1 -1 - - 2 Kauf EURO, Verkauf Fremdwährung 137 137 - - 100 - - - - -2 Kauf US$, Verkauf JPY 5 5 - - 2 - - - - - 1.194 402 - 792 1.379 6 -1 - 7 39 Die Nominalvolumen stellen die unsaldierte Summe aller Kauf- und Verkaufskontrakte der derivativen Finanzgeschäfte dar. Die Marktwerte von Devisentermingeschäften werden auf der Basis von aktuellen Referenzkursen der Europäischen Zentralbank unter Berücksichtigung von Terminauf- bzw. Terminabschlägen bestimmt. Die Marktwerte (Gewinne und Verluste) der Währungssicherungskontrakte werden in saldierter Form dargestellt. Die Marktwerte der Rohstoffswaps ergeben sich aus der Bewertung zu Marktpreisen, die den beizulegenden Zeitwerten entsprechen. Devisenoptionen werden nach der Barwertmethode bewertet. Die Warenterminkontrakte bestehen derzeit aus Rohstoffswaps (Goldswaps) zur Sicherung der Einkaufspreise von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Goldkäufen. Die Marktwerte der Warentermingeschäfte werden auf Basis von aktuellen Kassapreis-Notierungen an den Warenterminbörsen unter Berücksichtigung der Terminauf- bzw. abschläge bestimmt. Für die teilweise Sicherung von Wechselkursrisiken aus der Kaufpreisverpflichtung der Akquisition von International Rectifier hat die Gesellschaft im Vorjahr ein transaktionsabhängiges EUR/US$-Fremdwährungstermingeschäft (sogenannter "Deal Contingent Forward") mit einem Nominalbetrag von US$1,5 Milliarden abgeschlossen und im Geschäftsjahr 2015 zusätzlich Devisenbestände in Höhe von US$196 Millionen angesammelt. Infineon macht gemäß § 254 HGB Gebrauch von dem Wahlrecht zur Bildung von Bewertungseinheiten. Sofern derivative Finanzinstrumente mit den zugehörigen Grundgeschäften in Bewertungseinheiten einbezogen werden, erfolgt sowohl zu Beginn der Sicherungsbeziehung als auch zu jedem darauffolgenden Bilanzstichtag, an dem diese Sicherungsbeziehung besteht, eine Messung ihrer Wirksamkeit. Im Zusammenhang mit der Absicherung des Zins- und Wechselkursrisikos von Vermögensgegenständen und Schulden werden die Bedingungen und Parameter von Grund und Sicherungsgeschäft miteinander verglichen. Bei der Absicherung zukünftiger Transaktionen kommt die Critical Term Match Methode zum Einsatz. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wird durch das Infineon Risikomanagement überwacht. Aufgrund der Volumen- und Laufzeitkongruenz von Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich die zukünftigen Wertschwankungen und Zahlungsstromänderungen bis zum Bilanzstichtag aus und werden sich auch künftig ausgleichen. Zur Absicherung des Zins- und Währungsrisikos im Zusammenhang mit einem Fremdwährungsdarlehen wurden Zinswährungsswaps in gleicher Höhe abgeschlossen. Es handelt sich um eine Mikro-Bewertungseinheit. Sofern ein negativer Marktwert aus der Bewertung des schwebenden Sicherungskontrakts einem Bewertungsgewinn aus dem Grundgeschäft entgegensteht, wird dieser bilanziell nicht berücksichtigt. Soweit sich daraus ein negativer Überhang ergibt, wird eine Drohverlustrückstellung passiviert. Der Sicherungszeitraum beträgt acht Jahre. Die Nominalwerte der ausstehenden Finanzderivate in Fremdwährung werden zum Jahresstichtagskurs in Euro umgerechnet. Die nachstehenden Buchwerte sind den Posten der Bilanz entnommen. scroll € in Millionen 2015 2014 Sonstige Vermögensgegenstände Zinswährungsswaps 2 - Sonstige Rückstellungen Rohstoffswaps -2 -2 Währungssicherungskontrakte -1 -3 Sonstige Verbindlichkeiten Put-Optionen auf eigene Aktien - -1 -1 -6 HAFTUNGSVERHÄLTNISSE scroll € in Millionen 2015 2014 Kreditbürgschaften zugunsten verbundener Unternehmen und Beteiligungen 177 190 Kreditbürgschaften im Zusammenhang mit Fördermaßnahmen 31 32 Mietgarantien 17 48 Sonstige 8 14 233 284 Davon gegenüber verbundenen Unternehmen 223 271 Zum Bilanzstichtag wurden die bestehenden Haftungsverhältnisse der Infineon Technologies AG unter Berücksichtigung vorhandener Erkenntnisse über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Geschäftspartner hinsichtlich der Risikosituation überprüft. Die Gesellschaft schätzt bei allen aufgeführten Verpflichtungen das Risiko einer möglichen Inanspruchnahme als nicht wahrscheinlich ein. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN scroll Gesamtbetrag Davon mit einer Restlaufzeit Gesamtbetrag € in Millionen 2015 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren 2014 Verpflichtungen aus geschlossenen Miet- und Leasingverträgen gegenüber fremden Dritten 385 61 149 175 482 Verpflichtungen aus Einkaufsverträgen und Investitionsvorhaben gegenüber fremden Dritten 278 255 23 - 262 663 316 172 175 744 Am Bilanzstichtag bestehen nicht bilanzierte Zahlungsverpflichtungen aus Leasingverträgen für Immobilienobjekte sowie aus langfristigen Mietverträgen für Anlagengegenstände gegenüber fremden Dritten. Nach den vertraglichen Bedingungen sind der Infineon Technologies AG die Leasingobjekte nicht als wirtschaftliches Eigentum zuzurechnen. Am Bilanzstichtag bestehen ferner zusätzlich nicht bilanzierte Verpflichtungen aus Einkaufsverträgen und begonnenen oder geplanten Investitionsvorhaben in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen gegenüber fremden Dritten. Die Infineon Technologies AG führt als Muttergesellschaft des Infineon-Konzerns entsprechende Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Gesellschaft steuert die logistischen und produktionsbezogenen Prozesse innerhalb des Konzernverbundes. Neben eigenen Fertigungen in Regensburg und Warstein nutzt die Gesellschaft Fertigungskapazitäten bei Auftragsfertigern innerhalb des Konzernverbundes. Entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen hat die Gesellschaft potenzielle Kostenrisiken aufgrund nicht ausgelasteter Kapazitäten bei den beauftragten Konzernunternehmen zu tragen. Die möglichen finanziellen Verpflichtungen liegen nach Einschätzung der Gesellschaft im geschäftsüblichen Rahmen. RECHTSSTREITIGKEITEN UND STAATLICHE UNTERSUCHUNGSVERFAHREN WETTBEWERBSRECHTLICHE VERFAHREN SMARTCARDS Im Oktober 2008 hat die EU-Kommission gegen die Gesellschaft und weitere Hersteller von Chips für Smartcards ein kartellrechtliches Untersuchungsverfahren eingeleitet. Die EU-Kommission hat am 3. September 2014 eine Geldbuße in Höhe von €83 Millionen gegen Infineon verhängt, die im Oktober 2014 bezahlt wurde. Infineon weist sämtliche Vorwürfe als unbegründet zurück. Zudem sieht Infineon seine Verfahrensrechte durch die EU-Kommission verletzt und hat Mitte November 2014 Klage gegen die Bußgeldentscheidung beim Europäischen Gericht in Luxemburg eingelegt. Im Zusammenhang mit dem Verfahren der EU-Kommission wurden in Kanada zwei Sammelklagen auf Schadensersatz in unbezifferter Höhe eingereicht: die erste Klage in der Provinz British Columbia im Juli 2013 und eine weitere Klage in der Provinz Quebec im September 2014. Die Klagen folgten jeweils Presseberichten über die Untersuchung beziehungsweise Entscheidung der EU-Kommission. Es wurden von den Gerichten noch keine Verfahrenstermine angesetzt. Im Dezember 2014 hat ein indirekter Kunde in London (Großbritannien) Klage gegen Infineon und Renesas eingereicht, die der Gesellschaft am 20. April 2015 zugestellt wurde. Mit der Klage macht der Kläger Schadensersatz in noch zu bestimmender Höhe im Zusammenhang mit den von der EU-Kommission erhobenen Vorwürfen geltend. Jegliche weitere Stellungnahme der Gesellschaft zu diesen Verfahren könnte daher die Position der Gesellschaft in diesen Verfahren ernsthaft beeinträchtigen. VORGÄNGE IM ZUSAMMENHANG MIT QIMONDA Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Mai 2006 wurden alle wesentlichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Geschäftsaktivitäten, die dem Speichergeschäft ("Memory Products") zuzuordnen waren, aus Infineon ausgegliedert und im Wege der Sacheinlage in Qimonda eingebracht. Am 23. Januar 2009 hat Qimonda beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Aus der Insolvenz von Qimonda haben sich verschiedene Streitigkeiten zwischen dem Insolvenzverwalter und Infineon entwickelt. Teilvergleich vom 11. September 2014 Am 11. September 2014 haben die Gesellschaft und der Insolvenzverwalter einen Teilvergleich geschlossen, der am 9. Oktober 2014 vollzogen wurde. Am Vollzugstag hat die Gesellschaft für diesen Teilvergleich €260 Millionen an den Insolvenzverwalter bezahlt. Der Teilvergleich beinhaltet zum einen den Erwerb des Qimonda-Patentgeschäfts durch Infineon, welches das gesamte Patentportfolio beinhaltet. Der Insolvenzverwalter hat Infineon das Patentgeschäft einschließlich des Eigentums an den Patenten zum Vollzugstag übertragen. Durch den Vergleich wurde am Vollzugstag außerdem das Verfahren über den Fortbestand der Nutzungsrechte von Infineon und den Lizenznehmern von Infineon an den Qimonda-Patenten einvernehmlich beendet. Mit dem Teilvergleich wurde außerdem das Verfahren zur insolvenzrechtlichen Anfechtung von konzerninternen Zahlungen einvernehmlich beendet. Darüber hinaus wurden weitere außergerichtlich geltend gemachte Anfechtungsansprüche sowie alle sonstigen Ansprüche des Insolvenzverwalters erledigt, solange diese nicht im Zusammenhang mit dem Verfahren zur angeblichen wirtschaftlichen Neugründung und Differenzhaftung sowie der Nachhaftung Qimonda Dresden stehen. Angebliche wirtschaftliche Neugründung und Differenzhaftung Der Insolvenzverwalter hat im November 2010 beim Landgericht München I eine unbezifferte Feststellungsklage gegen die Infineon Technologies AG und - im Wege der Streitverkündung - gegen die Infineon Technologies Holding B.V. sowie die Infineon Technologies Investment B.V. eingereicht. Er hat beantragt festzustellen, dass Infineon verpflichtet sei, die Unterbilanz von Qimonda auszugleichen, die im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen von Qimonda bestand, das heißt, Qimonda denjenigen Betrag zu erstatten, um den das tatsächliche Gesellschaftsvermögen von Qimonda im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hinter dem Betrag des Grundkapitals von Qimonda zurückblieb. Der Insolvenzverwalter ist der Auffassung, dass es sich bei der Aufnahme der operativen Tätigkeit durch Qimonda um eine von der Rechtsprechung sogenannte wirtschaftliche Neugründung handele, die nicht formgerecht offengelegt worden sei. Am 6. März 2012 hat der Bundesgerichtshof in einem in anderer Sache ergangenen Grundsatzurteil entschieden, dass es für eine etwaige Haftung im Fall der wirtschaftlichen Neugründung allerdings nicht - wie vom Insolvenzverwalter behauptet - auf den Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung, sondern lediglich den Zeitpunkt der Neugründung ankommt. Am 14. Februar 2012 hat der Insolvenzverwalter zusätzlich zu seiner unbezifferten Feststellungsklage hilfsweise einen Zahlungsantrag gestellt und zudem weitere Ansprüche geltend gemacht. Wegen der angeblichen wirtschaftlichen Neugründung verlangte der Insolvenzverwalter mit seinem Hilfsantrag die Zahlung von mindestens €1,71 Milliarden zuzüglich Zinsen. Am 15. Juni 2012 hat der Insolvenzverwalter seinen Zahlungsantrag vom 14. Februar 2012 erhöht. Seinen angeblichen Anspruch aus wirtschaftlicher Neugründung beziffert der Insolvenzverwalter nunmehr mit mindestens rund €3,35 Milliarden zuzüglich Zinsen. Außerdem stützt er einen wesentlichen Teil seiner Ansprüche zusätzlich auf die - schon im August 2011 unbeziffert außergerichtlich geltend gemachte - sogenannte Differenzhaftung. Dem liegt die Behauptung zugrunde, das von Infineon ausgegliederte Speichergeschäft habe von Anfang an einen negativen Wert in Milliardenhöhe gehabt. Die Differenz zum geringsten Ausgabebetrag der an Infineon im Zuge der Ausgliederung von Qimonda ausgegebenen Aktien habe Infineon dem Insolvenzverwalter zu erstatten. Weiterhin macht der Insolvenzverwalter einen Zahlungsanspruch in Höhe von €10 Millionen aus Qimonda angeblich zu Unrecht weiterbelasteten Beraterkosten im Zusammenhang mit dem Qimonda Börsengang geltend. Die behauptete Differenzhaftung steht im Widerspruch zu zwei Wertgutachten, die in Vorbereitung der Kapitalerhöhung von unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften angefertigt wurden, und zwar von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Auftrag von Infineon und von einer anderen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als gerichtlich bestelltem Sacheinlage- und Nachgründungsprüfer. In ihrem damaligen Wertgutachten kam die von Infineon beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu dem Ergebnis, dass der Wert des eingebrachten Geschäftsbereichs den geringsten Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien um ein Vielfaches überstieg. Die gerichtlich bestellte Sacheinlage- und Nachgründungsprüferin hat dem Gericht bestätigt, dass der geringste Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien - wie vom Gesetz gefordert - durch den Wert der Sacheinlagen gedeckt sei. Außerdem hat Infineon im Rahmen der Verteidigung gegen die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Ansprüche mehrere gutachterliche Stellungnahmen in Auftrag gegeben, die ebenfalls zu dem Ergebnis kommen, dass die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Einwendungen gegen die Bewertung der Sacheinlage nicht bestehen. Der Rechtsstreit fokussiert sich mittlerweile auf die wegen angeblich fehlender Werthaltigkeit geltend gemachten Ansprüche. Am 29. August 2013 hat das Gericht einen unabhängigen Sachverständigen zur Klärung der vom Insolvenzverwalter aufgeworfenen Bewertungsfragen bestellt. Weiterhin soll ein zusätzlicher Gutachter zu technischen Fragestellungen bestellt werden. Der Rechtsstreit wird von beiden Parteien mit sehr hohem Aufwand geführt. Die Parteien haben bereits eine Vielzahl äußerst umfangreicher Schriftsätze ausgetauscht. Für beide Seiten sind zahlreiche Experten und Sachverständige tätig, die den jeweiligen Parteivortrag mit Gutachten und Stellungnahmen stützen. Angesichts der hohen Komplexität der zu entscheidenden Fragen und der Höhe der geltend gemachten Ansprüche ist derzeit nicht absehbar, ob dieser Rechtsstreit ebenfalls durch eine außergerichtliche Einigung beendet werden könnte und, wenn dies nicht der Fall sein sollte, wann es zu einer erstinstanzlichen gerichtlichen Entscheidung kommt. Nachhaftung als persönlich haftende Gesellschafterin der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG Infineon war bis zur Ausgliederung des Speichergeschäfts persönlich haftende Gesellschafterin von Qimonda Dresden. Bestimmte Altgläubiger haben deshalb sogenannte Nachhaftungsansprüche gegen Infineon. Diese kann nur der Insolvenzverwalter im Namen dieser Gläubiger geltend machen. Diese Ansprüche schließen unter anderem mögliche Rückzahlungen von öffentlichen Fördermitteln, Gewerbesteuerforderungen, Forderungen von Dienstleistern und Lieferanten, aber auch mitarbeiterbezogene Ansprüche wie Vergütungen und Sozialabgaben ein. Mit zahlreichen Nachhaftungsgläubigern, insbesondere hinsichtlich der mitarbeiterbezogenen Ansprüche, konnten zwischenzeitlich bereits Vergleiche erzielt werden. Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit Qimonda Infineon erfasst Rückstellungen und Verbindlichkeiten für solche Verpflichtungen und Risiken, von denen Infineon zum jeweiligen Bilanzstichtag annimmt, dass sie wahrscheinlich zu einer Zahlung führen können - das heißt, dass aus Sicht von Infineon zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt überwiegende Gründe für eine Verpflichtung oder ein Risiko sprechen -, und wenn die Verpflichtung oder das Risiko zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden kann. Wie oben beschrieben, sieht sich Infineon im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren über das Vermögen von Qimonda und deren Tochtergesellschaften bestimmten Risiken ausgesetzt. Zum 30. September 2015 und zum 30. September 2014 hat Infineon daher im Zusammenhang mit einigen der oben genannten Sachverhalte Rückstellungen und Verbindlichkeiten von insgesamt €54 Millionen beziehungsweise €304 Millionen bilanziert. Von den zum 30. September 2015 bilanzierten Rückstellungen und Verbindlichkeiten entfallen €32 Millionen auf die Nachhaftung als persönlich haftende Gesellschafterin der Qimonda Dresden. Für die Verteidigung im weiterhin anhängigen Rechtsstreit um die angebliche wirtschaftliche Neugründung und Differenzhaftung hat die Gesellschaft zum 30. September 2015 eine Rückstellung von €17 Millionen gebildet. Übrige Rückstellungen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda belaufen sich zum 30. September 2015 auf €5 Millionen. Im Oktober 2015 hat die Gesellschaft €14 Millionen für erzielte Vergleichsvereinbarungen über Nachhaftungsansprüche von ehemaligen Mitarbeiter von Qimonda Dresden an den Insolvenzverwalter bezahlt. Es gibt keine Sicherheit, dass die für Qimonda erfassten Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die sich im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda, insbesondere mit den oben dargestellten Angelegenheiten, ergeben können. Außerdem könnten möglicherweise Verpflichtungen und Risiken eintreten, die momentan nicht als wahrscheinlich angesehen werden und daher nicht von den Rückstellungen erfasst sind und insoweit Eventualverbindlichkeiten darstellen. Dies gilt insbesondere für den oben ausgeführten Rechtsstreit aus angeblicher wirtschaftlicher Neugründung und Differenzhaftung. Sollten die geltend gemachten Ansprüche Bestand haben, könnten erhebliche finanzielle Verpflichtungen für Infineon entstehen, welche einen negativen Einfluss auf das Geschäft und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten. Jegliche weitere Stellungnahme der Gesellschaft zu diesem Verfahren könnte die Position der Gesellschaft in diesem Verfahren ernsthaft beeinträchtigen. SONSTIGES Gegen Infineon laufen verschiedene andere Rechtsstreitigkeiten und Verfahren im Zusammenhang mit der jetzigen oder früheren Geschäftstätigkeit. Diese können Produkte, Leistungen, Patente, Umweltangelegenheiten und andere Sachverhalte betreffen. Seit der Akquisition von International Rectifier ist Infineon außerdem derzeit und möglicherweise auch zukünftig in verschiedene Rechtsstreitigkeiten und Gerichtsverfahren involviert und Risiken ausgesetzt, die im Zusammenhang mit der gegenwärtigen oder früheren Geschäftstätigkeit von International Rectifier stehen. Diese betreffen insbesondere Rechtsstreitigkeiten und Ansprüche aus dem Umweltbereich, in denen International Rectifier Beklagte ist oder als potenziell verantwortliche Partei benannt wurde oder freiwillige Angaben gemacht hat; teilweise mit Beteiligung staatlicher Behörden, teilweise mit nichtstaatlichen Parteien. Infineon ist nach derzeitigem Kenntnisstand der Auffassung, dass aus dem Ausgang dieser anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren jeweils kein wesentlicher negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten ist. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass dies in Zukunft anders bewertet werden muss und sich aus der Neubewertung der anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren eine wesentliche negative Beeinflussung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, insbesondere zum Zeitpunkt der Neubewertung, ergeben könnte. Darüber hinaus ist Infineon im Zusammenhang mit seiner jetzigen oder früheren Geschäftstätigkeit vielfältigen rechtlichen Risiken ausgesetzt, die bisher nicht zu Rechtsstreitigkeiten führten. Dazu zählen unter anderem Risiken aus Produkthaftungs-, Umwelt-, Kapitalmarkt-, Antikorruptions-, Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie sonstigen Compliance-Vorschriften. In diesem Zusammenhang könnte Infineon auch für Gesetzesverstöße einzelner Mitarbeiter oder Dritter in Anspruch genommen werden. BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMEN GEMÄß § 285 NR. 21 HGB Die Infineon Technologies AG nimmt im normalen Geschäftsbetrieb Transaktionen mit verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, vor ("nahestehende Unternehmen"). Nahestehende Personen sind Personen in Schlüsselpositionen des Unternehmens wie Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ("nahestehende Personen"). In den Geschäftsjahren 2015 und 2014 gab es keine Transaktionen zwischen der Gesellschaft und nahestehenden Personen, die über das bestehende Anstellungs-, Dienst- oder Bestellungsverhältnis beziehungsweise der vertraglichen Vergütung hierfür hinausgehen. Die Gesellschaft bezieht bestimmte Vorprodukte und Leistungen von und verkauft bestimmte Produkte und Leistungen an nahestehende Unternehmen. Diese Käufe von und Verkäufe an nahestehende Unternehmen erfolgen in der Regel zu Herstellungskosten zuzüglich einer Gewinnmarge. Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzforderungen und sonstigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von insgesamt jeweils €1.153 Millionen bzw. €325 Millionen zum 30. September 2015 und 2014. Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen bestehen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzverbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von insgesamt €685 Millionen und €502 Millionen zum 30. September 2015 und 2014. Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegen nahestehende Unternehmen zum 30. September 2015 und 2014 werden zunächst in Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften, an denen Infineon Technologies AG beteiligt ist, unterteilt. Anschließend werden die Forderungen gegen und die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen nach Art und Weise des Geschäftsvorfalls unterschieden. Die als Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesenen Beträge resultieren aus dem Kauf beziehungsweise Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Finanzforderungen und -verbindlichkeiten beinhalten die gewährten und geschuldeten Beträge aus Darlehen sowie die zu Interbankensätzen aufgelaufenen Zinsen. Die Umsätze mit nahestehenden Unternehmen betrugen insgesamt €3.217 Millionen und €2.679 Millionen in den Geschäftsjahren 2015 und 2014, wohingegen die Bezüge von nahestehenden Unternehmen €1.941 Millionen und €1.469 Millionen in den Geschäftsjahren 2015 und 2014 betrugen. VORSTAND UND AUFSICHTSRAT VERGÜTUNGEN IM GESCHÄFTSJAHR 2015 Die im Geschäftsjahr 2015 aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten für ihre Tätigkeit eine erfolgsunabhängige fixe Vergütung in Höhe von insgesamt €2,7 Millionen (Vorjahr: €2,4 Millionen). Die Vorstandsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2015 außerdem eine variable, erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von insgesamt €3,9 Millionen (Vorjahr: €2,5 Millionen). Diese setzte sich aus einem Short Term Incentive in Höhe von insgesamt €2,0 Millionen (Vorjahr: €1,3 Millionen) und einem Mid Term Incentive in Höhe von insgesamt €1,9 Millionen (Vorjahr: €1,2 Millionen) zusammen. Darüber hinaus erhielt der Vorstand einen Long Term Incentive (LTI), welcher 2015 in Form von Performance Shares gewährt wurde. Bislang wurde der LTI in Form von Aktienoptionen auf Basis des Aktienoptionsplans 2010 gewährt. Der aus dem LTI resultierende Aufwand belief sich auf €0,5 Millionen (Vorjahr: €0,6 Millionen). Die an die aktiven Mitglieder des Vorstands für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2015 gewährte Gesamtvergütung betrug €7,1 Millionen (Vorjahr: €5,5 Millionen). Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Infineon Technologies AG einschließlich des an sie gezahlten Sitzungsgelds betrug im Geschäftsjahr 2015 €1,5 Millionen (Vorjahr: €1,2 Millionen). Die bei Infineon beschäftigten Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bezogen zudem für ihre Tätigkeit als Arbeitnehmer ein Gehalt. An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2015 Gesamtbezüge (insbesondere Versorgungsleistungen) von €1,1 Millionen ausbezahlt (Vorjahr: €1,1 Millionen). Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betrugen zum 30. September 2015 insgesamt €46,2 Millionen (Vorjahr: €47,2 Millionen). Weder die Infineon Technologies AG noch eine ihrer Tochtergesellschaften hat ein Darlehen an Mitglieder des Aufsichtsrats oder des Vorstands gewährt. Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 285 Nr. 9 HGB wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und Konzernlageberichts ist. DER VORSTAND Als Vorstand der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2015 folgende Herren bestellt beziehungsweise berufen: scroll Name Alter Ende der Amtszeit Beruf Mitgliedschaft in Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand 30. September 2015) Dr. Reinhard Ploss 59 30. September 2020 Vorsitzender des Vorstands, Chief Executive Officer, Arbeitsdirektor Mitglied des Aufsichtsrats - Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich (Vorsitzender) Mitglied des Board of Directors - Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia (Vorsitzender) Dominik Asam 46 31. Dezember 2018 Mitglied des Vorstands, Executive Vice President, Finanzvorstand Mitglied des Aufsichtsrats - EPCOS AG, München - Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich Mitglied des Board of Directors - Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur - Infineon Technologies China Co., Ltd., Shanghai, Volksrepublik China - Infineon Technologies North America Corp., Wilmington, Delaware, USA - International Rectifier Corporation, Wilmington, Delaware, USA (seit 13. Januar 2015) Arunjai Mittal 44 31. Dezember 2019 Mitglied des Vorstands, Executive Vice President Mitglied des Aufsichtsrats - tesa SE, Hamburg Mitglied des Board of Directors - Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur (Vorsitzender) - Infineon Technologies India, Pvt. Ltd., Bangalore, Indien - Infineon Technologies North America Corp., Wilmington, Delaware, USA (Vorsitzender) - Infineon Technologies Japan K.K., Tokio, Japan - International Rectifier Corporation, Wilmington, Delaware, USA (seit 13. Januar 2015) DER AUFSICHTSRAT Die Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2015, deren Position im Aufsichtsrat, deren Beruf, deren Mitgliedschaften in anderen Aufsichts- und Kontrollgremien und deren Alter sind nachfolgend dargestellt (Stand: 30. September 2015): scroll Name Alter Ende der Amtszeit Beruf Mitgliedschaft in weiteren Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen Wolfgang Mayrhuber 68 Ordentliche Hauptversammlung 2020 Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats Vorsitzender - Deutsche Lufthansa AG, Köln (Vorsitzender) - BMW AG, München (bis 13. Mai 2015) - Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG, München Mitglied des Board of Directors - Heico Corporation, Hollywood, Florida, USA Johann Dechant1 50 Ordentliche Hauptversammlung 2020 Vorsitzender des Betriebsrats Regensburg, Infineon Technologies AG Mitglied des Verwaltungsrats Stellvertretender Vorsitzender (seit 12. Februar 2015) - BKK der Siemens AG, Heidenheim Peter Bauer (seit 12. Februar 2015) 55 Ordentliche Hauptversammlung 2020 Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats - OSRAM Licht AG, München (Vorsitzender) - OSRAM GmbH, München (Vorsitzender) - Kontron AG, Eching (bis 31. August 2015) Dr. Herbert Diess (seit 12. Februar 2015) 56 Ordentliche Hauptversammlung 2020 Mitglied des Vorstands - Volkswagen AG, Wolfsburg Annette Engelfried1 (seit 12. Februar 2015) 50 Ordentliche Hauptversammlung 2020 Gewerkschaftssekretärin der IG Metall - Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen Mitglied des Aufsichtsrats - Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden Peter Gruber1 54 Ordentliche Hauptversammlung 2020 Leiter Operations Finanzen, Infineon Technologies AG Mitglied des Aufsichtsrats Vertreter der Leitenden Angestellten - Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden Mitglied des Board of Directors - Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia Gerhard Hobbach1 53 Ordentliche Hauptversammlung 2020 Mitglied des Betriebsrats Campeon, Infineon Technologies AG Hans-Ulrich Holdenried 64 Ordentliche Hauptversammlung 2020 Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats - Integrata AG, Stuttgart (bis 10. Februar 2015) - Wincor Nixdorf AG, Paderborn Prof. Dr. Renate Köcher 63 Ordentliche Hauptversammlung 2020 Geschäftsführerin Mitglied des Aufsichtsrats - Institut für Demoskopie Allensbach GmbH, Allensbach - Allianz SE, München - BMW AG, München - Robert Bosch GmbH, Gerlingen - Nestlé Deutschland AG, Frankfurt am Main Dr. Susanne Lachenmann1 (seit 12. Februar 2015) 48 Ordentliche Hauptversammlung 2020 Entwicklungsingenieurin Dr. Manfred Puffer 52 Ordentliche Hauptversammlung 2020 Unternehmensberater Mitglied des Board of Directors - Athene Holding Ltd., Pembroke, Bermuda - Athene Life Re Ltd., Pembroke, Bermuda Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel 62 Ordentliche Hauptversammlung 2020 Professorin - Technische Universität München, München Jürgen Scholz1 54 Ordentliche Hauptversammlung 2020 1. Bevollmächtigter der IG Metall, Regensburg Mitglied des Aufsichtsrats - Krones AG, Neutraubling Mitglied des Verwaltungsrats - BKK der BMW AG, Dingolfing Kerstin Schulzendorf1 (seit 12. Februar 2015) 53 Ordentliche Hauptversammlung 2020 Freigestellte Betriebsrätin des Betriebsrats Dresden, Infineon Technologies Dresden GmbH Dr. Eckart Sünner 71 Ordentliche Hauptversammlung 2020 Selbstständiger Rechtsanwalt Mitglied des Aufsichtsrats - K+S AG, Kassel Diana Vitale1 (seit 12. Februar 2015) 40 Ordentliche Hauptversammlung 2020 Stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats Warstein, Infineon Technologies AG Ausgeschiedene Aufsichtsräte Wigand Cramer1 62 12. Februar 2015 Gewerkschaftssekretär der IG Metall, Berlin Reinhard Gottinger1 54 12. Februar 2015 Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, Infineon Technologies AG Gerd Schmidt1 61 12. Februar 2015 Vorsitzender des Betriebsrats Regensburg, Infineon Technologies AG 1 Arbeitnehmervertreter AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS Vermittlungsausschuss Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender) Johann Dechant Hans-Ulrich Holdenried Jürgen Scholz Präsidialausschuss Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender) Johann Dechant Gerhard Hobbach Hans-Ulrich Holdenried Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss Dr. Eckart Sünner (Vorsitzender) Johann Dechant Annette Engelfried Wolfgang Mayrhuber Strategie- und Technologieausschuss Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel (Vorsitzende) Peter Gruber Hans-Ulrich Holdenried Dr. Susanne Lachenmann Wolfgang Mayrhuber Jürgen Scholz Nominierungsausschuss Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender) Prof. Dr. Renate Köcher Dr. Manfred Puffer Der Anteilsbesitz der Mitglieder des Aufsichtsrats an Aktien der Infineon Technologies AG einzeln oder gesamt betrug zum 30. September 2015 weniger als 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Die Geschäftsadresse jedes der Aufsichtsratsmitglieder ist: Infineon Technologies AG, Am Campeon 1-12, D-85579 Neubiberg (Deutschland). ANGABE GEMÄß § 160 ABS. 1 NR. 2 AKTG Die Gesellschaft hatte am 9. Mai 2011 beschlossen, von der Ermächtigung zum Aktienrückkauf, die von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilt wurde, Gebrauch zu machen. Der Aktienrückkauf diente ausschließlich dem Zweck der Einziehung der Aktien zur Kapitalherabsetzung, der Bedienung von Wandelanleihen und der Zuteilung von Aktien an Mitarbeiter, Organmitglieder von verbundenen Unternehmen und Mitglieder des Vorstands und erfolgte im Übrigen nach Maßgabe der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der EG-VO. Im Geschäftsjahr 2013 wurden bis zur Beendigung des Programms zum 31. März 2013 Put-Optionen über 6 Millionen Aktien ausgeübt, die zum 30. September 2015 weiterhin im Bestand der Gesellschaft sind. Diese Aktien entsprechen einem Betrag von nominal €12 Millionen beziehungsweise 0,53% des Grundkapitals zum 30. September 2015. Im November 2013 hatte die Gesellschaft ein weiteres Programm zur Kapitalrückgewähr von bis zu €300 Millionen beschlossen. Bis zur Beendigung dieses Programms zum 30. September 2015 waren alle begebenen Put-Optionen verfallen. ANGABE GEMÄß § 160 ABS. 1 NR. 4 AKTG Für Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 4 AktG verweisen wir auf die Ausführungen zum genehmigten Kapital. ANGABE GEMÄß § 160 ABS. 1 NR. 8 AKTG Nach § 21 Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte einer börsennotierten Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von vier Handelstagen, mitzuteilen. Der Gesellschaft wurden folgende zum 30. September 2015 bestehende Beteiligungen mitgeteilt (die entsprechenden Prozent- und Aktienzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Meldung vorhandene Grundkapital; die Anzahl der Aktien ist der letzten Stimmrechtsmitteilung an die Gesellschaft entnommen und kann daher zwischenzeitlich überholt sein): ― Dodge & Cox Investment Managers, San Francisco (Kalifornien/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 7. August 2009 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil von Dodge & Cox, San Francisco (USA) an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 5. August 2009 die Schwelle von 10 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 9,95 Prozent (das entspricht 106.771.627 Stimmrechten) betrug. 9,88 Prozent der Stimmrechte sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG von Dodge & Cox International Stock Fund zuzurechnen, weitere 0,08 Prozent der Stimmrechte sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG von Dodge & Cox Global Stock Fund zuzurechnen, der selbst weniger als 3 Prozent der Stimmrechte hält. ― Dodge & Cox Investment Managers, San Francisco (Kalifornien/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 7. August 2009 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil von Dodge & Cox International Stock Fund, San Francisco (USA) an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 5. August 2009 die Schwelle von 10 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 9,88 Prozent (das entspricht 105.919.119 Stimmrechten) betrug. ― Die The Capital Group Companies, Inc., Los Angeles (Kalifornien/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 6. September 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 1. September 2012 die Schwellen von 3 Prozent und 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 8,02 Prozent (das entspricht 87.237.100 Stimmrechten) betrug. 8,02 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 87.237.100 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 und Satz 3 WpHG zuzurechnen. Davon wurden 45.285.000 Stimmrechte (das entspricht 4,17 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG) von der EuroPacific Growth Fund, Inc. gehalten. ― Die Capital Research and Management Company, Los Angeles (Kalifornien/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 2. August 2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, ― Neubiberg (Deutschland) am 28. Juli 2011 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,06 Prozent (das entspricht 55.007.300 Stimmrechten) betrug. 5,06 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 55.007.300 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen. ― Die EuroPacific Growth Fund, Inc., Los Angeles (Kalifornien/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 15. Juni 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 9. Juni 2015 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 4,98 Prozent (das entspricht 56.168.948 Stimmrechten) betrug. ― Die Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt (Deutschland) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 20. April 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 17. April 2015 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,02 Prozent (das entspricht 56.623.450 Stimmrechten) betragen hat. 2,96 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 33.441.696 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen. ― Die BlackRock, Inc., Wilmington (Delaware/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 11. Mai 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 7. Mai 2015 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,003 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 56.480.085 Stimmrechten) betrug. 2,08 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 23.440.320 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. 3,19 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 36.031.089 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die BlackRock Holdco 2, Inc., Wilmington (Delaware/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 25. Juni 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 23. Juni 2015 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,004 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 56.504.703 Stimmrechten) betrug. 2,15 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 24.261.838 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. 3,13 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 35.295.387 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die BlackRock Financial Management, Inc., Wilmington (Delaware/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 25. Juni 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 23. Juni 2015 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,004 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 56.504.703 Stimmrechten) betragen hat. 2,15 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 24.261.838 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. 0,0004 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 4.465 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen.3,13 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 35.295.387 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die Kuwait Investment Authority as Agent for the Government of the State of Kuwait, Kuwait (Kuwait) hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 29. Dezember 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 23. Dezember 2014 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,25 Prozent (das entspricht 36.696.894 Stimmrechten) betragen hat. ― Der Staat von Kuwait, Kuwait (Kuwait) hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 13. Januar 2015 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 23. Dezember 2014 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,25 Prozent (das entspricht 36.696.894 Stimmrechten) betragen hat. 3,25 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 36.696.894 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei gehalten über folgende von ihm kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG jeweils 3 Prozent oder mehr beträgt: Kuwait Investment Authority. ― Die Sun Life Financial Inc., Toronto (Ontario/Kanada) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 12. Februar 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 11. Februar 2015 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,001 Prozent (das entspricht 33.844.253 Stimmrechten) betrug. 3,001 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 33.844.253 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die Sun Life Global Investments Inc., Toronto (Ontario/Kanada) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 12. Februar 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 11. Februar 2015 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,001 Prozent (das entspricht 33.844.253 Stimmrechten) betrug. 3,001 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 33.844.253 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die Sun Life Assurance Company of Canada - U.S. Operations Holdings, Inc., Wellesley Hills (Massachusetts/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 12. Februar 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 11. Februar 2015 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,001 Prozent (das entspricht 33.844.253 Stimmrechten) betrug. 3,001 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 33.844.253 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die Sun Life Financial (U.S.) Holdings, Inc.,Wellesley Hills (Massachusetts/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 12. Februar 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 11. Februar 2015 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,001 Prozent (das entspricht 33.844.253 Stimmrechten) betrug. 3,001 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 33.844.253 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die Sun Life Financial (U.S.) Investments LLC, Wellesley Hills (Massachusetts/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 12. Februar 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 11. Februar 2015 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,001 Prozent (das entspricht 33.844.253 Stimmrechten) betrug. 3,001 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 33.844.253 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die Sun Life of Canada (U.S.) Financial Services Holdings, Inc., Boston (Massachusetts/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 12. Februar 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 11. Februar 2015 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,001 Prozent (das entspricht 33.844.253 Stimmrechten) betrug. 3,001 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 33.844.253 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die Massachusetts Financial Services Company (MFS), Boston (Massachusetts/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 12. Februar 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 11. Februar 2015 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,001 Prozent (das entspricht 33.844.253 Stimmrechten) betrug. 2,61 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 29.789.436 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG zuzurechnen. 0,36 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 4.054.817 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG in Verbindung mit Satz 2 WpHG zuzurechnen. Eine § 21 Abs. 1 WpHG vergleichbare Mitteilungspflicht sieht § 25 WpHG im Hinblick auf Finanzinstrumente vor, die ihrem Inhaber ein unbedingtes Recht zum einseitigen Erwerb stimmberechtigter Aktien verleihen. Darüber hinaus besteht nach § 25a WpHG eine weitere Mitteilungspflicht in Bezug auf solche Finanz- und sonstige Instrumente, die es ihrem Inhaber faktisch oder wirtschaftlich ermöglichen, mit Stimmrechten verbundene Aktien zu erwerben. Die der Gesellschaft nach §§ 25, 25a WpHG zugegangenen Mitteilungen (sowie auch alle Mitteilungen nach §§ 21, 22 WpHG) sind über die Internet-Seite der Gesellschaft beziehungsweise die Internet-Plattform der Deutschen Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität mbH einsehbar. ANGABE GEMÄß § 161 AKTG Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung wurde vom Vorstand und vom Aufsichtsrat abgegeben und dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Sie ist im Internet unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance/Entsprechenserklärungen") veröffentlicht. AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES GEMÄß § 285 NR. 11 UND NR. 11A HGB scroll Gesellschaftsname Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % davon Infineon Technologies AG in % Eigenkapital in Mio. € Jahresergebnis in Mio. € Fußnoten Deutschland EPOS embedded core & power systems GmbH & Co. KG Duisburg 100% 100% 0,49 0,20 3 EPOS embedded core & power systems Verwaltungs GmbH Duisburg 100% 100% 0,05 0,00 3 Haus der Zukunft gGmbH Berlin k. A. k. A. k. A. k. A. 13 Hitex GmbH Karlsruhe 100% 100% 2,16 0,00 2,3 Infineon Technologies Akquisitionsgesellschaft 1 mbH (vormals Infineon Technologies Mantel 19 GmbH) Neubiberg 100% 0,05 0,00 2,3 Infineon Technologies Akquisitionsgesellschaft 2 mbH (vormals Infineon Technologies Mantel 25 GmbH) Neubiberg 100% 0,02 0,00 3 Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG Warstein 60% 60% 68,92 2,62 3 Infineon Technologies Bipolar Verwaltungs GmbH Warstein 60% 60% 0,03 0,00 3 Infineon Technologies Delta GmbH Neubiberg 100% 100% 0,02 0,00 3 Infineon Technologies Dresden GmbH Dresden 100% 100% 224,27 0,00 2,3 Infineon Technologies Finance GmbH Neubiberg 100% 50% 369,89 0,00 2,3 Infineon Technologies Gamma GmbH Neubiberg 100% 100% 0,02 0,00 3 Infineon Technologies Mantel 21 GmbH Neubiberg 100% 100% 0,03 0,00 2,3 Infineon Technologies Mantel 24 GmbH Neubiberg 100% 100% 0,02 0,00 3 Infineon Technologies Mantel 26 AG Neubiberg 100% 100% 0,04 0,00 3 Infineon Technologies Mantel 27 GmbH Neubiberg 100% 100% 0,03 0,00 2,10 Infineon Technologies Neu-Isenburg Vertriebs GmbH Neu-Isenburg 100% 7,94 1,85 5 KFE Kompetenzzentrum Fahrzeug Elektronik GmbH Lippstadt 24% 24% 2,04 0,14 6 Molstanda Vermietungsgesellschaft mbH Neubiberg 94% 94% 14,56 2,39 6 OSPT IP Pool GmbH Neubiberg 100% 100% 0,02 0,00 3 Qimonda AG in Insolvenz München 77% 28% - - 1 Qimonda Beteiligungs GmbH in Insolvenz München 77% - - 1 Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG in Insolvenz Dresden 77% - - 1 Qimonda Dresden Verwaltungsgesellschaft mbH in Insolvenz Dresden 77% - - 1 Qimonda Europe GmbH in Liquidation München 77% - - 1 Qimonda Flash Geschäftsführungs GmbH in Liquidation Dresden 77% - - 1 Qimonda Flash GmbH in Insolvenz Dresden 77% - - 1 Qimonda Solar GmbH Dresden 77% - - 1 Schweizer Electronic AG Schramberg 9% 0,09 48,44 5,58 6 Übriges Europa DICE Danube Integrated Circuit Engineering GmbH & Co. KG Linz, Österreich 72% 1,52 1,47 3 DICE Danube Integrated Circuit Engineering GmbH Linz, Österreich 72% 0,10 0,00 3 Hitex (UK) Limited Coventry, Großbritannien 88% 2,31 0,41 3 Infineon Technologies Austria AG Villach, Österreich 100% 0% 495,59 118,75 3 Infineon Technologies Austria Pensionskasse AG Villach, Österreich 100% 0,80 -0,03 6 Infineon Technologies Bipoláris Kft. Cegled, Ungarn 60% 1,54 0,20 3 Infineon Technologies Cegléd Kft. Cegled, Ungarn 100% 13,54 -0,49 3 Infineon Technologies France S.A.S. St. Denis, Frankreich 100% 11,43 0,23 3 Infineon Technologies Holding B.V. Rotterdam, Niederlande 100% 100% 2087,90 250,79 3 Infineon Technologies Iberia S.L.U. Madrid, Spanien 100% 0,14 0,03 3 Infineon Technologies Investment B.V. Rotterdam, Niederlande 100% 0,13 0,00 3 Infineon Technologies Ireland Ltd. Dublin, Irland 100% 0,42 0,10 3 Infineon Technologies Italia s.r.l. Mailand, Italien 100% 1,73 0,40 3 Infineon Technologies IT-Services GmbH Klagenfurt, Österreich 100% 6,42 3,57 3 Infineon Technologies Nordic AB Kista, Schweden 100% 6,03 0,83 3 Infineon Technologies Romania & Co. Societate in Comandita Bukarest, Rumänien 100% 0,89 0,85 3 Infineon Technologies Romania s.r.l. Bukarest, Rumänien 100% 0,04 0,01 6 Infineon Technologies RUS LLC Moskau, Russische Föderation 100% 0,09 0,03 6 Infineon Technologies Schweiz GmbH Zürich, Schweiz 100% 100% 0,22 0,03 3 Infineon Technologies Shared Service Center, Unipessoal Lda. Maia, Portugal 100% 1,34 0,23 3 Infineon Technologies U.K. Ltd. Bristol, Großbritannien 100% 2,38 1,70 3 International Rectifier Company (Great Britain), Ltd. Newport, Großbritannien 100% 182,06 14,14 5 IR Denmark Aps Skovlunde (Kopenhagen), Dänemark 100% 1,49 0,10 5 IR France SAS Les Ulis (Courtaboeuf), Frankreich 100% 1,19 0,22 5 IR Italy s.r.l. Mailand, Italien 100% 1,86 0,06 5 IR Newport Limited Newport, Großbritannien 100% 181,63 -2,86 5 IR UK Holdings Limited Newport, Großbritannien 100% 41,94 17,66 5 Itarion Solar Lda. Vila do Conde, Portugal 40% - - 1 KAI Kompetenzzentrum Automobil- und Industrieelektronik GmbH Villach, Österreich 100% 0,10 0,00 6 Qimonda Belgium BVBA in Insolvenz Leuven, Belgien 77% - - 1 Qimonda Bratislava s.r.o. in Liquidation Bratislava, Slowakei 77% - - 1 Qimonda France SAS in Liquidation St. Denis, Frankreich 77% - - 1 Qimonda Holding B.V. in Insolvenz Rotterdam, Niederlande 77% - - 1 Qimonda Investment B.V. Rotterdam, Niederlande 77% - - 1 Qimonda Italy s.r.l. in Liquidation Padua, Italien 77% - - 1 Qimonda UK Ltd. in Liquidation High Blantyre, Schottland 77% - - 1 TTTech Computertechnik AG Wien, Österreich k. A. k. A. k. A. k. A. 13 Nord- und Südamerika Celis Semiconductor Corp. Colorado Springs, Colorado, USA 17% - - 1 CHiL Semiconductors Corporation Wilmington, Delaware, USA 100% 0,00 0,00 5 eupec Thermal Management Inc. (in Liquidation) Wilmington, Delaware, USA 51% 0,02 0,01 3 Infineon Technologies Canada, Inc. St.John, New Brunswick, Kanada 100% 0,00 0,00 3 Infineon Technologies North America Corp. Wilmington, Delaware, USA 100% 112,30 2,58 3 Infineon Technologies South America Ltda. Säo Paulo, Brasilien 100% 0,03 -0,04 3 Infineon Technologies US HoldCo Inc. Wilmington, Delaware, USA 100% 0,06 0,00 11 Infineon Technologies US InterCo LLC Wilmington, Delaware, USA 100% 1,00 0,00 0,00 11 International Rectifier Corporation Wilmington, Delaware, USA 100% 1238,56 -256,59 5 International Rectifier HiRel Products, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100% 41,07 -52,22 5 IR EPI Services, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100% 36,71 -48,65 5 IR International Holdings China, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100% 0,00 0,00 5 IR International Holdings, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100% 0,00 0,00 5 Qimonda Finance LLC in Insolvenz Wilmington, Delaware, USA 77% - - 1 Qimonda Licensing LLC Fort Lauderdale, Florida, USA 77% - - 1 Qimonda North America Corp. in Insolvenz Wilmington, Delaware, USA 77% - - 1 Qimonda Richmond LLC in Insolvenz Wilmington, Delaware, USA 77% - - 1 R Labco, Inc. Wilmington, Delaware, USA 100% 0,00 0,00 5 Rectificadores Internacionales, S.A. de C.V. Tijuana, Mexiko 100% 9,37 -28,36 5 Asien/Ozeanien Advanced Power Electronics Corp. Hsinchu County, Taiwan k. A. k. A. k. A. k. A. 13 Infineon Integrated Circuit (Beijing) Co., Ltd. Peking, Volksrepublik China 100% 16,30 1,06 6 Infineon Semiconductors (Wuxi) Co. Ldt. Wuxi, Volksrepublik China 100% 13,71 -0,01 12 Infineon Technologies (Advanced Logic) Sdn. Bhd. Malakka, Malaysia 100% 20,62 1,46 3 Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd. Kulim, Malaysia 100% 128,86 19,19 3 Infineon Technologies (Malaysia) Sdn. Bhd. Malakka, Malaysia 100% 125,01 12,08 3 Infineon Technologies (Wuxi) Co., Ltd. Wuxi, Volksrepublik China 100% 135,74 12,29 6 Infineon Technologies (Xi'an) Co., Ltd. Xi'an, Volksrepublik China 100% 6,92 0,32 6 Infineon Technologies Asia Pacific Pte Ltd Singapur, Singapur 100% 162,23 41,11 3 Infineon Technologies Australia Pty. Ltd. Bayswater, Australien 100% 1,05 0,13 3 Infineon Technologies Batam PT Batam, Indonesien 100% 16,23 1,45 3 Infineon Technologies Center of Competence (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100% 3,37 0,24 6 Infineon Technologies China Co., Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100% 138,96 14,70 6 Infineon Technologies Hong Kong Sales Limited Hongkong, Volksrepublik China 100% 15,89 3,16 5 Infineon Technologies Hong Kong, Ltd. Hongkong, Volksrepublik China 100% 1,37 0,17 3 Infineon Technologies India, Pvt. Ltd. Bangalore, Indien 100% 14,47 1,73 4 Infineon Technologies Japan K.K. Tokio, Japan 100% 8,44 2,35 3 Infineon Technologies Korea Co., Ltd. Seoul, Republik Korea 100% 3,85 0,73 3 Infineon Technologies Philippines, Inc. Muntinlupa City, Philippinen 100% 0,18 0,17 5 Infineon Technologies Southeast Asia Pte, Ltd. Singapur, Singapur 100% 55,19 1,38 5 Infineon Technologies Taiwan Co., Ltd. Taipeh, Taiwan 100% 2,17 0,54 3 International Rectifier Japan Co., Ltd. Tokio, Japan 100% 12,13 5,32 5 International Rectifier Korea Seoul, Republik Korea 100% 1,04 0,02 5 International Rectifier Malaysia Sdn Bhd Kuala Lumpur, Malaysia 100% 0,41 0,00 5 International Rectifier Mauritius, Inc. Curepipe, Mauritius 100% 3,16 0,02 5 International Rectifier Power Management Private Limited (in Liquidation) Bangalore, Indien 100% 0,16 0,00 7 IR Infotech Private, Ltd. (in Liquidation) Mumbai, Indien 100% 0,92 0,00 8 IR Taiwan Co., Ltd. Taipeh, Taiwan 100% 1,00 0,40 0,15 5 LS Power Semitech Co., Ltd. Cheonan, Republik Korea 100% 8,36 -0,75 3,9 MicroLinks Technology Corp. Kaohsiung, Taiwan k. A. k. A. k. A. k. A. 13 Qimonda (Malaysia) Sdn. Bhd. in Liquidation Malakka, Malaysia 77% - - 1 Qimonda Asia Pacific Pte. Ltd. Singapur, Singapur 77% - - 1 Qimonda International Trade (Shanghai) Co. Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 77% - - 1 Qimonda IT (Suzhou) Co., Ltd. in Liquidation Suzhou, Volksrepublik China 77% - - 1 Qimonda Korea Co.Ltd. in Liquidation Seoul, Republik Korea 77% - - 1 Qimonda Memory Product Development Center (Suzhou) Co., in Liquidation Suzhou, Volksrepublik China 77% - - 1 Qimonda Taiwan Co. Ltd. in Liquidation Taipeh, Taiwan 77% - - 1 Shanghai International Rectifier Trading, Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100% 2,90 -0,90 6 Xi'an IR PERI Company, Ltd. Xi'an, Volksrepublik China 50% k. A. k. A. - (1) Am 23. Januar 2009 stellte die Qimonda AG beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren formell eröffnet. Aufgrund der durch die Insolvenz der Qimonda AG eingetretenen erheblichen und andauernden Beschränkung der Rechte der Infineon Technologies AG unterbleibt die Angabe des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses bei der Qimonda AG und deren Tochtergesellschaften. Zudem basiert die Auflistung der von der Qimonda AG gehaltenen Beteiligungen auf Informationen vom 30. September 2010, da die Gesellschaft keine weiteren Informationen bezüglich der Insolvenz oder Liquidation von Qimonda Gesellschaften vom Insolvenzverwalter der Qimonda AG erhalten hat. Aufgrund der vollständigen Wertberichtigung der Qimonda Beteiligungen in Vorjahren haben diese keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Infineon Technologies AG. (2) Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Infineon Technologies AG (3) Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2014 (4) Eigenkapital und Jahresüberschuss per 31. März 2014 (5) Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. Juni 2014 (6) Eigenkapital und Jahresüberschuss per 31. Dezember 2014 (7) Eigenkapital und Jahresüberschuss per 31. März 2015 (8) Eigenkapital und Jahresüberschuss per 13. Mai 2013 (Periode vom 1. April 2013 bis 13. Mai 2013) (9) Eigenkapital und Jahresüberschuss per 30. September 2014 (Rumpfwirtschaftsjahr vom 01. Januar 2014 bis 30. September 2014) (10) Eröffnungsbilanz zum 16. Oktober 2014 (11) Eröffnungsbilanz zum 1. November 2014 (12) Eröffnungsbilanz zum 30. Juni 2015 (13) Anteile unter 5% Die Werte entsprechen den nach landesspezifischen Vorschriften aufgestellten Abschlüssen und sind zum Teil vorläufig. Die Umrechnung der Fremdwährungswerte erfolgte für das Eigenkapital und für das Ergebnis mit dem Stichtagskurs zum 30. September 2015. Neubiberg, 20. November 2015 Infineon Technologies AG Der Vorstand Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Arunjai Mittal VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Infineon Technologies AG vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Infineon Technologies AG beschrieben sind. Neubiberg, 24. November 2015 Infineon Technologies AG Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Arunjai Mittal VORSCHLAG ZUR GEWINNVERWENDUNG Die Infineon Technologies AG weist zum 30. September 2015 einen Jahresüberschuss von €571 Millionen aus. Unter Berücksichtigung der Einstellung von insgesamt €345 Millionen in die anderen Gewinnrücklagen wird ein Bilanzgewinn in Höhe von €226 Millionen ausgewiesen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 18. Februar 2016 vor, den zum 30. September 2015 ausgewiesenen Bilanzgewinn zur Ausschüttung einer Dividende von €0,20 je dividendenberechtigter Stückaktie zu verwenden und zur Einstellung des restlichen Betrages in die anderen Gewinnrücklagen zu verwenden. BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERS Wir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung der Infineon Technologies AG, Neubiberg, und ihren Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2014 bis 30. September 2015 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Infineon Technologies AG. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. München, den 20. November 2015 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Braun, Wirtschaftsprüfer Wolper, Wirtschaftsprüfer Zusammengefasster Lagebericht Unser Konzern Dieser Bericht fasst den Konzernlagebericht der Infineon-Gruppe (.Infineon' oder .Unternehmen'), bestehend aus der Infineon Technologies AG (nachstehend auch .die Gesellschaft') und ihren konsolidierten Tochtergesellschaften, mit dem Lagebericht der Infineon Technologies AG zusammen. Er sollte im Kontext mit dem geprüften Konzernabschluss einschließlich der Angaben des Konzernanhangs, die an anderer Stelle in diesem Bericht abgedruckt sind, gelesen werden. Der geprüfte Konzernabschluss basiert auf einer Reihe von Annahmen sowie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die detaillierter im Konzernanhang unter Nr. 1 (.Grundlagen des Konzernabschlusses') und Nr. 2 (.Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsgrundsätze') dargestellt sind. Der zusammengefasste Lagebericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen über das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge des Infineon-Konzerns. Diesen Aussagen liegen Annahmen und Prognosen zugrunde, die auf gegenwärtig verfügbaren Informationen und aktuellen Einschätzungen beruhen. Sie sind mit einer Vielzahl von Unsicherheiten und Risiken behaftet. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann daher wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweichen. Infineon übernimmt über die gesetzlichen Anforderungen hinaus keine Verpflichtung, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren. Finanzen und Strategie Erfolgreiches Geschäftsjahr 2015 ― Akquisition von International Rectifier abgeschlossen; große Fortschritte bei der Integration erzielt ― Starkes Umsatzwachstum in allen Segmenten; Segmentergebnis-Marge besser als erwartet ― Positive Geschäftsentwicklung ermöglicht höhere Dividende Infineon schließt Akquisition von International Rectifier ab Nachdem im November 2014 die Aktionäre von International Rectifier mit einer Mehrheit von 99,5 Prozent aller abgegebenen Stimmen zugestimmt und im Januar 2015 die zuständigen Behörden die erforderlichen Freigaben erteilt haben, wurde am 13. Januar 2015 die Akquisition von International Rectifier abgeschlossen. Die Integration verläuft seither sehr erfolgreich. Der überwiegende Teil des ehemaligen Geschäfts von International Rectifier wurde dem Segment Power Management & Multimarket zugeordnet, geringe Teile den Segmenten Automotive und Industrial Power Control. Umsatz durch organisches Wachstum, durch Währungseffekte und durch Akquisition von International Rectifier deutlich gestiegen; dadurch Segmentergebnis-Marge über den Erwartungen Im Geschäftsjahr 2015 erzielte Infineon einen Umsatz von €5.795 Millionen, was einem Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €4.320 Millionen entspricht. Dieser starke Anstieg ist zum Großteil auf eine positive Geschäftsentwicklung aller Segmente zurückzuführen. Hier fällt vor allem das Segment Chip Card & Security mit einem organischen Wachstum von 35 Prozent auf. Die positive Geschäftsentwicklung von Infineon war auch von Währungseffekten, insbesondere von der Entwicklung des Wechselkurses des US-Dollars zum Euro, getrieben (zur Umsatzentwicklung der einzelnen Segmente siehe Kapitel "Die Segmente"). Des Weiteren beruht der Umsatzanstieg auf der Akquisition von International Rectifier, dessen Umsatzbeitrag im abgelaufenen Geschäftsjahr €682 Millionen betrug. Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2015 €897 Millionen und übertraf damit den Vorjahreswert von €620 Millionen um 45 Prozent. Die Segmentergebnis-Marge lag bei 15,5 Prozent (Vorjahr: 14,4 Prozent). Damit gelang es Infineon, das für das Geschäftsjahr 2015 gesetzte Ziel zu übertreffen. Die Segmentergebnis-Marge der Geschäftseinheiten von International Rectifier erhöhte sich im Vergleich zum letzten, am 31. Dezember 2014 endenden Quartal vor der Akquisition signifikant. Konzernjahresüberschuss und Ergebnis je Aktie gestiegen; Free-Cash-Flow, Rendite auf das eingesetzte Kapital und Cash-Position vor allem akquisitionsbedingt rückläufig; wesentliche Kapitalstrukturziele dennoch erreicht Trotz hoher Aufwendungen im Zusammenhang mit der Akquisition von International Rectifier erhöhte sich der Konzernjahresüberschuss bedingt durch den starken Umsatzanstieg im Geschäftsjahr 2015 sowie durch positive Steuereffekte in Höhe von €209 Millionen (siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage") und betrug im Geschäftsjahr 2015 €634 Millionen. Das entspricht einem Anstieg um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €535 Millionen. Das daraus resultierende unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie betrug im Geschäftsjahr 2015 jeweils €0,56 und lag damit um 17 Prozent über dem Vorjahreswert von jeweils €0,48. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) konnte im Berichtszeitraum von €0,48 auf €0,60 verbessert werden (hinsichtlich Details zur Ermittlung des bereinigten Ergebnisses je Aktie siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage"). Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten (Definition: siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf minus €1.654 Millionen, was einem Rückgang um €1.971 Millionen gegenüber €317 Millionen im Geschäftsjahr 2014 entspricht. Diese deutliche Verringerung resultiert vor allem aus der Zahlung des Kaufpreises für International Rectifier (€1.869 Millionen). Des Weiteren belasteten Zahlungen aus dem Teilvergleich mit dem Insolvenzverwalter für die Beilegung der Streitigkeiten um den Fortbestand der Nutzungsrechte an den Qimonda-Patenten abzüglich des Erlöses aus dem anschließenden Verkauf der Qimonda-Patente sowie Zahlungen an die EU-Kommission für die verhängte Geldbuße im Chipkarten-Kartellverfahren den Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten mit in Summe €178 Millionen. Ohne diese Sondereffekte betrug der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2015 €393 Millionen, was einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent entspricht. Die Mittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit überstiegen dabei mit €957 Millionen die im Berichtszeitraum getätigten Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von €785 Millionen (Vorjahr: €668 Millionen). Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, RoCE) lag im Geschäftsjahr 2015 bei 12,8 Prozent und damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 20,3 Prozent. Dieser Rückgang ist vor allem auf die Akquisition von International Rectifier und das damit angestiegene eingesetzte Kapital zurückzuführen. Die Steigerung des Betriebsergebnisses aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern von €497 Millionen im Vorjahr auf €664 Millionen im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte dies nicht ausgleichen (hinsichtlich Definition sowie Details zur Berechnung des RoCE siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem" beziehungsweise Kapitel "Darstellung der Vermögenslage"). Die Brutto-Cash-Position (Definition: siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") betrug am 30. September 2015 €2.013 Millionen, was einem Rückgang um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €2.418 Millionen entspricht. Neben dem bereits erläuterten negativen Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten von €1.654 Millionen trugen die Dividendenzahlung von €202 Millionen für das Geschäftsjahr 2014 und die unter den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesenen Zahlungen in Höhe von €140 Millionen im Zusammenhang mit der Qimonda-Insolvenz zu diesem Rückgang bei. Gegenläufig wirkten vor allem die Nettokreditaufnahme von €1.567 Millionen sowie der um Sondereffekte bereinigte positive Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten. Trotz des beschriebenen Rückgangs wurde unser Kapitalstrukturziel bezüglich der Brutto-Cash-Position, nämlich eine Brutto-Cash-Position in Höhe von 30 bis 40 Prozent vom Umsatz zu halten (siehe Konzernanhang unter Nr. 25 "Kapitalmanagement"), auch für das Geschäftsjahr 2015 erreicht. Sie betrug am 30. September 2015 35 Prozent vom Umsatz. Die Netto-Cash-Position (Definition: siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 90 Prozent und lag zum Ende des Geschäftsjahres 2015 bei €220 Millionen (30. September 2014: €2.232 Millionen). Dieser signifikante Rückgang beruht auf den oben beschriebenen Belastungen, insbesondere dem Kaufpreis für International Rectifier. Damit wurde Infineons Kapitalstrukturziel für die Netto-Cash-Position (siehe Konzernanhang unter Nr. 25 "Kapitalmanagement") wieder erreicht. Erhöhung der Dividende um 2 Cent geplant Unsere Dividendenpolitik zielt darauf ab, einerseits unsere Aktionäre angemessen am Ergebniswachstum zu beteiligen und andererseits auch in Zeiten stagnierender oder rückläufiger Ergebnisse beziehungsweise eines negativen Free-Cash-Flows zumindest eine konstante Dividende ausschütten zu können. Für das Geschäftsjahr 2015 wird der ordentlichen Hauptversammlung am 18. Februar 2016 aufgrund der im Berichtszeitraum erzielten guten Ergebnisse und eines positiven Geschäftsausblicks eine gegenüber dem Vorjahr um 2 Cent höhere Dividende von €0,20 je Aktie vorgeschlagen. Entwicklung der Halbleiterindustrie Der weltweite Halbleiterumsatz im Kalenderjahr 2014 betrug nach Angaben des Marktforschungsunternehmens IHS US$355 Milliarden. Dies entspricht einem Anstieg von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz von Infineon (inklusive International Rectifier) entwickelte sich im gleichen Zeitraum nach IHS von US$6,212 Milliarden auf US$7,072 Milliarden; ein Anstieg um 13,8 Prozent. Der Halbleitermarkt ist stark fragmentiert. Nur die beiden größten Wettbewerber hatten im Kalenderjahr 2014 einen Marktanteil von mehr als 10 Prozent: Intel kam mit einem Umsatz von US$49,964 Milliarden auf 14,1 Prozent und Samsung Electronics erreichte mit einem Umsatz von US$38,064 Milliarden einen Anteil von 10,7 Prozent. Intel ist führend im Bereich Prozessoren, Samsung Electronics ist führend im Bereich Speicher. In beiden Produktkategorien ist Infineon nicht tätig. Somit stehen die beiden Unternehmen bei diesen Produktkategorien nicht im direkten Wettbewerb zu Infineon. Die zehn größten Unternehmen repräsentierten 52 Prozent des globalen Umsatzes. Die verbleibenden 48 Prozent verteilten sich auf mehrere Hundert weitere Halbleiterunternehmen. Infineon (inklusive International Rectifier) erreichte im Kalenderjahr 2014 gemäß IHS mit einem Umsatz von US$7,072 Milliarden einen Marktanteil von 2,0 Prozent und Position 10. Position und Marktanteil nach Umsatz von Infineon (inklusive International Rectifier) in den einzelnen Regionen scroll Rang Marktanteil Europa, Naher Osten, Afrika 3 6,4 % Amerika 14 1,6 % Asien-Pazifik 14 1,5 % Japan 18 1,2 % Welt 10 2,0 %1 1 Inklusive International Rectifier in Höhe von 0,3 Prozent Quelle: IHS Inc., "2015 Competitive Landscaping Tool", August 2015 Mehr als die Hälfte des weltweiten Halbleiterumsatzes (53,2 Prozent) erwirtschaften amerikanische Unternehmen. Japanische Unternehmen stehen für 11,5 Prozent des Umsatzes. Nur 8,2 Prozent des globalen Halbleiterumsatzes erwirtschaften Unternehmen mit Sitz in Europa. Infineon ist der zweitgrößte europäische Halbleiterhersteller, knapp hinter STMicroelectronics. Unternehmen mit Hauptsitz in Asien-Pazifik erwirtschaften 27,1 Prozent des weltweiten Halbleiterumsatzes. Korea stellt mit 16,5 Prozent an der weltweiten Produktion das bedeutendste asiatische Land dar. Taiwan folgt mit 6,5 Prozent. China (inklusive Hongkong) spielt mit 2,6 Prozent eine untergeordnete Rolle. Ganz anders sieht die regionale Verteilung beim Absatz von Halbleitern aus. Hier ist China seit wenigen Jahren das größte Abnehmerland. Im Kalenderjahr 2014 betrug der Anteil Chinas 41,2 Prozent (US$146 Milliarden). In Europa wurden im gleichen Zeitraum 13,3 Prozent (US$47 Milliarden) aller Halbleiter abgesetzt. Die wachsende Bedeutung Chinas zeigt sich auch in der regionalen Verteilung des Infineon-Umsatzes. China war im Geschäftsjahr 2014 erstmals das umsatzstärkste Land. Im Geschäftsjahr 2015 stieg der Umsatz nochmals überproportional, zum einen durch das vergleichsweise hohe Wirtschaftswachstum Chinas, vor allem aber durch den Beitrag von International Rectifier. China repräsentierte mit €1.337 Millionen einen Umsatzanteil von 23 Prozent (Vorjahr: 20 Prozent). Deutschland lag mit €942 Millionen und einem Anteil von 16 Prozent (Vorjahr: 20 Prozent) nun merklich dahinter an zweiter Stelle. Die Industriestrukturen von China und Deutschland unterscheiden sich stark. Während die deutsche Industrie von einer starken Nachfrage aus den Bereichen Automobil- und Industrieelektronik geprägt ist, dominieren in China die Auftragsfertiger - in der Branche auch EMS (Electronic Manufacturing Services) genannt -, die Elektronikprodukte für meist westliche Auftraggeber fertigen. Dieses Geschäftsmodell spielt vor allem bei Gebrauchsgütern sowie bei Produkten der Informations- und Telekommunikationsindustrie wie Servern, PCs, Notebooks und Mobiltelefonen eine bedeutende Rolle. Konzernstrategie Geschäftsausrichtung Während die Ausrichtung auf unsere Kernmärkte unverändert bleibt, haben wir im Geschäftsjahr 2013 den neuen strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" eingeführt, der sich bereits bewährt. Auf dieser Basis haben wir als Gesamtperspektive ein neues Leitbild formuliert. Es greift unsere bisherige grundlegende Orientierung auf und entwickelt sie im Hinblick auf künftige Anforderungen weiter. Wir haben dabei den Anspruch, Produkte zu entwickeln, die das Leben einfacher, sicherer und umweltfreundlicher machen. Neues Leitbild Wir wollen mit unseren Produkten einen Beitrag zu einem besseren Leben liefern. Die Anforderungen an das "bessere Leben" können sehr unterschiedlich sein und ergeben sich aus den Rahmenbedingungen und Erwartungshaltungen des einzelnen Menschen und der Gesellschaft. In entwickelten Ländern bedeutet das selbstparkende Auto oder das Smartphone Komfort. In aufstrebenden Ländern führt die Verfügbarkeit von Solarenergie zu einer Verbesserung der Lebenssituation. Jungen Leuten fällt die Nutzung der neuen, elektronischen Produkte leicht, bei Älteren existiert oft eine Scheu davor. Für die einen müssen die neuesten Trends kostengünstig erreichbar sein, die anderen wollen eine Technik, die hilft und einfach zu benutzen ist. So kann zum Beispiel mit modernen Assistenzsystemen - die Anwendungen reichen von elektronisch gesteuerter Beleuchtung und Rollläden über Haushalts- und Pflegeroboter bis hin zu Fahrerassistenzsystemen im Auto - ein möglichst langes eigenständiges Wohnen im Alter ermöglicht werden. Zentrale Aspekte unseres Leitbilds sind: "Wo liegt unser Beitrag?" und "Wie können wir erfolgreich sein?". Es umfasst die wesentlichen Rahmenbedingungen wie Megatrends, Veränderungen des Wettbewerbsumfelds, Innovationen, Kundenerwartungen sowie politische Entwicklungen und erklärt unsere Fokussierung. Wir wollen mit unseren Produkten und unserem Geschäftsmodell die beste Lösung für unsere Kunden finden. Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen wir uns immer wieder neu orientieren, um mit unseren Produkten bestmöglich die Anforderungen des Kunden zu treffen oder mit Innovationen die Märkte zu verändern. Das gelingt nur, wenn wir einen Rahmen schaffen, in dem unsere Mitarbeiter ihr volles Potenzial entfalten und so zum Erfolg von Infineon beitragen. In den kommenden Jahrzehnten stehen uns gravierende, globale Veränderungen bevor: ― die demografische Entwicklung, ― der damit einhergehende Ressourcenbedarf sowie ― technologische Veränderungen durch Vernetzung und Digitalisierung. Diese Veränderungen stellen große Herausforderungen für die Gesellschaft dar, bieten uns aber auch enorme Chancen für Wachstum und Erfolg. Bevor wir auf die Chancen eingehen, wollen wir erläutern, wie wir in der sich schnell verändernden Welt erfolgreich sein werden. Strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System" Den Erfolg von heute haben wir gestern begründet. Heute gilt es, den Erfolg der Zukunft zu gestalten. Das bedeutet: Chancen erkennen, gestalten und erfolgreich umsetzen. Dies kann entweder mit den bisherigen Erfolgskonzepten oder mit ganz neuen Ansätzen, auf Basis von bewährten Produkten oder innovativer Spitzentechnologie erreicht werden. Mit unserem strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" wollen wir den maximalen Nutzen aus unserem breiten Technologie- und Produktportfolio ziehen. Durch diesen strategischen Ansatz können wir unser umfangreiches Know-how in Produkt- und Prozesstechnologien besser im Markt umsetzen. Systemdenken hilft uns, die Erfolgsfaktoren unserer Kunden und ihrer Märkte zu verstehen und so Mehrwert zu generieren und neue Markttrends frühzeitig zu erkennen. Wir können unsere Kunden bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen beraten und ihnen Lösungsvorschläge aufzeigen, die sie erfolgreicher machen. Wir reduzieren den Entwicklungsaufwand der Kunden und verkürzen so die Zeit bis zur Markteinführung ihrer Produkte. "Vom Produkt zum System' ist der strategische Ansatz, den wir einsetzen, um Möglichkeiten zur Verbesserung bestehender Produkte zu nutzen und um Märkte für gänzlich neue Produkte zu finden. Im besten Fall erschließen wir mit unseren Produkten sogar für unsere Kunden ganz neue Märkte und schaffen dadurch einen Mehrwert für sie. Infineon bietet mit seinem Produktportfolio Lösungsansätze zu den oben genannten Veränderungen. Diese Veränderungen sind von höchster Relevanz und unumkehrbar. Darin liegt das wirtschaftliche Potenzial für Infineon. Mikroelektronik von Infineon ist der Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft - mit Produkten, die die Lebensqualität verbessern und zur Schonung natürlicher Ressourcen beitragen. Diesem hohen Anspruch wollen wir gerecht werden. Globale Veränderungen und die damit verbundenen Herausforderungen Die Weltbevölkerung nimmt weiter zu. Laut der Prognose der Weltgesundheitsorganisation werden im Jahr 2050 rund 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Diese Menschen streben nach einer Verbesserung ihres Lebensstandards. Daraus ergeben sich zahlreiche Herausforderungen: zunehmende Industrialisierung und Urbanisierung, die Notwendigkeit sowohl einer signifikanten Steigerung der Produktivität als auch einer hocheffizienten Nutzung der knappen globalen Ressourcen. Industrialisierung und Urbanisierung: Als Folge der Industrialisierung ziehen immer mehr Menschen vom Land in die Städte, um von den Vorteilen des städtischen Lebens und Arbeitens zu profitieren. Bereits heute lebt mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung in Städten und Megacitys. Diese Ballungsräume sind jeweils Wachstumsmotoren für eine ganze Region und zugleich Zentren der Produktivität. Alle Metropolregionen haben deshalb auch mit einem wachsenden Verkehrsaufkommen zu kämpfen, sowohl auf der Straße wie auch auf der Schiene. Die nachhaltige Mobilität sowohl innerhalb der Ballungsräume (mittels Metro- und Straßenbahnen) als auch zwischen den Ballungsräumen (mittels Hochgeschwindigkeits- und Regionalzügen) ist die treibende Kraft für den Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs. Neben dem Schienenverkehr sind vor allem neue Konzepte beim Individualverkehr erforderlich. Der Ausbau des Straßennetzes kann dem Verkehrsaufkommen meist nicht folgen. Die Verkehrsdichte steigt und damit einhergehend die Zeit im Stau sowie die Gefahr von Unfällen. Eine Entlastung des Fahrers bei monotonem Stop-and-go-Verkehr ist wünschenswert. Ferner sterben jährlich 1,2 Millionen Menschen im Verkehr. Es ist ein Anliegen aller Länder, die Zahl der Verunglückten stetig zu reduzieren. Steigerung der Produktivität, Digitalisierung und Vernetzung: Um eine Verbesserung des Lebensstandards für so viele Menschen zu erreichen, ist es auch notwendig, die Produktivität zu steigern, das heißt, "mehr' aus "weniger' zu erzeugen. Das gilt nicht nur für die entwickelten Länder, sondern inzwischen auch für Schwellenländer, allen voran China. Für die internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft spielen die Lohnstückkosten, also das Verhältnis aus Arbeitskosten und Produktivität, eine entscheidende Rolle. Steigende Löhne müssen durch entsprechende Produktivitätsvorteile kompensiert werden, um Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten. Produktivitätsfortschritte werden unter anderem durch einen steigenden Automatisierungsgrad erreicht. Produktivitätsfortschritte beschränken sich aber nicht auf den Arbeitseinsatz, sondern wirken auch bei Material- und Energieverbrauch, was für uns weitere Schwerpunkte sind. Wie wir in den entwickelten Regionen künftig leben, arbeiten und produzieren werden, wird maßgeblich vom Prozess der Digitalisierung geprägt sein. Zusammen mit einer immer weiter voranschreitenden Vernetzung werden weitere Stufen der Globalisierung erreicht und Produktivitätssteigerungen ermöglicht. Die Digitalisierung erobert auch die Industrien in Ländern, die bislang, wenig automatisiert, auf günstige menschliche Arbeitskraft gesetzt haben. Doch steigende Lohnkosten zwingen auch diese Länder zum Strukturwandel. Die Digitalisierung kann Produktivität und Effizienz deutlich erhöhen. Die Transformation hin zu mehr digitalen Daten in der Industrie und zur Vernetzung von Milliarden Geräten ist ein Umbruch, wie es ihn vielleicht zuletzt während der industriellen Revolution im 18. und 19. Jahrhundert gegeben hat. Die chinesische Regierung hat beispielsweise die Digitalisierung ihrer Wirtschaft unter dem Programm "Made in China 2025" zur zentralen Aufgabe der Industriepolitik erhoben. Ebenso treibt Europa, und insbesondere Deutschland, die als Industrie 4.0 bezeichneten Wertschöpfungsnetzwerke voran. Dies führt zu einer höheren Produktivität aufgrund optimal ausgelasteter Fertigungskapazitäten, bei minimalem Ressourceneinsatz und minimaler Lagerhaltung. Die Verbindung der realen mit der digitalen Welt wird die industrielle Fertigung grundlegend verändern. Halbleiter bilden die Schnittstelle zwischen der realen und der digitalen Welt. Ohne Halbleiter gibt es keine Digitalisierung. Halbleiter sind somit die wichtigste Quelle für steigende Produktivität und die Verbesserung der Lebensqualität. Die zunehmende Vernetzung der Maschinen, Geräte und IT-Systeme der jeweiligen Geschäftspartner - in Summe die sogenannten cyber-physikalischen Systeme - erfordert einen sicheren Datenaustausch. Industrie 4.0 wird nur dann eine Chance haben, wenn das Prozess-Know-how zuverlässig vor Hackerattacken geschützt wird. Eine sichere Übermittlung der produkt- und produktionsbezogenen Daten der Liefer- und Wertschöpfungskette in einer offenen Architektur steht somit an oberster Stelle. Industrie 4.0 wird dann neue Geschäftsmodelle über verschiedene Industriesektoren hinweg ermöglichen. Vertrauen ist daher eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Digitalisierung der Wirtschaft und den "digital lifestyle" in den hochentwickelten Ländern. Neben Maschinen werden auch Fahrzeuge mehr und mehr vernetzt. Sie werden sowohl direkt miteinander (Auto-zu-Auto) als auch mit zentralen Systemen (Auto-zu-Infrastruktur) kommunizieren. Fahrzeuge werden mit Leitsystemen in Kontakt treten und so über ein aktuelles Bild der Verkehrssituation verfügen. Damit kann zum Beispiel vor einem Unfall auf der vorgesehenen Route, einem Stau hinter einer Kurve oder extremen Bedingungen wie Glatteis gewarnt werden. Vor allem aber wird ein aktives Verkehrsmanagement den Verkehrsfluss verbessern. Das bedeutet: Mehr Autos sind schneller auf der gleichen Menge an Straßen unterwegs und erzeugen so weniger CO2 -Emissionen. Ganz nach dem Motto "Mehr aus weniger". Effiziente Nutzung der globalen Ressourcen: Die zentrale Frage lautet: Wie lässt sich der zunehmende Ressourcenbedarf ohne negative Auswirkungen auf das Klima bewältigen? Der aktuelle Trend des Klimawandels muss gestoppt beziehungsweise umgekehrt werden. Die bisherige Art des Wirtschaftens hat zur Bedrohung des Klimas und unserer Umwelt geführt. Ohne die weitere Reduktion von Treibhausgasen, insbesondere von CO2 -Emissionen, und ohne eine noch höhere Effizienz zukünftiger Fahrzeuge, Geräte und Maschinen lässt sich der stetig wachsende Energiebedarf ökonomisch wie ökologisch nicht nachhaltig decken. Elektrische Energie und ihre Nutzung spielen dabei eine zentrale Rolle. Nicht nur in den entwickelten Ländern nimmt der Strombedarf kontinuierlich zu, gerade in den aufstrebenden Ländern werden immer mehr Haushalte an das elektrische Versorgungsnetz angeschlossen. Auch steigt der Strombedarf pro Haushalt mit zunehmendem Lebensstandard: erst der Kühlschrank, dann der Fernseher, dann die Spielekonsole. Ohne eine höhere Effizienz im Verbrauch elektrischer Energie wird der Strombedarf exponentiell wachsen. Gemäß der Erkenntnis, dass die beste Energieressource die Einsparung von Energie ist, ist die Effizienzsteigerung bei der Wandlung von elektrischer Energie ein entscheidender Beitrag. Natürlich muss neben der Einsparung von Energie auch ein zunehmender Anteil der Energieerzeugung von fossilen Brennstoffen auf regenerative Energien umgestellt werden. Lösungswege Energie- und Ressourceneffizienz: Anders als noch vor vielen Jahren stehen heute Technologien zur Verfügung, mit denen Strom aus regenerativen Energiequellen kostengünstig erzeugt werden kann. Das Ziel heißt Netzparität: Wenn die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom mittels einer Windturbine oder eines Solarmoduls nicht teurer ist als mittels eines Gas- oder Kohlekraftwerks, sind Subventionen und Einspeisevergütungen nicht mehr erforderlich. Die Industrie wird dann sowohl aus ökologischen als auch ökonomischen Gründen auf erneuerbare Energien umsteigen. Die ersten Wind- und Solarparks in den USA erreichen bereits Netzparität. Die nächste Herausforderung, die wir dann bei der effizienten Nutzung erneuerbarer Energie bewältigen müssen, ist die Zwischenspeicherung der elektrischen Energie, da die Stromproduktion über den Tag und über das Jahr deutlich schwanken kann. Auch hier werden Leistungshalbleiter ein entscheidender Teil der Lösung sein. Fabrikautomatisierung und Produktivitätssteigerung: Rund zwei Drittel des weltweiten Stromverbrauchs der Industrie entfallen auf Elektromotoren. Entsprechend groß ist der Hebel für Einsparungen bei einer Erhöhung des Wirkungsgrads. Eine Möglichkeit, den Energieverbrauch eines Elektromotors zu reduzieren, besteht in der Verwendung einer elektronischen Steuerung zur Drehzahlregelung, womit man die abgegebene Leistung verlustarm dem Bedarf anpassen kann. Typische Anwendungen dafür sind Pumpen und Gebläse. Die Marktdurchdringung von drehzahlgeregelten Motorsteuerungen wird also zunehmen. Wir stehen am Beginn einer neuen und sehr aufregenden Phase der industriellen Automatisierung. Denn es gab zuletzt riesige Technologiesprünge. Nahmen Roboter bisweilen den Menschen nur schwere und monotone Arbeiten ab, so werden sie nun sensibler, können also "tasten" und Montagearbeiten ausführen mit haptischen Fähigkeiten, wie sie sonst nur der Mensch hat. Und sie können auf Gesten reagieren. Mehr noch: Roboter können beim "Zusehen" lernen. Damit wird eine jahrzehntealte Vision umgesetzt, dass praktisch jedermann einen Roboter bedienen und ihm Aufgaben übertragen kann. Mensch und Maschine werden in Zukunft Hand in Hand arbeiten. Und dies nicht nur in der Fertigung. Roboter werden uns auch in beinahe allen Aspekten in unserem Alltag unterstützen. Dies kann besonders für ältere Menschen einen Gewinn an Lebensqualität bedeuten. Konzepte für den Individualverkehr: Der zukünftige Individualverkehr hat eine nachhaltige und sichere Mobilität zum Ziel. Mit der Elektrifizierung von Haupt- und Nebenaggregaten, zum Beispiel Lenkung, Pumpen oder Lüfter, kann deren Leistung an den Bedarf angepasst werden. Dies erhöht die Effizienz im Fahrzeug und senkt den CO2 -Ausstoß. Für die Hersteller von Fahrzeugen der Mittel- und Oberklasse werden auch diese Optimierungen nicht ausreichen, um die Emissionsziele zu erreichen. Deshalb wird ein deutlich höherer Anteil an Fahrzeugen mit Hybrid- oder rein elektrischem Antrieb ausgestattet werden müssen. Auffahrunfälle durch Unaufmerksamkeit können durch Technikunterstützung signifikant reduziert werden. Automatisiertes Fahren im Stau auf der Autobahn oder im Stop-and-go-Verkehr in der Innenstadt während der Hauptverkehrszeit steht daher auf der Wunschliste vieler Autofahrer, denn es erlaubt ihnen, ihre Zeit besser zu nutzen. Das beste Argument für rechnergestützte Assistenzsysteme ist ihre Schnelligkeit. Im Straßenverkehr reagiert ein autonomes Bremssystem auf ein Hindernis wesentlich schneller als der Mensch, vor allem, wenn dieser unaufmerksam und unerfahren ist. Das Fernziel der automatisierten Mobilität trägt damit auch zu einer höheren Lebensqualität in den Städten bei: weniger Unfälle, besserer Verkehrsfluss, weniger Staus. Höhere Sicherheit geht hier also auch einher mit mehr Komfort sowie weniger Verkehrslärm und Feinstaub. Zudem ermöglicht automatisiertes Fahren auch der alternden Bevölkerung länger ein selbstbestimmtes Leben. Und ganz wichtig: Sicherheit im Verkehr kommt allen Verkehrsteilnehmern zugute, also auch Radfahrern und Fußgängern. Fahrerassistenzsysteme kommen aufgrund der zunehmenden Anforderungen und der damit einhergehenden Komplexität in mehreren Schritten. Schon heute verfügen moderne Serienfahrzeuge über Spurhaltesysteme, adaptive Geschwindigkeitsregelung, intelligente Bremssysteme und Einparkhilfen. Diese Fahrzeuge sind teilautomatisiert. Der nächste Schritt ist die Hochautomatisierung (das heißt, das Auto übernimmt in bestimmten Situationen bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit die Kontrolle). Der letzte Schritt ist die Vollautomatisierung (in diesem Modus kommt das Auto vollständig ohne Fahrer aus). Die Vision ist, dass ein vollautomatisiertes Auto eines Tages als fahrerloses Taxi Personen abholt und zum Ziel bringt. Chancen, Ziele, Strategie Die Herausforderungen der Zukunft sind groß - die Chancen für Infineon jedoch auch. Die skizzierten Wege zeigen, wie wir beitragen können, diese Herausforderungen zu meistern. Denn unsere Produkte und Lösungen ermöglichen es unseren Kunden, entsprechende Systeme zu entwickeln und zu einem Preis anzubieten, den die Endkunden sich leisten können. Es ist unser unternehmerisches Selbstverständnis, Wert zu schaffen für unsere Kunden - und daraus folgend auch für unsere Mitarbeiter und Aktionäre. Wir verstehen, wie technische Systeme durch Halbleiter immer leistungsfähiger werden, und ermöglichen Lösungen für die Welt von heute und morgen. Unser wichtigstes Differenzierungsmerkmal ist, dass wir mehrere Optionen haben, wie wir die Herausforderungen lösen. Eine davon sind führende Technologie und Produkte, die mehr bieten. Darauf beruht unser Erfolg der letzten Jahre. Mit dem strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System' haben wir den nächsten Schritt getan, indem wir die Perspektive wechseln und die Erfolgsfaktoren vom Kundenprodukt und seiner Endanwendung ausgehend bewerten. Systemintegration war schon immer das Erfolgskonzept für Halbleiter. Früher kamen einzelne Transistoren, einfache ICs, Software und Sensoren zum Einsatz. Heute ist dies alles in einem Chip integriert. Wir denken aber nicht nur darüber nach, wie man noch mehr integrieren kann, sondern auch darüber, wie das Produkt unseres Kunden besser und billiger wird, und welche Herausforderungen er in Zukunft meistern muss. Und hat man erst ein System integriert, denkt man über die Integration eines noch komplexeren Systems nach. Um im Halbleitermarkt erfolgreich zu sein und nachhaltig den Unternehmenswert zu steigern, reicht es daher nicht aus, sich nur über Technologieführerschaft zu differenzieren. Es ist auch notwendig, sich auf die richtigen Märkte zu fokussieren und in diesen die nötige Größe zu haben, um Skaleneffekte heben zu können. Mit unseren Segmenten Automotive, Industrial Power Control, Power Management & Multimarket sowie Chip Card & Security sind wir in den am schnellsten wachsenden Halbleiter-Zielmärkten aktiv und besetzen führende Positionen. Die Wachstumstreiber für unsere vier Segmente wollen wir im nächsten Kapitel erläutern. Grundsätzlich streben wir nach der führenden Marktposition in jedem Segment. Die damit einhergehenden Vorteile durch Skaleneffekte ("Economies of Scale') stellen sicher, dass wir die nötigen Investitionen für den langfristigen Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit tätigen können. Und nur mit ausreichender Kompetenz in den jeweiligen Segmenten sind wir in der Lage, die richtigen Systemlösungen entwickeln und unsere Kunden unterstützen zu können. Die Akquisition von International Rectifier steht vollkommen im Einklang mit den oben geschilderten strategischen Grundsätzen. Die von International Rectifier angebotenen Technologien und Produkte sind größtenteils komplementär zu unseren Technologien und Produkten. In der Kombination der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und Technologien beider Unternehmen können wir weiter hohes Wachstum realisieren und unseren Kunden oftmals neue Lösungen anbieten. Um den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern, gilt unser besonderes Augenmerk natürlich auch der kontinuierlichen Erhöhung der Profitabilität. Hierfür ist unsere Fertigungsstrategie von entscheidender Bedeutung. Grundsätzlich wollen wir nur die Produkte selbst herstellen, bei denen wir durch Eigenfertigung einen Kosten- oder Differenzierungsvorteil haben. Dafür ist unsere weltweit einzigartige 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung ein entscheidender Baustein. Wir wollen auf mehreren Beinen stehen: Technologieführerschaft, differenzierende Fertigungstechnologie, Anwendungs-Know-how sowie Systemverständnis in den für uns relevanten Zielmärkten. Wir wollen den Erfolg des Kunden in den Mittelpunkt stellen. Dabei wollen wir auch als "change agent' agieren, das heißt, mit Innovationen bestehende Märkte verändern beziehungsweise neue Märkte schaffen. Finanzziele Mit unserer Konzernstrategie wollen wir drei Finanzziele erreichen: Ziel 1 Wir wollen beim Umsatz durchschnittlich mit 8 Prozent pro Jahr wachsen. Ziel 2 Wir wollen dabei über den Zyklus eine Segmentergebnis-Marge von 15 Prozent erzielen. Ziel 3 Wir wollen über den Zyklus unsere Investitionen relativ zum Umsatz auf 13 Prozent begrenzen. Zur Umsetzung der Konzernstrategie und insbesondere zur Verfolgung der Finanzziele wurde ein unternehmensinternes Steuerungssystem eingeführt (siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem"). Ziel 1: Durchschnittlich 8 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr Infineon erreichte mit dem heutigen Portfolio - ohne den Beitrag von International Rectifier -im Durchschnitt der Geschäftsjahre 1999 bis 2015 ein jährliches Umsatzwachstum von rund 9 Prozent. Wir sind weiterhin in denselben Märkten aktiv und mit unseren vier Segmenten auf die oben erwähnten Megatrends ausgerichtet. Diese entfalten ungebrochen Nachfragedynamik für unsere Produkte. Ferner gewinnen wir durch die komplementären Vertriebs- und Regionalschwerpunkte von International Rectifier neue Märkte. Wir gehen daher davon aus, auch zukünftig eine Wachstumsrate sehr nahe an der historischen Wachstumsrate erreichen zu können. Wir wollen im Durchschnitt mit 8 Prozent pro Jahr wachsen. Im Folgenden wird erläutert, welche Wachstumstreiber sich aus den im vorangegangenen Kapitel erläuterten Megatrends für unsere vier Segmente ergeben. Wachstumstreiber für das Segment Automotive Zunehmender Wohlstand führt meist zum Wunsch nach individueller Mobilität. Dies ist vor allem in den Schwellenländern in Asien und dort insbesondere in China zu beobachten. Jedes Jahr wächst die Mittelschicht in Indien und China um jeweils rund zehn Millionen Menschen. In Afrika und Asien ist der Wechsel vom Fahrrad oder Moped auf das Auto Ausdruck höheren Wohlstands. Für die weltweite Automobilproduktion wird für die Jahre 2014 bis 2020 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 2,7 Prozent gerechnet (Quelle: IHS Inc.). Für die Nachfrage nach Halbleitern spielt neben der Anzahl der Fahrzeuge auch deren Ausstattung und damit der Wert der durchschnittlich pro Fahrzeug verbauten Halbleiter eine wichtige Rolle. Individuelle Mobilität ist ohne Nachhaltigkeit, das heißt mit geringstmöglicher Belastung der Umwelt wie auch mit höchstmöglicher Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, nicht mehr denkbar. Zusammen mit der auch das Fahrzeug einschließenden Vernetzung haben sich verschiedene Trends herausgebildet, die den Halbleiteranteil im Auto mehr und mehr erhöhen: CO2-Reduktion: Die Gesetzgeber haben weltweite regulatorische Vorgaben für die Reduzierung der CO2 -Emissionen für einzelne Regionen beziehungsweise Länder verabschiedet. Zum Beispiel verlangt eine im Oktober 2013 von der Europäischen Kommission verabschiedete Vorgabe eine Reduzierung der CO2 -Emissionen von Personenkraftfahrzeugen im Flottendurchschnitt von heute 130 Gramm CO2 pro Kilometer auf 95 Gramm CO2 pro Kilometer bis zum Jahr 2021. Diese Vorgaben lassen sich mit der Optimierung des Verbrennungsmotors alleine nicht erfüllen. Um das Ziel zu erreichen, müssen im Auto verstärkt elektrische Verbraucher effizienter gemacht und hydraulische, mechanische oder elektromechanische Lösungen durch effizientere elektrische und damit halbleiterbasierte Lösungen ersetzt werden. Darüber hinaus ist eine höhere Anzahl an Elektro- und Hybridfahrzeugen unerlässlich, um den Flottendurchschnitt vieler Fahrzeughersteller auf den geforderten Zielwert zu senken. Hybrid- und Elektroautos weisen einen deutlich höheren Halbleiteranteil auf als herkömmliche Fahrzeugmodelle. Werden in einem Auto mit herkömmlichem Verbrennungsmotor im Schnitt derzeit Halbleiter im Wert von US$338 (rund €300) verbaut, so liegt dieser Betrag für den Durchschnitt der Hybrid- und Elektrofahrzeuge bei rund US$700 (rund €625). Dabei entfallen etwa drei Viertel des zusätzlichen Halbleiterwerts auf Leistungshalbleiter. Sie sind der entscheidende Faktor beim Antrieb der starken Elektromotoren. Derzeit findet eine verstärkte Diskussion über Abgas-Testverfahren unter realistischeren Bedingungen statt. Sollte sich der Gesetzgeber zu Vorgaben für neue, realitätsnähere Testverfahren entschließen, bedeutet dies eine implizite Verschärfung der CO2 -Reduktionsvorgaben. Dies würde den Halbleiterbedarf weiter steigern. Fahrsicherheit/Fahrerassistenzsysteme Eine erfreuliche Entwicklung ist in den entwickelten Ländern zu beobachten: Die Zahl der Verkehrstoten sank kontinuierlich über viele Jahre und stagniert nun auf niedrigem Niveau. Dies ist vor allem ein Verdienst der Sicherheitssysteme. Dabei kommen die passiven Sicherheitssysteme inzwischen an ihre Grenzen. Zum einen sind die Möglichkeiten ausgereizt; der Insassenschutz hat inzwischen ein sehr hohes Niveau erreicht. Zum anderen haben passive Sicherheitssysteme selbst bei Kleinwagen bereits eine hohe Marktdurchdringung erreicht. Der nächste große Wachstumsmarkt sind aktive Sicherheitssysteme. Diese können einen Unfall durch aktiven Eingriff in das Fahrgeschehen entweder komplett verhindern oder seine Auswirkungen deutlich reduzieren. Beispiele für aktive Sicherheitssysteme sind Fußgängererkennung, adaptive Geschwindigkeitsregelung sowie Toter-Winkel-Erkennung. Diese Funktionen findet man derzeit noch meist in der Oberklasse, aber zunehmend auch in der Mittelklasse. Die aktiven Sicherheitssysteme werden zu Fahrerassistenzsystemen (FAS) erweitert. FAS erlangen immer mehr Bedeutung in der Verkehrssicherheit, weil sie den Fahrer bei seiner Fahraufgabe erheblich unterstützen. Sie assistieren ihm beispielsweise in kritischen Situationen oder helfen gegebenenfalls, einen Fahrfehler zu korrigieren und so das Unfallrisiko zu reduzieren. Wenn das Fahrzeug beim teil- und letztlich vollautomatisierten Fahren den Fahrer entsprechend entlastet, steigt auch der Fahrkomfort. Der Fahrer kann diese gewonnene Zeit auch gewinnbringend zum Arbeiten, zur Unterhaltung oder zur Entspannung nutzen. Ein mit FAS ausgestattetes Fahrzeug kann als eine Art Roboter aufgefasst werden, als eine computergesteuerte Maschine, die extrem schnell und präzise auf äußere Einflüsse reagiert. Gegen Ausfall geschützte Komponenten und Teilsysteme sind daher sehr wichtig. "Hochverfügbar' müssen sie sein. Deshalb werden die sicherheitskritischen Komponenten wie Sensoren, Mikrocontroller und Leistungshalbleiter mehrfach, das heißt redundant, ausgelegt. Dies erhöht den Bedarf an Halbleitern. Ein Beispiel hierfür ist der Magnetfeldsensor auf der Titelseite dieses Geschäftsberichts. Er enthält im Prinzip zwei voneinander unabhängige Sensoren. Vernetzung sowie Daten- und IT-Sicherheit Die Vernetzung des Fahrzeugs hat begonnen. Bei Internet-Diensten, Navigation, Verkehrsinformationen, beim automatischen Erfassen von Mautgebühren, bei der Software-Aktualisierung in der Werkstatt und vor allem bei Notrufsystemen (eCall) - immer findet eine Kommunikation zwischen dem Fahrzeug und einem Kommunikationsnetz (Auto-zu-Infrastruktur) statt. Beim teilautomatisierten und letztlich beim automatisierten Fahren steht zudem die unterstützende Kommunikation zwischen Fahrzeugen (Auto-zu-Auto) auf dem Plan. Diese Vernetzung birgt Gefahren, bieten sich doch für Angreifer Möglichkeiten, auf den Datenverkehr im Fahrzeug Einfluss zu nehmen und damit bestimmte Funktionen zu manipulieren. Die Kommunikation zwischen den Steuereinheiten - darunter befinden sich sicherheitskritische Funktionen wie Brems- und Lenksysteme - muss sicher ablaufen und vor unerlaubtem Zugriff geschützt werden. Die Fahrzeug- und Personensicherheit ("safety') auf der einen Seite und Daten- und IT-Sicherheit ("information security') auf der anderen Seite können nicht mehr unabhängig voneinander betrachtet werden. Das Fahrzeug wird zum "vernetzten Computer auf vier Rädern'. Der Bedarf an Daten- und IT-Sicherheit im Fahrzeug wird also steigen. Wir gehen davon aus, dass am Ende dieser Dekade kein Neufahrzeug mehr ohne verstärkte Daten- und IT-Sicherheit auskommen wird. Infineon sieht sich für diese Entwicklung bestens positioniert, verfügen wir doch über jahrzehntelange Erfahrung bei Daten- und IT-Sicherheit durch das Segment Chip Card & Security. Basierend auf dieser Kompetenz haben wir sowohl in Automobil-Mikrocontrollern integrierte als auch diskrete Sicherheitslösungen für alle im Fahrzeug relevanten Anwendungen im Portfolio. Zusammenfassung für das Segment Automotive Die Anzahl der Elektronikanwendungen im Fahrzeug nimmt stetig zu. Dies rührt daher, dass rund 80 Prozent der Innovationen auf Elektronik beruhen. Dieser Anteil dürfte nach Einschätzung von Marktexperten auch in den kommenden Jahren so bleiben. Insgesamt ist über alle Regionen hinweg eine steigende Ausstattung der Fahrzeuge zu beobachten. Innovative Lösungen von Sicherheits- und Komfortfunktionen beginnen typischerweise in Premiumfahrzeugen und migrieren dann in die Mittel- und Kompaktklasse, wodurch der Wert der Halbleiter pro Fahrzeug steigt. Auf Basis dieser Faktoren gehen wir für unser Geschäft im Bereich Halbleiter für Automobilelektronik von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 8 Prozent aus. Wachstumstreiber für das Segment Industrial Power Control Die Produkte des Segments Industrial Power Control wirken entlang der gesamten Wertschöpfungskette der elektrischen Energie: Erzeugung, Übertragung und Nutzung. Im Eingangskapitel wurde aufgezeigt, wie Energieeffizienz zu Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen beiträgt, um so die globalen Herausforderungen unserer Zeit meistern zu können. Genau dies sind die Treiber für eine zunehmende Nachfrage nach unseren Leistungshalbleitern. Rund ein Drittel des Segmentumsatzes erwirtschaften wir mit langfristigen Infrastrukturprojekten. Diese sind meist getrieben von konjunkturunabhängigen, mehrjährigen staatlichen Programmen. Etwas weniger als die Hälfte des Umsatzes entfällt auf die von der makroökonomischen Lage abhängige Investitionsgüterindustrie. Den restlichen Umsatz erzielen wir in der Gebrauchsgüterindustrie - im Wesentlichen beeinflusst vom privaten Konsum. Infrastruktur Zugsysteme Nachhaltige und optimal vernetzte Mobilität innerhalb der Ballungsräume ebenso wie zwischen den Metropolen ist eines der Schlüsselthemen des 21. Jahrhunderts. Ein verlässlicher und schneller öffentlicher Personenverkehr entscheidet heute mehr denn je über Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit in vielen Regionen und Städten weltweit. Unsere Komponenten kommen sowohl in Nahverkehrszügen, Metro- und Straßenbahnen als auch in Hochgeschwindigkeitszügen zum Einsatz. China zählt inzwischen zu den größten Schienenfahrzeugmärkten der Welt. In China spielen alle Zugtypen wie zum Beispiel Hochgeschwindigkeitszüge, Überlandzüge und Metrobahnen eine Rolle. Eine Belebung des Marktes für Zugsysteme sehen wir auch im restlichen Asien. Dort werden nicht so sehr Hochgeschwindigkeitszüge als vielmehr Metrobahnen und Regionalzüge nachgefragt. Weitere Wachstumsmärkte sind Südafrika, Südamerika und der Nahe Osten. Mit Bombardier Transportation, CSR Times und Siemens zählen die größten Schienenfahrzeughersteller der Welt zu unseren Kunden. Erneuerbare Energien Aus ökologischen wie ökonomischen Gründen kann der zunehmende Bedarf an elektrischer Energie nicht mehr in gleichem Maße wie bisher aus fossilen Brennstoffen gedeckt werden. Europa, die USA, China und Japan haben daher Ausbauziele für erneuerbare Energien definiert, um die CO2 -Emissionen in den kommenden Jahrzehnten auf ihre jeweiligen Zielwerte zu reduzieren. Die sieben führenden Industrienationen einigten sich auf dem G7-Gipfel in Elmau (Deutschland) Anfang Juni 2015 auf verbindlicher Basis, bis zum Ende des Jahrhunderts auf Öl, Gas und Kohle im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor zu verzichten und somit in diesen Bereichen ihre CO2 -Emissionen netto auf null zu senken. Bis zum Jahr 2050 sollen sie bereits um 40 bis 70 Prozent niedriger liegen als 2010. Es ist geplant, Strom dann ausschließlich aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Anfang Dezember 2015 soll auf dem Klimagipfel der Vereinten Nationen in Paris (Frankreich) ein umfassendes Klimaschutzbündnis geschmiedet werden. Infineon profitiert vom Zubau von Wind- und Fotovoltaik-Kraftwerken. Denn je Gigawatt erzeugter Leistung erfordern sie ein Vielfaches an Leistungshalbleitern verglichen mit konventionellen Kraftwerken. Im Gegensatz zu Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerken gibt es bei Wind- und Fotovoltaik-Kraftwerken keine Turbine, die mit ihrem gleichmäßigen Lauf eine konstante 50-Hertz-Wechselspannung erzeugt, die direkt in das Netz eingespeist werden kann. Der Aufwand für die Wandlung der elektrischen Energie ist größer. Wind Im Bereich Windenergie rechnen wir mittel- und langfristig mit nachhaltigem Wachstum. China und die USA fördern die Windenergie. Die Erneuerung älterer, leistungsschwacher Windkraftanlagen durch moderne, leistungsstarke Windturbinen - "Repowering" genannt - wird noch lange anhalten. Wo vor vielen Jahren an windreichen Standorten die ersten Windkraftanlagen mit einer Leistung von rund 100 Kilowatt installiert wurden, werden sie nun durch solche mit einer Leistung von rund drei Megawatt ersetzt. Mit der Turbinenleistung steigt auch der Wert der Leistungshalbleiter. Auch bei der Erstinstallation kommen immer stärkere Generatoren zum Einsatz, was einen höheren Halbleiterbedarf pro Windkraftanlage zur Folge hat. Diese Entwicklung ist besonders deutlich in China zu beobachten, wo wir seit 2011 mit dem chinesischen Windturbinenhersteller Goldwind kooperieren. Wurden bisher vor allem Turbinen mit einer Leistung von bis zu 1,5 Megawatt installiert, werden nun verstärkt Turbinen mit einer Generatorleistung von zwei bis drei Megawatt eingesetzt. Fotovoltaik Hier beobachten wir seit einigen Jahren eine strukturelle Veränderung. Kam in den letzten 20 Jahren die Nachfrage hauptsächlich aus Europa, so hat sich das Geschäft inzwischen verstärkt auf Asien und die USA verlagert. Infineon ist international sehr breit aufgestellt und kooperiert seit Jahren mit den weltweit führenden Herstellern von Fotovoltaik-Wechselrichtern. Wir profitieren unter anderem vom Wachstum der chinesischen Wechselrichterhersteller, und zwar sowohl im Hinblick auf den Fotovoltaik-Ausbau in China selbst als auch beim Export der Wechselrichter in andere Regionen. Investitionsgüterindustrie Automatisierung Die Ausstattung von Industrieanlagen mit Elektromotoren nimmt immer weiter zu. Der grundsätzliche Treiber hinter dieser Entwicklung ist die Notwendigkeit der kontinuierlichen Steigerung der Produktivität, um den Menschen einen hohen Lebensstandard zu sichern. So führt das in den letzten Jahren gestiegene Lohnniveau in Regionen mit bislang noch geringen Lohnkosten zu einer höheren Automatisierung. Wo bislang billige Arbeitskräfte Waren bewegt und Arbeitsschritte durchgeführt haben, erledigen zunehmend Roboter und Maschinen diese Aufgaben. Zudem steigt der Druck zur Produktivitätssteigerung, je stärker ein Unternehmen im globalen Wettbewerb steht. Die nächste Stufe der Automatisierung und damit der Produktivitätssteigerung wird mit Industrie 4.0 erreicht werden. Dies wird nicht nur einen weiteren Investitionszyklus initiieren, sondern auch zur Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze beitragen. Industriemotoren stehen im Zentrum der Produktionsanlagen, wo immer etwas bewegt oder transportiert wird. Kräne, Förderbänder, Roboter oder Aufzüge sind die klassischen Einsatzfelder. Sie werden ferner in Pumpen in der Kälte- und Klimatechnik und bei der simplen Erzeugung von Druckluft eingesetzt. Die stärksten elektrischen Industriemotoren arbeiten in Schleusen, Zementmühlen, Zügen, in Pumpen für städtische Wasserwerke, in Luftverdichtern zur Herstellung von technischen Gasen sowie in Kompressoren für Gaspipelines. Rund 300 Millionen Elektromotoren sind allein in der Industrie rund um den Globus installiert und verbrauchen rund zwei Drittel des gewerblich genutzten Stroms. Entsprechend groß ist der Hebel für Einsparungen bei einer Erhöhung des Wirkungsgrads. Eine Möglichkeit, den Energieverbrauch eines Elektromotors zu reduzieren, besteht in der Verwendung einer elektronischen Steuerung zur Drehzahlregelung, also der Anpassung der Leistung an den aktuellen Bedarf. Die Marktdurchdringung von drehzahlgeregelten Motorsteuerungen wird also zunehmen. Derzeit sind erst gut 15 Prozent der Elektromotoren elektronisch geregelt. Dies kommt uns zugute: Die Umsetzung einer drehzahlgeregelten Motorsteuerung erfordert eine Vielzahl der von uns angebotenen Leistungshalbleiter. Deren Anzahl und Wert hängen von der Leistungsklasse des Motors ab. Gebrauchsgüterindustrie Haushaltsgroßgeräte Bei dieser Warengruppe haben sich in letzter Zeit einige Veränderungen ergeben. Um die Effizienz ihrer Geräte zu steigern - sei es aufgrund von strikteren Effizienzvorschriften oder um dem Verbraucher eine höhere Leistung zu bieten -, steigen immer mehr Hersteller auf geregelte Motoren um. Wo bislang ein Motor nur ein- oder ausgeschaltet werden konnte, sorgt jetzt eine Motorsteuerung für eine lastabhängige Drehzahl. Anwendungsbeispiele sind die Wasserpumpe in der Waschmaschine und im Geschirrspüler, der Kompressor im Kühlschrank oder der Ventilator in der Klimaanlage. Hier profitieren wir besonders vom Erneuerungsgeschäft. So sind zum Beispiel derzeit weltweit rund 1,4 Milliarden Kühl- und Gefriergeräte im Einsatz. Sie verbrauchen pro Jahr rund 650.000 Gigawattstunden Strom. Dies entspricht dem Stromverbrauch Deutschlands. Würde ab jetzt bei jedem Neukauf das energieeffizienteste Gerät gekauft, könnte man den Stromverbrauch bis zum Jahr 2030 um mehr als 30 Prozent reduzieren. In dieser Modellrechnung ist sogar noch berücksichtigt, dass bis 2030 rund 60 Prozent mehr Kühlgeräte auf der Welt im Einsatz sein werden. Bei Haushaltsgeräten werden kompakte Module mit Leistungen von 100 bis 2.000 Watt eingesetzt. Solche IPMs (Integrated Power Modules) genannten integrierten IGBT-Module sind das Kerngeschäft der koreanischen Firma LS Power Semitech Co., Ltd (LSPS) sowie eine Kernkompetenz von International Rectifier. Durch die vollständige Übernahme von LSPS im Geschäftsjahr 2015 stärken wir unsere Präsenz auf dem wichtigen koreanischen Markt mit den Haushaltsgeräteherstellern Samsung und LG weiter. Darüber hinaus eröffnet uns die Akquisition von International Rectifier mit seinem komplementären Portfolio an kleinen IPMs neue Märkte in Asien, Südamerika und den USA. Neben den Haushaltsgroßgeräten bedienen wir auch den Markt für Induktionsherde. In enger Kooperation mit unseren Leitkunden, hauptsächlich in China, entwickeln wir seit vielen Jahren IGBT-Leistungstransistoren für die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Anwendung, wie beispielsweise Einfeld-Induktionskocher und Küchenherde mit Mehrkochfeldern. Zusammenfassung für das Segment Industrial Power Control Durch die weltweiten Bestrebungen, den CO2 -Ausstoß zu verringern - einerseits durch einen effizienteren Umgang mit elektrischer Energie, andererseits mit der verstärkten Nutzung regenerativer Energien -, wird der Bedarf an Leistungshalbleiterkomponenten weiter zunehmen. Darüber hinaus bietet der Einsatz von geregelten Antrieben einen deutlichen Mehrwert in der Funktionalität. Besonders im Maschinenbau ist dies ein zentraler Aspekt. Wir gehen für unser Geschäft im Bereich Halbleiter für Industrieelektronik von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 9 Prozent aus. Wachstumstreiber für das Segment Power Management & Multimarket Unser breit diversifiziertes Produktportfolio des Segments Power Management & Multimarket adressiert ganz unterschiedliche Märkte. Mit unseren Leistungskomponenten sind wir seit Jahrzehnten im Bereich Stromversorgung im Geschäft. Hierzu zählen Netzteile für die Wandlung der Netzwechselspannung in Gleichspannung (AC-DC-Wandlung) als auch die Gleichspannungswandlung (DC-DC-Wandlung) von Rechnern mit mittlerer und hoher Rechenleistung. In diesen Bereich fallen leistungsfähige PCs, Server, Netzwerkrechner, Telekommunikationseinrichtungen, Spielekonsolen und Grafikkarten. Die Akquisition von International Rectifier hat uns darüber hinaus den Zugang zum Markt für hochzuverlässige Leistungskomponenten, wie sie beispielsweise in der Luft- und Raumfahrt benötigt werden, eröffnet. Neben den Leistungskomponenten hat sich Infineon auf Komponenten mit hohem Differenzierungspotenzial in den Bereichen mobile Geräte und Mobilfunk-Infrastruktur spezialisiert. Wir fokussieren uns dort, wo wir mit hoher Kompetenz - meist in der Technologie und beim Produkt, aber auch in der Anwendung - für unsere Kunden einen merklichen Mehrwert bieten können. Die Zielanwendungen im Einzelnen: AC-DC-Wandlung Das Wachstum im Bereich Stromversorgung hängt von der Leistung und noch mehr vom Stückzahlwachstum der Geräte ab. Das höchste Stückzahlwachstum erfahren seit einigen Jahren und auf absehbare Zeit Server. Die Nachfrage wird getragen vom Aus- und Aufbau von Rechenzentren sowie der Speicherung von Daten aller Art im Internet. Die Nachfrage nach Rechenleistung und Speicherkapazität wird im Wesentlichen getrieben durch das Internet der Dinge, Internet 4.0 sowie soziale Netzwerke. Darüber hinaus sehen wir auch im Geschäft mit kompakten Ladegeräten für Tablets und leichte Notebooks (sogenannte Portables) Wachstumschancen. Bei PCs und Notebooks hingegen rechnen wir in den kommenden Jahren mit keinem Wachstum. Neben dem Stückzahlwachstum trägt auch ein steigender Halbleiterwert zu unserem Wachstum bei. Er wird getrieben durch die Forderung "Kleiner, leichter, effizienter". Mit der Einführung unserer Hochvolt-Leistungstransistoren der CoolMOS™-Familie haben wir schon vor vielen Jahren einen wesentlichen Schritt ermöglicht. Nun zeichnet sich bei Netzteilen für Rechner, Tablets und Fernsehgeräte ein neuer Innovationsschritt ab: die Einführung neuer Steuerungskonzepte sowie der Einsatz neuer Halbleitermaterialien. Ein großer Schritt der Effizienzsteigerung liegt im Übergang von der analog zur digital geregelten Stromversorgung. "Digitales Power Management" ist hier das Schlagwort - bei uns ".dp digital power™ 2.0" genannt. Ein großer Teil des geistigen Eigentums und Know-hows und damit ein zunehmender Teil der Wertschöpfung stecken in den komplexen Ansteuer-ICs. Mit den Produkten unserer ".dp digital power™ 2.0"-Familie decken wir den Leistungsbereich von 30 bis 300 Watt ab. Damit adressieren wir neben Rechnern und Geräten der Unterhaltungselektronik auch LED-Anwendungen. Ganz im Sinne unseres strategischen Ansatzes "Vom Produkt zum System" arbeiten wir eng mit dem Kunden zusammen. Einmal um seine Anforderungen besser zu verstehen, aber auch um Innovationspotenzial, das ihm nicht bekannt ist oder größere Konzeptänderungen erfordert, zu adressieren. So können wir die beste Lösung in Bezug auf Baugröße, Kosten, Effizienz und Leistungsdichte identifizieren. Infineon gehört zu den wenigen Halbleiterherstellern, die sowohl Ansteuer-ICs und Treiber-ICs als auch Leistungstransistoren selbst entwickeln und fertigen. In Zukunft ist eine immer feinere Abstimmung der Treiber-ICs auf die diskreten Leistungstransistoren erforderlich. Die kommenden Generationen der Leistungstransistoren werden ein anderes physikalisches Verhalten zeigen, sei es durch weitere Verkleinerung, sei es durch neue Halbleitermaterialien wie zum Beispiel Galliumnitrid (GaN). Treiber-ICs müssen also passend zu den Leistungstransistoren entwickelt werden, soll das Gesamtsystem die maximale Effizienz erreichen. Zusammen mit der speziellen Gehäusetechnologie für Leistungshalbleiter befindet sich also alles unter einem Dach. Das betrachten wir als einen Vorteil für unsere Kunden. Im Bereich Unterhaltungselektronik liegt unser Schwerpunkt dort, wo wir unseren Kunden ein Differenzierungsmerkmal ermöglichen können. Das sind zum Beispiel flache Fernsehgeräte, die durch unsere extrem kompakten Netzteile möglich werden. Diese Netzteile basieren heute noch auf Silizium-Komponenten. Sie werden in Zukunft durch GaN-basierte Komponenten noch kompakter (siehe Absatz über Galliumnitrid im Kapitel "Forschung & Entwicklung"). GaN-basierte Komponenten erlauben ein schnelleres Schalten bei geringeren Verlusten, was den Gesamtwirkungsgrad entscheidend steigert, aber vor allem bei Spulen und Kondensatoren, die die Abmessungen bestimmen, eine signifikante Reduktion ermöglicht. Im Bereich Flachbildfernseher haben wir die ersten engen strategischen Kooperationen geschlossen, um unseren Produkt-zum-System-Ansatz in diesem Bereich umzusetzen. DC-DC-Wandlung Bei der DC-DC-Wandlung setzt sich zunehmend die "intelligente Stromversorgung vor Ort", Point-of-Load genannt, durch. Server, PCs und Kommunikationsgeräte werden mit höheren Spannungen versorgt, die dann direkt beim Prozessor auf die benötigte niedrige Spannung heruntergesetzt werden. Zum einen ist das praktischer, zum anderen ist die direkte Versorgung mit einer niedrigen Spannung technisch nicht möglich. Die Leistungen reichen von wenigen Watt bis über 100 Watt. Auch hier bieten wir Lösungen zur digital geregelten Stromversorgung gepaart mit führenden Leistungskomponenten an. Die Akquisition von International Rectifier erlaubt uns, neue Märkte zu erschließen. Während sich Infineon bisher auf die Stromversorgung von leistungsstarken Servern konzentriert hat, können wir nun auch Lösungen für Grafikkarten mit höchster Leistungsfähigkeit, Telekommunikationseinrichtungen und Spielekonsolen bedienen. Gleichstrommotoren Durch fallende Preise von Lithium-Akkus und kostengünstigere Steuerungen von bürstenlosen Gleichstrommotoren - diese sind stärker und haben einen höheren Wirkungsgrad als traditionelle bürstenbehaftete Motoren - erfahren neue Produktkategorien ein erfreuliches Stückzahlwachstum. Beispiele sind leistungsfähige akkubetriebene Heimwerkergeräte, Elektrofahrräder (Pedelecs) und Elektro-Mopeds (eScooter). Die Metropolen Asiens sind aufgrund von Emissionsvorschriften für solche Elektro-Mopeds der größte Markt. Auch hier profitieren wir von International Rectifier durch die Komplettierung unseres Portfolios an MOSFET-Leistungstransistoren für niedrige und mittlere Spannungsklassen sowie den etablierten Marktzugang und die Vertriebskanäle in Asien. Hochzuverlässige Komponenten ("High Reliability") In der Luft- und Raumfahrt und beim Abbau von Rohstoffen herrschen extreme Umweltbedingungen, die ganz besondere Anforderungen an die eingesetzten elektronischen Komponenten stellen. International Rectifier hat hier seit vielen Jahren eine führende Position auf diesem kleinen, aber sehr stabilen Markt inne. Auch hat International Rectifier bei den entsprechenden Gehäusetechnologien eine herausragende Kompetenz. Die Kombination aus bestehenden Technologien von Infineon und den Spezialgehäusen von International Rectifier eröffnet interessante Chancen. Zudem ist der Marktzugang komplementär: International Rectifier ist naturgemäß auf dem nordamerikanischen Markt stark; Infineon hat traditionell einen guten Zugang zu europäischen Kunden in diesem Segment. Mobile Geräte Den Markt für mobile Geräte bedienen wir im Wesentlichen mit Sensoren und mit Hochfrequenz-Komponenten. Bei Sensoren sind MEMS-basierte Silizium-Mikrofone unsere bedeutendste Produktfamilie. Für Silizium-Mikrofone liefern wir zwei Kernkomponenten: den MEMS-Chip (Mikro-Elektromechanisches System) mit der Mikrofonmembrane und den anwendungsspezifischen IC zur Signalwandlung. Mobile Geräte der neuesten Generation erfordern mehrere, teils verschiedene Mikrofonvarianten mit zunehmend besserem Signal-Rausch-Verhältnis. Diese höherwertigen Mikrofone stellen nicht nur ein Differenzierungsmerkmal des Smartphone-Herstellers dar, sondern eröffnen ganz neue Anwendungsmöglichkeiten. So wird zum Beispiel Sprachsteuerung auch in Umgebungen mit hohen Hintergrundgeräuschen durch zusätzliche Mikrofone merklich besser. Und Telefongespräche über das Internet gewinnen an Qualität und eröffnen neue Anwendungen. Zudem werden inzwischen Mikrofone mit den höchsten technischen Anforderungen neben der Kamera eingebaut, um eine hohe Audioquali-tät bei Videoaufzeichnungen mit dem Smartphone zu erreichen. Neben dem Stückzahlwachstum der Geräte und der Zunahme der Mikrofone pro Gerät profitieren wir vor allem davon, dass neben Smartphones und Tablets auch Notebooks auf Silizium-Mikrofone umstellen. Zudem entwickeln sich ganz neue Geräteklassen als potenzielle Abnehmer: intelligente Uhren, Fitnessarmbänder und ganz allgemein die "Dinge" im Internet der Dinge. Durch die ausgezeichneten Leistungsmerkmale unserer Silizium-Mikrofone konnten wir in den letzten Jahren unseren Marktanteil kontinuierlich steigern. Mit nunmehr 34,3 Prozent sind wir die Nummer 2 im Markt. Die Funktionalität eines Smartphones wird stetig erweitert. Das treibt die Nachfrage nach immer neuen und besseren Sensoren. Aktuell erweitern wir unser Produktportfolio um neue Sensortypen: zunächst um die MEMS-Drucksensoren wie den DPS310 (siehe "Power Management & Multimarket" im Kapitel "Die Segmente"). Weitere Sensortypen zur Erfassung anderer physikalischer Größen für den Einsatz in Smartphones befinden sich in der Entwicklung. Wir sehen im Bereich Sensorik enorme Wachstumschancen in den Anwendungsbereichen Konsumelektronik, Automobilelektronik und Internet der Dinge. Ein weiterer Schwerpunkt bei mobilen Geräten liegt im Bereich Hochfrequenz (HF)-Komponenten für die drahtlose Datenübertragung zwischen dem Mobilfunk-Sendemast oder Satelliten und dem mobilen Endgerät. Beim Übergang von einem Mobilfunkstandard zum nächsten steigen die Anforderungen an die Signalqualität und damit an die HF-Eigenschaften vieler Bauelemente. So erfordern zum Beispiel enger beieinanderliegende Frequenzbänder präzisere Frequenzfilter, empfindlichere Signalverstärker sowie eine größere Anzahl von schnelleren Antennenschaltern. In Smartphones und Tablets sind wir dabei mit HF-CMOS-Schaltern für das Schalten zwischen verschiedenen Antennen vertreten. Derzeit profitieren wir stark von der zunehmenden Anzahl an LTE (Long-term Evolution)-fähigen Smartphones. Dieser Übertragungsstandard der vierten Generation hat eine deutlich höhere Komplexität verglichen mit der dritten Generation (UMTS). LTE-fähige Smartphones enthalten mehr beziehungsweise höher integrierte HF-Komponenten als frühere Smartphone-Generationen. Mobilfunk-Infrastruktur Der Übergang zum nächsten Mobilfunkstandard wirkt sich nicht nur auf die mobilen Geräte, sondern auch auf die Mobilfunk-Infrastruktur aus. Bei jedem neuen Standard wird der zunehmenden Zahl an Mobilfunknutzern sowie dem exponentiell steigenden Datenaufkommen Rechnung getragen. Die Funkzellen werden kleiner. Damit müssen mehr Netzzugangsknoten installiert werden. War zu Beginn des Internet-Zeitalters vor allem der Downlink die vorherrschende Datenrichtung, änderte sich dies durch die rasante Verbreitung von Smartphones, durch die darauf laufenden Apps und vor allem durch soziale Medien. Der Datenstrom im Uplink hat sich durch das Hochladen von Bildern und Filmen sowie durch Mitteilungsdienste drastisch erhöht. Diesem inzwischen nahezu symmetrischen Datenaufkommen wird in den neuen Mobilfunkstandards ebenfalls Rechnung getragen. Zusammenfassung für das Segment Power Management & Multimarket Die vom Segment Power Management & Multimarket adressierten Zielmärkte entwickeln sich unterschiedlich. Für das Geschäft mit mobilen Geräten erwarten wir ein höheres Wachstum als für das Geschäft mit Leistungskomponenten. Wir gehen für unser gesamtes Geschäft im Segment Power Management & Multimarket von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 9 Prozent aus. Wachstumstreiber für das Segment Chip Card & Security Nach wie vor bilden die klassischen Anwendungsfelder - Bezahlkarten und hoheitliche Dokumente - die Basis für unser Wachstum. Die Sicherstellung der Manipulationssicherheit eines Computers ist ein weiteres Anwendungsgebiet unserer Sicherheitschips. Ferner das vielfältige Gebiet der Authentifizierung bei Zubehör und Ersatzteilen. Als Folge der zunehmenden Vernetzung von Geräten spielen SIM-Karten für Maschine-zu-Maschine-Kommunikation eine immer größere Rolle und versprechen hohe Wachstumsraten. Das Internet der Dinge mit all seinen Facetten verspricht weitere und langfristig vielleicht die größten Wachstumsmöglichkeiten. Bezahlkarten Chipbasierte Karten erhöhen die Sicherheit beim bargeldlosen Bezahlen. Nachdem Europa bereits vor Jahren mit dem Austausch magnetstreifenbasierter durch chipbasierte Bezahlkarten begann, folgt nun auch die Umstellung in den USA und in China. Beide Länder bieten derzeit das höchste Marktpotenzial im Bereich Zahlungsverkehr. Mehrere Milliarden chipbasierter Bezahlkarten werden in den kommenden Jahren an die Kunden ausgeliefert. Für den Zeitraum von Kalenderjahr 2015 bis 2018 erwarten Marktforscher in den USA, China und Indien die Auslieferung von zusammen fast fünf Milliarden Karten. Unsere Technologie erfährt dabei eine hohe Akzeptanz. Dies ist zum einen auf unsere exzellenten und langjährigen Kundenbeziehungen zurückzuführen; zum anderen auch auf unser umfangreiches, erneuertes und maßgeschneidertes Produktportfolio. Wir haben in den letzten Jahren bei allen wesentlichen Kartenherstellern, die den amerikanischen Markt beliefern, Aufträge gewinnen können. Der Erfolg unserer Sicherheitstechnologie zeigt sich im überdurchschnittlichen Umsatzwachstum, das wir im Bereich Bezahlkarten im Geschäftsjahr 2015 gegenüber dem Vorjahr verzeichnen konnten. Mobiles Bezahlen Das Mobiltelefon ist nun auch ein Portemonnaie. Mit der Entwicklung von Smartphones, dem mobilen Internet und der Near Field Communication (NFC)-Technologie lassen sich zahlreiche Funktionen und Anwendungen integrieren, wie etwa Gutscheine, Tickets, Treuepunkte und Bezahldienste. Menschen erleben eine neue Form des Komforts mit ihrem Mobiltelefon: Reisen in öffentlichen Verkehrsmitteln mit mobilen Tickets anstelle von Münzen oder physischen Fahrscheinen, kontaktloses Bezahlen mit dem Handy, bei gleichzeitigem Einlösen von Coupons und Sammeln von Treuepunkten oder die sichere Durchführung von Überweisungen. Dabei steigt auch die Nachfrage nach einer sicheren Speicherung und dem Schutz von vertraulichen Informationen auf Mobiltelefonen. Infineon liefert hierfür den Sicherheitschip, das sogenannte Secure Element (SE). Das SE kann entweder in das Smartphone eingebaut werden (als "embedded SE" (eSE) bezeichnet), in die SIM/UICC-Karte integriert werden oder in einer microSD-Karte untergebracht sein. Für alle drei Alternativen bietet Infineon eine entsprechende Lösung an. Die Sicherheit dieser Chips muss mindestens der von Kreditkarten entsprechen. SIM-Karten für Maschine-zu-Maschine (M2M)-Kommunikation SIM-Karten für M2M-Kommu-nikation versprechen hohe Wachstumsraten, da sie durch das Internet der Dinge enorm an Bedeutung gewinnen. M2M-Kommunikation ermöglicht den automatischen Datenaustausch von Geräten mit anderen Geräten oder Servicezentren. Beispiele für M2M-Anwendungen sind: Auto-zu-Infrastruktur-Kommunikation, Infotainment-Anwendungen im Auto, Mautsysteme, intelligente Verbrauchszähler in der Energiewirtschaft (sogenannte Smart Meter) sowie Telematiksysteme für Notruf, Wartung und Navigation. Hoheitliche Dokumente Unter hoheitlichen Dokumenten versteht man Reisepässe, Personalausweise, Führerscheine und im weiteren Sinne auch Gesundheitskarten. Solche Dokumente werden zunehmend mit einem Sicherheitschip ausgestattet. Infineon beliefert inzwischen mehr als 70 Prozent aller Ausweisprojekte in Europa. Darüber hinaus ist Infineon laut US-Bundesdruckerei einer der Hauptlieferanten für die Sicherheitstechnologie in den elektronischen Reisepässen der USA. Es ist das größte elektronische Reisepass-Projekt der Welt. Infineon beliefert die US-Bundesdruckerei seit Projektbeginn im Jahre 2005. Authentifizierung Um elektronische Systeme abzusichern, ist es wichtig, nur autorisierte Geräte miteinander zu verbinden. Angesichts der steigenden Zahl vernetzter Geräte von Unternehmen wie auch privaten Haushalten gewinnt dieser Aspekt rasant an Bedeutung. Es kommt darauf an, die vernetzten Geräte gegen Piraterie, Manipulation der Daten, Hackerangriffe oder Cyberattacken zu schützen. Sicherheit muss somit möglichst in jedem kritischen Endpunkt Einzug halten. Infineon liefert mit der Produktreihe OPTIGA™ verschiedene Sicherheitschips und Sicherheitslösungen für die Authentifizierung elektronischer Systeme: von der komplexen IT-Infrastruktur mit zahlreichen Servern und Computern bis zu einem System, das aus Endgerät und passendem Zubehör besteht. Mit der Einführung von Microsoft Windows® 10, das TPM-Funktionalität erfordert, gewinnt der diskrete TPM-Sicherheitschip in Bezug auf das Betriebssystem stark an Bedeutung. Infineons TPM-Sicherheitschips erfüllen nicht nur die Anforderungen an die Hardware-Zertifizierung von Microsoft Windows®, sondern werden auch von Google für Chrome OS-Systeme empfohlen und von den größten Open-Source-Betriebssystemen wie etwa Linux unterstützt. In den letzten Jahren wurden immer mehr Computer mit integriertem TPM-Sicherheitschip verkauft. Die Trusted Computing Group (TCG) geht von bisher mehr als 600 Millionen ausgelieferten PCs mit TPM-Sicherheitschip aus. Internet der Dinge Je nach Marktforschungsunternehmen sollen in den nächsten 10 bis 15 Jahren 50 bis 100 Milliarden Geräte weltweit über das Internet vernetzt sein. Dies können Maschinen, Automaten, Fahrzeuge, Container oder medizinische Geräte sein. Und zudem alles, was heute als "smart" bezeichnet wird: Smart Grid, Smart Factory, Smart Home, Smart Meter, Smart Car. Für viele dieser Milliarden von vernetzten Dingen ist die sichere Speicherung und Übertragung von Daten essenziell. Ist dies gewährleistet, werden völlig neue Dienstleistungen möglich, die den Alltag der Menschen verändern werden. Ein Teilaspekt des Internet der Dinge ist "Industrie 4.0". Im Rahmen von Industrie 4.0 werden Produktionsdaten oder Sensorsignale über eine Leitung oder über Mobilfunk an einen Geschäftspartner oder einen Server in einem Rechenzentrum übertragen. Die geplante Vernetzung der Liefer- und Wertschöpfungskette erfordert eine sichere Kommunikation zwischen den Geschäftspartnern beziehungsweise zwischen den Maschinen, Geräten und IT-Systemen der Geschäftspartner. Industrie 4.0 wird nur dann eine Chance haben, wenn das Prozess-Know-how zuverlässig vor Hackerattacken geschützt wird. Eine sichere Übermittlung der produkt- und produktionsbezogenen Daten in einer offenen Architektur steht somit an oberster Stelle. Autonomes, auch schon teilautonomes Fahren ist eine weitere Ausprägung des Internet der Dinge. Hier sind die Dinge die Fahrzeuge, die direkt miteinander kommunizieren. Fahrzeuge werden mit Leitsystemen in Kontakt treten und so über ein aktuelles Bild der Verkehrssituation verfügen. Web-Applikationen im Fahrzeug werden deutlich zunehmen. Quelle und Korrektheit der Daten müssen nachgewiesen werden können, sonst könnten Fahrzeuge fehlgesteuert werden. Ob es um Automatisierungstechnik in der Produktion, um Logistik, Verkehrsleittechnik, Gebäude- oder Hausautomatisierung geht: Überall sind dieselben Grundlagentechniken erforderlich. Wir sehen unsere Chance in diesem Umfeld in der hardwarebasierten Sicherheit, wie wir sie mittels unserer Sicherheitscontroller anbieten. Entweder als einzelner Baustein oder als dessen Funktion integriert auf unseren Automobil- oder Industrie-Mikrocontrollern. Sicherheit als segmentübergreifende Kompetenz Infineon nutzt zunehmend sein Sicherheits-Know-how, um den Kundenzugang in anderen Unternehmensbereichen zu stärken. Die bereichsübergreifende Sicherheitskompetenz ist beim Kunden oft der Türöffner oder gar das entscheidende Kriterium für die Wahl von Infineon als Lieferanten. Schützenswerte Daten dürfen weder manipuliert noch gestohlen werden. Dass unsere führende Sicherheitsexpertise zunehmend über Chipkartenanwendungen hinaus auch in sicherheitsrelevanten Systemen von Automobil- und Industrieanwendungen gefragt ist, zeigt folgendes Beispiel: Sicherheitsmodul im AURIX™ Seitens der Automobilhersteller wächst der Wunsch nach einem höheren Manipulationsschutz ihrer Fahrzeuge sowie einem höheren Maß an Schutz ihrer Software und ihres geistigen Eigentums auf den Mikrocontrollern im Fahrzeug. In unseren 32-Bit-Mehrkern-Mikrocontrollern der AURIX™-Familie haben wir das Sicherheitsmodul HSM (Hardware Security Module) integriert. Mit dieser Erweiterung sind der Chip sowie die auf ihm implementierte Software gegen unerwünschte Zugriffe und Manipulationen geschützt. Zusammenfassung für das Segment Chip Card & Security Die klassischen Anwendungsfelder - Bezahlkarten und hoheitliche Dokumente - werden weiterhin am stärksten unser Wachstum beeinflussen. Allerdings gewinnt Authentifizierung und Maschine-zu-Maschine-Kommunikation zunehmend an Bedeutung. In den kommenden Jahren erwarten wir auch vom Internet der Dinge einen zunehmenden Beitrag. Wir gehen für unser Geschäft im Bereich Halbleiter für Sicherheitslösungen von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 6 bis 9 Prozent aus. Zusammenfassung von Ziel 1 (durchschnittlich 8 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr) Die großen Veränderungen treiben das Wachstum unserer vier Segmente in unterschiedlicher Weise. Unsere Zielmärkte sind Wachstumsmärkte. Solche Märkte bieten weitaus mehr Chancen für profitables Wachstum als Märkte, in denen vorwiegend Verdrängungswettbewerb herrscht. Insgesamt erwarten wir für Infineon ein durchschnittliches Wachstum von rund 8 Prozent. Ziel 2: 15 Prozent Segmentergebnis-Marge vom Umsatz über den Zyklus Wachstum ist nur eine Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Eine andere Voraussetzung ist die Profitabilität. Dabei ist die von unseren Produkten erzielte Marge ein Indikator für den Wert, den unsere Produkte beim Kunden schaffen. Wenn wir nachhaltig profitabel arbeiten, bedeutet das, dass wir unsere Entwicklungen offensichtlich gezielt dort hinlenken, wo sie unseren Kunden am meisten nützen. Profitabel arbeiten bedeutet, Innovationskraft effektiv im Sinne des Kunden und der Märkte einzusetzen. Daneben wollen wir auch in schwierigen Marktphasen unsere Entwicklungs- und Vertriebsaufgaben mit unverminderter Geschwindigkeit fortführen können. Dabei hilft uns auch die Akquisition von International Rectifier, denn wir werden durch die Integration noch weitere Synergien in der Fertigung, in der Entwicklung sowie in Vertrieb und Verwaltung heben. Wir streben im Zyklusdurchschnitt eine Segmentergebnis-Marge in Höhe von 15 Prozent vom Umsatz an. Erfreulicherweise kamen wir auf dem Weg, das Geschäft von International Rectifier auf die gleiche Segmentergebnis-Marge wie den Gesamtkonzern zu bringen, schneller voran als gedacht. Schon im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir den Margenbeitrag stetig gesteigert und im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2015 unser Margenziel bereits erreicht. Um unser Margenziel auch in Zukunft zu erreichen, setzen wir verstärkt auf folgende Aspekte: ― Realisierung von Größenvorteilen in der Fertigung, im Wesentlichen aus unserer 300-Millimeter-Fertigung und unserem 200-Millimeter-Fertigungsstandort in Kulim (Malaysia), ― Realisierung von Größenvorteilen in Forschung, Entwicklung und Vertrieb durch führende Marktpositionen in unseren Zielmärkten sowie ― höhere Differenzierung durch den strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System", ergänzend zum Streben nach Technologieführerschaft in den jeweiligen Bereichen. Eine Schlüsselstellung nimmt hier unsere 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung für Leistungshalbleiter ein. Als technologisch führendes Unternehmen ist Infineon bisher das weltweit einzige Unternehmen, das diese Fertigungstechnologie, die in unserem 300-Millimeter-Fertigungsverbund Villach (Österreich) und Dresden (Deutschland) verfügbar ist, betreibt. Zum kontinuierlichen Erreichen unseres Margenziels trägt die 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung für Leistungshalbleiter folgendermaßen bei: 1. Wir senken den Kapitaleinsatz pro Chip. Bei der 300-Millimeter-Fertigung können wir Fertigungskapazitäten mit geringerem Investitionsbedarf aufbauen. Unsere Erfahrung zeigt, dass im Durchschnitt ein angestrebtes zusätzliches Produktionsvolumen in einer 300-Millimeter-Fertigungslinie einen 30 Prozent geringeren Investitionsbedarf erfordert als der Aufbau des gleichen Produktionsvolumens in einer 200-Millimeter-Fertigungslinie. Hinzu kommt der geringere Bedarf an Reinraumflächen durch die geringere Anzahl an zu beschaffenden Produktionsanlagen. Dies senkt den erforderlichen Mitteleinsatz je Kapazitätseinheit und somit die Abschreibungen. 2. Wir erzielen eine höhere Produktivität. Konkret erwarten wir eine Reduzierung der Frontend-Stückkosten um 20 bis 30 Prozent bei Vollauslastung. Damit sichern wir langfristig unsere Wettbewerbsfähigkeit. Technologiewechsel von diesem Ausmaß, also der hier besprochene Übergang auf größere Wafer, finden in der Halbleiterindustrie, insbesondere bei Leistungshalbleitern, nur einmal in 10 bis 15 Jahren statt. Die hohen Stückzahlen, die erforderlich sind, um die Auslastung der Fabriken und damit die Stückkostenvorteile zu sichern, bleiben den größten Anbietern vorbehalten. Als klarer Weltmarktführer bei Leistungshalbleitern ist Infineon diesbezüglich bestens positioniert. Wir profitieren davon, dass wir ein umfangreiches Portfolio an Leistungshalbleitern haben, das auf 300-Millimeter-Wafern gefertigt werden kann: einerseits Niedervolt- und Hochvolt-MOSFET-Leistungstransistoren und andererseits IGBT-Produkte, die in diskreten IGBT-Leistungstransistoren und in IGBT-Modulen zum Einsatz kommen. Mit diesen Leistungshalbleiterkomponenten bedienen wir eine Vielzahl von Absatzmärkten sowohl im Bereich Industrie- wie auch Automobilelektronik. Unsere breite Produktpalette ermöglicht uns hohe Stückzahlen und versetzt uns in die Lage, die enorme Kapazität einer 300-Millimeter-Fabrik in einem überschaubaren Zeitraum auszulasten. Im Laufe der kommenden Jahre werden wir die Fertigung einiger Produkte von International Rectifier-Standorten an Infineon-Standorte und insbesondere an unsere 300-Millimeter-Fabrik in Dresden (Deutschland) verlagern. Vor allem Niedervolt-MOSFET- und IGBT-Leistungstransistoren kommen hierfür in Betracht. Damit steigern wir die Auslastung und erreichen früher niedrigere Stückkosten. Infineon hat in den letzten Jahren stark investiert: in Fertigungstechnologie und -kapazität der 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie, in Forschung und Entwicklung für Produkte und Prozesstechnologien sowie in Vertriebsstrukturen. Dadurch haben wir den Grundstein gelegt, um zukünftig Economies of Scale und Economies of Scope zu realisieren und so unsere Profitabilität zu steigern. Die Akquisition von International Rectifier passt genau zu dieser Strategie. Daher sind wir überzeugt, unser Ziel - eine Segmentergebnis-Marge von 15 Prozent im Zyklusdurchschnitt - erreichen zu können. Ziel 3: Investitionen in Höhe von 13 Prozent vom Umsatz Für den Ausbau unserer Fertigungskapazitäten investieren wir hauptsächlich dort in eigene Fertigungen, wo dies einen wesentlichen Beitrag zur Differenzierung unserer Produkte leistet. Dies ist insbesondere bei Leistungshalbleiterkomponenten, bei Hochfrequenzkomponenten sowie bei MEMS-basierten Sensoren der Fall. Dort, wo dies nicht der Fall ist, lagern wir einen zunehmenden Anteil unserer Wafer-Prozessierung sowie unserer Gehäusemontage an Fertigungspartner aus. Bisher wurde unsere Kapitalintensität durch die bislang verwendete 200-Millimeter-Technologie geprägt. Die neue 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie weist aber gegenüber der 200-Millimeter-Fertigung geringere Investitionen für vergleichbare Kapazitätseinheiten auf. Damit sinken die für die Realisierung des Zielwachstums erforderlichen Investitionen in Fertigungskapazitäten für Leistungshalbleiter. Infineon steht am Beginn einer Wachstumskurve für Produkte, die in Standard-CMOS-Technologie bei Strukturen von 65 Nanometern oder kleiner gefertigt werden. Da die wesentliche Differenzierung dieser Produkte im Design und weniger in der Prozesstechnologie liegt, werden wir diese Technologie nicht mehr in unseren eigenen Werken fertigen, sondern die betreffenden Volumina an Auftragsfertiger vergeben. Mit diesen Auftragsfertigern entwickeln wir die Technologiemodifikationen, die wir für unsere Produkte benötigen, zum Beispiel integrierten Flash-Speicher (embedded Flash). Somit sind für diese Produkte zukünftig keine Investitionen in die Frontend-Fertigung mehr erforderlich. Bei den Sicherheitscontrollern des Segments Chip Card & Security haben wir bereits einen hohen Anteil an Fremdfertigung realisieren können. Andere CMOS-basierte Produkte werden in den nächsten Jahren folgen. Auch in nicht differenzierenden Teilen der Backend-Fertigung, also der Gehäusemontage, werden wir die Zusammenarbeit mit Auftragsfertigern weiter ausbauen. Besonders bei Standardgehäusen werden wir den Anteil zügig ausbauen. Damit sind auch dort entsprechend geringere Investitionen zu erwarten. Letztlich erhöhen wir auch die Ausbringung, indem wir die Produktivität aller Fertigungsprozesse erhöhen. Wir haben dafür im Rahmen des Programms "Next Level of Productivity" eine Vielzahl von Maßnahmen in Angriff genommen, die die gegenwärtige sowie die zukünftig zu erwartende Fertigungsproduktivität deutlich erhöhen. Auch International Rectifier hatte bereits seit mehreren Jahren eine konsequente Fremdfertigungsstrategie verfolgt und weist deshalb eine geringere Investitionsquote auf, was sich nun auch in den Gesamtzahlen niederschlagen wird. In Summe führen diese Ansätze zu dem Ziel - inklusive der Geschäftseinheiten von International Rectifier -, im Zyklusdurchschnitt rund 13 Prozent vom Umsatz auf Investitionen zu verwenden. Unser Investitionsvolumen ist so angelegt, dass es uns weiterhin in die Lage versetzt, unser angestrebtes durchschnittliches Umsatzwachstum von 8 Prozent pro Jahr zu realisieren. Nachhaltiges Handeln Hochqualifizierte und hochmotivierte Mitarbeiter sowie nachhaltiges Handeln sind Grundvoraussetzungen für unseren Erfolg Stetig steigende Anforderungen an Technik, Qualität, Geschwindigkeit und Effizienz stellen uns in der schnelllebigen Halbleiterbranche regelmäßig vor große Herausforderungen. Dank des hohen Einsatzes und der großen Zuverlässigkeit der gesamten Belegschaft gelingt es uns immer wieder, diese Herausforderungen mit großem Erfolg zu meistern. Frauen und Männer aus über 90 Ländern machen Infineon zu einem erfolgreichen internationalen Unternehmen -mit ihrem Können, ihrer Begeisterung und dem Mut, Bestehendes zu hinterfragen und neue Wege zu erschließen. Wir gestalten Zukunft, Tag für Tag, seit Erfindung des Halbleiters. Wir freuen uns auch ganz besonders, dass die Integration der neuen Kolleginnen und Kollegen von International Rectifier so reibungslos funktioniert hat und wir viele neue, ergänzende Kompetenzen hinzugewonnen haben. Wir sind uns bewusst, dass wir unsere Ziele ohne das Engagement und die Motivation unserer hochqualifizierten Mitarbeiter nicht erreichen können. Neben einer leistungsgerechten Entlohnung sind Führungskultur, Talentförderung sowie ein kontinuierliches Engagement für die Mitarbeiter wichtig. Wie wir dies tun und welche Ziele wir uns diesbezüglich setzen, lesen Sie im Kapitel "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter". Für ein dauerhaftes Wachstum mit adäquater Profitabilität müssen wir daneben auch nachhaltig handeln und unsere ökonomischen Ziele in Einklang mit gesellschaftlichen und ökologischen Anforderungen bringen. Wir tun dies durch verantwortungsvolle Geschäftspraktiken und die Berücksichtigung der Erwartungen relevanter Stakeholder. Wir achten auf schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und lösen wichtige gesellschaftliche Herausforderungen: effiziente Energienutzung, umweltgerechte Mobilität und Sicherheit in einer vernetzten Welt. Im Kapitel "Nachhaltigkeit bei Infineon" erfahren Sie mehr darüber, warum und wie Nachhaltigkeit - ebenso wie das Erreichen ökonomischer Ziele - im Zentrum unseres Handelns steht und welche Ziele wir diesbezüglich verfolgen. Die Segmente Automotive scroll UMSATZ €2.351 Mio. SEGMENTERGEBNIS €300 Mio. SEGMENTERGEBNIS-MARGE 13 % Industrial Power Control scroll UMSATZ €971 Mio. SEGMENTERGEBNIS €122 Mio. SEGMENTERGEBNIS-MARGE 13 % Power Management & Multimarket scroll UMSATZ €1.794 Mio. SEGMENTERGEBNIS €352 Mio. SEGMENTERGEBNIS-MARGE 20 % Chip Card & Security scroll UMSATZ €666 Mio. SEGMENTERGEBNIS €121 Mio. SEGMENTERGEBNIS-MARGE 18 % AURIX™: Teil des Fahrerassistenzsystems von Audi Das zentrale Fahrerassistenzsystem "zFAS" bildet den Kern für zukünftige Steuerungssysteme für automatisiertes Fahren bei Audi. Ein 32-Bit-Mehrkern-Mikrocontroller unserer AURIX™- Familie sorgt für Verlässlichkeit des Systems. In seiner Funktion als Hauptcontroller gehen von ihm die Steuerbefehle für Bremse, Lenkung, Motor und Getriebe aus. Automotive UMSATZ €2.351 Millionen SEGMENTERGEBNIS €300 Millionen Fahrerassistenzsysteme, CO2 -Reduktion und Vernetzung sind die bestimmenden Trends in der Automobilbranche Marktanteil erstmalig über 10 Prozent Das Segment Automotive im Geschäftsjahr 2015 Umsatzentwicklung Im Segment Automotive erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz in Höhe von €2.351 Millionen (inklusive Umsatzbeitrag von International Rectifier ab 13. Januar 2015); ein Wachstum von 20 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €1.965 Millionen. Das Segment steuerte 41 Prozent des Konzernumsatzes bei. Bereits zu Beginn des Geschäftsjahres 2014 war eine starke Nachfrage in Nordamerika zu verzeichnen, die über das gesamte Geschäftsjahr 2015 anhielt. Der europäische Automarkt befand sich während des gesamten Geschäftsjahres 2015 auf einem moderaten Wachstumspfad. Insbesondere in Westeuropa war eine deutliche Belebung des Marktes im Vergleich zu den Vorjahren zu erkennen. Gründe hierfür waren eine sich allmählich belebende Konjunktur, ein aufgestauter Ersatzbedarf sowie die allgemein gestiegene Bereitschaft zur Anschaffung eines Fahrzeugs. Fahrzeuge von deutschen Automobilherstellern - insbesondere Oberklassefahrzeuge - waren in allen Regionen besonders gefragt. Allerdings gingen in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres die Absatzzahlen in China merklich zurück, was sich gegen Ende des Geschäftsjahres mit einer verminderten Wachstumsdynamik bemerkbar machte. Die hohe Nachfrage nach Fahrzeugen der oberen Mittelklasse - insbesondere sportliche Geländefahrzeuge, sogenannte Sports Utility Vehicles (SUVs) - mit einem hohen Anteil an Zusatzausstattung für Sicherheits- und Komfortfunktionen hielt an. Darüber hinaus trugen der Bedarf an halbleiterbasierten Lösungen zur Reduktion des CO2 -Ausstoßes sowie die anziehende Nachfrage nach Fahrerassistenzsystemen zur Umsatzsteigerung bei. Diese Trends waren in allen Regionen zu beobachten. Bei der regionalen Umsatzverteilung ergaben sich aufgrund der Akquisition von International Rectifier leichte Verschiebungen. Durch den vergleichsweise hohen Umsatz von International Rectifier in Amerika zeigte sich dort die größte Veränderung. Amerika wuchs um 2 Prozentpunkte auf 17 Prozent. Aufgrund des vergleichsweise hohen Wachstums der chinesischen Automobilindustrie nahm der Umsatzanteil von Asien-Pazifik (inklusive Japan) mit 40 Prozent (Vorjahr: 38 Prozent) ebenfalls um 2 Prozentpunkte zu. Deutschland repräsentiert nun 20 Prozent des Umsatzes (Vorjahr: 23 Prozent). Entwicklung des Segmentergebnisses Das Segmentergebnis betrug €300 Millionen (inklusive Segmentergebnis-Beitrag von International Rectifier ab 13. Januar 2015); ein Anstieg um 16 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €259 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 13 Prozent (Vorjahr: 13 Prozent). Das Segmentergebnis entwickelte sich erwartungsgemäß entsprechend dem Umsatzanstieg. Die erstmalige Konsolidierung von International Rectifier wirkte sich leicht dämpfend auf das Segmentergebnis aus. Geschäftsausrichtung und Anwendungsfelder Mit mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Automobilelektronik bietet Infineon eines der industrieweit größten Produktportfolios an Sensoren, Mikrocontrollern und Leistungshalbleitern an. Ein weiteres Differenzierungsmerkmal ist unser strategischer Ansatz "Vom Produkt zum System". Damit bieten wir unseren Kunden Lösungen für die Anwendungsfelder CO2 -Reduktion, Fahrerassistenzsysteme, Informationssicherheit sowie Komfortelektronik. Für die Zukunft sehen wir drei wesentliche Trends, die die Entwicklung der Automobiltechnik bestimmen werden und die wir mit unseren Produkten maßgeblich unterstützen: Fahrerassistenzsysteme Aktive Sicherheitssysteme erleben gerade ihre weitere Entwicklung zu Fahrerassistenzsystemen (FAS). FAS für das teil- beziehungsweise vollautomatisierte Fahren bestehen im Wesentlichen erstens aus den Sensoren (zum Beispiel Radar, Innenraum- und Außenkamera), zweitens aus einem zentralen Hochleistungsrechner (gewissermaßen die Intelligenz des Systems) für die Auswertung der Sensordaten sowie die Berechnung der Fahrstrategie und drittens aus den Aktuatoren (Lenkung, Bremse, Motorsteuerung und Getriebe). Infineon bietet für diese drei wichtigsten Bereiche des automatisierten Fahrens Lösungen an. Bei Radar-Sensoren ist Infineon mit seiner 77/79-Gigahertz-Siliziumgermanium-Technologie (siehe Kapitel "Forschung & Entwicklung") Marktführer. Für den Innenraum hat Infineon den 3D-Bildsensor REAL3™ zur Fahrerüberwachung entwickelt (siehe Kapitel "Forschung & Entwicklung"). Für Außenkamera-Systeme bietet Infineon 32-Bit-Mikrocontroller mit speziellen Sicherheitskonzepten an. Zentrale Hochleistungsrechner bilden den Kern für zukünftige Steuerungssysteme für automatisiertes Fahren. Ein Beispiel ist das "zFAS" genannte zentrale Fahrerassistenzsystem von Audi. Ein 32-Bit-Mehrkern-Mikrocontroller unserer AURIX™-Familie sorgt für die Verlässlichkeit des Systems. In seiner Funktion als Hauptcontroller gehen im automatisierten Betrieb von ihm die Steuerbefehle für Lenkung, Bremse, Motor und Getriebe aus. Neben der Steuerung von Aktuatoren hat der AURIX™-Mikrocontroller eine weitere Schlüsselrolle als Sicherheitsanker, indem er die nicht nach den Standards der Automobilindustrie qualifizierten Komponenten absichert. Aktuatoren sind ebenfalls sicherheitskritische Anwendungen. Daher ist eine der wichtigsten Anforderungen an das teil- beziehungsweise vollautomatisierte Fahren, dass das System im Fall eines Fehlers trotzdem weiter verlässlich arbeitet. Um dies zu ermöglichen, bietet Infineon auch für diese Anwendungen ISO 26262-zertifizierte Lösungen mit Redundanz für den Fehlerfall an. CO2-Reduktion Um die Vorgaben zur CO2 -Reduktion erreichen zu können, ist eine höhere Anzahl an Elektro- beziehungsweise Hybridfahrzeugen unerlässlich. Die heutigen Lösungen -angefangen von 48-Volt-Systemen für Start-Stopp-Automatik über Mild- und Plug-in-Hybridfahrzeuge bis zu reinen Elektrofahrzeugen - wandeln die Gleichspannung der Batterie in die erforderliche Wechselspannung des Antriebsmotors um. Infineon bietet für diese unterschiedlichen Systeme eine Vielzahl an Leistungshalbleiterkomponenten an: MOSFETs, diskrete IGBTs, IGBT-Module, Siliziumkarbid-Komponenten und Treiber-ICs. Jedoch wurden in den letzten Jahren auch bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor wesentliche Verbesserungen erzielt. Diese Entwicklung ist bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Zum einen wird durch Downsizing aus kleineren Hubräumen eine höhere Motorleistung bei gleichzeitig reduziertem Verbrauch erzielt. Hierfür ist eine aufwendigere Sensorik und höhere Rechenleistung der Mikrocontroller erforderlich. Zum anderen findet die Elektrifizierung von Aggregaten wie etwa Wasser- und Benzinpumpen sowie der Übergang von der elektromechanischen beziehungsweise hydraulischen Servolenkung zur elektronischen Servolenkung statt. Durch die elektronische Steuerung dieser Aggregate kann deren Leistung an den Bedarf angepasst werden, was zu einer Effizienzsteigerung führt. Die zunehmende Marktdurchdringung solcher Anwendungen sowie die Elektrifizierung weiterer Aggregate tragen zur CO2 -Einsparung bei. Vernetzung und Informationssicherheit Zukünftig werden immer mehr Fahrzeuge permanent mit dem Internet verbunden sein. Über diese Verbindung werden zum Beispiel Software-Updates eingespielt oder dem Fahrer Zugriff auf bestimmte Dienstleistungen ermöglicht. Fahrzeuge werden auch zunehmend miteinander kommunizieren. Die Technologien für die zum Einsatz kommende drahtlose Kommunikation werden durch Standards bereitgestellt; eine Differenzierung ist hierbei kaum möglich. Wir sehen den Mehrwert für unsere Kunden in unserem Sicherheits-Know-how. Um die Funktionsfähigkeit der oben genannten Sicherheitsanwendungen auch in zunehmend vernetzten Fahrzeugen unter Nutzung der gängigen Kommunikationsstandards gewährleisten zu können, sind kryptografische Verschlüsselungstechnologien erforderlich. Dabei greifen wir auf unsere eigene, weltweit führende Sicherheitsexpertise des Segments Chip Card & Security zurück und setzen sie in den Bereichen Infotainment, Notrufsysteme, Fahrtenschreiber und Fahrzeugkommunikation ein. Darüber hinaus kann durch spezielle Hardware-Lösungen, die auf Mikrocontrollern integriert werden, das geistige Eigentum unserer Kunden, zum Beispiel der Programmcode für eine Motorsteuerung, geschützt werden. Anwendungsfelder CO2-Reduktion ― Steuerung für Verbrennungs- und Elektromotor ― Batteriemanagement ― Batterieladesteuerung ― Generatorregelung ― Getriebesteuerung ― Motorsteuerung ― Start-Stopp-Automatik Fahrerassistenzsysteme ― ABS ― Airbag ― Elektronisch geregelte Fahrwerke ― Elektronische Lenkunterstützung (Servolenkung) ― ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) ― Radarbasierte Abstandswarnung ― Reifendruck-Überwachung ― Spurhalteassistent ― Totwinkel-Erkennung Informationssicherheit ― Fahrtenschreiber ― Kommunikation (Auto-zu-Auto, Auto-zu-Infrastruktur) ― Originalteile-Authentifizierung ― Schutz vor Manipulation (zum Beispiel Tachometer) Komfortelektronik ― Dämpfung ― Fensterheber ― Heckklappe ― Karosseriesteuergeräte ― Klimaanlage ― Lenkung ― Lichtsteuerung ― Scheibenwischer ― Schiebedach ― Sitzelektronik ― Türelektronik Marktposition Der Weltmarkt für Automobilhalbleiter ist im Kalenderjahr 2014 nach Analysen des Marktforschungsunternehmens Strategy Analytics um 9,4 Prozent gewachsen: von US$25,177 Milliarden im Kalenderjahr 2013 auf US$27,537 Milliarden. Mit 10,5 Prozent (inklusive International Rectifier) übertraf unser Marktanteil zum ersten Mal die Marke von 10 Prozent. Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 44,6 Prozent Marktanteil. Europa ist mit US$9,268 Milliarden nach wie vor die mit Abstand bedeutendste Region für Automobilhalbleiter. Hier blieb Infineon Marktführer mit 14,1 Prozent Marktanteil. In Japan zahlten sich die vor einigen Jahren gestarteten Initiativen mit einem überdurchschnittlichen Wachstum aus. Infineon erreichte in diesem sehr stark von lokalen Anbietern geprägten Land den bislang höchsten Marktanteil von 5,2 Prozent und ist damit wiederum der größte nicht japanische Anbieter. Die Region mit dem höchsten Wachstum war China. Infineon kam dort mit einem Marktanteil von 8,9 Prozent zum ersten Mal auf Position 3. In Korea behielt Infineon mit großem Abstand die Nummer-1-Position mit einem Marktanteil von 14,6 Prozent. Betrachtet man den Automobil-Halbleitermarkt nach Produktkategorien, zeigt sich folgendes Bild: Bei Sensoren stand Infineon mit einem Marktanteil von 11,5 Prozent weiterhin auf Position 2. Bei Mikrocontrollern blieb Infineon auf Position 3 mit einem Marktanteil von 8,7 Prozent. Bei Leistungshalbleitern konnte Infineon seine Nummer-1-Position durch organisches Wachstum und durch die Akquisition von International Rectifier auf 24,8 Prozent Marktanteil ausbauen. Treiber-ICs und Leistungsschalter für bedarfsgerechte Steuerung des Kompressors Lange Zeit kannte der Kompressor eines Kühlschranks nur zwei Betriebszustände: "aus" und "volle Drehzahl, bis die Zieltemperatur erreicht ist". Mit einer Motorsteuerung kann die Leistung des Kompressors bedarfsgerecht geregelt werden: Hohe Leistung bei häufiger Benutzung des Kühlschranks, niedrige Drehzahl bei Nacht. Das spart nicht nur Energie, sondern verlängert auch die Lebensdauer und reduziert störende Geräusche. Industrial Power Control UMSATZ €971 Millionen SEGMENTERGEBNIS €122 Millionen Bedeutung des Geschäftsbereichs Haushaltsgeräte deutlich gestiegen Digitalisierung und funktionale Integration die nächsten großen Themen Das Segment Industrial Power Control im Geschäftsjahr 2015 Umsatzentwicklung Im Segment Industrial Power Control erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz in Höhe von €971 Millionen (inklusive Umsatzbeitrag von International Rectifier ab 13. Januar 2015); ein Wachstum von 24 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €783 Millionen. Das Segment steuerte 17 Prozent des Konzernumsatzes bei. Die Umsatzentwicklung war hauptsächlich von der Akquisition von International Rectifier begünstigt. Darüber hinaus leistete das koreanische Unternehmen LS Power Semitech Co., Ltd. (LSPS) über das gesamte Geschäftsjahr einen Beitrag zum Umsatz gegenüber nur vier Monaten im Vorjahr. Die Umsatzsteigerung ist ferner auf eine günstige Wechselkursentwicklung sowie eine Verbesserung der Nachfrage in allen wesentlichen Anwendungsbereichen zurückzuführen. Insbesondere die Geschäfte mit Haushaltsgeräten und im Bereich der erneuerbaren Energie zeigten überdurchschnittliches Wachstum. Die Verschiebung der regionalen Umsatzverteilung zugunsten von Asien setzte sich fort. Die Region Asien-Pazifik (inklusive Japan) repräsentierte nach 50 Prozent im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatzanteil von 54 Prozent im Geschäftsjahr 2015. Die höhere Gewichtung ist einerseits auf ein höheres Wirtschaftswachstum Chinas gegenüber den anderen Regionen und andererseits auf die Akquisitionen von International Rectifier sowie von LSPS zurückzuführen. Der Anteil von Europa verringerte sich als Folge dessen von 41 Prozent im Vorjahr auf 39 Prozent. Der Anteil von Amerika betrug 7 Prozent (Vorjahr: 9 Prozent). Entwicklung des Segmentergebnisses Das Segmentergebnis betrug €122 Millionen (inklusive Segmentergebnis-Beitrag von International Rectifier ab 13. Januar 2015); ein Rückgang um 15 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €144 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 13 Prozent (Vorjahr: 18 Prozent). Das Segmentergebnis wurde positiv beeinflusst durch einen höheren Ergebnisbeitrag aus dem gestiegenen Umsatz und günstigen Auswirkungen aus Währungseffekten. Dem gegenüber standen einerseits höhere Betriebskosten, insbesondere höhere Forschungs- und Entwicklungskosten, und andererseits eine Veränderung der Nachfrage von sehr hochwertigen Komponenten zu Standardkomponenten, die einem höheren Preisdruck unterworfen sind. Geschäftsausrichtung und Anwendungsfelder Elektrischer Strom muss erzeugt, zum Verbraucher übertragen und dort gewandelt werden. Und dies jeweils möglichst effizient. Hierfür sind entsprechende Hoch- und Höchstleistungs-IGBT-Komponenten erforderlich. Das Segment Industrial Power Control bietet hierfür ein umfassendes Produktportfolio, bestehend aus diskreten IGBT-Leistungstransistoren, IGBT-Modulen, IGBT-Stacks sowie Treiber-ICs und Treiber-Boards zur Ansteuerung der IGBT-Module, an. Damit decken wir nahezu den kompletten Leistungsbereich von wenigen Hundert Watt bis zu mehreren Megawatt ab. Durch die Akquisition von International Rectifier sowie die vollständige Übernahme des koreanischen Unternehmens LS Power Semitech Co., Ltd. (LSPS) haben wir uns insbesondere im Leistungsbereich von 100 bis 2.000 Watt verstärkt. Wir profitieren durch die Akquisition dieser beiden Unternehmen insbesondere von deren kompakten IPMs (Intelligent Power Modules; intelligente Leistungsmodule) sowie bei International Rectifier zusätzlich von dem zu unserem komplementären IGBT-Treiber-Portfolio. LSPS ist bislang vorwiegend in Korea aktiv. Damit haben wir durch LSPS unseren Zugang zum koreanischen Markt verbessert, insbesondere zu den großen Haushaltsgeräteherstellern Samsung und LG mit internationaler Präsenz. Wir werden unsere weltweite Vertriebsinfrastruktur nutzen, um die Produkte von LSPS - ebenfalls kompakte IGBT-Module für Leistungen bis 5.000 Watt - auch in anderen Ländern und Regionen zu vermarkten. IGBT-Leistungskomponenten finden sich in den unterschiedlichsten Anwendungen: zum Beispiel in industriellen Antrieben wie Pumpen, Lüftern und Aufzügen, aber auch in Windkraftanlagen, Fotovoltaikanlagen, Zügen, Haushaltsgeräten, Notstromversorgungen und Robotern. Im Verlauf dieses Jahrhunderts wird die Bedeutung der durch Halbleiter geregelten Elektrizität weiter zunehmen und insbesondere bei Stromerzeugung durch erneuerbare Energien den fossilen Brennstoffen den Rang ablaufen. Elektrizität wird der wichtigste Energieträger des 21. Jahrhunderts. Leistungshalbleiter sind oft nicht nur für die reine Funktion der Produkte und Systeme unserer Kunden die entscheidende Komponente, sondern haben auch entscheidenden Einfluss auf Effizienz, Größe, Gewicht und Kosten. Vor allem die Leistungsdichte - also die in einem bestimmten Volumen gewandelte elektrische Leistung - ist die treibende Kraft hinter der Entwicklung von IGBT-Leistungstransistoren. Zusammen mit unseren Kunden entwickeln wir Lösungen für folgende Markttrends: Höchste Leistungsdichte: Kompakte und leichte Steuerungen lassen sich nur mit technologisch führenden Produkten erreichen. Mit der Optimierung einzelner Produkte lassen sich oftmals keine wesentlichen Verbesserungen mehr erzielen. Basierend auf unseren Innovationen und unserem Applikationsverständnis machen wir mit unserem strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" den entscheidenden Schritt. Beispiele sind unsere Technologieführerschaft bei IGBT-Komponenten durch die fünfte Technologiegeneration mit erweitertem Temperaturbereich, Siliziumkarbid (SiC)-Hybridmodule sowie die Produktfamilie XHP™ von hoch kompakten und skalierbaren IGBT-Modulen für Leistungen im dreistelligen Kilowatt- bis Megawatt-Bereich. Energieeffizienz: Der größte Hebel bei der Energieeinsparung liegt in der Steigerung der Energieeffizienz im Verbrauch. Das Einsparpotenzial mehrerer Hundert Millionen Industriemotoren und Milliarden von Haushaltsgeräten ist enorm. Als Folge der Einführung von neuen beziehungsweise strikteren Effizienzrichtlinien erfahren zum Beispiel drehzahlgeregelte Industriemotoren oder geregelte Kompressoren von Kühlschränken eine zunehmende Verbreitung im Markt. Funktionale Integration: Während bei Leistungsmodulen in der Vergangenheit im Wesentlichen die Erhöhung der Stromtragfähigkeit im Fokus der Entwicklung stand, kommt nun eine neue Dimension ins Spiel: die Integration weiterer Funktionen über die reinen Leistungshalbleiterkomponenten hinaus. In Zukunft werden in IGBT-Modulen zunehmend mehr Komponenten wie Sensoren, Sicherheits-ICs, unterstützende Mikrocontroller und Schnittstellen direkt integriert. Dabei lassen sich dann auch Funktionalitäten umsetzen, die mit extern gelagerten Komponenten nicht möglich wären, zum Beispiel Fernwartung, Früherkennung von Ausfällen oder Authentifizierung von Originalteilen. Anwendungsfelder Energieübertragung ― Anbindung von Offshore-Windparks ― FACTS (Flexible AC Transmission Systems) Erneuerbare Energieerzeugung ― Fotovoltaikanlagen ― Windkraftanlagen Haushaltsgeräte ― Induktionskochen ― Geschirrspülmaschinen ― Klimaanlagen ― Kühlschränke ― Mikrowellenherde ― Waschmaschinen Industrieantriebe1 ― Antriebstechnik ― Aufzugssysteme ― Automatisierungstechnik ― Fabrikautomatisierung ― Fördertechnik ― Klimatechnik ― Kräne ― Robotik ― Rolltreppen ― Walzen Industriefahrzeuge ― Agrarfahrzeuge ― Baufahrzeuge ― Gabelstapler ― Hybridbusse Ladestationen für Elektrofahrzeuge Schienenfahrzeuge ― Lokomotiven ― Metrozüge ― Schnellzüge ― Straßenbahnen Unterbrechungsfreie Stromversorgung 1 Hierzu zählen Motoren, Kompressoren, Pumpen und Ventilatoren Digitalisierung: Der Trend zur Digitalisierung der Regelschleife hat schon vor Jahren bei MOSFET-basierten AC-DC- und DC-DC-Steuerungen eingesetzt. Dieser Trend beginnt nun auch bei IGBT-basierten Steuerungen. Die Kette aus Steuer-IC, IGBT-Treiber und IGBT-Schalter wird digitalisiert und unter dem Begriff "Digital Control Power" zusammengefasst. Mit funktionaler Integration und Digitalisierung werden die wichtigsten Schritte unternommen, um Motorsteuerungen und Wechselrichter Industrie 4.0-tauglich zu machen. Marktposition Weltmarkt für diskrete Leistungshalbleiter und -module Der Weltmarkt für Leistungshalbleiter - inklusive diskreter Leistungshalbleiter und -module, jedoch ohne Leistungs-ICs - setzte seine seit Mitte 2013 begonnene Erholung auch im Kalenderjahr 2014 fort und wuchs um 6,3 Prozent von US$15,282 Milliarden auf US$16,239 Milliarden (Quelle: IHS Inc.). Der Marktanteil von Infineon (inklusive International Rectifier) betrug 19,2 Prozent. Die Distanz zur Nummer 2 beträgt in diesem weiterhin stark fragmentierten Markt nun 12,2 Prozentpunkte. Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 43,2 Prozent Marktanteil. Weltmarkt für diskrete IGBTs und IGBT-Module Der kombinierte Weltmarkt für diskrete IGBTs und IGBT-Module wuchs im Kalenderjahr 2014 deutlich schneller als der Gesamtmarkt für Leistungshalbleiter, nämlich um 11,1 Prozent auf US$4,449 Milliarden (Vorjahr: US$4,003 Milliarden). Der Marktanteil von Infineon (inklusive International Rectifier) betrug im Kalenderjahr 2014 26,5 Prozent. Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 72,5 Prozent Marktanteil. Weltmarkt für IPMs Der Weltmarkt für IPMs (Intelligent Power Modules; intelligente Leistungsmodule) wuchs im Kalenderjahr 2014 um 10,4 Prozent auf US$1.260 Millionen (Vorjahr: US$1.141 Millionen). Infineon (inklusive International Rectifier und LS Power Semitech Co., Ltd. (LSPS)) erreichte Position 5. Der Marktanteil betrug 7,1 Prozent. Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 83,2 Prozent Marktanteil. Höhenmessung mit Drucksensor DPS310 Infineon erweitert sein Portfolio an Sensoren. Mit dem hochgenauen digitalen barometrischen Drucksensor DPS310 kann die Höhe bis auf wenige Zentimeter genau bestimmt werden. Damit lässt sich das Stockwerk in Gebäuden oder Parkhäusern ermitteln. Oder die zurückgelegten Höhenmeter bei einer Alpenüberquerung. Power Management & Multimarket UMSATZ €1.794 Millionen SEGMENTERGEBNIS €352 Millionen Portfolio und Marktzugang durch Integration von International Rectifier strategisch verbessert Erweiterung des MEMS-Sensor-Produktportfolios Das Segment Power Management & Multimarket im Geschäftsjahr 2015 Umsatzentwicklung Im Segment Power Management & Multimarket erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz in Höhe von €1.794 Millionen (inklusive Umsatzbeitrag von International Rectifier ab 13. Januar 2015); ein Wachstum von 69 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €1.061 Millionen. Das Segment steuerte 31 Prozent des Konzernumsatzes bei. Der Umsatzzuwachs hatte im Wesentlichen sechs Gründe: Erstens die Akquisition von International Rectifier. Rund 70 Prozent des Umsatzes von International Rectifier entfallen auf das Segment Power Management & Multimarket. Zweitens profitierten wir von Währungseffekten. Drittens kam der Durchbruch bei digitalen Wandlungskonzepten für die DC-DC-Stromversorgung in Servern. Davon profitierten unsere Ansteuer-ICs, Treiber-ICs sowie Niedervolt-MOSFET-Leistungstransistoren. Viertens führte die weltweite Einführung der vierten Generation für die Mobilfunk-Infrastruktur (LTE), insbesondere in China, zu einem Umsatzwachstum unserer Hochfrequenz (HF)-Leistungstransistoren. Fünftens steigt mit jeder neuen Mobilfunkgeneration der Halbleiterwert in Smartphones. Die zunehmende Zahl an Frequenzbändern und Übertragungsverfahren erfordert immer mehr HF-Komponenten. Und sechstens konnten wir durch die zunehmende Marktakzeptanz von Silizium-Mikrofonen sowie durch Marktanteilsgewinne unseren Umsatz mit diesen Produkten steigern. Bei der regionalen Umsatzverteilung ergaben sich aufgrund der Akquisition von International Rectifier Verschiebungen. Durch vergleichsweise hohen Umsatz von International Rectifier in Amerika und den vergleichsweise geringen Umsatz in Europa kam es in diesen Regionen zu den stärksten Veränderungen. Amerika gewann 4 Prozentpunkte auf 10 Prozent. Europa repräsentiert nun noch 19 Prozent des Umsatzes (Vorjahr: 22 Prozent). Fast unverändert blieb Asien-Pazifik (inklusive Japan) mit 71 Prozent (Vorjahr: 72 Prozent). Das bedeutendste Land in Asien-Pazifik ist China. Der hohe Umsatzanteil dort ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass große Auftragsfertiger für Endgeräte von Markenherstellern (sogenannte Electronic Manufacturing Services, EMS) dort ansässig sind. Die Markenhersteller, die ihre Aufträge für solche Projekte an Infineon vergeben, haben ihren Firmensitz und ihre Produktentwicklung hingegen meist in den USA oder Europa. Entwicklung des Segmentergebnisses Das Segmentergebnis betrug €352 Millionen (inklusive Segmentergebnis-Beitrag von International Rectifier ab 13. Januar 2015); ein Anstieg um 105 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €172 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 20 Prozent (Vorjahr: 16 Prozent). Das Segmentergebnis verbesserte sich im Wesentlichen aufgrund des gestiegenen Umsatzes. Ferner wirkte sich die Wechselkursentwicklung positiv auf das Ergebnis aus. Geschäftsausrichtung und Anwendungsfelder Einen Schwerpunkt des Segments Power Management & Multimarket stellt die Stromversorgung dar. Der von diesem Segment adressierte Leistungsbereich reicht dabei von 10 Watt für das Ladegerät eines Smartphones bis zu 3.000 Watt für die Stromversorgung eines Servers (höhere Leistungen werden vom Segment Industrial Power Control adressiert). Rund zwei Drittel des Segmentumsatzes entfallen auf MOSFET-basierte Leistungshalbleiter: Leistungstransistoren der unteren und mittleren Spannungsklasse unserer OptiMOS™-Familie, Hochvolt-Leistungstransistoren unserer CoolMOS™-Familie, Treiber-ICs sowie Ansteuer-ICs. Rund ein Viertel des Umsatzes entfällt auf mobile Endgeräte (im Wesentlichen Sensoren, Hochfrequenz (HF)-Antennenschalter, Empfangsverstärker und Dioden). Den Rest trägt das Geschäft mit Mobilfunk-Infrastruktur (HF-Leistungstransistoren für Basisstationen) bei. Unsere Erfolgsfaktoren im Segment Power Management & Multimarket sind unsere führenden Basistechnologien sowie die Fähigkeit, sowohl differenzierende Lösungen mit unserem strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" als auch mit unseren Standardprodukten für die breite Masse anbieten zu können. Gerade beim Zugang zum Massenmarkt hat uns International Rectifier ergänzt. Als weiteren Teilaspekt unserer strategischen Ausrichtung "Vom Produkt zum System" haben wir in den letzten Jahren die Beziehungen zu unseren Leitkunden intensiviert. Mit einigen von ihnen betreiben wir gemeinsam Entwicklungslabore. Für eine Reihe anderer Kunden bieten wir Entwicklungsunterstützung an oder übernehmen komplett ihre Entwicklungsleistung. Wir können unsere Produkte so optimal in den Kundenanwendungen einsetzen und dabei die höchste Effizienz und eine beschleunigte Markteinführung erreichen. Durch die Akquisition von International Rectifier erweiterten wir unser Produkt- und Gehäuseportfolio bei Leistungstransistoren der unteren Spannungsklasse (bis 40 Volt), vor allem aber der mittleren Spannungsklasse (40 bis 150 Volt). Letztere werden in Wachstumsfeldern wie zum Beispiel in Lösungen für die Gleichspannungswandlung, Heimwerkergeräten sowie in elektrischen Antrieben für Elektrofahrräder (Pedelecs) und Elektro-Mopeds (eScooter) eingesetzt. Durch International Rectifier bekommen wir darüber hinaus Zugang zu neuen Direkt- und Distributionskunden; vor allem in den Wachstumsmärkten Asiens. Als ganz neue Produktkategorie kamen durch die Akquisition hochzuverlässige Komponenten für Anwendungen in rauen Umgebungen (Luft- und Raumfahrt, Ölexploration etc.) hinzu. Dieses Geschäft ist kaum von makroökonomischen Zyklen oder saisonalen Effekten beeinflusst. Zusammen mit unseren Kunden entwickeln wir Lösungen für folgende Markttrends: Steigerung der Leistungsdichte und digitale Leistungselektronik Bei Energiewandlern gibt es einen klaren Trend zu einem höheren Wirkungsgrad und zu einem kompakteren Aufbau. Bei der Leistungsdichte sind zwei Faktoren relevant: Erstens mehr Leistung bei gleicher Baugröße (zum Beispiel bei Stromversorgungen für Server) und zweitens gleiche Leistung bei kleinerer Baugröße (zum Beispiel bei Stromversorgungen von Flachbildfernsehern oder bei Ladegeräten und Adaptern von mobilen Geräten). Ansteuer-ICs, die auf einer digitalen Wandlung basieren (auch als "Digital Power Management" bezeichnet), ermöglichen es, diese Anforderungen besser und schneller zu erreichen. Unsere Lösungen basieren auf hoch effizienten Leistungstransistoren und -dioden, zum Teil aus innovativen Materialien wie Siliziumkarbid und Galliumnitrid, Treiber-ICs und Ansteuer-ICs. Darüber hinaus unterstützen wir unsere Kunden mit einem exzellenten Verständnis der Anwendung. Sensorik Ein zentraler Aspekt des Internet der Dinge ist die Erfassung der Umgebung dieser Dinge ("environmental sensing") und die Übertragung der Messwerte an Rechenzentren. Der Trend geht zu immer kleineren und präziseren Sensoren sowie zu neuen Sensortypen, die weitere physikalische Größen erfassen. Infineon besitzt eine führende MEMS-Technologie und ist seit vielen Jahren mit darauf basierenden Mikrofonen am Markt vertreten. Nach dem barometrischen Drucksensor sind Sensoren zur Messung weiterer physikalischer Größen in der Entwicklung (siehe auch Kapitel "Forschung & Entwicklung"). MEMS-basierte Sensoren sind nur wenige Millimeter groß und äußerst stromsparend. Damit werden neue Produktkategorien wie intelligente Uhren und Fitnessarmbänder ermöglicht. Bedeutung mobiler Geräte Der Zugang zum Internet und insbesondere der Medienkonsum erfolgt immer öfter über mobile Geräte. Ferner nimmt das über die Mobilfunk-Infrastruktur übertragene Datenvolumen rasant zu. Immer mehr Basisstationen als Netzzugangspunkt und neue Übertragungsstandards tragen der steigenden Zahl der Nutzer mobiler Geräte und dem steigenden Datenaufkommen Rechnung. Mit jeder neuen Smartphone-Generation müssen mehr Frequenzbänder unterstützt werden. Außerdem steigen die Anforderungen an die HF-Eigenschaften mit jedem neuen Übertragungsstandard. Die Komplexität des HF-Teils nimmt damit zu. Dies verlangt nach mehr, aber auch immer höher integrierten HF-Komponenten. Anwendungsfelder Anwendungen in rauen Umgebungen ― Weltraumsysteme ― Luftfahrttechnik ― Öl- und Gasexploration ― Untersee-Telekommunikationskabel ― Verteidigungstechnik Gleichstrommotoren ― Pedelecs ― eBikes ― Heimwerkergeräte (Bohrmaschinen, Akku-Schrauber etc.) LED- und konventionelle Beleuchtungssysteme Mobile Endgeräte ― Navigationsgeräte ― Smartphones ― Tablets ― Fitnessarmbänder Mobilfunk-Infrastruktur ― Basisstationen Stromversorgung für ― Haushaltsgeräte ― IT und Telekom ― PCs und Notebooks ― Server ― Smartphones ― Tablets ― Unterhaltungselektronik Marktposition Standard-MOSFET-Leistungstransistoren Der Weltmarkt für Standard-MOSFET-Leistungstransistoren (Niedervolt- und Hochvolt-MOSFETs) erreichte im Kalenderjahr 2014 eine Größe von US$5,829 Milliarden; ein Anstieg um 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von US$5,441 Milliarden (Quelle: IHS Inc.). Infineon (inklusive International Rectifier) ist mit einem Marktanteil von 27,8 Prozent klarer Marktführer. Die Distanz zur Nummer 2 beträgt 17,3 Prozentpunkte. Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 63,8 Prozent Marktanteil. Chips für Silizium-Mikrofone Im Markt für Chips für Silizium-Mikrofone wurden im Kalenderjahr 2014 weltweit 3,283 Milliarden Stück verkauft (Quelle: IHS Inc.). Dies entspricht einem Zuwachs von 22,5 Prozent gegenüber 2,680 Milliarden Stück im Vorjahr. Infineon konnte seinen Absatz erneut überproportional um 46,2 Prozent von 770 Millionen auf 1,126 Milliarden Stück steigern. Dadurch hat sich unser Marktanteil nochmals um 5,6 Prozentpunkte erhöht: von 28,7 Prozent im Kalenderjahr 2013 auf 34,3 Prozent im Kalenderjahr 2014. Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 95,7 Prozent Marktanteil. Sicherheitschip im Smartphone von Samsung Infineon stattet viele mobile Endgeräte mit Sicherheitschips aus. Damit können vertrauliche Daten wie Bankinformationen des Nutzers und auch sicherheitsrelevante Transaktionen wie Bezahlvorgänge abgesichert werden. Die Samsung-Flaggschiff-Modelle Galaxy S6 und Galaxy S6 edge nutzen unseren embedded Secure Element (eSE)-Sicherheitschip. Chip Card & Security UMSATZ €666 Millionen SEGMENTERGEBNIS €121 Millionen Deutlicher Umsatz- und Ergebnissprung Wachstum weiterhin im Bereich chipbasierte Bezahlkarten und hoheitliche Dokumente Das Segment Chip Card & Security im Geschäftsjahr 2015 Umsatzentwicklung Im Segment Chip Card & Security erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz in Höhe von €666 Millionen (kein Umsatzbeitrag von International Rectifier); ein rein organisches Wachstum von 35 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €494 Millionen. Das Segment steuerte 11 Prozent des Konzernumsatzes bei. Das Geschäftsjahr war geprägt durch einen starken Umsatzanstieg im zweiten Geschäftsquartal. Der Umsatz blieb in den folgenden Quartalen auf dem erhöhten Niveau. Praktisch sämtliche Geschäftsbereiche trugen zum Umsatzwachstum bei: höherwertige SIM-Karten mit Funktionalität für mobiles Bezahlen, hoheitliche Anwendungen sowie Authentifizierungslösungen. Ferner wirkte sich die Markteinführung der Samsung-Flaggschiff-Smartphones Galaxy S6 und Galaxy S6 edge erfreulich aus. Beide Modelle sind mit unserem embedded Secure Element (eSE)-Sicherheitschip ausgestattet. Den höchsten Umsatzanstieg mit fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete das Geschäft mit Bezahlkarten. Ausschlaggebend hierfür war die steigende Marktdurchdringung von chipbasierten Kreditkarten in den USA und in China, für die sich das Segment Chip Card & Security bestens positioniert hatte. Bei der regionalen Umsatzverteilung setzte sich das im Vergleich zu den anderen Regionen schnellere Wachstum in der Region Asien-Pazifik (inklusive Japan) fort. Infolgedessen erhöhte sich der Umsatzanteil dort abermals auf nun 51 Prozent (Vorjahr: 48 Prozent). Dies hatte mehrere Gründe: erstens die anhaltende Nachfrage nach chipbasierten Kreditkarten in China, zweitens die positive Geschäftsentwicklung bei höherwertigen SIM-Karten mit Funktionalität für mobiles Bezahlen in China, drittens die Nachfrage nach eSE-Sicherheitschips in Korea und China und viertens neue Projekte im Bereich hoheitliche Anwendungen in mehreren asiatischen Ländern. Entsprechend verminderte sich der Umsatz in Europa von 44 Prozent im Vorjahr auf nun 41 Prozent. Der Anteil der Region Amerika blieb mit 8 Prozent konstant. Die beiden größten Projekte in den USA sind der elektronische Reisepass und die chipbasierten Kreditkarten. Entwicklung des Segmentergebnisses Das Segmentergebnis betrug €121 Millionen; ein Anstieg um 181 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €43 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 18 Prozent (Vorjahr: 9 Prozent). Dies ist die höchste Profitabilität dieses Segments seit Unternehmensgründung. Neben einer günstigen Wechselkursentwicklung führten vor allem der starke Umsatzanstieg sowie Produktivitätssteigerungen in allen Produktkategorien zu einer Verbesserung des Bruttoergebnisses. Die Betriebskosten entwickelten sich dabei unterproportional zum Umsatz. Durch die zunehmende Auslagerung der Fertigung an Fertigungspartner entfielen zudem gewisse Entwicklungskosten für Fertigungstechnologien. Damit zahlt sich unsere aggressive Shrink-Strategie - also der frühzeitige Übergang zur 90-Nanometer- sowie zur 65-Nanometer-Fertigungstechnologie - aus. Geschäftsausrichtung und Anwendungsfelder Fast 30 Jahre Erfahrung in den anspruchsvollsten und größten Sicherheitsprojekten der Welt haben Infineon zu einem führenden Unternehmen für Sicherheitslösungen werden lassen. Das Segment Chip Card & Security hat seine Kernkompetenzen vor allem in den Bereichen maßgeschneiderte Sicherheit, kontaktlose Kommunikation und eingebettete Mikrocontroller-Lösungen (embedded control). Für jede dieser drei Kernkompetenzen haben wir Innovationen geschaffen: Integrity Guard für Sicherheit, Coil on Module für kontaktlose Kommunikation sowie SOLID FLASH™ für integrierte Sicherheitscontroller-Lösungen. Mit diesen drei Technologien und weiteren Sicherheitslösungen bieten wir ein umfassendes Portfolio halbleiterbasierter Sicherheitsprodukte für ein breites Spektrum an Chipkarten- und Sicherheitsanwendungen. Für den Markterfolg von hardwarebasierter Sicherheitstechnologie ist deren einfache Handhabung und Implementierung entscheidend. Infineon hat daher in folgenden Differenzierungsmerkmalen spezielle Kompetenzen entwickelt: ― Maßgeschneiderte Sicherheit: Wir stellen für die jeweilige Anwendung das angemessene Sicherheitsniveau bereit. ― Kontaktlos-Know-how: Sichere und kurze Transaktionen sind gewünscht; im Fokus stehen somit ein hohes Sicherheitsniveau, hohe Datenübertragungsraten und schnelle Schreiboperationen auf den Speicher. ― Fest eingebaute Sicherheitscontroller-Lösungen (embedded control): Hier kommt es auf die Fähigkeit an, Speicher und Sicherheitscontroller entsprechend der Anwendung optimal aufeinander abzustimmen. Zusammen mit den Kunden entwickelt das Segment Chip Card & Security Lösungen für folgende Markttrends: Internet der Dinge In einer zunehmend vernetzten Welt, in der immer mehr Gegenstände miteinander verbunden sind, spielt Sicherheit eine immer größere Rolle. Sicherheit ist keine Option, sondern ein Muss. Der zunehmende Bedarf an Sicherheit zeigt sich nicht nur bei traditionellen Anwendungen wie mobiler Kommunikation, Bezahlsystemen oder hoheitlichen Dokumenten. Sicherheit wird auch zum entscheidenden Element in bestehenden und aufkommenden Anwendungen im Bereich eingebetteter Systeme (embedded systems) und dem Internet der Dinge. Die steigende Anzahl an Sicherheitsvergehen schärft die Bedeutung von Sicherheitsvorkehrungen. Infineon ist für diesen enorm wichtigen Trend des Internet der Dinge bestens positioniert und bereits heute mit Sicherheitslösungen am Markt, so zum Beispiel im Bereich vernetzte Fahrzeuge. Kontaktlose Technologien Sie gewinnen weiter an Bedeutung. Die zuverlässige und hohe Abwicklungsgeschwindigkeit erhöht den Bedienkomfort für den Verbraucher und damit die Akzeptanz für die kontaktlose Nutzung seiner Bezahlkarte oder multifunktionalen Chipkarte. Sowohl Firmen als auch Endanwender schätzen die Vorteile gegenüber kontaktbasierten Verfahren. Chipbasierte Kreditkarten Der Übergang von magnetstreifenbasierten Bezahlkarten zu chipbasierten Bezahlkarten setzt sich fort; vor allem in den Schlüsselmärkten USA und China. Elektronische hoheitliche Dokumente Die Marktdurchdringung von chipbasierten behördlichen Dokumenten wie Reisepässen, Personalausweisen und Führerscheinen erhöht sich stetig. Immer mehr Länder stellen erstmalig um beziehungsweise führen weitere chipbasierte Dokumente ein. Absicherung mobiler Endgeräte Authentifizierungslösungen wie embedded Secure Element oder Trusted Platform Modules bringen neue Anwendungen wie mobiles Bezahlen oder Plattformintegrität in den Massenmarkt. Neben Großprojekten aus den Bereichen Bezahlkarten und behördliche Ausweise sehen wir zunehmend Wachstumspotenzial in kleineren und regionalen Sicherheitsprojekten. Wir diversifizieren daher unser Kundenportfolio und erweitern hierzu unsere in der Vergangenheit tendenziell auf Großkunden ausgerichtete Vertriebsstruktur. Wir sehen einerseits das Potenzial eines wachsenden Anteils an kleineren regionalen Kunden und andererseits eine Stärkung des Distributionskanals. Darüber hinaus bauen wir unsere Präsenz in den Regionen aus, um dort Kunden mit ihren spezifischen Anforderungen besser bedienen zu können. Unser Ziel ist ein noch besseres Verständnis der Erfolgsfaktoren unserer Kunden in den einzelnen Regionen. Gefragt ist oftmals nicht das technisch überlegene Produkt, sondern eine Lösung mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis, welche die anwendungsspezifischen Sicherheitsanforderungen mit den geringsten Systemkosten erfüllt und für den Kunden einfach und schnell umsetzbar ist. Neben den international tätigen traditionellen Kartenkunden und den eher regional tätigen kleineren Kunden setzen wir zudem auf global operierende Großkunden in neuen Märkten für eingebettete Mikrocontroller-Lösungen. Diese Kunden sind typischerweise in den Bereichen Internet, Internet der Dinge, Smartphones oder andere mobile Geräte tätig. Letztlich erweitern wir unser Angebot um Software und Serviceleistungen, um die unterschiedlichen Anforderungen unserer Kunden in den verschiedensten Ländern befriedigen zu können. Wir bieten Unterstützung bei der Zertifizierung von Sicherheitslösungen, wir stellen Referenzdesigns zur Verfügung, und wir bieten Software an, die in einem engen Zusammenhang mit unseren Sicherheitscontrollern steht (zum Beispiel Firmware, Treiber-Software, hardwarenahe Anwendungssoftware). Mit diesen Serviceleistungen reduzieren wir die Entwicklungsaufwendungen und beschleunigen die Markteinführung des Kundenprodukts. Anwendungsfelder Authentifizierung ― Ersatzteile ― Industriesteuerungen ― Spielekonsolen ― Zubehör Automobil ― Elektronische Maut-Erfassung (Toll Collect) ― Schutz vor Manipulation (z. B. Tachometer) ― Vernetzte Fahrzeuge (zum Beispiel eCall, Auto-zu-Auto, Auto-zu-Infrastruktur) Gesundheitskarten Hoheitliche Dokumente ― Reisepässe ― Führerscheine ― Personalausweise Internet der Dinge ― Industrie 4.0 ― IT ― Smart Home ― Vernetztes Fahren Mobilkommunikation ― Höherwertige SIM-Karten ― Klassische SIM-Karten ― Maschine-zu Maschine-Kommunikation Sichere NFC (Near Field Communication)-Transaktionen Ticketing, Zutrittskontrolle Trusted Computing Zahlungsverkehr ― NFC-basiertes, kontaktloses Bezahlen ― Kredit- und Debitkarten ― Mobiles Bezahlen Marktposition Das Unternehmen hielt im Kalenderjahr 2014 einen Marktanteil von 23,9 Prozent am Weltmarkt für mikrocontrollerbasierte Chipkarten-ICs (Quelle: IHS Inc.). Dieser Markt umfasst kontaktbasierte und kontaktlose mikrocontrollerbasierte Chipkarten-ICs für die Anwendungen SIM-Karten, Bezahlkarten, hoheitliche Dokumente, Zutrittskontrolle, Transport und Maschine-zu-Maschine-Kommunikation. Dieser Markt wuchs um 4,4 Prozent von US$2,52 Milliarden im Jahr 2013 auf US$2,63 Milliarden im Jahr 2014. Infineon wuchs deutlich schneller als der Markt und konnte 2,6 Prozentpunkte Marktanteile gewinnen. Hingegen steigerten alle anderen großen Marktteilnehmer ihren Umsatz im selben Zeitraum weniger als der Marktdurchschnitt und gaben somit Marktanteile ab. Die Distanz zum Marktführer verringerte sich auf 6,6 Prozentpunkte (Vorjahr: 10,4 Prozentpunkte). Die fünf größten Marktteilnehmer kamen zusammen auf 92,3 Prozent Marktanteil. Rund 5.800 Mitarbeiter forschen und entwickeln bei Infineon an 32 Standorten in 13 Ländern. Forschung & Entwicklung ― Forschungs- und Entwicklungskosten im Geschäftsjahr 2015 auf €717 Millionen erhöht ― Teams von Infineon und International Rectifier zu globalem Forschungsnetzwerk zusammengeführt ― Sensorik ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Technologie- und Produktentwicklung Die Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E-Kosten) betrugen im Geschäftsjahr 2015 €717 Millionen nach €550 Millionen im Vorjahr; ein Anstieg um €167 Millionen beziehungsweise 30 Prozent und somit prozentual etwas geringer als der Umsatzanstieg von 34 Prozent. Der absolute Anstieg ist im Wesentlichen auf die Integration von International Rectifier zurückzuführen. In Relation zum Umsatz haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr 12,4 Prozent für F&E aufgewendet im Vergleich zu 12,7 Prozent im Vorjahr. Mit dieser Quote liegen wir weiterhin in unserem angestrebten Zielkorridor eines Prozentsatzes vom Umsatz im niedrigen bis mittleren Zehnerbereich. An unseren Forschungs- und Entwicklungsstandorten beschäftigten wir zum Ende des Geschäftsjahres 2015 weltweit 5.778 Mitarbeiter (16 Prozent der Belegschaft), zum Ende des Geschäftsjahres 2014 waren es 4.822 Mitarbeiter (16 Prozent der Belegschaft). Die Zunahme ist ebenfalls im Wesentlichen durch die Integration von International Rectifier begründet. Durch International Rectifier kamen elf F&E-Standorte hinzu. Infineon unterhält jetzt F&E-Abteilungen an 32 Standorten in 13 Ländern (siehe Landkarte am Ende dieses Kapitels). Die aktivierten Entwicklungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf €100 Millionen (Vorjahr: €92 Millionen). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr 2015 €29 Millionen (Vorjahr: €25 Millionen). Vereinnahmte Zulagen und Zuschüsse für F&E fielen von €66 Millionen im Geschäftsjahr 2014 auf €59 Millionen im Geschäftsjahr 2015. F&E-Kosten entstehen nicht nur für Produktentwicklungen, sondern zunehmend auch für Plattform-Entwicklungen und für neue Produktfamilien. Hierzu zählen zum Beispiel die digitale Steuerung der Stromversorgung, Technologieplattformen für Nieder- und Hochvolt-Leistungsschalter, Leistungshalbleiter basierend auf den neuen Materialien Siliziumkarbid und Galliumnitrid (siehe Abschnitt weiter unten in diesem Kapitel) sowie neue Sensortypen, insbesondere solche basierend auf unseren Magnetfeld-, Radar- und MEMS-Technologien. Während in der Vergangenheit sowohl Forschung als auch Entwicklung meist technologiebeziehungsweise komponentenorientiert waren, spielen zunehmend die Systeme, in denen die Bauelemente zur Anwendung kommen, eine maßgebliche Rolle. Innovative Systemlösungen gehen von einer Optimierung der Systemfunktionalität aus. Dabei dürfen die Halbleiterkomponenten durchaus mehr kosten, aber durch anderweitige Einsparungen und Verbesserungen entsteht für den Anwender ein Mehrwert. Oft wird dabei die klassische, digitale Mikroelektronik durch nicht digitale Komponenten wie Hochfrequenz-Elektronik, Leistungselektronik, Sensorik, Aktuatoren sowie Software ergänzt. Patente Die Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Infineon zeigt sich auch in der Anzahl und Qualität unserer Patente. Weltweit haben wir im Geschäftsjahr 2015 rund 2.200 Patente angemeldet (inklusive International Rectifier ab dem 13. Januar 2015) gegenüber rund 2.100 Patentanmeldungen im Vorjahr. Das Patentportfolio bestand zum Ende des Geschäftsjahres 2015 weltweit aus rund 25.000 Patenten und Patentanmeldungen (Vorjahr: rund 21.000 Patente und Patentanmeldungen ohne International Rectifier). Darin sind rund 2.100 Patente und Patentanmeldungen enthalten, die wir durch die Akquisition von International Rectifier erworben haben. Im Rahmen des im September 2014 mit dem Insolvenzverwalter der Qimonda AG getroffenen Teilvergleichs erwarb Infineon im Oktober 2014 unter anderem rund 8.800 Patente und Patentanmeldungen. Diese Patente und Patentanmeldungen wurden nahezu vollständig im Juli 2015 an Polaris Innovations Limited mit Sitz in Ottawa (Kanada) und an Samsung Electronics Ltd. mit Sitz in Seoul (Korea) verkauft. Wesentliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten Ein Schwerpunkt unserer Forschung liegt im Bereich Sensorik. Mit Sensoren wird die reale, analoge Welt erfasst. Die gemessenen Signale werden zunächst digitalisiert und entsprechend den Anforderungen der Anwendung als digitale Werte verarbeitet, übertragen und gespeichert. Infineon verfügt über nahezu 40 Jahre Erfahrung in Sensor-Design und -Fertigung und bietet das umfassendste Portfolio an Druck- und Magnetfeldsensoren für Automobilanwendungen an. Das Unternehmen liefert täglich mehr als eine Million solcher Sensoren an die Automobilindustrie und mehr als rund drei Millionen Sensoren an Smartphone-Hersteller. Infineon forscht und entwickelt darüber hinaus an sehr unterschiedlichen Sensortypen (siehe folgende Abschnitte über unsere Sensoraktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr). Daneben bilden Fertigungstechnologien und Transistorarchitekturen für Leistungshalbleiter-Komponenten auf Basis neuer Materialien einen weiteren Schwerpunkt unserer F&E-Aktivitäten. In den folgenden Abschnitten stellen wir Ihnen Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten von Leistungshalbleitern auf Basis von Siliziumkarbid und Galliumnitrid vor. Ein weiterer Schwerpunkt unserer F&E-Aktivitäten liegt im Bereich Digitalisierung der Ansteuerung von Leistungshalbleitern. Wir befinden uns im Übergang von der analogen Ansteuerung zur digitalen Ansteuerung von Leistungsschaltern. Bei MOSFET-basierten Steuerungen hat der Übergang bereits vor einigen Jahren begonnen; bei IGBT-basierten Steuerungen setzt dieser Trend nun ein. Infineon ist bei der Digitalisierung der gesamten Kette, bestehend aus Ansteuer-IC, Treiber-ICs und Leistungsschalter, vertreten. Sensoren: Mit ganz unterschiedlichen Sensortypen die Umwelt erfassen Magnetfeldsensoren Die Anwendungsmöglichkeiten von Magnetfeldsensoren sind sehr vielfältig. Sie werden zur Erfassung von Position, Drehzahl und Drehmoment verwendet. Entsprechend den Anforderungen neuer Anwendungen bringen wir immer wieder neue Magnetfeld-Sensortypen mit Innovationen bei Gehäuse und Konfiguration auf den Markt. Im Oktober 2014 stellten wir zum Beispiel ein neues Gehäuse mit zwei übereinanderliegenden Sensorchips vor (siehe Titelbild dieses Geschäftsberichts). Waren bisher in einer elektrischen Servolenkung für die zuverlässige und präzise Erfassung des Drehmoments der Lenkachse zwei gesonderte Sensoren notwendig, ist es mit dem am Standort Regensburg (Deutschland) entwickelten Dual-Hall-Sensor-Gehäuse nur noch ein Sensor, der jedoch zwei Sensorchips beinhaltet. Mittels eines patentierten Flip-Chip-Verfahrens liegen die Chips übereinander und haben damit die gleiche Grundfläche wie Varianten mit nur einem Sensorchip. Das spart Bauraum und senkt die Systemkosten in sicherheitskritischen Anwendungen. Hierzu zählen neben der elektrischen Servolenkung das Gas- und Bremspedal sowie bürstenlose Gleichstrommotoren in Getriebe und Kupplung. Sicherheitskritische Anwendungen haben hohe Anforderungen gemäß ISO 26262 zu erfüllen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Sensor-Redundanz, die mit der Integration von zwei Sensorchips im Dual-Hall-Sensor-Gehäuse besonders kostengünstig und platzsparend gelöst wurde. Beim 3D-Magnetfeldsensor, den wir im Mai 2015 präsentierten, war eine möglichst geringe Stromaufnahme eines der wichtigsten Entwicklungsziele. Damit soll auch der Batteriebetrieb in Konsumgütern und industriellen Anwendungen möglich werden. Unser 3D-Magnetfeldsensor misst hoch präzise dreidimensionale, lineare und rotierende Bewegungen. Solche Messungen erfordern zum Beispiel Joysticks, Steuerelemente in Haushaltsgeräten, Multifunktions-Schaltknöpfe sowie elektronische Stromzähler. In Letzteren sind heute bis zu drei Einfach-Magnetfeldsensoren verbaut, um Manipulationsversuche mittels großer Magnete zu erfassen; ein Einfach-Magnetfeldsensor für jede Richtung des externen Magnetfelds. Da unser 3D-Magnetfeldsensor alle drei bisherigen Sensoren ersetzen kann, lassen sich elektronische Stromzähler wesentlich kleiner und stromsparender aufbauen. Die 3D-Magnetfeldsensor-Familie wird noch erweitert. Nach der Industrieversion folgt bis Ende des Kalenderjahres 2015 noch eine Variante für Automobilanwendungen: für den Einsatz als Ganghebel-Positionssensor sowie im Lenkstockschalter zur Erfassung der dort untergebrachten Anwendungen wie zum Beispiel Fahrtrichtungsanzeiger, Fahrzeugbeleuchtung, Lichthupe und Scheibenwischersteuerung. Radar-Chips Unsere Chips für radarbasierte Sensoren werden sowohl einzeln als auch als Systemlösung in Konsumgütern, in der Fahrzeugsicherheit sowie in industriellen und kommerziellen Maschinen verwendet. Zwei Beispiele: ― Mit unseren 77-Gigahertz-Siliziumgermanium-Radar-Chips sind wir bereits seit rund zehn Jahren erfolgreich mit Automobilzulieferern im Geschäft (siehe hierzu die Anerkennung von Bosch im Kapitel "Auszeichnungen"). Diese Sensorchips werden für die Abstandsmessung im Bereich von 50 bis 250 Metern eingesetzt. Für kurze Distanzen bieten wir einen 24-Gigahertz-Radar-Chip an. ― Für ganz neue Anwendungsfelder arbeiten wir zusammen mit dem amerikanischen Technologiekonzern Google im Rahmen seines Forschungsprojekts "Project Soli" an speziellen Radarsensorlösungen für die Gesten- und Anwesenheitserkennung. Erste Anwendungsbeispiele hatte Google auf seiner Entwicklerkonferenz im Mai 2015 in San Francisco (Kalifornien, USA) vorgestellt. So soll zum Beispiel die Gestensteuerung von Geräten ermöglicht werden. Fingerbewegungen in der Luft machen Drehknöpfe und berührungsempfindliche Schaltflächen überflüssig. Unser Radar-Chip nutzt eine 60-Gigahertz-Technologie und vereint den Transceiver und die Antenne in einem Gehäuse. 3D-Bildsensorchips Die erste Variante dieses Sensortyps, der Distanzen basierend auf der Laufzeit von abgestrahltem Infrarotlicht misst, hat inzwischen die Marktreife erreicht. Der deutsche Automobilzulieferer Kostal präsentierte im September 2015 zur Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt (Deutschland) ein 3D-Kamerasystem zur Fahrerüberwachung basierend auf unserem 3D-Bildsensor REAL3™. Das Kamerasystem erfasst die exakte Position des Kopfes und nimmt den Lidschlag selbst durch Brille oder Sonnenbrille wahr. Das System erkennt so, ob der Fahrer Anzeichen von Müdigkeit (etwa Sekundenschlaf) zeigt oder abgelenkt ist. Unser 3D-Bildsensor REAL3™ spielt ebenfalls eine zentrale Rolle im Forschungsprojekt "Tango" von Google. Dieses Forschungsprojekt verfolgt einen neuen Ansatz, um mobilen Endgeräten die Fähigkeit zu geben, ihre Umgebung zu erfassen und zu verstehen und eine Vielzahl von neuen und innovativen Applikationen auf Basis dieser Fähigkeiten zu realisieren. Durch die Zusammenführung von Sensor- und Computertechnologie sollen Smartphones und Tablets in die Lage versetzt werden, Raum und Bewegung schneller und realitätsnaher zu erfassen. Damit soll ein völlig neues Anwendererlebnis geschaffen werden, zum Beispiel für die Navigation in geschlossenen Räumen oder für sehr realistische Spielerlebnisse. MEMS-basierte Sensorchips Neben unserer Familie an Silizium-Mikrofon-Chips stellten wir im Februar 2015 auf dem Mobile World Congress in Barcelona (Spanien) den ersten barometrischen Drucksensor für den Konsumgütermarkt vor (siehe Eröffnungsseite von "Power Management & Multimarket" des Kapitels "Die Segmente"). Mit ihm kann hoch präzise der Luftdruck gemessen werden, was zum Beispiel die Erfassung der zurückgelegten Höhenmeter bei einer Alpenüberquerung oder eine Navigation in Gebäuden mithilfe von Smartphones ermöglicht. Wir forschen darüber hinaus an weiteren MEMS-basierten Sensortypen zur Erfassung anderer physikalischer Größen für den Einsatz in Smartphones. "More out of less": Kompaktere Stromversorgungen und Motorsteuerungen durch neue Materialien für Leistungshalbleiter Der ideale Leistungstransistor sollte eine geringe Baugröße haben, robust gegenüber hohen Temperaturen und Überspannung sein sowie im eingeschalteten Zustand einen sehr geringen Widerstand und minimale Schaltverluste aufweisen. Zudem sollte er hohe Schaltfrequenzen erlauben, da hierdurch die passiven Bauteile der Schaltung (zum Beispiel Kondensatoren und Spulen) verkleinert werden können. Dies reduziert auf der Kundenseite die Kosten, die Größe und das Gewicht der Systeme. Ferner können teure Rohstoffe eingespart werden. Auf der Suche nach immer effizienteren Leistungshalbleitern für immer kompaktere Netzteile und Steuerungen haben sich vor allem Siliziumkarbid (SiC; eine Verbindung aus Silizium und Kohlenstoff) und Galliumnitrid (GaN; eine Verbindung aus Gallium und Stickstoff) als die bevorzugten Materialien erwiesen. Diese neuen Halbleitermaterialien können, verglichen mit siliziumbasierten Komponenten, hohe Spannungen beziehungsweise hohe Ströme bei kleineren Abmessungen und geringeren Verlusten schalten. So ist zum Beispiel die Stromtragfähigkeit von SiC-Komponenten ungleich höher als die von Silizium-Komponenten. Für eine bestimmte Stromstärke kommt man mit weniger als einem Drittel der Halbleiterfläche aus: Ein Beispiel, wie man mit weniger mehr erreichen kann. SiC- und GaN-Komponenten adressieren aufgrund ihrer Materialeigenschaften unterschiedliche Spannungsklassen. Während bei Spannungen über 1.000 Volt SiC-Technologie zum Einsatz kommt, spielt die GaN-Technologie ihre Vorteile bei 650 Volt und darunter aus. Siliziumkarbid: Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis für den Kunden im Blick; Erweiterung des Produktportfolios um SiC-MOSFETs Als Marktteilnehmer mit dem wohl umfassendsten Portfolio an Leistungshalbleitern steht für Infineon das Verständnis der Kundenanwendung im Mittelpunkt. Das Ziel ist, unseren Kunden die Lösung mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten. Eine solche Lösung basiert heute oftmals auf einer abgestimmten Kombination aus Silizium- und Siliziumkarbid (SiC)-Komponenten. Erst die Balance aus Kosten- und Performance-Vorteilen der einzelnen Komponenten führt zu einer nachhaltigen Verbesserung des Kundensystems. Dies kann die Effizienz, die Kosten, die Baugröße, das Gewicht oder die Zeit bis zur Markteinführung betreffen. Bereits im Jahr 2001 brachte Infineon als weltweit erster Halbleiterhersteller eine SiC-Diode auf den Markt. Im Mai 2014 stellten wir die inzwischen fünfte Generation unserer 1.200-Volt-SiC-Diode vor, und im abgelaufenen Geschäftsjahr erweiterten wir das Gehäuseportfolio um ein flaches Gehäuse für die Leiterplatten-Oberflächenmontage. Die fünfte SiC-Dioden-Generation zeichnet sich durch verbesserte Werte sowohl bei den statischen Verlusten wie auch bei den Schaltverlusten aus. Neben diesem in den letzten Jahren stetig erweiterten SiC-Dioden-Portfolio sind wir seit einigen Jahren mit unseren SiC-Hybridmodulen erfolgreich im Markt vertreten. Auch unser SiC-Transistor-Portfolio erweitern wir entsprechend den Marktanforderungen. Im Geschäftsjahr 2014 stellten wir den ersten SiC-Transistor vor: einen sogenannten SiC-JFET (Junction Field Effect Transistor). Neben dieser selbstleitenden Variante werden zukünftige Transistor-Generationen auch auf selbstsperrenden Konzepten beruhen. Die heutigen Hauptanwendungsgebiete für SiC-Komponenten - also SiC-Dioden, SiC-Transistoren und SiC-Module - sind Fotovoltaik-Wechselrichter und Stromversorgungen. Bei Fotovoltaik-Wechselrichtern führen die hohen Schaltfrequenzen zu kleineren passiven Komponenten und damit zu einer Größen- und Gewichtsreduzierung der Wechselrichter. Dies ist ein entscheidender Aspekt bei der Endmontage. So können SiC-basierte Wechselrichter einer bestimmten Leistungsklasse von einem einzigen Monteur aufgestellt werden gegenüber zwei Monteuren bei größeren und schwereren siliziumbasierten Wechselrichtern. Zukünftig sehen wir vor allem Steuerungen für geregelte Motorantriebe als interessantes Anwendungsfeld für unsere SiC-Komponenten. Dieser vielfältige Markt für die unterschiedlichsten Motorarten und Betriebsmodi (Schrittmotoren, Robotik, hohe Drehzahl, hohes Drehmoment etc.) dürfte langfristig das größte Anwendungsgebiet darstellen. Darüber hinaus sehen wir induktives Laden von Elektrofahrzeugen als aufkommendes Anwendungsfeld. Dabei müssen sehr hohe Ströme sehr präzise geschaltet werden, um induktive Streuverluste zu minimieren. Daneben sind Elektrofahrzeuge selbst ein mögliches Anwendungsfeld für SiC-Komponenten. Dort werden sie zunächst in On-Board-Batterieladegeräten für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge zum Einsatz kommen. Zeitlich später erwarten wir SiC-Transistoren auch im Antriebsstrang, das heißt, in der Ansteuerung des Elektromotors. Auch der Bereich Schienenfahrzeuge ist ein potenzieller Absatzmarkt. Aufgrund der langen Entwicklungs- und Qualifizierungszyklen von Schienenfahrzeugen wird dieser Markt jedoch voraussichtlich erst in einigen Jahren nennenswerte Stückzahlen erfordern. SiC-Komponenten sind auch für Energiespeicher prädestiniert. Denn in dieser Anwendung kommt es sowohl beim Laden als auch beim Entladen der Batterie auf höchste Effizienz an. Heute wird dies bereits in batteriegepufferten Fotovoltaikanlagen praktisch umgesetzt; Potenzial besteht langfristig auch für größere Systeme im Bereich der Netzstabilisierung. Letztlich sehen wir langfristig die Möglichkeit, das bei der Akquisition von International Rectifier erworbene Geschäft mit hochzuverlässigen Komponenten für Anwendungen in rauen Umgebungen mit unserer SiC-Technologie zu stärken. Insbesondere Hochtemperaturanwendungen wie Ölexploration bieten sich für unsere SiC-Komponenten an. Eine Besonderheit unserer SiC-Fertigungsstrategie ist, dass wir SiC-Bauelemente in der gleichen Fertigungslinie, ergänzt um einige spezifische Anlagen, herstellen können wie unsere Silizium-Bauelemente. Demzufolge gelten die gleichen Maßstäbe und die gleichen Qualitätsanforderungen. So planen wir im Zuge der Umstellung der SiC-Fertigung auf 150-Millimeter-Wafer, die ersten SiC-Technologien für die Qualifikation für Automobilanwendungen vorzubereiten. Natürlich ergibt sich aus diesem Fertigungskonzept auch eine deutlich bessere Kostenposition. Galliumnitrid: Zusammenführung der Entwickler-Teams von Infineon und International Rectifier in nur drei Monaten; industrieweit einmaliges Technologie- und Patentportfolio geschaffen Galliumnitrid (GaN)-Transistoren bieten gegenüber Silizium-Transistoren ebenfalls ganz neue, interessante Eigenschaften, die zum Beispiel in Netzteilen genutzt werden können. GaN-Transistoren kombinieren einen sehr kleinen Einschaltwiderstand mit minimalen Schaltverlusten. Damit ermöglichen sie deutlich höhere Schaltfrequenzen (im Vergleich zu Silizium-Technologien), was zu einer Verringerung der Baugröße des Gesamtsystems genutzt werden kann. Allerdings wird dabei nicht einfach ein bestehender Silizium-Leistungstransistor durch einen GaN-Leistungstransistor ersetzt. Die Vorteile werden erst mit ganz neuen Netzteiltopologien erreicht. Dann lässt sich der maximale Effizienzgewinn bei besonders kompaktem Aufbau des Gesamtsystems realisieren. Ein Beispiel aus unserem täglichen Leben verdeutlicht den Nutzen von GaN für die Verbraucher: Mit dieser Technologie lassen sich Notebook-Netzteile herstellen, die viermal kleiner und leichter sind als die heute üblichen; also etwa in der Größe einer Zündholzschachtel. Wir sehen zwei Anwendungsbereiche, wo die Vorteile der GaN-Technologie gegenüber der Silizium-Technologie den größten Kundennutzen bieten und daher mit der höchsten Marktakzeptanz zu rechnen ist: einerseits in Netzteilen für Server aufgrund der höheren Anforderungen an die Effizienz, und andererseits in Netzteilen für extrem dünne Fernseher aufgrund der kompakteren Bauweise. In Servern und Telekommunikationseinrichtungen, die täglich rund um die Uhr im Einsatz sind, wirkt sich jede Verbesserung des Wirkungsgrads des Netzteils besonders deutlich auf den Stromverbrauch und damit auch auf die Stromrechnung aus. Bei Premium-Fernsehgeräten geht der Trend zu immer dünneren Geräten. Inzwischen kommt es auf jeden Millimeter Bauhöhe an. Die Abmessungen des Netzteils werden heute weitgehend durch die Größe der passiven Komponenten bestimmt. Durch GaN-Transistoren fallen diese Komponenten wegen der hohen Schaltfrequenzen deutlich kleiner aus, und die zusätzlich reduzierten Verluste ermöglichen auch wesentlich kleinere Kühlkörper. Eine deutliche Stärkung unserer Position im Bereich GaN-Leistungshalbleiter haben wir durch die Akquisition von International Rectifier erreicht. Durch das kombinierte Know-how können wir die Entwicklung der Produkte beschleunigen und damit die Zeit bis zur Markteinführung verkürzen. Besonders wichtig ist die Kompetenz für das Aufwachsen von einkristallinen GaN-Schichten auf einen Silizium-Wafer als Trägermaterial. Diese Epitaxie-Prozessschritte sind bei der sogenannten GaN-auf-Silizium-Technologie schwierig und wichtig. Schwierig, weil Silizium und GaN unterschiedliche Kristallstrukturen haben. Über mehrere Zwischenschichten aus ganz bestimmten Materialien - jede einzelne Schicht ist nur wenige Atomlagen dick - wird die Geometrie des Silizium-Kristallgitters in die Geometrie des GaN-Kristallgitters übergeführt. Und wichtig, weil die kostengünstigen GaN-auf-Silizium-Wafer die Basis für wettbewerbsfähige Preise der GaN-Komponenten sind. Sämtliche alternative Substratmaterialien sind teurer als die in hohen Stückzahlen gefertigten Silizium-Standardwafer. Zu unserem GaN-Entwicklungsverbund gehören Standorte in Europa und den USA. In Villach (Österreich), unserem Kompetenzzentrum für Leistungselektronik aller Technologien und somit auch verantwortlich für die Entwicklung der GaN-Technologie, haben wir bereits eine komplette Frontend-Pilotlinie für die Prozessierung von 150-Millimeter-GaN-Wafern implementiert. An den US-amerikanischen Standorten erfolgen ein Teil der GaN-Komponenten-Entwicklung und -Charakterisierung sowie die oben erwähnten Epitaxie-Prozessschritte. Bemerkenswert ist die zügige Zusammenführung der verschiedenen F&E-Aktivitäten. Innerhalb weniger Monate ist es gelungen, aus den Teams, die vormals im Wettbewerb standen, eine Einheit zu formen. Parallel zur Stärkung unserer GaN-Kompetenz durch die Akquisition von International Rectifier konnten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr unser GaN-Produktportfolio durch die Lizenzierung eines wesentlichen Transistortyps erweitern. Infineon und das japanische Unternehmen Panasonic haben eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung von GaN-Bausteinen unterzeichnet. In diesem Zusammenhang hat Panasonic eine Lizenz für selbstsperrende GaN-Transistoren an Infineon vergeben. Infineon erweitert das Produktangebot darüber hinaus um spezifische Treiber und Ansteuer-ICs, die entsprechende Topologien und höhere Frequenzen ermöglichen. Hiermit können die Vorteile von GaN voll ausgeschöpft werden. Das GaN-auf-Silizium-Portfolio von Infineon in Kombination mit der Übernahme der GaN-Plattform von International Rectifier und der Partnerschaft mit Panasonic positioniert Infineon als Technologieführer im vielversprechenden GaN-Markt. Die in Villach vorhandene Kompetenz bei Leistungshalbleitern sowie insbesondere die GaN-Fertigungskompetenz waren Gründe dafür, dass Infineon Technologies Austria AG Partner und Leiter des europäischen Forschungsprojekts "PowerBase" ist. Im Mai 2015 fand am Standort Villach die Auftaktveranstaltung statt. Im Mittelpunkt des bis 2018 laufenden Projekts stehen die Entwicklung der nächsten Generation von GaN-Komponenten sowie der Aufbau einer Pilotlinie für GaN-Wafer in einem industriellen Fertigungsumfeld für die Serienfertigung. F&E-Standorte Reigate ― Konzeption von Gehäuseinnovationen ― Gehäusegrundlagenforschung ― Elektrische und thermische Modellierung Bristol ― Mikrocontrollersysteme für Automobilanwendungen Tewksbury ― Entwicklung von DC-DC-Spannungswandlern, Treiber-ICs und Leistungs-ICs Warwick ― Digital Power Management für DC-DC-Leistungsstufen San Jose ― Entwicklung von Leistungshalbleitern für Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Hochtemperaturanwendungen, z. B. Hybrid-DC-DC-Spannungswandler Morgan Hill ― Hochfrequenz-Leistungstransistoren für Mobilfunk-Infrastruktur El Segundo ― Transistor-Entwicklung für GaN-on-Si-Technologie ― Entwicklung von Komponenten für Luft- und Raumfahrt sowie medizinische Anwendungen ― Entwicklung von Gehäuseplattformen Torrance ― Controller-ICs für Digital Power Management Irvine ― Entwicklung von DC-DC-Spannungswandlern für Server, Telekommunikation und Netzwerkrechner Chandler ― Entwicklung und Charakterisierung von Galliumnitrid-Komponenten ― Epitaxie für Galliumnitrid-Technologie Leominster ― HiRel-Gehäuseentwicklung ― HiRel-Leistungskomponenten ― HiRel-Leistungsmodule Duisburg ― Technologieentwicklung ― ASIC-Entwicklung Warstein ― Produktentwicklung IGBT-Module ― Gehäuse- und Montagetechnologie für IGBT-Module und IGBT-Stacks Skovlunde ― HiRel DC-DC-Umrichter ― Anspruchsvolle HiRel-Stromversorgungslösungen Augsburg ― Software für Chipkartenanwendungen Dresden ― Hochintegrierte und multifunktionale CMOS-Technologien, unter anderem für Hochfrequenz, Sensorik und MEMS ― Diskrete und integrierte Leistungshalbleiter ― Entwicklungszentrum für Industrie 4.0 Regensburg ― Kompetenzzentrum für Technologie, Vormontage und Gehäuseentwicklung ― Kompetenzzentrum für Innovationen bei Fertigungsprozessen ― Produkt- und Technologieentwicklung für Sensoren Neubiberg bei München ― Technologieintegration ― Design-Flow- und Bibliotheksentwicklung ― IC-, Software- und Systementwicklung für Mikrocontroller, ASICs, Sensoren und Chipkarten-ICs ― Leistungselektronik für Automobil- und Industrieanwendungen ― Fertigungsprozesse Linz ― Hochfrequenz-ICs, insbesondere Radar-ICs ― Software-Entwicklung für Sensorprodukte Graz ― Chipkartenanwendungen ― Kontaktlos-Systeme ― Leistungshalbleiter für Automobilanwendungen ― Sensoranwendungen Bukarest ― Leistungshalbleiter ― Mixed-Signal- und Hochfrequenz-Komponenten ― Chipkarten-ICs Peking ― Anwendungsentwicklung Seoul ― Systemlösungen für Automobilanwendungen ― Systemintegration für Leistungshalbleiter Shanghai ― Anwendungsentwicklung ― Hochfrequenztechnologie für Mobilfunk-Infrastruktur Ipoh ― Entwicklung von Gehäusederivaten ― Qualitätssicherung neuer Fertigungsprozesse Malakka ― Gehäuseentwicklung Singapur ― IC-, Software- und Systementwicklung für Automobil- und Industrieanwendungen ― Gehäusetechnologie ― Testkonzepte Bangalore ― Software- und Systementwicklung für Automobil-, Industrie- und Chipkartenanwendungen ― Design-Flow- und Bibliotheksentwicklung Villach ― Leistungshalbleiter, Analog- und Mixed-Signal-ICs für Automobil- und Industrieanwendungen ― Technologieentwicklung für Sensoren ― Kompetenzzentrum für Dünnwafer-Technologie ― Kompetenzzentrum für Verbindungshalbleiter-Technologien ― Entwicklungszentrum für Industrie 4.0 Le Puy-Sainte-Réparade ― Automobilanwendungen: Treiber-ICs und Halbbrückentreiber für bürstenlose Gleichstrommotoren Pavia ― Treiber-ICs für Motorsteuerungen Padua ― Leistungshalbleiter ― Mixed-Signal-Komponenten Operations Rund 26.000 Mitarbeiter sind bei Infineon in der Fertigung beschäftigt -an 19 Fertigungsstandorten in elf Ländern. ― Investitionen: €785 Millionen ― Erstes Produkt für Automobilanwendungen auf 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungstechnologie qualifiziert ― Fertigungsstandorte von International Rectifier in den Infineon-Fertigungsverbund integriert Unsere Investitionen im Geschäftsjahr 2015 betrugen €785 Millionen. Dies ist ein Anstieg um €117 Millionen beziehungsweise 18 Prozent im Vergleich zu den Investitionen des Vorjahres in Höhe von €668 Millionen. Die Investitionen enthielten €21 Millionen für den Erwerb der Qimonda-Patente sowie €54 Millionen für den Ausbau des Standorts Kulim (Malaysia). Darüber hinaus kamen ab dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung die Investitionen von International Rectifier hinzu. Neben dem Ausbau der Fertigungskapazität führte auch die Aufwertung des US-Dollars zu höheren Investitionen. Die Investitionen bezogen auf den Umsatz verminderten sich von 15,5 Prozent im Geschäftsjahr 2014 auf 13,5 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr. Von den gesamten Investitionen entfielen €646 Millionen auf Sachanlagen (Vorjahr: €567 Millionen) und €139 Millionen auf immaterielle Vermögenswerte inklusive aktivierter F&E-Kosten (Vorjahr: €101 Millionen). Von den Investitionen in Sachanlagen entfiel der weitaus größte Anteil auf Investitionen in Fertigungsanlagen. Davon wiederum entfielen rund zwei Drittel auf Frontend-Fertigungsanlagen, der Rest im Wesentlichen auf Backend-Fertigungsanlagen. An den Frontend- und Backend-Standorten wurde hauptsächlich in folgende Bereiche investiert: ― Ausbau der 300-Millimeter-Frontend-Fertigungskapazität, ― Ausbau der 200-Millimeter-Frontend-Fertigungskapazität in differenzierenden Fertigungstechnologien wie zum Beispiel Leistungshalbleitern und Magnetfeldsensoren für Automobilanwendungen, MEMS-Sensoren sowie Hochfrequenz-Komponenten, ― Erhöhung des Automatisierungsgrads, Ausbau der Industrie 4.0-Fertigung, ― Ausbau der Backend-Fertigungskapazität sowie ― Anpassung und Umrüstung von Fertigungslinien an das geänderte Produktportfolio, insbesondere durch den Start der Serienfertigung neuer Technologien und Produkte. Wir unterhalten nach der Integration von International Rectifier sowie der vollständigen Übernahme von LS Power Semitech Co., Ltd. insgesamt 19 Fertigungsstandorte in elf Ländern: Dresden, Regensburg und Warstein (alle Deutschland); Villach (Österreich); Newport (Wales, UK); Cegléd (Ungarn); Morgan Hill, Temecula, San Jose, Leominster, Mesa (alle USA); Tijuana (Mexiko); Peking und Wuxi (beide China); Malakka und Kulim (beide Malaysia); Cheonan (Korea); Batam (Indonesien) sowie Singapur (siehe Landkarte am Ende dieses Kapitels). Zum 30. September 2015 waren an diesen Fertigungsstandorten 25.909 Mitarbeiter in der Fertigung beschäftigt (Vorjahr: 21.959 Mitarbeiter an den damaligen Infineon-Standorten). Wesentliche Investitionsschwerpunkte im Geschäftsjahr 2015 Eine anhaltende hohe Nachfrage nach Leistungshalbleitern für Automobilanwendungen sowie die mittelfristig geplante Produktionsverlagerung von International Rectifier-Standorten zu Infineon-Standorten führten zum weiteren Ausbau der zweiten Fertigungshalle am 200-Millimeter-Frontend-Standort Kulim (Malaysia), der Fertigungshalle "Kulim 2". Im Geschäftsjahr 2015 wurde mit dem Einbau der abschließenden Infrastruktureinrichtungen begonnen. Im Frühjahr 2016 ist das Erreichen des Meilensteins "Ready for Equipment", also der Beginn der Ausstattung des Reinraums mit Fertigungsmaschinen, geplant. Um die Produktivität unserer Eigenfertigung zu erhöhen, haben wir in den letzten Jahren unsere Aktivitäten zur Automatisierung verstärkt. So haben wir die Produktivität unseres Werks in Dresden (Deutschland) durch Automatisierung um rund 10 Prozent gesteigert. Basierend auf diesen guten Erfahrungen haben wir begonnen, den Automatisierungsgrad auch in den Werken in Kulim, Regensburg (Deutschland) und Villach (Österreich) zu erhöhen, wobei wir die Vorgehensweise an die Rahmenbedingungen anpassen. Eine Produktivitätsanalyse der Standorte von International Rectifier ergab, dass manche Fertigungsschritte in den teils wesentlich größeren Infineon-Fabriken kostengünstiger ausgeführt werden können. Dies führte zur Entscheidung, den Standort "Singapore Techview" - dort findet das Dünnschleifen von Wafern statt - zu schließen. Ferner ist beabsichtigt, die Fertigung am Frontend-Standort Newport (Wales, UK) bis Ende des Kalenderjahres 2017 zu verlagern und den Standort zu verkaufen. Hingegen bietet der Standort Mesa (Arizona, USA) im Bereich Epitaxie-Verfahren zusätzliche Fertigungskapazitäten sowie Know-how, sodass eine Stärkung dieses Standorts vorgesehen ist. Damit werden die in Mesa vorhandenen Fertigungskapazitäten besser genutzt beziehungsweise auf absehbare Zeit komplett ausgelastet. Produktportfolio für 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung erweitert Zum Ende des Geschäftsjahres 2014 wurden in unserem 300-Millimeter-Frontend-Fertigungs-verbund - bestehend aus den Standorten Dresden (Deutschland) und Villach (Österreich) -verschiedene Produktvarianten von Niedervolt-Leistungshalbleitern unserer OptiMOS™-Familie, Hochvolt-Leistungstransistoren unserer CoolMOS™-Familie sowie IGBT-Leistungstransistoren produziert. Im Geschäftsjahr 2015 wurden die Stückzahlen dieser Produkte erhöht und somit die Auslastung der beiden Fabriken gesteigert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat darüber hinaus das erste Produkt für Automobilanwendungen die Kundenfreigabe erhalten: der 40-Volt OptiMOS™ 5. Die Serienfertigung wurde noch im Geschäftsjahr 2015 gestartet. Damit beginnt Infineon als weltweit erstes Halbleiterunternehmen mit der Serienfertigung von Leistungshalbleitern für Automobilanwendungen auf 300-Millimeter-Dünnwafern. Der 40-Volt OptiMOS™ 5 wird in einer Vielzahl von bürstenlosen Gleichstrommotor- und Halbbrücken-Anwendungen im Fahrzeug eingesetzt. Dazu gehören zum Beispiel elektrische Fensterheber, Schiebedach, Heckklappe, Türverriegelung, Benzinpumpe sowie Magnetventile und DC-DC-Wandler. Neben Transfers von Infineon-eigenen 200-Millimeter-Fertigungstechnologien auf die 300-Millimeter-Fertigungstechnologie ist auch vorgesehen, einige Produkte von International Rectifier auf Infineon-Standorte zu verlagern, bevorzugt auf den 300-Millimeter-Fertigungsstandort Dresden. Vor allem Niedervolt-MOSFET- und IGBT-Leistungstransistoren kommen hierfür in Betracht. Insbesondere im Zusammenhang mit der geplanten Ausphasung des Standorts Newport (Wales, UK) (siehe vorangehender Abschnitt) werden bis Ende des Kalenderjahres 2017 Fertigungskapazitäten nach Dresden verlagert sowie auch an Fertigungspartner ausgelagert. Infineon und UMC schließen Fertigungsvertrag für Automobilanwendungen Infineon und das taiwanische Unternehmen United Microelectronics Corporation (UMC), einer der weltweit führenden Halbleiter-Auftragsfertiger, haben im Dezember 2014 ihre bestehende Forschungs- und Fertigungspartnerschaft um Leistungshalbleiter für Automobilanwendungen erweitert. Im Rahmen des neuen Vertrags transferiert Infineon die für den Automobilbereich qualifizierte Technologie Smart Power Technology (SPT9) zu UMC. Produktionsstart in der 300-Millimeter-Fabrik von UMC in Taiwan ist für 2018 geplant. UMC ist dank seiner herausragenden Fertigungskompetenz in der Lage, die industrieweit höchsten Qualitätsstandards der Automobilindustrie zu erfüllen. Automobilanwendungen erfordern immer mehr Funktionalität und Sicherheit sowie kompakte und kostenoptimierte Lösungen. Um dies zu ermöglichen, benötigen Leistungshalbleiter immer mehr digitale Logik. Im Geschäftsjahr 2009 stellte Infineon als weltweit erster Halbleiterhersteller mit SPT9 einen für den Automobilbereich qualifizierten 130-Nanometer-Fertigungsprozess vor, der komplexe digitale Logikschaltkreise, Mikrocontroller, Sensorschnittstellen sowie Leistungselektronik vereint. Damit ist es möglich, Funktionen in einem Chip zu integrieren, die bis dahin in mehreren Chips und in verschiedenen Fertigungstechnologien gefertigt wurden. Dadurch verringert sich die Zahl der Bauelemente und es sinkt die Fehleranfälligkeit im Fahrzeug. Zudem kann mit SPT9 die Chipgröße erheblich verringert werden, was neben einer gesteigerten Funktionalität auch enorme Produktivitätsfortschritte ermöglicht. Die vielfältigen SPT9-Anwendungen im Fahrzeug reichen von der Steuerung kleiner Elektromotoren, wie beispielsweise für Fensterheber, Scheibenwischer, Schiebedach, elektrische Sitzeinstellung, Lüftung sowie Öl- und Wasserpumpen, bis zu Airbags. Strategischer Fertigungsansatz trägt Früchte: Das Segment Chip Card & Security profitiert von höherem Anteil in Auftragsfertigung Der im Verlauf des abgelaufenen Geschäftsjahres kontinuierlich erhöhte Anteil der ausgelagerten Fertigung macht sich auch in der Profitabilität bemerkbar. Die Segmentergebnis-Marge von 18 Prozent des Segments Chip Card & Security ist unter anderem auch eine Folge der geringeren Investitionen in die Eigenfertigung sowie gewisser entfallener Kosten für die Entwicklung entsprechender Prozesstechnologien. Damit erweist sich ein Element unserer Fertigungsstrategie - die Vergabe der Fertigung von Produkten in nicht differenzierenden Technologien an Fertigungspartner - als richtig. Diese Strategie wird auch in der Backend-Fertigung fortgesetzt; unter anderem für Standardgehäuse bei Hochvolt-MOSFET-Leistungstransistoren. Anzahl der Lieferanten durch Akquisition von International Rectifier gestiegen; Auftragsfertiger gewannen durch Akquisition und Umsetzung der Fertigungsstrategie deutlich an Bedeutung Im Vergleich zu allen Lieferanten ist der Umsatz mit Auftragsfertigern überproportional gestiegen. Zum einen deshalb, weil International Rectifier verglichen mit Infineon traditionell einen höheren Fertigungsanteil bei Auftragsfertigern hat. Zum anderen ist es eine Folge unserer oben beschriebenen Fertigungsstrategie. Insgesamt gaben wir gut die Hälfte unseres Umsatzes für externe Produkte und Dienstleistungen unserer Lieferanten aus. Fertigungsstandorte Leominster ― HiRel-Leistungskomponenten und HiRel-Module San Jose ― HiRel-Hybrid-Module ― HiRel-Platinen Morgan Hill ― Kompetenzzentrum für Hochfrequenz-Leistungstransistoren Temecula ― Leistungshalbleiter (MOSFETs, IGBTs, Dioden) Tijuana ― Gehäusemontage Mesa ― Epitaxie für Silizium-Wafer Newport ― Leistungshalbleiter (MOSFETs, IGBTs) ― ICs ― Epitaxie für Galliumnitrid-Wafer Warstein ― Hochleistungs-IGBT-Module Dresden ― Vollautomatisierte 200-mm- und 300-mm-Fertigung für Automobil-, Industrie- und Sicherheitsanwendungen Regensburg ― Analog- und Mixed-Signal-Komponenten ― Leistungshalbleiter ― Kompetenzzentrum für Sensoren und Metallisierung Regensburg ― Chipkartenmodule ― Leistungshalbleiter ― Diskrete Halbleiter ― Sensoren ― Wafer-Level-Packaging ― Kompetenzzentrum für Gehäuseentwicklung Villach ― Leistungshalbleiter ― Kompetenzzentrum für 300-mm-Dünnwafer-Technologie ― MEMS-Komponenten ― Siliziumkarbid- und Galliumnitrid-Technologie (Epitaxie, Fertigung) Cegléd ― IGBT-Module mittlerer und hoher Leistung Peking ― IGBT-Stack-Montage Cheonan ― IPMs (intelligente IGBT-Module kleiner Leistung) Wuxi ― Chipkartenmodule ― Diskrete Halbleiter Kulim ― Leistungshalbleiter Malakka ― Leistungshalbleiter ― Diskrete Halbleiter ― Sensoren ― ICs ― Gehäuseentwicklung Singapur ― Kompetenzzentrum für Chip- und Wafertest ― Dünnschleifen von Wafern Batam ― Diskrete Leistungshalbleiter Unternehmensinternes Steuerungssystem Das unternehmensinterne Steuerungssystem von Infineon ist darauf ausgelegt, die Umsetzung der Konzernstrategie zu unterstützen, die bei "Konzernstrategie" im Kapitel "Finanzen und Strategie" dargestellt ist. Dementsprechend werden Steuerungskennzahlen verwendet, die profitables Wachstum und effizienten Kapitaleinsatz messbar machen. Infineon hat sich vorgenommen: ― beim Umsatz mit durchschnittlich jährlich 8 Prozent zu wachsen, ― dabei über den Zyklus eine Segmentergebnis-Marge von 15 Prozent zu erzielen und ― über den Zyklus die Investitionen relativ zum Umsatz auf 13 Prozent zu begrenzen. Die Erreichung dieser finanziellen Ziele führt in Summe durch die dauerhafte Erzielung einer Prämie auf die Kapitalkosten zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Dabei bedingen Wachstum, Profitabilität und Investitionen einander: Profitabilität ist die Voraussetzung dafür, das Geschäft aus eigenen Mitteln finanzieren, also Wachstumspotenziale erschließen zu können. Wachstum wiederum erfordert einerseits kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Fertigungskapazitäten. Durch entsprechendes Wachstum wird Infineon in die Lage versetzt, führende Marktpositionen zu erreichen und Größenvorteile zu realisieren, um so die Profitabilität zu erhöhen. Entscheidend hierfür ist die effiziente Nutzung finanzieller Ressourcen. Infineon nutzt ein umfassendes Controllingsystem zur Steuerung des Geschäfts entlang der strategischen Ziele. Dies umfasst sowohl finanzielle als auch operative Kennzahlen. Die zur Steuerung herangezogenen Informationen stammen aus der jährlichen Langfristplanung, dem quartalsweisen Forecasting, dem wöchentlichen Auftragseingang sowie monatlich aus Ist-Daten. Dies erlaubt es dem Management, Entscheidungen zu treffen, die auf einer fundierten Informationsbasis bezüglich der aktuellen Situation und der erwarteten wirtschaftlichen und operativen Entwicklung beruhen. Für den langfristigen Erfolg von Infineon sind nachhaltiges Wirtschaften sowie die Einbeziehung von zukunftsgerichteten qualitativen Faktoren wichtig. Als ein Unternehmen, das sich auch seiner sozialen Verantwortung bewusst ist, berücksichtigt Infineon auch nichtfinanzielle Faktoren, hauptsächlich aus den Bereichen Nachhaltigkeit (siehe Kapitel "Nachhaltigkeit bei Infineon") und Mitarbeiter (siehe Kapitel "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter"). Diese Faktoren werden nicht zur Unternehmenssteuerung genutzt, sie tragen aber zur Erreichung der finanziellen Ziele von Infineon bei. Im Rahmen der Unternehmenssteuerung legt die Unternehmensleitung zudem größten Wert darauf, dass das Handeln von Infineon streng an den rechtlichen Rahmenbedingungen ausgerichtet ist und die internen Corporate Governance-Standards eingehalten werden (siehe Kapitel "Corporate Governance"). Steuerungskennzahlen Hauptsteuerungskennzahlen Um den Erfolg der Umsetzung seiner Strategie zu bewerten, nutzt Infineon die folgenden drei übergreifenden Unternehmenskennzahlen: ― das Segmentergebnis beziehungsweise die Segmentergebnis-Marge zur Bewertung der operativen Profitabilität der Geschäfte und des Portfolios, ― den Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten zur Bewertung der Höhe des Mittelzuflusses beziehungsweise -abflusses ohne Finanzierungstätigkeit und ― die Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise den Return on Capital Employed (RoCE) zur Bewertung der Kapitaleffizienz. Das Segmentergebnis ist die wichtigste Kennzahl des Konzerns, um den operativen Erfolg zu messen. In Prozent vom Umsatz (Segmentergebnis-Marge) ausgedrückt wird die Profitabilität des Umsatzes dargestellt und gezeigt, wie erfolgreich das operative Geschäft gesteuert wird. Die Steuerung der Aktivitäten der Segmente erfolgt auf Basis des Segmentergebnisses. Die Optimierung des Segmentergebnisses im Rahmen der vom Vorstand verabschiedeten Konzernstrategie liegt dabei in der Verantwortung des Managements der jeweiligen Segmente, erfolgt jedoch in enger Abstimmung mit dem Vorstand. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten dokumentiert, wie sich operative Rentabilität in Zuflüssen von liquiden Mitteln niederschlägt. Gleichzeitig liefert diese Kennzahl auch eine Aussage über die Effizienz des Einsatzes von Betriebskapital und Sachanlagen. Überdies vergleicht Infineon die tatsächlich erzielte und die geplante Kapitalverzinsung (RoCE) mit den Kapitalkosten, um sicherzustellen, dass ein Mehrwert geschaffen wird. Die drei dargestellten Finanzkennzahlen sind auch die Eckpfeiler des Systems zur variablen Vergütung. Der überwiegende Anteil der variablen Gehaltsbestandteile von Mitarbeitern und Führungskräften ist direkt an diese Kennzahlen gekoppelt. Da Umsatzwachstum mit allen drei Kennzahlen korreliert und stark von externen Marktbedingungen und konjunkturellen Gegebenheiten abhängt, wird es nicht als eigene Hauptsteuerungskennzahl verwendet. Segmentergebnis Das Segmentergebnis ist definiert als Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von: Saldo aus Wertminderungen und Wertaufholungen von Vermögenswerten; Ergebniseffekten aus Umstrukturierungsmaßnahmen und Schließungen; Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen; akquisitionsbedingten Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen; Gewinnen (Verlusten) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften sowie sonstigen Erträgen (Aufwendungen), einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren (zur betragsmäßigen Ermittlung siehe im Konzernanhang unter Nr. 32). Gerichts- und Rechtsanwaltskosten im Zusammenhang mit der aktiven Lizenzierung von Infineon-Patenten werden im Segmentergebnis erfasst, genauso wie die zugehörigen Erträge. Das Segmentergebnis ist die Kennzahl, mit der Infineon die operative Ertragskraft seiner Segmente bewertet (zur Entwicklung des Segmentergebnisses von Infineon und der einzelnen Segmente im Geschäftsjahr 2015 siehe Kapitel "Die Segmente" sowie "Erfolgreiches Geschäftsjahr 2015" im Kapitel "Finanzen und Strategie"). Free-Cash-Flow Infineon verwendet die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss/-zufluss aus Investitionstätigkeit, jeweils aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow misst die Fähigkeit, operativen Erfolg in Mittelzuflüsse umzuwandeln, um so den laufenden Betrieb und die notwendigen Investitionen aus dem eigenen Geschäft heraus zu finanzieren. Es ist das Ziel von Infineon, einen nachhaltig positiven Free-Cash-Flow zu generieren (zur Erläuterung der Entwicklung des Free-Cash-Flows im Geschäftsjahr 2015 siehe Kapitel "Darstellung der Finanzlage"). Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Free-Cash-Flow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen. Infineon steuert sein operatives Nettoumlaufvermögen, indem fortlaufend auf die Optimierung der Vorräte sowie der Forderungen und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen geachtet wird. Das effektive Management der Investitionen nimmt eine zentrale Rolle im Hinblick auf den Free-Cash-Flow ein. Hierzu passt unser Ziel, die Höhe der Investitionen systematisch zu steuern und auf 13 Prozent vom Umsatz zu begrenzen. Der Free-Cash-Flow wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene betrachtet. Return on Capital Employed (RoCE) Die Kennzahl RoCE bewertet die Kapitalrentabilität und ist definiert als Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern, dividiert durch das eingesetzte Kapital. Langfristige Vermögenswerte und Nettoumlaufvermögen bilden das eingesetzte Kapital. Die Kennzahl RoCE zeigt den Zusammenhang zwischen der Profitabilität und dem für den Geschäftsbetrieb notwendigen Kapital auf. RoCE = Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern / Eingesetztes Kapital Die Kennzahl verdeutlicht, wie effizient ein Unternehmen seine Ressourcennutzung steuert. Der RoCE wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene berichtet. Die Gegenüberstellung des RoCE mit den gewichteten Kapitalkosten eines Unternehmens gibt Auskunft darüber, wie viel Wert nach Erfüllung der Renditeerwartungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber geschaffen wurde. Somit dient der RoCE als Instrument der wertorientierten Unternehmenssteuerung. Neben der Profitabilität wird der RoCE von der Kapitalintensität in Bezug auf die langfristigen Vermögenswerte sowie auf das Nettoumlaufvermögen beeinflusst. Die Kapitalintensität beschreibt, in welchem Umfang Vermögenswerte eingesetzt werden müssen, um einen bestimmten Umsatz zu realisieren. Zur rechnerischen Ableitung und Entwicklung des RoCE im Geschäftsjahr 2015 siehe Kapitel "Darstellung der Vermögenslage". Ergänzende Steuerungskennzahlen Die Hauptsteuerungskennzahlen werden durch weitere Steuerungskennzahlen ergänzt, welche Auskunft über das Wachstumspotenzial, die Kosteneffizienz der verschiedenen Funktionsbereiche sowie die Liquidität geben. Wachstums- und Rentabilitätskennzahlen Das Umsatzwachstum wird laufend dem Wachstum der jeweiligen Zielmärkte gegenübergestellt. Dies knüpft unmittelbar an dem strategischen Ziel an, kontinuierlich vom Wachstum unserer Zielmärkte zu profitieren. Als Indikator für eine zukünftige Umsatzentwicklung werden auch die sogenannten Design-Wins herangezogen, deren Zielwert laufend gegen die tatsächliche Entwicklung abgeglichen wird. Um die operative Rentabilität im Detail zu analysieren, werden die dem Segmentergebnis vorgelagerten Ergebnis- und Kostenblöcke betrachtet. Dabei handelt es sich um das Bruttoergebnis vom Umsatz, die F&E-Kosten, die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten sowie deren Relation zu den Umsatzerlösen. Diese Kennzahlen werden sowohl zur Unternehmens- als auch zur Segmentsteuerung herangezogen. Zur Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage". Liquiditätskennzahlen Eine rollierende Liquiditätsplanung dient der Sicherstellung einer ausreichenden Ausstattung mit liquiden Mitteln und der Optimierung der Kapitalstruktur. Die Liquidität wird nicht auf Segmentebene, sondern nur auf Unternehmensebene gesteuert, wofür die folgenden Kennzahlen zur Anwendung kommen: ― Brutto-Cash-Position: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zuzüglich Finanzinvestments. ― Netto-Cash-Position: Brutto-Cash-Position abzüglich kurz- und langfristiger Finanzverbindlichkeiten. ― Nettoumlaufvermögen: Kurzfristige Vermögenswerte abzüglich Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, abzüglich Finanzinvestments, abzüglich zur Veräußerung stehender Vermögenswerte, abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten ohne kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten sowie ohne zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten. ― Investitionen: Summe aus Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, einschließlich aktivierter Forschungs- und Entwicklungskosten. Zur Entwicklung der Kennzahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel "Darstellung der Finanzlage". Des Weiteren werden zur Vermeidung von Kapazitätsleerstand beziehungsweise Kapazitätsengpässen regelmäßig die operativen Kenngrößen Kapazitätsauslastung und prognostizierter Kapazitätsbedarf analysiert. Das Ergebnis dieser Analyse fließt in die Bestimmung des Investitionsbedarfs ein. Operative Frühindikatoren Um das Bild bezüglich der aktuellen Unternehmenssituation und der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung abzurunden, verwendet Infineon folgende operative Frühindikatoren: ― Auftragseingang: Wertmäßige Summe aller Aufträge, die das Unternehmen in der entsprechenden Rechnungslegungsperiode von seinen Kunden erhalten hat. ― Auftragseingang zum Umsatz: Verhältnis zwischen Auftragseingang und Umsatzerlösen derselben Rechnungslegungsperiode (auch Book-to-Bill-Ratio genannt). Das Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz ist ein Indiz für die zukünftige Nachfrageentwicklung. Wenn der Auftragseingang größer ist als der in einer Periode erzielte Umsatz, wird das als Indikator für zukünftiges Umsatzwachstum gewertet. Zur Entwicklung des Auftragseingangs und des Verhältnisses von Auftragseingang zum Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage". Ist- und Zielwerte der Steuerungskennzahlen Im "Prognosebericht" im Kapitel "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen" findet sich eine tabellarische Gegenüberstellung der im Geschäftsjahr 2015 erzielten Werte für die Steuerungskennzahlen mit den Erwartungen für das Geschäftsjahr 2015 und das Geschäftsjahr 2016. Nachhaltigkeit bei Infineon1 Die Angaben und Kennzahlen zu unseren Nachhaltigkeitsaktivitäten in diesem Kapitel wurden von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, zusätzlich zur gesetzlichen Einklangsprüfung des zusammengefassten Lageberichts, unter Anwendung der für die Nachhaltigkeitsberichterstattung einschlägigen Prüfungsstandards "International Standard on Assurance Engagements 3000" und "International Standard on Assurance Engagements 3410" einer unabhängigen Prüfung mit begrenzter Sicherheit ("limited assurance") unterzogen. Weitere Informationen zur Prüfung sowie die Bescheinigung finden Sie auf unserer Internet-Seite im Abschnitt "Corporate Social Responsibility". Unter Corporate Social Responsibility (CSR) verstehen wir unsere freiwillige Verantwortung gegenüber der internationalen und lokalen Gesellschaft. Die Basis für unser Engagement sind die Einhaltung der geltenden gesetzlichen Regelungen, die zehn Prinzipien des UN Global Compact sowie das Prinzip der Nachhaltigkeit - die Verbindung von Ökonomie, Ökologie und sozialem Engagement. Auf dieser Grundlage haben wir sechs Handlungsschwerpunkte identifiziert: Unternehmensethik, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, ökologische Nachhaltigkeit, CSR-Management in der Lieferkette, gesellschaftliches und soziales Engagement sowie Human Resources Management und Menschenrechte. 1 Bei den Inhalten dieses Kapitels, in denen die Daten von International Rectifier enthalten sind, ist dies in den jeweiligen Abschnitten explizit ausgewiesen. Im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung unseres CSR-Ansatzes ist uns neben der Wesentlichkeitsanalyse (siehe Kapitel "Über diesen Bericht") der dauerhafte Dialog mit unseren Stakeholdern wichtig, um deren Erwartungen zu verstehen. Unter Berücksichtigung der Dimensionen des "Stakeholder Engagement Manuals" der Organisation "AccountAbility" identifizierten wir die wichtigsten Stakeholder für Infineon (siehe Kapitel "Über diesen Bericht"). Bei der Wesentlichkeitsanalyse bewerten wir die Erwartungen und Anforderungen unserer internen und externen Stakeholder im Bereich Nachhaltigkeit in verschiedenen Themenfeldern entsprechend den Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der Global Reporting Initiative GRI 4. Hierbei sind die Ergebnisse unseres kontinuierlichen Dialogs mit unseren Stakeholdern bei der Ausgestaltung der Analyse eingeflossen. Die verschiedenen Bereiche und Abteilungen von Infineon nutzen unterschiedliche Kommunikationskanäle und engagieren sich kontinuierlich in Konferenzen, Foren, Verbänden und Umfragen, um eine zielgerichtete Kommunikation mit den entsprechenden Stakeholdergruppen sicherzustellen (siehe "Hochschulkooperationen" im Kapitel "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter"). Infineon qualifizierte sich 2015 erneut für die Aufnahme in wichtige Nachhaltigkeitsindizes. Diese bewerten Unternehmen anhand von ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien. Infineon ist im "Dow Jones Sustainability™ Europe Index" gelistet und wurde im Geschäftsjahr 2015 zum ersten Mal als einziges europäisches Halbleiterunternehmen im Dow Jones Sustainability™ World Index aufgenommen. Auch in anderen wichtigen Indizes wie "STOXX® Global ESG Leaders Indices" oder "FTSE4Good Index" ist Infineon vertreten. Infineon hat sich im Geschäftsjahr 2015 zum fünften Mal in Folge für die Aufnahme in das Sustainability Yearbook qualifiziert. Außerdem hat "Oekom Research" Infineon als "Prime" eingestuft. Seit 2014 veröffentlicht Infineon über CDP ("Carbon Disclosure Project") Informationen zu Chancen und Risiken für das Unternehmen durch den Klimawandel. Infineon hat für die diesjährige CDP Klimawandel-Berichterstattung einen Platz unter den besten Unternehmen des Sektors "Information Technology" und den Status "Sector Leader" in der DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) erreicht. Unternehmensethik Die Infineon Business Conduct Guidelines sind eine wesentliche Grundlage für unser tägliches Handeln. Sie gelten für alle Mitarbeiter weltweit - im Umgang miteinander und im Umgang mit unseren Kunden, Aktionären, Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit. Im Geschäftsjahr 2015 haben wir damit begonnen, die Business Conduct Guidelines als Verhaltenskodex für unser Unternehmen zu überarbeiten. Unser Ziel ist es, sowohl den Inhalt als auch das Layout zu aktualisieren und sie für die Adressaten möglichst verständlich zu gestalten. In Vorbereitung darauf haben wir mit einer Universität und unter Involvierung von weltweit 1.800 Mitarbeitern eine Studie über eine bestmögliche Gestaltung von Verhaltenskodizes durchgeführt. Wir planen, die neuen Business Conduct Guidelines im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2016 zu veröffentlichen (siehe Kapitel "Corporate Governance"). Unternehmensethik Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2015 Ziele erreicht ― Neben der begonnenen Aktualisierung der Business Conduct Guidelines haben wir im Geschäftsjahr eine weltweit gültige Richtlinie für Geschenke und Einladungen erstellt und im Unternehmen in Kraft gesetzt. ― Die Anzahl von Teilnehmern an obligatorischen Compliance-Schulungen lag mit rund 16.700 weiter auf einem hohen Niveau. Erwartungsgemäß lagen wir damit aber unter dem Wert des Vorjahres, weil wir uns im Geschäftsjahr 2015 vor allem auf den Roll-out der webbasierten Trainings zur Korruptionsprävention und zum Kartellrecht konzentriert haben. Davor lag der Fokus auf den Business Conduct Guidelines-Schulungen. Die Teilnahme an diesen Schulungen war für sämtliche Mitarbeiter verpflichtend. Ziele Geschäftsjahr 2016 ― Weltweite Implementierung der überarbeiteten Business Conduct Guidelines und eines zugehörigen Trainings, das sich an alle Mitarbeiter richtet. ― Abschluss der Integration der ehemaligen International Rectifier-Standorte in das bestehende Compliance-Managementsystem: Die Compliance-Trainings und die Compliance-Prozesse von Infineon werden sukzessive auf die Mitarbeiter von International Rectifier angewendet. Die aktualisierten Business Conduct Guidelines werden nach Veröffentlichung auch unmittelbar für die Mitarbeiter von International Rectifier gültig. Die Infineon Technologies AG sowie ausgewählte große Tochtergesellschaften haben sich die Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit ihres Compliance-Managementsystems von einer externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nach dem Standard IDW PS 980 bestätigen lassen. Nachdem diese Prüfung mit Fokus auf Korruptionsvermeidung und Kartellrecht im Geschäftsjahr 2014 abgeschlossen worden ist, wurde der Standard im Laufe des Geschäftsjahres 2015 auch auf alle anderen Konzerngesellschaften übertragen. Mit Ausnahme der Gesellschaften von International Rectifier wurde dies zum Ende des Geschäftsjahres 2015 abgeschlossen. Die Einhaltung wird durch regelmäßige interne Audits des Compliance-Managementsystems in den Gesellschaften überwacht. Als UN Global Compact-Teilnehmer hat sich Infineon den dort festgelegten Prinzipien verpflichtet und berichtet nachfolgend beispielhaft, im Rahmen der Fortschrittsmitteilung, über die implementierten Maßnahmen: scroll UN Global Compact Umgesetzte Maßnahmen Menschenrechte Prinzip 1: Unterstützung der Menschenrechte > Schulung sämtlicher Mitarbeiter zu den Business Conduct Guidelines, die unsere Selbstverpflichtung beinhalten, die international gültigen Menschenrechte zu respektieren. Die Schulungen werden unterstützt durch Video-Sequenzen mit Fallbeispielen, die für alle Mitarbeiter verständlich und anschaulich sind. Die Schulung wird in regelmäßigen Abständen wiederholt. Jeder neue Mitarbeiter wird automatisch in die Schulung eingeschrieben. Prinzip 2: Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen > Festgeschriebene Regelungen in der CSR-Politik sowie den Einkaufsgrundsätzen (Principles of Purchasing), deren Einhaltung wir von unseren Lieferanten und Dienstleistern fordern. Infineon bezieht Komponenten und Materialien von Unternehmen, die die Menschenrechte einhalten. Arbeitsnormen Prinzip 3: Wahrung der Vereinigungsfreiheit > In unseren Business Conduct Guidelines werden Diskriminierung und jede Form von Zwangsarbeit untersagt. Prinzip 4: Abschaffung aller Formen von Zwangsarbeit > Zusätzlich zu den üblichen innerbetrieblichen Möglichkeiten, Verstöße an das Management, an die Personalabteilung und Compliance zu melden, können sich Mitarbeiter und Geschäftspartner auch an eine anonyme Whistleblower-Hotline und einen externen Ombudsmann wenden. Zugang und Informationen sind auf der Homepage von Infineon zu finden. Im Geschäftsjahr 2015 haben wir einen Anstieg der eingegangenen Hinweise auf mögliche Regelverstöße verzeichnet, der sich im Wesentlichen mit der erhöhten Mitarbeiterzahl durch die abgeschlossene Akquisition von International Rectifier erklären lässt (siehe Grafik 37). Prinzip 5: Abschaffung der Kinderarbeit > 74,5 Prozent unserer Mitarbeiter (inklusive der Mitarbeiter von International Rectifier) arbeiten an Standorten, an denen es Kollektivvereinbarungen gibt und an denen unabhängige Arbeitnehmervertretungen existieren. Prinzip 6: Vermeidung von Diskriminierung > Mehr als 90 Prozent unserer Mitarbeiter arbeiten an Produktionsstandorten, an denen es Gremien gibt, in denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und/oder Arbeitnehmervertretungen auch Themen im Umweltschutz, in der Arbeitssicherheit und im Gesundheitsschutz besprechen und Beratung in diesem Bereich anbieten. > Arbeit von Personen unter 15 Jahren ist bei Infineon nicht erlaubt. Ausnahmen gelten für Länder, die unter die International Labour Organization (ILO) Konvention 138 fallen (Mindestalter herabgesetzt auf 14 Jahre), oder für Job-Trainings oder Ausbildungsprogramme, die von der jeweiligen Regierung autorisiert sind und die Beteiligten nachweislich fördern. Umweltschutz Prinzip 7: Vorsorgender Umweltschutz > Unser IMPRES (Infineon Integrated Management Program for Environment, Energy, Safety and Health) ist weltweit gemäß ISO 14001 und OHSAS 18001 zertifiziert. IMPRES beinhaltet unser Bekenntnis zu einem effizienten Ressourcenmanagement, dem Schutz der Umwelt und zu ökologischer Innovation. Prinzip 8: Initiativen für größeres Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt > Effektives Energiemanagement ist für die Steigerung der Energieeffizienz und die Verringerung von Treibhausgasemissionen wichtig. Alle EU-Frontend-Standorte und unser Unternehmenssitz Campeon sind zusätzlich nach ISO 50001 zertifiziert. Prinzip 9: Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien > Wir achten auf den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und adressieren wichtige gesellschaftliche Herausforderungen: Effiziente Energienutzung, Mobilität und Sicherheit in einer vernetzten Welt. Wir machen das Leben einfacher, sicherer und umweltfreundlicher - mit Technik, die mehr leistet, weniger verbraucht und für alle verfügbar ist. Mikroelektronik von Infineon ist der Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft. Antikorruption Prinzip 10: Maßnahmen gegen Korruption > Abschluss einer spezifischen webbasierten Schulung zu Antikorruption, in der weltweit über 7.000 ausgewählte Mitarbeiter teilgenommen haben. Die Schulung ist für ausgewählte Mitarbeiter und das Management verpflichtend. > Start einer Kampagne zur Bewusstseinssteigerung im Bereich Compliance mit Postern an allen asiatischen Standorten. > Durchführung eines sogenannten Integrity Pact Programms zur Korruptionsprävention mit lokalen Lieferanten in China. Hier wurde das zuvor in Malaysia zusammen mit der Organisation "Transparency International" erarbeitete Konzept angewandt. > Formalisierte Risikobewertung im Rahmen des Compliance-Managementsystems und Ableitung notwendiger Maßnahmen. Human Resources Management, Menschenrechte Es ist für uns selbstverständlich, die international gültigen Menschenrechte und Arbeitsstandards einzuhalten. Die Infineon Business Conduct Guidelines spiegeln diese Selbstverpflichtung wider und definieren unsere Standards und deren Implementierung in diesem Bereich für alle Mitarbeiter weltweit. Diese Standards entsprechen der Internationalen Menschenrechtscharta (International Bill of Human Rights) sowie den fundamentalen Grundprinzipien der ILO (Internationale Arbeitsorganisation). Unsere Mitarbeiter werden regelmäßig zu den Business Conduct Guidelines geschult. Zudem haben wir externe Hotlines eingerichtet, an die sich unsere Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden und Geschäftspartner auch anonym wenden können. Alle gemeldeten Fälle werden durch unsere Compliance-Experten untersucht (siehe "Unternehmensethik" in diesem Kapitel). Infineon hat auch für seine Lieferanten die Einhaltung aller gültigen Gesetze einschließlich der Menschenrechte sowie faire Geschäftspraktiken niedergeschrieben (siehe "Unsere Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette" in diesem Kapitel). In den Kapiteln "Corporate Governance" und "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter" sind weitere Erläuterungen enthalten. Unsere Verantwortung für die Mitarbeiter Die Schaffung einer sicheren Arbeitsumgebung ist eines unserer obersten Ziele. Unser Ansatz im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz basiert auf dem Grundsatz der Prävention. Unser Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem ist an allen großen Produktionsstandorten sowie der Unternehmenszentrale nach OHSAS 18001 zertifiziert. Die Gefährdungsbeurteilung soll sicherstellen, dass die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um Risiken am Arbeitsplatz, die zur Gefährdung unserer Mitarbeiter führen können, zu minimieren. Als wesentliches präventives Instrument in der Arbeitssicherheit und im Gesundheitsschutz wird die Gefährdungsbeurteilung ständig weiterentwickelt. Aus den Gefährdungsbeurteilungen werden Maßnahmen abgeleitet, die zur Verbesserung der Arbeitsumgebung bei Infineon umgesetzt und von Fachexperten begleitet werden. Ein Beispiel sind Maßnahmen zur Reduzierung des Geräuschniveaus, die bereits an verschiedenen Standorten umgesetzt wurden. Des Weiteren wurden Programme zur Verbesserung der Ergonomie implementiert. Dazu gehören neben der Rückenschule und der Optimierung von Bildschirmarbeitsplätzen auch Programme zum richtigen Heben und Tragen von Lasten. Wirksamkeitskontrollen zu den ergriffenen Maßnahmen sollen sicherstellen, dass diese auch die gewünschte Verbesserung erzielen. Für Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen unserer weltweiten Fachexperten in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie im Brandschutz wurden im Geschäftsjahr 2015 circa 56.972 Stunden investiert. Neben den Maßnahmen zur Verhütung von Unfällen führen wir im Bereich Brandschutz an allen großen Produktionsstandorten sowie der Unternehmenszentrale jährliche Sicherheitsschulungen und Evakuierungsübungen durch. Die Erfassung und Auswertung der arbeitsbezogenen Unfallzahlen im Rahmen unserer allgemeinen Datenerfassung erfolgt gemäß den Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) unter Angabe der standardisierten Verletzungsrate (Injury Rate: IR) und Ausfalltagequote (Lost Day Rate: LDR). Berücksichtigt werden dabei alle Arbeitsunfälle, die zu einer Ausfallzeit von mehr als einem Tag geführt haben. In den Kennzahlen dieses Abschnitts sind bereits die Daten von International Rectifier-Standorten enthalten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es bei Infineon keine tödlichen Arbeitsunfälle. Die Verletzungsrate von 0,46 im abgelaufenen Geschäftsjahr ist in der Grafik 38 dargestellt und ergibt sich etwa zur Hälfte aus Unfällen mit einer Ausfallzeit von kleiner beziehungsweise gleich fünf Tagen. Die Ausfalltagequote von 5,65 im abgelaufenen Geschäftsjahr ist der Grafik 39 zu entnehmen und ist auf eine geringe Anzahl von Unfällen mit langen Abwesenheitszeiten zurückzuführen. Arbeitssicherheit Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2015 ― Die Verletzungsrate (IR) lag im Geschäftsjahr 2015 bei einem Wert von 0,46. Diese ergibt sich etwa zur Hälfte aus Unfällen mit einer Ausfallzeit von <5 Tagen. Ziel Geschäftsjahr 2016 ― Unser Ziel ist es, im kommenden Geschäftsjahr eine Verletzungsrate von <0,4 zu erreichen. Ökologische Nachhaltigkeit Unser globales Managementsystem IMPRES integriert die Ziele und Prozesse in der ökologischen Nachhaltigkeit (inklusive Energiemanagement) sowie der Arbeitssicherheit und dem Gesundheitsschutz. IMPRES ist weltweit nach ISO 14001, OHSAS 18001 und - an den größten europäischen Fertigungsstandorten sowie unserer Unternehmenszentrale - zusätzlich nach dem Energiemanagementstandard ISO 50001 zertifiziert. Wir sind im Prozess, Standorte, die im Rahmen der Akquisition von International Rectifier Teil des Konzerns geworden sind, in unsere Matrixzertifizierung zu integrieren, und haben begonnen, das integrierte Managementsystem zu implementieren. In den Kennzahlen der Abschnitte "Wassermanagement", "Abfallmanagement" und "Effizientes Energiemanagement" sind die Daten von International Rectifier bereits enthalten. Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen in unseren Fertigungen Die Verknappung der vorhandenen Ressourcen ist eine der großen globalen Herausforderungen. Die Steigerung der Ressourceneffizienz birgt gleichermaßen ökologische und ökonomische Potenziale und ist zentraler Bestandteil unserer weltweiten Nachhaltigkeitsstrategie. Wassermanagement Effizientes Wassermanagement ist integraler Bestandteil unseres Umweltmanagements und soll eine nachhaltige Wassernutzung sicherstellen. Die schematische Darstellung der Infineon-Wasserbilanz für das Geschäftsjahr 2015 ist der Grafik 40 zu entnehmen. Im Berichtsjahr bezog Infineon 21.379.138 Kubikmeter (m³) Wasser. Dies stammt entweder aus eigenen Grundwasserbrunnen oder von lokalen Versorgern, die Trinkwasser beziehungsweise Brauchwasser, das keine Trinkwasserqualität besitzt, liefern. Die Herkunft unseres Wassers kann der Grafik 41 entnommen werden. Wassermanagement Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2015 Ziele erreicht: ― Infineon benötigte rund 21 Prozent weniger Wasser als der globale Durchschnitt des WSC, um einen Quadratzentimeter Wafer-Fläche zu prozessieren. ― Infineon veröffentlichte die Fortschrittsmitteilung zum "CEO Water Mandate" der Vereinten Nationen auf der Internet-Seite www.infineon.com/nachhaltigkeit_reporting. 9,77 Prozent des Produktionsreinstwassers werden recycelt oder in anderen Prozessen wiederverwendet. Erhalt des Zertifikats "Water Efficient Building" für ein weiteres Gebäude des Standorts Singapur. Ziele Geschäftsjahr 2016 ― Unser Ziel ist es, unabhängig von einer steigenden Produktkomplexität, mit unserem Wasserverbrauch den spezifischen Wasserverbrauchswert von 8,5 Litern pro Quadratzentimeter prozessierter Wafer-Fläche nicht zu überschreiten. ― Erstellung und Freigabe von Betriebskontinuitätsplänen (sogenannten Business Continuity Plänen) für die International Rectifier-Standorte Temecula (USA) und Tijuana (Mexiko). Betriebskontinuitätspläne dienen der Absicherung der Geschäftstätigkeit bei gravierenden unvorhergesehenen Ereignissen wie zum Beispiel Naturkatastrophen oder Bränden und der Minimierung von Folgeschäden für Infineon und seine Kunden. Wassermangel und Klimawandel sind Teil dieser Betrachtung. Grundsätzlich wird das bezogene Wasser, das den Reinheitsanforderungen nicht genügt, aufbereitet und dann in unseren Fertigungen zum Beispiel zur Kühlung von Anlagen oder zur Erzeugung von Produktionsreinstwasser verwendet. Ein Teil des Wassers kann nach erstmaligem Gebrauch wiederverwendet werden. Im Berichtszeitraum wurden 702.489 Kubikmeter (9,77 Prozent) des Produktionsreinstwassers sowie 1.106.540 Kubikmeter (10,98 Prozent) des Produktionsabwassers wiederverwendet. Nachdem das Wasser den Produktionsbereich verlassen hat, wird es abhängig vom Reinheitsgrad, den technischen Gegebenheiten sowie den behördlichen Vorgaben entweder direkt oder indirekt eingeleitet. Aus der Grafik 42 ist die prozentuale Aufteilung der Wassereinleitungen ersichtlich. Vom World Semiconductor Council (WSC) wurde der Wasserverbrauch in Liter pro Quadratzentimeter prozessierter Wafer-Fläche als Maß für die Effizienz der Wassernutzung definiert. Die weltweiten Infineon-Frontend-Standorte verbrauchten im Vergleich zum globalen Durchschnitt des WSC im Kalenderjahr 2014 rund 21 Prozent weniger Wasser, um einen Quadratzentimeter Wafer-Fläche zu prozessieren. Wassermangel beginnt nach der Definition des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) bei einer verfügbaren Gesamtmenge an erneuerbaren Wasserressourcen von weniger als 1.700 Kubikmetern pro Kopf der Bevölkerung und Jahr. Wir haben eine Risikoanalyse auf Länderebene mittels des sogenannten "Global Water Tools" 2015 des WBCSD durchgeführt. Danach befindet sich mit Singapur nur einer der Produktionsstandorte von Infineon in einem Wassermangelgebiet. An diesem Standort befinden sich maßgeblich Büro- und Testbereiche mit einem geringen Wasserbedarf, die im Geschäftsjahr 2015 lediglich 0,59 Prozent unserer Gesamtwassermenge benötigten. Dessen ungeachtet wurden Maßnahmen zur Sicherstellung der effizienten Wassernutzung ergriffen, welche zum Beispiel in der Installation von wassersparenden Sanitäranlagen bestanden. Deshalb wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr ein weiteres Gebäude des Standorts mit dem sogenannten "Water Efficient Building"-Zertifikat der örtlichen Wasserbehörde "PUB" ausgezeichnet. Die hohe Priorität einer nachhaltigen Wassernutzung wird durch die Teilnahme am "CEO Water Mandate" der Vereinten Nationen dokumentiert. Die Fortschrittsmitteilung von Infineon zu dieser Initiative des UN-Generalsekretärs findet sich auf unserer Internet-Seite Über unseren Umgang mit Wasser und die damit verbundenen Chancen und Risiken berichten wir im "Carbon Disclosure Project (CDP) Water Disclosure". Abfallmanagement Unser nachhaltiges Abfallmanagement beruht auf nach Abfallarten getrennten und sicheren Entsorgungswegen für die verschiedenen Abfallarten sowie Recyclingverfahren. Alle Produktionsstandorte beauftragen zertifizierte Entsorger. Den größten Einfluss auf die Abfallmengen und Entsorgungswege haben neben gesetzlichen Vorgaben vor allem Produktionsschwankungen und Baumaßnahmen. Im Geschäftsjahr 2015 fielen insgesamt Abfälle in Höhe von 32.940 Tonnen an, wobei 18.273 Tonnen als nicht gefährlich und 14.667 Tonnen als gefährlich eingestuft wurden. Der Anstieg des Gesamtabfallaufkommens gegenüber dem Vorjahr ist maßgeblich durch Produktionssteigerungen verursacht. Durch Recycling konnten im Geschäftsjahr 2015 67,30 Prozent des nicht gefährlichen und 63,27 Prozent des gefährlichen Abfalls wiederverwendet werden. In Grafik 45 wird die prozentuale Aufteilung der einzelnen Entsorgungsmethoden gezeigt. Vom WSC wurde das Gesamtaufkommen an Abfall in Gramm pro Quadratzentimeter prozessierter Wafer-Fläche als Effizienzmaß definiert. Die weltweiten Infineon-Frontend-Standorte generierten im Vergleich zum globalen Durchschnitt des WSC im Kalenderjahr 2014 rund 50 Prozent weniger Abfall, um einen Quadratzentimeter Wafer-Fläche zu prozessieren. Im Geschäftsjahr 2015 erfolgte am Standort Villach (Österreich) zur Optimierung der Abfalllogistik die Inbetriebnahme des neuen Abfallsammelzentrums mit einer Gesamtfläche von 1.600 Quadratmetern. Weiterhin plant der Standort Villach, beginnend mit dem neuen Geschäftsjahr das Lösemittel Dimethylformamid (DMF) nicht mehr selbst, sondern bei einem externen Dienstleister - mit zusätzlichen technischen Möglichkeiten - recyceln zu lassen. Dadurch wird einerseits die Qualität des wiedergewonnenen DMF verbessert, andererseits wird die Recyclingquote signifikant erhöht. Abfallmanagement Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2015 Ziel erreicht: ― Verglichen mit dem globalen Durchschnitt des WSC generierte Infineon rund 50 Prozent weniger Abfall, um einen Quadratzentimeter Wafer-Fläche zu prozessieren. Ungefähr 65,51 Prozent der von uns generierten Abfälle werden dem Recycling zugeführt. Ziel Geschäftsjahr 2016 ― Unser Ziel ist es, unabhängig von einer steigenden Produktkomplexität, mit unserem Abfallaufkommen den spezifischen Abfallwert von 27,5 Gramm pro Quadratzentimeter prozessierter Wafer-Fläche nicht zu überschreiten. Energieeffizienz und Klimaschutz Effizientes Energiemanagement Energie wird bei Infineon hauptsächlich in Form von elektrischem Strom in allen Fertigungsstufen der Halbleiterherstellung eingesetzt. Primärenergieträger - wie Öl und Gas - spielen eine untergeordnete Rolle. Den größten Energiebedarf innerhalb der Fertigungskette haben die Frontend-Fertigungen, da dort die Produktion besonders anspruchsvolle Umgebungsbedingungen benötigt, wie beispielsweise sehr stabile klimatische Bedingungen in den Reinräumen, für die ein zusätzliches Maß an Energie aufgewendet werden muss. Die Backend-Fertigungen weisen einen prozessbedingt geringeren Verbrauch auf als die Frontend-Standorte. Den anteilsmäßig geringsten Energiebedarf haben die Entwicklungs- und Bürostandorte. Im Geschäftsjahr 2015 lag der gesamte Energieverbrauch von Infineon weltweit bei etwa 1.467 Gigawattstunden (GWh). Außerdem wurden etwa 1,54 Gigawattstunden von Infineon an außenstehende Abnehmer abgegeben. Die nach den einzelnen Energieträgern aufgeschlüsselten Verbräuche sind aus der Grafik 47 und der nebenstehenden Tabelle ersichtlich. scroll GWh Direkte Energie (Scope 1) erneuerbar 0,50 Feuerholz 0,50 Direkte Energie (Scope 1) nicht erneuerbar 110,27 Erdgas 98,73 Flüssiggas 0,63 Benzin 0,06 Benzin (Autos) 3,65 Diesel 0,68 Diesel (Autos) 6,24 Heizöl 0,28 Indirekte Energie (Scope 2) nicht erneuerbar 1.354,13 Strom 1.253,07 Fernwärme 101,06 An wesentlichen Produktionsstandorten und entsprechend lokalen Anforderungen haben wir die Systematik des Energiemanagementstandards ISO 50001 implementiert und bewerten kontinuierlich Möglichkeiten zur Steigerung unserer Energieeffizienz. Die Verbesserung der Energieeffizienz ist gleichbedeutend mit der Verringerung des spezifischen Energieverbrauchs, das heißt der Senkung des Energieverbrauchs pro gefertigter Produktionseinheit. In der Halbleiterindustrie definiert der WSC den spezifischen Energieverbrauch als Elektrizitätsverbrauch pro prozessierter Wafer-Fläche in Quadratzentimetern. Auf Basis dieser Definition stellt der WSC jährlich einen internationalen Wert zur Verfügung, der als Vergleichsgröße dient. Demnach verbrauchte Infineon im Kalenderjahr 2014 an den Frontend-Fertigungsstandorten etwa 40 Prozent weniger Strom pro Quadratzentimeter prozessierter Wafer-Fläche als der weltweite Durchschnittswert der Halbleiterindustrie nach WSC. Im Geschäftsjahr 2015 lag der Energieverbrauch bezogen auf den Umsatz bei 0,25 Kilowattstunden pro einem Euro. Zum Vergleich werden in der Grafik 49 auch die Werte der letzten Jahre gezeigt. Energieeffizienz Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2015 Ziel erreicht: ― In diesem Geschäftsjahr haben ' wir Maßnahmen mit einem jährlichen Einsparungsvolumen von 14,31 Gigawattstunden (GWh) Strom und Fernwärme umgesetzt. Weiterhin haben wir unsere Backend-Fertigungen in die Betrachtungen zu den Energieeinsparungen integriert. Ziel Geschäftsjahr 2016 ― Unser Ziel ist die Umsetzung von Projekten und Maßnahmen an unseren weltweiten Fertigungen, die in Summe 35 Gigawattstunden (GWh) Energie bis Ende des Geschäftsjahres 2017 einsparen. 35 GWh Treibhausgasemissionen Infineon hat schon frühzeitig begonnen, Strategien zu entwickeln, die den Materialeinsatz auf das prozesstechnisch notwendige Maß reduzieren und die CO2 -Emissionen begrenzen. Bei der Klassifizierung der Emissionen in direkte und indirekte Emissionen orientieren wir uns am "Greenhouse Gas Protocol" in Scope 1, 2 und 3. Der neue Scope 2-Leitfaden schreibt vor, dass Unternehmen nun zwei Werte für ihre Scope 2-Emissionen berechnen und ausweisen müssen: das sogenannte "market-based accounting", auf Basis des anbieterspezifischen Emissionsfaktors, und das sogenannte "location-based accounting", auf Basis des regionalen oder nationalen Netzdurchschnitts. Die Berechnung der CO2 -Emissionen basiert auf der ISO 14000 Norm. Diese wird durch die sogenannte "Public Available Specification" (PAS 2050 Richtlinie) des "British Standards Institution" zur Bestimmung von produktspezifischen Ökobilanzen sowie die Prinzipien des Greenhouse Gas Protocol zur Erstellung von Ökobilanzen (Relevanz, Vollständigkeit, Konsistenz, Transparenz und Genauigkeit) konkretisiert. In der CO2 -Bilanz von Infineon werden gemäß dem PAS 2050 Standard die gesamte Produktion inklusive aller hierzu benötigten Medien (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe) sowie die interne und externe Logistik bis hin zum Kunden berücksichtigt. Folgende Emissionen und Immissionen sind in die Berechnung der CO2 -Belastung eingeflossen: In Summe ergibt sich für Infineon ein ökologischer Fußabdruck von umgerechnet rund 1,57 Millionen Tonnen CO2 -Äquivalenten im Geschäftsjahr 2015. Die nachfolgende Grafik 51 zeigt die Aufteilung der Emissionen nach ihrer Entstehung. Bei den Inputströmen handelt es sich um Emissionen, welche im Rahmen der Bereitstellung der Materialien angefallen sind. Bei den Outputströmen handelt es sich um die Emissionen, die direkt (im Rahmen der Produktion) sowie durch den internen und externen Transport entstanden sind. Scope 1-Emissionen In der Halbleiterindustrie werden in Ätzprozessen zur Strukturierung von Wafern sowie für die Reinigung von Fertigungsanlagen verschiedene klimawirksame Gase verwendet. Die dafür eingesetzten perfluorierten Kohlenstoffverbindungen, die sogenannten "Perfluorinated Compounds" (PFC), Schwefelhexafluorid (SF6) sowie Stickstofftrifluorid (NF3) sind nicht durch andere Stoffgruppen ersetzbar. Die Emission dieser Gase macht circa 92 Prozent der Scope 1-Emissionen aus. Wir minimieren den Einsatz dieser Gase zum einen durch die kontinuierliche Prozessoptimierung mittels effizienterer Produktionsverfahren und intelligenter Abluftreinigungskonzepte, zum anderen durch den Einsatz von alternativen Gasen aus der Gruppe der PFC mit höheren Umsatzraten und geringerem Treibhauspotenzial. Demgegenüber führt die zunehmende Komplexität unserer Produkte zu einem steigenden Bedarf an klimawirksamen Gasen. Wir haben uns entschieden, unsere PFC-Berichterstattung von absoluten Werten auf normalisierte Emissionsraten (NER; Normalized Emission Rate) umzustellen. Dazu werden die Emissionen von Infineon und International Rectifier auf die produzierte Wafer-Fläche normiert. Als Referenz haben wir die Zielstellung des World Semiconductor Council (WSC) gewählt. Auf Basis des WSC-Werts von 2010 für die normalisierte Emissionsrate will dieser bis zum Jahr 2020 seinen Wert um 30 Prozent auf einen NER von 2,2 senken. Es ist unser Ziel, diesen Maximalwert von 2,2 zu unterschreiten. Mit einem NER von 1,62 haben wir im Geschäftsjahr 2015 unser Ziel erreicht. Normalisierte Emissionsrate Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2015 ― Auf Basis einer verbesserten Datengrundlage haben wir unsere Berichterstattung und daraus resultierend das Ziel umgestellt. Wir orientieren uns zukünftig an dem WSC NER-Zielwert für 2020 von 2,2. Ziel Geschäftsjahr 2016 ― Es ist unser Ziel, dass der Infineon NER im Geschäftsjahr 2016 weiterhin unterhalb von 2,2 bleibt. Aufgrund der typischerweise steigenden Komplexität unserer Produkte ist ein steigender Einsatz von klimawirksamen Gasen erforderlich. Daher ist das Ziel eine Herausforderung und eine sinnvolle Bezugsgröße für die Wirksamkeit unserer Maßnahmen zur Emissionsminderung. Neben der PFC-Berichterstattung ermitteln wir an allen wesentlichen Produktionsstandorten von Infineon und von International Rectifier jährlich die Emissionen für weitere relevante Substanzen. Für das Geschäftsjahr 2015 wurden 144.887 Kilogramm Schwefeloxide (SOx), 293.425 Kilogramm Stickoxide (NOx), 331.160 Kilogramm flüchtige organische Verbindungen (VOC) sowie 122.812 Kilogramm Feinpartikel (PM) emittiert. Scope 2-Emissionen Unter Berücksichtigung der anbieterspezifischen Emissionsfaktoren der verwendeten Energieträger ergeben sich im Berichtsjahr Scope 2-Emissionen in Höhe von 533.921 Tonnen CO2 . Dieser Ansatz wurde gewählt, um die bislang realisierten Implementierungen einer möglichst regenerativen Energieversorgung, wie beispielsweise den Anschluss der Unternehmenszentrale an das Fernwärmenetz der Geothermie Unterhaching (Deutschland), abzubilden. Scope 3-Emissionen In den Scope 3 fallen die Emissionen für die Bereitstellung sowie Entsorgung sämtlicher Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie sonstigen Prozessmedien, der Warentransport, Reisetätigkeiten und die Aktivitäten der Energiebereitstellung (Übertragungsverluste). In Summe ergibt dies 800.673 Tonnen CO2 Scope 3-Emissionen. Mehrwert durch nachhaltige Produkte Unsere Produkte und Innovationen sind der Schlüssel für energieeffiziente Endprodukte und Anwendungen und leisten damit einen wesentlichen Beitrag, den "ökologischen Fußabdruck" zu verbessern. Die Produkte von Infineon finden in den unterschiedlichsten Bereichen Anwendung und tragen dazu bei, die ökologische Effizienz der Endprodukte und Applikationen während deren Nutzungsphase zu steigern. Unsere Hochleistungsprodukte ermöglichen den Betrieb großer Windkraftanlagen sowie Fotovoltaikparks und somit die Produktion regenerativer Energie. Auch in industriellen Applikationen, wie Antrieben und Motorsteuerungen, finden unsere Produkte Anwendung und ermöglichen unter anderem eine Reduzierung der Verlustleistung. Andere Produkte wiederum ermöglichen die Entwicklung neuer effizienterer Technologien wie beispielsweise LED-Lampen oder Induktionskochgeräte. Zusammen mit den Produkten im Bereich Treiber und Digitalregelung liefert Infineon energieeffiziente Systemlösungen für beispielsweise Server-, Daten- und Telekommunikationsanwendungen. Dies wird durch die zwei folgenden Beispiele illustriert. Die 600-Volt-Serie CoolMOS™ C7 Superjunction (SJ)-MOSFETs reduziert die Ausschaltverluste im Vergleich zu ähnlichen Technologien um 50 Prozent und hat dadurch extrem geringe Schaltverluste. Davon profitieren insbesondere leistungsfähige Applikationen in Schaltnetzteilen mit hohen Anforderungen an Effizienz und Betriebskosten wie zum Beispiel modernste Server in Datenzentren und Basisstationen für die Telekommunikation. Auch die OptiMOS™ 5 25-Volt- und 30-Volt-Produktfamilie zeigt eine verbesserte Leistung basierend auf konsequenter Reduktion der Schaltverluste um 50 Prozent im Vergleich zur vorherigen Technologie. Solche Systeme können mit höheren Schaltfrequenzen betrieben werden, wodurch Energieverbrauch und Systemgesamtkosten signifikant sinken. Beispielsweise bedeutet der Einsatz des neuen OptiMOS 25-Volt eine jährliche Einsparung von 1,3 Gigawattstunden (GWh) bei durchschnittlich 50.000 eingesetzten Rechnern einer Serverfarm. Die Infineon CO2-Bilanz Bei der Erstellung einer CO2 -Bilanz sind komplexe Prozesse und zahlreiche Einflussfaktoren zu berücksichtigen. Damit unterliegen ökobilanzielle Betrachtungen naturgemäß einer gewissen Unschärfe. Um diese weiter zu reduzieren, wurde der von Infineon gewählte Ansatz weiter verfeinert. Die Produkte von Infineon ermöglichen allein in den Bereichen Automobilelektronik, industrielle Antriebe, Server, Beleuchtung, Fotovoltaik und Windenergie sowie Induktionskochgeräte während deren Nutzungsphase CO2 -Einsparungen von etwa 36,5 Millionen Tonnen CO2 -Äquivalenten, was dem 2,5-Fachen des Vorjahreswerts entspricht. Diese Erhöhung ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Steigerungen konnten im LED-Bereich erzielt werden. Hier ist die verkaufte Stückzahl deutlich gestiegen. Die deutlichste Erhöhung ergibt sich allerdings bei der Steuerung industrieller Antriebe (Drives). Hier wurde die Abschätzung der durchschnittlichen Effizienzverbesserung dem marktüblichen Wert angepasst. Die weiteren Steigerungen der installierten Leistungen bei Fotovoltaik und Windkraft im Kalenderjahr 2014 verglichen mit 2013 sowie die Aufnahme der neuen Produktgruppe "Induktionskochgeräte" führten zu dieser Erhöhung. Infineon ermöglicht somit durch seine Produkte und Innovationen in Verbindung mit einer effizienten Fertigung einen ökologischen Nettonutzen von rund 35 Millionen Tonnen CO2 . Ökologischer Nettonutzen Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2015 Ziel erreicht: ― Die CO2 -Einsparung, die Produkte von Infineon im Endprodukt über deren Nutzungsphase ermöglichen, war rund 23-mal höher als die CO2 -Emissionen, die bei der Herstellung der Produkte anfallen. Wir haben die Methodik unserer CO2 -Bilanz weiter verfeinert und Induktionskochgeräte wurden bei den Produkteinsparungen zusätzlich aufgenommen. Ziel Geschäftsjahr 2016 ― Integration von International Rectifier-Daten in die CO2 -Bilanz. Erfüllung von gesetzlichen und kundenspezifischen Anforderungen Die Prozesse zur Herstellung von Halbleitern sind komplex und erfordern eine Vielzahl von Spezialchemikalien und Materialien. Zum Schutz von Mensch und Umwelt gehen wir bei Infineon verantwortungsvoll mit gefährlichen Substanzen um. Die Produkte von Infineon erfüllen alle Anforderungen aus der europäischen Chemikalienpolitik REACH (Verordnung (EG) 1907/2006). Zwei wesentliche europäische Richtlinien regeln die Verwendung bestimmter, vom europäischen Gesetzgeber als gefährlich definierte Stoffe in Endprodukten. Diese sind zum einen in der Richtlinie 2000/53/EG zu Altfahrzeugen (ELV-Richtlinie: End-of-Life Vehicles) und zum anderen in der Richtlinie 2011/65/EU zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (RoHS-Richtlinie: Restriction of the use of certain Hazardous Substances in electrical and electronic equipment) dokumentiert. Die Produkte von Infineon fallen nicht in den Geltungsbereich dieser Regelungen. Die Kunden von Infineon erwarten aber, dass die Produkte von Infineon die gesetzlichen Anforderungen in den Kunden-Anwendungen erfüllen. Produkte von Infineon entsprechen diesen Anforderungen und sind konform zu den Stoffbeschränkungen in den jeweiligen gesetzlichen Richtlinien, auch über Europa hinaus. Wir stellen unseren Kunden darüber hinaus Informationen über die chemische Zusammensetzung von Materialien, aus denen unsere Produkte aufgebaut sind, zur Verfügung. Infineon arbeitet weiterhin kontinuierlich daran, Alternativen für bestimmte Stoffe, wie zum Beispiel Blei, zu entwickeln und dann über das gesetzlich geforderte Maß hinaus als Ersatz zu verwenden. Unsere Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette Eine langfristige Partnerschaft zwischen Infineon und seinen Lieferanten ist ein Kernelement unserer Unternehmensphilosophie. Bei der Auswahl unserer zukünftigen Lieferanten sowie bei der Bewertung unserer Lieferanten sind für uns auch die Einhaltung unserer Umwelt-, Arbeitssicherheits- und CSR-Anforderungen wichtig. Unsere Einkaufsgrundsätze (Principles of Purchasing) basieren auf international anerkannten Richtlinien, wie den Prinzipien des UN Global Compact und den fundamentalen Grundprinzipien der ILO (Internationale Arbeitsorganisation), sowie unseren Business Conduct Guidelines. Die darin beschriebenen Anforderungen umfassen die in der Grafik 54 dargestellten Themenfelder. CSR in der Lieferkette Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2015 Ziel erreicht ― Wir haben die CSR-Bewertung der Lieferanten im neuen Lieferanten-Management-Tool hinterlegt und die Bewertung durchgeführt. Ziel Geschäftsjahr 2016 ― Harmonisierung der Methodik zur Lieferantenbewertung und -berichterstattung mit International Rectifier im Bereich CSR. Darüber hinaus verpflichten wir unsere Lieferanten vertraglich, unsere CSR-Anforderungen einzuhalten. Mit dem im Geschäftsjahr 2015 neu eingeführten Lieferanten-Management-Portal bieten wir unseren Lieferanten ein zentrales Portal für die Registrierung und Aktualisierung relevanter Angaben zu CSR. Dies ermöglicht schnelle Bewertungen durch die jeweiligen Spezialisten und, falls nötig, die Vereinbarung weiterer Schritte gemeinsam mit den Lieferanten (siehe Informationen zu den Lieferanten im Kapitel "Operations"). Nur Lieferanten, die sich zu unseren Grundsätzen verpflichtet haben, können mit uns in eine Geschäftsbeziehung treten. Produkte von Infineon ohne DRC-Konfliktmineralien Im Juli 2010 wurde der US-amerikanische Dodd-Frank Act (Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act) verabschiedet. Er beinhaltet Offenlegungs- und Berichtspflichten für US-börsennotierte Unternehmen bezüglich der Verwendung von sogenannten "Konfliktmineralien", die aus der Demokratischen Republik Kongo (DRC) oder ihren Nachbarstaaten stammen. Unter diesem Begriff versteht man die Rohstoffe Tantal, Zinn, Gold und Wolfram, wenn deren Gewinnung und Handel zur Finanzierung oder anderweitigen Unterstützung bewaffneter Gruppen in der DRC oder ihren Nachbarstaaten beitragen. Die Achtung der Menschenrechte ist für Infineon eine Selbstverständlichkeit. Die Vermeidung von Konfliktmineralien in der Lieferkette leistet einen Beitrag, um Menschenrechtsverletzungen zu verhindern. Wir haben eine konzernweite Vorgehensweise festgelegt mit dem Ziel, die erforderliche Transparenz innerhalb der eigenen Lieferkette zu gewährleisten. Infineon setzt die genannten Materialien zur Herstellung seiner Produkte ein, für deren Funktionalität sie unverzichtbar sind. Infineon ist nicht an den US-Börsen gelistet und somit nicht gesetzlich verpflichtet, einen sogenannten Konfliktmineralien-Bericht zu veröffentlichen. Dennoch stellen wir uns, als Mitglied der sogenannten "Conflict-Free Sourcing Initiative (CFSI)" unserer freiwilligen Verantwortung und Sorgfaltspflicht in der Lieferkette. Zugleich unterstützen wir unsere Kunden, die aufgrund der Bestimmungen der United States "Securities and Exchange Commission (SEC)" verpflichtet sind, Sorgfaltsprüfungen innerhalb ihrer Lieferketten durchzuführen, bei der Erfüllung ihrer Berichtspflichten. Da Infineon diese Metalle nicht direkt von den Minen oder Schmelzhütten bezieht, ermitteln wir deren Herkunft in enger Zusammenarbeit mit unseren direkten Lieferanten. Dazu haben wir einen einheitlichen, unternehmensweiten Prozess eingeführt, der auf der "OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains of Minerals from Conflict-Affected and High-Risk Areas" basiert. Im Geschäftsjahr 2015 hat Infineon 100 Prozent der potenziellen Lieferanten von Konfliktmineralien identifiziert und hinsichtlich deren Einsatzes ausgewertet. Auf Basis der vollständigen Rückmeldung unserer Lieferanten und gemäß den Vorgaben aus der OECD-Richtlinie sind alle Infineon-Produkte DRC-konfliktfrei. Darüber hinaus fordern wir unsere Lieferanten auf, zukünftig nur noch Rohstoffe von Schmelzen zu beziehen, welche die CFSI-Anforderungen oder eines äquivalenten Auditprogramms erfüllen. Unsere Zielsetzung sowie Anforderungen haben wir in der Infineon "Conflict Minerals Policy" und dem "Supplier Code for a Responsible Sourcing of Conflict Minerals" niedergelegt, die im Internet veröffentlicht sind. Konfliktmineralien Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2015 Ziel erreicht ― Aufbau eines Abfrage-, Erfassungs- und Lieferantenbewertungssystems entsprechend der OECD-Richtlinie zur Realisierung und Aufrechterhaltung einer DRC-konfliktfreien Lieferkette. Ziele Geschäftsjahr 2016 ― Aufrechterhaltung der DRC-konfliktfreien Lieferkette. ― Integration der Produkte von International Rectifier in die Infineon Konfliktmineralien-Deklaration. Gesellschaftliches und soziales Engagement: Corporate Citizenship Unter Corporate Citizenship verstehen wir das freiwillige gesellschaftliche und soziale Engagement für die Gemeinschaft. Infineon hat im Bereich Corporate Citizenship vier Handlungsschwerpunkte definiert: "Ökologische Nachhaltigkeit", "Lokale soziale Belange" sowie "Bildung für zukünftige Generationen" und Hilfe im Falle schwerer "Natur- und humanitärer Katastrophen". Eine weitere Möglichkeit des Engagements ist neben Geld- und Sachspenden auch das ehrenamtliche Engagement von Mitarbeitern. Die genannten Schwerpunkte und Handlungsoptionen sind in unseren Leitlinien für gesellschaftliches und soziales Engagement hinterlegt. Diese Leitlinien stellen sicher, dass unsere Corporate Citizenship Aktivitäten in transparenter Weise erfolgen und unseren ethischen Grundsätzen genügen. Außerdem haben wir an allen Standorten einen CItizenship-Vertreter, der Ansprechpartner für dieses Thema ist. Infineon hat im Geschäftsjahr 2015 324 Aktivitäten weltweit unterstützt. 30 Prozent der Spenden waren Investitionen für die lokalen Gesellschaften, mit denen wir interagieren, und 70 Prozent waren Zuwendungen für gemeinnützige Zwecke. Gesellschaftliches Engagement Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2015 Ziel erreicht ― Die Mitarbeiterbeteiligung in diesem Bereich ist gestiegen. Unsere Mitarbeiter haben €24.000 für die Erdbebenopfer in Nepal gespendet - zusätzlich zu der Summe, die Infineon gespendet hat. Weiterhin hat Infineon für Mitarbeiterspenden zur Unterstützung der Flüchtlinge ein Konto eingerichtet und gibt für jeden gespendeten Euro einen Euro dazu. Ziel Geschäftsjahr 2016 ― Integration der International Rectifier Citizenship Aktivitäten im Einklang mit unserer Leitlinie. Lokale Investitionen und Leistungen Es ist uns ein Anliegen, dass wir uns in den lokalen Gesellschaften engagieren und dort investieren. Mit der Eröffnung einer Strom-Tankstelle am Standort Villach (Österreich) hat Infineon zusammen mit der Firma Kelag erneut ein klares Zeichen für eine umwelt- und ressourcenschonende Mobilität gesetzt. Die E-Tankstellenanlage auf der Infineon-Parkfläche besteht aus einer Fotovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 3,8 Kilowatt Peak (kWp). Unter dem Dach befinden sich Ladeplätze für E-Scooter sowie E-Ladesäulen, an denen E-Autos aufgeladen werden können. Auf dem benachbarten Fahrradabstellplatz wurden Akku-Ladeboxen für E-Fahrräder errichtet. Durch dieses Projekt tragen wir dazu bei, die notwendige Mobilität so umwelt- und ressourcenschonend wie möglich zu realisieren - für unsere Mitarbeiter und die Einwohner von Villach. Infineon hat im Geschäftsjahr 2015 den Kindergarten am Campeon in Neubiberg (Deutschland) erweitert. Nun können durch den Erweiterungsbau insgesamt 220 Kinder aus 34 unterschiedlichen Ländern zwischen acht Monaten und sechs Jahren in verschiedenen Gruppen miteinander spielen. In den Erweiterungsbau der Kindertagesstätte wurden €4,6 Millionen investiert. Etwa ein Drittel der Summe hat der Freistaat Bayern übernommen. Gleichzeitig zu der Erweiterung wurde unter anderem auch eine Ausgleichsfläche begrünt. Bei diesem interkommunalen Projekt waren die Stadt München und die Gemeinden Neubiberg, Unterhaching und Ottobrunn beteiligt. Der Verein "Sonnenstrahl" und die Infineon Technologies Austria AG als Kooperationspartner eröffneten eine internationale Kinderbetreuungsstätte mit Fokus auf Naturwissenschaft und Technik am Standort Villach (Österreich). Das "International Day Care Center" schafft neue, öffentlich zugängliche Kinderbetreuungsplätze und unterstützt die Verbindung von Berufstätigkeit und Familie. Die öffentliche Einrichtung basiert auf einem innovativen Konzept mit internationaler Ausrichtung. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter In unserer Personalarbeit fokussieren wir uns auf die Entwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter1 sowie die Gewinnung neuer Kolleginnen und Kollegen. Wir sind davon überzeugt, dass erfolgreiche Personalarbeit eine Voraussetzung für unseren Geschäftserfolg ist. Denn nur zufriedene und erfolgreiche Mitarbeiter machen langfristig unternehmerische Höchstleistungen möglich und unterstützen uns bei der Erreichung unserer eingangs beschriebenen Wachstums- und Profitabilitätsziele. Wir arbeiten tagtäglich daran, die Leistung und das Potenzial unserer Mitarbeiter bestmöglich zu fördern. Die drei Säulen "Exzellente Führung", "Förderung der Talente" und "Unsere Belegschaft" bündeln dabei alle unsere Aktivitäten, um das Potenzial unserer Mitarbeiter bestmöglich zu fördern. 1 Im Folgenden: Mitarbeiter (außer wenn zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern differenziert wird). Akquisition und Integration von International Rectifier Die Integration des US-amerikanischen Halbleiterherstellers International Rectifier hat unsere Personalarbeit im letzten Geschäftsjahr maßgeblich geprägt. Zum Zeitpunkt der Akquisition im Januar 2015 beschäftigte International Rectifier etwa 4.200 Mitarbeiter in circa 20 Ländern. Schwerpunkte unserer Personalarbeit im Integrationsprozess umfassen die Einbindung der International Rectifier-Organisation in die Infineon-Unternehmensstruktur, die Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung, die Harmonisierung der Vergütungssysteme und der Einstufung der Mitarbeiter mit Wirkung zum 1. Januar 2016, die Unterstützung der kulturellen Integration sowie die Begleitung der Führungskräfte und Mitarbeiter in diesem Veränderungsprozess durch das Change-Management. Frühzeitig wurde ein globales Projektteam von HR-Kollegen aufgebaut, welches die genannten Themen gemeinsam umsetzt. Die Mitarbeiter von International Rectifier unterstützten die Integration mit Offenheit, großem Interesse und hohem Engagement. Im August 2015 gaben 84 Prozent der in den USA befragten Mitarbeiter von Infineon und International Rectifier an, gerne bei Infineon zu arbeiten. Auf dieser positiven Rückmeldung möchten wir auch in Zukunft weiter aufbauen. Der nächste Schritt der kulturellen Integration ist die Einführung des Infineon High Performance Behavior Models als Grundlage für die weitere Ausgestaltung unserer gemeinsamen Grundwerte. Exzellente Führung Offenes und ehrliches Feedback Ohne Ehrlichkeit und offenes Feedback kann eine Organisation sich nicht weiterentwickeln. Dieser Grundgedanke findet Ausdruck in unseren gemeinsam definierten Werten - unserem "High Performance Behavior Model". Unsere Werte sind kein theoretisches Konstrukt: Das Modell zeigt, wie wir die Unternehmensziele erreichen wollen, und setzt Prioritäten. Ihre Bedeutung finden diese Verhaltensbeschreibungen unter anderem in den jährlichen Mitarbeitergesprächen im Rahmen des globalen STEPS-Prozesses (Abkürzung für "Steps To Employees' Personal Success"). Doch die grundlegende Kultur der Offenheit macht selbstverständlich hier nicht halt. Ebenso wichtig wie das Feedback von Führungskräften an Mitarbeiter ist uns die Rückmeldung von Teams an ihre Führungskräfte. Deshalb haben wir als Ergänzung zu den STEPS-Gesprächen das Format des Führungsgesprächs etabliert, das alle zwei Jahre stattfindet. Im Rahmen des Führungsgesprächs holen sich Führungskräfte strukturiert Rückmeldung von ihren Mitarbeitern ein. Das ermöglicht ihnen, über das eigene Führungsverhalten zu reflektieren, Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen und damit die Zusammenarbeit mit und im Team zu verbessern. Offenes Feedback ist uns auch stets wichtig im konstruktiven Dialog mit unseren Arbeitnehmervertretern in den Betrieben. Die Mitbestimmung ist ein wesentlicher Faktor unserer Personalarbeit. Gemeinsam und vertrauensvoll gestalten wir in den jeweiligen Gremien, insbesondere im Gesamtbetriebsrat und im Unternehmenssprecherausschuss, die Basis für eine erfolgreiche Umsetzung unserer Kernthemen. Führungskräfteentwicklung Gute Führung ist eine der Grundlagen für den Erfolg von Infineon. Gute Führung ermöglicht, dass jeder Einzelne seine Aufgaben erfolgreich erledigt und so zum Unternehmenserfolg beiträgt. Gleichzeitig erwarten unsere Mitarbeiter, dass sie ihre Fähigkeiten und Kompetenzen im passenden Umfeld weiterentwickeln können. In diesem Sinne sind die Gestaltung einer attraktiven Arbeitsumgebung und die langfristige Mitarbeiterbindung bei Infineon zentrale Aufgaben der Führungskräfte. Wir unterstützen unsere Führungskräfte dabei mit diversen Lern- und Entwicklungsangeboten auf den verschiedenen Führungsebenen. Unser Lernansatz umfasst dabei unterschiedliche Methoden aus Theorie und Praxis. Wir arbeiten im Rahmen von Präsenzveranstaltungen und E-Learnings an konkreten Praxisbeispielen. Ein Beispiel für unser Lernangebot ist das "New Leader Orientation"-Programm - ein firmeninterner Workshop für neue Führungskräfte mit Fokus auf Führungskultur und Führungsinstrumenten bei Infineon. Daneben stellt Infineon mit dem Führungstraining "Leading People in a High Performance Company" die Weiterentwicklung von Führungskompetenzen sicher, sodass Mitarbeiter für die anspruchsvollen Unternehmensziele motiviert werden und sie diese weitervermitteln können. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2015 haben weltweit mehr als 2.100 Führungskräfte verschiedener Ebenen an diesem Training teilgenommen. In einem weiteren Training, "Leadership & Health", lernen unsere Topmanager, Stressfaktoren am Arbeitsplatz besser zu erkennen und zu reduzieren. Das E-Learning "Health & Care" stellt zudem den Aspekt Gesundheit als Führungsaufgabe dar. Im Rahmen der Überarbeitung der Managementkarriere werden wir ab dem kommenden Geschäftsjahr weitere Führungskräftetrainings als Bestandteil des "Infineon Leadership Excellence Program" anbieten. Durch die Kombination von firmenspezifischen Aspekten mit bewährten Führungspraktiken möchten wir damit weiterhin ein einheitliches Verständnis von Führung im Unternehmen fördern. Förderung der Talente Talentmarketing und -management Bei Infineon können Mitarbeiter ihre Karriere gemäß ihren individuellen Kenntnissen und Talenten in unterschiedlichen Laufbahnen, die sich an den Bedürfnissen von Infineon orientieren, entwickeln. Bereits etabliert sind drei Karrierewege: die Fachkarriere als "Individual Contributor", im Rahmen derer individuelle Expertise in einem klassischen Unternehmensbereich wie Finanzen, Einkauf oder Vertrieb gefördert wird; die "Technical Ladder", in der sich unsere technischen Experten weiterentwickeln können; und die Managerlaufbahn für die (Nachwuchs-)Führungskräfte. Ein weiterer Karrierepfad - die Projektmanagementkarriere - wurde im Sommer 2015 eingeführt. Mit dieser Laufbahn möchten wir unseren Projektmanagern eine klare Perspektive für ihre persönliche Weiterentwicklung und Karriere bieten - und die Bedeutung für den Erfolg von Infineon bei der Umsetzung von Entwicklungsprojekten unterstreichen. Projektmanager werden auf dem neuen Karriereweg optimal für ihre Aufgabe ausgebildet und befähigt, ihre Erfahrungen gezielt in neue Projekte einzubringen. Als international tätiges Unternehmen wollen wir unseren Mitarbeitern Entwicklungsperspektiven über Organisationsgrenzen und Länder hinweg bieten. Ein wichtiges Instrument hierfür sind die weltweiten Development Conferences, in denen Führungskräfte gemeinsam mit dem Personalbereich die konkrete Weiterentwicklung unserer Talente diskutieren. In Asien-Pazifik (einschließlich Japan) bieten wir aufgrund der Erwartungshaltung der Mitarbeiter und spezieller Rahmenbedingungen vor Ort zusätzlich zu den Infineon-Karrierepfaden eigens entwickelte Talentmanagement-Programme an: "ENGINE" für die Managementlaufbahn und "TechStar" für den technischen Karriereweg. Beide Programme konzentrieren sich auf die Schlüsselbereiche Ausbildung, Interaktion mit dem Management und Anwendung des Gelernten in konkreten Projekten. Förderung der Vielfalt Als international agierendes Unternehmen ist uns die Vielfalt unserer Mitarbeiter ein besonderes Anliegen. Unser globales Diversity-Management schafft den Rahmen für eine Unternehmenskultur, die die Individualität jedes Mitarbeiters wertschätzt und Chancengerechtigkeit fördert -unabhängig von Alter, Behinderung, ethnisch-kultureller Herkunft, Geschlecht, Religion und Weltanschauung oder sexueller Identität. Die Schwerpunkte unseres Diversity-Engagements können dabei von Standort zu Standort variieren und sind auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten. Beispielsweise konzentriert sich das Diversity-Team in Asien-Pazifik besonders auf die ethnisch-kulturelle Vielfalt und auf die demografische Entwicklung. Insgesamt beschäftigt Infineon 35.424 Mitarbeiter verschiedener Nationalitäten. Die fünf am häufigsten vertretenen Nationalitäten machen insgesamt 74,8 Prozent der Belegschaft aus, darunter malaiische Staatsangehörige mit 26,2 und deutsche mit 25,0 Prozent. Weitere 90 Nationalitäten sind mit unter 1 Prozent Anteil an der Gesamtbelegschaft vertreten. scroll Mitarbeiter gesamt1 Unter 30 Jahre2 30 bis 50 Jahre2 Über 50 Jahre2 Mittlere und obere Führungsebene3 4.912 - 72,7 27,3 Untere Führungsebene3 5.320 3,2 84,1 12,7 Fachkräfte 21.173 38,9 50,9 10,2 Gesamt 31.405 26,8 59,9 13,3 1 Ohne International Rectifier 2 Angaben in Prozent, basierend auf dem Mitarbeiterbestand zum 30. September 2015 in der jeweiligen Vergleichsgruppe. 3 Unter Führungsfunktion versteht Infineon sowohl die Führung von Mitarbeitern als auch die Führung durch Fachexpertise entsprechend dem internen Stellenbewertungssystem. Zur Verteilung der Geschlechter und Altersstruktur: Von 13.322 Mitarbeiterinnen sind 36,2 Prozent unter 30 Jahre alt, 52,6 Prozent in der mittleren Altersgruppe und 11,2 Prozent über 50 Jahre. Von 22.102 Mitarbeitern sind 18,7 Prozent unter 30 Jahre alt, 64,3 Prozent in der mittleren Altersgruppe und 17,0 Prozent über 50 Jahre. scroll Mitarbeiter gesamt1 Frauen2 Männer2 Mittlere und obere Führungsebene3 4.912 13,0 87,0 Untere Führungsebene3 5.320 24,6 75,4 Fachkräfte 21.173 46,4 53,6 Gesamt 31.405 37,5 62,5 1 Ohne International Rectifier 2 Angaben in Prozent, basierend auf dem Mitarbeiterbestand zum 30. September 2015 in der jeweiligen Vergleichsgruppe. 3 Unter Führungsfunktion versteht Infineon sowohl die Führung von Mitarbeitern als auch die Führung durch Fachexpertise entsprechend dem internen Stellenbewertungssystem. Die Förderung von Frauen in Führungspositionen ist einer der Schwerpunkte unseres Diversity-Managements. Das Ziel, welches wir uns selbst in 2010 gesetzt hatten, bis Ende des Geschäftsjahres 2015 den Anteil der weiblichen Führungskräfte in der mittleren und oberen Führungsebene (Global Grade/Technical Ladder Grade 13+) auf 15 Prozent zu steigern, haben wir mit aktuell 13 Prozent nicht erreicht. Der stetige Zuwachs der letzten Jahre zeigt uns jedoch, dass wir mit unseren Maßnahmen auf dem richtigen Weg sind. Mit dem "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" hat der deutsche Gesetzgeber für den Aufsichtsrat einer paritätisch mitbestimmten, börsennotierten Gesellschaft wie der Infineon Technologies AG einen zwingenden Geschlechteranteil von jeweils mindestens 30 Prozent Frauen und Männern eingeführt. Darüber hinaus sind vom Aufsichtsrat für den Vorstand und vom Vorstand für die ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands Ziele für den Frauenanteil festzulegen (siehe "Erklärung zur Unternehmensführung" im Kapitel "Corporate Governance"). Die Verpflichtung zur Festlegung von Zielen für den Frauenanteil betrifft auch den Aufsichtsrat (im Hinblick auf die Geschäftsleitung) und die Geschäftsleitung (im Hinblick auf die ersten beiden ihr nachgeordneten Führungsebenen) der Infineon Technologies Dresden GmbH. Deren Aufsichtsrat muss sich außerdem Ziele für den Frauenanteil im Aufsichtsrat selbst setzen (siehe hierzu im Kapitel "Corporate Governance"). Hochschulkooperationen Zur Gewinnung von Berufseinsteigern setzt Infineon auf enge Kontakte zu Studierenden und Professoren - etwa über spezielle High-Potential-Programme: Infineon ist Mitglied im UNITECH-Netzwerk zur Förderung europäischer Ingenieurstalente. Im Geschäftsjahr 2015 haben über 25 "UNITECH Fellows" ein Praktikum bei Infineon gemacht. Sehr erfolgreich ist die Kooperation mit dem Collège des Ingenieurs (CDI). Bei diesem internationalen MBA-Programm hat sich Infineon als attraktives Partnerunternehmen etabliert. An ausgewählten Top-Universitäten in China organisiert Infineon "Student Dialogs" und "Infineon Days" und unterhält "Joint Labs" und "Training Labs" zur Förderung der anwendungsbezogenen Forschung und Lehre. Qualifikation und Weiterbildung Wir messen der Weiterbildung unserer Mitarbeiter einen hohen Stellenwert bei. Wir haben unsere Mitarbeiter mit all ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten immer im Blick, um sie persönlich wie fachlich voranzubringen. 2015 investierte Infineon €9,2 1 Millionen (2014: €8,5 Millionen) in die Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Im Fokus der Weiterbildung stehen: Fachschulungen, die die Fachkenntnisse und die Innovationsfähigkeit unserer Mitarbeiter sicherstellen; Angebote zur gezielten Verbesserung der Führungs- und Feedbackkultur; Trainings zur Weiterentwicklung der sozialen Fähigkeiten und Fertigkeiten; Trainings zum Projektmanagement. Aber auch interne Weiterbildungsangebote wie Mentoring-Programme und Trainings on the job sind uns wichtig. 2015 nahmen unsere Mitarbeiter insgesamt 836.554 1 Stunden an Trainings teil. 39,4 1 Prozent der Trainingsstunden entfielen auf Mitarbeiterinnen, 60,6 1 Prozent auf Mitarbeiter. Die meisten Trainingsstunden fielen mit 72,8 1 Prozent im Produktionsbereich an. scroll Trainingsstunden pro Mitarbeiter1 Frauen1 Männer1 Mittlere und obere Führungsebene2 22,5 26,5 21,9 Untere Führungsebene2 32,1 28,1 33,9 Fachkräfte 26,7 29,0 24,8 Gesamt 27,2 28,7 26,3 1 Ohne International Rectifier, berechnet auf dem monatlichen Mitarbeiterstand im Geschäftsjahr 2015. 2 Unter Führungsfunktion versteht Infineon sowohl die Führung von Mitarbeitern als auch die Führung durch Fachexpertise entsprechend dem internen Stellenbewertungssystem. scroll Trainingsstunden pro Mitarbeiter1 Produktion 27,0 Forschung und Entwicklung 32,4 Vertrieb und Marketing 20,9 Allgemeine Verwaltung 18,7 Gesamt 27,2 1 Ohne International Rectifier, berechnet auf dem monatlichen Mitarbeiterbestand im Geschäftsjahr 2015. Unsere Belegschaft Gesundheitsmanagement Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist uns äußerst wichtig, und wir schützen und fördern sie deshalb mit unserem betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM). Präventionsprogramme wie "Fit4Health" in Deutschland und Österreich oder "Leadership in Healthy Lifestyle" in Singapur stärken die Gesundheitskompetenz unserer Mitarbeiter. Zusätzliche bedarfsorientierte lokale Gesundheitsinitiativen ergänzen das Angebot. Unser BGM wurde ausgezeichnet mit dem "Corporate Health Award - Exzellenz", dem Gütesiegel "BGF Österreich" sowie dem "Singapore Health Award Gold". Die Schaffung einer sicheren Arbeitsumgebung ist uns sehr wichtig. Unser Ansatz im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz basiert auf dem Grundsatz der Prävention (siehe Kapitel "Nachhaltigkeit bei Infineon"). 1 Ohne International Rectifier. Fachkompetenzentwicklung Wie stellen wir uns bestmöglich für die Arbeitswelt der Zukunft auf? Eine Antwort auf diese Frage geben wir mit unserem strategischen Kompetenzmanagement, das künftig benötigte Fähigkeiten identifiziert und entsprechende Entwicklungspfade aufzeigt. Unser funktionales Trainingsangebot wird primär über die Plattform "Academy Connect" umgesetzt. Insgesamt elf global agierende "funktionale Akademien" (segment- und bereichsspezifisch) arbeiten zusammen, um ein abgestimmtes Lernangebot zum Aufbau der fachlichen Kompetenzen bereitzustellen. Akademien gibt es zum Beispiel in den Bereichen Einkauf, Finanzen, Fertigung, Qualitätsmanagement und Supply Chain. Die "PMM Power & RF Academy" bietet speziell für das Segment Power Management & Multimarket Lerninhalte unter anderem für Vertrieb, Marketing und Anwendungsentwicklung an. Diese Lernangebote werden kontinuierlich ausgebaut. Denn mit der fachlichen und zielorientierten Entwicklung unserer Mitarbeiter wollen wir die Unternehmensstrategie unterstützen und unsere Produktivität erhöhen. Betriebliche Leistungen Betriebliche Leistungen haben bei Infineon eine lange Tradition und werden in unterschiedlicher Weise angeboten. Alle Leistungen sind Teil des Gesamtvergütungskonzepts und ein Zeichen der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. Umfang und Art der Leistungen werden nach den jeweiligen regionalen gesetzlichen und marktüblichen Anforderungen festgelegt. Dabei wird nicht zwischen Vollzeit- und Teilzeitmitarbeitern unterschieden. In Deutschland und Asien-Pazifik (einschließlich Japan) werden beispielsweise neben arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanzierten Altersversorgungsplänen unter anderem folgende Leistungen gewährt (die genaue Ausgestaltung erfolgt jeweils standortspezifisch): scroll Versicherung für betriebliche Unfälle Firmenwagen als Arbeitsmittel oder als Zusatzleistung Lohnfortzahlung im Krankheitsfall über das gesetzliche Minimum hinaus Fahrzeugleasing aus Bruttogehaltsumwandlung Lohnfortzahlung im Todesfall an die Hinterbliebenen Jubiläumsleistungen Sabbatical Präventive Gesundheitsprogramme Flexibler Übergang in die Altersrente Familienfreundliche Dienstleistungen, wie zum Beispiel werkseigene Kindertagesstätten oder Kooperationen mit nahegelegenen Kindertagesstätten, Ferienbetreuung Zusätzlich werden in Asien-Pazifik (einschließlich Japan) standortspezifisch neben den oben genannten Leistungen auch Lebens- und Krankenhausgruppenversicherungen angeboten, die über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen. Außerdem fördert Infineon verschiedene Arbeitsmodelle, um beispielsweise die Arbeitszeit je nach Lebensphase flexibel zu gestalten - etwa Vertrauensgleitzeit, Teilzeitarbeit oder Telearbeit. So bieten in der Region Asien-Pazifik (einschließlich Japan) beispielsweise 90 Prozent aller Standorte bereits Gleitzeit an, 70 Prozent ermöglichen Telearbeit. Vergütung Infineon will die besten Mitarbeiter für das Unternehmen gewinnen, deshalb sind eine attraktive und marktgerechte Vergütung sowie eine angemessene Beteiligung am Unternehmenserfolg für uns selbstverständlich. Wir bezahlen unsere Mitarbeiter auf Basis arbeitsbedingter Kriterien wie Stellenanforderung und Leistung sowie entsprechend den jeweiligen lokalen Markterfordernissen. Geschlechtsspezifische Unterschiede spielen keine Rolle. Jeder Mitarbeiter bei Infineon soll angemessen und nachvollziehbar für seine Arbeit bezahlt werden unter Erfüllung aller gesetzlichen Standards. Mitarbeiterzahlen Das Mitarbeiter-Reporting wurde gemäß den Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt. Das GRI-Reporting umfasst alle aktiven internen Mitarbeiter. Mitarbeiter und Personalaufwand Zum 30. September 2015 beschäftigte Infineon weltweit 35.424 Mitarbeiter gegenüber 29.807 Mitarbeitern zum 30. September 2014. Darüber hinaus beschäftigte Infineon zum 30. September 2015 insgesamt 267 Auszubildende und duale Studenten, 80 Praktikanten sowie 846 Werkstudenten. 74 Auszubildende und duale Studenten wurden im Geschäftsjahr 2015 neu eingestellt. scroll Mitarbeiter nach Regionen 2015 2014 Gesamt Frauen Männer Gesamt Frauen Männer Europa 14.533 3.499 11.034 13.179 3.136 10.043 Darin: Deutschland 9.426 2.415 7.011 8.888 2.265 6.623 Asien-Pazifik 17.035 8.312 8.723 15.936 7.715 8.221 Darin: China 1.986 980 1.006 1.748 813 935 Japan 174 36 138 136 24 112 Amerika 3.682 1.475 2.207 556 183 373 Darin: USA 2.136 682 1.454 556 183 373 Gesamt 35.424 13.322 22.102 29.807 11.058 18.749 Aufgrund der Akquisition von International Rectifier gab es einen Zuwachs von 3.126 Mitarbeitern in Amerika. Knapp die Hälfte aller Mitarbeiter war in Asien-Pazifik (17.035) tätig. 41 Prozent aller Mitarbeiter waren in Europa (14.533) und hier zum Großteil in Deutschland (9.426) beschäftigt. In der Gesamtbelegschaft hatten zum 30. September 2015 2.412 Mitarbeiterinnen und 1.989 Mitarbeiter befristete, 10.910 Mitarbeiterinnen und 20.113 Mitarbeiter unbefristete Verträge. Insgesamt haben zu diesem Zeitpunkt 1.358 Mitarbeiter in Teilzeit gearbeitet. scroll 2015 2014 2014 Gesamt Vollzeit Teilzeit Gesamt Vollzeit Teilzeit Unbefristet beschäftigte Mitarbeiter Männer 20.113 19.626 487 17.409 17.028 381 Frauen 10.910 10.056 854 9.517 8.734 783 Befristet beschäftigte Mitarbeiter Männer 1.989 1.982 7 1.340 1.335 5 Frauen 2.412 2.402 10 1.541 1.529 12 Gesamt 35.424 34.066 1.358 29.807 28.626 1.181 Mitarbeiter, die sich zum Beispiel in Elternzeit oder der passiven Phase der Altersteilzeit befinden, sind keine aktiven Mitarbeiter und daher in den obigen Darstellungen nicht enthalten. Ebenfalls nicht enthalten sind Leiharbeitskräfte. Zum 30. September 2015 waren weltweit 2.654 Leiharbeitskräfte für Infineon tätig, davon 1.323 Leiharbeitnehmerinnen und 1.331 Leiharbeitnehmer. Ungefähr 77 Prozent der externen Mitarbeiter waren in der Produktion beschäftigt. So stellen wir die Flexibilität der Fertigungskapazitäten sicher. Der weltweite Personalaufwand für aktive interne Mitarbeiter von Infineon betrug im Geschäftsjahr 2015 €1.939 Millionen (Vorjahr: €1.490 Millionen). In diesen Kosten sind Löhne und Gehälter, inklusive Mehrarbeit und Zulagen, sowie Sozialkosten (Pensionsaufwendungen und Sozialabgaben) enthalten. Neueinstellungen und Fluktuation Im Geschäftsjahr 2015 gab es weltweit 4.206 Neueinstellungen, davon 1.933 Mitarbeiterinnen und 2.273 Mitarbeiter. 2.703 Mitarbeiter waren unter 30 Jahre alt, 1.391 Mitarbeiter in der Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen und 112 Mitarbeiter älter als 50 Jahre. scroll Gesamt Europa Darin: Deutschland Asien-Pazifik Darin: China Japan Amerika Darin: USA Neu eingestellte Mitarbeiter 4.206 1.014 659 2.562 393 11 619 181 Anteil der neu eingestellten Mitarbeiter1 11,9 7,0 7,0 15,0 19,8 6,3 16,8 8,5 Mitarbeiterabgänge 3.048 476 195 1.927 219 12 633 166 Anteil der Mitarbeiterabgänge2 9,0 3,4 2,1 11,6 11,8 7,2 21,7 9,4 1 Angaben in Prozent, basierend auf dem Mitarbeiterbestand zum 30. September 2015 in der jeweiligen Region. 2 Angaben in Prozent, berechnet auf dem monatlichen Mitarbeiterstand im Geschäftsjahr 2015. Weltweit sind im Geschäftsjahr 2015 3.048 Mitarbeiter aus dem Unternehmen ausgeschieden, davon die meisten (1.927) in der Region Asien-Pazifik. Hier erfolgten auch die meisten Neueinstellungen mit 2.562 Mitarbeitern. Die Mitarbeiterfluktuation in der Region Amerika stieg von 6,3 Prozent im Vorjahr auf 21,7 Prozent im Geschäftsjahr 2015 an. Die Veränderung ist vor allem auf die Berücksichtigung des neuen, im Rahmen der Integration von International Rectifier erworbenen Produktionsstandorts in Mexiko zurückzuführen. Eine hohe Fluktuationsrate ist im Produktionsbereich in Mexiko üblich. Trotzdem arbeiten wir daran, die Fluktuationsrate in Mexiko zu reduzieren. Die Abgänge teilen sich auf in 1.371 Mitarbeiterinnen und 1.677 Mitarbeiter. 1.727 Mitarbeiter waren in der Altersgruppe unter 30 Jahren, 1.071 in der mittleren Altersgruppe (30 - 50 Jahre) und 250 in der Altersgruppe über 50 Jahre. Die weltweite Fluktuation belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf 9,0 Prozent. Dies entspricht einem leichten Anstieg von 0,1 Prozentpunkten (Vorjahr: 8,9 Prozent). In Deutschland betrug die Fluktuation 2,1 Prozent (Vorjahr: 3,4 Prozent). In der Fluktuationsrate sind Eigenkündigungen sowie sonstige Abgänge berücksichtigt. Altersstruktur und Betriebszugehörigkeit Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter weltweit ist mit 38,1 Jahren im Geschäftsjahr 2015 leicht gestiegen (Vorjahr: 37,1 Jahre). Der Anteil der Altersgruppe der unter 30-Jährigen (Geschäftsjahr 2015: 25,3 Prozent, Vorjahr: 27,5 Prozent) ist gesunken. Ebenso der Anteil der mittleren Altersgruppe (Geschäftsjahr 2015: 59,9 Prozent, Vorjahr: 60,2 Prozent). Der Anteil der Gruppe der über 50-Jährigen ist hingegen gestiegen (Geschäftsjahr 2015: 14,8 Prozent, Vorjahr: 12,3 Prozent). Mit dem Anstieg des Durchschnittsalters hat sich auch der weltweite Wert der durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit leicht erhöht, von 9,4 Jahren im Vorjahr auf 9,6 Jahre für das Geschäftsjahr 2015. In Deutschland ist die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit mit 14,3 Jahren im Vergleich zu 14,4 Jahren im Vorjahr leicht gesunken. Ausblick Unsere Personalarbeit führt erfolgreiche Initiativen und Programme fort und entwickelt neue Maßnahmen als Antwort auf aktuelle Anforderungen. Die langfristige Personalstrategie trägt dazu bei, immer wieder aufs Neue den High-Performance-Anspruch von Infineon zu erfüllen: Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter kompetent und richtig eingesetzt sind und durch persönlichen Erfolg motiviert zum gemeinsamen Erfolg von Infineon beitragen. Dazu fokussiert unsere Personalarbeit sich auch weiterhin auf die Säulen "Exzellente Führung", "Förderung der Talente" sowie "Unsere Belegschaft". Die Initiative "HR Operational Excellence" verbessert zudem unsere Kernprozesse im Personalbereich. Mit stabilen Prozessen, erfolgreichen HR-Projekten und effizienten Instrumenten begleiten wir als strategischer Partner und Berater für Führungskräfte und Mitarbeiter Infineon auf seinem High-Performance-Weg. Besondere Ereignisse 2015 Oktober 2014 30 Jahre Mikrochips aus Regensburg Am 23. Oktober 1984 wurde der Grundstein für das erste Gebäude zur Fertigung von 1-Megabit-Speicherchips am Standort Regensburg gelegt. Die ersten Muster wurden bereits zwei Jahre später, im Oktober 1986, gefertigt. Die Serienfertigung begann im Dezember 1987. In Regensburg werden heute keine Speicherchips mehr gefertigt, sondern Sensoren, Leistungshalbleiter sowie Logik- und Hochfrequenzkomponenten. November 2014 Aktionäre von international Rectifier stimmen Akquisition zu Im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten die Aktionäre von International Rectifier mit einer Quote von 99,5 Prozent der geplanten Akquisition durch Infineon zu. November 2014 Infineon beteiligt sich an Schweizer Electronic Infineon beteiligt sich mit 9,4 Prozent an dem Leiterplattenhersteller Schweizer Electronic AG aus Schramberg (Deutschland). Mit der Beteiligung unterstreicht Infineon seine Absicht, Technologien zur Integration von Leistungshalbleitern in die Leiterplatte zu entwickeln und die sogenannte "Chip-Embedding"-Technologie für Automobil- und Industrieanwendungen mit sehr hoher elektrischer Leistung zu erschließen. Sind Leiterplatten heute auf ihrer Vorder- und Rückseite mit Chips bestückt, lassen sich mit der "Chip-Embedding"-Technologie in Zukunft die Halbleiter ins Innere der Leiterplatte "einbetten". Die Leiterplatte wird damit kleiner. Davon profitieren Systeme im Fahrzeug, für die wenig Raum zur Verfügung steht; zum Beispiel elektrische Servolenkung, aktive Federung oder elektrische Pumpen. Januar 2015 Erfolgreicher Abschluss der Akquisition von international Rectifier Nachdem im November 2014 bereits die Aktionäre von International Rectifier der Transaktion mit großer Mehrheit zugestimmt hatten, erteilten auch die zuständigen Behörden die erforderlichen Freigaben. Damit ist das Unternehmen mit Sitz in El Segundo (Kalifornien, USA) ab 13. Januar 2015 Teil von Infineon. März 2015 Infineon begibt zwei Eurobonds über insgesamt €800 Millionen Infineon hat zwei Eurobonds über eine Gesamtsumme von €800 Millionen begeben. Diese Transaktion ist die erste ihrer Art in der Unternehmensgeschichte von Infineon. Der Emissionserlös löst die von Banken gewährte Brückenfinanzierung ab, die sich Infineon im August 2014 für die Akquisition von International Rectifier gesichert hatte. März 2015 Infineon beteiligt sich an TTTech Im Rahmen einer Kapitalerhöhung der TTTech Computertechnik AG mit Sitz in Wien (Österreich) beteiligte sich Infineon an diesem Spezialisten für hochzuverlässige, vernetzte und sicherheitsrelevante Steuerungen in Fahrzeugen. Infineon und TTTech arbeiten seit vielen Jahren zusammen, unter anderem an zentralen Fahrerassistenzsystemen wie dem "zFAS" von Audi (siehe Eröffnungsseite des Segments Automotive im Kapitel "Die Segmente"). April 2015 Vollständige Übernahme von LSPS Am 30. April 2015 hat Infineon die restlichen Anteile an LS Power Semitech Co., Ltd. (LSPS) (Korea) erworben. Der verbliebene Anteil in Höhe von 33,6 Prozent ging vom bisherigen Joint-Venture-Partner LS Industrial Systems Co., Ltd. (Korea) auf Infineon über. LSPS entwickelt, fertigt und vertreibt IPMs (intelligente Leistungsmodule), die eine höhere Energieeffizienz bei Haushaltsgeräten und Klimaanlagen ermöglichen. Juli 2015 Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel besucht Infineon Dresden Im Rahmen ihrer Reise in das Mikroelektronik-Cluster Dresden besuchte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am 14. Juli 2015 auch den dortigen Infineon-Standort. Begleitet wurde sie von der Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka und dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich. Gemeinsam mit Vertretern von Infineon diskutierten sie die politischen Rahmenbedingungen für eine wettbewerbsfähige Entwicklung und Fertigung in Deutschland. Programmpunkte des Besuchs waren ferner eine Vorführung im Analyse- und Charakterisierungslabor sowie eine Live-Schaltung in die laufende Fabrik, bei der die Gäste einen Einblick in eine existierende Industrie-4.0-Fertigung bekamen. Seit der Gründung des Standorts Dresden im Jahr 1994 haben alle Bundeskanzler Deutschlands die Dresdner Fabrik besucht: im Juni 1994 Dr. Helmut Kohl zur Grundsteinlegung der 200-Millimeter-Fabrik, im Mai 2000 Gerhard Schröder bei der Grundsteinlegung für die 300-Millimeter-Speicherfabrik und 2015 nun Dr. Angela Merkel. Die Infineon-Aktie Basisinformationen zur Aktie scroll Art der Aktien Namensaktien (Stammaktien) in Form von Aktien oder American Depositary Shares (ADS) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von je €2 (Verhältnis ADS : Aktien = 1 : 1) Grundkapital €2.259 Millionen (am 30. September 2015) Ausgegebene Aktien 1.129 Millionen (am 30. September 2015) Eigenbesitz 6 Millionen Aktien (am 30. September 2015) Notierungen Aktien: Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) ADS: Außerbörslicher Handel, OTC-Markt (OTCQX) Optionshandel Optionen emittiert durch Dritte: u. a. Eurex Börsenkürzel IFX, IFNNY ISIN-Code DE0006231004 Wertpapierkennnummer 623100 CUSIP 45662N103 Bloomberg IFX GY (Xetra), IFNNY US Reuters IFXGn.DE Indexmitglied (Auswahl) DAX 30 Dow Jones STOXX Europe 600 Dow Jones Euro STOXX TMI Technology Hardware & Equipment Dow Jones Germany Titans 30 MSCI Germany S&P-Europe-350 Dow Jones Sustainability™ Europe Index Dow Jones Sustainability World Index Grundkapital, Anzahl ausgegebene Aktien und Marktkapitalisierung der Infineon Technologies AG scroll Stichtag 30. September 2015 30. September 2014 Entwicklung Grundkapital1 € in Millionen 2.259 2.255 + 0,1 % Ausgegebene Aktien1 in Millionen 1.129 1.128 + 0,1 % Marktkapitalisierung1 € in Millionen 11.294 9.190 + 22,9 % Marktkapitalisierung1 US$ in Millionen 12.704 11.554 + 10,0 % 1 Die Berechnung erfolgt auf Basis ungerundeter Werte. Die Aktien in Eigenbesitz wurden bei der Berechnung der Marktkapitalisierung nicht berücksichtigt. Kursdaten der Infineon-Aktie scroll Geschäftsjahr zum 30. September 2015 2014 2013 Deutschland: Xetra-Schlusskurse in € Jahresendkurs Ende September 10,06 8,19 7,40 Höchstkurs 12,17 9,42 7,61 Tiefstkurs 6,95 6,88 4,96 Durchschnittlich an regulierten deutschen Börsen gehandelte Aktien pro Tag in Stück 7.602.198 7.294.896 8.134.049 Davon: auf Xetra in % 95 94 94 USA: OTCQX-Schlusskurse in US$ Jahresendkurs Ende September 11,31 10,30 9,98 Höchstkurs 13,42 12,84 10,35 Tiefstkurs 8,80 9,24 6,47 Durchschnittlich gehandelte Aktienzertifikate (ADS) pro Tag in Stück 146.820 66.501 80.678 Aktionärsstruktur1 scroll Dodge & Cox Investment Managers 9,95 % (per 5. August 2009) Davon: Dodge & Cox International Stock Fund 9,88 % (per 5. August 2009) The Capital Group Companies, Inc. 8,02 % (per 1. September 2012) Davon: Capital Research and Management Company 5,06 % (per 28. Juli 2011) Davon: EuroPacific Growth Fund 4,98 % (per 9. Juni 2015) BlackRock, Inc. 5,003 % (per 7. Mai 2015) Davon: BlackRock HoldCo 2, Inc. 5,004 % (per 23. Juni 2015) Davon: BlackRock Financial Management, Inc. 5,004 % (per 23. Juni 2015) Allianz Global Investors Europe GmbH 5,02 % (per 17. April 2015) State of Kuwait 3,25 % (per 23. Dezember 2014) Davon: Kuwait Investment Authority 3,25 % (per 23. Dezember 2014) Sun Life Financial Inc. 3,001 % (per 11. Februar 2015) Davon: Sun Life Global Investments Inc. 3,001 % (per 11. Februar 2015) Davon: Sun Life Assurance Company of Canada -U.S. Operations Holdings, Inc. 3,001 % (per 11. Februar 2015) Davon: Sun Life Financial (U.S.) Holdings Inc. 3,001 % (per 11. Februar 2015) Davon: Sun Life Financial (U.S.) Investments LLC 3,001 % (per 11. Februar 2015) Davon: Sun Life of Canada (U.S.) Financial Services Holdings Inc. 3,001 % (per 11. Februar 2015) Davon: Massachusetts Financial Services Company MFS 3,001 % (per 11. Februar 2015) 1 Die Anzahl der von den genannten Investoren gehaltenen beziehungsweise diesen zugerechneten Aktien ist jeweils der letzten Pflichtmitteilung nach den §§ 21, 22 WpHG entnommen, die der Infineon Technologies AG durch die jeweilige Gesellschaft zugegangen ist. Die Prozentzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Mitteilung vorhandene Grundkapital beziehungsweise die Aktienanzahl. Die der Gesellschaft gemäß § 25 und § 25a WpHG mitgeteilten Stimmrechtsanteile, die über tatsächlich gehaltene beziehungsweise zugerechnete Aktien hinaus auch solche Finanz- und sonstige Instrumente berücksichtigen, die den Erwerb weiterer Aktien ermöglichen, werden laufend auf der Internet-Seite der Gesellschaft veröffentlicht. Entwicklung der Infineon-Aktie und weltweiter Indizes bis zum 30. September 2015 seit: scroll 30. September 2014 30. September 2013 30. September 2012 Infineon (Xetra) + 22,7 % + 36,0 % + 103,6 % DAX + 2,0 % + 12,4 % + 33,9 % Philadelphia Semiconductor Index (SOX) - 5,6 % + 22,8 % + 57,7 % Dow Jones US Semiconductor Index - 6,8 % + 22,7 % + 54,3 % Weiterer Kursanstieg im Geschäftsjahr 2015 Im Geschäftsjahr 2015 setzte die Infineon-Aktie ihren Kursanstieg aus den Vorjahren fort und beendete das Geschäftsjahr am 30. September 2015 mit einem Schlusskurs von €10,06. Dies entspricht einem Kursanstieg von 23 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von €8,19 zum Ende des Geschäftsjahres 2014. Nach einem leichten Kursrückgang gleich zu Beginn des Geschäftsjahres, bei dem das Jahrestief von €6,95 erreicht wurde, stieg der Kurs im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres relativ gleichmäßig an. Im Frühjahr 2015 erhöhten sich die Kursschwankungen und die Infineon-Aktie erreichte Ende Mai den Höchstkurs von €12,17. Die anschließende Abwärtsbewegung führte zu einem Rückgang des Aktienpreises bis auf €8,69. Es folgte eine Erholung des Kurses, die die Aktie auf das Niveau des Schlusskurses von €10,06 brachte. Die Vergleichsindizes wiesen im Verlauf des Geschäftsjahres 2015 eine deutlich schwächere Kursentwicklung bei etwas geringeren Schwankungen auf. Mit einem Plus von 2 Prozent beendete der DAX das Geschäftsjahr knapp im positiven Bereich. Die amerikanischen Vergleichsindizes konnten die Kursrückgänge vom Sommer des Jahres nicht ganz ausgleichen und schlossen das Geschäftsjahr mit einer negativen Kursentwicklung ab. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) notierte 6 Prozent niedriger als Ende September 2014 und der Dow Jones US Semiconductor wies im gleichen Zeitraum einen Kursrückgang von 7 Prozent auf. Handelsvolumen und Mitgliedschaft in Indizes Das durchschnittliche Handelsvolumen der Infineon-Aktie gemessen in Stück auf Xetra, dem Frankfurter Parkett und an den deutschen Regionalbörsen stieg im Geschäftsjahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent. So wurden im Geschäftsjahr 2015 täglich 7,6 Millionen Aktien gehandelt nach 7,3 Millionen Aktien im Vorjahr. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen in Euro stieg von €59,3 Millionen im Geschäftsjahr 2014 um 24 Prozent auf €73,7 Millionen im Geschäftsjahr 2015. In den USA wird die Infineon-Aktie als ADS außerbörslich am OTCQX-Markt mit dem Börsenkürzel IFNNY gehandelt. Das durchschnittliche Handelsvolumen von 147 Tausend ADS pro Tag war im Vergleich zum Vorjahreswert von 67 Tausend ADS pro Tag mehr als doppelt so hoch. Die Anzahl der ausstehenden ADS erhöhte sich ebenfalls deutlich und betrug zum 30. September 2015 23,2 Millionen Stück. Zum Ende des Geschäftsjahres 2014 waren nur 10,2 Millionen ADS im Umlauf gewesen. Die Kriterien, die im Hinblick auf die Zugehörigkeit zum Deutschen Aktienindex DAX geprüft werden, sind die durchschnittliche Marktkapitalisierung und das Handelsvolumen in Euro. Entscheidend für die Berechnung der Marktkapitalisierung sind zum einen die Anzahl der ausstehenden Aktien und zum anderen die Zahl der Aktien in Streubesitz. Aufgrund der Ausübung von Mitarbeiter-Optionen stieg die Zahl der ausgegebenen Aktien während des Geschäftsjahres um 1.532.251 Stück auf 1.129.271.481 Aktien Ende September 2015. Zum 30. September 2014 waren 1.127.739.230 Aktien im Umlauf. Bis auf 6 Millionen Aktien, die sich aktuell im Eigenbesitz befinden, werden alle Aktien dem Streubesitz zugerechnet und somit bei der Berechnung der durchschnittlichen Marktkapitalisierung berücksichtigt. Diese stieg im Geschäftsjahr 2015 auf €10,9 Milliarden gegenüber €9,9 Milliarden im Vorjahr. Bei der Platzierung in der DAX-Rangliste verbesserte sich Infineon um zwei Positionen von Platz 24 zum Ende des Geschäftsjahres 2014 auf Platz 22 am Ende des Geschäftsjahres 2015. Das zweite wichtige Kriterium ist das gehandelte Volumen in Euro während der letzten zwölf Monate auf Xetra und dem Frankfurter Parkett. Im Geschäftsjahr 2015 stieg dieses Handelsvolumen auf €17,7 Milliarden von €14,2 Milliarden im Vorjahr. Damit belegte Infineon in der DAX-Rangliste Platz 21 nach Rang 20 im Vorjahr. Im September 2010 wurde die Infineon-Aktie erstmals in den Dow Jones Sustainability™ Europe Index aufgenommen. Die Erfüllung der Kriterien zum Verbleib in diesem Index wird jährlich geprüft und wurde im September 2015 zum sechsten Mal in Folge bestätigt. Zusätzlich wurde Infineon erstmals und als einziges europäisches Halbleiterunternehmen auch in den Dow Jones Sustainability World Index aufgenommen. Damit gehört Infineon zu den nachhaltigsten 10 Prozent der Halbleiterunternehmen weltweit. Weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit siehe Kapitel "Nachhaltigkeit bei Infineon". Dividende Auf der Hauptversammlung am 12. Februar 2015 in München haben die Aktionäre von Infineon dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zugestimmt, die Dividende deutlich zu erhöhen. Im Mai 2014 hatte Infineon angekündigt, dass die erwartete jährliche Investitionsquote von rund 15 Prozent vom Umsatz auf etwa 13 Prozent sinken wird. Des Weiteren ist das Unternehmen überzeugt, dass die am 20. August 2014 angekündigte und am 13. Januar 2015 vollzogene Akquisition von International Rectifier einen positiven Beitrag zum Segmentergebnis und zum Free-Cash-Flow über einen gesamten Zyklus leisten wird. Daher hatten der Vorstand und der Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Anhebung der Dividende um 6 Cent von €0,12 auf €0,18 je Aktie vorgeschlagen. Am 13. Februar 2015 wurde somit ein Betrag von €202 Millionen an die Aktionäre ausbezahlt. Aufgrund des guten Jahresergebnisses für das abgelaufene Geschäftsjahr und eines positiven Geschäftsausblicks wird der Hauptversammlung im Februar 2016 eine weitere Anhebung der Dividende um €0,02 auf €0,20 vorgeschlagen. Mit seiner Dividendenpolitik verfolgt Infineon die Strategie, einerseits die Aktionäre angemessen am Ergebniswachstum zu beteiligen, andererseits auch in Zeiten stagnierender oder rückläufiger Ergebnisse beziehungsweise eines negativen Free-Cash-Flows zumindest eine konstante Dividende ausschütten zu können. scroll Dividende für Geschäftsjahr Dividende je Aktie 2010 €0,10 2011 €0,12 2012 €0,12 2013 €0,12 2014 €0,18 Vorschlag 2015 €0,20 Infineon-Anleihen Im März 2015 hat Infineon zwei Anleihen mit einer Laufzeit von dreieinhalb und sieben Jahren über €300 Millionen und €500 Millionen begeben. Die dreieinhalbjährige Anleihe hat einen Nominalzinssatz von 1 Prozent und die siebenjährige von 1,5 Prozent. Seit Anfang März sind beide Anleihen an der Luxemburger Wertpapierbörse gelistet und werden auch an deutschen Börsenplätzen gehandelt. Die ISIN-Codes der Anleihen lauten XS1191115366 beziehungsweise XS1191116174. Kommunikation mit dem Kapitalmarkt Ziel unserer Kommunikation mit den Akteuren am Kapitalmarkt ist es, Analysten sowie aktuelle beziehungsweise zukünftige Aktionäre, Investoren und Besitzer von Anleihen regelmäßig und detailliert über die wirtschaftliche und technologische Entwicklung von Infineon zu informieren. Geschäftsbericht, Quartalsberichte und Telefonkonferenzen anlässlich der Veröffentlichung der Finanzzahlen sowie detaillierte Informationen, Zahlen und Tabellen im Internet sind die Basis unserer Kommunikation mit den Kapitalmarktteilnehmern. Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Investor Relations-Aktivitäten ist die Kommunikation mit Analysten und Investoren auf Konferenzen und Roadshows. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren bei der Kapitalmarktkommunikation die drei Vorstände, die Leiter der Segmente sowie die Mitarbeiter des Bereichs Investor Relations eingebunden. Dabei wurden neun Investorenkonferenzen in Europa und den USA besucht und acht Roadshows durchgeführt. Um über Details zum Geschäft zu informieren, wurde für das Segment Chip Card & Security eine Telefonkonferenz und für das Segment Automotive eine Investorenkonferenz in London durchgeführt, die auch per Webcast übertragen wurde. Alle Präsentationen und Webcasts können im Internet auf den Investor Relations-Seiten des Unternehmens unter "Finanzberichte/ Download-Center" eingesehen und heruntergeladen werden. Ergänzend zu den beschriebenen Veranstaltungen wurden eine Vielzahl von Gruppen- und Einzelmeetings beziehungsweise Telefonkonferenzen mit Analysten und Investoren durchgeführt. Mehr als 35 Analysten verfolgen laufend die Geschäftsentwicklung des Unternehmens und veröffentlichen regelmäßig ihre Analysen hierzu. Im Vorfeld der Platzierung der beiden Anleihen im März dieses Jahres wurde des Weiteren eine Bond-Roadshow bei institutionellen Investoren durchgeführt. Auszeichnungen Als ein führendes Technologie-Unternehmen erhält Infineon eine Vielzahl von Auszeichnungen und Preisen; dies sowohl im Bereich Forschung und Entwicklung, für Produktion und Qualität, aber auch im Bereich Organisation und Prozessabläufe. Die folgende Übersicht zeigt eine Auswahl der im Laufe des Geschäftsjahres 2015 erhaltenen Auszeichnungen. November 2014 Work-Life Excellence Award Das Tripartite Committee on Work-Life Strategy, Singapur, hat Infineon für seine Anstrengungen ausgezeichnet, innerhalb des Unternehmens eine Kultur des Ausgleichs zwischen Arbeit und Freizeit zu schaffen. European Supply Chain Excellence Award 2014 Für die hervorragende Organisation und Verwaltung der gesamten Supply Chain sowie für die Ergebnisse des Projekts BEAR (Backend Automation Roadmap) hat Infineon den 18. European Supply Chain Excellence Award in der Kategorie Automotive, Aerospace & Industrial in London erhalten. Dieser wird in Kooperation mit PricewaterhouseCoopers vergeben. Zwei Awards von Huawei Von dem chinesischen Netzwerkhersteller Huawei hat Infineon im Kalenderjahr 2014 zwei Auszeichnungen erhalten. Zum einen wurde Infineon für die enge Partnerschaft beim LTE-Ausbau in China mit dem Excellent Core Partner-Award gewürdigt. Zum anderen hat der Konzern den Excellent Quality Award erhalten. Supplier Gold Award von Midea Für seine IGBTs für den Einsatz in Haushaltsgeräten hat Infineon innerhalb einer Gruppe von zehn Preisträgern als einziger Halbleiterhersteller den Supplier Gold Award von Midea in China überreicht bekommen. Dezember 2014 Ericsson Supply Excellence Award 2014 Ericsson hat Infineon den Supply Excellence Award für hervorragende Liefertreue und Lieferqualität im Kalenderjahr 2014 verliehen. National Occupational Safety and Health Excellence Award 2014 Für seine kontinuierlichen Bemühungen, die Arbeitssicherheit in seinen Fertigungsstätten zu erhöhen, hat der Arbeitsminister von Malaysia, Yang Berhormat Dato' Sri Richard Riot Anak Jaem, Infineon mit dem National Occupational Safety and Health Excellence Award 2014 ausgezeichnet. GSA zeichnet Infineon als Outstanding EMEA Semiconductor Company aus Mit dem Preis, den Infineon im Dezember 2014 erhalten hat, zeichnet die Global Semiconductor Alliance (GSA) Halbleiterunternehmen in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) aus, die sich bei Produkten, Visionen, Leadership und Markterfolg als Stärkste erwiesen haben. Zu den Mitgliedern der GSA zählen Unternehmen entlang der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette aus 30 Ländern. Januar 2015 Green Label für Versand und Transport Beim Versand und Transport seiner Produkte achtet Infineon darauf, den Brennstoffverbrauch und damit Kosten und CO2 -Emissionen zu reduzieren. Für die Einführung umweltfreundlicher Praktiken ist das Unternehmen durch Green Freight Asia, eine gemeinnützige Vereinigung mit Sitz in Singapur, mit dem Green Label ausgezeichnet worden. Zwei Awards vom Automobilhersteller BYD Das chinesische Unternehmen BYD hat Infineon mit dem Excellent Supplier Award 2014 als zuverlässigsten Halbleiterlieferanten und ebenfalls mit dem Technical Support Award 2014 für die für BYD individuell maßgeschneiderten IGBT-Module für den Einsatz in Elektro- und Hybridfahrzeugen ausgezeichnet. Februar 2015 Gold-Status von Ecovadis Ecovadis, eine unabhängige Ratingagentur für die Prüfung der Nachhaltigkeit von Lieferanten, hat Infineon hinsichtlich ökologischer, sozialer, ethischer und finanzieller Einflussfaktoren untersucht und mit dem Status "Gold" ausgezeichnet. März 2015 Best Quality Award von Xiaomi Anlässlich der 2015 Annual Supplier-Tage des chinesischen Mobiltelefonherstellers Xiaomi erhielt Infineon zum ersten Mal den Best Quality Award. April 2015 Excellent Quality Award von Toyota Für die Belieferung von Toyota mit Produkten von konstant herausragender Qualität über viele Jahre wurde Infineon im April 2015 mit dem Excellent Quality Award ausgezeichnet. Der Preis wurde von Toyotas größter Autofabrik, dem Werk Hirose (Japan), verliehen. Juni 2015 Distinguished Partners in Progress Award Für seine wichtige Rolle bei der Schaffung von Jobs und Wertschöpfung in Singapur in den vergangenen 45 Jahren wurde Infineon vom Finanzminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten Tharman Shanmugaratnam mit dem Distinguished Partners in Progress Award ausgezeichnet. Der exklusive Kreis der Award-Gewinner umfasst bisher nur 33 Unternehmen. Juli 2015 Global Player Award Im Rahmen des Exporttages 2015 wurde Infineon vom österreichischen Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und dem Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, für seine gelungene Internationalisierung mit dem Global Player Award ausgezeichnet. Auszeichnung für Radar-Chips von Bosch Bereits zum fünften Mal wurde Infineon von Bosch als hervorragender Zulieferer ausgezeichnet. In diesem Jahr erhielt das Unternehmen den Preis für Innovation für sein Radarsystem, das Sender und Empfänger auf nur einem Chip in einem Gehäuse vereint. Bosch setzt das System zur Abstandsmessung für adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung, Notbremsungen und einen Stau-Assistenten ein. September 2015 Infineon als einziges europäisches Halbleiterunternehmen im Dow Jones Sustainability World Index gelistet Infineon wurde das sechste Jahr in Folge als Mitglied im Dow Jones Sustainability Index bestätigt. Zusätzlich wurde Infineon erstmals und als einziges europäisches Halbleiterunternehmen auch in den Welt-Index aufgenommen. Damit gehört Infineon zu den nachhaltigsten 10 Prozent der Halbleiterunternehmen weltweit. Im Januar 2015 wurde des Weiteren das Listing im Sustainability Yearbook bestätigt. Hier sind nur die besten 15 Prozent der nachhaltigsten Unternehmen der Welt vertreten. Nominierung für Deutschen Zukunftspreis 2015 Als eines von drei Technologieprojekten aus insgesamt 24 Vorschlägen wurden die Radar-Chips von Infineon für den Deutschen Zukunftspreis 2015, den Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation, nominiert. Durch die Verwendung von Silizium und Siliziumgermanium anstelle von Galliumarsenid sowie eines innovativen Gehäuses (siehe Auszeichnung für Radar-Chips von Bosch) wurden die Kosten für Radarsysteme so gesenkt, dass diese nun zunehmend auch in Fahrzeugen unterhalb der Premiumklasse eingesetzt werden. Hierdurch erhöht sich die Sicherheit im Straßenverkehr deutlich. Unser Geschäftsjahr 2015 Geschäftsentwicklung des Konzerns Darstellung der Ertragslage Posten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung scroll € in Millionen, außer Ergebnis je Aktie 2015 2014 Umsatzerlöse 5.795 4.320 Bruttoergebnis vom Umsatz 2.080 1.647 Forschungs- und Entwicklungskosten - 717 - 550 Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten - 778 - 496 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen, Saldo - 30 - 76 Betriebsergebnis 555 525 Finanzergebnis (Finanzerträge und -aufwendungen, Saldo) - 39 - 9 Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 4 3 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 102 - 31 Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 622 488 Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12 47 Konzernjahresüberschuss 634 535 Ergebnis je Aktie (in Euro) - unverwässert 0,56 0,48 Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert 0,56 0,48 Bereinigtes Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert 0,60 0,48 Konzernjahresüberschuss und bereinigtes Ergebnis je Aktie deutlich verbessert Im Geschäftsjahr 2015 hat sich der Konzernjahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr um €99 Millionen auf €634 Millionen verbessert. Die positive Geschäftsentwicklung von Infineon, die Akquisition von International Rectifier sowie der starke US-Dollar im Geschäftsjahr 2015 ließen die Umsatzerlöse um 34 Prozent steigen. Der Ergebnisbeitrag durch den Umsatzanstieg wurde in Summe durch höhere Aufwendungen aufgrund des starken US-Dollars sowie hoher akquisitionsbedingter Aufwendungen von €274 Millionen (insbesondere Ergebniseffekte aus der Kaufpreisallokation und Aufwendungen im Zusammenhang mit der Integration) für International Rectifier nahezu ausgeglichen. Aufgrund der Neueinschätzung und Wertaufholung bei den aktiven latenten Steuern aus Verlustvorträgen in Höhe von €209 Millionen erzielten wir einen Steuerertrag in Höhe von €102 Millionen. Das Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) liegt mit €0,56 je Aktie entsprechend über dem Ergebnis je Aktie des Vorjahres (Vorjahr: €0,48). Das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) konnte von €0,48 auf €0,60 je Aktie deutlich verbessert werden (zur Ermittlung siehe "Bereinigtes Ergebnis je Aktie deutlich verbessert" in diesem Kapitel). Deutlicher Anstieg der Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2015 um €1.475 Millionen auf €5.795 Millionen (Vorjahr: €4.320 Millionen). Aufgrund der weiterhin positiven Entwicklung des Halbleitermarktes, der weiteren Gewinnung von Marktanteilen durch organisches Wachstum sowie durch die Akquisition von International Rectifier (International Rectifier trug mit €682 Millionen zum Umsatzwachstum bei) und der Stärke des US-Dollars konnten alle vier operativen Segmente die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr steigern: Automotive (Anstieg um 20 Prozent beziehungsweise €386 Millionen), Industrial Power Control (Anstieg um 24 Prozent beziehungsweise €188 Millionen), Power Management & Multimarket (Anstieg um 69 Prozent beziehungsweise €733 Millionen) und Chip Card & Security (Anstieg um 35 Prozent beziehungsweise €172 Millionen) (siehe ausführlich in den entsprechenden Abschnitten zu den einzelnen Segmenten im Kapitel "Die Segmente"). Aus Unternehmensveräußerungen ergaben sich im Geschäftsjahr 2015 - wie im Vorjahr -keine Effekte auf die Umsatzerlöse. Stärke des US-Dollars führt zu deutlich positivem Währungseffekt bei den Umsatzerlösen Ein Großteil der Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2015 ist in Fremdwährungen angefallen. Umsatzerlöse in US-Dollar haben daran den größten Anteil. Im Jahresdurchschnitt veränderte sich der Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,36 im Vorjahr auf 1,14 im Geschäftsjahr 2015. Entsprechend waren die Effekte der US-Dollar-Wechselkursentwicklung - auch durch das höhere Volumen - auf die Umsatzerlöse hoch. Über alle Währungen und das gesamte Geschäftsjahr hinweg gesehen, trug der Währungseffekt in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags zum Umsatzanstieg bei. Der Währungseffekt im Vergleich zum Vorjahr wird ermittelt, indem auf die Umsätze des aktuellen Geschäftsjahres die jeweiligen durchschnittlichen Wechselkurse des vorherigen Geschäftsjahres angewendet werden. scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2015 2014 Umsatzerlöse 5.795 4.320 Prozentuale jährliche Veränderung 34 % 12 % Weiter zunehmende Bedeutung von Asien-Pazifik scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2015 2014 Europa, Naher Osten, Afrika 2.020 35 % 1.707 39 % Darin: Deutschland 942 16 % 859 20 % Asien-Pazifik (ohne Japan) 2.666 46 % 1.845 43 % Darin: China 1.337 23 % 868 20 % Japan 399 7 % 284 7 % Amerika 710 12 % 484 11 % Darin: USA 568 10 % 367 8 % Gesamt 5.795 100 % 4.320 100 % Zum Umsatzwachstum trugen im Geschäftsjahr 2015 alle Regionen bei. Durch die Akquisition von International Rectifier wurde der Marktzugang zu China und den USA deutlich gestärkt, was sich in einem überproportionalen Wachstum in diesen Ländern auswirkte. Bei einem Umsatzanstieg von €1.475 Millionen gegenüber dem Vorjahr entfiel mit €821 Millionen mehr als die Hälfte des Umsatzwachstums (56 Prozent) auf die Region Asien-Pazifik (ohne Japan), gefolgt von der Region Europa, Naher Osten und Afrika mit einem Anstieg von €313 Millionen (entspricht 21 Prozent des Umsatzanstiegs). In der Region Amerika, und dort insbesondere in den USA, dem wichtigsten Zentrum für Innovationen, betrug die Umsatzsteigerung €226 Millionen (entspricht 15 Prozent des Umsatzanstiegs). War die Region Asien-Pazifik (ohne Japan) bereits im Vorjahr mit 43 Prozent die nach Umsatz größte Region vor Europa, Naher Osten und Afrika mit 39 Prozent, so erhöhte sich die Bedeutung im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter. Asien-Pazifik (ohne Japan) repräsentierte nun 46 Prozent vom Umsatz vor Europa, Naher Osten und Afrika mit 35 Prozent. Damit haben die beiden Regionen zusammen einen Umsatzanteil von 81 Prozent (Vorjahr: 82 Prozent) und stellen damit weiterhin die größten Absatzmärkte für Infineon dar. Innerhalb der Region Asien-Pazifik (ohne Japan) wies China mit einem Anteil von €1.337 Millionen (23 Prozent) den höchsten Umsatz auf Länderebene aus. Deutschland liegt mit €942 Millionen (16 Prozent) auf Position 2. Dennoch wird Deutschland als Technologie- und Innovationsstandort für Automobil- und Industrieelektronik weiterhin eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung neuer Produkte und Lösungen sowie als Absatzmarkt spielen. Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz weiterhin auf hohem Niveau Gegenüber dem Vorjahr ist das Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz (Book-to-Bill-Ratio) mit 1,11 (Vorjahr: 1,12) nahezu unverändert und befindet sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Im Geschäftsjahr 2015 ist der Auftragseingang von €4.857 Millionen um 32 Prozent auf €6.421 Millionen, bedingt durch organisches Wachstum, die Stärke des US-Dollars und die Akquisition von International Rectifier, angestiegen. Rückgang der Bruttomarge Die Umsatzkosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf €3.715 Millionen; dies ist ein Anstieg von €1.042 Millionen oder 39 Prozent verglichen mit €2.673 Millionen im Geschäftsjahr 2014. Die Umsatzkosten enthalten vor allem: ― Materialkosten - insbesondere für Rohwafer, ― Personalkosten, ― Abschreibungen, ― Gemeinkosten einschließlich solcher für die Wartung der Produktionsanlagen, Betriebsstoffe und Lizenzgebühren, ― Kosten der Auftragsfertigung, für Zulieferer von Montage und Tests sowie ― Kosten der Fertigungsunterstützung inklusive Gebäudeflächen, Versorgungsanlagen, Qualitätskontrolle und Leitungsfunktionen. Zusätzlich zu den umsatzbezogenen Faktoren werden die Umsatzkosten beeinflusst durch: ― die Auslastung der Fertigungsstätten und damit verbundene Leerstandskosten, ― Abschreibung erworbener und selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte, ― Produktgarantieleistungen, ― Vorratsrisiken, ― Zulagen und Zuschüsse der öffentlichen Hand, die über die wirtschaftliche Restnutzungsdauer der Fertigungsanlagen realisiert werden, sowie ― Effekte aus der Kaufpreisallokation von International Rectifier. Das Bruttoergebnis vom Umsatz (Umsatzerlöse, abzüglich Umsatzkosten) belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf €2.080 Millionen und verbesserte sich um €433 Millionen oder 26 Prozent gegenüber €1.647 Millionen im Geschäftsjahr 2014 und damit unterproportional zur Umsatzsteigerung von 34 Prozent. Die Bruttomarge verringerte sich demgemäß im Geschäftsjahr 2015 auf 35,9 Prozent gegenüber 38,1 Prozent im Geschäftsjahr 2014. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr trotz Umsatzsteigerung sowie positiver Effekte aufgrund des starken US-Dollars ist vor allem auf die größtenteils in den Umsatzkosten berücksichtigten Ergebniseffekte aus der Kaufpreisallokation sowie akquisitionsbedingten Aufwendungen für International Rectifier in Höhe von €143 Millionen zurückzuführen (insbesondere höhere Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die im Rahmen der Kaufpreisallokation zu beizulegenden Zeitwerten bewertet wurden, sowie zusätzliche Aufwendungen aus dem Verbrauch von ebenfalls zu Marktwerten bewerteten Vorräten). Darüber hinaus wurde weiter in die Produktion investiert, um die Basis für langfristiges Wachstum zu schaffen. Teile der Umsatzkosten fallen in fremder Währung an und gleichen Währungseffekte auf die Umsatzerlöse teilweise aus. Im Geschäftsjahr 2015 wirkten sich Währungseffekte im unteren dreistelligen Millionenbereich positiv auf das Bruttoergebnis vom Umsatz aus. scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2015 2014 Umsatzkosten 3.715 2.673 Prozentuale jährliche Veränderung 39 % 6 % Prozent vom Umsatz 64,1 % 61,9 % Bruttoergebnis vom Umsatz 2.080 1.647 Prozent vom Umsatz (Bruttomarge) 35,9 % 38,1 % Akquisitionsbedingte sowie integrationsbedingte Aufwendungen führen zu höheren Betriebskosten Bei den Betriebskosten (Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten) war im Geschäftsjahr 2015 ein Anstieg um €449 Millionen auf €1.495 Millionen zu verzeichnen (Vorjahr: €1.046 Millionen). Damit betrugen die Betriebskosten 25,8 Prozent vom Umsatz (Vorjahr: 24,2 Prozent). Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E-Kosten) Die F&E-Kosten umfassen vor allem Personalkosten, Materialkosten, Abschreibungen und Kosten für die Instandhaltung der Laboreinrichtungen, die für F&E-Projekte benötigt werden. Zu den F&E-Projekten zählen Projekte zur Technologie- sowie zur Produktentwicklung. In den Kosten für F&E sind ebenfalls Kosten Dritter für Leistungen bei der Technologie- und Produktentwicklung sowie Kosten aus Vereinbarungen über die Entwicklung von gemeinsamen Technologien und Produkten mit Partnern enthalten. Vereinnahmte Zulagen und Zuschüsse zu F&E-Projekten sowie aktivierte Entwicklungskosten mindern die ausgewiesenen F&E-Kosten. scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2015 2014 Forschungs- und Entwicklungskosten 717 550 Prozentuale jährliche Veränderung 30 % 5 % Prozent vom Umsatz 12,4 % 12,7 % Darin berücksichtigte Zulagen und Zuschüsse 59 66 Prozent vom Umsatz 1,0 % 1,5 % Nachrichtlich: Aktivierte Entwicklungskosten 100 92 Prozent der Forschungs- und Entwicklungskosten 13,9 % 16,7 % Die F&E-Kosten sind mit €717 Millionen im Geschäftsjahr 2015 im Vergleich zu €550 Millionen im Geschäftsjahr 2014 um €167 Millionen gestiegen. Damit beliefen sie sich auf 12,4 Prozent (Vorjahr: 12,7 Prozent) vom Umsatz und befinden sich damit, bedingt durch Skaleneffekte aufgrund des gestiegenen Umsatzes im Geschäftsjahr 2015, weiterhin planmäßig im Zielkorridor eines unteren bis mittleren Zehnerbereichs vom Umsatz. Der absolute Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der Integration von International Rectifier. Des Weiteren wurden, um die Grundlage für künftiges Wachstum zu schaffen, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten intensiviert und weitere Mitarbeiter eingestellt. Zum 30. September 2015 waren im Bereich Forschung und Entwicklung (inklusive der Mitarbeiter von International Rectifier) 5.778 Mitarbeiter beschäftigt (30. September 2014: 4.822). Einkommenssteigerungen trugen gleichfalls zum Anstieg der Forschungs- und Entwicklungskosten bei. Die vereinnahmten Zulagen und Zuschüsse für Forschung und Entwicklung haben sich mit €59 Millionen gegenüber dem Vorjahr (€66 Millionen) verringert. Die aktivierten Entwicklungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf €100 Millionen gegenüber €92 Millionen im Vorjahr. Die wesentlichen F&E-Aktivitäten im Geschäftsjahr 2015 werden im Kapitel "Forschung & Entwicklung" näher erläutert. Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten Die Vertriebskosten umfassen Sachkosten und Personalkosten für die Mitarbeiter des Vertriebs und des Marketings, Kosten für Kundenmuster, Verkaufsförderungsmaßnahmen und Marketingaufwendungen. Die allgemeinen Verwaltungskosten beinhalten die Personalkosten der Mitarbeiter in der Verwaltung, nicht produktionsbezogene Gemeinkosten, Beratungshonorare, Rechtsanwaltskosten, andere Honorare für externe Dienstleister sowie Effekte aus der Kaufpreisallokation und Integrationsaufwendungen im Zusammenhang mit der Akquisition von International Rectifier. scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2015 2014 Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 778 496 Prozentuale jährliche Veränderung 57 % 13 % Prozent vom Umsatz 13,4 % 11,5 % Mit 13,4 Prozent des Umsatzes erhöhten sich die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten gegenüber dem Vorjahr (11,5 Prozent). Absolut erhöhten sich die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten um €282 Millionen auf €778 Millionen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der erstmaligen Berücksichtigung von International Rectifier, Ergebniseffekten aus der Kaufpreisallokation, angefallenen Integrationsaufwendungen im Zusammenhang mit der Akquisition, Einkommenssteigerungen sowie aus Aufwendungen in Verbindung mit dem Ausbau der Vertriebsorganisation. Ohne Ergebniseffekte aus der Kaufpreisallokation sowie Integrationsaufwendungen waren die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten in etwa auf dem Niveau der prozentualen Quote des Vorjahres. Marketingaufwendungen für Werbung und Messeauftritte haben aufgrund unserer Vertriebs- und Kundenstruktur lediglich einen unwesentlichen Umfang. Rückgang des negativen Saldos der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen auf minus €30 Millionen Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen weisen im Geschäftsjahr 2015 einen Saldo von minus €30 Millionen auf. Im Vorjahr betrug dieser minus €76 Millionen. Der Rückgang des negativen Saldos ist vor allem auf die im Vorjahr enthaltene Kartellstrafe im Chipkarten-Kartellverfahren mit €83 Millionen zurückzuführen. Gegenläufig wirkten höhere Wertberichtigungen und Restrukturierungsaufwendungen. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind unter anderem Aufwendungen im Zusammenhang mit der Einstellung des im Rahmen der Akquisition von International Rectifier erworbenen Fertigungsbetriebs Techview in Singapur in Höhe von €19 Millionen enthalten. Diese betreffen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Restrukturierungsrückstellung (€9 Millionen) sowie Wertberichtigungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (€10 Millionen). In den sonstigen betrieblichen Erträgen ist der Gewinn in Höhe von €9 Millionen aus dem Verkauf des Großteils der von Qimonda erworbenen Patente an Polaris Innovations Limited (Irland), eine Tochtergesellschaft der Wi-Lan Inc. (Kanada), beziehungsweise Samsung Electronics Ltd. (Korea) enthalten. Weitere Details zu den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen finden sich im Konzernanhang unter Nr. 7. Aufnahme von zusätzlichem Fremdkapital senkt Finanzergebnis Das Finanzergebnis (Saldo aus Finanzerträgen und Finanzaufwendungen) betrug im Geschäftsjahr 2015 minus €39 Millionen und verschlechterte sich damit um €30 Millionen gegenüber minus €9 Millionen im Vorjahr vor allem aufgrund höherer Finanzaufwendungen. Die zur Finanzierung der Kaufpreiszahlung für die Akquisition von International Rectifier eingegangene Fremdkapitalfinanzierung von circa €1,6 Milliarden führte zu höheren Finanzaufwendungen. Die Finanzerträge blieben - trotz des Rückgangs der Brutto-Cash-Position (siehe "Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position" im Kapitel "Darstellung der Finanzlage") und nur minimaler Verzinsung der Liquidität - durch Erträge aus dem Verkauf von Wertpapieren mit €10 Millionen unverändert gegenüber dem Vorjahr (€10 Millionen). Steuerertrag aufgrund Neueinschätzung aktiver latenter Steuern Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind im Geschäftsjahr 2015, wie im Vorjahreszeitraum, durch ausländische Steuersätze, nicht abzugsfähige Aufwendungen, Steuervergünstigungen und Änderungen der Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern beeinflusst. Bei einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von €520 Millionen ergab sich aufgrund Wertaufholungen bei den aktiven latenten Steuern ein Ertrag aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von €102 Millionen. Im Vorjahr ergab sich ein Ertragsteueraufwand von €31 Millionen bei einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von €519 Millionen. Die Neueinschätzung der Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern, die im Wesentlichen aus steuerlichen Verlustvorträgen resultieren, beziehungsweise die tatsächliche Nutzung von unberücksichtigten Steuervorteilen führten im abgelaufenen Geschäftsjahr zu Wertaufholungen bei den aktiven latenten Steuern aus Verlustvorträgen in Höhe von €209 Millionen. Darüber hinaus wirkten sich im Geschäftsjahr 2015 die Aufwendungen aus der Kaufpreisallokation im Zusammenhang mit der Akquisition von International Rectifier im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus, die zu entsprechenden latenten Steuererträgen führten. Für weitere Erläuterungen hinsichtlich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag siehe im Konzernanhang unter Nr. 9. Positives Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, setzt sich wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 2015 2014 Qimonda 12 29 Wireline-Communications-Geschäft - 10 Mobilfunkgeschäft - 8 Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12 47 Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf €12 Millionen gegenüber €47 Millionen im Vorjahr. Von den Rückstellungen für Risiken aus der Qimonda-Insolvenz konnten im Geschäftsjahr 2015 €12 Millionen ertragswirksam aufgelöst werden. Bezüglich der Risiken aus der Qimonda-Insolvenz wird auf den Konzernanhang unter Nr. 32 "Rechtliche Risiken" verwiesen. Weitere Erläuterungen zum Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, finden sich im Konzernanhang unter Nr. 4. Höheres Ergebnis je Aktie Der Konzernjahresüberschuss lag im Geschäftsjahr 2015 mit €634 Millionen über dem Vorjahresniveau von €535 Millionen. Der beschriebene Anstieg des Konzernjahresüberschusses führte zu einem entsprechenden Anstieg des Ergebnisses je Aktie (unverwässert und verwässert) von jeweils €0,48 im Vorjahr auf jeweils €0,56 je Aktie im Geschäftsjahr 2015. Bereinigtes Ergebnis je Aktie deutlich verbessert Das Ergebnis je Aktie gemäß IFRS wird sowohl durch Effekte aus der Kaufpreisallokation für Akquisitionen (insbesondere International Rectifier) als auch durch weitere Sondersachverhalte beeinflusst. Um die Vergleichbarkeit der operativen Performance im Zeitablauf zu erhöhen, ermittelt Infineon das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) wie folgt: scroll € in Millionen (wenn nicht anders angegeben) 2015 2014 Konzernjahresüberschuss aus fortgeführten Aktivitäten, zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - verwässert 620 491 Zuzüglich/Abzüglich: Wertaufholungen/Wertminderungen von Vermögenswerten und von zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten, Saldo 31 3 Ergebniseffekte aus Umstrukturierungen und Schließungen, Saldo 13 8 Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen 6 6 Akquisitionsbedingte Abschreibungen und sonstige Aufwendungen 274 8 Gewinne (Verluste) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften, Saldo 2 - 2 Sonstige Erträge und Aufwendungen, Saldo 16 72 Steuereffekt auf Bereinigungen - 73 1 Wertaufholung beziehungsweise Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern, die aus der jährlich zu aktualisierenden Ertragsprognose resultieren - 209 - 48 Bereinigter Konzernjahresüberschuss aus fortgeführten Aktivitäten, zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG - verwässert 680 539 Gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien - verwässert 1.125,3 1.123,0 Bereinigtes Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert1 0,60 0,48 1 Die Berechnung des bereinigten Ergebnisses je Aktie basiert auf ungerundeten Werten. Der bereinigte Konzernjahresüberschuss und das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) sind kein Ersatz oder keine höherwertigen Kennzahlen, sondern stets als zusätzliche Information zu dem nach IFRS ermittelten Konzernjahresüberschuss beziehungsweise Ergebnis je Aktie (verwässert) aufzufassen. Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie nach IFRS ist im Konzernanhang unter Nr. 10 "Ergebnis je Aktie" dargestellt. Darstellung der Vermögenslage scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2015 2014 Veränderung Kurzfristige Vermögenswerte 4.115 3.934 5 % Langfristige Vermögenswerte 4.626 2.504 85 % Summe Vermögenswerte 8.741 6.438 36 % Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.585 1.603 - 1 % Langfristige Verbindlichkeiten 2.491 677 268 % Summe Verbindlichkeiten 4.076 2.280 79 % Summe Eigenkapital 4.665 4.158 12 % Bilanzkennzahlen: Gesamtkapitalrendite1 7,3 % 8,3 % Eigenkapitalquote2 53,4 % 64,6 % Eigenkapitalrendite3 13,6 % 12,9 % Verschuldungsgrad4 38,4 % 4,5 % Vorratsintensität5 12,9 % 11,0 % RoCE6 12,8 % 20,3 % 1 Gesamtkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss/Summe Vermögenswerte 2 Eigenkapitalquote = Eigenkapital/Summe Vermögenswerte 3 Eigenkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss/Eigenkapital 4 Verschuldungsgrad = (langfristige + kurzfristige Finanzverbindlichkeiten)/Eigenkapital 5 Vorratsintensität = Vorräte (netto)/Summe Vermögenswerte 6 Ermittlung siehe nachfolgenden Abschnitt betreffend RoCE Bilanzsumme durch Akquisition von International Rectifier deutlich gestiegen Gegenüber dem 30. September 2014 stieg die Bilanzsumme um €2.303 Millionen von €6.438 Millionen auf €8.741 Millionen vor allem aufgrund der Akquisition von International Rectifier. Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um €181 Millionen und die langfristigen Vermögenswerte um €2.122 Millionen. Auf der Passivseite erhöhten sich die Verbindlichkeiten um €1.796 Millionen. Das Eigenkapital erhöhte sich in Summe um €507 Millionen. Damit einhergehend veränderten sich die Bilanzrelationen: Vor allem die Aufnahme von Fremdkapital zur teilweisen Finanzierung der Akquisition von International Rectifier führte zu einem Anstieg des Verschuldungsgrads auf 38,4 Prozent, wohingegen sich die Eigenkapitalquote auf 53,4 Prozent verringerte. Entsprechend veränderten sich die Renditekennziffern: Die Gesamtkapitalrendite und der RoCE sanken trotz verbesserter Ergebnissituation auf 7,3 Prozent (Vorjahr: 8,3 Prozent) und 12,8 Prozent (Vorjahr: 20,3 Prozent), wohingegen die Eigenkapitalrendite im Geschäftsjahr 2015 sich auf 13,6 Prozent (Vorjahr: 12,9 Prozent) erhöhte. Geringfügiger Anstieg bei den kurzfristigen Vermögenswerten Die kurzfristigen Vermögenswerte sind zum 30. September 2015 um 5 Prozent auf €4.115 Millionen gestiegen, verglichen mit €3.934 Millionen zum 30. September 2014. Infineons Brutto-Cash-Position (Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Finanzinvestments) ging um €405 Millionen zurück (siehe "Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position" im Kapitel "Darstellung der Finanzlage"). Demgegenüber erhöhten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Vorräte in Summe um €583 Millionen im Zuge des organischen Umsatzwachstums der Segmente, aufgrund der Akquisition von International Rectifier und währungsbedingt. Langfristige Vermögenswerte erhöhen sich im Zuge der Akquisition von International Rectifier Bei den langfristigen Vermögenswerten ist ein Anstieg um €2.122 Millionen (85 Prozent) von €2.504 Millionen zum 30. September 2014 auf €4.626 Millionen zum 30. September 2015 überwiegend aufgrund der Akquisition von International Rectifier und des Ausbaus der Fertigungen zu verzeichnen. Auf Basis der vorläufigen Kaufpreisallokation (siehe im Konzernanhang unter Nr. 3 "Akquisitionen") ergab sich zum Erwerbszeitpunkt ein Geschäfts- oder Firmenwert von €729 Millionen, der sich währungsbedingt zum 30. September 2015 auf €778 Millionen erhöhte. Übrige im Rahmen der Akquisition von International Rectifier erworbene immaterielle Vermögenswerte, wie zum Beispiel Kundenbeziehungen oder Technologien, wurden zum Erwerbszeitpunkt mit €701 Millionen, übernommene Sachanlagen mit €379 Millionen bewertet. Die übrigen Investitionen in Sachanlagevermögen und in immaterielle Vermögenswerte im Geschäftsjahr 2015 betrugen in Summe €785 Millionen. Investiert wurde vor allem in die Fertigungsstätten in Deutschland (vor allem Regensburg und Dresden), Malaysia (Malakka und Kulim) und Österreich (Villach). Die planmäßigen Abschreibungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf €760 Millionen. Die aktiven latenten Steuern erhöhten sich um €226 Millionen auf €604 Millionen (30. September 2014: €378 Millionen) vor allem aufgrund von Wertaufholungen auf aktive latente Steuern aus Verlustvorträgen (siehe Konzernanhang unter Nr. 9 "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag"). Kurzfristige Verbindlichkeiten nahezu unverändert Zum 30. September 2015 lagen die kurzfristigen Verbindlichkeiten bei €1.585 Millionen, €18 Millionen (1 Prozent) niedriger als zum 30. September 2014 (€1.603 Millionen). Die kurzfristigen Rückstellungen verringerten sich im Geschäftsjahr 2015 um €188 Millionen. Die kurzfristigen Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda gingen um €265 Millionen zurück, vorrangig aufgrund der Zahlungen an den Insolvenzverwalter von Qimonda für den geschlossenen Teilvergleich (siehe im Konzernanhang unter Nr. 32 "Rechtliche Risiken"). Die kurzfristigen Rückstellungen für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern erhöhten sich um €88 Millionen, insbesondere da die Neubildung für das Geschäftsjahr 2015 die getätigten Zahlungen der erfolgsabhängigen Mitarbeitervergütung für das Vorjahr überstieg. Neben den kurzfristigen Rückstellungen verringerten sich die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten um €36 Millionen unter anderem wegen eines vorrangig durch die Akquisition von International Rectifier bedingten Anstiegs der Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern von €62 Millionen. Dem steht ein Rückgang durch die - obgleich der zwischenzeitlich eingelegten Klage von Infineon - erfolgte Zahlung von €83 Millionen im Zusammenhang mit der von der Europäischen Kommission ("EU-Kommission") verhängten Geldbuße entgegen (siehe im Konzernanhang unter Nr. 32 "Rechtliche Risiken"). Dem beschriebenen Rückgang der kurzfristigen Rückstellungen und sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten von in Summe €224 Millionen steht ein Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von €154 Millionen auf €802 Millionen gegenüber (30. September 2014: €648 Millionen). Dieser Anstieg ist einerseits in den durch International Rectifier hinzugekommenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen begründet und andererseits bedingt durch höheres Geschäftsvolumen sowie höhere Investitionen. Fremdkapitalaufnahme zur Finanzierung der Akquisition von International Rectifier erhöht die langfristigen Verbindlichkeiten Die langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich zum 30. September 2015 um €1.814 Millionen auf €2.491 Millionen (30. September 2014: €677 Millionen). Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen zum 30. September 2015 um €1.609 Millionen auf €1.760 Millionen (30. September 2014: €151 Millionen) durch die im Zusammenhang mit der Akquisition von International Rectifier vorgenommene Fremdkapitalfinanzierung (siehe im Konzernanhang unter Nr. 22 "Finanzverbindlichkeiten"). Im Geschäftsjahr 2015 stieg der Anteil der in US-Dollar gehaltenen Finanzverbindlichkeiten durch ein Darlehen in Höhe von US$934 Millionen auf 46 Prozent (Vorjahr: 0 Prozent). Entsprechend ging der Anteil der Finanzverbindlichkeiten in Euro auf 53 Prozent (Vorjahr: 92 Prozent) zurück. Die Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten werden im Konzernanhang unter Nr. 22 "Finanzverbindlichkeiten" erläutert. Die passiven latenten Steuern erhöhten sich um €142 Millionen auf €147 Millionen vor allem aufgrund der im Rahmen der Kaufpreisallokation vorgenommenen Anpassung der Buchwerte der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von International Rectifier auf beizulegende Zeitwerte. Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erhöhten sich um €47 Millionen auf €426 Millionen (30. September 2014: €379 Millionen), hauptsächlich aufgrund versicherungsmathematischer Verluste von €27 Millionen. Eigenkapital durch Konzernjahresüberschuss und Währungseffekte gestiegen Das Eigenkapital ist zum 30. September 2015 um €507 Millionen (12 Prozent) auf €4.665 Millionen gestiegen (30. September 2014: €4.158 Millionen). Neben dem im Geschäftsjahr 2015 erzielten Konzernjahresüberschuss von €634 Millionen führten auch Fremdwährungseffekte von €100 Millionen zu diesem Anstieg. Das Auslaufen von Put-Optionen auf eigene Aktien ohne Ausübung erhöhte das Eigenkapital um €40 Millionen. Gegenläufig wirkten die für das Geschäftsjahr 2014 gezahlte Dividende von €202 Millionen sowie versicherungsmathematische Verluste aus der Bewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von €27 Millionen nach Steuern. Vor allem bedingt durch die Fremdkapitalaufnahme für die Finanzierung der Akquisition von International Rectifier sank die Eigenkapitalquote zum 30. September 2015 auf 53,4 Prozent (30. September 2014: 64,6 Prozent). Rückgang beim RoCE durch Anstieg des eingesetzten Kapitals Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) verringerte sich im Geschäftsjahr 2015 auf 12,8 Prozent von 20,3 Prozent im Vorjahr. Vor allem bedingt durch die Akquisition von International Rectifier, aber auch durch den Rückgang der Rückstellungen für Qimonda erhöhte sich das eingesetzte Kapital von €2.452 Millionen zum 30. September 2014 auf €5.176 Millionen zum 30. September 2015. Die Steigerung des Betriebsergebnisses aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern von €497 Millionen im Vorjahr auf €664 Millionen im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte dies nicht ausgleichen. Der RoCE für die Geschäftsjahre 2015 und 2014 ermittelt sich wie folgt: scroll € in Millionen 2015 2014 Betriebsergebnis 555 525 Zuzüglich: Finanzerträge ohne Zinserträge1 4 - Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 4 3 Abzüglich: Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 102 - 31 Finanzaufwendungen ohne Zinsaufwendungen2 - 1 - Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern (1) 664 497 Aktiva 8.741 6.438 Abzüglich: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 673 - 1.058 Finanzinvestments - 1.340 - 1.360 Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte - - Summe kurzfristige Verbindlichkeiten - 1.585 - 1.603 Zuzüglich: Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 33 35 Zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten - - Eingesetztes Kapital (2) 5.176 2.452 RoCE (1)/(2) 12,8 % 20,3 % 1 Die Finanzerträge im Geschäftsjahr 2015 und 2014 betrugen €10 Millionen beziehungsweise €10 Millionen und enthielten €6 Millionen beziehungsweise €10 Millionen Zinserträge (siehe im Konzernanhang unter Nr. 8). 2 Die Finanzaufwendungen im Geschäftsjahr 2015 und 2014 betrugen €49 Millionen beziehungsweise €19 Millionen und enthielten €48 Millionen beziehungsweise €19 Millionen Zinsaufwendungen (siehe im Konzernanhang unter Nr. 8). Der angegebene RoCE wurde mit einem nicht um Sondereffekte bereinigten eingesetzten Kapital berechnet. Etwaige Beispiele für solche das eingesetzte Kapital mindernde Sondereffekte sind die sich aus der Qimonda-Insolvenz ergebenden Rückstellungen sowie im Vorjahr kurzfristige Verbindlichkeiten aus der Begebung von Put-Optionen auf eigene Aktien im Rahmen des Kapitalrückgewährprogramms. Darstellung der Finanzlage Cash-Flow scroll € in Millionen 2015 2014 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 957 988 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten - 2.593 - 272 Mittelzufluss/-abfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 1.363 - 179 Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten - 140 - 8 Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 413 529 Währungsumrechnungseffekte auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 28 2 Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 385 531 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten geringer als im Vorjahreszeitraum Im Geschäftsjahr 2015 lag der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten mit €957 Millionen um €31 Millionen unter dem Niveau des Vorjahres (€988 Millionen). Darin enthalten sind die Zahlung in Höhe von €104 Millionen für die Beilegung der Streitigkeiten um den Fortbestand der Nutzungsrechte an den Qimonda-Patenten und die Zahlung in Höhe von €83 Millionen an die EU-Kommission für die verhängte Geldbuße im Chipkarten-Kartellverfahren. Ausgehend von einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen, Zinsen und Ertragsteuern von €1.353 Millionen, wirkten ferner zahlungswirksame Veränderungen der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der nicht Qimonda betreffenden Rückstellungen, der sonstigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (ohne die Zahlung an die EU-Kommission) und der Vorräte von in Summe €104 Millionen reduzierend auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Ertragsteuerzahlungen beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf €93 Millionen. Im Vorjahr haben, ausgehend von einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen, Zinsen und Ertragsteuern von €1.045 Millionen, vor allem der Anstieg bei den Vorräten und den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von in Summe €147 Millionen sowie gezahlte Steuern vom Einkommen und Ertrag von €52 Millionen den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten belastet. Gegenläufig wirkten der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die Veränderung sonstiger Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von in Summe €173 Millionen. Darin enthalten war die von der EU-Kommission gegen Infineon verhängte Geldbuße in Höhe von €83 Millionen. Hoher Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten aufgrund der Akquisition von International Rectifier Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2015 belief sich auf €2.593 Millionen. Davon entfielen €1.869 Millionen nach Abzug übernommener Zahlungsmittel auf die Akquisition von International Rectifier (siehe im Konzernanhang unter Nr. 3 "Akquisitionen"). €646 Millionen wurden in Sachanlagen sowie €139 Millionen in immaterielle und sonstige Vermögenswerte investiert. Letztgenannter Posten beinhaltet einen Betrag von €21 Millionen für den Erwerb der Qimonda-Patente, die im Juli 2015 nahezu vollständig weiterveräußert wurden. Des Weiteren entfielen in Summe €14 Millionen auf den Erwerb von Anteilen der Schweizer Electronic AG, Schramberg (Deutschland) und der TTTech Computertechnik AG, Wien (Österreich). €57 Millionen wurden aus dem Verkauf von Sachanlagen und sonstigen Vermögenswerten erzielt. Darin enthalten sind €30 Millionen aus dem im Juli 2015 abgeschlossenen nahezu vollständigen Verkauf der Qimonda-Patente, die im Rahmen des mit dem Insolvenzverwalter von Qimonda geschlossenen Vergleichs im Oktober 2014 erworben worden waren. €18 Millionen wurden im Saldo aus dem Verkauf von Finanzinvestments erzielt, die im Wesentlichen Geldanlagen mit einer Laufzeit von drei bis zwölf Monaten sind und deren Veränderung keine Auswirkung auf die Brutto-Cash-Position hat, da diese neben den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten auch die Finanzinvestments umfasst. Im Vorjahr hatte der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten €272 Millionen betragen. Davon entfielen €567 Millionen auf Investitionen in Sachanlagen und €101 Millionen auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte. €7 Millionen wurden daneben nach Abzug der übernommenen Zahlungsmittel für die Aufstockung des Anteils an LSPS aufgewendet. Per saldo wurden €399 Millionen aus dem Verkauf von Finanzinvestments erzielt. Fremdkapitalaufnahme zur Finanzierung der Akquisition von International Rectifier führt zu einem Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten lag im Geschäftsjahr 2015 bei €1.363 Millionen. Zur Finanzierung der Akquisition von International Rectifier wurden im Januar 2015 die im August 2014 mit verschiedenen nationalen und internationalen Banken vereinbarten Kreditlinien gezogen. €800 Millionen davon wurden nach der Begebung von zwei nicht nachrangigen, unbesicherten Anleihen zum Gesamtnominalwert von €800 Millionen im März 2015 zurückgezahlt. Insgesamt führte dies im Berichtszeitraum zu einem Nettozahlungsmittelzufluss in Höhe von €1.584 Millionen. Daneben erfolgte die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2014 in Höhe von €202 Millionen. €15 Millionen wurden für den Erwerb der restlichen 33,6 Prozent der Anteile an LSPS verwendet. Im Vorjahr hatte der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten €179 Millionen betragen. Neben der Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2013 von €129 Millionen entfielen €35 Millionen auf getätigte Rückkäufe von Anteilen der 2014 fällig gewordenen Wandelanleihe. Netto €25 Millionen wurden zur Rückzahlung langfristiger Finanzverbindlichkeiten verwendet. Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten negativ aufgrund von Zahlungen im Rahmen des Qimonda-Teilvergleichs Der Mittelabfluss aus nicht fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2015 belief sich auf €140 Millionen. Davon entfallen nach Erstattung von Umsatzsteuerbeträgen €125 Millionen auf Zahlungen im Rahmen des mit dem Insolvenzverwalter von Qimonda geschlossenen Teilvergleichs. Diese Zahlungen beziehen sich auf die einvernehmliche Beendigung des Verfahrens zur insolvenzrechtlichen Anfechtung von konzerninternen Zahlungen, die Erledigung weiterer außergerichtlich geltend gemachter Anfechtungsansprüche und auf alle sonstigen Ansprüche des Insolvenzverwalters, solange diese nicht im Zusammenhang mit dem Verfahren zur angeblichen wirtschaftlichen Neugründung und Differenzhaftung sowie der Nachhaftung Qimonda Dresden stehen. Free-Cash-Flow Infineon berichtet die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelzufluss/-abfluss aus Investitionstätigkeit, jeweils aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow dient als zusätzliche Kenngröße, da Infineon einen Teil der Liquidität in Form von Finanzinvestments hält. Das bedeutet nicht, dass der so ermittelte Free-Cash-Flow für sonstige Ausgaben verwendet werden kann, da Dividenden, Schuldendienstverpflichtungen oder andere feste Auszahlungen noch nicht abgezogen sind. Der Free-Cash-Flow ist kein Ersatz oder höherwertige Kennzahl, sondern stets als zusätzliche Information zum Cash-Flow gemäß Konzern-Kapitalflussrechnung, zu anderen Liquiditätskennzahlen sowie sonstigen gemäß IFRS ermittelten Kennzahlen aufzufassen. Der Free-Cash-Flow beinhaltet nur Werte aus fortgeführten Aktivitäten und wird wie folgt aus der Konzern-Kapitalflussrechnung hergeleitet: scroll € in Millionen 2015 2014 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 957 988 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten - 2.593 - 272 Auszahlungen(+)/Einzahlungen(-) für Finanzinvestments, Saldo - 18 - 399 Free-Cash-Flow - 1.654 317 Akquisition von International Rectifier führt zu deutlich negativem Free-Cash-Flow Der Free-Cash-Flow betrug minus €1.654 Millionen im Geschäftsjahr 2015 im Vergleich zu einem positiven Free-Cash-Flow von €317 Millionen im Vorjahr. Davon entfallen €1.869 Millionen nach Abzug der übernommenen Zahlungsmittel auf die Akquisition von International Rectifier. Die Zahlungen an den Insolvenzverwalter von Qimonda abzüglich des Erlöses aus dem Verkauf der Qimonda-Patente und die Zahlungen an die EU-Kommission belasteten den Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten in Summe mit €178 Millionen. Ohne diese Sondereffekte hätte der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2015 €393 Millionen betragen. Der Free-Cash-Flow des Vorjahres lag bei €317 Millionen. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €988 Millionen überstieg die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von €668 Millionen. Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position Die folgende Tabelle stellt die Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position sowie die Finanzverbindlichkeiten dar. Da Infineon einen Teil der liquiden Mittel in Form von Finanzinvestments hält, die unter IFRS nicht als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente klassifiziert sind, berichtet Infineon die Brutto- und die Netto-Cash-Position, um Investoren die Liquiditätslage besser zu erläutern. Die Brutto- und die Netto-Cash-Position werden wie folgt aus der Konzern-Bilanz hergeleitet: scroll € in Millionen 30. September 2015 30. September 2014 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 673 1.058 Finanzinvestments 1.340 1.360 Brutto-Cash-Position 2.013 2.418 Abzüglich: Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 33 35 Langfristige Finanzverbindlichkeiten 1.760 151 Gesamte Finanzverbindlichkeiten 1.793 186 Netto-Cash-Position 220 2.232 Die Brutto-Cash-Position zum 30. September 2015 betrug €2.013 Millionen und lag damit um €405 Millionen niedriger im Vergleich zu €2.418 Millionen zum 30. September 2014. Neben dem bereits erläuterten negativen Free-Cash-Flow von €1.654 Millionen trugen die Dividendenzahlung von €202 Millionen und die unter den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesenen Zahlungen in Höhe von €140 Millionen im Zusammenhang mit der Qimonda-Insolvenz zu diesem Rückgang bei. Gegenläufig wirkten vor allem die Nettokreditaufnahme von €1.567 Millionen sowie positive Währungseffekte auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von €28 Millionen. Die Netto-Cash-Position, definiert als Brutto-Cash-Position abzüglich kurzfristiger und langfristiger Finanzverbindlichkeiten, ist zum 30. September 2015 trotz des durch die beschriebenen Belastungen deutlich negativen Free-Cash-Flows positiv und beträgt €220 Millionen (30. September 2014: €2.232 Millionen), nachdem sie unterjährig zum 31. März 2015 infolge der Kaufpreiszahlung für International Rectifier, der Dividendenzahlung, der Zahlungen an den Insolvenzverwalter und die EU-Kommission minus €176 Millionen betrug. Bereits zum 30. Juni 2015 hatte Infineon mit €49 Millionen wieder eine positive Netto-Cash-Position und damit sein Kapitalstrukturziel für die Netto-Cash-Position (siehe im Konzernanhang unter Nr. 25 "Kapitalmanagement") ein Quartal nach Abschluss der Akquisition von International Rectifier wieder erreicht. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen Prognosebericht Ist- und Zielwerte der Steuerungskennzahlen Die folgende Tabelle sowie die anschließenden Erläuterungen vergleichen für das abgelaufene Geschäftsjahr (GJ) die Ist-Werte der von Infineon verwendeten Steuerungskennzahlen mit den nach Abschluss der Akquisition von International Rectifier im Halbjahresfinanzbericht zum 31. März 2015 aktualisierten Prognosen und zeigen den Ausblick für das Geschäftsjahr 2016. Die Prognosen für das Geschäftsjahr 2016 enthalten die Finanzzahlen von International Rectifier für ein volles Geschäftsjahr. Die für das Geschäftsjahr 2015 gezeigten Ergebnisse berücksichtigen die Finanzzahlen von International Rectifier erst ab dem 13. Januar 2015, also dem Zeitpunkt des Abschlusses der Akquisition. Ergänzend sind in Spalte drei der Tabelle noch die ursprünglichen Prognosen für das Geschäftsjahr 2015 aus dem Geschäftsbericht 2014 dargestellt. Diese bezogen sich auf die erwartete Entwicklung des Infineon-Konzerns ohne Berücksichtigung der Finanzzahlen von International Rectifier: scroll € in Millionen, außer Prozentsätze Ist GJ 2014 Ursprüngliche Prognose GJ 2015 Prognose GJ 2015 vom 31.03.15 nach Integration von International Rectifier Ist GJ 2015 Ausblick GJ 2016 Hauptsteuerungs- kennzahlen Segmentergebnis-Marge 14,4 % in etwa 14 % (im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum) in etwa 15 % (im Mittel der Spanne für das Umsatzwachstum) 15,5 % in etwa 16 % (im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum) Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten 317 zwischen €0 und €100 Millionen zwischen minus €1,6 und minus €1,7 Milliarden - 1.654 zwischen €500 und €600 Millionen RoCE 20,3 % leichter Rückgang gegenüber Vorjahr deutlicher Rückgang gegenüber Vorjahr 12,8 % leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr Ergänzende Steuerungskennzahlen Wachstums- und Rentabilitätskennzahlen Umsatzveränderung gegenüber Vorjahr 12 % Anstieg um 8 % plus/minus 2 Prozentpunkte Anstieg um 36 % plus/minus 2 Prozentpunkte 34 % Anstieg um 13 % plus/minus 2 Prozentpunkte Bruttomarge 38,1 % in etwa wie im Vorjahr deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 38,1 % 35,9 % leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr Forschungs- und Entwicklungskosten 550 Wachstum mit oder leicht über dem Umsatzwachstum Wachstum mit oder leicht unter dem Umsatzwachstum 717 30 % Wachstum mit oder leicht unter dem Umsatzwachstum Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 496 Wachstum mit oder leicht über dem Umsatzwachstum Wachstum deutlich über dem Umsatzwachstum 778 57 % Wachstum leicht unter dem Umsatzwachstum Liquiditätskennzahlen Brutto-Cash-Position 2.418 56 % in der Spanne von 40 % bis 50 % relativ zum Umsatz und somit oberhalb des Ziels von 30 % bis 40 % in der Spanne von 30 % bis 40 % relativ zum Umsatz und somit innerhalb des Ziels von 30 % bis 40 % 2.013 34,7 % in der Spanne von 30 % bis 40 % relativ zum Umsatz und somit innerhalb des Ziels von 30 % bis 40 % Netto-Cash-Position 2.232 Netto-Cash-Position (Brutto-Cash-Position größer als Finanzverbindlichkeiten) Netto-Cash-Position (Brutto-Cash-Position größer als Finanzverbindlichkeiten) 220 Netto-Cash-Position (Brutto-Cash-Position größer als Finanzverbindlichkeiten) Nettoumlaufvermögen - 52 Anstieg auf €350 bis €450 Millionen Anstieg auf €500 bis €600 Millionen 550 zwischen €700 und €850 Millionen Investitionen 668 etwa €700 Millionen etwa €800 Millionen 785 etwa €850 Millionen Die Hauptsteuerungskennzahlen des Unternehmens bestehen aus Segmentergebnis-Marge, Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten und RoCE. Mit einer Segmentergebnis-Marge von 15,5 Prozent hat Infineon den für das Geschäftsjahr 2015 prognostizierten Wert von 15 Prozent leicht übertroffen. Aufgrund der Kaufpreiszahlung für International Rectifier sowie der Zahlungen im Zusammenhang mit dem Qimonda-Teilvergleich und der von der Europäischen Kommission verhängten Geldbuße wurde für das Geschäftsjahr 2015 mit einem deutlich negativen Free-Cash-Flow gerechnet. Mit einem Wert von minus €1.654 Millionen wurde die Mitte der prognostizierten Spanne erreicht. Mit rund €400 Millionen lag auch der um diese Sondereffekte bereinigte Free-Cash-Flow in der erwarteten Spanne von €350 bis €500 Millionen. Aufgrund der Akquisition von International Rectifier war bei der Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) mit einem deutlichen Rückgang gerechnet worden. Der im Geschäftsjahr 2015 erreichte Wert von 12,8 Prozent liegt wie erwartet deutlich unter dem Vorjahreswert von 20,3 Prozent. Der Grund für den Rückgang ist der deutliche Anstieg des eingesetzten Kapitals um €2.724 Millionen auf €5.176 Millionen. Auch die Ergebnisse bei den ergänzenden Steuerungskennzahlen lagen im Rahmen der Prognose. So wurde beim Umsatzwachstum mit einem Anstieg von 34 Prozent das untere Ende der prognostizierten Spanne von 36 Prozent plus beziehungsweise minus 2 Prozentpunkten erreicht. Aufgrund der Integration von International Rectifier und der damit verbundenen Aufwendungen war bei der Bruttomarge mit einem deutlichen Rückgang gerechnet worden. Die Bruttomarge erreichte im Geschäftsjahr 2015 einen Wert von 35,9 Prozent nach 38,1 Prozent im Vorjahr. Die Betriebskosten entwickelten sich ebenfalls entsprechend der Vorhersage. Mit einem Anstieg von 30 Prozent lag der Zuwachs bei den Forschungs- und Entwicklungskosten 4 Prozentpunkte unter dem Anstieg des Umsatzes. Das Wachstum der Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten war wie erwartet mit 57 Prozent deutlich stärker als das Umsatzwachstum von 34 Prozent. Insbesondere bei den Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten ist ein hoher Anteil des Kostenanstiegs auf die akquisitionsbedingten Aufwendungen im Rahmen der Akquisition von International Rectifier zurückzuführen. Aus diesem Grund lag das Verhältnis von Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten zum Umsatz im Geschäftsjahr 2015 mit 13,4 Prozent am oberen Ende des längerfristigen Zielkorridors eines niedrigen Zehnerprozentsatzes vom Umsatz. Die Forschungs- und Entwicklungskosten lagen mit einem Wert von 12,4 Prozent relativ zum Umsatz innerhalb des längerfristigen Zielkorridors eines niedrigen bis mittleren Zehnerprozentsatzes vom Umsatz. Die Prognosen für die Entwicklung im Geschäftsjahr 2016 werden in der Tabelle oben im Überblick dargestellt und im Folgenden detailliert erläutert. Unterstellter Euro/US-Dollar-Wechselkurs Als weltweit tätiges Unternehmen erzielt Infineon Umsätze nicht nur in Euro, sondern auch in Fremdwährungen, vornehmlich in US-Dollar. Des Weiteren hat das Unternehmen auch Kosten in US-Dollar und in annähernd mit dem US-Dollar korrelierten anderen Währungen wie beispielsweise dem Singapur-Dollar, dem malaysischen Ringgit oder dem chinesischen Renminbi. Das Verhältnis der Umsätze zu Kosten in Fremdwährungen ist nicht vollständig ausgeglichen. Daher haben Veränderungen von Wechselkursen, insbesondere des US-Dollars gegenüber dem Euro, Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Ohne Berücksichtigung von Währungssicherungsgeschäften führt eine Abweichung von 1 Cent im tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurs gegenüber dem Plankurs dazu, dass sich das Segmentergebnis um etwa €2 bis €3 Millionen pro Quartal oder etwa €8 bis €12 Millionen pro Geschäftsjahr gegenüber dem Planwert verändert. Dies setzt allerdings voraus, dass sich die Wechselkurse der mit dem US-Dollar korrelierten Währungen, in denen für Infineon Kosten anfallen, parallel zum Wechselkurs des US-Dollars zum Euro entwickeln. Beim Umsatz beschränken sich die Wechselkurseffekte im Wesentlichen auf die Relation US-Dollar zu Euro. Hier führt eine Abweichung des tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurses von 1 Cent gegenüber dem Plankurs zu einer Umsatzveränderung von €7 bis €8Millionen pro Quartal oder etwa €30Millionen pro Geschäftsjahr. Für die Planung des Geschäftsjahres 2016 wird ein Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,10 unterstellt. Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft und den Halbleitermarkt Das Wachstum der Weltwirtschaft betrug im Kalenderjahr 2014 2,7 Prozent. Für das Kalenderjahr 2015 wird ein Wachstum von rund 2,5 Prozent erwartet. Das Kalenderjahr 2015 war von einer schwierigen Entwicklung geprägt. So gab es Sorgen über die Wirtschaftslage in China und anderen Schwellenländern sowie einer weiteren Zuspitzung der geopolitischen Krisen. Des Weiteren kam es zur Jahresmitte zu Turbulenzen an den Finanzmärkten. Für das Kalenderjahr 2016 erwarten die Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine leichte Verbesserung des Wachstums auf 3,0 Prozent. Die optimistischeren Erwartungen beruhen auf der Annahme, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung in den USA fortsetzt und China auch weiterhin ein deutlich überdurchschnittliches, wenn auch sich etwas verlangsamendes Wirtschaftswachstum aufweist. Die Experten rechnen damit, dass die chinesische Regierung auch in Zukunft versuchen wird, eine stärkere konjunkturelle Abkühlung durch wirtschaftspolitisches Handeln zu verhindern. Das Wachstum der japanischen Wirtschaft dürfte sich ebenfalls, wenn auch nur moderat, beschleunigen. Dank niedriger Ölpreise, einem vergleichsweise schwachen Euro und einer nach wie vor expansiven Geldpolitik erwartet der IWF auch für den Euroraum eine weitere konjunkturelle Besserung. Im Kalenderjahr 2014 stieg der Welt-Halbleitermarkt, basierend auf US-Dollar, mit 9 Prozent überdurchschnittlich. Die Nachfrage war in allen Marktsegmenten positiv, lediglich der Halbleitermarkt für Konsumelektronik-Anwendungen war rückläufig. Für das Kalenderjahr 2015 rechnen die Experten des Marktforschungsunternehmens IHS mit einem Rückgang des weltweiten Umsatzes mit Halbleitern von knapp 1 Prozent. In den für Infineon relevanten Marktsegmenten Automotive, Industrie und Chipkarte werden im Kalenderjahr 2015 jedoch Wachstumsraten zwischen 4 und 11 Prozent prognostiziert. In den anderen Halbleitersegmenten wird dagegen ein Rückgang des Umsatzes erwartet. Für das Kalenderjahr 2016 gehen die Prognosen von IHS für den Welt-Halbleitermarkt von einem Anstieg von 2 Prozent aus. Grundlage für diese Schätzung ist das Basisszenario einer Erholung der Weltwirtschaft mit einer Wachstumsrate von 3,0 Prozent. Das stärkste Wachstum wird im Marktsegment Industrie mit 10 Prozent erwartet. Im Chipkarten-Halbleitermarkt beträgt der erwartete Zuwachs 8 Prozent und im Automotive-Bereich 7 Prozent. Die prognostizierten Werte im Fünfjahreszeitraum 2015 bis 2019 liegen in diesen drei Bereichen ebenfalls über dem erwarteten Wachstum für den weltweiten Halbleitermarkt. Dieser wird laut IHS im Zeitraum 2015 bis 2019 voraussichtlich eine jährliche Wachstumsrate von durchschnittlich 3 Prozent aufweisen. Das stärkste Wachstum sollte der Bereich Industrie mit einem jährlichen Anstieg von 9 Prozent zeigen. Im Bereich Automotive wird im gleichen Zeitraum ein durchschnittliches Wachstum von 6 Prozent erwartet. Beim Chipkarten-Halbleitermarkt liegt dieser Wert bei 5 Prozent pro Jahr. Gemäß der Prognose von IHS wird das Wachstum der Halbleitermärkte für Kommunikations-, Konsumelektronik- und Computing-Anwendungen dagegen unterdurchschnittlich ausfallen. Anstieg des Umsatzes gegenüber Vorjahr von 13 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte erwartet In Anbetracht der oben geschilderten Rahmenbedingungen erwartet Infineon im Geschäftsjahr 2016 einen Anstieg des Konzernumsatzes um 13 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte. Für das Segment Power Management & Multimarket wird ein Wachstum über dem Konzerndurchschnitt erwartet. Das Umsatzwachstum des Segments Industrial Power Control sollte in etwa auf dem Niveau des Konzerndurchschnitts liegen. In den Segmenten Automotive und Chip Card & Security wird das Umsatzwachstum voraussichtlich etwas geringer als der Konzerndurchschnitt ausfallen. Leicht steigende Bruttomarge erwartet Im Geschäftsjahr 2015 betrug die Bruttomarge 35,9 Prozent. Hierin sind akquisitionsbedingte Aufwendungen von €143 Millionen berücksichtigt. Die um die akquisitionsbedingten Aufwendungen bereinigte Bruttomarge betrug 38,4 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2016 wird erwartet, dass im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum die Bruttomarge gegenüber dem Vorjahr leicht ansteigt. Steigende Betriebskosten erwartet Aufgrund des prognostizierten Umsatzwachstums geht Infineon davon aus, dass die Betriebskosten in absoluten Werten ansteigen. Relativ zum Umsatz sollte der Anstieg aber geringer als das Umsatzwachstum sein. Die Forschungs- und Entwicklungskosten werden sich dabei voraussichtlich prozentual in etwa wie der Umsatz oder etwas weniger erhöhen. Die Vertriebskosten und Verwaltungskosten sollten im Vergleich zum Umsatz einen geringeren Anstieg zeigen. Die in den Betriebskosten enthaltenen akquisitionsbedingten Kosten werden im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger ausfallen. Segmentergebnis-Marge bei etwa 16 Prozent vom Umsatz erwartet Aufgrund der oben beschriebenen Prognosen für die Umsatz- und Kostenentwicklung wird erwartet, dass die Segmentergebnis-Marge im Geschäftsjahr 2016 bei Erreichen des Mittelpunkts der Spanne für das Umsatzwachstum auf etwa 16 Prozent steigen wird. Das nicht den Segmenten zugeordnete Ergebnis Infineon erwartet, dass das nicht den Segmenten zugeordnete Ergebnis, vor allem aufgrund von akquisitionsbedingten Aufwendungen, im Geschäftsjahr 2016 zwischen minus €200 Millionen und minus €250 Millionen liegen wird. Im Geschäftsjahr 2015 hatte es minus €274 Millionen betragen. Finanzergebnis Zur Finanzierung der Kaufpreiszahlung für die Akquisition von International Rectifier hat Infineon zusätzliches Fremdkapital aufgenommen. Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum 30. September 2015 €1.793 Millionen. Dem stehen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Finanzinvestments in Höhe von €2.013 Millionen gegenüber. Aufgrund der Zunahme der Zinszahlungen für die gestiegenen Finanzverbindlichkeiten und einer nur minimalen Verzinsung der Liquidität wird das Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2016 in etwa minus €40 Millionen betragen. Im Geschäftsjahr 2015 betrug der Saldo von Finanzerträgen und Finanzaufwendungen minus €39 Millionen. Steuern Im Geschäftsjahr 2016 wird der Steuersatz des Infineon-Konzerns für laufenden Steueraufwand (cash tax) voraussichtlich bei etwa 15 Prozent liegen. Dieser Steuersatz ist bezogen auf das Ergebnis ohne Berücksichtigung der Effekte aus der Kaufpreisallokation aufgrund der Akquisition von International Rectifier und setzt sich aus den zahlungswirksamen inländischen und ausländischen Steuern der Infineon-Konzerngesellschaften zusammen. In Deutschland wirkt sich beim laufenden Steueraufwand im Wesentlichen die sogenannte Mindestbesteuerung aus, da durch die Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen nur 40 Prozent der inländischen Einkünfte der laufenden Besteuerung unterliegen. Dies führt zu einem zahlungswirksamen inländischen Steuersatz von etwa 12Prozent. Zum 30. September 2015 beläuft sich der Verlustvortrag für Körperschaftsteuerzwecke auf €2,3 Milliarden und der Verlustvortrag für Gewerbesteuerzwecke auf €3,4 Milliarden. Anstieg des Nettoumlaufvermögens erwartet Zum 30. September 2015 betrug das Nettoumlaufvermögen €550 Millionen. Für das Geschäftsjahr 2016 wird erwartet, dass das Nettoumlaufvermögen auf einen Wert zwischen €700 Millionen und €850 Millionen ansteigt. Investitionen und Abschreibungen Für das Geschäftsjahr 2016 wird ein Anstieg der Investitionen, vom Unternehmen definiert als Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten, auf etwa €850 Millionen erwartet. Im Geschäftsjahr 2015 waren €785 Millionen investiert worden. Diese teilten sich auf in €646 Millionen für Sachanlagen und €139 Millionen für aktivierte Entwicklungskosten und immaterielle Vermögenswerte. Die für das Geschäftsjahr 2016 geplanten Investitionen in Sachanlagen und in immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten werden im Rahmen der Zielvorgabe des Unternehmens von 13 Prozent vom Umsatz liegen. Die Investitionen in die Fertigung teilen sich in etwa zu gleichen Teilen in Investitionen zur Kapazitätserweiterung im Frontend-Bereich, Aufwendungen für die Anpassungen der bestehenden Frontend-Produktion und Investitionen im Backend-Bereich auf. So ist geplant, die Produktionskapazitäten sowohl bei der 200-Millimeter- als auch bei der 300-Millimeter-Fertigung zu erweitern. Weiterhin wird die Frontend-Produktion durch kontinuierliche Investitionen in Automatisierung, Qualität, Innovation und Infrastruktur auf dem aktuellen erforderlichen Stand der Technik gehalten. Etwa ein Drittel des zu investierenden Kapitals wird im Geschäftsjahr 2016 für die Backend-Produktion eingesetzt. Es werden sowohl bestehende Produktionsanlagen in Bezug auf das geänderte Produktportfolio, Automatisierung, Qualität, Innovation und Infrastruktur angepasst als auch die Produktionskapazität im Backend erweitert. So wird am Standort Wuxi (China) ein zweites Produktionsgebäude errichtet. Die Abschreibungen werden im Geschäftsjahr 2016 auf etwa €850 Millionen steigen. Im Geschäftsjahr 2015 betrugen diese €760 Millionen. Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten Aufgrund der Kaufpreiszahlung für International Rectifier sowie der Zahlungen im Zusammenhang mit dem Qimonda-Teilvergleich zu den Qimonda-Patenten und der von der Europäischen Kommission verhängten Geldbuße war der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2015 stark negativ und betrug minus €1.654 Millionen. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit war im Geschäftsjahr 2015 mit einem Wert von €957 Millionen deutlich positiv. Für das Geschäftsjahr 2016 wird erwartet, dass dieser auf einen Wert zwischen €1.300 Millionen und €1.400 Millionen ansteigt. Insgesamt wird erwartet, dass der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten auf €500 Millionen bis €600 Millionen ansteigt. Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit Für das Geschäftsjahr 2015 wird der Hauptversammlung am 18. Februar 2016 in München (Deutschland) eine Anhebung der Dividende von €0,18 auf €0,20 vorgeschlagen. Sollte die Hauptversammlung diesem Vorschlag zustimmen, wird dies zu einer Ausschüttungssumme von etwa €225 Millionen führen. Außer der Dividendenzahlung werden keine größeren Veränderungen des Cash-Flows aus Finanzierungstätigkeit durch Zu- oder Abflüsse erwartet. Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position Infineon verfolgt das langfristige Ziel, eine Brutto-Cash-Position in Höhe von 30 bis 40 Prozent vom Umsatz zu halten. Zusätzlich plant das Unternehmen die Beibehaltung einer Netto-Cash-Position und die Bruttoverschuldung soll maximal das Zweifache des EBITDA betragen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2016 wird erwartet, dass diese Ziele erreicht werden. Dabei sollten sowohl die Brutto-Cash- als auch die Netto-Cash-Position aufgrund des erwarteten Geschäftsverlaufs trotz der erwarteten Dividendenzahlung über dem Stand zum 30. September 2015 in Höhe von €2.013 Millionen beziehungsweise €220 Millionen liegen. RoCE Für das Geschäftsjahr 2016 wird bei einem deutlich steigenden Konzernjahresüberschuss nur ein leichter Anstieg des eingesetzten Kapitals erwartet. Daher sollte die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) gegenüber dem Vorjahreswert von 12,8 Prozent leicht ansteigen. Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Infineon-Konzerns Aufgrund der Prognosen für die Entwicklung der Weltwirtschaft im Kalenderjahr 2016 erwartet das Unternehmen ein Wachstum des Konzernumsatzes gegenüber dem Vorjahr von 13 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte. Die Bruttomarge wird voraussichtlich leicht ansteigen. Bei Erreichen des Mittelpunkts der Umsatzprognose sollte die Segmentergebnis-Marge in etwa bei 16 Prozent vom Umsatz liegen. Tabellarische Übersicht der beschriebenen Umsatz- und Ergebnisprognosen scroll 2015 2016 Umsatzveränderung gegenüber Vorjahr 34 % Anstieg um 13 % plus/minus 2 Prozentpunkte Bruttomarge 35,9 % leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr Segmentergebnis-Marge 15,5 % in etwa 16 % (im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum) Die Investitionen im Geschäftsjahr 2016 werden in etwa €850 Millionen betragen. Die Abschreibungen werden sich voraussichtlich ebenfalls auf etwa €850Millionen belaufen. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten wird auf einen Wert zwischen €500 Millionen und €600 Millionen anstiegen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) wird sich gegenüber dem Vorjahreswert von 12,8 Prozent leicht verbessern. Risiko- und Chancenbericht Risikopolitik: Grundlage unseres Risiko- und Chancenmanagements Effektives Risiko- und Chancenmanagement ist ein wichtiger Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und unterstützt die Umsetzung unserer im Kapitel "Konzernstrategie" erläuterten strategischen Ziele, nachhaltig profitabel zu wachsen und durch effizienten Kapitaleinsatz finanzielle Mittel zu schonen. Geprägt wird die Risiko- und Chancenlage von Infineon vom regelmäßigen Wechsel von Perioden des Marktwachstums mit Perioden des Marktrückgangs, von einem hohen Investitionsbedarf zur Erreichung und Absicherung der Marktposition sowie einem außerordentlich schnellen technologischen Wandel. Der Wettbewerb um Innovationsvorsprünge wird dabei auch auf rechtlicher Ebene ausgetragen. Vor diesem Hintergrund ist unsere Risikopolitik darauf ausgerichtet, einerseits die sich ergebenden Chancen zeitnah in einer den Unternehmenswert steigernden Weise zu realisieren, andererseits Risiken aktiv mittels Gegenmaßnahmen zu reduzieren, um insbesondere bestandsgefährdende Risiken zu vermeiden. Hierzu ist das Risikomanagement eng mit der Unternehmensplanung und der Umsetzung unserer Strategie verknüpft und obliegt der übergeordneten Verantwortung des Vorstands. Zur Umsetzung unserer Risikopolitik haben wir verschiedene, aufeinander abgestimmte Risikomanagement- und Kontrollsystemelemente etabliert. Hierzu gehören neben den im Folgenden dargestellten Systemen "Risiko- und Chancenmanagement" und "Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess" insbesondere die damit verbundenen Planungs-, Steuerungs- und internen Berichterstattungsprozesse sowie unser Compliance-Managementsystem. Risiko- und Chancenmanagementsystem Das zentrale Risikomanagementsystem basiert konzeptionell auf einem unternehmensweiten und managementorientierten Enterprise-Risk-Management-Ansatz mit dem Ziel, alle relevanten Risiken und Chancen zu erfassen. Diesem Ansatz liegt das vom "Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO)" entwickelte Rahmenkonzept "Enterprise Risk Management (ERM) - Integrated Framework" zugrunde. Ziel des Systems ist die frühzeitige Identifizierung, Bewertung und Steuerung jener Risiken und Chancen, die das Erreichen der strategischen, operativen, finanziellen und regelkonformen Ziele des Unternehmens in wesentlichem Maß beeinflussen können. Wir definieren daher Risiko/Chance als Eintritt zukünftiger Unsicherheiten mit einer negativen beziehungsweise positiven Abweichung von der Geschäftsplanung. Wir beziehen alle relevanten Organisationseinheiten des Konzerns in die Analyse mit ein und decken alle Segmente sowie wesentliche Zentralfunktionen und Regionen ab. So wurden im Rahmen der Akquisition von International Rectifier die relevanten Organisationseinheiten auf Ebene der Segmente und Regionen in das Infineon Risiko- und Chancenmanagement integriert. Die Prozess- und Systemverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagement obliegt der im zentralen Finanzressort angesiedelten Funktion für Risikomanagement und internes Kontrollsystem (IKS) sowie den auf Ebene der Segmente, der Zentralfunktionen und der Regionen etablierten Risikobeauftragten. Die Identifikation, die Bewertung sowie das Management und die Berichterstattung von Risiken und Chancen liegen in der Verantwortung des Managements der betroffenen Organisationseinheiten. Organisatorisch wird das Risiko- und Chancenmanagementsystem durch einen mehrstufigen, in sich geschlossenen Prozess umgesetzt. Dieser legt insbesondere die Vorgehensweise sowie die Kriterien zur Identifikation von Risiken und Chancen, deren Bewertung, Steuerung und Berichterstattung sowie die Überwachung des Gesamtsystems verbindlich fest. Wesentliche Bestandteile hierbei sind die quartalsweise Risiko- und Chancenanalyse, die Berichterstattung aller einbezogenen Einheiten, die Analyse der Gesamtsituation auf Segment-, Regionen- und Konzernebene sowie die Berichterstattung der Risiko- und Chancensituation sowie wesentlicher zugehöriger Steuerungsmaßnahmen an den Vorstand. Der Vorstand informiert wiederum regelmäßig den Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Der Regelprozess wird, sofern erforderlich, durch eine Ad-hoc-Berichterstattung von wesentlichen, zwischen den regulären Berichtszeitpunkten identifizierten Risiken ergänzt. Die Bewertung von Risiken und Chancen erfolgt nach dem Nettoprinzip unter Berücksichtigung vorhandener Steuerungs- und Absicherungsmaßnahmen, jedoch ohne Saldierung mit eventuell gebildeten Rückstellungen. Der Betrachtungshorizont und die Bewertungskategorien sind hierbei eng mit unserer kurz- und mittelfristigen Unternehmensplanung und unseren unternehmerischen Zielen verknüpft. Alle relevanten Risiken und Chancen werden konzernweit einheitlich aus quantitativer beziehungsweise qualitativer Perspektive in den Dimensionen Grad der Auswirkung auf Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation sowie Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Die Skalen zur Messung dieser beiden Bewertungsgrößen (Grad der Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit) sowie die daraus resultierende Risikoklassifizierungsmatrix sind in der folgenden Tabelle dargestellt. Entsprechend dem potenziellen Grad der Auswirkung auf Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation sowie der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird das Risiko als "Hoch", "Mittel" oder "Gering" klassifiziert. Die Gesamtheit der gemeldeten Risiken und Chancen wird für den Infineon-Konzern hinsichtlich möglicher Korrelations- sowie Aggregationseffekte überprüft. Die Analyse von Risiken und Chancen wird hierbei durch ein Infineon-spezifisches Kategorisierungsmodell unterstützt. Die Analyse von Risiken und Chancen sowie die Weiterentwicklung unserer Risiko- und Chancenmanagementkultur werden durch interdisziplinäre Workshops auf Ebene von Segmenten, Zentralfunktionen und Regionen unterstützt. Wesentliche Informationen zum Risiko- und Chancenmanagementsystem von Infineon sind für alle Mitarbeiter über unser Intranet verfügbar. Dieses beinhaltet unter anderem unsere ERM-Werkzeuge, unsere ERM-Richtlinien einschließlich der Aufgabenbeschreibung aller am Prozess beteiligten Funktionen sowie alle notwendigen Daten zur Berichterstattung. Zur Steuerung und Überwachung der identifizierten Risiken und Chancen werden entsprechend ihrer Relevanz Risiko-/Chancenverantwortliche auf einer jeweils angemessenen Hierarchieebene benannt. Diese Verantwortlichen legen eine angemessene Strategie zur Risiko-/Chancensteuerung formal fest (Vermeidung, Verminderung, Übertragung, Akzeptanz). In Abstimmung mit unterstützenden Zentralfunktionen und einzelnen Maßnahmenverantwortlichen definiert und überwacht der Risiko-/Chancenverantwortliche zudem die Maßnahmen zur Umsetzung der Steuerungsstrategie. Die aktive und spezifische Steuerung und Überwachung von Risiken und Chancen ist erfolgskritisch für unser System. Die Einhaltung des ERM-Ansatzes wird prozessbegleitend durch die zentrale Funktion für Risikomanagement und IKS überwacht. Zudem prüft die Konzernrevision die Einhaltung bestimmter gesetzlicher Rahmenbedingungen und konzerneinheitlicher Richtlinien und bei Bedarf die Vorgaben zum Risiko- und Chancenmanagement und initiiert korrigierende Maßnahmen. Auf der Ebene des Aufsichtsrats überwacht der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss die Effektivität des Risikomanagementsystems. Durch unseren Wirtschaftsprüfer wird zudem unser Risikofrüherkennungssystem im Sinne des § 91 Abs. 2 AktG im Rahmen der Abschlussprüfung auf seine Eignung geprüft, bestandsgefährdende Risiken des Unternehmens frühzeitig zu erkennen. Er berichtet hierzu jährlich dem Finanzvorstand und dem Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Im Vergleich zum Risikomanagementsystem liegt der Schwerpunkt des internen Kontrollsystems auf dem Rechnungslegungsprozess mit dem Ziel der Überwachung der Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und der Finanzberichterstattung. Das interne Kontrollsystem zielt darauf ab, das Risiko der Falschaussage in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung zu minimieren und einen mit hinreichender Sicherheit regelkonformen Konzernabschluss zu erstellen. Die unternehmensweite Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften muss dafür gewährleistet werden. Den Prozessen sind jeweils eindeutige Verantwortlichkeiten zugeordnet. Das interne Kontrollsystem ist Bestandteil des Rechnungslegungsprozesses in allen bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Das System überwacht die Grundsätze und Verfahren anhand von präventiven und aufdeckenden Kontrollen. Unter anderem prüfen wir regelmäßig, ob ― konzernweite Bilanzierungs-, Bewertungs- und Kontierungsvorgaben fortlaufend aktualisiert und eingehalten werden; ― konzerninterne Transaktionen vollständig erfasst und sachgerecht eliminiert werden; ― bilanzierungsrelevante und angabepflichtige Sachverhalte aus getroffenen Vereinbarungen berücksichtigt und entsprechend abgebildet werden; ― Prozesse und Kontrollen existieren, die explizit die Vollständigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung im Jahres- und Konzernabschluss gewährleisten; ― Prozesse zur Funktionstrennung und zum Vier-Augen-Prinzip im Rahmen der Abschlusserstellung sowie Autorisierungs- und Zugriffsregelungen bei relevanten IT-Rechnungslegungssystemen bestehen. Beurteilung der Wirksamkeit Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wird systematisch bewertet. Zunächst erfolgt eine jährliche Risikoanalyse und Überarbeitung der definierten Kontrollen bei Bedarf. Dabei identifizieren und aktualisieren wir bedeutende Risiken im Hinblick auf die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung in den bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Die für die Identifizierung der Risiken definierten Kontrollen werden gemäß konzernweiten Vorgaben dokumentiert. Um die Wirksamkeit der Kontrollen zu beurteilen, führen wir regelmäßig Tests auf Basis von Stichproben durch. Diese bilden die Grundlage für eine Selbsteinschätzung, ob die Kontrollen angemessen ausgestaltet und wirksam sind. Die Ergebnisse dieser Selbsteinschätzung werden in einem globalen IT-System dokumentiert und berichtet. Erkannte Kontrollschwächen werden unter Beachtung ihrer potenziellen Auswirkungen behoben. Zusätzlich bestätigen alle rechtlichen Einheiten, Segmente und bedeutenden Zentralfunktionen durch die Vollständigkeitserklärung, dass alle buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle, sämtliche bilanzierungspflichtigen Vermögenswerte und Verpflichtungen in der Bilanz sowie sämtliche Aufwendungen und Erträge erfasst sind. Die wesentlichen rechtlichen Einheiten überprüfen und bestätigen am Ende des jährlichen Zyklus die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Der Vorstand und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden über festgestellte wesentliche Kontrollschwächen sowie die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen regelmäßig informiert. Das Risikomanagement- und interne Kontrollsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt und erweitert, um den internen und externen Anforderungen zu entsprechen. Die Verbesserung des Systems dient der fortlaufenden Überwachung der relevanten Risikofelder einschließlich der verantwortlichen Organisationseinheiten. Die auf der Grundlage des Sarbanes-Oxley Act definierten internen Kontrollen von International Rectifier wurden auf deren Wesentlichkeit überprüft und im Geschäftsjahr 2015 auf Basis von Stichproben getestet. Im Geschäftsjahr 2016 wird das interne Kontrollsystem von International Rectifier im Rahmen der Zusammenführung der rechtlichen Einheiten und Prozesse in das Infineon-Kontrollsystem integriert. Wesentliche Risiken Nachfolgend beschreiben wir Risiken, die wesentliche beziehungsweise erheblich nachteilige Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation haben können. Gemäß dem potenziellen Grad der Auswirkung und der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird für jedes dieser Risiken in Klammern die Risikoklasse (zum Beispiel "RK: Hoch") angegeben. Strategische Risiken Unsichere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen (RK: Hoch) Als global agierendes Unternehmen ist unser Geschäft stark von der weltweiten konjunkturellen Entwicklung abhängig. Eine weltweite konjunkturelle Abschwächung - insbesondere in den von uns bedienten Märkten - kann dazu führen, dass unsere geplanten Umsätze sich nicht wie erwartet entwickeln, wir folglich das strategische Ziel eines Umsatzwachstums von durchschnittlich 8 Prozent p.a. nicht erreichen. Darüber hinaus könnten durch politische und gesellschaftliche Veränderungen in Ländern, in denen wir unsere Produkte herstellen und/oder vermarkten, Risiken entstehen. So beobachten wir insbesondere die europäische Schuldenkrise, wo infolge der hohen Verschuldung der öffentlichen Hand verstärkt Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung durchgeführt und Investitionsausgaben zurückgehalten werden, das Vertrauen der Konsumenten und Unternehmen unsicher ist und in vielen EU-Ländern eine hohe Arbeitslosigkeit festzustellen ist. Hinzu kommen die aktuellen geopolitischen Risiken im Zusammenhang mit den Krisen in der Ukraine und den Unruhen im Mittleren und Nahen Osten. Die wirtschaftliche Erholung der USA geht weiterhin langsam voran und unser Umsatzanteil in den USA beläuft sich nach der Integration von International Rectifier auf 10 Prozent im Geschäftsjahr 2015 (Vorjahr: 8 Prozent). Ein starkes Umsatzwachstum konnten wir in China erreichen, wo der Umsatzanteil von 20 Prozent in 2014 auf 23 Prozent in 2015 gestiegen ist. Dadurch ergibt sich ein erhöhtes Risiko im Falle eines weiteren Rückgangs des Wachstums in China verbunden mit einer zunehmenden Reduzierung der Auslandsnachfrage. Ungeachtet der von uns bewerteten Szenarien und möglichen Reaktionen in diesem komplexen Risikofeld können diese Entwicklungen unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Zyklische Markt- und Branchenentwicklungen (RK: Hoch) Der weltweite Halbleitermarkt war vor allem in der Vergangenheit starken Schwankungen ausgesetzt. So besteht auch weiterhin in den von uns adressierten Märkten das Risiko von kurzfristigen Marktschwankungen. Dadurch bedingt unterliegen unsere Prognosen der eigenen Geschäftsentwicklung starker Unsicherheit. In der Vergangenheit hat sich das zyklische Geschäft immer wieder erholt und Infineon konnte an der positiven Entwicklung nach einer Marktabschwächung partizipieren. Es ist allerdings möglich, dass künftige Marktrückgänge sich strukturell anders zeigen, etwa eine L-Form annehmen. Ein Ausbleiben oder ein Rückgang des Marktwachstums würde die Realisierung unseres eigenen Wachstumsziels erheblich erschweren. Sollten uns Marktschwankungen unvorbereitet treffen oder sich die von uns festgelegte Reaktionsstrategie als nicht geeignet erweisen, kann das eine langfristige Beeinträchtigung der Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zur Folge haben. Wettbewerbsintensität und Austauschbarkeit der Produkte (RK: Hoch) Die Geschwindigkeit technologischer Neuentwicklungen im Markt führt auch zu einer erhöhten Austauschbarkeit der Produkte. Durch den daraus entstehenden, aggressiven Preiswettbewerb ist es möglich, dass wir unsere langfristigen, strategischen Ziele hinsichtlich der Erhöhung beziehungsweise Aufrechterhaltung von Marktanteilen und der Preissetzung nicht erreichen. Darüber hinaus führen M&A-Aktivitäten in der Halbleiterbranche zu einer weiteren Verschärfung der Wettbewerbssituation. Daraus zu erwartende Vorteile des Wettbewerbers sind zum Beispiel in der Verbesserung der Kostenstruktur beziehungsweise in der Verstärkung von Vertriebswegen zu sehen. Im Ergebnis würden sich hieraus negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage ergeben, insbesondere auf unser strategisches Profitabilitätsziel, im Mittel des Industriezyklus eine Segmentergebnis-Marge von 15 Prozent zu erzielen. Operative Risiken Datensicherheit und Sicherheit unserer IT-Systeme (RK: Hoch) Die Zuverlässigkeit und die Sicherheit der Informationstechnologie sind von großer Bedeutung. Gleichzeitig ist ein allgemein bekannter weltweiter Anstieg von Bedrohungen der Informationssicherheit zu verzeichnen. Dies gilt in zunehmendem Maße sowohl für den Einsatz informationstechnologischer Systeme zur Unterstützung der Geschäftsprozesse als auch für die Unterstützung der internen und externen Kommunikation. Trotz aller technischen Vorsichtsmaßnahmen kann jede gravierende Störung dieser Systeme zu Risiken in Bezug auf die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Verlässlichkeit von Daten und Systemen in Entwicklung, Produktion, Vertrieb oder Administration führen, was sich wiederum negativ auf unsere Reputation, Wettbewerbsfähigkeit sowie Geschäftslage auswirken kann. Mögliche Virusangriffe, insbesondere in Bezug auf IT-Systeme, die in unseren Fertigungen verwendet werden, stellen darüber hinaus Risiken dar, die in Produktionsausfällen und Lieferengpässen resultieren können. Entwicklung der Produktqualität (RK: Mittel) Die Sicherstellung der Qualität unserer ausgelieferten Produkte ist für den geschäftlichen Erfolg von zentraler Bedeutung. Mögliche Qualitätsrisiken, zum Beispiel durch hohe Fertigungsauslastung, können Einfluss auf die Ausbeuten und somit die Liefertreue haben. Nicht optimale Produktqualität kann zu Rückrufaktionen bei unseren Kunden und damit verbundenen Kosten im Rahmen von Haftungsansprüchen führen. Mögliche negative Auswirkungen aus Qualitätsrisiken auf die Reputation des Unternehmens können zusätzlich die zukünftige Ertragslage unseres Geschäfts in hohem Maße beeinflussen. Zunehmende Dynamik der Märkte (RK: Mittel) Die zunehmend dynamischen Märkte und Kundenanforderungen an Flexibilität, verbunden mit kurzfristigen Anpassungen von Bestellmengen, können zu steigenden Kosten durch Unterauslastung der Produktion, erhöhten Lagerbeständen sowie nicht eingehaltenen Lieferantenverträgen führen. Somit besteht ungeachtet der gesteigerten Flexibilität in unseren Prozessen und Produktionsstätten weiterhin ein Kostenrisiko durch Auslastungsschwankungen oder eingegangene Abnahmeverpflichtungen, einhergehend mit Leerstandskosten in den Fertigungsstätten. Dies kann unsere auf Zyklusdurchschnitte angelegten Wachstums- und Profitabilitätsziele gefährden. Hinzu kommt, dass unsere Produkte eine starke Abhängigkeit vom Geschäftserfolg einzelner Kunden in ihren Märkten haben. Zudem besteht das Risiko des Verlusts von zukünftigem Geschäft und Design-Wins, wenn wir nicht entsprechend den Kundenerwartungen auch über unsere vertraglichen Verpflichtungen hinaus liefern können. Dadurch entsteht faktischer Druck, durch ausreichend bemessene Investitionen auch bei unerwartet hoher Nachfrage über die vertraglich zugesagten Mengen hinaus lieferfähig zu sein. Dieser Druck wirkt unserem Ziel, Investitionen auf 13 Prozent vom Umsatz zu begrenzen, entgegen und kann eine negative Auswirkung auf unsere Ertragslage zur Folge haben. Die Abhängigkeit vom Geschäftserfolg einzelner Kunden kann zudem wachsen, indem einzelne Kunden einen überdurchschnittlich hohen Umsatz- und Ergebnisanteil in unserem Geschäft erreichen. Dies kann getrieben sein durch einen außerordentlichen Geschäftserfolg des jeweiligen Kunden, zum Beispiel durch überdurchschnittliche Nachfrage bei seinen Produkten oder auch durch Konsolidierungstendenzen insbesondere bei einem unserer Tier-1-oder Tier-2-Kunden. Verzögerungen bei der Produktentwicklung (RK: Mittel) Die kontinuierlich steigende Komplexität von Technologien und Produkten, reduzierte Entwicklungszyklen sowie dynamisierte Kundennachfragen führen zu einem erhöhten Anspannungsgrad im Bereich der Produktentwicklung. Zeitliche Puffer zur Kompensation möglicher Verzögerungen werden in diesem Zusammenhang reduziert. Gelingt es uns nicht, dennoch unsere festgelegte Entwicklungsplanung in der erwarteten Qualität umzusetzen, würde das in Zeitverzug sowie erhöhten Entwicklungskosten resultieren und unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Entwicklung der Herstellungskosten - Rohstoffpreise, Materialeinsatz und Prozesskosten (RK: Mittel) Unserer mittel- und langfristigen Ergebnisplanung und dem strategischen Profitabilitätsziel von 15 Prozent Segmentergebnis-Marge über den Zyklus liegt eine erwartete Entwicklung der Herstellungskosten unserer Produkte zugrunde. In diesem Zusammenhang besteht die Möglichkeit, dass Maßnahmen zur Optimierung der Herstellungskosten im Bereich von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Energie, Personaleinsatz und Automatisierung sowie in der Zusammenarbeit mit externen Partnern nicht wie geplant umgesetzt werden können. Zudem sind wir aufgrund unserer Abhängigkeit von verschiedenen in der Produktion verwendeten Materialien, Rohstoffen (unter anderem Gold und Kupfer) und im Bereich Energie teilweise erheblichen Preisrisiken ausgesetzt. Hierzu gehört auch die Abhängigkeit von seltenen Erden, die wir für ausgewählte Einzelprozesse im Rahmen der Prozessintegration benötigen. Aktuell haben wir daher das Preisrisiko bezüglich der geplanten Bedarfsmenge an Golddraht für das Geschäftsjahr 2016 mit Finanzinstrumenten abgesichert. In letzter Zeit unterlagen Rohstoffe und Energie erheblichen Marktpreisschwankungen, die voraussichtlich andauern werden. Wenn es uns in einer derartigen Situation nicht gelingt, Kosten zu kompensieren oder an unsere Kunden weiterzugeben, könnte dies negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. Abstimmung und flexible Anpassung der Fertigung (RK: Mittel) Frontend- und Backend-Fertigung sollten optimal synchronisiert sein, um die Entwicklung wettbewerbsfähiger und qualitativ hochwertiger Produkte für neue technologische Lösungen zu ermöglichen. Beeinflusst durch den schnellen technologischen Wandel sowie die bereits angesprochene Dynamik der Kundenanforderungen erachten wir diese Abstimmung als zunehmend anspruchsvoller. Sofern uns dies nicht gelingt, kann das Qualitätsprobleme, Verzögerungen in der Produktentwicklung/Marktreife sowie erhöhte Forschungs- und Entwicklungskosten zur Folge haben und somit negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. Ein für Halbleiterunternehmen mit eigener Produktion geschäftstypisches Risiko sind Verzögerungen beim Hochlauf neuer Fertigungsstandorte beziehungsweise Technologietransfers. Die zum Beispiel in unserem Segment Automotive zeitlich gestreckten Freigabe- und Qualifikationsprozesse unserer Kunden beeinflussen unsere globale Produktionsstrategie sowie die kurz- und mittelfristige Auslastung unserer Produktionskapazitäten. Eine unzureichende Antizipation dieser Produktionsveränderungen kann zu fehlenden Kapazitäten und somit Umsatzrückgängen einerseits sowie Kosten durch nicht ausgelastete Kapazitäten und somit negativen Ergebniseffekten andererseits führen. Abhängigkeit von einzelnen Produktionsstandorten (RK: Mittel) Unsere südostasiatischen Fertigungsstandorte sind für unsere Fertigung von essenzieller Bedeutung. Sollten wir zum Beispiel im Fall von politischen Unruhen oder Naturkatastrophen in der Region nicht mehr in der Lage sein, an diesen Standorten im geplanten Umfang zu fertigen oder die dort gefertigten Produkte auszuführen, hätte das negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Unsere derzeitigen Fertigungskapazitäten in dieser Region sind größtenteils nicht gegen politische Risiken wie zum Beispiel Enteignung versichert. Der Transfer der Fertigung aus diesen Standorten wäre also nicht nur mit hohem technischen und zeitlichen Aufwand verbunden, sondern die hierfür erforderlichen Investitionen müssten komplett von Infineon selbst aufgebracht werden. Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten (RK: Mittel) Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Lieferanten zusammen, die uns mit Materialien, Dienstleistungen oder durch Übernahme bestimmter Unteraufträge unterstützen, für die nicht immer mehrere Alternativen bestehen. Wir sind damit zum Teil von der Lieferfähigkeit und Qualität dieser Zulieferungen abhängig. Sofern einer oder mehrere dieser Lieferanten ihre Verpflichtungen gegenüber Infineon nicht erfüllen würden, könnte das negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern (RK: Mittel) Ein wichtiger Baustein unseres Unternehmenserfolgs ist die jederzeitige Verfügbarkeit der benötigten Anzahl qualifizierter Mitarbeiter. Es besteht aber generell das Risiko, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren oder nicht genügend qualifiziertes Personal für unser Unternehmen gewinnen, entwickeln und binden zu können. Dies würde unter anderem durch Lücken in der Nachfolge von Fach- und Führungskräften unser Wachstum einschränken und damit negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. Finanzrisiken Ausfallrisiken von Bankpartnern (RK: Mittel) Bedingt durch unseren vergleichsweise hohen Bestand an flüssigen Mitteln (Brutto-Cash-Position) sind wir Risiken hinsichtlich eines möglichen Ausfalls von uns ausgewählter Bankpartner ausgesetzt. Diesen Risiken, die trotz teils staatlich unterstützter Einlagensicherungsmechanismen bestehen können, begegnen wir durch geeignete Analysen zur Risikovermeidung und Maßnahmen zur Risikostreuung. Sollten diese ihre Wirkung verfehlen, könnte dies wesentliche Auswirkungen auf unsere Vermögens- und Finanzlage haben. Währungsrisiken (RK: Mittel) Die internationale Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von nicht Eurobasierten Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, mit sich. Ein großer Anteil unserer Umsatzerlöse einerseits sowie der Betriebskosten und Investitionsausgaben andererseits entfallen auf US-Dollar und korrelierte Währungen, wobei sich in aller Regel ein US-Dollar-Überschuss ergibt. Bestimmte Währungsrisiken sind konzernweit durch derivative Finanzinstrumente abgesichert. Diesen Sicherungen liegen Prognosen über zukünftige Zahlungsströme zugrunde, deren Eintritt unsicher ist. Dies kann dazu führen, dass Wechselkursschwankungen unsere Ergebnisse trotz Sicherungen negativ beeinflussen. Ergänzende Beschreibungen zum Management finanzieller Risiken können dem Konzernanhang unter Nr. 31 entnommen werden. Rechtliche und Compliance-Risiken Qimonda-Insolvenz (RK: Mittel) Aufgrund des Insolvenzverfahrens von Qimonda und der in diesem Zusammenhang uns gegenüber vorgebrachten Forderungen sind wir, auch nach dem Teilvergleich vom 11. September 2014, weiterhin erheblichen potenziellen Verbindlichkeiten ausgesetzt, die detailliert im Konzernanhang unter Nr. 32 beschrieben sind. Wir haben Rückstellungen zum 30. September 2015 für solche Sachverhalte erfasst, von denen wir annehmen, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die mit hinreichender Genauigkeit zum jetzigen Zeitpunkt geschätzt werden können. Es gibt keine Sicherheit, dass diese Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit diesen Angelegenheiten entstehen können. Urheberrechte und Patente (RK: Mittel) Wie bei vielen Unternehmen in der Halbleiterbranche wird auch uns gegenüber verschiedentlich vorgebracht, wir hätten gewerbliche Schutzrechte verletzt. Ungeachtet der Erfolgsaussichten derartiger Ansprüche können im Zusammenhang mit ihrer Abwehr hohe Verteidigungskosten für Anwälte entstehen. Während wir im Patentbereich von Lizenzaustauschverträgen mit wichtigen Wettbewerbern profitieren und wir anstreben, den Schutz in diesem Risikofeld durch den Abschluss weiterer Verträge weiter auszudehnen, besteht gegenüber reinen Patentverwertungsgesellschaften keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung. Wir können nicht ausschließen, dass etwaige Vorwürfe der Patentverletzung vor Gericht Bestand haben, woraus signifikante Schadensersatzansprüche oder Einschränkungen bei der Vermarktung von Produkten resultieren könnten, was wiederum einen negativen Einfluss auf unser Geschäftsergebnis hätte. Weitere Informationen sind dem Konzernanhang unter Nr. 32 zu entnehmen. Auswirkungen unserer globalen Aktivitäten (RK: Mittel) Unsere weltweite Strategie sieht vor, Forschungs- und Entwicklungs- sowie Fertigungsstandorte über den ganzen Globus verteilt zu unterhalten. Dafür sind Marktzugangs- oder auch Technologie- sowie Kostengründe maßgeblich. Es können daher Risiken entstehen, die sich daraus ergeben, dass wirtschaftliche und geopolitische Krisen Auswirkungen auf regionale Märkte haben, länderspezifische Gesetze und Regelungen den Investitionsrahmen und die Möglichkeiten, freien Handel zu betreiben, beeinflussen und dass unterschiedliche Praktiken bei der Auslegung von steuerlichen, juristischen oder administrativen Regeln die Ausübung unternehmerischer Tätigkeiten einschränken. Diese Risiken könnten unsere Geschäftstätigkeit in diesen Ländern einengen. Außerdem könnten wir Strafzahlungen, Sanktionen und Reputationsschäden ausgesetzt sein. Insbesondere die asiatischen Märkte sind für unsere langfristige Wachstumsstrategie von großer Bedeutung und unsere Geschäftstätigkeit in China wird dort von einem Rechtssystem beeinflusst, das sich noch entwickelt und Änderungen unterliegen kann. Zum Beispiel könnten lokale Regulierungen uns dazu verpflichten, Partnerschaften mit nationalen Unternehmen einzugehen. In der Folge besteht die Möglichkeit, dass zum einen unser geistiges Eigentum nicht mehr ausreichend geschützt ist und zum anderen geistiges Eigentum, das wir in China entwickeln, nicht frei in andere Länder und Standorte transferiert werden kann, wodurch Umsätze und Profitabilität beeinträchtigt werden könnten. Akquisitionen und Kooperationsvereinbarungen (RK: Mittel) Um unser bestehendes Geschäft zu entwickeln oder auch weiter auszubauen, könnten wir weitere Akquisitionen vornehmen oder andere Formen der Partnerschaft mit externen Unternehmen eingehen. Es besteht prinzipiell das Risiko, dass wir im Fall eines Kaufs, insbesondere in Bezug auf die Integration von Mitarbeitern und Produkten in bestehende operative Strukturen, nicht erfolgreich sind. Dies könnte die Vermögens- und Ertragslage unseres Unternehmens negativ beeinflussen. Gleichzeitig besteht auch im Fall von kleineren Akquisitionen oder Portfolio-Entscheidungen immer die Möglichkeit, dass mangels Wissen oder Sensibilisierung der handelnden Personen gegen kartellrechtliche Bestimmungen verstoßen wird. Dies kann zu hohen Kosten (signifikante zeitliche Einbringung des Managements, Beauftragung von Anwälten), zu Geldstrafen sowie Reputationsschäden führen. Die Akquisition von International Rectifier wurde wie geplant 2015 erfolgreich durchgeführt. Die oben beschriebenen Risiken, insbesondere bei der Zusammenführung der beiden Unternehmen, sind bisher nicht eingetreten. Steuerliche, wettbewerbs- und kapitalmarktrechtliche Regelungen können ebenfalls Unternehmensrisiken beinhalten. Wir lassen uns deshalb umfassend von internen und externen Fachleuten beraten und schulen dazu unsere Mitarbeiter laufend. Maßnahmen zur Umsetzung der Risikosteuerungsstrategie Im Bereich der strategischen Risiken begegnen wir den für das Halbleitergeschäft typischen Konjunktur- und Nachfrageschwankungen und den damit zusammenhängenden Risiken für unsere Geschäftstätigkeit, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unter anderem dadurch, dass wir die Entwicklung von aus unserer Sicht wichtigen Frühwarnindikatoren fortlaufend überwachen und in Teilen mit spezifisch festgelegten Reaktionsstrategien der aktuellen Position im Konjunkturzyklus begegnen. Dies erfolgt zum Beispiel mit der frühzeitigen und konsequenten Anpassung von Kapazitäten und Beständen, der Initiierung von Einsparmaßnahmen sowie der flexiblen Nutzung von externen Produktionsmöglichkeiten sowohl im Frontend als auch im Backend. Im Rahmen des Programms "Next Level of Productivity" wurde im Geschäftsjahr 2015 eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verbesserung der Fertigungsproduktivität eingeführt. Im Bereich der operativen Risiken setzen wir zur Vermeidung von Qualitätsrisiken spezifische Qualitätsmanagementstrategien wie "Zero Defect" und "Six Sigma" zur Vorbeugung, Problemlösung und kontinuierlichen Verbesserung aller unserer Geschäftsprozesse ein. Das unternehmensweit gültige Qualitätsmanagementsystem ist seit Jahren nach den Normen ISO 9001 beziehungsweise ISO/TS 16949 zertifiziert und bezieht auch die Entwicklung unserer Lieferanten mit ein. Unsere Prozesse und Initiativen zur kontinuierlichen Verbesserung haben unter anderem zum Ziel, im Fall von Qualitätsproblemen die Ursachen zeitnah zu ermitteln und zu beheben. Für unsere oftmals kundenspezifischen Entwicklungsprojekte haben wir unter anderem ein systematisches Projektmanagement etabliert. Eindeutige Projektmeilensteine und Überprüfungsstufen während des Projektfortgangs sowie klar festgelegte Genehmigungsprozesse unterstützen uns dabei, mögliche Projektrisiken frühzeitig zu erkennen und diesen durch gezielte Maßnahmen zu begegnen. Risiken im Beschaffungsbereich versuchen wir durch unsere Einkaufsstrategien und durch den Einsatz geeigneter Methoden wie stetiger Produkt- und Kostenanalysen ("Best Cost Country Sourcing" und "Focus on Value") zu minimieren. Diese Programme beinhalten funktionsübergreifende Expertenteams zur Standardisierung der Einkaufsprozesse für Material und technische Anlagen. Vor dem Hintergrund der allgemein gestiegenen Bedrohungen für die Informationssicherheit und des höheren Maßes an Professionalität in der Computerkriminalität haben wir unter anderem ein Programm für Informationssicherheit mit dem Ziel der größtmöglichen Absicherung gegenüber möglichen Hacking-Angriffen und damit verbundenen Risiken für unsere Informationssysteme, Netzwerke, Produkte, Lösungen und Dienstleistungen initiiert. Die definierten Maßnahmen werden sukzessive eingeführt. Wir unterliegen Gesetzgebungen im Umwelt- und Klimaschutz sowie im Bereich Energie. Gegenwärtige oder künftige umweltrechtliche oder sonstige staatliche Regulierungen oder deren Änderung könnten eine Anpassung unserer operativen Tätigkeit erfordern und zu einer Steigerung unserer Kosten führen. Infineon hält sich über geplante Gesetzesänderungen auf dem Laufenden und arbeitet kontinuierlich in verschiedenen Verbänden und Organisationen an diesen Themen. Der Energiepreis unterlag in der Vergangenheit Schwankungen und teilweise einer Steigerung durch Regulierungen. Eine hohe Energieeffizienz ist auch aus diesem Grund seit Jahren Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Im Bereich der rechtlichen Risiken begegnen wir Risiken im Zusammenhang mit Schutzrechten und Patenten unter anderem durch eine spezifische Patentstrategie, die eine umfangreiche Patentrecherche, die gezielte Entwicklung und Anmeldung eigener Patente und den Schutz durch Verträge mit wichtigen Wettbewerbern einschließt. Wir streben an, diesen Schutz durch Verhandlungen mit führenden Wettbewerbern, mit denen noch keine patentrechtlichen Vertragsbeziehungen bestehen, weiter auszudehnen und somit Patentrisiken zu minimieren. Keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung besteht allerdings bei reinen Patentverwertungsgesellschaften. Zur systematischen, umfassenden und nachhaltigen Steuerung von Compliance-Risiken haben wir aktuell ein konzernweites Compliance-Managementsystem etabliert, welches wichtige präventive Bestandteile kontinuierlich weiterentwickelt, Elemente neu gestaltet beziehungsweise verstärkt und angemessene Reaktionen auf mögliche oder tatsächliche Verstöße gegen interne oder externe Regeln gewährleistet. Des Weiteren haben wir für potenzielle Schadensfälle und Haftungsrisiken teilweise Versicherungen abgeschlossen, um negative Auswirkungen auf unsere Vermögens- und Finanzlage zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren. Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns durch die Unternehmensleitung Die Einschätzung der gesamten Risikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sind uns derzeit nicht bekannt. Chancen Im Folgenden beschreiben wir unsere bedeutendsten Chancen. Diese stellen jedoch nur einen Ausschnitt der sich uns bietenden Möglichkeiten dar. Unsere Bewertung der Chancen ist zudem fortlaufenden Änderungen unterworfen, da sich unser Unternehmen, unsere Märkte und die Technologien kontinuierlich weiterentwickeln. Aus diesen Entwicklungen können sich neue Chancen ergeben, bereits existierende können an Relevanz verlieren, oder die Bedeutung einer Chance kann sich für uns verändern. Gemäß dem potenziellen Grad der Auswirkung und der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird für jede dieser Chancen in Klammern die Chancenklasse analog zur Risikoklasse (zum Beispiel "CK: Mittel") angegeben. Neue Technologien/Materialien (CK: Hoch) Eigenständig und gemeinsam mit unseren Kunden streben wir fortlaufend an, neue Technologien, Produkte und Lösungen zu entwickeln sowie bestehende zu verbessern. Hierfür investieren wir unter anderem in die Forschung und Entwicklung zum Einsatz neuer Technologien und Materialien. Die aktuell eingesetzten Technologien und Materialien könnten in absehbarer Zeit ihre Vorteile verlieren, so wie beispielsweise Silizium in manchen Einsatzbereichen seine physikalischen Grenzen erreichen könnte. Wir sehen daher unterschiedliche Chancen und Möglichkeiten, durch den Einsatz neuer Materialien wie beispielsweise Galliumnitrid oder Siliziumkarbid neue, leistungsfähigere und/oder kostengünstigere Produkte zu entwickeln. Diese könnten die Erreichung unserer strategischen Wachstums- und Profitabilitätsziele positiv beeinflussen. Strategische Initiative "Vom Produkt zum System" (CK: Hoch) Mit der erweiterten strategischen Ausrichtung "Vom Produkt zum System" wollen wir zusätzlichen Kundennutzen auf Systemebene aus unserem breiten Technologie- und Produktportfolio identifizieren. Das ermöglicht uns, weiteres Umsatzpotenzial auszuschöpfen und damit unsere Wachstums- und Margenziele zu realisieren. Durch diesen Ansatz reduzieren wir darüber hinaus den Entwicklungsaufwand beim Kunden und verkürzen so die Zeit bis zur Markteinführung der Produkte. Unterstützung der Energiewende und der Adressierung des Klimawandels (CK: Mittel) Mit der ständig wachsenden Weltbevölkerung und zunehmenden Industrialisierung steigt auch der globale Energiebedarf. Elektrizität wird dabei zum wichtigsten Energieträger des 21. Jahrhunderts. Die zur Deckung des Energie- und Strombedarfs verwendeten fossilen Energieträger werden sich voraussichtlich weiter verknappen und könnten eines Tages sogar vollends zur Neige gehen. Alternative Energieträger wie erneuerbare Energien müssen weiter erschlossen werden. Gleichzeitig müssen CO2 -Emissionen reduziert beziehungsweise in ihrem Anstieg begrenzt werden. Dazu muss insbesondere die Effizienz elektrischer Verbraucher erhöht werden. Halbleiter von Infineon unterstützen die Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern. Zudem bieten sie Effizienzgewinne in allen Wertschöpfungsstufen der Energiewirtschaft: bei der Erzeugung, der Übertragung und insbesondere der Nutzung von elektrischer Energie. Sie bilden die Grundlage für die intelligente und effiziente Nutzung von Energie in Industrieanwendungen, Stromversorgungen für Computer und Unterhaltungselektronik sowie in Fahrzeugen. Damit eröffnet sich die Chance, ein Umsatzwachstum oberhalb unseres strategischen Ziels von 8 Prozent per anno zu erzielen. Lieferfähigkeit aufgrund vorhandener Kapazität (CK: Mittel) Unsere bestehenden eigenen Kapazitäten in Frontend und Backend, die zudem für uns verfügbaren externen Produktionsmöglichkeiten sowie unsere vorhandenen Optionen zur weiteren Ausweitung unserer Produktion in unseren Werken Dresden (Deutschland) und in Kulim (Malaysia) bedeuten für uns eine im Vergleich zur Vergangenheit erhöhte Flexibilität hinsichtlich der Deckung der Produktionsnachfrage. Die verfügbaren Kapazitäten in Verbindung mit aktiver strategischer und operativer Planung der internen und externen Ressourcen ermöglichen es uns, im Fall einer Marktbelebung auch kurzfristig steigende Nachfrage unserer bestehenden und neuen Kunden zu decken. Hieraus können sich zukünftige positive Auswirkungen auf unsere Marktanteile und die Ertragslage ergeben, sodass die tatsächlich erreichte Segmentergebnis-Marge über der anvisierten Marke von 15 Prozent liegen kann. Marktzugang und Aktivitäten in China (CK: Mittel) Unsere Aktivitäten in dem aus unserer Sicht sehr bedeutenden chinesischen Markt sind auch zukünftig auf einem noch weiter ausbaufähigen Niveau. Dies betrifft folgende Märkte: Die Autoproduktion in China wächst weiterhin, wenngleich auch mit einer geringeren Wachstumsrate. China setzt zudem den Ausbau seiner Hochgeschwindigkeitszug-Infrastruktur fort und zählt inzwischen zu den größten Schienenfahrzeugmärkten der Welt. Auch bei der Erstinstallation von Windkraftanlagen kommen immer stärkere Generatoren zum Einsatz, was einen höheren Halbleiteranteil pro Windkraftanlage zur Folge hat. Unsere Ausgangslage im Bereich Fotovoltaik ist in China vielversprechend: Wir arbeiten mit vielen führenden chinesischen Wechselrichterherstellern zusammen und haben insbesondere im Geschäftsjahr 2015 unsere Zusammenarbeit mit dem chinesischen Marktführer erweitert. Des Weiteren haben wir eine starke Präsenz in China beim Markt für Solaranlagen, der sich zum bedeutendsten Einzelmarkt der Welt entwickelt hat. Wenn es gelingt, uns in China als Teil der chinesischen Industrie und somit als Element der chinesischen Gesellschaft zu positionieren, könnte das zu einer Vielzahl neuer und zusätzlicher Chancen führen und sich positiv auf Wachstum und Profitabilität unseres Geschäfts auswirken. Weiteres Wachstum des Halbleiteranteils im Automobil (CK: Mittel) Wir erwarten eine weitere Erhöhung des Halbleiteranteils pro Fahrzeug. Treibende Kraft hierfür ist vor allem eine steigende Nachfrage nach aktiven Sicherheitsfunktionen und Fahrerassistenzsystemen. Wir glauben auch, dass die weltweit gültigen CO2 -Ziele nicht ohne weitere Elektrifizierung zu erreichen sind. Dabei verstehen wir unter Elektrifizierung im Automobil nicht nur Hybrid-/Elektroantrieb, sondern auch zum Beispiel elektronische Servolenkung und elektronische Bremsen. Zudem gewinnt auch das Thema IT-Sicherheit im Fahrzeug an Bedeutung. Mit seiner Kompetenz auf dem Gebiet der Sicherheitscontroller ist speziell Infineon hier sehr gut positioniert. Wachstum bei mobilen Anwendungen (CK: Mittel) Der weiter voranschreitende Trend zur Mobilität drückt sich auch in der weiterhin hohen Nachfrage nach Smartphones und Tablets aus. Wir profitieren hiervon in zweifacher Weise: Erstens durch die Komponenten, die wir für die mobilen Endgeräte liefern (Silizium-MEMS-Mikrofone, TVS-Dioden, GPS-Verstärker, CMOS-RF-Schalter), und zweitens durch Leistungshalbleiter, die die Schlüsselkomponente für energieeffiziente Ladegeräte darstellen (Hochvolt- und Niedervolt-Leistungstransistoren, Treiber-ICs und Ansteuer-ICs). Sicherheitsanwendungen (CK: Mittel) Der Trend zu elektronischen Identitätsausweisen stärkt den Umsatz des Segments Chip Card & Security. Aufgrund der höheren Sicherheit von chipbasierten Ausweisen werden die papierbasierten Ausweise immer stärker verdrängt. Ähnlich verhält es sich bei Kreditkarten: Die chipbasierten Kreditkarten ersetzen die bisherigen Karten mit Magnetstreifen. Diese Migration hin zu chipbasierten Reisepässen, elektronischen Personalausweisen und Kreditkarten wird über die nächsten Jahre anhalten und in unterschiedlichen Regionen stattfinden. Finanzielle Position (CK: Mittel) Unsere aktuelle finanzielle Situation, die wir unter anderem im Kapitel "Darstellung der Finanzlage" erläutern, ermöglicht es uns, gute Refinanzierungskonditionen angeboten zu bekommen und, sofern erforderlich, zu nutzen. Hieraus ergibt sich für Infineon ein finanzieller Spielraum, der uns unternehmerische Flexibilität hinsichtlich der Umsetzung unserer Strategien und Initiativen gewährleistet. International Rectifier-Akquisition (CK: Mittel) Die sich durch die Eingliederung von International Rectifier ergebenden Chancen sind im Kapitel "Konzernstrategie" im Detail beschrieben. So sind viele Produkte und Technologien von International Rectifier komplementär zu unseren eigenen Schwerpunkten. International Rectifier bringt IGBT-Module und IGBT-Treiber-ICs für niedrige Leistungen ein, während wir uns vor der Akquisition auf Hochleistungsmodule konzentriert haben. International Rectifier ist Experte für das neue Leistungshalbleitermaterial Galliumnitrid, während wir viele Jahre Erfahrung mit Siliziumkarbid gesammelt haben. Bei der digital gesteuerten Spannungswandlung haben wir uns auf Server konzentriert, während International Rectifier auch bei Spielekonsolen, Grafikkarten sowie im Bereich Netzwerk- und Mobilfunk-Infrastruktur stark vertreten ist. Im Vertrieb liegt unser Schwerpunkt bei Direktkunden, während International Rectifier sehr stark die Distribution nutzt. Regional betrachtet ist Infineon naturgemäß besonders stark in Europa vertreten, während International Rectifier uns insbesondere in seinem Heimatland USA, aber auch in Asien ergänzt. Wir wollen diese komplementären Stärken miteinander verbinden und dadurch zusätzliche Größenvorteile realisieren. Treasury und Kapitalbedarf Infineons Treasury-Struktur und -Leitlinien Unser Hauptziel im Hinblick auf das Konzern-Treasury besteht darin, finanzielle Flexibilität auf Grundlage einer soliden Kapitalstruktur sicherzustellen. Wie bei vergleichbaren Unternehmen der Halbleiterbranche steht dabei eine ausreichende Liquiditätsausstattung im Vordergrund, um die laufende Geschäftstätigkeit finanzieren und geplante Investitionen in allen Phasen des Geschäftszyklus vornehmen zu können. Andererseits soll die Verschuldung nur einen moderaten Anteil am Finanzierungsmix ausmachen. Auf Basis dieser Leitlinien hat Infineon drei Hauptziele für sein Kapitalmanagement definiert, welche auch nach der Akquisition von International Rectifier weiterhin verfolgt werden: ― Brutto-Cash-Position zwischen 30 und 40 Prozent vom Umsatz, ― positive Netto-Cash-Position und ― Bruttoverschuldung höchstens 2x EBITDA (Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Zinsen und Steuern zuzüglich planmäßiger Abschreibungen). Wir unterliegen keinen satzungsmäßigen oder gesetzlichen Auflagen im Hinblick auf die Kapitalausstattung. Treasury-Grundsätze und Verantwortlichkeiten Die Treasury-Grundsätze des Konzerns regeln die Vorgehensweise bei sämtlichen Themen, die Liquidität und Finanzierung betreffen. Hierzu zählen die Bankenpolitik und -strategie, der Abschluss von Finanzierungsvereinbarungen, das weltweite Liquiditäts- und Anlagemanagement, die Steuerung von Währungs- und Zinsrisiken sowie das Abwickeln externer und konzerninterner Zahlungsflüsse. Die Treasury-Grundsätze sind in einer entsprechenden "Treasury Policy" mit konzernweiter Gültigkeit hinterlegt, werden regelmäßig überprüft und aktualisiert. Wesentlicher Teil der Treasury-Grundsätze sind die Verantwortlichkeiten, die nach einem dreistufigen Ansatz strukturiert sind: ― Die Festlegung von Treasury-Grundsätzen für Infineon obliegt dem Finanzvorstand, der die Treasury Policy nach vorheriger Konsultation des Vorsitzenden des Vorstands genehmigt. Das Treasury-Komitee, das sich aus dem Finanzvorstand und ausgewählten Führungskräften zusammensetzt, entscheidet insbesondere über für Planungszwecke unterstellte Wechselkurse sowie Strategien zur Währungssicherung und gibt Leitlinien zu deren Umsetzung vor. ― Die Konzern-Finance & Treasury-Abteilung ist für zentralisierte Treasury-Transaktionen sowie für die Umsetzung der Entscheidungen des Treasury-Komitees weltweit verantwortlich. ― Auf Ebene der Tochtergesellschaften sind die kaufmännischen Geschäftsführer sowie die Leiter Finanzen vor Ort, in größeren Einheiten auch dezidierte Treasurer, für das Management der Treasury-Angelegenheiten bei den jeweiligen Gesellschaften verantwortlich. Controlling-Funktionen auf Konzernebene stellen sicher, dass die Transaktionen der einzelnen Geschäftseinheiten den Treasury-Grundsätzen des Konzerns entsprechen. Zentralisierte Treasury-Funktion Unsere Treasury-Grundsätze verfolgen einen stark zentralisierten Ansatz mit der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung als weltweit verantwortlicher Stelle für alle wesentlichen Aufgaben und Prozesse im Bereich Finanzierung und Treasury. Ausgangspunkt ist ein mehrjähriger Unternehmensplan mit verschiedenen Szenarien für den Free-Cash-Flow. Für die kurzfristig operative Liquiditätssteuerung werden alle Konzerngesellschaften im Konsolidierungskreis auf rollierender monatlicher Basis in Prognoserechnungen einbezogen. Parallel dazu wird eine Cash-Flow-Planung auf Basis einer Bottom-up-Methode über die Geschäftsplanung unserer operativen Segmente erstellt. In einem quartalsweisen Meeting zur Liquiditätssteuerung werden beide Planungen gegenübergestellt, auf Plausibilität verprobt und mögliche Abweichungen analysiert. Im Rahmen eines zentralisierten Liquiditätsmanagements werden Cash-Pool-Strukturen betrieben. Soweit gesetzlich zulässig und wirtschaftlich vertretbar, leiten die Tochtergesellschaften dabei überschüssige Liquidität an die Konzernzentrale weiter, um eine optimale Verteilung der flüssigen Finanzmittel innerhalb des Konzerns sicherzustellen und etwaigen Finanzierungsbedarf anderer Gesellschaften abzudecken. Dadurch reduzieren wir den externen Finanzierungsbedarf und optimieren unsere Kapitalstruktur mit den entsprechend positiven Effekten auf unsere Finanzierungskosten. Durch den Ausgleich konzerninterner Transaktionen über interne Finanzkonten im Rahmen eines Inhouse-Bank-Ansatzes können wir darüber hinaus externe Banktransaktionen und Bankgebühren reduzieren. Die auf Ebene des Konzerns zusammengeführte Liquidität wird von der Konzern-Treasury-Abteilung zentral veranlagt. Dabei verfolgen wir grundsätzlich eine konservative Anlagestrategie, bei der Sicherheit vor Rendite geht. Eine weitere Aufgabe der Konzern-Treasury-Abteilung ist das Management unserer Währungs- und Zinsrisiken, für die wiederum die konsolidierte Liquiditätsplanung maßgeblich ist, da nur solche Fremdwährungs-Zahlungsströme, die sich im Konzern nicht ausgleichen, extern gesichert werden (für weitere Ausführungen siehe im Konzernanhang unter Nr. 31). Des Weiteren werden gemäß unseren Treasury-Grundsätzen, soweit gesetzlich zulässig, alle weltweiten Finanzierungen und Kreditlinien direkt oder indirekt von der zentralen Finance & Treasury-Abteilung arrangiert, strukturiert und verwaltet. Unsere Finanzverbindlichkeiten sind in der Regel unbesichert und mit marktüblichen Kreditverpflichtungen verbunden. Von entscheidender Bedeutung für die verlässliche Umsetzung aller aufgeführten Treasury-Aufgaben sind leistungsfähige und solide Finanzinstitute. Die Auswahl der weltweiten Partnerbanken obliegt der zentralen Treasury-Abteilung im Rahmen der Bankenpolitik. Der Konzern unterhält Geschäftsbeziehungen zu verschiedenen internationalen und lokalen Geschäfts- und Investmentbanken und vermeidet eine Abhängigkeit von einzelnen Instituten. Partnerbanken müssen eine hohe Kreditwürdigkeit aufweisen. Infineon setzt zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit der Kreditinstitute eine Methodik ein, mit deren Hilfe täglich auf Basis der aktuellen Ratings (von Standard & Poor's, Moody's oder Fitch) sowie der Credit-Default-Swap-Prämien Anlagegrenzen für die einzelnen Kreditinstitute neu berechnet werden. Eventuelle Überschreitungen der errechneten Anlagegrenzen haben eine unmittelbare Meldung und Aufforderung zur Reduzierung des Risikos zur Folge. Infineon hat seine Geldanlagen auf mehr als zehn Kreditinstitute verteilt. Zum 30. September 2015 war kein Kreditinstitut für mehr als 15 Prozent der Geldanlagen verantwortlich. Kapitalbedarf im Geschäftsjahr 2016 Im Geschäftsjahr 2016 benötigen wir Kapital unter anderem zur ― Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit, ― planmäßigen Durchführung von Investitionen, ― Rückzahlung fälliger Darlehen und Zinsen, ― Zahlung von Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten, sofern sie fällig werden beziehungsweise eintreten, sowie ― Zahlung der vorgeschlagenen Dividende. Wir erwarten, diese Anforderungen zu erfüllen durch ― Zahlungsmittelzuflüsse aus dem laufenden Geschäft, ― verfügbare Zahlungsmittel einschließlich unserer Finanzreserven in Form von Finanzinvestments sowie verfügbare Kreditlinien. Finanzierung der laufenden Geschäftstätigkeit Entsprechend unseren Erwartungen für das Geschäftsjahr 2016 gehen wir davon aus, dass der Kapitalbedarf der laufenden Geschäftstätigkeit durch entsprechende Mittelzuflüsse aus dem laufenden Geschäft gedeckt werden kann. Nähere Angaben zu aus fest vereinbarten vertraglichen Verpflichtungen, wie zum Beispiel Leasingvereinbarungen, fest eingegangenen Liefer- und Dienstleistungsverträgen für Rohstoffe, Vorprodukte, Strom/Gas und Ähnliches, resultierenden Verpflichtungen zum 30. September 2015 finden sich im Konzernanhang unter Nr. 33. Investitionen Die Halbleiterproduktion ist sehr kapitalintensiv. Die Zielquote von Infineon für zukünftige Geschäftsjahre für die im Zyklusmittel erwarteten Investitionen (Definition siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") relativ zum Umsatz beträgt rund 13 Prozent. Abhängig von der Geschäftssituation plant Infineon derzeit für das Geschäftsjahr 2016 Investitionen in Höhe von rund €850 Millionen (für Details siehe im "Prognosebericht" im Kapitel "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen"). Davon war zum 30. September 2015 ein Betrag von €202 Millionen vertraglich fest vereinbart. Rückzahlung fälliger Darlehen Von unseren Finanzverbindlichkeiten zum 30. September 2015 in Höhe von €1.793 Millionen wird im Geschäftsjahr 2016 ein Betrag von €33 Millionen fällig. Rückstellungen und Eventualverpflichtungen Im Rahmen der gewöhnlichen betrieblichen Tätigkeit begeben wir Garantien vor allem für die Zahlung von Importzöllen, Gebäudemieten und möglichen Verpflichtungen in Bezug auf erhaltene staatliche Zuschüsse. Zum 30. September 2015 betrug die Höhe der undiskontierten, potenziellen zukünftigen Zahlungen für Garantien €72 Millionen, wovon maximal €14 Millionen im Geschäftsjahr 2016 zahlungswirksam werden können. Darüber hinaus bestehen Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten für unterschiedliche Risiken, die, soweit die Risiken eintreten, zu Zahlungsmittelabflüssen führen können (siehe hierzu ausführlich bei "Rechtliche und Compliance-Risiken" im Kapitel "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen" sowie im Konzernanhang unter Nr. 33 und Nr. 32). Geplante Dividende Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2015 wird den Aktionären von Infineon eine Dividende von €0,20 je Aktie vorgeschlagen werden. Sollte die kommende Hauptversammlung dem zustimmen, wird dies zu einer Ausschüttung von voraussichtlich rund €225 Millionen führen (für das Vorjahr: €202 Millionen). Siehe hierzu ausführlich im Konzernanhang unter Nr. 24. Deckung des Kapitalbedarfs Unsere Brutto-Cash-Position beläuft sich am 30. September 2015 auf €2.013 Millionen. Wir können €77 Millionen aus verschiedenen, voneinander unabhängigen kurz- und langfristigen Kreditlinien mit mehreren Finanzinstituten finanzieren. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten (Definition siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") wird im Geschäftsjahr 2016 bei €500 Millionen bis €600 Millionen liegen, da der erwartete Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit die geplanten Investitionen übersteigen sollte. Im Zusammenhang mit bestimmten Investitionsprojekten haben wir auch staatliche Zulagen und Zuschüsse beantragt, können jedoch nicht garantieren, dass die Mittel rechtzeitig oder überhaupt genehmigt werden. Zu näheren Details bezüglich gewährter Zuschüsse siehe im Konzernanhang unter Nr. 5. Unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Ressourcen, einschließlich der intern vorhandenen und künftig generierten Zahlungsmittel und der aktuell verfügbaren Kreditlinien, gehen wir davon aus, unseren derzeit geplanten Kapitalbedarf für das Geschäftsjahr 2016 decken zu können. Infineon hat sich nicht um ein offizielles Rating einer führenden Ratingagentur bemüht. Das Unternehmen geht davon aus, auch weiterhin ohne ein solches Rating Zugang zu ausreichenden Finanzmitteln zu wettbewerbsfähigen Konditionen zu haben, und hat dies durch die erfolgreiche Begebung von zwei Anleihen im März 2015 unter Beweis gestellt. Derivative Finanzinstrumente Zu Hedging-Zwecken setzen wir folgende derivative Finanzinstrumente ein: Fremdwährungstermingeschäfte zur Reduktion von Währungsschwankungen sowie Rohstoffswaps zur Verringerung der Preisrisiken bei erwarteten Goldeinkäufen. Im Rahmen unseres Programms zur Kapitalrückgewähr haben wir Put-Optionen auf eigene Aktien genutzt. Derivative Finanzinstrumente werden bei uns nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. Für weitere Informationen zu derivativen Finanzinstrumenten und dem Management von finanziellen Risiken siehe im Konzernanhang unter Nr. 30 und 31; zu den Put-Optionen auf eigene Aktien siehe im Konzernanhang unter Nr. 24. Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts Das Geschäftsjahr 2015 ist für Infineon erfolgreich verlaufen. Wir haben mit der Akquisition von International Rectifier am 13. Januar 2015 die größte Akquisition der Unternehmensgeschichte getätigt. Die anschließende Integration ist weitgehend abgeschlossen. Auch finanziell ist das Geschäftsjahr 2015 erfolgreich verlaufen: Die Umsatzerlöse stiegen um 34 Prozent auf €5.795 Millionen, das Segmentergebnis erhöhte sich um 45 Prozent auf €897 Millionen und die Segmentergebnis-Marge verbesserte sich um 1,1 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent, wobei wir durch den Rückenwind aus dem stärkeren US-Dollar gegenüber dem Euro unterstützt wurden. Der um die Auswirkungen der drei großen Sondereffekte International Rectifier-Akquisition, Qimonda-Patente und EU-Kommission bereinigte Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten war mit €393 Millionen deutlich positiv und 24 Prozent höher als der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten im Vorjahr. Wir haben auch nach der Akquisition von International Rectifier, die wir teilweise aus eigenen Mitteln und teilweise über Kredite finanziert haben, weiterhin eine sehr solide Bilanzstruktur. Bereits ein Quartal nach Abschluss der Akquisition von International Rectifier hatte Infineon mit €49 Millionen wieder eine positive Netto-Cash-Position und damit das Kapitalstrukturziel für die Netto-Cash-Position (siehe Konzernanhang unter Nr. 25 "Kapitalmanagement") zum 30. Juni 2015 wieder eingehalten. Zum 30. September 2015 liegt die Eigenkapitalquote bei 53,4 Prozent und wir verfügen über eine Brutto-Cash-Position von über €2 Milliarden. Dies ermöglicht uns, auch für das Geschäftsjahr 2015 die Dividende zu erhöhen und der Hauptversammlung eine um 2 Cent je Aktie höhere Dividende von nunmehr 20 Cent je Aktie vorzuschlagen. Wir haben uns in den vergangenen Jahren systematisch auf Wachstumsmärkte konzentriert, deren Entwicklung durch die aktuellen sozialen, ökonomischen und ökologischen Trends unterstützt wird. Mit unseren Halbleiterlösungen machen wir das Leben einfacher, sicherer und umweltfreundlicher - mit Technik, die mehr leistet, weniger verbraucht und für alle verfügbar ist. Mikroelektronik von Infineon ist der Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft und verbindet die analoge mit der digitalen Welt. Diesen Anspruch, zu einem besseren Leben beizutragen, haben wir in unserem neuen Leitbild zusammengefasst. Die Akquisition von International Rectifier unterstützt uns, in unseren Wachstumsmärkten noch erfolgreicher zu sein. Wir halten weiterhin an unseren Zielen fest: Wir wollen im Durchschnitt des Zyklus mit rund 8 Prozent pro Jahr wachsen und dabei eine Segmentergebnis-Marge von 15 Prozent erzielen. Das Wachstum wollen wir im Zyklusdurchschnitt mit Investitionen von rund 13 Prozent vom Umsatz erreichen. Für das Geschäftsjahr 2016 erwarten wir ein Umsatzwachstum von 13 Prozent - plus oder minus 2 Prozentpunkte - gegenüber dem Vorjahr, wobei wir einen Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,10 unterstellen. Wir haben uns ursprünglich vorgenommen, den Margenbeitrag von International Rectifier spätestens im Geschäftsjahr 2017 mindestens auf die 15 Prozent Segmentergebnis-Marge zu bringen, die Infineon über den Zyklus anstrebt. Dieses Ziel haben wir bereits im Schlussquartal des Geschäftsjahres 2015 erreicht. Daher erwarten wir im Geschäftsjahr 2016 für den Mittelpunkt der Umsatzspanne eine Segmentergebnis-Marge von etwa 16 Prozent. Die für das Geschäftsjahr 2016 geplanten Investitionen belaufen sich auf etwa €850 Millionen. Ausnutzung von Wahlrechten und Sachverhaltsgestaltungen Die im vorliegenden zusammengefassten Lagebericht dargestellte und kommentierte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist von Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie von Annahmen und Schätzungen abhängig, die ausführlicher im Konzernanhang unter Nr. 2 beschrieben sind und die im Wesentlichen unverändert gegenüber dem Vorjahr sind. Außerbilanzielle Finanzierungsmaßnahmen wie Forderungsverkäufe, Sale-and-lease-back-Transaktionen oder Ähnliches wurden in den Geschäftsjahren 2015 und 2014 nicht durchgeführt. Infineon Technologies AG Ergänzend zur Berichterstattung über den Infineon-Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der Infineon Technologies AG. Die Infineon Technologies AG ist die Muttergesellschaft des Infineon-Konzerns und führt die entsprechenden Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Infineon Technologies AG übernimmt wesentliche übergreifende Aufgaben, wie das konzernweite Finanz- und Rechnungswesen, Corporate Compliance, das Personalwesen, strategische und produktionsorientierte F&E-Aktivitäten sowie die weltweite Unternehmens- und Marketingkommunikation, und steuert die logistischen Prozesse im Konzern. Sie verfügt über eigene Fertigungen in Regensburg und Warstein (beides Deutschland). Die Infineon Technologies AG stellt ihren Jahresabschluss im Gegensatz zum Konzernabschluss nicht nach den International Financial Reporting Standards ("IFRS"), sondern nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs ("HGB") auf. Der vollständige Abschluss wird separat veröffentlicht. Ertragslage Gewinn-und-Verlust-Rechnung der Infineon Technologies AG nach HGB (Kurzfassung) scroll € in Millionen 2015 2014 Umsatz 5.243 4.601 Umsatzkosten - 3.698 - 3.528 Bruttoergebnis vom Umsatz 1.545 1.073 Forschungs- und Entwicklungskosten - 724 - 547 Vertriebskosten - 153 - 138 Allgemeine Verwaltungskosten - 400 - 186 Übrige Erträge (Aufwendungen), Saldo 48 39 Beteiligungsergebnis, Saldo 361 1.003 Zinsergebnis - 52 - 22 Übriges Finanzergebnis - 7 47 Ergebnis vor Ertragsteuern 618 1.269 Ertragsteuern - 47 - 28 Jahresüberschuss 571 1.241 Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2 AktG - 137 - 228 Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2a AktG - 208 - 784 Bilanzgewinn 226 229 Der im Geschäftsjahr 2015 erzielte Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG beläuft sich auf €571 Millionen. Nach Einstellungen in die Gewinnrücklagen in Höhe von insgesamt €345 Millionen verbleibt ein Bilanzgewinn von €226 Millionen. Der Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG für das Geschäftsjahr 2015 ist positiv beeinflusst durch die Zuschreibung der Beteiligung an der Infineon Technologies Holding B.V. in Höhe von €208 Millionen (Vorjahr: €774 Millionen) aufgrund des gestiegenen Unternehmenswerts. Im Geschäftsjahr 2015 verzeichnete die Infineon Technologies AG einen deutlichen Zuwachs bei den Umsatzerlösen (14 Prozent) und dem Bruttoergebnis vom Umsatz (44 Prozent). Der Anstieg bei den Umsatzkosten betrug 5 Prozent. Vermögens- und Finanzlage Bilanz der Infineon Technologies AG nach HGB (Kurzfassung) scroll € in Millionen 2015 2014 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 530 474 Finanzanlagen 5.245 3.651 Anlagevermögen 5.775 4.125 Vorräte 517 344 Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände 1.481 618 Zahlungsmittel, Wertpapiere 1.672 2.339 Umlaufvermögen 3.670 3.301 Rechnungsabgrenzungsposten 39 28 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 3 4 Summe Aktiva 9.487 7.458 Ausgegebenes Kapital 2.247 2.243 Kapitalrücklage 1.179 1.165 Gewinnrücklagen 2.737 2.365 Bilanzgewinn 226 229 Eigenkapital 6.389 6.002 Sonderposten mit Rücklagenanteil 1 1 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 142 62 Übrige Rückstellungen 362 553 Rückstellungen 504 615 Anleihen 804 - Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 795 - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und übrige Verbindlichkeiten 979 819 Verbindlichkeiten 2.578 819 Rechnungsabgrenzungsposten 15 21 Summe Passiva 9.487 7.458 Die Vermögenslage der Infineon Technologies AG wurde im Geschäftsjahr 2015 stark durch die Akquisition von International Rectifier geprägt. In diesem Zusammenhang ist bei den Aktiva ein Anstieg der Finanzanlagen sowie eine Zunahme der Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände zu verzeichnen. Der akquisitionsbedingte Anstieg der Finanzanlagen und Forderungen resultiert im Wesentlichen aus der Einlage in die Infineon Technologies US HoldCo Inc. in Höhe von €1.519 Millionen einschließlich des gegenläufigen Effekts aus der Sicherung von Wechselkursrisiken aus der Kaufpreisverpflichtung aus der Akquisition von International Rectifier in Höhe von €140 Millionen sowie aus einem Darlehen in Höhe von €792 Millionen an die Infineon Technologies US HoldCo Inc. Für die Finanzierung der Akquisition von International Rectifier begab die Gesellschaft zwei nicht nachrangige, unbesicherte Anleihen mit einem Nominalwert von insgesamt €800 Millionen. Zudem wurde ein Bankdarlehen in Höhe von €792 Millionen (US$934 Millionen) aufgenommen. Darüber hinaus ist aufgrund der Zuschreibung der Beteiligung an der Infineon Technologies Holding B.V. (€208 Millionen) ein weiterer Anstieg bei den Finanzanlagen zu verzeichnen. Gegenläufig wirkte sich bei den Finanzanlagen eine Kapitalrückzahlung der Infineon Technologies Holding B.V. in Höhe von €149 Millionen aus. Die Zahlungsmittel und Wertpapiere haben sich im Geschäftsjahr 2015 um €667 Millionen verringert. Im Bereich der Rückstellungen erhöhten sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um €80 Millionen bedingt durch den rückläufigen durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre. Die übrigen Rückstellungen gingen im Geschäftsjahr 2015 um €191 Millionen zurück, insbesondere aufgrund der Zahlungen an den Insolvenzverwalter von Qimonda für den abgeschlossenen Teilvergleich (siehe im Konzernanhang unter Nr. 32). Der Bilanzposten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und übrige Verbindlichkeiten hat sich im Geschäftsjahr 2015 um €160 Millionen erhöht. Dies ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um €184 Millionen zurückzuführen. Gegenläufig wirkte sich der Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten um €70 Millionen aus. Die Erhöhung des Eigenkapitals (€387 Millionen) ist im Wesentlichen durch den im Geschäftsjahr 2015 erwirtschafteten Jahresüberschuss in Höhe von €571 Millionen bedingt. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2014 von €202 Millionen aus. Die Eigenkapitalquote beträgt 67,3 Prozent nach 80,5 Prozent im Vorjahr. Dividende Nach dem Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionäre zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft, der nach den Vorschriften des HGB ermittelt wird. Für das Geschäftsjahr 2015 weist der Jahresabschluss der Muttergesellschaft Infineon Technologies AG einen Bilanzgewinn von €226 Millionen aus. Für das Geschäftsjahr 2015 soll der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Bardividende von €0,20 je Aktie vorgeschlagen werden. Die Ausschüttung der vorgeschlagenen Dividende ist abhängig von der Zustimmung der Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2014 hat die Gesellschaft eine Dividende von €0,18 je Aktie beziehungsweise von €202 Millionen ausgeschüttet. Zur langfristigen Dividendenpolitik von Infineon wird auf den Abschnitt "Dividende" im Kapitel "Die Infineon-Aktie" verwiesen. Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen Die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen der Infineon Technologies AG ist im Wesentlichen identisch mit der des Infineon-Konzerns. Ferner gehen wir davon aus, dass das Beteiligungsergebnis wesentlich zum Ergebnis der Infineon Technologies AG beitragen wird. An den Risiken der Tochterunternehmen und Beteiligungen partizipiert die Infineon Technologies AG grundsätzlich entsprechend ihrer Beteiligungsquote. Die Infineon Technologies AG als Mutterunternehmen des Infineon-Konzerns ist in das konzernweite Risikomanagement- und interne Kontrollsystem eingebunden. Hierzu und zur voraussichtlichen Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen verweisen wir auf "Risiko- und Chancenbericht" im Kapitel "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen". Der größte Teil der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten für den Infineon-Konzern wird von der Infineon Technologies AG abgewickelt. Es gelten die Ausführungen im Kapitel "Treasury und Kapitalbedarf" zu Art und Umfang der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten sowie zu den abgesicherten Risiken auch für die Infineon Technologies AG. Ergänzend verweisen wir auf den Anhang der Infineon Technologies AG. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses ereigneten sich keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag. Corporate Governance Angaben nach § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Zum 30. September 2015 betrug das Grundkapital der Gesellschaft €2.258.542.962. Es ist eingeteilt in 1.129.271.481 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Jede Aktie gewährt eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Gewinnverwendung. Zum 30. September 2015 hielt die Gesellschaft von der oben genannten Gesamtzahl ausgegebener Aktien selbst 6 Millionen (Vorjahr: 6 Millionen) eigene Aktien. Am Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich insbesondere aus den Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) ergeben. Beispielsweise unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen nach § 136 AktG einem Stimmverbot. Weiter steht der Infineon Technologies AG gemäß § 71b AktG aus eigenen Aktien kein Stimmrecht zu. Auch können Verstöße gegen die Mitteilungspflichten im Sinne des § 21 Abs. 1 oder 1a des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) dazu führen, dass nach Maßgabe des § 28 WpHG Rechte aus Aktien - darunter das Stimmrecht - zumindest zeitweise nicht bestehen. Vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt. Gemäß § 67 Abs. 2 AktG gilt im Verhältnis zur Infineon Technologies AG nur als Aktionär, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Die Aktionäre haben der Infineon Technologies AG zur Eintragung im Aktienregister ihren Namen beziehungsweise ihre Firma, ihre Anschrift, gegebenenfalls ihren Sitz und ihr Geburtsdatum sowie die Zahl der von ihnen gehaltenen Aktien mitzuteilen. Die Infineon Technologies AG ist nach § 67 Abs. 4 AktG berechtigt, von der im Aktienregister eingetragenen Person Auskunft darüber zu verlangen, inwieweit die Aktien, auf die sich die Eintragung im Aktienregister bezieht, tatsächlich der eingetragenen Person gehören, und, soweit dies nicht der Fall ist, die zur Führung des Aktienregisters notwendigen Informationen über denjenigen zu erhalten, für den die Aktien gehalten werden. Solange einem solchen Auskunftsverlangen nicht ordnungsgemäß nachgekommen wird, bestehen die Stimmrechte aus dem betreffenden Aktienbestand nach § 67 Abs. 2 AktG nicht. Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten Nach § 21 Abs. 1 WpHG hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte einer börsennotierten Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unverzüglich mitzuteilen. Uns sind hiernach zum 30. September 2015 keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 Prozent der Stimmrechte erreichen oder überschreiten. Die uns gemeldeten und zum 30. September 2015 bestehenden Beteiligungen sind im Anhang des Jahresabschlusses der Infineon Technologies AG unter den Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG dargestellt. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, wurden nicht ausgegeben. Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben Arbeitnehmer, die am Kapital der Infineon Technologies AG beteiligt sind, üben ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus. Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern Der Vorstand der Infineon Technologies AG besteht nach § 5 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Personen. Derzeit besteht der Vorstand aus drei Mitgliedern. Die Bestimmung der genauen Zahl sowie die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgen gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 1 AktG durch den Aufsichtsrat. Da die Infineon Technologies AG unter das Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) fällt, ist für die Bestellung beziehungsweise Abberufung von Vorstandsmitgliedern eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder des Aufsichtsrats erforderlich (§ 31 Abs. 2 MitbestG). Kommt eine solche Mehrheit in der ersten Abstimmung nicht zustande, kann die Bestellung auf Vorschlag des Vermittlungsausschusses in einer zweiten Abstimmung mit einfacher Mehrheit der Stimmen der Mitglieder des Aufsichtsrats erfolgen (§ 31 Abs. 3 MitbestG). Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats jedoch zwei Stimmen zustehen (§ 31 Abs. 4 MitbestG). Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat gemäß § 85 Abs. 1 AktG in dringenden Fällen das Amtsgericht (München) auf Antrag eines Beteiligten ein Vorstandsmitglied zu bestellen. Vorstandsmitglieder dürfen gemäß § 84 Abs. 1 Satz 1 AktG für höchstens fünf Jahre bestellt werden. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig (§ 84 Abs. 1 Satz 2 AktG). Der Aufsichtsrat kann gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 2 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG). Bestimmungen über die Änderung der Satzung Für Änderungen der Satzung ist gemäß § 179 Abs. 1 AktG die Hauptversammlung zuständig. Der Aufsichtsrat ist jedoch gemäß § 10 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen, wie zum Beispiel Änderungen der Grundkapitalziffer infolge einer Kapitalerhöhung aus bedingtem oder genehmigtem Kapital oder einer Kapitalherabsetzung durch Einziehung eigener Aktien. Soweit die Satzung keine andere Mehrheit vorsieht, bedürfen Beschlüsse der Hauptversammlung über Änderungen der Satzung gemäß § 179 Abs. 2 AktG einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Die Satzung der Infineon Technologies AG sieht in § 17 Abs. 1 vor, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können, sofern nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder anderen Satzungsbestimmungen eine größere Mehrheit erforderlich ist. Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe Die Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien ergeben sich aus § 4 der Satzung der Gesellschaft in Verbindung mit den gesetzlichen Bestimmungen. Nähere Angaben zu den bestehenden genehmigten und bedingten Kapitalia der Gesellschaft finden sich im Konzernanhang unter Nr. 24. Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelanleihen Die Hauptversammlung vom 13. Februar 2014 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 12. Februar 2019 einmalig oder mehrmals Options- und/oder Wandelanleihen (gemeinsam "Anleihen") im Gesamtnennbetrag von bis zu €2.000.000.000 zu begeben und für solche von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft begebenen Anleihen die Garantie zu übernehmen und den Inhabern von Anleihen Options- oder Wandlungsrechte auf insgesamt bis zu 130.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu €260.000.000 nach näherer Maßgabe der jeweiligen Bedingungen der Anleihen zu gewähren. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Anleihen auszuschließen, ― sofern der Ausgabepreis den nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert der Anleihen nicht wesentlich unterschreitet; dies gilt jedoch nur insoweit, als die zur Bedienung der dabei begründeten Options- und/oder Wandlungsrechte auszugebenden Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder bezogen auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch auf den Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung; ― um Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben, vom Bezugsrecht der Aktionäre auf die Anleihen auszunehmen oder, soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten aus Anleihen, die von der Gesellschaft oder ihren nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben wurden oder werden, ein Bezugsrecht in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Rechte beziehungsweise nach Erfüllung von Wandlungspflichten zustände. Der Options- oder Wandlungspreis muss - auch bei Anwendung der Regelungen zum Verwässerungsschutz - mindestens 90 Prozent des durchschnittlichen Börsenkurses der Aktien der Gesellschaft in der Xetra-Schlussauktion an der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) betragen; weitere Einzelheiten dazu - auch zu den Voraussetzungen, unter denen der Options- beziehungsweise Wandlungspreis ermäßigt werden kann - sind der Ermächtigung zu entnehmen. Der Vorstand ist ermächtigt, unter Beachtung der Vorgaben des Hauptversammlungsbeschlusses, die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Anleihen und deren Bedingungen festzulegen. Erwerb eigener Aktien Die Infineon Technologies AG wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Februar 2013 bis zum 27. Februar 2018 ermächtigt, im Rahmen der gesetzlichen Grenzen eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung darf von der Gesellschaft nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten oder über ein Kreditinstitut beziehungsweise ein anderes die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG erfüllendes Unternehmen. Zu den einzelnen Erwerbsarten enthält die Ermächtigung differenzierende Anforderungen, vor allem hinsichtlich des zulässigen Kaufpreises. Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser oder einer früher erteilten Ermächtigung erworben wurden oder werden, dürfen außer durch Veräußerung über die Börse oder über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken verwendet werden. Insbesondere können sie eingezogen oder Dritten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Unternehmensbeteiligungen angeboten werden, unter bestimmten Voraussetzungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barzahlung an Dritte auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert werden, zur Erfüllung von Verpflichtungen der Gesellschaft aus Options- und Wandelanleihen sowie Aktienoptionsplänen genutzt oder Organmitgliedern und Arbeitnehmern im Konzern zum Erwerb angeboten beziehungsweise als Vergütungsbestandteil zugewendet und schließlich zur Rückführung von Wertpapierdarlehen verwendet werden. In den genannten Fällen, mit Ausnahme der Einziehung, ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Darüber hinaus ist im Fall der Veräußerung der Aktien über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausgeschlossen. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Februar 2013 darf der Erwerb von Aktien der Infineon Technologies AG auch durch den Einsatz von Eigenkapitalderivaten durchgeführt werden. Aktienerwerbe unter Einsatz von Derivaten sind dabei auf Aktien im Umfang von insgesamt höchstens 5 Prozent des Grundkapitals beschränkt, und zwar bezogen sowohl auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung als auch ihrer Ausübung durch den Einsatz des Derivats. Die in Ausübung dieser Ermächtigung erworbenen Aktien sind darüber hinaus auf die Erwerbsgrenze für die gemäß der oben beschriebenen Ermächtigung zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien erworbenen Aktien anzurechnen. Die Ermächtigung enthält weitere Beschränkungen für den Einsatz von Derivaten, unter anderem zur Durchführung, zur Laufzeit, zur Bedienung der Derivate und zum Erwerbspreis. Werden eigene Aktien unter Einsatz von Derivaten unter Beachtung der in der Ermächtigung aufgeführten Vorgaben erworben, ist ein Recht der Aktionäre, solche Derivatgeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen. Ein Recht der Aktionäre auf Abschluss von Derivatgeschäften besteht auch insoweit nicht, als beim Abschluss von Derivatgeschäften ein bevorrechtigtes Angebot für den Abschluss von Derivatgeschäften bezogen auf geringe Stückzahlen an Aktien vorgesehen wird. Aktionäre haben ein Recht auf Andienung ihrer Infineon-Aktien nur, soweit die Gesellschaft ihnen gegenüber aus den Derivatgeschäften zur Abnahme der Aktien verpflichtet ist. Ein etwaiges weitergehendes Andienungsrecht ist ausgeschlossen. Für die Verwendung eigener Aktien, die unter Einsatz von Derivaten erworben werden, gelten die Regelungen zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien entsprechend. Im November 2013 hatte die Gesellschaft ein neues Programm zur Kapitalrückgewähr beschlossen, das zum 30. September 2015 ausgelaufen ist. Einzelheiten des Programms sind im Konzernanhang unter Nr. 24 dargestellt und wurden von der Gesellschaft außerdem regelmäßig im Internet veröffentlicht. Wesentliche Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots Der Kreditvertrag zur Finanzierung der Akquisition von International Rectifier sowie die von Infineon emittierten Eurobonds (Details sind im Konzernanhang unter Nr. 22 dargestellt) sehen im Fall eines definierten Kontrollwechsels Klauseln vor, die für den Gläubiger das Recht zur Kündigung und vorzeitigen Fälligstellung enthalten; diese Klauseln entsprechen der marktüblichen Praxis. Darüber hinaus enthalten einige Patentlizenzaustauschverträge, Entwicklungskooperationen, Förderverträge beziehungsweise -bescheide, Lieferverträge, Joint-Venture-Vereinbarungen und Lizenzverträge marktübliche "Change of Control"-Klauseln, die dem Vertragspartner bei einer Änderung der Kontrolle über die Infineon Technologies AG das Recht zur Kündigung oder andere für die Gesellschaft unter Umständen nachteilige Sonderrechte einräumen oder die Fortsetzung des Vertrags von der Zustimmung des Vertragspartners abhängig machen. Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots Sofern ein Vorstandsmitglied im Rahmen eines Kontrollwechsels ausscheidet, hat es derzeit Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, im Fall einer Amtsniederlegung/Kündigung durch das betreffende Vorstandsmitglied aufgrund des ihm eingeräumten Sonderkündigungsrechts maximal jedoch für 36 Monate, im Fall einer Abberufung/Kündigung durch die Infineon Technologies AG für mindestens 24 und maximal 36 Monate. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Vergütungsbericht. Die mit den Mitgliedern des Vorstands vereinbarten "Change of Control"-Klauseln entsprechen der Empfehlung in Nummer 4.2.3 Abs. 5 des Deutschen Corporate Governance Kodex. Sie sollen dazu dienen, die Vorstandsmitglieder im Fall eines Kontrollwechsels abzusichern und auf diese Weise in einer Übernahmesituation ihre Unabhängigkeit zu erhalten. Vergleichbare Regelungen für Arbeitnehmer existieren nur in wenigen Einzelfällen. Corporate Governance Bericht Praxis der Unternehmensführung Corporate Governance - Standards guter und verantwortungsbewusster Unternehmensführung Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG verstehen unter Corporate Governance ein umfassendes Konzept für eine verantwortungsvolle, transparente und wertorientierte Unternehmensführung. Gute Corporate Governance dient der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts und fördert das Vertrauen der nationalen und internationalen Anleger, der Finanzmärkte, der Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in unser Unternehmen. Vorstand, Aufsichtsrat und Führungskräfte sorgen dafür, dass die Corporate Governance in allen Bereichen des Unternehmens aktiv gelebt und ständig weiterentwickelt wird. Neben dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) umfasst Corporate Governance bei Infineon auch die Standards des internen Kontrollsystems, Compliance - dabei insbesondere die Leitlinien für das unternehmerische Verhalten ("Business Conduct Guidelines") - sowie die Regelungen zu den Organisations- und Aufsichtspflichten im Unternehmen. Die Business Conduct Guidelines und die Regelungen zu den Organisations- und Aufsichtspflichten können im Infineon-Intranet von allen Mitarbeitern eingesehen und heruntergeladen werden. Business Conduct Guidelines Wir führen unser Geschäft verantwortungsvoll in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Regelungen - und wir haben verschiedene Richtlinien aufgestellt, die dazu beitragen, dass dieses Ziel auch erreicht wird. Die Business Conduct Guidelines der Infineon Technologies AG als wichtigster Bestandteil unserer Corporate Governance sind im Internet veröffentlicht und für den Vorstand und alle Mitarbeiter weltweit verbindlich. Die Business Conduct Guidelines werden regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Sie enthalten insbesondere Regelungen zum gesetzeskonformen Verhalten, zum Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten, zur Vermeidung von Interessenkonflikten, zum Umgang mit Firmeneinrichtungen, Daten und Informationen sowie zu den Themen Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit. Daneben enthalten sie aber auch Regeln zum Umgang mit Beschwerden und mit Hinweisen auf Verstöße gegen die Business Conduct Guidelines und andere für Infineon verbindliche Vorschriften. Corporate Compliance Officer und Compliance-Panel Infineon unterhält ein eigenständiges Compliance Office. Damit bekräftigt Infineon sein klares Bekenntnis zu uneingeschränkter Rechtstreue und der Einhaltung ethischer Standards, welche die legitimen Interessen von Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden und Aktionären schützen, die Reputation Infineons bewahren und dennoch die Bedürfnisse des Unternehmens berücksichtigen. Neben den klassischen Compliance-Zielen wie Risikominimierung und Effizienz- und Effektivitätssteigerung dient die Sicherstellung der Compliance dazu, das Ansehen von Infineon als verlässlichem und fairem Geschäftspartner nachhaltig zu festigen und damit zum Gesamterfolg des Unternehmens beizutragen. Der Corporate Compliance Officer der Infineon Technologies AG berichtet direkt an den Finanzvorstand. Er koordiniert das Compliance-Managementsystem, entwickelt das Infineon Compliance-Programm mit einem risikobasierten Ansatz, erstellt Richtlinien beziehungsweise arbeitet daran mit, berät die Mitarbeiter, nimmt Beschwerden und Hinweise - auch anonym -entgegen und leitet die Aufklärung von Compliance-Fällen. Darüber hinaus führt er regelmäßig Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiter zu Compliance-Themen, unter anderem zum Kartellrecht und zur Korruptionsprävention, durch. Auch im Geschäftsjahr 2015 wurden umfangreiche Schulungsmaßnahmen durchgeführt. Der Corporate Compliance Officer wird von regionalen Compliance Officers unterstützt. Die Gesellschaft hat außerdem ein regelmäßig tagendes Compliance-Panel eingerichtet, das sich aus erfahrenen Führungskräften der Bereiche Recht, Personal, Interne Revision und Unternehmenssicherheit und dem Corporate Compliance Officer zusammensetzt. Primäre Aufgabe des Panels ist es, über den Stand der Compliance im Unternehmen zu beraten sowie Grundsatzthemen zur laufenden Verbesserung des Compliance-Systems zu erörtern und zu beschließen. Als wichtigen Bestandteil des Compliance-Systems hat das Unternehmen ein Hinweisgebersystem eingerichtet. Infineon-Mitarbeiter können sich vertraulich, auch anonym, an den Corporate Compliance Officer wenden, um Verstöße gegen interne Richtlinien und Gesetze zu melden. Seit 2011 steht den Mitarbeitern und Geschäftspartnern als zusätzlicher Ansprechpartner außerdem ein externer Rechtsanwalt als unabhängiger Ombudsmann für vertrauliche, auch anonyme Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zur Verfügung. Der Corporate Compliance Officer geht jedem Hinweis nach und entscheidet in Abstimmung mit dem Compliance-Panel über die Aufnahme interner Untersuchungen. Im Juni 2014 hat das Unternehmen die Ende des Geschäftsjahres 2012 in Auftrag gegebene externe Prüfung des Compliance-Managementsystems der Infineon Technologies AG sowie zweier weiterer großer Konzerngesellschaften abgeschlossen. Dabei hat der Vorstand Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit des Compliance-Managementsystems durch eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft überprüfen und bestätigen lassen. Die Auditierung erfolgte nach den "Grundsätzen ordnungsgemäßer Prüfung von Compliance Management Systemen (IDW PS 980)" des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW); Schwerpunkte waren Korruptionsvermeidung und Einhaltung des Kartellrechts. Seit dem Geschäftsjahr 2015 wird die Nachhaltigkeit des Compliance-Managementsystems in den Konzerngesellschaften auch durch regelmäßige interne Audits, die im Wesentlichen dem Prüfungsstandard IDW PS 980 nachgebildet sind, sichergestellt. Risikomanagement Der Vorstand betrachtet ein systematisches und effektives Risiko- und Chancenmanagement als wichtigen Teil guter Corporate Governance und wesentlichen Erfolgsfaktor für unser Geschäft. Es sorgt dafür, dass Risiken und Chancen frühzeitig erkannt und Risikopositionen minimiert werden. Durch diese Transparenz der unternehmensweiten Risikosituation wird ein zusätzlicher Beitrag zur systematischen und kontinuierlichen Steigerung des Unternehmenswerts geleistet. Unser unternehmensweites Risiko- und Chancenmanagementsystem besteht aus den Teilprozessen Risiko- und Chancenidentifikation, -analyse, -steuerung und -überwachung und wird kontinuierlich den veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Seine Wirksamkeit wird regelmäßig vom Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überprüft. Einzelheiten zum Risikomanagement bei Infineon sind im Kapitel "Risiko- und Chancenbericht" dargestellt, der sowohl das Risiko- und Chancenmanagement als auch das interne Kontrollsystem bei Infineon näher beschreibt. Transparente Unternehmensführung Wir erstatten unseren Aktionären nach einem festen Finanzkalender viermal im Jahr Bericht über die Geschäftsentwicklung sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Die Mitglieder des Vorstands informieren Aktionäre, Analysten, Medien und Öffentlichkeit regelmäßig über die Quartals- und Jahresergebnisse. Unsere umfangreiche Investor Relations-Arbeit umfasst regelmäßige Treffen sowie Telefonkonferenzen mit Analysten und institutionellen Anlegern. Berichte, Mitteilungen und Informationen stehen in der Regel auf unserer Internet-Seite, und dort auch in englischer Sprache, zur Verfügung. Neben der regelmäßigen Berichterstattung informiert die Infineon Technologies AG in Ad-hoc-Mitteilungen über nicht öffentlich bekannte Umstände, die geeignet sind, im Fall ihres Bekanntwerdens den Börsenpreis der Infineon-Aktie erheblich zu beeinflussen. Die Gesellschaft verfügt über einen Offenlegungsausschuss ("Disclosure Committee"), der aus erfahrenen Führungskräften der Bereiche Investor Relations, Kommunikation, Finanzen, Finanzberichterstattung und Bilanzierung, Recht sowie Interne Revision besteht und - in je unterschiedlicher Besetzung - die Veröffentlichung bestimmter Finanzzahlen und -daten sowie anderer wesentlicher Informationen sowohl im Rahmen der regelmäßigen Finanzberichterstattung als auch der Ad-hoc-Publizität überprüft und freigibt. Der Vorstand der Gesellschaft muss nach deutschem Recht einen "Bilanzeid" leisten. Die hierzu erforderlichen Angaben werden in einem internen Verfahren von Führungskräften, die unternehmerische Verantwortung tragen, gegenüber dem Vorstand bestätigt. D&O-Versicherung Die Gesellschaft unterhält eine Vermögensschaden-Haftpflicht-Gruppenversicherung für Organmitglieder der Infineon-Gruppe (sogenannte D&O-Versicherung). Die Versicherung deckt das persönliche Haftungsrisiko für den Fall ab, dass (unter anderem) Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder bei der Ausübung ihrer Tätigkeit für Vermögensschäden in Anspruch genommen werden. Gemäß der gesetzlichen Regelung in § 93 Abs. 2 AktG (für den Vorstand) beziehungsweise der Empfehlung in Nr. 3.8 DCGK (für den Aufsichtsrat) wurde für die betreffenden Organmitglieder ein Selbstbehalt von 10 Prozent des Schadens bis zur Höhe des Eineinhalbfachen der jährlichen festen Vergütung in der D&O-Police vereinbart. Rechnungslegung und Abschlussprüfung Seit dem Geschäftsjahr 2009 erstellt die Infineon Technologies AG den Konzernabschluss ausschließlich nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind. Der Jahresabschluss der Infineon Technologies AG wird nach den Vorschriften des HGB erstellt. Der Jahres- und der Konzernabschluss der Infineon Technologies AG sowie der zusammengefasste Lagebericht werden nach Billigung durch den Aufsichtsrat innerhalb von 90 Tagen nach dem Ende eines Geschäftsjahres veröffentlicht. Die Rechnungslegung unseres Unternehmens für das Geschäftsjahr 2015 wird von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München ("KPMG"), geprüft. Außerdem wurden auch der Halbjahresfinanzbericht und die Quartalsfinanzberichte durch die KPMG einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Prüfungen umfassen auch das Risikofrüherkennungssystem und die Abgabe der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG. Die Quartalsberichte sowie der Halbjahresfinanzbericht werden vor der Veröffentlichung vom Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss mit dem Vorstand erörtert. Mit der KPMG wurde vereinbart, dass der Vorsitzende des Ausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe unverzüglich unterrichtet wird, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden. Der Abschlussprüfer soll auch über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung und der prüferischen Durchsicht ergeben, unverzüglich berichten. Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte ("Directors' Dealings") Sogenannte "Personen mit Führungsaufgaben", zu denen bei Infineon die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gehören, sowie diesen nahestehende Personen sind gemäß § 15a Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet, der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eigene Geschäfte mit Aktien der Gesellschaft oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten innerhalb von fünf Werktagen mitzuteilen. Dies gilt jedoch nur, solange die Gesamtsumme der von einer der oben genannten Führungskräfte und der ihr nahestehenden Personen getätigten Wertpapiergeschäfte innerhalb eines Kalenderjahres mindestens €5.000 beträgt. Die Gesellschaft ist dazu verpflichtet, die ihr zugehenden Mitteilungen unverzüglich zu veröffentlichen und an das Unternehmensregister zu übermitteln. Die Veröffentlichung wird außerdem der BaFin mitgeteilt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind der Gesellschaft von Personen mit Führungsaufgaben und ihnen nahestehenden Personen folgende Wertpapiergeschäfte mitgeteilt worden: scroll Name, Vorname Dr. Ploss, Reinhard Funktion Vorsitzender des Vorstands Bezeichnung Aktien der Infineon Technologies AG ISIN/WKN DE0006231004/623 100 Datum 28.11.2014 Kauf/Verkauf Kauf Preis (pro Stück) €7,88 Stückzahl 6.400 Geschäftsvolumen €50.432,00 Datum 28.11.2014 Kauf/Verkauf Kauf Preis (pro Stück) €7,89 Stückzahl 4.400 Geschäftsvolumen €34.694,00 Gesamtgeschäftsvolumen €85.126,00 Geschäftsort Börse Frankfurt/Main (Xetra) scroll Name, Vorname Asam, Dominik Funktion Mitglied des Vorstands Bezeichnung Aktien der Infineon Technologies AG ISIN/WKN DE0006231004/623 100 Datum 01.12.2014 Kauf/Verkauf Kauf Preis (pro Stück) €7,83 Stückzahl 1.379 Geschäftsvolumen €10.794,81 Datum 01.12.2014 Kauf/Verkauf Kauf Preis (pro Stück) €7,83 Stückzahl 2.957 Geschäftsvolumen €23.144,44 Datum 01.12.2014 Kauf/Verkauf Kauf Preis (pro Stück) €7,83 Stückzahl 1.375 Geschäftsvolumen €10.764,88 Datum 01.12.2014 Kauf/Verkauf Kauf Preis (pro Stück) €7,83 Stückzahl 1.503 Geschäftsvolumen €11.768,49 Gesamtgeschäftsvolumen €56.472,62 Geschäftsort Börse Frankfurt/Main (Xetra) scroll Name, Vorname Gruber, Peter Funktion Mitglied des Aufsichtsrats Bezeichnung Aktien der Infineon Technologies AG ISIN/WKN DE0006231004/623 100 Datum 16.02.2015 Kauf/Verkauf Verkauf Preis (pro Stück) €10,06 Stückzahl 26.000 Geschäftsvolumen €261.560,00 Geschäftsort Börse Frankfurt/Main (Xetra) scroll Name, Vorname Mittal, Arunjai Funktion Mitglied des Vorstands Bezeichnung Aktien der Infineon Technologies AG ISIN/WKN DE0006231004/623 100 Datum 02.06.2015 Kauf/Verkauf Verkauf Preis (pro Stück) €11,94 Stückzahl 21.598 Geschäftsvolumen €257.885,52 Geschäftsort Börse Frankfurt/Main (Xetra) Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats Zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2015 wird auf den ausführlichen Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts ist. Aktienbasierte Programme für Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder Eine Darstellung unserer aktienbasierten Programme findet sich im Konzernanhang unter Nr. 26; im Volltext sind die Pläne im Internet einsehbar. Im Geschäftsjahr 2015 kam als Teil der langfristigen Vergütung für Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter des Unternehmens weltweit ein sogenannter "Performance Share-Plan" (PSP) zur Anwendung. Der gleiche Plan gilt auch für die Vorstandsmitglieder, diese haben hierauf - anders als die übrigen Planteilnehmer - allerdings einen vertraglich abgesicherten Anspruch. Die wesentlichen Planbedingungen für die Vorstandsmitglieder werden im Vergütungsbericht dargestellt. Für die übrigen PSP-Teilnehmer gelten im Wesentlichen die gleichen Bedingungen, abweichende Regelungen sind lediglich hinsichtlich des obligatorischen Eigeninvestments in Infineon-Aktien und im Falle eines vorzeitigen Ausscheidens vorgesehen; außerdem gilt die mit den Performance Shares verbundene betragsmäßige Höchstgrenze (Cap) nur für die Vorstandsmitglieder. Erklärung zur Unternehmensführung (Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts - ungeprüft) Entsprechenserklärung 2015 von Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 Aktiengesetz Vorstand und Aufsichtsrat haben im November 2015 die folgende Erklärung gemäß § 161 AktG abgegeben: 1. Die Infineon Technologies AG hat seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im November 2014 mit einer Ausnahme allen geltenden Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 24. Juni 2014 ("Kodex") entsprochen. Es handelt sich um die folgende, bereits in der Erklärung vom November 2014 genannte und begründete Ausnahme: Nummer 5.4.6 des Kodex sieht vor, dass eine etwaige erfolgsorientierte Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein soll. Die terminologische Anlehnung an die Vorgaben des Aktiengesetzes zur Vorstandsvergütung legt nahe, dass erfolgsorientierte Vergütungsbestandteile daher auch für den Aufsichtsrat eine "mehrjährige Bemessungsgrundlage" haben sollen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Infineon Technologies AG erhalten neben einer festen Grundvergütung eine erfolgsorientierte Vergütung. Diese wird nur ausgezahlt, wenn das Ergebnis je Aktie im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr einen bestimmten Mindestbetrag übersteigt. Vorstand und Aufsichtsrat haben sich bereits mehrfach mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Sie sind stets zu dem Ergebnis gekommen, dass das Vergütungssystem für den Aufsichtsrat auch ohne eine mehrjährige Bemessungsgrundlage auf den langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtet ist, da sich der für die Auszahlung zu erreichende Mindestbetrag jährlich erhöht. Dadurch werden Anreize zu einer Unternehmensentwicklung gesetzt, bei der das Ergebnis kontinuierlich steigt. Beide Organe haben daher keine Notwendigkeit gesehen, das mit großer Mehrheit der Hauptversammlung verabschiedete Vergütungssystem für den Aufsichtsrat erneut zu ändern. An dieser Einschätzung halten Vorstand und Aufsichtsrat unverändert fest. 2. Am 12. Juni 2015 ist der Deutsche Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015 wirksam geworden. Die Infineon Technologies AG hat den in dieser Fassung enthaltenen geltenden Empfehlungen - mit der unter Ziffer 1 dieser Erklärung genannten Ausnahme von der unverändert gebliebenen Empfehlung in Nummer 5.4.6 - ebenfalls entsprochen und wird ihnen auch zukünftig entsprechen. Relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken Die Gesellschaft beachtet sämtliche gesetzlichen Anforderungen an die Unternehmensführung. Sie beachtet - mit einer in der Entsprechenserklärung genannten und begründeten Ausnahme - auch die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Für die Praxis der Unternehmensführung von Infineon sind darüber hinaus insbesondere die Leitlinien für das unternehmerische Verhalten ("Business Conduct Guidelines") sowie die Regelungen zu den Organisations- und Aufsichtspflichten im Unternehmen maßgeblich. Beide Regelwerke können im Infineon-Intranet von allen Mitarbeitern weltweit eingesehen und heruntergeladen werden. Aktionäre und Hauptversammlung Die Aktionäre der Infineon Technologies AG treffen ihre Entscheidungen in der Hauptversammlung, die mindestens einmal im Jahr stattfindet. Jede Aktie hat eine Stimme. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung sind alle Aktionäre berechtigt, die im Aktienregister eingetragen sind und sich rechtzeitig angemeldet haben. Die Hauptversammlung fasst Beschlüsse zu allen ihr gesetzlich zugewiesenen Angelegenheiten, insbesondere zur Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, zur Gewinnverwendung, zur Wahl des Abschlussprüfers, zu Unternehmensverträgen und zu Satzungsänderungen. Aktionäre können Gegenanträge zu den Beschlussvorschlägen der Verwaltung stellen und in der Hauptversammlung reden und Fragen stellen. Sie haben unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, Beschlüsse der Hauptversammlung anzufechten, gerichtliche Sonderprüfungen zu verlangen und Schadensersatzansprüche der Gesellschaft gegen deren Organe geltend zu machen, wenn sie ein Fehlverhalten oder Missstände bei der Unternehmensführung und -kontrolle erkennen. Wir wollen die Aktionäre bei der Ausübung ihrer Rechte in der Hauptversammlung so weit wie möglich unterstützen. Die Aktionäre können sich elektronisch zur Hauptversammlung anmelden, per Briefwahl oder über online erteilte Weisungen, zum Beispiel an den Stimmrechtsvertreter, an den Abstimmungen teilnehmen oder die Generaldebatte im Internet verfolgen. Alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung stehen jedem Interessenten auf unserer Internet-Seite zur Verfügung. Außerdem ist unsere Investor Relations-Abteilung das ganze Jahr über sowohl telefonisch als auch auf elektronischem Wege erreichbar, um den Informationsaustausch zwischen uns und unseren Aktionären sicherzustellen. Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats Das deutsche Aktienrecht, dem die Infineon Technologies AG unterliegt, sieht ein zweistufiges System der Verwaltung der Gesellschaft vor, nämlich die Unternehmensführung durch den Vorstand und die Unternehmenskontrolle durch den Aufsichtsrat. Wir sind davon überzeugt, dass diese Trennung der beiden Funktionen eine wesentliche Voraussetzung für eine gute Corporate Governance ist. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten aber im Unternehmensinteresse eng zusammen. Vorstand Der Vorstand der Infineon Technologies AG besteht aus drei Mitgliedern. Für die Mitglieder des Vorstands hat der Aufsichtsrat entsprechend den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex eine Altersgrenze festgesetzt. Danach sollen die Mitglieder des Vorstands in der Regel nicht älter als 67 Jahre sein. Bei der Zusammensetzung des Vorstands achtet der Aufsichtsrat nach seiner Geschäftsordnung neben der fachlichen und persönlichen Eignung auch auf Vielfalt (Diversity). Derzeit gehören dem Vorstand nur Männer an (100 Prozent), davon zwei in der mittleren Altersgruppe zwischen 30 und 50 Jahren (66,7 Prozent) und einer (33,3 Prozent) in der Altersgruppe über 50 Jahre. Zur Umsetzung des am 1. Mai 2015 in Kraft getretenen "Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" hat der Aufsichtsrat für den Vorstand eine bis zum 30. Juni 2017 gültige Zielquote für den Frauenanteil von 0 Prozent beschlossen. Der Aufsichtsrat hat dabei jedoch zugleich ein Bekenntnis dazu abgegeben, verstärkt fachlich und persönlich geeignete Frauen für Vorstandspositionen zu entwickeln beziehungsweise zu gewinnen. Der Vorstand ist das Leitungsorgan der Gesellschaft; im Rahmen der Gesetze ist er allein dem Unternehmensinteresse verpflichtet und orientiert sich dabei am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts unter Berücksichtigung der Interessen aller Stakeholder. Er bestimmt die unternehmerischen Ziele, die strategische Ausrichtung, die Unternehmenspolitik und die Konzernorganisation. Nach deutschem Aktienrecht ist der Vorstand insgesamt für die Führung der Gesellschaft verantwortlich. Der Vorstand der Gesellschaft hat sich mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Geschäftsordnung gegeben. Danach leiten seine Mitglieder die Gesellschaft gemeinschaftlich und arbeiten kollegial zusammen. Der Vorsitzende des Vorstands koordiniert die Zusammenarbeit des Vorstands mit dem Aufsichtsrat. Er hält mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats regelmäßig Kontakt und berät mit ihm die wesentlichen Aspekte der Strategie, Planung, Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Unternehmens. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat im Rahmen der ordentlichen Sitzungen umfassend und zeitnah über die Geschäftsentwicklung, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche sowie über die Finanz- und Investitionsplanung. Über Angelegenheiten, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung der Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung sind, unterrichtet der Vorsitzende des Vorstands den Vorsitzenden des Aufsichtsrats unverzüglich. Aufsichtsrat Arbeit des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Unternehmensführung. Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen wesentlichen Belange informiert und stimmt mit ihm die Unternehmensstrategie und deren Umsetzung ab. Der Aufsichtsrat erörtert die Quartalsberichte; er prüft und billigt den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss der Infineon Technologies AG. Wesentliche Vorstandsentscheidungen, wie die konzernweite Finanz- und Investitionsplanung sowie größere Akquisitionen und Beteiligungen, Desinvestitionen und Finanzmaßnahmen, unterliegen seiner Zustimmung. Einzelheiten sind in den Geschäftsordnungen von Vorstand und Aufsichtsrat geregelt. Ergibt eine Abstimmung im Aufsichtsrat Stimmengleichheit, hat der Vorsitzende des Aufsichtsrats in einer erneuten Abstimmung bei nochmaliger Stimmengleichheit zwei Stimmen. Die Aufgaben des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sind im Gesetz, in der Satzung und in den Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats beziehungsweise seiner Ausschüsse geregelt. Darüber hinaus enthält der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) Empfehlungen zur Arbeit des Aufsichtsrats. Einmal jährlich überprüft der Aufsichtsrat die Effizienz seiner Tätigkeit einschließlich der Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Grundsätzlich erfolgt die Überprüfung anhand eines Fragenkatalogs, der verschiedene Bereiche und Kriterien der Aufsichtsratsarbeit adressiert. Die Ergebnisse werden anschließend im Aufsichtsrat erörtert. Im Geschäftsjahr 2010 wurde erstmals eine Bestandsaufnahme der Aufsichtsratstätigkeit durch einen unabhängigen externen Berater vorgenommen. Die letzte Effizienzprüfung - wieder mittels eines Fragenkatalogs -fand im Sommer 2015 statt. Wesentliche Effizienzdefizite wurden dabei nicht festgestellt. Zusammensetzung des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG besteht derzeit aus 16 Mitgliedern und setzt sich nach dem Mitbestimmungsgesetz zu jeweils gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Arbeitnehmer von Delegierten der Mitarbeiter der deutschen Infineon-Betriebsstätten nach Maßgabe des MitbestG gewählt. Die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder beträgt grundsätzlich circa fünf Jahre. Sowohl die Vertreter der Anteilseigner als auch die Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat wurden im Geschäftsjahr 2015 neu gewählt. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 12. Februar 2015 Herrn Wolfgang Mayrhuber als seinen Vorsitzenden im Amt bestätigt. Zu seinem Stellvertreter wurde Herr Johann Dechant gewählt. Die Amtszeit aller Aufsichtsratsmitglieder dauert bis zum Ende der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2019 beschließt. Der Empfehlung in Nummer 5.4.1 DCGK (Stand Mai 2010) folgend hat der Aufsichtsrat bereits im Jahr 2010 konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen und in den Folgejahren punktuell ergänzt. Angesichts der Neuerungen durch Gesetzgeber und DCGK im Jahr 2015 hat der Aufsichtsrat diesen Zielekatalog im August 2015 neu gefasst. Danach ist es das wichtigste Ziel, den Aufsichtsrat so zu besetzen, dass er seine gesetzlichen und satzungsmäßigen Aufgaben bestmöglich erfüllen kann. Der Aufsichtsrat ist der Überzeugung, dass zur Erreichung dieses Ziels neben der persönlichen Eignung und den fachlichen Fähigkeiten jedes einzelnen Aufsichtsratsmitglieds sowie der weitgehenden Unabhängigkeit des Aufsichtsrats und seiner Mitglieder die Vielfalt der Kenntnisse und Erfahrungen im Aufsichtsrat insgesamt entscheidend ist. Dazu gehört auch die Internationalität seiner Mitglieder. Darüber hinaus sollen eine angemessene Altersgrenze sowie eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat beachtet werden. Daraus ergibt sich im Einzelnen das folgende Ziel- und Anforderungsprofil: > Persönliche Eignung Jedes Mitglied des Aufsichtsrats muss über die notwendige Persönlichkeit und Integrität verfügen, um seine Aufgabe sachgerecht wahrnehmen zu können. Das Aufsichtsratsmitglied muss jederzeit loyal zum Unternehmen stehen und insbesondere seine gesetzliche Verschwiegenheitspflicht kennen und strikt beachten. Es muss ausreichend verfügbar und gewillt sein, dem Amt die erforderliche Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen; für seine Vorschläge zur Wahl neuer Aufsichtsratsmitglieder an die Hauptversammlung vergewissert sich der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats daher bei den jeweiligen Kandidaten, dass diese den zu erwartenden Zeitaufwand erbringen können. > Fachliche Fähigkeiten Bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats ist darauf zu achten, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur bestmöglichen Erfüllung der Aufgaben erforderlichen fachlichen Fähigkeiten verfügen. Dessen ungeachtet gilt für jedes einzelne Aufsichtsratsmitglied, dass es die Geschäftstätigkeit des Unternehmens gut genug versteht, um auf dieser Grundlage sachliche, am Unternehmensinteresse ausgerichtete Schlussfolgerungen zu ziehen. > Unabhängigkeit Anzustreben ist eine weitgehende Unabhängigkeit des Aufsichtsrats und seiner Mitglieder. Unabhängig ist ein Aufsichtsratsmitglied, wenn es die im Aufsichtsrat anstehenden Entscheidungen frei von etwaigen Interessenkonflikten, d.h. nach ausschließlich sachlichen, am Unternehmensinteresse ausgerichteten Kriterien, treffen kann. Umgekehrt ist ein Aufsichtsratsmitglied insbesondere dann nicht als unabhängig anzusehen, wenn es in einer persönlichen oder geschäftlichen Beziehung zu der Gesellschaft, deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann. Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören. Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern des Unternehmens ausüben. Für die Vertreter der Arbeitnehmer gilt die Zugehörigkeit zum Unternehmen allein als kein ihre Unabhängigkeit einschränkender Faktor. Es ist Ziel des Aufsichtsrats, dass ihm mindestens zwölf unabhängige Vertreter (darunter mindestens fünf Vertreter der Anteilseigner) angehören. > Vielfalt (Diversity) Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats insgesamt soll den Grundsätzen der Vielfalt (Diversity) entsprechen. Das bedeutet, dass die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der in einem offenen, innovativen, weltweit tätigen Unternehmen wie Infineon vorzufindenden Lebenswirklichkeit möglichst Rechnung trägt. Es bedeutet aber auch, dass niemand nur deshalb als Kandidat für den Aufsichtsrat vorgeschlagen wird oder dafür ausscheidet, weil er über eine bestimmte Diversity-Eigenschaft verfügt beziehungsweise nicht verfügt. Diversity bedeutet auch Geschlechtervielfalt. Als paritätisch mitbestimmte, börsennotierte Gesellschaft muss sich der Aufsichtsrat kraft Gesetzes zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzen. > Internationalität Der Aufsichtsrat soll international besetzt sein. Dabei ist Internationalität jedoch nicht eng im Sinne einer bestimmten (ausländischen) Staatsangehörigkeit zu verstehen. Maßgeblich sind vielmehr interkulturelle Prägungen und Erfahrungen und eine daraus resultierende Offenheit, das entsprechende Verständnis und die Urteilsfähigkeit in Bezug auf internationale Themen und Zusammenhänge. Es ist Ziel des Aufsichtsrats, dass ihm mindestens fünf internationale Vertreter angehören. > Altersgrenze Als Mitglied des Aufsichtsrats soll in der Regel nur eine Person vorgeschlagen werden, die nicht älter als 69 Jahre ist. > Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat Ziel des Aufsichtsrats ist, dass seine Mitglieder dem Gremium in der Regel nicht länger als drei Amtsperioden, und damit in der Regel nicht länger als 15 Jahre, angehören. Der Aufsichtsrat berücksichtigt das von ihm verabschiedete Ziel- und Anforderungsprofil bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung; dabei legt er auch die persönlichen und geschäftlichen Beziehungen eines jeden Kandidaten zum Unternehmen, den Organen der Gesellschaft und/oder einem wesentlich an der Gesellschaft beteiligten Aktionär insoweit offen, als die entsprechenden Umstände von einem objektiv urteilenden Aktionär als maßgebend für seine Wahlentscheidung angesehen würden. Entsprechendes gilt für die Arbeit des Nominierungsausschusses, soweit dieser das Votum des Aufsichtsrats vorbereitet. Des Weiteren empfiehlt der Aufsichtsrat seinen von den Arbeitnehmern gewählten Mitgliedern, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach Kräften um eine Berücksichtigung des Anforderungsprofils und der Ziele im Hinblick auf die von den zuständigen Gremien der Arbeitnehmer gemachten Wahlvorschläge zu bemühen. Schließlich empfiehlt der Aufsichtsrat eine Berücksichtigung der Ziele auch denjenigen seiner Mitglieder, die einen Antrag auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds stellen. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht auch den im August 2015 neu formulierten Zielen. Der Aufsichtsrat beachtet außerdem die in seiner Geschäftsordnung festgesetzte Altersgrenze, wonach als Mitglied des Aufsichtsrats "in der Regel" nur eine Person vorgeschlagen werden soll, die nicht älter als 69 Jahre ist; im Fall von Herrn Dr. Sünner, der diese Altersgrenze zur Zeit seiner Bestellung bereits überschritten hatte, liegt nach Meinung des Aufsichtsrats und der diese Einschätzung mit ihrer Wahl teilenden Hauptversammlung insbesondere aufgrund der Finanzexpertise von Herrn Dr. Sünner und seines Know-how in den Bereichen Steuern, Recht und Compliance eine gut begründete - und damit gerechtfertigte -Ausnahme von der Regelgrenze vor. Im Aufsichtsrat sind derzeit sechs Frauen (37,5 Prozent) und zehn Männer (62,5 Prozent) vertreten; vier (25 Prozent) der Aufsichtsratsmitglieder gehören zur Altersgruppe 30 bis 50 Jahre und 12 (75 Prozent) zur Altersgruppe über 50 Jahre. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht damit bereits jetzt den - für den Aufsichtsrat in seiner jetzigen Zusammensetzung formal noch nicht geltenden - Anforderungen des "Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst", wonach jedes Geschlecht mit einem Anteil von mindestens 30 Prozent im Aufsichtsrat vertreten sein muss. Aufsichtsratsausschüsse Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sieht die Bildung von drei Ausschüssen vor. Dies sind der Vermittlungsausschuss, der Präsidialausschuss und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss. Daneben hat der Aufsichtsrat einen Strategie- und Technologieausschuss und den vom DCGK vorgesehenen Nominierungsausschuss eingerichtet. Alle Aufsichtsratsausschüsse - mit Ausnahme des lediglich von Anteilseignervertretern besetzten Nominierungsausschusses - sind paritätisch besetzt. Der Vermittlungsausschuss, dem der Vorsitzende des Aufsichtsrats, sein Stellvertreter und je ein Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer angehören, unterbreitet dem Aufsichtsrat konkrete Vorschläge für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, wenn im ersten Wahlgang über deren Bestellung die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder nicht erreicht wird. Der Präsidialausschuss, dem der Vorsitzende des Aufsichtsrats, sein Stellvertreter und je ein Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer angehören, bereitet unter anderem die Entscheidungen des Aufsichtsratsplenums über die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Vorstandsvergütung vor. Eine eigene Entscheidungsbefugnis hat der Präsidialausschuss im Hinblick auf die Verträge mit Vorstandsmitgliedern, nämlich soweit nicht die Bezüge betroffen sind. Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss (Prüfungsausschuss) besteht aus dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, seinem Stellvertreter und je einem weiteren Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer. Der Vorsitzende des Ausschusses, Herr Dr. Sünner, verfügt unter anderem aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Vorsitzender des Prüfungsausschusses eines anderen DAX-Konzerns über besonderen Sachverstand und langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Rechnungslegung. Er qualifiziert sich damit als unabhängiger Finanzexperte im Sinne des § 100 Abs. 5 AktG. Der Prüfungsausschuss überwacht den Rechnungslegungsprozess, erörtert und prüft den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss sowie die Halbjahres- und Quartalsfinanzberichte. Auf der Grundlage des Berichts des Abschlussprüfers macht der Ausschuss Vorschläge zur Billigung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat. Der Prüfungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Wahl des Abschlussprüfers, erteilt den Prüfungsauftrag für den Jahres- und Konzernabschluss sowie für die prüferische Durchsicht der Zwischenfinanzberichte an den von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer, legt gemeinsam mit dem Abschlussprüfer die Prüfungsschwerpunkte fest und ist für die Festsetzung der Vergütung des Abschlussprüfers zuständig. Darüber hinaus überwacht der Prüfungsausschuss unter anderem die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems. Dazu kann er sich direkt an Mitarbeiter des Unternehmens wenden und auch externe Hilfe in Anspruch nehmen. Die interne Revision berichtet jährlich an den Prüfungsausschuss, der einen Prüfungsplan und Prüfungsschwerpunkte festlegen kann. Der Prüfungsausschuss ist ferner zuständig für die Erörterung von Compliance-Fragen. Der Vorstand und der Corporate Compliance Officer erstatten dem Prüfungsausschuss regelmäßig Bericht über Struktur und Arbeit der Compliance-Organisation und informieren über auftretende Compliance-Fälle. Der Strategie- und Technologieausschuss, dem je drei Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer angehören, beschäftigt sich mit der Geschäftsstrategie und wichtigen Technologiefragen. Der Nominierungsausschuss, dem der Vorsitzende des Aufsichtsrats und zwei weitere Vertreter der Anteilseigner angehören, schlägt dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vor. Alle Ausschüsse berichten dem Aufsichtsrat regelmäßig umfassend über ihre Arbeit. Weitere Angaben zur Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie zu ihrer personellen Zusammensetzung finden sich im Konzernanhang unter Nr. 35 sowie im Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung. Vermeidung von Interessenkonflikten Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats legen etwaige Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat unverzüglich offen. Im Geschäftsjahr 2015 sind bei Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats keine Interessenkonflikte aufgetreten. Der Deutsche Corporate Governance Kodex verlangt vor der Übernahme externer Aufsichtsratsmandate durch Mitglieder des Vorstands die Zustimmung des Aufsichtsrats. Im Berichtsjahr hat der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats zum einen der Übernahme eines Mandats im Aufsichtsrat der "Haus der Zukunft gGmbH" durch Herrn Dr. Ploss und zum anderen der Übernahme eines Mandats im Board of Directors der Global Semiconductor Alliance (GSA) durch Herrn Mittal zugestimmt. Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Aufsichtsrat Herrn Mittal die Zustimmung zur Übernahme eines - im Berichtsjahr angetretenen - Mandats als Mitglied des Board of Directors des Singapore Economic Development Board erteilt. Wesentliche Geschäfte zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands oder ihnen nahestehenden Personen bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dies gilt auch für Berater- und sonstige Dienstleistungs- oder Werkverträge eines Aufsichtsratsmitglieds mit der Gesellschaft. Im August 2015 hat der Aufsichtsrat vorsorglich einem Vertrag zwischen der Gesellschaft und der TU München (Lehrstuhl für Technische Elektronik von Frau Prof. Dr. Schmitt-Landsiedel) über die Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zugestimmt. An den unter dem Vertrag von Infineon zu zahlenden Entgelten ist Frau Prof. Dr. Schmitt-Land-siedel nicht beteiligt; ein Interessenkonflikt besteht damit nicht. Herr Dr. Sünner war von 2011 bis Ende 2014 Of Counsel der Anwaltskanzlei Allen & Overy. Die Gesellschaft hat in der Vergangenheit in Einzelfällen Allen & Overy mandatiert, wurde dabei aber nie von Herrn Dr. Sünner persönlich beraten. Zudem war Herr Dr. Sünner weder direkt noch indirekt an den Honoraren aus diesen Mandaten beteiligt. Ein potenzieller Interessenkonflikt war damit nicht gegeben. Nach dem Ausscheiden von Herrn Bauer als Mitglied und Vorsitzender des Vorstands hatte die Gesellschaft 2012 mit ihm einen Beratervertrag geschlossen. Vor dem Hintergrund der Kandidatur von Herrn Bauer für den Aufsichtsrat endete das Beratungsmandat zum 31. Januar 2015. Anteilsbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat Der Anteilsbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an der Infineon Technologies AG betrug zum 30. September 2015 weniger als 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Informationen über die Zusammensetzung des Vorstands, des Aufsichtsrats sowie der Ausschüsse des Aufsichtsrats finden sich im Konzernanhang unter Nr. 35. "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" Das am 1. Mai 2015 in Kraft getretene "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" verlangt, dass sich der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzt. Diesen - für den Aufsichtsrat in seiner jetzigen Zusammensetzung formal noch nicht geltenden - Anforderungen genügt der Aufsichtsrat bereits heute. Das Gesetz verpflichtet die Infineon Technologies AG des Weiteren, Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Von dieser Verpflichtung betroffen ist innerhalb des Infineon-Konzerns neben der Infineon Technologies AG die Infineon Technologies Dresden GmbH, die Zielgrößen nicht nur für die Geschäftsleitung und die beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsleitung, sondern auch für den Aufsichtsrat festlegen muss. Die von den betroffenen Gesellschaften festgelegten, jeweils zum 30. Juni 2017 zu erreichenden Zielgrößen betragen (jeweils im Vergleich zum derzeitigen Status quo): scroll Infineon Technologies AG Infineon Technologies Dresden GmbH Status quo Zielgröße Status quo Zielgröße Aufsichtsrat Gesetzliche 30 %-Quote 16,7 % 25 % Vorstand/Geschäftsführung 0 % 0 % 0 % 0 % 1. Führungsebene 0 % 6 % 13,3 % 13,3 % 2. Führungsebene 18,5 % 20 % 22,2 % 22,2 % Vergütungsbericht Der Vergütungsbericht ist integraler Bestandteil des Lageberichts und erläutert entsprechend den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 5. Mai 2015 die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG sowie die Vergütung der einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Die transparente und verständliche Berichterstattung hierüber stellt für Infineon ein wesentliches Element guter Corporate Governance dar. Vergütung des Vorstands Vergütungssystem Das Vergütungssystem für den Vorstand wird - ebenso wie die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder - vom Aufsichtsratsplenum auf Vorschlag des Präsidialausschusses festgelegt und regelmäßig überprüft. Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands soll sich in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des DCGK an der üblichen Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen im In- und Ausland sowie an der wirtschaftlichen Lage und den Zukunftsaussichten des Unternehmens orientieren. Zusätzlich sollen die Aufgaben und Leistungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds und das Gehaltsgefüge innerhalb des Unternehmens berücksichtigt werden. Hierfür ist das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft des Unternehmens insgesamt, auch in der zeitlichen Entwicklung, zu beachten. Die Vergütungsstruktur ist auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten; für außerordentliche Entwicklungen soll eine Begrenzungsmöglichkeit bestehen. Die Vergütung soll schließlich so bemessen sein, dass sie im nationalen und internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit Anreize für eine engagierte und erfolgreiche Arbeit in einem dynamischen Umfeld bietet. Bestandteile des Vergütungssystems für den Vorstand Im Geschäftsjahr 2015 haben sich am Vergütungssystem für den Vorstand gegenüber dem Vorjahr keine Veränderungen ergeben. Sämtliche Vorstandsmitglieder erhalten als Vergütung für ihre Tätigkeit ein Jahreseinkommen, das sich - basierend auf einer 100-prozentigen Zielerreichung - zu circa 45 Prozent aus einer fixen Vergütung und zu circa 55 Prozent aus variablen Vergütungsbestandteilen zusammensetzt: ― Fixe Vergütung: Die fixe Vergütung besteht aus einem fest vereinbarten, erfolgsunabhängigen Jahresgrundgehalt, das in zwölf gleichen monatlichen Raten gezahlt wird. ― Variable (= erfolgsbezogene) Vergütung: Die variable Vergütung ist aufgeteilt in drei Komponenten und besteht aus einem Jahresbonus (Short Term Incentive), einem Mehrjahresbonus (Mid Term Incentive) sowie einer langfristigen variablen Vergütung (Long Term Incentive). Der Short Term Incentive (STI) soll im Einklang mit der kurzfristigen Unternehmensentwicklung die Leistung im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr honorieren. Der STI entspricht (bei einer angenommenen Zielerreichung der variablen Vergütung von 100 Prozent) circa 20 Prozent des Zieljahreseinkommens. Er wird vom Aufsichtsrat in einem zweistufigen Verfahren festgelegt: (i) Zunächst werden zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres einheitlich für alle Vorstandsmitglieder Zielfunktionen hinsichtlich der beiden für die Gesellschaft maßgeblichen Erfolgsgrößen "Free-Cash-Flow" und "Return on Capital Employed" (RoCE) definiert. Im Sinne einer einheitlichen Unternehmenssteuerung sind die gleichen Erfolgsgrößen -ergänzt um das Segmentergebnis - auch für die variablen Vergütungsbestandteile (Bonuszahlungen) der Führungskräfte und Mitarbeiter des Unternehmens maßgeblich. Für die Bemessung des STI sind beide genannten Erfolgsgrößen gleichwertig; sie werden im Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem" näher beschrieben. (ii) Nach Ablauf des Geschäftsjahres werden in Abhängigkeit von der tatsächlichen Zielerreichung für Free-Cash-Flow und RoCE vom Aufsichtsrat der konkrete Zielerreichungsgrad und der sich daraus ergebende STI-Betrag festgestellt. Ein STI wird nur gezahlt, wenn auf Basis des festgestellten Jahresabschlusses bei beiden Erfolgsgrößen (Free-Cash-Flow, RoCE) ein Schwellenwert von jeweils mindestens 50 Prozent der vereinbarten Zielfunktion erreicht wird. Wird auch nur eines der beiden Mindestziele verfehlt, entfällt eine STI-Zahlung für das betreffende Geschäftsjahr insgesamt. Bei Überschreiten der Schwellenwerte wird das arithmetische Mittel der beiden Zielerreichungsgrade gebildet. Aus der so errechneten Prozentzahl ergibt sich der konkrete STI-Auszahlungsbetrag. Dabei gilt jedoch eine Obergrenze (Cap) von 250 Prozent, das heißt, es wird unabhängig vom erreichten Zielerreichungsgrad maximal das Zweieinhalbfache des Ziel-STI (= 100 Prozent) ausgezahlt. Der Aufsichtsrat kann den jeweiligen Auszahlungsbetrag in Abhängigkeit von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen nach seinem billigen Ermessen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren, wobei das Limit für eine Anpassung nach unten bei dem sich aus einer 50-prozentigen Zielerreichung ergebenden Auszahlungsbetrag, für eine Anpassung nach oben beim Cap (250 Prozent) liegt. Beginnt oder endet das Amt als Vorstand während des Geschäftsjahres, wird der STI-Anspruch auf Monatsbasis zeitanteilig gequotelt (1/12 für jeden angefangenen Monat). Der Anspruch auf einen STI-Bonus für das Geschäftsjahr des Ausscheidens entfällt bei Amtsniederlegung oder Eigenkündigung sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied aus wichtigem Grund gekündigt wird. Der Mid Term Incentive (MTI) soll im Einklang mit der mittelfristigen Unternehmensentwicklung eine über einen längeren Zeitraum wirksame Leistung des Vorstands belohnen. Der MTI stellt auf diese Weise zusammen mit dem Long Term Incentive sicher, dass die Vergütungsstruktur für den Vorstand - wie das Aktiengesetz dies fordert - auf eine "nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet" ist. Bei einer angenommenen Zielerreichung der variablen Vergütung von 100 Prozent entspricht der MTI circa 20 Prozent des Zieljahreseinkommens. Jedes Geschäftsjahr beginnt eine neue MTI-Tranche zu laufen. Jede Tranche hat eine Laufzeit von drei Jahren, die an ihrem Ende in bar ausgezahlt wird. Die Höhe der Auszahlung hängt von den während des Dreijahreszeitraums jeweils erzielten Ergebnissen für RoCE und Free-Cash-Flow ab. Dabei entsprechen die Zielwerte für RoCE und Free-Cash-Flow für die einzelnen Jahre einer MTI-Tranche den jährlich vorab festgelegten STI-Zielen. Pro Jahr eines jeden Dreijahreszeitraums müssen sowohl für das RoCE- als auch das Free-Cash-Flow-Ziel jeweils mindestens 50 Prozent der vereinbarten Zielfunktion erreicht werden; andernfalls liegt die für den MTI maßgebliche Zielerreichung für beide Zielgrößen für das betreffende Jahr bei null. Bei Überschreiten der Schwellenwerte gilt für den MTI des betreffenden Geschäftsjahres der für den STI ermittelte Zielerreichungsgrad. Für die Berechnung des nach Ablauf des Dreijahreszeitraums zu zahlenden MTI ist der arithmetische Durchschnitt der drei jährlichen Zielerreichungsgrade zu bilden. Dabei kommt es - anders als beim STI - auch dann zu einer Auszahlung des MTI, wenn der durchschnittliche Zielerreichungsgrad für den Dreijahreszeitraum unter dem Schwellenwert von 50 Prozent liegt. Nach oben gilt eine Begrenzung (Cap) von 200 Prozent, das heißt, es wird unabhängig vom tatsächlichen Zielerreichungsgrad maximal das Zweifache des Ziel-MTI (= 100 Prozent) ausgezahlt. Der Aufsichtsrat kann den MTI-Auszahlungsbetrag nach seinem billigen Ermessen in Abhängigkeit von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren. Als Orientierungspunkt für eine solche Ermessensausübung zieht der Aufsichtsrat unter anderem heran, inwieweit die von ihm jährlich - ausschließlich für diesen Zweck - festgelegten Dreijahresziele für Umsatzwachstum und Segmentergebnis erreicht wurden. Anders als für den STI gilt für die Ermessensanpassung durch den Aufsichtsrat keine Untergrenze; die Obergrenze bildet jedoch in jedem Fall das Cap (200 Prozent). Im Fall des unterjährigen Amtsantritts wird die MTI-Tranche zeitanteilig gequotelt (1/36 für jeden angefangenen Monat einer vollständigen MTI-Tranche). Für den Fall des Ausscheidens ist sichergestellt, dass das Vorstandsmitglied höchstens die seiner Amtszeit entsprechende Anzahl an MTI-Tranchen verdienen kann. Bereits begonnene MTI-Tranchen verfallen ersatzlos, wenn Vorstandsmandat oder Dienstverhältnis außerplanmäßig beendet werden, etwa bei Amtsniederlegung oder Eigenkündigung sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied aus wichtigem Grund gekündigt wird. Der Long Term Incentive (LTI) soll eine langfristige und - wie der MTI - nachhaltige Leistung der Vorstandsmitglieder belohnen und zusätzlich einen Gleichlauf mit dem Interesse der Aktionäre an einer positiven Entwicklung des Aktienkurses sicherstellen. Der LTI entspricht (bei einer angenommenen Zielerreichung der variablen Vergütung von 100 Prozent) circa 15 Prozent des Zieljahreseinkommens. Seit dem Geschäftsjahr 2014 wird der LTI in Form eines sogenannten Performance Share-Plans gewährt. Der neue LTI kommt nicht nur für die Vorstandsmitglieder, sondern - mit geringfügigen, sachlich bedingten Abweichungen - auch für die Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter des Unternehmens weltweit zum Einsatz. Die - zunächst noch vorläufige - Zuteilung der (virtuellen) Performance Shares erfolgt jeweils zum 1. Oktober eines jeden Geschäftsjahres für das an diesem Tag beginnende Geschäftsjahr. So wurden am 1. Oktober 2014 für das an diesem Tag beginnende Geschäftsjahr Performance Shares ausgegeben. Zugeteilt werden Performance Shares im Umfang des vertraglich vereinbarten LTI-Zuteilungsbetrags in Euro. Die Anzahl der Performance Shares ergibt sich aus der Division des LTI-Zuteilungsbetrags durch den Durchschnittskurs der Infineon-Aktie (Xetra-Schlusskurs) in den letzten neun Monaten vor dem Zuteilungstag. Voraussetzungen für die endgültige Zuteilung der - auch dann noch virtuellen - Performance Shares sind ein Eigeninvestment des Vorstandsmitglieds in Infineon-Aktien in Höhe von 25 Prozent seines individuellen LTI-Zuteilungsbetrags und der Ablauf einer vierjährigen sowohl für das Eigeninvestment als auch die Performance Shares geltenden Haltefrist. 50 Prozent der Performance Shares sind zudem erfolgsabhängig; sie werden nur dann endgültig zugeteilt, wenn sich die Infineon-Aktie zwischen dem Tag der vorläufigen Zuteilung der Performance Shares und dem Ende der Haltefrist besser als der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) entwickelt. Sind am Ende der Haltefrist die Bedingungen für eine endgültige Zuteilung von Performance Shares - entweder sämtlicher oder nur der nicht erfolgsabhängigen Shares - erfüllt, erwirbt das Vorstandsmitglied einen Anspruch gegen die Gesellschaft auf Übertragung der entsprechenden Anzahl (realer) Infineon-Aktien; Performance Shares, die das Erfolgsziel nicht erreicht haben, verfallen ersatzlos. Der Wert der dem Vorstandsmitglied nach Ablauf der Haltefrist je LTI-Tranche endgültig zugeteilten Performance Shares darf 250 Prozent des jeweiligen LTI-Zuteilungsbetrags nicht übersteigen; oberhalb dieser Grenze erlöschen die Performance Shares (Cap). Die Übertragung der Infineon-Aktien erfolgt in ein Depot des Vorstandsmitglieds. Über die übertragenen Aktien kann das Vorstandsmitglied anschließend grundsätzlich frei verfügen. Das Gleiche gilt für die als Eigeninvestment erworbenen Infineon-Aktien nach dem Ablauf der Haltefrist. Der Aufsichtsrat hat das Recht, dem Vorstandsmitglied nach der Haltefrist statt der Übertragung von Infineon-Aktien einen Ausgleich in Geld zu leisten. Scheidet das Vorstandsmitglied während der ersten zwei Jahre der Haltefrist der Performance Shares einer LTI-Tranche aus dem Dienst aus, verfallen diese ersatzlos, es sei denn, das Ausscheiden erfolgt aufgrund Erreichens der vertraglich festgelegten Altersgrenze. Für die Eigeninvestment-Aktien endet die Haltefrist mit dem Ausscheiden; über sie kann das Vorstandsmitglied anschließend frei verfügen. Scheidet das Vorstandsmitglied später aus - außer bei Amtsniederlegung oder Eigenkündigung sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied aus wichtigem Grund gekündigt wird -, läuft die LTI-Tranche (einschließlich des Eigeninvestments) unverändert weiter. Das Vorstandsmitglied wird insoweit in jeder Hinsicht so behandelt, als ob es weiter im Amt geblieben wäre; eine zeitanteilige Kürzung aufgrund des vorzeitigen Ausscheidens findet nicht statt. Ist die Bereitstellung eines LTI in ausreichender Höhe auf Basis des Performance Share-Plans nicht möglich oder vom Aufsichtsrat nicht gewünscht, ist der Aufsichtsrat verpflichtet, geeignete andere LTI-Instrumente mit einem entsprechenden Wert festzusetzen. Vor der Einführung des Performance Share-Plans hat die Gesellschaft als LTI einen von der Hauptversammlung 2010 beschlossenen Aktienoptionsplan unterhalten. Die den Mitgliedern des Vorstands auf der Basis dieses sogenannten Aktienoptionsplans 2010 zugeteilten Aktienoptionen können - die Einhaltung der Planbedingungen, insbesondere die Erreichung des absoluten und des relativen Erfolgsziels, unterstellt - noch bis zum 14. Dezember 2019 ausgeübt werden. Schließlich hat der Aufsichtsrat die an sein pflichtgemäßes Ermessen gebundene Möglichkeit, unter anderem bei besonderen Leistungen des Vorstands oder einzelner seiner Mitglieder eine Sonderleistung zu gewähren. Sie ist jedoch wertmäßig auf maximal 30 Prozent der fixen Vergütung des Vorstandsmitglieds beschränkt. Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2015 nach DRS 17 Gesamtvergütung Die den Mitgliedern des Vorstands gewährte Gesamtvergütung nach DRS 17 sowie die Bezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder - ebenfalls dargestellt nach DRS 17 - sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: scroll in € Dr. Reinhard Ploss, Vorsitzender des Vorstands Dominik Asam, Finanzvorstand Arunjai Mittal, Mitglied des Vorstands Gesamt 2015 2014 2015 2014 2015 2014 2015 2014 Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 1.075.000 945.000 750.000 685.000 750.000 685.000 2.575.000 2.315.000 Nebenleistungen 35.909 35.909 41.368 40.927 29.445 26.260 106.722 103.096 Summe fixe Vergütung 1.110.909 980.909 791.368 725.927 779.445 711.260 2.681.722 2.418.096 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 831.840 525.000 589.220 385.000 589.220 385.000 2.010.280 1.295.000 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI)1 Tranche 2012 - 2014 - 128.333 - 128.333 - 128.333 - 384.999 Tranche 2013 - 2015 242.620 175.000 177.921 128.333 177.921 128.333 598.462 431.666 Tranche 2014 - 2016 242.620 175.000 177.921 128.333 177.921 128.333 598.462 431.666 Tranche 2015 - 2017 277.280 - 196.407 - 196.407 - 670.094 - Long Term Incentive (LTI) Performance Share-Plan2 228.277 247.426 153.225 172.806 153.225 172.806 534.727 593.038 Summe variable Vergütung 1.822.637 1.250.759 1.294.694 942.805 1.294.694 942.805 4.412.025 3.136.369 Gesamtvergütung 2.933.546 2.231.668 2.086.062 1.668.732 2.074.139 1.654.065 7.093.747 5.554.465 1 Die Werte enthalten die im jeweiligen Geschäftsjahr gewährte Jahresscheibe der MTI-Tranche auf Basis der Erfüllung der planmäßigen Bedingungen. 2 Die Werte für die im Geschäftsjahr 2015 aktiven Vorstandsmitglieder basieren auf einem beizulegenden Zeitwert je Performance Share in Höhe von €5,31 (Vorjahr: €5,20), der unter Berücksichtigung des wertmindernden Cap mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde. Die Mitglieder des Vorstands haben weder im Geschäftsjahr 2015 noch im Geschäftsjahr 2014 vom Unternehmen Kredite erhalten. Die Mitglieder des Vorstands haben weder im Geschäftsjahr 2015 noch im Geschäftsjahr 2014 Leistungen von Dritten erhalten, die ihnen im Hinblick auf ihre Tätigkeit als Vorstand zugesagt oder gewährt worden sind. Nebenleistungen Gemäß ihren Dienstverträgen haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf einen Dienstwagen mit Fahrer, die auch zu Privatfahrten genutzt werden können. Die Betriebs- und Unterhaltungskosten des Dienstwagens sowie die Kosten für den Fahrer trägt die Gesellschaft. Die Versteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung geht zulasten der Vorstandsmitglieder. Weiter unterhält die Gesellschaft zugunsten ihrer Vorstandsmitglieder eine Unfallversicherung. Aktienbasierte Vergütung Wie unter "Vergütung des Vorstands" beschrieben, wird der den Vorstandsmitgliedern vertraglich zustehende LTI in Form sogenannter Performance Shares gewährt. Der für die Anzahl der gewährten Performance Shares maßgebliche Durchschnittskurs der Infineon-Aktie für das Geschäftsjahr 2015 betrug €8,49 (Vorjahr: €6,62). Pro Performance Share wurde für das Geschäftsjahr 2015 ein beizulegender Zeitwert von €5,31 (Vorjahr: €5,20) zugrunde gelegt. Darin ist unter anderem das Cap von 250 Prozent des LTI-Zuteilungsbetrags berücksichtigt. Bezüglich der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verweisen wir auf den Konzernanhang unter Nr. 26. Der nachfolgenden Tabelle sind die im Geschäftsjahr 2015 an die Vorstände gewährten Performance Shares zu entnehmen. Daneben enthält die Tabelle Angaben zum Aktienoptionsplan 2010, auf dessen Grundlage den Vorstandsmitgliedern letztmals im Geschäftsjahr 2013 Aktienoptionen zugeteilt wurden. Im Geschäftsjahr 2015 wurden wie im Vorjahr weder Aktienoptionen ausgeübt noch sind Aktienoptionen verfallen. scroll Performance Share-Plan Zu Beginn des Geschäftsjahres ausstehende virtuelle Performance Shares Zu Beginn des Geschäftsjahres neu gewährte virtuelle Performance Shares Am Ende des Geschäftsjahres ausstehende virtuelle Performance Shares Vorstandsmitglied Geschäftsjahr Anzahl Anzahl Beizulegender Zeitwert bei Gewährung in € Anzahl Dr. Reinhard Ploss (Vorsitzender des Vorstands) 2015 47.582 42.990 228.277 90.572 2014 - 47.582 247.426 47.582 Dominik Asam 2015 33.232 28.856 153.225 62.088 2014 - 33.232 172.806 33.232 Arunjai Mittal 2015 33.232 28.856 153.225 62.088 2014 - 33.232 172.806 33.232 Gesamt 2015 114.046 100.702 534.727 214.748 2014 - 114.046 593.038 114.046 scroll Aktienoptionsplan 2010 Aktienoptionsplan 2010 Zu Beginn des Geschäftsjahres ausstehende Optionen Am Ende des Geschäftsjahres ausstehende Optionen Im Geschäftsjahr verfallene Optionen Am Ende des Geschäftsjahres ausübbare Optionen Gesamtaufwand für aktienbasierte Vergütung Vorstandsmitglied Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl in € Dr. Reinhard Ploss (Vorsitzender des Vorstands) 433.214 433.214 - 120.000 314.286 433.214 433.214 - - 200.285 Dominik Asam 350.952 350.952 - - 217.610 350.952 350.952 - - 141.089 Arunjai Mittal 229.167 229.167 - - 197.925 229.167 229.167 - - 121.403 Gesamt 1.013.333 1.013.333 - 120.000 729.821 1.013.333 1.013.333 - - 462.777 Bezüglich der zum 1. Oktober 2015 für das Geschäftsjahr 2016 an die Vorstände gewährten Performance Shares verweisen wir auf den Konzernanhang unter Nr. 26. Sonderleistungen Sonderleistungen wurden den Vorstandsmitgliedern im Geschäftsjahr 2015 vom Aufsichtsrat nicht gewährt. Sonstige Zusagen Die Gesellschaft hat bereits im Geschäftsjahr 2009 mit jedem der damals amtierenden Vorstandsmitglieder eine sogenannte Erstattungsvereinbarung abgeschlossen; von den derzeit aktiven Vorstandsmitgliedern ist nur Herr Dr. Ploss von der Vereinbarung betroffen. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Gesellschaft, soweit rechtlich zulässig, alle Kosten und Auslagen erstattet, die von dem jeweiligen Vorstandsmitglied im Zusammenhang mit gerichtlichen, behördlichen, regulatorischen oder parlamentarischen Verfahren und Untersuchungen sowie Schiedsverfahren aufgewendet werden, an denen das Vorstandsmitglied aufgrund seiner Vorstandstätigkeit für die Gesellschaft beteiligt ist. Eine Kostenerstattung ist aber insbesondere dann ausgeschlossen, wenn das Verfahren eine Handlung oder Unterlassung zum Gegenstand hat, mit welcher das Vorstandsmitglied seine Sorgfaltspflichten im Sinne des § 93 Abs. 2 AktG schuldhaft verletzt hat. Im Geschäftsjahr 2015 sind von der Gesellschaft unter der Erstattungsvereinbarung keine Leistungen erbracht worden. Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2015 nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex Der DCGK empfiehlt, einzelne Vergütungskomponenten für jedes Vorstandsmitglied nach bestimmten Kriterien individuell offenzulegen. Er empfiehlt weiter, für deren - teils vom DRS 17 abweichende - Darstellung die dem DCGK beigefügten Mustertabellen zu verwenden. Gewährte Zuwendungen gemäß DCGK In der nachfolgenden Tabelle werden die für die Geschäftsjahre 2014 und 2015 gewährten Zuwendungen einschließlich der Nebenleistungen sowie die im Geschäftsjahr 2015 erreichbaren Minimal- und Maximalvergütungen dargestellt. Abweichend zur Darstellung nach DRS 17 ist der STI den Anforderungen des DCGK entsprechend mit dem Zielwert, das heißt dem Wert, der bei einer Zielerreichung von 100 Prozent an den Vorstand gewährt wird, anzugeben. Der MTI ist, anders als nach DRS 17, bereits im Zeitpunkt der Zusage mit dem Zielwert eines "mittleren Wahrscheinlichkeitsszenarios" anzugeben. Infineon geht dabei von einer Zielerreichung von 100 Prozent aus. Des Weiteren ist der Versorgungsaufwand, das heißt der Dienstzeitaufwand nach IAS 19 (siehe "Zusagen an Mitglieder des Vorstands für den Fall einer Beendigung ihrer Tätigkeit" in diesem Kapitel), in die Gesamtvergütung nach DCGK einzurechnen. Die den einzelnen Mitgliedern des Vorstands nach DCGK gewährten Zuwendungen (Gesamtvergütung und Vergütungsbestandteile) sowie die erreichbaren Minimal- und Maximalvergütungen sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: scroll in € Dr. Reinhard Ploss, Vorsitzender des Vorstands Dominik Asam, Finanzvorstand Dominik Asam, Finanzvorstand 2015 2014 2015 (Min.) 2015 (Max.) 2015 2014 2015 (Min.) 2015 (Max.) Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 1.075.000 945.000 1.075.000 1.075.000 750.000 685.000 750.000 750.000 Nebenleistungen 35.909 35.909 35.909 35.909 41.368 40.927 41.368 41.368 Summe fixe Vergütung 1.110.909 980.909 1.110.909 1.110.909 791.368 725.927 791.368 791.368 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 480.000 420.000 - 1.200.000 340.000 308.000 - 850.000 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI) Tranche 2014 - 2016 - 420.000 - - - 308.000 - - Tranche 2015 - 2017 480.000 - - 960.000 340.000 - - 680.000 Long Term Incentive (LTI) Performance Share-Plan1 228.277 247.426 114.138 912.500 153.225 172.806 76.613 612.500 Summe variable Vergütung 1.188.277 1.087.426 114.138 3.072.500 833.225 788.806 76.613 2.142.500 Versorgungsaufwand 219.796 149.601 219.796 219.796 272.721 192.780 272.721 272.721 Gesamtvergütung (DCGK) 2.518.982 2.217.936 1.444.843 4.403.205 1.897.314 1.707.513 1.140.702 3.206.589 scroll in € Arunjai Mittal, Mitglied des Vorstands 2015 2014 2015 (Min.) 2015 (Max.) Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 750.000 685.000 750.000 750.000 Nebenleistungen 29.445 26.260 29.445 29.445 Summe fixe Vergütung 779.445 711.260 779.445 779.445 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 340.000 308.000 - 850.000 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI) Tranche 2014 - 2016 - 308.000 - - Tranche 2015 - 2017 340.000 - - 680.000 Long Term Incentive (LTI) Performance Share-Plan1 153.225 172.806 76.613 612.500 Summe variable Vergütung 833.225 788.806 76.613 2.142.500 Versorgungsaufwand 241.183 159.627 241.183 241.183 Gesamtvergütung (DCGK) 1.853.853 1.659.693 1.097.241 3.163.128 1 Die Werte für die im Geschäftsjahr 2015 aktiven Vorstandsmitglieder basieren auf einem beizulegenden Zeitwert je Performance Share in Höhe von €5,31 (Vorjahr: €5,20), der unter Berücksichtigung des wertmindernden Cap mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde. Zufluss gemäß DCGK Da die den Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr gewährte Vergütung teilweise nicht mit einer Zahlung in dem jeweiligen Geschäftsjahr einhergeht, wird - in Übereinstimmung mit der entsprechenden Empfehlung des DCGK - in einer gesonderten Tabelle dargestellt, in welcher Höhe ihnen für das Geschäftsjahr 2015 Mittel zugeflossen sind. Entsprechend den Empfehlungen des DCGK sind die fixe Vergütung sowie der STI als Zufluss für das jeweilige Geschäftsjahr anzugeben. Der MTI ist gemäß den Empfehlungen des DCGK in dem Geschäftsjahr als Zufluss zu zeigen, in dem die Planlaufzeit der jeweiligen MTI-Tranche endet. Neben der für 2015 gewährten fixen Vergütung und dem STI ist dem Vorstand für das Geschäftsjahr 2015 die MTI-Tranche 2013 - 2015 zugeflossen. Aktienbasierte Vergütungen gelten gemäß DCGK zu dem nach deutschem Steuerrecht maßgeblichen Zeitpunkt und Wert als zugeflossen. Dem Vorstand sind weder im Geschäftsjahr 2015 noch in 2014 aktienbasierte Vergütungen zugeflossen. Den Empfehlungen des DCGK folgend, entspricht der Versorgungsaufwand im Sinne des Dienstzeitaufwands nach IAS 19 bei den Angaben zum Zufluss den gewährten Beträgen (siehe vorhergehende Tabelle), obwohl er keinen tatsächlichen Zufluss im engeren Sinne darstellt. Die den einzelnen Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr 2015 nach dem DCGK zugeflossene Gesamtvergütung ist - aufgegliedert in ihre jeweiligen Bestandteile - der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: scroll in € Dr. Reinhard Ploss, Vorsitzender des Vorstands Dominik Asam, Finanzvorstand Arunjai Mittal, Mitglied des Vorstands 2015 2014 2015 2014 2015 2014 Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 1.075.000 945.000 750.000 685.000 750.000 685.000 Nebenleistungen 35.909 35.909 41.368 40.927 29.445 26.260 Summe fixe Vergütung 1.110.909 980.909 791.368 725.927 779.445 711.260 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 831.840 525.000 589.220 385.000 589.220 385.000 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI) Tranche 2012 - 2014 - 333.872 - 333.872 - 306.049 Tranche 2013 - 2015 552.300 - 405.020 - 405.020 - Long Term Incentive (LTI) Aktienoptionsplan 2010 - - - - - - Performance Share-Plan - - - - - - Summe variable Vergütung 1.384.140 858.872 994.240 718.872 994.240 691.049 Versorgungsaufwand 219.796 149.601 272.721 192.780 241.183 159.627 Gesamtvergütung (DCGK) 2.714.845 1.989.382 2.058.329 1.637.579 2.014.868 1.561.936 Zusagen an Mitglieder des Vorstands für den Fall einer Beendigung ihrer Tätigkeit Versorgungszusagen und Ruhegehälter im Geschäftsjahr 2015 Den bereits vor der Verabschiedung des neuen Vorstandsvergütungssystems im Jahr 2010 aktiven Mitgliedern des Vorstands war vertraglich ein Festbetrag zur Altersversorgung zugesagt worden; hieran hat das neue Vergütungssystem nichts geändert. Dies betrifft im Geschäftsjahr 2015 allein noch Herrn Dr. Ploss, der danach die Zusage auf ein jährliches Ruhegehalt in Höhe von zurzeit €205.000 hat, das sich - bis zum Erreichen eines Maximalbetrags von €210.000 - für jedes volle Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Vorstand um €5.000 erhöht. Dieser Anspruch ist bereits vertraglich sowie auch im Rahmen der gesetzlichen Regelungen unverfallbar geworden. Ab dem Zeitpunkt des Rentenzahlungsbeginns ist der Ruhegehaltsanspruch nach Maßgabe des Betriebsrentengesetzes alle drei Jahre zu überprüfen und ggf. anzupassen. Über die Anpassung ist durch den Aufsichtsrat nach billigem Ermessen zu entscheiden. Dabei sind die Belange des Versorgungsempfängers und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu berücksichtigen. Endet das Vorstandsmandat von Herrn Dr. Ploss, beginnt der Ruhegehaltsanspruch frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres. Gemäß dem seit 2010 geltenden Vorstandsvergütungssystem haben die nach dessen Verabschiedung in den Vorstand berufenen Herren Asam und Mittal anstelle einer dienstzeitabhängigen Festrentenzusage eine beitragsorientierte Ruhegehaltszusage, die sich im Wesentlichen nach dem für die Infineon-Mitarbeiter geltenden Infineon-Pensionsplan richtet: Danach hat die Gesellschaft für die Begünstigten ein persönliches Versorgungskonto (Basiskonto) eingerichtet und stellt jährliche Versorgungsbeiträge zur Gutschrift hierauf bereit. Die Gesellschaft verzinst den erreichten Stand des Basiskontos jährlich bis zum Eintritt des Versorgungsfalls mit dem jeweils gültigen Höchstrechnungszins der Lebensversicherungswirtschaft (Garantiezins); zusätzlich kann sie Überschussgutschriften erteilen. Mögliche Erträge über die Garantieverzinsung hinaus werden zu 95 Prozent dem Versorgungskonto, entweder im Leistungsfall, spätestens jedoch mit Vollendung des 60. Lebensjahres, gutgeschrieben. Der im Versorgungsfall (Alter, Invalidität, Tod) erreichte Stand des Basiskontos - bei Invalidität oder Tod ergänzt um einen Anhebungsbetrag - ist das Versorgungsguthaben, das in zwölf Jahresraten, auf Antrag des Vorstandsmitglieds auch in acht Jahresraten, als Einmalkapital oder als lebenslange Rente an das Vorstandsmitglied beziehungsweise dessen Hinterbliebene ausgezahlt wird. Soweit die Versorgungsansprüche der Vorstandsmitglieder (i) noch nicht gesetzlich unverfallbar geworden oder (ii) zwar gesetzlich unverfallbar geworden, aber dennoch nicht durch den Pensionssicherungsverein abgesichert sind, unterhält die Gesellschaft Rückdeckungsversicherungen zugunsten der betreffenden Vorstandsmitglieder, die zu ihrem Schutz an sie verpfändet sind. Unterschiede zwischen den Versorgungsregelungen von Herrn Asam und Herrn Mittal bestehen beim Initialbaustein, bei der jährlichen Dotierung des Versorgungskontos und bei der Unverfallbarkeit: Zusätzlich zu einem einmaligen und vertraglich unverfallbaren Initialbaustein im Wert von €540.000 als Ausgleich für den Verzicht auf unverfallbare Altersversorgungsansprüche im Zusammenhang mit der vorzeitigen Vertragsauflösung beim Vorarbeitgeber stellt die Gesellschaft für Herrn Asam für jedes volle Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Vorstand einen im Ermessen des Aufsichtsrats stehenden Versorgungsbeitrag von 25 bis 40 Prozent des jeweils vereinbarten Jahresgrundgehalts, also der fixen Vergütung, bereit. Für das Geschäftsjahr 2015 wurde der Versorgungsbeitrag für Herrn Asam wie im Vorjahr auf 30 Prozent seines Jahresgrundgehalts festgelegt. Dies entspricht €225.000. Die Versorgungsansprüche aus den für Herrn Asam bereitgestellten Versorgungsbeiträgen sind seit dem 31. Dezember 2013 vertraglich unverfallbar. Herr Mittal hat aus seiner früheren Beschäftigung für die Gesellschaft einen bereits seit September 2006 gesetzlich unverfallbaren Versorgungsanspruch. In seinem Vorstands-Anstellungsvertrag ist daher klargestellt, dass die danach erfolgenden Bereitstellungen zur Altersversorgung von Herrn Mittal diesen unverfallbaren Versorgungsanspruch fortführen, das heißt, ihrerseits keiner eigenen Unverfallbarkeitsregelung unterliegen. Die Gesellschaft stellt für Herrn Mittal für jedes volle Geschäftsjahr, in dem ein Dienstverhältnis als Vorstandsmitglied zur Gesellschaft besteht, einen fixen Versorgungsbeitrag von 30 Prozent des jeweils vereinbarten Jahresgrundgehalts bereit; einer erneuten Entscheidung des Aufsichtsrats über die Höhe der Zuführung bedarf es nicht. Für das Geschäftsjahr 2015 beträgt der Versorgungsbeitrag €225.000. Die für die Herren Asam und Mittal jeweils bereitgestellten Versorgungsguthaben werden - entsprechend der Regelung für die Infineon-Mitarbeiter - nach Vollendung des 67. Lebensjahres ausgezahlt, sofern das Dienstverhältnis dann bereits beendet ist. Auf Antrag kann auch eine vorzeitige Auszahlung erfolgen, soweit das Dienstverhältnis nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet. Wählen die Begünstigten im Leistungsfall die Verrentung, findet eine automatische jährliche Anpassung des Rentenbetrags nach Maßgabe des Infineon-Pensionsplans statt. Der nachfolgenden Tabelle sind neben den jährlichen Ruhegehaltsansprüchen beziehungsweise den jeweiligen Versorgungsbeiträgen die Barwerte der bisher bei Eintritt in den Ruhestand erworbenen Ansprüche und der Dienstzeitaufwand nach IFRS zu entnehmen. Gemäß IFRS wird der Dienstzeitaufwand zu Beginn eines Geschäftsjahres für das laufende Geschäftsjahr ermittelt. Ruhegehaltsansprüche scroll in € Vorstandsmitglied Geschäftsjahr Ruhegehaltsansprüche (Jahresbezug) bei Eintritt des Pensionsfalls Für das jeweilige Geschäftsjahr festgelegte Versorgungsbeiträge Barwert des Ruhegehalts- beziehungsweise Versorgungsanspruchs Dienstzeitaufwand (im laufenden Jahr erdient) Dr. Reinhard Ploss (Vorsitzender des Vorstands) 2015 205.000 - 5.634.266 219.796 2014 200.000 - 5.287.480 149.601 Dominik Asam 2015 - 225.000 2.163.812 272.721 2014 - 205.500 1.836.096 192.780 Arunjai Mittal 2015 - 225.000 3.322.550 241.183 2014 - 205.500 3.079.244 159.627 Gesamt 2015 205.000 450.000 11.120.628 733.700 2014 200.000 411.000 10.202.820 502.008 Vorzeitige Beendigung des Dienstvertrags Die Dienstverträge der Mitglieder des Vorstands enthalten eine sogenannte "Change of Control"-Klausel, die die Bedingungen einer Beendigung der Vorstandstätigkeit im Fall einer wesentlichen Änderung der Eigentümerstruktur von Infineon regelt. Ein Kontrollwechsel im Sinne dieser Klausel liegt vor, wenn ein Dritter einzeln oder gemeinsam mit einem Anderen im Sinne von § 30 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) mindestens 30 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG hält. Bei einem Kontrollwechsel sind die Mitglieder des Vorstands berechtigt, innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach Bekanntwerden des Kontrollwechsels ihr Mandat niederzulegen und ihren Dienstvertrag zu kündigen. In diesem Fall haben die Mitglieder des Vorstands Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Laufzeit, maximal jedoch für 36 Monate. Im Fall einer Abberufung oder Kündigung durch die Infineon Technologies AG innerhalb von zwölf Monaten nach Bekanntwerden eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Laufzeit, mindestens jedoch für 24, maximal für 36 Monate. Im Übrigen enthalten die Vorstandsverträge für den Fall einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses keine Abfindungszusage. Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2015 An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2015 Gesamtbezüge (insbesondere Versorgungsleistungen) von €1.124.622 (Vorjahr: €1.103.977) ausbezahlt. Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betragen zum 30. September 2015 insgesamt €60.212.071 (Vorjahr: €59.502.832). Herr Bauer hat unter dem von ihm mit der Gesellschaft am 26. November 2012 nach vorheriger Zustimmung des Aufsichtsrats abgeschlossenen, grundsätzlich auf reinen Auslagenersatz angelegten Beratervertrag weder im Geschäftsjahr 2015 noch im Vorjahr Beratungsleistungen abgerechnet. Der Beratervertrag wurde mit Wirkung zum 31. Januar 2015 beendet. Überprüfung der Vorstandsvergütung; Veränderungen der individuellen Vorstandsverträge Überprüfung des Vorstandsvergütungssystems und der individuellen Vorstandsvergütungen In Übereinstimmung mit Ziffer 4.2.2 DCGK hat der Aufsichtsrat das seit dem 1. Oktober 2010 bestehende Vorstandsvergütungssystem zuletzt im Geschäftsjahr 2014 durch einen unabhängigen Vergütungsexperten auf seine Angemessenheit überprüfen lassen. Bei dieser Gelegenheit sind auch die individuellen Zieljahreseinkommen der einzelnen Vorstandsmitglieder einer genauen Prüfung unterzogen worden. Die nächste turnusmäßige Überprüfung findet im Geschäftsjahr 2016 statt. Anhebung der Vorstandsvergütung Die Überprüfung der individuellen Zieljahreseinkommen der Vorstandsmitglieder durch den unabhängigen Vergütungsexperten im Geschäftsjahr 2014 hat zu einer zum 1. Oktober 2014 wirksam gewordenen Anhebung der Vergütung der Vorstandsmitglieder geführt; die Vergütungsstruktur ist dabei unverändert geblieben (siehe hierzu bereits die Ausführungen im Geschäftsbericht 2014). Vergütung des Aufsichtsrats Vergütungsstruktur Das System der Aufsichtsratsvergütung wurde im Geschäftsjahr 2010 grundlegend überprüft und auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 mit (Rück-)Wirkung zum 1. Oktober 2010 neu geregelt. Die Vergütung des Aufsichtsrats pro Geschäftsjahr (Gesamtvergütung) ist in § 11 der Satzung der Gesellschaft geregelt und enthält drei Komponenten: ― Eine feste Vergütung (Grundvergütung) in Höhe von €50.000. Sie steht jedem Aufsichtsratsmitglied zu und wird innerhalb eines Monats nach Abschluss des Geschäftsjahres gezahlt; ― eine variable Vergütung in Höhe von €1.500 je €0,01, um den das Ergebnis je Aktie einen Mindestbetrag von €0,30 übersteigt, wobei sich der Mindestbetrag jährlich, erstmals für das am 1. Oktober 2011 begonnene Geschäftsjahr, um je €0,03 erhöht; der Mindestbetrag beläuft sich damit für das Geschäftsjahr 2015 auf €0,42. Maßgeblich ist jeweils das gemäß den einschlägigen Rechnungslegungsvorschriften für den Konzernabschluss ermittelte unverwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten. Die variable Vergütung ist auf einen Betrag von €50.000 pro Geschäftsjahr begrenzt. Die variable Vergütung steht ebenfalls jedem Aufsichtsratsmitglied zu. Sie ist mit dem Ablauf der ersten ordentlichen Hauptversammlung nach dem Geschäftsjahr, auf das sich die Vergütung bezieht, zur Zahlung fällig; ― einen Zuschlag für den mit der Wahrnehmung bestimmter Funktionen innerhalb des Aufsichtsrats verbundenen Mehraufwand: Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält einen Zuschlag von €50.000, jeder seiner Stellvertreter von €37.500, die Vorsitzenden des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Strategie- und Technologieausschusses von je €25.000 und jedes Mitglied eines Aufsichtsratsausschusses - mit Ausnahme des Nominierungs- und des Vermittlungsausschusses - von €15.000. Der Zuschlag fällt nur an, wenn sich das Gremium, dem das Aufsichtsrats- oder Ausschussmitglied angehört, in dem betreffenden Geschäftsjahr versammelt oder Beschlüsse gefasst hat. Soweit ein Mitglied des Aufsichtsrats mehrere der genannten Funktionen ausübt, erhält es gleichwohl nur einen einzigen Zuschlag, der sich nach der am höchsten dotierten Funktion bemisst. Der Zuschlag wird innerhalb eines Monats nach Abschluss des Geschäftsjahres an die jeweiligen Funktionsträger gezahlt. Bei einem unterjährigen Eintritt in den (oder Ausscheiden aus dem) Aufsichtsrat, einen seiner Ausschüsse oder eine mit einem Zuschlag vergütete Funktion erfolgt eine anteilige Kürzung der betreffenden Vergütungskomponente (Zahlung von einem Zwölftel des betreffenden jährlichen Vergütungsteils für jeden angefangenen Monat der Mitgliedschaft beziehungsweise Funktionsausübung). Als Teil der Gesamtvergütung gewährt die Gesellschaft jedem Mitglied des Aufsichtsrats für seine persönliche Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats oder eines seiner Ausschüsse ein Sitzungsgeld von €2.000. Finden an einem Tag mehrere Sitzungen statt, fällt das Sitzungsgeld nur einmal an. Mitgliedern des Aufsichtsrats werden zudem sämtliche Auslagen, die ihnen im Zusammenhang mit der Ausübung des Aufsichtsratsmandats entstehen, sowie die von ihnen insoweit etwa abzuführende Umsatzsteuer erstattet. Die Gesellschaft zahlt den Aufsichtsratsmitgliedern des Weiteren die auf ihre Gesamtvergütung (einschließlich des Sitzungsgeldes) etwa anfallende Umsatzsteuer. Aufsichtsratsvergütung im Geschäftsjahr 2015 Die den Mitgliedern des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2015 jeweils gewährte Gesamtvergütung (einschließlich Sitzungsgeld) setzt sich wie folgt zusammen (hierin nicht enthalten ist die Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent): Aufsichtsratsvergütung scroll in € Aufsichtsratsmitglied Geschäftsjahr Feste Vergütung Variable Vergütung1 Zuschlag für besondere Funktionen Sitzungsgeld Gesamtvergütung Peter Bauer (seit 12. Februar 2015) 2015 33.333 13.000 - 8.000 54.333 2014 - - - - - Wigand Cramer (bis 12. Februar 2015) 2015 20.833 8.125 6.250 10.000 45.208 2014 50.000 7.500 15.000 30.000 102.500 Johann Dechant (seit 12. Februar 2015) 2015 33.333 13.000 25.000 14.000 85.333 2014 - - - - - Dr. Herbert Diess (seit 12. Februar 2015) 2015 33.333 13.000 - 8.000 54.333 2014 - - - - - Alfred Eibl (bis 31. März 2014) 2015 - - - - - 2014 25.000 3.750 7.500 10.000 46.250 Annette Engelfried (seit 12. Februar 2015) 2015 33.333 13.000 10.000 12.000 68.333 2014 - - - - - Reinhard Gottinger (seit 1. April 2014 bis 12. Februar 2015) 2015 20.833 8.125 6.250 4.000 39.208 2014 25.000 3.750 - 14.000 42.750 Peter Gruber 2015 50.000 19.500 15.000 16.000 100.500 2014 50.000 7.500 15.000 22.000 94.500 Gerhard Hobbach 2015 50.000 19.500 15.000 16.000 100.500 2014 50.000 7.500 15.000 20.000 92.500 Hans-Ulrich Holdenried 2015 50.000 19.500 15.000 20.000 104.500 2014 50.000 7.500 15.000 26.000 98.500 Prof. Dr. Renate Köcher 2015 50.000 19.500 - 12.000 81.500 2014 50.000 7.500 - 14.000 71.500 Dr. Susanne Lachenmann (seit 12. Februar 2015) 2015 33.333 13.000 10.000 10.000 66.333 2014 - - - - - Wolfgang Mayrhuber 2015 50.000 19.500 50.000 28.000 147.500 2014 50.000 7.500 50.000 34.000 141.500 Dr. Manfred Puffer 2015 50.000 19.500 - 14.000 83.500 2014 50.000 7.500 - 22.000 79.500 Gerd Schmidt (bis 12. Februar 2015) 2015 20.833 8.125 15.625 10.000 54.583 2014 50.000 7.500 37.500 28.000 123.000 Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel 2015 50.000 19.500 25.000 16.000 110.500 2014 50.000 7.500 25.000 18.000 100.500 Jürgen Scholz 2015 50.000 19.500 15.000 16.000 100.500 2014 50.000 7.500 15.000 22.000 94.500 Kerstin Schulzendorf (seit 12. Februar 2015) 2015 33.333 13.000 - 8.000 54.333 2014 - - - - - Dr. Eckart Sünner 2015 50.000 19.500 25.000 18.000 112.500 2014 50.000 7.500 25.000 26.000 108.500 Diana Vitale (seit 12. Februar 2015) 2015 33.333 13.000 - 8.000 54.333 2014 - - - - - Gesamt 2015 745.830 290.875 233.125 248.000 1.517.830 2014 600.000 90.000 220.000 286.000 1.196.000 1 Basierend auf einem Ergebnis je Aktie (unverwässert) aus fortgeführten Aktivitäten in 2015 in Höhe von €0,55 und 2014 in Höhe von €0,44. Mitglieder des Aufsichtsrats haben weder im Geschäftsjahr 2015 noch im Geschäftsjahr 2014 vom Unternehmen Kredite erhalten. Sonstiges (Geschäftsjahr 2015) Am 25. August 2015 hat die Gesellschaft mit der Technischen Universität München einen Vertrag über die Erbringung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen abgeschlossen. Diese Leistungen werden im Wesentlichen durch den Lehrstuhl von Frau Professor Schmitt-Landsiedel erbracht. Daher hat der Aufsichtsrat dem Vertrag am 4. August 2015 vorsorglich zugestimmt. Im Geschäftsjahr 2015 sind von der Gesellschaft keine Zahlungen aus diesem Vertrag an die Technische Universität München geflossen. Neubiberg, den 20. November 2015 Der Vorstand Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Arunjai Mittal

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