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Infineon Technologies AG

Annual / Quarterly Financial Statement Jan 26, 2015

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Annual / Quarterly Financial Statement

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Infineon Technologies AG Neubiberg Jahresabschluss zum 30. September 2014 LAGEBERICHT 2014 Gewinn- und Verlustrechnung FÜR DAS AM 30. SEPTEMBER 2014 ENDENDE GESCHÄFTSJAHR scroll € in Millionen Anhang Nr. 2014 2013 Umsatzerlöse 1 4.601 4.070 Umsatzkosten 3 -3.528 -3.260 Bruttoergebnis vom Umsatz 1.073 810 Forschungs- und Entwicklungskosten 4 -547 -506 Vertriebskosten 5 -138 -120 Allgemeine Verwaltungskosten 6 -186 -171 Sonstige betriebliche Erträge 10 271 141 Sonstige betriebliche Aufwendungen 11 -232 -122 Beteiligungsergebnis 12 1.003 433 Zinsergebnis 13 -22 -32 Übriges Finanzergebnis 14 47 1 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.269 434 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 15 -28 -15 Jahresüberschuss 1.241 419 Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2 AktG -228 - Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2a AktG -784 -289 Bilanzgewinn 38 229 130 Bilanz ZUM 30. SEPTEMBER 2014 AKTIVA: scroll € in Millionen Anhang Nr. 2014 2013 Anlagevermögen: 16 Immaterielle Vermögensgegenstände 17 64 82 Sachanlagen 18 410 381 Finanzanlagen 19 3.651 3.175 4.125 3.638 Umlaufvermögen: Vorräte 20 344 294 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21 244 243 Forderungen gegen verbundene Unternehmen 22 323 275 Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 23 2 - Sonstige Vermögensgegenstände 24 49 62 Wertpapiere 25 760 319 Zahlungsmittel 26 1.579 1.921 3.301 3.114 Rechnungsabgrenzungsposten 27 28 33 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 28 4 5 7.458 6.790 PASSIVA: € in Millionen Anhang Nr. 2014 2013 Eigenkapital: 29 Gezeichnetes Kapital 2.255 2.162 (Bedingtes Kapital) 36 460 496 Eigene Anteile -12 -12 Ausgegebenes Kapital 30 2.243 2.150 Kapitalrücklage 35 1.165 1.150 Gewinnrücklagen 37 2.365 1.352 Bilanzgewinn 38 229 130 6.002 4.782 Sonderposten mit Rücklagenanteil 39 1 1 Rückstellungen: Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 40 62 418 Steuerrückstellungen 41 9 - Sonstige Rückstellungen 42 544 606 615 1.024 Verbindlichkeiten: 43 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 9 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 206 205 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 44 494 709 Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 45 8 8 Sonstige Verbindlichkeiten 46 111 24 819 955 Rechnungsabgrenzungsposten 47 21 28 7.458 6.790 ANHANG FÜR DAS AM 30. SEPTEMBER 2014 ENDENDE GESCHÄFTSJAHR GRUNDLAGEN UND METHODEN Der Jahresabschluss zum 30. September 2014 der Infineon Technologies AG wird nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften und den aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt und in Millionen Euro ("€") unter Gegenüberstellung der Werte zum 30. September 2013 ausgewiesen. Als börsennotiertes Mutterunternehmen der Infineon Gruppe (nachfolgend auch "Infineon" oder "Infineon-Konzern") erstellt die Infineon Technologies AG nach § 315a Abs. 1 HGB einen Konzernabschluss auf Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) und der diesbezüglichen Interpretationen, soweit die IFRS und Interpretationen von der Europäischen Union übernommen sind. Daher wird ein Konzernabschluss nach handelsrechtlichen Vorschriften nicht aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Zur besseren Darstellung der Finanzaktivitäten wurde das Gliederungsschema nach § 275 Abs. 3 HGB modifiziert. Die Finanzaktivitäten werden als Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und übriges Finanzergebnis dargestellt. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE ANLAGEVERMÖGEN Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Sie haben eine Nutzungsdauer von einem bis maximal sieben Jahren bzw. entsprechend der Vertragslaufzeit. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Das Aktivierungswahlrecht für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird nicht in Anspruch genommen. Forschungs- und Entwicklungskosten werden sofort im Aufwand erfasst. Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich aus der Gegenüberstellung von Anschaffungskosten und dem Wert der einzelnen Vermögensgegenstände des Unternehmens, abzüglich der Schulden zum Zeitpunkt der Übernahme, und wird grundsätzlich planmäßig innerhalb von fünf Jahren abgeschrieben. In begründeten Fällen erfolgt die Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts über einen darüber hinausgehenden Zeitraum, sofern seine individuelle Nutzungsdauer mehr als fünf Jahre beträgt. Im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung ist eine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen. Bestehen die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr, ist der niedrigere Wertansatz eines entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerts beizubehalten. Für vor dem 1. Oktober 2010 erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte wurde die bisherige Nutzungsdauer von 15 Jahren beibehalten. Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibung der Sachanlagen erfolgt nach der linearen Abschreibungsmethode. Folgende Nutzungsdauern werden angewandt: scroll Jahre Fabrik- und Geschäftsbauten 20-50 Übrige Bauten 5-10 Technische Anlagen und Maschinen 5-10 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1-10 Spezial- und Normalwerkzeuge 1 Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Geringwertige Anlagengegenstände bis €150 Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden sofort aufwandswirksam erfasst. Für Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von €150 bis €1.000 wird ein Sammelposten gebildet, der jährlich mit 20 Prozent linear abgeschrieben wird. Geleistete Anzahlungen und angefallene Herstellungskosten auf noch nicht fertiggestellte Investitionen unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Die Anteile an verbundenen Unternehmen, die Beteiligungen und die übrigen Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten, oder bei Vorliegen von voraussichtlich dauernden Wertminderungen, zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen. Der Anlagenspiegel wurde bei den Finanzanlagen um den Sonderposten "Sondervermögen Altersteilzeit Trust" ("ATZ Trust") erweitert. UMLAUFVERMÖGEN In den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tagespreisen bewertet, die unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Leistungen zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten umfassen neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind. Abwertungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert erforderlich ist. Fremdkapitalzinsen sind in die Herstellungskosten nicht einbezogen worden. Abwertungen für Bestandsrisiken werden berücksichtigt. Das Prinzip der verlustfreien Bewertung wird angewandt. Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet und - soweit unverzinslich - bei Restlaufzeiten von über einem Jahr auf den Bilanzstichtag abgezinst. Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, werden entsprechend der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls gebildet. Der Satz für pauschale Wertberichtigungen auf Forderungen beträgt 0,25 Prozent (Vorjahr: 0,25 Prozent). Auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden keine pauschalen Wertberichtigungen vorgenommen. Wertpapiere und Zahlungsmittel sind mit Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten angesetzt. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlust- und Zinsvorträgen ermittelt. Verlust- und Zinsvorträge sind berücksichtigungsfähig, wenn eine Verrechnung mit steuerpflichtigem Einkommen innerhalb des gesetzlich festgelegten Zeitraums von fünf Jahren erwartet wird. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Infineon Technologies AG von aktuell 29 Prozent. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Im Falle einer Steuerentlastung wird von dem Aktivierungswahlrecht für aktive latente Steuern nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB kein Gebrauch gemacht. VERMÖGENS- SOWIE ERTRAGS- UND AUFWANDSVERRECHNUNG Für Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersvorsorgeverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Erträge und Aufwendungen aus diesen Vermögensgegenständen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtungen saldiert und im Übrigen Finanzergebnis ausgewiesen. Weiterhin werden diese Vermögensgegenstände mit der jeweils zugrunde liegenden Verpflichtung verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Vermögensgegenstände die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung. Bei dem Sondervermögen ATZ Trust ist die Voraussetzung zur Verrechnung der Vermögensgegenstände mit der zugrunde liegenden Verpflichtung nicht erfüllt. RÜCKSTELLUNGEN UND VERBINDLICHKEITEN Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method"). Die Bilanzierung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren erfasst die Verpflichtung am Bewertungsstichtag nach der wahrscheinlichen Inanspruchnahme unter Berücksichtigung von zukünftigen Gehalts- und Rentensteigerungen. Für die Abzinsung wird der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz berücksichtigt, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Zur Verrechnung von Verpflichtungen mit Vermögensgegenständen sowie zur Verrechnung von Erträgen und Aufwendungen siehe unter Vermögens- sowie Ertrags- und Aufwandsverrechnung. Die Steuerrückstellungen sind mit dem Erfüllungsbetrag nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung berücksichtigt. Bei der Bemessung der sonstigen Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken, ungewissen Verbindlichkeiten sowie drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften Rechnung getragen. Die Bewertung erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Künftige Preis- und Kostensteigerungen zum Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung werden angemessen berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst. Die Rückstellung für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen umfasst die Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltszahlungen an Mitarbeiter in der Freistellungsphase sowie die Aufstockungsleistungen für Anwärter. Diese Rückstellungen wurden entsprechend der IDW-Stellungnahme (IDW RS HFA 3) vom 19. Juni 2013 berechnet. Die voraussichtlich zu leistenden Beträge werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt und mit ihrem Barwert angesetzt. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt. In den Fällen, in denen der Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit höher ist als der Ausgabebetrag, wird der Unterschiedsbetrag als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten erfasst und über die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt. ERLÖSE, KOSTEN UND AUFWENDUNGEN Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Lieferungen und Leistungen ausgeführt sind und der Gefahrenübergang erfolgt ist. Forschungs- und Entwicklungskosten werden in voller Höhe nach Abzug der erhaltenen Fördermittel als Aufwand erfasst. Aufwendungen für Aktienoptionen werden gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB in voller Höhe in die Kapitalrücklage eingestellt. Die ausgegebenen Optionen werden zum Zusagezeitpunkt analog dem im IFRS-Konzernabschluss angesetzten Wert nach IFRS 2 "Share-based Payment" bewertet. Die Kapitalrücklage wird ratierlich über den Erdienungszeitraum aufgebaut. WÄHRUNGSUMRECHNUNG Fremdwährungsforderungen bzw. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Bei Vermögensgegenständen und Schulden mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr erfolgt die Umrechnung ohne Beachtung des Anschaffungskosten- bzw. Realisations- und Imparitätsprinzips. WÄHRUNGS- UND ROHSTOFFPREISRISIKEN Zur Absicherung des Unternehmens gegen Währungs-, Zins- sowie Rohstoffpreisrisiken werden Devisentermingeschäfte, Zins- und Rohstoffswaps sowie Optionen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken verwendet. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich imparitätisch bewertet, d. h. für negative Marktwerte werden Rückstellungen gebildet, positive Marktwerte werden nicht angesetzt. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 1 UMSATZERLÖSE Die Umsätze gliedern sich nach Segmenten wie folgt: scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2014 2013 Automotive 2.284 50% 1.914 47% Industrial Power Control 740 16% 640 16% Power Management & Multimarket 620 13% 577 14% Chip Card & Security 642 14% 656 16% Sonstige Geschäftsbereiche 315 7% 283 7% Gesamt 4.601 100% 4.070 100% davon Lizenzerträge 14 0% 26 1% Das Segment Sonstige Geschäftsbereiche umfasst andere Geschäftsaktivitäten. Die Umsatzaufgliederung nach Abnehmergruppen stellt sich wie folgt dar: scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2014 2013 Umsätze mit konsolidierten Infineon-Gesellschaften 2.678 58% 2.299 56% Umsätze mit fremden Dritten und nicht konsolidierten Infineon-Gesellschaften 1.923 42% 1.771 44% Gesamt 4.601 100% 4.070 100% Die Umsatzaufgliederung nach Regionen zeigt die folgende Tabelle: scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2014 2013 Europa, Naher Osten, Afrika 1.950 42% 1.792 44% darin Deutschland 964 21% 854 21% Asien-Pazifik (ohne Japan) 2.007 44% 1.688 41% darin China 327 7% 337 8% Japan 242 5% 183 4% Amerika 402 9% 407 11% Gesamt 4.601 100% 4.070 100% 2 FUNKTIONSKOSTEN Die Funktionskosten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unterteilt in Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten, Vertriebskosten sowie allgemeine Verwaltungskosten. 3 UMSATZKOSTEN scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2014 2013 Umsatzkosten 3.528 3.260 Prozent des Umsatzes 77% 80% Die Umsatzkosten umfassen die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Lieferungen und Leistungen. Im Wesentlichen sind dies Aufwendungen für Fertigungsmaterialien, bezogene Leistungen, Personalaufwendungen, Abschreibungen sowie Aufwendungen für Mieten und Pachten der Fertigungsbereiche. 4 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2014 2013 Forschungs- und Entwicklungskosten 547 506 Prozent des Umsatzes 12% 12% davon Zulagen und Zuschüsse -27 -23 Prozent des Umsatzes 1% 1% Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung umfassen vor allem Personalkosten, Materialkosten, Abschreibungen und Instandhaltung der Laboreinrichtungen sowie Kosten aus vertraglich vereinbarter Technologieentwicklung. Zulagen und Zuschüsse für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden mit den Forschungs- und Entwicklungskosten verrechnet. 5 VERTRIEBSKOSTEN scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2014 2013 Vertriebskosten 138 120 Prozent des Umsatzes 3% 3% Die Vertriebskosten umfassen Personalkosten für die Mitarbeiter des Vertriebs und des Marketings, Kosten für Kundenmuster, Aufwendungen im Zusammenhang mit Prototypen, Verkaufsförderungsmaßnahmen und Marketingaufwendungen. 6 ALLGEMEINE VERWALTUNGSKOSTEN scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2014 2013 Allgemeine Verwaltungskosten 186 171 Prozent des Umsatzes 4% 4% Die allgemeinen Verwaltungskosten umfassen im Wesentlichen die Personalkosten der Mitarbeiter in der Verwaltung, nicht produktionsbezogene Gemeinkosten, Beratungshonorare, Rechtsanwaltskosten und andere Honorare für externe Dienstleister sowie Personalbeschaffungs- und Ausbildungskosten. 7 SONSTIGE STEUERN UND ZÖLLE scroll € in Millionen 2014 2013 Sonstige Steuern und Zölle 4 4 Sonstige Steuern und Zölle werden unter den Funktionskosten erfasst. 8 AUFWENDUNGEN FÜR AKTIENBASIERTE VERGÜTUNGEN Die Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen beliefen sich in den Geschäftsjahren zum 30. September 2014 und 2013 auf €6 Millionen und €3 Millionen. 9 HONORARE DES ABSCHLUSSPRÜFERS Die Angaben zum Abschlussprüferhonorar sind im Konzernabschluss der Gesellschaft enthalten. Auf die Veröffentlichung an dieser Stelle wird daher aufgrund der befreienden Konzernklausel des § 285 Nr. 17 HGB verzichtet. 10 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2014 2013 Sonstige betriebliche Erträge 271 141 Prozent des Umsatzes 6% 3% davon Zuordnung zu anderen Perioden 165 57 Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 2014 2013 Auflösung von Rückstellungen 157 54 Erträge aus der Währungsumrechnung 74 56 Erträge aus der Vermietung von Liegenschaften 24 23 Erträge aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts in 2011 6 5 Erträge aus Zahlungseingänge auf wertberichtigten Forderungen 4 - Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen 1 1 Sonstige 5 2 271 141 11 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2014 2013 Sonstige betriebliche Aufwendungen 232 122 Prozent des Umsatzes 5% 3% davon Zuordnung zu anderen Perioden 2 1 Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Einzelnen folgende Posten: scroll € in Millionen 2014 2013 Aufwendungen für das von der EU-Kommission im Kartellverfahren gegen Halbleiterhersteller von Chipkarten gegen Infineon verhängte Bußgeld 83 - Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 72 57 Aufwendungen im Zusammenhang mit der Qimonda AG, München, sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG, Dresden 33 42 Aufwendungen im Zusammenhang mit der Vermietung von Liegenschaften 32 22 Aufwendungen im Zusammenhang mit dem geplanten Erwerb von International Rectifier Corp. 7 - Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen 3 1 Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen 2 - 232 122 12 BETEILIGUNGSERGEBNIS scroll € in Millionen 2014 2013 Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 16 14 davon Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden 11 7 Infineon Technologies Finance GmbH, Neubiberg 4 5 Hitex Development Tools GmbH, Karlsruhe 1 2 Erträge aus Gewinnvereinnahmungen 203 130 davon Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande 200 130 Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co.KG, Warstein 2 - Cryptomathic Holding ApS, Arhus, Dänemark 1 - Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 784 289 davon Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande 774 289 LS Power Semitech Co., Ltd., Cheonan, Korea 10 - 1.003 433 Zum 30. September 2014 bestehen Ergebnisabführungsverträge mit nachfolgenden Gesellschaften: ― Hitex Development Tools GmbH, Karlsruhe, ― Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden, ― Infineon Technologies Finance GmbH, Neubiberg, ― Infineon Technologies Mantel 19 GmbH, Neubiberg, ― Infineon Technologies Mantel 21 GmbH, Neubiberg. 13 ZINSERGEBNIS scroll € in Millionen 2014 2013 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 13 14 davon aus verbundenen Unternehmen 3 3 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Pension Trust - 2 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -35 -48 davon aus verbundenen Unternehmen -1 -9 -22 -32 Die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen und langfristigen Rückstellungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf €34 Millionen (Vorjahr: €31 Millionen). 14 ÜBRIGES FINANZERGEBNIS scroll € in Millionen 2014 2013 Erträge aus Verrechnung Planvermögen Pension Trust 79 - Übrige finanzielle Erträge 1 3 Übrige finanzielle Aufwendungen -33 -1 Abschreibungen auf Finanzanlagen Pension Trust - -1 47 1 Unter den Übrigen finanziellen Erträgen bzw. Aufwendungen sind im Wesentlichen Erträge aus Verrechnung des "Sondervermögens Pension Trust", Kursgewinne bzw. Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren des Anlage- und des Umlaufvermögens sowie realisierte Erträge aus Prämien aus verfallenen Put-Optionen auf eigene Aktien ausgewiesen. Im Geschäftsjahr hat die Infineon Technologies AG aus dem Erwerb von Anteilen der im Jahr 2014 fälligen Wandelanleihe und einer anschließenden Veräußerung an die Infineon Technologies Holding B.V. einen Verlust von €25 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen) realisiert. 15 STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG scroll € in Millionen 2014 2013 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 28 15 28 15 Neben dem von der Infineon Technologies AG selbst erwirtschafteten steuerlichen Ergebnis, ist die Infineon Technologies AG Steuerschuldnerin hinsichtlich der ihr, von den über Ergebnisabführungsverträgen verbundenen Organgesellschaften sowie hinsichtlich der Personengesellschaften zugerechneten steuerlichen Bemessungsgrundlagen. Als Ertragsteueraufwendungen werden Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Gewerbesteuer und im Ausland entrichtete Ertragsteuern ausgewiesen. Für das Geschäftsjahr 2014 und 2013 beträgt der deutsche Gesamtsteuersatz für die Infineon Technologies AG 29 Prozent. Dieser setzt sich aus dem Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 Prozent und dem Gewerbesteuersatz von 13 Prozent zusammen. Der Steueraufwand des Geschäftsjahrs ist insbesondere durch Unterschiede in der steuerlichen Gewinnermittlung, steuerfreie Dividenden und Erträge aus Zuschreibungen auf Beteiligungen, sowie die Nutzung von Verlustvorträgen im Rahmen der gesetzlichen Mindestbesteuerung positiv beeinflusst. Latente Steuern sind im Ertragsteueraufwand nicht enthalten. Die Infineon Technologies AG verfügt über Verlustvorträge für Zwecke der Körperschaftsteuer in Höhe von ca. €2,7 Milliarden und Verlustvorträge für Zwecke der Gewerbesteuer in Höhe von ca. €3,8 Milliarden. Die innerhalb des gesetzlich festgelegten Zeitraums von fünf Jahren voraussichtlich nutzbaren Beträge führen zu aktiven latenten Steuern. Zudem ergibt sich bei der Infineon Technologies AG ein Überhang aktiver latenter Steuern aus zeitlichen Unterschieden zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten. Diese aktiven latenten Steuern werden im Rahmen des Aktivierungswahlrechts nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB nicht angesetzt. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ 16 ANLAGEVERMÖGEN Aufgliederung und Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Posten des Anlagevermögens sind in dem nachfolgenden Anlagenspiegel dargestellt. scroll € in Millionen Anschaffungs- und Herstellungskosten 30. September 2013 Zugänge Umbuchungen Abgänge 30. September 2014 Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 150 6 - - 156 Geschäfts- oder Firmenwert 288 - - - 288 438 6 - - 444 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 196 2 1 - 199 Technische Anlagen und Maschinen 1.004 43 20 -24 1.043 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 358 17 -3 -25 347 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 26 50 -18 -10 48 1.584 112 - -59 1.637 Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen 3.788 7 11 - 3.806 Beteiligungen 59 - -11 - 48 Sondervermögen Pension Trust 317 - - -317 - Sondervermögen ATZ Trust 10 - - - 10 4.174 7 - -317 3.864 GESAMT 6.196 125 - -376 5.945 scroll € in Millionen Kumulierte Abschreibungen 30. September 2013 Abschreibungen Zuschreibungen Umbuchungen Abgänge 30. September 2014 Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -134 -5 - - - -139 Geschäfts- oder Firmenwert -222 -19 - - - -241 -356 -24 - - - -380 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -150 -3 - - - -153 Technische Anlagen und Maschinen -745 -49 - - 21 -773 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -308 -18 - - 25 -301 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - - - -1.203 -70 - - 46 -1.227 Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen -983 - 784 -9 - -208 Beteiligungen -15 - - 9 - -5 Sondervermögen Pension Trust -1 - - - 1 - Sondervermögen ATZ Trust - - - - - - -999 - 784 - 1 -213 GESAMT -2.558 -94 784 - 47 -1.820 scroll € in Millionen Buchwerte 30. September 2014 30. September 2013 Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 17 16 Geschäfts- oder Firmenwert 47 66 64 82 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 46 46 Technische Anlagen und Maschinen 270 259 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 46 50 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 48 26 410 381 Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen 3.598 2.805 Beteiligungen 43 44 Sondervermögen Pension Trust - 316 Sondervermögen ATZ Trust 10 10 3.651 3.175 GESAMT 4.125 3.638 Die Gesellschaft hatte im Geschäftsjahr 2014 außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 S. 3 HGB in Höhe von €2 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen). 17 IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE scroll € in Millionen 2014 2013 Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 17 16 Geschäfts- oder Firmenwert 47 66 64 82 Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände betrugen €24 Millionen (Vorjahr: €22 Millionen). Es erfolgten in den Geschäftsjahren 2014 und 2013 keine außerplanmäßigen Abschreibungen. 18 SACHANLAGEN scroll € in Millionen 2014 2013 Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 46 46 Technische Anlagen und Maschinen 270 259 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 46 50 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 48 26 410 381 Es erfolgten planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von €68 Millionen (Vorjahr: €68 Millionen). Es erfolgten im Geschäftsjahr 2014 außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von €2 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen). 19 FINANZANLAGEN scroll € in Millionen 2014 2013 Anteile an verbundenen Unternehmen 3.598 2.805 Beteiligungen 43 44 Sondervermögen Pension Trust - 316 Sondervermögen Altersteilzeit Trust 10 10 3.651 3.175 Die Anteile an verbundenen Unternehmen haben sich im Berichtszeitraum von €2.805 Millionen um €793 Millionen auf €3.598 Millionen erhöht. Die Veränderung ergibt sich im Wesentlichen aus: scroll € in Millionen 2014 Zuschreibung der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande 774 Zuschreibung der LS Power Semitech Co., Ltd., Cheonan, Korea 10 Erwerb von Anteilen an der LS Power Semitech Co., Ltd., Cheonan, Korea 7 Es erfolgten in den Geschäftsjahren 2014 und 2013 keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen. Die Zuschreibungen beliefen sich auf €784 Millionen (Vorjahr: €289 Millionen). Das "Sondervermögen Pension Trust" wurde mit Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung verrechnet, da die handelsrechtlichen Voraussetzungen zur Verrechnung im Geschäftsjahr erstmalig gegeben waren. Die vom Infineon Altersteilzeit Trust e. V. treuhänderisch für die Gesellschaft gehaltenen Wertpapiere im Umfang von €10 Millionen dienen im Rahmen gesetzlicher Verpflichtungen der Sicherung der Arbeitnehmeransprüche aus Altersteilzeitwertguthaben aus dem Blockmodell Altersversorgung der Infineon Technologies AG und anderer inländischer Tochtergesellschaften. 20 VORRÄTE scroll € in Millionen 2014 2013 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 66 65 Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 157 127 Fertige Erzeugnisse und Waren 137 119 Erhaltene Anzahlungen -16 -17 344 294 21 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN scroll € in Millionen 2014 2013 Lieferungen und Leistungen 244 243 244 243 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr - - 22 FORDERUNGEN GEGEN VERBUNDENE UNTERNEHMEN scroll € in Millionen 2014 2013 Lieferungs- und Leistungsverkehr 133 103 Konzerninterner Verrechnungsverkehr 190 172 323 275 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 122 115 Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich um Forderungen, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements sowie aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit in- und ausländischen Tochtergesellschaften entstanden sind. 23 FORDERUNGEN GEGEN UNTERNEHMEN, MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT scroll € in Millionen 2014 2013 Konzerninterner Verrechnungsverkehr 2 - 2 - Bei den Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, handelt es sich um Forderungen, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements entstanden sind. 24 SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE scroll € in Millionen 2014 2013 Lieferantenkredite 25 35 Steuererstattungsansprüche 5 11 Sonstige 19 16 49 62 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 5 8 25 WERTPAPIERE scroll € in Millionen 2014 2013 Anteile Geldmarktfonds 760 318 Geldmarktpapiere - 1 760 319 26 ZAHLUNGSMITTEL scroll € in Millionen 2014 2013 Guthaben bei Kreditinstituten 1.579 1.921 1.579 1.921 Hiervon hat die Infineon Technologies AG auf einem Treuhandkonto €75 Millionen als Mietkaution hinterlegt. Zur Liquidität gehören neben den Zahlungsmitteln auch die Wertpapiere des Umlaufvermögens (€760 Millionen). 27 RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN scroll € in Millionen 2014 2013 Sonstige 28 33 28 33 Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält zukünftige Aufwendungen für die Nutzung von Lizenzen und für die Instandhaltung der IT-Infrastruktur sowie eine Abgrenzung der bereits gezahlten Urlaubsvergütung für Mitarbeiter für das verbleibende Kalenderjahr 2014. 28 AKTIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER VERMÖGENSVERRECHNUNG scroll € in Millionen 2014 2013 Erfüllungsbetrag für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 23 15 Zeitwert des Planvermögens 27 20 Überschuss des Vermögens über die Verpflichtungen aus Erfüllungsrückständen 4 5 Einzelnen Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung in Höhe von €23 Millionen stand ein zu verrechnendes Deckungsvermögen aus Rückdeckungsversicherungen mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von €27 Millionen und Anschaffungskosten von €27 Millionen (Vorjahr: €20 Millionen) gegenüber. Aus der Verrechnung dieser Verpflichtungen mit den dazugehörigen Deckungsvermögen resultiert ein aktiver Unterschiedsbetrag in Höhe von €4 Millionen. 29 EIGENKAPITAL scroll € in Millionen 2014 2013 Ausgegebenes Kapital 2.243 2.150 Kapitalrücklage 1.165 1.150 davon aus Agiobeträgen 117 117 davon aus anderen Zuzahlungen 951 942 davon aus Aktienoptionen analog § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB 83 77 davon aus vereinfachter Kapitalherabsetzung 14 14 Gewinnrücklagen 2.365 1.352 davon gesetzliche Rücklage 32 32 davon andere Gewinnrücklagen 2.333 1.320 Bilanzgewinn 229 130 6.002 4.782 30 AUSGEGEBENES KAPITAL AUSGEGEBENES KAPITAL scroll € in Millionen 2014 2013 Stand 1. Oktober 2013 bzw. 2012 2.150 2.161 Schaffung neuer Aktien durch Wandlung von Teilen der Wandelanleihe 92 - Schaffung neuer Aktien durch Ausübung von Wandlungsrechten aus Aktienoptionsplänen 1 1 Kauf eigener Aktien - -12 Stand 30. September 2014 bzw. 2013 2.243 2.150 ANZAHL AKTIEN scroll in Stück 2014 2013 Im Umlauf befindliche Aktien (Stand 1. Oktober 2013 bzw. 2012) 1.075.083.034 1.080.306.332 Schaffung neuer Aktien durch Wandlung von Teilen der Wandelanleihe 46.171.936 - Schaffung neuer Aktien durch Ausübung von Optionsrechten aus Aktienoptionsplänen 484.260 776.702 Rückkauf eigener Aktien mittels Put Optionen - -6.000.000 Im Umlauf befindliche Aktien (Stand 30. September 2014 bzw. 2013) 1.121.739.230 1.075.083.034 Zurückgekaufte und nicht eingezogene eigene Aktien - - Zurückgekaufte eigene Aktien 6.000.000 6.000.000 Eingezogene eigene Aktien - - Ausgegebene Aktien (Stand 30. September 2014 bzw. 2013) 1.127.739.230 1.081.083.034 Das Grundkapital der Infineon Technologies AG hat sich im Geschäftsjahr 2014 um €93.312.392 erhöht. Im Geschäftsjahr 2014 sind 46.656.196 neue Aktien ausgegeben worden. Hiervon sind 484.260 neue Aktien infolge der Ausübungen von Aktienoptionen durch Mitarbeiter (gegenüber 776.702 Ausübungen im Geschäftsjahr 2013) und 46.171.936 neue Aktien infolge der Wandlungen der 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe (Vorjahr: keine) entstanden. Zum 30. September 2014 betrug das Grundkapital damit €2.255.478.460. Es ist eingeteilt in 1.127.739.230 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Jede Aktie gewährt eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Dividendenausschüttung. Zum 30. September 2014 hielt die Gesellschaft von der oben genannten Gesamtzahl ausgegebener Aktien 6 Millionen eigene Aktien (Vorjahr: 6 Millionen). Am Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt. 31 GENEHMIGTES KAPITAL Zum 30. September 2014 sieht die Satzung der Gesellschaft zwei Genehmigte Kapitalia über insgesamt bis zu €688.000.000 vor. Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 8 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €648.000.000 durch Ausgabe von bis zu 324.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahres ihrer Ausgabe gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/I). Dabei ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Der Vorstand der Infineon Technologies AG hat sich allerdings zum Schutz der Aktionäre vor Verwässerung verpflichtet, von dieser Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts sowohl bei Bar- als auch bei Sachkapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital 2010/I nur bis zu einem Betrag von insgesamt maximal 10 Prozent des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung beziehungsweise - falls dieser Wert geringer sein sollte - des zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals Gebrauch zu machen. Eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts in Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2010/I ist damit zum 30. September 2014 auf maximal 108.674.208 Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von €217.348.416 beschränkt. Gemäß § 4 Abs. 9 der Satzung ist der Vorstand außerdem ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €40.000.000 durch Ausgabe von bis zu 20.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen zum Zwecke der Ausgabe an Mitarbeiter der Gesellschaft oder ihrer Konzernunternehmen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/II). Dabei ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. 32 WANDELANLEIHE Am 26. Mai 2009 begab die Gesellschaft (als Garantin) durch ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V. (als Emittentin) eine im Mai 2014 fällige nachrangige Wandelanleihe zum Nominalwert in Höhe von €196 Millionen mit einem Disagio von 7,2 Prozent und einer Verzinsung von 7,5 Prozent pro Jahr. Die Wandelanleihe konnte jederzeit während der Laufzeit in Aktien der Gesellschaft umgewandelt werden, wobei der Wandlungspreis nach Anpassungen aufgrund von Verwässerungsschutzklauseln nach der Kapitalerhöhung der Gesellschaft im August 2009 sowie den Dividendenzahlungen für die Geschäftsjahre 2010 bis 2012 €2,22 betrug. Im Rahmen des neuen Programms zur Kapitalrückgewähr (siehe "Put-Optionen auf eigene Aktien und eigene Aktien") hat Infineon zu Beginn des Geschäftsjahres 2014 Anteile der Wandelanleihe im Nennwert von €11 Millionen für €35 Millionen zurückgekauft und entwertet, nachdem bereits in den Geschäftsjahren 2011 und 2012 Anteile im Nennwert von €83 Millionen teilweise im Rahmen des ersten Programms zur Kapitalrückgewähr zurückgekauft und entwertet worden waren. Zusätzlich haben Anleihegläubiger im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2014 von ihrem Wandlungsrecht Gebrauch gemacht und Anteile mit einem Nominalwert von €64 Millionen in 28,6 Millionen Aktien der Gesellschaft gewandelt. Infineon hat am 23. Dezember 2013 bekanntgegeben, alle ausstehenden Wertpapiere gemäß §4 (4) der Anleihebedingungen zurückzuzahlen. Bis zum Ablauf der Wandlungsfrist am 31. Januar 2014 wurden die verbliebenen Anteile mit einem Nominalwert von €39 Millionen in 17,6 Millionen Aktien der Gesellschaft gewandelt. 33 PUT-OPTIONEN AUF EIGENE AKTIEN UND EIGENE AKTIEN Die Infineon Technologies AG hat am 9. Mai 2011 beschlossen, die von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilte Ermächtigung zum Aktienrückkauf zu nutzen. Von dem ursprünglich für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr beabsichtigten Volumen von bis zu €300 Millionen sind bis zum Ende des Programms am 31. März 2013 €212 Millionen aufgewendet worden. Die Kapitalrückgewähr ist zu wesentlichen Teilen durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen erfolgt. Außerdem wurden auch Teile der ausstehenden nachrangigen Wandelanleihe zurückgekauft. Der Aktienrückkauf erfolgte nach Maßgabe der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 2273/2003 der Kommission vom 22. Dezember 2003 ("EG-VO"). Im Vorjahr wurden bis zur Beendigung des Programms zum 31. März 2013 Put-Optionen über 6 Millionen Aktien ausgeübt. Für den Erwerb dieser Aktien hat Infineon €38 Millionen an die Inhaber der Optionen gezahlt. Zum 30. September 2013 befanden sich insgesamt 6 Millionen eigene Aktien im Bestand der Gesellschaft. Im November 2013 hat die Gesellschaft ein neues Programm zur Kapitalrückgewähr von bis zu €300 Millionen bis zum 30. September 2015 beschlossen. Die Kapitalrückgewähr kann, unter Ausnutzung der von der Hauptversammlung am 28. Februar 2013 erteilten Ermächtigung zum Aktienrückkauf, durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen oder einen direkten Rückkauf eigener Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgen. Außerdem konnte die Gesellschaft auch weitere Teile der 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe zurückkaufen. Der Aktienrückkauf dient ausschließlich dem Zweck der Einziehung der Aktien zur Kapitalherabsetzung, der Bedienung von Wandelanleihen und der Zuteilung von Aktien an Mitarbeiter, Organmitglieder von verbundenen Unternehmen und Mitglieder des Vorstands und erfolgt im Übrigen nach Maßgabe der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der EG-VO. Das Programm zur Kapitalrückgewähr kann - im Rahmen der durch den Hauptversammlungsbeschluss gesetzten zeitlichen Grenzen und unter Beachtung weiterer rechtlicher Regelungen - jederzeit ausgesetzt und wieder aufgenommen werden. Die näheren Einzelheiten und der aktuelle Stand des Programms werden von der Gesellschaft regelmäßig im Internet unter www.infineon.com/cms/de/corporate/investor/capital-returns/program-2013 veröffentlicht. Bis zum 30. September 2014 hat die Gesellschaft Put-Optionen auf eigene Aktien mit einem Gesamtvolumen von €85 Millionen begeben, davon sind zum 30. September 2014 Put-Optionen über €40 Millionen noch ausstehend. Put-Optionen in Höhe von €45 Millionen sind verfallen. Den ausstehenden Put-Optionen mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal zwölf Monaten unterliegen insgesamt 6 Millionen Aktien. Die für die begebenen Put Optionen vereinnahmten Optionsprämien beliefen sich auf €3 Millionen, die zu einer entsprechenden Erhöhung der Kapitalrücklage führten. Die folgende Tabelle enthält eine Übersicht der in den Geschäftsjahren 2014 und 2013 ausgegebenen, verfallenen und ausgeübten Put-Optionen auf eigene Aktien: scroll Jeweils in Millionen Ausübungswert in € Unterliegende Aktienanzahl (in Stück) Zum 1. Oktober 2012 ausstehende Put-Optionen 89 16 Im Geschäftsjahr 2013 ausgegebene Put-Optionen - - Abzüglich: im Geschäftsjahr 2013 verfallene Put-Optionen -51 -10 Abzüglich: im Geschäftsjahr 2013 ausgeübte Put-Optionen -38 -6 Zum 30. September 2013 ausstehende Put-Optionen - - Im Geschäftsjahr 2014 ausgegebene Put-Optionen 85 14 Abzüglich: im Geschäftsjahr 2014 verfallene Put-Optionen -45 -8 Abzüglich: im Geschäftsjahr 2014 ausgeübte Put-Optionen - - Zum 30. September 2014 ausstehende Put-Optionen 40 6 34 AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG Die Gesellschaft nutzt für die aktienbasierte Vergütung den Aktienoptionsplan 2006 sowie den Aktienoptionsplan 2010 und ab dem Geschäftsjahr 2014 den Performance Share-Plan. PERFORMANCE SHARE-PLAN Als Nachfolger für den Aktienoptionsplan 2010 wurde für den Vorstand und ausgewählte Führungskräfte ein neuer Long Term Incentive("LTI")-Plan entwickelt. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Performance Share-Plan. Unter diesem Plan werden jeweils am 1. Oktober für das an diesem Tag beginnende Geschäftsjahr (virtuelle) Performance Shares entsprechend einem festgelegten LTI-Zuteilungsbetrag in Euro zunächst vorläufig zugeteilt. Mit der Zuteilung einer (virtuellen) Performance Share erwirbt der Planteilnehmer das Recht auf Übertragung einer (realen) Infineon-Aktie, wenn ein von Position und LTI-Zuteilungsbetrag abhängiges Eigeninvestment in Infineon-Aktien über eine vierjährige Haltefrist gehalten wird. Die Performance Shares teilen sich in jeweils 50 Prozent erfolgsabhängige und 50 Prozent erfolgsunabhängige Anteile auf. Die erfolgsabhängigen Performance Shares werden nur dann endgültig zugeteilt, wenn sich die Infineon-Aktie vom Tag der vorläufigen Zuteilung der Performance Shares bis zum Ende der Haltefrist besser als der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) entwickelt. Sind am Ende der Haltefrist die Bedingungen für eine endgültige Zuteilung der Performance Shares - entweder sämtlicher oder nur der nicht erfolgsabhängigen - erfüllt, ist der Anspruch auf Übertragung der entsprechenden Anzahl (realer) Infineon-Aktien erworben. Dabei darf der Wert der dem Vorstandsmitglied je LTI-Tranche endgültig zugeteilten Performance Shares 250 Prozent des jeweiligen LTI-Zuteilungsbetrags nicht übersteigen; oberhalb dieser Grenze erlöschen die Performance Shares (Cap). Der beizulegende Zeitwert der Performance Shares zum Zeitpunkt der Zuteilung wurde durch einen externen Gutachter nach einem anerkannten finanzmathematischen Verfahren (Monte-Carlo-Simulationsmodell) ermittelt. Bei Variation der zugrundegelegten Annahmen ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den beizulegenden Zeitwert. Es gelten folgende Bedingungen: scroll Tranche Ende der Wartezeit Neun-Monats- Durchschnittskurs in € vor Zuteilung Anzahl Performance Shares zum 30. September 2014 Beizulegender Zeitwert in € je Performance Share Geschäftsjahr 2014: Mitarbeiter 30. September 2017 6,62 1.262.250 5,72 Geschäftsjahr 2014: Vorstände 30. September 2017 6,62 114.046 5,20 Zum 1. Oktober 2014 wurden dem Vorstand 100.702 (virtuelle) Performance Shares und Mitarbeitern 1.074.276 (virtuelle) Performance Shares zugeteilt. AKTIENOPTIONSPLAN 2006 UND AKTIENOPTIONSPLAN 2010 In Bezug auf die im Konzernabschluss zum 30. September 2013 beschriebenen Aktienoptionspläne gab es keine Änderungen. Der beizulegende Zeitwert der Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2006 und 2010 wurde durch einen externen Gutachter nach einem anerkannten finanzmathematischen Verfahren (Monte-Carlo-Simulationsmodell) ermittelt. Die Entwicklung der Aktienoptionspläne von 2006 und 2010 während der Geschäftsjahre 2013 und 2014 stellt sich wie folgt dar: scroll Anzahl der Optionen (in Millionen Stück) Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (in €) Ausstehende Optionen zum 30. September 2012 13,1 7,85 Gewährte Optionen 4,4 7,00 Ausgeübte Optionen -0,8 2,72 Verfallene und ausgelaufene Optionen -4,9 9,71 Ausstehende Optionen zum 30. September 2013 11,8 7,11 Ausübbar zum 30. September 2013 0,9 2,72 Ausstehende Optionen zum 30. September 2013 11,8 7,11 Gewährte Optionen - - Ausgeübte Optionen -0,5 2,72 Verfallene und ausgelaufene Optionen -0,1 7,94 Ausstehende Optionen zum 30. September 2014 11,2 7,29 Ausübbar zum 30. September 2014 0,4 2,72 35 KAPITALRÜCKLAGE scroll € in Millionen 2014 2013 Stand 1. Oktober 2013 bzw. 2012 1.150 1.146 Einstellung in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB 9 - Aufwand aus Aktienoptionen analog § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB 6 3 Einstellung in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB - 1 Stand 30. September 2014 bzw. 2013 1.165 1.150 36 BEDINGTES KAPITAL Das im Handelsregister eingetragene Bedingte Kapital der Gesellschaft beträgt zum 30. September 2014 €460.225.602. Es setzt sich aus insgesamt vier Bedingten Kapitalia zusammen: ― Bedingtes Kapital III (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 2001/I") gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung in Höhe von bis zu €26.325.602, das durch Ausgabe von bis zu 13.162.801 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen der Aktienoptionspläne "Infineon Technologies AG 2001 International Long Term Incentive-Plan" und "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2006" ("Aktienoptionsplan 2006") der Gesellschaft verwendet werden kann. Im Geschäftsjahr 2014 wurden aus dem Bedingten Kapital III aufgrund der Ausübung von Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2006 insgesamt 484.260 neue nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von €2 je Aktie ausgegeben. Hierdurch hat sich das Bedingte Kapital III um €968.520 auf nunmehr €25.357.082 ermäßigt. Die entsprechende Änderung der Satzung ist nach Geschäftsjahresende zum Handelsregister angemeldet und wie beantragt eingetragen worden; ― Bedingtes Kapital 2009/I gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung in Höhe von bis zu €149.900.000, das durch Ausgabe von bis zu 74.950.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber der Wandelanleihe, die im Mai 2009 von der Infineon Technologies Holding B.V. begeben wurde, verwendet werden konnte. Im Geschäftsjahr 2014 wurden aus dem Bedingten Kapital 2009/I aufgrund der Wandlungen aus der Wandelanleihe insgesamt 46.171.936 neue nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von €2 je Aktie ausgegeben. Hierdurch hat sich das Bedingte Kapital 2009/I um €92.343.872 auf nunmehr €57.556.128 ermäßigt. Die näheren Einzelheiten der Wandlungen aus der Wandelanleihe sind im Konzernbericht dargestellt. Die Wandelanleihe wurde hierdurch vollständig zurückgeführt. Das Bedingte Kapital 2009/I wird nicht mehr benötigt und daher werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung die Aufhebung dieses Bedingten Kapitals vorschlagen; ― Bedingtes Kapital 2010/I gemäß § 4 Abs. 10 der Satzung in Höhe von bis zu €24.000.000, das durch Ausgabe von bis zu 12.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen des "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplans 2010" ("Aktienoptionsplan 2010") der Gesellschaft verwendet werden kann; ― Bedingtes Kapital 2014 gemäß § 4 Abs. 11 der Satzung in Höhe von bis zu €260.000.000, das durch Ausgabe von bis zu 130.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber von Options- oder Wandelanleihen, die bis zum 12. Februar 2019 begeben werden können, verwendet werden kann. 37 GEWINNRÜCKLAGEN scroll € in Millionen 2014 2013 Stand 1. Oktober 2013 bzw. 2012 1.352 1.084 Einstellung in die Gewinnrücklagen aus Wertaufholung bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens gemäß § 58 Abs. 2a AktG 784 289 Einstellung in die Gewinnrücklagen aus dem Jahresüberschuss durch Vorstand und Aufsichtsrat gemäß § 58 Abs. 2 AktG 228 - Einstellung aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres 1 1 Der das gezeichnete Kapital übersteigende Kaufpreis eigener Anteile - -22 Stand 30. September 2014 bzw. 2013 2.365 1.352 davon eigene Anteile* -22 -22 * Abweichung bedingt durch Rundungsdifferenz 38 BILANZGEWINN scroll € in Millionen 2014 2013 Stand 1. Oktober 2013 bzw. 2012 130 130 Jahresüberschuss 1.241 419 Einstellung in die Gewinnrücklagen aus Wertaufholung bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens nach § 58 Abs. 2a AktG -784 -289 Einstellung in die Gewinnrücklagen durch Vorstand und Aufsichtsrat nach § 58 Abs. 2 AktG -228 - Ausschüttung Dividende -129 -129 Einstellung in die Gewinnrücklagen durch die Hauptversammlung -1 -1 Stand 30. September 2014 bzw. 2013 229 130 39 SONDERPOSTEN MIT RÜCKLAGENANTEIL scroll € in Millionen 2014 2013 § 4 Fördergebietsgesetz 1 1 1 1 In Anwendung der Übergangsvorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wird der in der Bilanz zum 30. September 2010 enthaltene Sonderposten mit Rücklagenanteil fortgeführt. Der Sonderposten beinhaltet erfolgsneutral eingestellte Positionen gemäß § 4 Fördergebietsgesetz. Diese lösen sich ratierlich entsprechend der Nutzungsdauer der betroffenen Vermögensgegenstände ertragswirksam auf. Die Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens über €0,01 Millionen sind in dem Posten Sonstige betriebliche Erträge der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. 40 RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN scroll € in Millionen 2014 2013 Erfüllungsbetrag für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 480 461 Zeitwert des Planvermögens -418 -43 Nettowert für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Rückstellungen) 62 418 Die Infineon Technologies AG gewährt ihren Mitarbeitern verschiedene Formen der betrieblichen Altersversorgung. Zur Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung hat die Infineon Technologies AG ihre Verpflichtungen durch Vermögen in externen, zweckgebundenen Treuhandvermögen abgedeckt. Teilweise werden die Pensionsverpflichtungen durch verpfändete Rückdeckungsversicherungen abgedeckt. Diese dienen ausschließlich der Erfüllung der Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung und sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Der Erfüllungsbetrag in Höhe von €480 Millionen (Vorjahr: €461 Millionen) wurde auf Basis des Anwartschaftsbarwertverfahrens ermittelt. Die Bewertung beruhte auf einem versicherungsmathematischen Gutachten, welches neben den Heubeck-Richttafeln (2005 G) den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Marktzinssatz von 4,73 Prozent p.a. (Vorjahr: 4,93 Prozent), eine Gehaltsdynamik von 2,0 Prozent p.a. (Vorjahr: 2,0 Prozent) und eine Rentendynamik von 2,0 Prozent p.a. (Vorjahr: 2,0 Prozent) ansetzte. Im Geschäftsjahr wurden Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung mit dem beizulegenden Wert der entsprechenden Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen sowie "Sondervermögen Pension Trust" von €382 Millionen (Vorjahr: €12 Millionen) und Anschaffungskosten von €304 Millionen (Vorjahr: €12 Millionen) verrechnet. Für das "Sondervermögen Pension Trust" waren die handelsrechtlichen Voraussetzungen zur Verrechnung am 1. Oktober 2013 zum ersten Mal gegeben. Es wurden Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen mit den entsprechenden Zinserträgen in Höhe von €2 Millionen (Vorjahr: €0 Millionen) verrechnet. Die Infineon Technologies AG gewährt ihren Mitarbeitern außerdem die Teilnahme an einem freiwilligen Entgeltumwandlungsplan. Die umgewandelten Gehaltsbestandsteile werden in Fondsanteile angelegt. Diese Anteile dienen der Deckung der hieraus entstehenden Altersversorgungsverpflichtungen in Höhe von €38 Millionen (Vorjahr: €33 Millionen) und sind dem Zugriff anderer Gläubiger durch die Auslagerung in ein zweckgebundenes Treuhandvermögen entzogen. Dieses Vermögen mit einem beizulegenden Zeitwert zum 30. September 2014 von €36 Millionen (Vorjahr: €31 Millionen) und Anschaffungskosten von €30 Millionen (Vorjahr: €28 Millionen) wird daher mit den Altersvorsorgeverpflichtungen verrechnet. Zusätzlich erfolgte aus den Entgeltumwandlungen im Zinsergebnis eine Verrechnung von Aufwendungen und Erträgen in Höhe von €1 Million (Vorjahr: €1 Million). 41 STEUERRÜCKSTELLUNGEN scroll € in Millionen 2014 2013 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 9 - 9 - 42 SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN scroll € in Millionen 2014 2013 Rückstellungen im Zusammenhang mit der Qimonda AG sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG 304 356 Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern 107 80 Gewährleistungen 62 95 Sonstige 71 75 544 606 Für die Sachverhalte im Zusammenhang mit der Qimonda AG sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG verweisen wir auf die Ausführungen zu rechtlichen Verfahren. Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern beinhalten unter anderem Kosten für variable Vergütungen, Urlaubsgeld, Altersteilzeit, Jubiläumszahlungen, andere Personalkosten sowie Sozialabgaben. Rückstellungen für Gewährleistungen spiegeln im Wesentlichen die geschätzten zukünftigen Kosten zur Erfüllung vertraglicher Anforderungen bezüglich verkaufter Produkte wider. Die Position "Sonstige" beinhaltet Rückstellungen für ausstehende Aufwendungen, unrealisierte Bewertungsverluste aus Währungssicherungskontrakten und Rohstoffswaps, Verzugsstrafen oder Vertragsverzug, Rückbauverpflichtungen, Rechtsstreitigkeiten sowie diverse andere Verpflichtungen. 43 VERBINDLICHKEITEN scroll Gesamtbetrag Davon mit einer Restlaufzeit Gesamtbetrag € in Millionen 2014 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren 2013 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - - - 9 (im Vorjahr) 9 - - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 206 205 1 - 205 (im Vorjahr) 204 1 - Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 494 494 - - 709 (im Vorjahr) 709 - - Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 8 8 - - 8 (im Vorjahr) 8 - - Sonstige Verbindlichkeiten 111 109 1 - 24 (im Vorjahr) 22 2 - davon aus Steuern 10 9 davon im Rahmen der sozialen Sicherheit - - 819 816 3 - 955 (im Vorjahr) 952 3 - 44 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER VERBUNDENEN UNTERNEHMEN scroll € in Millionen 2014 2013 Lieferungs- und Leistungsverkehr 89 105 Konzerninterner Verrechnungsverkehr 405 604 494 709 Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Verbindlichkeiten, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements sowie aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit in- und ausländischen Tochtergesellschaften entstanden sind. 45 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT scroll € in Millionen 2014 2013 Lieferungs- und Leistungsverkehr 8 8 8 8 Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, handelt es sich um Verbindlichkeiten, die aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr entstanden sind. 46 SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN scroll € in Millionen 2014 2013 Verpflichtungen zur Zahlung eines Bußgeldes aus dem EU-Kartellverfahren gegen Halbleiterhersteller von Chipkarten 83 - Verpflichtungen aus Lohn- und Gehaltsabrechnungen 11 10 Noch abzuführende Lohn- und Kirchensteuer 10 9 Erhaltene Optionsprämien 1 - Sonstige 6 5 111 24 davon aus Steuern 10 9 davon im Rahmen der sozialen Sicherheit - - 47 RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN scroll € in Millionen 2014 2013 Rechnungsabgrenzungsposten 21 28 21 28 Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Ausgleichszahlungen und Einzahlungen aus Lizenz- und Entwicklungsverträgen, die vereinbarte Leistungen der Infineon Technologies AG in zukünftigen Geschäftsjahren betreffen. SONSTIGE ANGABEN PERSONALAUFWAND scroll € in Millionen 2014 2013 Löhne und Gehälter 584 517 Soziale Abgaben und Aufwendung für Unterstützung 77 72 Aufwendungen für Altersversorgung 2 6 663 595 Die Löhne und Gehälter beinhalten unter anderem Fertigungslöhne, Gehälter, Abfindungen, Urlaubs- und Sondervergütungen sowie die Veränderung von Personalrückstellungen. Die sozialen Abgaben enthalten insbesondere den Arbeitgeberanteil der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind die nach den gesetzlichen Vorschriften in den Funktionskosten auszuweisenden Bestandteile enthalten. BESCHÄFTIGTE Die durchschnittliche Anzahl und die Struktur der Mitarbeiter der Infineon Technologies AG zeigen die folgenden Übersichten: scroll Anzahl 2014 Anzahl 2013 Neubiberg 3.267 3.125 Regensburg 2.140 2.067 Warstein 1.157 1.082 Sonstige 156 155 Gesamt 6.720 6.429 Angestellte 5.335 5.095 Gewerbliche Mitarbeiter 1.385 1.334 Gesamt 6.720 6.429 MATERIALAUFWAND scroll € in Millionen 2014 2013 Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 2.313 2.083 Aufwendungen für bezogene Leistungen 758 699 3.071 2.782 DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE Die Infineon Technologies AG schließt Geschäfte über derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte sowie Rohstoffswaps ab. Ziel dieser Transaktionen ist die Verringerung der Auswirkungen von Währungs- und Rohstoffpreisschwankungen auf künftige Netto-Zahlungsströme. Derivative Finanzinstrumente werden bei der Gesellschaft zu Sicherungszwecken und nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. Die entsprechenden Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der von der Infineon Technologies AG zum 30. September 2014 und 2013 gehaltenen Derivate sind im Folgenden dargestellt: scroll Nominalvolumen Gesamtbetrag Davon mit einer Restlaufzeit Marktwert Gesamtbetrag € in Millionen 2014 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren 2013 2014 Aktienrückkauf Put Optionen auf eigene Aktien 40 40 - - - 1 40 40 - - - 1 Warenterminkontrakte Rohstoffswaps 43 43 - - 41 -2 43 43 - - 41 -2 Devisenbezogene Instrumente Deal Contingent Forward 1.146 1.146 - - - 39 Verkauf EURO, Kauf Fremdwährung 131 131 - - 109 2 Kauf EURO, Verkauf Fremdwährung 100 93 7 - 214 -2 Kauf USD, Verkauf JPY 2 2 - - 4 - 1.379 1.372 7 - 327 39 scroll Davon mit einer Restlaufzeit € in Millionen bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren 2013 Aktienrückkauf Put Optionen auf eigene Aktien 1 - - - 1 - - - Warenterminkontrakte Rohstoffswaps -2 - - -3 -2 - - -3 Devisenbezogene Instrumente Deal Contingent Forward 39 - - - Verkauf EURO, Kauf Fremdwährung 2 - - -1 Kauf EURO, Verkauf Fremdwährung -2 - - 4 Kauf USD, Verkauf JPY 39 - - 3 Die Nominalvolumen stellen die unsaldierte Summe aller Kauf- und Verkaufskontrakte der derivativen Finanzgeschäfte dar. Die Marktwerte von Devisentermingeschäften werden auf der Basis von aktuellen Referenzkursen der Europäischen Zentralbank unter Berücksichtigung von Terminauf- bzw. Terminabschlägen bestimmt. Die Marktwerte (Gewinne und Verluste) der Währungssicherungskontrakte werden in saldierter Form dargestellt. Devisenoptionen werden nach der Barwertmethode bewertet. Für den Aktienrückkauf verweisen wir auf die Ausführungen zu Put-Optionen auf eigene Aktien. Die Warenterminkontrakte bestehen derzeit aus Rohstoffswaps (Goldswaps) zur Sicherung der Einkaufspreise von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Goldkäufen. Die Marktwerte der Warentermingeschäfte werden auf Basis von aktuellen Kassapreis-Notierungen an den Warenterminbörsen unter Berücksichtigung der Terminauf- bzw. abschläge bestimmt. Für die teilweise Sicherung von Wechselkursrisiken aus der Kaufpreisverpflichtung der Akquisition von International Rectifier hat die Gesellschaft im August 2014 ein transaktionsabhängiges EUR/USD-Fremdwährungstermingeschäft (sogenannter "Deal Contingent Forward") mit einem Nominalbetrag von $1,5 Milliarden abgeschlossen. Die Nominalwerte der ausstehenden Finanzderivate in Fremdwährung werden zum Jahresstichtagskurs in Euro umgerechnet. Die nachstehenden Buchwerte sind den Posten der Bilanz entnommen. scroll € in Millionen 2014 2013 Sonstige Rückstellungen Rohstoffswaps -2 -3 Währungssicherungskontrakte -3 -1 Sonstige Verbindlichkeiten Put Optionen auf eigene Aktien -1 - -6 -4 Von dem Wahlrecht zur Bildung von Bewertungseinheiten nach § 254 HGB wurde kein Gebrauch gemacht. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE scroll € in Millionen 2014 2013 Kreditbürgschaften zugunsten verbundener Unternehmen und Beteiligungen 190 241 Mietgarantien 48 46 Kreditbürgschaften im Zusammenhang mit Fördermaßnahmen 32 34 Sonstige 14 18 Garantie aus Wandelschuldverschreibungen - 113 284 452 Davon gegenüber verbundenen Unternehmen 271 435 Zum Bilanzstichtag wurden die bestehenden Haftungsverhältnisse der Infineon Technologies AG unter Berücksichtigung vorhandener Erkenntnisse über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Geschäftspartner hinsichtlich der Risikosituation überprüft. Die Gesellschaft schätzt bei allen aufgeführten Verpflichtungen das Risiko einer möglichen Inanspruchnahme als nicht wahrscheinlich ein. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN scroll Gesamtbetrag Davon mit einer Restlaufzeit Gesamtbetrag € in Millionen 2014 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren 2013 Verpflichtungen aus geschlossenen Miet- und Leasingverträgen gegenüber fremden Dritten 482 66 193 223 524 Verpflichtungen aus Einkaufsverträgen und Investitionsvorhaben gegenüber fremden Dritten 262 230 32 - 259 744 296 225 223 783 Am Bilanzstichtag bestehen nicht bilanzierte Zahlungsverpflichtungen aus Leasingverträgen für Immobilienobjekte sowie aus langfristigen Mietverträgen für Anlagengegenstände gegenüber fremden Dritten. Nach den vertraglichen Bedingungen sind der Infineon Technologies AG die Leasingobjekte nicht als wirtschaftliches Eigentum zuzurechnen. Am Bilanzstichtag bestehen ferner zusätzlich nicht bilanzierte Verpflichtungen aus Einkaufsverträgen und begonnenen oder geplanten Investitionsvorhaben in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen gegenüber fremden Dritten. Die Infineon Technologies AG führt als Muttergesellschaft des Infineon-Konzerns entsprechende Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Gesellschaft steuert die logistischen und produktionsbezogenen Prozesse innerhalb des Konzernverbundes. Neben eigenen Fertigungen in Regensburg und Warstein nutzt die Gesellschaft Fertigungskapazitäten bei Auftragsfertigern innerhalb des Konzernverbundes. Entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen hat die Gesellschaft potenzielle Kostenrisiken aufgrund nicht ausgelasteter Kapazitäten bei den beauftragten Konzernunternehmen zu tragen. Die möglichen finanziellen Verpflichtungen liegen nach Einschätzung der Gesellschaft im geschäftsüblichen Rahmen. RECHTSSTREITIGKEITEN UND STAATLICHE UNTERSUCHUNGSVERFAHREN Die Infineon Technologies AG und ihre Tochtergesellschaften sind verschiedenen Gerichtsverfahren, Ansprüchen und behördlichen Untersuchungen (rechtliche Verfahren) ausgesetzt. WETTBEWERBSRECHTLICHE VERFAHREN Im September 2004 hat die Gesellschaft mit der Kartellabteilung des US-Bundesjustizministeriums in Verbindung mit deren Untersuchung möglicher Verletzungen US-amerikanischer Kartellgesetze in der DRAM-Industrie ein sogenanntes Plea Agreement abgeschlossen. In der Folge wurden in den USA und in Kanada zivilrechtliche auf Schadensersatz gerichtete Sammelklagen eingereicht. Die Klagen konnten mittlerweile im Rahmen von Vergleichen einvernehmlich erledigt werden. Im Oktober 2008 hat die EU-Kommission gegen die Gesellschaft und weitere Hersteller von Chips für Smartcards ein kartellrechtliches Untersuchungsverfahren eingeleitet. Die EU-Kommission hat am 3. September 2014 eine Geldbuße in Höhe von €83 Millionen gegen Infineon verhängt, die im Oktober 2014 bezahlt wurde. Infineon weist sämtliche Vorwürfe als unbegründet zurück. Zudem sieht Infineon seine Verfahrensrechte durch die EU-Kommission verletzt und hat Mitte November 2014 Klage gegen diese Entscheidung beim Europäischen Gericht in Luxemburg eingelegt. Im Zusammenhang mit diesem Untersuchungsverfahren haben mehrere Kunden in Kanada Sammelklagen auf Schadensersatz eingereicht: Die erste Klage im Bundesstaat British Columbia im Juli 2013 und eine weitere Klage im Bundesstaat Quebec im September 2014. Die Klagen folgten jeweils Presseberichten über die Untersuchung beziehungsweise Entscheidung der EU Kommission. Es wurden von den Gerichten noch keine Verfahrenstermine angesetzt. Im Juni 2010 hat das brasilianische Justizministerium (Abteilung Wirtschaftsrecht) ("SDE") bekanntgegeben, dass es eine Untersuchung im Hinblick auf mögliche kartellrechtswidrige Aktivitäten in der DRAM-Industrie eingeleitet hat. Die Bekanntgabe der SDE nennt die Gesellschaft, mehrere DRAM-Hersteller und diverse leitende Angestellte als Verfahrensbeteiligte und konzentriert sich auf den Zeitraum von Juli 1998 bis Juni 2002. Die Bekanntmachung der SDE basiert auf den durchgeführten Kartellverfahren in den USA und in Europa. Die Gesellschaft steht in Kontakt mit der Behörde und bemüht sich um eine einvernehmliche Lösung. Jegliche Stellungnahme der Gesellschaft zum möglichen Ausgang dieses Verfahrens könnte die Position der Gesellschaft in diesem Verfahren ernsthaft beeinträchtigen. Es gibt keine Sicherheit, dass die erfassten Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit diesem Verfahren entstehen könnten. PATENTRECHTLICHE VERFAHREN Im November 2008 hat die Volterra Semiconductor Corporation ("Volterra") Klage gegen die Gesellschaft, IF North America und Primarion, Inc., eine ehemalige Tochtergesellschaft der Gesellschaft und mittlerweile Teil von IF North America, ("die Beklagten") wegen angeblicher Verletzung von fünf US-Patenten durch Produkte, die von Primarion angeboten wurden, bei dem US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens eingereicht, worin Volterra Schadensersatz, erhöhten Schadensersatz für angebliche absichtliche Verletzung und eine gerichtliche Unterlassungsverfügung verlangte. Volterra zog später ein Patent zurück; vier Patente verblieben im Verfahren. 2011 stellte das Gericht Verletzung von zwei Patenten fest, 2013 wies es jedoch den von Volterra geltend gemachten Schaden fast vollständig ab. Die Parteien einigten sich danach auf eine Unterlassungsverfügung, die Infineons heutige Produkte nicht betrifft. Im Januar 2010 hat die Gesellschaft ihrerseits Patentverletzungsklage gegen Volterra in einem Bezirksgericht in Texas erhoben, die später nach Kalifornien transferiert wurde. Im August 2013 hat außerdem die Infineon Technologies Austria AG, eine Tochtergesellschaft der Gesellschaft, vor einem US-Bezirksgericht in Texas Klage gegen Volterra sowie deren asiatische Tochtergesellschaft wegen Patentverletzung erhoben. Am 30. Oktober 2014 haben sich die Parteien in einer Mediation auf einen Vergleich geeinigt, wonach alle laufenden Verfahren gegen die Gesellschaft eingestellt werden. Die Vergleichsbedingungen sind vertraulich. VORGÄNGE IM ZUSAMMENHANG MIT QIMONDA Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Mai 2006 wurden alle wesentlichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Geschäftsaktivitäten, die dem Speichergeschäft ("Memory Products") zuzuordnen waren, aus Infineon ausgegliedert und im Wege der Sacheinlage in Qimonda eingebracht. Im Zuge der rechtlichen Verselbstständigung wurden neben den Ausgliederungs- und Einbringungsverträgen vom April/Mai 2006 verschiedene Dienstleistungsverträge mit Qimonda abgeschlossen. Am 23. Januar 2009 hat Qimonda beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Aus der Insolvenz von Qimonda haben sich verschiedene Streitigkeiten zwischen dem Insolvenzverwalter und Infineon entwickelt. Teilvergleich vom 11. September 2014 Am 11. September 2014 haben die Gesellschaft und der Insolvenzverwalter einen Teilvergleich geschlossen, der am 9. Oktober 2014 vollzogen wurde. Am Vollzugstag hat die Gesellschaft für diesen Teilvergleich €260 Millionen an den Insolvenzverwalter bezahlt. Der Teilvergleich beinhaltet zum einen den Erwerb des Qimonda-Patentgeschäfts durch Infineon, welches das gesamte Patentportfolio beinhaltet. Der Insolvenzverwalter hat Infineon das Patentgeschäft einschließlich des Eigentums an den Patenten zum Vollzugstag übertragen. Durch den Vergleich wurde am Vollzugstag außerdem das unten genannte Verfahren über den Fortbestand der Nutzungsrechte von Infineon und den Lizenznehmern von Infineon an den Qimonda-Patenten einvernehmlich beendet. Das unten genannte Urteil des Oberlandesgerichts München wurde damit rechtskräftig. Mit dem Teilvergleich wurde außerdem das unten genannte Verfahren zur insolvenzrechtlichen Anfechtung von konzerninternen Zahlungen einvernehmlich beendet. Darüber hinaus wurden weitere außergerichtlich geltend gemachte Anfechtungsansprüche sowie alle sonstigen Ansprüche des Insolvenzverwalters erledigt, solange diese nicht im Zusammenhang mit dem Verfahren zur angeblichen wirtschaftlichen Neugründung und Differenzhaltung stehen. Angebliche wirtschaftliche Neugründung und Differenzhaftung Der Insolvenzverwalter hat im November 2010 beim Landgericht München I eine unbezifferte Feststellungsklage gegen die Infineon Technologies AG und - im Wege der Streitverkündung - gegen die Infineon Technologies Holding B.V. sowie die Infineon Technologies Investment B.V. eingereicht. Er hat beantragt festzustellen, dass Infineon verpflichtet sei, die Unterbilanz von Qimonda auszugleichen, die im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen von Qimonda bestand, das heißt, Qimonda denjenigen Betrag zu erstatten, um den das tatsächliche Gesellschaftsvermögen von Qimonda im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hinter dem Betrag des Grundkapitals von Qimonda zurückblieb. Der Insolvenzverwalter ist der Auffassung, dass es sich bei der Aufnahme der operativen Tätigkeit durch Qimonda um eine von der Rechtsprechung sogenannte wirtschaftliche Neugründung handele, die nicht formgerecht offengelegt worden sei. Am 6. März 2012 hat der Bundesgerichtshof in einem in anderer Sache ergangenen Grundsatzurteil entschieden, dass es für eine etwaige Haftung im Fall der wirtschaftlichen Neugründung allerdings nicht - wie vom Insolvenzverwalter behauptet - auf den Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung, sondern lediglich den Zeitpunkt der Neugründung ankommt. Am 14. Februar 2012 hat der Insolvenzverwalter zusätzlich zu seiner unbezifferten Feststellungsklage hilfsweise einen Zahlungsantrag gestellt und zudem weitere Ansprüche geltend gemacht. Wegen der angeblichen wirtschaftlichen Neugründung verlangte der Insolvenzverwalter mit seinem Hilfsantrag die Zahlung von mindestens €1,71 Milliarden zuzüglich Zinsen. Am 15. Juni 2012 hat der Insolvenzverwalter seinen Zahlungsantrag vom 14. Februar 2012 erhöht. Seinen angeblichen Anspruch aus wirtschaftlicher Neugründung beziffert der Insolvenzverwalter nunmehr mit mindestens rund €3,35 Milliarden zuzüglich Zinsen. Außerdem stützt er einen wesentlichen Teil seiner Ansprüche zusätzlich auf die - schon im August 2011 unbeziffert außergerichtlich geltend gemachte - sogenannte Differenzhaltung. Dem liegt die Behauptung zugrunde, das von Infineon ausgegliederte Speichergeschäft habe von Anfang an einen negativen Wert in Milliardenhöhe gehabt. Die Differenz zum geringsten Ausgabebetrag der an Infineon im Zuge der Ausgliederung von Qimonda ausgegebenen Aktien habe Infineon dem Insolvenzverwalter zu erstatten. Die behauptete Differenzhaftung steht im Widerspruch zu zwei Wertgutachten, die in Vorbereitung der Kapitalerhöhung von unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften angefertigt wurden, und zwar von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Auftrag von Infineon und von einer anderen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als gerichtlich bestelltem Sacheinlage- und Nachgründungsprüfer. In ihrem damaligen Wertgutachten kam die von Infineon beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu dem Ergebnis, dass der Wert des eingebrachten Geschäftsbereichs den geringsten Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien um ein Vielfaches überstieg. Die gerichtlich bestellte Sacheinlage- und Nachgründungsprüferin hat dem Gericht bestätigt, dass der geringste Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien - wie vom Gesetz gefordert - durch den Wert der Sacheinlagen gedeckt sei. Außerdem hat Infineon im Rahmen der Verteidigung gegen die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Ansprüche mehrere gutachterliche Stellungnahmen in Auftrag gegeben, die ebenfalls zu dem Ergebnis kommen, dass die vom Insolvenzverwalter geltend gemachten Einwendungen gegen die Bewertung der Sacheinlage nicht bestehen. Die Parteien haben in diesem Verfahren umfangreiche Schriftsätze und Sachverständigengutachten ausgetauscht. Am 29. August 2013 hat das Gericht einen unabhängigen Sachverständigen zur Klärung vor allem der vom Insolvenzverwalter aufgeworfenen Bewertungsfragen bestellt. Fortbestand der Nutzungsrechte von Infineon und den Lizenznehmern von Infineon an Qimonda-Patenten Im Zuge der Einbringung des Speichergeschäfts hat Infineon zahlreiche Patente auf Qimonda übertragen und sich im Einbringungsvertrag Nutzungsrechte an diesen Patenten zurückbehalten. Der Einbringungsvertrag enthält außerdem Regelungen über wechselseitige Lizenzierungen. Der Insolvenzverwalter hat für diese Vereinbarung das Wahlrecht der Nichterfüllung geltend gemacht. Im Januar 2011 hatte die Gesellschaft beim Landgericht München I eine Feststellungsklage gegen den Insolvenzverwalter eingereicht. Mit der Klage sollte gerichtlich festgestellt werden, dass die Nutzungsrechte von Infineon und seinen Lizenznehmern am geistigen Eigentum der Qimonda-Gruppe weiterhin Bestand haben. Am 9. Februar 2012 hat das Landgericht München I der Klage von Infineon fast vollständig stattgegeben und die Klage nur bezüglich der bereits vor Insolvenzeröffnung auf Dritte übertragenen oder erloschenen Patente und bezüglich der Auskunftsansprüche abgewiesen. Mit Urteil vom 25. Juli 2013 hat das Oberlandesgericht München die erstinstanzliche Entscheidung (und damit die Rechtsauffassung der Gesellschaft) von wenigen Einschränkungen abgesehen bestätigt. Im Oktober 2009 hatte der Insolvenzverwalter beim US Bankruptcy Court für den Eastern District of Virginia beantragt festzustellen, dass Nutzungsrechte unter US-Patenten von Qimonda nicht unter eine Schutzvorschrift des US-Insolvenzrechts fallen, wonach solche Nutzungsrechte trotz Insolvenz des Lizenzgebers fortbestehen. Infineon und weitere Halbleiterhersteller hatten Widerspruch gegen diesen Antrag eingelegt. Im Oktober 2011 entschied der US Bankruptcy Court, dass der gesetzliche Schutz nach Section 365(n) des US Bankruptcy Codes auf Qimondas US-Patente Anwendung findet, die Nutzungsrechte an diesen Patenten also Bestand haben. Der Insolvenzverwalter hat gegen die Entscheidung des US Bankruptcy Court Berufung direkt beim Berufungsgericht (Court of Appeals for the Fourth Circuit) eingelegt. Das Berufungsgericht hat am 3. Dezember 2013 die Entscheidung des US Bankruptcy Court bestätigt. Der US Supreme Court hat am 6. Oktober 2014 das Rechtsmittel des Insolvenzverwalters gegen die Entscheidung des Berufungsgerichts abgelehnt, wodurch diese Entscheidung rechtskräftig wurde. Die beschriebenen Rechtsstreitigkeiten wurden durch den oben genannten Teilvergleich vom 11. September 2014 erledigt. Dadurch und durch den mit dem Teilvergleich verbundenen Erwerb des Qimonda-Patentgeschäfts haben sämtliche unter den Qimonda-Patenten erteilten Nutzungsrechte an Infineon und Infineons Lizenznehmer rechtlichen Bestand. Insolvenzrechtliche Anfechtung von konzerninternen Zahlungen Am 22. März 2013 hatte der Insolvenzverwalter beim Landgericht München I Klage gegen Infineon eingereicht. Mit der Klage werden Insolvenzanfechtungsansprüche in Höhe von €105,9 Millionen und US$28 Millionen zuzüglich Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz der Deutschen Bundesbank seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens geltend gemacht. Am 17. April 2014 hatte der Insolvenzverwalter aus Insolvenzanfechtung die Rückzahlung von Zahlungen an die Infineon Technologies Dresden GmbH in Höhe von knapp €11 Millionen sowie an die Gesellschaft in Höhe von knapp €1 Million zuzüglich Zinsen verlangt. Der beschriebene Rechtsstreit wurde durch den oben beschriebenen Teilvergleich vom 11. September 2014 erledigt. Nachhaftung als persönlich haftende Gesellschafterin der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG Infineon war bis zur Ausgliederung des Speichergeschäfts persönlich haftende Gesellschafterin von Qimonda Dresden. Bestimmte Altgläubiger haben deshalb sogenannte Nachhaftungsansprüche gegen Infineon. Diese kann nur der Insolvenzverwalter im Namen dieser Gläubiger geltend machen. Diese Ansprüche schließen, unter anderem, mögliche Rückzahlungen von öffentlichen Fördermitteln, Gewerbesteuerforderungen, Forderungen von Dienstleistern und Lieferanten, aber auch mitarbeiterbezogene Ansprüche wie Vergütungen und Sozialabgaben ein. Mit einzelnen Nachhaftungsgläubigern konnten inzwischen Vergleiche erzielt werden. Rückstellungen im Zusammenhang mit Qimonda Infineon erfasst Rückstellungen und Verbindlichkeiten für solche Verpflichtungen und Risiken, von denen Infineon zum jeweiligen Bilanzstichtag annimmt, dass sie wahrscheinlich zu einer Zahlung führen können - das heißt, dass aus Sicht von Infineon zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt überwiegende Gründe für eine Verpflichtung oder ein Risiko sprechen -, und wenn die Verpflichtung oder das Risiko zum jeweiligen Beurteilungszeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden kann. Wie oben beschrieben, sieht sich Infineon im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren über das Vermögen von Qimonda und deren Tochtergesellschaften bestimmten Risiken ausgesetzt. Zum 30. September 2014 hat Infineon daher im Zusammenhang mit einigen der oben genannten Sachverhalte Rückstellungen von insgesamt €312 Millionen (Vorjahr: €356 Millionen) bilanziert. Von den zum 30. September 2014 bilanzierten Rückstellungen entfallen €125 Millionen auf den im September 2014 geschlossenen und im Oktober 2014 vollzogenen Teilvergleich mit dem Insolvenzverwalter und €104 Millionen entfallen nach Abzug des beizulegenden Zeitwerts der Qimonda-Patente, die weiterveräußert werden sollen, auf die Beilegung der Streitigkeiten um den Fortbestand der Nutzungsrechte an den Qimonda-Patenten. €48 Millionen sind zum 30. September 2014 im Zusammenhang mit der Nachhaftung als persönlich haftende Gesellschafterin der Qimonda Dresden zurückgestellt. Für die Verteidigung im weiterhin anhängigen Rechtsstreit um die angebliche wirtschaftliche Neugründung und Differenzhaftung hat die Gesellschaft zum 30. September 2014 eine Rückstellung von €26 Millionen erfasst. Übrige Rückstellungen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda belaufen sich zum 30. September 2014 auf €9 Millionen. €3 Millionen (CAD4,5 Millionen) wurden zum 30. September 2014 daneben als Verbindlichkeit für den Vergleich im kanadischen DRAM-Verfahren erfasst. Es gibt keine Sicherheit, dass die erfassten Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die sich im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda, insbesondere mit den oben dargestellten Angelegenheiten, ergeben können. Außerdem könnten möglicherweise Verpflichtungen und Risiken eintreten, die momentan nicht als wahrscheinlich angesehen werden und daher nicht von den Rückstellungen erfasst sind. In jeder dieser Angelegenheiten überprüft Infineon fortlaufend die Begründetheit der geltend gemachten Ansprüche, setzt sich energisch gegen unbegründete Ansprüche zur Wehr und versucht im besten Interesse von Infineon alternative Lösungsmöglichkeiten zu finden. Sollten die geltend gemachten Ansprüche Bestand haben, könnten erhebliche finanzielle Verpflichtungen für Infineon entstehen, welche einen negativen Einfluss auf das Geschäft und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten. SONSTIGES Gegen Infineon laufen verschiedene andere Rechtsstreitigkeiten und Verfahren im Zusammenhang mit der jetzigen oder früheren Geschäftstätigkeit. Diese können Produkte, Leistungen, Patente, Umweltangelegenheiten und andere Sachverhalte betreffen. Infineon ist nach derzeitigem Kenntnisstand der Auffassung, dass aus dem Ausgang dieser anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren kein wesentlicher negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten ist. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass dies in Zukunft anders bewertet werden muss und sich aus der Neubewertung der anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren eine wesentliche negative Beeinflussung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, insbesondere zum Zeitpunkt der Neubewertung, ergeben könnte. Darüber hinaus ist Infineon im Zusammenhang mit seiner jetzigen oder früheren Geschäftstätigkeit vielfältigen rechtlichen Risiken ausgesetzt, die bisher nicht zu Rechtsstreitigkeiten führten. Dazu zählen unter anderem Risiken aus Produkthaftungs-, Umwelt-, Kapitalmarkt-, Antikorruptions-, Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie sonstigen Compliance-Vorschriften. In diesem Zusammenhang könnte Infineon auch für Gesetzesverstöße einzelner Mitarbeiter oder Dritter in Anspruch genommen werden. BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMEN GEMÄß §285 NR. 21 HGB Die Infineon Technologies AG nimmt im normalen Geschäftsbetrieb Transaktionen mit verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, vor ("nahestehende Unternehmen"). Nahestehende Personen sind Personen in Schlüsselpositionen des Unternehmens wie Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ("nahestehende Personen"). In den Geschäftsjahren 2014 und 2013 gab es keine Transaktionen zwischen der Gesellschaft und nahestehenden Personen, die über das bestehende Anstellungs-, Dienst- oder Bestellungsverhältnis beziehungsweise der vertraglichen Vergütung hierfür hinausgehen. Die Gesellschaft bezieht bestimmte Vorprodukte und Leistungen von und verkauft bestimmte Produkte und Leistungen an nahestehende Unternehmen. Diese Käufe von und Verkäufe an nahestehende Unternehmen erfolgen in der Regel zu Herstellungskosten zuzüglich einer Gewinnmarge. Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzforderungen und sonstigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von insgesamt jeweils €325 Millionen bzw. €275 Millionen zum 30. September 2014 und 2013. Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen bestehen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzverbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von insgesamt €502 Millionen und €717 Millionen zum 30. September 2014 und 2013. Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegen nahestehende Unternehmen zum 30. September 2014 und 2013 werden zunächst in Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften, an denen Infineon Technologies AG beteiligt ist, unterteilt. Anschließend werden die Forderungen gegen und die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen nach Art und Weise des Geschäftsvorfalls unterschieden. Die als Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesenen Beträge resultieren aus dem Kauf beziehungsweise Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Finanzforderungen und -verbindlichkeiten beinhalten die gewährten und geschuldeten Beträge aus Darlehen sowie die zu Interbankensätzen aufgelaufenen Zinsen. Die Umsätze mit nahestehenden Unternehmen betrugen insgesamt €2.679 Millionen und €2.308 Millionen in den Geschäftsjahren 2014 und 2013, wohingegen die Bezüge von nahestehenden Unternehmen €1.469 Millionen und €1.495 Millionen in den Geschäftsjahren 2014 und 2013 betrugen. VORSTAND UND AUFSICHTSRAT VERGÜTUNGEN IM GESCHÄFTSJAHR 2014 Die im Geschäftsjahr 2014 aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten für ihre Tätigkeit eine erfolgsunabhängige fixe Vergütung in Höhe von insgesamt €2,4 Millionen (Vorjahr: €2,4 Millionen). Die Vorstandsmitglieder erhalten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2014 außerdem eine variable, erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von insgesamt €2,5 Millionen (Vorjahr: €1,7 Millionen). Diese setzt sich aus einem Short Term Incentive in Höhe von insgesamt €1,3 Millionen (Vorjahr: €0,9 Millionen) und einem Mid Term Incentive in Höhe von insgesamt €1,2 Millionen (Vorjahr: €0,8 Millionen) zusammen. Darüber hinaus erhält der Vorstand einen Long Term Incentive (LTI), welcher 2014 erstmals in Form von Performance Shares gewährt wurde. Bislang wurde der LTI in Form von Aktienoptionen auf Basis des Aktienoptionsplans 2010 gewährt. Der aus dem LTI resultierende Aufwand beläuft sich auf €0,6 Millionen (Vorjahr: €0,4 Millionen). Die an die aktiven Mitglieder des Vorstands für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2014 gewährte Gesamtvergütung beträgt €5,5 Millionen (Vorjahr: €4,5 Millionen). Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Infineon Technologies AG einschließlich des an sie gezahlten Sitzungsgelds betrug im Geschäftsjahr 2014 €1,2 Millionen (Vorjahr: €1,1 Millionen). Die bei Infineon beschäftigten Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat beziehen zudem für ihre Tätigkeit als Arbeitnehmer ein Gehalt. An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2014 Gesamtbezüge (insbesondere Versorgungsleistungen) von €1,1 Millionen ausbezahlt (Vorjahr: €1,1 Millionen). Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betrugen zum 30. September 2014 insgesamt €47,2 Millionen (Vorjahr: €44,8Millionen). Weder die Infineon Technologies AG noch eine ihrer Tochtergesellschaften hat ein Darlehen an Mitglieder des Aufsichtsrats oder des Vorstands gewährt. Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 285 Nr. 9 HGB wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und Konzernlageberichts ist. DER VORSTAND Als Vorstand der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2014 folgende Herren bestellt beziehungsweise berufen: scroll Name Alter Ende der Amtszeit Beruf Mitgliedschaft in Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen Dr. Reinhard Ploss 58 30. September 2020 Vorsitzender des Vorstands, Chief Executive Officer, Arbeitsdirektor Mitglied des Aufsichtsrats - Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich (Vorsitzender) Mitglied des Board of Directors - Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia (Vorsitzender) Dominik Asam 45 31. Dezember 2018 Mitglied des Vorstands, Executive Vice President, Finanzvorstand Mitglied des Aufsichtsrats - EPCOS AG, München - Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich Mitglied des Board of Directors - Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur - Infineon Technologies China Co., Ltd., Shanghai, Volksrepublik China - Infineon Technologies North America Corp., Wilmington, Delaware, USA Arunjai Mittal 43 31. Dezember 2019 Mitglied des Vorstands, Executive Vice President Mitglied des Aufsichtsrats - tesa SE, Hamburg (seit 24. April 2014) Mitglied des Board of Directors - Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur (Vorsitzender) - Infineon Technologies India, Pvt. Ltd., Bangalore, Indien - Infineon Technologies North America Corp., Wilmington, Delaware, USA (Vorsitzender) - Infineon Technologies Japan K.K., Tokio, Japan DER AUFSICHTSRAT Die Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2014, deren Position im Aufsichtsrat, deren Beruf, deren Mitgliedschaften in anderen Aufsichts- und Kontrollgremien und deren Alter sind nachfolgend dargestellt (Stand: 30. September 2014): scroll Name Alter Ende der Amtszeit Beruf Mitgliedschaft in weiteren Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen Wolfgang Mayrhuber Vorsitzender 67 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats - Deutsche Lufthansa AG, Köln (Vorsitzender) - BMW AG, München - Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG, München Mitglied des Board of Directors - Heico Corporation, Hollywood, Florida, USA Gerd Schmidt1 Stellvertretender Vorsitzender 60 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Vorsitzender des Betriebsrats Regensburg, Infineon Technologies AG Wigand Cramer1 61 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Gewerkschaftssekretär der IG Metall, Berlin Reinhard Gottinger1 (seit 1. April 2014) 53 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, Infineon Technologies AG Peter Gruber1 Vertreter der Leitenden Angestellten 53 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Leiter Operations Finanzen, Infineon Technologies AG Mitglied des Aufsichtsrats - Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden Mitglied des Board of Directors - Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia Gerhard Hobbach1 52 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Mitglied des Betriebsrats Campeon, Infineon Technologies AG Hans-Ulrich Holdenried 63 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats - Integrata AG, Stuttgart - Wincor Nixdorf AG, Paderborn Prof. Dr. Renate Köcher 62 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Geschäftsführerin - Institut für Demoskopie Allensbach GmbH, Allensbach Mitglied des Aufsichtsrats - Allianz SE, München - BMW AG, München - Robert Bosch GmbH, Gerlingen - Nestlé Deutschland AG, Frankfurt am Main Dr. Manfred Puffer 51 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Unternehmensberater Mitglied des Board of Directors - Athene Holding Ltd., Pembroke, Bermuda - Athene Life Re Ltd., Pembroke, Bermuda Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel 61 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Professorin - Technische Universität München Jürgen Scholz1 53 Ordentliche Hauptversammlung 2015 1. Bevollmächtigter der IG Metall, Regensburg Mitglied des Aufsichtsrats - Krones AG, Neutraubling Mitglied des Verwaltungsrats - BMW BKK AG, Dingolfing Dr. Eckart Sünner 70 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Of Counsel - Allen & Overy, Mannheim Mitglied des Aufsichtsrats - K+S AG, Kassel Ausgeschiedene Aufsichtsräte Alfred Eibl1 65 31.03.2014 Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, Infineon Technologies AG 1 Arbeitnehmervertreter AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS Vermittlungsausschuss Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender) Hans-Ulrich Holdenried Gerd Schmidt Jürgen Scholz Präsidialausschuss Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender) Gerhard Hobbach Hans-Ulrich Holdenried Gerd Schmidt Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss Dr. Eckart Sünner (Vorsitzender) Wigand Cramer Wolfgang Mayrhuber Gerd Schmidt Strategie- und Technologieausschuss Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel (Vorsitzende) Reinhard Gottinger Peter Gruber Hans-Ulrich Holdenried Wolfgang Mayrhuber Jürgen Scholz Nominierungsausschuss Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender) Prof. Dr. Renate Köcher Dr. Manfred Puffer Der Anteilsbesitz der Mitglieder des Aufsichtsrats an Aktien der Infineon Technologies AG einzeln oder gesamt betrug zum 30. September 2014 weniger als 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Die Geschäftsadresse jedes der Aufsichtsratsmitglieder ist: Infineon Technologies AG, Am Campeon 1-12, D-85579 Neubiberg (Deutschland). ANGABE GEMÄß § 160 ABS. 1 NR. 2 AKTG Die Gesellschaft hat am 9. Mai 2011 beschlossen, von der Ermächtigung zum Aktienrückkauf, die von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilt wurde, Gebrauch zu machen. Von dem ursprünglich für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr beabsichtigten Volumen von bis zu €300 Millionen sind bis zum Ende des Programms am 31. März 2013 €212 Millionen aufgewendet worden. Die Kapitalrückgewähr ist insbesondere durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen erfolgt. Außerdem wurden auch Teile der ausstehenden nachrangigen Wandelanleihe zurückgekauft. Der Aktienrückkauf erfolgte in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 2273/2003 der Kommission vom 22. Dezember 2003 ("EG-VO"). Im Vorjahr wurden bis zur Beendigung des Programms zum 31. März 2013 Put-Optionen über 6 Millionen Aktien ausgeübt. Für den Erwerb dieser Aktien hat die Gesellschaft insgesamt €38 Millionen an die Inhaber der Optionen gezahlt. Zum 30. September 2013 befanden sich somit insgesamt 6 Millionen eigene Aktien im Bestand der Gesellschaft. Im November 2013 hat die Gesellschaft ein neues Programm zur Kapitalrückgewähr von bis zu €300 Millionen bis zum 30. September 2015 beschlossen. Die Kapitalrückgewähr kann, unter Ausnutzung der von der Hauptversammlung am 28. Februar 2013 erteilten Ermächtigung zum Aktienrückkauf, durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen oder einen direkten Rückkauf eigener Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgen. Außerdem konnte die Gesellschaft auch weitere Teile der 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe zurückkaufen. Der Aktienrückkauf dient ausschließlich dem Zweck der Einziehung der Aktien zur Kapitalherabsetzung, der Bedienung von Wandelanleihen und der Zuteilung von Aktien an Mitarbeiter, Organmitglieder von verbundenen Unternehmen und Mitglieder des Vorstands und erfolgt im Übrigen nach Maßgabe der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der EG-VO. Das Programm zur Kapitalrückgewähr kann - im Rahmen der durch den Hauptversammlungsbeschluss gesetzten zeitlichen Grenzen und unter Beachtung weiterer rechtlicher Regelungen - jederzeit ausgesetzt und wieder aufgenommen werden. Bis zum 30. September 2014 hat die Gesellschaft Put-Optionen auf eigener Aktien mit einem Gesamtvolumen von €85 Millionen begeben, davon sind zum 30. September 2014 Put-Optionen über €40 Millionen noch ausstehend. Den ausstehenden Put-Optionen mit einer Laufzeit von maximal zwölf Monaten unterliegen insgesamt 6 Millionen Aktien. Zum 30. September 2013 standen keine Put-Optionen auf eigene Aktien aus. Details zum Aktienrückkaufprogramm sowie zu begebenen Put-Optionen und erworbenen Aktien werden von der Gesellschaft regelmäßig im Internet unter www.infineon.com/cms/de/corporate/investor/infineon-share/share-buyback.html veröffentlicht. ANGABE GEMÄß § 160 ABS. 1 NR. 4 AKTG Für Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 4 AktG verweisen wir auf die Ausführungen zum genehmigten Kapital. ANGABE GEMÄß § 160 ABS. 1 NR. 8 AKTG Nach § 21 Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte einer börsennotierten Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von vier Handelstagen, mitzuteilen. Der Gesellschaft wurden folgende zum 30. September 2014 bestehende Beteiligungen mitgeteilt (die entsprechenden Prozent- und Aktienzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Meldung vorhandene Grundkapital; die Anzahl der Aktien ist der letzten Stimmrechtsmitteilung an die Gesellschaft entnommen und kann daher zwischenzeitlich überholt sein): ― Dodge & Cox Investment Managers, San Francisco (Kalifornien/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 7. August 2009 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil von Dodge & Cox, San Francisco (USA) an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 5. August 2009 durch Aktien die Schwelle von 10 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 9,95 Prozent (das entspricht 106.771.627 Stimmrechten) beträgt. 9,88 Prozent der Stimmrechte sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG von Dodge & Cox International Stock Fund zuzurechnen, weitere 0,08 Prozent der Stimmrechte sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG von Dodge & Cox Global Stock Fund zuzurechnen, der selbst weniger als 3 Prozent der Stimmrechte hält. ― Dodge & Cox Investment Managers, San Francisco (Kalifornien/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 7. August 2009 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil von Dodge & Cox International Stock Fund, San Francisco (USA) an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 5. August 2009 durch Aktien die Schwelle von 10 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 9,88 Prozent (das entspricht 105.919.119 Stimmrechten) beträgt. ― Die The Capital Group Companies, Inc., Los Angeles (Kalifornien/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 6. September 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 1. September 2012 die Schwelle von 3 Prozent und 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 8,02 Prozent (das entspricht 87.237.100 Stimmrechten) betragen hat. 8,02 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 87.237.100 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 und Satz 3 WpHG zuzurechnen. Davon wurden 45.285.000 Stimmrechte (das entspricht 4,17 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG) von der EuroPacific Growth Fund, Inc. gehalten. ― Die Capital Research and Management Company, Los Angeles (Kalifornien/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 2. August 2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 28. Juli 2011 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,06 Prozent (das entspricht 55.007.300 Stimmrechten) betragen hat. 5,06 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 55.007.300 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen. ― Die EuroPacific Growth Fund, Inc., Los Angeles (Kalifornien/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 18. September 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 13. September 2012 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,04 Prozent (das entspricht 54.808.978 Stimmrechten) betragen hat. ― Die Allianz Global Investors Europe GmbH, Frankfurt (Deutschland) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 29. Juli 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 1. Juli 2014 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,03 Prozent (das entspricht 56.770.171 Stimmrechten) betragen hat. 2,54 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 28.667.002 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen. ― Die BlackRock, Inc., New York (New York/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 30. September 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 25. September 2014 5,57 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 62.759.486 Stimmrechten) betragen hat. 2,76 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 31.137.086 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. 2,38 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 26.877.243 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen. 0,36 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 4.041.385 Stimmrechten) sind ihr sowohl gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG als auch gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen. 0,06 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 703.772 Stimmrechten) sind ihr sowohl gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG als auch gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen. Von den Gesellschaften, über die der BlackRock, Inc. Stimmrechte zugerechnet werden, halten die BlackRock Holdco 2, Inc., und die BlackRock Financial Management, Inc. 3 Prozent oder mehr der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG. ― Die BlackRock Holdco 2, Inc., Wilmington (Delaware/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 30. September 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 25. September 2014 5,48 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 61.747.668 Stimmrechten) betragen hat. 2,76 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 31.137.086 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. 2,29 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 25.865.425 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen. 0,36 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 4.041.385 Stimmrechten) sind ihr sowohl gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG als auch gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen. 0,06 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 703.772 Stimmrechten) sind ihr sowohl gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG als auch gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen. Von den Gesellschaften, über die der BlackRock Holdco 2, Inc. Stimmrechte zugerechnet werden, hält die BlackRock Financial Management, Inc. 3 Prozent oder mehr der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG. ― Die BlackRock Financial Management, Inc., New York (New York/USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 30. September 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 25. September 2014 5,47 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 61.632.846 Stimmrechten) betragen hat. 2,76 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 31.137.086 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. 0,003 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 36.370 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen. 2,28 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 25.714.233 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen. 0,36 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 4.041.385 Stimmrechten) sind ihr sowohl gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG als auch gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen. 0,06 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 703.772 Stimmrechten) sind ihr sowohl gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG als auch gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 WpHG zuzurechnen. Eine § 21 Abs. 1 WpHG vergleichbare Mitteilungspflicht sieht § 25 WpHG im Hinblick auf Finanzinstrumente vor, die ihrem Inhaber ein unbedingtes Recht zum einseitigen Erwerb stimmberechtigter Aktien verleihen. Darüber hinaus besteht nach § 25a WpHG eine weitere Mitteilungspflicht in Bezug auf solche Finanz- und sonstige Instrumente, die es ihrem Inhaber faktisch oder wirtschaftlich ermöglichen, mit Stimmrechten verbundene Aktien zu erwerben. Die der Gesellschaft nach §§ 25, 25a WpHG zugegangenen Mitteilungen (sowie auch alle Mitteilungen nach §§ 21, 22 WpHG) sind über die Internet-Seite der Gesellschaft beziehungsweise die Internet-Plattform der Deutschen Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität mbH einsehbar. ANGABE GEMÄß § 161 AKTG Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung wurde vom Vorstand und vom Aufsichtsrat abgegeben und dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Sie ist im Internet unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance/Entsprechenserklärungen") veröffentlicht. AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES GEMÄß § 285 NR. 11 UND NR. 11A HGB scroll Gesellschaftsname Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % davon Infineon Technologies AG in % Eigenkapital in Mio. € Jahresergebnis in Mio. € Fußnoten Deutschland EPOS embedded core & power systems GmbH & Co. KG Duisburg 100% 100% 0,49 0,22 3 EPOS embedded core & power systems Verwaltungs GmbH Duisburg 100% 100% 0,05 0,00 3 Hitex Development Tools GmbH Karlsruhe 100% 100% 2,16 0,00 2,3 Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG Warstein 60% 60% 67,30 -0,91 3 Infineon Technologies Bipolar Verwaltungs GmbH Warstein 60% 60% 0,03 0,00 3 Infineon Technologies Delta GmbH Neubiberg 100% 100% 0,02 0,00 3 Infineon Technologies Dresden GmbH Dresden 100% 100% 224,27 0,00 2,3 Infineon Technologies Finance GmbH Neubiberg 100% 50% 369,89 0,00 2,3 Infineon Technologies Gamma GmbH Neubiberg 100% 100% 0,02 0,00 3 Infineon Technologies Mantel 19 GmbH Neubiberg 100% 100% 0,05 0,00 2,3 Infineon Technologies Mantel 21 GmbH Neubiberg 100% 100% 0,03 0,00 2,3 Infineon Technologies Mantel 24 GmbH Neubiberg 100% 100% 0,02 0,00 3 Infineon Technologies Mantel 25 GmbH Neubiberg 100% 0,02 0,00 3 Infineon Technologies Mantel 26 AG Neubiberg 100% 100% 0,05 0,00 3 KFE Kompetenzzentrum Fahrzeug Elektronik GmbH Lippstadt 24% 24% 1,63 -0,02 6 Molstanda Vermietungsgesellschaft mbH Neubiberg 94% 94% 12,17 2,32 6 OSPT IP Pool GmbH Neubiberg 100% 100% 0,02 0,00 3 Qimonda AG in Insolvenz München 77% 28% - - 1 Qimonda Beteiligungs GmbH in Insolvenz München 77% - - 1 Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG in Insolvenz Dresden 77% - - 1 Qimonda Dresden Verwaltungsgesellschaft mbH in Insolvenz Dresden 77% - - 1 Qimonda Europe GmbH (in Liquidation) München 77% - - 1 Qimonda Flash Geschäftsführungs GmbH (in Liquidation) Dresden 77% - - 1 Qimonda Flash GmbH in Insolvenz Dresden 77% - - 1 Qimonda Solar GmbH Dresden 77% - - 1 scroll Gesellschaftsname Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % davon Infineon Technologies AG in % Eigenkapital in Mio. € Jahresergebnis in Mio. € Fußnoten Übriges Europa Cryptomathic A/S Arhus, Dänemark 34% 12,82 0,79 6 Cryptomathic Holding ApS Arhus, Dänemark 34% 34% 5,33 1,95 6 DICE Danube Integrated Circuit Engineering GmbH Linz, Österreich 72% 0,10 0,01 3 DICE Danube Integrated Circuit Engineering GmbH & Co. KG Linz, Österreich 72% 1,03 0,98 3 Hitex (UK) Limited Coventry, Großbritannien 88% 1,67 0,22 3 Infineon Technologies Austria AG Villach, Österreich 100% 0,004% 476,50 74,57 3 Infineon Technologies Austria Pensionskasse AG Villach, Österreich 100% 0,83 0,01 6 Infineon Technologies Bipoláris Kft. Cegléd, Ungarn 60% 1,42 0,01 3 Infineon Technologies Cegléd Kft. Cegléd, Ungarn 100% 14,75 -0,76 3 Infineon Technologies France S.A.S. St. Denis, Frankreich 100% 14,16 3,03 3 Infineon Technologies Holding B.V. Rotterdam, Niederlande 100% 100% 2037,12 64,41 3 Infineon Technologies Iberia S.L.U. Madrid, Spanien 100% 0,14 0,04 3 Infineon Technologies Investment B.V. Rotterdam, Niederlande 100% 1,04 0,00 3 Infineon Technologies Ireland Ltd. Dublin, Irland 100% 0,52 0,13 3 Infineon Technologies Italia s.r.l. Mailand, Italien 100% 1,33 0,52 3 Infineon Technologies IT-Services GmbH Klagenfurt, Österreich 100% 5,92 3,29 3 Infineon Technologies Nordic AB Kista, Schweden 100% 5,67 0,43 3 Infineon Technologies Romania & Co. Societate in Comandita Bukarest, Rumänien 100% 1,17 0,75 3 Infineon Technologies Romania s.r.l. Bukarest, Rumänien 100% 0,03 0,00 6 Infineon Technologies RUS LLC Moskau, Russische Föderation 100% 0,10 0,02 6 Infineon Technologies Schweiz GmbH Zürich, Schweiz 100% 0,20 0,03 3 Infineon Technologies Shared Service Center, Unipessoal Lda. Maia, Portugal 100% 100% 1,11 0,13 3 Infineon Technologies U.K. Ltd. Bristol, Großbritannien 100% 3,22 1,48 3 Itarion Solar Lda. Vila do Conde, Portugal 40% - - 1 KAI Kompetenzzentrum Automobil- und Industrieelektronik GmbH Villach, Österreich 100% 0,10 0,00 6 Qimonda Belgium BVBA in Insolvenz Leuven, Belgien 77% - - 1 Qimonda Bratislava s.r.o. (in Liquidation) Bratislava, Slowakei 77% - - 1 Qimonda France SAS (in Liquidation) St. Denis, Frankreich 77% - - 1 Qimonda Holding B.V. in Insolvenz Rotterdam, Niederlande 77% - - 1 Qimonda Investment B.V. Rotterdam, Niederlande 77% - - 1 Qimonda Italy s.r.l. (in Liquidation) Padua, Italien 77% - - 1 Qimonda UK Ltd. (in Liquidation) High Blantyre, Schottland 77% - - 1 scroll Gesellschaftsname Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % davon Infineon Technologies AG in % Eigenkapital in Mio. € Jahresergebnis in Mio. € Fußnoten Nord- und Südamerika Celis Semiconductor Corp. Colorado Springs/Colorado, USA 17% - - 1 eupec Thermal Management Inc. (in Liquidation) Wilmington/Delaware, USA 51% 0,01 -0,08 3 Infineon Technologies Canada, Inc. St.John/New Brunswick, Kanada 100% 0,00 0,00 3 Infineon Technologies Industrial Power, Inc. Wilmington/Delaware, USA 100% 8,79 0,68 3 Infineon Technologies North America Corp. Wilmington/Delaware, USA 100% 99,55 6,18 3 Infineon Technologies South America Ltda. São Paulo, Brasilien 100% 0,02 -0,05 3 Qimonda Finance LLC in Insolvenz Wilmington/Delaware, USA 77% - - 1 Qimonda Licensing LLC Fort Lauderdale/Florida, USA 77% - - 1 Qimonda North America Corp. in Insolvenz Wilmington/Delaware, USA 77% - - 1 Qimonda Richmond LLC in Insolvenz Wilmington/Delaware, USA 77% - - 1 Surf Merger Sub Inc. Wilmington/Delaware, USA 100% 100% - - 7 scroll Gesellschaftsname Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % davon Infineon Technologies AG in % Eigenkapital in Mio. € Jahresergebnis in Mio. € Fußnoten Asien/Ozeanien Infineon Integrated Circuit (Beijing) Co., Ltd. Peking, Volksrepublik China 100% 13,04 1,36 6 Infineon Technologies (Advanced Logic) Sdn. Bhd. Malakka, Malaysia 100% 21,82 3,23 3 Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd. Kulim, Malaysia 100% 124,88 -5,83 3 Infineon Technologies (Malaysia) Sdn. Bhd. Malakka, Malaysia 100% 152,06 27,48 3 Infineon Technologies (Wuxi) Co., Ltd. Wuxi, Volksrepublik China 100% 105,65 9,94 6 Infineon Technologies (Xi'an) Co., Ltd. Xi'an, Volksrepublik China 100% 5,65 -1,53 6 Infineon Technologies Asia Pacific Pte Ltd Singapur, Singapur 100% 156,73 36,00 3 Infineon Technologies Australia Pty. Ltd. Bayswater, Australien 100% 1,02 0,12 3 Infineon Technologies Batam PT Batam, Indonesien 100% 12,51 1,23 3 Infineon Technologies Center of Competence (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100% 2,68 0,15 6 Infineon Technologies China Co., Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100% 106,34 11,06 6 Infineon Technologies Hong Kong, Ltd. Hongkong, Volksrepublik China 100% 1,56 0,17 3 Infineon Technologies India, Pvt. Ltd. Bangalore, Indien 100% 13,42 1,10 4 Infineon Technologies Japan K.K. Tokio, Japan 100% 6,12 2,37 3 Infineon Technologies Korea Co., Ltd. Seoul, Republik Korea 100% 3,75 0,80 3 Infineon Technologies Taiwan Co., Ltd. Taipeh, Taiwan 100% 3,02 0,81 3 LS Power Semitech Co., Ltd. Cheonan, Republik Korea 66% 66% 8,51 1,97 6 Magellan Technology Pty. Ltd. (in Liquidation) Annandale, Australien 16% 16% 0,91 -2,63 5 MicroLinks Technology Corp. Kaohsiung, Taiwan 1% 0,57 -0,35 6 Qimonda (Malaysia) Sdn. Bhd. (in Liquidation) Malakka, Malaysia 77% - - 1 Qimonda Asia Pacific Pte. Ltd. Singapur, Singapur 77% - - 1 Qimonda International Trade (Shanghai) Co. Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 77% - - 1 Qimonda IT (Suzhou) Co., Ltd. (in Liquidation) Suzhou, Volksrepublik China 77% - - 1 Qimonda Korea Co.Ltd. (in Liquidation) Seoul, Republik Korea 77% - - 1 Qimonda Memory Product Development Center (Suzhou) Co. (in Liquidation) Suzhou, Volksrepublik China 77% - - 1 Qimonda Taiwan Co. Ltd. (in Liquidation) Taipeh, Taiwan 77% - - 1 (1) Am 23. Januar 2009 stellte die Qimonda AG beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren formell eröffnet. Aufgrund der durch die Insolvenz der Qimonda AG eingetretenen erheblichen und andauernden Beschränkung der Rechte der Infineon Technologies AG unterbleibt die Angabe des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses bei der Qimonda AG und deren Tochtergesellschaften. Zudem basiert die Auflistung der von der Qimonda AG gehaltenen Beteiligungen auf Informationen vom 30. September 2010, da die Gesellschaft keine weiteren Informationen bezüglich der Insolvenz oder Liquidation von Qimonda Gesellschaften vom Insolvenzverwalter der Qimonda AG erhalten hat. Aufgrund der vollständigen Wertberichtigung der Qimonda Beteiligungen in Vorjahren haben diese keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Infineon Technologies AG. (2) Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Infineon Technologies AG. (3) Eigenkapital und Jahresergebnis per 30. September 2013. (4) Eigenkapital und Jahresergebnis per 31. März 2013. (5) Eigenkapital und Jahresergebnis per 30. Juni 2013. (6) Eigenkapital und Jahresergebnis per 31. Dezember 2013. (7) Neugründung im Geschäftsjahr 2014. Die Werte entsprechen den nach landesspezifischen Vorschriften aufgestellten Abschlüssen und sind zum Teil vorläufig. Die Umrechnung der Fremdwährungswerte erfolgte für das Eigenkapital und für das Ergebnis mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag. Neubiberg, 20. November 2014 Infineon Technologies AG Der Vorstand Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Arunjai Mittal VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Infineon Technologies AG vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Infineon Technologies AG beschrieben sind. Neubiberg, 26. November 2014 Infineon Technologies AG Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Arunjai Mittal VORSCHLAG ZUR GEWINNVERWENDUNG Die Infineon Technologies AG weist zum 30. September 2014 einen Jahresüberschuss von €1.241 Millionen aus. Unter Berücksichtigung der Einstellung von insgesamt €1.012 Millionen in die anderen Gewinnrücklagen wird ein Bilanzgewinn in Höhe von €229 Millionen ausgewiesen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 12. Februar 2015 vor, den zum 30. September 2014 ausgewiesenen Bilanzgewinn zur Ausschüttung einer Dividende von €0,18 je dividendenberechtigter Stückaktie zu verwenden und zur Einstellung des restlichen Betrages in die anderen Gewinnrücklagen zu verwenden. BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERS Wir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung der Infineon Technologies AG, Neubiberg, und ihren Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2013 bis 30. September 2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Infineon Technologies AG. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. München, den 20. November 2014 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Braun, Wirtschaftsprüfer Wolper, Wirtschaftsprüfer Konzernlagebericht Unser Konzern Dieser Bericht fasst den Konzernlagebericht der Infineon-Gruppe ("Infineon" oder "Unternehmen") bestehend aus der Infineon Technologies AG (nachstehend auch "die Gesellschaft") und ihren konsolidierten Tochtergesellschaften mit dem Lagebericht der Infineon Technologies AG zusammen. Er sollte im Kontext mit dem geprüften Konzernabschluss einschließlich der Angaben des Konzernanhangs, die an anderer Stelle in diesem Bericht abgedruckt sind, gelesen werden. Der geprüfte Konzernabschluss basiert auf einer Reihe von Annahmen sowie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die detaillierter im Konzernanhang unter Nr. 1 ("Grundlagen des Konzernabschlusses") und Nr. 2 ("Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsgrundsätze") dargestellt sind. Der Konzernlagebericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen über das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge des Infineon-Konzerns. Diesen Aussagen liegen Annahmen und Prognosen zugrunde, die auf gegenwärtig verfügbaren Informationen und aktuellen Einschätzungen beruhen. Sie sind mit einer Vielzahl von Unsicherheiten und Risiken behaftet. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann daher wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweichen. Infineon übernimmt über die gesetzlichen Anforderungen hinaus keine Verpflichtung, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren. FINANZEN UND STRATEGIE Die erwarteten verringerten Investitionen im Verhältnis zum Umsatz ermöglichen es, der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2014 eine Dividende von €0,18 je Aktie vorzuschlagen. STARKES GESCHÄFTSJAHR 2014 ― Umsatz und Segmentergebnis über den Erwartungen ― Kapitalrückgewähr und Dividende: Im Geschäftsjahr 2014 €164 Millionen an den Kapitalmarkt zurückgeführt beziehungsweise ausgeschüttet ― Verringerung der Kapitalintensität ermöglicht deutlich höhere Dividende bereits für das Geschäftsjahr 2014 Umsatz- und Ergebnisentwicklung besser als ursprünglich erwartet Zu Beginn des Geschäftsjahres 2014 ging Infineon - bei einem unterstellten Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,35 - von einem Anstieg des Umsatzes von 7 bis 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Zwar gingen die Segmentumsätze im ersten Geschäftsquartal gegenüber dem vierten Quartal des Geschäftsjahres 2013 leicht zurück, im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2014 legten jedoch alle Segmente zu. Insbesondere bedingt durch die gute Geschäftsentwicklung der Segmente Automotive und Industrial Power Control konnte die Jahresprognose leicht übertroffen werden. Am Ende des Geschäftsjahres 2014 erzielten wir einen Umsatz von €4.320 Millionen, was einem Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €3.843 Millionen entspricht. (Bezüglich der Umsatzverteilung nach Segmenten im Geschäftsjahr 2014 siehe Grafik 03). Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2014 €620 Millionen und lag damit um 64 Prozent über dem Vorjahreswert von €377 Millionen. Die Segmentergebnis-Marge lag bei 14,4 Prozent, im Vorjahr hatte sie noch 9,8 Prozent betragen. Auch hier gelang es dem Unternehmen, seine Erwartungen vom Beginn des Geschäftsjahres 2014, eine Segmentergebnis-Marge zwischen 11 und 14 Prozent zu erreichen, leicht zu übertreffen. G 02 Umsatzwachstum der Segmente im Geschäftsjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr 1 Automotive 2 Industrial Power Control 3 Power Management & Multimarket 4 Chip Card & Security G 03 Umsatzverteilung nach Segmenten im Geschäftsjahr 2014 Konzernjahresüberschuss, Ergebnis je Aktie, Free-Cash-Flow, Rendite auf das eingesetzte Kapital und Cash-Position erhöht Der deutliche Anstieg des Segmentergebnisses führte auch zu einer signifikanten Steigerung des Konzernjahresüberschusses, der im Geschäftsjahr 2014 mit €535 Millionen um 97 Prozent höher ausfiel als im Vorjahr (€272 Millionen). Das resultierende unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie betrug im Geschäftsjahr 2014 jeweils €0,48 und lag damit um 92 Prozent über dem Vorjahreswert von jeweils €0,25. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten (Definition: siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf €317 Millionen, was einem Anstieg von 35 Prozent gegenüber €235 Millionen im Geschäftsjahr 2013 entspricht. Diese deutliche Verbesserung resultiert vor allem aus der starken Zunahme der Mittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten. Mit €988 Millionen fielen diese im Geschäftsjahr 2014 um 62 Prozent höher aus als im Vorjahr (€610 Millionen) und überstiegen die im Berichtszeitraum ebenfalls erhöhten Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von €668 Millionen (Vorjahr: €378 Millionen) bei weitem. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, RoCE) lag im Geschäftsjahr 2014 bei 20,3 Prozent und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 14,1 Prozent. Diese signifikante Steigerung beruht auf der starken Verbesserung des Betriebsergebnisses aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern bei gleichzeitig nur moderat gestiegenem Kapitaleinsatz. (Hinsichtlich Definition sowie Details zur Berechnung des RoCE siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem" beziehungsweise Kapitel "Darstellung der Vermögenslage".) Die Brutto-Cash-Position (Definition: siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") betrug am 30. September 2014 €2.418 Millionen, was einem Anstieg um 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von €2.286 Millionen entspricht. Erhöhend wirkte hier der positive Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten, verringernd dagegen die Zahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2013 sowie Rückkäufe der im Geschäftsjahr 2014 fällig gewordenen Wandelanleihe. Die Netto-Cash-Position (Definition: siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") stieg gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent und lag zum Ende des Geschäftsjahres 2014 bei €2.232 Millionen (30. September 2013: €1.983 Millionen). Positiv wirkte sich hier vor allem der Rückgang der Finanzverbindlichkeiten infolge der Wandlung von Anteilen der 2014 fällig gewordenen Wandelanleihe ohne entsprechenden Zahlungsmittelabfluss aus. Für das Geschäftsjahr 2014 deutlich erhöhte Dividendenzahlung geplant; neues Programm zur Kapitalrückgewähr begonnen Im Rahmen unserer Dividendenpolitik, die darauf abzielt, einerseits unsere Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg zu beteiligen und andererseits auch in Zeiten stagnierender oder rückläufiger Ergebnisse beziehungsweise eines negativen Free-Cash-Flows zumindest eine konstante Dividende ausschütten zu können, haben wir die Dividende für das Geschäftsjahr 2013 erneut stabil bei €0,12 je Aktie gehalten. Am 14. Februar 2014, dem Tag nach der ordentlichen Hauptversammlung, wurde dementsprechend ein Gesamtbetrag von €129 Millionen an die Aktionäre ausbezahlt. Für das abgelaufene Geschäftsjahr wird der ordentlichen Hauptversammlung am 12. Februar 2015 eine gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent höhere Dividende von €0,18 vorgeschlagen. Möglich wird dies durch die nachhaltige Verbesserung des Free-Cash-Flows, die sich aus einer Absenkung der Zielquote für die im Zyklusmittel erwarteten Investitionen im Verhältnis zum Umsatz von bisher rund 15 Prozent auf zukünftig rund 13 Prozent ergibt. Für nähere Informationen zur Reduzierung der Kapitalintensität beziehungsweise ihrer Treiber siehe Kapitel "Konzernstrategie". Am 19. November 2013 hat der Aufsichtsrat ein neues Programm zur Kapitalrückgewähr von bis zu €300 Millionen genehmigt, das bis zum 30. September 2015 genutzt werden kann. Das Unternehmen hat im Dezember 2013 begonnen, von dem Programm Gebrauch zu machen, und hat im Geschäftsjahr 2014 insgesamt Anteile der 2014 fällig gewordenen Wandelanleihe mit einem Nennwert von €11 Millionen für €35 Millionen zurückgekauft und Put-Optionen auf 14 Millionen Infineon-Aktien begeben, wobei bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014 Put-Optionen auf 8 Millionen Aktien verfallen sind. Entwicklung der Halbleiterindustrie im Geschäftsjahr 2014 Im Geschäftsjahr 2014 erzielte Infineon im Jahresvergleich einen Umsatzzuwachs von 12 Prozent. Im selben Zeitraum wurden weltweit Halbleiter im Wert von US$328 Milliarden verkauft (Vorjahr: US$300 Milliarden); ein Anstieg um 9,3 Prozent (Quelle: WSTS, November 2014). Für die regionale Verteilung des weltweiten Halbleiterabsatzes ergibt sich folgendes Bild: Das größte Abnehmerland ist inzwischen China mit einem Anteil von 27,9 Prozent (US$91 Milliarden). In Europa wurden 11,4 Prozent (US$37 Milliarden) aller Halbleiter abgesetzt. Auf Deutschland entfielen 4,6 Prozent (US$15 Milliarden). Deutschland liegt im Ländervergleich auf Rang 7. Die wachsende Bedeutung Chinas zeigte sich auch in der regionalen Verteilung des Infineon-Umsatzes. China war im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals das umsatzstärkste Land. Es lag mit €868 Millionen (20 Prozent Umsatzanteil) knapp vor Deutschland mit €859 Millionen (ebenfalls 20 Prozent Umsatzanteil). Die deutsche Halbleiterindustrie ist geprägt von einer starken Nachfrage aus den Bereichen Automobil- und Industrieelektronik. Allein auf die Automobilelektronik entfielen im Kalenderjahr 2013 rund 40 Prozent aller in Deutschland vertriebenen Halbleiter (Quelle: ZVEI). Mit Bosch und Continental haben zwei der größten Automobilzulieferer der Welt ihren Sitz in Deutschland. Eine ähnlich bedeutende Stellung nimmt in Deutschland der Maschinenbau ein. Auf den Bereich Industrieelektronik entfielen im Kalenderjahr 2013 rund 25 Prozent aller in Deutschland vertriebenen Halbleiter (Quelle: ZVEI). Bedingt durch seine Historie, seine Kundenbasis und sein Produktportfolio ist Infineon ein wichtiger Zulieferer für diese beiden deutschen Schlüsselindustrien. Ganz andere Industriestrukturen liegen in China vor. Dort dominieren Auftragsfertiger - in der Branche auch EMS (Electronic Manufacturing Services) genannt -, die Elektronikprodukte für meist westliche Auftraggeber fertigen. Dieses Geschäftsmodell spielt vor allem bei Konsum- und Unterhaltungselektronik eine bedeutende Rolle. Dies spiegelt sich im vergleichsweise hohen Umsatzanteil für Asien-Pazifik vor allem in unserem Segment Power Management & Multimarket wider. Der Halbleitermarkt ist stark fragmentiert. Der weltgrößte Halbleiterhersteller, Intel mit einem Jahresumsatz von US$47 Milliarden, repräsentierte im Kalenderjahr 2013 nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens IHS Inc. 14,5 Prozent des Weltmarktes. Infineon nahm mit einem Umsatz von US$5,2 Milliarden Rang 12 ein. Dies entsprach einem Weltmarktanteil von 1,6 Prozent. G 04 Weltweiter Halbleiterumsatz nach Regionen im Geschäftsjahr 2014 (angepasst an das Infineongeschäftsjahr) Quelle: WSTS, November 2014 G 05 Regionale Umsatzverteilung von Infineon G 06 Die 20 größten Halbleiterhersteller im Kalenderjahr 2013 Umsatz in Milliarden US$ Quelle: IHS Inc., "Annual 2001 to 2013 Competitive Landscaping Tool", Q3 2014 Aktualisierung, August 2014 KONZERNSTRATEGIE Die weltweiten Megatrends Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit sind nicht nur weiterhin gültig, sondern haben sogar an Bedeutung gewonnen und bieten weiterhin enormes Wachstumspotenzial. Hierin liegt unsere Chance: Der Wettbewerb wird über Innovationen und das richtige Verhältnis von Kosten und Nutzen und eben nicht einfach nur über möglichst niedrige Preise geführt. Für einen Anbieter mit unserer Innovationskraft und technologischen Kompetenz bietet dies vielfältige Differenzierungsmöglichkeiten. Wenn wir diese nutzen, können wir nachhaltig und profitabel wachsen. In vielen unserer Märkte haben wir eine führende Position erreicht. Diese wollen wir halten beziehungsweise ausbauen. Auch zukünftig sollen unsere Kunden bei der Lösung ihrer Probleme und der Umsetzung ihrer Zukunftsideen als Erstes an Infineon denken. Deswegen ist es unser Ziel, mindestens so schnell zu wachsen wie unsere Absatzmärkte. Dies ist in unserem Wachstumsziel hinterlegt: Wir wollen auch zukünftig im Umsatz mit durchschnittlich 8 Prozent pro Jahr zulegen. Wachstum ist allerdings nur eine Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Eine andere Voraussetzung ist die Profitabilität. Dabei ist die von unseren Produkten erzielte Marge ein Indikator für den Wert, den unsere Produkte beim Kunden schaffen. Wenn wir nachhaltig profitabel arbeiten, bedeutet das also, dass wir unsere Entwicklungen gezielt dort hinlenken, wo sie unseren Kunden am meisten nützen. Profitabel arbeiten bedeutet, Innovationskraft effektiv im Sinne des Kunden einzusetzen. Daneben wollen wir auch in schwierigen Marktphasen unsere Entwicklungsanstrengungen mit unverminderter Geschwindigkeit aufrechterhalten können. Denn wer gerade in schwierigen Phasen ungebremst weiterarbeiten kann, der sichert sich nachhaltig Wettbewerbsvorteile. Um aber in solchen schwierigen Phasen diese Handlungsfreiheit zu haben, muss in guten Zeiten die Profitabilität stimmen. Eine adäquate Profitabilität ist also einerseits Ausdruck des effektiven Einsatzes unserer Ressourcen und andererseits Voraussetzung für langfristige Wettbewerbsvorteile. Mit unserer 300-Millimeter-Technologie werden wir unsere Größe nutzen, um Economies of Scale1 zu realisieren. Mit dem strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" identifizieren und nutzen wir die Gelegenheiten am Markt, um unsere breite Technologie- und Produktkompetenz in Wettbewerbsvorteile zu übersetzen und die richtigen Technologien und Fähigkeiten für die Zukunft zu entwickeln. Damit realisieren wir Economies of Scope2 . So sind wir sicher, dass wir langfristig die richtige Profitabilität erzielen können: Wir streben eine Segmentergebnis-Marge von 15 Prozent im Durchschnitt über den Zyklus an. Um profitabel wachsen zu können, müssen wir investieren. Im Sinne der optimalen Verwendung unserer Mittel investieren wir nur dort in die Fertigung, wo dies einen wesentlichen Beitrag zur Differenzierung unserer Produkte leistet. Gleichzeitig sind wir bestrebt, möglichst viel Wachstum für ein gegebenes Investitionsbudget zu erreichen. Ein gutes Beispiel dafür ist die von uns entwickelte 300-Millimeter-Technologie für Leistungshalbleiter. Denn sie ermöglicht einen erheblichen Fortschritt in Produktivität und Ausbringung für eine bestimmte Investition im Vergleich zur 200-Millimeter-Technologie. Wachstum ohne weiteren Kapitaleinsatz schaffen wir hingegen auch, indem wir einen zunehmenden Anteil unserer Wafer-Prozessierung sowie unserer Gehäusemontage an Fertigungspartner auslagern. Und letztlich erhöhen wir auch die Ausbringung, indem wir die Produktivität aller Fertigungsprozesse erhöhen. Dies ist der Fokus unseres Programms "Next Level of Productivity". In Summe führen diese Ansätze zu dem Ziel, im Zyklusdurchschnitt rund 13 Prozent vom Umsatz auf Investitionen zu verwenden. 1 Im Folgenden wird der englische Begriff "Economies of Scale" im Sinne von "Größenvorteile" beziehungsweise "Skalenvorteile" verwendet. 2 Im Folgenden wird der englische Begriff "Economies of Scope" im Sinne von "Vorteile durch Erweiterung des Handlungsspielraums" verwendet. Die am 20. August 2014 angekündigte Akquisition des US-Halbleiterherstellers International Rectifier Corporation ("International Rectifier") steht vollkommen im Einklang mit den oben geschilderten strategischen Grundsätzen. Die von International Rectifier angebotenen Technologien und Produkte sind größtenteils komplementär zu unseren Technologien und Produkten. In der Kombination der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und Technologien beider Unternehmen können wir weiter hohes Wachstum realisieren. Ebenso sind auch die Vertriebs- und Regionalschwerpunkte von International Rectifier komplementär zu unseren. Auch dies hilft, unsere hohe Wachstumsgeschwindigkeit beizubehalten. Mit Blick auf die Profitabilität wollen wir durch Synergien in der Fertigung, aber auch in Entwicklung sowie Vertrieb und Verwaltung spätestens im zweiten Jahr nach dem rechtlichen Zustandekommen der Transaktion ("Closing") mindestens unsere Zielmarge von 15 Prozent für das Segmentergebnis auch bei International Rectifier erwirtschaften. Und auch bei den Investitionen können wir International Rectifier mit unserem Unternehmen zusammenführen, ohne an unserer Zielmarke von 13 Prozent vom Umsatz etwas zu ändern. Alle oben beschriebenen strategischen Ansätze finden in Summe Ausdruck in drei für das Unternehmen zentralen Finanzzielen: ― Unsere Märkte wachsen und wir wachsen mit ihnen: durchschnittlich 8 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr. ― Die richtigen Produkte für den Kunden haben und auch in schwierigen Zeiten weiter in die Zukunft investieren können: durchschnittlich 15 Prozent Segmentergebnis-Marge vom Umsatz. ― Investieren mit System schont Ressourcen und differenziert im Wettbewerb: Investitionen bei durchschnittlich 13 Prozent vom Umsatz. Für die Umsetzung dieser Strategie sind die Menschen in unserem Unternehmen von maßgeblicher Bedeutung. Wir setzen also auch auf die Wertschätzung für den Einsatz und die Leistung der Mitarbeiter und auf eine Unternehmenskultur, die Engagement und Eigenverantwortung fördert, Vertrauen stärkt und auf den Einzelnen eingeht. Unsere ökonomischen Ziele stehen zudem im Einklang mit gesellschaftlichen und ökologischen Anforderungen, da wir nachhaltig wirtschaften. G 07 Wachstum, Profitabilität und Investitionen bedingen einander Unsere Märkte wachsen und wir wachsen mit ihnen: durchschnittlich 8 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr Infineon erreichte mit dem heutigen Portfolio im Durchschnitt der Geschäftsjahre 1999 bis 2014 ein jährliches Umsatzwachstum von rund 9 Prozent. Wir sind weiterhin in denselben Märkten aktiv und mit unseren vier Segmenten auf die drei zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit ausgerichtet. Diese entfalten ungebrochen Nachfragedynamik für unsere Produkte. Wir gehen daher davon aus, auch zukünftig eine Wachstumsrate sehr nahe an der historischen Wachstumsrate erreichen zu können. Wir wollen im Durchschnitt mit 8 Prozent pro Jahr zulegen. G 08 Infineon ist mit seinen vier Segmenten auf drei große gesellschaftliche Herausforderungen ausgerichtet G 09 Umsatzentwicklung der Geschäftsjahre 1999 bis 2014 im Vergleich zum Halbleiter-Weltmarkt € in Millionen 1 CAGR = Compound Annual Growth Rate = Durchschnittliche jährliche Wachstumsrate 2 Für gewisse kleine Produktgruppen wurde der Umsatz für das Geschäftsjahr 1999 aus den Daten des Geschäftsjahres 2000 auf Basis der Marktentwicklung näherungsweise abgeleitet. Quelle: Infineon; WSTS, November 2014 Wachstumstreiber Energieeffizienz Ohne die weitere Reduktion von CO2 -Emissionen und ohne eine noch höhere Effizienz zukünftiger Fahrzeuge, Geräte und Maschinen lässt sich der stetig wachsende Energiebedarf ökonomisch wie ökologisch nicht nachhaltig decken. Gemäß der Erkenntnis, dass die beste Energieressource die Einsparung von Energie ist, gilt unser Augenmerk der Effizienzsteigerung bei der Erzeugung, der Übertragung und der Wandlung von elektrischer Energie. Gleichzeitig leisten unsere Produkte einen großen Beitrag zum Übergang weg von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energieträgern. Weltweite regulatorische Vorgaben für die Reduzierung der CO2 -Emissionen für einzelne Regionen beziehungsweise Länder haben Einfluss auf den erlaubten Kraftstoffverbrauch von Fahrzeugen, auf den notwendigen Wirkungsgrad von elektrischen Industriemotoren oder auf die Ausbauziele erneuerbarer Energie. Zum Beispiel verlangt eine im Oktober 2013 von der Europäischen Kommission verabschiedete Vorgabe eine Reduzierung der CO2 -Emissionen von Personenkraftfahrzeugen im Flottendurchschnitt von heute 130 Gramm CO2 pro Kilometer auf 95 Gramm CO2 pro Kilometer bis zum Jahr 2021. Um dieses Ziel zu erreichen, werden elektrische Verbraucher im Auto effizienter gemacht und hydraulische, mechanische oder elektro-mechanische Lösungen im Auto durch effizientere halbleiterbasierte Lösungen ersetzt. Zusätzlich wird der Anteil von Elektro- beziehungsweise Hybridfahrzeugen in den Flotten der Automobilhersteller steigen. Beides führt zu einem höheren Halbleiterwert pro Fahrzeug; vor allem von Leistungshalbleitern, aber auch von Mikrocontrollern und Sensoren. G 10 Emissionsziele verschiedener Regionen in Gramm CO2 pro km Quelle: The International Council for Clean Transportation. (www.theicct.org) Rund zwei Drittel des weltweiten Stromverbrauchs der Industrie entfallen auf Elektromotoren. Entsprechend groß ist der Hebel für Einsparungen bei einer Erhöhung des Wirkungsgrades. Bereits 2011 trat zum Beispiel die erste Stufe der EU-Motorenrichtlinie EC 640/2009 in Kraft, nach der neue elektrische Industriemotoren einen bestimmten Wirkungsgrad erreichen müssen Die zweite Stufe startet im September 2015, die dritte Stufe folgt 2017. Ähnliche Richtlinien sind in anderen Regionen ebenfalls bereits verabschiedet. Eine Möglichkeit, den Energieverbrauch eines Elektromotors zu reduzieren, besteht in der Verwendung einer elektronischen Steuerung zur Drehzahlregelung. Die Marktdurchdringung von drehzahlgeregelten Motorsteuerungen wird also zunehmen. Dies kommt uns zugute: Die Umsetzung einer drehzahlgeregelten Motorsteuerung erfordert eine Vielzahl der von uns angebotenen Leistungshalbleiter. Deren Anzahl und Wert hängen von der Leistungsklasse der Motoren ab. Infineon bietet für die gesamte Bandbreite entsprechende Lösungen an. Ein weiterer Faktor, der den Bedarf an unseren Bauelementen vorantreiben wird, ist die Notwendigkeit, die Produktivität zu steigern. Das gilt nicht nur für die entwickelten Länder, sondern vor allem auch für Schwellenländer. Für die internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft spielen die Lohnstückkosten, also das Verhältnis aus Arbeitskosten und Produktivität, eine entscheidende Rolle. Steigende Löhne belasten die Wettbewerbsfähigkeit so lange nicht, wie sie durch entsprechende Produktivitätsvorteile kompensiert werden können. Produktivitätsfortschritte werden unter anderem durch einen steigenden Automatisierungsgrad erreicht. Und hinter Robotern, Förderbändern, Aufzügen, Lüftern, Pumpen und Kompressoren stehen meist geregelte Elektromotoren. Die Weltbevölkerung steigt - und erfreulicherweise in den meisten Regionen auch der Lebensstandard. Dies führt zu einem zunehmenden Verbrauch an elektrischer Energie. Aus ökologischen wie ökonomischen Gründen kann elektrische Energie nicht mehr in gleichem Maße wie bisher aus fossilen Brennstoffen erzeugt werden. Europa, die USA, China und Japan haben also Ausbauziele für erneuerbare Energien definiert, um die CO2 -Emissionen in den kommenden Jahrzehnten auf ihre jeweiligen Zielwerte zu reduzieren. Infineon profitiert vom Zubau von Wind- und Fotovoltaik-Kraftwerken. Je Gigawatt erzeugter Leistung benötigt man je nach Bezugsgröße rund 50 Mal so viele Leistungshalbleiter wie bei konventionellen Kraftwerken. Im Gegensatz zu Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerken gibt es bei Solar- und Windkraftanlagen keine Turbine, die mit ihrem gleichmäßigen Lauf eine konstante 50-Hertz-Wechselspannung erzeugt, die direkt in das Netz eingespeist werden kann. In Solarzellen entsteht zunächst eine Gleichspannung, die in die Wechselspannung des Netzes gewandelt werden muss. Bei Windkraftanlagen muss die vom Generator erzeugte Wechselspannung in Bezug auf Frequenz, Amplitude und Phasenlage ebenfalls der Netzspannung angeglichen werden. Diese Anpassungen erfordern bei Solar- wie auch Windkraftanlagen einen hohen Anteil an Leistungshalbleitern. Das treibt die Nachfrage nach unseren Produkten. G 11 Wert an Leistungshalbleitern (Minimum bis Maximum) pro Gigawatt generierter elektrischer Leistung € in Millionen pro Gigawatt erzeugter Leistung (logarithmische Skala) Quelle: Infineon G12 Erwartete weltweite Automobilproduktion nach Regionen in Millionen Fahrzeugen 1 CAGR = Compound Annual Growth Rate = Durchschnittliche jährliche Wachstumsrate 2 geschätzt Quelle: IHS Inc., "Annual Light Vehicle Production 2007 - 2019", Oktober 2014 Wachstumstrends im Bereich Mobilität Das Bedürfnis des Menschen nach Mobilität ist eine große Herausforderung der modernen Gesellschaft. Dies gilt für die individuelle Mobilität genauso wie für die Fortbewegung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Infineon liefert Halbleiterlösungen für die Automobilindustrie sowie für die verschiedenen Zugsysteme und sorgt so für die emissionsarme Mobilität der Menschen in und zwischen den Metropolen. Durch den zunehmenden Wohlstand in den aufstrebenden Ländern können sich immer mehr Menschen ein eigenes Auto leisten. Dies ist besonders in den Schwellenländern in Asien und insbesondere in China zu verfolgen. Von dieser Entwicklung profitieren nicht nur der lokale Fahrzeugmarkt, sondern auch Exportländer. Insgesamt wird für die weltweite Automobilproduktion in den Jahren 2013 bis 2017 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 3,5 Prozent gerechnet. Neben der Anzahl der Fahrzeuge spielt für die Nachfrage nach Halbleitern auch die Ausstattung der Fahrzeuge und damit der Wert der durchschnittlich pro Fahrzeug verbauten Halbleiter eine wichtige Rolle. Über alle Regionen hinweg ist eine steigende Ausstattung der Fahrzeuge zu beobachten. Die Migration von Sicherheits- und Komfortfunktionen von den Premiumfahrzeugen in die Mittelklassefahrzeuge führt zu einem höheren durchschnittlichen Halbleiterwert pro Fahrzeug. Und das Aufkommen von neuen aktiven Sicherheitsfunktionen beziehungsweise Fahrerassistenzsystemen tut ein Übriges. Diese Systeme sind weitaus komplexer als die bisherigen, passiven Sicherheitsfunktionen und erfordern somit auch einen höheren Halbleiterwert. Die Anforderungen an die Sicherheit von Fahrzeugen steigen stetig. Fahrzeughersteller statten ihre Fahrzeuge daher mit immer mehr Sicherheitsfunktionen aus, um zum Beispiel die begehrten fünf Sterne der industrieweit akzeptierten Euro NCAP (New Car Assessment Program)-Bewertung zu bekommen. Ab 2016 ist die volle Punktzahl nur noch mit aktivem Fußgängerschutz zu erreichen, wofür in vielen Fällen ein Radarsystem zum Einsatz kommen wird. Sicherheit im Verkehr kommt natürlich allen Verkehrsteilnehmern zugute. Es ist ein generelles Anliegen aller Länder, die Zahl der Verunglückten stetig zu reduzieren. Auffahrunfälle durch Unaufmerksamkeit während monotoner Fahrstrecken können durch Technikunterstützung signifikant reduziert werden. Automatisiertes Fahren im Stau auf der Autobahn oder im Stop-and-go-Verkehr in der Innenstadt während der Hauptverkehrszeit steht daher auf der Wunschliste vieler Autofahrer. Eine höhere Marktdurchdringung von Fahrerassistenzsystemen dürfte die Folge sein. In den letzten 20 Jahren lagen rund 90 Prozent der automobilen Innovationen in den Bereichen Elektronik und Software. Dieser Anteil dürfte nach Einschätzung von Marktexperten auch in den kommenden Jahren auf diesem Niveau bleiben. Durch die steigenden Sicherheits- und Komfortanforderungen einerseits und die strengeren CO2 -Vorgaben andererseits gehen Marktforscher von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum des Halbleiterwertes pro Fahrzeug von rund 2 Prozent aus (Quelle: Strategy Analytics). Zusammen mit dem Wachstum der Fahrzeugproduktion wächst der Automobil-Halbleitermarkt also mit rund 5 bis 6 Prozent pro Jahr. Als Folge der Industrialisierung ziehen immer mehr Menschen vom Land in die Städte, um von den Vorteilen des städtischen Lebens und Arbeitens zu profitieren. Die entstehenden Megastädte sind jeweils Wachstumsmotoren für eine ganze Region und zugleich Zentren der Produktivität. Alle Megastädte haben deshalb auch mit einem wachsenden Verkehrsaufkommen zu kämpfen. Die nachhaltige Mobilität sowohl innerhalb als auch zwischen den Ballungsräumen ist die treibende Kraft für den Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs. Zugsysteme - darunter fallen Hochgeschwindigkeitszüge sowie Metro-, Regional- und Straßenbahnen - sind eines der von uns adressierten Anwendungsfelder, die davon profitieren. Wachstumstrends im Bereich Sicherheit Früher waren hauptsächlich Endgeräte wie PCs, Notebooks, Smartphones und Tablets Teil des Informationsnetzwerkes. Inzwischen sind viel mehr Geräte und Funktionen integriert. Unter dem Schlagwort "Internet der Dinge" sind alle "Dinge" zusammengefasst, die Daten übertragen können und über das Internet zusammenwirken. Dies können Maschinen, Automaten, Fahrzeuge, Container oder medizinische Geräte sein. Und zudem alles, was heute als "smart" bezeichnet wird: Smart Grid, Smart Factory, Smart Home, Smart Meter. Über das "Internet der Dinge" kommunizieren also nicht nur Menschen, sondern auch Gegenstände miteinander. Je nach Marktforschungsunternehmen sollen in den nächsten 10 bis 15 Jahren 50 bis 100 Milliarden Geräte weltweit über das Internet vernetzt sein. Die meisten dieser Geräte dienen dem Datenaustausch von Maschinen untereinander, der sogenannten Maschine-zu-Maschine-Kommunikation, kurz M2M-Kommunikation genannt. Dadurch werden völlig neue Dienstleistungen möglich, die den Alltag der Menschen verändern werden. Für viele dieser Milliarden von vernetzten Dingen ist die sichere Speicherung und Übertragung von Daten eine Grundvoraussetzung. Ein Teilaspekt des Internet der Dinge ist "Industrie 4.0". Darunter versteht man eine neue Stufe der Organisation und Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette über den Lebenszyklus von Produkten. Die Basis dieses Zukunftsszenarios ist die drahtgebundene oder drahtlose Kommunikationsverbindung. Es wird im Rahmen von Industrie 4.0 diverse neue Geräte geben, die Produktionsdaten oder Sensorsignale über eine Leitung oder über Mobilfunk an einen Geschäftspartner oder einen Server in einem Rechenzentrum leiten. Die geplante Vernetzung der Liefer- und Wertschöpfungskette erfordert eine sichere Kommunikation zwischen den Geschäftspartnern beziehungsweise zwischen den Maschinen, Geräten und IT-Systemen der Geschäftspartner. Industrie 4.0 wird nur dann eine Chance haben, wenn das Prozess-Know-how zuverlässig vor Hackerattacken geschützt wird. Eine sichere Übermittlung der produkt- und produktionsbezogenen Daten in einer offenen Architektur steht somit an oberster Stelle. Autonomes, auch schon teilautonomes Fahren ist eine weitere Ausprägung des Internet der Dinge. Hier sind die Dinge die Fahrzeuge, die sowohl direkt miteinander (Car-to-Car-Kommunikation), aber auch mit zentralen Systemen (Car-to-Infrastructure-Kommunikation) kommunizieren. Fahrzeuge werden mit Leitsystemen in Kontakt treten und so über ein aktuelles Bild der Verkehrssituation verfügen. Web-Applikationen im Fahrzeug werden deutlich zunehmen. Auch hier muss die Kommunikation sicher erfolgen. Quelle und Korrektheit der Daten müssen nachgewiesen werden können, sonst könnten Fahrzeuge fehlgesteuert werden. Ob es um Automatisierungstechnik in der Produktion, um Logistik, Verkehrsleittechnik, Gebäude- oder Hausautomatisierung geht: Überall sind dieselben Grundlagentechniken erforderlich. Wir sehen unsere Chance in diesem Umfeld in der hardwarebasierten Sicherheit, wie wir sie mittels unserer Sicherheitscontroller anbieten. Entweder als einzelner Baustein oder als dessen Funktion integriert auf unseren Automobil- oder Industrie-Mikrocontrollern. Neben dem Internet der Dinge mit all seinen Facetten bieten auch die "klassischen" Anwendungsfelder weitere Wachstumsmöglichkeiten. So findet derzeit zum Beispiel die Umstellung der magnetstreifenbasierten Kreditkarte auf die chipbasierte Kreditkarte in China und in den USA statt. Rund vier Milliarden chipbasierte Kreditkarten werden in den kommenden Jahren allein in diesen beiden Ländern an die Kunden ausgeliefert (siehe "Einführung der chipbasierten Bezahlkarte in China und in den USA" bei "Chip Card & Security" im Kapitel "Die Segmente"). Die chipbasierten Karten erhöhen die Sicherheit beim bargeldlosen Bezahlen. Die Sicherstellung der Unversehrtheit eines Computers ist ein weiteres Anwendungsgebiet unserer Sicherheitschips. Die Bandbreite der beim Produktschutz eingesetzten Produkte reicht vom einfachen Sicherheitsspeicher auf einer Plastikkarte bis zu Sicherheitslösungen basierend auf Sicherheitscontrollern. Ferner können geeignete Sicherheitskomponenten auch die Authentizität von Originalteilen beziehungsweise Zubehörteilen wie etwa Akkus oder Industriesteuerungen erkennen. Zusammenfassung Die drei großen gesellschaftlichen Herausforderungen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit treiben also das Wachstum unserer einzelnen Segmente in unterschiedlicher Weise. International Rectifier fügt sich nahtlos in unsere drei Segmente Automotive, Industrial Power Control und Power Management & Multimarket ein und bedient dieselben Wachstumstrends wie Infineon. Für unsere vier Segmente gehen wir daher von folgenden durchschnittlichen Wachstumsraten in den kommenden Jahren aus: ― Automotive: rund 8 Prozent pro Jahr, ― Industrial Power Control: rund 10 Prozent pro Jahr, ― Power Management & Multimarket: rund 10 Prozent pro Jahr, ― Chip Card & Security: 6 - 9 Prozent pro Jahr. Daraus ergibt sich für den Konzern ein erwartetes durchschnittliches Umsatzwachstum von rund 8 Prozent pro Jahr. Die richtigen Produkte für den Kunden haben und auch in schwierigen Zeiten weiter in die Zukunft investieren können: 15 Prozent Segmentergebnis-Marge vom Umsatz Wie bereits eingangs kurz beschrieben, ist adäquate Profitabilität einerseits Ausdruck effizienten Ressourceneinsatzes und andererseits Voraussetzung dafür, auch in schwierigen Zeiten noch genug Reserven zu haben, um sich nicht bei zukunftsrelevanten Entwicklungs- oder Vertriebsaufgaben einschränken zu müssen. Deswegen streben wir im Zyklusdurchschnitt eine Segmentergebnis-Marge in Höhe von 15 Prozent vom Umsatz an. In den letzten fünf Geschäftsjahren erzielte Infineon kumuliert eine durchschnittliche Segmentergebnis-Marge von 14,4 Prozent. Damit haben wir unser Ziel fast erreicht. Wir bleiben bei diesem Ziel und sind überzeugt, es in Zukunft erreichen zu können. Denn wir setzen verstärkt auf zwei Effekte: ― Realisierung von Economies of Scale, im Wesentlichen aus unserer 300-Millimeter-Fertigung, sowie ― Realisierung von Economies of Scope, im Wesentlichen über den strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System". G 13 Segmentergebnis-Marge der Geschäftsjahre 2010 bis 2014 Realisierung von Economies of Scale Als technologisch führendes Unternehmen nahm Infineon als bisher weltweit einziges Unternehmen eine 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung für Leistungshalbleiter in Betrieb. Diese Fertigungstechnologie ist an unseren Standorten Villach (Österreich) und Dresden (Deutschland) verfügbar. Mit der Implementierung der 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung für Leistungshalbleiter verfolgen wir drei strategische Ziele: 1. Wir legen die Basis für langfristiges Wachstum. Investitionen in die 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung schaffen direkt Kapazitätserweiterungen für unsere Leistungstransistoren. Unsere Investitionen in 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung stellen aber auch indirekt neue Kapazität für andere Produkte zur Verfügung. Denn Produktionstransfers für Komponenten mit hohen Stückzahlen aus 200-Millimeter-Fertigungs-linien auf 300-Millimeter-Fertigungslinien schaffen entsprechend freie Produktionskapazität für andere Komponenten in den bestehenden 200-Millimeter-Leistungshalbleiter-Frontend-Standorten Villach (Österreich) und Kulim (Malaysia). 2. Wir senken den Kapitaleinsatz pro Chip. Bei der 300-Millimeter-Fertigung können wir Fertigungskapazitäten mit geringerem Investitionsbedarf aufbauen. Unsere Erfahrung zeigt, dass im Durchschnitt ein angestrebtes zusätzliches Produktionsvolumen in einer 300-Millimeter-Fertigungslinie einen 30 Prozent geringeren Investitionsbedarf erfordert als der Aufbau des gleichen Produktionsvolumens in einer 200-Millimeter-Fertigungslinie. Hinzu kommt der geringere Bedarf an Reinraumflächen durch die geringere Anzahl an zu beschaffenden Produktionsanlagen. 3. Wir erzielen eine höhere Produktivität. Konkret erwarten wir eine Reduzierung der Frontend-Stückkosten um 20 bis 30 Prozent bei Vollauslastung. Damit sichern wir langfristig unsere Wettbewerbsfähigkeit. G 14 Infineon hat im Markt für Leistungshalbleiter als einziger Wettbewerber die kritische Größe für eine Fertigung auf 300-Millimeter-Wafern US$ in Millionen im Kalenderjahr 2013 Umsatz mit Produkten, die für einen Transfer auf 300-Millimeter-Fertigung geeignet sind Quelle: IHS Inc., "Power Semiconductor Discretes & Modules Report - 2014", September 2014 Technologiewechsel von diesem Ausmaß, also der hier besprochene Übergang auf größere Wafer, finden in der Halbleiterindustrie, insbesondere bei Leistungshalbleitern, nur einmal in 10 bis 15 Jahren statt. Die hohen Stückzahlen, die erforderlich sind, um die Auslastung der Fabriken und damit die Stückkostenvorteile zu sichern, bleiben den größten Anbietern vorbehalten. Als klarer Weltmarktführer bei Leistungshalbleitern ist Infineon diesbezüglich bestens positioniert. Wir profitieren davon, dass wir ein umfangreiches Portfolio an Leistungshalbleitern haben, das auf 300-Millimeter-Wafern gefertigt werden kann: Einerseits Niedervolt- und Hochvolt-MOSFET-Leistungstransistoren und andererseits IGBT-Produkte, die in diskreten IGBT-Leistungstransistoren und in IGBT-Modulen zum Einsatz kommen. Mit diesen Leistungshalbleiterkomponenten bedienen wir Anwendungen sowohl im Bereich Industrie- wie auch Automobilelektronik. Unsere breite Produktpalette für eine Vielzahl von Absatzmärkten ermöglicht uns hohe Stückzahlen und versetzt uns überhaupt erst in die Lage, die enorme Kapazität einer 300-Millimeter-Fabrik in einem überschaubaren Zeitraum auszulasten. Die von uns geplante Akquisition von International Rectifier fügt sich in diese Strategie ein. Nach Abschluss dieser Transaktion werden wir die Fertigung einiger Produkte von International Rectifier in unsere eigenen Fabriken und insbesondere in unsere 300-Millimeter-Fabriken in Dresden (Deutschland) und Villach (Österreich) verlagern. Vor allem Niedervolt-MOSFET- und IGBT-Leistungstransistoren kommen hierfür in Betracht. Damit steigern wir die Auslastung und erreichen früher niedrigere Stückkosten, als es uns alleine möglich gewesen wäre. Derzeit, zu Beginn des Hochlaufs der Serienfertigung, überwiegen die hohen Kosten für Forschung und Entwicklung sowie für Investitionen in Fabrikgebäude und Fertigungsmaschinen. In den kommenden Jahren lassen sich jedoch die oben genannten Produktivitätsfortschritte realisieren. Mit steigendem Auslastungsgrad der 300-Millimeter-Fertigungsanlagen wird sich unsere Bruttomarge zunehmend verbessern. Realisierung von Economies of Scope Mit unserem strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" wollen wir den maximalen Nutzen aus unserem breiten Technologie- und Produktportfolio ziehen. Durch diesen strategischen Ansatz können wir unser umfangreiches Know-how in Produkt- und Prozesstechnologien besser im Markt umsetzen. Systemdenken hilft uns, die Erfolgsfaktoren unserer Kunden und ihrer Märkte zu verstehen und so Mehrwert zu generieren und neue Markttrends frühzeitig zu erkennen. Wir können unsere Kunden bei der Lösung ihrer Probleme beraten und ihnen Lösungsvorschläge aufzeigen, die sie erfolgreicher machen. Wir reduzieren den Entwicklungsaufwand der Kunden und verkürzen so die Zeit bis zur Markteinführung ihrer Produkte. "Vom Produkt zum System" ist also das strategische Konzept, das wir einsetzen, um Möglichkeiten zur Verbesserung bestehender Produkte zu nutzen und um Märkte für gänzlich neue Produkte zu finden und diese zu erschließen. Durch beides schaffen wir einen Mehrwert für unsere Kunden und können dadurch auch bei unseren Produkten eine höhere Marge und damit Economies of Scope realisieren. Economies of Scope im Bereich Forschung und Entwicklung: Wir beherrschen eine Vielzahl an Prozesstechnologien, die bei einer breiten Palette von Produkten zum Einsatz kommen können. Teilweise nutzen wir dies bereits heute. Aber in Zukunft können wir die Produktvielfalt in den von uns adressierten Anwendungsfeldern noch viel stärker ausbauen. Wir können zu geringen zusätzlichen Stückkosten neue Produkte entwickeln und fertigen. Dies kommt unserer Marge zugute. Ein Beispiel ist unser Produktportfolio an diskreten IGBT-Leistungstransistoren für Induktionskochplatten. Wir setzen auf einer Basistechnologie auf und adressieren passgenau mit verschiedenen Produktvarianten die unterschiedlichen Anforderungen von induktiven Heizsystemen, zum Beispiel in Induktionsherden oder Mikrowellenherden. Der richtige IGBT-Leistungstransistor für das entsprechende Gerät erleichtert für unseren Kunden das Design seines Produktes und reduziert die Systemkosten (siehe "Erfolg durch anwendungsspezifische IGBT-Transistoren bei induktivem Kochen" bei "Industrial Power Control" im Kapitel "Die Segmente"). Bei Netzteilen mit digitaler Regelung findet eine ähnliche Entwicklung statt. Solche Netzteile werden zunehmend in Ladegeräten von Tablets, in Flachbildfernsehern oder in LED-Beleuchtungssystemen verwendet. Die Entwicklung der Basistechnologie ist etwas umfangreicher, aber fällt nur einmalig an. Die Anpassung an die jeweilige Anwendung findet mit deutlich weniger Aufwand und flexibel über die Programmierung verschiedener Parameter statt (siehe "Mit digitalen Regelungskonzepten den steigenden Anforderungen an die Stromversorgung begegnen" bei "Power Management & Multimarket" im Kapitel "Die Segmente"). Economies of Scope im Vertrieb: Wir nutzen zum Beispiel unsere bestehende Vertriebsinfrastruktur in Japan, um verstärkt Produkte des Segments Automotive dort zu vermarkten. Die Offensive, die wir dort vor einigen Jahren gestartet haben, trägt nun Früchte. Die Marktanteilsgewinne, die wir im Kalenderjahr 2013 auf dem japanischen Markt erzielen konnten (siehe "Marktposition" bei "Automotive" im Kapitel "Die Segmente"), sind nicht zuletzt auf die Nutzung unserer dortigen Vertriebsinfrastruktur zurückzuführen. Ein zweites Beispiel kommt aus dem Segment Chip Card & Security. Dort wollen wir jetzt den Distributionskanal stärken. Denn der Distributionskanal bietet im Bereich Sicherheitscontroller noch großes Absatzpotenzial. Dieses Potenzial schöpfen wir nun aus und nutzen dabei unsere bereits bestehende Distributionsinfrastruktur. Wir werden in Zukunft verstärkt bestehende und neue, auf die Distributionskunden ausgerichtete Produkte über unseren Distributionskanal vertreiben. Auch mit Blick auf die Realisierung von Economies of Scope passt die beabsichtigte Akquisition von International Rectifier hervorragend zu dieser Strategie. Denn viele Produkte und Technologien des Unternehmens sind komplementär zu unseren eigenen Schwerpunkten. So bringt International Rectifier IGBT-Module und IGBT-Treiber-ICs für niedrige Leistungen ein, während wir uns auf Hochleistungsmodule konzentrieren. International Rectifier ist Experte für das neue Leistungshalbleitermaterial Galliumnitrid, während wir viele Jahre Erfahrung mit Siliziumkarbid gesammelt haben. Bei der digital gesteuerten Spannungswandlung konzentrieren wir uns auf Server, während International Rectifier auch bei Spielekonsolen, Grafikkarten sowie im Bereich Netzwerk- und Mobilfunk-Infrastruktur stark vertreten ist. Im Vertrieb liegt unser Schwerpunkt bei Direktkunden, während International Rectifier sehr stark die Distribution nutzt. Regional betrachtet ist Infineon naturgemäß besonders stark in Europa vertreten, während International Rectifier uns insbesondere in seinem Heimatland USA, aber auch in Asien ergänzt. Wir wollen diese komplementären Stärken miteinander verbinden und dadurch zusätzliche Economies of Scope realisieren. Zusammenfassung Infineon hat in den letzten Jahren stark investiert: in Fertigungstechnologie und -kapazität der 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie, in Forschung und Entwicklung für Produkt- und Prozesstechnologien sowie in Vertriebsstrukturen. Dadurch haben wir den Grundstein gelegt, um zukünftig Economies of Scale und Economies of Scope zu realisieren und so unsere Profitabilität zu steigern. Die beabsichtigte Akquisition von International Rectifier passt genau zu dieser Strategie. Daher sind wir überzeugt, unser Ziel einer Segmentergebnis-Marge von 15 Prozent im Zyklusdurchschnitt erreichen zu können. Investieren mit System schont Ressourcen und differenziert im Wettbewerb: Investitionen bei 13 Prozent vom Umsatz Im Zeitraum der Geschäftsjahre 2009 bis 2014 haben wir Investitionen relativ zum Umsatz in Höhe von 15,1 Prozent getätigt. Zum einen hatten wir in den Geschäftsjahren 2011 und 2012 Nachholeffekte zu verzeichnen. Dies betrifft Investitionen, die in den wirtschaftlich schwierigeren Geschäftsjahren 2009 und 2010 nicht zu bewältigen waren. Zum anderen wurden bereits im Geschäftsjahr 2011 die ersten Investitionen in die 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung in Dresden (Deutschland) und Villach (Österreich) getätigt. G 15 Investitionen relativ zum Umsatz der Geschäftsjahre 2009 bis 2014 Weiterhin wurde unsere Kapitalintensität durch die bislang verwendete 200-Millimeter-Technologie geprägt. Die Investitionen für diese Kapazitäten spiegeln sich im historischen Durchschnitt von 15,1 Prozent wider. Mit Blick auf zukünftige Investitionen verfolgen wir die Strategie, nur dort in Eigenfertigung zu investieren, wo ein Differenzierungspotenzial bei Kosten und/oder Performance erreicht werden kann. Ist dies nicht der Fall, ist Fremdfertigung vorzuziehen. Dies gilt sowohl für die Chipfertigung als auch für die Gehäusemontage. Auf Basis dieser Maximen haben wir diverse Maßnahmen vorbereitet und umgesetzt, die uns zukünftig in die Lage versetzen, unser angestrebtes durchschnittliches Umsatzwachstum von 8 Prozent pro Jahr mit Investitionen von nur noch durchschnittlich 13 Prozent des Umsatzes zu realisieren. Die Reduktion dieser Zielquote wird wesentlich durch die folgenden Faktoren getrieben: 1. Infineon beginnt, die Früchte der 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie für Leistungshalbleiter zu ernten. Diese Fertigungstechnologie ermöglicht Wachstum mit wesentlich niedrigerem Kapitaleinsatz verglichen mit der bislang verwendeten Wafer-Größe von 200 Millimetern. Wo bislang für einen zusätzlichen Euro Umsatz eine Investition in die Fertigungskapazität von etwa einem Euro erforderlich war, sind es zukünftig nur noch circa 70 bis 80 Cent. Damit sinken die für die Realisierung des Zielwachstums erforderlichen Investitionen in Fertigungskapazitäten für Leistungshalbleiter. 2. Infineon steht am Beginn einer Wachstumskurve für Produkte, die in Standard-CMOS-Technologie bei Strukturen von 65 Nanometern oder kleiner gefertigt werden. Da die wesentliche Differenzierung dieser Produkte im Design und weniger in der Prozesstechnologie liegt, werden wir diese Technologie nicht mehr in unseren eigenen Werken fertigen, sondern die betreffenden Volumina an Auftragsfertiger vergeben. Somit sind für diese Produkte zukünftig keine Investitionen für die Prozessierung der Wafer mehr erforderlich. 3. Das Unternehmen wird künftig die Zusammenarbeit mit Auftragsfertigern auch in nicht differenzierenden Teilen der Backend-Fertigung, also der Gehäusemontage, weiter ausbauen. Damit sind auch dort entsprechend geringere Investitionen zu erwarten. 4. Infineon hat im Verlauf des Geschäftsjahres 2014 im Rahmen des eigens dafür geschaffenen Programms "Next Level of Productivity" durch eine Vielzahl von Maßnahmen die gegenwärtige sowie für die Zukunft erwartete Fertigungsproduktivität deutlich erhöht. Dies erlaubt eine höhere Ausbringung bei gegebenen Investitionen. Die detaillierte Analyse der mittel- bis langfristigen Auswirkungen dieser Faktoren hat ergeben, dass für die zukünftigen Geschäftsjahre der Zielwert für das Verhältnis der Investitionen relativ zum Umsatz auf Dauer um 2 Prozentpunkte auf nunmehr etwa 13 Prozent im Zyklusmittel abgesenkt werden kann. Weniger Investitionen bringen höhere Kapitalrendite Durch die geringeren Investitionen relativ zum Umsatz sinkt die Kapitalintensität. Dadurch steigen der Kapitalumschlag und damit auch die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE). Aus der geringeren Investitionsintensität resultiert auch eine nachhaltige Verbesserung des Free-Cash-Flows beziehungsweise eine höhere Free-Cash-Flow-Marge relativ zum Umsatz. Der höhere Free-Cash-Flow kann für eine Dividendenausschüttung genutzt werden. Daher wird der Hauptversammlung bereits für das Geschäftsjahr 2014 eine signifikante Erhöhung der Dividende um 6 Cent je Aktie auf nun 18 Cent je Aktie vorgeschlagen. Auch auf diesem höheren Niveau behält unsere bisherige Dividendenpolitik ihre Gültigkeit: Wir wollen jedes Jahr eine Dividende mindestens auf dem Niveau des Vorjahres ausschütten. Auch nach der geplanten Akquisition von International Rectifier werden sich unsere finanziellen Zielparameter und somit auch unsere generelle Dividendenpolitik nicht ändern. Hochqualifizierte und hochmotivierte Mitarbeiter sowie nachhaltiges Handeln sind Grundvoraussetzungen für unseren Erfolg Stetig steigende Anforderungen an Technik, Qualität, Geschwindigkeit und Effizienz stellen uns in der schnelllebigen Halbleiterbranche regelmäßig vor große Herausforderungen. Dank des hohen Einsatzes und der großen Zuverlässigkeit der gesamten Belegschaft gelingt es uns immer wieder, diese Herausforderungen mit großem Erfolg zu meistern. Wir sind uns bewusst, dass wir unsere Ziele ohne das Engagement und die Motivation unserer hochqualifizierten Mitarbeiter nicht erreichen können. Neben einer leistungsgerechten Entlohnung sind Führungskultur, Talentförderung sowie ein kontinuierliches Engagement für die Mitarbeiter wichtig. Wie wir dies tun und welche Ziele wir uns diesbezüglich setzen, lesen Sie im Kapitel "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter". Für ein dauerhaftes Wachstum mit adäquater Profitabilität müssen wir daneben auch nachhaltig handeln und unsere ökonomischen Ziele in Einklang mit gesellschaftlichen und ökologischen Anforderungen bringen. Wir tun dies durch verantwortungsvolle Geschäftspraktiken und die Berücksichtigung der Erwartungen relevanter Stakeholder. Im Kapitel "Nachhaltigkeit bei Infineon" erfahren Sie mehr darüber, warum und wie Nachhaltigkeit - ebenso wie das Erreichen ökonomischer Ziele - im Zentrum unseres Handelns steht und welche Ziele wir diesbezüglich verfolgen. DIE SEGMENTE scroll Umsatz Segmentergebnis Segmentergebnis- Marge Umsatzwachstum AUTOMOTIVE € 1.965 Mio. € 259 Mio. 13,2 % 14,6 % INDUSTRIAL POWER CONTROL € 783 Mio. € 144 Mio. 18,4 % 20,3 % POWER MANAGEMENT & MULTIMARKET € 1.061 Mio. € 172 Mio. 16,2 % 7,5 % CHIP CARD & SECURITY € 494 Mio. € 43 Mio. 8,7 % 6,7 % 77-Gigahertz-Siliziumgermanium-Radar-Chips Seit 2012 ist die zweite Generation unserer Radar-Chips in einem speziellen, hochkompakten Gehäuse am Markt. Im Radarsensor "MRR plus" von Bosch kommen zwei Chips von uns zum Einsatz: rechts der Empfangschip (siehe roter Kreis) und links davon der Sendechip. Radarbasierte Abstandswarnung Zur Vermeidung von Auffahrunfällen werden zunehmend radarbasierte Abstandswarnsysteme verwendet. Sie sind wiederum Teil komplexer Fahrerassistenzsysteme wie zum Beispiel autonomer Bremssysteme. Für das Ziel des autonomen Fahrens ist Radar eine Schlüsseltechnologie. AUTOMOTIVE scroll Umsatz: €1.965 Millionen Segmentergebnis: €259 Millionen Highlights: Höhere Zusatzausstattung an Sicherheits- und Komfortfunktionen sowie CO2 -reduzierende Maßnahmen führen zu spürbarer Belebung der Nachfrage Marktanteilsgewinne in allen wesentlichen Regionen; Infineon erstmals Nummer 3 in Japan Das Segment Automotive im Geschäftsjahr 2014 Umsatzentwicklung Im Segment Automotive erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz in Höhe von €1.965 Millionen; ein Wachstum von 15 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €1.714 Millionen. Das Segment steuerte 45 Prozent des Konzernumsatzes bei. Die Belebung der Automobilbranche, die sich bereits Ende des Geschäftsjahres 2013 abzeichnete, setzte sich über das gesamte abgelaufene Geschäftsjahr fort. In China stieg die Nachfrage nach Neufahrzeugen nochmals deutlich gegenüber dem Vorjahr an. Zudem zog auch der nordamerikanische Markt ab dem Frühjahr wieder merklich an. Erfreulich war auch die Erholung des europäischen Marktes. Dort war bei den Zulassungszahlen nach sechs Jahren des Rückgangs erstmals wieder ein Anstieg zu verzeichnen. Fahrzeuge von deutschen Automobilherstellern - insbesondere Oberklassefahrzeuge - waren in China und Nordamerika besonders gefragt. Zu einer spürbaren Belebung unseres Geschäfts trug auch die dynamische Nachfrage nach Fahrzeugen der oberen Mittelklasse mit einem hohen Anteil an Zusatzausstattung für Sicherheits- und Komfortfunktionen bei. In diesem Fahrzeugsegment stieg der Wert an Halbleitern pro Fahrzeug über Erwarten. Auch der starke Anstieg des Bedarfs an halbleiterbasierten Lösungen zur Reduktion des CO2 -Ausstoßes trug zu der erfreulichen Umsatzsteigerung bei. Das starke Wachstum der chinesischen Automobilindustrie zeigte sich auch bei der regionalen Verteilung des Umsatzes. Der Anteil von Asien-Pazifik (inklusive Japan) erhöhte sich auf 38 Prozent (Vorjahr: 35 Prozent). Der Anteil von Deutschland verringerte sich um 2 Prozentpunkte auf 23 Prozent. Der Anteil von Europa (ohne Deutschland) blieb mit 24 Prozent (Vorjahr: 23 Prozent) nahezu konstant. Der Anteil von Amerika verringerte sich auf 15 Prozent (Vorjahr: 17 Prozent). G 16 Umsatz und Segmentergebnis des Segments Automotive € in Millionen G17 Regionale Umsatzverteilung des Segments Automotive Entwicklung des Segmentergebnisses Das Segmentergebnis betrug €259 Millionen; ein Anstieg um 55 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €167 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 13 Prozent. Das Segmentergebnis verbesserte sich im Wesentlichen aufgrund des Umsatzanstiegs. Aufwendungen für den Start der Serienfertigung verschiedener Produktgruppen wirkten jedoch dämpfend auf die Verbesserung des Segmentergebnisses. Geschäftsausrichtung und Anwendungsfelder Infineon ist einer der wenigen Halbleiterhersteller für Automobilanwendungen, der mit einem breiten Produktportfolio an Mikrocontrollern, Sensoren, Hochfrequenz- und insbesondere Radar-Bausteinen sowie diskreten und integrierten Leistungshalbleitern die wichtigsten traditionellen Anwendungsfelder im Fahrzeug abdeckt: Antriebsstrang, Karosserie- und Komfortelektronik sowie Fahrsicherheit. In Zukunft wird auch der Bereich Daten- und Informationssicherheit deutlich an Bedeutung gewinnen. Wir werden bei Letzterem vom Know-how unseres Segments Chip Card & Security profitieren. Unsere Aktivitäten im Segment Automotive haben folgende Schwerpunkte: Umweltfreundlichkeit: Im Hinblick auf zukünftige Antriebe und die Einhaltung sich verschärfender Abgasnormen entwickeln wir zusammen mit unseren Leitkunden Mikrocontroller, Sensoren und Leistungselektronik für Steuerungssysteme. Wir leisten unseren Beitrag zur Reduktion von CO2 -Emissionen über immer effizientere Steuerungen von Verbrennungsmotoren. Auch bei der zunehmenden Elektrifizierung des Antriebsstrangs (Beispiele hierfür sind Automatikgetriebe und Start-Stopp-Systeme) wie auch der vielen Nebenaggregate (zum Beispiel Pumpen) nimmt Infineon eine führende Rolle ein. Fahrsicherheit: Mit unseren Produkten sind wir in einer Vielzahl an aktiven und passiven Sicherheitsanwendungen vertreten, die dabei helfen, die Zahl der Verkehrsunfälle zu verringern beziehungsweise die Schwere von Unfällen zu reduzieren. Das langfristige Ziel ist das unfall- und verletzungsfreie Fahren. Wir arbeiten daran, neue Funktionen zur Unfallvermeidung zu realisieren; zum Schutz für Insassen, Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer. Darüber hinaus entwickeln wir damit die Basis für das autonome Fahren der Zukunft. Informationssicherheit: Um die Funktionsfähigkeit der oben genannten Fahrsicherheitsanwendungen auch in zunehmend vernetzten Fahrzeugen gewährleisten zu können, werden zukünftig verstärkt kryptografische Verschlüsselungstechnologien erforderlich sein. Bei der Adressierung dieses Trends können wir auf unsere eigene, weltweit führende Sicherheitsexpertise unseres Segments Chip Card & Security zurückgreifen. Regionen: Neben den genannten, die Anwendungsfelder im Fahrzeug betreffenden Aktivitäten verstärken wir unsere Bemühungen, unsere regionale Präsenz, vor allem in China und Japan, weiterzuentwickeln. Wir sehen vor allem in Japan große Wachstumschancen, da die dortige Automobil-Zulieferindustrie bestrebt ist, ihre Komponenten verstärkt global zu beziehen. Wie für alle von uns adressierten Märkte gilt auch für den Automobilbereich, die lokalen Anforderungen zu erkennen und die entsprechenden Maßnahmen zügig umzusetzen. Gerade in China ist die Identifizierung der zukünftigen lokalen Champions von höchster Bedeutung, da die Automobilindustrie dort schnell wächst, aber sehr stark fragmentiert ist. Anwendungsfelder scroll Antriebsstrang Hybrid- und Elektrofahrzeuge Karosserie- und Komfortelektronik Fahrsicherheit Informationssicherheit • Generator- • Antriebssteuerung für Elektromotor • Dämpfung • ABS • Fahrtenschreiber regelung • Batteriemanagement • Fensterheber • Airbag • Kommunikation (Car-to-Car, Car-to-Infrastructure) • Getriebe- • Batterie-Schnellladesteuerung • Heckklappe • Elektronisch geregelte Fahrwerke • Originalteile-Authentifizierung steuerung • Karosseriesteuergeräte • Elektronische Lenkunterstützung (Servolenkung) • Schutz vor Manipulation (Tuning, Tachometer) • Motor- • Klimaanlage • ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) steuerung • Lenkung • Fahrerassistenzsysteme • Start-Stopp-Automatik • Lichtsteuerung • Radarbasierte Abstandswarnung • Scheibenwischer • Reifendrucküberwachung • Schiebedach • Sitzelektronik • Türelektronik Märkte, Trends und Lösungen Für die nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte sehen wir drei wesentliche Trends, die die Entwicklung der Automobiltechnik bestimmen werden und die wir mit unseren Produkten maßgeblich unterstützen: erstens emissionsarme Fahrzeuge, zweitens sichere Fahrzeuge mit dem Schwerpunkt auf Fahrerassistenzsystemen und drittens in wachsendem Maße Informationssicherheit in zunehmend vernetzten Fahrzeugen. Das Hauptgeschäft des Segments Automotive liegt natürlich im Bereich Automobilelektronik. Daneben bedienen wir aber auch mit einigen Komponenten den Bereich Industrieelektronik. Insbesondere bei Mikrocontrollern haben wir eine für die Anforderungen von Industriesteuerungen optimierte 32-Bit-Familie auf den Markt gebracht und erschließen uns dadurch neue Wachstumsmöglichkeiten. Elektrifizierung von Haupt- und Nebenaggregaten schreitet weiter voran In den großen Automobilregionen Europa, Nordamerika, Japan und China wurden inzwischen verbindliche CO2 -Emissionsziele für den Zeitraum ab 2020 vorgeschrieben (siehe "Konzernstrategie" im Kapitel "Finanzen und Strategie"). Ausgehend von den heutigen Emissionswerten bedeuten die Vorgaben eine weitere Reduzierung des CO2 -Flottendurchschnitts um mindestens 25 Prozent. Diese Vorgaben lassen sich mit der alleinigen Optimierung des Verbrennungsmotors voraussichtlich nicht erreichen. Mit der Elektrifizierung von Aggregaten (Pumpen und kleinere Elektromotoren) wurde bereits vor Jahren eine wichtige Entwicklung eingeleitet. Durch die elektronische Steuerung dieser Aggregate kann deren Leistung an den Bedarf angepasst werden. Ein Beispiel hierfür ist der Übergang von der elektromechanischen beziehungsweise hydraulischen Servolenkung zur elektronischen Servolenkung. Dieser in einigen Anwendungen stattfindende Übergang von Mechanik und Hydraulik zur Elektronik erhöht die Effizienz im Fahrzeug und senkt den CO2 -Ausstoß. Diese Entwicklung hin zu einer elektrischen Steuerung der Aggregate setzt sich fort. Nach den starken Motoren für Servolenkung sowie Start-Stopp-Automatik werden nun auch die kleineren, bislang ungeregelten Elektromotoren in den Nebenaggregaten drehzahlgesteuert ausgelegt: zum Beispiel Wasser- und Benzinpumpen sowie Motoren für Luftstrom und Belüftungsklappen in Gebläse und Klimaanlage. Die dort eingesetzten Elektrokleinmotoren sind meist sogenannte bürstenlose Gleichstrommotoren. Sie haben gegenüber den klassischen bürstenbehafteten Gleichstrommotoren einen höheren Wirkungsgrad und einen geringeren Verschleiß. Zusätzlich zu Leistungskomponenten und Mikrocontrollern sind bei diesen Motoren Magnetfeldsensoren und -schalter für die effiziente Drehzahlregelung und Kommutierung erforderlich. Für die Hersteller von Fahrzeugen der Mittel- und Oberklasse werden auch diese Optimierungen nicht ausreichen, um die Emissionsziele zu erreichen. Eine höhere Anzahl an Elektro- und Hybridfahrzeugen ist unerlässlich, um den Flottendurchschnitt auf den geforderten Zielwert zu senken. Dabei kommt den Plug-in-Hybridfahrzeugen (PHEV) eine besondere Rolle zu. Sie unterscheiden sich von den reinen Hybridfahrzeugen dadurch, dass sie eine größere Batterie haben und außer über Bremsenergierückgewinnung auch an der Steckdose geladen werden können. PHEVs können Distanzen von rund 50 Kilometern rein elektrisch fahren. Dadurch ergeben sich gemäß den Bewertungsmethoden sehr niedrige CO2 -Emissionswerte. Wir sehen in diesem Typ von Hybridfahrzeug eine vielversprechende Variante. Unsere für Elektromobilität entwickelten Leistungshalbleiterkomponenten kommen auch bei PHEVs zum Einsatz. G 18 Durchschnittlicher Halbleiterwert verschiedener Fahrzeugtypen (2013) in US$ Quelle: Strategy Analytics, "Automotive Semiconductor Demand Forecast 2012 - 2021", Mai 2014 Fahrerassistenzsysteme auf dem Vormarsch; radarbasierte Abstandswarnung für teilautonomes Fahren unerlässlich Die Unfallstatistik zeigt einen erfreulichen Trend: Die Zahl der bei Unfällen schwer verletzten beziehungsweise tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmer sinkt seit Jahren. Die Entwicklung begann mit der Einführung von passiven Sicherheitssystemen wie zum Beispiel Sicherheitsgurt (1971), ABS (1978), Airbag (1980), Gurtstraffer (1983) oder Seitenairbag (1996). Diese passiven Sicherheitssysteme, die im Falle eines Unfalls die Schwere der Verletzungen minimieren sollen, haben inzwischen ein sehr hohes Niveau erreicht. Der nächste große Wachstumsmarkt sind aktive Sicherheitssysteme. Diese können einen Unfall durch aktiven Eingriff in das Fahrgeschehen entweder komplett verhindern oder seine Auswirkungen deutlich reduzieren. Beispiele für aktive Sicherheitssysteme sind Fußgängererkennung, Abstandswarnung sowie Toter-Winkel-Erkennung. Für viele dieser aktiven Sicherheitssysteme ist Radar eine Schlüsseltechnologie. G 19 Erwartete Anzahl an radarbasierten Systemen zur Abstandswarnung in Stück 1 CAGR = Compound Annual Growth Rate = Durchschnittliche jährliche Wachstumsrate 2 geschätzt Quelle: Strategy Analytics, "Automotive Semiconductor Demand Forecast 2012 - 2021", Mai 2014 Die aktiven Sicherheitssysteme werden zu Fahrerassistenzsystemen (FAS) erweitert. FAS erlangen immer mehr Bedeutung in der Verkehrssicherheit, weil sie den Fahrer bei seiner Fahraufgabe erheblich unterstützen. Sie assistieren ihm beispielsweise in kritischen Situationen oder helfen gegebenenfalls, einen Fahrfehler zu korrigieren und so das Unfallrisiko zu reduzieren. Beispiele für FAS sind autonome Bremssysteme zum Schutz der Fußgänger sowie Überholassistenten und Spurhaltesysteme bei Autobahnfahrten. FAS sind elementarer Bestandteil des teilautonomen Fahrens. Sie werden sich weiterentwickeln, um letztendlich das langfristige Ziel des vollautonomen Fahrens zu ermöglichen. FAS zählen zu den am schnellsten wachsenden Anwendungen im Fahrzeug. Zum Beispiel wird für den Markt der radarbasierten Abstandswarnsysteme eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von rund 40 Prozent prognostiziert. Pro Fahrzeug können dabei sogar mehrere Radarsensoren platziert werden: vorne und hinten jeweils in der Mitte oder in den vier Ecken. Der Markt für radarbasierte Sicherheitssysteme teilt sich in zwei Anwendungsbereiche: 1. In Warnsysteme, die nur einen optischen Hinweis geben, wenn zu nahe aufgefahren oder ein Objekt im toten Winkel erkannt wird. Dies stellt für den Fahrer eine erweiterte Wahrnehmung dar. 2. In Fahrerassistenzsysteme mit einer aktiven Funktion, die also selbstständig in die Lenkung, den Motor oder die Bremse eingreifen. Solche Systeme erfordern eine sehr hohe Entfernungs- und Winkelauflösung. Ebenso sind die Sicherheitsanforderungen (zum Beispiel ISO 26262) an solche Systeme viel höher. Zur Abstandsmessung liefert Infineon 77-Gigahertz-Radar-Sende- und Empfangsbausteine. Die Fertigung in einer Siliziumgermanium-Technologie und die Umsetzung in einem hochkompakten, für Radaranwendungen optimierten Gehäuse senkten die Systemkosten und brachten somit die radarbasierte Abstandsmessung in den Massenmarkt. Heute hat Infineon für dieses Produkt in allen technologisch führenden Automobilregionen - Europa, Nordamerika, Japan und Korea - Leitkunden. AURIX™: Einsatz neben Antriebsstrang auch zunehmend in sicherheitskritischen Anwendungen Infineons 32-Bit-Automobil-Mikrocontroller kamen bislang hauptsächlich im Antriebsstrang zum Einsatz. Nach dem großen Erfolg im Bereich Motor- und Getriebesteuerung werden sie von unseren Kunden nun auch verstärkt in sicherheitskritischen Anwendungen eingesetzt. Vor allem mit unseren 32-Bit-Mehrkern-Mikrocontrollern der AURIX™-Familie gewinnen wir bei Anwendungen wie Servolenkung, Bremsen, Airbag und Abstandswarnung immer mehr Kundenprojekte. Rund die Hälfte der neuen Projekte, in denen AURIX™ von unseren Kunden eingeplant ist, entfällt auf solche sicherheitskritischen Anwendungen. Darüber hinaus werden die Produkte der AURIX™-Familie nicht nur in Pkws verwendet, sondern zunehmend auch in Bau- und Agrarfahrzeugen. Nicht zuletzt die kryptografischen Funktionen für die Informationssicherheit, die das Segment Chip Card & Security beisteuert, sind der Grund für den Erfolg der AURIX™-Familie. Die Hardware-Sicherheitsmodule werden in verschiedene Mikrocontroller-Varianten integriert. So kann das geistige Eigentum unserer Kunden, wie zum Beispiel der Programmcode für eine Motorsteuerung, geschützt werden. Daneben sehen wir in den Bereichen Infotainment, Notrufsysteme und Car-to-Car-Kommunikation weiteren Bedarf für diskrete Sicherheitscontroller. Ein Beispiel hierfür ist die nach den strengen Anforderungen der Automobilindustrie qualifizierte SIM-Karte von Infineon, die in den Mobilfunkmodulen im Auto eingesetzt wird. Daneben werden sicherheitszertifizierte Sicherheitscontroller bereits in Fahrtenschreibern verwendet. Anwendungsfelder unserer XMC-Industrie-Mikrocontroller-Familie deutlich erweitert Im Bereich Industrie-Mikrocontroller haben wir mit unserer XMC-Familie vor zwei Jahren mit der Entscheidung, einen Rechenkern von ARM® zu lizenzieren, eine strategische Neuausrichtung eingeleitet. So können wir unseren Kunden eine Kombination aus einem 32-Bit-Quasi-Industriestandard-Prozessorkern und von Infineon entwickelten anwendungsoptimierten Peripherieelementen bieten. Mit diesem Schritt haben wir die Akzeptanz und damit die Anzahl der Anwendungsfelder erweitert. Waren wir mit unseren früheren Industrie-Mikrocontrollern im Wesentlichen in den Bereichen Fabrikautomatisierung, Transport und Stromversorgung vertreten, so kamen mit der ARM® -basierten XMC-Familie die Anwendungsfelder Gebäudeautomatisierung und Elektrowerkzeuge hinzu. Mit den bisherigen Anwendungen waren wir stark auf klassische Industriekunden vornehmlich in Europa ausgerichtet. Mit den neuen Anwendungen sehen wir neue Wachstumschancen vor allem in Amerika und in Asien-Pazifik. Einhergehend mit der Erweiterung der Anwendungsfelder und der Kundenbasis erwarten wir eine leichte Beschleunigung unseres Wachstumstempos im Bereich Industrie-Mikrocontroller. Time-to-Market spielt für unsere XMC-Kunden eine wichtige Rolle. Wir unterstützen sie mit der einfach zu bedienenden Entwicklungsumgebung DAVE™ (Digital Application Virtual Engineer). Mit DAVE™-Apps stehen Entwicklern viele kombinierbare, anwendungsorientierte Software-Komponenten zur Verfügung, was die Software-Entwicklung für Mikrocontroller vereinfacht. Unsere Kunden können daher ihr Produkt schneller auf den Markt bringen. Die Vielfalt der anwendungsoptimierten Peripheriefunktionen in Kombination mit der Unterstützung unserer Kunden bei der Software-Entwicklung betrachten wir als Differenzierungsmerkmal in diesem Produktsegment. G 20 Marktanteil bei Automobilhalbleitern Quelle: Strategy Analytics, "Automotive Semiconductor Vendor Market Shares", April 2014 Marktposition Der Weltmarkt für Automobilhalbleiter ist im Kalenderjahr 2013 nach Analysen des Marktforschungsunternehmens Strategy Analytics um 5,1 Prozent gewachsen: von US$23,883 Milliarden im Jahr 2012 auf US$25,111 Milliarden. Mit einem Zuwachs von 0,5 Prozentpunkten war Infineon der größte Gewinner unter den fünf größten Wettbewerbern. Infineons Marktanteil stieg von 9,1 Prozent auf 9,6 Prozent. Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 44,7 Prozent Marktanteil. Europa ist mit US$8,696 Milliarden nach wie vor die mit Abstand bedeutendste Region für Automobilhalbleiter. Hier blieb Infineon Marktführer mit 13,1 Prozent Marktanteil (Vorjahr: 13,0 Prozent). In Nordamerika (Marktgröße US$4,804 Milliarden) blieb Infineon mit 8,6 Prozent Marktanteil (Vorjahr: 8,4 Prozent) auf Rang 2. Die erfreulichste Entwicklung zeigte sich in Japan (Marktgröße US$4,896 Milliarden). Durch Marktanteilsgewinne in Höhe von 0,6 Prozentpunkten erreichte Infineon dort mit 4,3 Prozent den bislang höchsten Marktanteil und rückte zum ersten Mal auf Rang 3 vor (Vorjahr: Rang 5). Die größten Marktanteilsgewinne erzielten wir jedoch in der am schnellsten wachsenden Region China (Marktgröße US$3,451 Milliarden). Während der Markt in dieser Region um 22 Prozent zulegte, wuchs Infineon dort mit über 40 Prozent schneller als jeder andere Wettbewerber, was zu einem Marktanteilsgewinn von 1,2 Prozentpunkten führte. Mit 8,2 Prozent Marktanteil blieb Infineon auf Rang 5. In Korea, der fünftgrößten Region (Marktgröße US$2,018 Milliarden), behielt Infineon mit großem Abstand die Nummer-1-Position mit 13,3 Prozent Marktanteil (Vorjahr: 13,7 Prozent). Betrachtet man den Automobil-Halbleitermarkt nach Produktkategorien, zeigt sich folgendes Bild: Infineon ist mit seinem Produktportfolio in den größten und am schnellsten wachsenden Produktkategorien prominent vertreten. Auf Leistungshalbleiter (Marktgröße US$6,675 Milliarden) entfielen 26 Prozent des Marktes. Infineon konnte hier als Marktführer seinen Marktanteil um 0,3 Prozentpunkte auf 21,3 Prozent ausbauen. In der zweitgrößten Kategorie, Mikrocontroller (Marktgröße US$6,233 Milliarden) mit einem Anteil von 25 Prozent, gewann Infineon 0,7 Prozentpunkte Marktanteil auf nun 8,7 Prozent und blieb damit auf Rang 3. Bei Sensoren, der drittgrößten Kategorie (Marktgröße US$3,708 Milliarden; mit einem Anteil von 15 Prozent), gewann Infineon 1,0 Prozentpunkte Marktanteile und festigte damit Rang 2 mit 11,4 Prozent. In den übrigen Produktkategorien (sonstige; Marktgröße US$8,495 Milliarden) - sie umfassen unter anderem Speicher, optische Komponenten und nicht-leistungshalbleiterbezogene Analog-ICs - ist Infineon kaum oder nicht vertreten. G 21 Marktanteil bei Automobilhalbleitern in Japan; Infineon erstmals auf Position 3 Quelle: Strategy Analytics, "Automotive Semiconductor Vendor Market Shares", April 2014 G 22 Umsatzverteilung bei Automobilhalbleitern nach Produktkategorien 1 Sonstige beinhaltet Speicher, optische Halbleiter, Kleinsignalkomponenten sowie weitere Halbleiterprodukte. Quelle: Strategy Analytics, "Automotive Semiconductor Vendor Market Shares", April 2014 6,5-Kilovolt-IGBT-Modul in Industrieanwendungen Infineons leistungsstärkste IGBT-Module schalten Spannungen von 6,5 Kilovolt und Ströme von über 100 Ampere. Sie sind unter anderem Teil von energieeffizienten Motorsteuerungen für Antriebe, Pumpen, Kompressoren, Lüfter, Mixer und Mühlen. Frequenzumrichter für Gaskompressoren Die weltweit leistungsstärksten Elektromotoren kommen unter anderem in der chemischen Industrie für die Luftzerlegung zum Einsatz. Der Frequenzumrichter für den drehzahlvariablen Betrieb füllt ganze Schaltschränke mit mehreren hundert unserer IGBT-Module. INDUSTRIAL POWER CONTROL scroll Umsatz: €783 Millionen Segmentergebnis: €144 Millionen Highlights: Variantenvielfalt auf bestehender Technologiebasis erhöht Wachstumsmöglichkeiten durch Erweiterung des Anwendungsspektrums Das Segment Industrial Power Control im Geschäftsjahr 2014 Umsatzentwicklung Im Segment Industrial Power Control erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz in Höhe von €783 Millionen; ein Wachstum von 20 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €651 Millionen. Das Segment steuerte 18 Prozent des Konzernumsatzes bei. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir in allen Anwendungsbereichen eine erfreuliche Entwicklung verzeichnen. Unser Umsatzwachstum war insbesondere geprägt durch eine deutlich gestiegene Nachfrage im Bereich der erneuerbaren Energien und im Schienenverkehr sowie durch eine langsame, aber stetige Belebung bei industriellen Antrieben. Rund die Hälfte des Segmentumsatzes erwirtschaften wir in Asien-Pazifik und insbesondere in China. Entscheidungen über dortige Infrastrukturprogramme wirken sich somit nicht unerheblich auf unser Geschäft aus. Die wieder angestoßenen Projekte für Hochgeschwindigkeits-Zugverbindungen sowie für Stadtbahnlinien (Schnell- und Straßenbahnen sowie U-Bahnen) führten zu einem Umsatzanstieg im Bereich Schienenfahrzeuge. Daneben profitierten wir von der Umsetzung der dortigen Ausbaupläne für erneuerbare Energien. China ist darüber hinaus unser größter Markt für Komponenten für Haushaltsgeräte. Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich Verschiebungen in der regionalen Umsatzverteilung zugunsten von Asien. Asien-Pazifik (inklusive Japan) liegt nun mit 50 Prozent (Vorjahr: 44 Prozent) erstmals vor Europa mit 41 Prozent (Vorjahr: 44 Prozent). Der Anteil von Amerika verringerte sich von 12 Prozent im Vorjahr auf nun 9 Prozent. G 23 Umsatz und Segmentergebnis des Segments Industrial Power Control € in Millionen G 24 Regionale Umsatzverteilung des Segments Industrial Power Control Entwicklung des Segmentergebnisses Das Segmentergebnis betrug €144 Millionen; ein Anstieg um 279 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €38 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 18 Prozent. Das Segmentergebnis des Vorjahres war insbesondere durch hohe Kosten für nicht ausgelastete Fertigungskapazitäten belastet. Der Umsatzanstieg in diesem Jahr führte zu deutlich geringeren Kosten für nicht ausgelastete Fertigungskapazitäten sowie darüber hinaus zu einem höheren Ergebnisbeitrag. Der Umsatz stieg deutlich schneller als die zusätzlichen Kapitalkosten in Form von Abschreibungen, was sich ebenfalls positiv auswirkte. Zudem trugen verschiedene Initiativen zur Effizienzsteigerung in der Fertigung zur Verbesserung des Segmentergebnisses bei. Geschäftsausrichtung und Anwendungsfelder Elektrischer Strom muss erzeugt, zum Verbraucher übertragen und dort gewandelt werden. Und dies jeweils möglichst effizient. Das Segment Industrial Power Control bietet für all diese Schritte der elektrischen Leistungsübertragung Halbleiterprodukte an. Leistungshalbleiter sind oft nicht nur für die Funktion der Produkte und Systeme unserer Kunden die entscheidende Komponente, sondern sie haben auch Einfluss auf deren Effizienz, Größe, Gewicht und Kosten. Vor allem die Erhöhung der Leistungsdichte - also der in einer bestimmten Baugröße gewandelten elektrischen Leistung - ist die treibende Kraft hinter dem Fortschritt bei IGBT-Leistungstransistoren. Sie bestimmt ganz entscheidend unsere Differenzierung im Wettbewerb und kann nur mit technologisch führenden Produkten erreicht werden. Wir haben den Anspruch, Innovationsführer im Bereich Hochleistungshalbleiter zu bleiben. Mit unserem breiten Produktportfolio decken wir nahezu den kompletten Leistungsbereich von wenigen hundert Watt bis zu mehreren Megawatt ab. Unser Produktspektrum umfasst diskrete IGBT-Leistungstransistoren, IGBT-Module, IGBT-Stacks sowie Treiber-ICs und Treiber-Boards zur Ansteuerung der IGBT-Module. Wir sind bereits heute in sehr vielen Märkten, Anwendungsfeldern und Regionen tätig. In den nächsten Jahren sehen wir vor allem in folgenden Bereichen Raum für Wachstum: Neue Anwendungsfelder: Beispiel für neu aufkommende Anwendungsfelder für Leistungselektronik sind Energiespeicher, Agrar-, Bau- und Bergbaufahrzeuge, Elektro- und Hybridbusse sowie die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Treiber-ICs: Die Erweiterung unseres Portfolios für Treiber-ICs erreichen wir zum einen durch die Weiterentwicklung unserer bestehenden Produktfamilien. Zum anderen hilft uns die geplante Übernahme von International Rectifier, durch die wir Zugang zu einem komplementären IGBT-Treiber-Portfolio erhalten. IGBT-Module: Unser IGBT-Modul-Portfolio erweitern wir selektiv bei Anwendungen im unteren Leistungsbereich von 100 bis 2.000 Watt, wie sie zum Beispiel in Klimaanlagen, Waschmaschinen und Industrieantrieben zum Einsatz kommen. Um uns in diesem Markt zu verstärken, haben wir unseren Anteil am koreanischen Joint Venture LS Power Semitech Co., Ltd. ("LSPS") im Juni 2014 auf eine Mehrheitsbeteiligung von 66,4 Prozent aufgestockt. LSPS ist heute vorwiegend in Korea im Bereich Haushaltsgeräte aktiv. Unser Ziel ist es, unsere weltweite Vertriebsinfrastruktur zu nutzen und so auch in anderen Ländern die IGBT-Produkte von LSPS zu vertreiben. Darüber hinaus profitieren wir durch die geplante Akquisition von International Rectifier von deren kompakten IGBT-Modulen, die mehrheitlich in industriellen Anwendungen zum Einsatz kommen. Anwendungsfelder scroll Industrieantriebe (Motoren, Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren) Unterbrechungsfreie Stromversorgung Industriefahrzeuge Schienenfahrzeuge Energieübertragung Haushaltsgeräte • Antriebstechnik Erneuerbare Energieerzeugung • Agrarfahrzeuge • Lokomotiven • Anbindung von Offshore-Windparks • Induktionskochfelder • Aufzugssysteme • Fotovoltaikanlagen • Baufahrzeuge • Metrozüge • FACTS (flexible AC Transmission Systems) • Induktionsreiskocher • Automatisierungstechnik • Windkraftanlagen • Bergbaufahrzeuge • Schnellzüge • Klimaanlagen • Fördertechnik • Gabelstapler • Straßenbahnen • Mikrowellenherde • Klimatechnik • Hybridbusse • Waschmaschinen • Rolltreppen Ladestationen für Elektrofahrzeuge Märkte, Trends und Lösungen IGBT-Leistungskomponenten finden sich in den unterschiedlichsten Anwendungen. Der Leistungsbereich reicht von den größten Elektromotoren der Welt mit einigen Megawatt bis zu Kleinmotoren mit wenigen hundert Watt. Die Zahl der Anwendungen und damit die Bedeutung der Elektrizität nehmen noch zu. Fortbewegung und Mobilität werden immer öfter mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen bewerkstelligt. Der Schienenverkehr findet fast nur noch auf elektrifizierten Strecken statt. Erneuerbare Energien gewinnen durch den Klimawandel und die dadurch getriebenen Vorgaben von Regierungen zur Reduktion von CO2 -Emissionen an Bedeutung. Für dieses breite Anwendungsspektrum entwickeln wir kontinuierlich neue Produkte: IGBT-Module, diskrete IGBT-Leistungstransistoren sowie Treiber-Bausteine. Von Letzteren haben wir dieses Jahr eine interessante Variante vorgestellt. Leistungsstärkste Pumpen und Kompressoren von teilweise über hundert IGBT-Modulen angetrieben Elektromotoren werden in Antrieben, Pumpen, Kompressoren und Ventilatoren verwendet. Die größten Exemplare solcher Motoren kommen in Schleusen, Zementmühlen, Zügen, in Pumpen für städtische Wasserwerke, in Luftverdichtern zur Herstellung von technischen Gasen sowie in Kompressoren für Gaspipelines vor. In vielen Fällen kommen unsere 6,5-Kilo-volt-IGBT-Module zum Einsatz. Mit teilweise über hundert Komponenten dieser Spannungsklasse werden Elektromotoren mit Leistungen von 100 Kilowatt bis über 10 Megawatt angetrieben. Viele Motoren sind 20 Jahre und länger im Einsatz. Höchste Anforderungen an die Zuverlässigkeit und Qualität werden sowohl an die Motoren selbst wie auch an die Steuerung und damit an unsere Produkte gestellt. Die traditionellen Spannungsklassen für Höchstleistungs-IGBT-Module sind 3,3 Kilovolt und 6,5 Kilovolt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir die ersten IGBT-Module für die Spannungsklasse von 4,5 Kilovolt vorgestellt. Diese Spannungsklasse kommt vor allem in Asien vor, setzt sich aber zunehmend auch global in Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungen (HGÜ) durch. Die erste Variante unseres 4,5-Kilovolt-IGBT-Moduls wurde für den asiatischen Schienenverkehr entwickelt. Eine zweite Variante dieser Spannungsklasse folgt im Geschäftsjahr 2015 und adressiert den Bereich HGÜ, mit der zum Beispiel Offshore-Windparks an das Stromnetz an Land angebunden werden. Erneuerbare Energien: China und die USA sind die neuen Wachstumsregionen; "Repowering" gewinnt in Europa an Bedeutung Strukturelle Veränderungen beobachten wir im Bereich der erneuerbaren Energien. Kam in den letzten 20 Jahren die Nachfrage, sowohl bei Wind wie auch bei Fotovoltaik, hauptsächlich aus Europa, so hat sich das Geschäft inzwischen verstärkt auf Asien und die USA verlagert. Infineon ist selbst international sehr breit aufgestellt und profitiert nun vor allem vom Wachstum der chinesischen Wechselrichterhersteller, und zwar sowohl im Hinblick auf den Fotovoltaik-Ausbau in China selbst als auch beim Export der Wechselrichter in andere Regionen. Neben der regionalen Verlagerung findet auch eine Veränderung der Anlagengröße statt. Während in Europa hauptsächlich Aufdachanlagen mit kleiner und mittlerer Leistung von bis zu 50 Kilowatt installiert werden, kommen in China und in den USA vor allem Großflächenanlagen mit Leistungen von einigen Megawatt zum Einsatz. Bezogen auf unsere Produkte verschiebt sich der Schwerpunkt von diskreten IGBT-Leistungshalbleitern hin zu IGBT-Modulen (zum Beispiel EconoDUAL™ 3, EconoPACK™ 4 und PrimePACK™). Auch im Bereich Windkraftanlagen zeigen sich strukturelle Veränderungen. In Europa gewinnt die Erneuerung älterer, leistungsschwacher Windkraftanlagen durch moderne, leistungsstarke Windturbinen an Bedeutung. "Repowering" heißt dieser Trend, der nun einsetzt und noch viele Jahre anhalten wird. Wo vor vielen Jahren an windreichen Standorten die ersten Windkraftanlagen mit einer Leistung von rund 100 Kilowatt installiert wurden, werden sie nun dort durch solche mit einer Leistung von rund 3 Megawatt ersetzt. Mit der Turbinenleistung steigt entsprechend auch der Wert der Leistungshalbleiter. In Umrichtern von Windkraftanlagen kommen zum Beispiel unsere IGBT-Module der Typen EconoPACK™ und EconoDUAL™ sowie zunehmend auch unsere IGBT-Stacks (zum Beispiel ModSTACK™ HD1) zum Einsatz. Ganz anders verhält es sich in China und in den USA. In diesen, was den Ausbau von Windenergie betrifft, dynamischsten Regionen dominiert das Neugeschäft. EiceDRIVER™ 1EDS-SRC: Neuer Treiberbaustein mit einstellbarer Flankensteilheit erhöht den Wirkungsgrad von Motorsteuerungen und senkt die Systemkosten IGBT-Module werden zwar von Mikrocontrollern gesteuert, können aber nicht direkt an diese angeschlossen werden. Die Ausgangssignale eines Mikrocontrollers sind viel zu schwach, um sie direkt auf die Eingangsleitungen eines IGBT-Moduls aufschalten zu können. Eine Zwischenstufe ist daher erforderlich. Treiber-ICs erfüllen diese Anpassung der unterschiedlichen Spannungsniveaus und liefern die erforderlichen Steuerströme. Im Mai 2014 stellte Infineon den IGBT-Treiberbaustein "EiceDRIVER™ 1EDS-SRC" vor. "SRC" steht dabei für "Slew Rate Control" und bedeutet "Einstellbarkeit der Flankensteilheit". Unter Flankensteilheit versteht man die Steilheit der Signalflanken eines Schaltsignals, angegeben beispielsweise in Volt pro Millisekunde. Man kann mit diesem neuen Baustein also einstellen, wie schnell der angeschlossene IGBT-Leistungsschalter vom Zustand "Aus" in den Zustand "Ein" übergehen soll. Die Einstellbarkeit der Flankensteilheit hat Vorteile, denn unterschiedliche Anwendungen erfordern ein unterschiedliches Einschaltverhalten. Ein schnelles Ein- beziehungsweise Ausschalten des IGBT-Leistungstransistors mit einer hohen Flankensteilheit sorgt für geringe Schaltverluste. Andererseits reduziert langsames Einschalten mit einer geringen Flankensteilheit die elektromagnetischen Störsignale sowie die Überspannungsspitzen, die im Motor auftreten. Dadurch wird die Beanspruchung der Isolation des Elektromotors reduziert, was sich günstig auf die Lebensdauer und die Servicekosten des Motors auswirkt. Die Anstiegsflankensteilheit einer Motorsteuerung wird normalerweise während der Entwicklungsphase mit einem Widerstand festgelegt und kann im Betrieb nicht verändert werden. Der neue Baustein EiceDRIVER™ 1EDS-SRC bricht dieses Paradigma. Mit ihm kann nun die Flankensteilheit dynamisch verändert und den Gegebenheiten im Betrieb angepasst werden. Dadurch lässt sich die Verlustleistung der Motorsteuerung reduzieren. Mit dem neuen EiceDRIVER™ 1EDS-SRC wird also eine Reduzierung der Systemkosten durch Einsparungen am Kühlaufwand erreicht. Er findet Anwendung in Motorsteuerungen für industrielle Antriebe wie zum Beispiel in sogenannten Antriebsumrichtern und Servoantrieben mit Leistungen im Bereich von 22 bis 200 Kilowatt. Erfolg durch anwendungsspezifische IGBT-Transistoren bei induktivem Kochen Beim Design von Leistungstransistoren können aus physikalischen Gründen nicht alle Eigenschaften unabhängig voneinander optimiert werden. Besonders bei der IGBT-Technologie kann man die Verluste bei den Schaltvorgängen (Schaltverluste) nicht unabhängig von den Verlusten im eingeschalteten Zustand (Durchlassverluste) minimieren. Mit der IGBT-Technologie TRENCHSTOP™ 5 ist es uns jedoch gelungen, gleichermaßen Schalt- und Durchlassverluste erheblich zu reduzieren. TRENCHSTOP™ 5 wurde speziell für 650-Volt-typische Anwendungen wie Fotovoltaik-Wechselrichter, unterbrechungsfreie Stromversorgungen, elektronisch geregelte Schweißgeräte sowie induktives Kochen entwickelt. TRENCHSTOP™ 5 ist die Technologiebasis für viele IGBT-Produkte. Damit erreichen wir eine größere IGBT-Typenvielfalt, mit der wir wiederum einen größeren Markt bedienen können. Damit sorgen wir für eine beherrschbare Komplexität bei der Fertigungstechnologie und nutzen die Skaleneffekte der hohen Stückzahlen. Ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung dieser Strategie ist unsere herausragende Stellung im Bereich induktives Kochen. In enger Kooperation mit unseren Leitkunden haben wir seit vielen Jahren IGBT-Leistungstransistoren für die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Anwendung - Einfeld-Induktionskocher oder Küchenherde mit Mehrkochfeldern - entwickelt. Das jüngste Produkt ist der IGBT-Leistungstransistor-Typ RC-H5. Er basiert auf der TRENCHSTOP™ 5-Technologie und wird in den Induktionskochfeldern des chinesischen Herstellers Midea verwendet. Neue Anwendungsfelder: Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie Energiespeicher Ein weiteres Anwendungsgebiet für Leistungselektronik stellt für uns der Bereich Elektromobilität mit seinen vielen Facetten dar. Der größte Markt für Elektro- und Hybridbusse ist inzwischen China. Etwa 10.000 solcher emissionsarmer Nutzfahrzeuge werden dort pro Jahr produziert. In den Elektrobussen von Yutong, Chinas größtem Hersteller, kommen unsere IGBT-Module vom Typ EconoPACK™+ zum Einsatz. Die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen, seien es Pkws oder auch Nutzfahrzeuge, erhöht die Notwendigkeit einer Ladeinfrastruktur. Hier sind wir zum Beispiel in den Stromtankstellen des US-amerikanischen Fahrzeugherstellers Tesla vertreten. Ein weiteres neues Anwendungsgebiet sind batteriebasierte Energiespeicher zur Aufnahme überschüssiger erneuerbarer Energie während wind- beziehungsweise sonnenintensiver Phasen. Erste Aufträge für IGBT-Module solcher Energiespeicher haben wir aus Korea erhalten. Marktposition Weltmarkt für diskrete Leistungshalbleiter und -module Der Weltmarkt für Leistungshalbleiter - inklusive diskreter Leistungshalbleiter und -module, jedoch ohne Leistungs-ICs - setzte seine bereits 2012 begonnene Abschwächung in den ersten Monaten des Jahres 2013 fort. Danach folgte für den Rest des Jahres 2013 eine kontinuierliche Erholung. Dennoch schrumpfte der Markt über das gesamte Kalenderjahr 2013 gerechnet leicht um 0,3 Prozent auf US$15,373 Milliarden (Vorjahr: US$15,422 Milliarden). Infineon konnte gegen den Trend im Umsatz wachsen und unter allen Wettbewerbern mit 0,9 Prozentpunkten den größten Marktanteilsgewinn erzielen. Infineon hält nun 12,3 Prozent des Marktes. Die Distanz zur Nummer 2 beträgt nun 5,1 Prozentpunkte (Vorjahr: 3,7 Prozentpunkte). Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 36,8 Prozent Marktanteil. Weltmarkt für IGBT-Module Der Weltmarkt für IGBT-Module schrumpfte im Kalenderjahr 2013 um 3,3 Prozent auf US$3,053 Milliarden (Vorjahr: US$3,155 Milliarden). Infineon erzielte unter den zehn größten Wettbewerbern den größten Umsatzzuwachs und gewann 1,1 Prozentpunkte Marktanteil auf nun 20,5 Prozent. Damit blieb Infineon auf Rang 2, verkürzte jedoch den Abstand zum Marktführer auf 5,6 Prozentpunkte (Vorjahr: 8,3 Prozentpunkte). Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 74,0 Prozent Marktanteil. Infineon blieb in drei wesentlichen Absatzmärkten Marktführer: in EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) mit einem Marktanteil von 30,4 Prozent (plus 0,4 Prozentpunkte), in Nord-, Mittel- und Südamerika mit einem Marktanteil von 36,1 Prozent (plus 1,3 Prozentpunkte) sowie in China mit einem Marktanteil von 26,9 Prozent (plus 0,9 Prozentpunkte). Weltmarkt für diskrete IGBT-Leistungstransistoren Der Weltmarkt für diskrete IGBT-Leistungstransistoren wuchs im Kalenderjahr 2013 um 0,6 Prozent auf US$968 Millionen (Vorjahr: US$962 Millionen). Infineon erzielte unter allen Wettbewerbern mit 3,7 Prozentpunkten den mit Abstand größten Marktanteilszuwachs auf nun 24,7 Prozent. Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 78,4 Prozent Marktanteil. Infineon konnte in allen Regionen Marktanteile gewinnen und blieb in EMEA und China weiterhin Marktführer. Der größte Sprung gelang in Nord-, Mittel- und Südamerika. Dort erhöhte sich unser Marktanteil von 5,0 Prozent im Vorjahr (Platz 6) auf nun 15,2 Prozent (Platz 2). G 25 Marktanteil bei diskreten Leistungshalbleitern und -modulen Quelle: IHS Inc., "Power Semiconductor Discretes & Modules Report - 2014", September 2014 G 26 Marktanteil bei IGBT-Modulen Quelle: IHS Inc., "Power Semiconductor Discretes & Modules Report - 2014", September 2014 G 27 Marktanteil bei diskreten IGBT-Leistungshalbleitern Quelle: IHS Inc., "Power Semiconductor Discretes & Modules Report - 2014", September 2014 Integrierte Leistungsstufe DrBlade™ 2 DrBlade™ 2 kombiniert zwei Leistungstransistoren und einen Treiber-IC in einem nur 0,6 Millimeter hohen Gehäuse. DrBlade™ 2 zusammen mit unserem digitalen Controller-IC ist unsere Lösung für digitale Regelungskonzepte. Stromversorgung von Prozessoren in Servern Unsere Systemlösung bietet bei der Stromversorgung von Prozessoren bei allen Lastbedingungen höchste Effizienz. Der Stromverbrauch von Rechenzentren mit vielen tausend Servern kann dadurch reduziert werden. POWER MANAGEMENT & MULTIMARKET scroll Umsatz: €1.061 Millionen Segmentergebnis: €172 Millionen Highlights: Strategische Ausrichtung vom Produktdenken zum Systemverständnis in vollem Gang Infineon erstmals Marktführer bei Standard-MOSFET-Leistungstransistoren Das Segment Power Management & Multimarket im Geschäftsjahr 2014 Umsatzentwicklung Im Segment Power Management & Multimarket erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz in Höhe von €1.061 Millionen; ein Wachstum von 7 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €987 Millionen. Das Segment steuerte 25 Prozent des Konzernumsatzes bei. Der Umsatzzuwachs hatte im Wesentlichen drei Gründe. Erstens stieg die Nachfrage nach diskreten Leistungshalbleitern und Leistungs-ICs. Insbesondere die Einführung digitaler Regelungskonzepte bei der DC/DC-Stromversorgung in Servern zeigte eine sehr erfreuliche Entwicklung. Hiervon profitierten Controller-ICs, Treiber-ICs sowie Niedervolt-MOSFET-Leistungstransistoren. Zweitens erhöhte sich der Halbleiterbedarf bei mobilen Endgeräten aufgrund deren Stückzahlwachstum sowie eines höheren Halbleiterwertes von Infineon pro Endgerät. Davon war vor allem unser Geschäft mit Hochfrequenzkomponenten und Silizium-Mikrofonen betroffen. Neben dem reinen Stückzahlwachstum trugen auch strategisch bedeutende Kundenprojekte, wie zum Beispiel unsere Präsenz in den Flaggschiff-Modellen eines asiatischen Smartphone-Herstellers, zur Umsatzsteigerung bei. Und drittens führte die weltweite Einführung der vierten Generation (des sogenannten LTE-Standards), insbesondere in China, zu einem Umsatzwachstum unserer Hochfrequenz-Leistungstransistoren. Bei der regionalen Verteilung des Umsatzes ergaben sich keine nennenswerten Änderungen zum Vorjahr. Der hohe Anteil für Asien-Pazifik (inklusive Japan) mit 72 Prozent (Vorjahr: 74 Prozent) resultiert daraus, dass die meisten Auftragsfertiger von elektronischen Geräten in dieser Region beheimatet sind und dort fertigen. Der Anteil von Europa erhöhte sich von 19 Prozent im Vorjahr auf nun 22 Prozent. Der Anteil von Amerika blieb mit 6 Prozent (Vorjahr: 7 Prozent) nahezu unverändert. G 28 Umsatz und Segmentergebnis des Segments Power Management & Multimarket € in Millionen G 29 Regionale Umsatzverteilung des Segments Power Management & Multimarket Entwicklung des Segmentergebnisses Das Segmentergebnis betrug €172 Millionen; ein Anstieg um 19 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €144 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 16 Prozent. Das Segmentergebnis verbesserte sich im Wesentlichen durch den Umsatzanstieg. Die erfreuliche Umsatzentwicklung führte zu einem höheren Ergebnisbeitrag sowie zu einer höheren Auslastung der Fertigungskapazitäten. Die im letzten Geschäftsjahr erheblichen Kosten nicht voll ausgelasteter Fertigungskapazitäten reduzierten sich dadurch deutlich. Belastend wirkten hingegen höhere Aufwendungen für Plattformentwicklungen wie zum Beispiel neue Konzepte für die digitale Stromversorgung oder neue Materialien für Leistungshalbleiter. Höhere Kosten fielen neben dem Bereich Forschung und Entwicklung auch bei den Vertriebsaktivitäten an. Geschäftsausrichtung und Anwendungsfelder Das Segment Power Management & Multimarket hat drei große Anwendungsschwerpunkte: 1. Diskrete und integrierte Leistungshalbleiter für die Stromversorgung einer Vielzahl von Geräten aus der Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur, der Konsumelektronik sowie aus dem Bereich der mobilen Endgeräte (Smartphones und Tablets); 2. Komponenten für Smartphones und Tablets: Chips für Silizium-Mikrofone sowie Hochfrequenz (HF)- und Kleinsignalkomponenten; 3. Hochfrequenz-Leistungstransistoren für die Mobilfunk-Infrastruktur. Für die unter 1. genannte Stromversorgung bietet das Segment Power Management & Multimarket alle wesentlichen Komponenten an: Niedervolt-Leistungstransistoren unserer OptiMOS™-Familie, Hochvolt-Leistungstransistoren unserer CoolMOS™-Familie, Treiber-ICs sowie Ansteuer-ICs. Der von uns adressierte Leistungsbereich reicht dabei von 10 Watt für das Ladegerät eines Smartphones bis zu 3 Kilowatt für die Stromversorgung eines Servers. Mit weiterer Optimierung der Leistungshalbleiter-Einzelkomponenten ist eine wesentliche Effizienzsteigerung und Verkleinerung kaum mehr möglich. Hier setzt unsere strategische Ausrichtung "Vom Produkt zum System" an. Die Kombination aus hocheffizienten Leistungstransistoren und -ICs in exzellenter Gehäusetechnologie auf der einen Seite zusammen mit Systemverständnis auf der anderen ermöglicht neue Halbleiterprodukte mit bislang unerreichter Effizienz und Kompaktheit. Durch die geplante Akquisition von International Rectifier erweitern wir das Produktportfolio des Segments Power Management & Multimarket in mehreren Bereichen: zum einen mit Niedervolt-Leistungstransistoren in für uns größtenteils komplementären Anwendungsfeldern, zum anderen mit Lösungen für DC/DC-Spannungsregelung und ferner mit Komponenten, die die speziellen Anforderungen für die Verwendung in Flugzeugen, Satelliten und medizinischen Geräten erfüllen. Für mobile Geräte liefern wir Spezialkomponenten wie Chips für Silizium-Mikrofone, HF-Antennenmodule, Satellitennavigations-Empfangsverstärker sowie Kleinsignalkomponenten wie Schutzdioden gegen elektrostatische Entladung. Mit unserem HF-Know-how, Systemverständnis sowie unserer auf Miniaturisierung ausgerichteten Gehäusetechnologie unterstützen wir unsere Kunden, einen Wettbewerbsvorteil zu erreichen. Hierzu forschen wir an neuen Architekturen, Materialien und Fertigungstechnologien, um auch in Zukunft die steigenden Anforderungen an unsere Komponenten in Bezug auf Funktionalität, Integrationsgrad, Robustheit und Signalqualität erfüllen zu können. HF-Technologie spielt auch bei der Mobilfunk-Infrastruktur eine Rolle. Wir liefern HF-Leistungstransistoren für Basisstationen, die sowohl bei der Signalübertragung zum Mobilfunkteilnehmer als auch beim Mobilfunk-Netzmanagement zum Einsatz kommen. Weitere Anwendungsfelder des Segments Power Management & Multimarket sind herkömmliche Lichtmanagementsysteme wie auch zunehmend komplexe LED-Beleuchtungssysteme sowie Modul-Wechselrichter für Fotovoltaik-Aufdachanlagen. Anwendungsfelder scroll Stromversorgung für: Mobile Endgeräte Lichtmanagement- und LED-Beleuchtungssysteme • IT und Telekom • Navigationsgeräte • PCs und Notebooks • Smartphones • Server • Tablets Modul-Wechselrichter für Fotovoltaik-Aufdachanlagen • Smartphones • Tablets Mobilfunk-Infrastruktur • Unterhaltungselektronik Märkte, Trends und Lösungen Die Anforderungen an die Stromversorgung einzelner Geräte steigen. Netzteile müssen einerseits aufgrund regulatorischer Vorgaben immer effizienter werden. Andererseits sollen aus praktischen Gründen die Netzteile immer kompakter werden. Und drittens sind bei Smartphones und Tablets kürzere Ladezeiten gewünscht. All diese Kundenwünsche stellen neue Anforderungen an die Effizienz und Baugröße von Netzteilen. Die Leistungsdichte, das heißt die in einer bestimmten Baugröße gewandelte elektrische Leistung, wird zu einer entscheidenden Größe. Mit digitalen Regelungskonzepten den steigenden Anforderungen an die Stromversorgung begegnen Die Stromversorgung von elektrischen Geräten besteht im Wesentlichen aus zwei Stufen. Zunächst findet im Netzteil die Wandlung der Netzwechselspannung in eine Gleichspannung, die sogenannte AC/DC-Wandlung , statt. In einem zweiten Schritt wird diese Gleichspannung präzise "vor Ort" an die Anforderungen des Verbrauchers, also zum Beispiel des Prozessors eines Servers, angepasst. Dieser zweite Schritt heißt DC/DC-Spannungsregelung. Bei Stromversorgungen lassen sich zwei Entwicklungstrends feststellen: 1. Der Wirkungsgrad soll steigen bei gleichzeitig immer komplexeren Lastprofilen. Dabei findet ein Wandel statt: Vom maximalen Wirkungsgrad bei einem einzigen Arbeitspunkt hin zu einem optimierten Wirkungsgrad über einen ganzen Betriebsbereich, also zum Beispiel bei Stand-by mit quasi 0 Prozent Belastung, über eine geringe Belastung von 20 Prozent, eine durchschnittliche Belastung von 50 Prozent bis hin zur Volllast. 2. In den letzten Jahren wurde neben der Effizienzsteigerung hauptsächlich auf die Größe und das Gewicht des Netzteiles geachtet. Notebook-Adapter und Ladegeräte von mobilen Endgeräten sollten immer kleiner und leichter werden. Während bei Notebook-Adaptern weiterhin der Wunsch nach Verkleinerung besteht, sind inzwischen in den meisten Fällen die Ladegeräte von Tablets und Smartphones zur Zufriedenheit der Kunden komplett im Stecker integriert. In den kommenden Jahren liegt das Augenmerk bei diesen Geräten auf der Verkürzung der Ladezeit. Mobile Geräte haben immer größere Akkus, um eine längere Betriebszeit zu ermöglichen. Mit den heutigen Ladegeräten führt dies jedoch zu vergleichsweise langen Ladezeiten. Kürzere Ladezeiten stellen einen Kundennutzen dar und werden zu einem wichtigen Differenzierungsmerkmal für den Gerätehersteller. Kürzere Ladezeiten bedeuten aber einen höheren Ladestrom mit üblicherweise größeren Baugruppen. Da größere Ladegeräte von den Kunden aber nicht akzeptiert werden, muss die Leistungsdichte des Ladegeräts erhöht werden. Infineon wird bei diesen beiden Entwicklungstrends - hoher Wirkungsgrad über einen großen Betriebsbereich und hohe Leistungsdichte - mit seinen innovativen digitalen Regelungskonzepten eine Schlüsselrolle spielen. Entwickler von Stromversorgungen schätzen unsere digitalen Regelungskonzepte, denn sie bieten die Möglichkeit, Funktionen zu implementieren, die bei der bisherigen Realisierung mit analogen Bausteinen nur mit großem schaltungstechnischem Aufwand zu realisieren wären. Bei digitalen Regelungskonzepten können zahlreiche Funktionen durch Software- und Firmware-Modifikationen angepasst werden. Die resultierenden Erfolgsfaktoren für unsere Kunden sind kürzere Entwicklungszeiten sowie hohe Flexibilität. .dp: Unsere digitale Lösung für die AC/DC-Wandlung Für die AC/DC-Wandlung heißt unsere digitale Lösung "digital platform", kurz ".dp". Sie enthält einen digitalen Signalprozessor, Programmspeicher und Treiber für die nachgeschalteten Hochvolt-Leistungstransistoren. Abgestimmt auf diese hoch integrierte Lösung bieten wir auch die Leistungstransistoren unserer CoolMOS™-Familie in immer kleineren Gehäusen an. Einen CoolMOS™-Transistor im bisher kleinsten Gehäuse stellten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr vor. So kombinieren wir Funktionalität mit hoher Leistung auf kleinstem Raum. Eine .dp-Lösung für Ladegeräte ist immer eine kundenspezifische Lösung. Da sie über Software realisiert wird, ist sie schnell umsetzbar, und die Variantenvielfalt ist leicht zu beherrschen. Zusammen mit unseren Kunden aus den Bereichen mobile Geräte, Flachbildschirm-Fernsehgeräte sowie LED-Beleuchtungssysteme entwickeln wir eine an die Anforderungen ihrer Anwendung angepasste Lösung. Die Eigenschaften der Stromversorgung werden über Firmware sowie anwendungsspezifische Systemparameter optimal eingestellt. Mit den heutigen Produkten unserer ".dp"-Familie decken wir den Leistungsbereich von 30 bis 300 Watt ab. Neue Leistungsstufe DrBlade™ 2 zusammen mit digitalem Controller-IC ermöglicht komplette digitale DC/DC-Spannungsregelung mit höchster Effizienz Auch bei der DC/DC-Spannungsregelung setzt sich zunehmend das digitale Regelungskonzept durch. Infineon bietet inzwischen die vierte Generation der digitalen Controller-ICs an. Ergänzt um die Leistungsstufe DrBlade™ 2 entsteht eine komplette hocheffiziente Lösung zur DC/DC-Spannungsregelung. DrBlade™ 2 ist eine integrierte Leistungsstufe, die zwei Niedervolt-Leistungstransistoren unserer OptiMOS™-Familie und einen Treiber-IC in einem kompakten, nur 0,6 Millimeter hohen Gehäuse beinhaltet. DrBlade™ 2 wurde bei der Entwicklung auf den digitalen Controller-IC abgestimmt. So beinhaltet DrBlade™ 2 zum Beispiel neben der Leistungsstufe auch noch Strom- und Temperatursensoren, deren Messdaten vom digitalen Controller-IC ausgewertet werden. Dadurch wird das Systemdesign einfacher. Entwickler von Servern und Datenkommunikationsanwendungen können somit ihre Entwicklungszeiten verkürzen. Infineons digitale DC/DC-Systemlösung kann schnell an die Last angepasst werden. Dies ist mit einem analogen Schaltungsdesign wesentlich schwieriger, aufwändiger und somit teurer zu bewerkstelligen. Die digitale Systemlösung bietet bei allen Lastbedingungen höchste Effizienz und erreicht einen Wirkungsgrad von mehr als 95 Prozent, was zu einer besseren Systemleistung mit deutlich reduzierter Verlustleistung und damit einhergehend geringerem Kühlungsaufwand führt. Endanwender wie zum Beispiel Betreiber von Rechenzentren profitieren von geringeren Energiekosten und dadurch niedrigeren Gesamtbetriebskosten über die gesamte Lebensdauer. Mobile Geräte: Höhere Sensitivität bei Hochfrequenz-Komponenten und Chips für Silizium-Mikrofone gefordert; steigendes Datenaufkommen treibt Netzausbau Die Nachfrage nach Smartphones und Tablets wächst derzeit rasant. Bei diesen Geräten sind wir nicht nur bei den Ladegeräten, sondern auch mit Komponenten für ganz bestimmte Funktionen im Gerät selbst erfolgreich. Hochfrequenz (HF)-Schalter in CMOS-Technologie für das Schalten zwischen verschiedenen Signalpfaden sowie Satellitennavigations-Empfangsverstärker mit hoher Signalempfindlichkeit sind zwei Beispiele für unsere HF-Kompetenz bei diesen Anwendungen. Wir passen unser Produktportfolio kontinuierlich an die Marktanforderungen an. Bei den CMOS-HF-Schaltern steht als nächster bedeutender Schritt die Integration aller relevanten Funktionen in einem Modul (System-in-Package) oder, soweit möglich, monolithisch auf einem Chip (System-on-Chip) an. Dieser Integrationsschritt ist nur mit einem tiefen Verständnis des HF-Systems möglich. Einen weiteren Schwerpunkt setzen wir bei Chips für Silizium-Mikrofone. Hierfür liefern wir zwei Kernkomponenten: den MEMS-Sensor mit der Mikrofonmembran und den anwendungsspezifischen IC zur Signalaufbereitung (siehe auch Kapitel "Forschung und Entwicklung"). Die Zielsetzungen bei der Herstellung der Membran sind die Erhöhung der Empfindlichkeit und die gleichzeitige Verbesserung der Robustheit bei Aufprall und Erschütterungen. Mobile Geräte der neuesten Generation erfordern mehrere, teils verschiedene Mikrofonvarianten mit tendenziell höherer Sensitivität. Diese höherwertigen Mikrofone stellen nicht nur ein Differenzierungsmerkmal des Smartphone-Herstellers dar, sondern eröffnen ganz neue Anwendungsmöglichkeiten. So wird zum Beispiel Sprachsteuerung auch in Umgebungen mit hohen Hintergrundgeräuschen möglich. Durch bessere und zusätzliche Mikrofone wird die Spracherkennung merklich besser. Auch Telefongespräche über das Internet (VoIP-Telefonate) gewinnen an Qualität und damit an Bedeutung. Durch die wachsende Zahl der mobilen Endgeräte muss die Mobilfunk-Infrastruktur dem steigenden Datenaufkommen angepasst werden. Dies zeigt sich in zwei Aspekten. Zum einen wird mit immer leistungsfähigeren Übertragungsstandards (zum Beispiel LTE) die Geschwindigkeit der Datenübertragung erhöht. In diesem Bereich sind wir mit HF-Leistungstransistoren in den Basisstationen für die Signalübertragung zum Mobilfunkteilnehmer vertreten. Der zweite Aspekt ist die schiere Anzahl an Mobilfunkteilnehmern auf engem Raum, zum Beispiel in der Fußgängerzone oder auf Messen. Hier werden die Zellen immer kleiner konfiguriert, um eine Netzüberlastung zu vermeiden. Netzwerkbetreiber werden daher in den nächsten Jahren in Infrastrukturen mit sogenannten Mikro- und Pico-Zellen investieren, um den Mobiltelefonanwendern schnelles Internet und die volle Netzabdeckung bieten zu können. Für das Mobilfunk-Netzmanagement dieser Zellen hat Infineon im abgelaufenen Jahr seine ersten Komponenten vorgestellt. Marktposition Standard-MOSFET-Leistungstransistoren Der Weltmarkt für Standard-MOSFET-Leistungstransistoren (Niedervolt- und Hochvolt-MOSFETs) erreichte im Kalenderjahr 2013 eine Größe von US$5,457 Milliarden; ein Anstieg um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von US$5,374 Milliarden (Quelle: IHS Inc.). Infineon konnte in allen Regionen Marktanteile gewinnen und verzeichnete unter allen Wettbewerbern mit 1,6 Prozentpunkten den größten Marktanteilszuwachs. Mit einem Marktanteil von 13,6 Prozent wurde Infineon erstmals Marktführer. Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 53,6 Prozent Marktanteil. G 30 Marktanteil bei Standard-MOSFET-Leistungstransistoren Quelle: IHS Inc., "Power Semiconductor Discretes & Modules Report - 2014", September 2014 Chips für Silizium-Mikrofone Im Markt für Chips für Silizium-Mikrofone wurden nach Schätzungen des Marktforschungsunternehmens IHS Inc. im Kalenderjahr 2013 weltweit 2,630 Milliarden Stück verkauft. Dies entspricht einem Zuwachs von 36,7 Prozent gegenüber 1,924 Milliarden Stück im Vorjahr. Infineon konnte seinen Absatz überproportional um 53,9 Prozent von 510 Millionen auf 785 Millionen Stück steigern. Dadurch hat sich unser Marktanteil nochmals um 3,3 Prozentpunkte erhöht: von 26,5 Prozent im Kalenderjahr 2012 auf 29,8 Prozent im Kalenderjahr 2013. Infineon konnte damit gegenüber allen Wettbewerbern den mit Abstand größten Marktanteilsgewinn erzielen. Die fünf größten Wettbewerber kamen zusammen auf 96,5 Prozent Marktanteil. 79 Prozent aller Silizium-Mikrofone gingen im Jahr 2013 in Mobiltelefone und Tablets. Den Löwenanteil der Silizium-Mikrofone werden auch in Zukunft diese beiden Produktgruppen absorbieren. Headsets repräsentierten 9 Prozent aller verkauften Silizium-Mikrofone, Notebooks 6 Prozent. Die restlichen 6 Prozent entfielen auf Set-Top-Boxen, Kameras, Spielekonsolen, medizinische und Automobilanwendungen sowie Fitnessmessgeräte und Uhren (die letzten beiden Anwendungen werden auch als "Wearable Electronics" bezeichnet). G 31 Marktanteil bei Chips für Silizium-Mikrofone (nach Einheiten) Quelle: IHS Inc., "MEMS Microphones Report - 2014", April 2014 "Coil on Module" (CoM)-Gehäusetechnologie CoM-Gehäusetechnologie ist ein innovatives Chipgehäuse für Dual-Interface-Karten, also für Karten, die sowohl kontaktbasiert als auch kontaktlos funktionieren. Der Chip (im Bildmittelpunkt) kommuniziert mit der Kartenantenne mittels Funktechnologie anstelle der bisher üblichen mechanisch-elektrischen Verbindung. Chipbasierte chinesische Kreditkarte Derzeit findet der Austausch magnetstreifenbasierter gegen chipbasierte Kreditkarten in China und den USA statt. Mehrere Milliarden Karten werden in den kommenden Jahren an die Kunden ausgeliefert. Darüber hinaus ist die CoM-Gehäusetechnologie nun auch für hoheitliche Ausweisdokumente verfügbar. CHIP CARD & SECURITY scroll Umsatz: €494 Millionen Segmentergebnis: €43 Millionen Highlights: Hohe Wachstumsraten im Bereich elektronischer Bezahlkarten durch Einführung chipbasierter Kreditkarten in China und den USA Vernetzte Geräte treiben Nachfrage nach Authentifizierungslösungen Das Segment Chip Card & Security im Geschäftsjahr 2014 Umsatzentwicklung Im Segment Chip Card & Security erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz in Höhe von €494 Millionen; ein Wachstum von 7 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von €463 Millionen. Das Segment steuerte 11 Prozent des Konzernumsatzes bei. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2014 sorgte vor allem das Geschäft mit elektronischen Bezahlkarten, hoheitlichen Anwendungen und Authentifizierungslösungen für einen Umsatzanstieg. Diese Entwicklung setzte sich auch im zweiten Halbjahr fort, wobei sich dann zusätzlich auch das Geschäft mit Sicherheitscontrollern für SIM-Karten mit NFC-Funktionalität positiv entwickelte. Den höchsten Umsatzanstieg mit 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete das Geschäft mit Bezahlkarten. Ausschlaggebend hierfür war die Einführung der chipbasierten Kreditkarte in China und in den USA. Bei der regionalen Umsatzverteilung fällt der starke Anstieg der Region Asien-Pazifik (inklusive Japan) auf 48 Prozent (Vorjahr: 41 Prozent) auf. Dies hat mehrere Gründe: erstens die Einführung der chipbasierten Kreditkarte in China, zweitens die positive Geschäftsentwicklung sowohl bei SIM-Karten mit NFC-Funktionalität als auch bei Sicherheitschips für Authentifizierungslösungen und drittens Projekte im Bereich hoheitlicher Anwendungen in mehreren asiatischen Ländern. Entsprechend dieser Entwicklung verminderte sich der Umsatzanteil in Europa von 50 Prozent im Vorjahr auf nun 44 Prozent. Der Anteil der Region Amerika belief sich auf 8 Prozent (Vorjahr: 9 Prozent). Das größte Projekt dort ist der elektronische Reisepass in den USA. G 32 Umsatz und Segmentergebnis des Segments Chip Card & Security € in Millionen G 33 Regionale Umsatzverteilung des Segments Chip Card & Security Entwicklung des Segmentergebnisses Das Segmentergebnis betrug €43 Millionen; ein Anstieg um 10 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahres in Höhe von €39 Millionen. Bezogen auf den Umsatz betrug die Segmentergebnis-Marge 9 Prozent. Das Segmentergebnis verbesserte sich im Wesentlichen durch den Umsatzanstieg sowie eine Erhöhung der Bruttomarge aufgrund eines veränderten Produktmixes. Belastend wirkten hingegen die im Vergleich zum Umsatz überproportional gestiegenen Kosten für Vertriebsaktivitäten. Die Kosten im Bereich Forschung und Entwicklung sowie die Verwaltungskosten stiegen ungefähr proportional zum Umsatz. Geschäftsausrichtung und Anwendungsfelder Das Segment Chip Card & Security sieht seine Kernkompetenzen vor allem in den Bereichen Sicherheit, kontaktlose Kommunikation und eingebettete Mikrocontroller-Lösungen (Embedded Control). Für diese Bereiche haben wir Innovationen geschaffen, die teilweise mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurden: Integrity Guard für Sicherheit, Coil on Module für kontaktlose Kommunikation sowie SOLID FLASH™ für Sicherheitscontroller-Lösungen. Mit diesen drei Basistechnologien und weiteren Sicherheitslösungen bieten wir ein umfassendes Portfolio halbleiterbasierter Sicherheitsprodukte für ein breites Spektrum an Chipkarten- und Sicherheitsanwendungen. Mit seiner umfangreichen Expertise erhöht Infineon die Sicherheit in einer zunehmend vernetzten Welt: zum Beispiel für das mobile Bezahlen, für sicheres Cloud Computing sowie sichere elektronisch lesbare hoheitliche Dokumente. Über 25 Jahre Erfahrung in den anspruchsvollsten und größten Sicherheitsprojekten der Welt haben uns zum technologischen Marktführer für Sicherheits-ICs werden lassen. Neben Großprojekten aus den Bereichen Bezahlkarten und hoheitliche Dokumente sehen wir zunehmend Wachstumspotenzial in kleineren und regionalen Sicherheitsprojekten. Wir werden daher unsere weltweit führende Sicherheitsexpertise in Zukunft einem größeren Kundenkreis anbieten: ― Wir diversifizieren unser Kundenportfolio und erweitern hierzu unsere bisher mehr auf Großkunden ausgerichtete Vertriebsstruktur. Wir sehen einerseits das Potenzial eines wachsenden Anteils an kleineren regionalen Kunden und andererseits die Stärkung des Distributionskanals. Durch die Erweiterung unseres Produktportfolios in den letzten Jahren bedienen wir diese Kundengruppen nun in geeigneter Weise. Zu dieser Erweiterung unseres Portfolios gehören neben hardwarebasierten Produkten auch Design-Unterstützung und Software-Lösungen. ― Wir bauen unsere Präsenz in den Regionen aus, um Kunden vor Ort mit ihren spezifischen Anforderungen besser bedienen zu können. Unser Ziel ist ein noch besseres Verständnis der Erfolgsfaktoren unserer Kunden in den einzelnen Regionen. Gefragt ist oftmals nicht nur das technisch überlegene Produkt, sondern eine Lösung mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis, welche die anwendungsspezifischen Sicherheitsanforderungen mit den geringsten Systemkosten erfüllt. ― Wir erweitern unser Angebot um Software und Serviceleistungen, um die unterschiedlichen Anforderungen unserer Kunden in verschiedensten Ländern befriedigen zu können. Wir bieten Unterstützung bei der Zertifizierung von Sicherheitslösungen, wir stellen Referenzdesigns zur Verfügung, und wir bieten Software an, die in engem Zusammenhang mit unseren Sicherheitscontrollern steht (zum Beispiel Firmware, Treiber-Software, hardwarenahe Anwendungssoftware). Mit diesen Serviceleistungen beschleunigen wir die Markteinführung des Kundenproduktes. Anwendungsfelder scroll Authentifizierung Gesundheitskarten Mobilkommunikation Near Field Zahlungsverkehr • Ersatzteile • Höherwertige SIM-Karten (NFC-basiert) Communication (NFC) • NFC-basiertes, kontaktloses Bezahlen • Industriesteuerungen Hoheitliche Dokumente • Klassische SIM-Karten • Kredit- und Debitkarten • Spielekonsolen • Elektronische Reisepässe • Maschine-zu Maschine-Kommunikation Ticketing, Zutrittskontrolle • Zubehör • Führerscheine • Personalausweise Trusted Computing Märkte, Trends und Lösungen Infineon ist weiterhin in den klassischen Chipkarten-Anwendungsfeldern aktiv. Hierzu zählen beispielsweise die Bezahlkarten, SIM-Karten für Mobilkommunikation sowie Sicherheitslösungen für elektronische hoheitliche Anwendungen wie zum Beispiel Reisepässe und Personalausweise. Darüber hinaus werden wir uns verstärkt auf neue und schnell wachsende Anwendungen ausrichten, bei denen der Sicherheitsaspekt an Bedeutung gewinnt. Zu diesen Anwendungen zählen mobiles Bezahlen mit NFC-Technologie, der Schutz elektronischer Geräte in vernetzten Systemen und das vielfältige Gebiet der Authentifizierung. Authentifizierung wird unter anderem bei Zubehör und Ersatzteilen sowie in Industriesteuerungen eingesetzt. Für diese Anwendungen in Summe erwarten wir für unser Geschäft ein höheres Wachstum als in den klassischen Märkten. Einführung der chipbasierten Bezahlkarte in China und in den USA Chipbasierte Karten erhöhen die Sicherheit beim bargeldlosen Bezahlen. Nachdem Europa bereits vor Jahren mit dem Austausch magnetstreifenbasierter durch chipbasierte Bezahlkarten begann, folgt nun auch die Umstellung in China und in den USA. Beide Länder bieten derzeit das höchste Marktpotenzial im Bereich Zahlungsverkehr: Mehrere Milliarden chipbasierter Kreditkarten werden in den kommenden Jahren an die Kunden ausgeliefert. Für den Zeitraum von 2014 bis 2018 erwarten Marktforscher die Auslieferung von über 2,9 Milliarden Karten in China und von über einer Milliarde Karten in den USA. Unsere Technologie erfährt dabei eine hohe Akzeptanz. Dies ist zum einen auf unsere exzellenten und langjährigen Kundenbeziehungen zurückzuführen; zum anderen auch auf unser umfangreiches, erneuertes und maßgeschneidertes Produktportfolio. Wir haben bei nahezu allen wesentlichen Kartenherstellern, die den amerikanischen Markt beliefern, Aufträge gewinnen können. Als Folge basieren die meisten der von den Kartenherstellern angebotenen Plattformen auf den Sicherheitscontrollern unserer SLE 7x-Familie (Quelle: VISA). Einen ähnlichen Markterfolg erzielen wir derzeit in China, wo wir über viele namhafte Kartenhersteller den dortigen Markt bedienen. Der Erfolg unserer Sicherheitstechnologie zeigt sich im überdurchschnittlichen Umsatzwachstum von 54 Prozent, das wir im Geschäftsjahr 2014 im Bereich Bezahlsysteme gegenüber dem Vorjahr verzeichnen konnten. Auch in den kommenden Jahren wird der Bereich Bezahlsysteme zu den am schnellsten wachsenden Geschäftsfeldern des Segments Chip Card & Security zählen. G 34 Erwartetes Wachstum von chipbasierten Bezahlkarten in den USA und China in Millionen Stück 1 geschätzt Quelle: IHS Inc., "Payment & Banking Cards Report - 2014", Mai 2014 Weiterhin weltweites Wachstum bei hoheitlichen Dokumenten und Ausweisprojekten Unter hoheitlichen Dokumenten versteht man Reisepässe, Personalausweise, Führerscheine und im weiteren Sinne auch Gesundheitskarten. Solche Dokumente werden zunehmend mit einem Sicherheitschip ausgestattet. Infineons Produkte bieten digitale, langlebige hardwarebasierte Sicherheit und unterstützen damit die vielfältigen Anforderungen elektronischer hoheitlicher Dokumente. Da sie zehn Jahre und länger im Einsatz sind, müssen sie Angriffen über einen so langen Zeitraum standhalten, was eine besondere Herausforderung darstellt. Integrity Guard, unsere mehrfach prämierte Sicherheitstechnologie, haben wir genau für solche Anforderungen entwickelt. Infineon beliefert inzwischen mehr als 70 Prozent aller Ausweisprojekte in Europa. Darüber hinaus ist Infineon laut US-Bundesdruckerei einer der Hauptlieferanten für die Sicherheitstechnologie in den elektronischen Reisepässen der USA. Es ist das größte elektronische Reisepass-Projekt der Welt. Infineon beliefert die US-Bundesdruckerei seit Projektbeginn im Jahre 2005. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014 hat Infineon insgesamt rund 90 Millionen Einheiten an die US-Bundesdruckerei ausgeliefert. Ausweisprojekte in Europa mit Sicherheitscontrollern von Infineon scroll Belgien Polen Bulgarien Portugal Dänemark Schweden Deutschland Schweiz Estland Serbien Finnland Slowakei Frankreich Slowenien Irland Spanien Italien Tschechische Republik Kosovo Türkei Kroatien Vereinigtes Königreich Luxemburg Zypern Niederlande Norwegen Österreich NFC: Kontaktloses Bezahlen mit mobilen Geräten Mobile Geräte (Mobiltelefone, Tablets und Wearables) werden zum Portemonnaie: Mit der NFC (Near Field Communication)-Technologie lassen sich zahlreiche Funktionen und Anwendungen in mobilen Geräten implementieren, wie etwa Gutscheine, Tickets und natürlich Bezahldienste. Damit steigt die Nachfrage nach einer sicheren Speicherung und dem Schutz von vertraulichen Informationen auf diesen Geräten. Infineon liefert hierfür den Sicherheitschip, das sogenannte embedded Secure Element (eSE). Das eSE kann entweder im SIM-Karten-Controller integriert werden, in einer microSD-Karte untergebracht sein oder sich auf der Platine des Endgerätes befinden. Im Gegensatz zu den meisten Wettbewerbern bietet Infineon für alle drei Sicherheitskonzepte entsprechende Lösungen an. Für unsere eSE-Lösung konnten wir beispielsweise im abgelaufenen Geschäftsjahr bei führenden Smartphone- und Tablet-Herstellern Aufträge gewinnen. Wir erwarten auch zukünftig für diese Produktgruppen eine steigende Nachfrage nach unseren Sicherheitslösungen. Klassische SIM-Karte verliert an Bedeutung; neue Anwendungsfelder mit Bedarf an höherwertigen SIM-Karten sind im Kommen Der Gesamtmarkt aller SIM-Karten steigt kaum mehr. Die klassische SIM-Karte mit Speichergrößen von 64 bis 128 Kilobyte ohne Zusatzfunktionalität verliert an Bedeutung. Dieser Trend wird noch dadurch unterstützt, dass die starke Verbreitung der Prepaid-SIM-Karten aufgrund von Registrierungspflichten zurückgeht. Konnte man bisher einfach eine Prepaid-Karte kaufen und ins Mobiltelefon einsetzen, so ist diese anonyme Benutzung mit Einführung der Registrierungspflicht in einigen Ländern nicht mehr möglich. Dies hat die Akzeptanz solcher Karten deutlich reduziert. Jedoch gibt es sehr wohl weitere Teilbereiche, die noch auf Jahre hohe Wachstumsraten versprechen und die Infineon verstärkt adressiert. Diese Teilbereiche sind: ― SIM-Karten, die für mobiles Bezahlen erforderlich sind. Diese Karten finden Verbreitung, weil das Smartphone zunehmend als elektronische Geldbörse verwendet wird. Diese Karten haben tendenziell einen größeren Speicher von 1 bis 1,5 Megabyte. ― SIM-Karten mit NFC-Funktionalität. Dieses SIM-Karten-Segment wächst vor allem in China, unterstützt durch den Ausbau der Mobilfunk-Infrastruktur mit dem 3G- und 4G-Standard. ― SIM-Karten für die Maschine-zu-Maschine (M2M)-Kommunikation. M2M-Kommunikation wird durch das Internet der Dinge enorm an Bedeutung gewinnen. M2M-Kommunikation ermöglicht den automatischen Datenaustausch von Geräten mit anderen Geräten oder Servicezentren. Beispiele für M2M-Anwendungen sind: Infotainment-Anwendungen im Auto, Mautsysteme, intelligente Zähler in der Energiewirtschaft sowie Telematiksysteme für Notruf, Wartung und Navigation. Bedarfsgerechte Komplettlösungen für Authentifizierung mit der OPTIGA™-Produktreihe Um elektronische Systeme abzusichern, ist es wichtig, nur autorisierte Geräte miteinander zu verbinden. Angesichts der steigenden Zahl vernetzter Geräte von Unternehmen wie auch Verbrauchern gewinnt dieser Aspekt rasant an Bedeutung. Es kommt darauf an, die vernetzten Geräte gegen Piraterie, Manipulation der Daten, Hacker-Angriffe und Cyber-Attacken zu schützen. Sicherheit muss somit möglichst in jedem Endpunkt Einzug halten. Infineon liefert mit der OPTIGA™-Produktreihe verschiedene Sicherheitschips und Sicherheitslösungen für elektronische Systeme: von der komplexen IT-Infrastruktur mit zahlreichen Servern und Computern bis zu einem System, das aus Endgerät und passendem Zubehör besteht, wie beispielsweise MP3-Player und Kopfhörer. Die Chips werden in die elektronischen Geräte fest integriert und authentifizieren die einzelnen Elemente innerhalb des Systems. Je nach Anwendung variieren die Sicherheitsanforderungen an die Chiplösung. Infineon bietet deshalb verschiedene Produktfamilien zur Authentifizierung an und fasst sie unter der Produktreihe OPTIGA™ zusammen, darunter der OPTIGA™ TPM, der die Systemintegrität von IT-Netzwerken sichert, oder der Authentifizierungschip OPTIGA™ Trust, der hilft, elektronisches Zubehör und Ersatzteile vor Produktpiraterie zu schützen. Infineon erweitert die OPTIGA™ Trust-Produktfamilie um eine flexibel programmierbare Version: die hardwarebasierte OPTIGA™ Trust P-Sicherheitslösung. Da der OPTIGA™ Trust P programmierbar ist, können gezielt einzelne Sicherheitsfunktionen an das Sicherheitsniveau der Anwendung angepasst werden. Wir sehen sehr großes Marktpotenzial für Authentifizierungschips und bieten mit dem jeweiligen Sicherheitschip eine bedarfsgerechte Komplettlösung mit dem besten Sicherheitsniveau seiner Klasse. Wir unterstützen bei allen Produkten der OPTIGA™-Familie unsere Kunden bei der Systementwicklung und beschleunigen so die Markteinführung des Kundenproduktes. Infineon liefert neben dem Sicherheitschip auch Firmware sowie Management-Software für das Endgerät. Marktposition Das Unternehmen hielt laut der jüngsten Studie des Marktforschungsunternehmens IHS Inc. im Kalenderjahr 2013 einen Marktanteil von 21,7 Prozent am Weltmarkt für mikrocontrollerbasierte Chipkarten-ICs. Dieser Markt umfasst kontaktbasierte und kontaktlose mikrocontrollerbasierte Karten-ICs für die Anwendungen SIM-Karten, Bezahlkarten, Zutrittskontrolle, Transport und hoheitliche Dokumente. Infineon nimmt somit eine führende Position in allen Sicherheitsanwendungen ein. Dieser Markt wuchs um 9,7 Prozent von US$2,26 Milliarden im Jahr 2012 auf US$2,48 Milliarden im Jahr 2013. Im Jahr 2013 wurden weltweit 7,83 Milliarden mikrocontrollerbasierte Chipkarten-ICs verkauft (Vorjahr: 7,50 Milliarden Stück). Die fünf größten Marktteilnehmer kamen zusammen auf 94,8 Prozent Marktanteil. G 35 Marktanteil bei mikrocontrollerbasierten Chipkarten-ICs Quelle: IHS Inc., "Smart Cards Semiconductors Report - 2014", Juli 2014 FORSCHUNG & ENTWICKLUNG Um frühzeitig fehlerhafte Chips zu erkennen, werden fertig prozessierte Bausteine noch vor dem Sägen des Wafers getestet. Hierzu wird das Umfeld der späteren Anwendung elektrisch simuliert, das heißt man kontaktiert die elektrischen Anschlüsse der Chips mit buchstäblich haarfeinen Nadeln, um die für den Test nötigen elektrischen Signale einspeisen und die Antwort auslesen zu können. Nicht vollständig funktionsfähige Chips werden markiert und nach dem Zersägen des Wafers aussortiert. Die für jedes Chipdesign individuelle elektro-mechanische Schnittstelle zwischen Chip und Testelektronik nennt man Nadelkarte (siehe Bild). Die Nadeln befinden sich auf der Rückseite der Platine. Die winzigen Dimensionen moderner Chips verbunden mit der für Serienfertigung nötigen Zuverlässigkeit fordern das technisch Machbare und machen Nadelkarten zu einer hochspezialisierten Hardware, die einen hohen fünfstelligen Betrag kosten kann. ― Investitionen in Forschung und Entwicklung im Geschäftsjahr 2014 auf €550 Millionen erhöht ― Weitere Technologietransfers von 200-Millimeter-Wafern auf 300-Millimeter-Wafer planmäßig abgeschlossen ― Nächster Innovationsschritt bei Silizium-Mikrofonen vollzogen: die "Dual Backplate"-Technologie für verzerrungsfreie Aufnahme hoher Schallpegel Innovationen spielen als wesentlicher Differenzierungsfaktor eine bedeutende Rolle im Rahmen unserer strategischen Ausrichtung "Vom Produkt zum System". Führende Technologien sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für Infineon, um auch in Zukunft unsere weltweite Spitzenposition als Halbleiterhersteller zu sichern. Wir richten unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf folgende Schwerpunkte: ― Leistungshalbleiter-Produkte, ― Hochfrequenz-Komponenten, ― Analog-/Mixed-Signal-Schaltungen, ― MEMS (mikro-elektromechanische Systeme) und Sensoren, ― Mikrocontroller für Automobil-, Industrie- und Sicherheitsanwendungen, ― Frontend- und Backend-Fertigungstechnologien. Die Kosten für Forschung und Entwicklung (F&E) betrugen im Geschäftsjahr 2014 €550 Millionen nach €525 Millionen im Vorjahr; ein Anstieg um 5 Prozent. In Relation zum Umsatz haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr 12,7 Prozent für F&E aufgewendet im Vergleich zu 13,7 Prozent im Vorjahr. Mit dieser Quote liegen wir weiterhin in unserem angestrebten Zielkorridor eines Prozentsatzes vom Umsatz im niedrigen bis mittleren Zehnerbereich. In unserem Forschungs- und Innovationsnetzwerk beschäftigten wir zum Ende des Geschäftsjahres 2014 weltweit 4.822 Mitarbeiter. Das entspricht 16 Prozent der Belegschaft. Zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres beschäftigte Infineon dort 4.472 Mitarbeiter (17 Prozent der Belegschaft). Unsere F&E-Standorte befinden sich an 21 Standorten in 11 Ländern (siehe Landkarte im Kapitel "F&E- und Fertigungsstandorte". Die aktivierten Entwicklungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2014 auf €92 Millionen und sind damit deutlich höher als im Vorjahr (€51 Millionen). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr 2014 €25 Millionen (Vorjahr: €19 Millionen). Vereinnahmte Zulagen und Zuschüsse für F&E stiegen von €52 Millionen im Geschäftsjahr 2013 auf €66 Millionen im Geschäftsjahr 2014 an. F&E-Aufwendungen fließen nicht nur in Produktentwicklungen, sondern zunehmend in Plattform-Entwicklungen. Daraus entstehen dann neue Produktfamilien. Hierzu zählen zum Beispiel die Chip-embedded-Gehäusetechnologie "Blade" (siehe "Power Management & Multimarket" im Kapitel "Die Segmente"), die digitale Steuerung der Stromversorgungen (siehe ebenda) sowie Leistungshalbleiter basierend auf den neuen Materialien Siliziumkarbid und Galliumnitrid (siehe Abschnitt weiter hinten in diesem Kapitel). G 36 F&E-Kosten € in Millionen Patente Die Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Infineon zeigt sich auch in der Anzahl und Qualität unserer Patente. Weltweit haben wir im Geschäftsjahr 2014 rund 2.100 Patente angemeldet (Vorjahr: rund 1.700 Patentanmeldungen). Das Patentportfolio bestand zum Ende des Geschäftsjahres 2014 weltweit aus rund 21.000 Patenten und Patentanmeldungen (Vorjahr: rund 19.000 Patente und Patentanmeldungen). Durch die geplante Akquisition von International Rectifier wird unser Patentportfolio um weitere rund 1.800 Patente und Patentanmeldungen erweitert. Im Rahmen des im September 2014 mit dem Insolvenzverwalter der Qimonda AG getroffenen außergerichtlichen Vergleichs erwarb Infineon im Oktober 2014 unter anderem rund 8.800 Patente und Patentanmeldungen, die zum überwiegenden Teil die DRAM (Dynamic Random Access Memory)-Speichertechnologie betreffen. Damit wurden die Streitigkeiten um den Fortbestand der Nutzungsrechte an den Qimonda-Patenten durch Infineon und seine Lizenznehmer beigelegt. Da Infineon keine eigenen Aktivitäten im DRAM-Speicherbereich hat, ist beabsichtigt, diese Patente und Patentanmeldungen wieder zu veräußern. Wesentliche eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten Fortschritte bei 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie Im Geschäftsjahr 2014 wurde die Serienfertigung der Hochvolt-Leistungstransistoren unserer CoolMOS™-Familie auf der 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungstechnologie an den beiden Standorten Dresden (Deutschland) und Villach (Österreich) weiter planmäßig hochgefahren. Alle vorgesehenen Technologietransfers von 200-Millimeter-Wafern auf 300-Millimeter-Wafer wurden planmäßig abgeschlossen: die Basistechnologien SFET4 und SFET5 für Niedervolt-Leistungstransistoren unserer OptiMOS™-Familie sowie die Basistechnologie IGBT3 für 1.200-Volt-IGBT-Leistungstransistoren (siehe Kapitel "Operations"). Darüber hinaus stehen nun weitere Technologietransfers an, um das 300-Millimeter-Produktportfolio Schritt für Schritt zu erweitern. Zum einen wird die Basistechnologie IGBT4 im Laufe des Geschäftsjahres 2015 transferiert. Zum anderen wurde mit SMART7 das erste Entwicklungsprojekt für eine Leistungshalbleiter-IC-Technologie für automobile Anwendungen direkt auf der 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie gestartet. Erweiterung des Standorts Villach: Pilotraum für Industrie 4.0 geplant Im Juni 2014 wurden die Pläne für die Erweiterung des Standorts Villach (Österreich) bekanntgegeben. Im Zeitraum 2014 bis 2017 soll ein hochmoderner Gebäudeverbund für rund 200 Forschungs-, Produktions- und Messtechnikarbeitsplätze errichtet werden. Ferner werden im gleichen Zeitraum die vorhandenen Logistik- und Infrastrukturbereiche sowie der Anlagenpark für die zukünftigen Anforderungen ausgebaut. Damit werden die im internationalen Wettbewerb notwendigen Produktivitäts- und Automatisierungsschritte getätigt. Im Zentrum der Erweiterung steht der Ausbau der Kompetenzen für die Produktion der Zukunft sowie Forschung und Entwicklung. Mit dem "Pilotraum Industrie 4.0" wird ein neuartiges Konzept vernetzter und wissensintensiver Produktion umgesetzt. Es entsteht der Pilotbetrieb einer Fertigung auf Basis eines cyber-physikalischen Systems mit modernsten Fertigungssteuerungs- und Automatisierungssystemen unter der Voraussetzung höchster Datensicherheit und Datenintegrität, in dem auch die Interaktion von Mensch und Maschine eine neue Dimension erreichen wird. Die zweite Säule der Standorterweiterung ist ein breites Forschungsprogramm mit Innovationen bei Material, Prozessen, Technologie und Systemkompetenz. Das Forschungsprogramm unterstützt die Entwicklung der nächsten Generation energieeffizienter Produkte. Die Schwerpunkte liegen in der Nutzbarmachung neuer Materialien wie Siliziumkarbid und Galliumnitrid, in Sensor-Technologien, in der Entwicklung neuer MEMS (mikro-elektromechanische Systeme) sowie in der Weiterentwicklung der 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie. Neues Entwicklungszentrum in Malakka eröffnet Im Dezember 2013 wurde ein neues Entwicklungszentrum an unserem Standort Malakka (Malaysia) eröffnet. Auf 3.000 Quadratmetern Geschossfläche entstehen im Laufe der Zeit Labor- und Büroräume für bis zu 400 Mitarbeiter. Die F&E-Aktivitäten begannen in Malakka bereits im Jahr 2005. Bis dahin fand dort ausschließlich Backend-Fertigung statt. Heute arbeiten 300 F&E-Mitarbeiter an der Entwicklung neuer IC-Gehäusetechnologien, an neuen Verfahren für Chiptests, Produktcharakterisierung sowie Testmethoden. Neue Materialien für Leistungshalbleiter Der ideale Leistungstransistor sollte eine geringe Baugröße haben, robust gegenüber hohen Temperaturen und Überspannung sein sowie im eingeschalteten Zustand einen sehr geringen Widerstand und minimale Schaltverluste aufweisen. Zudem sollte er hohe Schaltfrequenzen erlauben, da hierdurch die passiven Bauteile der Schaltung (wie zum Beispiel Kondensatoren und Spulen) verkleinert werden können. Dies reduziert auf der Kundenseite die Kosten, die Größe und das Gewicht der Systeme. Ferner können teure Rohstoffe eingespart werden. Auf der Suche nach immer effizienteren Leistungshalbleitern für immer kompaktere Netzteile und Steuerungen rücken neue Materialien in den Mittelpunkt. Vor allem Siliziumkarbid (SiC; eine Verbindung aus Silizium und Kohlenstoff) und Galliumnitrid (GaN; eine Verbindung aus Gallium und Stickstoff) sind die bevorzugten Materialien. Diese neuen Halbleitermaterialien können, verglichen mit siliziumbasierten Komponenten, hohe Spannungen bei kleineren Abmessungen und geringeren Verlusten schalten. Die Anwendungsfelder der SiC- und GaN-Komponenten sind durch ihre jeweiligen Spannungsklassen charakterisiert. Während bei Spannungen über 1.000 Volt ein Trend zur SiC-Technologie zu erkennen ist, spielt die GaN-Technologie ihre Vorteile bei 650 Volt und darunter aus. GaN-Leistungstransistoren in der Spannungsklasse von 650 Volt werden zu Beginn der Markteinführung dort eine Rolle spielen, wo es auf höchsten Wirkungsgrad und Leistungsdichte ankommt, zum Beispiel in Netzteilen von Servern und Telekommunikationsanlagen. Mit steigender Technologiereife wird sich GaN unserer Einschätzung nach auch im niedrigeren Spannungsbereich bis hin zu 100 Volt etablieren. Siliziumkarbid: Produktportfolio erweitert; bestes Preis-Leistungs-Verhältnis der Kundenlösung im Blick Als Marktteilnehmer mit dem wohl umfassendsten Portfolio an Leistungshalbleitern steht für Infineon die Analyse der Kundenanwendung im Mittelpunkt. Als Ergebnis dieser Analyse versuchen wir, unseren Kunden die Lösung mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten. Eine solche Lösung basiert heute oftmals auf einer abgestimmten Kombination aus Silizium- und Siliziumkarbid (SiC)-Komponenten. Erst die Balance aus Kosten- und Performancevorteilen der einzelnen Komponenten führt zu einer nachhaltigen Verbesserung des Kundensystems. Dies kann die Effizienz, die Kosten, die Baugröße, das Gewicht oder die Zeit bis zur Markteinführung betreffen. Im Jahr 2001 brachte Infineon als weltweit erster Halbleiterhersteller eine SiC-Diode auf den Markt. Im Mai 2014 stellten wir die inzwischen fünfte Generation unserer 1.200-Volt-SiC-Diode vor. Sie zeichnet sich durch verbesserte Werte sowohl bei den statischen wie auch bei den Schaltverlusten aus. Neben diesem in den letzten Jahren stetig erweiterten SiC-Dioden-Portfolio sind wir nun auch mit unseren SiC-Easy-Modulen erfolgreich im Markt vertreten. In solchen SiC-Easy-Modulen finden sich neben SiC-Dioden auch reine Siliziumdioden, Hochvolt-Leistungstransistoren unserer CoolMOS™-Familie sowie IGBTs. Zusammen mit unseren anderen Leistungshalbleitern in verschiedenen Gehäusetechnologien helfen wir dem Kunden individuell, sein System in Bezug auf Kosten, Wirkungsgrad und Baugröße zu optimieren. Inzwischen bieten wir auch einen SiC-Transistor, einen sogenannten SiC-JFET (Junction Field Effect Transistor), inklusive einer Ansteuerung an. Das erlaubt es unseren Kunden, ihr gewohntes Schaltungsdesign beizubehalten und den bisherigen Leistungstransistor durch unseren SiC-JFET samt Treiber-IC zu ersetzen. Das gesamte für die Ansteuerung eines SiC-JFET erforderliche Know-how ist in diesem einen Treiber-IC integriert. Für den Kunden wirkt der SiC-JFET zusammen mit dem Treiber-IC wie ein "normaler" Transistor mit deutlich besseren Eigenschaften. Für dieses Gesamtkonzept aus einfach zu handhabendem SiC-JFET und Treiber-IC erhielt Infineon den "2014 Compound Semiconductor Industry Innovation Award" (siehe Kapitel "Auszeichnungen"). Die heutigen Hauptanwendungsgebiete für SiC-Komponenten sind Fotovoltaik-Wechselrichter, Schaltnetzteile für Server im Bereich von über 600 Watt sowie unterbrechungsfreie Stromversorgungen. Hierbei spielt der Wirkungsgrad die entscheidende Rolle. Zukünftig sehen wir auch Steuerungen für geregelte Motorantriebe (sogenannte Umrichter) sowie langfristig auch Schienenfahrzeuge als potenzielle Anwendungsfelder für SiC-Komponenten. Dort kommt es in erster Linie auf die Leistungsdichte an. Und nicht zuletzt sind Elektrofahrzeuge ein mögliches Anwendungsfeld für SiC-Komponenten. Dort werden sie dann zunächst im Ladegerät sowie unter bestimmten Voraussetzungen zukünftig auch bei der Ansteuerung des Elektromotors zu finden sein. Galliumnitrid: Aufbau von Stromversorgungen noch effizienter und kompakter möglich Noch etwas weiter in der Zukunft liegt die Serienfertigung von Galliumnitrid (GaN)-basierten Komponenten. GaN-Transistoren bieten jedoch ganz neue, interessante Eigenschaften, die zum Beispiel von Netzteilentwicklern genutzt werden. Wir gehen davon aus, dass GaN-Transistoren zu erheblichen Effizienzsteigerungen in der Leistungsumwandlung führen werden. Sie kombinieren einen sehr kleinen Einschaltwiderstand mit minimalen Schaltverlusten. Damit sind sie prädestiniert für den Einsatz bei höheren Frequenzen (im Vergleich zu Siliziumtechnologien), was zu einer Verringerung der Baugröße des Gesamtsystems genutzt werden kann. Allerdings wird dabei nicht einfach ein bestehender Leistungstransistor durch einen GaN-Leistungstransistor ersetzt. Die Vorteile werden erst mit ganz neuen Netzteiltopologien erreicht. So lässt sich der maximale Effizienzgewinn bei besonders kompaktem Aufbau des Gesamtsystems realisieren. In Villach (Österreich), unserem Kompetenzzentrum für Leistungselektronik mit Verantwortung für die Entwicklung der GaN-Technologie, haben wir bereits eine komplette Frontend-Pilotlinie für die Prozessierung von 150-Millimeter-GaN-Wafern implementiert. Auf dieser Fertigungslinie werden bereits voll funktionierende GaN-HEMTs (High-Electron-Mobility-Transistoren) gefertigt. Im Rahmen der Standorterweiterung in Villach wird die Forschung an der GaN-Technologie noch weiter intensiviert (siehe hierzu auch Abschnitt "Erweiterung des Standorts Villach: Pilotraum für Industrie 4.0 geplant" weiter vorn in diesem Kapitel). Eine deutliche Stärkung unserer Position im Bereich GaN-Leistungshalbleiter erwarten wir durch die geplante Akquisition von International Rectifier. Zum einen beschleunigen wir die Entwicklung der Produkte und verkürzen damit die Zeit bis zur Markteinführung. Zum anderen erhalten wir Zugriff auf ein wertvolles Patentportfolio für die Fertigung von GaN-Transistoren, insbesondere für die entscheidenden Epitaxie-Prozesse zur monokristallinen Aufbringung der GaN-Schicht auf einen Siliziumwafer als Trägermaterial, der eine ganz andere Kristallstruktur hat. Hohes Innovationstempo bei Chips für Silizium-Mikrofone; nächster Innovationsschritt: "Dual Backplate"-Technologie für verzerrungsfreie Aufnahme hoher Schallpegel Unser Marktanteil bei Chips für Silizium-Mikrofone ist von 1,5 Prozent im Jahr 2007 auf 29,8 Prozent im Jahr 2013 gestiegen. Dieser große Erfolg basiert auf drei Säulen. Erstens Kundennähe: Wir haben es geschafft, in sehr enger und technisch tief gehender Zusammenarbeit mit unseren Kunden deren Probleme und Anforderungen frühzeitig zu verstehen und daraus eine ideale Produktspezifikation abzuleiten. Zweitens Innovationskraft: Jedes Jahr steigen die Anforderungen an das Signal-zu-Rausch-Verhältnis und an den Klirrfaktor der Mikrofone. Es ist eine Herausforderung, mit der Innovationsgeschwindigkeit der Unterhaltungsbranche mitzuhalten. Bisher haben wir dies geschafft und jedes Jahr eine neue Technologiegeneration auf den Markt gebracht. Und drittens Qualität und Lieferfähigkeit: Hersteller von mobilen Geräten schätzen unsere Fähigkeit, ein neues Produkt schnell in großen Stückzahlen fertigen zu können. Flexibilität in der Fertigung sowie die von unserem Automobilgeschäft adaptierten Qualitätssicherungssysteme sind weitere Wettbewerbsvorteile. G 37 Entwicklung der Marktanteile von Infineon bei Silizium-Mikrofonen im Zeitraum 2007 bis 2013 Quelle: IHS Inc., "MEMS Microphone Report - 2014", April 2014 Unser jüngster Innovationsschritt ist das vollständig differentielle Mikrofon bestehend aus einem differentiellen MEMS-Sensor und einem kalibrierbaren differentiellen Chip zur Signalaufbereitung. Der in der sogenannten "Dual Backplate"-Technologie gefertigte Sensor nutzt erstmalig eine schallempfindliche Membran zwischen zwei Signalelektroden für die verzerrungsfreie Aufnahme hoher Schallpegel. Wir sind derzeit die Einzigen, die ein vollständig differentielles Mikrofon in hohen Stückzahlen fertigen können. G 38 Schematische Darstellung eines Silizium-Mikrofons basierend auf der "Dual Backplate"-Technologie. Die Membran liegt hierbei zwischen zwei Signalelektroden Segmentübergreifende Entwicklung von Drucksensoren: Barometrische Sensoren in Auto und Smartphone Infineon ist im Bereich Drucksensoren für automobile Anwendungen seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Solche Drucksensoren messen zum Beispiel den barometrischen Luftdruck, um das Kraftstoff-Luft-Gemisch im Zylinder zu optimieren. Eine andere Anwendung ist der Seitenairbag. Dort wird der kurzzeitig erhöhte Luftdruck in der Tür zur Erkennung eines Seitenaufpralls und zur Auslösung des Airbags verwendet. Unsere bei diesen automobilen Anwendungen bewährte Drucksensor-Technologie wollen wir nun auf Märkte der Unterhaltungs- und Kommunikationsindustrie übertragen. In einem ersten Schritt entwickelt das Segment Power Management & Multimarket auf Basis dieser Technologie einen Drucksensor für Smartphones. Die Anforderungen an Drucksensoren bei Smartphones unterscheiden sich gegenüber den Anforderungen in der Fahrzeugindustrie in Bezug auf Baugröße, Messgenauigkeit und Stromverbrauch, aber auch in Bezug auf weniger offensichtliche Eigenschaften wie Signalverarbeitung, Art der Schnittstelle, Betriebsspannung und Qualität. Daher sind sowohl die Membran wie auch der IC zur Signalauswertung den neuen Anforderungen anzupassen. Mit einem barometrischen Drucksensor in einem Smartphone kann dann zum Beispiel das Stockwerk in einem Hochhaus erkannt werden. Dadurch wird die Navigation innerhalb größerer Gebäude, wo normalerweise keine GPS-Satellitensignale empfangen werden können, möglich. Man spricht von Gebäudenavigation oder "Indoor Navigation". In einem großen Warenhaus könnte sich ein Kunde zum Beispiel zu einer bestimmten Verkaufsfläche führen lassen. Oder ein Bürger könnte in einem großen Verwaltungskomplex leichter den Weg zum gesuchten Referat finden. Die ersten Muster der Drucksensoren für Smartphones sollen im März 2015 verfügbar sein. Neben der Verwendung von Sicherheitsfunktionen des Segments Chip Card & Security in Automobil- und Industrie-Mikrocontrollern sind die Drucksensoren ein weiteres Beispiel für die segmentübergreifende Nutzung unserer Kompetenzen sowie das Heben von Verbundvorteilen innerhalb Infineons. Schlüsselprojekt "eRamp" zur Stärkung der europäischen Elektronikindustrie unter Leitung von Infineon gestartet Im April 2014 fiel am Infineon-Standort Dresden (Deutschland) der Startschuss für eines der bedeutendsten europäischen Forschungsprojekte zum Thema Energieeffizienz. Das drei Jahre laufende Projekt "eRamp" hat zum Ziel, Deutschland und Europa als Kompetenzstandort für die Herstellung von Leistungselektronik weiter zu stärken und auszubauen. Daran arbeiten 26 Projektpartner aus sechs Ländern: Deutschland, Niederlande, Österreich, Rumänien, Slowakische Republik und Vereinigtes Königreich. Als Weltmarktführer für Leistungshalbleiter leitet Infineon das 55-Millionen-Euro-Projekt. Die "eRamp"-Projektpartner haben die gesamte Wertschöpfungskette der Leistungselektronik von der Erzeugung und Übertragung bis zum Verbrauch elektrischer Energie im Blick. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten stehen die schnellere Einführung neuer Fertigungstechniken und die weitere Erforschung von Gehäusetechnologien für Leistungshalbleiter. So soll neues Wissen erarbeitet werden, das sich in Produkte übersetzt, die Europa wirtschaftlich und ökologisch voranbringen. Aufgabe von Infineon und den deutschen Projektpartnern ist es vor allem, neue Methoden für einen schnelleren Fertigungsanlauf zu erforschen und zu entwickeln. Zudem werden zur Bewertung einer neuen Chip-Embedding-Technologie Infineon, Osram und Siemens Testaufbauten und Demonstratoren anfertigen und erforschen. Um die Forschungsergebnisse gleich dort auf ihre Praxistauglichkeit hin zu untersuchen, wo die neuen Fertigungstechniken letztendlich eingesetzt werden, nutzen die Forschungspartner bestehende Pilotlinien und umfangreiches Fertigungs-Know-how an verschiedenen Standorten; unter anderem in Dresden (Infineon: Leistungshalbleiter auf Basis von 300-Millimeter-Wafern), Villach (Infineon: Halbleiter- und Systemlösungen), in Reutlingen (Bosch: Leistungshalbleiter, Smart Power und Sensoren auf Basis von 200-Millimeter-Wafern) und in Regensburg (Infineon: Gehäusetechnologie für Leistungshalbleiter). Die Zusammenarbeit mit Industriepartnern, Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen trägt in bedeutendem Umfang zur Innovationskraft von Infineon bei. Die Ziele dieser Zusammenarbeit sind, einerseits die Kommunikation zwischen Infineon und der Wissenschaft zu intensivieren sowie andererseits die Anforderungen der Kunden besser zu verstehen und somit Systemverständnis aufzubauen. Am europäischen Forschungsprojekt "eRamp" bringen drei Infineon-Standorte ihr Know-how ein: scroll Dresden: 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie Villach: Halbleiter- und Systemlösungen Regensburg: Gehäusetechnologie OPERATIONS Um jederzeit die Bedingungen im Reinraum zu erfassen, wäre die theoretisch beste Lösung, hunderte gleichzeitig messende Sensoren zu installieren. Aufwand und Kosten sprechen jedoch dagegen. Unsere Ingenieure haben daher eine mobile, kostengünstige Lösung entwickelt: eine automatische Reinraum-Überwachung durch einen frei beweglichen und selbstnavigierenden Roboter. Als Basis wurde eine kommerziell verfügbare Roboter-Plattform genutzt. Der Roboter patrouilliert kollisionsfrei durch den Reinraum und misst dabei Spurengaskonzentration, Partikel, Luftfeuchte und Temperatur. Die Messergebnisse und die jeweilige Position der Messung sendet er über Funk an ein Datenbanksystem. Dort werden die Daten ausgewertet und bei auffälligen Werten automatisch die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet. ― Investitionen im Geschäftsjahr 2014 auf €668 Millionen erhöht ― Starke Nachfrage nach Automobilhalbleitern erfordert Ausbau der Fertigungskapazitäten ― Fertigungsinfrastruktur für weiteres Wachstum vorbereitet Unsere Investitionen im Geschäftsjahr 2014 betrugen €668 Millionen. Dies ist ein Anstieg um €290 Millionen (entspricht 77 Prozent) im Vergleich zu den Investitionen des Vorjahres in Höhe von €378 Millionen. Der Anstieg des Investitionsvolumens liegt zum einen darin begründet, dass die Investitionen des Geschäftsjahres 2013 aufgrund der seinerzeitig verhaltenen Umsatzentwicklung sowie der vorhandenen freien Fertigungskapazitäten vergleichsweise gering ausfielen. Zum anderen erforderte der wirtschaftliche Aufschwung im Geschäftsjahr 2014 - und unsere Erwartung eines Fortbestands des Aufschwungs über das Jahr 2014 hinaus - zusätzliche Investitionen in neue Fertigungskapazitäten. Die Investitionen bezogen auf den Umsatz erhöhten sich von 9,8 Prozent im Geschäftsjahr 2013 auf 15,5 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr. Von den gesamten Investitionen in Höhe von €668 Millionen entfielen €567 Millionen auf Sachanlagen (Vorjahr: €315 Millionen) und €101 Millionen auf immaterielle Vermögenswerte inklusive kapitalisierter F&E-Kosten (Vorjahr: €63 Millionen). Von den Investitionen in Sachanlagen entfiel der weitaus größte Anteil auf Investitionen in Fertigungsstandorte. Davon wiederum entfielen rund 60 Prozent auf Frontend-Standorte, der Rest auf Backend-Standorte. Die wesentlichen Investitionen für Sachanlagen in den Frontend- und Backend-Standorten entfielen auf die folgenden Bereiche: ― Ausbau der 300-Millimeter-Frontend-Kapazität, ― Ausbau der 200-Millimeter-Frontend-Kapazität, ― Ausbau der Backend-Fertigungskapazität, ― Ausbau der Kapazität für Chiptest sowie ― Anpassung und Umrüstung von Fertigungslinien an das geänderte Produktportfolio, das heißt Start der Serienfertigung neuer Technologien und Produkte. Vor allem der hohen Nachfrage nach Produkten im Segment Automotive, und hier insbesondere im Bereich Leistungshalbleiter, musste Rechnung getragen werden. Dies in allen Stufen der Wertschöpfung: bei der Frontend-Fertigung vor allem in Kulim (Malaysia), bei der Backend-Fertigung vor allem in Malakka (Malaysia) und beim Chiptest vor allem in Singapur. Insbesondere die Investitionen in den Aufbau neuer Fertigungskapazitäten waren also im Geschäftsjahr 2014 deutlich höher als im Vorjahr. Demzufolge konnte einerseits der Umsatzzuwachs von 12 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr realisiert und andererseits das Potenzial für eine weitere Umsatzsteigerung geschaffen werden. Wir unterhalten insgesamt zwölf Fertigungsstandorte in acht Ländern: Dresden, Regensburg und Warstein (alle Deutschland), Villach (Österreich), Cegléd (Ungarn), Morgan Hill (USA), Peking und Wuxi (beide China), Malakka und Kulim (beide Malaysia), Singapur sowie Batam (Indonesien) (siehe Landkarte im Kapitel "F&E- und Fertigungsstandorte"). Zum 30. September 2014 waren an diesen Fertigungsstandorten 21.959 Mitarbeiter in der Fertigung beschäftigt (Vorjahr: 19.458 Mitarbeiter). G 39 Investitionen1 € in Millionen 1 Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Wesentliche Investitionsschwerpunkte im Geschäftsjahr 2014 200-Millimeter-Frontend-Standort Dresden (Deutschland): Automatisierung erhöht und kupferbasierte Fertigungskapazität ausgebaut An unseren europäischen Standorten haben wir investiert, um deren nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Zur Sicherung des 200-Millimeter-Frontend-Standorts Dresden ("Dresden 200") setzten wir unser Programm zur weiteren Erhöhung der Automatisierung mit der dritten Ausbaustufe fort, die wir im kommenden Geschäftsjahr abschließen werden. In "Dresden 200" haben wir ferner die Produktionskapazitäten für kupferbasierte CMOS-Technologien für Mikrocontroller und Chipkarten-ICs weiter ausgebaut und im dritten und letzten Ausbauschritt im abgelaufenen Geschäftsjahr die Zielkapazität erreicht. Produktportfolio für 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung erweitert Im Geschäftsjahr 2013 wurde die Serienfertigung für die Hochvolt-Leistungstransistoren unserer CoolMOS™-Familie auf der 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungslinie gestartet. Die beiden Standorte Villach (Österreich) und Dresden (Deutschland) des 300-Millimeter-Frontend-Fertigungsverbundes haben danach die erforderlichen Kundenfreigaben erhalten. Im Geschäftsjahr 2014 wurden weitere Technologietransfers von 200-Millimeter-Wafern auf 300-Millimeter-Wafer planmäßig abgeschlossen: die Basistechnologien SFET4 und SFET5 für Niedervolt-Leistungstransistoren unserer OptiMOS™-Familie sowie die IGBT-Basistechnologie IGBT3. Am 27. Januar 2014 wurde in Dresden das erste Los der Serienfertigung mit Leistungstransistoren der IGBT-Basistechnologie IGBT3 auf der 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungslinie gestartet. Aus diesen Wafern entstehen diskrete 1.200-Volt-IGBT-Leistungstransistoren. Sie werden zum Beispiel für induktives Kochen und in Fotovoltaik-Wechselrichtern verwendet. Entsprechend der gestiegenen Zahl an Technologietransfers wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr im 300-Millimeter-Fertigungsverbund in Reinraum-Fertigungsanlagen investiert, um zum einen die Kapazität für die Hochvolt-Leistungstransistoren unserer CoolMOS™-Familie weiter auszubauen und zum anderen nun auch die Serienfertigung der Niedervolt-Leistungstransistoren unserer OptiMOS™-Familie zu starten. Für die in Dresden (Deutschland) gefertigten Niedervolt-Leistungstransistoren der OptiMOS™-Familie sowie für die IGBT-Leistungstransistoren haben wir die Kundenfreigabe erhalten. Nach Abschluss der geplanten Akquisition von International Rectifier werden wir die Produktion einiger ihrer Produkte in unsere eigenen Fabriken und insbesondere in unsere 300-Millimeter-Fabriken in Dresden (Deutschland) und Villach (Österreich) verlagern. Vor allem Niedervolt- und IGBT-Leistungstransistoren kommen hierfür in Betracht. Durch dieses zusätzliche Fertigungsvolumen erreichen wir gewisse Stückkosten-Meilensteine früher, als es uns alleine möglich gewesen wäre. Die Produkte von International Rectifier wie auch unsere eigenen Produkte werden durch das Realisieren dieser Skaleneffekte wettbewerbsfähiger. Großteil der Innovationen im Bereich Gehäusetechnologie erwartet: Ausbau der Backend-Standorte daher langfristig von großer strategischer Bedeutung Für Infineon als führenden Halbleiterhersteller mit einem hohen Anteil an Eigenfertigung haben Innovationen in der Gehäuse-, Montage- und Verbindungstechnologie eine ebenso große Bedeutung wie Fortschritte auf dem Gebiet der Wafer-Prozessierung. Dies gilt in gleicher Weise für Leistungshalbleiter im Hochvoltbereich (zum Beispiel IGBT-Module) wie auch für Leistungshalbleiter im Niedervoltbereich (zum Beispiel MOSFETs) und Hochfrequenz-Bauteile (zum Beispiel Satellitennavigations-Empfangsverstärker). Daher spielen unsere Backend-Standorte in unserer langfristigen strategischen Planung eine entscheidende Rolle. In Regensburg (Deutschland) haben wir in den letzten Jahren mit "Chip Embedding" eine extrem flache Gehäusetechnologie entwickelt und zur Serienreife gebracht. Inzwischen ist die zweite Generation dieser Technologie, "DrBlade™ 2", verfügbar. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir die Serienfertigung für dieses innovative Gehäuse gestartet (siehe "Neue Leistungsstufe DrBlade™ 2 zusammen mit digitalem Controller-IC ermöglicht komplette digitale DC/DC-Spannungsregelung mit höchster Effizienz" bei "Power Management & Multimarket" im Kapitel "Die Segmente"). Der Standort Warstein (Deutschland) ist unser Kompetenzzentrum für Gehäuse- und Verbindungstechnologie für IGBT-Module. Dort wurde ein neues, mehrgeschossiges Gebäude fertiggestellt und im Mai 2014 eingeweiht. Zwei Geschosse nimmt die hochautomatisierte Reinraumfertigung ein. Unter anderem werden dort HybridPACK™-Module für Hybrid- und Elektrofahrzeuge sowie technisch verwandte IGBT-Module für Industrieanwendungen gefertigt. Auf zwei weiteren Geschossen finden Labore und Entwicklungsräume Platz. In Malakka (Malaysia), dem gemessen an der Mitarbeiterzahl größten Infineon-Standort überhaupt, wurden vor allem aufgrund der hohen Nachfrage nach Leistungshalbleitern für den Automobilbereich die Fertigungskapazitäten erhöht. Der Test dieser Gehäusetypen findet in unserem Kompetenzzentrum für Chip- und Wafertest in Singapur statt. Folglich wurde auch dort die Testkapazität den erhöhten Stückzahlen angepasst. Fertigungskooperationen: Serienfertigung der ersten Automobil-Mikrocontroller auf 65-Nanometer-Fertigungstechnologie gestartet Unsere Fertigungsstrategie folgt dem Grundsatz, dass durch Eigenfertigung ein Differenzierungspotenzial in Kosten und/oder Performance erreicht werden muss. Ist dies nicht der Fall, ist Fremdfertigung vorzuziehen. Das gilt sowohl für die Chipfertigung als auch die Gehäusemontage. Für die Chipfertigung (Frontend-Fertigung) ergibt sich aus diesem Grundsatz, dass Leistungshalbleiter und Sensoren bevorzugt an eigenen Fertigungsstandorten hergestellt werden. Das gilt auch für viele Produkte, die analoge und digitale Schaltungskomponenten auf einem Chip vereinen (sogenannte Analog-/Mixed-Signal-Komponenten); insbesondere dann, wenn die analogen Schaltungselemente hohe Spannungen und Ströme steuern müssen. Ein Beispiel für die Differenzierung durch Eigenfertigung stellt unsere 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungstechnik mit Hauptanwendung bei Leistungshalbleitern dar. Bei CMOS-basierten Prozesstechnologien hingegen arbeiten wir mit Fertigungspartnern zusammen. Dies betrifft den überwiegenden Teil unserer in 90-Nanometer-Fertigungstechnologie gefertigten Produkte sowie alle in 65-Nanometer- und in 40-Nanometer-Fertigungstechnologie gefertigten Produkte. Für die 65-Nanometer-Embedded-Flash-Prozesstechnologie haben wir eine Entwicklungs- und Produktionskooperation mit dem Unternehmen Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, Ltd. ("TSMC"), Taiwan, abgeschlossen. Diese Vereinbarung umfasst die gemeinsame Entwicklung der Fertigungstechnologie auf Basis von Infineons Embedded-Flash-Zellen sowie die Fertigung von Mikrocontrollern für Automobil-, Industrie-, Chipkarten- und Sicherheitsanwendungen. Die Serienfertigung der 32-Bit-Mehrkern-Automobil-Mikrocontroller unserer AURIX™-Familie wurde Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres bei TSMC gestartet. Bei der 40-Nanometer-Embedded-Flash-Prozesstechnologie haben wir eine Entwicklungs- und Produktionskooperation mit Globalfoundries abgeschlossen. Für die Kooperation mit Globalfoundries gelten vergleichbare Vereinbarungen wie für TSMC. Bei der Gehäusemontage und beim Testen der Chips (die sogenannte Backend-Fertigung) kooperieren wir bei bestimmten Gehäusetypen mit marktführenden Partnern, um ausreichend Kapazitätswachstum sicherstellen und Phasen starker Nachfrageschwankungen besser handhaben zu können. F&E- UND FERTIGUNGSSTANDORTE UNTERNEHMENSINTERNES STEUERUNGSSYSTEM Das unternehmensinterne Steuerungssystem von Infineon ist darauf ausgelegt, die Umsetzung der Konzernstrategie zu unterstützen, die im Kapitel "Konzernstrategie" dargestellt ist. Dementsprechend werden Steuerungskennzahlen verwendet, die profitables Wachstum und effizienten Kapitaleinsatz messbar machen. Infineon hat sich vorgenommen ― ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 8 Prozent pro Geschäftsjahr zu erzielen, ― dabei im Mittel des Zyklus eine Segmentergebnis-Marge von 15 Prozent vom Umsatz zu generieren und ― Investitionen bei durchschnittlich 13 Prozent vom Umsatz zu begrenzen. Die Erreichung dieser finanziellen Ziele führt in Summe zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts durch die dauerhafte Erzielung einer Prämie auf die Kapitalkosten. Dabei bedingen Wachstum, Profitabilität und Investitionen einander: Profitabilität ist die Voraussetzung dafür, das Geschäft aus eigenen Mitteln finanzieren, also Wachstumspotenziale erschließen zu können. Wachstum wiederum erfordert einerseits kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Fertigungskapazitäten, stellt andererseits aber auch die Basis dar, um führende Marktpositionen zu erreichen und Größenvorteile zu realisieren. Entscheidend für das Zusammenspiel ist die effiziente Nutzung finanzieller Ressourcen. Infineon nutzt ein umfassendes Controllingsystem zur Steuerung des Geschäfts entlang der strategischen Ziele. Dies umfasst sowohl finanzielle als auch operative Kennzahlen. Die zur Steuerung herangezogenen Informationen stammen aus der jährlichen Langfristplanung, dem quartalsweisen Forecasting, dem wöchentlichen Auftragseingang sowie monatlich aus Ist-Daten. Dies erlaubt es dem Management, Entscheidungen zu treffen, die auf einer fundierten Informationsbasis bezüglich der aktuellen Situation und der erwarteten wirtschaftlichen und operativen Entwicklung beruhen. Für den langfristigen Erfolg von Infineon sind nachhaltiges Wirtschaften sowie die Einbeziehung von zukunftsgerichteten qualitativen Faktoren wichtig. Als ein Unternehmen, das sich auch seiner sozialen Verantwortung bewusst ist, berücksichtigt Infineon auch nichtfinanzielle Faktoren, hauptsächlich aus den Bereichen Nachhaltigkeit (siehe Kapitel "Nachhaltigkeit bei Infineon") und Mitarbeiter (siehe Kapitel "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter"). Diese Faktoren werden nicht zur Unternehmenssteuerung genutzt, sie tragen aber zur Erreichung der finanziellen Ziele von Infineon bei. Steuerungskennzahlen Hauptsteuerungskennzahlen Um den Erfolg der Umsetzung seiner Strategie zu bewerten, nutzt Infineon die folgenden drei übergreifenden Unternehmenskennzahlen: ― das Segmentergebnis zur Bewertung der operativen Profitabilität der Geschäfte und des Portfolios, ― den Free-Cash-Flow zur Bewertung der Höhe des Mittelzuflusses beziehungsweise -abflusses ohne Finanzierungstätigkeit und ― die Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise den Return on Capital Employed (RoCE) zur Bewertung der Kapitaleffizienz. Das Segmentergebnis ist die wichtigste Kennzahl des Konzerns, um den operativen Erfolg zu messen. In Prozent vom Umsatz (Segmentergebnis-Marge) ausgedrückt wird die Profitabilität des Umsatzes dargestellt und gezeigt, wie erfolgreich das operative Geschäft gesteuert wird. Die Steuerung der Aktivitäten der Segmente erfolgt auf Basis des Segmentergebnisses. Die Optimierung des Segmentergebnisses liegt dabei in direkter Verantwortung des Managements der jeweiligen Segmente. Der Free-Cash-Flow dokumentiert, wie sich operative Rentabilität in Zuflüssen von liquiden Mitteln niederschlägt. Gleichzeitig liefert diese Kennzahl auch eine Aussage über die Effizienz des Einsatzes von Betriebskapital und Sachanlagen. Überdies vergleicht Infineon die tatsächlich erzielte und die geplante Kapitalverzinsung (RoCE) mit den Kapitalkosten, um sicherzustellen, dass ein Mehrwert geschaffen wird. Die drei dargestellten Finanzkennzahlen sind auch die Eckpfeiler des Systems zur variablen Vergütung. Der überwiegende Anteil der variablen Gehaltsbestandteile von Mitarbeitern und Führungskräften ist direkt an diese Kennzahlen gekoppelt. Da Umsatzwachstum mit allen drei Kennzahlen korreliert und stark von externen Marktbedingungen und konjunkturellen Gegebenheiten abhängt, wird es nicht als eigene Hauptsteuerungskennzahl verwendet. Segmentergebnis Das Segmentergebnis ist definiert als Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von: Wertminderungen von Vermögenswerten (abzüglich Wertaufholungen); Ergebniseffekten aus Umstrukturierungen und Schließungen; Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen; akquisitionsbedingten Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen; Gewinnen (Verlusten) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften sowie sonstigen Erträgen (Aufwendungen), einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren (zur betragsmäßigen Ermittlung siehe im Konzernanhang unter Nr. 35). Gerichts- und Rechtsanwaltskosten im Zusammenhang mit der aktiven Lizenzierung von Infineon-Patenten werden im Segmentergebnis erfasst, genauso wie die zugehörigen Erträge. Das Segmentergebnis ist die Kennzahl, mit der Infineon die operative Ertragskraft seiner Segmente bewertet (zur Entwicklung des Segmentergebnisses von Infineon und der einzelnen Segmente im Geschäftsjahr 2014 siehe Kapitel "Die Segmente" sowie "Starkes Geschäftsjahr 2014" im Kapitel "Finanzen und Strategie"). Free-Cash-Flow Infineon verwendet die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss/-zufluss aus Investitionstätigkeit, jeweils aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow misst die Fähigkeit, operativen Erfolg in Mittelzuflüsse umzuwandeln, um so den laufenden Betrieb und die notwendigen Investitionen aus dem eigenen Geschäft heraus zu finanzieren. Es ist das Ziel von Infineon, einen nachhaltig positiven Free-Cash-Flow zu generieren (zur Erläuterung der Entwicklung des Free-Cash-Flows im Geschäftsjahr 2014 siehe Kapitel "Darstellung der Finanzlage"). Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Free-Cash-Flow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen. Infineon betreibt ein strenges Management des operativen Nettoumlaufvermögens, indem fortlaufend auf die Optimierung der Vorräte sowie der Forderungen und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen geachtet wird. Das effektive Management der Investitionen nimmt eine zentrale Rolle im Hinblick auf die Optimierung des Free-Cash-Flows ein. Hierzu passt unser Ziel, die Höhe der Investitionen systematisch zu steuern. Der Free-Cash-Flow wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene betrachtet. Return on Capital Employed (RoCE) RoCE bewertet die Kapitalrentabilität und ist definiert als Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern, dividiert durch das eingesetzte Kapital. Anlagevermögen und Nettoumlaufvermögen bilden das eingesetzte Kapital. Die Kennzahl RoCE zeigt den Zusammenhang zwischen der Profitabilität und dem für den Geschäftsbetrieb notwendigen Kapital auf. Die Kennzahl verdeutlicht, wie effizient ein Unternehmen seine Ressourcennutzung steuert. Der RoCE wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene analysiert. Die Gegenüberstellung des RoCE mit den gewichteten Kapitalkosten eines Unternehmens gibt Auskunft darüber, wie viel Wert nach Erfüllung der Renditeerwartungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber geschaffen wurde. Somit dient der RoCE als Instrument der wertorientierten Unternehmenssteuerung. Neben der Profitabilität wird der RoCE von der Kapitalintensität in Bezug auf das Anlagevermögen sowie auf das Nettoumlaufvermögen beeinflusst. Die Kapitalintensität beschreibt, in welchem Umfang Vermögenswerte eingesetzt werden müssen, um einen bestimmten Umsatz zu realisieren. Zur rechnerischen Ableitung und Entwicklung des RoCE im Geschäftsjahr 2014 siehe Kapitel "Darstellung der Vermögenslage". Ergänzende Steuerungskennzahlen Die Hauptsteuerungskennzahlen werden durch weitere Steuerungskennzahlen ergänzt, welche Auskunft über das Wachstumspotenzial, die Kosteneffizienz der verschiedenen Funktionsbereiche sowie die Liquidität geben. Wachstums- und Rentabilitätskennzahlen Die Wachstumsrate der Umsatzerlöse wird laufend am Wachstum der jeweiligen Zielmärkte gemessen. Dies knüpft unmittelbar an dem strategischen Ziel an, kontinuierlich vom Wachstum unserer Zielmärkte zu profitieren. Als Indikator für eine zukünftige Umsatzentwicklung werden auch die sogenannten Design-Wins herangezogen, deren Zielwert laufend gegen die tatsächliche Entwicklung abgeglichen wird. Um die operative Rentabilität im Detail zu analysieren, werden die dem Segmentergebnis vorgelagerten Ergebnis- und Kostenblöcke betrachtet. Dabei handelt es sich um das Bruttoergebnis vom Umsatz, die F&E-Kosten, die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten sowie deren Relation zu den Umsatzerlösen. Diese Kennzahlen werden sowohl zur Unternehmens- als auch zur Segmentsteuerung herangezogen. Zur Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage". Liquiditätskennzahlen Eine rollierende Liquiditätsplanung dient der Sicherstellung einer ausreichenden Ausstattung mit liquiden Mitteln und der Optimierung der Kapitalstruktur. Die Liquidität wird nicht auf Segmentebene, sondern nur auf Unternehmensebene gesteuert, wofür die folgenden Kennzahlen zur Anwendung kommen: ― Brutto-Cash-Position: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zuzüglich Finanzinvestments. ― Netto-Cash-Position: Brutto-Cash-Position abzüglich kurz- und langfristiger Finanzverbindlichkeiten. ― Nettoumlaufvermögen: Kurzfristige Vermögenswerte abzüglich Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, abzüglich Finanzinvestments, abzüglich zur Veräußerung stehender Vermögenswerte, abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten ohne kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten sowie ohne zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten. ― Investitionen: Summe aus Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, einschließlich aktivierter Forschungs- und Entwicklungskosten. Zur Entwicklung der Kennzahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel "Darstellung der Finanzlage". Des Weiteren werden zur Vermeidung von Kapazitätsleerstand beziehungsweise Kapazitätsengpässen regelmäßig die operativen Kenngrößen Kapazitätsauslastung und prognostizierter Kapazitätsbedarf analysiert. Das Ergebnis dieser Analyse fließt in die Bestimmung des Investitionsbedarfs ein. Operative Frühindikatoren Um das Bild bezüglich der aktuellen Unternehmenssituation und der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung abzurunden, verwendet Infineon folgende operative Frühindikatoren: ― Auftragseingang: Wertmäßige Summe aller Aufträge, die das Unternehmen in der entsprechenden Rechnungslegungsperiode von seinen Kunden erhalten hat. ― Auftragseingang zum Umsatz: Verhältnis zwischen Auftragseingang und Umsatzerlösen derselben Rechnungslegungsperiode (auch Book-to-Bill-Ratio genannt). Das Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz ist ein Indiz für die zukünftige Nachfrageentwicklung. Wenn der Auftragseingang größer ist als der in einer Periode erzielte Umsatz, wird das als Indikator für zukünftiges Umsatzwachstum gewertet. Zur Entwicklung des Auftragseingangs und von Auftragseingang zum Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr siehe Kapitel "Darstellung der Ertragslage". Ist- und Zielwerte der Steuerungskennzahlen Im "Prognosebericht" im Kapitel "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen" findet sich eine tabellarische Gegenüberstellung der im Geschäftsjahr 2014 erzielten Werte für die Steuerungskennzahlen mit den Erwartungen für das Geschäftsjahr 2014 und das Geschäftsjahr 2015. NACHHALTIGKEIT BEI INFINEON Die Angaben und Kennzahlen zu unseren Nachhaltigkeitsaktivitäten in diesem Kapitel wurden von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, zusätzlich zur gesetzlichen Einklangsprüfung des Konzernlageberichts, unter Anwendung der für die Nachhaltigkeitsberichterstattung einschlägigen Prüfungsstandards "International Standard on Assurance Engagements 3000" und "International Standard on Assurance Engagements 3410", einer unabhängigen Prüfung mit begrenzter Sicherheit ("limited assurance") unterzogen. Weitere Informationen zur Prüfung sowie die Bescheinigung finden Sie auf unserer Internet-Seite im Abschnitt "Corporate Social Responsibility". Unter Corporate Social Responsibility (CSR) verstehen wir unsere freiwillige Verantwortung gegenüber der internationalen und lokalen Gesellschaft. Die Basis für unser Engagement sind die Einhaltung der geltenden gesetzlichen Regelungen, die zehn Prinzipien des UN Global Compact sowie das Prinzip der Nachhaltigkeit - die Verbindung von Ökonomie, Ökologie und sozialem Engagement. Auf dieser Grundlage haben wir sechs Handlungsschwerpunkte identifiziert: G 40 Corporate Social Responsibility Infineon qualifizierte sich 2014 erneut für die Aufnahme in wichtige Nachhaltigkeitsindizes. Diese bewerten Unternehmen anhand von ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien. Infineon ist unter anderem im "Dow Jones Sustainability™ Europe Index", in den "STOXX® Global ESG Leaders Indices" sowie "FTSE4Good Indices" gelistet. Infineon hat sich im Geschäftsjahr 2014 zum vierten Mal in Folge für die Aufnahme in das Sustainability Yearbook qualifiziert. Wesentlichkeitsanalyse und Einbeziehung von Stakeholdern Bei der Wesentlichkeitsanalyse bewerten wir die Erwartungen und Anforderungen unserer internen und externen Stakeholder im Bereich CSR in verschiedenen Themenfeldern innerhalb unserer sechs oben definierten Handlungsschwerpunkte. Hierfür wurden 19 Themenfelder entsprechend den Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der Global Reporting Initiative GRI 3.1 hinsichtlich ihrer Relevanz für unser Geschäftsmodell analysiert. Im Rahmen dieses Prozesses werden unter anderem Anforderungen des Kapitalmarktes, Gesetze und Regulierungen, Medien- und Trendanalysen, spezifische Studien für die Halbleiterindustrie sowie interne Evaluierungen berücksichtigt. Als Ergebnis unserer Analyse haben wir folgende Themenfelder als wesentlich priorisiert: "Wirtschaftliche Leistung", "Energie", "Auswahl und Förderung von Spitzenkräften", "Gesundheit und Arbeitssicherheit", "Emissionen, Abwasser und Abfall" sowie "Gesellschaftliches und soziales Engagement (Corporate Citizenship)". Diese Themen werden bei Infineon seit Jahren adressiert. Damit bestätigt das Resultat der Wesentlichkeitsanalyse unsere bisherige Strategie. Im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung unseres Ansatzes wurden weitere Maßnahmen identifiziert und umgesetzt, wie zum Beispiel unser neuer Handlungsrahmen für Corporate Citizenship sowie unsere weltweite Berichterstattung für Informationen und Kennzahlen im Bereich Nachhaltigkeit. Mit der Anpassung unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung an die Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der Global Reporting Initiative GRI 4 werden wir die Wesentlichkeitsanalyse künftig entsprechend diesen Vorgaben durchführen. Wesentlichkeitsanalyse Ziel Geschäftsjahr 2015 ― Aktualisierung und Weiterentwicklung unserer Wesentlichkeitsanalyse insbesondere im Hinblick auf GRI 4. G 41 Stakeholder Im Rahmen dieser kontinuierlichen Weiterentwicklung ist uns neben der Wesentlichkeitsanalyse der dauerhafte Dialog mit unseren Stakeholdern sehr wichtig, um deren Erwartungen zu verstehen. Die verschiedenen Bereiche und Abteilungen von Infineon nutzen unterschiedliche Kommunikationskanäle und engagieren sich in Konferenzen, Foren, Verbänden und Umfragen, um eine zielgerichtete Kommunikation mit den entsprechenden Stakeholdergruppen zu ermöglichen. Wir berücksichtigen die Erwartungen unserer Stakeholder bei der Ausgestaltung unserer Strategie und nutzen diese, um die möglichen Weiterentwicklungsmaßnahmen zu identifizieren und unsere Berichterstattung darauf zu fokussieren. Nachhaltigkeitsberichterstattung Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2014 Ziele erreicht: ― Unabhängige Prüfung "mit begrenzter Sicherheit" durch externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. ― Durchführung einer Statusanalyse sowie Bewertung der GRI 4-Anforderungen. Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung Die Transparenz der Berichterstattung von Nachhaltigkeitsinformationen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Mit unserem Kapitel "Nachhaltigkeit bei Infineon" auf Basis der GRI 3.1 sowie einem überarbeiteten Internet-Auftritt für den Nachhaltigkeitsbereich kommen wir diesen gestiegenen Anforderungen nach. Arbeitssicherheit Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2014 Ziel erreicht: ― Die Berichterstattung der Unfälle erfolgt bezüglich der Verletzungsrate gemäß der Definition der GRI. In den Bereichen Arbeitssicherheit und Brandschutz wurden 45.443 Stunden für Fort- und Weiterbildung von weltweiten Fachexperten aufgewendet. 45.443 Stunden Ziel Geschäftsjahr 2015 ― Unser Ziel ist es, mit unserer Verletzungsrate (Injury Rate) nach GRI auch weiterhin bei einem Wert unterhalb von 0,4 zu liegen. IR < 0,4 Unsere Verantwortung für die Mitarbeiter Die Schaffung einer sicheren Arbeitsumgebung ist eines unserer obersten Ziele. Unser Ansatz im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz basiert auf dem Grundsatz der Prävention. Unser Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem ist an allen großen Produktionsstandorten sowie der Unternehmenszentrale nach OHSAS 18001 zertifiziert und soll sicherstellen, dass die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um Risiken aus der Arbeitsumgebung, die zur Gefährdung unserer Mitarbeiter führen können, zu minimieren. Für Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen unserer weltweiten Fachexperten in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie im Brandschutz wurden im Geschäftsjahr 2014 45.443 Stunden investiert. Darüber hinaus werden Führungskräfte und Mitarbeiter durch regelmäßige Schulungen über das Thema Arbeitssicherheit informiert und dafür sensibilisiert. Die Erfassung und Auswertung der arbeitsbezogenen Unfallzahlen im Rahmen unserer allgemeinen Datenerfassung erfolgt gemäß den Anforderungen der GRI unter Angabe der standardisierten Verletzungsrate (Injury Rate: IR) und Ausfalltagequote (Lost Day Rate: LDR). Berücksichtigt werden dabei alle Arbeitsunfälle, die zu einer Ausfallzeit von mehr als einem Tag geführt haben. Die niedrige Verletzungsrate von 0,34 im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie die niedrige Ausfalltagequote von 4,20 sind in den Grafiken 42 und 43 dargestellt: G 42 Verletzungsrate (IR)1 1 Die Verletzungsrate wird wie folgt berechnet: Arbeitsunfälle/Arbeitsstunden x 200.000. In den Arbeitsstunden sind Urlaubs- und Feiertage enthalten. G 43 Ausfalltagequote (LDR)1 1 Die Ausfalltagequote wird wie folgt berechnet: Ausfalltage/Arbeitsstunden x 200.000. In den Arbeitsstunden sind Urlaubs- und Feiertage enthalten. Ökologische Nachhaltigkeit in unseren Fertigungen Unser globales Managementsystem IMPRES (Infineon Integrated Management Program for Environment, Energy, Safety and Health) integriert die Ziele und Prozesse in der ökologischen Nachhaltigkeit (inklusive Energiemanagement) sowie der Arbeitssicherheit und dem Gesundheitsschutz. IMPRES ist weltweit nach ISO 14001, OHSAS 18001 und - an den größten europäischen Fertigungsstandorten sowie unserer Zentrale Campeon - zusätzlich nach dem Energiemanagementstandard ISO 50001 zertifiziert. Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen Die Verknappung der vorhandenen Ressourcen ist eine der großen globalen Herausforderungen. Die Steigerung der Ressourceneffizienz birgt gleichermaßen ökologische und ökonomische Potenziale und ist zentraler Bestandteil unserer weltweiten Nachhaltigkeitsstrategie. Wassermanagement Effizientes Wassermanagement ist integraler Bestandteil unseres Umweltmanagements. Die hohe Priorität des Themas haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr durch den Beitritt zum "CEO Water Mandate" der Vereinten Nationen unterstrichen. Dies ist eine besondere Initiative des UN-Generalsekretärs mit dem Ziel, den nachhaltigen Umgang mit Wasser global voranzutreiben. Die Fortschrittsmitteilung von Infineon zum "CEO Water Mandate" der Vereinten Nationen ist auf unserer Internet-Seite veröffentlicht. Unser nachhaltiges Wassermanagement an unseren Fertigungsstandorten ermöglicht eine effiziente Wassernutzung. Wassermangel beginnt nach der Definition des WBCSD (World Business Council for Sustainable Development) bei einer verfügbaren Gesamtmenge an erneuerbaren Wasserressourcen von weniger als 1.700 Kubikmetern pro Kopf der Bevölkerung und Jahr. Danach befindet sich mit Singapur nur einer der Produktionsstandorte von Infineon in einem Wassermangelgebiet. An diesem Standort befinden sich maßgeblich Büro- und Testbereiche mit einem geringen Wasserbedarf, die im Geschäftsjahr 2014 lediglich 0,62 Prozent der Gesamtwassermenge von Infineon benötigten. Dennoch wurden Maßnahmen wie zum Beispiel die Installation von wassersparenden Anlagen vor Ort umgesetzt, um eine effiziente Wassernutzung zu gewährleisten. Als Ergebnis dieser Maßnahmen wurde ein Gebäude des Standorts mit dem sogenannten "Water Efficient Building"-Zertifikat ausgezeichnet. Der gesamte Wasserverbrauch unserer Frontend- und Backend-Fertigungen, inklusive unserer Unternehmenszentrale Campeon, betrug im Geschäftsjahr 2014 19.897.515 Kubikmeter (m3 ). Wir beziehen unser Wasser aus unterschiedlichen Quellen, wie die Grafik 44 illustriert. G 44 Wasserverbrauch in Kubikmetern G 45 Normierter Wasserverbrauch pro Quadratzentimeter prozessierter Wafer-Fläche 1 Frontend-Standorte weltweit Der WSC (World Semiconductor Council) hat als weltweite Organisation der Halbleiterhersteller mit dem Wasserverbrauch in Liter pro Quadratzentimeter prozessierter Wafer-Fläche eine in der Halbleiterindustrie international anerkannte Vergleichsgröße definiert. Um einen Quadratzentimeter Wafer-Fläche zu prozessieren, haben die Infineon-Frontend-Standorte im Kalenderjahr 2013 weltweit rund 20 Prozent weniger Wasser verbraucht als der globale Durchschnitt. G 46 Wasserbilanz Wassermanagement Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2014 Ziel erreicht: ― Verglichen mit dem globalen Durchschnitt des WSC benötigte Infineon rund 20 Prozent weniger Wasser, um einen Quadratzentimeter Wafer-Fläche zu prozessieren. -20% 9,12 Prozent des Produktionsreinstwassers werden recycelt oder in anderen Prozessen wiederverwendet. Ziele Geschäftsjahr 2015 ― Unabhängig von einer steigenden Produktkomplexität, mit unserem Wasserverbrauch pro Quadratzentimeter prozessierter Wafer-Fläche den vom WSC ermittelten spezifischen Wasserverbrauchswert zu unterschreiten. ― Aufbau und Überarbeitung der Internet-Seite zur Veröffentlichung der Fortschrittsmitteilung zum "CEO Water Mandate" der Vereinten Nationen. Der im Vergleich niedrige spezifische Wasserverbrauch ist das Ergebnis eines konsequenten Wassermanagements. Die schematische Darstellung der Infineon-Wasserbilanz für das Geschäftsjahr 2014 ist der Grafik 46 zu entnehmen. Das Wasser stammt entweder aus eigenen Versorgungsanlagen (Brunnen, die bis ins Grundwasser reichen) oder von lokalen Versorgern (Trinkwasser beziehungsweise Brauchwasser, das keine Trinkwasserqualität besitzt). Falls die Reinheit des Wassers unseren Anforderungen nicht genügt, wird das Wasser aufbereitet und dann in unseren Fertigungen, zum Beispiel zur Kühlung von Anlagen oder zur Erzeugung von Produktionsreinstwasser, verwendet. Zum Teil lässt sich das Wasser auch mehrfach nutzen. Beispielsweise kann Kühlwasser auch für die Reinstwasserherstellung verwendet werden. Darüber hinaus kann teilweise auch das Produktionsreinstwasser vor der Einleitung wiederverwendet werden. Im Berichtszeitraum wurden 609.266 Kubikmeter (9,12 Prozent) des Produktionsreinstwassers sowie 971.866 Kubikmeter (10,37 Prozent) des Abwassers wiederverwendet. Ist das Wasser in der Produktion nicht mehr verwendbar, so wird es, je nach Reinheitsgrad, örtlichen Gegebenheiten und behördlichen Genehmigungen, entweder direkt oder indirekt eingeleitet. Die prozentuale Aufteilung der Wassereinleitungen wird in der Grafik 47 gezeigt. G 47 Wassereinleitungen 2014 Energie, Klimaschutz und CO2-Bilanz Effizientes Energiemanagement Energie wird hauptsächlich in Form von elektrischem Strom in allen Fertigungsstufen der Halbleiterherstellung eingesetzt. Primärenergieträger - wie Öl und Gas - spielen eine untergeordnete Rolle. Der weltweite indirekte Energieverbrauch von Infineon lag im Geschäftsjahr 2014 bei etwa 1.274 Gigawattstunden (GWh) und setzte sich aus den indirekten Energieträgern Elektrizität (91,50 Prozent) und Fernwärme (8,50 Prozent) zusammen. Den anteilsmäßig größten Energiebedarf haben unsere Frontend-Fertigungen, da dort neben dem Betreiben der eigentlichen Anlagen auch besonders anspruchsvolle Umgebungsbedingungen aufrechterhalten werden müssen, wie beispielsweise besonders stabile klimatische Bedingungen in den Reinräumen. Die Backend-Fertigungen weisen einen prozessbedingt geringeren Verbrauch auf als die Frontend-Standorte, gefolgt von den Entwicklungs- und Bürostandorten, die den kleinsten Anteil darstellen. G 48 Energieverbrauch in Gigawattstunden Der direkte Energieverbrauch im Geschäftsjahr 2014 ergibt sich aus der Tabelle "Primärenergieträger". Auf Basis der Relevanz am Gesamtenergieverbrauch der Frontend-Fertigungen und der lokalen Anforderungen haben wir an wesentlichen Produktionsstandorten die Systematik des Energiemanagementstandards ISO 50001 implementiert und analysieren kontinuierlich Möglichkeiten zur weiteren Steigerung unserer Energieeffizienz. Die Steigerung der Energieeffizienz bedeutet die Senkung des spezifischen Energieverbrauchs, das heißt des Energieverbrauchs pro gefertigter Produktionseinheit. Nach den Definitionen des WSC ist der spezifische Energieverbrauch als Maß für die Energieeffizienz im Frontend definiert als Energieverbrauch pro prozessierter Wafer-Fläche in Quadratzentimetern. Auf Basis dieser Definition stellt der WSC jährlich einen internationalen Wert zur Verfügung, der als Vergleichsgröße dient. Im Kalenderjahr 2013 verbrauchte Infineon an den Frontend-Fertigungsstandorten etwa 32 Prozent weniger Strom pro Quadratzentimeter prozessierter Wafer-Fläche als der weltweite Durchschnittswert der Halbleiterindustrie nach WSC. Klimaschutz - Treibhausgase In der Halbleiterindustrie werden klimawirksame Gase in Form von perfluorierten Kohlenstoffverbindungen, sogenannten "Perfluorinated Compounds" (PFCs), Schwefelhexafluorid (SF6 ) und Stickstofftrifluorid (NF3 ) eingesetzt. Diese Gase werden im Wesentlichen in Ätzprozessen zur Strukturierung von Wafern sowie für die Reinigung von Fertigungsanlagen verwendet und sind nicht ersetzbar. G 49 Normierter Elektrizitätsverbrauch pro Quadratzentimeter prozessierter Wafer-Fläche 1 Frontend-Standorte weltweit scroll Primärenergieträger GWh Erdgas 37 Sonstiges 11 Energieeffizienz Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2014 ― Ziel wurde teilweise erreicht und die vier größten europäischen Fertigungsstandorte sowie unsere Unternehmenszentrale sind erfolgreich nach ISO 50001 zertifiziert. Ziel Geschäftsjahr 2015 ― Unser Ziel ist die Umsetzung von Projekten und Maßnahmen an unseren weltweiten Frontend-Fertigungen, die in Summe 35 GWh Energie innerhalb der nächsten drei Jahre einsparen können. 35 GWh Im Rahmen unseres Bekenntnisses zum Klimaschutz haben wir schon früh damit begonnen, besonders effiziente Prozesse zu entwickeln, die die Verwendung dieser klimawirksamen Stoffe auf das technisch notwendige Mindestmaß reduzieren. Dies geschieht im Wesentlichen durch die Steigerung der Prozesseffizienz und durch optimierte Abluftreinigungskonzepte. Darüber hinaus ist es teilweise möglich, Gase mit geringerem Einfluss auf das Klima einzusetzen. Vorgenannte Maßnahmen tragen dazu bei, die Emissionen, die durch klimawirksame Gase verursacht werden, zu minimieren. Die PFC-Gesamtemissionen von Infineon lagen im Geschäftsjahr 2014 bei 184.864 Tonnen CO2 -Äquivalenten. Prozesstechnisch bedingt lagen die Emissionen 27,26 Prozent über den Emissionen des Vorjahres. Entsprechende Reduktionsmaßnahmen wurden bereits implementiert. Die immer weiter steigende Komplexität von Halbleiterprodukten bedingt allerdings zum Teil eine steigende Anzahl von Prozessschritten, was wiederum einen steigenden Einsatz von Treibhausgasen notwendig machen kann. Dennoch hält Infineon an seinem Ziel fest, dass die gesamten PFC-Emissionen von Infineon im Geschäftsjahr 2015 den Wert von 200.000 Tonnen CO2 -Äquivalenten nicht überschreiten. PFC-Emissionen Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2014 Aufgrund von prozesstechnischen Veränderungen wurde das Zielniveau für das Geschäftsjahr 2014 überschritten. Reduktionsmaßnahmen wurden bereits implementiert. Ziel Geschäftsjahr 2015 ― Es ist unser Ziel, dass die Emissionen im Geschäftsjahr 2015 den maximalen Emissionswert von 200.000 Tonnen CO2 -Äquivalenten nicht überschreiten. < 200.000 Tonnen G 50 PFC-Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalenten Darüber hinaus werden wir weiterhin die PFC-Emissionen auf deutscher und auf europäischer Ebene im Rahmen der freiwilligen Verpflichtung der Halbleiterindustrie berichten. CO2-Bilanz Unsere Produkte und Innovationen sind der Schlüssel für energieeffiziente Endprodukte und Anwendungen und leisten damit einen wesentlichen Beitrag, den "ökologischen Fußabdruck" zu optimieren. Bei der Erstellung einer CO2 -Bilanz sind komplexe Prozesse und zahlreiche Einflussfaktoren zu berücksichtigen. Damit unterliegen ökobilanzielle Betrachtungen naturgemäß einer gewissen Unschärfe. Um diese weiter zu reduzieren, wurde der von Infineon gewählte Ansatz auch im vergangenen Geschäftsjahr weiter verfeinert. Die Kalkulation der CO2 -Emissionen basiert auf der ISO 14000 Norm, die durch die PAS (Public Available Specification) 2050 Richtlinie des BSI (British Standards Institution) zur Bestimmung von produktspezifischen Ökobilanzen sowie den Prinzipien des Greenhouse Gas Protocols zur Erstellung von Ökobilanzen (Relevanz, Vollständigkeit, Konsistenz, Transparenz und Genauigkeit) konkretisiert wird. In der Ökobilanz von Infineon werden die für Infineon relevanten ersten drei der fünf Schritte gemäß PAS 2050 berücksichtigt. Diese Schritte beinhalten die Bereitstellung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Verarbeitung bis hin zum Vertrieb an den Kunden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir auch Infineon-Fahrzeuge für dienstliche Belange sowie Dienstreisen mit dem Flugzeug in die Betrachtung mit aufgenommen. Folgende Emissionen und Immissionen werden bei der Berechnung betrachtet: G 51 Berechnung der CO2-Belastung Bei der Klassifizierung der Emissionen in direkte sowie indirekte Emissionen orientieren wir uns an der Klassifizierung des "Greenhouse Gas Protocols" in Scope 1, 2 und 3. Danach sind unsere PFC-Emissionen, der direkte Energieverbrauch sowie die Fahrzeuge für dienstliche Belange in "Scope 1" enthalten. In "Scope 2" sind die Emissionen aus unserem Elektrizitäts- und Fernwärmebedarf und in "Scope 3" die weiteren Emissionen entlang der Wertschöpfungskette berücksichtigt. In Summe ergibt sich für die Fertigungen von Infineon, unter Berücksichtigung aller aus unserer Sicht wesentlichen Emissionsquellen inklusive der eingesetzten Materialien und Logistik, ein ökologischer Fußabdruck von umgerechnet rund 1,4 Millionen Tonnen CO2 -Äquivalenten im Geschäftsjahr 2014. In dieser Zahl sind die "Scope 1-Emissionen" in Höhe von 193.884 Tonnen CO2 -Äquivalenten, "Scope 2-Emissionen" von 505.246 Tonnen CO2 -Äquivalenten sowie "Scope 3-Emissionen" in Höhe von 703.256 Tonnen CO2 -Äquivalenten enthalten. Diese Emissionen unterscheiden sich geringfügig von den Werten des Vorjahres. Grund hierfür sind vor allem die Veränderungen in der Produktionsmenge, prozesstechnische Änderungen sowie die Berücksichtigung weiterer Faktoren, wie Testequipment und Dienstreisen mit dem Flugzeug (6.748 Tonnen CO2 -Äquivalente). Die Produkte von Infineon finden in den unterschiedlichsten Bereichen Anwendung und tragen dazu bei, die ökologische Effizienz der Endprodukte und Applikationen während deren Nutzungsphase zu steigern. Mit unseren Hochleistungsprodukten wird der Betrieb großer Windkraftanlagen oder Fotovoltaik-Parks ermöglicht. Aber auch in industriellen Applikationen, wie Antrieben und Motorsteuerungen, finden unsere Produkte Anwendung und ermöglichen beispielsweise eine Reduzierung der Verlustleistung. Ein weiteres Einsatzgebiet unserer Produkte ist die Automobilindustrie. Die innovativen Halbleiterlösungen von Infineon tragen zur nachhaltigen Mobilität bei, indem sie den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen reduzieren und die Sicherheit optimieren. Neben den klassischen Verbrennungsmotoren gehören hierzu auch Steuerungs- und Regeltechnik für Hybrid- und Elektrofahrzeuge sowie elektronische Kleinfahrzeuge, zu denen auch E-Bikes und -Motorräder zählen. Infineon-Produkte ermöglichen allein in den Bereichen Automobilelektronik, industrielle Antriebe, Server, Beleuchtung sowie Fotovoltaik und Windenergie während deren Nutzungsphase CO2 -Einsparungen von etwa 14,4 Millionen Tonnen CO2 -Äquivalenten. Infineon ermöglicht somit durch seine Produkte und Innovationen in Verbindung mit einer effizienten Fertigung einen ökologischen Nettonutzen von rund 13 Millionen Tonnen CO2 . Ökologischer Nettonutzen Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2014 Ziel erreicht: ― Die CO2 -Einsparung, die Produkte von Infineon im Endprodukt über deren Nutzungsphase ermöglichen, war zehnmal höher als die CO2 -Emissionen, die bei der Herstellung der Produkte anfallen. Methodik unserer CO2 -Bilanz verfeinert und Fahrzeuge für dienstliche Belange sowie Dienstreisen (Flugreisen) zusätzlich in die Berechnung mit aufgenommen. Ziel Geschäftsjahr 2015 ― Die CO2 -Einsparung, die Produkte von Infineon im Endprodukt über deren Nutzungsphase ermöglichen, ist mindestens zehnmal höher als die CO2 -Emissionen, die bei der Herstellung der Produkte anfallen. G 52 CO2-Bilanz 1 Die Kennzahl berücksichtigt Produktion, Transport, Fahrzeuge für dienstliche Belange sowie Flugreisen, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Chemikalien, Wasser/Abwasser, direkte Emissionen, Energieverbrauch, Abfall usw. Sie basiert auf intern erhobenen Daten und öffentlich verfügbaren Umrechnungsfaktoren und bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2014. 2 Die Ermittlung der Kennzahl erfolgt auf Basis selbst entwickelter Kriterien, die in den begleitenden Erläuterungen detaillierter erklärt werden. Die Kennzahl bezieht sich auf das Kalenderjahr 2013 und wird für folgende Bereiche erhoben: Automobil, Lampenvorschaltgeräte, PC-Stromversorgungen, erneuerbare Energie (Wind, Fotovoltaik) und Antriebe. Die Berechnungen der CO2 -Einsparungen gründen auf Einsparpotenzialen von Technologien, in denen Halbleiter zum Einsatz kommen. Die Zurechnung eingesparter CO2 -Emissionen erfolgt über den Infineon-Marktanteil, den Halbleiteranteil und die Lebensdauer jeweiliger Technologien, die auf internen und externen Expertenschätzungen beruhen. Solche komplexen ökobilanziellen Betrachtungen sind mit Unschärfe und gewissen Unsicherheiten behaftet, das Ergebnis ist jedoch eindeutig. Abfallmanagement Ziel des Abfallmanagements bei Infineon ist neben der Minimierung der Abfallmengen auch die ordnungsgemäße Entsorgung der Abfälle. Im Geschäftsjahr 2014 fielen insgesamt Abfälle in Höhe von 26.228 Tonnen an, wobei 16.445 Tonnen als nicht gefährlich und 9.783 Tonnen als gefährlich eingestuft wurden. Der Anstieg des Gesamtabfallaufkommens gegenüber dem Vorjahr ist maßgeblich durch Produktionssteigerungen verursacht. G 53 Abfallgenerierung in Tonnen G 54 Abfall nach Entsorgungsmethoden im Geschäftsjahr 2014 G 55 Normierte Abfallgenerierung pro Quadratzentimeter prozessierter Wafer-Fläche 1 Frontend-Standorte weltweit Bei der Entsorgung von Abfällen zieht Infineon die Verwertungsverfahren den Beseitigungsverfahren vor. Unter den Verwertungsverfahren wird die Wiederverwendung als die ökologisch effektivste Methode angesehen. Die prozentuale Aufteilung der Entsorgungsmethoden ist in der Grafik 54 dargestellt. Im Geschäftsjahr 2014 konnten 49,82 Prozent des nicht gefährlichen und 53,96 Prozent des gefährlichen Abfalles durch Recycling wiederverwendet werden. Im Geschäftsjahr 2014 wurde damit begonnen, die in unserer Fertigung in Regensburg (Deutschland) anfallenden Gemische von Aceton und Wasser nicht mehr in die Beseitigung zu geben, sondern zukünftig einer Verwertung zuzuführen, bei der das Aceton zurückgewonnen wird. Auch bei schon laufenden Entsorgungen sind Optimierungen möglich. Durch Zusammenarbeit des Standorts Regensburg (Deutschland) mit einem lokalen Entsorgungspartner war es möglich, den Transportaufwand für die Verwertung des edelmetallhaltigen (Palladium und Gold) Galvanikschlamms erheblich zu reduzieren. Im Kalenderjahr 2013 wurden an den Infineon-Frontend-Fertigungen, um einen Quadratzentimeter Wafer-Fläche zu prozessieren, etwa 47 Prozent weniger Abfall generiert als im globalen Durchschnitt des WSC. Abfallmanagement Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2014 Ziel erreicht: ― Verglichen mit dem globalen Durchschnitt des WSC generierte Infineon rund 47 Prozent weniger Abfall, um einen Quadratzentimeter Wafer-Fläche zu prozessieren. -47% 51,36 Prozent der von uns generierten Abfälle wurden dem Recycling zugeführt. Ziel Geschäftsjahr 2015 ― Unser Ziel ist es, unabhängig von einer steigenden Produktkomplexität, mit unserer Abfallmenge pro Quadratzentimeter prozessierter Wafer-Fläche den vom WSC ermittelten spezifischen Abfallwert zu unterschreiten. Chemische Sicherheit Um Halbleiter zu produzieren, bedarf es einer Vielzahl verschiedenster Chemikalien. Diese weisen zum Teil gefährliche Eigenschaften auf. Bei Infineon gehen wir zum Schutz von Mensch und Umwelt sehr verantwortungsvoll mit gefährlichen Stoffen um. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften ist für uns selbstverständlich. Die europäische Chemikaliengesetzgebung REACH (Registration, Evaluation, Authorization and Restriction of Chemicals) Verordnung (EG) 1907/2006 regelt die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe auf dem europäischen Markt und hat damit maßgeblichen Einfluss auf die Beschaffung und Verwendung von Chemikalien. Da die Einhaltung der REACH-Anforderungen innerhalb unserer Lieferkette für die Sicherstellung der Liefersicherheit unerlässlich ist, wurden sie vollumfänglich in die Einkaufsprozesse von Infineon integriert. Für den Umgang mit Chemikalien ist ferner die europäische CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (Classification, Labeling and Packaging) von großer Bedeutung. Diese reguliert die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen und ersetzt das bisher gültige Einstufungs- und Kennzeichnungssystem der Stoffrichtlinie 67/548/EWG und Zubereitungsrichtlinie 1999/45/EG. Da für die Umstellung teilweise Übergangsfristen bis zum Kalenderjahr 2015 vorgesehen sind und unsere Lieferanten zeitlich individuelle Implementierungsstrategien haben, hat Infineon entschieden, bis zum Ende der Übergangsfristen beide Klassifizierungssysteme weltweit parallel anzuwenden. Produktbezogene Nachhaltigkeit Den Anspruch der Nachhaltigkeit setzen wir in unseren Fertigungen und unseren Produkten gleichermaßen um. Dies zeigt sich in den beschriebenen CO2 -Einsparungen, die unsere Produkte und Lösungen ermöglichen, und im Umgang mit den in unseren Produkten eingesetzten Stoffen und Materialien. Alle Produkte von Infineon erfüllen die Kriterien für Erzeugnisse gemäß der REACH-Verordnung. Damit bestehen für die in unseren Produkten enthaltenen Substanzen keine Registrierungspflichten. Sind in einem Erzeugnis Substanzen mit einem Anteil von 0,1 Gewichtsprozent oder mehr enthalten und auf der sogenannten REACH-Kandidatenliste (Liste der für eine Zulassung in Frage kommenden besonders besorgniserregenden Stoffe) aufgeführt, so muss darüber Mitteilung gegenüber den europäischen Abnehmern gemacht werden. Infineon erfüllt diese Pflicht sowohl durch die Publikation der REACH-Erklärung als auch mit einem entsprechenden Passus im Frachtbrief (Dispatch Note). Die europäischen Richtlinien 2000/53/EG über Altfahrzeuge (ELV-Richtlinie: End-of-Life Vehicles) und 2011/65/EU zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (RoHS-Richtlinie: restriction of the use of certain hazardous substances in electrical and electronic equipment) regeln die Verwendung bestimmter, vom Gesetzgeber als gefährlich definierter Stoffe in den Endprodukten. Die Produkte von Infineon fallen nicht in den Geltungsbereich dieser Regelungen. Unsere Kunden erwarten aber, dass die Produkte von Infineon den Anforderungen in ihren Applikationen entsprechen. Infineon-Produkte entsprechen diesen Anforderungen und sind konform zu den Stoffbeschränkungen in den jeweiligen gesetzlichen Richtlinien, auch über Europa hinaus. Wir arbeiten darüber hinaus kontinuierlich daran, Stoffe wie Blei noch weitergehend zu ersetzen, als dies heute vom Gesetzgeber gefordert ist. Unsere Kunden erhalten darüber hinaus bei Bedarf umfassende Informationen zu den in unseren Produkten enthaltenen Materialien nach internationalen Standards. Unternehmensethik Die Infineon Business Conduct Guidelines spiegeln unsere Handlungsgrundsätze wider und sind eine wesentliche Grundlage für unser tägliches Handeln. Sie gelten für alle Mitarbeiter weltweit - im Umgang miteinander und im Umgang mit unseren Kunden, Aktionären, Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit. Die Infineon Technologies AG sowie ausgewählte große Tochtergesellschaften haben sich die Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit ihres Compliance-Managementsystems von einer externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nach dem Standard IDW PS 980 bestätigen lassen. Diese Prüfung mit Fokus auf Korruptionsvermeidung und Kartellrecht wurde im Laufe des Geschäftsjahres 2014 abgeschlossen. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel "Corporate Governance". Als UN Global Compact-Teilnehmer hat Infineon sich den dort festgelegten Prinzipien verpflichtet und berichtet nachfolgend beispielhaft, im Rahmen der Fortschrittsmitteilung, über die dort implementierten Maßnahmen: scroll UN Global Compact Umgesetzte Maßnahmen Menschenrechte Prinzip 1: Unterstützung der Menschenrechte • Schulung sämtlicher Mitarbeiter zu den Business Conduct Guidelines, die unsere Selbstverpflichtung widerspiegeln, die international gültigen Menschenrechte zu respektieren. Die Schulungen werden unterstützt durch Videosequenzen mit Fallbeispielen aus dem Alltag von Infineon, die für alle Mitarbeiterebenen verständlich und anschaulich sind. Prinzip 2: Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen • Festgeschriebene Regelungen in der CSR-Politik sowie den Einkaufsgrundsätzen (Principles of Purchasing), die von unseren Lieferanten und Dienstleistern fordern, dass diese die dort beschriebenen Verpflichtungen erfüllen. Arbeitsnormen Prinzip 3: Wahrung der Vereinigungsfreiheit • In unseren Business Conduct Guidelines spiegelt sich unsere Selbstverpflichtung wider, die international gültigen Menschenrechte einzuhalten. Diskriminierung wird nicht geduldet und jede Form von Zwangsarbeit wird abgelehnt. Prinzip 4: Abschaffung aller Formen von Zwangsarbeit • Zusätzlich zu den üblichen innerbetrieblichen Möglichkeiten, Verstöße an das Management, an die Personalabteilung und Compliance zu melden, können sich Mitarbeiter und Business Partner auch an eine anonyme Whistleblower-Hotline und einen externen Ombudsmann wenden. Zugang und Informationen sind auf der Homepage von Infineon zu finden. Prinzip 5: Abschaffung der Kinderarbeit • 79,36 Prozent unserer Mitarbeiter arbeiten an Standorten, an denen es Kollektivvereinbarungen gibt und an denen unabhängige Arbeitnehmervertretungen existieren. Prinzip 6: Vermeidung von Diskriminierung • Arbeit von Personen unter 15 Jahren ist bei Infineon nicht erlaubt. Ausnahmen gelten für bestimmte Entwicklungsländer, die unter die International Labour Organization (ILO) Konvention 138 fallen (Mindestalter herabgesetzt auf 14 Jahre), oder für Job-Trainings oder Ausbildungsprogramme, die von der jeweiligen Regierung autorisiert sind und die Beteiligten nachweislich fördern. Umweltschutz Prinzip 7: Vorsorgender Umweltschutz • Unser IMPRES ist weltweit gemäß ISO 14001 und OHSAS 18001 zertifiziert und unser Bekenntnis zu einem effizienten Ressourcenmanagement, zum Schutz der Umwelt und zu ökologischer Innovation. Prinzip 8: Initiativen für größeres Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt • Effizientes Energiemanagement ist für die Einsparung von Energie und die Verringerung von Treibhausgasemissionen weltweit besonders wichtig und ist in unserem IMPRES integriert. Prinzip 9: Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher • Alle EU-Frontend-Standorte und unser Unternehmenssitz Campeon sind zusätzlich nach ISO 50001 zertifiziert. Technologien • Die Entwicklung von Produkten, die energieeffiziente Anwendungen und Lösungen ermöglichen, ist ein wesentlicher Teil unseres Geschäfts. Antikorruption Prinzip 10: Maßnahmen gegen Korruption • Einführung einer spezifischen webbasierten Schulung zu Antikorruption, die weltweit seit Mitte des Geschäftsjahres 2014 an einen breiten Kreis von Mitarbeitern ausgerollt wird. Die Schulung ist für die ausgewählten Mitarbeiter verpflichtend. • Regelmäßiger Austausch ("Best Practice Sharing") mit anderen Firmen und Transparency International zu Themen der Korruptionsprävention (zum Beispiel Einkaufsprozesse, betriebsinterne Informationskampagnen). • Formalisierte Risikobewertung im Rahmen des Compliance-Managementsystems und Ableitung von Maßnahmen im Falle noch nicht adressierter Risiken. Unternehmensethik Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2014 Ziele erreicht: ― Die Anzahl an Compliance-Schulungen lag mit 28.800 Einschreibungen sogar noch etwas über dem hohen Niveau des Vorjahres. In den letzten beiden Jahren wurden sämtliche Mitarbeiter mithilfe eines videobasierten Trainings zum Code of Conduct geschult. Dazu kamen regelmäßige Schulungen zum Kartellrecht sowie ein neu eingeführtes spezifisches Training zum Thema Korruptionsprävention, das seit Mitte des Geschäftsjahres 2014 ausgerollt wird. 28.800 Einschreibungen Ziele Geschäftsjahr 2015 ― Überarbeitung der Business Conduct Guidelines. ― Fortführung regelmäßiger Compliance-Trainings nach vorgegebenem Rhythmus. CSR in der Lieferkette Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2014 Ziel erreicht: ― Fragebogen und Bewertungskriterien für Lieferanten im CSR-Bereich wurden definiert und für ein neues Lieferanten-Management-Tool festgelegt. Ziel Geschäftsjahr 2015 ― Einführung der neuen CSR-Lieferantenbewertung. Unsere Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette Wir erwarten von unseren Lieferanten, dass diese die geltenden rechtlichen Anforderungen und Gesetze einhalten sowie die unterschiedlichen Kulturen respektieren. Darüber hinaus sind sie angehalten, die Prinzipien der UN Global Compact-Initiative zu unterstützen. Unsere Anforderungen haben wir in den Einkaufsgrundsätzen (Principles of Purchasing) niedergeschrieben, die an unsere Business Conduct Guidelines angelehnt sind und unseren Lieferanten helfen, unsere Anforderungen zu verstehen und einzuhalten. G 56 Einkaufsgrundsätze (Principles of Purchasing) Konfliktmineralien Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2014 Ziel erreicht: ― Veröffentlichung einer "Conflict Minerals Policy" im Internet. Durchführung einer "Due Diligence" gemäß OECD-Richtlinie. Mitgliedschaft in der "Conflict-Free Sourcing Initiative". Ziel Geschäftsjahr 2015 ― Aufbau eines Systems entsprechend der OECD-Richtlinie zum Verfeinern und Aufrechterhalten einer DRC-konfliktfreien Lieferkette. Konfliktmineralien Im Juli 2010 wurde der US-amerikanische Dodd-Frank Act (Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act) verabschiedet. Section 1502 ("Conflict Minerals Provision") beinhaltet Offenlegungs- und Berichtspflichten für in den USA börsennotierte Unternehmen bezüglich der Verwendung bestimmter Rohstoffe, die aus der Demokratischen Republik Kongo (DRC) oder ihren Nachbarstaaten stammen, sogenannte "Konfliktmineralien". Unter diesen Begriff fallen die Rohstoffe Tantal, Zinn, Gold und Wolfram. Infineon ist nicht an den US-Börsen gelistet und ist damit nicht gesetzlich verpflichtet, den im August 2012 veröffentlichten Anforderungen der U.S. Securities and Exchange Commission nachzukommen und einen Bericht zu den Konfliktmineralien zu veröffentlichen. Dennoch ist sich Infineon der grundsätzlichen Problematik bewusst und hat als verantwortlich handelndes Unternehmen eine unternehmensweite Vorgehensweise definiert, um die notwendige Transparenz innerhalb der eigenen Lieferkette sicherzustellen. Die Vorgehensweise bei Infineon basiert auf dem Verfahren der "OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains of Minerals from Conflict-Affected and High-Risk Areas". Darüber hinaus ist Infineon der sogenannten "Conflict-Free Sourcing Initiative" beigetreten. Unsere Zielsetzung haben wir in der Infineon "Conflict Minerals Policy" niedergelegt, die im Internet veröffentlicht ist. Gesellschaftliches und soziales Engagement: Corporate Citizenship Unter Corporate Citizenship verstehen wir das freiwillige gesellschaftliche und soziale Engagement für die Gemeinschaft. Infineon hat im Bereich Corporate Citizenship vier Handlungsschwerpunkte definiert: "Ökologische Nachhaltigkeit", "Lokale soziale Bedürfnisse" sowie "Bildung für zukünftige Generationen" und Hilfe im Falle schwerer "Natur- und humanitärer Katastrophen". Eine weitere Möglichkeit des Engagements ist neben Geld- und Sachspenden auch das ehrenamtliche Engagement von Mitarbeitern. Die genannten Schwerpunkte und Handlungsoptionen sind in unseren Leitlinien für gesellschaftliches und soziales Engagement hinterlegt. Diese Leitlinien stellen sicher, dass unsere Corporate Citizenship Aktivitäten in transparenter Weise erfolgen und unseren ethischen Grundsätzen genügen. Gesellschaftliches Engagement Zielerreichung/Zusammenfassung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 2014 Ziel erreicht: ― Planung der Projekte, die weltweit im Geschäftsjahr 2015 unterstützt werden können, um eine bessere Koordinierung unserer Aktivitäten zu ermöglichen. Ziel Geschäftsjahr 2015 ― Steigerung des internen Bewusstseins über Citizenship-Aktivitäten sowie der Mitarbeiterbeteiligung in diesem Bereich. G 57 Ausgaben für soziales und gesellschaftliches Engagement scroll Möglichkeiten des Engagements Ausgaben in € • Geldspenden 747.539 • Sachspenden 301.853 • Sponsoring 219.414 • Ehrenamtliche Tätigkeit durch Mitarbeiter 4.536 1.273.342 G 58 Beispiele der Infineon Corporate Citizenship Aktivitäten im Geschäftsjahr 2014 scroll Bildung für • Nationaler Absolventenwettbewerb in China für die Weiterentwicklung elektronischer Produkte künftige Generationen • Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft "Deutscher Zukunftspreis" • Stiftungslehrstuhl für Mikrocontroller und Eingebettete Systeme • Spende von 400 High-Power-Modulen für Forschungszwecke Lokale soziale Belange • "Learn for Life"-Projekt in China • "Campus for Change" in München • "Stiftung Deutsches Global Compact Netzwerk" • "Project Hope" Chinesische Jugendentwicklung-Stiftung Hilfe nach Natur- und • Fluthilfe Deutschland humanitären Katastrophen • Fluthilfe Balkan • Fluthilfe Rumänien • Hilfe für die Überlebenden des Taifuns Haiyan (Philippinen) Ökologische Nachhaltigkeit • Baumpflanzaktion in Batam (Indonesien) • Naturindianer-Kids in München • Ökologische Wanderung in China Human Resource Management, Menschenrechte Es ist für uns selbstverständlich, die international gültigen Menschenrechte und Arbeitsstandards einzuhalten. Unsere Mitarbeiter werden regelmäßig zu den Business Conduct Guidelines geschult, die diese Selbstverpflichtung widerspiegeln. In den Kapiteln "Corporate Governance" und "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter" sowie im Abschnitt "Unternehmensethik" in diesem Kapitel sind weitere Erläuterungen enthalten. UNSERE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER In unserer Personalarbeit fokussieren wir uns auf die Entwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter1 und die Gewinnung neuer Kolleginnen und Kollegen. wir sind davon überzeugt, dass erfolgreiche Personalarbeit eine Voraussetzung für unseren Geschäftserfolg, das heißt die Erreichung unserer eingangs beschriebenen Wachstums- und Profitabilitätsziele, ist, denn nur zufriedene und erfolgreiche Mitarbeiter machen langfristig unternehmerische Höchstleistungen möglich. Die drei Säulen "Exzellente Führung", "Förderung der Talente" und "Unsere Belegschaft" bündeln alle Aktivitäten, mit denen wir tagtäglich daran arbeiten, die Leistung und das Potenzial unserer Mitarbeiter bestmöglich zu fördern. Exzellente Führung Offenes und ehrliches Feedback Ohne Ehrlichkeit und offenes Feedback kann eine Organisation sich nicht weiterentwickeln. Dieser Grundgedanke findet Ausdruck in unseren gemeinsam definierten Werten, die im "High Performance Behavior Model" zusammengefasst sind. Unsere Werte sind kein theoretisches Konstrukt: Das Modell übersetzt die Unternehmensstrategie und -werte in konkrete Verhaltensbeschreibungen, die uns jeden Tag helfen, ein High-Performance-Unternehmen zu werden. Ihren Niederschlag finden diese Verhaltensbeschreibungen unter anderem in den jährlichen Mitarbeitergesprächen im Rahmen des globalen STEPS-Prozesses (Abkürzung für "Steps To Employees' Personal Success"). Im Gespräch geben die Führungskräfte nicht nur Rückmeldung darüber, welche Ergebnisse die Mitarbeiter erreicht haben und noch erreichen sollen, sondern auch mit welchem Verhalten sie dies getan haben beziehungsweise tun sollten. STEPS ermöglicht unseren Führungskräften und Mitarbeitern somit eine differenzierte Rückschau auf erzielte Erfolge und zeigt Wege zur Erreichung von persönlichen und unternehmerischen Zielen auf. Die grundlegende Kultur der Offenheit macht selbstverständlich hier nicht halt. Ebenso wichtig wie das Feedback von Führungskräften an Mitarbeiter ist uns die Rückmeldung von Teams an ihre Führungskräfte. Deshalb haben wir als Ergänzung zu den STEPS-Gesprächen das Format des Führungsgesprächs etabliert, das alle zwei Jahre stattfindet. Im Rahmen des Führungsgesprächs holen sich Führungskräfte strukturiert Rückmeldung von ihren Mitarbeitern ein. Das ermöglicht ihnen, über den eigenen Führungsstil nachzudenken, Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen und damit die Zusammenarbeit des Teams zu verbessern. Bis Ende des Kalenderjahres 2013 haben bereits alle leitenden Angestellten weltweit sowie der gesamte Vorstand dieses Gespräch mit ihren Mitarbeitern absolviert. In den kommenden Jahren wird das Führungsgespräch sukzessive bei allen Führungskräften mit fünf und mehr Mitarbeitern durchgeführt. Offenes Feedback ist uns auch stets wichtig im konstruktiven Dialog mit unseren Arbeitnehmervertretern in den Betrieben. Die Mitbestimmung ist ein wesentlicher Faktor unserer Personalarbeit. Gemeinsam und vertrauensvoll gestalten wir in den jeweiligen Gremien, insbesondere im Gesamtbetriebsrat und im Unternehmenssprecherausschuss, die Basis für eine erfolgreiche Umsetzung unserer Kernthemen. 1 Im Folgenden: Mitarbeiter Führungskräfteentwicklung Gute Führung durch Vorgesetzte erleichtert es den Mitarbeitern, Spitzenleistungen zu erreichen und erfolgreich zu sein. Damit ist Führung ein zentraler Ansatzpunkt für die Entwicklung unserer Organisation, den wir durch verschiedene Weiterbildungen fördern. Durch das Training "Leading People in a High Performance Company" stellt das Unternehmen sicher, dass Führungskompetenzen weiterentwickelt werden, damit Mitarbeiter für die anspruchsvollen Unternehmensziele motiviert werden und ihre Leistung gezielt gefördert wird. Die Vermittlung eines einheitlichen Verständnisses von Führung steht hierbei im Vordergrund. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014 haben weltweit mehr als 1.900 Führungskräfte verschiedener Ebenen an dem Training teilgenommen. Führung bedeutet auch den sorgsamen Umgang mit den eigenen Ressourcen und den Ressourcen der Mitarbeiter. Das Training "Gesundes Führen" hat deshalb die Verantwortung der Führungskraft für die eigene Gesundheit und für das Wohlbefinden der Mitarbeiter zum Schwerpunkt. Das Training "Leadership & Health" ist auf Top-Manager ausgerichtet und spricht diese in ihrer Vorbildfunktion an. In eintägigen Schulungen lernen sie, Stressfaktoren am Arbeitsplatz besser zu erkennen und sie zu reduzieren. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014 haben circa 80 Prozent der oberen Führungskräfte in Deutschland und Österreich daran teilgenommen. Für neue Führungskräfte gibt es seit Februar 2014 ein eLearning namens "Health & Care". Als international tätiges Unternehmen wollen wir unseren Mitarbeitern Entwicklungsperspektiven über Organisationsgrenzen und Länder hinweg bieten. Ein wichtiges Instrument hierfür sind die weltweiten Development Conferences, in denen Führungskräfte gemeinsam mit der Personalabteilung die Weiterentwicklung unserer Talente diskutieren. Die Ergebnisse unserer Aktivitäten zur Führungs- und Feedbackkultur bestätigen unsere Ansätze. Ein relevanter Indikator für unsere Fortschritte ist die Befragung "Great Place to Work", die wir alle zwei Jahre durchführen. Die Ergebnisse vom Herbst 2013 zeigen, dass wir uns im Vergleich zum letzten Mal in allen Kategorien verbessert haben. Was uns besonders freut: 75 Prozent aller befragten Mitarbeiter gaben an, dass Infineon "alles in allem ein sehr guter Arbeitgeber sei". Förderung der Talente Talentmarketing und -management Bei Infineon können Mitarbeiter ihre Karriere gemäß ihren individuellen Kenntnissen und Talenten in unterschiedlichen Laufbahnen entwickeln. Derzeit bieten wir drei verschiedene Karrierewege an: Die Fachkarrieren als "Individual Contributor" zeichnen sich durch Expertise in einem klassischen Unternehmensbereich wie Finanzen, Einkauf oder Vertrieb aus. Technische Experten sind in unserer "Technical Ladder" angesiedelt. (Nachwuchs-Führungskräfte wählen die Managerlaufbahn. Ein weiterer Karrierepfad - der des Projektleiters - ist in Vorbereitung. In Asien-Pazifik fördern wir unsere Mitarbeiter gezielt mit den Talentmanagement-Programmen "ENGINE" für die Managementlaufbahn und "TechStar" für den technischen Karriereweg. Das Top-Management spielt sowohl bei der Auswahl der Mitarbeiter als auch bei den Entwicklungsmaßnahmen - zum Beispiel Mentoring - eine entscheidende Rolle. Beide Programme konzentrieren sich auf die Schlüsselbereiche Ausbildung, Interaktion mit dem Management und Anwendung des Gelernten in konkreten Projekten. Die Vorteile für die Teilnehmer lassen sich bereits an den Karriereentwicklungen ablesen: Im Geschäftsjahr 2014 haben 33 Prozent der Teilnehmer des "ENGINE"-Programms und 25 Prozent der Teilnehmer des "TechStar"-Programms einen weiteren Karriereschritt gemacht. Der Arbeitsmarkt verändert sich ständig: Demografischer Wandel und Fachkräftemangel machen es zunehmend schwerer, passende Kandidaten zu finden. Wir reagieren auf diese Veränderungen, indem wir unsere Rekrutierungsmaßnahmen an die aktuellen Herausforderungen anpassen. Ein Beispiel: Seit Februar 2014 können sich Bewerber aus Deutschland und Österreich schnell und unkompliziert direkt über die Businessnetzwerke XING und LinkedIn bewerben. Da es im Wettbewerb um die besten Köpfe längst nicht mehr ausreichend ist, neue Mitarbeiter aus dem Pool der Jobsuchenden zu rekrutieren, rücken die "passiven" Kandidaten - also diejenigen, die aktuell gar nicht auf der Suche sind - mehr und mehr in den Vordergrund. Über unsere Talentmanager suchen wir stets geeignete potenzielle Kandidaten und sprechen diese direkt an. So erweitern wir unseren Kreis interessanter Kontakte und bleiben mit ihnen im Austausch. Dadurch können wir Bewerberinnen und Bewerbern passende Angebote machen und Stellen schneller gut besetzen. G 59 Nationalitäten (Infineon weltweit 2014) Förderung der Vielfalt Als international agierendes Unternehmen ist uns die Vielfalt unserer Mitarbeiter ein besonderes Anliegen. Unser globales Diversity-Management schafft den Rahmen für eine Unternehmenskultur, welche die Individualität jedes Mitarbeiters wertschätzt und Chancengerechtigkeit fördert - unabhängig von Alter, Behinderung, ethnisch-kultureller Herkunft, Geschlecht, Religion und Weltanschauung sowie sexueller Identität. Die Schwerpunkte unseres Diversity-Engagements können dabei von Standort zu Standort variieren und sind auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten. Insgesamt beschäftigt Infineon Mitarbeiter 83 verschiedener Nationalitäten. Die fünf am häufigsten vertretenen Nationalitäten machen insgesamt 84,1 Prozent der Belegschaft aus, darunter malaysische mit 31,0 und deutsche Staatsangehörige mit 28,3 Prozent. Weitere 71 Nationalitäten sind mit unter 1 Prozent Anteil an der Gesamtbelegschaft vertreten. scroll Mitarbeiter gesamt Unter 30 Jahre1 30 bis 50 Jahre1 Über 50 Jahre1 Mittlere und obere Führungsebene2 4.530 - 74,8 25,2 Untere Führungsebene2 4.950 3,4 84,5 12,1 Fachkräfte 20.327 39,5 51,0 9,5 Gesamt 29.807 27,5 60,2 12,3 1 Angaben in Prozent, basierend auf dem Mitarbeiterbestand zum 30. September 2014 in der jeweiligen Vergleichsgruppe. 2 Unter Führungsfunktion versteht Infineon sowohl die Führung von Mitarbeitern als auch die Führung durch Fachexpertise entsprechend dem internen Stellenbewertungssystem. Von 11.058 Mitarbeiterinnen sind 39,6 Prozent unter 30 Jahre alt, 51,4 Prozent in der mittleren Altersgruppe und 9,0 Prozent über 50 Jahre. Von 18.749 Mitarbeitern sind 20,4 Prozent unter 30 Jahre alt, 65,4 Prozent in der mittleren Altersgruppe und 14,2 Prozent über 50 Jahre. scroll Mitarbeiter gesamt Frauen1 Männer1 Mittlere und obere Führungsebene2 4.530 12,5 87,5 Untere Führungsebene2 4.950 24,3 75,7 Fachkräfte 20.327 45,7 54,3 Gesamt 29.807 37,1 62,9 1 Angaben in Prozent, basierend auf dem Mitarbeiterbestand zum 30. September 2014 in der jeweiligen Vergleichsgruppe. 2 Unter Führungsfunktion versteht Infineon sowohl die Führung von Mitarbeitern als auch die Führung durch Fachexpertise entsprechend dem internen Stellenbewertungssystem. Die Förderung von Frauen in Führungspositionen ist einer der Schwerpunkte unseres Diversity-Managements. So konnten wir den Anteil in der mittleren und oberen Führungsebene von 9 Prozent in 2006 auf über 12 Prozent in 2014 steigern. Obwohl wir gegenüber unseren Zielen zurückliegen, halten wir langfristig an unserem selbstgesetzten Plan fest: Bis 2015 den Anteil auf 15 Prozent und bis 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen. G 60 Frauen in Führungspositionen (Infineon weltweit) Voraussetzung für die Erreichung unserer Ziele ist eine Veränderung innerhalb der Organisation, welche die erfolgreiche Entwicklung von Karrieren weiblicher Führungskräfte unterstützt. Diese Organisationsveränderung wollen wir unter anderem durch Netzwerke begünstigen. Das Gender-Diversity-Netzwerk etwa besteht aus weiblichen und männlichen Führungskräften aus Deutschland und Österreich. Es hat zwei Funktionen: Einerseits soll es dem Thema "Gender Diversity" zur notwendigen Präsenz innerhalb der Organisation verhelfen, andererseits Impulse aus der Organisation entgegennehmen. Daraus sind bis heute schon zahlreiche konkrete Vorschläge entstanden. Inzwischen wurden "Satelliten" an den einzelnen Standorten installiert, die standortspezifische Themen direkter adressieren können. Auch die Förderung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist als entscheidendes Element für den beruflichen Erfolg unserer Mitarbeiter seit langem Teil unserer Personalarbeit. Seit 2010 sind alle Standorte in Deutschland mit dem Zertifikat "audit berufundfamilie" ausgezeichnet. Im Kalenderjahr 2013 wurden die deutschen Standorte erfolgreich reauditiert und die österreichischen Standorte zum ersten Mal auditiert. Die Einbeziehung der Mitarbeiter steht dabei im Vordergrund, so werden vor einer Auditierung mit einer repräsentativen Gruppe konkrete Ziele und Maßnahmen zur Umsetzung einer familienbewussten Personalpolitik erarbeitet. Die Ergebnisse der Maßnahmen werden jährlich berichtet. Alle drei Jahre erfolgt eine Reauditierung, im Rahmen derer die Zielerreichung überprüft wird und neue Ziele festgelegt werden. Besonders gute Noten erhielt Infineon für den Prozess zur Rückkehr aus der Elternzeit. In diesem Prozess sind Beratungsgespräche vor und nach der Auszeit fest verankert. Ebenso besteht die Möglichkeit, während der Elternzeit durch Zugriff auf das Intranet und Eltern-Kind-Treffen mit dem Unternehmen Kontakt zu halten. An den großen Standorten in Deutschland und Österreich gibt es eigene Kindertagesstätten oder Vertragskindergärten. Derzeit wird am Standort Neubiberg bei München die Kindertagesstätte mit 180 Plätzen erweitert und es stehen ab September 2015 220 Plätze zur Verfügung. Das Diversity-Team in Asien-Pazifik konzentriert sich besonders auf die ethnisch-kulturelle Vielfalt und auf die demografische Entwicklung. Unser Standort in Indien hat sich beispielsweise das Ziel gesetzt, eine Strukturveränderung durch einen Anteil von rund 30 Prozent Hochschulabsolventen bei den Neueinstellungen zu erzielen. In Singapur, Malaysia und Taiwan gibt es eine Vereinbarung zur "Silver Workforce". Diese ermöglicht älteren Mitarbeitern auf ihren Wunsch hin, über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten. Hochschulkooperationen und Forschung Zur Gewinnung von Berufseinsteigern setzt Infineon auf enge Kontakte zu Studierenden und Professoren. Die Aktivitäten reichen von Exkursionen zu europäischen Infineon-Standorten, über Schulungslabore an chinesischen Universitäten bis zu unserem Doktorandenprogramm. Die derzeit über 100 Doktoranden forschen nicht nur an wichtigen Themen, sondern bilden auch ein wertvolles, bereichsübergreifendes Netzwerk im Unternehmen und darüber hinaus. Das Infineon-Hochschulmarketing beteiligt sich an Fachkonferenzen, wie zum Beispiel an der "European Microwave Week 2014", um Experten für Infineon zu gewinnen. Für Hochschulkooperationen gibt Infineon einen globalen Rahmen vor, lässt den Verantwortlichen aber den nötigen Gestaltungsspielraum bei der Umsetzung vor Ort. Praktika beispielsweise werden in den Regionen selbst angeboten. Inzwischen haben im Geschäftsjahr 2014 allein in Singapur mehr als 100 Studierende erfolgreich ein Praktikum absolviert. G 61 Aufwendungen für Weiterbildung € in Millionen 1 Inkl. der Aufwendungen für Weiterbildung der sogenannten Akademien in den Bereichen Qualifikation und Weiterbildung Im Bereich Qualifikation und Weiterbildung stehen die vielfältigen Fortbildungsprogramme im Vordergrund. Im Berichtszeitraum investierte Infineon €8,5 Millionen (2013: €7,3 Millionen) in die Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Fokus der Weiterbildung waren Fachschulungen, welche die Kenntnisse und die Innovationsfähigkeit unserer Mitarbeiter sicherstellen, Trainings zum Projektmanagement sowie Angebote, die die gezielte Verbesserung der Führungs- und Feedbackkultur in den Vordergrund stellen. Überdies gewinnen zusätzliche Weiterbildungsmaßnahmen, darunter webbasierte Trainings, interne Weiterbildungsangebote, Mentoringprogramme, Innovationsveranstaltungen und technische Symposien, an Bedeutung. Unsere Belegschaft Gesundheitsmanagement Der Gesundheit unserer Mitarbeiter messen wir einen zentralen Stellenwert bei und schützen und fördern sie mit unserem Gesundheitsmanagement. Präventionsprogramme wie "Fit4Health" in Deutschland und Österreich oder "HAPPY" ("Healthy Active People Programme For You") in Singapur fördern die Gesundheitskompetenz unserer Mitarbeiter. Zusätzliche bedarfsorientierte lokale Initiativen ergänzen das Angebot. Für sein exzellentes betriebliches Gesundheitsmanagement erhielt Infineon im November 2013 den "Corporate Health Award". Damit ist Infineon im betrieblichen Gesundheitsmanagement eines der führenden Unternehmen in Deutschland. Kompetenzentwicklung Wie stellen wir uns bestmöglich für die Arbeitswelt der Zukunft auf? Eine Antwort auf diese Frage geben wir mit unserem strategischen Kompetenzmanagement, das zukünftig benötigte Fähigkeiten identifiziert und aufzeigt, welche Entwicklungspfade zur Aneignung dieser Fähigkeiten führen. Damit soll gezielt der Aufbau der benötigten Kompetenzen angestoßen werden. Unser globales Angebot wird primär über die Plattform "Academy Connect" umgesetzt. So wollen wir die Unternehmensstrategie durch fachliche und zielorientierte Entwicklung unterstützen und die eigene Produktivität erhöhen. Insgesamt elf global agierende "funktionale Akademien" (segment- und bereichsspezifisch) arbeiten zusammen, um ein abgestimmtes Lernangebot zum Aufbau der fachlichen Kompetenzen bereitzustellen. Ein neuer Bereich ist seit Mitte des Geschäftsjahres 2014 die Finance Academy. Die von unseren Finanzexperten entwickelten Webinare sowie andere Trainingsangebote beinhalten Beispiele aus dem Infineon-Unternehmensalltag und beziehen sich auf Infineon-Finanzrichtlinien. Weitere Akademien gibt es zum Beispiel in den Bereichen Einkauf, Fertigung, Qualitätsmanagement und Supply-Chain. Die "PMM Power & RF Academy" bietet speziell für das Segment Power Management & Multimarket unter anderem Lerninhalte für den Vertrieb, Marketing und Anwendungsentwicklung an. Neben den globalen Angeboten gibt es auch lokale Initiativen wie das Programm zur strukturierten Kompetenzentwicklung, das Infineons größter Produktionsstandort in Malakka (Malaysia) schon 2011 startete. Der Erfolg hat auch andere Standorte und Unternehmensbereiche inspiriert, ihr eigenes Kompetenzmanagement zu verstärken. Betriebliche Leistungen Betriebliche Leistungen haben bei Infineon eine lange Tradition und werden in unterschiedlicher Weise angeboten. Alle Leistungen sind Teil des Gesamtvergütungskonzepts und ein Zeichen der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. Umfang und Art der Leistungen werden nach den jeweiligen regionalen gesetzlichen und marktüblichen Anforderungen festgelegt. Dabei wird nicht zwischen Vollzeit- und Teilzeitmitarbeitern unterschieden. In Deutschland und Asien-Pazifik werden beispielsweise neben arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanzierten Altersversorgungsplänen unter anderem folgende Leistungen gewährt (die genaue Ausgestaltung erfolgt jeweils standortspezifisch): scroll Versicherung für betriebliche Unfälle Firmenwagen als Arbeitsmittel oder als Zusatzleistung Lohnfortzahlung im Krankheitsfall über das gesetzliche Minimum hinaus Fahrzeugleasing aus Bruttogehaltsumwandlung Lohnfortzahlung im Todesfall an die Hinterbliebenen Jubiläumsleistungen Sabbatical Präventive Gesundheitsprogramme Flexibler Übergang in die Altersrente Familienfreundliche Dienstleistungen, wie zum Beispiel werkseigene Kindertagesstätten oder Kooperationen mit nahegelegenen Kindertagesstätten, Ferienbetreuung Zusätzlich werden in Asien-Pazifik neben den oben genannten Leistungen auch Lebens- und Krankenhausgruppenversicherungen angeboten, die über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen. Außerdem fördert Infineon verschiedene Arbeitsmodelle, um beispielsweise die Arbeitszeit je nach Lebensphase flexibel zu gestalten, etwa mit Vertrauensgleitzeit, Teilzeitarbeit oder Telearbeit. So bieten in der Region Asien-Pazifik 90 Prozent aller Standorte bereits Gleitzeit an und 60 Prozent aller Standorte ermöglichen Telearbeit. Vergütung Infineon will die besten Mitarbeiter für das Unternehmen gewinnen, deshalb sind eine attraktive und marktgerechte Vergütung sowie eine angemessene Beteiligung am Unternehmenserfolg für uns selbstverständlich. Der Erfolgsbonus im Tarifkreis in Bayern (Deutschland) wurde planmäßig im Sinne des Haustarifvertrags mit der IG Metall Bayern ausgebaut. Damit haben wir den variablen Anteil der Vergütung für die tariflichen Mitarbeiter erhöht. Dies steigert die Kostenflexibilität von Infineon in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und ermöglicht den Mitarbeitern, vom Erfolg des Unternehmens in wirtschaftlich guten Zeiten noch stärker zu profitieren. Wir bezahlen unsere Mitarbeiter auf Basis von arbeitsbedingten Kriterien wie Anforderung der Stelle und Leistung. Geschlechtsspezifische Unterschiede spielen keine Rolle. Jeder Mitarbeiter bei Infineon soll angemessen und nachvollziehbar für seine Arbeit bezahlt werden unter Erfüllung aller gesetzlichen Standards. Für das Top-Management wurde ab Beginn des Geschäftsjahres 2014 ein neuer Long Term Incentive (LTI)-Plan, der Performance Share-Plan, eingeführt. Im Wesentlichen sind die Bedingungen dieses Plans identisch mit denen des LTI-Plans, der auch für den Vorstand ab dem Geschäftsjahr 2014 in Kraft trat (siehe Abschnitt "Bestandteile des Vergütungssystems für den Vorstand" im Kapitel "Vergütungsbericht"). Durch den LTI-Plan sollen die Interessen unserer Führungskräfte, unserer Anleger und unseres gesamten Unternehmens in Einklang gebracht werden. Mitarbeiterzahlen Das Mitarbeiterreporting wurde gemäß den Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt. Das GRI Reporting umfasst alle aktiven, internen Mitarbeiter. Mitarbeiter und Personalaufwand Zum 30. September 2014 beschäftigte Infineon weltweit 29.807 Mitarbeiter gegenüber 26.725 Mitarbeitern zum 30. September 2013. Die Erhöhung der Mitarbeiterzahl ist Resultat der Ausweitung der Produktion vor allem an den asiatischen Standorten, des Ausbaues der F&E-Aktivitäten sowie der Übernahme von Leiharbeitern in Festanstellungen als interne Mitarbeiter. Darüber hinaus beschäftigte Infineon zum 30. September 2014 in Deutschland, Österreich und Malaysia insgesamt 280 Auszubildende und duale Studenten, 104 Praktikanten sowie 668 Werkstudenten. 81 Auszubildende und duale Studenten wurden im Geschäftsjahr 2014 in Deutschland, Österreich und Malaysia neu eingestellt. scroll Mitarbeiter nach Regionen 2014 2013 Gesamt Frauen Männer Gesamt Frauen Männer Europa 13.179 3.136 10.043 12.587 2.971 9.616 Darin: Deutschland 8.888 2.265 6.623 8.520 2.159 6.361 Asien-Pazifik 15.936 7.715 8.221 13.517 6.299 7.218 Darin: China 1.748 813 935 1.615 700 915 Japan 136 24 112 122 20 102 Amerika 556 183 373 499 156 343 Gesamt 29.807 11.058 18.749 26.725 9.446 17.279 Die regionale Verteilung der Mitarbeiter ist im Vergleich zum Geschäftsjahr 2013 stabil geblieben. Mehr als die Hälfte aller Mitarbeiter waren in Asien-Pazifik (15.936) tätig. 44 Prozent aller Mitarbeiter waren in Europa (13.179) und hier zum Großteil in Deutschland (8.888) beschäftigt. In der Gesamtbelegschaft hatten zum 30. September 2014 1.541 Mitarbeiterinnen und 1.340 Mitarbeiter befristete, 9.517 Mitarbeiterinnen und 17.409 Mitarbeiter unbefristete Verträge. Insgesamt haben zu diesem Zeitpunkt 1.181 Mitarbeiter in Teilzeit gearbeitet. scroll 2014 2013 Gesamt Vollzeit Teilzeit Gesamt Vollzeit Teilzeit Unbefristet beschäftigte Mitarbeiter Männer 17.409 17.028 381 16.222 16.056 166 Frauen 9.517 8.734 783 8.669 8.006 663 Befristet beschäftigte Mitarbeiter Männer 1.340 1.335 5 1.057 1.054 3 Frauen 1.541 1.529 12 777 770 7 Gesamt 29.807 28.626 1.181 26.725 25.886 839 Mitarbeiter, die sich zum Beispiel in Elternzeit oder der passiven Phase der Altersteilzeit befinden, sind keine aktiven Mitarbeiter und daher in den obigen Darstellungen nicht enthalten. Ebenfalls nicht enthalten sind Leiharbeitskräfte. Zum 30. September 2014 waren weltweit 2.838 Leiharbeitskräfte für Infineon tätig, davon 1.497 Leiharbeitnehmerinnen und 1.341 Leiharbeitnehmer. Ungefähr 81 Prozent der externen Mitarbeiter waren in der Produktion beschäftigt. So stellen wir die Flexibilität der Fertigungskapazitäten sicher. Der weltweite Personalaufwand für aktive, interne Mitarbeiter von Infineon betrug im Geschäftsjahr 2014 €1.490 Millionen (Vorjahr: €1.367 Millionen). In diesen Kosten sind Löhne und Gehälter, inklusive Mehrarbeit und Zulagen, sowie Sozialkosten (Pensionsaufwendungen und Sozialabgaben) enthalten. Neueinstellungen und Fluktuation Im Geschäftsjahr 2014 gab es weltweit 4.991 Neueinstellungen, davon 2.529 Mitarbeiterinnen und 2.462 Mitarbeiter. 3.676 Mitarbeiter waren unter 30 Jahre alt, 1.232 Mitarbeiter in der Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen und 83 Mitarbeiter älter als 50 Jahre. scroll Gesamt Europa Darin: Deutschland Asien- Pazifik Darin: China Japan Amerika Neu eingestellte Mitarbeiter 4.991 838 527 4.047 378 17 89 Anteil der neu eingestellten Mitarbeiter1 16,7 6,4 5,9 25,4 21,6 12,5 16,0 Mitarbeiterabgänge 2.511 464 298 2.009 255 5 33 Anteil der Mitarbeiterabgänge2 8,9 11,1 3,4 13,6 15,2 3,9 6,3 1 Angaben in Prozent, basierend auf dem Mitarbeiterbestand zum 30. September 2014 in der jeweiligen Region. 2 Angaben in Prozent, berechnet auf dem monatlichen Mitarbeiterstand im Geschäftsjahr 2014. Weltweit sind im Geschäftsjahr 2014 2.511 Mitarbeiter aus dem Unternehmen ausgeschieden, davon die meisten (2.009 Mitarbeiter) in der Region Asien-Pazifik. Hier erfolgten auch die meisten Neueinstellungen mit 4.047 Mitarbeitern. Die Abgänge teilen sich auf in 1.205 Mitarbeiterinnen und 1.306 Mitarbeiter. 1.472 Mitarbeiter waren in der Altersgruppe unter 30 Jahren, 816 in der mittleren Altersgruppe (30 - 50 Jahre) und 223 in der Altersgruppe über 50 Jahre. Die weltweite Fluktuation belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf 8,9 Prozent. Dies entspricht einem leichten Zuwachs von 0,2 Prozentpunkten (Vorjahr: 8,7 Prozent). In Deutschland betrug die Fluktuation 3,4 Prozent (Vorjahr: 2,1 Prozent). In der Fluktuationsrate sind Eigenkündigungen sowie sonstige Abgänge berücksichtigt. G 62 Geschlechterverteilung (Neueinstellungen weltweit 2014) G 63 Altersstruktur (Neueinstellungen weltweit 2014) Altersstruktur und Betriebszugehörigkeit Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter weltweit ist mit 37,1 Jahren im Geschäftsjahr 2014 leicht gesunken (Vorjahr: 37,7 Jahre). Der Anteil der Altersgruppe der unter 30-Jährigen (Geschäftsjahr 2014: 27,5 Prozent, Vorjahr: 24,2 Prozent) ist gestiegen. Der Anteil der mittleren Altersgruppe (Geschäftsjahr 2014: 60,2 Prozent, Vorjahr: 63,6 Prozent) ist gesunken, der Anteil der Gruppe der über 50-Jährigen ist hingegen leicht gestiegen (Geschäftsjahr 2014: 12,3 Prozent, Vorjahr: 12,2 Prozent). Mit dem Sinken des Durchschnittsalters hat sich auch der weltweite Wert der durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit leicht reduziert, von 9,9 Jahren im Vorjahr auf 9,4 Jahre für das Geschäftsjahr 2014. In Deutschland ist die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit mit 14,4 Jahren im Vergleich zu 14,3 Jahren im Vorjahr leicht gestiegen. G 64 Altersstruktur (Infineon weltweit 2014) Ausblick Unsere Personalarbeit führt erfolgreiche Initiativen und Programme fort und entwickelt neue Maßnahmen als Antwort auf aktuelle Anforderungen. Die langfristige Personalstrategie trägt dazu bei, Infineon zum High-Performance-Unternehmen weiterzuentwickeln: Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter kompetent und richtig eingesetzt sind und durch persönlichen Erfolg motiviert zum gemeinsamen Erfolg von Infineon beitragen. Dazu fokussiert unsere Personalarbeit sich auf die Säulen "Exzellente Führung", "Förderung der Talente" sowie "Unsere Belegschaft". Die Initiative "HR Operational Excellence" verbessert zudem unsere Kernprozesse im Personalbereich. Mit stabilen Prozessen und effizienten Instrumenten begleiten wir, als strategischer Partner und Berater für Führungskräfte und Mitarbeiter, Infineon auf dem Weg zum High-Performance-Unternehmen. Im kommenden Geschäftsjahr wird die geplante Akquisition von International Rectifier eine große Aufgabe darstellen. Der US-amerikanische Halbleiterhersteller beschäftigt über 4.000 Mitarbeiter in 20 Ländern. Schwerpunkte unserer Personalarbeit werden in der Gestaltung und Begleitung des Veränderungsprozesses, insbesondere bezüglich Organisation, Talenten und Kultur, liegen, um eine erfolgreiche und wertschöpfende Integration zu gewährleisten. BESONDERE EREIGNISSE 2014 Januar 2014 Erstes IGBT-Los auf 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungstechnologie in Dresden gefertigt Im Januar 2014 wurde das erste IGBT-Los in Dresden (Deutschland) auf der 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungslinie gestartet. Daraus entstehen diskrete 1.200-Volt-IGBT-Leistungstransistoren, wie sie zum Beispiel in Induktionskochern Anwendung finden. April 2014 Entwicklungszentrum Graz um ein neues Gebäude erweitert In Graz (Österreich) wurde im April 2014 mit dem Metahof IV ein neues Gebäude für den Ausbau des dortigen Entwicklungszentrums eröffnet. Mit dieser vierten Ausbaustufe erweitert sich die Büro- und Laborfläche noch einmal um 1.700 Quadratmeter auf insgesamt rund 6.300 Quadratmeter. Metahof IV bietet Platz für rund 100 weitere Arbeitsplätze. Neben der Rolle als weltweites Kompetenzzentrum von Infineon für kontaktlose Chiptechnologien in Sicherheitsanwendungen wird am Entwicklungszentrum Graz vor allem im Bereich Automobilelektronik geforscht. April 2014 15 Jahre Infineon Aus dem Geschäftsbereich Halbleiter der Siemens AG war am 1. April 1999 die Infineon Technologies AG hervorgegangen. Juni 2014 Anteil an LSPS erhöht Infineon erhöht seinen Anteil am koreanischen Joint Venture LS Power Semitech Co., Ltd. ("LSPS") von 46,4 Prozent auf 66,4 Prozent. Damit liegt die unternehmerische Kontrolle nun bei Infineon. LSPS entwickelt, fertigt und vertreibt kompakte IGBT-Leistungsmodule für Haushaltsgeräte und kleine Industrieantriebe. Juni 2014 20 Jahre Infineon-Standort Dresden Es war eines der ersten Industriegroßprojekte nach der Wiedervereinigung, als der Siemens-Konzern am 6. Juni 1994 den Grundstein für eine Halbleiterfabrik in Dresden (Deutschland) legen ließ. Auf den Tag genau 20 Jahre später feierte der Infineon-Standort Dresden gemeinsam mit Partnern und Freunden aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sein Standortjubiläum. 1994 entstand in einer Bauzeit von zehn Monaten die aus zwei großen Fertigungsgebäuden bestehende modernste Halbleiterfabrik in Europa. Im Jahr 2000 wurde der Grundstein für die weltweit erste Fabrik gelegt, die auf 300 Millimeter großen Siliziumscheiben produziert. Heute baut Infineon in Dresden die weltweit erste Serienfertigung für Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Dünnwafern auf. August 2014 Vertrag zur geplanten Akquisition von International Rectifier unterzeichnet Infineon und International Rectifier haben am 20. August 2014 einen Vertrag über den Kauf von International Rectifier unterzeichnet. Infineon bietet pro ausstehende Aktie von International Rectifier US$40 in bar. Infineon zahlt damit rund US$3 Milliarden für das Aktienkapital beziehungsweise - abzüglich der übernommenen Barmittel von International Rectifier - rund US$2,4 Milliarden für den Erwerb des Unternehmens. DIE INFINEON-AKTIE Basisinformationen zur Aktie scroll Art der Aktien Namensaktien (Stammaktien) in Form von Aktien oder American Depositary Shares (ADS) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von je €2 (Verhältnis ADS : Aktien = 1 : 1) Grundkapital €2.255 Millionen (am 30. September 2014) Ausgegebene Aktien 1.128 Millionen (am 30. September 2014) Eigenbesitz 6 Millionen Aktien (am 30. September 2014) Notierungen Aktien: Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) ADS: Außerbörslicher Handel, OTC-Markt (OTCQX) Optionshandel Optionen emittiert durch Dritte: u. a. Eurex Börsenkürzel IFX, IFNNY ISIN-Code DE0006231004 Wertpapierkennnummer 623100 CUSIP 45662N103 Bloomberg IFX GY (Xetra), IFNNY US Reuters IFXGn.DE Indexmitglied (Auswahl) DAX 30 Dow Jones STOXX Europe 600 Dow Jones Euro STOXX TMI Technology Hardware & Equipment Dow Jones Germany Titans 30 MSCI Germany S&P-Europe-350 Dow Jones Sustainability™ Europe Index Grundkapital, Anzahl ausgegebene Aktien und Marktkapitalisierung der Infineon Technologies AG scroll Stichtag 30. September 2014 30. September 2013 Entwicklung Grundkapital € in Millionen 2.255 2.162 + 4,3 % Ausgegebene Aktien in Millionen 1.128 1.081 + 4,3 % Marktkapitalisierung1 € in Millionen 9.190 7.950 + 15,6 % Marktkapitalisierung1 US$ in Millionen 11.554 10.729 + 7,7 % 1 Die Berechnung erfolgt auf Basis ungerundeter Werte. Die Aktien in Eigenbesitz wurden bei der Berechnung der Marktkapitalisierung nicht berücksichtigt. Kursdaten der Infineon-Aktie scroll Geschäftsjahr zum 30. September 2014 2013 2012 Deutschland: Xetra-Schlusskurse in € Jahresendkurs Ende September 8,19 7,40 4,94 Höchstkurs 9,42 7,61 7,88 Tiefstkurs 6,88 4,96 4,94 Durchschnittlich an regulierten deutschen Börsen gehandelte Aktien pro Tag in Stück 7.294.896 8.134.049 9.925.683 Davon: auf Xetra in % 94 94 94 USA: OTCQX-Schlusskurse in US$ Jahresendkurs Ende September 10,30 9,98 6,44 Höchstkurs 12,84 10,35 10,49 Tiefstkurs 9,24 6,47 6,17 Durchschnittlich gehandelte Aktienzertifikate (ADS) pro Tag in Stück 66.501 80.678 101.319 Aktionärsstruktur1 scroll Dodge & Cox Investment Managers 9,95 % (per 5. August 2009) Davon: Dodge & Cox International Stock Fund 9,88 % (per 5. August 2009) The Capital Group Companies, Inc. 8,02 % (per 1. September 2012) Davon: Capital Research and Management Company 5,06 % (per 28. Juli 2011) Davon: EuroPacific Growth Fund 5,04 % (per 13. September 2012) BlackRock, Inc. 5,57 % (per 25. September 2014) Davon: BlackRock HoldCo 2, Inc. 5,48 % (per 25. September 2014) Davon: BlackRock Financial Management, Inc. 5,47 % (per 25. September 2014) Allianz Global Investors Europe GmbH 5,03 % (per 24. Juli 2014) 1 Die Anzahl der von den genannten Investoren gehaltenen beziehungsweise diesen zugerechneten Aktien ist jeweils der letzten Pflichtmitteilung nach den §§ 21, 22 WpHG entnommen, die der Infineon Technologies AG durch die jeweilige Gesellschaft zugegangen ist. Die Prozentzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Mitteilung vorhandene Grundkapital beziehungsweise die Aktienanzahl. Die der Gesellschaft gemäß § 25 und § 25a WpHG mitgeteilten Stimmrechtsanteile, die über tatsächlich gehaltene beziehungsweise zugerechnete Aktien hinaus auch solche Finanz- und sonstige Instrumente berücksichtigen, die den Erwerb weiterer Aktien ermöglichen, werden laufend auf der Internet-Seite der Gesellschaft veröffentlicht. Entwicklung der Infineon-Aktie und weltweiter Indizes bis zum 30. September 2014 seit: scroll 30. September 2013 30. September 2012 30. September 2011 Infineon (Xetra) + 10,8 % + 65,9 % + 46,6 % DAX + 10,2 % + 31,3 % + 72,2 % Philadelphia Semiconductor Index (SOX) + 30,1 % + 67,0 % + 88,4 % Dow Jones US Semiconductor Index + 37,0 % + 65,6 % + 74,2 % Positive Kursentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr Im Geschäftsjahr 2014 verzeichnete die Infineon-Aktie einen Kursanstieg von 11 Prozent auf €8,19 zum 30. September 2014. Der Schlusskurs zum Ende des Geschäftsjahres 2013 betrug €7,40. In den ersten Monaten des Geschäftsjahres entwickelte sich der Aktienkurs zunächst seitwärts. Mitte November 2013 wurde mit €6,88 der Tiefstkurs erreicht. Im Februar 2014 begann eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung, die bis in den Juli reichte. Anfang Juli notierte die Aktie bei €9,42, dem Höchstkurs im Geschäftsjahr 2014. Zum Ende des Geschäftsjahres war die Wertentwicklung der Aktie unter deutlichen Schwankungen eher abwärts gerichtet. G 65 Relative Entwicklung der Aktie der Infineon Technologies AG, des DAX-Index, des Philadelphia Semiconductor Index (SOX) sowie des Dow Jones US Semiconductor Index seit Beginn des Geschäftsjahres 2014 (Tages-Schlusskurse) Die Vergleichsindizes wiesen im Verlauf des Geschäftsjahres 2014 ebenfalls einen Anstieg auf. Der DAX notierte 10 Prozent über dem Stand zum 30. September 2013. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) stieg im Vergleichszeitraum um 30 Prozent und der Dow Jones US Semiconductor Index um 37 Prozent. Handelsvolumen und Mitgliedschaft in Indizes Das durchschnittliche Handelsvolumen der Infineon-Aktie gemessen in Stück auf Xetra, dem Frankfurter Parkett und an den deutschen Regionalbörsen ging im Geschäftsjahr 2014 gegenüber dem Vorjahr von täglich 8,1 Millionen Aktien auf 7,3 Millionen Aktien zurück. Das durchschnittliche betragsmäßige tägliche Handelsvolumen im Geschäftsjahr 2014 stieg hingegen auf €59,3 Millionen. Im Geschäftsjahr 2013 hatte es €51,3 Millionen pro Tag betragen. In den USA wird die Infineon-Aktie als ADS außerbörslich am OTCQX-Markt mit dem Börsenkürzel IFNNY gehandelt. Mit einem durchschnittlichen Handelsvolumen von 67 Tausend ADS pro Tag lag die Zahl der gehandelten Aktien unter dem Vorjahreswert von 81 Tausend pro Tag gehandelten ADS. Die Anzahl der ausstehenden ADS ging ebenfalls zurück und betrug zum 30. September 2014 10,2 Millionen Stück. Zum Ende des Geschäftsjahres 2013 waren 15,0 Millionen ADS im Umlauf gewesen. Die Kriterien, die im Hinblick auf die Zugehörigkeit zum Deutschen Aktienindex DAX geprüft werden, sind die durchschnittliche Marktkapitalisierung und das Handelsvolumen in Euro. Entscheidend für die Berechnung der Marktkapitalisierung sind zum einen die Anzahl der ausstehenden Aktien und zum anderen die Zahl der Aktien in Streubesitz. Aufgrund der Wandlung der Wandelanleihe und der Ausübung von Mitarbeiter-Optionen stieg die Zahl der ausgegebenen Aktien im Geschäftsjahr 2014 um 46.656.196 Stück auf 1.127.739.230 Aktien zum 30. September 2014. Zum 30. September 2013 waren 1.081.083.034 Aktien im Umlauf. Bis auf 6 Millionen Aktien, die sich aktuell im Eigenbesitz befinden, werden alle Aktien dem Streubesitz zugerechnet und somit bei der Berechnung der durchschnittlichen Marktkapitalisierung berücksichtigt. Diese stieg im Geschäftsjahr 2014 auf €9,9 Milliarden gegenüber €8,0 Milliarden im Geschäftsjahr 2013. Trotz der höheren Marktkapitalisierung blieb die Platzierung in der DAX-Rangliste mit Platz 24 unverändert. Das zweite wichtige Kriterium ist das gehandelte Volumen in Euro während der letzten zwölf Monate auf Xetra und dem Frankfurter Parkett. Im Geschäftsjahr 2014 stieg dieses Handelsvolumen auf €14,2 Milliarden von €12,3 Milliarden im Vorjahr. Dies führte in der DAX-Rangliste zu einer Verbesserung um einen Platz von Position 21 auf Platz 20. Im September 2010 wurde die Infineon-Aktie erstmals in den Dow Jones Sustainability™ Europe Index aufgenommen. Die Erfüllung der Kriterien zum Verbleib in diesem Index wird jährlich geprüft und wurde im September 2014 zum fünften Mal in Folge bestätigt. Aktuell setzt sich dieser Index aus 154 Werten zusammen. Außer Infineon sind noch 22 weitere deutsche Unternehmen enthalten. Weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit finden Sie im Kapitel "Nachhaltigkeit bei Infineon". Dividende, Kapitalrückgewähr und Wandlung der Wandelanleihe Auf der Hauptversammlung am 13. Februar 2014 in München haben die Aktionäre der Gesellschaft dem Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zugestimmt. Somit wurde eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von €0,12 je Aktie ausgeschüttet und am 14. Februar 2014 ein Betrag von €129 Millionen an die Aktionäre ausbezahlt. Am 6. Mai 2014 hat Infineon einen Rückgang der erwarteten Kapitalintensität und damit des Verhältnisses von Investitionen zu Umsatz auf 13 Prozent von bislang 15 Prozent bekanntgegeben. Aufgrund der daraus resultierenden nachhaltigen Verbesserung des Free-Cash-Flows soll bereits für das Geschäftsjahr 2014 eine signifikante Erhöhung der Dividende erfolgen. Der Hauptversammlung, die am 12. Februar 2015 in München stattfindet, wird daher eine Anhebung der Dividende um 50 Prozent auf €0,18 je Aktie vorgeschlagen. scroll Dividende für Geschäftsjahr Dividende je Aktie 2010 €0,10 2011 €0,12 2012 €0,12 2013 €0,12 Vorschlag 2014 €0,18 Mit seiner Dividendenpolitik verfolgt Infineon die Strategie, einerseits die Aktionäre angemessen am Ergebniswachstum zu beteiligen, andererseits auch in Zeiten stagnierender oder rückläufiger Ergebnisse beziehungsweise eines negativen Free-Cash-Flows zumindest eine konstante Dividende ausschütten zu können. Nachdem das im Mai 2011 begonnene Programm zur Kapitalrückgewähr am 31. März 2013 auslief, hat der Aufsichtsrat am 19. November 2013 ein neues Kapitalrückgewährprogramm über bis zu €300 Millionen genehmigt. Dieses kann bis zum 30. September 2015 genutzt werden, um erneut Aktien oder Anteile der 2014 fällig gewordenen nachrangigen Wandelanleihe zu erwerben oder Put-Optionen auf eigene Aktien zu schreiben. Infineon hatte im Dezember 2013 mit Rückkäufen der Wandelanleihe und dem Schreiben von Put-Optionen auf Infineon-Aktien begonnen. Insgesamt wurden bis Ende Dezember 2013 Anteile der Wandelanleihe mit einem Nominalwert von €11 Millionen für €35 Millionen zurückgekauft. Daneben wurden im zurückliegenden Geschäftsjahr insgesamt 14 Millionen Put-Optionen auf eigene Aktien begeben. Davon waren zum Ende des Geschäftsjahres 8 Millionen Stück verfallen und 6 Millionen Put-Optionen standen aus. Details über die getätigten Rückkäufe der Wandelanleihe und die Übersicht über die Entwicklung des Bestands an Put-Optionen können auf den Internet-Seiten von Infineon im Bereich "Über Infineon/Investor/Kapitalrückgewähr/Programm 2013" verfolgt werden. Sofern der Kauf von International Rectifier wie geplant durchgeführt wird, sind über die bereits ausstehenden Put-Optionen hinaus keine weiteren Rückkäufe geplant. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2014 wurden Anteile der in 2014 fällig gewordenen Wandelanleihe mit einem Nominalwert von knapp €64 Millionen in knapp 29 Millionen junge Aktien gewandelt. Nach den erfolgten Wandlungen und den oben beschriebenen Rückkäufen waren im Dezember 2013 weniger als 20 Prozent des Nominalbetrags der Wandelanleihe ausstehend. Infineon hat dann am 23. Dezember 2013 bekanntgegeben, alle noch ausstehenden Anteile der Wandelanleihe entsprechend den Anleihebedingungen vorzeitig zurückzuzahlen. Bis zum Ablauf der Wandlungsfrist am 31. Januar 2014 wurden daraufhin alle noch ausstehenden Anteile im Nominalwert von €39 Millionen in rund 18 Millionen Aktien gewandelt. Kommunikation mit dem Kapitalmarkt Ziel unserer Kommunikation mit den Akteuren am Kapitalmarkt ist es, aktuelle beziehungsweise zukünftige Aktionäre, Investoren und Analysten regelmäßig und detailliert über die wirtschaftliche und technologische Entwicklung von Infineon zu informieren. Geschäftsbericht, Quartalsberichte und Telefonkonferenzen anlässlich der Veröffentlichung der Finanzzahlen sowie detaillierte Informationen, Zahlen und Tabellen im Internet sind die Basis unserer Kommunikation mit den Kapitalmarktteilnehmern. Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Investor Relations-Aktivitäten ist die Kommunikation mit Analysten und Investoren auf Konferenzen und Roadshows. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren bei der Kapitalmarktkommunikation die drei Vorstände, die Leiter der Segmente sowie die Mitarbeiter des Bereichs Investor Relations eingebunden. Dabei wurden acht Investorenkonferenzen in Europa und den USA besucht und sechs Roadshows durchgeführt. Um über Details zum Geschäft in den Segmenten Automotive, Industrial Power Control und Power Management & Multimarket zu informieren, wurden drei Telefonkonferenzen durchgeführt. Die strategischen Vorteile für die Geschäftsentwicklung von Infineon durch den geplanten Erwerb von International Rectifier wurden vom Finanzvorstand in einer weiteren Telefonkonferenz erläutert. Diese fand am 21. August 2014 statt. Alle Präsentationen und Webcasts können im Internet auf den Investor Relations-Seiten des Unternehmens unter "Finanzberichte/Download-Center" eingesehen und heruntergeladen werden. Ergänzend zu den beschriebenen Veranstaltungen wurden eine Vielzahl von Gruppen- und Einzelmeetings beziehungsweise Telefonkonferenzen mit Analysten und Investoren durchgeführt. Mehr als 30 Analysten verfolgen laufend die Geschäftsentwicklung des Unternehmens und veröffentlichen regelmäßig ihre Analysen hierzu. AUSZEICHNUNGEN Als ein technologisch führendes Unternehmen erhält Infineon eine Vielzahl von Auszeichnungen und Preisen; dies sowohl im Bereich Forschung und Entwicklung, für Produktion und Qualität, aber auch im Bereich Organisation und Prozessabläufe. Die folgende Übersicht zeigt eine Auswahl der im Laufe des Geschäftsjahres 2014 erhaltenen Auszeichnungen. Oktober 2013 Infineon unter den 100 innovativsten Unternehmen der Welt Die Agentur Thomson Reuters erstellt jedes Jahr eine Liste der weltweit 100 innovativsten Unternehmen. Infineon war eines von nur drei deutschen Unternehmen auf dieser Liste. Ausschlaggebend für die Auswahl sind die Patentaktivitäten der Unternehmen. Diese werden mittels der vier Kriterien Anzahl, Erfolgsquote, Reichweite und Einfluss bewertet. Von oekom Prime-Rating erhalten Die Ratingagentur oekom research AG beurteilt die Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen. Infineon erhielt in diesem Ranking, das über 100 verschiedene Einzelkriterien in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und gesellschaftliches Engagement betrachtet, die Einstufung als Prime-Unternehmen. November 2013 Corporate Health Award Von einem Gremium bestehend aus Handelsblatt, TÜV SÜD und dem Marktforschungsunternehmen EuPD Research Sustainable Management wurde Infineon für sein deutschlandweit führendes betriebliches Gesundheitsmanagement ausgezeichnet. Innovationspreis für ESiP Das von Infineon geleitete ESiP-Projekt (Effiziente Silizium Mehrchip System-in-Package Integration) wurde von ENIAC JU (European Nanoelectronics Initiative Advisory Council Joint Undertaking), einer öffentlich-privaten Partnerschaft mit Fokus auf Nanoelektronik, mit dem Innovationspreis 2013 ausgezeichnet. Erneuter SESAMES Award Wie auch im letzten Jahr hat Infineon auf der Cartes, der internationalen Smartcard Messe in Paris (Frankreich), wieder einen Sesames Award erhalten. In diesem Jahr wurde das Unternehmen für seinen Reisepass mit der höchsten Datenübertragungsrate in der Kategorie beste Innovation im Bereich ID- und Gesundheitskarten ausgezeichnet. Dezember 2013 Coil on Module ausgezeichnet Infineon hat für seine Coil on Module-Gehäusetechnologie den New Product Innovation Leadership Award von der Unternehmensberatung Frost & Sullivan erhalten. Diese Technologie vereinfacht die Produktion von Sicherheitskarten mit Kombischnittstelle (sowohl kontaktbasiert als auch kontaktlos). Best Quality Supplier Award Infineon wurde von Emerson Network Power China (ENPC) mit dem Best Quality Supplier Award ausgezeichnet. Januar 2014 Best Strategic Partnership Supplier Actron Technology Corporation ist ein weltweit führendes Unternehmen in der Herstellung von Dioden für den Bereich Automobilelektronik mit Sitz in Taiwan. Das Unternehmen hat Infineon für die Zusammenarbeit bei der Herstellung von Dioden mit extrem geringen Verlusten als besten strategischen Lieferanten und Partner ausgezeichnet. Februar 2014 Best Quality Supplier Award Von Sungrow Power, Chinas größtem Hersteller von Fotovoltaik-Wechselrichtern, hat Infineon zum dritten Mal in Folge den Best Quality Supplier Award erhalten. Editor's Choice Das US-Magazin Embedded Computing Design hat in seiner Februar-Ausgabe der Entwicklungsplattform und dem zugehörigen Software-Entwicklungswerkzeug für den Einsatz des Industrie-Mikrocontrollers XMC4500 die Auszeichnung Editor's Choice verliehen. März 2014 Strategic Supplier Award Longood Intelligent Electric Co., Ltd, Shenzhen (China), ein führender Hersteller von Bedienungskonsolen für Induktionskocher, hat Infineon als besonders wichtigen Partner für die strategische Zusammenarbeit bei IGBTs ausgezeichnet. 2014 Compound Semiconductor Industry Innovation Award Auf der CS International Conference, einer jährlichen Veranstaltung der Zeitschrift Compound Semiconductor für Branchenvertreter der Verbindungshalbleiterindustrie, wurde Infineon in der Kategorie Innovation für seine auf dem neuen Werkstoff Siliziumkarbid basierende Transistoren-Familie "CoolSiC™ 1.200V SiC JFET & Direct Drive-Technologie" ausgezeichnet. Mai 2014 Logistik-Auszeichnung 2014 Von Siemens Motion Control wurde Infineon die Auszeichnung Our Stars for MC - Logistics für sein gutes und zuverlässiges Beschaffungsmanagement verliehen. Juli 2014 Best Companies for Mums In Singapur wurde Infineon durch den National Trades Union Congress (NTUC) und die Organisation Women's Development Secretariat and Tripartite Alliance for Fair and Progressive Employment Practices (TAFEP) mit der Auszeichnung Best Companies for Mums für seine flexiblen Arbeitszeiten und seine elternfreundliche Arbeitswelt geehrt. International Business Award Von dem Singapore Business Review-Magazine wurde Infineon in der Kategorie Elektronik für seine Wachstumsinitiative in Asien mit dem International Business Award ausgezeichnet. August 2014 Singapore Sustainability Award Infineon ist einer der Preisträger des Singapore Sustainability Award 2014 in der Kategorie große Unternehmen. Mit diesem Nachhaltigkeitspreis zeichnet die Wirtschaftskammer von Singapur Unternehmen oder Organisationen für innovatives und nachhaltiges Verhalten in den Bereichen Ökonomie, Soziales und Umweltschutz aus. September 2014 MEMBER OF Dow Jones Sustainability Indices In Collaboration with RobecoSAM Dow Jones Sustainability Index Zum fünften Mal in Folge ist Infineon im Dow Jones Sustainability™ Europe Index (DJSI Europe) gelistet. Im Zeitraum 2013/2014 umfasst der DJSI Europe 154 europäische Unternehmen, nur 22 davon aus Deutschland. Außerdem wurde Infineon im Januar 2014 weiterhin im Sustainability Yearbook gelistet. Die internationale Investmentgesellschaft RobecoSAM zeichnet damit Unternehmen aus, die zu den 15 Prozent der nachhaltigsten Unternehmen der Welt zählen. INFINEON WELTWEIT Infineon-Standorte Unser Geschäftsjahr 2014 GESCHÄFTSENTWICKLUNG DES KONZERNS DARSTELLUNG DER ERTRAGSLAGE Posten der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung scroll € in Millionen, außer Ergebnis je Aktie 2014 2013 Umsatzerlöse 4.320 3.843 Bruttoergebnis vom Umsatz 1.647 1.323 Forschungs- und Entwicklungskosten - 550 - 525 Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten - 496 - 440 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen, netto - 76 - 33 Betriebsergebnis 525 325 Finanzergebnis (Finanzerträge und -aufwendungen, netto) - 9 - 21 Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 3 2 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 31 - 23 Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 488 283 Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 47 - 11 Konzernjahresüberschuss 535 272 Ergebnis je Aktie (in Euro) - unverwässert 0,48 0,25 Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert 0,48 0,25 Deutliche Verbesserung des Konzernjahresüberschusses Im Geschäftsjahr 2014 belief sich der Konzernjahresüberschuss auf €535 Millionen. Trotz der von der EU-Kommission gegen Infineon im Kartellverfahren gegen Halbleiterhersteller von Chipkarten verhängten Geldbuße in Höhe von €83 Millionen (siehe im Konzernanhang unter Nr. 33) ist das nahezu eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahreswert von €272 Millionen. Der Anstieg spiegelt vor allem den Umsatzanstieg und die infolgedessen im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr durch eine deutlich verbesserte Auslastung der Fertigungskapazitäten sowie realisierte Effizienzsteigerungen in der Fertigung spürbar gesteigerte Rentabilität wider. Das Segmentergebnis verbesserte sich entsprechend (ausführlich siehe Kapitel "Finanzen und Strategie"). Einhergehend mit der Ergebnisverbesserung ergab sich ein deutlicher Anstieg beim Ergebnis je Aktie. Umsatzerlöse deutlich angestiegen Die Umsatzerlöse sind im Geschäftsjahr 2014 um 12 Prozent beziehungsweise €477 Millionen auf €4.320 Millionen (Vorjahr: €3.843 Millionen) trotz währungsbedingten Gegenwindes gestiegen. Alle vier operativen Segmente verzeichneten höhere Umsatzerlöse: Automotive (Anstieg um 15 Prozent beziehungsweise €251 Millionen), Industrial Power Control (Anstieg um 20 Prozent beziehungsweise €132 Millionen), Power Management & Multimarket (Anstieg um 7 Prozent beziehungsweise €74 Millionen) und Chip Card & Security (Anstieg um 7 Prozent beziehungsweise €31 Millionen) (siehe ausführlich in den entsprechenden Abschnitten zu den einzelnen Segmenten im Kapitel "Die Segmente"). G 66 Umsatzerlöse nach Segmenten € in Millionen Höherer negativer Währungseffekt auf die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2014 Knapp 50 Prozent der Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2014 sind in Fremdwährungen angefallen. Umsatzerlöse in US-Dollar haben daran den größten Anteil. Im Jahresdurchschnitt veränderte sich der Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,31 im Vorjahr auf 1,36 im Geschäftsjahr 2014, wohingegen der Durchschnittskurs im Geschäftsjahr 2012 bei 1,30 gelegen hatte. Entsprechend waren die Effekte der US-Dollar-Wechselkursentwicklung - auch durch das hohe Volumen - auf die Umsatzerlöse hoch. Ebenso wirkte sich die deutliche Schwäche des japanischen Yens negativ auf die Umsatzerlöse aus. Über alle Währungen und das gesamte Geschäftsjahr hinweg gesehen betrug der negative Fremdwährungseffekt auf die Umsatzerlöse rund minus €82 Millionen. Der genannte Fremdwährungseffekt im Vergleich zum Vorjahr wird ermittelt, indem auf die Umsätze des aktuellen Geschäftsjahres der durchschnittliche Wechselkurs des vorherigen Geschäftsjahres angewendet wird. scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2014 2013 Umsatzerlöse 4.320 3.843 Prozentuale jährliche Veränderung 12 % - 2 % Fremdwährungseffekte im Vergleich zum Vorjahr - 82 - 28 Prozent vom Umsatz - 2 % - 1 % Umsatzanstieg nur unwesentlich durch Erwerb der Kontrolle von LSPS beeinflusst Im Juni 2014 wurden weitere Anteile an der LS Power Semitech Co., Ltd. ("LSPS"), Korea, erworben und LSPS seitdem vollkonsolidiert (weiterführende Informationen siehe im Konzernanhang unter Nr. 3). Die von LSPS für den verbleibenden Zeitraum des Geschäftsjahres erzielten Umsatzerlöse beliefen sich auf €13 Millionen und haben damit nur unwesentlich zum Anstieg des Umsatzes von Infineon beigetragen. Die Umsatzerlöse für das Geschäftsjahr 2014 sind nicht von Unternehmensveräußerungen beeinflusst. Die Umsatzerlöse für das Geschäftsjahr 2013 beinhalteten keine Effekte aus Unternehmenskäufen oder -veräußerungen. Weiter zunehmende Bedeutung von Asien-Pazifik scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2014 2013 Europa, Naher Osten, Afrika 1.707 39 % 1.567 41 % Darin: Deutschland 859 20 % 795 21 % Asien-Pazifik (ohne Japan) 1.845 43 % 1.560 40 % Darin: China 868 20 % 710 18 % Japan 284 7 % 227 6 % Amerika 484 11 % 489 13 % Gesamt 4.320 100 % 3.843 100 % Zum Anstieg der Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2014 trugen alle Regionen mit Ausnahme von Amerika bei. Mit €285 Millionen entfiel mehr als die Hälfte davon auf die Region Asien-Pazifik (ohne Japan). Die Region Europa, Naher Osten und Afrika trug mit €140 Millionen beziehungsweise 29 Prozent zum Umsatzanstieg bei. Erstmals überstiegen die Umsatzerlöse in Asien-Pazifik (ohne Japan) mit €1.845 Millionen die Umsatzerlöse in Europa, Naher Osten und Afrika (€1.707 Millionen). Damit hatte Asien-Pazifik (ohne Japan) mit 43 Prozent, was einem Anstieg um 3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr entspricht, den größten Umsatzanteil am Infineon-Umsatz. Die zunehmende Bedeutung dieser Region für Infineon ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass dort Auftragsfertiger ansässig sind, die Elektronikprodukte für meist westliche Auftraggeber fertigen (ausführlich hierzu siehe "Entwicklung der Halbleiterindustrie im Geschäftsjahr 2014" bei "Starkes Geschäftsjahr 2014" im Kapitel "Finanzen und Strategie"). Europa, Naher Osten, Afrika und der asiatisch-pazifische Raum stellen mit einem Umsatzanteil von zusammen 82 Prozent die größten Absatzmärkte für Infineon dar. China wies in Asien-Pazifik (ohne Japan) den höchsten Umsatzanteil aus, der mit 20 Prozent des weltweiten Infineon-Umsatzes dem Umsatzanteil von Deutschland entspricht. Dabei wurden in China mit €868 Millionen erstmals höhere Umsatzerlöse als in Deutschland (€859 Millionen) erzielt. Der prozentuale Anteil von Amerika ging vor allem wechselkursbedingt um 2 Prozentpunkte auf 11 Prozent zurück. G 67 Umsatzerlöse nach Regionen € in Millionen Weiterhin stabile Kundenstruktur auch im Geschäftsjahr 2014 Wie in den Vorjahren arbeitet Infineon mit einer Reihe von Großkunden zusammen. Im Geschäftsjahr 2014 entfielen auf die 25 größten Kunden 73 Prozent der Umsatzerlöse (Vorjahr: 72 Prozent). Mit höherem Auftragseingang verbessert sich die Relation Auftragseingang zu Umsatz Gegenüber dem Vorjahr hat sich im Geschäftsjahr 2014 der Auftragseingang von €4.052 Millionen um 20 Prozent auf €4.857 Millionen erhöht. Aufgrund des relativ zum Wachstum der Umsatzerlöse schnelleren Anstiegs des Auftragseingangs verbesserte sich das Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz (auch Book-to-Bill-Ratio genannt) von 1,05 im Vorjahr auf 1,12. G 68 Auftragseingang und Umsatz € in Millionen, außer Auftragseingang zu Umsatz Überproportionaler Anstieg der Bruttomarge im Vergleich zum Umsatzwachstum durch bessere Auslastung sowie Effizienzsteigerungen Die Umsatzkosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2014 auf €2.673 Millionen, ein Anstieg von €153 Millionen oder 6 Prozent verglichen mit €2.520 Millionen im Geschäftsjahr 2013. Die Umsatzkosten enthalten vor allem: ― Materialkosten - insbesondere für Rohwafer, ― Personalkosten, ― Abschreibungen, ― Gemeinkosten einschließlich solcher für die Wartung der Produktionsanlagen, Betriebsstoffe und Lizenzgebühren, ― Kosten der Auftragsfertigung, für Zulieferer von Montage und Tests sowie ― Kosten der Fertigungsunterstützung inklusive Gebäudeflächen, Versorgungsanlagen, Qualitätskontrolle und Leitungsfunktionen. Zusätzlich zu den umsatzbezogenen Faktoren werden die Umsatzkosten beeinflusst durch: ― die Auslastung der Fertigungsstätten und damit verbundene Leerstandskosten, ― Abschreibung erworbener und selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte, ― Produktgarantieleistungen, ― Vorratsrisiken sowie ― Zulagen und Zuschüsse der öffentlichen Hand, die über die wirtschaftliche Restnutzungsdauer der Fertigungsanlagen realisiert werden. G 69 Bruttoergebnis und Bruttomarge € in Millionen Das Bruttoergebnis vom Umsatz (Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten) belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf €1.647 Millionen und verbesserte sich damit um 24 Prozent gegenüber €1.323 Millionen im Vorjahr. Da Infineon einen Großteil seiner Produkte in eigenen Produktionsstätten fertigt und deshalb einen relativ hohen Fixkostenblock hat, reagieren große Teile der Umsatzkosten nicht proportional zu einem Anstieg beziehungsweise Rückgang der Umsatzerlöse. Das höhere Geschäftsvolumen führte im Geschäftsjahr 2014 zu einer höheren Auslastung der Fertigung. Während im Geschäftsjahr 2013 die Fertigungskapazitäten zu 91 Prozent im Frontend und zu 79 Prozent im Backend ausgelastet waren, betrug die Auslastung im Geschäftsjahr 2014 99 Prozent im Frontend und 85 Prozent im Backend, mit einem entsprechenden Rückgang der Leerstandskosten. Dies in Verbindung mit realisierten Effizienzsteigerungen in der Fertigung führte, im Vergleich zum Umsatzwachstum, zu einem überproportionalen Anstieg des Bruttoergebnisses vom Umsatz. Gegenläufig wirkten bestimmte andere Einflüsse, wie zum Beispiel Personalkostensteigerungen (teils durch Personalaufbau, teils durch Einkommenssteigerungen einschließlich der Aufwendungen für variable Vergütungen angesichts eines verbesserten Zielerreichungsgrades). Die Bruttomarge belief sich auf 38,1 Prozent gegenüber 34,4 Prozent im Geschäftsjahr 2013. Teile der Umsatzkosten fallen in fremder Währung an und gleichen Währungseffekte auf die Umsatzerlöse teilweise aus. Im Geschäftsjahr 2014 wirkten sich Währungseffekte von rund €32 Millionen belastend auf das Bruttoergebnis vom Umsatz aus. scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2014 2013 Umsatzkosten 2.673 2.520 Prozentuale jährliche Veränderung 6 % 2 % Prozent vom Umsatz 61,9 % 65,6 % Bruttoergebnis vom Umsatz 1.647 1.323 Prozent vom Umsatz (Bruttomarge) 38,1 % 34,4 % Anstieg der Forschungs- und Entwicklungskosten; gleichbleibendes Niveau bei den Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E-Kosten) Die Kosten für F&E umfassen vor allem Personalkosten, Materialkosten, Abschreibungen und Kosten für die Instandhaltung der Laboreinrichtungen, die für F&E-Projekte benötigt werden. Zu den F&E-Projekten zählen Projekte zur Technologie- sowie zur Produktentwicklung. In den Kosten für F&E sind im Übrigen Kosten Dritter für Leistungen bei der Technologie- und Produktentwicklung ebenso wie Kosten aus Vereinbarungen über die Entwicklungen von gemeinsamen Technologien und Produkten mit Partnern enthalten. Vereinnahmte Zulagen und Zuschüsse zu F&E-Projekten sowie aktivierte Entwicklungskosten mindern die ausgewiesenen F&E-Kosten. scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2014 2013 Forschungs- und Entwicklungskosten 550 525 Prozentuale jährliche Veränderung 5 % 15 % Prozent vom Umsatz 12,7 % 13,7 % Darin berücksichtigte Zulagen und Zuschüsse 66 52 Prozent vom Umsatz 1,5 % 1,4 % Nachrichtlich: Aktivierte Entwicklungskosten 92 51 Prozent der Forschungs- und Entwicklungskosten 16,7 % 9,7 % G 70 F&E € in Millionen Im Geschäftsjahr 2014 sind die F&E-Kosten um €25 Millionen oder 5 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2013 gestiegen. In Prozent vom Umsatz verringerten sich die F&E-Kosten von 13,7 Prozent im Vorjahr auf 12,7 Prozent im Geschäftsjahr 2014. Um die Grundlage für künftiges Wachstum zu schaffen, wurden weitere Mitarbeiter, unter anderem für das neue Entwicklungszentrum in Malakka (Malaysia), eingestellt. Im Bereich F&E waren 4.822 Mitarbeiter zum 30. September 2014 beschäftigt (Vorjahr: 4.472 Mitarbeiter). Personalkostensteigerungen bedingt durch den Personalaufbau, Einkommenssteigerungen und höhere Aufwendungen für variable Vergütungen angesichts eines verbesserten Zielerreichungsgrades sowie höhere Sachkosten für den Bereich F&E trugen zum Anstieg der F&E-Kosten bei. Die vereinnahmten Zulagen und Zuschüsse für Forschung und Entwicklung haben sich mit €66 Millionen gegenüber dem Vorjahr (€52 Millionen) deutlich erhöht. Die aktivierten Entwicklungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2014 auf €92 Millionen gegenüber €51 Millionen im Vorjahr. Der Anstieg bei den aktivierten Entwicklungskosten ist vor allem auf Entwicklungsprojekte im Segment Automotive zurückzuführen. Die wesentlichen F&E-Aktivitäten im Geschäftsjahr 2014 werden im Kapitel "Forschung & Entwicklung" näher erläutert. Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten Die Vertriebskosten umfassen Sachkosten und Personalkosten für die Mitarbeiter des Vertriebs und des Marketings, Kosten für Kundenmuster, Verkaufsförderungsmaßnahmen und Marketingaufwendungen. Die allgemeinen Verwaltungskosten beinhalten die Personalkosten der Mitarbeiter in der Verwaltung, nicht produktionsbezogene Gemeinkosten, Beratungshonorare, Rechtsanwaltskosten und andere Honorare für externe Dienstleister. scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2014 2013 Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 496 440 Prozentuale jährliche Veränderung 13 % - 7 % Prozent vom Umsatz 11,5 % 11,4 % Mit 11,5 Prozent des Umsatzes blieben die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten gegenüber dem Vorjahr (11,4 Prozent) nahezu unverändert. Absolut betrachtet haben sich die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten umsatzbedingt sowie durch höhere Personalaufwendungen um 13 Prozent erhöht. Marketingaufwendungen für Werbung und Messeauftritte haben aufgrund unserer Vertriebs- und Kundenstruktur lediglich einen unwesentlichen Umfang und betrugen im Geschäftsjahr 2014 rund 1 Prozent der Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten. G 71 Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten € in Millionen Geldbuße aus dem Kartellverfahren der EU-Kommission führt zu starkem Anstieg des negativen Saldos der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen weisen im Geschäftsjahr 2014 einen Saldo von minus €76 Millionen auf. Im Vorjahr betrug dieser minus €33 Millionen. Der Anstieg des negativen Saldos ist vor allem auf die von der EU-Kommission gegen Infineon verhängte Geldbuße in Höhe von €83 Millionen zurückzuführen (zwischenzeitlich hat Infineon Klage gegen diese Entscheidung beim Europäischen Gericht in Luxemburg eingelegt). Gegenläufig wirkten rückläufige Restrukturierungskosten sowie niedrigere außerplanmäßige Abschreibungen. Weitere Details zu den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen finden sich im Konzernanhang unter Nr. 7. Finanzergebnis verbessert Das Finanzergebnis (Saldo aus Finanzerträgen und Finanzaufwendungen) betrug im Geschäftsjahr 2014 minus €9 Millionen und verbesserte sich damit um €12 Millionen gegenüber minus €21 Millionen im Vorjahr. Die Verbesserung resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der Zinsaufwendungen nach dem Rückkauf sowie der Wandlung von Anteilen der 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe. Steuerquote von 6 Prozent im Geschäftsjahr 2014 Der Ertragsteueraufwand, bestehend aus laufenden Steuern und latenten Steuern, betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr €31 Millionen. In Deutschland wirkt sich beim laufenden Steueraufwand im Wesentlichen die sogenannte Mindestbesteuerung aus, da durch die Nutzung von Verlustvorträgen nur 40 Prozent der inländischen Einkünfte der laufenden Besteuerung unterliegen. Im Ausland wirken sich im Wesentlichen niedrigere tarifliche Steuersätze und Steuervergünstigungen positiv auf den laufenden Steueraufwand aus. Die aktiven latenten Steuern, die im Wesentlichen aus steuerlichen Verlustvorträgen und ungenutzten Steuervergünstigungen resultieren, sind an jedem Bilanzstichtag dahingehend zu untersuchen, ob ihre künftige Nutzung wahrscheinlich ist. Aus der Neueinschätzung der Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern ergab sich im Geschäftsjahr 2014, wie im Vorjahr, ein latenter Steuerertrag, der den laufenden Steueraufwand zum Teil kompensierte. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag darauf stellen sich wie folgt dar: scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2014 2013 Deutschland 259 101 Ausland 260 205 Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 519 306 Laufender Steueraufwand: Deutschland - 34 - 9 Ausland - 42 - 30 - 76 - 39 Latenter Steuerertrag/-aufwand: Deutschland 36 21 Ausland 9 - 5 45 16 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 31 - 23 Effektive Steuerquote 6 % 8 % Für weitere Erläuterungen hinsichtlich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag siehe im Konzernanhang unter Nr. 10. Positives Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, für die Geschäftsjahre 2014 und 2013 setzt sich wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 2014 2013 Qimonda 29 - 15 Wireline-Communications-Geschäft 10 - Mobilfunkgeschäft 8 4 Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 47 - 11 Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf €47 Millionen gegenüber minus €11 Millionen im Vorjahr. Neben Erträgen aus Rückstellungsauflösungen in Bezug auf das veräußerte Wireline-Communications-Geschäft und das veräußerte Mobilfunkgeschäft waren vor allem Ergebniseffekte im Zuge des am 11. September 2014 geschlossenen Teilvergleichs mit dem Insolvenzverwalter von Qimonda zu verzeichnen. Weitere Details zum Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, finden sich im Konzernanhang unter Nr. 4. Starker Anstieg des Ergebnisses je Aktie Wie beschrieben lag der Konzernjahresüberschuss im Geschäftsjahr 2014 mit €535 Millionen signifikant über dem des Vorjahres (€272 Millionen). Dies führte zu einer entsprechend deutlichen Verbesserung beim Ergebnis je Aktie. Betrug das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2013 noch jeweils €0,25, belief sich das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr 2014 jeweils auf €0,48. DARSTELLUNG DER VERMÖGENSLAGE scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2014 2013 Veränderung Kurzfristige Vermögenswerte 3.934 3.623 9 % Langfristige Vermögenswerte 2.504 2.282 10 % Summe Vermögenswerte 6.438 5.905 9 % Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.603 1.594 1 % Langfristige Verbindlichkeiten 677 535 27 % Summe Verbindlichkeiten 2.280 2.129 7 % Eigenkapital 4.158 3.776 10 % Bilanzkennzahlen: Gesamtkapitalrendite1 8,3 % 4,6 % Eigenkapitalquote2 64,6 % 63,9 % Eigenkapitalrendite3 12,9 % 7,2 % Verschuldungsgrad4 4,5 % 8,0 % Vorratsintensität5 11,0 % 10,3 % RoCE6 20,3 % 14,1 % 1 Gesamtkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss/Summe Vermögenswerte 2 Eigenkapitalquote = Eigenkapital/Summe Vermögenswerte 3 Eigenkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss/Eigenkapital 4 Verschuldungsgrad = (langfristige + kurzfristige Finanzverbindlichkeiten)/Eigenkapital 5 Vorratsintensität = Vorräte (netto)/Summe Vermögenswerte 6 Ermittlung siehe nachfolgenden Abschnitt betreffend RoCE G 72 Bilanzstruktur Aktiva G 73 Bilanzstruktur Passiva Bilanzsumme gestiegen Gegenüber dem 30. September 2013 stieg die Bilanzsumme um €533 Millionen von €5.905 Millionen auf €6.438 Millionen. Hierbei stiegen die kurzfristigen Vermögenswerte um €311 Millionen und die langfristigen Vermögenswerte um €222 Millionen. Auf der Passivseite erhöhten sich die Verbindlichkeiten um €151 Millionen. Das Eigenkapital erhöhte sich in Summe um €382 Millionen. Der im Vergleich zum Vorjahr deutlich höhere Konzernjahresüberschuss führte zu verbesserten Renditekennziffern. Die Eigenkapitalrendite erreichte im Geschäftsjahr 2014 12,9 Prozent (Vorjahr: 7,2 Prozent) und die Gesamtkapitalrendite erhöhte sich auf 8,3 Prozent (Vorjahr: 4,6 Prozent). Der RoCE verbesserte sich von 14,1 Prozent auf 20,3 Prozent. Anstieg der Brutto-Cash-Position, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vorräte führt zur Erhöhung der kurzfristigen Vermögenswerte Die kurzfristigen Vermögenswerte sind zum 30. September 2014 um 9 Prozent auf €3.934 Millionen gestiegen, verglichen mit €3.623 Millionen zum 30. September 2013. Wesentlicher Grund hierfür war der Anstieg der Brutto-Cash-Position (Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Finanzinvestments) um €132 Millionen, welcher auf einen Überhang des Free-Cash-Flows über die Auszahlungen für die Dividende, den Rückkauf der nachrangigen Wandelanleihe und Rückzahlungen von Darlehen zurückzuführen ist. Daneben erhöhten sich im Zuge der positiven Geschäftsentwicklung die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um €63 Millionen und die Vorräte um €98 Millionen gegenüber dem 30. September 2013. Für die teilweise Sicherung von Wechselkursrisiken aus der Kaufpreisverpflichtung der Akquisition von International Rectifier wurde ein transaktionsabhängiges Euro/US-Dollar-Fremdwährungstermingeschäft (sogenannter "Deal Contingent Forward") mit einem Nominalwert von US$1,5 Milliarden abgeschlossen, dessen positiver beizulegender Zeitwert in Höhe von €39 Millionen zum 30. September 2014 in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen ist. Anstieg der Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte führt zu Erhöhung der langfristigen Vermögenswerte Bei den langfristigen Vermögenswerten ist ein Anstieg um €222 Millionen (10 Prozent) von €2.282 Millionen zum 30. September 2013 auf €2.504 Millionen zum 30. September 2014 zu verzeichnen. Die Investitionen in Sachanlagen lagen im Geschäftsjahr 2014 mit €567 Millionen über den Abschreibungen von €481 Millionen. Investiert wurde unter anderem in die Fertigungsstätten in Dresden und Regensburg (beide Deutschland), Villach (Österreich), Malakka und Kulim (beide Malaysia) sowie Batam (Indonesien). Die immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich im Geschäftsjahr 2014 per saldo um €80 Millionen. Der Anstieg ist vorrangig auf aktivierte Entwicklungskosten zurückzuführen, die über den entsprechenden Abschreibungen lagen. Die aktiven latenten Steuern erhöhten sich zum 30. September 2014 um €53 Millionen. Erhöhung der Verbindlichkeiten im Wesentlichen durch Anstieg der Pensionsverpflichtungen und Geldbuße im EU-Kartellverfahren Zum 30. September 2014 lagen die kurzfristigen Verbindlichkeiten bei €1.603 Millionen, €9 Millionen (1 Prozent) höher als zum 30. September 2013 (€1.594 Millionen). Hierbei erhöhten sich die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten um €107 Millionen. Darin enthalten ist mit €83 Millionen die von der EU-Kommission im Kartellverfahren gegen Halbleiterhersteller von Chipkarten gegen Infineon verhängte Geldbuße. Zudem stiegen durch das höhere Geschäftsvolumen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um €79 Millionen. Gegenläufig war ein Rückgang der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um €99 Millionen, im Wesentlichen bedingt durch die Wandlung und den Rückkauf der 2014 fällig gewordenen Wandelanleihe und einen Rückgang der kurzfristigen Rückstellungen um €85 Millionen. Verglichen zum 30. September 2013 (€535 Millionen) sind die langfristigen Verbindlichkeiten zum 30. September 2014 um €142 Millionen oder 27 Prozent auf €677 Millionen gestiegen. Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erhöhten sich - vor allem durch niedrigere Abzinsungssätze - um €133 Millionen. Die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten bestehen überwiegend aus Verbindlichkeiten in Euro. Eigenkapital durch Konzernjahresüberschuss gestiegen Das Eigenkapital ist zum 30. September 2014 um €382 Millionen (10 Prozent) auf €4.158 Millionen gestiegen (30. September 2013: €3.776 Millionen). Dieser Zuwachs resultiert hauptsächlich aus dem im Geschäftsjahr 2014 erzielten Konzernjahresüberschuss von €535 Millionen, der die für das Geschäftsjahr 2013 geleistete Dividendenzahlung von €129 Millionen überstieg. Darüber hinaus erhöhte sich das Eigenkapital um €99 Millionen durch die Wandlung der restlichen Anteile der Wandelanleihe. Der Rückkauf von Anteilen der Wandelanleihe wirkte sich mit minus €21 Millionen nach Steuern reduzierend auf das Eigenkapital aus. Mit den Anteilsrückkäufen wurden Wandlungsrechte für mehr als 4,7 Millionen Aktien zurückerworben. Die Begebung von Put-Optionen reduzierte das Eigenkapital um €40 Millionen. Für den oben beschriebenen Deal Contingent Forward wurde eine Cash-Flow-Sicherungsbeziehung bilanziert, die zu einer Erhöhung des Eigenkapitals um €39 Millionen führte. Hingegen verringerten versichungsmathematische Verluste aus der Bewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von €130 Millionen nach Steuern das Eigenkapital. Die Eigenkapitalquote stieg zum 30. September 2014 auf 64,6 Prozent (30. September 2013: 63,9 Prozent). Höheres Ergebnis führt zu einem Anstieg beim RoCE Als Teil des Anstiegs des Betriebsergebnisses von €325 Millionen im Vorjahr auf €525 Millionen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2014 das Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern von €304 Millionen im Vorjahr auf €497 Millionen und damit auch die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) von 14,1 Prozent auf 20,3 Prozent trotz eines Anstiegs des eingesetzten Kapitals von €2.159 Millionen zum 30. September 2013 auf €2.452 Millionen zum 30. September 2014. Damit hat Infineon im Geschäftsjahr 2014 deutlich mehr als seine Kapitalkosten verdient. G 74 RoCE € in Millionen Der angegebene RoCE wurde mit einem nicht um Sondereffekte bereinigten eingesetzten Kapital berechnet. Beispiele für solche, das eingesetzte Kapital mindernde Sondereffekte sind die sich aus der Qimonda-Insolvenz ergebenden Rückstellungen sowie kurzfristige Verbindlichkeiten aus der Begebung von Put-Optionen auf eigene Aktien im Rahmen des Kapitalrückgewährprogramms. Der RoCE für die Geschäftsjahre 2014 und 2013 ermittelt sich wie folgt: scroll € in Millionen 2014 2013 Betriebsergebnis 525 325 Zuzüglich: Finanzerträge ohne Zinserträge1 - - Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 3 2 Abzüglich: Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 31 - 23 Finanzaufwendungen ohne Zinsaufwendungen2 - - Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern1 497 304 Aktiva 6.438 5.905 Abzüglich: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 1.058 - 527 Finanzinvestments - 1.360 - 1.759 Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte - - Summe kurzfristige Verbindlichkeiten - 1.603 - 1.594 Zuzüglich: Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 35 134 Zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten - - Eingesetztes Kapital2 2.452 2.159 RoCE1 / 2 20,3 % 14,1 % 1 Die Finanzerträge im Geschäftsjahr 2014 und 2013 betrugen €10 Millionen beziehungsweise €30 Millionen und enthielten ausschließlich Zinserträge (siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 8). 2 Die Finanzaufwendungen im Geschäftsjahr 2014 und 2013 betrugen €19 Millionen beziehungsweise €51 Millionen und enthielten ausschließlich Zinsaufwendungen (siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 9). DARSTELLUNG DER FINANZLAGE Cash-Flow scroll € in Millionen 2014 2013 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 988 610 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten - 272 - 328 Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten - 179 - 165 Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten - 8 - 10 Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 529 107 Währungsumrechnungseffekte auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2 - 5 Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 531 102 Höheres Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten führt zu Anstieg des Mittelzuflusses aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten Im Geschäftsjahr 2014 lag der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten mit €988 Millionen um €378 Millionen über dem Niveau des Vorjahres (€610 Millionen). Ausgehend von einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen, Zinsen und Ertragsteuern von €1.045 Millionen, wirkten vor allem der Anstieg bei den Vorräten und den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von in Summe €147 Millionen sowie gezahlte Steuern vom Einkommen und Ertrag von €52 Millionen im abgelaufenen Geschäftsjahr reduzierend auf den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten. Gegenläufig wirkten der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die Veränderung sonstiger Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von in Summe €173 Millionen im abgelaufenen Geschäftsjahr. Darin enthalten ist die von der EU-Kommission gegen Infineon verhängte Geldbuße in Höhe von €83 Millionen. Im Vorjahr haben, ausgehend von einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen, Zinsen und Ertragsteuern von €812 Millionen, vor allem der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Rückstellungen, der Anstieg bei den Vorräten und den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von in Summe €155 Millionen sowie gezahlte Steuern vom Einkommen und Ertrag von €53 Millionen den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten belastet. Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten geprägt durch gestiegene Investitionen in Sachanlagen Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2014 belief sich auf €272 Millionen. Investitionen in Sachanlagen beliefen sich auf €567 Millionen. Schwerpunkt der getätigten Investitionen war der Ausbau von Frontend-Kapazitäten in Dresden (Deutschland), in Villach (Österreich) und in Kulim (Malaysia). Neben den Frontend-Kapazitäten erfolgte auch der weitere Ausbau der Backend-Fertigungskapazitäten in Malakka (Malaysia), in Regensburg (Deutschland) und in Batam (Indonesien). In immaterielle Vermögenswerte wurden €101 Millionen investiert, vorrangig für unternehmensinterne Produkt- und Technologieentwicklungen (€92 Millionen). €7 Millionen wurden daneben nach Abzug der übernommenen Zahlungsmittel für die Aufstockung des Anteils an LSPS aufgewendet (siehe im Konzernanhang unter Nr. 3). Im Saldo erzielten wir Mittelzuflüsse von €399 Millionen aus dem Verkauf von Finanzinvestments. Letztere enthalten im Wesentlichen Geldanlagen mit einer Laufzeit von drei bis sechs Monaten und beeinflussen nicht die Brutto-Cash-Position, die neben den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten auch die Finanzinvestments umfasst. Die begonnene Umschichtung von Finanzinvestments in Zahlungsmittel dient bereits dazu, die bei Vollzug des Erwerbs von International Rectifier erforderlichen Barmittel zur Verfügung zu haben. Im Vorjahr hatte der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten €328 Millionen betragen. Davon entfielen €315 Millionen auf Investitionen in Sachanlagen und €63 Millionen auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte. Netto €47 Millionen wurden aus dem Verkauf von Finanzinvestments erzielt. Dividendenzahlung und Rückkäufe der Wandelanleihe führen zu einem Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten lag im Geschäftsjahr 2014 bei €179 Millionen. Wesentlicher Treiber für den Mittelabfluss war die Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2013 von €129 Millionen. €35 Millionen entfielen auf die getätigten Rückkäufe von Anteilen der 2014 fällig gewordenen Wandelanleihe. Netto €25 Millionen wurden zur Rückzahlung langfristiger Finanzverbindlichkeiten verwendet. Im Vorjahr hatte der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten €165 Millionen betragen. Neben der Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2012 von €129 Millionen wurden €38 Millionen für getätigte Rückkäufe von 6 Millionen eigenen Aktien mittels ausgeübter Put-Optionen verwendet. G 75 Cash-Flow € in Millionen 1 Vor Währungsumrechnungseffekten auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von €2 Millionen und minus €5 Millionen für die Geschäftsjahre 2014 und 2013. Free-Cash-Flow Infineon berichtet die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelzufluss/-abfluss aus Investitionstätigkeit, jeweils aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow dient als zusätzliche Kenngröße, da Infineon einen Teil der Liquidität in Form von Finanzinvestments hält. Das bedeutet nicht, dass der so ermittelte Free-Cash-Flow für sonstige Ausgaben verwendet werden kann, da Dividenden, Schuldendienstverpflichtungen oder andere feste Ausgaben noch nicht abgezogen sind. Der Free-Cash-Flow ist kein Ersatz oder höherwertige Kennzahl, sondern stets als zusätzliche Information zum Cash-Flow gemäß Konzern-Kapitalflussrechnung, zu anderen Liquiditätskennzahlen sowie sonstigen gemäß IFRS ermittelten Kennzahlen aufzufassen. Der Free-Cash-Flow beinhaltet nur Werte aus fortgeführten Aktivitäten und wird wie folgt aus der Konzern-Kapitalflussrechnung hergeleitet: scroll € in Millionen 2014 2013 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 988 610 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten - 272 - 328 Einzahlungen/Auszahlungen für Finanzinvestments, Saldo - 399 - 47 Free-Cash-Flow 317 235 Anstieg des Mittelzuflusses aus laufender Geschäftstätigkeit führt zu höherem Free-Cash-Flow Der Free-Cash-Flow betrug €317 Millionen im Geschäftsjahr 2014 im Vergleich zu einem Free-Cash-Flow von €235 Millionen im Vorjahr. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €988 Millionen überstieg die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von €668 Millionen. Der Free-Cash-Flow des Vorjahres lag bei €235 Millionen. Die getätigten Investitionen von €378 Millionen waren niedriger als die Mittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €610 Millionen. G 76 Free-Cash-Flow € in Millionen Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position Die folgende Tabelle stellt die Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position sowie die Finanzverbindlichkeiten dar. Da Infineon einen Teil der liquiden Mittel in Form von Finanzinvestments hält, die unter IFRS nicht als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente klassifiziert sind, berichtet Infineon die Brutto- und die Netto-Cash-Position, um Investoren die Liquiditätslage besser zu erläutern. Die Brutto- und die Netto-Cash-Position werden wie folgt aus der Konzern-Bilanz hergeleitet: scroll € in Millionen 30. September 2014 30. September 2013 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.058 527 Finanzinvestments 1.360 1.759 Brutto-Cash-Position 2.418 2.286 Abzüglich: Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 35 134 Langfristige Finanzverbindlichkeiten 151 169 Gesamte Finanzverbindlichkeiten 186 303 Netto-Cash-Position 2.232 1.983 Die Brutto-Cash-Position zum 30. September 2014 betrug €2.418 Millionen, ein Anstieg um €132 Millionen im Vergleich zu €2.286 Millionen zum 30. September 2013. Der Anstieg der Brutto-Cash-Position spiegelt vor allem den positiven Free-Cash-Flow wider, dem die Dividendenzahlung sowie die Auszahlungen für Rückkäufe der Wandelanleihe im Rahmen des Programms zur Kapitalrückgewähr und die Rückzahlung von Darlehen entgegenwirkten. Die Netto-Cash-Position, definiert als Brutto-Cash-Position abzüglich kurzfristiger und langfristiger Finanzverbindlichkeiten, erhöhte sich demgegenüber um €249 Millionen zum 30. September 2014 auf €2.232 Millionen, verglichen mit €1.983 Millionen zum 30. September 2013, vor allem aufgrund des mit der Wandlung von Anteilen der Wandelanleihe verbundenen Rückgangs der Finanzverbindlichkeiten ohne korrespondierenden Zahlungsmittelabfluss. G 77 Brutto- und Netto-Cash-Position zum 30. September 2014 und 2013 im Vergleich € in Millionen BERICHT ÜBER DIE VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG MIT IHREN WESENTLICHEN RISIKEN UND CHANCEN PROGNOSEBERICHT Am 20. August 2014 hat Infineon angekündigt, alle Aktien des US-amerikanischen Halbleiterherstellers International Rectifier für US$40 pro Aktie erwerben zu wollen. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung von International Rectifier am 4. November 2014 haben die Aktionäre mit einer Quote von 99,5 Prozent dem Kauf zugestimmt. Nun bedarf die Durchführung der Akquisition noch der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden. Daher gelten die in diesem Kapitel gemachten Prognosen nur für das Geschäft des Infineon-Konzerns. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Akquisition werden die gemachten Prognosen zeitnah an die dann geänderte Unternehmensstruktur angepasst. Zielgeschäftsmodell Infineon ist auf drei große gesellschaftliche Herausforderungen ausgerichtet: Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit. Die steigende Bedeutung dieser Schlüsselthemen in der modernen Gesellschaft bewirkt einen strukturellen Anstieg der Nachfrage nach den Produkten in unseren vier Segmenten Automotive, Industrial Power Control, Power Management & Multimarket sowie Chip Card & Security. Der Umsatz in diesen vier Segmenten ist über die letzten 15 Jahre mit einer hohen einstelligen Wachstumsrate gestiegen. Infineon nimmt in allen adressierten Segmenten eine führende Marktposition ein, und die Wachstumsaussichten sind weiterhin gut. Daher erwartet das Unternehmen, auch zukünftig ein Umsatzwachstum von etwa 8 Prozent im Durchschnitt eines Konjunkturzyklus erzielen zu können. Über einen gesamten Konjunkturzyklus hinweg strebt Infineon bei einer Bruttomarge von etwa 40 Prozent eine Segmentergebnis-Marge von etwa 15 Prozent an. Im Rahmen dieser Ziele ist geplant, für Forschung und Entwicklung einen niedrigen bis mittleren sowie für Vertrieb und Verwaltung einen niedrigen Zehnerprozentsatz vom Umsatz aufzuwenden. Voraussetzung für die Realisierung des geplanten Wachstums sind Investitionen. Diese werden vom Unternehmen definiert als Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten. Infineon erwartet, dass beim durchschnittlich geplanten Wachstum die Investitionen im Zyklusmittel etwa 13 Prozent vom Umsatz ausmachen werden. Das Geschäftsmodell von Infineon wird detailliert bei "Konzernstrategie" im Kapitel "Finanzen und Strategie" erläutert. Ist- und Zielwerte der Steuerungskennzahlen Die folgende Tabelle vergleicht für das abgelaufene Geschäftsjahr (GJ) die Ist-Werte der von Infineon verwendeten Steuerungskennzahlen mit der ursprünglichen Prognose und zeigt den Ausblick für das Geschäftsjahr 2015: scroll € in Millionen, außer Prozentsätze Ist GJ 2013 Ursprüngliche Prognose GJ 2014 Ist GJ 2014 Ausblick GJ 2015 Hauptsteuerungskennzahlen Segmentergebnis-Marge 9,8 % zwischen 11 % und 14 % vom Umsatz 14,4 % in etwa 14 % (im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum) Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten 235 auf Höhe GJ 2013 oder darüber 317 zwischen €0 und €100 Millionen RoCE 14,1 % Erhöhung gegenüber GJ 2013 20,3 % leichter Rückgang gegenüber Vorjahr Ergänzende Steuerungskennzahlen Wachstums- und Rentabilitätskennzahlen Umsatzveränderung gegenüber Vorjahr - 2 % Anstieg um 7 % bis 11 % 12 % Anstieg um 8 % plus/ minus 2 Prozentpunkte Bruttomarge 34,4 % zwischen 35 % und 38 % vom Umsatz 38,1 % in etwa wie im Vorjahr Forschungs- und Entwicklungskosten 525 Anstieg unterproportional zum Umsatzwachstum 550 5 % Wachstum mit oder leicht über dem Umsatzwachstum Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 440 Anstieg im Rahmen oder leicht oberhalb des Umsatzwachstums 496 13 % Wachstum mit oder leicht über dem Umsatzwachstum Liquiditätskennzahlen Brutto-Cash-Position 2.286 59 % oberhalb des Ziels von 30 % bis 40 % der Umsatzerlöse 2.418 56 % in der Spanne von 40 % bis 50 % relativ zum Umsatz und somit oberhalb des Ziels von 30 % bis 40 % Netto-Cash-Position 1.983 Netto-Cash-Position (Brutto-Cash-Position größer als Finanzverbindlichkeiten) 2.232 Netto-Cash-Position (Brutto-Cash-Position größer als Finanzverbindlichkeiten) Nettoumlaufvermögen - 123 leichter Anstieg gegenüber 30. September 2013 - 52 Anstieg auf €350 bis €450 Millionen Investitionen 378 etwa €650 Millionen 668 etwa €700 Millionen Bei den Hauptsteuerungskennzahlen hat das Unternehmen die Prognosen erreicht beziehungsweise übertroffen. Bei allen drei Kennzahlen haben sich die Ergebnisse im Geschäftsjahr 2014 gegenüber dem Vorjahr verbessert. Mit 14,4 Prozent Segmentergebnis-Marge wurde die für das Geschäftsjahr 2014 geplante Steigerung auf einen Wert zwischen 11 und 14 Prozent übertroffen. Im Geschäftsjahr 2013 hatte die Segmentergebnis-Marge 9,8 Prozent betragen. Der Free-Cash-Flow im Geschäftsjahr 2014 betrug €317 Millionen und lag damit über dem Wert von €235 Millionen im Geschäftsjahr 2013. Der RoCE stieg von 14,1 Prozent im Geschäftsjahr 2013 auf 20,3 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr und lag damit über den vom Unternehmen kalkulierten Kapitalkosten. Auch bei den ergänzenden Steuerungskennzahlen wurden die Prognosen erreicht oder teilweise übererfüllt. Beim Umsatzwachstum war ein Anstieg von 7 bis 11 Prozent geplant. Im Geschäftsjahr 2014 stieg der Umsatz um 12 Prozent von €3.843 Millionen auf €4.320 Millionen. Besonders die gute Geschäftsentwicklung in den Segmenten Automotive und Industrial Power Control führte zu dem hohen Wachstum. Aber auch in den Segmenten Power Management & Multimarket und Chip Card & Security stieg der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich. Aufgrund der besser als erwarteten Umsatzentwicklung lag auch die Bruttomarge mit einem Wert von 38,1 Prozent leicht über dem Zielkorridor von 35 bis 38 Prozent. Der Anstieg der Forschungs- und Entwicklungskosten war mit 5 Prozent wie erwartet deutlich unterproportional zur Umsatzverbesserung. Der Anstieg der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten lag mit 13 Prozent nur leicht über dem Umsatzwachstum. Insgesamt war die wirtschaftliche Entwicklung des Infineon-Konzerns im Geschäftsjahr 2014 wie erwartet erfreulich. Die Prognosen des Unternehmens für die Entwicklung im Geschäftsjahr 2015 werden in der Tabelle oben im Überblick dargestellt und im Folgenden detailliert erläutert. Unterstellter Euro/US-Dollar-Wechselkurs Als weltweit tätiges Unternehmen erzielt der Infineon-Konzern Umsätze nicht nur in Euro, sondern auch in Fremdwährungen, vornehmlich in US-Dollar. Des Weiteren hat das Unternehmen auch Kosten in US-Dollar und in annähernd mit dem US-Dollar korrelierten anderen Währungen wie beispielsweise dem Singapur-Dollar, dem malaysischen Ringgit oder dem chinesischen Renminbi. Das Verhältnis der Umsätze und Kosten in Fremdwährungen ist nicht vollständig ausgeglichen. Daher haben Veränderungen von Wechselkursen, insbesondere des US-Dollars gegenüber dem Euro, Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Ohne Berücksichtigung von Währungssicherungsgeschäften führt eine Abweichung von 1 Cent im tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurs gegenüber dem Plankurs dazu, dass sich das Segmentergebnis um etwa €1 Million pro Quartal oder etwa €4 Millionen pro Geschäftsjahr gegenüber dem Planwert verändert. Dies setzt allerdings voraus, dass sich die Wechselkurse der mit dem US-Dollar korrelierten Währungen, in denen für Infineon Kosten anfallen, parallel zum Wechselkurs des US-Dollars zum Euro entwickeln. Beim Umsatz beschränken sich die Wechselkurseffekte im Wesentlichen auf die Relation US-Dollar zu Euro. Hier führt eine Abweichung des tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurses von 1 Cent gegenüber dem Plankurs zu einer Umsatzveränderung von €3 bis €4 Millionen pro Quartal oder €12 bis €16 Millionen pro Geschäftsjahr. Für die Planung des Geschäftsjahres 2015 wird ein Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,30 unterstellt. Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft und den Halbleitermarkt Im Kalenderjahr 2013 betrug das Wachstum der Weltwirtschaft 2,5 Prozent. Für das Kalenderjahr 2014 wird mit einem minimalen Anstieg der Wachstumsrate auf 2,6 Prozent gerechnet. Im Kalenderjahr 2015 erwarten die Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) ein etwas stärkeres Anziehen der Weltwirtschaft und ein Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts von 3,2 Prozent. Dieser positive Ausblick beruht auf der Annahme, dass sich die Konjunkturerholung in den USA fortsetzt und China weiterhin sein deutlich überdurchschnittliches Wachstum beibehält. Das Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft wird sich in den kommenden Jahren voraussichtlich sukzessive verlangsamen, dennoch dürfte es weiterhin auf relativ hohem Niveau bleiben. Ein weiterer wichtiger Absatzmarkt innerhalb des asiatischen Kontinents ist Indien. Nach der Wahl hat sich die Stimmung in der dortigen Wirtschaft deutlich verbessert und der Wachstumsausblick aufgehellt. Der wirtschaftliche Ausblick für die ASEAN-5-Länder Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur und Thailand ist ebenfalls positiv. Für Japan hingegen wird erwartet, dass die wirtschaftliche Erholung nur langsam vorankommt. Ein Aussetzen der für Oktober 2015 geplanten zweiten Stufe der Mehrwertsteuererhöhung könnte jedoch wachstumsfördernd wirken. Im Euroraum fällt die Entwicklung der Konjunktur im Kalenderjahr 2014 weniger dynamisch aus als im Herbst 2013 ursprünglich erwartet. Auch in Deutschland hat sich die konjunkturelle Dynamik etwas abgeschwächt. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist bereits seit mehreren Monaten rückläufig. Belastend wirken die Differenzen mit Russland und die beschlossenen Sanktionen. Die Wachstumsprognosen für das Kalenderjahr 2015 wurden dementsprechend im Herbst 2014 durch den IWF reduziert und belaufen sich nun auf 1,3 Prozent. Potenzielle Risiken für die Höhe des Wachstums der Weltwirtschaft im nächsten Jahr sind zum einen eine weitere Eskalation der Konflikte in Syrien und im Irak, zum anderen der Konflikt mit Russland. Ein weiteres Risiko besteht in einer unkontrollierten Ausbreitung des Ebola-Virus. Dies könnte zu Reise- und Handelsbeschränkungen führen. Ferner beobachten die Experten die Entwicklung des Immobilienmarktes in China sehr aufmerksam. Bisher waren die Immobilienpreise in China nur leicht rückläufig. Aufbauend auf dem Basisszenario eines Anstiegs des Wachstums der Weltwirtschaft gegenüber dem Vorjahr wird für die Halbleiterbranche im Kalenderjahr 2015 weiteres Wachstum erwartet. Vielfältige Innovationen in den Bereichen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit sollten in den kommenden Jahren das Wachstum der Branche unterstützen. Diese Faktoren sollten auch bei einem eventuell schwächer als erwarteten makroökonomischen Umfeld positive Wirkung entfalten. Im Herbst 2013 prognostizierte das Marktforschungsunternehmen IHS für das Kalenderjahr 2014 ein Dollar basiertes Wachstum des Welthalbleitermarktes von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mittlerweile gehen die Analysten von IHS davon aus, dass das Kalenderjahr 2014 mit einem Wachstum von 9 Prozent abschließen wird. Im Kalenderjahr 2015 wird mit einem Wachstum des Welthalbleitermarktes von 6 Prozent gerechnet. Für den Zeitraum 2014 bis 2018 wird ein jährliches Wachstum des weltweiten Halbleitermarktes von durchschnittlich 4 Prozent erwartet. Die Bereiche Automotive und Industrie sollten dabei mit jeweils etwa 7 Prozent im Jahresdurchschnitt wachsen. Für den Chipkarten-Halbleitermarkt wird ein Anstieg von durchschnittlich 5 Prozent pro Jahr in diesem Zeitraum prognostiziert. Insgesamt ist das wirtschaftliche Umfeld für das kommende Geschäftsjahr positiv, aber mit starken Unsicherheiten belastet. Anstieg des Umsatzes gegenüber Vorjahr von 8 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte erwartet In Anbetracht der oben geschilderten Rahmenbedingungen erwartet Infineon im Geschäftsjahr 2015 einen Anstieg des Konzernumsatzes um 8 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte. In den Segmenten Automotive, Power Management & Multimarket sowie Chip Card & Security wird ein Wachstum im Rahmen des Konzerndurchschnitts oder leicht darüber erwartet. Im Segment Industrial Power Control wird das Umsatzwachstum voraussichtlich deutlich geringer als im Konzerndurchschnitt sein. Für die Sonstigen Geschäftsbereiche wird im Geschäftsjahr 2015 absolut betrachtet ein leichter Umsatzrückgang erwartet. Grund hierfür ist die weitere Verringerung von Lieferungen an Lantiq und IMC. Im Geschäftsjahr 2015 weitgehend konstante Bruttomarge erwartet Im Geschäftsjahr 2014 betrug die Bruttomarge 38,1 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2015 wird erwartet, dass im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum die Bruttomarge in etwa auf diesem Niveau verbleibt. Dabei ist unterstellt, dass die negativen Effekte aus den üblichen jährlichen Preisnachlässen für Kunden und dem weiteren Anstieg der Abschreibungen durch die kontinuierliche Verbesserung der Fertigungsproduktivität kompensiert werden. Steigende Betriebskosten erwartet Die im Geschäftsjahr 2015 weiter steigenden Umsätze und Bruttoergebnisse erlauben eine weitere Ausweitung der Betriebskosten für den strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System" sowie im Vorgriff auf zukünftig weiter zu realisierendes Erlös- wie Ergebniswachstum. Sowohl die Forschungs- und Entwicklungskosten als auch die Vertriebs- und Verwaltungskosten werden dabei im Jahresvergleich voraussichtlich entsprechend oder leicht über dem Umsatzwachstum steigen. In Bezug auf die Entwicklung von Quartal zu Quartal wird der Anstieg innerhalb des Geschäftsjahres 2015 hingegen eher verhalten ausfallen. Vergleicht man die erwarteten Betriebskosten im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2015 mit den Betriebskosten im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2014, so sollte der Anstieg deutlich unterhalb des erwarteten Umsatzwachstums von 8 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte für das Geschäftsjahr 2015 liegen. Neben der Produkt-, Gehäuse- und Technologieentwicklung liegt ein Schwerpunkt der Aufwendungen im Bereich Forschung und Entwicklung in der Bereitstellung von Gehäuse- und Technologieplattformen. Im Bereich der Vertriebs- und Verwaltungskosten werden die Vertriebsressourcen insbesondere in China, Japan und den USA weiter leicht ausgebaut. Segmentergebnis-Marge bei etwa 14 Prozent vom Umsatz erwartet Aufgrund der oben beschriebenen Prognosen für die Umsatz- und Kostenentwicklung wird erwartet, dass die Segmentergebnis-Marge im Geschäftsjahr 2015 bei Erreichen des Mittelpunktes der Spanne für das Umsatzwachstum bei ungefähr 14 Prozent liegen wird. Das nicht den Segmenten zugeordnete Ergebnis Infineon erwartet, dass das nicht den Segmenten zugeordnete Ergebnis im Geschäftsjahr 2015 etwa minus €50 Millionen betragen wird. Es wird sich somit gegenüber dem nicht den Segmenten zugeordneten Ergebnis von minus €95 Millionen im Geschäftsjahr 2014 verbessern. Im Geschäftsjahr 2014 enthielt dieses insbesondere Aufwendungen in Höhe von €83 Millionen für eine von der EU-Kommission verhängte Geldbuße wegen mutmaßlicher kartellrechtlicher Verstöße in den Jahren 2003 bis 2005 im Bereich Chipkarten. Finanzergebnis Nach der vollständigen Wandlung der Wandelanleihe im Geschäftsjahr 2014 hat das Unternehmen zum 30. September 2014 noch Finanzverbindlichkeiten in Höhe von €186 Millionen. Dem stehen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Finanzinvestments in Höhe von €2.418 Millionen gegenüber (die sogenannte Brutto-Cash-Position). Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus für kurzfristige risikoarme Anlagen wird das Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2015 trotz der niedrigen Verschuldung leicht negativ sein. Im Geschäftsjahr 2014 betrug das Finanzergebnis minus €9 Millionen. Nach dem rechtlichen Zustandekommen der Übernahme von International Rectifier wird Infineon für die Finanzierung der Kaufpreiszahlung circa €1,5 Milliarden zusätzliche Schulden aufnehmen und einen Teil seiner Brutto-Cash-Position verwenden. Aus steigender Verschuldung und rückläufiger verzinslicher Liquidität dürfte dann ein stärker negatives Finanzergebnis resultieren. Steuern Im Geschäftsjahr 2015 wird der zahlungswirksame Steuersatz des Infineon-Konzerns voraussichtlich bei etwa 15 Prozent liegen. Dieser setzt sich aus den zahlungswirksamen ausländischen Steuern und den zahlungswirksamen Steuern der Gesellschaft in Deutschland zusammen. In Deutschland wirkt sich beim laufenden Steueraufwand im Wesentlichen die sogenannte Mindestbesteuerung aus, da durch die Nutzung von Verlustvorträgen nur 40 Prozent der inländischen Einkünfte der laufenden Besteuerung unterliegen. Dies führt zu einem effektiven zahlungswirksamen inländischen Steuersatz von etwa 12 Prozent. Infineon geht davon aus, dass der effektive zahlungswirksame Steuersatz so lange auf diesem Niveau bleiben wird, bis die steuerlichen Verlustvorträge aufgebraucht sind. In Deutschland beläuft sich der Verlustvortrag für Körperschaftsteuerzwecke zum 30. September 2014 auf €2,7 Milliarden und der Verlustvortrag für Gewerbesteuerzwecke auf €3,8 Milliarden. Änderungen in der Bewertung aktiver latenter Steuern können zusätzliche Effekte auf die berichtete Steuerquote haben, werden aber nicht zahlungswirksam. Anstieg des Nettoumlaufvermögens erwartet Zum 30. September 2014 betrug das Nettoumlaufvermögen des Infineon-Konzerns minus €52 Millionen. Die im Geschäftsjahr 2015 erwartete Umsatzsteigerung wird zum Geschäftsjahresende voraussichtlich zu höheren Werten bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den Vorräten führen. Gleichzeitig dürften die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aufgrund der im vierten Quartal 2015 gegenüber dem vierten Quartal 2014 annahmegemäß zurückgehenden Investitionen leicht sinken. Zusätzlich erfolgten bereits im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2015 die Auszahlungen der Vergleichssumme von €260 Millionen an den Insolvenzverwalter von Qimonda sowie der Geldbuße in Höhe von €83 Millionen an die EU-Wettbewerbsbehörden. Dies führt zu deutlich rückläufigen kurzfristigen Verbindlichkeiten und damit zu einer entsprechend deutlichen Erhöhung des Nettoumlaufvermögens. In Summe wird daher für das Geschäftsjahr 2015 mit einem Anstieg des Nettoumlaufvermögens auf €350 bis €450 Millionen gerechnet. Investitionen und Abschreibungen Trotz kontinuierlicher Investitionen in Sachanlagen in Höhe von €567 Millionen im Verlauf des Geschäftsjahres 2014 blieb die Kapazitätsauslastung aufgrund des Umsatzwachstums beständig auf hohem Niveau. Das im Geschäftsjahr 2015 erwartete Umsatzwachstum erfordert weitere Investitionen in die Fertigungskapazität. Die für das Geschäftsjahr 2015 geplanten Investitionen in Sachanlagen bereits operativ tätiger Werke und in immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten dürften sich auf etwa 13 Prozent vom Umsatz belaufen und damit im Rahmen der Zielvorgabe des Unternehmens liegen. Hinzu kommen weitere Investitionen in Höhe von €60 bis €70 Millionen für die zweite Fertigungshalle in Kulim (Malaysia), um diese für die Serienfertigung vorzubereiten. Ebenfalls enthalten in den budgetierten Investitionen von €700 Millionen sind Auszahlungen in Höhe von rund €20 Millionen im Zusammenhang mit dem Kauf von Qimonda-Patenten im Rahmen des geschlossenen Vergleichs mit dem Insolvenzverwalter von Qimonda. Nicht enthalten ist ein geplanter Betrag von etwa €30 Millionen für den Erwerb von strategischen Minderheitsbeteiligungen, die nicht Teil der Definition für die Investitionen sind. Schwerpunkt der Investitionen wird zum einen die Fortführung des Ausbaus der 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigung in Dresden (Deutschland) sein. Im Bereich der 200-Millimeter-Fertigung werden größere Beträge für die Verbesserung der Qualität und einen höheren Automatisierungsgrad aufgewendet. Weitere Themen sind Ersatzinvestitionen und notwendige Investitionen für die Einführung neuer Produkte. Im Bereich Automotive wird längerfristig eine weiter steigende Nachfrage erwartet. Aus diesem Grund und im Hinblick auf sich aus der Akquisition von International Rectifier ergebende Notwendigkeiten im Bereich der Fertigung hat der Vorstand, wie oben bereits erwähnt, beschlossen, die in den Geschäftsjahren 2012 und 2013 erstellte zweite Fertigungshalle in Kulim (Malaysia) für die Serienfertigung vorzubereiten. Ein weiteres wichtiges Projekt ist die Erstellung eines Pilotraumes für die Fertigung entsprechend dem Konzept Industrie 4.0 in Villach (Österreich). Mit dem Pilotraum wird ein neuartiges Konzept der vernetzten und wissensintensiven Produktion umgesetzt und getestet. Infineon errichtet dabei einen hochmodernen Gebäudeverbund für Forschung, Produktion und Testen der Chips. Außerdem werden die Logistik, sonstige Infrastrukturen und die Anlagenparks für die zukünftigen Anforderungen ausgebaut. Darüber hinaus verfolgt Infineon auch das Ziel, die Energieeffizienz in der Produktion weiter zu steigern. Auch Investitionen in die Backend-Fertigung sind geplant. Der Betrag hierfür ist jedoch niedriger als für die Investitionen in die Frontend-Fertigung. Investitionsschwerpunkte innerhalb des Backends sind Ersatzinvestitionen sowie strukturelle Anpassungen. Weitere Investitionsthemen sind die Einführung von Innovationen, die Verbesserung der Qualität und die Erhöhung des Automatisierungsgrades. Ein hoher Anteil der Investitionen erfolgt dabei in Fertigungskapazitäten für die Herstellung von Produkten im Segment Automotive. Des Weiteren enthalten die Investitionen außer den Investitionen in Sachanlagen auch Investitionen in immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten. Die aktivierten Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr 2014 €92 Millionen. Es wird erwartet, dass im Geschäftsjahr 2015 Entwicklungskosten in vergleichbarer Höhe aktiviert werden. Die Abschreibungen werden im Geschäftsjahr 2015 voraussichtlich auf etwa €600 Millionen steigen nach €514 Millionen im Geschäftsjahr 2014. Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten Für das Geschäftsjahr 2015 wird erwartet, dass der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten von €317 Millionen im Geschäftsjahr 2014 auf einen Wert zwischen €0 Millionen und €100 Millionen zurückgehen wird. Prinzipiell wirken dabei höhere Abschreibungen bei einer stabilen Segmentergebnis-Marge positiv. Belastet wird der Free-Cash-Flow hingegen durch den Anstieg des Nettoumlaufvermögens und darin insbesondere durch die Zahlung einer Geldbuße in Höhe von €83 Millionen im Zusammenhang mit dem EU-Kartellverfahren gegen Halbleiterhersteller für Chipkarten-Anwendungen und durch die Zahlung von €125 Millionen für die Beilegung der Streitigkeiten um den Fortbestand der Nutzungsrechte an den Qimonda-Patenten und deren Erwerb im Rahmen der außergerichtlichen Einigung mit dem Insolvenzverwalter. Die Zahlung von weiteren €135 Millionen für den nicht die Nutzungsrechte der Qimonda-Patente betreffenden Teil des Vergleichs mit dem Insolvenzverwalter fällt ebenfalls im Geschäftsjahr 2015 an, ist aber Teil des Mittelabflusses aus nicht fortgeführten Aktivitäten und somit nicht Bestandteil des Free-Cash-Flows aus fortgeführten Aktivitäten. Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit Für das Geschäftsjahr 2014 wird der Hauptversammlung am 12. Februar 2015 in München eine Anhebung der Dividende um €0,06 auf €0,18 vorgeschlagen. Sollte die Hauptversammlung diesem Vorschlag zustimmen, würde dies zu einer Ausschüttungssumme von etwas über €200 Millionen führen. Zu den Details für die vorgeschlagene Dividendenerhöhung siehe "Investieren mit System schont Ressourcen und differenziert im Wettbewerb: Investitionen bei 13 Prozent vom Umsatz" bei "Konzernstrategie" im Kapitel "Finanzen und Strategie". Im Rahmen des im November 2013 beschlossenen Kapitalrückgewährprogramms waren zum 30. September 2014 6 Millionen Put-Optionen mit Ausübungskursen zwischen €5,59 und €8,18 ausstehend. Der mit den Optionen verbundene Liquiditätsabfluss im Geschäftsjahr 2015 ist abhängig vom Aktienkurs von Infineon am jeweiligen Ausübungstag der Put-Optionen. Sofern der Kauf von International Rectifier wie geplant durchgeführt wird, ist nicht geplant, über die bereits ausstehenden Put-Optionen hinaus weitere Put-Optionen auf eigene Aktien zu schreiben oder sonstige Rückkäufe durchzuführen. Zur langfristigen Dividendenpolitik und weiteren Details zum Kapitalrückgewährprogramm siehe Abschnitt "Dividende, Kapitalrückgewähr und Wandlung der Wandelanleihe" im Kapitel "Die Infineon-Aktie". Wird der Kauf von International Rectifier wie geplant durchgeführt, werden Bankkredite in Höhe von rund €1,5 Milliarden aufgenommen und zur Kaufpreiszahlung verwendet. Zusätzlich werden Barmittel in Höhe von rund €800 Millionen für die Bezahlung des Kaufpreises abfließen. Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von International Rectifier betrug zum 28. September 2014 US$659 Millionen. Der Erwerb der Gesellschaft dürfte also die liquiden Mittel wiederum um rund €500 Millionen erhöhen. Infineon verfolgt das langfristige Ziel, eine Brutto-Cash-Position in Höhe von 30 bis 40 Prozent vom Umsatz zu halten. Zusätzlich plant das Unternehmen die Beibehaltung einer Netto-Cash-Position, und die Bruttoverschuldung soll maximal das Zweifache des EBITDA betragen. Nach Abschluss der geplanten Akquisition von International Rectifier im Geschäftsjahr 2015 könnten die Ziele für die Brutto-Cash-Position relativ zum Umsatz und für die Netto-Cash-Position vorübergehend unterschritten werden. Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Infineon-Konzerns Aufgrund der Prognosen für die Entwicklung der Weltwirtschaft im Kalenderjahr 2015 erwartet das Unternehmen ein Wachstum des Konzernumsatzes gegenüber dem Vorjahr von 8 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte. Die Bruttomarge wird in etwa auf der Höhe des Vorjahres liegen. Bei Erreichen des Mittelpunktes der Umsatzprognose sollte die Segmentergebnis-Marge in etwa bei 14 Prozent vom Umsatz liegen. Tabellarische Übersicht der beschriebenen Umsatz- und Ergebnisprognosen scroll 2013 2014 2015 Umsatzveränderung gegenüber Vorjahr - 2 % 12 % 8 % plus/minus 2 Prozentpunkte Bruttomarge 34,4 % vom Umsatz 38,1 % vom Umsatz in etwa wie im Vorjahr Segmentergebnis-Marge 9,8 % vom Umsatz 14,4 % vom Umsatz in etwa 14 % (im Mittelpunkt der Spanne für das Umsatzwachstum) Die Investitionen im Geschäftsjahr 2015 werden in etwa €700 Millionen betragen. Darin enthalten sind Teilbeträge in Höhe von €60 bis €70 Millionen für das zweite Werk in Kulim (Malaysia) sowie in Höhe von circa €20 Millionen für den Kauf der Qimonda-Patente. Nicht enthalten ist ein budgetierter Betrag von rund €30 Millionen für strategische Beteiligungen. Die Abschreibungen werden auf etwa €600 Millionen steigen. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten wird auf einen Wert zwischen €0 Millionen und €100 Millionen zurückgehen. Für das Geschäftsjahr 2015 wird gegenüber dem Vorjahr ein tendenziell rückläufiger Konzernüberschuss erwartet. Gleichzeitig steigt das eingesetzte Kapital. Daher wird für die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr erwartet. Nach Abschluss der geplanten Akquisition von International Rectifier werden die Prognosen für das Geschäftsjahr 2015 zeitnah an die neue Unternehmensstruktur angepasst. RISIKO- UND CHANCENBERICHT Risikopolitik: Grundlage unseres Risiko- und Chancenmanagements Effektives Risiko- und Chancenmanagement ist ein wichtiger Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und unterstützt die Umsetzung unserer im Kapitel "Konzernstrategie" erläuterten strategischen Ziele, nachhaltig profitabel zu wachsen und durch effizienten Kapitaleinsatz finanzielle Mittel zu schonen. Geprägt wird die Risiko- und Chancenlage von Infineon vom regelmäßigen Wechsel von Perioden des Marktwachstums mit Perioden des Marktrückgangs, von einem hohen Investitionsbedarf zur Erreichung und Absicherung der Marktposition sowie einem außerordentlich schnellen technologischen Wandel. Der Wettbewerb um Innovationsvorsprünge wird dabei auch auf rechtlicher Ebene ausgetragen. Vor diesem Hintergrund ist unsere Risikopolitik darauf ausgerichtet, einerseits die sich ergebenden Chancen zeitnah in einer den Unternehmenswert steigernden Weise zu realisieren, andererseits Risiken aktiv mittels Gegenmaßnahmen zu reduzieren, um insbesondere bestandsgefährdende Risiken zu vermeiden. Hierzu ist das Risikomanagement eng mit der Unternehmensplanung und der Umsetzung unserer Strategie verknüpft und obliegt der übergeordneten Verantwortung unseres Vorstands. Zur Umsetzung unserer Risikopolitik haben wir verschiedene, aufeinander abgestimmte Risikomanagement- und Kontrollsystemelemente etabliert. Hierzu gehören neben den im Folgenden dargestellten Systemen "Risiko- und Chancenmanagement" und "Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess" insbesondere die damit verbundenen Planungs-, Steuerungs- und internen Berichterstattungsprozesse sowie unser Compliance-Managementsystem. Risiko- und Chancenmanagementsystem Das zentrale Risikomanagementsystem basiert konzeptionell auf einem unternehmensweiten und managementorientierten Enterprise-Risk-Management-Ansatz mit dem Ziel, alle relevanten Risiken und Chancen zu erfassen. Diesem Ansatz liegt das vom "Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO)" entwickelte Rahmenkonzept "Enterprise Risk Management (ERM) - Integrated Framework" zugrunde. Ziel des Systems ist die frühzeitige Identifizierung, Bewertung und Steuerung jener Risiken und Chancen, die das Erreichen der strategischen, operativen, finanziellen und regelkonformen Ziele des Unternehmens in wesentlichem Maß beeinflussen können. Wir definieren daher Risiko/Chance als Eintritt zukünftiger Unsicherheiten mit einer negativen beziehungsweise positiven Abweichung von der Geschäftsplanung. Wir beziehen alle relevanten Organisationseinheiten des Konzerns in die Analyse mit ein und decken alle Segmente sowie wesentliche Zentralfunktionen und Regionen ab. Die Prozess- und Systemverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagement obliegt der im zentralen Finanzressort angesiedelten Funktion für Risikomanagement und internes Kontrollsystem (IKS) sowie den auf Ebene der Segmente, der Zentralfunktionen und der Regionen etablierten Risikobeauftragten. Die Identifikation, die Bewertung sowie das Management und die Berichterstattung von Risiken und Chancen liegen in der Verantwortung des Managements der betroffenen Organisationseinheiten. Organisatorisch wird das Risiko- und Chancenmanagementsystem durch einen mehrstufigen, in sich geschlossenen Prozess umgesetzt. Dieser legt insbesondere die Vorgehensweise sowie die Kriterien zur Identifikation von Risiken und Chancen, deren Bewertung, Steuerung und Berichterstattung sowie die Überwachung des Gesamtsystems verbindlich fest. Wesentliche Bestandteile hierbei sind die quartalsweise Risiko- und Chancenanalyse, die Berichterstattung aller einbezogenen Einheiten, die Analyse der Gesamtsituation auf Segment-, Regionen- und Konzernebene sowie die Berichterstattung der Risiko- und Chancensituation sowie wesentlicher zugehöriger Steuerungsmaßnahmen an den Vorstand. Der Vorstand informiert wiederum regelmäßig den Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Der Regelprozess wird, sofern erforderlich, durch eine Ad-hoc-Berichterstattung von wesentlichen, zwischen den regulären Berichtszeitpunkten identifizierten Risiken ergänzt. Die Bewertung von Risiken und Chancen erfolgt nach dem Nettoprinzip unter Berücksichtigung vorhandener Steuerungs- und Absicherungsmaßnahmen, jedoch ohne Saldierung mit eventuell gebildeten Rückstellungen. Der Betrachtungshorizont und die Bewertungskategorien sind hierbei eng mit unserer kurz- und mittelfristigen Unternehmensplanung und unseren unternehmerischen Zielen verknüpft. Alle relevanten Risiken und Chancen werden konzernweit einheitlich aus quantitativer beziehungsweise qualitativer Perspektive in den Dimensionen Grad der Auswirkung auf Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation sowie Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Die Skalen zur Messung dieser beiden Bewertungsgrößen (Grad der Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit) sowie die daraus resultierende Risikoklassifizierungsmatrix sind in der folgenden Tabelle dargestellt. G 78 Risikoklassifizierungsmatrix Grad der Auswirkung Grad der Auswirkung auf das Segmentergebnis scroll 1 < €20 Mio. Unwesentlich 2 > €20 Mio. Gering 3 > €60 Mio. Moderat 4 > €100 Mio. Erheblich 5 > €250 Mio. Wesentlich Eintrittswahrscheinlichkeit scroll 1 < 10 % Sehr unwahrscheinlich 2 < 40 % Unwahrscheinlich 3 < 60 % Wahrscheinlich 4 < 90 % Sehr wahrscheinlich 5 > 90 % Fast sicher Entsprechend dem potenziellen Grad der Auswirkung auf Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation sowie der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird das Risiko als "Hoch", "Mittel" oder "Gering" klassifiziert. Die Gesamtheit der gemeldeten Risiken und Chancen wird für den Infineon-Konzern hinsichtlich möglicher Korrelations- sowie Aggregationseffekte überprüft. Die Analyse von Risiken und Chancen wird hierbei durch ein Infineon-spezifisches Kategorisierungsmodell unterstützt. Die Analyse von Risiken und Chancen sowie die Weiterentwicklung unserer Risiko- und Chancenmanagementkultur werden durch jährliche, interdisziplinäre Workshops auf Ebene von Segmenten, Zentralfunktionen und Regionen unterstützt. Wesentliche Informationen zum Risiko- und Chancenmanagementsystem von Infineon sind für alle Mitarbeiter über unser Intranet verfügbar. Dieses beinhaltet unter anderem unsere ERM-Werkzeuge, unsere ERM-Richtlinien einschließlich der Aufgabenbeschreibung aller am Prozess beteiligten Funktionen sowie alle notwendigen Daten zur Berichterstattung. Zur Steuerung und Überwachung der identifizierten Risiken und Chancen werden entsprechend ihrer Relevanz Risiko-/Chancenverantwortliche auf einer jeweils angemessenen Hierarchieebene benannt. Diese Verantwortlichen legen eine angemessene Strategie zur Risiko-/Chancensteuerung formal fest (Vermeidung, Verminderung, Übertragung, Akzeptanz). In Abstimmung mit unterstützenden Zentralfunktionen und einzelnen Maßnahmenverantwortlichen definiert und überwacht der Risiko-/Chancenverantwortliche zudem eine angemessene Anzahl an Maßnahmen zur Umsetzung der Steuerungsstrategie. Die aktive und spezifische Steuerung und Überwachung von Risiken und Chancen ist erfolgskritisch für unser System. Die Einhaltung des ERM-Ansatzes wird prozessbegleitend durch die zentrale Funktion für Risikomanagement und IKS überwacht. Zudem prüft die Konzernrevision zielgerichtet die Einhaltung bestimmter gesetzlicher Rahmenbedingungen und konzerneinheitlicher Richtlinien und bei Bedarf die Vorgaben zum Risiko- und Chancenmanagement und initiiert korrigierende Maßnahmen. Auf der Ebene des Aufsichtsrats überwacht der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss die Effektivität des Risikomanagementsystems. Durch unseren Wirtschaftsprüfer wird zudem unser Risikofrüherkennungssystem im Sinne des § 91 Abs. 2 AktG im Rahmen der Jahresabschlussprüfung auf seine Eignung geprüft, bestandsgefährdende Risiken des Unternehmens frühzeitig zu erkennen. Er berichtet hierzu jährlich dem Finanzvorstand und dem Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Im Vergleich zum Risikomanagementsystem liegt der Schwerpunkt des internen Kontrollsystems (IKS) auf dem Rechnungslegungsprozess mit dem Ziel der Überwachung der Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und der Finanzberichterstattung. Das interne Kontrollsystem zielt darauf ab, das Risiko der Falschaussage in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung zu minimieren und einen mit hinreichender Sicherheit regelkonformen Konzernabschluss zu erstellen. Die unternehmensweite Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften muss dafür gewährleistet werden. Den Prozessen sind jeweils eindeutige Verantwortlichkeiten zugeordnet. Das interne Kontrollsystem ist Bestandteil des Rechnungslegungsprozesses in allen bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Das System überwacht die Grundsätze und Verfahren anhand von präventiven und aufdeckenden Kontrollen. Unter anderem prüfen wir regelmäßig, ob ― konzernweite Bilanzierungs-, Bewertungs- und Kontierungsvorgaben fortlaufend aktualisiert und eingehalten werden; ― konzerninterne Transaktionen vollständig erfasst und sachgerecht eliminiert werden; ― bilanzierungsrelevante und angabepflichtige Sachverhalte aus getroffenen Vereinbarungen berücksichtigt und entsprechend abgebildet werden; ― Prozesse und Kontrollen existieren, die explizit die Vollständigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung im Jahres- und Konzernabschluss gewährleisten; ― Prozesse zur Funktionstrennung und zum Vier-Augen-Prinzip im Rahmen der Abschlusserstellung sowie Autorisierungs- und Zugriffsregelungen bei relevanten IT-Rechnungslegungssystemen bestehen. Beurteilung der Wirksamkeit Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wird systematisch bewertet. Zunächst erfolgt eine jährliche Risikoanalyse und Überarbeitung der definierten Kontrollen bei Bedarf. Dabei identifizieren und aktualisieren wir bedeutende Risiken im Hinblick auf die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung in den bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Die für die Identifizierung der Risiken definierten Kontrollen werden gemäß konzernweiten Vorgaben dokumentiert. Um die Wirksamkeit der Kontrollen zu beurteilen, führen wir regelmäßig Tests auf Basis von Stichproben durch. Diese bilden die Grundlage für eine Selbsteinschätzung, ob die Kontrollen angemessen ausgestaltet und wirksam sind. Die Ergebnisse dieser Selbsteinschätzung werden in einem globalen IT-System dokumentiert und berichtet. Erkannte Kontrollschwächen werden unter Beachtung ihrer potenziellen Auswirkungen behoben. Zusätzlich bestätigen alle rechtlichen Einheiten, Segmente und bedeutenden Zentralfunktionen durch die Vollständigkeitserklärung, dass alle buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle erfasst wurden und sämtliche bilanzierungspflichtigen Vermögenswerte und Verpflichtungen in der Bilanz berücksichtigt sind. Die wesentlichen rechtlichen Einheiten überprüfen und bestätigen am Ende des jährlichen Zyklus die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Der Vorstand und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden über festgestellte wesentliche Kontrollschwächen sowie die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen regelmäßig informiert. Das Risikomanagement- und interne Kontrollsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt, um den internen und externen Anforderungen zu entsprechen. Die Verbesserung des Systems dient der fortlaufenden Überwachung der relevanten Risikofelder einschließlich der verantwortlichen Organisationseinheiten. Wesentliche Risiken Nachfolgend beschreiben wir Risiken, die wesentliche beziehungsweise erheblich nachteilige Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cash-Flow und Reputation haben können. Gemäß dem potenziellen Grad der Auswirkung und der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird für jedes dieser Risiken in Klammern die Risikoklasse (zum Beispiel "RK: Hoch") angegeben. Strategische Risiken Unsichere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen (RK: Hoch) Als global agierendes Unternehmen ist unser Geschäft stark von der weltweiten konjunkturellen Entwicklung abhängig. Eine weltweite konjunkturelle Abschwächung - insbesondere in den von uns bedienten Märkten - kann dazu führen, dass unsere geplanten Umsätze sich nicht wie erwartet entwickeln, wir folglich das strategische Ziel eines Umsatzwachstums von durchschnittlich 8 Prozent p.a. nicht erreichen. Darüber hinaus könnten durch politische und gesellschaftliche Veränderungen in Ländern, in denen wir unsere Produkte herstellen und/oder vermarkten, Risiken entstehen. Weiterhin beobachten wir insbesondere die europäische Schuldenkrise, wo infolge der hohen Verschuldung der öffentlichen Hand verstärkt Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung durchgeführt und Investitionsausgaben zurückgehalten werden, das Vertrauen der Konsumenten und Unternehmen unsicher ist und eine hohe Arbeitslosigkeit festzustellen ist. Hinzu kommen aktuelle geopolitische Risiken im Zusammenhang mit den Krisen in der Ukraine und den Unruhen im Mittleren und Nahen Osten. Die wirtschaftliche Erholung der USA geht weiterhin nur langsam voran und die Industrie in China hat mit schwacher Auslandsnachfrage und den Folgen einer hohen Kreditvergabe zu kämpfen. Ungeachtet der von uns bewerteten Szenarien und möglichen Reaktionen in diesem komplexen Risikofeld können diese Entwicklungen unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Zyklische Markt- und Branchenentwicklungen (RK: Hoch) Der weltweite Halbleitermarkt ist starken Schwankungen ausgesetzt. So besteht auch in den von uns adressierten Märkten das Risiko von kurzfristigen Marktschwankungen. Dadurch bedingt unterliegen unsere Prognosen der eigenen Geschäftsentwicklung starker Unsicherheit. In der Vergangenheit hat sich das zyklische Geschäft immer wieder erholt und Infineon konnte an der positiven Entwicklung nach einer Marktabschwächung partizipieren. Es ist allerdings möglich, dass künftige Marktrückgänge sich strukturell anders zeigen, etwa eine L-Form annehmen. Ein Ausbleiben oder ein Rückgang des Marktwachstums würde die Realisierung unseres eigenen Wachstumsziels erheblich erschweren. Sollten uns Marktschwankungen unvorbereitet treffen oder sich die von uns festgelegte Reaktionsstrategie als nicht geeignet erweisen, kann das eine langfristige Beeinträchtigung der Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zur Folge haben. Wettbewerbsintensität und Austauschbarkeit der Produkte (RK: Hoch) Die Geschwindigkeit technologischer Neuentwicklungen im Markt führt auch zu einer erhöhten Austauschbarkeit der Produkte. Durch den daraus entstehenden, aggressiven Preiswettbewerb ist es möglich, dass wir unsere langfristigen, strategischen Ziele hinsichtlich der Erhöhung beziehungsweise Aufrechterhaltung von Marktanteilen und der Preissetzung nicht erreichen. Im Ergebnis würden sich hieraus negative Auswirkungen auf unsere Umsatz- und Ertragslage ergeben, insbesondere auf unser strategisches Profitabilitätsziel, im Mittel des Industriezyklus eine Segmentergebnis-Marge von 15 Prozent zu erzielen. Operative Risiken Entwicklung der Produktqualität (RK: Hoch) Die Sicherstellung der Qualität unserer ausgelieferten Produkte ist für den geschäftlichen Erfolg von zentraler Bedeutung. Mögliche Qualitätsrisiken, zum Beispiel durch hohe Fertigungsauslastung, können Einfluss auf die Ausbeuten und somit die Liefertreue haben. Nicht optimale Produktqualität kann zu Rückrufaktionen bei unseren Kunden und damit verbundenen Kosten im Rahmen von Haftungsansprüchen führen. Mögliche negative Auswirkungen aus Qualitätsrisiken auf die Reputation des Unternehmens können zusätzlich die zukünftige Umsatz- und Ertragslage unseres Geschäfts in hohem Maße beeinflussen. Zunehmende Dynamik der Märkte (RK: Mittel) Die zunehmend dynamischen Märkte und Kundenanforderungen an Flexibilität, verbunden mit kurzfristigen Anpassungen von Bestellmengen, können zu steigenden Kosten durch Unterauslastung der Produktion, erhöhten Lagerbeständen sowie nicht eingehaltenen Lieferantenverträgen führen. Somit besteht ungeachtet der gesteigerten Flexibilität in unseren Prozessen und Produktionsstätten weiterhin ein Kostenrisiko durch Auslastungsschwankungen oder eingegangene Abnahmeverpflichtungen, einhergehend mit Leerstandskosten in den Fertigungsstätten. Dies kann unsere auf Zyklusdurchschnitte angelegten Wachstums- und Profitabilitätsziele gefährden. Hinzu kommt, dass unsere Produkte eine starke Abhängigkeit vom Geschäftserfolg einzelner Kunden in ihren Märkten haben. Zudem besteht das Risiko des Verlusts von zukünftigem Geschäft und Design-Wins, wenn wir nicht entsprechend den Kundenerwartungen auch über unsere vertraglichen Verpflichtungen hinaus liefern können. Dadurch entsteht faktischer Druck, durch ausreichend bemessene Investitionen auch bei unerwartet hoher Nachfrage über die vertraglich zugesagten Mengen hinaus lieferfähig zu sein. Dieser Druck wirkt unserem Ziel, Investitionen auf 13 Prozent vom Umsatz zu begrenzen, entgegen und kann eine negative Auswirkung auf unsere Umsatz- und Ertragslage zur Folge haben. Verzögerungen bei der Produktentwicklung (RK: Mittel) Die kontinuierlich steigende Komplexität von Technologien und Produkten, reduzierte Entwicklungszyklen sowie dynamisierte Kundennachfragen führen zu einem erhöhten Anspannungsgrad im Bereich der Produktentwicklung. Zeitliche Puffer zur Kompensation möglicher Verzögerungen werden in diesem Zusammenhang reduziert. Gelingt es uns nicht, dennoch unsere festgelegte Entwicklungsplanung in der erwarteten Qualität umzusetzen, würde das in Zeitverzug sowie erhöhten Entwicklungskosten resultieren und unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Datensicherheit und Sicherheit unserer IT-Systeme (RK: Mittel) Die Zuverlässigkeit und die Sicherheit der Informationstechnologie sind von großer Bedeutung. Gleichzeitig ist ein allgemein bekannter weltweiter Anstieg von Bedrohungen der Informationssicherheit zu verzeichnen. Dies gilt in zunehmendem Maße sowohl für den Einsatz informationstechnologischer Systeme zur Unterstützung der Geschäftsprozesse als auch für die Unterstützung der internen und externen Kommunikation. Trotz aller technischen Vorsichtsmaßnahmen kann jede gravierende Störung dieser Systeme zu Risiken in Bezug auf die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Verlässlichkeit von Daten und Systemen in Entwicklung, Produktion, Vertrieb oder Administration führen, was sich wiederum negativ auf unsere Reputation, Wettbewerbsfähigkeit sowie Geschäftslage auswirken kann. Mögliche Virusangriffe, insbesondere in Bezug auf IT-Systeme, die in unseren Fertigungen verwendet werden, stellen darüber hinaus Risiken dar, die in Produktionsausfällen und Lieferengpässen resultieren können. Entwicklung der Herstellungskosten - Rohstoffpreise, Materialeinsatz und Prozesskosten (RK: Mittel) Unserer mittel- und langfristigen Ergebnisplanung und dem strategischen Profitabilitätsziel von 15 Prozent Segmentergebnis-Marge liegt eine erwartete Entwicklung der Herstellungskosten unserer Produkte zugrunde. In diesem Zusammenhang besteht die Möglichkeit, dass Maßnahmen zur Optimierung der Herstellungskosten im Bereich von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Energie, Personaleinsatz und Automatisierung sowie in der Zusammenarbeit mit externen Partnern nicht wie geplant umgesetzt werden können. Zudem sind wir aufgrund unserer Abhängigkeit von verschiedenen in der Produktion verwendeten Materialien, Rohstoffen (unter anderem Gold und Kupfer) und im Bereich Energie teilweise erheblichen Preisrisiken ausgesetzt. Hierzu gehört auch die Abhängigkeit von seltenen Erden, die wir für ausgewählte Einzelprozesse im Rahmen der Prozessintegration benötigen. Aktuell haben wir daher das Preisrisiko bezüglich der geplanten Bedarfsmenge an Golddraht für das Geschäftsjahr 2015 mit Finanzinstrumenten abgesichert. In letzter Zeit unterlagen Rohstoffe und Energie erheblichen Marktpreisschwankungen, die voraussichtlich andauern werden. Wenn es uns in einer derartigen Situation nicht gelingt, Kosten zu kompensieren oder an unsere Kunden weiterzugeben, könnte dies negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. Abstimmung und flexible Anpassung der Fertigung (RK: Mittel) Frontend- und Backend-Fertigung sollten optimal synchronisiert sein, um die Entwicklung wettbewerbsfähiger und qualitativ hochwertiger Produkte für neue technologische Lösungen zu ermöglichen. Beeinflusst durch den schnellen technologischen Wandel sowie die bereits angesprochene Dynamik der Kundenanforderungen erachten wir diese Abstimmung als zunehmend anspruchsvoller. Sofern uns dies nicht gelingt, kann das Qualitätsprobleme, Verzögerungen in der Produktentwicklung/Marktreife sowie erhöhte Forschungs- und Entwicklungskosten zur Folge haben und somit negative Auswirkungen auf unsere Umsatz- und Ertragslage haben. Ein für Halbleiterunternehmen mit eigener Produktion geschäftstypisches Risiko sind Verzögerungen beim Hochlauf neuer Fertigungsstandorte beziehungsweise Technologietransfers. Die zum Beispiel in unserem Segment Automotive zeitlich gestreckten Freigabe- und Qualifikationsprozesse unserer Kunden beeinflussen unsere globale Produktionsstrategie sowie die kurz- und mittelfristige Auslastung unserer Produktionskapazitäten. Eine unzureichende Antizipation dieser Produktionsveränderungen kann zu fehlenden Kapazitäten und somit Umsatzrückgängen einerseits sowie Kosten durch nicht ausgelastete Kapazitäten und somit negativen Ergebniseffekten andererseits führen. Abhängigkeit von einzelnen Produktionsstandorten (RK: Mittel) Unsere südostasiatischen Fertigungsstandorte sind für unsere Fertigung von essenzieller Bedeutung. Sollten wir zum Beispiel im Fall von politischen Unruhen oder Naturkatastrophen in der Region nicht mehr in der Lage sein, an diesen Standorten im geplanten Umfang zu fertigen oder die dort gefertigten Produkte auszuführen, hätte das negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Unsere derzeitigen Fertigungskapazitäten in dieser Region sind größtenteils nicht gegen politische Risiken wie zum Beispiel Enteignung versichert. Der Transfer der Fertigung aus diesen Standorten wäre also nicht nur mit hohem technischem und zeitlichem Aufwand verbunden, sondern die hierfür erforderlichen Investitionen müssten komplett von Infineon selbst aufgebracht werden. Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten (RK: Mittel) Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Lieferanten zusammen, die uns mit Materialien, Dienstleistungen oder durch Übernahme bestimmter Unteraufträge unterstützen, für die nicht immer mehrere Alternativen bestehen. Wir sind damit zum Teil von der Lieferfähigkeit und Qualität dieser Zulieferungen abhängig. Sofern einer oder mehrere dieser Lieferanten ihre Verpflichtungen gegenüber Infineon nicht erfüllen würden, könnte das negative Auswirkungen auf unsere Umsatz- und Ertragslage haben. Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern (RK: Mittel) Ein wichtiger Baustein unseres Unternehmenserfolgs ist die jederzeitige Verfügbarkeit der benötigten Anzahl qualifizierter Mitarbeiter. Es besteht aber generell das Risiko, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren oder nicht genügend qualifiziertes Personal für unser Unternehmen gewinnen, entwickeln und binden zu können. Dies würde unter anderem durch Lücken in der Nachfolge von Fach- und Führungskräften unser Wachstum einschränken und damit negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. Finanzrisiken Ausfallrisiken von Bankpartnern (RK: Mittel) Bedingt durch unseren vergleichsweise hohen Bestand an flüssigen Finanzmitteln sind wir Risiken hinsichtlich eines möglichen Ausfalls von uns ausgewählter Bankpartner ausgesetzt. Diesen Risiken - die trotz teils staatlich unterstützter Einlagensicherungsmechanismen bestehen können - begegnen wir durch geeignete Analysen zur Risikovermeidung und Maßnahmen zur Risikostreuung. Sollten diese ihre Wirkung verfehlen, könnte dies wesentliche Auswirkungen auf unsere Vermögens- und Finanzlage haben. Währungsrisiken (RK: Mittel) Die internationale Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von nicht Euro-basierten Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, mit sich. Ein großer Anteil unserer Umsatzerlöse einerseits sowie der Betriebskosten und Investitionsausgaben andererseits entfallen auf US-Dollar und korrelierte Währungen, wobei sich in aller Regel ein US-Dollar-Überschuss ergibt. Bestimmte Währungsrisiken sind konzernweit durch derivative Finanzinstrumente abgesichert. In Abhängigkeit von der Entwicklung von Wechselkursen könnten diese Sicherungsgeschäfte signifikanten Einfluss auf unsere Zahlungsströme haben. Dies kann dazu führen, dass Wechselkursschwankungen unsere Ergebnisse beeinflussen. Ergänzende Beschreibungen zum Management finanzieller Risiken können dem Konzernanhang unter Nr. 32 entnommen werden. Rechtliche und Compliance-Risiken Qimonda-Insolvenz (RK: Mittel) Aufgrund des Insolvenzverfahrens von Qimonda und der in diesem Zusammenhang uns gegenüber vorgebrachten Forderungen sind wir, auch nach dem Teilvergleich vom 11. September 2014, weiterhin erheblichen potenziellen Verbindlichkeiten ausgesetzt, die detailliert im Konzernanhang unter Nr. 33 beschrieben sind. Wir haben Rückstellungen zum 30. September 2014 für solche Sachverhalte erfasst, von denen wir annehmen, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die mit hinreichender Genauigkeit zum jetzigen Zeitpunkt geschätzt werden können. Es gibt keine Sicherheit, dass diese Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit diesen Angelegenheiten entstehen können. Urheberrechte und Patente (RK: Mittel) Wie bei vielen Unternehmen in der Halbleiterbranche wird auch uns gegenüber verschiedentlich vorgebracht, wir hätten gewerbliche Schutzrechte verletzt. Ungeachtet der Erfolgsaussichten derartiger Ansprüche können im Zusammenhang mit ihrer Abwehr hohe Verteidigungskosten für Anwälte entstehen. Während wir im Patentbereich von Lizenzaustauschverträgen mit wichtigen Wettbewerbern profitieren und wir anstreben, den Schutz in diesem Risikofeld durch den Abschluss weiterer Verträge weiter auszudehnen, besteht gegenüber reinen Patentverwertungsgesellschaften keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung. Wir können nicht ausschließen, dass etwaige Vorwürfe der Patentverletzung vor Gericht Bestand haben, woraus signifikante Schadensersatzansprüche oder Einschränkungen bei der Vermarktung von Produkten resultieren könnten, was wiederum einen negativen Einfluss auf unser Geschäftsergebnis hätte. Weitere Informationen sind dem Konzernanhang unter Nr. 33 zu entnehmen. Auswirkungen unserer globalen Aktivitäten (RK: Mittel) Unsere weltweite Strategie sieht vor, Forschungs- und Entwicklungs- sowie Fertigungsstandorte über den ganzen Globus verteilt zu unterhalten. Dafür sind Marktzugangs- oder auch Technologie- sowie Kostengründe maßgeblich. Es können daher Risiken entstehen, die sich daraus ergeben, dass wirtschaftliche und geopolitische Krisen Auswirkungen auf regionale Märkte haben, länderspezifische Gesetze und Regelungen den Investitionsrahmen und die Möglichkeiten, freien Handel zu betreiben, beeinflussen und dass unterschiedliche Praktiken bei der Auslegung von steuerlichen, juristischen oder administrativen Regeln die Ausübung unternehmerischer Tätigkeiten einschränken. Diese Risiken könnten unsere Geschäftstätigkeit in diesen Ländern einengen. Außerdem könnten wir Strafzahlungen, Sanktionen und Reputationsschäden ausgesetzt sein. Insbesondere die asiatischen Märkte sind für unsere langfristige Wachstumsstrategie von großer Bedeutung und unsere Geschäftstätigkeit in China wird dort von einem Rechtssystem beeinflusst, das sich noch entwickelt und Änderungen unterliegen kann. Zum Beispiel könnten lokale Regulierungen uns dazu verpflichten, Partnerschaften mit nationalen Unternehmen einzugehen. In der Folge besteht die Möglichkeit, dass zum einen unser geistiges Eigentum nicht mehr ausreichend geschützt ist und zum anderen geistiges Eigentum, das wir in China entwickeln, nicht frei in andere Länder und Standorte transferiert werden kann, wodurch Umsätze und Profitabilität beeinträchtigt werden könnten. Akquisitionen und Kooperationsvereinbarungen (RK: Mittel) Um unser bestehendes Geschäft zu entwickeln oder auch weiter auszubauen, könnten wir weitere Akquisitionen vornehmen oder andere Formen der Partnerschaft mit externen Unternehmen eingehen. Es besteht prinzipiell das Risiko, dass wir im Fall eines Kaufs, insbesondere in Bezug auf die Integration von Mitarbeitern und Produkten in bestehende operative Strukturen, nicht erfolgreich sind. Dies könnte die Vermögens- und Ertragslage unseres Unternehmens negativ beeinflussen. Gleichzeitig besteht auch im Fall von kleineren Akquisitionen oder Portfolio-Entscheidungen immer die Möglichkeit, dass mangels Wissen oder Sensibilisierung der handelnden Personen gegen kartellrechtliche Bestimmungen verstoßen wird. Dies kann zu hohen Kosten (signifikante zeitliche Einbringung des Managements, Beauftragung von Anwälten), zu Geldstrafen sowie Reputationsschäden führen. Die geplante Akquisition von International Rectifier repräsentiert zum Stichtag 30. September 2014 auf Basis des Angebotspreises circa 25 Prozent der Marktkapitalisierung von Infineon und ist somit für unseren zukünftigen Erfolg von großer Bedeutung. Die oben beschriebenen Risiken, insbesondere bei der Zusammenführung der beiden Unternehmen, werden somit mit Abschluss dieser konkreten Transaktion in signifikantem Maße relevant. In dem Fall, dass die für den Vollzug der Transaktion erforderlichen regulatorischen Freigaben und Genehmigungen nicht bis zum 22. Juni 2015 erteilt werden und die Akquisition daher nicht vollzogen wird, sind wir bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen zur Zahlung von US$70 Millionen an International Rectifier verpflichtet. Überdies wären im Fall des Nicht-Zustandekommens der Akquisition die bereits aufgewendeten Finanzierungskosten nicht erstattbar. Steuerliche, wettbewerbs- und kapitalmarktrechtliche Regelungen können ebenfalls Unternehmensrisiken beinhalten. Wir lassen uns deshalb umfassend von internen und externen Fachleuten beraten und schulen dazu unsere Mitarbeiter laufend. Maßnahmen zur Umsetzung der Risikosteuerungsstrategie Im Bereich der strategischen Risiken begegnen wir den für das Halbleitergeschäft typischen Konjunktur- und Nachfrageschwankungen und den damit zusammenhängenden Risiken für unsere Geschäftstätigkeit, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unter anderem dadurch, dass wir die Entwicklung von aus unserer Sicht wichtigen Frühwarnindikatoren fortlaufend überwachen und in Teilen mit spezifisch festgelegten Reaktionsstrategien der aktuellen Position im Konjunkturzyklus begegnen. Dies erfolgt zum Beispiel mit der frühzeitigen und konsequenten Anpassung von Kapazitäten und Beständen, der Initiierung von Einsparmaßnahmen sowie der flexiblen Nutzung von externen Produktionsmöglichkeiten sowohl im Frontend als auch im Backend. Im Rahmen des Programms "Next Level of Productivity" wurde im Geschäftsjahr 2014 eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verbesserung der Fertigungsproduktivität eingeführt. Im Bereich der operativen Risiken setzen wir zur Vermeidung von Qualitätsrisiken spezifische Qualitätsmanagementstrategien wie "Zero Defect" und "Six Sigma" zur Vorbeugung, Problemlösung und kontinuierlichen Verbesserung aller unserer Geschäftsprozesse ein. Das unternehmensweit gültige Qualitätsmanagementsystem ist seit Jahren nach den Normen ISO 9001 beziehungsweise ISO/TS 16949 zertifiziert und bezieht auch die Entwicklung unserer Lieferanten mit ein. Unsere Prozesse und Initiativen zur kontinuierlichen Verbesserung haben unter anderem zum Ziel, im Fall von Qualitätsproblemen die Ursachen zeitnah zu ermitteln und zu beheben. Für unsere oftmals kundenspezifischen Entwicklungsprojekte haben wir unter anderem ein systematisches Projektmanagement etabliert. Eindeutige Projektmeilensteine und Überprüfungsstufen während des Projektfortgangs sowie klar festgelegte Genehmigungsprozesse unterstützen uns dabei, mögliche Projektrisiken frühzeitig zu erkennen und diesen durch gezielte Maßnahmen zu begegnen. Risiken im Beschaffungsbereich versuchen wir durch unsere Einkaufsstrategien und durch den Einsatz geeigneter Methoden wie stetiger Produkt- und Kostenanalysen ("Best Cost Country Sourcing" und "Focus-on-Value") zu minimieren. Diese Programme beinhalten funktionsübergreifende Expertenteams zur Standardisierung der Einkaufsprozesse für Material und technische Anlagen. Vor dem Hintergrund der allgemein gestiegenen Bedrohungen für die Informationssicherheit und des höheren Maßes an Professionalität in der Computerkriminalität haben wir unter anderem ein Programm für Informationssicherheit mit dem Ziel der größtmöglichen Absicherung gegenüber möglichen Hacking-Angriffen und damit verbundenen Risiken für unsere Informationssysteme, Netzwerke, Produkte, Lösungen und Dienstleistungen initiiert. Die definierten Maßnahmen werden sukzessive eingeführt. Wir unterliegen Gesetzgebungen im Umwelt-, Klimaschutz und im Bereich Energie. Gegenwärtige oder künftige umweltrechtliche oder sonstige staatliche Regulierungen oder deren Änderung könnten eine Anpassung unserer operativen Tätigkeit erfordern und zu einer Steigerung unserer Kosten führen. Infineon hält sich über geplante Gesetzesänderungen auf dem Laufenden und arbeitet kontinuierlich in verschiedenen Verbänden und Organisationen an diesen Themen. Der Energiepreis unterlag in der Vergangenheit Schwankungen und teilweise einer Steigerung durch Regulierungen. Eine hohe Energieeffizienz ist auch aus diesem Grund seit Jahren Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Im Bereich der rechtlichen Risiken begegnen wir Risiken im Zusammenhang mit Schutzrechten und Patenten unter anderem durch eine spezifische Patentstrategie, die eine umfangreiche Patentrecherche, die gezielte Entwicklung und Anmeldung eigener Patente und den Schutz durch Verträge mit wichtigen Wettbewerbern einschließt. Wir streben an, diesen Schutz durch Verhandlungen mit führenden Wettbewerbern, mit denen noch keine patentrechtlichen Vertragsbeziehungen bestehen, weiter auszudehnen und somit Patentrisiken zu minimieren. Keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung besteht allerdings bei reinen Patentverwertungsgesellschaften. Zur systematischen, umfassenden und nachhaltigen Steuerung von Compliance-Risiken haben wir aktuell ein konzernweites Compliance-Managementsystem etabliert, welches wichtige präventive Bestandteile kontinuierlich weiterentwickelt, Elemente neu gestaltet beziehungsweise verstärkt und angemessene Reaktionen auf mögliche oder tatsächliche Verstöße gegen interne oder externe Regeln gewährleistet. Des Weiteren haben wir für potenzielle Schadensfälle und Haftungsrisiken teilweise Versicherungen abgeschlossen, um negative Auswirkungen auf unsere Vermögens- und Finanzlage zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren. Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns durch die Unternehmensleitung Die Einschätzung der gesamten Risikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sind uns derzeit nicht bekannt. Chancen Im Folgenden beschreiben wir unsere bedeutendsten Chancen. Diese stellen jedoch nur einen Ausschnitt der sich uns bietenden Möglichkeiten dar. Unsere Bewertung der Chancen ist zudem fortlaufenden Änderungen unterworfen, da sich unser Unternehmen, unsere Märkte und die Technologien kontinuierlich weiterentwickeln. Aus diesen Entwicklungen können sich neue Chancen ergeben, bereits existierende können an Relevanz verlieren, oder die Bedeutung einer Chance kann sich für uns verändern. Gemäß dem potenziellen Grad der Auswirkung und der geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit wird für jede dieser Chancen in Klammern die Chancenklasse analog zur Risikoklasse (zum Beispiel "CK: Mittel") angegeben. Neue Technologien/Materialien (CK: Hoch) Eigenständig und gemeinsam mit unseren Kunden streben wir fortlaufend an, neue Technologien, Produkte und Lösungen zu entwickeln sowie bestehende zu verbessern. Hierfür investieren wir unter anderem in die Forschung und Entwicklung zum Einsatz neuer Technologien und Materialien. Die aktuell eingesetzten Technologien und Materialien könnten in absehbarer Zeit ihre Vorteile verlieren, so wie beispielsweise Silizium in manchen Einsatzbereichen seine physikalischen Grenzen erreichen könnte. Wir sehen daher unterschiedliche Chancen und Möglichkeiten, durch den Einsatz neuer Materialien wie beispielsweise Galliumnitrid oder Siliziumkarbid neue, leistungsfähigere und/oder kostengünstigere Produkte zu entwickeln. Diese könnten die Erreichung unserer strategischen Wachstums- und Profitabilitätsziele positiv beeinflussen. Strategische Initiative "Vom Produkt zum System" (CK: Hoch) Mit der erweiterten strategischen Ausrichtung "Vom Produkt zum System" wollen wir zusätzlichen Kundennutzen auf Systemebene aus unserem breiten Technologie- und Produktportfolio identifizieren. Das ermöglicht uns, weiteres Umsatzpotenzial auszuschöpfen und damit unsere Wachstums- und Margenziele zu realisieren. Durch diesen Ansatz reduzieren wir darüber hinaus den Entwicklungsaufwand beim Kunden und verkürzen so die Zeit bis zur Markteinführung der Produkte. Unterstützung der Energiewende und der Adressierung des Klimawandels (CK: Mittel) Mit der ständig wachsenden Weltbevölkerung und zunehmenden Industrialisierung steigt auch der globale Energiebedarf. Elektrizität wird dabei zum wichtigsten Energieträger des 21. Jahrhunderts. Die zur Deckung des Energie- und Strombedarfs verwendeten fossilen Energieträger werden sich voraussichtlich weiter verknappen und könnten eines Tages sogar vollends zur Neige gehen. Alternative Energieträger wie erneuerbare Energien müssen weiter erschlossen werden. Gleichzeitig müssen CO2 -Emissionen reduziert beziehungsweise in ihrem Anstieg begrenzt werden. Dazu muss insbesondere die Effizienz elektrischer Verbraucher erhöht werden. Halbleiter von Infineon unterstützen die Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern. Zudem bieten sie Effizienzgewinne in allen Wertschöpfungsstufen der Energiewirtschaft: bei der Erzeugung, der Übertragung und insbesondere der Nutzung von elektrischer Energie. Sie bilden die Grundlage für die intelligente und effiziente Nutzung von Energie in Industrieanwendungen, Stromversorgungen für Computer und Unterhaltungselektronik sowie in Fahrzeugen. Damit eröffnet sich die Chance, ein Umsatzwachstum oberhalb unseres strategischen Ziels von 8 Prozent p.a. zu erzielen. Lieferfähigkeit aufgrund vorhandener Kapazität (CK: Mittel) Unsere bestehenden eigenen Kapazitäten in Frontend und Backend, die zudem für uns verfügbaren externen Produktionsmöglichkeiten sowie unsere vorhandenen Optionen zur weiteren Ausweitung unserer Produktion in unseren Werken Dresden (Deutschland) und in Kulim (Malaysia) bedeuten für uns eine im Vergleich zur Vergangenheit erhöhte Flexibilität hinsichtlich der Deckung der Produktionsnachfrage. Die verfügbaren Kapazitäten in Verbindung mit aktiver strategischer und operativer Planung der internen und externen Ressourcen ermöglichen es uns, im Fall einer Marktbelebung auch kurzfristig steigende Nachfrage unserer bestehenden und neuen Kunden zu decken. Hieraus können sich zukünftige positive Auswirkungen auf unsere Marktanteile und die Ertragslage ergeben, so dass die tatsächlich erreichte Segmentergebnis-Marge über der anvisierten Marke von 15 Prozent liegen kann. Marktzugang und Aktivitäten in China (CK: Mittel) Unsere Aktivitäten in dem aus unserer Sicht für die Zukunft sehr bedeutenden chinesischen Markt sind zurzeit auf einem noch weiter ausbaufähigen Niveau. Dies betrifft folgende Märkte: Die Autoproduktion in China wächst weiterhin mit der weltweit höchsten Wachstumsrate. China setzt zudem den Ausbau seiner Hochgeschwindigkeitszug-Infrastruktur fort und zählt inzwischen zu den größten Schienenfahrzeugmärkten der Welt. Auch bei der Erstinstallation von Windkraftanlagen kommen immer stärkere Generatoren zum Einsatz, was einen höheren Halbleiteranteil pro Windkraftanlage zur Folge hat. Unsere Ausgangslage im Bereich Fotovoltaik ist in China vielversprechend: Wir arbeiten mit vielen führenden chinesischen Wechselrichterherstellern zusammen und haben insbesondere dieses Jahr unsere Zusammenarbeit mit dem chinesischen Marktführer erweitert. Des Weiteren haben wir eine starke Präsenz in China beim Markt für Solaranlagen, der sich zum bedeutendsten Einzelmarkt der Welt entwickelt hat. Wenn es gelingt, uns in China als Teil der chinesischen Industrie und somit als Element der chinesischen Gesellschaft zu positionieren, könnte das zu einer Vielzahl neuer und zusätzlicher Chancen führen und sich positiv auf Wachstum und Profitabilität unseres Geschäfts auswirken. Weiteres Wachstum des Halbleiteranteils im Automobil (CK: Mittel) Wir erwarten eine weitere Erhöhung des Halbleiteranteils pro Fahrzeug. Treibende Kraft hierfür ist vor allem eine steigende Nachfrage nach aktiven Sicherheitsfunktionen und Fahrerassistenzsystemen. Wir glauben auch, dass die weltweit gültigen CO2 -Ziele nicht ohne weitere Elektrifizierung zu erreichen sind. Dabei verstehen wir unter Elektrifizierung im Automobil nicht nur Hybrid-/ Elektroantrieb, sondern auch zum Beispiel elektronische Servolenkung und elektronische Bremsen. Zudem gewinnt auch das Thema IT-Sicherheit im Fahrzeug an Bedeutung. Mit seiner Kompetenz auf dem Gebiet der Sicherheitscontroller ist speziell Infineon hier sehr gut positioniert. Wachstum bei mobilen Anwendungen (CK: Mittel) Der weiter voranschreitende Trend zur Mobilität drückt sich auch im Boom bei Smartphones und Tablets aus. Wir profitieren hiervon in zweifacher Weise: Erstens durch die Komponenten, die wir für die mobilen Endgeräte liefern (Silizium-MEMS-Mikrofone, TVS-Dioden, GPS-Verstärker, CMOS-RF-Schalter), und zweitens durch Leistungshalbleiter, die die Schlüsselkomponente für energieeffiziente Ladegeräte darstellen (Hochvolt- und Niedervolt-Leistungstransistoren, Treiber-ICs und Ansteuer-ICs). Sicherheitsanwendungen (CK: Mittel) Der Trend zu elektronischen Identitätsausweisen stärkt den Umsatz des Segments Chip Card & Security. Aufgrund der höheren Sicherheit von chipbasierten Ausweisen werden die papierbasierten Ausweise immer stärker verdrängt. Ähnlich verhält es sich bei Kreditkarten: Die chipbasierten Kreditkarten ersetzen die bisherigen Karten mit Magnetstreifen. Diese Migration hin zu chipbasierten Reisepässen, elektronischen Personalausweisen und Kreditkarten wird über die nächsten Jahre anhalten und in unterschiedlichen Regionen stattfinden. Finanzielle Position (CK: Mittel) Unsere aktuelle finanzielle Situation, die wir unter anderem im Kapitel "Darstellung der Finanzlage" erläutern, ermöglicht es uns, gute Refinanzierungskonditionen angeboten zu bekommen und, sofern erforderlich, zu nutzen. Hieraus ergibt sich für Infineon ein finanzieller Spielraum, der uns unternehmerische Flexibilität hinsichtlich der Umsetzung unserer Strategien und Initiativen gewährleistet. Die durch die geplante Akquisition von International Rectifier sich ergebenden Chancen sind im Kapitel "Konzernstrategie" im Detail beschrieben. TREASURY UND KAPITALBEDARF Infineons Treasury-Struktur und -Leitlinien Unser Hauptziel im Hinblick auf das Konzern-Treasury besteht darin, finanzielle Flexibilität auf Grundlage einer soliden Kapitalstruktur sicherzustellen. Wie bei vergleichbaren Unternehmen der Halbleiterbranche steht dabei eine ausreichende Liquiditätsausstattung im Vordergrund, um die laufende Geschäftstätigkeit finanzieren und geplante Investitionen in allen Phasen des Geschäftszyklus vornehmen zu können. Andererseits soll die Verschuldung nur einen moderaten Anteil am Finanzierungsmix ausmachen. Auf Basis dieser Leitlinien hat Infineon drei Hauptziele für sein Kapitalmanagement definiert: ― Brutto-Cash-Position zwischen 30 und 40 Prozent vom Umsatz ― Positive Netto-Cash-Position ― Bruttoverschuldung höchstens 2x EBITDA (Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Zinsen und Steuern zuzüglich planmäßiger Abschreibungen) Diese Kapitalmanagementziele werden von Infineon auch nach der Akquisition von International Rectifier verfolgt. Infolge dieser Transaktion sowie aufgrund der von Infineon im Oktober 2014 geleisteten Zahlungen von insgesamt €343 Millionen im Zusammenhang mit dem Qimonda-Teilvergleich und der von der Europäischen Kommission verhängten Geldbuße (siehe hierzu ausführlich im Konzernanhang unter Nr. 33) wird die Brutto-Cash-Position von Infineon im Geschäftsjahr 2015 jedoch voraussichtlich vorübergehend außerhalb der kommunizierten Zielspannen liegen. Ebenso könnte sich vorübergehend eine Netto-Schuldenposition einstellen. Wir unterliegen keinen satzungsmäßigen oder gesetzlichen Auflagen im Hinblick auf die Kapitalausstattung. Treasury-Grundsätze und -Verantwortlichkeiten Die Treasury-Grundsätze des Konzerns regeln die Vorgehensweise bei sämtlichen Themen, die Liquidität und Finanzierung betreffen. Hierzu zählen die Bankenpolitik und -strategie, der Abschluss von Finanzierungsvereinbarungen, das weltweite Liquiditäts- und Anlagemanagement, die Steuerung von Währungs- und Zinsrisiken sowie das Abwickeln externer und konzerninterner Zahlungsflüsse. Die Treasury-Grundsätze sind in einer entsprechenden "Treasury Policy" mit konzernweiter Gültigkeit hinterlegt, werden regelmäßig überprüft und aktualisiert. Wesentlicher Teil der Treasury-Grundsätze sind die Verantwortlichkeiten, die nach einem dreistufigen Ansatz strukturiert sind: ― Die Festlegung von Treasury-Grundsätzen für Infineon obliegt dem Finanzvorstand, der die Treasury Policy nach vorheriger Konsultation des Vorsitzenden des Vorstands genehmigt. Das Treasury-Komitee, das sich aus dem Finanzvorstand und ausgewählten Führungskräften zusammensetzt, entscheidet insbesondere über für Planungszwecke unterstellte Wechselkurse sowie Strategien zur Währungssicherung und gibt Leitlinien zu deren Umsetzung vor. ― Die Konzern-Finance & Treasury-Abteilung ist für zentralisierte Treasury-Transaktionen sowie für die Umsetzung der Entscheidungen des Treasury-Komitees weltweit verantwortlich. ― Auf Ebene der Tochtergesellschaften sind die kaufmännischen Geschäftsführer sowie die Leiter Finanzen vor Ort, in größeren Einheiten auch dezidierte Treasurer, für das Management der Treasury-Angelegenheiten bei den jeweiligen Gesellschaften verantwortlich. Controlling-Funktionen auf Konzernebene stellen sicher, dass die Transaktionen der einzelnen Geschäftseinheiten den Treasury-Grundsätzen des Konzerns entsprechen. Zentralisierte Treasury-Funktion Unsere Treasury-Grundsätze verfolgen einen stark zentralisierten Ansatz mit der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung als weltweit verantwortlicher Stelle für alle wesentlichen Aufgaben und Prozesse im Bereich Finanzierung und Treasury. Ausgangspunkt ist ein mehrjähriger Unternehmensplan mit verschiedenen Szenarien für den Free-Cash-Flow. Für die kurzfristig operative Liquiditätssteuerung werden alle Konzerngesellschaften im Konsolidierungskreis auf rollierender monatlicher Basis in Prognoserechnungen einbezogen. Parallel dazu wird eine Cash-Flow-Planung auf Basis einer Bottom-up-Methode über die Geschäftsplanung unserer operativen Segmente erstellt. In einem quartalsweisen Meeting zur Liquiditätssteuerung werden beide Planungen gegenübergestellt, auf Plausibilität verprobt und mögliche Abweichungen analysiert. Im Rahmen eines zentralisierten Liquiditätsmanagements werden Cash-Pool-Strukturen betrieben. Soweit gesetzlich zulässig und wirtschaftlich vertretbar, müssen die Tochtergesellschaften dabei überschüssige Liquidität an die Konzernzentrale weiterleiten, um eine optimale Verteilung der flüssigen Finanzmittel innerhalb des Konzerns sicherzustellen und etwaigen Finanzierungsbedarf anderer Gesellschaften abzudecken. Dadurch reduzieren wir den externen Finanzierungsbedarf und optimieren unsere Kapitalstruktur mit den entsprechend positiven Effekten auf unsere Finanzierungskosten. Durch den Ausgleich konzerninterner Transaktionen über interne Finanzkonten im Rahmen eines Inhouse-Bank-Ansatzes können wir darüber hinaus externe Banktransaktionen und Bankgebühren reduzieren. Die auf Ebene des Konzerns zusammengeführte Liquidität wird von der Konzern-Treasury-Abteilung zentral verwaltet und im Rahmen des Asset-Managements veranlagt. Dabei verfolgen wir grundsätzlich eine konservative Anlagestrategie, bei der Sicherheit vor Rendite geht. Eine weitere Aufgabe unserer zentralen Finance & Treasury-Abteilung ist das Management unserer Währungs- und Zinsrisiken, für die wiederum die konsolidierte Liquiditätsplanung maßgeblich ist, da nur solche Fremdwährungs-Zahlungsströme, die sich im Konzern nicht ausgleichen, extern gesichert werden (für weitere Informationen siehe im Konzernanhang unter Nr. 32). Des Weiteren werden gemäß unseren Treasury-Grundsätzen, soweit gesetzlich zulässig, alle weltweiten Finanzierungen und Kreditlinien direkt oder indirekt von unserer Konzern-Treasury-Abteilung arrangiert, strukturiert und verwaltet. Unsere Finanzverbindlichkeiten sind in der Regel unbesichert und mit marktüblichen Kreditverpflichtungen verbunden. Von entscheidender Bedeutung für die verlässliche Umsetzung aller aufgeführten Treasury-Aufgaben sind leistungsfähige und solide Finanzinstitute. Die Auswahl der weltweiten Partnerbanken obliegt der zentralen Treasury-Abteilung im Rahmen der Bankenpolitik. Der Konzern unterhält Geschäftsbeziehungen zu verschiedenen internationalen und lokalen Geschäfts- und Investmentbanken und vermeidet eine Abhängigkeit von einzelnen Instituten. Partnerbanken müssen eine hohe Kreditwürdigkeit aufweisen. Infineon setzt zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit der Kreditinstitute eine Methodik ein, mit deren Hilfe täglich auf Basis der aktuellen Ratings (von Standard & Poor's, Moody's oder Fitch) sowie der Credit-Default-Swap-Prämien Anlagegrenzen für die einzelnen Kreditinstitute neu berechnet werden. Eventuelle Überschreitungen der errechneten Anlagegrenzen haben eine unmittelbare Meldung und Aufforderung zur Reduzierung des Risikos zur Folge. Infineon hat seine Geldanlagen auf mehr als zehn Kreditinstitute verteilt. Zum 30. September 2014 war kein Kreditinstitut für mehr als 14 Prozent der Geldanlagen verantwortlich. Kapitalbedarf im Geschäftsjahr 2015 Im Geschäftsjahr 2015 benötigen wir Kapital unter anderem zur ― Finanzierung der Akquisition von International Rectifier, ― Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit, ― planmäßigen Durchführung von Investitionen, ― Rückzahlung fälliger Darlehen und Zinsen, ― Zahlung von Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten, sofern sie fällig werden beziehungsweise eintreten, insbesondere für die im Oktober 2014 geleisteten Zahlungen von insgesamt €343 Millionen im Zusammenhang mit dem Qimonda-Teilvergleich und der von der Europäischen Kommission verhängten Geldbuße, ― Bedienung unseres Programms zur Kapitalrückgewähr, sofern die ausstehenden Put-Optionen auf eigene Aktien im Geld sind, sowie ― Zahlung der vorgeschlagenen Dividende. Wir erwarten, diese Anforderungen zu erfüllen durch ― Zahlungsmittelzuflüsse aus dem laufenden Geschäft, ― verfügbare Zahlungsmittel einschließlich unserer Finanzreserven in Form von Finanzinvestments sowie ― verfügbare Kreditlinien, inklusive speziell zugesagter Kreditlinien für die Akquisition von International Rectifier. Finanzierung der laufenden Geschäftstätigkeit Entsprechend unseren Erwartungen für das Geschäftsjahr 2015 gehen wir davon aus, dass der Kapitalbedarf der laufenden Geschäftstätigkeit durch entsprechende Mittelzuflüsse aus dem laufenden Geschäft gedeckt werden kann. Nähere Angaben zu aus fest vereinbarten vertraglichen Verpflichtungen, wie zum Beispiel Leasingvereinbarungen, fest eingegangenen Liefer- und Dienstleistungsverträgen für Rohstoffe, Vorprodukte, Strom/Gas und Ähnlichem, resultierenden Verpflichtungen zum 30. September 2014 finden sich im Konzernanhang unter Nr. 34. Investitionen Die Halbleiterproduktion ist sehr kapitalintensiv. Die Zielquote von Infineon für zukünftige Geschäftsjahre für die im Zyklusmittel erwarteten Investitionen (Definition siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") relativ zum Umsatz beträgt rund 13 Prozent. Abhängig von der Geschäftssituation plant Infineon derzeit für das Geschäftsjahr 2015 Investitionen auf Vorjahresniveau in Höhe von rund €700 Millionen (für Details siehe im "Prognosebericht" im Kapitel "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen"). Davon war zum 30. September 2014 ein Betrag von €124 Millionen vertraglich fest vereinbart. Darin nicht enthalten ist der auf den Erwerb der Qimonda-Patente entfallende Teilbetrag von €21 Millionen aus dem Qimonda-Teilvergleich. Rückzahlung fälliger Darlehen und Zinsen Von unseren Finanzverbindlichkeiten zum 30. September 2014 in Höhe von €186 Millionen wird im Geschäftsjahr 2015 ein Betrag von €35 Millionen fällig. Rückstellungen und Eventualverpflichtungen Im Rahmen der gewöhnlichen betrieblichen Tätigkeit begeben wir Garantien vor allem für die Zahlung von Importzöllen, Gebäudemieten und möglichen Verpflichtungen in Bezug auf erhaltene staatliche Zuschüsse. Zum 30. September 2014 betrug die Höhe der undiskontierten, potenziellen zukünftigen Zahlungen für Garantien €110 Millionen, wovon maximal €13 Millionen im Geschäftsjahr 2015 zahlungswirksam werden können. Darüber hinaus bestehen Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten für unterschiedliche Risiken, die, soweit die Risiken eintreten, zu Zahlungsmittelabflüssen führen können (siehe hierzu ausführlich bei "Rechtliche und Compliance-Risiken" im "Risiko- und Chancenbericht" sowie im Konzernanhang unter Nr. 33). Die Zahlung von €260 Millionen, die im Zusammenhang mit dem im September 2014 mit dem Insolvenzverwalter von Qimonda geschlossenen Vergleich steht, der den Erwerb der Patente von Qimonda beinhaltet, sowie die von der Europäischen Kommission verhängte Geldbuße in Höhe von €83 Millionen wurden im Oktober 2014 aus vorhandener Liquidität bestritten und waren in Höhe von €322 Millionen zum 30. September 2014 als kurzfristige Rückstellung beziehungsweise kurzfristige Verbindlichkeit erfasst. Der auf die Patente von Qimonda entfallene Betrag in Höhe von €21 Millionen wurde bilanziell erst mit Vollzug des Teilvergleichs am 9. Oktober 2014 erfasst (siehe im Konzernanhang unter Nr. 4 und Nr. 33). Programm zur Kapitalrückgewähr und geplante Dividende Im November 2013 hat Infineon angekündigt, bis zu €300 Millionen für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr aufzuwenden. Details zu Struktur und Status dieser Maßnahmen zum 30. September 2014 finden sich im Konzernanhang unter Nr. 23 und Nr. 25. Das zum 30. September 2014 in Summe noch nicht genutzte Volumen des Programms zur Kapitalrückgewähr beläuft sich auf €265 Millionen. Als Teilposition davon beläuft sich der Ausübungswert der zum 30. September 2014 ausstehenden Put-Optionen auf eigene Aktien auf €40 Millionen. Sofern der Kauf von International Rectifier wie geplant durchgeführt wird, sind über die bereits ausstehenden Put-Optionen hinaus keine weiteren Rückkäufe geplant. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2014 soll den Aktionären von Infineon eine Dividende von €0,18 je Aktie vorgeschlagen werden. Sollte die kommende Hauptversammlung dem zustimmen, würde dies zu einer Ausschüttung von voraussichtlich rund €202 Millionen führen (für das Vorjahr: €129 Millionen). Siehe hierzu ausführlich im Konzernanhang unter Nr. 25. Akquisition von International Rectifier Infineon beabsichtigt, International Rectifier für US$40 in bar pro Aktie zu erwerben, was einem voll verwässerten Unternehmenswert von International Rectifier von etwa US$2,4 Milliarden entspricht. Die Akquisition bedarf noch der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden sowie der Erfüllung weiterer üblicher Bedingungen. Die Transaktion wird von Infineon aus vorhandenen Barmitteln sowie durch vollständig garantierte Kredite finanziert. Die Kredite setzen sich zusammen aus einer Brückenfazilität in Höhe von €800 Millionen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren sowie aus einem Bankdarlehen in Höhe von US$934 Millionen mit einer Laufzeit von fünf Jahren und stehen ausschließlich für die Finanzierung der Akquisition zur Verfügung (siehe im Konzernanhang unter Nr. 23). Deckung des Kapitalbedarfs Unsere Brutto-Cash-Position beläuft sich am 30. September 2014 auf €2.418 Millionen. Wir können €68 Millionen aus verschiedenen, voneinander unabhängigen kurz- und langfristigen Kreditlinien mit mehreren Finanzinstituten finanzieren. Darüber hinaus verfügt Infineon über garantierte Kreditlinien mit mehreren lokalen und internationalen Finanzinstituten speziell für die Akquisition von International Rectifier (siehe oben). Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten (Definition siehe Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem") unter Außerachtlassung der Zahlung des Kaufpreises für International Rectifier wird im Geschäftsjahr 2015 trotz der im Oktober 2014 geleisteten Zahlungen in Höhe von €208 Millionen im Zusammenhang mit dem Qimonda-Teilvergleich zu den Qimonda-Patenten und der von der Europäischen Kommission verhängten Geldbuße zwischen €0 und €100 Millionen liegen, da der erwartete Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit die geplanten Investitionen decken beziehungsweise übersteigen sollte. Bereinigt um die beschriebenen Sondereffekte erwarten wir einen Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten etwa in Höhe des Vorjahres. Im Zusammenhang mit bestimmten Investitionsprojekten haben wir auch staatliche Zulagen und Zuschüsse beantragt, können jedoch nicht garantieren, dass die Mittel rechtzeitig oder überhaupt genehmigt werden. Zu näheren Details bezüglich gewährter Zuschüsse siehe im Konzernanhang unter Nr. 5. Unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Ressourcen, einschließlich der intern vorhandenen und künftig generierten Zahlungsmittel und der aktuell verfügbaren Kreditlinien, gehen wir davon aus, unseren derzeit geplanten Kapitalbedarf für das Geschäftsjahr 2015 decken zu können. Infineon hat sich nicht um ein offizielles Rating einer führenden Ratingagentur bemüht. Das Unternehmen geht davon aus, auch weiterhin ohne ein solches Rating Zugang zu ausreichenden Finanzmitteln zu wettbewerbsfähigen Konditionen zu haben. Derivative Finanzinstrumente Derivative Finanzinstrumente werden bei uns nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. Zu Hedging-Zwecken setzen wir folgende derivativen Finanzinstrumente ein: Fremdwährungstermingeschäfte zur Reduktion von Währungsschwankungen sowie Rohstoffswaps zur Verringerung der Preisrisiken bei erwarteten Goldeinkäufen. Für die teilweise Sicherung von Wechselkursrisiken aus der Kaufpreisverpflichtung der Akquisition von International Rectifier haben wir ein transaktionsabhängiges Euro/US-Dollar-Fremdwährungstermingeschäft (sogenannter "Deal Contingent Forward") abgeschlossen. Im Rahmen unseres Programms zur Kapitalrückgewähr nutzen wir Put-Optionen auf eigene Aktien. Für weitere Informationen zu derivativen Finanzinstrumenten und dem Management von finanziellen Risiken siehe im Konzernanhang unter Nr. 31 und 32; zu den Put-Optionen auf eigene Aktien siehe im Konzernanhang unter Nr. 25. GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DES KONZERNS ZUM ZEITPUNKT DER AUFSTELLUNG DIESES BERICHTS Wir schauen auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2014 zurück, in dem wir die gesetzten Erwartungen erreichen oder leicht übertreffen konnten. In einem anspruchsvollen Markt haben wir unsere Chancen genutzt und profitierten von unseren Investitionen. Auf die stark anziehende Nachfrage der Kunden waren wir konzeptionell gut vorbereitet und haben rasch reagiert. Die Umsatzerlöse stiegen um 12 Prozent auf €4.320 Millionen, das Segmentergebnis erhöhte sich um 64 Prozent auf €620 Millionen und die Segmentergebnis-Marge verbesserte sich um 4,6 Prozentpunkte auf 14,4 Prozent. Trotz höherer Investitionen verbesserte sich der Free-Cash-Flow um €82 Millionen auf €317 Millionen. Mit einer Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) von 20,3 Prozent haben wir wiederum mehr als unsere Kapitalkosten verdient. Die globalen gesellschaftlichen Herausforderungen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit, auf die wir ausgerichtet sind, gewinnen weiter an Bedeutung und bieten auch künftig entsprechendes Wachstumspotenzial. Wir wollen weiter mit System wachsen: durch unsere 300-Millimeter-Fertigungstechnologie und unseren strategischen Ansatz "Vom Produkt zum System". Die bevorstehende Akquisition von International Rectifier verleiht dem noch mehr Schub, sei es durch zusätzliches Produktionsvolumen bei Leistungshalbleitern für unsere 300-Millimeter-Kapazität oder aber komplementäre Stärken von International Rectifier in bestimmten Prozessen, Technologien, Produkten, Regionen und Vertriebskanälen. Für das Geschäftsjahr 2015 gehen wir - ohne die Berücksichtigung des Geschäfts von International Rectifier - von einem Umsatzwachstum von 8 Prozent plus/minus 2 Prozentpunkte aus. Die für das Geschäftsjahr 2015 geplanten Investitionen belaufen sich auf etwa 700 Millionen Euro. Der Anstieg unserer Ausgaben in Forschung und Entwicklung sowie in Vertrieb wird dem Umsatzwachstum entsprechen oder leicht darüber liegen. Für das Geschäftsjahr 2015 gehen wir daher von einer Segmentergebnis-Marge von 14 Prozent vom Umsatz aus. Wir halten weiterhin an unseren Zielen fest: Wir wollen im Durchschnitt des Zyklus mit rund 8 Prozent pro Jahr wachsen und dabei eine Segmentergebnis-Marge von 15 Prozent erzielen. Das Wachstum wollen wir im Zyklusdurchschnitt mit Investitionen von rund 13 Prozent vom Umsatz erreichen. Aus der gegenüber den Vorjahren geringeren Investitionsintensität resultiert auch eine nachhaltige Verbesserung des Free-Cash-Flows. Daher wird der Hauptversammlung bereits für das Geschäftsjahr 2014 eine signifikante Erhöhung der Dividende um 6 Cent je Aktie auf nun 18 Cent je Aktie vorgeschlagen. Auch nach der geplanten Akquisition von International Rectifier werden sich unsere finanziellen Zielparameter nicht ändern. Mit Blick auf die Profitabilität wollen wir durch Synergien in Fertigung, Entwicklung, Vertrieb und Verwaltung spätestens im zweiten Geschäftsjahr nach dem Vollzug des Erwerbs von International Rectifier mindestens unsere Zielmarge von 15 Prozent für das Segmentergebnis auch bei International Rectifier erwirtschaften. Auch bei den Investitionen ergibt sich durch den Zusammenschluss mit International Rectifier keine Änderung an der Zielmarke von 13 Prozent vom Umsatz. Daher behält auch unsere bisherige Dividendenpolitik ihre Gültigkeit: Wir wollen jedes Jahr eine Dividende mindestens auf dem Niveau des Vorjahres ausschütten. Wir haben weiterhin eine sehr solide Bilanzstruktur. Die Eigenkapitalquote liegt bei 64,6 Prozent und wir verfügen über eine Brutto-Cash-Position von €2,4 Milliarden zum 30. September 2014. Auch nach der Akquisition von International Rectifier, welche wir teilweise aus eigenen Mitteln und teilweise über Kredite finanzieren werden, halten wir an unseren Kapitalstrukturzielen fest, um die laufende Geschäftstätigkeit sicher finanzieren und geplante Investitionen in allen Phasen des Geschäftszyklus vornehmen zu können. Ausnutzung von Wahlrechten und Sachverhaltsgestaltungen Die im vorliegenden Konzernlagebericht dargestellte und kommentierte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist von Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie von Annahmen und Schätzungen abhängig, die ausführlicher im Konzernanhang unter Nr. 2 beschrieben sind und die im Wesentlichen unverändert gegenüber dem Vorjahr sind. Außerbilanzielle Finanzierungsmaßnahmen wie Forderungsverkäufe, Sale-and-lease-back-Transaktionen oder nicht in den Konzernabschluss einbezogene Zweckgesellschaften wurden in den Geschäftsjahren 2014 und 2013 nicht durchgeführt. INFINEON TECHNOLOGIES AG Ergänzend zur Berichterstattung über den Infineon-Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der Infineon Technologies AG. Die Infineon Technologies AG ist die Muttergesellschaft des Infineon-Konzerns und führt die entsprechenden Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Infineon Technologies AG übernimmt wesentliche übergreifende Aufgaben, wie das konzernweite Finanz- und Rechnungswesen, Corporate Compliance, das Personalwesen, strategische und produktionsorientierte F&E-Aktivitäten sowie die weltweite Unternehmens- und Marketingkommunikation, und steuert die logistischen Prozesse im Konzern. Sie verfügt über eigene Fertigungen in Regensburg und Warstein (beides Deutschland). Für die Infineon Technologies AG stellt der Jahresüberschuss den bedeutsamsten Leistungsindikator dar. Die Infineon Technologies AG stellt ihren Jahresabschluss im Gegensatz zum Konzernabschluss nicht nach den International Financial Reporting Standards ("IFRS"), sondern nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches ("HGB") auf. Der vollständige Abschluss wird separat veröffentlicht. Ertragslage Gewinn-und-Verlust-Rechnung der Infineon Technologies AG nach HGB (Kurzfassung) scroll € in Millionen 2014 2013 Umsatz 4.601 4.070 Umsatzkosten - 3.528 - 3.260 Bruttoergebnis vom Umsatz 1.073 810 Forschungs- und Entwicklungskosten - 547 - 506 Vertriebskosten - 138 - 120 Allgemeine Verwaltungskosten - 186 - 171 Übrige Erträge (Aufwendungen), Saldo 39 19 Beteiligungsergebnis, Saldo 1.003 433 Zinsergebnis - 22 - 32 Übriges Finanzergebnis 47 1 Ergebnis vor Ertragsteuern 1.269 434 Ertragsteuern - 28 - 15 Jahresüberschuss 1.241 419 Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2 AktG - 228 - Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2a AktG - 784 - 289 Bilanzgewinn 229 130 Der im Geschäftsjahr 2014 erzielte Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG beläuft sich auf €1.241 Millionen. Nach Einstellungen in die Gewinnrücklagen in Höhe von insgesamt €1.012 Millionen verbleibt ein Bilanzgewinn von €229 Millionen. Der Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG für das Geschäftsjahr 2014 ist positiv beeinflusst durch die Zuschreibung auf die Beteiligung an der Infineon Technologies Holding B.V. in Höhe von €774 Millionen (Vorjahr: €289 Millionen) aufgrund des gestiegenen Unternehmenswerts. Im Geschäftsjahr 2014 verzeichnete die Infineon Technologies AG einen deutlichen Zuwachs bei den Umsatzerlösen (13 Prozent) und dem Bruttoergebnis vom Umsatz (32 Prozent). Der Anstieg bei den Umsatzkosten betrug 8 Prozent. Vermögens- und Finanzlage Bilanz der Infineon Technologies AG nach HGB (Kurzfassung) scroll € in Millionen 2014 2013 Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 474 463 Finanzanlagen 3.651 3.175 Anlagevermögen 4.125 3.638 Vorräte 344 294 Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände 618 580 Zahlungsmittel, Wertpapiere 2.339 2.240 Umlaufvermögen 3.301 3.114 Rechnungsabgrenzungsposten 28 33 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 4 5 Summe Aktiva 7.458 6.790 Ausgegebenes Kapital 2.243 2.150 Kapitalrücklage 1.165 1.150 Gewinnrücklagen 2.365 1.352 Bilanzgewinn 229 130 Eigenkapital 6.002 4.782 Sonderposten mit Rücklagenanteil 1 1 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 62 418 Übrige Rückstellungen 553 606 Rückstellungen 615 1.024 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 9 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und übrige Verbindlichkeiten 819 946 Verbindlichkeiten 819 955 Rechnungsabgrenzungsposten 21 28 Summe Passiva 7.458 6.790 Die Vermögenslage der Infineon Technologies AG wurde im Vergleich zum Vorjahr durch folgende wesentliche Effekte beeinflusst: Bei den Aktiva ist ein Anstieg der Finanzanlagen (€476 Millionen) sowie eine Zunahme der Zahlungsmittel und Wertpapiere (€99 Millionen) zu verzeichnen. Der Anstieg der Finanzanlagen resultiert im Wesentlichen aus der Zuschreibung der Beteiligung an der Infineon Technologies Holding B.V. (€774 Millionen). Gegenläufig wirkte sich die Verrechnung der Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung mit dem im Vorjahr unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Planvermögen in Höhe von €316 Millionen aus. Die Erhöhung des Eigenkapitals (€1.220 Millionen) ist im Wesentlichen durch den im Geschäftsjahr 2014 erwirtschafteten Jahresüberschuss in Höhe von €1.241 Millionen und die Ausgabe neuer Aktien infolge der Wandlung von Teilen der Wandelanleihe (€101 Millionen) verursacht. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2013 (€129 Millionen) aus. Im Bereich der Rückstellungen reduzierten sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bedingt durch die erstmalig mögliche Verrechnung der Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung (€480 Millionen) mit dem Zeitwert des Planvermögens (€418 Millionen) um €356 Millionen. Auch bei den übrigen Rückstellungen war ein Rückgang von €53 Millionen zu verzeichnen. Der Bilanzposten Verbindlichkeiten hat sich im Geschäftsjahr 2014 um €136 Millionen verringert. Dies ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um €215 Millionen zurückzuführen. Gegenläufig wirkte sich der Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten um €87 Millionen aus. Die Eigenkapitalquote beträgt 80,5 Prozent (Vorjahr: 70,4 Prozent). Dividende Nach dem Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionäre zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft, der nach den Vorschriften des HGB ermittelt wird. Für das Geschäftsjahr 2014 weist der Jahresabschluss der Muttergesellschaft Infineon Technologies AG einen Bilanzgewinn von €229 Millionen aus. Für das Geschäftsjahr 2014 soll der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Bardividende von €0,18 je Aktie vorgeschlagen werden. Die Ausschüttung der vorgeschlagenen Dividende ist abhängig von der Zustimmung der Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2013 hat die Gesellschaft eine Dividende von €0,12 je Aktie ausgeschüttet, was einem Ausschüttungsvolumen von €129 Millionen entsprach. Zur langfristigen Dividendenpolitik von Infineon siehe Abschnitt "Dividende, Kapitalrückgewähr und Wandlung der Wandelanleihe" im Kapitel "Die Infineon-Aktie". Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen Die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen der Infineon Technologies AG ist im Wesentlichen identisch mit der des Infineon-Konzerns. Ferner gehen wir davon aus, dass das Beteiligungsergebnis wesentlich zum Ergebnis der Infineon Technologies AG beitragen wird. An den Risiken der Tochterunternehmen und Beteiligungen partizipiert die Infineon Technologies AG grundsätzlich entsprechend ihrer Beteiligungsquote. Die Infineon Technologies AG als Mutterunternehmen des Infineon-Konzerns ist in das konzernweite Risikomanagement- und interne Kontrollsystem eingebunden. Hierzu und zur voraussichtlichen Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen verweisen wir auf das Kapitel "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen". Der größte Teil der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten für den Infineon-Konzern wird von der Infineon Technologies AG abgewickelt. Es gelten die Ausführungen im Kapitel "Treasury und Kapitalbedarf" zu Art und Umfang der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten sowie zu den abgesicherten Risiken analog auch für die Infineon Technologies AG. Ergänzend verweisen wir auf den Anhang im Jahresabschluss der Infineon Technologies AG. Für die Infineon Technologies AG ist der Jahresüberschuss die zentrale Steuerungsgröße. Die Entwicklung dieser Kennziffer hängt wesentlich von der Entwicklung des Umsatzes und des Beteiligungsergebnisses ab. Das Beteiligungsergebnis im Geschäftsjahr 2014 war durch Zuschreibungen der Beteiligungen in Höhe von €784 Millionen positiv beeinflusst. Die Infineon Technologies AG rechnet im laufenden Geschäftsjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr mit einem deutlichen Rückgang des Jahresüberschusses der Infineon Technologies AG. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG Vollzug des Teilvergleichs mit dem Insolvenzverwalter von Qimonda Der am 11. September 2014 von Infineon und dem Insolvenzverwalter von Qimonda geschlossene Teilvergleich wurde am 9. Oktober 2014 vollzogen. Am Vollzugstag hat Infineon für diesen Teilvergleich €260 Millionen an den Insolvenzverwalter bezahlt (siehe im Konzernanhang unter Nr. 33). Bezahlung der gegen Infineon von der EU-Kommission verhängten Geldbuße Die von der EU-Kommission am 3. September 2014 gegen Infineon verhängte Geldbuße in Höhe von €83 Millionen wurde im Oktober 2014 bezahlt. Infineon hat Mitte November 2014 Klage gegen die Kartellstrafe beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg eingelegt (siehe im Konzernanhang unter Nr. 33). Zustimmung der Hauptversammlung von International Rectifier zum Erwerb durch Infineon Die Aktionäre von International Rectifier erteilten auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 4. November 2014 die erforderliche Zustimmung zum Erwerb von International Rectifier durch Infineon. Zum Abschluss der Akquisition bedarf es noch der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden sowie der Erfüllung weiterer üblicher Bedingungen. Der Abschluss und Vollzug der Transaktion wird gegen Ende des Kalenderjahres 2014 oder zu Beginn des Kalenderjahres 2015 erwartet (siehe im Konzernanhang unter Nr. 3). CORPORATE GOVERNANCE ANGABEN NACH § 289 ABS. 4 UND § 315 ABS. 4 HGB Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Zum 30. September 2014 betrug das Grundkapital der Gesellschaft €2.255.478.460. Es ist eingeteilt in 1.127.739.230 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Jede Aktie gewährt eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Gewinnverwendung. Zum 30. September 2014 hielt die Gesellschaft von der oben genannten Gesamtzahl ausgegebener Aktien selbst 6 Millionen (Vorjahr: 6 Millionen) eigene Aktien. Am Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich insbesondere aus den Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) ergeben. Beispielsweise unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen nach § 136 AktG einem Stimmverbot. Weiter steht der Infineon Technologies AG gemäß § 71b AktG aus eigenen Aktien kein Stimmrecht zu. Auch können Verstöße gegen die Mitteilungspflichten im Sinne des § 21 Abs. 1 oder 1a des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) dazu führen, dass nach Maßgabe des § 28 WpHG Rechte aus Aktien - darunter das Stimmrecht - zumindest zeitweise nicht bestehen. Vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt. Gemäß § 67 Abs. 2 AktG gilt im Verhältnis zur Infineon Technologies AG nur als Aktionär, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Die Aktionäre haben der Infineon Technologies AG zur Eintragung im Aktienregister ihren Namen beziehungsweise ihre Firma, ihre Anschrift, gegebenenfalls ihren Sitz und ihr Geburtsdatum sowie die Zahl der von ihnen gehaltenen Aktien mitzuteilen. Die Infineon Technologies AG ist nach § 67 Abs. 4 AktG berechtigt, von der im Aktienregister eingetragenen Person Auskunft darüber zu verlangen, inwieweit die Aktien, auf die sich die Eintragung im Aktienregister bezieht, tatsächlich der eingetragenen Person gehören, und, soweit dies nicht der Fall ist, die zur Führung des Aktienregisters notwendigen Informationen über denjenigen zu erhalten, für den die Aktien gehalten werden. Solange einem solchen Auskunftsverlangen nicht ordnungsgemäß nachgekommen wird, bestehen die Stimmrechte aus dem betreffenden Aktienbestand nach § 67 Abs. 2 AktG nicht. Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreiten Nach § 21 Abs. 1 WpHG hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte einer börsennotierten Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unverzüglich mitzuteilen. Uns sind hiernach zum 30. September 2014 keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 Prozent der Stimmrechte erreichen oder überschreiten. Die uns gemeldeten und zum 30. September 2014 bestehenden Beteiligungen sind im Anhang zum Einzelabschluss der Infineon Technologies AG unter den Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG dargestellt. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, wurden nicht ausgegeben. Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben Arbeitnehmer, die am Kapital der Infineon Technologies AG beteiligt sind, üben ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus. Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern Der Vorstand der Infineon Technologies AG besteht nach § 5 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Personen. Derzeit besteht der Vorstand aus drei Mitgliedern. Die Bestimmung der genauen Zahl sowie die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgen gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 1 AktG durch den Aufsichtsrat. Da die Infineon Technologies AG unter das Mitbestimmungsgesetz fällt, ist für die Bestellung beziehungsweise Abberufung von Vorstandsmitgliedern eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder des Aufsichtsrats erforderlich (§ 31 Abs. 2 MitbestG). Kommt eine solche Mehrheit in der ersten Abstimmung nicht zustande, kann die Bestellung auf Vorschlag des Vermittlungsausschusses in einer zweiten Abstimmung mit einfacher Mehrheit der Stimmen der Mitglieder des Aufsichtsrats erfolgen (§ 31 Abs. 3 MitbestG). Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats jedoch zwei Stimmen zustehen (§ 31 Abs. 4 MitbestG). Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat gemäß § 85 Abs. 1 AktG in dringenden Fällen das Amtsgericht München auf Antrag eines Beteiligten ein Vorstandsmitglied zu bestellen. Vorstandsmitglieder dürfen gemäß § 84 Abs. 1 Satz 1 AktG für höchstens fünf Jahre bestellt werden. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig (§ 84 Abs. 1 Satz 2 AktG). Der Aufsichtsrat kann gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 2 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG). Bestimmungen über die Änderung der Satzung Für Änderungen der Satzung ist gemäß § 179 Abs. 1 AktG die Hauptversammlung zuständig. Der Aufsichtsrat ist jedoch gemäß § 10 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen, wie zum Beispiel Änderungen der Grundkapitalziffer infolge einer Kapitalerhöhung aus Bedingtem oder Genehmigtem Kapital oder einer Kapitalherabsetzung durch Einziehung eigener Aktien. Soweit die Satzung keine andere Mehrheit vorsieht, bedürfen Beschlüsse der Hauptversammlung über Änderungen der Satzung gemäß § 179 Abs. 2 AktG einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Die Satzung der Infineon Technologies AG sieht in § 17 Abs. 1 vor, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können, sofern nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder anderen Satzungsbestimmungen eine größere Mehrheit erforderlich ist. Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe Die Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien ergeben sich aus § 4 der Satzung der Gesellschaft in Verbindung mit den gesetzlichen Bestimmungen. Nähere Angaben zu dem bestehenden Genehmigten und Bedingten Kapital der Gesellschaft finden sich im Konzernanhang unter Nr. 25. Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelanleihen Die Hauptversammlung vom 13. Februar 2014 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 12. Februar 2019 einmalig oder mehrmals Options- und/oder Wandelanleihen (gemeinsam "Anleihen") im Gesamtnennbetrag von bis zu €2.000.000.000 zu begeben und für solche von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft begebenen Anleihen die Garantie zu übernehmen und den Inhabern von Anleihen Options- oder Wandlungsrechte auf insgesamt bis zu 130.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu €260.000.000 nach näherer Maßgabe der jeweiligen Bedingungen der Anleihen zu gewähren. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Anleihen auszuschließen, ― sofern der Ausgabepreis den nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert der Anleihen nicht wesentlich unterschreitet; dies gilt jedoch nur insoweit, als die zur Bedienung der dabei begründeten Options- und/oder Wandlungsrechte auszugebenden Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder bezogen auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch auf den Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung; ― um Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben, vom Bezugsrecht der Aktionäre auf die Anleihen auszunehmen oder, soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten aus Anleihen, die von der Gesellschaft oder ihren nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben wurden oder werden, ein Bezugsrecht in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Rechte beziehungsweise nach Erfüllung von Wandlungspflichten zustände. Der Options- oder Wandlungspreis muss - auch bei Anwendung der Regelungen zum Verwässerungsschutz - mindestens 90 Prozent des durchschnittlichen Börsenkurses der Aktien der Gesellschaft in der Xetra-Schlussauktion an der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) betragen und zwar während der zehn Börsentage vor dem Tag der Beschlussfassung durch den Vorstand über die Begebung der Anleihen oder, sofern den Aktionären ein Bezugsrecht auf die Anleihen zusteht, während der Tage, an denen Bezugsrechte auf die Anleihen an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden, mit Ausnahme der letzten beiden Börsentage des Bezugsrechtshandels. Der Options- beziehungsweise Wandlungspreis kann unbeschadet des § 9 Abs. 1 AktG aufgrund einer Verwässerungsschutzklausel nach näherer Bestimmung der Bedingungen der Anleihen dann ermäßigt werden, wenn die Gesellschaft bis zum Ablauf der Options- oder Wandlungsfrist unter Einräumung eines Bezugsrechts an ihre Aktionäre das Grundkapital erhöht oder weitere Anleihen begibt oder garantiert und den Inhabern von Optionsrechten oder den Gläubigern von Wandelanleihen hierbei kein Bezugsrecht eingeräumt wird. Die Bedingungen können auch für andere Maßnahmen, die zu einer wirtschaftlichen Verwässerung der Options- beziehungsweise Wandlungsrechte führen können, eine wertwahrende Anpassung des Options- beziehungsweise Wandlungspreises oder des Options- beziehungsweise Wandlungsverhältnisses vorsehen. In jedem Fall darf der anteilige Betrag am Grundkapital der je Wandelanleihe zu beziehenden Aktien den Nennbetrag der Anleihe nicht übersteigen. Der Vorstand ist ermächtigt, unter Beachtung der Vorgaben des Hauptversammlungsbeschlusses, die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Anleihen und deren Bedingungen festzulegen. Erwerb eigener Aktien Die Infineon Technologies AG wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Februar 2013 bis zum 27. Februar 2018 ermächtigt, im Rahmen der gesetzlichen Grenzen eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung darf von der Gesellschaft nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, für einen oder mehrere Zwecke durch die Gesellschaft ausgeübt werden. Sie darf auch durch abhängige oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehende Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte genutzt werden. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten (gemeinsam "öffentliches Kaufangebot") oder über ein Kreditinstitut beziehungsweise ein anderes die Voraussetzungen des § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG erfüllendes Unternehmen (gemeinsam "Kreditinstitut"), das im Rahmen eines konkreten Rückkaufprogramms mit dem Erwerb beauftragt wird. (a) Erfolgt der Erwerb über die Börse, darf der von der Gesellschaft gezahlte Kaufpreis je Aktie (ohne Nebenkosten) den am Handelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) nicht um mehr als 10 Prozent über- oder unterschreiten. (b) Erfolgt der Erwerb mittels eines öffentlichen Kaufangebots, kann ein bestimmter Kaufpreis oder eine Kaufpreisspanne festgelegt werden. Dabei darf der von der Gesellschaft gezahlte Kaufpreis je Aktie (ohne Nebenkosten) den arithmetischen Mittelwert der Schlusskurse der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des öffentlichen Kaufangebots ("Stichtag") um nicht mehr als 10 Prozent über- und um nicht mehr als 20 Prozent unterschreiten. Ergibt sich nach dem Stichtag eine wesentliche Kursabweichung, so kann der Kaufpreis entsprechend angepasst werden; Referenzzeitraum sind in diesem Fall die drei Börsenhandelstage vor der Veröffentlichung der Anpassung. Das Volumen des Kaufs kann begrenzt werden. Überschreitet die gesamte Zeichnung des öffentlichen Kaufangebots dieses Volumen, richtet sich die Annahme durch die Gesellschaft nach Quoten. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen (bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär) kann vorgesehen werden. Das öffentliche Kaufangebot kann weitere Bedingungen vorsehen. (c) Im Rahmen eines konkreten Rückkaufprogramms kann ein Kreditinstitut beauftragt werden, an einer vorab festgelegten Mindestzahl von Börsentagen im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) und spätestens bis zum Ablauf einer zuvor vereinbarten Periode entweder eine vereinbarte Anzahl von Aktien oder Aktien für einen zuvor festgelegten Gesamtkaufpreis zu erwerben und an die Gesellschaft zu übertragen. Dabei (i) muss das Kreditinstitut die Aktien über die Börse erwerben, (ii) darf der von dem Kreditinstitut gezahlte Kaufpreis je Aktie (ohne Nebenkosten) den am Handelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) nicht um mehr als 10 Prozent über- oder unterschreiten und (iii) hat der von der Gesellschaft zu zahlende Kaufpreis je Aktie einen Abschlag zum arithmetischen Mittel der volumengewichteten Durchschnittskurse (Volume Weighted Average Price -VWAP) der Infineon-Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) während der tatsächlichen Periode des Rückerwerbs aufzuweisen. Davon abgesehen ist das Kreditinstitut - vorbehaltlich etwaiger weiterer Vorgaben durch die Gesellschaft im Einzelfall - in der Umsetzung des Rückkaufprogramms frei. Die Gesellschaft ist ermächtigt, selbst oder durch abhängige oder in Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehende Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser oder einer früher erteilten Ermächtigung erworben wurden oder werden, außer durch Veräußerung über die Börse oder über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre zu allen gesetzlich zulässigen, insbesondere zu den folgenden Zwecken zu verwenden: (a) Sie können eingezogen werden, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Die Einziehung führt zur Herabsetzung des Grundkapitals um den auf die eingezogenen Aktien entfallenden Anteil. Abweichend hiervon kann der Vorstand bestimmen, dass das Grundkapital bei der Einziehung unverändert bleibt und sich stattdessen der Anteil der nicht eingezogenen Aktien am Grundkapital entsprechend erhöht. Der Vorstand ist für diesen Fall ermächtigt, die Angabe der Aktienanzahl in der Satzung zu ändern. (b) Sie können Dritten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Unternehmensbeteiligungen sowie anderen mit einem solchen Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang stehenden einlagefähigen Wirtschaftsgütern angeboten und auf sie übertragen werden. (c) Sie können mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barzahlung an Dritte auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert werden, wenn der Preis, zu dem die Aktien veräußert werden, den am Tag der Veräußerung durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) nicht wesentlich unterschreitet (ohne Nebenkosten). Darüber hinaus darf in diesen Fällen die Summe der veräußerten Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder bezogen auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch bezogen auf den Zeitpunkt ihrer Ausübung. Hierauf ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, die unter Ausschluss des Bezugsrechts in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder verwendet werden. Ferner sind auf diese Zahl die Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Wandlungs- oder Optionsrechten ausgegeben wurden oder noch ausgegeben werden können, sofern die zugrunde liegenden Anleihen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben wurden. (d) Sie können zur Erfüllung der Verpflichtungen der Gesellschaft aus von ihr in der Vergangenheit oder in Zukunft begebenen oder garantierten Options- und Wandelanleihen genutzt werden. (e) Sie können zur unmittelbaren oder mittelbaren Erfüllung von Verpflichtungen aus dem "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2006" oder aus dem "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2010" verwendet werden. Soweit eigene Aktien Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft übertragen werden sollen, gilt diese Ermächtigung für den Aufsichtsrat. (f) Sie können Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft, Mitgliedern des Vorstands und der Geschäftsführungen verbundener Unternehmen sowie Arbeitnehmern der Gesellschaft oder verbundener Unternehmen zum Erwerb angeboten oder als Vergütungsbestandteil zugesagt werden; die angebotenen beziehungsweise zugesagten Aktien können auch nach Beendigung des Organ- oder Arbeitsverhältnisses an die Berechtigten übertragen werden. Die Aktien können dabei auch einem Kreditinstitut übertragen werden, das die Aktien mit der Verpflichtung übernimmt, sie ausschließlich für die Zwecke nach Satz 1 zu verwenden. Soweit eigene Aktien Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft angeboten oder zugesagt sowie übertragen werden sollen, gilt diese Ermächtigung für den Aufsichtsrat. Die aufgrund dieser oder einer früher erteilten Ermächtigung erworbenen Aktien können auch zur Rückführung von Wertpapierdarlehen verwendet werden, die bei einem Kreditinstitut zu einem der Zwecke nach Buchstaben b) bis f) aufgenommen worden sind. Die Ermächtigungen können einmal oder mehrmals, einzeln oder gemeinsam, ganz oder in Teilen ausgenutzt werden. Ein Bezugsrecht der Aktionäre auf die hiervon betroffenen eigenen Aktien wird insoweit ausgeschlossen, als diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen mit Ausnahme von Buchstabe a) verwendet werden. Darüber hinaus ist im Fall der Veräußerung der Aktien über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausgeschlossen. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Februar 2013 darf der Erwerb von Aktien der Infineon Technologies AG auch durch den Einsatz von Eigenkapitalderivaten durchgeführt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, (i) Optionen zu veräußern, die die Gesellschaft bei Ausübung zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft verpflichten ("Put-Optionen"), und (ii) Optionen zu erwerben, die die Gesellschaft bei Ausübung zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft berechtigen ("Call-Optionen"). Der Erwerb kann ferner unter Einsatz einer Kombination von Put- und Call-Optionen (gemeinsam "Derivate") erfolgen. Der Aktienerwerb kann unter Einsatz von Derivaten auch über ein Kreditinstitut durchgeführt werden, das im Rahmen eines konkreten Rückkaufprogramms zu den von der Hauptversammlung festgelegten Bedingungen beauftragt wird, spätestens bis zum Ablauf einer zuvor vereinbarten Periode entweder eine vereinbarte Anzahl von Aktien oder Aktien für einen zuvor festgelegten Gesamtkaufpreis derivategestützt zu erwerben und an die Gesellschaft zu übertragen. Aktienerwerbe unter Einsatz von Derivaten sind dabei auf Aktien im Umfang von insgesamt höchstens 5 Prozent des Grundkapitals beschränkt und zwar bezogen sowohl auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung als auch ihrer Ausübung durch den Einsatz des Derivats. Die in Ausübung dieser Ermächtigung erworbenen Aktien sind darüber hinaus auf die Erwerbsgrenze für die gemäß der oben beschriebenen Ermächtigung zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien erworbenen Aktien anzurechnen. Die Laufzeit der einzelnen Derivate darf jeweils höchstens 18 Monate betragen, muss spätestens am 27. Februar 2018 enden und muss so gewählt werden, dass der Erwerb der eigenen Aktien in Ausübung oder Erfüllung der Derivate nicht nach dem 27. Februar 2018 erfolgen kann. Die Derivatgeschäfte müssen mit einem Kreditinstitut oder über die Börse abgeschlossen werden. Es muss sichergestellt sein, dass die Derivate nur mit Aktien bedient werden, die zuvor unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes über die Börse zu dem im Zeitpunkt des börslichen Erwerbs aktuellen Kurs der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) erworben wurden. Der in dem Derivat vereinbarte Preis (ohne Nebenkosten, aber unter Berücksichtigung der erhaltenen beziehungsweise gezahlten Optionsprämie) für den Erwerb einer Aktie bei Ausübung von Optionen darf den am Tag des Abschlusses des Derivatgeschäfts durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs für Aktien der Gesellschaft im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 10 Prozent überschreiten und um nicht mehr als 30 Prozent unterschreiten. Der von der Gesellschaft für Derivate gezahlte Erwerbspreis darf nicht wesentlich über und der von der Gesellschaft vereinnahmte Veräußerungspreis für Derivate nicht wesentlich unter dem nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert der jeweiligen Optionen liegen, bei dessen Ermittlung unter anderem der vereinbarte Ausübungspreis zu berücksichtigen ist. Werden eigene Aktien unter Einsatz von Derivaten unter Beachtung der vorstehenden Regelungen erworben, ist ein Recht der Aktionäre, solche Derivatgeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen. Ein Recht der Aktionäre auf Abschluss von Derivatgeschäften besteht auch insoweit nicht, als beim Abschluss von Derivatgeschäften ein bevorrechtigtes Angebot für den Abschluss von Derivatgeschäften bezogen auf geringe Stückzahlen an Aktien vorgesehen wird. Aktionäre haben ein Recht auf Andienung ihrer Infineon-Aktien nur, soweit die Gesellschaft ihnen gegenüber aus den Derivatgeschäften zur Abnahme der Aktien verpflichtet ist. Ein etwaiges weitergehendes Andienungsrecht ist ausgeschlossen. Für die Verwendung eigener Aktien, die unter Einsatz von Derivaten erworben werden, gelten die oben bei der Ermächtigung zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien dargestellten Regelungen entsprechend. Im November 2013 hat die Gesellschaft ein neues Programm zur Kapitalrückgewähr beschlossen und beabsichtigt, hierfür bis zum 30. September 2015 bis zu €300 Millionen aufzuwenden. Die näheren Einzelheiten und der aktuelle Stand des Programms sind im Konzernanhang unter Nr. 25 dargestellt und werden von der Gesellschaft außerdem regelmäßig im Internet unter www.infineon.com/cms/de/about-infineon/investor/capital-returns/program-2013 veröffentlicht. Wesentliche Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots Der Kreditvertrag, den Infineon mit mehreren lokalen und internationalen Finanzinstituten zur Finanzierung der Akquisition von International Rectifier abgeschlossen hat (Details sind im Konzernanhang unter Nr. 23 dargestellt), enthält eine "Change of Control"-Klausel, die den einzelnen Vertragspartnern das Recht einräumt, im Fall eines definierten Kontrollwechsels eine Anpassung des Kreditvertrages zu verlangen oder in bestimmten Fällen ihre Beteiligung an der Finanzierung zu kündigen und die Rückzahlung des jeweiligen Kreditbetrags zu verlangen. Diese "Change of Control"-Klausel entspricht der für Kreditverträge dieser Art jeweils marktüblichen Praxis zum Schutz der Gläubiger. Darüber hinaus enthalten einige Patentlizenzaustauschverträge, Entwicklungskooperationen, Förderverträge beziehungsweise -bescheide, Lieferverträge, Joint-Venture-Vereinbarungen und Lizenzverträge "Change of Control"-Klauseln, die dem Vertragspartner bei einer Änderung der Kontrolle über die Infineon Technologies AG das Recht zur Kündigung oder andere für die Gesellschaft unter Umständen nachteilige Sonderrechte einräumen oder die Fortsetzung des Vertrags von der Zustimmung des Vertragspartners abhängig machen. Die Regelungen, die die Infineon Technologies AG im Rahmen ihrer allgemeinen Geschäftstätigkeit mit ihren Vertragspartnern für den Fall eines Kontrollwechsels vereinbart hat, entsprechen ebenfalls marktüblichen Gepflogenheiten. Das Gleiche gilt für die von der Gesellschaft abgeschlossenen beziehungsweise sie begünstigenden Förderverträge beziehungsweise -bescheide sowie Joint-Venture-Vereinbarungen. Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots Sofern ein Vorstandsmitglied im Rahmen eines Kontrollwechsels ausscheidet, hat es derzeit Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, im Fall einer Amtsniederlegung/Kündigung durch das betreffende Vorstandsmitglied aufgrund des ihm eingeräumten Sonderkündigungsrechts maximal jedoch für 36 Monate, im Fall einer Abberufung/Kündigung durch die Infineon Technologies AG für mindestens 24 und maximal 36 Monate. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Vergütungsbericht. Die mit den Mitgliedern des Vorstands vereinbarten "Change of Control"-Klauseln entsprechen der Empfehlung in Nummer 4.2.3 Abs. 5 des Deutschen Corporate Governance Kodex. Sie sollen dazu dienen, die Vorstandsmitglieder im Fall eines Kontrollwechsels abzusichern und auf diese Weise in einer Übernahmesituation ihre Unabhängigkeit zu erhalten. Vergleichbare Regelungen für Arbeitnehmer existieren nicht. CORPORATE GOVERNANCE BERICHT Praxis der Unternehmensführung Corporate Governance - Standards guter und verantwortungsbewusster Unternehmensführung Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG verstehen unter Corporate Governance ein umfassendes Konzept für eine verantwortungsvolle, transparente und wertorientierte Unternehmensführung. Gute Corporate Governance dient der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts und fördert das Vertrauen der nationalen und internationalen Anleger, der Finanzmärkte, der Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in unser Unternehmen. Vorstand, Aufsichtsrat und Führungskräfte sorgen dafür, dass die Corporate Governance in allen Bereichen des Unternehmens aktiv gelebt und ständig weiterentwickelt wird. Neben dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) umfasst Corporate Governance bei Infineon auch die Standards des internen Kontrollsystems, Compliance - dabei insbesondere die Leitlinien für das unternehmerische Verhalten ("Infineon Business Conduct Guidelines") - sowie die Regelungen zu den Organisations- und Aufsichtspflichten im Unternehmen, die im Infineon-Intranet von allen Mitarbeitern eingesehen werden können. "Business Conduct Guidelines" Wir führen unser Geschäft verantwortungsvoll in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Regelungen - und wir haben verschiedene Richtlinien aufgestellt, die dazu beitragen, dass dieses Ziel erreicht wird. Die "Business Conduct Guidelines" der Infineon Technologies AG als wichtigster Bestandteil sind im Internet veröffentlicht und für den Vorstand und alle Mitarbeiter weltweit verbindlich. Die "Business Conduct Guidelines" werden regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Sie enthalten insbesondere Regelungen zum gesetzeskonformen Verhalten, zum Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten, zur Vermeidung von Interessenkonflikten, zum Umgang mit Firmeneinrichtungen, Daten und Informationen sowie zum Thema Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit. Daneben enthalten sie aber auch Regeln zum Umgang mit Beschwerden und Hinweisen auf Verstöße gegen diese Richtlinien. Corporate Compliance Officer und Compliance-Panel Seit dem 1. Juni 2011 unterhält Infineon ein eigenständiges Compliance Office, das in der Zwischenzeit mit zusätzlichen personellen Ressourcen und einem vergrößerten Budget ausgestattet wurde. Damit bekräftigt Infineon sein klares Bekenntnis zu uneingeschränkter Rechtstreue und der Einhaltung ethischer Standards, welche die legitimen Interessen von Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden und Aktionären schützen, die Reputation Infineons bewahren und die Bedürfnisse des Unternehmens berücksichtigen. Neben den klassischen Compliance-Zielen wie Risikominimierung, Effizienz- und Effektivitätssteigerung dient die Sicherstellung der Compliance dazu, das Ansehen von Infineon als verlässlichem und fairem Geschäftspartner nachhaltig zu festigen und damit zum Gesamterfolg des Unternehmens beizutragen. Der Corporate Compliance Officer der Infineon Technologies AG berichtet direkt an das für den Bereich Finanzen zuständige Mitglied des Vorstands. Er koordiniert das Compliance-Managementsystem, entwickelt das Infineon Compliance-Programm mit einem risikobasierten Ansatz, erstellt Richtlinien oder arbeitet daran mit, berät die Mitarbeiter, nimmt Beschwerden und Hinweise - auch anonym - entgegen und leitet die Aufklärung von Compliance-Fällen. Darüber hinaus führt er regelmäßig Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiter zu Compliance-Themen, unter anderem Kartellrecht und Antikorruption, durch. Auch im Geschäftsjahr 2014 wurden umfangreiche Schulungsmaßnahmen durchgeführt. Der Corporate Compliance Officer wird von regionalen Compliance Officers unterstützt. Die Gesellschaft hat außerdem ein Compliance-Panel implementiert, das sich aus erfahrenen Führungskräften der Bereiche Recht, Personal, Interne Revision und Unternehmenssicherheit und dem Corporate Compliance Officer zusammensetzt. Die Mitglieder des Compliance-Panels treffen sich regelmäßig. Primäre Aufgabe des Panels ist es, über den Stand der Compliance im Unternehmen zu beraten sowie Grundsatzthemen zur laufenden Verbesserung des Compliance-Systems zu erörtern und zu beschließen. Als wichtigen Bestandteil des Compliance-Systems hat das Unternehmen ein Hinweisgebersystem eingerichtet. Infineon-Mitarbeiter können sich vertraulich, auch anonym, an den Corporate Compliance Officer wenden, um Verstöße gegen interne Richtlinien und Gesetze zu melden. Seit 2011 steht den Mitarbeitern und Geschäftspartnern als zusätzlicher Ansprechpartner außerdem ein externer Rechtsanwalt als unabhängiger Ombudsmann für vertrauliche, auch anonyme, Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zur Verfügung. Der Corporate Compliance Officer geht jedem Hinweis nach und entscheidet in Abstimmung mit dem Compliance-Panel über die Aufnahme interner Untersuchungen. Im Juni 2014 hat das Unternehmen die Ende des Geschäftsjahres 2012 in Auftrag gegebene Prüfung des Compliance-Managementsystems der Infineon Technologies AG sowie zweier weiterer großer Konzerngesellschaften abgeschlossen. Dabei hat der Vorstand Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit des Compliance-Managementsystems durch eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft überprüfen und bestätigen lassen. Die Auditierung erfolgte nach den "Grundsätzen ordnungsgemäßer Prüfung von Compliance Management Systemen (IDW PS 980)" des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW), Schwerpunkte waren Korruptionsvermeidung und Einhaltung des Kartellrechts. Risikomanagement Der Vorstand betrachtet ein systematisches und effektives Risiko- und Chancenmanagement als wichtigen Teil guter Corporate Governance und wesentlichen Erfolgsfaktor. Es ist Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und sorgt dafür, dass Risiken und Chancen frühzeitig erkannt und Risikopositionen minimiert werden. Durch diese Transparenz der unternehmensweiten Risikosituation wird ein zusätzlicher Beitrag zur systematischen und kontinuierlichen Steigerung des Unternehmenswerts geleistet. Unser unternehmensweites Risiko- und Chancenmanagementsystem besteht aus den Teilprozessen Risiko- und Chancenidentifikation, -analyse, -steuerung und -überwachung und wird kontinuierlich den veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Seine Wirksamkeit wird regelmäßig vom Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überprüft. Einzelheiten zum Risikomanagement bei Infineon sind im Kapitel "Risiko- und Chancenbericht" dargestellt, der sowohl das Risiko- und Chancenmanagement als auch das interne Kontrollsystem bei Infineon näher beschreibt. Transparente Unternehmensführung Wir erstatten unseren Aktionären nach einem festen Finanzkalender viermal im Jahr Bericht über die Geschäftsentwicklung sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Die Mitglieder des Vorstands informieren Aktionäre, Analysten, Medien und Öffentlichkeit regelmäßig über die Quartals- und Jahresergebnisse. Unsere umfangreiche Investor-Relations-Arbeit umfasst regelmäßige Treffen sowie Telefonkonferenzen mit Analysten und institutionellen Anlegern. Alle Mitteilungen und Informationen stehen in der Regel auf unserer Internet-Seite, und dort auch in englischer Sprache, zur Verfügung. Neben der regelmäßigen Berichterstattung informiert die Infineon Technologies AG in Ad-hoc-Mitteilungen über nicht öffentlich bekannte Umstände, die geeignet sind, im Fall ihres Bekanntwerdens den Börsenpreis der Infineon-Aktie erheblich zu beeinflussen. Die Gesellschaft verfügt über einen Offenlegungsausschuss ("Disclosure Committee"), der aus erfahrenen Führungskräften der Bereiche Investor Relations, Kommunikation, Finanzberichterstattung und Bilanzierung, Recht sowie Interne Revision besteht und die Veröffentlichung bestimmter Finanzzahlen und -daten sowie anderer wesentlicher Informationen sowohl im Rahmen der regelmäßigen Finanzberichterstattung als auch der Ad-hoc-Publizität überprüft und freigibt. Der Vorstand der Gesellschaft muss nach deutschem Recht einen "Bilanzeid" leisten. Die hierzu erforderlichen Angaben werden in einem internen Verfahren von Führungskräften, die unternehmerische Verantwortung tragen, gegenüber dem Vorstand bestätigt. D&O-Versicherung Die Gesellschaft unterhält eine Vermögensschaden-Haftpflicht-Gruppenversicherung für Organmitglieder der Infineon-Gruppe (sogenannte D&O-Versicherung). Die Versicherung deckt das persönliche Haftungsrisiko für den Fall ab, dass (unter anderem) Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder bei der Ausübung ihrer Tätigkeit für Vermögensschäden in Anspruch genommen werden. Gemäß der gesetzlichen Regelung in § 93 Abs. 2 AktG (für den Vorstand) beziehungsweise der Empfehlung in Nr. 3.8 DCGK (für den Aufsichtsrat) wurde für die betreffenden Organmitglieder ein Selbstbehalt von 10 Prozent des Schadens bis zur Höhe des Eineinhalbfachen der jährlichen festen Vergütung in der D&O-Police vereinbart. Rechnungslegung und Abschlussprüfung Seit dem Geschäftsjahr 2009 erstellt die Infineon Technologies AG den Konzernabschluss ausschließlich nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind. Der Jahresabschluss der Infineon Technologies AG wird weiterhin nach den Vorschriften des HGB erstellt. Der Jahres- und der Konzernabschluss der Infineon Technologies AG sowie der zusammengefasste Lagebericht werden nach Billigung durch den Aufsichtsrat innerhalb von 90 Tagen nach dem Ende eines Geschäftsjahres veröffentlicht. Die Rechnungslegung unseres Unternehmens für das Geschäftsjahr 2014 wird von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München ("KPMG") geprüft. Außerdem wurden auch die Quartalsfinanzberichte durch die KPMG einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Prüfungen umfassen auch das Risikofrüherkennungssystem und die Abgabe der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG. Die Quartalsberichte sowie der Halbjahresfinanzbericht werden vor der Veröffentlichung vom Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss mit dem Vorstand erörtert. Mit der KPMG wurde vereinbart, dass der Vorsitzende des Ausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe unverzüglich unterrichtet wird, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden. Der Abschlussprüfer soll auch über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung und der prüferischen Durchsicht ergeben, unverzüglich berichten. Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte ("Directors' Dealings") Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie bestimmte Führungskräfte, die unter anderem regelmäßig Zugang zu Insiderinformationen haben, sowie diesen nahestehende Personen sind gemäß § 15a Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet, der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eigene Geschäfte mit Aktien oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten der Gesellschaft mitzuteilen. Dies gilt jedoch nur, solange die Gesamtsumme der von einer der oben genannten Führungskräfte und ihr nahestehenden Personen getätigten Wertpapiergeschäfte innerhalb eines Kalenderjahres mindestens €5.000 erreicht. Die Gesellschaft ist dazu verpflichtet, die ihr zugehenden Mitteilungen zu veröffentlichen und an das Unternehmensregister zu übermitteln. Die Veröffentlichung wird außerdem der BaFin mitgeteilt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind der Gesellschaft folgende Wertpapiergeschäfte gemeldet worden: scroll Name, Vorname Dr. Ploss, Reinhard Funktion Vorsitzender des Vorstands Bezeichnung Aktien der Infineon Technologies AG ISIN/WKN DE0006231004/623 100 Datum 12.03.2014 Kauf/Verkauf Kauf Preis (pro Stück) €8,21 Stückzahl 8.500 Geschäftsvolumen €69.742,50 Datum 12.03.2014 Kauf/Verkauf Kauf Preis (pro Stück) €8,20 Stückzahl 2.500 Geschäftsvolumen €20.495,00 Gesamtgeschäftsvolumen €90.237,50 Geschäftsort Börse Frankfurt/Main (Xetra) scroll Name, Vorname Asam, Dominik Funktion Mitglied des Vorstands Bezeichnung Aktien der Infineon Technologies AG ISIN/WKN DE0006231004/623 100 Datum 21.11.2013 Kauf/Verkauf Kauf Preis (pro Stück) €7,21 Stückzahl 1.943 Geschäftsvolumen €14.005,14 Datum 21.11.2013 Kauf/Verkauf Kauf Preis (pro Stück) €7,21 Stückzahl 6.365 Geschäftsvolumen €45.872,56 Gesamtgeschäftsvolumen €59.877,70 Geschäftsort Börse Frankfurt/Main (Xetra) scroll Name, Vorname Gruber, Peter Funktion Mitglied des Aufsichtsrats Bezeichnung Aktien der Infineon Technologies AG ISIN/WKN DE0006231004/623 100 Datum 20.11.2013 Kauf/Verkauf Verkauf Preis (pro Stück) €6,90 Stückzahl 16.000 Geschäftsvolumen €110.400,00 Geschäftsort Börse Frankfurt/Main (Xetra) Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats Zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2014 wird auf den ausführlichen Vergütungsbericht verwiesen, der ebenfalls Bestandteil des Konzernlageberichts ist. Aktienbasierte Programme für Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder Eine Darstellung unserer aktienbasierten Programme findet sich im Konzernanhang unter Nr. 27; im Volltext sind die Pläne unter www.infineon.com (Über Infineon/Investor/Corporate Governance/aktienbasierte Verguetung) einsehbar. Im Geschäftsjahr 2014 kam als Teil der langfristigen Vergütung für Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter des Unternehmens weltweit anstelle des bisherigen Aktienoptionsplans erstmals ein sogenannter "Performance Share-Plan" (PSP) zur Anwendung. Der gleiche Plan gilt auch für die Vorstandsmitglieder, diese haben hierauf - anders als die übrigen Planteilnehmer - allerdings einen vertraglich abgesicherten Anspruch. Die wesentlichen Planbedingungen für die Vorstandsmitglieder werden im Vergütungsbericht dargestellt, der ebenfalls Bestandteil des Konzernlageberichts ist. Für die übrigen PSP-Teilnehmer gelten im Wesentlichen die gleichen Bedingungen, abweichende Regelungen sind lediglich hinsichtlich des obligatorischen Eigeninvestments in Infineon-Aktien und im Falle eines vorzeitigen Ausscheidens vorgesehen; außerdem gilt das Cap nur für die Vorstandsmitglieder. Erklärung zur Unternehmensführung (Bestandteil des Lageberichts - ungeprüft) Entsprechenserklärung 2014 von Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG gemäß § 161 Aktiengesetz zum Deutschen Corporate Governance Kodex Vorstand und Aufsichtsrat haben im November 2014 die folgende Erklärung gemäß § 161 AktG abgegeben: 1. Die Infineon Technologies AG hat seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im November 2013 mit einer Ausnahme allen geltenden Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 13. Mai 2013 ("Kodex") entsprochen. Es handelt sich um die folgende, bereits in der Erklärung vom November 2013 genannte und begründete Ausnahme: Nummer 5.4.6 des Kodex sieht vor, dass eine etwaige erfolgsorientierte Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein soll. Die terminologische Anlehnung an die Vorgaben des Aktiengesetzes zur Vorstandsvergütung legt nahe, dass erfolgsorientierte Vergütungsbestandteile auch für den Aufsichtsrat eine mehrjährige Bemessungsgrundlage haben sollen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Infineon Technologies AG erhalten neben einer festen Grundvergütung eine erfolgsorientierte Vergütung. Diese wird nur ausgezahlt, wenn das Ergebnis je Aktie jeweils einen bestimmten Mindestbetrag übersteigt. Vorstand und Aufsichtsrat haben sich bereits mehrfach mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Sie sind stets zu dem Ergebnis gekommen, dass das Vergütungssystem für den Aufsichtsrat auch ohne eine mehrjährige Bemessungsgrundlage auf den langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtet ist, da sich der für die Auszahlung zu erreichende Mindestbetrag jährlich erhöht. Dadurch werden Anreize zu einer Unternehmensentwicklung gesetzt, bei der das Ergebnis kontinuierlich steigt. Beide Organe haben daher keine Notwendigkeit gesehen, das mit großer Mehrheit der Hauptversammlung verabschiedete Vergütungssystem für den Aufsichtsrat erneut zu ändern. An dieser Einschätzung halten Vorstand und Aufsichtsrat unverändert fest. 2. Am 30. September 2014 ist der Deutsche Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 24. Juni 2014 wirksam geworden. Die Infineon Technologies AG hat den in dieser Fassung enthaltenen geltenden Empfehlungen - mit der unter Ziffer 1 dieser Erklärung genannten Ausnahme von der unverändert gebliebenen Empfehlung in Nummer 5.4.6 - ebenfalls entsprochen und wird ihnen auch zukünftig entsprechen. Relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken Die Gesellschaft beachtet sämtliche gesetzlichen Anforderungen an die Unternehmensführung. Sie beachtet - mit einer in der Entsprechenserklärung genannten Ausnahme - die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Für die Praxis der Unternehmensführung sind darüber hinaus insbesondere die Leitlinien für das unternehmerische Verhalten ("Infineon Business Conduct Guidelines") sowie die Regelungen zu den Organisations- und Aufsichtspflichten im Unternehmen maßgeblich. Beide Regelwerke können im Infineon-Intranet von allen Mitarbeitern weltweit eingesehen werden. Aktionäre und Hauptversammlung Die Aktionäre der Infineon Technologies AG treffen ihre Entscheidungen in der Hauptversammlung, die mindestens einmal im Jahr stattfindet. Jede Aktie hat eine Stimme. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung sind alle Aktionäre berechtigt, die im Aktienregister eingetragen sind und sich rechtzeitig angemeldet haben. Die Hauptversammlung fasst Beschlüsse zu allen ihr gesetzlich zugewiesenen Angelegenheiten, insbesondere über die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, die Gewinnverwendung, die Wahl des Abschlussprüfers und Satzungsänderungen. Aktionäre können Gegenanträge zu den Beschlussvorschlägen der Verwaltung stellen, in der Hauptversammlung reden und Fragen stellen und haben unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, Beschlüsse der Hauptversammlung anzufechten, gerichtliche Sonderprüfungen zu verlangen und Schadensersatzansprüche der Gesellschaft gegen deren Organe geltend zu machen, wenn sie ein Fehlverhalten oder Missstände bei der Unternehmensführung und -kontrolle erkennen. Wir wollen die Aktionäre bei der Ausübung ihrer Rechte in der Hauptversammlung so weit wie möglich unterstützen. Die Aktionäre können sich elektronisch zur Hauptversammlung anmelden, per Briefwahl oder über online erteilte Weisungen, zum Beispiel an den Stimmrechtsvertreter, an den Abstimmungen teilnehmen oder die Generaldebatte im Internet verfolgen. Alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung stehen auf unserer Internet-Seite zur Verfügung. Außerdem ist unsere Investor-Relations-Abteilung das ganze Jahr über sowohl telefonisch als auch auf elektronischem Wege erreichbar, um den Informationsaustausch zwischen uns und unseren Aktionären sicherzustellen. Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats Das deutsche Aktienrecht, dem die Infineon Technologies AG unterliegt, sieht ein zweistufiges System der Verwaltung der Gesellschaft vor, nämlich die Unternehmensführung durch den Vorstand und die Unternehmenskontrolle durch den Aufsichtsrat. Wir sind davon überzeugt, dass diese Trennung der beiden Funktionen eine wesentliche Voraussetzung für eine gute Corporate Governance ist. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten aber im Unternehmensinteresse eng zusammen. Vorstand Der Vorstand der Infineon Technologies AG besteht derzeit aus drei Mitgliedern. Für die Mitglieder des Vorstands hat der Aufsichtsrat entsprechend den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex eine Altersgrenze festgesetzt. Die Mitglieder des Vorstands sollen demgemäß in der Regel nicht älter als 67 Jahre sein. Bei der Zusammensetzung des Vorstands achtet der Aufsichtsrat nach seiner Geschäftsordnung neben der fachlichen und persönlichen Eignung auch auf Vielfalt (Diversity) und strebt dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen an. Derzeit gehören dem Vorstand nur Männer an (100 Prozent), davon zwei in der mittleren Altersgruppe zwischen 30 und 50 Jahren (66,7 Prozent) und einer (33,3 Prozent) in der Altersgruppe über 50 Jahre. Der Vorstand ist das Leitungsorgan der Gesellschaft; er ist allein an das Unternehmensinteresse gebunden und orientiert sich dabei am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts unter Berücksichtigung der Interessen aller Stakeholder. Er bestimmt die unternehmerischen Ziele, die strategische Ausrichtung, die Unternehmenspolitik und die Konzernorganisation. Nach deutschem Aktienrecht ist der Vorstand insgesamt für die Führung der Gesellschaft verantwortlich. Der Vorstand der Gesellschaft hat sich mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Geschäftsordnung gegeben. Danach leiten seine Mitglieder die Gesellschaft gemeinschaftlich und arbeiten kollegial zusammen. Der Vorsitzende des Vorstands koordiniert die Zusammenarbeit des Vorstands mit dem Aufsichtsrat. Er hält mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats regelmäßig Kontakt und berät mit ihm die wesentlichen Aspekte der Strategie, Planung, Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Unternehmens. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat im Rahmen der ordentlichen Sitzungen umfassend und zeitnah über die Geschäftsentwicklung, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche sowie über die Finanz- und Investitionsplanung. Über Angelegenheiten, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung der Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung sind, unterrichtet der Vorsitzende des Vorstands den Vorsitzenden des Aufsichtsrats unverzüglich. Aufsichtsrat Arbeit des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Unternehmensführung. Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Belange informiert und stimmt mit ihm die Strategie und deren Umsetzung ab. Der Aufsichtsrat erörtert die Quartalsberichte; er prüft und billigt den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss der Infineon Technologies AG. Wesentliche Vorstandsentscheidungen, wie die konzernweite Finanz- und Investitionsplanung sowie größere Akquisitionen und Beteiligungen, Desinvestitionen und Finanzmaßnahmen, unterliegen seiner Zustimmung. Einzelheiten sind in den Geschäftsordnungen von Vorstand und Aufsichtsrat geregelt. Ergibt eine Abstimmung im Aufsichtsrat Stimmengleichheit, hat der Vorsitzende des Aufsichtsrats in einer erneuten Abstimmung bei nochmaliger Stimmengleichheit zwei Stimmen. Die Aufgaben des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sind im Gesetz, in der Satzung und in den Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats beziehungsweise seiner Ausschüsse geregelt. Darüber hinaus enthält der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) Empfehlungen zur Arbeit des Aufsichtsrats. Einmal jährlich überprüft der Aufsichtsrat die Effizienz seiner Tätigkeit einschließlich der Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Grundsätzlich erfolgt die Überprüfung anhand eines Fragenkatalogs, der verschiedene Bereiche und Kriterien der Aufsichtsratsarbeit adressiert. Die Ergebnisse werden anschließend im Aufsichtsrat erörtert. Im Geschäftsjahr 2010 wurde erstmals eine Bestandsaufnahme der Aufsichtsratstätigkeit durch einen unabhängigen externen Berater vorgenommen. Die letzte Effizienzprüfung - wieder mittels eines Fragenkatalogs - fand im Sommer 2014 statt. Effizienzdefizite wurden dabei nicht festgestellt. Zusammensetzung des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG besteht derzeit aus 12 Mitgliedern und setzt sich nach dem Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Arbeitnehmer von Delegierten der Mitarbeiter der deutschen Infineon-Betriebsstätten nach Maßgabe des MitbestG gewählt. Die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder beträgt grundsätzlich circa fünf Jahre. Die letzte turnusmäßige Wahl sowohl der Vertreter der Anteilseigner als auch der Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat erfolgte im Geschäftsjahr 2010 für eine Amtszeit bis zum Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2015. Am 17. Februar 2011 wurde Herr Wolfgang Mayrhuber als Nachfolger von Herrn Prof. Dr. Klaus Wucherer durch die Hauptversammlung und am gleichen Tag durch den Aufsichtsrat zu seinem Vorsitzenden gewählt. § 6 Abs. 1 der Satzung bestimmt, dass der Aufsichtsrat die gesetzlich vorgesehene Mindestanzahl an Mitgliedern hat. Die Gesellschaft hatte in Deutschland bisher weniger als 10.000 Mitarbeiter und der Aufsichtsrat besteht daher derzeit gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 MitbestG aus 12 Mitgliedern. Da in der Gesellschaft und ihren Tochtergesellschaften in Deutschland mittlerweile mehr als 10.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, hat der Vorstand im Geschäftsjahr 2014 ein Statusverfahren durchgeführt, um den Aufsichtsrat von bisher 12 auf 16 Mitglieder zu vergrößern. Dem Aufsichtsrat werden daher zukünftig jeweils acht Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter angehören. Die Wahlen der Arbeitnehmervertreter werden im Dezember 2014 stattfinden, die Wahlen der Anteilseignervertreter in der ordentlichen Hauptversammlung 2015. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats insgesamt soll nach Auffassung des Aufsichtsrats den Grundsätzen der Vielfalt (Diversity) entsprechen. Das bedeutet zum einen, dass die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der in einem offenen, innovativen, weltweit tätigen Unternehmen wie Infineon vorzufindenden Vielfalt möglichst Rechnung tragen soll. Es bedeutet aber auch, dass niemand nur deshalb als Kandidat für den Aufsichtsrat ausscheidet oder für den Aufsichtsrat vorgeschlagen wird, weil sie oder er über eine bestimmte Diversity-Eigenschaft verfügt beziehungsweise nicht verfügt. Dabei ist "Diversity" als internationale (nicht im Sinne einer bestimmten Staatsbürgerschaft, sondern einer prägenden Herkunft, Erziehung, Ausbildung oder beruflichen Tätigkeit), geschlechtliche und altersmäßige Vielfalt zu verstehen. Der Empfehlung in Nummer 5.4.1 DCGK (Stand Mai 2010) folgend hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 22. November 2010 konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen. Der Kodex sieht seit der Fassung vom 15. Mai 2012 in Nummer 5.4.1 DCGK zusätzlich vor, dass auch die nach Einschätzung des Aufsichtsrats angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder in den Zielekatalog aufgenommen werden soll. Daher hatte der Aufsichtsrat seine Ziele mit Beschluss vom 7. August 2012 entsprechend ergänzt. Vor dem Hintergrund der oben erwähnten Vergrößerung des Aufsichtsrats von bislang 12 auf künftig 16 Mitglieder hat der Aufsichtsrat nunmehr am 17. November 2014 beschlossen, seine Ziele wie folgt anzupassen: "Der Aufsichtsrat besteht je zur Hälfte aus Vertretern der Arbeitnehmer und der Anteilseigner. Auf die Auswahl der Aufsichtsratskandidaten der Arbeitnehmer kann der Aufsichtsrat keinen Einfluss nehmen; auch die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat werden nicht vom Aufsichtsrat bestimmt, sondern von der Hauptversammlung gewählt. Ungeachtet dessen ist erklärtes Ziel des Aufsichtsrats, dass ihm angehören (i) mindestens zwölf unabhängige Vertreter [...] (darunter mindestens fünf Vertreter der Anteilseigner), (ii) mindestens zwei Frauen und (iii) mindestens fünf internationale Vertreter [...]. Diesen Mindestzielen entspricht die Zusammensetzung des Aufsichtsrats bereits jetzt. Sie sollen auch in Zukunft jederzeit verwirklicht werden." Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht auch weiterhin diesen Zielen. Der Aufsichtsrat ist insbesondere der Auffassung, dass derzeit alle seiner zwölf Mitglieder als unabhängig im Sinne der Empfehlung in Nummer 5.4.2 DCGK anzusehen sind. Der Aufsichtsrat beachtet außerdem die in seiner Geschäftsordnung festgesetzte Altersgrenze, wonach als Mitglied des Aufsichtsrats in der Regel nur eine Person vorgeschlagen werden soll, die nicht älter als 69 Jahre ist. Abweichungen hiervon sind in begründeten Ausnahmefällen jedoch möglich. Im Aufsichtsrat sind derzeit zwei Frauen (16,7 Prozent) und zehn Männer (83,3 Prozent), hiervon alle (100 Prozent) in der Altersgruppe über 50 Jahre. Der Aufsichtsrat wird dieses Anforderungsprofil und diese Ziele bei seinen künftigen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen; dabei wird er auch die persönlichen und geschäftlichen Beziehungen eines jeden Kandidaten zum Unternehmen, den Organen der Gesellschaft und/oder einem wesentlich an der Gesellschaft beteiligten Aktionär insoweit offenlegen, als die entsprechenden Umstände nach der Einschätzung des Aufsichtsrats von einem objektiv urteilenden Aktionär als maßgebend für seine Wahlentscheidung angesehen würden. Entsprechendes gilt für den Nominierungsausschuss, soweit er das Votum des Aufsichtsrats vorbereitet. Der Aufsichtsrat empfiehlt seinen von den Arbeitnehmern gewählten Mitgliedern, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach Kräften um eine Berücksichtigung des Anforderungsprofils und der Ziele im Hinblick auf die von den zuständigen Gremien der Arbeitnehmer zu machenden Wahlvorschläge zu bemühen. Außerdem empfiehlt der Aufsichtsrat eine Berücksichtigung der Ziele auch denjenigen seiner Mitglieder, die einen Antrag auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds stellen. Aufsichtsratsausschüsse Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sieht die Bildung von drei Ausschüssen vor. Dies sind der Vermittlungsausschuss, der Präsidialausschuss und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss. Daneben hat der Aufsichtsrat einen Strategie- und Technologieausschuss und den vom DCGK vorgesehenen Nominierungsausschuss eingerichtet. Alle Aufsichtsratsausschüsse - mit Ausnahme des lediglich von Anteilseignervertretern besetzten Nominierungsausschusses - sind paritätisch besetzt. Der Vermittlungsausschuss, dem der Vorsitzende des Aufsichtsrats, sein Stellvertreter und je ein Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer angehören, unterbreitet dem Aufsichtsrat konkrete Vorschläge für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, wenn im ersten Wahlgang die für eine Bestellung erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder nicht erreicht wird. Der Präsidialausschuss, dem der Vorsitzende des Aufsichtsrats, sein Stellvertreter und je ein Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer angehören, bereitet unter anderem die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Entscheidung des Aufsichtsratsplenums über die Vorstandsvergütung vor. Weiter ist er für den Abschluss, die Änderung und die Beendigung der Verträge mit Vorstandsmitgliedern zuständig, soweit nicht die Bezüge betroffen sind. Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss (Prüfungsausschuss) besteht aus dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, seinem Stellvertreter und je einem weiteren Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer. Der Vorsitzende des Ausschusses, Herr Dr. Eckart Sünner, verfügt unter anderem aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Vorsitzender des Prüfungsausschusses eines anderen DAX-Konzerns über besonderen Sachverstand und langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Rechnungslegung. Er qualifiziert sich damit als unabhängiger Finanzexperte im Sinne des § 100 Abs. 5 AktG. Der Prüfungsausschuss überwacht den Rechnungslegungsprozess, erörtert und prüft den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss sowie die Halbjahres- und Quartalsfinanzberichte. Auf der Grundlage des Berichts des Abschlussprüfers macht der Ausschuss Vorschläge zur Billigung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat. Der Prüfungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Wahl des Abschlussprüfers, erteilt den Prüfungsauftrag für den Jahres- und Konzernabschluss sowie für die prüferische Durchsicht der Zwischenfinanzberichte an den von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer, legt gemeinsam mit dem Abschlussprüfer die Prüfungsschwerpunkte fest und ist für die Festsetzung der Vergütung des Abschlussprüfers zuständig. Darüber hinaus überwacht der Prüfungsausschuss unter anderem die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems. Dazu kann er sich direkt an alle Mitarbeiter des Unternehmens wenden und auch externe Hilfe in Anspruch nehmen. Die interne Revision berichtet jährlich an den Prüfungsausschuss, der einen Prüfungsplan und Prüfungsschwerpunkte festlegen kann. Der Prüfungsausschuss ist ferner zuständig für die Erörterung von Compliance-Fragen. Der Vorstand beziehungsweise der Corporate Compliance Officer erstatten dem Prüfungsausschuss regelmäßig Bericht über Struktur und Arbeit der Compliance-Organisation und informieren über auftretende Compliance-Fälle. Der Strategie- und Technologieausschuss, dem je drei Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer angehören, beschäftigt sich mit der Geschäftsstrategie und wichtigen Technologiefragen. Der Nominierungsausschuss, dem der Vorsitzende des Aufsichtsrats und zwei weitere Vertreter der Anteilseigner angehören, schlägt dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vor. Alle Ausschüsse berichten dem Aufsichtsrat regelmäßig umfassend über ihre Arbeit. Weitere Angaben zur Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie zu ihrer personellen Zusammensetzung finden sich im Konzernanhang unter Nr. 36 sowie im Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung. Vermeidung von Interessenkonflikten Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats legen etwaige Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat unverzüglich offen. Im Geschäftsjahr 2014 sind bei Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats keine Interessenkonflikte aufgetreten. Der Deutsche Corporate Governance Kodex verlangt vor der Übernahme externer Aufsichtsratsmandate durch Mitglieder des Vorstands die Zustimmung des Aufsichtsrats. Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat der Übernahme eines Aufsichtsratsmandats durch Herrn Mittal bei der tesa SE zugestimmt. Wesentliche Geschäfte zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands oder ihnen nahestehenden Personen bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dies gilt auch für Berater- und sonstige Dienstleistungs- oder Werkverträge eines Aufsichtsratsmitglieds mit der Gesellschaft. Im November 2010 hat der Aufsichtsrat vorsorglich einem mehrjährigen Vertrag zwischen der Gesellschaft und der TU München (Lehrstuhl für Technische Elektronik von Frau Prof. Dr. Schmitt-Landsiedel) über die Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zum Thema "Sensing für Automotive" zugestimmt; dieser Vertrag ist am 30. September 2013 ausgelaufen. Die Gesellschaft befindet sich derzeit in Verhandlungen mit der TU München über eine Fortsetzung des Vertrags; der Aufsichtsrat hat einer Fortführung der Zusammenarbeit mit der TU München bereits im Grundsatz zugestimmt. Herr Dr. Sünner ist seit 2011 Of Counsel der Anwaltskanzlei Allen & Overy. Die Gesellschaft hat in der Vergangenheit in Einzelfällen Allen & Overy mandatiert, wurde dabei aber nie von Herrn Dr. Sünner persönlich beraten. Zudem ist Herr Dr. Sünner weder direkt noch indirekt an den Honoraren aus diesen Mandaten beteiligt. Ein potenzieller Interessenkonflikt ist damit nicht gegeben. Anteilsbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat Der Anteilsbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an der Infineon Technologies AG betrug zum 30. September 2014 weniger als 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Informationen über die Zusammensetzung des Vorstands, des Aufsichtsrats sowie der Ausschüsse des Aufsichtsrats finden sich im Konzernanhang unter Nr. 36. VERGÜTUNGSBERICHT Der Vergütungsbericht ist integrierter Bestandteil des Lageberichts und erläutert entsprechend den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 24. Juni 2014 die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG sowie die Vergütung der einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Die transparente und verständliche Berichterstattung hierüber stellt für Infineon ein wesentliches Element guter Corporate Governance dar. Vergütung des Vorstands Vergütungssystem Das Vergütungssystem für den Vorstand wird - ebenso wie die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder - vom Aufsichtsratsplenum auf Vorschlag des Präsidialausschusses festgelegt und regelmäßig überprüft. Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands soll sich an der üblichen Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen im In- und Ausland sowie an der wirtschaftlichen Lage und den Zukunftsaussichten des Unternehmens orientieren. Zusätzlich sollen die Aufgaben und Leistungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds und das Gehaltsgefüge innerhalb des Unternehmens berücksichtigt werden. Hierfür ist das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft des Unternehmens insgesamt, auch in der zeitlichen Entwicklung, zu beachten. Die Vergütungsstruktur ist auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten. Die Vergütung soll schließlich so bemessen sein, dass sie im nationalen und internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit Anreize für eine engagierte und erfolgreiche Arbeit in einem dynamischen Umfeld bietet. Im Geschäftsjahr 2014 fand die turnusmäßige Überprüfung des Vergütungssystems für den Vorstand durch einen unabhängigen externen Vergütungsexperten statt. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass das Vergütungssystem den aktienrechtlichen Anforderungen entspricht. Einzelheiten zur Überprüfung des Vorstandsvergütungssystems siehe nachfolgender Abschnitt "Überprüfung der Vorstandsvergütung; Veränderungen der individuellen Vorstandsverträge". Bestandteile des Vergütungssystems für den Vorstand Die Vorstandsmitglieder erhalten als Vergütung für ihre Tätigkeit ein Jahreseinkommen, das sich - basierend auf einer 100-prozentigen Zielerreichung - zu circa 45 Prozent aus einer fixen Vergütung und zu circa 55 Prozent aus variablen Vergütungsbestandteilen zusammensetzt: ― Fixe Vergütung: Die fixe Vergütung besteht aus einem fest vereinbarten, erfolgsunabhängigen Jahresgrundgehalt, das in zwölf gleichen monatlichen Raten gezahlt wird. ― Variable (= erfolgsbezogene) Vergütung: Die variable Vergütung ist aufgeteilt in drei Komponenten und besteht aus einem Jahresbonus (Short Term Incentive), einem Mehrjahresbonus (Mid Term Incentive) sowie einer langfristigen variablen Vergütung (Long Term Incentive). Der Short Term Incentive (STI) soll im Einklang mit der kurzfristigen Unternehmensentwicklung die Leistung im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr belohnen. Der STI entspricht (bei einer angenommenen Zielerreichung von 100 Prozent) circa 20 Prozent des Zieljahreseinkommens. Er wird vom Aufsichtsrat in einem zweistufigen Verfahren festgelegt: (i) Zunächst werden zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres einheitlich für alle Vorstände Zielfunktionen hinsichtlich der beiden für die Gesellschaft maßgeblichen Erfolgsgrößen "Free-Cash-Flow" und "Return on Capital Employed" (RoCE) definiert. Im Sinne einer einheitlichen Unternehmenssteuerung sind die gleichen Erfolgsgrößen - ergänzt um das Segmentergebnis - auch für die variablen Vergütungsbestandteile (Bonuszahlungen) der Führungskräfte und Mitarbeiter des Unternehmens maßgeblich. Für die Bemessung des STI sind beide Erfolgsgrößen gleichwertig; sie werden im Kapitel "Unternehmensinternes Steuerungssystem" näher beschrieben. (ii) Nach Ablauf des Geschäftsjahres werden in Abhängigkeit von der tatsächlichen Zielerreichung für Free-Cash-Flow und RoCE vom Aufsichtsrat der konkrete Zielerreichungsgrad und der sich daraus ergebende STI-Betrag festgestellt. Ein STI wird nur gezahlt, wenn auf Basis des festgestellten Jahresabschlusses bei beiden Erfolgsgrößen (Free-Cash-Flow, RoCE) ein Schwellenwert von jeweils mindestens 50 Prozent der vereinbarten Zielfunktion erreicht wird. Wird eines der beiden Mindestziele verfehlt, entfällt eine STI-Zahlung für das betreffende Geschäftsjahr. Bei Überschreiten der Schwellenwerte wird das arithmetische Mittel der beiden Zielerreichungsgrade gebildet. Aus der so errechneten Prozentzahl ergibt sich der konkrete STI-Auszahlungsbetrag. Dabei gilt jedoch eine Begrenzung (Cap) von 250 Prozent, das heißt, es wird unabhängig vom erreichten Zielerreichungsgrad maximal das Zweieinhalbfache des Ziel-STI (= 100 Prozent) ausgezahlt. Der Aufsichtsrat kann den jeweiligen Auszahlungsbetrag in Abhängigkeit von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen nach seinem billigen Ermessen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren, wobei das Limit für eine Anpassung nach unten bei dem sich aus einer 50-prozentigen Zielerreichung ergebenden Auszahlungsbetrag, für eine Anpassung nach oben beim Cap (250 Prozent) liegt. Beginnt oder endet das Amt als Vorstand während des Geschäftsjahres, wird der STI-Anspruch auf Monatsbasis zeitanteilig gequotelt (1/12 für jeden angefangenen Monat). Der Anspruch auf einen STI-Bonus für das Geschäftsjahr des Ausscheidens entfällt bei Amtsniederlegung oder Eigenkündigung sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied aus wichtigem Grund gekündigt wird. Der Mid Term Incentive (MTI) soll im Einklang mit der mittelfristigen Unternehmensentwicklung eine nachhaltige Leistung des Vorstands belohnen. Der MTI stellt zusammen mit dem Long Term Incentive sicher, dass die Vergütungsstruktur für den Vorstand - wie das Aktiengesetz dies fordert - auf eine "nachhaltige Unternehmensentwicklung" ausgerichtet ist. Bei einer angenommenen Zielerreichung von 100 Prozent entspricht der MTI circa 20 Prozent des Zieljahreseinkommens. Jedes Geschäftsjahr beginnt eine neue MTI-Tranche zu laufen. Jede Tranche hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird am Ende der Laufzeit in bar ausgezahlt. Die Höhe der Auszahlung hängt von den während des Dreijahreszeitraums jeweils erzielten Ergebnissen für RoCE und Free-Cash-Flow ab. Dabei entsprechen die Zielwerte für RoCE und Free-Cash-Flow für die einzelnen Jahre einer MTI-Tranche den jährlich vorab festgelegten STI-Zielen. Pro Jahr eines jeden Dreijahreszeitraums müssen für das RoCE- und das Free-Cash-Flow-Ziel jeweils mindestens 50 Prozent der vereinbarten Zielfunktion erreicht werden, andernfalls liegt die für den MTI maßgebliche Zielerreichung für beide Zielgrößen für das betreffende Jahr bei null. Bei Überschreiten der Schwellenwerte gilt für den MTI des betreffenden Geschäftsjahres der für den STI ermittelte Zielerreichungsgrad. Für die Berechnung des nach Ablauf des Dreijahreszeitraums zu zahlenden MTI ist der arithmetische Durchschnitt der drei jährlichen Zielerreichungsgrade zu bilden. Dabei kommt es - anders als beim STI - auch dann zu einer Auszahlung des MTI, wenn der durchschnittliche Zielerreichungsgrad für den Dreijahreszeitraum unter dem Schwellenwert von 50 Prozent liegt. Nach oben gilt eine Begrenzung (Cap) von 200 Prozent, das heißt, es wird unabhängig vom tatsächlichen Zielerreichungsgrad maximal das Zweifache des Ziel-MTI (= 100 Prozent) ausgezahlt. Der Aufsichtsrat kann den MTI-Auszahlungsbetrag nach seinem billigen Ermessen in Abhängigkeit von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren. Als Orientierungspunkt für eine solche Ermessensausübung zieht der Aufsichtsrat unter anderem heran, inwieweit die vom Aufsichtsrat jährlich - ausschließlich für diesen Zweck - festgelegten Dreijahresziele für Umsatzwachstum und Segmentergebnis erreicht wurden. Anders als für den STI gilt für die Ermessensanpassung durch den Aufsichtsrat keine Untergrenze; die Obergrenze bildet jedoch in jedem Fall das Cap (200 Prozent). Im Fall des unterjährigen Amtsantritts wird die MTI-Tranche zeitanteilig gequotelt (1/36 für jeden angefangenen Monat einer vollständigen MTI-Tranche). Für den Fall des Ausscheidens ist sichergestellt, dass das Vorstandsmitglied höchstens die seiner Amtszeit entsprechende Anzahl an MTI-Tranchen verdienen kann. Bereits begonnene MTI-Tranchen verfallen ersatzlos, wenn Vorstandsmandat oder Dienstverhältnis außerplanmäßig beendet werden, etwa bei Amtsniederlegung oder Eigenkündigung sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied aus wichtigem Grund gekündigt wird. Der Long Term Incentive (LTI) soll eine langfristige und - wie der MTI - nachhaltige Leistung der Vorstandsmitglieder belohnen und einen Gleichlauf mit dem Interesse der Aktionäre an einer positiven Entwicklung des Aktienkurses sicherstellen. Der LTI entspricht (bei einer angenommenen Zielerreichung von 100 Prozent) circa 15 Prozent des Zieljahreseinkommens eines jeden Vorstandsmitglieds. Seit dem Geschäftsjahr 2014 wird der LTI erstmals in Form eines sogenannten Performance Share-Plans gewährt. Der neue LTI kommt nicht nur für die Vorstandsmitglieder, sondern - mit geringfügigen, sachlich bedingten Abweichungen - auch für Führungskräfte und ausgewählte Mitarbeiter des Unternehmens weltweit zum Einsatz. Die - zunächst noch vorläufige - Zuteilung der (virtuellen) Performance Shares erfolgt jeweils zum 1. Oktober eines jeden Geschäftsjahres für das an diesem Tag beginnende Geschäftsjahr. So wurden am 1. Oktober 2013 erstmals für das an diesem Tag beginnende Geschäftsjahr 2014 Performance Shares ausgegeben. Zugeteilt werden Performance Shares im Umfang des vertraglich vereinbarten LTI-Zuteilungsbetrags in Euro. Die Anzahl der Performance Shares ergibt sich aus der Division des LTI-Zuteilungsbetrags durch den Durchschnittskurs der Infineon-Aktie (Xetra-Schlusskurs) in den letzten neun Monaten vor dem Zuteilungstag. Voraussetzungen für die endgültige Zuteilung der - auch dann noch virtuellen - Performance Shares sind ein Eigeninvestment des Vorstandsmitglieds in Infineon-Aktien in Höhe von 25 Prozent seines individuellen LTI-Zuteilungsbetrags und der Ablauf einer vierjährigen, sowohl für das Eigeninvestment als auch die Performance Shares geltenden Haltefrist. 50 Prozent der Performance Shares sind zudem erfolgsabhängig; sie werden nur dann endgültig zugeteilt, wenn sich die Infineon-Aktie zwischen dem Tag der vorläufigen Zuteilung der Performance Shares und dem Ende der Haltefrist besser als der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) entwickelt. Sind am Ende der Haltefrist die Bedingungen für eine endgültige Zuteilung von Performance Shares - entweder sämtlicher oder nur der nicht erfolgsabhängigen Shares - erfüllt, erwirbt das Vorstandsmitglied einen Anspruch gegen die Gesellschaft auf Übertragung der entsprechenden Anzahl (realer) Infineon-Aktien; Performance Shares, die das Erfolgsziel nicht erreicht haben, verfallen ersatzlos. Der Wert der dem Vorstandsmitglied je LTI-Tranche endgültig zugeteilten Performance Shares darf 250 Prozent des jeweiligen LTI-Zuteilungsbetrags nicht übersteigen; oberhalb dieser Grenze erlöschen die Performance Shares (Cap). Maßgeblich für die Wertberechnung im Rahmen des Cap ist der Schlusskurs der Infineon-Aktie im Xetra-Handel am Ende der Haltefrist; der Zeitpunkt der Übertragung der Infineon-Aktien spielt dafür keine Rolle. Die Übertragung der Infineon-Aktien erfolgt in ein Depot des Vorstandsmitglieds. Über die übertragenen Aktien kann das Vorstandsmitglied anschließend frei verfügen. Das Gleiche gilt für die als Eigeninvestment erworbenen Infineon-Aktien nach dem Ablauf der Haltefrist. Der Aufsichtsrat hat das Recht, dem Vorstandsmitglied nach der Wartezeit statt der Übertragung von Infineon-Aktien einen Ausgleich in Geld zu leisten. Scheidet das Vorstandsmitglied während der ersten zwei Jahre der Haltefrist der Performance Shares einer LTI-Tranche aus dem Dienst aus, verfallen diese ersatzlos, es sei denn, das Ausscheiden erfolgt aufgrund Erreichens der vertraglich festgelegten Altersgrenze. Für die Eigeninvestment-Aktien endet die Haltefrist mit dem Ausscheiden; über sie kann das Vorstandsmitglied anschließend frei verfügen. Scheidet das Vorstandsmitglied später aus - außer bei Amtsniederlegung oder Eigenkündigung sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied aus wichtigem Grund gekündigt wird -, läuft die LTI-Tranche (einschließlich des Eigeninvestments) unverändert weiter. Das Vorstandsmitglied wird insoweit in jeder Hinsicht so behandelt, als ob es weiter im Amt geblieben wäre; eine zeitanteilige Kürzung aufgrund des vorzeitigen Ausscheidens findet nicht statt. Ist die Bereitstellung eines LTI in ausreichender Höhe auf Basis des Performance Share-Plans nicht möglich oder vom Aufsichtsrat nicht gewünscht, ist der Aufsichtsrat verpflichtet, geeignete andere LTI-Instrumente mit einem entsprechenden Wert festzusetzen. Vor der Einführung des Performance Share-Plans hat die Gesellschaft als LTI einen von der Hauptversammlung 2010 beschlossenen Aktienoptionsplan ("Aktienoptionsplan 2010") unterhalten. Auf dieser Grundlage hat der Aufsichtsrat den Vorstandsmitgliedern jährlich - letztmals im Geschäftsjahr 2013 - eine Tranche von Aktienoptionen zugeteilt, die in ihrem Wert dem auf den LTI entfallenden Anteil am Zieljahreseinkommen entsprach. Die gewährten Aktienoptionen unterliegen grundsätzlich den für die Mitarbeiter geltenden Planbedingungen. Danach gelten auch für sie eine vierjährige Warte- und eine daran anschließende dreijährige Ausübungsfrist sowie ein absolutes (Kurssteigerung der Infineon-Aktie um mindestens 20 Prozent) und ein relatives Erfolgsziel (vergleichsweise bessere Entwicklung der Infineon-Aktie als der SOX während eines bestimmten Zeitraums). Beläuft sich der Gewinn aus ausgeübten Aktienoptionen auf mehr als 250 Prozent des auf den LTI des betreffenden Jahres entfallenden Jahreseinkommens (Cap), so verfallen die Optionen in Höhe des übersteigenden Teils. Schließlich hat der Aufsichtsrat die Möglichkeit, unter anderem bei besonderen Leistungen des Vorstands eine Sonderleistung zu gewähren. Sie ist jedoch wertmäßig auf maximal 30 Prozent der fixen Vergütung des Vorstandsmitglieds beschränkt. Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2014 nach DRS 17 Gesamtvergütung Die den Mitgliedern des Vorstands gewährte Gesamtvergütung nach DRS 17 sowie die Bezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder - ebenfalls dargestellt nach DRS 17 - sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: scroll in € Dr. Reinhard Ploss Vorsitzender des Vorstands Dominik Asam Finanzvorstand Arunjai Mittal Mitglied des Vorstands 2014 2013 2014 2013 2014 2013 Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 945.000 945.000 685.000 685.000 685.000 685.000 Nebenleistungen1 35.909 14.192 40.927 22.624 26.260 12.224 Summe fixe Vergütung 980.909 959.192 725.927 707.624 711.260 697.224 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 525.000 362.880 385.000 266.112 385.000 266.112 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI) Rückstellung für die Tranche 2011 - 2013 - 98.632 - 117.505 - - Rückstellung für die Tranche 2012 - 2014 128.333 98.663 128.333 98.663 128.333 98.663 Rückstellung für die Tranche 2013 - 2015 175.000 134.540 128.333 98.663 128.333 98.663 Rückstellung für die Tranche 2014 - 2016 175.000 - 128.333 - 128.333 - Long Term Incentive (LTI) Aktienoptionsplan 20102 - 178.125 - 124.404 - 125.309 Performance Share-Plan3 247.426 - 172.806 - 172.806 - Summe variable Vergütung 1.250.759 872.840 942.805 705.347 942.805 588.747 Gesamtvergütung 2.231.668 1.832.032 1.668.732 1.412.971 1.654.065 1.285.971 scroll in € Gesamt 2014 2013 Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 2.315.000 2.315.000 Nebenleistungen1 103.096 49.040 Summe fixe Vergütung 2.418.096 2.364.040 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 1.295.000 895.104 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI) Rückstellung für die Tranche 2011 - 2013 - 216.137 Rückstellung für die Tranche 2012 - 2014 384.999 295.989 Rückstellung für die Tranche 2013 - 2015 431.666 331.866 Rückstellung für die Tranche 2014 - 2016 431.666 - Long Term Incentive (LTI) Aktienoptionsplan 20102 - 427.838 Performance Share-Plan3 593.038 - Summe variable Vergütung 3.136.369 2.166.934 Gesamtvergütung 5.554.465 4.530.974 1 In der Zeile "Nebenleistungen" aufgeführte Vergütungsbestandteile umfassen insbesondere geldwerte Vorteile aus der Bereitstellung von Dienstwagen sowie zugunsten der Vorstandsmitglieder für den Todesfall und den Fall der Invalidität gezahlte Versicherungsentgelte. 2 Die Werte für die im Geschäftsjahr 2013 aktiven Vorstandsmitglieder Dr. Ploss, Asam und Mittal basieren auf einem beizulegenden Zeitwert je Option in Höhe von €0,95, der unter Berücksichtigung des wertmindernden Cap mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde. 3 Die Werte für die im Geschäftsjahr 2014 aktiven Vorstandsmitglieder Dr. Ploss, Asam und Mittal basieren auf einem beizulegenden Zeitwert je Performance Share in Höhe von €5,20, der unter Berücksichtigung des wertmindernden Cap mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde. Die Mitglieder des Vorstands haben weder im Geschäftsjahr 2014 noch im Geschäftsjahr 2013 vom Unternehmen Kredite erhalten. Die Mitglieder des Vorstands haben weder im Geschäftsjahr 2014 noch im Geschäftsjahr 2013 Leistungen von Dritten erhalten, die ihnen im Hinblick auf ihre Tätigkeit als Vorstand zugesagt oder gewährt worden sind. Aktienbasierte Vergütung Wie unter "Vergütung des Vorstands" beschrieben, wurde der den Vorstandsmitgliedern vertraglich zustehende LTI 2014 erstmals in Form sogenannter Performance Shares gewährt. Der für die Anzahl der gewährten Performance Shares maßgebliche Durchschnittskurs der Infineon-Aktie für das Geschäftsjahr 2014 betrug €6,62. Pro Performance Share wurde für das Geschäftsjahr 2014 ein beizulegender Zeitwert von €5,20 zugrunde gelegt. Darin ist unter anderem das Cap von 250 Prozent des LTI-Zuteilungsbetrags berücksichtigt. Bezüglich der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verweisen wir auf den Konzernanhang unter Nr. 27. Im (und für das) Vorjahr sind letztmals Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2010 an die Mitglieder des Vorstands ausgegeben worden. Maßgeblich für die Berechnung der zuzuteilenden Anzahl an Aktienoptionen war deren beizulegender Zeitwert. Dabei wurde auf den beizulegenden Zeitwert der Aktienoptionen ohne Berücksichtigung des für sie geltenden Cap abgestellt. Dieser Wert entsprach dem beizulegenden Zeitwert der übrigen im Rahmen des Aktienoptionsplans 2010 von der Gesellschaft an die Mitarbeiter - allerdings ohne Cap - gewährten Optionen. Für die Aktienoptionen gilt ein Ausübungs-Cap von 250 Prozent ihres beizulegenden Zeitwerts zum Gewährungszeitpunkt. Bei der Berechnung des Cap wurde der beizulegende Zeitwert einer Option ohne wertmindernde Begrenzung in Höhe von €1,68 zugrunde gelegt. Der nachfolgenden Tabelle sind neben den im Geschäftsjahr 2014 an die Vorstände gewährten Performance Shares auch die ihnen im Vorjahr gewährten Aktienoptionen zu entnehmen. Im Geschäftsjahr 2014 wurden wie im Vorjahr weder Aktienoptionen ausgeübt noch sind Aktienoptionen verfallen. Bezüglich der zum 1. Oktober 2014 für das Geschäftsjahr 2015 an die Vorstände gewährten Performance Shares verweisen wir auf den Konzernanhang unter Nr. 27. scroll Performance Share-Plan Aktienoptionsplan 2010 Zu Beginn des Geschäftsjahres neu gewährte virtuelle Performance Shares Zu Beginn des Geschäftsjahres ausstehende Optionen Im Geschäftsjahr gewährte Optionen Vorstandsmitglied Geschäftsjahr Anzahl Beizulegender Zeitwert bei Gewährung in € Anzahl Anzahl Beizulegender Zeitwert bei Gewährung in € Dr. Reinhard Ploss (Vorsitzender des Vorstands) 2014 47.582 247.426 433.214 - - 2013 - - 245.714 187.500 178.125 Dominik Asam 2014 33.232 172.806 350.952 - - 2013 - - 220.000 130.952 124.404 Arunjai Mittal1 2014 33.232 172.806 229.167 - - 2013 - - - 229.167 217.709 Gesamt 2014 114.046 593.038 1.013.333 - - 2013 - - 465.714 547.619 520.238 scroll Aktienoptionsplan 2010 Vorstandsmitglied Am Ende des Geschäftsjahres ausstehende Optionen Anzahl Im Geschäftsjahr verfallene Optionen Anzahl Am Ende des Geschäftsjahres ausübbare Optionen Anzahl Gesamtaufwand für aktienbasierte Vergütung in € Dr. Reinhard Ploss (Vorsitzender des Vorstands) 433.214 - - 200.285 433.214 - - 70.766 Dominik Asam 350.952 - - 141.089 350.952 - - 50.631 Arunjai Mittal1 229.167 - - 121.403 229.167 - - 27.904 Gesamt 1.013.333 - - 462.777 1.013.333 - - 149.301 1 Gemäß der zwischen Herrn Mittal und der Gesellschaft getroffenen Vereinbarung sind die ihm als LTI für das Geschäftsjahr 2012 zeitanteilig zustehenden Aktienoptionen erst im Geschäftsjahr 2013 zugeteilt worden. Entsprechend entfallen 98.215 der Herrn Mittal im Geschäftsjahr 2013 insgesamt gewährten Aktienoptionen (beizulegender Zeitwert bei Gewährung €92.400) auf den LTI 2012. Sonderleistungen Sonderleistungen wurden den Vorstandsmitgliedern im Geschäftsjahr 2014 vom Aufsichtsrat nicht gewährt. Sonstige Zusagen Die Gesellschaft hat bereits im Geschäftsjahr 2009 mit jedem der damals amtierenden Vorstandsmitglieder eine sogenannte Erstattungsvereinbarung abgeschlossen; von den derzeit aktiven Vorstandsmitgliedern ist nur Herr Dr. Ploss von der Vereinbarung betroffen. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Gesellschaft, soweit rechtlich zulässig, alle Kosten und Auslagen erstattet, die von dem jeweiligen Vorstandsmitglied im Zusammenhang mit gerichtlichen, behördlichen, regulatorischen oder parlamentarischen Verfahren und Untersuchungen sowie Schiedsverfahren aufgewendet werden, an denen das Vorstandsmitglied aufgrund seiner Vorstandstätigkeit für die Gesellschaft beteiligt ist. Eine Kostenerstattung ist aber insbesondere dann ausgeschlossen, wenn das Verfahren eine Handlung oder Unterlassung zum Gegenstand hat, mit welcher das Vorstandsmitglied seine Sorgfaltspflichten im Sinne des § 93 Abs. 2 AktG schuldhaft verletzt hat. Im Geschäftsjahr 2014 sind von der Gesellschaft unter der Erstattungsvereinbarung keine Leistungen erbracht worden. Vorstandsvergütung im Geschäftsjahr 2014 nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex Der DCGK empfiehlt, einzelne Vergütungskomponenten für jedes Vorstandsmitglied nach bestimmten Kriterien individuell offenzulegen. Er empfiehlt weiter, für deren - teils vom DRS 17 abweichende - Darstellung die dem DCGK beigefügten Mustertabellen zu verwenden. Obwohl Infineon erst im Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2015 zur Anwendung der Mustertabellen verpflichtet ist, um den Anforderungen des DCGK zu genügen, wird aus Gründen besserer Vergleichbarkeit mit anderen Gesellschaften bereits im vorliegenden Vergütungsbericht von ihnen Gebrauch gemacht. Gewährte Zuwendungen gemäß DCGK In der nachfolgenden Tabelle werden die für die Geschäftsjahre 2013 und 2014 gewährten Zuwendungen einschließlich der Nebenleistungen sowie die im Geschäftsjahr 2014 erreichbaren Minimal- und Maximalvergütungen dargestellt. Abweichend zur Darstellung der Gesamtvergütung nach DRS 17 ist der STI den Anforderungen des DCGK entsprechend mit dem Zielwert, das heißt dem Wert, der bei einer Zielerreichung von 100 Prozent an den Vorstand gewährt wird, anzugeben. Der MTI ist, anders als nach DRS 17, bereits im Zeitpunkt der Zusage mit dem Zielwert eines "mittleren Wahrscheinlichkeitsszenarios" anzugeben. Infineon geht dabei von einer Zielerreichung von 100 Prozent aus. Des Weiteren ist der Versorgungsaufwand, das heißt der Dienstzeitaufwand nach IAS 19 (siehe Abschnitt "Zusagen an den Vorstand für den Fall einer Beendigung der Tätigkeit"), in die Gesamtvergütung nach DCGK einzurechnen. Die den einzelnen Mitgliedern des Vorstands nach DCGK gewährten Zuwendungen (Gesamtvergütung und Vergütungsbestandteile) sowie die Minimal- und Maximalvergütungen sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: scroll in € Dr. Reinhard Ploss Vorsitzender des Vorstands Dominik Asam Finanzvorstand 2014 2013 2014 (Min.) 2014 (Max.) 2014 2013 Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 945.000 945.000 945.000 945.000 685.000 685.000 Nebenleistungen 35.909 14.192 35.909 35.909 40.927 22.624 Summe fixe Vergütung 980.909 959.192 980.909 980.909 725.927 707.624 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 420.000 420.000 - 1.050.000 308.000 308.000 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI) Tranche 2013 - 2015 - 420.000 - - - 308.000 Tranche 2014 - 2016 420.000 - - 840.000 308.000 - Long Term Incentive (LTI) Aktienoptionsplan 2010 - 178.125 - - - 124.404 Performance Share-Plan1 247.426 - 123.713 787.500 172.806 - Summe variable Vergütung 1.087.426 1.018.125 123.713 2.677.500 788.806 740.404 Versorgungsaufwand 149.601 148.302 149.601 149.601 192.780 211.352 Gesamtvergütung (DCGK) 2.217.936 2.125.619 1.254.223 3.808.010 1.707.513 1.659.380 scroll in € Dominik Asam Finanzvorstand Arunjai Mittal Mitglied des Vorstands 2014 (Min.) 2014 (Max.) 2014 2013 2014 (Min.) 2014 (Max.) Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 685.000 685.000 685.000 685.000 685.000 685.000 Nebenleistungen 40.927 40.927 26.260 12.224 26.260 26.260 Summe fixe Vergütung 725.927 725.927 711.260 697.224 711.260 711.260 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) - 770.000 308.000 308.000 - 770.000 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI) Tranche 2013 - 2015 - - - 308.000 - - Tranche 2014 - 2016 - 616.000 308.000 - - 616.000 Long Term Incentive (LTI) Aktienoptionsplan 2010 - - - 125.309 - - Performance Share-Plan1 86.403 550.000 172.806 - 86.403 550.000 Summe variable Vergütung 86.403 1.936.000 788.806 741.309 86.403 1.936.000 Versorgungsaufwand 192.780 192.780 159.627 164.978 159.627 159.627 Gesamtvergütung (DCGK) 1.005.110 2.854.707 1.659.693 1.603.511 957.290 2.806.887 1 Die Werte für die im Geschäftsjahr 2014 aktiven Vorstandsmitglieder Dr. Ploss, Asam und Mittal basieren auf einem beizulegenden Zeitwert je Performance Share in Höhe von €5,20, der unter Berücksichtigung des wertmindernden Cap mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde. Zufluss gemäß DCGK Da die den Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr gewährte Vergütung teilweise nicht mit einer Zahlung in dem jeweiligen Geschäftsjahr einhergeht, wird - in Übereinstimmung mit der entsprechenden Empfehlung des DCGK - in einer gesonderten Tabelle dargestellt, in welcher Höhe ihnen für das Geschäftsjahr 2014 Mittel zufließen. Entsprechend den Empfehlungen des DCGK sind die fixe Vergütung sowie der STI als Zufluss für das jeweilige Geschäftsjahr anzugeben. Der MTI ist gemäß den Empfehlungen des DCGK in dem Geschäftsjahr als Zufluss zu zeigen, in dem die Planlaufzeit der jeweiligen MTI-Tranche endet. Neben der für 2014 gewährten fixen Vergütung und dem STI ist dem Vorstand für das Geschäftsjahr 2014 die MTI-Tranche 2012 - 2014 zugeflossen. Aktienbasierte Vergütungen gelten gemäß DCGK zu dem nach deutschem Steuerrecht maßgeblichen Zeitpunkt und Wert als zugeflossen. Dem Vorstand sind weder im Geschäftsjahr 2014 noch in 2013 aktienbasierte Vergütungen zugeflossen. Den Empfehlungen des DCGK folgend, entspricht der Versorgungsaufwand im Sinne des Dienstzeitaufwands nach IAS 19 bei den Angaben zum Zufluss den gewährten Beträgen (siehe vorhergehende Tabelle), obwohl er keinen tatsächlichen Zufluss im engeren Sinne darstellt. Die den einzelnen Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr 2014 nach dem DCGK zugeflossene Gesamtvergütung ist - aufgegliedert in ihre jeweiligen Bestandteile - der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen: scroll in € Dr. Reinhard Ploss Vorsitzender des Vorstands Dominik Asam Finanzvorstand Arunjai Mittal Mitglied des Vorstands 2014 2013 2014 2013 2014 2013 Fixe Vergütung Jahresgrundgehalt 945.000 945.000 685.000 685.000 685.000 685.000 Nebenleistungen 35.909 14.192 40.927 22.624 26.260 12.224 Summe fixe Vergütung 980.909 959.192 725.927 707.624 711.260 697.224 Variable Vergütung Einjährige variable Vergütung (STI) 525.000 362.880 385.000 266.112 385.000 266.112 Mehrjährige variable Vergütung Mid Term Incentive (MTI) Tranche 2011 - 20131 - 421.344 - 386.232 - - Tranche 2012 - 2014 333.872 - 333.872 - 306.049 - Long Term Incentive (LTI) Aktienoptionsplan 2010 - - - - - - Performance Share-Plan - - - - - - Summe variable Vergütung 858.872 784.224 718.872 652.344 691.049 266.112 Versorgungsaufwand 149.601 148.302 192.780 211.352 159.627 164.978 Gesamtvergütung (DCGK) 1.989.382 1.891.718 1.637.579 1.571.320 1.561.936 1.128.314 1 Herr Mittal partizipierte nicht an der MTI-Tranche 2011 - 2013, da er erst am 1. Januar 2012 in den Vorstand berufen wurde. Zusagen an den Vorstand für den Fall einer Beendigung der Tätigkeit Versorgungszusagen und Ruhegehälter im Geschäftsjahr 2014 Den bereits vor der Verabschiedung des neuen Vorstandsvergütungssystems im Jahr 2010 aktiven Mitgliedern des Vorstands war vertraglich ein Festbetrag zur Altersversorgung zugesagt worden; hieran hat das neue Vergütungssystem nichts geändert. Dies betrifft im Geschäftsjahr 2014 allein noch Herrn Dr. Ploss, der danach die Zusage auf ein jährliches Ruhegehalt in Höhe von zurzeit €200.000 hat, das sich - bis zum Erreichen eines Maximalbetrags von €210.000 - für jedes volle Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Vorstand um €5.000 erhöht. Dieser Anspruch ist bereits vertraglich sowie auch im Rahmen der gesetzlichen Regelungen unverfallbar geworden und durch eine von der Gesellschaft finanzierte, an Herrn Dr. Ploss verpfändete Rückdeckungsversicherung abgesichert. Ab dem Zeitpunkt des Rentenzahlungsbeginns ist der Ruhegehaltsanspruch nach Maßgabe des Betriebsrentengesetzes alle drei Jahre zu überprüfen und in dem Maße zu erhöhen, wie der vom Statistischen Bundesamt festgestellte Verbraucherpreisindex prozentual gestiegen ist. Über die Anpassung ist durch den Aufsichtsrat nach billigem Ermessen zu entscheiden. Dabei sind die Belange des Versorgungsempfängers und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu berücksichtigen. Endet das Vorstandsmandat von Herrn Dr. Ploss, beginnt der Ruhegehaltsanspruch frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres. Gemäß den im neuen Vorstandsvergütungssystem berücksichtigten Empfehlungen haben die nach dessen Verabschiedung in den Vorstand berufenen Herren Asam und Mittal anstelle einer dienstzeitabhängigen Festrentenzusage eine beitragsorientierte Ruhegehaltszusage erhalten, die sich im Wesentlichen nach dem für die Infineon-Mitarbeiter geltenden Infineon-Pensionsplan richtet: Danach hat die Gesellschaft für die Begünstigten ein persönliches Versorgungskonto (Basiskonto) eingerichtet und stellt jährliche Versorgungsbeiträge zur Gutschrift hierauf bereit. Die Gesellschaft verzinst den erreichten Stand des Basiskontos jährlich bis zum Eintritt des Versorgungsfalls mit dem jeweils gültigen Höchstrechnungszins der Lebensversicherungswirtschaft (Garantiezins); zusätzlich kann sie Überschussgutschriften erteilen. Mögliche Erträge über die Garantieverzinsung hinaus werden zu 95 Prozent dem Versorgungskonto, entweder im Leistungsfall, spätestens jedoch mit Vollendung des 60. Lebensjahres, gutgeschrieben. Der im Versorgungsfall (Alter, Invalidität, Tod) erreichte Stand des Basiskontos - bei Invalidität oder Tod ergänzt um einen Anhebungsbetrag - ist das Versorgungsguthaben, das in zwölf Jahresraten, auf Antrag des Vorstandsmitglieds auch in acht Jahresraten, als Einmalkapital oder als lebenslange Rente an das Vorstandsmitglied beziehungsweise dessen Hinterbliebene ausgezahlt wird. Auch die vertraglich oder gesetzlich unverfallbaren Ansprüche von Herrn Asam und Herrn Mittal sind durch von der Gesellschaft finanzierte, an die jeweiligen Vorstandsmitglieder verpfändete Rückdeckungsversicherungen abgesichert. Unterschiede zwischen den Versorgungsregelungen von Herrn Asam und Herrn Mittal bestehen beim Initialbaustein, bei der jährlichen Dotierung des Versorgungskontos und bei der Unverfallbarkeit: Zusätzlich zu einem einmaligen und vertraglich unverfallbaren Initialbaustein im Wert von €540.000 als Ausgleich für den Verzicht auf unverfallbare Altersversorgungsansprüche im Zusammenhang mit der vorzeitigen Vertragsauflösung beim Vorarbeitgeber stellt die Gesellschaft für Herrn Asam für jedes volle Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Vorstand einen im Ermessen des Aufsichtsrats stehenden Versorgungsbeitrag von 25 bis 40 Prozent des jeweils vereinbarten Jahresgrundgehalts, also der fixen Vergütung, bereit. Für das Geschäftsjahr 2014 wurde der Versorgungsbeitrag für Herrn Asam wie im Vorjahr auf 30 Prozent seines Jahresgrundgehalts festgelegt. Dies entspricht €205.500. Die Versorgungsansprüche aus den für Herrn Asam bereitgestellten Versorgungsbeiträgen sind seit dem 31. Dezember 2013 vertraglich unverfallbar. Herr Mittal hat aus seiner früheren Beschäftigung für die Gesellschaft einen bereits seit September 2006 gesetzlich unverfallbaren Versorgungsanspruch. In seinem Vorstands-Anstellungsvertrag ist daher klargestellt, dass die danach erfolgenden Bereitstellungen zur Altersversorgung von Herrn Mittal diesen unverfallbaren Versorgungsanspruch fortführen, das heißt, ihrerseits keiner eigenen Unverfallbarkeitsregelung unterliegen. Die Gesellschaft stellt für Herrn Mittal für jedes volle Geschäftsjahr, in dem ein Dienstverhältnis als Vorstandsmitglied zur Gesellschaft besteht, einen fixen Versorgungsbeitrag von 30 Prozent des jeweils vereinbarten Jahresgrundgehalts bereit; einer erneuten Entscheidung des Aufsichtsrats über die Höhe der Zuführung bedarf es nicht. Für das Geschäftsjahr 2014 beträgt der Versorgungsbeitrag €205.500. Die für die Herren Asam und Mittal jeweils bereitgestellten Versorgungsguthaben werden - entsprechend der Regelung für die Infineon-Mitarbeiter - nach Vollendung des 67. Lebensjahres ausgezahlt, sofern das Dienstverhältnis dann bereits beendet ist. Auf Antrag kann auch eine vorzeitige Auszahlung erfolgen, soweit das Dienstverhältnis nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet. Wählen die Begünstigten im Leistungsfall die Verrentung, findet eine automatische jährliche Anpassung des Rentenbetrags nach Maßgabe des Infineon-Pensionsplans statt. Der nachfolgenden Tabelle sind neben den jährlichen Ruhegehaltsansprüchen beziehungsweise den jeweiligen Versorgungsbeiträgen die Barwerte der bisher bei Eintritt in den Ruhestand erworbenen Ansprüche und der Dienstzeitaufwand nach IFRS zu entnehmen. Gemäß IFRS wird der Dienstzeitaufwand zu Beginn eines Geschäftsjahres für das laufende Geschäftsjahr ermittelt. Ruhegehaltsansprüche scroll in € Vorstandsmitglied Geschäftsjahr Ruhegehaltsansprüche (Jahresbezug) bei Eintritt des Pensionsfalls Für das jeweilige Geschäftsjahr festgelegte Versorgungsbeiträge Barwert des Ruhegehaltsbeziehungsweise Versorgungsanspruchs Dienstzeitaufwand (im laufenden Jahr erdient) Dr. Reinhard Ploss (Vorsitzender des Vorstands) 2014 200.000 - 5.287.480 149.601 2013 195.000 - 4.037.092 148.302 Dominik Asam 2014 - 205.500 1.836.096 192.780 2013 - 205.500 1.161.739 211.352 Arunjai Mittal 2014 - 205.500 3.079.244 159.627 2013 - 205.500 1.859.479 164.978 Gesamt 2014 200.000 411.000 10.202.820 502.008 2013 195.000 411.000 7.058.310 524.632 Vorzeitige Beendigung des Dienstvertrags Die Dienstverträge der Mitglieder des Vorstands enthalten eine sogenannte "Change of Control"-Klausel, die die Bedingungen einer Beendigung der Vorstandstätigkeit im Fall einer wesentlichen Änderung der Eigentümerstruktur von Infineon regelt. Ein Kontrollwechsel im Sinne dieser Klausel liegt vor, wenn ein Dritter einzeln oder gemeinsam mit einem Anderen im Sinne von § 30 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) mindestens 30 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG hält. Bei einem Kontrollwechsel sind die Mitglieder des Vorstands berechtigt, innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach Bekanntwerden des Kontrollwechsels ihr Mandat niederzulegen und ihren Dienstvertrag zu kündigen. In diesem Fall haben die Mitglieder des Vorstands Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Laufzeit, maximal jedoch für 36 Monate. Im Fall einer Abberufung oder Kündigung durch die Infineon Technologies AG innerhalb von zwölf Monaten nach Bekanntwerden eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Laufzeit, mindestens jedoch für 24, maximal für 36 Monate. Im Übrigen enthalten die Vorstandsverträge für den Fall einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses keine Abfindungszusage. Gesamtbezüge der früheren Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2014 An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2014 Gesamtbezüge (insbesondere Versorgungsleistungen) von €1.103.977 (Vorjahr: €1.097.095) ausbezahlt. Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betragen zum 30. September 2014 insgesamt €59.502.832 (Vorjahr: €47.929.138). Ursächlich für den Anstieg der Pensionsrückstellungen für die früheren Mitglieder des Vorstands ist die Reduzierung des Rechnungszinses von 3,65 Prozent im vorangegangenen Geschäftsjahr auf 2,40 Prozent zum 30. September 2014. Herr Bauer hat unter dem von ihm mit der Gesellschaft am 26. November 2012 nach vorheriger Zustimmung des Aufsichtsrats abgeschlossenen Beratervertrag im Geschäftsjahr 2014 keine Beratungsleistungen abgerechnet. Überprüfung der Vorstandsvergütung; Veränderungen der individuellen Vorstandsverträge Überprüfung des Vorstandsvergütungssystems und der individuellen Vorstandsvergütungen In Übereinstimmung mit Ziffer 4.2.2 DCGK hat der Aufsichtsrat das seit dem 1. Oktober 2010 bestehende Vorstandsvergütungssystem nach einer ersten Überprüfung 2012 im Geschäftsjahr 2014 erneut durch einen unabhängigen Vergütungsexperten auf seine Angemessenheit überprüfen lassen. Bei dieser Gelegenheit sind auch die individuellen Zieljahreseinkommen der einzelnen Vorstandsmitglieder einer genauen Prüfung unterzogen worden. Die nächste turnusmäßige Überprüfung findet im Geschäftsjahr 2016 statt. Anhebung der Vorstandsvergütung Die Überprüfung der individuellen Zieljahreseinkommen der Vorstandsmitglieder durch den unabhängigen Vergütungsexperten hat ergeben, dass im Vergleich zu anderen Gesellschaften vor allem bei Herrn Dr. Ploss Handlungsbedarf besteht, es aber auch bei den Herren Asam und Mittal Spielräume für eine moderate Erhöhung der Vorstandsvergütung gibt. Demgemäß hat der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Präsidialausschusses am 6. Mai 2014 beschlossen, die Vergütung der Vorstandsmitglieder allgemein anzuheben. Insgesamt handelt es sich um eine Erhöhung um rund 14 Prozent bei Herrn Dr. Ploss und um jeweils rund 10 Prozent bei den Herren Asam und Mittal. Dabei wurde vom Aufsichtsrat beschlossen, die Fixvergütung und die variablen Vergütungsbestandteile möglichst gleichmäßig anzuheben, so dass deren bisheriges Verhältnis zueinander - 45 Prozent fix, 55 Prozent variabel - weiter erhalten bleibt. Die Änderungen in der Vergütung wurden ab dem 1. Oktober 2014 wirksam. Der unabhängige Vergütungsexperte hat in seinem Gutachten die Erhöhung der Vergütungen bereits berücksichtigt. An seinem Urteil über deren Angemessenheit hat sich dadurch nichts geändert. Vergütung des Aufsichtsrats Vergütungsstruktur Das System der Aufsichtsratsvergütung wurde im Geschäftsjahr 2010 grundlegend überprüft und auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 mit (Rück-)Wirkung zum 1. Oktober 2010 neu geregelt. Die Vergütung des Aufsichtsrats trägt der Verantwortung und dem Tätigkeitsumfang der Aufsichtsratsmitglieder sowie der wirtschaftlichen Lage und dem Erfolg des Unternehmens Rechnung. Die Vergütung des Aufsichtsrats pro Geschäftsjahr (Gesamtvergütung) ist in § 11 der Satzung der Gesellschaft geregelt und enthält drei Komponenten: ― Eine feste Vergütung (Grundvergütung) in Höhe von €50.000. Sie steht jedem Aufsichtsratsmitglied zu und wird innerhalb eines Monats nach Abschluss des Geschäftsjahres gezahlt; ― eine variable Vergütung in Höhe von €1.500 je €0,01, um den das Ergebnis je Aktie einen Mindestbetrag von €0,30 übersteigt, wobei sich der Mindestbetrag jährlich, erstmals für das am 1. Oktober 2011 begonnene Geschäftsjahr, um je €0,03 erhöht; der Mindestbetrag beläuft sich damit für das Geschäftsjahr 2014 auf €0,39. Maßgeblich ist jeweils das gemäß den einschlägigen Rechnungslegungsvorschriften für den Konzernabschluss ermittelte unverwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten. Die variable Vergütung ist auf einen Betrag von €50.000 pro Geschäftsjahr begrenzt. Die variable Vergütung steht ebenfalls jedem Aufsichtsratsmitglied zu. Sie ist mit dem Ablauf der ersten ordentlichen Hauptversammlung nach dem Geschäftsjahr, auf das sich die Vergütung bezieht, zur Zahlung fällig; ― einen Zuschlag für den mit der Wahrnehmung bestimmter Funktionen innerhalb des Aufsichtsrats verbundenen Mehraufwand: Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält einen Zuschlag von €50.000, jeder seiner Stellvertreter von €37.500, die Vorsitzenden des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Strategie- und Technologieausschusses von je €25.000 und jedes Mitglied eines Aufsichtsratsausschusses - mit Ausnahme des Nominierungsausschusses und des Vermittlungsausschusses - von €15.000. Der Zuschlag fällt nur an, wenn sich das Gremium, dem das Aufsichtsrats- oder Ausschussmitglied angehört, in dem betreffenden Geschäftsjahr versammelt oder Beschlüsse gefasst hat. Soweit ein Mitglied des Aufsichtsrats mehrere der genannten Funktionen ausübt, erhält es gleichwohl nur einen einzigen Zuschlag, der sich nach der am höchsten dotierten Funktion bemisst. Der Zuschlag wird innerhalb eines Monats nach Abschluss des Geschäftsjahres an die jeweiligen Funktionsträger gezahlt. Bei einem unterjährigen Eintritt in den (oder Ausscheiden aus dem) Aufsichtsrat, einen seiner Ausschüsse oder eine mit einem Zuschlag vergütete Funktion erfolgt eine anteilige Kürzung der betreffenden Vergütungskomponente. Als Teil der Gesamtvergütung gewährt die Gesellschaft jedem Mitglied des Aufsichtsrats für seine persönliche Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats oder einem seiner Ausschüsse ein Sitzungsgeld von €2.000. Finden an einem Tag mehrere Sitzungen statt, fällt das Sitzungsgeld nur einmal an. Mitgliedern des Aufsichtsrats werden zudem sämtliche Auslagen, die ihnen im Zusammenhang mit der Ausübung des Aufsichtsratsmandats entstehen, sowie die von ihnen insoweit etwa abzuführende Umsatzsteuer erstattet. Die Gesellschaft zahlt den Aufsichtsratsmitgliedern des Weiteren die auf ihre Gesamtvergütung (einschließlich des Sitzungsgeldes) etwa anfallende Umsatzsteuer. Aufsichtsratsvergütung im Geschäftsjahr 2014 Die den Mitgliedern des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2014 jeweils gewährte Gesamtvergütung (einschließlich Sitzungsgeld) setzt sich wie folgt zusammen (hierin nicht enthalten ist die Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent): Aufsichtsratsvergütung scroll In € Aufsichtsratsmitglied Geschäftsjahr Feste Vergütung Variable Vergütung1 Zuschlag für besondere Funktionen Sitzungsgeld Gesamtvergütung Wigand Cramer 2014 50.000 7.500 15.000 30.000 102.500 2013 50.000 - 15.000 24.000 89.000 Alfred Eibl (bis 31. März 2014) 2014 25.000 3.750 7.500 10.000 46.250 2013 50.000 - 15.000 18.000 83.000 Reinhard Gottinger (seit 1. April 2014) 2014 25.000 3.750 - 14.000 42.750 2013 - - - - - Peter Gruber 2014 50.000 7.500 15.000 22.000 94.500 2013 50.000 - 15.000 18.000 83.000 Gerhard Hobbach 2014 50.000 7.500 15.000 20.000 92.500 2013 50.000 - 15.000 16.000 81.000 Hans-Ulrich Holdenried 2014 50.000 7.500 15.000 26.000 98.500 2013 50.000 - 15.000 22.000 87.000 Prof. Dr. Renate Köcher 2014 50.000 7.500 - 14.000 71.500 2013 50.000 - - 12.000 62.000 Wolfgang Mayrhuber 2014 50.000 7.500 50.000 34.000 141.500 2013 50.000 - 50.000 28.000 128.000 Manfred Puffer 2014 50.000 7.500 - 22.000 79.500 2013 50.000 - - 16.000 66.000 Gerd Schmidt 2014 50.000 7.500 37.500 28.000 123.000 2013 50.000 - 37.500 24.000 111.500 Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel 2014 50.000 7.500 25.000 18.000 100.500 2013 50.000 - 25.000 18.000 93.000 Jürgen Scholz 2014 50.000 7.500 15.000 22.000 94.500 2013 50.000 - 15.000 16.000 81.000 Dr. Eckart Sünner 2014 50.000 7.500 25.000 26.000 108.500 2013 50.000 - 25.000 20.000 95.000 Gesamt 2014 600.000 90.000 220.000 286.000 1.196.000 2013 600.000 - 227.500 232.000 1.059.500 1 Basierend auf einem Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten in 2014 in Höhe von €0,44 und 2013 in Höhe von €0,26. Mitglieder des Aufsichtsrats haben weder im Geschäftsjahr 2014 noch im Geschäftsjahr 2013 vom Unternehmen Kredite erhalten. Sonstiges (Geschäftsjahr 2014) Im Mai 2011 hat die Gesellschaft mit ihrem ehemaligen Aufsichtsratsmitglied Prof. Dr. Wucherer einen Vertrag über die allgemeine und projektbezogene Beratung des Strategie- und Technologieausschusses abgeschlossen. Der Vertrag ist mit Wirkung zum 31. Dezember 2013 beendet worden. Im Geschäftsjahr 2014 ist auf den Vertrag das vertraglich vereinbarte (anteilige) Pauschalhonorar von €5.000 bezahlt worden. Neubiberg, im November 2014 Der Vorstand Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Arunjai Mittal

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