Annual / Quarterly Financial Statement • Jan 4, 2013
Annual / Quarterly Financial Statement
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Infineon Technologies AG Neubiberg Jahresabschluss zum 30. September 2012 JAHRESABSCHLUSS UND LAGEBERICHT 2012 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DIE AM 30. SEPTEMBER 2012 UND 2011 ENDENDEN GESCHÄFTSJAHRE scroll € in Millionen 2012 2011 Umsatzerlöse 4.070 6.055 Umsatzkosten -3.197 -4.791 Bruttoergebnis vom Umsatz 873 1.264 Forschungs- und Entwicklungskosten -458 -544 Vertriebskosten -129 -148 Allgemeine Verwaltungskosten -148 -155 Sonstige betriebliche Erträge 83 738 Sonstige betriebliche Aufwendungen -100 -219 Beteiligungsergebnis 458 16 Zinsergebnis -13 -33 Übriges Finanzergebnis -27 -133 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 539 786 Außerordentliches Ergebnis - -1 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -4 -29 Jahresüberschuss 535 756 Einziehung von Aktien gemäß § 237 Abs. 3 Nr. 2 AktG -14 - Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2 AktG -49 -378 Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2a AktG -342 - Ertrag aus der Kapitalherabsetzung gemäß § 240 S. 1 AktG 14 - Einstellung in die Kapitalrücklage nach den Vorschriften über die vereinfachte Kapitalherabsetzung gemäß § 237 Abs. 5 AktG -14 - Bilanzgewinn 130 378 BILANZ ZUM 30. SEPTEMBER 2012 UND 2011 AKTIVA: scroll € in Millionen 2012 2011 Anlagevermögen: Immaterielle Vermögensgegenstände 93 118 Sachanlagen 371 315 Finanzanlagen 2.888 2.902 Summe Anlagevermögen 3.352 3.335 Umlaufvermögen: Vorräte 280 227 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 222 241 Forderungen gegen verbundene Unternehmen 214 248 Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht - 5 Sonstige Vermögensgegenstände 92 129 Wertpapiere 190 591 Zahlungsmittel 1.955 1.741 Summe Umlaufvermögen 2.953 3.182 Rechnungsabgrenzungsposten 36 38 Summe Rechnungsabgrenzungsposten 36 38 Summe Aktiva 6.341 6.555 PASSIVA: 2012 2011 Eigenkapital: Gezeichnetes Kapital 2.161 2.173 (Bedingtes Kapital) 630 632 Eigene Anteile - -8 Ausgegebenes Kapital 2.161 2.165 Kapitalrücklage 1.146 1.130 Gewinnrücklagen 1.084 458 Bilanzgewinn 130 378 Summe Eigenkapital 4.521 4.131 Sonderposten mit Rücklagenanteil 1 1 Summe Sonderposten mit Rücklagenanteil 1 1 Rückstellungen: Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 420 400 Steuerrückstellungen 1 1 Sonstige Rückstellungen 591 665 Summe Rückstellungen 1.012 1.066 Verbindlichkeiten: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9 9 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 197 232 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 542 997 Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 8 9 Sonstige Verbindlichkeiten 28 66 Summe Verbindlichkeiten 784 1.313 Rechnungsabgrenzungsposten 23 44 Summe Rechnungsabgrenzungsposten 23 44 Summe Passiva 6.341 6.555 ANHANG FÜR DAS AM 30. SEPTEMBER 2012 ENDENDE GESCHÄFTSJAHR 1 / GRUNDLAGEN UND METHODEN Der Jahresabschluss zum 30. September 2012 der Infineon Technologies AG (nachfolgend auch "die Gesellschaft") wird nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften und den aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt und in Millionen Euro ("€") unter Gegenüberstellung der Werte zum 30. September 2011 ausgewiesen. Als börsennotiertes Mutterunternehmen der Infineon-Gruppe (nachfolgend auch "Infineon" oder "Infineon-Konzern") erstellt die Infineon Technologies AG nach § 315a Abs. 1 HGB einen Konzernabschluss auf Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) und der diesbezüglichen Interpretationen, soweit die IFRS und Interpretationen von der Europäischen Union übernommen sind. Daher wird ein Konzernabschluss nach handelsrechtlichen Vorschriften nicht aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Zur besseren Darstellung der Finanzaktivitäten wurde das Gliederungsschema nach § 275 Abs. 3 HGB modifiziert. Die Finanzaktivitäten werden als Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und übriges Finanzergebnis dargestellt. 2 / BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE ANLAGEVERMÖGEN Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Sie haben eine Nutzungsdauer von einem bis maximal sieben Jahren bzw. entsprechend der Vertragslaufzeit. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Das Aktivierungswahlrecht für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird nicht in Anspruch genommen. Forschungs- und Entwicklungskosten werden sofort im Aufwand erfasst. Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich aus der Gegenüberstellung von Anschaffungskosten und dem Wert der einzelnen Vermögensgegenstände des Unternehmens, abzüglich der Schulden zum Zeitpunkt der Übernahme, und wird grundsätzlich planmäßig innerhalb von fünf Jahren abgeschrieben. In begründeten Fällen erfolgt die Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts über einen darüber hinausgehenden Zeitraum, sofern seine individuelle Nutzungsdauer mehr als fünf Jahre beträgt. Im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung ist eine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen. Bestehen die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr, ist der niedrigere Wertansatz eines entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerts beizubehalten. Für vor dem 1. Oktober 2010 erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte wurde die bisherige Nutzungsdauer von 15 Jahren beibehalten. Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibung des Sachanlagevermögens erfolgt nach der linearen Abschreibungsmethode. Folgende Nutzungsdauern werden angewandt: scroll Jahre Fabrik- und Geschäftsbauten 20-50 Übrige Bauten 5-10 Technische Anlagen und Maschinen 5-10 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1-10 Spezial- und Normalwerkzeuge 1 Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Geringwertige Anlagengegenstände bis €150 Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden sofort aufwandswirksam erfasst. Für Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von €150 bis €1.000 wird ein Sammelposten gebildet, der jährlich mit 20 Prozent linear abgeschrieben wird. Geleistete Anzahlungen und angefallene Herstellungskosten auf noch nicht fertiggestellte Investitionen unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Die Anteile an verbundenen Unternehmen, die Beteiligungen und die übrigen Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten, oder bei Vorliegen von voraussichtlich dauernden Wertminderungen, zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen. Zur besseren Übersicht wurde der Anlagenspiegel bei den Finanzanlagen um die Sonderposten "Sondervermögen Pension Trust" und "Sondervermögen Altersteilzeit Trust" ("ATZ Trust") erweitert. UMLAUFVERMÖGEN In den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tagespreisen bewertet, die unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Leistungen zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten umfassen neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind. Abwertungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert erforderlich ist. Fremdkapitalzinsen sind in die Herstellungskosten nicht einbezogen worden. Abwertungen für Bestandsrisiken werden berücksichtigt. Das Prinzip der verlustfreien Bewertung wird angewandt. Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet und - soweit unverzinslich - bei Restlaufzeiten von über einem Jahr auf den Bilanzstichtag abgezinst. Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, werden entsprechend der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls gebildet. Die Sätze für pauschale Wertberichtigungen auf Forderungen betragen bei Fremdwährungsforderungen gegenüber Ausländern 2 Prozent und bei Forderungen gegenüber Ausländern in Euro 1 Prozent. Der Abschreibungssatz bei Forderungen gegenüber Inländern beträgt 1 Prozent. Auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden keine pauschalen Wertberichtigungen vorgenommen. Wertpapiere und Zahlungsmittel sind mit Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten angesetzt. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlust- und Zinsvorträgen ermittelt. Verlust- und Zinsvorträge sind berücksichtigungsfähig, wenn eine Verrechnung mit steuerpflichtigem Einkommen innerhalb des gesetzlich festgelegten Zeitraums von fünf Jahren erwartet wird. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Infineon Technologies AG von aktuell 29 Prozent. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Im Falle einer Steuerentlastung wird von dem Aktivierungswahlrecht für aktive latente Steuern nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB kein Gebrauch gemacht. VERMÖGENS- SOWIE ERTRAGS- UND AUFWANDSVERRECHNUNG Für Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersvorsorgeverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Erträge und Aufwendungen aus diesen Vermögensgegenständen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtungen saldiert und im Übrigen Finanzergebnis ausgewiesen. Weiterhin werden diese Vermögensgegenstände mit der jeweils zugrunde liegenden Verpflichtung verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Vermögensgegenstände die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung. Bei den Sondervermögen Pension Trust und ATZ Trust sind die Voraussetzungen zur Verrechnung der Vermögensgegenstände mit der zugrunde liegenden Verpflichtung nicht erfüllt. RÜCKSTELLUNGEN UND VERBINDLICHKEITEN Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method"). Die Bilanzierung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren erfasst die Verpflichtung am Bewertungsstichtag nach der wahrscheinlichen Inanspruchnahme unter Berücksichtigung von zukünftigen Gehalts- und Rentensteigerungen. Für die Abzinsung wird der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz berücksichtigt, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Die Steuerrückstellungen sind mit dem Erfüllungsbetrag nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung berücksichtigt. Bei der Bemessung der sonstigen Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken, ungewissen Verbindlichkeiten sowie drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften Rechnung getragen. Die Bewertung erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Künftige Preis- und Kostensteigerungen zum Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung werden angemessen berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst. Die Rückstellung für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen umfasst die Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltszahlungen an Mitarbeiter in der Freistellungsphase sowie die Aufstockungsleistungen für Anwärter. Diese Rückstellungen wurden entsprechend der IDW-Stellungnahme (IDW RS HFA 3) vom 18. November 1998 berechnet. Die voraussichtlich zu leistenden Beträge werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt und mit ihrem Barwert angesetzt. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt. In den Fällen, in denen der Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit höher ist als der Ausgabebetrag, wird der Unterschiedsbetrag als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten erfasst und über die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt. ERLÖSE, KOSTEN UND AUFWENDUNGEN Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Lieferungen und Leistungen ausgeführt sind und der Gefahrenübergang erfolgt ist. Forschungs- und Entwicklungskosten werden in voller Höhe nach Abzug der erhaltenen Fördermittel als Aufwand erfasst. Aufwendungen für Aktienoptionen werden gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB in voller Höhe in die Kapitalrücklage eingestellt. Die ausgegebenen Optionen werden zum Zusagezeitpunkt analog dem im IFRS-Konzernabschluss angesetzten Wert nach IFRS 2 "Share-based Payment" bewertet. Die Kapitalrücklage wird ratierlich über den Zeitraum, in dem die Mitarbeiter Arbeitsleistung erbringen, aufgebaut. WÄHRUNGSUMRECHNUNG Fremdwährungsforderungen bzw. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Bei Vermögensgegenständen und Schulden mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr erfolgt die Umrechnung ohne Beachtung des Anschaffungskosten- bzw. Realisations- und Imparitätsprinzips. WÄHRUNGS- UND ROHSTOFFPREISRISIKEN Zur Absicherung des Unternehmens gegen Währungs-, Zins- sowie Rohstoffpreisrisiken werden Devisentermingeschäfte, Zins- und Rohstoffswaps sowie Optionen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden nur zu Sicherungszwecken verwendet. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich imparitätisch bewertet, d. h. für negative Marktwerte werden Rückstellungen gebildet, positive Marktwerte werden nicht angesetzt. 3 / ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UMSATZERLÖSE Die Umsätze gliedern sich nach Segmenten wie folgt: scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2012 2011 Automotive 1.842 45% 1.845 31% Industrial Power Control 696 17% 831 14% Power Management & Multimarket 571 14% 624 10% Chip Card & Security 578 14% 555 9% Wireless Solutions - - 923 15% Sonstige Geschäftsbereiche 383 10% 1.277 21% Gesamt 4.070 100% 6.055 100% davon Lizenzerträge 13 0% 15 0% Im Geschäftsjahr 2012 erfolgte die Aufteilung des Segments Industrial & Multimarket in die Segmente Industrial Power Control und Power Management & Multimarket. Die Umsätze werden in der Berichtsperiode nach den neuen Berichtssegmenten ermittelt. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. Im August 2010 hat die Infineon Technologies AG einen Vertrag über den Verkauf des Mobilfunkgeschäfts (Wireless Solutions) an die Intel Corporation geschlossen. Der Verkauf wurde am 31. Januar 2011 vollzogen. Aufgrund des Verkaufs sind in den Umsätzen des Vorjahrs die Umsätze des Segments Wireless Solutions bis zum 31. Januar 2011 enthalten und somit die Zahlen des laufenden Geschäftsjahres nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar. Das Segment Sonstige Geschäftsbereiche umfasst verbliebene Aktivitäten von veräußerten Geschäftsbereichen und andere Geschäftsaktivitäten. Das Segment Sonstige Geschäftsbereiche liefert seit dem Abschluss des Verkaufs unseres Wireline-Communications-Geschäfts am 6. November 2009, entsprechend den abgeschlossenen Produktionsvereinbarungen, Produkte und Dienstleistungen an Lantiq. Ferner beinhaltet das Segment Sonstige Geschäftsbereiche die Produktlieferungen und Dienstleistungen an Intel Konzerngesellschaften, die seit dem Abschluss des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts am 31. Januar 2011 aufgrund vertraglicher Vereinbarungen erbracht werden. Die Umsatzaufgliederung nach Abnehmergruppen stellt sich wie folgt dar: scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2012 2011 Umsätze mit konsolidierten Infineon-Gesellschaften 2.205 54% 3.712 61% Umsätze mit fremden Dritten und nicht konsolidierten Infineon-Gesellschaften 1.865 46% 2.343 39% Gesamt 4.070 100% 6.055 100% Die Umsatzaufgliederung nach Regionen zeigt die folgende Tabelle: scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2012 2011 Europa, Naher Osten, Afrika 1.889 46% 2.154 35% darin Deutschland 913 22% 1.154 19% Asien-Pazifik (ohne Japan) 1.600 39% 3.085 51% darin China 262 6% 190 3% Japan 208 5% 162 3% Amerika 373 10% 654 11% Gesamt 4.070 100% 6.055 100% FUNKTIONSKOSTEN Die Funktionskosten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unterteilt in Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten, Vertriebskosten sowie allgemeine Verwaltungskosten. UMSATZKOSTEN scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2012 2011 Umsatzkosten 3.197 4.791 Prozent des Umsatzes 79% 79% Die Umsatzkosten umfassen die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Lieferungen und Leistungen. Im Wesentlichen sind dies Aufwendungen für Fertigungsmaterialien, bezogene Leistungen, Personalaufwendungen, Abschreibungen sowie Aufwendungen für Mieten und Pachten der Fertigungsbereiche. FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2012 2011 Forschungs- und Entwicklungskosten 458 544 Prozent des Umsatzes 11% 9% davon Zulagen und Zuschüsse -21 -18 Prozent des Umsatzes 1% 0% Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung umfassen vor allem Personalkosten, Materialkosten, Abschreibungen und Instandhaltung der Laboreinrichtungen sowie Kosten aus vertraglich vereinbarter Technologieentwicklung. Zulagen und Zuschüsse für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden mit den Forschungs- und Entwicklungskosten verrechnet. VERTRIEBSKOSTEN scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2012 2011 Vertriebskosten 129 148 Prozent des Umsatzes 3% 2% Die Vertriebskosten umfassen Personalkosten für die Mitarbeiter des Vertriebs und des Marketings, Kosten für Kundenmuster, Aufwendungen im Zusammenhang mit Prototypen, Verkaufsförderungsmaßnahmen und Marketingaufwendungen. ALLGEMEINE VERWALTUNGSKOSTEN scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2012 2011 Allgemeine Verwaltungskosten 148 155 Prozent des Umsatzes 4% 3% Die allgemeinen Verwaltungskosten umfassen im Wesentlichen die Personalkosten der Mitarbeiter in der Verwaltung, nicht produktionsbezogene Gemeinkosten, Beratungshonorare, Rechtsanwaltskosten und andere Honorare für externe Dienstleister sowie Personalbeschaffungs- und Ausbildungskosten. SONSTIGE STEUERN UND ZÖLLE scroll € in Millionen 2012 2011 Sonstige Steuern und Zölle 3 3 3 3 Sonstige Steuern und Zölle werden unter den Funktionskosten erfasst. AUFWENDUNGEN FÜR AKTIENBASIERTE VERGÜTUNGEN Die Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen beliefen sich in den Geschäftsjahren zum 30. September 2012 und 2011 jeweils auf €2 Millionen. HONORARE DES ABSCHLUSSPRÜFERS Die Angaben zum Abschlussprüferhonorar sind im Konzernabschluss der Gesellschaft enthalten. Auf die Veröffentlichung an dieser Stelle wird daher aufgrund der befreienden Konzernklausel des § 285 Nr. 17 HGB verzichtet. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2012 2011 Sonstige betriebliche Erträge 83 738 Prozent des Umsatzes 2% 12% davon Zuordnung zu anderen Perioden 49 34 Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 2012 2011 Auflösung von Rückstellungen 36 24 Erträge aus der Vermietung von Liegenschaften 28 22 Erträge aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts 9 649 Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen 1 2 Zahlungseingänge auf wertberichtigte Forderungen - 8 Erträge aus der Währungsumrechnung - 23 Erträge aus dem Verkauf des Wireline-Communications-Geschäfts - 5 Gewinn aus der Verschmelzung der Comneon GmbH, Neubiberg - 2 Sonstige 9 3 83 738 Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge resultiert im Wesentlichen aus den in 2011 enthaltenen Erträgen aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts (Wireless Solutions) an die Intel Corporation. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN scroll € in Millionen, außer bei Prozentsätzen 2012 2011 Sonstige betriebliche Aufwendungen 100 219 Prozent des Umsatzes 2% 4% davon Zuordnung zu anderen Perioden 4 2 Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Einzelnen folgende Posten: scroll € in Millionen 2012 2011 Aufwendungen im Zusammenhang mit der Qimonda AG, München, sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG, Dresden 36 195 Aufwendungen aus der Vermietung von Liegenschaften 26 17 Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagevermögen 13 - Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen 6 3 Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 5 - Sonstige 14 4 100 219 Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist durch die wesentlich geringere Zuführung zur im Vorjahr neu gebildeten Rückstellung im Zusammenhang mit der Qimonda AG, München, ("Qimonda") sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG, Dresden, ("Qimonda Dresden") im Geschäftsjahr bedingt. BETEILIGUNGSERGEBNIS scroll € in Millionen 2012 2011 Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 23 10 davon Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden 16 8 Hitex Development Tools GmbH, Karlsruhe 2 1 Infineon Technologies Finance GmbH, Neubiberg 5 1 Erträge aus Gewinnvereinnahmungen 128 281 davon Vario Plus SICAV-SIF, Luxemburg 28 276 Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG, Warstein - 5 Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande 100 - Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 344 - davon Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande 342 - Cryptomathic Holding ApS, Arhus, Dänemark 2 - Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen -10 -277 davon LS Power Semitech Co., Ltd., Cheonan, Korea -10 - Vario Plus SICAV-SIF, Luxemburg - -277 Erträge aus dem Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen - 2 davon SICED Electronics GmbH & Co. KG, Erlangen - 2 Aufwendungen aus dem Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen -27 - davon Vario Plus SICAV-SIF, Luxemburg -27 458 16 Zum 30. September 2012 bestehen Ergebnisabführungsverträge mit nachfolgenden Gesellschaften: ― Hitex Development Tools GmbH, Karlsruhe, ― Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden, ― Infineon Technologies Finance GmbH, Neubiberg, ― Infineon Technologies Mantel 19 GmbH, Neubiberg, ― Infineon Technologies Mantel 21 GmbH, Neubiberg. ZINSERGEBNIS scroll € in Millionen 2012 2011 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 28 29 davon aus verbundenen Unternehmen 1 - Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Pension Trust 1 6 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -42 -68 davon aus verbundenen Unternehmen -11 -18 -13 -33 Die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen und langfristigen Rückstellungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf €20 Millionen (i. V. €28 Millionen). ÜBRIGES FINANZERGEBNIS scroll € in Millionen 2012 2011 Übrige finanzielle Erträge 10 - Zuschreibungen auf Finanzanlagen Pension Trust 10 - Übrige finanzielle Aufwendungen -45 -115 Übrige finanzielle Aufwendungen Pension Trust -2 -8 Abschreibungen auf Finanzanlagen Pension Trust - -10 -27 -133 Unter den übrigen finanziellen Erträgen bzw. Aufwendungen sind im Wesentlichen Kursgewinne bzw. Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren des Anlage- und des Umlaufvermögens sowie realisierte Erträge aus Prämien aus verfallenen Put-Optionen ausgewiesen. Im Geschäftsjahr hat die Infineon Technologies AG aus dem Erwerb von Anteilen der im Jahr 2014 fälligen Wandelanleihe und einer anschließenden Veräußerung an die Infineon Technologies Holding B.V. einen Verlust von €38 Millionen (i. V. €115 Millionen) realisiert. AUSSERORDENTLICHES ERGEBNIS scroll € in Millionen 2012 2011 Außerordentliche Aufwendungen - 1 Außerordentliches Ergebnis - 1 Das außerordentliche Ergebnis resultierte im Vorjahr aus der Erstanwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes. STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG scroll € in Millionen 2012 2011 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4 29 4 29 Neben dem von der Infineon Technologies AG selbst erwirtschafteten steuerlichen Ergebnis, ist die Infineon Technologies AG Steuerschuldnerin hinsichtlich der ihr, von den über Ergebnisabführungsverträgen verbundenen Organgesellschaften sowie hinsichtlich der Personengesellschaften zugerechneten steuerlichen Bemessungsgrundlagen. Als Ertragsteueraufwendungen werden Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Gewerbesteuer und im Ausland entrichtete Ertragsteuern ausgewiesen. Für das Geschäftsjahr 2011 und 2012 beträgt der deutsche Gesamtsteuersatz für die Infineon Technologies AG 29 Prozent. Dieser setzt sich aus dem Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 Prozent und dem Gewerbesteuersatz von 13 Prozent zusammen. Der Steueraufwand des Geschäftsjahrs ist insbesondere durch Unterschiede in der steuerlichen Gewinnermittlung, steuerfreie Dividenden und Erträge aus Zuschreibungen auf Beteiligungen, sowie die Nutzung von Verlustvorträgen im Rahmen der gesetzlichen Mindestbesteuerung positiv beeinflusst. Latente Steuern sind im Ertragsteueraufwand nicht enthalten. Die Infineon Technologies AG verfügt über Verlustvorträge für Zwecke der Körperschaftsteuer in Höhe von ca. €3,0 Milliarden und Verlustvorträge für Zwecke der Gewerbesteuer in Höhe von ca. €4,1 Milliarden, die innerhalb des gesetzlich festgelegten Zeitraums von fünf Jahren voraussichtlich nutzbaren Beträge führen zu aktiven latenten Steuern. Zudem ergibt sich bei der Infineon Technologies AG ein Überhang aktiver latenter Steuern aus zeitlichen Unterschieden zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten. Diese aktiven latenten Steuern werden im Rahmen des Aktivierungswahlrechts nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB nicht angesetzt. 4 / ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ ANLAGEVERMÖGEN Aufgliederung und Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Posten des Anlagevermögens sind in dem nachfolgenden Anlagenspiegel dargestellt. scroll € in Millionen Anschaffungs- und Herstellungskosten 30. September 2011 Zugänge Umbuchungen Abgänge 30. September 2012 Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 141 1 - -3 139 Geschäfts- oder Firmenwert 291 - - -3 288 432 1 - -6 427 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 172 5 2 -1 178 Technische Anlagen und Maschinen 841 77 51 -15 954 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 365 18 8 -36 355 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 61 58 -61 -11 47 1.439 158 - -63 1.534 Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen 4.428 - - -640 3.788 Beteiligungen 66 5 - - 71 Wertpapiere des Anlagevermögens 2 - - -1 1 Sondervermögen Pension Trust 319 101 - -104 316 Sondervermögen ATZ Trust 12 - - -1 11 4.827 106 - -746 4.187 GESAMT 6.698 265 - -815 6.148 scroll € in Millionen Kumulierte Abschreibungen 30. September 2011 Abschreibungen Zuschreibungen Umbuchungen Abgänge 30. September 2012 Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -130 -5 - - 3 -132 Geschäfts- oder Firmenwert -184 -19 - - 1 -202 -314 -24 - - 4 -334 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -148 -8 - - 8 -148 Technische Anlagen und Maschinen -665 -59 - - 12 -712 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -311 -27 - - 35 -303 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - - - -1.124 -94 - - 55 -1.163 Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen -1.891 - 342 - 277 -1.272 Beteiligungen -20 -10 2 - 1 -27 Wertpapiere des Anlagevermögens - - - - - - Sondervermögen Pension Trust -14 - 10 - 4 - Sondervermögen ATZ Trust - - - - - - -1.925 -10 354 - 282 -1.299 GESAMT -3.363 -128 354 - 341 -2.796 scroll € in Millionen Buchwerte Buchwerte 30. September 2012 30. September 2011 Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7 11 Geschäfts- oder Firmenwert 86 107 93 118 Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 30 24 Technische Anlagen und Maschinen 242 176 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 52 54 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 47 61 371 315 Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen 2.516 2.537 Beteiligungen 44 46 Wertpapiere des Anlagevermögens 1 2 Sondervermögen Pension Trust 316 305 Sondervermögen ATZ Trust 11 12 2.888 2.902 GESAMT 3.352 3.335 Die Gesellschaft hatte im Geschäftsjahr 2012 außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 S. 3 HGB in Höhe von €23 Millionen (i. V. €288 Millionen). IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTANDE scroll € in Millionen 2012 2011 Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7 11 Geschäfts- oder Firmenwert 86 107 93 118 Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände betrugen €24 Millionen (i. V. €37 Millionen), die außerplanmäßigen Abschreibungen €0 Millionen (i.V. €1 Million). SACHANLAGEN scroll € in Millionen 2012 2011 Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 30 24 Technische Anlagen und Maschinen 242 176 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 52 54 Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 47 61 371 315 Es erfolgten planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagevermögen in Höhe von €81 Millionen (i. V. €76 Millionen). Die außerplanmäßigen Abschreibungen beliefen sich im Geschäftsjahr auf €13 Millionen (i. V. €0 Millionen). FINANZANLAGEN scroll € in Millionen 2012 2011 Anteile an verbundenen Unternehmen 2.516 2.537 Beteiligungen 44 46 Wertpapiere des Anlagevermögens 1 2 Sondervermögen Pension Trust 316 305 Sondervermögen Altersteilzeit Trust 11 12 2.888 2.902 Die Anteile an verbundenen Unternehmen haben sich im Berichtszeitraum von €2.537 Millionen um €21 Millionen auf €2.516 Millionen verringert. Die Veränderungen ergeben sich im Wesentlichen aus: scroll € in Millionen 2012 Zuschreibung der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande 342 Veräußerung der Anteile der Vario Plus SICAV-SIF, Luxemburg -183 Kapitalherabsetzung der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande -180 Es erfolgten im Geschäftsjahr 2012 keine außerplanmäßigen Abschreibungen (i.V. €277 Millionen) auf Anteile an verbundenen Unternehmen. Die Zuschreibungen beliefen sich auf €342 Millionen (i.V. €0 Millionen). Die Infineon Technologies Dresden Verwaltungs GmbH mit Sitz in Dresden wurde rückwirkend zum 1. Oktober 2011 auf die Gesellschaft verschmolzen. Es entstand ein Verschmelzungsgewinn in Höhe von €10.537,16. Die Infineon Ventures Beteiligungs-Treuhand GmbH mit Sitz in Neubiberg wurde rückwirkend zum 1. Oktober 2011 auf die Gesellschaft verschmolzen. Es entstand ein Verschmelzungsverlust in Höhe von €128,71. Veränderungen bei den Beteiligungen ergeben sich im Berichtszeitraum im Wesentlichen aus: scroll € in Millionen 2012 Einlage in die Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG, Warstein 5 Zuschreibung der Cryptomathic Holding ApS, Arhus, Dänemark 2 Außerplanmäßige Abschreibung auf Anteile der LS Power Semitech Co., Ltd., Cheonan, Korea -10 Die Wertpapiere des Anlagevermögens enthalten Anteile an Investmentfonds, die der Infineon Technologies AG als Kapitalanlage dienen. Unter dem Posten "Sondervermögen Pension Trust" werden die vom Infineon Pension Trust e. V. treuhänderisch für die Infineon Technologies AG gehaltenen Anteile an Immobilien-, Rohstoff- und Wertpapierfonds sowie Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen im Umfang von €316 Millionen ausgewiesen. Dieses Vermögen sowie die Anlagenerträge hieraus sind für die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung der Infineon Technologies AG und anderer inländischer Tochtergesellschaften zweckgebunden. Im Geschäftsjahr 2012 erfolgten Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots in Höhe von €10 Millionen. Im Vorjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen des Pension Trust in Höhe von €10 Millionen vorgenommen. Für die im Posten "Sondervermögen Pension Trust" enthaltenen Fondsanteile des CS PROPERTY DYNAMIC mit Anschaffungskosten von €27 Millionen hat der Fondsgeschäftsführer gemäß § 81 Abs. 1 Investmentgesetz beschlossen, die Rücknahme von Anteilen an dem Sondervermögen CS PROPERTY DYNAMIC mit Wirkung ab dem 22. März 2012 bis zum Ablauf einer Frist von 3 Monaten zu verweigern, da die tatsächlich verfügbare Liquidität des CS PROPERTY DYNAMIC nicht ausreicht, um die Rücknahme der Fondsanteile auszuführen. Die Fondsgeschäftsführung hat gemäß § 81 Satz 3 Investmentgesetz in Verbindung mit den allgemeinen Vertragsbedingungen am 31. Mai 2012 beschlossen, die Rücknahme von Anteilen an dem Sondervermögen CS PROPERTY DYNAMIC über die 3-Monats-Frist hinaus zunächst um weitere bis zu neun Monate bis zum 22. März 2013 zu verlängern. Die vom Infineon Altersteilzeit Trust e. V. treuhänderisch für die Gesellschaft gehaltenen Wertpapiere im Umfang von €11 Millionen dienen im Rahmen gesetzlicher Verpflichtungen der Sicherung der Arbeitnehmeransprüche aus Altersteilzeitwertguthaben aus dem Blockmodell Altersversorgung der Infineon Technologies AG und anderer inländischer Tochtergesellschaften. Die Entwicklung der Finanzanlagen ist im Anlagenspiegel dargestellt. VORRÄTE scroll € in Millionen 2012 2011 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 72 53 Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 114 84 Fertige Erzeugnisse und Waren 121 114 Erhaltene Anzahlungen -27 -24 280 227 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN scroll € in Millionen 2012 2011 Lieferungen und Leistungen 222 241 222 241 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr - - FORDERUNGEN GEGEN VERBUNDENE UNTERNEHMEN scroll € in Millionen 2012 2011 Lieferungs- und Leistungsverkehr 93 157 Konzerninterner Verrechnungsverkehr 121 91 214 248 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 83 39 Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich um Forderungen, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements sowie aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit in- und ausländischen Tochtergesellschaften entstanden sind. FORDERUNGEN GEGEN UNTERNEHMEN, MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT scroll € in Millionen 2012 2011 Konzerninterner Verrechnungsverkehr - 5 - 5 SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE scroll € in Millionen 2012 2011 Lieferantenkredite 47 30 Steuererstattungsansprüche 28 77 Debitorische Kreditoren 2 3 Lizenzforderungen - 1 Sonstige 15 18 92 129 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 14 - WERTPAPIERE scroll € in Millionen 2012 2011 Anteile Geldmarktfonds 188 548 Geldmarktpapiere 2 43 190 591 Der Rückgang um €401 Millionen ist im Wesentlichen auf den geringeren Bestand der Geldmarktfondsanteile zurückzuführen. ZAHLUNGSMITTEL scroll € in Millionen 2012 2011 Guthaben bei Kreditinstituten 1.955 1.741 1.955 1.741 Hiervon hat die Infineon Technologies AG auf einem Treuhandkonto €75 Millionen als Mietkaution hinterlegt. Zur Liquidität gehören neben den Zahlungsmitteln auch die Wertpapiere des Umlaufvermögens (€190 Millionen). RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN scroll € in Millionen 2012 2011 Disagio aus der Bewertung des Wandlungsrechts der im Jahr 2014 fälligen Wandelanleihe 6 13 Disagio Darlehen der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande 3 5 Sonstige 27 20 36 38 Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält zukünftige Aufwendungen für die Nutzung von Lizenzen und für die Instandhaltung der IT-Infrastruktur sowie eine Abgrenzung der bereits gezahlten Urlaubsvergütung für Mitarbeiter für das verbleibende Kalenderjahr 2012. Im Mai 2009 emittierte die Infineon Technologies AG über die vollständig im Besitz der Gesellschaft befindliche niederländische Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, eine im Jahr 2014 fällige nachrangige Wandelanleihe mit einem Volumen von €196 Millionen, die durch die Infineon Technologies AG vollständig und unwiderruflich garantiert ist. Die Wandelanleihe ist mit 7,5 Prozent p. a. verzinst und ist wandelbar in Aktien der Gesellschaft. Der Wert des Wandlungsrechts wurde mit €32 Millionen ermittelt und als Disagio in den Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt. Die Infineon Technologies Holding B.V. hat den Emissionserlös in Höhe von €182 Millionen in Form eines Darlehens mit einem Nennbetrag von €196 Millionen an die Infineon Technologies AG weitergeleitet. Die Differenz zwischen Auszahlungsbetrag und Nennbetrag in Höhe von €14 Millionen wurde in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt. Im Geschäftsjahr 2012 hat die Infineon Technologies AG das Disagio aus der Bewertung des Wandlungsrechts der im Geschäftsjahr 2009 begebenen Wandelanleihe aufgrund des teilweisen Rückkaufs der Wandelanleihe anteilig in Höhe von €2 Millionen aufgelöst. Gleichfalls wurde das Disagio aus dem Darlehen der Infineon Technologies Holding B.V., bedingt durch die Rückzahlung des gewährten Darlehens, anteilig um €1 Million aufgelöst. Diese Auflösung erfolgte zusätzlich zur regulären nach Laufzeit der Wandelanleihe verteilten Auflösung. Die in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten verbleibenden Beträge werden planmäßig über die Laufzeit der Wandelanleihe abgeschrieben. EIGENKAPITAL scroll € in Millionen 2012 2011 Ausgegebenes Kapital 2.161 2.165 Kapitalrücklage 1.146 1.130 davon aus Agiobeträgen 117 117 davon aus anderen Zuzahlungen 942 942 davon aus Aktienoptionen analog § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB 73 71 davon aus vereinfachter Kapitalherabsetzung 14 - Gewinnrücklagen 1.084 458 Bilanzgewinn 130 378 4.521 4.131 AUSGEGEBENES KAPITAL AUSGEGEBENES KAPITAL scroll € in Millionen 2012 2011 Stand 1. Oktober 2011 bzw. 2010 2.165 2.173 Kauf eigener Aktien -6 -8 Schaffung neuer Aktien durch Ausübung von Optionsrechten aus Aktienoptionsplänen 2 - Stand 30. September 2012 bzw. 2011 2.161 2.165 davon eigene Anteile - -8 * Abweichung bedingt durch Rundungsdifferenz ANZAHL AKTIEN scroll in Stück 2012 2011 Im Umlauf befindliche Aktien (Stand 1. Oktober 2011 bzw. 2010) 1.082.745.835 1.086.742.085 Schaffung neuer Aktien durch Ausübung von Optionsrechten aus Aktienoptionsplänen 560.497 3.750 Rückkauf eigener Aktien mittels Put Optionen -3.000.000 -4.000.000 Im Umlauf befindliche Aktien (Stand 30. September 2012 bzw. 2011) 1.080.306.332 1.082.745.835 Zurückgekaufte und nicht eingezogene eigene Aktien - 4.000.000 Zurückgekaufte eigene Aktien 7.000.000 - Eingezogene eigene Aktien -7.000.000 - Ausgegebene Aktien (Stand 30. September 2012 bzw. 2011) 1.080.306.332 1.086.745.835 Das Grundkapital der Infineon Technologies AG hat sich im Geschäftsjahr 2012 infolge der Ausübung von 560.497 Aktienoptionen durch Mitarbeiter (gegenüber 3.750 Ausübungen im Geschäftsjahr 2011) um €1.120.994 erhöht. Bedingt durch die Einziehung von 7.000.000 eigenen Aktien und die damit verbundene Kapitalherabsetzung hat sich das Grundkapital um €14.000.000 reduziert. Zum 30. September 2012 betrug das Grundkapital damit €2.160.612.664. Es ist eingeteilt in 1.080.306.332 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Jede Aktie gewährt eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Dividendenausschüttung. Zum Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt. Zum 30. September 2012 hielt die Gesellschaft keine eigenen Aktien (Vorjahr: 4 Millionen). GENEHMIGTES KAPITAL Zum Stichtag 30. September 2012 sieht die Satzung der Gesellschaft zwei Genehmigte Kapitalia über insgesamt bis zu €688.000.000 vor. Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 8 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €648.000.000 durch Ausgabe von bis zu 324.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/I). Dabei ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Der Vorstand der Infineon Technologies AG hat sich allerdings zum Schutz der Aktionäre vor Verwässerung verpflichtet, von dieser Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts sowohl bei Bar- als auch bei Sachkapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital 2010/I nur bis zu einem Betrag von insgesamt maximal 10 Prozent des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung beziehungsweise - falls dieser Wert geringer sein sollte - des zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals Gebrauch zu machen. Eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts in Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2010/I ist damit zum 30. September 2012 auf maximal 108.030.633 Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von €216.061.266 beschränkt. Gemäß § 4 Abs. 9 der Satzung ist der Vorstand außerdem ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €40.000.000 durch Ausgabe von bis zu 20.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen zum Zwecke der Ausgabe an Mitarbeiter der Gesellschaft oder ihrer Konzernunternehmen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/II). Dabei ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. WANDELANLEIHE Am 26. Mai 2009 begab die Gesellschaft (als Garantin) durch ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V. (als Emittentin) eine im Jahr 2014 fällige nachrangige Wandelanleihe zum Nominalwert in Höhe von €196 Millionen mit einem Disagio von 7,2 Prozent im Rahmen eines Angebots an institutionelle Investoren in Europa. Die Wandelanleihe kann jederzeit während der Laufzeit in ursprünglich maximal 74,9 Millionen Aktien der Gesellschaft umgewandelt werden, wobei der Wandlungspreis nach Anpassungen aufgrund von Verwässerungsschutzklauseln nach der Kapitalerhöhung der Gesellschaft im August 2009 sowie den Dividendenzahlungen für die Geschäftsjahre 2010 und 2011 derzeit €2,26 beträgt. Die Wandelanleihe verzinst sich mit 7,5 Prozent pro Jahr. Der Nominalwert der Wandelanleihe ist unbesichert und steht gleichrangig mit allen gegenwärtigen und künftigen nachrangigen Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Die Zinskupons der Anleihe sind besichert und nicht nachrangig. Die Infineon Technologies AG hat sich verpflichtet, solange die Anleihe aussteht, keine weiteren Sicherheiten aus ihrem Vermögen zu bestellen, ohne dass die Anleihegläubiger gleichrangig an dieser Sicherheit teilnehmen. Die Anleihe beinhaltet für die Gläubiger bei einem definierten Kontrollwechsel der Infineon Technologies AG das Recht auf Rückzahlung. Die Infineon Technologies AG kann seit dem 16. Dezember 2011 den Anleihegläubigern das Angebot unterbreiten, die ausstehenden Anleihen vorzeitig zum Nennbetrag zuzüglich bis zum Rückzahlungstag aufgelaufener Zinsen zurückzuzahlen, wenn der Kurs der Aktie der Gesellschaft an 15 Handelstagen innerhalb eines Zeitraums von 30 aufeinanderfolgenden Handelstagen 150 Prozent des Wandlungspreises übersteigt. Erklären Anleihegläubiger daraufhin die Wandlung, erhalten sie zusätzlich zu den zugrunde liegenden Aktien den Barwert aller noch ausstehenden Zinszahlungen bis zur Fälligkeit. Die Wandelanleihe wird an der Frankfurter Wertpapierbörse im Freiverkehr gehandelt. Im Rahmen ihres Programms zur Kapitalrückgewähr hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2012 Anteile der im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe mit einem Nominalwert von €24 Millionen für rund €62 Millionen zurückgekauft. Im Geschäftsjahr 2011 waren bereits Anteile im Nennwert von €59 Millionen für €173 Millionen zurückerworben worden, teilweise im Rahmen des Programms zur Kapitalrückgewähr. Das zum Bilanzstichtag noch verbleibende ausstehende Nominalvolumen der Anleihe von €113 Millionen kann in bis zu 50 Millionen Aktien gewandelt werden. Die zurückgekauften Anteile des Geschäftsjahrs 2012 wurden, analog zum Vorgehen im Vorjahr, zum 30. September 2012 entwertet. PUT-OPTIONEN AUF EIGENE AKTIEN UND EIGENE AKTIEN Die Infineon Technologies AG hat am 9. Mai 2011 beschlossen, die von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilte Ermächtigung zum Aktienrückkauf zu nutzen. Die Gesellschaft beabsichtigt, bis März 2013 ein Volumen von bis zu €300 Millionen für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr aufzuwenden. Die Kapitalrückgewähr kann durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Rückkauf eigener Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Außerdem können auch weitere Teile der ausstehenden nachrangigen Wandelanleihe zurückgekauft werden. Nach den gesetzlichen Vorgaben darf der Aktienrückkauf ausschließlich dem Zweck der Einziehung der Aktien zur Kapitalherabsetzung und der Bedienung von Wandelanleihe oder Mitarbeiterprogrammen dienen, da er nach Maßgabe der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 2273/2003 der Kommission vom 22. Dezember 2003 erfolgt. Hiervon hat die Gesellschaft Gebrauch gemacht und alle in den Geschäftsjahren 2012 und 2011 zurückgekauften Aktien eingezogen und das Grundkapital entsprechend herabgesetzt. Das geplante Programm kann - im Rahmen der durch die Hauptversammlung gesetzten zeitlichen Grenzen und unter Beachtung weiterer rechtlicher Regelungen - jederzeit ausgesetzt und wieder aufgenommen werden. Seit Beginn des Programms bis zum 30. September 2012 hat die Gesellschaft Put-Optionen auf eigene Aktien mit einer Laufzeit von maximal neun Monaten mit einem Ausübungswert von €302 Millionen begeben. Zum 30. September 2012 waren Put-Optionen mit einem Ausübungswert von €89 Millionen (30. September 2011: €144 Millionen) noch ausstehend. Den zum 30. September 2012 ausstehenden Put-Optionen unterliegen insgesamt 16 Millionen Aktien (30. September 2011: 26 Millionen Aktien) bei verschiedenen fixen Ausübungskursen und der Verpflichtung zur physischen Lieferung der Aktien. Im Geschäftsjahr 2012 wurden Optionen über 3 Millionen Aktien (Geschäftsjahr 2011: 4 Millionen Aktien) ausgeübt. Die damit von der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2012 insgesamt gehaltenen 7 Millionen eigenen Aktien wurden mit Wirkung zum 19. September 2012 eingezogen und das Grundkapital entsprechend herabgesetzt. Zum 30. September 2012 befanden sich damit keine eigenen Aktien mehr im Bestand. Zum 30. September 2011 belief sich der Bestand an eigenen Aktien auf 4 Millionen Stück mit einem Rückkaufswert von €26 Millionen. Die folgende Tabelle enthält eine Überleitung der im Geschäftsjahr 2012 und 2011 ausgegebenen Put-Optionen auf eigene Aktien auf die zum 30. September 2012 und 2011 ausstehenden Put-Optionen auf eigene Aktien: scroll Jeweils in Millionen Nominalwert in € Unterliegende Aktienanzahl Im Geschäftsjahr 2011 ausgegebene Put-Optionen 182 32 abzüglich: im Geschäftsjahr 2011 verfallene Put-Optionen -12 -2 abzüglich: im Geschäftsjahr 2011 ausgeübte Put-Optionen -26 -4 Zum 30. September 2011 ausstehende Put-Optionen 144 26 Im Geschäftsjahr 2012 ausgegebene Put-Optionen 120 22 abzüglich: im Geschäftsjahr 2012 bisher verfallene Put-Optionen -155 -29 abzüglich: im Geschäftsjahr 2012 bisher ausgeübte Put-Optionen -20 -3 Zum 30. September 2012 ausstehende Put-Optionen 89 16 Die im Geschäftsjahr 2012 für die begebenen Put-Optionen vereinnahmten Optionsprämien beliefen sich auf €8 Millionen (Geschäftsjahr 2011: €8 Millionen). Die erhaltenen Optionsprämien für noch ausstehende Put-Optionen in Höhe von €6 Millionen werden unter den Sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. AKTIENOPTIONSPLÄNE Die Gesellschaft hat folgende Aktienoptionspläne: den im Jahr 2001 verabschiedeten Long-Term Incentive Plan 2001 sowie den Aktienoptionsplan 2006 und Aktienoptionsplan 2010. Im Jahr 2001 verabschiedete die Hauptversammlung den internationalen Aktienoptionsplan Long-Term Incentive Plan 2001. Entsprechend den Bedingungen des Long-Term Incentive Plan 2001 konnten insgesamt bis zu 51,5 Millionen Optionen innerhalb einer Fünfjahresfrist gewährt werden. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 105 Prozent des durchschnittlichen Aktienkurses während der fünf Handelstage vor Gewährung der Option. Die Optionsrechte können innerhalb von sieben Jahren ausgeübt werden, sofern seit der Ausgabe der jeweiligen Optionsrechte zwischen zwei und vier Jahren vergangen sind und der Aktienkurs der Gesellschaft den Ausübungspreis an mindestens einem Handelstag erreicht hat. Im Jahr 2006 verabschiedete die Hauptversammlung den Aktienoptionsplan 2006, der den Long-Term Incentive Plan 2001 ablöste. Gemäß den Bedingungen des Aktienoptionsplans 2006 konnte die Gesellschaft innerhalb von drei Jahren bis zu 13 Millionen Optionen ausgeben. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienkurses während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option. Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn die Entwicklung des Infineon-Aktienkurses den vergleichbaren Philadelphia Semiconductor Index (SOX) an drei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens einmal innerhalb der Laufzeit der Option übersteigt. Die ausgegebenen Optionen können innerhalb von sechs Jahren nach der Ausgabe ausgeübt werden, jedoch nur, wenn seit der Ausgabe der jeweiligen Optionsrechte drei Jahre vergangen sind und der Aktienkurs an mindestens einem Handelstag während der Laufzeit den Ausgabepreis erreicht hat. Im Jahr 2010 verabschiedete die Hauptversammlung den Aktienoptionsplan 2010, der den Aktienoptionsplan 2006 ablöst. Gemäß den Bedingungen des Aktienoptionsplans 2010 kann die Gesellschaft innerhalb von drei Jahren bis zu 12 Millionen Optionen ausgeben. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienkurses während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option. Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn der Infineon-Aktienkurs sich besser entwickelt als der SOX. Hierzu werden zunächst als jeweilige Referenzwerte (100 Prozent) die arithmetischen Durchschnitte der Infineon-Aktienkurse und der Tagesendstände des SOX während eines Dreimonatszeitraums nach der Ausgabe der Bezugsrechte gebildet. Während eines Zeitraums, der ein Jahr nach Ausgabe der Bezugsrechte beginnt und bis zum Ende ihrer Laufzeit dauert, muss der Infineon-Aktienkurs den SOX (Tagesendstand), gemessen an den jeweiligen Referenzwerten, sodann mindestens einmal je Handelstag an mindestens zehn aufeinanderfolgenden Handelstagen übertreffen. Die vorstehende Vergleichsrechnung ist für jede Ausgabe von Bezugsrechten mit entsprechend angepassten Referenzwerten durchzuführen. Nach der Regelung des Aktienoptionsplans 2010 entscheidet der Aufsichtsrat jährlich innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung des Konzernabschlusses oder innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung der Konzernergebnisse für das erste, zweite oder dritte Quartal über die Zahl der dem Vorstand zu gewährenden Optionen, spätestens jedoch bis zwei Wochen vor dem Ende des zum Zeitpunkt der Zuteilung laufenden Quartals. Der Vorstand entscheidet im gleichen Zeitraum über die Zahl der an bezugsberechtigte Mitarbeiter zu gewährenden Optionen. In Beachtung der Vorschriften des § 87 Abs. 1 Satz 3 AktG hat der Aufsichtsrat die variablen Bestandteile der Vorstandsvergütung aus der ersten Zuteilung des Aktienoptionsplans 2010 an einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung ausgerichtet und für außerordentliche Entwicklungen eine Begrenzungsmöglichkeit vorgesehen. Zur Bedienung der Optionsrechte, die unter dem Long-Term Incentive Plan 2001, dem Aktienoptionsplan 2006 und dem Aktienoptionsplan 2010 begeben wurden oder begeben werden, stehen verschiedene Bedingte Kapitalia zur Verfügung, die im Lagebericht im Abschnitt "Angaben nach § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB" dargestellt sind. Die Gesellschaft kann jedoch den Bezugsberechtigten anbieten, anstelle von Aktien aus den hierfür zur Verfügung stehenden Bedingten Kapitalia wahlweise eigene Aktien der Gesellschaft zu erwerben oder einen Barausgleich zu erhalten. Die Aktienoptionspläne von 2001, 2006 und 2010 zum 30. September 2010 sowie ihre Änderungen innerhalb der Geschäftsjahre 2011 und 2012 stellen sich wie folgt dar (Anzahl der Optionen in Millionen Stück, Ausübungspreis in Euro): scroll Anzahl der Optionen Durchschnittlicher Ausübungspreis Ausstehende Optionen zum 30. September 2010 15,7 9,22 Gewährte Optionen 3,5 8,62 Ausgeübte Optionen - - Verfallene und ausgelaufene Optionen -6,3 11,18 Ausstehende Optionen zum 30. September 2011 12,9 8,10 Ausübbar zum 30. September 2011 7,2 9,62 Ausstehende Optionen zum 30. September 2011 12,9 8,10 Gewährte Optionen 3,7 7,03 Ausgeübte Optionen 0,6 2,72 Verfallene und ausgelaufene Optionen 2,9 8,90 Ausstehende Optionen zum 30. September 2012 13,1 7,85 Ausübbar zum 30. September 2012 6,2 7,93 Die nachfolgende Tabelle fasst die Informationen zu ausstehenden Aktienoptionen zum 30. September 2012 und 2011 zusammen (Anzahl der Optionen in Millionen): scroll Ausübungspreise 30. September 2012 30. September 2011 Anzahl der Optionen Gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit (in Jahren) Anzahl der Optionen Gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit (in Jahren) Unter €5 1,7 2,67 2,3 3,68 €5 - €10 9,9 4,06 9,0 2,79 €10 - €15 1,5 0,35 1,6 1,36 Gesamt 13,1 3,45 12,9 2,78 Im Geschäftsjahr 2012 wurden insgesamt 560.497 Aktienoptionen ausgeübt. Der durchschnittliche Aktienkurs am Tag der Ausübung betrug €5,91. Im Geschäftsjahr zum 30. September 2011 wurden insgesamt 3.750 Aktienoptionen ausgeübt. Der durchschnittliche Aktienkurs am Tag der Ausübung betrug €8,04. Die Infineon Technologies AG ermittelte den beizulegenden Zeitwert einer gewährten Aktienoption aus dem Long-Term Incentive Plan 2001 zum Ausgabezeitpunkt mittels des Black-Scholes-Optionspreismodells. Für die vor dem 1. Oktober 2005 gewährten Optionen nutzte die Gesellschaft historische Volatilitäten, um den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter gewährten Aktienoptionen zu schätzen. Für Optionen, die nach dem 1. Oktober 2005 gewährt wurden, nutzt die Gesellschaft eine Kombination aus impliziter Volatilität von gehandelten Optionen auf die Aktie der Infineon Technologies AG und historischer Volatilität, um den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter und Vorstände gewährten Aktienoptionen zu schätzen, da die Gesellschaft der Ansicht ist, dass diese Methode die zukünftige erwartete Volatilität der Aktie besser darstellt. Die erwartete Laufzeit der gewährten Optionen wurde aufgrund der historischen Erfahrungen geschätzt. Die Gesellschaft ermittelte den beizulegenden Zeitwert einer gewährten Aktienoption aus den Aktienoptionsplänen Aktienoptionsplan 2006 und Aktienoptionsplan 2010 zum Ausgabezeitpunkt mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells. Dieses Modell berücksichtigt die Ausübungsbedingung in Bezug auf die Entwicklung des SOX und den Einfluss auf den beizulegenden Zeitwert der Aktienoptionen. Die Gesellschaft nutzt eine Kombination von impliziter Volatilität von gehandelten Optionen auf die Aktie der Gesellschaft und historischer Volatilität, um den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter und Vorstände gewährten Aktienoptionen zu schätzen, da die Gesellschaft der Ansicht ist, dass diese Methode die zukünftige erwartete Volatilität der Aktie am besten darstellt. Die erwartete Laufzeit der gewährten Optionen wurde mittels des Monte-Carlo-Simulationsmodells geschätzt. Der Verfall von Optionen wird auf Basis von historischen Erfahrungen geschätzt und zum Zeitpunkt des Verfalls erfasst. Der risikofreie Zins beruht auf der Rendite von Bundesanleihen mit einer vergleichbaren Laufzeit zum Gewährungszeitpunkt der Optionen. Am 16. Dezember 2010 wurden 440.000 Aktienoptionen an Vorstände und 3.024.250 Aktienoptionen an ausgewählte Mitarbeiter ausgegeben. In der folgenden Tabelle sind die durchschnittlichen Annahmen zur Marktpreisbewertung für die im Dezember 2010 ausgegebenen Aktienoptionen dargestellt: scroll Mitarbeiter Vorstandsmitglieder Durchschnittliche Annahmen: Risikofreier Zinssatz 2,72% 2,72% Erwartete Volatilität der Aktie 51% 51% Erwartete Volatilität des SOX 31% 31% Erwartete Korrelation der Aktie und des SOX 31% 31% Durchschnittlicher Aktienkurs zum Bewertungszeitpunkt €7,18 €7,18 Ausübungspreis €8,62 €8,62 Verfallrate pro Jahr 3,40% 3,40% Dividendenertrag 1,42% 1,42% Erwartete Laufzeit in Jahren 6,6 6,3 Beizulegender Zeitwert pro Option zum Gewährungszeitpunkt in € 2,46 1,44 Am 15. Dezember 2011 wurden 555.428 Aktienoptionen an Vorstände und 3.120.000 Aktienoptionen an ausgewählte Mitarbeiter ausgegeben. In der folgenden Tabelle sind die durchschnittlichen Annahmen zur Marktpreisbewertung für die im Dezember 2011 ausgegebenen Aktienoptionen dargestellt: scroll Mitarbeiter Vorstandsmitglieder Durchschnittliche Annahmen: Risikofreier Zinssatz 1,46% 1,46% Erwartete Volatilität der Aktie 43% 43% Erwartete Volatilität des SOX 32% 32% Erwartete Korrelation der Aktie und des SOX 36% 36% Durchschnittlicher Aktienkurs zum Bewertungszeitpunkt €5,86 €5,86 Ausübungspreis €7,03 €7,03 Verfallrate pro Jahr 3,40% 3,40% Erwarteter Dividendenertrag 2,05% 2,05% Erwartete Laufzeit in Jahren 6,65 6,37 Beizulegender Zeitwert pro Option zum Gewährungszeitpunkt in € 1,75 0,98 Der durchschnittliche beizulegende Zeitwert pro Option für die Vorstandsmitglieder unterscheidet sich von dem der Mitarbeiter dadurch, dass der maximale Gewinn aus der Ausübung der Aktienoptionen für die Vorstandsmitglieder auf 250 Prozent ihres durchschnittlichen beizulegenden Zeitwerts zum Gewährungszeitpunkt (ohne Berücksichtigung des Cap) begrenzt ist; oberhalb dieser Grenze erlöschen alle etwa noch vorhandenen Optionen (Cap). Die Berücksichtigung des Cap wirkt demgemäß wertmindernd auf die Aktienoptionen. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Vergütungsbericht. KAPITALRÜCKLAGE scroll € in Millionen 2012 2011 Stand 1. Oktober 2011 bzw. 2010 1.130 1.128 Aufwand aus Aktienoptionen analog § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB 2 2 Einstellung in die Kapitalrücklage nach den Vorschriften über die vereinfachte Kapitalherabsetzung gemäß § 237 Abs. 5 AktG 14 - Stand 30. September 2012 bzw. 2011 1.146 1.130 BEDINGTES KAPITAL Das im Handelsregister eingetragene Bedingte Kapital der Gesellschaft beträgt €630.407.054. Es setzt sich aus insgesamt sechs Bedingten Kapitalia zusammen: ― Bedingtes Kapital I (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 1999/I") gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung um bis zu €34.628.048, das durch Ausgabe von bis zu 17.314.024 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen des "Infineon Technologies AG 2001 International Long Term Incentive Plan" ("Long-Term Incentive Plan 2001") der Gesellschaft verwendet werden kann; ― Bedingtes Kapital III (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 2001/I") gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung um bis zu €27.879.006, das durch Ausgabe von bis zu 13.939.503 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen der Aktienoptionspläne Long-Term Incentive Plan 2001 und "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2006" ("Aktienoptionsplan 2006") der Gesellschaft verwendet werden kann; ― Bedingtes Kapital 2002 (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 2007/II") gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung um bis zu €134.000.000, das durch Ausgabe von bis zu 67.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber der Wandelanleihe, die im Mai 2009 begeben wurde, verwendet werden kann; ― Bedingtes Kapital 2009/I gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung um bis zu €149.900.000, das durch Ausgabe von bis zu 74.950.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber der Wandelanleihe, die im Mai 2009 begeben wurde, verwendet werden kann; ― Bedingtes Kapital 2010/I gemäß § 4 Abs. 10 der Satzung um bis zu €24.000.000, das durch Ausgabe von bis zu 12.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen des "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplans 2010"("Aktienoptionsplan 2010") der Gesellschaft verwendet werden kann; ― Bedingtes Kapital 2010/II gemäß § 4 Abs. 11 der Satzung um bis zu €260.000.000, das durch Ausgabe von bis zu 130.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber von Options- oder Wandelanleihen, die bis zum 10. Februar 2015 begeben werden können, verwendet werden kann. GEWINNRÜCKLAGEN scroll € in Millionen 2012 2011 Stand 1. Oktober 2011 bzw. 2010 458 97 Einstellung in die Gewinnrücklagen aus dem Jahresüberschuss durch Vorstand und Aufsichtsrat gemäß § 58 Abs. 2 AktG 49 378 Einstellung aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres 249 - Einstellung in die Gewinnrücklagen aus Wertaufholung bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens gemäß § 58 Abs. 2a AktG 342 - Der das gezeichnete Kapital übersteigende Kaufpreis eigener Anteile -14 -17 Stand 30. September 2012 bzw. 2011 1.084 458 davon eigene Anteile - -17 BILANZGEWINN scroll € in Millionen 2012 2011 Stand 1. Oktober 2011 bzw. 2010 378 109 Ausschüttung Dividende -130 -109 Einstellung in die Gewinnrücklagen durch die Hauptversammlung -248 - Jahresüberschuss 535 756 Einstellung in die Gewinnrücklagen durch Vorstand und Aufsichtsrat nach § 58 Abs. 2 AktG -49 -378 Einstellung in die Gewinnrücklagen aus Wertaufholung bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens nach § 58 Abs. 2a AktG -342 - Einzug eigener Aktien gemäß § 237 Abs. 3 Nr. 2 AktG -14 - Ertrag aus der Kapitalherabsetzung gemäß § 240 S. 1 AktG 14 - Einstellung in die Kapitalrücklage nach den Vorschriften über die vereinfachte Kapitalherabsetzung gemäß § 237 Abs. 5 AktG -14 - Stand 30. September 2012 bzw. 2011 130 378 * Abweichung bedingt durch Rundungsdifferenz SONDERPOSTEN MIT RÜCKLAGENANTEIL scroll € in Millionen 2012 2011 § 4 Fördergebietsgesetz 1 1 1 1 In Anwendung der Übergangsvorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wird der in der Bilanz zum 30. September 2010 enthaltene Sonderposten mit Rücklagenanteil fortgeführt. Der Sonderposten beinhaltet erfolgsneutral eingestellte Positionen gemäß § 4 Fördergebietsgesetz. Diese lösen sich ratierlich entsprechend der Nutzungsdauer der betroffenen Vermögensgegenstände ertragswirksam auf. Die Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens über €0,01 Millionen sind in der Position Sonstige Betriebliche Erträge der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN scroll € in Millionen 2012 2011 Erfüllungsbetrag für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 447 420 Zeitwert des Planvermögens -27 -20 Nettowert für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Rückstellungen) 420 400 Die Infineon Technologies AG gewährt ihren Mitarbeitern verschiedene Formen der betrieblichen Altersversorgung. Zur Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung hat die Infineon Technologies AG ihre Verpflichtungen teilweise durch Vermögen in externen, zweckgebundenen Treuhandvermögen abgedeckt. Ein Teil dieses Treuhandvermögens dient auch der Deckung von Pensionsverpflichtungen anderer inländischer Tochterunternehmen. Die Vermögensgegenstände erfüllen daher nicht die Voraussetzungen zur Verrechnung mit den Verpflichtungen und werden im Finanzanlagevermögen der Infineon Technologies AG gesondert ausgewiesen. Der Erfüllungsbetrag in Höhe von €447 Millionen (i. V. €420 Millionen) wurde auf Basis des Anwartschaftsbarwertverfahrens ermittelt. Die Bewertung beruhte auf einem versicherungsmathematischen Gutachten, welches neben den Heubeck-Richttafeln (2005 G) den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Marktzinssatz von 5,09 Prozent p.a. (i. V. 5,13 Prozent), eine Gehaltsdynamik von 2,0 Prozent p.a. (i. V. 2,0 Prozent) und eine Rentendynamik von 2,0 Prozent p.a. (i. V. 2,0 Prozent) ansetzte. Die Infineon Technologies AG gewährt ihren Mitarbeitern die Teilnahme an einem freiwilligen Entgeltumwandlungsplan. Die umgewandelten Gehaltsbestandsteile werden in Fondsanteile angelegt. Diese Anteile dienen der Deckung der hieraus entstehenden Altersversorgungsverpflichtungen und sind dem Zugriff anderer Gläubiger entzogen. Dieses Vermögen mit einem beizulegenden Zeitwert zum 30. September 2012 von €27 Millionen (Anschaffungskosten €26 Millionen) wird daher mit den Altersvorsorgeverpflichtungen verrechnet. Zusätzlich erfolgte aus den Entgeltumwandlungen im Zinsergebnis eine Verrechnung von Aufwendungen und Erträgen in Höhe von €2 Millionen. STEUERRÜCKSTELLUNGEN scroll € in Millionen 2012 2011 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1 1 1 1 Die Steuerrückstellungen umfassen insbesondere Steuern vom Einkommen und vom Ertrag für noch nicht veranlagte Jahre. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN scroll € in Millionen 2012 2011 Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern 81 144 Gewährleistungen und Lizenzen 91 102 Rückstellungen im Zusammenhang mit der Qimonda AG sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG 326 300 Sonstige 93 119 591 665 Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern beinhalten unter anderem Kosten für variable Vergütungen, Urlaubsgeld, Abfindungen, Vorruhestandszahlungen, Jubiläumszahlungen, andere Personalkosten sowie Sozialabgaben. Rückstellungen für Gewährleistungen und Lizenzen spiegeln im Wesentlichen die geschätzten zukünftigen Kosten zur Erfüllung vertraglicher Anforderungen bezüglich verkaufter Produkte wider. Die Position "Sonstige" beinhaltet Rückstellungen für ausstehende Aufwendungen, unrealisierte Bewertungsverluste aus Devisentermingeschäften, Verzugsstrafen oder Vertragsverzug, Rückbauverpflichtungen, Rechtsstreitigkeiten sowie diverse andere Verpflichtungen. Für die Sachverhalte im Zusammenhang mit der Qimonda AG sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG verweisen wir auf die Ausführungen zu rechtlichen Verfahren. VERBINDLICHKEITEN scroll Gesamtbetrag Davon mit einer Restlaufzeit Gesamtbetrag € in Millionen 2012 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren 2011 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9 9 - - 9 (im Vorjahr) - 9 - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 197 195 2 - 232 (im Vorjahr) 228 4 - Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 542 443 99 - 997 (im Vorjahr) 874 123 - Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 8 8 - - 9 (im Vorjahr) 9 - - Sonstige Verbindlichkeiten 28 26 2 - 66 (im Vorjahr) 61 5 - davon aus Steuern 9 8 davon im Rahmen der sozialen Sicherheit - - 784 681 103 - 1.313 (im Vorjahr) 1.172 141 - VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER VERBUNDENEN UNTERNEHMEN scroll € in Millionen 2012 2011 Lieferungs- und Leistungsverkehr 126 115 Konzerninterner Verrechnungsverkehr 416 882 542 997 Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Verbindlichkeiten, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements sowie aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit in- und ausländischen Tochtergesellschaften entstanden sind. VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT scroll € in Millionen 2012 2011 Lieferungs- und Leistungsverkehr 8 9 8 9 Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, handelt es sich um Verbindlichkeiten, die aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr entstanden sind. SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN scroll € in Millionen 2012 2011 Verpflichtungen aus Lohn- und Gehaltsabrechnungen 10 9 Noch abzuführende Lohn- und Kirchensteuer 9 8 Erhaltene Optionsprämien 6 7 Kreditorische Debitoren 2 3 Erhaltene Anzahlung Intel Corporation - 32 Sonstige 1 7 28 66 davon aus Steuern 9 8 RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN scroll € in Millionen 2012 2011 Rechnungsabgrenzungsposten 23 44 23 44 Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Ausgleichszahlungen und Einzahlungen aus Lizenz- und Entwicklungsverträgen, die vereinbarte Leistungen der Infineon Technologies AG in zukünftigen Geschäftsjahren betreffen. 5 / SONSTIGE ANGABEN PERSONALAUFWAND scroll € in Millionen 2012 2011 Löhne und Gehälter 478 536 Soziale Abgaben und Aufwendung für Unterstützung 69 68 Aufwendungen für Altersversorgung 14 39 561 643 Die Löhne und Gehälter beinhalten unter anderem Fertigungslöhne, Gehälter, Abfindungen, Urlaubs- und Sondervergütungen sowie die Veränderung von Personalrückstellungen. Die sozialen Abgaben enthalten insbesondere den Arbeitgeberanteil der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind die nach den gesetzlichen Vorschriften in den Funktionskosten auszuweisenden Bestandteile enthalten. BESCHÄFTIGTE Die durchschnittliche Anzahl und die Struktur der Mitarbeiter der Infineon Technologies AG zeigen die folgenden Übersichten: scroll Anzahl 2012 Anzahl 2011 Neubiberg 3.019 3.074 Regensburg 2.029 1.954 Warstein 1.016 829 Nürnberg - 70 Sonstige 154 197 Gesamt 6.218 6.124 Angestellte 4.884 4.889 Gewerbliche Mitarbeiter 1.334 1.235 Gesamt 6.218 6.124 MATERIALAUFWAND scroll € in Millionen 2012 2011 Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 2.071 3.843 Aufwendungen für bezogene Leistungen 732 763 2.803 4.606 DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE Die Infineon Technologies AG schließt Geschäfte über derivative Finanzinstrumente wie Zins-Swap-Vereinbarungen, Devisentermin- und -optionsgeschäfte sowie Rohstoffswaps ab. Ziel dieser Transaktionen ist die Verringerung der Auswirkungen von Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisschwankungen auf künftige Netto-Zahlungsströme. Derivative Finanzinstrumente werden bei der Gesellschaft zu Sicherungszwecken und nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. Die entsprechenden Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der von der Infineon Technologies AG zum 30. September 2012 und 2011 gehaltenen Derivate sind im Folgenden dargestellt: scroll Nominalvolumen Restlaufzeiten € in Millionen bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre >5 Jahre Summe Aktienrückkauf Put Optionen auf eigene Aktien 89 - - 89 89 - - 89 Warenterminkontrakte Rohstoffswaps 52 - - 52 52 - - 52 Devisenbezogene Instrumente Kauf EURO, Verkauf Fremdwährung 234 - - 234 Verkauf EURO, Kauf Fremdwährung 127 - - 127 361 - - 361 scroll Marktwert Restlaufzeiten € in Millionen bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre >5 Jahre Summe Aktienrückkauf Put Optionen auf eigene Aktien -15 -15 -15 - - -15 Warenterminkontrakte Rohstoffswaps 6 - - 6 6 - - 6 Devisenbezogene Instrumente Kauf EURO, Verkauf Fremdwährung 2 - - 2 Verkauf EURO, Kauf Fremdwährung -1 - - -1 1 - - 1 Die Nominalvolumen stellen die unsaldierte Summe aller Kauf- und Verkaufskontrakte der derivativen Finanzgeschäfte dar. Die Marktwerte von Devisentermingeschäften werden auf der Basis von aktuellen Referenzkursen der Europäischen Zentralbank unter Berücksichtigung von Terminauf- bzw. Terminabschlägen bestimmt. Die Marktwerte (Gewinne und Verluste) der Währungssicherungskontrakte werden in saldierter Form dargestellt. Devisenoptionen werden nach der Barwertmethode bewertet. Für den Aktienrückkauf verweisen wir auf die Ausführungen zu Put-Optionen auf eigene Aktien. Die Warenterminkontrakte bestehen derzeit aus Rohstoffswaps (Goldswaps) zur Sicherung der Einkaufspreise von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Goldkäufen. Die Marktwerte der Warentermingeschäfte werden auf Basis von aktuellen Kassapreis-Notierungen an den Warenterminbörsen unter Berücksichtigung der Terminauf- bzw. -abschläge bestimmt. Die Nominalwerte der ausstehenden Finanzderivate in Fremdwährung werden zum Jahresstichtagskurs in Euro umgerechnet. Die nachstehenden Buchwerte sind den Posten der Bilanz (Sonstige Verbindlichkeiten und Sonstige Rückstellungen) entnommen. scroll € in Millionen 2012 2011 Passivposten Put Optionen auf eigene Aktien -6 -7 Währungssicherungskontrakte -1 -10 -7 -17 Von dem Wahlrecht zur Bildung von Bewertungseinheiten nach § 254 HGB wurde kein Gebrauch gemacht. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE scroll € in Millionen 2012 2011 Garantie aus Wandelschuldverschreibungen 113 137 Kreditbürgschaften zugunsten verbundener Unternehmen und Beteiligungen 238 219 Mietgarantien 50 45 Kreditbürgschaften im Zusammenhang mit Fördermaßnahmen 29 22 Sonstige 22 22 452 445 Davon gegenüber verbundenen Unternehmen 431 425 Nach unseren Erkenntnissen können die zugrunde liegenden Verpflichtungen in allen Fällen erfüllt werden. Mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN scroll Gesamtbetrag 2012 Davon mit einer Restlaufzeit Gesamtbetrag 2011 € in Millionen bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren Verpflichtungen aus geschlossenen Miet- und Leasingverträgen gegenüber fremden Dritten 524 43 174 307 529 Verpflichtungen aus Einkaufsverträgen und Investitionsvorhaben gegenüber fremden Dritten 383 317 66 - 260 907 360 240 307 789 Am Bilanzstichtag bestehen nicht bilanzierte Zahlungsverpflichtungen aus Leasingverträgen für Immobilienobjekte sowie aus langfristigen Mietverträgen für Anlagengegenstände gegenüber fremden Dritten. Nach den vertraglichen Bedingungen sind der Infineon Technologies AG die Leasingobjekte nicht als wirtschaftliches Eigentum zuzurechnen. Am Bilanzstichtag bestehen ferner zusätzlich nicht bilanzierte Verpflichtungen aus Einkaufsverträgen und begonnenen oder geplanten Investitionsvorhaben in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen gegenüber fremden Dritten. Die übrigen finanziellen Verpflichtungen liegen im geschäftsüblichen Rahmen. RECHTLICHE VERFAHREN WETTBEWERBSRECHTLICHE VERFAHREN Im September 2004 hat die Gesellschaft mit der Kartellabteilung des US-Bundesjustizministeriums in Verbindung mit deren Untersuchung möglicher Verletzungen US-amerikanischer Kartellgesetze in der DRAM-Industrie ein sogenanntes Plea-Agreement abgeschlossen. Bei US-Bundes- und einzelstaatlichen Gerichten sind mehrere Sammelklagen gegen die Gesellschaft und ihre US-Tochtergesellschaft Infineon Technologies North America Corp. ("IF North America") und weitere DRAM-Hersteller von indirekten DRAM-Erwerbern, Generalstaatsanwälten verschiedener US-amerikanischer Bundesstaaten und Gebiete, kalifornischen Schulen, politischen Unterabteilungen und staatlichen Stellen eingereicht worden. In den Klagen wird unter anderem die Verletzung von bundes- und einzelstaatlichen Kartellgesetzen und einzelstaatlichen Wettbewerbsgesetzen hinsichtlich des Verkaufs und der Preisgestaltung von DRAM-Produkten zu bestimmten Zeiträumen beginnend 1998 bis spätestens Juni 2002 behauptet. Mit den Klagen werden der tatsächliche Schaden sowie dreifacher Schadensersatz in unspezifizierter Höhe, Anwaltskosten und sonstige Kosten sowie eine Unterlassungsverfügung gegen das angeblich rechtswidrige Verhalten geltend gemacht. Die Gesellschaft hat eine Vergleichsvereinbarung zur Beilegung dieser Rechtsstreitigkeiten geschlossen, die bestimmten Bedingungen unterliegt. Im Rahmen dieses Vergleichs hat die Gesellschaft circa US$29 Millionen auf ein Treuhandkonto gezahlt. Nach Zustimmung des Gerichts wird die Gesellschaft von Forderungen der Generalstaatsanwälte und solcher Mitglieder der Klasse indirekter Kunden befreit, die sich nicht für einen Austritt aus der Klasse und damit aus dieser Vergleichsvereinbarung entscheiden sollten. Bis zur Zustimmung des Gerichts zu dieser Vergleichsvereinbarung besteht das Risiko, dass Mitglieder der Klasse sich für einen Austritt aus der Klasse entscheiden. Zwischen Dezember 2004 und Februar 2005 wurden zwei Sammelklagen gegen die Gesellschaft, IF North America und andere DRAM-Hersteller in der kanadischen Provinz Quebec und je eine Sammelklage in den Provinzen Ontario und British Columbia im Namen aller direkten und aller indirekten Kunden eingereicht, die in Kanada ansässig sind und im Zeitraum zwischen Juli 1999 und Juni 2002 direkt oder indirekt DRAM-Produkte erworben hatten. In den Klagen werden jeweils Schadensersatz, Untersuchungs- und Verwaltungskosten sowie Zinsen, Gerichts- und Anwaltskosten geltend gemacht. Die Kläger tragen in erster Linie rechtswidrige Absprachen zur Wettbewerbsbeschränkung sowie unerlaubte Preisabsprachen im Hinblick auf DRAM-Preise vor. Die gebildeten Rückstellungen in den oben genannten zivilrechtlichen Kartellverfahren umfassen Rechtskosten und nur solche Verpflichtungen und Risiken, von denen die Gesellschaft annimmt, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die zum jetzigen Zeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden können. Jegliche Offenlegung einer Schätzung der Gesellschaft zum möglichen Ausgang dieser Verfahren könnte die Position der Gesellschaft in diesen Verfahren ernsthaft beeinträchtigen. SONSTIGE STAATLICHE ERMITTLUNGSVERFAHREN Im Oktober 2008 hat die Gesellschaft erfahren, dass die Europäische Kommission bezüglich des Geschäftssegments Chip Card & Security der Gesellschaft ein Untersuchungsverfahren wegen möglicher Verstöße gegen Wettbewerbsgesetze eingeleitet hat. Die Gesellschaft hat in 2009 und erneut im Oktober 2012 schriftliche Auskunftsersuchen der Europäischen Kommission erhalten. Die Gesellschaft kooperiert mit der Kommission bei der Beantwortung der gestellten Fragen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann kein Betrag eines möglichen Bußgelds als möglicher Ausgang dieser Untersuchung sinnvoll beziffert werden. Im Juni 2010 hat das brasilianische Justizministerium (Abteilung Wirtschaftsrecht) ("SDE") bekannt gegeben, dass es eine Untersuchung im Hinblick auf mögliche kartellrechtswidrige Aktivitäten in der DRAM-Industrie eingeleitet hat. Die Bekanntgabe der SDE nennt die Gesellschaft, mehrere andere DRAM-Hersteller und diverse leitende Angestellte als Verfahrensbeteiligte und stellt klar, dass sich die Untersuchung auf den Zeitraum von Juli 1998 bis Juni 2002 konzentriert. Die Bekanntmachung der SDE basiert auf den durchgeführten Kartellverfahren in den USA und in Europa. Die gebildeten Rückstellungen umfassen Rechtskosten und nur solche Verpflichtungen und Risiken, von denen die Gesellschaft annimmt, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die zum jetzigen Zeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden können. Jegliche Offenlegung einer Schätzung der Gesellschaft zum möglichen Ausgang dieser Verfahren könnte die Position der Gesellschaft in diesen Verfahren ernsthaft beeinträchtigen. PATENTRECHTLICHE VERFAHREN Im November 2008 hat die Volterra Semiconductor Corporation ("Volterra") Klage gegen Primarion, Inc., eine Tochtergesellschaft der Gesellschaft, die Gesellschaft und IF North America ("die Beklagten") wegen angeblicher Verletzung von fünf US-Patenten durch Produkte, die von Primarion angeboten wurden, bei dem US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens eingereicht, worin Volterra Schadensersatz, erhöhten Schadensersatz für angebliche absichtliche Verletzung und eine gerichtliche Unterlassungsverfügung verlangt. Volterra zog später ein Patent zurück; vier Patente verbleiben im Verfahren. Im Mai 2011 hat das Gericht entschieden, dass zwei Patente verletzt sind. Diese Entscheidung war von der Gesellschaft erwartet worden, dementsprechend hat sie sich auf die Berufung vorbereitet und Rückstellungen für Rechtskosten und solche Verpflichtungen und Risiken gebildet, von denen die Gesellschaft annimmt, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die zum jetzigen Zeitpunkt mit hinreichender Genauigkeit eingeschätzt werden können. Der Fall ist nun in der Schadensbestimmungsphase. Jedoch zeigte sich im Offenlegungsverfahren ("Discovery"), dass der von Volterra ursprünglich eingereichten Schadenstheorie von Verlusten durch Preisverfall bei der US-Gesellschaft und Patentinhaberin die rechtliche Grundlage fehlt, nachdem die meisten als Basis für diesen Anspruch angegebenen Verkäufe von einer asiatischen Tochtergesellschaft getätigt wurden, deren Profite nicht "inexplorably" (wortwörtlich: unaufhaltsam) an die US-Gesellschaft fließen. Volterra versucht nun eine andere, noch vorzutragende Schadenstheorie geltend zu machen, wie zum Beispiel Wertverlust der asiatischen Tochter. Infineon verlangt hingegen, in diesem fortgeschrittenen Verfahrensstadium keine Änderung der Schadenstheorie mehr zuzulassen. Das Gericht wird die Parteien diesbezüglich am 7. Dezember 2012 anhören. Das Verfahren wird bezüglich der übrigen zwei Patente erst nach Vollendung der Schadensfeststellung hinsichtlich der ersten beiden Patente fortgeführt. Jegliche Offenlegung einer Schätzung der Gesellschaft zum möglichen Ausgang dieser Verfahren könnte die Position der Gesellschaft in diesen Verfahren ernsthaft beeinträchtigen. Es gibt keine Sicherheit, dass die erfassten Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit diesem Rechtsstreit entstehen könnten. Im Januar 2010 hat die Gesellschaft ihrerseits Klage gegen Volterra vor dem US-Bezirksgericht für den Bezirk von Delaware wegen der Verletzung von vier US-Patenten der Gesellschaft erhoben; das Verfahren war zunächst ausgesetzt worden. Im Dezember 2011 wurde die Aussetzung aufgehoben und das Verfahren nach Kalifornien verlegt, wo es sich jetzt im Offenlegungsverfahren ("Discovery") befindet. Im April 2011 hat die Gesellschaft die Atmel Corporation auf die Verletzung von elf Patenten im US-Bezirksgericht für den Bezirk Delaware verklagt. Im Juli 2011 antwortete Atmel, indem sie jegliche Haftung bestreitet, und verklagte die Gesellschaft für die angebliche Verletzung von zunächst sechs ihrer Patente sowie Verletzung einer Geheimhaltungsvereinbarung, die die Parteien angeblich während vorhergehender Verhandlungen bezüglich einiger der Klagepatente abgeschlossen hatten. Im März 2012 ergänzte Atmel ihre Gegenklage um vier weitere angeblich verletzte Patente. Im August 2012 einigten sich die Parteien, jeweils vier Patente aus der Klage zu nehmen; somit verbleiben sieben Infineon- und sechs Atmel-Patente im Verfahren. Im Rahmen einer gerichtlichen Anhörung (sogenannte Markman-Hearing) am 8. und 9. November 2012 hat das Gericht die Parteien bezüglich der Auslegung der Patentansprüche angehört. Jegliche Offenlegung einer Schätzung der Gesellschaft zum möglichen Ausgang dieser Verfahren könnte die Position der Gesellschaft in diesen Verfahren ernsthaft beeinträchtigen. VORGÄNGE IM ZUSAMMENHANG MIT QIMONDA Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Mai 2006 wurden alle wesentlichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Geschäftsaktivitäten, die dem Speichergeschäft (Memory Products) zuzuordnen waren, ausgegliedert und im Wege der Sacheinlage in Qimonda eingebracht. Im Zuge der rechtlichen Verselbstständigung wurden neben dem Ausgliederungs- und Einbringungsvertrag vom 25. April 2006 verschiedene Dienstleistungsverträge mit Qimonda abgeschlossen. Am 23. Januar 2009 hat Qimonda beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Neben Qimonda haben auch verschiedene in- und ausländische Tochtergesellschaften von Qimonda Insolvenz angemeldet, insbesondere die Qimonda Dresden und die Qimonda Flash GmbH ("Qimonda Flash"). Aus der Insolvenz von Qimonda, Qimonda Dresden und Qimonda Flash haben sich verschiedene Streitigkeiten zwischen dem Insolvenzverwalter dieser Gesellschaften und Infineon entwickelt, die teilweise bereits gerichtlich anhängig sind. Der Insolvenzverwalter und Infineon sind in Gesprächen und bemühen sich um eine einvernehmliche Gesamtlösung. GERICHTLICHE AUSEINANDERSETZUNGEN Angebliche wirtschaftliche Neugründung und Differenzhaftung Der Insolvenzverwalter hat im November 2010 beim Landgericht München I eine unbezifferte Feststellungsklage gegen die Infineon Technologies AG und - im Wege der Streitverkündung - gegen die Infineon Technologies Holding B.V. eingereicht. Er beantragt festzustellen, dass Infineon verpflichtet sei, die Unterbilanz von Qimonda auszugleichen, die im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen von Qimonda bestand. Das heißt, Qimonda denjenigen Betrag zu erstatten, um den das tatsächliche Gesellschaftsvermögen von Qimonda im Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hinter dem Betrag des Grundkapitals von Qimonda zurückbleibt. Der Insolvenzverwalter ist der Auffassung, dass es sich bei der Aufnahme der operativen Tätigkeit durch Qimonda um eine von der Rechtsprechung sogenannte wirtschaftliche Neugründung handele, die nicht formgerecht offengelegt worden sei. Folge einer nicht offengelegten wirtschaftlichen Neugründung sei, dass der Gründer, also Infineon, für die Unterbilanz zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung hafte. Eine erste mündliche Verhandlung fand am 19. Januar 2012 statt. Eine zweite mündliche Verhandlung hat am 15. November 2012 stattgefunden. Am 6. März 2012 hat der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil entschieden, dass es für eine etwaige Haftung im Fall der wirtschaftlichen Neugründung allerdings nicht - wie vom Insolvenzverwalter behauptet - auf den Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung, sondern lediglich den Zeitpunkt der Neugründung ankommt. Am 14. Februar 2012 hat der Insolvenzverwalter zusätzlich zu seiner unbezifferten Feststellungsklage hilfsweise einen Zahlungsantrag gestellt und zudem weitere Ansprüche geltend gemacht. Wegen der angeblichen wirtschaftlichen Neugründung verlangte der Insolvenzverwalter mit seinem Hilfsantrag die Zahlung von mindestens €1,71 Milliarden zuzüglich Zinsen. Am 15. Juni 2012 hat der Insolvenzverwalter seinen Zahlungsantrag vom 14. Februar 2012 erhöht. Seinen angeblichen Anspruch aus wirtschaftlicher Neugründung beziffert der Insolvenzverwalter nunmehr mit mindestens rund €3,35 Milliarden zuzüglich Zinsen. Außerdem stützt er einen wesentlichen Teil seiner angeblichen Zahlungsansprüche zusätzlich auf die sogenannte Differenzhaftung. Die angeblichen Ansprüche aus Differenzhaftung wurden schon im August 2011 unbeziffert außergerichtlich geltend gemacht. Der Insolvenzverwalter behauptet, die von Infineon erbrachte Sacheinlage im Rahmen der Kapitalerhöhung bei Qimonda sei überbewertet und damit der Gegenwert (geringster Ausgabebetrag) der gezeichneten Aktien nicht geleistet gewesen. Dies steht im Widerspruch zu zwei Wertgutachten, die in Vorbereitung der Kapitalerhöhung von unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften angefertigt wurden; und zwar von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Auftrag von Infineon und von der anderen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als gerichtlich bestelltem Sacheinlage- und Nachgründungsprüfer. In ihrem Wertgutachten kommt die von Infineon beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu dem Ergebnis, dass der Wert des eingebrachten Geschäftsbereichs den geringsten Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien um ein Vielfaches überstieg. Die gerichtlich bestellte Sacheinlage- und Nachgründungsprüferin hat dem Gericht bestätigt, dass der geringste Ausgabebetrag der ausgegebenen Aktien durch den Wert der Sacheinlagen gedeckt sei. Fortbestand der Nutzungsrechte von Infineon und den Lizenznehmern von Infineon an den auf Qimonda übertragenen Patenten Im Zuge der Einbringung des Speichergeschäfts hat Infineon zahlreiche Patente auf Qimonda übertragen und sich im Einbringungsvertrag Nutzungsrechte an diesen Patenten zurückbehalten. Der Einbringungsvertrag enthält außerdem Regelungen über wechselseitige Lizenzierungen. Der Insolvenzverwalter hat für diese Vereinbarung das Wahlrecht der Nichterfüllung geltend gemacht. Sollte diese Nichterfüllungswahl rechtlich Bestand haben, wären die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften sowohl an Patenten, die die Gesellschaft im Wege der Einbringung auf Qimonda übertragen hat, als auch an Patenten, die von Qimonda nach der Ausgliederung selbst angemeldet wurden, nicht mehr lizenziert. Als Folge könnte die Gesellschaft diese Patente unter anderem möglicherweise nicht mehr vollständig an Dritte unterlizenzieren. Dies könnte auch Vertragspartner der Gesellschaft betreffen, mit denen die Gesellschaft Patentlizenzaustauschverträge abgeschlossen hat, und möglicherweise Schadensersatzansprüche gegen die Gesellschaft auslösen. Im Januar 2011 hat die Gesellschaft in dieser Angelegenheit beim Landgericht München I eine Feststellungsklage gegen den Insolvenzverwalter eingereicht. Mit der Klage soll gerichtlich festgestellt werden, dass die Nutzungsrechte von Infineon und seinen Lizenznehmern an dem oben genannten geistigen Eigentum der Qimonda-Gruppe weiterhin Bestand haben. Am 9. Februar 2012 hat das Landgericht München I der Klage von Infineon fast vollständig stattgegeben und die Klage nur bezüglich der bereits vor Insolvenzeröffnung auf Dritte übertragenen oder erloschenen Patente und bezüglich der Auskunftsansprüche abgewiesen. Die Widerklage des Insolvenzverwalters wurde abgewiesen. Beide Seiten haben Berufung beim Oberlandesgericht München eingelegt. Eine mündliche Verhandlung ist für den 6. Dezember 2012 angesetzt. Im Oktober 2009 hat der Insolvenzverwalter beim US Bankruptcy Court für den Eastern District of Virginia beantragt festzustellen, dass Nutzungsrechte unter US-Patenten von Qimonda nicht unter eine Schutzvorschrift des US-Insolvenzrechts fallen, wonach solche Nutzungsrechte trotz Insolvenz des Lizenzgebers fortbestehen. Der Insolvenzverwalter stützt sich dabei auf die Ansicht, dass der gesetzliche Schutz von Lizenzen in der Insolvenz nach Section 365(n) des US Bankruptcy Codes nur für US-Insolvenzverfahren gelte, nicht aber für ausländische (hier deutsche) Insolvenzverfahren. Infineon und weitere Halbleiterhersteller haben Widerspruch gegen diesen Antrag eingelegt. Nachdem der US Bankruptcy Court dem Antrag des Insolvenzverwalters im November 2009 stattgegeben hatte, verwies der US District Court für den Eastern District of Virginia die Klage im Juli 2010 an den US Bankruptcy Court mit der Auflage zurück, die berechtigten Interessen der Lizenznehmer und die der Insolvenzgläubiger vor dem Hintergrund des Zweckes der gesetzlichen Regelung eingehend abzuwägen. Im Oktober 2011 entschied der US Bankruptcy Court nach sorgfältiger Abwägung der Interessen der Parteien, dass der gesetzliche Schutz nach Section 365(n) des US Bankruptcy Codes auf Qimondas US-Patente Anwendung findet, die Nutzungsrechte an diesen Patenten also Bestand haben. Der Insolvenzverwalter hat gegen die Entscheidung des US Bankruptcy Courts Berufung direkt beim Berufungsgericht (Court of Appeals for the Fourth Circuit) eingelegt. Das Berufungsgericht hat am 28. Juni 2012 die direkte Berufung angenommen. AUSSERGERICHTLICH GELTEND GEMACHTE ANSPRÜCHE Inotera Qimonda hat im Oktober 2008 eine Beteiligung an dem Joint Venture Inotera Memories, Inc. ("Inotera") an Micron Technology, Inc. ("Micron") für US$400 Millionen verkauft. Der Insolvenzverwalter hat den Verkauf inzwischen gegenüber Micron insolvenzrechtlich angefochten und Micron vor dem Landgericht München I verklagt. In kurzen Schreiben vom April und August 2010 hat der Insolvenzverwalter angedeutet, dass er möglicherweise im Zusammenhang mit dem Verkauf der Inotera-Beteiligung auch Ansprüche aus Konzernhaftung gegen Infineon sieht. Der Insolvenzverwalter hat in diesen Schreiben die angeblichen Ansprüche gegen Infineon bislang nicht näher substantiiert. Weitere vom Insolvenzverwalter geltend gemachte Ansprüche Der Insolvenzverwalter hat im letzten Quartal des Geschäftsjahrs 2011 erstmalig schriftlich weitere Ansprüche gegen die Gesellschaft vorgetragen. Er behauptet zum einen, dass bestimmte Rechtsgeschäfte zwischen Qimonda und Infineon das aktienrechtliche Verbot der Einlagenrückgewähr verletzen würden, da diese marktunüblich und für Qimonda nachteilig gewesen seien. Weiterhin wird behauptet, Infineon habe als herrschendes Unternehmen Qimonda zu nachteiligen Rechtsgeschäften veranlasst, ohne diesen Nachteil ausgeglichen zu haben. Zum anderen wird vom Insolvenzverwalter vorgebracht, dass hinsichtlich zahlreicher, im zeitlichen Zusammenhang mit der Einbringung des Speichergeschäfts in Qimonda zwischen dieser und Infineon abgeschlossener Verträge die aktienrechtlichen Nachgründungsvorschriften verletzt worden seien. Daneben macht der Insolvenzverwalter für bestimmte Zahlungen von Qimonda an Infineon insolvenzrechtliche Anfechtungstatbestände geltend, da es sich um von Infineon gestundete Beträge gehandelt habe, Infineon zum Zeitpunkt der Zahlung bereits von der Zahlungsunfähigkeit von Qimonda gewusst habe oder ein Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung vorliegen würde. Schließlich behauptet der Insolvenzverwalter, ihm stünden Ansprüche gegen Infineon zu, weil Qimonda von Infineon keine für sein Überleben ausreichende Finanzierungsstruktur und Liquiditätsausstattung erhalten habe. Prüfung dieser Ansprüche durch Infineon Die vorgenannten angeblichen Ansprüche des Insolvenzverwalters wurden meist ohne konkrete Bezifferung vorgebracht und beschränken sich vielfach auf pauschale Darstellungen ohne nähere Substantiierung. Die Gesellschaft hat diese Ansprüche auf Basis des bisherigen Sachstands in schriftlicher Form zurückgewiesen. Die Prüfung der Sach- und Rechtslage ist mit hohem Aufwand verbunden und dauert weiterhin an. Nach dem bisherigen Ergebnis der Prüfung sieht die Gesellschaft für eine Vielzahl der vorgebrachten Ansprüche gute Argumente, um sich im Fall einer gerichtlichen Geltendmachung dieser Ansprüche erfolgreich gegen diese zu verteidigen. Es verbleiben jedoch nicht unerhebliche Risiken und Unsicherheiten, da unter anderem zu einigen spezifischen Sachverhaltskonstellationen keine vergleichbare höchstrichterliche Rechtsprechung existiert. Mündlich vorgebrachte Ansprüche des Insolvenzverwalters Im Zusammenhang mit der Ausgliederung des Speichergeschäfts haben Infineon und Qimonda Verträge zur Trennung der IT-Systeme geschlossen. Der Insolvenzverwalter hat in einem Gespräch im Geschäftsjahr 2011 behauptet, beim Abschluss dieser Verträge seien die aktienrechtlichen Nachgründungsvorschriften verletzt worden. Zudem seien die Verträge marktunüblich gewesen. Der Insolvenzverwalter behauptet ferner, er habe Ansprüche gegen Infineon im Zusammenhang mit den bei der Ausgliederung des Speichergeschäfts zwischen Qimonda und Infineon abgeschlossenen (Unter-)Mietverträgen. Insolvenz der Qimonda Dresden Infineon war bis zur Ausgliederung des Speichergeschäfts persönlich haftende Gesellschafterin von Qimonda Dresden. Bestimmte Altgläubiger haben deshalb sogenannte Nachhaftungsansprüche gegen Infineon. Diese kann nur der Insolvenzverwalter im Namen dieser Gläubiger geltend machen. Diese Ansprüche schließen, unter anderem, mögliche Rückzahlungen von öffentlichen Fördermitteln, Gewerbesteuerforderungen, Forderungen von Dienstleistern und Lieferanten, aber auch mitarbeiterbezogene Ansprüche wie Vergütungen und Sozialabgaben ein. Infineon und der Insolvenzverwalter haben sich am 7. Juli 2011 auf eine Rahmenvereinbarung zur geordneten Abarbeitung der Nachhaftungsfragen geeinigt. Infineon und der Insolvenzverwalter haben sich dabei auch darauf verständigt, dass Infineon in Höhe von 70 Prozent der Nachhaftungszahlungen als normaler, nicht nachrangiger Insolvenzgläubiger bei der Masse Regress nehmen kann. Mit einzelnen Nachhaftungsgläubigern konnten inzwischen Vergleiche erzielt werden. Weitere Ansprüche Gegen die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Dresden GmbH ("Infineon Dresden") wurden Klagen von ehemaligen Infineon-Mitarbeitern eingereicht, die an Qimonda oder Qimonda Dresden im Rahmen der Ausgliederung transferiert wurden und die mit der Klage ihre Wiederbeschäftigung erreichen wollten. Alle gerichtlichen Entscheidungen sind zugunsten der Gesellschaft oder Infineon Dresden ergangen. Die letzten Klagen wurden im Januar 2012 im Rahmen des Revisionsverfahrens vor dem Bundesarbeitsgericht durch einen Vergleich beigelegt. Die Gesellschaft könnte weiteren Ansprüchen ausgesetzt sein, die aus Verträgen, Angeboten, nicht abgeschlossenen Transaktionen, fortbestehenden Verpflichtungen, Verbindlichkeiten, Risiken und anderen Verpflichtungen resultieren, die im Zusammenhang mit der Ausgliederung des Speichergeschäfts auf Qimonda übertragen wurden. SONSTIGES Gegen Infineon laufen verschiedene andere Rechtsstreitigkeiten und Verfahren im Zusammenhang mit der jetzigen oder früheren Geschäftstätigkeit. Diese können Produkte, Leistungen, Patente, Umweltangelegenheiten und andere Sachverhalte betreffen. Infineon ist nach derzeitigem Kenntnisstand der Auffassung, dass aus dem Ausgang dieser anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren kein wesentlicher negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten ist. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass dies in Zukunft anders bewertet werden muss und sich aus der Neubewertung der anderen Rechtsstreitigkeiten und Verfahren eine wesentliche negative Beeinflussung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, insbesondere zum Zeitpunkt der Neubewertung, ergeben könnte. Darüber hinaus ist Infineon im Zusammenhang mit seiner jetzigen oder früheren Geschäftstätigkeit vielfältigen rechtlichen Risiken ausgesetzt, die bisher nicht zu Rechtsstreitigkeiten führten. Dazu zählen unter anderem Risiken aus Produkthaftungs-, Umwelt-, Kapitalmarkt-, Antikorruptions-, Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie sonstigen Compliance-Vorschriften. In diesem Zusammenhang könnte die Gesellschaft auch für Gesetzesverstöße einzelner Mitarbeiter oder Dritter in Anspruch genommen werden. BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMEN GEMÄSS § 285 NR. 21 HGB Die Infineon Technologies AG nimmt im normalen Geschäftsbetrieb Transaktionen mit Tochterunternehmen und anderen verbundenen Unternehmen vor ("nahestehende Unternehmen"). Nahestehende Personen sind Personen in Schlüsselpositionen des Unternehmens wie Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ("nahestehende Personen"). In den Geschäftsjahren 2012 und 2011 gab es keine Transaktionen zwischen der Gesellschaft und nahestehenden Personen, die über das bestehende Anstellungs-, Dienst- oder Bestellungsverhältnis beziehungsweise der vertraglichen Vergütung hierfür hinausgehen. Die Gesellschaft bezieht bestimmte Vorprodukte und Leistungen von und verkauft bestimmte Produkte und Leistungen an nahestehende Unternehmen. Diese Käufe von und Verkäufe an nahestehende Unternehmen erfolgen in der Regel zu Herstellungskosten zuzüglich einer Gewinnmarge. Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzforderungen und sonstigen Forderungen gegen Tochtergesellschaften und andere verbundene Unternehmen in Höhe von insgesamt jeweils €214 Millionen bzw. €253 Millionen zum 30. September 2012 und 2011. Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen bestehen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzverbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Tochtergesellschaften und anderen verbundenen Unternehmen in Höhe von insgesamt €550 Millionen und €1.006 Millionen zum 30. September 2012 und 2011. Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegen nahestehende Unternehmen zum 30. September 2012 und 2011 werden zunächst nach Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften, an denen Infineon Technologies AG beteiligt ist, unterteilt. Anschließend werden die Forderungen gegen und die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen nach Art und Weise des Geschäftsvorfalls unterschieden. Die als Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesenen Beträge resultieren aus dem Kauf beziehungsweise Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Finanzforderungen und -verbindlichkeiten beinhalten die gewährten und geschuldeten Beträge aus Darlehen sowie die zu Interbankensätzen aufgelaufenen Zinsen. Die Umsätze mit nahestehenden Unternehmen betrugen insgesamt €2.206 Millionen und €3.714 Millionen in den Geschäftsjahren 2012 und 2011, wohingegen die Bezüge von nahestehenden Unternehmen €1.438 Millionen und €1.201 Millionen in den Geschäftsjahren 2012 und 2011 betrugen. VORSTAND UND AUFSICHTSRAT VERGÜTUNGEN IM GESCHÄFTSJAHR 2012 Die im Geschäftsjahr 2012 aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten für ihre Tätigkeit eine erfolgsunabhängige fixe Vergütung in Höhe von insgesamt €3,1 Millionen (im Vorjahr erhielten die aktiven Mitglieder des Vorstands €2,8 Millionen). Die Vorstandsmitglieder erhalten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2012 außerdem eine variable, erfolgsabhängige Barvergütung in Höhe von insgesamt €2,6 Millionen (Vorjahr: €4,0 Millionen). Diese setzt sich zusammen aus einem Short Term Incentive in Höhe von insgesamt €1,4 Millionen (Vorjahr: €2,4 Millionen) und einer Ausgleichszahlung an die Herren Bauer und Dr. Ploss für das Mid Term Incentive in Höhe von insgesamt €1,2 Millionen (Vorjahr: €1,6 Millionen). Die Gesamtbarvergütung im Geschäftsjahr 2012 beträgt daher €5,7 Millionen (Vorjahr: €6,8 Millionen). Ein Zusatzbonus wurde nicht gewährt. Darüber hinaus wurden auf der Basis des Aktienoptionsplans 2010 im Geschäftsjahr 2012 an Herrn Bauer als Vorsitzenden des Vorstands 209.714, an Herrn Asam 220.000 und an Herrn Dr. Ploss 125.714 Aktienoptionen mit einem Fair Market Value von je €0,98 ausgegeben. 94.286 der Herrn Asam im Geschäftsjahr 2012 gewährten Aktienoptionen entfallen auf den zeitanteilig für das Geschäftsjahr 2011 gewährten Long Term Incentive (LTI). Da Herr Mittal mit Wirkung zum 1. Januar 2012 zum Mitglied des Vorstands bestellt wurde, konnte er bei der jährlichen Zuteilung der Aktienoptionen im Dezember 2011 nicht berücksichtigt werden und wird bei der nächsten Ausgabe von Aktienoptionen im Dezember 2012 daher vertragsgemäß für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2012 (zeitanteilig ab 1. Januar 2012) Aktienoptionen erhalten. Die an die aktiven Mitglieder des Vorstands für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2012 gewährte Gesamtvergütung beträgt €7,1 Millionen (Vorjahr: €8,2 Millionen). In der gewährten Gesamtvergütung sind die für das noch nicht fällige Mid Term Incentive (MTI) gebildeten Rückstellungen betreffend die auf das Geschäftsjahr 2012 entfallenden Jahresscheiben der Tranchen 2011-2013 und 2012-2014 in Höhe von €0,8 Millionen (Vorjahr: €0,7 Millionen) enthalten. Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Infineon Technologies AG einschließlich des an sie gezahlten Sitzungsgelds gemäß dem von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 beschlossenen neuen Vergütungssystem für den Aufsichtsrat betrug im Geschäftsjahr 2012 insgesamt €1,2 Millionen (Vorjahr: €1,7 Millionen). Die bei der Infineon Technologies AG beschäftigten Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat beziehen zudem für ihre Tätigkeit als Arbeitnehmer ein Gehalt. An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2012 Gesamtbezüge (insbesondere Versorgungsleistungen) von €1,1 Millionen ausbezahlt (Vorjahr: €6,2 Millionen). Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betrugen zum 30. September 2012 insgesamt €33,0 Millionen (Vorjahr: €32,1 Millionen). Weder die Infineon Technologies AG noch eine ihrer Tochtergesellschaften hat ein Darlehen an Mitglieder des Aufsichtsrats oder des Vorstands gewährt. Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 285 Nr. 9 HGB wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und Konzernlageberichts ist. MANDATE DER VORSTAND Als Vorstand der Infineon Technologies AG waren im Geschäftsjahr 2012 folgende Herren bestellt beziehungsweise berufen: scroll Name Alter Ende der Amtszeit Beruf Mitgliedschaft in Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen Peter Bauer 52 30. September 2012 Vorsitzender des Vorstands, Chief Executive Officer Mitglied des Board of Directors - Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur (Vorsitzender)(bis 1. April 2012) - Infineon Technologies China Co., Ltd., Shanghai, Volksrepublik China (bis 30. September 2012) - Infineon Technologies Japan K.K., Tokio, Japan (bis 30. September 2012) - Infineon Technologies North America Corp., Wilmington, Delaware, USA (Vorsitzender) (bis 25. Januar 2012) Dominik Asam 43 31. Dezember 2013 Mitglied des Vorstands, Executive Vice President, Finanzvorstand Mitglied des Aufsichtsrats - Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich Mitglied des Board of Directors - Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur - Infineon Technologies China Co., Ltd., Shanghai, Volksrepublik China - Infineon Technologies North America Corp., Wilmington, Delaware, USA Arunjai Mittal (seit 1. Januar 2012) 41 31. Dezember 2014 Mitglied des Vorstands, Executive Vice President Mitglied des Aufsichtsrats - Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich Mitglied des Board of Directors - Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur (Vorsitzender)(seit 1. April 2012) - Infineon Technologies India, ,Pvt. Ltd., Bangalore, Indien (seit 6. Juni 2012) - Infineon Technologies Industrial Power, Inc., Wilmington, Delaware, USA (Vorsitzender) - Infineon Technologies North America Corp., Wilmington, Delaware, USA (Vorsitzender) (seit 25. Januar 2012) Dr. Reinhard Ploss 56 30. September 2015 Mitglied des Vorstands, Executive Vice President, Arbeitsdirektor Mitglied des Aufsichtsrats - Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich (Vorsitzender) - Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden (Vorsitzender) (bis 31. Juli 2012) Mitglied des Board of Directors - Infineon Technologies India, Pvt. Ltd., Bangalore, Indien (bis 6. Juni 2012) - Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia (Vorsitzender) DER AUFSICHTSRAT Die Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2012, deren Position im Aufsichtsrat, deren Berufe, deren Mitgliedschaften in anderen Aufsichts- und Kontrollgremien und deren Alter sind nachfolgend dargestellt: scroll Name Alter Ende der Amtszeit Beruf Mitgliedschaft in weiteren Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen Wolfgang Mayrhuber Vorsitzender 65 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats - BMW AG, München - Münchener Rückversicherungs- Gesellschaft AG, München - Lufthansa Technik AG, Hamburg - Austrian Airlines AG, Wien, Österreich Mitglied des Board of Directors - Heico Corporation, Hollywood, Florida, USA Mitglied des Verwaltungsrats - UBS AG, Zürich, Schweiz Gerd Schmidt1 Stellvertretender Vorsitzender 58 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Vorsitzender des Infineon-Betriebsrats Regensburg Wigand Cramer1 59 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Gewerkschaftssekretär der IG Metall, Berlin Alfred Eibl1 63 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Vorsitzender des Betriebsrats Infineon München-Campeon (bis 16. September 2012) Vorsitzender des Infineon- Gesamtbetriebsrats Peter Gruber1 Vertreter der leitenden Angestellten 51 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Leiter Operations Finanzen, Infineon Technologies AG Mitglied des Aufsichtsrats - Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden Mitglied des Board of Directors - Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia Gerhard Hobbach1 50 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Mitglied des Betriebsrats - Infineon München-Campeon Hans-Ulrich Holdenried 61 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats - Integrata AG, Stuttgart - Wincor Nixdorf AG, Paderborn Prof. Dr. Renate Köcher 60 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Geschäftsführerin - Institut für Demoskopie Allensbach GmbH, Allensbach Mitglied des Aufsichtsrats - Allianz SE, München - BMW AG, München - Robert Bosch GmbH, Gerlingen (seit 30. März 2012) - Nestlé Deutschland AG, Frankfurt am Main (seit 25. Mai 2012) Dr. Manfred Puffer 49 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Unternehmensberater Mitglied des Board of Directors - Athene Holding Ltd., Pembroke, Bermuda (seit 29. März 2012) - Athene Life Re Ltd., Pembroke, Bermuda (seit 29. März 2012) Prof. Dr. Doris Schmitt- Landsiedel 59 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Professorin - Technische Universität München Jürgen Scholz1 51 Ordentliche Hauptversammlung 2015 1. Bevollmächtigter der IG Metall, Regensburg Mitglied des Aufsichtsrats - Krones AG, Neutraubling Mitglied des Verwaltungsrats - BKK BMW AG, Dingolfing Dr. Eckart Sünner 68 Ordentliche Hauptversammlung 2015 Of Counsel - Allen & Overy, Mannheim Mitglied des Aufsichtsrats - K+S AG, Kassel 1 Arbeitnehmervertreter AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS Präsidialausschuss Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender) Gerhard Hobbach Hans-Ulrich Holdenried Gerd Schmidt Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss Dr. Eckart Sünner (Vorsitzender) Wigand Cramer Wolfgang Mayrhuber Gerd Schmidt Vermittlungsausschuss Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender) Alfred Eibl Hans-Ulrich Holdenried Gerd Schmidt Nominierungsausschuss Wolfgang Mayrhuber (Vorsitzender) Prof. Dr. Renate Köcher Dr. Manfred Puffer Strategie- und Technologieausschuss Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel (Vorsitzende) Alfred Eibl Peter Gruber Hans-Ulrich Holdenried Wolfgang Mayrhuber Jürgen Scholz ANGABE GEMÄSS § 160 ABS. 1 NR. 2 AKTG Die Gesellschaft hat am 9. Mai 2011 beschlossen, von der Ermächtigung zum Aktienrückkauf, die von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilt wurde, Gebrauch zu machen. Die Gesellschaft beabsichtigt, bis März 2013 ein Volumen von bis zu €300 Millionen für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr aufzuwenden. Die Kapitalrückgewähr kann durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Rückkauf eigener Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Außerdem können auch weitere Teile der ausstehenden Wandelanleihe zurückgekauft werden. Nach den gesetzlichen Vorgaben darf der Aktienrückkauf ausschließlich dem Zweck der Einziehung der Aktien zur Kapitalherabsetzung und der Bedienung von Wandelanleihe oder Mitarbeiterprogrammen dienen, da er nach Maßgabe der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 2273/2003 der Kommission vom 22. Dezember 2003 erfolgt. Unter diesem Programm hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2012 Put-Optionen auf eigene Aktien mit einer Laufzeit von maximal neun Monaten mit einem Ausübungswert von insgesamt €120 Millionen begeben. Im Geschäftsjahr 2012 wurden Optionen über insgesamt 3 Millionen Aktien ausgeübt. Im November 2011 hat die Gesellschaft so für einen Erwerbspreis in Höhe von insgesamt €13 Millionen insgesamt 2 Millionen eigene Aktien mit einem rechnerischen Nennwert in Höhe von insgesamt €4 Millionen und einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 0,2 Prozent und im Dezember 2011 für einen Erwerbspreis in Höhe von insgesamt €7 Millionen weitere 1 Million eigene Aktien mit einem rechnerischen Nennwert in Höhe von insgesamt €2 Millionen und einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 0,1 Prozent erworben. Im Laufe des Geschäftsjahrs 2011 hatte die Gesellschaft bereits 4 Millionen eigene Aktien erworben. Die damit von der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2012 insgesamt gehaltenen 7 Millionen eigenen Aktien wurden mit Wirkung zum 19. September 2012 eingezogen und das Grundkapital entsprechend herabgesetzt. Zum 30. September 2012 befanden sich damit keine eigenen Aktien im Bestand der Gesellschaft. Zum 30. September 2012 stehen noch Put-Optionen mit einem Ausübungswert von €89 Millionen aus, denen bei verschiedenen fixen Ausübungskursen und der Verpflichtung zur physischen Lieferung der Aktien insgesamt 16 Millionen Aktien unterliegen. Details zum Aktienrückkaufprogramm sowie zu begebenen Put-Optionen und erworbenen Aktien werden von der Gesellschaft regelmäßig im Internet unter www.infineon.com/cms/de/corporate/investor/infineon-share/share-buyback.html veröffentlicht. ANGABE GEMÄSS § 160 ABS. 1 NR. 4 AKTG Für Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 4 AktG verweisen wir auf die Ausführungen zum genehmigten Kapital. ANGABE GEMÄSS § 160 ABS. 1 NR. 8 AKTG Nach § 21 Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte einer börsennotierten Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von vier Handelstagen, mitzuteilen. Der Gesellschaft wurden folgende zum 30. September 2012 bestehende Beteiligungen mitgeteilt (die entsprechenden Prozent- und Aktienzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Meldung vorhandene Grundkapital; die Anzahl der Aktien ist der letzten Stimmrechtsmitteilung an die Gesellschaft entnommen und kann daher zwischenzeitlich überholt sein): ― Dodge & Cox Investment Managers, San Francisco (USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 7. August 2009 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil von Dodge & Cox, San Francisco (USA) an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 5. August 2009 durch Aktien die Schwelle von 10 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 9,95 Prozent (das entspricht 106.771.627 Stimmrechten) beträgt. 9,88 Prozent der Stimmrechte sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG von Dodge & Cox International Stock Fund zuzurechnen, weitere 0,08 Prozent der Stimmrechte sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG von Dodge & Cox Global Stock Fund zuzurechnen, der selbst weniger als 3 Prozent der Stimmrechte hält. ― Dodge & Cox Investment Managers, San Francisco (USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 7. August 2009 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil von Dodge & Cox International Stock Fund, San Francisco (USA) an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 5. August 2009 durch Aktien die Schwelle von 10 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 9,88 Prozent (das entspricht 105.919.119 Stimmrechten) beträgt. ― Die BlackRock, Inc., New York (USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 27. April 2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 26. April 2011 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,08 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 55.152.748 Stimmrechten) betragen hat. 5,08 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 55.152.748 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die BlackRock Holdco 2, Inc., Wilmington (USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 16. Oktober 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 22. Juli 2011 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,003 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 54.366.338 Stimmrechten) betragen hat. 5,003 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 54.366.338 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die BlackRock Financial Management, Inc., New York (USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 16. Oktober 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 22. Juli 2011 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,003 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 54.366.338 Stimmrechten) betragen hat. 5,003 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 54.366.338 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die BlackRock Advisors Holdings, Inc., New York (USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 16. Oktober 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 19. Juni 2012 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 4,77 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 51.806.426 Stimmrechten) betragen hat. 4,77 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 51.806.426 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die BlackRock Group Limited, London (Großbritannien) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 16. Oktober 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 4. Oktober 2011 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,18 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 34.603.240 Stimmrechten) betragen hat. 3,18 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 34.603.240 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die BlackRock International Holdings, Inc., New York (USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 17. Oktober 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 18. August 2011 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,01 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 32.749.985 Stimmrechten) betragen hat. 3,01Prozent der Stimmrechte (das entspricht 32.749.985 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die BR Jersey International Holdings, L.P., St. Helier, Jersey (Channel Islands) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 17. Oktober 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 18. August 2011 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,01 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 32.749.985 Stimmrechten) betragen hat. 3,01 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 32.749.985 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 Satz 2 WpHG zuzurechnen. ― Die The Capital Group Companies, Inc., Los Angeles (USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 6. September 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 1. September 2012 die Schwelle von 3 Prozent und 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 8,02 Prozent (das entspricht 87.237.100 Stimmrechten) betragen hat. 8,02Prozent der Stimmrechte (das entspricht 87.237.100 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 und Satz 3 WpHG zuzurechnen. Davon wurden 45.285.000 Stimmrechte (das entspricht 4,17 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG) von der EuroPacific Growth Fund, Inc. gehalten. ― Die Capital Research and Management Company, Los Angeles (USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 2. August 2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 28. Juli 2011 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,06 Prozent (das entspricht 55.007.300 Stimmrechten) betragen hat. 5,06 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 55.007.300 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen. ― Die EuroPacific Growth Fund, Inc., Los Angeles (USA) hat der Gesellschaft gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 18. September 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 13. September 2012 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,04 Prozent (das entspricht 54.808.978 Stimmrechten) betragen hat. ― Die UBS AG, Zürich (Schweiz) hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 11. Juli 2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg (Deutschland) am 5. Juli 2012 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,14 Prozent (das entspricht 34.096.715 Stimmrechten) betragen hat. 3,07 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 33.365.787 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Eine vergleichbare Mitteilungspflicht entsprechend § 21 Abs. 1 WpHG sieht § 25 WpHG im Hinblick auf Finanzinstrumente vor, die ihrem Inhaber ein unbedingtes Recht zum einseitigen Erwerb stimmberechtigter Aktien verleihen. Zum 1. Februar 2012 wurde darüber hinaus mit § 25a WpHG eine weitere Mitteilungspflicht eingeführt: Diese erstreckt sich auf solche Finanz- und sonstige Instrumente, die es ihrem Inhaber faktisch oder wirtschaftlich ermöglichen, mit Stimmrechten verbundene Aktien zu erwerben. Die der Gesellschaft nach §§ 25, 25a WpHG zugegangenen Mitteilungen sind über die Internet-Seite der Gesellschaft beziehungsweise die Internet-Plattform der Deutschen Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität mbH einsehbar. ANGABE GEMÄSS § 161 AKTG Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung wurde vom Vorstand und vom Aufsichtsrat abgegeben und dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Sie ist im Internet unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance/Entsprechenserklärungen") veröffentlicht. AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES scroll Gesellschaftsname Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Jahresergebnis in Mio. € Fußnoten Deutschland EPOS embedded core & power systems GmbH & Co. KG Duisburg 100% 0,50 0,26 17 EPOS embedded core & power systems Verwaltungs GmbH Duisburg 100% 0,04 0,00 17 Hitex Development Tools GmbH Karlsruhe 100% 2,16 0,00 16 ,17 Infineon Technologies Mantel 26 AG Neubiberg 100% 0,05 0,00 17 Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG Warstein 60% 69,07 8,38 17 Infineon Technologies Bipolar Verwaltungs GmbH Warstein 60% 0,03 0,00 17 Infineon Technologies Delta GmbH Neubiberg 100% 0,02 0,00 17 Infineon Technologies Dresden GmbH Dresden 100% 224,27 0,00 16 ,17 Infineon Technologies Finance GmbH Neubiberg 100% 369,89 0,00 1 ,16 ,17 Infineon Technologies Mantel 19 GmbH Neubiberg 100% 0,05 0,00 16 ,17 Infineon Technologies Mantel 21 GmbH Neubiberg 100% 0,03 0,00 16 ,17 OSPT IP Pool GmbH Neubiberg 100% 0,02 0,00 17 Infineon Technologies Gamma GmbH Neubiberg 100% 0,02 0,00 17 Infineon Technologies Mantel 24 GmbH Neubiberg 100% 0,02 0,00 17 Infineon Technologies Mantel 25 GmbH Neubiberg 100% 0,02 0,00 2 ,17 Infineon Technologies Pluto GmbH in Liquidation Neubiberg 100% 0,22 0,00 5 ,17 KFE Kompetenzzentrum Fahrzeug Elektronik GmbH Lippstadt 24% 0,28 -0,02 21 Molstanda Vermietungsgesellschaft mbH Neubiberg 94% 7,42 2,11 21 Qimonda AG in Insolvenz München 77% - - 3 ,4 Qimonda Beteiligungs GmbH in Insolvenz München 77% - - 3 ,13 Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG in Insolvenz Dresden 77% - - 3 ,13 Qimonda Dresden Verwaltungsgesellschaft mbH in Insolvenz Dresden 77% - - 3 ,13 Qimonda Europe GmbH in Liquidation München 77% - - 3 ,13 Qimonda Flash GmbH in Insolvenz Dresden 77% - - 3 ,13 Qimonda Flash Geschäftsführungs GmbH in Liquidation Dresden 77% - - 3 ,13 Qimonda Solar GmbH Dresden 77% - - 3 ,13 scroll Gesellschaftsname Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Jahresergebnis in Mio. € Fußnoten Europa und Israel Cryptomathic A/S Arhus, Dänemark 25% 11,33 1,00 21 Cryptomathic Holding ApS Arhus, Dänemark 25% 3,97 1,24 21 DICE Danube Integrated Circuit Engineering GmbH Linz, Österreich 72% 0,09 0,00 5 ,17 DICE Danube Integrated Circuit Engineering GmbH & Co. KG Linz, Österreich 72% 10,95 10,88 5 ,17 Hitex (UK) Limited Coventry, Großbritannien 88% 1,17 0,31 6 ,17 Infineon Technologies Austria AG Villach, Österreich 100% 541,23 138,22 7 ,17 Infineon Technologies Austria Pensionskasse AG Villach, Österreich 100% 0,69 0,00 5 ,21 Infineon Technologies Bipoláris Kft. Cegléd, Ungarn 60% 0,72 0,03 17 ,28 Infineon Technologies Cegléd Kft. Cegléd, Ungarn 100% 8,17 0,20 7 ,17 Infineon Technologies France S.A.S. St. Denis, Frankreich 100% 52,63 6,65 7 ,17 Infineon Technologies Holding B.V. Rotterdam, Niederlande 100% 2194,49 144,04 17 Infineon Technologies Iberia S.L.U. Madrid, Spanien 100% 0,12 0,01 7 ,17 Infineon Technologies Investment B.V. Rotterdam, Niederlande 100% 1,04 0,01 7 ,17 Infineon Technologies Ireland Ltd. Dublin, Irland 100% 0,45 0,13 7 ,17 Infineon Technologies Italia s.r.l. Mailand, Italien 100% 0,78 0,35 7 ,17 Infineon Technologies IT-Services GmbH Klagenfurt, Österreich 100% 5,45 2,98 5 ,17 Infineon Technologies Nordic AB Kista, Schweden 100% 5,52 0,39 7 ,17 Infineon Technologies Romania & Co. Societate in Comandita Bukarest, Rumänien 100% 0,84 0,42 5 ,21 ,27 Infineon Technologies Romania s.r.l. Bukarest, Rumänien 100% 0,03 0,00 5 ,21 Infineon Technologies RUS LLC Moskau, Russische Föderation 100% 0,07 0,01 1 ,4 ,21 Infineon Technologies Schweiz GmbH Zürich, Schweiz 100% 0,21 0,05 7 ,17 Infineon Technologies SensoNor AS in Liquidation Horten, Norwegen 100% 0,03 0,00 17 Infineon Technologies Shared Service Center, Unipessoal Lda. Vila do Conde, Portugal 100% 0,84 0,23 17 Infineon Technologies U.K. Ltd. Bristol, Großbritannien 100% 3,18 0,92 7 ,17 Itarion Solar Lda. Vila do Conde, Portugal 40% - - 3 ,23 Kompetenzzentrum Automobil- und Industrieelektronik GmbH Villach, Österreich 60% 0,09 0,00 5 ,21 Qimonda Belgium BVBA in Insolvenz Leuven, Belgien 77% - - 3 ,25 ,26 Qimonda Bratislava s.r.o. in Liquidation Bratislava, Slowakei 77% - - 3 ,25 ,26 Qimonda France SAS in Liquidation St. Denis, Frankreich 77% - - 3 ,14 Qimonda Holding B.V. in Insolvenz Rotterdam, Niederlande 77% - - 3 ,13 Qimonda Investment B.V. Rotterdam, Niederlande 77% - - 3 ,14 Qimonda Italy s.r.l. in Liquidation Padua, Italien 77% - - 3 ,14 Qimonda UK Ltd. in Liquidation High Blantyre, Schottland 77% - - 3 ,14 scroll Gesellschaftsname Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Jahresergebnis in Mio. € Fußnoten Nord- und Südamerika Celis Semiconductor Corp. Colorado Springs/Colorado, USA 17% - - 3 ,13 eupec Thermal Management Inc. Wilmington/Delaware, USA 51% 0,18 0,15 8 ,17 Infineon Technologies Canada, Inc. St. John/New Brunswick, Kanada 100% - - 9 ,17 Infineon Technologies Industrial Power, Inc. Wilmington/Delaware, USA 100% 7,83 0,86 9 ,17 Infineon Technologies North America Corp. Wilmington/Delaware, USA 100% 114,93 22,30 7 ,17 Infineon Technologies South America Ltda. Sao Paulo, Brasilien 100% 0,27 -0,04 7 ,17 Qimonda Finance LLC in Insolvenz Wilmington/Delaware, USA 77% - - 3 ,13 Qimonda Licensing LLC Fort Lauderdale/Florida, USA 77% - - 3 ,24 Qimonda North America Corp. in Insolvenz Wilmington/Delaware, USA 77% - - 3 ,14 Qimonda Richmond, LLC in Insolvenz Wilmington/Delaware, USA 77% - - 3 ,15 scroll Gesellschaftsname Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil in % Eigenkapital in Mio. € Jahresergebnis in Mio. € Fußnoten Asien/Ozeanien Infineon Integrated Circuit (Beijing) Co., Ltd. Peking, Volksrepublik China 100% 2,75 0,89 10 ,21 Infineon Technologies (Advanced Logic) Sdn. Bhd. Malakka, Malaysia 100% 24,58 3,50 7 ,17 Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd. Kulim, Malaysia 100% 107,63 3,84 5 ,17 Infineon Technologies (Malaysia) Sdn. Bhd. Malakka, Malaysia 100% 122,02 20,83 7 ,17 Infineon Technologies (Wuxi) Co., Ltd. Wuxi, Volksrepublik China 100% 107,12 12,59 10 ,21 Infineon Technologies (Xi'an) Co., Ltd. Xi'an, Volksrepublik China 100% 8,23 1,08 10 ,21 Infineon Technologies Asia Pacific Pte. Ltd. Singapur, Singapur 100% 177,08 57,29 7 ,17 Infineon Technologies Australia Pty. Ltd. Bayswater, Australien 100% 0,95 0,17 11 ,17 Infineon Technologies Batam P.T. Batam, Indonesien 100% 10,43 1,04 17 ,18 ,22 Infineon Technologies Center of Competence (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100% 3,11 0,62 10 ,21 Infineon Technologies China Co., Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 100% 85,04 16,92 7 ,21 Infineon Technologies Hong Kong, Ltd. Hongkong, Volksrepublik China 100% 1,10 0,14 11 ,17 Infineon Technologies India, Pvt. Ltd. Bangalore, Indien 100% 21,95 13,20 18 ,19 ,22 Infineon Technologies Japan K.K. Tokio, Japan 100% 4,13 0,14 7 ,17 Infineon Technologies Korea Co. Ltd. Seoul, Republik Korea 100% 4,76 1,77 11 ,17 Infineon Technologies Taiwan Co. Ltd. Taipeh, Taiwan 100% 1,45 0,72 7 ,17 LS Power Semitech Co., Ltd. Cheonan, Republik Korea 46% 15,55 -3,87 21 Magellan Technology Pty. Ltd. Annandale, Australien 18% 1,25 0,15 20 MicroLinks Technology Corp. Kaohsiung, Taiwan 2% 0,05 -0,17 12 ,21 Qimonda Asia Pacific Pte. Ltd. Singapur, Singapur 77% - - 3 ,14 Qimonda International Trade (Shanghai) Co. Ltd. Shanghai, Volksrepublik China 77% - - 3 ,14 Qimonda IT (Suzhou) Co., Ltd. in Liquidation Suzhou, Volksrepublik China 77% - - 3 ,14 Qimonda Korea Co.Ltd. in Liquidation Seoul, Republik Korea 77% - - 3 ,14 Qimonda (Malaysia) Sdn. Bhd. in Liquidation Malakka, Malaysia 77% - - 3 ,14 Qimonda Memory Product Development Center (Suzhou) Co., in Liquidation Suzhou, Volksrepublik China 77% - - 3 ,14 Qimonda Taiwan Co. Ltd. in Liquidation Taipeh, Taiwan 77% - - 3 ,14 (1) zum Teil über die Infineon Technologies Holding B.V. gehalten (2) über die Infineon Technologies Mantel 19 GmbH gehalten (3) Am 23. Januar 2009 stellte die Qimonda AG beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren formell eröffnet. Aufgrund der durch die Insolvenz der Qimonda AG eingetretenen erheblichen und andauernden Beschränkung der Rechte der Infineon Technologies AG unterbleibt die Angabe des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses bei der Qimonda AG und deren Tochtergesellschaften. Zudem basiert die Auflistung der von der Qimonda AG gehaltenen Beteiligungen auf Informationen vom 30. September 2010, da die Gesellschaft keine weiteren Informationen bezgl. der Insolvenz oder Liquidation von Qimonda Gesellschaften vom Insolvenzverwalter der Qimonda AG erhalten hat. Aufgrund der vollständigen Wertberichtigung der Qimonda-Beteiligungen in Vorjahren haben diese keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Infineon Technologies AG. (4) zum Teil über die Infineon Investment B.V. gehalten (5) über die Infineon Technologies Austria AG gehalten (6) über die Hitex Tools GmbH gehalten (7) über die Infineon Technologies Holding B.V. gehalten (8) über die Infineon Technologies Industrial Power Inc. gehalten (9) über die Infineon Technologies North America Corp. gehalten (10) über die Infineon Technologies China Co. Ltd. gehalten (11) über die Infineon Asia Pacific Pte. Ltd. gehalten (12) über die Infineon Taiwan Co. Ltd. gehalten (13) über die Qimonda AG gehalten (14) über die Qimonda Holding B.V. gehalten (15) über die Qimonda North America Corp. gehalten (16) Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Infineon Technologies AG (17) Eigenkapital und Jahresergebnis per 30. September 2011 (18) zum Teil über die Infineon Technologies Hong Kong, Ltd. gehalten (19) Eigenkapital und Jahresergebnis per 31. März 2011 (20) Eigenkapital und Jahresergebnis per 30. Juni 2012 (21) Eigenkapital und Jahresergebnis per 31. Dezember 2011 (22) zum Teil über die Infineon Asia Pacific Pte. Ltd. gehalten (23) über die Qimonda Solar GmbH gehalten (24) über die Qimonda Beteiligungs GmbH gehalten (25) zum Teil über die Qimonda Investment B.V. gehalten (26) zum Teil über die Qimonda Holding B.V. gehalten (27) zum Teil über die Infineon Technologies Romania s.r.l. gehalten (28) über die Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG gehalten Die Werte entsprechen den nach landesspezifischen Vorschriften aufgestellten Abschlüssen und sind zum Teil vorläufig. Die Umrechnung der Fremdwährungswerte erfolgte für das Eigenkapital und für das Ergebnis mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag. VORSTAND Neubiberg, 16. November 2012 Infineon Technologies AG Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Arunjai Mittal VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Infineon Technologies AG vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Infineon Technologies AG beschrieben sind. Neubiberg, 21. November 2012 Infineon Technologies AG Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Arunjai Mittal LAGEBERICHT UND KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2012 KONZERNLAGEBERICHT - UNSER KONZERN Dieser Bericht fasst den Konzernlagebericht der Infineon-Gruppe ("Infineon" oder "Unternehmen") bestehend aus der Infineon Technologies AG (nachstehend auch "die Gesellschaft") und ihren konsolidierten Tochtergesellschaften mit dem Lagebericht der Infineon Technologies AG zusammen. Er sollte im Kontext mit dem geprüften Konzernabschluss einschließlich der Angaben des Konzernanhangs ("Anhang zum Konzernabschluss"), die an anderer Stelle in diesem Bericht abgedruckt sind, gelesen werden. Der geprüfte Konzernabschluss basiert auf einer Reihe von Annahmen sowie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die detaillierter im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 1 ("Grundlagen des Konzernabschlusses") und Nr. 2 ("Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsgrundsätze") dargestellt sind. INFINEON 2012 QUARTAL 01 10/2011 Infineon und der Zughersteller Bombardier Transportation schließen eine strategische Partnerschaft im Bereich Antriebselektronik von modernen Schienenverkehrsfahrzeugen. Im Rahmen der Vereinbarung wird Infineon im Laufe der kommenden fünf Jahre IGBT-Module an Bombardier Transportation für Lokomotiven, Hochgeschwindigkeitszüge sowie U- und S-Bahnen liefern. 10/2011 In Villach (Österreich) werden die ersten Leistungshalbleiter auf einem 300-Millimeter-Dünnwafer prozessiert. Infineon ist das weltweit erste Unternehmen, dem dieser Schritt gelungen ist. 10/2011 Im Oktober 2011 starten die gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland mit der Ausgabe neuer Gesundheitskarten. In den nächsten Jahren werden circa 60 Millionen elektronische Gesundheitskarten ausgetauscht. Hierfür liefert Infineon mindestens 40 Prozent der Sicherheitscontroller mit der Sicherheitstechnologie Integrity Guard. QUARTAL 02 01/2012 Vorstellung der neuen 32-Bit-Mikrocontroller-Familie XMC4000 für Industrieanwendungen. Diese Mikrocontroller verwenden einen Cortex™-M4-Prozessor von ARM®. Zielanwendungen des neuen Prozessors sind insbesondere elektrische Antriebe, Solar-Umrichter und die Fertigungs- und Gebäudeautomatisierung. 01/2012 Infineon kündigt ein neues Gehäuse für Leistungshalbleiter an. Das Gehäuse entspricht dem JEDEC-Standard H-PSOF (Heatsink Plastic Small Outline Flat Lead) und eignet sich für Hochstrom-Anwendungen in der Automobilelektronik, beispielsweise für die elektrische Servolenkung, die aktive Lichtmaschine und andere Anwendungen mit hoher Last sowie das Batteriemanagement in Hybridfahrzeugen. 02/2012 Neuer Authentifizierungs-Chip ORIGA™2 von Infineon schützt Nutzer von Mobilgeräten dank der Industrie-Standardschnittstelle BIF (Battery Interface) der globalen Industrievereinigung MIPI Alliance (Mobile Industry Processor Interface) besser vor gefälschten Komponenten, wie beispielsweise gefälschten oder oft fehlerhaften Akkus. Der ORIGA™2-Chip von Infineon eignet sich auch für Druckerpatronen, Ersatzteile, medizinische Einwegartikel, Netzwerkkomponenten oder Zubehör wie Kopfhörer, Lautsprecher, Docking-Stationen und Ladegeräte. QUARTAL 03 04/2012 Infineon liefert die Sicherheitschips für "girogo", das Projekt der Deutschen Kreditwirtschaft für Bankkarten mit der sogenannten Dual-Interface-Karte, das heißt mit kontaktbasierter und kontaktloser Technologie. Mithilfe der integrierten Kontaktlos-Technologie kann der Kunde Kleinbeträge bis €20 innerhalb von weniger als einer Sekunde bezahlen. Infineon erfüllt als weltweit erster Chiphersteller sowohl die hohen Sicherheitsvorgaben der Deutschen Kreditwirtschaft als auch die Anforderungen an die Kontaktlosfähigkeit. 04/2012 Für eine beispielgebende, durchgängige Lieferkettenlösung wird Infineon mit einem der namhaftesten Logistik-Preise, dem "Supply Chain Management Award des Jahres 2012", ausgezeichnet. Der Preis prämiert alljährlich die beste Wertschöpfungskette der produzierenden Industrie und wird unter anderem von PricewaterhouseCoopers vergeben. 05/2012 Die neue Familie des 32-Bit-Mehrkern-Mikrocontrollers AURIX™ für Automobilanwendungen wird vorgestellt. Mit bis zu drei unabhängig voneinander arbeitenden TriCore™-Prozessorkernen erfüllen diese Prozessoren die höchsten Sicherheitsstandards bei Automobilanwendungen und sind sowohl auf künftige Anforderungen des Antriebsstrangs als auch für funktionale Sicherheits-(Safety)-Anwendungen im Automobil zugeschnitten. 05/2012 Mit der Auslieferung des zweimilliardsten Sensors gehört Infineon zu den weltweit führenden Anbietern von halbleiterbasierten Magnet- und Drucksensoren. Magnetsensoren werden beispielsweise für die Messung der Drehgeschwindigkeit der Räder in Antiblockiersystemen eingesetzt, Drucksensoren in Seitenairbag-Systemen. 05/2012 Von Toyota erhält Infineon zum vierten Mal den "Excellent Quality Award" für seine CAN-Transceiver. Die Auszeichnung geht nur an solche Zulieferer, deren Produkte während eines ganzen Jahres keinen einzigen Fehler aufweisen. 05/2012 Continental verwendet in Zusammenarbeit mit einem namhaften Automobilhersteller den neuen Drucksensor KP200 von Infineon für ein aktives Sicherheitssystem in der Stoßstange und verbessert so den Aufprallschutz für Fußgänger. QUARTAL 04 07/2012 Infineon wird vom Automobilzulieferer Continental AG und seiner Automotive Group mit dem "Supplier of the Year 2011"-Preis in der Kategorie "Elektronik" für Produktqualität und Technologie, Kundenorientierung und Logistikperformance ausgezeichnet. Es ist bereits das dritte Mal in Folge, dass Infineon von Continental mit einer solchen Auszeichnung geehrt wird. 08/2012 Infineon erhält von der Bundesdruckerei der USA (US Government Printing Office) erneut den Auftrag für die Lieferung von Sicherheitschips für die elektronischen Reisepässe der USA mit einer Vertragslaufzeit von fünf Jahren. Es handelt sich dabei um das größte ePassport-Projekt der Welt. 09/2012 Continental wird bei der neuen Generation digitaler Fahrtenschreiber ausschließlich Sicherheitschips von Infineon einsetzen. Die Sicherheitschips sind gemäß der Richtlinie der Europäischen Union "Common Criteria EAL5+ high" zertifiziert. 09/2012 Die digitale Sicherheitstechnologie Integrity Guard wird für den "Deutschen Zukunftspreis 2012 - Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation" nominiert. Die Technologie wurde für Anwendungen entwickelt, die höchste Datensicherheit erfordern und dabei auch langfristig besonders gut gesichert sein müssen. Diese Anwendungen sind beispielsweise behördliche Ausweisdokumente, Bank- und Kreditkarten sowie vernetzte Systeme wie IT-Infrastrukturen oder das intelligente Stromnetz Smart Grid. Die Preisverleihung findet am 28. November 2012 nach Aufstellung des Konzernabschlusses sowie des -lageberichts statt. 09/2012 Die Erfüllung der Kriterien zum Verbleib im Dow Jones Sustainability Europe IndexSM wird zum dritten Mal in Folge bestätigt. Infineon ist damit das einzige europäische Halbleiterunternehmen in diesem Index. STRATEGIE UND FINANZEN - RÜCKBLICK UND AUSBLICK MIT DER AUSRICHTUNG AUF DIE SCHLÜSSELTHEMEN ENERGIEEFFIZIENZ, MOBILITÄT UND SICHERHEIT IST INFINEON AUCH IN ZEITEN ZUNEHMENDER KONJUNKTURELLER UNWÄGBARKEITEN GUT POSITIONIERT, UM DIE LANGFRISTIGEN WACHSTUMS- UND ERGEBNISZIELE DES UNTERNEHMENS ZU ERREICHEN UND EINE ANGEMESSENE KAPITALRENDITE ZU ERZIELEN. DIE PRODUKTE VON INFINEON SPIELEN IN VIELEN BEREICHEN DES MODERNEN LEBENS EINE SCHLÜSSELROLLE. Mehr zum Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2012 und zu den langfristigen Wachstumspotenzialen lesen Sie im folgenden Abschnitt. HERAUSFORDERNDES GESCHÄFTSJAHR 2012 UMSATZ- UND ERGEBNISENTWICKLUNG INFOLGE KONJUNKTURELLER UNWÄGBARKEITEN BEI GLEICHZEITIG HOHEN INVESTITIONEN IN DIE ZUKUNFT DES UNTERNEHMENS RÜCKLÄUFIG RENDITE AUF DAS EINGESETZTE KAPITAL DENNOCH ÜBER DEN KAPITALKOSTEN IM GESCHÄFTSJAHR 2012 €212 MILLIONEN AN DEN KAPITALMARKT AUSGESCHÜTTET BEZIEHUNGSWEISE ZURÜCKGEFÜHRT UMSATZ- UND ERGEBNISENTWICKLUNG IN SCHWIERIGEM MARKTUMFELD NEGATIV Das Geschäftsjahr 2012 war für Infineon angesichts zunehmender weltwirtschaftlicher Unwägbarkeiten infolge der europäischen Schuldenkrise nicht einfach, im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Unternehmens aber dennoch erfolgreich. So gingen die Umsatzerlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr zwar um rund 2 Prozent von €3.997 Millionen auf €3.904 Millionen zurück. Gleichwohl entwickelte sich der Umsatz des Konzerns seit September 2008 besser als der seiner wichtigsten Wettbewerber. Indizierte Umsatzentwicklung von Infineon¹ und Wettbewerbern Im Geschäftsjahr 2012 hat das Unternehmen bei Automobil- und Leistungshalbleitern seine Marktanteile gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht und bei Chipkarten-ICs seine marktführende Stellung im 15. Jahr in Folge behauptet. Marktanteilsentwicktung und Marktposition bei Automobilhalbleitern Marktanteilsentwicklung und Marktposition bei Leistungshalbleitern¹ Marktanteilsentwicklung und Marktposition bei Chipkarten-ICs Das Segmentergebnis betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr €527 Millionen und lag damit knapp 33 Prozent unter dem Vorjahreswert von €786 Millionen. Dies entspricht einer Segmentergebnis-Marge von 13,5 Prozent (Geschäftsjahr 2011: 19,7 Prozent). Der Margenrückgang ist auch durch den gezielten Ausbau unserer Forschungs- und Entwicklungs-, Vertriebs- und Fertigungskapazitäten begründet, mit dessen Hilfe wir das Wachstumspotenzial der von uns adressierten Schlüsselthemen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit ausschöpfen wollen. So haben sich die Forschungs- und Entwicklungskosten im abgelaufenen Geschäftsjahr um knapp 4 Prozent auf €455 Millionen erhöht (Geschäftsjahr 2011: €439 Millionen). Die Vertriebskosten stiegen währenddessen um rund 5 Prozent von €291 Millionen auf €306 Millionen. Die Investitionen waren mit €890 Millionen im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert hoch (Geschäftsjahr 2011: €887 Millionen). Die investitionsbedingten Abschreibungen betrugen im Berichtszeitraum €428 Millionen und lagen damit rund 18 Prozent über dem Wert des Geschäftsjahrs 2011 (€364 Millionen). Die operative Marge (das Betriebsergebnis im Verhältnis zum Umsatz) lag im Berichtszeitraum über den Margen der Mehrzahl unserer Wettbewerber. Entwicklung der operativen Marge von Infineon und Wettbewerbern Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten reduzierte sich im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Vorjahr um 42 Prozent von €744 Millionen auf €432 Millionen. Dies ist zurückzuführen auf den eingangs erwähnten Umsatzrückgang infolge der allgemeinen konjunkturellen Eintrübung bei gleichzeitiger Erhöhung der Summe der Investitionen in Forschung und Entwicklung, Vertrieb und Fertigung. Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag lag mit minus €5 Millionen deutlich unter dem Vorjahreswert von €375 Millionen. Der Vorjahreswert enthielt unter anderem den Gewinn nach Steuern aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts sowie das operative Ergebnis des Mobilfunkgeschäfts bis zum Abschluss des Verkaufs am 31. Januar 2011 und Aktivitäten nach dessen Verkauf und war deshalb deutlich höher. Der Konzernjahresüberschuss ging dementsprechend im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Vorjahreswert von €1.119 Millionen um knapp 62 Prozent auf €427 Millionen zurück. Das Ergebnis je Aktie unverwässert und verwässert lag zum Ende des Geschäftsjahrs 2012 bei €0,40 beziehungsweise €0,39. Dies entspricht einem Rückgang von 61 beziehungsweise 60 Prozent gegenüber den Werten des Vorjahrs von €1,03 (unverwässert) und €0,98 (verwässert). Der Free-Cash-Flow (→ Definition: siehe Abschnitt "Unternehmensinternes Steuerungssystem") lag mit minus €219 Millionen im Geschäftsjahr 2012 deutlich unter dem Vorjahreswert von €106 Millionen. Dies reflektiert die Kombination aus rückläufigen Umsätzen, höheren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb bei gleichzeitig weiterhin hohen Investitionen in die Fertigungsinfrastruktur. Unsere Brutto-Cash-Position (→ Definition: siehe Abschnitt: "Unternehmensinternes Steuerungssystem") war zum 30. September 2012 mit €2.235 Millionen um rund 17 Prozent niedriger als zum Ende des letzten Geschäftsjahrs (€2.692 Millionen). Dieser Wert resultiert zum einen aus dem negativen Free-Cash-Flow, beinhaltet aber auch Auszahlungen im Rahmen unseres Programms zur Kapitalrückgewähr von €82 Millionen und die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2011 in Höhe von €130 Millionen (siehe Abschnitt "Kapitalrückgewähr trotz rückläufiger Ergebnisentwicklung fortgesetzt"). Die Netto-Cash-Position (→ Definition: siehe Abschnitt: "Unternehmensinternes Steuerungssystem") ging in der Folge um knapp 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück und betrug zum 30. September 2012 €1.940 Millionen (30. September 2011: €2.387 Millionen). IM GESCHÄFTSJAHR 2012 ERNEUT PRÄMIE AUF DIE KAPITALKOSTEN VERDIENT Eines unserer Unternehmensziele ist es, eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, RoCE) über den Kapitalkosten zu erzielen, um so Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen. Der RoCE sank im Geschäftsjahr 2012 zwar deutlich unter den Vorjahreswert von 62,1 Prozent. Dennoch lag er mit 22,3 Prozent deutlich über unserem gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatz (Weighted Average Cost of Capital, WACC). Hinsichtlich Definition sowie Details zur Berechnung des RoCE siehe Abschnitt "Unternehmensinternes Steuerungssystem". RoCE, WACC | Segmentergebnis-Marge Eingesetztes Kapital KAPITALRÜCKGEWÄHR TROTZ RÜCKLÄUFIGER ERGEBNISENTWICKLUNG FORTGESETZT Auch im Geschäftsjahr 2012 haben wir trotz rückläufiger Erträge unsere Investoren am Unternehmenserfolg beteiligt. So haben wir am 9. März 2012, dem Tag nach der Hauptversammlung, eine Dividende in Höhe von insgesamt €130 Millionen ausgeschüttet. Außerdem haben wir im Rahmen unseres Programms zur Kapitalrückgewähr im abgelaufenen Geschäftsjahr Anteile unserer 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe von nominal rund €24 Millionen für etwa €62 Millionen zurückgekauft. Rund €20 Millionen hat das Unternehmen gemäß den entsprechenden Ermächtigungen durch die Hauptversammlung vom 17. Februar 2011 für den Rückkauf eigener Aktien unter Verwendung von Put-Optionen ausgegeben. Im Rahmen unserer angestrebten nachhaltigen Dividendenpolitik soll der Hauptversammlung am 28. Februar 2013 eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende in Höhe von €0,12 je Aktie vorgeschlagen werden. DER ENTSCHEIDENDE FAKTOR - WACHSTUMS- UND GEWINNAUSSICHTEN LANGFRISTIG WIRD UNSER WACHSTUM DURCH DEN NUTZEN IN DEN VON UNS ADRESSIERTEN SCHLÜSSELTHEMEN ENERGIEEFFIZIENZ, MOBILITÄT UND SICHERHEIT VORANGETRIEBEN Aufgrund der weltwirtschaftlichen Schwierigkeiten mussten wir im Geschäftsjahr 2012 bei Umsatz und Ergebnis einen Rückgang hinnehmen. Auch für das Geschäftsjahr 2013 gehen wir von einer rückläufigen Nachfrage und einem damit einhergehenden Umsatz- und Ergebnisrückgang aus (siehe Abschnitt "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken - Prognosebericht"). Gleichwohl sind wir von den langfristigen Wachstumsperspektiven für unser Unternehmen überzeugt. Für die von uns adressierten Schlüsselthemen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit liefern wir wichtige Komponenten, Systemexpertise und Know-how. Wir glauben, damit in den Produkten unserer Kunden einen wesentlichen Nutzen stiften und eine Schüsselrolle einnehmen zu können. SCHLÜSSELROLLE BEI DER EFFIZIENZ DER ENERGIEERZEUGUNG UND DES ENERGIEVERBRAUCHS Angesichts wachsender Bedenken hinsichtlich der umweltbezogenen und geopolitischen Konsequenzen der Nutzung fossiler Brennstoffe und der Kernenergie suchen immer mehr Länder auf der ganzen Welt nach alternativen Formen der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen, die den Strombedarf in Zukunft abdecken können. Deutschland ist ein Beispiel dafür. Das Land möchte den Anteil der Bruttoenergieversorgung durch erneuerbare Energiequellen von 20 Prozent im Kalenderjahr 2011 bis 2050 auf 80 Prozent anheben, wobei Wind- und Sonnenenergie den größten Anteil ausmachen sollen. In diesen Systemen nehmen Leistungshalbleiter von Infineon eine zentrale Funktion ein. Sie sind wesentliche Komponenten bei der Wandlung der erneuerbaren Energie in Strom und der Einspeisung ins Netz. Erneuerbare Energien benötigen deutlich mehr Leistungshalbleiter pro Gigawatt verglichen zu konventionellen Kraftwerken; zum Beispiel im Wert von €9 Millionen pro Gigawatt in einer leistungsfähigen Windkraftanlage, €12 Millionen pro Gigawatt in einem modernen Solarpark und €25 Millionen pro Gigawatt im Wechselrichter einer hochmodernen Aufdach-Anlage. Dies ist ein Vielfaches dessen, was in konventionellen Kraftwerken pro Gigawatt verbaut wird. Wert der Leistungshalbleiter pro Gigawatt installierter Leistung Effizienz ist beim Stromverbrauch ebenfalls ein nachhaltiger Wachstumstreiber, da steigende Strompreise und CO2 -Emissionen das öffentliche Interesse an effizienten und intelligenten Energiemanagementlösungen erhöhen. Ein besseres Energiemanagement bedeutet für Privatkunden und Unternehmen niedrigere Stromkosten und geringere CO2 -Emissionen. Ein beeindruckendes Beispiel für die Auswirkungen sind Rechenzentren. Der weltweite Verbrauch aller Rechenzentren lag im Jahr 2010 bei 27 Gigawatt. Eine Effizienzverbesserung von 1 Prozent führt nicht nur zu einem niedrigeren Stromverbrauch von 270 Megawatt, sondern verringert auch den Platzbedarf und die Komplexität einer solchen Rechenanlage. In einer Untersuchung der Stanford University wird geschätzt, dass der gesamte jährliche Energieverbrauch von Rechenzentren weltweit zwischen 2005 und 2010 um 56 Prozent zugenommen hat und sich derzeit dem Gesamtstromverbrauch von Australien annähert. Stromverbrauch aller Datenzentren weltweit im Vergleich zum Stromverbrauch verschiedener Länder im Jahr 2010 Angesichts dieser Werte können auch kleine Verbesserungen bei der Energieeffizienz von Rechenzentren global gesehen enorme Auswirkungen haben. Die marktführenden Leistungshalbleiter von Infineon sind Schlüsselkomponenten zur Reduktion von Wandlungsverlusten und dienen damit zur Verbesserung der Energieeffizienz von Rechenzentren. SCHLÜSSELROLLE FÜR DIE ZUKUNFT DER MOBILITÄT Halbleiter sind bereits seit Jahrzehnten ein wesentlicher Faktor für die Elektrifizierung von Fahrzeugen. Sie trugen zu Innovationen wie der elektronischen Kraftstoffeinspritzung, Airbags, Antischleudersystemen, Servolenkung und Fahrerassistenzsystemen bei. Vor dem Hintergrund steigender Kraftstoffpreise und der Notwendigkeit der Reduktion von CO2 -Emissisonen zur Eindämmung der Erderwärmung fragen die Verbraucher nun jedoch verstärkt Autos nach, die nicht nur sicher und komfortabel sind, sondern sich auch durch einen niedrigen Kraftstoffverbrauch und Umweltfreundlichkeit auszeichnen. Dieser Trend wird durch immer schärfere Rahmenbedingungen und staatliche Förderungen für CO2 -Reduktion unterstützt. Diese Bedingungen schaffen die Voraussetzungen für ein schnelles Wachstum bei den Hybrid- und Elektrofahrzeugen, zwei der am schnellsten wachsenden Segmente auf dem Automobilmarkt. Erwartetes Wachstum von Hybrid- und Elektrofahrzeugen Leistungshalbleiter sind entscheidende Komponenten beim Antrieb des Elektromotors durch die in der Batterie gespeicherte Energie. Infineon kann erheblich von diesem Trend profitieren, da der Wert des Halbleiteranteils pro Hybrid- oder Elektroauto im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen mit Benzinmotor auf das Doppelte geschätzt wird. Ein großer Teil davon entfällt auf Leistungshalbleiter, bei denen Infineon weltweit führend ist. Halbleiterwert je Fahrzeug im Jahr 2015 SCHLÜSSELROLLE BEI DER SICHERHEIT IN VERNETZTEN SYSTEMEN Elektronische Transaktionen haben zahlreiche Bereiche des täglichen Lebens revolutioniert, darunter Bankwesen, Konsumverhalten, Ticketsysteme in öffentlichen Verkehrsmitteln, Ausweise und Datenverarbeitung. Bis vor kurzem waren diese Anwendungsgebiete auf traditionelle Technologien wie Magnetstreifenkarten und softwarebasierte Verschlüsselung angewiesen, um sichere Transaktionen zu ermöglichen. Die zunehmende Bedrohung durch Attacken sowie der Wunsch nach zusätzlichen Vorteilen wie kontaktlosen Bezahlfunktionen haben jedoch einen Paradigmenwechsel von traditioneller Technologie zu Smartcards auf Basis von Mikrocontrollern vorangetrieben. Das Marktforschungsunternehmen IMS Research prognostiziert, dass es durch die fortgesetzte Verbreitung von Smartcards in den nächsten Jahren zu einem erheblichen Wachstum bei den Absatzmengen kommen wird. Der Absatz soll von derzeit unter sieben Milliarden Einheiten auf fast zwölf Milliarden Einheiten im Kalenderjahr 2017 steigen. Erwartetes Wachstum der Smartcard ICs STRATEGISCHE INVESTITIONEN ZUR STÄRKUNG UNSERER WETTBEWERBSVORTEILE SORGEN FÜR ATTRAKTIVE FINANZRENDITEN Während die erläuterten Markttrends für eine weiter wachsende Nachfrage nach Infineon-Produkten sorgen werden, stellen die folgenden vier strategischen Grundprinzipien sicher, dass wir nachhaltig im Durchschnitt über einen Zyklus eine finanzielle Rendite über unseren Kapitalkosten erzielen können. 1. HERAUSRAGENDES KOSTEN-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS Trotz ihrer geringen Größe und des verhältnismäßig kleinen Anteils an den Gesamtkosten der Endanwendung spielen Halbleiter eine entscheidende Rolle für die Funktionalität der Endanwendung. So haben beispielsweise die IGBT-Chips von Infineon zwar lediglich die Größe eines Fingernagels, jedoch kann jeder einzelne Quadratzentimeter eines IGBT bis zu 110 Kilowatt an elektrischer Leistung schalten. Durch dieses Leistungsmerkmal können die Entwickler von leistungselektronischen Systemen, die unsere Produkte nutzen, nicht nur die Größe ihrer Systeme minimieren, sondern auch die Systemeffizienz verbessern, Gewicht und Komplexität verringern und die Kühlungsanforderungen vereinfachen. Das hilft unseren Kunden, ihre Produkte auf den Zielmärkten eindeutig von anderen in ihrem Kosten-Leistungs-Verhältnis abzuheben. Durch diesen Wettbewerbsvorteil unserer Kunden konnten wir in den von uns adressierten Zielmärkten - Automobilelektronik, Industrieelektronik und Sicherheit - Spitzenpositionen erreichen. Spitzenleistungen in Forschung und Entwicklung (F&E) sind die Grundlage und die Voraussetzung für erfolgreiche Produkte am Markt. Beispiele hierfür aus der jüngsten Vergangenheit sind innovative Technologien wie unsere Hochvolt-MOS-Leistungstransistorfamilie CoolMOS™, der Einsatz neuer Materialien wie Siliziumkarbid und Galliumnitrid (siehe Abschnitt "Forschung & Entwicklung") und unsere innovativen Mikrocontroller-Architekturen AURIX™ (siehe Abschnitt "Die Segmente - Chip Card & Security") und Integrity Guard (siehe Abschnitt "Die Segmente - Chip Card & Security"). Um unsere marktführenden Positionen auch weiterhin behaupten zu können, betrugen die Gesamtkosten für Forschung und Entwicklung im Geschäftsjahr 2012 €455 Millionen. Damit werden die Kosten des Geschäftsjahrs 2011 von €439 Millionen übertroffen. Durch diese Investitionen stellen wir sicher, dass Produkte von Infineon unseren Kunden auch in Zukunft eine erhebliche Wertschöpfung bieten werden. 2. DIFFERENZIERUNG DURCH EIGENFERTIGUNG Fertigungs-Know-how stellt ein wesentliches Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb dar. Daher misst Infineon der Eigenfertigung einen hohen Stellenwert bei. Dies ist besonders wichtig bei Leistungshalbleitern, wo die elektrischen Eigenschaften sehr stark vom Herstellungsprozess abhängen. Ein Beispiel dafür ist unsere 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie (siehe Abschnitt "Forschung & Entwicklung"), die ein bedeutender Vorteil für die Verbesserung der Leistungsdichte und Eigentum von Infineon ist. Zweitens können wir durch unsere internen Fertigungskapazitäten auch unsere führende Marktposition für Halbleiter auf dem Automobil-, Energie- und Chipkartenmarkt voll nutzen. Auch wenn sie in verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommen, nutzen viele der Produkte in unserem Portfolio sich ergänzende Produktionsanlagen und -prozesse. So wird beispielsweise für unsere Leistungsmodule für den Industriebereich die gleiche Produktionsplattform verwendet wie für die Leistungsmodule für Elektro- und Hybridautos. Aufgrund dieser Synergien können wir Skaleneffekte aufbauen, die uns Kostenvorteile bei der Produktion, beim Einkauf und der Logistik verschaffen. Zudem zählen die Anforderungen unserer Zielmärkte für Halbleiter in Automobil-, Industrie- und Sicherheitsanwendungen zu den anspruchsvollsten weltweit. Für sie gelten unter anderem die höchsten Qualitäts- und Logistikstandards. Diese Anforderungen dienen nicht nur als Markteintrittsbarriere für Neueinsteiger, sondern auch zur Differenzierung von den Mitbewerbern. Auf dem qualitätsorientierten Automobilmarkt entscheiden sich die Kunden für Infineon, weil wir seit mehreren Jahren zuverlässige und mängelfreie Produkte geliefert haben. Dies wurde bereits durch zahlreiche Anbieterauszeichnungen anerkannt (siehe Abschnitt "Die Segmente - Automotive"). Im Bereich Logistik beziehen wir alle Lieferkettenpartner - von den Zulieferern unserer Zulieferer bis hin zu den Kunden unserer Kunden - in unseren Produktplanungsprozess mit ein. Dadurch können wir schnell auf Marktveränderungen reagieren und so sicherstellen, dass unsere Kunden das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt erhalten. Die Auszeichnung mit dem "Supply Chain Management Award 2012" von PricewaterhouseCoopers und anderen Branchengruppen (siehe Abschnitt "Fertigung") zeigt, dass wir mit unserer Logistikleistung auch außerhalb der Halbleiterbranche Maßstäbe setzen. Das Investitionsvolumen in Höhe von €890 Millionen im Geschäftsjahr 2012 ist weitgehend auf dem Niveau des vorangegangenen Geschäftsjahrs. Ein Schwerpunkt der Investitionen dient dazu, die erwähnten Wettbewerbsvorteile durch innovative Fertigungskonzepte und -techniken zu erhalten beziehungsweise auszubauen. 3. TIEFES SYSTEM- UND APPLIKATIONSVERSTÄNDNIS Unsere Kunden agieren auf globalen Märkten, in denen sie kontinuierlich ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern müssen. Daher suchen sie nicht nach Lieferanten, die ihnen nur einzelne Komponenten verkaufen, sondern nach Partnern, die ihre Anforderungen verstehen und ihnen hierfür Lösungen anbieten können. Die 1.633 Vertriebs- und Marketingmitarbeiter von Infineon haben sich zum Ziel gesetzt, Anwendungsbereiche zu identifizieren und zu verstehen, bei denen unsere Komponenten und unser Know-how dem Kunden einen entscheidenden Mehrwert bieten können. Diese Aktivitäten binden uns bereits in der Konzeptionsphase künftiger Kundenprojekte und -anwendungen ein, wodurch wir Wachstum, Planbarkeit und Ertrag sichern. Erste Erfolge dieser neuen Ausrichtung sind: Neue Konzepte wie die digital geregelte Stromversorgung im Zusammenspiel mit Hochleistungs-Leistungshalbleitern ermöglichen eine wesentliche Verbesserung bei der Optimierung der Stromversorgung für Server. Anwendung unseres Systemverständnisses in Automobilanwendungen bei der Entwicklung von Lösungen zum Beispiel für Airbags oder elektrische Fensterheber zur Minimierung der Baugröße und Kosten beim Kunden. Dabei nutzen wir unsere weltweit erste 130-Nanometer-Smart-Power-Fertigungstechnologie SPT9 (Smart Power Technologie, 9. Generation) für Automobilelektronik. Organisatorisch haben wir der verstärkten Ausrichtung auf Zielmärkte Rechnung getragen. Zum 1. Januar 2012 haben wir das frühere Segment Industrial & Multimarket in die beiden Segmente Industrial Power Control sowie Power Management & Multimarket aufgeteilt. Durch die klare Fokussierung auf die jeweiligen Zielmärkte und Anwendungsbereiche der beiden Segmente können wir mit der neuen Struktur schneller und flexibler auf die Bedürfnisse der Kunden sowie auf die Marktanforderungen reagieren. Infineon erhöhte seine Vertriebskosten von €291 Millionen im Geschäftsjahr 2011 auf €306 Millionen im Geschäftsjahr 2012, um seine Kompetenz weiter zu stärken. 4. FOKUS AUF ASIEN Das enorme Wirtschaftswachstum in Asien und insbesondere in China in den vergangenen Jahrzehnten hat eine starke Nachfrage nach allen Arten von Produkten angeregt - von der Unterhaltungselektronik über Haushaltsgeräte bis hin zu Autos. Da viele Halbleiterlösungen von Infineon in diesen Produkten enthalten sind, konnten wir an dieser Entwicklung teilhaben. Darüber hinaus kam uns zugute, dass die Energieerzeugungs- und Energieverteilungsinfrastrukturen in China und anderen Schwellenländern ausgebaut wurden, um den Energiebedarf für die Versorgung dieser Produkte abzudecken. In einer Studie von McKinsey wird prognostiziert, dass die Anzahl der Konsumenten in der Mittelschicht in China im restlichen Jahrzehnt schnell zunehmen wird. Dies deutet auf weiteres Wachstumspotenzial für uns hin. Erwartete Entwicklung der Bevölkerungsstruktur in China nach Einkommen Die Investitionen und Projekte von Infineon im Raum Asien-Pazifik zeigen unser Engagement für die Maximierung unserer Chancen für profitables Wachstum in der Region. Im Bereich Forschung und Entwicklung haben wir Kompetenzzentren in Singapur und Peking aufgebaut, in denen Halbleiterlösungen für den regionalen Markt entwickelt werden. Im Bereich Vertrieb und Marketing hat Infineon nicht nur den Personalbestand in der Region erhöht, sondern dort auch formelle Partnerschaften mit den führenden Unternehmen aufgebaut. Dazu zählen zum Beispiel Hyundai Motors in Korea für den Automobilsektor und Goldwind in China für Windkraftanlagen. Dadurch stärken wir unsere Position auf dem asiatischen Markt. Wir erweitern auch unsere Fertigungskapazitäten insbesondere in Malaysia und China und können so das Marktpotenzial voll ausschöpfen. DIE SEGMENTE FAHRERASSISTENZSYSTEME, ERNEUERBARE ENERGIEN, MOBILE ENDGERÄTE, KONTAKTLOSES BEZAHLEN - UNSERE PRODUKTE FINDEN SICH IN EINER VIELZAHL UNTERSCHIEDLICHER ANWENDUNGEN. MILLIONEN MENSCHEN WELTWEIT NUTZEN UNSERE HIGHTECH-LÖSUNGEN JEDEN TAG. DER SCHWERPUNKT DES GESCHÄFTS VON INFINEON IST AUF DREI GROSSE GESELLSCHAFTLICHE HERAUSFORDERUNGEN AUSGERICHTET: ENERGIEEFFIZIENZ, MOBILITÄT UND SICHERHEIT. ALLE DREI BIETEN FÜR DAS UNTERNEHMEN LANGFRISTIG GUTE WACHSTUMSPERSPEKTIVEN. ENERGIEEFFIZIENZ Energieeffizienz spielt eine zentrale Rolle in der modernen Gesellschaft. Mit der ständig wachsenden Weltbevölkerung steigt auch der globale Energiebedarf. Die fossilen Energieträger werden in absehbarer Zeit zur Neige gehen. Elektrizität wird dabei zum wichtigsten Energieträger des 21. Jahrhunderts. Strom gewinnt an Bedeutung, da er günstig und sehr schnell transportiert und effizient gewandelt werden kann. Halbleiter von Infineon bieten bei geringerem Energieeinsatz einen höheren Nutzen in allen Wertschöpfungsstufen der Energiewirtschaft: bei der Erzeugung, der Übertragung und insbesondere der Nutzung elektrischer Energie. Sie bilden die Grundlage für die intelligente und optimale Nutzung von Energie in Industrieanwendungen, Stromversorgungen für Computer und Unterhaltungselektronik sowie in Autos. MOBILITÄT Das Bedürfnis der Menschen nach Mobilität ist eine weitere große Herausforderung der modernen Gesellschaft. Dies gilt für die individuelle Mobilität genauso wie für die Fortbewegung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Infineon liefert Halbleiterlösungen für die Automobilindustrie sowie für eine Vielzahl von Zugsystemen und sorgt so für die Mobilität der Menschen in und zwischen den Metropolen. Für Schnellzüge, Metrobahnen, Elektro- und Hybridautos, Autos mit Verbrennungsmotor sowie für Zweiräder mit Elektroantrieb entwickeln wir immer kompaktere Lösungen, um unseren Kunden mehr Funktionalität auf immer kleinerem Raum anzubieten. SICHERHEIT Sicherheit ist zu einem essentiellen gesellschaftlichen Bedürfnis geworden - entscheidend für Vertrauen, Schutz und Privatsphäre, als Folge des weitverbreiteten Einsatzes von elektronischen Geräten, verbunden mit Informationsnetzwerken. Der Sicherheitstrend kristallisierte sich zunächst in den Bereichen Telekommunikation, Finanztransaktionen, hoheitliche Ausweisdokumente und Trusted Computing heraus. Die Bereiche Industrie- und Automobil-Anwendungssysteme sehen nun auch einen ähnlichen Bedarf, sich vor Risiken zu schützen, die die persönliche Sicherheit, die Leistungsfähigkeit von Unternehmen oder gar nationale Interessen beeinträchtigen können. AUTOMOTIVE UMSATZ €1.660 MILLIONEN, SEGMENTERGEBNIS €219 MILLIONEN NEUE STANDARDS SCHREIBEN MEHR PASSIVE UND VOR ALLEM WEITERE AKTIVE SICHERHEITSFUNKTIONEN VOR VERSCHLÜSSELUNG VON DATEN UND SCHUTZ VOR MANIPULATION GEWINNEN AN BEDEUTUNG Pkw mit Verbrennungsmotor Europa ist Innovationsführer bei Effizienz für Verbrennungsmotoren. Hier liegt der größte Hebel für die Emissionsreduzierung, werden doch rund 95 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge ausschließlich von einem Verbrennungsmotor angetrieben. Wie mit intelligentem Motormanagement die EU-Ziele für 2020 erreicht werden können, lesen Sie im Abschnitt "Gesetzliche Vorgaben für CO2 -Reduktion". Sicherheit Mit den etablierten passiven Sicherheitssystemen konnten Unfallfolgen gemindert werden. Derzeit erleben wir das Aufkommen der aktiven Sicherheitssysteme, mit denen Unfälle vermieden werden können. Im aktiven Fußgängerschutz ist Infineon zum Beispiel mit dem Drucksensor KP200 vertreten. Siehe Abschnitt "Integration von Sensorelement und Auswerteelektronik ist Innovationsschwerpunkt bei Magnet- und Drucksensoren". Seitens der Automobilhersteller wächst der Wunsch nach einem höheren Manipulations- und Tuningschutz ihrer Fahrzeuge. Infineon hat bereits in verschiedenen Automotive-Mikrocontrollern ein Sicherheitsmodul implementiert. Siehe Abschnitt "Chip Card & Security - Sicherheit als segmentübergreifende Kompetenz". e-Scooter Vom e-Scooter bis zum Akkuschrauber - zur präzisen Ansteuerung des Elektromotors werden je nach Motorentyp unterschiedliche Magnetfeldsensoren benötigt. Infineon gehört dabei zu den weltweit führenden Herstellern von Halbleitersensoren. Siehe Abschnitt "Elektromobilität auf zwei Rädern". Hybridfahrzeug Weltweit treibt die lokale CO2 -Gesetzgebung die Verbreitung von Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb an. Das kommt Infineon entgegen, denn Hybrid-, Elektro- oder Wasserstoffautos weisen einen deutlich höheren Halbleiteranteil auf als herkömmliche Fahrzeuge. Siehe Abschnitt "Elektromobilität auf vier Rädern". KURZBESCHREIBUNG Infineon ist einer der wenigen Halbleiterhersteller für Automobilanwendungen, die eine sehr breit gefächerte Produktpalette mit hohem Systemverständnis und Qualitätsniveau verbinden können. Diese Kompetenzen machen uns seit über 40 Jahren zum bevorzugten Partner unserer Kunden. Unser Innovationsschwerpunkt liegt auf der Integration von Funktionalität und somit auf Halbleitern mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir setzen auf folgende Wachstumstreiber: die Verbesserung der Energieeffizienz, die Erhöhung der Fahrsicherheit und das schnell wachsende Segment der Fahrzeuge im unteren Preissegment. Je nach Anforderung im Antriebsstrang, der Fahrsicherheit oder der Komfortelektronik lässt sich aus unserem Produktportfolio eine geeignete Lösung aus Mikrocontrollern, intelligenten Sensoren und Leistungshalbleitern zusammenstellen. STRATEGISCHE AUSRICHTUNG Für die nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte sehen wir drei wesentliche Trends, die die Entwicklung der Automobiltechnik bestimmen werden und die wir mit unseren Produkten maßgeblich unterstützen: Emissionsarme Fahrzeuge: Im Hinblick auf zukünftige Antriebe und die Einhaltung sich verschärfender Abgasnormen entwickeln wir zusammen mit unseren Leitkunden Mikrocontroller, Sensoren und Leistungselektronik für Steuerungssysteme. Wir leisten unseren Beitrag zur Reduktion von CO2 -Emissionen über immer effizientere Verbrennungsmotoren. Auch bei der zunehmenden Elektrifizierung der Fahrzeuge - im gesamten Antriebsstrang wie auch in den einzelnen Aggregaten - nimmt Infineon eine führende Rolle in der Halbleiterindustrie ein. Sichere Fahrzeuge: Mit unseren Produkten decken wir eine Vielzahl an aktiven und passiven Sicherheitsanwendungen ab, die dabei helfen, die Zahl der Verkehrsunfälle zu verringern: Airbag, Seitenaufprallschutz, elektronische Lenkunterstützung, Gurtstraffer, Reifendruckkontrolle, radarbasierte Fahrerassistenzsysteme und ABS/Fahrzeugstabilitätsregelung (ESP). Um die Funktionsfähigkeit eben dieser Sicherheitsanwendungen auch in zunehmend vernetzten Fahrzeugen gewährleisten zu können, sind kryptografische Verschlüsselungstechnologien erforderlich. Dabei greifen wir auf unsere eigene, weltweit führende Sicherheitsexpertise zurück. Fahrzeuge im unteren Preissegment: Das Auto gilt als Inbegriff der individuellen Mobilität. In Wachstumsregionen wie Indien, China, Russland und Südamerika muss es jedoch vor allem eines sein: bezahlbar. Zusammen mit unseren Kunden versuchen wir, die Fahrzeuge den Anforderungen der Menschen entsprechend zu gestalten, das heißt, mit hochwertigen Komponenten und tiefem Systemverständnis die Systemkosten zu reduzieren und damit die Kostenziele unserer Kunden zu treffen. DAS SEGMENT AUTOMOTIVE IM GESCHÄFTSJAHR 2012 Im Segment Automotive erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz in Höhe von €1.660 Millionen; ein Wachstum von 7 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahrs. Das Segmentergebnis betrug €219 Millionen; eine Verringerung von nahezu 22 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahrs finden Sie im Abschnitt "Entwicklung der Segmente -Automotive". Das Segment repräsentiert einen Anteil von 43 Prozent der Umsätze. Umsatz und Segmentergebnis des Segments Automotive Umsatzanteil des Segments Automotive am Infineon-Gesamtumsatz DAS STARKE WACHSTUM DER AUTOMOBILPRODUKTION IN ASIEN - NEBEN CHINA AUCH DER NACHHOLEFFEKT IN JAPAN NACH DER NATURKATASTROPHE UND DEM REAKTORUNGLÜCK - SOWIE UNSERE MARKTANTEILSGEWINNE IN JAPAN WIRKTEN SICH IN DER REGIONALEN UMSATZVERTEILUNG AUS. IN DER REGION ASIEN-PAZIFIK (INKLUSIVE JAPAN) ERZIELTEN WIR 34 PROZENT UNSERES WELTWEITEN UMSATZES GEGENÜBER 30 PROZENT IM GESCHÄFTSJAHR 2011. Regionale Umsatzverteilung des Segments Automotive MÄRKTE, ANWENDUNGEN, PRODUKTE Der Markt für Automobil-Halbleiter wird im Wesentlichen durch die Zahl der produzierten Autos und durch deren Ausstattung mit elektronischen Funktionen bestimmt. Daneben spielen Verordnungen und Regulierungen, die Einfluss auf die Sicherheit und den Verbrauch nehmen, eine Rolle. Und nicht zuletzt hängt es von Bestandsanpassungen in der Lieferkette und der eigenen Kundenstruktur ab, wie sich ein Halbleiterunternehmen entwickelt. AMERIKA, BRASILIEN, CHINA, INDIEN, RUSSLAND UND JAPAN GLEICHEN SCHWÄCHE IN EUROPA MEHR ALS AUS Im Kalenderjahr 2011 betrug nach Angaben des Marktforschungsunternehmens IHS iSuppli die weltweite Autoproduktion 76,8 Millionen Einheiten. Für das Kalenderjahr 2012 erwartet IHS 80,9 Millionen produzierte Autos, was einem Zuwachs von 5,3 Prozent entspricht. Für das Kalenderjahr 2013 wird mit einem Wachstum von nur noch 1,9 Prozent auf 82,4 Millionen produzierte Fahrzeuge gerechnet. Für den Zeitraum 2011 bis 2016 liegt die erwartete jährliche Wachstumsrate der Produktion bei 4,8 Prozent. Weltweite Automobilproduktion Für die Massenhersteller in Europa hat sich die Lage in jüngster Zeit weiter verschlechtert. Zwar hat sich das Tempo der Abwärtsbewegung etwas verringert. Dennoch wird erwartet, dass sich die wirtschaftliche Situation speziell in Südeuropa nur sehr langsam erholt. Die Anzahl der verkauften Neuwagen ging vor allem wegen der Kaufzurückhaltung in Italien, Spanien und Frankreich zurück. Im Gegensatz dazu liefen die Geschäfte der Autoindustrie in den meisten anderen Ländern der Welt im Berichtszeitraum noch gut. Vor allem in Amerika, Asien, Brasilien, Japan und Russland lief das Neuwagengeschäft so gut, dass die Schwäche in Europa mehr als ausgeglichen wurde und der globale Absatz in diesem Zeitraum stieg. Mit 12,7 Millionen verkauften Neuwagen in den USA war das Kalenderjahr 2011 das beste Jahr seit der Rezession 2008; 2012 werden es wohl noch mehr sein. Doch der historische Spitzenwert liegt weit höher: Im Rekordjahr 2005 waren es fast 17 Millionen Einheiten. Viele Amerikaner haben in den Jahren 2008 bis 2011 Neuanschaffungen hinausgezögert. Inzwischen sind viele Autos veraltet und müssen ersetzt werden. Ferner sinkt seit August 2011 die Arbeitslosenquote und die Zuversicht der Verbraucher wächst. Dies beflügelt die Nachfrage. In den USA wurden im ersten Kalenderhalbjahr 2012 rund eine Million Autos mehr verkauft als im Vorjahreszeitraum. Auch andernorts laufen die Geschäfte gut. In Japan wurden im ersten Kalenderhalbjahr 2012 ebenfalls rund eine Million Autos mehr verkauft als im Vorjahreszeitraum. Der chinesische Markt legte um rund 500.000 Einheiten zu. WERT DES HALBLEITERANTEILS PRO AUTO IN CHINA HALB SO GROSS WIE IN EUROPA Der Gesamtwert von Halbleiterkomponenten in einem weltweiten Durchschnittsauto erreichte laut Marktforscher Strategy Analytics im Kalenderjahr 2011 mit US$309 - dies entspricht rund €250 - einen neuen Höchststand. Durch die Verbesserung der Energieeffizienz im Antriebsstrang, neue Komfort- und Sicherheitsfunktionen und Neuerungen in der Unterhaltungselektronik wird auch in den kommenden Jahren ein steigender Wert pro Fahrzeug prognostiziert. Die Ausstattung und die regulatorischen Vorgaben zu Sicherheitsmindeststandards und Verbrauchsgrenzen sind in den einzelnen Ländern sehr verschieden. Halbleiterwert pro Auto in 2011 In den etablierten Automobilregionen Europa, Nordamerika und Japan liegt der Gesamtwert an Halbleiterkomponenten bei rund US$400 pro Auto, während in den aufstrebenden Ländern erst die Hälfte davon erreicht wird. Es ist zu erwarten, dass die Länder dieser Regionen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten sich dem Niveau der etablierten Autonationen angleichen werden. Die durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten des Halbleiteranteils pro Auto liegen daher in China und Brasilien, der inzwischen größten beziehungsweise viertgrößten Autonation der Welt, rund doppelt so hoch wie in Europa und Nordamerika. Durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Halbleiteranteils pro Auto von 2011 bis 2015 AUTODICHTE IN DEN USA ZEHN MAL SO HOCH WIE IN CHINA Jedes Jahr wächst die Mittelschicht in Indien und China um jeweils rund zehn Millionen Menschen. In den kommenden Jahren werden mehrere Millionen Brasilianer in die untere Mittelschicht aufsteigen. Vor allem in Afrika und Asien zieht es die Menschen in die Megacitys, wo der Wechsel vom Fahrrad oder Moped auf das Auto Ausdruck wachsenden Wohlstandes ist. Mit 83 Autos pro 1.000 Einwohner erreichte China im Jahr 2011 den Stand von Europa vor rund 60 Jahren. In den USA liegt die Autodichte um den Faktor 10 höher. Motorisierungsquote Zukünftig wird das größte Wachstum für die weltweite Autoproduktion über die Nachfrage günstiger Autos aus den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) und Ländern wie Indonesien, Mexiko, Malaysia oder Thailand erwartet. Diesen Trend so umweltverträglich und klimaschonend wie möglich zu gestalten, ist eine der größten Aufgaben unserer Zeit. Insbesondere die Hersteller dieser Autos brauchen zunehmend angepasste Elektronik und damit intelligente Integration auf Halbleiterebene, um auch für diese Autoklasse Sicherheits-, Emissions- und Kostenziele einzuhalten. Um in diesem Marktsegment erfolgreich zu sein, konzentrieren wir uns auf die Integration von Funktionalität, um so Halbleiter mit einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten zu können. So haben wir mit einem speziellen Systemchip in China bereits bedeutendes Geschäft gewinnen können. Er wurde für eine kostengünstige Motorsteuerung in Vier-Zylinder-Pkws entwickelt. Der hochintegrierte Chip vereint Leistungsstufen für alle in der Applikation auftretenden Lasten, Kommunikationsschnittstellen und alle notwendigen Spannungsversorgungen. Nur durch unsere besonders leistungsfähige Smart-Power-Herstellungstechnologie SPT9 sind wir in der Lage, diesen hohen Grad an Funktionalität monolithisch, das heißt auf einem Chip zu fertigen und damit die Kostenanforderungen des Marktes zu treffen. Der Systemchip erfüllt die neuesten Schutz- und Diagnoseanforderungen und zeichnet sich unter anderem durch seine Vorteile in der elektromagnetischen Verträglichkeit aus. GESETZLICHE VORGABEN FÜR CO2-REDUKTION; ELETRONISCHE LÖSUNGEN VERDRÄNGEN HYDRAULISCHE LÖSUNGEN Überall in der Welt versuchen die Regierungen mit Vorschriften den steigenden CO2 -Ausstoß zu drosseln. In den USA dürfen Neuwagen ab dem Jahr 2025 nur noch etwas mehr als vier Liter Kraftstoff je 100 Kilometer verbrauchen. Und in der EU sind die neuen Richtlinien für den CO2 -Ausstoß beschlossene Sache: Der Flottendurchschnitt aller europäischen Autohersteller darf im Jahr 2020 den Wert von 95 Gramm CO2 pro Kilometer nicht überschreiten; Stand heute: 167 Gramm CO2 pro Kilometer. Das entspricht einer Reduktion des Kraftstoffverbrauchs von etwa sieben Litern Benzin pro 100 Kilometer auf künftig etwa vier Liter Benzin. Der Weg zu einem durchschnittlichen Flottenverbrauch von 95 Gramm CO2 pro Kilometer im Jahr 2020 führt nur über weitere Gewichts- und Energieverbrauchseinsparung im Auto. Unsere innovativen Leistungshalbleiter rechnen sich aus Sicht der Autobauer, wenn es darum geht, den schweren Kabelbaum eines Fahrzeugs spürbar leichter zu machen und den Stromverbrauch weiter zu senken. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Ersatz von Relais und Sicherungen durch unsere Power PROFET™- oder ConnectFET-Familien mit einem äußerst geringen Durchlasswiderstand und hervorragenden thermischen Eigenschaften. Insbesondere für Start-Stopp-Anwendungen ermöglichen erst unsere Halbleiterkomponenten, die notwendige Anzahl an Schaltzyklen zu erreichen, was von führenden Automobilzulieferern sehr geschätzt wird. Ein weiteres Feld für Verbrauchsreduzierung ist die Verdrängung von hydraulischen durch elektronische Lösungen. Erstere erzeugen über einen längeren Zeitraum, aber oft ungenutzt einen bestimmten Hydraulikdruck. Letztere liefern exakt zum gewünschten Zeitpunkt das geforderte Drehmoment. So lassen sich zum Beispiel durch den höheren Wirkungsgrad von Servolenkungen mit rein elektrischer Steuerung rund 0,35 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer (das entspricht acht Gramm CO2 pro Kilometer) gegenüber Hydrauliklenkungen einsparen. Servolenkungen gehören zu den Anwendungen mit den höchsten Strömen von bis zu 300 Ampere in einem geländegängigen Straßenfahrzeug mit Allradantrieb (SUV; Sport Utility Vehicle). Komplette Leistungsmodule mit mehreren parallel geschalteten Leistungstransistoren hat Infineon hierfür entwickelt. Kernstück ist ein Hochleistungstransistor in einem neuen Gehäuse mit dem Namen H-PSOF (Heatsink Plastic Small Outline Flat Lead). Dieses Gehäuse setzt einen neuen Standard für Hochstromfähigkeit und Effizienz bei gleichzeitiger Größenreduktion. Als direkter Kundennutzen ergibt sich neben der CO2 -Reduktion die Baugrößenreduktion der Steuergeräte bei höherer Leistung. Da Leistungstransistoren mit diesem Gehäuse auch in Anwendungen mit sehr hohen Stückzahlen wie zum Beispiel ABS zum Einsatz kommen, haben wir es an Fairchild Semiconductor lizenziert, so dass für unsere Kunden eine zweite Bezugsquelle vorhanden ist. Damit erhöhen wir die Marktakzeptanz des H-PSOF-Gehäuses und erleichtern uns den Markteintritt. ELEKTROMOBILITÄT AUF VIER RÄDERN Mit dem Übergang zur Elektromobilität entwickeln sich neue Antriebskonzepte für Autos und Zweiräder. Für Megacitys, in denen die durchschnittliche Verkehrsgeschwindigkeit zehn Kilometer pro Stunde beträgt, hat die deutliche Absenkung der lokalen Abgasemissionen zur Entlastung der Umwelt oberste Priorität. Die lokale CO2 -Gesetzgebung wird die Verbreitung von Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb maßgeblich antreiben. Hybrid- und Elektroautos weisen einen deutlich höheren Halbleiteranteil auf als herkömmliche Fahrzeugmodelle. Werden in einem Auto mit herkömmlichem Verbrennungsmotor im Schnitt derzeit Halbleiter im Wert von rund €250 verbaut, so liegt dieser Betrag für den Durchschnitt der Hybrid- und Elektrofahrzeuge bei €400 bis €500. Rund drei Viertel des zusätzlichen Halbleiterwerts entfallen dabei auf Leistungshalbleiter. Sie sind der entscheidende Faktor beim Antrieb der starken Elektromotoren. Infineon verfügt über umfassendes Systemverständnis, so dass wir unseren Kunden die bestmöglichen Vorschläge bezüglich der Leistungselektronik in Hybrid- und Elektrofahrzeugen unterbreiten können. Unser Halbleiterleistungsmodul HybridPACK™1 wurde speziell für den elektrischen Antrieb in der Leistungsklasse bis 30 Kilowatt entwickelt. Es hat sich inzwischen zu einem der auf dem freien Markt meistverkauften Leistungsmodule entwickelt und wird sehr erfolgreich in den Hybridautos von Hyundai eingesetzt. Eine Weiterentwicklung dieses Moduls zielt auf den schnell wachsenden Markt der sogenannten Mild-Hybrid-Fahrzeuge. Im Gegensatz zu Voll-Hybrid-Fahrzeugen, die rein elektromotorisch gefahren werden können, dient der Elektromotor in Mild-Hybrid-Fahrzeugen nur zur Unterstützung des Verbrennungsmotors. Daher können Mild-Hybrid-Fahrzeuge mit einer reduzierten Hochvoltspannung für den Elektroantrieb arbeiten. Damit können Leistungsschalter der 400-Volt-Klasse eingesetzt werden, die erheblich dünner sein können und somit deutlich geringere Verluste aufweisen. Wir haben hierbei einzigartiges Know-how und beherrschen die Produktion extrem dünner Wafer von nur 40 Mikrometern Dicke. Für Voll-Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge haben wir das Leistungsmodul HybridPACK™2 entwickelt. Um dessen Verbreitung am Markt weiter zu fördern und es als Quasi-Standard zu etablieren, ist ein Lizenzabkommen mit Fuji Electric in Vorbereitung. ELEKTROMOBILITÄT AUF ZWEI RÄDERN Reichweite und Ladeinfrastruktur sind für e-Scooter keine einschränkenden Faktoren. Mit einer Reichweite von rund 60 Kilometern decken sie die meisten täglichen Strecken ab. Durch die abnehmbare Batterie können sie über Nacht zuhause in den eigenen vier Wänden aufgeladen werden. Der mit Abstand größte Markt für diese agilen Einspurfahrzeuge ist China. Rund 30 Millionen e-Scooter wurden 2010 in China abgesetzt. Inzwischen gibt es in China 140 Millionen e-Mobilitätsnutzer auf zwei Rädern. Diese Wachstumsmärkte bedienen wir auch mit unseren integrierten Magnetfeldsensoren. Im Bereich des Antriebs kommen je nach Motoransteuerung unterschiedliche Hall-Sensoren für die Kommutierung des Elektromotors zum Einsatz. Für hochdynamische Lasten oder präzise Antriebe wird zunehmend ein iGMR (integrated Giant Magneto Resistive) Winkelsensor angewandt. Darüber hinaus bieten Magnetfeldsensoren berührungsfreie, schnelle und präzise Lagebestimmung für Anwendungen wie beispielsweise das Gaspedal oder den Schalthebel. Übrigens: Unsere Magnetfeldsensoren sind überall dort vertreten, wo sich ein Elektromotor dreht: zum Beispiel auch in Bohrmaschinen, Akkuschraubern und Pedelecs. Anwendungsfelder für Magnetfeldsensoren Elektronische Lenkunterstützung (Servolenkung) Elektrischer Fensterheber Getriebesteuerung Industrieantriebe e-Bikes (e-Scooter, Pedelecs) Smart-Metering Haushaltsgeräte Heimwerkergeräte INTEGRATION VON SENSORELEMENT UND AUSWERTEELEKTRONIK IST INNOVATIONSSCHWERPUNKT BEI MAGNETFELD- UND DRUCKSENSOREN Das Bedürfnis nach mehr Sicherheit nimmt auch beim Autofahren weiter zu. Neben den etablierten passiven Sicherheitssystemen erleben wir derzeit das Aufkommen von aktiven Sicherheitssystemen, den sogenannten Fahrerassistenzsystemen. Hierzu zählen zum Beispiel die radarbasierte Abstandswarnung, Spurhaltesysteme oder der Fußgängerschutz. Teils sind es freiwillige Sonderausstattungen, teils vorgeschriebene Sicherheitssysteme, um die Zahl der Unfallopfer weiter zu verringern. Historische Entwicklung ausgewählter Sicherheitsfunktionen scroll 1971 Sicherheitsgurt 1978 ABS 1980 Fahrerairbag 1983 Gurtstraffer 1995 ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) 1996 Seitenairbag 1998 Auffahrschutz 2005 Reifendruckkontrolle 2008 Vorausschauendes Notbremssystem 2010 Spurhaltesystem So ist es ein zentrales Anliegen der EU, die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Todesfolge im Zeitraum von 2010 bis 2020 zu halbieren. Ein weiterer Schritt auf diesem Weg ist der nach EU-Vorgaben ab 2017 für alle Neuwagen vorgeschriebene aktive Fußgängerschutz. In der Frontstoßstange ist dann ein verformbarer Luftschlauch eingebaut, an dessen Enden aus Gründen der Redundanz jeweils ein Drucksensor sitzt. Bei einem Aufprall messen diese die Druckänderung im Luftschlauch, werten die Daten in Echtzeit aus und übermitteln sie an ein zentrales Steuergerät. Dieses aktiviert den Mechanismus zur Anhebung der Motorhaube, was den Aufprall des Fußgängers abdämpft und das Verletzungsrisiko deutlich reduziert. Infineon liefert für dieses lebensrettende Sicherheitssystem, das von Continental zusammen mit einem Fahrzeughersteller entwickelt wurde, den Drucksensor KP200, der heute bereits in Seitenairbags eingesetzt wird und neben der Sensoreinheit zur Messung des Luftdrucks auch den Chip mit der Auswerteelektronik enthält. Die Integration von Sensorelement und Auswerteelektronik ist einer unserer Innovationsschwerpunkte bei Sensoren, die wir damit immer leistungsfähiger und zuverlässiger machen. Gekoppelt mit langjähriger Erfahrung und hohem Qualitätsniveau macht uns das zum bevorzugten Sensorpartner in der Automobil- und Industrieelektronik. Infineon gehört zu den führenden Herstellern von Halbleitersensoren und hat im Geschäftsjahr 2012 seinen zweimilliardsten Sensor verkauft. Anwendungsfelder für Drucksensoren Fußgängerschutz Motorsteuerung Seitenairbag PRODUKTSPEKTRUM - ANWENDUNGSFELDER Im Geschäftsjahr 2012 erzielte das Segment Automotive rund ein Drittel seines Umsatzes mit Halbleiterkomponenten für den Antriebsstrang. Hierzu gehören die Motor- und Getriebesteuerung, Lichtmaschinenregelung, Start-Stopp-Automatik sowie die Antriebstechnik für Elektro- und Hybridfahrzeuge. Rund ein Drittel der Erlöse entfiel auf Komfortelektronik. Dazu zählen Lenkung, Dämpfung, Licht, Klimaanlage, Schiebedach, Fensterheber, Scheibenwischer oder Zentralverriegelung. Sicherheit repräsentierte rund ein Viertel des Umsatzes. Unsere Produktschwerpunkte für Sicherheitsanwendungen liegen auf Airbags, elektronischer Lenkunterstützung (EPS), ABS/Fahrzeugstabilitätsregelung (ESP), elektronisch geregelten Fahrwerken, Fahrerassistenz durch radarbasierte Abstandswarnung und Reifendruckkontrolle. Produktspektrum Mikrocontroller (8-Bit, 16-Bit, 32-Bit) Magnetfeldsensoren Barometrische Drucksensoren Drahtlos-Sende- und -Empfangs-ICs (HF, Radar) Diskrete Leistungshalbleiter (MOSFETs, IGBTs) Leistungs-ICs (Spannungsregler, Treiber, Schnittstellenbausteine) IGBT-Module Anwendungsfelder Antriebsstrang Getriebesteuerung Lichtmaschinenregelung Motorsteuerung Start-Stopp-Automatik Hybrid- und Elektrofahrzeuge Antriebssteuerung für Elektromotor Batteriemanagement Batterie-Schnellladesteuerung Karosserie- und Komfortelektronik Dämpfung Fensterheber Karosseriesteuergeräte Klimaanlage Lenkung Licht Scheibenwischer Schiebedach Türelektronik Sicherheit ABS Airbag Elektronisch geregelte Fahrwerke Elektronische Lenkunterstützung (Servolenkung) ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) Radarbasierte Fahrerassistenz, z.B. Abstandswarnung Reifendruck-Überwachung (TPMS; Tire Pressure Monitoring System) MARKTPOSITION Im Kalenderjahr 2011 konnte Infineon den größten Marktanteilsgewinn unter allen Wettbewerbern erzielen. Mit einem Plus von 1,0 Prozentpunkten erreichte Infineon seinen höchsten jemals erreichten Marktanteil von 9,8 Prozent (Quelle: Strategy Analytics, April 2012). Damit wurde die zweite Position im Weltmarkt hinter Renesas Electronics gefestigt. Der von Strategy Analytics für Infineon ermittelte Umsatz in US-Dollar legte gegenüber dem Kalenderjahr 2010 um 24 Prozent auf US$2,27 Milliarden zu; der Gesamtmarkt wuchs im gleichen Zeitraum um rund 12 Prozent auf US$23,3 Milliarden. An unseren Marktpositionen in Europa (Nummer 1 mit 14,7 Prozent Marktanteil), Nordamerika (Nummer 2 mit 8,5 Prozent Marktanteil) und im Rest der Welt mit dem Schwerpunkt Asien-Pazifik (Nummer 2 mit 9,0 Prozent Marktanteil) änderte sich nichts. Einen großen Sprung nach vorne gab es jedoch in Japan: Infineon rückte von Position 8 im Vorjahr auf Position 4 vor und erreichte mit 3,8 Prozent Marktanteil die beste Platzierung unter allen nicht japanischen Halbleiterherstellern. Die fünf größten Wettbewerber hielten 47 Prozent des Marktes. Infineon blieb mit Abstand der größte Lieferant von Leistungshalbleitern für Automobilelektronik. Bei Sensoren für Automobilanwendungen liegt Infineon laut Gartner hinter Bosch auf Platz 2 im Weltmarkt. Die größten Marktanteilsgewinne konnten wir bei Mikrocontrollern verbuchen, speziell bei 32-Bit-Controllern, wodurch sich der Abstand zu den in diesem Segment führenden Wettbewerbern Freescale und Renesas verkleinerte. Weltmarkt Automobil-Halbleiter Ein Beleg für unsere erfolgreichen Aktivitäten in Japan ist die vom japanischen Autozulieferer Denso Corporation erhaltene Auszeichnung für die beste Technologieentwicklung. Dabei handelt es sich um den Sensorchip SP37DL zur Reifendruckkontrolle. Der neue Reifendrucksensor ermöglicht eine sichere und kostengünstige Reifenidentifizierung, bei der das elektronische System die vier von den Sensoren ausgesendeten Drucksignale auswertet und die zugehörigen Reifen eindeutig unterscheiden kann. Einmal im Jahr ehrt Denso seine weltweit besten Zulieferer für Qualität, Preis-Leistungs-Verhältnis, Technologieentwicklung und Zusammenarbeit. Infineon ist der erste nicht-japanische Komponentenzulieferer, den Denso im Juli 2012 mit einem Preis für Technologieentwicklung ausgezeichnet hat. Von Continental, unserem größten Kunden, bekamen wir im Juli 2012 zum dritten Mal in Folge den "Supplier of the Year Award". Der Preis wird seit dem Jahr 2000 jährlich an die besten Automobilzulieferer vergeben. Damit brach Infineon einen Rekord: Bis heute hat es kein anderer der 975 Zulieferer von Continental geschafft, diese Auszeichnung drei Jahre hintereinander zu erhalten. Infineon liefert an Continental mehr als 800 verschiedene Produkte (unter anderem für Airbags, Motorsteuerungen, Getriebesteuerungen, Tür- und Fenstersteuerungsmodule, Sensorik und Licht). Dass wir die Auszeichnung zum dritten Mal in Folge erhalten haben, ist uns Bestätigung und zugleich weiterer Ansporn für Kundenorientierung und unser Streben nach Null-Fehler-Qualität. Des Weiteren hat uns das Hirose-Werk des Automobilherstellers Toyota als einen seiner besten Lieferanten in 2011 mit dem Qualitätspreis "Excellent Quality Award" für außerordentliche Produktqualität ausgezeichnet. Mehr dazu im Abschnitt "Fertigung". Schlüsselkunden1 Autoliv Bosch Continental Delphi Denso Hella Hyundai Lear Mitsubishi TRW Valeo 1 Direktkunden ohne Distribution. INDUSTRIAL POWER CONTROL UMSATZ €728 MILLIONEN, SEGMENTERGEBNIS €118 MILLIONEN NETZAUSBAU UND NETZQUALITÄT NICHT ERST DURCH DIE ENERGIEWENDE WICHTIGE THEMEN URBANISIERUNG FÜHRT ZU NEUBAU VON METROSYSTEMEN IN REGIONEN UND STÄDTEN Erneuerbare Energien Die mit der Energiewende einhergehenden Ausbauziele für erneuerbare Energien fördern in den meisten Ländern noch auf Jahrzehnte den Zubau von Wind- und Sonnenenergie. Siehe Abschnitt "Windenergie: Kurzfristige Unsicherheit; langfristig ein Wachstumsmarkt". Auch bei der Anbindung von Meereswindparks ans Stromnetz und bei der Stabilisierung der Netzqualität werden unsere Leistungshalbleiter eingesetzt. Siehe "Netzausbau durch weltweit steigenden Stromverbrauch erforderlich". Schienenfahrzeuge Ein sicherer und schneller öffentlicher Personenverkehr entscheidet heute mehr denn je über Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit in vielen Regionen weltweit. Die Anzahl der neuen Metrosysteme hat in den letzten 20 Jahren deutlich zugenommen. Etwa 160 Metropolen - vor allem in Asien und Afrika/Naher Osten - verfügen noch über kein Metrosystem. Siehe "Mobilität innerhalb von Ballungsräumen und zwischen Metropolen ist ein Schlüsselthema des 21. Jahrhunderts". Industrieantriebe Elektromotoren kommen nicht nur in Antrieben vor, sondern auch in Pumpen, Ventilatoren und Kompressoren. Sie laufen in Industrieanlagen teilweise im Dauerbetrieb. Durch eine elektronische Last- und Drehzahlregelung kann der Stromverbrauch deutlich reduziert werden. Da die Betriebskosten sehr viel höher sind als die Anschaffungskosten, amortisiert sich eine elektronische Steuerung bereits nach wenigen Jahren. Die stärksten Haushaltsmotoren stecken in Umwälzpumpen der Heizung und in Waschmaschinen. Siehe "Enormes Einsparpotenzial bei elektrischen Motoren in Industrieantrieben und Haushaltsgeräten". Industriefahrzeuge Im Vergleich zu einem reinen Dieselantrieb sind bei schweren Baufahrzeugen 10 bis 30 Prozent Kraftstoffeinsparung durch einen Diesel-elektrischen Antrieb möglich. Ein hohes Drehmoment durch den Elektromotor auf der Achse oder in der Radnabe entlastet den Dieselmotor und die Umwelt. Siehe "Busse, Bau- und Minenfahrzeuge stellen auf Hybrid- beziehungsweise Diesel-elektrischen Antrieb um." KURZBESCHREIBUNG Kompakt, äußerst leistungsfähig und effizient: Leistungshalbleiter von Industrial Power Control sind ein entscheidender Faktor in allen Aspekten der Stromlieferkette des 21. Jahrhunderts. Bei der Stromerzeugung sorgen unsere Produkte in Wind- und Solarparks für die zuverlässige und wirtschaftliche Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen. Leistungshalbleiter spielen auch eine wichtige Rolle bei der Energieübertragung, wo sie in Höchst-, Hoch- und Niederspannungsnetzen für die Transformation der Spannungen und Anpassung der Frequenzen eingesetzt werden. Nicht zuletzt verrichten Leistungshalbleiter ihren Dienst im täglichen Leben wie zum Beispiel in Motorsteuerungen von Produktionsanlagen, im Antrieb von Zügen des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs sowie im häuslichen Umfeld in Klimaanlagen, Waschmaschinen oder Induktionskochfeldern. Durch überlegene und differenzierende Technologien, tiefes Anwendungsverständnis und enge Kundenbeziehungen hält Industrial Power Control führende Positionen in all diesen wichtigen Märkten. Dies ist eine solide Basis für weiteres Wachstum und Profitabilität. STRATEGISCHE AUSRICHTUNG Unsere Produkte sind entscheidend für die Erzeugung, die Übertragung und Einsparung beim Verbrauch elektrischer Energie. Damit trägt Industrial Power Control in allen Stufen der elektrischen Energieverteilung wesentlich zur Energieeffizienz bei. Unsere führende Marktstellung beruht auf folgenden Kernpunkten unserer Strategie: Technologische Führerschaft: Leistungshalbleiter sind oft der entscheidende Faktor für Effizienz, Größe, Gewicht und Kosten der Produkte unserer Kunden. Von den leistungsstärksten IGBT-Modulen bis zum "Bare Die"-Geschäft stellen wir unseren Kunden hervorragende Komponenten für deren Anwendung zur Verfügung. Mit der 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungstechnologie für Leistungshalbleiter, der .XT-Verbindungstechnologie für IGBT-Module sowie der neuesten Chiptechnologie für IGBT-Module stellen wir unsere technologische Führerschaft sicher. Verlässlicher Partner für unsere Kunden: Unsere Komponenten müssen den rauen Umgebungen der Kundenanwendung gewachsen sein. IGBT-Module in Umrichtern von Offshore-Windturbinen oder in Antriebssteuerungen von Hochgeschwindigkeitszügen müssen einige Jahrzehnte fehlerfrei funktionieren. Unsere lange Industrieerfahrung und Innovationskraft helfen uns dabei, die richtige Komponente für die entsprechende Anwendung zu entwickeln und unseren Fokus künftig noch stärker auf Systeme zu richten. Damit und durch das Einbringen unseres Know-hows unterstützen wir unsere Kunden bei einem schnelleren Marktzugang. DAS SEGMENT INDUSTRIAL POWER CONTROL IM GESCHÄFTSJAHR 2012 Im Segment Industrial Power Control erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz in Höhe von €728 Millionen; ein Rückgang von knapp 9 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahrs. Das Segmentergebnis betrug €118 Millionen; ein Rückgang von rund 42 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahrs finden Sie im Abschnitt "Entwicklung der Segmente -Industrial Power Control". Das Segment repräsentiert einen Anteil von 19 Prozent der Umsätze. 36 Prozent des Umsatzes entfielen auf Distribution. Umsatz und Segmentergebnis des Segments Industrial Power Control Umsatzanteil des Segments Industrial Power Control am Infineon-Gesamtumsatz Anteil der Distribution am Umsatz des Segments Industrial Power Control Historisch bedingt haben viele unserer Kunden aus der Investitionsgüterindustrie ihren Firmensitz in Europa. Sie repräsentieren 48 Prozent des weltweiten Umsatzes. Das größte Wachstum kam in den letzten Jahren aus Asien-Pazifik - der Löwenanteil davon aus China. In Asien-Pazifik werden bereits 40 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet; neben Direktkunden in bedeutendem Maße auch durch Distribution. Regionale Umsatzverteilung des Segments Industrial Power Control MÄRKTE, ANWENDUNGEN, PRODUKTE Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist in vielen Ländern in vollem Gange. In den vergangenen Jahren wurde die Nutzung der Wind- und Sonnenenergie zur Stromerzeugung in der Europäischen Union stark gefördert und vorangetrieben. In den Jahren 2000 bis 2010 hat sich die aus Wind gewonnene Energie um mehr als den Faktor sechs erhöht; die aus Photovoltaik gewonnene Energie sogar um den Faktor 200. Strombereitstellung aus Windenergie in der EU Strombereitstellung aus Photovoltaik in der EU In fast allen Ländern der Welt ist die Energiewende - durch die Klimaerwärmung, aber auch verstärkt durch das Reaktorunglück in Fukushima - ganz oben auf der Agenda der Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft angekommen; teils mit klar definierten Zielen für den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung. So soll zum Beispiel der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix in Europa von 19 Prozent 2010 auf 34 Prozent 2020 steigen. Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland nennt sogar einen Wert von 80 Prozent für das Jahr 2050. Wind- und Sonnenenergie sowie die entsprechende Netzinfrastruktur werden also noch auf Jahrzehnte ausgebaut, in manchen Ländern sogar gesetzlich verankert. Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen am Brutto-Inlandsstromverbrauch in der EU Gerade bei der Stromerzeugung aus fluktuierenden Energien und bei der nachfolgenden Netzeinspeisung sind Leistungshalbleiter besonders gefragt. Der Wert an Leistungshalbleitern pro Megawatt installierte Leistung ist um ein Vielfaches höher als in konventionellen Kohle- oder Kernkraftwerken. Aber nicht nur bei der Erzeugung und der Übertragung, sondern insbesondere auch bei der Nutzung elektrischer Energie erhöhen unsere Leistungshalbleiter die Energieeffizienz. Sie bilden die Grundlage für intelligente und optimale Nutzung von Energie in Industrieanwendungen, öffentlichem Transport und Haushaltsgeräten. Unsere Leistungshalbleiter sparen aufgrund der erzielbaren Verringerungen des Energieverbrauchs sogar erheblich Geld, lohnen sich also auch wirtschaftlich. Energieeffizienz ist heute für viele Branchen sogar ein echtes Wettbewerbskriterium. In der Gesamtschau wird damit eine Verbesserung erzielt, denn effiziente Produkte verdrängen ineffiziente Produkte. Das Ergebnis ist sowohl Ressourcen- als auch Klimaschutz. Leistungshalbleiter sind somit ein wesentlicher Schrittmacher für "grüne Technologien". WINDENERGIE: KURZFRISTIGE UNSICHERHEIT; LANGFRISTIG EIN WACHSTUMSMARKT Im Bereich Windenergie rechnen wir mittel- und langfristig mit nachhaltigem Wachstum. Kurzfristig, also in den kommenden ein bis zwei Jahren, wird es allerdings aufgrund des gebremsten weltwirtschaftlichen Wachstums, Problemen beim Anschluss der ersten Windparks in tiefen Gewässern an das Versorgungsnetz und der Überkapazitäten wohl noch schwierig bleiben. Der US-amerikanische Markt wird in den nächsten beiden Jahren voraussichtlich unter der Unsicherheit über die produktionsabhängige Steuergutschrift für erneuerbare Energien "Renewable Electricity Production Tax Credit" (PTC) und den niedrigen Gaspreisen leiden. In China muss derzeit erst noch der Netzausbau vorangetrieben werden, bevor neue Windkraftanlagen zugebaut werden können. Stabilisierend wirken in Europa der weitere Zubau von Onshore-Windkraftanlagen sowie der Austausch kleinerer Anlagen durch leistungsstärkere Anlagen an windhöffigen Stellen, das sogenannte "Repowering". Ferner sorgen die langfristigen EU-Ausbaupläne für Offshore-Windparks sowie der verstärkte Onshore-Zubau in Südamerika als neuer Markt für weiteres Wachstum. Weltweite Neuinstallationen von Windkraftanlagen Die Stromerzeugungskosten müssen langfristig auf das Niveau konventioneller Energieträger gesenkt werden, was sich unter anderem durch eine Erhöhung der Leistungsdichte und Zuverlässigkeit erreichen lässt. Die Umwandlung der Drehbewegung des Rotors in elektrische Energie ist die Kernaufgabe der Windenergieanlagen. Bisweilen wurden hauptsächlich Anlagen mit mechanischen Getrieben eingesetzt. Dort wird die Rotordrehzahl auf eine bestimmte Generatordrehzahl übersetzt. Doch die ersten Hersteller liefern bereits getriebelose Anlagen, sogenannte Direktantriebe. Konzeptbedingt bestehen getriebelose Anlagen aus 50 Prozent weniger Teilen, was dem Gewicht und der Zuverlässigkeit entgegenkommt. Ferner lässt sich die Netzeinspeisung flexibler steuern, was den Netzbetreibern entgegenkommt. Die Einführung dieser Technologie wird den Bedarf für Leistungshalbleiter von Infineon weiter anheben, da die elektrische Wandlung einen rund dreimal so hohen Wert an IGBT-Modulen erfordert wie eine Anlage mit einem mechanischen Getriebe. Die stark differenzierende Technologie und das umfassende Produktportfolio von Industrial Power Control machen Infineon führend im Windenergie-Wechselrichtermarkt. Im Bereich IGBT-Module setzen unsere EconoDUAL™3, EconoPACK™+ und PrimePACK™ mit ihrer Lastwechselfestigkeit und Leistungsdichte weiterhin den Standard bezüglich Zuverlässigkeit und Betriebskosten für Windparkbetreiber. Schließlich spiegelt sich unser tiefes Anwendungsverständnis auch in unseren ModSTACK™- und PrimeSTACK™-Familien wider, die unseren Kunden eine Plattform für hocheffiziente und sichere Wechselrichter zur Verfügung stellen. Dies ermöglicht unseren Kunden mit geringem Entwicklungsaufwand eine schnelle Markteinführung. PHOTOVOLTAIK: HÖCHSTE WACHSTUMSRATEN IN CHINA UND JAPAN ERWARTET Rapide sinkende Preise für Solarpaneele und staatliche Programme wie Einspeisetarife führten in den letzten Jahren zu einem Boom von neuen Installationen von Solaranlagen. Obwohl große Märkte wie Deutschland und Italien Kürzungen ihrer Subventionen angekündigt haben, erwarten Analysten für den Photovoltaikmarkt weiteres Wachstum. Vor allem in China und Japan wird weiterer Zubau stattfinden, denn beide Länder benutzen die Solarenergie, um ihren steigenden Energiebedarf zu decken und ihren CO2 -Ausstoß zu verringern. In Japan wird seit Juli 2012 die Photovoltaik mit relativ hohen Einspeisevergütungen staatlich gefördert. Weltweite Neuinstallationen von Photovoltaikanlagen Der Wirkungsgrad einer Photovoltaikanlage wird von der ins Netz eingespeisten Energie bezogen auf das einfallende Sonnenlicht bestimmt. Meist ist die Aufmerksamkeit auf die Effizienz der Solarzellen gerichtet, die Strom aus Sonnenlicht erzeugen. Genauso wichtig ist aber auch die Effizienz des Wechselrichters, der den Gleichstrom der Paneele in netzkonformen Wechselstrom umwandelt. Für einen Solarparkbetreiber haben Verluste bei der Umwandlung eine negative Wirkung auf die Menge an Strom, den sein Park über viele Jahre erzeugt. Für die Effizienz von Solar-Wechselrichtern spielen Leistungshalbleiter eine entscheidende Rolle, denn sie sorgen für eine weitere Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Solarstrom. Wir zählen alle namhaften Wechselrichter-Hersteller der Welt zu unseren Kunden. Industrial Power Control ist in diesem Markt erfolgreich, weil unser breites Produktportfolio alle Anforderungen an Leistungshalbleiter in Solar-Wechselrichtern abdeckt; darunter hocheffiziente diskrete IGBTs und IGBT-Leistungsmodule, robuste Treiber-ICs sowie auf Siliziumkarbid (SiC) basierte Dioden und JFETs (Junction Field Effect Transistor). Wir nutzen unser tiefes Applikationsverständnis, um diese Produkte zu optimalen Lösungen zu kombinieren. NETZAUSBAU DURCH WELTWEIT STEIGENDEN STROMVERBRAUCH ERFORDERLICH Nach Angaben der Internationalen Energieagentur überschritt die weltweite Erzeugung elektrischer Energie im Jahr 2009 zum ersten Mal die Schwelle von 20.000 Terawattstunden. Damit ist der Stromverbrauch um jährlich durchschnittlich 3,4 Prozent seit 1973 angestiegen, wobei das höchste Wachstum in China und anderen asiatischen Staaten stattfand. Dieses Wachstum wird aber nicht nur durch die Stromerzeugung getragen. In gleichem Maße musste auch die Infrastruktur für die Übertragung und Verteilung der elektrischen Energie vom Ort der Erzeugung zum Ort des Verbrauchs aufgebaut werden. Der Verbrauch elektrischer Energie wird weiter steigen: einerseits aufgrund einer wachsenden Weltbevölkerung, andererseits durch einen höheren Pro-Kopf-Verbrauch. Dies führt zwangsläufig zu mehr Kraftwerken und zum weiteren Ausbau des Stromnetzes. Weltweite Stromerzeugung Der in vielen Ländern geförderte Ausbau erneuerbarer Energien erfordert die Anpassung der Netzinfrastruktur. Aus drei Gründen. Erstens: Im Unterschied zu großen Atom- oder Kohlekraftwerken mit jeweils einem großen Anschluss ans Höchstspannungsnetz fallen bei den tendenziell kleineren Wind- und Solarparks viele kleine Wechselrichter für den Anschluss ins lokale Niederspannungsnetz an. Zweitens: Im Gegensatz zu großen Kraftwerken, die meist nahe am Verbraucher angesiedelt sind, seien es Städte oder Industriezonen, ist die geografische Freiheit bei Wind- und Solarpark sehr viel stärker eingeschränkt. Die sonnenintensiven und windhöffigen Orte sind meist weit von den Verbrauchszentren entfernt. Dies erfordert den Bau neuer Trassen. Drittens: Durch den volatilen Wind- und Sonnenstrom nehmen die Anforderungen an die Netzstabilität zu. Auch in Spitzenzeiten mit starkem Wind und starker Sonneneinstrahlung muss das Netz den Strom aufnehmen und zum Verbraucher transportieren können. Leistungshalbleiter von Infineon sind in modernen Stromnetzen unabdingbar. Die hohe Leistungsdichte unserer Thyristoren und IGBT-Module ist der entscheidende Faktor für die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit von FACTS (Flexible AC Transmission Systems; anpassbare Wechselspannungs-Übertragungssysteme). Und durch unser Anwendungsverständnis haben wir unsere IGBT-Produkte dahingehend entwickelt, dass sie den hohen Anforderungen an Robustheit und Zuverlässigkeit anspruchsvoller Anwendungen wie zum Beispiel HGÜ (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) gerecht werden. ENORMES EINSPARPOTENZIAL BEI ELEKTRISCHEN MOTOREN IN INDUSTRIEANTRIEBEN UND HAUSHALTSGERÄTEN Rund 300 Millionen Elektromotoren sind allein in der Industrie rund um den Globus installiert und verbrauchen rund zwei Drittel des gewerblich genutzten Stroms. Eine verabschiedete Ökodesignrichtlinie der Europäischen Union schreibt ab 2011 für Elektromotoren mit einer Leistung zwischen 750 Watt und 375 Kilowatt in mehreren Stufen eine höhere Effizienz vor. Die Energieeffizienzklasse IE2 gilt für alle Elektromotoren ab Juni 2011. Die schärfere Energieeffizienzklasse IE3 gilt für Motoren mit einer Leistung zwischen 7,5 und 375 Kilowatt ab Januar 2015. Ab Januar 2017 gilt IE3 auch für Motoren mit Leistungen von 750 Watt bis 7,5 Kilowatt. Alternativ dazu können die Motoren auch nur IE2 genügen, wenn sie elektronisch geregelt sind. Derzeit sind erst gut 15 Prozent der Elektromotoren elektronisch geregelt. Die Drehzahlregelung der Motoren mittels Umrichter passt dazu die feste Frequenz und Spannung des Stromnetzes an die erforderliche Frequenz beziehungsweise Spannung des jeweiligen Verbrauchers an. Elementarer Bestandteil der Energieumwandlung im Umrichter sind unsere verlustarmen diskreten IGBTs, IGBT-Module sowie die dazugehörigen Treiber-ICs und Ansteuerplatinen. Eine Regelschleife erfasst, wie viel Energie zum Beispiel eine Pumpe braucht; der Umrichter regelt dann die Drehzahl des Antriebsmotors entsprechend. Es wird nur so viel Strom verbraucht, wie gerade nötig. Herkömmliche Pumpen arbeiten hingegen mit fester Drehzahl, die durch Netzfrequenz, Motorbauart und Getriebe festgelegt ist. Durch die steigenden Energiekosten fallen die Einsparungen immer stärker ins Gewicht. Bei einem Standardmotor entfallen rund 95 Prozent der Lebenszykluskosten auf den Energieverbrauch, weniger als 5 Prozent auf die Anschaffung. Die Investitionen in moderne Motorentechnik rechnen sich daher rasch. Auf ein bis drei Jahre beziffert man die Amortisationszeit. Es gibt vier Anwendungsfelder von Elektromotoren. Entsprechend umfangreich ist unser Portfolio an Leistungshalbleitern, um die Anforderungen der unterschiedlichen Maschinen erfüllen zu können. Die stärksten elektrischen Industriemotoren arbeiten in den Wasserpumpen von Kraftwerken und in Wasserwerken oder Kläranlagen. Dort erreichen sie zweistellige Megawatt-Werte. Große Industriemotoren sind die Kraftzentren der Produktionsanlagen, wo immer etwas bewegt oder transportiert wird. Kräne, Förderbänder, Roboter oder Aufzüge sind die klassischen Einsatzfelder. Ein großer Markt sind auch Pumpen - eingesetzt in der Kälte- und Klimatechnik, bei der simplen Erzeugung von Druckluft und überall dort, wo Flüssigkeiten oder Granulate bewegt werden. Die stärksten Haushaltsmotoren mit einigen Kilowatt stecken in Umwälzpumpen der Heizung und in Waschmaschinen. Aufteilung des weltweiten Stromverbrauchs von Elektromotoren nach Anwendungsfeldern BUSSE, BAU- UND MINENFAHRZEUGE STELLEN AUF HYBRID- BEZIEHUNGSWEISE DIESELELEKTRISCHEN ANTRIEB UM Den Trend zur Elektromobilität gibt es nicht nur bei Personenwagen, sondern er setzt sich auch bei Bussen, Agrar- und schweren Minenfahrzeugen sowie Baumaschinen immer mehr durch. Jedoch aus ganz unterschiedlichen Gründen: Für Hybridbusse spricht das bekannte Argument der CO2 -Emissionsreduktion in Innenstädten durch Bremsenergierückgewinnung. Bagger und Radlader hingegen profitieren bei der Umstellung auf einen Diesel-elektrischen Antrieb von einer 10- bis 30-prozentigen Kraftstoffeinsparung bei einem Einsatz von rund 2.000 Stunden pro Jahr. Für eine Planierraupe zum Beispiel reduziert sich der Kraftstoffverbrauch von 29,1 Litern pro Stunde für ein Modell mit Verbrennungsmotor auf 23,5 Liter pro Stunde für ein Vergleichsmodell mit Hybridantrieb. Unterstellt man einen Dieselpreis von €1,40 je Liter, ergibt sich eine Einsparung von €7,84 pro Stunde oder €15.680 pro Jahr. Darüber hinaus punkten alle Hybridfahrzeuge mit einer verminderten Geräuschentwicklung gegenüber ihren Varianten mit reinem Verbrennungsmotor, was vor allem für Hybridbusse im Innenstadtverkehr spricht. Kraftstoffverbrauch Die verschiedenen Industriefahrzeuge haben unterschiedliche Stufen auf dem Weg zur Marktreife erreicht. Gabelstapler sind etabliert; ihr Absatz hängt vom wirtschaftlichen Umfeld ab. Hybridbusse haben Serienreife erreicht und kommen in immer mehr Städten und Regionen zum Einsatz. Hybrid-Baumaschinen stehen am Beginn ihrer Entwicklung; steigende Kraftstoffpreise beschleunigen die Marktdurchdringung. Leistungshalbleiter von Infineon sind für die Elektrifizierung der Busse und Spezialmaschinen wesentliche Komponenten. Es gibt kaum einen Wettbewerber, der über eine ähnlich lange und tiefe Erfahrung bei dieser Kombination aus Industrie- und Automobilanwendung verfügt wie wir. Mit unseren EconoDUAL™- und PrimePACK™-IGBT-Modulen ermöglichen wir es unseren Kunden, die hohen Anforderungen an kompakte, effiziente und höchst zuverlässige Umrichter zu erfüllen. MOBILITÄT INNERHALB VON BALLUNGSRÄUMEN UND ZWISCHEN METROPOLEN IST EIN SCHLÜSSELTHEMA DES 21. JAHRHUNDERTS Nach Angaben der Vereinten Nationen wohnten im Jahr 2008 zum ersten Mal mehr als die Hälfte der rund sieben Milliarden Menschen in Städten. Die Verstädterung wird sich noch verstärken; im Jahr 2050 sollen rund zwei Drittel der dann neun Milliarden Menschen im urbanen Umfeld von Metropolen leben. Der Anstieg der Bevölkerungsdichte, des Verkehrsaufkommens sowie des CO2 -Ausstoßes durch den Individualverkehr stellt die Regierungen vor immer größere Probleme. Ein sicherer und schneller öffentlicher Personenverkehr entscheidet heute mehr denn je über Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit in vielen Regionen und Städten weltweit. Nachhaltige und optimal vernetzte Mobilität innerhalb der Ballungsräume, aber auch zwischen den Metropolen ist eines der Schlüsselthemen des 21. Jahrhunderts. In der Tat hat die Anzahl der neuen Metrosysteme in den letzten zwei Dekaden um rund 60 Prozent zugenommen. Außerdem wurden und werden bestehende Systeme kontinuierlich erweitert. Das Wachstumspotenzial für den zukünftigen Neubau von Metrosystemen ist und bleibt enorm. Etwa 160 Metropolen - vor allem in Asien und Afrika/Naher Osten - verfügen noch über kein Metrosystem. Anzahl der Metrosysteme weltweit Unsere Komponenten kommen sowohl in Nahverkehrszügen, Tram- und Metrobahnen als auch in Hochgeschwindigkeitszügen mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 350 Kilometern pro Stunde zum Einsatz. Um die speziellen Anforderungen und Umgebungsbedingungen bei Zügen - wie zum Beispiel hohe Vibrationen, hohe Zuverlässigkeit und lange Produktlebenszeit - erfüllen zu können, haben wir ein breites Portfolio an Höchstleistungs-IGBT-Modulen aufgebaut, das wir in unseren eigenen Fabriken fertigen. PRODUKTSPEKTRUM - ANWENDUNGSFELDER Rund die Hälfte unseres Geschäfts entfällt auf ein sehr breites Gebiet an Industrieantrieben. Darunter fallen Motoren, Pumpen, Ventilatoren und Kompressoren für Automatisierungstechnik, Fördertechnik, Klimatechnik, Aufzugssysteme und Rolltreppen. Rund ein Viertel unseres Umsatzes erzielen wir mit erneuerbaren Energien. Hierzu zählen Onshore- und Offshore- Windkraftanlagen, Photovoltaik-Freiflächenanlagen und Aufdach-Anlagen mit Leistungen größer rund drei Kilowatt. Weitere nennenswerte Anwendungsfelder für uns sind Schienenfahrzeuge, Haushaltsgeräte, unterbrechungsfreie Stromversorgung und Energieübertragung. Zu Letzterer zählen Netzkoppelstellen, Offshore-Umrichter-Plattformen sowie Einrichtungen zur Erhaltung und Stabilisierung der Netzqualität. Derzeit noch kleine Geschäftsfelder für uns sind Schweißanlagen, Industriefahrzeuge (zum Beispiel Gabelstapler), Bau- und Minenfahrzeuge, Agrarfahrzeuge und Hybridbusse. Produktspektrum IGBT-Modul-Lösungen inkl. IGBT-Stacks IGBT-Module: High-Power-Module Medium-Power-Module Low-Power-Module Diskrete IGBTs "Bare Die"-Geschäft Treiber-ICs Bipolare Komponenten (Thyristoren, Dioden) Anwendungsfelder Erneuerbare Energieerzeugung Photovoltaikanlagen Windkraftanlagen Energieübertragung Anbindung von Offshore-Windparks FACTS Unterbrechungsfreie Stromversorgung Elektrische Industrieantriebe Industriefahrzeuge Agrarfahrzeuge Baufahrzeuge Hybridbusse Minenfahrzeuge Schienenfahrzeuge Lokomotiven Metrozüge Schnellzüge Trambahnen Haushaltsgeräte Induktionskochfelder Induktionsreiskocher Klimaanlagen Waschmaschinen MARKTPOSITION WELTMARKT DISKRETE LEISTUNGSHALBLEITER UND -MODULE Im Kalenderjahr 2011 war Infineon zum neunten Mal in Folge Weltmarktführer im Bereich Leistungshalbleiter. Während der Markt von US$16,189 Milliarden im Kalenderjahr 2010 um fast 9 Prozent auf US$17,603 Milliarden zulegte, konnte Infineon seine Umsätze im gleichen Zeitraum von US$1,732 Milliarden auf US$2,095 Milliarden um rund 21 Prozent steigern. Dies resultierte in Marktanteilsgewinnen von 1,2 Prozentpunkten auf nun 11,9 Prozent (Quelle: IMS Research). Die fünf größten Wettbewerber halten 38 Prozent des Marktes. Marktanteil Leistungshalbleiter WELTMARKT IGBT-MODULE Der Teilmarkt für IGBT-Module erreichte für das Jahr 2011 eine Größe von US$4,034 Milliarden gegenüber US$3,006 Milliarden im Vorjahr (Quelle: IMS Research). Dies entspricht einem Wachstum von rund 34 Prozent. Infineon wuchs im selben Zeitraum um gut 28 Prozent von US$610 Millionen auf US$783 Millionen. Damit verlor Infineon 0,9 Prozentpunkte Marktanteil auf jetzt 19,4 Prozent. Die fünf größten Wettbewerber halten 78 Prozent des Marktes. Die regionalen Märkte Europa, China und Japan sind mit rund US$1,1 Milliarden alle ungefähr gleich groß. In Europa konnte Infineon seinen Marktanteil leicht um 0,9 Prozentpunkte auf 32,4 Prozent ausbauen. Die größten Marktanteilsverschiebungen gab es in Japan. Dort war Mitsubishi der große Gewinner mit plus 5,8 Prozentpunkten; Infineon verlor 0,2 Prozentpunkte. Marktanteil IGBT-Module Schlüsselkunden1 ABB Alstom Bombardier Delta Emerson Enercon Goldwind Rockwell Schneider Electric Semikron Siemens SMA Solar Technology 1 Direktkunden ohne Distribution. POWER MANAGEMENT & MULTIMARKET UMSATZ €929 MILLIONEN, SEGMENTERGEBNIS €142 MILLIONEN DIGITAL GEREGELTE STROMVERSORGUNG REVOLUTIONIERT DAS DESIGN VON NETZTEILEN MEDIENKONSUM MIT MOBILEN GERÄTEN STEIGT RASANT UND VERLANGT NACH AUSBAU DER MOBILFUNK-INFRASTRUKTUR Smartphones Wo es auf kleinste Abmessungen der Gehäuse (zum Beispiel TVS-Diode) oder höchste Güte der Hochfrequenz-Eigenschaften (zum Beispiel GPS-Empfangsverstärker) oder spezielle Fertigungstechnologie (zum Beispiel Silizium-MEMS-Mikrofone) ankommt, ist Infineon in Mobiltelefonen mit von der Partie. Siehe "Mobile Endgeräte: Kleinere Chips mit immer mehr Funktionen". Stromversorgung Rechenzentren verbrauchen so viel Strom wie Kleinstädte. Rund die Hälfte des Stromverbrauchs verschlingt die Kühlung. Wenn sich die Rechner nicht so stark erhitzen, muss weniger gekühlt werden. Eine höhere Effizienz in der Stromversorgung spart also gleich doppelt. Siehe "Digitales Power Management als Revolution in der Stromversorgung". Mobilfunk-Infrastruktur Das Datenaufkommen in Mobilfunknetzen steigt unaufhörlich. Vor allem durch den Medienkonsum mit Smartphones, Tablet-PCs und Notebooks. Daher sind neue Übertragungsstandards wie LTE und immer engmaschigere Netze erforderlich. Siehe "Mobilfunk-Infrastruktur: Datenaufkommen verlangt Basisstationen in Einkaufszentren und Fußgängerzonen". Beleuchtung LEDs erhöhen die Energieeffizienz in der Beleuchtungsindustrie. Sie bilden die Grundlage für intelligente und optimale Nutzung von Licht in Gebäuden, Straßenbeleuchtung und Industrieanwendungen. Hierfür ist eine effiziente Wandlung der Netzspannung auf die gewünschte Gleichspannung erforderlich. Infineon nutzt hierfür sein Know-how aus den Computer-Netzteilen. Siehe "Perfekte Ansteuerung von LEDs erhöht Lichtausbeute und Lebensdauer". Photovoltaik-Aufdach-Anlage Effekte wie Fertigungstoleranzen, Teilbeschattung oder Defekte einzelner Paneele mindern die Stromausbeute von Photovoltaikanlagen. Die Art und Weise, wie die einzelnen Paneele zusammengeschaltet sind, hat Auswirkung auf die Effizienz des Gesamtsystems. Siehe Abschnitt "Micro-Inverter: Höhere Effizienz von Photovoltaik-Aufdach-Anlagen". KURZBESCHREIBUNG Die Zahl der elektronischen Geräte in unserem täglichen Leben nimmt ständig zu. Computer, Unterhaltungselektronik und mobile Endgeräte müssen immer effizienter betrieben beziehungsweise geladen werden, soll der Stromverbrauch nicht im gleichen Maß steigen. Der nächste Schritt der Effizienzsteigerung liegt in der digitalen Steuerung der Stromversorgung, die wir mit speziell entwickelten ICs im Verbund mit unseren etablierten Leistungstransistoren adressieren. Damit bedienen wir zum Beispiel die Endmärkte Stromversorgung und Beleuchtung. Wir setzen dabei überwiegend auf die Fertigungskompetenz unserer eigenen Fabriken. Im Trend zu sozialen Netzwerken liegt ein weiterer Wachstumsmarkt für uns. Rechenzentren ("Cloud Computing") und Mobilfunk-Infrastruktur müssen dem wachsenden Datenaufkommen angepasst werden. Mit Hochfrequenz-Know-how, auf Miniaturisierung ausgelegter Gehäusetechnologie und detailliertem Systemverständnis sind wir in diesen Bereichen ebenfalls erfolgreich tätig. STRATEGISCHE AUSRICHTUNG "Vom Produkt zum System" - im Bereich Power Management & Multimarket wird dieser Leitsatz bereits erfolgreich in Angriff genommen. Zusätzlich zu Einzelprodukten bieten wir in Zukunft auch Produktlösungen an, die durch abgestimmte Komponentenwahl höchste Effizienz zum Beispiel bei Netzteilen erzielen. Technologische Führerschaft: Mit technologisch führenden Produkten können wir unseren Kunden einen Mehrwert liefern, egal ob durch mehr Funktionen auf einem Chip, durch höhere Effizienz eines Leistungsschalters oder durch Hochfrequenz-Komponenten. Damit das auch in Zukunft so bleibt, forschen und entwickeln wir kontinuierlich an neuen Architekturen, Materialien und Fertigungstechnologien. Digitales Power Management: Der Wechsel von der analogen zur digitalen Steuerung der Stromversorgung ist ein revolutionärer Lösungsansatz beim Design von Netzteilen. Nur mit digitalen Konzepten kann in allen Lastbereichen - Volllast, Teillast und Stand-by - der höchste Wirkungsgrad erzielt werden. Infineon beherrscht sämtliche wesentliche Stufen der digitalen Regelschleife: Leistungsschalter, Treiber-ICs und Steuerungs-ICs mit ihren optimierten Regelalgorithmen. Kooperationen und strategische Partnerschaften: Je besser wir die Anwendung des Kunden verstehen, desto besser können wir unsere Produkte auf eine optimale Systemlösung ausrichten. Die resultierenden Produkte wiederum ermöglichen unseren Kunden eine Reduzierung der Entwicklungskosten, eine höhere Innovationsgeschwindigkeit und somit eine schnellere Markteinführung ihrer Produkte. DAS SEGMENT POWER MANAGEMENT & MULTIMARKET IM GESCHÄFTSJAHR 2012 Im Segment Power Management & Multimarket erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz in Höhe von €929 Millionen; ein Rückgang von 7 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahrs. Das Segmentergebnis betrug €142 Millionen; ein Rückgang von 41 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahrs finden Sie im Abschnitt "Entwicklung der Segmente -Power Management & Multimarket". Das Segment repräsentierte einen Anteil von 24 Prozent der Umsätze. 45 Prozent des Umsatzes entfielen auf Distribution. Umsatz und Segmentergebnis des Segments Power Management & Multimarket Umsatzanteil des Segments Power Management & Multimarket am Infineon-Gesamtumsatz Anteil der Distribution am Umsatz des Segments Power Management & Multimarket Viele unserer Direktkunden aus der Computer- und Unterhaltungsindustrie sowie Hersteller mobiler Endgeräte haben ihren Firmensitz in Asien, vor allem in China und Taiwan. Ebenso haben praktisch alle Auftragsfertiger elektronischer Geräte ihren Firmensitz in Asien, wenngleich viele Design-Entscheidungen weiterhin in Europa und in den USA gefällt werden. In Asien-Pazifik (inklusive Japan) erzielt das Segment Power Management & Multimarket 73 Prozent seines weltweiten Umsatzes. Regionale Umsatzverteilung des Segments Power Management & Multimarket MÄRKTE, ANWENDUNGEN, PRODUKTE Was haben mobile Endgeräte mit Rechenzentren zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel, tatsächlich aber doch eine ganze Menge. Der Absatz von Smartphones steigt kontinuierlich. Eine Marktsättigung ist nicht zu erkennen, und mit Tablet-PCs ist eine neue Produktkategorie entstanden. Pro Minute werden rund 60 Stunden neues Videomaterial auf YouTube geladen. Jeden Monat schauen sich 800 Millionen Nutzer rund vier Milliarden Stunden Videomaterial an; zunehmend auf mobilen Endgeräten. Pro Tag werden in das soziale Netzwerk Facebook rund 300 Millionen Bilder eingestellt. Google betreibt rund eine Million Server. Die mehr als 140 Millionen aktiven Nutzer von Twitter schicken jeden Tag mehr als 400 Millionen Kurznachrichten. Mehr als 500.000 Rechenzentren sind derzeit weltweit in Betrieb. Alle diese Daten müssen in die "Cloud" hochgeladen, gespeichert und abgerufen werden können - sei es geschäftlich oder privat, zum Beispiel in sozialen Netzwerken. Der Zugriff erfolgt dabei zunehmend mit portablen Geräten. Ein Smartphone erzeugt aufgrund des höheren Medienkonsums im Durchschnitt so viel Datenverkehr wie 24 einfache Mobiltelefone; Notebooks und Tablet-PCs noch viel mehr. Das haben mobile Endgeräte mit Rechenzentren zu tun. Nach einer Schätzung der Firma Cisco wächst das zu übertragende Datenaufkommen durch mobile Endgeräte pro Monat von 0,6 Exabyte1 in 2011 auf 10,8 Exabyte in 2016. Das entspricht einem sehr hohen durchschnittlichen Wachstum von 78,3 Prozent pro Jahr. Dieses Datenaufkommen muss von der Infrastruktur bewältigt werden können, was nur durch weiteren Ausbau und den Übergang zu neuen Übertragungstechnologien möglich ist. Infineon bietet für diese Wachstumsmärkte verschiedene Produkte für Smartphones sowie Sendesignalverstärker für die Basisstationen an. Datenverkehr durch mobile Endgeräte Für die Betreiber von Rechenzentren spielt der Stromverbrauch eine wesentliche Rolle. Die größten Rechenzentren haben einen Stromverbrauch von rund 90 Megawatt. Dies entspricht dem Stromverbrauch von rund 75.000 Haushalten. 2 Prozent des weltweiten CO2 -Ausstoßes gehen auf die Rechnung von Rechenzentren. Damit liegen sie etwa gleichauf mit dem weltweiten Flugverkehr. Es ist offensichtlich, dass eine Reduzierung des Stromverbrauchs nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht des Rechenzentrumsbetreibers gewünscht ist, sondern global von höchstem ökologischem Interesse ist. DIGITALES POWER MANAGEMENT ALS REVOLUTION IN DER STROMVERSORGUNG Stromversorgung in Netzteilen ist seit Jahrzehnten unser Geschäft. Sowohl auf der Primärseite bei der Wandlung von Wechselspannung zu Gleichspannung, auch AC/DC-Wandlung genannt, als auch auf der Sekundärseite bei der Gleichspannungsfeinregulierung, auch DC/DC-Wandlung genannt. Unsere bekanntesten Produkte sind Hochvolt-Leistungstransistoren der CoolMOS™-Familie im Spannungsbereich von über 400 Volt und die Niedervolt-Leistungstransistoren der OptiMOS™-Familie im Spannungsbereich bis 150 Volt. Treiber-ICs zur Ansteuerung für diese diskreten Leistungstransistoren vervollständigen das Produktportfolio. 1 Ein Exabyte entspricht 1.000.000.000.000.000.000 Bytes, oder einer Milliarde Gigabytes. In Zukunft ist eine immer feinere Abstimmung der Treiber-ICs auf die diskreten Leistungstransistoren erforderlich. Die kommenden Generationen der Leistungstransistoren werden ein anderes physikalisches Verhalten zeigen, sei es durch weitere Verkleinerung, sei es durch neue Halbleitermaterialien wie Siliziumkarbid (SiC) oder Galliumnitrid (GaN). Treiber-ICs müssen also passend zu den Leistungstransistoren entwickelt werden, soll das Gesamtsystem die maximale Effizienz erreichen. Infineon gehört zu den wenigen Halbleiterherstellern, die sowohl Leistungstransistoren als auch Treiber-ICs selbst entwickeln und fertigen. Zusammen mit der speziellen Gehäusetechnologie für Leistungshalbleiter befindet sich also alles unter einem Dach. Das betrachten wir als einen entscheidenden Vorteil für unsere Kunden. Bei Netzteilen in Rechnern und Fernsehgeräten spielt sich eine weitere Veränderung ab. Ein großer Schritt der Effizienzsteigerung liegt im Übergang von der analog geregelten zur digital geregelten Stromversorgung. Digitales Power Management ist hier das Schlagwort - bei uns .dp genannt. Ein großer Teil des geistigen Eigentums und Know-hows und damit ein zunehmender Teil der Wertschöpfung stecken in den Regelalgorithmen dieser Steuer-ICs, die den Treiber-ICs die Signale zum Ein- und Ausschalten der Leistungstransistoren liefern. Die Akquisition von Primarion vor vier Jahren war die Grundlage für den Erfolg in der Gleichspannungsregelung von zum Beispiel Servern. Als Wettbewerbsvorteil betrachten wir die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden aus dem breiten Spektrum der Stromversorgung. Diese Zusammenarbeit erlaubt uns den frühen Aufbau von Systemverständnis, was wiederum unabdingbar ist, um die beste Lösung in Bezug auf Baugröße, Kosten und Effizienz zu erreichen. PERFEKTE ANSTEUERUNG VON LEDS ERHÖHT LICHTAUSBEUTE UND LEBENSDAUER Rund 20 Prozent des globalen Stromverbrauchs entfallen alleine auf Beleuchtung. Doch noch immer dominiert die über 100 Jahre alte Glühbirne, die rund 95 Prozent der elektrischen Energie in Wärme und nur 5 Prozent in Licht umsetzt. Effizientere Lichtsysteme können also einen wesentlichen Beitrag zur Energieeinsparung leisten. Doch vorherrschende Lichttechnologien sind technologisch ausgereizt und zeigen keine signifikante Verbesserung mehr auf. Langfristig werden LEDs die Gewinner sein. In einigen Ländern der Welt ist der Verkauf von Glühlampen bereits verboten. Weitere, strengere gesetzliche Richtlinien werden auch Halogenlampen mittelfristig vom Markt verdrängen und den Wandel zur LED-Technik bei Leuchtmitteln vorantreiben. Und nicht zuletzt werden die stetig fallenden Preise der LED-Lampen zu einer höheren Akzeptanz führen. Lichtausbeute Derzeit sind es vor allem noch öffentliche und gewerbliche Nutzer, die die LED-Technik einsetzen - etwa für Fassadenbeleuchtung, Straßenbeleuchtung oder Tunnel. Sie profitieren davon, dass dieser Lampentyp vielfältige Gestaltungs- und Einsatzmöglichkeiten verspricht, aber vor allem keine Einschaltverzögerung und eine wesentlich höhere Lichtausbeute hat und somit rund 80 Prozent weniger Strom braucht. Die lange Lebensdauer von rund 30.000 Betriebsstunden - das entspricht etwa dem 30-fachen einer Glühbirne - erfordert nur einen Bruchteil der notwendigen Wartung konventioneller Industriebeleuchtung. Insgesamt rechnet sich eine solche Investition bereits nach zwei Jahren - und für die Umwelt ab der ersten Stunde. LEDs können im Gegensatz zu Glühbirnen nicht direkt an das 230-Volt-Wechselspannnungsnetz angeschlossen werden. Wie in Netzteilen von Computern ist eine effiziente Wandlung der Netzspannung auf die gewünschte niedrige Gleichspannung erforderlich. Dies bewerkstelligt nicht ein einziger Chip, sondern eine Kombination aus mehreren. Will man gleichzeitig hohe Lichtleistung und lange Lebensdauer erreichen, muss man die LEDs sehr präzise ansteuern. Infineon liefert für die Ansteuerung von einzelnen LEDs sowie LED-Ketten komplette Lösungen bestehend aus Hochvolt-Leistungstransistoren unserer CoolMOS™-Familie und speziellen hochintegrierten Leistungs-ICs und LED-Treibern. LEDs können als "digitales Licht" gesehen werden (regelbar, steuerbar, programmierbar) - dadurch setzt sich Digitales Power Management auch bei LEDs durch. Halbleiterprodukte sind also wesentliche Komponenten in der Verbesserung der Beleuchtungstechnik. MICRO-INVERTER: HÖHERE EFFIZIENZ VON PHOTOVOLTAIK-AUFDACH-ANLAGEN Leistungshalbleiter sind auch von entscheidender Bedeutung beim Design von Wechselrichtern für Photovoltaik (PV)-Anlagen. Je nach Leistungsklasse wird dieser Markt von unseren Segmenten Industrial Power Control und Power Management & Multimarket bedient. Solarparks und große Aufdach-Anlagen von mehr als rund drei Kilowatt werden von Industrial Power Control adressiert. Das Segment Power Management & Multimarket bedient den Markt für kleine Aufdach-Anlagen mit Leistungen von unter drei Kilowatt. Darunter fallen kleinere Wechselrichter vom Typ String-Inverter und die sogenannten Micro-Inverter. Speziell für String-Inverter haben wir einen 1.200-Volt-Leistungstransistor auf Siliziumkarbid (SiC)-Technologie entwickelt. SiC-Dioden und weitere Leistungshalbleiter-Komponenten wie MOSFETs und diskrete IGBTs runden unser Portfolio für String-Inverter ab. Micro-Inverter verfolgen einen neuen Ansatz. Üblicherweise werden Solarpaneele hintereinander geschaltet und an einen String-Inverter angeschlossen. Das bedeutet, dass mehrere Paneele miteinander verbunden sind und für den String-Inverter als ein großes Solarpaneel erscheinen. Dieser Ansatz ist zwar kostengünstiger, mindert aber die Effizienz des Gesamtsystems, denn es kann Informationen über den Zustand einzelner Paneele wie zum Beispiel Fertigungstoleranzen, Beschädigungen oder Teilbeschattung nicht berücksichtigen. Im Gegensatz dazu ist bei einer Lösung mit Micro-Invertern an jedes einzelne Paneel ein Wechselrichter angeschlossen. Somit kann die maximale Energie aus jedem Paneel gewonnen werden, was zu einer höheren Effizienz des Gesamtsystems führt. Durch die Einzelbeschaltung liegt an jedem Micro-Inverter eine geringere Spannung an. Hierfür sind unsere im letzten Jahr vorgestellten Niedervolt-Leistungstransistoren der OptiMOS™-Familie im Spannungsbereich von 60 bis 150 Volt ideal geeignet. Micro-Inverter erfahren derzeit ein hohes Wachstum vor allem in den aufstrebenden Solarmärkten wie etwa den USA. Zudem ist der Halbleiterwert pro Kilowatt bei einer PV-Anlage mit Micro-Invertern um ein Vielfaches höher als bei einer Anlage mit String-Invertern. Weltweite Neuinstallationen von Photovoltaikanlagen durch Micro-Inverter MOBILE ENDGERÄTE: KLEINERE CHIPS MIT IMMER MEHR FUNKTIONEN Für den Absatz von Smartphones wird weiterhin ein ungebremstes Wachstum erwartet. Ferner müssen immer mehr Funktionseinheiten wie zum Beispiel GPS-Navigation, Kamera, MP3-Spieler, Internet-Zugang sowie verschiedene Mobilfunk-Übertragungsstandards in Smartphones untergebracht werden. Dadurch steigen die Ansprüche an die Miniaturisierung dieser Funktionseinheiten und der darin eingesetzten elektronischen Bauelemente. Darüber hinaus steigen durch den Übergang zum nächsten Übertragungsstandard LTE (Long-Term Evolution) die Ansprüche an die Hochfrequenz-Eigenschaften vieler Bauelemente. Verkaufte Smartphones Mit dem Verkauf unseres Mobilfunkgeschäfts im Januar 2011 an Intel haben wir uns von hochkomplexen und forschungsintensiven Bausteinen getrennt. Wir sind aber weiterhin im Markt für mobile Endgeräte mit solchen Komponenten vertreten, bei denen wir durch spezielle Eigenschaften im Hochfrequenzverhalten, in der Gehäuse- oder Herstellungstechnologie Differenzierungspotenzial zu Wettbewerbern sehen. Mit unseren siliziumbasierten MEMS-Mikrofonen sind wir innerhalb von nur fünf Jahren von einem Marktanteil von 0,4 Prozent bei Markteintritt im Jahr 2007 zur weltweiten Nummer 2 mit einem Marktanteil von 17,0 Prozent aufgestiegen. MEMS sind kleiner und dünner als traditionelle Elektret-Mikrofone und können einfacher auf der Platine des Mobiltelefons montiert werden. Zudem zeichnen sie sich durch bessere elektrische Eigenschaften wie zum Beispiel Temperaturstabilität aus. Um Hintergrundgeräusche besser unterdrücken zu können, wird inzwischen mehr als ein MEMS-Mikrofon pro Smartphone oder Tablet-PC verbaut. Mit den Mikrofonen und dem dazugehörigen Ansteuer-IC sind wir in den begehrtesten Endgeräten vertreten. Entwicklung des Marktanteils von Infineon für Silizium-MEMS-Mikrofone Unsere Neuerungen für Smartphones erstrecken sich jedoch über viele weitere Funktionsgruppen: vom GPS-Empfangssignalverstärker über die CMOS-basierten HF-Schalter bis hin zu Überspannungs-Schutzdioden. MOBILFUNK-INFRASTRUKTUR: DATENAUFKOMMEN VERLANGT BASISSTATIONEN IN EINKAUFSZENTREN UND FUSSGÄNGERZONEN Der Übergang zur nächsten Mobilfunkgeneration spielt sich nicht nur im mobilen Endgerät ab, sondern auch in der Mobilfunk-Infrastruktur. Derzeit erfolgt der Ausbau der 3G-Infrastuktur in vielen Regionen der Welt, vor allem in den Schwellenländern. In den weiterentwickelten Ländern werden die Netze auf die vierte Generation - LTE (Long-Term Evolution) genannt - aufgerüstet beziehungsweise aufgebaut. Über die Jahre ist die Leistung der in den Basisstationen eingesetzten Hochfrequenz-Signalverstärker von unter 200 Watt auf inzwischen rund 600 Watt gestiegen. Daneben zeichnet sich ein weiterer Trend ab: Durch die drastisch gestiegene Zahl an mobilen Endgeräten reichen die etablierten Basisstationen nicht mehr aus, das explodierende Datenaufkommen, vor allem generiert durch die Smartphones, zu bewältigen. Heterogene Infrastrukturen entstehen, bestehend aus klassischen Basisstationen sowie kleinen Pico- und Femto-Basisstationen. Letztere werden inzwischen in Ballungsbereichen wie Einkaufszentren oder Fußgängerzonen installiert, da für die großen Basisstationen in den Metropolen schlicht kein Platz mehr verfügbar ist. Bauraum ist in den kompakten Pico- und Femto-Basisstationen knapp; es wird auf Kosten, Gewicht und Aufwand für Wärmeabfuhr optimiert. Mit unseren LDMOS(Laterally Diffused MOS)-Hochfrequenz-Leistungstransistoren haben wir zusammen mit dem entsprechenden CMOS-Treiber und Gehäuse für diesen Trend die richtige Technologie. Höchste Zuverlässigkeit der Bausteine, maximale Energieeffizienz und minimale Abmessungen zeichnen unsere Komponenten aus. PRODUKTSPEKTRUM - ANWENDUNGSFELDER Rund ein Drittel des Segmentumsatzes entfällt auf Stromversorgung für verschiedenste Anwendungen von Rechnern, Netzwerkrechnern über Telekom-Einrichtungen bis zu Fernsehgeräten. Der Leistungsbereich reicht von 50 bis 3.000 Watt. Unsere Komponenten finden sich sowohl auf der Eingangsseite, also dem Anschluss ans Netz, wie auch auf der Ausgangsseite der Netzteile, also zum Verbraucher hin, sowie in der Gleichspannungsregelung. Rund ein Fünftel des Umsatzes erzielen wir mit Komponenten in mobilen Endgeräten wie Smartphones, Tablet-PCs und Notebooks. Weitere Anwendungsfelder sind Mobilfunk-Infrastruktur, Beleuchtung, Photovoltaik-Aufdach-Anlagen kleiner rund drei Kilowatt sowie kundenspezifische ICs für Spielekonsolen und Industrieanwendungen. Produktspektrum Diskrete Hochvolt-Leistungshalbleiter Diskrete Niedervolt-Leistungshalbleiter Treiber-ICs Steuerungs-ICs Hochfrequenz-Leistungstransistoren Kleinsignalkomponenten: Schutzdioden gegen elektrostatische Entladung Hochfrequenz-Antennen-Module Satellitennavigations-Empfangsverstärker Silizium-MEMS-Mikrofone Kundenspezifische Chips (ASICs) Anwendungsfelder Stromversorgung für Rechner: Telekom Server PC Notebook Tablet-PC Stromversorgung für Unterhaltungselektronik Mobile Endgeräte wie Kommunikations- und Navigationsgeräte Mobilfunk-Infrastruktur Lichtmanagementsysteme inklusive LED-Beleuchtung Wechselrichter für Photovoltaik-Aufdach-Anlagen (< 3 kW) MARKTPOSITION STANDARD-MOSFET-LEISTUNGSTRANSISTOREN Im Markt für Standard-MOSFET-Leistungstransistoren (Niedervolt- und Hochvolt-MOSFETs) hat Infineon in den letzten Jahren seinen Marktanteil kontinuierlich erhöht. Von Position 5 im Kalenderjahr 2006 mit einem Marktanteil von 8,2 Prozent erreichte Infineon im Kalenderjahr 2011 seinen bisher höchsten Marktanteil mit 12,1 Prozent und zum ersten Mal die Position 2 (Quelle: IMS Research (Teil der IHS-Gruppe)). Während der Markt von US$6,006 Milliarden im Kalenderjahr 2010 um 2,1 Prozent auf US$5,879 Milliarden schrumpfte, konnte Infineon seine Umsätze im gleichen Zeitraum um mehr als 9 Prozent steigern. Dies resultierte in Marktanteilsgewinnen von 1,3 Prozentpunkten auf nun 12,1 Prozent, was den Abstand zur Nummer 1 auf weniger als 1 Prozentpunkt verringerte. Infineon war in China die Nummer 1 mit 13,7 Prozent Marktanteil. Die fünf größten Wettbewerber hielten 54 Prozent des Weltmarkts. Weltmarkt für MOSFET-Leistungstransistoren SILIZIUM-MEMS-MIKROFONE Im Kalenderjahr 2011 wurden nach Schätzungen des Marktforschungsunternehmens IHS iSuppli weltweit 1,284 Milliarden Stück Silizium-MEMS-Mikrofone verkauft. Infineon hatte daran einen Anteil von 17,0 Prozent verglichen mit 9,4 Prozent im Jahr zuvor. Damit rangierte Infineon auf Rang 2 hinter Knowles mit einem Marktanteil von 75 Prozent gegenüber 87 Prozent im Jahr zuvor. Während der Weltmarkt um 82 Prozent wuchs, konnte Infineon seinen Absatz im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifachen. Die fünf größten Wettbewerber hielten 98 Prozent des Marktes. Weltmarkt für Silizium-MEMS-Mikrofone HOCHFREQUENZ-LEISTUNGSTRANSISTOREN FÜR MOBILFUNK-INFRASTRUKTUR Im Markt für Hochfrequenz-Sendesignalverstärker lag Infineon mit einem Marktanteil von 17,3 Prozent wie im Vorjahr auf Platz 3. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens ABI Research betrug die Marktgröße im Kalenderjahr 2011 US$782 Millionen. Wie in den Vorjahren lag Freescale auf Platz 1. Gegenüber dem Jahr 2007 verlor Freescale 14 Prozentpunkte Marktanteil von 67 Prozent auf 53 Prozent im Jahr 2011. NXP konnte von 15 Prozent Marktanteil im Jahr 2007 leicht auf 18 Prozent zulegen. Infineon war in den letzten Jahren der klare Gewinner und konnte seinen Abstand zu NXP kontinuierlich verringern. Infineon hielt 2007 einen Marktanteil von 11,3 Prozent; ein Zugewinn von 6,0 Prozentpunkten innerhalb von vier Jahren führte zu 17,3 Prozent im Jahr 2011. Die fünf größten Wettbewerber hielten 98 Prozent des Marktes. Weltmarkt für Hochfrequenz-Leistungstransistoren für Mobilfunk-Infrastruktur Schlüsselkunden1 Dell Delta Emerson Enphase Ericsson Hewlett-Packard Huawei LG Electronics Microsoft Osram Philips Power One Quanta Samsung SMA Solar 1 Direktkunden ohne Distribution. CHIP CARD & SECURITY UMSATZ €457 MILLIONEN, SEGMENTERGEBNIS €56 MILLIONEN HARDWAREBASIERTE SICHERHEIT ETABLIERT SICH ZUNEHMEND ALS SEGMENTÜBERGREIFENDE KOMPETENZ DIGITALE SICHERHEITSTECHNOLOGIE INTEGRITY GUARD FÜR "DEUTSCHER ZUKUNFTSPREIS - PREIS DES BUNDESPRÄSIDENTEN FÜR TECHNIK UND INNOVATION" NOMINIERT Sicherheitslösungen für Regierungen Infineon ist der führende Lieferant für Sicherheitstechnologie in Reisepässen. Unter anderem in China, Indien, Indonesien und Brasilien. Und auch im weltweit größten Projekt, dem ePassport der Vereinigten Staaten. Siehe "Hoheitliche Dokumente: Infineon rüstet als einziger Hersteller für die fünf bevölkerungsreichsten Länder der Welt mit elektronischen Reisepässen aus". Digitale Sicherheit Hoheitliche Dokumente sind zehn Jahre und länger im Einsatz. Angriffen über einen so langen Zeitraum standzuhalten ist nicht einfach. Integrity Guard, unsere neueste und mehrfach prämierte Sicherheitstechnologie, haben wir genau für solche Anforderungen in Personalausweisen, Gesundheitskarten und kontaktlosen Bezahlanwendungen entwickelt. Siehe Abschnitt "Digitale Sicherheitstechnologie Integrity Guard und SOLID FLASH™ - Infineon setzt Trends in der Sicherheitsindustrie". Near Field Communication (NFC) Fahrscheine, Gutscheine, Eintrittskarten und vieles mehr können nun mit dem Smartphone bezahlt werden. Die kontaktlose NFC-Technologie mit unserem Secure Element macht's möglich. Eine andere Form des kontaktlosen Bezahlens stellt "girogo", die neue Variante der Geldkarte, dar. Bei der von den Sparkassen und Volksbanken herausgegebenen Karte ist keine PIN mehr erforderlich. Das macht den Bezahlvorgang noch schneller und bequemer. Siehe Abschnitt "Mobiltelefon wird zum Portemonnaie; Bezahlen wird kontaktlos". Sicherheit in vernetzten Systemen Schützenswerte Daten in IT-Dienstleistungen wie Cloud Computing oder kritischen Infrastruktureinrichtungen wie Smart Grid sollen weder manipuliert noch gestohlen werden können. Chips von Infineon helfen, solche und viele andere Automobil- und Industrieanwendungen abzusichern. Siehe Abschnitt "Sicherheit als segmentübergreifende Kompetenz". KURZBESCHREIBUNG Infineon ist seit 15 Jahren Weltmarktführer für Sicherheits-ICs. Basierend auf seinen Kernkompetenzen in den Bereichen Sicherheit, kontaktlose Kommunikation und integrierte Mikrocontroller-Lösungen (Embedded Control) bietet Infineon ein umfassendes Portfolio halbleiterbasierter Sicherheitsprodukte für ein breites Spektrum von Chipkarten und Sicherheitsanwendungen. Infineon setzt seine Expertise und sein industrieweit breitestes Produktportfolio ein, um Sicherheitslösungen für alle relevanten Anwendungsfelder in einer zunehmend mobilen und vernetzten Welt zu bieten, wie zum Beispiel Near Field Communication (NFC), Bezahlvorgänge, Mobilkommunikation, Bezahlfernsehen, öffentliche Verkehrsmittel, hoheitliche Ausweisdokumente und Authentifikation. Infineon bietet auch Sicherheitslösungen für Trusted Computing, Smart Grids sowie Industrie- und Automobilanwendungen. Infineons weltweit führende Sicherheitsexpertise ist das Resultat von über 25 Jahren Erfahrung mit den anspruchsvollsten und größten Sicherheitsprojekten. STRATEGISCHE AUSRICHTUNG Die zunehmende Mobilität und Vernetzung der Gesellschaft bringt neue Herausforderungen hinsichtlich Daten- und Systemsicherheit mit sich, für die Infineon modernste und einfach zu implementierende Sicherheitslösungen bietet. Wir fokussieren uns dabei insbesondere auf folgende Anwendungsfelder: Mobiles & kontaktloses Bezahlen: "Mobile Portemonnaies" werden im täglichen Leben präsent: Mit der Entwicklung des mobilen Internet und der Smartphones werden immer mehr Bezahlfunktionen in Verbindung mit Anwendungen des Einzelhandels in mobile Endgeräte integriert: Mobiles Bezahlen bringt nicht nur einen verbesserten Komfort für den Endverbraucher und Neugeschäft für Dienstleister mit sich, sondern auch erhöhte Sicherheitsanforderungen. Infineon ist mit seinem breiten Produktportfolio für flexible Sicherheitslösungen im Markt für mobiles Bezahlen bestens etabliert. Systemsicherheit: Hardwarebasierte Sicherheit bietet eine hervorragende Basis, um die Sicherheit in vernetzten Systemen innerhalb kritischer Anwendungen zu gewährleisten, wie zum Beispiel IT-Netzwerken und Cloud Computing sowie Industrie- und Automobilsystemen. Die beiden Hauptanforderungen sind maßgeschneiderte Sicherheitskonzepte und die nahtlose Integration in die originären Anwendungen. Hoheitliche Anwendungen: Infineons Produkte bieten digitale, langlebige hardwarebasierte Sicherheit und unterstützen damit die vielfältigen Herausforderungen elektronischer hoheitlicher Dokumente. Infineon ist hierfür weltweit wichtiger und verlässlicher Partner. DAS SEGMENT CHIP CARD & SECURITY IM GESCHÄFTSJAHR 2012 Im Segment Chip Card & Security erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz in Höhe von €457 Millionen; ein Wachstum von nahezu 7 Prozent verglichen mit dem Umsatz des Vorjahrs. Das Segmentergebnis betrug €56 Millionen; eine Steigerung von rund 4 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs. Weitere Informationen zum Verlauf des Geschäftsjahrs finden Sie im Abschnitt "Entwicklung der Segmente -Chip Card & Security". Das Segment repräsentierte einen Anteil von 12 Prozent der Umsätze. Umsatz und Segmentergebnis des Segments Chip Card & Security Umsatzanteil des Segments Chip Card & Security am Infineon-Gesamtumsatz Viele unserer größten Kunden haben ihren Sitz in Frankreich und Deutschland. Über sie beliefern wir Sicherheitsprojekte in nahezu allen Ländern der Welt. Europäische Kunden repräsentieren rund 55 Prozent des Segmentumsatzes. Regionale Umsatzverteilung des Segments Chip Card & Security MÄRKTE, ANWENDUNGEN, PRODUKTE Infineon partizipiert als führender Lieferant für Sicherheitstechnologie von der weiter steigenden Nachfrage nach elektronischen Bezahlkarten und Sicherheitschips in behördlichen Dokumenten. Für Bezahlkarten wird der Markt nach Schätzungen des Marktforschungsunternehmens IMS Research von US$459 Millionen im Kalenderjahr 2011 auf US$1,082 Milliarden im Jahr 2017 wachsen. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 15,4 Prozent. Für den Markt für Sicherheitschips in hoheitlichen Dokumenten wird für denselben Zeitraum ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 15,7 Prozent erwartet. Der Chipkartenmarkt profitiert daneben vom Trend hin zu höherwertiger Sicherheit, zum Beispiel auch sicherheitszertifizierten SIM-Karten, und einem steigenden Anteil von kontaktlosen Karten. Weltmarkt für Sicherheitschips in Bezahlkarten Weltmarkt für Sicherheitschips in hoheitlichen Dokumenten Neben dem Wachstum dieser traditionellen Chipkartenmärkte erwarten wir darüber hinaus den verstärkten Einsatz von Sicherheitstechnologie in ganz neuen Anwendungen. Diese basieren meist nicht auf den bekannten Plastikkarten, wie man sie von der SIM-Karte oder Kreditkarte her kennt. Bereits seit vielen Jahren beliefern wir zum Beispiel mit unseren TPM (Trusted Platform Module)-Lösungen die Computerbranche, die damit ihre PCs, Notebooks und Tablet-PCs bestückt. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs 2012 folgte die Einführung von Near Field Communication (NFC) mit dem Secure Element in Smartphones. Darüber entwickeln sich auch neue regionale Märkte für unsere Sicherheitskomponenten: In Südamerika und Afrika beispielsweise werden zunehmend chipbasierte elektronische Dokumente eingeführt. In Nord- und Südamerika ist die Migration von Bezahlkarten mit Magnetstreifen hin zu Karten mit Chip vorgesehen, ebenso stehen chipbasierte Bezahlkarten in China vor der Einführung im Massenmarkt. Die Entwicklung der modernen Informations- und Kommunikationstechnologie-Gesellschaft basiert in hohem Maße auf der Verfügbarkeit elektronischer Daten und einer Vielzahl vernetzter Geräte: IT-Dienstleistungen wie zum Beispiel Cloud Computing oder kritische Infrastruktureinrichtungen wie zum Beispiel das intelligente Stromnetz (Smart Grid). Die oft sehr schützenswerten Daten sollen weder manipuliert noch gestohlen werden können. Chips zum Beispiel auf Basis unserer digitalen Sicherheitstechnologie Integrity Guard (siehe Abschnitt "Digitale Sicherheitstechnologie Integrity Guard und SOLID FLASH™- Infineon setzt Trends in der Sicherheitsindustrie") helfen, solche Anwendungen abzusichern. Aber es muss nicht immer ein separater Chip sein. Hardwarebasierte Sicherheit wird zunehmend wichtiger funktionaler Bestandteil anderer Komponenten. So wird beispielsweise ein Hardware Security Module (HSM) in Infineons neuester Familie von 32-Bit-Mehrkern-Mikrocontrollern für Automobilanwendungen für den verbesserten Schutz vor Manipulation sowie gegen das unerlaubte Auslesen der Daten und Programme eingesetzt. Wir stehen hier erst am Anfang einer Entwicklung in Märkten mit enormen Stückzahlen. HOHEITLICHE DOKUMENTE: INFINEON RÜSTET ALS EINZIGER HERSTELLER DIE FÜNF BEVÖLKERUNGSREICHSTEN LÄNDER DER WELT MIT ELEKTRONISCHEN REISEPÄSSEN AUS Infineon ist laut US-Bundesdruckerei weiterhin einer der Hauptlieferanten für die Sicherheitstechnologie in den neuen elektronischen Reisepässen (ePassports) der USA. Damit kann Infineon die erfolgreiche Zusammenarbeit weiter ausbauen: Infineon beliefert die US-Bundesdruckerei seit Projektbeginn im Jahre 2005. Es ist das größte ePassport-Projekt der Welt. Infineon ist der einzige Halbleiterhersteller, der im Jahr 2011 die elektronischen Reisepässe der fünf bevölkerungsreichsten Länder der Welt ausgerüstet hat, nämlich China, Indien, USA, Indonesien und Brasilien. Auch im größten Chipkartenprojekt der öffentlichen Hand in Südafrika ist Infineon vertreten. In allen neun südafrikanischen Provinzen werden biometrisch gesicherte Chipkarten für den Sozialhilfetransfer ausgegeben. Die Chipkarten nutzen den SOLID FLASH™ SLE 77 Sicherheitscontroller von Infineon. Das Projekt startete im April 2012. Mit der neuen Smartcard können künftig mehr als zehn Millionen südafrikanische Bürger ihre Sozialhilfe auch ohne Bankkonto sicher und mit einem vielfach geringeren Verwaltungsaufwand beziehen. Und auch für den elektronischen Personalausweis von Malaysia, MyKad genannt, liefert Infineon die Sicherheitschips. Auf dieser Karte können zahlreiche Zusatzfunktionen integriert werden, zum Beispiel für eGovernment-Dienste und digitale Signaturen, oder um sie als Gesundheits-, Geldkarte und Führerschein einzusetzen. Die neue Generation des malaysischen Personalausweises nutzt den SLE 78-Sicherheitscontroller mit der Sicherheitstechnologie Integrity Guard sowie SOLID FLASH™ von Infineon. SOLID FLASH™-basierte Produkte vereinen größtmögliche Flexibilität durch nichtflüchtige Speichertechnologien mit höchster Zuverlässigkeit und einem ausgefeilten Sicherheitskonzept. Die sicherheitszertifizierte Flash-Lösung erlaubt eine schnellere Reaktion auf Marktänderungen dank verkürzter Entwicklungs- und Lieferzeiten und flexiblem Produkteinsatz. MOBILTELEFON WIRD ZUM PORTEMONNAIE; BEZAHLEN WIRD KONTAKTLOS Das Mobiltelefon ist nun auch ein Portemonnaie: Mit der Entwicklung von Smartphones, dem mobilen Internet und der Near Field Communication (NFC)-Technologie, lassen sich nun zahlreiche Funktionen und Anwendungen integrieren, wie etwa Gutscheine, Tickets, Treuepunkte und Bezahldienste. Menschen erleben eine neue Form des Komforts mit ihrem Mobiltelefon: Reisen in öffentlichen Verkehrsmitteln mit mobilen Tickets anstelle von Münzen oder physischen Fahrscheinen, kontaktloses Bezahlen mit dem Handy, bei gleichzeitigem Einlösen von Coupons und Sammeln von Treuepunkten oder die sichere Durchführung von Überweisungen. Dabei steigt auch die Nachfrage nach einer sicheren Speicherung und dem Schutz von vertraulichen Informationen auf Mobiltelefonen. Infineon liefert hierfür den Sicherheitschip, das sogenannte Secure Element (SE). Das SE kann entweder in das Smartphone eingebaut werden (als "embedded SE" bezeichnet), in die SIM/UICC-Karte integriert werden oder in einer microSD-Karte untergebracht sein. Für alle drei Alternativen bietet Infineon eine entsprechende Lösung an. Die Sicherheit dieser Chips muss mindestens der von Kreditkarten entsprechen. Bei einer ähnlichen Anwendung - "girogo", der Kontaktlosvariante der bereits 1996 eingeführten Geldkarte -müssen Verbraucher in Deutschland ihre EC-Karte für Beträge bis €20 nicht mehr aus der Hand geben. Es reicht, die Karte wenige Zentimeter vor ein Lesegerät zu halten. Die neue, seit April 2012 ausgelieferte Bankkarte ist jedoch eine sogenannte Dual-Interface-Karte: Der Kunde kann damit auch weiter "kontaktbehaftet" bezahlen, indem er seine Karte in ein Zahlterminal steckt. Infineon erfüllte als weltweit erster Chiphersteller sowohl die hohen Sicherheitsvorgaben der Deutschen Kreditwirtschaft als auch die Anforderungen an die Kontaktlosfähigkeit für die neuen Bankkarten in Deutschland. Zum Einsatz kommen Sicherheitschips unserer SLE 78-Familie mit der digitalen Sicherheitstechnologie Integrity Guard. In den nächsten drei bis vier Jahren sollen in Deutschland 45 Millionen Karten ausgegeben werden. "girogo" ist damit Europas größtes Kontaktlos-Bankkarten-Projekt. DIGITALE SICHERHEITSTECHNOLOGIE INTEGRITY GUARD UND SOLID FLASH™ - INFINEON SETZT TRENDS IN DER SICHERHEITSINDUSTRIE Der Integrity Guard ist eine digitale Sicherheitstechnologie der neuesten Generation und weltweit einmalig. Integrity Guard wurde speziell für Anwendungen entwickelt, die höchste Datensicherheit erfordern und dabei auch langfristig besonders gut gesichert sein müssen. Wichtige Einsatzfelder für den Integrity Guard sind behördliche Ausweisdokumente, Embedded Control-Systeme in Industrieanwendungen sowie Bezahlanwendungen mit Karte oder Smartphone. In Deutschland werden Integrity Guard-basierte Chips beispielsweise im Personalausweis, in der Gesundheitskarte und in kontaktlosen Bezahlanwendungen wie dem "girogo"-Projekt der Deutschen Kreditwirtschaft eingesetzt. Angriffe auf Sicherheitschips gibt es bereits seit vielen Jahren und sie werden ständig weiterentwickelt. Angreifer spähen zum Beispiel mit feinsten Sonden die im Inneren des Chips ablaufenden Prozesse aus oder stören gezielt Rechenoperationen, um so illegalen Zugriff auf die im Chip gespeicherten Daten zu erhalten. Um Angriffe abzuwehren, haben die Chiphersteller im Laufe der Zeit immer mehr Sicherheitsfunktionen in den Chip integriert. Lange reagierten die Hersteller auf einzelne, spezifische Angriffe jeweils mit einzelnen Schutzmaßnahmen, zum Beispiel mit speziellen Sensoren. Dieses Denkmuster wird den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht, denn immer mehr Sensoren machen den Chip teurer und komplexer und somit anfälliger. Daher sind die Ingenieure von Infineon einen anderen Weg gegangen und haben einen ganz neuen Ansatz gewählt. Dieser basiert auf digitaler Sicherheit. Mit dem Integrity Guard werden erstmals in der Geschichte der Sicherheitschips auch im "Herz" des Chips, der zentralen Recheneinheit, sensible Daten über den gesamten Datenpfad nur noch verschlüsselt verarbeitet. Damit sind sie für einen Angreifer nutzlos. Ferner hat der Sicherheitschip nicht nur eine, sondern zwei zentrale Recheneinheiten, die sich mithilfe einer ausgeklügelten Fehlererkennung kontinuierlich gegenseitig überwachen. Ein Manipulationsversuch wird erkannt, da es ausgeschlossen ist, beide Recheneinheiten gleichzeitig und gleichermaßen zu manipulieren. Infineon hat zahlreiche Basisfunktionen des Integrity Guard patentieren lassen. Unter die patentierten Technologien fällt unter anderem eine besondere Art der Fehlererkennung für die auf dem Chip implementierten Speichersysteme. In Summe schützen mehr als zehn internationale Patente einzelne Komponenten des Integrity Guard. Die Sicherheitstechnologie Integrity Guard gewann den "Sesames Award" der Chipkartenindustrie und den "Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft". Nun wurde Integrity Guard im September 2012 für den "Deutschen Zukunftspreis - Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation" nominiert. Die Preisverleihung erfolgt nach Aufstellung des Konzernabschlusses sowie des -lageberichts am 28. November 2012. Im September 2012 erhielten SOLID FLASH™-basierte SLE 78 Sicherheitscontroller mit der digitalen Sicherheitstechnologie Integrity Guard die Sicherheitszertifizierung nach Common Criteria EAL6+ vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Dieser derzeit höchste erreichte neutrale Nachweis für Chipsicherheit stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass die Innovationen für Sicherheits-ICs von Infineon höchsten Ansprüchen genügen. SOLID FLASH™-Produkte vereinen im Gegensatz zu gewöhnlichen ROM-basierten Produkten größtmögliche Flexibilität durch nichtflüchtige Speichertechnologien (Flash, EEPROM) mit höchster Zuverlässigkeit und einem ausgefeilten Sicherheitskonzept. Sicherheitszertifizierte Flash-Produkte erlauben eine schnellere Reaktion auf Marktänderungen dank kurzer Lieferzeiten und flexiblem Produkteinsatz. Zudem bieten sie viele Vorteile für die Logistik, die Entwicklung und den Zertifizierungsprozess. SICHERHEIT ALS SEGMENTÜBERGREIFENDE KOMPETENZ Infineon nutzt zunehmend auch sein Sicherheits-Know-how, seine starke Marktposition und den Kundenzugang in anderen Unternehmensbereichen. Die bereichsübergreifende Sicherheitskompetenz ist beim Kunden oft der Türöffner oder gar das entscheidende Kriterium für die Wahl von Infineon als Lieferanten. Die oft sehr schützenswerten Daten dürfen weder manipuliert noch gestohlen werden. Dass unsere führende Sicherheitsexpertise zunehmend über Chipkartenanwendungen hinaus auch in sicherheitsrelevanten Systemen von Automobil- und Industrieanwendungen gefragt ist, zeigen folgende Beispiele: Sicherheitsmodul im AURIX™: Seitens der Automobilhersteller wächst der Wunsch nach einem höheren Manipulations- und Tuningschutz ihrer Fahrzeuge sowie einem höheren Maß an Schutz ihrer Software und ihres geistigen Eigentums auf den Mikrocontrollern im Fahrzeug. In der kommenden 32-Bit-Multiprozessor-Architektur AURIX™ wird die nächste Generation des Sicherheitsmoduls integriert: HSM (Hardware Security Module). Mit dieser Erweiterung sind der Chip sowie die auf ihm implementierte Software gegen unerwünschte Zugriffe und Manipulationen geschützt. Digitaler Fahrtenschreiber für Nutzfahrzeuge: Der elektronische Fahrtenschreiber speichert Daten wie Gesamtstrecke, Geschwindigkeit oder Motordrehzahl des Fahrzeugs sowie Lenk- und Ruhezeiten des Fahrers. Seit Oktober 2012 gelten für Lastkraftwagen und Busse schärfere EU-Vorschriften zum Manipulationsschutz digitaler Fahrtenschreiber. Continental setzt in seiner neuen Generation digitaler Fahrtenschreiber ausschließlich Sicherheitschips von Infineon ein. ORIGA™: Mit dem ORIGA™-Chip kann die Herkunft und Echtheit von autorisierten Originalprodukten gewährleistet werden. Der Kunde kann sicher sein, dass ihm keine Fälschung beziehungsweise ein billiges Nachahmerprodukt vorliegt. Anwendungsfelder sind zum Beispiel Motorsteuerungen von Industrieanlagen, medizinische Geräte, Druckerkartuschen für Tintenstrahldrucker, Akkus für Digitalkameras und Smartphones, Netzteile für Notebooks sowie Zubehör von Tablet-PCs. M2M: Maschine-zu-Maschine(M2M)-Kommunikation ermöglicht den automatischen Datenaustausch von Geräten mit anderen Geräten oder Servicezentren. Herzstück jeder M2M-Applikation ist ein Kommunikationsmodul, welches das jeweilige Gerät mit der Infrastruktur verbindet und den Informationsaustausch ermöglicht. Beispiele für M2M-Anwendungen sind: "Infotainment" im Auto, Mautsysteme, intelligente Zähler in der Energiewirtschaft sowie Telematiksysteme für Notruf, Wartung und Navigation. Hier stellt Infineon die notwendigen SIM-Karten mit entsprechend zugeschnittener Spezifikation bereit. PRODUKTSPEKTRUM - ANWENDUNGSFELDER Ein knappes Drittel des Segmentumsatzes entfällt auf SIM-Karten; rund ein Viertel auf Bezahlkarten. Hoheitliche Dokumente repräsentieren durch das überdurchschnittliche Wachstum der letzten Jahre bereits rund ein Fünftel des Umsatzes dieses Segments. Die höchsten Zuwachsraten haben die neuen Geschäftsfelder - hierzu zählen wir unter anderem NFC (Near Field Communication), TPM (Trusted Platform Module), Authentifizierung und Embedded Control. Produktspektrum Kontaktbasierte Sicherheitscontroller Kontaktlose Sicherheitscontroller Sicherheitscontroller mit kontaktloser sowie kontaktbasierter Schnittstelle Anwendungsfelder Mobilkommunikation Zahlungsverkehr Near Field Communication (NFC) Elektronische Reisepässe, Personalausweise, Gesundheitskarten, Führerscheine Transport, Ticketing, Zutrittskontrolle Trusted Computing Authentifizierung (zum Beispiel bei Bezahlfernsehen, Spielekonsolen, Zubehör, Ersatzteilen, Industriesteuerungen) MARKTPOSITION WELTMARKTFÜHRER FÜR CHIPKARTEN-ICs SEIT 15 JAHREN Infineon ist seit 15 Jahren Weltmarktführer für Chipkarten-ICs. Das Unternehmen hielt laut der jüngsten Studie des Marktforschungsunternehmens IMS Research im Kalenderjahr 2011 einen Anteil von 24,8 Prozent am Weltmarkt für Chipkarten-ICs. Der Weltmarkt wuchs um fast 9 Prozent von US$2,02 Milliarden im Jahr 2010 auf US$2,20 Milliarden im Jahr 2011. Der betrachtete Markt umfasste für das Jahr 2011 7,5 Milliarden kontaktbasierte und kontaktlose Chipkarten-ICs für die Anwendungen SIM-Karten, Bezahlkarten und hoheitliche Dokumente. Darin nicht enthalten sind Anwendungen mit eingebetteter Sicherheit (Embedded Control) wie Trusted Platform Module, Secure Element für NFC und Echtheitsnachweis für Originalprodukte (Brand Protection). NXP und Samsung tauschten die Plätze. Die fünf größten Marktteilnehmer hielten im Jahr 2011 98 Prozent des Marktes. Weltmarkt für Chipkarten-ICs (nach Wert) WELTMARKTFÜHRER AUCH BEI SICHERHEITSCHIPS IN BEZAHLKARTEN Im Teilmarkt für Sicherheitschips in Bezahlkarten behielt Infineon unangefochten die Nummer-1-Position mit 32,9 Prozent Marktanteil nach Einheiten. Der Weltmarkt betrug nach IMS Research im Kalenderjahr 2011 1,245 Milliarden Einheiten; Marktdaten nach Wert liegen nicht vor. Die fünf größten Wettbewerber hielten zusammen einen Marktanteil von 97 Prozent. Weltmarkt für Sicherheitschips in Bezahlkarten (nach Einheiten) Schlüsselkunden1 Beijing Watch Data Gemalto Giesecke & Devrient Hewlett-Packard Oberthur Technologies Safran Morpho US Government Printing Office 1 Direktkunden ohne Distribution. FORSCHUNG & ENTWICKLUNG AUFWENDUNGEN FÜR FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG UND INVESTITIONEN ZUSAMMEN BETRUGEN IM GESCHÄFTSJAHR 2012 34 PROZENT VOM UMSATZ. DIES SCHAFFT DIE VORAUSSETZUNG, AUCH IN ZUKUNFT TECHNOLOGISCH UND FERTIGUNGSTECHNISCH ZUR WELTSPITZE ZU GEHÖREN. KOSTEN FÜR FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG IM GESCHÄFTSJAHR 2012 AUF €455 MILLIONEN ERHÖHT ERSTE MOSFET-TECHNOLOGIEN AUF 300-MILLIMETER-DÜNNWAFER-FERTIGUNGSTECHNOLOGIE QUALIFIZIERT WELTNEUHEIT: 3D-KAMERACHIP FÜR FUSSGÄNGER- UND HINDERNISERKENNUNG Die Kosten für Forschung und Entwicklung (F&E) erhöhten sich von €439 Millionen im Vorjahr auf €455 Millionen im Geschäftsjahr 2012; ein Anstieg um fast 4 Prozent. Durch den leichten Umsatzrückgang von rund 2 Prozent im gleichen Zeitraum stiegen die F&E-Kosten bezogen auf den Umsatz von 11,0 Prozent im Geschäftsjahr 2011 auf 11,7 Prozent im Geschäftsjahr 2012. F&E-Kosten Zum 30. September 2012 waren weltweit 4.289 Mitarbeiter - das entspricht 16 Prozent der Belegschaft - in unseren 21 Forschungs- und Entwicklungszentren beschäftigt (siehe Abschnitt "Fertigung - F&E- und Fertigungsstandorte"). Dies vergleicht sich mit 3.900 Mitarbeitern im Jahr zuvor. Besonders erfreulich entwickelte sich der Frauenanteil in F&E: Betrug der Anteil der Kolleginnen im Geschäftsjahr 2010 noch 14,5 Prozent, so stieg er im Geschäftsjahr 2011 auf 15,4 Prozent und hielt sich im Geschäftsjahr 2012 auf diesem Wert. Einen entscheidenden Faktor für nachhaltigen Erfolg sehen wir darin, mit unseren Produkten einen Mehrwert für unsere Kunden zu erzeugen und ihnen dadurch einen Wettbewerbsvorteil zu ermöglichen. Dies kann zum Beispiel über eine höhere Funktionalität pro Chip erfolgen oder über eine höhere Effizienz unserer Komponenten oder über höhere Qualität. Um diesen Mehrwert für unsere weltweiten Kunden erzielen zu können, sind verschiedene Anforderungen zu beherrschen: detailliertes Systemverständnis unserer Kundenapplikationen; enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Kunden; Beachtung kultureller und regionaler Besonderheiten; höchste Fertigungskompetenz; optimales Preis-Leistungs-Verhältnis; Qualität und Liefertreue. Infineon betrachtet sich als führend bei Innovations- und Wachstumsthemen. Als führendes Unternehmen in den von uns adressierten Zielmärkten und angesichts unserer Liquiditätsposition sind wir in der Lage, sowohl die kontinuierlichen Entwicklungen für etablierte Anwendungen zu leisten, als auch die erforderlichen Investitionen für ganz neue Märkte zu stemmen, um unser Wachstum nachhaltig zu sichern. WESENTLICHE EIGENE F&E-AKTIVITÄTEN Unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konzentrieren sich auf halbleiterbasierte Produkt- und Systementwicklungen sowie auf Fertigungs- und Verfahrenstechnologien. Die wesentlichen Errungenschaften im Geschäftsjahr 2012 waren: Neue Produkte Mit dem XMC4500 brachten wir dieses Jahr den ersten Vertreter unserer ARM® -basierten 32-Bit-Mikrocontroller-Familie XMC4000 auf den Markt. Diese Familie zielt auf industrielle Anwendungen mit komplexen Regelalgorithmen und hohen Anforderungen an die Rechenleistung. Hierbei bietet die hohe Leistungsfähigkeit der bei den Automotive-Controllern erprobten Funktionsblöcke im Zusammenspiel mit dem Quasi-Standard-Rechenkern (ARM® ) einen entscheidenden Kundenvorteil. Die XMC4000-Familie wird in den kommenden Jahren weiter ausgebaut. Beim Batteriemanagement für Elektroautos bietet Infineon neben dem passiven Zellen-Balancing auch eine Lösung für das aktive Zellen-Balancing an. Das aktive hat den großen Vorteil, dass sich unterschiedliche Ladungszustände zwischen den Zellen, die auf den typischen Fertigungsschwankungen basieren, schnell und kostengünstig ausgleichen lassen. Damit kann die in der Batterie gespeicherte Energie besser genutzt und die Reichweite um bis zu 10 Prozent erhöht werden. Neben der passiven Sicherheit gewinnt vor allem die aktive Sicherheit im Automobil an Bedeutung. Mit einem neuen 3D-Sensor leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Erkennung von Fußgängern und Hindernissen bei Dunkelheit (siehe "3D Kamerachip mit 100.000 Pixeln als Weltneuheit"). Unter dem Namen .dp, der für Digitales Power Management steht, fassen wir unsere neuen Produkte für den digitalen Regelkreis in der Stromversorgung zusammen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr brachten wir die ersten Produkte für diese bedeutende Umstellung des analogen auf den digitalen Regelkreis auf den Markt (siehe Abschnitt "Die Segmente - Power Management & Multimarket"). Neue Materialien Auf der Suche nach Leistungshalbleitern mit immer höheren Leistungsdichten führt inzwischen kein Weg mehr an Halbleitern mit großem Bandabstand vorbei. Diese können aufgrund des größeren Bandabstands hohe Spannungen bei kleineren Abmessungen schalten als es siliziumbasierte Komponenten können. Da sie aus verschiedenen Elementen bestehen, nennt man sie Verbindungshalbleiter. Die beiden wichtigsten sind Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN). Neben dem diskreten SiC-JFET(Junction Field Effect Transistor)-Leistungstransistor stellten wir einem japanischen Kunden auch bereits ein auf SiC basierendes Leistungsmodul für Photovoltaik-Inverter zur Verfügung. Für bestimmte Anwendungen eignet sich jedoch GaN besser als SiC. Zu diesem Zweck haben wir in Villach (Österreich) eine komplette Pilotlinie für 150-Millimeter-GaN-Wafer inklusive der Wafer-Herstellung implementiert. Auf der Linie werden bereits voll funktionierende GaN-HEMTs (High Electron Mobility Transistors) gefertigt. Diese Leistungsschalter können bei deutlich höheren Frequenzen betrieben werden, ohne signifikante Schaltverluste zu verursachen. Dies macht Schaltnetzteile und Umrichter effizienter und kompakter. Zusammen mit europäischen Partnern sind wir in dem EU-Förderprojekt "HiPoSwitch" an der Entwicklung GaN-basierter Transistorarchitekturen, Substratmaterialien sowie Zuverlässigkeitstests beteiligt. Neue Fertigungstechnologien Mit dem Aufbau einer durchgängigen Fertigungslinie über Front-End und Back-End haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr einen entscheidenden Meilenstein in der Entwicklung unserer 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungstechnologie für Leistungshalbleiter erreicht (siehe "Durchgängige Fertigungslinie für 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungstechnologie in Villach und Malakka qualifiziert; Erste Technologietransfers nach Dresden mit positiven Ergebnissen"). WESENTLICHE FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOOPERATIONEN Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Halbleitern gibt es ein ebenso breites Spektrum an Forschungsthemen. Infineon ist daher mit Partnern aus Industrie, Wissenschaft und Universitäten in einer Vielzahl von Forschungsprojekten engagiert. Da Infineon Produkte für viele Industrien liefert, handelt es sich in der Regel um Verbundprojekte. Einige der Projekte sind im Geschäftsjahr 2012 abgeschlossen worden, die meisten laufen noch über die nächsten zwei bis vier Jahre. Automotive Im Projekt e-generation geht es um die Entwicklung einer neuen Generation von Komponenten für Elektrofahrzeuge. Entwicklungsziel ist, Reichweite, Kosten und Alltagstauglichkeit zu verbessern. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung einer neuen Generation von Komponenten für Elektrofahrzeuge, die im Verbund bezüglich Effizienz und Gewicht optimiert werden. Darüber hinaus soll geprüft werden, welche Kostenpotenziale sich durch Modularisierung und Komponentenbaukästen erschließen lassen. Im Projekt SafeBatt (aktive und passive Maßnahmen für eigensichere Lithium-Ionen-Batterien) soll in den kommenden drei Jahren erforscht werden, wie die Sicherheit von Lithium-Ionen-Batterien für Elektro- und Hybridfahrzeuge weiter verbessert werden kann. Im Mittelpunkt stehen neue Materialien, Testmethoden und Halbleitersensoren für den Einsatz solcher Batterien. Ebenfalls Gegenstand der Forschung ist ein "Digitaler Batteriepass", der während der gesamten Batterielebensdauer die sicherheitsrelevanten Batterieparameter kontinuierlich erfasst, auswertet und speichert. Sicherheit Mit dem Förderprojekt SecFuNet wurde in Zusammenarbeit mit Firmen und Universitäten aus Europa und Brasilien ein übergreifendes Sicherheitsprojekt etabliert, um Sicherheitsanforderungen an zukünftige IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie)-Netzwerke und entsprechende Sicherheitskonzepte und -technologien zu erforschen. Dazu zählen unter anderem virtuelle Netzwerke, Cloud Computing und Virtualisierung in Verbindung mit halbleiterbasierten Sicherheitsankern wie zum Beispiel Mikrocontrollern oder Chipkarten. Im EU-Förderprojekt CUMULUS werden die Infrastruktur, die Plattformen und die Software der Cloud-Computing-Technologien in Bezug auf deren Sicherheit und Schutz der Privatsphäre untersucht und verbessert. Im Rahmen des Forschungsprojekts NewP@ss untersuchen die Partner, wie künftige Generationen elektronischer Ausweisdokumente sicherer und leistungsfähiger gestaltet werden können. Ein Schwerpunkt des Projekts ist die sichere Nutzung von digitalen Identitätsdokumenten in mobilen Anwendungen für Smartphones und Tablet-PCs. Hier werden offene Architekturen wie Android, aber auch Windows Phone und iOS berücksichtigt. Design, Test, Fertigung Das Projekt VeTeSS (Verification and Test Support for Safety Standards) forscht an neuen Entwicklungsmethoden für Hardware- und Software-Komponenten, die standardisiert, zuverlässig und kosteneffektiv sind und verhindern helfen, dass Defekte an Teilkomponenten zu einem Fehlverhalten des gesamten Sicherheitssystems führen. Ziel ist es, neue Prozesse zu erarbeiten, mit denen Sicherheitssysteme und ihre Teilkomponenten automatisiert nach der Ende 2011 eingeführten ISO-Norm 26262 entwickelt werden können. Im EU-Forschungsprojekt EPT300 (Enabling Power Technologies on 300 millimeter wafers) erforschen 20 Partner Methoden für die künftige Fertigung von Leistungshalbleitern auf Basis von 300-Millimeter-Dünnwafern. Die in EPT300 adressierten Forschungsarbeiten decken alle Stufen der Wertschöpfungskette ab und gehen über die von Infineon auf diesem Gebiet geleisteten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten hinaus. Für die Fertigung von Leistungshalbleitern auf solchen empfindlichen Wafern müssen neben Produktionsabläufen und hochautomatisierten Fertigungsprozessen neue Materialien und Anlagentechnik erforscht und entwickelt werden, um so eine gleichbleibende Qualität und internationale Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen zu können. Eine solche Pilotlinienförderung in einem EU-Förderprojekt gab es bisher noch nie. EPT300 ist ferner das bislang größte EU-Projekt mit Beteiligung von Infineon. Forschungsschwerpunkte und -kooperationspartner e-Generation scroll Automotive Simulation Center Stuttgart e.V. RWTH Aachen Robert Bosch GmbH Technische Universität Dresden Behr GmbH & Co. KG Technische Universität Braunschweig Fraunhofer Gesellschaft: Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit Universität Ulm Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren FKFS Karlsruher Institut für Technologie Porsche AG Porsche Engineering Group GmbH Volkswagen AG ZF Friedrichshafen AG SafeBatt scroll BASF SE Li-Tec Battery GmbH BMW AG SGS Germany GmbH Daimler AG Universität Münster Deutsche ACCUmotive GmbH & Co. KG Technische Universität Braunschweig ElringKlinger AG Technische Universität München Evonik Litarion GmbH Volkswagen AG Fraunhofer-Gesellschaft: Institut für Chem. Technologie Wacker Chemie AG HiPoSwitch scroll Aixtron SE Slowakische Akademie der Wissenschaften Bratislava Artesyn Technische Universität Wien EpiGaN Universität Padua Ferdinand-Braun-Institut Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) SecFuNet scroll Ecole Normale Supérieure Technische Universität München ENS Telecom ParisTech EtherTrust Twinteq FFCUL Université Pierre et Marie Curie Implementa Verschiedene brasilianische Partner CUMULUS scroll ATOS Spain S.A. University of Malaga City University London Università degli Studi de Milano Cloud Security Alliance (CSA) Wellness Telecom Fondazione Ugo Bordoni NewP@ss scroll CEA Leti ISEN Toulon Compuworx Aragon Technology Centre EVOLEO Technologies NXP Semiconductors Gemalto Stiftung Secure Information and Communication Technologies Giesecke & Devrient Saragossa Airport Id3 semiconductors STMicroelectronics Instituto de Telecomunicações Aveiro Technische Universität Graz Iquadrat Informatica S.L. VeTeSS scroll AVL List GmbH Rapita Systems Ltd Barcelona Supercomputing Center QRTECH AB Centro Ricerche Fiat SCPA SP Sveriges Tekniska Forskningsinstitut AB exida.com LLC SpringSoft SAS Fico Triad S.A. TWT GmbH Science & Innovation Fraunhofer Gesellschaft: Institut für integrierte Schaltungen Technische Universität Wien ikv++ Technologies AG University of Oxford NXP Semiconductors Virtual Vehicle Competence Center Politecnico di Torino Volvo Technology AB EPT300 scroll Artesyn Austria GmbH & Co. KG LPE S.p.A. Bruco Integrated Circuits BV mechatronic Systemtechnik GmbH CTR Carinthian Tech Research AG Roth & Rau - Ortner GmbH eutema Technology Management GmbH & Co. KG Philips Medical Systems Netherland B.V. HAP Handhabungs-, Automatisierungs- und Präzisionstechnik GmbH Dresden Semikron Elektronik GmbH & Co. KG Heliox B.V. SICO Technology GmbH LAM Research AG Siltronic AG DURCHGÄNGIGE FERTIGUNGSLINIE FÜR 300-MILLIMETER-DÜNNWAFER-FERTIGUNGSTECHNOLOGIE IN VILLACH UND MALAKKA QUALIFIZIERT; ERSTE TECHNOLOGIETRANSFERS NACH DRESDEN MIT POSITIVEN ERGEBNISSEN Nachdem zu Beginn des Geschäftsjahrs 2012 die weltweit ersten Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Dünnwafern in Villach (Österreich) gefertigt wurden, erreichte Infineon zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahrs einen weiteren, sehr bedeutenden Meilenstein: Sowohl im Front-End-Standort Villach als auch im Back-End-Standort Malakka (Malaysia) wurde eine komplett durchgängige Fertigungslinie erfolgreich qualifiziert. Das bedeutet, dass alle Fertigungsschritte im Front-End und Back-End das Qualitätsniveau für die Volumenfertigung erreicht haben und die Freigabe seitens der Kunden erfolgen kann. Ferner zeigen die ersten Technologietransfers nach Dresden (Deutschland) - dem zweiten Front-End-Standort, der als 300-Millimeter-Volumen-Fertigungsstandort konzipiert ist - sehr positive Ergebnisse. Die Einführung der 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungstechnologie für Leistungshalbleiter betrifft auch die Back-End-Fertigung. So müssen die prozessierten Dünnwafer bereits am Front-End-Standort in die einzelnen Chips gesägt werden, da die zerbrechlichen Siliziumscheiben den Transport nicht überstehen würden. Die Entnahme der dünnen Chips von der Sägefolie am Back-End-Standort und das weitere Handling erfordern ihrerseits neue Maschinen und vor allem Fertigungs-Know-how, das bei Infineon im Laufe der letzten Jahre aufgebaut und nun zur Produktionsreife gebracht wurde. Im ersten Schritt wurden neben unserem Standort Malakka auch bei einem Fertigungspartner Back-End-Fertigungslinien für 300-Millimeter-Dünnwafer aufgebaut. Darüber hinaus sind 300-Millimeter-Dünnwafer-Back-End-Fertigungslinien an den anderen Infineon-Standorten Warstein (Deutschland) und Cegléd (Ungarn) im Aufbau. Mit der Implementierung der 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungstechnologie für Leistungshalbleiter verfolgen wir drei strategische Ziele: Erstens sichern wir unser langfristiges Wachstum; zweitens senken wir - verglichen mit der 200-Millimenter-Fertigungstechnologie - die Kapitalkosten pro Chip; und drittens erzielen wir eine höhere Produktivität, das heißt eine Reduzierung der Front-End-Stückkosten um 20 bis 30 Prozent nach Hochlauf der Volumenfertigung. Als Reaktion auf die derzeit geringere Nachfrage nach Leistungshalbleitern erfolgt der Hochlauf der Volumenproduktion in Dresden und Villach allerdings verhaltener als noch vor einem Jahr erwartet. Mit den oben genannten Errungenschaften können wir heute sicherstellen, dass wir das Ziel der Front-End-Stückkostenreduktion gegen Mitte dieser Dekade erreichen werden. 3D-KAMERACHIP MIT 100.000 PIXELN ALS WELTNEUHEIT Eine echte Weltneuheit ist der neue 3D-Kamerachip mit 100.000 Pixeln, der aus einer Kooperation mit der Firma PMDTechnologies GmbH aus Siegen (Deutschland) entstanden ist. Der Chip steuert eine externe Infrarot-Lichtquelle an und misst beim Rücklauf die Phasenverschiebung des reflektierten Lichts. Er liefert damit zu jedem Bildpunkt des Sensors nicht nur eine 2D-Information, sondern zusätzlich eine Entfernungs- und somit Tiefeninformation. Bis zu hundert Bilder können pro Sekunde aufgenommen werden. In der Praxis kommt ein derartiger Sensor zum Beispiel in Kombination mit einer herkömmlichen hochauflösenden 2D-Kamera für vorausschauende Fahrerassistenzsysteme zum Einsatz. Mit dem 3D-Kamerachip lässt sich auf kleinstem Bauraum ein System für räumliches Sehen realisieren. Da der 3D-Chip die Tiefeninformation bereits als separate Information mitliefert, muss diese nicht erst mit hohem Rechenaufwand aus den beiden Bildern einer Stereokamera errechnet werden. Im Fahrzeug eingesetzt deckt unser 3D-Chip den gesamten wichtigen Bereich bis etwa 50 Meter Entfernung ab. Durch die aktive Beleuchtung über Infrarot-LEDs verfügt das System über Nachtsichtfähigkeit, so dass auch bei Dunkelheit eine Fußgänger- und Hinderniserkennung möglich ist. Weitere Anwendungsbereiche des 3D-Sensors liegen in der Gestensteuerung, die zukünftig in Automobilen, Fernsehgeräten, Computern oder Spielekonsolen eingesetzt werden soll. FERTIGUNG INVESTITIONEN IM GESCHÄFTSJAHR 2012 MIT €890 MILLIONEN AUF DEM NIVEAU DES VORJAHRS TEILS KAPAZITÄTSERWEITERUNG, TEILS MODERNISIERUNG AUSZEICHNUNGEN FÜR LIEFERKETTENMANAGEMENT, DISTRIBUTION UND QUALITÄT Unsere Strategie für das, was wir selbst herstellen, und das, was wir bei Fertigungspartnern beziehen, lässt sich auf einen einfachen Nenner bringen: Eigenfertigung muss einen deutlichen Vorteil im Kosten-Nutzen-Verhältnis bieten. So betrachtet stellt das Fertigungs-Know-how ein wesentliches Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb bei Leistungshalbleitern dar. Daher verfolgen wir bei diesen Komponenten die Strategie der Eigenfertigung. Bei CMOS-verwandten Fertigungstechnologien arbeiten wir mit Fertigungspartnern zusammen. So sind alle in 65-Nanometer-Fertigungstechnologie geplanten sowie einige in 90-Nanometer-Fertigungstechnologie laufende Produkte ausgelagert. Im Bereich Back-End-Fertigung kooperieren wir mit Spezialisten bei der Gehäusemontage und dem Testen der Chips; teils permanent, teils temporär, um Phasen starker Nachfrage besser abfedern zu können. Die Investitionen betrugen im Geschäftsjahr 2012 €890 Millionen und lagen damit auf Höhe der Investitionen des Vorjahrs von €887 Millionen. Durch den leicht rückläufigen Umsatz erhöhten sich die Investitionen bezogen auf den Umsatz leicht von 22,2 Prozent im Geschäftsjahr 2011 auf 22,8 Prozent im abgelaufenen Jahr. Dabei ist zu beachten, dass die einzelnen Investitionen von Halbleiterherstellern auf zeitlich unterschiedliche Horizonte ausgelegt sind. Die reinen Fertigungsgebäude ohne Reinraumanlagen werden langfristig und unabhängig von der Marktlage geplant und erstellt. Die Reinraumanlagen hingegen werden entsprechend der Nachfrage beziehungsweise der wirtschaftlichen Lage bedarfsnah bestellt und installiert. Investitionen¹ F&E-Kosten und Investitionen zusammen erreichten in den Geschäftsjahren 2011 33,2 Prozent und 2012 34,5 Prozent des Umsatzes. Beides sind in die Zukunft gerichtete Maßnahmen. Damit schafft Infineon die Voraussetzungen, auch in den kommenden Jahren sowohl technologisch als auch fertigungstechnisch zur Weltspitze zu gehören. Zum 30. September 2012 waren 19.274 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an unseren zwölf Fertigungsstandorten in der Fertigung beschäftigt. DIE WESENTLICHEN INVESTITIONSSCHWERPUNKTE IM GESCHÄFTSJAHR 2012 Fertigungslinie für Automotive-qualifizierte IGBT-Module in Warstein: Um die erwartete Nachfrage nach IGBT-Modulen in Elektro- und Hybridfahrzeugen bedienen zu können, wurde in Warstein (Deutschland) eine Fertigungslinie für Automotive-qualifizierte Hochleistungshalbleiter-Module eingerichtet. Dort werden in Zukunft IGBT-Module der Typen HybridPACK™1 und HybridPACK™2 gefertigt. Produktionsstandorte erweitert: Das starke Wachstum über nahezu alle Produktbereiche in den letzten Jahren hat die eigenen Fertigungsstandorte teilweise an ihre räumlichen Grenzen geführt. Um für die neuen Fertigungslinien Platz zu schaffen, wurden beispielsweise in Warstein ein neues Logistikgebäude errichtet, in Cegléd (Ungarn) und Wuxi (China) die Fertigungsgebäude ausgebaut sowie in Singapur ein vollautomatisiertes Materialtransportsystem im Testfeld in Betrieb genommen. Neue Fertigungshalle in Kulim: In direkter Nähe zum bisherigen Fertigungsstandort in Kulim (Malaysia) wurde mit dem Bau einer zweiten Fertigungshalle ("Kulim 2") begonnen. Das Richtfest fand am 10. Mai 2012 statt. Am Ende des Geschäftsjahrs 2012 wurde die Gebäudehülle geschlossen. Zunächst wird nur bis zum sogenannten "wetterfesten" Zustand weiter ausgebaut. Dieser Zustand trennt die zeitlich lange, aber von geringen Investitionen geprägte Bauphase von der investitionsintensiven Phase der Reinraumausstattung. Bei einer Belebung der Nachfrage kann später zügig mit dem Einbringen der Reinraummaschinen fortgefahren werden. Weitere Umstellung der CMOS-Fertigung von Aluminium auf Kupfer: In Dresden (Deutschland) wurde mit der Umstellung der 130-Nanometer-Fertigungstechnologie auf 90-Nanometer-Fertigungstechnologie von aluminiumbasierter Chip-interner Verbindungstechnologie auf kupferbasierte Verbindungstechnologie gewechselt. Kupfer senkt durch den geringeren spezifischen Widerstand im Vergleich zu Aluminium die Verlustleistung eines Chips und ermöglicht höhere Taktraten. 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungstechnologie bleibt wichtiges strategisches Projekt: Infineon hält an den Investitionen in die 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungstechnologie für Leistungshalbleiter fest, denn nur so kann das Unternehmen seine technologische Spitzenstellung auch in Zukunft wahren. Der weitere Ausbau der Fertigungslinien in Dresden und Villach (Österreich) wurde jedoch mit Blick auf das wirtschaftliche Umfeld verschoben. AUSZEICHNUNGEN Die Logistik für Halbleiterprodukte ist gegenüber anderen Branchen durch spezielle Bedingungen gekennzeichnet, die eine konventionelle Planung erschweren. So sind Halbleiterhersteller, die bei vielen komplexen Produkten am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, von Veränderungen in der Kundennachfrage besonders betroffen. Dabei erhöhen sich vom Endprodukt aus rückwärts betrachtet von Wertschöpfungsstufe zu Wertschöpfungsstufe die Nachfrageausschläge. Dieses Phänomen, in der Fachsprache bekannt als der Peitschenschlag-Effekt, sorgt für die hohe Planungsunsicherheit im Halbleiterbereich. Infineon unterhält weltweit zwölf Fertigungsstandorte. Dadurch und durch die weltweite Streuung der Rohstoffquellen und Kunden in sehr unterschiedliche Branchen ist ein ausgeklügeltes Lieferkettenmanagement von essentieller Bedeutung. "Supply Chain Management Award des Jahres 2012" Besonders freut es uns daher, im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem der namhaftesten Preise in diesem Bereich ausgezeichnet worden zu sein. Infineon wurde für eine beispielgebende, durchgängige Lieferkettenlösung mit dem "Supply Chain Management Award des Jahres 2012" ausgezeichnet. Der Preis prämiert alljährlich die beste Wertschöpfungskette der produzierenden Industrie und wird unter anderem von PricewaterhouseCoopers vergeben. Infineon wurde für sein Lieferkettenmanagement ausgezeichnet, mit dem sich das Unternehmen strategische Vorteile in der äußerst komplexen Halbleiterlogistik erarbeitet hat. Ferner wurden der ganzheitliche Ansatz sowie insbesondere die voll-integrierte Planungslösung und die differenzierte Kundenschnittstelle der Lieferkette gelobt. Heute ist bei Infineon eine vollintegrierte Lieferkette implementiert, die alle Wertschöpfungspartner vom Lieferanten des Lieferanten bis zum Kunden des Kunden einbezieht. Die Planung findet auf mehreren Hierarchieebenen statt, um die unterschiedlichen Anforderungen an eine operative und strategische Planung zu berücksichtigen. Durch die lückenlose Integration kann Infineon bei Störungen in der Lieferkette schnell reagieren. Beispielsweise konnte die Lieferketten-Organisation nach der Flutkatastrophe in Thailand im Herbst 2011, von der auch Zulieferer von Infineon betroffen waren, innerhalb weniger Tage die Auswirkungen auf einzelne Kundenaufträge feststellen und dem Kunden entsprechende Alternativlösungen vorschlagen. Distributor-Auszeichnung in Italien Die wichtigsten Distributoren und Endkunden im italienischen Elektronikmarkt haben Qualität, Performance und Zusammenarbeit der Hersteller bewertet. Das Ergebnis: Bereits zum dritten Mal hat Infineon vom italienischen Verband für Elektronik-Zulieferer (Associazione Nazionale Fornitori di Elettronica) einen Preis als bester Halbleiterlieferant bekommen. Die Preisverleihung gilt als wichtiges europäisches Branchenereignis und fand im Mai 2012 in Mailand statt. Die Auszeichnung wird seit 2003 jedes Jahr an Hersteller in der Elektronikindustrie verliehen, die sich durch hervorragende Qualität in der Zusammenarbeit mit Distributionspartnern und Kunden auszeichnen. Infineon wurde 2007 und 2011 als bester Halbleiterhersteller in Italien ausgezeichnet, den aktuellen Preis bekam das Unternehmen als bester Hersteller von Leistungshalbleiter-Produkten überreicht. F&E- UND FERTIGUNGSSTANDORTE • Forschungs- und Entwicklungsstandorte scroll Standort Anwendung/ Funktion Augsburg, Deutschland Software für Chipkartenanwendungen Bangalore, Indien Software- und Systementwicklung für Automobil-, Industrie- und Chipkartenanwendungen; Design-Flow- und -Bibliotheksentwicklung Bristol, Vereinigtes Königreich Mikroprozessorsysteme für Automobilanwendungen Bukarest, Rumänien Leistungshalbleiter für Mixed-Signal-Anwendungen; Chipkarten-ICs Dresden, Deutschland Technologieentwicklung Duisburg, Deutschland ASIC- und Technologieentwicklung Graz, Österreich Chipkartenanwendungen und Kontaktlos-Systeme; Leistungshalbleiter für Automotive; Sensorprodukte Kulim, Malaysia Technologieentwicklung Linz, Österreich Hochfrequenz-ICs und Softwareentwicklung für Sensorprodukte Malakka, Malaysia Gehäusetechnologie Morgan Hill, USA Hochfrequenz-Verstärker-komponenten für Basisstationen Neubiberg bei München, Deutschland Technologieintegration; Design-Flow-Entwicklungsumgebung; Bibliotheksentwicklung; IC-, Software- und Systementwicklung für Mikrocontroller, ASICs, Chipkarten-ICs sowie Leistungselektronik für Automobil- und Industrieanwendungen; Entwicklung von Fertigungsprozessen Padua, Italien Leistungshalbleiter für Mixed-Signal-Anwendungen Peking, China Anwendungsentwicklung Regensburg, Deutschland Gehäusetechnologie; Fertigungsprozesse Seoul, Korea Systemlösungen für Automobilelektronik Shanghai, China Anwendungsentwicklung Singapur IC-, Software- und Systementwicklung für Automobil- und Industrieanwendungen; Gehäusetechnologie-Entwicklung; Entwicklung von Testkonzepten Torrance, USA Leistungshalbleiter und -ICs Villach, Österreich Leistungshalbleiter und Mixed-Signal-ICs für Automobil- und Industrieanwendungen; Entwicklungszentrum für Dünnwafer-Technologien Warstein, Deutschland Gehäuse-Technologie für IGBT-Module und IGBT-Stacks Fertigungsstandorte scroll Morgan Hill, USA Dresden, Deutschland Regensburg, Deutschland Warstein, Deutschland Cegléd, Ungarn Villach, Österreich • Kompetenzzentrum für Hochfrequenz- Leistungstransistoren • CMOS, Analog-/ Mixed-Signal- Technologien, Embedded Flash • Analog/Mixed-Signal, Leistungshalbleiter, Kompetenzzentrum für Sensoren und Metallisierungen • Chipkarte, Leistungshalbleiter, diskrete Halbleiter, Sensoren, Wafer-Level-Packaging, Kompetenzzentrum für Gehäuseentwicklung • Hochleistungs- halbleiter-Module • Hochleistungs- halbleiter-Module • Leistungshalbleiter, Kompetenzzentrum für Dünnwafer- Technologie scroll Batam, Indonesien Kulim, Malaysia Malakka, Malaysia Singapur Peking, China Wuxi, China • Leistungshalbleiter • Leistungshalbleiter • Leistungshalbleiter, diskrete Halbleiter, Sensoren, ICs, Gehäuseentwicklung • Kompetenzzentrum für Chip- und Wafertest • IGBT- Stack-Montage • Chipkarte, diskrete Halbleiter DIE INFINEON-AKTIE Basisinformationen zur Aktie scroll Art der Aktien Namensaktien (Stammaktien) in Form von Aktien oder American Depositary Shares (ADS) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von je €2 (Verhältnis ADS : Aktien = 1 : 1) Grundkapital €2.160 Millionen (am 30.September 2012) Ausstehende Aktien 1.080 Millionen (am 30.September 2012) Eigenbesitz 0 Aktien (am 30. September 2012) Notierungen Aktien: Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) ADS: Außerbörslicher Handel, OTC-Markt (OTCQX) Optionshandel Optionen emittiert durch Dritte: u.a. Eurex Börsenkürzel IFX, IFNNY ISIN-Code DE0006231004 Wertpapierkennnummer 623100 CUSIP 45662N103 Bloomberg IFX GY (Xetra), IFNNY US Reuters IFXGn.DE Indexmitglied (Auswahl) DAX 30 Dow Jones STOXX Europe 600 Dow Jones Euro STOXX TMI Technology Hardware & Equipment Dow Jones Germany Titans 30 MSCI Germany S&P-Europe-350 Dow Jones Sustainability Europe IndexSM Grundkapital, Anzahl Aktien und Marktkapitalisierung der Infineon Technologies AG scroll Stichtag 30. September 2012 30. September 2011 Entwicklung Grundkapital in Millionen € 2.160 2.173 -0,60% Ausstehende Aktien in Millionen 1.080 1.087 -0,64% Gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien in Millionen - verwässert 1.134 1.159 -2,16% Marktkapitalisierung1 in Millionen € 5.335 6.073 -12,15% Marktkapitalisierung1 in Millionen US$ 6.957 8.031 -13,37% 1 Die Berechnung erfolgt auf Basis ungerundeter Werte. Kursdaten der Infineon-Aktie scroll Geschäftsjahr zum 30. September 2012 2011 2010 Deutschland: Xetra-Schlusskurse in € Jahresendkurs Ende September 4,94 5,59 5,08 Höchstkurs 7,88 8,28 5,54 Tiefstkurs 4,94 5,00 3,05 Durchschnittlich an regulierten deutschen Börsen gehandelte Aktien pro Tag in Stück 9.925.683 14.965.342 20.699.149 Davon auf Xetra in % 94 90 95 USA: OTCQX-Schlusskurse in US$ Jahresendkurs Ende September 6,44 7,39 6,93 Höchstkurs 10,49 11,87 7,31 Tiefstkurs 6,17 6,81 4,38 Durchschnittlich gehandelte Aktienzertifikate pro Tag in Stück 101.319 82.120 160.308 Aktionärsstruktur1 scroll Dodge & Cox Investment Managers 9,95% (per 5. August 2009) Davon: Dodge & Cox International Stock Fund 9,88% (per 5. August 2009) The Capital Group Companies, Inc. 8,02% (per 1. September 2012) Davon: Capital and Research Management Company 5,06% (per 28. Juli 2011) Davon: EuroPacific Growth Fund 5,04% (per 13. September 2012) BlackRock Inc. 5,08% (per 26. April 2011) Davon: BlackRock HoldCo 2, Inc. 5,003% (per 22. Juli 2011) BlackRock Financial Management, Inc. 5,003% (per 22. Juli 2011) BlackRock Advisors Holdings, Inc. 4,77% (per 19. Juni 2012) BlackRock International Holdings, Inc. 3,01% (per 18. August 2011) BR Jersey International Holdings, L.P. 3,01% (per 18. August 2011) BlackRock Group Limited 3,18% (per 4. Oktober 2011) UBS AG 3,14% (per 5. Juli 2012) 1 Die Anzahl der von den genannten Investoren gehaltenen beziehungsweise diesen zugerechneten Aktien, ist jeweils der letzten Pflichtmitteilung nach den §§ 21, 22 WpHG entnommen, die der Infineon Technologies AG durch die jeweilige Gesellschaft zugegangen ist. Die Prozentzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Mitteilung vorhandene Grundkapital beziehungsweise die Aktienanzahl. Die der Gesellschaft gemäß § 25 und § 25a WpHG mitgeteilten Stimmrechtsanteile, die über tatsächlich gehaltene beziehungsweise zugerechnete Aktien hinaus auch solche Finanz- und sonstige Instrumente berücksichtigen, die den Erwerb weiterer Aktien ermöglichen, werden laufend auf der Internet-Seite der Gesellschaft unter www.infineon.com/cms/de/corporate/investor/infineon-share/shareholder-structure.html veröffentlicht. Im Geschäftsjahr 2012 fiel der Kurs der Infineon-Aktie von €5,59 per 30. September 2011 um 12 Prozent auf einen Xetra-Schlusskurs von €4,94 am 30. September 2012. HOHE VOLATILITÄT DES AKTIENKURSES WÄHREND DES GESCHÄFTSJAHRS 2012 Zu Beginn des Geschäftsjahrs 2012 entwickelten sich die Infineon-Aktie und die wichtigsten Vergleichsindizes sehr positiv. Vom 1. Oktober 2011 ging es bis zum Frühjahr 2012 stark bergauf. Zunächst stieg die Aktie im Gleichlauf mit den Vergleichsindizes - mit Start des neuen Kalenderjahrs dann in deutlich stärkerem Tempo. Anfang April 2012 erreichte die Infineon-Aktie mit €7,88 ihren Höchstkurs im Geschäftsjahr 2012. Dies entsprach einem Kursanstieg von 41 Prozent in den etwas mehr als sechs Monaten. Im gleichen Zeitraum stiegen der DAX und der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) um jeweils 27 Prozent. Der Dow Jones US Semiconductor Index notierte zum Zeitpunkt des Infineon-Höchstkurses 26 Prozent höher als zu Beginn des Geschäftsjahrs. Im Anschluss an diese erfreuliche Entwicklung führte die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit im Rahmen der europäischen Schuldenkrise über mehrere Wochen zu Kursrückgängen der Aktie und der Vergleichsindizes. Nach der Vorankündigung schwächer als erwarteter Quartalsergebnisse Ende Juni kam es bei der Infineon-Aktie zu einem Kursrutsch. Im Anschluss stabilisierte sich der Kurs und entwickelte sich von niedrigerem Niveau aus bis Ende September in etwa im Gleichlauf mit dem DAX und deutlich besser als die US-amerikanischen Vergleichsindizes SOX und Dow Jones US Semiconductor Index. Ende September gab Infineon erneut vorläufige Zahlen für das laufende Quartal sowie den Ausblick auf das erste Quartal des Geschäftsjahrs 2013 bekannt. Nachdem das Unternehmen für das erste Quartal einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis prognostizierte, fiel die Aktie in einem insgesamt schwachen Markt deutlich. Mit €4,94 wurde am letzten Börsenhandelstag im September der Tiefstkurs des Geschäftsjahrs erreicht. Damit ging der Kurs der Infineon-Aktie im Geschäftsjahr 2012 um 12 Prozent zurück. Die Wertentwicklung der Vergleichsindizes war deutlich besser. Der Dow Jones US Semiconductor Index stieg im gleichen Zeitraum um 5 Prozent, der SOX um 13 Prozent und der DAX lag Ende September 31 Prozent über dem Vorjahreswert. Relative Entwicklung der Aktie der Infineon Technologies AG. des DAX-Index. des Philadelphia Semiconductor Index (SOX) sowie des Dow Jones US Semiconductor Index seit Beginn des Geschäftsjahrs 2012 (Tages-Schlusskurse) MITGLIEDSCHAFT IN INDIZES, HANDELSVOLUMEN UND DIVIDENDE Das durchschnittliche Handelsvolumen der Infineon-Aktie pro Tag gemessen in Stück in Xetra, auf dem Frankfurter Parkett und an den deutschen Regionalbörsen ging im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Vorjahr von 15,0 Millionen Aktien auf 9,9 Millionen zurück. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen in Euro sank entsprechend. Es ging von €101,8 Millionen im Geschäftsjahr 2011 auf €62,6 Millionen pro Tag im Geschäftsjahr 2012 zurück. Ein wichtiger Faktor für die Zugehörigkeit zum Deutschen Aktienindex DAX ist das gehandelte Volumen in Euro während der letzten zwölf Monate auf Xetra und in Frankfurt. Im Geschäftsjahr 2012 ging dieses Handelsvolumen gegenüber dem Vorjahr von €24,2 Milliarden auf €15,2 Milliarden zurück. Damit verbunden war ein Rückgang der Platzierung von Infineon in der DAX-Rangliste von Platz 15 auf Platz 17. Das zweite wichtige Kriterium für die Indexzugehörigkeit ist die durchschnittliche Marktkapitalisierung. Nach €6,3 Milliarden und Platz 25 zum Ende des Geschäftsjahrs 2011 verringerte sich diese zum 30. September 2012 auf €5,9 Milliarden. Damit belegte Infineon bei diesem Kriterium den 28. Platz. Die Zahl der ausstehenden Aktien verringerte sich im Geschäftsjahr 2012 und betrug zum 30. September 2012 1.080.306.332 Stück. Ende September 2011 waren noch 1.086.745.835 Aktien ausstehend. Durch die Ausübung von Aktienoptionen durch die Mitarbeiter erhöhte sich im Laufe des Geschäftsjahrs zunächst die Anzahl der Aktien um 560.497. Im September 2012 hat der Vorstand beschlossen, die 7 Millionen Aktien, die sich aufgrund des Programms zur Kapitalrückgewähr im Eigenbesitz der Gesellschaft befanden, einzuziehen. Hierdurch verringerte sich die Zahl der ausstehenden Aktien entsprechend. Das Programm zur Kapitalrückgewähr wird auch im neuen Geschäftsjahr weitergeführt und ist bis 31. März 2013 befristet. Zum 30. September 2012 waren Put-Optionen zum Kauf weiterer 16 Millionen Aktien mit Ausübungskursen zwischen €4,71 und €6,93 ausstehend. Durch die Ausübung dieser Optionen oder alternativ mittels direkter Aktienrückkäufe über die Börse kann es im neuen Geschäftsjahr zum Rückerwerb weiterer Aktien kommen. In den USA wird die Infineon-Aktie als American Depositary Share (ADS) außerbörslich am OTCQX-Markt mit dem Börsenkürzel IFNNY gehandelt. Mit einem durchschnittlichen Handelsvolumen von 101 Tausend ADS pro Tag stieg das durchschnittliche Volumen gegenüber dem Vorjahr an. Im Geschäftsjahr 2011 hatte es 82 Tausend ADS pro Tag betragen. Die Anzahl der ausstehenden ADS belief sich zum 30. September 2012 auf 9,2 Millionen Stück. Zum Ende des Geschäftsjahrs 2011 waren noch 12,8 Millionen ADS im Umlauf gewesen. Im Geschäftsjahr 2011 hat das Unternehmen die Dividendenzahlungen wieder aufgenommen und für das Geschäftsjahr 2010 €0,10 per Aktie ausgeschüttet. Für das Geschäftsjahr 2011 hatten Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung im März 2012 vorgeschlagen, die Dividendenzahlung auf €0,12 per Aktie zu erhöhen. Nachdem die Hauptversammlung diesem Vorschlag gefolgt ist, wurden im März 2012 €130 Millionen an die Aktionäre ausgeschüttet. Die Gesellschaft beabsichtigt, der kommenden Hauptversammlung eine unveränderte Dividende von €0,12 per Aktie vorzuschlagen. Mit seiner Dividendenpolitik verfolgt das Unternehmen die Strategie, einerseits die Aktionäre angemessen am Ergebniswachstum zu beteiligen, andererseits auch in Zeiten stagnierender oder rückläufiger Ergebnisse eine zumindest konstante Dividende ausschütten zu können. Im September 2010 wurde Infineon erstmals in den Dow Jones Sustainability Europe IndexSM aufgenommen. Insgesamt setzt sich dieser Index aktuell aus 609 Werten zusammen. Außer Infineon sind noch 64 weitere deutsche Unternehmen enthalten. Infineon ist jedoch das einzige Halbleiterunternehmen in Europa, das in diesem Index gelistet ist. Die Unternehmen werden nach unterschiedlichen Kriterien jährlich bewertet und Infineon wurde im September 2012 zum dritten Mal gelistet. Weitere Informationen dazu finden Sie im Abschnitt "Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren - Nachhaltigkeit bei Infineon: Massstäbe setzen - durch Innovation und freiwillige Verantwortung". Entwicklung der Infineon-Aktie und weltweiter Indizes bis zum 30. September 2012 scroll Seit Ende September 2010 Seit Ende September 2011 Infineon (Xetra) -2,81% -11,63% DAX +15,85% +31,15% Philadelphia Semiconductor Index (SOX) +9,46% +12,83% Dow Jones US Semiconductor Index +7,05% +5,22% Eine Übersicht über die wichtigsten Indizes, in denen die Infineon-Aktie vertreten ist, finden Sie im Internet unter www.infineon.com/cms/de/corporate/investor/ NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN NACHHALTIGKEIT BEI INFINEON: MASSSTÄBE SETZEN - DURCH INNOVATION UND FREIWILLIGE VERANTWORTUNG Ausgewählte Angaben und Kennzahlen zu unseren Nachhaltigkeitsaktivitäten wurden von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zusätzlich zur gesetzlichen Einklangsprüfung des Konzernlageberichts, unter Anwendung des für die Nachhaltigkeitsberichterstattung einschlägigen Prüfungsstandards ISAE 3000, einer unabhängigen Prüfung mit begrenzter Sicherheit ("limited assurance") unterzogen. Weitere Informationen zur Prüfung sowie die Bescheinigung finden Sie auf unserer Homepage im Abschnitt Corporate Social Responsibility.2 Der Begriff der Nachhaltigkeit umfasst das Zusammenspiel von ökonomischen, ökologischen und sozialen Maßnahmen. Bereits 1987 war diese Definition im Bericht der Brundtland Kommission enthalten, sie besitzt bis heute unverändert Gültigkeit. Zusätzlich legte im Jahr 2011 die EU Kommission eine Definition fest, wonach Corporate Social Responsibility (CSR) "die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft" ist. Das Schaffen einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Gesellschaft stellt eine Herausforderung dar, die in Zusammenarbeit der maßgeblichen Akteure aus Gesellschaft, Industrie und Wirtschaft sowie der politischen Entscheidungsträger adressiert werden muss. Mit unserer strategischen Ausrichtung auf die Säulen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit leisten wir einen wesentlichen Beitrag für nachhaltige Applikationen und Endprodukte und damit für die Schaffung einer nachhaltigen Gesellschaft. Hinzu kommt unsere freiwillige Eigenverantwortung im Rahmen unserer CSR-Säulen: Dass CSR einen sehr hohen Stellenwert hat, zeigt die erneute Aufnahme in den "Dow Jones Sustainability Europe Index". Dort ist Infineon für die Halbleiterindustrie sektorführend in den Bereichen produktbezogene Verantwortung ("Product Stewardship") sowie bei der betrieblichen Öko-Effizienz ("Operational Eco-efficiency"). Auch die wiederholte Listung unter den 15 Prozent der nachhaltigsten Unternehmen weltweit im "Sustainability Yearbook" zeigt, dass Infineon in Sachen Nachhaltigkeit zu den weltweit führenden Unternehmen gehört. Zur Aufnahme in das "Sustainability Yearbook" werden jährlich 2.500 Unternehmen hinsichtlich Nachhaltigkeit bewertet und prämiert. Bereits seit dem Jahr 2004 ist Infineon Teilnehmer der UN Global Compact Initiative und hat sich den dort festgelegten zehn Prinzipien zu Menschenrechten, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung freiwillig verpflichtet. Diese Prinzipien geben den Handlungsrahmen für Infineons CSR-Konzept. Bei der Weiterentwicklung dieses CSR-Konzepts hat Infineon sich maßgeblich an den Bedürfnissen seiner Stakeholder -seinen Investoren und Kunden, seinen Lieferanten, seinen Mitarbeitern, den politischen Entscheidungsträgern und den gesellschaftlichen Bedürfnissen - orientiert. Ebenfalls berücksichtigt wurden die Anforderungen internationaler Normen. Entwicklungen zu aktuellen Themen bei Nichtregierungsorganisationen und Wettbewerbern flossen bei der Evaluierung mit ein. 2 www.infineon.com/Nachhaltigkeit Reporting Die Identifikation der Anforderungen und Bedürfnisse erfolgte maßgeblich durch Anwendung international anerkannter Methoden wie der Wesentlichkeitsmatrix und dem EFQM (European Foundation for Quality Management)-Modell für Excellence. Das EFQM-Modell für Excellence ist ein umfassendes Management-Rahmenwerk, das von über 30.000 Organisationen in Europa eingesetzt wird. Basierend auf dem festgelegten Rahmen wurden Interviews mit internen und externen Interessengruppen über wichtige CSR-Aspekte bei Infineon geführt und diese nach ihrer Bewertung in unsere CSR-Strategie integriert. Als UN Global Compact Teilnehmer hat Infineon sich den Prinzipien verpflichtet und berichtet nachfolgend im Rahmen der Fortschrittsmitteilung über seine implementierten Maßnahmen: scroll Prinzip Implementierung Menschenrechte Prinzip 1 Unternehmen sollen den Schutz der internationalen Menschenrechte unterstützen und achten. Infineons Business Conduct Guidelines spiegeln unsere Selbstverpflichtung wider, die internationalen gültigen Menschenrechte einzuhalten. Dazu gehört auch der Schutz der persönlichen Würde und der Privatsphäre jedes Einzelnen. Wir dulden keine Menschenrechtsverletzungen. Diese Informationen sind auf unserer Unternehmensethik Internet-Seite verfügbar. Unsere Business Conduct Guidelines gelten sowohl für die interne Zusammenarbeit als auch für das Verhalten gegenüber externen Partnern. Mit unseren Einkaufsgrundsätzen (Principles of Purchasing) erwarten wir von unseren Lieferanten und Dienstleistern, dass sie die dort beschriebenen Verpflichtungen erfüllen und überwachen dies. Infineon setzt voraus, dass die Lieferanten und Dienstleister alle anwendbaren Gesetze, einschließlich derjenigen über die Arbeitspraktiken und Zwangsarbeit, einhalten. Prinzip 2 Unternehmen sollen sicherstellen, dass sie sich nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig machen. Arbeitsnormen Prinzip 3 Unternehmen sollen die Vereinigungsfreiheit und die wirksame Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhandlungen wahren. Gemäß unseren Business Conduct Guidelines, wird das Recht aller Mitarbeiter anerkannt, Arbeitnehmervertretungen zu bilden und Kollektivverhandlungen zur Regelung der Arbeitsbedingungen zu führen. Infineon und die Arbeitnehmervertretungen arbeiten mit gegenseitigem Respekt vertrauensvoll und konstruktiv zusammen. Dabei wird ein fairer Ausgleich zwischen den wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens und den Interessen der Mitarbeiter angestrebt. Auch bei strittigen Auseinandersetzungen bleibt das Ziel, eine tragfähige Zusammenarbeit auf Dauer zu bewahren. Prinzip 4 Unternehmen sollen sich für die Beseitigung aller Formen der Zwangsarbeit einsetzen. Infineons Business Conduct Guidelines spiegeln unsere Selbstverpflichtung wider, die internationalen gültigen Menschenrechte einzuhalten. Deshalb lehnen wir jede Form von Zwangsarbeit ab. scroll Prinzip Implementierung Prinzip 5 Unternehmen sollen sich für die Abschaffung von Kinderarbeit einsetzen. Infineons Business Conduct Guidelines enthalten auch Inhalte zu einer der Hauptarbeitsaufgaben des Global Compacts: Arbeit von Personen unter 15 Jahren ist nicht erlaubt. Ausnahmen gelten für bestimmte Entwicklungsländer, die unter die International Labor Organization (ILO) Konvention 138 fallen (Mindestalter herabgesetzt auf 14 Jahre), oder für Job Trainings oder Ausbildungsprogramme, die von der jeweiligen Regierung autorisiert sind und die Beteiligten nachweislich fördern. Prinzip 6 Unternehmen sollen für die Beseitigung von Diskriminierung bei Anstellung und Beschäftigung eintreten. In den Business Conduct Guidelines ist festgeschrieben, dass Diskriminierung nicht geduldet wird. Ein Infineon-Mitarbeiter oder ein externer Partner wird nicht hinsichtlich seiner Rasse, seiner Hautfarbe, seiner Herkunft, seines Geschlechts, seiner Religion, seines Alters, einer Behinderung, einer gewerkschaftlichen oder politischen Zugehörigkeit, seiner sexuellen Orientierung oder seines Familienstandes diskriminiert, schikaniert oder beleidigt. Jede Form von sexueller Belästigung, körperlicher Züchtigung, Nötigung und verbalen Angriffen ist verboten, ebenso jegliches einschüchterndes, ablehnendes oder beleidigendes Verhalten, das die Arbeitsleistung eines Infineon-Mitarbeiters beeinträchtigt. Umweltschutz Prinzip 7 Unternehmen sollen im Umgang mit Umweltproblemen einen vorsorgenden Ansatz unterstützen. Die Entwicklung von energieeffizienten Produkten ist ein Schlüsselelement unseres Bestrebens, Energie einzusparen und sich mit dem Klimawandel zu befassen. Um eine effiziente Handhabung der Ressourcen für den Umweltschutz sowie hohe Gesundheits- und Sicherheitsstandards zu gewährleisten, hat Infineon in allen weltweiten Produktionsstandorten ein Arbeitssicherheits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz-Managementsystem etabliert, das seit dem Jahr 2005 nach ISO 14001 und OHSAS 18001 zertifiziert ist. Für Infineon ist CSR mehr als nur die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen. Unser IMPRES (Infineon Integrated Management Program for Environment, Safety & Health) schafft die nutzbringende Verbindung zwischen der Verantwortung für Mensch und Umwelt mit dem wirtschaftlichen Erfolg und beinhaltet unser Bekenntnis zu einem effizienten Ressourcen-Management zum Schutz der Umwelt und für ökologische Innovation. Effizientes Energiemanagement ist ein Hauptthema für die Einsparung von Energie und die Verringerung von Treibhausgasemissionen weltweit. Deshalb haben wir das Energiemanagementsystem in unser IMPRES integriert und arbeiten derzeit an der Zertifizierung im Rahmen einer Matrix gemäß ISO 50001. Prinzip 8 Unternehmen sollen Initiativen ergreifen, um ein größeres Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt zu erzeugen. Prinzip 9 Unternehmen sollen die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien fördern. Korruptionsbekämpfung Prinzip 10 Unternehmen sollen gegen alle Arten der Korruption eintreten, einschließlich Erpressung und Bestechung. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG verstehen unter Corporate Governance ein umfassendes Konzept für eine verantwortungsvolle, transparente und wertorientierte Unternehmensführung. Infineons Business Conduct Guidelines definieren Anforderungen zum Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten. Darin eingeschlossen ist die Einhaltung von Gesetzen und fairen Geschäftspraktiken, insbesondere das Verbot von aktiver und passiver Bestechung. Dies wird von Compliance geprüft. UNSERE HALBLEITERHERSTELLUNG - EIN MASSSTAB IN SACHEN NACHHALTIGKEIT Aktives CSR-Management bedeutet für uns mehr als nur die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen. Mit unserem IMPRES haben wir wesentliche Aspekte der Nachhaltigkeit in unserer Organisation umgesetzt. IMPRES ist an allen maßgeblichen Produktionsstandorten implementiert und seit dem Jahr 2005 nach ISO 14001 und OHSAS 18001 zertifiziert. Darüber hinaus haben wir mit den Vorbereitungen zur Integration der Anforderungen des Energiemanagementstandards ISO 50001 begonnen. Nachhaltige Nutzung von Ressourcen Die Verknappung von natürlichen Ressourcen ist eine der großen globalen Herausforderungen unserer Zeit. Der effiziente Umgang mit Ressourcen ist daher ein wesentlicher Beitrag zur Zukunftssicherung. Wir bei Infineon nehmen diese Herausforderung seit Jahren an. Wasser Keiner der Fertigungsstandorte von Infineon befindet sich in wasserarmen Regionen. Dennoch sehen wir es als unsere Verantwortung, mit Wasser sorgsam umzugehen, und setzen dieses Selbstverständnis konsequent in unserem Handeln um. Der Erfolg unserer Anstrengungen zur Reduktion unseres Wasserverbrauchs zeigt sich eindrucksvoll an unseren Fertigungsstandorten. Der Gesamtwasserverbrauch unserer Front-End- und Back-End-Fertigungen inklusive unserer Firmenzentrale Campeon lag im vergangenen Jahr bei 19.330.623 Kubikmetern (m³). Infineons Wasserverbrauch Ein international anerkanntes Maß für das Wassermanagement unserer Front-End-Fertigungen ist der Wasserverbrauch pro Quadratzentimeter prozessierter Wafer-Fläche in Liter pro Quadratzentimeter. Spezifischer Wasserverbrauch der Infineon-Front-End-Standorte weltweit Im Jahre 2011 haben die europäischen Infineon-Front-End-Standorte - im Vergleich zu den Erhebungen der weltweiten Halbleiterorganisation WSC (World Semiconductor Council) - rund 70 Prozent weniger Wasser verbraucht als der globale Durchschnitt, um einen Quadratzentimeter Wafer-Fläche zu prozessieren. Wasserverbrauch Dies ist ein Ergebnis konsequent durchgeführter Maßnahmen. Konkrete Beispiele für nachhaltige Wasserwirtschaftssysteme finden sich in den Infineon-Fertigungsstandorten in Regensburg (Deutschland) und Villach (Österreich). Dort verwenden wir Wasser aus Brunnen, das gereinigt wird und dann unsere Produktionsmaschinen kühlt. Wir haben uns für diesen umweltfreundlichen Ansatz entschieden, da er hilft den Energieverbrauch zu senken. Das für die Kühlung verwendete Wasser ist sauberer als bei der Entnahme und kann daher direkt in den Fluss eingeleitet werden. Ebenso erfüllt auch ein hoher Anteil des von uns für die Produktion genutzten Wassers nach seiner Verwendung so hohe Reinheitskriterien, dass es mit behördlicher Genehmigung direkt wieder in die Flüsse eingeleitet werden kann. Die effiziente Nutzung von Wasser wird durch ein wirksames System zur Abwasserentsorgung und -behandlung ergänzt. Dabei werden die Abwasserströme "gebündelt" und in Teilströmen gesammelt. Diese Teilströme können dann effizienten Abwasserbehandlungsmethoden unterzogen werden. Nachdem dies erfolgt ist, kann das behandelte Wasser beispielsweise in die öffentliche Kanalisation eingeleitet werden. Dies ist ein Beleg für die Effizienz unserer Behandlungsmethoden. Ein weiterer Teil des Abwassers wird - soweit technisch möglich - in unsere Wasserrückgewinnung geleitet und wieder in der Produktion verwendet. Energieeffizienz und Klimaschutz Energieeffizienz ist die beste und preisgünstigste Energiequelle Bei der von Infineon zur Fertigung eingesetzten Energie handelt es sich maßgeblich um elektrische Energie. Etwa zwei Drittel dieser Energie werden in unseren Front-End-Fertigungen - beim Prozessieren der Silizium-Wafer -verbraucht und etwa ein Drittel in den Back-End-Fertigungen, das heißt bei der Montage und dem Testen der Bauelemente. Aufgrund der anspruchsvollen Prozesse in der Halbleiterindustrie muss die Stromversorgung zu jedem Zeitpunkt stabil und unterbrechungsfrei sein. Die Reduktion der Energieintensität unserer Fertigungen -ohne negative Auswirkung auf unsere Prozesse - ist eine Herausforderung, der wir uns seit Jahren erfolgreich stellen. Wegen des dort prozessbedingt besonders hohen Verbrauchs einerseits und der hohen Sensibilität der Prozesse andererseits, liegt der Fokus unserer Anstrengungen auf den Front-End-Fertigungen. Der Gesamtelektrizitätsverbrauch unserer Front-End- und Back-End-Fertigungen inklusive unserer Firmenzentrale Campeon lag im vergangenen Jahr bei 1.074 Gigawattstunden (GWh). Infineons Elektrizitätsverbrauch Ein international anerkanntes Maß für die Energieintensität respektive die Energieeffizienz der Front-End-Fertigungen ist der Elektrizitätsverbrauch pro Quadratzentimeter prozessierter Wafer-Fläche in Kilowattstunden pro Quadratzentimeter. Spezifischer Elektrizitätsverbrauch der Infineon-Front-End-Standorte weltweit Diese Größe erlaubt den Vergleich unserer Energieeffizienz mit internationalen Durchschnittswerten. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Im Jahr 2011 verbrauchte Infineon in den europäischen Front-End-Fertigungen 51 Prozent weniger Strom pro Quadratzentimeter prozessierter Wafer-Fläche als der weltweite Durchschnittswert des World Semiconductor Council (WSC), der weltweiten Halbleitervereinigung. Elektrizitätsverbrauch Dies belegt die hohe Effizienz unserer Fertigungen im Bereich Energie. Mit dem weltweiten Energieeffizienz-Programm "Energie 2015" hat Infineon einen standortübergreifenden Ansatz ins Leben gerufen, welcher dazu beitragen wird, weitere Optimierungspotenziale zu identifizieren und umzusetzen. Betrachtet man die Menge an Strom, die wir seit dem Jahre 2002 allein in Europa eingespart - respektive durch unserer Effizienzsteigerungen nicht verbraucht - haben, so waren dies kumuliert bis einschließlich 2011 etwa 2,3 Terawattstunden (1 Terawattstunde entspricht 1 Milliarde Kilowattstunden). Dies entspricht dem Jahresverbrauch einer europäischen Großstadt mit 2,1 Millionen Einwohnern.3 Klimaschutz: Reduktion der Treibhausgasemissionen Neben dem Einsatz von Energie ist die Verwendung bestimmter klimawirksamer Gase - sogenannter perfluorierter Verbindungen - für die Produktion von Halbleitern unerlässlich und trägt zu unserem ökologischen Fußabdruck bei. Sie werden bei Ätzprozessen zur Strukturierung von Wafern sowie zur Reinigung von Fertigungsanlagen für CVD-Prozesse ( "Chemical Vapour Deposition") eingesetzt. Im Rahmen unseres integrierten Umwelt- und Klimaschutzkonzepts ist es uns ein Anliegen die Emissionen dieser Gase zu minimieren. Da der Einsatz dieser Stoffe von der individuellen Prozesslandschaft maßgeblich bestimmt wird, setzt Infineon bei der Reduktion der Gase auf das Mittel der freiwilligen Selbstverpflichtung. Im Rahmen des Kyoto-Protokolls verpflichtete sich Infineon bereits 1998 freiwillig an relevanten Produktionsstätten die Emission der PFC-Gase - gerechnet in CO2 -Äquivalenten - auf den Wert von 1995 minus 10 Prozent zu reduzieren. Darüber hinaus ist Infineon analogen Selbstverpflichtungen unter anderem in Europa und Deutschland beigetreten. In der Selbstverpflichtung der deutschen Halbleiterindustrie wurde zugesagt, die PFC-Emissionen bis 2010 um 8 Prozent gegenüber dem Wert von 1995 zu verringern, gerechnet in CO2 -Äquivalenten. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, unternahm Infineon in den vergangenen Jahren große Anstrengungen. Im Rahmen von intensiven Projekten wurden kontinuierlich die Prozesse optimiert. So wurde beispielsweise durch Einführung der sogenannten "Remote Plasma Clean"-Technologie der Umsetzungsfaktor für Stickstofftrifluorid (NF3) von circa 50 Prozent auf 99 Prozent erhöht. Außerdem setzen die Front-End-Fertigungen bereits seit einigen Jahren verstärkt auf alternative Prozessgase mit höherem Umsetzungsfaktor und niedrigerem Treibhauspotenzial. Neben der Reduktion und Substitution hatte der gezielte Einsatz von Abluftreinigungsanlagen zur Behandlung PFC-haltiger Abluft einen erheblichen Einfluss auf die Reduktion der absoluten PFC-Emissionen. Neben den Investitionen und Prozessinnovationen waren lösungsorientierte Konzepte - beispielsweise das weltweite Redesign des Abluftreinigungskonzepts - unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit unentbehrlich für diesen Erfolg. Die exzellente Arbeit an den Standorten und die kontinuierliche Suche nach Optimierung waren dabei maßgeblich. Diese Konzepte sind an allen relevanten Standorten umgesetzt. PFC-Emissionen von Infineon Das Ergebnis ist ein weiterer Beleg für den Erfolg unserer Anstrengungen. Durch die neuen Abgasreinigungskonzepte, weniger klimaschädliche Gase und effizientere Prozesse erfüllte Infineon die eigenen Ziele im Rahmen der genannten freiwilligen Selbstverpflichtung bereits 2007. Damit leisteten wir einen maßgeblichen Beitrag zur Erfüllung der deutschen und europäischen Selbstverpflichtung. So konnten in Deutschland die PFC-Emissionen um mehr als 47 Prozent reduziert werden. Infineons PFC-Gesamtemissionen lagen im Geschäftsjahr 2012 bei 155,88 Kilotonnen CO2 -Äquivalenten. Wir sehen uns im Klimaschutz in einer Vorreiterrolle und als verlässlicher Partner. 3 Fachverband für Energie-Marketing und -Anwendung (HEA) e. V. beim VDEW; 4 Personen-Haushalt. Europäische PFC-Emissionen Abfallmanagement In jeder Produktion gibt es Abfälle, die trotz weitgehender Optimierung der Prozesse nicht vermieden werden können. Die Aufgabe des Infineon-Abfallmanagements ist es dabei, die Menge der Abfälle auf ein Minimum zu reduzieren und diese Abfälle dann entweder einer Wiederverwendung zuzuführen oder sie ordnungsgemäß zu entsorgen. Dazu werden die Abfälle möglichst schon an der Abfallstelle getrennt gesammelt. Manche Materialien wie zum Beispiel das Lösemittel Cyclopentanon werden, soweit wirtschaftlich und ökologisch vertretbar, intern oder extern recycelt und können damit erneut in der Produktion verwendet werden. Dadurch kann der Einkauf von neuen Materialien signifikant reduziert werden. Durch die zielgerichteten Aktivitäten des Abfallmanagements bei Infineon war es 2011 möglich, bezogen auf die Fläche der in unseren europäischen Front-End-Fertigungen prozessierten Wafer, rund 51 Prozent weniger Abfall zu generieren - verglichen mit dem globalen Durchschnittswert des WSC. Abfallgenerierung Dies belegt die hohe Effizienz der Infineon-Fertigungen und den aktiven Beitrag zur Nachhaltigkeit auch in diesem Bereich. Chemische Sicherheit Neben Ressourcen wie Wasser und Energie werden bei der Herstellung von Halbleitern verschiedenste Chemikalien eingesetzt. Präventive Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt hat Infineon in einem global harmonisierten Freigabeprozess und in Arbeitsschutzkonzepten erfolgreich hinterlegt. Die Erfüllung von Gesetzen und Vorschriften ist auch hierbei die Basis unseres Handelns. Wesentliches Regularium in diesem Bereich ist die europäische Chemikaliengesetzgebung (REACH: Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals; Europäische Verordnung (EG) 1907/2006). Am 1. Juni 2007 trat REACH in Kraft und regelt die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe, die für den europäischen Markt hergestellt beziehungsweise dort in Verkehr gebracht werden. Mit der Einführung von REACH kam es zu einem Paradigmenwechsel. Die Verantwortung für die Umsetzung liegt nun nicht mehr nur bei den Behörden, sondern auch wesentlich bei der Industrie. Schon frühzeitig wurden bei Infineon die möglichen negativen Auswirkungen von REACH - beispielsweise durch eine reduzierte Verfügbarkeit von Chemikalien - auf unsere Lieferketten und die eigenen Fertigungen untersucht. Um diese zu vermeiden, wurde bereits im Dezember 2006 das Projekt REACH@Infineon gestartet. Dabei wurden alle relevanten Lieferanten hinsichtlich ihrer Betroffenheit durch REACH bewertet. Schlüssellieferanten wurden in Interviews und Workshops mit den Anforderungen bezüglich REACH vertraut gemacht. Weiterhin wurden die REACH-Anforderungen in die Infineon-Einkaufsbedingungen implementiert und sind Bestandteil des Lieferantenauswahlprozesses. Obwohl der Anwendungsbereich der REACH-Gesetzgebung auf Europa beschränkt ist, hat Infineon einen globalen Ansatz gewählt. Durch die weltweite Einhaltung der Vorschriften gewährleisten wir eine uneingeschränkte, weltweite Flexibilität unserer Prozesse und Produktionschemikalien. Produkte von Infineon gelten nach REACH als Erzeugnisse. Diese enthalten keine Stoffe, die unter normalen oder vernünftigerweise vorhersehbaren Verwendungsbedingungen freigesetzt werden. Daher bestehen für die Substanzen in Infineon-Produkten keine Registrierungspflichten. Die REACH-Kandidatenliste (Liste der für eine Zulassung in Frage kommenden und besonders besorgniserregenden Stoffe) wird durch die europäische Chemikalienagentur ECHA (European Chemicals Agency) publiziert und enthält derzeit 84 Stoffe4 . Die Aufnahme eines Stoffes in die Kandidatenliste bedeutet rechtlich kein Verwendungsverbot in Erzeugnissen, jedoch ergeben sich gegebenenfalls Notifizierungs- und Informationspflichten. Infineon erfüllt diese Pflichten für Produkte und Verpackungen durch einen entsprechenden Passus im Frachtbrief (Dispatch Note) bei europäischen Empfängern sowie durch die REACH-Erklärung. Durch diesen umfassenden und frühzeitigen Ansatz konnten wir die Einhaltung der REACH-Anforderungen auf effiziente Weise sicherstellen und eine unterbrechungsfreie Lieferkette gewährleisten. Am 20. Januar 2009 ist die europäische Verordnung (EG) Nr. 1272/2008, genannt CLP-Verordnung (Classification, Labeling and Packaging), in Kraft getreten. Damit wurde europaweit ein neues System für die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen eingeführt. Es gründet in weiten Teilen auf den Empfehlungen der Vereinten Nationen, dem sogenannten "Purple Book". Es beinhaltet ein weltweit einheitliches System zur Einstufung von Chemikalien, sowie deren Kennzeichnung auf Verpackungen, in Sicherheitsdatenblättern und Betriebsanweisungen. Ziel ist, das Niveau des Schutzes der menschlichen Gesundheit und der Umwelt weltweit einheitlicher, transparenter und vergleichbarer zu machen. Die europäischen Richtlinien 67/548/EWG (Stoffrichtlinie) und 1999/45/EG (Zubereitungsrichtlinie), die rechtliche Basis für das bisher gültige Einstufungs- und Kennzeichnungssystem, werden zum 1. Juni 2015 aufgehoben. Für die Umstellung auf die neue Regelung sind lange Übergangsfristen vorgesehen. So ist die CLP-Verordnung für Stoffe seit dem 1. Dezember 2010 verbindlich anzuwenden, für Gemische ab dem 1. Juni 2015. Die lange Übergangszeit des Einstufungs- und Kennzeichnungssystems soll sicherstellen, dass alle Betroffenen (Behörden, Unternehmen und Interessengruppen) ausreichend Zeit zur Umstellung haben. Um unabhängig von den individuellen Umstellungsplänen unserer Lieferanten zu sein, wird Infineon bis zum Ende der Übergangsfristen beide Klassifizierungssysteme parallel anwenden. Damit ist die höchstmögliche Sicherheit beim Umgang mit Chemikalien gewährleistet und das weltweit. Wir schaffen einen ökologischen Nettonutzen Konsequentes CSR-Management in den Fertigungen erzeugt ein Höchstmaß an Effizienz und ist ein Beitrag zur Reduktion unseres eigenen ökologischen Fußabdrucks. Doch Infineon leistet wesentlich mehr. Durch unsere Innovationen und Lösungen in den Bereichen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit ermöglicht Infineon ökologisch nachhaltige Applikationen und trägt zur Steigerung der ökologischen Effizienz der Endprodukte bei, über deren gesamten Lebenszyklus. Stellt man dies gegenüber, so ergibt sich ein überaus bemerkenswertes Bild. Entsprechend unseren Berechnungen ergibt sich für die Infineon-Fertigungen - unter Berücksichtigung aller aus unserer Sicht maßgeblichen Einflussgrößen inklusive der eingesetzten Materialien und Logistik - ein ökologischer Fußabdruck von umgerechnet 1,1 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Produkte, die Infineon unter Aufwendung dieses Fußabdrucks herstellt und den Kunden bereitstellt, ermöglichen in den Applikationen Einsparungen von jährlich etwa 4,7 Millionen Tonnen CO2 . Damit resultiert für Infineon ein jährlicher ökologischer Nettonutzen von mehr als 3,6 Millionen Tonnen CO2 . Infineon hilft damit, mehr CO2 einzusparen, als Infineon verursacht und erzielt so eine positive Ökobilanz. Wenngleich ökobilanzielle Betrachtungen aufgrund ihrer Komplexität stets mit einer gewissen Unschärfe behaftet sind, so ist dieses Ergebnis dennoch eindeutig. 4 Letzte Aktualisierung 18. Juni 2012. Infineon ermöglicht eine nachhaltige Gesellschaft UNSERE VERANTWORTUNG ENTLANG DER WERTSCHÖPFUNGSKETTE Jedes global agierende Unternehmen hat typischerweise eine komplexe Lieferantenstruktur. Die Auswahl unserer Materialien und Rohstoffe, die Dienstleistungen unserer Auftragnehmer sowie zugekaufte Anlagen und Maschinen oder der Bau und die Nutzung unserer Anlagen werden bezüglich der Einhaltung unserer Anforderungen im Bereich CSR geprüft. Basis sind auch hier die Prinzipien des UN Global Compacts. Infineon unterstützt externe Dienstleister und Lieferanten in der Erfüllung dieser Anforderungen aktiv. Die Anforderungen hat Infineon in den "Principles of Purchasing" hinterlegt. Neben Themen im Bereich CSR sind dort auch Themen, die die Sicherheit und die Lieferfähigkeit betreffen, hinterlegt. Für die Infineon-Lieferanten sind diese Leitlinien verpflichtend. Ein Beleg dafür, dass Infineon auch hier freiwillige Verantwortung übernimmt, zeigt das Beispiel der Konfliktmineralien. Konfliktmineralien Berichtspflichten, die Firmen gegenüber der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC (US Securities and Exchange Commission) haben, werden durch die Section 1502 ("Conflict Minerals Provision") des "Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act" erweitert. Bei Einsatz von sogenannten Konfliktmineralien oder deren Derivaten (derzeit Gold, Tantal, Wolfram und Zinn) muss durch diese Unternehmen deklariert werden, wenn die Mineralien ihren Ursprung in der Demokratischen Republik Kongo oder einem der daran angrenzenden Länder haben. Infineon selbst hat keine Berichtspflichten gegenüber der SEC. Dennoch hat Infineon im Vorfeld zur Unterstützung von Kunden auf freiwilliger Basis bereits 2009 begonnen, seine Lieferanten bezüglich der Verwendung vorgenannter Metalle (einschließlich Kobalt) abzufragen. Als Ergebnis unserer Untersuchungen wurde ein Statement "Conflict Metals" erstellt, das eine Auflistung der in unserer Lieferkette identifizierten Schmelzhütten enthält. Fasst man diese Daten nach den Regionen der Schmelzhütten zusammen, ergibt sich, dass diese Schmelzhütten mit 11 Prozent in Europa, 71 Prozent in Asien und 18 Prozent in Amerika lokalisiert sind. Somit befindet sich keine der Schmelzhütten in der Demokratischen Republik Kongo oder einem der daran angrenzenden Länder. Die für das Inkrafttreten der Berichtspflichten gegenüber der SEC nötigen Ausführungsbestimmungen wurden am 22. August 2012 durch die SEC veröffentlicht. Dadurch beginnt die Berichtspflicht für betroffene Firmen erstmalig im Jahr 2014 für das Jahr 2013. Um auch weiterhin unsere Kunden unterstützen zu können, werden wir erneut unsere Lieferkette bezüglich der Verwendung von möglichen Konfliktmineralien gemäß den jetzt veröffentlichten Anforderungen evaluieren. UNSERE VERANTWORTUNG FÜR DIE MITARBEITER Die Sicherheit unserer Mitarbeiter ist für Infineon ein zentrales Anliegen. Die Konzepte im Bereich der Arbeitssicherheit konzentrieren sich auf die Prävention, um Arbeitsunfälle zu minimieren. Infineons Produktionsstandorte sowie die Firmenzentrale haben eine OHSAS 18001 Zertifizierung für ihr Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsystem. Als dessen zentraler Bestandteil unterliegen alle Arbeitsplätze bei Infineon einer regelmäßigen Gefährdungsbeurteilung, die eine vollständige Erfassung und Bewertung aller potenziellen Gefahren beinhaltet. Auf dieser Basis erarbeiten Experten individuelle Schutzkonzepte, die weltweit angewandt werden und wodurch eine Gefährdung unserer Mitarbeiter durch die Arbeitsumgebung weitestgehend ausgeschlossen werden kann. Die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen wird regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Unabhängig davon sucht Infineon ständig nach Möglichkeiten wie potenzielle Risiken weiter minimiert werden können. So beispielsweise im Bereich Chemikaliensicherheit, wie Gefahrstoffe durch alternative Chemikalien mit geringerem Gefährdungspotenzial ersetzt werden können. Die Effektivität dieser Maßnahmen wird durch erfreulich niedrige Unfallzahlen bestätigt. Diese zeigen einen Wert, der deutlich unter dem branchenspezifischen Durchschnitt der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse ("BG ETEM") liegt. Bei der Erfassung der Unfälle geht Infineon besonders sensibel vor. Unfälle werden im Unterschied zu der Erhebung der BG ETEM bereits ab einem Tag Abwesenheit vom Arbeitsplatz in der Erhebung berücksichtigt. Dagegen sind Unfälle erst ab drei Tagen Abwesenheit in den BG ETEM-Zahlen enthalten. Die Infineon-Daten sind für das jeweilige Geschäftsjahr angegeben und die Werte der BG ETEM spiegeln das Kalenderjahr wider. Im Geschäftsjahr 2012 beträgt die 1.000-Mann-Quote von Infineon 4. Unfallstatistik Infineon weltweit Neben der Arbeitssicherheit schaffen wir im Bereich Gesundheitsschutz ein breites Angebot, welches es den Mitarbeitern ermöglicht, ihre Gesundheit aktiv zu fördern. WIR ENGAGIEREN UNS SOZIAL: CORPORATE CITIZENSHIP Die positive Interaktion mit den Gesellschaften in den verschiedenen Regionen, in denen Infineon vertreten ist, ist sehr wichtig. Alle Infineon-Aktivitäten reflektieren die Prinzipien aus den Bereichen der ökologischen Nachhaltigkeit, der wirtschaftlichen Entwicklung und der gesellschaftlichen Verantwortung. Basierend auf den Ergebnissen des Infineon-CSR EFQM-Prozesses und aufbauend auf den identifizierten Aspekten aus unserer Wesentlichkeitsmatrix, hat sich Infineon entschlossen, Corporate Citizenship-Leitlinien zu definieren. Diese Leitlinien beschreiben die verschiedenen Möglichkeiten und die Schwerpunkte, die Infineon als Basis seiner Corporate-Citizenship-Aktivitäten sieht. Diese Leitlinien sind so konzipiert, dass sie sich an den zehn Prinzipien des UN Global Compact, den UN Millennium-Entwicklungszielen der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) und der Lokalen Agenda 21 der UN orientieren. Die ausgewählten Initiativen und Organisationen, die Infineon unterstützt, müssen alle geforderten gesetzlichen Bestimmungen des Landes oder derjenigen Region erfüllen, in denen die Corporate Citizenship-Initiative entwickelt wurde und schließlich umgesetzt wird. Infineon unterstützt nur solche Initiativen, die alle gesellschaftlichen und ethischen Gruppierungen in dem relevanten Land oder der angesprochenen Region respektieren. Alle Initiativen müssen mit den Anforderungen der Infineon Business Conduct Guidelines sowie den Prinzipien des UN Global Compact im Einklang stehen. Bevor unsere Vorhaben realisiert werden, muss zudem eine angemessene Sorgfalt bezüglich der Verantwortlichkeit, der Glaubwürdigkeit, der Reputation und der Sicherheit der Initiativen gewährleistet sein. Ein adäquates Monitoring der zu unterstützenden Aktivitäten, in Bezug auf die Erfüllung der erwünschten Absicht, wird zukünftig zusätzlich sichergestellt. Infineons Strategie im Bereich Corporate Citizenship basiert auf definierten Schwerpunktbereichen. Neben den Maßnahmen zur Linderung von ökologischen und humanitären Katastrophen, bei denen sich Infineon im Fall von großen Katastrophen bemüht, im Rahmen seiner Möglichkeiten durch ehrenamtliche Tätigkeiten und Spendenaktionen Unterstützung und Hilfe auf der ganzen Welt zu ermöglichen, unterstützt Infineon die folgenden Bereiche: "ESH-Aktivitäten" (das heißt Aktivitäten im Bereich Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz), "Adressierung von lokalen sozialen Bedürfnissen" sowie "Bildung für zukünftige Generationen". ESH-Aktivitäten: Infineon strebt danach die Auswirkungen auf die Umwelt der lokalen Gesellschaft zu minimieren. Um diesen Schwerpunkt zu unterstützen, organisierten beispielsweise die Mitarbeiter von Infineon am Standort in Malakka (Malaysia) im Juni 2012 eine Flussuferreinigungs-Kampagne in Verbindung mit dem "Melaka State Event". Dank der aktiven Beteiligung unserer Mitarbeiter konnte hierbei das Putat Flussufer gereinigt werden. Adressierung von lokalen sozialen Bedürfnissen: In diesem Bereich unterstützt Infineon soziale Aktivitäten im Zusammenhang mit der lokalen Gesellschaft. Hier gab es in den vergangenen Jahren beispielsweise das Projekt "Learn for Life" - Infineon hat bereits zwei Jahre in Folge mehrere Veranstaltungen organisiert, um Kindern mit mentaler oder psychischer Beeinträchtigung im Stadtbezirk Chong'An (Verwaltungsgebiet Wuxi) zu helfen. Eine große Anzahl von Freiwilligen kam zusammen, um aktiv zu unterstützen. Dieses Jahr wurde Infineon die Ehre zuteil, bei der Wuxi Charity Party eingeladen zu sein. Die Veranstaltung fand am 16. Mai 2012 unter dem Slogan "Share the Culture, Fulfill the Dream" ("Teile die Kultur, erfülle den Traum") beim lokalen Bildungsfernsehen statt. Im Rahmen vom "Campeon jährlicher Geschenke-Regen" fand unter dem Motto "Mit wenigen Mitteln viele Kinderherzen bewegen" in diesem Geschäftsjahr zum vierten Mal in Folge der sogenannte Münchner Geschenke-Regen statt. Diese Weihnachtsaktion möchte Kindern aus sozial benachteiligten Verhältnissen eine Freude bereiten. Den Kindern wurden dabei kleine individuelle Weihnachtswünsche von Infineon-Mitarbeitern erfüllt. Dazu schrieben die Kinder die Wünsche auf einen Zettel sowie ihren Namen auf ein Kuvert. Diese Kuverts wurden an einem Christbaum im Campeon Casino angebracht. Alle Mitarbeiter, die sich beteiligen wollten, konnten im Dezember die Weihnachtswünsche abholen und ganz individuell erfüllen. Das Infineon-Team hat dafür gemeinsam mit der Münchner Geschenke-Regen-Organisation vier Einrichtungen ausgewählt und besucht, an deren Kinder die Geschenke gehen sollten. Die beschenkten Kinder haben zum Großteil erschütternde Schicksale und Lebensumstände hinter sich und erhielten auf diesem Weg häufig zum ersten Mal ein eigenes Weihnachtsgeschenk. Bildung für zukünftige Generationen: Bildung ist die Basis für die Zukunft eines jeden Menschen. Investitionen in die Bildung junger Menschen fördern ihre Entwicklungsmöglichkeiten und werden dazu beitragen, die Gesellschaft zu befähigen, den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden. In Malakka (Malaysia) spendete Infineon mehr als 400 gebrauchte Computer und Notebooks an die Tzu Chi Schulen und Nichtregierungsorganisationen. Die Computer und Notebooks werden den jungen Menschen dabei helfen, ihre Zukunftschancen zu verbessern. Dieses Projekt adressiert daneben auch eine weitere Säule der Nachhaltigkeit: die Ökologie. Die 400 gebrauchten Computer und Notebooks wurden gereinigt, formatiert, getestet und schließlich an die mehr als 40 Schulen und Nichtregierungsorganisationen in den letzten zwei Jahren verteilt. ANERKENNUNG UNSERER LEISTUNGEN Jedes Jahr aufs Neue werden Infineon von verschiedenen Umweltorganisationen, Kunden und anderen Initiativen verschiedene Preise im Bereich CSR verliehen. Hierauf ist Infineon besonders stolz. Infineon Austria hat in diesem Jahr zum vierten Mal den "TRIGOS Carinthia Award" gewonnen. Dieser jährlich vergebene Preis wird bereits seit acht Jahren in Österreich für den Bereich CSR vergeben. Dabei prämiert ein Verbund von Organisationen, wie beispielsweise das Rote Kreuz, die SOS Kinderdörfer, die Handelskammer und die Vereinigung der österreichischen Industrie, besonders verantwortliche Unternehmen in Österreich. Infineon Austria wurde dabei in der Kategorie Ökologie für besondere Nachhaltigkeit im Bereich Elektromobilität und für die Aktivitäten bei der Umwandlung der Wärmeversorgung aus Biomasse gewürdigt. Der FTSE4Good Index Series wurde entwickelt, um die Performance von Unternehmen, die weltweit anerkannten CSR-Standards entsprechen, objektiv zu messen. Infineon wurde in 2012 erneut in den FTSE4Good Index Series aufgenommen. Diese Leistung erreicht Infineon durch einen kontinuierlichen Lern- und Verbesserungsprozess. Globale Entwicklungen aktiv mitgestalten, eine positive gesellschaftliche Zusammenarbeit und die freiwillige Verantwortung für Mensch und Umwelt sind die Grundlagen unseres integrativen Ansatzes. Dieser Ansatz wird bei Infineon gelebt, in den strategischen Konzepten und dem täglichen Handeln. UNSERE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER Unsere Mitarbeiter übernehmen Verantwortung, zeigen Leistung und haben Erfolg - für sich persönlich und für das gesamte Unternehmen. Die Hauptaufgabe unserer Personalarbeit: ihre Leistungsfähigkeit sicherstellen, ihnen Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen und sie dabei unterstützen, ihr volles Potenzial einzubringen. Auch die Fähigkeit, exzellente Mitarbeiter zu rekrutieren, zu fördern und zu binden, ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Infineon. Daher haben wir uns auch im vergangenen Geschäftsjahr auf drei Säulen konzentriert: "Exzellente Führung", "Förderung der Talente" und "Organisationsentwicklung und Mitarbeiterengagement". Wir haben bestehende Programme und Initiativen fortgesetzt und weiter verankert - denn Konsistenz und Kontinuität in unseren Personalinstrumenten sind das Rezept zum Erfolg. EXZELLENTE FÜHRUNG Führungskultur Im vergangenen Geschäftsjahr wurde das globale Führungskräftetraining "Leading People in a High Performance Company" auf den Weg gebracht. Ziel des Trainings: die Führungskompetenz zu entwickeln, Mitarbeiter dafür zu begeistern, ihre persönliche Höchstleistung zu erzielen. Das Training vermittelt ein tieferes Verständnis der zentralen Aspekte der Führungsrolle und schult Führungstechniken. Es hilft, den eigenen Führungsstil zu reflektieren, und unterstützt so die Führungskraft bei ihrer eigenen Weiterentwicklung. Darüber hinaus stellt es ein einheitliches Verständnis von Führung sicher und trägt damit wesentlich zur Ausrichtung des Unternehmens bei. Bis zum Ende des Geschäftsjahrs 2012 haben weltweit mehr als 1.000 Führungskräfte aller Ebenen an diesem Training teilgenommen. Ziel ist die Teilnahme aller Führungskräfte bis Ende des Geschäftsjahrs 2013. Fokus des Trainings - Leading People in a High Performance Company: Grundlegende Aspekte der Mitarbeiterführung Der Standort Warstein (Deutschland) beispielsweise begann im Geschäftsjahr 2008, sich verstärkt auf die Verbesserung der Ausbeute in der Produktion zu konzentrieren. Seit 2009 wurden dazu die Fertigungsmitarbeiter zur Optimierung von Ausbeute und Qualität intensiv eingebunden. 2011 schloss sich eine starke Wachstumsphase an. Dies machte eine Neuorganisation der Führungsstruktur in der Fertigung notwendig. Wir haben die Führungsspanne von früher teilweise 50 Operator pro Schichtleiter auf maximal 15 Operator reduziert. Die Führungskräfte wurden im Rahmen des Trainings "Leading People in a High Performance Company" weiter qualifiziert. Denn dieses Konzept verbessert auch die Qualität und Reaktionsfähigkeit unserer Führung. So kann das lokale Management schnell und dezentral auf die Erfordernisse eines zyklischen Marktes reagieren. Dies zeigte sich am Standort Warstein gerade auch zum Ende des vergangenen Geschäftsjahrs, in dem wir schnell mit dem Beginn von Kurzarbeit auf die sich abschwächende Marktnachfrage reagiert haben. In Asien-Pazifik sind die Führungskräfte durch die großen Unterschiede zwischen den Städten, Ländern und Regionen ständig gefordert: Sie müssen lokale Geschäftstreiber identifizieren und diese gleichzeitig in die globale Strategie einbetten. Es gilt, Unterschiede zwischen der östlichen und der westlichen Kultur zu überbrücken. Hier setzt unser "Global Leadership Program" an: Die Führungskräfte entwickeln im Training ein Verständnis für die unterschiedlichen asiatischen Kulturen und Märkte sowie die jeweiligen Anforderungen. Sie tauschen Erfahrungen mit externen Interessengruppen sowie mit Kollegen und Kunden aus. Sie erhalten Einblicke, durch welche Maßnahmen sie den Unternehmenserfolg aktiv beeinflussen können - und wie sie erfolgreich globale Teams führen. Am Standort Campeon wurde die Weiterbildung zum Thema Führung für die oberen Führungskräfte ergänzt um eine Schulung zum "Gesunden Führen": "Leadership & Health". Hier wurde der Einfluss der Führungsqualität auf die Gesundheit der Mitarbeiter in den Fokus gestellt. An diesem Training hatten bis zum Ende des Geschäftsjahrs circa 60 Prozent der oberen Führungskräfte aus dem deutschsprachigen Raum teilgenommen. Offenes und ehrliches Feedback Für eine offene Unternehmenskultur und Mitarbeiterzufriedenheit ist konstruktives Feedback wichtig. Das betrifft zwei Ebenen: Feedback sowohl von der Führungskraft an den Mitarbeiter als auch umgekehrt von den Mitarbeitern an die Führungskraft. Bestehende Instrumente für beide Ebenen haben wir mithilfe des "High Performance Behavior Model" gestärkt, um so der Organisation zu helfen, offenes und ehrliches Feedback zu leben. Das Modell übersetzt die Unternehmensstrategie in konkrete Verhaltensbeschreibungen. Acht Dimensionen erläutern in kurzen, einfachen und verständlichen Worten, welche Verhaltensweisen uns helfen, zu einem High-Performance-Unternehmen zu werden. "STEPS" ist unser jährliches Mitarbeitergespräch, für das im Geschäftsjahr 2011 weltweit ein überarbeitetes Konzept ausgerollt wurde - in Deutschland zunächst nur für die leitenden Angestellten, weil eine entsprechende Vereinbarung mit dem Betriebsrat noch getroffen werden muss. Es verbessert vor allem die Qualität des Dialogs zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Die Führungskraft gibt nicht nur Rückmeldung darüber, welche Ergebnisse (WAS) die Mitarbeiter erreicht haben, sondern auch mit welchem Verhalten (WIE) sie es erreicht haben - dies erfolgt anhand des "High Performance Behavior Model". Somit rücken das Verhalten, die Einstellung und damit die langfristige Erfolgsbasis, stärker in den Vordergrund. Mit dem Führungsgespräch können Mitarbeiter ihren Führungskräften Feedback geben. Dies ermöglicht, den eigenen Führungsstil zu reflektieren, Stärken und Verbesserungspotenziale zu identifizieren und damit die Leistung des Teams insgesamt zu steigern. Auch alle Führungskräfte des Top Managements haben sich verpflichtet, ihre Führungsgespräche durchzuführen. FÖRDERUNG DER TALENTE Talentmanagement Weltweit sind "Development Conferences" seit 2012 fester Bestandteil des STEPS-Prozesses. Sie ermöglichen es, systematisch Talente zu identifizieren und zu fördern - auch über Organisationsgrenzen hinweg. Mitarbeiter erhalten von unterschiedlichen Führungskräften besondere Beachtung und die Chance für eine bereichsübergreifende Entwicklung. Der Mehrwert für das Unternehmen: Talente werden vielseitiger in der Organisation ausgebildet und stehen somit für eine größere Anzahl von Nachfolgepositionen zur Verfügung. Besonders hervorzuheben ist die Fachkarriere Technical Ladder. Im Rahmen der Technical Ladder können sich unsere Fachexperten analog zur Managementkarriere weiterentwickeln, ohne dass sie direkte Führungsverantwortung übernehmen. Sie basiert auf strategischen Fachkompetenzen, die Grundlage für die strategische Personalplanung sind. In der Region Asien-Pazifik werben, entwickeln und binden wir unsere Talente mit dem Talentmanagement Programm. Ein entscheidender Erfolgsfaktor: Das Talentmanagement ist Aufgabe aller Führungskräfte -innerhalb und außerhalb der Region - und unsere Personalabteilung unterstützt sie dabei. Das Top Management hat eine wesentliche Rolle sowohl bei der Auswahl der Talente als auch bei der Unterstützung der Entwicklungsmaßnahmen, wie dem Mentoring oder bei STEPS-Runden. Um der Managementlaufbahn und der technischen Karriere gleichermaßen Rechnung zu tragen, bieten wir in Asien-Pazifik seit 2011 das "ENGINE" (Fokus: Managementlaufbahn) und seit 2012 das TechStar-Programm (Fokus: technische Laufbahn) an. Beide Programme konzentrieren sich auf vier Schlüsselbereiche: Ausbildung, Interaktion mit dem Management, Wissenstransfer und Anwendung des Gelernten in konkreten Projekten. Förderung durch Vielfalt Die Entwicklung von Frauen in Führungsfunktionen ist einer der Schwerpunkte unseres Diversity-Managements. So konnten wir den Anteil von Frauen in Führungsfunktionen kontinuierlich von 9 Prozent 2006 auf über 12 Prozent 2012 steigern. Unsere Ziele liegen jedoch noch höher: Bis 2015 wollen wir den Anteil auf 15 Prozent, bis 2020 auf 20 Prozent steigern. Eine Reihe von Maßnahmen soll dies ermöglichen. Um besser zu verstehen, wie sich unsere Unternehmenskultur auf die Zahl von Frauen in Führungspositionen auswirkt, haben wir an dem Projekt "Unternehmenskulturen verändern - Karrierebrüche vermeiden" teilgenommen. Dieses wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ) initiiert und vom Fraunhofer-Institut durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen auf, wie wir den Frauenanteil weiter steigern können. Frauen in Führungspositionen (Infineon weltweit) Geschlechterverteilung (Infineon weltweit 2012) Im Dezember 2011 wurde das Gender-Diversity-Netzwerk ins Leben gerufen. Unsere Führungskräfte sind wichtige Impulsgeber und Multiplikatoren einer Unternehmenskultur der Chancengerechtigkeit. Das Netzwerk besteht aus 29 Führungskräften, davon 21 Frauen und 8 Männer. Der Auftrag an das Netzwerk ist klar formuliert: Chancengerechtigkeit in der Mitte der Organisation zum Thema zu machen und mitzuhelfen, attraktive Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer bei Infineon zu gewährleisten. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für beide Geschlechter ist seit langem Teil unserer Personalstrategie. An allen großen deutschen und österreichischen Standorten und auch in Singapur gibt es je nach Bedarf entweder einen werkseigenen Kindergarten oder Kooperationen mit nahegelegenen Kindertagesstätten. Am Standort Villach (Österreich) wurde im September 2012 eine Kindertagesstätte mit mehrsprachiger Betreuung eröffnet, deren Pädagogik auf Naturwissenschaft und Technik ausgelegt ist. Zusätzlich bietet Infineon eine Reihe von Möglichkeiten, die Arbeitszeit je nach Lebensphase flexibel zu gestalten: ob mit Vertrauensarbeitszeit, Teilzeitarbeit oder Telearbeit. Hochschulkooperationen und Forschung Infineon setzt auf strategische Hochschulkooperationen, um die Lehre und Forschung in für Infineon relevanten Fachgebieten praxisnah zu ergänzen. Besonders in der Region Asien-Pazifik spielt dies eine wichtige Rolle. Seit zehn Jahren kooperieren wir beispielsweise mit dem Chinesisch-Deutschen Hochschulkolleg an der Tongji-Universität in Shanghai (China) und haben im Mai 2012 den Stiftungslehrstuhl für Eingebettete Systeme und Mikrocontroller bis 2017 verlängert. In Deutschland haben wir die Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München (TUM) weiter verstärkt. In den nächsten fünf Jahren stiftet Infineon den Lehrstuhl für Leistungselektronische Systeme. Inhaltlich schlägt der Lehrstuhl eine Brücke von der Halbleitertechnologie über die Aufbau- und Verbindungstechnik hin zum erfolgreichen Einsatz in Produkten und Systemen verschiedener Applikationen. Die Vorstände hielten Gastvorlesungen beziehungsweise -vorträge an der Technischen Universität München (TUM) und an der INSEAD Business School in Fontainebleau (Frankreich). Auch die Gemeinschaft der Doktoranden bei Infineon wächst enger zusammen: Im Mai 2012 wurde das PhD-Netzwerk ins Leben gerufen. Es vernetzt rund 80 Doktoranden, deren Betreuer und Professoren. Gemeinsame Diskussionen und ein reger Austausch führen zu vielen neuen Impulsen für eine bereichsübergreifende Innovationskultur. Qualifikation und Bildung In Zeiten des demografischen Wandels verstärken wir gezielt unser Engagement in der Ausbildung. Im Geschäftsjahr 2012 wurden in Deutschland 79 Auszubildende eingestellt. Zum 30. September 2012 beschäftigte Infineon somit insgesamt 200 Auszubildende - 20 mehr als noch im vergangenen Geschäftsjahr. Auch das Ausbildungsprogramm wurde um einen neuen Ausbildungsgang zum "Elektroniker für Geräte und Systeme" erweitert. In Deutschland waren zum 30. September 2012 mehr als 150 Praktikanten oder Diplomanden sowie ungefähr 260 Werkstudenten beschäftigt. Ausgaben für Weiterbildung Im Berichtszeitraum stiegen die Aufwendungen für Weiterbildung um 31 Prozent auf €7,6 Millionen deutlich an (2011: €5,8 Millionen). Schwerpunkte der Weiterbildung waren zum einen Fachtrainings, die das Know-how und die Innovationsfähigkeit unserer Mitarbeiter sicherstellen. Zusätzlich standen Trainings zum Projektmanagement sowie die gezielte Verbesserung der Führungs- und Feedbackkultur im Vordergrund. Wie in den vergangenen Jahren bewährten sich außerdem interne Weiterbildungsangebote, wie beispielsweise intern organisierte Trainings oder unsere Innovationsveranstaltungen und technische Symposien, die weltweit an fast allen Standorten stattfinden. ORGANISATIONSENTWICKLUNG UND MITARBEITERENGAGEMENT Change Management Support Ein Team aus Change-Management-Experten in München (Deutschland) und in Singapur unterstützt gemeinsam mit den Human-Resources-Business-Partner bei Veränderungs- und Reorganisationsprojekten sowie bei der Führungskräfteentwicklung. Ein großes Reorganisationsprojekt war im letzten Geschäftsjahr die Aufteilung von Industrial & Multimarket in zwei neue Segmente: Industrial Power Control und Power Management & Multimarket. Gleichzeitig wurde der Bereich Sales & Marketing reorganisiert. Weltweit waren knapp 2.000 Mitarbeiter betroffen. Gemeinsam mit der bisherigen und der neuen Führung wurden die neuen Organisationsstrukturen entwickelt und implementiert. Ein entscheidender Erfolgsfaktor war die ausführliche Information der Mitarbeiter über die anstehenden Veränderungen: So ergab eine Mitarbeiterbefragung schon frühzeitig ein hohes Maß an Identifikation mit dem neuen Aufbau der Organisation. In Singapur zielt das Test-Excellence-Programm (TEP) darauf ab, den Wettbewerbsvorteil für den Standort zu sichern: Die Produktivität soll verdoppelt, die Kosten sollen halbiert werden. Das Programm besteht aus verschiedenen abteilungsübergreifenden Projekten, bezogen auf Automatisierung, Kompetenzentwicklung, Ausstattungseffizienz, Produktivität und Qualität. Das Change-Management half, die Veränderungen in der Organisation zu verankern, so dass sie von den Mitarbeitern mitgetragen werden. Ein Erfolg des Programms: die Einführung eines neuen, hochmodernen "Automatic Material Handling System", das die Materiallagerung und -abrufung beschleunigt. Kompetenzentwicklung Um die Produktivität und den Erfolg Infineons zu sichern, wollen wir unsere Mitarbeiter auf Basis der Geschäftsstrategie aus- und weiterbilden - und sie durch Entwicklungsmöglichkeiten langfristig an Infineon binden. Zudem sind kontinuierliches Lernen und Wissenstransfer klare Grundsätze unserer High-Performance Unternehmenskultur. Ein strategisches Kompetenzmanagement identifiziert die in Zukunft benötigten Kompetenzen und zeigt strukturierte Entwicklungspfade auf. Infineons größter Produktions- und Teststandort in Malakka (Malaysia) startete ein Programm zur strukturierten Kompetenzentwicklung. Ziel der Initiative: die Schlüsselkompetenzen strategisch weiterentwickeln. Für die Umsetzung der strukturierten Kompetenzentwicklung wurden in Workshops mit Führungskräften aller Bereiche circa 80 Anforderungsprofile erstellt. Diese Profile beschreiben die wesentlichen Tätigkeitsgruppen und sind die Basis für rund 250 einzelne Tätigkeitsprofile, die dem Kompetenzabgleich dienen. Im Rahmen des Mitarbeitergesprächs bei STEPS wurde der Schulungsbedarf für die Mitarbeiter identifiziert. So konnte das Projektteam sowohl eine neue Trainings-Landkarte erarbeiten als auch neue Schulungsangebote erstellen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor: Die Tätigkeitsprofile helfen, die Erwartungen an die Mitarbeiter transparent zu machen. Der Erfolg dieser Initiative ist Anlass für uns, in Zukunft ein weltweit einheitliches Konzept zur Kompetenzentwicklung zu fördern. Schon heute gibt es weitere erfolgreiche Pilotprojekte zum Beispiel in Singapur, Wuxi (China), Cegléd (Ungarn) und Villach (Österreich). Dialog mit den Mitarbeitern Infineon nimmt seit 2009 an der Great Place to Work® Studie teil. Im letzten Geschäftsjahr wurde die Befragung global ausgeweitet. Dabei wurde je nach Standortgröße eine Vollbefragung durchgeführt oder eine Zufallsstichprobe von Mitarbeitern ausgewählt. In Asien-Pazifik und Nordamerika wurde die Umfrage das erste Mal durchgeführt und erzielte besonders hohe Beteiligungsraten: In Asien-Pazifik lag die Beteiligung durchschnittlich bei 90 Prozent, in Nordamerika bei 83 Prozent. Die Befragung in 2011 lieferte zwei sehr positive Ergebnisse: Unsere Mitarbeiter sind stolz auf Infineon, identifizieren sich in hohem Maße mit den Produkten und Lösungen und empfehlen Infineon als Arbeitgeber. Dazu trägt der Unternehmenserfolg bei, aber auch die zukunftsorientierte Neuausrichtung des Unternehmens auf Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit. Auch schätzen die Mitarbeiter die hohen Standards in der Arbeitssicherheit. Dies freut uns besonders, da mehr als die Hälfte der befragten Teilnehmer in der Produktion arbeitet. Die Rückmeldungen zeigen aber auch, dass Führung und Feedback weiter verbessert werden können. Sie bestätigen, dass die getätigten Investitionen in den Bereichen Leitbildentwicklung, Unternehmenskultur, Führungsqualität und Personalentwicklung richtig waren. Um die Hintergründe der quantitativen Ergebnisse besser zu verstehen, wurden in den Regionen Asien-Pazifik, Japan und Nordamerika qualitative Fokusgruppen mit Mitarbeitern durchgeführt. Auch das Top Management hat die Ergebnisse intensiv diskutiert und konkrete Maßnahmen zur Weiterentwicklung beschlossen: Um die Führungs- und Feedbackkultur zu verbessern, sollen bestehende Programme weiter verankert und im Dialog mit den Mitarbeitern fortgeführt werden. Ein Beispiel hierfür ist die Veranstaltungsreihe "Mein Infineon. Meine Möglichkeiten." am Hauptsitz Campeon. Sie macht unser vielfältiges Angebot transparenter und lädt zum Dialog ein. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden Veranstaltungen zu den Themen "Lernen und Entwicklung", "Diversity" und "Gesundheit und Fürsorge" angeboten. Das Konzept von "Mein Infineon. Meine Möglichkeiten." wurde weltweit adaptiert, zum Beispiel in Malakka (Malaysia), Singapur und Warstein (Deutschland). Auch die regelmäßigen Online-Chats tragen dazu bei, den Dialog zu verbessern. Im vergangenen Geschäftsjahr stellten sich zwei Vorstandsmitglieder den Fragen von jeweils über 500 Mitarbeitern: Peter Bauer zum Thema "Was macht Infineon zu einem attraktiven Arbeitgeber" und Arunjai Mittal zu den asiatischen Wachstumsmärkten. In einem weiteren Chat mit Experten der internen Kommunikation und der IT informierten sich die Mitarbeiter über die Funktionen des neuen Intranet. Das weltweite Intranet von Infineon wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr grundlegend umgestaltet und modernisiert. Dabei wurde das unternehmensweite interne Online-Magazin "eMag" mit einer Kommentarfunktion ausgestattet: Die Mitarbeiter können hier direktes Feedback geben. Außerdem wurde das Intranet um eine Social-Media-Plattform erweitert, auf der sich die Mitarbeiter standortübergreifend vernetzen, Dialoge führen und Wissen austauschen. Die Ideen unserer Mitarbeiter schätzen wir mit unserem Ideenmanagement "Your Idea Pays" (YIP) wert. Wir verzeichnen ein stetes Wachstum bei der Anzahl der eingereichten Ideen (2012: 37.000, 2011: 24.000) sowie der umgesetzten Ideen (2012: 22.000, 2011: 17.000). Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir einen Gesamtnutzen von €65 Millionen verbuchen. Zum Beispiel gab es einen Mitarbeitervorschlag im Bereich der Testoptimierung: Einsparungen wurden dadurch erzielt, dass nun Halbleiter- anstelle von mechanischen Relais eingesetzt werden. Dies führte zu einer verlängerten Haltbarkeit und damit zu einem günstigeren Wartungsaufwand. Vergütung Bereits im Geschäftsjahr 2011 haben wir den Erfolgsbonus für mehr als 7.000 Mitarbeiter weltweit ausschließlich an den Unternehmenserfolg gekoppelt. Diese Umstellung wurde gut angenommen. Auch im vergangenen Geschäftsjahr konnten wir die Aufwendungen in unserer Vergütung weiter flexibilisieren. So haben wir im März 2012 den neuen Firmentarifvertrag mit der IG Metall Bayern abgeschlossen, der für circa 3.000 Mitarbeiter an den deutschen Standorten Campeon (einschließlich Augsburg, Erlangen, Großostheim und Hannover) und Regensburg gilt. Damit haben wir auch für den Tarifkreis in Bayern einen flexiblen und transparenten Erfolgsbonus eingeführt. Er lässt die Mitarbeiter am Gesamterfolg von Infineon teilhaben und sichert eine attraktive und marktgerechte Bezahlung. Dem Unternehmen ermöglicht er weitere Kostenflexibilität und eine Anpassung an den Markt: In guten Jahren werden die Bonuszahlungen höher ausfallen, bei einem Ergebnisrückgang werden sie verringert. Der Unternehmenserfolg steht nun bei allen Mitarbeitern gleichermaßen im Fokus. UNSERE BELEGSCHAFT Mitarbeiterzahlen, Einstellungen und Personalaufwand Die Übersicht zeigt die Zusammensetzung der Belegschaft nach Funktionen und Regionen jeweils zum Ende des genannten Geschäftsjahrs. Mitarbeiter scroll 2012 % 2011 % 2010 % Funktionen: Produktion 19.274 72 18.892 74 17.924 67 Forschung und Entwicklung 4.289 16 3.900 15 5.771 22 Vertrieb und Marketing 1.633 6 1.534 6 1.520 6 Verwaltung 1.462 6 1.394 5 1.439 5 Gesamt 26.658 100 25.720 100 26.654 100 Regionen: Europa 12.427 47 11.681 46 12.275 46 Darin: Deutschland 8.408 32 7.926 31 8.826 33 Amerika 491 2 476 2 640 2 Asien-Pazifik 13.624 51 13.450 52 13.619 51 Darin: China 1.423 5 1.278 5 1.633 6 Japan 116 - 113 - 120 1 Gesamt 26.658 100 25.720 100 26.654 100 Zum 30. September 2012 beschäftigte Infineon weltweit 26.658 Mitarbeiter gegenüber 25.720 zum 30. September 2011. So wurden bei Infineon im Geschäftsjahr 2012 weltweit 2.967 Mitarbeiter eingestellt. Die Einstellungen erfolgten mit 2.176 Mitarbeitern vorrangig im Produktionsbereich beziehungsweise mit 1.888 Mitarbeitern überwiegend an den asiatischen Standorten (inklusive Japan). Die Neueinstellung von Mitarbeitern mit Hochschulabschluss lag bei mehr als 56 Prozent (2011: 55 Prozent). Die meisten neuen Mitarbeiter mit einem Studienabschluss wurden im Raum Asien-Pazifik eingestellt (mehr als 1.000 Einstellungen), gefolgt von Deutschland (mehr als 400 Einstellungen) und übrigen Standorten in Europa (mehr als 200 Einstellungen). Der Frauenanteil bei neu eingestellten Mitarbeitern betrug weltweit 34 Prozent, in Deutschland lag der Anteil neu eingestellter Frauen bei 25 Prozent. Der Anteil von neu eingestellten Frauen mit Hochschulabschluss betrug weltweit 42 Prozent. Zusätzlich zu den Festanstellungen waren bei Infineon zum 30. September 2012 weltweit 3.171 Leihkräfte beschäftigt, davon 57 Prozent in Asien-Pazifik (inklusive Japan). Insbesondere im Bereich der Produktion stellen wir so die Flexibilität sicher: Ungefähr 83 Prozent der externen Mitarbeiter waren dort beschäftigt. Die weltweiten Personalaufwendungen für aktive, interne Mitarbeiter von Infineon betrugen im Geschäftsjahr 2012 €1.276 Millionen (Vorjahr: €1.304 Millionen). Darin sind Löhne und Gehälter, inklusive Mehrarbeit und Zulagen, sowie Sozialabgaben, Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten. Infineon hat das Ziel, auch in schwächeren Marktphasen ein solides Ergebnis zu erzielen. Angesichts rückläufiger Umsätze und geringerer Fertigungsauslastung nehmen wir seit Juli 2012 keinen weiteren Aufbau von Personal vor. Altersstruktur, Betriebszugehörigkeit und Fluktuation Das Durchschnittsalter der fest angestellten Mitarbeiter ist mit 37,1 Jahren im Geschäftsjahr 2012 leicht gestiegen (Vorjahr: 36,4 Jahre). So ist der Anteil der Altersgruppe von 17-30 Jahren zurückgegangen (Geschäftsjahr 2012: 29,5 Prozent, Vorjahr: 31,9 Prozent). Der Anteil der mittleren Altersgruppe (31-45 Jahre), als auch der Gruppe ab 46 Jahren ist hingegen gestiegen (Geschäftsjahr 2012: 48,6 und 21,9 Prozent, Vorjahr: 47,8 und 20,3 Prozent). Mit der Entwicklung der Altersstruktur und der Erhöhung des Durchschnittsalters hat sich auch der weltweite Wert der Betriebszugehörigkeit leicht erhöht: von 9,0 Jahren im Vorjahr auf 9,4 Jahre für das Geschäftsjahr 2012. In Deutschland ist die Betriebszugehörigkeit mit 13,7 Jahren konstant geblieben. Altersstruktur (Infineon weltweit 2012) Die weltweite Fluktuation belief sich im Geschäftsjahr 2012 auf 8,3 Prozent. Dies entspricht einer erneuten Reduzierung der Fluktuationsrate um 1 Prozentpunkt (Vorjahr: 9,3 Prozent). In dieser Rate sind Eigenkündigungen und sonstige Abgänge berücksichtigt. Die weltweiten Eigenkündigungen gingen im Geschäftsjahr 2012 ebenfalls von 7,9 Prozent in 2011 auf 6,6 Prozent in 2012 zurück. Vor allem in Asien-Pazifik ging die Fluktuation im Geschäftsjahr 2012 deutlich zurück: von 14,4 Prozent auf 12,8 Prozent. In Deutschland sank die Fluktuationsrate auf 2,5 Prozent (inklusive Eigenkündigungen und sonstigen Abgängen; 2011: 2,8 Prozent). Wir haben wichtige Impulse gesetzt, um Infineon nachhaltig zu einem High-Performance-Unternehmen zu entwickeln und Mitarbeiter weiterhin zu herausragender Leistung zu befähigen. Wir haben uns darauf konzentriert, eine Kultur zu schaffen, in der wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern Potenziale ausschöpfen und in zusätzlichen Wert umwandeln. Diesen Entwicklungsprozess verfolgen wir auch in Zukunft weiter und stellen damit die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit, das Engagement und die Motivation unserer Mitarbeiter sicher. INFINEON WELTWEIT UNSER GESCHÄFTSJAHR 2012 ENTWICKLUNG DER GESAMTWIRTSCHAFT UND DER HALBLEITERINDUSTRIE IM GESCHÄFTSJAHR 2012 Im Laufe des Kalenderjahrs 2012 hat sich das Wachstum der Weltwirtschaft weiter abgeschwächt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert in seinem aktuellen Weltwirtschaftsausblick vom 8. Oktober 2012 ein Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent für das Kalenderjahr 2012, nach einem Plus von 2,8 Prozent im Kalenderjahr 2011. Maßgeblich für die geringe konjunkturelle Dynamik war die neuerliche Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise. Über globale Handelsverflechtungen beeinträchtigte diese auch die Konjunktur in der übrigen Welt. Diese Dämpfung konnte zwar durch die Eigendynamik in den Schwellenländern ausgeglichen, nicht aber entscheidend überkompensiert werden. Für den Euroraum insgesamt wird erwartet, dass er im Kalenderjahr 2012 in eine Rezession abrutscht (2012: minus 0,4 Prozent, nach einem Plus von 1,4 Prozent in 2011). Für die USA veranschlagt der IWF in seiner Herbstprognose ein Plus von 2,2 Prozent (2011: Anstieg um 1,8 Prozent). In Japan wird das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2012 voraussichtlich ebenfalls um 2,2 Prozent ansteigen, während es im Vorjahr noch um 0,8 Prozent zurückgegangen war. Ursächlich für diesen deutlichen Anstieg sind unter anderem die Ausgaben für den Wiederaufbau nach der Naturkatastrophe und dem Reaktorunglück vom 11. März 2011. Die aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens waren 2012 Wachstumsmotor der Weltwirtschaft, aber auch hier ließ im Kalenderjahr 2012 die konjunkturelle Dynamik deutlich nach; der IWF rechnet für 2012 mit einem BIP-Anstieg von 6,1 Prozent, nach 7,3 Prozent im Jahr 2011. Die chinesische Volkswirtschaft wird laut IWF im Kalenderjahr 2012 um 7,8 Prozent wachsen, nach einem Anstieg um 9,2 Prozent im Kalenderjahr 2011. Weltwirtschaftswachstum Die sich abschwächende Weltwirtschaft hat auch im Halbleitermarkt ihre Spuren hinterlassen. So wird erwartet, dass der für Infineon relevante Halbleitermarkt (ohne Speicherprodukte und ohne Mikroprozessoren) im Kalenderjahr 2012 verglichen zum Vorjahr leicht schrumpft. Die Analysten von IHS iSuppli gehen davon aus, dass das Kalenderjahr 2012 ein Minus von 0,5 Prozent verzeichnen wird, nach einem Anstieg von 3,6 Prozent im Kalenderjahr 2011. Für den europäischen Halbleitermarkt erwartet IHS iSuppli einen deutlichen Rückgang um 5,8 Prozent im Kalenderjahr 2012, nach einem Plus von 5,3 Prozent im Kalenderjahr 2011. Der amerikanische Halbleitermarkt expandiert dagegen um 1,6 Prozent (2011: Anstieg um 2,0 Prozent). Die Halbleitermärkte in Japan und Asien-Pazifik sollen im Kalenderjahr 2012 nur geringfügig und zwar mit jeweils 0,2 Prozent wachsen (2011: Rückgang um 1,1 Prozent in Japan, Anstieg um 4,6 Prozent in Asien-Pazifik). Für den chinesischen Halbleitermarkt (ohne Speicherprodukte und ohne Mikroprozessoren) erwarten die Experten von IHS iSuppli einen Anstieg um knapp 1,8 Prozent im Kalenderjahr 2012, nach einem Anstieg von 0,9 Prozent im Kalenderjahr 2011. Für das Geschäftsjahr 2012 ergibt sich laut IHS iSuppli ein Rückgang im Halbleitermarkt ohne Speicherprodukte und ohne Mikroprozessoren um 2,0 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2011. Neueste Marktzahlen von WSTS (World Semiconductor Trade Statistics) belegen einen noch stärkeren Umsatzrückgang im für Infineon relevanten Halbleitermarkt von minus 3,5 Prozent im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Geschäftsjahr 2011. Entwicklung des Halbleitermarkts¹ Zur erwarteten Entwicklung der Weltwirtschaft und des Halbleitermarkts siehe auch Abschnitt "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen - Prognosebericht". UNTERNEHMENSINTERNES STEUERUNGSSYSTEM Im Zentrum der finanziellen Ziele zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts steht bei Infineon die dauerhafte Generierung einer Prämie auf die Kapitalkosten. Die Gesellschaft beabsichtigt, dieses Ziel zu erreichen, indem bei effizientem Kapitaleinsatz Umsatz und Gewinn in Abhängigkeit von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen optimiert werden. Das Planungs- und Steuerungssystem unseres Konzerns ist darauf ausgelegt, eine Vielzahl von Instrumenten bereitzustellen, um die aktuelle Geschäftsentwicklung zu bewerten und daraus zukünftige Strategie- und Investitionsentscheidungen abzuleiten. Ziel ist die optimale Ausschöpfung wirtschaftlicher und unternehmerischer Erfolgspotenziale. Als Hightech-Unternehmen agiert Infineon in einem zyklischen und dynamischen wirtschaftlichen Umfeld. Zum Erhalt einer führenden Marktposition sind kontinuierlich Innovationen bei Produkten und Technologien notwendig. Fertigungstechnologien sind in vielen Marktsegmenten ein wichtiges Differenzierungsmerkmal. Deshalb ist die Erwirtschaftung finanzieller Mittel, die hohe Forschungs- und Entwicklungskosten sowie signifikante Investitionen in die Fertigungen ermöglichen, von hoher Bedeutung für Infineon. Der Aufbau zusätzlicher Fertigungskapazitäten erfolgt dabei mit Blick auf die Erschließung von Wachstumspotenzialen, aber auch unter Berücksichtigung einer bestmöglichen Kapazitätsausnutzung zur Minimierung von Leerstandskosten. Profitabilität ist die Voraussetzung dafür, das Geschäft aus eigenen Mitteln finanzieren zu können. Dies erfordert jedoch eine effiziente Nutzung der finanziellen Ressourcen. Gemeinsamer Fokus des Vorstands, der Verantwortlichen der Geschäftsbereiche, der Fertigungsbereiche und der Zentralfunktionen sind die folgenden drei Erfolgsfaktoren: ― Profitabilität des Geschäftsportfolios ― effektive Cash-Orientierung ― effizienter Kapitaleinsatz Infineon nutzt ein umfassendes Controllingsystem zur Steuerung des Geschäfts entlang dieser drei Erfolgsfaktoren. Dies umfasst sowohl finanzielle als auch operative Kennzahlen. Die zur Steuerung herangezogenen Informationen stammen aus der jährlichen Langfristplanung, dem quartalsweisen Forecasting sowie aus Ist-Daten. Dies erlaubt es dem Top-Management, Entscheidungen zu treffen, die auf einer fundierten Informationsbasis bezüglich der aktuellen Situation und der erwarteten Entwicklung der wirtschaftlichen und operativen Leistungsfähigkeit beruhen. STEUERUNGSKENNZAHLEN HAUPTSTEUERUNGSKENNZAHLEN Um die Wirkung dieser Steuerungsparameter auf die definierten Erfolgsfaktoren zu bewerten, nutzt Infineon die folgenden drei übergreifenden Unternehmenskennzahlen: ― das Segmentergebnis zur Bewertung der operativen Profitabilität der Geschäfte und des Portfolios, ― den Free-Cash-Flow zur Bewertung der Höhe des Mittelzuflusses beziehungsweise -abflusses ohne Finanzierungstätigkeit und ― die Rendite auf das eingesetzte Kapital beziehungsweise den Return on Capital Employed (RoCE) zur Bewertung der Kapitaleffizienz. Das Segmentergebnis ist die wichtigste Kennzahl des Konzerns, um den operativen Erfolg zu messen. In Prozent des Umsatzes (Segmentergebnis-Marge) ausgedrückt misst es auch die Qualität der Umsatzentwicklung und zeigt, wie erfolgreich das operative Geschäft gesteuert wird. Die Steuerung der Aktivitäten der Segmente erfolgt auf Basis des Segmentergebnisses. Zur Optimierung des Segmentergebnisses trägt das Management der operativen Segmente dafür die direkte Verantwortung. Der Free-Cash-Flow dokumentiert, wie sich operative Rentabilität in Zuflüssen von liquiden Mitteln niederschlägt, und ist auch mit effizientem Einsatz von Betriebskapital verbunden. Investitionen zur Wahrnehmung künftiger Wachstumspotenziale können eine bewusste Belastung des Free-Cash-Flows darstellen. Überdies vergleicht Infineon die tatsächlich erzielte und die geplante Kapitalverzinsung (RoCE) mit den Kapitalkosten, um das primäre finanzielle Ziel, die Schaffung eines Mehrwerts, sicherzustellen. Die drei dargestellten Finanzkennzahlen sind auch die Eckpfeiler des Systems zur variablen Vergütung. Der überwiegende Anteil der variablen Gehaltsbestandteile von Mitarbeitern und Führungskräften ist direkt an diese Kennzahlen gekoppelt. Segmentergebnis Das Segmentergebnis ist definiert als Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von: Wertminderungen von Vermögenswerten (abzüglich Wertaufholungen); Ergebniseffekten aus Umstrukturierungsmaßnahmen und Schließungen; Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen; akquisitionsbedingten Abschreibungen und Gewinnen (Verlusten); Gewinnen (Verlusten) aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften sowie sonstigen Erträgen (Aufwendungen), einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren. Dies ist die Kennzahl, mit der Infineon die operative Ertragskraft seiner Segmente bewertet (zur Entwicklung des Segmentergebnisses im Geschäftsjahr 2012 siehe auch folgenden Abschnitt "Entwicklung der Segmente"). Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung des Segmentergebnisses auf das Betriebsergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr: scroll € in Millionen 2012 2011 Segmentergebnis 527 786 Zuzüglich/Abzüglich: Wertaufholungen/Wertminderungen von Vermögenswerten und von zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten, Saldo -28 5 Ergebniseffekte aus Umstrukturierungen und Schließungen, Saldo -1 - Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen -2 -2 Akquisitionsbedingte Abschreibungen und Verluste -3 -3 Verluste aus dem Verkauf von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften, Saldo -1 - Sonstige Aufwendungen -37 -50 Betriebsergebnis 455 736 Um die Umsatzrentabilität sicherzustellen, wird das Segmentergebnis ins Verhältnis zu den Umsatzerlösen gesetzt, woraus sich die Segmentergebnis-Marge ergibt. Sowohl das Gesamtunternehmen als auch die vier operativen Segmente haben das Ziel, über den gesamten Marktzyklus hinweg eine Segmentergebnis-Marge zu erwirtschaften, die deutlich über den zur Deckung der Kapitalkosten erforderlichen Margen liegt. Die folgende Tabelle zeigt das Segmentergebnis auf Konzern- und Segmentebene sowie die Segmentergebnis-Marge des Konzerns und der vier operativen Segmente für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr: scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2012 2011 Automotive 219 13,2% 279 18,0% Industrial Power Control 118 16,2% 202 25,3% Power Management & Multimarket 142 15,3% 242 24,1% Chip Card & Security 56 12,3% 54 12,6% Sonstige Geschäftsbereiche 5 14 Konzernfunktionen und Eliminierungen -13 -5 Gesamt 527 13,5% 786 19,7% Um das Segmentergebnis zu optimieren, führt Infineon kontinuierlich Verbesserungsmaßnahmen in allen Unternehmensbereichen durch. Besonders im Fokus stehen dabei die stetige Steigerung der Produktivität und die Verbesserung der Qualitätsstandards in der Fertigung, Produktivitätsverbesserungen in Forschung und Entwicklung, die Optimierung des Produktmix und die Flexibilisierung der Kostenbasis. Daneben spielt die strikte Kontrolle der betrieblichen Aufwendungen eine zentrale Rolle. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Betriebskosten gelegt sowie darauf, die Betriebsgemeinkosten im Verhältnis zum Umsatz zu optimieren. Dies erfolgt durch Straffung der Geschäftsprozesse und durch Effizienzinitiativen. Diese Maßnahmen werden gegebenenfalls um kurzfristige Initiativen wie Projekte zur Optimierung der Verwaltungskosten ergänzt. Free-Cash-Flow Infineon verwendet die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss/-zufluss aus Investitionstätigkeit, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow misst die Fähigkeit, operativen Erfolg in Mittelzuflüsse umzuwandeln, um so den laufenden Betrieb und die notwendigen Investitionen aus dem eigenen Geschäft heraus zu finanzieren. Es ist das Ziel von Infineon, einen nachhaltig positiven Free-Cash-Flow zu generieren. Um notwendige Investitionen zu tätigen und die Leistungsfähigkeit in zukünftigen Jahren abzusichern, hat Infineon im Berichtsjahr einen negativen Free-Cash-Flow bewusst in Kauf genommen (zur Erläuterung der Entwicklung des Free-Cash-Flows im Geschäftsjahr 2012 siehe Abschnitt "Darstellung der Finanzlage"). In der folgenden Tabelle ist die Berechnung des Free-Cash-Flows für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr dargestellt: scroll € in Millionen 2012 2011 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 667 983 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten -1.013 -2.499 Einzahlungen/Auszahlungen für Finanzinvestments, Saldo 127 1.622 Free-Cash-Flow -219 106 Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Free-Cash-Flow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen. Infineon hat in den letzten Jahren das Management des operativen Nettoumlaufvermögens erheblich verbessert, indem fortlaufend auf die Optimierung der Vorräte sowie der Forderungen und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen geachtet wurde. Da das Geschäft von Infineon sehr kapitalintensiv ist, nimmt das effektive Management der Investitionen eine zentrale Rolle im Hinblick auf die Optimierung des Free-Cash-Flows ein. Der Free-Cash-Flow wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene betrachtet. Die Steuerung der Investitionen erfolgt durch einen kombinierten Top-down-/Bottom-up-Ansatz. Hierbei werden im Rahmen der jährlichen Langfristplanung Investitionsschwerpunkte und ein Investitionsbudget für den Konzern erarbeitet. Im Fortgang stimmen die operativen Einheiten ihre Investitionsprojekte unter Zugrundelegung der definierten Schwerpunkte und des verabschiedeten Budgets untereinander ab. Anhand von Szenarioplanungen erfolgt dann regelmäßig eine Überprüfung und gegebenenfalls eine Anpassung des Budgets und der darin beinhalteten Projekte. Durch eine flexible Investitionspolitik versucht Infineon, die geplanten Investitionen jeweils an die Erfordernisse und Marktgegebenheiten anzupassen. Allerdings sind dieser Flexibilität durch lange Vorlaufzeiten beim Aufbau, der Inbetriebnahme und Kundenqualifizierung von Fertigungskapazitäten Grenzen gesetzt. Die einzelnen Investitionsprojekte unterliegen einer stetigen Überwachung der Zeitpläne und der Budgeteinhaltung. Return on Capital Employed (RoCE) RoCE bewertet die Kapitalrentabilität und ist definiert als Nettobetriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern, dividiert durch das eingesetzte Kapital. Anlagevermögen und Nettoumlaufvermögen bilden das eingesetzte Kapital. Die Kennzahl RoCE zeigt den Zusammenhang zwischen der Profitabilität und dem für den Geschäftsbetrieb notwendigen Kapital auf. Sie verdeutlicht, wie effizient ein Unternehmen seine Ressourcennutzung steuert. Der RoCE wird bei Infineon nur auf Unternehmens- und nicht auf Segmentebene analysiert. Die Gegenüberstellung des RoCE mit den gewichteten Kapitalkosten eines Unternehmens gibt Auskunft darüber, wie viel Wert nach Befriedigung der Renditeerwartungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber geschaffen wurde. Somit dient der RoCE als Instrument der wertorientierten Unternehmenssteuerung. Die folgende Tabelle zeigt die Ermittlung des RoCE für die Geschäftsjahre 2012 und 2011: scroll € in Millionen 2012 2011 Betriebsergebnis 455 736 Zuzüglich: Finanzerträge ohne Zinserträge1 - 2 Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -1 4 Erträge aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1 30 Abzüglich: Finanzaufwendungen ohne Zinsaufwendungen2 -1 -2 Nettobetriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern 454 770 Aktiva 5.898 5.873 Abzüglich: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -425 -1.007 Finanzinvestments -1.810 -1.685 Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte -5 -5 Summe kurzfristige Verbindlichkeiten -1.678 -2.005 Zuzüglich: Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 55 68 Zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten - - Eingesetztes Kapital 2.035 1.239 RoCE 22,3% 62,1% 1 Die Finanzerträge im Geschäftsjahr 2012 betrugen €38 Millionen, worin €38 Millionen Zinserträge enthalten waren. Im Vorjahr betrugen die entsprechenden Werte €39 Millionen und €37 Millionen (siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 9). 2 Die Finanzaufwendungen im Geschäftsjahr 2012 betrugen €61 Millionen, worin €60 Millionen Zinsaufwendungen enthalten waren. Im Vorjahr betrugen die entsprechenden Werte €65 Millionen und €63 Millionen (siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 10). Neben der Profitabilität wird der RoCE von der Kapitalintensität in Bezug auf das Anlagevermögen sowie auf das Nettoumlaufvermögen beeinflusst. Die Kapitalintensität beschreibt, in welchem Umfang Vermögenswerte eingesetzt werden müssen, um einen bestimmten Umsatz zu realisieren. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital betrug für das Berichtsjahr 22,3 Prozent nach 62,1 Prozent im Vorjahreszeitraum und liegt damit über den Kapitalkosten. Der RoCE des Berichtsjahrs ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger. Dies ist auf den erheblichen Anstieg des eingesetzten Kapitals aufgrund der vorgenommenen Investitionen sowie das verschlechterte Ergebnis aufgrund der sich abkühlenden Weltwirtschaft zurückzuführen. Der angegebene RoCE wurde mit einem nicht um Sondereffekte bereinigten eingesetzten Kapital berechnet. Beispiele für solche das eingesetzte Kapital mindernde Sondereffekte sind die sich aus der Qimonda-Insolvenz ergebenden Rückstellungen sowie kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten aus der Begebung von Put-Optionen auf eigene Aktien im Rahmen des Kapitalrückgewährprogramms. ERGÄNZENDE STEUERUNGSKENNZAHLEN Die Hauptsteuerungskennzahlen werden durch weitere Steuerungskennzahlen ergänzt, welche Auskunft über das Wachstumspotenzial, die Kosteneffizienz der verschiedenen Funktionsbereiche sowie die Liquidität geben. Wachstums- und Rentabilitätskennzahlen Zur Beurteilung des Wachstumspotenzials werden die Umsatzerlöse und die Wachstumsrate der Umsatzerlöse herangezogen. Um die operative Rentabilität im Detail zu analysieren, werden die dem Segmentergebnis vorgelagerten Ergebnis- und Kostenblöcke betrachtet. Dabei handelt es sich um das Bruttoergebnis vom Umsatz, die Forschungs- und Entwicklungskosten, die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten sowie deren Relation zu den Umsatzerlösen. Diese Kennzahlen werden sowohl zur Unternehmens- als auch zur Segmentsteuerung herangezogen. Ihre Entwicklung auf Konzernebene ist in der folgenden Tabelle für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr dargestellt: scroll € in Millionen, in % vom Umsatz, außer Wachstumsrate der Umsatzerlöse 2012 2011 Umsatzerlöse und Wachstumsrate 3.904 -2,3% 3.997 21,3% Bruttoergebnis vom Umsatz 1.427 36,6% 1.654 41,4% Forschungs- und Entwicklungskosten 455 11,7% 439 11,0% Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten 475 12,2% 449 11,2% Liquiditätskennzahlen Eine rollierende Liquiditätsplanung dient der Sicherstellung einer ausreichenden Ausstattung mit liquiden Mitteln. Die Liquidität wird nicht auf Segmentebene, sondern nur auf Unternehmensebene gesteuert, wofür die folgenden Kennzahlen zur Anwendung kommen: ― Brutto-Cash-Position: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zuzüglich Finanzinvestments. ― Netto-Cash-Position: Brutto-Cash-Position abzüglich kurz- und langfristiger Finanzverbindlichkeiten. ― Nettoumlaufvermögen: Kurzfristige Vermögenswerte abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten, abzüglich Finanzinvestments, abzüglich zur Veräußerung stehender Vermögenswerte, abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten ohne kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten sowie ohne zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten. ― Investitionen: Summe aus Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte, einschließlich aktivierter Forschungs- und Entwicklungskosten. Die folgende Tabelle zeigt die Kennzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr und das Vorjahr: scroll € in Millionen 2012 2011 Brutto-Cash-Position 2.235 2.692 Netto-Cash-Position 1.940 2.387 Nettoumlaufvermögen -353 -663 Investitionen 890 887 Des Weiteren werden zur Vermeidung von Leerstandskosten beziehungsweise Kapazitätsengpässen regelmäßig die operativen Kenngrößen Kapazitätsauslastung und prognostizierter Kapazitätsbedarf analysiert. Das Ergebnis dieser Analyse fließt in die Bestimmung des Investitionsbedarfs ein. Operative Frühindikatoren Um das Bild bezüglich der aktuellen Unternehmenssituation und der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung abzurunden, verwendet Infineon folgende operative Frühindikatoren: ― Auftragseingang: Wertmäßige Summe aller Aufträge, die ein Unternehmen in der entsprechenden Rechnungslegungsperiode von seinen Kunden erhalten hat. ― Auftragseingang zum Umsatz: Verhältnis zwischen Auftragseingang und Umsatzerlösen derselben Rechnungslegungsperiode (auch Book-to-Bill-Ratio genannt). Das Verhältnis Auftragseingang zu Umsatz ist ein Indiz für zukünftige Nachfrageentwicklung. Wenn der Auftragseingang größer ist als der in einer Periode erzielte Umsatz, wird das als Indikator für zukünftiges Umsatzwachstum gewertet. Die Book-to-Bill-Ratio ist in diesem Fall größer eins. Ein Verhältnis von kleiner eins deutet hingegen auf einen zukünftigen Umsatzrückgang hin. Aufgrund einiger Besonderheiten im Geschäft von Infineon wie zum Beispiel Konsignationslager für Großkunden wird die Kennzahl Auftragsbestand zur Steuerung nur im geringen Maße und zur Leistungsbeurteilung nicht herangezogen. Da bei Konsignationslagern mit Entnahme der Ware durch den Kunden gleichzeitig ein Auftragseingang und der entsprechende Umsatz verbucht werden, wird dieser Teil des Geschäfts im Auftragsbestand nicht widergespiegelt. In folgender Tabelle sind die operativen Frühindikatoren für das abgelaufene Geschäftsjahr 2012 und das Vorjahr dargestellt: scroll € in Millionen, außer Auftragseingang zum Umsatz 2012 2011 Auftragseingang 3.302 4.231 Auftragseingang zum Umsatz 0,85 1,06 Ist- und Zielwerte der Steuerungskennzahlen Infineon gibt jährlich seine Finanzziele für den Konzern bekannt und aktualisiert diese bei Bedarf im Laufe des Geschäftsjahrs. Dabei werden bei vielen Kennzahlen verstärkt qualitative Aussagen zur Richtung der Entwicklung gemacht, um den Unsicherheiten der wirtschaftlichen Entwicklung Rechnung zu tragen. In folgender Tabelle sind die von uns verwendeten Steuerungskennzahlen zusammen mit ihren Ist- und Prognosewerten dargestellt: scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2011 Ergebnisse 2012 ursprüngliche Prognose 2012 Ergebnisse 2013 Ausblick Hauptsteuerungskennzahlen Segmentergebnis-Marge 19,7% niedriger bis mittlerer 10% Bereich 13,5% mittlerer bis hoher einstelliger Prozentsatz vom Umsatz Free-Cash-Flow 106 deutlich negativ -219 positiv Ergänzende Steuerungskennzahlen Wachstums- und Rentabilitätskennzahlen Umsatzwachstum/-rückgang gegenüber Vorjahr 21,3% Rückgang um mittleren einstelligen Prozentsatz gegenüber GJ2011 -2,3% Rückgang um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz gegenüber GJ2012 Bruttomarge 41,4% unter 40% vom Umsatz 36,6% zwischen 32 und 34% vom Umsatz Forschungs- und Entwicklungskosten 439 Anstieg um 5-10% gegenüber GJ2011 455 Anstieg um etwa 10% gegenüber GJ2012 Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten 449 Anstieg um 5-10% gegenüber GJ2011 475 leichter Anstieg gegenüber GJ2012 Liquiditätskennzahlen Brutto-Cash-Position 2.692 oberhalb des eigentlichen Ziels von 30 bis 40% der Umsatzerlöse 2.235 oberhalb des eigentlichen Ziels von 30 bis 40% der Umsatzerlöse Netto-Cash-Position 2.387 Netto-Cash-Position (Cashbestand größer als Finanzverbindlichkeiten) 1.940 Netto-Cash-Position (Cashbestand größer als Finanzverbindlichkeiten) Nettoumlaufvermögen -663 Erhöhung gegenüber 30. September 2011 -353 Erhöhung gegenüber 30. September 2012 Investitionen 887 ungefähr auf dem gleichen Niveau wie im GJ 2011 890 rund €400 Millionen Operative Frühindikatoren Auftragseingang zum Umsatz 1,06 keine Prognose 0,85 Anstieg erforderlich, um erwarteten Zielumsatz zu realisieren Mit den Prognosen für das Geschäftsjahr 2012 lag Infineon richtig. Wie erwartet kam es zu einem Umsatzrückgang aufgrund der sich abkühlenden Weltwirtschaft. In Kombination mit dem ebenso antizipierten Anstieg der Fertigungs- und Betriebskosten führte dies zur prognostizierten Margenverschlechterung (zur Erläuterung der Geschäftsentwicklung siehe auch folgenden Abschnitt "Darstellung der Ertragslage"). Aufgrund des weiterhin hohen Investitionsniveaus fiel der Free-Cash-Flow im abgelaufenen Geschäftsjahr wie erwartet mit minus €219 Millionen deutlich negativ aus. Ebenso bedingten die Investitionen einen Anstieg des eingesetzten Kapitals, was zusammen mit einem niedrigeren Ergebnis als im Geschäftsjahr 2011 zu einem geringeren RoCE führte. Unsere Liquiditätsausstattung stellte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut sehr gut dar und entwickelte sich wie erwartet (zur Erläuterung der Liquiditätssituation siehe auch Abschnitt "Darstellung der Finanzlage"). Zu weiteren Ausblicken auf das Geschäftsjahr 2013 verweisen wir auf den Abschnitt "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen - Prognosebericht". DARSTELLUNG DER ERTRAGSLAGE WESENTLICHE POSTEN DER KONZERN-GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG scroll € in Millionen, außer Ergebnis je Aktie 2012 2011 Umsatzerlöse 3.904 3.997 Bruttoergebnis vom Umsatz 1.427 1.654 Forschungs- und Entwicklungskosten -455 -439 Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten -475 -449 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen, Netto -42 -30 Betriebsergebnis 455 736 Finanzergebnis (Finanzerträge und -aufwendungen, Netto) -23 -26 Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -1 4 Erträge aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1 30 Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 432 744 Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -5 375 Konzernjahresüberschuss 427 1.119 Ergebnis je Aktie (in Euro) - unverwässert 0,40 1,03 Ergebnis je Aktie (in Euro) - verwässert 0,39 0,98 KONJUNKTURELLE EINTRÜBUNG BEI AUSWEITUNG DER KAPAZITÄTEN, AUSBAU VON FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG SOWIE VERTRIEB UND WEGGEFALLENES MOBILFUNKGESCHÄFT FÜHREN ZUM DEUTLICHEN RÜCKGANG DES KONZERNJAHRESÜBERSCHUSSES Im Geschäftsjahr 2012 verringerte sich der Konzernjahresüberschuss auf €427 Millionen. Im Vorjahreszeitraum betrug der Überschuss €1.119 Millionen. Dies entspricht einem Rückgang um fast 62 Prozent. Dies spiegelt für die fortgeführten Aktivitäten vor allem die allgemeine konjunkturelle Eintrübung, die gleichzeitig getätigten Investitionen in Fertigungskapazitäten, den Ausbau von Forschung und Entwicklung sowie des Vertriebs wider. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ging demgemäß im Geschäftsjahr 2012 auf €432 Millionen zurück (Vorjahr: €744 Millionen). Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten reduzierte sich im Geschäftsjahr 2012 auf minus €5 Millionen gegenüber €375 Millionen im Geschäftsjahr 2011. Das Vorjahr enthielt neben Aufwendungen im Zusammenhang mit Qimonda in Höhe von €176 Millionen vor allem den Gewinn nach Steuern in Höhe von €352 Millionen aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts an die Intel Corporation ("Intel") sowie das Ergebnis des Mobilfunkgeschäfts bis zum Abschluss des Verkaufs am 31. Januar 2011 in Höhe von €189 Millionen. UMSATZERLÖSE LEICHT RÜCKLÄUFIG Im Geschäftsjahr 2012 gingen die Umsatzerlöse im Vergleich zum Geschäftsjahr 2011 um 2 Prozent zurück. Ebenso ging der für Infineon relevante Halbleitermarkt (ohne Speicher und Mikroprozessoren) im weltwirtschaftlich unsicheren Umfeld zurück (siehe "Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Halbleiterindustrie im Geschäftsjahr 2012"). Der Umsatzrückgang entfällt vorrangig auf die sonstigen Geschäftsbereiche und das darin enthaltene rückläufige Geschäft mit Intel Mobile Communications ("IMC") und Lantiq, während Umsatzsteigerungen im Segment Automotive und bei Chip Card & Security sowie die Rückgänge bei Industrial Power Control und bei Power Management & Multimarket ausgleichen (siehe ausführlich Abschnitt "Entwicklung der Segmente"). scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2012 2011 Umsatzerlöse 3.904 3.997 Prozentuale jährliche Veränderung -2% 21% Fremdwährungseffekte im Vergleich zum Vorjahr 135 -60 Prozent des Umsatzes 3% -2% Die Stärke des US-Dollars beeinflusste im Geschäftsjahr 2012 die Umsatzerlöse positiv Knapp 50 Prozent der Umsatzerlöse des Geschäftsjahrs 2012 sind in Fremdwährungen angefallen. Umsatzerlöse in US-Dollar haben daran den weitaus größten Anteil. Im Geschäftsjahr 2012 war die Entwicklung des US-Dollars gegenüber dem Euro volatil und zeichnete sich auch aufgrund der Eurokrise durch eine relative Stärke des US-Dollars gegenüber dem Euro aus. Lag der Euro/US-Dollar-Wechselkurs zu Beginn des Geschäftsjahrs 2012 bei 1,35, erreichte er Ende Oktober 2011 mit 1,42 sein Jahreshoch. Das Jahrestief erreichte der Euro/US-Dollar-Wechselkurs mit 1,21 Ende Juli 2012. Zum Geschäftsjahresende 2012 schloss der Euro/US-Dollar-Wechselkurs bei 1,29. Im Durchschnitt lag der Euro/US-Dollar-Wechselkurs im Geschäftsjahr 2012 bei 1,30. Demgegenüber lag das Jahreshoch im Geschäftsjahr 2011 bei 1,49, der Jahrestiefststand bei 1,29 und der Durchschnitt bei 1,40. Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2012 wurden vor allem durch die Stärke des US-Dollars gegenüber dem Euro positiv beeinflusst. Über das gesamte Geschäftsjahr gesehen betrug der positive Fremdwährungseffekt auf die Umsatzerlöse insgesamt rund €135 Millionen. Der genannte Fremdwährungseffekt im Vergleich zum Vorjahr wird ermittelt, indem auf die Umsätze des aktuellen Geschäftsjahrs der durchschnittliche Wechselkurs des vergangenen Geschäftsjahrs angewendet wird. Umsatzrückgang nicht durch Unternehmensveräußerungen beeinflusst Die Umsatzerlöse der Geschäftsjahre 2012 und 2011 beinhalten keine Effekte aus Unternehmenskäufen oder -verkäufen. Die Umsatzerlöse des im Vorjahr veräußerten Mobilfunkgeschäfts wurden bereits im Geschäftsjahr 2011 unter nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Weiter zunehmende Bedeutung Asiens spiegelt sich in der Umsatzverteilung wider scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2012 2011 Europa, Naher Osten, Afrika 1.732 44% 1.920 48% Darin: Deutschland 908 23% 1.090 27% Asien-Pazifik (ohne Japan) 1.470 38% 1.450 36% Darin: China 637 16% 663 17% Japan 252 6% 202 5% Amerika 450 12% 425 11% Gesamt 3.904 100% 3.997 100% Europa bleibt trotz der wachsenden Bedeutung des asiatischen Raums der größte Absatzmarkt für Infineon. Allerdings reduzierte sich der Anteil des Europa-Umsatzes um 4 Prozentpunkte, während die Region Asien-Pazifik einen Anstieg um 2 Prozentpunkte verzeichnete. Der prozentuale Anteil von Amerika und Japan erhöhte sich jeweils um 1 Prozentpunkt, im Wesentlichen bedingt durch Währungseffekte. In Japan wirkte sich neben dem starken Yen die Nachfrageerholung nach der Naturkatastrophe und dem Reaktorunglück aus. Umsatzerlöse nach Regionen Stabile Kundenstruktur auch im Geschäftsjahr 2012 Wie in den Vorjahren arbeitet Infineon mit einer Reihe von Großkunden zusammen. Im Geschäftsjahr 2012 entfielen wie im Vorjahr auf die 25 größten Kunden 71 Prozent unserer Umsatzerlöse. ÜBERPROPORTIONALER RÜCKGANG BEIM BRUTTOERGEBNIS VOM UMSATZ DURCH KAPAZITÄTSAUFBAU UND MATERIALPREISSTEIGERUNGEN Das Bruttoergebnis vom Umsatz (Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten) belief sich im Geschäftsjahr 2012 auf €1.427 Millionen (Vorjahr: €1.654 Millionen). Gestiegene Abschreibungen auf Anlagevermögen im Zusammenhang mit getätigten Kapazitätsausweitungen, die im Berichtszeitraum nicht voll ausgelastet waren, sowie gestiegene Personalkosten und Materialpreissteigerungen (insbesondere für Edelmetalle) führten bei gleichzeitigem Rückgang der Umsatzerlöse zu einem Rückgang der Bruttomarge von 41,4 Prozent im Geschäftsjahr 2011 auf 36,6 Prozent im Berichtszeitraum. Teile der Umsatzkosten fallen in fremder Währung an und gleichen Währungseffekte auf die Umsatzerlöse teilweise aus. Im Geschäftsjahr 2012 wirkten sich Währungseffekte mit rund €65 Millionen auf das Bruttoergebnis vom Umsatz aus. scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2012 2011 Umsatzkosten 2.477 2.343 Prozentuale jährliche Veränderung 6% 14% Prozent des Umsatzes 63,4% 58,6% Bruttoergebnis vom Umsatz 1.427 1.654 Prozent des Umsatzes (Bruttomarge) 36,6% 41,4% Umsatzkosten steigen bei leicht rückläufigen Umsatzerlösen Die Umsatzkosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2012 auf €2.477 Millionen, ein Anstieg von €134 Millionen oder 6 Prozent verglichen zu €2.343 Millionen im Geschäftsjahr 2011. Unsere Umsatzkosten enthalten vor allem: ― Materialkosten - vor allem Kosten für Rohwafer, ― Personalkosten, ― Abschreibungen, ― Gemeinkosten, einschließlich der Wartung der Produktionsanlagen, Betriebsstoffe, Betriebsmittel und Lizenzgebühren, ― Kosten für Zulieferer für Montage und Tests, ― Fertigungsunterstützung inklusive Gebäudeflächen, Versorgungsanlagen, Qualitätskontrolle, Automatisierung und Leitungsfunktionen sowie ― Kosten der Auftragsfertigung. Zusätzlich zu den umsatzbezogenen Faktoren ist die Bruttomarge beeinflusst durch: ― Auslastung der Fertigungsstätten und damit verbundene Leerstandskosten, ― Abschreibung erworbener immaterieller Vermögenswerte und aktivierter Entwicklungskosten, ― Produktgarantieleistungen, ― Wertberichtigungen für überschüssigen oder veralteten Lagerbestand sowie ― Zulagen und Zuschüsse, die über die wirtschaftliche Restnutzungsdauer der Fertigungsanlagen realisiert werden. Da Infineon einen Großteil seiner Produkte in eigenen Produktionsstätten fertigt und daher einen relativ hohen Fixkostenblock hat, reagieren große Teile der Umsatzkosten nicht proportional zu einem Anstieg beziehungsweise Rückgang der Umsatzerlöse. Fixkosten zeichnen sich - im Gegensatz zu sogenannten variablen Kosten - dadurch aus, dass sie in Zeiten rückläufiger Umsätze und damit einhergehend geringerer Fertigungsauslastung nicht automatisch zurückgehen. In der Folge entstehen sogenannte Leerstandskosten, die den weiteren Anfall der Fixkosten auch bei geringerer Fertigungsauslastung widerspiegeln. In Zeiten rückläufiger Umsatzerlöse und damit einhergehender geringerer Auslastung der Fertigungsanlagen sinkt durch diesen Effekt die Bruttomarge überproportional verglichen mit dem Rückgang der Umsatzerlöse. Die Ausweitung der Fertigungskapazitäten verstärkt diesen Effekt weiter. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist dieser Effekt neben Personalkostenerhöhungen und Materialpreissteigerungen maßgeblich dafür verantwortlich, dass bei einem Umsatzrückgang um 2 Prozent das Bruttoergebnis vom Umsatz um 14 Prozent zurückging. In Zeiten des Umsatzwachstums kehrt sich der Effekt um, das bedeutet, die Bruttomarge steigt überproportional zum Umsatzwachstum bis zum Erreichen der Vollauslastung. Da Investitionen in Fertigungskapazitäten zur Herstellung von Halbleiterprodukten aufgrund höchster technologischer Anforderungen einen längeren Vorlauf benötigen, ist die Anpassung des Investitionsvolumens auf kurzfristige Schwankungen in der Nachfrage nur begrenzt möglich. BRUTTOMARGE SINKT Im Geschäftsjahr 2012 sank die Bruttomarge auf 36,6 Prozent verglichen zu 41,4 Prozent im Vorjahr. Nachdem sich die Bruttomarge im Geschäftsjahr 2011 infolge des gestiegenen Umsatzvolumens und der damit einhergehenden Auslastungserhöhung positiv entwickelte, war im Geschäftsjahr 2012 aufgrund der gesunkenen Umsätze bei gleichzeitiger Kapazitätsausweitung und aufgrund gestiegener Kosten ein deutlicher Rückgang der Bruttomarge zu verzeichnen. Während im Geschäftsjahr 2011 die Fertigungskapazitäten von Infineon mit einer Auslastungsrate von 90 bis 100 Prozent, einschließlich der in den Geschäftsjahren 2010 und 2011 zusätzlich aufgebauten Kapazitäten, nahezu voll ausgelastet waren, ging die Auslastung im Geschäftsjahr 2012 auf 80 bis 93 Prozent zurück, was zu einem deutlichen Anstieg der Leerstandskosten führte. Entwicklung des Bruttoergebnisses vom Umsatz und der Bruttomarge ANSTIEG DER FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN SOWIE DER VERTRIEBSKOSTEN UND ALLGEMEINEN VERWALTUNGSKOSTEN ZUR SICHERUNG KÜNFTIGEN WACHSTUMS Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E-Kosten) Die Kosten für F&E umfassen vor allem Personalkosten, Materialkosten, Abschreibungen und Instandhaltung der Laboreinrichtungen, die wir für unsere F&E-Projekte benötigen. Zu den F&E-Projekten zählen Projekte zur Technologie- sowie zur Produktentwicklung. In den Kosten für F&E sind im Übrigen Kosten Dritter für Leistungen bei der Technologie- und Produktentwicklung ebenso wie Kosten aus Vereinbarungen über die Entwicklungen von gemeinsamen Technologien und Produkten mit unseren Partnern enthalten. Zum 30. September 2012 besitzen wir mehr als 17.250 Patentanmeldungen und Patente (im Folgenden als "Patente" bezeichnet) in über 30 Ländern weltweit. Diese Patente gehören zu ungefähr 7.200 "Patentfamilien" (jede Patentfamilie umfasst alle Patente, die auf die gleiche Erfindung zurückzuführen sind). scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2012 2011 Forschungs- und Entwicklungskosten 455 439 Prozentuale jährliche Veränderung 4% 10% Prozent des Umsatzes 11,7% 11,0% Zulagen und Zuschüsse 53 60 Prozent des Umsatzes 1,4% 1,5% Aktivierte Entwicklungskosten 57 39 Prozent der Forschungs- und Entwicklungskosten 13% 9% Im Geschäftsjahr 2012 sind die F&E-Kosten um €16 Millionen oder 4 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 gestiegen. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der Personalkosten (teils durch Personalaufbau, teils durch Einkommenssteigerungen) sowie höheren Sachkosten im F&E-Bereich in allen operativen Segmenten. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wurden vor allem in den Segmenten Automotive sowie Power Management & Multimarket ausgeweitet, um mit weiteren Produktinnovationen bestehende oder zukünftige Marktbedürfnisse zu adressieren und so künftiges Wachstum zu fördern. Die wesentlichen F&E-Aktivitäten im Geschäftsjahr 2012 sind im Abschnitt "Forschung & Entwicklung" näher erläutert. Aufgrund des leicht rückläufigen Umsatzes und der gestiegenen F&E-Kosten hat sich die Quote der F&E-Kosten in Prozent des Umsatzes von 11,0 Prozent im Vorjahr auf 11,7 Prozent im Geschäftsjahr 2012 erhöht. Die aktivierten Entwicklungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2012 auf €57 Millionen gegenüber €39 Millionen im Vorjahr. Vereinnahmte Zulagen und Zuschüsse für Forschung und Entwicklung gingen im Geschäftsjahr 2012 um €7 Millionen gegenüber dem Vorjahr zurück. F&E-Kosten: absolut und im Verhältnis zum Umsatz Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten Die Vertriebskosten umfassen Sachkosten und Personalkosten für die Mitarbeiter des Vertriebs und des Marketings, Kosten für Kundenmuster, Verkaufsförderungsmaßnahmen und Marketingaufwendungen. Die allgemeinen Verwaltungskosten beinhalten die Personalkosten der Mitarbeiter in der Verwaltung, nicht produktionsbezogene Gemeinkosten, Beratungshonorare, Rechtsanwaltskosten und andere Honorare für externe Dienstleister. scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2012 2011 Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten 475 449 Prozentuale jährliche Veränderung 6% 16% Prozent des Umsatzes 12,2% 11,2% Auch bei den Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten ist gegenüber dem Vorjahr im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Anstieg zu verzeichnen, von €449 Millionen auf €475 Millionen. Die Zunahme ist im Wesentlichen auf gestiegene Personalkosten zurückzuführen. Mit 12,2 Prozent des Umsatzes erhöhten sie sich relativ zu den Umsatzerlösen verglichen zum Vorjahr (11,2 Prozent). Marketingaufwendungen für Werbung und Messeauftritte haben aufgrund unserer Vertriebs- und Kundenstruktur lediglich einen unwesentlichen Umfang und betragen im Geschäftsjahr 2012 weniger als 1 Prozent der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten. Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten: absolut und im Verhältnis zum Umsatz ERHÖHUNG DES NEGATIVEN SALDOS DER SONSTIGEN BETRIEBLICHEN ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN AUF MINUS €42 MILLIONEN Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen weisen im Geschäftsjahr 2012 einen Saldo von minus €42 Millionen auf. Im Vorjahr betrug dieser minus €30 Millionen. Der Anstieg des negativen Saldos ist vor allem auf höhere außerplanmäßige Wertberichtigungen auf Gegenstände des Anlagevermögens sowie auf zur Veräußerung stehende Vermögenswerte zurückzuführen. Weitere Details zu den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen finden sich im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 8. FINANZERGEBNIS NAHEZU UNVERÄNDERT scroll € in Millionen 2012 2011 Finanzerträge 38 39 Finanzaufwendungen -61 -65 Finanzergebnis -23 -26 Das Finanzergebnis, also der Saldo aus Finanzerträgen und Finanzaufwendungen, verbesserte sich im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Vorjahr geringfügig um €3 Millionen auf minus €23 Millionen. Darin enthalten sind €6 Millionen Verluste, die aus den im Geschäftsjahr 2012 getätigten Rückkäufen von Anteilen unserer im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe (siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 27) entstanden. Im Vorjahr belief sich das Finanzergebnis auf minus €26 Millionen, in denen €18 Millionen Verluste aus Rückkäufen der Wandelanleihe enthalten waren. STEUERERTRAG DURCH NEUEINSCHÄTZUNG AKTIVER LATENTER STEUERN Die aktiven latenten Steuern, die im Wesentlichen aus steuerlichen Verlustvorträgen und ungenutzten Steuervergünstigungen resultieren, sind an jedem Bilanzstichtag dahingehend zu untersuchen, ob ihre Nutzung wahrscheinlich ist. Die Neueinschätzung der Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern beziehungsweise die Nutzung von unberücksichtigten Steuervorteilen führten im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer Auflösung von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern in Höhe von €57 Millionen (Vorjahr: €44 Millionen). Das Ergebnis vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag stellen sich wie folgt dar: scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2012 2011 Deutschland 199 404 Ausland 232 310 Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 431 714 Laufender Steueraufwand: Deutschland -11 29 Ausland -36 -39 -47 -10 Latenter Steuerertrag: Deutschland 40 40 Ausland 8 - 48 40 Ertrag aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1 30 Effektive Steuerquote 0% -4% Für weitere Erläuterungen hinsichtlich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 11. AUFWENDUNGEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER INSOLVENZ VON QIMONDA FÜHREN ZU NEGATIVEM ERGEBNIS AUS NICHT FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, für die Geschäftsjahre 2012 und 2011 setzt sich wie folgt zusammen: scroll € in Millionen 2012 2011 Qimonda -10 -176 Wireline-Communications-Geschäft - 10 Mobilfunkgeschäft 5 541 Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -5 375 Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkomme n und vom Ertrag, belief sich im Geschäftsjahr 2012 auf minus €5 Millionen gegenüber €375 Millionen im Vorjahr. Darin enthalten sind Nachsteuer-Aufwendungen in Höhe von €10 Millionen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda und ein Ertrag von netto €5 Millionen aus dem Mobilfunkgeschäft (siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 5). Der deutliche Rückgang beim Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahr beruht im Wesentlichen darauf, dass im Vorjahr sowohl der Gewinn nach Steuern aus dem Verkauf als auch das Ergebnis des Mobilfunkgeschäfts bis zum Abschluss des Verkaufs am 31. Januar 2011 von in Summe €541 Millionen enthalten waren. Der Nachsteuer-Aufwand im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda war im Vorjahr mit €176 Millionen ebenfalls deutlich höher. ERGEBNIS JE AKTIE SINKT INFOLGE DER ERGEBNISVERRINGERUNG Wie beschrieben lag der Konzernjahresüberschuss im Geschäftsjahr 2012 mit €427 Millionen (Vorjahr: €1.119 Millionen) signifikant unter dem des Vorjahrs. Dies führt zu einer entsprechend deutlichen Verringerung beim Ergebnis je Aktie. Betrug das unverwässerte Ergebnis je Aktie im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 €0,40 und das verwässerte Ergebnis je Aktie €0,39, belief sich das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr 2011 auf €1,03 beziehungsweise €0,98. ENTWICKLUNG DER SEGMENTE SEGMENTERGEBNIS-MARGE VON 13,5 PROZENT IM ABGELAUFENEN GESCHÄFTSJAHR ERZIELT Die Umsatzerlöse der operativen Segmente von Infineon waren unterschiedlich von der allgemeinen weltwirtschaftlichen Lage und deren Auswirkungen auf den Halbleitermarkt beeinflusst. Während die Segmente Industrial Power Control und Power Management & Multimarket Umsatzrückgänge verzeichneten, erzielte das Segment Automotive aufgrund einer gestiegenen Nachfrage nach Halbleitern für Automotiveanwendungen ein Umsatzwachstum und erreichte im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2012 ein Allzeithoch. Auch das Segment Chip Card & Security verzeichnete gestiegene Umsatzerlöse. Den stärksten Rückgang verzeichneten die sonstigen Geschäftsbereiche durch das rückläufige Geschäft mit IMC und Lantiq. Das Segmentergebnis ging im Geschäftsjahr 2012 auf €527 Millionen zurück (Vorjahr: €786 Millionen). Wesentlicher Grund war der Rückgang beim Bruttoergebnis vom Umsatz durch den Umsatzrückgang bei gleichzeitig gestiegenen Umsatzkosten. Hinzu kamen erhöhte Betriebskosten (Forschungs- und Entwicklungskosten und Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten). Die Segmentergebnis-Marge lag im Geschäftsjahr 2012 bei 13,5 Prozent - gegenüber 19,7 Prozent im Vorjahr. Umsatz und Segmentergebnis AUTOMOTIVE scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2012 2011 Umsatz 1.660 1.552 Anteil am Gesamtumsatz 43% 39% Segmentergebnis 219 279 Anteil am Segmentergebnis von Infineon 42% 35% Segmentergebnis-Marge 13,2% 18,0% Das Segment Automotive erzielte im Geschäftsjahr 2012 Umsatzerlöse in Höhe von €1.660 Millionen; ein Anstieg um 7 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2011 mit €1.552 Millionen. Der Umsatz war in jedem einzelnen Quartal des Geschäftsjahrs 2012 höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Es war also eine ähnliche saisonale Entwicklung wie im Vorjahr zu beobachten, wobei die Wachstumsdynamik im dritten und vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2012 deutlich abnahm. Im dritten Quartal wurde mit €428 Millionen Umsatz ein neues Allzeithoch erreicht. Die Entwicklung der Absatzzahlen in der Automobilindustrie war von Hersteller zu Hersteller sehr unterschiedlich. Während sich bei französischen und italienischen Automobilherstellern im Laufe des Jahres die nachlassende Nachfrage aus südeuropäischen Ländern bemerkbar machte, profitierten die deutschen Automobilhersteller -allen voran die Hersteller von Fahrzeugen der Oberklasse - weiterhin vom Exportgeschäft und damit von der starken Nachfrage aus Nordamerika, China und Russland. Auch der über die letzten Jahre stark gewachsene koreanische Automobilhersteller Hyundai konnte Absatzzuwächse verzeichnen. Infineon ist inzwischen der größte nicht japanische Automobil-Halbleiterhersteller auf dem japanischen Markt. Unsere dortige dynamische Entwicklung in den letzten Jahren hielt auch im abgelaufenen Geschäftsjahr an und trug mit den Nachholeffekten nach der Naturkatastrophe und dem Reaktorunglück im Jahr 2011 deutlich zum Umsatzwachstum bei. Der Markt für Elektromobilität entwickelte sich uneinheitlich. Die Absatzzahlen des nach Stückzahlen sehr viel größeren Marktes für Hybridfahrzeuge erhöhten sich gemäß den Marktprognosen. Das noch deutlich kleinere Segment der reinen Elektrofahrzeuge wächst jedoch deutlich verhaltener. Die hohen Batteriekosten, kurze Reichweiten und die noch eingeschränkte Ladeinfrastruktur verhinderten bislang höhere Verkaufszahlen. Trotzdem bleibt für uns das Geschäft mit Elektromobilität das am schnellsten wachsende Teilsegment. Am langfristigen Erfolg besteht weiterhin kein Zweifel. Für die Kalenderjahre 2013 und 2014 wird mit deutlich mehr Neueinführungen seitens der Automobilhersteller gerechnet, was zu einer erneuten deutlichen Umsatzsteigerung für Infineon in diesem Geschäftsfeld in den kommenden Jahren führen wird. Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2012 €219 Millionen; ein Rückgang um €60 Millionen oder 22 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs von €279 Millionen. Der wesentliche Grund für den Rückgang des Segmentergebnisses trotz steigenden Umsatzes war der Anstieg der Abschreibungen aufgrund der in den Geschäftsjahren 2011 und 2012 getätigten Investitionen. Aufgrund der in der zweiten Geschäftsjahreshälfte abnehmenden Marktdynamik ergaben sich in Teilbereichen Leerstandskosten. Gemäß unserer langfristigen Ausrichtung wurde weiterhin zunehmend in die Entwicklung unserer Technologien und Produkte wie auch in Marketing und Vertrieb investiert. Schwerpunkte der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen in der Weiterentwicklung unserer strategisch wichtigen 32-Bit-Mehrkern-Mikrocontroller-Familie AURIX™ für Automobilanwendungen sowie der Entwicklung der 32-Bit-Industrie-Mikrocontroller-Familie XMC4000. Daneben wurden die F&E-Aufwendungen auch in anderen Geschäftsfeldern erhöht, zum Beispiel mit dem Gehäusetyp H-PSOF für Hochleistungstransistoren und dem 3D-Kamerachip im Bereich Sensorik. Automotive: Umsatz und Segmentergebnis der letzten acht Quartale INDUSTRIAL POWER CONTROL scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2012 2011 Umsatz 728 797 Anteil am Gesamtumsatz 19% 20% Segmentergebnis 118 202 Anteil am Segmentergebnis von Infineon 22% 26% Segmentergebnis-Marge 16,2% 25,3% Das Segment Industrial Power Control erzielte im Geschäftsjahr 2012 Umsatzerlöse in Höhe von €728 Millionen; ein Rückgang um 9 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2011 mit €797 Millionen. Während des gesamten Geschäftsjahrs war keine Belebung der adressierten Endmärkte zu beobachten. Das Verhältnis "Auftragseingang zu Umsatz" (die sogenannte Book-to-Bill-Ratio) lag vor allem auch wegen Lagerbestandsanpassungen auf Seiten unserer Kunden in allen Quartalen deutlich unter 1. Das Geschäft mit Industrieantrieben - damit erzielt das Segment Industrial Power Control rund die Hälfte seiner Umsätze - fand nach drei aufeinanderfolgenden Quartalen mit fallenden Umsätzen erst im dritten Quartal des Geschäftsjahrs den Boden und zeigte im vierten Quartal einen leichten Anstieg. Der weitere Ausbau der Infrastruktur für Hochgeschwindigkeitszüge blieb auf niedrigem Niveau, insbesondere in China, dem Land mit den höchsten Investitionen in den Schienenverkehr der letzten Jahre. Das Geschäft mit erneuerbaren Energien - Wind und Photovoltaik zusammen repräsentieren rund ein Fünftel des Segmentumsatzes - verlief mehr oder weniger flach über das gesamte Geschäftsjahr. Die Abschwächung der Wachstumsdynamik der letzten Jahre hatte ihren Grund zum einen in den Kürzungen der Photovoltaik-Einspeisevergütungen in einigen europäischen Ländern, dem Auslaufen von Förderprogrammen in den USA zum Bau von Erneuerbare-Energie-Anlagen sowie den technischen Schwierigkeiten beim Anschluss von Windparks in tiefen Gewässern an das Versorgungsnetz. Zum anderen litt das Geschäft mit Windenergieanlagen in China das ganze Jahr über unter der Zurückhaltung von Investitionen in neue Anlagen, hauptsächlich aufgrund von Problemen mit der Netzqualität und Netzstabilität. Die Erhöhung der Netzqualität und Netzstabilität ist die wesentliche Voraussetzung für den weiteren Zubau von Windenergieanlangen. Verbesserungen wurden ab dem dritten Quartal erkennbar. Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2012 €118 Millionen; ein Rückgang um €84 Millionen oder 42 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs von €202 Millionen. Der wesentliche Grund für den Rückgang des Segmentergebnisses waren der Umsatzrückgang, die gestiegenen Abschreibungen aufgrund der in den Geschäftsjahren 2011 und 2012 getätigten Investitionen sowie die Kosten für die Unterauslastung der Produktionsstätten im zweiten, dritten und vierten Quartal. Ferner wirkten sich die leicht gestiegenen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie für Marketing und Vertrieb negativ auf die Ertragssituation aus. Industrial Power Control: Umsatz und Segmentergebnis der letzten acht Quartale POWER MANAGEMENT & MULTIMARKET scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2012 2011 Umsatz 929 1.003 Anteil am Gesamtumsatz 24% 25% Segmentergebnis 142 242 Anteil am Segmentergebnis von Infineon 27% 31% Segmentergebnis-Marge 15,3% 24,1% Das Segment Power Management & Multimarket erzielte im Geschäftsjahr 2012 Umsatzerlöse in Höhe von €929 Millionen; ein Rückgang um 7 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2011 mit €1.003 Millionen. Power Management & Multimarket erwirtschaftet rund drei Viertel seines Umsatzes in US-Dollar oder mit Währungen, die sich am US-Dollar orientieren. Damit ist dieses Segment sehr stark von der Wechselkursentwicklung des Euros zum US-Dollar beeinflusst. Entsprechend positiv wirkte sich der Anstieg des US-Dollars zum Euro im Verlauf des Geschäftsjahrs 2012 aus. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs zeigte sich jedoch eine Abschwächung der Verkaufszahlen von Desktop-PCs und Notebooks. Dies hatte einen negativen Einfluss auf die Umsätze mit Hochvolt- und Niedervolt-MOS-Leistungstransistoren für die Stromversorgung dieser Computerkategorien. Das Geschäft mit Komponenten für die Stromversorgung in Servern verlief hingegen erfreulich, da der Absatz von Servern durch den Boom der Rechenzentren (Stichwort "Cloud Computing") anhielt. Ferner verlief die Einführung neuer Produkte für die Stromversorgung mit digitaler Regelschleife erfreulich. Das Portfolio an neuen Produkten umfasst dabei MOS-Leistungstransistoren, Treiber-ICs und digitale Steuerungs-ICs. Als weitere Produkteinführungen sind für das abgelaufene Geschäftsjahr die ORIGA™2-Familie zur Batterieüberwachung sowie die MEMS-basierten Mikrofone für Smartphones hervorzuheben. Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2012 €142 Millionen; ein Rückgang um €100 Millionen oder 41 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs von €242 Millionen. Der wesentliche Grund für den Rückgang des Segmentergebnisses waren zum einen der Umsatzrückgang und zum anderen die gestiegenen Abschreibungen aufgrund der in den Geschäftsjahren 2011 und 2012 getätigten Investitionen sowie die Kosten für die Unterauslastung der Produktionsstätten im zweiten und dritten Quartal. Ferner wirkten sich die gestiegenen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie für Marketing und Vertrieb negativ auf die Ertragssituation aus. Power Management & Multimarket: Umsatz und Segmentergebnis der letzten acht Quartale CHIP CARD & SECURITY scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2012 2011 Umsatz 457 428 Anteil am Gesamtumsatz 12% 11% Segmentergebnis 56 54 Anteil am Segmentergebnis von Infineon 11% 7% Segmentergebnis-Marge 12,3% 12,6% Das Segment Chip Card & Security erzielte im Geschäftsjahr 2012 Umsatzerlöse in Höhe von €457 Millionen; ein Anstieg um 7 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2011 mit €428 Millionen. Die im Geschäftsjahr 2011 begonnene und im Geschäftsjahr 2012 weiter vollzogene Umstellung der Volumenproduktion auf 90-Nanometer-Fertigungstechnologie führte im Verlauf des Geschäftsjahrs 2012 zu zwei positiven Effekten: Zum einen wurden damit bestehende Lieferengpässe der Vergangenheit behoben und zum anderen verbesserte sich die Kostenposition in den stückzahlstarken Anwendungen wie SIM-Karten und Bezahlkarten. Die Nachfrage in den etablierten Bereichen SIM-Karte, hoheitliche Dokumente und Bezahlfernsehen verlief sehr erfreulich. Ebenfalls hat sich das Geschäft in den Wachstumsbereichen Authentifizierung und integrierte Near Field Communication (NFC) positiv entwickelt. In Verbindung mit der oben erwähnten, verbesserten Lieferfähigkeit ergab sich daher eine Umsatzentwicklung mit stetigen Steigerungen über die vier Quartale des Geschäftsjahrs 2012. Im zweiten, dritten und vierten Quartal stieg der Umsatz sowohl im Vergleich zum Vorquartal als auch im Vergleich zum jeweiligen Quartal des Vorjahrs. Im zweiten und dritten Quartal sorgte unter anderem ein Projektgeschäft für Bezahlfernsehen für einen Umsatzanstieg. Trotz des Wegfalls dieses projektgetriebenen Umsatzes im vierten Quartal konnte aufgrund konstant starker Nachfrage vor allem in den Bereichen SIM-Karten, Bezahlkarten und hoheitliche Dokumente ein weiterer Umsatzzuwachs erzielt werden. Im vierten Quartal begannen die Lieferungen eines Sicherheitschips an Continental für den digitalen Fahrtenschreiber. Dies ist ein weiterer Schritt unserer strategischen Ausrichtung, unsere Sicherheitstechnologie in neuen Anwendungsfeldern zu vermarkten. Das Segmentergebnis betrug im Geschäftsjahr 2012 €56 Millionen; ein Anstieg um €2 Millionen oder 4 Prozent verglichen mit dem Segmentergebnis des Vorjahrs von €54 Millionen. Das Segmentergebnis verbesserte sich geringfügig unterproportional zur Umsatzentwicklung. Diese Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus einer leicht gesunkenen Bruttomarge, die sich aus gestiegenen Material- und Kapitalkosten sowie einem veränderten Produktmix ergab. Das Verhältnis der Betriebskosten zum Umsatz war hingegen im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Während die Vertriebskosten moderat anstiegen, haben sich sowohl die Verwaltungskosten als auch die Forschungs- und Entwicklungskosten geringfügig reduziert. Chip Card & Security: Umsatz und Segmentergebnis der letzten acht Quartale SONSTIGE GESCHÄFTSBEREICHE scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2012 2011 Umsatz 125 216 Anteil am Gesamtumsatz 3% 5% Segmentergebnis 5 14 Anteil am Segmentergebnis von Infineon 1% 2% Die Sonstigen Geschäftsbereiche umfassen im Wesentlichen Aktivitäten, die nach dem Verkauf oder der Aufgabe von Geschäftsbereichen bei Infineon verblieben sind - entweder als nachlaufende Aktivitäten, da veräußerte Bereiche weiter auf Produktlieferungen oder Services angewiesen sind, oder als bei Infineon verbleibende Aktivitäten, die keinem anderen Segment zugeordnet werden können und sukzessive auslaufen. So werden Produktlieferungen an Lantiq nach dem Verkauf des Wireline-Communications-Geschäfts hierunter ausgewiesen. Ebenso sind seit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts die für eine definierte Übergangsfrist verbleibenden Produktlieferungen und Serviceleistungen an IMC Teil dieses Geschäftsbereichs ebenso wie das Geschäft mit analogen und digitalen TV-Tunern. Im Geschäftsjahr 2012 verringerte sich der Umsatz auf €125 Millionen (Vorjahr: €216 Millionen) im Wesentlichen aufgrund der im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufigen Umsatzerlöse mit Lantiq und IMC. Dies führte zu einem entsprechenden Rückgang des Segmentergebnisses auf €5 Millionen im Geschäftsjahr 2012 (Vorjahr: €14 Millionen). KONZERNFUNKTIONEN UND ELIMINIERUNGEN Für das Geschäftsjahr 2012 beläuft sich das Segmentergebnis auf minus €13 Millionen gegenüber minus €5 Millionen im Geschäftsjahr 2011. Die Verschlechterung des Segmentergebnisses ist auf die gestiegenen Anlaufkosten für die 300-Millimeter-Fertigung in Dresden (Deutschland) zurückzuführen. DARSTELLUNG DER VERMÖGENSLAGE scroll € in Millionen, außer Prozentsätze 2012 2011 Veränderung Kurzfristige Vermögenswerte 3.510 3.971 -12% Langfristige Vermögenswerte 2.388 1.902 26% Summe Vermögenswerte 5.898 5.873 0% Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.678 2.005 -16% Langfristige Verbindlichkeiten 645 513 26% Summe Verbindlichkeiten 2.323 2.518 -8% Eigenkapital 3.575 3.355 7% Bilanzkennzahlen: Gesamtkapitalrendite1 7,2% 19,1% Eigenkapitalquote2 60,6% 57,1% Eigenkapitalrendite3 11,9% 33,4% Verschuldungsgrad4 8,3% 9,1% Vorratsintensität5 9,6% 8,6% RoCE6 22,3% 62,1% 1 Gesamtkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss / Summe Vermögenswerte 2 Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Summe Vermögenswerte 3 Eigenkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss / Eigenkapital 4 Verschuldungsgrad = (langfristige + kurzfristige Finanzverbindlichkeiten) / Eigenkapital 5 Vorratsintensität = Vorräte (netto) / Summe Vermögenswerte 6 Ermittlung siehe Abschnitt "Unternehmensinternes Steuerungssystem" BILANZSUMME NAHEZU UNVERÄNDERT, AUSGLEICH DER ZUNAHME DER LANGFRISTIGEN VERMÖGENSWERTE DURCH RÜCKGANG BEI DEN KURZFRISTIGEN VERMÖGENSWERTEN Gegenüber dem 30. September 2011 veränderte sich die Bilanzsumme nur geringfügig um €25 Millionen von €5.873 Millionen auf €5.898 Millionen. Während bei den kurzfristigen Vermögenswerten ein Rückgang um €461 Millionen zu verzeichnen war, erhöhten sich die langfristigen Vermögenswerte um €486 Millionen. Wesentliche Ursache hierfür sind die getätigten Investitionen in das Sachanlagevermögen. Auf der Passivseite verringerten sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten - hauptsächlich infolge des Rückgangs der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der Rückstellungen - um €327 Millionen. Demgegenüber erhöhten sich die langfristigen Verbindlichkeiten um €132 Millionen, vor allem aufgrund gestiegener Pensionsverpflichtungen. Die Dividendenausschüttung und die im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Verluste aus Pensionen wirkten sich mindernd auf das Eigenkapital aus, welches aufgrund des im Geschäftsjahr 2012 erzielten Konzernjahresüberschusses in Summe um €220 Millionen gegenüber dem 30. September 2011 zugenommen hat. Der im Vergleich zum Vorjahr geringere Konzernjahresüberschuss führte zu rückläufigen Renditekennziffern. Unsere Eigenkapitalrendite erreichte im Geschäftsjahr 2012 11,9 Prozent (Vorjahr: 33,4 Prozent) und die Gesamtkapitalrendite verringerte sich auf 7,2 Prozent (Vorjahr: 19,1 Prozent). RÜCKGANG DER BRUTTO-CASH-POSITION FÜHRT ZUR VERMINDERUNG DER KURZFRISTIGEN VERMÖGENSWERTE Die kurzfristigen Vermögenswerte sind zum 30. September 2012 um 12 Prozent auf €3.510 Millionen gesunken, verglichen mit €3.971 Millionen zum 30. September 2011. Wesentlicher Treiber hierfür war der Rückgang der Brutto-Cash-Position (Summe aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Finanzinvestments) um €457 Millionen, welcher vor allem auf die anhaltend hohen Investitionen in organisches Wachstum, das Kapitalrückgewährprogramm und die Dividendenausschüttung für das vergangene Geschäftsjahr zurückzuführen ist. INVESTITIONEN IN ORGANISCHES WACHSTUM LASSEN DIE LANGFRISTIGEN VERMÖGENSWERTE ANSTEIGEN Bei den langfristigen Vermögenswerten ist ein Anstieg um €486 Millionen (26 Prozent) von €1.902 Millionen zum 30. September 2011 auf €2.388 Millionen zum 30. September 2012 zu verzeichnen. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen waren hierfür die wesentliche Ursache. Aufgrund deutlich über den Abschreibungen liegender Investitionen erhöhte sich das Sachanlagevermögen um insgesamt €388 Millionen. Unter anderem wurden die Fertigungsstätten in Kulim (Malaysia), Villach (Österreich) und Dresden (Deutschland) weiter ausgebaut. Die immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich im laufenden Geschäftsjahr um €35 Millionen. Der Anstieg ist vorrangig auf aktivierte Entwicklungskosten (unter anderem für die neu entwickelte 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie) zurückzuführen. BEGLEICHUNG VON VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND GERINGERE MITARBEITERBONI SOWIE AUSGEÜBTE PUT-OPTIONEN VERRINGERN DIE VERBINDLICHKEITEN; ÄNDERUNG DER ABZINSUNGSSÄTZE FÜHREN ZUM ANSTIEG BEI DEN PENSIONSVERPFLICHTUNGEN Zum 30. September 2012 lagen die kurzfristigen Verbindlichkeiten bei €1.678 Millionen, €327 Millionen (16 Prozent) weniger als zum 30. September 2011 (€2.005 Millionen). Zum einen verringerten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten um €113 Millionen. Zum anderen sind die kurzfristigen Rückstellungen um €100 Millionen gesunken, hauptsächlich aufgrund geringer ausfallender Bonuszahlungen an die Mitarbeiter. Darüber hinaus wurden von Finanzinstituten Put-Optionen im Wert von €20 Millionen auf eigene Aktien ausgeübt und verfallene Put-Optionen nicht in vollem Umfang durch neu ausgegebene Put-Optionen ersetzt. Im Vergleich zum 30. September 2011 (€513 Millionen) sind die langfristigen Verbindlichkeiten bis zum 30. September 2012 um €132 Millionen oder 26 Prozent auf €645 Millionen gestiegen. Dies ist hauptsächlich auf einen Anstieg der Pensionen und ähnlicher Verpflichtungen um €125 Millionen - aufgrund der im Zuge der allgemeinen Zinssituation an den Kapitalmärkten geringeren Abzinsungssätze - zurückzuführen. EIGENKAPITAL DURCH KONZERNJAHRESÜBERSCHUSS GESTIEGEN Das Eigenkapital ist zum 30. September 2012 um €220 Millionen (7 Prozent) auf €3.575 Millionen gestiegen (30. September 2011: €3.355 Millionen). Dieser Zuwachs resultiert hauptsächlich aus dem im Geschäftsjahr 2012 erzielten Konzernjahresüberschuss von €427 Millionen. Das im Jahresvergleich per 30. September 2012 geringere Volumen ausstehender Put-Optionen sowie erhaltene Optionsprämien wirkten eigenkapitalerhöhend, ebenso wie 0,6 Millionen von Mitarbeitern ausgeübte Aktienoptionen. Gegenläufig wirkten die Ausschüttung der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr in Höhe von €130 Millionen und versicherungsmathematische Verluste aus Pensionen in Höhe von €112 Millionen nach Steuern. Neben dem im Konzernjahresüberschuss erfassten Effekt von minus €6 Millionen, wirkte sich der Rückkauf von Anteilen der im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe mit minus €31 Millionen nach Steuern auf die Kapitalrücklage aus. Mit den Anteilsrückkäufen wurden Wandlungsrechte für mehr als 10,4 Millionen Aktien zurückerworben. Die Eigenkapitalquote steigt zum 30. September 2012 auf 60,6 Prozent (30. September 2011: 57,1 Prozent). Bilanzstruktur Aktiva Bilanzstruktur Passiva DARSTELLUNG DER FINANZLAGE CASH-FLOW scroll € in Millionen 2012 2011 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 667 983 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten -1.013 -2.499 Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten -199 -352 Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten -40 1.206 Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -585 -662 Währungsumrechnungseffekte auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3 2 Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -582 -660 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten deutlich zurückgegangen durch Rückgang bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den Rückstellungen Im Geschäftsjahr 2012 lag der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten mit €667 Millionen um €316 Millionen unter dem Niveau des Vorjahrs (€983 Millionen). Ausgehend von einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen, Zinsen und Ertragsteuern von €909 Millionen, wirkten vor allem der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten sowie der Rückstellungen von in Summe €174 Millionen im abgelaufenen Geschäftsjahr und eine Erhöhung der Vorräte um €62 Millionen reduzierend auf den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten. Im Geschäftsjahr 2011 hatte der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten bei €983 Millionen gelegen. Ausgehend von einem Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen, Zinsen und Ertragsteuern von €1.100 Millionen, wirkten vor allem eine Kapitalbindung in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den Vorräten für die fortgeführten Aktivitäten von zusammen €122 Millionen sowie geleistete Ertragsteuerzahlungen von €60 Millionen reduzierend auf den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten. Demgegenüber hatte die Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen einen positiven Effekt von €87 Millionen. Hohe Investitionen ins Sachanlagevermögen führen zu entsprechenden Mittelabflüssen Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2012 belief sich auf €1.013 Millionen. Davon entfielen auf Investitionen in Sachanlagen €832 Millionen. Schwerpunkt der getätigten Investitionen war der Ausbau von Front-End-Kapazitäten in Kulim (Malaysia), in Villach (Österreich) und in Dresden (Deutschland). Neben den Front-End-Kapazitäten sowie dem Bau eines zweiten Fertigungsgebäudes in Kulim erfolgte auch der weitere Ausbau der Back-End-Fertigungskapazitäten in Malakka (Malaysia), in Warstein (Deutschland) und in Cegléd (Ungarn). In immaterielle Vermögenswerte wurden €58 Millionen investiert, unter anderem für unternehmensinterne Entwicklungsprojekte für die Entwicklung der 300-Millimeter-Dünnwafer-Fertigungstechnologie für Leistungshalbleiter und für Produktentwicklungen. Auf den Kauf von Finanzinvestments, welche im Wesentlichen Geldanlagen mit einer Laufzeit von drei bis sechs Monaten umfassen, entfielen im Saldo €127 Millionen. Im Vorjahr hatte der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten €2.499 Millionen betragen. Davon entfielen netto €1.622 Millionen auf den Kauf und Verkauf von Finanzinvestments und €845 Millionen auf Investitionen in Sachanlagen. Investitionen¹ Dividendenzahlung und Programm zur Kapitalrückgewähr führen zu einem Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten lag im Geschäftsjahr 2012 bei €199 Millionen. Wesentlicher Treiber für den Mittelabfluss war die Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2011 von €130 Millionen. Im Rahmen des Programms zur Kapitalrückgewähr wurden Rückkäufe von Anteilen der im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe in Höhe von €62 Millionen (Nominalwert: €24 Millionen) getätigt und für €20 Millionen mittels ausgeübter Put-Optionen 3 Millionen eigene Aktien zurückgekauft. Die erhaltenen Optionsprämien für ausgegebene Put-Optionen auf eigene Aktien betrugen in Summe €8 Millionen. Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten hatte im Vorjahr €352 Millionen betragen und war mit €173 Millionen auf Rückkäufe von Anteilen der im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe im Nominalwert von €59 Millionen zurückzuführen. Übrige langfristige Finanzverbindlichkeiten reduzierten sich um €52 Millionen. An die Aktionäre wurde eine Dividende von €109 Millionen für das Geschäftsjahr 2010 ausgeschüttet. €26 Millionen betrug die Auszahlung für ausgeübte Put-Optionen auf eigene Aktien. Für erhaltene Optionsprämien für ausgegebene Put-Optionen auf eigene Aktien waren €8 Millionen vereinnahmt worden. Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten Der Mittelabfluss aus nicht fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2012 belief sich auf €40 Millionen. Davon entfielen €32 Millionen auf die planmäßige Rückzahlung der von IMC erhaltenen Beträge nach Beendigung der mehrmonatigen Übergangsphase, in der Infineon für IMC den Großteil der Beschaffung getätigt hat. Im Vorjahr hatte sich der Mittelzufluss aus nicht fortgeführten Aktivitäten auf insgesamt €1.206 Millionen belaufen und resultierte im Wesentlichen aus dem Mittelzufluss aus der Veräußerung des Mobilfunkgeschäfts in Höhe von €1.020 Millionen. FREE-CASH-FLOW Infineon berichtet die Kennzahl Free-Cash-Flow, definiert als Mittelzufluss/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss/-zufluss aus Investitionstätigkeit, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von Finanzinvestments. Der Free-Cash-Flow dient als zusätzliche Kenngröße, da Infineon einen Teil der Liquidität in Form von Finanzinvestments hält. Das bedeutet nicht, dass der so ermittelte Free-Cash-Flow für sonstige Ausgaben verwendet werden kann, da Dividenden, Schuldendienstverpflichtungen oder andere feste Ausgaben noch nicht abgezogen sind. Der Free-Cash-Flow ist kein Ersatz oder keine höherwertige Kennzahl, sondern stets als zusätzliche Information zum Cash-Flow gemäß Konzern-Kapitalflussrechnung, zu anderen Liquiditätskennzahlen sowie sonstigen gemäß IFRS ermittelten Kennzahlen aufzufassen. Der Free-Cash-Flow beinhaltet nur Werte aus fortgeführten Aktivitäten und wird wie folgt aus der Konzern-Kapitalflussrechnung hergeleitet: scroll € in Millionen 2012 2011 Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten 667 983 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten -1.013 -2.499 Einzahlungen/Auszahlungen für Finanzinvestments, Saldo 127 1.622 Free-Cash-Flow -219 106 Hohe Investitionen in organisches Wachstum führen zu einem deutlich negativen Free-Cash-Flow Der Free-Cash-Flow betrug minus €219 Millionen im Geschäftsjahr 2012 im Vergleich zu einem Free-Cash-Flow von €106 Millionen im Vorjahr. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten die Mittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit die hohen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von insgesamt €890 Millionen nur zu 75 Prozent decken. Der Free-Cash-Flow im Vorjahreszeitraum war demgegenüber mit €106 Millionen positiv. Die Investitionen in Sachanlagen und in immaterielle Vermögenswerte von €887 Millionen konnten durch entsprechend hohe Mittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit mehr als gedeckt werden. BRUTTO-CASH-POSITION UND NETTO-CASH-POSITION Die folgende Tabelle stellt die Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position sowie die Finanzverbindlichkeiten dar. Da Infineon einen Teil der liquiden Mittel in Form von Finanzinvestments hält, die unter IFRS nicht als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente klassifiziert sind, berichtet Infineon die Brutto- und die Netto-Cash-Position, um Investoren die Liquiditätslage besser zu erläutern. Die Brutto- und die Netto-Cash-Position werden wie folgt aus der Konzern-Bilanz hergeleitet: scroll € in Millionen 30. September 2012 30. September 2011 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 425 1.007 Finanzinvestments 1.810 1.685 Brutto-Cash-Position 2.235 2.692 Abzüglich: Langfristige Finanzverbindlichkeiten 240 237 Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten 55 68 Gesamte Finanzverbindlichkeiten 295 305 Netto-Cash-Position 1.940 2.387 Die Brutto-Cash-Position zum 30. September 2012 betrug €2.235 Millionen, eine Verringerung um €457 Millionen im Vergleich zu €2.692 Millionen zum 30. September 2011. Der Rückgang der Brutto-Cash-Position spiegelt vor allem den negativen Free-Cash-Flow sowie die Auszahlungen im Rahmen des Programms zur Kapitalrückgewähr und die Dividendenzahlung wider. Die Netto-Cash-Position, definiert als Brutto-Cash-Position abzüglich kurzfristiger und langfristiger Finanzverbindlichkeiten, verringerte sich entsprechend um €447 Millionen zum 30. September 2012 auf €1.940 Millionen, verglichen zu €2.387 Millionen zum 30. September 2011. Brutto- und Netto-Cash-Position zum 30. September 2012 und 2011 im Vergleich TREASURY UND KAPITALBEDARF INFINEONS TREASURY-STRUKTUR UND LEITLINIEN Unser Hauptziel im Hinblick auf das Konzern-Treasury besteht darin, finanzielle Flexibilität auf Grundlage einer soliden Kapitalstruktur sicherzustellen. Wie bei vergleichbaren Unternehmen der Halbleiterbranche steht dabei eine ausreichende Liquiditätsausstattung im Vordergrund, um die laufende Geschäftstätigkeit finanzieren und geplante Investitionen in allen Phasen des Geschäftszyklus vornehmen zu können. Andererseits soll die Verschuldung nur einen moderaten Anteil am Finanzierungsmix ausmachen. Auf Basis dieser Leitlinien hat Infineon drei Hauptziele für sein Kapitalmanagement definiert: ― Brutto-Cash-Position zwischen 30 und 40 Prozent vom Umsatz ― Positive Netto-Cash-Position ― Brutto-Verschuldung höchstens 2x EBITDA Wir unterliegen keinen satzungsmäßigen oder gesetzlichen Auflagen im Hinblick auf die Kapitalausstattung. TREASURY-GRUNDSÄTZE UND VERANTWORTLICHKEITEN Die Treasury-Grundsätze des Konzerns regeln die Vorgehensweise bei sämtlichen Themen, die Liquidität und Finanzierung betreffen. Hierzu zählen die Bankenpolitik und -strategie, der Abschluss von Finanzierungsvereinbarungen, das weltweite Liquiditäts- und Anlagemanagement, die Steuerung von Währungs- und Zinsrisiken sowie das Abwickeln externer und konzerninterner Zahlungsflüsse. Die Treasury-Grundsätze sind in einer entsprechenden "Treasury Policy" mit konzernweiter Gültigkeit hinterlegt, werden regelmäßig überprüft und aktualisiert. Wesentlicher Teil der Treasury-Grundsätze sind die Verantwortlichkeiten, die nach einem dreistufigen Ansatz strukturiert sind: ― Die Festlegung von Treasury-Grundsätzen für Infineon obliegt dem Finanzvorstand, der die Treasury Policy nach vorheriger Konsultation des Vorsitzenden des Vorstands genehmigt. Das Treasury-Komitee, das sich aus dem Finanzvorstand und ausgewählten Führungskräften zusammensetzt, entscheidet insbesondere über für Planungszwecke unterstellte Wechselkurse sowie Strategien zur Währungssicherung und gibt Leitlinien zu deren Umsetzung vor. ― Die Konzern-Finance & Treasury-Abteilung ist für zentralisierte Treasury-Transaktionen sowie für die Umsetzung der Entscheidungen des Treasury-Komitees weltweit verantwortlich. ― Auf Ebene der Tochtergesellschaften sind die kaufmännischen Geschäftsführer sowie die Leiter Finanzen vor Ort, in größeren Einheiten auch dezidierte Treasurer, für das Management der Treasury-Angelegenheiten bei den jeweiligen Gesellschaften verantwortlich. Controlling-Funktionen auf Konzernebene stellen sicher, dass die Transaktionen der einzelnen Geschäftseinheiten den Treasury-Grundsätzen des Konzerns entsprechen. ZENTRALISIERTE TREASURY-FUNKTION Unsere Treasury-Grundsätze verfolgen einen stark zentralisierten Ansatz mit der Konzern-Finance & Treasury-Abteilung als weltweit verantwortliche Stelle für alle wesentlichen Aufgaben und Prozesse im Bereich Finanzierung und Treasury. Ausgangspunkt ist ein mehrjähriger Finanz- und Liquiditätsplan einschließlich der Abbildung verschiedener Szenarien. Für die kurzfristig-operative Liquiditätssteuerung werden alle Konzerngesellschaften im Konsolidierungskreis auf rollierender monatlicher Basis in Prognoserechnungen einbezogen. Parallel dazu wird eine Cash-Flow-Planung auf Basis einer Bottom-up-Methode über die Geschäftsplanung unserer operativen Segmente erstellt. In einem quartalsweisen "Working-Capital-Committee" werden beide Planungen gegenübergestellt, auf Plausibilität verprobt und mögliche Abweichungen analysiert. Im Rahmen eines zentralisierten Liquiditätsmanagements werden Cash-Pool-Strukturen betrieben. Soweit gesetzlich zulässig und wirtschaftlich vertretbar, müssen die Tochtergesellschaften dabei überschüssige Liquidität an die Konzernzentrale weiterleiten, um eine optimale Verteilung der flüssigen Finanzmittel innerhalb des Konzerns sicherzustellen und etwaigen Finanzierungsbedarf anderer Gesellschaften abzudecken. Dadurch reduzieren wir den externen Finanzierungsbedarf und optimieren unsere Kapitalstruktur mit den entsprechend positiven Effekten auf unsere Finanzierungskosten. Durch den Ausgleich konzerninterner Transaktionen über interne Finanzkonten im Rahmen eines Inhouse-Bank-Ansatzes können wir darüber hinaus externe Banktransaktionen und Bankgebühren reduzieren. Die auf Ebene des Konzerns zusammengeführte Liquidität wird von der Konzern-Treasury-Abteilung zentral verwaltet und im Rahmen des Asset-Managements veranlagt. Dabei verfolgen wir grundsätzlich eine konservative Anlagestrategie, bei der Sicherheit vor Rendite geht. Eine weitere Aufgabe unserer Konzern-Treasury-Abteilung ist das effektive Management unserer Währungs- und Zinsrisiken, für die wiederum die konsolidierte Liquiditätsplanung maßgeblich ist, da nur solche Zahlungsströme, die sich im Konzern nicht ausgleichen, extern gesichert werden (für weitere Informationen siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 37). Des Weiteren werden gemäß unseren Treasury-Grundsätzen soweit gesetzlich zulässig alle weltweiten Finanzierungen und Kreditlinien direkt oder indirekt von unserer Konzern-Treasury-Abteilung arrangiert, strukturiert und verwaltet. Unsere Finanzverbindlichkeiten sind in der Regel unbesichert und mit marktüblichen Kreditverpflichtungen verbunden. Von entscheidender Bedeutung für die verlässliche Umsetzung aller aufgeführten Treasury-Aufgaben sind leistungsfähige und solide Finanzinstitute. Die Auswahl der weltweiten Partnerbanken obliegt der zentralen Treasury-Abteilung im Rahmen der Bankenpolitik. Der Konzern unterhält Geschäftsbeziehungen zu verschiedenen internationalen Geschäfts- und Investmentbanken und vermeidet eine Abhängigkeit von einzelnen Instituten. Partnerbanken müssen eine hohe Kreditwürdigkeit aufweisen. Infineon setzt zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit der Kreditinstitute eine Methodik ein, mit deren Hilfe täglich, auf Basis der aktuellen Ratings (von Standard & Poor's, Moody's oder Fitch) sowie der Credit Default Swap Prämien Anlagegrenzen für die einzelnen Kreditinstitute neu berechnet werden. Eventuelle Überziehungen der errechneten Anlagegrenzen haben eine unmittelbare Meldung und etwaige Auflösung von Risikopositionen zur Folge. Infineon hat seine Geldanlagen auf mehr als zehn Kreditinstitute verteilt. Zum 30. September 2012 war kein Kreditinstitut für mehr als 15 Prozent der Geldanlagen verantwortlich. KAPITALBEDARF IM GESCHÄFTSJAHR 2013 Im Geschäftsjahr 2013 benötigen wir Kapital unter anderem zur ― Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit, ― planmäßigen Durchführung von Investitionen, ― Rückzahlung fälliger Darlehen und Zinsen, ― Zahlung von Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten, sofern sie fällig werden beziehungsweise eintreten, ― Bedienung unseres Programms zur Kapitalrückgewähr und ― Zahlung der vorgeschlagenen Dividende. Wir erwarten, diese Anforderungen zu erfüllen durch ― Zahlungsmittelzuflüsse aus dem laufenden Geschäft, ― verfügbare Zahlungsmittel einschließlich unserer Finanzreserven in Form von Finanzinvestments sowie ― verfügbare Kreditlinien. FINANZIERUNG DER LAUFENDEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT Entsprechend unseren Erwartungen der Geschäftstätigkeit für das Geschäftsjahr 2013 gehen wir davon aus, dass der Kapitalbedarf der laufenden Geschäftstätigkeit durch entsprechende Mittelzuflüsse aus dem laufenden Geschäft gedeckt werden kann. Nähere Angaben zu aus fest vereinbarten vertraglichen Verpflichtungen wie zum Beispiel Leasingvereinbarungen, fest eingegangenen Liefer- und Dienstleistungsverträgen für Rohstoffe, Vorprodukte, Strom/Gas und Ähnlichem resultierenden Verpflichtungen zum 30. September 2012 finden sich im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 39. INVESTITIONEN Die Halbleiterproduktion ist sehr kapitalintensiv. Infineon hatte in den Geschäftsjahren 2011 und 2012 - nach Jahren der Investitionszurückhaltung - die Investitionen deutlich erhöht. Abhängig von der Marktentwicklung und unserer Geschäftssituation planen wir derzeit für das Geschäftsjahr 2013 einen deutlichen Rückgang der Investitionen im Rahmen der vom Vorstand eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der mittelfristigen Segmentergebnis-Marge (für Details siehe Abschnitt "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen - Prognosebericht"). Davon war zum 30. September 2012 ein Betrag von €167 Millionen vertraglich fest vereinbart. RÜCKZAHLUNG FÄLLIGER DARLEHEN UND ZINSEN Von unseren Finanzverbindlichkeiten zum 30. September 2012 in Höhe von €295 Millionen wird im Geschäftsjahr 2013 ein Betrag von €55 Millionen fällig. Für zu leistende Zinszahlungen ergibt sich ein zusätzlicher Geldmittelbedarf von €11 Millionen für das Geschäftsjahr 2013. PROGRAMM ZUR KAPITALRÜCKGEWÄHR UND GEPLANTE DIVIDENDE Im Mai 2011 hat Infineon angekündigt, bis zu €300 Millionen für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr aufzuwenden. Die Kapitalrückgewähr kann durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Rückkauf eigener Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Außerdem kann das Unternehmen auch Teile der ausstehenden nachrangigen Wandelanleihe zurückkaufen. Details zu Struktur und Status dieser Maßnahmen zum 30. September 2012 finden sich im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 27 und Nr. 30. Das zum 30. September 2012 in Summe noch nicht genutzte Volumen des Programms zur Kapitalrückgewähr beläuft sich auf €126 Millionen. Als Teilposition davon beläuft sich der Ausübungswert der zum 30. September 2012 ausstehenden Put-Optionen auf eigene Aktien auf €89 Millionen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2012 schlägt Infineon seinen Aktionären vor, eine Dividende von €0,12 je Aktie auszuschütten. Sollte die kommende Hauptversammlung dem zustimmen, würde dies zu einer Ausschüttung von voraussichtlich rund €129 Millionen führen (für das Vorjahr: €130 Millionen). Siehe hierzu ausführlich Anhang zum Konzernabschluss Nr. 30. RÜCKSTELLUNGEN UND EVENTUALVERPFLICHTUNGEN Im Rahmen der gewöhnlichen betrieblichen Tätigkeit begeben wir Garantien vor allem für die Zahlung von Importzöllen, Gebäudemieten und möglichen Verpflichtungen in Bezug auf erhaltene staatliche Zuschüsse. Zum 30. September 2012 betrug die Höhe der undiskontierten, potenziellen zukünftigen Zahlungen für Garantien €127 Millionen, wovon maximal €16 Millionen im Geschäftsjahr 2013 zahlungswirksam werden können. Darüber hinaus bestehen Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten für unterschiedliche Risiken - wozu insbesondere auch die Risiken aus der Insolvenz von Qimonda zählen, die im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 38 ausführlich dargestellt sind und die, soweit die Risiken eintreten, zu weiteren Zahlungsmittelabflüssen führen können. DECKUNG DES KAPITALBEDARFS Unser Brutto-Zahlungsmittelbestand beläuft sich am 30. September 2012 auf €2.235 Millionen. Wir können €166 Millionen aus verschiedenen, voneinander unabhängigen kurz- und langfristigen Kreditlinien mit mehreren Finanzinstituten finanzieren. Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten wird im Geschäftsjahr 2013 voraussichtlich positiv sein, da der erwartete Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit die geplanten Investitionen übersteigen sollte. Im Zusammenhang mit bestimmten Investitionsprojekten haben wir auch staatliche Zulagen und Zuschüsse beantragt, können jedoch nicht garantieren, dass die Mittel rechtzeitig oder überhaupt genehmigt werden. Zu näheren Details bezüglich gewährter Zuschüsse siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 6. Unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Ressourcen, einschließlich der intern vorhandenen und künftig generierten Zahlungsmittel und der aktuell verfügbaren Kreditlinien, gehen wir davon aus, unseren derzeit geplanten Kapitalbedarf für das Geschäftsjahr 2013 decken zu können. Infineon plant momentan keine wesentlichen Finanzierungsmaßnahmen für das kommende Geschäftsjahr 2013. Infineon hat sich daher nicht um ein offizielles Rating einer führenden Ratingagentur bemüht. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE Wir schließen Geschäfte über derivative Finanzinstrumente einschließlich Zins-Swap-Vereinbarungen, Fremdwährungstermin- und -optionsgeschäften ab. Ziel dieser Transaktionen ist die Verringerung der Zins- und Währungsschwankungen für die in Fremdwährung lautenden künftigen Nettozahlungsströme. Des Weiteren werden Rohstoffswaps zur Verringerung des Preisschwankungsrisikos für erwartete Goldeinkäufe eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden von uns nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. Für weitere Informationen zu derivativen Finanzinstrumenten und dem Management von finanziellen Risiken siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 36 und 37. GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DES KONZERNS ZUM ZEITPUNKT DER AUFSTELLUNG DIESES BERICHTS Das Geschäftsjahr 2012 war für Infineon von Herausforderungen geprägt, die auf Basis des robusten Geschäftsmodells erfolgreich gemeistert werden konnten. Gleichzeitig wurden weiterhin Weichenstellungen für nachhaltig profitables Wachstum vorgenommen. Nach einem Umsatzwachstum von mehr als 20 Prozent im Geschäftsjahr 2011 gingen die Umsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht zurück, vor allem bedingt durch die Zurückhaltung unserer Kunden aufgrund der mit der europäischen Staatsschuldenkrise und der nachlassenden Wachstumsdynamik in Asien zusammenhängenden weltwirtschaftlichen Unsicherheiten. In diesem schwierigen Marktumfeld konnte Infineon seinen Marktanteil bei Automobil- und Leistungshalbleitern weiter erhöhen und für Chipkarten-ICs seine marktführende Stellung behaupten. Die erzielte Rendite auf das eingesetzte Kapital lag erneut eindeutig über dessen Kosten. Über die Dividende und das Programm zur Kapitalrückgewähr wurden Investoren direkt am Unternehmenserfolg beteiligt. Unsere Schlüsselthemen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit bieten mittel- und langfristig ungebrochen attraktive Wachstumspotenziale. Voraussetzung für deren Nutzung sind Produkt- und Fertigungsinnovationen sowie effiziente und flexible Produktionsanlagen. Im Geschäftsjahr 2011 startete Infineon daher nach fast zwei Jahren mit Engpässen in der Fertigung ein ambitioniertes Investitionsprogramm, das im Geschäftsjahr 2012 fortgesetzt worden ist und weiterhin sowohl auf die Erweiterung von Produktionsanlagen als auch auf Fertigungsinnovationen wie die 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie abzielt. Mit diesen Investitionen und Innovationen soll durch Effizienz- sowie Produktivitätssteigerung die Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessert werden. Gezielte Aufwendungen für Forschung und Entwicklung und den Ausbau des Vertriebs sorgen darüber hinaus dafür, dynamischen Kundenanforderungen noch besser gerecht werden und am langfristigen Wachstumstrend der Zielmärkte partizipieren zu können. Das Geschäftsjahr 2012 war ein schwieriges, aber trotz allem erfolgreiches Jahr für Infineon. Wir haben die uns gesetzten Ziele weitgehend erreicht: So liegt die erzielte Segmentergebnis-Marge mit 13,5 Prozent knapp innerhalb unseres Zielkorridors im mittleren 10-Prozent-Bereich. In den von uns adressierten Märkten behauptet Infineon seine ausgezeichnete Wettbewerbsposition. Damit und mit unserer sehr soliden Finanzausstattung - wir verfügen zum 30. September 2012 über eine Brutto-Cash-Position von €2,2 Milliarden, die Eigenkapitalquote liegt bei 60,6 Prozent - sehen wir uns für den sich kurzfristig abzeichnenden weiteren Nachfragerückgang gut gerüstet. Das Unternehmen wird das künftige Investitionsvolumen innerhalb gewisser Grenzen dem Verlauf der Nachfrage anpassen und deutlich reduzieren. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Kostenreduktion umgesetzt, um dem Margendruck entgegenzuwirken. Damit sichert Infineon den langfristigen und nachhaltigen Unternehmenserfolg mit dem Ziel einer Wertsteigerung für seine Aktionäre ab. AUSNUTZUNG VON WAHLRECHTEN UND SACHVERHALTSGESTALTUNGEN Die im vorliegenden Konzernlagebericht dargestellte und kommentierte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist von zugrunde liegenden Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie von Annahmen und Schätzungen abhängig, die ausführlicher im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 2 und 3 beschrieben sind und die im Wesentlichen unverändert gegenüber dem Vorjahr sind. Außerbilanzielle Finanzierungsmaßnahmen wie Forderungsverkäufe, Sale-and-lease-back-Transaktionen oder nicht in den Konzernabschluss einbezogene Zweckgesellschaften wurden in den Geschäftsjahren 2012 und 2011 nicht durchgeführt. INFINEON TECHNOLOGIES AG Die Infineon Technologies AG ist die Muttergesellschaft des Infineon-Konzerns und führt die entsprechenden Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Infineon Technologies AG übernimmt wesentliche übergreifende Aufgaben, wie das konzernweite Finanz- und Rechnungswesen, das Personalwesen, strategische und produktionsorientierte F&E-Aktivitäten sowie die weltweite Unternehmens- und Marketingkommunikation, und steuert die logistischen Prozesse im Konzern. Sie verfügt über eigene Fertigungen in Regensburg und Warstein (Deutschland). Da der größte Teil der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten für den Infineon-Konzern von der Infineon Technologies AG abgewickelt wird, gelten die Ausführungen zu Art und Umfang der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten sowie zu den abgesicherten Risiken analog auch für die Infineon Technologies AG. Die Chancen und Risiken sowie die zukünftige Entwicklung der Infineon Technologies AG entsprechen im Wesentlichen den Chancen und Risiken sowie der zukünftigen Entwicklung des Infineon-Konzerns, wie im Abschnitt "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Risiken und Chancen" dargelegt. Die Infineon Technologies AG stellt ihren Einzelabschluss nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches ("HGB") auf. Der vollständige Abschluss wird separat veröffentlicht. GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG1 (KURZFASSUNG) scroll € in Millionen 2012 2011 Umsatz 4.070 6.055 Umsatzkosten -3.197 -4.791 Bruttoergebnis vom Umsatz 873 1.264 Aufwendungen für übrige Funktionsbereiche -735 -847 Beteiligungsergebnis, Saldo 458 16 Übrige Erträge (Aufwendungen), Saldo -57 352 Ergebnis vor Ertragsteuern 539 785 Ertragsteuern -4 -29 Jahresüberschuss 535 756 Einziehung von Aktien gemäß § 237 Abs. 3 Nr. 2 AktG -14 - Einstellung in die Gewinnrücklagen gemäß § 58 Abs. 2 und 2a AktG -391 -378 Ertrag aus der Kapitalherabsetzung gemäß § 240 S. 1 AktG 14 - Einstellung in die Kapitalrücklage gemäß § 237 Abs. 5 AktG -14 - Bilanzgewinn 130 378 1 Erstellt nach HGB. Der im Geschäftsjahr 2012 erzielte Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG beläuft sich auf €535 Millionen. Nach Einstellung in die Gewinn- und Kapitalrücklagen in Höhe von €405 Millionen verbleibt ein Bilanzgewinn von €130 Millionen. Der Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG für das Geschäftsjahr 2012 ist positiv beeinflusst durch die Zuschreibung auf die Beteiligung an der Infineon Technologies Holding B.V. aufgrund des gestiegenen Unternehmenswerts in Höhe von €342 Millionen. Die Umsätze und die damit zusammenhängenden Umsatzkosten sind aufgrund des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts zum 31. Januar 2011 nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar. Im Geschäftsjahr 2012 verzeichnete die Infineon Technologies AG einen Rückgang bei den Umsatzerlösen (33 Prozent) und dem Bruttoergebnis vom Umsatz (31 Prozent). Der Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG für das Geschäftsjahr 2011 war deutlich beeinflusst durch den erzielten Gewinn in Höhe von €649 Millionen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts und die Belastungen aus der Insolvenz der Qimonda AG sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG (€195 Millionen). BILANZ1 (KURZFASSUNG) scroll € in Millionen 2012 2011 Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände 464 433 Finanzanlagen 2.888 2.902 Anlagevermögen 3.352 3.335 Vorräte 280 227 Forderungen und Sonstiges 564 661 Zahlungsmittel, Wertpapiere 2.145 2.332 Umlaufvermögen 2.989 3.220 Summe Aktiva 6.341 6.555 Eigenkapital 4.521 4.131 Rückstellungen 1.012 1.066 Verbindlichkeiten und Sonstiges 808 1.358 Summe Passiva 6.341 6.555 1 Erstellt nach HGB. Die Vermögenslage der Infineon Technologies AG ist im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert. Bei den Aktiva ist eine leichte Abnahme der Zahlungsmittel und Wertpapiere (€187 Millionen) und bei den Passiva ein Rückgang der Bilanzposition Verbindlichkeiten und Sonstiges (€550 Millionen) zu verzeichnen. Die Erhöhung des Eigenkapitals (€390 Millionen) ist durch den im Geschäftsjahr erwirtschafteten Jahresüberschuss in Höhe von €535 Millionen sowie die Ausübung von Aktienoptionen durch Mitarbeiter (€4 Millionen) positiv beeinflusst. Gegenläufig wirken die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2011 (€130 Millionen) sowie der Erwerb von eigenen Aktien (€20 Millionen). Im Bereich der Rückstellungen sind vor allem die Personalrückstellungen um €63 Millionen sowie die Gewährleistungsrückstellungen um €11 Millionen zurückgegangen. Gegenläufig wirkte sich der Anstieg der gebildeten Rückstellungen im Zusammenhang mit der Qimonda AG sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG (€26 Millionen) sowie der Rückstellungen für Pensionen (€20 Millionen) aus. Die Bilanzposition Verbindlichkeiten und Sonstiges hat sich im Geschäftsjahr 2012 um €550 Millionen verringert. Dies ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um €455 Millionen zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote beträgt 71,3 Prozent (Vorjahr: 63,0 Prozent). DIVIDENDE Nach dem Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionäre zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft, der nach den Vorschriften des HGB ermittelt wird. Für das Geschäftsjahr 2012 weist der Jahresabschluss der Muttergesellschaft Infineon Technologies AG einen Bilanzgewinn von €130 Millionen aus. Für das Geschäftsjahr 2012 wird der Hauptversammlung eine Ausschüttung einer Bardividende von €0,12 je Aktie vorgeschlagen. Die Ausschüttung der vorgeschlagenen Dividende ist abhängig von der Zustimmung der Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2011 hat die Gesellschaft eine Dividende von €0,12 je Aktie ausgeschüttet, was einem Ausschüttungsvolumen von €130 Millionen entsprach. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG Im Zeitraum bis zum 16. November 2012 wurden Put-Optionen auf eigene Aktien mit einem Ausübungswert von €22 Millionen ausgeübt und damit 3,5 Millionen Aktien im Rahmen des Programms zur Kapitalrückgewähr zurück erworben. Entsprechend wurde im Eigenkapital eine Umbuchung von der Position "Put-Optionen auf eigene Aktien" in die Position "Eigene Aktien" vorgenommen. Die Ausübungen hatten keinen Effekt auf die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung. BERICHT ÜBER DIE VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG MIT IHREN WESENTLICHEN RISIKEN UND CHANCEN RISIKO- UND CHANCENBERICHT RISIKOPOLITIK: GRUNDLAGE UNSERES RISIKO- UND CHANCENMANAGEMENTS Effektives Risiko- und Chancenmanagement ist ein wichtiger Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und unterstützt unser Ziel, nachhaltig und profitabel zu wachsen. Das Halbleitergeschäft ist in sehr hohem Maße durch den regelmäßigen Wechsel von Perioden des Marktwachstums mit Perioden erheblicher Marktrückgänge gekennzeichnet. Geprägt wird die Risiko- und Chancenlage überdies von einem hohen Investitionsbedarf zur Erreichung und Absicherung der Marktposition sowie einem außerordentlich schnellen technologischen Wandel. Der Wettbewerb um Innovationsvorsprünge wird dabei auch auf rechtlicher Ebene ausgetragen. Vor dem Hintergrund dieser grundsätzlichen Eigenschaften der Halbleiterindustrie ist unsere Risikopolitik darauf ausgerichtet, die sich ergebenden Chancen zeitnah in einer den Unternehmenswert steigernden Weise zu realisieren. Gleichzeitig sollen vorhandene, gegebenenfalls mit der Chancenwahrnehmung verbundene Risiken aktiv gesteuert beziehungsweise, dies gilt insbesondere für bestandsgefährdende Risiken, vermieden werden. Hierzu ist das Risikomanagement eng mit der Unternehmensplanung und der Umsetzung unserer Strategie verknüpft und obliegt der übergeordneten Verantwortung unseres Vorstands. Zur Umsetzung unserer Risikopolitik haben wir verschiedene, aufeinander abgestimmte Risikomanagement- und Kontrollsystemelemente etabliert. Hierzu gehören neben den im Folgenden dargestellten Systemen "Risiko- und Chancenmanagement" und "Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess" insbesondere unsere mit diesen Systemen verbundenen einheitlichen Planungs-, Steuerungs- und internen Berichterstattungsprozesse sowie unser Compliance-Managementsystem. WEITERENTWICKLUNG UNSERES RISIKO- UND CHANCENMANAGEMENTS IM GESCHÄFTSJAHR 2012 Im Verlauf des Geschäftsjahrs 2012 haben wir unser Risiko- und Chancenmanagementsystem an verschiedenen Stellen weiterentwickelt und ab dem vierten Quartal vollständig auf die aktualisierte Systematik umgestellt. Mit der Weiterentwicklung erreichen wir unter anderem eine deutlichere inhaltliche und zeitliche Verknüpfung unseres Risiko- und Chancenmanagementsystems mit unseren kurz- und mittelfristigen Planungsprozessen, eine Verbesserung der internen Darstellung der jeweiligen Risiko- und Chancensituation sowie eine Intensivierung der Steuerung und Kommunikation zu Risiken und Chancen. Die nachfolgenden Ausführungen stellen das Risiko- und Chancenmanagementsystem in seiner aktuellen Form dar. RISIKO- UND CHANCENMANAGEMENTSYSTEM Das Risikomanagementsystem basiert konzeptionell auf einem unternehmensweiten und management-orientierten Enterprise-Risk-Management-Ansatz, der alle relevanten Risiken und Chancen umfasst. Diesem Ansatz liegt das vom "Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO)" entwickelte Rahmenkonzept "Enterprise Risk Management (ERM) - Integrated Framework" zugrunde. Ziel des Systems ist die frühzeitige Identifizierung, Bewertung und Steuerung jener Risiken und Chancen, die das Erreichen der strategischen, operativen, finanziellen und Compliance-bezogenen Ziele des Unternehmens in wesentlichem Maß beeinflussen können. Wir definieren daher Risiko/Chance als Eintritt zukünftiger Unsicherheiten mit einer negativen beziehungsweise positiven Abweichung von der Geschäftsplanung. Wir beziehen alle relevanten Organisationseinheiten des Konzerns in die Analyse mit ein und decken alle Segmente sowie wesentliche Zentralfunktionen und Regionen ab. Die Prozess- und Systemverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagement obliegt der im zentralen Finanzressort angesiedelten Funktion für Risikomanagement und internes Kontrollsystem (IKS) sowie den auf Ebene der Segmente, der Zentralfunktionen und der Regionen etablierten Risk Officern. Die Identifikation, die Bewertung sowie das Management und die Berichterstattung von Risiken und Chancen liegen in der Verantwortung des Managements der betroffenen Organisationseinheiten. Organisatorisch wird das Risiko- und Chancenmanagementsystem durch einen mehrstufigen, in sich geschlossenen Prozess umgesetzt. Dieser legt insbesondere die Vorgehensweise sowie die Kriterien zur Identifikation von Risiken und Chancen, deren Bewertung, Steuerung und Berichterstattung sowie die Überwachung des Gesamtsystems verbindlich fest. Wesentliche Bestandteile hierbei sind die quartalsweise Risiko- und Chancenanalyse, die Berichterstattung aller einbezogenen Einheiten, die Analyse der Gesamtsituation auf Segment-, Regionen- und Konzernebene sowie die Berichterstattung der Risiko- und Chancensituation sowie wesentlicher zugehöriger Steuerungsmaßnahmen an den Vorstand. Der Vorstand informiert wiederum regelmäßig den Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Der Regelprozess wird, sofern erforderlich, durch eine Ad-hoc-Berichterstattung von wesentlichen, zwischen den regulären Berichtszeitpunkten identifizierten Risiken ergänzt. Die Bewertung von Risiken und Chancen erfolgt nach dem Nettoprinzip unter Berücksichtigung vorhandener Steuerungs- und Absicherungsmaßnahmen, zum Beispiel Bestandteilen unseres internen Kontrollsystems oder abgeschlossener Sicherungsgeschäfte. Alle relevanten Risiken und Chancen werden konzernweit einheitlich aus quantitativer und / oder qualitativer Perspektive in den Dimensionen potenzielle Ergebniswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Der Betrachtungshorizont und die Bewertungskategorien sind hierbei eng mit unserer kurz- und mittelfristigen Unternehmensplanung und unseren unternehmerischen Zielen verknüpft. Die Gesamtheit der gemeldeten Risiken und Chancen wird für den Infineon-Konzern hinsichtlich möglicher Korrelations- sowie Aggregationseffekte überprüft. Die Analyse von Risiken und Chancen wird hierbei durch ein Infineon-spezifisches Kategorisierungsmodell unterstützt. Die Analyse von Risiken und Chancen sowie die Weiterentwicklung unserer Risiko- und Chancenmanagementkultur wird durch jährliche, interdisziplinäre Workshops auf Ebene von Segmenten, Zentralfunktionen und Regionen unterstützt. Wesentliche Informationen zum Risiko- und Chancenmanagementsystem von Infineon sind für alle Mitarbeiter über unser Intranet verfügbar. Dieses beinhaltet unter anderem unsere ERM-Werkzeuge, unsere ERM-Richtlinien einschließlich der Aufgabenbeschreibung aller am Prozess beteiligten Funktionen sowie alle notwendigen Daten zur Berichterstattung. Zur Steuerung und Überwachung der identifizierten Risiken und Chancen werden entsprechend ihrer Relevanz Risiko-/ Chancenverantwortliche auf einer jeweils angemessenen Hierarchieebene benannt. Diese Verantwortlichen legen eine angemessene Strategie zur Risiko-/ Chancensteuerung formal fest (Vermeidung, Verminderung, Übertragung, Akzeptanz). In Abstimmung mit unterstützenden Zentralfunktionen und einzelnen Maßnahmenverantwortlichen definiert und überwacht der Risiko-/ Chancenverantwortliche zudem eine angemessene Anzahl an Maßnahmen zur Umsetzung der Steuerungsstrategie. Die aktive und spezifische Steuerung und Überwachung von Risiken und Chancen ist erfolgskritisch für unser System. Hierzu haben wir unter anderem folgende Maßnahmen etabliert: Im Bereich der strategischen Risiken begegnen wir den für das Halbleitergeschäft typischen Konjunktur- und Nachfrageschwankungen und den damit zusammenhängenden Risiken für unsere Finanz-, Vermögens- und Ertragslage unter anderem dadurch, dass wir die Entwicklung von aus unserer Sicht wichtigen Frühwarnindikatoren fortlaufend überwachen und in Teilen mit spezifisch festgelegten Reaktionsstrategien der aktuellen Position im Konjunkturzyklus begegnen, zum Beispiel mit der frühzeitigen und konsequenten Anpassung von Kapazitäten und Beständen, der Initiierung von Einsparmaßnahmen sowie der flexiblen Nutzung von externen Produktionsmöglichkeiten. Im Bereich der operativen Risiken setzen wir zur Vermeidung von Qualitätsrisiken spezifische Qualitätsmanagementstrategien wie "Zero Defect" und "Six Sigma" zur Vorbeugung, Problemlösung und kontinuierlichen Verbesserung aller unserer Geschäftsprozesse ein. Das unternehmensweit gültige Qualitätsmanagementsystem ist seit Jahren nach den Normen ISO 9001 beziehungsweise ISO/TS 16949 zertifiziert und bezieht auch die Entwicklung unserer Lieferanten mit ein. Unsere Prozesse und Initiativen zur ständigen Verbesserung sollen unter anderem im Fall von Qualitätsproblemen die Ursachen zeitnah ermitteln und beheben, um langfristige Auswirkungen zu vermeiden. Für unsere oftmals kundenspezifischen Entwicklungsprojekte haben wir unter anderem ein systematisches Projektmanagement etabliert. Eindeutige Projektmeilensteine und Überprüfungsstufen während der Projektabwicklung sowie klar festgelegte Genehmigungsprozesse unterstützen uns dabei, mögliche Projektrisiken frühzeitig zu erkennen und diesen durch gezielte Maßnahmen zu begegnen. Risiken im Beschaffungsbereich versuchen wir durch unsere Einkaufsstrategien und durch den Einsatz geeigneter Methoden wie stetigen Produkt- und Kostenanalysen ("Best Cost Country Sourcing" und "Focus-on-Value") zu minimieren. Diese Programme beinhalten funktionsübergreifende Expertenteams zur Standardisierung der Einkaufsprozesse für Material und technische Anlagen. Vor dem Hintergrund der allgemein gestiegenen Bedrohungen für die Informationssicherheit und des höheren Maßes an Professionalität in der Computerkriminalität haben wir unter anderem ein Programm für Informationssicherheit mit dem Ziel der größtmöglichen Absicherung gegenüber möglichen Hacking-Angriffen und damit verbundenen Risiken für unsere Informationssysteme, Netzwerke, Produkte, Lösungen und Dienstleistungen initiiert. Angesichts der historischen und erwarteten Preisentwicklung für Energie beschäftigen wir uns unter anderem mit Blick auf unsere energieintensive Front-End-Produktion aktiv mit dem Thema Energieeffizienz und arbeiten an der Implementierung eines Energiemanagementsystems auf Grundlage der ISO-Norm 50001. Siehe auch weiterführende Erläuterungen im Abschnitt "Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren - Nachhaltigkeit bei Infineon: Massstäbe setzen - durch Innovation und freiwillige Verantwortung" des Konzernlageberichts. Im Bereich der Compliance und rechtlichen Risiken begegnen wir Risiken im Zusammenhang mit Schutzrechten und Patenten unter anderem durch eine spezifische Patentstrategie, die unter anderem eine umfangreiche Patentrecherche, die gezielte Entwicklung und Anmeldung eigener Patente und den Schutz durch Verträge mit wichtigen Wettbewerbern einschließt. Wir streben an, diesen Schutz durch Verhandlungen mit führenden Wettbewerbern, mit denen noch keine patentrechtlichen Vertragsbeziehungen bestehen, weiter auszudehnen und somit Patentrisiken zu minimieren. Keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung besteht allerdings bei reinen Patentverwertungsgesellschaften. Zur systematischen, umfassenden und nachhaltigen Steuerung von Compliance-Risiken etablieren wir aktuell ein konzernweites Compliance-Managementsystem, welches wichtige präventive Bestandteile weiterentwickelt, Elemente neu gestaltet beziehungsweise verstärkt und angemessene Reaktionen auf mögliche oder tatsächliche Verstöße gegen interne oder externe Regeln gewährleistet. Im Bereich der Finanzrisiken verringern wir das Risiko aus Zins- und Wechselkursschwankungen durch den Abschluss entsprechender Sicherungsgeschäfte. Des Weiteren haben wir für potenzielle Schadensfälle und Haftungsrisiken Versicherungen abgeschlossen, um negative Auswirkungen auf unsere Vermögens- und Finanzlage zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren. Die Einhaltung des ERM-Ansatzes wird prozessbegleitend durch die zentrale Funktion für Risikomanagement und IKS überwacht. Zudem prüft die Konzernrevision zielgerichtet die Einhaltung bestimmter gesetzlicher Rahmenbedingungen und konzerneinheitlicher Richtlinien, einschließlich der Vorgaben zum Risiko- und Chancenmanagement, und initiiert bei Bedarf korrigierende Maßnahmen. Auf der Ebene des Aufsichtsrats überwacht der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss die Effektivität des Risikomanagementsystems. Durch unseren Wirtschaftsprüfer wird zudem unser Risikofrüherkennungssystem im Sinne des § 91 Abs. 2 AktG im Rahmen der Jahresabschlussprüfung auf seine Eignung geprüft, bestandsgefährdende Risiken des Unternehmens frühzeitig zu erkennen. Er berichtet hierzu jährlich dem Finanzvorstand und dem Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Im Vergleich zum Risikomanagementsystem liegt der Schwerpunkt des internen Kontrollsystems (IKS) auf dem Rechnungslegungsprozess mit dem Ziel der Überwachung der Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und der Finanzberichterstattung. Das interne Kontrollsystem zielt darauf ab, das Risiko der Falschaussage in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung zu minimieren und einen mit hinreichender Sicherheit regelungskonformen Konzernabschluss zu erstellen. Die unternehmensweite Einhaltung gesetzlicher und unternehmensinterner Vorschriften muss dafür gewährleistet werden. Den Prozessen sind jeweils eindeutige Verantwortlichkeiten zugeordnet. Das interne Kontrollsystem erfüllt die nach BilMoG geforderte Effektivität und ist Bestandteil des Rechnungslegungsprozesses in allen bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Das System überwacht die Grundsätze und Verfahren anhand von präventiven und aufdeckenden Kontrollen. Unter anderem prüfen wir regelmäßig, ob ― konzernweite Bilanzierungs-, Bewertungs- und Kontierungsvorgaben fortlaufend aktualisiert und eingehalten werden; ― konzerninterne Transaktionen vollständig erfasst und sachgerecht eliminiert werden; ― bilanzierungsrelevante und angabepflichtige Sachverhalte aus getroffenen Vereinbarungen berücksichtigt und entsprechend abgebildet werden; ― Prozesse und Kontrollen existieren, die explizit die Vollständigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung im Jahres- und Konzernabschluss gewährleisten; ― Prozesse zur Funktionstrennung und zum Vier-Augen-Prinzip im Rahmen der Abschlusserstellung sowie Autorisierungs- und Zugriffsregelungen bei relevanten IT-Rechnungslegungssystemen bestehen. Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wird systematisch bewertet. Zunächst erfolgt eine jährliche Risikoanalyse und Überarbeitung der definierten Kontrollen. Dabei identifizieren und aktualisieren wir bedeutende Risiken im Hinblick auf die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung in den bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Die für die Identifizierung der Risiken definierten Kontrollen werden gemäß konzernweiten Vorgaben dokumentiert. Um die Wirksamkeit der Kontrollen zu beurteilen, führen wir regelmäßig Tests auf Basis von Stichproben durch. Diese bilden die Grundlage für eine Selbsteinschätzung, ob die Kontrollen angemessen ausgestaltet und wirksam sind. Die Ergebnisse dieser Selbsteinschätzung werden in einem globalen IT-System dokumentiert und berichtet. Erkannte Kontrollschwächen werden unter Beachtung ihrer potenziellen Auswirkungen behoben. Zusätzlich bestätigen alle rechtlichen Einheiten, Segmente und bedeutenden Zentralfunktionen durch die Vollständigkeitserklärung, dass alle buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle erfasst wurden und sämtliche bilanzierungspflichtigen Vermögenswerte und Verpflichtungen in der Bilanz berücksichtigt sind. Beurteilung der Wirksamkeit Die wesentlichen rechtlichen Einheiten überprüfen und bestätigen am Ende des jährlichen Zyklus die Effektivität des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Der Vorstand und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden über wesentliche Kontrollschwächen sowie die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen regelmäßig informiert. Das Risikomanagement- und interne Kontrollsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt, um den internen und externen Anforderungen - zum Beispiel den Vorgaben des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) - zu entsprechen. Die Verbesserung des Systems dient der fortlaufenden Überwachung der relevanten Risikofelder einschließlich der verantwortlichen Organisationseinheiten. WESENTLICHE RISIKEN Nachfolgend beschreiben wir Risiken, die erhebliche nachteilige Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, unseren Aktienkurs sowie unsere Reputation haben können. Die Reihenfolge der dargestellten Risiken spiegelt in der jeweiligen Risikokategorie unsere gegenwärtige Einschätzung hinsichtlich ihrer Relevanz für Infineon wider. Sie bietet daher einen Anhaltspunkt für die gegenwärtige Bedeutung dieser Risiken für uns. STRATEGISCHE RISIKEN Unsichere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen Als global agierendes Unternehmen sind wir stark von der weltweiten konjunkturellen Entwicklung abhängig. Eine weltweite konjunkturelle Abschwächung - insbesondere in den von uns bedienten Märkten - kann dazu führen, dass unsere geplanten Umsätze sich nicht wie erwartet entwickeln. Darüber hinaus könnten durch politische und gesellschaftliche Veränderungen in Ländern, in denen wir unsere Produkte herstellen und/oder vermarkten, Risiken entstehen. Derzeit beobachten wir insbesondere die europäische Schuldenkrise, wo infolge der hohen Verschuldung der öffentlichen Hand verstärkt Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung durchgeführt und Investitionsausgaben zurückgehalten werden, das Vertrauen der Konsumenten und Unternehmen nachlässt und eine ansteigende Arbeitslosigkeit festzustellen ist. Hinzu kommen gesamtwirtschaftliche Risiken im Zusammenhang mit einem möglichen Austritt einzelner Länder aus der Eurozone sowie mit möglicherweise steigender Inflation. Ungeachtet der von uns bewerteten Szenarien und möglichen Reaktionen in diesem komplexen Risikofeld können diese Entwicklungen unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erheblich negativ beeinflussen. Reaktion auf zyklische Markt- und Branchenentwicklungen Der weltweite Halbleitermarkt ist starken Schwankungen ausgesetzt. So besteht auch in den von uns adressierten Märkten das Risiko von kurzfristigen Marktschwankungen. Dadurch bedingt könnten unsere Prognosen der eigenen Geschäftsentwicklung starker Unsicherheit unterliegen. In der Vergangenheit hat sich das zyklische Geschäft in Form von V-Kurven immer wieder erholt und Infineon konnte an der positiven Entwicklung nach einer Marktabschwächung partizipieren. Es ist allerdings möglich, dass künftige Marktrückgänge sich strukturell anders zeigen, etwa eine L-Form annehmen. Sollten uns Marktschwankungen unvorbereitet treffen oder sich die von uns festgelegte Reaktionsstrategie als nicht geeignet erweisen, kann das eine langfristige Beeinträchtigung der Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zur Folge haben. Wettbewerbsintensität und Austauschbarkeit der Produkte Die Geschwindigkeit technologischer Neuentwicklungen im Markt führt auch zu einer erhöhten Austauschbarkeit der Produkte. Durch den daraus entstehenden, aggressiven Preiswettbewerb ist es möglich, dass wir unsere langfristigen, strategischen Ziele hinsichtlich der Gewinnung und Aufrechterhaltung von Marktanteilen, der Preissetzung und/oder Profitabilitätsziele nicht vollständig erreichen. Im Ergebnis würden sich hieraus negative Auswirkungen auf unsere Umsatz- und Ertragslage ergeben. OPERATIVE RISIKEN Zunehmende Dynamik der Märkte Die zunehmend dynamischen Märkte und Kundenanforderungen nach Flexibilität, verbunden mit kurzfristigen Anpassungen von Bestellmengen, können zu steigenden Kosten durch Unterauslastung der Produktion, erhöhten Lagerbeständen sowie nicht eingehaltenen Lieferantenverträgen führen. Somit besteht ungeachtet der gesteigerten Flexibilität in unseren Prozessen und Produktionsstätten weiterhin ein Kostenrisiko durch Auslastungsschwankungen oder eingegangene Abnahmeverpflichtungen, einhergehend mit Leerstandskosten in den Fertigungsstätten. Hinzu kommt, dass einige unserer Produkte eine starke Abhängigkeit vom Geschäftserfolg einzelner Kunden in ihren Märkten haben. Zudem besteht das Risiko des Verlusts von zukünftigem Geschäft und Design-Wins, wenn wir nicht entsprechend den Kundenerwartungen auch über unsere vertraglichen Verpflichtungen hinaus liefern können. Dadurch entsteht faktischer Druck, durch ausreichend bemessene Investitionen auch bei unerwartet hoher Nachfrage über die vertraglich zugesagten Mengen hinaus lieferfähig zu sein. All dies kann eine negative Auswirkung auf unsere Umsatz- und Ertragslage zur Folge haben. Verzögerungen bei der Produktentwicklung Die kontinuierlich steigende Komplexität von Technologien und Produkten, reduzierte Entwicklungszyklen sowie die dynamisierte Kundennachfrage führen zu einem erhöhten Anspannungsgrad im Bereich der Produktentwicklung. Zeitliche Puffer zur Kompensation möglicher Verzögerungen werden in diesem Zusammenhang reduziert. Gelingt es uns nicht, dennoch unsere festgelegte Entwicklungsplanung in der erwarteten Qualität umzusetzen, würde das in Zeitverzug sowie erhöhten Entwicklungskosten resultieren und unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Entwicklung der Produktqualität Die Sicherstellung der Qualität unserer ausgelieferten Produkte ist für den geschäftlichen Erfolg von zentraler Bedeutung. Mögliche Qualitätsrisiken, zum Beispiel durch hohe Fertigungsauslastung, können Einfluss auf die Ausbeuten und somit die Liefertreue haben. Nicht optimale Produktqualität kann zu Rückrufaktionen bei unseren Kunden und damit verbundenen Kosten im Rahmen von Haftungsansprüchen führen. Mögliche negative Auswirkungen aus Qualitätsrisiken auf das Image des Unternehmens können zusätzlich die zukünftige Umsatz- und Ertragslage unseres Geschäfts in hohem Maße beeinflussen. Datensicherheit und Sicherheit unserer IT-Systeme Die Zuverlässigkeit und die Sicherheit der Informationstechnologie sind von großer Bedeutung. Gleichzeitig ist ein allgemein bekannter weltweiter Anstieg von Bedrohungen der Informationssicherheit zu verzeichnen. Dies gilt in zunehmendem Maße sowohl für den Einsatz informationstechnologischer Systeme zur Unterstützung der Geschäftsprozesse als auch für die Unterstützung der internen und externen Kommunikation. Trotz aller technischen Vorsichtsmaßnahmen kann jede gravierende Störung dieser Systeme zu Risiken im Bezug auf die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Verlässlichkeit von Daten und Systemen in Entwicklung, Produktion, Vertrieb oder Administration führen, was sich wiederum negativ auf unsere Reputation, Wettbewerbsfähigkeit sowie Geschäftslage auswirken kann. Mögliche Virusangriffe, insbesondere in Bezug auf IT-Systeme, die in unseren Fertigungen verwendet werden, stellen darüber hinaus Risiken dar, die in Produktionsausfällen und Lieferengpässen resultieren können. Entwicklung der Herstellungskosten - Rohstoffpreise, Materialeinsatz und Prozesskosten Unserer mittel- und langfristigen Ergebnisplanung liegt eine erwartete Entwicklung der Herstellungskosten unserer Produkte zugrunde. In diesem Zusammenhang besteht die Möglichkeit, dass geplante Maßnahmen zur Optimierung der Herstellungskosten im Bereich von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Energie, Personaleinsatz und Automatisierung sowie in der Zusammenarbeit mit externen Partnern nicht wie geplant umgesetzt werden können. Zudem sind wir aufgrund unserer Abhängigkeit von verschiedenen in der Produktion verwendeten Materialien, Rohstoffen (unter anderem Gold und Kupfer) und im Bereich Energie teilweise erheblichen Preisrisiken ausgesetzt. Aktuell haben wir daher das Preisrisiko bezüglich der geplanten Bedarfsmenge an Golddraht für das Geschäftsjahr 2013 mit Finanzinstrumenten abgesichert. Hierzu gehört auch die Abhängigkeit von seltenen Erden, die wir für ausgewählte Einzelprozesse im Rahmen der Prozessintegration benötigen. In letzter Zeit unterlagen Rohstoffe und Energie erheblichen Marktpreisschwankungen, die voraussichtlich andauern werden. Wenn es uns in einer derartigen Situation nicht gelingt, Kosten zu kompensieren oder an unsere Kunden weiterzugeben, könnte dies erhebliche negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. Abstimmung und flexible Anpassung der Fertigung Front-End- und Back-End-Fertigung sollten optimal synchronisiert sein, um die Entwicklung wettbewerbsfähiger und qualitativ hochwertiger Produkte für neue technologische Lösungen zu ermöglichen. Beeinflusst durch den schnellen technologischen Wandel sowie die bereits angesprochene Dynamik der Kundenanforderungen erachten wir diese Abstimmung als zunehmend anspruchsvoller. Sofern uns dies nicht gelingt, kann das Qualitätsprobleme, Verzögerungen in der Produktentwicklung/ Marktreife sowie erhöhte Forschungs- und Entwicklungskosten zur Folge haben und somit negative Auswirkungen auf unsere Umsatz- und Ertragslage haben. Ein für Halbleiterunternehmen mit eigener Produktion geschäftstypisches Risiko sind Verzögerungen beim Hochlauf neuer Fertigungsstandorte beziehungsweise Technologietransfers. Die zum Beispiel in unserem Segment Automotive zeitlich gestreckten Freigabe- und Qualifikationsprozesse unserer Kunden beeinflussen unsere globale Produktionsstrategie sowie die kurz- und mittelfristige Auslastung unserer Produktionskapazitäten. Eine unzureichende Antizipation dieser Produktionsveränderungen kann zu fehlenden Kapazitäten und somit Umsatzrückgängen einerseits sowie zu Leerstandskosten und somit negativen Ergebniseffekten andererseits führen. Abhängigkeit von einzelnen Produktionsstandorten Unsere südostasiatischen Fertigungsstandorte sind für unsere Fertigung von essentieller Bedeutung. Sollten wir zum Beispiel im Fall von politischen Unruhen oder Naturkatastrophen in der Region nicht mehr in der Lage sein, an diesen Standorten im geplanten Umfang zu fertigen oder die dort gefertigten Produkte auszuführen, hätte das materielle negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Unsere derzeitigen Fertigungskapazitäten in dieser Region sind größtenteils nicht gegen politische Risiken wie zum Beispiel Enteignung versichert. Der Transfer der Fertigung aus diesen Standorten wäre also nicht nur mit hohem technischem und zeitlichem Aufwand verbunden, sondern die hierfür erforderlichen Investitionen müssten komplett von Infineon selbst aufgebracht werden. Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Lieferanten zusammen, die uns mit Materialien, Dienstleistungen oder durch Übernahme bestimmter Unteraufträge unterstützen, für die nicht immer mehrere Alternativen bestehen. Wir sind damit zum Teil von der Lieferfähigkeit und Qualität dieser Zulieferungen abhängig. Sofern einer oder mehrere dieser Lieferanten ihre Verpflichtungen gegenüber Infineon nicht erfüllen würden, könnte das negative Auswirkungen auf unsere Umsatz- und Ertragslage haben. Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern Ein wichtiger Baustein unseres Unternehmenserfolgs ist die jederzeitige Verfügbarkeit der benötigten Anzahl qualifizierter Mitarbeiter. Es besteht aber generell das Risiko, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren oder nicht genügend qualifiziertes Personal für unser Unternehmen gewinnen, entwickeln und binden zu können. Dies würde unter anderem durch Lücken in der Nachfolge von Fach- und Führungskräften unser Wachstum einschränken und damit erhebliche negative Auswirkungen auf unsere Ertragslage haben. FINANZRISIKEN Ausfallrisiken von Bankpartnern Bedingt durch unseren vergleichsweise hohen Kassenbestand sind wir Risiken hinsichtlich eines möglichen Ausfalls einer der von uns ausgewählten Bankpartner ausgesetzt. Diesen Risiken, die trotz teils staatlich unterstützter Einlagensicherungsmechanismen bestehen können, begegnen wir durch geeignete Analysen zur Risikovermeidung und Maßnahmen zur Risikostreuung. Sollten diese ihre Wirkung verfehlen, könnte dies wesentliche Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Währungsrisiken Die internationale Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von nicht Euro-basierten Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, mit sich. Ein großer Anteil unserer Umsatzerlöse einerseits sowie der Betriebskosten und Investitionsausgaben andererseits entfallen auf US-Dollar und korrelierte Währungen, wobei sich in aller Regel ein US-Dollar-Überschuss ergibt. Bestimmte Währungsrisiken sind konzernweit durch derivative Finanzinstrumente abgesichert. In Abhängigkeit von der Entwicklung von Wechselkursen könnten diese Sicherungsgeschäfte signifikanten Einfluss auf unsere Zahlungsströme haben. Dies kann dazu führen, dass Wechselkursschwankungen unsere Ergebnisse beeinflussen. Ergänzende Beschreibungen zum Management finanzieller Risiken können dem Anhang zum Konzernabschluss Nr. 37 entnommen werden. RECHTLICHE- UND COMPLIANCE-RISIKEN Qimonda-Insolvenz Aufgrund des Insolvenzverfahrens von Qimonda und der in diesem Zusammenhang uns gegenüber vorgebrachten Forderungen sind wir erheblichen potenziellen Verbindlichkeiten ausgesetzt, die detailliert in dem Anhang zum Konzernabschluss Nr. 38 beschrieben sind. Wir haben Rückstellungen zum 30. September 2012 für solche Sachverhalte erfasst, von denen wir annehmen, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die mit hinreichender Genauigkeit zum jetzigen Zeitpunkt geschätzt werden können. Es gibt keine Sicherheit, dass diese Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit diesen Angelegenheiten entstehen können. Urheberrechte und Patente Wie bei vielen Unternehmen in der Halbleiterbranche wird auch uns gegenüber verschiedentlich vorgebracht, wir hätten gewerbliche Schutzrechte verletzt, fehlerhafte Produkte geliefert oder gesetzliche Pflichten verletzt. Ungeachtet der Erfolgsaussichten derartiger Ansprüche können im Zusammenhang mit ihrer Abwehr hohe Verteidigungskosten für Anwälte entstehen. Während wir im Patentbereich von Lizenzaustauschverträgen mit wichtigen Wettbewerbern profitieren und wir anstreben, den Schutz in diesem Risikofeld durch den Abschluss weiterer Verträge weiter auszudehnen, besteht gegenüber reinen Patentverwertungsgesellschaften keine solche Möglichkeit zur vertraglichen Absicherung. Wir können nicht ausschließen, dass etwaige Vorwürfe der Patentverletzung vor Gericht Bestand haben, wodurch signifikante Schadensersatzansprüche oder Einschränkungen bei der Vermarktung von Produkten resultieren könnten, was wiederum einen negativen Einfluss auf unser Geschäftsergebnis hätte. Weitere Informationen sind dem Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 38 zu entnehmen. Auswirkungen unserer globalen Aktivitäten Unsere weltweite Strategie sieht vor, Forschungs- und Entwicklungs- sowie Fertigungsstandorte über den ganzen Globus verteilt zu unterhalten. Dafür sind Marktzugangs- oder auch Technologie- sowie Kostengründe maßgeblich. Es können daher Risiken entstehen, die sich daraus ergeben, dass wirtschaftliche und geopolitische Krisen Auswirkungen auf regionale Märkte haben, länderspezifische Gesetze und Regelungen den Investitionsrahmen und die Möglichkeiten, freien Handel zu betreiben, beeinflussen und dass unterschiedliche Praktiken bei der Auslegung von steuerlichen, juristischen oder administrativen Regeln die Ausübung unternehmerischer Tätigkeiten einschränken. Diese Risiken könnten unsere Geschäftstätigkeit in diesen Ländern einengen. Außerdem könnten wir Strafzahlungen, Sanktionen und Reputationsschäden ausgesetzt sein. Insbesondere die asiatischen Märkte sind für unsere langfristige Wachstumsstrategie von großer Bedeutung und unsere Geschäftstätigkeit in China wird dort von einem Rechtssystem beeinflusst, das sich noch entwickelt und Änderungen unterliegen kann. Zum Beispiel könnten lokale Regulierungen uns dazu verpflichten, Partnerschaften mit nationalen Unternehmen einzugehen. In der Folge besteht die Möglichkeit, dass zum einen unser geistiges Eigentum nicht mehr ausreichend geschützt ist und zum anderen geistiges Eigentum, das wir in China entwickeln, nicht frei in andere Länder und Standorte transferiert werden kann, wodurch Umsätze und Profitabilität beeinträchtigt werden könnten. Akquisitionen und Kooperationsvereinbarungen Um unser bestehendes Geschäft zu entwickeln oder auch weiter auszubauen, könnten wir weitere Akquisitionen vornehmen oder andere Formen der Partnerschaft mit externen Unternehmen eingehen. Es besteht prinzipiell das Risiko, dass wir im Fall eines Kaufes, insbesondere in Bezug auf die Integration in bestehende operative Strukturen, nicht erfolgreich sind. Dies könnte die Vermögens- und Ertragslage unseres Unternehmens negativ beeinflussen. Gleichzeitig besteht im Fall auch von kleineren Akquisitionen oder Portfolio-Entscheidungen immer die Möglichkeit, dass mangels Wissen oder Sensibilisierung der handelnden Personen gegen kartellrechtliche Bestimmungen verstoßen wird. Dies kann zu hohen Kosten durch intensive interne Anstrengungen (zum Beispiel signifikante zeitliche Einbringung des Managements), das Beschäftigen Externer (zum Beispiel Anwälte) und die Auferlegung von Geldstrafen sowie zu negativen Imageeffekten führen. Steuerliche, wettbewerbs- und kapitalmarktrechtliche Regelungen können ebenfalls Unternehmensrisiken beinhalten. Wir lassen uns deshalb umfassend von internen und externen Fachleuten beraten. GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS DURCH DIE UNTERNEHMENSLEITUNG Die Einschätzung der gesamten Risikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken. Während einzelne Risiken in ihrer Bedeutung für den Konzern gestiegen sind (zum Beispiel Konjunktur- und Nachfrageschwankungen), ist die Bedrohung durch Risiken in anderen Bereichen gegenüber den Vorperioden gesunken. Ungeachtet dieser spezifischen Veränderungen bewerten wir die gesamthafte Risikosituation als weitestgehend unverändert. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sind uns derzeit nicht bekannt. CHANCEN Im Folgenden beschreiben wir unsere wesentlichsten Chancen. Diese stellen jedoch nur einen Ausschnitt der sich uns bietenden Möglichkeiten dar. Unsere Bewertung der Chancen ist zudem fortlaufenden Änderungen unterworfen, da sich unser Unternehmen, unsere Märkte und die Technologien kontinuierlich weiterentwickeln. Aus diesen Entwicklungen können sich neue Chancen ergeben, bereits existierende können an Relevanz verlieren, oder die Bedeutung einer Chance kann sich für uns verändern. Unterstützung der Energiewende und der Adressierung des Klimawandels Die Knappheit fossiler Ressourcen und ein gestiegenes Umweltbewusstsein resultieren in einer zunehmenden Bedeutung von erneuerbaren Energien. Steigende Emissionen sind eine Bedrohung für die Umwelt und eines der vorrangigsten Themen auf der globalen politischen und wirtschaftlichen Agenda. Die Internationale Energieagentur erwartet, dass bis 2030 über ein Viertel der weltweiten Energienachfrage durch erneuerbare Energien gedeckt sein wird. Zudem ist es gemäß der Internationalen Energieagentur möglich, dass sogenannte Smart Grids bis 2050 die CO2 -Emissionen jährlich um 0,9 bis 2,2 Gigatonnen reduzieren könnten. Die Halbleiterindustrie kann als innovative Zukunftstechnologie hierbei eine Schlüsselrolle spielen. So ist die Zuverlässigkeit von Kraftwerken, deren Effizienzgrad, aber auch die Minimierung von Transportverlusten bei Energie von der Leistung der Produkte der Halbleiterindustrie abhängig. Wir beobachten zudem eine Entwicklung weg von produzierten Klein- und Vorserien in relevanten Feldern wie Cleantech und Elektromobilität hin zu internationalen Massenmärkten mit entsprechender Nachfragereaktion für Technologien und Produkte der Halbleiterindustrie. Eine erfolgreiche Unterstützung dieser globalen Reaktionen auf die Herausforderungen des Klimawandels kann uns das Erschließen neuer Märkte und Anwendungsbereiche für unsere Produkte und Technologien sowie die Ausweitung unseres bestehenden Geschäfts ermöglichen. Marktzugang und Aktivitäten in China Unsere Aktivitäten in dem aus unserer Sicht für die Zukunft sehr bedeutenden chinesischen Markt sind zurzeit aus unterschiedlichen Gründen eingeschränkt. Das betrifft unter anderem die Einschränkung unseres Zugangs zu diesem Markt aufgrund der Wahrnehmung von Infineon als internationaler Wettbewerber. Wenn es gelingt, uns in China als Teil der chinesischen Industrie und somit als Element der chinesischen Gesellschaft zu positionieren, könnte das zu einer Vielzahl neuer und zusätzlicher Chancen führen und sich positiv auf unser Geschäft auswirken. Neue Technologien / Materialien Eigenständig und gemeinsam mit unseren Kunden streben wir fortlaufend an, neue Technologien, Produkte und Lösungen zu entwickeln sowie bestehende zu verbessern. Hierfür investieren wir unter anderem in die Forschung und Entwicklung zum Einsatz neuer Technologien und Materialien. Die aktuell eingesetzten Technologien und Materialien könnten in absehbarer Zeit ihre Vorteile verlieren, so wie beispielsweise Silizium in manchen Einsatzbereichen sein physikalisches Limit erreichen könnte. Wie sehen daher unterschiedliche Chancen und Möglichkeiten durch den Einsatz neuer Technologien wie beispielsweise Galliumnitrid oder Siliziumkarbid neue, leistungsfähigere und / oder kostengünstigere Produkte zu entwickeln. Hieraus könnte sich eine positive Auswirkung auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben. Finanzielle Position Unsere aktuelle finanzielle Situation, die wir unter anderem im Abschnitt "Darstellung der Finanzlage" erläutert haben, ermöglicht es uns, ungeachtet der aktuell unsicheren Bedingungen auf dem Kapitalmarkt gute Refinanzierungskonditionen angeboten zu bekommen und sofern erforderlich zu nutzen. Hieraus ergibt sich für Infineon ein finanzieller Spielraum, der uns eine überdurchschnittliche unternehmerische Flexibilität hinsichtlich der Umsetzung unserer Strategien und Initiativen gewährleistet. Bedeutung elektronischer Komponenten Seit vielen Jahren nimmt die Anzahl elektronischer Komponenten und Bauteile in den Produkten fast aller Branchen kontinuierlich zu. Eine Abkehr von diesem Trend ist aktuell nicht erkennbar. Technologien und Anwendungen der Halbleiterindustrie sind in vielen Bereichen ein wichtiges Element dieser elektronischen Komponenten und Bauteile. In der erfolgreichen Antizipation neuer Nachfrage, der kooperativen Entwicklung derartiger Komponenten gemeinsam mit unseren Kunden sowie in eigenständigen Innovationen sehen wir Möglichkeiten, überdurchschnittlich an dem Wachstum des Marktes teilzuhaben und unsere Ertragslage weiter zu verbessen. Lieferfähigkeit aufgrund vorhandener Kapazität Unsere bestehenden eigenen Kapazitäten in Front-End und Back-End, die zudem für uns verfügbaren externen Produktionsmöglichkeiten sowie unsere in Teilen vorhandenen Optionen zur weiteren Ausweitung unserer Produktion in unserem Werk in Kulim (Malaysia) bedeuten für uns eine im Vergleich zur Vergangenheit erhöhte Flexibilität hinsichtlich der Deckung der Produktionsnachfrage. Die verfügbaren Kapazitäten in Verbindung mit aktiver strategischer und operativer Planung der internen und externen Ressourcen ermöglichen es uns im Fall der Marktbelebung auch kurzfristig steigende Nachfragen unserer bestehenden und neuen Kunden zu decken. Diese Chance besteht ungeachtet aktuell ergebnisbelastender Leerstandskosten bei Unterauslastung. Hieraus können sich zukünftige positive Auswirkungen auf unsere Marktanteile und die Ertragslage ergeben. PROGNOSEBERICHT GRUNDLEGENDE PLANUNGSANNAHME ZUR WÄHRUNGSENTWICKLUNG Als weltweit tätiges Unternehmen erzielt Infineon Umsätze nicht nur in Euro sondern auch in US-Dollar und, in geringem Umfang, in anderen Währungen. Des Weiteren hat das Unternehmen auch Kosten in US-Dollar und in anderen Währungen. Das Verhältnis der Umsätze und Kosten in ausländischen Währungen ist nicht vollständig ausgeglichen. Veränderungen von Wechselkursen, insbesondere des Wechselkurses des US-Dollars gegenüber dem Euro, haben Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Ohne Berücksichtigung von Währungssicherungsgeschäften führt eine Abweichung von einem Cent im tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurs gegenüber dem Plankurs dazu, dass sich das Segmentergebnis in Summe um etwa €1 Million pro Quartal oder etwa €4 Millionen pro Geschäftsjahr gegenüber dem Planwert verändert. Beim Umsatz ist der Währungseffekt etwas stärker. So führt eine Abweichung des tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurses von einem Cent gegenüber dem Plankurs zu einer Umsatzveränderung von €3 bis €4 Millionen pro Quartal oder €12 bis €16 Millionen pro Geschäftsjahr. Für die Planung des Geschäftsjahrs 2013 wird ein Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,25 unterstellt. WACHSTUMSAUSSICHTEN FÜR DIE WELTWIRTSCHAFT UND DEN HALBLEITERMARKT Die Prognosen für die Entwicklung der Weltwirtschaft im Kalenderjahr 2013 sind verhalten. Nachdem die Weltwirtschaft im Kalenderjahr 2012 mit einem Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts von voraussichtlich 2,6 Prozent deutlich an Schwung verlieren wird, gehen die Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) für das Kalenderjahr 2013 von einem globalen Wachstum in Höhe von 2,9 Prozent aus. Der zwar schwache aber dennoch leicht positive Ausblick beruht in erster Linie auf der Annahme, dass sich die Spannungen an den Finanzmärkten im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise allmählich verringern. Eine weitere Eskalation der europäischen Schuldenkrise würde nach Meinung der Experten zu einer ausgeprägten Rezession im Euroraum führen und die Konjunktur in der übrigen Welt aufgrund der Handelsbeziehungen, aber auch über die internationalen Finanzmärkte, dämpfen. Des Weiteren ist es notwendig, in den USA eine überzogene finanzpolitische Konsolidierung bei der Festlegung des Budgets für 2013 zu vermeiden. Sollten sich die beiden Parteien, Demokraten und Republikaner, nicht auf konjunkturverträgliche Ausgabenreduzierungen einigen können, kommt es ab dem 1. Januar 2013 zu automatischen Kürzungen der Staatsausgaben. Die Wachstumsprognose hängt auch davon ab, ob der chinesischen Volkswirtschaft eine "weiche Landung" gelingt. Für das Kalenderjahr 2014 wird dann mit einem Anstieg des Wachstums der Weltwirtschaft auf 3,5 Prozent gerechnet. Hohe gesamtwirtschaftliche Risiken, eine geringe weltwirtschaftliche Dynamik, aber auch das Auslaufen von Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur hinterließen auch in der Halbleiterbranche ihre Spuren. So hat sich der Umsatz im Welthalbleitermarkt im Laufe des Kalenderjahrs 2012 gegenüber dem Vorjahr verringert. Während im Herbst 2011 für den Welthalbleitermarkt ohne Mikroprozessoren und Speicherchips5 noch ein Wachstum für das Kalenderjahr 2012 von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet wurde, gehen die Analysten der Marktforschungsfirma IHS iSuppli nun von einem leichten Rückgang von 0,5 Prozent aus. Sofern im Kalenderjahr 2013 eine globale Rezession vermieden werden kann, rechnen die Analysten mit einem Wachstum von 8 Prozent. Für das Kalenderjahr 2014 sollte der Anstieg 6 Prozent betragen. Für den gesamten Zeitraum 2012 bis 2016 wird ein jährliches Wachstum des weltweiten Halbleitermarkts ohne Mikroprozessoren und Speicherchips von durchschnittlich 6 Prozent erwartet. Für die Teilbereiche Automotive-, Industrie- und Chipkarten-Halbleitermarkt werden Wachstumsraten von 7, 6 und 4 Prozent erwartet. INFINEON ERWARTET IM GESCHÄFTSJAHR 2013 EINEN UMSATZRÜCKGANG GEGENÜBER DEM VORJAHR UM EINEN MITTLEREN BIS HOHEN EINSTELLIGEN PROZENTSATZ Das Wachstum der Weltwirtschaft im Geschäftsjahr 2012 war relativ schwach. Nach Meinung der Analysten sind die Risiken einer weltweiten Rezession aufgrund der europäischen Schuldenkrise zurückgegangen. Trotzdem bleiben die Erwartungen für das Wachstum der Weltwirtschaft niedrig und die mit der europäischen Schuldenkrise verbundenen Unsicherheiten bestehen weiter. Die im Vergleich zum Ausblick für die Weltwirtschaft optimistischen Schätzungen für den Welthalbleitermarkt ohne Mikroprozessoren und Speicherchips beruhen auf der Annahme eines deutlichen Anziehens der Märkte in der zweiten Hälfte des Kalenderjahrs. Für die erste Hälfte des Kalenderjahrs 2013 gehen die Analysten von der Marktforschungsfirma IHS iSuppli dagegen von rückläufigen bis stagnierenden Umsätzen aus. Bereits zu Redaktionsschluss des Prognoseberichts innerhalb des Geschäftsberichts 2011 war der Umsatzausblick von Infineon (Umsatzrückgang um einen mittleren einstelligen Prozentsatz gegenüber Geschäftsjahr 2011) verhaltener als der Ausblick der Marktanalysten (plus 5 Prozent Wachstum für den Halbeitermarkt ohne Mikroprozessoren und Speicherchips im Kalenderjahr 2012). Ursächlich dafür war zum einen der Versatz zwischen dem Infineon-Geschäftsjahr zum 30. September und dem Kalenderjahr. Das Infineon Geschäftsjahr beinhaltete das schwache vierte Kalenderquartal 2011, aber nicht das in den damaligen Prognosen starke vierte Kalenderquartal 2012. Zum anderen spielte eine Rolle, dass der Ausblick der Marktanalysten mit einem leichten zeitlichen Versatz an die realen, in ihren Ansätzen von Infineon bereits über Auftragseingang und Kundenindikation beobachteten Entwicklungen angepasst wurde. Schließlich wurde die Umsatzentwicklung von Infineon durch rückläufige Lieferungen an Lantiq und IMC aus den Sonstigen Geschäftsbereichen belastet. Schlussendlich berichtete Infineon für das Geschäftsjahr 2012 einen Umsatzrückgang von 2 Prozent (bei konstanten Wechselkursen: im mittleren einstelligen Prozentbereich) - im Rahmen der eingangs des Geschäftsjahrs gemachten Prognosen. Die Diskrepanz zwischen dem Ausblick der Marktforscher und der eigenen Prognose für das Geschäftsjahr 2013 beurteilt das Unternehmen ähnlich. Für das Geschäftsjahr 2013 erwartet Infineon, dass der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz verzeichnen wird. 5 Der globale Halbleitermarkt enthält einen hohen Anteil an Mikroprozessoren und Speicherchips. Infineon ist in diesen Produktsegmenten nicht beziehungsweise nicht mehr tätig. Daher beobachtet das Unternehmen die Entwicklung des Halbleitermarkts ohne diese Bereiche und berichtet nur über dieses Marktsegment. Die Entwicklung in den Segmenten Automotive, Power Management & Multimarket und Chip Card & Security wird voraussichtlich besser als im Konzerndurchschnitt ausfallen. Im Segment Industrial Power Control hingegen dürfte sich ein Rückgang deutlich über dem Konzerndurchschnitt einstellen. Zudem sollten die Umsätze der Sonstigen Geschäftsbereiche von €125 Millionen im Geschäftsjahr 2012 um etwa 80 Prozent auf etwa €20 bis €30 Millionen im Geschäftsjahr 2013 zurückgehen. Grund hierfür sind weitere Reduzierungen der Lieferungen an Lantiq und IMC. Allein aus dem Rückgang der Erlöse im Segment Sonstige Geschäftsbereiche resultiert ein Rückgang des Konzernumsatzes um rund 2,5 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2012. Für das Geschäftsjahr 2014 geht das Unternehmen unter der Voraussetzung einer stabilen weltwirtschaftlichen Entwicklung von einer Belebung des Umsatzwachstums aus. MASSNAHMEN ZUR MARGENSTABILISIERUNG In Anbetracht der weltwirtschaftlichen Unsicherheiten sowie des fortgesetzten Erlösrückgangs hat das Unternehmen eine Reihe von Maßnahmen zur Stabilisierung der Marge beschlossen und wird diese umsetzen. In der Fertigung werden beispielsweise nicht ausgelastete Produktionsanlagen vorübergehend abgeschaltet, der Einsatz von Zeitarbeitern verringert und es wird selektiv Kurzarbeit eingeführt. Darüber hinaus wird das Investitionsbudget des Geschäftsjahrs 2013 von bisher geplanten €500 Millionen auf etwa €400 Millionen weiter reduziert. Bei Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb und Verwaltung werden unter anderem strategisch wenig bedeutsame Projekte verschoben oder gestrichen sowie die Kosten externer Dienstleister reduziert. Darüber hinaus wurde der Personalstand in etwa auf dem Niveau per Ende des Geschäftsjahrs 2012 eingefroren, bestimmte Gehaltserhöhungen wurden verschoben und die am langfristigen Margenziel des Unternehmens ausgerichtete variable Vergütung wird zu zusätzlichen Kostenreduktionen führen. Die insgesamt resultierenden Einsparungen werden sich voraussichtlich auf mehr als €100 Millionen belaufen. BRUTTOMARGE ZWISCHEN 32 UND 34 PROZENT ERWARTET Die Bruttomarge des Unternehmens ist unter anderem abhängig von der Auslastung der Produktionskapazitäten. Nachdem im Sommer 2011 die Nachfrage mehr als ein Jahr lang die Kapazitäten überstiegen hatte, beschloss das Management Maßnahmen zum Ausbau der Fertigung. So wurden weltweit an den Standorten Kapazitäten aufgebaut. Auch wurden Anlagen für die Fertigung von 300-Millimeter-Wafern an den Standorten Dresden (Deutschland) und Villach (Österreich) aufgebaut und der wetterfeste Ausbau eines zweiten Fertigungsgebäudes am Standort Kulim (Malaysia) wurde nahezu abgeschlossen, um im Bedarfsfall möglichst schnell für die Volumenfertigung von 200-Millimeter-Wafern zur Verfügung zu stehen. Auch im Bereich Assembly & Test wurden die Kapazitäten weltweit erhöht. Ein zusätzliches Gebäude in Cegléd (Ungarn) erweitert die Kapazität für Hochleistungs-IGBT-Module. Die künftige Bruttomarge hängt nun unter anderem von der Auslastung der vorhandenen Produktionskapazitäten und der Nutzung der zusätzlich zur Verfügung stehenden Produktionsflächen ab. Aufgrund der weltwirtschaftlichen Unsicherheiten lagen die Erlöse des vergangenen Geschäftsjahrs und liegt das derzeit absehbare Umsatzvolumen des Geschäftsjahrs 2013 deutlich unter den ursprünglichen Planungen. Dies wirkt sich negativ auf die Bruttomarge aus. Weiterhin rechnet das Unternehmen aufgrund des hohen Investitionsvolumens der Geschäftsjahre 2011 und 2012 mit steigenden Abschreibungen. Diese gehen im Wesentlichen zulasten der Bruttomarge. Insgesamt rechnet das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr bei Realisierung des geplanten Umsatzes und mit Umsetzung der obengenannten Maßnahmen mit einer Bruttomarge zwischen 32 und 34 Prozent. Die oben beschriebenen Maßnahmen wirken teilweise auch über das Geschäftsjahr 2013 hinaus. Zudem dürften steigende Umsätze zu einer besseren Fixkostendeckung führen und sich somit positiv auf die Bruttomarge auswirken. Damit dürfte die Bruttomarge im Geschäftsjahr 2014 bei merklichem Umsatzwachstum über der Bruttomarge im Geschäftsjahr 2013 liegen. BETRIEBSKOSTEN: LEICHTER ANSTIEG DER VERTRIEBSKOSTEN, STÄRKERE ERHÖHUNG DER FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN, SINKENDE VERWALTUNGSKOSTEN Im Bereich der Betriebskosten dürften im Geschäftsjahr 2013 die Forschungs- und Entwicklungs- sowie die Vertriebskosten deutlicher ansteigen, während die Verwaltungskosten sinken sollten. Im Bereich Forschung und Entwicklung liegt ein Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der 300-Millimeter-Dünnwafer-Technologie zur Massenfertigungsreife. Auch die Technologieentwicklung zur Verbesserung der Energiedichte und der Lebensdauer bei Leistungshalbleitern bildet einen Schwerpunkt. Ziel der Optimierung der Produkteigenschaften der Leistungshalbleiter ist die Verbesserung der Effizienz des Gesamtsystems bestehend aus Leistungshalbleiter, Treiber-IC und Mikrocontroller. Auch in den Ausbau der Technologieplattformen, bei denen im Geschäftsjahr 2012 bereits erfolgreich Produkte eingeführt wurden, wird weiter investiert. Die Mikrocontrollerfamilie XMC4000 für industrielle Anwendungen und die Integration von Leistungs- und Controller-Funktionalität auf einem Chip unter Verwendung des 130-Nanometer-BCD-Prozesses sind wichtige Beispiele hierfür. Im Bereich des Digitalen Power Managements arbeitet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2013 weiter an der Einführung von Integrierten Schaltungen für die Steuerung der Stromversorgung von Mikroprozessoren, Netzteilen und LEDs. Siliziumkarbid bietet als Werkstoff für Leistungshalbleiter gegenüber Silizium viele physikalische Vorteile. Aufgrund des zurzeit noch sehr hohen Preises, vorallem bedingt durch die teuren Siliziumkarbid-Wafer, werden Siliziumkarbid-Produkte bisher nur von wenigen Kunden in ausgewählten Anwendungen, bei denen die Effizienz besonders entscheidend ist, eingesetzt. Infineon forscht und entwickelt, um das Produktportfolio mit Einzelbauelementen und Modulen auf Siliziumkarbid-Basis zu erweitern und dabei die Herstellungskosten weiter zu senken. Mit den kontinuierlich deutlich sinkenden Waferpreisen rechnet Infineon damit, dass die Bauelemente aus Siliziumkarbid mittelfristig ein gutes Marktpotential aufweisen. Mit Galliumnitrid steht ein weiterer alternativer Werkstoff zu Silizium kurz vor der Marktreife. Auch in diesem Bereich unterhält Infineon nennenswerte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. In Summe dürften die Forschungs- und Entwicklungskosten im Geschäftsjahr 2013 um etwa 10 Prozent steigen. Um mittel- bis langfristig die in Entwicklung befindlichen Produkte vertreiben sowie die erarbeitete Marktposition konsolidieren und weiter ausbauen zu können, müssen auch die Vertriebskapazitäten ausgebaut werden. Hieraus ergibt sich ein Anstieg der Vertriebskosten um rund 5 Prozent im laufenden Geschäftsjahr. Hauptsächlich werden Applikations-Entwicklungsingenieure und direkte Vertriebsmitarbeiter die Belegschaft ergänzen. Regional liegt der Schwerpunkt in Asien. Dort wurden mehr als die Hälfte der neuen Stellen geschaffen. Aber auch in Europa und Nordamerika wird die Anzahl der Mitarbeiter im Vertrieb steigen. Ein weiterer Schwerpunkt sind zusätzliche Mitarbeiter für die Gestaltung und Erweiterung des Internetauftritts zur Vertriebsunterstützung. Im Bereich der Verwaltungskosten übt das Unternehmen im Geschäftsjahr 2013 strenge Kostendisziplin. Die Verwaltungskosten werden im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr leicht sinken. In Summe wird von einem leichten Anstieg der Vertriebs- und Verwaltungskosten ausgegangen. SEGMENTERGEBNIS-MARGE IN HÖHE EINES MITTLEREN BIS HOHEN EINSTELLIGEN PROZENTSATZES VOM UMSATZ ERWARTET Im Geschäftsjahr 2013 wird das Unternehmen mit den oben beschriebenen Kostenmaßnahmen, einer Verringerung der Verwaltungskosten sowie einer deutlichen Reduktion der Investitionen dem Margendruck aus verhaltener Umsatzentwicklung sowie steigenden Forschungs- und Entwicklungs- sowie Vertriebskosten entgegenwirken. Bei einem Umsatzrückgang um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz gegenüber dem Geschäftsjahr 2012 wird die Segmentergebnis-Marge voraussichtlich einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz vom Umsatz erreichen. Sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen über das Geschäftsjahr 2013 hinaus ein deutlicheres Umsatzwachstum zulassen, wird die Segmentergebnis-Marge gegenüber dem Geschäftsjahr 2013 wieder ansteigen. Langfristiges Ziel des Unternehmens bleibt eine Segmentergebnis-Marge von 15 Prozent im Durchschnitt des Zyklus. Kurzfristig kann dies nur über eine deutliche Erhöhung der Volumina und Erlöse geschehen und ist damit konjunkturabhängig. Bleibt die kurzfristige Belebung aus, werden wir das Ziel erst nach und nach mit besserer Auslastung durch die erwartete ansteigende Nachfrage und durch die Effizienz unserer 300-Millimeter-Fertigung erreichen, wenn diese einen entsprechenden Volumenanteil ausmacht. ÜBRIGE AUFWENDUNGEN Infineon erwartet, dass das nicht den operativen Segmenten zugeordnete Ergebnis im Geschäftsjahr 2013 etwa minus €50 Millionen betragen und sich somit gegenüber dem Ergebnis von minus €72 Millionen im Geschäftsjahr 2012 verbessern wird. Das Nettofinanzergebnis im Geschäftsjahr 2013 wird gegenüber den im Geschäftsjahr 2012 realisierten minus €23 Millionen im Großen und Ganzen unverändert sein. Niedrigere Marktzinsen und eine im Jahresvergleich rückläufige zinstragende Anlagesumme werden durch niedrigere Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit im Geschäftsjahr 2012 erfolgten Rückkäufen der im Mai 2014 fälligen Wandelanleihe in Höhe von nominal €24 Millionen kompensiert. Die im Geschäftsjahr 2012 getätigten Anleiherückkäufe erfolgten zu Kursen deutlich oberhalb von 100 Prozent und führten daher zu Buchverlusten in Höhe von insgesamt €6 Millionen. Diese wurden innerhalb des Finanzergebnisses des Geschäftsjahrs 2012 als Aufwendungen ausgewiesen. Für das Geschäftsjahr 2013 hat Infineon keine Aufwendungen für Anleiherückkäufe unterstellt. Sollten im Geschäftsjahr 2013 Teile der Wandelanleihe erworben werden, würde sich daraus eine Verschlechterung des Nettofinanzergebnisses gegenüber dem hier beschriebenen Planansatz ergeben. Im Mai des Geschäftsjahrs 2014 wird die Wandelanleihe zur Rückzahlung beziehungsweise Wandlung fällig. Hierdurch sinkt der Zinsaufwand für die Wandelanleihe im Geschäftsjahr 2014 und wird im Geschäftsjahr 2015 null betragen. Im Geschäftsjahr 2013 wird der zahlungswirksame Steuersatz des Infineon-Konzerns voraussichtlich um 15 Prozent liegen. Er setzt sich zusammen aus den zahlungswirksamen ausländischen Steuersätzen in vergleichbarer Höhe und den zahlungswirksamen Steuern der Gesellschaft in Deutschland. Im Rahmen der Mindestbesteuerung in Deutschland unterliegen durch die Nutzung von Verlustvorträgen nur 40 Prozent der inländischen Einkünfte der laufenden Besteuerung, was zu einem effektiven zahlungswirksamen inländischen Steuersatz von etwa 12 Prozent führt. Das Unternehmen geht davon aus, dass der effektive zahlungswirksame Steuersatz so lange auf diesem Niveau bleiben wird, bis die steuerlichen Verlustvorträge aufgebraucht sind. Der inländische Verlustvortrag für körperschaftsteuerliche Zwecke belief sich zum 30. September 2012 auf €3,0 Milliarden. Für gewerbesteuerliche Zwecke im Inland bestanden zum selben Stichtag Verlustvorträge in Höhe von €4,1 Milliarden. Auch über das Geschäftsjahr 2013 hinaus beträgt der Zielwert bei der zahlungswirksamen Steuerquote 15 Prozent. ANSTIEG DES NETTOUMLAUFVERMÖGENS ERWARTET Das Nettoumlaufvermögen von Infineon hat sich zum 30. September 2012 auf minus €353 Millionen gegenüber dem Vorjahreswert von minus €663 Millionen erhöht. Für das Geschäftsjahr 2013 wird ein weiterer Anstieg erwartet. Unter der Annahme einer deutlichen Belebung des Geschäfts in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs werden etwa konstante oder leicht steigende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vorräte erwartet. Gleichzeitig geht die Position "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" aufgrund des abnehmenden Investitionsvolumens zurück. Auch die Sonstigen Kurzfristigen Verbindlichkeiten dürften infolge des Auslaufens begebener Put-Optionen rückläufig sein. Im Wesentlichen sind es diese Effekte, die sich im Geschäftsjahr 2013 erhöhend auf das Nettoumlaufvermögen auswirken. Sollte das Unternehmen eine außergerichtliche Einigung mit dem Insolvenzverwalter über das Vermögen der Qimonda AG erzielen, so dürfte die Auflösung der damit verbundenen Rückstellungen zu einer entsprechenden weiteren Erhöhung des Nettoumlaufvermögens führen. Da eine solche Einigung jedoch nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden kann, hat Infineon damit in Zusammenhang stehende Effekte nicht in seinen Planungen berücksichtigt. Über das Geschäftsjahr 2013 hinaus dürfte das erwartete Umsatzwachstum zu einer weiteren Erhöhung des Nettoumlaufvermögens führen. INVESTITIONEN, PRODUKTIONSKAPAZITÄTEN UND ABSCHREIBUNGEN Mit den hohen Investitionen der letzten beiden Geschäftsjahre hat Infineon die Voraussetzungen geschaffen, kurzfristig auf steigende Nachfrage reagieren zu können. Aufgrund der weltwirtschaftlichen Unsicherheiten liegen das aktuelle sowie das kurzfristig absehbare Umsatzvolumen zwar unter den ursprünglichen Planungen, die mittel- bis langfristigen Wachstumsaussichten sind mit der Ausrichtung des Produktspektrums auf die Themen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit hingegen weiterhin ungebrochen gut. Die heute bestehenden Kapazitäten reichen aus, um auf absehbare Zeit höhere Nachfrage flexibel und sicher bedienen zu können. Daher werden die Investitionen des Geschäftsjahrs 2013 gegenüber den €890 Millionen des Geschäftsjahrs 2012 signifikant sinken und bei rund €400 Millionen liegen. Investiert wird zum einen in die Qualifikation und den Start der 300-Millimeter-Dünnwafer-Volumenproduktion. Im letzten Geschäftsbericht wurde die Errichtung einer 300-Millimeter-Dünnwafer-Pilotlinie in Villach (Österreich) angekündigt. Dies ist mit sehr guten Ergebnissen erfolgt. Die Technologie wurde im Herbst 2011 erfolgreich in Villach eingeführt und erste 300-Millimeter-Dünnwafer-Produkte stehen nun vor der Qualifikation. Neben dem Aufbau der 300-Millimeter-Dünnwafer-Produktion bilden wie auch im letzten Geschäftsjahr die Themen Qualität und Innovation Investitionsschwerpunkte. Hierfür werden im Geschäftsjahr 2013 bestehende Produktionslinien überarbeitet und neue Maschinen und Technologien erworben beziehungsweise eingeführt. Über das Geschäftsjahr 2013 hinaus werden die Investitionen etwa 15 Prozent vom Umsatz betragen. Die Zahl der Mitarbeiter im Bereich Produktion stieg im letzten Geschäftsjahr nur um etwa 2 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2013 ist keine Erhöhung der Anzahl der Mitarbeiter in der Produktion absehbar. Neben den beschriebenen Investitionen sichert sich Infineon auch Kapazitäten bei Auftragsfertigern. So wurden im Geschäftsjahr 2012 diverse CMOS-Hochvolumentechnologien bei den Fertigungspartnern TSMC und UMC qualifiziert. Aufgrund der hohen Investitionen im letzten Geschäftsjahr steigen die Abschreibungen im Geschäftsjahr 2013 weiter an. Sie werden etwa €470 Millionen betragen gegenüber €428 Millionen im Geschäftsjahr 2012. Über das Geschäftsjahr 2013 hinaus dürften die Abschreibungen mit einem gewissen zeitlichen Versatz den Investitionen folgen. FREE-CASH-FLOW Nach dem negativen Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr dürfte der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2013 wieder positiv sein. Aus der operativen Geschäftstätigkeit erwartet das Unternehmen einen soliden Cash-Flow. Dieser sollte die gegenüber dem Geschäftsjahr 2012 auf etwa €400 Millionen reduzierten Investitionen klar übertreffen. Über das Geschäftsjahr 2013 hinaus strebt das Unternehmen eine Rückkehr zu deutlichem Umsatzwachstum bei langfristig 15 Prozent Segmentergebnis-Marge an. Bei Investitionen von etwa 15 Prozent vom Umsatz, den damit verbundenen Abschreibungen sowie einem leichten Wachstum des Nettoumlaufvermögens sollte dies zu deutlich positiven Free-Cash-Flows führen. CASH-FLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT Im Geschäftsjahr 2010 hat Infineon die Dividendenzahlungen wieder aufgenommen und €0,10 je Aktie ausgeschüttet. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2011 wurde auf €0,12 je Aktie erhöht. Damit stieg die Ausschüttungssumme von €109 Millionen für das Geschäftsjahr 2010 auf €130 Millionen für das Geschäftsjahr 2011. Die Gesellschaft beabsichtigt, der kommenden Hauptversammlung eine gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 unveränderte Dividende von €0,12 je Aktie vorzuschlagen. Sollte die Hauptversammlung diesem Vorschlag zustimmen, würde dies zu einer Ausschüttungssumme von rund €129 Millionen führen. Mit seiner Dividendenpolitik verfolgt das Unternehmen die Strategie, einerseits die Aktionäre angemessen am Ergebniswachstum zu beteiligen, andererseits auch in Zeiten stagnierender oder rückläufiger Ergebnisse eine zumindest konstante Dividende ausschütten zu können. Das Unternehmen geht daher davon aus, in Zukunft zumindest konstante Dividenden zu zahlen. Sollten sich die durch die europäische Schuldenkrise hervorgerufenen weltwirtschaftlichen Unsicherheiten weniger dämpfend auf das Weltwirtschaftswachstum auswirken und das Unternehmen infolge dessen wieder auf einen beschleunigten Wachstumspfad bei zweistelliger Segmentergebnis-Marge einschwenken, dürften im Zeitablauf über das Geschäftsjahr 2013 hinaus auch steigende Dividenden je Aktie gezahlt werden. scroll Dividende für Geschäftsjahr Dividende je Aktie 2010 €0,10 2011 €0,12 Vorschlag 2012 €0,12 Das im Geschäftsjahr 2011 mit dem Einsatz von Derivaten begonnene Kapitalrückgewährprogramm wurde im letzten Geschäftsjahr fortgesetzt. Bis Ende September 2012 wurden aufgrund ausgeübter Optionen 7 Millionen Aktien für €46 Millionen zurückgekauft. Das Programm ist bis 31. März 2013 befristet. Zum 30. September 2012 waren Put-Optionen zum Kauf weiterer 16 Millionen Aktien ausstehend. Die Ausübungskurse lagen zwischen €4,71 und €6,93. Daher kann es auch in den beiden ersten Quartalen des Geschäftsjahrs 2013 zu weiteren Aktienrückkäufen durch Ausübung von Optionen kommen (siehe auch Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag"). Infineon hat auch im Verlauf des Geschäftsjahrs 2012 das ausstehende Volumen der 2014 fälligen Wandelanleihe durch weitere Rückkäufe um nominal €24 Millionen auf nominal €113 Millionen zum 30. September 2012 reduziert. Hierfür hat das Unternehmen im letzten Geschäftsjahr €62 Millionen aufgewendet. Die Rückkäufe der Wandelanleihe könnten auch im Geschäftsjahr 2013 fortgesetzt werden. Ob und in welchem Umfang auch im Geschäftsjahr 2013 Wandelanleihen zurückgekauft werden, wird unter anderem maßgeblich von der Entwicklung des zugrundeliegenden Aktienkurses, der verfügbaren Liquidität sowie von Preis und Verfügbarkeit der Wandelanleihe abhängen. Im Mai 2014 wird die Wandelanleihe zur Rückzahlung beziehungsweise Wandlung fällig. Des Weiteren plant Infineon, im Geschäftsjahr 2013 Finanzverbindlichkeiten in Höhe von €55 Millionen zu tilgen. Das Unternehmen hatte diese für mehrere Projektfinanzierungen überwiegend in Österreich aufgenommen. Die Ziele für die Bilanzstruktur des Infineon-Konzerns sind grundsätzlich darauf ausgerichtet, für die Refinanzierung über Fremdkapital eine Bonitäts-Einschätzung im Bereich des sogenannten "Investment-Grade" zu erzielen. Im Rahmen dessen verfolgt Infineon das langfristige Ziel, etwa 30 bis 40 Prozent der Umsatzerlöse als Brutto-Cash-Position zu halten. Zusätzlich plant das Unternehmen die Beibehaltung einer Netto-Cash-Position und die Brutto-Finanzverbindlichkeiten sollen maximal das Zweifache des EBITDA betragen. Die Planungen der Gesellschaft sehen vor, dass diese Ziele im Geschäftsjahr 2013 deutlich übertroffen werden. Das Unternehmen plant in Anbetracht der deutlich über der Zielspanne liegenden Brutto-Cash-Position keine wesentlichen Finanzierungs-Transaktionen. LANGFRISTIGE WACHSTUMSTREIBER FÜR DAS GESCHÄFT VON INFINEON Infineon ist in Segmenten mit attraktiven Wachstumsraten tätig. Für die Jahre 2012 bis 2016 prognostiziert IHS iSuppli für den Automotive- und den Industrie-Halbleitermarkt eine durchschnittliche Wachstumsrate von 7 beziehungsweise 6 Prozent. Das Wachstum des Chipkarten-Halbleitermarkts wird in diesem Zeitraum laut IHS iSuppli voraussichtlich durchschnittlich 4 Prozent jährlich betragen. Das hohe Wachstum in den Märkten von Infineon wird durch die drei zentralen Themen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit getrieben. Energieeffizienz: Erneuerbare Energien sollen weltweit nach und nach eine größere Rolle bei der Elektrizitätsversorgung spielen. Diese Entwicklung vollzieht sich auch vor dem Hintergrund des Erdbebens und Reaktorunglücks in Japan. Im Bereich der Übertragung und beim Verbrauch von Elektrizität wird es weltweit immer wichtiger, die Effizienz aller hier eingesetzten Geräte zu erhöhen. All diese Faktoren stärken die langfristige Nachfrage nach Leistungshalbleitern. Mobilität: Immer mehr Menschen müssen aus wirtschaftlichen oder wollen aus privaten Gründen mobil sein. Der Anteil der Menschen, die dazu auch die finanziellen Mittel haben, steigt weltweit permanent. Infineon ermöglicht Mobilität im Wesentlichen mit Produkten in den Segmenten Automotive und Industrial Power Control. Nicht nur die weltweite Anzahl von Autos, Zügen und Nahverkehrsmitteln nimmt laufend zu, sondern auch der Wert der darin zum Einsatz kommenden Leistungshalbleiter und anderen Produkte von Infineon. Sicherheit: Die Menge sensibler Daten, die gespeichert und abgerufen werden, erhöht sich täglich. Die Produkte des Segments Chip Card & Security helfen dabei, die Berechtigung von Nutzern und Geräten vor dem Zugriff auf Daten sicherzustellen. Sie helfen auch dabei Daten sicher zu speichern. Mit sehr guten Produkten, umfassendem Technologie- und Fertigungs-Know-How sowie tiefem Systemverständnis aus langjährigen Beziehungen zu Schlüsselkunden hat sich Infineon marktführende Positionen in allen vier Segmenten erarbeitet. Damit und mit einer intensiven Forschungs- und Entwicklungstätigkeit besteht eine ideale Ausgangsposition, um von diesen anhaltenden Trends zu profitieren. NEUE PRODUKTE Während des Geschäftsjahrs 2012 hat Infineon die Einführung einer Vielzahl neuer Produkte angekündigt. Von diesen werden im Folgenden einige beispielhaft vorgestellt: Im Januar 2012 hat Infineon eine neue Generation von 32-Bit-Mikrocontrollern vorgestellt. Die Mikrocontroller-Familie XMC4000 adressiert nun ergänzend zu den Automotive-Controllern Anwendungen im Industriebereich. Die Verwendung einer weit verbreiteten Prozessor-Architektur, des Cortex™-M4-Prozessors von ARM®, ermöglicht einen nur geringen Programmieraufwand und ist damit die Grundlage für den problemlosen Einsatz in einer Vielzahl von Industrieanwendungen. Vorgestellt wurde die neue Mikrocontroller-Familie auf der Nürnberger Messe Embedded World im Februar 2012. Im Mai 2012 hat Infineon eine neue Generation von Automotive-Mikrocontrollern angekündigt. Die neue Familie von 32-Bit-Mehrkerncontrollern namens AURIX bietet gegenüber den heute leistungsfähigsten Bausteinen nicht nur eine Verdopplung der Verarbeitungsleistung sondern erfüllt auch bereits die künftigen Anforderungen in Hinblick auf Antriebsstrang, funktionale Sicherheits-Anwendungen und Manipulationsschutz. Der Controller unterstützt den höchsten Sicherheits-Level ASIL-D (Automotive Safety Integrity Level) und hat ein integriertes Hardware Security Module (HSM). Dieses HSM nutzt eine hardwarebasierte Verschlüsselungstechnologie, die im Segment Chip Card & Security entwickelt wurde. Im Geschäftsjahr 2013 wird der neue AURIX-Mikrocontroller in einer Vielzahl von Anwendungen der Automobilzulieferer eindesignt werden. Anwendungsbereiche sind unter anderem Motorsteuergeräte, Getriebesteuerungen und Steuerungen von Elektro- und Hybridfahrzeugen, Fahrwerksysteme, Bremssysteme, elektrische Servolenkungen, Airbags sowie Fahrerassistenzsysteme. Der Drucksensor KP200 wird bereits in Seitenairbags eingesetzt. Im Juni 2012 ist ein weiterer Einsatzbereich für dieses Produkt hinzugekommen. Zusammen mit dem Automobilhersteller Daimler hat der Automobilzulieferer Continental ein neues Sicherheitssystem unter Verwendung dieses Drucksensors entwickelt. Das System wird in der Stoßstange genutzt und verbessert den Aufprallschutz für Fußgänger. Im September 2012 gab die Firma Continental bekannt, dass sie in der neuen Generation Digitaler Fahrtenschreiber ausschließlich Sicherheitschips von Infineon einsetzt. Damit ist Infineon der Eintritt in ein neues Anwendungsfeld für Sicherheitschips im Nutzfahrzeugbereich gelungen - ein weiterer Erfolg beim segmentübergreifenden Transfer von Sicherheitsanwendungen. Digitale Fahrtenschreiber sind in der EU bereits seit Mai 2006 Pflicht für alle neu zugelassenen Lastkraftwagen und Busse. Jetzt wurden die Anforderungen an diese Fahrtenschreiber nochmals verschärft. Ab Oktober 2012 dürfen laut EU-Verordnung nur noch neue Geräte-Generationen installiert werden, die noch besser vor Manipulationen und Störungen geschützt sind. Bereits seit 2001 bietet Infineon Dioden aus Siliziumkarbid an. Dieses innovative Material hat gegenüber Silizium in Anwendungen mit hohen Schaltfrequenzen deutlich bessere Eigenschaften und verringert damit die Energieverluste im System. Im Mai 2012 hat Infineon nun auch den ersten Transistor auf Siliziumkarbid-Basis präsentiert. Der Einsatz der noch relativ teuren Siliziumkarbid-Produkte macht vor allem dort Sinn, wo höchste Energieeffizienz entscheidend ist. Je höher die Anforderungen desto attraktiver ist die Verwendung dieses hochwertigen Materials, so beispielsweise bei Photovoltaik-Umrichtern. Im Jahr 2008 hat Infineon Radarsensoren auf Siliziumgermanium-Basis für Automotive-Applikationen eingeführt. Im Oktober 2012 präsentierte das Unternehmen nun eine Single-Chip-Radar-Lösung aus diesem Material für industrielle und gewerbliche Sensorsysteme. Mögliche Anwendungsfelder der neuen Produktfamilie sind Füllstandsanzeigen in Behältern und Tanks für Flüssigkeiten und Feststoffe, intelligente Türöffner, Sicherheitssysteme wie beispielsweise Einbruchalarmsysteme, Beleuchtungssteuerung und die Kollisionsvermeidung bei allen Fahrzeugen im Industriebereich. Bei der Entwicklung des Chips griff der Industriebereich auf die bereits mit Automotive-Radarsensoren gesammelten Erfahrungen zurück. Hierdurch konnte die Entwicklungszeit deutlich verkürzt werden. Gemeinsam mit einem Systemdesignhaus zeigte Infineon im November 2012 auf der Electronica in München einen Demonstrator, die Auslieferungen sollten im laufenden Geschäftsjahr beginnen. ZIELGESCHÄFTSMODELL In den letzten Jahren hat Infineon sein Geschäft neu strukturiert und sein Produktportfolio erfolgreich fokussiert. Das Unternehmen verfügt in seinen vier Segmenten - Automotive, Industrial Power Control, Power Management & Multimarket sowie Chip Card & Security - über führende Marktpositionen. Diese Marktpositionen sollen durch organisches Wachstum gehalten beziehungsweise ausgebaut werden. Mit diesen Segmenten wurde im Geschäftsjahr 2012 ein Umsatz von rund €3,8 Milliarden erzielt. In Anbetracht der Marktposition sowie der oben beschriebenen Wachstumstreiber glaubt das Unternehmen, im Durchschnitt der Konjunkturzyklen ein Wachstum oberhalb des historischen Mittels von durchschnittlich rund 7 Prozent pro Jahr erzielen zu können. Gewinnseitig strebt das Unternehmen über einen gesamten Konjunkturzyklus hinweg langfristig eine Segmentergebnis-Marge von etwa 15 Prozent bei einer Bruttomarge von 40 Prozent oder leicht darüber an. Im Rahmen dieser Ziele plant die Gesellschaft, für Forschung und Entwicklung einen niedrigen bis mittleren sowie für Vertrieb und Verwaltung einen niedrigen Zehnerprozentsatz vom Umsatz aufzuwenden. Wegen der bestehenden hohen Bruttoliquidität sowie nur sehr moderater Bruttoschulden ist mit einem nur leicht negativen Nettofinanzergebnis zu rechnen. Angesichts bestehender Verlustvorträge erwartet das Unternehmen bis zum Verbrauch dieser Verlustvorträge einen zahlungswirksamen Steuersatz für den Konzern in Höhe von rund 15 Prozent. Bedingt durch die Notwendigkeit, zusätzliche Fertigungskapazität, auch im Bereich der innovativen und kosteneffizienten 300-Millimeter-Fertigung, zu schaffen, lag das Verhältnis von Investitionen zum Umsatz in den letzten beiden Geschäftsjahren jeweils bei über 20 Prozent. Im laufenden Geschäftsjahr dürfte dieses Verhältnis bei knapp über 10 Prozent liegen. Über das Geschäftsjahr 2013 hinaus geht das Unternehmen davon aus, dass die Investitionen etwa 15 Prozent vom Umsatz betragen werden. Mit dem beschriebenen Geschäftsmodell und der aktuellen Unternehmensstruktur fühlt sich das Unternehmen gut positioniert. Infineon wird sich jedoch zukünftig von einem Anbieter hocheffizienter Halbleiter-Komponenten zu einem Anbieter kompletter Halbleiter-Systeme entwickeln. Dadurch wird beim Kunden die Produktleistung erhöht sowie die Zeit zwischen Produktentwicklung und Markteinführung verkürzt. Für den Kunden bringt dies deutliche Vorteile in Hinblick auf Marktanteile, Umsätze und erzielbare Preise. GESAMTAUSSAGE ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG DES INFINEON-KONZERNS Im Rahmen eines erwarteten verhaltenen Wachstums der Weltwirtschaft und andauernder Unsicherheiten aus der globalen Schuldenkrise geht Infineon davon aus, dass der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2013 gegenüber dem Vorjahr um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz zurückgehen wird. Die Segmentergebnis-Marge wird dabei voraussichtlich einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz vom Umsatz erreichen. Infineon verfügt in all seinen Segmenten über führende Marktpositionen. Die Themen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit sind Treiber für das Wachstum des Konzerns. Zusätzlich verfügt das Unternehmen über exzellente Produkte und Technologien sowie langjährige Beziehungen zu Kunden, die wiederum führende Stellungen in ihren Absatzmärkten einnehmen. Daher sollen die erreichten Marktpositionen gefestigt beziehungsweise weiter ausgebaut werden. Verkäufe von größeren Unternehmensteilen sind zurzeit nicht geplant. Im Rahmen dieser Strategie sieht der Vorstand das Unternehmen gut positioniert für weiteres profitables Umsatzwachstum auch über das Geschäftsjahr 2013 hinaus. Tabellarische Übersicht der beschriebenen Umsatz- und Ergebnisprognosen scroll 2012 2013 2014 Umsatzwachstum -2% Rückgang um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz gegenüber dem Vorjahr Deutliche Belebung Bruttomarge 36,6% vom Umsatz Zwischen 32% und 34% vom Umsatz Anstieg gegenüber 2013 Segmentergebnis-Marge 13,5% vom Umsatz Mittlerer bis hoher einstelliger Prozentsatz vom Umsatz Anstieg gegenüber 2013 Im Bereich der Betriebskosten werden im Geschäftsjahr 2013 die Forschungs- und Entwicklungskosten um rund 10 Prozent und die Vertriebskosten um rund 5 Prozent steigen. Die Verwaltungskosten sollten rückläufig sein. Darüber hinaus erwartet Infineon nicht den operativen Segmenten zugeordnete Aufwendungen in Höhe von etwa €50 Millionen. Das Nettofinanzergebnis wird gegenüber dem Ergebnis des Geschäftsjahrs 2012 von minus €23 Millionen grob konstant sein. Aufgrund von bestehenden Verlustvorträgen rechnet die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2013 mit einer zahlungswirksamen Steuerquote um die 15 Prozent. Die Investitionen im Geschäftsjahr 2013 werden gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgehen und in etwa €400 Millionen betragen. Die Abschreibungen dürften bei rund €470 Millionen liegen. Aufgrund des Rückgangs der Investitionen sowie eines soliden operativen Cash-Flows erwartet das Unternehmen selbst bei einem gewissen Anstieg des Nettoumlaufvermögens für das Geschäftsjahr 2013 einen positiven Free-Cash-Flow. ANGABEN NACH § 289 ABS. 4 UND § 315 ABS. 4 HGB ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS Das Grundkapital der Infineon Technologies AG hat sich im Geschäftsjahr 2012 infolge der Ausübung von 560.497 Aktienoptionen um €1.120.994 erhöht. Bedingt durch die Einziehung von 7.000.000 eigenen Aktien und die damit verbundene Kapitalherabsetzung hat sich das Grundkapital um €14.000.000 reduziert. Zum 30. September 2012 betrug das Grundkapital damit €2.160.612.664. Es ist eingeteilt in 1.080.306.332 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Jede Aktie gewährt eine Stimme und den gleichen Anteil am Gewinn nach Maßgabe der von der Hauptversammlung beschlossenen Gewinnverwendung. Am Tag der Hauptversammlung von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien sind weder stimm- noch gewinnberechtigt. Zum 30. September 2012 hielt die Gesellschaft keine (Vorjahr: 4 Millionen) eigenen Aktien. Aktien der Infineon Technologies AG werden an der Frankfurter Wertpapierbörse (FSE) unter dem Symbol "IFX" notiert. Außerdem werden die Aktien der Infineon Technologies AG in Form von American Depositary Shares (ADS) unter dem Börsenkürzel "IFNNY" auch am OTCQX International Premier Market im Freiverkehr (over-the-counter) gehandelt, wobei jeweils ein Infineon-ADS eine Infineon-Aktie repräsentiert. BESCHRÄNKUNGEN, DIE STIMMRECHTE ODER DIE ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN BETREFFEN Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich insbesondere aus den Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) ergeben. Beispielsweise unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen nach § 136 AktG einem Stimmverbot. Weiter steht der Infineon Technologies AG gemäß § 71b AktG aus eigenen Aktien kein Stimmrecht zu. Auch können Verstöße gegen die Mitteilungspflichten im Sinne des § 21 Abs. 1 oder 1a des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) dazu führen, dass nach Maßgabe des § 28 WpHG Rechte aus Aktien - darunter das Stimmrecht - zumindest zeitweise nicht bestehen. Vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt. Gemäß § 67 Abs. 2 AktG gilt im Verhältnis zur Infineon Technologies AG nur als Aktionär, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Die Aktionäre haben der Infineon Technologies AG zur Eintragung im Aktienregister ihren Namen beziehungsweise ihre Firma, ihre Anschrift, gegebenenfalls ihren Sitz und ihr Geburtsdatum sowie die Zahl der von ihnen gehaltenen Aktien mitzuteilen. Die Infineon Technologies AG ist nach § 67 Abs. 4 AktG berechtigt, von der im Aktienregister eingetragenen Person Auskunft darüber zu verlangen, inwieweit die Aktien, auf die sich die Eintragung im Aktienregister bezieht, tatsächlich der eingetragenen Person gehören, und, soweit dies nicht der Fall ist, die zur Führung des Aktienregisters notwendigen Informationen über denjenigen zu erhalten, für den die Aktien gehalten werden. Solange einem solchen Auskunftsverlangen nicht ordnungsgemäß nachgekommen wird, bestehen die Stimmrechte aus dem betreffenden Aktienbestand nach § 67 Abs. 2 AktG nicht. BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10 PROZENT DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITEN Nach § 21 Abs. 1 WpHG hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte einer börsennotierten Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unverzüglich mitzuteilen. Uns sind hiernach zum 30. September 2012 keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 Prozent der Stimmrechte erreichen oder überschreiten. Die uns gemeldeten und zum 30. September 2012 bestehenden Beteiligungen sind im Anhang zum Konzernabschluss unter den Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG dargestellt. AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHEN Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, wurden nicht ausgegeben. ART DER STIMMRECHTSKONTROLLE, WENN ARBEITNEHMER AM KAPITAL BETEILIGT SIND UND IHRE KONTROLLRECHTE NICHT UNMITTELBAR AUSÜBEN Arbeitnehmer, die am Kapital der Infineon Technologies AG beteiligt sind, üben ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus. BESTIMMUNGEN ÜBER DIE ERNENNUNG UND ABBERUFUNG VON VORSTANDSMITGLIEDERN Der Vorstand der Infineon Technologies AG besteht nach § 5 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Personen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2012 wurde der Vorstand der Infineon Technologies AG von damals drei auf vier Mitglieder erweitert. Infolge des Ausscheidens von Herrn Peter Bauer zum 30. September 2012 besteht der Vorstand mit Wirkung zum 1. Oktober 2012 wieder aus drei Mitgliedern. Die Bestimmung der genauen Zahl sowie die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgen gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 1 AktG durch den Aufsichtsrat. Da die Infineon Technologies AG unter das Mitbestimmungsgesetz fällt, ist für die Bestellung beziehungsweise Abberufung von Vorstandsmitgliedern eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder des Aufsichtsrats erforderlich (§ 31 Abs. 2 MitbestG). Kommt eine solche Mehrheit in der ersten Abstimmung nicht zustande, kann die Bestellung auf Vorschlag des Vermittlungsausschusses in einer zweiten Abstimmung mit einfacher Mehrheit der Stimmen der Mitglieder des Aufsichtsrats erfolgen (§ 31 Abs. 3 MitbestG). Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats jedoch zwei Stimmen zustehen (§ 31 Abs. 4 MitbestG). Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat gemäß § 85 Abs. 1 AktG in dringenden Fällen das Amtsgericht München auf Antrag eines Beteiligten ein Vorstandsmitglied zu bestellen. Vorstandsmitglieder dürfen gemäß § 84 Abs. 1 Satz 1 AktG für höchstens fünf Jahre bestellt werden. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig (§ 84 Abs. 1 Satz 2 AktG). Der Aufsichtsrat kann gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 2 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG). BESTIMMUNGEN ÜBER DIE ÄNDERUNG DER SATZUNG Für Änderungen der Satzung ist gemäß § 179 Abs. 1 AktG die Hauptversammlung zuständig. Der Aufsichtsrat ist jedoch gemäß § 10 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen, wie zum Beispiel Änderungen der Grundkapitalziffer infolge einer Kapitalerhöhung aus Bedingtem oder Genehmigtem Kapital oder einer Kapitalherabsetzung durch Einziehung eigener Aktien. Soweit die Satzung keine andere Mehrheit vorsieht, bedürfen Beschlüsse der Hauptversammlung über Änderungen der Satzung gemäß § 179 Abs. 2 AktG einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Die Satzung der Infineon Technologies AG sieht in § 17 Abs. 1 vor, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können, sofern nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder anderen Satzungsbestimmungen eine größere Mehrheit erforderlich ist. BEFUGNISSE DES VORSTANDS ZUR AKTIENAUSGABE GENEHMIGTES KAPITAL Genehmigtes Kapital 2010/I Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 8 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €648.000.000 durch Ausgabe von bis zu 324.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/I). Bei Barkapitalerhöhungen steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, (a) um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen, (b) soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten aus Options- und Wandelanleihen, die von der Gesellschaft oder deren nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben wurden oder werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte beziehungsweise nach Erfüllung von Wandlungspflichten zustände, (c) wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Darüber hinaus ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen auszuschließen. Der Vorstand der Infineon Technologies AG hat sich allerdings zum Schutz der Aktionäre vor Verwässerung verpflichtet, von dieser Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts sowohl bei Bar- als auch bei Sachkapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital 2010/I nur bis zu einem Betrag von insgesamt maximal 10 Prozent des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beziehungsweise - falls dieser Wert geringer sein sollte - des zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals Gebrauch zu machen. Eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts in Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2010/I ist damit zum 30. September 2012 auf maximal 108.030.633 Stückaktien beziehungsweise €216.061.266 (dies entspricht 10 Prozent des zu diesem Zeitpunkt bestehenden Grundkapitals) beschränkt. Über den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe entscheidet der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats. Genehmigtes Kapital 2010/II Gemäß § 4 Abs. 9 der Satzung ist der Vorstand außerdem ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €40.000.000 durch Ausgabe von bis zu 20.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen zum Zwecke der Ausgabe an Mitarbeiter der Gesellschaft oder ihrer Konzernunternehmen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/II). Dabei ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Über den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe entscheidet der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats. Die vorstehend dargestellte Ermächtigung des Vorstands zur Ausgabe neuer Aktien aus dem Genehmigten Kapital 2010/I soll den Vorstand in die Lage versetzen, einen auftretenden Kapitalbedarf flexibel und kostengünstig zu decken und je nach Marktlage, gegebenfalls auch kurzfristig, attraktive Finanzierungsmöglichkeiten für Infineon zu nutzen. Demgegenüber dient das Genehmigte Kapital 2010/II der Bedienung von aktienbasierten Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen. In Betracht kommt eine solche Nutzung etwa im Rahmen des zur unternehmensweiten Einführung vorgesehenen Performance-Share-Programms für Mitarbeiter (Einzelheiten hierzu im Vergütungsbericht). Aus den vorstehend beschriebenen genehmigten Kapitalia sind im Geschäftsjahr 2012 keine Aktien ausgegeben worden. BEDINGTES KAPITAL Bedingtes Kapital I § 4 Abs. 4 der Satzung sieht vor, dass das Grundkapital der Infineon Technologies AG um bis zu nominal €34.628.048 bedingt erhöht ist (Bedingtes Kapital I, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 1999/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird durch Ausgabe von bis zu 17.314.024 neuen, auf den Namen lautenden Aktien mit Gewinnberechtigung ab dem Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG 2001 International Long Term Incentive Plans" aufgrund der am 6. April 2001 erteilten Ermächtigung ausgegeben wurden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen. Bedingtes Kapital III Zum Ende des Geschäftsjahrs 2012 sah § 4 Abs. 5 der Satzung vor, dass das Grundkapital der Infineon Technologies AG um bis zu nominal €29.000.000 bedingt erhöht ist (Bedingtes Kapital III, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 2001/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird durch Ausgabe von bis zu 14.500.000 neuen, auf den Namen lautenden Aktien mit Gewinnberechtigung ab dem Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG 2001 International Long Term Incentive Plan" aufgrund der am 6. April 2001 erteilten Ermächtigung ausgegeben wurden, oder wie die Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplans 2006" aufgrund der am 16. Februar 2006 erteilten Ermächtigung ausgegeben wurden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen. Im Geschäftsjahr 2012 wurden aus dem Bedingten Kapital III aufgrund der Ausübung von Aktienoptionen aus dem "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2006" insgesamt 560.497 neue nennwertlose Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von €2 je Aktie ausgegeben. Hierdurch hat sich das Bedingte Kapital III um €1.120.994 auf nunmehr €27.879.006 ermäßigt. Die entsprechende Änderung der Satzung ist unmittelbar nach Geschäftsjahresende zum Handelsregister angemeldet und wie beantragt eingetragen worden. Bedingtes Kapital 2002 Darüber hinaus ist das Grundkapital der Infineon Technologies AG gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung um bis zu €134.000.000 durch Ausgabe von bis zu 67.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2002, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 2007/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber der im Mai 2009 von der Infineon Technologies AG als Garantin durch die Infineon Technologies Holding B.V. begebenen Wandelanleihe. Sie wird nur insoweit durchgeführt, wie von Wandlungsrechten aus der Wandelanleihe Gebrauch gemacht wird beziehungsweise Wandlungspflichten daraus erfüllt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Bedingtes Kapital 2009/I Das Grundkapital der Infineon Technologies AG ist gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung um bis zu €149.900.000 durch Ausgabe von bis zu 74.950.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2009/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber der im Mai 2009 von der Infineon Technologies AG als Garantin durch die Infineon Technologies Holding B.V. begebenen Wandelanleihe. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungsrechten aus der Wandelanleihe Gebrauch gemacht wird beziehungsweise Wandlungspflichten daraus erfüllt und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden. Bedingtes Kapital 2010/I § 4 Abs. 10 der Satzung sieht ferner vor, dass das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu nominal €24.000.000 durch Ausgabe von bis zu 12.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht ist (Bedingtes Kapital 2010/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplans 2010" bis zum 30. September 2013 begeben werden, von ihrem Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft in Erfüllung dessen nicht einen Barausgleich gewährt oder eigene Aktien liefert. Die neuen Aktien sind mit Wirkung ab dem Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe gewinnberechtigt. Bedingtes Kapital 2010/II Das Grundkapital ist gemäß § 4 Abs. 11 der Satzung außerdem um bis zu €260.000.000 durch Ausgabe von bis zu 130.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2010/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- und/oder Wandelanleihen, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 11. Februar 2010 von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen gegen Barleistung begeben werden. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- und/oder Wandlungsrechten aus den Anleihen Gebrauch gemacht wird beziehungsweise Wandlungspflichten aus den Anleihen erfüllt werden und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Die durch bedingte Kapitalia abgesicherte Ausgabe von Aktienoptionen ist ein sinnvoller und in deutschen Unternehmen seit vielen Jahren üblicher Bestandteil der Vergütung von Vorständen und Führungskräften. Auch Infineon hat hiervon mehrfach Gebrauch gemacht. Soweit Infineon künftig andere langfristig wirkende Vergütungskomponenten einsetzt, dienen die bestehenden bedingten Kapitalia dazu, die aus bereits ausgegebenen Aktienoptionen fließenden Bezugsrechte während der Restlaufzeit der Optionsprogramme abzusichern. Die übrigen bedingten Kapitalia decken die Wandlungsrechte der Inhaber der von der Infineon Technologies Holding B.V. begebenen Wandelanleihe. Soweit die Kapitalia zu diesem Zweck nicht mehr benötigt werden (zum Beispiel weil Anleihen zurückgekauft und entwertet wurden), schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung üblicherweise die Aufhebung der Kapitalia vor. Mit Ausnahme des Bedingten Kapitals III (siehe dort) sind aus den vorstehend beschriebenen bedingten Kapitalia im Geschäftsjahr 2012 keine Aktien ausgegeben worden. Die näheren Einzelheiten der verschiedenen Aktienoptionspläne sind im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 32, die näheren Einzelheiten der von der Infineon Technologies Holding B.V. begebenen Wandelanleihe im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 27 dargestellt. ERMÄCHTIGUNG ZUR AUSGABE VON OPTIONS- UND/ODER WANDELANLEIHEN Die Hauptversammlung vom 11. Februar 2010 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 10. Februar 2015 einmalig oder mehrmals Options- und/oder Wandelanleihen (gemeinsam "Anleihen") im Gesamtnennbetrag von bis zu €2.000.000.000 zu begeben und für solche von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft begebene Anleihen die Garantie zu übernehmen und den Inhabern von Anleihen Options- oder Wandlungsrechte auf insgesamt bis zu 130.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu €260.000.000 nach näherer Maßgabe der jeweiligen Bedingungen der Anleihen zu gewähren. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Anleihen auszuschließen, ― sofern der Ausgabepreis den nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert der Anleihen nicht wesentlich unterschreitet; dies gilt jedoch nur insoweit, als die zur Bedienung der dabei begründeten Options- und/oder Wandlungsrechte auszugebenden Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder bezogen auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch auf den Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung; ― um Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben, vom Bezugsrecht der Aktionäre auf die Anleihen auszunehmen oder, soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten aus Anleihen, die von der Gesellschaft oder ihren nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben wurden oder werden, ein Bezugsrecht in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Rechte beziehungsweise nach Erfüllung von Wandlungspflichten zustände. Der Options- oder Wandlungspreis muss - auch bei Anwendung der Regelungen zum Verwässerungsschutz -mindestens 90 Prozent des durchschnittlichen Börsenkurses der Aktien der Gesellschaft in der Xetra-Schlussauktion an der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) betragen und zwar während der zehn Börsentage vor dem Tag der Beschlussfassung durch den Vorstand über die Begebung der Anleihen oder, sofern den Aktionären ein Bezugsrecht auf die Anleihen zusteht, während der Tage, an denen Bezugsrechte auf die Anleihen an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden, mit Ausnahme der letzten beiden Börsentage des Bezugsrechtshandels. Der Options- beziehungsweise Wandlungspreis kann unbeschadet des § 9 Abs. 1 AktG aufgrund einer Verwässerungsschutzklausel nach näherer Bestimmung der Bedingungen der Anleihen dann ermäßigt werden, wenn die Gesellschaft bis zum Ablauf der Options- oder Wandlungsfrist unter Einräumung eines Bezugsrechts an ihre Aktionäre das Grundkapital erhöht oder weitere Anleihen begibt oder garantiert und den Inhabern von Optionsrechten oder den Gläubigern von Wandelanleihen hierbei kein Bezugsrecht eingeräumt wird. Die Bedingungen können auch für andere Maßnahmen, die zu einer wirtschaftlichen Verwässerung der Options- beziehungsweise Wandlungsrechte führen können, eine wertwahrende Anpassung des Options- beziehungsweise Wandlungspreises oder des Options- beziehungsweise Wandlungsverhältnisses vorsehen. In jedem Fall darf der anteilige Betrag am Grundkapital der je Wandelanleihe zu beziehenden Aktien den Nennbetrag der Anleihe nicht übersteigen. Der Vorstand ist ermächtigt, unter Beachtung der Vorgaben des Hauptversammlungsbeschlusses die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Anleihen und deren Bedingungen festzulegen. Die vorstehend dargestellte Ermächtigung des Vorstands zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelanleihen soll den Vorstand in die Lage versetzen, flexibel und kostengünstig einen auftretenden Kapitalbedarf zu decken und je nach Marktlage, gegebenfalls auch kurzfristig, attraktive Finanzierungsmöglichkeiten für Infineon zu nutzen. ERWERB EIGENER AKTIEN; KAPITALRÜCKGEWÄHRPROGRAMM Die Infineon Technologies AG wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Februar 2011 bis zum 16. Februar 2016 ermächtigt, im Rahmen der gesetzlichen Grenzen eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder - falls dieser Betrag geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung darf von der Gesellschaft nicht zum Zweck des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, für einen oder mehrere Zwecke durch die Gesellschaft ausgeübt werden. Sie darf auch durch abhängige oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehende Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte genutzt werden. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse, mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten (gemeinsam "öffentliches Kaufangebot") oder über ein Kreditinstitut, das im Rahmen eines konkreten Rückkaufprogramms mit dem Erwerb beauftragt wird. (a) Erfolgt der Erwerb über die Börse, darf der von der Gesellschaft gezahlte Kaufpreis je Aktie (ohne Nebenkosten) den am Handelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) nicht um mehr als 10 Prozent über- oder unterschreiten. (b) Erfolgt der Erwerb mittels eines öffentlichen Kaufangebots, kann ein bestimmter Kaufpreis oder eine Kaufpreisspanne festgelegt werden. Dabei darf der von der Gesellschaft gezahlte Kaufpreis je Aktie (ohne Nebenkosten) den arithmetischen Mittelwert der Schlusskurse der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des öffentlichen Kaufangebots ("Stichtag") nicht um mehr als 10 Prozent über- und um nicht mehr als 20 Prozent unterschreiten. Ergibt sich nach dem Stichtag eine wesentliche Kursabweichung, so kann der Kaufpreis entsprechend angepasst werden; Referenzzeitraum sind in diesem Fall die drei Börsenhandelstage vor der Veröffentlichung der Anpassung. Das Volumen des Kaufes kann begrenzt werden. Überschreitet die gesamte Zeichnung des öffentlichen Kaufangebots dieses Volumen, richtet sich die Annahme durch die Gesellschaft nach Quoten. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen (bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär) kann vorgesehen werden. Das öffentliche Kaufangebot kann weitere Bedingungen vorsehen. (c) Im Rahmen eines konkreten Rückkaufprogramms kann ein Kreditinstitut beauftragt werden, an einer vorab festgelegten Mindestzahl von Börsentagen im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) und spätestens bis zum Ablauf einer zuvor vereinbarten Periode entweder eine vereinbarte Anzahl von Aktien oder Aktien für einen zuvor festgelegten Gesamtkaufpreis zu erwerben und an die Gesellschaft zu übertragen. Dabei (i) muss das Kreditinstitut die Aktien über die Börse erwerben und (ii) hat der von der Gesellschaft zu zahlende Kaufpreis je Aktie einen Abschlag zum arithmetischen Mittel der volumengewichteten Durchschnittskurse (volume weighted average price, "VWAP") der Infineon-Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) während der tatsächlichen Periode des Rückerwerbs aufzuweisen. Ferner muss das Kreditinstitut (iii) die zu liefernden Aktien an der Börse zu Preisen kaufen, die innerhalb der unter a) für den unmittelbaren Erwerb durch die Gesellschaft definierten Bandbreite liegen. Die Gesellschaft ist ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben wurden oder werden, außer durch Veräußerung über die Börse oder über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre zu allen gesetzlich zulässigen, insbesondere zu den folgenden Zwecken zu verwenden: (a) Sie können eingezogen werden, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Dabei kann der Vorstand auch bestimmen, dass das Grundkapital bei der Einziehung unverändert bleibt und sich dadurch der Anteil der nicht eingezogenen Aktien am Grundkapital entsprechend erhöht. Der Vorstand ist ermächtigt, in diesem Fall die Angabe der Aktienanzahl in der Satzung entsprechend zu ändern. (b) Sie können Dritten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Unternehmensbeteiligungen angeboten und auf sie übertragen werden. (c) Sie können mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barzahlung an Dritte auch anders als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert werden, wenn der Preis, zu dem die Aktien veräußert werden, den am Tag der Veräußerung durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) nicht wesentlich unterschreitet (ohne Erwerbsnebenkosten). Darüber hinaus darf in diesen Fällen die Summe der veräußerten Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder bezogen auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch bezogen auf den Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Hierauf ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, die unter Ausschluss des Bezugsrechts in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder verwendet werden. Ferner sind auf diese Zahl die Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Wandlungs- oder Optionsrechten ausgegeben wurden oder noch ausgegeben werden können, sofern die zugrunde liegenden Anleihen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben wurden. (d) Sie können zur Erfüllung der Verpflichtungen der Gesellschaft aus von ihr in der Vergangenheit oder in Zukunft begebenen oder garantierten Options- und Wandelanleihen genutzt werden. (e) Sie können zur unmittelbaren oder mittelbaren Erfüllung von Verpflichtungen aus dem "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2006" oder aus dem "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2010" verwendet werden. (f) Sie können Personen, die in einem Arbeitsverhältnis zur Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen, zum Erwerb angeboten und auf sie übertragen werden. Die Gesellschaft kann diese Ermächtigungen zur Verwendung der eigenen Aktien selbst oder durch abhängige oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehende Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte nutzen. Die Ermächtigungen können einmal oder mehrmals, einzeln oder gemeinsam, ganz oder in Teilen ausgenutzt werden. Ein Bezugsrecht der Aktionäre auf die hiervon betroffenen eigenen Aktien wird insoweit ausgeschlossen, als diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen Buchstaben b) bis f) verwendet werden. Darüber hinaus ist im Fall der Veräußerung der Aktien über ein Veräußerungsangebot an alle Aktionäre das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge ausgeschlossen. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Februar 2011 darf der Erwerb von Aktien der Infineon Technologies AG auch durch den Einsatz von Eigenkapitalderivaten durchgeführt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, (i) Optionen zu veräußern, die die Gesellschaft bei Ausübung zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft verpflichten ("Put-Optionen"), und (ii) Optionen zu erwerben, die die Gesellschaft bei Ausübung zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft berechtigen ("Call-Optionen"). Der Erwerb kann ferner unter Einsatz einer Kombination von Put- und Call-Optionen (gemeinsam "Derivate") erfolgen. Der Aktienerwerb kann unter Einsatz von Derivaten auch über ein Kreditinstitut durchgeführt werden, das im Rahmen eines konkreten Rückkaufprogramms mit dem Erwerb beauftragt wird. Alle nach dieser Ermächtigung eingesetzten Derivate dürfen sich insgesamt höchstens auf eine Anzahl von Aktien beziehen, die einen anteiligen Betrag von 5 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung vorhandenen Grundkapitals nicht übersteigt; die in Ausübung dieser Ermächtigung erworbenen Aktien sind auf die Erwerbsgrenze für die gemäß der oben beschriebenen Ermächtigung zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien erworbenen Aktien anzurechnen. Die Laufzeit der einzelnen Derivate darf jeweils höchstens 18 Monate betragen, muss spätestens am 16. Februar 2016 enden und muss so gewählt werden, dass der Erwerb der eigenen Aktien in Ausübung oder Erfüllung der Derivate nicht nach dem 16. Februar 2016 erfolgen kann. Die Derivatgeschäfte müssen mit einem Kreditinstitut oder über die Börse abgeschlossen werden. Es muss sichergestellt sein, dass die Derivate nur mit Aktien bedient werden, die zuvor unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes über die Börse zu dem im Zeitpunkt des börslichen Erwerbs aktuellen Kurs der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) erworben wurden. Der in dem Derivat vereinbarte Preis (ohne Erwerbsnebenkosten, aber unter Berücksichtigung der erhaltenen beziehungsweise gezahlten Optionsprämie) für den Erwerb einer Aktie bei Ausübung von Optionen darf den arithmetischen Mittelwert der Schlusskurse der Aktie im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Börsenhandelstagen vor dem Tag des Abschlusses des Derivatgeschäfts um nicht mehr als 10 Prozent überschreiten und um nicht mehr als 30 Prozent unterschreiten. Der von der Gesellschaft für Derivate gezahlte Erwerbspreis darf nicht wesentlich über und der von der Gesellschaft vereinnahmte Veräußerungspreis für Derivate nicht wesentlich unter dem nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert der jeweiligen Optionen liegen, bei dessen Ermittlung unter anderem der vereinbarte Ausübungspreis zu berücksichtigen ist. Werden eigene Aktien unter Einsatz von Derivaten unter Beachtung der vorstehenden Regelungen erworben, ist ein Recht der Aktionäre, solche Derivatgeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen. Ein Recht der Aktionäre auf Abschluss von Derivatgeschäften besteht auch insoweit nicht, als beim Abschluss von Derivatgeschäften ein bevorrechtigtes Angebot für den Abschluss von Derivatgeschäften bezogen auf geringe Stückzahlen an Aktien vorgesehen wird. Aktionäre haben ein Recht auf Andienung ihrer Infineon-Aktien nur, soweit die Gesellschaft ihnen gegenüber aus den Derivatgeschäften zur Abnahme der Aktien verpflichtet ist. Ein etwaiges weitergehendes Andienungsrecht ist ausgeschlossen. Für die Verwendung eigener Aktien, die unter Einsatz von Derivaten erworben werden, gelten die oben bei der Ermächtigung zum unmittelbaren Erwerb eigener Aktien dargestellten Regelungen entsprechend. Die Infineon Technologies AG hat am 9. Mai 2011 beschlossen, die von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 erteilte Ermächtigung zum Aktienrückkauf zu nutzen. Die Gesellschaft beabsichtigt, bis März 2013 bis zu €300 Millionen für Maßnahmen der Kapitalrückgewähr aufzuwenden. Die Kapitalrückgewähr kann durch den Erwerb eigener Aktien über den Einsatz von Put-Optionen erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist der direkte Rückkauf eigener Aktien im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Außerdem können auch weitere Teile der ausstehenden Wandelanleihe zurückgekauft werden. Nach den gesetzlichen Vorgaben darf der Aktienrückkauf ausschließlich dem Zweck der Einziehung der Aktien zur Kapitalherabsetzung und der Bedienung von Wandelanleihen oder Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen dienen, da er nach Maßgabe der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 2273/2003 der Kommission vom 22. Dezember 2003 erfolgt. Hiervon hat die Gesellschaft Gebrauch gemacht und alle in den Geschäftsjahren 2011 und 2012 zurückgekauften 7 Millionen Aktien eingezogen und das Grundkapital entsprechend herabgesetzt. Das Aktienrückkaufprogramm kann - im Rahmen der durch die Hauptversammlung gesetzten zeitlichen Grenzen und unter Beachtung weiterer rechtlicher Regelungen - jederzeit ausgesetzt und wieder aufgenommen werden. Details zum Aktienrückkaufprogramm sowie zu begebenen Put-Optionen und erworbenen Aktien werden von der Gesellschaft regelmäßig im Internet unter www.infineon.com/cms/de/corporate/investor/infineon-share/share-buyback.html veröffentlicht. Der Stand des Programms zum 30. September 2012 wird im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 42 dargestellt. WESENTLICHE VEREINBARUNGEN FÜR DEN FALL EINES KONTROLLWECHSELS INFOLGE EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS Die am 26. Mai 2009 von der Infineon Technologies AG als Garantin durch die Infineon Technologies Holding B.V. begebene Wandelanleihe, die im Jahr 2014 fällig wird (siehe Anhang zum Konzernabschluss Nr. 27), enthält eine sogenannte "Change of Control"-Klausel, die den Gläubigern für den Fall eines definierten Kontrollwechsels einen Rückzahlungsanspruch einräumt. Auch die Bedingungen der von der Infineon Technologies AG begebenen Put-Optionen, die die Optionsinhaber zum Verkauf von Infineon-Aktien zu einem vorher festgelegten Ausübungspreis berechtigen, enthalten "Change of Control"-Klauseln, die in bestimmten Fällen zu einer Anpassung der Optionsbedingungen führen. Darüber hinaus enthalten einige Patentlizenzaustauschverträge, Entwicklungskooperationen, Förderverträge beziehungsweise -bescheide, Joint-Venture-Vereinbarungen und Lizenzverträge "Change of Control"-Klauseln, die dem Vertragspartner bei einer Änderung der Kontrolle über die Infineon Technologies AG das Recht zur Kündigung oder andere für die Gesellschaft unter Umständen nachteilige Sonderrechte einräumen oder die Fortsetzung des Vertrags von der Zustimmung des Vertragspartners abhängig machen. Die vorgenannten "Change of Control"-Klauseln bei der Wandelanleihe und den Put-Optionen entsprechen der für Finanzinstrumente dieser Art jeweils marktüblichen Praxis zum Schutz der Gläubiger. Die Regelungen, die die Infineon Technologies AG im Rahmen ihrer allgemeinen Geschäftstätigkeit mit ihren Vertragspartnern für den Fall eines Kontrollwechsels vereinbart hat, entsprechen ebenfalls marktüblichen Gepflogenheiten. Das Gleiche gilt für die von der Gesellschaft abgeschlossenen beziehungsweise sie begünstigenden Förderverträge beziehungsweise -bescheide sowie Joint Venture-Vereinbarungen. ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS Sofern ein Vorstandsmitglied im Rahmen eines Kontrollwechsels ausscheidet, hat es derzeit Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, im Fall einer Amtsniederlegung/Kündigung durch das betreffende Vorstandsmitglied aufgrund des ihm eingeräumten Sonderkündigungsrechts maximal jedoch für 36 Monate, im Fall einer Abberufung/Kündigung durch die Infineon Technologies AG für mindestens 24 und maximal 36 Monate. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Vergütungsbericht. Die mit den Mitgliedern des Vorstands vereinbarten "Change of Control"-Klauseln entsprechen der Empfehlung in Nummer 4.2.3 Abs. 5 des Deutschen Corporate Governance Kodex. Sie sollen dazu dienen, die Vorstandsmitglieder im Fall eines Kontrollwechsels abzusichern und auf diese Weise in einer Übernahmesituation ihre Unabhängigkeit zu erhalten. Vergleichbare Regelungen für Arbeitnehmer existieren nicht. CORPORATE GOVERNANCE CORPORATE GOVERNANCE BERICHT PRAXIS DER UNTERNEHMENSFÜHRUNG Corporate Governance - Standards guter und verantwortungsbewusster Unternehmensführung Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG verstehen unter Corporate Governance ein umfassendes Konzept für eine verantwortungsvolle, transparente und wertorientierte Unternehmensführung. Gute Corporate Governance fördert das Vertrauen der nationalen und internationalen Anleger, der Finanzmärkte, der Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in unser Unternehmen. Vorstand, Aufsichtsrat und Führungskräfte sorgen dafür, dass die Corporate Governance in allen Bereichen des Unternehmens aktiv gelebt und ständig weiterentwickelt wird. Neben dem Deutschen Corporate Governance Kodex umfasst Corporate Governance bei Infineon auch die Standards des internen Kontrollsystems, Compliance - dabei insbesondere die Leitlinien für das unternehmerische Verhalten ("Infineon Business Conduct Guidelines") - sowie die Regelungen zu den Organisations- und Aufsichtspflichten im Unternehmen, die im Infineon-Intranet von allen Mitarbeitern eingesehen werden können. "Business Conduct Guidelines" Wir führen unser Geschäft verantwortungsvoll in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Regelungen - und wir haben verschiedene Richtlinien aufgestellt, die dazu beitragen, dass dieses Ziel erreicht wird. Die "Business Conduct Guidelines" der Infineon Technologies AG als wichtigster Bestandteil sind im Internet unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance") veröffentlicht und für den Vorstand und alle Mitarbeiter weltweit verbindlich. Die "Business Conduct Guidelines" werden regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Sie enthalten insbesondere Regelungen zum gesetzeskonformen Verhalten, zum Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten, zur Vermeidung von Interessenkonflikten, zum Umgang mit Firmeneinrichtungen, Daten und Informationen sowie zum Thema Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit. Daneben enthalten sie aber auch Regeln zum Umgang mit Beschwerden und Hinweisen auf Verstöße gegen diese Richtlinien. Corporate Compliance Officer und Compliance-Panel Das zum 1. Juni 2011 eingerichtete eigenständige Compliance Office wurde im Laufe des Geschäftsjahrs 2012 mit zusätzlichen personellen Ressourcen und einem vergrößerten Budget ausgestattet. Des Weiteren wurden die regionalen Compliance-Funktionen in Asien und Österreich durch weitere Mitarbeiter personell verstärkt. Damit bekräftigt Infineon sein klares Bekenntnis zu uneingeschränkter Rechtstreue und der Einhaltung ethischer Standards, welche die legitimen Interessen von Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden und Aktionären schützen, die Reputation Infineons bewahren und die Bedürfnisse des Unternehmens berücksichtigen. Neben den klassischen Compliance-Zielen wie Risikominimierung, Effizienz- und Effektivitätssteigerung dient die Sicherstellung der Compliance dazu, das Ansehen von Infineon als verlässlichem und fairem Geschäftspartner nachhaltig zu festigen und damit zum Gesamterfolg des Unternehmens beizutragen. Der Corporate Compliance Officer der Infineon Technologies AG berichtet direkt an das für den Bereich Finanzen zuständige Mitglied des Vorstands. Er arbeitet an der Erstellung von Richtlinien mit, entwickelt das Infineon-Compliance-Programm, initiiert Compliance-Audits oder wirkt dabei mit, berät die Mitarbeiter, nimmt Beschwerden und Hinweise - auch anonym - entgegen und koordiniert die Aufklärung von Compliance-Fällen. Darüber hinaus führt er turnusmäßig Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiter zu Compliance-Themen, unter anderem Kartellrecht und Antikorruption, durch. Auch im Geschäftsjahr 2012 wurden umfangreiche Schulungsmaßnahmen durchgeführt. Der Corporate Compliance Officer wird von regionalen Compliance Officers unterstützt. Die Gesellschaft hat außerdem ein Compliance-Panel implementiert, das sich aus erfahrenen Führungskräften der Bereiche Recht, Personal, interne Revision und Unternehmenssicherheit und dem Corporate Compliance Officer zusammensetzt. Die Mitglieder des Compliance-Panels treffen sich regelmäßig. Primäre Aufgabe des Panels ist es, über den Stand der Compliance im Unternehmen zu beraten sowie Grundsatzthemen zur laufenden Verbesserung des Compliance-Systems zu erörtern und zu beschließen. Risikomanagement Der Vorstand betrachtet ein systematisches und effektives Risiko- und Chancenmanagement als wichtigen Teil guter Corporate Governance und wesentlichen Erfolgsfaktor. Es ist Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und sorgt dafür, dass Risiken und Chancen frühzeitig erkannt und Risikopositionen minimiert werden. Durch diese Transparenz der unternehmensweiten Risikosituation wird ein zusätzlicher Beitrag zur systematischen und kontinuierlichen Steigerung des Unternehmenswerts geleistet. Unser unternehmensweites Risiko- und Chancenmanagementsystem besteht aus den Teilprozessen Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikosteuerung und Risikoüberwachung und wird kontinuierlich den veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Seine Wirksamkeit wird regelmäßig vom Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überprüft. Einzelheiten zum Risikomanagement bei Infineon sind im Risiko- und Chancenbericht dargestellt, der sowohl das Risiko- und Chancenmanagement als auch das interne Kontrollsystem bei Infineon näher beschreibt. Transparente Unternehmensführung Wir erstatten unseren Aktionären nach einem festen Finanzkalender viermal im Jahr Bericht über die Geschäftsentwicklung sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Die Mitglieder des Vorstands informieren Aktionäre, Analysten, Medien und Öffentlichkeit regelmäßig über die Quartals- und Jahresergebnisse. Unsere umfangreiche Investor-Relations-Arbeit umfasst regelmäßige Treffen sowie Telefonkonferenzen mit Analysten und institutionellen Anlegern. Alle Mitteilungen und Informationen stehen in der Regel auf unserer Internet-Seite (www.infineon.com), und dort auch in englischer Sprache, zur Verfügung. Neben der regelmäßigen Berichterstattung informiert die Infineon Technologies AG in Ad-hoc-Mitteilungen über nicht öffentlich bekannte Umstände, die geeignet sind, im Fall ihres Bekanntwerdens den Börsenpreis der Infineon-Aktie erheblich zu beeinflussen. Die Gesellschaft verfügt über einen Offenlegungsausschuss ("Disclosure Committee"), der aus Mitarbeitern verschiedener Fachabteilungen besteht und die Veröffentlichung bestimmter Finanzzahlen und -daten sowie anderer wesentlicher Informationen, dies sowohl im Rahmen der regelmäßigen Finanzberichterstattung als auch der Ad-hoc-Publizität, überprüft und freigibt. Der Vorstand der Gesellschaft muss nach deutschem Recht einen "Bilanzeid" leisten. Die hierzu erforderlichen Angaben werden in einem internen Verfahren von Führungskräften, die unternehmerische Verantwortung tragen, gegenüber dem Vorstand bestätigt. D&O-Versicherung Die Gesellschaft unterhält eine Vermögensschaden-Haftpflicht-Gruppenversicherung für Organmitglieder der Infineon-Gruppe (sogenannte D&O-Versicherung). Die Versicherung deckt das persönliche Haftungsrisiko für den Fall ab, dass (unter anderem) Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder bei der Ausübung ihrer Tätigkeit für Vermögensschäden in Anspruch genommen werden. Gemäß der gesetzlichen Regelung in § 93 Abs. 2 AktG (für den Vorstand) beziehungsweise der Empfehlung in Nr. 3.8 DCGK (für den Aufsichtsrat) wurde für die betreffenden Organmitglieder ein Selbstbehalt von 10 Prozent des Schadens bis zur Höhe des Eineinhalbfachen der jährlichen festen Vergütung in der D&O-Police vereinbart. RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNG Seit dem Geschäftsjahr 2009 erstellt die Infineon Technologies AG den Konzernabschluss ausschließlich nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind. Der Jahresabschluss der Infineon Technologies AG wird weiterhin nach den Vorschriften des HGB erstellt. Der Jahres- und der Konzernabschluss der Infineon Technologies AG sowie der zusammengefasste Lagebericht werden nach Billigung durch den Aufsichtsrat innerhalb von 90 Tagen nach dem Ende eines Geschäftsjahrs veröffentlicht. Die Rechnungslegung unseres Unternehmens für das Geschäftsjahr 2012 wird von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München ("KPMG") geprüft. Außerdem wurde auch der Halbjahresfinanzbericht durch die KPMG einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Prüfungen umfassen auch das Risikofrüherkennungssystem und die Abgabe der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG. Die Quartalsberichte sowie der Halbjahresfinanzbericht werden vor der Veröffentlichung vom Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss mit dem Vorstand erörtert. Mit der KPMG wurde vereinbart, dass der Vorsitzende des Ausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe unverzüglich unterrichtet wird, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden. Der Abschlussprüfer soll auch über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung und der prüferischen Durchsicht ergeben, unverzüglich berichten. MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE ("DIRECTORS' DEALINGS") Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie bestimmte Führungskräfte, die unter anderem regelmäßig Zugang zu Insiderinformationen haben, sowie diesen nahestehende Personen sind gemäß § 15a Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet, der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eigene Geschäfte mit Aktien der Gesellschaft mitzuteilen. Dies gilt jedoch nur, solange die Gesamtsumme der von einer der oben genannten Führungskräfte und ihr nahestehenden Personen getätigten Wertpapiergeschäfte innerhalb eines Kalenderjahrs mindestens €5.000 erreicht. Die Gesellschaft ist dazu verpflichtet, die ihr zugehenden Mitteilungen zu veröffentlichen und an das Unternehmensregister zu übermitteln. Die Veröffentlichung wird außerdem der BaFin mitgeteilt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind der Gesellschaft keine solchen Wertpapiergeschäfte mitgeteilt worden. VERGÜTUNG DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS Zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2012 wird auf den ausführlichen Vergütungsbericht verwiesen, der ebenfalls Bestandteil des Konzernlageberichts ist. AKTIONÄRE UND HAUPTVERSAMMLUNG Die Aktionäre der Infineon Technologies AG treffen ihre Entscheidungen in der Hauptversammlung, die mindestens einmal im Jahr stattfindet. Jede Aktie hat eine Stimme. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung sind alle Aktionäre berechtigt, die im Aktienregister eingetragen sind und sich rechtzeitig angemeldet haben. Die Hauptversammlung fasst Beschlüsse zu allen ihr gesetzlich zugewiesenen Angelegenheiten, insbesondere über die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, die Gewinnverwendung, die Wahl des Abschlussprüfers und Satzungsänderungen. Aktionäre können Gegenanträge zu den Beschlussvorschlägen der Verwaltung stellen, in der Hauptversammlung reden und Fragen stellen und haben unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, Beschlüsse der Hauptversammlung anzufechten, gerichtliche Sonderprüfungen zu verlangen und Schadensersatzansprüche der Gesellschaft gegen deren Organe geltend zu machen, wenn sie ein Fehlverhalten oder Missstände bei der Unternehmensführung und -kontrolle erkennen. Wir wollen die Aktionäre bei der Ausübung ihrer Rechte in der Hauptversammlung so weit wie möglich unterstützen. Die Aktionäre können sich elektronisch zur Hauptversammlung anmelden, per Briefwahl oder über online erteilte Weisungen, zum Beispiel an den Stimmrechtsvertreter, an den Abstimmungen teilnehmen oder die Generaldebatte im Internet verfolgen. Alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung stehen auf unserer Internet-Seite zur Verfügung. Außerdem ist unsere Investor-Relations-Abteilung das ganze Jahr über sowohl telefonisch als auch auf elektronischem Wege erreichbar, um den Informationsaustausch zwischen uns und unseren Aktionären sicherzustellen. INFINEON-AKTIENOPTIONSPLÄNE Eine Darstellung unserer Aktienoptionspläne findet sich im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 32; im Volltext sind die Pläne unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance/Aktienoptionsplan") einsehbar. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG (Bestandteil des Lageberichts - ungeprüft) ENTSPRECHENSERKLÄRUNG 2012 VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT DER INFINEON TECHNOLOGIES AG GEMÄß § 161 AKTIENGESETZ ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX Vorstand und Aufsichtsrat haben die folgende Erklärung gemäß § 161 AktG im November 2012 abgegeben: "Die Infineon Technologies AG hat seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im November 2011 allen Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (,Regierungskommission') in der Fassung vom 26. Mai 2010 entsprochen. Am 15. Juni 2012 ist die neue Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 15. Mai 2012 (,Kodex') wirksam geworden. Die Infineon Technologies AG hat auch den in dieser Fassung enthaltenen Empfehlungen entsprochen und wird ihnen zukünftig entsprechen, dies jedoch mit einer Ausnahme: Nummer 5.4.6 des Kodex sieht unter anderem vor, dass eine etwaige erfolgsorientierte Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ,auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet' sein soll. Die terminologische Anlehnung an die Vorgaben des Aktiengesetzes zur Vorstandsvergütung legt nahe, dass erfolgsorientierte Vergütungsbestandteile nach Auffassung der Regierungskommission auch für den Aufsichtsrat eine ,mehrjährige Bemessungsgrundlage' haben sollen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Infineon Technologies AG erhalten neben einer festen Grundvergütung eine erfolgsorientierte Vergütung. Diese wird nur dann und insoweit ausgezahlt, als das Ergebnis je Aktie einen bestimmten Mindestbetrag übersteigt. Abweichend von Nummer 5.4.6 des Kodex wird dafür jedoch nicht auf eine ,mehrjährige Bemessungsgrundlage' abgestellt. Vorstand und Aufsichtsrat sind gleichwohl der Ansicht, dass die derzeitige Vergütungsstruktur des Aufsichtsrats auch ohne eine mehrjährige Bemessungsgrundlage auf den langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtet ist, da sich der für die Auszahlung zu erreichende Mindestbetrag jährlich erhöht und damit Anreize zu einer Unternehmensentwicklung gesetzt werden, bei der das Ergebnis kontinuierlich steigt. Vorstand und Aufsichtsrat sehen daher im Hinblick auf eine neuerliche Revision der gerade erst mit großer Mehrheit von der Hauptversammlung verabschiedeten Vergütung des Aufsichtsrats keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Beide Organe werden sich jedoch im Verlauf des neuen Geschäftsjahrs wieder mit diesem Thema befassen." RELEVANTE ANGABEN ZU UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKEN Die Gesellschaft beachtet sämtliche gesetzlichen Anforderungen an die Unternehmensführung. Sie beachtet - mit einer in der Entsprechenserklärung genannten Ausnahme - die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Für die Praxis der Unternehmensführung sind darüber hinaus insbesondere die Leitlinien für das unternehmerische Verhalten ("Infineon Business Conduct Guidelines") sowie die Regelungen zu den Organisations- und Aufsichtspflichten im Unternehmen maßgeblich. Beide Regelwerke können im Infineon-Intranet von allen Mitarbeitern weltweit eingesehen werden. BESCHREIBUNG DER ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT SOWIE DER ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE DER AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS Das deutsche Aktienrecht, dem die Infineon Technologies AG unterliegt, sieht ein zweistufiges System der Verwaltung der Gesellschaft vor, nämlich die Unternehmensführung durch den Vorstand und die Unternehmenskontrolle durch den Aufsichtsrat. Wir sind davon überzeugt, dass diese Trennung der beiden Funktionen eine wesentliche Voraussetzung für eine gute Corporate Governance ist. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten aber im Unternehmensinteresse eng zusammen. Vorstand Der Vorstand der Infineon Technologies AG wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2012 mit der Bestellung von Herrn Arunjai Mittal zum Vorstandsmitglied zunächst auf vier Mitglieder erweitert. Infolge des Ausscheidens von Herrn Peter Bauer zum 30. September 2012 besteht der Vorstand ab dem 1. Oktober 2012 jedoch wieder aus drei Mitgliedern. Für die Mitglieder des Vorstands hat der Aufsichtsrat entsprechend den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex eine Altersgrenze festgesetzt. Die Mitglieder des Vorstands sollen demgemäß in der Regel nicht älter als 67 Jahre sein. Bei der Zusammensetzung des Vorstands achtet der Aufsichtsrat nach seiner Geschäftsordnung neben der fachlichen und persönlichen Eignung auch auf Vielfalt (Diversity) und strebt dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen an. Der Vorstand ist das Leitungsorgan der Gesellschaft; er ist allein an das Unternehmensinteresse gebunden und orientiert sich dabei am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts unter Berücksichtigung der Interessen aller Stakeholder. Er bestimmt die unternehmerischen Ziele, die strategische Ausrichtung, die Unternehmenspolitik und die Konzernorganisation. Nach deutschem Aktienrecht ist der Vorstand insgesamt für die Führung der Gesellschaft verantwortlich. Der Vorstand der Gesellschaft hat sich mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Geschäftsordnung gegeben. Danach leiten seine Mitglieder die Gesellschaft gemeinschaftlich und arbeiten kollegial zusammen. Der Vorsitzende des Vorstands koordiniert die Zusammenarbeit des Vorstands mit dem Aufsichtsrat. Er hält mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats regelmäßig Kontakt und berät mit ihm die wesentlichen Aspekte der Strategie, Planung, Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Unternehmens. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat im Rahmen der ordentlichen Sitzungen umfassend und zeitnah über die Geschäftsentwicklung, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche sowie über die Finanz- und Investitionsplanung. Über Angelegenheiten, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung der Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung sind, unterrichtet der Vorsitzende des Vorstands den Vorsitzenden des Aufsichtsrats unverzüglich. Aufsichtsrat Arbeit des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Unternehmensführung. Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Belange informiert und stimmt mit ihm die Strategie und deren Umsetzung ab. Der Aufsichtsrat erörtert die Quartalsberichte; er prüft und billigt den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss der Infineon Technologies AG. Wesentliche Vorstandsentscheidungen, wie die konzernweite Finanz- und Investitionsplanung sowie größere Akquisitionen und Beteiligungen, Desinvestitionen und Finanzmaßnahmen, unterliegen seiner Zustimmung. Einzelheiten sind in den Geschäftsordnungen von Vorstand und Aufsichtsrat geregelt. Ergibt eine Abstimmung im Aufsichtsrat Stimmengleichheit, hat der Vorsitzende des Aufsichtsrats in einer erneuten Abstimmung bei nochmaliger Stimmengleichheit zwei Stimmen. Die Aufgaben des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sind im Gesetz, in der Satzung und in den Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats beziehungsweise seiner Ausschüsse geregelt. Darüber hinaus enthält der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) Empfehlungen zur Arbeit des Aufsichtsrats. Einmal jährlich überprüft der Aufsichtsrat die Effizienz seiner Tätigkeit einschließlich der Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Grundsätzlich erfolgt die Überprüfung anhand eines Fragenkatalogs, der verschiedene Bereiche und Kriterien der Aufsichtsratsarbeit adressiert. Die Ergebnisse werden anschließend im Aufsichtsrat erörtert. Im Geschäftsjahr 2010 wurde erstmals eine Bestandsaufnahme der Aufsichtsratstätigkeit durch einen unabhängigen externen Berater vorgenommen. Die letzte Effizienzprüfung - wieder mittels eines Fragenkatalogs - fand im Sommer 2012 statt. Wesentliche Effizienzdefizite wurden dabei nicht festgestellt. Zusammensetzung des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG besteht aus zwölf Mitgliedern und setzt sich nach dem Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Arbeitnehmer von Delegierten der Mitarbeiter der deutschen Infineon-Betriebsstätten nach Maßgabe des MitbestG gewählt. Die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder beträgt grundsätzlich circa fünf Jahre. Sowohl die Vertreter der Anteilseigner als auch die Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat wurden im Geschäftsjahr 2010 neu gewählt. Am 17. Februar 2011 wurde Herr Wolfgang Mayrhuber als Nachfolger von Herrn Prof. Dr. Klaus Wucherer durch die Hauptversammlung in den Aufsichtsrat und am gleichen Tag durch den Aufsichtsrat zu seinem Vorsitzenden gewählt. Die Amtszeit aller Aufsichtsratsmitglieder dauert bis zum Ende der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2013/2014 beschließt. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats insgesamt soll nach Auffassung des Aufsichtsrats den Grundsätzen der Vielfalt (Diversity) entsprechen. Das bedeutet zum einen, dass die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der in einem offenen, innovativen, weltweit tätigen Unternehmen wie Infineon vorzufindenden Vielfalt möglichst Rechnung tragen soll. Es bedeutet aber auch, dass niemand nur deshalb als Kandidat für den Aufsichtsrat ausscheidet oder für den Aufsichtsrat vorgeschlagen wird, weil sie oder er über eine bestimmte Diversity-Eigenschaft verfügt beziehungsweise nicht verfügt. Dabei ist "Diversity" als internationale (nicht im Sinne einer bestimmten Staatsbürgerschaft, sondern einer prägenden Herkunft, Erziehung, Ausbildung oder beruflichen Tätigkeit), geschlechtliche und altersmäßige Vielfalt zu verstehen. Der Empfehlung in Nummer 5.4.1 DCGK (Stand Mai 2010) folgend hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 22. November 2010 konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen. Die neue Kodexfassung vom 15. Mai 2012 sieht in Nummer 5.4.1 DCGK zusätzlich vor, dass künftig auch die nach Einschätzung des Aufsichtsrats angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder in den Zielekatalog aufgenommen werden soll. Daher hat der Aufsichtsrat seine Ziele mit Beschluss vom 7. August 2012 wie folgt ergänzt: "Der Aufsichtsrat besteht je zur Hälfte aus Vertretern der Arbeitnehmer und der Anteilseigner. Auf die Auswahl der Aufsichtsratskandidaten der Arbeitnehmer kann der Aufsichtsrat keinen Einfluss nehmen; auch die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat werden nicht vom Aufsichtsrat bestimmt, sondern von der Hauptversammlung gewählt. Ungeachtet dessen ist erklärtes Ziel des Aufsichtsrats, dass ihm angehören (i) mindestens neun unabhängige Vertreter [...] (darunter mindestens vier Vertreter der Anteilseigner), (ii) mindestens zwei Frauen und (iii) mindestens vier internationale Vertreter [.]. Diesen Mindestzielen entspricht die Zusammensetzung des Aufsichtsrats bereits jetzt. Sie sollen auch in Zukunft jederzeit verwirklicht werden." Der Aufsichtsrat beachtet außerdem die in seiner Geschäftsordnung festgesetzte Altersgrenze, wonach als Mitglied des Aufsichtsrats in der Regel nur eine Person vorgeschlagen werden soll, die nicht älter als 69 Jahre ist. Der Aufsichtsrat wird dieses Anforderungsprofil und diese Ziele bei seinen künftigen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen; dabei wird er auch die persönlichen und geschäftlichen Beziehungen eines jeden Kandidaten zum Unternehmen, den Organen der Gesellschaft und/oder einem wesentlich an der Gesellschaft beteiligten Aktionär insoweit offen legen, als die entsprechenden Umstände nach der Einschätzung des Aufsichtsrats von einem objektiv urteilenden Aktionär als maßgebend für seine Wahlentscheidung angesehen würden. Entsprechendes gilt für den Nominierungsausschuss, soweit er das Votum des Aufsichtsrats vorbereitet. Der Aufsichtsrat empfiehlt seinen von den Arbeitnehmern gewählten Mitgliedern, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach Kräften um eine Berücksichtigung des Anforderungsprofils und der Ziele im Hinblick auf die von den zuständigen Gremien der Arbeitnehmer zu machenden Wahlvorschläge zu bemühen. Außerdem empfiehlt der Aufsichtsrat eine Berücksichtigung der Ziele auch denjenigen seiner Mitglieder, die einen Antrag auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds stellen. Aufsichtsratsausschüsse Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sieht die Bildung von drei Ausschüssen vor. Dies sind der Vermittlungsausschuss, der Präsidialausschuss und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss. Daneben hat der Aufsichtsrat einen Strategie- und Technologieausschuss und den vom DCGK vorgesehenen Nominierungsausschuss eingerichtet. Alle Aufsichtsratsausschüsse - mit Ausnahme des lediglich von Anteilseignervertretern besetzten Nominierungsausschusses - sind paritätisch besetzt. Die genaue Zusammensetzung der Ausschüsse und deren wesentliche Aufgaben ergeben sich aus der folgenden Übersicht: Der Präsidialausschuss, dem der Vorsitzende des Aufsichtsrats, sein Stellvertreter und je ein Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer angehören, bereitet unter anderem die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Entscheidung des Aufsichtsratsplenums über die Vorstandsvergütung vor. Weiter ist er für den Abschluss, die Änderung und die Beendigung der Verträge mit Vorstandsmitgliedern zuständig, soweit nicht die Bezüge betroffen sind. Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss (Prüfungsausschuss) besteht aus dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, seinem Stellvertreter und je einem weiteren Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer. Der Vorsitzende des Ausschusses, Herr Dr. Eckart Sünner, verfügt aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Vorsitzender des Prüfungsausschusses eines anderen DAX-Konzerns über besonderen Sachverstand und langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Rechnungslegung. Er qualifiziert sich damit als unabhängiger Finanzexperte im Sinne des § 100 Abs. 5 AktG. Der Prüfungsausschuss überwacht den Rechnungslegungsprozess, erörtert und prüft den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss sowie die Halbjahres- und Quartalsfinanzberichte. Auf der Grundlage des Berichts des Abschlussprüfers macht der Ausschuss Vorschläge zur Billigung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat. Der Prüfungsausschuss erteilt den Prüfungsauftrag für den Jahres- und Konzernabschluss sowie für die prüferische Durchsicht der Zwischenfinanzberichte an den von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer, legt gemeinsam mit dem Abschlussprüfer die Prüfungsschwerpunkte fest und ist für die Festsetzung der Vergütung des Abschlussprüfers zuständig. Darüber hinaus befasst sich der Prüfungsausschuss unter anderem mit der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems. Dazu kann er sich direkt an alle Mitarbeiter des Unternehmens wenden und auch externe Hilfe in Anspruch nehmen. Die interne Revision berichtet jährlich an den Prüfungsausschuss, der einen Prüfungsplan und Prüfungsschwerpunkte festlegen kann. Der Prüfungsausschuss ist ferner zuständig für die Erörterung von Compliance-Fragen. Der Vorstand beziehungsweise der Corporate Compliance Officer erstatten dem Prüfungsausschuss regelmäßig Bericht über Struktur und Arbeit der Compliance-Organisation und informieren über auftretende Compliance-Fälle. Der Vermittlungsausschuss, dem der Vorsitzende des Aufsichtsrats, sein Stellvertreter und je ein Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer angehören, unterbreitet dem Aufsichtsrat konkrete Vorschläge für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, wenn im ersten Wahlgang die für eine Bestellung erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder nicht erreicht wird. Der Strategie- und Technologieausschuss, dem je drei Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer angehören, beschäftigt sich mit der Geschäftsstrategie und wichtigen Technologiefragen. Der Nominierungsausschuss, dem der Vorsitzende des Aufsichtsrats und zwei weitere Vertreter der Anteilseigner angehören, schlägt dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vor. Alle Ausschüsse berichten dem Aufsichtsrat regelmäßig umfassend über ihre Arbeit. Weitere Angaben zur Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie zu ihrer personellen Zusammensetzung finden sich im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 42 sowie im Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung. Vermeidung von Interessenkonflikten Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats legen etwaige Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat unverzüglich offen. Im Geschäftsjahr 2012 sind bei Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats keine Interessenkonflikte aufgetreten. Wesentliche Geschäfte zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands oder ihnen nahestehenden Personen bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dies gilt auch für Berater- und sonstige Dienstleistungs- oder Werkverträge eines Aufsichtsratsmitglieds mit der Gesellschaft. Im November 2010 hat der Aufsichtsrat vorsorglich einem mehrjährigen Vertrag zwischen der Gesellschaft und der TU München (Lehrstuhl für Technische Elektronik von Frau Prof. Dr. Schmitt-Landsiedel) über die Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zum Thema "Sensing für Automotive" zugestimmt. Anteilsbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat Der Anteilsbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an der Infineon Technologies AG betrug zum 30. September 2012 weniger als 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Informationen über die Zusammensetzung des Vorstands, des Aufsichtsrats sowie der Ausschüsse des Aufsichtsrats finden sich im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 42. VERGÜTUNGSBERICHT Der Vergütungsbericht ist integrierter Bestandteil des Lageberichts und erläutert entsprechend den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012 (DCGK) die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG sowie die Vergütung der einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Die transparente und verständliche Berichterstattung hierüber stellt für Infineon ein wesentliches Element guter Corporate Governance dar. VERGÜTUNG DES VORSTANDS Vergütungssystem Das Vergütungssystem für den Vorstand und die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsratsplenum auf Vorschlag des Präsidialausschusses festgelegt und regelmäßig überprüft. Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands soll sich an der üblichen Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen im In- und Ausland sowie an der wirtschaftlichen Lage und den Zukunftsaussichten des Unternehmens orientieren. Zusätzlich sollen die Aufgaben und Leistungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds und das Gehaltsgefüge innerhalb des Unternehmens berücksichtigt werden. Die Vergütungsstruktur ist auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten. Die Vergütung soll schließlich so bemessen sein, dass sie im nationalen und internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit Anreize für eine engagierte und erfolgreiche Arbeit in einem dynamischen Umfeld bietet. Im Geschäftsjahr 2012 wurde das Vergütungssystem im Auftrag des Aufsichtsrats durch einen unabhängigen externen Vergütungsexperten überprüft. Dabei handelte es sich um die erste Überprüfung des zum 1. Oktober 2010 eingeführten Vergütungssystems. In einem umfangreichen Gutachten hat der Vergütungsexperte die weiterhin uneingeschränkte Übereinstimmung des Vergütungssystems mit den gesetzlichen Anforderungen und den Empfehlungen des DCGK festgestellt (zu Einzelheiten siehe "Überprüfung der Vorstandsvergütung; ab dem Geschäftsjahr 2013 wirksame Veränderungen des Vorstandsvergütungssystems und der individuellen Vorstandsverträge"). Bestandteile des Vergütungssystems für den Vorstand Die Vorstandsmitglieder erhalten als Vergütung für ihre Tätigkeit ein Jahreseinkommen, das sich - basierend auf einer 100-prozentigen Zielerreichung - zu circa 45 Prozent aus einer fixen Vergütung und zu circa 55 Prozent aus variablen Vergütungsbestandteilen zusammensetzt: ― Fixe Vergütung. Die fixe Vergütung besteht aus einem fest vereinbarten, erfolgsunabhängigen Jahresgrundgehalt, das in zwölf gleichen monatlichen Raten gezahlt wird. ― Variable, das heißt erfolgsbezogene Vergütung. Die variable Vergütung ist aufgeteilt in drei Komponenten und besteht aus einem Jahresbonus (Short Term Incentive), einem Mehrjahres-Bonus (Mid Term Incentive) sowie einer langfristigen variablen Vergütung (Long Term Incentive). Der Short Term Incentive (STI) soll im Einklang mit der kurzfristigen Unternehmensentwicklung die Leistung im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr belohnen. Der STI entspricht (bei einer angenommenen Zielerreichung von 100 Prozent) circa 20 Prozent des Jahreseinkommens. Er wird vom Aufsichtsrat in einem zweistufigen Verfahren festgelegt: (i) Zunächst werden zu Beginn eines jeden Geschäftsjahrs einheitlich für alle Vorstände zwei, für die Bemessung des STI gleichwertige Zielfunktionen hinsichtlich der für die Gesellschaft maßgeblichen Erfolgsgrößen Free-Cash-Flow und Return on Capital Employed (RoCE) definiert. Im Sinne einer einheitlichen Unternehmenssteuerung sind die gleichen Erfolgsgrößen auch für die variablen Vergütungsbestandteile (Bonuszahlungen) der Mitarbeiter des Unternehmens maßgeblich; sie werden im Abschnitt "Unternehmensinternes Steuerungssystem" näher beschrieben. (ii) Nach Ablauf des Geschäftsjahrs wird in Abhängigkeit von der tatsächlichen Zielerreichung für Free-Cash-Flow und RoCE vom Aufsichtsrat der konkrete STI-Betrag festgestellt. Ein STI wird nur gezahlt, wenn bei beiden Erfolgsgrößen (Free-Cash-Flow, RoCE) ein Schwellenwert von jeweils mindestens 50 Prozent der vereinbarten Zielfunktion erreicht wird. Wird auch nur eines der beiden Mindestziele verfehlt, entfällt eine STI-Zahlung für das betreffende Geschäftsjahr. Bei Überschreiten des Schwellenwerts wird für beide Ziele die konkrete Zielerreichung separat ermittelt und daraus das arithmetische Mittel der beiden Zielerreichungsgrade gebildet. Hieraus ergibt sich der konkrete STI-Auszahlungsbetrag. Dabei gilt jedoch eine Begrenzung (Cap) von 250 Prozent, das heißt es wird maximal das Zweieinhalbfache des Ziel-STI (= 100 Prozent) ausgezahlt. Der Aufsichtsrat kann den jeweiligen Auszahlungsbetrag abhängig von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen nach seinem billigen Ermessen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren, wobei das Limit für eine Anpassung nach unten bei dem sich aus einer 50-prozentigen Zielerreichung ergebenden Auszahlungsbetrag, für eine Anpassung nach oben beim Cap liegt. Beginnt oder endet das Amt als Vorstand während des Geschäftsjahrs, wird der STI-Anspruch auf Monatsbasis zeitanteilig gequotelt (1/12 für jeden angefangenen Monat). Der Anspruch auf einen STI-Bonus für das Geschäftsjahr des Ausscheidens entfällt bei Amtsniederlegung oder Eigenkündigung sowie dann, wenn dem Vorstandsmitglied aus wichtigem Grund gekündigt wird. Der Mid Term Incentive (MTI) soll im Einklang mit der mittelfristigen Unternehmensentwicklung eine nachhaltige Leistung des Vorstands belohnen. Der MTI stellt zusammen mit dem Long Term Incentive sicher, dass die Vergütungsstruktur für den Vorstand - wie das Aktiengesetz dies fordert - auf eine "nachhaltige Unternehmensentwicklung" ausgerichtet ist. Der MTI entspricht circa 20 Prozent des Zieljahreseinkommens. Mit dem Beginn jedes Geschäftsjahrs beginnt eine neue MTI-Tranche zu laufen. Jede Tranche hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird am Ende der Laufzeit in bar ausgezahlt. Die Höhe der Auszahlung hängt von den während des Dreijahreszeitraums jeweils erzielten Ergebnissen für RoCE und Free-Cash-Flow ab. Dabei entsprechen die Zielwerte für RoCE und Free-Cash-Flow für die einzelnen Jahre einer MTI-Tranche den jährlich vorab festgelegten STI-Zielen. Pro Jahr des jeweiligen Dreijahreszeitraums müssen für das RoCE- und das Free-Cash-Flow-Ziel jeweils mindestens 50 Prozent der vereinbarten Zielfunktion erreicht werden, andernfalls liegt die für den MTI maßgebliche Zielerreichung für beide Zielgrößen für das betreffende Jahr bei null. Bei Überschreiten dieses Schwellenwerts gilt für den MTI des betreffenden Jahres der für den STI ermittelte Zielerreichungsgrad. Für die Berechnung des nach Ablauf des Dreijahreszeitraums zu zahlenden MTI ist der arithmetische Durchschnitt der drei jährlichen Zielerreichungsgrade zu bilden. Dabei kommt es - anders als beim STI - auch dann zu einer Auszahlung des MTI, wenn der durchschnittliche Zielerreichungsgrad für den Dreijahreszeitraum unter dem Schwellenwert von 50 Prozent liegt. Der Aufsichtsrat kann den MTI-Auszahlungsbetrag nach seinem billigen Ermessen, abhängig von der Leistung des gesamten Vorstands, der Lage des Unternehmens und eventuellen besonderen Entwicklungen, um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren. Als Orientierungspunkt für eine solche Ermessensausübung zieht der Aufsichtsrat unter anderem heran, inwieweit die vom Aufsichtsrat jährlich - ausschließlich für diesen Zweck -festgelegten Dreijahresziele für Umsatzwachstum und Segmentergebnis erreicht wurden. Anders als für den STI gilt für die Ermessensanpassung durch den Aufsichtsrat keine Untergrenze. Obergrenze für den MTI (mit oder ohne Anpassung durch den Aufsichtsrat) bildet jedoch ein Cap von 200 Prozent, das heißt, es wird maximal das Doppelte des Ziel-MTI pro MTI-Tranche ausgezahlt. Im Fall des unterjährigen Amtsantritts wird die MTI-Tranche zeitanteilig gequotelt (1/36 für jeden angefangenen Monat einer vollständigen MTI-Tranche). Für den Fall des Ausscheidens ist sichergestellt, dass das Vorstandsmitglied höchstens die seiner Amtszeit entsprechende Anzahl an MTI-Tranchen verdienen kann. Auch bereits begonnene MTI-Tranchen verfallen ersatzlos, wenn Vorstandsmandat oder Dienstverhältnis außerplanmäßig beendet werden, etwa im Fall einer Abberufung vom Amt oder einer Kündigung aus wichtigem Grund. Für das Geschäftsjahr 2012 gilt für die bereits vor der Einführung des neuen Vergütungssystems zum 1. Oktober 2010 amtierenden Vorstandsmitglieder Peter Bauer und Dr. Reinhard Ploss als Ausgleich für das Fehlen einer fällig werdenden MTI-Tranche letztmals eine (in ähnlicher Form erstmals für das Geschäftsjahr 2011 zur Anwendung gekommene) Übergangsregelung, die eine sogenannte Ausgleichszahlung vorsieht. Dieser "Quasi-MTI" wird auf Basis der RoCE- und Free-Cash-Flow-Zielerreichung für die Geschäftsjahre 2011 und 2012 ermittelt. Dabei wird für die Berechnung der Durchschnitt der Zielerreichungsgrade der beiden Geschäftsjahre 2011 und 2012 (ohne etwaige Ermessensanpassungen durch den Aufsichtsrat), mindestens jedoch ein Wert von jeweils 50 Prozent zugrunde gelegt. Aus der so ermittelten prozentualen Zielerreichung errechnen sich anschließend die Herrn Bauer und Herrn Dr. Ploss jeweils zustehenden Ausgleichszahlungen. Der Long Term Incentive (LTI) soll eine langfristige und - wie der MTI - nachhaltige Leistung der Vorstandsmitglieder belohnen und einen Gleichlauf mit dem Interesse der Aktionäre an einer positiven Entwicklung des Aktienkurses sicherstellen. Der LTI entspricht (bei einer angenommenen Zielerreichung von 100 Prozent) circa 15 Prozent des Zieljahreseinkommens eines jeden Vorstandsmitglieds. Solange die Gesellschaft einen Aktienoptionsplan unterhält, in dessen Rahmen ausreichende Möglichkeiten zur Setzung eines langfristigen Leistungsanreizes mittels Aktienoptionen bestehen, soll der Aufsichtsrat den Vorstandsmitgliedern als LTI jährlich eine Tranche von Aktienoptionen zuteilen, die dem auf den LTI entfallenden Anteil am Zieljahreseinkommen entspricht. Die gewährten Aktienoptionen unterliegen grundsätzlich den auch für die Mitarbeiter geltenden Planbedingungen. Gemäß den Vorgaben der Hauptversammlung gelten für sie eine vierjährige Warte- und eine dreijährige Ausübungsfrist sowie ein relatives Erfolgsziel (bessere Entwicklung als der Halbleiter-Vergleichsindex SOX während eines bestimmten Zeitfensters) und ein absolutes Erfolgsziel (Kurssteigerung der Infineon-Aktie um mindestens 20 Prozent). Beläuft sich der Gewinn aus ausgeübten Aktienoptionen auf mehr als 250 Prozent des auf den LTI des betreffenden Jahres entfallenden Jahreseinkommens (Cap), so verfallen die Optionen in Höhe des übersteigenden Teiles. Maßgeblich für die Berechnung der zuzuteilenden Anzahl an Aktienoptionen ist deren Fair Market Value. Dabei wird auf den Fair Market Value der Aktienoptionen ohne Berücksichtigung des für diese Optionen geltenden Cap abgestellt. Dieser Wert entspricht dem Fair Market Value der übrigen im Rahmen des Infineon-Aktienoptionsplans von der Gesellschaft an die Mitarbeiter gewährten (= ungecappten) Optionen. Im Ergebnis führt dieser für die Ermittlung der Anzahl der Aktienoptionen zugrunde gelegte höhere Fair Market Value (weil das Cap als wertmindernder Faktor nicht berücksichtigt wird) zur Ausgabe einer vergleichsweise geringeren Anzahl von Aktienoptionen an die Mitglieder des Vorstands. Ist die Bereitstellung eines LTI in ausreichender Höhe auf der Basis der bestehenden Aktienoptionspläne nicht möglich, ist der Aufsichtsrat verpflichtet, geeignete andere LTI-Instrumente mit einem entsprechenden Wert festzusetzen. Für die Geschäftsjahre nach 2013 hat der Aufsichtsrat ein neues LTI-Konzept verabschiedet. Es ist vorgesehen, die Hauptversammlung 2013 hierüber im Rahmen der Billigung des neuen Vorstandsvergütungssystems Beschluss fassen zu lassen (Einzelheiten hierzu "Überprüfung der Vorstandsvergütung; ab dem Geschäftsjahr 2013 wirksame Veränderungen des Vorstandsvergütungssystems und der individuellen Vorstandsverträge"). Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat, wie schon bisher, die Möglichkeit, bei besonderen Leistungen des Vorstands einen Zusatzbonus zu gewähren. VORSTANDSVERGÜTUNG IM GESCHÄFTSJAHR 2012 Gesamtbarvergütung Die im Geschäftsjahr 2012 aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten für ihre Tätigkeit eine fixe, erfolgsunabhängige Vergütung (Jahresgrundgehalt zuzüglich Sachbezugswerte) in Höhe von insgesamt €3.105.029 (die im Vorjahr aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten im Geschäftsjahr 2011 €2.800.527). Die Vorstandsmitglieder erhalten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2012 außerdem eine variable, erfolgsabhängige Barvergütung in Höhe von insgesamt €2.584.860 (Vorjahr: €4.012.643). Diese setzt sich zusammen aus dem Short Term Incentive (STI) in Höhe von insgesamt €1.366.560 (Vorjahr: €2.382.586) und der sogenannten "Ausgleichszahlung" an die Herren Bauer und Dr. Ploss als Ersatz für ein noch nicht fälliges Mid Term Incentive (MTI) in Höhe von insgesamt €1.218.300 (Vorjahr: €1.630.057). Der STI basiert auf einer Zielerreichung von 105,5 Prozent für das RoCE- und von 102,5 Prozent für das Free-Cash-Flow-Ziel. Der MTI (in Form der sogenannten Ausgleichszahlung) berechnet sich aus einer Zielerreichung für das RoCE-Ziel von durchschnittlich 177,8 Prozent (250,0 Prozent für das Geschäftsjahr 2011, 105,5 Prozent für das Geschäftsjahr 2012) und für das Free-Cash-Flow-Ziel von durchschnittlich 136,6 Prozent (170,7 Prozent für das Geschäftsjahr 2011, 102,5 Prozent für das Geschäftsjahr 2012); bei gleicher Wertigkeit beider Ziele errechnet sich daraus für den MTI (Ausgleichszahlung) ein arithmetischer (Durchschnitts-) Zielerreichungsgrad für das Geschäftsjahr 2012 von 157,2 Prozent. Ein Zusatzbonus wurde vom Aufsichtsrat nicht gewährt. Die Gesamtbarvergütung im Geschäftsjahr 2012 beträgt damit €5.689.889 (Vorjahr: €6.813.170). Aktienbasierte Vergütung Nach dem bestehenden Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2010 ("Aktienoptionsplan 2010") entspricht der für den Erwerb einer neuen Aktie aufzuwendende Ausübungspreis 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienkurses während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option. Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn der Infineon-Aktienkurs den Ausübungspreis während der Laufzeit der Option erreicht oder übertrifft (absolutes Erfolgsziel). Außerdem muss sich der Kurs besser entwickeln als der "Philadelphia Semiconductor Index" (SOX) (relatives Erfolgsziel). Hierzu werden zunächst als jeweilige Referenzwerte (100 Prozent) die arithmetischen Durchschnitte der Infineon-Aktienkurse und der Tagesendstände des SOX während eines Dreimonatszeitraums nach Ausgabe der Optionen gebildet. Während eines Zeitraums, der ein Jahr nach Ausgabe der Optionen beginnt und bis zum Ende ihrer Laufzeit dauert, muss der Infineon-Aktienkurs den SOX (Tagesendstand), gemessen an den jeweiligen Referenzwerten, mindestens einmal an mindestens zehn aufeinander folgenden Handelstagen übertreffen. Weitere Einzelheiten des Aktienoptionsplans 2010 sind im Anhang zum Konzernabschluss Nr. 32 aufgeführt. Auf der Grundlage des Aktienoptionsplans 2010 haben im (und für das) Geschäftsjahr 2012 Herr Bauer als Vorsitzender des Vorstands 209.714, Herr Asam 220.000 und Herr Dr. Ploss 125.714 Aktienoptionen erhalten. 94.286 der Herrn Asam im Geschäftsjahr 2012 gewährten Aktienoptionen betreffen den zeitanteilig für das Geschäftsjahr 2011 gewährten LTI. Für die Aktienoptionen gilt ein Ausübungs-Cap von 250 Prozent ihres Fair Market Value zum Gewährungszeitpunkt. Bei der Berechnung des Cap wird der Fair Market Value einer Option ohne wertmindernde Begrenzung zugrunde gelegt (€1,75; Vorjahr: €2,46). Im Geschäftsjahr 2012 wurden keine Aktienoptionen ausgeübt oder verwirkt. Es sind 95.000 (Vorjahr 100.000) Aktienoptionen von Herrn Bauer verfallen. Im Vorjahr wurden an die Mitglieder des Vorstands 200.000 (Herr Bauer) beziehungsweise 120.000 Optionen (Herr Dr. Ploss) ausgegeben; außerdem hat das damals noch aktive Vorstandsmitglied Prof. Dr. Eul 120.000 Optionen erhalten. Die gewährten Aktienoptionen laufen beim Ausscheiden aus dem Amt grundsätzlich weiter; sie verfallen jedoch ersatzlos, wenn Vorstandsmandat oder Dienstverhältnis außerplanmäßig beendet werden, etwa im Fall einer Abberufung vom Amt oder einer Kündigung aus wichtigem Grund. Herr Mittal ist mit Wirkung zum 1. Januar 2012 zum Mitglied des Vorstands bestellt worden. Somit konnte er bei der jährlichen Zuteilung der Aktienoptionen im Dezember 2011 noch nicht berücksichtigt werden; er wird daher bei der nächsten Ausgabe von Aktienoptionen, voraussichtlich im Dezember 2012, zusätzlich zu den Aktienoptionen für das Geschäftsjahr 2013 Optionen auch für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2012 (zeitanteilig ab 1. Januar 2012) erhalten. Die im Geschäftsjahr 2012 aktiven Mitglieder des Vorstands haben während ihrer Zugehörigkeit zum Vorstand folgende Aktienoptionen erhalten: scroll Zu Beginn des Geschäftsjahrs ausstehende Optionen Im Geschäftsjahr gewährte Optionen Am Ende des Geschäftsjahrs ausstehende Optionen Vorstandsmitglied Geschäftsjahr Anzahl Durchschnitt der Ausübungspreise1 in € Anzahl Durchschnitt der Ausübungspreise1 in € Anzahl Peter Bauer 2012 475.000 9,65 209.714 7,03 589.714 (Vorsitzender des Vorstands) 2011 375.000 10,93 200.000 8,62 475.000 Dominik Asam 2012 - - 220.000 7,03 220.000 (seit 01.01.2011) 2011 - - - - - Prof. Dr. Hermann Eul 2012 - - - - - (bis 31.01.2011) 2011 180.000 11,03 120.000 8,62 300.000 Arunjai Mittal 2012 - - - - - (seit 01.01.2012) 2011 - - - - - Dr. Reinhard Ploss 2012 120.000 8,62 125.714 7,03 245.714 2011 - - 120.000 8,62 120.000 Gesamt 2012 595.000 555.428 1.055.428 2011 555.000 440.000 895.000 scroll Am Ende des Geschäftsjahrs ausstehende Optionen Am Ende des Geschäftsjahrs ausübbare Optionen Vorstandsmitglied Geschäftsjahr Durchschnitt der Ausübungspreise1 in € Bandbreite der Ausübungspreise in € Durchschnitt der Restlaufzeit1 in Jahren Anzahl Durchschnitt der Ausübungspreise1 in € Peter Bauer 2012 8,79 7,03-13,30 4,06 180.000 11,03 (Vorsitzender des Vorstands) 2011 9,65 8,20-13,30 3,14 275.000 10,93 Dominik Asam 2012 7,03 7,03 6,21 - - (seit 01.01.2011) 2011 - - - - Prof. Dr. Hermann Eul 2012 - - - - - (bis 31.01.2011) 2011 10,07 8,20-13,30 3,26 180.000 11,03 Arunjai Mittal 2012 - - - - - (seit 01.01.2012) 2011 - - - - - Dr. Reinhard Ploss 2012 7,81 7,03-8,62 5,72 - - 2011 8,62 8,62 6,22 - - Gesamt 2012 180.000 2011 455.000 scroll Gesamtaufwand für aktienbasierte Vergütung2 Vorstandsmitglied Geschäftsjahr in € Peter Bauer 2012 375.803 (Vorsitzender des Vorstands) 2011 37.030 Dominik Asam 2012 27.614 (seit 01.01.2011) 2011 - Prof. Dr. Hermann Eul 2012 - (bis 31.01.2011) 2011 144.653 Arunjai Mittal 2012 - (seit 01.01.2012) 2011 - Dr. Reinhard Ploss 2012 43.944 2011 22.218 Gesamt 2012 447.361 2011 203.901 1 Gewichteter Durchschnitt 2 Bedingt durch das Ausscheiden von Herrn Bauer zum 30. September 2012 sind im Geschäftsjahr 2012 die gesamten, mit seiner aktienbasierten Vergütung in Zusammenhang stehenden Aufwendungen zu erfassen. Sonstige Zusagen Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2009 mit jedem der damals amtierenden Vorstandsmitglieder eine Erstattungsvereinbarung abgeschlossen. Die Vereinbarungen sehen vor, dass die Gesellschaft, soweit rechtlich zulässig, alle Kosten und Auslagen erstattet, die von dem jeweiligen Vorstandsmitglied im Zusammenhang mit gerichtlichen, behördlichen, regulatorischen oder parlamentarischen Verfahren und Untersuchungen sowie Schiedsverfahren aufgewendet werden, an denen das Vorstandsmitglied aufgrund seiner Vorstandstätigkeit für die Gesellschaft beteiligt ist. Eine Kostenerstattung ist aber insbesondere ausgeschlossen, soweit das Verfahren eine Handlung oder Unterlassung des Erstattungsberechtigten zum Gegenstand hat, mit welcher dieser seine Sorgfaltspflichten als Vorstandsmitglied im Sinne von § 93 Abs. 2 AktG schuldhaft verletzt hat. Im Geschäftsjahr 2012 sind von der Gesellschaft unter der Erstattungsvereinbarung keine Leistungen erbracht worden. Gesamtvergütung Die an die aktiven Mitglieder des Vorstands für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2012 gewährte Gesamtvergütung in Höhe von insgesamt €7.065.167 (Vorjahr: €8.248.662) ergibt sich aus der folgenden Übersicht (brutto, ohne gesetzliche Abzüge). Dabei entspricht der Long Term Incentive der oben beschriebenen "aktienbasierten Vergütung". Zusätzlich fließen in die Gesamtvergütung die Rückstellungen für die noch nicht fälligen MTI-Tranchen 2011-2013 (zweite Jahresscheibe) und 2012-2014 (erste Jahresscheibe) ein; die Zuführung errechnet sich nach Maßgabe der Zielerreichung für RoCE und Free-Cash-Flow im jeweiligen Geschäftsjahr: scroll in € Erfolgsunabhängige Vergütung Variable Vergütung Vorstandsmitglied Geschäftsjahr Jahresgrundgehalt Sonstiges1 Short Term Incentive Mid Term Incentive Ausgleichszahlung2 Rückstellungen für die Tranche 2011-2013 Peter Bauer 2012 1.100.000 50.971 485.680 734.124 161.893 (Vorsitzender des Vorstands) 2011 1.100.000 41.288 982.241 982.241 327.414 Dominik Asam 2012 685.000 34.691 320.320 - 106.773 (seit 01.01.2011) 2011 513.750 143.402 485.862 - 161.954 Prof. Dr. Hermann Eul 2012 - - - - - (bis 31.01.2011) 2011 300.000 6.073 266.667 - - Arunjai Mittal 2012 513.750 14.152 240.240 - - (seit 01.01.2012) 2011 - - - - - Dr. Reinhard Ploss 2012 685.000 21.465 320.320 484.176 106.773 2011 685.000 11.014 647.816 647.816 215.939 Gesamt 2012 2.983.750 121.279 1.366.560 1.218.300 375.439 2011 2.598.750 201.777 2.382.586 1.630.057 705.307 scroll in € Variable Vergütung Gesamtvergütung Vorstandsmitglied Geschäftsjahr Mid Term Incentive Long Term Incentive3 Rückstellungen für die Tranche 2012-2014 Peter Bauer 2012 161.893 205.520 2.900.081 (Vorsitzender des Vorstands) 2011 - 288.000 3.721.184 Dominik Asam 2012 106.773 123.200 1.376.757 (seit 01.01.2011) 2011 - 96.585 1.401.553 Prof. Dr. Hermann Eul 2012 - - - (bis 31.01.2011) 2011 - 172.800 745.540 Arunjai Mittal 2012 80.080 92.400 940.622 (seit 01.01.2012) 2011 - - - Dr. Reinhard Ploss 2012 106.773 123.200 1.847.707 2011 - 172.800 2.380.385 Gesamt 2012 455.519 544.320 7.065.167 2011 - 730.185 8.248.662 1 In der Spalte "Sonstiges" aufgeführte Vergütungsbestandteile umfassen insbesondere geldwerte Vorteile aus der Bereitstellung von Dienstwagen, zugunsten der Vorstandsmitglieder für den Todesfall und den Fall der Invalidität gezahlte Versicherungsentgelte sowie Erfindervergütung. Für Herrn Asam sind im Geschäftsjahr 2011 zusätzlich der Ersatz von Umzugskosten sowie Kosten der doppelten Haushaltsführung enthalten. 2 Der MTI wurde erst mit dem neuen Vorstandsvergütungssystem zum 01. Oktober 2010 eingeführt. In den Geschäftsjahren 2011 und 2012 erhalten die Herren Bauer und Dr. Ploss eine Ausgleichszahlung für das Fehlen einer auslaufenden MTI-Tranche. 3 Die Werte für die im Geschäftsjahr 2012 aktiven Vorstandsmitglieder Bauer, Asam und Dr. Ploss basieren auf einem Fair Market Value je Option in Höhe von €0,98 (Vorjahr: €1,44), der unter Berücksichtigung des wertmindernden Caps mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells ermittelt wurde. Herr Mittal hat für das Geschäftsjahr 2012 Anspruch auf einen zeitanteiligen LTI. Die Ausgabe der Aktienoptionen erfolgt voraussichtlich im Dezember 2012. Die Anzahl der gewährten Aktienoptionen hängt von deren Fair Market Value ohne Berücksichtigung des für diese Optionen geltenden Cap ab und kann erst am Ausgabetag ermittelt werden. Für die Ermittlung des Wertes der LTI-Komponente wurde mangels eines aktuellen Wertes der Wert der im Dezember 2011 an die anderen Vorstandsmitglieder ausgegebenen Optionen in Höhe von €0,98 zugrunde gelegt. Die Mitglieder des Vorstands erhielten weder im Geschäftsjahr 2012 noch im Geschäftsjahr 2011 vom Unternehmen Kredite. Die Mitglieder des Vorstands haben weder im Geschäftsjahr 2012 noch im Geschäftsjahr 2011 Leistungen von Dritten erhalten, die im Hinblick auf die Tätigkeit als Vorstand zugesagt oder gewährt worden sind. ZUSAGEN AN DEN VORSTAND FÜR DEN FALL EINER BEENDIGUNG DER TÄTIGKEIT Versorgungszusagen und Ruhegehälter im Geschäftsjahr 2012 Den bereits vor der Verabschiedung des neuen Vorstandsvergütungssystems im Jahr 2010 aktiven Mitgliedern des Vorstands ist vertraglich ein Festbetrag zur Altersversorgung zugesagt worden. Von den im Geschäftsjahr 2012 aktiven Vorstandsmitgliedern hat Herr Bauer danach zum Ende des Geschäftsjahrs 2012 Anspruch auf ein jährliches Ruhegehalt in Höhe von €450.000; Herr Dr. Ploss hat die Zusage auf ein jährliches Ruhegehalt in Höhe von €190.000, das sich - bis zum Erreichen eines Maximalbetrags von €210.000 - für jedes volle Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Vorstand jährlich um €5.000 erhöht. Diese Ansprüche sind bereits vertraglich sowie auch im Rahmen der gesetzlichen Regelungen unverfallbar geworden und durch eine von der Gesellschaft über ein Contractual Trust Arrangement (CTA) finanzierte, an die Vorstandsmitglieder verpfändete Rückdeckungsversicherung abgesichert. Ab dem Zeitpunkt des Rentenzahlungsbeginns sind diese Ruhegehaltsansprüche alle drei Jahre zu überprüfen und proportional in dem Maße zu erhöhen, wie der vom Statistischen Bundesamt festgestellte Verbraucherpreisindex prozentual gestiegen ist. Endet ein Vorstandsmandat, beginnt der Ruhegehaltsanspruch im Regelfall frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahrs. Das Ruhegehalt kann bei einem Ausscheiden aus medizinischen Gründen - zu dem die von Herrn Bauer auf eigenen Wunsch erfolgte Amtsniederlegung nicht gehört - auch früher gezahlt werden. Infolge der Verabschiedung des neuen Vergütungssystems im Jahr 2010 haben Herr Asam und Herr Mittal anstelle einer - teils dienstzeitabhängigen - Festrentenzusage eine beitragsorientierte Ruhegehaltszusage erhalten, die sich im Wesentlichen nach dem für die Infineon-Mitarbeiter geltenden Infineon-Pensionsplan richtet: Demgemäß hat die Gesellschaft für die Herren Asam und Mittal ein persönliches Versorgungskonto eingerichtet (Basiskonto) und stellt jährliche Versorgungsbeiträge zur Gutschrift auf dem Basiskonto bereit. Die Gesellschaft verzinst den erreichten Stand des Basiskontos jährlich bis zum Eintritt des Versorgungsfalls; zusätzlich kann sie Überschussgutschriften erteilen. Der im Versorgungsfall (Alter, Invalidität, Tod) erreichte Stand des Basiskontos - bei Invalidität oder Tod ergänzt um den Anhebungsbetrag - ist das Versorgungsguthaben, das in zwölf Jahresraten, auf Antrag des Vorstandsmitglieds auch in acht Jahresraten, als Einmalkapital oder lebenslange Rente an das Vorstandsmitglied beziehungsweise dessen Hinterbliebene ausgezahlt wird. Auch die vertraglich oder gesetzlich unverfallbaren Ansprüche von Herrn Asam und Herrn Mittal werden mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2012 durch eine von der Gesellschaft über ein CTA finanzierte, an die Vorstandsmitglieder verpfändete Rückdeckungsversicherung abgesichert. Unterschiede zwischen den Versorgungsregelungen von Herrn Asam und Herrn Mittal bestehen beim Initialbaustein, bei der jährlichen Dotierung des Versorgungskontos und bei der Unverfallbarkeit: Zusätzlich zu einem einmaligen und vertraglich unverfallbaren Initialbaustein im Wert von €540.000 als Ausgleich für den Verzicht von unverfallbaren Altersversorgungsansprüchen im Zusammenhang mit der vorzeitigen Vertragsauflösung beim Vorarbeitgeber stellt die Gesellschaft für Herrn Asam jährlich für jedes volle Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Vorstand einen im Ermessen des Aufsichtsrats stehenden Versorgungsbeitrag von 25 bis 40 Prozent des jeweils vereinbarten Jahresgrundgehalts, also der fixen Vergütung, bereit. Für das Geschäftsjahr 2012 wurde der Versorgungsbeitrag für Herrn Asam wie im Vorjahr auf 30 Prozent seines Jahresgrundgehalts festgelegt. Dies entspricht €205.500. Die Versorgungsansprüche aus dem für Herrn Asam bereitgestellten Versorgungsbeitrag werden nach Ablauf von drei Jahren nach Amtsantritt unverfallbar, es sei denn (i) das Vorstandsamt von Herrn Asam endet bereits vor Ablauf der Dreijahresfrist oder (ii) der Aufsichtsrat lehnt die Wiederbestellung von Herrn Asam über die Dreijahresfrist hinaus aus einem wichtigen Grund im Sinne des § 84 Abs. 3 AktG ab. Herr Mittal hat aus seiner früheren Beschäftigung für die Gesellschaft einen bereits seit September 2006 gesetzlich unverfallbaren Versorgungsanspruch. In seinem Vorstands-Anstellungsvertrag ist daher klargestellt, dass die danach erfolgenden Bereitstellungen zur Altersversorgung von Herrn Mittal diesen unverfallbaren Versorgungsanspruch fortführen, das heißt ihrerseits keiner eigenen Unverfallbarkeitsregelung unterliegen. Die Gesellschaft stellt für Herrn Mittal für jedes volle Geschäftsjahr, in dem ein Dienstverhältnis als Vorstandsmitglied zur Gesellschaft besteht, einen fixen Versorgungsbeitrag von 30 Prozent des jeweils vereinbarten Jahresgrundgehalts bereit; einer erneuten Entscheidung des Aufsichtsrats über die Höhe der Zuführung bedarf es nicht. Für das Geschäftsjahr 2012 beträgt der Versorgungsbeitrag - wegen der unterjährigen Bestellung von Herrn Mittal in den Vorstand - anteilig - €154.125. Die für die Herren Asam und Mittal jeweils angesparten Versorgungsguthaben werden - entsprechend der Regelung für die Infineon-Mitarbeiter - nach Vollendung des 67. Lebensjahrs ausgezahlt, sofern das Dienstverhältnis dann bereits beendet ist. Auf Antrag kann auch eine vorzeitige Auszahlung erfolgen, wenn das Dienstverhältnis nach Vollendung des 60. Lebensjahrs endet. Für die Versorgungszusagen der im Geschäftsjahr 2012 aktiven Mitglieder des Vorstands wurden nach IFRS insgesamt €247.956 (Vorjahr: €3.947.714) den Pensionsrückstellungen erfolgswirksam zugeführt (ohne Zinsaufwand). Der starke Rückgang dieses Betrags gegenüber dem Vorjahr beruht im Wesentlichen auf der bereits im Geschäftsjahr 2011 vollzogenen Neugestaltung der betrieblichen Altersversorgung von Herrn Bauer sowie der Ersteinrichtung des Versorgungskontos von Herrn Asam. Die dadurch - und durch den Wechsel von Herrn Prof. Eul zu Intel - ausgelösten Kosten sind sämtlich bereits im Geschäftsjahr 2011 angefallen. Im Geschäftsjahr 2012 sind für die Altersversorgung von Herrn Bauer dagegen keine Kosten mehr entstanden. Die Zuführung zu den Pensionsrückstellungen im Geschäftsjahr 2012 betrifft daher allein die Herren Asam, Mittal und Dr. Ploss. Die folgende Übersicht zeigt den jährlichen Ruhegehaltsanspruch der im Geschäftsjahr 2012 aktiven Vorstandsmitglieder bei Eintritt in den Ruhestand auf Basis der bisher erworbenen Ansprüche: scroll in € Vorstandsmitglied Geschäftsjahr Ruhegehalts- ansprüche (Jahresbezug) bei Eintritt des Pensionsfalls Für das jeweilige Geschäftsjahr festgelegte Versorgungsbeiträge Barwert des Ruhegehalts- beziehungsweise Versorgungsanspruchs Erfolgswirksame Zuführung zu den Pensionsrückstellungen (ohne Zinsaufwand) Peter Bauer 2012 450.000 - 7.984.810 - (Vorsitzender des Vorstands) 2011 450.000 - 5.560.565 1.959.991 Dominik Asam1 2012 - 205.500 979.836 111.491 (seit 01.01.2011) 2011 - 154.125 358.658 313.335 Prof. Dr. Hermann Eul 2012 - - - - (bis 31.01.2011) 2011 220.000 - 2.970.416 1.555.097 Arunjai Mittal1 2012 - 154.125 1.753.419 23.905 (seit 01.01.2012) 2011 - - - - Dr. Reinhard Ploss 2012 190.000 - 3.853.093 112.560 2011 185.000 - 2.770.032 119.291 Gesamt 2012 640.000 359.625 14.571.158 247.956 2011 855.000 154.125 11.659.671 3.947.714 1 Beitragsorientierte Ruhegehaltszusage nach dem im Jahr 2010 verabschiedeten neuen Vergütungssystem. Mit Ausnahme des vertraglich unverfallbaren Initialbausteins, gelten die Versorgungsanprüche von Herrn Asam drei Jahre nach Amtsantritt als unverfallbar. Vorzeitige Beendigung des Dienstvertrags Die Vorstandsverträge enthalten eine sogenannte "Change-of-Control"-Klausel: Ein Kontrollwechsel im Sinne dieser Klausel liegt vor, wenn ein Dritter einzeln oder gemeinsam mit einem anderen im Sinne von § 30 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes mindestens 30 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG hält. Bei einem Kontrollwechsel sind die Mitglieder des Vorstands berechtigt, innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach Bekanntwerden des Kontrollwechsels ihr Mandat niederzulegen und ihren Dienstvertrag zu kündigen. In diesem Fall haben die Mitglieder des Vorstands Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, maximal jedoch für 36 Monate. Im Fall einer Abberufung oder Kündigung durch die Infineon Technologies AG innerhalb von zwölf Monaten nach Bekanntwerden eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf Fortzahlung des Jahreseinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, mindestens jedoch für 24 Monate, maximal für 36 Monate. Im Übrigen enthalten die Vorstandsverträge für den Fall einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses keine Abfindungszusage. Auf Wunsch von Herrn Bauer hat der Aufsichtsrat beschlossen, Herrn Bauer nach seinem Ausscheiden aus dem Amt als Vorsitzender des Vorstands den von ihm bisher genutzten Sicherheitsdienst der Gesellschaft für ein weiteres Jahr - das heißt bis zum 30. September 2013 - in dem gewohnten Rahmen unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Der Sachbezugswert des dadurch gewährten Vorteils lässt sich zum heutigen Zeitpunkt in Ermangelung der Kenntnis über den Umfang der tatsächlichen Inanspruchnahme nicht beziffern; etwa anfallende Steuern sind von Herrn Bauer zu tragen. GESAMTBEZÜGE DER FRÜHEREN MITGLIEDER DES VORSTANDS IM GESCHÄFTSJAHR 2012 An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2012 Gesamtbezüge (insbesondere Versorgungsleistungen) von €1.058.912 (Vorjahr: €6.199.333) ausbezahlt. Der starke Rückgang gegenüber dem Vorjahr erklärt sich aus den im vergangenen Geschäftsjahr gezahlten Abfindungen an ausgeschiedene Vorstandsmitglieder. Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betragen zum 30. September 2012 insgesamt €42.192.107 (Vorjahr: €29.749.461). ÜBERPRÜFUNG DER VORSTANDSVERGÜTUNG; AB DEM GESCHÄFTSJAHR 2013 WIRKSAME VERÄNDERUNGEN DES VORSTANDSVERGÜTUNGSSYSTEMS UND DER INDIVIDUELLEN VORSTANDSVERTRÄGE Überprüfung des Vorstandsvergütungssystems und der individuellen Vorstandsvergütungen In Übereinstimmung mit Nummer 4.2.2 DCGK hat der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2012 das seit dem 1. Oktober 2010 bestehende Vorstandsvergütungssystem durch einen unabhängigen Vergütungsexperten auf seine Angemessenheit überprüfen lassen. Das hierzu erstattete Gutachten hat festgestellt, dass das Vergütungssystem der Gesellschaft den aktienrechtlichen Anforderungen und den Empfehlungen des DCGK sowohl im Hinblick auf die Vergütungsstruktur als auch auf die Vergütungshöhe uneingeschränkt entspricht. Nach Ansicht des Vergütungsexperten ist die Vorstandsvergütung im Vergleich zum Markt üblich und angemessen; die variable Vergütung sei, wie vom Aktiengesetz gefordert, auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Diese Feststellungen hat der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen. Zusätzlich hat der Aufsichtsrat die individuellen Zieljahreseinkommen der einzelnen Vorstandsmitglieder einer genauen Prüfung unterzogen. Dabei hat der Aufsichtsrat festgestellt, dass die vertraglich vereinbarten Zieljahreseinkommen der Vorstandsmitglieder weiterhin angemessen sind, hinsichtlich der Höhe der Bezüge der Vorstandsmitglieder seitens des Aufsichtsrats also derzeit kein Handlungsbedarf besteht (zur funktionsbedingten Anpassung infolge der Bestellung zum Vorsitzenden des Vorstands vergleiche "Änderung des Anstellungsvertrags von Herrn Dr. Ploss"). Einführung eines neuen Long Term Incentive (LTI); Anpassung der Vorstandsdienstverträge Mit der Ausgabe der dritten und letzten Tranche, voraussichtlich im Dezember 2012, läuft der Aktienoptionsplan 2010 aus. Präsidialausschuss und Plenum des Aufsichtsrats haben daher im Geschäftsjahr 2012 Überlegungen zu einer Nachfolgeregelung für diese beim Vorstand und bei den Führungskräften der Gesellschaft bisher einheitlich verwendete langfristige Vergütungskomponente angestellt; hierbei hat sich der Aufsichtsrat nicht nur der Fachabteilungen der Gesellschaft, sondern auch der Hilfe des für die Überprüfung des Vorstandsvergütungssystems eingeschalteten unabhängigen Vergütungsexperten bedient. Ausgangspunkt der Überlegungen des Aufsichtsrats war, dass die bisher über langlaufende Optionen eher lose vermittelte Unternehmensbeteiligung der Vorstandsmitglieder durch eine echte, dauerhaft wirkende Beteiligungsform ersetzt werden soll. Beabsichtigt war damit auch eine stärkere Anbindung des Vorstandshandelns an die Aktionärsinteressen. Dabei sollten jedoch das bisherige Verhältnis zwischen fixer (45 Prozent) und variabler Vergütung (55 Prozent) sowie die Bedeutung der langfristigen Vergütungskomponente innerhalb der variablen Vergütungsteile nicht verändert werden. Nach entsprechenden Vorarbeiten des Präsidialausschusses hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 7. August 2012 einen neuen, ab dem Geschäftsjahr 2014 geltenden Long Term Incentive (LTI) beschlossen. Der unabhängige Vergütungsexperte hat bestätigt, dass die Einführung des neuen LTI sein zum bisher geltenden Vergütungssystem getroffenes Urteil über dessen Angemessenheit nicht in Frage stellt. Sowohl die Vergütungsstruktur als auch - eine vergleichbare Dotierung vorausgesetzt - die Vergütungshöhe erfüllen nach Ansicht des Vergütungsexperten in gleicher Weise wie das bisherige System die gesetzlichen sowie die Anforderungen des DCGK. Auf Wunsch des Vorstands soll der neue LTI als langfristig-variabler Vergütungsbestandteil ab dem Geschäftsjahr 2014 auch für die Führungskräfte der Gesellschaft, und zwar möglichst weltweit, zum Einsatz kommen. Damit wird insbesondere im Hinblick auf die langfristige Vergütungskomponente ein Gleichlauf der Interessen von Vorstand und Führungskräften erreicht. Parameter des neuen (Vorstands-) LTI: Bei dem neuen Vergütungselement handelt es sich um einen sogenannten "Performance Share"-Plan. Die - zunächst noch vorläufige - Zuteilung der (virtuellen) Performance Shares erfolgt jeweils zum 1. Oktober eines jeden Geschäftsjahrs für das an diesem Tag beginnende Geschäftsjahr. Zugeteilt werden Performance Shares im Umfang des vertraglich vereinbarten LTI-Zuteilungswerts. Voraussetzungen für die endgültige Zuteilung der - auch dann noch virtuellen -Performance Shares sind (i) ein Eigeninvestment des Vorstandsmitglieds in Infineon-Aktien in Höhe von 25 Prozent seines individuellen LTI-Zuteilungsbetrags und (ii) der Ablauf einer vierjährigen, für das Eigeninvestment und die Performance Shares geltenden Haltefrist. 50 Prozent der Performance Shares sind zudem erfolgsabhängig; sie werden nur dann endgültig zugeteilt, wenn sich (iii) die Infineon-Aktie zwischen dem Tag der vorläufigen Zuteilung der Performance Shares und dem Ende der Haltefrist besser als der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) entwickelt. Sind am Ende der Haltefrist die Bedingungen für eine endgültige Zuteilung von Performance Shares erfüllt (Zuteilung sämtlicher oder nur der nicht erfolgsabhängigen Performance Shares), erwirbt das Vorstandsmitglied einen Anspruch gegen die Gesellschaft auf Übertragung der entsprechenden Anzahl (realer) Infineon-Aktien. Die Übertragung erfolgt in ein Depot des Vorstandsmitglieds. Über die übertragenen Aktien kann das Vorstandsmitglied anschließend frei verfügen; das Gleiche gilt für die als Eigeninvestment erworbenen Infineon-Aktien nach dem Ablauf der Haltefrist; für sie gilt keine Performance-Hürde. Der Aufsichtsrat behält sich vor, dem Vorstandsmitglied statt der Übertragung von Infineon-Aktien einen Ausgleich in Geld zu leisten. Es ist vorgesehen, Performance Shares nach dem neuen LTI erstmals zu Beginn des Geschäftsjahrs 2014 auszugeben. Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen daher, der Hauptversammlung das (nur) hinsichtlich des LTI neue Vorstandsvergütungssystem im Februar 2013 gemäß § 120 Abs. 4 AktG zur Billigung vorzulegen. Die auf Basis des neuen LTI angepassten, ansonsten im Wesentlichen unveränderten Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder Asam und Mittal werden dem Aufsichtsrat im November 2012 zur abschließenden Erörterung und Beschlussfassung unterbreitet. Änderung des Anstellungsvertrags von Herrn Dr. Ploss Auch der Anstellungsvertrag mit Herrn Dr. Ploss wird auf den neuen LTI umgestellt. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den Rücktritt von Herrn Bauer und die Berufung von Herrn Dr. Ploss zum Vorsitzenden des Vorstands zum Anlass genommen, die Bedingungen des Anstellungsvertrags von Herrn Dr. Ploss an dessen neue Aufgabe anzupassen. Bei einem Jahreszieleinkommen von künftig €2.100.000 (statt bisher €1.521.000) verändern sich die einzelnen Vergütungsbestandteile, jeweils mit Wirkung ab Übernahme der Vorsitzendenfunktion zum 1. Oktober 2012, wie folgt: ― Das Jahresgrundgehalt (fix) beträgt künftig €945.000 (statt bisher €685.000). ― Der STI ist - bei 100 Prozent Zielerreichung - mit €420.000 (statt bisher €308.000) dotiert. ― Der MTI erhöht sich - wiederum bei 100 Prozent Zielerreichung - auf €420.000 (statt bisher €308.000). ― Der LTI in Gestalt des bisherigen Aktienoptionsplans (Geschäftsjahr 2013) beziehungsweise des neuen Performance Share-Plans (ab Geschäftsjahr 2014) beträgt €315.000 (statt bisher €220.000). Darüber hinaus wird das Altersruhegeld abweichend von der bisherigen Regelung bereits ab Vollendung des 60. (statt des 65.) Lebensjahrs an Herrn Dr. Ploss gezahlt. Voraussetzung dafür ist, dass Herr Dr. Ploss zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in Diensten der Gesellschaft steht; ansonsten beginnt die Zahlung entsprechend später. Der Aufsichtsrat hat die vorstehenden Änderungen des Anstellungsverhältnisses von Herrn Dr. Ploss in seiner Sitzung am 7. August 2012 beschlossen. Der diese Änderungen sowie zusätzlich die Regelungen des neuen LTI beinhaltende Anstellungsvertrag wird dem Aufsichtsrat im November 2012 zur abschließenden Erörterung und Beschlussfassung unterbreitet. VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS Vergütungsstruktur Das System der Aufsichtsratsvergütung wurde im Geschäftsjahr 2010 grundlegend überprüft und auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat von der Hauptversammlung am 17. Februar 2011 mit (Rück-) Wirkung zum 1. Oktober 2010 satzungsmäßig neu geregelt. Die Vergütung des Aufsichtsrats trägt der Verantwortung und dem Tätigkeitsumfang der Aufsichtsratsmitglieder sowie der wirtschaftlichen Lage und dem Erfolg des Unternehmens Rechnung. Die Vergütung des Aufsichtsrats pro Geschäftsjahr (Gesamtvergütung) ist in § 11 der Satzung der Gesellschaft geregelt und enthält drei Komponenten: ― Eine feste Vergütung (Grundvergütung) in Höhe von €50.000. Sie steht jedem Aufsichtsratsmitglied zu und wird innerhalb eines Monats nach Abschluss des Geschäftsjahrs gezahlt; ― eine variable Vergütung in Höhe von €1.500 je €0,01, um den das Ergebnis je Aktie einen Mindestbetrag von €0,30 übersteigt, wobei sich der Mindestbetrag jährlich, erstmals für das am 1. Oktober 2011 begonnene Geschäftsjahr, um je €0,03 erhöht. Maßgeblich ist jeweils das gemäß den einschlägigen Rechnungslegungsvorschriften für den Konzernabschluss ermittelte unverwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten. Die variable Vergütung ist auf einen Betrag von €50.000 pro Geschäftsjahr begrenzt. Die variable Vergütung steht ebenfalls jedem Aufsichtsratsmitglied zu; sie ist mit dem Ablauf der ersten ordentlichen Hauptversammlung nach dem Geschäftsjahr, auf das sich die Vergütung bezieht, zur Zahlung fällig; ― einen Zuschlag für den mit der Wahrnehmung bestimmter Funktionen innerhalb des Aufsichtsrats verbundenen Mehraufwand: Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält einen Zuschlag von €50.000, jeder seiner Stellvertreter von €37.500, die Vorsitzenden des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Strategie- und Technologieausschusses von je €25.000 und jedes Mitglied eines Aufsichtsratsausschusses - mit Ausnahme des Nominierungsausschusses und des Vermittlungsausschusses - von €15.000. Der Zuschlag fällt nur an, wenn sich das Gremium, dem das Aufsichtsrats- oder Ausschussmitglied angehört, in dem betreffenden Geschäftsjahr versammelt oder Beschlüsse gefasst hat. Soweit ein Mitglied des Aufsichtsrats mehrere der genannten Funktionen ausübt, erhält es gleichwohl nur einen einzigen Zuschlag, der sich nach der am höchsten dotierten Funktion bemisst. Der Zuschlag wird innerhalb eines Monats nach Abschluss des Geschäftsjahrs an die jeweiligen Funktionsträger gezahlt. Bei einem unterjährigen Eintritt in den (oder Ausscheiden aus dem) Aufsichtsrat, einen seiner Ausschüsse oder eine mit einem Zuschlag vergütete Funktion erfolgt eine anteilige Kürzung der betreffenden Vergütungskomponente. Als Teil der Gesamtvergütung gewährt die Gesellschaft jedem Mitglied des Aufsichtsrats für seine persönliche Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats oder einer seiner Ausschüsse ein Sitzungsgeld von €2.000. Finden an einem Tag mehrere Sitzungen statt, fällt das Sitzungsgeld nur einmal an. Mitgliedern des Aufsichtsrats werden zudem sämtliche Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Aufsichtsratsmandats entstehen, sowie die von ihnen insoweit etwa abzuführende Umsatzsteuer erstattet. Die Gesellschaft zahlt den Aufsichtsratsmitgliedern des Weiteren die auf ihre Gesamtvergütung und auf das Sitzungsgeld etwa anfallende Umsatzsteuer. Aufsichtsratsvergütung im Geschäftsjahr 2012 Die den Mitgliedern des Aufsichtsrats zeitanteilig für die Dauer ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat beziehungsweise einem Aufsichtsratsausschuss für das Geschäftsjahr 2012 jeweils gewährte Gesamtvergütung (einschließlich Sitzungsgeld) setzt sich wie folgt zusammen (hierin nicht enthalten ist die Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent): scroll in € Aufsichtsratsmitglied Geschäftsjahr Feste Vergütung Variable Vergütung1 Zuschlag für besondere Funktionen Sitzungsgeld Gesamtvergütung Wigand Cramer 2012 50.000 10.500 15.000 22.000 97.500 2011 50.000 50.000 15.000 20.000 135.000 Alfred Eibl 2012 50.000 10.500 15.000 18.000 93.500 2011 50.000 50.000 15.000 20.000 135.000 Peter Gruber 2012 50.000 10.500 15.000 18.000 93.500 2011 50.000 50.000 15.000 20.000 135.000 Gerhard Hobbach 2012 50.000 10.500 15.000 24.000 99.500 2011 50.000 50.000 15.000 20.000 135.000 Hans-Ulrich Holdenried 2012 50.000 10.500 15.000 26.000 101.500 2011 50.000 50.000 15.000 24.000 139.000 Prof. Dr. Renate Köcher 2012 50.000 10.500 - 8.000 68.500 2011 50.000 50.000 - 16.000 116.000 Wolfgang Mayrhuber 2012 50.000 10.500 50.000 32.000 142.500 (zeitanteilig ab 17.02.2011) 2011 33.333 33.333 33.333 18.000 117.999 Manfred Puffer 2012 50.000 10.500 - 18.000 78.500 2011 50.000 50.000 - 12.000 112.000 Gerd Schmidt 2012 50.000 10.500 37.500 26.000 124.000 2011 50.000 50.000 37.500 26.000 163.500 Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel 2012 50.000 10.500 25.000 18.000 103.500 2011 50.000 50.000 25.000 20.000 145.000 Jürgen Scholz 2012 50.000 10.500 15.000 18.000 93.500 2011 50.000 50.000 15.000 20.000 135.000 Dr. Eckart Sünner 2012 50.000 10.500 25.000 20.000 105.500 2011 50.000 50.000 25.000 18.000 143.000 Prof. Dr.-Ing. Klaus Wucherer 2012 - - - - - (zeitanteilig bis zum 17.02.2011) 2011 20.833 20.833 20.833 20.000 82.499 Gesamt 2012 600.000 126.000 227.500 248.000 1.201.500 2011 604.166 604.166 231.666 254.000 1.693.998 1 Basierend auf einem Ergebnis je Aktie in 2012 in Höhe von €0,40 und in 2011 in Höhe von €0,68. Mitglieder des Aufsichtsrats haben weder im Geschäftsjahr 2012 noch im Geschäftsjahr 2011 vom Unternehmen Kredite erhalten. Sonstiges (Geschäftsjahr 2012) Im November 2010 hat der Aufsichtsrat einem bis zum 30. September 2013 laufenden Vertrag zwischen der Gesellschaft und der TU München, Lehrstuhl für Technische Elektronik (Frau Prof. Dr. Schmitt-Landsiedel) über die Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zum Thema "Sensing für Automotive" vorsorglich gemäß § 114 AktG zugestimmt. Unter dem Vertrag sind im Geschäftsjahr 2012 von der Gesellschaft vereinbarungsgemäß €45.000 an die TU München gezahlt worden. ZUKUNFTSGERICHTETE AUSSAGEN Der Konzernlagebericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen über das Geschäft, die finanzielle Entwicklung und die Erträge des Infineon-Konzerns. Diesen Aussagen liegen Annahmen und Prognosen zugrunde, die auf gegenwärtig verfügbaren Informationen und aktuellen Einschätzungen beruhen. Sie sind mit einer Vielzahl von Unsicherheiten und Risiken behaftet. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann daher wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweichen. Infineon übernimmt über die gesetzlichen Anforderungen hinaus keine Verpflichtung, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren. Neubiberg, im November 2012 Der Vorstand Dr. Reinhard Ploss Dominik Asam Arunjai Mittal VORSCHLAG ZUR GEWINNVERWENDUNG Die Infineon Technologies AG weist zum 30. September 2012 einen Jahresüberschuss von €535 Millionen aus. Unter Berücksichtigung der Einstellung von insgesamt €405 Millionen in andere Gewinnrücklagen sowie in die Kapitalrücklage wird ein Bilanzgewinn in Höhe von €130 Millionen ausgewiesen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 28. Februar 2013 vor, den zum 30. September 2012 ausgewiesenen Bilanzgewinn zur Ausschüttung einer Dividende von €0,12 je dividendenberechtigter Stückaktie und zur Einstellung des restlichen Betrages in andere Gewinnrücklagen zu verwenden. BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERS Wir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung der Infineon Technologies AG, Neubiberg, und ihren Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2011 bis 30. September 2012 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt wer-den. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Infineon Technologies AG. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. München, den 16. November 2012 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Braun, Wirtschaftsprüfer Wolper, Wirtschaftsprüfer
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