Annual / Quarterly Financial Statement • Jan 6, 2011
Annual / Quarterly Financial Statement
Open in ViewerOpens in native device viewer

scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 5.685 | 4.115 |
| Umsatzkosten | -4.653 | -3.747 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1.032 | 368 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | -642 | -558 |
| Vertriebskosten | -147 | -131 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | -172 | -161 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 78 | 39 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -106 | -291 |
| Beteiligungsergebnis | 212 | 47 |
| Zinsergebnis | -2 | -18 |
| Übriges Finanzergebnis | 11 | 40 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 264 | -665 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -29 | -1 |
| Jahresüberschuss (Vorjahr : Jahresfehlbetrag ) | 235 | -666 |
| Verlustvortrag aus dem Vorjahr | -6.014 | -5.348 |
| Entnahme aus der Kapitalrücklage | 5.888 | - |
| Bilanzgewinn (Vorjahr: Bilanzverlust) | 109 | -6.014 |
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Anlagevermögen: | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 347 | 425 |
| Sachanlagen | 311 | 322 |
| Finanzanlagen | 3.040 | 3.389 |
| Summe Anlagevermögen | 3.698 | 4.136 |
| Umlaufvermögen: | ||
| Vorräte | 351 | 306 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 249 | 187 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 375 | 547 |
| Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 7 | 9 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 66 | 68 |
| Wertpapiere | 174 | 302 |
| Zahlungsmittel | 1.490 | 978 |
| Summe Umlaufvermögen | 2.712 | 2.397 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 54 | 59 |
| Summe Rechnungsabgrenzungsposten | 54 | 59 |
| Summe Aktiva | 6.464 | 6.592 |
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Eigenkapital: | ||
| Grundkapital | 2.173 | 2.173 |
| Kapitalrücklage | 1.128 | 7.016 |
| Gewinnrücklagen | 32 | 32 |
| Bilanzgewinn(Vorjahr: Bilanzverlust) | 109 | -6.014 |
| Summe Eigenkapital | 3.442 | 3.207 |
| Sonderposten mit Rücklagenanteil | 1 | 1 |
| Summe Sonderposten mit Rücklagenanteil | 1 | 1 |
| Rückstellungen: | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 434 | 345 |
| Steuerrückstellungen | 54 | 26 |
| Sonstige Rückstellungen | 574 | 476 |
| Summe Rückstellungen | 1.062 | 847 |
| Verbindlichkeiten: | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 9 | 8 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 289 | 173 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 1.514 | 2.244 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 7 | 9 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 47 | 51 |
| Summe Verbindlichkeiten | 1.866 | 2.485 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 93 | 52 |
| Summe Rechnungsabgrenzungsposten | 93 | 52 |
| Summe Passiva | 6.464 | 6.592 |
Der Jahresabschluss zum 30. September 2010 der Infineon Technologies AG ("IF AG") wird nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften und den aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt und in Millionen EURO ("€") unter Gegenüberstellung der Werte zum 30. September 2009 ausgewiesen.
Als Mutterunternehmen des Konzerns Infineon Technologies erstellt die Infineon Technologies AG nach § 315a Abs. 1 HGB einen Konzernabschluss auf Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) und der diesbezüglichen Interpretationen, soweit die IFRS und Interpretationen von der Europäischen Union übernommen sind. Daher wird ein Konzernabschluss nach handelsrechtlichen Vorschriften nicht aufgestellt.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.
Zur besseren Darstellung der Finanzaktivitäten wurde das Gliederungsschema nach § 275 Abs. 3 HGB modifiziert. Die Finanzaktivitäten werden als Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und Übriges Finanzergebnis dargestellt.
Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Sie haben eine Nutzungsdauer von einem bis maximal sieben Jahren bzw. entsprechend der Vertragslaufzeit.
Aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte werden entsprechend der steuerlich festgelegten Nutzungsdauer planmäßig über 15 Jahre abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn der Ansatz mit dem niedrigeren beizulegenden Wert erforderlich ist.
Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet.
Die planmäßigen Abschreibungen werden grundsätzlich zu den steuerlich zulässigen Höchstsätzen nach der linearen Methode vorgenommen.
Folgende Nutzungsdauern werden angewandt:
scroll
| Jahre | |
|---|---|
| Fabrik- und Geschäftsbauten | 20-50 |
| Übrige Bauten | 5-10 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 5-10 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1-10 |
| Spezial- und Normalwerkzeuge | 1 |
Von der degressiven Abschreibungsmethode wird auf die lineare übergegangen, sobald die gleichmäßige Verteilung des Restbuchwerts auf die verbleibende Nutzungsdauer zu höheren Abschreibungsbeträgen führt.
Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen.
Geringwertige Anlagengegenstände bis €150 Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden sofort abgeschrieben. Für Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von €150 bis €1.000 wird ein Sammelposten gebildet, der jährlich mit 20 Prozent linear abgeschrieben wird.
Geleistete Anzahlungen und angefallene Herstellungskosten auf noch nicht fertiggestellte Investitionen unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen, die Beteiligungen und die übrigen Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten oder, bei Vorliegen von voraussichtlich dauernden Wertminderungen, zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.
Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen.
Zur besseren Übersicht wurde der Anlagenspiegel bei den Finanzanlagen um die Sonderposten Sondervermögen Pension Trust, Sondervermögen Altersteilzeit Trust (ATZ Trust), Sondervermögen Deferred Compensation Trust (DC Trust) erweitert.
In den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tagespreisen bewertet, die unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Leistungen zu Herstellungskosten.
Fremdkapitalzinsen sind in die Herstellungskosten nicht einbezogen worden. Abwertungen für Bestandsrisiken werden berücksichtigt. Das Prinzip der verlustfreien Bewertung wird angewandt.
Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet und -soweit unverzinslich -bei Restlaufzeiten von über einem Jahr auf den Bilanzstichtag abgezinst.
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, werden entsprechend der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls gebildet.
Die Sätze für pauschale Wertberichtigungen auf Forderungen betragen bei Fremdwährungsforderungen gegenüber Ausländern 2 Prozent und bei Forderungen gegenüber Ausländern in Euro 1 Prozent. Der Abschreibungssatz bei Forderungen gegenüber Inländern beträgt 1 Prozent.
Auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden keine pauschalen Wertberichtigungen vorgenommen.
Wertpapiere und Zahlungsmittel sind mit Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten angesetzt.
Die Rückstellungen für Pensionen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") bewertet und führen zu einem höheren als dem nach § 6a EStG berechneten Wert. Die Bilanzierung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren erfasst die Verpflichtung am Bewertungsstichtag nach der wahrscheinlichen Inanspruchnahme unter Berücksichtigung von zukünftigen Gehalts- und Rentensteigerungen.
Die Steuerrückstellungen sind nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung berücksichtigt.
Bei der Bemessung der Sonstigen Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken, ungewissen Verbindlichkeiten sowie drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften Rechnung getragen.
Die Rückstellung für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen umfasst die Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltszahlungen an Mitarbeiter in der Freistellungsphase sowie die Aufstockungsleistungen für Anwärter. Diese Rückstellungen wurden entsprechend der IDW-Stellungnahme (IDW RS HFA 3) vom 18. November 1998 berechnet. Die voraussichtlich zu leistenden Beträge werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt und mit ihrem Barwert angesetzt.
Die Rückstellung für Verpflichtungen aus der arbeitnehmerfinanzierten Altersvorsorge ("Deferred Compensation") wird nach der "Projected Unit Credit Method" ermittelt.
Für die Bewertung der Rückstellung für Jubiläumsverpflichtungen wird erstmalig der steuerliche Ansatz gemäß § 5 Abs. 4 EStG gewählt.
Verbindlichkeiten werden zum Nennbetrag oder zum höheren Rückzahlungsbetrag bilanziert. In den Fällen, in denen der Rückzahlungsbetrag einer Verbindlichkeit höher ist als der Ausgabebetrag, wird der Unterschiedsbetrag als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten erfasst und über die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt.
Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Lieferungen und Leistungen ausgeführt sind und der Gefahrenübergang erfolgt ist.
Forschungs- und Entwicklungskosten werden in voller Höhe nach Abzug der erhaltenen Fördermittel als Aufwand erfasst.
Aufwendungen für Aktienoptionen werden gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB in voller Höhe in die Kapitalrücklage eingestellt. Die ausgegebenen Optionen werden im Zusagezeitpunkt analog dem im IFRS-Konzernabschluss angesetzten Wert nach IFRS 2 "Share-based Payment" bewertet. Die Kapitalrücklage wird ratierlich über den Zeitraum, in dem die Mitarbeiter Arbeitsleistung erbringen, aufgebaut.
Kurzfristige Fremdwährungsforderungen bzw. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsforderungen bzw. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Kurs am Buchungstag oder dem jeweils niedrigeren bzw. höheren Kurs am Bilanzstichtag bewertet.
Zur Absicherung des Unternehmens gegen Währungs- und Zinsrisiken werden Devisentermingeschäfte und Zins-Swaps sowie Optionen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden nur zu Sicherungszwecken verwendet.
Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich imparitätisch bewertet, d. h. für negative Marktwerte werden Rückstellungen gebildet, positive Marktwerte werden nicht angesetzt.
Die Umsätze gliedern sich nach Segmenten wie folgt:
scroll
| € in Millionen außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 | ||
|---|---|---|---|---|
| Automotive | 1.677 | 29% | 1.053 | 26% |
| Industrial & Multimarket | 1.143 | 20% | 781 | 19% |
| Chip Card & Security | 544 | 10% | 470 | 11% |
| Wireless Solutions | 1.957 | 34% | 1.284 | 31% |
| Wireline Communications | 43 | 1% | 452 | 11% |
| Sonstige Geschäftsbereiche | 321 | 6% | 75 | 2% |
| Gesamt | 5.685 | 100% | 4.115 | 100% |
| davon Lizenzerträge | 39 | 1% | 13 | 0% |
Im August 2010 hat die IF AG einen Vertrag über den Verkauf des Geschäfts mit drahtloser Kommunikation (Wireless Solutions) geschlossen. Die IF AG erwartet, dass der Verkauf im ersten Quartal des Kalenderjahres 2011 wirksam wird.
Im Juli 2009 hat die IF AG einen Vertrag über den Verkauf des Geschäfts mit drahtgebundener Kommunikation (Wireline Communications) an mehrere Lantiq-Gesellschaften, mit Golden Gate Private Equity Inc. verbundene Unternehmen, geschlossen. Der Verkauf wurde am 6. November 2009 vollzogen. Aufgrund des Verkaufs sind die Umsätze des Segments Wireline Communications nur bis zum 6. November 2009 enthalten und somit die Zahlen nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar.
Das Segment Sonstige Geschäftsbereiche umfasst verbleibende Aktivitäten von veräußerten Geschäftsbereichen und andere Geschäftsaktivitäten und liefert seit dem Abschluss des Verkaufs unseres Wireline-Communications-Geschäfts, entsprechend den abgeschlossenen Produktionsvereinbarungen Produkte an Lantiq.
Die Umsatzaufgliederung nach Abnehmergruppen stellt sich wie folgt dar:
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 | ||
|---|---|---|---|---|
| Umsätze mit zu konsolidierenden Infineon-Gesellschaften | 3.728 | 66% | 2.659 | 65% |
| Umsätze an Fremde und nicht zu konsolidierenden Infineon-Gesellschaften | 1.957 | 34% | 1.456 | 35% |
| Gesamt | 5.685 | 100% | 4.115 | 100% |
Die Umsatzaufgliederung nach Regionen zeigt die folgende Tabelle:
scroll
| € in Millionen außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 | ||
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 915 | 16% | 737 | 18% |
| Übriges Europa | 864 | 15% | 653 | 16% |
| Amerika [NAFTA] | 824 | 14% | 341 | 8% |
| Asien-Pazifik | 3.042 | 54% | 2.353 | 57% |
| Andere | 40 | 1% | 31 | 1% |
| Gesamt | 5.685 | 100% | 4.115 | 100% |
Die Funktionskosten sind in der Gewinn- und Verlustrechnung unterteilt in Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten, Vertriebskosten sowie allgemeine Verwaltungskosten.
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Umsatzkosten | 4.653 | 3.747 |
| Prozent des Umsatzes | 82% | 91% |
Die Umsatzkosten umfassen die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Lieferungen und Leistungen.
Im Wesentlichen sind dies Aufwendungen für Fertigungsmaterialien, bezogene Leistungen, Personalaufwendungen, Abschreibungen sowie Aufwendungen für Mieten und Pachten der Fertigungsbereiche.
In den Umsatzkosten werden auch Ergebnisse aus der Kurssicherung und aus Währungseffekten für das operative Geschäft erfasst.
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 642 | 558 |
| Prozent des Umsatzes | 11% | 14% |
| Zulagen und Zuschüsse | 19 | 19 |
| Prozent des Umsatzes | 0% | 0% |
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung umfassen vor allem Personalkosten, Materialkosten, Abschreibungen und Instandhaltung der Laboreinrichtungen sowie Kosten aus vertraglich vereinbarter Technologieentwicklung.
Zulagen und Zuschüsse werden von den Forschungs- und Entwicklungskosten abgesetzt.
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten | 147 | 131 |
| Prozent des Umsatzes | 3% | 3% |
Die Vertriebskosten umfassen Personalkosten für die Mitarbeiter des Vertriebs und des Marketings, Kosten für Kundenmuster, Aufwendungen im Zusammenhang mit Prototypen, Verkaufsförderungsmaßnahmen und Marketingaufwendungen.
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Allgemeine Verwaltungskosten | 172 | 161 |
| Prozent des Umsatzes | 3% | 4% |
Die allgemeinen Verwaltungskosten umfassen im Wesentlichen die Personalkosten der Mitarbeiter in der Verwaltung, nicht produktionsbezogene Gemeinkosten, Beratungshonorare, Rechtsanwaltskosten und andere Honorare für externe Dienstleister sowie Personalbeschaffungs- und Ausbildungskosten.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Sonstige Steuern und Zölle | 1 | 3 |
| 1 | 3 |
Sonstige Steuern und Zölle werden unter den Funktionskosten erfasst.
Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen stellen sich wie folgt dar:
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Realisierte Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen: | ||
| Umsatzkosten | - | 1 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - | 1 |
| Vertriebskosten- und allgemeine Verwaltungskosten | - | 1 |
| - | 3 |
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Sonstige betriebliche Erträge | 78 | 39 |
| Prozent des Umsatzes | 1% | 1% |
| davon Zuordnung zu anderen Perioden | 32 | 33 |
Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Erträge aus dem Verkauf des Wireline -Communications-Geschäfts | 28 | - |
| Erträge aus der Abwicklung des ALTIS Joint Ventures mit International Business Machines Corporation, New York, USA | 14 | - |
| Auflösung von Rückstellungen | 6 | 22 |
| Erträge aus der Vermietung von Liegenschaften | 5 | 5 |
| Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen | 3 | - |
| Erstattung Kurzarbeitergeld für Vorjahre | 3 | - |
| Zahlungseingänge auf wertberichtigte Forderungen | - | 10 |
| Sonstige | 19 | 2 |
| 78 | 39 |
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 106 | 291 |
| Prozent des Umsatzes | 2% | 7% |
| davon Zuordnung zu anderen Perioden | 37 | 28 |
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Einzelnen folgende Posten:
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Belastungen im Zusammenhang mit der Insolvenz der Qimonda AG, München | 36 | 221 |
| Aufwendungen aus der Bildung einer Drohverlustrückstellung gegenüber der ALTIS Semiconductor S.N.C., Essonnes, Frankreich | 14 | - |
| Aufwendungen aus Mietverhältnissen | 17 | 22 |
| Aufwendungen aus dem Verkauf des Wireless-Solutions-Geschäfts | 6 | - |
| Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen | 3 | 8 |
| Aufwendungen aus der Vermietung von Liegenschaften | 3 | 3 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen im Sinne des § 253 Abs. 2 S. 3 HGB a.F. auf immaterielle Vermögensgegenstände | 2 | 1 |
| Aufwendungen aus der Veräußerung von Geschäftsbereichen der Infineon Technologies SensoNor AS, Horten, Norwegen | - | 8 |
| Sonstige | 25 | 28 |
| 106 | 291 |
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 106 | 19 |
| davon | ||
| Infineon Technologies Wireless Solutions GmbH, Neubiberg | 102 | - |
| Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden | 4 | - |
| Infineon Technologies Finance GmbH, Neubiberg | - | 19 |
| Aufwendungen aus Verlustübernahmen | -13 | -10 |
| davon | ||
| Comneon GmbH, Nürnberg | -10 | -3 |
| Infineon Technologies Finance GmbH, Neubiberg | -3 | - |
| Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden | - | -7 |
| Erträge aus Gewinnvereinnahmungen | 117 | 37 |
| davon | ||
| Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande | 110 | - |
| Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG, Warstein | 7 | 7 |
| Infineon Technologies SensoNor AS, Horten, Norwegen | - | 30 |
| Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen | 4 | - |
| davon | ||
| Comneon GmbH, Nürnberg | 3 | - |
| Guardeonic Solutions GmbH, Neubiberg | 1 | - |
| Infineon Technologies Fiber Optics GmbH, Neubiberg | - | 4 |
| Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen | -4 | -3 |
| davon | ||
| Magellan Technology Pty. Ltd., Annandale, Australien | -2 | -1 |
| SiCED Electronics GmbH & Co. KG, Erlangen | -1 | - |
| OneSpin Solutions Holding GmbH München | -1 | -1 |
| Axiom Microdevices Inc., Irvine, USA | - | -1 |
| Erträge aus dem Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen | 2 | - |
| davon | ||
| Freiberger Compound Materials GmbH, Freiberg | 2 | - |
| 212 | 47 |
Die Hitex Development Tools GmbH, Karlsruhe, hat im laufenden Geschäftsjahr mit der IF AG einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geschlossen.
Die Infineon Mantel 21 GmbH, Neubiberg, hat im laufenden Geschäftsjahr mit der IF AG einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geschlossen.
Zum 30. September 2010 bestehen Ergebnisabführungsverträge mit nachfolgenden Gesellschaften:
| ― | Comneon GmbH, Nürnberg, |
| ― | Hitex Development Tools GmbH, Karlsruhe, |
| ― | Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden, |
| ― | Infineon Technologies Finance GmbH, Neubiberg, |
| ― | Infineon Technologies Mantel 19 GmbH, Neubiberg, |
| ― | Infineon Technologies Mantel 21 GmbH, Neubiberg, |
| ― | Infineon Technologies Wireless Solutions GmbH, Neubiberg. |
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 38 | 52 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 1 | 6 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -45 | -77 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | -32 | -59 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Pension Trust | 5 | 11 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen Pension Trust | - | -6 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge DC Trust | - | 2 |
| -2 | -18 |
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Übrige finanzielle Erträge | 5 | 62 |
| Zuschreibungen auf Finanzanlagen Pension Trust | 14 | 10 |
| Übrige finanzielle Erträge Pension Trust | 1 | - |
| Übrige finanzielle Aufwendungen | -9 | -25 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen Pension Trust | - | -7 |
| 11 | 40 |
Unter den Übrigen finanziellen Erträgen bzw. Aufwendungen sind Kursgewinne bzw. Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren des Anlage- und des Umlaufvermögens, Ergebnisse aus Zins- und Währungsderivaten sowie Währungsergebnisse aus dem Finanzbereich ausgewiesen.
Im Geschäftsjahr 2009 hat die IF AG aus dem Erwerb von Anteilen der Wandelanleihe endfällig 2010 und Anteilen der Umtauschanleihe endfällig 2010 und einer anschließenden Veräußerung an bzw. Einlage in die Infineon Technologies Holding B.V. Erträge von €62 Millionen erzielt.
Zuschreibungen auf Finanzanlagen Pension Trust werden aufgrund des Wertaufholungsgebots bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 29 | 1 |
| 29 | 1 |
Neben dem von der IF AG selbst erwirtschafteten steuerlichen Ergebnis, ist die IF AG Steuerschuldnerin hinsichtlich der ihr, von den über Ergebnisabführungsverträgen, verbundenen Organgesellschaften sowie hinsichtlich der Personengesellschaften zugerechneten steuerlichen Bemessungsgrundlagen.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Jahresüberschuss (Vorjahr: Jahresfehlbetrag) | 235 | -666 |
| Verlustvortrag | -6.014 | -5.348 |
| Entnahme aus der Kapitalrücklage | 5.888 | |
| Bilanzgewinn (Vorjahr: Bilanzverlust) | 109 | -6.014 |
Der im Geschäftsjahr 2010 erzielte Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG beläuft sich auf €235 Millionen. Nach Entnahmen aus der Kapitalrücklage nach § 272 Absatz 2 Nr. 1 HGB in Höhe von €3.063 Millionen und aus der Kapitalrücklage nach § 272 Absatz 2 Nr. 4 HGB in Höhe von €2.825 Millionen und Verrechnung mit dem Verlustvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von €6.014 Millionen verbleibt ein Bilanzgewinn in Höhe von €109 Millionen.
Aufgliederung und Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Posten des Anlagevermögens sind in dem nachfolgenden Anlagenspiegel dargestellt.
scroll
| € in Millionen | Anschaffungs- und Herstellungskosten | Kumulierte Abschreibungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 30. September 2009 | Zugänge | Umbuchungen | Abgänge | 30. September 2010 | 30. September 2009 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||||
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 231 | 9 | - | -21 | 219 | -165 |
| Geschäfts - oder Firmenwert | 553 | - | - | -18 | 535 | -194 |
| 784 | 9 | - | -39 | 754 | -359 | |
| Sachanlagen | ||||||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 168 | 1 | - | - | 169 | -138 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 807 | 52 | 5 | -33 | 831 | -617 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts -ausstattung | 470 | 10 | 1 | -50 | 431 | -374 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 6 | 26 | -6 | -2 | 24 | - |
| 1.451 | 89 | - | -85 | 1.455 | -1.129 | |
| Finanzanlagen | ||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 4.756 | 1.629 | - | -1.999 | 4.386 | -1.745 |
| Beteiligungen | 52 | 13 | - | - | 65 | -16 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 8 | - | - | -5 | 3 | - |
| Sondervermögen DC Trust | 21 | 3 | - | -3 | 21 | - |
| Sondervermögen Pension Trust | 321 | 31 | - | -33 | 319 | -18 |
| Sondervermögen ATZ Trust | 11 | - | - | - | 11 | - |
| 5.168 | 1.676 | - | -2.040 | 4.805 | -1.779 | |
| GESAMT | 7.403 | 1.774 | - | -2.164 | 7.014 | -3.267 |
scroll
| € in Millionen | Kumulierte Abschreibungen | Buchwerte | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Abschreibungen | Zuschreibungen | Umbuchungen | Abgänge | 30. September 2010 | 30. September 2010 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||||
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | -19 | - | - | 10 | -174 | 45 |
| Geschäfts - oder Firmenwert | -43 | - | - | 4 | -233 | 302 |
| -62 | - | - | 14 | -407 | 347 | |
| Sachanlagen | ||||||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | -6 | - | - | - | -144 | 25 |
| Technische Anlagen und Maschinen | -46 | - | - | 23 | -640 | 191 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts -ausstattung | -26 | - | - | 40 | -360 | 71 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | - | - | - | - | - | 24 |
| -78 | - | - | 63 | -1.144 | 311 | |
| Finanzanlagen | ||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | - | 4 | - | - | -1.741 | 2.645 |
| Beteiligungen | -4 | - | - | - | -20 | 45 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | - | - | - | - | - | 3 |
| Sondervermögen DC Trust | - | - | - | - | - | 21 |
| Sondervermögen Pension Trust | - | 14 | - | - | -4 | 315 |
| Sondervermögen ATZ Trust | - | - | - | - | - | 11 |
| -4 | 18 | - | - | -1.765 | 3.040 | |
| GESAMT | -144 | 18 | - | 77 | -3.316 | 3.698 |
scroll
| € in Millionen | Buchwerte 30. September 2009 |
|---|---|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 66 |
| Geschäfts - oder Firmenwert | 359 |
| 425 | |
| Sachanlagen | |
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 30 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 190 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts -ausstattung | 96 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 6 |
| 322 | |
| Finanzanlagen | |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 3.010 |
| Beteiligungen | 36 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 8 |
| Sondervermögen DC Trust | 21 |
| Sondervermögen Pension Trust | 303 |
| Sondervermögen ATZ Trust | 11 |
| 3.389 | |
| GESAMT | 4.136 |
Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 2 S. 3 HGB a.F. erfolgten in Höhe von €2 Millionen. Davon entfallen €2 Millionen auf immaterielle Vermögensgegenstände.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 45 | 66 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 302 | 359 |
| 347 | 425 |
Die planmäßigen Abschreibungen betragen €60 Millionen, die außerplanmäßigen Abschreibungen €2 Millionen.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 25 | 30 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 191 | 190 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 71 | 96 |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 24 | 6 |
| 311 | 322 |
Es erfolgten planmäßige Abschreibungen in Höhe von €78 Millionen.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 2.645 | 3.010 |
| Beteiligungen | 45 | 36 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 3 | 8 |
| Sondervermögen DC Trust | 21 | 21 |
| Sondervermögen Pension Trust | 315 | 303 |
| Sondervermögen ATZ Trust | 11 | 11 |
| 3.040 | 3.389 |
Die Anteile an verbundenen Unternehmen haben sich im Berichtszeitraum von €3.010 Millionen um €365 Millionen auf €2.645 Millionen verringert.
Die Veränderungen ergeben sich im Wesentlichen aus:
scroll
| € in Millionen | 2010 |
|---|---|
| Nachträgliche Anschaffungskosten an der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande | 1.629 |
| Wertaufholung nach § 280 Abs. 1 HGB a.F. bei der Comneon GmbH, Nürnberg | 3 |
| Wertaufholung nach § 280 Abs. 1 HGB a.F. bei der Guardeonic Solutions GmbH, Neubiberg | 1 |
| Kapitalherabsetzungen der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande | -1.909 |
| Kapitalherabsetzung der Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden | -90 |
Die Kapitalherabsetzungen der Infineon Technologies Holding B.V. resultieren aus Rückzahlungen aus den Kapitalrücklagen der Gesellschaft in Höhe von €280 Millionen und €1.629 Millionen. Die Rückzahlung von €1.629 Millionen an die IF AG wurde auf Grund eines Verzichts durch die IF AG nicht vollzogen. Durch den Forderungsverzicht wurde der innere Wert der Beteiligung um €1.629 Millionen erhöht und als nachträgliche Anschaffungskosten der Infineon Technologies Holding B.V. bei der IF AG aktiviert.
Veränderungen bei den Beteiligungen ergeben sich im Berichtszeitraum im Wesentlichen aus:
scroll
| € in Millionen | 2010 |
|---|---|
| Gründung des Joint Venture LS Power Semitech Co ., Ltd., Cheonan, Korea | 12 |
| Einlage in die Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG, Warstein | 2 |
| Verkauf von Anteilen an der LS Power Semitech Co., Ltd., Cheonan, Korea | -1 |
| Abschreibung auf Anteile an der Magellan Technology Pty. Ltd., Annandale, Australien | -2 |
| Abschreibung auf Anteile an der SiCED Electronics Development GmbH & Co. KG, Erlangen | -1 |
| Abschreibung auf Anteile an der OneSpin Solutions Holding GmbH, München | -1 |
Die Wertpapiere des Anlagevermögens enthalten Anteile an Investmentfonds, die der IF AG als Kapitalanlage dienen.
Unter dem Posten Sondervermögen Deferred Compensation Trust werden die auf den Infineon Technologies Deferred Compensation Trust e. V. treuhänderisch übertragenen Anteile an Investmentfonds im Zusammenhang mit arbeitnehmerfinanzierten Altersvorsorgeprogrammen in Höhe von €21 Millionen, für die eine Verfügungsbeschränkung besteht, ausgewiesen.
Weiterhin sind die vom Infineon Pension Trust e. V. treuhänderisch für die IF AG gehaltenen Anteile an Immobilien-, Rohstoff- und Wertpapierfonds sowie Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen im Umfang von €315 Millionen ausgewiesen. Dieses Vermögen sowie die Anlagenerträge hieraus sind für die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung zweckgebunden. Zuschreibungen auf Finanzanlagen Pension Trust wurden aufgrund des Wertaufholungsgebots in Höhe von €14 Millionen vorgenommen, da die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestanden.
Die vom Infineon Altersteilzeit Trust e. V. treuhänderisch für die IF AG gehaltenen Wertpapiere im Umfang von €11 Millionen dienen im Rahmen gesetzlicher Verpflichtungen der Sicherung der Arbeitnehmeransprüche aus Altersteilzeitwertguthaben aus dem Blockmodell.
Die Entwicklung der Finanzanlagen ist im Anlagenspiegel dargestellt.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 69 | 67 |
| Unfertige Erzeugnisse und Leistungen | 141 | 112 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 151 | 128 |
| Erhaltene Anzahlungen | -10 | -1 |
| davon von Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | -1 | - |
| 351 | 306 |
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Lieferungen und Leistungen | 249 | 187 |
| 249 | 187 | |
| davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr | - | - |
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Lieferungs- und Leistungsverkehr | 203 | 148 |
| Konzerninterner Verrechnungsverkehr | 172 | 399 |
| 375 | 547 | |
| davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr | 53 | 55 |
Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich überwiegend um Forderungen, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements sowie aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit in- und ausländischen Tochtergesellschaften entstanden sind.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Lieferungs- und Leistungsverkehr | - | 1 |
| Konzerninterner Verrechnungsverkehr | 7 | 8 |
| 7 | 9 | |
| davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr | - | - |
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Gezahlte Prämien für den Abschluss von Optionsgeschäften | 19 | - |
| Steuerforderungen | 11 | 17 |
| Lieferantenkredite | 10 | 10 |
| Lizenzforderungen | - | 13 |
| Zinsforderungen | - | 5 |
| Sonstige | 26 | 23 |
| 66 | 68 | |
| davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr | - | - |
In den Sonstigen Vermögensgegenständen ist eine Forderung gegen die Qimonda AG ("QAG") in Höhe von €18 Millionen aus der Einigung mit dem US-Bundesjustizministerium zur Beilegung kartellrechtlicher Angelegenheiten enthalten.
Aufgrund der Insolvenz der Qimonda AG wurden bestehende Forderungen gegen die Qimonda AG vollständig wertberichtigt.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Anteile Geldmarktfonds | 174 | 302 |
| Anteile Qimonda AG, München | - | - |
| 174 | 302 |
Die Anteile an der QAG wurden im Geschäftsjahr 2008 aus dem Anlagevermögen in das Umlaufvermögen aufgrund der damals bestehenden Veräußerungsabsicht umgegliedert. Die Bewertung der gehaltenen Anteile erfolgte am Bilanzstichtag 30. September 2008 mit dem beizulegenden Zeitwert von €0. Am 23. Januar 2009 stellte die QAG beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren formell eröffnet.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Guthaben bei Kreditinstituten | 1.490 | 978 |
| 1.490 | 978 |
Hiervon hat die IF AG auf einem Treuhandkonto €75 Millionen als Mietkaution hinterlegt.
Zur Liquidität gehören neben den Zahlungsmitteln auch die Wertpapiere des Umlaufvermögens (€174 Millionen).
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Disagio aus der Bewertung des Wandlungsrechts der im Geschäftsjahr 2009 begebenen Wandelanleihe | 24 | 31 |
| Disagio Darlehen der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande | 10 | 13 |
| Sonstige | 20 | 15 |
| 54 | 59 |
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält zukünftige Aufwendungen für die Nutzung von Lizenzen und für die Instandhaltung der IT-Infrastruktur sowie eine Abgrenzung der bereits gezahlten Urlaubsvergütung für Mitarbeiter für das verbleibende Kalenderjahr 2010.
Im Mai 2009 emittierte die IF AG über die vollständig im Besitz der IF AG befindliche niederländische Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, eine Wandelanleihe mit einem Volumen von €196 Millionen, die durch die IF AG vollständig und unwiderruflich garantiert ist. Die Wandelanleihe ist mit 7,5 Prozent p. a. verzinst und ist wandelbar in Aktien der IF AG. Der Wert des Wandlungsrechts wurde mit €32 Millionen ermittelt und als Disagio in den Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt. Die Infineon Technologies Holding B.V. hat den Emissionserlös in Höhe von €182 Millionen in Form eines Darlehens mit einem Nennbetrag von €196 Millionen an die IF AG weitergeleitet. Die Differenz zwischen Auszahlungsbetrag und Nennbetrag in Höhe von €14 Millionen wurde in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt.
Die in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten aufgenommenen Beträge werden planmäßig über die Laufzeit der Wandelschuldverschreibung abgeschrieben.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 2.173 | 2.173 |
| Kapitalrücklage | 1.128 | 7.016 |
| davon aus Agiobeträgen | 117 | 3.181 |
| davon aus anderen Zuzahlungen | 942 | 3.766 |
| davon aus Aktienoptionen analog § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB | 69 | 69 |
| Gewinnrücklagen | 32 | 32 |
| Bilanzgewinn (Vorjahr: Bilanzverlust) | 109 | -6.014 |
| 3.442 | 3.207 |
Die Veränderungen im Geschäftsjahr 2010 in der Kapitalrücklage sind im Abschnitt Bilanzgewinn erläutert.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Stand 1. Oktober 2009 bzw. 2008 | 2.173 | 1.499 |
| Kapitalerhöhung vom 5. August 2009 | - | 646 |
| Kapitalerhöhung vom 11. August 2009 | - | 28 |
| Stand 30. September 2010 bzw. 2009 | 2.173 | 2.173 |
scroll
| in Stück | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Stand 1. Oktober 2009 bzw. 2008 | 1.086.742.805 | 749.742.805 |
| Kapitalerhöhung vom 5. August 2009 | - | 322.826.964 |
| Kapitalerhöhung vom 11. August 2009 | - | 14.173.036 |
| Stand 30. September 2010 bzw. 2009 | 1.086.742.805 | 1.086.742.805 |
Das Grundkapital der IF AG betrug zum 30. September 2010 €2.173.484.170. Es ist eingeteilt in 1.086.742.085 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2,00 am Grundkapital.
Am 5. August 2009 hatte die IF AG in einem ersten Schritt ihr Grundkapital unter vollständiger Ausnutzung des von der Hauptversammlung am 15. Februar 2007 beschlossenen Genehmigten Kapitals 2007 sowie unter teilweiser Ausnutzung des von der Hauptversammlung am 12. Februar 2009 beschlossenen Genehmigten Kapitals 2009/I um €645.653.928 durch Ausgabe von 322.826.964 Aktien erhöht. Die neuen Aktien wurden den Aktionären der IF AG in einem Verhältnis von je vier neuen für neun alte Aktien zum Bezug angeboten. Nach Eintragung des ersten Schritts der Kapitalerhöhung betrug das Grundkapital €2.145.138.098. In einem zweiten Schritt wurde das Grundkapital der IF AG am 11. August 2009 unter vollständiger Ausnutzung des von der Hauptversammlung am 12. Februar 2009 beschlossenen Genehmigten Kapitals 2009/I um weitere €28.346.072 durch Ausgabe von 14.173.036 Aktien erhöht. Die neuen Aktien wurden Admiral Participations (Luxembourg) S.a.r.l. zum Bezug angeboten. Durch die Kapitalerhöhung erhöhte sich das Grundkapital um insgesamt €674 Millionen auf nun €2.173.484.170.
Im Geschäftsjahr 2010 wurden keine neuen Aktien ausgegeben.
Das Grundkapital wurde von den Aktionären vollständig eingezahlt. Die bis zum 30. September 2010 ausgegebenen Aktien sind für das Geschäftsjahr 2010 voll gewinnberechtigt.
Zum Stichtag 30. September 2010 sieht die Satzung der IF AG zwei Genehmigte Kapitalia über insgesamt bis zu €688 Millionen vor:
Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 8 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €648 Millionen durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahres ihrer Ausgabe gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/I). Dabei ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen.
Der Vorstand der IF AG hat sich allerdings zum Schutz der Aktionäre vor Verwässerung verpflichtet, von dieser Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts sowohl bei Bar-als auch bei Sachkapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital 2010/I nur bis zu einem Betrag von insgesamt maximal 10 Prozent des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung bzw. -falls dieser Wert geringer sein sollte -des zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals Gebrauch zu machen. Eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts in Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2010/I ist damit derzeit auf maximal €217.348.417, entsprechend 108.674.208 Stückaktien, beschränkt.
Gemäß § 4 Abs. 9 der Satzung ist der Vorstand außerdem ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €40 Millionen durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bareinlagen zum Zwecke der Ausgabe an Mitarbeiter der IF AG oder ihrer Konzernunternehmen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/II). Dabei ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.
Am 5. Juni 2003 hatte die IF AG (als Bürgin) durch ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V. (als Emittentin) eine im Jahr 2010 fällige nachrangige Wandelanleihe zum Nennwert von €700 Millionen im Rahmen eines verbindlichen Angebots an institutionelle Investoren in Europa begeben. Die Schuldverschreibungen konnten über die Laufzeit auf Anforderung in ursprünglich maximal 68,4 Millionen Aktien der IF AG umgewandelt werden, wobei der ursprüngliche Wandlungspreis €10,23 je Aktie betrug. Nach der Kapitalerhöhung der IF AG im August 2009 ist der Wandlungspreis auf Basis einer Verwässerungsschutzklausel auf €9,14 angepasst worden. Die Wandelanleihe verzinste sich mit 5,0 Prozent pro Jahr. Nach Rückkäufen in den vorangegangenen Jahren betrug der ausstehende Nominalwert dieser Anleihe zum 30. September 2009 €448 Millionen. Im Geschäftsjahr 2010 hat die Infineon Technologies Holding B.V. als Emittentin die noch ausstehenden Beträge der Wandelanleihe vollständig zurückgekauft und zurückgezahlt.
Am 26. Mai 2009 begab die IF AG (als Garantin) durch ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V. eine im Jahr 2014 fällige nachrangige Wandelanleihe zum Nennwert in Höhe von €196 Millionen mit einem Disagio von 7,2 Prozent im Rahmen eines Angebots an institutionelle Investoren in Europa. Die Wandelanleihe kann jederzeit während der Laufzeit in maximal 74,9 Millionen Aktien der IF AG umgewandelt werden, wobei der Wandlungspreis €2,61 je Aktie betrug. Nach der Kapitalerhöhung der IF AG im August 2009 ist der Wandlungspreis auf Basis einer Verwässerungsschutzklausel auf €2,33 angepasst worden. Die Wandelanleihe verzinst sich mit 7,5 Prozent pro Jahr. Die Wandelanleihe ist unbesichert und steht gleichrangig mit allen gegenwärtigen und künftigen nachrangigen Verbindlichkeiten der IF AG. Die Zinskupons der Anleihe sind besichert und nachrangig. Die IF AG hat sich verpflichtet, solange die Anleihe aussteht, keine weiteren Sicherheiten aus ihrem Vermögen zu bestellen, ohne dass die Anleihegläubiger gleichrangig an dieser Sicherheit teilnehmen. Die Anleihe beinhaltet für die Gläubiger bei einem definierten Kontrollwechsel der IF AG das Recht auf Rückzahlung. Die IF AG kann die ausstehenden Anleihen nach zweieinhalb Jahren vorzeitig zum Nennbetrag, zuzüglich bis zum Rückzahlungstag aufgelaufener Zinsen zuzüglich des Barwerts aller noch ausstehenden Zinszahlungen bis Fälligkeit, zurückzahlen, wenn der Kurs der Aktie der IF AG an 15 Handelstagen innerhalb eines Zeitraums von 30 aufeinanderfolgenden Handelstagen 150 Prozent des Wandelpreises übersteigt. Die Wandelanleihe wird an der Frankfurter Wertpapierbörse im Freiverkehr gehandelt.
Im Jahr 2001 verabschiedete die Hauptversammlung einen internationalen Aktienoptionsplan ("Long-Term-Incentive-Plan 2001"), der den Aktienoptionsplan 1999 ablöst. Optionen, die auf Grundlage des Aktienoptionsplans 1999 ausgegeben wurden, behalten ihre Wirksamkeit zu den damaligen Ausgabekonditionen, allerdings werden keine weiteren Optionen aus diesem Plan mehr ausgegeben. Entsprechend den Bedingungen des Aktienoptionsplans von 2001 konnten insgesamt bis zu 51,5 Millionen Optionen innerhalb einer Fünfjahresfrist gewährt werden. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 105 Prozent des durchschnittlichen Aktienkurses während der fünf Handelstage vor Gewährung der Option. Die Optionsrechte können innerhalb von sieben Jahren ausgeübt werden, sofern seit der Ausgabe der jeweiligen Optionsrechte zwischen zwei und vier Jahren vergangen sind und der Aktienkurs der IF AG den Ausübungspreis an mindestens einem Handelstag erreicht hat.
Nach den Regelungen des Aktienoptionsplans von 2001 entschied der Aufsichtsrat jährlich innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung des Konzernabschlusses über die Zahl der dem Vorstand zu gewährenden Optionen. Im gleichen Zeitraum hat der Vorstand entschieden, wie viele Optionen an bezugsberechtigte Mitarbeiter gewährt werden.
Im Jahr 2006 verabschiedete die Hauptversammlung einen Aktienoptionsplan 2006 ("SOP 2006"), der den Aktienoptionsplan 2001 ablöst. Gemäß den Bedingungen des SOP 2006 kann die IF AG innerhalb von drei Jahren bis zu 13 Millionen Optionen ausgeben. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienpreises während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option. Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn die Entwicklung des IF AG-Aktienkurses den vergleichbaren Philadelphia Semiconductor Index ("SOX") an drei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens einmal innerhalb der Laufzeit der Option übersteigt. Die ausgegebenen Optionen können innerhalb von sechs Jahren nach der Ausgabe ausgeübt werden, jedoch nur, wenn seit der Ausgabe der jeweiligen Optionsrechte drei Jahre vergangen sind und der Aktienkurs an mindestens einem Handelstag während der Laufzeit den Ausgabepreis erreicht hat.
Nach den Regelungen des SOP 2006 entscheidet der Aufsichtsrat jährlich innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung des Konzernabschlusses oder innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung der Konzernergebnisse für das erste oder zweite Quartal, spätestens jedoch bis zwei Wochen vor dem Ende des zum Zeitpunkt der Zuteilung laufenden Quartals über die Zahl der dem Vorstand zu gewährenden Optionen. Der Vorstand entscheidet im gleichen Zeitraum über die Zahl der an bezugsberechtigte Mitarbeiter zu gewährenden Optionen.
Im Jahr 2010 verabschiedete die Hauptversammlung einen Aktienoptionsplan 2010 ("SOP 2010"), der den Aktienoptionsplan 2006 ablöst. Gemäß den Bedingungen des SOP 2010 kann die IF AG innerhalb von drei Jahren bis zu 12 Millionen Optionen ausgeben. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienpreises während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option.
Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn der IF AG-Aktienkurs sich besser entwickelt als der SOX. Hierzu werden zunächst als jeweilige Referenzwerte (100 Prozent) die arithmetischen Durchschnitte der IF AG-Aktienkurse und der Tagesendstände des SOX während eines Dreimonatszeitraums nach der Ausgabe der Bezugsrechte gebildet. Während eines Zeitraumes, der ein Jahr nach Ausgabe der Bezugsrechte beginnt und bis zum Ende ihrer Laufzeit dauert, muss der IF AG-Aktienkurs den SOX (Tagesendstand), gemessen an den jeweiligen Referenzwerten, sodann mindestens einmal an mindestens zehn aufeinander folgenden Handelstagen übertreffen. Die vorstehende Vergleichsrechnung ist für jede Ausgabe von Bezugsrechten mit entsprechend angepassten Referenzwerten durchzuführen.
Nach der Regelung des SOP 2010 entscheidet der Aufsichtsrat jährlich innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung des Konzernabschlusses oder innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung der Konzernergebnisse für das erste, zweite oder dritte Quartal über die Zahl der dem Vorstand zu gewährenden Optionen, spätestens jedoch bis zwei Wochen vor dem Ende des zum Zeitpunkt der Zuteilung laufenden Quartals. Der Vorstand entscheidet im gleichen Zeitraum über die Zahl der an bezugsberechtigte Mitarbeiter zu gewährenden Optionen.
Zur Bedienung der Optionsrechte, die unter dem Long-Term-Incentive-Plan 2001, dem SOP 2006 und dem SOP 2010 begeben wurden oder begeben werden, stehen verschiedene Bedingte Kapitalia zur Verfügung. Die IF AG kann jedoch den Bezugsberechtigten anbieten, anstelle von Aktien aus dem hierfür zur Verfügung stehenden Bedingten Kapital wahlweise eigene Aktien der IF AG zu erwerben oder einen Barausgleich zu erhalten.
Die Aktienoptionspläne von 2001 und 2006 zum 30. September 2008 sowie ihre Änderungen innerhalb der Geschäftsjahre 2009 und 2010 stellen sich wie folgt dar (Anzahl der Optionen in Millionen Stück, Ausübungspreis in Euro, innerer Wert in Millionen Euro):
scroll
| Anzahl der Optionen | Durchschnittlicher Ausübungspreis | Durchschnittliche Restlaufzeit (in Jahren) | Gesamter innerer Wert | |
|---|---|---|---|---|
| Ausstehende Optionen zum 30. September 2008 | 33,2 | 12,30 | 2,28 | - |
| Gewährte Optionen | 2,6 | - | - | - |
| Ausgeübte Optionen | - | - | - | - |
| Verfallene und ausgelaufene Optionen | -12,1 | 16,28 | - | - |
| Ausstehende Optionen zum 30. September 2009 | 23,7 | 9,18 | 2,23 | 3,0 |
| Ausübbar gewordene Optionen und zu erwartende ausübbare Optionen, abzüglich erwarteter verfallener | 23,1 | 9,22 | 2,18 | 2,7 |
| Optionen zum 30. September 2009 | ||||
| Ausübbar zum 30. September 2009 | 17,6 | 9,74 | 1,51 | - |
| Ausstehende Optionen zum 30. September 2009 | 23,7 | 9,18 | 2,23 | 3,0 |
| Gewährte Optionen | - | - | - | - |
| Ausgeübte Optionen | - | - | - | - |
| Verfallene und ausgelaufene Optionen | -8,0 | 9,08 | - | - |
| Ausstehende Optionen zum 30. September 2010 | 15,7 | 9,22 | 1,88 | 5,7 |
| Ausübbar gewordene Optionen und zu erwartende ausübbare Optionen, abzüglich erwarteter verfallener Optionen zum 30. September 2010 | 15,5 | 9,32 | 1,83 | 5,1 |
| Ausübbar zum 30. September 2010 | 13,3 | 10,39 | 1,37 | - |
Die nachfolgende Tabelle fasst die Informationen zu ausstehenden und ausübbaren Aktienoptionen zum 30. September 2010 zusammen (Anzahl der Optionen in Millionen, Ausübungspreis in Euro):
scroll
| Ausstehend | Ausübbar | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Ausübungspreise | Anzahl der Optionen | Durchschnittliche Restlaufzeit (in Jahren) | Durchschnittlicher Ausübungspreis | Anzahl der Optionen | Durchschnittlicher Ausübungspreis |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Unter €5 | 2,4 | 4,68 | 2,72 | - | - |
| €5 - €10 | 7,5 | 1,74 | 8,60 | 7,5 | 8,60 |
| €10 - €15 | 5,8 | 0,89 | 12,68 | 5,8 | 12,68 |
| Summe Aktienoptionen | 15,7 | 1,88 | 9,22 | 13,3 | 10,39 |
In den Geschäftsjahren zum 30. September 2010 und 2009 sind Optionen mit einem gesamten beizulegenden Zeitwert von €8 Millionen und €10 Millionen ausübbar geworden. In den Geschäftsjahren zum 30. September 2010 und 2009 wurden Optionen mit einem gesamten inneren Wert in Höhe von €0 Millionen und €0 Millionen ausgeübt.
Die Veränderungen der nicht ausübbaren Optionen der IF AG im Geschäftsjahr 2009 und 2010 werden in der folgenden Tabelle dargestellt (Anzahl der Optionen in Millionen Stück, Marktpreise in Euro, innerer Wert in Millionen Euro):
scroll
| Anzahl der Optionen | Durchschnittlicher Marktpreis | Durchschnittliche Restlaufzeit (in Jahren) | Gesamter innerer Wert | |
|---|---|---|---|---|
| Nicht ausübbare Optionen zum 30. September 2008 | 6,7 | 2,96 | 4,05 | - |
| Gewährte Optionen | 2,6 | 0,71 | ||
| Ausübbar gewordene Optionen | -2,9 | 3,54 | ||
| Verfallene Optionen | -0,4 | 2,99 | ||
| Nicht ausübbare Optionen zum 30. September 2009 | 6,0 | 1,70 | 4,33 | 3,0 |
| Nicht ausübbare Optionen, die voraussichtlich ausübbar werden | 5,5 | 1,69 | 4,34 | 2,7 |
| Nicht ausübbare Optionen zum 30. September 2009 | 6,0 | 1,70 | 4,33 | 3,0 |
| Gewährte Optionen | - | - | - | - |
| Ausübbar gewordene Optionen | -3,2 | 2,46 | - | - |
| Verfallene Optionen | -0,4 | 2,74 | - | 0,3 |
| Nicht ausübbare Optionen zum 30. September 2010 | 2,4 | 0,71 | 4,68 | 5,7 |
| Nicht ausübbare Optionen, die voraussichtlich ausübbar werden | 2,2 | 0,71 | 4,68 | 5,1 |
Die IF AG ermittelte den beizulegenden Zeitwert einer gewährten Aktienoption aus dem Long-Term-Incentive-Plan 2001 zum Ausgabezeitpunkt mittels des Black-Scholes-Optionspreismodells. Für die vor dem 1. Oktober 2005 gewährten Optionen nutzte die IF AG historische Volatilitäten, um den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter gewährten Aktienoptionen zu schätzen. Für Optionen die nach dem 1. Oktober 2005 gewährt wurden, nutzt die IF AG eine Kombination von impliziter Volatilität von gehandelten Optionen auf die Aktie der IF AG und historischer Volatilität, um den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter gewährten Aktienoptionen zu schätzen, da die IF AG der Ansicht ist, dass diese Methode die zukünftige erwartete Volatilität der Aktie besser darstellt. Die erwartete Laufzeit der gewährten Optionen wurde aufgrund der historischen Erfahrungen geschätzt.
Die IF AG ermittelte den beizulegenden Zeitwert einer gewährten Aktienoption aus dem Aktienoptionsplan 2006 zum Ausgabezeitpunkt mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells. Dieses Modell berücksichtigt die Ausübungsbedingung in Bezug auf die Entwicklung des SOX und den Einfluss auf den beizulegenden Zeitwert der Aktienoptionen. Die IF AG nutzt eine Kombination von impliziter Volatilität von gehandelten Optionen auf die Aktie der IF AG und historischer Volatilität, um den beizulegenden Zeitwert der an Mitarbeiter gewährten Aktienoptionen zu schätzen, da die IF AG der Ansicht ist, dass diese Methode die zukünftige erwartete Volatilität der Aktie besser darstellt. Die erwartete Laufzeit der gewährten Optionen wurde mittels eines Monte-Carlo-Simulationsmodells geschätzt.
Der Verfall von Optionen, die vor dem 1. Oktober 2005 gewährt wurden, wird auf Basis von historischen Erfahrungen geschätzt und zum Zeitpunkt des Verfalls erfasst. Der risikofreie Zins beruht auf der Rendite von Bundesanleihen mit einer vergleichbaren Laufzeit zum Gewährungszeitpunkt der Optionen. Die IF AG hat im Geschäftsjahr zum 30. September 2010 keine Dividende gezahlt.
In der folgenden Tabelle sind die durchschnittlichen Annahmen zur Marktpreisbewertung für das Geschäftsjahr 2009 dargestellt, da es im Geschäftsjahr 2010 keine Ausgabe von Aktienoptionen gab:
scroll
| 2009 | |
|---|---|
| Durchschnittliche Annahmen: | |
| Risikofreier Zinssatz | 1,88% |
| Erwartete Volatilität der Aktie | 67% |
| Erwartete Volatilität des SOX | 36% |
| Verfallrate pro Jahr | 3,40% |
| Dividendenertrag | 0% |
| Erwartete Laufzeit in Jahren | 3,20 |
| Durchschnittlicher beizulegender Zeitwert pro Option zum Gewährungszeitpunkt in € | 0,71 |
Zum 30. September 2010 hatte die IF AG noch nicht realisierte Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen für noch nicht ausübbare Aktienoptionen in Höhe von €1 Millionen, die voraussichtlich über einen durchschnittlichen Zeitraum von 1,68 Jahren erfasst werden.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Stand 1. Oktober 2009 bzw. 2008 | 7.016 | 6.930 |
| Einstellung aus Kapitalerhöhungen | - | 51 |
| Einstellung aus Begebung der Wandelanleihe | - | 32 |
| Aufwand aus Aktienoptionen analog § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB | - | 3 |
| Entnahme aus der Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB | -3.063 | - |
| Entnahme aus der Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB | -2.825 | - |
| Stand 30. September 2010 bzw. 2009 | 1.128 | 7.016 |
Durch Barkapitalerhöhungen vom 5. August 2009 und 11. August 2009 hat sich die Kapitalrücklage im Vorjahr um €51 Millionen erhöht.
Die IF AG hat am 18. Mai 2009 durch die Infineon Technologies Holding B.V. eine nachrangige, durch die IF AG vollständig und unwiderruflich garantierte Wandelschuldverschreibung über €196 Millionen platziert. Der Wert des in der Wandelanleihe enthaltenen Wandlungsrechts wurde nach finanzmathematischen Bewertungsmethoden mit €32 Millionen ermittelt und nach § 272 Abs. 2 Nr. 2 HGB im Vorjahr in die Kapitalrücklage eingestellt.
Aus der Ausübung von Aktienoptionsrechten, die Mitarbeitern durch den "Infineon Technologies AG 2001 International Long Term Incentive Plan" eingeräumt wurden, resultiert im Vorjahr ein Aufwand in die Kapitalrücklage in Höhe von €3 Millionen.
Das im Handelsregister eingetragene Bedingte Kapital der IF AG beträgt €631,5 Millionen. Es setzt sich aus insgesamt sechs Bedingten Kapitalia zusammen:
| ― | Bedingtes Kapital I (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 1999/I") gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung um bis zu €34,6 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 17,3 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen des Aktienoptionsplans 2001 der IF AG verwendet werden kann; |
| ― | Bedingtes Kapital III (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 2001/I") gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung um bis zu €29 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 14,5 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen der Aktienoptionspläne 2001 und 2006 der IF AG verwendet werden kann; |
| ― | Bedingtes Kapital 2002 (eingetragen im Handelsregister als "Bedingtes Kapital 2007/II") gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung um bis zu €134 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 67 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber der Wandelanleihe, die im Mai 2009 begeben wurde, verwendet werden kann; |
| ― | Bedingtes Kapital 2009/I gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung um bis zu €149,9 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 74,95 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber der Wandelanleihe, die im Mai 2009 begeben wurde, verwendet werden kann; |
| ― | Bedingtes Kapital 2010/I gemäß § 4 Abs. 10 der Satzung um bis zu €24 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 12 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien im Rahmen des Aktienoptionsplans 2010 der IF AG verwendet werden kann; |
| ― | Bedingtes Kapital 2010/II gemäß § 4 Abs. 11 der Satzung um bis zu €260 Millionen, das durch Ausgabe von bis zu 130 Millionen neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien zur Gewährung von Rechten an die Inhaber von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die bis zum 10. Februar 2015 begeben werden können, verwendet werden kann. |
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Gesetzliche Rücklagen nach § 150 Abs. 1 AktG | 32 | 32 |
| 32 | 32 |
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| § 4 Fördergebietsgesetz | 1 | 1 |
| 1 | 1 |
Der Sonderposten beinhaltet erfolgsneutral eingestellte Positionen gemäß § 4 Fördergebietsgesetz. Diese lösen sich ratierlich entsprechend der Nutzungsdauer der betroffenen Vermögensgegenstände ertragswirksam auf.
Die Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens über €0,08 Millionen sind in der Position Sonstige betriebliche Erträge der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Pensionsrückstellungen | 434 | 345 |
| 434 | 345 |
Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgte nach der "Projected Unit Credit Method" gemäß den IFRS-Vorschriften (IAS 19).
Der dort ermittelte Barwert der zum Bewertungsstichtag erdienten Pensionsansprüche bezeichnet sich als Defined Benefit Obligation ("DBO") und beruht auf einem versicherungsmathematischen Gutachten, welches einen Rechnungszinssatz von 4,33 Prozent p. a. (Vorjahr: 5,75 Prozent), eine Gehaltsdynamik von 2,0 Prozent p. a. (Vorjahr: 2,0 Prozent) und eine Rentendynamik von 2,0 Prozent p. a. (Vorjahr: 2,0 Prozent) ansetzt.
Die Ermittlung der Sterbe- und Invalidisierungswahrscheinlichkeiten erfolgte unter Zugrundelegung der "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Die betriebliche Fluktuation ist ebenfalls berücksichtigt.
scroll
| € in Millionen 2010 | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 54 | 26 |
| 54 | 26 |
Die Steuerrückstellungen umfassen insbesondere Steuern vom Einkommen und vom Ertrag für noch nicht veranlagte Jahre.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Sonstige Rückstellungen | 574 | 476 |
| 574 | 476 |
Die sonstigen Rückstellungen entfallen auf abgegrenzte Aufwendungen aus dem Personal- und Sozialbereich, Gewährleistungen, unrealisierte Bewertungsverluste aus Devisentermingeschäften, Restrukturierungskosten, andere Risikovorsorgen, Rückstellungen aufgrund der Insolvenz der Qimonda AG sowie der Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG (€95 Millionen) sowie andere Rückstellungen aus dem laufenden Geschäft.
scroll
| Gesamtbetrag | Davon mit einer Restlaufzeit | Gesamtbetrag | |||
|---|---|---|---|---|---|
| € in Millionen | 2010 | bis zu einem Jahr | zwischen einem und fünf Jahren | von mehr als fünf Jahren | 2009 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 9 | - | 9 | - | 8 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 289 | 283 | 6 | - | 173 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 1.514 | 1.319 | 195 | - | 2.244 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 7 | 7 | - | - | 9 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 47 | 47 | - | - | 51 |
| davon aus Steuern | 9 | 9 | |||
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | - | - | |||
| 1.866 | 1.656 | 210 | - | 2.485 |
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Lieferungs- und Leistungsverkehr | 117 | 121 |
| Konzerninterner Verrechnungsverkehr | 1.397 | 2.123 |
| 1.514 | 2.244 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements sowie aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit in- und ausländischen Tochtergesellschaften entstanden sind.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Lieferungs- und Leistungsverkehr | 7 | 9 |
| 7 | 9 |
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, handelt es sich um Verbindlichkeiten, die aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr entstanden sind.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Verpflichtungen aus einem geschlossenen Vergleich mit indirekten Kunden zur Beilegung kartellrechtlicher Angelegenheiten | 21 | - |
| Verpflichtungen aus Lohn- und Gehaltsabrechnungen | 11 | 20 |
| Noch abzuführende Lohn - und Kirchensteuer | 9 | 9 |
| Verpflichtungen aus der Einigung mit dem US-Bundesjustizministerium zur Beilegung kartellrechtlicher Angelegenheiten | - | 18 |
| Sonstige | 6 | 4 |
| 47 | 51 | |
| davon aus Steuern | 9 | 9 |
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | - | - |
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Rechnungsabgrenzungsposten | 93 | 52 |
| 93 | 52 |
Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Ausgleichszahlungen und Einzahlungen aus Lizenz- und Entwicklungsverträgen, die vereinbarte Leistungen der IF AG in zukünftigen Geschäftsjahren betreffen.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 564 | 419 |
| Soziale Abgaben und Aufwendung für Unterstützung | 72 | 78 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 114 | 73 |
| 750 | 570 |
Die Löhne und Gehälter beinhalten unter anderem Fertigungslöhne, Gehälter, Abfindungen, Urlaubs- und Sondervergütungen sowie die Veränderung von Personalrückstellungen.
Die sozialen Abgaben enthalten insbesondere den Arbeitgeberanteil der Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherungsbeiträge.
In den Aufwendungen für Altersversorgung sind unter anderem Aufwendungen aus der Anpassung der Pensionsrückstellungen enthalten. Die Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr erklärt sich im Wesentlichen durch die Veränderung des Rechnungszinssatzes von 5,75 Prozent im Vorjahr auf 4,33 Prozent im Berichtsjahr.
Die durchschnittliche Anzahl und die Struktur der Mitarbeiter der IF AG zeigen die folgenden Übersichten:
scroll
| Anzahl 2010 | Anzahl 2009 | |
|---|---|---|
| Neubiberg | 3.450 | 3.906 |
| Regensburg | 1.920 | 2.095 |
| Warstein | 755 | 751 |
| Sonstige | 378 | 415 |
| Gesamt | 6.503 | 7.167 |
| Leitende Angestellte | 266 | 287 |
| Außertarifliche Angestellte | 2.480 | 2.651 |
| Tarifangestellte | 2.524 | 2.836 |
| Summe Angestellte | 5.270 | 5.774 |
| Gewerbliche Mitarbeiter | 1.233 | 1.393 |
| Gesamt | 6.503 | 7.167 |
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 3.836 | 2.765 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 513 | 490 |
| 4.349 | 3.255 |
Die IF AG schließt Geschäfte über Derivate einschließlich Zins-Swap-Vereinbarungen, Fremdwährungstermin- und Optionsgeschäften ab. Ziel dieser Transaktionen ist die Verringerung der Marktrisiken aus Veränderungen von Zinssätzen und Währungsrelationen für die in Fremdwährung lautenden Zahlungsströme. Derivative Finanzinstrumente werden bei der IF AG nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt.
Die Nominal- und Marktwerte der von der IF AG zum 30. September 2010 gehaltenen Derivate sind im Folgenden dargestellt:
scroll
| Nominalbetrag Restlaufzeiten | Marktwert Restlaufzeiten | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| € in Millionen | bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | >5 Jahre | Summe | bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Devisenbezogene Instrumente | ||||||
| Devisenoptionen | 1.061 | 1.061 | 47 | |||
| Devisentermingeschäfte : | ||||||
| Kauf EURO, Verkauf Fremdwährung | 569 | - | - | 569 | 26 | |
| Verkauf EURO, Kauf Fremdwährung | 134 | - | - | 134 | -5 | |
| 1.764 | - | - | 1.764 | 68 | - |
scroll
| Marktwert Restlaufzeiten | ||
|---|---|---|
| € in Millionen | >5 Jahre | Summe |
| --- | --- | --- |
| Devisenbezogene Instrumente | ||
| Devisenoptionen | 47 | |
| Devisentermingeschäfte : | ||
| Kauf EURO, Verkauf Fremdwährung | 26 | |
| Verkauf EURO, Kauf Fremdwährung | -5 | |
| - | 68 |
Die Nominalwerte stellen die unsaldierte Summe aller Kauf- und Verkaufskontrakte der derivativen Finanzgeschäfte dar. Die Marktwerte von Devisentermingeschäften werden auf der Basis von aktuellen Referenzkursen der Europäischen Zentralbank unter Berücksichtigung von Terminauf- bzw. Terminabschlägen bestimmt. Die Marktwerte (Gewinne und Verluste) der Währungssicherungskontrakte werden in saldierter Form dargestellt. Devisen- und Zinsoptionen werden nach der Barwertmethode bewertet. Der Ausweis von Devisenoptionen erfolgt zu Marktwerten.
Die Nominalwerte der ausstehenden Finanzderivate in Fremdwährung werden zum Jahresstichtagskurs in Euro umgerechnet.
Die nachstehenden Buchwerte sind den Posten der Bilanz (Sonstige Vermögensgegenstände und Sonstige Rückstellungen) entnommen.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Aktivposten | ||
| Währungssicherungskontrakte | 18 | - |
| Zinssicherungskontrakte | - | 5 |
| Passivposten | ||
| Währungssicherungskontrakte | -5 | -6 |
| 13 | -1 |
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Garantie aus Wandelschuldverschreibungen | 196 | 643 |
| Kreditbürgschaften zugunsten verbundener Unternehmen und Beteiligungen | 244 | 276 |
| Mietgarantien | 45 | 40 |
| Kreditbürgschaften im Zusammenhang mit Fördermaßnahmen | 22 | 19 |
| Sonstige | 1 | 3 |
| 508 | 981 | |
| Davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 508 | 980 |
Am Bilanzstichtag bestehen nicht bilanzierte Zahlungsverpflichtungen aus Leasingverträgen für Immobilienobjekte sowie aus langfristigen Mietverträgen für Anlagengegenstände. Nach den vertraglichen Bedingungen sind der IF AG die Leasingobjekte nicht als wirtschaftliches Eigentum zuzurechnen. Die Verpflichtungen aus den geschlossenen Leasing- und Mietverträgen belaufen sich innerhalb des nächsten Jahres auf €41 Millionen, für den Zeitraum zwischen zwei und fünf Jahren auf insgesamt €154 Millionen und für den Zeitraum über fünf Jahre auf €370 Millionen.
Am Bilanzstichtag bestehen zusätzlich nicht bilanzierte Verpflichtungen aus langfristigen Einkaufsverträgen. Diese belaufen sich innerhalb des nächsten Jahres auf €587 Millionen und für den Zeitraum zwischen zwei und fünf Jahren auf insgesamt €213 Millionen und für den Zeitraum über fünf Jahre auf €0 Millionen.
Die IF AG ist an einer Reihe von Gerichts- und Schiedsverfahren beteiligt, die mit der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zusammenhängen. Diese betreffen unter anderem den Vorwurf nicht ordnungsgemäß erbrachter Lieferungen und Leistungen, Patentverletzungen und Schadenersatzklagen. Außerdem ist die IF AG Partei von kartellrechtlichen Ermittlungsverfahren und zivilrechtlichen Schadenersatzklagen wegen angeblicher Kartellrechtsverletzungen sowie von einer in den USA anhängigen Aktionärsklage. Die Rechtsberatungskosten zur Abwehr der geltend gemachten Ansprüche wurden als Rückstellungen für Prozessrisiken berücksichtigt. Obwohl die Ergebnisse dieser Verfahren nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden können, kann die IF AG nicht ausschließen, dass die daraus resultierenden möglichen Verpflichtungen wesentliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der IF AG haben werden.
Bezüglich etwaiger weiterer finanzieller Verpflichtungen aufgrund der Eröffnung des Insolvenzverfahrens der Qimonda AG wird auf den Lagebericht (Risikobericht) verwiesen.
Die übrigen finanziellen Verpflichtungen liegen im geschäftsüblichen Rahmen.
Die IF AG geht im normalen Geschäftsbetrieb Transaktionen mit Tochterunternehmen und anderen verbundenen Unternehmen ein ("nahestehende Unternehmen"). Nahestehende Personen sind Personen in Schlüsselpositionen des Unternehmens wie Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats ("nahestehende Personen"). Diese beziehen nur Vergütungen im Rahmen ihrer Tätigkeit.
Die IF AG bezieht bestimmte Vorprodukte von und verkauft bestimmte Produkte an nahestehende Unternehmen. Diese Käufe von und Verkäufe an nahestehende Unternehmen orientieren sich grundsätzlich an Herstellungskosten zuzüglich einer Gewinnmarge.
Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzforderungen und sonstigen Forderungen gegen Tochtergesellschaften und andere verbundene Unternehmen in Höhe von insgesamt jeweils €382 Millionen bzw. €556 Millionen zum 30. September 2010 und 2009.
Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen bestehen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, aus Finanzverbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Tochtergesellschaften und anderen verbundenen Unternehmen in Höhe von insgesamt €1.521 Millionen und €2.253 Millionen zum 30. September 2010 und 2009.
Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegen nahestehende Unternehmen zum 30. September 2010 und 2009 werden zunächst nach Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften, an denen die IF AG beteiligt ist, unterteilt. Anschließend werden die Forderungen gegen und die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen nach Art und Weise des Geschäftsvorfalls unterschieden. Die als Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesenen Beträge resultieren aus dem Kauf beziehungsweise Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Finanzforderungen und -verbindlichkeiten beinhalten die gewährten und geschuldeten Beträge aus Darlehen sowie die zu Interbankensätzen aufgelaufenen Zinsen.
Die Umsätze mit nahestehenden Unternehmen betrugen insgesamt €3.730 Millionen und €2.673 Millionen in den Geschäftsjahren 2010 und 2009, wohingegen die Bezüge von nahestehenden Unternehmen €1.390 Millionen und €1.215 Millionen in den Geschäftsjahren 2010 und 2009 betrugen.
Im Geschäftsjahr 2010 erhielten die aktiven Mitglieder des Vorstands der Infineon Technologies AG für ihre Tätigkeit eine fixe Vergütung in Höhe von €4,1 Millionen (Vorjahr: €3,6 Millionen). Angesichts der wirtschaftlichen Situation hatten die Mitglieder des Vorstands im Februar 2009 für das Geschäftsjahr 2009 auf einen Teil ihres Fixgehalts verzichtet (der Vorstandssprecher auf 20 Prozent, die anderen Vorstandsmitglieder auf 10 Prozent); ein erfolgsabhängiger Bonus wurde im Geschäftsjahr 2009 nicht gezahlt. Im Geschäftsjahr 2010 wurde wieder das volle Gehalt gezahlt und die Vorstandsmitglieder haben für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2009 außerdem einen erfolgsabhängigen Bonus in Höhe von jeweils €0,79 Millionen (Dr. Schröter €0,78 Millionen) erhalten. Die Gesamtbarvergütung für die derzeitigen Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2010 beträgt daher €7,2 Millionen (Vorjahr: €3.6 Millionen). Im Geschäftsjahr 2009 wurden an Mitglieder des Vorstands keine Aktienoptionen ausgegeben. Für das Geschäftsjahr 2010 wurden den Mitgliedern des Vorstands vom Aufsichtsrat am 22. November 2010 insgesamt 440.000 Aktienoptionen zugeteilt.
Die Barvergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Infineon Technologies AG betrug im Geschäftsjahr 2010 insgesamt €0,5 Millionen (Vorjahr: €0,5 Millionen). Im Geschäftsjahr 2009 wurden keine Wertsteigerungsrechte ausgegeben. Im üblichen Zuteilungszeitraum im Dezember 2010 erhalten die Aufsichtsräte jeweils 1.500 Wertsteigerungsrechte, wie sie der für die Gesellschaft geltende, von der Hauptversammlung genehmigte Aktienoptionsplan 2010 vorsieht.
An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2010 Gesamtbezüge (Abfindungen und Versorgungsleistungen) von €3,4 Millionen ausbezahlt (Vorjahr: €1,8 Millionen). Hierin enthalten ist die erste Rate der an Herrn Dr. Schröter gezahlten Abfindung in Höhe von €1,8 Millionen.
Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstands betrugen zum 30. September 2010 insgesamt €36,6 Millionen (Vorjahr: €27 Millionen).
Weder die Infineon Technologies AG noch eines ihrer Tochterunternehmen hat ein Darlehen an Mitglieder des Aufsichtsrats oder des Vorstands gewährt.
Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a Satz 5 bis 9 HGB wird auf die Ausführungen im Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des Konzernlageberichts ist.
Als Vorstand der Gesellschaft waren folgende Herren derzeit bestellt beziehungsweise berufen:
scroll
| Name | Alter | Ende der Amtszeit | Beruf | Mitgliedschaft in weiteren Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen in dem zum 30. September 2010 endenden Geschäftsjahr |
|---|---|---|---|---|
| Peter Bauer | 50 | 30. September 2011 | Vorsitzender des Vorstands, Chief Executive Officer | Mitglied des Board of Directors • Infineon Technologies China Co., Ltd., Shanghai, Volksrepublik China • Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur (Vorsitzender) • Infineon Technologies North America Corp., Wilmington, Delaware, USA (Vorsitzender) • Infineon Technologies Japan K.K., Tokio, Japan |
| Prof. Dr. Hermann Eul | 51 | 31. August 2012 | Mitglied des Vorstands, Executive Vice President | Mitglied des Aufsichtsrats • 7Layers AG, Ratingen (bis zum 12. Oktober 2009) • Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich |
| Dr. Reinhard Poss | 54 | 31. Mai 2012 | Mitglied des Vorstands, Executive Vice President | Vorsitzender des Aufsichtsrats • Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich • Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden Mitglied des Board of Directors • Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia (Vorsitzender) |
| Dr. Marco Schröter | 47 | 4. August 2010 | Mitglied des Vorstands, Executive Vice President, Finanzvorstand sowie Arbeitsdirektor | Mitglied des Aufsichtsrats: • Infineon Technologies Austria AG, Villach, Österreich (bis zum 5. August 2010) Mitglied des Board of Directors • Infineon Technologies Asia Pacific Pte., Ltd., Singapur (bis zum 5. August 2010) • Infineon Technologies China Co., Ltd., Shanghai, Volksrepublik China (bis zum 5. August 2010) • Infineon Technologies North America Corp., Wilmington, Delaware, USA (bis zum 5. August 2010) |
Die Mitglieder des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2010, deren Position im Aufsichtsrat, deren Beruf, deren hauptsächliche externe Position und deren Alter sind nachfolgend dargestellt:
scroll
| Name | Alter | Ende der Amtszeit | Beruf | Mitgliedschaft in weiteren Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 30. September 2010) |
|---|---|---|---|---|
| Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Klaus Wucherer1 Vorsitzender | 66 | Februar 2015 | Unternehmensberater | Mitglied des Aufsichtsrats • Leoni AG, Nürnberg • SAP AG, Walldorf • Dürr AG, Stuttgart (seit 27. Oktober 2009) • Heitec AG, Erlangen (seit 1. August 2010) |
| Gerd Schmidt2 Stellvertretender Vorsitzender | 56 | Februar 2015 | Vorsitzender des Infineon-Gesamtbetriebsrats (bis 8. Juni 2010) Vorsitzender des Infineon-Betriebsrats Regensburg | |
| Wigand Cramer2 | 57 | Februar 2015 | Gewerkschaftssekretär der IG Metall, Berlin | |
| Alfred Ebl2 | 61 | Februar 2015 | Vorsitzender des Betriebsrats Infineon München-Campeon (bis März 2014) Vorsitzender des Infineon-Gesamtbetriebsrats (seit 8. Juni 2010) | |
| Peter Gruber2 Vertreter der leitenden Angestellten | 49 | Februar 2015 | Leiter Operations Finanzen, Infineon Technologies AG | Mitglied des Aufsichtsrats • Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden Mitglied der Gesellschafterdelegation • Comneon GmbH, Nürnberg (bis 18. März 2010) • COMNEON Electronic Technology GmbH, Linz, Österreich (bis 9. Juli 2010) Mitglied des Board of Directors • ALTIS Semiconductor S.N.C., Essonnes, Frankreich (bis 12. August 2010) • Infineon Technologies Savan Ltd., Netanya, Israel (Amt ruhend) (bis 30. Juni 2010) • Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd., Kulim, Malaysia |
| Gerhard Hobbach2 | 48 | Februar 2015 | Mitglied des Betriebsrats • Infineon München-Campeon | |
| Hans-Ulrich Holdenried (seit 11. Februar 2010) | 59 | Februar 2015 | Unternehmensberater | Mitglied des Aufsichtsrats Integrata AR, Stuttgart (seit 25. Januar 2010) |
| Prof. Dr. Renate Köcher | 58 | Februar 2015 | Geschäftsführerin • Institut für Demoskopie Allensbach GmbH, Allensbach | Mitglied des Aufsichtsrats • Allianz SE, München • MAN AG, München • BMW AG, München |
| Dr. Manfred Puffer | 47 | Februar 2015 | Unternehmensberater | |
| Prof. Dr. rer. nat. Doris Schmitt-Landsiedel | 57 | Februar 2015 | Professorin • Technische Universität München | |
| Jürgen Scholz2 (seit 11. Februar 2010) | 49 | Februar 2015 | 1. Bevollmächtigter der IG Metall, Regensburg | Mitglied des Aufsichtsrats • Krones AG, Neutraubling Mitglied des Verwaltungsrats • BKK BMW AG, Dingolfing |
| Dr. Eckart Sünner | 66 | Februar 2015 | President, Chief Compliance Officer • BASF SE, Ludwigshafen | Mitglied des Aufsichtsrats • K+S AG, Kassel |
1 Die Hauptversammlung 2010 hat Herrn Prof. Wucherer für eine Amtszeit bis zur Hauptversammlung 2015 gewählt, Herr Prof. Wucherer hat aber bereits vor seiner Wahl erklärt, dass er im Falle seiner Wahl das Amt nur bis zur Hauptversammlung 2011ausüben werde
2 Arbeitnehmervertreter
scroll
| Name | Alter | Ende der Amtszeit | Beruf | Mitgliedschaft in weiteren Aufsichtsräten und anderen vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 30. September 2010) |
|---|---|---|---|---|
| Max Dietrich Kley Vorsitzender | 70 | 11. Februar 2010 | Rechtsanwalt | Vorsitzender des Aufsichtsrats • SGL Carbon AG, Wiesbaden Mitglied des Aufsichtsrats • BASF SE, Ludwigshafen • HeidelbergCement AG, Heidelberg |
| Dr. Siegfried Luther | 66 | 11. Februar 2010 | Geschäftsführer • Reinhard Mohn Verwaltungs GmbH, Gütersloh | Mitglied des Aufsichtsrats • WestLB AG, Düsseldorf/Münster • Wintershall Holding AG, Kassel • EVONIK Industries AG, Essen Vorsitzender des Verwaltungsrats • RTL Group S.A., Luxemburg Mitglied des Verwaltungsrats • Compagnie Nationale a Portefeuille S.A., Loverval, Belgien |
| Horst Schuler2 | 58 | 11. Februar 2010 | Stellv. Vorsitzender des Infineon-Gesamtbetriebsrats | |
| Kerstin Schulzendorf2 | 48 | 11. Februar 2010 | Mitglied des Betriebsrats • Infineon Dresden | |
| Alexander Trüby2 | 40 | 11. Februar 2010 | Mitglied des Betriebsrats • Infineon Dresden | Mitglied des Aufsichtsrats • Infineon Technologies Dresden GmbH, Dresden (bis 9. Mai 2010) |
| Arnaud de Weert | 46 | 11. Februar 2010 | Unternehmensberater | Vorsitzender des Aufsichtsrats • Aluminium Norf GmbH, Neuss |
2 Arbeitnehmervertreter
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Klaus Wucherer (Vorsitzender)
Gerhard Hobbach
Hans-Ulrich Holdenried
Gerd Schmidt
Dr. Eckart Sünner (Vorsitzender)
Wigand Cramer
Gerd Schmidt
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Klaus Wucherer
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Klaus Wucherer (Vorsitzender)
Alfred Eibl
Hans-Ulrich Holdenried
Gerd Schmidt
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Klaus Wucherer (Vorsitzender)
Prof. Dr. Renate Köcher
Dr. Manfred Puffer
Prof. Dr. rer. nat. Doris Schmitt-Landsiedel (Vorsitzende)
Alfred Eibl
Peter Gruber
Hans-Ulrich Holdenried
Jürgen Scholz
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Klaus Wucherer
Die IF AG hat von der Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien, die von der Hauptversammlung am 12. Februar 2009 erteilt wurde und am 11. August 2010 ausgelaufen ist, keinen Gebrauch gemacht und im Geschäftsjahr 2010 keine eigenen Aktien erworben. Die IF AG hält zum 30. September 2010 keine eigenen Aktien.
Nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte eines börsennotierten Unternehmens erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies dem Unternehmen und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Ba-Fin) unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von vier Handelstagen, mitzuteilen. Der IF AG wurde das Bestehen folgender Beteiligungen mitgeteilt (die entsprechenden Prozent- und Aktienzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Meldung vorhandene Grundkapital; die Anzahl der Aktien ist der letzten Stimmrechtsmitteilung an Infineon entnommen und kann daher zwischenzeitlich überholt sein):
| ― | Dodge & Cox Investment Managers, San Francisco, USA, hat der IF AG gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 7. August 2009 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil von Dodge & Cox International Stock Fund, San Francisco, USA, an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland, am 5. August 2009 durch Aktien die Schwelle von 10 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 9,88 Prozent (das entspricht 105.919.119 Stimmrechten) beträgt. |
| ― | Dodge & Cox Investment Managers, San Francisco, USA, hat der IF AG gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 7. August 2009 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil von Dodge&Cox, San Francisco, USA, an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland, am 5. August 2009 durch Aktien die Schwelle von 10 Prozent der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 9,95 Prozent (das entspricht 106.771.627 Stimmrechten) beträgt. 9,88 Prozent der Stimmrechte sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG von Dodge & Cox International Stock Fund zuzurechnen, weitere 0,08 Prozent der Stimmrechte sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG von Dodge & Cox Global Stock Fund zuzurechnen, der selbst weniger als 3 Prozent der Stimmrechte hält. |
| ― | Die BlackRock, Inc., New York, USA, hat der IF AG gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 3. Februar 2010 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland, am 29. Januar 2010 die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,11 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 55.553.415 Stimmrechten) betragen hat. 5,11 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 55.553.415 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6, Satz 2 WpHG zuzurechnen. |
| ― | Die Capital Research and Management Company, Los Angeles, USA hat der IF AG gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 10. November 2010 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Infineon Technologies AG, Neubiberg, Deutschland am 5. November 2010 die Schwelle von 3 Prozent der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,02 Prozent (das entspricht 32.845.000 Stimmrechten) betragen hat. 3,02 Prozent der Stimmrechte (das entspricht 32.845.000 Stimmrechten) sind ihr gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG zuzurechnen. |
Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung wurde vom Vorstand und vom Aufsichtsrat abgegeben und dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Sie ist im Internet unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance/Entsprechenserklärung") veröffentlicht.
scroll
| Gesellschaftsname | Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil in % | Eigenkapital in Mio. € |
Jahresergebnis in Mio. € |
Fußnoten |
|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | |||||
| COMNEON GmbH | Nürnberg | 100% | 8,89 | 0,00 | (17) |
| EPOS embedded core & power systems GmbH & Co. KG | Duisburg | 100% | 0,28 | 0,07 | (18) |
| EPOS embedded core & power systems Verwaltungs GmbH | Duisburg | 100% | 0,03 | 0,00 | (18) |
| Guardeonic Solutions GmbH | Neubiberg | 100% | 1,07 | 0,00 | (18) |
| Hitex Development Tools GmbH | Karlsruhe | 100% | 2,16 | 0,00 | (17) |
| Infineon Technologies Alpha AG | Neubiberg | 100% | 0,05 | 0,00 | (18) |
| Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG | Warstein | 60% | 66,90 | 10,83 | |
| Infineon Technologies Bipolar Verwaltungs GmbH | Warstein | 60% | 0,03 | 0,00 | (18) |
| Infineon Technologies Delta GmbH | Neubiberg | 100% | 0,02 | 0,00 | (18) |
| Infineon Technologies Dresden GmbH | Dresden | 100% | 221,58 | 0,00 | (17) |
| Infineon Technologies Dresden Verwaltungs GmbH | Dresden | 100% | 0,04 | 0,00 | (18) |
| Infineon Technologies Fiber Optics GmbH | Neubiberg | 100% | 22,22 | 0,61 | (18) |
| Infineon Technologies Finance GmbH | Neubiberg | 100% | 369,89 | 0,00 | (1) ,(17) |
| Infineon Technologies Mantel 19 GmbH | Neubiberg | 100% | 0,03 | 0,00 | (17) |
| Infineon Technologies Mantel 21 GmbH | Neubiberg | 100% | 0,03 | 0,00 | (17) |
| Infineon Technologies Mantel 22 GmbH | Neubiberg | 100% | 0,03 | 0,00 | |
| Infineon Technologies Mantel 23 GmbH | Neubiberg | 100% | 0,03 | 0,00 | |
| Infineon Technologies Mantel 24 GmbH | Neubiberg | 100% | 0,03 | 0,00 | |
| Infineon Technologies Mantel 25 GmbH | Neubiberg | 100% | 0,03 | 0,00 | (2) |
| Infineon Technologies Pluto GmbH in Liquidation | München | 100% | 0,21 | 0,00 | (18) ,(5) |
| Infineon Technologies Wireless Solutions GmbH | Neubiberg | 100% | 0,03 | 0,00 | (17) |
| Infineon Ventures Beteiligungs-Treuhand GmbH | Neubiberg | 100% | 0,03 | 0,00 | (18) |
| Molstanda Vermietungsgesellschaft mbH | Neubiberg | 94% | 2,26 | 2,33 | (16) |
| OneSpin Solutions Holding GmbH | München | 12% | 1,71 | -0,01 | (16) |
| Qimonda AG in Insolvenz | München | 78% | - | - | (3) ,(4) |
| Qimonda Beteiligungs GmbH | München | 78% | - | - | (3) ,(13) |
| Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG | Dresden | 78% | - | - | (3) ,(13) |
| Qimonda Dresden Verwaltungsgesellschaft mbH in Insolvenz | Dresden | 78% | - | - | (3) ,(13) |
| Qimonda Europe GmbH in Liquidation | München | 78% | - | - | (3) ,(13) |
| Qimonda Flash GmbH in Insolvenz | Dresden | 78% | - | - | (3) ,(13) |
| Qimonda Flash Geschäftsführungs GmbH in Liquidation | Dresden | 78% | - | - | (3) ,(13) |
| Qimonda Solar GmbH | Dresden | 78% | - | - | (3) ,(13) |
| SiCED Electronics Development GmbH & Co. KG | Erlangen | 49% | 3,70 | 0,03 | |
| SiCED Electronics Development Verwaltungsgesellschaft mbH | Erlangen | 49% | 0,03 | 0,00 | (18) |
scroll
| Gesellschaftsname | Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil in % | Eigenkapital in Mio. € |
Jahresergebnis in Mio. € |
Fußnoten |
|---|---|---|---|---|---|
| Europa und Israel | |||||
| Cryptomathic Holding ApS | Arhus, Dänemark | 25% | 1,41 | -0,32 | (19) |
| DICE Danube Integrated Circuit Engineering GmbH | Linz, Österreich | 72% | 0,08 | 0,01 | (5) ,(18) |
| DICE Danube Integrated Circuit Engineering GmbH & Co.KG | Linz, Österreich | 72% | 1,71 | 1,65 | (5) ,(18) |
| Hitex (UK) Limited | Coventry, Großbritannien | 88% | 0,51 | 0,02 | (6) ,(18) |
| Infineon Technologies Austria AG | Villach, Österreich | 100% | 529,62 | 33,58 | (7) ,(18) |
| Infineon Technologies Austria Pensionskasse AG | Villach, Österreich | 100% | 0,57 | -0,06 | (5) ,(16) |
| Infineon Technologies Belgium BVBA in Liquidation | Leuven, Belgien | 100% | 0,02 | 0,01 | (1) ,(4) ,(18) |
| Infineon Technologies Cégled Kft. | Cegled, Ungarn | 100% | 9,59 | 0,31 | (7) ,(18) |
| Infineon Technologies Denmark A/S | Aalborg, Dänemark | 100% | 1,12 | 0,31 | (7) ,(18) |
| Infineon Technologies Flash Ltd. in Liquidation | Netanya, Israel | 78% | - | - | (3) ,(14) |
| Infineon Technologies France S.A.S. | St.-Denis, Frankreich | 100% | 145,78 | -32,82 | (7) ,(18) |
| Infineon Technologies Holding B.V. | Rotterdam, Niederlande | 100% | 2585,14 | 196,95 | (18) |
| Infineon Technologies Investment B.V. | Rotterdam, Niederlande | 100% | 198,57 | -2,46 | (7) ,(18) |
| Infineon Technologies Ireland Ltd. | Dublin, Irland | 100% | 0,40 | 0,08 | (7) ,(18) |
| Infineon Technologies Italia s.r.l. | Mailand, Italien | 100% | 0,67 | 0,25 | (7) ,(18) |
| Infineon Technologies IT-Services GmbH | Klagenfurt, Österreich | 100% | 4,65 | 2,03 | (5) ,(18) |
| Infineon Technologies Latvia SIA in Liquidation | Riga, Lettland | 100% | 0,04 | 0,04 | (7) ,(18) |
| Infineon Technologies Nordic AB | Kista, Schweden | 100% | 6,25 | 1,36 | (7) ,(18) |
| Infineon Technologies Romania & Co. Societate in Comandita | Bukarest, Rumänien | 100% | 0,60 | 0,32 | (16) ,(28) ,(29) |
| Infineon Technologies Romania s.r.l. | Bukarest, Rumänien | 100% | 0,04 | 0,00 | (5) ,(16) |
| Infineon Technologies RUS LLC | Moskau, Russland | 100% | 0,06 | 0,01 | (1) ,(4) ,(16) |
| Infineon Technologies Schweiz GmbH | Zürich, Schweiz | 100% | 0,38 | 0,08 | (7) ,(18) |
| Infineon Technologies SensoNor AS in Liquidation | Horten, Norwegen | 100% | 0,03 | 42,39 | (18) |
| Infineon Technologies Shared Service Center, Unipessoal Lda. | Vila do Conde, Portugal | 100% | 0,30 | - | (23) |
| Infineon Technologies U.K. Ltd. | Bristol, Großbritannien | 100% | 3,18 | 0,40 | (7) ,(18) |
| Itarion Solar Lda. | Vila do Conde, Portugal | 40% | - | - | (3) ,(24) |
| Kompetenzzentrum Automobil- und Industrieelektronik GmbH | Villach, Österreich | 60% | 0,09 | 0,00 | (5) ,(16) |
| Qimonda Belgium BVBA in Insolvenz | Leuven, Belgien | 78% | - | - | (3) ,(26) , (27) |
scroll
| Gesellschaftsname | Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil in % | Eigenkapital in Mio. € |
Jahresergebnis in Mio. € |
Fußnoten |
|---|---|---|---|---|---|
| Europa und Israel | |||||
| Qimonda Bratislava s.r.o. in Liquidation | Bratislava, Slowakei | 78% | - | - | (3) ,(26) ,(27) |
| Qimonda France SAS in Liquidation | St. Denis, Frankreich | 78% | - | - | (3) ,(14) |
| Qimonda Holding B.V. in Insolvenz | Rotterdam, Niederlande | 78% | - | - | (3) ,(13) |
| Qimonda Investment B.V. | Rotterdam, Niederlande | 78% | - | - | (3) ,(14) |
| Qimonda Italy s.r.l. in Liquidation | Padua, Italien | 78% | - | - | (3) ,(14) |
| Qimonda UK Ltd. in Liquidation | High Blantyre, Schottland | 78% | - | - | (3) ,(14) |
| RF-IT Solutions GmbH | Graz, Österreich | 11% | -2,55 | -3,14 | (5) ,(16) |
| SensoNor Technologies AS | Horten, Norwegen | 0,001% | 7,76 | 2,88 | (16) |
scroll
| Gesellschaftsname | Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil in % | Eigenkapital in Mio. € |
Jahresergebnis in Mio. € |
Fußnoten |
|---|---|---|---|---|---|
| Nord- und Südamerika | |||||
| Celis Semiconductor Corp. | Colorado Springs /Colorado, USA | 17% | - | - | (3) ,(13) |
| eupec Thermal Management Inc. | Wilmington /Delaware, USA | 51% | 0,22 | 0,22 | (8) ,(18) |
| Infineon Technologies Canada, Inc. in Liquidation | St.John /New Brunswick, Kanada | 100% | 0,22 | 0,02 | (9) ,(18) |
| Infineon Technologies Industrial Power, Inc. | Wilmington /Delaware, USA | 100% | 6,96 | 1,12 | (9) |
| Infineon Technologies North America Corp. | Wilmington /Delaware, USA | 100% | 93,47 | -4,15 | (7) |
| Infineon Technologies South America Ltda. | Sao Paulo, Brasilien | 100% | 0,09 | 0,06 | (7) |
| Primarion Inc. | Torrance, Kalifornien, USA | 100% | 1,15 | 0,10 | (9) |
| Qimonda Finance LLC in Insolvenz | Wilmington /Delaware, USA | 78% | - | - | (3) ,(13) |
| Qimonda Licensing LLC. | Fort Lauderdale /Florida, USA | 78% | - | - | (3) ,(25) |
| Qimonda North America Corp. in Insolvenz | Wilmington /Delaware, USA | 78% | - | - | (3) ,(14) |
| Qimonda Richmond, LLC in Insolvenz | Wilmington /Delaware, USA | 78% | - | - | (3) ,(15) |
scroll
| Gesellschaftsname | Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil in % | Eigenkapital in Mio. € |
Jahresergebnis in Mio. . € |
Fußnoten |
|---|---|---|---|---|---|
| Asien/Ozeanien | |||||
| Infineon Integrated Circuit (Beijing) Co., Ltd. | Beijing, Volksrepublik China | 100% | 1,70 | - | (10) ,(23) |
| Infineon Technologies (Advanced Logic) Sdn. Bhd. | Malacca, Malaysia | 100% | 15,44 | 2,00 | (7) ,(18) |
| Infineon Technologies (Kulim) Sdn.Bhd. | Kulim, Malaysia | 100% | 38,63 | -0,86 | (5) ,(21) |
| Infineon Technologies (Malaysia) Sdn. Bhd. | Malacca, Malaysia | 100% | 73,27 | 14,22 | (7) ,(18) |
| Infineon Technologies (Wuxi) Co.,Ltd. | Wuxi, Volksrepublik China | 100% | 63,42 | 2,52 | (10) ,(16) |
| Infineon Technologies (Xi'an) Co.,Ltd. | Xi'an, Volksrepublik China | 100% | 6,73 | 1,01 | (10) ,(16) |
| Infineon Technologies Asia-Pacific Pte. Ltd. | Singapur, Singapur | 100% | 145,77 | 28,27 | (7) ,(18) |
| Infineon Technologies Australia Pty. Ltd | Bayswater, Australien | 100% | 0,62 | 0,04 | (11) ,(18) |
| Infineon Technologies Batam P.T. | Batam, Indonesien | 100% | 8,04 | 0,35 | (18) ,(30) ,(31) |
| Infineon Technologies Center of Competence (Shanghai) Co., Ltd. | Shanghai, Volksrepublik China | 100% | 2,15 | 0,24 | (10) ,(16) |
| Infineon Technologies China Co., Ltd. | Shanghai, Volksrepublik China | 100% | 46,93 | 4,13 | (7) ,(16) |
| Infineon Technologies Hong Kong, Ltd. | Hong Kong, Hongkong | 100% | 1,25 | 0,26 | (11) ,(18) |
| Infineon Technologies India, Pvt. Ltd. | Bangalore, Indien | 100% | 7,57 | 0,67 | (20) ,(30) ,(31) |
| Infineon Technologies Japan K.K. | Tokyo, Japan | 100% | 1,46 | 0,31 | (7) ,(18) |
| Infineon Technologies Korea Co. Ltd. | Seoul, Korea | 100% | 0,00 | 0,00 | (11) ,(18) |
| Infineon Technologies Taiwan Co. Ltd. | Taipei, Taiwan | 100% | 5,30 | -0,04 | (7) ,(21) |
| LS Power Semitech Co., Ltd. | Cheonan, Korea | 46% | 2,30 | -0,87 | (16) |
| Magellan Technology Pty. Ltd. | Annandale, Australien | 18% | 2,77 | -2,38 | (22) |
| MicroLinks Technology Corp. | Kaohsiung, Taiwan | 2% | 0,15 | 0,02 | (12) ,(16) |
| Qimonda Asia-Pacific Pte. Ltd. | Singapur, Singapur | 78% | - | - | (3) ,(14) |
| Qimonda International Trade (Shanghai) Co. Ltd. | Shanghai, Volksrepublik China | 78% | - | - | (3) ,(14) |
| Qimonda IT (Suzhou) Co., Ltd in Liquidation | Suzhou, Volksrepublik China | 78% | - | - | (3) ,(14) |
| Qimonda Korea Co.Ltd. in Liquidation | Seoul, Korea | 78% | - | - | (3) ,(14) |
| Qimonda (Malaysia) Sdn. Bhd. in Liquidation | Malacca, Malaysia | 78% | - | - | (3) ,(14) |
| Qimonda Memory Product Development Center (Suzhou) Co., in Liquidation | Suzhou, Volksrepublik China | 78% | - | - | (3) ,(14) |
| Qimonda Taiwan Co. Ltd in Liquidation | Taipeh, Taiwan | 78% | - | - | (3) ,(14) |
(1) zum Teil über die Infineon Technologies Holding B.V. gehalten
(2) über die Infineon Technologies Mantel 19 GmbH gehalten
(3) Am 23. Januar 2009 stellte die Qimonda AG beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Am 1. April 2009 wurde das Insolvenzverfahren formell eröffnet. Aufgrund der durch die Insolvenz der Qimonda AG eingetretenen erheblichen und andauernden Beschränkung der Rechte der IF AG unterbleibt die Angabe des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses bei der Qimonda AG und deren Tochtergesellschaften.
(4) zum Teil über die Infineon Investment B.V. gehalten
(5) über die Infineon Technologies Austria AG gehalten
(6) über die Hitex Tools GmbH gehalten
(7) über die Infineon Technologies Holding B.V. gehalten
(8) über die Infineon Technologies Industrial Power Inc. gehalten
(9) über die Infineon Technologies North America Corp. gehalten
(10) über die Infineon Technologies China Co. Ltd. gehalten
(11) über die Infineon Asia Pacific Pte. Ltd. gehalten
(12) über die Infineon Taiwan Co. Ltd. gehalten
(13) über die Qimonda AG gehalten
(14) über die Qimonda Holding B.V. gehalten
(15) über die Qimonda North America Corp. gehalten
(16) per 31. Dezember 2009
(17) Ergebnisabführungsvertrag mit der IF AG
(18) per 30. September 2009
(19) per 31. Dezember 2008
(20) per 31. März 2009
(21) per 30. September 2008
(22) per 30. Juni 2008
(23) Neugründung im Geschäftsjahr 2010
(24) über die Qimonda Solar GmbH gehalten
(25) über die Qimonda Beteiligungs GmbH gehalten
(26) zum Teil über die Qimonda Investment B.V. gehalten
(27) zum Teil über die Qimonda Holding B.V. gehalten
(28) zum Teil über die Infineon Technologies Austria AG gehalten
(29) zum Teil über die Infineon Technologies Romania s.r.l. gehalten
(30) zum Teil über die Infineon Technologies Hong Kong, Ltd. gehalten
(31) zum Teil über die Infineon Asia Pacific Pte. Ltd. gehalten
Die Werte entsprechen den nach landesspezifischen Vorschriften aufgestellten Abschlüssen und sind zum Teil vorläufig. Die Umrechnung der Fremdwährungswerte erfolgte für das Eigenkapital und für das Ergebnis mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag.
Neubiberg, 22. November 2010
Infineon Technologies AG
Peter Bauer
Prof. Dr. Hermann Eul
Dr. Reinhard Ploss
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Infineon Technologies AG vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Infineon Technologies AG beschrieben sind.
Neubiberg, 22. November 2010
Infineon Technologies AG
Peter Bauer
Prof. Dr. Hermann Eul
Dr. Reinhard Ploss
Dieser zusammengefasste Lagebericht und Konzernlagebericht ("Lagebericht") sollte im Kontext mit dem geprüften Konzernabschluss einschließlich der Angaben des Konzernanhangs ("Anhang"), die an anderer Stelle in diesem Bericht abgedruckt sind, gelesen werden. Der geprüfte Konzernabschluss basiert auf einer Reihe von Annahmen sowie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die detaillierter im Anhang Nr. 1 (Beschreibung der Geschäftstätigkeit und Grundlagen der Darstellung) und Nr. 2 (Bilanzierung und Bewertung) dargestellt sind.
Dieser Bericht fasst den Konzernlagebericht der Infineon-Gruppe bestehend aus der Infineon Technologies AG und ihrer konsolidierten Tochtergesellschaften (gemeinsam "Infineon" oder die "Gesellschaft") mit dem Lagebericht der Infineon Technologies AG zusammen.
Dieser Lagebericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die nicht auf der Vergangenheit, sondern auf aktuellen Planungen, Annahmen und Schätzungen beruhen. Diese Zukunftsaussagen sind immer nur für den Zeitpunkt gültig, zu dem sie gemacht werden. Infineon übernimmt keine Verpflichtung, diese beim Auftreten neuer Informationen zu aktualisieren. Zukunftsaussagen unterliegen immer Risiken und Unsicherheiten. Wir möchten diesbezüglich deutlich darauf hinweisen, dass eine Reihe von Faktoren die tatsächlichen Ergebnisse dahingehend beeinflussen können, dass diese wesentlich von den prognostizierten Ergebnissen abweichen. Einige dieser Faktoren sind im Abschnitt "Risikobericht" und in weiteren Teilen dieses Berichts beschrieben.
Im Juli 2009 haben wir einen Vertrag über den Verkauf unseres Wireline-Communications-Geschäfts an Lantiq, ein mit Golden Gate Private Equity Inc. verbundenes Unternehmen ("Lantiq") geschlossen. Der Verkauf wurde am 6. November 2009 vollzogen. Alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Wireline-Communications-Geschäfts wurden in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2009 als "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" und "zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten" ausgewiesen. Die Ergebnisse des Wireline-Communications-Geschäfts sind in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung für alle ausgewiesenen Perioden im "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" erfasst.
Im August 2010 haben wir mit der Intel Corporation ("Intel") einen Vertrag über den Verkauf des Mobilfunkgeschäfts unseres Segments Wireless Solutions ("Mobilfunkgeschäft") geschlossen. Der Verkauf soll im ersten Quartal des Kalenderjahrs 2011 abgeschlossen werden, abhängig von behördlichen Genehmigungen und anderen vereinbarten üblichen Vollzugsbedingungen. Auf Grund dieses Verkaufs wurden alle Vermögenswerte beziehungsweise alle Verbindlichkeiten, die übertragen werden sollen, in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2010 als "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" und "zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten" ausgewiesen. In der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung sind die Ergebnisse des Mobilfunkgeschäfts nicht mehr in den einzelnen Positionen der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung enthalten, sondern im "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" erfasst. Die einzelnen übrigen Positionen der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung weisen somit die Ergebnisse von Infineons fortgeführten Aktivitäten aus. Ebenso zeigt die Konzern-Kapitalflussrechnung die Mittelzu- und -abflüsse des zu veräußernden Mobilfunkgeschäfts als "nicht fortgeführte Aktivitäten". Die Vorjahresbeträge der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung sowie der Konzern-Kapitalflussrechnung wurden entsprechend angepasst. Entsprechend der internen Berichterstattung im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 wird das Wireless-Solutions-Geschäft unverändert als Segment berichtet. Bezüglich weiterer Details zu diesem Verkauf siehe nachfolgender Abschnitt "Verkauf des Mobilfunkgeschäfts unseres Segments Wireless Solutions" und Anhang Nr. 6.
Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung DPR e.V. ("DPR"), eine behördlich eingesetzte private Institution, hat den Konzernabschluss der Infineon Technologies AG für das Geschäftsjahr 2008 einer anlassunabhängigen Stichprobenprüfung unterzogen. Im Rahmen dieser Prüfung beanstandet die DPR die Bilanzierung aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von €237 Millionen zum 30. September 2008. Die Grundlage für den Ansatz dieser aktiven latenten Steuern waren Steuerstrategien der Gesellschaft. Diese Steuerstrategien beinhalten Maßnahmen zur Nutzung und Sicherung des steuerlichen Vorteils aus Verlustvorträgen in Deutschland. Die DPR ist der Auffassung, dass diese Steuerstrategien wegen nicht hinreichender Umsetzungswahrscheinlichkeit nicht geeignet sind, die Werthaltigkeit angesetzter aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von €237 Millionen zu belegen.
Aus verfahrensökonomischen Gründen hat sich die Gesellschaft entschlossen, der Forderung der DPR zu folgen. Dies erfolgt auch vor dem Hintergrund, dass die vorgenannten Steuerstrategien wegen der veränderten Sachlage durch die bevorstehende Veräußerung des Mobilfunkgeschäfts zum 30. September 2010 vom Management ohnehin nicht mehr verfolgt werden. Des Weiteren wurden neben der tatsächlichen Nutzung latenter Steuervorteile im laufenden Geschäftsjahr zum 30. September 2010 aktive latente Steuern in Höhe von €151 Millionen angesetzt, da die Gesellschaft zum einen auf Grund der Fokussierung auf das weniger volatile sowie ertragsstarke Geschäft von Automotive, Industrial & Multimarket und Chip Card & Security und der damit einhergehenden positiven Ergebnisse erwartet, zukünftig Verlustvorträge in Deutschland nutzen zu können. Zum anderen wird der erwartete Gewinn aus dem bevorstehenden Vollzug der Veräußerung des Mobilfunkgeschäfts zu einer zusätzlichen Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen in Deutschland führen.
Die Eröffnungsbilanzwerte zum 1. Oktober 2008 wurden gemäß IAS 8 korrigiert. Die Anpassungen betreffen den Ansatz aktiver latenter Steuern sowie den bilanziellen Verlustvortrag. Die Anpassungen sind in den Zahlen dieses Konzernabschlusses, die sich auf die Jahre 2008 und 2009 beziehen, enthalten. Diese können daher von Zahlen abweichen, die in den Konzernabschlüssen der Vergangenheit enthalten waren. Die retrospektiven Anpassungen haben keinen Einfluss auf die vorhandenen steuerlichen Verlustvorträge und nur unwesentliche Auswirkungen auf das Konzernergebnis in den berichteten Perioden. Sie führen zu keinen Zahlungsmittelabflüssen. Eine Übersicht über die Anpassungen im Einzelnen findet sich in Anhang Nr. 3.
| ― | Nach dem Krisengeschäftsjahr 2009 konnten wir einen deutlichen Zuwachs bei den Umsatzerlösen und dem Segmentergebnis in Summe erzielen. Das Geschäftsjahr 2010 war auf der Umsatzseite deutlich von den Auswirkungen des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs und des damit einhergehenden Wachstums des weltweiten Halbleitermarktes beeinflusst. Auf der Ergebnisseite konnten wir neben allgemeinen Produktivitätseffekten infolge höherer Umsätze und einer verbesserten Auslastung unserer Produktion eine Ergebnisverbesserung als Folge von den strukturellen Maßnahmen erreichen, die wir im Rahmen unseres Kostensenkungsprogramms "IFX10+" umgesetzt haben und welche im Geschäftsjahr 2010 erstmals ein volles Geschäftsjahr zum Tragen kamen. |
| ― | Unsere Umsatzerlöse aus fortgeführten Aktivitäten beliefen sich im Geschäftsjahr 2010 auf €3.295 Millionen. Dies entspricht einer Steigerung von 51 Prozent gegenüber €2.184 Millionen im Geschäftsjahr 2009. |
| ― | Der Segmentumsatz in Summe (einschließlich der im "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ausgewiesenen Umsatzerlöse des zu veräußernden Mobilfunkgeschäfts) stieg im Geschäftsjahr 2010 auf €4.585 Millionen gegenüber €3.027 Millionen im Geschäftsjahr 2009. |
| ― | Die im Geschäftsjahr 2010 erzielten Umsatzerlöse inklusive wie exklusive des zu veräußernden Mobilfunkgeschäfts übertrafen auch die jeweils vergleichbaren Umsatzerlöse des Vorkrisengeschäftsjahrs 2008. |
| ― | Das Segmentergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (das heißt ohne das Segmentergebnis der nicht fortgeführten Aktivitäten von Wireless Solutions) betrug im Geschäftsjahr 2010 €475 Millionen und verbesserte sich um €615 Millionen gegenüber minus €140 Millionen im Vorjahr. |
| ― | Das Segmentergebnis in Summe einschließlich des Segmentergebnisses von Wireless Solutions verbesserte sich auf €635 Millionen, ein Anstieg von €802 Millionen verglichen zu minus €167 Millionen im Vorjahr. |
| ― | Das Segmentergebnis unserer operativen Segmente einschließlich Wireless Solutions für das Geschäftsjahr 2010 belief sich für Automotive auf €198 Millionen (Vorjahr minus €117 Millionen), für Industrial & Multimarket auf €283 Millionen (Vorjahr €35 Millionen), für Chip Card & Security auf €22 Millionen (Vorjahr minus €4 Millionen) und für Wireless Solutions auf €159 Millionen (Vorjahr minus €36 Millionen). Damit verbesserten sich die Segmentergebnisse aller unserer operativen Segmente im Geschäftsjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr. Das Segmentergebnis der sonstigen Geschäftsbereiche betrug im Geschäftsjahr 2010 minus €12 Millionen (Vorjahr minus €13 Millionen) und für Konzernfunktionen und Eliminierungen minus €15 Millionen (Vorjahr minus €32 Millionen). |
| ― | Unser Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrug im Geschäftsjahr 2010 €290 Millionen; eine Verbesserung um €519 Millionen von minus €229 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Diese Verbesserung resultiert aus der oben beschriebenen Steigerung der Ergebnisse unserer fortgeführten Aktivitäten und gelang trotz eines negativen Effektes im Zusammenhang mit der nachfolgend beschriebenen Entkonsolidierung von ALTIS Semiconductor S.N.C., Essones, Frankreich ("ALTIS") sowie trotz gesunkener Finanzerträge. |
| ― | Im Geschäftsjahr 2010 betrug das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, €348 Millionen verglichen mit minus €441 Millionen im Vorjahr. Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2010 setzt sich im Wesentlichen aus dem Ergebnis des zu veräußernden Mobilfunkgeschäfts sowie aus dem durch den Verkauf des Wireline-Communications-Geschäfts realisierten Veräußerungsgewinn zusammen. Im Vorjahr resultierte das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, im Wesentlichen aus der Insolvenz der Qimonda AG i. In. ("Qimonda"). |
| ― | Wir haben im Geschäftsjahr 2010 einen Konzernjahresüberschuss von €660 Millionen erzielt, eine Steigerung von €1.334 Millionen gegenüber minus €674 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Demgemäß verbesserte sich das unverwässerte Ergebnis je Aktie auf €0,61 verglichen zu einem unverwässerten Ergebnis je Aktie von minus €0,73 im Vorjahr. Wir werden der Hauptversammlung im Februar 2011 die Ausschüttung einer Dividende von €0,10 je Aktie vorschlagen. |
| ― | Unser Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten betrug im Geschäftsjahr 2010 €958 Millionen im Vergleich zu €282 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Demgemäß verbesserte sich der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten -definiert als Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten und Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um den Kauf und Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten -auf €573 Millionen im Geschäftsjahr 2010 im Vergleich zu €274 Millionen im Geschäftsjahr 2009, trotz der im Free-Cash-Flow für das Geschäftsjahr 2010 enthaltenen negativen Wirkung auf Grund der Entkonsolidierung der Zahlungsmittel von ALTIS in Höhe von €88 Millionen und der deutlich gestiegenen Investitionen in den fortgeführten Aktivitäten in Höhe von €325 Millionen im Geschäftsjahr 2010. |
| ― | Zum 30. September 2010 beläuft sich unsere Brutto-Cash-Position -definiert als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente einschließlich zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswerte -auf €1.727 Millionen, ein Anstieg von 15 Prozent verglichen mit €1.507 Millionen zum 30. September 2009. Im Geschäftsjahr 2010 haben wir Anteile unserer im Juni 2010 fälligen nachrangigen Wandelanleihe mit einem Nominalwert von €448 Millionen zurückgekauft beziehungsweise zurückbezahlt sowie andere Finanzverbindlichkeiten in Höhe von netto €41 Millionen zurückgezahlt. Insgesamt verbesserte sich somit unsere Netto-Cash-Position -definiert als Brutto-Cash-Position abzüglich kurzfristiger und langfristiger Finanzverbindlichkeiten -zum 30. September 2010 um €674 Millionen auf €1.331 Millionen verglichen zu €657 Millionen zum 30. September 2009. |
Neben den Auswirkungen des wirtschaftlichen Aufschwungs war unser Geschäftsjahr 2010 von verschiedenen Maßnahmen der Neuausrichtung des Konzerns geprägt:
| ― | Der Verkauf unseres Wireline-Communications-Geschäfts an Lantiq wurde am 6. November 2009 abgeschlossen. Mit Vollzug des Verkaufs vereinnahmten wir einen Betrag von €223 Millionen. Zusätzlich haben wir €20 Millionen bei Fälligkeit im August 2010 erhalten. Durch den Verkauf realisierten wir im Geschäftsjahr 2010 einen Gewinn vor Steuern von €108 Millionen. |
| ― | Im August 2010 haben wir mit Intel einen Vertrag über den Verkauf des Mobilfunkgeschäfts unseres Segments Wireless Solutions ("Mobilfunkgeschäft") geschlossen. Lediglich das zuvor dem Segment Wireless Solutions zugeordnete Geschäft mit analogen und digitalen TV-Tunern und Empfangskomponenten für Satellitenradio sowie Hochfrequenz-Leistungsverstärkern für Mobilfunk-Basisstationen (mit einem Umsatz von €82 Millionen im Geschäftsjahr 2010) verbleibt bei uns. Der Verkauf soll im ersten Quartal des Kalenderjahrs 2011 abgeschlossen werden, abhängig von behördlichen Genehmigungen und anderen vereinbarten üblichen Vollzugsbedingungen. Der Kaufpreis beträgt 1.400 Millionen US-Dollar, fällig bei Vollzug des Verkaufs. Weltweit sollen voraussichtlich 3.400 Mitarbeiter im Zuge des Verkaufs von Infineon zu Intel transferiert werden. Der Verkauf wird überwiegend als "Asset Deal" vollzogen. |
| ― | Der Mobilfunkmarkt erfährt derzeit eine signifikante Strukturänderung, getrieben durch die Konvergenz der Computer- und Mobiltelefonindustrie. Während das Wachstum bei traditionellen Mobiltelefonen zurückgeht, entwickeln sich Smartphones, Netbooks, Tablets, E-Readers, Machine-to-Machine und Ähnliches zu Wachstumstreibern. Um in diesem konvergierenden und dynamischen Markt mittel-bis langfristig erfolgreich bestehen zu können, sind eine führende Kundenbasis im Handset- und (mobilen) Computer-Markt, ein breites Produktportfolio (Cellular-Modem-, Applikationsprozessor- und Connectivity-Lösungen) sowie sehr hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung, zum Beispiel für künftige breitbandige Übertragungsstandards, und in massiv gesteigerte Prozessorleistung zur schnellen Bearbeitung der Anwendungssoftware, erforderlich. Dieses fällt sehr großen Akteuren mit großen Budgets für Forschung und Entwicklung leichter, da sich der verfügbare Markt für diese Unternehmen angebotsbedingt vergrößert und sich das Geschäftsrisiko verringert. Wireless Solutions findet unter dem Dach von Intel sehr gute Voraussetzungen für die Entwicklung und den Absatz von Halbleiterlösungen im konvergierenden PC- und Kommunikationsmarkt und Zugang zu neuen Märkten inklusive zusätzlichen Möglichkeiten in zusammenwachsenden Handy- & PC-Märkten, inklusive Tablets, Netbooks, Notebooks und anderer Geräte. Intel hat die finanziellen und personellen Ressourcen, um das zu veräußernde Mobilfunkgeschäft weiter zu entwickeln. |
| ― | Durch den Verkauf des Mobilfunkgeschäfts sind wir weniger von kurzen Markt- und Produktzyklen abhängig. Dadurch können wir uns auf die Weiterentwicklung der Segmente Automotive, Industrial & Multimarket und Chip Card & Security konzentrieren, die alle Marktführer in ihren jeweiligen Halbleiterzielmärkten sind und einen starken Verbund bilden, der auf technologischen Synergien aufbaut. Mit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts konzentrieren wir uns ausschließlich auf die Zukunftsthemen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit, die in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen werden und die wir entscheidend prägen wollen. Wir bekräftigen unseren Führungsanspruch im Markt für Automobilelektronik und tragen der wachsenden Bedeutung neuer Mobilitätskonzepte Rechnung, indem wir den Zukunftstrend Mobilität in unsere Fokusthemen aufnehmen. Unsere drei Zielmärkte bieten uns hervorragende Wachstums- und Ertragsperspektiven: Der von unseren drei Kernsegmenten adressierte Halbleitermarkt hatte insgesamt ein Volumen von rund 44 Milliarden US-Dollar im Kalenderjahr 2009 und es wird erwartet (iSuppli, September 2010), dass er bis 2014 um durchschnittlich 12,5 Prozent pro Jahr wächst. |
| ― | Der Verkauf des Mobilfunkgeschäfts schließt damit -nach den vorangegangenen Ausgliederungen des Speichergeschäfts und von Wireline Communications -unsere strategische Fokussierung auf profitable, wachstumsstarke und weniger volatile Halbleitergeschäfte ab. |
―
Im Geschäftsjahr 2010 haben wir uns von unserer Beteiligung an ALTIS getrennt:
| ― | Ende Dezember 2009 haben wir ALTIS, unser Joint Venture mit IBM Corporation, entkonsolidiert, nachdem wir auf unsere Option verzichtet haben, weitere Stimmrechte an ALTIS von unserem Joint-Venture-Partner zu erwerben. Der im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung insgesamt entstandene operative Verlust betrug im Geschäftsjahr 2010 €69 Millionen. |
| ― | Im gemeinsamen Bemühen, die Zukunft von ALTIS und seiner Beschäftigten zu sichern, haben IBM und wir am 12. August 2010 den Verkauf von 100 Prozent des Aktienkapitals von ALTIS an den neuen Konzern Altis International abgeschlossen und vollzogen. IBM und wir sind Liefervereinbarungen mit ALTIS eingegangen. Diese sehen die Nutzung der Fertigungskapazitäten des französischen Werks von ALTIS vor. |
―
Im Juni 2010 haben wir den noch ausstehenden Nominalbetrag in Höhe von €255 Millionen unserer nachrangigen Wandelanleihe bei Fälligkeit zurückgezahlt. Vor der Rückzahlung haben wir Anteile mit einem Nennwert von €193 Millionen dieser Wandelanleihe für €194 Millionen im Geschäftsjahr 2010 zurückgekauft.
―
Im Geschäftsjahr 2010 waren unsere Fertigungskapazitäten im Front-End und Back-End nahezu voll ausgelastet. Auf Grund des deutlichen Umsatzwachstums, der nahezu vollausgelasteten Produktion und des Erreichens bestimmter Entwicklungsfortschritte haben wir unser ursprünglich für das Geschäftsjahr 2010 geplante Investitionsbudget von €220 Millionen bis €250 Millionen weiter erhöht. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, einschließlich aktivierter Entwicklungsleistungen für unsere fortgeführten Aktivitäten, beliefen sich im Geschäftsjahr 2010 endgültig auf €325 Millionen. Im Geschäftsjahr 2009 hatten wir vor dem Hintergrund der damalig ungewissen gesamtwirtschaftlichen Situation sowie unserer eigenen angespannten Finanzsituation €115 Millionen in unseren fortgeführten Aktivitäten investiert.
| ― | Im August 2010 haben wir bei der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einen Antrag zur Aufhebung der Registrierung unserer Stammaktien nach dem "U.S. Securities Exchange Act" gestellt, der 90 Tage nach Einreichung Anfang November 2010 endgültig in Kraft getreten ist. Wir hatten im April 2009 die Einstellung der Börsennotierung an der New York Stock Exchange ("NYSE") beantragt. Seither werden die Infineon American Depositary Shares ("ADS") am außerbörslichen Markt OTCQX International Premier gehandelt. Unsere Stammaktien werden an der Frankfurter Wertpapierbörse sowie an unterschiedlichen regionalen Handelsplätzen in Deutschland gehandelt. Wir werden unsere Präsenz am US-amerikanischen Wertpapiermarkt auch nach der Deregistrierung in Form eines sogenannten "Level 1"-ADR-Programms aufrechterhalten. Die ADS werden am OTCQX-Markt unter dem Symbol "IFNNY" notiert. |
| ― | Wir investieren in Forschung und Entwicklung. Bedeutende Erfolge, die wir in unseren Fokusbereichen Energieeffizienz, Mobilität sowie Sicherheit im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 erzielt haben, sind: |
| ― | Wir brachten neue OptiMOS™ Leistungs-MOSFETs auf den Markt, die die Energieeffizienz von Computing- und Telekommunikations-Anwendungen weiter verbessern. Die neue 25-V-OptiMOS-Familie ist für die Spannungsregelung in Stromversorgungen für Server und Telekommunikations-/Datenkommunikations-Switches optimiert. Die neuen MOSFETs kommen auch in unserem DrMOS-Multichip TDA21220 zur Anwendung, der mit der DrMOS-Spezifikation von Intel kompatibel ist. Entwickler von Stromversorgungen können mit den neuen 25-V-OptiMOS-Bauelementen die Energieaufnahme, die Wärmeentwicklung und die Gesamtgröße ihrer Produkte reduzieren. Diese Verbesserungen kommen besonders in Datenbeziehungsweise Rechenzentren zum Tragen, also bei Anwendungen, bei denen die Kosten für die elektrische Energie und die Kühlung ganz wesentlich zum Gesamtbudget beitragen. Auch eine Reduzierung der Gerätegröße bringt Vorteile für die Endanwender. Nach Angaben verschiedener Marktforscher werden 2011 weltweit bis zu 60 Millionen Server im Einsatz sein. |
| ― | Wir sind Innovationstreiber bei LED-Beleuchtungen mit unserem neuen Offline-Treiber-IC für hocheffiziente, dimmbare LED-Lampen in Haushaltsbeleuchtungen. Dank einer flexiblen Architektur, die einen kosteneffektiven Ersatz von konventionellen Glühlampen mit 40 W, 60 W oder 100 W sowie anderen Beleuchtungsanwendungen ermöglicht, setzen wir mit dem ICL8001G neue Maßstäbe bezüglich Integration, Leistungsfähigkeit, Funktionalität und Systemkosten. Glühlampen werden in immer mehr Staaten gesetzlich verboten. Statt dessen werden energiesparende Alternativen vorgeschrieben. LED-Lampen werden heute als der beste Ersatz angesehen, denn ihre Effizienz ist um 85 Prozent höher als die von Glühlampen. Diese höhere Effizienz kann einen wesentlichen Einfluss auf die CO2 -Bilanz haben, da Beleuchtung etwa 20 Prozent der weltweiten Energie (Quelle: EuroStat) verbraucht. |
| ― | Wir stellten eine innovative, modulinterne IGBT-Verbindungstechnologie vor, welche die Lebensdauer von IGBT-Modulen deutlich erhöht. Die neue .XT-Technologie kann die Lebensdauer von IGBT-Modulen im Vergleich zu herkömmlichen Verbindungstechnologien um den Faktor 10 verlängern. Alternativ kann die Leistungsdichte um bis zu 25 Prozent erhöht werden. Die neue Technologie unterstützt Sperrschicht-Temperaturen von bis zu 200 °C. Die neue .XT-Technologie deckt alle kritischen Bereiche für die Lastwechselfestigkeit (Power Cycling) ab: die Bondverbindungen auf der Chip-Oberseite, die Rückseitenlötung der Chips und die Lötung der Bodenplatte. Damit ermöglicht die .XT-Technologie anspruchsvollste Anwendungen, beispielsweise in Nutzfahrzeugen oder Windkraftanlagen. |
| ― | Auch in herausfordernden Zeiten für die Automobilindustrie ist es uns durch hohe Innovationskraft in unserem Gesamtportfolio gelungen, unsere Nummer 1 Position bei Chips für die Automobilelektronik zu sichern. Unsere Halbleiter stellen die Grundlage der elektronischen Innovation im Auto dar. |
| ― | Auf der Basis unserer langjährigen Erfahrung in der Entwicklung von führenden IGBT Leistungsmodulen und hocheffizienten Halbleitertechnologien für den Industriemarkt haben wir speziell für den Automobilbereich qualifizierte, hocheffiziente Leistungsmodule für sehr hohe Leistungsdichten entwickelt. Unser breites Produktportfolio unterstützt dabei einen nahtlosen Übergang zwischen den unterschiedlichen Anwendungsklassen der Elektromobilität, von mild-hybriden Systemen bis hin zu Hochleistungs-Elektrofahrzeugen. Um unterschiedlichste Architekturen des elektrischen Antriebsstranges zu ermöglichen, erstreckt sich unser Produktangebot über diskrete Komponenten, Leistungshalbleiter, Mikrocontroller, Sensoren und Hochleistungsmodule. Mit unserer Systemexpertise sind wir daher in der Lage, komplette Chipsätze anzubieten, die für den jeweiligen Anwendungsfall bezüglich hoher Effizienz und niedriger Gesamtsystemkosten optimiert sind. Mit unterschiedlichsten neuen Plattform-Geschäften in allen Regionen sind wir auf dem Weg, der führende Chiphersteller im zukünftigen Markt für Hybrid- und Elektrofahrzeuge zu werden. |
| ― | Ein weiterer wichtiger Meilenstein auf unserem Weg zum führenden Anbieter von Mikrocontrollern für den Antriebsstrang und die Fahrwerksteuerung ist die Markteinführung der Tricore basierten AUDO MAX Familie im Jahr 2010. Diese 32-Bit-Mikrocontroller bieten eine sehr hohe Verarbeitungsleistung und Echtzeitfähigkeit, mit denen es derzeit kein anderer Mikrocontroller in diesem Anwendungsbereich aufnehmen kann. |
| ― | In den schnell wachsenden aufstrebenden Märkten haben wir unsere Position durch den Gewinn neuer Geschäfte mit chinesischen und indischen Automobil- und Motorrad-Herstellern erfolgreich ausgebaut. In Korea haben wir bereits die klare Marktführerschaft übernommen. |
| ― | Zu den Anwendungen für behördliche Ausweise ("ID") gehören zum Beispiel elektronische Reisepässe sowie Gesundheitskarten, Führerscheine und Sozialversicherungskarten. Neben anderen wichtigen ID-Projekten nutzt nun auch China in seinen neuen elektronischen Reisepässen einen Sicherheitschip von uns. Der chinesische elektronische Reisepass ist eines der zwei größten nationalen Passprojekte der Welt. Ausschließlich auf Infineon setzen auch die beiden chinesischen Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau, wo wir der alleinige Chiplieferant sind. |
| ― | Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat das hohe Sicherheitsniveau der Sicherheitscontroller unserer SLE 78-Familie mit der neuen "Integrity Guard"-Technologie bestätigt und ein international anerkanntes Zertifikat ausgestellt, welches bestätigt, dass das Produkt die internationale Sicherheitsstufe "Common Criteria EAL5+ high" erreicht hat. |
| ― | "Integrity Guard" bedeutet den Sprung von konventionellen Sicherheitskonzepten zur neuen Generation digitaler Sicherheit. Diese bietet die vollständige Verschlüsselung des Datenpfads und dessen kontinuierliche Überwachung sowie zwei sich gegenseitig überprüfende CPUs. Unsere neue Generation von Sicherheitschips ist daher insbesondere für Anwendungen mit langlebigen Sicherheitsanforderungen geeignet. Wir ermöglichen es außerdem nun zum ersten Mal in der über 25-jährigen Geschichte der Chipkarte, dass Daten im Prozessorkern selbst verschlüsselt verarbeitet werden. |
Wir entwerfen, entwickeln, produzieren und vermarkten ein breites Spektrum von Halbleiterprodukten und kompletten Systemlösungen. Diese werden vornehmlich in Produkten der Automobilindustrie, der industriellen Automatisierungs- und Steuerungstechnik sowie Chipkarten eingesetzt, finden sich aber auch in einer Vielzahl von anderen mikroelektronischen Anwendungen, wie Computersystemen, Telekommunikationssystemen oder Konsumgütern. Unser Produktspektrum umfasst Standardkomponenten, kundenspezifische Teil- oder Komplettlösungen sowie spezifische Bauelemente für Analog-, Digital- und Mixed-Signal-Anwendungen. Unsere Fertigungsstätten, Beteiligungen und Kunden befinden sich hauptsächlich in Europa, Asien und Nordamerika.
Unser fortgeführtes Geschäft ist in die drei operativen Segmente Automotive, Industrial & Multimarket und Chip Card & Security strukturiert, welche nachfolgend im Detail beschrieben werden und in denen wir die zentralen Herausforderungen der modernen Gesellschaft Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit adressieren.
Zum Zwecke der Berichterstattung haben wir zwei weitere Segmente: Das Segment Sonstige Geschäftsbereiche umfasst verbleibende Aktivitäten von veräußerten Geschäftsbereichen und andere Geschäftsaktivitäten und liefert seit dem Abschluss des Verkaufs unseres Wireline-Communications-Geschäfts entsprechend der abgeschlossenen Produktionsvereinbarungen, Produkte an Lantiq. Das Segment Konzernfunktionen und Eliminierungen erfasst die Aktivitäten und Positionen, die nicht den anderen Segmenten zugerechnet werden können, wie bestimmte Kosten der Konzernzentrale, strategische Investitionen, Kosten nicht verrechneter Produktionsüberkapazitäten und Umstrukturierungskosten.
Im November 2009 haben wir den Verkauf unseres Wireline-Communications-Geschäfts abgeschlossen.
Im August 2010 haben wir mit Intel einen Vertrag über den Verkauf unseres Mobilfunkgeschäfts geschlossen. Der Verkauf soll im ersten Quartal des Kalenderjahrs 2011 abgeschlossen werden, abhängig von behördlichen Genehmigungen und anderen vereinbarten üblichen Vollzugsbedingungen.
Des Weiteren halten wir einen Anteil von 77,5 Prozent an Qimonda, welche 2006 ausgegliedert wurde. Am 23. Januar 2009 stellten Qimonda und ihre hundertprozentige Tochter Qimonda Dresden GmbH & Co. oHG ("Qimonda Dresden") beim Amtsgericht in München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Am 1. April 2009 wurden die Insolvenzverfahren formell eröffnet. Insolvenzverfahren über weitere Tochterunternehmen von Qimonda in verschiedenen Staaten wurden mittlerweile eröffnet. Auf Grund des Insolvenzantrags von Qimonda haben wir Qimonda im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 entkonsolidiert.
Die Ergebnisse des Wireline-Communications-Geschäfts bis zum Vollzug des Verkaufs, des zu veräußernden Mobilfunkgeschäfts und von Qimonda bis zur Entkonsolidierung werden in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung als "nicht fortgeführte Aktivitäten" ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst.
Die folgende Aufstellung gibt einen Überblick über unsere wichtigsten Produkte und Applikationen und unserer größten direkten Kunden und Distributoren (in alphabetischer Reihenfolge) unserer fortgeführten Aktivitäten.
scroll
| Segment | Wichtige Produkte | Wichtige Applikationen | Signifikante Kunden und Distributoren im Geschäftsjahr 2010 |
|---|---|---|---|
| Automotive | Leistungshalbleiter (diskrete Komponenten, ICs und Module), Sensoren und Mikrocontroller (8-Bit, 16Bit, 32-Bit) mit und ohne Embedded Memory, diskrete Elemente | Antriebsstrang (Motorsteuerung, Getriebesteuerung, Hybrid), Karosserie- und Komfortelektronik, Sicherheit und Fahrzeugdynamik (ABS, Airbag, Stabilitätskontrolle), Konnektivität | Arrow, Avnet, Bosch, Continental |
| Industrial & Multimarket | Leistungshalbleiter (Module, diskrete Bausteine und ICs), diskrete Bauelemente, ASIC-Lösungen einschließlich Sicherheits-ASICs | Industrieantriebe, Züge, erneuerbare Energien, Stromübertragung, Stromversorgungen, Netzteile, Beleuchtung, Industriesteuerungen, Hochfrequenz- und ESD-Schutz-Bausteine für Multimarket-Applikationen, ASICs (zum Beispiel für Spielekonsolen, Hörgeräte, Computerzubehör) | Avnet, Bejing Jingchuan Electronic Tech, Delta, Siemens |
| Chip Card & Security | Sicherheitsmikrocontroller für Chipkarten und Sicherheitsanwendungen | Sicherheitsmikrocontroller und Sicherheits-Memories für Ausweisdokumente, Bezahlkarten, SIM-Karten, Telefonkarten, Zugangskontrollkarten, Karten für den öffentlichen Nahverkehr, Bezahlfernsehen und Chips für Computer und Netzwerke (zum Beispiel Trusted Platform Module) sowie RFID ICs für die Identifikation von Objekten | Gemalto, Giesecke & Devrient, Oberthur Card Systems, U.S. Government Printing Office |
Das Segment Automotive entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt Halbleiterprodukte und komplette Systemlösungen für Anwendungen in der Automobilindustrie. Das Produktportfolio erstreckt sich dabei über Mikrocontroller, Leistungshalbleiter (die höhere Spannungen und höhere Ströme als gewöhnliche Halbleiter handhaben), zugehörige Leistungsmodule, Sensoren und diskrete Komponenten. Laut Strategy Analytics (April 2010) waren wir im Kalenderjahr 2009 der weltweit umsatzstärkste Halbleiterhersteller für die Automobilindustrie mit einem Marktanteil von 9,0 Prozent.
Da der Anteil der elektronischen Bauteile in den Einsatzbereichen Antriebsstrang, Sicherheit, Karosserie- und Komfortelektronik weiter zunimmt, ist für den Automobil-Halbleitermarkt in den nächsten Jahren ein signifikantes Wachstum vorhergesagt (11 Prozent durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in den Jahren 2009 bis 2014, iSuppli, September 2010). Mehrere Trends unterstützen dieses Wachstum. So wird sich der Anteil an elektronischen Bauteilen im Antriebsstrang durch die zunehmende Verbreitung von Hybrid- oder reinen Elektrofahrzeugen stark erhöhen. Allgemein werden mechanische beziehungsweise elektromechanische Bauteile, wie zum Beispiel Relais, durch Halbleiter ersetzt, um den steigenden Anforderungen an Zuverlässigkeit, Größe, Gewicht und Effizienz gerecht zu werden.
Das Produktangebot von Automotive enthält vor allem die folgenden Komponenten und Systemlösungen:
| ― | Halbleiter für Anwendungen im Antriebsstrang, zum Beispiel für die Motor- und Getriebesteuerung oder die Implementierung von hybriden Systemen; |
| ― | Halbleiter für das Management von Sicherheitsfunktionen, zum Beispiel für die Überwachung und Steuerung von Airbags, ABS-Systemen, elektronischen Stabilitätssystemen, Reifendruck-Kontrollsystemen und Servolenkung; sowie |
| ― | Halbleiter für die Karosserie- und Komfortelektronik, zum Beispiel Module für die Beleuchtung, Heizung, Lüftung und Klimatisierung, aber auch Türmodule (elektrische Fensterheber, Türschließsysteme, Steuerung von Spiegeln) und Systeme für die Verteilung elektrischer Leistung. |
Laut Strategy Analytics (Juni 2010) stellt das Karosserie- und Sicherheitssegment den größten Anteil des gesamten Automobilelektronikmarktes dar, gefolgt von Sicherheitsanwendungen, Anwendungen im Antriebsstrang und zuletzt dem Bereich Fahrerinformationssysteme und In-Car-Entertainment.
Um unsere Position in allen Bereichen der Automobilelektronik weiter zu stärken, bauen wir unsere intensiven Geschäftsbeziehungen zu den weltweit führenden Automobilherstellern und zu deren Zulieferern weiter aus. Wir sind davon überzeugt, dass unser breites Angebot an Halbleiterlösungen und die Verbindung unserer Kompetenzen in den Bereichen Leistungs-, Analog-, Mixed-Signal- und Sensortechnologien wichtige differenzierende Faktoren unter den Unternehmen des Automobilmarktes darstellen.
Die höchste Qualität unserer Produkte steht für das Segment Automotive grundsätzlich im Mittelpunkt. Daher haben wir im Jahr 2003 das Automotive Excellence Programm gestartet, mit dem wir das Null-Fehler-Konzept als Qualitätsziel für unsere Entwicklungs- und Fertigungsprozesse eingeführt haben. Die Fähigkeiten, höchste Produktqualitäten zu garantieren und zugleich langfristige Lieferverpflichtungen einhalten zu können, erfordern enge Kundenbeziehungen und stellen zugleich hohe Eintrittsbarrieren für potenzielle neue Wettbewerber dar.
Das Segment Industrial & Multimarket entwirft, entwickelt, fertigt und vertreibt Halbleiterprodukte und komplette Systemlösungen vorrangig für den Einsatz in Industrie- und Multimarket-Applikationen und darüber hinaus für kundenspezifische Produktanwendungen. Unser breites Produktportfolio für Konsumgüter, Computersysteme und Telekommunikationssysteme vervollständigt unser Portfolio für den Industriemarkt.
Der Markt für Halbleiterprodukte für Anwendungen der Industrieelektronik ist stark fragmentiert sowohl hinsichtlich der Anbieter als auch hinsichtlich der Kunden. Er ist gekennzeichnet durch eine große Anzahl sowohl von Standardkomponenten als auch von anwendungsspezifischen Produkten, die in einer Vielzahl unterschiedlicher Industrieanwendungen wie Transport, Fabrikautomatisierung und Netzteilen zum Einsatz kommen.
Innerhalb des Industriegeschäfts konzentrieren wir uns auf die Hauptanwendungen Leistungsumwandlung und Stromversorgung. Um die spezifischen Anforderungen unserer Kunden erfüllen zu können, bieten wir differenzierte Produkte an, die unterschiedliche Technologien beinhalten. Bei weiter steigendem weltweiten Energiebedarf, sich verknappenden Ressourcen und wachsender Besorgnis über die Auswirkungen der Stromerzeugung auf die Umwelt können Leistungshalbleiter einen bedeutenden Beitrag zur zunehmenden Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wie Windenergie und Photovoltaik und zum effizienten Energieverbrauch leisten.
Wir haben eine führende Marktposition in der Leistungselektronik. Laut IMS Research (Juli 2010) waren wir in den vergangenen sieben Jahren weltweit Marktführer für Leistungshalbleiterbausteine und -module. Unser Marktanteil im Kalenderjahr 2009 betrug 10,7 Prozent.
Unser Segment Chip Card & Security entwirft, entwickelt, produziert und vermarktet ein breites Portfolio an Sicherheitsmikrocontrollern und Sicherheitsmemories für Chipkarten und Sicherheitsanwendungen. Nach Angaben des US- Marktforschungsunternehmens Frost & Sullivan vom Oktober 2010 waren wir weiterhin Marktführer mit einem Marktanteil von 27 Prozent im Bereich ICs für Smart-Card-Anwendungen im Kalenderjahr 2009. Diese Position haben wir nun bereits seit 13 Jahren in Folge erreicht.
Unsere Zielmärkte zeichnen sich aus durch eine zunehmende Bedeutung von Anwendungen im Hochsicherheitsbereich, wie zum Beispiel Zahlungssysteme und Identifikation sowie durch steigende Nachfrage nach Sicherheitsanwendungen über den klassischen Chipkarten-Formfaktor hinaus.
In unserem Bereich Chip Card & Security nutzen wir unsere drei Kernkompetenzen Sicherheit, kontaktlose Kommunikation und Embedded-Control. Unsere Produkte werden in unterschiedlichsten Märkten verwendet, wobei Schwerpunkte in den Bereichen Kommunikation, Bezahlkarten, behördliche Ausweise, Zugangssysteme sowie Objektidentifikation und Plattformsicherheit zu sehen ist. Die Hauptprodukte in diesem Segment umfassen:
| ― | Kontaktbasierte und kontaktlose Sicherheitsmikrocontroller-ICs für Ausweisdokumente (zum Beispiel Reisepässe, Personalausweise und Gesundheitskarten), Bezahlkarten, SIM-Karten und Bezahlfernsehen; |
| ― | Sicherheitsspeicher für Telefonkarten, Zugangskarten und Tickets im öffentlichen Nahverkehr; |
| ― | Trusted Platform Module ("TPM") Produkte in Computern und Netzwerken; |
| ― | Sicherheitsmikrocontroller für neue Märkte für Sicherheitsanwendungen wie zum Beispiel Authentisierung von Zubehörteilen oder automatisches Auslesen von Stromzählern; sowie |
| ― | RFID-ICs zur Objektidentifizierung (zum Beispiel in der Logistik). |
Auf Grund der Zyklizität der Industriebranche schließen unsere Kunden gewöhnlich keine langfristigen Festpreisverträge für Standardhalbleiter (dies betrifft nicht kundenspezifische Produkte) ab. Das hat als Konsequenz, dass die Marktpreise für unsere Standardhalbleiter und unsere Umsätze mit diesen Produkten von Periode zu Periode stark schwanken können. Die meisten unserer Standardprodukte werden zu einem Festpreis angeboten, und Aufträge werden mit dem Verständnis abgeschlossen, dass Preis und andere Vertragskonditionen angepasst werden können, um die Marktbedingungen zum Lieferzeitpunkt widerspiegeln zu können. Dies ist eine gebräuchliche Handhabung in der Industrie, um es unseren Hauptkunden zu ermöglichen, das Lieferdatum zu verschieben oder bestehende Aufträge zu streichen. Aus diesen Gründen sind wir der Ansicht, dass der Auftragsbestand von Standardprodukten im Allgemeinen kein verlässlicher Indikator für zukünftige Umsätze ist.
Für unsere kundenspezifischeren Produkte werden die Aufträge in der Regel länger im Voraus platziert. Stückzahl und Preis von solchen Produkten können dennoch zwischen der Auftragsabgabe und der Auslieferung variieren, worin sich Änderungen in Kundenwünschen und Branchengegebenheiten widerspiegeln. In Zeiten von Überkapazität und fallenden Verkaufspreisen werden die Bestellungen der Kunden meistens nicht so weit vor dem Auslieferungsdatum abgegeben wie in Zeiten von Kapazitätsengpässen. Immer mehr Kunden bitten um Rahmenvereinbarungen, welche auf einer rollierenden Vorausplanung basieren. Der daraus resultierende niedrige Auftragsbestand reduziert unsere Möglichkeit, die optimalen Mengen und zukünftigen Umsätze verlässlich zu planen. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass wir uns nicht ausschließlich auf den Auftragsbestand verlassen, um unser Geschäft zu steuern, und ihn nicht nutzen, um unsere Leistung zu beurteilen.
Wir verkaufen unsere Produkte an Kunden in allen Regionen der Welt, vorrangig in Europa, in den USA, in Asien-Pazifik und in Japan.
Wir bedienen rund 370 Direktkunden (davon rund 40 Kunden ausschließlich des Mobilfunkgeschäfts).
Auf keinen Kunden unserer fortgeführten Aktivitäten entfiel im Geschäftsjahr 2010 mehr als 10 Prozent unserer Umsatzerlöse. Mit unseren Top-25-Kunden unserer fortgeführten Aktivitäten haben wir in Summe in etwa 72 Prozent unseres Umsatzes erzielt.
Der Anteil der Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten, welchen wir über Großhändler (sogenannte Distributoren) erzielen, beträgt ungefähr 29 Prozent.
Einige bedeutende Kunden von jedem unserer Kernbereiche sind in der obigen Tabelle im Abschnitt "Wichtige Produkte und Applikationen" aufgeführt.
Wir fokussieren unsere Vertriebsaktivitäten auf kundenspezifische Halbleiter, um die Wünsche unserer Kunden zu erfüllen. Ziel ist es, unsere Produkte und Lösungen in Kooperation mit unseren Kunden zu entwickeln, um deren bevorzugter Lieferant zu werden. Wir streben den Aufbau von stabilen Kundenbeziehungen zu Unternehmen an, die führend in ihren Marktsegmenten sind. Die von diesen Kunden nachgefragten technologischen Anforderungen stellen eine große Herausforderung dar. Dies führt dazu, dass wir das entsprechende Applikationswissen erlangen, welches erforderlich ist, um im Halbleitergeschäft wettbewerbsfähig zu bleiben.
Unsere Vertriebszentren sind weltweit verteilt. Diese globale Präsenz ermöglicht es uns nicht nur, schnell auf die Wünsche unserer Kunden einzugehen, sondern auch, in den Produkt-Entwicklungsprozess unserer Kunden involviert und dadurch in einer besseren Position zu sein, kundenspezifische ICs und Lösungen für deren neue Produkte zu entwickeln. Die Kooperation mit Kunden, die führend in ihrem jeweiligen Markt sind, ermöglicht es uns, früh Einblick in deren Bedürfnisse und die zukünftige Entwicklung ihrer Märkte zu gewinnen. Kontakte zu den Kunden unserer Kunden sowie Marktstudien über den Endverbraucher ermöglichen es uns zusätzlich, ein effektiver Partner für unsere Kunden zu sein.
Wir sind davon überzeugt, dass ein Schlüsselelement unseres Erfolgs die Fähigkeit ist, ein umfassendes Portfolio an technologischen Ressourcen und wettbewerbsfähigen Leistungen anzubieten, um unsere Kunden dabei zu unterstützen, innovative und wettbewerbsfähige Produkte bereitzustellen. Diese Fähigkeit ermöglicht es uns, Schwankungen in der Nachfrage verschiedener Märkte auszugleichen. Dies ist ein wichtiger Faktor, um uns von vielen unserer Wettbewerber zu differenzieren.
Die Märkte für unsere Produkte sind von intensivem Wettbewerb geprägt. Wir begegnen einer starken Konkurrenz in jedem unserer Produktbereiche und wir stehen im Wettbewerb mit anderen großen internationalen Halbleiterunternehmen. Einige dieser Unternehmen haben wesentlich größere finanzielle und sonstige Ressourcen, mit denen sie Forschung, Entwicklung, Produktion, Marketing und Distribution für ihre Produkte betreiben können. Kleinere Nischenunternehmen werden in der Halbleiterindustrie ebenfalls immer bedeutsamer. Halbleiter-Auftragsfertiger haben in den vergangenen Jahren ihre Kapazität massiv ausgebaut. In speziellen Geschäftsbereichen kooperieren wir mit Unternehmen, die in anderen Bereichen unsere Wettbewerber sind.
Die folgende Tabelle zeigt unsere wesentlichen Wettbewerber für jedes operative Segment unserer fortgeführten Aktivitäten (in alphabetischer Reihenfolge):
scroll
| Automotive | Freescale, NXP, ON Semiconductor, Renesas, STMicroelectronics, Texas Instruments |
| Industrial & Multimarket | Fairchild, Fuji Electric, International Rectifier, Intersil, Mitsubishi, NXP, Renesas, STMicroelectronics, Texas Instruments, Toshiba, Vishay |
| Chip Card & Security | NXP, Renesas, Samsung, STMicroelectronics |
Differenzierungskriterien im Wettbewerb sind das Produkt-Design, die technische Leistungsfähigkeit, der Preis, die Produktionskapazität, die Produkteigenschaften, die Vereinbarkeit von Produktsystemen, die Lieferzeit, die Qualität sowie der Grad an technischer Unterstützung, den wir unseren Kunden bieten können. Innovation und Qualität sind Wettbewerbsfaktoren für alle Segmente. Produktionskapazitäten ebenso wie Liefertreue, auch binnen sehr kurzer Zeit, spielen des Weiteren wichtige Rollen.
Unser Wettbewerbserfolg hängt von verschiedenen Faktoren ab, die teilweise außerhalb unserer Kontrolle liegen. Sie schließen ein:
| ― | erfolgreiche und rechtzeitige Entwicklung von neuen Produkten, Serviceleistungen und Produktionsprozessen |
| ― | Produktleistung und Qualität |
| ― | Produktionskosten, Ausbeute und Produktverfügbarkeit |
| ― | Preisfestsetzung |
| ― | unsere Fähigkeit, Änderungen in der Nachfrage unserer Kunden durch Produktionsanpassungen in unserer Fabrikation umzusetzen |
| ― | unsere Fähigkeit, Lösungen anzubieten, die die spezifischen Wünsche unserer Kunden befriedigen |
| ― | Kompetenz und Mobilität unseres Vertriebs, des technischen Supports und der Marketing Organisation |
| ― | die Zuverlässigkeit unserer Lieferkette für Leistungen, die wir ausgliedern und die Lieferung von Produkten, Rohstoffen und Leistungen von Dritten, die wir für unsere Produktion benötigen. |
Unser Geschäft und die Halbleiterindustrie sind allgemein durch eine hohe Zyklizität gekennzeichnet. Charakteristisch sind konstante und rapide technologische Veränderungen, schnelle Produktalterung und plötzliche Preiserosion, die kontinuierliche Entstehung neuer Standards, kurze Produktlebenszyklen und starke Schwankungen bei Produktangebot und -nachfrage.
Gemäß World Semiconductor Trade Statistics (Oktober 2010) expandierte der Welt-Halbleitermarkt (auf US-Dollar-Basis) in den ersten neun Monaten des Kalenderjahrs 2010 um 41 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahrs, nachdem er im Kalenderjahr 2009 um rund 12 Prozent (iSuppli, September 2010) zurückgegangen war. Im September 2010 erwartete iSuppli für das gesamte Kalenderjahr 2010 einen Anstieg von 32 Prozent. iSuppli erwartet in Amerika und Asien-Pazifik (ausgenommen Japan) einen Nachfrageanstieg von jeweils rund 33 Prozent in Kalenderjahr 2010. Für den japanischen Markt wird ein Wachstum des Halbleitermarkts von 30 Prozent und für den europäischen Markt von 29 Prozent vorausgesagt.
Der Gesamtmarkt für Halbleiterprodukte zeichnet sich durch eine hohe Volatilität aus. Angebot und Nachfrage schwanken zyklisch und verursachen deutliche Schwankungen in Preisen und Gewinnspanne. Basierend auf iSuppli (September 2010), betrug das Gesamtmarktwachstum (auf US-Dollar-Basis) 2006 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und 3,8 Prozent im Jahr 2007, bevor der Gesamtmarkt im Kalenderjahr 2008 um 5,3 Prozent und im Kalenderjahr 2009 um 11,9 Prozent schrumpfte. WSTS geht von einem Wachstum des Gesamtmarktes von 32,0 Prozent im Kalenderjahr 2010 aus.
Wir sind bestrebt, den Einfluss der Zyklizität mit Hilfe von kontinuierlichen Investitionen in Fertigungskapazitäten über den gesamten Zyklus und mit Hilfe von Kooperationsvereinbarungen sowie Auftragsfertigungsabkommen zu mindern, um auf Zyklusänderungen flexibler reagieren zu können.
Durch den Verkauf des Mobilfunkgeschäfts sind wir weniger von kurzen Markt- und Produktzyklen abhängig, was uns ermöglicht, uns auf die Weiterentwicklung der Segmente Automotive, Industrial & Multimarket und Chip Card & Security zu konzentrieren, die alle Marktführer in ihren jeweiligen Halbleiterzielmärkten sind. Zusammen bilden sie einen starken Verbund, der auf technologischen Synergien aufbaut. Der Verkauf des Mobilfunkgeschäfts schließt damit -nach den vorangegangenen Ausgliederungen des Speichergeschäfts und dem Verkauf von Wireline Communications -unsere strategisch Fokussierung auf profitable, wachstumsstarke und weniger volatile Halbleitergeschäfte ab.
Die Halbleiterproduktion ist sehr kapitalintensiv. Die für eine wettbewerbsfähige Kostenposition notwendigen Produktionskapazitäten fordern hohe Investitionen in Fertigungsanlagen. Nach einer Studie von IC Insights, Inc. haben die 10 Unternehmen mit dem größten Investitionsbudget in der Halbleiterindustrie einen Anteil von 69 Prozent an den von der Halbleiterindustrie insgesamt für das Kalenderjahr 2010 geplanten Investitionsausgaben. Fertigungsprozesse und Produktgestaltung basieren auf Spitzentechnologien, denen beträchtliche F&E-Kosten vorausgehen. Der Großteil der Betriebskosten einer Fertigungsstätte sind Fixkosten; daher können sich Fluktuationen in der Auslastung der Kapazitäten signifikant auf die Profitabilität auswirken.
Während sich der Markt für Standardprodukte durch eine stark marktabhängige Preisfindung auszeichnet, die sich größtenteils unserem Einfluss entzieht, herrschen auf dem Markt für Spezialprodukte längerfristige Preis- und Mengenvereinbarungen vor. In beiden Fällen ist die Senkung der Herstellungskosten durch kontinuierliche Steigerung unserer Produktivität ein Schlüssel zur Sicherung der Profitabilität.
Ungefähr zwei Drittel unserer internen Scheibenfertigungskapazität wird für die Produktion von Leistungshalbleitern für Anwendungen in der Automobilindustrie und Industrieelektronik verwendet. Wir haben Fertigungsstätten für Leistungshalbleiter in Regensburg, Deutschland, in Villach, Österreich, und in Kulim, Malaysia. Wir zielen sowohl auf die Weiterentwicklung von Leistungshalbleitern, zum Beispiel mit der Einführung der Kupfer-Metallisierung und mit speziellen Prozessen zur Herstellung immer dünnerer Wafer zur Optimierung des elektrischen Widerstands, als auch auf die kontinuierliche Produktivitätssteigerung ab.
Ein weiteres Drittel der internen Scheibenfertigungskapazität wird für die Fertigung von Logikchips für Anwendungen ebenfalls in der Automobilindustrie, im Sicherheitsbereich und im Consumer-Markt genutzt. Hierzu haben wir eine Fertigungsstätte in Dresden, Deutschland, und arbeiten mit Auftragsfertigern zusammen. Diese sind die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company ("TSMC"), United Microelectronics Corporation ("UMC"), Global Foundries Incorporation ("GF"), IBM und ALTIS. Bei den Auftragsfertigern werden Produkte von 130 Nanometer bis 65 Nanometer Strukturbreite für Standard-Logik-Anwendungen sowie Flash-Anwendungen produziert. Zur Reduzierung unserer Fertigungs- und Entwicklungskosten dienen uns langfristige Vereinbarungen mit den Auftragsfertigern und Entwicklungsallianzen wie die International Semiconductor Development Alliance ("ISDA"), eine Technologieallianz unter anderen mit IBM, GF, Freescale Semiconductor, Inc., NEC Corporation, Samsung Electronics Ltd., STMicroelectronics NV und Toshiba Corporation.
Wir erwarten eine fortlaufende Erhöhung der Stückzahlen, insbesondere durch die weitergehende Verkleinerung der Chip-Strukturen, die Migration in Richtung Produktion auf größerem Scheibendurchmesser, die Erhöhung des Durchsatzes der Fertigungsanlagen und die Ausweitung der Fertigungskapazität.
Wir betreiben Montage- und Test-Standorte für unsere Leistungshalbleiter in Malacca, Malaysia und Batam, Indonesien. Weitere Backend-Standorte sind Wuxi (VR China), Regensburg und Warstein (Deutschland) und Cegled (Ungarn) sowie Singapur und Morgan Hill (USA). Wir ergänzen unsere internen Fertigungskapazitäten im Backend durch Auftragsfertiger wie Amkor Technology, Inc. und Advanced Semiconductor Engineering, Inc..
Unsere Standorte für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind weltweilt verteilt. Die folgende Tabelle zeigt unsere wichtigsten Forschungs- und Entwicklungsstandorte und deren jeweilige Kompetenzbereiche für unsere fortgeführten Aktivitäten.
scroll
| Standort | Kompetenzbereiche unserer fortgeführten Aktivitäten |
|---|---|
| Bangalore, Indien | IC-, Software- und Systementwicklung für Automotive- und Industrial-Produkte, CAD flow und library Entwicklung |
| Bukarest, Rumänien | Leistungshalbleiter für Mixed-Signal-Anwendungen, Chipkarten-ICs |
| Dresden, Deutschland | Advanced-Technology-Entwicklung |
| Graz, Osterreich | Contactless Systeme, Automotive Power Systeme, Sensor Produkte |
| Linz, Osterreich | RF-IC- und Software-Entwicklung für Sensorprodukte |
| Morgan Hill, Kalifornien, U.S.A. | Entwicklung für HF-Leistungstransceiver für Basisstationen |
| München, Deutschland | Hauptproduktentwicklungsstätte. Technologieintegration, CAD-Entwicklungsumgebung, Bibliotheksentwicklung, IC-, Software- und Systementwicklung für Mikrocontroller, ASICs, Chipkarten-ICs, Leistungselektronik für Automobilanwendungen und Industrieanwendungen, Entwicklung von Fertigungsprozessen |
| Regensburg, Deutschland | Gehäuseentwicklung, Entwicklung von Fertigungsprozessen |
| Singapur, | IC-, Software- und Systementwicklung für Automobil- und Industrieprodukte, Gehäusetechnologieentwicklung |
| Torrance, Kalifornien, USA. | Entwicklung von ICs für den digitalen Regelkreis in Schaltnetzteilen |
| Villach, Osterreich | Entwicklung von Leistungshalbleitern, Entwicklung von Mixed-Signal-ICs für Automobil- und Industrieanwendungen |
Zum 30. September 2010 waren weltweit 5.771 Mitarbeiter in unseren Forschungs- und Entwicklungszentren beschäftigt (einschließlich der Mitarbeiter, die mit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts auf Intel übergehen sollen). Dies entspricht 22 Prozent der gesamten Belegschaft. Wir haben in den letzten Jahren den Schwerpunkt insbesondere auf die Ausweitung unserer Forschungs- und Entwicklungsstandorte mit einer attraktiven Kostenstruktur und gutem Zugang zu den führenden Märkten und Kunden gelegt. Wir sind davon überzeugt, dass der Einsatz von Fachkräften im Forschungs- und Entwicklungsbereich an kostengünstigen Standorten es uns ermöglicht, unsere technische Position zu behaupten, während wir die Ausgaben unter Kontrolle halten können.
Unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konzentrieren sich auf halbleiterbasierte Produkt- und System-Entwicklungen sowie auf Verfahrenstechnologien. Wesentliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten reichen von der Entwicklung von führenden Hochfrequenz-, Analog- und Leistungs-ICs, komplexen digitalen System-on-chip-Lösungen, Leistungs- und Kleinsignal-Einzelhalbleitern, Sensoren, Software-Bausteinen, CAD-Entwicklungsumgebungen und -Bibliotheken sowie Gehäusetechnologien.
Unsere ICs werden in der Regel in komplexen System-on-chip-Ausführungen eingesetzt und erfordern ein breites Spektrum an geistigem Eigentum und technisch ausgereiften Design-Methodiken, um eine hohe Leistung mit niedrigem Energieverbrauch zu kombinieren. Wir sind der Überzeugung, dass unser Angebot an geistigem Eigentum und Methodiken für Logik-ICs, besonders unsere Fähigkeit, verschiedene ICs mit komplexen Software-Produkten zusammenzuführen, es uns ermöglichen wird, unsere Position im Markt für Logik-IC zu festigen. Wir betrachten unsere Erfahrung und Know-how in den Analog-, Mixed-Signal und HF-Anwendungen als besonderen Wettbewerbsvorteil.
Unsere Leistungs-ICs und diskreten Leistungstransistoren besitzen ein hochentwickeltes Co-Design von Schaltkreisen und Fertigungsverfahren, um Parameter wie Durchlasswiderstand, Schaltgeschwindigkeit und Zuverlässigkeit zu verbessern. Wir glauben, dass unsere Erfahrung in allen Bereichen der Leistungselektronik für höchste Spannungen und Ströme es uns ermöglichen wird, unsere führende Entwicklungsposition zu halten und ein führender Lieferant für Leistungshalbleiter zu bleiben.
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten liegt auf den Prozesstechnologien. Wir entwickeln kontinuierlich unsere Herstellungsverfahren für Leistungshalbleiter weiter, um unsere Position als Marktführer aufrechtzuerhalten. Die Anforderungen für Automobil- und Industrieanwendungen, wie beispielsweise für Hochtemperatur, hohe Schaltleistung und Verlässlichkeit, erlauben eine Differenzierung vom Wettbewerb durch firmeninterne Forschung und Entwicklung. Für CMOS-Fertigungstechnologien von 65 Nanometer Strukturbreite und kleiner verfolgen wir eine Strategie aus Allianzen mit verschiedenen Partnern und Entwicklungskooperationen, um auch zukünftig Zugang zu wettbewerbsfähigen Fertigungstechnologien mit finanziell tragbaren Kosten zu haben. Unsere Fertigungstechnologien erlauben die Kombination verschiedener Funktionseigenschaften, zum Beispiel geringer Stromverbrauch, analoge Schaltungsdesigns und Leistungselektronik.
Etwa die Hälfte unserer internen Fertigungskapazitäten wird für die Produktion von Leistungs-Halbleitern genutzt, die in Automobil- und Industrie-Applikationen Verwendung finden. Unsere Fabriken für die Waferherstellung von Leistungshalbleitern liegen in Regensburg, Deutschland, in Villach, Österreich, und in Kulim, Malaysia. Wir wollen uns weiterhin auf die Weiterentwicklung von Leistungshalbleitern sowie die Einführung von Kupfermetallisierung und Sonderverfahren fokussieren, um dünnere Wafer herzustellen und dadurch den elektrischen Widerstand zu optimieren.
scroll
| Standort | Anwendung / Funktion |
|---|---|
| Scheibenfertigung (Front-End) | |
| Dresden, Deutschland | Logikanwendungen, Mikrocontroller, Flash |
| Kulim, Malaysia | Power, Smart Power, Flash |
| Regensburg, Deutschland | Power, Smart Power, Sensoren, Mixed Signal |
| Villach, Osterreich | Power, Smart Power, diskrete Halbleiter |
| Gehäuse (Back-End) und Test | |
| Batam, Indonesien | Power und Non-Power ICs |
| Cegled, Ungarn | Power Module |
| Morgan Hill, USA | Hochfrequenz-Leistungsbausteine |
| Regensburg, Deutschland | Chipkarten Module, Sensoren, Pilotlinien |
| Singapur, Singapur | Non-Power ICs, Test |
| Warstein, Deutschland | Power Module |
| Wuxi, China | diskrete Halbleiter, Chipkarten Module |
| Malacca, Malaysia | diskrete Halbleiter, Leistungshalbleiter, Sensoren, Logik ICs |
Die Verkaufspreise pro Stück sind volatil und sinken üblicherweise wegen der technologischen Entwicklung und des Wettbewerbsdrucks im Zeitverlauf. Obwohl Logikchip-Produkte zu einem gewissen Grad anwendungsspezifisch sind, sinken die Verkaufspreise mit der Weiterentwicklung der Technologie.
Unser Ziel ist es, die Auswirkungen der sinkenden Preise auf unsere Erlöse dadurch zu kompensieren, dass wir das Verkaufsvolumen erhöhen, den Produkt-Mix optimieren sowie kontinuierlich unsere Stückkosten reduzieren. Erhöhungen im Verkaufsvolumen hängen teilweise von Produktivitätsverbesserungen bei der Herstellung ab, zum Beispiel durch die Reduzierung der Strukturgrößen.
Unsere Umsatzerlöse unterliegen saisonalen und zyklischen Einflüssen. Das umsatzstärkste Quartal ist erfahrungsgemäß das vierte Quartal des Geschäftsjahrs. Diese kurzfristigen Zyklen sind jedoch beeinflusst von längerfristigen Zyklen, die aus den Neuerungen der technischen Lösungen unserer Kunden, die unsere Produkte beinhalten, resultieren. Die kurz- und mittelfristige Zyklizität unserer Umsätze reflektiert die Schwankungen in Angebot und Nachfrage nach den Produkten, die unsere Halbleiter beinhalten. Wenn antizipierte Umsätze und Lieferungen nicht wie erwartet stattfinden, können in einem solchen Quartal überproportional hohe Ausgaben und Lagerbestände auftreten, was das Ergebnis des Quartals und möglicherweise das Ergebnis der folgenden Quartale negativ beeinflussen kann.
Bei unseren Produkten kann sich die Zeitspanne vom Test über die Evaluierung und Kundenakzeptanz bis hin zur Serienfertigung über mehrere Monate bis zu mehr als einem Jahr hinziehen. Wegen der Länge dieses Zyklus kann es zu signifikanten zeitlichen Verzögerungen zwischen den Aufwendungen für F&E sowie Marketingaktivitäten und dem Aufbau von Vorräten und der Realisierung der entsprechenden Erlöse kommen.
Ein Schlüsselfaktor unserer Kerngeschäftsstrategie ist es, die Entwicklungszeit neuer Technologien und Produkte und deren Markteinführung zu verkürzen und unser existierendes Produktangebot, die Marktabdeckung, den Einsatz von Ingenieuren sowie unsere technologischen Kompetenzen zu optimieren. Wir planen, auch weiterhin sich bietende strategische Möglichkeiten zu evaluieren. Dies umfasst Unternehmensakquisitionen, strategische Partnerschaften, Kapitalbeteiligungen und auch den Erwerb oder Verkauf von Vermögenswerten oder Geschäftsaktivitäten.
Bedingt durch den High-Tech-Charakter der Halbleiterindustrie sind immaterielle Vermögenswerte, die sich auf geschützte Technologien beziehen, von großer Bedeutung. Dieses geistige Eigentum umfasst Patente, Urheberrechte, Geschäftsgeheimnisse, Markenzeichen, Gebrauchsmuster und Designs. Unsere Patente betreffen im Wesentlichen den Aufbau von integrierten Schaltkreisen und Prozesstechnologien. Wir sind der Ansicht, dass unser geistiges Eigentum ein wertvoller Vermögenswert ist, nicht nur zum Schutz unserer Technologieinvestitionen, sondern auch eine entscheidende Grundvoraussetzung für gegenseitige Lizenzvereinbarungen mit Dritten. Infineon erzielt außerdem Umsatzerlöse aus der Lizenzierung unseres geistigen Eigentums, insbesondere aus Technologie-sowie gegenseitigen Patent-Lizenzvereinbarungen.
Zum 30. September 2010 besitzen wir mehr als 17.700 Patentanträge oder Patente (im Folgenden als "Patente" bezeichnet) in über 40 Ländern weltweit. Diese Patente gehören zu ungefähr 7.600 "Patentfamilien" (jede Patentfamilie umfasst alle Patente, die auf die gleiche Erfindung zurückzuführen sind).
In etwa 2.650 dieser Patentanträge und Patente (zirka 1.000 Patentfamilien) werden im Rahmen des Vollzugs des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts auf Intel übertragen.
IFRS erfordert, dass die Kosten für Entwicklungsaktivitäten von selbsterstelltem geistigem Eigentum bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen aktiviert werden. Voraussetzungen für die Aktivierung sind, dass die Entwicklungskosten verlässlich ermittelt werden können, dass das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar sowie ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen wahrscheinlich ist. Darüber hinaus müssen wir die Absicht haben und über ausreichende Ressourcen verfügen, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. Die aktivierten Kosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungslöhne und die direkt zurechenbaren Gemeinkosten, soweit diese dazu dienen, die Nutzung des Vermögenswerts vorzubereiten. Entwicklungskosten, welche die Aktivierungsvoraussetzungen nicht erfüllen, werden als Aufwand erfasst. Im Geschäftsjahr 2010 haben wir €79 Millionen (davon entfielen auf das Mobilfunkgeschäft €52 Millionen) aktiviert. Im Vorjahr aktivierten wir Entwicklungskosten in Höhe von €47 Millionen (davon entfielen auf das Mobilfunkgeschäft und auf das Wireline-Communications-Geschäft insgesamt €31 Millionen). Zum 30. September 2010 betrug der Buchwert der aktivierten Entwicklungskosten für die fortgeführten Aktivitäten €53 Millionen.
Bewertungsansätze für erworbenes geistiges Eigentum, insbesondere im Falle eines Erwerbs im Zusammenhang mit Unternehmensakquisitionen, gestalten sich in der Regel äußerst komplex und sind schwer zu schätzen.
Geistiges Eigentum, welches von anderen durch Lizenzerwerb oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurde, wird ebenfalls in der Bilanz geführt und über die erwartete technische und wirtschaftliche Lebensdauer abgeschrieben. Zum 30. September 2010 betrug der Buchwert des bilanzierten erworbenen geistigen Eigentums (ohne als zur Veräußerung ausgewiesene Beträge) €13 Millionen.
Unser künftiger Erfolg wird vor allem von unserer Fähigkeit abhängen, weiterhin Spitzentechnologien zu entwickeln und unser Produktportfolio zu optimieren. Wir müssen beide Ziele erreichen, um der Nachfrage nach verschiedensten Halbleiterprodukten flexibel begegnen zu können. Wir sind der Überzeugung, dass die Fähigkeit, ein breites Portfolio anzubieten und flexibel zu fertigen, in zunehmendem Maße für unseren langfristigen Erfolg auf vielen Märkten in der Halbleiterindustrie wichtig sein wird. Die Entwicklung und Erhaltung eines Technologievorsprungs, von Entwicklungs- und Fertigungsallianzen, einschließlich der Auftragsfertigung durch Dritte, sowie die beständigen Bemühungen zur Verbreiterung des Portfolios werden es uns erleichtern, auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren und unsere finanzielle Ertragskraft zu stärken.
Als High-Tech-Unternehmen agieren wir in einem wachsenden Markt und in einem äußerst dynamischen wirtschaftlichen Umfeld. Zum Erhalt unserer führenden Marktposition sind kontinuierlich Innovationen bei Produkten und Technologien notwendig. Unsere Fertigungstechnologien sind in vielen Marktsegmenten ein wichtiges Differenzierungsmerkmal. Deshalb müssen wir stetig in Forschung und Entwicklung wie auch in unsere Fertigungen investieren. Der Aufbau zusätzlicher Fertigungskapazitäten erfolgt dabei mit Blick auf die Erschließung von Wachstumspotenzialen, aber auch unter Berücksichtigung einer bestmöglichen Kapazitätsausnutzung zur Vermeidung von Leerstandskosten.
Profitables Wachstum versetzt uns in die Lage, unser Geschäft und unsere Investitionen aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Dies erfordert jedoch eine effiziente Nutzung unserer finanziellen Ressourcen.
Als Konsequenz daraus fokussieren wir uns auf drei Erfolgsfaktoren:
| ― | Profitabilität des Geschäftsportfolios |
| ― | effektives Cash-Flow-Management |
| ― | effizienter Kapitaleinsatz |
Wir nutzen ein umfassendes Controllingsystem zur Steuerung des Geschäftes entlang dieser drei Erfolgsfaktoren. Dies umfasst Finanzkennzahlen ebenso wie operative Kennzahlen. Die zur Steuerung herangezogenen Informationen stammen aus der jährlichen Langfristplanung, dem quartalsweisen Forecasting sowie aus Ist-Daten. Dies erlaubt es unserem Top-Management, Entscheidungen zu treffen, die auf einer fundierten Informationsbasis bezüglich der aktuellen Situation und der erwarteten Entwicklung der wirtschaftlichen und operativen Leistungsfähigkeit basieren.
Der Vorstand führt regelmäßige Durchsprachen mit den Verantwortlichen der Geschäftsbereiche, der Fertigungsbereiche und der Zentralfunktionen durch. Der Fokus dieser Durchsprachen liegt auf den Haupttreibern für Profitabilität, Cash-Flow und Kapitaleffizienz. Die Bewertung basiert dabei auf Finanzkennzahlen wie Auftragseingang, Umsatz, Bruttomarge, Funktionskosten, Nettoumlaufvermögen und Investitionen. Zusätzlich werden ausgewählte nicht-finanzielle Kennzahlen betrachtet wie zum Beispiel die Kapazitätsauslastung der Fertigung, um einem Anstieg von Leerstandskosten rechtzeitig gegensteuern zu können.
Um die Wirkung dieser Steuerungsparameter auf die definierten Erfolgsfaktoren zu bewerten, nutzen wir die folgenden drei übergreifenden Unternehmenskennzahlen:
| ― | das Segmentergebnis zur Bewertung der operativen Profitabilität unseres Geschäft, |
| ― | den Free-Cash-Flow zur Bewertung der Höhe des Mittelzuflusses ohne Finanzierungstätigkeit und |
| ― | den Return on Capital Employed (ROCE) zur Bewertung der Kapitaleffizienz. |
Diese drei Finanzkennzahlen sind auch die Eckpfeiler unseres Systems zur variablen Vergütung. Ein erheblicher Anteil der variablen Gehaltsbestandteile von Mitarbeitern und Führungskräften ist direkt an diese Kennzahlen gekoppelt.
Wir haben das Segmentergebnis definiert als Betriebsergebnis, ohne Berücksichtigung von Wertminderungen von Vermögenswerten (Saldo), Aufwendungen für Umstrukturierungen und andere Schließungskosten (Saldo), Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen, akquisitionsbedingten Abschreibungen und Gewinne (Verluste), Gewinne (Verluste) aus dem Abgang von Vermögenswerten, Geschäftsbereichen oder Beteiligungen an Tochtergesellschaften und sonstige Erträge (Aufwendungen), einschließlich Kosten für Gerichtsverfahren.
Wir nutzen diese Kennzahl zur Bewertung der operativen Leistungsfähigkeit unserer Segmente. Sowohl das Gesamtunternehmen als auch die einzelnen Segmente haben das Ziel, über den gesamten Marktzyklus eine Segmentergebnis-Marge zu erwirtschaften, die deutlich über den Kapitalkosten liegt.
Die wesentlichen Hebel zur Steigerung des Segmentergebnisses sind die Bruttomarge und die Höhe der operativen Kosten. Die Bruttomarge errechnet sich dabei aus den Umsätzen abzüglich der Herstellungskosten. Die operativen Kosten umfassen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie für Vertrieb und Verwaltung.
Wir definieren den Free-Cash-Flow als Mittelzufluss (-abfluss) aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelzufluss (-abfluss) aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um den Kauf und Verkauf von zur Veräußerung stehenden finanziellen Vermögenswerten.
Der Free-Cash-Flow misst unsere Fähigkeit, den laufenden Betrieb und die notwendigen Investitionen aus unserem operativen Geschäft heraus zu finanzieren. Es ist unser Ziel, einen nachhaltig positiven Free-Cash-Flow zu generieren.
Die wesentlichen Stellgrößen für den Free-Cash-Flow sind neben unserer Profitabilität ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen im Verhältnis zu den Abschreibungen.
Return on Capital Employed ist eine gängige Kennzahl für die Bewertung der Kapitalrentabilität. Die Gegenüberstellung des ROCE mit den gewichteten Kapitalkosten eines Unternehmens gibt Auskunft darüber, wie viel Wert nach Befriedigung der Renditeerwartungen der Eigen- und Fremdkapitalgeber geschaffen wurde. Somit dient der ROCE als Instrument der wertorientierten Unternehmenssteuerung.
ROCE ist definiert als Ergebnis nach Steuern, dividiert durch das eingesetzte Kapital. Die Kennzahl ROCE zeigt den Zusammenhang zwischen der Profitabilität und dem für den Geschäftsbetrieb notwendigen Kapital auf. Es misst, wie effizient ein Unternehmen seine Ressourcennutzung steuert.
Das eingesetzte Kapital errechnet sich aus dem Gesamtvermögen, abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten, abzüglich zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten, bereinigt um kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristig fällige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten. Mit anderen Worten: Das eingesetzte Kapital ist die Summe aus Anlagevermögen, Nettoumlaufvermögen und der Differenz aus zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.
Neben der Profitabilität wird der ROCE von der Kapitalintensität in Bezug auf das Sachanlagevermögen sowie auf das Nettoumlaufvermögen beeinflusst. Die Kapitalintensität beschreibt, in welchem Umfang Vermögenswerte eingesetzt werden müssen, um einen bestimmten Umsatz zu realisieren.
Es ist unser Ziel, einen ROCE zu erwirtschaften, der über den gewichteten Kapitalkosten liegt, um Wert für unsere Anteilseigner zu schaffen. Mit einem ROCE in Höhe von 24 Prozent haben wir dieses Ziel im Jahr 2010 klar erreicht.
scroll
| Einheit | 2010 | 2009 | |
|---|---|---|---|
| Segmentergebnis1 | € in Millionen | 635 | -167 |
| Segmentergebnis-Marge1 | in Prozent | 14 | -6 |
| Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten | € in Millionen | 573 | 274 |
| ROCE | in Prozent | 24 | -11 |
1 Einschließlich dem zu veräußernden Mobilfunkgeschäft.
Im Geschäftsjahr 2010 stieg der Aktienkurs der Infineon-Aktie von €3,86 am 30. September 2009 um 32 Prozent auf €5,08 Euro (Xetra-Schlusskurs) zum 30. September 2010 an und entwickelte sich somit deutlich besser als relevante Indizes.
Vergleichbare Indizes erlebten im Geschäftsjahr 2010 ebenfalls einen Aufwärtstrend. So verteuerte sich der Dow Jones US Semiconductor Index im selben Zeitraum um 4 Prozent, der Philadelphia Stock Exchange Semiconductor Index um 13 Prozent und der Deutsche Aktienindex DAX um 10 Prozent.
Das Jahrestief von €3,05 erreichte die Aktie am 28. Oktober 2009 und lag damit 21 Prozent unter dem Kurs vom 30. September 2009. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs 2010, am 26. April 2010, verzeichnete die Aktie ihr Jahreshoch von €5,54.
Gemäß dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sind Anteilseigner dazu verpflichtet, uns sowie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ("Ba-Fin") darüber zu informieren, wenn deren Anteilsbesitz die Schwellenwerte von 3 Prozent, 5 Prozent, 10 Prozent, 15 Prozent, 20 Prozent, 25 Prozent, 30 Prozent, 50 Prozent oder 75 Prozent erreicht, übersteigt oder, nachdem deren Anteilsbesitz diese Schwellenwerte überstiegen hat, wieder darunter fällt. Die Mitteilung muss auch die Anzahl der gehaltenen Aktien beinhalten.
Entsprechend der uns zum 30. September 2010 vorliegenden Mitteilungen halten nachfolgend aufgeführte Anteilseigener die in der Tabelle angegebene Anzahl von Aktien:
scroll
| Aktien im Besitz | ||
|---|---|---|
| Stand zum 30. September 2010 | Anzahl | In Prozent bezogen auf die Anzahl der Aktien am Stichtag |
| --- | --- | --- |
| Dodge & Cox | 106.771.627 | 9,82% |
| Black Rock Inc. | 55.553.415 | 5,11% |
Für die vorangegangenen Geschäftsjahre wurde keine Dividende gezahlt. Für das Geschäftsjahr 2010 werden wir der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Bardividende von €0,10 je Aktie vorschlagen. Dies entspräche einem Ausschüttungsvolumen von €109 Millionen.
Die strategische Neuausrichtung des Unternehmens auf stabilere und ertragsreichere Marktsegmente hat die nachhaltige Profitabilität und die Generierung von Liquiditätsüberschüssen zum Ziel. An dieser Entwicklung sollen die Aktionäre dauerhaft durch kontinuierliche Ausschüttungen partizipieren. Deren Höhe wird so bemessen, dass einerseits genügend Liquiditätsreserven zur wertsteigernden Erschließung von Wachstumspotenzialen, auch in konjunkturell schwächeren Marktphasen, erhalten bleiben, andererseits kontinuierliche Dividendenzahlungen auch durch Marktzyklen hindurch möglich sind. Zusätzlich zu Dividendenausschüttungen können grundsätzlich auch andere Instrumente wie Aktienrückkäufe zur weiteren Kapitalrückführung an die Aktionäre in Betracht kommen.
Nach dem Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionäre zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft, der nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) ermittelt wird. Die zentrale Orientierungsgröße für die Bestimmung der Dividendenhöhe ist aus Sicht des Unternehmens jedoch der Free-Cash-Flow, also das Verhältnis von Liquiditätszuflüssen aus dem operativen Geschäft zu Investitionsausgaben, weil diese Größe die finanzielle Leistungsfähigkeit des Geschäfts am besten widerspiegelt.
Bezogen auf den Durchschnitt der XETRA-Schlusskurse der Infineon-Aktie im Geschäftsjahr 2010 von €4,37 macht die vorgeschlagene Dividende eine Dividendenrendite von 2,3 Prozent aus.
Im Juli 2009 haben wir einen Vertrag über den Verkauf unseres Wireline-Communications-Geschäfts mit Lantiq geschlossen. Der Verkauf wurde am 6. November 2009 vollzogen. Alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Wireline-Communications-Geschäfts zum 30. September 2009 wurden in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2009 als "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" und "zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten" ausgewiesen. Die Ergebnisse des Wireline-Communications-Geschäfts sind in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung für die Geschäftsjahre 2010 und 2009 im "Ergebnis aus nicht fortgeführte Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" erfasst. Die interne Berichterstattung und in der Folge auch die Segmentberichterstattung wurde entsprechend angepasst und reflektiert nicht mehr das frühere Segment Wireline Communications.
Im August 2010 haben wir einen Vertrag mit Intel über den Verkauf unseres Mobilfunkgeschäfts geschlossen. Auf Grund des geplanten Verkaufs werden in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2010 alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die verkauft und übertragen werden sollen, als "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" beziehungsweise als "zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten" ausgewiesen. In der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung sind die Ergebnisse des Mobilfunkgeschäfts nicht mehr in den einzelnen Positionen der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung enthalten, sondern im "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" erfasst. Die einzelnen übrigen Positionen der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung weisen somit lediglich die Ergebnisse von Infineons fortgeführten Aktivitäten aus. Ebenso zeigt die Konzern-Kapitalflussrechnung die Mittelzu- und -abflüsse des Mobilfunkgeschäfts als "nicht fortgeführte Aktivitäten". Die Vorjahresbeträge der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung sowie der Konzern-Kapitalflussrechnung wurden entsprechend angepasst.
Unser Ausblick für das Geschäftsjahr 2010 stellte auf den Gesamtumsatz der Segmente und die Segmentergebnis-Marge ab, das heißt beide Größen enthielten die Umsatzerlöse und das Segmentergebnis des Mobilfunkgeschäfts. Entsprechend erläutern wir im Folgenden die Ertragslage zunächst auf dieser Basis anhand der tatsächlichen Entwicklung im Vergleich zum Ausblick für das Geschäftsjahr 2010. Dies entspricht der Struktur unseres internen Berichtswesens für das Geschäftsjahr 2010 und damit unserer Segmentberichterstattung. Danach folgt die Erläuterung der Ertragslage anhand der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung, in der das zu veräußernde Mobilfunkgeschäft sowohl für das Geschäftsjahr 2010 als auch für das Vorjahr im "Ergebnis aus nicht fortgeführten Tätigkeiten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ausgewiesen wird.
Als wir im November 2009 erstmals unseren Ausblick für das Geschäftsjahr 2010 präsentierten, war eine Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2010 nur begrenzt möglich. Die allgemeine Nachfrageentwicklung schien positiv, allerdings bestanden große Unsicherheiten, wie nachhaltig diese Entwicklung nach dem extremen Abschwung im Geschäftsjahr 2009 sein würde. Auch war die Entwicklung des Euro/US-Dollar-Wechselkurses nur schwer vorhersehbar. Wir sind damals von einem Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,50 ausgegangen.
Basierend auf den damaligen Erwartungen, haben wir einen Anstieg unserer Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2010 um mindestens 10 Prozent im Vergleich zu den Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2009 prognostiziert. Im Laufe des Geschäftsjahrs haben wir im April 2010, im August 2010 und im September 2010 unsere Erwartungen zur Umsatzentwicklung für das Geschäftsjahr 2010 jeweils auf Basis der jeweiligen guten Geschäftslage und der Entwicklung des Euro/US-Dollar-Wechselkurses angepasst. Während wir im April 2010 von einem Umsatzanstieg für das Geschäftsjahr 2010 gegenüber dem Vorjahr im hohen 30-Prozent-Bereich ausgingen, passten wir unsere Erwartung im August auf einen hohen 40-Prozent-Bereich an und prognostizierten im September 2010 einen Anstieg der Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2010 auf mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert.
Im Rahmen unserer Einschätzungen im November 2009 haben wir einen deutlichen Anstieg unseres Segmentergebnisses in Summe gegenüber dem Vorjahr und eine Segmentergebnis-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich prognostiziert. Im Laufe des Geschäftsjahrs 2010 haben wir im April 2010, im August 2010 und im September 2010 die Entwicklung der Segmentergebnis-Marge für das Geschäftsjahr 2010 angepasst. Dies geschah jeweils auf Basis der guten Geschäftslage, der bis dato bereits realisierten Ergebnisse und der Entwicklung des Euro/US-Dollar-Wechselkurses. Während wir im April 2010 eine Segmentergebnis-Marge von knapp über 10 Prozent für das Geschäftsjahr 2010 in Aussicht stellten, erhöhten wir unsere Erwartung im August 2010 auf einen niedrigen 10-Prozent-Bereich und prognostizierten im September 2010 eine Segmentergebnis-Marge von 13 bis 14 Prozent.
Insgesamt sind die Umsatzerlöse einschließlich der Umsatzerlöse des zu veräußernden Mobilfunkgeschäfts, im Geschäftsjahr 2010 um 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Alle Segmente haben zu diesem Umsatzwachstum, das deutlich höher liegt als erwartet, beigetragen. Der wirtschaftliche Aufschwung und die Stärke des US-Dollars gegenüber dem Euro im Geschäftsjahr 2010 trugen maßgeblich zum Umsatzzuwachs in allen unseren Segmenten bei. Das Segment Automotive profitierte von der höher als ursprünglich erwarteten Endkundennachfrage und der Auffüllung der Lagerbestände in der weltweiten Automobilzulieferindustrie. Ebenso hat das Segment Industrial & Multimarket von der deutlich höheren als der ursprünglich erwarteten Nachfrageerholung bei Computern, Kommunikations- und Industrieprodukten sowie der Auffüllung der Lager in der Wertschöpfungskette profitiert. Das Umsatzwachstum im Segment Chip Card & Security fiel, wie erwartet, geringer als bei den übrigen Segmenten aus. Jedoch war auch das Umsatzwachstum dieses Segments deutlich höher als prognostiziert, was auf die deutlich höher als vorhergesehene Nachfragesteigerung für Bezahlkarten- und Kommunikationsanwendungen zurückzuführen ist. Das Segment Wireless Solutions profitierte von dem deutlich höher als angenommenen Bedarf bedeutender Mobiltelefonplattform-Kunden.
Übereinstimmend mit dem im September 2010 angepassten Ausblick hat sich die Segmentergebnis-Marge im Geschäftsjahr 2010 auf 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von minus 6 Prozent im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs und den damit einhergehenden Umsatzzuwächsen verbessert. Alle operativen Segmente haben zu dieser deutlich über der ursprünglich erwarteten Segmentergebnis-Marge beigetragen. Neben dem über den ursprünglichen Annahmen liegenden Umsatzzuwächsen hat sich auch die über den Erwartungen liegende Kapazitätsauslastung und die damit einhergehenden geringeren Leerstandskosten positiv auf die Segmentergebnis-Marge ausgewirkt.
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 | ||
|---|---|---|---|---|
| Automotive | 1.268 | 28% | 839 | 28% |
| Industrial & Multimarket | 1.374 | 30% | 905 | 30% |
| Chip Card & Security | 407 | 9% | 341 | 11% |
| Wireless Solutions | 1.372 | 30% | 917 | 30% |
| Sonstige Geschäftsbereiche | 167 | 3% | 17 | 1% |
| Konzernfunktionen und Eliminierungen | -3 | 0% | 8 | 0% |
| Segmentumsatz in Summe einschließlich Wireless Solutions | 4.585 | 100% | 3.027 | 100% |
| abzüglich nicht fortgeführte Aktivitäten Wireless Solutions | -1.290 | -843 | ||
| Umsatzerlöse | 3.295 | 2.184 |
Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2009 waren deutlich beeinflusst von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise mit Auswirkungen auf alle operativen Segmente. Mit der schnellen und allgemeinen Erholung der Wirtschaft in den vergangenen 15 Monaten ist auch eine entsprechende Verbesserung der Umsatzerlöse unserer operativen Segmente festzustellen.
| ― | Automotive - Im Geschäftsjahr 2010 belief sich der Umsatz auf €1.268 Millionen und stieg um €429 Millionen oder 51 Prozent verglichen zum Geschäftsjahr 2009 mit €839 Millionen. Sowohl in der ersten Geschäftsjahreshälfte 2010 als auch in der zweiten Geschäftsjahreshälfte 2010 konnten wir ein gleichbleibend hohes Umsatzwachstum gegenüber den vergleichbaren Vorjahreszeiträumen realisieren. Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahrs 2010 erreichten damit wieder das Niveau vor der Finanz- und Wirtschaftskrise im Geschäftsjahr 2008. Die Nachfrage nach Halbleitern für die Automobilindustrie wurde durch die gestiegene weltweite Autoproduktion belebt. Die Autonachfrage wurde durch überproportionales Wachstum in Asien, vor allem in China und Indien, getragen. Zusätzlicher Halbleiterbedarf entstand durch die Verschiebung des Marktes von Kleinfahrzeugen hin zu Oberklassefahrzeugen. 2009 war der Anteil von Kleinfahrzeugen am gesamten Autoabsatz durch staatliche Förderprogramme wie die Abwrackprämie in Deutschland überdurchschnittlich hoch. |
| ― | Industrial & Multimarket - Im Geschäftsjahr 2010 betrugen die Umsatzerlöse €1.374 Millionen, ein Anstieg um €469 Millionen oder 52 Prozent verglichen zu €905 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Sowohl in der ersten Geschäftsjahreshälfte 2010, aber vor allem in der zweiten Geschäftsjahreshälfte 2010 war ein deutliches Umsatzwachstum im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahreszeiträumen zu verzeichnen. Während in der ersten Geschäftsjahreshälfte 2010 die Umsatzerlöse um 38 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum gestiegen sind, erhöhte sich das Umsatzwachstum in der zweiten Geschäftsjahreshälfte 2010 auf 64 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Insgesamt konnten wir die Umsätze in diesem Segment auch im Vergleich zum Vorkrisengeschäftsjahr 2008 deutlich verbessern. Ausgehend vom zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 konnten wir nun insgesamt sechs Quartale in Folge das Geschäftsvolumen im Bereich Industrial & Multimarket steigern. Neben der allgemeinen Erholung der Märkte nach der Wirtschaftskrise haben vor allem die herausragende technologische Wettbewerbsposition unserer Produkte sowie ein hohes Maß an Flexibiltät im Bezug auf den Hochlauf der Produktion diese Entwicklung ermöglicht. Der Anstieg der Umsatzerlöse erstreckt sich dabei über alle Anwendungsgebiete wie etwa Konsumgüter, industrielle Antriebstechnik, Computer und Server sowie schwerpunktmäßig auch auf unterschiedliche Applikationen im Bereich der erneuerbaren Energien. |
| ― | Chip Card & Security - Im Geschäftsjahr 2010 betrugen die Umsätze €407 Millionen, ein Anstieg von 19 Prozent oder €66 Millionen im Vergleich zu €341 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Während sich die Umsätze während der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs lediglich um 6 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum erhöhten, stiegen die Umsätze in der zweiten Geschäftsjahreshälfte 2010 deutlich um 32 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum an. Das starke Umsatzwachstum im Gesamtjahr und insbesondere in der zweiten Geschäftsjahreshälfte ist auf eine stark gestiegene Nachfrage im Geschäft mit Bezahlkarten, behördlichen Ausweisen sowie SIM-Karten zurückzuführen. Bei den Bezahlkarten haben Sicherheitsprobleme in Spanien Ende 2009 die Migration von Magnetstreifen auf chipbasierte Karten forciert. Außerdem haben Softwareprobleme zum Jahreswechsel zu erhöhter Nachfrage geführt. Bei behördlichen Dokumenten (wie elektronischen Reisepässen) verzeichneten wir eine gestiegene Nachfrage, die das Umsatzwachstum insbesondere in der zweiten Jahreshälfte trieb. Schließlich hat die erfolgreiche Einführung einer neuen Produktplattform für das SIM-Karten-Geschäft den Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich erhöht. Wechselkurseffekte spielten im Vergleich der beiden Geschäftsjahre nahezu keine Rolle. Die Umsätze des Segments erreichten allerdings nicht vollständig das Niveau des Vorkrisengeschäftsjahrs 2008, welches durch außergewöhnlich hohe und projektspezifische Nachfrage nach dem amerikanischen elektronischen Reisepass gekennzeichnet war. |
| ― | Wireless Solutions - Im Geschäftsjahr 2010 beliefen sich die Umsatzerlöse auf €1.372 Millionen, ein Anstieg um €455 Millionen oder 50 Prozent im Vergleich zu €917 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Die Umsatzerlöse lagen damit auch deutlich über denen des Vorkrisengeschäftsjahrs 2008. Bereits in der ersten Geschäftsjahreshälfte 2010 stiegen die Umsätze des Segments um 34 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. In der zweiten Geschäftsjahreshälfte 2010 hat sich das Umsatzwachstum noch einmal deutlich auf 62 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum erhöht. Dieses Umsatzwachstum ist im Wesentlichen auf die hohe Nachfrage unserer neuen Plattformen für Smartphone- und Einstiegsmodelle bei unseren Kunden zurückzuführen. Unsere performanten, innovativen Ultra-Low-Cost, Entry-Phone- und HSPA-Lösungen wurden vom Markt gleichermaßen positiv aufgenommen. Im Laufe des Geschäftsjahrs 2010 haben etablierte Mobiltelefonhersteller mehrere populäre Smartphone-Modelle lanciert, die mit unserer neuen 65-Nanometer-HSUPA-Plattform XMM6160 ausgestattet sind. Der Markterfolg dieser Plattform lieferte einen wesentlichen Beitrag zur positiven Geschäftsentwicklung. Weitere Wachstumstreiber unseres Geschäftes waren die Markteinführungen unserer 65-Nanometer-Ultra-Low-Cost-Plattform XMM1100 für sehr preiswerte Mobiltelefone sowie unserer 65-Nanomenter-EDGE-Plattform XMM2130. Beide Ein-Chip-Lösungen kommen bei zahlreichen großen Mobiltelefonherstellern zum Einsatz. Infolge des erfolgreichen Volumenhochlaufs der vorgenannten Lösungen konnten insbesondere in der zweiten Hälfte des abgelaufenen Geschäftsjahrs hohe Stückzahlen am Markt platziert werden. |
| ― | Sonstige Geschäftsbereiche - Die Umsatzerlöse betrugen im Geschäftsjahr 2010 €167 Millionen, ein deutlicher Anstieg um €150 Millionen im Vergleich zu €17 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Der Anstieg ist vor allem auf die Umsatzerlöse mit Lantiq nach dem Abschluss des Verkaufs von Wireline Communications im November 2009 zurückzuführen. Der Großteil der im Geschäftsjahr 2009 von den sonstigen Geschäftsbereichen erzielten Umsatzerlöse resultierte aus unseren Festplatten-Aktivitäten, welche wir im April 2008 an die LSI Corporation veräußert haben. |
Das Segmentergebnis unserer Segmente betrug:
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Segmentergebnis: | ||
| Automotive | 198 | -117 |
| Industrial & Multimarket | 283 | 35 |
| Chip Card & Security | 22 | -4 |
| Wireless Solutions | 159 | -36 |
| Sonstige Geschäftsbereiche | -12 | -13 |
| Konzernfunktionen und Eliminierungen | -15 | -32 |
| Segmentergebnis in Summe einschließlich Wireless Solutions | 635 | -167 |
| bereinigt um das Segmentergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten von Wireless Solutions | -160 | 27 |
| Segmentergebnis in Summe von fortgeführte Aktivitäten | 475 | -140 |
Im Geschäftsjahr 2010 profitierte das Segmentergebnis aller operativen Segmente deutlich von den Umsatzzuwächsen, die wiederum zu einer erhöhten Fertigungsauslastung und damit einhergehend zu einer Verringerung der Leerstandskosten führten. Demgegenüber wirkte sich unser Hedging-Ergebnis negativ auf das Segmentergebnis aus, da wir einen Großteil der für das Geschäftsjahr 2010 erwarteten US-Dollar-Umsätze zu einem höheren Euro/US-Dollar-Wechselkurs als im Vorjahr abgesichert hatten und die tatsächliche Euro/US-Dollar-Wechselkursentwicklung teilweise gegenläufig war. Darüber hinaus profitierten die Segmente von den strukturellen Maßnahmen, die wir im Rahmen unseres Kostensenkungsprogramms "IFX10+" umgesetzt haben und welche im Geschäftsjahr 2010 erstmals ein volles Geschäftsjahr zum Tragen kamen. Unser Segment Automotive konnte mit einem Anstieg des Segmentergebnisses im Geschäftsjahr 2010 um €315 Millionen den größten Ergebnissprung erreichen, gefolgt vom Segment Industrial & Multimarket mit einer Ergebnisverbesserung von €248 Millionen.
Die Segmentergebnisse des Geschäftsjahrs 2009 hatten deutlich unter den negativen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise gelitten. Umsatzrückgänge und damit einhergehend hohe Leerstandskosten in der Fertigung führten zu Einbrüchen bei den Segmentergebnissen aller operativen Segmente im Geschäftsjahr 2009. Realisierte Kosteneinsparungen aus unserem Kostensenkungsprogramm "IFX10+" und aus Kurzarbeit und unbezahltem Urlaub konnten dies nur teilweise ausgleichen. Das Segmentergebnis in Summe der fortgeführten Aktivitäten ermittelt sich nach Abzug des unter "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ausgewiesenen Ergebnisses des zu veräußernden Mobilfunkgeschäfts, welches im Geschäftsjahr 2010 €160 Millionen und im Vorjahr minus €27 Millionen betrug.
Die Veränderung der Segmentergebnisse innerhalb unserer operativen Segmente war wie folgt:
| ― | Automotive - Im Geschäftsjahr 2010 belief sich das Segmentergebnis auf €198 Millionen, ein Anstieg um €315 Millionen im Vergleich zu minus €117 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Wesentliche Gründe für die signifikante Ergebnisverbesserung waren der Umsatzanstieg und die deutlich gestiegene Auslastung in allen Fertigungsstandorten. Zur Absicherung unserer führenden Marktstellung im Automotive-Bereich wurden die Entwicklungsaufwendungen, zum Beispiel für Mikrocontroller in der fortschrittlichen 65-Nanomenter-Multicore-Architektur, neue Sensorprodukte, Hochintegration von Leistungs- und-Kontroll-Schaltungen auf einem Silizium-Chip und für Produkte für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, weiter verstärkt. In den überproportional wachsenden Märkten in Asien (China, Korea und Indien) wurde die lokale Präsenz mit zusätzlichen Ressourcen für Applikations-Unterstützung und Kundenbetreuung weiter gestärkt. |
| ― | Industrial & Multimarket - Im Geschäftsjahr 2010 belief sich das Segmentergebnis auf €283 Millionen oder 21 Prozent bezogen auf die Umsatzerlöse des Segments. Dies entspricht einem Anstieg um €248 Millionen im Vergleich zu €35 Millionen oder 4 Prozent bezogen auf die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2009. Diese Steigerung der Profitabilität ist, neben stetigen Verbesserungen unseres Produktportfolios sowie kontinuierlichen Anstrengungen im Bezug auf unsere Kostenposition, vor allem vor dem Hintergrund positiver Skaleneffekte im Zusammenhang mit dem deutlich gestiegenen Geschäftsvolumen zu sehen. Ein im Vergleich zu den Umsatzerlösen unterproportionaler Anstieg der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, den Vertrieb sowie die allgemeine Verwaltung hat sein Übriges zu dieser Entwicklung beigetragen. |
| ― | Chip Card & Security - Im Geschäftsjahr 2010 belief sich das Segmentergebnis auf €22 Millionen, ein Anstieg um €26 Millionen im Vergleich zu minus €4 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Der Hauptteil der Ergebnisverbesserung kam dabei aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz. Wesentlicher Treiber waren das höhere Volumen sowie eine deutlich verbesserte Produktstruktur. Hier kamen hauptsächlich eine Portfolioverbesserung hin zu höhermargigen Produkten in Anwendungen wie Bezahlkarten und Ausweisdokumenten zum Tragen sowie Produktivitätsfortschritte in der Fertigung und der beginnende Hochlauf der 90-Nanometer-Technologie. Darüber hinaus hat auch die Reduzierung der Leerstandskosten für nicht ausgelastete Fertigungskapazitäten gegenüber dem Geschäftsjahr 2009 zum verbesserten Bruttoergebnis vom Umsatz beigetragen. Die Kosten für Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb und Verwaltung sind im Jahresvergleich hauptsächlich durch den Wegfall der temporären Einspareffekte aus der Kurzarbeit im Vorjahr angestiegen. |
| ― | Wireless Solutions - Im Geschäftsjahr 2010 belief sich das Segmentergebnis auf €159 Millionen, ein Anstieg um €195 Millionen im Vergleich zu minus €36 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Dieser Zuwachs ist besonders auf die signifikante Umsatzsteigerung, anhaltende Produktivitätsfortschritte und eine erhöhte Kapazitätsauslastung zurückzuführen, nachdem insbesondere die erste Hälfte des Vorjahrs von der weltweiten Wirtschaftskrise geprägt war. Das gute Segmentergebnis von Wireless Solutions im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte trotz gestiegener F&E-Aufwendungen zur Unterstützung einer wachsenden Anzahl von Projekten und der durch den Produktionsanlauf unserer neuen Plattformen resultierenden Kostenbelastungen realisiert werden. |
| ― | Sonstige Geschäftsbereiche - Im Geschäftsjahr 2010 belief sich das Segmentergebnis auf minus €12 Millionen und blieb damit nahezu unverändert zu minus €13 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Das Segmentergebnis 2010 resultierte aus niedrigmargigen Umsätzen mit Lantiq, die die aus den nach der Veräußerung des Wireline-Communications-Geschäft verbleibenden Gemeinkosten nicht decken konnten. |
| ― | Konzernfunktionen und Eliminierungen - Im Geschäftsjahr 2010 belief sich das Segmentergebnis auf minus €15 Millionen, eine Verbesserung um €17 Millionen im Vergleich zu minus €32 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Die Verbesserung resultiert vorrangig aus dem Rückgang strategischer Leerstandskosten. |
scroll
| € in Millionen | 2010 | angepasst1 2009 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 3.295 | 2.184 |
| Umsatzkosten | -2.058 | -1.687 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1.237 | 497 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | -399 | -319 |
| Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten | -386 | -332 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 18 | 17 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -122 | -46 |
| Betriebsergebnis | 348 | -183 |
| Finanzerträge | 29 | 101 |
| Finanzaufwendungen | -95 | -154 |
| Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen | 8 | 7 |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 290 | -229 |
| Erträge (Aufwendungen) aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 22 | -4 |
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten | 312 | -233 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 348 | -441 |
| Konzernjahresüberschuss / -fehlbetrag | 660 | -674 |
| Davon entfallen auf: | ||
| Minderheitsanteile | 1 | -48 |
| Aktionäre der Infineon Technologies AG | 659 | -626 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro), zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG -unverwässert: | ||
| Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten -unverwässert | 0,29 | -0,27 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) aus nicht fortgeführten Aktivitäten -unverwässert | 0,32 | -0,46 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) -unverwässert | 0,61 | -0,73 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro), zurechenbar auf Aktionäre der Infineon Technologies AG -verwässert: | ||
| Ergebnis je Aktie (in Euro) aus fortgeführten Aktivitäten -verwässert | 0,28 | -0,27 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) aus nicht fortgeführten Aktivitäten -verwässert | 0,30 | -0,46 |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) -verwässert | 0,58 | -0,73 |
1 Die Vorjahreszahlen sind angepasst worden (siehe Konzernanhang Nr. 3).
Wir generieren Erlöse im Wesentlichen aus dem Verkauf von Halbleiterprodukten und Systemlösungen. Unsere Halbleiterprodukte beinhalten eine große Anzahl an Chips und Komponenten, die eine breite Anwendung in elektronischen Geräten haben und die von der Automobilelektronik über die Industrietechnik bis zu Chipkarten reichen.
Wir erzielen moderate Einkünfte aus Lizenzen über Stück- und Pauschalgebühren, durch die Vergabe von Lizenzen für Technologien, deren Eigentümer wir sind, an Dritte. So können wir einen Teil unserer Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen abdecken und erlangen oft gleichzeitig über Lizenzierungs- und Kapazitätsreservierungsvereinbarungen Zugang zu zusätzlichen Fertigungskapazitäten bei Auftragsherstellern.
Unsere Umsatzerlöse schwanken auf Grund von verschiedenen Faktoren wie:
| ― | globalen und regionalen ökonomischen Zyklen, |
| ― | Marktpreisen für unsere Produkte, insbesondere resultierend aus Wechselkursschwankungen, die unsere Verkaufspreise beeinflussen, |
| ― | unserem gesamten Produkt-Mix und unserem Verkaufsvolumen, |
| ― | der Phase im Lebenszyklus unserer Produkte, |
| ― | Wettbewerbseffekten und konkurrenzfähigen Preisstrategien sowie |
| ― | staatlichen Eingriffen, die den Markt beeinflussen (etwa Regulierungen, die die Energieeffizienz von Produkten betreffen). |
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozenten | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 3.295 | 2.184 |
| Prozentuale jährliche Veränderung | 51% | |
| Fremdwährungseffekte im Vergleich zum Vorjahr | 21 | 94 |
| Prozent des Umsatzes | 1% | 4% |
Im Geschäftsjahr 2010 erhöhten sich unsere Umsatzerlöse um 51 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009, im Wesentlichen auf Grund des überdurchschnittlichen Umsatzwachstums in den Segmenten Automotive und Industrial & Multimarket sowie auf Grund der im Geschäftsjahr 2010 mit Lantiq nach dem Verkauf unseres Wireline-Communications-Geschäfts getätigten Umsätze. Diese Entwicklung war über das gesamte Geschäftsjahr 2010 zu beobachten, wobei das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte des Geschäftsjahrs 2010 noch deutlicher ausfiel als in der ersten Jahreshälfte. Das erzielte Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2010 lag über dem Wachstum des Halbleitermarktes in diesem Zeitraum. Wir haben nicht nur vorhandene, im Krisengeschäftsjahr 2009 stillgelegte Kapazitäten wieder reaktiviert, sondern zusätzliche Kapazitäten aufgebaut und zügig hochgefahren. Durch diese Ausweitung der Produktionskapazitäten haben wir es unseren Kunden ermöglicht, ihrerseits das entsprechende Wachstum zu realisieren, und haben so am Markterfolg unserer Kunden partizipiert.
Nur ein geringer Teil des Umsatzwachstums im Geschäftsjahr war währungsbedingt. Ungefähr 46 Prozent der Umsatzerlöse unserer fortgeführten Aktivitäten des Geschäftsjahrs 2010 sind in Fremdwährungen angefallen. Umsatzerlöse in US-Dollar haben daran den größten Anteil. Im Geschäftsjahr 2010 war die Entwicklung des US-Dollar gegenüber dem Euro zwar sehr volatil, hat sich, über das gesamte Geschäftsjahr 2010 gesehen, aber im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009 nicht wesentlich verändert. Lag der Euro/US-Dollar-Wechselkurs zu Beginn des Geschäftsjahrs 2010 bei 1,45, stieg er bis Dezember 2009 relativ kontinuierlich an und erreichte mit 1,51 sein Jahreshoch. Den Jahrestiefststand im Geschäftsjahr 2010 erreichte der Euro/US-Dollar-Wechselkurs mit 1,19 im Juni 2010. Zum Geschäftsjahresende 2010 schloss der Euro/US-Dollar-Wechselkurs bei 1,36. Demgegenüber lag das Jahreshoch im Geschäftsjahr 2009 bei 1,48 und der Jahrestiefststand bei 1,24. Die Schwäche des Euros gegenüber Fremdwährungen (vorwiegend dem US-Dollar) beeinflusste sowohl im Geschäftsjahr 2010 als auch 2009 die Umsatzerlöse positiv. Über das gesamte Geschäftsjahr gesehen, war der Fremdwährungseffekt auf die Umsatzerlöse mit €21 Millionen jedoch nicht signifikant, da sich der durchschnittliche Kurs, zu dem die Umsatzerlöse realisiert wurden, im Geschäftsjahr 2010 gegenüber dem Vorjahr lediglich um 1,3 US-Dollar-Cent verändert hat. Der in der obigen Tabelle dargestellte Fremdwährungseffekt im Vergleich zum Vorjahr wird ermittelt, indem der durchschnittliche Wechselkurs des vergangenen Jahres als konstanter Wechselkurs auf die Umsatzerlöse des aktuellen Jahres angewendet wird.
Die Umsatzerlöse der Geschäftsjahre 2010 und 2009 beinhalten keine Effekte aus Unternehmensakquisitionen, da wir in diesen Geschäftsjahren keine Akquisitionen getätigt haben.
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 | ||
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 862 | 26% | 530 | 24% |
| Übriges Europa | 656 | 20% | 484 | 22% |
| Nordamerika | 351 | 11% | 261 | 12% |
| Asien-Pazifik1 | 1.202 | 36% | 768 | 35% |
| Japan | 184 | 6% | 116 | 6% |
| Andere | 40 | 1% | 25 | 1% |
| Gesamt | 3.295 | 100% | 2.184 | 100% |
1 Darin enthalten: €595 Millionen und €359 Millionen an Umsatzerlösen in der Volksrepublik China im Geschäftsjahr 2010 und im Geschäftsjahr 2009.
Die regionale Verteilung der Umsatzerlöse unserer fortgeführten Aktivitäten blieb im Geschäftsjahr 2010 nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr.
Kein einzelner Kunde unserer fortgeführten Aktivitäten trug im Geschäftsjahr 2010 zu mehr als 10 Prozent zu unseren Umsatzerlösen bei. Im Geschäftsjahr 2010 entfielen auf unsere 25 größten Kunden 72 Prozent unserer Umsatzerlöse.
Unsere Umsatzkosten enthalten vor allem:
| ― | Materialkosten -vor allem Kosten für Rohwafer, |
| ― | Personalkosten, |
| ― | Gemeinkosten, einschließlich der Wartung der Produktionsanlagen, Betriebsstoffe, Betriebsmittel und Lizenzgebühren, |
| ― | Abschreibungen und Amortisation, inklusive Abschreibung auf aktivierte Entwicklungskosten, |
| ― | Kosten für Zulieferer für Montage und Tests, |
| ― | Fertigungsunterstützung inklusive Gebäudeflächen, Versorgungsanlagen, Qualitätskontrolle, Automatisierung und Leitungsfunktionen sowie |
| ― | Kosten der Auftragsfertigung. |
Zusätzlich zu den umsatzbezogenen Faktoren ist die Bruttomarge beeinflusst durch:
| ― | Auslastung der Fertigungsstätten und damit verbundene Leerstandskosten, |
| ― | Abschreibung erworbener immaterieller Vermögenswerte und aktivierter Entwicklungskosten, |
| ― | Produktgarantieleistungen, |
| ― | Wertberichtigungen für überschüssigen oder veralteten Lagerbestand sowie |
| ― | Zulagen und Zuschüsse, die über die wirtschaftliche Restnutzungsdauer der Fertigungsanlagen realisiert werden. |
Da wir einen Großteil unserer Produkte in eigenen Produktionsstätten fertigen und daher einen relativ hohen Fixkostenblock haben, reagieren unsere Umsatzkosten nicht proportional zu einem Anstieg beziehungsweise Rückgang der Umsatzerlöse. Fixkosten zeichnen sich dadurch aus, dass sie in Zeiten rückläufiger Umsätze und damit einhergehend geringerer Fertigungsauslastung nicht zurückgehen, es entstehen sogenannte "Leerstandskosten", die den weiteren Anfall der Fixkosten bei geringerer Fertigungsauslastung widerspiegeln. In Zeiten rückläufiger Umsatzerlöse sinkt durch diesen Effekt die Bruttomarge überproportional verglichen mit dem Rückgang der Umsatzerlöse. In Zeiten des Umsatzwachstums kehrt sich der Effekt um, das bedeutet, die Bruttomarge steigt überproportional zum Umsatzwachstum bis zum Erreichen der Vollauslastung.
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Umsatzkosten | 2.058 | 1.687 |
| Prozentuale jährliche Veränderung | 22% | |
| Prozent des Umsatzes | 62% | 77% |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1.237 | 497 |
| Prozent des Umsatzes (Bruttomarge) | 38% | 23% |
Die Kosten für die Materialbezüge von unseren Gemeinschaftsunternehmen und anderen nahestehenden und assoziierten Unternehmen sind in den Umsatzkosten enthalten. Die Bezüge von diesen nahestehenden und assoziierten Unternehmen beliefen sich im Geschäftsjahr 2010 auf €229 Millionen gegenüber €138 Millionen im Geschäftsjahr 2009.
Die Umsatzkosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2010 auf €2.058 Millionen, ein Anstieg von €371 Millionen oder 22 Prozent verglichen zu €1.687 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Als Prozent des Umsatzes verringerten sich die Umsatzkosten im Geschäftsjahr 2010 auf 62 Prozent verglichen zu 77 Prozent im Vorjahr, im Wesentlichen bedingt durch die Fixkostendegression im Zuge des Umsatzwachstums.
Im Geschäftsjahr 2010 stieg unsere Bruttomarge auf 38 Prozent verglichen zu 23 Prozent im Vorjahr, im Wesentlichen auf Grund der gestiegenen Umsatzerlöse. Infolge des höheren Umsatzvolumens stieg die Auslastung unserer Produktion deutlich an. Seit Dezember 2009 sind unsere Fertigungskapazitäten mit einer Auslastungsrate von 90 bis 100 Prozent, einschließlich der im Geschäftsjahr 2010 zusätzlich aufgebauten Kapazitäten, nahezu voll ausgelastet. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang der Leerstandskosten im Geschäftsjahr 2010 gegenüber dem Vorjahr. Negativ wirkte sich der Wegfall der temporären Kosteneinsparungsmaßnahmen Kurzarbeit und unbezahlter Urlaub aus, die wir im Geschäftsjahr 2009 auf Grund der damaligen Geschäftsentwicklung eingeführt hatten. Darüber hinaus notierten im Geschäftsjahr 2010 Währungen aus dem asiatischen Raum stärker gegenüber dem Euro. Da ein Teil unserer Produktion in Asien erfolgt, führte dies zu einem entsprechenden Anstieg der Umsatzkosten und wirkte sich negativ auf unsere Bruttomarge aus. Im Geschäftsjahr 2009 war unsere Bruttomarge signifikant niedriger. Insbesondere im ersten Halbjahr 2009 wirkte sich das verminderte Umsatzvolumen aus. Daneben entstanden in signifikantem Umfang Leerstandskosten, vorrangig dadurch bedingt, dass die Fixkosten in der Produktion sich nicht in gleichem Maße verringern ließen wie die Umsatzerlöse sich reduzierten. Die ansteigenden Umsatzerlöse in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs 2009 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 führten zu einer teilweisen Verbesserung unseres Bruttoergebnisses vom Umsatz.
Die Aufwendungen für F&E umfassen vor allem Personalkosten, Materialkosten, Abschreibungen und Instandhaltung der Laboreinrichtungen, die wir für unsere F&E-Projekte benötigen, sowie Kosten aus vertraglich vereinbarter Technologieentwicklung. In den Aufwendungen für F&E sind die Aufwendungen aus Vereinbarungen über die Entwicklungen von gemeinsamer Technologie mit unseren Partnern enthalten. Kosten der Forschungsaktivitäten, die zukünftig die Erlangung neuen wissenschaftlichen oder technischen Know-hows und Verständnisses versprechen, werden sofort als Aufwand erfasst. Die Kosten für Entwicklungsaktivitäten, bei denen Forschungsergebnisse in einen Plan oder einen Entwurf für die Produktion von neuen oder deutlich verbesserten Produkten und Prozessen umgesetzt werden, werden aktiviert, soweit die Voraussetzungen für eine Aktivierung vorliegen. Die aktivierten Kosten umfassen die Materialkosten, die Fertigungslöhne und die direkt zurechenbaren Gemeinkosten, soweit diese dazu dienen, die Nutzung des Vermögenswerts vorzubereiten.
Wir werden weiterhin unsere Investitionen auf die Entwicklung von fortschrittlichen Fertigungstechnologien sowie von Produkten mit großem Wachstums- und Ergebnispotenzial fokussieren.
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 399 | 319 |
| Prozentuale jährliche Veränderung | 25% | |
| Prozent des Umsatzes | 12% | 15% |
| Zulagen und Zuschüsse | 47 | 41 |
| Prozent des Umsatzes | 1% | 2% |
| Aktivierte Entwicklungskosten | 27 | 16 |
| Prozent der Forschungs- und Entwicklungskosten | 7% | 5% |
Einige unserer F&E-Projekte erhalten Zulagen und Zuschüsse von lokalen und regionalen Behörden. Werden die Kriterien für solche Zuwendungen erfüllt, reduzieren die Zuschüsse die F&E-Aufwendungen über die Projektdauer, in der die Kosten anfallen.
Im Geschäftsjahr 2010 sind die F&E-Kosten um €80 Millionen oder 25 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2009 gestiegen. Der Anstieg spiegelt die gestiegenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in allen operativen Segmenten wider, im Wesentlichen im Zusammenhang mit einer höheren Anzahl an Kundenprojekten. Ferner hatten wir im Vorjahr durch Kurzarbeit und unbezahlten Urlaub temporäre Kosteneinsparungen erzielt. Darüber hinaus haben Rückstellungen für die variable Mitarbeitervergütung im Zuge unserer verbesserten Ergebnissituation zum Anstieg der Forschungs- und Entwicklungskosten im Geschäftsjahr 2010 gegenüber dem Vorjahr beigetragen. Die Forschungs- und Entwicklungskosten erhöhten sich verglichen zu den deutlich stärker gestiegenen Umsatzerlösen unterproportional.
Entsprechend dem Anstieg der Forschungs- und Entwicklungskosten haben sich auch die aktivierten Entwicklungskosten auf €27 Millionen von €16 Millionen im Vorjahr 2009 erhöht.
Die Vertriebskosten umfassen Personalkosten für die Mitarbeiter des Vertriebs und des Marketings, Kosten für Kundenmuster, Verkaufsförderungsmaßnahmen und Marketingaufwendungen. Marketingaufwendungen für Werbung und Messeauftritte haben auf Grund unserer Vertriebs- und Kundenstruktur lediglich einen unwesentlichen Umfang.
Die allgemeinen Verwaltungskosten umfassen die Personalkosten der Mitarbeiter in der Verwaltung, nicht produktionsbezogene Gemeinkosten, Beratungshonorare, Rechtsanwaltskosten und andere Honorare für externe Dienstleister.
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten | 386 | 332 |
| Prozentuale jährliche Veränderung | 16% | |
| Prozent des Umsatzes | 12% | 15% |
Im Geschäftsjahr 2010 betrugen die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten €386 Millionen, ein Anstieg um €54 Millionen oder 16 Prozent gegenüber €332 Millionen im Vorjahr. Der Anstieg ist vor allem bedingt durch den mit dem höheren Umsatzvolumen zusammenhängenden Anstieg der Vertriebskosten. Der Wegfall der temporären Kosteneinsparungen im Vorjahr aus Kurzarbeit und unbezahltem Urlaub trug ebenso zur Erhöhung der Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten bei. Darüber hinaus haben Rückstellungen für die variable Mitarbeitervergütung im Zuge unserer verbesserten Ergebnissituation zum Anstieg der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten im Geschäftsjahr 2010 gegenüber dem Vorjahr beigetragen. Der Anstieg war jedoch geringer als das Umsatzwachstum, weshalb sich in Prozent vom Umsatz die Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten insgesamt von 15 Prozent im Geschäftsjahr 2009 auf 12 Prozent im Geschäftsjahr 2010 verringert haben.
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Sonstige betriebliche Erträge | 18 | 17 |
| Prozent des Umsatzes | 1% | 1% |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -122 | -46 |
| Prozent des Umsatzes | -4% | -2% |
Die sonstigen betrieblichen Erträge blieben mit €18 Millionen im Geschäftsjahr 2010 nahezu konstant verglichen zu €17 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Im November 2009 haben wir und das koreanische Unternehmen LS Industrial Systems ("LSIS") das Gemeinschaftsunternehmen LS Power Semitech Co., Ltd. ("LS") gegründet. LSIS hält 54 Prozent und wir 46 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens, das seinen Hauptsitz auf dem Gelände von LSIS in Cheonan in Südkorea hat. Durch die Einbringung von Lizenzen für geistiges Eigentum sowie für Technologie- und Prozess-Know-how für unsere Leistungsmodulfamilie CIPOSTM (Control Integrated Power System) sowie bestehende CIPOSTM-Back-End-Produktionsanlagen in das Gemeinschaftsunternehmen realisierten wir einen Gewinn vor Steuern von €3 Millionen. In den sonstigen betrieblichen Erträgen für das Geschäftsjahr 2009 sind Erträge in Höhe von €10 Millionen auf Grund von Zahlungen des Insolvenzverwalters unseres ehemaligen Kunden BenQ enthalten. Im Übrigen enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge unterschiedliche unwesentliche Sachverhalte.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um €76 Millionen von €46 Millionen im Geschäftsjahr 2009 auf €122 Millionen im Geschäftsjahr 2010 an. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Geschäftsjahrs 2010 beinhalten vor allem €69 Millionen im Zusammenhang mit der oben beschriebenen Entkonsolidierung von ALTIS. Darüber hinaus enthalten sind €12 Millionen für Wertberichtigungen auf Vermögenswerte und €7 Millionen für belastende Mietverträge. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Vorjahrs enthielten unter anderem €17 Millionen aus dem Verkauf unseres SensoNor-Geschäfts (siehe Anhang Nr. 6) und €8 Millionen aus belastenden Mietverträgen.
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Finanzerträge | 29 | 101 |
| Prozent des Umsatzes | 1% | 5% |
| Finanzaufwendungen | -95 | -154 |
| Prozent des Umsatzes | -3% | -7% |
Im Geschäftsjahr 2010 verringerten sich die Finanzerträge um €72 Millionen auf €29 Millionen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009 mit €101 Millionen. Dies war im Wesentlichen bedingt durch einen Rückgang der Zinserträge im Geschäftsjahr 2010 um €66 Millionen. Während im Geschäftsjahr 2009 die Zinserträge unter anderem realisierte Gewinne von €61 Millionen aus dem Rückkauf von Anteilen der jeweils im Jahr 2010 fälligen nachrangigen Umtausch- und Wandelanleihe enthielten, wurden im Geschäftsjahr 2010 keine Gewinne durch den Rückkauf von Anleihen realisiert. Zusätzlich hatten Erträge aus der Bewertung von Zins-Swaps die Finanzerträge im Geschäftsjahr 2009 positiv beeinflusst, wohingegen diese Erträge im Geschäftsjahr 2010 unwesentlich waren. Die im Geschäftsjahr 2010 massiv gesunkenen Geldmarkt-Zinsen führten zudem dazu, dass trotz höheren Anlagevolumens, die Zinserträge aus der Anlage von Finanzmitteln rückläufig waren. Dem gegenüber erzielten wir Wertsteigerungen und Gewinne aus der Veräußerung von "zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten" in Höhe von €6 Millionen.
Im Geschäftsjahr 2010 betrugen die Finanzaufwendungen €95 Millionen und verringerten sich um €59 Millionen gegenüber €154 Millionen im Vorjahr. Vor allem führten geringere Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit Zinszahlungen und der Aufzinsung unserer im Juni 2010 fälligen nachrangigen Wandelanleihe sowie unserer Ende des Geschäftsjahrs 2009 vollständig zurückgeführten Umtauschanleihe zu diesem Rückgang. Diese Verringerung beruht auf dem Rückgang des ausstehenden Nominalbetrags dieser Anleihen im Zeitablauf, der auf die seit dem Beginn des Geschäftsjahrs 2009 getätigten Rückkäufe und die endgültige Tilgung der nachrangigen Umtauschanleihe im September 2009, beziehungsweise der nachrangigen Wandelanleihe im Juni 2010, zurückzuführen ist. Teilweise kompensiert wurde dieser Rückgang durch den Zinsaufwand für unsere im Jahr 2014 fällige nachrangige Wandelanleihe. Darüber hinaus beeinflussten Wertänderungen und Verluste aus der Veräußerung von "zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten" in Höhe von €28 Millionen auf Grund der Finanzkrise die Finanzaufwendungen im Geschäftsjahr 2009. Im Geschäftsjahr 2010 sind hieraus keine wesentlichen Verluste entstanden.
Das Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen im Geschäftsjahr 2010 betrug €8 Millionen, ein Anstieg von €1 Million im Vergleich zu €7 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Es beinhaltet in beiden Geschäftsjahren vor allem unseren Anteil in Höhe von €7 Millionen am Ergebnis der zusammen mit der Siemens AG geführten Infineon Technologies Bipolar GmbH & Co. KG ("Bipolar").
scroll
| € in Millionen, außer bei Prozentsätzen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Erträge (Aufwendungen) aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 22 | -4 |
| Prozent des Umsatzes | 1% | 0% |
| Effektive Steuerquote | -8% | -2% |
Unsere effektive Steuerquote wird durch Steuervergünstigungen in ausländischen Jurisdiktionen, unterschiedliche Steuersätze in den Jurisdiktionen, in denen wir unser Geschäft betreiben, steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen und vor allem durch die Veränderung der Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern beziehungsweise die Nutzung von unberücksichtigten Steuervorteilen beeinflusst.
Im Vorjahr erhöhten sich die Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern um €73 Millionen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Wertberichtigungen in Höhe von €73 Millionen aufgelöst.
Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, für die Geschäftsjahre 2010 und 2009 setzen sich wie folgt zusammen:
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Qimonda | 15 | -420 |
| Wireline Communications | 93 | 22 |
| Mobilfunkgeschäft | 240 | -43 |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 348 | -441 |
Am 23. Januar 2009 stellten die Qimonda AG i. In. ("Qimonda") und deren hundertprozentige Tochtergesellschaft Qimonda Dresden GmbH & Co. oHG ("Qimonda Dresden") beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Auf Grund des Insolvenzantrags von Qimonda erfolgte in Übereinstimmung mit IAS 27, "Consolidated and Separate Financial Statements", im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2009 die Entkonsolidierung von Qimonda. Am 1. April 2009 wurden die Insolvenzverfahren eröffnet. Insolvenzverfahren wurden auch über weitere Tochterunternehmen von Qimonda in verschiedenen Staaten eröffnet.
Die Ergebnisse von Qimonda sind im Geschäftsjahr 2010 und 2009 in der Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung als nicht fortgeführte Aktivitäten ausgewiesen. Die operativen Verluste von Qimonda im Geschäftsjahr 2009 bis zur Entkonsolidierung wurden ausgeglichen durch eine teilweise Rücknahme der im Geschäftsjahr 2008 erfassten Wertberichtigung auf Qimondas Nettovermögenswerte, da diese bereits zum 30. September 2008 mit Null bewertet waren. Für das Geschäftsjahr 2009 enthalten die ausgewiesenen Beträge hinsichtlich Qimonda im "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" im Wesentlichen die Realisierung von aufgelaufenen Währungsumrechnungsverlusten in Höhe von €188 Millionen und Aufwendungen für Rückstellungen und Wertberichtigungen in Höhe von €227 Millionen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda. Die Realisierung von aufgelaufenen Währungsumrechnungsdifferenzen, die zuvor im Eigenkapital erfasst waren, resultierte hauptsächlich aus Qimondas Veräußerung seiner Beteiligung an Inotera Memories Inc. ("Inotera") an Micron Technology, Inc. ("Micron") sowie aus der Entkonsolidierung von Qimonda.
Im Zusammenhang mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens von Qimonda sind wir zusätzlichen potenziellen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Qimondageschäft ausgesetzt, die detailliert im Anhang Nr. 6 und Nr. 38 dargestellt sind.
Im Geschäftsjahr 2010 waren bestimmte Anpassungen von einzelnen Rückstellungen für potenzielle Verbindlichkeiten an die aktuellen Entwicklungen erforderlich. Der Nettoeffekt unter den nicht fortgeführten Aktivitäten auf die Konzern-Gewinn- und-Verlust-Rechnung vor Steuern betrug minus €5 Millionen. Darüber hinaus führte der Abschluss einer steuerlichen Außenprüfung bezüglich des Qimondageschäfts und der Gründung von Qimonda zu einem Steuerertrag von €20 Millionen.
Im November 2009 haben wir den Verkauf unseres Wireline-Communications-Geschäfts, eines unserer ehemaligen Segmente, an Lantiq abgeschlossen. Der Kaufpreis betrug insgesamt €243 Millionen. Wir haben aus dem Abschluss des Verkaufs einen Gewinn vor Steuern von €108 Millionen realisiert. Der Ertragsteueraufwand, der diesem Gewinn zuzuordnen ist, betrug €15 Millionen.
Im Geschäftsjahr 2009 belief sich das Ergebnis vor Steuern des Wireline-Communications-Geschäfts auf €24 Millionen.
Auf Grund des im August 2010 mit Intel geschlossenen Vertrags weisen wir das realisierte Ergebnis des Mobilfunkgeschäfts im Geschäftsjahr 2010 und im Vorjahr unter dem "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" aus. Das Ergebnis der nicht veräußerten Bereiche des Segments Wireless Solutions wird weiterhin als Teil der fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Ebenso sind Aufwendungen, die zuvor dem Mobilfunkgeschäft zugeordnet waren, die aber nach dem geplanten Verkauf weiterhin anfallen, nicht im "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ausgewiesen, sondern weiterhin als Teil des Ergebnisses an fortgeführten Aktivitäten.
Das Ergebnis des Mobilfunkgeschäfts hat sich im Geschäftsjahr 2010 im Zuge der Erholung der Weltwirtschaft und der Halbleiterindustrie verglichen zum Geschäftsjahr 2009 deutlich verbessert, was sich entsprechend in der Verbesserung des Ergebnisses vor Steuern niederschlug. Neben dem Segmentergebnis sind Aufwendungen in Höhe von €19 Millionen, im Wesentlichen aus akquisitionsbedingten Abschreibungen, die entsprechend unserer Definition im Segmentergebnis selbst nicht enthalten sind, umgegliedert worden.
Zur Absicherung des voraussichtlichen Verkaufserlöses von 1.400 Millionen US-Dollar, haben wir Ende August 2010 Euro/US-Dollar-Verkaufsoptionen erworben, deren Ausübungskurs bei einem Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,32 liegt. Auf Grund der zwischenzeitlichen Abschwächung des US-Dollar gegenüber dem Euro hat sich der Wert der Optionen bis zum 30. September 2010 erhöht, was zu einer Ertragsrealisierung in unseren Büchern führte. Im Geschäftsjahr 2010 sind bereits dem Verkauf einzeln zurechenbare Transaktionskosten angefallen. In Summe resultiert aus diesen Sachverhalten im Geschäftsjahr 2010 ein positiver Ergebniseffekt von €19 Millionen. Infolge der Veräußerung des Mobilfunkgeschäfts werden bei Vollzug des Verkaufs kurzfristig steuerliche Verlustvorträge genutzt. Dies führt im abgelaufenen vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2010 zu einer Aktivierung latenter Steuerforderungen in Höhe von €82 Millionen.
Im Geschäftsjahr 2010 haben wir einen Konzernjahresüberschuss in Höhe von €660 Millionen erzielt, eine deutliche Verbesserung gegenüber einem Konzernjahresfehlbetrag von €674 Millionen im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2009 waren wir deutlich von den negativen Auswirkungen des wirtschaftlichen Abschwungs betroffen. Unsere fortgeführten Aktivitäten waren insbesondere während des ersten Halbjahrs des Geschäftsjahrs 2009 maßgeblich vom wirtschaftlichen Abschwung beeinflusst. Auch das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 hatte einen deutlichen Einfluss auf unseren Konzernjahresfehlbetrag im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009. Es resultierte vorrangig aus der Entkonsolidierung von Qimonda sowie den Aufwendungen für Rückstellungen und Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda. Unser Konzernjahresfehlbetrag verringerte sich in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs 2009 und wir erreichten ein positives Ergebnis für das vierte Quartal des Geschäftsjahrs 2009. Diese Verbesserung resultierte aus der teilweisen Erholung der Wirtschaft und aus dem positiven Einfluss unserer Kosteneinsparungsmaßnahmen sowie aus deutlich niedrigeren Aufwendungen im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009 verglichen zum ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2009.
Im Geschäftsjahr 2010 verbesserte sich unser Konzernergebnis kontinuierlich bedingt durch die im Zuge des gesamtwirtschaftlichen Aufschwungs verbesserten Segmentergebnisse unserer fortgeführten Aktivitäten. Des Weiteren trug der realisierte Gewinn nach Steuern aus der Veräußerung unseres Wireline-Communications-Geschäfts von €93 Millionen zur Steigerung des Konzernergebnisses bei. Darüber hinaus profitierte auch das zu veräußernde Mobilfunkgeschäft deutlich von der erhöhten Nachfrage nach drahtlosen Kommunikationsanwendungen. Ebenso wirkte sich die erfolgswirksame Erfassung aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge im Geschäftsjahr 2010 positiv auf den Konzernjahresüberschuss aus.
scroll
| € in Millionen, außer Prozentsätze | 2010 | 20091 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Kurzfristige Vermögenswerte | 3.590 | 2.744 | 31% |
| Davon: Zur Veräußerung stehende Vermögenswerte | 495 | 112 | +++ |
| Langfristige Vermögenswerte | 1.403 | 1.622 | -14% |
| Summe Vermögenswerte | 4.993 | 4.366 | 14% |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 1.808 | 1.658 | 9% |
| Davon: Zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten | 177 | 9 | +++ |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 560 | 615 | -9% |
| Summe Verbindlichkeiten | 2.368 | 2.273 | 4% |
| Minderheitsanteile | - | 60 | --- |
| Eigenkapital der Aktionäre der Infineon Technologies AG | 2.625 | 2.033 | 29% |
| Gesamtes Eigenkapital | 2.625 | 2.093 | 25% |
1 Die Eröffnungsbilanzwerte zum 1. Oktober 2008 wurden angepasst, da wir uns im Rahmen der Prüfung unseres Konzernabschlusses zum 30. September 2008 durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. ("DPR") in einer strittigen Frage aus Gründen der Verfahrensökonomie dazu entschlossen haben, der Auffassung der DPR zu folgen. Die Anpassungen betreffen den Ansatz aktiver latenter Steuern sowie den bilanziellen Verlustvortrag (siehe Anhang Nr. 3). Die Anpassungen sind in den Zahlen dieses Konzernabschlusses, die sich auf die Jahre 2008 und 2009 beziehen, enthalten.
Die Summe unserer Vermögenswerte betrug zum 30. September 2010 €4.993 Millionen und ist damit im Vergleich zum Vorjahr (€4.366 Millionen) um 14 Prozent oder €627 Millionen angestiegen. Unsere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind um €253 Millionen angestiegen. Positiv wirkten sich der hohe Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten sowie die Kaufpreiszahlung aus dem Verkauf des Wireline-Communications-Geschäfts aus. Gegenläufig wirkten teilweise die Rückkäufe und Rückzahlung des verbleibenden Betrags unserer nachrangigen Wandelanleihe mit Fälligkeit 2010 und Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Korrespondierend zu dem Anstieg der Umsatzerlöse sind ebenfalls die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um €173 Millionen angestiegen. Die aktiven latenten Steuern stiegen um €152 Millionen an. Auf der Passivseite hat sich im Wesentlichen das Eigenkapital um €532 Millionen oder 25 Prozent erhöht, was insbesondere auf den Konzernjahresüberschuss des Geschäftsjahrs 2010 zurückzuführen ist.
In Verbindung mit dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts sind alle Vermögenswerte und Schulden, die für den Verkauf an Intel vorgesehen sind, als "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" beziehungsweise als "zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten" in der Konzern-Bilanz zum 30. September 2010 ausgewiesen. Insgesamt wurden €493 Millionen in "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" umgegliedert, €177 Millionen werden als "zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten" ausgewiesen.
Zum 30. September 2010 sind unsere kurzfristigen Vermögenswerte um €846 Millionen oder 31 Prozent im Vergleich zum 30. September 2009 angestiegen. Ein Teil davon stammt aus dem Anstieg der "zur Veräußerung stehenden Vermögenswerte" von €112 Millionen zum 30. September 2009 auf €495 Millionen zum 30. September 2010. Waren zum 30. September 2009 die im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2010 an Lantiq verkauften Vermögenswerte des Wireline-Communications-Geschäfts in den "zur Veräußerung stehenden Vermögenswerten" ausgewiesen, umfasst diese Position zum 30. September 2010 die mit dem Mobilfunkgeschäft an Intel zu übertragenden Vermögenswerte.
Unsere Brutto-Cash-Position, die sich aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten zusammensetzt, erhöhte sich im Geschäftsjahr 2010 um €220 Millionen auf €1.727 Millionen im Vergleich zu €1.507 Millionen zum 30. September 2009 (siehe hierzu den Abschnitt "Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position" innerhalb der Beschreibung der Finanzlage).
Ferner ist der Anstieg der kurzfristigen Vermögenswerte hauptsächlich auf einen Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um €173 Millionen sowie auf die Erhöhung der Vorräte um €54 Millionen zurückzuführen. Dies resultierte im Wesentlichen aus dem korrespondierenden Umsatzwachstum sowie aus einem moderaten Bestandsaufbau. Der Anstieg der sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte um €46 Millionen ist im Wesentlichen auf die im Zusammenhang mit der Absicherung des Verkaufserlöses von 1.400 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts an Intel erworbenen Optionen zurückzuführen. Gegenläufig wirkte der Rückgang der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte um €26 Millionen.
Die langfristigen Vermögenswerte sind zum 30. September 2010 um €219 Millionen oder 14 Prozent im Vergleich zum 30. September 2009 zurückgegangen. Der überwiegende Teil des Rückgangs resultierte aus der Umgliederung der zum Mobilfunkgeschäft gehörenden immateriellen Vermögenswerte von €312 Millionen und Sachanlagen von €54 Millionen in die "zur Veräußerung stehenden Vermögenswerte". Darüber hinaus verringerten sich die Sachanlagen im Geschäftsjahr 2010, da trotz zunehmender Investitionstätigkeit die Investitionen im Geschäftsjahr 2010 niedriger waren als die Abschreibungen. Des Weiteren hat die Entkonsolidierung von ALTIS zum Rückgang des Sachanlagevermögens beigetragen. Gegenläufig wirkte sich die Erhöhung der aktiven latenten Steuern um €152 Millionen aus.
Die Summe der Verbindlichkeiten zum 30. September 2010 hat sich um €95 Millionen oder 4 Prozent erhöht und betrug €2.368 Millionen im Vergleich zu €2.273 Millionen zum 30. September 2009. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich um €150 Millionen oder 9 Prozent, während die langfristigen Verbindlichkeiten um €55 Millionen oder 9 Prozent gesunken sind.
Die Veränderungen innerhalb der kurzfristigen Verbindlichkeiten betreffen hauptsächlich den Anstieg in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten um €272 Millionen und der kurzfristigen Rückstellungen um €117 Millionen sowie den Anstieg der "zur Veräußerung stehenden Verbindlichkeiten" um €168 Millionen. Diese Effekte wurden durch die Rückzahlung des verbleibenden ausstehenden Betrags unserer im Juni 2010 fälligen nachrangigen Wandelanleihe von €255 Millionen und vorherige Rückkäufe von €193 Millionen an Nominalwerten dieser Wandelanleihe nahezu ausgeglichen. Darüber hinaus verringerten sich die Rückstellungen und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda im Geschäftsjahr 2010, im Wesentlichen auf Grund von Zahlungen in Höhe von €108 Millionen. Der Anstieg bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultiert aus höheren Einkäufen von Rohmaterialien und von Wafern bei Auftragsfertigern als Folge des höheren Produktionsniveaus sowie höherer Investitionen in Produktionsanlagen. Im Bereich der kurzfristigen Rückstellungen sind vor allem die Rückstellungen für Gewährleistungen sowie die Personalrückstellungen angestiegen. Wesentlicher Grund für den Anstieg der Personalrückstellungen sind die infolge der besseren wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft zu zahlenden höheren erfolgsabhängigen Mitarbeitervergütungen. Die Summe der "zur Veräußerung stehenden Verbindlichkeiten" ist von €9 Millionen auf €177 Millionen gestiegen. Wesentlicher Grund ist die Umgliederung der zum Mobilfunkgeschäft gehörenden Verbindlichkeiten, insbesondere der Pensionsverbindlichkeiten sowie der Personalrückstellungen für die an die Mitarbeiter zu leistenden erfolgsabhängigen Vergütungen, die zum Abschluss des Verkaufs mit dem dann bestehenden Wert an Intel übertragen werden. Diese Verpflichtungen wurden mit dem am 30. September 2010 bestehenden Wert gemäß IFRS 5 in "zur Veräußerung stehende Verbindlichkeiten" umgegliedert.
Der Rückgang der langfristigen Verbindlichkeiten um €55 Millionen im Vergleich zum 30. September 2009 hat seinen Grund unter anderem in Umgliederungen von €76 Millionen von langfristigen in die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten und den oben beschriebenen Umgliederungen in die "zur Veräußerung stehenden Verbindlichkeiten". Dieser Effekt wurde teilweise durch einen Anstieg der Pensionsverbindlichkeiten von €94 Millionen im Vorjahr auf €146 Millionen zum 30. September 2010, im Wesentlichen infolge gesunkener Zinsen, kompensiert (siehe Anhang Nr. 35).
Das Eigenkapital zum 30. September 2010 erhöhte sich um €532 Millionen oder 25 Prozent auf €2.625 Millionen im Vergleich zu €2.093 Millionen zum 30. September 2009. Dieser Anstieg reflektiert den im Geschäftsjahr erzielten Konzernjahresüberschuss von €660 Millionen. Gegenläufig wirkten direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge von netto minus €67 Millionen, im Wesentlichen aus den nicht erfolgswirksamen, direkt im Eigenkapital erfassten Effekten auf Grund der veränderten Annahmen im Rahmen der Pensionsbewertung sowie verschiedene unrealisierte Währungseffekte. Darüber hinaus verringerten sich die Minderheitsanteile gegenüber dem Vorjahr um €60 Millionen im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung von ALTIS. Die Eigenkapitalquote betrug zum 30. September 2010 53 Prozent (30. September 2009: 48 Prozent).
scroll
| 2010 | 2009 | |
|---|---|---|
| Anteil langfristiger Vermögenswerte am Gesamtvermögen1 | 28% | 37% |
| Anteil kurzfristig gebundener Vermögenswerte am Gesamtvermögen2 | 72% | 63% |
| Vorratsintensität3 | 10% | 11% |
| Umschlagsdauer der Vorräte in Tagen4 ,9 | 90 | 98 |
| Umschlagsdauer der Vorräte in Tagen (Basis: einschließlich Mobilfunkgeschäft)4 ,9 | 72 | 70 |
| Forderungsreichweite in Tagen5 ,9 | 68 | 74 |
| Forderungsreichweite in Tagen (Basis: einschließlich Mobilfunkgeschäft)5 ,9 | 49 | 53 |
| Eigenkapitalquote6 | 53% | 48% |
| Eigenkapitalrendite7 | 25% | -32% |
| Verschuldungsgrad8 | 15% | 41% |
Die oben stehenden Kennzahlen zur Vermögenslage werden wie folgt berechnet:
1 Anteil langfristiger Vermögenswerte am Gesamtvermögen = langfristige Vermögenswerte / Gesamtvermögen
2 Anteil kurzfristig gebundener Vermögenswerte am Gesamtvermögen = kurzfristige Vermögenswerte / Gesamtvermögen
3 Vorratsintensität = Vorräte (netto) / Gesamtvermögen
4 Umschlagsdauer der Vorräte in Tagen = Bestand an Vorräten (netto) x 360 Tage / Umsatzkosten des Jahres
5 Forderungsreichweite in Tagen = Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) x 360 Tage / Umsatzerlöse des Jahres
6 Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtvermögen
7 Eigenkapitalrendite = Konzernjahresüberschuss (-fehlbetrag) des Jahres / Eigenkapital
8 Verschuldungsgrad = (langfristige + kurzfristige Finanzverbindlichkeiten) / Eigenkapital
9 Die Umschlagsdauer der Vorräte in Tagen sowie Forderungsreichweite in Tagen ist beeinflusst durch den Effekt aus der Umgliederung der Vermögenswerte des Mobilfunkgeschäfts in "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" sowie den Ausweis des Ergebniseffekts des zu Mobilfunkgeschäfts im "Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag". Da einerseits nicht sämtliche Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen übertragen und unter "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" ausgewiesen werden und andererseits die Kennzahlen auf Jahresbasis errechnet werden, stellen wir zur besseren Vergleichbarkeit diese beiden Kennzahlen auch so dar, als ob die Umgliederungen in "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" sowie der Ausweis des zu im "Ergebnis aus nicht fortgeführte Aktivitäten abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag" nicht vorgenommen worden wäre (Basis: einschließlich Mobilfunkgeschäft).
Auf Grund einer deutlich verbesserten Geschäftssituation im Geschäftsjahr 2010 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009 und der damit höheren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vorräte sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie des Effekts aus der Umgliederung der zu veräußernden langfristigen Vermögenswerte des zu Mobilfunkgeschäfts in "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte" erhöhte sich der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte am Gesamtvermögen.
Demgegenüber verringerte sich der Anteil langfristiger Vermögenswerte am Gesamtvermögen im Vergleich zum Vorjahr, unter anderem auch auf Grund deutlich geringerer immaterieller Vermögenswerte durch die Zuordnung des Firmenwerts aus dem Erwerb des LSI-Mobilfunk-Geschäfts in "zur Veräußerung stehende Vermögenswerte". Dieser Effekt wird durch eine im Jahresvergleich höhere Steuerposition teilweise kompensiert.
Die Vorräte erhöhten sich im Geschäftsjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr relativ gesehen geringer als das Geschäftsvolumen (gemessen an den Umsatzkosten), was zu einer leicht geringeren Vorratsintensität führte. Durch ein forciertes Working-Capital-Management verbesserten sich sowohl die Umschlagsdauer der Vorräte als auch die Forderungsreichweite in Tagen.
Der deutliche Konzernjahresüberschuss im Vergleich zum Konzernjahresfehlbetrag im Vorjahr führt sowohl zu einer höheren Eigenkapitalquote als auch zu einer deutlichen Verbesserung der Eigenkapitalrendite. Schließlich resultierte der Konzernjahresüberschuss, einhergehend mit der Rückzahlung der im Juni 2010 fälligen Wandelanleihe, zu einem deutlich verringerten Verschuldungsgrad.
Der Cash-Flow zeigt die Herkunft und die Verwendung der Geldströme in den Berichtsperioden. Ihm kommt damit eine zentrale Bedeutung für die Beurteilung unserer Finanzlage zu.
Die Mittelabflüsse aus Investitionstätigkeit und die Mittelzu- und -abflüsse aus Finanzierungstätigkeit sind jeweils direkt zahlungsbezogen ermittelt. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit wird ausgehend vom Konzernjahresergebnis indirekt abgeleitet. Die Veränderungen von Bilanzpositionen sind um Effekte aus Währungsschwankungen und aus Konsolidierungskreisänderungen bereinigt. Sie können deshalb nicht mit den entsprechenden Veränderungen in der Konzern-Bilanz abgestimmt werden.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | 958 | 282 |
| Mittelabfluss (-zufluss) aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | -355 | 25 |
| Mittelabfluss (-zufluss) aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | -487 | 391 |
| Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 136 | -446 |
| Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 252 | 252 |
Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten betrug €958 Millionen im Geschäftsjahr 2010, eine Verbesserung um €676 Millionen im Vergleich zu €282 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Hauptgrund für diesen Anstieg war das bessere Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten spiegelt im Wesentlichen das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten von €312 Millionen (Vorjahr minus €233 Millionen), zuzüglich nicht zahlungswirksamer planmäßiger Abschreibungen von €336 Millionen sowie dem nicht zahlungswirksamen Teil des operativen Verlustes aus der Entkonsolidierung von ALTIS von €55 Millionen wider. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten wurde im Geschäftsjahr 2010 ferner positiv durch die Verringerung des Nettoumlaufvermögens um €385 Millionen beeinflusst. Die aktuelle Geschäftssituation und ein anhaltendes Working-Capital-Management wirkten sich positiv aus. Gezahlte Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie gezahlte Zinsen abzüglich erhaltener Zinsen wirkten sich mit insgesamt €68 Millionen gegenläufig aus.
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2010 ist vorrangig auf die wieder verstärkt getätigten Investitionen von €292 Millionen in Sachanlagen, vor allem in unsere Produktionsstandorte in Malaysia in Kulim und Malacca sowie unseren deutschen Produktionsstandort Regensburg zurückzuführen. Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und andere Vermögenswerte wurden in Höhe von €33 Millionen getätigt. Des Weiteren sind die Zahlungsmittel um €88 Millionen im Zuge der Entkonsolidierung von ALTIS zurückgegangen. Dem stehen getätigte Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und andere Vermögenswerte von insgesamt €115 Millionen im Vorjahr gegenüber. Netto-Einzahlungen (Verkäufe abzüglich Erwerbe) von €30 Millionen (Vorjahr €33 Millionen) aus den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten haben sich demgegenüber positiv auf den Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit ausgewirkt.
Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten betrug im Geschäftsjahr 2010 €487 Millionen im Vergleich zu einem Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2009 in Höhe von €391 Millionen. Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2010 resultierte im Wesentlichen aus dem Rückkauf von Anteilen im Nennwert von €193 Millionen und der Tilgung des verbleibenden ausstehenden Betrages von €255 Millionen der im Juni 2010 fälligen nachrangigen Wandelanleihe. Zusätzlich wurden weitere Darlehensrückzahlungen in Höhe von €41 Millionen getätigt. Im Geschäftsjahr 2009 haben wir eine Erhöhung des Grundkapitals um €674 Millionen durchgeführt, was im Vorjahr zu einem Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €680 Millionen geführt hat. Weitere Mittelzuflüsse im Vorjahr von €182 Millionen resultierten aus der Ausgabe einer in 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe im Nominalbetrag von €196 Millionen, nach Abzug von Emissionskosten und Disagio. Die Mittelzuflüsse im Vorjahr wurden teilweise ausgeglichen durch Rückzahlungen und Rückkäufe von langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von €455 Millionen.
Die Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten betrug im Geschäftsjahr 2010 plus €136 Millionen im Vergleich zu minus €446 Millionen im Vorjahr und resultiert im Wesentlichen aus den Mittelzuflüssen aus Investitionstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von €147 Millionen, die teilweise kompensiert wurden durch einen Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten von €11 Millionen.
Der Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2010 in Höhe von €147 Millionen ist im Wesentlichen auf die erhaltene Kaufpreiszahlung von insgesamt €243 Millionen aus dem Verkauf unseres Wireline-Communications-Geschäfts zurückzuführen. Diese Zahlungen erhöhten den Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten. Gegenläufig wirkten die Mittelabflüsse aus Investitionstätigkeiten des Mobilfunkgeschäfts, welche in nicht fortgeführte Aktivitäten umgegliedert wurden.
Der Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten von €11 Millionen im Geschäftsjahr 2010 resultiert aus Zahlungen im Zusammenhang mit Qimonda von €108 Millionen, die nahezu kompensiert wurden durch die Mittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit des Mobilfunkgeschäfts sowie durch die Mittelzuflüsse aus dem Wireline-Communications-Geschäft bis zum Abschluss des Verkaufs abzüglich nachträglicher Netto-Auszahlungen für verbliebene kurzfristige Verbindlichkeiten. Die Zahlungen im Zusammenhang mit potenziellen Verbindlichkeiten aus der Insolvenz von Qimonda enthalten die Zahlung von €57 Millionen auf Grund des mit der Europäischen Kommission geschlossenen Vergleichs, die Zahlung der letzten Rate in Höhe von €17 Millionen aus dem "Plea Agreement" mit dem U.S. Department of Justice ("DOJ"), sowie bestimmte Zahlungen im Zusammenhang mit mitarbeiterbezogenen Ansprüchen und auf Grund des separaten Vergleichs mit dem letzten direkten US-DRAM-Käufer, der sich nicht dem allgemeinen Vergleich der übrigen Sammelkläger angeschlossen hat (siehe Anhang Nr. 38).
Die Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus nicht fortgeführten Aktivitäten im Vorjahr von €446 Millionen resultierte im Wesentlichen aus Qimondas Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit von €416 Millionen, die nur zu einem geringen Teil durch die Mittelzuflüsse aus laufender Tätigkeit unseres Wireline-Communications-Geschäfts und des Mobilfunkgeschäfts ausgeglichen wurden. Qimondas Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit war vor allem auf die negative Geschäftsentwicklung von Qimonda bis zur Entkonsolidierung von Qimonda zurückzuführen.
Wir definieren den Free-Cash-Flow als Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten, bereinigt um Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten. Da wir einen Teil unserer liquiden Mittel in Form von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten halten und in einer kapitalintensiven Industrie tätig sind, berichten wir den Free-Cash-Flow, um Investoren eine Kennzahl zur Verfügung zu stellen, die die Veränderung der Liquidität unter Berücksichtigung von Investitionen zeigt. Das bedeutet nicht, dass der so ermittelte Free-Cash-Flow für sonstige Ausgaben verwendet werden kann, da Schuldendienstverpflichtungen oder andere feste Ausgaben noch nicht abgezogen sind. Der Free-Cash-Flow beinhaltet nur Werte aus fortgeführten Aktivitäten und wird wie folgt aus der Konzern-Kapitalflussrechnung hergeleitet:
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | 958 | 282 |
| Mittelabfluss (-zufluss) aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | -355 | 25 |
| Verkauf von Wertpapieren, Saldo | -30 | -33 |
| Free-Cash-Flow | 573 | 274 |
Der Free-Cash-Flow betrug €573 Millionen im Geschäftsjahr 2010 im Vergleich zu einem Free-Cash-Flow von €274 Millionen im Geschäftsjahr 2009. Dies entspricht einer Verbesserung von €299 Millionen. Der Free-Cash-Flow im Geschäftsjahr 2010 ist hauptsächlich geprägt durch den verbesserten Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit von €958 Millionen im Vergleich zu einem Mittelzufluss von €282 Millionen im Vorjahr. Die Zunahme bei den Mittelzuflüssen aus laufender Geschäftstätigkeit wurde zum Teil ausgeglichen durch den Rückgang der Zahlungsmittel um €88 Millionen im Zuge der Entkonsolidierung von ALTIS und durch Mittelabflüsse für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von €325 Millionen, verglichen mit €115 Millionen im Vorjahr. Nicht in der Free-Cash-Flow-Ermittlung berücksichtigt sind Nettoverkäufe von €30 Millionen (Vorjahr €33 Millionen) von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten. Diese sind im Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit enthalten und müssen daher bei der Free-Cash-Flow-Ermittlung von diesem abgezogen werden. Der Free-Cash-Flow enthält im Geschäftsjahr 2009 auch erhaltene Zahlungen von €120 Millionen vom Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. im Zuge der Lehman-Insolvenz sowie Auszahlungen auf Grund unseres IFX10+ Kostensenkungsprogramms.
Die folgende Tabelle stellt unsere Brutto-Cash-Position und Netto-Cash-Position sowie die Finanzverbindlichkeiten nach ihren Fälligkeiten dar. Die Darstellung ist kein Ausblick auf die verfügbaren Zahlungsmittel der künftigen Periode. Da wir einen Teil unserer liquiden Mittel in Form von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten halten, die unter IFRS nicht als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente klassifiziert sind, berichten wir die Brutto- und die Netto-Cash-Position, um Investoren die gesamte Liquiditätslage der Gesellschaft besser zu erläutern. Die Brutto- und die Netto-Cash-Position werden ohne Anpassung der IFRS-Werte wie folgt aus der Konzern-Bilanz hergeleitet:
scroll
| € in Millionen, Zahlung fällig in: | Gesamt | weniger als 1 Jahr | 1 - 2 Jahren | 2 - 3 Jahren | 3 - 4 Jahren | 4 - 5 Jahren |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.667 | 1.667 | - | - | - | - |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 60 | 60 | - | - | - | - |
| Brutto-Cash-Position | 1.727 | 1.727 | - | - | - | - |
| Abzüglich: | ||||||
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 263 | - | 66 | 44 | 153 | - |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten | 133 | 133 | - | - | - | - |
| Gesamte Finanzverbindlichkeiten | 396 | 133 | 66 | 44 | 153 | - |
| Netto-Cash-Position | 1.331 | 1.594 | -66 | -44 | -153 | - |
scroll
| € in Millionen, Zahlung fällig in: | 5 Jahren und länger |
|---|---|
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | - |
| Brutto-Cash-Position | - |
| Abzüglich: | |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | - |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten sowie kurzfristige Bestandteile langfristiger Finanzverbindlichkeiten | - |
| Gesamte Finanzverbindlichkeiten | - |
| Netto-Cash-Position | - |
Die Gesellschaft weist eine sehr solide Finanzposition aus.
Unsere Brutto-Cash-Position -definiert als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente einschließlich zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswerte -betrug zum 30. September 2010 €1.727 Millionen im Vergleich zu €1.507 Millionen zum 30. September 2009. Unsere Brutto-Cash-Position spiegelt hauptsächlich die positiven Mittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten von €958 Millionen und den Erhalt von €243 Millionen aus dem Verkauf unseres Wireline-Communications-Geschäfts wider. Gegenläufig wirkten Rückkäufe von Nominalbeträgen von €193 Millionen unserer im Juni 2010 fälligen nachrangigen Wandelanleihe und die Tilgung des verbleibenden ausstehenden Betrages von €255 Millionen dieser Wandelanleihe am Tag der Fälligkeit sowie Investitionen der fortgeführten Aktivitäten in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von €325 Millionen und darüber hinaus der Rückgang der Zahlungsmittel um €88 Millionen im Zuge der Entkonsolidierung von ALTIS. Ebenso wirkten sich die Investitionen des Mobilfunkgeschäfts in Höhe von €93 Millionen gegenläufig auf unsere Brutto-Cash-Position aus.
Unsere Netto-Cash-Position, definiert als Brutto-Cash-Position abzüglich kurzfristiger und langfristiger Finanzverbindlichkeiten, erhöhte sich zum 30. September 2010 auf €1.331 Millionen, im Vergleich zu €657 Millionen zum 30. September 2009. Der Anstieg im Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten und Erlöse aus dem Verkauf des Wireline-Communications-Geschäfts waren hierfür die wesentlichen Gründe.
Die langfristigen und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten beinhalten eine nachrangige Wandelanleihe im Nennwert von €196 Millionen mit Fälligkeit 2014, die 2009 zur Stärkung unserer Liquidität begeben wurde sowie Kredite für Betriebskapital und für Projektfinanzierungen. Die im Jahre 2014 fällige nachrangige Wandelanleihe zum Nennwert in Höhe von €196 Millionen wurde am 26. Mai 2009 mit einem Disagio von 7,2 Prozent begeben. Die Wandelanleihe kann jederzeit während der Laufzeit in ursprünglich maximal 74,9 Millionen unserer Aktien umgewandelt werden, wobei der Wandelpreis ursprünglich €2,61 je Aktie betrug. Nach unserer Kapitalerhöhung im August 2009 ist der Wandelpreis auf Basis einer in den Anleihebedingungen enthaltenen Verwässerungsschutzklausel auf €2,33 und das Wandlungsverhältnis auf maximal 84 Millionen angepasst worden. Die Wandelanleihe verzinst sich mit 7,5 Prozent pro Jahr. Die Wandelanleihe ist unbesichert und steht gleichrangig mit allen unseren gegenwärtigen und künftigen nachrangigen Verbindlichkeiten.
Zur Sicherung unseres Zahlungsmittelbestands und zur Gewährleistung flexibler Liquidität haben wir eine Richtlinie implementiert, die das Anlagevolumen bezüglich Geschäftspartner, Rating, Branche, Laufzeit und Instrument begrenzt.
Im Geschäftsjahr 2011 benötigen wir Kapital zur
| ― | Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit, |
| ― | Rückzahlung fälliger Darlehen, |
| ― | Zahlung unserer Eventualverpflichtungen, sofern sie eintreten, |
| ― | planmäßigen Durchführung von Investitionen, und |
| ― | Zahlung der geplanten Dividende. |
Wir erwarten, diese Anforderungen zu erfüllen durch
| ― | Zahlungsmittelzuflüsse aus dem laufenden Geschäft, |
| ― | verfügbare Zahlungsmittel einschließlich veräußerbarer Wertpapiere sowie |
| ― | verfügbare Kreditlinien. |
Zum 30. September 2010 benötigen wir für das Geschäftsjahr 2011 Geldmittel in Höhe von €808 Millionen, bestehend aus €133 Millionen für kurzfristige Finanzverbindlichkeiten und €675 Millionen für vertragliche Verpflichtungen. Zusätzlich könnten derzeit bekannte und schätzbare Eventualverpflichtungen in Höhe von €20 Millionen auftreten. Wir planen rund €550 Millionen für Investitionen in Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten aufzuwenden. Unser Brutto-Zahlungsmittelbestand beläuft sich am 30. September 2010 auf €1.727 Millionen, und wir können €227 Millionen aus den verfügbaren Kreditlinien finanzieren. Darüber hinaus erwarten wir für das Geschäftsjahr 2011 entsprechend der erwarteten Ergebnisentwicklung Zahlungsmittelzuflüsse aus dem laufenden Geschäft. Mit dem Abschluss des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts erwarten wir den Zufluss von 1.400 Millionen US-Dollar im Geschäftsjahr 2011.
scroll
| € in Millionen, Zahlung fällig in: | Gesamt1 | weniger als 1 Jahr | 1 - 2 Jahren | 2 - 3 Jahren | 3 - 4 Jahren | 4 - 5 Jahren |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vertragliche Verpflichtungen: | ||||||
| Langfristige und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 396 | 133 | 66 | 44 | 153 | - |
| Zahlungen aus Leasingverträgen | 656 | 60 | 61 | 52 | 50 | 47 |
| Unbedingte Abnahmeverpflichtungen | 710 | 596 | 81 | 27 | 5 | 1 |
| Zukünftige Zinszahlungen2 | 110 | 19 | 17 | 16 | 58 | - |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 34 | - | 34 | - | - | - |
| Summe vertragliche Verpflichtungen | 1.906 | 808 | 259 | 139 | 266 | 48 |
| Eventualverpflichtungen: | ||||||
| Garantien3 | 88 | 15 | 1 | 5 | 2 | 4 |
| Bedingte Zulagen und Zuschüsse4 | 22 | 5 | 6 | 6 | 2 | 3 |
| Summe Eventualverpflichtungen | 110 | 20 | 7 | 11 | 4 | 7 |
scroll
| € in Millionen, Zahlung fällig in: | 5 Jahren und länger |
|---|---|
| Vertragliche Verpflichtungen: | |
| Langfristige und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | - |
| Zahlungen aus Leasingverträgen | 386 |
| Unbedingte Abnahmeverpflichtungen | - |
| Zukünftige Zinszahlungen2 | - |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | - |
| Summe vertragliche Verpflichtungen | 386 |
| Eventualverpflichtungen: | |
| Garantien3 | 61 |
| Bedingte Zulagen und Zuschüsse4 | - |
| Summe Eventualverpflichtungen | 61 |
1 Die Tabelle enthält gewisse Zahlungsverpflichtungen oder Fälligkeiten von Verpflichtungen, die von dem Erreichen von Leistungszielen oder anderen Ereignissen, die nicht zeitlich fixiert sind, abhängen. Die wahrscheinliche Fälligkeit wurde von der Gesellschaft geschätzt. Die tatsächlichen Fälligkeiten können von diesen Schätzungen abweichen.
2 Beinhaltet den Effekt aus der Aufzinsung der im Jahr 2014 fälligen nachrangigen Wandelanleihe in der Spalte 3 - 4 Jahre.
3 Garantien werden im Wesentlichen für Zahlungen auf Einfuhrzölle, für Mieten von Gebäuden und für Eventualverbindlichkeiten in Verbindung mit erhaltenen staatlichen Zuschüssen ausgegeben.
4 Bedingte Zuschüsse und Zulagen beziehen sich auf bisher erhaltene Beträge, die im Zusammenhang mit der Errichtung und Finanzierung von bestimmten Fertigungsstätten stehen und gegebenenfalls zurückerstattet werden müssen, falls die genannten behördlichen Projektanforderungen nicht erfüllt werden. Sie enthalten keine potenziellen bedingten Zulagen und Zuschüsse im Zusammenhang mit Qimonda.
Die oben stehende Tabelle sollte im Zusammenhang mit dem Anhang Nr. 38 des Konzernabschlusses des Geschäftsjahrs 2010 gelesen werden.
Im Rahmen der gewöhnlichen betrieblichen Tätigkeit begeben wir Garantien vor allem für die Zahlung von Importzöllen, Gebäudemieten und möglichen Verpflichtungen in Bezug auf erhaltene staatliche Zuschüsse. Zum 30. September 2010 betrug die Höhe der undiskontierten, potenziellen zukünftigen Zahlungen für Garantien €88 Millionen.
scroll
| € in Millionen | 2010 |
|---|---|
| Sachanlagen | 331 |
| Immaterielle Vermögenswerte -eigene Entwicklungsleistungen | 79 |
| Immaterielle Vermögenswerte -erworben | 8 |
| Gesamt | 418 |
| in zur Veräußerung stehend umgegliedert | -93 |
| Gesamt nach Umgliederung | 325 |
Gemäß unserem im Vorjahr erstellten Budget für das Geschäftsjahr 2010 hatten wir Investitionen in Sachanlagen von ungefähr €220 Millionen bis €250 Millionen erwartet, im Wesentlichen in unsere Produktionsanlagen in Kulim, Malaysia und Malacca, Malaysia. Als Ergebnis des wirtschaftlichen Aufschwungs haben wir die Investitionsentscheidungen nach oben angepasst und tatsächliche Investitionen in Sachanlagen von €331 Millionen im Geschäftsjahr 2010 getätigt. Wir versuchen, fortlaufend die Produktivität zu verbessern und entwickeln die Technologien in unseren Standorten ständig weiter. In den Investitionen in Sachanlagen enthalten sind Investitionen des Mobilfunkgeschäfts von €39 Millionen, die wir in zur Veräußerung stehend um gegliedert haben.
Da Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten wesentlich für unser Geschäft sind und weil die zahlreichen Wachstumschancen unserer Zielmärkte eine Weiterentwicklung und Erweiterung unserer Produktbasis erfordern, haben wir ebenfalls die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten entsprechend nach oben angepasst. Damit im Einklang steht auch die Zunahme der im Geschäftsjahr aktivierten Entwicklungskosten auf €79 Millionen. Darin enthalten sind aktivierte Entwicklungskosten unseres Mobilfunkgeschäfts von €52 Millionen, die wir in zur Veräußerung stehend um gegliedert haben.
Investitionen in erworbene immaterielle Vermögenswerte von €8 Millionen betreffen vor allem im Geschäftsjahr erworbene Lizenzen. Davon entfallen €2 Millionen auf das Mobilfunkgeschäft, die wir in zur Veräußerung stehend umgegliedert haben.
Im Geschäftsjahr 2009 wurden Investitionen von €5 Millionen in zur Veräußerung stehend um gegliedert aus dem geplanten Verkauf unseres Wireline-Communications-Geschäfts.
Abhängig von der Marktentwicklung und unserer Geschäftssituation erwarten wir derzeit im Geschäftsjahr 2011 rund €550 in Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten zu investieren. Auf Grund des Erreichens der Kapazitätsgrenzen in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 planen wir unsere Fertigungskapazitäten, besonders in der Front-End Fertigung in Kulim, Malaysia und in verschiedenen Back-End Fertigungen auszubauen. Zum 30. September 2010 waren von den geplanten Anlageinvestitionen €171 Millionen fest vereinbart und in den unbedingten Abnahmeverpflichtungen enthalten. Auf Grund der Länge des Zeitraums zwischen der Bestellung und der Lieferung von Anlagen sind üblicherweise erhebliche Investitionsbeträge vorab festgelegt.
Wir haben verschiedene, voneinander unabhängige kurz- und langfristige Kreditlinien mit mehreren Finanzinstituten für den zu erwartenden Finanzbedarf vereinbart. Diese Kreditlinien haben eine Höhe von €470 Millionen, von denen €227 Millionen zum 30. September 2010 verfügbar waren. Die Kreditlinien bestehen aus den folgenden drei Gruppen:
scroll
| € in Millionen | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Laufzeit | Zusage durch Finanzinstitut | Zweck / beabsichtigter Einsatz | Gesamthöhe | In Anspruch genommen | Verfügbar |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kurzfristig | feste Zusage | Generelle betriebliche Zwecke, Betriebskapital | 136 | 75 | 61 |
| Kurzfristig | keine feste Zusage | Betriebskapital, Cash-Management | 98 | - | 98 |
| Langfristig1 | feste Zusage | Projektfinanzierung | 236 | 168 | 68 |
| Gesamt | 470 | 243 | 227 |
1 Einschließlich kurzfristiger Bestandteile der langfristigen Finanzverbindlichkeiten.
Nach unserer Planung soll die Finanzierung des Nettoumlaufvermögens und des übrigen Finanzmittelbedarfs im Wesentlichen aus Mittelzuflüssen aus laufender Geschäftstätigkeit erfolgen. Im Zusammenhang mit bestimmten Investitionsprojekten haben wir auch staatliche Zulagen und Zuschüsse beantragt, können jedoch nicht garantieren, dass die Mittel rechtzeitig oder überhaupt genehmigt werden.
Unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Ressourcen, einschließlich der intern vorhandenen und künftig generierten Zahlungsmittel und der derzeitig verfügbaren Kreditlinien, gehen wir davon aus, unseren derzeit geplanten Kapitalbedarf für das Geschäftsjahr 2011 bedienen zu können.
Der Anwartschaftsbarwert (DBO) unserer Gesellschaft, der künftige Gehalts- und Rentensteigerungen berücksichtigt, betrug €539 Millionen zum 30. September 2010 im Vergleich zu €425 Millionen zum 30. September 2009. Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens betrug €347 Millionen zum 30. September 2010 im Vergleich zu €330 Millionen zum 30. September 2009.
Die tatsächliche Gesamtrendite auf das Planvermögen zwischen den letzten Fälligkeitszeitpunkten betrug für inländische (deutsche) Pensionspläne 7,0 Prozent oder €22 Millionen und für ausländische Pensionspläne 11,0 Prozent oder €3 Millionen. Die erwartete Gesamtrendite auf das Planvermögen für diesen Zeitraum betrug für inländische Pensionspläne 6,3 Prozent und für ausländische Pensionspläne 7,2 Prozent. Für das nächste Geschäftsjahr haben wir eine Rendite auf das Planvermögen in Höhe von 5,0 Prozent oder €16 Millionen für inländische Pensionspläne und in Höhe von 7,2 Prozent oder €2 Millionen für ausländische Pensionspläne geschätzt.
Zum 30. September 2010 und 2009 wies der zusammengefasste Finanzierungsstatus für unsere Pensionspläne eine Unterdeckung in Höhe von €192 Millionen und €95 Millionen auf. Davon waren €46 Millionen zum 30. September 2010 und €1 Million zum 30. September 2009 als "zur Veräußerung stehend" ausgewiesen.
Unsere Investitionsstrategie für die Pensionspläne beinhaltet ein gewisses Maß an Flexibilität, um sich ergebende Anlagechancen so früh wie möglich ergreifen zu können. Gleichzeitig stellen angemessene Kennzahlen sicher, dass die Vorsichts- und Sorgfaltspflichten bei der Ausführung des Investitionsprogramms erfüllt werden. Das Vermögen der Pensionspläne wird von mehreren Anlageberatern angelegt. Die Pläne sehen eine Kombination aus aktiven und passiven Investitionsprogrammen vor. Unter Berücksichtigung der Laufzeit der zugrunde liegenden Verpflichtungen wird ein Portfolio der Investitionen des Planvermögens, bestehend aus Anteils-, Gläubiger- und anderen Wertpapieren, angestrebt, das die langfristige Gesamtkapitalrendite bei einem bestimmten Risiko maximiert. Das Investitionsrisiko wird durch laufende periodenweise Prüfungen des Portfolios, durch Meetings mit Anlageberatern und durch Verbindlichkeitsberechnungen kontrolliert. Die Investitionsmethoden und -strategien werden periodisch überprüft, um sicherzustellen, dass die Ziele der Versorgungspläne, unter Berücksichtigung jeder Änderung im Aufbau des Versorgungsplans, der Marktbedingungen oder anderer wesentlicher Punkte, erreicht werden.
Die Verteilung unseres Planvermögens auf das Anlagevermögen des Pensionsplans basiert auf der Einschätzung der Geschäfts- und Finanzlage, ferner auf demographischen und versicherungsmathematischen Daten, auf Finanzierungsmöglichkeiten, geschäftsbezogenen Risikofaktoren, Marktsensitivitätsanalysen und anderen relevanten Faktoren. Insgesamt soll die Verteilung der Sicherung des Planvermögens dienen und gleichzeitig für ausreichend stabile, also beispielsweise inflationsbereinigte Einkünfte sorgen, um sowohl derzeitige wie auch künftige Pensionszusagen zu erfüllen. Auf Grund des aktiven Portfoliomanagements kann die tatsächliche Verteilung des Anlagevermögens, innerhalb bestimmter Grenzen, von der geplanten Verteilung abweichen. Gemäß unseren Richtlinien investieren unsere Pensionspläne nicht in eigene Aktien.
Wir schließen Geschäfte über derivative Finanzinstrumente einschließlich Zins-Swap-Vereinbarungen, Fremdwährungstermin- und -optionsgeschäften ab. Ziel dieser Transaktionen ist die Verringerung der Zins- und Währungsschwankungen für die in Fremdwährung lautenden künftigen Netto-Zahlungsströme. Derivative Finanzinstrumente werden von uns nicht zu Handels- oder spekulativen Zwecken eingesetzt. Für weitere Informationen zu derivativen Finanzinstrumenten und dem Management von finanziellen Risiken siehe Anhang Nr. 36 und 37.
Im Geschäftsjahr 2010 konnten wir den Aufschwung, der in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs 2009 seinen Anfang nahm, mit erheblich über dem gesamten Halbleitermarkt liegenden Wachstumsraten erfolgreich fortsetzen. Wir haben seitdem in jedem Quartal deutliche, teilweise zweistellige Umsatzzuwächse gegenüber dem jeweiligen Vorquartal erzielen können. Durch die konsequente Fortführung des Kostensenkungsprogramms "IFX10+", zusätzliche Maßnahmen zur Kostenreduktion sowie zur Produktivitätssteigerung, durch weitere Marktanteilsgewinne sowie unterstützt durch die allgemeine Verbesserung des Wirtschaftsumfeldes erreichten wir im Geschäftsjahr 2010 ein Umsatzwachstum von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert und erzielten nach einem Konzernjahresfehlbetrag von €674 Millionen im Vorjahr einen Konzernjahresüberschuss von €660 Millionen im Geschäftsjahr 2010. Wir konnten damit durch konsequentes Handeln, durch eine erfolgreiche Restrukturierung und Refinanzierung nicht nur die Krise meistern, sondern sind stärker und leistungsfähiger geworden.
Mit konsequentem Portfolio-Management haben wir in den letzten 18 Monaten zudem Infineon noch weiter auf stabilere Wachstumsfelder und weniger volatile Branchen mit führender Marktposition fokussiert -der Abschluss des Verkaufs des Wireline-Communications-Geschäfts sowie der Vertragsabschluss über den Verkauf unseres Mobilfunkgeschäft an Intel waren wichtige Schritte einer Neuausrichtung unseres Geschäfts. Infineon belegt heute in allen drei verbleibenden Bereichen, in Automotive, in der industriellen Leistungselektronik wie auch in Chip Card & Security, jeweils die Nummer-1-Position im Weltmarkt mit entsprechenden Wachstums- und Gewinnaussichten in diesen Märkten.
Ein konsequentes Working-Capital-Management sowie eine maßvolle Investitionspolitik haben dazu beigetragen, dass wir nicht nur die Verschuldung um €454 Millionen auf €396 Millionen zum 30. September 2010 im Vergleich zum Vorjahr weiter reduzieren konnten -zusätzlich hat sich unsere Brutto-Cash-Position von €1.507 Millionen zum 30. September 2009 auf €1.727 Millionen zum 30. September 2010 weiter erhöht, eine beachtliche Entwicklung, wenn man bedenkt, dass wir zum 30. Juni 2009 noch eine Netto-Debt-Position von €151 Millionen ausgewiesen haben. Belief sich zum 30. September 2009 der Verschuldungsgrad auf 41 Prozent, konnte dieser zum 30. September 2010 auf gerade noch 15 Prozent gesenkt werden, ein überzeugender Beweis für unsere solide Bilanzstruktur zum 30. September 2010.
Auf diesem Fundament werden wir aufbauen auf unserem Weg zu einem langfristigen und nachhaltigen Unternehmenserfolg sowie Wertsteigerung für unsere Aktionäre.
Die folgende Übersicht zeigt die Zusammensetzung unserer Belegschaft nach Funktionen und Regionen jeweils zum 30. September eines genannten Geschäftsjahrs:
scroll
| 2010 | % | 2009 | % | 2008 | % | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Funktionen: | ||||||
| Produktion | 17.924 | 67 | 17.338 | 65 | 19.358 | 66 |
| Forschung und Entwicklung | 5.771 | 22 | 5.971 | 23 | 6.273 | 22 |
| Vertrieb und Marketing | 1.520 | 6 | 1.681 | 6 | 1.905 | 7 |
| Verwaltung | 1.439 | 5 | 1.474 | 6 | 1.583 | 5 |
| Gesamt | 26.654 | 100 | 26.464 | 100 | 29.119 | 100 |
| Regionen: | ||||||
| Deutschland | 8.826 | 33 | 9.160 | 35 | 10.053 | 34 |
| Übriges Europa | 3.449 | 13 | 4.676 | 18 | 5.192 | 18 |
| Nordamerika | 640 | 2 | 687 | 2 | 821 | 3 |
| Asien-Pazifik | 13.619 | 51 | 11.803 | 45 | 12.897 | 44 |
| Japan | 120 | 1 | 138 | - | 156 | 1 |
| Gesamt | 26.654 | 100 | 26.464 | 100 | 29.119 | 100 |
1 Es ist vorgesehen, dass weltweit ungefähr 3.400 Mitarbeiter unseres Segments Wireless Solutions und aus Zentralfunktionen im Rahmen des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts an Intel übergehen.
Die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen im Geschäftsjahr 2010 umfasst in erster Linie den Abschluss des Krisenmanagements und den damit verbundenen Personalabbau, der bereits im Jahr 2009 eingeleitet wurde. Des Weiteren sind in der Mitarbeiterzahl Sondereffekte durch die Entkonsolidierung von ALTIS enthalten, welche zur Ausgliederung von 1.315 Mitarbeitern vorranging im Produktionsbereich zum 31. Dezember 2009 führte. Im Zuge des Verkaufs unseres Wireline-Communications-Geschäfts gingen im Geschäftsjahr 2010 insgesamt 807 Mitarbeiter aus den Bereichen Wireline Communicatons sowie aus den Zentralfunktionen auf Lantiq über.
Der Personalabbau, der aus den genannten Aktivitäten resultierte, wurde durch eine erfolgreiche Phase mit hoher Fabrikauslastung mehr als ausgeglichen: Während sich die Zahl der Mitarbeiter in den Bereichen der Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb und im Marketing verglichen zum Vorjahr noch einmal leicht reduzierte, konnten wir auf Grund der verbesserten Auftragslage vor allem die Anzahl der Mitarbeiter im Produktionsbereich erhöhen. Der Personalaufbau erfolgte vorrangig an unseren asiatischen Standorten. Insgesamt wurde auf diese Weise die Gesamtanzahl unserer Mitarbeiter leicht erhöht.

Im Geschäftsjahr 2010 sank das weltweite Durchschnittsalter auf 36,4 Jahre (Vorjahr: 37,2 Jahre). In der Gruppe der Mitarbeiter mit akademischer Ausbildung sind mehr als 65 Prozent unserer Akademiker jünger als 40 Jahre.
Beim Anteil der Frauen an der Gesamtbelegschaft können wir im Geschäftsjahr 2010 einen positiven Trend verzeichnen: der Anteil stieg um knapp 3 Prozentpunkte von 32,6 auf 35,5 Prozent an.

Die Einstellungspolitik und die Entwicklung von Nachwuchs sind für Infineon auf Grund des demografischen Wandels und des vielerorts zu erwartenden Fachkräftemangels von besonderer Bedeutung.
Infineon hat das Engagement in die Berufsausbildung von jungen Mitarbeitern wieder bekräftigt und die Einstellungen der Auszubildenden in Deutschland auf das Vorkrisen-Niveau von 2008 erhöht. Des Weiteren haben wir im Jahr 2010 weltweit mehr als hundert Praktika an Studenten und Studentinnen unterschiedlicher Fachrichtungen vergeben.
Insgesamt haben wir im Geschäftsjahr 2010 weltweit 5.354 Mitarbeiter eingestellt. Die Neueinstellungen erfolgten mit 4.704 Mitarbeitern weitestgehend im asiatischen Raum und mit 4.385 Mitarbeitern hauptsächlich im Bereich der Produktion. Da gleichzeitig Mitarbeiter auf Grund des Abschlusses des Kostensenkungsprogramms "IFX10+", der Entkonsolidierung von Altis und auf Grund des Verkaufs des Wireline-Communications-Geschäfts an Lantiq ausschieden, wurde die Mitarbeiterzahl jedoch nur leicht erhöht.
Die zahlreichen Kooperationen mit Universitäten und Hochschulen trugen mit dazu bei, dass wir im Geschäftsjahr 2010 im Rahmen der Neueinstellungen weltweit mehr als 2.300 Akademiker rekrutieren konnten. Dies entspricht einem Akademikeranteil von mehr als 40 Prozent an den weltweit gesamten Einstellungen. Von den Neueinstellungen im akademischen Bereich ist jede vierte Person eine Frau -ein Indiz, dass unsere Bemühungen, Frauen in MINT-(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)-Berufe zu fördern, erfolgreich sind. Die meisten Neueinstellungen mit Hochschulausbildung entfielen auf die Standorte in Asien-Pazifik (> 1.800 Einstellungen), gefolgt von Deutschland (> 300 Einstellungen) und den übrigen europäischen Standorten (> 100 Einstellungen). Auch bei den neuen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen mit Berufsausbildung ist der Anteil von Frauen mit 40 Prozent im Geschäftsjahr 2010 erwähnenswert.
Zusätzlich zu den Festanstellungen waren bei Infineon zum 30. September 2010 weltweit 3.282 externe Mitarbeiter beschäftigt, um das Flexibilitätspotenzial zu erhöhen. Davon waren mehr als 50 Prozent an unseren asiatischen Standorten beschäftigt.
In Deutschland belief sich die Fluktuationsrate (inklusive Eigenkündigungen und sonstigen Abgängen) im Geschäftsjahr 2010 auf 3,2 Prozent. Diese Quote umfasst nicht die Personalabgänge durch den Verkauf des Wireline-Communications-Geschäfts an Lantiq.
Damit liegt die Fluktuationsquote in Deutschland nach dem umfangreichen Personalabbau im Rahmen von IFX 10+ im Geschäftsjahr 2009 wieder auf einem niedrigen Niveau (Vorjahr: 12,8 Prozent). Weltweit betrug die Fluktuationsquote (ohne Lantiq) im Geschäftsjahr 2010 12,7 Prozent. Der Anteil der Fluktuation, der sich auf Eigenkündigungen von Mitarbeitern zurückführen lässt, belief sich 2010 weltweit auf 9,9 Prozent.
Im Gegensatz zu den niedrigen Fluktuationsraten in Deutschland betrug die Fluktuationsquote in den asiatischen Märkten ohne Lantiq 21,0 Prozent -dies spiegelt die Dynamik und den Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte in dieser Region wider.
Die weltweit durchschnittliche Betriebszugehörigkeit ist im Geschäftsjahr 2010 bei 9,0 Jahren nahezu konstant geblieben (Vorjahr: 9,2 Jahre). Im Gegensatz dazu hat sich in Deutschland die Dauer der Betriebszugehörigkeit erhöht. Mit 13,4 Jahren liegt der Wert deutlich über der durchschnittlichen deutschen Betriebszugehörigkeit von 11,8 Jahren im Vorjahr.
Die Weiterbildung unserer Mitarbeiter aller Altersgruppen ist ein wesentliches Element, um der demografischen Entwicklung entgegenzuwirken. Zur Sicherung der Profitabilität blieb jedoch auch im Geschäftsjahr 2010 das Trainingsbudget restriktiv, so dass nur geschäftskritische und rechtlich notwendige Trainings möglich waren. Für Infineon bedeutete dies, den Fokus weiterhin auf interne Optionen zu richten. Gemeinsam mit den Fachbereichen gelang es uns, im Geschäftsjahr 2010 zahlreiche neue interne Trainings aufzusetzen und mit den Aktivitäten "Innovation Fab", "Innovation Star" und den daraus resultieren "iCommunities" den Wissenstransfer zu fördern. Mit diesen Maßnahmen leisten wir einen wichtigen Beitrag, um erfahrene Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und das Wissen auf hohem Niveau weiter auszubauen.
Die Entwicklung von Infineon zu einem Höchstleistungsunternehmen gelingt nur, wenn wir auch in Zukunft erfolgreich sind und nachhaltig starke Finanzergebnisse erzielen. Für diese neue Phase haben wir im vergangenen Geschäftsjahr Aktivitäten eingeleitet und Initiativen ergriffen, um den Mitarbeitern Orientierung zu geben, sie stärker an der Unternehmensentwicklung partizipieren zu lassen und kulturelle Elemente wie Arbeitsplatzkultur und Chancengleichheit zu verbessern:
Mit der Einführung des neuen Leitbilds "Infineon Compass" wurde das Profil von Infineon nach der Krise geschärft und den Mitarbeitern eine neue Orientierung gegeben. Der Infineon Compass zeigt, wonach wir streben, welchen Weg wir gehen und welche Werte unser Handeln bestimmen. Zahlreiche Workshops stellen sicher, dass sich diese Elemente in der Belegschaft verfestigen und jedes Team und jeder Mitarbeiter seinen individuellen Beitrag definiert.
Mit der Umstellung des Vergütungssystems zum 1. Oktober 2010 für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Geltungsbereich der bisherigen Bonus & Incentive Guideline fallen, haben wir einen weiteren Beitrag auf dem Weg zum Hochleistungsunternehmen geleistet. Das neue System entkoppelt die variable Vergütung von der Erreichung individueller Ziele und knüpft stattdessen zukünftige Bonuszahlungen ausschließlich an den Erfolg von Infineon: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter erhält ein attraktives Grundgehalt sowie einen Erfolgsbonus, der sich an Zielen und Messgrößen orientiert, die den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens widerspiegeln. Mit dieser Umstellung partizipieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch stärker am realisierten Unternehmenserfolg.
Um die Feedbackkultur bei Infineon zu stärken, wurde im Geschäftsjahr 2010 erstmals die Studie "Great Place to Work"® für die deutschen Standorte Infineon Technologies AG und Infineon Dresden durchgeführt. Die Studie ist der Auftakt für eine jährliche Befragung, um regelmäßig von den Mitarbeitern eine Rückmeldung über ihre Einschätzung hinsichtlich der Unternehmenskultur und Arbeitsplatzqualität zu erhalten. Es ist geplant, die Befragung in den nächsten Jahren auf andere Standorte, insbesondere auf die asiatische Region, auszuweiten.
Ein Hochleistungsunternehmen ist von Vielfalt und Chancengleichheit geprägt. Wir haben deshalb auch im Geschäftsjahr 2010 unsere Anstrengungen fortgesetzt, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. So engagiert sich Infineon in mehreren unternehmensexternen Netzwerken und Initiativen, wie beispielsweise "Erfolgsfaktor Familie" oder "Best Practices for Women in ICT". Mit der Auditierung "berufundfamilie" unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Sommer 2010 haben wir hierzu einen weiteren Schritt getan: Das Ergebnis des Audits ist Grundlage für einen auf drei Jahre angelegten Maßnahmenplan, wie wir unsere Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch besser unterstützen können. Damit verfolgen wir das Ziel, die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Karriere für beide Geschlechter zu verbessern.
Als global tätiges Unternehmen und Teilnehmer der UN Global Compact Initiative fühlen wir uns der multinationalen Gemeinschaft verpflichtet. Wir nehmen unsere Aufgabe der gesellschaftlichen Verantwortung und des Umweltschutzes sehr ernst -sie ist daher ein integrierter Bestandteil unserer strategischen Unternehmensausrichtung. Wir haben die notwendigen Strukturen, Prozesse und Richtlinien in unserem Unternehmen festgelegt, die sich an den Prinzipien des UN Global Compact orientieren.
Die Verbindung aller Handlungsfelder - ökonomischer, ökologischer und sozialer Art -ist eine Voraussetzung für Nachhaltigkeit. Wir richten unseren Fokus, der die Einhaltung der Gesetze einschließt, auf sechs wesentliche Bereiche: Personalführung und Menschenrechte, gesellschaftliches Engagement, unternehmerische und gesellschaftliche Ethik, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit in unserer Wertschöpfungskette. In diesen Handlungsfeldern streben wir stetig nach Verbesserungspotenzialen. Die Bewertung und Umsetzung ist mehr als eine Pflicht -sie ist vielmehr Bestandteil unseres täglichen Handelns.

Unsere Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit spiegeln sich unter anderem in der diesjährigen Aufnahme von Infineon Technologies in den Dow Jones Sustainability Europe Index wider. Nachhaltigkeit wird auch in Zukunft eine große Herausforderung sein, der wir weiterhin aktiv begegnen.
Unser Unternehmen setzt sich freiwillig und weltweit für Benachteiligte ein. Das Erdbebenunglück auf Haiti und die humanitäre Katastrophe, die sich infolge dieses Erdbebens ereignete, hat alle Vorstellungen überstiegen. Wir haben uns im vergangenen Geschäftsjahr entschieden, einen finanziellen Beitrag an die Hilfsorganisationen zu spenden und somit einen Beitrag zur Versorgung der Opfer und zum Wiederaufbau zu leisten.
Wir tragen unsere Werte in die gesamte Wertschöpfungskette. Dienstleistungen, die von unseren Auftragnehmern erbracht werden, zugekaufte Produkte und Materialien sowie Equipment und Anlagen müssen unseren Anforderungen an den Umweltschutz, die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz entsprechen sowie die Arbeits- und sozialen Bedingungen erfüllen. Unsere formulierten Standards und Maßnahmen können umso besser umgesetzt und realisiert werden, je stabiler die Partnerschaft und je offener die Kommunikation ist. Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir freiwillig das Thema Konfliktmetalle aktiv aufgenommen und bei unseren Lieferanten adressiert, um sicherzustellen, dass wir keine Metalle aus Konfliktgebieten verwenden.
Verantwortung für unsere Mitarbeiter übernehmen bedeutet in erster Linie Prävention und Vermeidung von möglichen Risiken. Unsere modernen Konzepte in der Arbeitssicherheit setzen wir konsequent um und suchen stetig nach Optimierungspotenzialen. Diese werden weltweit umgesetzt.
Die erzielten Erfolge in der Arbeitssicherheit werden von unserer Statistik der Arbeitsunfälle belegt. Wir sind selbst auf weltweitem Niveau erheblich besser als der Durchschnitt der deutschen Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse. Dabei fällt noch mehr ins Gewicht, dass wir alle Arbeitsunfälle ab einem Tag Abwesenheit erfassen. In die Vergleichswerte der Berufsgenossenschaft fließen dagegen nur solche Arbeitsunfälle ein, die mit einer Abwesenheit von mindestens drei Arbeitstagen verbunden sind.
Unser IMPRES System - Infineon Integrated Management Program for Environment, Safety and Health -ist weltweit implementiert und integriert sämtliche Prozesse, Strategien und Zielsetzungen im Bereich Arbeitssicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. IMPRES ist höchst effizient, und unsere Produktionsstandorte sind gemäß den Standards ISO 14001 und OHSAS 18001 zertifiziert. Villach ist auf Grund der Länderspezifika zusätzlich noch nach EMAS validiert. Wir stellen sicher, dass wir nicht nur die gesetzlichen und behördlichen Vorgaben einhalten, sondern auch, über diese Vorgaben hinaus, uns kontinuierlich verbessern.
Wesentlich für die Bewertung der Umwelteinflüsse eines Unternehmens und Grundlage für die Ableitung von Handlungsbedarf ist dessen ökologischer Fußabdruck. Für unsere Halbleiter lässt sich dieser in vereinfachter Weise darstellen, mit den entsprechenden Stellgrößen - Energie, Materialeinsatz, Wasserverbrauch, Abfallgenerierung, Recycling, Transport des ökologischen Einfluss während der Nutzungsphase.
Die Produktion von Halbleitern ist -wie grundsätzlich jede industrielle Produktion -ohne den Einsatz von Energie, Wasser, Chemikalien und Materialien nicht möglich. Ein Schwerpunkt liegt hierbei -technologiebedingt -auf unseren Frontend-Fertigungen, in denen die Siliziumscheiben strukturiert werden. Dort wird naturgemäß die meiste Energie benötigt. Es handelt sich hierbei maßgeblich um elektrische Energie.
In den letzten Jahren konnten wir den Energieverbrauch trotz steigender Komplexität unserer Produkte und Prozesse in unseren Frontend-Fertigungen deutlich reduzieren. Eine geeignete Größe, um die Effizienzsteigerung zu beschreiben, sind die sogenannten "Negajoules". Dabei handelt es sich um die Energiemenge, die auf Grund von Effizienzsteigerungen nicht verbraucht und damit eingespart wurde. Die von 2002 bis 2009 aufsummierte eingesparte Energie- oder Elektrizitätsmenge entspricht 716.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Das Thema Energieeffizienz bleibt auch in den folgenden Jahren eine Herausforderung, der wir uns stellen, so unter anderem im unternehmensinternen "Energy Efficiency Project". Im Rahmen dieses Projektes arbeiten unsere Produktionsstandorte eng zusammen, um optimale Lösungen auszutauschen. Schwerpunkte sind derzeit unter anderem die Optimierung der Reinräume, in denen unsere Halbleiter produziert werden, der Einsatz regenerativer Energie sowie die Erprobung und Umsetzung neuer Beleuchtungstechnologien. Neben dem ökologischen Aspekt der nachhaltigen Ressourcenschonung haben diese Aktivitäten auch einen ökonomischen Nutzen und leisten einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit.
Neben der Reduktion des Energieeinsatzes ist besonders im Klimaschutz die Reduktion von Emissionen eine wesentliche Herausforderung zur Erhaltung unseres Ökosystems. Für den Klimaschutz haben wir uns deshalb bereits 1998 freiwillig zur Reduzierung perfluorierter Verbindungen (PFC) verpflichtet. Bei den PFCs handelt es sich um Treibhausgase, die für die Produktion von Halbleitern benötigt werden. Unser freiwilliges Ziel war es, die absoluten PFC-Emissionen bis zum Jahr 2010 auf den Wert von 1995 minus 10 Prozent, berechnet in Kohlenstoffdioxid-Äquivalenten, zu reduzieren. Durch die Umsetzung kluger Konzepte im Bereich der alternativen Prozesschemikalien und intelligente Ansätze zur Abluftreinigung konnten wir dieses ambitionierte Ziel bereits 2007 erreichen und damit einen aktiven Beitrag zum Schutz unserer Atmosphäre leisten -sogar über das Erreichen unserer freiwilligen Selbstverpflichtung hinaus.
In all unseren Leistungen im Bereich Wasserverbrauch, Abfallreduktion und -recycling, Treibhausgasreduktionen und Energieeffizienz stellen wir uns dem internationalen Benchmark. Die Vergleiche zeigen, dass unseren Fertigungen seit Jahren eine Führungsposition im aktiven Umweltschutz zukommt.
Die Anforderungen und Beschränkungen bei der Verwendung bestimmter Stoffe in elektrischen Erzeugnissen und Produkten haben in den letzten Jahren weltweit zugenommen. Die Einhaltung dieser Beschränkungen ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Wichtig ist uns dabei, unseren Kunden ein Höchstmaß an Vertrauen und Sicherheit bezüglich der Konformität unserer Produkte zu geben. Neben der Implementierung entsprechender Prozesse ist eine effiziente Kommunikation wesentliche Voraussetzung, um dieses Vertrauen zu schaffen. Dass wir unseren Kunden ein Höchstmaß an Sicherheit bieten, spiegelt sich in zahlreichen Anerkennungen unserer Leistungen bei Kundenaudits und -gesprächen wider.
Betrachtungen des "ökologischen Fußabdrucks" eines Unternehmens dürfen nicht am eigenen Werkstor enden, sondern müssen die Nutzungsphase der hergestellten Produkte in adäquater Weise berücksichtigen. Denn letztlich stellt sich die Frage, ob sich der Einsatz von Ressourcen zur Herstellung eines Produkts auch aus ökologischen Gesichtspunkten "rechnet". Hierbei ruhen wir uns auf dem Erreichten jedoch nicht aus, sondern treiben die Optimierungen weiter voran und ermutigen unsere Branchenpartner und Lieferanten, unseren Ansätzen zu folgen.
Neben der Verbesserung der Sicherheit und der Ermöglichung moderner Kommunikation ist die Realisierbarkeit und Unterstützung energieeffizienter Konzepte und Endprodukte in den verschiedensten Anwendungsbereichen ein wesentlicher Anspruch unseres Unternehmens. Wie beeindruckend unsere Leistungen sind, zeigen folgende ausgewählte Beispiele:
| ― | Mit unseren Produkten und Lösungen ermöglichen wir im Automobil eine jährliche Emissionsreduktion, die 3,8 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid entspricht. |
| ― | Mit unseren Produkten und Lösungen in den Stromversorgungen von PCs ermöglichen wir eine jährliche Emissionsreduktion, die 140.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid entspricht. |
| ― | Mit unseren Produkten und Lösungen in elektronischen Vorschaltgeräten ermöglichen wir -im Vergleich zu magnetischen Vorschaltgeräten -eine jährliche Emissionsreduktion, die 330.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid entspricht. |
Die Infineon Technologies AG ist die Führungsgesellschaft des Infineon-Konzerns und führt die entsprechenden Leitungs- und Zentralfunktionen aus. Die Infineon Technologies AG übernimmt wesentliche übergreifende Aufgaben, wie das konzernweite Finanz- und Rechnungswesen, das Personalwesen, strategische und produktionsorientierte F&E-Aktivitäten sowie die weltweite Unternehmens- und Marketingkommunikation, und steuert die logistischen Prozesse im Konzern. Die Infineon Technologies AG verfügt über eigene Fertigungen in Regensburg und Warstein. Da die Infineon Technologies AG den größten Teil der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten für den Infineon-Konzern abwickelt, gelten die Ausführungen zu Art und Umfang der Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten sowie zu den abgesicherten Risiken analog auch für die Infineon Technologies AG.
Die Chancen und Risiken sowie die zukünftige Entwicklung der Infineon Technologies AG entsprechen im Wesentlichen den Chancen und Risiken sowie der zukünftigen Entwicklung des Infineon-Konzerns, wie im Risiko- und Prognosebericht dargelegt.
Die Infineon Technologies AG stellt ihren Einzelabschluss nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuches ("HGB") auf. Der vollständige Abschluss wird separat veröffentlicht.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Umsatz | 5.685 | 4.115 |
| Umsatzkosten | -4.653 | -3.747 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1.032 | 368 |
| Aufwendungen für übrige Funktionsbereiche | -961 | -850 |
| Beteiligungsergebnis, Saldo | 212 | 47 |
| Übrige Aufwendungen, Saldo | -19 | -230 |
| Ergebnis vor Ertragsteuer | 264 | -665 |
| Ertragsteuer | -29 | -1 |
| Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag | 235 | -666 |
| Verlustvortrag aus Vorjahr | -6.014 | -5.348 |
| Entnahmen aus den Kapitalrücklagen | 5.888 | - |
| Bilanzgewinn/Bilanzverlust | 109 | -6.014 |
1 Erstellt nach HGB.
Der im Geschäftsjahr 2010 erzielte Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG beläuft sich auf €235 Millionen. Nach Entnahmen aus den Kapitalrücklagen in Höhe von €5.888 Millionen und Verrechnung mit dem Verlustvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von €6.014 Millionen verbleibt ein Bilanzgewinn von €109 Millionen.
Der Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG für das Geschäftsjahr 2010 ist deutlich beeinflusst von den Auswirkungen des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs und des damit einhergehenden Wachstums des weltweiten Halbleitermarktes. Im Geschäftsjahr 2010 erholten sich sowohl die Umsatzerlöse unserer Segmente als auch die Segmentergebnisse, sodass wir in Summe einen deutlichen Zuwachs bei den Umsatzerlösen und dem Bruttoergebnis vom Umsatz in Summe erzielen konnten.
Der Jahresfehlbetrag der Infineon Technologies AG für das Geschäftsjahr 2009 war im Wesentlichen durch die deutlich gesunkene Nachfrage im Zuge der allgemeinen wirtschaftlichen Abschwächung verursacht. Darüber hinaus beinhaltete der Jahresfehlbetrag Aufwendungen aus der Insolvenz von Qimonda und Qimonda Dresden.
scroll
| € in Millionen | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände | 658 | 747 |
| Finanzanlagen | 3.040 | 3.389 |
| Anlagevermögen | 3.698 | 4.136 |
| Vorräte | 351 | 306 |
| Forderungen und Sonstiges | 751 | 870 |
| Zahlungsmittel, Wertpapiere | 1.664 | 1.280 |
| Umlaufvermögen | 2.766 | 2.456 |
| Summe Aktiva | 6.464 | 6.592 |
| Eigenkapital | 3.442 | 3.207 |
| Rückstellungen | 1.062 | 847 |
| Verbindlichkeiten und Sonstiges | 1.960 | 2.538 |
| Summe Passiva | 6.464 | 6.592 |
1 Erstellt nach HGB.
Die Vermögenslage der Infineon Technologies AG ist bei den Aktiva im Wesentlichen durch die Zunahme der Zahlungsmittel und Wertpapiere (€384 Millionen) und bei den Passiva durch die Zunahme der Rückstellungen (€215 Millionen) und den Rückgang der Verbindlichkeiten und Sonstiges (€ 578 Millionen) geprägt.
Die Finanzanlagen haben sich im Geschäftsjahr 2010 um €349 Millionen verringert. Die Veränderung ergibt sich im Wesentlichen aus einer Kapitalrückzahlung der Infineon Technologies Holding B.V. Rotterdam, Niederlande (€280 Millionen).
Im Bereich der Rückstellungen sind vor allem die Rückstellungen für Gewährleistungen sowie die Personalrückstellungen angestiegen. Wesentliche Gründe sind der Anstieg von Rückstellungen für die infolge der besseren wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft zu zahlenden erfolgsabhängigen Vergütungen an die Mitarbeiter sowie eine deutliche Erhöhung der Pensionsrückstellungen (€89 Millionen).
Die Verbindlichkeiten und Sonstiges haben sich im Geschäftsjahr 2010 um €578 Millionen verringert. Dies ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um €730 Millionen zurückzuführen.
Die Eigenkapitalquote beträgt 53 Prozent (Vorjahr: 49 Prozent).
Nach dem Aktiengesetz richtet sich der Betrag, der zur Dividendenzahlung an die Aktionäre zur Verfügung steht, nach dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft, der nach den Vorschriften des HGB ermittelt wird.
Für die vorangegangenen Geschäftsjahre wurde keine Dividende gezahlt.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2010 weist der Jahresabschluss der Muttergesellschaft Infineon Technologies AG einen Bilanzgewinn von €109 Millionen aus. Für das Geschäftsjahr 2010 wird der Hauptversammlung eine Ausschüttung einer Bardividende von €0,10 je Aktie vorgeschlagen werden.
Die vorgeschlagene Dividende ist abhängig von der Zustimmung der Hauptversammlung.
Am 19. Oktober 2010 haben wir 100 Prozent der Anteile an der Blue Wonder Communications GmbH mit Sitz in Dresden erworben. Gegenstand der Aktivitäten der Blue Wonder Communications GmbH ist die Entwicklung und Vermarktung von Produkten, Rechnerprogrammen, Ingenieurs-, und Beratungsdienstleistungen im Bereich der Informationstechnologie und der Telekommunikation. Insbesondere sollen die Technologien und Systemlösungen die Entwicklung des Mobilfunkstandards der nächsten Generation LTE (Long Term Evolution) unterstützen. Im Rahmen des Verkaufes des Mobilfunkgeschäfts sollen die Anteile an der Gesellschaft ebenfalls an die Intel Corporation übertragen werden.
Das Halbleitergeschäft ist wie kaum ein anderes Geschäft in sehr hohem Maße durch den regelmäßigen Wechsel von Perioden des Marktwachstums mit Perioden erheblicher Marktrückgänge gekennzeichnet. Marktrückgänge sind insbesondere geprägt durch Überkapazitäten, steigende Auftragsstornierungen sowie überdurchschnittlich sinkende Preise und rückläufige Umsatzerlöse.
Begleitet wird diese Risiko- und Chancenlage von einem hohen Investitionsbedarf zur Erreichung und Absicherung der Marktführerschaft sowie einem außerordentlich schnellen technologischen Wandel. In diesem Umfeld wollen wir die in unserem Geschäft auftretenden Risiken reduzieren und die Chancen bestmöglich nutzen. Effektives Risiko- und Chancenmanagement ist deshalb einer unserer wichtigen Erfolgsfaktoren. Es ist Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und unterstützt unser Ziel, nachhaltig und profitabel zu wachsen.
Das interne Kontrollsystem sowie das Risiko- und Chancenmanagementsystem bei Infineon sind Bestandteil des gesamten (rechnungslegungsbezogenen) Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungs-Prozesses in allen relevanten rechtlichen Einheiten, Segmenten und Zentralfunktionen. Beide Systeme orientieren sich dabei am internationalen COSO II Standard (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission).
Das unternehmensweite Risiko- und Chancenmanagementsystem (RMS) basiert auf einer Risikopolitik, die ein Risiko als negative Abweichung von der Geschäftsplanung definiert. Es geht dabei weit über das Erkennen von Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, hinaus. Ein wesentliches Element des RMS ist der aus den Komponenten Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikosteuerung und Risikoüberwachung bestehende Prozess. Die systematische Umsetzung dieses Risikomanagementprozesses verbessert unsere Planungsgenauigkeit, erhöht die Transparenz von Entscheidungen unter unsicheren Rahmenbedingungen und fördert unser allgemeines Risikobewusstsein.
Die Risikomanagementorganisation besteht aus dem zentralen Risikomanagement, das dem Finanzvorstand zugeordnet ist, und aus sogenannten Risikobeauftragten, die in den verschiedenen Bereichen des Unternehmens für die Umsetzung des Risikomanagementprozesses verantwortlich sind. Eine wesentliche Aufgabe der Risikobeauftragten ist die Erfassung, Bewertung und Dokumentation wesentlicher Risiken und Chancen. Sie bilden die Schnittstelle zum zentralen Risikomanagement, das hauptsächlich für den Prozess, seine Weiterentwicklung und die damit verbundenen Methoden bei dessen Umsetzung sowie für die Risiko- und Chancendarstellung auf Konzernebene verantwortlich zeichnet.
Die systematische Weiterentwicklung unseres Risiko- und Chancenmanagementsystems trägt maßgeblich zur weiteren Festigung und zum gezielten Ausbau unserer unternehmensweiten Risiko- und Chancenkultur bei. Die Stärkung unserer Risikokultur wird ebenso durch unsere Risiko-Foren erreicht, die vorrangig als Diskussionsbasis und Informationsplattform für die Risikobeauftragten dienen.
Der alle Bereiche umfassende Ansatz zur Risikoberichterstattung nutzt einen Risiko- und Chancenkatalog, der einmal jährlich auf Vollständigkeit überprüft wird und dessen Inhalte ihrer Bedeutung nach bewertet werden. Die quartalsweise Identifikation und Analyse von Risiken und Chancen wird auf Grundlage einer Einschätzung des Einflusses auf das Konzernjahresergebnis und der Eintrittswahrscheinlichkeit vorgenommen. Des Weiteren werden Maßnahmen zur Risikoreduktion und zur Berücksichtigung in der Rechnungslegung festgehalten und der aktuelle Umsetzungsgrad verfolgt und dokumentiert. Für die quartalsweise Berichterstattung wurden Schwellenwerte definiert, die eine Meldung von wesentlichen Risiken beziehungsweise Chancen obligatorisch vorschreiben. Zudem besteht zusätzlich zur Regelberichterstattung für unerwartet auftretende wesentliche Risiken ebenfalls eine konzerninterne Berichterstattungspflicht.
Die Berichterstattung wesentlicher und bestandsgefährdender Risiken erfolgt über das zentrale Risikomanagement an Vorstand und Aufsichtrat.
Das Risikomanagementsystem ermöglicht dem Vorstand sowie Verantwortlichen, wesentliche Risiken frühzeitig zu erkennen und gegensteuernde Maßnahmen einzuleiten. Ferner werden Risiken aus dem operativen Geschäft durch die Verantwortlichen regelmäßig mit dem Vorstand diskutiert, wobei unternehmensübergreifende Risiken dem Vorstand durch das zentrale Risikomanagement vorgelegt werden.
Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats befasst sich mit der Überwachung der Effektivität des Risikomanagementystems.
Darüber hinaus kontrolliert die Konzernrevision durch zielgerichtete Prüfungen die Einhaltung gesetzlicher Rahmenbedingungen und konzerneinheitlicher Richtlinien und initiiert bei Bedarf entsprechende Maßnahmen.
Unser Risikofrüherkennungssystem wird vom Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung auf seine grundsätzliche Eignung geprüft, bestandsgefährdende Risiken des Unternehmens frühzeitig zu erkennen und er berichtet hierzu dem Finanzvorstand und dem Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Der Abschlussprüfer prüft dabei nicht die Effektivität unseres Risikofrüherkennungssystems.
Im Vergleich zum Risikomanagementsystem liegt der Schwerpunkt des internen Kontrollsystems auf dem Rechnungslegungsprozess mit dem Ziel der Überwachung der Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und der Finanzberichterstattung. Es basiert auf den SEC ("Security Exchange Commission") Anforderungen der Section 404 des Sarbanes-Oxley-Acts und ist Bestandteil des Rechnungslegungsprozesses in allen bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Das System überwacht die Grundsätze und Verfahren anhand von präventiven und aufdeckenden Kontrollen. Unter anderem prüfen wir regelmäßig, ob:
| ― | konzernweite Bilanzierungs-, Bewertungs- und Kontierungsvorgaben fortlaufend aktualisiert und eingehalten werden; |
| ― | konzerninterne Transaktionen vollständig erfasst und sachgerecht eliminiert werden; |
| ― | bilanzierungsrelevante und angabepflichtige Sachverhalte aus getroffenen Vereinbarungen berücksichtigt und entsprechend abgebildet werden; |
| ― | Prozesse und Kontrollen existieren, die explizit die Vollständigkeit und Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung im Jahres- und Konzernabschluss gewährleisten; |
| ― | Prozesse zur Funktionstrennung und zum Vier-Augen-Prinzip im Rahmen der Abschlusserstellung sowie Autorisierungs- und Zugriffsregelungen bei relevanten IT-Rechnungslegungssystemen bestehen. |
Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wird systematisch bewertet. Zunächst erfolgt eine jährliche Risikoanalyse und Überarbeitung der definierten Kontrollen. Dabei identifizieren und aktualisieren wir bedeutende Risiken im Hinblick auf die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung in den bedeutenden rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Die für die Identifizierung der Risiken definierten Kontrollen werden gemäß konzernweiten Vorgaben dokumentiert. Um die Wirksamkeit der Kontrollen zu beurteilen, führen wir regelmäßig Tests auf Basis von Stichproben durch. Diese bilden die Grundlage für eine Selbsteinschätzung, ob die Kontrollen angemessen ausgestaltet und wirksam sind. Die Ergebnisse dieser Selbsteinschätzung werden in einem globalen IT-System dokumentiert und berichtet. Erkannte Kontrollschwächen werden unter Beachtung ihrer potenziellen Auswirkungen behoben.
Zusätzlich bestätigen alle rechtlichen Einheiten, Segmente und bedeutende Zentralfunktionen durch die Vollständigkeitserklärung, dass alle buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle erfasst wurden und sämtliche bilanzierungspflichtigen Vermögenswerte und Verpflichtungen in der Bilanz berücksichtigt sind.
Die wesentlichen rechtlichen Einheiten überprüfen und bestätigen am Ende des jährlichen Zyklus die Effektivität des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Der Vorstand und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden über wesentliche Kontrollschwächen sowie die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen regelmäßig informiert.
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess kann jedoch keine absolute Sicherheit bieten, dass wesentliche Falschaussagen in der Rechnungslegung vermieden werden. In Bezug auf die Rechnungslegung besteht das Risiko, dass der zu veröffentlichende Konzernabschluss Fehler enthält, die sich wesentlich auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken. Dieses Risiko besteht insbesondere bei der Abbildung ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte, die mit einem relativ hohen inhärenten Risiko behaftet sind.
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt, um den internen und auch externen Anforderungen -zum Beispiel den Vorgaben des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) -zu entsprechen. Die Verbesserung des Systems dient der fortlaufenden Überwachung der relevanten Risikofelder einschließlich der verantwortlichen Organisationseinheiten.
Verschiedene -insbesondere finanzwirtschaftliche - Risiken, die wir im folgenden Abschnitt als Risiken beschreiben, stellen bei einer positiven Entwicklung entsprechende Chancen dar:
Der weltweite Halbleitermarkt ist extremen Schwankungen ausgesetzt. So besteht auch in den von uns adressierten Märkten das Risiko von kurzfristigen Marktschwankungen.
In unseren Segmenten bestehen Risiken bei der Absatzmenge, durch erheblichen Preisdruck und daraus resultierende weitere Risiken.
Der schnelle technologische Wandel kann zusätzlich zum Beispiel bei Verzögerungen in einzelnen Projekten zu einem erheblichen Rückgang des Geschäftsvolumens bis hin zum Verlust von Kundenbeziehungen führen.
Einige unserer Produkte werden nur von bestimmten Kunden erworben. Damit erhöht sich die Abhängigkeit vom Geschäftserfolg dieser Kunden in ihren Märkten. Wir versuchen in solchen Fällen unsere Kundenbasis konsequent zu verbreitern und haben mit dieser Strategie in der Vergangenheit bereits nachweisbare Erfolge durch neue Kunden und damit verbundene "Design Wins" erzielt.
Als weltweit agierendes Unternehmen sind wir darüber hinaus stark von der konjunkturellen Entwicklung der Weltwirtschaft abhängig. Eine weltweite wirtschaftliche konjunkturelle Abschwächung -insbesondere in den von uns bedienten Märkten -kann dazu führen, dass unsere geplanten Umsätze sich nicht wie erwartet entwickeln. Darüber hinaus könnten durch Veränderungen in einigen Teilen der Welt, in denen wir aktiv sind, Risiken entstehen. Die breite Diversifikation innerhalb unseres Produktportfolios und eine Streuung der Entwicklungs- und Fertigungsaktivitäten sind jedoch ein wirksames Mittel gegen die Auswirkungen solcher regionaler Krisen.
Auf Grund des Insolvenzverfahrens von Qimonda sind wir potenziellen Verbindlichkeiten ausgesetzt, die detailliert im Anhang unter Nr. 6 und Nr. 38 beschrieben sind.
Wir haben Verbindlichkeiten und Rückstellungen zum 30. September 2010 für solche Sachverhalte erfasst, von denen wir annehmen, dass sie wahrscheinlich eintreten können, und die mit hinreichender Genauigkeit zum jetzigen Zeitpunkt eingeschätzt werden können. Es gibt keine Sicherheit, dass diese Rückstellungen ausreichen, um allen Verpflichtungen nachzukommen, die im Zusammenhang mit diesen Angelegenheiten entstehen könnten.
Um unser bestehendes Geschäft zu entwickeln oder auch weiter auszubauen, könnten wir weitere Akquisitionen, beziehungsweise Verkäufe von Unternehmensteilen vornehmen oder andere Formen der Partnerschaft mit externen Unternehmen eingehen. Es besteht prinzipiell das Risiko, dass wir im Fall eines Kaufs, insbesondere in Bezug auf die Integration in bestehende operative Strukturen, nicht erfolgreich sind und im Fall von Verkäufen Remanenzkosten entstehen können, beziehungsweise Probleme bei der Anpassung der Konzernstruktur entstehen.
Ein für Halbleiterunternehmen mit eigener Produktion geschäftstypisches Risiko ist das Risiko von Verzögerungen beim Hochlauf neuer Technologien beziehungsweise von zu geringen Ausbeuten oder erheblichen Ausbeuteschwankungen. Diesem Risiko versuchen wir mit einem kontinuierlich verbesserten Projektmanagement und entsprechend enger Beobachtung der betroffenen Geschäftsprozesse zu begegnen.
Kostenrisiken durch Auslastungsschwankungen oder potenzielle Fertigungsunterbrechungen, verbunden mit korrespondierenden Leerstandskosten in den Fertigungsstätten, minimieren wir durch gezielte Flexibilisierung der Fertigung hinsichtlich Technologien und Produkten.
Wir sind auf Grund unserer Abhängigkeit von verschiedenen in der Produktion verwendeten Materialien Preisrisiken ausgesetzt. Wir versuchen, diese Risiken durch unsere Einkaufsstrategien und durch den Einsatz geeigneter Methoden wie stetiger Produkt- und Kostenanalysen ("Best Cost Country Sourcing" und "Focus-on-Value") zu minimieren. Diese Programme beinhalten funktionsübergreifende Expertenteams zur Standardisierung der Einkaufsprozesse für Material und Equipment.
Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Lieferanten zusammen, die uns mit Materialien, Dienstleistungen oder durch Übernahme bestimmter Unteraufträge unterstützen, für die nicht immer mehrere Alternativen bestehen. Wir sind damit zum Teil von der rechtzeitigen und qualitativen Art dieser Zulieferungen abhängig.
Gegen Qualitätsrisiken setzen wir spezifische Qualitätsmanagementstrategien wie "Zero Defect" und "Six Sigma" zur Vorbeugung, Problemlösung und kontinuierlichen Verbesserung aller unserer Geschäftsprozesse ein. Das unternehmensweit gültige Qualitätsmanagementsystem ist seit Jahren nach den Normen ISO9001 beziehungsweise ISO/TS16949 zertifiziert und bezieht auch die Entwicklung unserer Lieferanten mit ein.
Da wir eigene Fertigungsstätten betreiben, müssen erhebliche Kapitalbeträge für den Bau, die Erweiterung, die Modernisierung und die Instandhaltung dieser Anlagen eingesetzt werden. Darüber hinaus müssen erhebliche finanzielle Mittel für F&E aufgewendet werden. Der Finanzmittelbedarf soll im Wesentlichen aus vorhandener Liquidität und Mittelzuflüssen aus laufender Geschäftstätigkeit gedeckt werden.
Im Zusammenhang mit bestimmten Investitionsprojekten haben wir auch staatliche Zulagen und Zuschüsse beantragt, können jedoch nicht garantieren, dass die Mittel rechtzeitig oder überhaupt genehmigt werden.
Kooperationsmöglichkeiten im Rahmen von F&E und der Fertigung werden weiterhin aktiv genutzt, um den Finanzierungsbedarf zu reduzieren.
Unsere Zinsrisikopositionen resultieren hauptsächlich aus Geldanlageinstrumenten und Finanzverbindlichkeiten, die von Wertpapieremissionen und Kreditaufnahmen herrühren. Vor dem Hintergrund der hohen Volatilität unseres Geschäfts und der angestrebten operativen Flexibilität halten wir einen vergleichsweise hohen Kassenbestand, den wir hauptsächlich in Instrumente mit kurzer Zinsbindungsdauer anlegen. Das damit einhergehende Zinsrisiko wird in gewissem Umfang durch Finanzverbindlichkeiten kompensiert, die zu einem Teil variabel verzinslich sind. Zur Reduzierung des verbleibenden Netto-Zinsänderungsrisikos nutzen wir Zinsderivate, um die aktivische und passivische Zinsbindungsdauer einander anzunähern.
Die internationale Ausrichtung unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von nicht eurobasierten Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen, vor allem in US-Dollar, mit sich. Deshalb entsteht ein großer Anteil unserer Umsatzerlöse, Fertigungs-, Vertriebs-, Verwaltungs-sowie F&E-Kosten vorwiegend in US- Dollar. Wechselkursschwankungen gegenüber dem Euro können einen negativen Effekt auf Umsatzerlöse, Kosten und Ergebnis haben.
Unsere Geschäftspolitik zur Begrenzung von kurzfristigen Fremdwährungsrisiken ist es, mindestens 75 Prozent des erwarteten Netto-Cash-Flows über einen Zeitraum von zwei Monaten, mindestens 50 Prozent des erwarteten Netto-Cash-Flows im dritten Monat und je nach Art des Grundgeschäfts einen Anteil auch darüber hinaus zu sichern. Ein Teil des Fremdwährungsrisikos bleibt auf Grund des Unterschieds zwischen tatsächlichen und erwarteten Beträgen bestehen. Wir berechnen dieses Nettorisiko auf Basis des Kapitalflusses unter Berücksichtigung von eingegangenen oder vergebenen Aufträgen und von allen anderen geplanten Einnahmen und Ausgaben.
Unsere operativen Ergebnisse haben sich in der Vergangenheit über die verschiedenen Quartale hinweg stark verändert. Diese hohe Volatilität wird wahrscheinlich auch in Zukunft wegen einer Reihe von Faktoren zu beobachten sein, die wir nicht vollständig unter unserer Kontrolle haben. Wenn unsere operativen Ergebnisse nicht den Erwartungen der Finanzanalysten und Investoren entsprechen, könnte zudem der Wert der Infineon-Aktie sinken.
Ergänzende Beschreibungen zum Management finanzieller Risiken können dem beiliegenden Anhang zum Konzernabschluss entnommen werden.
Wie für andere globale Unternehmen ist auch für uns die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Informationstechnologie von großer Bedeutung. Dies gilt in zunehmendem Maße sowohl für den Einsatz informationstechnologischer Systeme zur Unterstützung unserer Geschäftsprozesse als auch für die Unterstützung der internen und externen Kommunikation.
Trotz aller technischen Vorsichtsmaßnahmen kann jede gravierende Störung dieser Systeme zu einem Datenverlust beziehungsweise zu einer Beeinträchtigung der Produktion oder Störung von Geschäftsprozessen führen.
Deshalb sind alle kritischen IT-Systeme auf Servern hoher Verfügbarkeit untergebracht. Diese mit Redundanzen in verschiedenen Datenzentren ausgestatteten Systeme minimieren beziehungsweise eliminieren die Konsequenzen von Hardware-Störungen. Redundante Netzwerkverbindungen unterschiedlicher Lieferanten reduzieren beziehungsweise eliminieren des Weiteren das Risiko eines Verbindungsausfalls zwischen unseren Standorten. Eine ständige automatisierte Überwachung der IT-Infrastruktur ermöglicht uns ein rasches Eingreifen im Falle von unvorhersehbaren Störfällen.
Besondere Vorkehrungen wurden zudem zur Abwehr von Virusangriffen getroffen, insbesondere in Bezug auf IT-Systeme, die in unseren Fertigungen verwendet werden. Außerordentlich sensible Daten werden darüber hinaus nur in vollkommen isolierten Netzwerken gehalten.
Ein wichtiger Baustein unseres Unternehmenserfolgs ist es, jederzeit über die benötigte Anzahl qualifizierter Mitarbeiter zu verfügen. Es besteht aber generell das Risiko, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren. Es ist deshalb wichtig, Mitarbeiter durch attraktive Arbeitsbedingungen für unser Unternehmen zu gewinnen und durch motivierende Führung im Unternehmen zu halten.
Unsere Instrumente zur Personalentwicklung und -qualifizierung unterstützen die Sicherung unseres aktuellen und zukünftigen Personalbedarfs. Durch spezifische und zeitnahe Trainingsprogramme werden die erforderlichen fachlichen und persönlichen Kompetenzen entwickelt. Diese Bemühungen werden durch attraktive Bonus- und Anreizprogramme sowie langfristige Karrieremöglichkeiten und -planungen ergänzt.
Wie bei vielen Unternehmen in der Halbleiterbranche wird auch uns gegenüber behauptet, das Unternehmen habe gewerbliche Schutzrechte verletzt, fehlerhafte Produkte geliefert oder gesetzliche Pflichten verletzt. Ungeachtet der Erfolgsaussichten derartiger Ansprüche, können uns im Zusammenhang mit der Abwehr derartiger Ansprüche hohe Kosten entstehen. Wir wehren uns in solchen Angelegenheiten energisch mit Unterstützung interner und externer Experten. Weitere Informationen sind dem Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 38 zu entnehmen.
Im Patentbereich profitieren wir vom Schutz durch mehrere Verträge mit wichtigen Wettbewerbern. Wir streben an, diesen Schutz durch Verhandlungen mit führenden Wettbewerbern, mit denen noch keine patentrechtlichen Vertragsbeziehungen bestehen, weiter auszudehnen und somit Risiken zu minimieren.
Steuerliche, wettbewerbs- und kapitalmarktrechtliche Regelungen können ebenfalls Unternehmensrisiken beinhalten. Wir lassen uns deshalb umfassend von internen und externen Fachleuten beraten.
Unsere weltweite Strategie sieht vor, dass wir aus den unterschiedlichsten Gründen F&E- und Fertigungsstandorte über den ganzen Globus verteilt unterhalten. Dies können Marktzugangs- oder auch Technologie-sowie Kostengründe sein. Es können daher Risiken entstehen, die sich daraus ergeben, dass wirtschaftliche und geopolitische Krisen Auswirkungen auf regionale Märkte haben, länderspezifische Gesetze und Regelungen den Investitionsrahmen und die Möglichkeiten, freien Handel zu betreiben, beeinflussen und dass unterschiedliche Praktiken bei der Auslegung von steuerlichen, juristischen oder administrativen Regeln die Ausübung unternehmerischer Tätigkeiten einschränken. Diese Risiken könnten unsere Geschäftstätigkeit in diesen Ländern einengen.
Wir schützen uns darüber hinaus mit Versicherungen gegen bestimmte Auswirkungen von Haftungsrisiken oder Schadensfällen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
Die Einschätzung der gesamten Risikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken.
Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sind uns derzeit nicht bekannt.
Ergänzende Beschreibungen der Risiken können dem beiliegenden Anhang zum Konzernabschluss entnommen werden.
Das Chancenmanagementsystem -als Teil des Risiko- und Chancenmanagementsystems bei Infineon -ist Bestandteil des gesamten (rechnungslegungsbezogenen) Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungs-Prozesses.
Die direkte Verantwortung für das frühzeitige und regelmäßige Identifizieren, Analysieren und Managen von Chancen obliegt dem operativen Management in den Geschäftsbereichen beziehungsweise den Leitern der zentralen Funktionen.
Wir erachten die Optimierung unseres Produktportfolios, die Steigerung der Produktivität in unseren Produktlinien und ein positives Marktumfeld als essentielle Chancen für eine nachhaltige Verbesserung unserer operativen Ergebnisse.
Verschiedene -insbesondere finanzwirtschaftliche - Risiken, die wir im vorherigen Abschnitt als Risiken beschrieben haben, stellen bei einer positiven Entwicklung entsprechende Chancen dar.
So kann zum Beispiel unser Power-Halbleitergeschäft ein zusätzliches Wachstum erfahren, das durch Anforderungen an die Energieeffizienz und durch staatliche Regulierungen in verschiedenen Marktsegmenten hervorgerufen wird.
Die fortschreitende weltweite Einführung von elektronischen ID-Dokumenten sowie die Bewegung in Richtung elektronische Tickets in Transportsystemen könnten außerdem dem Chipkarten- & Sicherheitsmarkt Wachstumschancen eröffnen.
Im Fall einer Akquisition kann es darüber hinaus zu einem deutlichen Umsatzwachstum durch zusätzliches Geschäft beziehungsweise bei einem Verkauf eines Unternehmensanteils zur Erhöhung des Cash-Bestands kommen.
Infineon plant den Ausblick für die Geschäftsjahre 2011 und Folgende basierend auf einem angenommenen Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,40. Die Gesellschaft erwartet nach Abschluss des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts an Intel, dass die US-Dollar-denominierten Währungsrisiken sinken. Die Auswirkungen einer Abweichung des tatsächlichen Euro/US-Dollar-Wechselkurses auf das Segmentergebnis, ohne Berücksichtigung von potenziellen Sicherungsgeschäften, betragen dann für jeden Cent, um den der Euro/US-Dollar-Wechselkurs von den geplanten 1,40 abweicht, zwischen €0,5 Millionen und €1 Millionen pro Quartal beziehungsweise zwischen €2 Millionen und €4 Millionen für das Gesamtjahr. Die Auswirkungen einer Abweichung des tatsächlichen US-Dollar Wechselkurses auf die Umsatzerlöse, ohne Berücksichtigung von potenziellen Sicherungsgeschäften, betragen dann für jeden Cent, um den der Euro/US-Dollar-Wechselkurs von den geplanten 1,40 abweicht, zwischen €2,5 Millionen und €3,5 Millionen pro Quartal beziehungsweise zwischen €10 Millionen und €14 Millionen für das Gesamtjahr.
Außerdem erwartet Infineon, dass sich aus dem Abschluss des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts an Intel Auswirkungen auf die Finanzen ergeben werden, die in diesem Ausblick noch nicht berücksichtigt sind. Infineon wird für eine Übergangszeit von einigen Monaten nach dem Abschluss des Verkaufs alle Einkäufe von Wafern bei Dritten für das Mobilfunkgeschäft/Intel vornehmen. Infineon wird die Beschaffungskosten tragen und diese zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr an Intel weiterbelasten. Dieser Ausblick berücksichtigt dies nicht, da die Vereinbarungen hierfür noch nicht endgültig sind und insoweit keine abschließende Beurteilung der Rechnungslegung möglich ist.
Nach einem Wachstumsschub im Winterhalbjahr 2009/2010 scheint die Dynamik der globalen Erholung der Wirtschaft in den entwickelten wie in den aufstrebenden Volkswirtschaften nachzulassen. Die Unterstützung durch den Vorratszyklus und staatliche Förderprogramme flacht ab. Außerdem bestehen nach wie vor Unsicherheiten an den Finanzmärkten und eine hohe Arbeitslosigkeit in zahlreichen Ländern. Experten gehen davon aus, dass sich das Wachstum in naher Zukunft verlangsamen und im Laufe des Jahres 2011 wieder beschleunigen wird. Insgesamt erwarten Volkswirte ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,3 Prozent. Insgesamt bestehen nach wie vor große Unsicherheiten an den Finanzmärkten, die das Prognoserisiko erhöhen. Insbesondere die Verschuldungskrise in einzelnen Euro-Ländern steigert die Unsicherheit.
Bezüglich der Nachhaltigkeit und Dynamik der weltweiten gesamtwirtschaftlichen Erholung bleiben Unsicherheiten. Speziell in der Halbleiterindustrie ergeben sich zusätzliche Risiken aus der Unsicherheit bezüglich der Vorratsbestände, die sich in der Lieferkette aufgebaut haben könnten. Unter der Annahme, dass die Weltwirtschaft weiter wachsen wird, wenn auch in eher gemäßigterem Tempo, und unter der Annahme, dass es in der Halbleiter-Lieferkette zu keinen größeren Korrekturen der Vorratsbestände kommt, erwartet Infineon im Geschäftsjahr 2011 ein Wachstum der Umsatzerlöse aus fortgeführten Geschäftsbereichen von nahezu 10 Prozent. Außerdem beruht diese Umsatzprognose auf dem unterstellten Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,40. Die Bruttomarge aus fortgeführten Aktivitäten des Konzerns wird für das Geschäftsjahr 2011 im niedrigen 40-Prozent-Bereich erwartet. Die konzernweite Segmentmarge aus fortgeführten Aktivitäten sollte im Geschäftsjahr 2011 im mittleren bis hohen 10-Prozent-Bereich liegen. Infineon erwartet Nettoaufwendungen im nicht den Segmenten zugeordneten Ergebnis von ungefähr €30 Millionen und einen Nettofinanzaufwand von ungefähr €25 Millionen. Der effektive Konzernsteuersatz sollte zwischen 10 und 15 Prozent liegen.
Zusätzlich zum Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten erwartet Infineon ein signifikantes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag, von etwa €500 Millionen, im Wesentlichen aus dem Gewinn aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts an Intel.
Nach einem Wachstumsschub im Winterhalbjahr 2009/2010 scheint die Dynamik der globalen Erholung der Wirtschaft in den entwickelten wie den aufstrebenden Volkswirtschaften nachzulassen. Die Unterstützung durch den Vorratszyklus und staatliche Förderprogramme flacht ab. Außerdem bestehen nach wie vor Unsicherheiten an den Finanzmärkten und eine hohe Arbeitslosigkeit in zahlreichen Ländern. Experten gehen davon aus, dass sich das Wachstum in naher Zukunft verlangsamen und im Laufe des Jahres 2011 wieder beschleunigen wird.
Die wirtschaftlichen Aussichten für die verschiedenen Länder und Regionen sind unterschiedlich, und einmal mehr zeigt sich Asien führend, während, gemessen an der Vergangenheit, die etablierten Volkswirtschaften hinten anstehen.
Insgesamt wird erwartet, dass sich die weltweite Erholung fortsetzt, aber das Ausmaß bleibt abzuwarten. Der Internationale Währungsfonds ("IWF") stellt in seinem Weltwirtschaftsausblick vom Oktober 2010 fest, dass sich die Erholung fortsetzen sollte, aber anfällig für Schocks ist. Somit bleibt ein gewisser Grad der Unsicherheit für das Wirtschaftswachstum und das Wachstum des Halbleitermarktes im Jahr 2011.
Laut dem Weltwirtschaftsausblick vom Oktober 2010 erwartet der Internationale Währungsfonds ("IWF") für das Jahr 2010 ein weltweites Wachstum von 3,7 Prozent, und von 3,3 Prozent im Jahr 2011. Insgesamt bestehen nach wie vor große Unsicherheiten an den Finanzmärkten, die das Prognoserisiko erhöhen. Insbesondere die Verschuldungskrise in einzelnen Euro-Ländern steigert die Unsicherheit.
Die Schätzung für das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts ("BIP") im Euro-Raum liegt für das Jahr 2011 bei 1,5 Prozent, eine Verlangsamung gegenüber den 1,7 Prozent für 2010. Entschiedene Konsolidierungsmaßnahmen der öffentlichen Haushalte werden die Staatsnachfrage und das verfügbare Einkommen der Privathaushalte im Jahr 2011 reduzieren. Des Weiteren wird sich die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit in einigen Ländern, vor allem in Spanien und in Irland, negativ auf den Privatkonsum auswirken. Die erwartete Abkühlung der Weltkonjunktur und ein möglicherweise starker Euro könnten zusätzlichen Druck auf die Exporte ausüben.
Der IWF erwartet für die zentral- und osteuropäischen Länder für 2011 eine Wachstumsrate von 3,1 Prozent nach 3,7 Prozent im Jahr 2010. Für die Russische Föderation (CIS) einschließlich Russland wird für 2011 ein Wachstum von 4,6 Prozent prognostiziert, eine Beschleunigung von 4,3 Prozent im Jahr 2010. Energieexportierende Unternehmen in der CIS-Region werden von höheren Rohstoffpreisen und einem sich verknappenden Angebot profitieren. In Russland werden außerdem sich schrittweise erhöhende Löhne und niedrigere Arbeitslosigkeit den Privatkonsum stützen.
Für Nordamerika wird für das Jahr 2011 ein Wachstum des BIP von 2,5 Prozent erwartet, nach 2,9 Prozent im Jahr 2010. In den USA wirkt sich ein schwacher Arbeitsmarkt auf die Privateinkommen und die Bonität von Kreditnehmern aus. Zusätzlich sind die Privatvermögen durch die in den letzten drei Jahren dramatisch gefallenen Immobilienpreise stark in Mitleidenschaft gezogen. Daraus könnte ein schleppender Privatkonsum resultieren. Andererseits werden wahrscheinlich die privaten Investitionen die Binnennachfrage im Jahr 2011 ankurbeln. Zusätzlich könnte ein schwacher US-Dollar sich positiv auf die US-Exporte auswirken.
Nach den aktuellen Prognosen des IWF werden Lateinamerika und die Karibik im Jahr 2011 um 4,0 Prozent wachsen, nach 5,7 Prozent im Jahr 2010. Es werden robuste Rohstoffexport-Erlöse erwartet, die vermutlich Inlandseinkommen und Inlandsnachfrage beschleunigen.
Für die Wirtschaft Japans wird für 2011 ein Wachstum von 1,5 Prozent erwartet, nach 2,8 Prozent in 2010. Die Aufwertung des japanischen Yen und die erwartete Abkühlung der US Konjunktur könnten die Exporte negativ beeinflussen. Zudem ist damit zu rechnen, dass Deflation und ein weiterhin schwacher Arbeitsmarkt die Inlandsnachfrage unter Druck setzen.
Für Asien wird für 2011 ein Wachstum von 6,7 Prozent erwartet, nach 7,9 Prozent im Jahr 2010. Vor allem in China wird die Wirtschaftspolitik das Wachstum in 2011 dämpfen, um eine Überhitzung der Immobilienmärkte zu verhindern. Für Indien ist davon auszugehen, dass stabile Unternehmenserträge und günstige externe Finanzierungsbedingungen Investitionen anlocken. Insgesamt wird erwartet, dass sich das Wachstum in der Region verlangsamt, aber die Wachstumsraten auf hohem Niveau verbleiben. Das Wachstum wird sowohl von privaten Investitionen und Konsum als auch von der Exportnachfrage generiert werden. Im Fazit erwartet der IWF, dass Asien weiterhin das Wachstum der Weltwirtschaft anführt.
Der IWF erwartet für die Weltwirtschaft ein Wachstum von etwa 3,7 Prozent für die Jahre nach 2011. Auch für die Folgejahre wird für Asien ein starkes Wachstum erwartet, wobei sich die Wachstumsraten mit steigendem Wohlstand wahrscheinlich mäßigen werden. Aus heutiger Sicht und trotz der gegenwärtig hohen Risiken geht der IWF für die nächsten Jahre nicht von einer Rezession aus. Aufstrebende Volkswirtschaften werden weiterhin über den globalen durchschnittlichen Wachstumsraten wachsen, was die Bedeutung dieser Länder und die Verschiebung der Wirtschaftskraft beschleunigen wird. In den kommenden Jahren werden neue Konsumenten die globalen Märkte betreten, wenn ihr wirtschaftlicher Wohlstand das Niveau erreicht, ab dem Konsumenten beginnen, Geld für nicht lebensnotwendige Güter auszugeben.
Für den Halbleitermarkt wird für das Jahr 2011 weiteres Wachstum prognostiziert: Die Marktforschungsfirma iSuppli sagt ein Wachstum von zirka 5 Prozent voraus (auf Basis des US-Dollar und verglichen zu 32 Prozent für 2010), gefolgt von 2 Prozent für 2012 (iSuppli, September 2010). Die erwartete Verlangsamung des Wachstums ist im Wesentlichen auf die langsamere Entwicklung der Weltwirtschaft und die Tatsache zurückzuführen, dass der Wiederaufbau der Vorratsbestände abgeschlossen sein wird. Die Wachstumsraten des Halbleitermarkts waren in 2010 in allen Regionen außergewöhnlich stark. Für 2011 erwarten die Experten für alle Regionen ein einstelliges Marktwachstum: Amerika um zirka 2 Prozent, Europa um zirka 4 Prozent, Japan um zirka 5 Prozent und Asien-Pazifik um zirka 6 Prozent (iSuppli, September 2010). Unter der Annahme, dass die Halbleiterindustrie reift und damit weniger zyklisch wird, prognostiziert iSuppli auch für die Folgejahre ein einstelliges Wachstum. Unter den gegenwärtigen Bedingungen wird weder ein Boom noch ein Einbruch erwartet.
Im Jahr 2011 werden alle Segmente des Halbleitermarktes vom Wirtschaftswachstum profitieren, wenn auch im Vergleich zu 2010 auf niedrigerem Niveau. Für den Automotive-Halbleitermarkt wird laut iSuppli für 2011 ein Wachstum von 8 Prozent erwartet (iSuppli, September 2010). Auch in den Folgejahren wird der Automotive-Halbleitermarkt über den durchschnittlichen Steigerungsraten des Marktes wachsen; die langfristige Wachstumsrate wird für den Zeitraum 2009 bis 2014 auf 11 Prozent geschätzt. Wesentliche Wachstumstreiber werden die sogenannten BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China sein. Sicherheitsanwendungen, wie Hilfen für den toten Winkel und Nachtsicht, sowie Systeme zur Energieeffizienz und Kontrolle der Umweltbelastung werden den Markt antreiben. Außerdem wird der steigende Anteil an Hybrid- und Elektro-Fahrzeugen durch einen höheren Halbleiteranteil in den Fahrzeugen den Markt ankurbeln.
Das zweite richtungweisende Segment des Halbleitermarktes, der Industrial und Multimarket Halbleitermarkt, wird unter anderem durch erneuerbare Energien und energiesparende elektrische Anwendungen bestimmt. Effizientes Speichern von Energie wird das Abrufen der Energie für verschiedenste Systeme wie wasserstoffbasierte Anwendungen, eine Vielzahl von erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Solarenergie und Niederemissions-Transportfahrzeuge ermöglichen. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung sind die hohen Preise für fossile Brennstoffe sowie der Wunsch, den CO2 -Ausstoß und die Abhängigkeit vom Import von Energie zu verringern. Laut iSuppli wird der Industrial und Multimarket Welt-Halbleitermarkt in 2011 um zirka 11 Prozent wachsen (iSuppli, September 2010); die langfristige Wachstumsrate für die Jahre 2009 bis 2014 wird auf etwa 13 Prozent geschätzt. Es wird erwartet, dass langfristig das aufstrebende Asien auch weiterhin überdurchschnittlich wachsen und Marktanteile gewinnen wird.
Für den Chip-Card-Halbleitermarkt wird für 2011 ein Wachstum von zirka 3 Prozent vorausgesagt (iSuppli, September 2010); die langfristige Wachstumsrate für die Jahre 2009 bis 2014 wird auf rund 8 Prozent geschätzt. Die drei wichtigsten Marktsegmente in 2011 werden SIM Karten, Bezahl- und Bankkarten sowie Ausweisdokumente sein. Der Marktanteil Asiens, einschließlich Japan, am weltweiten Volumen an Smart Cards wird in 2011 bei 51 Prozent liegen, gefolgt von Europa mit zirka 34 Prozent und Amerika mit 15 Prozent (IMS, Juli 2010).
Bezüglich der Nachhaltigkeit und Dynamik der weltweiten gesamtwirtschaftlichen Erholung bleiben Unsicherheiten. Speziell in der Halbleiterindustrie ergeben sich zusätzliche Risiken aus der Unsicherheit bezüglich der Vorratsbestände, die sich in der Lieferkette aufgebaut haben könnten. Unter der Annahme, dass die Weltwirtschaft weiter wachsen wird, wenn auch in eher gemäßigterem Tempo, und unter der Annahme dass es in der Halbleiter-Lieferkette zu keinen größeren Korrekturen der Vorratsbestände kommt, erwartet Infineon im Geschäftsjahr 2011 ein Wachstum der Umsatzerlöse aus fortgeführten Geschäftsbereichen von nahezu 10 Prozent. Außerdem beruht diese Umsatzprognose auf einem unterstellten Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,40.
Innerhalb dieser Umsatzprognose geht die Gesellschaft davon aus, dass das Umsatzwachstum im Segment Automotive im Geschäftsjahr 2011 rund zehn Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2010 betragen wird. Die Gesellschaft geht davon aus, dass die weltweite Autoproduktion Haupttreiber für den Umsatz mit Automotive-Halbleitern sein wird. Das Marktforschungsinstitut CSM sagte im Oktober 2010 ein Wachstum der weltweiten Autoproduktion von zirka 4 Prozent für das Jahr 2011 auf 71,8 Millionen Einheiten voraus. Ein solches Produktionsniveau würde zu quartalsweisen Umsätzen leicht über dem Niveau des vierten Quartals des Geschäftsjahrs 2010 führen.
Im Segment Industrial & Multimarket sollte das Umsatzwachstum die Wachstumsrate für den Konzern deutlich übersteigen. Durch die sehr breite Palette von Produkten und Endkunden wird der Segmentumsatz im Wesentlichen durch das gesamtwirtschaftliche Wachstum und die daraus resultierenden Wachstumstrends für die Halbleiterindustrie bestimmt. Zusätzliches Wachstum ergibt sich für das Segment aus der Tendenz hin zu umweltfreundlicherer Energieerzeugung sowie effizienterem Energietransport und Energiekonsum. Ein solches Wachstum wird beispielsweise in den Bereichen erneuerbare Energien, Hochspannungsübertragung, lastabhängige Steuerung von Elektromotoren und digitales Energiemanagement gesehen.
Das Umsatzwachstum in Infineons Segment Chip Card & Security für 2011 sollte sich mehr oder weniger analog zum Chip-Card IC Markt entwickeln, wird aber wahrscheinlich sehr niedrig ausfallen. Das Segment wird weiterhin in Bereichen mit höheren Margen wie Reisepässe, Ausweise, Bezahlkarten und eingebettete Sicherheitsanwendungen wachsen.
Infineon's Bruttomarge aus fortgeführten Aktivitäten hängt stark von der Auslastung der Produktion über das Jahr ab. Sollten sich die Umsätze wie geplant entwickeln, dürfte die Bruttomarge im niedrigen 40-Prozent-Bereich liegen. Das würde eine wesentliche Verbesserung im Vergleich zu 38 Prozent im Geschäftsjahr 2010 darstellen. Diese Verbesserung ist im Wesentlichen auf die erwartete hohe Auslastung der Produktionsanlagen über das gesamte Jahr hinweg zurückzuführen. Des Weiteren geht die Gesellschaft davon aus, dass Produktivitätsverbesserungen und laufende Verschiebungen in der Produktpalette hin zu Bereichen mit höherer Marge insgesamt ausreichen, den typischerweise zu erwartenden Preisrückgang zu kompensieren.
Infineon geht davon aus, dass sowohl die Forschungs- und Entwicklungs-als auch die Vertriebs- und Verwaltungskosten im Geschäftsjahr 2011 ungefähr in gleichem Maße wie die Umsätze steigen werden. Darin sollten allerdings die Verwaltungskosten gegenüber dem Geschäftsjahr 2010 rückläufig sein. Die Erhöhung der gesamten operativen Kosten sollte in etwa mit der Wachstumsrate des Umsatzes einhergehen.
Infineon sieht die Segmente Automotive und Industrial & Multimarket als Haupttreiber für das Wachstum der F&E-Kosten an. Im Segment Automotive liegt der Schwerpunkt bei neuen 65-Nanometer-Mikrocontrollern, neuen Sensoren und bei der Integration von Leistungs- und Controller-Funktionalität auf einem Chip unter Verwendung des neuen und verbesserten 130-Nanometer-BCD Prozesses der Gesellschaft. Daneben investiert das Segment in die Entwicklung von Produkten für die aufstrebenden Bereiche Hybrid- und Elektroautos. Der größte Anteil der zusätzlichen Halbleiter-Produkte in Hybrid- und Elektroautos sind Leistungshalbleiter. Während wir Marktführer für solche Komponenten innerhalb des Segments Industrial & Multimarket sind, investiert das Segment Automotive dahingehend, das vorhandene Know-how bestmöglich auch in Hybrid- und Elektroautos zu nutzen. Im Segment Industrial & Multimarket liegt der Fokus der F&E-Kosten darin, im Vergleich zu den heutigen Standardkomponenten die Energiedichte zu erhöhen und die Lebensdauer zu verlängern. Neue und weiter entwickelte Generationen von IGBTs, "CoolMOS", "OptiMOS" und anderen Leistungshalbleitern für verschiedenste Anwendungen wie Beleuchtung, Bildschirmansteuerung und Audio-Verstärkung befinden sich ebenfalls in der Entwicklung. Außerdem investiert die Gesellschaft in Verbindungshalbleiter wie beispielsweise Silizium-Carbid für die nächste Generation von Leistungshalbleitern.
Die Erhöhung der Vertriebs- und Verwaltungskosten der Gesellschaft ergibt sich ausschließlich im Bereich der Vertriebskosten. Die Vertriebskosten werden vor allem in den Segmenten Automotive und Industrial & Multimarket steigen. Im Segment Automotive liegt der Fokus der höheren Vertriebskosten auf Applikationsunterstützung beim Kunden und dem Ausbau des Vertriebs in den Wachstumsmärkten China, Korea und Indien. Im Segment Industrial & Multimarket spiegelt die Steigerung die zunehmende Komplexität der Produkte wider, die erhöhte Unterstützungsanstrengungen unsererseits beim Kunden für das Design-In unserer Produkte in die Applikation des Kunden erforderlich macht. Daneben investiert die Gesellschaft in den Ausbau der Präsenz in Asien, insbesondere in China.
Infineon erwartet eine Segmentergebnis-Marge für die Summe der Segmente für das Geschäftsjahr 2011 im mittleren bis hohen 10-Prozent-Bereich. Diese Erwartung basiert auf dem geplanten Umsatzwachstum, der erwarteten Verbesserung der Bruttomarge und des Wachstums der operativen Aufwendungen in etwa analog zum Umsatzwachstum.
Infineon erwartet ein nicht den operativen Segmenten zugeordnetes Ergebnis von etwa minus €30 Millionen. Die Nettofinanzaufwendungen für das Geschäftsjahr 2011 sollten etwa minus €25 Millionen betragen, eine deutliche Verbesserung von minus €66 Millionen im Geschäftsjahr 2010. Die Hauptursache für diese Verbesserung sind die niedrigeren Zinsaufwendungen infolge der Rückzahlung der 2010-Wandelanleihe der Gesellschaft im Juni 2010. Infineon geht von einem effektiven Konzernsteuersatz zwischen 10 und 15 Prozent aus, der sich aus vergleichbaren ausländischen Steuersätzen und den Steuern in Deutschland mit einem Steuersatz von etwa 11 Prozent zusammensetzt. Zum 30. September 2010 betragen Infineons steuerliche Verlustvorträge €3,4 Milliarden für die Körperschaftsteuer und €4,6 Milliarden für die Gewerbesteuer. Durch die Nutzung von Verlustvorträgen unterliegen nur 40 Prozent der inländischen Einkünfte der Besteuerung, was zu einem inländischen zahlungswirksamen Steuersatz von zirka 11 Prozent führt. Die Gesellschaft geht davon aus, dass der effektive inländische zahlungswirksame Steuersatz für die kommenden Jahre auf diesem Niveau bleibt, bis die inländischen steuerlichen Verlustvorträge verbraucht sind.
Zusätzlich zum Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten erwartet Infineon ein signifikantes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten, abzüglich Steuern vom Einkommen und Ertrag, von etwa €500 Millionen, im Wesentlichen aus dem Gewinn aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts an Intel.
Zum 30. September betrug das Nettoumlaufvermögen der Gesellschaft minus €130 Millionen. Nach Zeiten anhaltender Kapazitätsengpässe glaubt die Gesellschaft, dass zu einem gewissen Ausmaß Investitionen in den Wiederaufbau der Vorratsbestände erforderlich werden. Außerdem enthält das Nettoumlaufvermögen nach wie vor Rückstellungen aus der Qimonda-Insolvenz. Im Geschäftsjahr 2011 werden möglicherweise Zahlungen unter Nutzung dieser Rückstellungen getätigt. Schließlich enthält das Nettoumlaufvermögen als Folge der starken Verbesserung des Unternehmensergebnisses im Geschäftsjahr 2010 zum 30. September 2010 auch relativ hohe Rückstellungen für Mitarbeiterboni, die Ende Dezember 2010 oder Ende Januar 2011 ausgezahlt werden. Insofern erwartet Infineon, dass das Nettoumlaufvermögen im Geschäftsjahr 2011 Mittelabflüsse erforderlich machen wird.
Infineon schätzt, dass die Investitionen, definiert als Summe der Investitionsausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten nach IFRS, im Geschäftsjahr 2011 bei rund €550 Millionen liegen werden. Nach Zeiten anhaltender Kapazitätsengpässe von Ende 2009 bis zum Ende des Geschäftsjahres 2010 wird Infineon versuchen, die Kapazität insbesondere in der Wafer-Fertigung in Kulim (Malaysia) und in verschiedenen Montage- und Test-Produktionsstätten zu erhöhen. Außerdem ist ein Teil des Budgets für eine 300-Millimeter-Pilotanlage in der Wafer-Fertigung in Villach (Österreich) vorgesehen, mit der wir die Herstellung von diskreten Leistungshalbleitern auf 300-Millimeter-Wafern in Massenproduktion vorbereiten wollen.
Abschreibungen werden für das Geschäftsjahr 2011 in einer Höhe von annähernd €400 Millionen erwartet.
Dank der erwarteten Profitabilität auf hohem Niveau geht Infineon trotz im Geschäftsjahr 2011 erwarteter Zahlungsmittelabflüsse im Nettoumlaufvermögen und trotz Investitionen oberhalb der Abschreibungen, davon aus, einen soliden Free-Cash-Flow zu generieren.
Infineon beabsichtigt, den im Konzern erwirtschafteten Free-Cash-Flow im Geschäftsjahr 2011 unter anderem zur Rückzahlung von Verbindlichkeiten in Höhe von €133 Millionen zu nutzen.
Außerdem plant Infineon, auch die Aktionäre am Erfolg des Unternehmens teilhaben zu lassen, und wird Auszahlungen vornehmen, die mit der erwarteten Generierung von Zahlungsmitteln und den Liquiditätsanforderungen vereinbar sind. In diesem Sinne werden Vorstand und Aufsichtsrat der bevorstehenden Hauptversammlung am 17. Februar 2011 eine Dividende von €0,10 je Aktie vorschlagen. Falls diese Dividende genehmigt wird, würde sie zu einer Auszahlung von zirka €109 Millionen führen.
Des Weiteren planen Vorstand und Aufsichtsrat, die Hauptversammlung um die Genehmigung eines Aktienrückkaufprogramms für bis zu 10 Prozent der ausstehenden Aktien zu bitten. Wenn dieser Antrag genehmigt wird, hätte Infineon die Möglichkeit, einen Teil des Free-Cash-Flows beziehungsweise der verfügbaren Liquiditätsreserven flexibel für den Rückkauf eigener Aktien zu nutzen.
Bezüglich der Bilanzstruktur verfolgt Infineon das langfristige Ziel, zirka 30 bis 40 Prozent der Umsatzerlöse als Brutto-Cash-Position in der Bilanz zu halten. Die Gesellschaft plant, eine Netto-Cash-Position zu halten, und strebt an, die Brutto-Finanzverbindlichkeiten auf das Zweifache des EBITDA zu begrenzen. Die Planungen der Gesellschaft sehen vor, dass diese Ziele im Geschäftsjahr 2011 komfortabel erreicht werden und das Ziel für das Verhältnis der Brutto-Cash-Position zu den Umsatzerlösen deutlich übertroffen werden wird. Aus strategischen Gründen beabsichtigt die Gesellschaft, für eine gewisse Zeit eine Brutto-Cash-Position oberhalb des langfristigen Ziels zu halten. Infineon geht davon aus, dass dieser strategische Zahlungsmittelbestand in wertschaffender Art und Weise für (1) Produktionsanlagen für den geplanten Einstieg in die Massenfertigung von diskreten Leistungshalbleitern auf 300-Millimeter-Wafern und (2) mögliche Akquisitionen verwendet werden kann. Sollte die Gesellschaft im Zeitablauf feststellen, dass der strategische Zahlungsmittelbestand nicht produktiv im Unternehmen eingesetzt werden kann, könnten die Bemühungen, Kapital an die Investoren zurückzuführen, intensiviert werden.
Abschließend sei erwähnt, dass Infineon im Geschäftsjahr 2011 keine wesentlichen Finanzierungs-Transaktionen plant.
Über das Geschäftsjahr 2011 hinaus ist Infineon bezüglich der Wachstumsaussichten der adressierten Endmärkte zuversichtlich. Das Marktforschungsinstitut iSuppli sagt für die Jahre 2009 bis 2014 für den Automotive-Halbleitermarkt eine Wachstumsrate von 11,3 Prozent, den Industrial & Multimarket-Halbleitermarkt von 13,3 Prozent und den Chip-Card-Halbleitermarkt von 8,3 Prozent voraus.
Das Wachstum in den Endmärkten wird von drei dominierenden Faktoren getrieben:
| ― | Energieeffizienz: Die weltweite Energieerzeugung wird sich in zunehmendem Maße in Richtung erneuerbarer Energien verschieben; im Bereich des Transports und Verbrauchs von Energie weltweit wird es immer wichtiger werden, alle Schritte der Wandlung von Elektrizität effizienter zu gestalten. Beide Tendenzen werden die Nachfrage nach unseren Leistungshalbleitern stärken. |
| ― | Mobilität: Immer mehr Menschen weltweit müssen aus wirtschaftlichen Gründen mobil sein und haben die finanziellen Mittel dazu. Ob in Zügen oder Autos, die Anzahl der Halbleiter, die erforderlich ist, um diese Mobilität zu ermöglichen, nimmt zu. Wir ermöglichen Mobilität im Wesentlichen mit unseren Produkten der Segmente Automotive und Industrial & Multimarket. |
| ― | Sicherheit: Die Menge sensibler Daten, die gespeichert und/oder fernabgerufen werden, erhöht sich täglich. Die Produkte unseres Segments Chip Card & Security helfen dabei, sicherzustellen, dass Nutzer vor der Nutzung der Daten identifiziert und Daten sicher gespeichert werden. |
Auf Grund unserer Marktführerschaft in den von uns bedienten Endmärkten für Automobil-, Energie- und Chip-Card-Produkte sind wir zuversichtlich, dass wir vom Wachstumspotenzial dieser Märkte profitieren werden können.
Für den Zeitraum nach Abschluss des Verkaufs unseres Mobilfunkgeschäfts an Intel haben wir uns ein Ziel-Geschäftsmodell vorgegeben. Basierend auf den oben beschriebenen Wachstumschancen der von uns bedienten Märkte sind wir der Meinung, dass ein nachhaltiges Umsatzniveau von €4 Milliarden für unser Geschäft ab dem Geschäftsjahr 2012 durchaus erreichbar ist. Auf diesem Umsatzniveau streben wir eine Bruttomarge in niedrigen 40-Prozent-Bereich sowie ein Verhältnis von F&E- und ein Vertriebs- und Verwaltungskosten zum Umsatz im jeweils niedrigen 10-Prozent-Bereich an. In Summe sollte dies zu einer Segmentergebnismarge im hohen 10-Prozent-Bereich führen. Im letzten Quartal des Geschäftsjahrs 2010 war die Gesellschaft bei Umsätzen von €942 Millionen bereits fast in Übereinstimmung mit diesem Zielmodell.
Nach der Normalisierung des Nettoumlaufvermögens der Gesellschaft, wie im Ausblick für das Geschäftsjahr 2011 beschrieben, erwartet Infineon, dass das anhaltende Wachstum einige weitere Investitionen in das Nettoumlaufvermögen nach dem Geschäftsjahr 2011 erfordern wird.
Wir schätzen, dass wir langfristig in der Lage sein sollten, das Verhältnis der Investitionen, definiert als Summe der Investitionsausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten nach IFRS, zu den Umsätzen im niedrigen 10-Prozent-Bereich halten zu können, einschließlich der Investitionen in die 300-Millimeter-Produktionsanlage für diskrete Leistungshalbleiter. Wir glauben, dass die Abschreibungen in etwa auf dem Niveau der Investitionen liegen werden.
Unter dem Ziel-Geschäftsmodell der Gesellschaft, den Liquiditätsanforderungen im Nettoumlaufvermögen und dem geplanten Niveau an Investitionen im Verhältnis zu den Abschreibungen erwartet Infineon, in den kommenden Jahren positive Free-Cash-Flows zu erzielen. Daher geht die Gesellschaft davon aus, dass die für das Geschäftsjahr 2010 zu zahlende Dividende auf nachhaltigem Niveau liegt, auch wenn dabei, insbesondere in Zeiten des Abschwungs, immer auch auf den Free-Cash-Flow abzustellen ist.
Wie weiter oben beschrieben, strebt die Gesellschaft an, folgende Bilanzrelationen einzuhalten, die vergleichbar mit anderen Unternehmen der Halbleiterindustrie sind:
| ― | Brutto-Cash-Position zwischen 30 und 40 Prozent der Umsatzerlöse |
| ― | Netto-Cash-Position |
| ― | Brutto-Finanzverbindlichkeiten maximal 2x EBITDA |
Das Grundkapital der Infineon Technologies AG betrug zum 30. September 2010 €2.173.484.170. Es ist eingeteilt in 1.086.742.085 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von €2 am Grundkapital. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Aktien der Infineon Technologies AG werden an der Frankfurter Wertpapierbörse (FSE) unter dem Symbol "IFX" notiert. Außerdem werden die Aktien der Infineon Technologies AG in Form von American Depositary Shares (ADS) unter dem Börsenkürzel "IFNNY" auch am OTCQX International Premier Markt im Freiverkehr (over-the-counter) gehandelt, wobei jeweils ein Infineon-ADS eine Infineon-Aktie repräsentiert.
Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich insbesondere aus den Vorschriften des Aktiengesetzes ergeben. Beispielsweise unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen nach § 136 AktG einem Stimmverbot und der Infineon Technologies AG steht gemäß § 71b AktG aus eigenen Aktien kein Stimmrecht zu. Vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt.
Gemäß § 67 Abs. 2 AktG gilt im Verhältnis zur Infineon Technologies AG als Aktionär nur, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Die Aktionäre haben der Infineon Technologies AG zur Eintragung im Aktienregister ihren Namen beziehungsweise Firma, ihre Anschrift sowie ggf. ihren Sitz und ihr Geburtsdatum sowie die Zahl der von ihnen gehaltenen Aktien mitzuteilen. Die Infineon Technologies AG ist nach § 67 Abs. 4 AktG berechtigt, von dem im Aktienregister Eingetragenen Auskunft darüber zu verlangen, inwieweit ihm die Aktien, als deren Inhaber er im Aktienregister eingetragen ist, tatsächlich gehören, und, soweit dies nicht der Fall ist, die zur Führung des Aktienregisters notwendigen Informationen demjenigen zu übermitteln, für den er die Aktien hält. Solange einem solchen Auskunftsverlangen nicht nachgekommen wird, bestehen die Stimmrechte aus dem betreffenden Aktienbestand nach § 67 Abs. 2 AktG nicht.
Nach dem deutschen Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) hat jeder Aktionär, der die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 75 Prozent der Stimmrechte eines börsennotierten Unternehmens erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Infineon Technologies AG und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unverzüglich mitzuteilen. Uns sind hiernach zum 30. September 2010 keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 Prozent der Stimmrechte erreichen oder überschreiten. Die uns gemeldeten Beteiligungen sind im Anhang zum Konzernabschluss unter den Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG dargestellt.
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, wurden nicht ausgegeben.
Arbeitnehmer, die am Kapital der Infineon Technologies AG beteiligt sind, üben ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus.
Der Vorstand der Infineon Technologies AG besteht nach § 5 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Personen. Derzeit besteht der Vorstand der Infineon Technologies AG aus drei Personen. Die Bestimmung der genauen Zahl sowie die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder erfolgt gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 1 AktG durch den Aufsichtsrat. Da die Infineon Technologies AG unter das Mitbestimmungsgesetz fällt, ist für die Bestellung beziehungsweise Abberufung von Vorstandsmitgliedern eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder des Aufsichtsrats erforderlich (§ 31 Abs. 2 MitbestG). Kommt eine solche Mehrheit in der ersten Abstimmung nicht zustande, kann die Bestellung auf Vorschlag des Vermittlungsausschusses in einer zweiten Abstimmung mit einfacher Mehrheit der Stimmen der Mitglieder des Aufsichtsrats erfolgen (§ 31 Abs. 3 MitbestG). Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der dem Aufsichtsratsvorsitzenden jedoch zwei Stimmen zustehen (§ 31 Abs. 4 MitbestG). Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat gemäß § 85 Abs. 1 AktG in dringenden Fällen das Amtsgericht München auf Antrag eines Beteiligten ein Vorstandsmitglied zu bestellen.
Vorstandsmitglieder dürfen gemäß § 84 Abs. 1 Satz 1 AktG für höchstens fünf Jahre bestellt werden. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig (§84 Abs. 1 Satz 2 AktG). Der Aufsichtsrat kann gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung und § 84 Abs. 2 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG).
Für Änderungen der Satzung ist gemäß § 179 Abs. 1 AktG die Hauptversammlung zuständig. Der Aufsichtsrat ist jedoch gemäß § 10 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen, wie zum Beispiel Änderungen des Grundkapitals infolge einer Kapitalerhöhung aus bedingtem oder genehmigtem Kapital. Soweit die Satzung keine andere Mehrheit vorsieht, bedürfen Beschlüsse der Hauptversammlung über Änderungen der Satzung gemäß § 179 Abs. 2 AktG einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Die Satzung der Infineon Technologies AG sieht in § 17 Abs. 1 vor, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können, sofern nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder der Satzung eine höhere Mehrheit erforderlich ist.
Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 8 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €648.000.000,00 durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/I). Bei Barkapitalerhöhungen steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen,
scroll
| (a) | um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen, |
| (b) | soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten aus Options- und Wandelschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder deren nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben wurden oder werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte beziehungsweise nach Erfüllung von Wandlungspflichten zustände, |
| (c) | wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechts gem. § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. |
Darüber hinaus ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen auszuschließen. Der Vorstand der Infineon Technologies AG hat sich allerdings zum Schutz der Aktionäre vor Verwässerung verpflichtet, von dieser Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts sowohl bei Bar-als auch bei Sachkapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital 2010/I nur bis zu einem Betrag von insgesamt maximal 10 Prozent des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung beziehungsweise -falls dieser Wert geringer sein sollte -des zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals Gebrauch zu machen. Eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts in Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2010/I ist damit derzeit auf maximal €217.348.417 beziehungsweise 108.674.208 Stückaktien, beschränkt.
Über den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe entscheidet der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats.
Gemäß § 4 Abs. 9 der Satzung ist der Vorstand außerdem ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Februar 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis zu €40.000.000,00 durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bareinlagen zum Zwecke der Ausgabe an Mitarbeiter der Gesellschaft oder ihrer Konzernunternehmen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/II). Dabei ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Über den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe entscheidet der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats.
§ 4 Abs. 4 der Satzung sieht vor, dass das Grundkapital der Infineon Technologies AG um bis zu nominal €34.635.548,00 bedingt erhöht ist (Bedingtes Kapital I, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 1999/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird durch Ausgabe von bis zu 17.317.774 neuen, auf Namen lautenden Aktien mit Gewinnberechtigung ab dem Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG 2001 International Long Term Incentive Plans" auf Grund der am 6. April 2001 erteilten Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen.
§ 4 Abs. 5 der Satzung sieht vor, dass das Grundkapital der Infineon Technologies AG um bis zu nominal €29.000.000,00 bedingt erhöht ist (Bedingtes Kapital III, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 2001/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird durch Ausgabe von bis zu 14.500.000 neuen, auf Namen lautenden Aktien mit Gewinnberechtigung ab dem Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG 2001 International Long Term Incentive Plan" auf Grund der am 6. April 2001 erteilten Ermächtigung ausgegeben werden oder wie die Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2006" auf Grund der am 16. Februar 2006 erteilten Ermächtigung ausgegeben werden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen.
Darüber hinaus ist das Grundkapital der Infineon Technologies AG gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung um bis zu €134.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 67.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2002, eingetragen im Handelsregister als Bedingtes Kapital 2007/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber der im Mai 2009 von der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande, begebenen und von der Infineon Technologies AG garantierten Wandelschuldverschreibung. Sie wird nur insoweit durchgeführt, wie von Wandlungsrechten aus der Wandelschuldverschreibung Gebrauch gemacht wird beziehungsweise Wandlungspflichten daraus erfüllt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Das Grundkapital der Infineon Technologies AG ist gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung um bis zu €149.900.000,00 durch Ausgabe von bis zu 74.950.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2009/I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber der im Mai 2009 von der Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande, begebenen und von der Infineon Technologies AG garantierten Wandelschuldverschreibung. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungsrechten aus der Wandelschuldverschreibung Gebrauch gemacht wird beziehungsweise Wandlungspflichten daraus erfüllt und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden.
§ 4 Abs. 10 der Satzung sieht ferner vor, dass das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu nominal €24.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 12.000.000 neuen, auf Namen lautende Stückaktien bedingt erhöht ist (Bedingtes Kapital 2010/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber von Bezugsrechten, die im Rahmen des "Infineon Technologies AG Aktienoptionsplan 2010" bis zum 30. September 2013 begeben werden, von ihrem Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft in Erfüllung dessen nicht einen Barausgleich gewährt oder eigene Aktien liefert. Die neuen Aktien sind mit Wirkung ab dem Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe gewinnberechtigt.
Das Grundkapital ist gemäß § 4 Abs. 11 der Satzung außerdem um bis zu €260.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 130.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2010/II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, die auf Grund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 11. Februar 2010 von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen gegen Barleistung begeben werden. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- und/oder Wandlungsrechten aus den Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird beziehungsweise Wandlungspflichten aus den Schuldverschreibungen erfüllt werden, und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Die näheren Einzelheiten der verschiedenen Aktienoptionspläne sind unter Anhang Nr. 32 Aktienoptionspläne, die näheren Einzelheiten der von der Infineon Technologies AG bereits begebenen oder garantierten Wandelschuldverschreibungen sind unter Anhang Nr. 27 Finanzverbindlichkeiten dargestellt.
Die Hauptversammlung vom 11. Februar 2010 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 10. Februar 2015 einmalig oder mehrmals Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu €2.000.000.000,00 zu begeben und für solche von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft begebene Schuldverschreibungen die Garantie zu übernehmen und den Inhabern von Schuldverschreibungen Options- oder Wandlungsrechte auf insgesamt bis zu 130.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu €260.000.000,00 nach näherer Maßgabe der jeweiligen Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszuschließen,
| ― | sofern der Ausgabepreis den nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktwert der Schuldverschreibungen nicht wesentlich unterschreitet; dies gilt jedoch nur insoweit, als die zur Bedienung der dabei begründeten Options- und/oder Wandlungsrechte auszugebenden Aktien insgesamt 10 Prozent des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder bezogen auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch auf den Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. |
| ― | um Spitzenbeträge, die sich auf Grund des Bezugsverhältnisses ergeben, vom Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen auszunehmen oder, soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten aus Options- und Wandelschuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder ihren nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben wurden oder werden, ein Bezugsrecht in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Rechte beziehungsweise nach Erfüllung von Wandlungspflichten zustände. |
Der Options- oder Wandlungspreis muss -auch bei Anwendung der Regelungen zum Verwässerungsschutz -mindestens 90 Prozent des durchschnittlichen Börsenkurses der Aktien der Gesellschaft in der Xetra-Schlussauktion an der Frankfurter Wertpapierbörse (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) betragen und zwar während der zehn Börsentage vor dem Tag der Beschlussfassung durch den Vorstand über die Begebung der Schuldverschreibungen oder, sofern den Aktionären ein Bezugsrecht auf die Schuldverschreibungen zusteht, während der Tage, an denen Bezugsrechte auf die Schuldverschreibungen an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden, mit Ausnahme der letzten beiden Börsentage des Bezugsrechtshandels. Der Options-beziehungsweise Wandlungspreis kann unbeschadet des § 9 Abs. 1 AktG auf Grund einer Verwässerungsschutzklausel nach näherer Bestimmung der Bedingungen der Schuldverschreibungen dann ermäßigt werden, wenn die Gesellschaft bis zum Ablauf der Options- oder Wandlungsfrist unter Einräumung eines Bezugsrechts an ihre Aktionäre das Grundkapital erhöht oder weitere Schuldverschreibungen begibt oder garantiert und den Inhabern von Optionsrechten oder den Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen hierbei kein Bezugsrecht eingeräumt wird. Die Bedingungen können auch für andere Maßnahmen, die zu einer wirtschaftlichen Verwässerung der Options-beziehungsweise Wandlungsrechte führen können, eine wertwahrende Anpassung des Options-beziehungsweise Wandlungspreises oder des Options-beziehungsweise Wandlungsverhältnisses vorsehen. In jedem Fall darf der anteilige Betrag am Grundkapital der je Schuldverschreibung zu beziehenden Aktien den Nennbetrag der Schuldverschreibung nicht übersteigen.
Der Vorstand ist ermächtigt, unter Beachtung der Vorgaben des Hauptversammlungsbeschlusses die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Schuldverschreibungen und deren Bedingungen festzulegen.
Die von der Hauptversammlung am 12. Februar 2009 beschlossene Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien endete am 11. August 2010.
Die am 26. Mai 2009 von der Infineon Technologies AG als Bürgin durch ihre Tochtergesellschaft Infineon Technologies Holding B.V., Rotterdam, Niederlande begebene Wandelschuldverschreibung zum Nennwert von €195.600.000,00, die im Jahr 2014 fällig wird (siehe Anhang Nr. 27 zu Finanzverbindlichkeiten), enthält eine sogenannte "Change of Control"-Klausel, die den Gläubigern für den Fall eines definierten Kontrollwechsels einen Rückzahlungsanspruch einräumt.
Darüber hinaus enthalten einige Patentlizenzaustauschverträge, Entwicklungskooperationen und Lizenzverträge "Change of Control"-Klauseln, die dem Vertragspartner bei einer Änderung der Kontrolle über Infineon das Recht zur Kündigung einräumen oder die Fortsetzung des Vertrags von der Zustimmung des Vertragspartners abhängig machen.
Sofern ein Vorstandsmitglied im Rahmen eines Kontrollwechsels ausscheidet, hat es derzeit Anspruch auf Fortzahlung des Jahreszieleinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, im Fall einer Amtsniederlegung/Kündigung durch das betreffende Vorstandsmitglied jedoch auf mindestens zwei Jahreszieleinkommen beziehungsweise im Fall einer Abberufung/Kündigung durch die Infineon Technologies AG auf mindestens drei Jahreszieleinkommen. Der jeweilige Ruhegehaltsanspruch der Vorstandsmitglieder bleibt bestehen. Diese Ansprüche der Vorstandsmitglieder für den Fall eines Kontrollwechsels bestehen jedoch nur, soweit kein Fall der groben Pflichtverletzung durch das entsprechende Vorstandsmitglied vorliegt. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Vergütungsbericht. Vergleichbare Regelungen für Arbeitnehmer existieren nicht.
Die vorstehend dargestellten Ermächtigungen des Vorstands zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen und zur Ausgabe neuer Aktien aus genehmigtem Kapital sollen den Vorstand in die Lage versetzen, zeitnah flexibel und kostengünstig einen auftretenden Kapitalbedarf zu decken und je nach Marktlage attraktive Finanzierungsmöglichkeiten zu nutzen. Die durch die verschiedenen bedingten Kapitalia abgesicherte Ausgabe von Aktienoptionen ist ein sinnvoller und in deutschen Unternehmen üblicher Bestandteil der Vergütung von Mitarbeitern und Organmitgliedern.
Die in der im Jahr 2009 begebenen Wandelschuldverschreibung enthaltene "Change of Control"-Klausel entspricht der bei Finanzierungsvereinbarungen marktüblichen Praxis zum Schutz der Gläubiger. Die Regelungen, die die Infineon Technologies AG im Rahmen ihrer allgemeinen Geschäftstätigkeit mit ihren Vertragspartnern für den Fall eines Kontrollwechsels vereinbart hat, entsprechen ebenfalls marktüblichen Gepflogenheiten.
Die mit den Mitgliedern des Vorstands vereinbarten "Change of Control"-Klauseln sollen dazu dienen, die Vorstandsmitglieder abzusichern und im Falle eines Kontrollwechsels ihre Unabhängigkeit zu erhalten. Diese "Change of Control"-Klauseln sehen vor, dass die Vorstandsmitglieder, wenn sie im Rahmen eines Kontrollwechsels ausscheiden, Anspruch auf Fortzahlung des Jahreszieleinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit haben; dies kann im Einzelfall über die vom Corporate Governance Kodex empfohlene Dreijahresgrenze hinausgehen. Die bestehenden Verträge mit den derzeitigen Vorstandsmitgliedern werden jedoch derzeit an das vom Aufsichtsrat am 22. November 2010 beschlossene neue Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands angepasst. Zukünftig werden alle Vorstandsdienstverträge eine Change-of-Control-Klausel enthalten, die der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 5 DCGK entspricht.
Die Infineon Technologies AG hat seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im November 2009 gemäß § 161 Aktiengesetz jeweils mit folgenden Ausnahmen allen Empfehlungen der Regierungskommission "Deutscher Corporate Governance Kodex" ("DCGK") in der Fassung vom 18. Juni 2009 und seit deren Bekanntmachung im elektronischen Bundesanzeiger am 2. Juli 2010 allen Empfehlungen der Regierungskommission "Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 26. Mai 2010 entsprochen:
| ― | In der D&O-Versicherung wurde für die Mitglieder des Aufsichtsrats kein der gesetzlichen Regelung für Vorstandsmitglieder entsprechender Selbstbehalt vereinbart (Abweichung von Ziffer 3.8 DCGK). |
Abweichend von der Empfehlung der Ziffer 3.8 DCGK hat die Infineon Technologies AG bisher persönliche Verpflichtungserklärungen der Aufsichtsratsmitglieder eingeholt, wonach sich die Aufsichtsratsmitglieder verpflichten, pro Kalenderjahr einen Selbstbehalt in Höhe von 100 Prozent der ihnen für ihre Tätigkeit als Mitglied des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im jeweiligen Kalenderjahr zustehenden festen Vergütung zu tragen. Der Aufsichtsrat hat jedoch in seiner Sitzung am 22. November 2010 beschlossen, anstelle der bisherigen Selbstverpflichtungserklärungen gemäß der Empfehlung in Ziffer 3.8 Absatz 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex unmittelbar in der D&O Versicherung für die Mitglieder des Aufsichtsrats einen Selbstbehalt in Höhe von 10 Prozent des Schadens und bis 150 Prozent der jährlichen festen Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder zu vereinbaren. Die laufende Police der D&O Versicherung wird mit Wirkung für das Geschäftsjahr 2011 entsprechend angepasst.
| ― | In den bisherigen Vorstandsdienstverträgen wurde bei der Ausgestaltung der variablen Vergütungsteile negativen Entwicklungen nur eingeschränkt Rechnung getragen (Abweichung von Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 4 DCGK). |
Die Empfehlung, bei der Ausgestaltung der variablen Vergütungsteile auch negativen Entwicklungen Rechnung zu tragen, wurde mit der Fassung des DCGK vom 18. Juni 2009 neu in den DCGK eingefügt. Die Vorstandsdienstverträge der Infineon Technologies AG wurden alle vorher abgeschlossen und konnten diese Empfehlung daher noch nicht berücksichtigen.
| ― | Die Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels (Change of Control) können im Einzelfall 150 Prozent des Abfindungs-Caps übersteigen (Abweichung von Ziffer 4.2.3 Abs. 5 DCGK). |
Die Vorstandsverträge wurden bereits im Geschäftsjahr 2007 einheitlich um sogenannte Change-of-Control-Klauseln ergänzt, wonach die Vorstandsmitglieder, wenn sie im Rahmen eines Kontrollwechsels ausscheiden, Anspruch auf Fortzahlung des Jahreszieleinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit haben; dies kann im Einzelfall über die vom DCGK empfohlene Dreijahresgrenze hinausgehen.
Im Geschäftsjahr 2010 wurde das Vergütungssystem für den Vorstand der Infineon Technologies AG durch einen unabhängigen externen Vergütungsexperten überprüft. Unter Berücksichtigung des Ergebnisses dieser Überprüfung hat der Aufsichtsrat auf Vorschlag des Präsidialausschusses in seiner Sitzung am 22. November 2010 ein neues Vorstandsvergütungssystem beschlossen, das für alle zukünftigen Vorstandsmitglieder gelten soll. Auch die bestehenden Verträge mit den derzeitigen Vorstandsmitgliedern werden entsprechend angepasst. Zukünftig soll die variable Vergütung des Vorstands gemäß der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 4 DCGK auch negativen Entwicklungen Rechnung tragen und alle Vorstandsdienstverträge werden eine Change-of-Control-Klausel enthalten, die der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 5 DCGK entspricht.
Zukünftig wird die Infineon Technologies AG allen Empfehlungen der Regierungskommission "Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 26. Mai 2010 entsprechen.
Darüber hinaus hat Infineon alle Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 übernommen.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG verstehen unter Corporate Governance ein umfassendes Konzept für eine verantwortungsvolle, transparente und wertorientierte Unternehmensführung. Gute Corporate Governance fördert das Vertrauen der nationalen und internationalen Anleger, der Finanzmärkte, der Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in unser Unternehmen. Vorstand, Aufsichtsrat und Führungskräfte sorgen dafür, dass die Corporate Governance in allen Bereichen des Unternehmens aktiv gelebt und ständig weiterentwickelt wird. Neben dem Deutschen Corporate Governance Kodex umfasst Corporate Governance bei Infineon auch die Standards des internen Kontrollsystems, Compliance -dabei insbesondere die Leitlinien für das unternehmerische Verhalten im Wettbewerb ("Infineon Business Conduct Guidelines") -sowie die Regelungen zu den Organisations- und Aufsichtspflichten im Unternehmen, die im Infineon Intranet von allen Mitarbeitern eingesehen werden können.
Infineon hat einen Corporate-Governance-Beauftragten bestellt, der direkt an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet.
Wir führen unser Geschäft verantwortungsvoll in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Regelungen - und wir haben verschiedene Richtlinien aufgestellt, die dazu beitragen, dass dieses Ziel erreicht wird. Die "Business Conduct Guidelines" der Infineon Technologies AG als wichtigster Bestandteil sind im Internet unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance") veröffentlicht und für den Vorstand und alle Mitarbeiter weltweit verbindlich. Die "Business Conduct Guidelines" werden regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Sie enthalten insbesondere Regelungen zum gesetzeskonformen Verhalten, zum Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten, zur Vermeidung von Interessenkonflikten, zum Umgang mit Firmeneinrichtungen, Daten und Informationen sowie zum Thema Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit. Daneben enthalten sie aber auch Regeln zum Umgang mit Beschwerden und Hinweisen auf Verstöße gegen diese Richtlinien.
Der Corporate Compliance Officer der Infineon Technologies AG berichtet direkt an den Vorstand, koordiniert das Infineon-Compliance-Programm und nimmt Beschwerden und Hinweise -auch anonym -entgegen. Er wird unterstützt von regionalen Compliance Officers. Wir haben außerdem ein Compliance-Panel implementiert, das sich aus erfahrenen Führungskräften der Bereiche Recht, Personal, interne Revision und Unternehmenssicherheit zusammensetzt. Die Mitglieder des Compliance-Panel treffen sich regelmäßig und beraten den Compliance Officer.
Als Teil einer guten Corporate Governance stellt der Vorstand ein angemessenes Risikomanagement sicher, denn ein systematisches und effektives Risiko- und Chancenmanagement ist einer unserer wichtigen Erfolgsfaktoren. Es ist integraler Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und sorgt dafür, dass Risiken frühzeitig erkannt und Risikopositionen minimiert werden.
Unser unternehmensweites Risiko- und Chancenmanagementsystem besteht aus den Teilprozessen Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikosteuerung und Risikoüberwachung und wird kontinuierlich den veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Seine Wirksamkeit wird regelmäßig vom Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überprüft.
Einzelheiten zum Risikomanagement bei Infineon sind im Risiko- und Chancenbericht dargestellt, der sowohl das Risiko- und Chancenmanagement als auch das interne Kontrollsystem bei Infineon näher beschreibt.
Wir erstatten unseren Aktionären nach einem festen Finanzkalender viermal im Jahr Bericht über die Geschäftsentwicklung sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Die Mitglieder des Vorstands informieren Aktionäre, Analysten und die Öffentlichkeit regelmäßig über die Quartals- und Jahresergebnisse. Unsere umfangreiche Investor-Relations-Arbeit umfasst regelmäßige Treffen mit Analysten und institutionellen Anlegern sowie Telefonkonferenzen. Alle Mitteilungen und Informationen stehen in der Regel auf unserer Internet-Seite und dort auch in englischer Sprache zur Verfügung.
Neben der regelmäßigen Berichterstattung informiert die Infineon Technologies AG in Ad-hoc-Mitteilungen über nicht-öffentlich bekannte Umstände, die geeignet sind, im Falle ihres Bekanntwerdens den Börsenpreis der Infineon-Aktie erheblich zu beeinflussen.
Eine detaillierte Auflistung aller im Geschäftsjahr 2010 veröffentlichten kapitalmarktbezogenen Informationen enthält das Jährliche Dokument, das gemäß § 10 WpPG auf der Internet-Seite der Infineon Technologies AG veröffentlicht wird.
Infineon hat einen Offenlegungsausschuss ("Disclosure Committee"), bestehend aus Mitarbeitern verschiedener Fachabteilungen, eingerichtet, der die Veröffentlichung bestimmter Finanzinformationen und anderer wesentlicher Informationen überprüft und freigibt.
Der Vorstand muss nach deutschem Recht einen Bilanzeid leisten. Die hierzu erforderlichen Angaben werden in einem internen Verfahren von Führungskräften, die unternehmerische Verantwortung tragen, gegenüber dem Vorstand bestätigt.
Seit dem Geschäftsjahr 2009 erstellt die Infineon Technologies AG den Konzernabschluss ausschließlich nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Jahresabschluss der Infineon Technologies AG wird weiterhin nach den Vorschriften des HGB erstellt. Der Jahresabschluss der Infineon Technologies AG und der Konzernabschluss für den Infineon Konzern und der zusammengefasste Lagebericht werden nach Billigung durch den Aufsichtsrat innerhalb von 90 Tagen nach dem Ende eines Geschäftsjahrs veröffentlicht.
Die Rechnungslegung unseres Unternehmens für das Geschäftsjahr 2010 wurde von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin (KPMG) geprüft. Außerdem wurde auch der Halbjahresfinanzbericht durch die KPMG einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Prüfungen umfassen auch das Risikomanagement und die Abgabe der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG. Die Quartalsberichte sowie der Halbjahresfinanzbericht werden vor der Veröffentlichung vom Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss mit dem Vorstand erörtert. Mit der KPMG wurde vereinbart, dass der Vorsitzende des Prüfungsausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe unverzüglich unterrichtet wird, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden. Der Abschlussprüfer soll auch über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung ergeben, unverzüglich berichten.
Das deutsche Aktienrecht, dem die Infineon Technologies AG unterliegt, sieht ein zweistufiges System der Verwaltung der Gesellschaft vor, nämlich die Unternehmensführung durch den Vorstand und die Unternehmenskontrolle durch den Aufsichtsrat. Wir sind davon überzeugt, dass diese Trennung der beiden Funktionen eine wesentliche Voraussetzung für eine gute Corporate Governance ist. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten aber im Interesse des Unternehmens eng zusammen.
Der Vorstand der Infineon Technologies AG besteht derzeit aus drei Mitgliedern, für die der Aufsichtsrat entsprechend den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex eine Altersgrenze festgesetzt hat. Die Mitglieder des Vorstands sollten demgemäß in der Regel nicht älter als 67 Jahre sein. Bei der Zusammensetzung des Vorstands achtet der Aufsichtsrat nach seiner Geschäftsordnung neben der fachlichen und persönlichen Eignung auch auf Vielfalt (Diversity) und strebt dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen an.
Der Vorstand ist das Leitungsorgan des Unternehmens; er ist allein an das Unternehmensinteresse gebunden und orientiert sich dabei am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Er bestimmt die unternehmerischen Ziele, die strategische Ausrichtung, die Unternehmenspolitik und die Konzernorganisation.
Nach deutschem Aktienrecht ist der Vorstand insgesamt für die Führung des Unternehmens verantwortlich. Der Infineon-Vorstand hat sich mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Geschäftsordnung gegeben. Danach leiten alle seine Mitglieder das Unternehmen gemeinschaftlich und arbeiten kollegial zusammen. Der Vorstandsvorsitzende koordiniert die Zusammenarbeit des Vorstands mit dem Aufsichtsrat. Er hält mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden regelmäßig Kontakt und berät mit ihm die Strategie, Planung, Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Konzerns. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat im Rahmen der ordentlichen Sitzungen umfassend und zeitnah über die Geschäftsentwicklung, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche sowie über die Finanz- und Investitionsplanung. Über Angelegenheiten, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, unterrichtet der Vorsitzende des Vorstands den Aufsichtsratsvorsitzenden unverzüglich.
Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Unternehmensführung. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Belange der Geschäftsentwicklung, der Planung sowie der Risikolage und stimmt mit dem Aufsichtsrat die Strategie und deren Umsetzung ab. Der Aufsichtsrat erörtert die Quartalsberichte und prüft und billigt den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der Infineon Technologies AG. Wesentliche Vorstandsentscheidungen, wie größere Akquisitionen, Desinvestitionen und Finanzmaßnahmen, unterliegen seiner Zustimmung. Einzelheiten sind in den Geschäftsordnungen von Vorstand und Aufsichtsrat geregelt. Bei Abstimmungen im Aufsichtsrat hat bei Stimmengleichheit der Vorsitzende des Aufsichtsrats in einer erneuten Abstimmung bei nochmaliger Stimmengleichheit die ausschlaggebende Stimme.
Die Aufgaben des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sind im Gesetz, in der Satzung und in den Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats beziehungsweise seiner Ausschüsse geregelt.
Einmal jährlich überprüft der Aufsichtsrat die Effizienz seiner Tätigkeit einschließlich der Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Im Geschäftsjahr 2010 wurde erstmals eine Bestandsaufnahme der Aufsichtsratstätigkeit durch einen unabhängigen externen Berater vorgenommen. Der Aufsichtsrat hat mit der Einschaltung des externen Beraters eine Anregung der Aktionäre aufgenommen. Der Berater hat im Zeitraum von Juli bis September 2010 vertrauliche Einzelgespräche mit allen Aufsichtsräten und Vorständen geführt. Auf Grundlage dieser Gespräche wurde die bisherige Arbeit des Aufsichtsrates analysiert und Empfehlungen für die zukünftige Tätigkeit des Gremiums ausgesprochen. Die Ergebnisse der Effizienzprüfung werden in der Aufsichtsratssitzung am 30. November 2010 präsentiert und diskutiert.
Der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG setzt sich nach dem Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und Vertretern der Mitarbeiter zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Mitarbeiter von Delegierten der Mitarbeiter der deutschen Infineon-Betriebsstätten nach Maßgabe des MitbestG gewählt. Die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder beträgt regelmäßig fünf Jahre. Auf Grund des Rückgangs der Mitarbeiterzahlen wurde der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2010 im Wege eines sogenannten Statusverfahrens von bisher sechzehn auf zwölf Mitglieder verkleinert. Infolgedessen wurden sowohl die Vertreter der Anteilseigner als auch die Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2010 neu gewählt. Die Amtszeit des neuen Aufsichtsrats begann mit Beendigung der Hauptversammlung am 11. Februar 2010 und dauert bis zum Ende der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2013/2014 beschließen wird.
Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats insgesamt soll nach Auffassung des Aufsichtsrats den Grundsätzen der Vielfalt (Diversity) entsprechen. Das bedeutet zum einen, dass die Zusammensetzung des Aufsichtsrats der in einem offenen, innovativen, weltweit tätigen Unternehmen wie Infineon vorzufindenden Vielfalt möglichst Rechnung tragen soll. Es bedeutet aber auch, dass niemand nur deshalb als Kandidat für den Aufsichtsrat ausscheidet oder für den Aufsichtsrat vorgeschlagen wird, weil er über eine bestimmte Diversity-Eigenschaft verfügt beziehungsweise nicht verfügt. Dabei ist "Diversity" als internationale (nicht im Sinne einer bestimmten Staatsbürgerschaft, sondern einer prägenden Herkunft, Erziehung, Ausbildung oder beruflichen Tätigkeit), geschlechtliche und Alters-Vielfalt zu verstehen.
Entsprechend der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 DCGK hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 22. November 2010 konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen:
Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden je zur Hälfte von der Hauptversammlung und den Arbeitnehmern gewählt. Auf die Auswahl der Aufsichtsratskandidaten der Arbeitnehmer kann der Aufsichtsrat keinen Einfluss nehmen. Ungeachtet dessen ist erklärtes Ziel des Aufsichtsrats, dass in ihm
scroll
| (i) | mindestens zwei Frauen und |
| (ii) | mindestens ein Drittel -wie oben definiert - "internationale" Vertreter |
vorhanden sind.
Diesen Mindest-Zielen entspricht die Zusammensetzung des Aufsichtsrates bereits jetzt. Sie sollen auch in Zukunft jederzeit verwirklicht werden. Der Aufsichtsrat beachtet außerdem die in seiner Geschäftsordnung festgesetzte Altersgrenze, wonach als Mitglied des Aufsichtsrats in der Regel nur eine Person vorgeschlagen werden soll, die nicht älter als 69 Jahre ist.
Der Aufsichtsrat wird dieses Anforderungsprofil und diese Ziele bei seinen künftigen Personalvorschlägen berücksichtigen. Entsprechendes gilt für den Nominierungsausschuss, soweit er das Votum des Aufsichtsrats vorbereitet. Der Aufsichtsrat empfiehlt seinen von den Arbeitnehmern gewählten Mitgliedern, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten nach Kräften um eine Berücksichtigung des Anforderungsprofils und der Ziele im Hinblick auf die von den zuständigen Gremien der Arbeitnehmer gemachten Wahlvorschläge zu bemühen. Weiter empfiehlt der Aufsichtsrat eine Berücksichtigung der Ziele auch denjenigen seiner Mitglieder, die einen Antrag auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds stellen.
Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sieht die Bildung von drei Ausschüssen vor. Dies sind der Vermittlungsausschuss, der Präsidialausschuss und der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss. Daneben hat der Aufsichtsrat einen Strategie- und Technologieausschuss und den vom Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehenen Nominierungsausschuss eingerichtet. Alle Aufsichtsratsausschüsse -mit Ausnahme des lediglich von Anteilseignern besetzten Nominierungsausschusses -sind paritätisch besetzt.
Der Präsidialausschuss, dem der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter und je ein Vertreter der Anteilseigner und der Mitarbeiter angehören, bereitet unter anderem die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Entscheidung des Aufsichtsratsplenums über die Vorstandsvergütung vor und ist für den Abschluss, die Änderung und die Beendigung der Verträge mit Vorstandsmitgliedern zuständig, soweit nicht die Bezüge betroffen sind.
Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss ("Prüfungsausschuss") besteht aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden, seinem Stellvertreter und je einem weiteren Vertreter der Anteilseigner und der Mitarbeiter. Der Vorsitzende des Ausschusses, Herr Dr. Eckart Sünner, ist unabhängiger Finanzexperte und verfügt auf Grund seiner langjährigen Tätigkeit als Vorsitzender im Prüfungsausschuss eines anderen DAX-Konzerns über besondere Kenntnisse und langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Rechnungslegung.
Der Prüfungsausschuss überwacht den Rechnungslegungsprozess, erörtert und prüft den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht sowie die Quartals- und Halbjahresfinanzberichte. Auf der Grundlage des Berichts des Abschlussprüfers macht der Ausschuss Vorschläge zur Billigung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat. Der Prüfungsausschuss erteilt den Prüfungsauftrag für den Jahres- und Konzernabschluss an den von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer, legt die Prüfungsschwerpunkte fest und ist für die Festsetzung der Vergütung des Abschlussprüfers zuständig.
Darüber hinaus befasst sich der Prüfungsausschuss unter anderem mit der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems. Dazu kann er sich direkt an alle Mitarbeiter des Unternehmens wenden und auch externe Hilfe in Anspruch nehmen. Die interne Revision berichtet jährlich an den Prüfungsausschuss, der einen Prüfungsplan und Prüfungsschwerpunkte festlegen kann.
Dem Prüfungsausschuss wurde ferner die Zuständigkeit für Compliance übertragen. Der Vorstand beziehungsweise der Corporate Compliance Officer erstatten dem Prüfungsausschuss regelmäßig Bericht über die Compliance-Organisation und informieren auch über gegebenenfalls auftretende Compliance-Fälle.
Mitarbeiter haben die Möglichkeit, dem Prüfungsausschuss anonym Hinweise auf Verstöße gegen interne Richtlinien und gesetzliche Regelungen zur Rechnungslegung zu geben.
Der Vermittlungsausschuss, dem der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreter, ein Vertreter der Anteilseigner und ein Vertreter der Mitarbeiter angehören, unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, wenn im ersten Wahlgang über die Bestellung die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder nicht erreicht wird.
Der Strategie- und Technologieausschuss, dem drei Vertreter der Anteilseigner und drei Vertreter der Arbeitnehmer angehören, beschäftigt sich mit Themen, die unsere Geschäftsstrategie und wichtige Technologiethemen betreffen.
Der Nominierungsausschuss, dem der Aufsichtsratsvorsitzende und zwei weitere Vertreter der Anteilseigner angehören, schlägt dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vor.
Alle Ausschüsse berichten dem Aufsichtsrat regelmäßig umfassend über ihre Arbeit. Weitere Angaben zur Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie zu ihrer personellen Zusammensetzung finden Sie im Bericht Anhang unter Nr. 41 Abschnitt "Vorstand und Aufsichtsrat" sowie im Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung, der im Geschäftsbericht abgedruckt ist.
Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats legen etwaige Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat unverzüglich offen. Wesentliche Geschäfte zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands oder ihnen nahe stehenden Personen bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Im Geschäftsjahr 2010 sind bei Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats keine Interessenkonflikte aufgetreten.
Der Anteilsbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an der Infineon Technologies AG betrug zum 30. September 2010 weniger als 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.
Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie bestimmte weitere Führungskräfte, die regelmäßig Zugang zu Insiderinformationen haben, sowie diesen nahe stehende Personen sind gemäß § 15a Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet, der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Ba-Fin) eigene Geschäfte mit Aktien der Gesellschaft mitzuteilen. Dies gilt jedoch nur, solange die Gesamtsumme der von einer der oben genannten Führungskräfte und ihr nahe stehenden Personen getätigten Wertpapiergeschäfte innerhalb eines Kalenderjahrs mindestens 5.000 Euro erreicht. Mitteilungen über entsprechende Geschäfte werden von uns auf unserer Internet-Seite unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance/Directors' Dealings") veröffentlicht und dem Unternehmensregister übermittelt. Die Veröffentlichung wird außerdem der Ba-Fin mitgeteilt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind dem Unternehmen keine derartigen Wertpapiergeschäfte gemeldet worden.
Zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2010 wird auf den ausführlichen, nachfolgend abgedruckten Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des Konzernlageberichts ist.
Die Aktionäre der Infineon Technologies AG treffen ihre Entscheidungen in der Hauptversammlung, die mindestens einmal im Jahr stattfindet. Jede Aktie hat eine Stimme. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung sind alle Aktionäre berechtigt, die im Aktienregister eingetragen sind und sich rechtzeitig angemeldet haben. Die Hauptversammlung fasst Beschlüsse zu allen ihr gesetzlich zugewiesenen Angelegenheiten, insbesondere über die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, die Wahl des Abschlussprüfers und Satzungsänderungen. Aktionäre können Gegenanträge zu den Beschlussvorschlägen der Verwaltung stellen, in der Hauptversammlungen reden und Fragen stellen und haben unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, Beschlüsse der Hauptversammlung anzufechten, gerichtliche Sonderprüfungen zu verlangen und Schadenersatzansprüche der Gesellschaft gegen deren Organe geltend zu machen, wenn sie ein Fehlverhalten oder Missstände bei der Unternehmensführung und -kontrolle vermuten. Wir wollen die Aktionäre bei der Ausübung ihrer Rechte so weit wie möglich unterstützen. Die Aktionäre können sich zum Beispiel elektronisch zur Hauptversammlung anmelden, über online erteilte Weisungen an den Stimmrechtsvertreter an den Abstimmungen teilnehmen oder die Generaldebatte im Internet verfolgen. Alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung stehen auf unserer Internet-Seite zur Verfügung. Außerdem ist unsere Investor-Relations-Abteilung das ganze Jahr über sowohl telefonisch als auch auf elektronischem Wege erreichbar, um den Informationsaustausch zwischen uns und unseren Aktionären sicherzustellen.
Der am 16. Februar 2006 von der Hauptversammlung beschlossene Infineon-Aktienoptionsplan 2006 ist am 30. September 2009 ausgelaufen. Am 11. Februar 2010 hat die Hauptversammlung daraufhin einen neuen Infineon-Aktienoptionsplan 2010 ("SOP 2010") beschlossen, der den Aktienoptionsplan 2006 ablöst. Gemäß den Bedingungen des SOP 2010 kann die Gesellschaft innerhalb von drei Jahren bis zu 12 Millionen Optionen ausgeben. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienpreises während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option. Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn der Infineon-Aktienkurs sich besser entwickelt als der "Philadelphia Semiconductor Index" (SOX). Hierzu werden zunächst als jeweilige Referenzwerte (100 Prozent) die arithmetischen Durchschnitte der Infineon-Aktienkurse und der Tagesendstände des SOX während eines Dreimonatszeitraums nach der Ausgabe der Bezugsrechte gebildet. Während eines Zeitraumes, der ein Jahr nach Ausgabe der Bezugsrechte beginnt und bis zum Ende ihrer Laufzeit dauert, muss der Infineon-Aktienkurs den SOX (Tagesendstand), gemessen an den jeweiligen Referenzwerten, sodann mindestens einmal an mindestens zehn aufeinander folgenden Handelstagen übertreffen.
Nach der Regelung des SOP 2010 entscheidet der Aufsichtsrat jährlich innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung des Konzernabschlusses oder innerhalb von 45 Tagen nach Veröffentlichung der Konzernergebnisse für das erste, zweite oder dritte Quartal über die Zahl der dem Vorstand zu gewährenden Optionen, spätestens jedoch bis zwei Wochen vor dem Ende des zum Zeitpunkt der Zuteilung laufenden Quartals. Der Vorstand entscheidet im gleichen Zeitraum über die Zahl der an bezugsberechtigte Mitarbeiter zu gewährende Optionen.
Eine Darstellung unserer übrigen Aktienoptionspläne findet sich im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 32 Aktienoptionspläne; im Volltext sind die Pläne unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance/Aktienoptionsplan") einsehbar.
Weitere Informationen zum Thema Corporate Governance bei Infineon finden Sie im Internet unter www.infineon.com ("Über Infineon/Investor/Corporate Governance").
Dieser Vergütungsbericht ist integrierter Bestandteil des Lageberichts und erläutert entsprechend den gesetzlichen Vorschriften und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 die Grundlagen für die Festlegung der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG sowie die Höhe der Einkommen der einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder.
Das Vergütungssystem für den Vorstand und die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsratsplenum auf Vorschlag des Präsidialausschusses festgelegt und regelmäßig überprüft. Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands soll sich an der Größe und der globalen Ausrichtung des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen Lage und den Zukunftsaussichten sowie an der üblichen Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen im In- und Ausland orientieren. Zusätzlich sollen die Aufgaben und Leistungen des jeweiligen Vorstandsmitglieds und das Gehaltsgefüge innerhalb des Unternehmens berücksichtigt werden. Die Vergütung soll so bemessen sein, dass sie im nationalen und internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und damit Anreize für eine engagierte und erfolgreiche Arbeit in einem dynamischen Umfeld bietet. Im Geschäftsjahr 2010 wurde das Vergütungssystem durch einen unabhängigen externen Vergütungsexperten überprüft. Unter Berücksichtigung des Ergebnisses dieser Überprüfung hat der Aufsichtsrat einen weiteren unabhängigen Vergütungsexperten beauftragt, einen Vorschlag für ein neues Vergütungssystem auszuarbeiten. In mehreren Sitzungen hat der Präsidialausschuss mit dem Vergütungsexperten die Rahmenparameter definiert und anschließend den konkreten Vorschlag des Vergütungsexperten für das neue Vergütungssystem erörtert. Schließlich hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 22. November 2010 auf Vorschlag des Präsidialausschusses ein neues Vorstandsvergütungssystem beschlossen, das für alle zukünftigen Vorstandsmitglieder gelten soll. Auch die bestehenden Verträge mit den derzeitigen Vorstandsmitgliedern Peter Bauer und Dr. Reinhard Ploss werden an das neue Vergütungssystem angepasst.
Bisher setzte sich die Vorstandsvergütung aus folgenden Komponenten zusammen:
| ― | Fixe Vergütung. Diese besteht aus einem fest vereinbarten erfolgsunabhängigen Jahresgrundgehalt. Das Jahresgrundgehalt wird zum einen Teil in zwölf gleichen monatlichen Raten und zum anderen Teil als Einmalzahlung nach Ablauf des Geschäftsjahrs ausgezahlt (in der Tabelle unten als "jährliche Einmalzahlung" ausgewiesen). |
| ― | Erfolgsbezogene Vergütung. Diese besteht aus einem an die Gesamtkapitalrendite gekoppelten Jahresbonus. Die Gesamtkapitalrendite ist definiert als Geschäftsergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit), bereinigt um Sondereffekte, im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Dadurch wird sichergestellt, dass ein Bonus nur bei positivem Geschäftsverlauf verdient wird. Der Jahresbonus wird vom Aufsichtsrat in einem zweistufigen Verfahren festgelegt. Im ersten Schritt wird auf Grundlage der erzielten Gesamtkapitalrendite aus einer im Dienstvertrag vereinbarten Tabelle ein Zielbetrag des Bonus ermittelt. Danach beurteilt der Aufsichtsrat die persönliche Leistung der einzelnen Vorstandsmitglieder im abgelaufenen Geschäftsjahr und setzt den konkreten Bonusbetrag fest. Neben dem an die Gesamtkapitalrendite geknüpften Bonus sehen die bisherigen Vorstandsverträge die Möglichkeit vor, für besondere Leistungen einen Sonderbonus zu gewähren. |
| ― | Optionen auf Aktien der Infineon Technologies AG. Mitglieder des Vorstands konnten bisher aus dem von der Hauptversammlung der Infineon Technologies AG am 16. Februar 2006 beschlossenen Aktienoptionsplan 2006 als variable Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter Aktienoptionen (Bezugsrechte) erhalten. Da der Aktienoptionsplan 2006 am Ende des Geschäftsjahrs 2009 ausgelaufen ist, hat die Hauptversammlung am 11. Februar 2010 einen neuen Aktienoptionsplan 2010 beschlossen, unter dem auch wieder Aktien an Mitglieder des Vorstands ausgegeben werden können. Über die Ausgabe von Bezugsrechten unter dem Aktienoptionsplan 2010 an Mitglieder des Vorstands entscheidet der Aufsichtsrat. Jedes Bezugsrecht gewährt das Recht zum Bezug einer Aktie der Infineon Technologies AG. Der Ausübungspreis für eine neue Aktie entspricht 120 Prozent des durchschnittlichen Aktienpreises während der fünf Handelstage vor dem Ausgabetag der Option. Die ausgegebenen Optionen können nur ausgeübt werden, wenn der Infineon-Aktienkurs sich besser entwickelt als der "Philadelphia Semiconductor Index" (SOX). Hierzu werden zunächst als jeweilige Referenzwerte (100 Prozent) die arithmetischen Durchschnitte der Infineon-Aktienkurse und der Tagesendstände des SOX während eines Dreimonatszeitraums nach der Ausgabe der Bezugsrechte gebildet. Während eines Zeitraumes, der ein Jahr nach Ausgabe der Bezugsrechte beginnt und bis zum Ende ihrer Laufzeit dauert, muss der Infineon-Aktienkurs den SOX (Tagesendstand), gemessen an den jeweiligen Referenzwerten, sodann mindestens einmal an mindestens zehn aufeinander folgenden Handelstagen übertreffen. Einzelheiten unseres Aktienoptionsplans 2010 sind im Anhang zum Konzernabschluss zum Geschäftsjahr 2010 aufgeführt (siehe Anhang Nr. 32) und im Volltext im Internet unter www.infineon.com einsehbar. |
Die im Geschäftsjahr 2010 aktiven Mitglieder des Vorstands erhielten für ihre Tätigkeit eine erfolgsunabhängige fixe Vergütung in Höhe von insgesamt €4.053.593 (Vorjahr: €3.605.108). Angesichts der wirtschaftlichen Situation hatten die Mitglieder des Vorstands im Februar 2009 für das Geschäftsjahr 2009 auf einen Teil ihres Fixgehalts verzichtet (der Vorstandssprecher auf 20 Prozent, die anderen Vorstandsmitglieder auf 10 Prozent); ein erfolgsabhängiger Bonus wurde im Geschäftsjahr 2009 nicht gezahlt. Im Geschäftsjahr 2010 wurde wieder das volle Gehalt gezahlt und die Vorstandsmitglieder haben für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2010 außerdem einen erfolgsabhängigen Bonus in Höhe von jeweils €786.000 (Dr. Schröter €780.000) erhalten. Die Gesamtbarvergütung im Geschäftsjahr 2010 beträgt daher €7.191.593 (Vorjahr: €3.605.108).
Die im Geschäftsjahr 2010 gewährte Gesamtbarvergütung setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen (brutto, ohne gesetzliche Abzüge):
scroll
| in € | Erfolgsunabhängige Vergütung | Variable Vergütung | Gesamtbarvergütung | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vorstandsmitglied | Geschäftsjahr | Auszahlung in Monatsraten | Jährliche Einmalzahlung | Sonstiges1 | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Peter Bauer | 2010 | 700.000 | 700.000 | 40.979 | 786.000 | 2.226.979 |
| (Vorstandsvorsitzender) | 2009 | 700.000 | 420.000 | 35.087 | - | 1.155.087 |
| Prof. Dr. Hermann Eul | 2010 | 450.000 | 450.000 | 13.432 | 786.000 | 1.699.432 |
| 2009 | 450.000 | 360.000 | 13.590 | - | 823.590 | |
| Dr. Reinhard Ploss | 2010 | 350.000 | 350.000 | 10.846 | 786.000 | 1.496.846 |
| 2009 | 350.000 | 280.000 | 10.616 | - | 640.616 | |
| Dr. Marco Schröter2 | 2010 | 458.333 | 500.000 | 30.003 | 780.000 | 1.768.336 |
| (bis 04.08.2010) | 2009 | 500.000 | 400.000 | 85.815 | - | 985.815 |
| Gesamt | 2010 | 1.958.333 | 2.000.000 | 95.260 | 3.138.000 | 7.191.593 |
| 2009 | 2.000.000 | 1.460.000 | 145.108 | - | 3.605.108 |
1 In der Spalte "Sonstiges" aufgeführte Vergütungsbestandteile umfassen grundsätzlich geldwerte Vorteile aus der Bereitstellung von Dienstwagen und Zuschüsse zu Versicherungen.
2 Die jährliche Einmalzahlung in Höhe von €500.000 und der Bonus in Höhe von €780.000 für das Geschäftsjahr 2010 sind Teil der Abschlusszahlung an Herrn Dr. Schröter in Höhe von €1.280.000 gemäß Aufhebungsvereinbarung.
Da der Aktienoptionsplan 2006 am Ende des Geschäftsjahrs 2009 ausgelaufen ist, hat die Hauptversammlung am 11. Februar 2010 einen neuen Aktienoptionsplan 2010 beschlossen. Auf dieser Grundlage hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 22. November 2010 beschlossen, den Vorstandsmitgliedern Aktienoptionen zuzuteilen. Demnach sollen Herr Bauer als Vorstandsvorsitzender 200.000 und die Herren Prof. Dr. Eul und Dr. Ploss jeweils 120.000 Aktienoptionen erhalten. Der Fair Market Value dieser Aktienoptionen ist insbesondere abhängig vom Ausübungspreis, d.h. vom Kurs der Infineon-Aktie an den letzten fünf Börsentagen vor Zuteilung der Aktienoptionen. Die Zuteilung soll für die Mitglieder des Vorstands und die Mitarbeiter der Gesellschaft einheitlich am 16. Dezember 2010 erfolgen. Darüber hinaus halten Herr Bauer noch insgesamt 275.000 und Herr Prof. Dr. Eul noch insgesamt 180.000 Aktienoptionen, die sie in den Vorjahren als Mitglieder des Vorstands aus dem Aktienoptionsplan 2006 und dem Long Term Incentive Plan 2001 erhalten haben; Herr Dr. Ploss hat als Mitglied des Vorstands keine Aktienoptionen erhalten. Die Ausübungspreise für diese Aktienoptionen liegen zwischen €8,20 und €13,30, und sie verfallen spätestens im Februar 2013.
Den aktiven Mitgliedern des Vorstands ist vertraglich ein Festbetrag zur Altersversorgung zugesagt worden, der sich bis zum Erreichen eines Maximalbetrags für jedes volle Geschäftsjahr der Zugehörigkeit zum Vorstand jährlich um €5.000 (im Fall von Herrn Bauer um €10.000) erhöht. Hierfür wurden nach IFRS für die im Geschäftsjahr 2010 aktiven Mitglieder des Vorstands insgesamt €1.165.159 (Vorjahr: €786.292) den Pensionsrückstellungen erfolgswirksam zugeführt. Endet ein Vorstandsmandat, beginnt der Ruhegehaltsanspruch im Regelfall frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres (im Fall von Herrn Bauer mit Vollendung des 60. Lebensjahres), das Ruhegehalt kann aber bei Ausscheiden aus medizinischen Gründen auch früher gezahlt werden. Abweichend hiervon hat Herr Bauer bei Nichterneuerung seiner Bestellung, sofern kein wichtiger Grund zum Widerruf gemäß § 84 Abs. 3 AktG vorlag, auch vor Vollendung des 60. Lebensjahres einen Anspruch auf Ruhegehalt. In jedem Fall einer Ruhegehaltszahlung vor Vollendung des 65. Lebensjahres (im Fall von Herrn Bauer: 60. Lebensjahres) müssen sich die Vorstandsmitglieder jedoch anderweitige Bezüge aus selbstständiger oder unselbstständiger Tätigkeit bis zu maximal der Hälfte des Ruhegehaltsanspruchs anrechnen lassen.
Die folgende Übersicht zeigt den jährlichen Ruhegehaltsanspruch der im Geschäftsjahr 2010 aktiven Vorstandsmitglieder bei Eintritt in den Ruhestand auf Basis der bisher erworbenen Ansprüche:
scroll
| in € Vorstandsmitglied | Ruhegehaltsansprüche (Jahresbezug) bei Eintritt des Pensionsfalls | Maximalbezug | Erfolgswirksame Zuführung zu den Pensionsrückstellungen im Geschäftsjahr 2010 (nach IFRS) |
|---|---|---|---|
| Peter Bauer (Vorstandsvorsitzender) | 300.000 | 400.000 | 282.926 |
| Prof. Dr. Hermann Eul1 | 210.000 | 270.000 | 253.013 |
| Dr. Reinhard Ploss | 180.000 | 210.000 | 200.892 |
| Dr. Marco Schröter (bis 04.08.2010) | 100.000 | 100.000 | 428.328 |
| Gesamt | 790.000 | 980.000 | 1.165.159 |
1 Bei Wechsel zu Intel Ruhegehaltsanspruch in Höhe von €220.000 gemäß Aufhebungsvertrag.
Im Dienstvertrag von Herrn Bauer ist darüber hinaus die Zahlung eines einmaligen Übergangsgelds für den Fall des Übertritts in den Ruhestand oder eines anderweitigen Ausscheidens aus der Gesellschaft vorgesehen. Das Übergangsgeld entspricht einem Jahreseinkommen, das sich aus den letzten zwölf Monatsgrundgehältern sowie einem Betrag in Höhe des Durchschnitts der für die letzten drei Geschäftsjahre vor Beendigung gezahlten Bonusbeträge zusammensetzt. Es besteht kein Anspruch auf Übergangsbezüge bei einer nicht durch die Gesellschaft veranlassten Kündigung durch das Vorstandsmitglied oder wenn für die Gesellschaft ein wichtiger Kündigungsgrund vorliegt.
Die derzeitigen Vorstandsverträge enthalten eine sogenannte Change-of-Control-Klausel: Ein Kontrollwechsel im Sinne dieser Klausel liegt vor, wenn ein Dritter einzeln oder gemeinsam mit einem anderen im Sinne von § 30 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes 30 Prozent der Stimmrechte an der Infineon Technologies AG hält. Bei einem Kontrollwechsel sind die Mitglieder des Vorstands berechtigt, innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach Bekanntwerden des Kontrollwechsels ihr Mandat niederzulegen und ihren Dienstvertrag zu kündigen, wenn ihnen die Ausübung ihres Mandats und die Erfüllung ihres Dienstvertrags unzumutbar geworden sind, zum Beispiel auf Grund einer erheblichen Einschränkung ihres Aufgabenbereichs. In diesem Fall haben die Mitglieder des Vorstands Anspruch auf Fortzahlung des Jahreszieleinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, mindestens jedoch für zwei Jahre. Dabei ist vom Jahreszieleinkommen im Jahr des Ausscheidens auszugehen und die variable Komponente unter Annahme einer Gesamtkapitalrendite von 6 Prozent zu berechnen. Im Fall einer Abberufung und Kündigung durch die Infineon Technologies AG innerhalb von zwölf Monaten nach Bekanntwerden eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf Fortzahlung des Jahreszieleinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit, mindestens jedoch für drei Jahre. Der jeweilige Ruhegehaltsanspruch der Vorstandsmitglieder bleibt bestehen. Diese Rechte der Vorstandsmitglieder für den Fall eines Kontrollwechsels bestehen jedoch nur, soweit die Gesellschaft nicht nach § 84 Abs. 3 AktG zum Widerruf der Bestellung berechtigt wäre.
Herr Dr. Schröter und der Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG haben sich im August 2010 im gegenseitigen Einvernehmen über eine Aufhebung des Dienstvertrages von Herrn Dr. Schröter geeinigt. Zur Abgeltung seiner vertraglichen Ansprüche auf eine jährliche Einmalzahlung in Höhe von €500.000 und auf einen erfolgsabhängigen Jahresbonus für das Geschäftsjahr 2010 in Höhe von €780.000 hat Herr Dr. Schröter eine Abschlusszahlung in Höhe von €1.280.000 erhalten. Darüber hinaus und zur Abgeltung aller zukünftigen Ansprüche aus und im Zusammenhang mit dem Dienstverhältnis wurde mit Herrn Dr. Schröter eine Abfindung in Höhe von insgesamt €3.500.000 vereinbart, die in zwei Raten ausgezahlt wird. Die erste Rate hat Herr Dr. Schröter bereits am Ende des Geschäftsjahrs 2010 erhalten.
Im Rahmen des Verkaufs des Mobilfunkgeschäfts der Infineon Technologies AG an die Intel Corporation wird Herr Prof. Dr. Eul mit dem Abschluss der Transaktion, der voraussichtlich im ersten Kalenderquartal 2011 stattfinden soll, aus dem Vorstand der Gesellschaft ausscheiden und zu Intel wechseln. Die Gesellschaft hat daher mit Herrn Prof. Dr. Eul einen Aufhebungsvertrag geschlossen. Demnach erhält Herr Prof. Dr. Eul einen Zusatzbonus, der bei einer unterstellten fiktiven Gesamtkapitalrendite von 10 Prozent seinem Jahreszieleinkommen bis zum Ende der ursprünglichen Laufzeit seines Dienstvertrages entspricht. Darüber hinaus wird der Aufsichtsrat nach seinem Ermessen bei einem für das Unternehmen besonders günstigen Abschluss der Transaktion Herrn Prof. Dr. Eul einen weiteren Zusatzbonus in Höhe von bis zu €900.000 gewähren. Hinsichtlich seines Anspruchs auf Ruhegehalt wurde mit Herrn Prof. Dr. Eul vereinbart, dass er zahlbar ab Vollendung des 65. Lebensjahres Ruhegehalt in Höhe von jährlich €220.000 erhält. Eine Anrechnung anderweitiger Bezüge findet nicht statt. Die Herrn Prof. Dr. Eul bis zu seinem Ausscheiden gewährten Aktienoptionen bestehen fort, als ob Herr Prof. Dr. Eul noch bis zu ihrem Verfall für das Unternehmen tätig wäre.
Im Übrigen enthalten die Vorstandsverträge für den Fall einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses keine Abfindungszusage.
| ― | Neben den in der Spalte "Sonstiges" aufgeführten Vergütungsbestandteilen erhielten die Mitglieder des Vorstands keine Nebenleistungen. |
| ― | Mitglieder des Vorstands erhalten vom Unternehmen keine Kredite. |
| ― | Die Mitglieder des Vorstands haben im Geschäftsjahr 2010 keine Leistungen von Dritten erhalten, die im Hinblick auf die Tätigkeit als Vorstand zugesagt oder gewährt worden sind. |
| ― | Die Gesellschaft unterhält eine Vermögensschaden-Haftpflicht-Gruppenversicherung für Organmitglieder des Infineon-Konzerns (sog. D&O-Versicherung). Die Versicherung deckt das persönliche Haftungsrisiko für den Fall ab, dass Vorstandsmitglieder bei der Ausübung ihrer Tätigkeit für Vermögensschäden in Anspruch genommen werden. Entsprechend der geltenden Regelung in den Vorstandsdienstverträgen wurde ein Selbstbehalt in Höhe von 25 Prozent des erfolgsunabhängigen Jahresgrundgehalts vorgesehen (Selbstbehalt im Sinne des § 93 Abs. 2 AktG in Verbindung mit § 23 Abs. 1 EGAktG). Nach der Anpassung der geltenden Vorstandsdienstverträge an das neue Vergütungssystem und bei Neuabschluss von Vorstandsverträgen soll jedoch zukünftig entsprechend der gesetzlichen Regelung in § 93 Abs. 2 ein Selbstbehalt von 10 Prozent des Schadens bis zur Höhe des Eineinhalbfachen der jährlichen festen Vergütung des Vorstandsmitglieds gelten. |
| ― | Die Gesellschaft hat mit jedem Vorstandsmitglied eine Erstattungsvereinbarung abgeschlossen. Diese Vereinbarungen sehen vor, dass die Gesellschaft, soweit rechtlich zulässig, alle Kosten und Auslagen erstattet, die von dem jeweiligen Vorstandsmitglied im Zusammenhang mit gerichtlichen, behördlichen, regulatorischen oder parlamentarischen Verfahren und Untersuchungen sowie Schiedsverfahren, an denen das Vorstandsmitglied auf Grund seiner Vorstandstätigkeit für die Gesellschaft beteiligt ist, aufgewendet wurden. Eine Kostenerstattung ist aber insbesondere ausgeschlossen, soweit das Verfahren eine Handlung oder Unterlassung des Erstattungsberechtigten zum Gegenstand hat, mit welcher der Erstattungsberechtigte seine Sorgfaltspflichten als Vorstandsmitglied im Sinne von § 93 Abs. 2 AktG schuldhaft verletzt hat. |
An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2010 Gesamtbezüge (Abfindungen und Versorgungsleistungen) von €3.373.352 (Vorjahr: €1.798.225) ausbezahlt. Hierin enthalten ist die erste Rate der an Herrn Dr. Schröter gezahlten Abfindung in Höhe von €1.750.000. Die Pensionsrückstellungen für frühere Mitglieder des Vorstandes betragen zum 30. September 2010 insgesamt €36.597.097 (Vorjahr: €27.034.008).
Zukünftig sollen die Vorstandsmitglieder als Vergütung für ihre Tätigkeit ein Zieljahreseinkommen erhalten, das sich aus folgenden Bestandteilen zusammensetzt:
| ― | 45 Prozent fixe Vergütung. Diese besteht aus einem fest vereinbarten erfolgsunabhängigen Jahresgrundgehalt, das in zwölf gleichen monatlichen Raten gezahlt wird. |
| ― | 55 Prozent variable, d.h. erfolgsbezogene Vergütung. Diese ist aufgeteilt in drei Komponenten und besteht aus einem Jahresbonus (Short Term Incentive) und einem Mehrjahres-Bonus (Mid Term Incentive) sowie aus einer langfristigen variablen Vergütung (Long Term Incentive). |
Der Short Term Incentive (STI) soll im Einklang mit der kurzfristigen Unternehmensentwicklung die Leistung im zurückliegenden Geschäftsjahr belohnen. Der STI entspricht 20 Prozent der Ziel-Gesamtvergütung. Er wird vom Aufsichtsrat in einem zweistufigen Verfahren festgelegt. Zunächst werden zu Beginn eines jeden Geschäftsjahrs einheitlich für alle Vorstände zwei gleichwertige Zielfunktionen hinsichtlich der maßgeblichen Erfolgsgrößen Free Cash-Flow (FCF) und Return On Capital Employed (ROCE) definiert. Die gleichen Erfolgsgrößen sind grundsätzlich auch für Bonuszahlungen an die Mitarbeiter des Unternehmens maßgeblich. Nach Ablauf des Geschäftsjahrs wird in Abhängigkeit von der Zielerreichung vom Aufsichtsrat der konkrete Bonusbetrag festgesetzt. Ein STI wird nur gezahlt, wenn bei beiden Erfolgsgrößen ein Schwellenwert von mindestens 50 Prozent erreicht wird. Wird auch nur eines der beiden Ziele verfehlt, entfällt eine STI-Zahlung für das betreffende Jahr. Bei Überschreiten dieses Schwellenwertes wird für beide Ziele die konkrete Zielerreichung separat ermittelt. Hieraus ergibt sich der konkrete Auszahlungsbetrag. Es gilt ein Cap von 250 Prozent, es werden also maximal 250 Prozent des Ziel-STI ausgezahlt. Außerdem kann der Aufsichtsrat den jeweiligen Auszahlungsbetrag abhängig von der Leistung des gesamten Vorstands sowie unter Berücksichtigung der Lage des Unternehmens und eventueller Sondereffekte nach seinem billigen Ermessen um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren, wobei das Limit nach unten bei dem sich aus einer 50-prozentigen Zielerreichung ergebenden Auszahlungsbetrag liegt. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat, wie auch bisher, die Möglichkeit, bei besonderen Leistungen einen Zusatzbonus zu gewähren.
Als neue Vergütungskomponente wurde ein Mid Term Incentive (MTI) eingeführt, der in Einklang mit der mittelfristigen Unternehmensentwicklung eine nachhaltige Leistung des Vorstands belohnen soll. Dieser MTI stellt zusammen mit dem Long Term Incentive sicher, dass die variablen Vergütungsbestandteile den neuen aktienrechtlichen Anforderungen einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage genügen. Der MTI entspricht 20 Prozent der Ziel-Gesamtvergütung. Jede Tranche des MTI hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird am Ende der Laufzeit in bar ausgezahlt. Die Zielwerte für ROCE und FCF entsprechen den jährlich vorab für das nächste Jahr des Dreijahreszeitraums festgelegten STI-Zielen. Pro Jahr des jeweiligen Dreijahreszeitraums muss für das ROCE-Ziel und das FCF-Ziel jeweils ein Schwellenwert von 50 Prozent erreicht werden, andernfalls liegt die für den MTI maßgebliche Zielerreichung für beide Zielgrößen für das betreffende Jahr bei null. Bei Überschreiten dieses Schwellenwerts gilt für den MTI des betreffenden Jahres der für den STI ermittelte konkrete Gesamt-Zielerreichungsgrad. Für die Berechnung des nach Ablauf des Dreijahreszeitraums zu zahlenden MTI ist der arithmetische Durchschnitt der drei jährlichen Zielerreichungsgrade zu bilden. Dabei kommt es auch dann zu einer entsprechenden Auszahlung des MTI, wenn der durchschnittliche Zielerreichungsgrad für den Dreijahreszeitraum unter dem Schwellenwert von 50 Prozent liegt. Der Aufsichtsrat kann nach seinem billigen Ermessen abhängig von der Leistung des Gesamtvorstands und unter Berücksichtigung der aktuellen Unternehmenssituation und etwaiger Sondereffekte den Auszahlungsbetrag des MTI um bis zu 50 Prozent erhöhen oder reduzieren, wobei anders als für den STI keine Untergrenze gilt. Außerdem gilt ein Cap von 200 Prozent, das heisst es werden maximal 200 Prozent des Ziel-MTI ausgezahlt.
Für die Geschäftsjahre 2011 und 2012 gilt für die derzeit amtierenden Vorstandsmitglieder Peter Bauer und Dr. Reinhard Ploss im Hinblick auf den MTI eine Übergangsregelung, wonach (i) ein Zielerreichungsgrad von jeweils mindestens 50 Prozent garantiert und (ii) für die Berechnung des MTI am Ende des ersten Jahres die tatsächliche Zielerreichung dieses Jahres, am Ende des zweiten Jahres der Durchschnitt der Zielereichungsgrade der beiden Jahre, mindestens jedoch jeweils 50 Prozent, zugrunde gelegt wird.
Der Long Term Incentive (LTI) soll eine langfristige, nachhaltige Leistung der Vorstandsmitglieder belohnen und einen Einklang mit dem Interesse der Aktionäre an einer positiven Entwicklung des Aktienkurses sicherstellen. Der LTI entspricht 15 Prozent der Ziel-Gesamtvergütung. Solange die Gesellschaft einen Aktienoptionsplan unterhält, in dessen Rahmen ausreichende Möglichkeiten zur Setzung eines langfristigen Leistungsanreizes mittels Aktienoptionen bestehen, soll der Aufsichtsrat den Vorstandsmitgliedern als LTI jährlich eine Tranche von Aktienoptionen zuteilen, die dem auf den LTI entfallenden Anteil am Zieljahreseinkommen entspricht. Maßgeblich für die zuzuteilende Zahl der Optionen ist grundsätzlich deren "fair market value". Beläuft sich der Gewinn aus ausgeübten Aktienoptionen auf mehr als 250 Prozent des auf den LTI des betreffenden Jahres entfallenden Zieljahreseinkommens, so verfallen die Optionen in Höhe des übersteigenden Teils (Cap). Ist die Bereitstellung eines LTI in ausreichender Höhe auf der Basis der bestehenden Aktienoptionspläne nicht möglich, wird der Aufsichtsrat geeignete andere LTI-Instrumente festsetzen.
Die für die derzeit aktiven Mitglieder des Vorstands geltenden Versorgungszusagen bleiben unverändert. Alle neuen Mitglieder des Vorstands sollen jedoch anstelle einer dienstzeitabhängigen Festrentenzusage zukünftig eine beitragsorientierte, fondsbasierte Ruhegehaltszusage erhalten.
Die zukünftige Change-of-Control-Klausel entspricht im Wesentlichen der bisherigen Regelung, gemäß der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 5 DCGK sind die Ansprüche der Vorstandsmitglieder wegen einer etwaigen vorzeitigen Beendigung ihres Dienstvertrages im Fall eines Change-of-Control jedoch begrenzt auf die Fortzahlung des Zieljahreseinkommens bis zum Ende der Laufzeit, maximal jedoch für 36 Monate.
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung der Gesellschaft festgelegt. Sie orientiert sich an der Größe des Unternehmens, an den Aufgaben und der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder sowie an der wirtschaftlichen Lage und Performance der Gesellschaft. Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 11 der Satzung geregelt und enthält zwei Komponenten:
| ― | eine feste jährliche Vergütung in Höhe von €25.000 sowie |
| ― | einen variablen Anteil in Form von jährlich 1.500 Wertsteigerungsrechten, die zu den gleichen Bedingungen ausgegeben werden und ausgeübt werden dürfen, wie sie der im Geschäftsjahr der Ausgabe der Wertsteigerungsrechte für die Gesellschaft geltende, von der Hauptversammlung genehmigte Aktienoptionsplan vorsieht. Diese Wertsteigerungsrechte berechtigen jedoch nicht zum Bezug von Aktien, sondern allein zum Barausgleich. Grundzüge unseres Aktienoptionsplans 2010 sind im Anhang zum Konzernabschluss zum Geschäftsjahr 2010 aufgeführt (siehe Anhang Nr. 32) und im Volltext im Internet unter www.infineon.com einsehbar. |
Bestimmte Funktionen innerhalb des Aufsichtsrats werden zusätzlich vergütet. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält zusätzlich 100 Prozent der festen Vergütung, jeder Stellvertreter und jedes andere Mitglied eines Aufsichtsratsausschusses, mit Ausnahme des Nominierungsausschusses und des Vermittlungsausschusses, zusätzlich 50 Prozent der festen Vergütung.
Mitgliedern des Aufsichtsrats werden zudem sämtliche Auslagen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, sowie die auf ihre Vergütung entfallende Umsatzsteuer ersetzt, soweit sie diese gesondert in Rechnung stellen können und stellen.
Das System der Aufsichtsratvergütung wurde allerdings, wie auch das System der Vorstandsvergütung, überprüft. Der nächsten Hauptversammlung, die voraussichtlich im Februar 2011 stattfinden wird, soll daher vorgeschlagen werden, die Aufsichtsratsvergütung entsprechend anzupassen.
Auf Grund des Rückgangs der Mitarbeiterzahlen wurde der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2010 im Wege eines sogenannten Statusverfahrens von bisher sechzehn auf zwölf Mitglieder verkleinert. Infolgedessen wurden sowohl die Vertreter der Anteilseigner als auch die Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat neu gewählt.
Die Aufsichtsratsvergütung ist im Geschäftsjahr 2010 gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. Da der Aktienoptionsplan 2006 am Ende des Geschäftsjahrs 2009 ausgelaufen ist, hat die Hauptversammlung am 11. Februar 2010 einen neuen Aktienoptionsplan 2010 beschlossen. Auf dieser Grundlage erhalten die Aufsichtsräte im üblichen Zuteilungszeitraum im Dezember 2010 jeweils 1.500 Wertsteigerungsrechte, wie sie der für die Gesellschaft geltende, von der Hauptversammlung genehmigte Aktienoptionsplan 2010 vorsieht.
Die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten zeitanteilig für die Dauer ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2010 die folgende Bruttobarvergütung (hierin nicht enthalten ist die Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent):
scroll
| in € Aufsichtsratsmitglied | Feste Vergütung | Zusätzliche Vergütung für besondere Funktionen | Gesamtvergütung |
|---|---|---|---|
| Max Dietrich Kley (zeitanteilig bis zum 11.02.2010) | 8.333 | 8.333 | 16.666 |
| Wigand Cramer | 25.000 | 12.500 | 37.500 |
| Alfred Eibl | 25.000 | 12.500 | 37.500 |
| Peter Gruber | 25.000 | 8.333 | 33.333 |
| Gerhard Hobbach | 25.000 | 12.500 | 37.500 |
| Hans-Ulrich Holdenried (zeitanteilig ab 11.02.2010) | 16.667 | 8.333 | 25.000 |
| Prof. Dr. Renate Köcher | 25.000 | - | 25.000 |
| Dr. Siegfried Luther (zeitanteilig bis zum 11.02.2010) | 8.333 | 4.167 | 12.500 |
| Manfred Puffer | 25.000 | - | 25.000 |
| Gerd Schmidt | 25.000 | 12.500 | 37.500 |
| Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel | 25.000 | 12.500 | 37.500 |
| Jürgen Scholz (zeitanteilig ab 11.02.2010) | 16.667 | 8.333 | 25.000 |
| Horst Schuler (zeitanteilig bis zum 11.02.2010) | 8.333 | - | 8.333 |
| Kerstin Schulzendorf (zeitanteilig bis zum 11.02.2010) | 8.333 | - | 8.333 |
| Dr. Eckart Sünner | 25.000 | 8.333 | 33.333 |
| Alexander Trüby (zeitanteilig bis zum 11.02.2010) | 8.333 | - | 8.333 |
| Arnaud de Weert (zeitanteilig bis zum 11.02.2010) | 8.333 | 4.167 | 12.500 |
| Prof. Dr.-Ing. Klaus Wucherer | 25.000 | 20.833 | 45.833 |
| Gesamt | 333.332 | 133.332 | 466.664 |
| ― | Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten vom Unternehmen keine Kredite. |
| ― | Die Gesellschaft unterhält eine Vermögensschaden-Haftpflicht-Gruppenversicherung für Organmitglieder des Infineon-Konzerns. Die Versicherung deckt das persönliche Haftungsrisiko für den Fall ab, dass Aufsichtsratsmitglieder bei der Ausübung ihrer Tätigkeit für Vermögensschäden in Anspruch genommen werden. Es wurde ein angemessener Selbstbehalt vereinbart. |
Neubiberg, im November 2010
Der Vorstand
Peter Bauer
Prof. Dr. Hermann Eul
Dr. Reinhard Ploss
Der im Geschäftsjahr 2010 erzielte Jahresüberschuss der Infineon Technologies AG beläuft sich auf €235 Millionen. Nach Entnahmen aus der Kapitalrücklage nach § 272 Absatz 2 Nr. 1 HGB in Höhe von €3.063 Millionen und aus der Kapitalrücklage nach § 272 Absatz 2 Nr. 4 HGB in Höhe von €2.825 Millionen und Verrechnung mit dem Verlustvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von €6.014 Millionen verbleibt ein Bilanzgewinn in Höhe von €109 Millionen.
Zur Verwendung des Bilanzgewinns schlagen wir vor, eine Dividende von €0,10 je Stückaktie (Stück 1.086.742.805) auf das für 2010 dividendenberechtigte Grundkapital von €2.173 Millionen zu zahlen.
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Aufsichtsrat erstattet hiermit Bericht über die Wahrnehmung seiner Aufgaben im Geschäftsjahr 2010. Nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2009 blicken wir auf ein äußerst positives Geschäftsjahr 2010 zurück, in dem es der Gesellschaft gelungen ist, eine Segmentergebnis-Marge von 18,2 Prozent zu erzielen und den Aktionären eine Dividende anzukündigen.
Auch im Geschäftsjahr 2010 hat sich der Aufsichtsrat in vielen Sitzungen (Plenum und Ausschüsse) eingehend mit der Lage des Unternehmens beschäftigt. Er überwachte die Geschäftsführung durch den Vorstand regelmäßig und unterstützte den Vorstand beratend. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die für die Gesellschaft von grundlegender Bedeutung waren, unmittelbar eingebunden. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat im Rahmen der ordentlichen Sitzungen umfassend und zeitnah über die Geschäftsentwicklung, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche sowie über die Finanz- und Investitionsplanung. Die relevanten Themen wurden mit dem Vorstand eingehend erörtert. Außerdem informierte der Vorstand über Vorgänge von besonderer Bedeutung in außerordentlichen Sitzungen sowie auch außerhalb von Sitzungen auf schriftlichem und mündlichem Wege. In der ausführlichen Quartalsberichterstattung an den Aufsichtsrat berichtete der Vorstand unter anderem über die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung einschließlich der Rentabilität der Gesellschaft in dem jeweiligen abgelaufenen Quartal, wesentliche Geschäftsvorfälle, die Risikosituation und wesentliche Rechtsstreitigkeiten.
Zusätzlich zu den Sitzungen ließen sich der Aufsichtsratsvorsitzende, der Vorsitzende des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses und der Vorsitzende bzw. später die Vorsitzende des Strategie- und Technologieausschusses in Einzelgesprächen laufend vom Vorstand über wesentliche Entwicklungen und Entscheidungen im Unternehmen unterrichten.
Im Berichtsjahr fanden vier ordentliche und vier außerordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat im Berichtsjahr an weniger als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats teilgenommen.
Der Vorstand berichtete in zwei ordentlichen und zwei außerordentlichen Sitzungen ausführlich über die beabsichtigte Veräußerung des Geschäftsbereichs Wireless Solutions, der in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 jeweils rund 30 Prozent zu dem Konzernumsatz beigesteuert hat. Bei diesen Sitzungen befasste sich der Aufsichtsrat insbesondere mit den Gründen für die vom Vorstand befürwortete Trennung vom Mobilfunkchip-Geschäft, den unterschiedlichen Transaktionsstrukturen, dem zu erzielenden Kaufpreis, den Auswirkungen auf die Mitarbeiter sowie mit der Strategie und den Perspektiven für das verbleibende Geschäft der Gesellschaft.
Angesichts der besonderen Tragweite der Transaktion für das gesamte Unternehmen beauftragte der Aufsichtsrat die Mitglieder des Strategie- und Technologieausschusses, die Planungen, Entwicklungen in den Verhandlungen und Umsetzungsschritte im Detail mit dem Vorstand zu erörtern. Alle Beratungen des Plenums in dieser Sache wurden durch den Strategie- und Technologieausschuss eingehend vorbereitet. Nach abschließender intensiver Erörterung der Transaktion mit dem Vorstand stimmte der Aufsichtsrat am 25. August 2010 der Veräußerung des Geschäftsbereichs Wireless Solutions an die Intel Corporation zu.
Der Aufsichtsrat unterstützt den Kurs des Vorstands, das Geschäft von Infineon auf die Zukunftsthemen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit auszurichten, die auch nach Ansicht des Aufsichtsrats in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen werden.
Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats bedürfen bestimmte Geschäfte und Maßnahmen, insbesondere die Finanz- und Investitionsplanung, einschließlich des Investitionsbudgets und der Festlegung von Verschuldungsgrenzen der Zustimmung des Aufsichtsrats.
Im Rahmen dieser Zustimmungsvorbehalte erörterte der Aufsichtsrat - zusätzlich zu dem oben genannten Verkauf des Geschäftsbereichs Wireless Solutions - in seinen Sitzungen vom 26. November 2009 und 4. August 2010 die Finanz- und Investitionsplanung einschließlich des Investitionsbudgets für das Geschäftsjahr 2010 unter Zugrundelegung verschiedener Szenarien für die künftige Umsatzentwicklung. Dabei legte er auch eine Verschuldungsgrenze fest.
Der Aufsichtsrat befasste sich detailliert mit den Vorgaben des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex zur Vorstandsvergütung und beauftragte unabhängige externe Vergütungsexperten, das bestehende Vergütungssystem im Hinblick auf seine Vereinbarkeit mit dem VorstAG und den Kodex-Empfehlungen zu prüfen und auf Basis dieser Analyse ein modifiziertes System der Vorstandsvergütung für die Gesellschaft auszuarbeiten. Die Vorschläge der externen Experten wurden in mehreren Sitzungen des Präsidialausschusses ausführlich besprochen und für die Beschlussfassung im Plenum vorbereitet. Die Rahmenparameter des neuen Vergütungssystems wurden in der Sitzung des Aufsichtsrats vom 4. August 2010 eingehend erörtert. In der Sitzung vom 22. November 2010 wurde das neue Vergütungssystem verabschiedet. Zu den Einzelheiten des neuen Vergütungssystems wird auf den Vergütungsbericht verwiesen, der im Geschäftsbericht abgedruckt ist. Das neue Vergütungssystem wird der Hauptversammlung 2011 zur Beschlussfassung vorgelegt werden und soll für alle zukünftigen Vorstandsmitglieder gelten. Die bestehenden Dienstverträge der Vorstandsmitglieder Peter Bauer und Dr. Reinhard Ploss werden an das neue Vergütungssystem angepasst.
Vor dem Hintergrund des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung hatte der Aufsichtsrat im August 2009 beschlossen, die Vergütung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Ziebart zu kürzen. In konstruktiven Verhandlungen mit Herrn Dr. Ziebart konnte eine vergleichsweise Einigung über eine angemessene Kürzung der Gehalts- und Pensionsansprüche von Herrn Dr. Ziebart erzielt werden. Der Aufsichtsrat erörterte den Inhalt dieser Einigung und stimmte dem Abschluss des Vergleichsvertrags zu.
Auch mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dr. Ulrich Schumacher steht eine Einigung über wechselseitige Ansprüche kurz vor dem Abschluss. Die Bedingungen eines möglichen Vergleichs wurden in zwei Sitzungen des Aufsichtsrats eingehend besprochen und werden von diesem befürwortet. Nachdem auch von der Gesellschaft geltend gemachte Schadenersatzansprüche Gegenstand des Vergleichs sind, ist die Zustimmung der Hauptversammlung zum Abschluss des Vergleichs erforderlich.
Im August 2010 schied das Vorstandsmitglied Dr. Marco Schröter aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die künftige Geschäftspolitik des Unternehmens aus dem Vorstand aus. In seiner Sitzung am 4. August hatte sich der Aufsichtsrat ausführlich mit der Situation im Vorstand befasst. Im September 2010 konnte eine einvernehmliche Lösung mit Herrn Dr. Schröter über eine Auflösung seines Dienstvertrags und seine Gehalts- und Pensionsansprüche gefunden werden. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Dr. Schröter für die bei Infineon geleistete Arbeit.
Im Zusammenhang mit der Veräußerung des Mobilfunkchip-Geschäfts an Intel wird das Vorstandsmitglied Prof. Dr. Hermann Eul den Vorsitz der Geschäftsleitung der neu gegründeten Intel Mobile Communications Gesellschaft übernehmen. Der Aufsichtsrat erörterte und beschloss die Bedingungen der Vertragsaufhebung mit Herrn Prof. Dr. Eul. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Prof. Dr. Eul für seine großen Verdienste um das Unternehmen. Er hat den Bereich Wireless Solutions mit hohem persönlichem Engagement aus einer wirtschaftlich schwierigen Ausgangslage heraus so hervorragend entwickelt und positioniert, dass nunmehr ein Kaufpreis von 1,4 Milliarden US-Dollar erzielt werden konnte.
Die oben genannten Angelegenheiten wurden vor einer Beschlussfassung durch das Plenum vom Präsidialausschuss erörtert und vorbereitet.
Der Aufsichtsrat hat sich, wie schon in den Vorjahren, regelmäßig mit den anwendbaren Corporate-Governance-Regelungen und ihrer Umsetzung im Unternehmen auseinandergesetzt. In der Sitzung vom 22. November 2010 erörterte der Aufsichtsrat die von der Regierungskommission im Mai 2010 beschlossenen Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Entsprechend der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat in der Sitzung vom 22. November 2010 auch konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen.
Die Entsprechenserklärung 2009 gemäß §161 Aktiengesetz hat der Aufsichtsrat im November 2009, die Entsprechenserklärung 2010 im November 2010 beschlossen. Die Entsprechenserklärung 2010 wurde am 23. November 2010 auf der Internet-Seite der Gesellschaft veröffentlicht. Dies und weitere Ausführungen zur Corporate Governance des Unternehmens sind im Corporate-Governance-Bericht von Vorstand und Aufsichtsrat gesondert dargestellt.
Einmal jährlich überprüft der Aufsichtsrat die Effizienz seiner Tätigkeit einschließlich der Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Im Geschäftsjahr 2010 wurde erstmals eine Bestandsaufnahme der Aufsichtsratstätigkeit durch einen unabhängigen externen Berater vorgenommen. Der Aufsichtsrat hat mit der Einschaltung des externen Beraters eine Anregung der Aktionäre aufgenommen. Der Berater hat im Zeitraum von Juli bis September 2010 vertrauliche Einzelgespräche mit allen Aufsichtsräten und Vorständen geführt. Auf Grundlage dieser Gespräche wurden die bisherige Arbeit des Aufsichtsrats analysiert und Empfehlungen für die zukünftige Tätigkeit des Gremiums ausgesprochen. Die Ergebnisse der Effizienzprüfung wurden in der Aufsichtsratssitzung am 30. November 2010 präsentiert und diskutiert.
Die Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats legen etwaige Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat unverzüglich offen. Wesentliche Geschäfte zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands oder ihnen nahe stehenden Personen bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Im Geschäftsjahr 2010 sind bei Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats keine Interessenkonflikte aufgetreten.
Der Vorstand hat im Jahr 2009 ein Status verfahren durchgeführt, um den Aufsichtsrat von bisher 16 auf 12 Mitglieder zu verkleinern. Dem Aufsichtsrat gehören daher nun jeweils sechs Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter an.
Die Wahlen der Arbeitnehmervertreter fanden im Dezember 2009 statt. Gewählt wurden die Herren Wigand Cramer, Alfred Eibl, Peter Gruber, Gerhard Hobbach, Jürgen Scholz und Gerd Schmidt. Frau Kerstin Schulzendorf sowie die Herren Horst Schuler und Alexander Trüby gehören dem neuen Aufsichtsrat nicht mehr an.
Die Amtszeit der Anteilseignervertreter endete mit Beendigung der Hauptversammlung 2010. In der Hauptversammlung 2010 wurden als Anteilseignervertreter Frau Prof. Dr. Renate Köcher und Frau Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel sowie die Herren Hans-Ulrich Holdenried, Dr. Manfred Puffer, Dr. Eckart Sünner und Prof. Dr. Klaus Wucherer gewählt. Die Herren Max-Dietrich Kley, Dr. Siegfried Luther und Arnaud de Weert sind aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden.
Die Amtszeit des neuen Aufsichtsrats begann mit Beendigung der Hauptversammlung am 11. Februar 2010 und dauert bis zum Ende der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2013/2014 beschließen wird.
Der Aufsichtsrat dankt allen ausgeschiedenen Mitgliedern für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ein besonderer Dank des Aufsichtsrats gebührt dem langjährigen Vorsitzenden Max-Dietrich Kley, der sich stets mit großem persönlichem Engagement und unternehmerischer Weitsicht für die Belange der Gesellschaft - gerade auch in schwierigen Zeiten - eingesetzt hat.
In der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats am 11. Februar 2010 wurde Herr Prof. Dr. Klaus Wucherer zum Aufsichtsratsvorsitzenden und Herr Gerd Schmidt zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Der Aufsichtsrat bildete die folgenden Ausschüsse: Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG, Präsidialausschuss, Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss, Strategie- und Technologieausschuss sowie den Nominierungsausschuss gemäß der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex.
Der Aufsichtsrat beschloss, alle Aufsichtsratsausschüsse - mit Ausnahme des lediglich von Anteilseignern besetzten Nominierungsausschusses - paritätisch zu besetzen.
Zum Vorsitzenden des Vermittlungs- und des Nominierungsausschusses wurde Herr Prof. Dr. Wucherer gewählt, zum Vorsitzenden des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses Herr Dr. Sünner und zur Vorsitzenden des Strategie- und Technologieausschusses Frau Prof. Dr. Schmitt-Landsiedel. Vorsitzender des Präsidialausschusses ist kraft Geschäftsordnung des Aufsichtsrats der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Prof. Dr. Wucherer.
Herr Prof. Dr. Wucherer wird sein Aufsichtsratsmandat zum Tag der Hauptversammlung 2011 niederlegen. Die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat beschlossen am 22. November 2010, der Hauptversammlung vorzuschlagen, Herrn Wolfgang Mayrhuber als Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat zu wählen. In der gleichen Sitzung wurde Herr Wolfgang Mayrhuber vom gesamten Aufsichtsrat zum Kandidaten für den künftigen Vorsitz des Aufsichtsrats nominiert.
Im Berichtsjahr fanden vier ordentliche und zwei außerordentliche Sitzungen des Investitions», Finanz- und Prüfungsausschusses statt.
Schwerpunkte seiner Tätigkeit waren die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, die Prüfung der Quartalsabschlüsse, die Vorprüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts, die Erörterung des Prüfungsberichts mit dem Abschlussprüfer sowie die Prüfung und Erörterung der Finanz- und Investitionsplanung und der Verschuldungsgrenze. Darüber hinaus befasste sich der Ausschuss unter anderem mit der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems, des Risikomanagementsystems und der Compliance-Organisation der Gesellschaft.
Zu den weiteren Aufgaben des Ausschusses gehörten die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte im Geschäftsjahr 2010 sowie die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Der Ausschuss bereitete den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung für die Wahl des Abschlussprüfers vor und erteilte den Prüfungsauftrag für den Jahres- und Konzernabschluss und die prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten.
Der Abschlussprüfer nahm an allen ordentlichen Sitzungen des Prüfungsausschusses teil und berichtete ausführlich über seine Prüfungstätigkeit.
Der Strategie- und Technologieausschuss kam im Berichtsjahr zu vier ordentlichen Sitzungen und vier außerordentlichen Sitzungen zusammen.
Der geplante Verkauf des Mobilfunkchip-Geschäfts stellte den Schwerpunkt der Ausschussarbeit dar. In zwei ordentlichen und vier außerordentlichen Sitzungen wurde das Projekt eingehend mit dem Vorstand erörtert. Dabei war nicht nur der vom Vorstand befürwortete Ausstieg aus dem Mobilfunkchip-Geschäft Gegenstand der Beratungen im Ausschuss, sondern auch die weiteren Optionen für diesen Geschäftsbereich und die zukünftige Ausrichtung und Strategie für das verbleibende Infineon-Geschäft.
Darüber hinaus beschäftigte sich der Ausschuss auch mit der Fertigungsstrategie der Gesellschaft.
Im Berichtsjahr fanden acht Sitzungen des Präsidialausschusses statt.
Der Ausschuss befasste sich in mehreren Sitzungen ausführlich mit den Vorschlägen der externen Berater zu einem neuen Vorstandsvergütungssystem. Hierbei wurden insbesondere die Angemessenheit der Vergütung, die Vergleichbarkeit mit der Vergütung in anderen Unternehmen und der Struktur der Mitarbeitervergütung, die Ausgestaltung von variablen Vergütungsbestandteilen, aktienbasierte langfristige Vergütungskomponenten und die Altersversorgung des Vorstands eingehend diskutiert und für eine Entscheidung des gesamten Aufsichtsrats vorbereitet.
Der Ausschuss bereitete außerdem die Beschlussfassungen des Aufsichtsrats in den oben genannten Vorstandsangelegenheiten vor und wählte einen externen Berater für die Evaluierung der Arbeit des Aufsichtsrats aus.
Außerdem befasste sich der Ausschuss mit der im Dax-30-Vergleich geringen Vergütung des Aufsichtsrats und beauftragte einen unabhängigen Berater, Vorschläge für die Änderung der Aufsichtsratsvergütung auszuarbeiten. Nach Abstimmung mit dem Aufsichtsratsplenum und dem Vorstand soll die geänderte Aufsichtsratsvergütung der Hauptversammlung 2011 zur Beschlussfassung vorgelegt werden.
Der Ausschuss empfahl dem Aufsichtsratsplenum, den Selbstbehalt in der D&O-Versicherung des Aufsichtsrats anzuheben, um damit einer Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex zu entsprechen.
Der Nominierungsausschuss kam im Berichtsjahr zu vier Sitzungen zusammen.
In seiner Sitzung im Oktober 2009 beriet der Ausschuss über die Kandidaten, die dem Aufsichtsratsplenum für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung 2010 vorgeschlagen wurden.
Nachdem Herr Prof. Dr. Wucherer bereits vor der Hauptversammlung öffentlich angekündigt hatte, dass er sein Aufsichtsratsmandat und den Aufsichtsratsvorsitz nur bis zur Hauptversammlung 2011 ausüben werde, befasste sich der Ausschuss in den weiteren Sitzungen mit dem Prozess zur Auswahl und der konkreten Suche eines geeigneten Nachfolgers. In diesem Zusammenhang erteilte der Ausschuss nach einem sorgfältigen Auswahlprozess einem international operierenden Berater das Mandat zur Unterstützung des Aufsichtsrats bei der Suche nach Kandidaten und legte die einzelnen Schritte bis zur Vorlage eines Wahlvorschlags des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung 2011 fest.
Nach eingehenden Beratungen konnte der Ausschuss dem Aufsichtsrat im November 2010 Herrn Wolfgang Mayrhuber für die Nachfolge von Herrn Prof. Dr. Wucherer als Aufsichtsratsvorsitzenden vorschlagen.
Der gemäß §27 Absatz 3 Mitbestimmungsgesetz gebildete Vermittlungsausschuss hat nicht getagt.
Die Vorsitzenden der Ausschüsse haben das Aufsichtsratsplenum in dessen ordentlichen Sitzungen regelmäßig umfassend über ihre Arbeit informiert.
Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, hat den Jahresabschluss der Infineon Technologies AG und den Konzernabschluss zum 30. September 2010 sowie den zusammengefassten Lagebericht der Infineon Technologies AG und des Infineon-Konzerns geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Außerdem wurde auch der Halbjahresfinanzbericht durch die KPMG einer prüferischen Durchsicht unterzogen.
Allen Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden Mitte November 2010 der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss, der nach IFRS aufgestellte Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht und der Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns vorgelegt.
Die Berichte der KPMG über die Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses sowie des zusammengefassten Lageberichts lagen ebenfalls allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vor und wurden zusammen mit den Abschlussunterlagen selbst zunächst in der Sitzung des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses am 12. November 2010 mit der KPMG intensiv erörtert. Der Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschuss hat beschlossen, dem Aufsichtsrat die Billigung der Abschlüsse vorzuschlagen. Der Vorsitzende des Investitions-, Finanz- und Prüfungsausschusses erläuterte in der Sitzung des Aufsichtsrats am 22. November 2010 die Empfehlungen des Ausschusses. Die Abschlussunterlagen wurden in Gegenwart des Abschlussprüfers ausführlich behandelt und vom Aufsichtsrat insbesondere mit Blick auf die Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit geprüft.
Außerdem berichtete der Vorstand detailliert über Umfang, Schwerpunkte und Kosten der Abschlussprüfung und erläuterte das Risikomanagementsystem. Der zusammengefasste Lagebericht entsprach den Berichten des Vorstands an den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat stimmt den Aussagen zur weiteren Unternehmensentwicklung zu. Der Aufsichtsrat hat den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands, der eine Dividende von 0,10 € je dividendenberechtigte Aktie vorsieht, geprüft und schließt sich diesem an. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen die Abschlüsse und die Prüfung durch den Abschlussprüfer. Der Aufsichtsrat hat dem Ergebnis der Abschlussprüfung am 22. November 2010 seine Zustimmung erteilt und den Jahresabschluss und Konzernabschluss der Infineon Technologies AG und des Infineon-Konzerns gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.
Der Aufsichtsrat dankt den Arbeitnehmervertretungen für die gute Zusammenarbeit und dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren großen Einsatz und ihre exzellente Leistung im vergangenen Geschäftsjahr.
NEUBIBERG, IM NOVEMBER 2010
FÜR DEN AUFSICHTSRAT
PROF. DR. KLAUS WUCHERER, Vorsitzender des Aufsichtsrats
Die Infineon Technologies AG hat seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im November 2009 gemäß § 161 Aktiengesetz jeweils mit folgenden Ausnahmen allen Empfehlungen der Regierungskommission "Deutscher Corporate Governance Kodex" ("DCGK") in der Fassung vom 18. Juni 2009 und seit deren Bekanntmachung im elektronischen Bundesanzeiger am 2. Juli 2010 allen Empfehlungen der Regierungskommission "Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 26. Mai 2010 entsprochen:
| ― | In der D&O-Versicherung wurde für die Mitglieder des Aufsichtsrats kein der gesetzlichen Regelung für Vorstandsmitglieder entsprechender Selbstbehalt vereinbart (Abweichung von Ziffer 3.8 DCGK). Abweichend von der Empfehlung der Ziffer 3.8 DCGK hat die Infineon Technologies AG bisher persönliche Verpflichtungserklärungen der Aufsichtsratsmitglieder eingeholt, wonach sich die Aufsichtsratsmitglieder verpflichten, pro Kalenderjahr einen Selbstbehalt in Höhe von 100 Prozent der ihnen für ihre Tätigkeit als Mitglied des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im jeweiligen Kalenderjahr zustehenden festen Vergütung zu tragen. Der Aufsichtsrat hat jedoch in seiner Sitzung am 22. November 2010 beschlossen, anstelle der bisherigen Selbstverpflichtungserklärungen gemäß der Empfehlung in Ziffer 3.8 Absatz 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex unmittelbar in der D&O Versicherung für die Mitglieder des Aufsichtsrats einen Selbstbehalt in Höhe von 10% des Schadens und bis 150% der jährlichen festen Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder zu vereinbaren. Die laufende Police der D&O Versicherung wird mit Wirkung für das Geschäftsjahr 2011 entsprechend angepasst. |
| ― | In den bisherigen Vorstandsdienstverträgen wurde bei der Ausgestaltung der variablen Vergütungsteile negativen Entwicklungen nur eingeschränkt Rechnung getragen (Abweichung von Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 4 DCGK). Die Empfehlung, bei der Ausgestaltung der variablen Vergütungsteile auch negativen Entwicklungen Rechnung zu tragen, wurde mit der Fassung des DCGK vom 18. Juni 2009 neu in den DCGK eingefügt. Die Vorstandsdienstverträge der Infineon Technologies AG wurden alle vorher abgeschlossen und konnten diese Empfehlung daher noch nicht berücksichtigen. |
| ― | Die Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels (Change of Control) können im Einzelfall 150 Prozent des Abfindungs-Caps übersteigen (Abweichung von Ziffer 4.2.3 Abs. 5 DCGK). Die Vorstandsverträge wurden bereits im Geschäftsjahr 2007 einheitlich um sogenannte Change-of-Control-Klauseln ergänzt, wonach die Vorstandsmitglieder, wenn sie im Rahmen eines Kontrollwechsels ausscheiden, Anspruch auf Fortzahlung des Jahreszieleinkommens bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit haben; dies kann im Einzelfall über die vom DCGK empfohlene Dreijahresgrenze hinausgehen. Im Geschäftsjahr 2010 wurde das Vergütungssystem für den Vorstand der Infineon Technologies AG durch einen unabhängigen externen Vergütungsexperten überprüft. Unter Berücksichtigung des Ergebnisses dieser Überprüfung hat der Aufsichtsrat auf Vorschlag des Präsidialausschusses in seiner Sitzung am 22. November 2010 ein neues Vorstandsvergütungssystem beschlossen, das für alle zukünftigen Vorstandsmitglieder gelten soll. Auch die bestehenden Verträge mit den derzeitigen Vorstandsmitgliedern werden entsprechend angepasst. Zukünftig soll die variable Vergütung des Vorstands gemäß der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 4 DCGK auch negativen Entwicklungen Rechnung tragen und alle Vorstandsdienstverträge werden eine Change-of-Control-Klausel enthalten, die der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 5 DCGK entspricht. Zukünftig wird die Infineon Technologies AG allen Empfehlungen der Regierungskommission "Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 26. Mai 2010 entsprechen. Darüber hinaus hat Infineon alle Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 übernommen. |
Neubiberg, im November 2010
Für den Aufsichtsrat der Infineon Technologies AG
Prof. Dr. Klaus Wucherer, Vorsitzender des Aufsichtsrats
Vorstand der Infineon Technologies AG:
(Vorstandsvorsitzender)
Peter Bauer
Prof. Dr. Hermann Eul
Dr. Reinhard Ploss
Building tools?
Free accounts include 100 API calls/year for testing.
Have a question? We'll get back to you promptly.