Quarterly Report • Sep 29, 2023
Quarterly Report
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Finanzbericht: 33104970

Kurt-Schumacher-Str. 24
53113 Bonn
Tel. +49 (0)228/33 60 72 39
Fax +49 (0)228/31 00 71
www.infas-holding.de
Sitz der Gesellschaft:
53113 Bonn
Vorstand der Gesellschaft:
Dipl.-Soz. Menno Smid (CEO)
Dr. Isabell Nehmeyer-Srocke (CFO)
Vorsitzender des Aufsichtsrats:
Dr. Oliver Krauß
Amtsgericht Bonn
HRB 17379
USt.-Ident.-Nr. DE 155601174
St.Nr. 205/5725/1339
ISIN: DE0006097108
WKN: 609710
Notiert: Geregelter Markt (General Standard) in Frankfurt am Main
Im folgenden Bericht kann es durch mathematische Rundungsdifferenzen zu geringfügigen Abweichungen kommen.
Der infas Konzern besteht zum 30.06.2023 aus der Muttergesellschaft infas Holding Aktiengesellschaft sowie folgenden, in den Konsolidierungskreis einbezogenen Gesellschaften:
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| Gesellschaft | Beteiligungsquote |
|---|---|
| infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH, Bonn | 100 % |
| CATI-LAB GmbH, Bonn | 100 % |
| infas 360 GmbH, Bonn | 100 % |
| infas LT GmbH, Bonn | 100 % |
| infas quo GmbH, Nürnberg | 100 % |
| BNS - Business Network Solutions GmbH, Bonn | 33,33 % |
Die infas 360 GmbH hält einen Anteil i. H. v. 33,33 % an der im August 2016 mit einem Stammkapital i. H. v. 30 T€ gegründeten BNS - Business Network Solutions GmbH, Bonn. Die Gesellschaft wird als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.
Ein Antrag auf Verschmelzung der infas LT GmbH auf die infas 360 GmbH wurde am 22.08.2023 beim Handelsregister gestellt.
Die infas Holding AG als Konzernmuttergesellschaft ist eine reine Holding, ohne eigenes operatives Geschäft. Die Aktien der infas Holding AG sind im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Gesteuert wird der Konzern durch den Vorstand der infas Holding AG.
Der Konzern ist mit seinen Tochtergesellschaften in der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung sowie angrenzenden Bereichen tätig. Die Tochtergesellschaften erzielen ihren Umsatz im Wesentlichen in Deutschland.
Die infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH ist eine unabhängige Forschungs-GmbH, die Forschungs- und Beratungsleistungen für die Wissenschaft, die Politik, einschließlich der Verwaltung, für Unternehmen aller Branchen sowie die EU erbringt. Die CATI-LAB GmbH führt telefonische Befragungen zu wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Themen durch, vorwiegend im Auftrag des infas Instituts. Die infas 360 GmbH fokussiert sich auf eine innovative, datengetriebene Marketingforschung, die auf eine Regionalisierung und Lokalisierung von Zielgruppen und Potenzialen abzielt. Die infas LT GmbH ist im Geschäftsfeld Location Technologies 1 tätig. Die infas quo GmbH ist auf die Analyse von Finanzdienstleistungen spezialisiert und vor allem im Bereich der digitalen Marktforschung aktiv.
Eine hohe Inflation, der andauernde Angriffskrieg auf die Ukraine, die daraus resultierenden geopolitischen Folgen, der fortschreitende Klimawandel sowie der Fachkräftemangel belasten Wirtschaft und Gesellschaft auch in diesem Jahr. Dadurch trübt sich die Wirtschaftslage Deutschlands weiter ein. Das ifo Institut prognostizierte im Juni 2023, dass die Wirtschaft 2023 um 0,4 % schrumpfen und 2024 um 1,5 % wachsen wird. Dies bedeutet eine weitere Verschlechterung gegenüber der Prognose vom März 2023. Damals erwartete das ifo Institut einen Rückgang der Wirtschaft lediglich um 0,1 % für 2023 und danach für 2024 wieder ein Wachstum i. H. v. 1,7 %. Die Inflation der Verbraucherpreise hat sich etwas abgeschwächt und wird aktuell durch das ifo Institut weniger dramatisch geschätzt als zuvor. Für 2023 werden durchschnittlich 5,8 %, für 2024 dann 2,1 % vorausgesagt. Die damit immer noch sehr hohe Inflation reduziert die realen Einkommen und die Kaufkraft. Entsprechend wird erwartet, dass der private Konsum in diesem Jahr preisbereinigt um 1,7 % sinkt und 2024 lediglich um 2,2 % steigt. Die Konsumausgaben des Staates entwickeln sich noch schwächer. 2023 wird mit einem Rückgang um 1,7 % gerechnet, auf den 2024 ein leichter Anstieg um 2,2 % folgt. Immerhin ist die Arbeitslosenquote mit 5,5 % für 2023 weiterhin auf einem niedrigen Niveau. 2
Die Aussagen über die Entwicklung der Gesamtwirtschaft lassen sich in der Regel nicht unmittelbar auf die Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsbranche übertragen. Dennoch stellt der Branchenverband ADM e. V. in seiner Konjunkturprognose im Sommer 2023 fest, dass die Institute die wirtschaftliche Entwicklung "gedämpfter" einschätzen als noch ein halbes Jahr zuvor. 50 % der befragten Institute gehen von einer Stagnation aus (44 % Ende 2022) und 14 % rechnen mit einem Umsatzrückgang (7 % Ende 2023). 3
1 Hiermit ist Software gemeint, die vor allem mit Georeferenzierungen arbeitet und auch im Geomarketing eingesetzt werden kann.
2 Vgl. ifo Konjunkturprognose Sommer 2023, https://www.ifo.de/publikationen/2023/aufsatz-zeitschrift/ifo-konjunktur-prognose-sommer-2023, im Vgl. zur ifo Konjunkturprognose Frühjahr 2023 vom 15.03.2023, https://www.ifo.de/fak-ten/2023-03-15/ifo-konjunkturprognose-fruehjahr-2023-deutsche-wirtschaft-stagniert.
3 Vgl. Pressemitteilung vom 10.08.2022, https://www.adm-ev.de/2023/08/10/sommer-konjunkturumfrage-des-adm-zeigt-gedaempfte-stimmung-bei-den-mitgliedern/.
Der Konzernumsatz ist im ersten Halbjahr 2023 von 17.440 T€ im Vorjahresvergleichszeitraum um 4.243 T€ auf 21.683 T€ stark gestiegen, und zwar um 24,3 %. Dieser Umsatzanstieg entstand im Wesentlichen bei dem infas Institut i. H. v. 4.182 T€. Auch das Segment infas LT entwickelte sich positiv. Der Außenumsatz in diesem Halbjahr wuchs nach 997 T€ im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 1.106 T€. Der Außenumsatz im Segment infas 360 liegt im ersten Halbjahr 2023 mit 786 T€ in etwa auf dem Niveau des Vorjahres i. H. v. 772 T€. Das Segment infas quo erreichte im ersten Halbjahr 2023 einen Außenumsatz von 654 T€, und damit 63 T€ weniger als im Vorjahreszeitraum. Die CATI-LAB machte keine Außenumsätze.
Der Materialaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr von 6.330 T€ auf 9.179 T€ gestiegen. Dieser Zuwachs resultiert aus dem gestiegenen Umsatz, Sondereffekten bei Projektverläufen sowie Preissteigerungen. Der Personalaufwand ist als Folge der höheren Anzahl von Mitarbeitenden sowie aufgrund von Lohnerhöhungen im Vergleich zum Vorjahr von 7.197 T€ auf 9.463 T€ gestiegen.
Die Abschreibungen liegen im ersten Halbjahr 2023 mit 1.290 T€ über dem Vorjahresniveau von 1.049 T€. Dies ist im Wesentlichen auf Investitionen ins Sachanlagevermögen im Laufe des Vorjahres zurückzuführen sowie auf die Anwendung von IFRS 16 in Verbindung mit dem Bezug des neuen Bürogebäudes im April 2022. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Konzerns sind von 1.898 T€ im Vorjahr auf 2.362 T€ gestiegen. Der Zuwachs resultiert vor allem aus der Bildung von Drohverlustrückstellungen i. H. v. 273 T€ sowie höheren Kosten und Mehrkosten, beispielsweise bei der Personalsuche.
Das EBIT liegt mit -465 T€ zum 30.06.2023 deutlich unter dem Niveau von 1.025 T€ im ersten Halbjahr des Vorjahres. Dies ergibt sich im Wesentlichen aus dem gestiegenen Umsatz sowie Sondereffekten bei Projektverläufen und Preissteigerungen im Materialaufwand sowie gestiegenen Personalaufwendungen.
Das Finanzergebnis hat sich von -284 T€ im ersten Halbjahr 2022 auf -348 T€ zum 30.06.2023 verschlechtert.
Das Ergebnis vor Steuern hat sich im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres von 741 T€ auf -813 T€ zum 30.06.2023 verringert.
Das erste Halbjahr 2023 schließt die infas Holding AG mit einem Konzernjahresfehlbetrag i. H. v. -778 T€ (Vorjahr Konzernjahresüberschuss 268 T€) ab.
Das langfristige Vermögen ist von 25.328 T€ zum 31.12.2022 auf 24.335 T€ zum 30.06.2023 leicht gesunken. Dies liegt vor allem an der Abschreibung der Nutzungsrechte, die sich um 930 T€ auf 19.543 T€ zum 30.06.2023 verringert haben, sowie an den latenten Steueransprüchen, die von 1.037 T€ zum 31.12.2022 auf 839 T€ zum 30.06.2023 gesunken sind.
Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich im Vergleich zum 31.12.2022 von 35.982 T€ auf 29.567 T€ verringert. Dies ist insbesondere auf die liquiden Mittel zurückzuführen, die von 28.567 T€ auf 19.316 T€ zum 30.06.2023 gesunken sind, was der normalen Entwicklung im Jahresverlauf entspricht. Im Gegenzug haben sich die vertraglichen Vermögenswerte von 3.317 T€ auf 6.467 T€ erhöht, ebenso wie die sonstigen Vermögenswerte von 300 T€ auf 881 T€.
Das Eigenkapital ist von 11.886 T€ zum 31.12.2022 auf 10.545 T€ zum 30.06.2023 gesunken. Dies ist auf den Rückgang des Konzern-Bilanzergebnisses sowie des kumulierten sonstigen Konzernergebnisses zurückzuführen. Durch die gesunkene Bilanzsumme hat sich die Eigenkapitalquote im Konzern zum 30.06.2023 auf 19,6 % geringfügig verbessert, zum 31.12.2022 betrug sie 19,4 %.
Die langfristigen und kurzfristigen Schulden sind im Vergleich zum 31.12.2022 insgesamt von 49.423 T€ auf 43.358 T€ gesunken. Die langfristigen Schulden verringerten sich von 26.766 T€ zum 31.12.2022 auf 24.656 T€ zum 30.06.2023. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich die Leasingverbindlichkeiten im genannten Zeitraum von 19.377 T€ auf 17.997 T€ und die latenten Steuerschulden von 3.180 T€ auf 2.217 T€ reduzierten. Die kurzfristigen Schulden sind von 22.658 T€ zum 31.12.2022 auf 18.702 T€ zum 30.06.2023 gesunken. Grund hierfür sind vor allem geringere vertragliche Verbindlichkeiten, die im genannten Zeitraum von 12.829 T€ auf 8.765 T€ zurückgingen, sowie die sonstigen Verbindlichkeiten, die von 5.585 T€ auf 3.824 T€ sanken. Im Gegensatz dazu sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 990 T€ auf 1.327 T€ zum 30.06.2023 gestiegen. Dies ist vor allem auf Rechnungen im Materialaufwand zurückzuführen.
Der operative Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit war im ersten Halbjahr 2023 mit 7.576 T€ negativ (Vorjahreszeitraum -10.395 T€).
Die Fähigkeit des Konzerns, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, war zu jedem Zeitpunkt gegeben.
Die infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2023 bei einem Gesamtumsatz i. H. v.19.430 T€ (Vorjahr 15.073 T€) ein EBIT von 372 T€ (Vorjahr 1.741 T€). In erster Linie haben ein überproportionaler Anstieg des Materialaufwands sowie Steigerungen im Personalaufwand das Ergebnis im ersten Halbjahr belastet. Auch die Bildung von Drohverlusten spielte eine Rolle, wenn auch in geringem Umfang. Der Materialaufwand wird durch das Projektgeschäft bestimmt. Je nach der vorrangig gewählten Befragungsart in den Projekten können sich Kostenverläufe im Jahr stark verändern. Aktuell werden viele Projekte mit persönlicher Befragung durchgeführt, die im ersten Halbjahr 2022 coronabedingt fast gar nicht stattfinden konnten. Persönliche Befragungen sind kostenintensiver und die Projekte verzeichnen in der Regel eine tendenziell spätere Gewinnrealisierung. Da diese Projekte jedoch in ihrer Bewertung rentabel sind, wird sich das Ergebnis im Verlauf des Jahres 2023 noch deutlich verbessern.
Positiv und zugleich herausfordernd ist, dass das offene Auftragsvolumen weiterhin auf einem unverändert hohen Niveau liegt. Durch die große Individualität der Projekte ist eine gleichartige Auslastung schwer realisierbar, sodass fortwährend Anpassungen im Geschäftsbetrieb des Instituts notwendig werden, um den unverändert hohen Projektstand abzuarbeiten.
Die CATI-LAB erwirtschaftete lediglich Innenumsätze i. H. v. 2.423 T€, was dem Plan für das erste Halbjahr entspricht. Die Aufwendungen liegen derzeit noch etwas unter dem Plan, was zu dem positiven EBIT i. H. v. 362 T€ führt. Es ist davon auszugehen, dass sich das im Verlauf des Jahres nivelliert.
Der Gesamtumsatz von infas 360 lag zum 30.06.2023 bei 1.189 T€ (Vorjahr 1.006 T€). Das entspricht einem Anstieg von 18,2 %, womit infas 360 ihren Wachstumskurs weiter unterstreicht. Das EBIT lag mit -371 T€ (Vorjahr -222 T€) etwas schlechter als im ersten Halbjahr 2022. Dies ist auf gestiegene Personalkosten und eine Abschreibung auf Forderungen i. H. v. 73 T€ zurückzuführen. Aufgrund der positiven Umsatzentwicklung kann dennoch davon ausgegangen werden, dass infas 360 zum Jahresende einen positiven Ergebnisbeitrag liefert.
Der Gesamtumsatz von infas LT lag zum 30.06.2023 bei 1.151 T€ (Vorjahr 1.039 T€), was einem soliden Wachstum i. H. v. 10,8 % entspricht. Damit hat sich die infas LT nach der Coronakrise abschließend rehabilitiert. Allerdings sind auch die Fremdleistungen gestiegen, sodass das EBIT noch negativ ist und -32 T€ (Vorjahr 61 T€) ausweist. Bis zum Jahresende darf dennoch mit einem positiven Ergebnisbeitrag gerechnet werden.
Im ersten Halbjahr 2023 erreichte infas quo einen Gesamtumsatz i. H. v. 700 T€ gegenüber 717 T€ im ersten Halbjahr 2022. Das entspricht einem Rückgang von -2,4 %. Der Grund hierfür sind personelle Engpässe, die mit Einstellungen im ersten Halbjahr überwunden sein sollten. Positiv zu bewerten ist, dass die Kosten weitgehend stabil gehalten werden konnten. Das EBIT sank von -91 T€ im Vorjahr auf -106 T€, was im Wesentlichen auf eine erhöhte Urlaubsrückstellung zurückzuführen ist. Insofern wird auch hier von einem positiven Ergebnisbeitrag zum Jahresende ausgegangen.
Der infas Konzern sieht sein Geschäftsfeld in der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung sowie angrenzenden Bereichen. Der Konzern verfolgt konsequent die Geschäftsstrategie, auf Basis einer exzellenten Dienstleistung und höchster Qualitätsmaßstäbe in einer immer unübersichtlicheren Welt der präferierte Partner für die Markt-, Meinungs- und Sozialforschung zu sein, die sich um gesicherte, evidenzbasierte Aussagen bemüht. Diesem Ziel widmet sich der infas Konzern mit hoher Kompetenz und Akribie.
Das Kerngeschäft der infas Gruppe liegt mit dem infas Institut in der Meinungs- und Sozialforschung. Zugleich sieht sich der Konzern mit den anderen Tochtergesellschaften als Pionier moderner Markt- und Marketingforschung. Das hohe Innovationspotenzial, das in den Leistungen der "kleinen" Tochtergesellschaften liegt, befruchtet den Konzern insgesamt und sorgt dafür, dass sich die infas Gruppe kontinuierlich weiterentwickelt und Service für Kundinnen und Kunden bietet, der auf dem aktuellsten Stand ist.
Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (pro Kopf) im Konzern lag zum Stichtag 30.06.2023 bei 484 (Vorjahr 242). Der Anstieg ist insbesondere auf die Festanstellung der vormals freiberuflich tätigen Telefoninterviewerinnen und -interviewer zurückzuführen. Der Personalaufwand stieg von 7.197 T€ im ersten Halbjahr des Vorjahres auf 9.463 T€ zum 30.06.2023.
Die angesprochene Strategie der infas Holding ist bisher aufgegangen: Die infas Gruppe zeigt seit Jahren ein kontinuierliches Wachstum, eine attraktive Rendite und eine sehr gesunde Finanzierungs- und Liquiditätsstruktur. Sowohl Coronakrise als auch die aktuellen geopolitischen Spannungen wirkten sich bisher kaum auf den Konzern aus. Das verdeutlicht, wie krisensicher das Geschäftsmodell der infas Gruppe ist. Dennoch muss anerkannt werden, dass das verlangsamte Wirtschaftswachstum, die Kostensteigerungen und der Fachkräftemangel auch im infas Konzern sichtbar werden.
Die daraus resultierenden wesentlichen Risiken sind insofern unverkennbar: Unmittelbar ergeben sich daraus Kostensteigerungen. Zudem führen die erheblichen Unsicherheiten in Wirtschaft und Gesellschaft zu einer höheren Veränderungsdynamik. So erwarten Kundinnen und Kunden eine größere Agilität in den Projekten, um auf sich schnell ändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können. In der Marktforschung zeigt sich diese Tendenz bereits seit Jahren und wird durch die aktuellen Gegebenheiten weiter forciert. In der Sozialforschung sind diese Tendenzen nun ebenfalls verstärkt zu beobachten. Darüber hinaus erschwert es der allgemeine Fachkräftemangel, die vorgenannten Risiken zu verringern. Es vollzieht sich ein Generationenwandel, der die Unternehmen auch mit anderen Erwartungen der Belegschaft konfrontiert.
Gleichzeitig ergeben sich aus diesen Veränderungen auch Chancen: Neue Themen entstehen, die Dienstleistungen der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung bedürfen. Gerade die Sozialforschung ist in Krisen eine wichtige Ansprechpartnerin, weil Politik und Verwaltung mit Transparenz und Klarheit über die genauen Entwicklungen in einer Krise informiert werden müssen, um ihre Entscheidungen zu fundieren. Die Marktforschung wird dynamischer, weil die rasanten Marktentwicklungen in den Unternehmen einen Veränderungsdruck auslösen. Damit die Unternehmen hierauf mit den richtigen Entscheidungen reagieren können, müssen sich die Marktforschungsinstitute an die neuen Anforderungen anpassen. Den gleichzeitig entstehenden Kostendruck werden vor allem diejenigen Institute weniger spüren, die sich stetig durch Innovationen in der methodischen Marktforschung sowie der technischen Unterstützung hervortun. Die infas Gruppe hat es in der Vergangenheit ausgezeichnet verstanden, Innovationen hervorzubringen, die zu Stabilisierung und Ausbau ihrer Marktposition beigetragen haben. Dieser Pfad wird weiter beschritten, um auch in den aktuell herausfordernden Zeiten den bisherigen, sehr erfolgreichen Kurs fortzusetzen.
Im Geschäftsbericht 2022 haben wir für 2023 erläutert, dass wir mit einem Konzernumsatz zwischen 46 und 52 Mio. € rechnen. Das EBIT im Konzern soll voraussichtlich oberhalb von 3,7 Mio. € liegen, sodass die Umsatzrendite mindestens 7,5 % betragen wird. 4 Der zum 30.06.2023 erwirtschaftete Umsatz i. H. v. 21.683 T€ lässt erwarten, dass die Umsatzprognose für das Gesamtgeschäftsjahr 2023 erreicht wird. Das EBIT im Konzern wird für das Geschäftsjahr 2023 voraussichtlich mindestens 2,9 Mio. € betragen. Ob es wie ursprünglich prognostiziert auch über 3,7 Mio. € liegen wird, hängt maßgeblich davon ab, in welchem Umfang der hohe Auftragsbestand im infas Institut noch im laufenden Geschäftsjahr abgearbeitet werden kann. Sollte es zu Verschiebungen nach 2024 kommen, besteht das Risiko, dass das EBIT im Geschäftsjahr 2023 entsprechend geringer ausfällt.
Die in die Zukunft gerichteten Aussagen und Planzahlen im vorliegenden Dokument basieren auf Annahmen und unterliegen unvorhersehbaren Risiken. Soweit sich diese Annahmen der Gesellschaft als unzutreffend herausstellen sollten oder sich andere unvorhersehbare Risiken ergeben, ist nicht auszuschließen, dass die tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von den in diesem Dokument dargestellten, zukunftsgerichteten Aussagen und Planzahlen abweicht.
4 Siehe Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2022 im Geschäftsbericht 2022, Seite 33.
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| 30.06.2023 | 30.06.2022 | |
|---|---|---|
| € | € | |
| --- | --- | --- |
| Langfristige Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 336.693,35 | 588.253,93 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 1.389.794,83 | 1.389.794,83 |
| Sachanlagen | 2.001.055,97 | 1.686.741,67 |
| Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen | 58.310,53 | 103.265,54 |
| Sonstige Finanzanlagen | 100.000,00 | 1,00 |
| Latente Steueransprüche | 838.898,04 | 1.605.036,86 |
| Sonstige Vermögenswerte | 68.209,00 | 114.925,72 |
| Nutzungsrechte | 19.542.504,01 | 20.487.438,17 |
| Langfristige Vermögenswerte gesamt | 24.335.465,73 | 25.975.457,72 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| Vorräte | 18.499,60 | 26.051,06 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 2.583.178,07 | 1.626.872,57 |
| Vertragliche Vermögenswerte | 6.467.086,45 | 6.236.357,55 |
| Ertragsteuerforderungen | 301.144,44 | 1.766.611,60 |
| Sonstige Vermögenswerte | 881.283,24 | 176.511,72 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 19.316.307,56 | 17.862.442,98 |
| Kurzfristige Vermögenswerte gesamt | 29.567.499,36 | 27.694.847,48 |
| 53.902.965,09 | 53.670.305,20 |
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| 30.06.2023 | 30.06.2022 | |
|---|---|---|
| € | € | |
| --- | --- | --- |
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 9.000.000,00 | 9.000.000,00 |
| Gesetzliche Rücklage | 403.394,34 | 365.732,48 |
| Eigenkapitalminderung infolge vollständiger Anteilsübernahme | -4.002.480,65 | -4.002.480,65 |
| Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis | -668.165,06 | -722.494,97 |
| Konzern-Bilanzgewinn | 5.812.038,21 | 5.821.421,10 |
| Eigenkapital gesamt | 10.544.786,84 | 10.462.177,96 |
| Langfristige Schulden | ||
| Rückstellungen für Pensionen | 4.442.017,00 | 4.435.264,00 |
| Latente Steuerschulden | 2.217.217,73 | 2.913.547,13 |
| Leasingverbindlichkeiten | 17.997.118,13 | 18.904.565,88 |
| Langfristige Schulden gesamt | 24.656.352,86 | 26.253.377,01 |
| Kurzfristige Schulden | ||
| Ertragsteuerschulden | 622.573,68 | 0,00 |
| Sonstige Rückstellungen | 2.065.713,72 | 1.734.704,80 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.326.775,25 | 185.422,06 |
| Vertragliche Verbindlichkeiten | 8.765.065,02 | 7.959.261,18 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 3.823.538,51 | 5.313.503,35 |
| Leasingverbindlichkeiten | 2.098.159,21 | 1.761.858,84 |
| Kurzfristige Schulden gesamt | 18.701.825,39 | 16.954.750,23 |
| 53.902.965,09 | 53.670.305,20 |
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| 30.06.2023 | 30.06.2022 | ||
|---|---|---|---|
| € | € | € | |
| --- | --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse | 21.683.322,24 | 17.440.472,49 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 145.344,18 | 58.078,56 | |
| Materialaufwand/Aufwendungen für bezogene Leistungen | -9.178.807,62 | -6.329.660,59 | |
| Personalaufwand | -9.462.526,21 | -7.197.358,29 | |
| Abschreibungen | -1.289.945,12 | -1.048.640,86 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -2.362.305,02 | -1.898.244,47 | |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) | -464.917,55 | 1.024.646,84 | |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 98.171,59 | 14.464,41 | |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -445.988,01 | -298.243,04 | |
| Finanzergebnis | -347.816,42 | -283.778,63 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | -812.733,97 | 740.868,21 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 34.274,40 | -472.461,52 | |
| Konzernjahresfehlbetrag (Vorjahr Konzernjahresüberschuss) | -778.459,57 | 268.406,69 | |
| Ergebnis je Aktie | -0,09 | 0,03 |
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| 30.06.2023 | 30.06.2022 | |
|---|---|---|
| € | € | |
| --- | --- | --- |
| Konzernjahresfehlbetrag (Vorjahr Konzernjahresüberschuss) | -778.459,57 | 268.406,69 |
| Posten, die zukünftig nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden | ||
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen | -168.355,16 | 1.815.232,86 |
| Latente Steuereffekte | 55.557,20 | -599.026,84 |
| Sonstiges Konzernergebnis | -112.797,96 | 1.216.206,02 |
| Konzerngesamtergebnis | -891.257,53 | 1.484.612,71 |
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| 30.06.2023 | 30.06.2022 | |
|---|---|---|
| € | € | |
| --- | --- | --- |
| Periodenergebnis | -778.459,57 | 268.406,69 |
| Abschreibungen | 1.289.945,12 | 1.048.640,86 |
| Erhöhung/Verminderung der Rückstellungen | -422.582,72 | -6.499.914,95 |
| Zinsaufwendungen/Zinserträge | 92.388,88 | 297.624,41 |
| Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Vermögenswerte | -735.189,66 | -506.485,77 |
| Veränderung vertragliche Vermögenswerte | -3.150.220,92 | -2.270.259,93 |
| Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Verbindlichkeiten | -770.728,17 | -1.062.369,68 |
| Veränderung vertragliche Verbindlichkeiten | -4.064.021,27 | -1.600.903,02 |
| Gezahlte Ertragsteuern | 962.482,23 | -70.171,90 |
| Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit | -7.576.386,08 | -10.395.433,29 |
| Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten | 0,00 | -16.547,42 |
| Auszahlungen für den Erwerb von langfristigen Vermögenswerten | -449.906,25 | -1.394.026,53 |
| Auszahlungen für den Erwerb von Genossenschaftsanteilen | -100.000,00 | 0,00 |
| Erhaltene Zinsen | 0,00 | 0,00 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -549.906,25 | -1.410.573,95 |
| Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | -673.492,34 | -694.260,88 |
| Gezahlte Dividenden | -450.000,00 | 0,00 |
| Gezahlte Zinsen | -940,88 | -71.692,64 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -1.124.433,22 | -765.953,52 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | -9.250.725,55 | -12.571.960,76 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 28.567.033,11 | 30.434.403,74 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 19.316.307,56 | 17.862.442,98 |
| Der Finanzmittelfonds beinhaltet nur die liquiden Mittel und stimmt mit den entsprechenden Bilanzposten überein. |
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| 30.06.2023 | Gezeichnetes Kapital | Gewinnrücklagen Gesetzliche Rücklage | Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis | Eigenkapitalminderung infolge vollständiger Anteilsübernahme | Konzern-Bilanzgewinn | Konzern-Eigenkapital |
|---|---|---|---|---|---|---|
| € | € | € | € | € | € | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand 01.01.2023 | 9.000.000,00 | 403.394,34 | -555.367,10 | -4.002.480,65 | 7.040.497,78 | 11.886.044,37 |
| Dividende für das Vorjahr | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | -450.000,00 | -450.000,00 |
| Konzerngesamtergebnis 01.01. - 30.06.2023 | 0,00 | 0,00 | -112.797,96 | 0,00 | -778.459,57 | -891.257,53 |
| Einstellung in die gesetzliche Rücklage | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| Stand 30.06.2023 | 9.000.000,00 | 403.394,34 | -668.165,06 | -4.002.480,65 | 5.812.038,21 | 10.544.786,84 |
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| 30.06.2022 | Gezeichnetes Kapital | Gewinnrücklagen Gesetzliche Rücklage | Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis | Eigenkapitalminderung infolge vollständiger Anteilsübernahme | Konzern-Bilanzgewinn | Konzern-Eigenkapital |
|---|---|---|---|---|---|---|
| € | € | € | € | € | € | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand 01.01.2022 | 9.000.000,00 | 365.732,48 | -1.938.700,99 | -4.002.480,65 | 5.553.014,41 | 8.977.565,25 |
| Dividende für das Vorjahr | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Konzerngesamtergebnis 01.01. - 30.06.2022 | 0,00 | 0,00 | 1.216.206,02 | 0,00 | 268.406,69 | 1.484.612,71 |
| Einstellung in die gesetzliche Rücklage | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| Stand 30.06.2022 | 9.000.000,00 | 365.732,48 | -722.494,97 | -4.002.480,65 | 5.821.421,10 | 10.462.177,96 |
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| 30.06.2023 | Holding | infas Institut | CATI | infas 360 | infas LT | infas quo |
|---|---|---|---|---|---|---|
| T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Außenumsatz | 0 | 19.136 | 0 | 786 | 1.106 | 654 |
| Konzerninterner Umsatz | 11 | 294 | 2.423 | 403 | 45 | 46 |
| Umsatz gesamt | 11 | 19.430 | 2.423 | 1.189 | 1.151 | 700 |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) | -661 | 372 | 362 | -371 | -32 | -106 |
| Mitarbeitende (FTE Jahresdurchschnitt) | 1 | 164 | 120 | 22 | 19 | 12 |
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| 30.06.2023 | Konsolidierung | Konzern |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Außenumsatz | 0 | 21.682 |
| Konzerninterner Umsatz | -3.222 | 0 |
| Umsatz gesamt | -3.222 | 21.682 |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) | 67 | -369 |
| Mitarbeitende (FTE Jahresdurchschnitt) | 0 | 338 |
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| 30.06.2022 | Holding | infas Institut | CATI | infas 360 | infas LT | infas quo |
|---|---|---|---|---|---|---|
| T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Außenumsatz | 0 | 14.954 | 0 | 772 | 997 | 717 |
| Konzerninterner Umsatz | 11 | 119 | 0 | 234 | 42 | 0 |
| Umsatz gesamt | 11 | 15.073 | 0 | 1.006 | 1.039 | 717 |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) | -464 | 1.741 | 0 | -222 | 61 | -91 |
| Mitarbeitende (FTE Jahresdurchschnitt) | 1 | 159 | 0 | 18 | 19 | 11 |
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| 30.06.2022 | Konsolidierung | Konzern |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Außenumsatz | 0 | 17.440 |
| Konzerninterner Umsatz | -406 | 0 |
| Umsatz gesamt | -406 | 17.440 |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) | 0 | 1.025 |
| Mitarbeitende (FTE Jahresdurchschnitt) | 0 | 208 |
Der Halbjahresfinanzbericht der infas Holding Aktiengesellschaft zum 30.06.2023 wurde entsprechend dem Konzernabschluss zum 31.12.2022 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. In diesem Zwischenabschluss wurden grundsätzlich dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Berechnungsmethoden angewandt wie im Konzernabschluss zum 31.12.2022. Eine detaillierte Beschreibung der angewandten Methoden ist im Konzernanhang 2022 enthalten.
Änderungen durch Standards und Interpretationen, die durch die EU übernommen wurden und ab dem 01.01.2023 verpflichtend anzuwenden sind, gab es nicht.
Die im Bericht enthaltene Konzern-Bilanz zum 30.06.2023, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzern-Kapitalflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung (jeweils für die ersten sechs Monate 2023 und 2022) wurden keiner Prüfung nach § 317 HGB unterzogen und sind in Verbindung mit dem Konzernabschluss des Jahres 2022 zu lesen.
Der Halbjahresfinanzbericht ist in Euro aufgestellt.
Aufgrund der Beherrschung durch die Muttergesellschaft, infas Holding AG, werden die Unternehmen nach IFRS 10 in den Konzernabschluss einbezogen.
Die infas Holding AG erlangt die Beherrschung, wenn sie Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus ihrer Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann.
Der Konsolidierungskreis zum 30.06.2023 umfasst insofern folgende inländische Tochtergesellschaften:
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| Anteil am Kapital | |
|---|---|
| infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH, Bonn | 100 % |
| CATI-LAB GmbH, Bonn | 100 % |
| infas 360 GmbH, Bonn | 100 % |
| infas LT GmbH, Bonn | 100 % |
| infas quo GmbH, Nürnberg | 100 % |
Die infas 360 GmbH hält einen Anteil i. H. v. 33,33 % an der im August 2016 mit einem Stammkapital i. H. v. 30 T€ gegründeten BNS - Business Network Solutions GmbH, Bonn. Die Gesellschaft wird als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.
Im ersten Halbjahr 2023 wurden Investitionen i. H. v. 395 T€ in Betriebs- und Geschäftsausstattung getätigt, was sich in der Bilanzposition "Sachanlagen" widerspiegelt. Diese Investitionen wurden u. a. aufgrund des Umzugs der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH in ein neues Bürogebäude in Bonn nötig.
Darüber hinaus waren in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres keine Geschäftsvorfälle mit erheblichen Auswirkungen zu verzeichnen.
In der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien dargestellt.
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| Bewertung nach IFRS 9 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Buchwert It. Bilanz 30.06.2023 | (Fortgeführte) Anschaffungskosten | Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral | Beizulegender Zeitwert 30.06.2023 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 68 | 68 | 68 | ||
| Fortgeführte Anschaffungskosten | 68 | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 2.583 | 2.583 | 2.583 | ||
| Fortgeführte Anschaffungskosten | 2.583 | ||||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 662 | 662 | 662 | ||
| Fortgeführte Anschaffungskosten | 662 | ||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 19.316 | 19.316 | 19.316 | ||
| Fortgeführte Anschaffungskosten | 19.316 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.327 | 1.327 | 1.327 | ||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 1.327 | ||||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 3.318 | 3.318 | 3.318 | ||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 3.318 |
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| Bewertung nach IFRS 9 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Buchwert lt. Bilanz 30.06.2022 | (Fortgeführte) Anschaffungskosten | Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam | Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral | Beizulegender Zeitwert 30.06.2022 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 115 | 115 | 115 | ||
| Fortgeführte Anschaffungskosten | 115 | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.627 | 1.627 | 1.627 | ||
| Fortgeführte Anschaffungskosten | 1.627 | ||||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 122 | 122 | 122 | ||
| Fortgeführte Anschaffungskosten | 122 | ||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 17.862 | 17.862 | 17.862 | ||
| Fortgeführte Anschaffungskosten | 17.862 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 185 | 185 | 185 | ||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 185 | ||||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 4.778 | 4.778 | 4.778 | ||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 4.778 |
Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert ebenfalls dem beizulegenden Zeitwert.
Die infas Holding AG ist mittelbar über die Tochtergesellschaft infas 360 GmbH zu 33,33 % an der BNS - Business Network Solutions GmbH, Bonn, beteiligt. Zum Stichtag lagen keine Informationen zu den Ergebnissen der Business Network Solutions GmbH, Bonn, vor, sodass die Anteile an der At-Equity-Beteiligung zum 30.06.2023 unverändert angesetzt wurden.
Das Finanzergebnis im ersten Halbjahr 2023 hat sich von -284 T€ im Vorjahreszeitraum auf -348 T€ verringert. Die Zinserträge liegen mit 98 T€ über dem Vorjahresvergleichswert von 14 T€. Die Zinsaufwendungen liegen mit 446 T€ über dem Vorjahresvergleichswert von 298 T€.
Ertragsteuern werden in der Berichtsperiode auf Grundlage der besten Schätzung des gewichteten durchschnittlichen jährlichen Ertragsteuersatzes erfasst, der für das Gesamtjahr pro Gesellschaft erwartet wird.
Auf die Erläuterungen im Konzernanhang 2022 zum Ansatz und zur Ermittlung der aktiven und passiven latenten Steuern wird verwiesen.
Im Halbjahresfinanzbericht zum 30.06.2023 sind versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionsverpflichtungen i. H. v. -168 T€ (Vorjahr 1.815 T€) im sonstigen Ergebnis berücksichtigt worden. Die latenten Steuern aus der Erfassung dieser Gewinne im sonstigen Ergebnis betragen 56 T€ (Vorjahr -599 T€) und führen zu einem negativen sonstigen Konzernergebnis i. H. v. 113 T€ (positives Ergebnis des Vorjahres 1.216 T€).
In der Berichtsperiode haben sich keine hier anzuführenden Sachverhalte ergeben.
Die Geschäfte des Unternehmens werden durch Herrn Dipl.-Soz. Menno Smid (CEO) und Frau Dr. Isabell Nehmeyer-Srocke (CFO) geführt.
Der Vorstand versichert nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf, einschließlich des Geschäftsergebnisses, und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
-Der Vorstand-
Bonn, im September 2023
infas Holding Aktiengesellschaft
Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf bestimmten Annahmen und Erwartungen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts. Sie sind daher mit Risiken und Ungewissheiten verbunden, und die tatsächlichen Ergebnisse können erheblich von den in den zukunftsgerichteten Aussagen beschriebenen Prognosen abweichen. Eine Vielzahl dieser Risiken und Ungewissheiten wird von Faktoren bestimmt, die nicht dem Einfluss der infas Holding AG unterliegen und heute auch nicht sicher abgeschätzt werden können. Dazu zählen zukünftige Marktbedingungen und wirtschaftliche Entwicklungen, das Verhalten anderer Marktteilnehmer, das Erreichen erwarteter Synergieeffekte sowie gesetzliche, juristische und politische Entscheidungen. Die infas Holding AG sieht sich auch nicht dazu verpflichtet, Berichtigungen dieser zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, um Ereignisse oder Umstände widerzuspiegeln, die nach dem Veröffentlichungsdatum eingetreten sind.
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