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infas Holding AG

Interim / Quarterly Report Sep 27, 2022

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Interim / Quarterly Report

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Finanzbericht: 31208576

infas Holding Aktiengesellschaft

Bonn

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022

Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2022

Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 2022

Kurt-Schumacher-Str. 24

53113 Bonn

Tel. +49 (0)228/​33 60 72 39

Fax +49 (0)228/​31 00 71

www.infas-holding.de

Sitz der Gesellschaft:

53113 Bonn

Vorstand der Gesellschaft:

Dipl.-Soz. Menno Smid (CEO)

Dr. Isabell Nehmeyer-Srocke (CFO)

Vorsitzender des Aufsichtsrats:

Dr. Oliver Krauß

Amtsgericht Bonn

HRB 17379

USt.-Ident.-Nr. DE 155601174

St.Nr. 205/​5725/​1339

ISIN: DE0006097108

WKN: 609710

Notiert: Geregelter Markt (General Standard) in Frankfurt am Main

1 Der Konzern infas Holding Aktiengesellschaft

Der infas Konzern besteht zum 30.06.2022 aus der Muttergesellschaft infas Holding Aktiengesellschaft sowie folgenden, in den Konsolidierungskreis einbezogenen Gesellschaften:

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Gesellschaft Beteiligungsquote
infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH, Bonn 100 %
infas 360 GmbH, Bonn 100 %
infas LT GmbH, Bonn 100 %
infas quo GmbH, Nürnberg 100 %
BNS - Business Network Solutions GmbH, Bonn 33,33 %

Die infas 360 GmbH hält einen Anteil i.H.v. 33,33 % an der im August 2016 mit einem Stammkapital i.H.v. 30 T€ gegründeten BNS - Business Network Solutions GmbH, Bonn. Die Gesellschaft wird als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.

Die Lutum + Tappert DV-Beratung GmbH wurde im Juni 2022 in infas LT GmbH umfirmiert und zum 27.06.2022 entsprechend ins Handelsregister eingetragen.

Die CATI-LAB GmbH, in der die Tätigkeit der Telefoninterviewerinnen und -interviewer gebündelt ist, wurde als 100%ige Tochtergesellschaft der infas Holding AG neu gegründet und zum 07.07.2022 ins Handelsregister eingetragen. Sie ist insofern in dieser Aufstellung noch nicht enthalten.

Die infas Holding AG als Konzernmuttergesellschaft ist ausschließlich als Management- und Finanzholding des infas Konzerns tätig und erzielt keine Umsatzerlöse. Die Aktien der infas Holding AG sind im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Gesteuert wird der Konzern durch den Vorstand der infas Holding AG.

Der Konzern ist mit seinen Tochtergesellschaften im Bereich Markt-, Meinungs- und Sozialforschung sowie angrenzenden Bereichen tätig. Die Tochtergesellschaften erzielen ihren Umsatz im Wesentlichen im Deutschland.

Die infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH erbringt Forschungs- und Beratungsleistungen mit dem Schwerpunkt Meinungs- und Sozialforschung. Die infas 360 GmbH ist auf dem Gebiet der Marketingforschung tätig. Die infas LT GmbH betätigt sich auf dem Gebiet des Geomarketings. Die infas quo GmbH betreibt Marktforschung.

2 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, die Anfang des Jahres immer noch durch die Auswirkungen der Coronakrise geprägt war, verschärfte sich im Verlauf des ersten Halbjahres durch den Krieg in der Ukraine. Die Folgen aus beiden Ereignissen sind verehrend: Lieferengpässe, steigende Preise, die Angst vor Energieknappheit und einer weitergehenden Spaltung der Gesellschaft. Das ifo Institut prognostiziert, dass die Wirtschaft 2022 noch um 1,6 % wachsen und 2023 um 0,3 % schrumpfen wird. Die Prognose aus März 2022 sah ein Wachstum i.H.v. 3,1 % für 2022 und 3,3 % für 2023 vor. Die Inflation der Verbraucherpreise wird für 2022 auf durchschnittlich 8,1 % geschätzt, für 2023 auf 9,3 %. Das reduziert die realen Einkommen und die Kaufkraft. Hinsichtlich des privaten Konsums wird erwartet, dass dieser in diesem Jahr preisbereinigt um 4,0 % steigt, 2023 um 1,9 % sinkt. Immerhin bleibt die Arbeitslosenquote niedrig, was aber auch auf den zunehmenden Fachkräftemangel hinweist. 1

Die Aussagen über die Entwicklung der Gesamtwirtschaft lassen sich zwar in der Regel nicht unmittelbar auf die Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsbranche übertragen, dennoch berichtet der Branchenverband ADM e.V. auf Basis seiner Konjunkturprognose im Sommer 2022, dass die Institute die wirtschaftliche Entwicklung verhaltener einschätzen als noch ein halbes Jahr zuvor. 2

3 Wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung

3.1 Ertragslage

Der Konzernumsatz ist im ersten Halbjahr 2022 von 17.221 T€ im Vorjahresvergleichszeitraum um 219 T€ auf 17.440 T€, und damit um 1,3 %, leicht gestiegen. Dieser Umsatzanstieg ist im Wesentlichen bei der infas 360 i.H.v. 199 T€ entstanden. Auch das Segment infas LT entwickelte sich positiv. Der Umsatz in diesem Halbjahr wuchs nach 951 T€ im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 997 T€. Der Umsatz im Segment infas Institut liegt im ersten Halbjahr 2022 mit 14.954 T€ in etwa auf dem Niveau des Vorjahres i.H.v. 14.946 T€. Das Segment infas quo erreichte im ersten Halbjahr 2022 einen Umsatz von 717 T€ und damit 35 T€ weniger als im Vorjahreszeitraum.

Der Materialaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 7.375 T€ auf 6.330 T€ verringert. Der Personalaufwand ist als Folge der höheren Mitarbeiteranzahl im Vergleich zum Vorjahr von 6.610 T€ auf 7.197 T€ gestiegen.

Die Abschreibungen liegen im ersten Halbjahr 2022 mit 1.049 T€ über dem Vorjahresniveau von 908 T€. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Konzerns sind von 1.179 T€ im Vorjahr auf 1.898 T€ gestiegen. Beide Positionen sind im Wesentlichen durch den Umzug in das neue Bürogebäude geprägt.

1 Vgl. ifo Konjunkturprognose vom 12.09.2022, https:/​/​www.ifo.de/​fakten/​2022-09-12/​ifo-konjunkturprognose-herbst-2022-inflation-wuergt-privaten-konsum-ab-deutsche, im Vgl. zur ifo Konjunkturprognose vom 23.03.2022 https:/​/​www.ifo.de/​fakten/​2022-03-23/​ifo-konjunkturprognose-fruehjahr-2022-folgen-des-russisch-ukrainischen-krieges.

2 Vgl. Pressemitteilung vom 08.08.2022, https:/​/​www.adm-ev.de/​2022/​08/​08/​adm-konjunkturprognose-sommer-2022-konjunkturerwartung-der-institute-verhaltener-als-noch-vor-einem-halben-jahr/​.

Das EBIT liegt mit 1.025 T€ zum 30.06.2022 unter dem Niveau von 1.261 T€ im ersten Halbjahr des Vorjahres. Dies ergibt sich im Wesentlichen aus Kostensteigerungen.

Das Finanzergebnis hat sich von -86 T€ im ersten Halbjahr 2021 auf -284 T€ zum 30.06.2022 deutlich verschlechtert.

Das Ergebnis vor Steuern hat sich im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres von 1.175 T€ auf 741 T€ zum 30.06.2022 verringert.

Das erste Halbjahr 2022 schließt die infas Holding AG mit einem Konzernjahresüberschuss i.H.v. 268 T€ (Vorjahr 675 T€) ab.

3.2 Vermögens- und Finanzlage

Das langfristige Vermögen hat sich von 5.655 T€ zum 31.12.2021 auf 25.975 T€ zum 30.06.2022 stark erhöht, insbesondere durch den Mietvertrag des neuen Gebäudes, der im Rahmen der Anwendung von IFRS 16 aktiviert wurde, und Investitionen in Sachanlagen. Im Gegenzug haben sich die latenten Steueransprüche von 2.104 T€ zum 31.12.2021 auf 1.605 T€ zum 30.06.2022 verringert.

Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich im Vergleich zum 31.12.2021 von 37.009 T€ auf 27.695 T€ deutlich verringert. Dies ist insbesondere auf die von 30.434 T€ auf 17.862 T€ zum 30.06.2022 gesunkenen liquiden Mittel zurückzuführen, was der normalen Entwicklung im Jahresverlauf entspricht. Im Gegenzug dazu haben sich die vertraglichen Vermögenswerte von 3.966 T€ auf 6.236 T€ sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 194 T€ auf 1.627 T€ erhöht.

Das Eigenkapital hat sich von 8.978 T€ zum 31.12.2021 auf 10.462 T€ zum 30.06.2022 erhöht. Dies ist auf die positive Veränderung des Konzernbilanzgewinns und ein verbessertes kumuliertes sonstiges Konzernergebnis zurückzuführen. Durch die gestiegene Bilanzsumme hat sich die Eigenkapitalquote im Konzern zum 30.06.2022 auf 19,5 % geringfügig verschlechtert (31.12.2021: 21,0 %).

Die langfristigen und kurzfristigen Schulden sind im Vergleich zum 31.12.2021 insgesamt von 33.686 T€ auf 43.208 T€ gestiegen. Die langfristigen Schulden sind von 8.630 T€ zum 31.12.2021 auf 26.253 T€ zum 30.06.2022 gestiegen, was im Wesentlichen aus der Erhöhung der Leasingverbindlichkeiten auf 18.905 T€ resultiert. Im Gegenzug sind die Rückstellungen für Pensionen von 6.227 T€ auf 4.435 T€ gesunken, was auf das veränderte Zinsniveau zurückzuführen ist. Der Rückgang der kurzfristigen Schulden von 25.056 T€ zum 31.12.2021 auf 16.955 T€ zum 30.06.2022 ergibt sich größtenteils aus dem Rückgang der sonstigen Rückstellungen von 8.032 T€ auf 1.735 T€. Dies ist auf die Beilegung des Rechtsstreits mit der Deutsche Rentenversicherung Bund zurückzuführen. Zudem sanken die vertraglichen Verbindlichkeiten von 9.560 T€ auf 7.959 T€ sowie die sonstigen Verbindlichkeiten von 5.998 T€ zum 31.12.2021 auf 5.314 T€ zum 30.06.2022.

Der operative Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit war im ersten Halbjahr 2022 mit 10.395 T€ negativ (Vorjahreszeitraum -7.105 T€).

Die Fähigkeit des Konzerns, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, war zu jedem Zeitpunkt gegeben.

4 Entwicklung der Segmente

Segment Meinungs- und Sozialforschung: infas Institut

Die infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2022 bei einem Umsatz i.H.v. 14.954 T€ (Vorjahr 14.946 T€) ein EBIT von 1.741 T€ (Vorjahr 2.140 T€). Steigerungen der Personal- und Raumkosten haben das Ergebnis belastet. Dazu kommt, dass das Jahr 2021 auch deshalb eines der erfolgreichsten Jahre des Instituts war, weil an die Coronakrise angepasste, vor allem günstigere digitale Erhebungsmethoden angewandt wurden. 2022 muss beobachtet werden, dass viele Auftraggeber wieder zurück zu den alten, kostenintensiveren Methoden zurückkehren. Zudem wurde zum Ende des Vorjahres eine Reihe von bedeutenden Projekten abgeschlossen, so dass sowohl die volle Umsatz- als auch die Ergebnisrealisierung ins alte Jahr fielen. Viele neue Projekte des ersten Halbjahres 2022 sind insofern noch in der Anfangsphase des Projektablaufs, was bilanziell zu einer verhältnismäßig geringeren Umsatz- und Ergebnisrealisierung führt. Dazu kam, dass das Jahr mit einer weiteren Coronawelle begann, was den üblichen schwachen Jahresstart auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr verschob. Das führt zu einer Ballung von Projekten in der Jahresmitte und zweiten Jahreshälfte, was die Kapazitäten des Instituts auf eine harte Probe stellt. Positiv ist, dass weitere Projekte akquiriert werden konnten, so dass das offene Auftragsvolumen weiterhin auf einem unverändert hohen Niveau liegt. Herausfordernd gestaltet sich dabei allerdings die Abarbeitung, weil sich in diesem Jahr - wie zuvor erläutert -leider abermals keine Gleichverteilung der Projekte über das Kalenderjahr zeigt. Die Ausgliederung der Telefoninterviewerinnen und -interviewer, an der im ersten Halbjahr intensiv gearbeitet wurde, um die regulatorischen Anforderungen umzusetzen, ist dabei eine weitere Belastung des operativen Geschäfts. Immerhin konnte dieses Projekt Anfang Juli durch Gründung der CATI-LAB GmbH erfolgreich vollzogen werden, was für das zweite Halbjahr entlastend wirken wird. Insgesamt erscheint es realistisch, dass der Plan für das Jahr 2022 noch erreicht wird.

Segment Marketingforschung: infas 360

Der Umsatz von infas 360 liegt zum 30.06.2022 bei 772 T€ (Vorjahr 573 T€). Das ist ein Wachstum von 34,7 %, womit infas 360 ihren Wachstumskurs weiter unterstreicht. Das EBIT lag mit -222 T€ (Vorjahr -240 T€) leicht besser als im ersten Halbjahr 2021. Der Ausblick auf das Gesamtjahr 2022 ist insofern optimistisch. Es wird mit einem höheren Umsatz als im Vorjahr und einem positiven EBIT gerechnet. Allerdings gestaltet sich das Jahr 2022 auch für infas 360 herausfordernd, weil es infas 360 als kleine Gesellschaft nur schwer gelingt, den Bedarf an Fachkräften zu decken. Die Konkurrenz um die begehrten Data Scientists wird spürbar härter, was sowohl für das Produktgeschäft, das aus ständig wachsenden Datenmengen resultiert, als auch für das beratungsgetriebene Projektgeschäft eine ständige Gefahr darstellt.

Segment Geomarketing: infas LT

Nachdem 2021 für die infas LT durch die Coronakrise negativ belastet war, schließt das erste Halbjahr 2022 mit einem soliden Zwischenergebnis. Der Umsatz betrug 997 T€ (Vorjahr 951 T€), was einem leichten Wachstum i.H.v. 4,8 % entspricht. Dies unterstreicht zum einen die Tendenz, dass die Unternehmen - zumindest teilweise - wieder zu alten Vertriebsstrukturen zurückkehren und sich damit die Nachfrage nach den Produkten von infas LT stabilisiert (Neukundengeschäft). Zum anderen konnte das Angebot für die Kunden durch Leistungen der infas 360 erfolgreich ausgebaut werden. Entsprechend entwickelt sich das EBIT sehr positiv und verzeichnet mit 61 T€ (Vorjahr 35 T€) einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 74,3 %. Auch das offene Auftragsvolumen bis Jahresende erlaubt einen positiven Ausblick auf die zweite Jahreshälfte.

Segment Marktforschung: infas quo

Im ersten Halbjahr 2022 erreichte infas quo einen Umsatz i.H.v. 717 T€ gegenüber 752 T€ im ersten Halbjahr 2021. Das entspricht einem Rückgang von 4,7 %. Es scheint, dass sich die Unsicherheiten über die zukünftige gesamtwirtschaftliche Entwicklung bereits in der Auftragsvergabe von Marktforschungsprojekten widerspiegeln. Entsprechend entwickelt sich das EBIT wenig vorteilhaft und betrug -91 T€ (Vorjahr 53 T€), was einen deutlichen Rückgang bedeutet. Trotzdem kann angenommen werden, dass das Vorjahr noch überboten werden kann, was sich durch Arbeiten an Projektangeboten und neuen Tools erkennen lässt.

5 Geschäftsstrategie

Die allgemeine Geschäftsstrategie beinhaltet, dass nach wie vor kontinuierlich die angebotene Dienstleistung durch Innovationen und neue Ideen weiterentwickelt und perfektioniert wird. Dabei ist die Wirtschaftlichkeit im Blick zu behalten, weil es allgemein einen hohen Kostendruck gibt, welcher der Branche auch zu schaffen macht. Nicht umsonst und unabhängig von der Coronakrise hat die Branche der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung seit 2012 keine Wachstumsimpulse setzen können. Nicht zuletzt deshalb ist der Markt auch in Bewegung geraten und die Konsolidierungstendenzen sind überdeutlich. Die infas Holding AG konzentriert sich in dieser Situation auf lukrative Marktsegmente der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung, die eine Dienstleistung erwarten, die nicht jeder Anbieter leisten kann. So können wir uns als einen modernen wissensintensiven Informationsdienstleister als Alternative zu den Global Playern der Branche positionieren.

6 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (pro Kopf) im Konzern betrug zum Stichtag 30.06.2022 242 (Vorjahr 213). Der Personalaufwand stieg von 6.610 T€ im ersten Halbjahr des Vorjahres auf 7.197 T€ zum 30.06.2022.

7 Chancen und Risiken

Die angesprochene Strategie der infas Holding ist bisher aufgegangen: Die infas Gruppe zeigt seit Jahren ein kontinuierliches Wachstum, eine attraktive Rendite und eine sehr gesunde Finanzierungs- und Liquiditätsstruktur. Insbesondere die Coronakrise zeigte zudem, wie krisensicher das Geschäftsmodell der infas Gruppe ist. Dennoch muss anerkannt werden, dass mit dem Ausbruch von COVID-19 eine gesamtwirtschaftliche Periode der Stabilität und des Wachstums zu einem Ende gekommen zu sein scheint. Die Coronakrise ist immer noch nicht vollständig überwunden, parallel wird Europa in einen Krieg verwickelt und die gesamtwirtschaftlichen Indikatoren wie Wachstum, Inflation, Entwicklungen an den Kapitalmärkten sowie offensichtliche Anzeichen des Klimawandels weisen darauf hin, dass eine neue Zeit anbricht. All dem wird sich auch die Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsbranche, und damit auch die infas Gruppe, nicht entziehen können.

Die daraus für das Geschäft der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung resultierenden wesentlichen Risiken sind insofern unverkennbar: Unmittelbar resultieren daraus Kostensteigerungen. Zudem führen die erheblichen Unsicherheiten in Wirtschaft und Gesellschaft zu einer höheren Veränderungsdynamik, die seitens der Kundinnen und Kunden in der Erwartung einer größeren Agilität in den Projekten mündet, um auf sich schnell ändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können. In der Marktforschung gilt das in dieser Tendenz bereits seit Jahren, wird durch die aktuellen Begebenheiten aber weiter forciert. In der Sozialforschung sind diese Tendenzen nun ebenfalls verstärkt zu beobachten. Darüber hinaus macht es der allgemeine Fachkräftemangel schwer, die vorgenannten Risiken zu mitigieren. Es vollzieht sich ein Generationenwandel, der die Unternehmen auch mit geänderten Erwartungen der Belegschaft konfrontiert.

Gleichzeitig entwickeln sich daraus auch Chancen: Neue Themen entstehen, die Dienstleistungen der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung bedürfen. Gerade die Sozialforschung profitiert von jeder Krise, weil Politik und Verwaltung mit Transparenz und Klarheit über die genauen Entwicklungen einer Krise informiert werden müssen, um ihre Entscheidungen zu fundieren. Die Marktforschung wird dynamischer, weil die schneller verändernden Marktentwicklungen in den Unternehmen einen Veränderungsdruck auslösen. Um daraus die richtigen Entscheidungen abzuleiten, ändern sich die Anforderungen an die Marktforschungsinstitute. Den gleichzeitig entstehenden Kostendruck werden vor allem die Institute weniger spüren, die sich stetig durch Innovationen in der methodischen Marktforschung sowie der technischen Unterstützung hervortun. Die infas Gruppe hat es in der Vergangenheit hervorragend verstanden, Innovationen hervorzubringen, die zu Stabilisierung und Ausbau ihrer Marktposition beigetragen haben. Dieser Pfad wird weiter beschritten, um auch in den aktuell herausfordernden Zeiten den bisherigen sehr erfolgreichen Kurs fortzusetzen.

8 Ausblick

Die geschilderten Entwicklungen in den jeweiligen Gesellschaften des Konzerns lassen es als realistisch erscheinen, dass die im Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr 2021 abgegebene Prognose noch erreicht werden kann. Wie bereits im Geschäftsbericht dargestellt, wird ein Umsatz zwischen 41 bis 47 Mio. € angestrebt, was zu einem EBIT führt, das mit 2.947 T€ leicht oberhalb des EBIT vor Beginn der Pandemie im Jahr 2019 liegt. 3 Diese Einschätzung erweist sich nach wie vor als erreichbar, wenn auch im Lichte dargestellter Ergebnisse des ersten Halbjahres als herausfordernd.

Die in die Zukunft gerichteten Aussagen und Planzahlen im vorliegenden Dokument basieren auf Annahmen und unterliegen unvorhersehbaren Risiken. Soweit sich diese Annahmen der Gesellschaft als unzutreffend herausstellen sollten oder sich andere unvorhersehbare Risiken ergeben, ist nicht auszuschließen, dass die tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von den in diesem Dokument dargestellten, zukunftsgerichteten Aussagen und Planzahlen abweicht.

3 Siehe Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2021, Seite 34f.

Konzernbilanz zum 30. Juni 2022

Aktiva

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30.06.2022 31.12.2021
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Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 588.253,93 694.634,77
Geschäfts- oder Firmenwert 1.389.794,83 1.389.794,83
Sachanlagen 1.686.741,67 466.833,50
Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen 103.265,54 103.265,54
Sonstige Finanzanlagen 1,00 1,00
Latente Steueransprüche 1.605.036,86 2.104.367,51
Sonstige Vermögenswerte 114.925,72 114.925,72
Nutzungsrechte 20.487.438,17 781.197,36
Langfristige Vermögenswerte gesamt 25.975.457,72 5.655.020,23
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 26.051,06 17.918,06
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.626.872,57 194.051,33
Vertragliche Vermögenswerte 6.236.357,55 3.966.097,62
Ertragsteuerforderungen 1.766.611,60 1.285.399,97
Sonstige Vermögenswerte 176.511,72 1.110.980,19
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 17.862.442,98 30.434.403,74
Kurzfristige Vermögenswerte gesamt 27.694.847,48 37.008.850,91
53.670.305,20 42.663.871,14

Passiva

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30.06.2022 31.12.2021
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Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 9.000.000,00 9.000.000,00
Gesetzliche Rücklage 365.732,48 365.732,48
Eigenkapitalminderung infolge vollständiger Anteilsübernahme -4.002.480,65 -4.002.480,65
Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis -722.494,97 -1.938.700,99
Konzernbilanzgewinn 5.821.421,10 5.553.014,41
Eigenkapital gesamt 10.462.177,96 8.977.565,25
Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen 4.435.264,00 6.227.450,27
Latente Steuerschulden 2.913.547,13 2.402.811,21
Leasingverbindlichkeiten 18.904.565,88 0,00
Langfristige Schulden gesamt 26.253.377,01 8.630.261,48
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 1.734.704,80 8.031.734,57
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 185.422,06 563.247,71
Vertragliche Verbindlichkeiten 7.959.261,18 9.560.164,20
Sonstige Verbindlichkeiten 5.313.503,35 5.998.047,38
Leasingverbindlichkeiten 1.761.858,84 902.850,55
Kurzfristige Schulden gesamt 16.954.750,23 25.056.044,41
53.670.305,20 42.663.871,14

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Periode vom 1. Januar 2022 bis 30. Juni 2022

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30.06.2022 30.06.2021
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Umsatzerlöse 17.440.472,49 17.221.382,85
Sonstige betriebliche Erträge 58.078,56 112.686,93
Materialaufwand/​Aufwendungen für bezogene Leistungen -6.329.660,59 -7.375.110,15
Personalaufwand -7.197.358,29 -6.610.273,58
Abschreibungen -1.048.640,86 -908.387,86
Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.898.244,47 -1.179.049,20
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) 1.024.646,84 1.261.248,99
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 14.464,41 125,67
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -298.243,04 -86.051,85
Finanzergebnis -283.778,63 -85.926,18
Ergebnis vor Ertragsteuern 740.868,21 1.175.322,81
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -472.461,52 -500.496,43
Konzernjahresüberschuss 268.406,69 674.826,38
Ergebnis je Aktie 0,03 0,07

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Periode vom 1. Januar 2021 bis 30. Juni 2022

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30.06.2022 30.06.2021
--- --- ---
Konzernergebnis 268.406,69 674.826,38
Posten, die zukünftig nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen 1.815.232,86 -557.733,79
Latente Steuereffekte -599.026,84 184.052,15
Sonstiges Konzernergebnis 1.216.206,02 -373.681,64
Konzerngesamtergebnis 1.484.612,71 301.144,74

Konzern-Kapitalflussrechnung

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30.06.2022 30.06.2021
--- --- ---
Periodenergebnis vor Steuern 268.406,69 1.175.322,81
Abschreibungen 1.048.640,86 908.387,86
Erhöhung/​Verminderung der Rückstellungen -6.499.914,95 -75.640,96
Zinsaufwendungen/​Zinserträge 297.624,41 53.494,18
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Vermögenswerte -506.485,77 -159.208,25
Veränderung vertragliche Vermögenswerte -2.270.259,93 -4.733.755,26
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Verbindlichkeiten -1.062.369,68 -636.253,85
Veränderung vertragliche Verbindlichkeiten -1.600.903,02 -3.604.731,23
Gezahlte Ertragsteuern -70.171,90 -33.050,27
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit -10.395.433,29 -7.105.434,97
Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten -16.547,42 -14.345,80
Auszahlungen für den Erwerb von langfristigen Vermögenswerten -1.394.026,53 -304.617,75
Erhaltene Zinsen 0,00 125,67
Cashflow aus Investitionstätigkeit -1.410.573,95 -318.837,88
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -694.260,88 -650.320,38
Gezahlte Zinsen -71.692,64 -53.619,85
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -765.953,52 -703.940,23
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -12.571.960,76 -8.128.213,08
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 30.434.403,74 23.025.345,23
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 17.862.442,98 14.897.132,15
Der Finanzmittelfonds beinhaltet nur die liquiden Mittel und stimmt mit den entsprechenden Bilanzposten überein.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

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30.06.2022 Gezeichnetes Kapital Gewinnrücklagen Gesetzliche Rücklage Eigenkapitalminderung aus sonstigem Konzernergebnis Eigenkapitalminderung infolge vollständiger Anteilsübernahme Konzern-Bilanzgewinn Konzern-Eigenkapital
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Stand 01.01.2022 9.000.000,00 365.732,48 -1.938.700,99 -4.002.480,65 5.553.014,41 8.977.565,25
Dividende für das Vorjahr 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Erwerb eigener Anteile 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Konzerngesamtergebnis 01.01. - 30.06.2022 0,00 0,00 1.216.206,02 0,00 268.406,69 1.484.612,71
Einstellung in die gesetzliche Rücklage 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand 30.06.2022 9.000.000,00 365.732,48 -722.494,97 -4.002.480,65 5.821.421,10 10.462.177,96

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30.06.2021 Gezeichnetes Kapital Gewinnrücklagen Gesetzliche Rücklage Eigenkapitalminderung aus sonstigem Konzernergebnis Eigenkapitalminderung infolge vollständiger Anteilsübernahme Konzern-Bilanzgewinn Konzern-Eigenkapital
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Stand 01.01.2021 9.000.000,00 365.732,48 -2.468.986,51 -4.002.480,65 6.021.910,62 8.916.175,94
Dividende für das Vorjahr 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Erwerb eigener Anteile 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Konzerngesamtergebnis 01.01. - 30.06.2021 0,00 0,00 373.681,64 0,00 674.826,38 1.048.508,02
Einstellung in die gesetzliche Rücklage 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand 30.06.2021 9.000.000,00 365.732,48 -2.095.304,87 -4.002.480,65 6.696.737,00 9.964.683,96

Konzern-Segmentberichterstattung

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30.06.2022 infas Institut infas 360 infas LT infas quo Holding Konsolidierung
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Außenumsatz 14.954 772 997 717 0 0
Konzerninterner Umsatz 119 234 42 0 11 -406
Umsatz gesamt 15.073 1.006 1.039 717 11 -406
Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern (EBIT) 1.741 -222 61 -91 -464 0
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) 159 18 19 11 1 0

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30.06.2022 Konzern
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Außenumsatz 17.440
Konzerninterner Umsatz 0
Umsatz gesamt 17.440
Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern (EBIT) 1.025
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) 208

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30.06.2021 infas Institut infas 360 infas LT infas quo Holding Konsolidierung
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Außenumsatz 14.946 573 951 752 0 0
Konzerninterner Umsatz 210 367 20 12 11 -620
Umsatz gesamt 15.156 940 971 764 11 -620
Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern (EBIT) 2.140 -240 35 53 -727 0
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) 138 21 16 11 1 0

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30.06.2021 Konzern
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Außenumsatz 17.222
Konzerninterner Umsatz 0
Umsatz gesamt 17.222
Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern (EBIT) 1.261
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) 187

Konzernanhang zum 30. Juni 2022

1 Grundlagen

Der Halbjahresfinanzbericht der infas Holding Aktiengesellschaft zum 30.06.2022 wurde entsprechend dem Konzernabschluss zum 31.12.2021 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. In diesem Zwischenabschluss wurden grundsätzlich die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Berechnungsmethoden angewandt wie im Konzernabschluss zum 31.12.2021. Eine detaillierte Beschreibung der angewandten Methoden ist im Konzernanhang 2021 enthalten.

Änderungen durch Standards und Interpretationen, die durch die EU übernommen und ab dem 01.01.2022 verpflichtend anzuwenden sind, gab es nicht.

Die im Bericht enthaltene Bilanz zum 30.06.2022, die Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung sowie die Kapitalflussrechnung und die Eigenkapitalveränderungsrechnung (jeweils für die ersten sechs Monate 2022 und 2021) wurden keiner Prüfung nach § 317 HGB unterzogen und sind in Verbindung mit dem Konzernabschluss des Jahres 2021 zu lesen.

Der Halbjahresfinanzbericht ist in Euro aufgestellt.

Konsolidierungskreis

Die Unternehmen werden nach IFRS 10 in den Konzernabschluss, aufgrund der Beherrschung durch die Muttergesellschaft, infas Holding AG, einbezogen.

Die infas Holding AG erlangt die Beherrschung, wenn sie Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus ihrer Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann.

Die CATI-LAB GmbH wurde als 100%ige Tochtergesellschaft der infas Holding AG neu gegründet und am 07.07.2022 in das Handelsregister eingetragen.

Der Konsolidierungskreis zum 30.06.2022 umfasst insofern folgende inländische Tochtergesellschaften:

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Anteil am Kapital
infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH, Bonn 100 %
infas 360 GmbH, Bonn 100 %
infas LT GmbH, Bonn 100 %
infas quo GmbH, Nürnberg 100 %

Die infas 360 GmbH hält einen Anteil i.H.v. 33,33 % an der im August 2016 mit einem Stammkapital i.H.v. 30 T€ gegründeten BNS - Business Network Solutions GmbH, Bonn. Die Gesellschaft wird als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.

2 Angaben zu erheblichen Ereignissen und Geschäftsvorfällen

Im ersten Halbjahr wurden Investitionen i.H.v. 703 T€ in EDV-Anlagen und i.H.v. 346 T€ in Betriebs- und Geschäftsausstattung getätigt, was sich in der Bilanzposition "Sachanlangen" widerspiegelt. Diese wurden u.a. aufgrund des Umzugs der infas Holding AG und der Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH in ein neues Bürogebäude in Bonn nötig.

Das neue Mietobjekt wurde gemäß den Regelungen des IFRS 16 als Nutzungsrecht aktiviert und eine dementsprechende Leasingverbindlichkeit erfasst. Der Barwert der Leasingzahlungen zu Beginn der Laufzeit am 01.04.2022 belief sich auf 20.458 T€.

Der Rechtsstreit mit der Deutsche Rentenversicherung Bund konnte in der Berichtsperiode beigelegt werden. Die zum 31.12.2021 gebildete Rückstellung i.H.v. 6.300 T€ wurde infolgedessen in Anspruch genommen.

Die Veränderung der Rückstellung für Pensionen i.H.v. 1.792 T€ ist nahezu vollständig auf das deutlich veränderte Zinsniveaus zurückzuführen.

3 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

In der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien dargestellt.

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Bewertung nach IFRS 9
In T€ Buchwert It. Bilanz 30.06.2022 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Beizulegender Zeitwert 30.06.2022
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Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte 115 115 115
Fortgeführte Anschaffungskosten 115
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.627 1.627 1.627
Fortgeführte Anschaffungskosten 1.627
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 122 122 122
Fortgeführte Anschaffungskosten 122
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 17.862 17.862 17.862
Fortgeführte Anschaffungskosten 17.862
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 185 185 185
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 185
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 4.778 4.778 4.778
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 4.778

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Bewertung nach IFRS 9
In T€ Buchwert lt. Bilanz 30.06.2021 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Beizulegender Zeitwert 30.06.2021
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Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte 114 114 114
Fortgeführte Anschaffungskosten 114
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.291 1.291 1.291
Fortgeführte Anschaffungskosten 1.291
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.132 1.132 1.132
Fortgeführte Anschaffungskosten 1.132
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14.897 14.897 14.897
Fortgeführte Anschaffungskosten 14.897
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 450 450 450
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 450
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2.318 2.318 2.318
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 2.318

Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert ebenfalls dem beizulegenden Zeitwert.

4 Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen

Die infas Holding AG ist mittelbar über die Tochtergesellschaft infas 360 GmbH zu 33,33 % an der BNS - Business Network Solutions GmbH, Bonn, beteiligt. Zum Stichtag lagen keine Informationen zu den Ergebnissen der Business Network Solutions GmbH, Bonn vor, so dass die Anteile an der At-equity-Beteiligung zum 30.06.2022 unverändert angesetzt wurden.

5 Finanzergebnis

Das Finanzergebnis im ersten Halbjahr 2022 hat sich von -86 T€ im Vorjahreszeitraum auf -284 T€ verringert. Die Zinserträge liegen mit 14 T€ leicht über dem Vorjahresvergleichswert von 0 T€. Die Zinsaufwendungen liegen mit 298 T€ über dem Vorjahresvergleichswert von 86 T€.

6 Ertragsteuern

Ertragsteuern werden in der Berichtsperiode auf der Grundlage der besten Schätzung des gewichteten durchschnittlichen jährlichen Ertragssteuersatzes erfasst, der für das Gesamtjahr pro Gesellschaft erwartet wird.

Auf die Erläuterungen im Konzernanhang 2021 zum Ansatz und zur Ermittlung der aktiven und passiven latenten Steuern wird verwiesen.

7 Sonstiges Konzernergebnis

Im Halbjahresfinanzbericht zum 30.06.2022 sind versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionsverpflichtungen i.H.v. von 1.815 T€ (Vorjahr -558 T€) im sonstigen Ergebnis berücksichtigt worden. Die latenten Steuern aus der Erfassung dieser Gewinne im sonstigen Ergebnis betragen -599 T€ (Vorjahr 184 T€) und führen zu einem positiven sonstigen Konzernergebnis i.H.v. 1.216 T€ (negatives Ergebnis des Vorjahres 374 T€).

8 Angaben zu Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen

In der Berichtsperiode haben sich keine hier anzugebenden Sachverhalte ergeben.

9 Organe der infas Holding Aktiengesellschaft

Die Geschäfte des Unternehmens werden durch Herrn Dipl.-Soz. Menno Smid (CEO) und Frau Dr. Isabell Nehmeyer-Srocke (CFO) geführt.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Der Vorstand versichert nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf, einschließlich des Geschäftsergebnisses, und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

-Der Vorstand-

Bonn, im September 2022

infas Holding Aktiengesellschaft

Disclaimer

Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf bestimmten Annahmen und Erwartungen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts. Sie sind daher mit Risiken und Ungewissheiten verbunden, und die tatsächlichen Ergebnisse können erheblich von den in den zukunftsgerichteten Aussagen beschriebenen Prognosen abweichen. Eine Vielzahl dieser Risiken und Ungewissheiten wird von Faktoren bestimmt, die nicht dem Einfluss der infas Holding AG unterliegen und heute auch nicht sicher abgeschätzt werden können. Dazu zählen zukünftige Marktbedingungen und wirtschaftliche Entwicklungen, das Verhalten anderer Marktteilnehmer, das Erreichen erwarteter Synergieeffekte sowie gesetzliche, juristische und politische Entscheidungen. Die infas Holding AG sieht sich auch nicht dazu verpflichtet, Berichtigungen dieser zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, um Ereignisse oder Umstände widerzuspiegeln, die nach dem Veröffentlichungsdatum eingetreten sind.

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