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infas Holding AG

Annual Report Jul 18, 2017

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Annual Report

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infas Holding Aktiengesellschaft

Bonn

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

April 2017

Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2015

Friedrich-Wilhelm-Straße 18, 53113 Bonn

Tel. +49 (0)228/33 60 72 39

Fax +49 (0)228/31 00 71

www.infas-holding.de

[email protected]

Sitz der Gesellschaft:

53113 Bonn

Vorstand der Gesellschaft:

Dipl.-Soz. Menno Smid

Vorsitzender des Aufsichtsrats:

Dr. Oliver Krauß

Amtsgericht Bonn

HRB 17379

USt.-Ident.-Nr. DE 155601174

St.Nr. 205/5725/1339

ISIN: DE0006097108

WKN: 609710

Notiert: Geregelter Markt (General Standard) in Frankfurt am Main

I Grundlagen des Konzerns

1 Geschäftsmodell des Konzerns

Darstellung des Konzerns, der Geschäftstätigkeit und der Rahmenbedingungen als Ausgangspunkt für die Analyse des Geschäftsverlaufs und der wirtschaftlichen Lage.

Der infas-Konzern besteht zum 31. Dezember 2016 aus der Muttergesellschaft infas Holding Aktiengesellschaft sowie folgenden Tochtergesellschaften:

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infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH, Bonn 100,00 Prozent
infas 360 GmbH, Bonn 100,00 Prozent
BNS - Business Network Solutions GmbH, Bonn 33,33 Prozent

Die infas Holding AG als Konzernmuttergesellschaft ist ausschließlich als Management- und Finanzholding des infas-Konzerns tätig und erzielt keine Umsatzerlöse, außer Konzernumlagen. Die Aktien der infas Holding AG sind im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Gesteuert wird der Konzern durch den Gesamtvorstand der infas Holding AG.

Der Konzern ist mit seinen Tochtergesellschaften im Segment Markt-, Marketing- und Sozialforschung tätig. Die Tochtergesellschaften erzielen ihren Umsatz im Wesentlichen im Inland und zwar am Standort in Bonn.

Im Segment der Markt- und Sozialforschung ist der Konzern mit der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH ("infas-Institut", "Institut"), Bonn, präsent. Die Tochtergesellschaft infas-Institut ist ein privates und unabhängiges Forschungsinstitut, das Forschungs- und Beratungsleistungen für Unternehmen aller Branchen, für die Wissenschaft, die Verwaltung auf Bundes- und Länderebene und die EU sowie die Politik allgemein erbringt.

Die infas 360 GmbH ("infas 360") ergänzt als hundertprozentige Tochter der infas Holding AG mit innovativen Forschungsansätzen das Angebot des infas Instituts für angewandte Sozialwissenschaft GmbH. infas 360 verzahnt mehrere Disziplinen. Das Unternehmen sammelt, organisiert und analysiert Daten in neuer Form. Dazu kombiniert infas 360 Geomarketing, Customer Analytics und Marketingforschung. infas 360 verfolgt eine völlig neue Art der Informationsgewinnung und -aufbereitung und erfasst mit elaborierten Tools systematisch Verlaufs- und Bestandsdaten aus unterschiedlichsten Quellen. Mit einem 360-Grad-Rundumblick auf Zielgruppen, Märkte, Kunden und Potenziale werden Erkenntnisse generiert, die unmittelbar für Forschungszwecke, Marketing- und Vertriebsaktivitäten nutzbar sind. In der Verknüpfung mit Befragungsdaten eröffnen die mikrogeografisch angelegten Datenbestände auch bei sozialwissenschaftlichen Studien neue Analysezugänge. Hinzu kommen bisher nicht umsetzbare Stichprobenansätze, die mit dem Datenpool von infas 360 nunmehr möglich werden.

2 Ziele und Strategien

In der sozialwissenschaftlichen Forschung ist der infas-Konzern mit der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH mit Großprojekten zur sozialen Entwicklung Deutschlands und öffentlichen Gesundheit schon seit Jahren sehr präsent. Besonders in der Bildungs- und Arbeitsmarktforschung, in der Familien-und Seniorenforschung, der Gesundheitsvorsorge, Kriminalitätsforschung, Innovationsforschung und Mobilitätsforschung prägen die Ergebnisse der vom infas-Institut durchgeführten Projekte den gesellschaftlichen Diskurs und gehen teilweise in die Gesetzgebung ein. Viele der durchgeführten Projekte ergänzen die amtliche Statistik und stellen eine einzigartige Datenbasis für die wissenschaftliche Grundlagenforschung dar. Es ist nicht übertrieben, zu sagen, dass die vom infas-Institut durchgeführten Projekte in einer einzigartigen Art und Weise den sozialen Wandel der Gesellschaft abbilden. Der Kern des Geschäftsfelds besteht darin, nach neusten methodischen Erfordernissen generierte, aktuelle Forschungsdaten für die Wissenschaft und die Politik zur Verfügung zu stellen, damit evidenzbasierte Entscheidungen getroffen werden können.

Gerade vor dem Hintergrund dieser kurzen Skizze des Kerngeschäfts muss die Wahl des Begriffs "postfaktisch" zum Wort des Jahres 2016 durch die Gesellschaft für deutsche Sprache e.V. Anlass sein, sich zwei zentrale Fragen zu stellen: Bricht jetzt ein "postfaktisches" Zeitalter an und inwieweit wird dadurch die Wissenschaft bedroht, die sich auf valide Daten stützt? Und: Haben in diesem Zeitalter dann Gefühle oder Stimmungen mehr Einfluss auf die politische Wirklichkeit als Fakten?

In den Sozialwissenschaften gibt es ein Theorem, das zentral Gefühle oder Stimmungen zum Gegenstand hat. Es besagt, dass jedes menschliche Handeln reale Konsequenzen zur Folge hat, ganz gleich, wie irreal die Situationsdefinition war, die zu der entsprechenden Handlung geführt hat. Dieses nach dem amerikanischen Soziologen William Thomas benannte Thomas-Theorem kann kurz wie folgt zusammengefasst werden: "Wenn die Menschen Situationen als wirklich definieren, sind sie in ihren Konsequenzen wirklich". Dies heißt natürlich, dass subjektive Wahrnehmungen und Präferenzen auch in sogenannten "postfaktischen" Zeiten -vielleicht sogar verstärkt - eine große Rolle spielen und entsprechend systematisiert, wissenschaftlich analysiert und damit zunächst auch erhoben werden müssen. In jedem Projekt der Sozialwissenschaften, das das infas-Institut im Auftrag durchführt, spielen subjektive Wahrnehmungen eine durchaus große Rolle, weil das besagte Theorem schon länger bekannt ist. So weit so gut. Möglicherweise muss man sich aber der Subjektivität verstärkt in neuer Form widmen und es kann sein, dass die bessere Erforschung der Verbreitung "postfaktischer Wahrheiten", die Strukturen ihrer Aneignung durch spezifische Gruppen der Gesellschaft sowie deren Folgen eine wissenschaftliche Herausforderung unserer Zeit darstellen.

Es hat sich in relativ kurzer Zeit etwas ziemlich grundlegend geändert, so scheint es. Die postfaktische Subjektivität tritt neuerdings massiv in die Öffentlichkeit und hat Polarisierung zum Ergebnis. Der Stammtisch wird mit Hilfe des Internets selbst zum Gegenstand des öffentlichen Diskurses und als politisches Mittel eingesetzt. Fakten stehen nicht mehr im Mittelpunkt. Die Wahrheit einer Aussage tritt dabei hinter den emotionalen Effekt der Aussage zurück. Diese postfaktische Subjektivität zielt auf die Stigmatisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen und erhält seine Legitimität einzig und allein aus dem Privatuniversum einer von Subjektivität regierten Wirklichkeit. Sie ist einer Überprüfung oder Infragestellung grundsätzlich nicht zugänglich.

Die Wissenschaft ist in diesem durchaus neuen Zusammenhang gefordert und muss ihrer Rolle gerecht werden, denn sie ist für die Erzeugung gesicherter, prinzipiell jedoch unvermeidlich vorläufiger Erkenntnisse zuständig. Was würde es bedeuten, wenn selbst Wissenschaftler die Welt glauben lassen, man lebe in postfaktischen Zeiten? Es würde bedeuten, dass sie das Ringen um elementare Standards und das Rationalitätsprinzip des Diskurses in kritischer Absicht aufgegeben hat. Das darf und wird nicht sein. Das Festhalten an den Basisprinzipien der Wissenschaft ist ein Gebot der Stunde. Dies gilt gerade auch und in verstärktem Maß für die Sozialwissenschaft, die empirische Sozialwissenschaft sowieso: Und das ist das Kerngeschäft des infas-Instituts.

Die Erwartungen an die empirische Wissenschaft werden vor diesem Hintergrund steigen. Halbwahrheiten gehen nicht, ebenso wenig, Behauptungen ohne Evidenz aufzustellen. Insofern liegt in dem Spekulieren über das postfaktische Zeitalter auch eine Chance für empirisch orientierte und evidenzbasierte Wissenschaft.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel von infas, auf Basis einer exzellenten Dienstleistung und höchster Qualitätsmaßstäbe in einer immer unübersichtlicheren Welt der präferierte Partner für eine solche Markt- und Sozialforschung zu sein, die sich um evidenzbasierte Aussagen bemüht. Dies wird einhergehen mit massiven Investitionen in neue Methoden und Experimente mit der Analyse von Daten, die in großem Umfang von den neuen Medien produziert werden. Dies kann auch zu neuen Formen der Stichprobenziehung führen.

In den von uns adressierten Märkten, insbesondere der Sozialforschung und der Marktforschung, wollen wir Spitzenpositionen erreichen und fokussieren uns auf attraktive und langfristig wachsende Nischenmärkte, in denen wir organisch über den Marktdurchschnitt zu wachsen gedenken. Das Unternehmen soll für bestimmte wichtige Fragen der Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft zu einer wirklichen Alternative für die etablierten Anbieter - die Big Four der Branche - werden.

3 Steuerungssystem

Als wichtigste Steuerungsgrößen verwendet der Konzern - wie in den Vorjahren -den Umsatz sowie das operative Ergebnis. Mit operativem Ergebnis ist das Ergebnis gemeint, das dargestellt wird in der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Steuern (EBIT). Diese zentralen Kenngrößen werden regelmäßig und vollumfänglich von allen Tochtergesellschaften und der Holding erstellt und mit Planzahlen abgeglichen. Bei der Tochtergesellschaft infas 360 GmbH erfolgt die Aufstellung monatlich. Bei der Tochter infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH ist der Rhythmus der Erstellung bestimmt durch die notwendige Projektbewertung nach den Herstellungskosten, die quartalsweise erstellt wird, weil sich im Projektgeschäft eine solche Planung als sinnvoll und effektiv erwiesen hat. Eine Neuerung für eine bessere Kostensteuerung ist beim infas-Institut seit dem 1. Januar 2016 wirksam. Um die Kostentransparenz zu verbessern, wurde eine neue Systematik der Kostenstellen zum 31. Dezember 2015 umgesetzt. Darüber hinaus werden in allen Tochtergesellschaften die Performanz der Akquisition anhand von Kennzahlen und die Entwicklung des Auftragsbestands für das aktuelle Geschäftsjahr ständig in Relation zum geplanten Jahresumsatz verfolgt, monatlich dargestellt und bewertet. Dies gilt ebenso für Kennzahlen über die Entwicklung der Liquidität der Gesellschaften.

4 Forschung und Entwicklung

Das Kernsegment des infas-Konzerns wird durch die infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH repräsentiert. Das Institut erbringt eine wissensintensive Dienstleistung im Bereich der Markt- und Sozialforschung und gehört somit nicht zur forschungsintensiven Industrie, die traditionell die höchsten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung tätigt, wie zum Beispiel die Chemie- und Pharmaindustrie, Elektroindustrie sowie Maschinen- und Fahrzeugbau. Somit stehen auch nicht Produktinnovationen im Vordergrund. Das heißt aber nicht, dass Unternehmen, die Dienstleistungen erbringen, per se keine Innovatoren sein können. Sie können sehr wohl innovativ sein, weil auch die Einführung neuer Dienstleistungen Aufwendungen in Forschung und Entwicklung beinhalten. Im Kernsegment des infas-Konzerns stehen allerdings Prozessinnovationen im Vordergrund. Prozessinnovationen sind im genannten Kernsegment neue oder merklich verbesserte Verfahren zur Erbringung einer Dienstleistung, die in das Unternehmen eingeführt wurde. Der überwiegende Teil dieser Innovationsaktivitäten fand im Kernsegment Markt- und Sozialforschung statt. Sie dienten im Ganzen der Kostentransparenz und im Ergebnis der Effizienzsteigerung. Zu nennen sind hier eigenständige Software-Entwicklungen:

zur Steuerung der Interviewer,
ein Sampling-Management-System ("iSMS"),
eine automatisierte Chartproduktion
und die Zusammenführung unterschiedlicher Datenstrukturen zu einem einheitlichen System des Controllings ("iControlling").

Es gibt aber auch Marktneuheiten. Das sind neue oder merklich verbesserte Produkte (inkl. Dienstleistungen), die vom Unternehmen als erster Anbieter auf dem Markt eingeführt werden. Marktneuheiten hat insbesondere infas 360 entwickelt im Zusammenhang mit der CASA-Datenbank, die bereits 2015 eingeführt wurde. Damit lassen sich unterschiedlichste Aufgabenstellungen aus Marketing und Vertrieb optimal bearbeiten: von Potenzialschätzungen über die Steuerung von Direktmarketingaktivitäten bis hin zur Vertriebsplanung und Planung von neuen Verkaufsstellen.

II Wirtschaftsbericht

1 Gesamt- und branchenwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr solide und stetig gewachsen. Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamts stieg das reale Bruttoinlandsprodukt gegenüber 2015 um 1,9 Prozent und verzeichnete damit das stärkste Wachstum seit fünf Jahren. Die Bundesbank hatte laut ihrer jüngsten Prognose mit einem Wachstum in dieser Höhe gerechnet. In den beiden vorangegangenen Jahren war das BIP in einer ähnlichen Größenordnung gewachsen: 2015 um 1,7 Prozent und 2014 um 1,6 Prozent. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung im Jahr 2016 war der Konsum. So stiegen die privaten Konsumausgaben den Angaben zufolge preisbereinigt um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die staatlichen Konsumausgaben stiegen mit + 4,2 Prozent sogar noch deutlich stärker. Dieser kräftige Anstieg ist dem Statistischen Bundesamt zufolge unter anderem auf die hohe Zuwanderung von Schutzsuchenden und die daraus resultierenden Kosten zurückzuführen. Insgesamt legten die Konsumausgaben um 2,5 Prozent zu und waren auch im Jahr 2016 die größte, jedoch nicht die einzige Stütze des deutschen Wirtschaftswachstums.

Die Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft auch in diesem Jahr im Aufwind. "Hauptstütze ist die lebhafte Binnennachfrage, die von der günstigen Arbeitsmarktlage und von steigenden Einkommen der privaten Haushalte profitiert", hatte Bundesbankpräsident Jens Weidmann im Dezember 2016 bei der Vorlage der jüngsten halbjährliche Konjunkturprognose geäußert. Die sehr vorteilhaften Rahmenbedingungen für den privaten Konsum würden sich in den kommenden Jahren allerdings etwas weniger günstig entwickeln, sagte er damals. 2017 erwarten die Bundesbank-Volkswirte einen Anstieg der kalenderbereinigten Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent, für das Jahr 2018 einen Anstieg um 1,6 Prozent und für 2019 einen Anstieg um 1,5 Prozent.

Diese positive Entwicklung lässt sich indes nicht umstandslos auf die Markt- und Sozialforschungsbranche übertragen: Nimmt man die Zahlen und Bewertungen des europäischen Branchenverbands ESOMAR zur Grundlage, waren die Marktforschungsumsätze in Europa in den letzten Jahren im Durchschnitt eher rückläufig. 2015 allerdings lassen sich einige Erholungstendenzen im Weltmaßstab festmachen. So lässt sich für 2015 eine weltweite positive Entwicklung mit einem Plus von 3,5 Prozent feststellen. Und erstmals nach der Rezession von 2008 konnte in Europa ein positives Wachstum erreicht werden.1

1 Siehe "Global Market Research 2016", herausgegeben von ESOMAR (2016). ESOMAR ist ein weltweit operierender Verband von betrieblichen Marktforschern und Vertretern von Markforschungsinstituten. Der Verband hat 4.900 Mitglieder und ist in über 130 Ländern vertreten. Der Geschäftsführer vom infas-Institut ist ebenfalls Mitglied. Die Analysen beruhen auf Angaben der Mitgliedsinstitute, die in der Regel in der zweiten Jahreshälfte für das Vorjahr erhoben werden. Das heißt, im Lauf des Jahres 2017 werden die Daten für 2016 erhoben. Das ist der Grund, warum im Text auf 2015 verwiesen wird. Daten zu 2016 liegen noch nicht vor.

Der deutsche Markt der Markt- und Sozialforschung hat sich insgesamt gesehen einigermaßen behauptet, d.h., es konnte 2016 fast der Umfang des Jahres 2015 erreicht werden2 Allerdings zeigt ein Blick auf die absoluten Zahlen des Markts, dass der Branchenumsatz von 2016 lediglich wieder das Niveau von 2012 erreicht hat. Insgesamt wurden wieder ca. 2,5 Mrd. € von 113 Instituten umgesetzt.

2 Für den deutschen Markt kann sich auf Daten für 2016 bezogen werden, die der Branchendienst "Context" jedes Jahr bei in Deutschland tätigen Unternehmen der Markt- und Sozialforschungsbranche abfragt. Abgedruckt in: Research & Results 1/2017.

2 Geschäftsverlauf

Geschäftsfeld Markt- und Sozialforschung

Die in Deutschland ansässigen Institute der Markt- und Sozialforschung und die deutschen Niederlassungen internationaler Konzerne im Marktforschungsbereich haben - wie bereits angegeben - insgesamt einen Umsatz von ca. 2,5 Mrd. € erzielt. Dieser Umsatz wurde von 113 Instituten erzielt.

Bemerkenswert ist, dass 2016 die weltweit operierenden Marktforschungsunternehmen, wie zum Beispiel GfK und IPSOS, aber auch Kantar (TNS) und Nielsen, auf dem deutschen Markt Rückgänge zu verzeichnen hatten. Aufgrund besonderer Umstände hat der Branchenprimus der deutschen Marktforschung sogar mit erheblichen Turbulenzen zu kämpfen. Von den 113 Unternehmen, die den o.a. Umsatz 2016 erwirtschafteten, konnten 49 ihren Umsatz steigern, 30 Unternehmen (immerhin 26 Prozent) mussten Umsatzrückgänge hinnehmen. Bei 27 Instituten sind die Umsätze 2016 im Vergleich zu 2015 unverändert geblieben 3. Insgesamt also ein durchwachsenes Bild.

Insgesamt haben die 50 umsatzstärksten Marktforschungsinstitute den deutschen Markt weiterhin fest im Griff: Im Jahr 2016 haben sie gemeinsam etwa 97 Prozent des deutschen Branchenumsatzes erwirtschaftet. Das infas-Institut gehört zum 25-Prozent-Quantil der größten Institute Deutschlands (das sind 13 Institute, infas liegt auf Platz 11). Die zwölf größten Institute setzen 85 Prozent des Branchenumsatzes um. Das ist ein deutlicher Indikator für den Konzentrationsprozess in der Branche.

Das Jahr 2016 hat für das Segment des Konzerns bezüglich der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH einen weiteren positiven Verlauf genommen. Insgesamt konnte ein Umsatz von 21,9 Mio. € erreicht werden, was einen positiven Umsatzsprung von 16 Prozent gegenüber 2015 entspricht. Der dabei erwirtschaftete Gewinn betrug 2,6 Mio. €. Das entspricht einer Steigerung von 31 Prozent gegenüber 2015. Insgesamt ist es also gerechtfertigt, von einem großen Erfolg und einem hervorragenden Jahr 2016 für das Institut zu sprechen.

3 Bei sieben Instituten war kein Vergleich zum Vorjahr möglich.

Mit dem seit Jahren kontinuierlich steigenden Umsatz einerseits und der damit verbundenen Tendenz andererseits, den größten Teil der gesamten Prozesskette der angebotenen Dienstleistung selbst zu erbringen, weil der Markt dies für das infas-Institut in der erwarteten Komplexität definitiv nicht leisten kann, ging ein Ausbau der personellen Ressourcen im Institut einher. Mit 115 Beschäftigten zum Geschäftsjahresende wurde ein neuer Höchststand der Beschäftigung erreicht (Vorjahr 103 Mitarbeiter).

Die einzelnen Bereiche der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH entwickelten sich im Geschäftsjahr 2016 wie folgt.

Bereich Sozialforschung

Das Portfolio dieses Bereichs umfasst die Durchführung von empirischen Projekten mit komplexen methodischen Designs zur empirischen Analyse sehr unterschiedlicher, wesentlicher sozialer Fragestellungen, die den weiteren Fortgang der gesellschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik betreffen.

Bei der Sozialforschung handelt es sich um den umsatzstärksten Bereich des infas-Instituts. Der Bereich erreichte 2016 einen Umsatz von 18,1 Mio. €. Mit den genannten Umsätzen unterstreicht dieser Bereich seine führende, die Struktur des Instituts auch bestimmende Funktion und macht nunmehr etwa 83 Prozent des Umsatzes aus.

Im Jahr 2016 wurden vor allem Großprojekte aus der Bildungs- und Arbeitsmarktforschung, der Familien- und Seniorenforschung sowie der Innovationsforschung bearbeitet.

Bereich Markt- und Verkehrsforschung

Das Portfolio dieses Bereichs umfasst die Durchführung von empirischen Ad-hoc-Projekten für spezialisierte Marktforschungsfragestellungen der Industrie, wobei eine langjährige Spezialisierung auf Fragestellungen von Verkehrsunternehmen charakteristisch für diesen Bereich ist. Eine Marktforschung unter dem Markennamen infas hat es deshalb nicht einfach, weil infas im Markt für aufwendige, und damit auch teure Methodenkompetenz in der Sozialforschung steht und nicht für eine spezifische Branchenexpertise (außer Verkehr). Deswegen ist in den letzten Jahren auch der Umsatz mit reinen Marktforschungsprojekten gefallen, zuletzt in 2015 auf nur 1,8 Mio. €. Im abgelaufenen Geschäftsjahr indes ist der Umsatz in diesem Bereich wieder gestiegen, und zwar aufgrund eines einzigen Projekts aus der Verkehrsforschung, nämlich "Mobilität in Deutschland". Dieses Projekt tut zwar dem Umsatz des Bereichs sehr gut (2016 wurde damit ein Umsatz von 2,2 Mio. € erreicht) es ist aber kein Marktforschungs- sondern ein Grundlagenforschungsprojekt des BMVI, entspricht also eher dem wissenschaftlichen Image des infas-Instituts insgesamt.

Die geschilderte Hauptproblematik mit Marktforschungsprojekten bleibt also unverändert. Sie ist entstanden aufgrund stark veränderter Erwartungsstrukturen der Industrie an die Marktforschung einerseits und des rapiden Preisverfalls durch die Ausschöpfung der Digitalisierung andererseits. Die Verlagerung der Marktforschungskompetenz von infas in kleine und spezialisierte Institute mit einer sehr spezifischen Kompetenz innerhalb des infas-Konzerns ist eine Lösung dieser Problemlage und wurde bereits 2014 mit der Gründung von infas 360 angegangen. Im März 2017 ist eine weitere Neugründung hinzugekommen, die ebenfalls ein hohes Maß an Branchenkompetenz auf sich vereinigt und zusammen mit der Methodenkompetenz des infas-Instituts eine reale Alternative in der inhaltlich orientierten Marktforschung sein wird.

Geschäftsfeld Marketingforschung (infas 360)

Der Umsatz lag in 2016 bei 1.046 T€ und wuchs damit um rund 33 Prozent zum Vorjahr. Der operative Fehlbetrag (abzüglich Abschreibungen und Zinsen) lag bei rund 246 T€, da weiter in Produkte und Ausbau des Personals (u.a. Vertrieb und Marketing) investiert wurde. Erfreuliche Kundengewinne waren vor allem in den Bereichen (Geo-) Daten und CRM zu verzeichnen. So wurde u.a. ein weiterer großer deutscher Automobilhersteller gewonnen und im Marktsegment Telekommunikation konnten die Umsätze weiter ausgebaut werden (u.a. Daten für Netzplanung und CRM).

Da bereits Anfang des Jahres 2016 ein großer Pitch für eine Datenbanklizenz von B2B-Daten (Businessdaten) gewonnen wurde, hier der Fremdkostenanteil aber i.d.R. bei 70 Prozent liegt (da keine eigenen B2B-Daten vorhanden sind), beteiligte sich die infas 360 GmbH im Oktober 2016 mit 33,3 Prozent an der neu gegründeten BNS - Business Network Solutions GmbH ("BNS GmbH"). Die BNS GmbH sammelt und veredelt täglich Businessinformationen aus dem Handelsregister, die bis in das Jahr 1991 zurückgehen und verbindet die Informationen über innovative Graphen-Analysen miteinander. Die infas 360 GmbH fungiert in der Beteiligung nicht nur als Datenexperte, sondern übernimmt auch die Funktion von Marketing und Vertrieb der BNS-Produkte.

Zusammenfassung

Vor diesem Hintergrund ist die Geschäftsentwicklung im infas-Konzern im Jahr 2016 positiv zu bewerten. Der Konzern erzielt im Jahr 2016 ein Umsatzplus von 17 Prozent und kommt auf einen Umsatz von ca. 22,7 Mio. €. Das infas-Institut konnte ebenfalls eine Umsatzsteigerung von 16 Prozent und eine beträchtliche Steigerung des Ertrags um 31 Prozent erreichen. infas 360 übertraf das gesteckte Umsatzziel.

III Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

1 Ertragslage

Der Konzernumsatz ist im Geschäftsjahr 2016 von 19,4 Mio. € im Vorjahr auf 22,7 Mio. € und damit um ca. 17 Prozent gestiegen. Im Geschäftsfeld Markt- und Sozialforschung des infas-Instituts konnte ein Umsatz von 21,9 Mio. € erreicht werden (Vorjahr 18,8 Mio. €). Das im Frühjahr 2014 gegründete Segment Marketingforschung (infas 360 GmbH) trägt 1,0 Mio. € (Vorjahr 0,6 Mio. €) zum Konzernumsatz bei.

Der Materialaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr von 8,5 Mio. € auf 10,9 Mio. € gestiegen. Der Anteil des Materialaufwands im Verhältnis zu den Umsatzerlösen hat sich von 43,6 Prozent im Vorjahr auf 48,0 Prozent im Geschäftsjahr 2016 erhöht. Dies resultiert im Wesentlichen aus einem erhöhten Zukauf von Fremdleistungen im Geschäftsfeld Markt- und Sozialforschung.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Geschäftsjahr 2016 gegenüber dem Vorjahreswert von 241 T€ auf 273 T€ gestiegen und beinhalten u.a. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen i.H.v. 117 T€ sowie Erträge aus der Anpassung an die steuerliche Außenprüfung i.H.v. 60 T€.

Die Zahl der Mitarbeiter im Konzern betrug im Geschäftsjahr 2016 durchschnittlich 126 (Vorjahr: 115). Die Personalaufwendungen stiegen auch daher im Vergleich zum Vorjahr von 6,7 Mio. € um 7,7 Prozent auf 7,2 Mio. €.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Geschäftsjahr 2016 mit 371 T€ (Vorjahr 277 T€) über dem Niveau des Vorjahres.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Konzerns erhöhten sich um 8,5 Prozent von 2,9 Mio. € im Vorjahr auf 3,1 Mio. € im Geschäftsjahr 2016 und beinhalten die folgenden wesentlichen Aufwandspositionen: Aufwendungen für Raumkosten i.H.v. 1.047 T€ (Vorjahr 988 T€), Versand und Telefonkosten i.H.v. 487 T€ (Vorjahr 478 T€), Werbe- und Reisekosten i.H.v. 286 T€ (Vorjahr 216 T€), Rechts- und Beratungskosten i.H.v. 302 T€ (Vorjahr 267 T€) und EDV-Kosten i.H.v. 151 T€ (Vorjahr 160 T€).

Im Geschäftsjahr 2016 haben sich die Zinserträge von 1 T€ im Vorjahr auf 21 T€ erhöht. Bei Zinsaufwendungen von 107 T€ (Vorjahr 104 T€) sowie Abschreibungen auf Wertpapiere von 2 T€ (Vorjahr 4 T€) ergibt sich ein negatives Finanzergebnis von -88 T€ (Vorjahr -107 T€). Die Zinsaufwendungen enthalten wie im Vorjahr im Wesentlichen den Zinsanteil aus der Zuführung zur Pensionsrückstellung i.H.v. 105 T€ (Vorjahr 104 T€).

Das Ergebnis vor Steuern ist im Vergleich zum Vorjahr von 1.388 T€ um 226 T€ auf 1.614 T€ gestiegen. Das Segment infas-Institut erreichte im Geschäftsjahr 2016 einen Gewinn i.H.v. 2,6 Mio. € (Vorjahr 2,0 Mio. €). Die Verluste der infas 360 GmbH haben sich im Geschäftsjahr 2016 auf 479 T€ erhöht. Hauptgrund dafür ist eine zur Umsatzsteigerung überproportionale Steigerung des Personal-, Material- und Marketingaufwands, die aber langfristig zu einem deutlichen Umsatzwachstum führen wird.

Die im Geschäftsjahr 2016 zu verbuchende laufende Ertragssteuerbelastung i.H.v. 290 T€ (Vorjahr 42 T€) ergibt sich als Folge der sogenannten Mindestbesteuerung, die eine vollständige Verlustverrechnung der vorhandenen steuerlichen Verlustvorträge der Muttergesellschaft unter bestimmten Voraussetzungen nicht zulässt. Die Veränderung der latenten Steuern führt im Geschäftsjahr 2016 zu einer Erhöhung der Ertragsteuern um 325 T€ auf 615 T€, u.a. auch durch die Nutzung der steuerlichen Verlustvorträge. Nach Abzug der Ertragsteuern beträgt das Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 1.054 T€ (Vorjahr 1.136 T€).

Mit der Veräußerung sämtlicher Anteile an der action press gmbh & co. kg, Hamburg, und der action press beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg, vertraglich vereinbart im März 2016 war der Geschäftsbereich Foto bereits im Vorjahr als aufgegeben zu beurteilen. Im Geschäftsjahr 2016 ergibt sich ein Verlust aus der Aufgabe dieses Geschäftsbereichs i.H.v. -785 T€ (Vorjahr -1.462 T€).

Es verbleibt ein Konzernjahresüberschuss i.H.v. 214 T€ (Vorjahr: -326 T€), der nach Verrechnung mit dem Gewinnvortrag und Einstellung in die gesetzliche Rücklage zu einem Konzernbilanzgewinn i.H.v. 878 T€ (Vorjahr 699 T€) führt.

2 Finanz- und Vermögenslage

Das langfristige Vermögen beträgt zum 31. Dezember 2016 5,3 Mio. € und hat sich gegenüber dem Vorjahreswert von 5,4 Mio. € nur unwesentlich reduziert. Die Investitionen in das Anlagevermögen betragen 0,8 Mio. € (Vorjahr 0,6 Mio. €) und sind bei den Tochtergesellschaften im Wesentlichen für Investitionen in Software, EDV-Geräte und EDV-Ausstattung, für die Weiterentwicklung der Datenbank CA-SA sowie für die Beteiligung an einer neu gegründeten Gesellschaft angefallen.

Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich im Vergleich zum 31. Dezember 2015 von 14,1 Mio. € auf 15,5 Mio. € erhöht, insbesondere durch die deutliche Erhöhung der liquiden Mittel von 8,7 Mio. € auf 11,8 Mio. €. Diese Steigerung resultiert u.a. aus den höheren erhaltenen Anzahlungen für laufende Projekte.

Das Eigenkapital ist trotz des Konzernbilanzgewinns von 878 T€ durch die höhere Zuführung zum sonstigen Konzernergebnis von 407 T€ von 4.614 T€ auf 4.421 T€ zum 31. Dezember 2016 gesunken. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 19,5 Mio. € zum 31. Dezember 2015 auf 20,8 Mio. € zum 31. Dezember 2016. Die Eigenkapitalquote im Konzern verschlechtert sich daher auf 21,3 Prozent (Vorjahr 23,7 Prozent).

Die langfristigen Schulden liegen mit 5,3 Mio. € über dem Wert des Vorjahres von 5.0Mio. €. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf eine Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen zurückzuführen. Die kurzfristige Verschuldung steigt von 9,9 Mio. € zum 31. Dezember 2015 auf 11,0 Mio. €, insbesondere durch die um 2.1Mio. € höheren Verpflichtungen aus Aufträgen in Bearbeitung und um 0,5 Mio. € höhere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die Fähigkeit des Konzerns, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, war zu jedem Zeitpunkt gegeben.

Das Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen.

Der operative Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ist im Geschäftsjahr 2016 mit 3.879 T€ weiterhin positiv und liegt etwas über dem Vorjahreswert von 3.733 T€. Ein Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen vor Ertragsteuern i.H.v. 1.614 T€ und unbaren Aufwendungen und Erträgen - insbesondere Abschreibungen auf Sachanlagen i.H.v. 371 T€ sowie die Erhöhung der langfristigen Rückstellungen i.H.v. 649 T€ - führten zu einer Steigerung des Netto-Umlaufvermögen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit zeigt einen Abfluss i.H.v. 0,1 Mio. €, insbesondere aus Tilgungsleistungen und gezahlten Zinsen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit zeigt einen Abfluss von Mitteln i.H.v. 749 T€, im Wesentlichen für Investitionen in langfristige Vermögenswerte i.H.v. 770 T€. Der Finanzmittelfonds bzw. die liquiden Mittel erhöhten sich von 8.687 T€ im Vorjahr um 3.078 T€ auf 11.765 T€ zum 31. Dezember 2016.

3 Bedeutsame finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die im Vorjahr abgegebenen Prognosen werden in den folgenden Ausführungen einem Soll-Ist-Vergleich unterzogen, um beurteilen zu können, inwieweit die im Vorjahr berichteten Prognosen mit der tatsächlichen Entwicklung im Jahr 2016 übereinstimmen.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Für das infas-Institut wurde im Lagebericht 2015 angegeben: "Wie bereits ausgeführt, ist es gelungen, einen genügend hohen Auftragsbestand zu akquirieren, der die große Masse von erfolgreich fertig gestellten Projekten ersetzen kann und gut ist für einen Umsatz im Jahr 2016 von bis zu 22 Mio. €." Diese Prognose ist vollumfänglich eingetreten.

Ein weiterer finanzieller Leistungsindikator ist das operative Ergebnis (EBIT) beim Hauptumsatzträger, dem infas-Institut. Hier wurde im Verhältnis zum Umsatz (Umsatzrendite) ein zweistelliges Ergebnis angestrebt, womit ein branchenweit überdurchschnittlicher Wert erreicht werden sollte. Das ist eingetreten: Im Jahr 2016 konnte eine Umsatzrendite von 11,5 Prozent erreicht werden. Dies ist Ausdruck der erfolgreichen Bemühungen, die Projekte mit höchster Effizienz abzuwickeln, wozu auch wegweisende Entwicklungen in eigene Software-Programme notwendig waren, wie das infas-Sampling-Management-System (iSMS).

Auf der Ebene des Konzerns wurde im letzten Lagebericht für das Jahr 2016 ein Plan-Konzernumsatz in der Bandbreite von 22 Mio. € bis zu 25 Mio. € als möglich angesehen, vor dem Hintergrund, dass im Jahr 2016 die action press gmbh & co. kg erstmals nicht mehr zum Umsatz des Konzerns beitragen würde. Das angestrebte Ergebnis konnte in der Tat erreicht werden.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Als nichtfinanzielle Leistungsindikatoren verfolgen wir Kundenbelange sowie Arbeitnehmerbelange. Dabei ist es gelungen, auf Basis unserer exzellenten Dienstleistungen und unserer Kundenorientiertheit die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Dies lässt sich an den Rückmeldungen der Kunden im kontinuierlichen Kundendialog ebenso ablesen, wie in der Wiederbeauftragung insbesondere großer Projekte.

Den Arbeitnehmerbelangen wurde mit Hilfe der aktiven Personalpolitik Rechnung getragen und so eine Arbeitnehmerfluktuation vermieden. Die Fluktuationsquote liegt seit etlichen Jahren unterhalb von 5 Prozent. Der strukturelle Aufbau des Segments infas-Institut hat sich bewährt, so dass erfolgreich eine Zertifizierung nach ISO 20252 für Dienstleistungen in der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung im November 2016 durchlaufen wurde. Die Recruiting-Aktivitäten im Geschäftsjahr 2016 waren darauf ausgerichtet, die Nachbesetzung von kritischen vakanten Positionen sicherzustellen. Dabei zeigt sich eine interessante Entwicklung, die insbesondere die Bedeutung des infas-Konzerns in der Wissenschaft unterstreicht: Zunehmend erreichen uns Initiativbewerbungen von promivierten Wissenschaftlern, die von einer wissenschaftlichen Karriere an den Hochschulen, wegen mangelnder Perspektive durch fortgesetzte Zeitverträge zunehmend absehen und sich nach anspruchsvollen Tätigkeiten in einem Normalarbeitsverhältnis umschauen. Da diese Bewerber in der Regel auch hoch qualifiziert sind, hat infas derzeit keine Probleme bei der Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter.

Daneben wurden Mitarbeiter für den neu geschaffenen Bereich Marketingforschung rekrutiert. Für den infas-Konzern sind qualifizierte Mitarbeiter ein wesentliches Element, um den Erfolg auch in Zukunft sicherzustellen. Die Rekrutierung neuer, hochqualifizierter Mitarbeiter ist dabei ebenso wichtig, wie die bestehenden Mitarbeiter weiterzuentwickeln und zu fördern, um sie langfristig an das Unternehmen zu binden.

4 Gesamtaussage

Im infas-Konzern hat sich in den letzten Jahren das Segment infas-Institut zum wichtigsten Umsatzträger entwickelt. Vor diesem Hintergrund erfolgte im Jahr 2013 eine verstärkte strategische Ausrichtung auf diesen Kernbereich des Konzerns. Ausdruck davon ist der Beschluss der Hauptversammlung vom August 2013 für einen Ergebnisabführungsvertrag mit dem Institut. Im Jahr 2014 wurde mit der Gründung der infas 360 GmbH ein weiterer Schritt getan, den Ausbau der Marketing- und Marktforschungskompetenz voranzutreiben. Schließlich hat mit der Veräußerung des Teilbereichs action press gmbh u. co. kg eine Bereinigung des Portfolios des Konzerns stattgefunden. Diese Aktivitäten haben weitere Energien freigesetzt für weitere Schritte in Richtung Fokussierung auf die Kernkompetenz. Im Jahr 2016 schließlich wurden erste Vorbereitungen getroffen, die in der Gründung einer weiteren Tochtergesellschaft bzw. eines neuen Segments im März 2017 mündeten. Der neue Bereich hat zum Ziel, neue Maßstäbe in der Finanzmarktforschung und Forschung zu Logistik zu setzen. Dies wird ermöglicht durch die Kombination einer hervorragend besetzten Branchenkompetenz in Verbindung mit der methodischen Kompetenz vom infas-Institut.

Insgesamt scheinen objektive Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung in Deutschland vorzuliegen: Forschungsinstitute prognostizieren für 2017 eine wirtschaftliche Entwicklung, die deutlich über dem Vorjahresniveau liegt: In der Eurozone ist weiterhin mit einem Wachstum zu rechnen. Für 2017 sind also die Randbedingungen nicht schlechter einzuschätzen als 2016. Es wird damit gerechnet, dass sich der Umsatz der Unternehmensgruppe in 2017 zwischen 23 und 26 Mio. € bewegen wird. Zusätzlich wird davon ausgegangen, dass beim wesentlichen Segment infas-Institut eine zweistellige Umsatzrendite (Jahresergebnis vor Gewinnabführung/Umsatzerlöse) erwirtschaftet wird, die ein wenig höher ausfallen dürfte als 2016.

Im März 2017 wurde mit der Gründung der infas quo GmbH als Tochtergesellschaft der infas Holding AG ein neues Segment im Konzern aufgesetzt. Ziel des neuen Segments ist es, einen Schritt in eine Marktforschung zu vollziehen, in deren Zentrum nicht die Erhebungskompetenz des infas-Instituts steht, sondern eine spezifische Branchenkompetenz als Voraussetzung für einen neuen Beratungsansatz in der Marktforschung. Im Zentrum steht die Finanzmarktforschung, die von der infas quo GmbH angegangen wird.

IV Risiko- und Prognoseberichterstattung (Darstellung und Erläuterung der voraussichtlichen Entwicklung mit ihren Chancen und Risiken)

1 Internes Kontrollsystem und Risiko-Management-System bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess

Der infas-Konzern ist diversen qualitativen und quantitativen Risiken ausgesetzt. Qualitative Risiken stellen in erster Linie Absatz- und Beschaffungsrisiken dar. Die branchenspezifischen Rahmenbedingungen, denen die Konzerngesellschaften ausgesetzt sind, haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschärft. Verstärkt wird dieser Effekt durch den zunehmenden Verdrängungswettbewerb. Zu den quantitativen Risiken zählen interne Risiken hinsichtlich der Umsatz-, Ergebnis- und Liquiditätsentwicklung.

Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, findet ein ausgewogenes Risiko-Management-System (RMS) Anwendung. Kernbestandteil dieses Systems ist ein Frühwarnsystem, für das sowohl strategische als auch operative Risiken definiert sind. Für diese werden kontinuierlich Kennziffern generiert, die wiederum Bestandteil eines internen Monitoringsystems sind, mit dem regelmäßig und systematisch eine Risikoidentifikation stattfindet. Zur Sicherstellung einer effizienten und effektiven Risikokontrolle sind im RMS die Kommunikationsstrukturen klar definiert.

Das bestehende Risiko-Management-System wurde aufgrund der Neuerungen durch das BilMoG im Dezember 2009 dokumentarisch erweitert und zuletzt 2016 ergänzt. Die wesentlichen internen und externen Risikofelder aus der operativen Aktivität, dem Finanz- und Rechnungswesen sowie der IT wurden einer Analyse unter Festlegung von Parametern unterzogen, die Handlungsweisen definieren und/oder die sofortige Berichtspflicht an den Vorstand bedingen. Dem Ziel einer weitgehend automatisierten Erstellung der wichtigsten Kennzahlen, die verlässlich und zeitnah zur Verfügung zu stellen sind, ist man im Geschäftsjahr 2016 einen großen Schritt vorangekommen. Das neue Controlling-System (iControlling) ist zu 80 Prozent abgeschlossen und wird voraussichtlich im Geschäftsjahr 2017 voll wirksam werden. Die mittlerweile fest installierte Stelle eines Controllers ermöglicht, dass dem Vorstand direkt und zeitnah berichtet werden kann. Das Controlling ist für die Generierung sämtlicher Kennzahlen aus allen Gesellschaften zuständig. Die Voraussetzungen für die Erstellung eines solchen Reporting-Systems wurden im Jahr 2015 mit der Einführung einer neuen Kostenstellenrechnung, die ab 01. Januar 2016 wirksam wurde, erfüllt. Im Jahr 2016 lag der Schwerpunkt in der Programmierung des Systems.

Hierdurch werden potenzielle Risiken eruiert, bewertet sowie laufend überprüft. Alle Konzerngesellschaften berichten regelmäßig anhand der definierten Kennziffern. Zur Steuerung und Überwachung der Planzahlen und Ziele ist somit ein systematisches Erfassungs- und Kontrollsystem etabliert. Quartalsabschlüsse werden für alle Gesellschaften erstellt und die realisierten Zahlen den Planzahlen gegenübergestellt. Durch eine regelmäßige, enge Kommunikation der Geschäftsleitung mit dem Rechnungswesen und den Steuerberatern wird ein zeitnaher und sachgerechter Informationsstand sichergestellt. Gleichzeitig werden jedoch auch die Chancen analysiert, welche sich durch Trends in Markt und Wettbewerb ergeben.

Das interne Kontrollsystem (IKS) umfasst alle Maßnahmen und Prozesse zur Gewährleistung der einheitlichen, zutreffenden und zeitnahen Erfassung aller Geschäftsvorfälle in Buchhaltung und Abschlüssen.

Es untersucht Gesetzes- und Standardänderungen sowie sonstige Verlautbarungen auf deren Auswirkung auf Rechnungslegung und Abschlüsse. Die Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften und Standards soll mithilfe der durchgängigen Umsetzung des Vieraugenprinzips in den rechnungslegungsrelevanten Prozessen gewährleistet werden. Wesentliche Basis des IKS bilden Funktionstrennungen und Freigaberegelungen, die durch fortlaufende, standardisierte und automatisierte Kontroll- und Abstimmungsprozesse unterstützt werden. Darüber hinaus erfüllen qualifizierte Mitarbeiter mit entsprechenden Kompetenzen prozessintegrierte Überwachungs- und Kontrollfunktionen.

Die Buchführungsdaten werden von der DATEV-Software sowie über eine Datenverarbeitungsanlage vom System HMD verarbeitet und ausgewertet. Die Ordnungsmäßigkeit des DATEV-Buchführungsprogramms wurde durch produktunabhängige Systemprüfung bestätigt. Der im Jahr 2015 völlig überarbeitete Kontenplan, welcher der Buchhaltung zugrunde liegt, entspricht den betrieblichen Anforderungen und bildet die Geschäftsvorfälle entsprechend den gesetzlichen Vorschriften ab. Das interne Kontroll- und Risiko-Management-System im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess umfasst im Wesentlichen eine Funktionstrennung sowie Zugriffsbeschränkungen hinsichtlich des intern ausgeführten Zahlungssystems. Die externen Dienstleistungsgesellschaften sind im Rahmen ihrer Tätigkeit aufgefordert, alle Transaktionen ebenfalls auf gesetzliche Vorschriften und Anforderungen zu prüfen und Verstöße dagegen sowie Unregelmäßigkeiten, welcher Art auch immer, sofort dem Vorstand der Gesellschaft anzuzeigen. Dies gilt im Besonderen im Abgleich der Zahlungsströme, die aus den Transaktionen resultieren.

2 Angaben zu wesentlichen Risiken und Chancen

Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld des Konzerns, Zinsschwankungen, die Einführung von neuen Dienstleistungen, mangelnde Akzeptanz neuer Dienstleistungen oder auch Änderungen der Geschäftsstrategie beeinflussen das Risikobild. Diese potenziellen Risiken werden regelmäßig im Konzern diskutiert. Der Konzern ist in erster Linie auf Deutschland und Europa fokussiert. Zwar ist man nicht direkt risikobehafteten Entwicklungen der Weltwirtschaft ausgesetzt, sondern nur insoweit sie über Europa und Deutschland vermittelt sind. Wie schnell sich aber solche Vermittlungen äußern können, konnte an Entwicklungen im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung mit der Krise der Ukraine studiert werden: Aus einem zunächst lokalen Konflikt wurde schnell ein internationaler Konflikt, der die wesentlichen Märkte der Welt in Mitleidenschaft zu ziehen drohte. Ähnliches kann im Zusammenhang der plötzlich aufkommenden Debatte über den Austritt von Großbritannien aus der Europäischen Union gesagt werden.

Insgesamt sind die Rahmenbedingungen für Unternehmen in den letzten Jahren schwieriger und unkalkulierbarer geworden, weil die konjunkturellen Risiken insgesamt größer geworden sind. Im Gegensatz dazu ermöglicht die Fokussierung auf Nischen, unabhängiger von Krisen zu agieren. Die stark differenzierte Kundenstruktur, insbesondere der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH in Bonn, begrenzt die Beeinträchtigung von konjunkturellen Einflüssen.

Wissenschaftliche Einrichtungen aller Art indes unterliegen den allgemeinen Konjunkturzyklen nur bedingt. Das ist für das Geschäftsfeld der Sozialforschung von Bedeutung. Allerdings können sich Themen ändern, für die empirische Forschung beauftragt wird. Das kann die Entwicklung der Auftragseingänge und Umsatzerlöse beeinflussen und Nachfrageausfälle, und damit negative Konsequenzen für Umsatz und Ergebnis, ergeben. Diese sind allerdings eher absehbar als konjunkturelle Einbrüche, wie sich an der Flüchtlingsproblematik sehr eindrücklich zeigt. Konjunkturelle Entwicklungen sind allerdings relevant für den Bereich Markt- und Marketingforschung. Hier ergeben sich jedoch derzeit mehr Chancen als Risiken, insbesondere bei der infas 360 GmbH. Diese Gesellschaft ist von der Struktur schlank und hoch flexibel aufgestellt, so dass sie sich den neueren Entwicklungen des Markts gut anpassen kann.

Geschäftsfeld Markt- und Sozialforschung

Marktrisiko und -chance

Das ifo Institut in München hat sich zur Instanz entwickelt, die regelmäßig und empirisch gestützt die Perspektiven der Entwicklung der deutschen Wirtschaft relativ sicher vorhersagt. Die Vorhersagen werden auch auf Ebene der Branchen disaggregiert zur Verfügung gestellt. Aus den Daten, welche an die an der Erhebung teilnehmenden Unternehmen verteilt werden, ergibt sich, dass das ifo-Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft 2017 weiterhin an die positive Entwicklung des vergangenen Jahres anzuknüpfen scheint. Es deuten sich aus den Daten keine gravierenden Einbrüche im Dienstleistungssektor in Deutschland an. Lange Zeit galt es als ausgemacht, dass sich die Marktforschungsbranche relativ unabhängig von Konjunkturzyklen entwickelt. In Krisenzeiten ändern sich, so eine weit verbreitete Annahme, die bis zum Jahr 2009 auch zu gelten schien, die Anforderungen und damit die Forschungsschwerpunkte: In guten Zeiten geht es um "Wachstum", in schlechten Zeiten um "Umstrukturierung". Diese Zeiten indes scheinen vorbei zu sein. Wie bereits angesprochen, musste die Branche in den beiden letzten Jahren Umsatzrückgänge verkraften, und auch die führenden großen, international aufgestellten Institute, die in Deutschland tätig sind, konnten nicht mit einem signifikanten Wachstum in den beiden letzten Jahren aufwarten. In der Tat hat sich auch eine Zeit lang die Entwicklung der Marktforschungsbranche von den Konjunkturzyklen abgekoppelt. Damit ist es seit der Krise 2009 vorbei.

Das Segment infas-Institut ist mit seinem Spektrum von Kunden, seiner Präsenz in verschiedenen Märkten und seinen Methodenkompetenzen relativ breit aufgestellt. Dies führte dazu, dass der Umsatz jährlich stetig wuchs. Es wurde in Zeiten sogar Wachstum generiert, in denen die Marktforschungsbranche in der Krise war. Selbst bei schlechteren makroökonomischen Entwicklungen würde für das Institut kein akutes wesentliches Risiko bestehen, weil es als Full-Service-Dienstleister mit hohem methodischen Niveau aufgestellt ist, insbesondere für empirisch komplexe Fragestellungen, die in der Krise nicht einfach als gelöst unterstellt werden können, sondern sich möglicherweise in ihr sogar verschärfen. Dies gilt auch und gerade für den Bereich Sozialforschung. Die großen ungelösten Fragen der Gesellschaft wie Arbeitsmarkt, Bildung, Alter und Gesundheit generieren einen Forschungsbedarf, der auch unter den ungünstigsten Konstellationen der öffentlichen Haushalte abzudecken sein wird. Hier wird insbesondere empirisch relevanter Wissensbedarf entstehen. So zum Beispiel werden in einem Großprojekt der Arbeitsmarktforschung gegen Aufpreis bereits Flüchtlinge interviewt, die mittlerweile in den Regelungskreis des SGB X eingetreten sind. Erst kürzlich konnte ein weiteres Großprojekt im Rahmen des Nationalen Bildungspanels akquiriert werden, das sich explizit mit den Bildungsverläufen von Flüchtlingen beschäftigt.

Hinzu kommt der bereits angeführte Aspekt im Hinblick auf die Kontroverse, ob ein "postfaktisches" Zeitalter angebrochen ist oder nicht: Unabhängig von der Kontroverse, ob dies tatsächlich der Fall ist, kann davon ausgegangen werden, dass die Nachfrage nach validen Daten im Zusammenhang von evidenzbasierten, wissenschaftlichen Ansätzen eher steigen als sinken wird. Und hier ist das infas-Institut mehr als gut aufgestellt.

Die Auftragslage des infas-Instituts ist derzeit mit "gut" zu kennzeichnen und kann für 2017 einen Umsatz von bis zu 23 Mio. € generieren.

Dies alles gilt allerdings nur, wenn vor dem geschilderten Hintergrund ein normaler Geschäftsverlauf unterstellt werden kann. Die geschilderten, eher unübersichtlichen Marktbedingungen für Markt- und Sozialforschung lassen im europäischen Umfeld sowie im selbst für Experten nicht klaren Konjunkturverlauf den Weg offen für Unsicherheitsfaktoren. Dies trifft vor allen auf Marktforschungsprojekte zu.

Sollten diese oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den formulierten Erwartungen abweichen.

Gesetzliche Risiken

Die Einführung des Mindestlohns verursachte Beunruhigung in der Branche. Der Mindestlohn ist für das infas Institut keine eigenständige Problematik, weil das Institut auch seine Interviewer weit über Mindestlohn entlohnt.

Im Zuge der Einführung sind aber ebenfalls Tendenzen in der Branche sichtbar geworden, die darauf hindeuten, dass insbesondere die Sozialversicherungen versuchen, den Status der Interviewer aktiv und flächendeckend in ganz Deutschland zu hinterfragen. Hiervon war das infas-Institut im Jahr 2015 insoweit betroffen, als dass die Rentenversicherung im Nachgang zur Prüfung Forderungen in einer Größenordnung von EUR 2,9 Mio. € aufgestellt hat. Die offensichtliche Unrichtigkeit des Bescheids wurde in der Begründung des Antrags auf Aussetzung der Vollziehung des Bescheids von infas ausführlich dargelegt und mit empirischen Daten unterfüttert. Mutmaßlich haben diese Ausführungen die Rentenversicherung entgegen ihrem sonstigen Verhalten in vergleichbaren Fällen veranlasst, gleich "freiwillig" die Aussetzung der Vollziehung zu gewähren. Es war nicht notwendig, dafür gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Seitdem ist von der Rentenversicherung nichts mehr vernommen worden. Der Konzern hat für die erwarteten Kosten aus diesem Sachverhalt eine Rückstellung i.H.v. 0,9 Mio. € gebildet.

Im Streit um die vermutete Sozialversicherungspflicht der Interviewer ist die Situation im letzten Geschäftsjahr klarer geworden. Letztinstanzlich wurde hinsichtlich des steuerrechtlichen Status entschieden, dass es sich bei der Tätigkeit als Interviewer im Telefonstudio um eine selbständige Arbeit handelt. Entsprechend wurden sämtliche Bescheide in dieser Sache aufgehoben und es konnten die entsprechenden Rückstellungen aufgelöst werden.

Vor diesem Hintergrund schätzen wir die Chancen, bei einer etwaigen juristischen Auseinandersetzung mit der Rentenversicherung zu obsiegen, unverändert als gut ein. Unabhängig davon wird genauestens zu beobachten sein, wie sich die Branche zu diesem Sachverhalt verhält und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind. Alternative Szenarien der Beschäftigung werden nach wie vor geprüft.

Ausfall-/Kreditrisiko

Ausfallrisiken ergeben sich aus der Möglichkeit, dass die Gegenpartei einer Transaktion ihren Verpflichtungen nicht nachkommt und dadurch ein finanzieller Schaden für den Konzern entsteht. Die auf der Aktivseite ausgewiesenen Beträge für finanzielle Vermögenswerte stellen das maximale Ausfallrisiko dar. Erkennbaren Ausfallrisiken wird durch die Bildung von Wertberichtigungen Rechnung getragen. Mit der Auswahl der Kunden wird das Ausfallrisiko als niedrig eingeschätzt. Die Mehrheit der Kunden kommt aus dem wissenschaftlichen Bereich, die entweder grundfinanziert oder aber, es handelt sich um Projekte die von staatlichen Instanzen zugesagt sind, die für wissenschaftliche Forschung zuständig sind.

Kostenrisiko

Die einzelnen Projekte unterliegen Kostenkalkulationen. Trotzdem ist es möglich, dass es zu Kostenüberschreitungen kommt. Dadurch entstandene Mehrkosten sind zuerst durch das infas-Institut zu tragen. Dem Risiko wird durch ein enges Controlling der Projekte sowie Vor- und Nachkalkulationen begegnet. Zusätzliche Anfragen durch Kunden werden separat abgerechnet.

Wettbewerbsrisiko

Es sind diverse andere Gesellschaften am Markt unterwegs, die gleiche oder ähnliche Dienstleistungen anbieten wie der infas-Konzern. Es besteht das Risiko, dass konkurrierende Dienstleister in der Lage sein könnten, Projekte abzuwickeln, für die infas ebenfalls Angebote abgegeben hat. Der infas-Konzern stellt diesem Risiko sein professionelles und hoch qualifiziertes Personal entgegen. So zum Beispiel konnte das infas-Institut ein bereits durch die Konkurrenz in Arbeit befindliches Projekt übernehmen, weil der Kunde mit der Performanz der Konkurrenz mehr als unzufrieden war. Des Weiteren weitet der Konzern seine Geschäftstätigkeiten weiter aus, beispielsweise im Aufbau der Finanzmarktforschung.

Personalrisiko

Der Konzern ist der Auffassung, dass sein zukünftiger Erfolg insbesondere auf den Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen des Vorstands und der Mitarbeiter beruht. Der Verlust von unternehmenstragenden Personen und Schwierigkeiten, benötigtes Personal mit den erforderlichen Qualifikationen zu gewinnen oder zu halten, können nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns haben. Der Konzern erhält derzeit zunehmend Initiativbewerbungen von promovierten Wissenschaftlern, die von einer wissenschaftlichen Karriere an den Hochschulen, wegen mangelnder Perspektive durch fortgesetzte Zeitverträge zunehmend absehen und sich nach anspruchsvollen Tätigkeiten in einem Normalarbeitsverhältnis umschauen. Da diese Bewerber in der Regel auch hoch qualifiziert sind, hat infas derzeit keine Probleme bei der Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter.

Geschäftsfeld Marketingforschung

Marktchancen

Die infas 360 positioniert sich im neuen Markt "Data Driven Marketing". Mit ihrem Leistungsportfolio aus Daten und deren Analytik konzentriert sich das Unternehmen auf die Bereiche Research, CRM und Geomarketing. Das Kerngeschäft besteht in der Lizenzierung von Daten und Applikationen, die Daten beinhalten. Dabei handelt es sich um Produkte, die bei steigender Wertschöpfung beliebig oft lizenzierbar sind. infas 360 sichtet und sammelt allgemein zugängliche Daten und kombiniert projektspezifisch alle für den Kunden relevanten Marketingdaten. National wie international. Im direkten Zugriff stehen dabei eigene Geo- und Marktdatenbanken genauso wie Datenbanken Dritter über das eigene Data Intelligence Network. Ergänzt werden diese statischen Daten um die für das Projekt wichtigen Kundendaten und die jederzeit generierbaren Ad hoc-Daten aus unserer Marketingforschung. Dieser Datenmix stellt im Ergebnis einen möglichst realitätsnahen Wissenspool dar, der die betreffenden Märkte, Kunden und Potenziale von Unternehmen darstellt und so analysieren lässt, dass die gewonnenen Erkenntnisse auch für Marketing und Vertrieb in konkrete Maßnahmen umsetzbar sind.

Wesentlich ist dabei, dass diese Projekte nicht auf Basis von Befragungen, wie in der traditionellen Marktforschung, stattfinden, sondern im Datenmanagement bestehen, das dafür eigene und fremde Daten nutzt und sie intelligent und mit anerkannten statistischen Verfahren kombiniert. Damit entfallen die Risiken, die sich durch aktive Befragungen ergeben könnten.

Zusammenfassung und Prognose

Vor dem geschilderten Hintergrund wird für das Jahr 2017 zusammenfassend davon ausgegangen, dass der infas-Konzern mit einer hohen Wahrscheinlichkeit leicht wachsen wird. Unsere Prognosen berücksichtigen die Risiko- und Chancenabwägungen des Konzerns nach Maßgabe unserer operativen Planung und weiteren geschäftsrelevanten Annahmen. Es wird damit gerechnet, dass sich der Umsatz der Unternehmensgruppe in 2017 in einem Korridor zwischen 23 und 26 Mio. € bewegen wird. Aufgrund des zu erwartenden positiven operativen Ergebnisses des Konzerns ist ebenfalls mit einem entsprechenden Zufluss von operativem Cashflow zu rechnen. Darauf aufbauend, erwartet der Vorstand für das Jahr 2017 eine stabile Vermögens- und Finanzlage des Konzerns, der mit den zur Verfügung stehenden liquiden Mitteln sein Geschäft und den Ausbau neuer Aktivitäten, insbesondere im Bereich Marketingforschung, finanzieren kann. Insgesamt wird mit einer leicht steigenden Umsatzrendite gerechnet.

V Übernahmerelevante Angaben

Durch das Übernahmerichtlinie-Umsetzungsgesetz besteht für börsennotierte Unternehmen nach §§ 289 und 315 HGB die Pflicht, Angaben zu Kapitalzusammensetzung, Aktionärsrechten und deren Beschränkungen, Beteiligungsverhältnissen und den Organen der Gesellschaft zu machen, welche übernahmerelevante Informationen darstellen.

Das Grundkapital der infas Holding AG beträgt zum 31. Dezember 2016 9.000.000,00 €. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Die namenlosen Stückaktien unterliegen keinerlei Übertragungsbeschränkungen. Soweit dem Vorstand der Gesellschaft bekannt, bestehen keinerlei Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung der Aktien betreffen. Darüber hinaus sind dem Vorstand keine Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern bekannt, welche Beschränkungen in Stimmrechten und Übertragung von Aktien beinhalten. Die infas Holding AG hat die Inhaber von Aktien mit keinerlei Sonderrechten ausgestattet und hat auch keine Aktien begeben, die Sonderrechte oder Kontrollbefugnisse verleihen.

An der Gesellschaft sind die Effecten-Spiegel AG zum 31. Dezember 2016 mit knapp über 20 Prozent und die Investmentgesellschaft für langfristige Investoren TGV mit ebenfalls über 20 Prozent als die größten Aktionäre, Herr Hans-Herbert Döbert mit knapp über 11 Prozent, die PEN GmbH mit knapp über 10 Prozent und die Axxion S.A. mit knapp über 5 Prozent gemäß § 315 (4) Nr. 3 HGB direkt oder indirekt beteiligt.

Es bestehen keinerlei Arbeitnehmerbeteiligungen am Kapital, bei denen die Kontrollrechte nicht unmittelbar ausgeübt werden.

Gemäß §§ 5 und 6 der Satzung der infas Holding AG besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder und bestimmt ihre Zahl. Im Geschäftsjahr 2016 bestand der Vorstand aus einer Person. Ist nur ein Vorstandsmitglied bestellt, so ist es einzeln zur Vertretung der Gesellschaft befugt. Der Aufsichtsrat hat dem Vorstand Einzelvertretungsmacht und die Befugnis erteilt, gleichzeitig Rechtsgeschäfte für die Gesellschaft und als Vertreter Dritter abzuschließen. Der Vorstand ist ebenso von den Beschränkungen des § 181 BGB in den Grenzen des § 112 AktG befreit.

Für die Änderung der Satzung gelten die gesetzlichen Vorschriften (§§ 133, 179 AktG).

Seit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 23. August 2012 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 22. August 2017 einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals um bis zu insgesamt 4.500.000,00 € gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2012). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Einzelheiten der Ermächtigung ergeben sich aus § 4 Abs. 5 der Satzung und dem unter Tagesordnungspunkt 5 im elektronischen Bundesanzeiger vom 16. Juli 2012 bekanntgemachten Beschlussvorschlag.

Seit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 18. Februar 2015 ist die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 17. Februar 2020 eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des bis zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Einzelheiten der Ermächtigung ergeben sich aus dem unter Tagesordnungspunkt 9 im elektronischen Bundesanzeiger vom 15. Dezember 2014 bekanntgemachten Beschlussvorschlag.

Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen - sogenannte Change-of-Control-Klauseln - und Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern bestehen nicht.

VI Vergütungsbericht und Erklärung zur Unternehmensführung

Vergütungsbericht

Gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 4 HGB ist die infas Holding AG dazu verpflichtet, im Lagebericht die Grundzüge des Vergütungssystems der Gesellschaft für die im Anhang genannten Gesamtbezüge darzustellen.

Ein Vergütungssystem, wie es der Deutsche Corporate Governance Kodex vorsieht, besteht nicht. Aufsichtsrat und Vorstand beziehen feste Bezüge, die im Anhang beziffert werden. Die im Anhang angegebenen variablen Bezüge des Vorstands beziehen sich auf die erfolgsabhängige Vergütung als Geschäftsführer bei der Tochtergesellschaft infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die nach § 289 a HGB vorgeschriebene Erklärung zur Unternehmensführung ist auf der Internetseite der infas Holding AG: "www.infas-holding.de" öffentlich zugänglich.

Bonn, 18. April 2017

infas Holding Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2016

Aktiva

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31.12.2016 31.12.2015
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Langfristige Vermögenswerte
8 Immaterielle Vermögenswerte 712.136,50 561.503,00
8 Geschäfts- oder Firmenwert 167.097,00 167.097,00
9 Sachanlagen 420.189,50 331.913,50
11 Anteile an at Equity bilanzierten Unternehmen 144.023,43 0,00
10 Sonstige Finanzanlagen 1,00 1,00
12 Latente Steueransprüche 3.755.630,00 4.210.868,00
12 Sonstige Vermögenswerte 99.447,01 92.590,73
Langfristige Vermögenswerte gesamt 5.298.524,44 5.363.973,23
Kurzfristige Vermögenswerte
14 Vorräte 101.021,15 108.798,73
14 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 815.153,71 673.220,33
14 Dienstleistungsgeschäfte mit aktivischem Saldo 1.706.778,66 811.052,19
14 Ertragsteuerforderungen 131.462,60 120.410,82
14 Sonstige Vermögenswerte 968.437,63 301.229,94
14 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11.764.916,02 8.686.794,68
13 Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 0,00 3.415.199,52
Kurzfristige Vermögenswerte gesamt 15.487.769,77 14.116.706,21
20.786.294,21 19.480.679,44

Passiva

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31.12.2016 31.12.2015
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Eigenkapital
15 Gezeichnetes Kapital 9.000.000,00 9.000.000,00
15 Gewinnrücklagen
Gesetzliche Rücklage 33.991,62 0,00
15 Eigenkapitalminderung infolge vollständiger Anteilsübernahme -4.002.480,65 -4.002.480,65
15 kumuliertes sonstiges Konzernergebnis -1.489.031,00 -1.082.408,00
15 Konzernbilanzgewinn 878.431,82 698.747,10
15 Den Anteilseignern zurechenbarer Anteil am Eigenkapital 4.420.911,79 4.613.858,45
Anteile ohne beherrschenden Einfluss 0,00 0,00
Eigenkapital gesamt 4.420.911,79 4.613.858,45
Langfristige Schulden
16 Rückstellungen für Pensionen 5.060.880,00 4.349.763,00
17 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 48.747,32
17 Latente Steuerschulden 271.142,00 601.925,00
Langfristige Schulden gesamt 5.332.022,00 5.000.435,32
Kurzfristige Schulden
18 Ertragsteuerschulden 140.996,37 0,00
19 Sonstige Rückstellungen 1.068.500,00 1.035.030,00
20 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 48.747,31 48.747,35
21 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.258.870,19 793.350,00
21 Verpflichtungen aus Aufträgen in Bearbeitung 6.911.705,11 4.827.805,06
21 Erhaltene Anzahlungen 0,00 429.453,57
21 Sonstige Verbindlichkeiten 1.604.541,44 1.480.412,23
13 Zur Veräußerung bestimmte Schulden 0,00 1.251.587,46
Kurzfristige Schulden gesamt 11.033.360,42 9.866.385,67
20.786.294,21 19.480.679,44

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Periode vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016

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2016 2015
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22 Umsatzerlöse 22.728.132,48 19.402.254,09
23 Andere aktivierte Eigenleistungen 340.815,27 172.357,25
24 Sonstige betriebliche Erträge 273.410,87 241.215,95
25 Materialaufwand/Aufwendungen für bezogene Leistungen -10.906.432,24 -8.457.778,33
26 Personalaufwand -7.247.097,73 -6.730.394,57
27 Abschreibungen -370.973,88 -276.890,92
28 Sonstige betriebliche Aufwendungen -3.100.090,78 -2.856.087,13
11 Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen -15.976,57 0,00
30 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 20.780,26 1.104,96
30 Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens -2.368,33 -3.679,82
30 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -106.625,23 -104.370,00
30 Finanzergebnis -88.213,30 -106.944,86
Ergebnis vor Ertragsteuern 1.613.574,12 1.387.731,48
31 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -614.630,72 -251.427,49
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 998.943,40 1.136.303,99
32 Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen nach Abzug von Steuern -785.267,06 -1.462.002,20
Konzernjahresüberschuss/-Gesamtergebnis 213.676,34 -325.698,21
Ergebnisanteile Gesellschafter ohne beherrschenden Einfluss 0,00 0,00
Ergebnisanteil Gesellschafter des Mutterunternehmens 213.676,34 -325.698,21
35 Ergebnis je Aktie (verwässert und unverwässert) aus fortzuführeneden und aufgegebenen Geschäftsbereichen 0,02 -0,04
35 Ergebnis je Aktie aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 0,11 0,13

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Periode vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016

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2016 2015
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Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 213.676,34 -325.698,21
Posten, die zukünftig nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen -606.723,00 -70.844,00
Latente Steuereffekte 200.100,00 23.364,00
Sonstiges Konzernergebnis -406.623,00 -47.480,00
Konzerngesamtergebnis -192.946,66 -373.178,21
davon Anteil Aktionäre der infas Holding AG -192.946,66 -373.178,21
davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter 0,00 0,00

Konzern-Kapitalflussrechnung

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2016 2015
T€ T€
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Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen vor Ertragsteuern 1.614 1.388
Abschreibungen auf Sachanlagen 371 277
Erhöhung/Verminderung der Rückstellungen 649 238
Zinsaufwendungen/Zinserträge 86 103
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Vermögenswerte 1.703 129
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der Verpflichtungen aus Aufträgen in Bearbeitung, der erhaltenen Anzahlungen und der sonstigen Verbindlichkeiten -403 1.724
Gezahlte Ertragsteuern -158 -42
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen 17 -84
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit 3.879 3.733
Einzahlungen aus Abgängen von langfristigen Vermögenswerten 0 0
Auszahlungen für den Erwerb von langfristigen Vermögenswerten -770 -569
Erhaltene Zinsen 21 1
Cashflow aus Investitionstätigkeit -749 -568
Einzahlungen aus der Aufnahme von Bankkrediten/sonstigen Darlehen 0 146
Auszahlungen aus der Tilgung von Bankkrediten/sonstigen Darlehen -49 -49
Gezahlte Zinsen -3 -104
Gezahlte Dividenden an Aktionäre 0 -1.620
Gezahlte Dividenden an Gesellschafter ohne beherrschenden Einfluss 0 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -52 -1.627
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 3.078 1.538
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 8.687 7.149
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 11.765 8.687
Der Finanzmittelfonds beinhaltet nur die liquiden Mittel und stimmt mit den entsprechenden Bilanzposten überein.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

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Geschäftsjahr 2016 Gezeichnetes Kapital Gewinnrücklagen Gesetzliche Rücklage Kapitalrücklage Eigenkapital-

minderung aus sonstigem Konzernergebnis
Eigenkapital-

minderung infolge vollständiger Anteilsübernahme
Konzern- Bilanzgewinn
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Stand 1. Januar 2016 9.000.000,00 0,00 0,00 -1.082.408,00 -4.002.480,65 698.747,10
Dividende für das Vorjahr 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Konzerngesamtergebnis 2016 0,00 0,00 0,00 -406.623,00 0,00 213.676,34
Einstellung in die gesetzliche Rücklage 0,00 33.991,62 0,00 0,00 0,00 -33.991,62
Stand 31. Dezember 2016 9.000.000,00 33.991,62 0,00 -1.489.031,00 -4.002.480,65 878.431,82

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Geschäftsjahr 2016 Konzern- Eigenkapital
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Stand 1. Januar 2016 4.613.858,45
Dividende für das Vorjahr 0,00
Konzerngesamtergebnis 2016 -192.946,66
Einstellung in die gesetzliche Rücklage 0,00
Stand 31. Dezember 2016 4.420.911,79

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Geschäftsjahr 2015 Gezeichnetes Kapital Gewinnrücklagen Gesetzliche Rücklage Kapitalrücklage Eigenkapital-

minderung aus sonstigem Konzernergebnis
Eigenkapital-

minderung infolge vollständiger Anteilsübernahme
Konzern- Bilanzgewinn
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Stand 1. Januar 2015 9.000.000,00 0,00 932.400,00 -1.034.928,00 -4.002.480,65 1.712.045,31
Dividende für das Vorjahr 0,00 0,00 0,00 0,00 -1.620.000,00
Konzerngesamtergebnis 2015 0,00 0,00 0,00 -47.480,00 0,00 -325.698,21
Entnahmen aus der Kapitalrücklage -932.400,00 932.400,00
Stand 31. Dezember 2015 9.000.000,00 0,00 0,00 -1.082.408,00 -4.002.480,65 698.747,10

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Geschäftsjahr 2015 Konzern- Eigenkapital
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Stand 1. Januar 2015 6.607.036,66
Dividende für das Vorjahr -1.620.000,00
Konzerngesamtergebnis 2015 -373.178,21
Entnahmen aus der Kapitalrücklage 0,00
Stand 31. Dezember 2015 4.613.858,45

Konzernanhang zum 31. Dezember 2016

1 Allgemeine Erläuterungen

Die infas Holding Aktiengesellschaft ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft deutschen Rechts. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Bonn (HRB 17379) eingetragen. Der Sitz der Gesellschaft ist 53113 Bonn, Friedrich-Wilhelm-Straße 18.

Die infas Holding Aktiengesellschaft ist Mutterunternehmen eines Konzerns. Sie hält zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 direkte Beteiligungen an zwei Unternehmen, die auf den Gebieten der Meinungs-, Marketing-, Markt- und Sozialforschung tätig sind.

Der Konzernabschluss der infas Holding Aktiengesellschaft wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Diese umfassen alle geltenden Standards und Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) bzw. des International Reporting Interpretations Committee (IFRIC). Der Konzernabschluss berücksichtigt alle bis zum 31. Dezember 2016 verabschiedeten und verpflichtend anzuwendenden Bestimmungen der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind und die ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften.

Das Geschäftsjahr der infas Holding AG und ihrer Tochterunternehmen ist das Kalenderjahr. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nichts anderes vermerkt, sind alle Beträge in Tausend Euro (T€) angegeben.

Nach § 315a HGB i.V.m. Art. 4 der EU-IAS-Verordnung haben kapitalmarktorientierte Mutterunternehmen ihren gemäß §§ 290-293 HGB aufzustellenden Konzernabschluss nach den Regelungen der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, zu erstellen. Die IFRS-Konzernrechnungslegungspflicht gemäß § 315a HGB setzt eine kapitalmarktorientierte Gesellschaft und damit den Handel im regulierten Markt voraus. Die infas Holding AG stellt verpflichtend einen Konzernabschluss nach IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, auf, da die Aktien der infas Holding AG am regulierten Markt in Deutschland notiert sind.

2 Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle Tochterunternehmen der infas Holding Aktiengesellschaft einbezogen.

Im Geschäftsjahr 2016 ergaben sich folgende Veränderungen im Konsolidierungskreis:

1. Entkonsolidierung der vollkonsolidierten Tochtergesellschaft action press gmbh & co. kg, Hamburg und

2. Entkonsolidierung der vollkonsolidierten Tochtergesellschaft action press beteiligungsgesellschaft mbh, Hamburg. Beide Gesellschaften wurden mit Vertrag vom 2. März 2016 und mit wirtschaftlicher Wirkung zum 29. Februar 2016 veräußert. Zum 31. Dezember 2015 sind die zugehörigen Vermögenswerte und Schulden separat als zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte und Schulden ausgewiesen worden.

3. Erstkonsolidierung der at-equity Gesellschaft BNS - Business Network Solutions GmbH, Bonn. Die Gesellschaft wurde im September 2016 mit einem Stammkapital in Höhe von 30 T€ gegründet. Die infas 360 GmbH, Tochter der infas Holding Aktiengesellschaft, hält 1/3 (= 33,33 %) der Anteile an der Gesellschaft. Aufgrund eines maßgeblichen Einflusses auf die Gesellschaft, aber ohne Kontrolle oder gemeinschaftlicher Führung der Gesellschaft, wird das Unternehmen als assoziiertes Unternehmen nach IAS 28 nach der Equity-Methode einbezogen.

Folgende Tochtergesellschaften werden analog dem Vorjahr in den Konzernabschluss vollkonsoldiert einbezogen

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Kapitalanteil 31.12.2016 Tätigkeit
infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH, Bonn 100,00 Prozent Markt- und Sozialforschung
infas 360 GmbH, Bonn 100,00 Prozent Marketingforschung

Die beiden Unternehmen werden nach IFRS 10 in den Konzernabschluss, aufgrund der Beherrschung durch die Muttergesellschaft, infas Holding Aktiengesellschaft, einbezogen.

Die infas Holding AG erlangt die Beherrschung, wenn sie Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus ihrer Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann.

Die infas Holding AG nimmt eine Neubeurteilung vor, ob sie ein Beteiligungsunternehmen beherrscht oder nicht, wenn Tatsachen und Umstände darauf hinweisen, dass sich eines oder mehrere der oben genannten drei Kriterien der Beherrschung verändert haben.

Die Konsolidierung erfolgt ab dem Zeitpunkt, an dem die infas Holding AG die Möglichkeit der Beherrschung hat. Endet diese Möglichkeit, scheiden die entsprechenden Gesellschaften aus dem Konsolidierungskreis aus.

3 Allgemeine Konsolidierungsgrundsätze

Gegenstand des Konzernabschlusses sind die infas Holding AG und deren Tochterunternehmen.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem Fair Value der hingegebenen Vermögenswerte, ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren Fair Values im Transaktionszeitpunkt bewertet, unabhängig von dem Umfang der Anteile ohne beherrschenden Einfluss.

Der Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs über den Anteil des Konzerns an dem zum Fair Value bewerteten erworbenen Nettovermögen wird als Geschäfts- und Firmenwert angesetzt.

Änderungen der Beteiligungsquoten des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Die Buchwerte der vom Konzern gehaltenen Anteile und der Anteile anderer Gesellschafter werden so angepasst, dass sie die Änderungen der an dem Tochterunternehmen bestehenden Anteilsquoten widerspiegeln. Jede Differenz zwischen dem Betrag, um den die Anteile anderer Gesellschafter angepasst werden, und dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder erhaltenen Gegenleistung wird unmittelbar im Eigenkapital erfasst und den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zugeordnet.

Die Auswirkungen konzerninterner Geschäftsvorfälle werden eliminiert. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden im Rahmen der Schuldenkonsolidierung gegeneinander aufgerechnet. Zwischengewinne und -Verluste aus dem Liefer- und Leistungsverkehr der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden eliminiert. Konzerninterne Erträge werden mit den korrespondierenden Aufwendungen im Rahmen der Aufwands- und Ertragseliminierung verrechnet. Auf temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung werden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.

Unternehmen, an denen die infas Holding AG zum Bilanzstichtag mittelbar oder unmittelbar zwischen 20 und 50 Prozent der Stimmrechte hält und einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann, werden als assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert. Zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung von assoziierten Unternehmen wird die Beteiligung zu Anschaffungskosten angesetzt. Ein positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten der erworbenen Anteile und dem anteiligen zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert bewerteten erworbenen Vermögen stellt einen Geschäfts- oder Firmenwert dar, der in dem fortgeschriebenen at-Equity-Ansatz enthalten ist und insoweit auch dem Impairment-Verfahren unterliegt. Falls das im Zuge einer Kaufpreisallokation neubewertete auf den Konzern entfallende Eigenkapital die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile übersteigt, wird die Differenz durch eine sofortige erfolgswirksame Verbuchung im Jahr des Erwerbs erfasst. In den Folgeperioden wird der Buchwert um die auf den Konzern entfallenden Veränderungen des Eigenkapitals fortgeschrieben. Auf den Konzern entfallende anteilige Verluste, die die Gesamtinvestition in das assoziierte Unternehmen, bestehend aus fortgeschriebenem at-Equity-Ansatz sowie anderen langfristigen Forderungen, übersteigen, werden nicht berücksichtigt. Ein Werthaltigkeits-test wird durchgeführt, sofern Hinweise auf eine Wertminderung des Beteiligungsansatzes vorliegen.

4 Ermessensspielräume und Schätzungen

Im Konzernabschluss müssen in einem bestimmten Umfang Einschätzungen vorgenommen und Ermessensspielräume getroffen werden, die Auswirkungen auf die Höhe und den Ausweis bilanzieller Vermögenswerte und Schulden, die Erträge und Aufwendungen sowie die Eventualverbindlichkeiten und -forderungen haben. Schätzungen und Beurteilungen werden laufend überprüft und basieren auf Erfahrungswerten der Vergangenheit und anderen Faktoren, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen.

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind in Tz 5 erläutert. Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen betreffen die folgenden Fälle.

Die Nutzungsdauer von Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten stützt sich auf Erfahrungswerte der Vergangenheit und Annahmen seitens der Unternehmensführung.

Die Prüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten basiert auf Annahmen. Vermögenswerte wurden, wenn Gründe für eine Nicht-Werthaltigkeit ersichtlich waren, wertberichtigt.

Die Schätzungen über die Höhe und den Ansatz von Rückstellungen werden von der Unternehmensführung getroffen, wobei diese Schätzungen von den tatsächlichen Werten abweichen können.

Zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen bedient sich die infas Holding Aktiengesellschaft statistischer bzw. versicherungsmathematischer Berechnungen, um Auswirkungen künftiger Entwicklungen auf die Aufwendungen und Verpflichtungen aus diesen Plänen abzuschätzen. Diese Berechnungen beruhen auf Annahmen über den Abzinsungssatz und über die Gehalts- und Rentensteigerungsraten. Diese Annahmen beruhen auf den am Bilanzstichtag herrschenden Verhältnissen und Einschätzungen bzw. auf den dann geltenden Marktbedingungen.

Unternehmenserwerbe erfordern Schätzungen hinsichtlich des Fair Value der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. In Übereinstimmung mit IAS 36 werden zahlungsmittelgenerierende Einheiten aus Unternehmenszusammenschlüssen mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Geschäfts- und Firmenwerte werden für Zwecke des Werthaltigkeitstests im Erwerbszeitpunkt zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Zur Beurteilung der Werthaltigkeit wird der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit dem erzielbaren Betrag verglichen. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus Nettoveräußerungspreis, beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, und dem Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Gruppe ermittelt den erzielbaren Betrag als Nutzungswert und damit als Barwert der zukünftigen Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die zukünftigen Cashflows stammen aus der Planrechnung des Konzerns. Insbesondere die Prognosen zukünftiger Cashflows sind vor dem Hintergrund der vorangegangenen Finanz- und Wirtschaftskrise sowie dem anschließenden dynamischen Wirtschaftsaufschwung mit zusätzlichen Unsicherheiten behaftet

Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerrechtlicher Vorschriften, Änderungen des Steuerrechts sowie der Höhe und des Entstehungszeitpunkts künftig zu versteuernder Ergebnisse. Angesichts des langfristigen Charakters und der Komplexität bestehender vertraglicher Vereinbarungen ist es möglich, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen bzw. künftige Änderungen solcher Annahmen in Zukunft Anpassungen des bereits erfassten Steuerertrags und Steueraufwands erfordern.

Latente Steueransprüche werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlust-vorträge in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, so dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der latenten Steueransprüche, die aktiviert werden können, ist eine wesentliche Ermessungsaus-übung des Managements bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Weitere Details zu Steuern werden in den Tz 6 und 28 erläutert.

Weitere Erläuterungen über getroffene Annahmen und Schätzungen erfolgen bei den Angaben zu den einzelnen Abschlussposten. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag. Bei der Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung wurde außerdem das zu diesem Zeitpunkt als realistisch unterstellte wirtschaftliche Umfeld in den Branchen und Regionen, in denen der Konzern tätig ist, berücksichtigt. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses ist nicht von einer wesentlichen Änderung der zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen auszugehen.

5 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden als Vermögenswert erfasst und mindestens jährlich auf Werthaltigkeit überprüft. Eine Wertminderung wird sofort als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und in den Folgeperioden nicht wieder wertaufgeholt. Der Geschäfts- oder Firmenwert, der aus Unternehmenserwerben vor dem 1. Januar 2004 entstanden ist, wurde aufgrund der Erleichterungsvorschrift gemäß IFRS 1 bis zum 31. Dezember 2003 grundsätzlich planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 15 Jahren gleichmäßig abgeschrieben. Eine Wertaufholung der in vorangegangenen Perioden abgeschriebenen Beträge findet nicht statt.

Gemäß IAS 36.10 tritt unter anderem bei Geschäfts- oder Firmenwerten an die Stelle von planmäßigen Abschreibungen eine regelmäßige, mindestens jährlich durchzuführende Werthaltigkeitsprüfung ("impairment-Test"). Die Werthaltigkeits-prüfung eines Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf Ebene einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit (CGU) vorgenommen. Die Werthaltigkeitsprüfung basiert auf der Ermittlung des erzielbaren Betrags. Dieser ergibt sich aus dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Übersteigt der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit deren erzielbaren Betrag, liegt ein Wertminderungsbedarf vor. Im Fall von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit CGU, die einen Geschäfts- oder Firmenwert enthalten, werden zunächst bestehende Firmenwerte reduziert. Übersteigt der Wertberichtigungsbedarf den Buchwert des Firmenwerts, wird die Differenz i.d.R. proportional auf die verbleibenden langfristigen Vermögenswerte der CGU verteilt.

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte (Entwicklungskosten) werden mit den direkt und indirekt zurechenbaren Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist. Weiterhin muss sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung oder die interne Nutzung der Produkte sichergestellt sein (IAS 38). Es muss die Absicht bestehen, den Vermögenswert mit hierfür zur Verfügung stehenden Ressourcen fertigzustellen. Die Entwicklungstätigkeit muss ferner mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen wirtschaftlichen Nutzen führen. Die planmäßige Abschreibung erfolgt auf der Grundlage einer geplanten Nutzungsdauer von 5 bis 10 Jahre. Forschungskosten sind gemäß IAS 38 nicht aktivierungsfähig und nicht aktiviert worden.

Andere erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Als Nutzungsdauer werden drei bis fünf Jahre zugrunde gelegt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer liegen nicht vor.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen, angesetzt. Reparaturkosten werden sofort als Aufwand verrechnet.

Aktivierungspflichtige Fremdkapitalzinsen waren nicht gegeben. Die Abschreibungen werden beim beweglichen Anlagevermögen im Allgemeinen linear entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer über einen Zeitraum von 1 bis 13 Jahren vorgenommen.

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald die infas Holding AG oder ihre Tochtergesellschaften Vertragspartei und zur Leistung oder Gegenleistung berechtigt oder verpflichtet werden. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich unsaldiert ausgewiesen. Sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. Die Folgebewertung der Finanzinstrumente erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten, die i.d.R. den Buchwerten entsprechen.

Langfristige finanzielle Vermögenswerte werden am Erfüllungstag, d.h. zum Zeitpunkt des Entstehens bzw. der Übertragung des Vermögenswerts, zum beizulegenden Zeitwert aktiviert.

Für die Folgebewertung zum Bilanzstichtag werden finanzielle Vermögenswerte unterschieden in vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte. Die Klassifizierung hängt von dem Zweck ab, für den das jeweilige Instrument erworben wurde.

Ausgereichte Kredite und Forderungen werden in der Folge zu jedem Bilanzstichtag zu fortgeführten Anschaffungskosten, die auch dem beizulegenden Zeitwert entsprechen, bewertet. Zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte werden an den folgenden Bilanzstichtagen zum beizulegenden Zeitwert angesetzt.

Die zur Veräußerung verfügbaren Finanzanlagen werden zum Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, sofern dieser verlässlich bestimmbar ist. Wertschwankungen zwischen den Bilanzstichtagen werden erfolgsneutral in die Rücklagen eingestellt. Die erfolgswirksame Auflösung der Rücklagen erfolgt entweder mit der Veräußerung oder bei nachhaltigem Absinken des Marktwerts unter den Buchwert. Kredite und Forderungen werden zum Bilanzstichtag zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sinkt der erzielbare Betrag zum Bilanzstichtag unter den Buchwert, werden erfolgswirksame Wertberichtigungen vorgenommen.

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte und Sachgesamtheiten werden als zur Veräußerung stehend qualifiziert, wenn ihr Buchwert vielmehr durch die Veräußerung als durch die weitere Nutzung zu erzielen sein wird. Diese Voraussetzung wird erst als erfüllt angesehen, wenn die Veräußerung sehr wahrscheinlich ist und der Vermögenswert zur sofortigen Veräußerung bereitsteht. Das Management muss den Verkauf beschlossen haben und der Verkauf sollte innerhalb eines Jahres nach Qualifizierung als zur Veräußerung stehend beabsichtigt sein. Bei einem aufgegebenen Geschäftsbereich (Discontinued Operation) handelt es sich um eine Geschäftstätigkeit, die entweder zur Veräußerung bestimmt ist oder bereits veräußert worden ist und sowohl aus betrieblicher Sicht als auch für Zwecke der Finanzberichterstattung eindeutig von den übrigen Unternehmensaktivitäten abgegrenzt werden kann. Außerdem muss die nicht als fortgeführte Aktivität qualifizierte Geschäftstätigkeit einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig oder einen bestimmten geografischen Geschäftszweig des Konzerns darstellen. Zum Verkauf stehende langfristige Vermögenswerte (und zur Veräußerung bestimmte Sachgesamtheiten) wurden zu dem niedrigeren Wert aus Buchwert und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich noch ausstehender Veräußerungskosten angesetzt. Die Bewertung wird am Tag der Umgliederung vorgenommen. Das Ergebnis aus der Bewertung von zur Veräußerung vorgesehenen Geschäftstätigkeiten zum beizulegenden Zeitwert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten sowie die Gewinne und Verluste aus der Veräußerung nicht fortgeführter Aktivitäten werden ebenso wie das Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit dieser Geschäftstätigkeit in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns gesondert als Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen ausgewiesen. Die Vorjahreswerte der Gewinn- und Verlustrechnung werden entsprechend angepasst. In der Kapitalflussrechnung sind die Zahlungsströme der nicht fortgeführten Geschäftstätigkeit nicht in den einzelnen Cashflows enthalten. Die Cashflows, die auf die aufgegebene Geschäftstätigkeit entfallen, sind gesondert in der Erläuterung zu Tz 29 angegeben.

Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte beinhalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, derivative finanzielle Vermögenswerte sowie gehaltene Eigenkapitalinstrumente.

Alle kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte werden am Erfüllungstag, d.h. zum Zeitpunkt des Entstehens der Forderung bzw. der Übertragung des wirtschaftlichen Eigentums, zunächst mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt, der im Falle der Finanzinstrumente und der Vorräte den Anschaffungskosten entspricht. Die Anschaffungskosten von unter- bzw. nicht verzinslichen monetären Forderungen entsprechen deren Barwert zum Entstehungszeitpunkt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen i.d.R. den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte.

Die Folgebewertung erfolgt analog zu den langfristigen finanziellen Vermögenswerten.

Forderungen werden erstmalig zum beizulegenden Zeitwert und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode angesetzt, sofern sie nicht zu Handelszwecken gehalten werden.

Bestehen an der Einbringbarkeit von Forderungen Zweifel, werden diese mit dem niedrigeren realisierbaren Betrag angesetzt, indem eine entsprechende Einzelwertberichtigung gebildet wird.

Bankguthaben und Kassenbestände sind zum Nominalwert angesetzt.

Kurzfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen Ertragsteuerforderungen sowie Umsatzsteuerforderungen und andere nicht vertragliche Forderungen und Rechnungsabgrenzungsposten.

Der Ansatz der kurzfristigen nichtfinanziellen Vermögenswerte erfolgt zu Anschaffungskosten. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung angemessener Wertberichtigungen.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt gemäß IAS 2 mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte im normalen Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös abzüglich der noch anfallenden Kosten der Fertigstellung und des Vertriebs. Auf den Vorratsbestand wurde wie im Vorjahr keine Wertberichtigung vorgenommen.

Die Dienstleistungsgeschäfte mit aktivischem Saldo werden entsprechend dem Projektfortschritt nach IAS 11 mit den bis zum Bilanzstichtag entstandenen Auftragskosten, abzüglich bereits erfolgter Teilabrechnungen, angesetzt, soweit hieraus ein aktivischer Saldo besteht. Auftragskosten beinhalten die direkt zurechenbaren Aufwendungen, die pro Projekt auf separaten Kostenträgern erfasst werden. Sofern Teilabrechnungen den Gegenwert des Leistungsfortschritts übersteigen und ein passivischer Saldo besteht, wird eine Verpflichtung aus Aufträgen in Bearbeitung angesetzt.

Die Verpflichtung aus unmittelbaren Pensionszusagen (leistungsorientiertes System zur betrieblichen Altersversorgung) wird nach dem in IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung von zukünftigen Entgelt- und Rentenanpassungen errechnet. Der laufende Altersversorgungsaufwand ergibt sich aus der planmäßigen Entwicklung der Anwartschaftsrückstellungen. Der Dienstzeitaufwand für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird als Aufwand innerhalb des betrieblichen Ergebnisses ausgewiesen. Der im Netto-Pensionsaufwand enthaltene Zinsaufwand wird im Finanzergebnis der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionsrückstellungen werden bei Anfall erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst. Aktive latente Steuern aus der Erfassung der Verluste im sonstigen Ergebnis werden entsprechend im sonstigen Ergebnis berücksichtigt.

Die Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung hat, diese Verpflichtung wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrags zum Bilanzstichtag, wobei erwartete Erstattungen Dritter nicht saldiert, sondern als separater Vermögenswert angesetzt werden, sofern die Realisierung so gut wie sicher ist. Ist der Zinseffekt wesentlich, wird die Rückstellung mit dem Marktzins abgezinst. Rückstellungen für drohende Verluste aus ungünstigen Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.

Verbindlichkeiten werden erstmalig zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten angesetzt. In der Folge werden diese zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Im Falle langfristiger Kredite wird jede Differenz zwischen Auszahlungsbetrag (nach Abzug von Transaktionskosten) und dem Rückzahlungsbetrag über die Laufzeit des Kredits unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfolgswirksam erfasst.

Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres werden - unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung - berücksichtigt, wenn sie realisiert sind. Zeitraumbezogene Aufwendungen und Erträge werden nur berücksichtigt, soweit sie auf das Geschäftsjahr entfallen.

Erträge werden im Konzern dann erfasst, wenn wahrscheinlich ist, dass dem Konzern ein wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, dessen Höhe verlässlich bestimmbar ist. Die Methode der Umsatzrealisierung bestimmt sich maßgeblich nach IAS 18. Die Geschäfte aus dem Bereich Markt- und Sozialforschung, die zum Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossen sind, werden i. V. m. IAS 11 im Ergebnis nach der Zero-Profit-Margin-Methode mit den angefallenen Auftragskosten bewertet. Der Projektfortschritt wird hierbei als Verhältnis der tatsächlich angefallenen Kosten zu den insgesamt für das Projekt erwarteten Kosten ermittelt.

Die in diese Berechnung einzubeziehenden Kosten bestehen aus allen direkten Kosten und anteiligen indirekten Kosten. Rückstellungen für drohende Verluste aus laufenden Aufträgen werden gebildet, wenn sie absehbar sind. Die Umsätze werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als noch nicht fakturierte Umsätze unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. In der Bilanz erfolgt der Ausweis unter Berücksichtigung der vertraglich vereinbarten und erhaltenen Anzahlungen entweder als Aktivposten unter der Bezeichnung "Dienstleistungsgeschäfte mit aktivischem Saldo" oder als Passivposten "Verpflichtungen aus Aufträgen in Bearbeitung", falls der Betrag der erhaltenen Anzahlungen die angefallenen Auftragskosten übersteigt. Die übrigen Erlöse realisiert der Konzern, wenn die Leistung erbracht ist.

Die vom Konzern abgeschlossenen Miet- und Leasingverträge werden entweder als "finance lease" oder als "operating lease" qualifiziert. Soweit bei den Leasingverhältnissen alle wesentlichen Chancen und Risiken auf den Konzern als Leasingnehmer übergegangen sind, wird ihm das wirtschaftliche Eigentum zugerechnet. Das Leasingobjekt sowie die hiermit in Zusammenhang stehenden Leasingverbindlichkeiten werden beim Konzern bilanziert (finance lease). Alle übrigen Leasingvereinbarungen werden als operating lease erfasst. Die laufenden Leasingraten werden in diesem Fall bei Anfall aufwandswirksam erfasst.

6 Ertragsteuern

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wurden gemäß IAS 12 ("Income Taxes") erfasst. Im Geschäftsjahr 2016 wird laufender Ertragsteueraufwand in Höhe von 290 T€ (Vorjahr 42 T€) des Konzerns ausgewiesen. Daneben sind aktive bzw. passive latente Steuern bilanzorientiert abzugrenzen. Berücksichtigt werden die steuerlichen Auswirkungen, die sich aus temporären Unterschieden zwischen handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen von Vermögenswerten bzw. Schulden ergeben und die sich in künftigen Wirtschaftsjahren umkehren werden. Sie werden auf der Grundlage der Steuersätze und -vorschriften ermittelt, die auf Basis der Gesetzeslage zum voraussichtlichen Zeitpunkt der Auflösung der Unterschiede gelten werden.

Mit Übernahme der Anteile der Minderheitsgesellschafter an der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH und dem Abschluss eines Gewinnabführungsvertrags zwischen der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH und der infas Holding AG wurde im Jahr 2013 eine ertragsteuerliche Organschaft begründet und die Möglichkeit geschaffen, die steuerlichen Verlustvor-träge der infas Holding AG zu nutzen. Steuerlich wird bei Vorliegen einer Organschaft nach § 14 Abs. 1 S. 2 KStG das Einkommen der Organgesellschaft vor Berücksichtigung des an den Organträger abgeführten Gewinns ermittelt und dem Organträger zugerechnet. Die Verrechnung mit Verlustvorträgen ist allerdings jährlich auf die Höhe von 1,0 Mio. € begrenzt. Der 1,0 Mio. € übersteigende Betrag kann zu 60 Prozent mit den Verlustvorträgen verrechnet werden (§ 10a Abs. 1 GewStG, § 10d Abs. 2 EStG).

Die körperschaftsteuerlichen und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge der Muttergesellschaft betragen zum 31.12.2016 ca. 9,9 Mio. € (Vorjahr 12 Mio. €) und ca. 5,8 Mio. € (Vorjahr 8 Mio. €). Die im Geschäftsjahr aktivierten latenten Steuern auf diese Verlustvorträge betragen T€ 2.563 (Vorjahr T€ 3.296). Dabei wurden wie im Vorjahr ein Steuersatz von 33,0 Prozent und ein Planungszeitraum von 5 Jahren berücksichtigt. Weitere aktive latente Steuern ergeben sich aus den unterschiedlichen Wertansätzen der Pensionsrückstellungen nach IFRS und nach den steuerlichen Vorschriften von 3.073 (Vorjahr 2.415 T€) und betragen 1.014 T€ (Vorjahr 796 T€).

Die körperschaftsteuerlichen und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge der infas 360 GmbH betragen zum 31. Dezember 2016 1.457 T€ (Vorjahr 885 T€). Die Aktivierung von latenten Steuern aus den Anlaufverlusten der in 2014 neu gegründeten Tochtergesellschaft sind nur in Höhe von 178 T€ (Vorjahr 119 T€) erfolgt - auf die Höhe der vorhandenen passiven latenten Steuern der infas 360 GmbH. Aktive latente Steuern in Höhe von 302 T€ (Vorjahr 173 T€) kamen daher nicht zum Ansatz.

Aktive latente Steuern für steuerliche Verlustvorträge der Tochtergesellschaft action press gmbh & co. kg kamen im Vorjahr in Höhe von 445 T€ zum Ansatz, da durch den Verkauf der Tochtergesellschaft im März 2016 eine Verrechnung dieser Verlustvorträge mit dem steuerlichen Veräußerungsgewinn ermöglicht wird. Aktive latente Steuern in Höhe von 371 T€ kamen nicht zum Ansatz. Die gewerbesteuerlichen Verlustvorträge dieser Tochtergesellschaft betrugen zum 31.12.2015 insgesamt 5,0 Mio. €.

Passive latente Steuern aus temporären Differenzen bei den Geschäfts- und Firmenwerten in Höhe von 167 T€ (Vorjahr 167 T€) in der Tochtergesellschaft infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH sind wie im Vorjahr mit 55 T€ angesetzt worden. Weitere passive latente Steuern ergeben sich im Wesentlichen aus den unterschiedlichen Wertansätzen von immateriellen Vermögenswerten in der Steuerbilanz und der IFRS-Bilanz der Tochtergesellschaften infas 360 GmbH und infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH. Sie wurden in Höhe von 216 T€ (Vorjahr 119 T€) angesetzt.

7 Auswirkung neuer Rechnungslegungsgrundsätze

Sämtliche vom IASB herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der infas Holding AG angewendeten IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen. Der aufgestellte Konzernabschluss der infas Holding AG entspricht damit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind.

Die infas Holding AG hat im Geschäftsjahr die nachfolgend aufgelisteten neuen und überarbeiteten IFRS-Standards und -Interpretationen angewandt:

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Vorschrift Titel Veröffentlicht im Anwendbar ab (Geschäftsjahresbeginn)1)
Diverse Verbesserungen zu IFRS (2010-2012) Dezember 2013 1.2.2015
Amend. IAS 16 und IAS 38 Klarstellung der zulässigen Abschreibungsmethode Mai 2014 1.1.2016
Amend. IAS 1 Angabeninitiative Dezember 2014 1.1.2016
Amend. IAS 11 Erwerb von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit Mai 2014 1.1.2016
Diverse Verbesserungen zu IFRS (2012-2014) September 2014 1.1.2016

1) Es wird jeweils angegeben, ab wann die genannten Standards und Interpretationen erstmals in der EU anzuwenden waren.

Aus der Anwendung der neuen oder überarbeiteten IFRS-Standards und -Interpretationen ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Sie führten jedoch teilweise zu zusätzlichen Angaben.

Das IASB und das IFRIC haben nachfolgend aufgelistete Standards und Interpretationen veröffentlicht, die im Geschäftsjahr 2016 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Diese Standards und Interpretationen wurden von der EU bislang nicht anerkannt und werden von der infas Holding AG nicht angewendet.

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Vorschrift Titel Veröffentlicht im Anwendbar ab (Geschäftsjahresbeginn)
Diverse Verbesserungen zu IFRS (2014-2016) Dezember 2016 1.1.2018/1.1.2017
IFRS 16 Leasingverhältnisse Januar 2016 1.1.2019

Das IASB und das IFRIC haben bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses nachfolgend aufgelistete Standards und Interpretationen veröffentlicht, die bereits im Rahmen des Komitologieverfahrens in das EU-Recht übernommen wurden, aber im Geschäftsjahr 2016 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Die infas Holding AG wendet diese Standards und Interpretationen nicht vorzeitig an.

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Vorschrift Titel Veröffentlicht im Anwendbar ab (Geschäftsjahresbeginn)
IFRS 9 Finanzinstrumente Juli 2014 1.1.2018
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden Mai 2014 1.1.2018

Eine vorläufige Analyse der neuen Regelungen durch die Gesellschaft hat ergeben, dass sich mit Ausnahme der im Folgenden genannten Standards kein wesentlicher Anpassungsbedarf bei der erstmaligen Anwendung ergeben wird.

Soweit der Konzern Umsatzerlöse im Rahmen der Anwendung der sogenannten "Percentage of Completion"-Methode realisiert, wird der neue Standard IFRS 15 -Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden Auswirkungen auf die Realisierung dieser Umsatzerlöse haben. Die genauen Auswirkungen werden noch vom Konzern analysiert. Insgesamt werden jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf die Höhe der Umsatzerlöse erwartet.

Die Anwendung des neuen Standards IFRS 16 - Leasingverhältnisse - wird voraussichtlich zu einer Bilanzverlängerung führen. Der exakte Umfang der Auswirkungen muss jedoch noch ermittelt werden. Ein erster Anhaltspunkt hierzu ist den Ausführungen in Tz 33 zu entnehmen.

BILANZERLÄUTERUNGEN

Die Bilanz ist nach Fristigkeit gegliedert, Vermögenswerte und Schulden sind in langfristig - bei Fälligkeit über einem Jahr - und kurzfristig aufgegliedert.

Langfristige Vermögenswerte

8 Immaterielle Vermögenswerte, Geschäfts- oder Firmenwert

Der Konzern verfügt nur über einzeln erworbene sowie selbst entwickelte immaterielle Vermögenswerte sowie Geschäfts- oder Firmenwerte, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurden.

Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte umfassen Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Geschäfts- oder Firmenwert. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte werden über ihre begrenzte voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben, die 3 bis 5 Jahre beträgt.

Die aktivierten Entwicklungskosten betreffen die selbsterstellte Datenbank CASA sowie selbsterstellte Software (vgl. Tz 9), die auf der Grundlage einer geplanten Nutzungsdauer von 5 bis 10 Jahre abgeschrieben werden.

Um die Vorschriften des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Firmenwerten zu ermitteln, hat die infas Holding AG ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. Zur Prüfung der Werthaltigkeit gemäß IAS 36 wurde ein Impairment-Test nach IAS 36 durchgeführt. Darüber hinaus werden Geschäfts- oder Firmenwerte mindestens einmal jährlich überprüft, wenn Sachverhalte oder Gründe vorliegen sollten, die auf eine Minderung der Buchwerte schließen lassen. Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte ergibt sich aus dem Anlagespiegel.

Wertminderung auf Firmenwerte

Unter dem Posten Geschäfts- oder Firmenwert ist zum 31. Dezember 2016 der Geschäftswert der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH (Buchwert - wie im Vorjahr -167 T€) ausgewiesen, der im Rahmen der Gründung der Gesellschaft entstanden ist. Der Geschäfts- oder Firmenwert der rechtlichen Einheit action press gmbh & co. kg mit einem Buchwert i.H.v. 3.928 T€ war zum Ende des Geschäftsjahres 2015 i.H.v. 2.547 T€ in den Posten zur Veräußerung bestimmter Vermögenswerte umzugliedern (vgl. Tz 12 und Tz 29). Es ergab sich zum 31. Dezember 2015 eine Abwertung i.H.v. 1.381 T€ (Vorjahr 1.112 T€), die sich aus der bereits im Dezember 2015 vorliegenden Kaufpreisfestlegung ergab.

Für noch zu überprüfende Firmenwerte wurde als erzielbarer Ertrag der Nutzungswert auf der Grundlage eines Detailplanungszeitraums von 4 Jahren, von Cashflows unter der die Erfahrung der Vergangenheit berücksichtigenden Annahme einer stetigen Geschäftsentwicklung und eines Kapitalisierungszinssatzes von 8,25 Prozent vor Steuern (Vorjahr. 8,75 Prozent vor Steuern) ermittelt. Der zur Diskontierung verwendete Kapitalisierungszinssatz basiert auf einem risikofreien Zinssatz von 1,75 Prozent sowie auf einer Marktrisikoprämie, die aus einer Brandbreite von 5,5 bis 7,0 Prozent mit 6,5 Prozent berechnet wurde. Der individuell abgeleitete Beta-Faktor wurde mit 1,0 angesetzt. Ein Wachstumsabschlag zur Extrapolation des letzten Planjahres erfolgte nicht. Hier ergab sich kein Wertminderungsbedarf

9 Sachanlagen

Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und des Sachanlagevermögens ergibt sich aus dem Anlagespiegel.

Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2016

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Anschaffungs-/Herstellungskosten Abschreibungen/Wertminderungen
Stand 01.01.2016 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2016 Stand 01.01.2016 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2016
--- --- --- --- --- --- ---
T€ T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 988 5 993 712 63 775
Geschäfts- oder Firmenwert 167 0 167 0 0
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 362 341 703 76 133 209
1.517 346 1.863 788 196 984
Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.004 +264 -53 2.215 1.672 + 175 -52 1.795
Finanzanlagen
Sonstige Finanzanlagen 5 0 5 5 0 5
5 0 5 5 0 5
3.526 +610 -53 4.083 2.465 +371 -52 2.784

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Restbuchwerte
Stand 31.12.2016 Stand 31.12.2015
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T€ € T€
--- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 218 276
Geschäfts- oder Firmenwert 167 167
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 494 286
879 729
Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 420 332
Finanzanlagen
Sonstige Finanzanlagen 0 0
0 0
1.299 1.061

Die Zugänge des Geschäftsjahres 2016 betreffen im Wesentlichen die Anschaffung von Software und EDV-Ausstattung sowie die weiteren Herstellungskosten für die Weiterentwicklung der Datenbank CASA einschließlich Software und selbsterstellte Software. In 2016 wurde die Datenbank CASA ergänzt um sogenannte POIs, Points-of-Interests. Diese beschreiben mit Koordinaten millionenfach beliebige Punktentitäten wie Bahnhöfe, Restaurants, Schulen, Bauernhöfe usw. Des Weiteren wurden die europaweiten Daten ebenfalls weiter ausgebaut. Bei den weiteren selbst erstellten Vermögenswerten handelt es sich um vier Tools, die zur Verbesserung der Effizienz und der Qualität in der Projektbearbeitung sowie des Controllings entwickelt werden.

Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2015

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Anschaffungs-/Herstellungskosten Abschreibungen/Wertminderungen
Stand 01.01.2015 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2015 Stand 01.01.2015 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2015
--- --- --- --- --- --- ---
T€ T€ T€ € T€ € T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.078 + 184 988 892 +63 712
-274 (U) -243 (U)
Geschäfts- oder Firmenwert 7.347 -7.180 (U) 167 3.252 -3.252 (U) 0
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 190 172 362 3 73 76
8.615 +356 1.517 4.147 + 136 788
-7.454 (U) -3.495 (U)
Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.989 +214 2.004 2.642 141 -1.672
-258 -257
-941 (U) -854 (U)
Finanzanlagen
Sonstige Finanzanlagen 5 0 5 5 0 5
5 0 5 5 0 5
11.609 +570 3.526 6.794 277 2.465
-258 -257
-8.395 (U) -4.349 (U)

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Restbuchwerte
Stand 31.12.2015 Stand 31.12.2014
--- --- ---
T€ T€
--- --- ---
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 276 186
Geschäfts- oder Firmenwert 167 4.095
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 286 187
729 4.468
Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 332 347
Finanzanlagen
Sonstige Finanzanlagen 0 0
0 0
1.061 4.815

Die Veränderung des Konzernanlagevermögens durch die Umgliederung der Vermögenswerte der action press gmbh & co. kg in den Posten zur Veräußerung bestimmter Vermögenswerte ist als Abgang zum Geschäftsjahresbeginn mit (U) gekennzeichnet.

10 Sonstige Finanzanlagen

Bezüglich der Entwicklung der sonstigen Finanzanlagen verweisen wir auf den Anlagespiegel. Es handelt sich um Anteile unter 20 Prozent an einer Gesellschaft, die sich in Liquidation befindet. Die Anteile wurden bereits in Vorjahren auf den fair value von 1,00 abgeschrieben.

11 Anteile an at Equity bilanzierten Unternehmen

Im Geschäftsjahr beteiligte sich die infas 360 GmbH zu 33,33 Prozent an der im August 2016 mit einem Stammkapital i.H.v. insgesamt 30 T€ neu gegründeten BNS - Business Network Solutions GmbH, Bonn. Die Gesellschaft wird als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert. Weitere Zuzahlungen in das Eigenkapital sind i.H.v. 150 T€ erfolgt. Die Anschaffungskosten für die Beteiligung betragen 160 T€. Aufbauend auf den Anschaffungskosten im Erwerbszeitpunkt wird der Wertansatz jeweils in Höhe der auf die Anteile entfallenden Eigenkapitalveränderung bei dem at Equity bewerteten Unternehmen fortgeschrieben.

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31.12.2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Anschaffungskosten 160 0
Anteil des Konzerns am Ergebnis 2016 -16 0
Gesamt 144 0

Der Anteil des Konzerns am Ergebnis wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen ausgewiesen. Der Jahresabschluss der BNS - Business Network Solutions GmbH weist zum 31. Dezember 2016 eine Bilanzsumme in Höhe von 543 T€, ein Eigenkapital in Höhe von 432 T€ sowie einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 48 T€ aus.

12 Übrige langfristige Vermögenswerte

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31.12.2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Latente Steueransprüche 3.756 4.211
Sonstige Vermögenswerte 99 90
Gesamt 3.855 4.303

Die latenten Steueransprüche betreffen im Wesentlichen die aktiven latenten Ertragsteuern aus den steuerlichen Verlustvorträgen der infas Holding AG und aus den unterschiedlichen Wertansätzen der Rückstellungen für Pensionen. Es handelt sich um nichtfinanzielle Vermögenswerte (vgl. auch Tz 31).

Die sonstigen Vermögenswerte beinhalten wie im Vorjahr Kautionen, die für ein bis Juli 2018 und ein bis Februar 2019 laufendes Mietverhältnis geleistet worden sind sowie Rechnungsabgrenzungsposten, die Zahlungen aufgrund von Nutzungsvereinbarungen für das Jahr 2018 betreffen. Es handelt sich hierbei um finanzielle Vermögenswerte.

Kurzfristige Vermögenswerte

13 Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte und Schulden

Der Verkauf der Beteiligungen an der action press gmbh & co. kg, Hamburg, und an der action press beteiligungsgesellschaft mbh, Hamburg, ist im Jahr 2015 eingeleitet und mit Notarvertrag vom 2. März 2016 vollzogen worden. Die folgenden Vermögenswerte und Schulden der action press gmbh & co. kg und der action press beteiligungsgesellschaft mbh wurden im Vorjahr als zur Veräußerung bestimmt klassifiziert:

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Vermögenswerte und Schulden
Zum Verkauf stehende Vermögenswerte T€
--- ---
Firmenwert 2.547
Immaterielle Vermögenswerte 13
Sachanlagen 112
Aktive latente Steueransprüche 455
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 217
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 5
Liquide Mittel 65
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 1
3.415
Rückstellungen und Verbindlichkeiten aus zum Verkauf stehenden Vermögenswerten
T€
Sonstige Rückstellungen 158
Passive latente Steuern 445
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 452
Sonstige Verbindlichkeiten 196
1.251

Die umgegliederten Vermögenswerte und Schulden wurden in Anbetracht des im Folgejahr vollzogenen Kaufvertrags auf den Verkaufspreis abzüglich der voraussichtlichen Veräußerungskosten mit 2.164 T€ bewertet. Es ergab sich zum 31. Dezember 2015 eine Abwertung i.H.v. 1.381 T€. Im Rahmen der Entkonsolidierung der beiden Gesellschaften, mit wirtschaftlicher Wirkung zum 29. Februar 2016, wurden die im Vertrag vom 2. März 2016, zum Teil aufschiebend bedingten, Kaufpreisvereinbarungen berücksichtigt, so dass sich im Geschäftsjahr 2016 ein negatives Ergebnis aus den aufgegebenen Geschäftsbereichen von 785 T€ realisierte. Zu weiteren Erläuterungen wird auf Tz. 32 verwiesen.

14 Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögenswerte

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31.12.2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Vorräte 101 109
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 815 673
Dienstleistungsgeschäfte mit aktivischem Saldo 1.707 811
Ertragsteuerforderungen 131 120
Sonstige Vermögenswerte 969 302
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11.765 8.687
Gesamt 15.488 10.702

Bei den Vorräten handelt es sich i.H.v. 6 T€ (Vorjahr 8 T€) um zur Veräußerung im normalen Geschäftsgang bestimmte wissenschaftliche Druckwerke sowie i.H.v. 95 T€ (Vorjahr 101 T€) für einen Kundenauftrag bestimmte Datenbestände. Die Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten. Wertberichtigungen waren im Geschäftsjahr 2016 wie auch im Vorjahr nicht erforderlich.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den sonstigen Vermögenswerten handelt es sich wie im Vorjahr um kurzfristig fällige Vermögenswerte, in denen überfällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 105 T€ (Vorjahr 94 T€) enthalten sind und auf die Wertberichtigungen in Höhe von 7 T€ (Vorjahr 6 T€) erfolgten. Weiterer Wertberichtigungsbedarf besteht nicht.

Die Ertragsteuerforderungen resultieren wie im Vorjahr aus einem erwarteten Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuerguthaben für das Jahr 2015.

Die sonstigen Vermögenswerte enthalten wie im Vorjahr i.H.v. 110 T€ die Ansprüche des Konzerns auf Rückforderung der Aufsichtsratsvergütungen 2013 und 2014 an ehemalige Aufsichtsratsmitglieder, die nach dem Beschluss der Hauptversammlung vom 18. Februar 2015 einzustellen waren. Nach erfolgreichem Abschluss der juristischen Auseinandersetzung mit einem Aufsichtsratsmitglied zu diesem Sachverhalt vor dem Oberlandesgericht Köln zum Ende des Geschäftsjahres 2016 werden weitere Maßnahmen vorbereitet.

Die zum 31. Dezember 2017 fällige Forderung auf die zweite Kaufpreisrate aus dem Verkauf der Beteiligung an der action press gmbh & co. kg i.H.v. 500 T€ einschließlich Zinsen und eine zum 31. Dezember 2016 fällige Restdarlehensforderung an die action press gmbh & co. kg i.H.v. 45 T€ einschließlich Zinsen werden unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Der Zinssatz für beide Forderungen beträgt 3 Prozent p.a.. Die Kaufpreisratenforderung ist durch eine selbstschuldnerische Bürgschaft der UM Action Press Ltd. und durch die persönliche Haftung des Geschäftsführers Herrn Ulrich Michel als Garanten gesichert. Die Restdarlehensforderung ist ebenfalls durch eine persönliche Haftung des Geschäftsführers Herrn Ulrich Michel gesichert. Zum Bilanzstichtag beträgt der Stand dieser beiden Forderungen insgesamt 558 T€.

Die sonstigen Vermögenswerte beinhalten finanzielle Vermögenswerte i.H.v. 580 T€ (Vorjahr 23 T€) und nichtfinanzielle Vermögenswerte i.H.v. 219 T€ (Vorjahr 143 T€).

Bei den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (11.765 T€, Vorjahr 8.687 T€) handelt es sich wie im Vorjahr um Kassenbestände, Kontokorrentguthaben und um Geldmarktanlagen, die mit Zinssätzen zwischen 0,005 Prozent bis 0,07 Prozent verzinst wurden. Die liquiden Mittel bilden den Finanzmittelfonds der Kapitalflussrechnung und sind in Höhe von 37 T€ für einen in gleicher Höhe gewährten auftragsbezogenen Avalkredit verpfändet (eingeschränkt verfügbare Zahlungsmittel und -äquivalente). Weitere Verfügungsbeschränkungen liegen nicht vor.

Zu den "Dienstleistungsgeschäften mit aktivischem Saldo" vgl. Tz 5, dort: Umsatzerlöse.

15 Eigenkapital

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31.12.2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Gezeichnetes Kapital 9.000 9.000
Gewinnrücklage, Gesetzliche Rücklage 34 0
kumuliertes sonstiges Konzernergebnis -1.489 -1.083
Eigenkapitalminderung infolge vollständiger Anteilsübernahme -4.002 -4.002
Konzernbilanzgewinn 878 699
Eigenkapital 4.421 4.614

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) ist voll eingezahlt und beträgt 9.000.000,00, eingeteilt in 9.000.000 Inhaberaktien (nennwertlose Stückaktien).

Der Vorstand ist ermächtigt (HV-Beschluss vom 23. August 2012), das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 22. August 2017 einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 4.500.000,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2012). Bis zum Bilanzstichtag wurde hiervon kein Gebrauch gemacht.

Die Gesellschaft ist ermächtigt (HV-Beschluss vom 18. Februar 2015), bis zum 17. Februar 2020 eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Der Vorstand hatte hiervon keinen Gebrauch gemacht.

Gemäß Beschluss des Vorstands wurde in 2006 eine Kapitalerhöhung um 1.036.000,00 durchgeführt. Die Kapitalerhöhung wurde am 17. August 2006 in das Handelsregister eingetragen. Das Agio i.H.v. 932 T€ aus der Kapitalerhöhung wurde in die Kapitalrücklage eingestellt. Zum Ausgleich des im Vorjahr entstandenen Jahresfehlbetrags des Konzerns sind im Vorjahr Entnahmen aus der Kapitalrücklage i.H.v. 932 T€ erfolgt.

Nach dem Erwerb von weiteren 15 Prozent der Geschäftsanteile an der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH im Geschäftsjahr 2013 ist die infas Holding AG zu 100 Prozent an dieser Tochtergesellschaft beteiligt. Der Kaufpreis für diese Anteile zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten in Höhe von 4.040 T€ wurde mit dem Buchwert der Anteile ohne herrschenden Einfluss in Höhe von 38 T€ verrechnet und unmittelbar im Eigenkapital erfasst.

Das sonstige Konzernergebnis berücksichtigt die erfolgsneutrale Veränderung des versicherungsmathematischen Verlustes der Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 607 T€ (Vorjahr 71 T€). Aktive latente Steuern aus der Erfassung des Verlustes werden in Höhe von 200 T€ (Vorjahr 23 T€) berücksichtigt.

Kapitalmanagement

Die Ziele des Kapitalmanagements der Gesellschaft liegen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung, in der Gewährleistung einer adäquaten Verzinsung des Eigenkapitals und in der Aufrechterhaltung einer optimalen, die Kapitalkosten möglichst gering haltenden Kapitalstruktur.

Langfristige Schulden

16 Rückstellungen für Pensionen

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Stand 01.01.2016 Verbrauch Auflösung Zuführung Stand 31.12.2016
T€ T€ T€ T€ T€
4.349 0 0 712 5.061

Die Pensionsrückstellung wurde für unmittelbare Versorgungszusagen gegenüber zwei ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern gebildet und umfasst Alters- und Invalidenrente nach Maßgabe eines leistungsorientierten Plans. Der Anspruch auf Altersrente wird erworben, wenn das Dienstverhältnis mit oder nach Vollendung einer festen Altersgrenze endet. Die Altersrente bemisst sich in einem Prozentsatz des vereinbarten Monatsgehalts.

Rechnungsgrundlagen und Parameter:

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Biometrische Rechnungsgrundlagen laut Richttafeln von Prof. Dr. Heubeck 31.12.2016 31.12.2015
% %
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Rechnungszins 1,75 2,4
Entgelttrend 2,5 2,6
Rententrend 1,5 1,5

Der Entgelttrend ist aufgrund der Art der Zusage ohne Auswirkung.

Der Betrag der Pensionsrückstellung nach IAS 19 entspricht dem nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag bewerteten Versorgungsanspruch unter Einbeziehung eines eingetretenen versicherungsmathematischen Verlusts. Die Veränderung des versicherungsmathematischen Verlusts in Höhe von 607 T€ (Vorjahr 71 T€) ist erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Die Aufwendungen im Zusammenhang mit den Pensionszusagen für die ausgeschiedenen Mitarbeiter umfassen nur noch den Zinsaufwand (105 T€; Vorjahr 104 T€) und enthalten keinen im Personalaufwand auszuweisenden Dienstzeitaufwand. Der Barwert der Pensionsverpflichtung (DBO) veränderte sich wie folgt:

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31.12.2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
DBO 01.01. 4.349 4.174
Dienstzeitaufwand 0 0
Zinsaufwand (erfolgswirksam) 105 104
Erfolgsneutrale versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen +607 +71
DBO 31.12. 5.061 4.349

Die Entwicklung der "Defined Benefit Obligation" ist aus folgender Übersicht ersichtlich:

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Finanzierungsstand 2016 2015 2014 2013 2012
T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- ---
Verpflichtungsumfang für Pensionen (DBO) 5.061 4.349 4.174 3.284 3.051

Die folgende Sensitivitätsanalyse zeigt für jede wesentliche versicherungsmathematische Annahme zum Stichtag, wie sich eine mögliche Veränderung der Annahmen auf die Höhe der Pensionsverpflichtung zum betreffenden Stichtag ausgewirkt hätte.

Sensitivitätsanalyse

Der Anstieg (Rückgang) des Diskontierungssatzes bzw. des Rententrends um jeweils 0,5 Prozent würde im Jahr 2016 zu folgenden DBO führen.

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Anstieg um 0,5 Prozent Rückgang um 0,5 Prozent
Mio. € Mio. €
--- --- ---
Diskontierungssatz 4,6 5,6
Rententrend 5,6 4,7

17 Verbindlichkeiten langfristig

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31.12.2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 49
Latente Steuerschulden 216 602
Gesamt 216 650

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrafen im Vorjahr den langfristigen Anteil von Investitionskrediten (Zinssatz 0,00 Prozent p.a.). Insgesamt betrugen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zum 31. Dezember 2015 98 T€. Der Betrag der hierin enthaltenen kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 49 T€ wurde unter Tz 19 ausgewiesen. Eine Abzinsung der Verbindlichkeit ist aus Gründen der Geringfügigkeit nicht vorgenommen worden. Zum 31. Dezember 2016 besteht nur noch eine kurzfristige Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 49 T€.

Hinsichtlich der Ermittlung der latenten Steuern vgl. Tz 31.

Kurzfristige Schulden

18 Ertragssteuerschulden

Bei den ausgewiesenen Ertragssteuerschulden in Höhe von 141 T€ (Vorjahr 0 T€) handelt es sich im Wesentlichen um die zu erwartende Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuerzahlung für das Jahr 2016 sowie Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuernachzahlungen für die Jahre 2013 und 2014 des Konzerns, die sich aus den Feststellungen einer im Geschäftsjahr durchgeführten steuerlichen Außenprüfung für die Jahre 2012 bis 2014 ergeben.

19 Sonstige Rückstellungen

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Kurzfristige Rückstellungen Stand 01.01.2016 Verbrauch Auflösung Zuführung Stand 31.12.2016
T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- ---
Berufsgenossenschaft 19 19 0 19 19
Jahresabschluss 83 80 0 87 90
Prozessrisiken 915 0 96 120 939
Übrige Rückstellungen 18 0 3 21
1.035 99 96 229 1.069

Die kurzfristigen Rückstellungen beinhalten eine Rückstellung für Prozessrisiken, die zum 31. Dezember 2015 einen Betrag in Höhe von 915 T€ und zum 31.12.2016 einen Betrag in Höhe von 939 T€ umfasst. Dieses Prozessrisiko betrifft zum 31. Dezember 2016 im Wesentlichen einen Rechtsstreit gegen die Deutsche Rentenversicherung hinsichtlich der Behandlung freiberuflich tätiger Mitarbeiter. Die deutsche Rentenversicherung hat im Nachgang zu einer Prüfung Forderungen in einer Größenordnung von 2,9 Mio. € aufgestellt. Die offensichtliche Unrichtigkeit des Bescheides wurde in der Begründung des Antrags auf Aussetzung der Vollziehung des Bescheids von infas ausführlich dargelegt und mit empirischen Daten unterfüttert. Mutmaßlich haben diese Ausführungen die Rentenversicherung entgegen ihrem sonstigen Verhalten in vergleichbaren Fällen veranlasst, gleich "freiwillig" die Aussetzung der Vollziehung zu gewähren. Es war nicht notwendig, dafür gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Konzern hat für die erwarteten Kosten aus diesem Sachverhalt eine Rückstellung in Höhe von Euro 0,9 Mio. € gebildet. Ein Rechtsstreit mit der Finanzverwaltung NRW bezüglich der steuerrechtlichen Behandlung von freiberuflich tätigen Mitarbeitern ist im Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen worden, so dass die zum 31. Dezember 2015 bilanzierte Rückstellung in Höhe von 96 T€ aufgelöst worden ist. Die diesen Rückstellungen zugrunde liegenden Verpflichtungen werden voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten fällig.

20 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

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31.12.2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
49 49

Es handelt sich um den im Jahr 2017 fälligen Tilgungsanteil eines Investitionskredits (Zinssatz 0,0 Prozent p.a.).

21 Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

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31.12.2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.259 793
Verpflichtungen aus Aufträgen in Bearbeitung 6.912 4.828
Erhaltene Anzahlungen 0 430
Sonstige Verbindlichkeiten 1.605 1.480
Gesamt 9.776 7.531

Als erhaltene Anzahlungen werden nur die Kundenanzahlungen auf Projekte ausgewiesen, für die bis zum Bilanzstichtag noch keine Leistungen erbracht worden sind. Der Gesamtbetrag der erhaltenen Anzahlungen (einschließlich der Projekte, für die Leistungen erbracht worden sind) beträgt zum Bilanzstichtag 20.376 T€ (Vorjahr 16.580 T€). Von den erhaltenen Anzahlungen werden die bis zum Abschlussstichtag entstandenen Auftragskosten abgezogen, so dass sich per Saldo Verpflichtungen aus Aufträgen in Bearbeitung in Höhe von 6.912 T€ (Vorjahr 4.828 T€) ergeben. Vergleiche hierzu auch Tz 5, dort: Umsatzerlöse.

Die Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 9.776 T€ (Vorjahr 7.531 T€) beinhalten finanzielle Verbindlichkeiten i.H.v. 2.003 T€ (Vorjahr 1.219 T€) und nichtfinanzielle Verbindlichkeiten i.H.v. 7.773 T€ (Vorjahr 6.312 T€).

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Finanzielle Verbindlichkeiten 31.12.2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.259 793
Verbindlichkeiten Personal 658 381
Sonstige 86 45
Gesamt 2.003 1.219

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Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 31.12.2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Verpflichtungen aus Aufträgen in Bearbeitung 6.912 4.828
Erhaltene Anzahlungen 0 430
Umsatzsteuerverbindlichkeiten 783 981
Lohnsteuerverbindlichkeiten 78 73
Gesamt 7.773 6.312

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gliederung der Gesamtergebnisrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.

22 Umsatzerlöse

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2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Umsatzerlöse mit Dritten, fakturiert 7.557 7.268
Umsatzerlöse mit Dritten, noch nicht fakturiert 15.171 12.134
Gesamt 22.728 19.402

Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen wird in der Segmentberichterstattung unter Tz 34 dargestellt.

23 Andere aktivierte Eigenleistungen

Ausgewiesen werden die im Geschäftsjahr angefallenen Herstellungskosten für die Weiterentwicklung der Datenbank CASA einschließlich selbsterstellter Software des Geschäftsbereichs infas 360 und für selbsterstellte Software des Geschäftsbereichs infas Institut für angewandte Sozialwissenschaften i.H.v. insgesamt 341 T€ (Vorjahr 172 T€), vgl. Tz 5 und Tz 9. Darüber hinaus sind keine wesentlichen Forschungs- und Entwicklungskosten im Aufwand erfasst.

24 Sonstige betriebliche Erträge

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2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 117 2
Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten 0 80
Erträge aus der Weiterberechnung von Kosten 0 34
Erträge aus Anpassung an die steuerliche Außenprüfung für die Jahre 2012 bis 2014 60 0
Erträge aus Vorsteuerkorrektur 55 0
Erträge aus Beitragserstattungen Vorjahre 17
Erträge aus Anlageverkäufen 7 0
Erträge aus Sachbezügen 9 10
Erträge aus der Rückforderung der Aufsichtsratsvergütungen 2013 und 2014 0 108
Übrige 8 7
Gesamt 273 241

25 Materialaufwand

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2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Aufwendungen für bezogene Leistungen 10.906 8.458
Gesamt 10.906 8.458

26 Personalaufwand

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2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Löhne und Gehälter 5.940 5.084
Soziale Abgaben 1.286 1.625
Aufwendungen für Altersversorgung 21 21
Gesamt 7.247 6.730

Die Mitarbeiter erhalten Leistungen aus der gesetzlich festgesetzten Sozialversicherung, für die Teile des Einkommens eingezahlt werden. Daneben bestehen im Konzern arbeitnehmerfinanzierte Direktversicherungszusagen. Da nach Zahlung der Beiträge an die öffentlichen und privaten Versicherungsträger für die Gesellschaften keine weiteren Verpflichtungen bestehen, werden diese Pläne als beitragsorientierte Pläne behandelt. Laufende Beitragszahlungen wurden als Aufwendungen für den betreffenden Zeitraum angesetzt.

Im Geschäftsjahr 2016 betrug der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung der Arbeitnehmer 455 T€ (Vorjahr 427 T€). Daneben wurden weitere 21 T€ (Vorjahr 21 T€) in Direktversicherungen eingezahlt.

27 Abschreibungen

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2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 196 136
Abschreibungen auf Sachanlagen 175 141
Gesamt 371 277

28 Sonstige betriebliche Aufwendungen

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2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Rechts- und Beratungskosten 302 267
Werbe- und Reisekosten 286 216
Versand- und Telefonkosten 487 478
Raum- und Nebenkosten 1.047 988
Fremdarbeiten und Verwertungsgebühren 224 148
Miet- und Leasingaufwendungen 25 25
EDV-Wartungskosten 151 160
Aufwand für Lizenzen 195 99
Kosten der Hauptversammlung, Pressemitteilungen 39 41
Aufsichtsratsvergütungen einschließlich Auslagen 109 77
Versicherungen, Beiträge 95 89
Übrige 140 268
Gesamt 3.100 2.856

29 Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen

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2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Gesamt -16 0

Bezüglich des ausgewiesenen Anteils des Konzerns am Ergebnis verweisen wir auf die Erläuterungen zu Tz 11.

30 Finanzergebnis

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2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 21 1
Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens -2 -4
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen -2 0
Zinsanteil der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen -105 -104
Gesamt -88 -107

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge resultieren aus der Kategorie "Kredite und Forderungen" nach IAS 39. Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen resultieren aus der Kategorie "Sonstige Schulden" nach IAS 39. Weitere Aufwendungen und Erträge aus Finanzinstrumenten sind nicht angefallen. Hinsichtlich möglicher finanzieller Risiken vgl. Tz 36.

31 Steuern von Einkommen und vom Ertrag

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2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Steuern von Einkommen und vom Ertrag -290 -42
Veränderung latente Steuern -325 -209
Gesamt -615 -251

Der Ertragssteueraufwand setzt sich aus laufenden sowie aus dem Ansatz von aktiven und passiven latenten Steuern zusammen. Es sind die gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ausgewiesen, die im Konzern verbleiben.

Bei den latenten Körperschaftsteuern ist wie im Vorjahr ein Steuersatz von 15,825 Prozent zugrunde gelegt worden. Die latente Gewerbesteuer ist mit dem individuellen Steuersatz pro Gesellschaft ermittelt worden. Durchschnittlich wurde der Gewerbesteuersatz mit 17,15 Prozent wie im Vorjahr berücksichtigt. Der Konzernsteuersatz in der steuerlichen Überleitungsrechnung für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer beträgt für das Jahr 2016 wie auch im Vorjahr 33,0 Prozent.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die entsprechend den Erläuterungen zu Tz 6 ausgewiesenen bzw. nicht ausgewiesenen latenten Steuern. Folgende Beträge sind in der Konzernbilanz ausgewiesen:

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2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Aktive latente Steuern
Insbesondere aus steuerlichen Verlustvorträgen 3.756 4.211
Passive latente Steuern
aus temporären Differenzen 271 602

Latente Steuern auf sog. "outside basis differences" bestehen infolge von IAS 12.39 nicht.

Aktive und passive latente Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen resultieren aus folgenden Posten, wobei die steuerlichen Verlustvorträge unverfallbar sind:

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Aktive latente Steuern 2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Verlustvorträge 3.044 3.588
Pensionsrückstellung 1.014 796
Bruttowert 4.058 4.384
Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern/nicht angesetzte aktive latente Steuern -302 -173
3.756 4.211

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Passive latente Steuern 2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Firmenwerte 55 483
Immaterielle Vermögenswerte 216 119
Gesamt 271 602

Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge belaufen sich auf 2.563 T€ (Vorjahr 3.296 T€) aus dem Teilbereich infas Holding AG sowie aus dem Segment infas 360 GmbH auf 481 T€ (Vorjahr 292 T€). Daneben entstehen aktive latente Steuern aus temporären Differenzen zwischen Steuer- und IFRS-Bilanz beim Ansatz der Pensionsrückstellung i.H.v. 1.014 T€ (Vorjahr 796 T€). Passive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus den unterschiedlichen Wertansätzen von Geschäfts- oder Firmenwerten in der steuerlichen Ergänzungsbilanz und in der IFRS-Bilanz sowie von immateriellen Vermögenswerten in der Steuerbilanz und der IFRS-Bilanz. Diese passiven latenten Steuern wurden insgesamt i.H.v. 271 T€ (Vorjahr 602 T€) angesetzt. Durch den Verkauf der action press gmbh & co kg waren im Geschäftsjahr passive latente Steuern, die sich aus den unterschiedlichen Wertansätzen von Firmenwerte ergaben, i.H.v. 428 T€ aufzulösen. Der nicht genutzte Verlustvortrag für die Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer der infas 360 GmbH beträgt 1.078 T€ (Vorjahr 525 T€) zum 31. Dezember 2016.

Die folgende Darstellung erläutert die wesentlichen Unterschiede zwischen dem rechnerischen Steueraufwand aus Körperschaftsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer für die Jahre 2016 und 2015 und dem tatsächlichen Steueraufwand laut Gesamtergebnisrechnung:

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2016 Vorjahr
T€ T€
--- --- ---
Ergebnis vor Ertragsteuern* 828 -435
Konzernsteuersatz in % 33,0 % 33,0 %
Rechnerischer Ertragsteueraufwand 273 -144
Erhöhung/Minderung des Steueraufwands durch:
Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben 21 3
Steuern Vorjahre 38 0
Effekte aus Personengesellschaften 0 -434
Unterschied aus der Zuführung zur Pensionsrückstellung -42 -36
Wertberichtigung auf aktive latente Steuern 0 0
Wertaufholung auf aktive latente Steuern 0 -333
Veränderung passive latente Steuern temporäre Differenzen -390 -115
Nicht steuerwirksame Abschreibung CGU 0 456
Verrechnung steuerliche Verlustvorträge Mindestbesteuerung 732 282
Sonstige -17 -18
Steuern vom Einkommen und Ertrag* -615 -109
Steuerquote in % 74,28 % -25,06 %

* aus fortzuführenden und aufgegebenen Geschäftsbereichen

32 Aufgegebener Geschäftsbereich

Das Ergebnis aus der nicht fortgeführten Geschäftstätigkeit des Geschäftsbereichs action press gmbh & co. kg sowie action press Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg, setzt sich in den Jahren 2016 und 2015 wie folgt zusammen:

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2016 2015
T€ T€
--- --- ---
Umsatzerlöse 490 3.938
Sonstige betriebliche Erträge 64 173
Materialaufwand/Aufwendungen für bezogene Leistungen -240 -1.988
Personalaufwand -248 -1.500
Abschreibungen -9 -46
Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwert 0 -1.381
Sonstig betriebliche Aufwendungen -180 -938
Sonstige Steuern 0 0
Finanzergebnis -7 -9
Ergebnis vor Ertragsteuern -130 -1.751
Veräußerungskosten 0 -71
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 +360
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -130 -1.462
Vom Käufer zu übernehmender Verlust +130 0
Aufwand aus der Entkonsolidierung -713 0
Nachträgliche Veräußerungskosten -72 0
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen -785 -1.462

Die Beteiligung an der action press gmbh & co. kg, Hamburg, ist zum 29. Februar 2016 entkonsolidiert worden. Ein Teil des vereinbarten Kaufpreises für die Veräußerung sämtlicher Anteile an der action press gmbh & co. kg ist von dem Eintritt einer aufschiebenden Bedingung abhängig. Dieser Teil des Kaufpreises (700 T€) ist aufgrund der zum Erstellungszeitpunkt der Entkonsolidierung nicht sicheren Erfüllung der aufschiebenden Bedingung im Rahmen der Entkonsolidierung nicht angesetzt worden. Diese Unsicherheit besteht auch zum Abschlussstichtag fort.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betrafen im Jahr 2015 die Veränderung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge sowie einer Drohverlustrückstellung und die Veränderung der passiven latenten Steuern, die aus den unterschiedlichen Wertansätzen von Firmenwerten in der steuerlichen Ergänzungsbilanz und in der IFRS-Bilanz resultieren.

Die Cashflows aus der nicht fortgeführten Geschäftstätigkeit ergeben sich in den Jahren 2016 und 2015 wie folgt:

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2016 2015
T€ T€
--- --- ---
Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit -160 -59
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -31 -53
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit +119 -83
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes -72 -195
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 65 260
Finanzmittelbestand am 29.02.2016 bzw. 31.12.2015 -7 65

33 Operate-Leasing-Verhältnisse

Der Konzern nutzt gemietete Geschäftsräume, Fahrzeuge sowie Büroausstattung im Rahmen von Mietverträgen, die als "operating leases" qualifiziert werden. Die folgenden Miet- und Leasingaufwendungen werden für die nächsten Geschäftsjahre auf der Basis der zum 31. Dezember 2016 bestehenden Verträge erwartet:

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2016 Vorjahr
T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
2017 717 2016 723
2018 246 2017 646
2019 31 2018 236
994 1.605
nach 2020 12 nach 2019 0
1.006 1.605

Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um die monatlichen Mietverpflichtungen für die genutzten Betriebsgrundstücke der Tochtergesellschaft infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH (28 T€ p. M. bis Februar 2018, 24 T€ p. M. bis Juli 2018 und jeweils 1 T€ bis Februar 2019 bzw. bis Juni 2019). Die Mietverträge enthalten Mietverlängerungsoptionen, aber keine Kaufoptionen. Die gesamten Mietaufwendungen inkl. Nebenkosten für das Geschäftsjahr 2016 beliefen sich auf 1.047 T€ (Vorjahr 988 T€).

34 Segmentberichterstattung

Die zwei Geschäftsfelder Markt- und Sozialforschung und Marketingforschung (infas 360) sowie die Aufwendungen der Holding sind im Folgenden dargestellt:

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Foto * Markt-und Sozialforforschung infas 360 Holding Konsolidierung
T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- --- ---
Konzernumsatz 2016
Außenumsatz gesamt 21.774 954
Konzerninterner Umsatz 127 179 27 -333
Konzernumsatz 2015
Außenumsatz gesamt 18.758 590 0 +54
Konzerninterner Umsatz 0 198 0 -198
Betriebs-/Segmentergebnis nach Handelsrecht 2016 2.588 -433 1.109 -1.547
2015 1.976 -133 -1.692 +1.575
Zinsergebnis 2016 -6 -46 -60 24
2015 1 -30 -25 -53
Ergebnis vor Steuern 2016 2.582 -479 1.049 -1.539
2015 1.977 -163 -1.717 +1.291
Ertragssteuern 2016 -2 0 -288 -325
2015 0 0 -159 -468
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 2016 -785 0 0 0 0
2015 -1.462 0 0 0 0
Segmentvermögen 2016 14.910 1.189 13.917 -13.101
2015 10.486 938 12.021 -127
Segmentschulden 2016 14.582 2.217 4.369 -5.215
2015 10.236 1.488 3.222 -681
Investitionen 2016 375 395 1 0
2015 306 263 0 0
Abschreibungen 2016 184 187 2 -2
2015 155 122 3 -3
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 2016 111 12 3 0
2015 102 10 3 0

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Konzern
T€
--- --- ---
Konzernumsatz 2016
Außenumsatz gesamt 22.728
Konzerninterner Umsatz 0
Konzernumsatz 2015
Außenumsatz gesamt 19.402
Konzerninterner Umsatz 0
Betriebs-/Segmentergebnis nach Handelsrecht 2016 1.717
2015 1.495
Zinsergebnis 2016 -88
2015 -107
Ergebnis vor Steuern 2016 1.613
2015 1.388
Ertragssteuern 2016 -615
2015 -627
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 2016 -785
2015 -1.462
Segmentvermögen 2016 16.915
2015 23.318
Segmentschulden 2016 15.953
2015 14.265
Investitionen 2016 771
2015 569
Abschreibungen 2016 371
2015 277
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 2016 126
2015 115

* aufgegebener Geschäftsbereich vgl. Tz 29 zu Informationszwecken

Ziel der Segmentberichterstattung ist es, Informationen über die wesentlichen Geschäftsbereiche des Konzerns zur Verfügung zu stellen. Die Aktivitäten des Konzerns werden entsprechend den Vorschriften des IFRS 8 (Operating Segments) nach Geschäftssegmenten abgegrenzt. Die Segmentierung erfolgt auf Basis der internen Berichts- und Organisationsstruktur. Bei der Segmentierung nach Geschäftsfeldern werden die Aktivitäten in die Geschäftssegmente Markt- und Sozialforschung und Marketingforschung (infas 360) aufgeteilt. Das Geschäftssegment Markt- und Sozialforschung umfasst die Aktivitäten der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH. Das Geschäftssegment infas 360 umfasst die Aktivitäten der im Geschäftsjahr 2014 neu gegründeten infas 360 GmbH. Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich die gleichen Ausweis-, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Es gibt keine Änderungen der Bewertungsmethoden im Vergleich zu früheren Perioden. Das frühere Geschäftssegment Foto umfasste im Vorjahr die Aktivitäten der action press gmbh & co. kg. Die Beteiligungen im Segment Foto sind mit Vertrag vom 2. März 2016 verkauft worden. In der Segmentberichterstattung wird das Ergebnis dieses Geschäftsbereichs daher als Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen ausgewiesen. Die Vorjahreswerte sind entsprechend angepasst worden.

Im Segment "Markt- und Sozialforschung" erzielt der Konzern Umsatzerlöse mit einem Großkunden i.H.v. 5.685 T€ (Vorjahr 6.228 T€).

35 Ergebnis/Dividende je Aktie

Das Ergebnis je Aktie ermittelt sich wie folgt:

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31.12.2016 Vorjahr
Konzernergebnis T€ 214 -326
Gewogener Durchschnitt der ausgegebenen Aktien Tausend Aktien 9.000 9.000
Ergebnis je Aktie aus fortzuführenden und aufgegebenen Geschäftsbereichen €/Aktie 0,02 -0,04
Ergebnis je Aktie aus fortzuführenden Geschäftsbereichen €/Aktie 0,11 0,13
Ergebnis je Aktie aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen €/Aktie -0,09 -0,17
Vorgeschlagene Dividende je Aktie €/Aktie 0,00 0,00

Das unverwässerte und das verwässerte Ergebnis je Aktie nach IAS 33 wird als Quotient aus dem Periodenergebnis und der durchschnittlichen Anzahl der während des Geschäftsjahres ausgegebenen Aktien ermittelt und beträgt für das Berichtsjahr 0,02 (Vorjahr: -0,04).

Weder zum 31. Dezember 2016 noch zum Vorjahresbilanzstichtag waren Optionen auf Aktien ausstehend, die den Gewinn pro Aktie verwässern, daher sind das unverwässerte und das verwässerte Ergebnis je Aktie im abgelaufenen Geschäftsjahr identisch.

Der gewogene Durchschnitt der ausgegebenen Aktien beträgt wie im Vorjahr 9.000.000.

36 Anzahl der Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2016 waren im Konzern durchschnittlich 126 (Vorjahr 115) Angestellte in den fortgeführten Geschäftsbereichen beschäftigt, davon 2 (Vorjahr 2) Geschäftsführer in den Tochtergesellschaften.

37 Beteiligungsverhältnisse

Angaben zu Unternehmen, an denen die infas Holding Aktiengesellschaft mehr als 20 Prozent der Anteile hält (Angaben zu Eigenkapital und Jahresergebnis):

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Nominalkapital Anteile Eigenkapital Jahresergebnis Stichtag Jahresabschluss
T€ % T€ T€
--- --- --- --- --- ---
infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH 250 100 327 77 31.12.2016
infas 360 GmbH 50 100 -1.029 -479 31.12.2016
BNS - Business Network Solutions GmbH 30 33,33 432 -48 31.12.2016

Die folgenden Gesellschaften bzw. Personen waren nach deren Angaben zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses wie folgt am Grundkapital unserer Gesellschaft beteiligt:

Effecten-Spiegel AG, Düsseldorf > 20 Prozent

Investment Aktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV, Bonn > 20 Prozent

Pen GmbH, Heidelberg >10 Prozent

Hans-Herbert Döbert, München >10 Prozent

Axxion S.A., Munsbach, Luxemburg > 5 Prozent

38 Beziehungen zu nahestehenden Personen

Gemäß IAS 24 werden als nahestehend die Personen oder Unternehmen definiert, die vom berichtenden Unternehmen beeinflusst werden können bzw. die auf das Unternehmen Einfluss nehmen können.

Im Geschäftsjahr 2016 haben sich keine hier anzugebenden Sachverhalte ergeben.

Hinsichtlich der Angaben zu den Vorstands- und Aufsichtsratsvergütungen vgl. Tz 38.

39 Finanzinstrumente

In der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien dargestellt.

Der beizulegende Zeitwert der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten ist mit dem Betrag angegeben, zu dem das betreffende Instrument einer gegenwärtigen Transaktion (ausgenommen erzwungene Veräußerung oder Liquidation) zwischen vertragswilligen Geschäftspartnern getauscht werden könnte.

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Bewertung nach IAS 39
Buchwert lt. Bilanz 31.12.2016 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Beizulegender Zeitwert 31.12.2016
--- --- --- --- --- ---
T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- ---
Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte 99 99 99
Kredite und Forderungen 99
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 815 815 815
Kredite und Forderungen 815
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 580 580 580
Kredite und Forderungen 580
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-äquivalente 11.765 11.765 11.765
Kredite und Forderungen 11.765
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 49 49 49
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 49
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.259 1.259 1.259
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 1.259
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 744 744 744
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 744

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Bewertung nach IAS 39
Buchwert lt. Bilanz 31.12.2015 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Beizulegender Zeitwert 31.12.2015
--- --- --- --- --- ---
T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- ---
Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte 92 92 92
Kredite und Forderungen 92
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 673 673 673
Kredite und Forderungen 673
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 23 23 23
Kredite und Forderungen 23
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-äquivalente 8.687 8.687 8.687
Kredite und Forderungen 8.687
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 98 98 98
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 98
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 793 793 793
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 793
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 426 426 426
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 426

Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert ebenfalls dem beizulegenden Zeitwert.

Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dar. Hierin sind keine Ergebniseffekte aus Finance Lease und aus Derivaten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, da diese keiner Bewertungskategorie nach IAS 39 angehören.

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31.12.2016 Vorjahr
T€ T€
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Kredite und Forderungen 19 -3

Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Kredite und Forderungen" resultiert im Wesentlichen aus Zinserträgen aus finanziellen Forderungen sowie Wertberichtigungen.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Finanzrisiken können die Vermögens-, Finanz- und Ertragskraft des Konzerns nachteilig beeinflussen. Das Risikomanagement im Konzern ist so ausgerichtet, dass Kredit- und Liquiditätsrisiken rechtzeitig erkannt und Maßnahmen zur Gegensteuerung frühzeitig eingeleitet werden können. Das übergreifende Risikomanagement des Konzerns zielt darauf ab, potenziell negative Auswirkungen auf die Finanzlage des Konzerns zu minimieren. Grundlage der Steuerung und frühzeitigen Identifizierung finanzieller Risiken sind die jährliche Planung sowie regelmäßige Analysen der unterjährigen Planabweichungen.

Die Gesellschaft ist folgenden Finanzrisiken ausgesetzt:

Kreditrisiken

Das Risiko umfasst das Ausfallrisiko und das Risiko der Verschlechterung der Bonität. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren aus dem operativen Geschäft der einzelnen Tochtergesellschaften. Das Risiko von Forderungsausfällen wird durch laufende Überwachung sowie regelmäßige Analyse des Forderungsbestands und der Forderungsstruktur kontrolliert. Die Ausfallrisiken des Konzerns bestehen in dem üblichen Geschäftsrisiko und diesem wird durch die Bildung von Wertberichtigungen Rechnung getragen. Dem Ausfallrisiko wird darüber hinaus durch weitere Sicherungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Kreditwürdigkeitsprüfungen, begegnet. In Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen und Vermögenswerte, die zum Bilanzstichtag weder überfällig noch wertgemindert sind, bestehen keine Anzeichen dafür, dass die Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen.

Liquiditätsrisiken

Der Konzern überwacht das Risiko eines etwaigen Liquiditätsengpasses mittels der periodischen Liquiditätsplanung.

Liquiditätsrisiken bestehen in dem Risiko, Zahlungsverpflichtungen nicht zeitnah erfüllen zu können und sind in der Regel mit einer negativen Entwicklung des operativen Geschäfts verbunden sind. Ein vorsichtiges Liquiditätsmanagement beinhaltet unter anderem das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln. Zum Bilanzstichtag sind die kurzfristigen Verbindlichkeiten des Konzerns in Höhe von 11.033 T€ durch die kurzfristigen Vermögenswerte in Höhe von 15.488 T€ gedeckt. Zukünftige Zahlungsabflüsse werden durch die Zuflüsse aus dem operativen Geschäft gedeckt.

Aufgrund der vorhandenen Bankguthaben bestehen derzeit keine nennenswerten Liquiditätsrisiken.

Marktpreisrisiken

Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, welche Auswirkungen hypothetische Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Der Begriff Marktrisiken umfasst dabei folgende Arten von Risiken:

Zinsrisiko

Der Konzern finanziert sein Geschäft im Wesentlichen mit Eigenkapital. Insoweit unterliegt der Konzern keinem wesentlichen Zinsrisiko. Die wesentlichen originären Finanzinstrumente (flüssige Mittel, Forderungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen) werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und führen damit nicht zu einem Zinsrisiko. Die Gesellschaft legt freie flüssige Mittel kurzfristig als Tagesgeld an und unterliegt insoweit dem Risiko sinkender Tagesgeldzinssätze.

Währungsrisiken

Marktpreisrisiken in Form von Währungsrisiken bestehen bei der Gesellschaft nicht.

Andere Preisrisiken

IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung der Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von sonstigen Preisrisikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Da aufgrund der Geschäftsmodelle der Tochterunternehmen keine anderen wesentlichen Marktpreisrisiken vorliegen, wurde auf eine weitere Analyse verzichtet.

Angaben nach deutschen handelsrechtlichen Vorschriften

40 Organe

Die Geschäfte des Unternehmens wurden durch folgende Personen geführt:

Vorstand:

Dipl.-Soz. Menno Smid, Bonn, Alleinvorstand, gleichzeitig Geschäftsführer in den Tochtergesellschaften infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH und infas 360 GmbH

Aufsichtsrat:

Nach den Beschlüssen der außerordentlichen Hauptversammlung vom 18. Februar 2015 ist der Aufsichtsrat mit folgenden Mitgliedern bestellt worden:

Dr. Oliver Krauß, Gräfelfing, Rechtsanwalt (Vorsitzender), Mitglied des Aufsichtsrats der DI Deutschland.Immobilien AG, Hannover

Dipl.-Kfm. Hans-Joachim Riesenbeck, Meerbusch, Unternehmensberater (stellv. Vorsitzender), Mitglied des Verwaltungsrats der Mountain Partners AG, St. Gallen, Schweiz sowie Boardmitglied der Trybe AS, Oslo

Dipl.-Kffr. Susanne Neuschäffer, Rheurdt, Vorstandsassistentin

41 Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Bezüge des Vorstands Menno Smid (inklusive Tochtergesellschaften) beinhalten ein Fixum von 324 T€ (Vorjahr 328 T€) und variable Bezüge von 129 T€ (Vorjahr 99 T€). Daneben wurden Herrn Smid Sachbezüge von 7 T€ (Vorjahr 7 T€) gewährt.

Für nach IFRS bewertete Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands sind 5.061 T€ zurückgestellt (vgl. Tz 14).

Die Gesamtbezüge einschließlich Aufwandsentschädigungen für den Aufsichtsrat betrugen in 2016 109 T€ (Vorjahr 77 T€).

42 Angabe nach § 264 Abs. 3 HGB

Die in den Konzernabschluss einbezogene infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH nutzt die Befreiungsmöglichkeit des § 264 Abs. 3 HGB bezüglich der Aufstellung eines Lageberichtes und der Offenlegung ihres Jahresabschlusses.

43 Honorar des Abschlussprüfers

Die Gesellschaft hat für das Berichtsjahr ein Honorarvolumen i.H.v. insgesamt 50 T€ (Vorjahr 66 T€) für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Aufwand erfasst. Es handelt sich hierbei wie im Vorjahr um die Kosten für die Abschlussprüfung.

44 Nachtragsbericht

Im März 2017 wurde mit der Gründung der infas quo GmbH als Tochtergesellschaft der infas Holding AG ein neuer Teilbereich im Konzern aufgesetzt. Ziel des neuen Teilbereichs ist, einen Schritt in eine Marktforschung zu vollziehen, in deren Zentrum nicht die Erhebungskompetenz des infas Instituts steht, sondern eine spezifische Branchenkompetenz als Voraussetzung für einen neuen Beratungsansatz in der Marktforschung. Im Zentrum steht die Finanzmarktforschung die von der infas quo GmbH angegangen wird.

45 Entsprechenserklärung § 285 Nr. 16 bzw. § 314 Abs. 1 Nr. 8 HGB i.V.m. § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" abgegeben und i.V.m. der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.infas-holding.de dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

46 Versicherung der gesetzlichen Vertreter § 297 Abs. 2 S. 4 HGB

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Der Konzernabschluss wurde von den gesetzlichen Vertretern am 18. April 2017 zur Veröffentlichung freigegeben.

Bonn, 18. April 2017

infas Holding Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Menno Smid

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der infas Holding Aktiengesellschaft, Bonn, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung des gesetzlichen Vertreters der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschluss-prüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens , Finanz und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des gesetzlichen Vertreters sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tat-sächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens , Finanz und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Bonn, 18. April 2017

**Ebner Stolz GmbH & Co. KG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Steuerberatungsgesellschaft**

Burkhard Völkner, Wirtschaftsprüfer

Alexander Schönberger, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Bonn, den 20.04.2017

Der Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die ihm nach Gesetz, Verwaltungsvorschriften, Satzung sowie jeweiliger Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2016 eingehend mit der Lage und Entwicklung der Gesellschaft sowie deren strategischer Ausrichtung beschäftigt. So wurde nicht nur das bisherige Stammgeschäft gestärkt, sondern die Voraussetzungen zur Erschließung neuer Geschäftsfelder geschaffen. So hat der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2016 über die Gründung einer weiteren Tochtergesellschaft beraten, um die geschäftliche Tätigkeit weiter zu diversifizieren. Die infas quo GmbH wurde in 2017 gegründet und beschäftigt sich in aller erster Linie mit Finanzmarktforschung. Der Aufsichtsrat hat in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Vorstand diesen beraten und dessen Geschäftsführung überwacht. Er wurde vom Vorstand dazu anhand schriftlicher und mündlicher Berichte zeitnah, umfassend und regelmäßig über die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft, Fragen der Strategie und Planung sowie die beabsichtigte Geschäftspolitik und in wichtigen Personalfragen unterrichtet. Alle zur Beurteilung dieser Themen erforderlichen Auskünfte wurden vom Vorstand umfassend erteilt und zugehörige Unterlagen vorgelegt. Berichte und Anlagen wurden vom Aufsichtsrat umfassend geprüft und erörtert. Der Aufsichtsrat war damit in alle wesentlichen Entscheidungen für die Gesellschaft eingebunden. Er hatte zu keinem Zeitpunkt Anlass, die Leitung der Geschäfte durch den Vorstand zu beanstanden.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der infas Holding AG bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für die Gesellschaft sind, unmittelbar eingebunden. Er arbeitet mit dem Vorstand vertrauensvoll und zum Wohle des Unternehmens eng zusammen. Der Aufsichtsrat der infas Holding AG umfasst 3 Mitglieder. Er ist gemäß dem deutschen Aktiengesetz ausschließlich mit Aktionärsvertretern besetzt. Die als Vertreter unserer Aktionäre fungierenden Mitglieder wurden im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung am 18. Februar 2015 gewählt. Der Aufsichtsrat hatte in der Einberufung der Hauptversammlung ursprünglich vorgeschlagen, die gerichtlich bestellten Mitglieder des Aufsichtsrats, also Herrn Dr. Bethge, Herrn Riesenbeck sowie Herrn Dr. Krauß zu Mitgliedern des Aufsichtsrats zu wählen. Kurz vor der außerordentlichen Hauptversammlung hat jedoch der amtierende Vorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Dr. Bethge, dem Vorstand mitgeteilt, dass er aus persönlichen Gründen seine Kandidatur zurückzieht. Dies hat die Gesellschaft umgehend mit Ad-hoc-Mitteilung gegenüber dem Kapitalmarkt kommuniziert. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 18. Februar 2015 wurden anschließend Frau Neuschäffer (vormals: Heinen), Herr Riesenbeck und Herr Dr. Krauß zu Aufsichtsratsmitgliedern der Gesellschaft gewählt. In der sich unmittelbar anschließenden konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats wurde Herr Dr. Krauß zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats bestimmt.

Aufsichtsratssitzungen - Wesentliche vom Aufsichtsrat behandelte Themen

Insgesamt fanden im Berichtszeitraum fünf (5) Sitzungen des Aufsichtsrats statt, davon drei im ersten und zwei im zweiten Kalenderhalbjahr. Eine dieser Sitzungen wurde per Telefonkonferenz abgehalten. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat anlässlich von vier (4) weiteren Telefonkonferenzen die Angelegenheiten der Gesellschaft erörtert.

Gegenstand der telefonischen Aufsichtsratssitzung am 16. Februar 2016 war die Veräußerung der Anteile an der action press gmbh & co. kg sowie der Anteile an der action press beteiligungsgesellschaft mbh. Der Aufsichtsrat hat in dieser Sitzung nach eingehender Diskussion dem Anteilskauf- und Übertragungsertrages zugestimmt und den Vorstand ermächtigt, den Vertrag zu unterzeichnen.

Gegenstand der Aufsichtsratssitzung am 16.03.2016 war schwerpunktmäßig die geschäftliche Entwicklung des Konzerns, insbesondere der operativen Tochtergesellschaften. Ferner wurde der Erfolg im Zusammenhang mit der ZEIT-Studie besprochen, die dem Unternehmen eine große Popularität verschafft hat. Der Vorstand wurde beauftragt, eine Strategie auszuarbeiten, um diese Entwicklung auszunutzen und neue Geschäftsfelder zu erschließen.

In der Sitzung am 20. April 2016 befasste sich der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig mit dem Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 (jeweils nebst zusammengefasstem Lage- und Konzernlagebericht). Er befasste sich zudem intensiv mit dem der Hauptversammlung zu unterbreitenden Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2016 sowie die weiteren Tagesordnungspunkte.

Gegenstand der Aufsichtsratssitzung am 28. Oktober 2016 war wiederum schwerpunktmäßig die geschäftliche Entwicklung des Konzerns, insbesondere der operativen Tochtergesellschaften. Zudem wurden die vom Vorstand zwischenzeitlich ausgearbeitete Strategie zur weiteren Unternehmensentwicklung und die weiteren zweckmäßigen Schritte besprochen. Auch im Rahmen der Aufsichtsratssitzung am 12. Dezember 2016 wurde schwerpunktmäßig die Unternehmensentwicklung besprochen sowie das weiterhin bestehende Risiko der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH in Bezug auf eventuelle Nachforderungen von Sozialversicherungsbeiträgen für die beauftragten Interview-Mitarbeiter. An vier Sitzungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2016 nahmen der Vorstand der Gesellschaft sowie alle amtierenden Aufsichtsratsmitglieder teil. Bei einer dieser Sitzungen war ein Aufsichtsratsmitglied telefonisch zugeschaltet. An einer Sitzung hat ein Aufsichtsratsmitglied entschuldigt nicht teilgenommen. Damit hat kein Mitglied des Aufsichtsrats, das während des gesamten Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat angehörte, nur an der Hälfte (oder weniger) der Sitzungen des Aufsichtsrats im Berichtszeitraum teilgenommen. Sofern erforderlich, fasste der Aufsichtsrat Beschlüsse telefonisch oder im Umlaufverfahren.

Jahres- und Konzernabschluss sowie Lage- und Konzernlagebericht

Die ordentliche Hauptversammlung der infas Holding Aktiengesellschaft hat am 07. Juli 2016 als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2016 die Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Bonn, gewählt. Der Prüfungsauftrag wurde im Anschluss an die Wahl vom Aufsichtsratsvorsitzenden im Namen aller Aufsichtsratsmitglieder erteilt.

Der Wirtschaftsprüfer hat den vom Vorstand auf Grundlage des HGB aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht sowie den nach den Vorschriften der internationalen Rechnungsstandards IFRS aufgestellten Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2016 geprüft und jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Die vorstehenden Unterlagen sowie der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns und die Prüfungsberichte des Wirtschaftsprüfers wurden sämtlichen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur Verfügung gestellt. In der Sitzung vom 20. April 2017 berichtete der Abschlussprüfer dem Aufsichtsrat über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und stand für weitere Fragen und Auskünfte zur Verfügung.

Nach umfassender eigener Prüfung und Diskussion des Jahres- und Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Abschlussprüfung in der Bilanzsitzung am 20. April 2017 zugestimmt und den Jahres- und Konzernabschluss gebilligt; der Jahresabschluss 2016 wurde damit gem. § 172 AktG festgestellt.

Der Aufsichtsrat hat auch den Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und sich diesem unter Berücksichtigung insbesondere des Jahresergebnisses, der Liquidität und der Finanzplanung der Gesellschaft angeschlossen.

Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat haben im April 2017 eine gemeinsame Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben, die auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich ist.

Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Vorstand, Geschäftsführern sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes persönliches Engagement und ihre erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2016 und spricht ihnen damit seine Anerkennung aus.

Bonn, den 20. April 2017

Für den Aufsichtsrat:

Dr. Oliver Krauß, Vorsitzender

Erklärung zur Unternehmensführung Relevante Angaben zur Unternehmensführung nach § 289a HGB Bonn, im April 2017

Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der infas Holding Aktiengesellschaft erklären, dass die vom Bundesministerium der Justiz in der Fassung vom 5. Mai 2015 im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 12. Juni 2015 bekannt gemachten Empfehlungen der Regierungskommission "Deutscher Corporate Governance Kodex" derzeit nicht befolgt werden. Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG wurde in dieser Form abgegeben und den Aktionären hiermit dauerhaft zugänglich gemacht.

Begründung:

Die infas Holding Aktiengesellschaft ist, insbesondere gemessen an ihrer Bilanzsumme, ihrem Umsatz und der Anzahl ihrer Beschäftigten, ein mittelständisches Unternehmen mit flacher Hierarchie und einfachen Strukturen. Die Erfüllung sämtlicher Anforderungen des DCGK ist daher nicht zweckmäßig und wäre mit einem unangemessenen personellen und finanziellen Aufwand verbunden, ohne dass hierdurch ein weitergehender Nutzen für die Gesellschaft, ihre Aktionäre oder andere Stakeholder verbunden wäre.

Dies gilt insbesondere für die Empfehlungen des DCGK hinsichtlich der Organe Vorstand und Aufsichtsrat, und zwar aufgrund dessen personeller Besetzung: Der Vorstand der Gesellschaft besteht aus einer Person. Dies wird, angesichts der Größe und der einfachen Struktur der Gesellschaft, als ausreichend erachtet. Der Aufsichtsrat besteht aus drei Mitgliedern; er ist bewusst klein gehalten, um ein effizientes Arbeiten und einen intensiven Austausch der Mitglieder untereinander zu ermöglichen. Die Bildung von Ausschüssen ist daher nicht sinnvoll und zweckmäßig. Des Weiteren besteht ein Vergütungssystem für beide Organe, wie es der DCGK vorsieht, nicht. Vorstand und Aufsichtsrat beziehen feste Bezüge, die im Anhang des Konzernabschlusses beziffert werden. Die dort angegebenen variablen Bezüge des Vorstands beziehen sich auf die erfolgsabhängige Vergütung als Geschäftsführer bei der Tochtergesellschaft infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH. Aufgrund der Größe des Aufsichtsrats kann außerdem den Empfehlungen des DCGK in Bezug auf die Besetzung des Aufsichtsrats nur bedingt Beachtung eingeräumt werden.

Um eine effiziente und der Größe der Gesellschaft entsprechende Vorbereitung und Durchführung der Hauptversammlung der Gesellschaft zu gewährleisten, sieht die infas Holding Aktiengesellschaft außerdem aufgrund des hiermit verbundenen Aufwandes derzeit insbesondere davon ab, die diesbezüglichen Empfehlungen des DCGK zu erfüllen.

Ungeachtet der Tatsache, dass die infas Holding Aktiengesellschaft den DCGK als für ihre Struktur und Größe nicht passend erachtet, sind Vorstand und Aufsichtsrat der Überzeugung, dass ihre Art der Unternehmensführung, insbesondere ihre auf Transparenz und persönlichem Vertrauen gründende Zusammenarbeit, dem im DCGK niedergelegten grundsätzlichen Standard guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung entspricht und den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschöpfung gewährleistet: Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten vertrauensvoll zusammen und stehen aufgrund der effizienten personellen Besetzung beider Organe in engem persönlichen Kontakt miteinander. Alle relevanten Fragen der Geschäftslage und -entwicklung, der Finanzierung sowie der Strategie und Planung werden zwischen den beiden Organen abgestimmt. Dies gewährleistet schnelles und effektives Handeln zu Gunsten der Gesellschaft. Dem entspricht auch das derzeitige Risikomanagement der Gesellschaft: Da sie als Holding auf Zahlungen und Gewinnausschüttungen ihrer Tochtergesellschaften angewiesen ist, basiert das Risiko-Management-System (RMS) auf diesbezüglich definierten strategischen und operativen Risiken, die mittels verschiedener Kennzahlen überwacht werden. Nach außen hin informiert die infas Holding Aktiengesellschaft Aktionäre und andere Stakeholder sowie die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns.

Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat sind daher der Überzeugung, dass die Anwendung des DCGK aufgrund der Größe und Struktur der Gesellschaft nicht wirtschaftlich wäre und es überdies einer Befolgung des DCGK derzeit nicht bedarf, da eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung für die infas Holding Aktiengesellschaft gewährleistet ist.

Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Die Gesellschaft wendet alle gesetzlich vorgeschriebenen Unternehmensführungspraktiken an. Die infas Holding Aktiengesellschaft bekennt sich zur nachhaltigen Unternehmensführung. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der infas Holding Aktiengesellschaft arbeiten eng und vertrauensvoll zusammen. Alle relevanten Fragen der Geschäftslage und -entwicklung, der Finanzierung sowie der Strategie und Planung werden zwischen den beiden Führungsgremien besprochen und abgestimmt.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat berät und kontrolliert den Vorstand bei der Führung des Unternehmens und prüft alle bedeutenden Geschäftsvorfälle durch Einsichtnahme in die betreffenden Unterlagen auf Grundlage des Aktiengesetzes und der Satzung. Der Aufsichtsrat wird von der Hauptversammlung gewählt. Die Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat bestellt. Der Aufsichtsrat entscheidet hinsichtlich der Anzahl der Vorstandsmitglieder und des Vorsitzenden. Der Aufsichtsrat stellt den Jahresabschluss fest und billigt den Konzernabschluss. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erläutert jedes Jahr die Tätigkeiten des Aufsichtsrats in seinem Bericht an die Aktionäre und in der Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat der infas Holding Aktiengesellschaft ist mit drei Mitgliedern bewusst klein gehalten, um ein effizientes Arbeiten und einen intensiven Gedankenaustausch zu ermöglichen. Daher ist die Bildung von Aufsichtsratsausschüssen nicht sinnvoll und zweckmäßig.

Vorstand

Der Vorstand besteht zurzeit aus einem Mitglied. Im Einklang mit den Unternehmensinteressen nimmt der Vorstand seine Führungsaufgabe, mit dem Ziel, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern und die Belange aller Interessensgruppen zu berücksichtigen wahr. Dabei erarbeitet der Vorstand die strategische Weiterentwicklung der Gesellschaft, stimmt sie mit dem Aufsichtsrat ab und setzt diese um. Außerdem vertritt er die Gesellschaft gegenüber Dritten. Regelmäßig, zeitnah und umfassend berichtet der Vorstand schriftlich sowie in den turnusmäßigen Sitzungen über die Planung, die Geschäftsentwicklung sowie über die Lage des Konzerns einschließlich des Risikomanagements. Die infas Holding Aktiengesellschaft ist zur Deckung der betrieblichen und sonstigen Aufwendungen auf den Empfang von Zahlungen und Gewinnausschüttungen ihrer operativen Tochtergesellschaften angewiesen. Eine Vielzahl von Faktoren kann dazu führen, dass sich die tatsächlich eintretenden Ereignisse wesentlich von der prognostizierten Lage unterscheiden und geringere als die erwarteten Auszahlungen von den operativen Tochtergesellschaften vereinnahmt werden.

Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, wurde ein ausgewogenes Risiko-Management-System (RMS) entwickelt. Kernbestandteil dieses Systems ist ein Frühwarnsystem, für das sowohl strategische als auch operative Risiken definiert sind. Für diese werden kontinuierlich Kennziffern generiert, die wiederum Bestandteil eines internen Monitoringsystems sind, mit dem regelmäßig und systematisch eine Risikoidentifikation stattfindet. Zur Sicherstellung einer effizienten und effektiven Risikokontrolle werden in dem RMS die Kommunikationsstrukturen klar definiert.

Hierdurch werden potentielle Risiken eruiert, bewertet sowie laufend überprüft. Alle Konzerngesellschaften berichten regelmäßig anhand der definierten Kennziffern. Zur Steuerung und Überwachung der Planzahlen und Ziele wird somit ein systematisches Erfassungs- und Kontrollsystem etabliert.

Vergütung des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Vergütungen sind im Vergütungsbericht, der Teil des Lageberichts ist, sowie im Anhang des Konzerns dargestellt.

Aktiengeschäfte der Organmitglieder

Alle meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte wurden entsprechend den gesetzlichen Regelungen veröffentlicht und sind auf der Website der infas Holding Aktiengesellschaft eingestellt.

Angaben zum Anteil von Frauen im Aufsichtsrat und den Führungsebenen unterhalb des Vorstands

Der Vorstand der Gesellschaft besteht aus einer Person. Da die Gesellschaft eine Holding-Funktion ausübt und als solche selbst lediglich wenige Mitarbeiter beschäftigt, bestehen Führungsebenen unterhalb des Vorstands nicht. Zielgrößen iSd § 76 Abs. 4 AktG wurden daher vom Vorstand nicht festgelegt.

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft besteht derzeit aus drei Personen, wovon eine Person weiblich ist. Der Anteil von Frauen im Aufsichtsrat beträgt damit derzeit 33%. Diese Quote von 33% soll auch in Zukunft nicht unterschritten werden.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte an der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie der infas Holding Aktiengesellschaft gewährt eine Stimme. Der Aufsichtsratsvorsitzende leitet die Versammlung. Sämtliche notwendigen Unterlagen für die Entscheidungsfindung sind den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend auf der Website der infas Holding Aktiengesellschaft veröffentlicht.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die infas Holding Aktiengesellschaft stellt ihren Konzernabschluss sowie die Konzernzwischenberichte gemäß den IFRS-Richtlinien auf. Der Jahresabschluss der infas Holding Aktiengesellschaft erfolgt nach HGB. Der Konzern- und der Jahresabschluss werden vom Vorstand aufgestellt und vom Abschlussprüfer geprüft. Nach der Prüfung wird der Jahresabschluss vom Aufsichtsrat festgestellt. Der Aufsichtsrat arbeitet während des gesamten Prüfungsprozesses eng mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer zusammen. Der Abschlussprüfer WISBERT-TREUHAND GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, informiert unverzüglich den Aufsichtsratsvorsitzenden über alle für die Arbeit des Aufsichtsrats wesentlichen Fragestellungen und Vorkommnisse, die sich während der Abschlussprüfung ergeben.

Transparenz

Die infas Holding Aktiengesellschaft informiert Aktionäre, Analysten, Aktionärsvereinigungen, Medien und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig und zeitnah über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns. Die verschiedenen Gruppen werden gleichzeitig und gleichberechtigt behandelt. Alle kapitalmarktrelevanten Informationen werden auf der Website des Unternehmens veröffentlicht.

Die infas Holding Aktiengesellschaft informiert zudem ausführlich über den Aktienbesitz und die Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat. Nach dem Gesetz meldepflichtige Wertpapiergeschäfte werden stets ordnungsgemäß auf der Website der infas Holding Aktiengesellschaft veröffentlicht.

Bonn, im April 2017

Menno Smid, Vorstand

Dr. Oliver Krauß

Für den Aufsichtsrat

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