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infas Holding AG

Annual Report Jun 10, 2015

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Annual Report

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infas Holding Aktiengesellschaft

Bonn

Jahresfinanzbericht

Einzelabschluss für das Geschäftsjahr 2014

Bonn, April 2015

Friedrich-Wilhelm-Straße 18

53113 Bonn

Tel. +49 (0)228/33 60 72 39

Fax +49 (0)228/31 00 71

www.infas-holding.de

[email protected]

Sitz der Gesellschaft:

53113 Bonn

Vorstand der Gesellschaft:

Dipl.-Soz. Menno Smid

Vorsitzender des Aufsichtsrats:

Dr. Oliver Krauß

Amtsgericht Bonn

HRB 17379

USt.-Ident.-Nr. DE 155601174

St.Nr. 205/5725/1339

ISIN: DE0006097108

WKN: 609710

Notiert: Geregelter Markt (General Standard) in Frankfurt am Main

Lagebericht zum 31. Dezember 2014

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Geschäftsentwicklung

Die Aktien der infas Holding AG sind im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Gesteuert wird der Konzern durch den Gesamtvorstand der infas Holding AG. Die infas Holding AG erzielt als Management- und Finanzholding der infas Holding Gruppe keine Umsatzerlöse. Die Geschäftsentwicklung hängt primär von der Entwicklung der Tochtergesellschaften infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH und infas 360 GmbH in Bonn einerseits sowie action press gmbh & co. kg in Hamburg andererseits ab. Das Jahresergebnis resultiert aus Gewinnausschüttungen und -abführungen von Konzernunternehmen sowie der Weiterberechnung von Konzernleistungen, denen Personalaufwendungen und sonstige betriebliche Aufwendungen gegenüberstehen.

2. Ziele und Strategien

Moderne, hoch entwickelte und demokratische Gesellschaften werden aufgrund ihrer fortschreitenden funktionellen Differenzierung komplexer. In der Konsequenz lassen sich daher gesellschaftliche Prozesse schwerer steuern und vorhersagen. Entscheidungen werden erst nach mehreren Erwägungsschleifen getroffen und müssen zunehmend datenbasiert stattfinden. Selbst das Austragen von politischen Kontroversen findet in der Regel datenbasiert statt und wird in abnehmendem Maße ideologisch oder wertebasiert geführt. Dies gilt auch für die Wirtschaft in diesen modernen Gesellschaften, deren komplexe Produkte und Dienstleistungen in extrem arbeitsteiligen Strukturen für weitgehend gesättigte Märkte hergestellt bzw. erbracht werden. Auch hier fallen Entscheidungen in der Regel auf Basis möglichst valider und gleichzeitig auch komplexer Informationen. Informationsdienstleister, zumal wenn sie wissensbasiert agieren, spielen in diesem Zusammenhang eine nicht zu unterschätzende Rolle, und zwar nicht nur im Hinblick auf Analysen, sondern auch in Bezug auf die Darstellung komplexer Sachverhalte.

Allerdings ändern sich die Märkte aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung als Megatrend zum Teil erheblich und radikal. So auch in der Marktforschung. In der Branche findet seit geraumer Zeit eine Debatte über das veränderte Verständnis statt, wie Marktforschung in Zukunft zu betreiben ist. Sie ist Ausdruck der Tatsache, dass die Branche auf viele Fragen der Kunden keine rechte Antwort findet und sich gleichzeitig im Zentrum eines Digitalisierungsprozesses befindet, der das Selbstverständnis und die Arbeitsweise der Marktforschung zentral in Frage stellt. Das führt zu veränderten Rollenverständnissen.

Zum einen ändert sich die Rolle des Kunden der Marktforschungsinstitute. Er wird aktiver, fordernder und entwickelt klare Vorstellungen zu seinen Produkten, und zwar aufgrund von Daten, die im Unternehmen quasi automatisch anfallen und zunehmend auch ausgewertet werden. Darüber hinaus geraten Marktforscher und Marketingspezialisten in den Unternehmen zunehmend unter Druck. Nicht selten sind sie nicht mehr nur sich selbst verantwortlich und als Experten uneingeschränkt anerkannt, sondern müssen der Unternehmensleitung und hier insbesondere dem CEO und CFO Rechenschaft ablegen. Das geht nur, wenn sie die finanziellen Wirkungen des Marketings bis hin zu den Auswirkungen auf den Aktienkurs nachweisen können. Das wiederum gelingt der Marktforschung, die klassischerweise dem Marketing vorgeschaltet ist, mit ihren bisherigen Vorgehensweisen eher selten. Gleichzeitig ist in der Praxis zu beobachten, dass Marktforschungsabteilungen in den Unternehmen verschlankt oder sogar gänzlich abgebaut werden.

Andererseits verändert sich der Konsument, indem er sich vernetzt und selbst Akteur und Treiber der Digitalisierung wird. Er agiert zunehmend auf verschiedenen Kanälen. Diese repräsentieren unterschiedliche Konsum-, Interaktions- und Erlebniswelten, in denen unterschiedliche Sprachen gesprochen werden, die noch nicht ausreichend verstanden und ebenso wenig mit den klassischen Methoden der Marktforschung erfasst werden.

Um beide Entwicklungen für den Kunden nutzbringend in Erkenntnisse umzuwandeln, sind weiterentwickelte Ansätze in der Marktforschung notwendig. Es müssen mehrere Informationsmedien, nicht nur die Befragung, sondern beispielsweise Informationen in den neuen digitalen Medien gesammelt, verdichtet und interpretiert werden können. Und es sind neue Ansätze zu entwickeln und zu erproben, welche die finanziellen Auswirkungen des Marketings realiter messen können.

Es kommt hinzu: Big Data ist derzeit das große Thema, was manchmal in ziemlich beliebigen Facetten erscheint und dementsprechend auch unterschiedlich diskutiert wird. Immer wieder kommt aber bei Unternehmen die Frage auf, wofür die klassische Marktforschung noch gebraucht wird. Diese Infragestellung kommt aus der Fantasie, Einstellungen und Verhaltensmuster von Konsumenten ließen sich durch Social Media Research schneller, einfacher und innovativer erfassen und mit den richtigen Algorithmen auch automatisch auswerten. Sie wären so stets verfügbar, und zwar in Echtzeit und global. Im Zentrum steht die Fantasie des gläsernen Konsumenten, der für die Erkenntnisinteressen und Zielsetzungen eines jeden Unternehmens produktiv gemacht werden kann. Dabei ist aber das Problem, dass Vorhersagen nicht nur eine Wissenschaft, sondern auch Kunst sind, die zentral damit zu tun haben, im Rauschen, im Krach das richtige Signal zu entdecken. Ob das automatisiert klappt, kann in aller Ruhe in Frage gestellt werden. Dennoch ist es ist durchaus eine Chance für die Marktforschung und die Institute, ihr Geschäftsmodell in diesem Sinn neu auszurichten und nach neuen Wegen zu suchen. Wenn das nicht passiert, besteht die Gefahr, dass das klassische Geschäft zu einem nicht unerheblichen Teil ersetzt werden wird. Denn man muss sich daran gewöhnen, dass nicht alles durch Befragungen gelöst wird, auch wenn es digital passiert.2 Der Marktforscher der Zukunft muss mehr als heute ein Vermittler und Moderator zwischen Konsument und Marketing werden.

1 Nicht umsonst heißt ein berühmtes und kritisches Buch zu diesem Thema "The Signal and the Noise: The Art and Science of Prediction" von Nate Silver.

2 Laut dem Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V. (ADM), in dem über 80 Institute organisiert sind, die ca. 90 Prozent des Umsatzes in Deutschland in der Marktforschungsbranche repräsentieren, werden ca. 36 Prozent aller Befragungen mittlerweile online durchgeführt.

In der infas Holding AG wird diese Diskussion nicht nur abstrakt geführt. Die Gründung von infas 360 ist eine Konsequenz daraus und soll helfen, infas in der Zukunft besser im Marktforschungsbereich zu positionieren, indem datenbankbasierte Daten in Kombination mit Ad-hoc-Daten vermarktet werden können.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der infas Holding, auf Basis einer exzellenten Dienstleistung und höchster Qualitätsmaßstäbe der präferierte Partner für Informationsdienstleistungen, insbesondere für Markt- und Sozialforschung zu sein. Mit der Gründung von infas 360 unterstreicht die infas Holding AG ihren Anspruch, auch ein innovativer Dienstleister im Bereich Marktforschung zu sein. In den von uns adressierten Märkten, insbesondere der Sozialforschung und der Marktforschung, wollen wir Spitzenpositionen erreichen und fokussieren uns auf attraktive und langfristig wachsende Nischenmärkte, in denen wir organisch über den Marktdurchschnitt zu wachsen gedenken. Das Unternehmen soll für bestimmte wichtige Fragen der Zukunft von Wirtschaft, Gesellschaft und der Markt- und Marketingforschung in seiner Innovationskraft, Produktvielfalt, Flexibilität und Ertragskraft zu einer wirklichen Alternative für die etablierten Anbieter - die Big Four der Branche - werden. Die klare Ausrichtung auf eine offensive Strategie, die im Jahr 2013 auch ihren Ausdruck fand in der Umbenennung der Holding, die von anwesenden Aktionären auf der Hauptversammlung im August des Jahres 2013 ohne eine Gegenstimme beschlossen wurde, wird in den kommenden Jahren die Richtschnur der Entwicklung sein.

Klarheit in der Ausrichtung und offensives Vorgehen: Diese beiden Vorgaben gelten im besonderen Maß für die action press gmbh & co. kg in Hamburg als oberstes Prinzip im nächsten Jahr. Der erreichte Grad der Konsolidierung macht es grundsätzlich möglich, die bisherige Entwicklung nicht nur fortzusetzen, sondern auch mit neuen Produktideen Marktanteile zu gewinnen.

3. Steuerungssystem

Als wichtigste Steuerungsgrößen verwenden die infas Holding AG und ihre Tochtergesellschaften - wie in den Vorjahren - den Umsatz sowie das operative Ergebnis. Mit operativem Ergebnis ist das Ergebnis gemeint, das dargestellt wird in der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Steuern (EBIT). Diese zentralen Kenngrößen werden regelmäßig und vollumfänglich von allen Tochtergesellschaften und der Holding erstellt und mit Planzahlen abgeglichen. Bei der Tochtergesellschaft action press gmbh & co. kg erfolgt die Aufstellung monatlich ebenso wie bei der infas 360 GmbH. Bei der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH ist der Rhythmus der Erstellung bestimmt durch die notwendige Projektbewertung nach den Herstellungskosten, die quartalsweise erstellt wird, weil sich im Projektgeschäft eine solche Planung als sinnvoll und effektiv erwiesen hat. Darüber hinaus wird in allen Tochtergesellschaften die Performanz der Akquisition anhand von Kennzahlen und die Entwicklung des Auftragsbestands für das aktuelle Geschäftsjahr ständig in Relation zum geplanten Jahresumsatz verfolgt, monatlich dargestellt und bewertet. Dies gilt ebenso für Kennzahlen über die Entwicklung der Liquidität der Gesellschaften.

4. Forschung und Entwicklung

Das Kernsegment der infas Holding AG wird durch die infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH repräsentiert. Das Institut erbringt eine wissensintensive Dienstleistung im Bereich der Markt- und Sozialforschung und gehört somit nicht zur forschungsintensiven Industrie, die traditionell die höchsten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung tätigt, wie zum Beispiel die Chemie- und Pharmaindustrie, Elektroindustrie sowie Maschinen- und Fahrzeugbau. Somit stehen auch nicht Produktinnovationen im Vordergrund. Das heißt aber nicht, dass Unternehmen, die Dienstleistungen erbringen, per se keine Innovatoren sein können. Sie können sehr wohl innovativ sein, weil auch die Einführung neuer Dienstleistungen Aufwendungen in Forschung und Entwicklung beinhalten. Im Kernsegment der infas Holding AG stehen allerdings Prozessinnovationen im Vordergrund. Prozessinnovationen sind im genannten Kernsegment neue oder merklich verbesserte Verfahren zur Erbringung einer Dienstleistung, die in das Unternehmen eingeführt wurde. Es gibt aber auch Marktneuheiten. Das sind neue oder merklich verbesserte Produkte (inkl. Dienstleistungen), die vom Unternehmen als erster Anbieter auf den Markt eingeführt werden. Der überwiegende Teil dieser Innovationsaktivität fand im Kernsegment Markt- und Sozialforschung statt.

Eine Marktneuheit im beschriebenen Sinn hat im letzten Jahr infas 360 auf den Markt gebracht. Diese Marktneuheit kann wie folgt beschrieben werden: Klassisches Marketing Research generiert Informationen in der Regel ausschließlich auf Basis von Ad-hoc-Daten, die empirisch erhoben wurden. Sie sind stark aggregiert und damit für das operative Marketing nur bedingt nutzbar, da sie keine räumliche Lokalisierung von Personengruppen zulassen. Es können zwar Zielgruppensegmente gebildet oder Interessenten identifiziert werden, die Frage, wo diese genau zu finden sind und wie viele es in etwa gibt, bleibt jedoch meist unbeantwortet.

Diese Informationslücke schließt infas 360 durch die Kombination der erhobenen Ad-hoc-Daten mit den unternehmenseigenen CRM-Daten einerseits und ausgewählten Merkmalen aus der infas-360-Geo- und mikrogeografischen Datenbank andererseits. Diese Datenbank enthält z.B. für Deutschland eine Vielzahl von Informationen für die rund 22 Mio. vorhandenen Häuser bzw. 40 Mio. Haushalte oder 4,5 Mio. Firmen auf Basis metergenauer Geodaten als präzise Informationsbasis, also eine flächendeckende Einzelhausbewertung basierend auf amtlichen Hausdaten.

Durch die Bewertung entstehen neben den Gebäudetypen zahlreiche weitere Kriterien, welche die Immobilien beschreiben, wie z.B. Grund-, Wohn- und Nutzfläche des Gebäudes, Anzahl Haushalte und Firmen pro Gebäude, Höhe und Volumen des Gebäudes, Baudichte usw. Daraus lassen sich wiederum unzählige weitere Informationen ableiten wie z.B. Energiebedarf, Infrastrukturmerkmale wie Anbindung an ÖPNV, Schulen etc., Versorgungsgrade verschiedenster Güter und so weiter.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamt- und branchenwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Nach zwei Jahren Schrumpfung bewegt sich die Eurozone in 2014 offenbar aus der Rezession, wenn auch langsamer als erwartet: Die Wirtschaft in den 18 Euro-Staaten ist 2014 um 1,3 Prozent gewachsen und dürfte nach Angaben der Europäischen Kommission 2015 nur um 1,1 Prozent zulegen. Im übernächsten Jahr dürfte es dann mit 1,7 Prozent so stark bergauf gehen wie seit 2010 nicht mehr. Deutlich pessimistischer als bisher sieht die Europäische Kommission die Aussichten für die drei Schwergewichte Deutschland, Frankreich und Italien. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Industriestaatengruppe OECD hatten jüngst ihre Schätzungen kräftig heruntergeschraubt. Die Vorhersagen für das Wirtschaftswachstum in Deutschland schwanken teilweise sehr stark und werden im Lauf eines Jahres regelmäßig nach oben oder unten korrigiert. Die aktuellen Prognosen (März 2015) für die Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) zeigen allerdings für 2015 nach oben: Die Bundesregierung geht von einem Wachstum von 1,3 Prozent aus, die Bundesbank gar von 1,5 und der Sachverständigenrat spricht von einem Wachstum von sogar 1,8 Prozent. Diese verhalten positive Entwicklung lässt sich indes nicht umstandslos auf die Markt- und Sozialforschungsbranche und auf die Verlagsbranche übertragen. Dafür gibt es starke Hinweise: Nimmt man die Zahlen und Bewertungen des europäischen Branchenverbands ESOMAR zur Grundlage, waren in Europa die Marktforschungsumsätze in den letzten Jahren im Durchschnitt eher rückläufig. 2013 musste ein Rückgang von 1,4 Prozent hingenommen werden.3 Neu ist, dass von dieser Entwicklung auch der Marktforschungsmarkt in Deutschland nicht ausgenommen war. Er sank um 0,5 Prozent. Dies ist insofern bemerkenswert, als dass sich der deutsche Markt nach der Wirtschaftskrise bis einschließlich 2012 weit positiver entwickelte als die Forschungsmärkte in den USA, Großbritannien oder Frankreich. Ab 2013 ist davon auszugehen, dass sich Steigerungsraten in Europa nur in Russland, Bulgarien und der Türkei feststellen lassen. Als größere Region ist einzig Nordamerika (Kanada und USA) zu soliden Steigerungsraten zurückgekehrt (2013: ein Plus von 2,7 Prozent), im Gegensatz zu den Wirtschaftsräumen Lateinamerika und Asien-Pazifik, die ebenfalls mit Umsatzrückgängen zu kämpfen haben.

3 Siehe "Global Market Research 2014", herausgegeben von ESOMAR (2014). ESOMAR ist ein weltweit operierender Verband von betrieblichen Marktforschern und Vertretern von Markforschungsinstituten. Der Verband hat 4.900 Mitglieder und ist in 390 Ländern vertreten. Der Geschäftsführer von infas ist ebenfalls Mitglied. Die Analysen beruhen auf Angaben der Mitgliedsinstitute, die in der Regel in der zweiten Jahreshälfte für das Vorjahr erhoben werden. Das heißt, im Lauf des Jahres 2015 werden die Daten für 2014 erhoben. Das ist der Grund, warum im Text auf 2013 verwiesen wird. Daten zu 2014 liegen noch nicht vor.

Es verwundert vor diesem Hintergrund nicht, dass weltweit operierende Marktforschungsunternehmen wie zum Beispiel GfK und Ipsos ebenfalls zum Teil deutliche Rückgänge in Umsatz und Ertrag für 2014 berichten müssen. Der Umsatz der GfK ging im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent zurück und der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen knickte sogar um 10,3 Prozent weg. Auch bei Ipsos zeigt sich 2014: In fast allen Marktbereichen gab es Rückgänge, zum Teil sogar deutliche Einbrüche. Besonders hart traf es die Bereiche "Advertising Research" (ein Minus von 6,1 Prozent beim Umsatz) und "Media Research" (-7,1 Prozent). Und auch der sehr wichtige Bereich "Marketing Research" verzeichnete ein Minus von 2,1 Prozent. Unter dem Strich gingen die Jahresumsätze bei Ipsos im Jahr 2014 um 2,5 Prozentpunkte zurück. Für das Geschäftsfeld Foto, das von der action press gmbh & co. kg in Hamburg vertreten wird, ist die Frage, ob sich die deutschen Verlage aus den strukturellen Schwierigkeiten der Branche herauswinden können, von großer Bedeutung, weil sich die wirtschaftliche Lage der Verlage sofort auf den Umsatz dieses Geschäftsfelds auswirkt. Leider sind die herausstechenden Merkmale der letzten Jahre, nämlich zurückgehende Auflagen einerseits und schwache Anzeigenmärkte andererseits, auch die prägenden Merkmale des Verlegermarkts des Jahres 2014. Als Reaktion hierauf haben die Verlage verstärkt weitergeführt, was sie bereits in den Jahren zuvor begonnen hatten. Sie haben sich weiter schrittweise vom Verlagsgeschäft abgewendet und Geschäftsfelder außerhalb ihrer klassischen Verlagsmärkte zu erschließen versucht. Vor diesem Hintergrund war die Geschäftsentwicklung bei der infas Holding AG im Jahr 2014 von der Grundstruktur her nicht viel anders als die Jahre zuvor. Auch 2014 prägten Gegensätze die Entwicklung. Während sich das infas-Institut im gesamt- und branchenwirtschaftlichen Geschäftsfeld sehr gut behaupten und sogar über dem Branchendurchschnitt weiter wachsen konnte, gelang es der action press gmbh & co. kg plangemäß, einen weiteren Einbruch im Umsatz aufzuhalten und einen kleinen Ertrag zu erwirtschaften.

2. Geschäftsverlauf

Geschäftsfeld Markt- und Sozialforschung

Für die Branche der Markt- und Sozialforschung in Deutschland verlief die Entwicklung 2014 in dem Trend, der sich bereits 2013 andeutete. War noch der Umsatz aller in Deutschland aktiven Institute im Vergleich zu 2012 unverändert geblieben und nur inflationsbereinigt mit einem Rückgang von 1,5 Prozentpunkten anzusetzen, ist im Jahr 2014 insgesamt ein Rückgang im Vergleich zu 2013 zu verzeichnen, und zwar von 2,5 Mrd. € auf nunmehr 2,41 Mrd. €. Damit sind die deutschen Branchenumsätze erneut leicht zurückgegangen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Rückgang auf die schwache Entwicklung vor allem der großen Institute, insbesondere der "Big Four", zurückzuführen ist, denen es auch 2014 nicht gelungen ist, signifikant zu wachsen. Nachdem sich die Marktforschungsbranche bis zum Jahr 2012 von dem Abwärtstrend anderer gesättigter Märkte abkoppeln konnte, musste nun eine Vielzahl von Instituten in Deutschland Stagnation oder Umsatzrückgänge verkraften. Von den 116 Unternehmen, deren Umsatz von einem spezialisierten Branchendienst erfragt wurde, konnten 2014 insgesamt 48 Institute im Vergleich zum Vorjahr ihren Umsatz steigern (41 Prozent). 29 Firmen meldeten einen im Vergleich zu 2013 unveränderten Umsatz und immerhin 34 Unternehmen berichteten von einem Umsatzrückgang (29 Prozent).4

4 Die Angaben beruhen auf der "Context-Umsatzliste 2014". Diese Liste wird veröffentlicht von dem Informationsdienst Context, der regelmäßig sämtliche Institute zum erreichten Umsatz befragt und eine Referenzgröße der Branche darstellt. Erstmals wurde die alljährliche Context-Liste in der Zeitschrift Research&Results 1/2015 veröffentlicht.

Die infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH gehört im Jahr 2014 wieder zu der Minderheit von Instituten, für die eine positive Umsatzentwicklung feststellbar ist. Insgesamt haben die 50 umsatzstärksten Marktforschungsinstitute den deutschen Markt weiterhin fest im Griff: Im Jahr 2014 haben sie gemeinsam etwa 97,0 Prozent des deutschen Branchenumsatzes erwirtschaftet (2013: 95,5 Prozent). Von den besagten 50 größten Instituten konnten 27 Institute ihren Umsatz steigern und lediglich 17 der 50 größten Marktforschungsinstitute mussten sinkende Umsätze verkraften. Das infas-Institut gehört zum 25-Prozent-Quantil der größten Institute Deutschlands (das sind 13 Institute, infas liegt auf Platz 12; nähme man die infas Holding, läge man auf Platz 5). Die zwölf größten Institute setzen 84 Prozent des Branchenumsatzes um. Das ist ein deutlicher Indikator für den Konzentrationsprozess in der Branche. Das Jahr 2014 hat für infas - nach dem überaus erfolgreichen Jahr 2013 - einen weiteren positiven Verlauf genommen, womit vor dem Hintergrund des Umsatzsprungs in 2013 nicht unbedingt zu rechnen war. infas übersprang im Jahr 2014 die Umsatzmarke von 20,0 Mio. €. Die erreichten 20,7 Mio. € entsprechen einem Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr mit 19,6 Mio. € und somit von 5,7 Prozentpunkten. Damit ist ein neuer Rekordwert beim Umsatz erreicht. Wie von der Geschäftsführung des Instituts oftmals auch öffentlich gesagt wurde, war der außerordentlich hohe Gewinn des Jahres 2013 ursächlich auf eine Reihe von Sonderbedingungen zurückzuführen, die in der Konstellation wohl nicht ohne Weiteres wiederholbar sind. Diese für manche wenig euphorische Einschätzung hat sich für das Jahr 2014 als realistisch erwiesen.

Insgesamt konnte ein Gewinn von 2,86 Mio. € erwirtschaftet werden, was immerhin noch 13,8 Prozent der Gesamtleistung entspricht. Damit liegt infas ertragsseitig noch deutlich über dem Branchendurchschnitt.5 Das heißt: Branchenspezifisch kann sich das Ergebnis mehr als sehen lassen.

5 Beispielsweise erwirtschaftet die GfK in dem mit den Aktivitäten des infas-Instituts vergleichbaren methodischen Segment "Consumer Experiences" eine Marge von gerade einmal 7 Prozent.

Die einzelnen Bereiche des infas Instituts für angewandte Sozialwissenschaft entwickelten sich im Geschäftsjahr 2014 wie folgt.

Bereich Sozialforschung

Das Portfolio dieses Bereichs umfasst die Durchführung von empirischen Projekten mit komplexen methodischen Designs zur empirischen Analyse sehr unterschiedlicher, wesentlicher sozialer Fragestellungen, die den weiteren Fortgang der gesellschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik betreffen.

Bei der Sozialforschung handelt es sich um den umsatzstärksten Bereich von infas. Der Bereich erreichte 2014 einen Umsatz von 16,7 Mio. € und konnte sich damit gegenüber 2013 deutlich steigern, und zwar um mehr als 20 Prozent. Mit den genannten Umsätzen unterstreicht dieser Bereich seine führende, die Struktur des Instituts auch bestimmende Funktion und macht nunmehr etwa 80 Prozent des Umsatzes aus.

Bereich Markt- und Verkehrsforschung

Das Portfolio dieses Bereichs umfasst die Durchführung von empirischen Ad-hoc-Projekten für spezialisierte Marktforschungsfragestellungen der Industrie, speziell aber nicht nur von Verkehrsunternehmen und Dienstleistungsunternehmen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der positive Trend des letzten Jahres nicht fortgesetzt werden. Der Umsatz fiel auf 1,9 Mio. € zurück (Vorjahr: 3,8 Mio. €). Die Gründe werden aus unterschiedlicher Perspektive im Lagebericht angesprochen. Ein Grund sind sicherlich die veränderten Erwartungsstrukturen der Industrie an die Marktforschung einerseits und der rapide Preisverfall andererseits, der sich insbesondere durch die hohe Konkurrenz in den letzten Jahren herausgebildet hat. So gesehen ist auch der Umsatzrückgang des Bereichs Marktforschung innerhalb von infas ein weiteres Argument für die Neugründung der infas 360.

Bereich Gesundheitsforschung

In diesem Bereich sind mehrere Großprojekte angesiedelt, die sich mit der empirischen Evaluation von Disease-Management-Programmen verschiedener Krankheitsbilder beschäftigen. Der im Jahr 2014 in diesem Bereich realisierte Umsatz war mit 1,9 Mio. € etwas höher als der Vorjahreswert von 1,8 Mio. €. Hierzu ist allerdings einschränkend festzustellen, dass diese Steigerung in erster Instanz auf die Logik der Abarbeitung einiger weniger längerfristiger Projekte zurückzuführen ist und daher nur eingeschränkt einen Hinweis auf eine spezifische Marktentwicklung gibt.

Mit dem seit Jahren kontinuierlich steigenden Umsatz einerseits und der damit verbundenen Tendenz andererseits, den größten Teil der gesamten Prozesskette der angebotenen Dienstleistung selbst zu erbringen, weil der Markt dies für das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft in der erwarteten Komplexität definitiv nicht leisten kann, ging ein Ausbau der personellen Ressourcen im Institut einher. Mit 100 Beschäftigten zum Geschäftsjahresende wurde ein neuer Höchststand der Beschäftigung erreicht (Vorjahr: 92 Mitarbeiter).

Geschäftsfeld Marketingforschung

Mit der Neugründung der infas 360 GmbH ist die infas Holding auch verstärkt und spezialisiert in diesem Geschäftsfeld präsent. infas 360 erweitert den Blick der Kunden auf ihren Markt, ihre Kunden und ihre Potenziale. infas 360 erhebt, sammelt, sichtet und kombiniert projektspezifisch alle für den Kunden relevanten Marketingdaten. National wie international. Im direkten Zugriff stehen eigene Geo- und Marktdatenbanken genauso wie Datenbanken Dritter über das Data Intelligence Network der infas 360. Ergänzt werden diese statischen Daten um die für das Projekt wichtigen Kundendaten und die jederzeit generierbaren Ad-hoc-Daten aus der Marketingforschung von infas 360. Der Datenmix stellt einen möglichst realitätsnahen Wissenspool dar, in dem infas 360 die betreffenden Märkte, Kunden und Potenziale mit dem innovativen Disziplin-Mix für Unternehmen so analysiert, dass die gewonnenen Erkenntnisse auch für Marketing und Vertrieb in konkrete Maßnahmen umsetzbar sind.

In Zeiten von Big Data liegt die Herausforderung darin, auf Basis aller verfügbaren und nutzbaren Marketinginformationen maximales Wissen über alle Zielgruppen zu generieren und gewinnbringend einzusetzen. Das Konsumverhalten hat sich dabei im letzten Jahrzehnt drastisch verändert und wird sich weiter ändern. Von der Wohnzimmercouch aus wird im Internet gekauft. Am Arbeitsplatz wird das Bestellte entgegengenommen. Die Ursache liegt in der Digitalisierung unseres Alltags, bei der die digitale Mobilität einen entscheidenden Faktor darstellt. Sie erlaubt es dem Menschen, sich - von jedem Ort aus - beliebig im virtuellen Raum nahezu zeitunabhängig zu bewegen. Dabei nähern sich Virtualität und Realität immer mehr an, verschmelzen aber nicht miteinander. Sie existieren parallel zueinander. Und doch gibt es für den Menschen nur eine Welt, in der er lebt. Unternehmen und deren Marketing stellt dies vor die enorme Herausforderung, die aus der Digitalisierung entstehende Datenflut (im B2C- wie auch im B2B-Bereich) so zu verifizieren, organisieren und analysieren, dass sie für eine optimale, zielgruppengerechte und wirtschaftlich effektive Marktbearbeitung anwendbar wird. Raum und Zeit sind dabei die neuen Marketingfaktoren der Zukunft. Es reichen nicht mehr nur Antworten auf die Fragen:

WER Welche Menschen oder Firmen mit welchen Ausprägungen und welchem Bedarf?
WAS Welche Produkte, Leistungen, Angebote, Konditionen?
WIE Über welche Kommunikations- oder Vertriebskanäle?

Sondern vor allem auch:

WO In welchem Gebiet, an welchem Ort, in welchem Gebäude, auf welcher Strecke?

UND

WANN Im Jahr, im Monat, in der Woche, am Tag, zu welcher Uhrzeit?

infas 360 hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Fragen für Unternehmen und deren Zielgruppen bestmöglich zu beantworten, indem die Lebensräume der Menschen (B2C) wie Wohnen, Arbeiten, Unterwegssein (Mobilität) und Freizeit und die der Firmen selbst (B2B) wie Unternehmensstandorte, Erreichbarkeiten etc. anhand von Daten so realitätsnah wie möglich beschrieben werden.

infas 360 verzahnt mehrere Disziplinen. Das Unternehmen sammelt, organisiert und analysiert Daten in neuer Form. Dazu kombiniert infas 360 Geomarketing, Customer Analytics und Marketingforschung. infas 360 verfolgt eine völlig neue Art der Informationsgewinnung und -aufbereitung und erfasst mit elaborierten Tools systematisch Verlaufs- und Bestandsdaten aus unterschiedlichsten Quellen. Aufgebaut wird ein umfangreiches Portfolio der in Deutschland verfügbaren Markt- und Konsumentendaten. Die geografische Referenzierung enthält sämtliche postalischen und amtlichen Strukturen, auch unterhalb der Ebene von kommunalen Einheiten, sowohl bezogen auf wichtige Bevölkerungseckwerte als auch auf wirtschaftliche Aktivitäten. Mit einem 360-Grad-Rundumblick auf Zielgruppen, Märkte, Kunden und Potenziale werden Erkenntnisse generiert, die unmittelbar für Forschungszwecke, Marketing- und Vertriebsaktivitäten nutzbar sind. In der Verknüpfung mit Befragungsdaten eröffnen die mikrogeografisch angelegten Datenbestände auch bei sozialwissenschaftlichen Studien neue Analysezugänge. Hinzu kommen bisher nicht umsetzbare Stichprobenansätze. infas 360 soll einen Teil der Lösung der angesprochenen Probleme der Branche Marktforschung liefern.

Geschäftsfeld Foto

Im Jahr 2014 betrug der Gesamtumsatz der action press gmbh & co. kg 4.947 T€ nach 4.731 T€ in 2013 und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent. Der operative Gewinn belief sich auf 108 T€ nach einem Verlust 76 T€ in 2013. Bereits im Jahr 2012 wurden die Personalkosten in erheblichem Umfang gesenkt. Dies und die Einführung neuer EDV-Systeme in Verbindung mit optimierten Arbeitsabläufen hatte schon in der zweiten Jahreshälfte 2013 dazu geführt, dass die Firma schwarze Zahlen schrieb. Diese positive Entwicklung hat sich in 2014 fortgesetzt.

Das neue Redaktionssystem "Backstage" hat die gestellten Erwartungen nach einigen Updates sogar übertroffen, so dass action press mit 30 Mitarbeitern in 2014 deutlich leistungsfähiger und schneller ist als in den Vorjahren. action press stellt seinen Kunden täglich über 3.000 Bilder zur Verfügung, zeitnah und nach den Bedürfnissen der unterschiedlichen Redaktionen selektiert. Die Belegschaft wurde durch Fluktuation verjüngt, es wurden drei Volontäre eingestellt.

Der in den Vorjahren begonnene stetige Aufbau neuer Geschäftsfelder wurde in 2014 weiter fortgesetzt. So kooperiert action press bei der Produktion und anschließenden Zweitvermarktung mit einem Großkunden. Entsprechende Modelle mit anderen Verlagen sind geplant. action press ist als Dienstleister für Fotoproduktionen für namhafte Unternehmen, Verbände und Institutionen tätig, auch hier konnten weitere Kunden hinzugewonnen werden.

Der Verlagsbranche, Hauptkunde von action press, geht es nach wie vor schlecht. Sinkende Auflagen und schrumpfende Werbeeinnahmen prägen den Markt. Den daraus resultierenden Kostendruck geben die Verlage an ihre Lieferanten weiter. Dennoch hat action press im klassischen Feld der Vermarktung von Bildern im Editorial-Bereich seine Stellung am deutschen Markt weiter ausgebaut und auch den Umsatz in einem sehr schwierigen Markt gesteigert. Dies nicht zuletzt, weil weitere renommierte Partner bzw. Fotografen in Frankreich, Spanien und den USA gewonnen werden konnten.

Auf lange Sicht sind die Aktivitäten von action press im Bereich der digitalen Medien wichtig. Hier wird zwar derzeit noch nicht viel Geld verdient, da aufgrund der fatalen Gratiskultur der Verlage die Preise für Bilder im Netz niedrig sind. Aber die Branche geht davon aus, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird. In diesem Feld konnte action press Geschäftsbeziehungen zu mehreren Internetportalen aufbauen und z.B. mit der wichtigsten Adresse im Unterhaltungsmarkt, der Berliner Firma "Promiflash", einen Lieferantenvertrag abschließen. Die action-press-eigene Seite "runway 64" ist seit Januar 2015 im Netz und hat in kurzer Zeit sehr positive Resonanz gefunden. Hier baut die Firma Know-how und Humankapital für die Geschäftsfelder der Zukunft auf.

Die Strategie der Vorjahre wird in 2015 fortgesetzt. Einerseits ist das Hauptaugenmerk immer noch auf das klassische Printgeschäft gerichtet. Denn in diesem Bereich wird in den nächsten Jahren noch der größte Teil des Umsatzes generiert werden. Hier zählt action press nach wie vor zu den herausragenden Adressen im Markt. Parallel dazu wird der Dienstleistungsbereich für Verlags- wie für verlagsfremde Kunden beharrlich weiter ausgebaut sowie vorsichtig, aber konsequent in die digitale Zukunft investiert.

Es ist aber unabweisbar, dass die Gesundung eher zögerlich und eigentlich nicht sicher ist, ob sich der Bereich Foto jemals wieder erholt. Man muss darauf vorbereitet sein, dass sich die Marktsituation durchaus noch zum Schlechteren wenden kann. Eindrucksvolles Beispiel sind die Geschehnisse bei Gruner & Jahr in 2014: Der Verlag hat seine Eigenständigkeit komplett verloren und es wurde eine Vielzahl von Redakteuren entlassen, selbst bei Blättern mit Renommee wie der Zeitschrift "Brigitte". Es wird daher darauf ankommen, Angebote und Dienstleistungen zu entwickeln, die genau in dieser Lage Lösungen anbieten.

Zusammenfassung

Zusammengefasst kann von einem insgesamt positiven Geschäftsverlauf aller Geschäftsfelder im abgelaufenen Jahr gesprochen werden. Bei der action press gmbh & co. kg in Hamburg wurden die Grundlagen für eine zwar langsame, aber stetige Entwicklung gelegt. Das infas-Institut hat vor dem Hintergrund der sehr guten Ergebnisse des abgelaufenen Jahres und der Vorjahre die Umsatzerlöse und Ergebnisse auf hohem Niveau erreicht. Die neu gegründete infas 360 GmbH entwickelte sich im Gründungsjahr planmäßig.

3. Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge erreichten im Geschäftsjahr 2014 123 T€ und liegen mit 69 T€ über dem Vorjahreswert von 54 T€. Sie beinhalten wie im Vorjahr Erlöse aus Konzernumlagen in Höhe von 54 T€ sowie im Wesentlichen i.H.v. 47 T€ Erträge aus der Weiterberechnung von Leistungen an die Tochtergesellschaft infas 360 GmbH.

Personalaufwand

Der Personalaufwand erhöhte sich von 236 T€ im Vorjahr auf 392 T€ im Geschäftsjahr 2014, was insbesondere auf die höhere Zuführung zur Rückstellung für Pensionen von 162 T€ (Vorjahr 61 T€) zurückzuführen ist. In den Personalkosten sind die Gesamtbezüge des Vorstands mit 140 T€ (Vorjahr: 102 T€) enthalten.

Abschreibungen

Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen liegen aufgrund von Investitionen im Geschäftsjahr 2014 mit 14 T€ über dem Vorjahreswert von 3 T€.

Auf die Beteiligungsgesellschaft action press gmbh & co. kg, Hamburg, war aufgrund der erforderlichen und erneut vorsichtigen Ergebnisplanung eine weitere außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag i.H.v. 1.000 T€ (Vorjahr 1.000 T€) vorzunehmen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 589 T€ in 2013 auf 464 T€ gesunken und enthalten mit 50 T€ die voraussichtlichen Hauptversammlungskosten. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus geringeren Rechts- und Beratungskosten, die im Vorjahr einmalig durch den im Rahmen des Anteilserwerbs und Abschluss des Gewinnabführungsvertrags angefallen waren.

Beteiligungserträge und Finanzergebnis

Die Erträge aus dem Gewinnabführungsvertrag für das Geschäftsjahr 2014 belaufen sich auf 2,8 Mio. € (Vorjahr 3,5 Mio. €) und beinhalten wie im Vorjahr ausschließlich die Gewinnabführung der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH. Sie liegen aufgrund der normalisierten Entwicklung der Ertragslage des infas-Instituts um 0,7 Mio. € unter dem herausragenden Vorjahreswert von 3,5 Mio. €. Die Zinserträge und die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens betragen im Geschäftsjahr 2014 insgesamt 100 T€ (Vorjahr: 75 T€) und resultieren hauptsächlich aus den an die Tochtergesellschaften bestehenden Forderungen sowie ausgereichten Darlehen, die zum Bilanzstichtag mit insgesamt 3.691 T€ valutieren.

Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen betragen 224 T€ und liegen über dem Wert des Vorjahres von 206 T€. Sie enthalten im Wesentlichen den Zinsanteil aus der jährlichen Zuführung zu den Pensionsrückstellungen mit 121 T€ (Vorjahr 116 T€) sowie Zinsaufwendungen i.H.v. 103 T€ (Vorjahr 90 T€) für ein von der Tochtergesellschaft infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH gewährtes Darlehen, welches zum Bilanzstichtag mit 194 T€ valutiert.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist von 1.585 T€ im Vorjahr auf 974 T€ im Geschäftsjahr 2014 gesunken. Nach Berücksichtigung von Steuern verbleibt ein Jahresüberschuss von 816 T€ (Vorjahr 1.378 T€).

4. Vermögens- und Finanzlage

Im Geschäftsjahr 2014 sind Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 60 T€ (Vorjahr 0 T€) vorgenommen worden. Mit der Neugründung der Tochtergesellschaft infas 360 GmbH im Geschäftsjahr 2014 erfolgten Investitionen in Finanzanlagen i.H.v. 50 T€ (Vorjahr 4.040 T€).

Die Bilanzsumme ist von 16.020 T€ im Vorjahr auf 15.779 T€ zum 31.12.2014 gesunken und führt bei positiver Ergebnisentwicklung zu einer Verbesserung der Eigenkapitalquote auf 77,9 Prozent gegenüber 71,7 Prozent im Vorjahr.

Wie auch im Vorjahr bestanden zum Bilanzstichtag keine Bankverbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten haben sich insgesamt von 1.716 T€ zum 31.12.2013 auf 468 T€ deutlich reduziert. Dies ist insbesondere auf die Rückführung der Darlehensverpflichtungen gegenüber der Tochtergesellschaft infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH von 1.590 T€ zum 31.12.2013 auf 194 T€ zum 31.12.2014 zurückzuführen.

Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag Pensionsverpflichtungen i.H.v. 2.752 T€, die mit 282 T€ deutlich über dem Vorjahreswert i.H.v. 2.470 T€ liegen.

Das langfristige Vermögen beträgt zum 31.12.2014 12,1 Mio. € und ist gegenüber dem Vorjahreswert von 12,5 Mio. € um 0,4 Mio. € gesunken. Dies ist hauptsächlich auf die weitere Abschreibung auf die Beteiligung an der action press gmbh & co. kg i.H.v. 1,0 Mio. € und das an die Tochtergesellschaft infas 360 GmbH ausgereichte Darlehen i.H.v. 0,5 Mio. € zurückzuführen.

Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum 31.12.2013 von 3,5 Mio. € auf 3,7 Mio. € gestiegen, insbesondere durch die Veränderung der liquiden Mittel. Die liquiden Mittel haben sich stichtagsbezogen von 401 T€ zum 31.12.2013 auf 1.458 T€ zum 31.12.2014 erhöht.

Die Fähigkeit des Unternehmens, seine Zahlungsverpflichtung zu erfüllen, war zu jedem Zeitpunkt gegeben.

Unser Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen.

Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit beläuft sich im Geschäftsjahr 2014 auf 1.628 T€. Bei einem Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 974 T€ und unbaren Aufwendungen und Erträgen, die insbesondere Abschreibungen auf den Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von 1.000 T€, Aufwendungen aus der Zuführung zur Pensionsrückstellung von 282 T€ sowie die Rückführung von Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen in Höhe 1.396 T€ betreffen, erhöhte sich das Nettoumlaufvermögen von 1,8 Mio. € zum 31.12.2013 auf 3,2 Mio. € zum 31.12.2014.

Aus Investitionstätigkeit sind Mittel für die Gründung der Tochtergesellschaft infas 360 GmbH in Höhe von 50 T€ und für Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände i.H.v. 60 T€ abgeflossen. Darüber hinaus wurden zur finanziellen Ausstattung der Tochtergesellschaft infas 360 GmbH Darlehen i.H.v. 450 T€ gewährt. Die Veränderung des Finanzmittelbestands bzw. der liquiden Mittel betrug +1.057 T€. Die liquiden Mittel belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 1.458 T€ (Vorjahr 401 T€).

5. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die im Vorjahr abgegebenen Prognosen werden in den folgenden Ausführungen einem Soll-Ist-Vergleich unterzogen, um beurteilen zu können, inwieweit die im Vorjahr berichteten Prognosen mit der tatsächlichen Entwicklung im Jahr 2014 übereinstimmen.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Der im Geschäftsbericht 2013 kommunizierte Plan-Konzernumsatz in der Bandbreite von 23 Mio. € bis zu 25 Mio. € und das positive Plan-Ergebnis sind mit dem erreichten Konzernumsatz 2014 von 25,4 Mio. € und einem Jahresergebnis vor Ertragsteuern von 0,8 Mio. € im oberen Bereich der Planung mehr als erreicht. Die finanziellen Ziele konnten im Jahr 2014 erreicht werden.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Als nichtfinanzielle Leistungsindikatoren verfolgen wir Kundenbelange sowie Arbeitnehmerbelange. Dabei ist es gelungen, auf Basis unserer exzellenten Dienstleistungen und der Kundenorientiertheit die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.

Den Arbeitnehmerbelangen wurde mithilfe der aktiven Personalpolitik Rechnung getragen und so eine Arbeitnehmerfluktuation vermieden. Nach der Reorganisation im Jahr 2013, bei der einige Bereiche der infas Holding AG neu strukturiert und Aufgaben gebündelt wurden, waren die Recruitingaktivitäten im Geschäftsjahr 2014 darauf ausgerichtet, die Nachbesetzung von kritischen vakanten Positionen sicherzustellen. Daneben wurden Mitarbeiter für den neu geschaffenen Bereich Marketingforschung rekrutiert. Für die infas Holding AG sind qualifizierte Mitarbeiter ein wesentliches Element, um den Erfolg des Unternehmens auch in Zukunft sicherzustellen. Die Rekrutierung neuer hochqualifizierter Mitarbeiter ist dabei ebenso wichtig, wie die bestehenden Mitarbeiter weiterzuentwickeln und zu fördern, um sie langfristig an das Unternehmen zu binden

6. Gesamtaussage

Die infas Holding AG erzielt als Management- und Finanzholding der infas Holding Gruppe keine Umsatzerlöse. Die Geschäftsentwicklung hängt primär von der Entwicklung der Tochtergesellschaften infas in Bonn einerseits und action press in Hamburg andererseits ab. Die Töchter entwickelten sich 2012 u.a. angesichts der unterschiedlichen Rahmenbedingungen höchst unterschiedlich, ja geradezu gegensätzlich. Vor diesem Hintergrund erfolgte im Jahr 2013 eine verstärkte strategische Ausrichtung auf den Kernbereich des Unternehmens, der von der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH repräsentiert wird. Ausdruck davon ist der Beschluss der Hauptversammlung vom August 2013 über einen Ergebnisabführungsvertrag mit dem Institut. Im Jahr 2014 wurde mit der Gründung der infas 360 GmbH ein weiterer Schritt getan, den Ausbau der Marketing- und Marktforschungskompetenz voranzutreiben. Insgesamt scheinen die objektiven Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung in Deutschland vorzuliegen: Forschungsinstitute prognostizieren für 2015 eine wirtschaftliche Entwicklung, die deutlich über Vorjahresniveau liegt. In der Eurozone ist weiterhin mit einem Wachstum zu rechnen.

Man weiß: Auch gute Prognostiker können irren. Gleichwohl: die Schätzungen für das Jahr 2014 haben sich als richtig erwiesen. Alle Tochterunternehmen haben sich im Jahr 2014 kontinuierlich entwickeln können, und action press konnte, wie prognostiziert, bei steigenden Umsätzen ein positives Ergebnis erwirtschaften. Für 2015 sind die Randbedingungen nicht schlechter einzuschätzen als 2014, so dass ein positiver Beitrag der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH für den Umsatz und den Ertrag der Holding auf Vorjahreshöhe hoch wahrscheinlich ist.

III. Nachtragsbericht

Für die eigentliche Geschäftstätigkeit sind keine Ereignisse nach dem Stichtag eingetreten. Es bleibt darauf hinzuweisen, dass am 18.02.2015 eine außerordentliche Hauptversammlung stattfand und über den Jahres-/Konzernabschluss 2013 entschieden sowie eine Neubesetzung des Aufsichtsrats beschlossen hat.

IV. Risiko- und Prognoseberichterstattung (Darstellung und Erläuterung der voraussichtlichen Entwicklung mit ihren Chancen und Risiken)

Jedes unternehmerische Handeln ist untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden. Einerseits können Risiken bei einer positiven Entwicklung entsprechende Chancen gegenüberstehen und andererseits werden gewisse Risiken eingegangen, um Chancenpotenziale nutzen zu können. Aus diesem Grund ist ein wirksames Management von Chancen und Risiken ein bedeutender Erfolgsfaktor für einen nachhaltigen Aufbau und zur Sicherung des Unternehmenswerts.

1. Angaben zum Risiko-Management-System

Die infas Holding AG ist als Finanzholding diversen qualitativen und quantitativen Risiken ausgesetzt. Qualitative Risiken stellen in erster Linie Absatz- und Beschaffungsrisiken dar. Die branchenspezifischen Rahmenbedingungen, denen die Konzerngesellschaften ausgesetzt sind, haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschärft. Verstärkt wird dieser Effekt durch den zunehmenden Verdrängungswettbewerb. Zu den quantitativen Risiken zählen interne Risiken hinsichtlich der Umsatz-, Ergebnis- und Liquiditätsentwicklung. Die infas Holding AG ist zur Deckung der betrieblichen und sonstigen Aufwendungen auf den Empfang von Zahlungen und Gewinnausschüttungen ihrer operativen Tochtergesellschaften angewiesen. Eine Vielzahl von Faktoren kann dazu führen, dass sich die tatsächlich eintretenden Ereignisse wesentlich von der prognostizierten Lage unterscheiden und geringere als die erwarteten Auszahlungen von den operativen Tochtergesellschaften vereinnahmt werden.

Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, findet ein ausgewogenes Risiko-Management-System (RMS) Anwendung. Kernbestandteil dieses Systems ist ein Frühwarnsystem, für das sowohl strategische als auch operative Risiken definiert sind. Für diese werden kontinuierlich Kennziffern generiert, die wiederum Bestandteil eines internen Monitoringsystems sind, mit dem regelmäßig und systematisch eine Risikoidentifikation stattfindet. Zur Sicherstellung einer effizienten und effektiven Risikokontrolle sind im RMS die Kommunikationsstrukturen klar definiert.

Das bestehende Risiko-Management-System wurde aufgrund der Neuerungen durch das BilMoG im Dezember 2009 dokumentarisch erweitert und ergänzt. Die wesentlichen internen und externen Risikofelder aus der operativen Aktivität, dem Finanz- und Rechnungswesen sowie der IT wurden einer Analyse unter Festlegung von Parametern unterzogen, die Handlungsweisen definieren und / oder die sofortige Berichtspflicht an den Vorstand bedingen. Obendrein wurde 2014 ein Controller bei der infas Holding AG eingestellt, der die Aufgabe hat, das bisherige System kritisch zu überprüfen und vor allem aufgrund des neuesten Wissenstands eine weitgehend automatisierte Erstellung der wichtigsten Kennzahlen zu gewährleisten. Der Controller berichtet dem Vorstand direkt und ist für die Generierung sämtlicher Kennzahlen aus allen Gesellschaften zuständig. Ein entsprechendes Reporting-System wird im Juni 2015 auf Holding-Ebene eingeführt.

Hierdurch werden potenzielle Risiken eruiert, bewertet sowie laufend überprüft. Alle Konzerngesellschaften berichten regelmäßig anhand der definierten Kennziffern. Zur Steuerung und Überwachung der Planzahlen und Ziele ist somit ein systematisches Erfassungs- und Kontrollsystem etabliert. Quartalsabschlüsse werden für alle Gesellschaften erstellt und die realisierten Zahlen den Planzahlen gegenübergestellt. Durch eine regelmäßige, enge Kommunikation der Geschäftsleitung mit dem Rechnungswesen und den Steuerberatern wird ein zeitnaher und sachgerechter Informationsstand sichergestellt. Gleichzeitig werden jedoch auch die Chancen analysiert, welche sich durch Trends in Markt und Wettbewerb ergeben.

Aufgrund der Größenordnung der infas Holding AG und ihrer Tochtergesellschaften wird der Buchhaltungsprozess durch professionelle Steuerberatungsgesellschaften extern in einem Dienstleistungs- und Prüfungsverhältnis bzw. auch intern unter externer Begleitung geführt. Damit soll auch sichergestellt werden, dass der Rechnungslegungsprozess in der Bearbeitungskette und auf allen Ebenen intern wie auch extern stets allen gesetzlichen Vorschriften und Anforderungen entspricht und etwaige Risiken entweder vermieden oder frühzeitig erkannt werden können. Die Buchführungsdaten werden über eine Datenverarbeitungsanlage von der DATEV-Organisation verarbeitet und ausgewertet. Die Ordnungsmäßigkeit des DATEV-Buchführungsprogramms wurde durch produktunabhängige Systemprüfung bestätigt. Der Kontenplan, welcher der Buchhaltung zugrunde liegt, entspricht den betrieblichen Anforderungen und bildet die Geschäftsvorfälle entsprechend den gesetzlichen Vorschriften ab. Das interne Kontroll- und Risiko-Management-System im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess umfasst im Wesentlichen eine Funktionstrennung sowie Zugriffsbeschränkungen hinsichtlich des intern ausgeführten Zahlungssystems. Die externen Dienstleistungsgesellschaften sind im Rahmen ihrer Tätigkeit aufgefordert, alle Transaktionen ebenfalls auf gesetzliche Vorschriften und Anforderungen zu prüfen und Verstöße dagegen sowie Unregelmäßigkeiten, welcher Art auch immer, sofort dem Vorstand der Gesellschaft anzuzeigen. Dies gilt im Besonderen im Abgleich der Zahlungsströme, die aus den Transaktionen resultieren.

2. Angaben zu einzelnen Risiken und Chancen

Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld der Tochtergesellschaften, Zinsschwankungen, die Einführung von neuen Dienstleistungen, mangelnde Akzeptanz neuer Dienstleistungen oder auch Änderungen der Geschäftsstrategie beeinflussen das Risikobild. Diese potenziellen Risiken werden regelmässig mit den Gesellschaften diskutiert. Als Unternehmen ist die infas Holding AG in erster Linie auf Deutschland und Europa fokussiert. Zwar ist man nicht direkt risikobehafteten Entwicklungen der Weltwirtschaft ausgesetzt, sondern nur insoweit sie über Europa und Deutschland vermittelt sind. Wie schnell sich aber solche Vermittlungen äußern können, sieht man an den neueren Entwicklungen im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung mit der Krise der Ukraine: Aus einem zunächst lokalen Konflikt wurde schnell ein internationaler Konflikt, der die wesentlichen Märkte der Welt in Mitleidenschaft zu ziehen droht.

Insgesamt sind die Rahmenbedingungen für Unternehmen in den letzten Jahren schwieriger und unkalkulierbarer geworden, weil die konjunkturellen Risiken insgesamt größer geworden sind. Im Gegensatz dazu ermöglicht die Fokussierung auf Nischen, unabhängiger von Krisen zu agieren. Die stark differenzierte Kundenstruktur insbesondere bei der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH in Bonn, aber auch bei der action press gmbh & co. kg in Hamburg begrenzt die Beeinträchtigung durch konjunkturelle Einflüsse. Am größten ist das Risiko bei der action press gmbh & co. kg in Hamburg, weil sich die Marktstruktur der Verlage schon seit Jahren im Umbruch befindet, und zwar unabhängig von der jeweiligen Konjunktur, was zu einem erheblichen Preisverfall geführt hat, der immer noch nicht ans Ende gekommen zu sein scheint.

Wissenschaftliche Einrichtungen aller Art indes unterliegen den allgemeinen Konjunkturzyklen nur bedingt. Das ist für das Geschäftsfeld der Sozialforschung von Relevanz. Allerdings können sich Themen ändern, für die empirische Forschung beauftragt wird. Das kann die Entwicklung der Auftragseingänge und Umsatzerlöse beeinflussen und Nachfrageausfälle und damit negative Konsequenzen für Umsatz und Ergebnis ergeben. Diese sind allerdings eher absehbar als konjunkturelle Einbrüche. Letztere sind eher wichtig für den Bereich Markt- und Marketingforschung. Hier ergeben sich jedoch derzeit mehr Chancen als Risiken durch die Neugründung der infas 360 GmbH. Diese Gesellschaft ist von der Struktur schlank und hoch flexibel aufgestellt, so dass sie sich den neueren Entwicklungen des Markts gut anpassen wird.

Es wurde bereits angemerkt: Die infas Holding AG erzielt als Management- und Finanzholding der infas Holding Gruppe keine Umsatzerlöse. Die Geschäftsentwicklung hängt primär von der Entwicklung der Tochtergesellschaften infas in Bonn einerseits und action press in Hamburg andererseits ab. Deswegen wird im Folgenden auf die jeweiligen Geschäftsbereiche eingegangen.

Geschäftsfeld Markt- und Sozialforschung sowie Marketingforschung

Das ifo-Institut in München hat sich zur Instanz entwickelt, die regelmäßig und empirisch gestützt die Perspektiven der Entwicklung der deutschen Wirtschaft relativ sicher vorhersagt. Die Vorhersagen werden auch auf Ebene der Branchen disaggregiert zur Verfügung gestellt. Aus den Daten, welche an die an der Erhebung teilnehmenden Unternehmen verteilt werden, ergibt sich, dass das ifo-Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft 2015 weiterhin an die positive Entwicklung des vergangenen Jahres anzuknüpfen scheint. Es deuten sich aus den Daten keine gravierenden Einbrüche im Dienstleistungssektor in Deutschland an. Lange Zeit galt es als ausgemacht, dass sich die Marktforschungsbranche relativ unabhängig von Konjunkturzyklen entwickelt. In Krisenzeiten ändern sich, so eine weitverbreitete Annahme, die bis zum Jahr 2009 auch zu gelten schien, die Anforderungen und damit die Forschungsschwerpunkte: In guten Zeiten geht es um "Wachstum", in schlechten Zeiten um "Umstrukturierung". Diese Zeiten indes scheinen vorbei zu sein. Wie bereits angesprochen, musste die Branche in den beiden letzten Jahren Umsatzrückgänge verkraften und auch die führenden großen, international aufgestellten Institute, die in Deutschland tätig sind, konnten nicht mit Wachstum in den beiden letzten Jahren aufwarten. In der Tat hat sich auch eine Zeit lang die Entwicklung der Marktforschungsbranche von den Konjunkturzyklen abgekoppelt. Damit ist es seit der Krise 2009 vorbei.

Die infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH ist mit ihrem Spektrum von Kunden, ihrer Präsenz in verschiedenen Märkten und ihren Methodenkompetenzen relativ breit aufgestellt. Dies führte dazu, dass der Umsatz jährlich stetig wuchs. Es wurde in Zeiten sogar Wachstum generiert, in denen die Marktforschungsbranche in der Krise war. Selbst bei schlechteren makroökonomischen Entwicklungen würde für das Institut kein akutes wesentliches Risiko bestehen, weil es als Full-Service-Dienstleister mit hohem methodischen Niveau aufgestellt ist, insbesondere für empirisch komplexe Fragestellungen, die in der Krise nicht einfach als gelöst unterstellt werden können, sondern sich möglicherweise in ihr sogar verschärfen. Dies gilt auch und gerade für den Bereich Sozialforschung. Die großen ungelösten Fragen der Gesellschaft wie Arbeitsmarkt, Bildung, Alter und Gesundheit generieren einen Forschungsbedarf, der auch unter den ungünstigsten Konstellationen der öffentlichen Haushalte abzudecken sein wird. Hier wird insbesondere empirisch relevanter Wissensbedarf entstehen.

Die Auftragslage der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH ist derzeit befriedigend. Wie von der Geschäftsführung mehr als einmal und auch öffentlich betont, war das hervorragende Ergebnis 2013 auf besondere Bedingungen zurückzuführen, u.a. auch auf die Tatsache, dass mehrere lukrative Großprojekte erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Es konnten zwar auch Nachfolgeprojekte generiert werden, diese konnten aber im Jahr 2014 nicht sofort ergebniswirksam werden. Es kann vor diesem Hintergrund nicht verwundern, dass das Ergebnis 2014 schwächer ausfiel. Es sei aber darauf hingewiesen, dass nach wie vor eine operative Rendite von 13,8 Prozent erwirtschaftet wurde, die über dem Branchendurchschnitt liegt und die sich so manches Institut als ein langfristiges Ziel vorgenommen hat. Dies und die systematisch organisierten Akquisitionsbemühungen des Instituts, die zu einem guten Auftragsbestand führten, lassen erwarten, dass eine moderate Steigerung von Umsatz und Ertrag im nächsten Jahr möglich scheint, zumindest aber eine Stabilisierung auf dem erreichten hohen Niveau.

Dies alles gilt allerdings nur, wenn vor dem geschilderten Hintergrund ein normaler Geschäftsverlauf unterstellt wird. Allerdings lassen die geschilderten, eher unübersichtlichen Marktbedingungen im europäischen Umfeld sowie der selbst für Experten nicht klare Konjunkturverlauf den Weg offen für Unsicherheitsfaktoren. Sollten diese oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den formulierten Erwartungen abweichen. Hierzu gehört die im Zuge der Einführung des Mindestlohns verursachte Beunruhigung in der Branche. Der Mindestlohn ist für das infas-Institut keine eigenständige Problematik, weil das Institut auch seine Interviewer weit über dem Mindestlohn entlohnt. Im Zuge der Einführung sind aber ebenfalls Tendenzen in der Branche sichtbar geworden, die darauf hindeuten, dass insbesondere die Sozialversicherungen aktiv sind, den Status der Interviewer aktiv und flächendeckend in ganz Deutschland zu hinterfragen. Einzelne Unternehmen in der Marktforschungsbranche haben im Vorgriff darauf begonnen, Interviewer sozialversicherungspflichtig einzustellen, was zu erheblichen Kostenbelastungen führen kann. Es wird genauestens zu beobachten sein, wie sich die Branche zu diesem Sachverhalt verhält und was für Konsequenzen daraus zu ziehen sind.

Geschäftsfeld Foto

Die zukünftige Entwicklung wird in diesem Geschäftsfeld geprägt sein von Fortschritten und Rückschlägen bei der Überwindung der strukturellen Schwierigkeiten in dieser Branche. Die Überwindung dieser Schwierigkeiten kommt angesichts neuerer Entwicklungen der digitalen Welt einer Neuerfindung des bestehenden Geschäftsmodells gleich, ist riskant und dürfte länger dauern. Es ist daher konsequent, dass im Bereich Foto in einem ersten Schritt die Kosten an die sich derzeit abzeichnende Umsatzstruktur konsequent angepasst werden und auf Expansionsfantasien verzichtet wird, sofern sie sich auf Dienstleistungen für das "alte" Geschäftsmodell in dieser Branche beziehen. In weiteren Schritten müssen aber die Erbringung der Dienstleistung und ihre Qualität verbessert werden, um die vorhandenen Chancen eines Premiumanbieters zu nutzen. Hier besteht ein großes Risiko in der Entwicklung des Verlagswesens selbst. Sollte es dieser Branche nicht gelingen, Printangebote einerseits und digitale Angebote andererseits in einem integrierten Geschäftsmodell anzubieten, könnten erhöhte Risiken für eine krisenhafte Entwicklung mit entsprechenden Folgen für action press in Hamburg daraus resultieren.

Die Strategie der Geschäftsführung für das Jahr 2015 ist vor dem geschilderten Hintergrund nach wie vor, die Konzentration der Agentur auf das Kerngeschäft auszurichten mit dem Ziel, schneller als bisher und in einer breit diversifizierten Struktur als Top-Service-Agentur für die Medienkunden zu wachsen. Zur Kernkompetenz gehört nach wie vor der Yellow-Bereich. Verlage und Redaktionen sind hierbei die wichtigsten Kundengruppen. Während es daher nach wie vor oberstes Bestreben der Agentur sein wird, die bereits sehr hohe Qualität der Fotoprodukte noch weiterhin durch Kooperationen mit national und international renommierten Fotografen und Partneragenturen auszubauen, werden parallel neue Produkte und Serviceleistungen für Verlage bzw. andere Marktsegmente entwickelt und auf den Markt gebracht. Solcherart Angebote befinden sich derzeit noch in der Erkundungsphase und werden auf ihre Machbarkeit und Akzeptanz geprüft.

Zusammenfassung

Für die Prognose der infas Holding AG für das Jahr 2015 gehen wir von den o. g. Erwartungen hinsichtlich der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung sowie den speziellen Branchenentwicklungen aus. Die Gesellschaft verfügt über ein Risiko- und Chancenmanagement, das im Chancen- und Risikobericht beschrieben ist. Unsere Prognosen berücksichtigen die Risiko- und Chancenabwägungen der Gesellschaft nach Maßgabe unserer operativen Planung und weiteren geschäftsrelevanten Annahmen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden, wie oben dargestellt, wichtige Meilensteine erreicht, die eine nachhaltige, profitable Umsatzentwicklung erwarten lassen. Die Tochtergesellschaften konnten ihr Geschäft insbesondere nach der erfolgten Umstrukturierung der Fotoagentur in den Jahren 2012/2013 im abgelaufenen Geschäftsjahr stark verbessern, so dass sich dadurch eine gute Ausgangsbasis für profitables Wachstum ergibt. Das Management arbeitet daran, Chancen und Möglichkeiten zur Umsatzsteigerung und Verbesserung des operativen Ergebnisses (EBIT) zu erkennen und zu nutzen, wobei im nächsten Geschäftsjahr die Verbesserung des operativen Ergebnisses im Vordergrund steht. Für das Geschäftsjahr 2015 erwartet der Vorstand, dass an die erfolgreiche Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr angeknüpft werden kann. Vor dem geschilderten Hintergrund wird zusammenfassend davon ausgegangen, dass der Konzern mit einer hohen Wahrscheinlichkeit leicht wachsen wird. Es wird damit gerechnet, dass sich der Umsatz der Unternehmensgruppe in 2015 in einem Korridor zwischen 22 und 26 Mio. € bewegen wird. Aufgrund des zu erwartenden positiven operativen Ergebnisses ist ebenfalls mit einem entsprechenden Zufluss von operativem Cashflow zu rechnen. Darauf aufbauend, erwartet der Vorstand für das Jahr 2015 eine stabile Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft, die mit den zur Verfügung stehenden liquiden Mitteln ihr Geschäft und den Ausbau neuer Aktivitäten finanzieren kann. Auch im folgenden Geschäftsjahr soll in den Auf- und Umbau der Tochtergesellschaft für den Bereich Marketingforschung investiert werden. Die Gesellschaft hat mit Aufstellung des Jahresabschlusses keine Finanzierungsmaßnahmen, die eine Aufnahme von Fremdkapital vorsehen, geplant.

V. Übernahmerelevante Angaben § 289 IV HGB

Durch das Übernahmerichtlinie-Umsetzungsgesetz besteht für börsennotierte Unternehmen nach §§ 289 und 315 HGB die Pflicht, Angaben zu Kapitalzusammensetzung, Aktionärsrechten und deren Beschränkungen, Beteiligungsverhältnissen und den Organen der Gesellschaft zu machen, welche übernahmerelevante Informationen darstellen.

Das Grundkapital der infas Holding AG beträgt 9.000.000,00 €. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Die namenlosen Stückaktien unterliegen keinerlei Übertragungsbeschränkungen. Soweit dem Vorstand der Gesellschaft bekannt, bestehen keinerlei Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung der Aktien betreffen. Darüber hinaus sind dem Vorstand keine Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern bekannt, welche Beschränkungen in Stimmrechten und Übertragung von Aktien beinhalten. Die infas Holding AG hat die Inhaber von Aktien mit keinerlei Sonderrechten ausgestattet und hat auch keine Aktien begeben, die Sonderrechte oder Kontrollbefugnisse verleihen.

An der Gesellschaft ist die Effecten-Spiegel AG mit knapp über 30 Prozent, die Investmentgesellschaft für langfristige Investoren TGV mit über 20 Prozent, Herr Hans-Herbert Döbert und die Axxion S.A. mit knapp über 5 Prozent und Frau Loni Döbert mit knapp über 3 Prozent zum Bilanzstichtag gemäß § 289 (4) Nr. 3 HGB direkt oder indirekt beteiligt.

Es bestehen keinerlei Arbeitnehmerbeteiligungen am Kapital, bei denen die Kontrollrechte nicht unmittelbar ausgeübt werden.

Gemäß §§ 5 und 6 der Satzung der infas Holding AG besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder und bestimmt ihre Zahl. Im Geschäftsjahr 2014 bestand der Vorstand aus einer Person. Ist nur ein Vorstandsmitglied bestellt, so ist es einzeln zur Vertretung der Gesellschaft befugt. Der Aufsichtsrat hat dem Vorstand Einzelvertretungsmacht und die Befugnis erteilt, gleichzeitig Rechtsgeschäfte für die Gesellschaft und als Vertreter Dritter abzuschließen. Der Vorstand ist ebenso von den Beschränkungen des § 181 BGB in den Grenzen des § 112 AktG befreit.

Für die Änderung der Satzung gelten die gesetzlichen Vorschriften (§§ 133, 179 AktG).

Seit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 23. August 2012 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 22. August 2017 einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals um bis zu insgesamt 4.500.000,00 € gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2012). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Einzelheiten der Ermächtigung ergeben sich aus § 4 Abs. 5 der Satzung und dem unter Tagesordnungspunkt 5 im elektronischen Bundesanzeiger vom 16. Juli 2012 bekanntgemachten Beschlussvorschlag.

Seit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 18. Februar 2015 ist die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 17. Februar 2020 eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des bis zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Einzelheiten der Ermächtigung ergeben sich aus dem unter Tagesordnungspunkt 9 im elektronischen Bundesanzeiger vom 15. Dezember 2014 bekanntgemachten Beschlussvorschlag.

Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen - sogenannte Change-of-Control-Klauseln - und Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern, bestehen nicht.

VI. Vergütungsbericht und Erklärung zur Unternehmensführung

Vergütungsbericht

Gemäß § 289 Abs. 2 Nr. 5 HGB ist die infas Holding AG dazu verpflichtet, im Lagebericht die Grundzüge des Vergütungssystems der Gesellschaft für die im Anhang genannten Gesamtbezüge darzustellen.

Ein Vergütungssystem, wie es der Deutsche Corporate Governance Kodex vorsieht, besteht nicht. Aufsichtsrat und Vorstand beziehen feste Bezüge, die im Anhang beziffert werden.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die nach § 289 a HGB vorgeschriebene Erklärung zur Unternehmensführung ist auf der Internetseite der infas Holding AG: "www.infas-holding.de" öffentlich zugänglich.

Bonn, 02. April 2015

infas Holding Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Bilanz zum 31. Dezember 2014

Aktiva

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Geschäftsjahr

Vorjahr

A Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 59.890,00 12.452,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.126,50 6.801,50
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 10.476.584,72 11.426.584,72
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.526.375,00 1.065.000,00
3. Beteiligungen 1,00 12.002.960,72 1,00
B Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen, 2.165.076,85 2.247.840,38
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: € 0,00 (VJ: € 0,00)
2. Sonstige Vermögensgegenstände 74.573,89 2.239.650,74 833.337,19
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: € 0,00 (VJ: € 0,00)
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.457.774,59 400.833,16
C Rechnungsabgrenzungsposten 13.260,28 27.005,19
15.778.662,83 16.019.855,14
Passiva
Geschäftsjahr

Vorjahr

A Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 9.000.000,00 9.000.000,00
II. Kapitalrücklage 932.400,00 932.400,00
III. Bilanzgewinn
Gewinnvortrag nach Ausschüttung 1.550.328,16 172.519,83
Jahresüberschuss 815.730,54 2.366.058,70 1.377.808,33
B Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 2.752.352,00 2.469.566,00
2. Steuerrückstellungen 79.010,00 207.373,00
3. Sonstige Rückstellungen 181.323,00 3.012.685,00 143.750,00
C Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, 15.747,63 121.166,17
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: € 15.747,63 (VJ: € 121.166,17)
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, 193.656,37 1.590.287,67
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: € 193.656,37 (VJ: € 1.590.287,67)
3. Sonstige Verbindlichkeiten 258.115,13 467.519,13 4.984,14
davon aus Steuern: € 258.115,13 (VJ: € 3.900,71)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: € 0,00 (VJ: € 0,00)
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: € 258.115,13 (VJ: € 4.984,14)
15.778.662,83 16.019.855,14

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014

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2014

2013

1. Sonstige betriebliche Erträge 123.473,67 54.153,98
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 215.951,08 166.821,92
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 175.901,72 391.852,80 69.699,05
davon für Altersversorgung: € 162.271,00 (VJ: € 61.102,00)
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 14.415,91 2.408,00
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 464.112,39 589.323,20
5. Erträge aus Gewinnabführungsvertrag 2.844.986,84 3.489.765,24
6. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 80.600,00 69.289,64
davon aus verbundenen Unternehmen: € 80.600,00 (VJ: € 69.289,64)
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 19.334,88 6.074,31
davon aus verbundenen Unternehmen: € 19.334,83 (VJ: € 4.798,29)
8. Abschreibungen auf Finanzanlagen 1.000.000,00 1.000.000,00
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 223.883,70 1.721.038,02 205.849,67
davon an verbundene Unternehmen: € 103.368,70 (VJ: € 90.287,67)
davon Abzinsung Pensionsrückstellung: € 120.515,00 (VJ: € 115.562,00)
10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 974.130,59 1.585.181,33
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 158.400,05 207.373,00
12. Sonstige Steuern 0,00 158.400,05 0,00
13. Jahresüberschuss 815.730,54 1.377.808,33
14. Gewinnvortrag nach Ausschüttung 1.550.328,16 172.519,83
15. Bilanzgewinn 2.366.058,70 1.550.328,16

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014

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Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2014

Zugänge

Abgänge

Stand 31.12.2014

--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 19.665,00 60.000,00 0,00 79.665,00
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 156.823,99 0,00 0,00 156.823,99
2. GWG 0,50 178,91 178,91 0,50
Summe 156.824,49 178,91 178,91 156.824,49
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 14.997.243,76 50.000,00 0,00 15.047.243,76
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.065.000,00 461.375,00 0,00 1.526.375,00
3. Beteiligungen 5.250,00 0,00 0,00 5.250,00
16.067.493,76 511.375,00 0,00 16.578.868,76
Gesamtes Anlagevermögen 16.243.983,25 571.553,91 178,91 16.815.358,25

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Abschreibungen
Stand 01.01.2014

Zugänge

Abgänge

Stand 31.12.2014

--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.213,00 12.562,00 0,00 19.775,00
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 150.022,99 1.675,00 0,00 151.697,99
2. GWG 0,00 178,91 178,91 0,00
Summe 150.022,99 1.853,91 178,91 151.697,99
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.570.659,04 1.000.000,00 0,00 4.570.659,04
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Beteiligungen 5.249,00 0,00 0,00 5.249,00
3.575.908,04 1.000.000,00 0,00 4.575.908,04
Gesamtes Anlagevermögen 3.733.144,03 1.014.415,91 178,91 4.747.381,03

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Restbuchwerte
Stand 31.12.2014

Stand 31.12.2013

--- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 59.890,00 12.452,00
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.126,00 6.801,00
2. GWG 0,50 0,50
Summe 5.126,50 6.801,50
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 10.476.584,72 11.426.584,72
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.526.375,00 1.065.000,00
3. Beteiligungen 1,00 1,00
12.002.960,72 12.491.585,72
Gesamtes Anlagevermögen 12.067.977,22 12.510.839,22

Anhang zum 31. Dezember 2014

A Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Anlagevermögen

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Gegenstände des Sachanlagevermögens sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Abzug erhaltener Preisnachlässe und planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen wurden linear bzw. degressiv entsprechend der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung ermittelten betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer vorgenommen.

Wirtschaftsgüter im Sinne des § 6 Abs. 2 a EStG werden linear über 5 Jahre abgeschrieben.

Geringwertige Wirtschaftsgüter im Sinne des § 6 Abs. 2 EStG werden im Wirtschaftsjahr voll abgeschrieben.

Die Finanzanlagen sind mit ihren Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren beizulegenden Werten am Abschlussstichtag angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind zu Nennbeträgen, abzüglich notwendiger Einzelwertberichtigungen, angesetzt.

Die Bewertung der übrigen Vermögensgegenstände erfolgte zum Nominalwert.

Rückstellungen

Die Pensionsrückstellungen berücksichtigen die Verpflichtungen der Gesellschaft aus den bis zum Bilanzstichtag erteilten Pensionszusagen in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags.

Die sonstigen Rückstellungen sind mit ihrem Erfüllungsbetrag so bemessen, dass sie nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen angemessen Rechnung tragen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden grundsätzlich mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 7 Jahre abgezinst. Eine Abzinsung der Archivierungskosten ist aus Geringfügigkeitsgründen unterblieben.

Verbindlichkeiten

Der Ansatz erfolgt jeweils mit dem Erfüllungsbetrag. Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich aus dem Verbindlichkeitenspiegel.

Latente Steuern

Latente Steuern gemäß § 274 HGB werden nicht ausgewiesen, da der bestehende Aktivüberhang entsprechend dem Ansatzwahlrecht bilanziell nicht angesetzt wird.

B Erläuterung zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

1. Anlagevermögen - § 268 Abs. 2, § 284 Abs. 1 HGB -

Zur Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2014 einschließlich der kumulierten Anschaffungs- und Herstellungskosten und der kumulierten Abschreibungen wird auf den beigefügten Anlagenspiegel verwiesen. Die Abschreibungen des Berichtsjahres beinhalten hierbei in Höhe von 1.000 T€ (Vorjahr 1.000 T€) außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag gemäß § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestanden zum Bilanzstichtag nicht.

3. Rückstellungen - § 285 Nr. 12 HGB -

Bei der Bemessung der Pensionsrückstellungen, Steuerrückstellungen und der sonstigen Rückstellungen ist allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten Rechnung getragen worden.

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Art der Rückstellung Stand 01.01.2014

Inanspruchnahme

Auflösung

Zuführung

Stand 31.12.2014

Pensionen 2.469.566,00 0,00 0,00 282.786,00 2.752.352,00
Gewerbesteuer 128.385,00 126.375,90 2.009,10 0,00 0,00
Körperschaftsteuer 78.988,00 77.329,15 1.658,85 79.010,00 79.010,00
Personalkosten 2.600,00 2.525,66 74,34 2.500,00 2.500,00
Ausstehende Rechnung 80.450,00 69.783,33 0,00 107.456,33 118.123,00
Jahresabschluss 55.000,00 55.000,00 0,00 55.000,00 55.000,00
Archivierung 5.700,00 0,00 0,00 0,00 5.700,00
Summe 2.820.689,00 331.014,04 3.742,29 526.752,33 3.012.685,00

Zur Ermittlung der Pensionsrückstellung wurde das Anwartschaftsbarwertverfahren angewendet. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2005 G" von Klaus Heubeck verwendet. Folgende weitere Annahmen liegen der Bewertung zugrunde:

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31.12.2013 31.12.2014
Rechnungszinssatz: 4,88 % 4,53 %
Rententrend 1,50 % 1,50 %
Fluktuation 0 % 0 %
Lohn-/Gehaltstrend 2,60 % 2,50 %

Die Gesamtzuführung des Berichtsjahres enthält eine als Zinsaufwand erfasste Verzinsung des Vorjahresverpflichtungswerts in Höhe von € 120.515,00.

4. Angaben zu Verbindlichkeiten - § 285 Nr. 1 a+b, § 251, § 268 Abs. 5+7 HGB -

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Art der Verbindlichkeiten Gesamtbetrag Mit einer Restlaufzeit von
Bis zu 1 Jahr

1 bis 5 Jahren

Mehr als 5 Jahre

--- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15.747,63 15.747,63 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Verbundenen Unternehmen 193.656,37 193.656,37 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 258.115,13 258.115,13 0,00 0,00
Summe 467.519,13 467.519,13 0,00 0,00

Die Verbindlichkeiten wurden mit ihrem Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 1 HGB angesetzt.

Abweichungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gemäß § 284 Abs. 2 Nr. 3 HGB, die Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben, liegen nicht vor.

5. Eigenkapitalentwicklung - § 152 AktG -

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Art des Eigenkapitals Vortrag am 1.1.2014

T€
Einstellung des JÜ des VJ

T€
Ausschüttung für Vorjahr

T€
Zunahme Abnahme lfd. Jahr

T€
Veränderung aufgrund Kapitalerhöhung

T€
Stand am 31.12.2014

T€
I. Grundkapital 9.000 0 0 0 0 9.000
II. Kapitalrücklage 932 0 0 0 0 932
III. Gewinnrücklage 0 0 0 0 0 0
IV. Gewinnvortrag 173 + 1.378 0 0 0 1.551
V. Jahresergebnis + 1.378 - 1.378 0 + 815 0 815
11.483 0 0 + 815 0 12.298

Zum Bilanzstichtag ist das Grundkapital voll eingezahlt und beträgt 9.000.000,00, € eingeteilt in 9.000.000 Inhaberaktien (Stückaktien).

Der Vorstand ist ermächtigt (HV-Beschluss vom 23.08.2012), das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 22.08.2017 einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt € 4.500.000,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2012). Bis zum Bilanzstichtag wurde hiervon kein Gebrauch gemacht.

Die Gesellschaft ist ermächtigt (HV-Beschluss vom 18.02.2015), bis zum 17.02.2020 eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Bis zum Bilanzstichtag hatte der Vorstand hiervon keinen Gebrauch gemacht.

Gemäß Beschluss des Vorstands wurde in 2006 eine Kapitalerhöhung um 1.036.000,00 € durchgeführt. Die Kapitalerhöhung wurde am 17. August 2006 in das Handelsregister eingetragen. Das Agio aus der Kapitalerhöhung wurde in die Kapitalrücklage eingestellt.

6. Latente Steuern - § 285 Nr. 29 HGB -

Die aktiven latenten Steuern resultieren aus temporären Differenzen im Bereich der Pensionsrückstellungen und steuerlichen Verlustvorträgen.

Der tatsächliche Effektivertragssteuersatz beträgt 33,0 Prozent. Es ergeben sich die nachfolgenden aktiven und passiven Steuerlatenzen:

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Aktivlatenzen Wertansatz Handelsbilanz

T€
Wertansatz Steuerbilanz

T€
Differenz

T€
Latente Steuer

T€
Pensionsrückstellungen (33,0 %) 2.752 1.841 911 301
Verlustvortrag Gewerbesteuer (17,15 % von T€ 9.003) 0 0 0 1.544
Verlustvortrag Körperschaftsteuer (15,83 % von T€ 10.446) 0 0 0 1.654
2.752 1.841 911 3.499
Passivlatenzen
Beteiligung action press gmbh & co. kg (15,83 %) 4.000 933 3.067 - 486
4.000 933 3.067 - 486

Die Verlustvorträge zur Körperschaft in Höhe von insgesamt 12.704 T€ sind nach der Steuerplanung der Gesellschaft innerhalb der nächsten 5 Jahre in Höhe von 10.446 T€ verrechenbar. Der Aktivüberhang der latenten Steuern beträgt 3.013 T€ und wird in Ausübung des Wahlrechts in § 274 HGB bilanziell nicht angesetzt.

7. Beteiligungsverhältnisse - § 285 Nr. 11 HBG i.V.m. § 160 Nr. 8 AktG -

Die Gesellschaft ist an den nachfolgend aufgeführten Unternehmen unmittelbar oder mittelbar beteiligt.

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Nominal-

kapital

T€
Anteile

in %
Buchwert

31.12.2014

T€
Eigen-

kapital

T€
Jahres-

ergebnis

T€
Stichtag

Jahresabschluss
action press gmbh & co. kg 51 100 4.000 - 1.319 109 31.12.2014
action press beteiligungs gmbh 26 100 26 51 2 31.12.2014
infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH 250 100 6.401 250 0 31.12.2014
infas 360 GmbH 50 100 50 -321 -371 31.12.2014

Das Ergebnis des Tochterunternehmens infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH wurde aufgrund des im Geschäftsjahr 2013 abgeschlossenen Gewinnabführungsvertrags vollständig an die infas Holding Aktiengesellschaft abgeführt.

Die folgende Gesellschaft bzw. Person war nach deren Angaben wie folgt am Grundkapital unserer Gesellschaft beteiligt:

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Effecten-Spiegel AG, Düsseldorf > 30 %
Investment-AG für langfristige Investoren TGV, Bonn > 20 %
Hans-Herbert Döbert, München > 5 %
Loni Döbert, München > 3 %
Axxion S.A., Munsbach, Luxemburg > 5 %

C Sonstige Pflichtangaben - § 285 HGB

1. Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer - § 285 Nr. 7 HGB -

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer betrug 3.

2. Bezüge von Mitgliedern des Vorstands oder Aufsichtsrats - § 285 Nr. 9a+b HGB -

Die Bezüge des Vorstandsvorsitzenden Menno Smid betrugen 140 T€ als Fixum.

Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands bestehen in Höhe von 2.752 T€. Hiervon sind 2.752 T€ zurückgestellt (vgl. Tz. B. 3.).

Die Gesamtbezüge einschließlich Aufwandsentschädigungen für den Aufsichtsrat betrugen in 2014 105 T€.

3. Forderung / Verbindlichkeiten gegenüber Mitgliedern des Vorstands oder Aufsichtsrats - § 285 Nr. 9c HGB -

Gegenüber dem Aufsichtsrat und dem Vorstand bestanden am 31.12.2014 Verbindlichkeiten in Höhe von 10 T€ (Vorjahr 0 T€).

4. Alle Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats - § 285 Nr. 10 HGB -

Die Geschäfte des Unternehmens wurden durch folgende Personen geführt:

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Vorstand: Dipl.-Soz. Menno Smid, Bonn, Alleinvorstand, gleichzeitig Geschäftsführer in den Tochtergesellschaften infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH und infas 360 GmbH
Aufsichtsrat: Mit Beschluss des Amtsgerichts Bonn vom 20.10.2014 ist der Aufsichtsrat bis zur Beendigung der nächsten Hauptversammlung mit folgenden Mitgliedern bestellt worden: Dr. Hans Bethge, Hamburg, Unternehmensberater (Vorsitzender), Mitglied des Aufsichtsrats der Concentro Management AG Dr. Oliver Krauß, Gräfelfing, Rechtsanwalt (stellv. Vorsitzender), Mitglied des Aufsichtsrats der Sachwert Marktplatz AG, Hannover Dipl.-Kfm. Hans-Joachim Riesenbeck, Meerbusch, Unternehmensberater, Mitglied des Aufsichtsrats der Gruner + Jahr AG & Co. KG Bis zum 07.10.2014 bzw. 15.08.2014 bestand der Aufsichtsrat aus folgenden Mitgliedern: Dipl.-Kfm. Udo Christochowitz, Waldshut (Vorsitzender), bis 31.07.2014 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Effecten-Spiegel AG, Düsseldorf Dipl.-Kfm. Wilhelm Nottenkämper, Usingen, Finanzberater (stellv. Vorsitzender) Mag. Elmar Simma, Bregenz, Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats der Arlberg-Stiftung, Bregenz

5. Konzernabschluss - § 285 Nr. 14 HGB -

Die infas Holding AG, Bonn (HRB 17379 beim Handelsregister des Amtsgerichts Bonn), stellt für das Geschäftsjahr 2014 einen befreienden Konzernabschluss nach IFRS auf, in den die in Punkt B Nr. 6 "Beteiligungsverhältnisse" genannten Unternehmen einbezogen sind.

Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger in elektronischer Form veröffentlicht.

6. Entsprechenserklärung - § 285 Nr. 16 HGB i.V.m. § 161 AktG -

Die Gesellschaft hat die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" abgegeben und i.V.m. der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 a HGB den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

7. Honorar des Abschlussprüfers - § 285 Nr. 17 HGB -

Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr ein Honorarvolumen i.H.v. insgesamt 37 T€ für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Aufwand erfasst. Es handelt sich hierbei i.H.v. 37 T€ um die Kosten für die Abschlussprüfung.

8. Haftungsverhältnisse - § 251, § 268 Abs. 7, § 284 Abs. 1, § 285 Nr. 27 HGB -

Die Gesellschaft hat sich für das Kreditengagement der Beteiligungsgesellschaft action press gmbh & co. kg gegenüber der Hamburger Sparkasse bis zu einem Betrag von 401 T€ verbürgt sowie für ein gewährtes Gesellschafterdarlehen einen Rangrücktritt erklärt. Ebenso wurde für ein der infas 360 GmbH gewährtes Gesellschafterdarlehen ein Rangrücktritt erklärt.

9. Vorschlag über die Ergebnisverwendung

Der Jahresabschluss wurde vor Berücksichtigung der Ergebnisverwendung aufgestellt.

Der Vorschlag zur Ergebnisverwendung:

Der Jahresüberschuss beträgt 815.730,54 €.

Einschließlich des zu berücksichtigenden Gewinnvortrages zum 1.1.2014 ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von 2.366.058,70 €. Von diesem Bilanzgewinn sind nach dem Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung vom 18.02.2015 900.000,00 € an die Aktionäre ausgeschüttet worden. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 1.466.058,70 € wie folgt zu verwenden:

1. einen Teilbetrag in Höhe von 540.000,00 € an die zurzeit gewinnberechtigten Aktionäre zu verteilen als Dividende für das Geschäftsjahr 2014 in Höhe von 0,06 € je dividendenberechtigte Stammaktie = 540.000,00 €

2. den Restbetrag von 926.058,70 € auf neue Rechnung des Geschäftsjahres 2015 vorzutragen.

10. Versicherung der gesetzlichen Vertreter - § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB -

Wir versichern nach bestem Wissen, dass der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Bonn, 20. März 2015

infas Holding Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Bestätigungsvermerk

"Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung des Jahresabschlusses und Lageberichts nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

Neuss, 2. April 2015

**Wisbert - Treuhand GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Rolf Ricken, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats Bonn, den 22.04.2015

Der Aufsichtsrat hat sich - in unterschiedlicher Besetzung - im Geschäftsjahr 2014 eingehend mit der Lage und Entwicklung der Gesellschaft sowie deren strategischer Ausrichtung beschäftigt. Der Aufsichtsrat hat in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Vorstand diesen beraten und dessen Geschäftsführung überwacht. Er wurde vom Vorstand dazu anhand schriftlicher und mündlicher Berichte zeitnah, umfassend und regelmäßig über die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft, Fragen der Strategie und Planung sowie die beabsichtigte Geschäftspolitik unterrichtet. Alle zur Beurteilung dieser Themen erforderlichen Auskünfte wurden vom Vorstand bereitwillig erteilt und zugehörige Unterlagen vorgelegt. Berichte und Anlagen wurden vom Aufsichtsrat umfassend geprüft und erörtert. Der Aufsichtsrat war damit in alle wesentlichen Entscheidungen für die Gesellschaft eingebunden. Er hatte keinen Anlass, die Leitung der Geschäfte durch den Vorstand zu beanstanden.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Nachdem Herr Dr. Klaus Hahn sein Aufsichtsratsmandat aus gesundheitlichen Gründen zum 31. Oktober 2013 niedergelegt hatte, wurde als dessen Nachfolger das frühere Aufsichtsratsmitglied Herr Dipl.-Kfm. Udo Christochowitz, Waldshut-Tiengen, durch das zuständige Amtsgericht wieder zum Aufsichtsrat der Gesellschaft bestellt. Herr Christochowitz wurde im Anschluss in der Sitzung am 09. Dezember 2013 zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.

Am 03. August 2014 legte Herr Christochowitz sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats nieder. Im Anschluss konstituierte sich der Aufsichtsrat neu und wählte im Umlaufverfahren Herrn Nottenkämper als neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Herrn Simma als dessen Stellvertreter.

In der Hauptversammlung am 15. August 2014 standen reguläre Neuwahlen für den gesamten Aufsichtsrat auf der Tagesordnung. Wahlbeschlüsse wurden jedoch am 15. August 2014 nicht gefasst; stattdessen hat die Hauptversammlung die Vertagung beschlossen. Die damals von der Verwaltung zunächst für eine Wiederwahl vorgeschlagenen bisherigen Aufsichtsratsmitglieder sind im unmittelbaren Anschluss an die außerordentliche Hauptversammlung durch Niederlegung bzw. wegen Überschreitens der gesetzlichen Maximaldauer für eine Amtszeit aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Die Gesellschaft hat daraufhin eine bis zum Ablauf der nächsten Hauptversammlung befristete Bestellung von drei neuen Aufsichtsratsmitgliedern beim zuständigen Amtsgericht beantragt.

Mit Beschluss vom 20. Oktober 2014 hat das Amtsgericht Bonn Herrn Dr. Hans Bethge, Herrn Dr. Oliver Krauß und Herrn Hans Joachim Riesenbeck - befristet auf den Zeitraum bis zur Beendigung der nächsten Hauptversammlung - zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gerichtlich bestellt. In seiner konstituierenden Sitzung am 11. November 2014 hat der Aufsichtsrat Herrn Dr. Bethge zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Herrn Dr. Krauß zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.

Aufsichtsratssitzungen - Wesentliche vom Aufsichtsrat behandelte Themen

Insgesamt fanden im Berichtszeitraum fünf Sitzungen des Aufsichtsrats statt, davon zwei im ersten und drei im zweiten Kalenderhalbjahr.

Gegenstand der Sitzung am 27. Februar 2014 war vor allem der Geschäftsverlauf der Gesellschaft und die Planung der Tochtergesellschaften.

In der Sitzung am 23. April 2014 befasste sich der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig mit dem Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2013 (jeweils nebst zusammengefasstem Lage- und Konzernlagebericht) und dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands für das Geschäftsjahr 2013. Er befasste sich zudem mit dem der Hauptversammlung zu unterbreitenden Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2014 sowie für die anstehende Wahl des Aufsichtsrats.

Gegenstand der Aufsichtsratssitzung am 25. Juli 2014 war schwerpunktmäßig die künftige Zusammensetzung des Aufsichtsrats.

In der kurz vor der Hauptversammlung stattgefundenen Aufsichtsratssitzung am 15. August 2014 hat sich der Aufsichtsrat mit den von mehreren Großaktionären im Vorfeld der Hauptversammlung geäußerten Wunsch nach Ausschüttung einer Sonderdividende befasst.

In der Aufsichtsratssitzung am 11. November 2014 hat sich der gerichtlich bestellte Aufsichtsrat in neuer Zusammensetzung konstituiert, sich eingehend vom Vorstand über die aktuelle Lage der Gesellschaft berichten lassen und sich intensiv mit einer Nachbereitung der Hauptversammlung vom 15. August 2014 sowie der Vorbereitung der außerordentlichen Hauptversammlung am 18. Februar 2015 befasst.

An sämtlichen Sitzungen des Aufsichtsrats nahm auch der Vorstand der Gesellschaft teil. Mit Ausnahme der Sitzung des Aufsichtsrats am 25. Juli 2014, an der ein Aufsichtsratsmitglied entschuldigt nicht persönlich teilnehmen konnte, nahmen jeweils alle amtierenden Aufsichtsratsmitglieder an allen Sitzungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2014 teil. Sofern erforderlich, fasste der Aufsichtsrat Beschlüsse im Umlaufverfahren.

Jahres- und Konzernabschluss sowie Lage- und Konzernlagebericht

Die außerordentliche Hauptversammlung der infas Holding Aktiengesellschaft hat am 18. Februar 2015 als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014 die Wisbert-Treuhand GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Neuss gewählt. Der Prüfungsauftrag wurde im unmittelbaren Anschluss an die Wahl vom Aufsichtsratsvorsitzenden im Namen aller Aufsichtsratsmitglieder erteilt.

Der Wirtschaftsprüfer hat den vom Vorstand auf Grundlage des HGB aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht sowie den nach den Vorschriften der internationalen Rechnungsstandards IFRS aufgestellten Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2014 geprüft und jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Die vorstehenden Unterlagen sowie der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns und die Prüfungsberichte des Wirtschaftsprüfers wurden sämtlichen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur Verfügung gestellt.

In der Sitzung vom 22. April 2015 berichtete der Abschlussprüfer dem Aufsichtsrat über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und stand für weitere Fragen und Auskünfte zur Verfügung.

Nach umfassender eigener Prüfung und Diskussion des Jahres- und Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Abschlussprüfung in der Bilanzsitzung am 22. April 2015 zugestimmt und den Jahres- und Konzernabschluss gebilligt; der Jahresabschluss 2014 wurde damit gem. § 172 AktG festgestellt.

Der Aufsichtsrat hat auch den Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und sich diesem unter Berücksichtigung insbesondere des Jahresergebnisses, der Liquidität und der Finanzplanung der Gesellschaft angeschlossen.

Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat haben im April 2015 eine gemeinsame Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben, die auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich ist.

Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Vorstand, Geschäftsführern sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes persönliches Engagement und ihre erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2014 und spricht ihnen damit seine Anerkennung aus.

Bonn, den 22. April 2015

Für den Aufsichtsrat

Dr. Oliver Krauß, Vorsitzender

Friedrich-Wilhelm-Straße 18

53113 Bonn

Tel. +49 (0)228/33 60 72 39

Fax +49 (0)228/31 00 71

www.infas-holding.de

[email protected]

Sitz der Gesellschaft:

53113 Bonn

Vorstand der Gesellschaft:

Dipl.-Soz Menno Smid

Vorsitzender des Aufsichtsrats:

Dr. Oliver Krauß

Amtsgericht Bonn

HRB 17379

USt.-Ident.-Nr. DE 155601174

St.Nr. 205/5725/1339

ISIN: DE0006097108

WKN: 609710

Notiert: Geregelter Markt (General Standard) in Frankfurt am Main

Erklärung zur Unternehmensführung

Relevante Angaben zur Unternehmensführung nach § 289a Bonn, im April 2015

Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der infas Holding Aktiengesellschaft erklären, dass die vom Bundesministerium der Justiz in der Fassung vom 24. Juni 2014 im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 30. September 2014 bekannt gemachten Empfehlungen der Regierungskommission "Deutscher Corporate Governance Kodex" derzeit nicht befolgt werden. Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG wurde in dieser Form abgegeben und den Aktionären hiermit dauerhaft zugänglich gemacht.

Begründung:

Die infas Holding Aktiengesellschaft ist, insbesondere gemessen an ihrer Bilanzsumme, ihrem Umsatz und der Anzahl ihrer Beschäftigten, ein mittelständisches Unternehmen mit flacher Hierarchie und einfachen Strukturen. Die Erfüllung sämtlicher Anforderungen des DCGK ist daher nicht zweckmäßig und wäre mit einem unangemessenen personellen und finanziellen Aufwand verbunden, ohne dass hierdurch ein weitergehender Nutzen für die Gesellschaft, ihre Aktionäre oder andere Stakeholder verbunden wäre.

Dies gilt insbesondere für die Empfehlungen des DCGK hinsichtlich der Organe Vorstand und Aufsichtsrat, und zwar aufgrund dessen personeller Besetzung: Der Vorstand der Gesellschaft besteht aus einer Person. Dies wird, angesichts der Größe und der einfachen Struktur der Gesellschaft, als ausreichend erachtet. Der Aufsichtsrat besteht aus drei Mitgliedern; er ist bewusst klein gehalten, um ein effizientes Arbeiten und einen intensiven Austausch der Mitglieder untereinander zu ermöglichen. Die Bildung von Ausschüssen ist daher nicht sinnvoll und zweckmäßig. Des Weiteren besteht ein Vergütungssystem für beide Organe, wie es der DCGK vorsieht, nicht. Vorstand und Aufsichtsrat beziehen feste Bezüge, die im Anhang des Konzernabschlusses beziffert werden. Die dort angegebenen variablen Bezüge des Vorstands beziehen sich auf die erfolgsabhängige Vergütung als Geschäftsführer bei der Tochtergesellschaft infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH. Aufgrund der Größe des Aufsichtsrats kann außerdem den Empfehlungen des DCGK in Bezug auf die Besetzung des Aufsichtsrats nur bedingt Beachtung eingeräumt werden.

Um eine effiziente und der Größe der Gesellschaft entsprechende Vorbereitung und Durchführung der Hauptversammlung der Gesellschaft zu gewährleisten, sieht die infas Holding Aktiengesellschaft außerdem aufgrund des hiermit verbundenen Aufwandes derzeit insbesondere davon ab, die diesbezüglichen Empfehlungen des DCGK zu erfüllen.

Ungeachtet der Tatsache, dass die infas Holding Aktiengesellschaft den DCGK als für ihre Struktur und Größe nicht passend erachtet, sind Vorstand und Aufsichtsrat der Überzeugung, dass ihre Art der Unternehmensführung, insbesondere ihre auf Transparenz und persönlichem Vertrauen gründende Zusammenarbeit, dem im DCGK niedergelegten grundsätzlichen Standard guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung entspricht und den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschöpfung gewährleistet: Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten vertrauensvoll zusammen und stehen aufgrund der effizienten personellen Besetzung beider Organe in engem persönlichen Kontakt miteinander. Alle relevanten Fragen der Geschäftslage und -entwicklung, der Finanzierung sowie der Strategie und Planung werden zwischen den beiden Organen abgestimmt. Dies gewährleistet schnelles und effektives Handeln zu Gunsten der Gesellschaft. Dem entspricht auch das derzeitige Risikomanagement der Gesellschaft: Da sie als Holding auf Zahlungen und Gewinnausschüttungen ihrer Tochtergesellschaften angewiesen ist, basiert das Risiko-Management-System (RMS) auf diesbezüglich definierten strategischen und operativen Risiken, die mittels verschiedener Kennzahlen überwacht werden. Nach außen hin informiert die infas Holding Aktiengesellschaft Aktionäre und andere Stakeholder sowie die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns.

Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat sind daher der Überzeugung, dass die Anwendung des DCGK aufgrund der Größe und Struktur der Gesellschaft nicht wirtschaftlich wäre und es überdies einer Befolgung des DCGK derzeit nicht bedarf, da eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung für die infas Holding Aktiengesellschaft gewährleistet ist.

Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Die Gesellschaft wendet alle gesetzlich vorgeschriebenen Unternehmensführungspraktiken an. Die infas Holding Aktiengesellschaft bekennt sich zur nachhaltigen Unternehmensführung. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der infas Holding Aktiengesellschaft arbeiten eng und vertrauensvoll zusammen. Alle relevanten Fragen der Geschäftslage und -entwicklung, der Finanzierung sowie der Strategie und Planung werden zwischen den beiden Führungsgremien besprochen und abgestimmt.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat berät und kontrolliert den Vorstand bei der Führung des Unternehmens und prüft alle bedeutenden Geschäftsvorfälle durch Einsichtnahme in die betreffenden Unterlagen auf Grundlage des Aktiengesetzes und der Satzung. Der Aufsichtsrat wird von der Hauptversammlung gewählt. Die Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat bestellt. Der Aufsichtsrat entscheidet hinsichtlich der Anzahl der Vorstandsmitglieder und des Vorsitzenden. Der Aufsichtsrat stellt den Jahresabschluss fest und billigt den Konzernabschluss. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erläutert jedes Jahr die Tätigkeiten des Aufsichtsrats in seinem Bericht an die Aktionäre und in der Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat der infas Holding Aktiengesellschaft ist mit drei Mitgliedern bewusst klein gehalten, um ein effizientes Arbeiten und einen intensiven Gedankenaustausch zu ermöglichen. Daher ist die Bildung von Aufsichtsratsausschüssen nicht sinnvoll und zweckmäßig.

Vorstand

Der Vorstand besteht zurzeit aus einem Mitglied. Im Einklang mit den Unternehmensinteressen nimmt der Vorstand seine Führungsaufgabe, mit dem Ziel, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern und die Belange aller Interessensgruppen zu berücksichtigen wahr. Dabei erarbeitet der Vorstand die strategische Weiterentwicklung der Gesellschaft, stimmt sie mit dem Aufsichtsrat ab und setzt diese um. Außerdem vertritt er die Gesellschaft gegenüber Dritten. Regelmäßig, zeitnah und umfassend berichtet der Vorstand schriftlich sowie in den turnusmäßigen Sitzungen über die Planung, die Geschäftsentwicklung sowie über die Lage des Konzerns einschließlich des Risikomanagements. Die infas Holding Aktiengesellschaft ist zur Deckung der betrieblichen und sonstigen Aufwendungen auf den Empfang von Zahlungen und Gewinnausschüttungen ihrer operativen Tochtergesellschaften angewiesen. Eine Vielzahl von Faktoren kann dazu führen, dass sich die tatsächlich eintretenden Ereignisse wesentlich von der prognostizierten Lage unterscheiden und geringere als die erwarteten Auszahlungen von den operativen Tochtergesellschaften vereinnahmt werden.

Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, wird zurzeit ein ausgewogenes Risiko-Management-System (RMS) entwickelt. Kernbestandteil dieses Systems wird ein Frühwarnsystem, für das sowohl strategische als auch operative Risiken definiert sind. Für diese werden kontinuierlich Kennziffern generiert, die wiederum Bestandteil eines internen Monitoringsystems sind, mit dem regelmäßig und systematisch eine Risikoidentifikation stattfindet. Zur Sicherstellung einer effizienten und effektiven Risikokontrolle werden in dem RMS die Kommunikationsstrukturen klar definiert.

Hierdurch werden potentielle Risiken eruiert, bewertet sowie laufend überprüft. Alle Konzerngesellschaften berichten regelmäßig anhand der definierten Kennziffern. Zur Steuerung und Überwachung der Planzahlen und Ziele wird somit ein systematisches Erfassungs- und Kontrollsystem etabliert.

Vergütung des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Vergütungen sind im Vergütungsbericht, der Teil des Lageberichts ist, sowie im Anhang des Konzerns dargestellt.

Aktiengeschäfte der Organmitglieder

Alle meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte wurden entsprechend den gesetzlichen Regelungen veröffentlicht und sind auf der Website der infas Holding Aktiengesellschaft eingestellt.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte an der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie der infas Holding Aktiengesellschaft gewährt eine Stimme. Der Aufsichtsratsvorsitzende leitet die Versammlung. Sämtliche notwendigen Unterlagen für die Entscheidungsfindung sind den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend auf der Website der infas Holding Aktiengesellschaft veröffentlicht.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die infas Holding Aktiengesellschaft stellt ihren Konzernabschluss sowie die Konzernzwischenberichte gemäß den IFRS-Richtlinien auf. Der Jahresabschluss der infas Holding Aktiengesellschaft erfolgt nach HGB. Der Konzernabschluss wird vom Vorstand aufgestellt, vom Abschlussprüfer geprüft und vom Aufsichtsrat festgestellt. Der Aufsichtsrat arbeitet während des gesamten Prüfungsprozesses eng mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer zusammen. Der Abschlussprüfer WISBERT-TREUHAND GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, informiert unverzüglich den Aufsichtsratsvorsitzenden über alle für die Arbeit des Aufsichtsrats wesentlichen Fragestellungen und Vorkommnisse, die sich während der Abschlussprüfung ergeben.

Transparenz

Die infas Holding Aktiengesellschaft informiert Aktionäre, Analysten, Aktionärsvereinigungen, Medien und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig und zeitnah über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns. Die verschiedenen Gruppen werden gleichzeitig und gleichberechtigt behandelt. Alle kapitalmarktrelevanten Informationen werden auf der Website des Unternehmens veröffentlicht.

Die infas Holding Aktiengesellschaft informiert zudem ausführlich über den Aktienbesitz und die Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat. Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte nach § 15a WpHG, werden stets ordnungsgemäß auf der Website der infas Holding Aktiengesellschaft veröffentlicht.

Bonn, im April 2015

Menno Smid, Vorstand

Dr. Oliver Krauß, Für den Aufsichtsrat

Friedrich-Wilhelm-Straße 18

53113 Bonn

Tel. +49 (0)228/33 60 72 39

Fax +49 (0)228/31 00 71

www.infas-holding.de

[email protected]

Sitz der Gesellschaft:

53113 Bonn

Vorstand der Gesellschaft:

Dipl.-Soz Menno Smid

Vorsitzender des Aufsichtsrats:

Dr. Oliver Krauß

Amtsgericht Bonn

HRB 17379

USt.-Ident.-Nr. DE 155601174

St.Nr. 205/5725/1339

ISIN: DE0006097108

WKN: 609710

Notiert: Geregelter Markt (General Standard) in Frankfurt am Main

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