Annual Report • Jun 17, 2015
Annual Report
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Tel. +49 (0)228/33 60 72 39
Fax +49 (0)228/31 00 71
www.infas-holding.de
Sitz der Gesellschaft:
53113 Bonn
Vorstand der Gesellschaft:
Dipl.-Soz. Menno Smid
Vorsitzender des Aufsichtsrats:
Dr. Oliver Krauß
Amtsgericht Bonn
HRB 17379
USt.-Ident.-Nr. DE 155601174
St.Nr. 205/5725/1339
ISIN: DE0006097108
WKN: 609710
Notiert: Geregelter Markt (General Standard) in Frankfurt am Main
Der infas Holding Konzern besteht zum 31.12.2014 aus der Muttergesellschaft infas Holding AG sowie folgenden Tochtergesellschaften:
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| infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH, Bonn | 100,00 Prozent |
| action press gmbh & co. kg, Hamburg | 100,00 Prozent |
| action press beteiligungsgesellschaft mbh, Hamburg | 100,00 Prozent |
| infas 360 GmbH, Bonn (ab 12.03.2014) | 100,00 Prozent |
Die infas Holding AG als Konzernmuttergesellschaft ist ausschließlich als Management- und Finanzholding des infas Holding Konzerns tätig und erzielt keine Umsatzerlöse. Die Aktien der infas Holding AG sind im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Gesteuert wird der Konzern durch den Gesamtvorstand der infas Holding AG.
Der Konzern ist mit seinen Tochtergesellschaften im Segment Markt-, Marketing- und Sozialforschung sowie im Segment der Fotopresseagenturen tätig. Die Tochtergesellschaften erzielen ihren Umsatz im Wesentlichen im Inland, und zwar an den Standorten Bonn und Hamburg.
Im Segment der Markt- und Sozialforschung ist der Konzern mit dem infas Institut, Bonn, präsent. Die Tochtergesellschaft infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH ist ein privates und unabhängiges Forschungsinstitut, das Forschungs- und Beratungsleistungen für Unternehmen aller Branchen, für die Wissenschaft, die Verwaltung auf Bundes- und Länderebene und die EU sowie die Politik allgemein erbringt.
Das Geschäftsfeld Foto wird von der action press gmbh & co. kg, Hamburg, bedient. action press zählt zu den etablierten Pressebildagenturen Deutschlands. Sie generiert über 90 Prozent ihres Umsatzes mit klassischen Printmedien der großen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage Deutschlands, besonders im Bereich "Yellow" und "Celebrity".
Die infas 360 GmbH ergänzt als hundertprozentige Tochter der infas Holding AG mit innovativen Forschungsansätzen das Angebot des infas Instituts für angewandte Sozialwissenschaft. infas 360 verzahnt mehrere Disziplinen. Das Unternehmen sammelt, organisiert und analysiert Daten in neuer Form. Dazu kombiniert infas 360 Geomarketing, Customer Analytics und Marketingforschung. infas 360 verfolgt eine völlig neue Art der Informationsgewinnung und -aufbereitung und erfasst mit elaborierten Tools systematisch Verlaufs- und Bestandsdaten aus unterschiedlichsten Quellen. Mit einem 360-Grad-Rundumblick auf Zielgruppen, Märkte, Kunden und Potenziale werden Erkenntnisse generiert, die unmittelbar für Forschungszwecke, Marketing- und Vertriebsaktivitäten nutzbar sind. In der Verknüpfung mit Befragungsdaten eröffnen die mikrogeografisch angelegten Datenbestände auch bei sozialwissenschaftlichen Studien neue Analysezugänge. Hinzu kommen bisher nicht umsetzbare Stichprobenansätze.
Moderne, hoch entwickelte und demokratische Gesellschaften werden aufgrund ihrer fortschreitenden funktionellen Differenzierung komplexer. In der Konsequenz lassen sich daher gesellschaftliche Prozesse schwerer steuern und Vorhersagen. Entscheidungen werden erst nach mehreren Erwägungsschleifen getroffen und müssen zunehmend datenbasiert stattfinden. Selbst das Austragen von politischen Kontroversen findet in der Regel datenbasiert statt und wird in abnehmendem Maße ideologisch oder wertebasiert geführt. Dies gilt auch für die Wirtschaft in diesen modernen Gesellschaften, deren komplexe Produkte und Dienstleistungen in extrem arbeitsteiligen Strukturen für weitgehend gesättigte Märkte hergestellt bzw. erbracht werden. Auch hier fallen Entscheidungen in der Regel auf Basis möglichst valider und gleichzeitig auch komplexer Informationen. Informationsdienstleister, zumal wenn sie wissensbasiert agieren, spielen in diesem Zusammenhang eine nicht zu unterschätzende Rolle, und zwar nicht nur im Hinblick auf Analysen, sondern auch in Bezug auf die Darstellung komplexer Sachverhalte.
Allerdings ändern sich die Märkte aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung als Megatrend zum Teil erheblich und radikal. So auch in der Marktforschung. In der Branche findet seit geraumer Zeit eine Debatte über das veränderte Verständnis statt, wie Marktforschung in Zukunft zu betreiben ist. Sie ist Ausdruck der Tatsache, dass die Branche auf viele Fragen der Kunden keine rechte Antwort findet und sich gleichzeitig im Zentrum eines Digitalisierungsprozesses befindet, der das Selbstverständnis und die Arbeitsweise der Marktforschung zentral in Frage stellt. Das führt zu veränderten Rollenverständnissen.
Zum einen ändert sich die Rolle des Kunden der Marktforschungsinstitute. Er wird aktiver, fordernder und entwickelt klare Vorstellungen zu seinen Produkten, und zwar aufgrund von Daten, die im Unternehmen quasi automatisch anfallen und zunehmend auch ausgewertet werden. Darüber hinaus geraten Marktforscher und Marketingspezialisten in den Unternehmen zunehmend unter Druck. Nicht selten sind sie nicht mehr nur sich selbst verantwortlich und als Experten uneingeschränkt anerkannt, sondern müssen der Unternehmensleitung und hier insbesondere dem CEO und CFO Rechenschaft ablegen. Das geht nur, wenn sie die finanziellen Wirkungen des Marketings bis hin zu den Auswirkungen auf den Aktienkurs nachweisen können. Das wiederum gelingt der Marktforschung, die klassischerweise dem Marketing vorgeschaltet ist, mit ihren bisherigen Vorgehensweisen eher selten. Gleichzeitig ist in der Praxis zu beobachten, dass Marktforschungsabteilungen in den Unternehmen verschlankt oder sogar gänzlich abgebaut werden.
Andererseits verändert sich der Konsument, indem er sich vernetzt und selbst Akteur und Treiber der Digitalisierung wird. Er agiert zunehmend auf verschiedenen Kanälen. Diese repräsentieren unterschiedliche Konsum-, Interaktions- und Erlebniswelten, in denen unterschiedliche Sprachen gesprochen werden, die noch nicht ausreichend verstanden und ebenso wenig mit den klassischen Methoden der Marktforschung erfasst werden.
Um beide Entwicklungen für den Kunden nutzbringend in Erkenntnisse umzuwandeln, sind weiterentwickelte Ansätze in der Marktforschung notwendig. Es müssen mehrere Informationsmedien, nicht nur die Befragung, sondern beispielsweise Informationen in den neuen digitalen Medien gesammelt, verdichtet und interpretiert werden können. Und es sind neue Ansätze zu entwickeln und zu erproben, welche die finanziellen Auswirkungen des Marketings realiter messen können.
Es kommt hinzu: Big Data ist derzeit das große Thema, was manchmal in ziemlich beliebigen Facetten erscheint und dementsprechend auch unterschiedlich diskutiert wird. Immer wieder kommt aber bei Unternehmen die Frage auf, wofür die klassische Marktforschung noch gebraucht wird. Diese Infragestellung kommt aus der Fantasie, Einstellungen und Verhaltensmuster von Konsumenten ließen sich durch Social Media Research schneller, einfacher und innovativer erfassen und mit den richtigen Algorithmen auch automatisch auswerten. Sie wären so stets verfügbar, und zwar in Echtzeit und global. Im Zentrum steht die Fantasie des gläsernen Konsumenten, der für die Erkenntnisinteressen und Zielsetzungen eines jeden Unternehmens produktiv gemacht werden kann. Dabei ist aber das Problem, dass Vorhersagen nicht nur eine Wissenschaft, sondern auch Kunst sind, die zentral damit zu tun haben, im Rauschen, im Krach das richtige Signal zu entdecken. Ob das automatisiert klappt, kann in aller Ruhe in Frage gestellt werden.1 Dennoch ist es ist durchaus eine Chance für die Marktforschung und die Institute, ihr Geschäftsmodell in diesem Sinn neu auszurichten und nach neuen Wegen zu suchen. Wenn das nicht passiert, besteht die Gefahr, dass das klassische Geschäft zu einem nicht unerheblichen Teil ersetzt werden wird. Denn man muss sich daran gewöhnen, dass nicht alles durch Befragungen gelöst wird, auch wenn es digital passiert.2 Der Marktforscher der Zukunft muss mehr als heute ein Vermittler und Moderator zwischen Konsument und Marketing werden.
1 Nicht umsonst heißt ein berühmtes und kritisches Buch zu diesem Thema "The Signal and the Noise: The Art and Science of Prediction" von Nate Silver.
2 Laut dem Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V. (ADM), in dem über 80 Institute organisiert sind, die ca. 90 Prozent des Umsatzes in Deutschland in der Marktforschungsbranche repräsentieren, werden ca. 36 Prozent aller Befragungen mittlerweile online durchgeführt.
In der infas Holding AG wird diese Diskussion nicht nur abstrakt geführt. Die Gründung von infas 360 ist eine Konsequenz daraus und soll helfen, infas in der Zukunft besser im Marktforschungsbereich zu positionieren, indem datenbankbasierte Daten in Kombination mit Ad-hoc-Daten vermarktet werden können.
Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der infas Holding, auf Basis einer exzellenten Dienstleistung und höchster Qualitätsmaßstäbe der präferierte Partner für Informationsdienstleistungen, insbesondere für Markt- und Sozialforschung zu sein. Mit der Gründung von infas 360 unterstreicht die infas Holding AG ihren Anspruch, auch ein innovativer Dienstleister im Bereich Marktforschung zu sein. In den von uns adressierten Märkten insbesondere der Sozialforschung und der Marktforschung wollen wir Spitzenpositionen erreichen und fokussieren uns auf attraktive und langfristig wachsende Nischenmärkte, in denen wir organisch über den Marktdurchschnitt zu wachsen gedenken. Das Unternehmen soll für bestimmte wichtige Fragen der Zukunft von Wirtschaft, Gesellschaft und der Markt- und Marketingforschung, in seiner Innovationskraft, Produktvielfalt, Flexibilität und Ertragskraft zu einer wirklichen Alternative für die etablierten Anbieter - die Big Four der Branche - werden. Die klare Ausrichtung auf eine offensive Strategie, die im Jahr 2013 auch seinen Ausdruck fand in der Umbenennung der Holding, die von anwesenden Aktionären auf der Hauptversammlung im August des Jahres 2013 ohne eine Gegenstimme beschlossen wurde, wird in den kommenden Jahren die Richtschnur der Entwicklung sein.
Klarheit in der Ausrichtung und offensives Vorgehen: Diese beiden Vorgaben gelten im besonderen Maße für die action press gmbh & co. kg in Hamburg als oberstes Prinzip im nächsten Jahr. Der erreichte Grad der Konsolidierung macht es grundsätzlich möglich, die bisherige Entwicklung nicht nur fortzusetzen, sondern auch mit neuen Produktideen Marktanteile zu gewinnen.
Als wichtigste Steuerungsgrößen verwenden die infas Holding AG und ihre Tochtergesellschaften - wie in den Vorjahren - den Umsatz sowie das operative Ergebnis. Mit operativem Ergebnis ist das Ergebnis gemeint, das dargestellt wird in der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Steuern (EBIT). Diese zentralen Kenngrößen werden regelmäßig und vollumfänglich von allen Tochtergesellschaften und der Holding erstellt und mit Planzahlen abgeglichen. Bei der Tochtergesellschaft action press gmbh & co. kg erfolgt die Aufstellung monatlich ebenso wie bei der infas 360 GmbH. Bei der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH ist der Rhythmus der Erstellung bestimmt durch die notwendige Projektbewertung nach den Herstellungskosten, die quartalsweise erstellt wird, weil sich im Projektgeschäft eine solche Planung als sinnvoll und effektiv erwiesen hat. Darüber hinaus wird in allen Tochtergesellschaften die Performanz der Akquisition anhand von Kennzahlen und die Entwicklung des Auftragsbestands für das aktuelle Geschäftsjahr ständig in Relation zum geplanten Jahresumsatz verfolgt, monatlich dargestellt und bewertet. Dies gilt ebenso für Kennzahlen über die Entwicklung der Liquidität der Gesellschaften.
Das Kernsegment der infas Holding AG wird durch die infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH repräsentiert. Das Institut erbringt eine wissensintensive Dienstleistung im Bereich der Markt- und Sozialforschung und gehört somit nicht zur forschungsintensiven Industrie, die traditionell die höchsten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung tätigt, wie zum Beispiel die Chemie- und Pharmaindustrie, Elektroindustrie sowie Maschinen- und Fahrzeugbau. Somit stehen auch nicht Produktinnovationen im Vordergrund. Das heißt aber nicht, dass Unternehmen, die Dienstleistungen erbringen, per se keine Innovatoren sein können. Sie können sehr wohl innovativ sein, weil auch die Einführung neuer Dienstleistungen Aufwendungen in Forschung und Entwicklung beinhalten. Im Kernsegment der infas Holding AG stehen allerdings Prozessinnovationen im Vordergrund. Prozessinnovationen sind im genannten Kernsegment neue oder merklich verbesserte Verfahren zur Erbringung einer Dienstleistung, die in das Unternehmen eingeführt wurde. Es gibt aber auch Marktneuheiten. Das sind neue oder merklich verbesserte Produkte (inkl. Dienstleistungen), die vom Unternehmen als erster Anbieter auf den Markt eingeführt werden. Der überwiegende Teil dieser Innovationsaktivität fand im Kernsegment Markt- und Sozialforschung statt.
Eine Marktneuheit im beschriebenen Sinn hat im letzten Jahr infas 360 auf den Markt gebracht. Diese Marktneuheit kann wie folgt beschrieben werden: Klassisches Marketing Research generiert Informationen in der Regel ausschließlich auf Basis von Ad-hoc-Daten, die empirisch erhoben wurden. Sie sind stark aggregiert und damit für das operative Marketing nur bedingt nutzbar, da sie keine räumliche Lokalisierung von Personengruppen zulassen. Es können zwar Zielgruppensegmente gebildet oder Interessenten identifiziert werden, die Frage, wo diese genau zu finden sind und wie viele es in etwa gibt, bleibt jedoch meist unbeantwortet.
Diese Informationslücke schließt infas 360 durch die Kombination der erhobenen Ad-hoc-Daten mit den unternehmenseigenen CRM-Daten einerseits und ausgewählten Merkmalen aus der infas-360-Geo- und mikrogeografischen Datenbank andererseits. Diese Datenbank enthält z.B. für Deutschland eine Vielzahl von Informationen für die rund 22 Mio. vorhandenen Häuser bzw. 40 Mio. Haushalte oder 4,5 Mio. Firmen auf Basis metergenauer Geodaten als präzise Informationsbasis, also eine flächendeckende Einzelhausbewertung basierend auf amtlichen Hausdaten.
Durch die Bewertung entstehen neben den Gebäudetypen zahlreiche weitere Kriterien, welche die Immobilien beschreiben, wie z.B. Grund-, Wohn- und Nutzfläche des Gebäudes, Anzahl Haushalte und Firmen pro Gebäude, Höhe und Volumen des Gebäudes, Baudichte usw. Daraus lassen sich wiederum unzählige weitere Informationen ableiten wie z.B. Energiebedarf, Infrastrukturmerkmale wie Anbindung an ÖPNV, Schulen etc., Versorgungsgrade verschiedenster Güter und so weiter.
Nach zwei Jahren Schrumpfung bewegt sich die Eurozone in 2014 offenbar aus der Rezession, wenn auch langsamer als erwartet: Die Wirtschaft in den 18 Euro-Staaten ist 2014 um 1,3 Prozent gewachsen und dürfte nach Angaben der Europäischen Kommission 2015 nur um 1,1 Prozent zulegen. Im übernächsten Jahr dürfte es dann mit 1,7 Prozent so stark bergauf gehen wie seit 2010 nicht mehr. Deutlich pessimistischer als bisher sieht die Europäische Kommission die Aussichten für die drei Schwergewichte Deutschland, Frankreich und Italien. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Industriestaatengruppe OECD hatten jüngst ihre Schätzungen kräftig heruntergeschraubt. Die Vorhersagen für das Wirtschaftswachstum in Deutschland schwanken teilweise sehr stark und werden im Lauf eines Jahres regelmäßig nach oben oder unten korrigiert. Die aktuellen Prognosen (März 2015) für die Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) zeigen allerdings für 2015 nach oben: Die Bundesregierung geht von einem Wachstum von 1,3 Prozent aus, die Bundesbank gar von 1,5 und der Sachverständigenrat spricht von einem Wachstum von sogar 1,8 Prozent. Diese verhalten positive Entwicklung lässt sich indes nicht umstandslos auf die Markt- und Sozialforschungsbranche und auf die Verlagsbranche übertragen. Dafür gibt es starke Hinweise: Nimmt man die Zahlen und Bewertungen des europäischen Branchenverbands ESOMAR zur Grundlage, waren in Europa die Marktforschungsumsätze in den letzten Jahren im Durchschnitt eher rückläufig. 2013 musste ein Rückgang von 1,4 Prozent hingenommen werden.3 Neu ist, dass von dieser Entwicklung auch der Marktforschungsmarkt in Deutschland nicht ausgenommen war. Er sank um 0,5 Prozent. Dies ist insofern bemerkenswert, als dass sich der deutsche Markt nach der Wirtschaftskrise bis einschließlich 2012 weit positiver entwickelte als die Forschungsmärkte in den USA, Großbritannien oder Frankreich. Ab 2013 ist davon auszugehen, dass sich Steigerungsraten in Europa nur in Russland, Bulgarien und der Türkei feststellen lassen. Als größere Region ist einzig Nordamerika (Kanada und USA) zu soliden Steigerungsraten zurückgekehrt (2013: ein Plus von 2,7 Prozent), im Gegensatz zu den Wirtschaftsräumen Lateinamerika und Asien-Pazifik, die ebenfalls mit Umsatzrückgängen zu kämpfen haben.
3 Siehe "Global Market Research 2014", herausgegeben von ESOMAR (2014). ESOMAR ist ein weltweit operierender Verband von betrieblichen Marktforschern und Vertretern von Markforschungsinstituten. Der Verband hat 4.900 Mitglieder und ist 390 Ländern vertreten. Der Geschäftsführer des infas-Instituts ist ebenfalls Mitglied. Die Analysen beruhen auf Angaben der Mitgliedsinstitute, die in der Regel in der zweiten Jahreshälfte für das Vorjahr erhoben werden. Das heißt, im Lauf des Jahres 2015 werden die Daten für 2014 erhoben. Das ist der Grund, warum im Text auf 2013 verwiesen wird. Daten zu 2014 liegen noch nicht vor.
Es verwundert vor diesem Hintergrund nicht, dass weltweit operierende Marktforschungsunternehmen wie zum Beispiel GfK und Ipsos ebenfalls zum Teil deutliche Rückgänge in Umsatz und Ertrag für 2014 berichten müssen. Der Umsatz der GfK ging im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent zurück und der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen knickte sogar um 10,3 Prozent weg. Auch bei Ipsos zeigt sich 2014: In fast allen Marktbereichen gab es Rückgänge, zum Teil sogar deutliche Einbrüche. Besonders hart traf es die Bereiche "Advertising Research" (ein Minus von 6,1 Prozent beim Umsatz) und "Media Research" (-7,1 Prozent). Und auch der sehr wichtige Bereich "Marketing Research" verzeichnete ein Minus von 2,1 Prozent. Unter dem Strich gingen die Jahresumsätze bei Ipsos im Jahr 2014 um 2,5 Prozentpunkte zurück. Für das Geschäftsfeld Foto, das von der action press gmbh & co. kg in Hamburg vertreten wird, ist die Frage, ob sich die deutschen Verlage aus den strukturellen Schwierigkeiten der Branche herauswinden können, von großer Bedeutung, weil sich die wirtschaftliche Lage der Verlage sofort auf den Umsatz dieses Geschäftsfelds auswirkt. Leider sind die herausstechenden Merkmale der letzten Jahre, nämlich zurückgehende Auflagen einerseits und schwache Anzeigenmärkte anderseits, auch die prägenden Merkmale des Verlegermarkts des Jahres 2014. Als Reaktion hierauf haben die Verlage verstärkt weitergeführt, was sie bereits in den Jahren zuvor begonnen hatten. Sie haben sich weiter schrittweise vom Verlagsgeschäft abgewendet und Geschäftsfelder außerhalb ihrer klassischen Verlagsmärkte zu erschließen versucht. Vor diesem Hintergrund war die Geschäftsentwicklung bei der infas Holding AG im Jahr 2014 von der Grundstruktur her nicht viel anders als die Jahre zuvor. Auch 2014 prägten Gegensätze die Entwicklung. Während sich das infas-Institut im gesamt- und branchenwirtschaftlichen Geschäftsfeld sehr gut behaupten und sogar über dem Branchendurchschnitt weiter wachsen konnte, gelang es der action press gmbh & co. kg plangemäß, einen weiteren Einbruch im Umsatz aufzuhalten und einen kleinen Ertrag zu erwirtschaften.
Für die Branche der Markt- und Sozialforschung in Deutschland verlief die Entwicklung 2014 in dem Trend, der sich bereits 2013 andeutete. War noch der Umsatz aller in Deutschland aktiven Institute im Vergleich zu 2012 unverändert geblieben und nur inflationsbereinigt mit einem Rückgang von 1,5 Prozentpunkten anzusetzen, ist im Jahr 2014 insgesamt ein Rückgang im Vergleich zu 2013 zu verzeichnen, und zwar von 2,5 Mrd. € auf nunmehr 2,41 Mrd. €. Damit sind die deutschen Branchenumsätze erneut leicht zurückgegangen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Rückgang auf die schwache Entwicklung vor allem der großen Institute, insbesondere der "Big Four", zurückzuführen ist, denen es auch 2014 nicht gelungen ist, signifikant zu wachsen. Nachdem sich die Marktforschungsbranche bis zum Jahr 2012 von dem Abwärtstrend anderer gesättigter Märkte abkoppeln konnte, musste nun eine Vielzahl von Instituten in Deutschland Stagnation oder Umsatzrückgänge verkraften. Von den 116 Unternehmen, deren Umsatz von einem spezialisierten Branchendienst erfragt wurde, konnten 2014 insgesamt 48 Institute im Vergleich zum Vorjahr ihren Umsatz steigern (41 Prozent). 29 Firmen meldeten einen im Vergleich zu 2013 unveränderten Umsatz und immerhin 34 Unternehmen berichteten von einem Umsatzrückgang (29 Prozent).4
4 Die Angaben beruhen auf der "Context-Umsatzliste 2014". Diese Liste wird veröffentlicht von dem Informationsdienst Context, der regelmäßig sämtliche Institute zum erreichten Umsatz befragt und eine Referenzgröße der Branche darstellt. Erstmals wurde die alljährliche Context-Liste in der Zeitschrift Research&Results 1/2015 veröffentlicht.
Die infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH gehört im Jahr 2014 wieder zu der Minderheit von Instituten, für die eine positive Umsatzentwicklung feststellbar ist. Insgesamt haben die 50 umsatzstärksten Marktforschungsinstitute den deutschen Markt weiterhin fest im Griff: Im Jahr 2014 haben sie gemeinsam etwa 97,0 Prozent des deutschen Branchenumsatzes erwirtschaftet (2013: 95,5 Prozent). Von den besagten 50 größten Instituten konnten 27 Institute ihren Umsatz steigern und lediglich 17 der 50 größten Marktforschungsinstitute mussten sinkende Umsätze verkraften. Das infas-Institut gehört zum 25-Prozent-Quantil der größten Institute Deutschlands (das sind 13 Institute, infas liegt auf Platz 12; nähme man die infas Holding, läge man auf Platz 5). Die zwölf größten Institute setzen 84 Prozent des Branchenumsatzes um. Das ist ein deutlicher Indikator für den Konzentrationsprozess in der Branche. Das Jahr 2014 hat für infas - nach dem überaus erfolgreichen Jahr 2013 - einen weiteren positiven Verlauf genommen, womit vor dem Hintergrund des Umsatzsprungs in 2013 nicht unbedingt zu rechnen war. infas übersprang im Jahr 2014 die Umsatzmarke von 20,0 Mio. €. Die erreichten 20,7 Mio. € entsprechen einem Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr mit 19,6 Mio. € und somit von 5,7 Prozentpunkten. Damit ist ein neuer Rekordwert beim Umsatz erreicht. Wie von der Geschäftsführung des Instituts oftmals auch öffentlich gesagt wurde, war der außerordentlich hohe Gewinn des Jahres 2013 ursächlich auf eine Reihe von Sonderbedingungen zurückzuführen, die in der Konstellation wohl nicht ohne Weiteres wiederholbar sind. Diese für manche wenig euphorische Einschätzung hat sich für das Jahr 2014 als realistisch erwiesen. Insgesamt konnte ein Gewinn von 2,86 Mio. € erwirtschaftet werden, was immerhin noch 13,8 Prozent der Gesamtleistung entspricht. Damit liegt infas ertragsseitig noch deutlich über dem Branchendurchschnitt.5 Das heißt: Branchenspezifisch kann sich das Ergebnis mehr als sehen lassen.
5 Beispielsweise erwirtschaftet die GfK in dem mit den Aktivitäten des infas-Instituts vergleichbaren methodischen Segment "Consumer Experiences" eine Marge von gerade einmal 7 Prozent.
Die einzelnen Bereiche des infas Instituts für angewandte Sozialwissenschaft entwickelten sich im Geschäftsjahr 2014 wie folgt.
Das Portfolio dieses Bereichs umfasst die Durchführung von empirischen Projekten mit komplexen methodischen Designs zur empirischen Analyse sehr unterschiedlicher, wesentlicher sozialer Fragestellungen, die den weiteren Fortgang der gesellschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik betreffen.
Bei der Sozialforschung handelt es sich um den umsatzstärksten Bereich von infas. Der Bereich erreichte 2014 einen Umsatz von 16,7 Mio. € und konnte sich damit gegenüber 2013 deutlich steigern, und zwar um mehr als 20 Prozent. Mit den genannten Umsätzen unterstreicht dieser Bereich seine führende, die Struktur des Instituts auch bestimmende Funktion und macht nunmehr etwa 80 Prozent des Umsatzes aus.
Das Portfolio dieses Bereichs umfasst die Durchführung von empirischen Ad-hoc-Projekten für spezialisierte Marktforschungsfragestellungen der Industrie, speziell aber nicht nur von Verkehrsunternehmen und Dienstleistungsunternehmen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der positive Trend des letzten Jahres nicht fortgesetzt werden. Der Umsatz fiel auf 1,9 Mio. € zurück (Vorjahr: 3,8 Mio. €). Die Gründe werden aus unterschiedlicher Perspektive im Lagebericht angesprochen. Ein Grund sind sicherlich die veränderten Erwartungsstrukturen der Industrie an die Marktforschung einerseits und der rapide Preisverfall andererseits, der sich insbesondere durch die hohe Konkurrenz in den letzten Jahren herausgebildet hat. So gesehen ist auch der Umsatzrückgang des Bereichs Marktforschung innerhalb von infas ein weiteres Argument für die Neugründung der infas 360.
In diesem Bereich sind mehrere Großprojekte angesiedelt, die sich mit der empirischen Evaluation von Disease-Management-Programmen verschiedener Krankheitsbilder beschäftigen. Der im Jahr 2014 in diesem Bereich realisierte Umsatz war mit 1,9 Mio. € etwas höher als der Vorjahreswert von 1,8 Mio. €. Hierzu ist allerdings einschränkend festzustellen, dass diese Steigerung in erster Instanz auf die Logik der Abarbeitung einiger weniger längerfristiger Projekte zurückzuführen ist und daher nur eingeschränkt einen Hinweis auf eine spezifische Marktentwicklung gibt.
Mit dem seit Jahren kontinuierlich steigenden Umsatz einerseits und der damit verbundenen Tendenz andererseits, den größten Teil der gesamten Prozesskette der angebotenen Dienstleistung selbst zu erbringen, weil der Markt dies für das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft in der erwarteten Komplexität definitiv nicht leisten kann, ging ein Ausbau der personellen Ressourcen im Institut einher. Mit 100 Beschäftigten zum Geschäftsjahresende wurde ein neuer Höchststand der Beschäftigung erreicht (Vorjahr: 92 Mitarbeiter).
Mit der Neugründung der infas 360 GmbH ist die infas Holding auch verstärkt und spezialisiert in diesem Geschäftsfeld präsent. infas 360 erweitert den Blick der Kunden auf ihren Markt, ihre Kunden und ihre Potenziale. infas 360 erhebt, sammelt, sichtet und kombiniert projektspezifisch alle für den Kunden relevanten Marketingdaten. National wie international. Im direkten Zugriff stehen eigene Geo- und Marktdatenbanken genauso wie Datenbanken Dritter über das Data Intelligence Network der infas 360. Ergänzt werden diese statischen Daten um die für das Projekt wichtigen Kundendaten und die jederzeit generierbaren Ad-hoc-Daten aus der Marketingforschung von infas 360. Der Datenmix stellt einen möglichst realitätsnahen Wissenspool dar, in dem infas 360 die betreffenden Märkte, Kunden und Potenziale mit dem innovativen Disziplin-Mix für Unternehmen so analysiert, dass die gewonnenen Erkenntnisse auch für Marketing und Vertrieb in konkrete Maßnahmen umsetzbar sind.
In Zeiten von Big Data liegt die Herausforderung darin, auf Basis aller verfügbaren und nutzbaren Marketinginformationen maximales Wissen über alle Zielgruppen zu generieren und gewinnbringend einzusetzen. Das Konsumverhalten hat sich dabei im letzten Jahrzehnt drastisch verändert und wird sich weiter ändern. Von der Wohnzimmercouch aus wird im Internet gekauft. Am Arbeitsplatz wird das Bestellte entgegengenommen. Die Ursache liegt in der Digitalisierung unseres Alltags, bei der die digitale Mobilität einen entscheidenden Faktor darstellt. Sie erlaubt es dem Menschen, sich - von jedem Ort aus - beliebig im virtuellen Raum nahezu zeitunabhängig zu bewegen. Dabei nähern sich Virtualität und Realität immer mehr an, verschmelzen aber nicht miteinander. Sie existieren parallel zueinander. Und doch gibt es für den Menschen nur eine Welt, in der er lebt. Unternehmen und deren Marketing stellt dies vor die enorme Herausforderung, die aus der Digitalisierung entstehende Datenflut (im B2C- wie auch im B2B-Bereich) so zu verifizieren, organisieren und analysieren, dass sie für eine optimale, zielgruppengerechte und wirtschaftlich effektive Marktbearbeitung anwendbar wird. Raum und Zeit sind dabei die neuen Marketingfaktoren der Zukunft. Es reichen nicht mehr nur Antworten auf die Fragen:
| ― | WER Welche Menschen oder Firmen mit welchen Ausprägungen und welchem Bedarf? |
| ― | WAS Welche Produkte, Leistungen, Angebote, Konditionen? |
| ― | WIE Über welche Kommunikations- oder Vertriebskanäle? |
Sondern vor allem auch:
| ― | WO In welchem Gebiet, an welchem Ort, in welchem Gebäude, auf welcher Strecke? |
UND
| ― | WANN Im Jahr, im Monat, in der Woche, am Tag, zu welcher Uhrzeit? |
infas 360 hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Fragen für Unternehmen und deren Zielgruppen bestmöglich zu beantworten, indem die Lebensräume der Menschen (B2C) wie Wohnen, Arbeiten, Unterwegssein (Mobilität) und Freizeit und die der Firmen selbst (B2B) wie Unternehmensstandorte, Erreichbarkeiten etc. anhand von Daten so realitätsnah wie möglich beschrieben werden.
infas 360 verzahnt mehrere Disziplinen. Das Unternehmen sammelt, organisiert und analysiert Daten in neuer Form. Dazu kombiniert infas 360 Geomarketing, Customer Analytics und Marketingforschung. infas 360 verfolgt eine völlig neue Art der Informationsgewinnung und -aufbereitung und erfasst mit elaborierten Tools systematisch Verlaufs- und Bestandsdaten aus unterschiedlichsten Quellen. Aufgebaut wird ein umfangreiches Portfolio der in Deutschland verfügbaren Markt- und Konsumentendaten. Die geografische Referenzierung enthält sämtliche postalischen und amtlichen Strukturen, auch unterhalb der Ebene von kommunalen Einheiten, sowohl bezogen auf wichtige Bevölkerungseckwerte als auch auf wirtschaftliche Aktivitäten. Mit einem 360-Grad-Rundumblick auf Zielgruppen, Märkte, Kunden und Potenziale werden Erkenntnisse generiert, die unmittelbar für Forschungszwecke, Marketing- und Vertriebsaktivitäten nutzbar sind. In der Verknüpfung mit Befragungsdaten eröffnen die mikrogeografisch angelegten Datenbestände auch bei sozialwissenschaftlichen Studien neue Analysezugänge. Hinzu kommen bisher nicht umsetzbare Stichprobenansätze. infas 360 soll einen Teil der Lösung der angesprochenen Probleme der Branche Marktforschung liefern.
Im Jahr 2014 betrug der Gesamtumsatz der action press gmbh & co. kg 4.947 T€ nach 4.731 T€ in 2013 und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent. Der operative Gewinn belief sich auf 108 T€ nach einem Verlust 76 T€ in 2013. Bereits im Jahr 2012 wurden die Personalkosten in erheblichem Umfang gesenkt. Dies und die Einführung neuer EDV-Systeme in Verbindung mit optimierten Arbeitsabläufen hatte schon in der zweiten Jahreshälfte 2013 dazu geführt, dass die Firma schwarze Zahlen schrieb. Diese positive Entwicklung hat sich in 2014 fortgesetzt.
Das neue Redaktionssystem "Backstage" hat die gestellten Erwartungen nach einigen Updates sogar übertroffen, so dass action press mit 30 Mitarbeitern in 2014 deutlich leistungsfähiger und schneller ist als in den Vorjahren. action press stellt seinen Kunden täglich über 3.000 Bilder zur Verfügung, zeitnah und nach den Bedürfnissen der unterschiedlichen Redaktionen selektiert. Die Belegschaft wurde durch Fluktuation verjüngt, es wurden drei Volontäre eingestellt.
Der in den Vorjahren begonnene stetige Aufbau neuer Geschäftsfelder wurde in 2014 weiter fortgesetzt. So kooperiert action press bei der Produktion und anschließenden Zweitvermarktung mit einem Großkunden (Heinrich Bauer Verlag). Entsprechende Modelle mit anderen Verlagen sind geplant. action press ist als Dienstleister für Fotoproduktionen für Unternehmen, Verbände und Institutionen tätig (Porsche, Otto Versand, ECE, Bundesverband Deutscher Banken, Colgate Palmolive), auch hier konnten weitere Kunden hinzugewonnen werden.
Der Verlagsbranche, Hauptkunde von action press, geht es nach wie vor schlecht. Sinkende Auflagen und schrumpfende Werbeeinnahmen prägen den Markt. Den daraus resultierenden Kostendruck geben die Verlage an ihre Lieferanten weiter. Dennoch hat action press im klassischen Feld der Vermarktung von Bildern im Editorial-Bereich seine Stellung am deutschen Markt weiter ausgebaut und auch den Umsatz in einem sehr schwierigen Markt gesteigert. Dies nicht zuletzt, weil weitere renommierte Partner bzw. Fotografen in Frankreich, Spanien und den USA gewonnen werden konnten.
Auf lange Sicht sind die Aktivitäten von action press im Bereich der digitalen Medien wichtig. Hier wird zwar derzeit noch nicht viel Geld verdient, da aufgrund der fatalen Gratiskultur der Verlage die Preise für Bilder im Netz niedrig sind. Aber die Branche geht davon aus, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird. In diesem Feld konnte action press Geschäftsbeziehungen zu mehreren Internetportalen aufbauen und z.B. mit der wichtigsten Adresse im Unterhaltungsmarkt, der Berliner Firma "Promiflash", einen Lieferantenvertrag abschließen. Die action-press-eigene Seite "runway 64" ist seit Januar 2015 im Netz und hat in kurzer Zeit sehr positive Resonanz gefunden. Hier baut die Firma Know-how und Humankapital für die Geschäftsfelder der Zukunft auf.
Die Strategie der Vorjahre wird in 2015 fortgesetzt. Einerseits ist das Hauptaugenmerk immer noch auf das klassische Printgeschäft gerichtet. Denn in diesem Bereich wird in den nächsten Jahren noch der größte Teil des Umsatzes generiert werden. Hier zählt action press nach wie vor zu den herausragenden Adressen im Markt. Parallel dazu wird der Dienstleistungsbereich für Verlags- wie für verlagsfremde Kunden beharrlich weiter ausgebaut sowie vorsichtig, aber konsequent in die digitale Zukunft investiert.
Es ist aber unabweisbar, dass die Gesundung eher zögerlich und eigentlich nicht sicher ist, ob sich der Bereich Foto jemals wieder erholt. Man muss darauf vorbereitet sein, dass sich die Marktsituation durchaus noch zum Schlechteren wenden kann. Eindrucksvolles Beispiel sind die Geschehnisse bei Gruner & Jahr in 2014: Der Verlag hat seine Eigenständigkeit komplett verloren und es wurde eine Vielzahl von Redakteuren entlassen, selbst bei Blättern mit Renommee wie der Zeitschrift "Brigitte". Es wird daher darauf ankommen, Angebote und Dienstleistungen zu entwickeln, die genau in dieser Lage Lösungen anbieten.
Zusammengefasst kann von einem insgesamt positiven Geschäftsverlauf aller Geschäftsfelder im abgelaufenen Jahr gesprochen werden. Bei der action press gmbh & co. kg in Hamburg wurden die Grundlagen für eine zwar langsame, aber stetige Entwicklung gelegt. Das infas Institut hat vor dem Hintergrund der sehr guten Ergebnisse des abgelaufenen Jahres und der Vorjahre Umsatzerlöse und Ergebnisse auf hohem Niveau erreicht. Die neu gegründete infas 360 GmbH entwickelte sich im Gründungsjahr planmäßig.
Der Konzernumsatz ist im Geschäftsjahr 2014 von 24,2 Mio. € im Vorjahr auf 25,4 Mio. € und damit um rd. 5 Prozent gestiegen. Der Umsatz im Geschäftsfeld Foto liegt mit 4,8 Mio. € leicht über dem Vorjahreswert 4,7 Mio. €. Im Geschäftsfeld Markt- und Sozialforschung konnte durch die gute Auftragslage und höhere Effizienz bei der Projektbearbeitung der Umsatz von 19,5 Mio. € im Vorjahr um 1,0 Mio. € auf 20,5 Mio. € gesteigert werden.
Der Materialaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr von 11,4 Mio. € auf 12,4 Mio. € und damit um 8,8 Prozent überproportional gestiegen. Gemessen an den Umsätzen hat sich der Anteil an Material- und Fremdkosten von 47,1 Prozent im Vorjahr auf 48,8 Prozent im Geschäftsjahr 2014 erhöht, insbesondere durch den höheren Zukauf von Fremdleistungen im Geschäftsfeld Markt- und Sozialforschung.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Geschäftsjahr 2014 mit 213 T€ gegenüber dem Vorjahrwert von 80 T€ gestiegen und beinhalten u.a. Erträge aus der Auflösung der in Vorjahren gebildeten Drohverlustrückstellung für das Mietverhältnis in Hamburg i.H.v. 60 T€ sowie Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten i.H.v. 65 T€.
Die Zahl der Mitarbeiter im Konzern betrug im Geschäftsjahr 2014 durchschnittlich 144 (Vorjahr: 123). Die Personalaufwendungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der höheren Mitarbeiterzahl und Gehaltsanpassungen von 6,7 Mio. € um 14,9 Prozent auf 7,7 Mio. € im Jahr 2014 deutlich.
Die Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Geschäftsjahr 2014 mit 288 T€ (Vorjahr: 323 T€) unter dem Niveau des Vorjahres. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den Geschäfts- und Firmenwert des Geschäftsfeldes Foto betragen 1.112 T€ (Vorjahr: 912 T€) und waren nochmals aufgrund der in den nächsten Jahren erwarteten Geschäfts- und Ergebnisentwicklung dieses Geschäftsfelds erforderlich.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Konzerns erhöhten sich um 12,9 Prozent von 3,1 Mio. € im Vorjahr auf 3,5 Mio. € im Geschäftsjahr 2014. Die Steigerung resultiert insbesondere aus höheren Werbe- und Reisekosten sowie Mietaufwendungen für den Standort in Bonn.
Die wesentlichen Aufwandspositionen in diesem Bereich sind Aufwendungen für Raumkosten in Höhe von 1.362 T€ (Vj. 1.155 T€), Versand und Telefonkosten in Höhe von 490 T€ (Vj. 434 T€), Werbe- und Reisekosten in Höhe von 340 T€ (Vj. 236 T€), Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 315 T€ (Vj. 362 T€) und EDV-Kosten in Höhe von 247 T€ (Vj. 231 T€).
Im Geschäftsjahr 2014 haben sich die Zinserträge von 42 T€ im Vorjahr auf 2 T€ aufgrund des Zinsniveaus weiter reduziert. Bei Zinsaufwendungen von 127 T€ (Vorjahr: 129 T€) sowie Abschreibungen auf Wertpapiere von 16 T€ (Vorjahr: 70 T€) ergibt sich ein negatives Finanzergebnis von -141 T€ (Vorjahr: -157 T€). Die Zinsaufwendungen enthalten wie im Vorjahr im Wesentlichen den Zinsanteil aus der Zuführung zur Pensionsrückstellung i.H.v. 115 T€ (Vorjahr: 113 T€).
Das Ergebnis vor Steuern hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 1.663 T€ auf 778 T€ mehr als halbiert. Das infas-Institut konnte den im Jahr 2013 erwirtschafteten herausragenden Gewinn von 3,5 Mio. € nicht noch einmal wiederholen und erreichte im Geschäftsjahr 2014 mit einem Gewinn von 2,9 Mio. € ein normales Ergebnis. Daneben belasteten die Anlaufverluste der infas 360 GmbH mit 371 T€ das Ergebnis.
Die Investitionen in das Anlagevermögen betragen 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) und sind bei den Tochtergesellschaften im Wesentlichen für Investitionen in Software, EDV-Geräte und EDV-Ausstattung sowie für die Entwicklung der Datenbank CASA bei der infas 360 GmbH angefallen.
Mit der Übernahme der Anteile von den Minderheitsgesellschaftern am infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft und dem Abschluss des Gewinnabführungsvertrags zwischen dem Institut und der infas Holding AG ist seit dem Jahr 2013 das Ziel erreicht worden, die steuerlichen Verlustvorträge der Muttergesellschaft zu nutzen. Die im Geschäftsjahr 2014 zu verbuchende tatsächliche Ertragssteuerbelastung i.H.v. 159 T€ (Vorjahr: 206 T€) ergibt sich als Folge der sogenannten Mindestbesteuerung, die eine vollständige Verlustverrechnung unter bestimmten Voraussetzungen nicht zulässt. Die Vorteile aus der Nutzung der Verlustvorträge in den Folgejahren waren im Jahr 2013 nach den IFRS-Vorschriften als latente Steuern abzubilden und führten im Jahr 2013 im Wesentlichen zu den positiven Ertragsteuern von 3.287 T€. Die Veränderung der latenten Steuern führt im Geschäftsjahr 2014 zu einer Erhöhung der Ertragsteuern um 251 T€ auf 410 T€, u. a. auch durch die Nutzung der steuerlichen Verlustvorträge. Nach Abzug der Ertragsteuern verbleibt ein Konzernjahresüberschuss i.H.v. 368 T€ (Vorjahr: 4.949 T€).
Das langfristige Vermögen beträgt zum 31.12.2014 9,5 Mio. € und hat sich gegenüber dem Vorjahreswert von 10,5 Mio. € um 1,0 Mio. € reduziert, was hauptsächlich auf die Abschreibung auf den Geschäfts- und Firmenwert des Geschäftsfelds Foto i.H.v. 1,1 Mio. € zurückzuführen ist. Die Investitionen in das Anlagevermögen entfallen im Wesentlichen auf Software, EDV-Geräte und EDV-Ausstattung sowie die Entwicklung der Datenbank CASA.
Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum 31.12.2013 von 10,4 Mio. € auf 9,2 Mio. € gesunken, insbesondere durch die Verringerung der Dienstleistungsgeschäfte mit aktivischem Saldo um 885 T€ auf 914 T€ und der Ertragsteuerforderungen um 759 T€ auf 44 T€ zum Bilanzstichtag. Die liquiden Mittel haben sich stichtagsbezogen von 6.200 T€ zum 31.12.2013 auf 7.149 T€ zum 31.12.2014 erhöht.
Das Eigenkapital ist trotz des Konzernjahresüberschusses insgesamt von 6.759 T€ im Vorjahr um 152 T€ auf 6.607 T€ gesunken, da die Veränderung der Neubewertung der Rückstellung für Pensionen aufgrund der Zinsentwicklung mit 520 T€ als Eigenkapitalminderung zu erfassen war. Infolge der von 20,9 Mio. € zum 31.12.2013 auf 18,7 Mio. € zum 31.12.2014 reduzierten Bilanzsumme verbesserte sich die Eigenkapitalquote im Konzern auf 35,4 Prozent (Vorjahr: 32,3 Prozent).
Die langfristigen Schulden liegen mit 5,4 Mio. € über dem Wert des Vorjahres von 4,7 Mio. €. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Rückstellung für Pensionen um 891 T€ auf 4,2 Mio. € zum Bilanzstichtag zurückzuführen. Die kurzfristige Verschuldung sinkt von 9,4 Mio. € zum 31.12.2013 auf 6,6 Mio. €, insbesondere durch die um 3,2 Mio. € geringeren Verpflichtungen aus Aufträgen in Bearbeitung.
Die Konzern-Bilanzsumme beträgt zum Bilanzstichtag 18.667.254,84 € (Vorjahr: 20.869.308,22 €).
Die Fähigkeit des Konzerns, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, war zu jedem Zeitpunkt gegeben.
Unser Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen.
Der operative Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ist im Geschäftsjahr 2014 mit 1.545 T€ positiv und liegt deutlich über dem Vorjahreswert von 286 T€. Bei einem Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 778 T€ und unbaren Aufwendungen und Erträgen, die insbesondere Abschreibungen auf Sachanlagen und auf den Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von insgesamt 1.400 T€, einen Rückgang bei den Forderungen in Höhe von 2.110 T€ sowie die Verminderung von Verbindlichkeiten in Höhe von 2.992 T€ betreffen, erhöhte sich das Netto-Umlaufvermögen von 976 T€ zum 31.12.2013 auf 2.596 T€ zum 31.12.2014. Aus Finanzierungstätigkeit sind Mittel für Zinsaufwendungen i.H.v. 127 T€ abgeflossen. Aus Investitionstätigkeit ergaben sich Auszahlungen für Investitionen in langfristige Vermögenswerte i.H.v. von 471 T€. Der Finanzmittelfond bzw. die liquiden Mittel erhöhten sich von 6.200 T€ im Vorjahr um 949 T€ auf 7.149 T€ zum 31.12.2014.
Die im Vorjahr abgegebenen Prognosen werden in den folgenden Ausführungen einem Soll-Ist-Vergleich unterzogen, um beurteilen zu können, inwieweit die im Vorjahr berichteten Prognosen mit der tatsächlichen Entwicklung im Jahr 2014 übereinstimmen.
Der im Geschäftsbericht 2013 kommunizierte Plan-Konzernumsatz in der Bandbreite von 23 Mio. € bis zu 25 Mio. € und das positive Plan-Ergebnis sind mit dem erreichten Konzernumsatz 2014 von 25,4 Mio. € und einem Ergebnis vor Ertragsteuern von 0,8 Mio. € im oberen Bereich der Planung realisiert worden. Die finanziellen Ziele konnten im Jahr 2014 erreicht werden.
Als nichtfinanzielle Leistungsindikatoren verfolgen wir Kundenbelange sowie Arbeitnehmerbelange. Dabei ist es gelungen, auf Basis unserer exzellenten Dienstleistungen und der Kundenorientiertheit die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.
Den Arbeitnehmerbelangen wurde mit Hilfe der aktiven Personalpolitik Rechnung getragen und so eine Arbeitnehmerfluktuation vermieden. Nach der Reorganisation im Jahr 2013, bei der einige Bereiche der infas Holding AG neu strukturiert und Aufgaben gebündelt wurden, waren die Recruitingaktivitäten im Geschäftsjahr 2014 darauf ausgerichtet, die Nachbesetzung von kritischen vakanten Positionen sicherzustellen. Daneben wurden Mitarbeiter für den neu geschaffenen Bereich Marketingforschung rekrutiert. Für die infas Holding AG sind qualifizierte Mitarbeiter ein wesentliches Element, um den Erfolg des Unternehmens auch in Zukunft sicherzustellen. Die Rekrutierung neuer hochqualifizierter Mitarbeiter ist dabei ebenso wichtig, wie die bestehenden Mitarbeiter weiterzuentwickeln und zu fördern, um sie langfristig an das Unternehmen zu binden.
Die infas Holding AG erzielt als Management- und Finanzholding der infas Holding Gruppe keine Umsatzerlöse. Die Geschäftsentwicklung hängt primär von der Entwicklung der Tochtergesellschaften infas in Bonn einerseits und action press in Hamburg andererseits ab. Die Töchter entwickelten sich 2012 u.a. angesichts der unterschiedlichen Rahmenbedingungen höchst unterschiedlich, ja geradezu gegensätzlich. Vor diesem Hintergrund erfolgte im Jahr 2013 eine verstärkte strategische Ausrichtung auf den Kernbereich des Unternehmens, der von der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH repräsentiert wird. Ausdruck davon ist der Beschluss der Hauptversammlung vom August 2013 zu über einem Ergebnisabführungsvertrag mit dem Institut. Im Jahr 2014 wurde mit der Gründung der infas 360 GmbH ein weiterer Schritt getan, den Ausbau der Marketing- und Marktforschungskompetenz voranzutreiben. Insgesamt scheinen die objektiven Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung in Deutschland vorzuliegen: Forschungsinstitute prognostizieren für 2015 eine wirtschaftliche Entwicklung, die deutlich über Vorjahresniveau liegt: In der Eurozone ist weiterhin mit einem Wachstum zu rechnen.
Man weiß: Auch gute Prognostiker können irren. Gleichwohl: die Schätzungen für das Jahr 2014 haben sich als richtig erwiesen. Alle Tochterunternehmen haben sich im Jahr 2014 kontinuierlich entwickeln können, und action press konnte, wie prognostiziert, bei steigenden Umsätzen ein positives Ergebnis erwirtschaften. Für 2015 sind die Randbedingungen nicht schlechter einzuschätzen als 2014, so dass ein positiver Beitrag der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH für den Umsatz und den Ertrag der Holding auf Vorjahreshöhe hoch wahrscheinlich ist.
Für die eigentliche Geschäftstätigkeit sind keine Ereignisse nach dem Stichtag eingetreten. Es bleibt darauf hinzuweisen, dass am 18.02.2015 eine außerordentliche Hauptversammlung stattfand, deren Gegenstand das Geschäftsjahr 2013 sowie eine Neubesetzung des Aufsichtsrats war.
Jedes unternehmerische Handeln ist untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden. Einerseits können Risiken bei einer positiven Entwicklung entsprechende Chancen gegenüberstehen und andererseits werden gewisse Risiken eingegangen, um Chancenpotenziale nutzen zu können. Aus diesem Grund ist ein wirksames Management von Chancen und Risiken ein bedeutender Erfolgsfaktor für einen nachhaltigen Aufbau und zur Sicherung des Unternehmenswerts.
Die infas Holding AG ist als Finanzholding diversen qualitativen und quantitativen Risiken ausgesetzt. Qualitative Risiken stellen in erster Linie Absatz- und Beschaffungsrisiken dar. Die branchenspezifischen Rahmenbedingungen, denen die Konzerngesellschaften ausgesetzt sind, haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschärft. Verstärkt wird dieser Effekt durch den zunehmenden Verdrängungswettbewerb. Zu den quantitativen Risiken zählen interne Risiken hinsichtlich der Umsatz-, Ergebnis- und Liquiditätsentwicklung. Die infas Holding AG ist zur Deckung der betrieblichen und sonstigen Aufwendungen auf den Empfang von Zahlungen und Gewinnausschüttungen ihrer operativen Tochtergesellschaften angewiesen. Eine Vielzahl von Faktoren kann dazu führen, dass sich die tatsächlich eintretenden Ereignisse wesentlich von der prognostizierten Lage unterscheiden und geringere als die erwarteten Auszahlungen von den operativen Tochtergesellschaften vereinnahmt werden.
Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, findet ein ausgewogenes Risiko-Management-System (RMS) Anwendung. Kernbestandteil dieses Systems ist ein Frühwarnsystem, für das sowohl strategische als auch operative Risiken definiert sind. Für diese werden kontinuierlich Kennziffern generiert, die wiederum Bestandteil eines internen Monitoringsystems sind, mit dem regelmäßig und systematisch eine Risikoidentifikation stattfindet. Zur Sicherstellung einer effizienten und effektiven Risikokontrolle sind im RMS die Kommunikationsstrukturen klar definiert.
Das bestehende Risiko-Management-System wurde aufgrund der Neuerungen durch das BilMoG im Dezember 2009 dokumentarisch erweitert und ergänzt. Die wesentlichen internen und externen Risikofelder aus der operativen Aktivität, dem Finanz- und Rechnungswesen sowie der IT wurden einer Analyse unter Festlegung von Parametern unterzogen, die Handlungsweisen definieren und / oder die sofortige Berichtspflicht an den Vorstand bedingen. Obendrein wurde 2014 ein Controller bei der infas Holding AG eingestellt, der die Aufgabe hat, das bisherige System kritisch zu überprüfen und vor allem aufgrund des neuesten Wissenstands eine weitgehend automatisierte Erstellung der wichtigsten Kennzahlen zu gewährleisten. Der Controller berichtet dem Vorstand direkt und ist für die Generierung sämtlicher Kennzahlen aus allen Gesellschaften zuständig. Ein entsprechendes Reporting-System wird im Juni 2015 auf Holding-Ebene eingeführt.
Hierdurch werden potenzielle Risiken eruiert, bewertet sowie laufend überprüft. Alle Konzerngesellschaften berichten regelmäßig anhand der definierten Kennziffern. Zur Steuerung und Überwachung der Planzahlen und Ziele ist somit ein systematisches Erfassungs- und Kontrollsystem etabliert. Quartalsabschlüsse werden für alle Gesellschaften erstellt und die realisierten Zahlen den Planzahlen gegenübergestellt. Durch eine regelmäßige, enge Kommunikation der Geschäftsleitung mit dem Rechnungswesen und den Steuerberatern wird ein zeitnaher und sachgerechter Informationsstand sichergestellt. Gleichzeitig werden jedoch auch die Chancen analysiert, welche sich durch Trends in Markt und Wettbewerb ergeben.
Aufgrund der Größenordnung der infas Holding AG und ihrer Tochtergesellschaften wird der Buchhaltungsprozess durch professionelle Steuerberatungsgesellschaften extern in einem Dienstleistungs- und Prüfungsverhältnis bzw. auch intern unter externer Begleitung geführt. Damit soll auch sichergestellt werden, dass der Rechnungslegungsprozess in der Bearbeitungskette und auf allen Ebenen intern wie auch extern stets allen gesetzlichen Vorschriften und Anforderungen entspricht und etwaige Risiken entweder vermieden oder frühzeitig erkannt werden können. Die Buchführungsdaten werden über eine Datenverarbeitungsanlage von der DATEV-Organisation verarbeitet und ausgewertet. Die Ordnungsmäßigkeit des DATEV-Buchführungsprogramms wurde durch produktunabhängige Systemprüfung bestätigt. Der Kontenplan, welcher der Buchhaltung zugrunde liegt, entspricht den betrieblichen Anforderungen und bildet die Geschäftsvorfälle entsprechend den gesetzlichen Vorschriften ab. Das interne Kontroll- und Risiko-Management-System im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess umfasst im Wesentlichen eine Funktionstrennung sowie Zugriffsbeschränkungen hinsichtlich des intern ausgeführten Zahlungssystems. Die externen Dienstleistungsgesellschaften sind im Rahmen ihrer Tätigkeit aufgefordert, alle Transaktionen ebenfalls auf gesetzliche Vorschriften und Anforderungen zu prüfen und Verstöße dagegen sowie Unregelmäßigkeiten, welcher Art auch immer, sofort dem Vorstand der Gesellschaft anzuzeigen. Dies gilt im Besonderen im Abgleich der Zahlungsströme, die aus den Transaktionen resultieren.
Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld der Tochtergesellschaften, Zinsschwankungen, die Einführung von neuen Dienstleistungen, mangelnde Akzeptanz neuer Dienstleistungen oder auch Änderungen der Geschäftsstrategie beeinflussen das Risikobild. Diese potenziellen Risiken werden regelmäßig mit den Gesellschaften diskutiert. Als Unternehmen ist die infas Holding AG in erster Linie auf Deutschland und Europa fokussiert. Zwar ist man nicht direkt risikobehafteten Entwicklungen der Weltwirtschaft ausgesetzt, sondern nur insoweit sie über Europa und Deutschland vermittelt sind. Wie schnell sich aber solche Vermittlungen äußern können, sieht man an den neueren Entwicklungen im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung mit der Krise der Ukraine: Aus einem zunächst lokalen Konflikt wurde schnell ein internationaler Konflikt, der die wesentlichen Märkte der Welt in Mitleidenschaft zu ziehen droht.
Insgesamt sind die Rahmenbedingungen für Unternehmen in den letzten Jahren schwieriger und unkalkulierbarer geworden, weil die konjunkturellen Risiken insgesamt größer geworden sind. Im Gegensatz dazu ermöglicht die Fokussierung auf Nischen, unabhängiger von Krisen zu agieren. Die stark differenzierte Kundenstruktur insbesondere beim infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH in Bonn, aber auch bei der action press gmbh & co. kg in Hamburg begrenzt die Beeinträchtigung durch konjunkturelle Einflüsse. Am größten ist das Risiko bei der action press gmbh & co. kg in Hamburg, weil sich die Marktstruktur der Verlage schon seit Jahren im Umbruch befindet, und zwar unabhängig von der jeweiligen Konjunktur, was zu einem erheblichen Preisverfall geführt hat, der immer noch nicht ans Ende gekommen zu sein scheint.
Wissenschaftliche Einrichtungen aller Art indes unterliegen den allgemeinen Konjunkturzyklen nur bedingt. Das ist für das Geschäftsfeld der Sozialforschung von Relevanz. Allerdings können sich Themen ändern, für die empirische Forschung beauftragt wird. Das kann die Entwicklung der Auftragseingänge und Umsatzerlöse beeinflussen und Nachfrageausfälle und damit negative Konsequenzen für Umsatz und Ergebnis ergeben. Diese sind allerdings eher absehbar als konjunkturelle Einbrüche. Letztere sind eher wichtig für den Bereich Markt- und Marketingforschung. Hier ergeben sich jedoch derzeit mehr Chancen als Risiken durch die Neugründung der infas 360 GmbH. Diese Gesellschaft ist von der Struktur schlank und hoch flexibel aufgestellt, so dass sie sich den neueren Entwicklungen des Markts gut anpassen wird.
Es wurde bereits angemerkt: Die infas Holding AG erzielt als Management- und Finanzholding der infas Holding Gruppe keine Umsatzerlöse. Die Geschäftsentwicklung hängt primär von der Entwicklung der Tochtergesellschaften infas in Bonn einerseits und action press in Hamburg andererseits ab. Deswegen wird im Folgenden auf die jeweiligen Geschäftsbereiche eingegangen.
Das ifo-Institut in München hat sich zur Instanz entwickelt, die regelmäßig und empirisch gestützt die Perspektiven der Entwicklung der deutschen Wirtschaft relativ sicher vorhersagt. Die Vorhersagen werden auch auf Ebene der Branchen disaggregiert zur Verfügung gestellt. Aus den Daten, die an die an der Erhebung teilnehmenden Unternehmen verteilt werden, ergibt sich, dass das ifo-Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft 2015 weiterhin an die positive Entwicklung des vergangenen Jahres anzuknüpfen scheint. Es deuten sich aus den Daten keine gravierenden Einbrüche im Dienstleistungssektor in Deutschland an. Lange Zeit galt es als ausgemacht, dass sich die Marktforschungsbranche relativ unabhängig von Konjunkturzyklen entwickelt. In Krisenzeiten ändern sich, so eine weitverbreitete Annahme, die bis zum Jahr 2009 auch zu gelten schien, die Anforderungen und damit die Forschungsschwerpunkte: In guten Zeiten geht es um "Wachstum", in schlechten Zeiten um "Umstrukturierung". Diese Zeiten indes scheinen vorbei zu sein. Wie bereits angesprochen, musste die Branche in den beiden letzten Jahren Umsatzrückgänge verkraften und auch die führenden großen international aufgestellten Institute, die in Deutschland tätig sind, konnten nicht mit Wachstum in den beiden letzten Jahren aufwarten. In der Tat hat sich auch eine Zeit lang die Entwicklung der Marktforschungsbranche von den Konjunkturzyklen abgekoppelt. Damit ist es seit der Krise 2009 vorbei.
Die infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH ist mit ihrem Spektrum von Kunden, ihrer Präsenz in verschiedenen Märkten und ihren Methodenkompetenzen relativ breit aufgestellt. Dies führte dazu, dass der Umsatz jährlich stetig wuchs. Es wurde sogar Wachstum in Zeiten generiert, in denen die Marktforschungsbranche in der Krise war. Selbst bei schlechteren makroökonomischen Entwicklungen würde für das Institut kein akutes wesentliches Risiko bestehen, weil es als Full-Service-Dienstleister mit hohem methodischen Niveau aufgestellt ist, insbesondere für empirisch komplexe Fragestellungen, die in der Krise nicht einfach als gelöst unterstellt werden können, sondern sich möglicherweise in ihr sogar verschärfen. Dies gilt auch und gerade für den Bereich Sozialforschung. Die großen ungelösten Fragen der Gesellschaft wie Arbeitsmarkt, Bildung, Alter und Gesundheit generieren einen Forschungsbedarf, der auch unter den ungünstigsten Konstellationen der öffentlichen Haushalte abzudecken sein wird. Hier wird insbesondere empirisch relevanter Wissensbedarf entstehen.
Die Auftragslage der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH ist derzeit befriedigend. Wie von der Geschäftsführung mehr als einmal und auch öffentlich betont, war das hervorragende Ergebnis 2013 auf besondere Bedingungen zurückzuführen, u.a. auch auf die Tatsache, dass mehrere lukrative Großprojekte erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Es konnten zwar auch Nachfolgeprojekte generiert werden, diese konnten aber im Jahr 2014 nicht sofort ergebniswirksam werden. Es kann vor diesem Hintergrund nicht verwundern, dass das Ergebnis 2014 schwächer ausfiel. Es sei aber darauf hingewiesen, dass nach wie vor eine operative Rendite von 13,8 Prozent erwirtschaftet wurde, die über dem Branchendurchschnitt liegt und die sich so manches Institut als ein langfristiges Ziel vorgenommen hat. Dies und die systematisch organisierten Akquisitionsbemühungen des Instituts, die zu einem guten Auftragsbestand führten, lassen erwarten, dass eine moderate Steigerung von Umsatz und Ertrag im nächsten Jahr möglich scheint, zumindest aber eine Stabilisierung auf dem erreichten hohen Niveau.
Dies alles gilt allerdings nur, wenn vor dem geschilderten Hintergrund ein normaler Geschäftsverlauf unterstellt wird. Allerdings lassen die geschilderten, eher unübersichtlichen Marktbedingungen im europäischen Umfeld sowie der selbst für Experten nicht klare Konjunkturverlauf den Weg offen für Unsicherheitsfaktoren. Sollten diese oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den formulierten Erwartungen abweichen. Hierzu gehört die im Zuge der Einführung des Mindestlohns verursachte Beunruhigung in der Branche. Der Mindestlohn ist für das infas-Institut keine eigenständige Problematik, weil das Institut auch seine Interviewer weit über dem Mindestlohn entlohnt. Im Zuge der Einführung sind aber ebenfalls Tendenzen in der Branche sichtbar geworden, die darauf hindeuten, dass insbesondere die Sozialversicherungen aktiv sind, den Status der Interviewer aktiv und flächendeckend in ganz Deutschland zu hinterfragen. Einzelne Unternehmen in der Marktforschungsbranche haben im Vorgriff darauf begonnen, Interviewer sozialversicherungspflichtig einzustellen, was zu erheblichen Kostenbelastungen führen kann. Es wird genauestens zu beobachten sein, wie sich die Branche zu diesem Sachverhalt verhält und was für Konsequenzen daraus zu ziehen sind.
Die zukünftige Entwicklung wird in diesem Geschäftsfeld geprägt sein von Fortschritten und Rückschlägen bei der Überwindung der strukturellen Schwierigkeiten in dieser Branche. Die Überwindung dieser Schwierigkeiten kommt angesichts neuerer Entwicklungen der digitalen Welt einer Neuerfindung des bestehenden Geschäftsmodells gleich, ist riskant und dürfte länger dauern. Es ist daher konsequent, dass im Bereich Foto in einem ersten Schritt die Kosten an die sich derzeit abzeichnende Umsatzstruktur konsequent angepasst werden und auf Expansionsfantasien verzichtet wird, sofern sie sich auf Dienstleistungen für das "alte" Geschäftsmodell in dieser Branche beziehen. In weiteren Schritten müssen aber die Erbringung der Dienstleistung und ihre Qualität verbessert werden, um die vorhandenen Chancen eines Premiumanbieters zu nutzen. Hier besteht ein großes Risiko in der Entwicklung des Verlagswesens selbst. Sollte es dieser Branche nicht gelingen, Printangebote einerseits und digitale Angebote andererseits in einem integrierten Geschäftsmodell anzubieten, könnten erhöhte Risiken für eine krisenhafte Entwicklung mit entsprechenden Folgen für action press in Hamburg daraus resultieren.
Die Strategie der Geschäftsführung für das Jahr 2015 ist vor dem geschilderten Hintergrund nach wie vor, die Konzentration der Agentur auf das Kerngeschäft auszurichten mit dem Ziel, schneller als bisher und in einer breit diversifizierten Struktur als Top-Service-Agentur für die Medienkunden zu wachsen. Zur Kernkompetenz gehört nach wie vor der Yellow-Bereich. Verlage und Redaktionen sind hierbei die wichtigsten Kundengruppen. Während es daher nach wie vor oberstes Bestreben der Agentur sein wird, die bereits sehr hohe Qualität der Fotoprodukte noch weiterhin durch Kooperationen mit national und international renommierten Fotografen und Partneragenturen auszubauen, werden parallel neue Produkte und Serviceleistungen für Verlage bzw. andere Marktsegmente entwickelt und auf den Markt gebracht. Solcherart Angebote befinden sich derzeit noch in der Erkundungsphase und werden auf ihre Machbarkeit und Akzeptanz geprüft.
Für die Prognose des Konzerns für das Jahr 2015 gehen wir von den o. g. Erwartungen hinsichtlich der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung sowie den speziellen Branchenentwicklungen aus. Der Konzern verfügt über ein Risiko- und Chancenmanagement, das im Chancen- und Risikobericht beschrieben ist. Unsere Prognosen berücksichtigen die Risiko- und Chancenabwägungen des Konzerns nach Maßgabe unserer operativen Planung und weiteren geschäftsrelevanten Annahmen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden, wie oben dargestellt, wichtige Meilensteine erreicht, die eine nachhaltige, profitable Umsatzentwicklung erwarten lassen. Die Tochtergesellschaften konnten ihr Geschäft insbesondere nach der erfolgten Umstrukturierung der Fotoagentur in den Jahren 2012/2013 im abgelaufenen Geschäftsjahr stark verbessern, so dass sich dadurch eine gute Ausgangsbasis für profitables Wachstum ergibt. Das Management arbeitet daran, Chancen und Möglichkeiten zur Umsatzsteigerung und Verbesserung des operativen Ergebnisses (EBIT) zu erkennen und zu nutzen, wobei im nächsten Geschäftsjahr die Verbesserung des operativen Ergebnisses im Vordergrund steht. Für das Geschäftsjahr 2015 erwartet der Vorstand, dass an die erfolgreiche Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr angeknüpft werden kann. Vor dem geschilderten Hintergrund wird zusammenfassend davon ausgegangen, dass der Konzern mit einer hohen Wahrscheinlichkeit leicht wachsen wird. Es wird damit gerechnet, dass sich der Umsatz der Unternehmensgruppe in 2015 in einem Korridor zwischen 24 und 26 Mio. € bewegen wird. Aufgrund des zu erwartenden positiven operativen Ergebnisses ist ebenfalls mit einem entsprechenden Zufluss von operativem Cashflow zu rechnen. Darauf aufbauend, erwartet der Vorstand für das Jahr 2015 eine stabile Vermögens- und Finanzlage des Konzerns, der mit den zur Verfügung stehenden liquiden Mitteln sein Geschäft und den Ausbau neuer Aktivitäten finanzieren kann. Auch im folgenden Geschäftsjahr soll in den Auf- und Umbau des Bereichs Marketingforschung investiert werden. Der Konzern hat mit Aufstellung des Jahresabschlusses keine Finanzierungsmaßnahmen, die eine Aufnahme von Fremdkapital vorsehen, geplant.
Durch das Übernahmerichtlinie-Umsetzungsgesetz besteht für börsennotierte Unternehmen nach §§ 289 und 315 HGB die Pflicht, Angaben zu Kapitalzusammensetzung, Aktionärsrechten und deren Beschränkungen, Beteiligungsverhältnissen und den Organen der Gesellschaft zu machen, welche übernahmerelevante Informationen darstellen.
Das Grundkapital der infas Holding AG beträgt 9.000.000,00 €. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Die namenlosen Stückaktien unterliegen keinerlei Übertragungsbeschränkungen. Soweit dem Vorstand der Gesellschaft bekannt, bestehen keinerlei Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung der Aktien betreffen. Darüber hinaus sind dem Vorstand keine Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern bekannt, welche Beschränkungen in Stimmrechten und Übertragung von Aktien beinhalten. Die infas Holding AG hat die Inhaber von Aktien mit keinerlei Sonderrechten ausgestattet und hat auch keine Aktien begeben, die Sonderrechte oder Kontrollbefugnisse verleihen.
An der Gesellschaft ist die Effecten-Spiegel AG mit knapp über 30 Prozent, die Investmentgesellschaft für langfristige Investoren TGV mit über 20 Prozent, Herr Hans-Herbert Döbert und die Axxion S.A. mit knapp über 5 Prozent und Frau Loni Döbert mit knapp über 3 Prozent zum Bilanzstichtag gemäß § 315 (4) Nr. 3 HGB direkt oder indirekt beteiligt.
Es bestehen keinerlei Arbeitnehmerbeteiligungen am Kapital, bei denen die Kontrollrechte nicht unmittelbar ausgeübt werden.
Gemäß §§ 5 und 6 der Satzung der infas Holding AG besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder und bestimmt ihre Zahl. Im Geschäftsjahr 2014 bestand der Vorstand aus einer Person. Ist nur ein Vorstandsmitglied bestellt, so ist es einzeln zur Vertretung der Gesellschaft befugt. Der Aufsichtsrat hat dem Vorstand Einzelvertretungsmacht und die Befugnis erteilt, gleichzeitig Rechtsgeschäfte für die Gesellschaft und als Vertreter Dritter abzuschließen. Der Vorstand ist ebenso von den Beschränkungen des § 181 BGB in den Grenzen des § 112 AktG befreit.
Für die Änderung der Satzung gelten die gesetzlichen Vorschriften (§§ 133, 179 AktG).
Seit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 23. August 2012 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 22. August 2017 einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals um bis zu insgesamt 4.500.000,00 € gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2012). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht in bestimmten Fällen auszuschließen. Die Einzelheiten der Ermächtigung ergeben sich aus § 4 Abs. 5 der Satzung und dem unter Tagesordnungspunkt 5 im elektronischen Bundesanzeiger vom 16. Juli 2012 bekanntgemachten Beschlussvorschlag.
Seit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 23. August 2012 ist die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 22. August 2014 eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des bis zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Einzelheiten der Ermächtigung ergeben sich aus dem unter Tagesordnungspunkt 6 im elektronischen Bundesanzeiger vom 16. Juli 2012 bekanntgemachten Beschlussvorschlag.
Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen - sogenannte Change-of-Control-Klauseln - und Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern, bestehen nicht.
Gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 4 HGB ist die infas Holding AG dazu verpflichtet, im Lagebericht die Grundzüge des Vergütungssystems der Gesellschaft für die im Anhang genannten Gesamtbezüge darzustellen.
Ein Vergütungssystem, wie es der Deutsche Corporate Governance Kodex vorsieht, besteht nicht. Aufsichtsrat und Vorstand beziehen feste Bezüge, die im Anhang beziffert werden. Die im Anhang angegebenen variablen Bezüge des Vorstands beziehen sich auf die erfolgsabhängige Vergütung als Geschäftsführer bei der Tochtergesellschaft infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH.
Die nach § 289 a HGB vorgeschriebene Erklärung zur Unternehmensführung ist auf der Internetseite der infas Holding AG: "www.infas-holding.de" öffentlich zugänglich.
Bonn, 10. April 2015
infas Holding Aktiengesellschaft
- Der Vorstand -
Aktiva
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| 2014 € |
2013 € |
|
|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | ||
| 8 Immaterielle Vermögenswerte | 372.428,00 | 114.207,00 |
| 8 Geschäfts- oder Firmenwert | 4.094.967,00 | 5.206.467,00 |
| 9 Sachanlagen | 347.229,00 | 422.624,00 |
| 10 Finanzanlagen | 1,00 | 1,00 |
| 11 Latente Steueransprüche | 4.550.888,00 | 4.662.830,00 |
| 11 Sonstige Vermögenswerte | 86.716,72 | 86.716,72 |
| 11 Rechnungsabgrenzungsposten | 5.006,04 | 11.791,66 |
| Langfristige Vermögenswerte gesamt | 9.457.235,76 | 10.504.637,38 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| 12 Vorräte | 11.119,36 | 24.448,70 |
| 12 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 904.557,23 | 1.353.753,02 |
| 12 Dienstleistungsgeschäfte mit aktivischem Saldo | 914.058,14 | 1.799.434,60 |
| 12 Ertragsteuerforderungen | 43.720,06 | 803.079,32 |
| 12 Sonstige Vermögenswerte | 58.789,45 | 76.098,16 |
| 12 Rechnungsabgrenzungsposten | 129.060,77 | 107.833,35 |
| 12 Liquide Mittel | 7.148.714,07 | 6.200.023,79 |
| Kurzfristige Vermögenswerte gesamt | 9.210.019,08 | 10.364.670,94 |
| 18.667.254,84 | 20.869.308,32 | |
| Passiva | ||
| 2014 € |
2013 € |
|
| Eigenkapital | ||
| 13 Gezeichnetes Kapital | 9.000.000,00 | 9.000.000,00 |
| 13 Kapitalrücklage | 932.400,00 | 932.400,00 |
| 13 Eigenkapitalminderung infolge vollständiger Anteilsübernahme | -4.002.480,65 | -4.002.480,65 |
| 13 Eigenkapitalminderung aus sonstigem Konzernergebnis | -1.034.928,00 | -515.371,00 |
| 13 Konzernbilanzgewinn | 1.712.045,31 | 1.344.301,11 |
| 13 Den Anteilseignern zurechenbarer Anteil am Eigenkapital | 6.607.036,66 | 6.758.849,46 |
| 13 Anteile ohne beherrschenden Einfluss | 0,00 | 0,00 |
| Eigenkapital gesamt | 6.607.036,66 | 6.758.849,46 |
| Langfristige Schulden | ||
| 14 Rückstellungen für Pensionen | 4.174.555,00 | 3.284.375,00 |
| 17 Sonstige Rückstellungen | 164.483,79 | 214.175,02 |
| 15 Latente Steuerschulden | 1.107.041,00 | 1.223.160,00 |
| Langfristige Schulden gesamt | 5.446.079,79 | 4.721.710,02 |
| Kurzfristige Schulden | ||
| 16 Ertragsteuerschulden | 332.127,65 | 208.164,91 |
| 17 Sonstige Rückstellungen | 476.400,00 | 381.650,00 |
| 18 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 845.862,15 | 1.397.953,77 |
| 18 Verpflichtungen aus Aufträgen in Bearbeitung | 3.175.958,72 | 6.362.441,98 |
| 18 Erhaltene Anzahlungen | 534.101,82 | 0,00 |
| 18 Sonstige Verbindlichkeiten | 1.249.688,05 | 1.038.538,18 |
| Kurzfristige Schulden gesamt | 6.614.138,39 | 9.388.748,84 |
| 18.667.254,84 | 20.869.308,32 |
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| € | 2014 € |
2013 € |
|
|---|---|---|---|
| 19 Umsatzerlöse | 25.434.405,40 | 24.190.575,86 | |
| 20 Andere aktivierte Eigenleistungen | 189.676,00 | 0,00 | |
| 21 Sonstige betriebliche Erträge | 213.118,20 | 79.594,05 | |
| Materialaufwand/Aufwendungen für bezogene Leistungen | -12.363.026,36 | -11.408.240,50 | |
| 22 Personalaufwand | -7.657.767,84 | -6.734.279,56 | |
| 23 Abschreibungen | -1.399.917,39 | -1.235.022,56 | |
| 24 Sonstige betriebliche Aufwendungen | -3.497.489,86 | -3.072.927,44 | |
| 25 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 1.598,25 | 42.380,09 | |
| 25 Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens | -15.615,27 | -70.102,90 | |
| 25 Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -126.958,25 | -129.332,24 | |
| 25 Finanzergebnis | -140.975,27 | -157.055,05 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 778.022,88 | 1.662.644,80 | |
| 26 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -410.278,68 | 3.033.114,34 | |
| Konzernjahresüberschuss | 367.744,20 | 4.695.759,14 | |
| Ergebnisanteile Gesellschafter ohne beherrschenden Einfluss | 0,00 | 0,00 | |
| Ergebnisanteil Gesellschafter des Mutterunternehmens | 367.744,20 | 4.695.759,14 | |
| Gewinnvortrag | 1.344.301,11 | -3.351.458,03 | |
| 13 Konzernbilanzgewinn | 1.712.045,31 | 1.344.301,11 | |
| 29 Ergebnis je Aktie (verwässert und unverwässert) | 0,19 | 0,15 |
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| 2014 € |
2013 € |
|
|---|---|---|
| Konzernjahresüberschuss | 367.744,20 | 4.695.759,14 |
| Posten, die zukünftig nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden | ||
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen | -775.227,00 | -120.451,00 |
| Latente Steuereffekte | 255.670,00 | 253.609,00 |
| Sonstiges Konzernergebnis | -519.557,00 | 133.158,00 |
| Konzerngesamtergebnis | -151.812,80 | 4.828.917,14 |
| davon Anteil Aktionäre der infas Holding AG | -151.812,80 | 4.828.917,14 |
| davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter | 0,00 | 0,00 |
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| 2014 T€ |
2013 T€ |
|
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 778 | 1.663 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen | 1.112 | 323 |
| Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert | 288 | 912 |
| Erhöhung/Verminderung der Rückstellungen | 1.058 | 77 |
| Zinsaufwendungen/Zinserträge | 125 | 87 |
| Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Vermögenswerte | 2.110 | -907 |
| Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der Verpflichtungen aus Aufträgen in Bearbeitung, der erhaltenen Anzahlungen und der sonstigen Verbindlichkeiten | -2.992 | -1.543 |
| Gezahlte Ertragsteuern | -159 | -206 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen | -775 | -120 |
| Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit | 1.545 | 286 |
| Einzahlungen aus Abgängen von langfristigen Vermögenswerten | 0 | 0 |
| Auszahlungen für den Erwerb von langfristigen Vermögenswerten | -471 | -223 |
| Auszahlungen für die Aufstockung Anteile Tochtergesellschaft | 0 | -4.040 |
| Erhaltene Zinsen | 2 | 42 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -469 | -4.221 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Bankkrediten/sonstigen Darlehen | 0 | 0 |
| Auszahlungen aus der Tilgung von Bankkrediten/sonstigen Darlehen | 0 | 0 |
| Gezahlte Zinsen | -127 | -129 |
| Gezahlte Dividenden an Aktionäre | 0 | -540 |
| Gezahlte Dividenden an Gesellschafter ohne beherrschenden Einfluss | 0 | -312 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -127 | -981 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | 949 | -5.016 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 6.200 | 11.216 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 7.149 | 6.200 |
Der Finanzmittelfonds beinhaltet nur die liquiden Mittel und stimmt mit der entsprechenden Bilanzposition überein.
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| Geschäftsjahr 2014 | Gezeichnetes Kapital € |
Kapital- rücklage € |
Eigen- kapital- minderung aus sonstigem Konzern- ergebnis € |
Eigen- kapital- minderung infolge vollständiger Anteils- übernahme € |
Konzern- Bilanzgewinn € |
Anteile ohne beherr- schenden Einfluss € |
Konzern- Eigenkapital € |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1. Januar 2014 | 9.000.000,00 | 932.400,00 | -515.371,00 | -4.002.480,65 | 1.344.301,11 | 0,00 | 6.758.849,46 |
| Dividende für das Vorjahr | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Konzerngesamtergebnis 1.1.-31.12.2014 | 0,00 | 0,00 | -519.557,00 | 0,00 | 367.744,20 | 0,00 | -151.812,80 |
| Aufstockung Mehrheitsbeteiligung Tochtergesellschaft | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Stand 31. Dezember 2014 | 9.000.000,00 | 932.400,00 | -1.034.928,00 | -4.002.480,65 | 1.712.045,31 | 0,00 | 6.607.036,66 |
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| Geschäftsjahr 2013 | Gezeichnetes Kapital € |
Kapitalrücklage € |
Eigenkapital- minderung aus sonstigem Konzernergebnis € |
Eigenkapital- minderung infolge vollständiger Anteilsübernahme € |
Konzern- Bilanzverlust/ -gewinn € |
Anteile ohne beherr- schenden Einfluss € |
Konzern-Eigenkapital € |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1. Januar 2013 | 9.000.000,00 | 932.400,00 | -648.529,00 | 0,00 | -2.811.458,03 | 349.942,77 | 6.822.355,74 |
| Dividende für das Vorjahr | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | -540.000,00 | -312.442,77 | -852.442,77 |
| Konzern- gesamtergebnis 1.1.-31.12.2013 | 0,00 | 0,00 | 133.158,00 | 0,00 | 4.695.759,14 | 0,00 | 4.828.917,14 |
| Aufstockung Mehrheits- beteiligung Tochter- gesellschaft | 0,00 | 0,00 | 0,00 | -4.002.480,65 | 0,00 | -37.500,00 | -4.039.980,65 |
| Stand 31. Dezember 2013 | 9.000.000,00 | 932.400,00 | -515.371,00 | -4.002.480,65 | 1.344.301,11 | 0,00 | 6.758.849,46 |
Die infas Holding AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft deutschen Rechts. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Bonn (HRB 17379) eingetragen. Der Sitz der Gesellschaft ist 53113 Bonn, Friedrich-Wilhelm-Straße 18.
Die infas Holding Aktiengesellschaft ist Mutterunternehmen eines Konzerns. Sie hält zum Bilanzstichtag direkt Beteiligungen an vier Unternehmen, die auf den Gebieten der Meinungs-, Marketing-, Markt- und Sozialforschung und der digitalen Bildverarbeitung tätig sind.
Der Konzernabschluss der infas Holding Aktiengesellschaft wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Diese umfassen alle geltenden Standards und Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) bzw. des International Reporting Interpretations Committee (IFRIC). Der Konzernabschluss berücksichtigt alle bis zum 31. Dezember 2014 verabschiedeten und verpflichtend anzuwendenden Bestimmungen der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind und die ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften.
Das Geschäftsjahr der infas Holding AG und ihrer Tochterunternehmen ist das Kalenderjahr. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nichts anderes vermerkt, sind alle Beträge in Tausend Euro (T€) angegeben.
Nach § 315 a HGB i.V.m. Art. 4 der EU-IAS-Verordnung haben kapitalmarktorientierte Mutterunternehmen ihren gemäß §§ 290 - 293 HGB aufzustellenden Konzernabschluss nach den Regelungen der IFRS zu erstellen. Die IFRS-Konzernrechnungslegungspflicht gemäß § 315 a HGB setzt eine kapitalmarktorientierte Gesellschaft und damit den Handel im regulierten Markt voraus. Die infas Holding AG stellt verpflichtend einen Konzernabschluss nach IFRS auf, da die Aktien der infas Holding AG am regulierten Markt gehandelt werden.
In den Konzernabschluss werden alle Unternehmen einbezogen, die die infas Holding AG beherrscht (Tochterunternehmen).
Die infas Holding AG erlangt die Beherrschung, wenn sie Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus ihrer Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann.
Die infas Holding AG nimmt eine Neubeurteilung vor, ob sie in Beteiligungsunternehmen beherrscht oder nicht, wenn Tatsachen und Umstände darauf hinweisen, dass sich eines oder mehrere der oben genannten drei Kriterien der Beherrschung verändert haben.
Die Konsolidierung erfolgt ab dem Zeitpunkt, an dem die infas Holding AG die Möglichkeit der Beherrschung hat. Endet diese Möglichkeit, scheiden die entsprechenden Gesellschaften aus dem Konsolidierungskreis aus.
Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Muttergesellschaft infas Holding AG die folgenden 4 (Vj. 3) inländischen Tochtergesellschaften:
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| Kapitalanteil 31.12.2014 | Kapitalanteil 31.12.2013 | Tätigkeit | |
|---|---|---|---|
| infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH, Bonn | 100,00 Prozent | 100,00 Prozent | Markt- und Sozialforschung |
| action press GmbH & Co. KG, Hamburg | 100,00 Prozent | 100,00 Prozent | Fotoagentur |
| action press Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg | 100,00 Prozent | 100,00 Prozent | Verwaltungsgesellschaft |
| infas 360 GmbH, Bonn | 100,00 Prozent | 0,00 Prozent | Marketingforschung |
Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich im Geschäftsjahr folgende Veränderung des Konsolidierungskreises.
Mit Vertrag vom 12. März 2014 gründete die infas Holding AG die infas 360 GmbH als 100-prozentige Tochtergesellschaft.
Gegenstand des Konzernabschlusses sind die infas Holding AG und deren verbundene Unternehmen. Alle Tochterunternehmen, die unter der rechtlichen oder/und faktischen Kontrolle der infas Holding AG stehen, sind in den Konzernabschluss einbezogen.
Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem Fair Value der hingegebenen Vermögenswerte, ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren Fair Values im Transaktionszeitpunkt bewertet, unabhängig von dem Umfang der Anteile ohne beherrschenden Einfluss.
Der Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs über den Anteil des Konzerns an dem zum Fair Value bewerteten erworbenen Nettovermögen wird als Geschäfts- und Firmenwert angesetzt.
Änderungen der Beteiligungsquoten des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Die Buchwerte der vom Konzern gehaltenen Anteile und der Anteile anderer Gesellschafter werden so angepasst, dass sie die Änderungen der an dem Tochterunternehmen bestehenden Anteilsquoten widerspiegeln. Jede Differenz zwischen dem Betrag, um den die Anteile anderer Gesellschafter angepasst werden, und dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder erhaltenen Gegenleistung wird unmittelbar im Eigenkapital erfasst und den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zugeordnet.
Die Auswirkungen konzerninterner Geschäftsvorfälle werden eliminiert. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden gegeneinander aufgerechnet, Zwischengewinne und -verluste werden eliminiert. Konzerninterne Erträge werden mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Auf temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung werden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.
Die Aufstellung der in den IFRS-Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse erfordert teilweise Annahmen und Schätzungen, welche die betragsmäßige Höhe der ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von Eventualverbindlichkeiten und -forderungen, die Erträge und Aufwendungen der Berichtsperiode sowie die sonstigen Angaben im Konzernabschluss beeinflussen können. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen.
Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind in Tz 5 erläutert. Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen betreffen die folgenden Fälle.
Zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen bedient sich die Action Press Holding Aktiengesellschaft statistischer bzw. versicherungsmathematischer Berechnungen, um Auswirkungen künftiger Entwicklungen auf die Aufwendungen und Verpflichtungen aus diesen Plänen abzuschätzen. Diese Berechnungen beruhen auf Annahmen über den Abzinsungssatz und über die Gehalts- und Rentensteigerungsraten. Diese Annahmen beruhen auf den am Bilanzstichtag herrschenden Verhältnissen und Einschätzungen bzw. auf den dann geltenden Marktbedingungen.
Unternehmenserwerbe erfordern Schätzungen hinsichtlich des Fair Value der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. In Übereinstimmung mit IAS 36 werden zahlungsmittelgenerierende Einheiten aus Unternehmenszusammenschlüssen mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Geschäfts- und Firmenwerte werden für Zwecke des Werthaltigkeitstests im Erwerbszeitpunkt zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Zur Beurteilung der Werthaltigkeit wird der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit dem erzielbaren Betrag verglichen. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus Nettoveräußerungspreis und dem Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Gruppe ermittelt den erzielbaren Betrag als Nutzungswert und damit als Barwert der zukünftigen Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die zukünftigen Cashflows stammen aus der Planrechnung des Konzerns. Insbesondere die Prognosen zukünftiger Cashflows sind vor dem Hintergrund der vorangegangenen Finanz- und Wirtschaftskrise sowie dem anschließenden dynamischen Wirtschaftsaufschwung mit zusätzlichen Unsicherheiten behaftet.
Die Berechnung des Barwerts der geschätzten zukünftigen Cashflows beruht auf Annahmen über Bestandsentwicklungen, zukünftigen Umsatzvolumina und Aufwendungen. Der Cashflow-Schätzung liegen Detailplanungszeiträume von 4 Jahren zugrunde. Für den Zeitraum danach wurde von konstanten Cashflows ausgegangen. Die ermittelten Cashflows wurden mit gewichteten marktadäquaten Kapitalkostensätzen von 8,75 Prozent vor Steuern (Vj. 9,0 Prozent vor Steuern) abgezinst.
Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerrechtlicher Vorschriften, Änderungen des Steuerrechts sowie der Höhe und des Entstehungszeitpunkts künftig zu versteuernder Ergebnisse. Angesichts des langfristigen Charakters und der Komplexität bestehender vertraglicher Vereinbarungen ist es möglich, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen bzw. künftige Änderungen solcher Annahmen in Zukunft Anpassungen des bereits erfassten Steuerertrags und Steueraufwands erfordern.
Latente Steueransprüche werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, so dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der latenten Steueransprüche, die aktiviert werden können, ist eine wesentliche Ermessungsausübung des Managements bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Weitere Details zu Steuern werden in den Tz 6 und 26 erläutert.
Weitere Erläuterungen über getroffene Annahmen und Schätzungen erfolgen bei den Angaben zu den einzelnen Abschlusspositionen. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag. Bei der Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung wurde außerdem das zu diesem Zeitpunkt als realistisch unterstellte wirtschaftliche Umfeld in den Branchen und Regionen, in denen der Konzern tätig ist, berücksichtigt. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses ist nicht von einer wesentlichen Änderung der zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen auszugehen.
Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden als Vermögenswert erfasst und mindestens jährlich auf Werthaltigkeit überprüft. Eine Wertminderung wird sofort als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und in den Folgeperioden nicht wieder wertaufgeholt. Der Geschäfts- oder Firmenwert, der aus Unternehmenserwerben vor dem 1. Januar 2004 entstanden ist, wurde aufgrund der Erleichterungsvorschrift gemäß IFRS 1 bis zum 31. Dezember 2003 grundsätzlich planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 15 Jahren gleichmäßig abgeschrieben. Eine Wertaufholung der in vorangegangenen Perioden abgeschriebenen Beträge findet nicht statt.
Gemäß IAS 36.10 tritt unter anderem bei Geschäfts- oder Firmenwerten an die Stelle von planmäßigen Abschreibungen eine regelmäßige, mindestens jährlich durchzuführende Werthaltigkeitsprüfung. Die Werthaltigkeitsprüfung eines Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf Ebene einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit (CGU) vorgenommen. Die Werthaltigkeitsprüfung basiert auf der Ermittlung des erzielbaren Betrags. Dieser ergibt sich aus dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Übersteigt der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit deren erzielbaren Betrag, liegt ein Wertminderungsbedarf vor. Im Fall von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit CGU, die einen Firmenwert enthalten, werden zunächst bestehende Firmenwerte reduziert. Übersteigt der Wertberichtigungsbedarf den Buchwert des Firmenwerts, wird die Differenz i.d.R. proportional auf die verbleibenden langfristigen Vermögenswerte der CGU verteilt.
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte (Entwicklungskosten) werden mit den direkt und indirekt zurechenbaren Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist. Weiterhin muss sowohl die technische Realisierbarkeit, als auch die Vermarktung oder die interne Nutzung der Produkte sichergestellt sein (IAS 38). Es muss die Absicht bestehen, den Vermögenswert mit hierfür zur Verfügung stehenden Ressourcen fertigzustellen. Die Entwicklungstätigkeit muss ferner mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führen. Die planmäßige Abschreibung erfolgt auf der Grundlage einer geplanten Nutzungsdauer von 5 Jahren. Forschungskosten sind gemäß IAS 38 nicht aktivierungsfähig.
Andere erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Als Nutzungsdauer werden drei Jahre zugrunde gelegt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer liegen nicht vor.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen, angesetzt. Reparaturkosten werden sofort als Aufwand verrechnet.
Aktivierungspflichtige Fremdkapitalzinsen waren nicht gegeben. Die Abschreibungen werden beim beweglichen Anlagevermögen im Allgemeinen linear entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer über einen Zeitraum von 1 bis 13 Jahren vorgenommen.
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald die infas Holding AG oder ihre Tochtergesellschaften Vertragspartei und zur Leistung oder Gegenleistung berechtigt oder verpflichtet wird. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich unsaldiert ausgewiesen.
Sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. Die Folgebewertung der Finanzinstrumente erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten, die i.d.R. den Buchwerten entsprechen.
Langfristige finanzielle Vermögenswerte werden am Erfüllungstag, d.h. zum Zeitpunkt des Entstehens bzw. der Übertragung des Vermögenswerts, zum beizulegenden Zeitwert aktiviert.
Für die Folgebewertung zum Bilanzstichtag werden finanzielle Vermögenswerte unterschieden in vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte. Die Klassifizierung hängt von dem Zweck ab, für den das jeweilige Instrument erworben wurde.
Ausgereichte Kredite und Forderungen werden in der Folge zu jedem Bilanzstichtag zu fortgeführten Anschaffungskosten, die auch dem beizulegenden Zeitwert entsprechen, bewertet. Zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte werden an den folgenden Bilanzstichtagen zum beizulegenden Zeitwert angesetzt.
Die zur Veräußerung verfügbaren Finanzanlagen werden zum Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, sofern dieser verlässlich bestimmbar ist. Wertschwankungen zwischen den Bilanzstichtagen werden erfolgsneutral in die Rücklagen eingestellt. Die erfolgswirksame Auflösung der Rücklagen erfolgt entweder mit der Veräußerung oder bei nachhaltigem Absinken des Marktwerts unter den Buchwert. Kredite und Forderungen werden zum Bilanzstichtag zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sinkt der erzielbare Betrag zum Bilanzstichtag unter den Buchwert, werden erfolgswirksame Wertberichtigungen vorgenommen.
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte beinhalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, derivative finanzielle Vermögenswerte sowie gehaltene Eigenkapitalinstrumente.
Alle kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte werden am Erfüllungstag, d.h. zum Zeitpunkt des Entstehens der Forderung bzw. der Übertragung des wirtschaftlichen Eigentums, zunächst mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt, der im Falle der Finanzinstrumente und der Vorräte den Anschaffungskosten entspricht. Die Anschaffungskosten von unter- bzw. nicht verzinslichen monetären Forderungen entsprechen deren Barwert zum Entstehungszeitpunkt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen i.d.R. den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte.
Die Folgebewertung erfolgt analog zu den langfristigen finanziellen Vermögenswerten.
Forderungen werden erstmalig zum beizulegenden Zeitwert und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode angesetzt, sofern sie nicht zu Handelszwecken gehalten werden.
Bestehen an der Einbringbarkeit von Forderungen Zweifel, werden diese mit dem niedrigeren realisierbaren Betrag angesetzt, indem eine entsprechende Einzelwertberichtigung gebildet wird.
Bankguthaben und Kassenbestände sind zum Nominalwert angesetzt.
Kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen Ertragsteuerforderungen sowie Umsatzsteuerforderungen und andere nicht vertragliche Forderungen und Rechnungsabgrenzungsposten.
Der Ansatz der kurzfristigen nicht finanziellen Vermögenswerte erfolgt zu Anschaffungskosten. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung angemessener Wertberichtigungen.
Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert. Auf den Vorratsbestand wurden in 2014 Wertberichtigung in Höhe von 10 T€ (Vj. 0 T€) vorgenommen.
Die Dienstleistungsgeschäfte mit aktivischem Saldo werden entsprechend dem Projektfortschritt mit den bis zum Bilanzstichtag entstandenen Auftragskosten, abzüglich bereits erfolgter Teilabrechnungen, angesetzt, soweit hieraus ein aktivischer Saldo besteht. Sofern Teilabrechnungen den Gegenwert des Leistungsfortschritts übersteigen und ein passivischer Saldo besteht, wird eine Verpflichtung aus Aufträgen in Bearbeitung angesetzt.
Die Verpflichtung aus unmittelbaren Pensionszusagen (leistungsorientiertes System zur betrieblichen Altersversorgung) wird nach dem in IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung von zukünftigen Entgelt- und Rentenanpassungen errechnet. Der laufende Altersversorgungsaufwand ergibt sich aus der planmäßigen Entwicklung der Anwartschaftsrückstellungen. Der Dienstzeitaufwand für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird als Aufwand innerhalb des betrieblichen Ergebnisses ausgewiesen. Der im Netto-Pensionsaufwand enthaltene Zinsaufwand wird im Finanzergebnis der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionsrückstellungen werden bei Anfall erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst. Aktive latente Steuern aus der Erfassung der Verluste im sonstigen Ergebnis werden entsprechend im sonstigen Ergebnis berücksichtigt.
Die Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung hat, diese Verpflichtung wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungshöhe entspricht der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrags zum Bilanzstichtag, wobei erwartete Erstattungen Dritter nicht saldiert, sondern als separater Vermögenswert angesetzt werden, sofern die Realisierung so gut wie sicher ist. Ist der Zinseffekt wesentlich, wird die Rückstellung mit dem Marktzins abgezinst. Rückstellungen für drohende Verluste aus ungünstigen Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidlichen Kosten.
Verbindlichkeiten werden erstmalig zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten angesetzt. In der Folge werden diese zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Im Fall langfristiger Kredite wird jede Differenz zwischen Auszahlungsbetrag (nach Abzug von Transaktionskosten) und dem Rückzahlungsbetrag über die Laufzeit des Kredits unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfolgswirksam erfasst.
Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres werden - unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung - berücksichtigt, wenn sie realisiert sind. Zeitraumbezogene Aufwendungen und Erträge werden nur berücksichtigt, soweit sie auf das Geschäftsjahr entfallen.
Erträge werden in der Gruppe dann erfasst, wenn wahrscheinlich ist, dass dem Konzern ein wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, dessen Höhe verlässlich bestimmbar ist. Die Methode der Umsatzrealisierung bestimmt sich maßgeblich nach IAS 18. Die Geschäfte aus dem Bereich Markt- und Sozialforschung, die zum Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossen sind, werden i.V.m. IAS 11 im Ergebnis nach der Zero-Profit-Margin-Methode mit den angefallenen Auftragskosten bewertet. Der Projektfortschritt wird hierbei als Verhältnis der tatsächlich angefallenen Kosten zu den insgesamt für das Projekt erwarteten Kosten ermittelt.
Die in diese Berechnung einzubeziehenden Kosten bestehen aus allen direkten Kosten und anteiligen indirekten Kosten. Rückstellungen für drohende Verluste aus laufenden Aufträgen werden gebildet, wenn sie absehbar sind. Diese Umsätze werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als noch nicht fakturierte Umsätze unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. In der Bilanz erfolgt der Ausweis unter Berücksichtigung der vertraglich vereinbarten und erhaltenen Anzahlungen entweder als Aktivposten unter der Bezeichnung "Dienstleistungsgeschäfte mit aktivischem Saldo" oder als Passivposten "Verpflichtungen aus Aufträgen in Bearbeitung", falls der Betrag der erhaltenen Anzahlungen die angefallenen Auftragskosten übersteigt. Die übrigen Erlöse realisiert der Konzern, wenn die Leistung erbracht ist.
Die vom Konzern abgeschlossenen Miet- und Leasingverträge werden entweder als "finance lease" oder als "operating leases" qualifiziert. Soweit bei den Leasingverhältnissen alle wesentlichen Chancen und Risiken auf den Konzern als Leasingnehmer übergegangen sind, wird ihm das wirtschaftliche Eigentum zugerechnet. Das Leasingobjekt sowie die hiermit in Zusammenhang stehenden Leasingverbindlichkeiten werden beim Konzern bilanziert (finance lease). Alle übrigen Leasingvereinbarungen werden als operating leases erfasst. Die laufenden Leasingraten werden in diesem Fall bei Anfall aufwandswirksam erfasst.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wurden gemäß IAS 12 ("Income Taxes") erfasst. Im Geschäftsjahr 2014 werden tatsächlich angefallene Ertragsteuern in Höhe von 159 T€ (Vj. 206 T€) der infas Holding AG ausgewiesen. Daneben sind aktive bzw. passive latente Steuern bilanzorientiert abzugrenzen. Berücksichtigt werden die steuerlichen Auswirkungen, die sich aus temporären Unterschieden zwischen handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen von Vermögensgegenständen bzw. Schulden ergeben und die sich in künftigen Wirtschaftsjahren umkehren werden. Sie werden auf der Grundlage der Steuersätze und Steuervorschriften ermittelt, die auf Basis der Gesetzeslage zum voraussichtlichen Zeitpunkt der Auflösung der Unterschiede gelten werden.
Mit Übernahme der Anteile der Minderheitsgesellschafter an der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH und dem Abschluss eines Gewinnabführungsvertrages zwischen der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH und der infas Holding AG wurde im Jahr 2013 eine ertragsteuerliche Organschaft begründet und die Möglichkeit geschaffen, die steuerlichen Verlustvorträge der infas Holding AG zu nutzen. Steuerlich wird bei Vorliegen einer Organschaft nach § 14 Abs. 1 S. 2 KStG das Einkommen der Organgesellschaft vor Berücksichtigung des an den Organträger abgeführten Gewinns ermittelt und dem Organträger zugerechnet. Vom Grundsatz her wird bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens auf der Ebene der infas Holding AG das Einkommen der infas GmbH zunächst mit dem Ergebnis der action press gmbh & co. kg und dem Einkommen der Holding verrechnet. Dieses so ermittelte Einkommen wird mit den vorhandenen Verlustvorträgen der infas Holding AG verrechnet. Diese Verrechnung mit Verlustvorträgen ist allerdings jährlich auf die Höhe von 1,0 Mio. € begrenzt. Der 1,0 Mio. € übersteigende Betrag kann zu 60 Prozent mit den Verlustvorträgen verrechnet werden (§ 10a Abs. 1 GewStG, § 10d Abs. 2 EStG).
Die körperschaftsteuerlichen und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge der Muttergesellschaft betragen zum 31.12.2014 ca. 13 Mio. € (Vj. 14 Mio. €) und ca. 9 Mio. € (Vj. 11 Mio. €). Die im Geschäftsjahr aktivierten latenten Steuern auf diese Verlustvorträge betragen 3.554 T€ (Vj. 4.122 T€). Dabei wurde wie im Vorjahr ein Steuersatz von 33,0 Prozent und ein Planungszeitraum von 5 Jahren berücksichtigt. Weitere aktive latente Steuern ergeben sich aus den unterschiedlichen Wertansätzen der Pensionsrückstellungen nach IFRS und nach den steuerlichen Vorschriften von 2.334 T€ (Vj. 1.534 T€) und betragen 770 T€ (Vj. 506 T€). Gleiches gilt für die gebildete Rückstellung für drohende Verluste i.H.v. T€ 262, die nach den steuerlichen Vorschriften nicht zum Ansatz kommt und zum Bilanzstichtag 164 T€ beträgt. Die hieraus ermittelten aktiven latenten Steuern betragen 27 T€ (Vj. 35 T€).
Die körperschaftsteuerlichen und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge der infas 360 GmbH betragen zum 31.12.2014 554 T€. Die Aktivierung von latenten Steuern aus den Anlaufverlusten der im Geschäftsjahr neugegründeten Tochtergesellschaft konnte nur in Höhe von 64 T€ erfolgen, da diese Aktivierung begrenzt ist auf die Höhe der vorhandenen passiven latenten Steuern der infas 360 GmbH. Aktive latente Steuern in Höhe von 118 T€ kamen nicht zum Ansatz.
Aktive latenten Steuern für steuerliche Verlustvorträge der Tochtergesellschaft action press gmbh & co. kg kamen in Höhe von 135 T€ (Vj. 0 T€) zum Ansatz. Nach der Prognose für die nächsten 5 Jahre sowie für die einschätzbare Zeit darüber hinaus ist es wahrscheinlich, dass zukünftig entsprechend positive Ergebnisse erreicht werden und Verlustvorträge in Höhe von 823 T€ mit Gewinnen verrechnet werden können. Aktive latente Steuer in Höhe von 539 T€ kamen nicht zum Ansatz. Die gewerbesteuerlichen Verlustvorträge dieser Tochtergesellschaft betragen zum 31.12.2014 insgesamt 4,1 Mio. € (Vj. 3,7 Mio. €).
Passive latente Steuern aus temporären Differenzen bei den Geschäfts- und Firmenwerten von 3.162 T€ (Vj. 3.709 T€) in den Tochtergesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2014 mit 1.043 T€ (Vj. 1.223 T€) angesetzt. Weitere passive latente Steuern ergeben sich im Wesentlichen aus den unterschiedlichen Wertansätzen von immateriellen Vermögenswerten in der Steuerbilanz und der IFRS-Bilanz der Tochtergesellschaft infas 360 GmbH und wurden in Höhe von 64 T€(Vj. 0 T€) angesetzt.
Sämtliche vom IASB herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der infas Holding AG angewendeten IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen. Der aufgestellte Konzernabschluss der infas Holding AG entspricht damit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den IFRS insgesamt.
Die infas Holding AG hat im Geschäftsjahr die nachfolgend aufgelisteten neuen und überarbeiteten IFRS-Standards und -Interpretationen angewandt:
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| Vorschrift | Titel | Veröffentlicht im | Anwendbar ab (Geschäftsjahres- beginn)1) |
|---|---|---|---|
| IFRS 10 | Konzernabschlüsse | Mai 2011 | 01.01.2014 |
| IFRS 11 | Gemeinschaftliche Vereinbarungen | Mai 2011 | 01.01.2014 |
| IFRS 12 | Angaben über Beteiligungen an anderen Unternehmen | Mai 2011 | 01.01.2014 |
| Änderung von IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 | Übergangsbestimmungen | Juni 2012 | 01.01.2014 |
| Änderung von IFRS 10, IFRS 12 und IAS 27 | Investmentgesellschaften | Oktober 2012 | 01.01.2014 |
| IAS 27 | Einzelabschlüsse (überarbeitet 2011) | Mai 2011 | 01.01.2014 |
| IAS 28 | Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (überarbeitet 2011) | Mai 2011 | 01.01.2014 |
| Änderung von IAS 32 | Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden | Dezember 2011 | 01.01.2014 |
| Änderung von IAS 36 | Angaben zum erzielbaren Betrag von nichtfinanziellen Vermögenswerten | Mai 2013 | 01.01.2014 |
| Änderung von IAS 39 | Novation von Derivaten und Fortführung der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften | Juni 2013 | 01.01.2014 |
1) Es wird jeweils angegeben, ab wann die genannten Standards und Interpretationen erstmals in der EU anzuwenden waren.
Aus der Anwendung der neuen oder überarbeiteten IFRS-Standards und Interpretationen ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Sie führten jedoch teilweise zu zusätzlichen Angaben.
Das IASB und das IFRIC haben bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses nachfolgend aufgelistete Standards und Interpretationen veröffentlicht, die bereits im Rahmen des Komitologieverfahrens in das EU-Recht übernommen wurden, aber im Geschäftsjahr 2014 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Die infas Holding AG wendet diese Standards und Interpretationen nicht vorzeitig an.
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| Vorschrift | Titel | Veröffentlicht im | Anwendbar ab (Geschäftsjahresbeginn)1) |
|---|---|---|---|
| Diverse | Verbesserungen zu IFRS (2010-2012) | Dezember 2013 | 01.02.2015 |
| Diverse | Verbesserungen zu IFRS (2011-2013) | Dezember 2013 | 01.01.2015 |
| Änderung von IAS 19 | Beiträge von Arbeitnehmern | November 2013 | 01.02.2015 |
| IFRIC 21 | Abgaben | Mai 2013 | 17.06.2014 |
1) Es wird jeweils angegeben, ab wann die genannten Standards und Interpretationen erstmals in der EU anzuwenden sind.
Das IASB und das IFRIC haben nachfolgend aufgelistete Standards und Interpretationen veröffentlicht, die im Geschäftsjahr 2014 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Diese Standards und Interpretationen wurden von der EU bislang nicht anerkannt und werden von der infas Holding AG nicht angewendet.
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| Vorschrift | Titel | Veröffentlicht im | Anwendbar ab (Geschäftsjahresbeginn)1) |
|---|---|---|---|
| IFRS 9 | Finanzinstrumente | Juli 2014 | 01.01.2018 |
| IFRS 14 | Regulatorische Abgrenzungsposten | Januar 2014 | 01.01.2016 |
| IFRS 15 | Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden | Mai 2014 | 01.01.2017 |
| Änderung von IFRS 10 und IAS 28 | Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten eines Investors an bzw. in ein assoziiertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen | September 2014 | 01.01.2016 |
| Änderung von IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 | Anlagegesellschaften: Anwendung der Befreiungsregelung von der Konsolidierungspflicht | Dezember 2014 | 01.01.2016 |
| Änderung von IFRS 11 | Erwerb von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit | Mai 2014 | 01.01.2016 |
| Änderung von IAS 1 | Darstellung des Abschlusses | Dezember 2014 | 01.01.2016 |
| Änderung von IAS 16 und IAS 38 | Klarstellung zulässiger Abschreibungsmethoden | Mai 2014 | 01.01.2016 |
| Änderung von IAS 16 und IAS 41 | Fruchttragende Pflanzen | Juni 2014 | 01.01.2016 |
| Änderung von IAS 27 | Equity-Methode in Einzelabschlüssen | August 2014 | 01.01.2016 |
| Diverse | Verbesserungen zu IFRS (2011-2013) | September 2014 | 01.01.2016 |
1) Es wird jeweils angegeben, ab wann die genannten Standards und Interpretationen erstmals laut dem IASB anzuwenden sind.
Eine vorläufige Analyse der neuen Regelungen durch die Gesellschaft hat ergeben, dass sich kein wesentlicher Anpassungsbedarf bei der erstmaligen Anwendung ergeben wird.
Die Bilanz ist nach Fristigkeit gegliedert, Vermögenswerte und Schulden sind in langfristig - bei Fälligkeit über einem Jahr - und kurzfristig aufgegliedert.
Der Konzern verfügt nur über einzeln erworbene sowie selbst entwickelte immaterielle Vermögenswerte sowie Geschäfts- oder Firmenwerte, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurden.
Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte umfassen Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Goodwill. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte werden über ihre begrenzte voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben, die 3 bis 5 Jahre beträgt.
Die aktivierten Entwicklungskosten betreffen die selbsterstellte Datenbank CASA (vgl. Tz 9).
Um die Vorschriften des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Firmenwerten zu ermitteln, hat die infas Holding AG ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. Zur Prüfung der Werthaltigkeit gemäß IAS 36 wurde ein Impairment-Test nach IAS 36 durchgeführt. Darüber hinaus werden Geschäfts- oder Firmenwerte mindestens einmal jährlich überprüft, wenn Sachverhalte oder Gründe vorliegen sollten, die auf eine Minderung der Buchwerte schließen lassen. Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte ergibt sich aus dem Anlagespiegel.
Unter der Position Geschäfts- und Firmenwerte sind im Wesentlichen die Geschäftswerte der den Segmenten entsprechenden rechtlichen Einheiten action press gmbh & co. kg (Buchwert zum 31.12.2014 3.928 T€ - Vj. 5.039 T€) und infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH (Buchwert - wie im Vj. -167 T€) ausgewiesen. Aufgrund der künftig erwarteten negativen Geschäfts- und Ergebnisentwicklung der CGU action press gmbh co. kg ergab sich aus der Werthaltigkeitsüberprüfung im Geschäftsjahr 2014 ein Wertminderungsbedarf i.H.v. 1.112 T€ (Vj. 912 T€), so dass Abschreibungen auf den unter dem Buchwert liegenden erzielbaren Betrag vorgenommen werden mussten. Diese Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte werden unter der Position Abschreibungen ausgewiesen (vgl. Tz 23).
Als erzielbarer Ertrag wurde der Nutzungswert auf der Grundlage eines Detailplanungszeitraums von 4 Jahren, von Cashflows unter der die Erfahrung der Vergangenheit berücksichtigenden Annahme einer stetigen Geschäftsentwicklung und einem Kapitalisierungszinssatzes von 8,75 Prozent vor Steuern (Vj. 9,0 Prozent vor Steuern) ermittelt. Der zur Diskontierung verwendete Kapitalisierungszinssatz basiert auf einem risikofreien Zinssatz von 1,75 Prozent sowie auf einer Marktrisikoprämie, die aus einer Brandbreite von 5,5 bis 7 Prozent mit 7,0 Prozent berechnet wurde. Der individuell abgeleitete Beta-Faktor wurde mit 1,0 angesetzt. Ein Wachstumsabschlag zur Extrapolation des letzten Planjahres erfolgte nicht.
Der Planung der Cashflows der CGU action press gmbh & co. kg lagen folgende Annahmen zugrunde. Der Umsatz im Kerngeschäft stabilisiert sich hinsichtlich der Anzahl der verkauften Bilder und der erzielbaren Preise auf niedrigem Niveau. Der Umsatz aus neuen Geschäftsfeldern steigt langsam an. Insgesamt wurde ein Umsatzwachstum von jährlich 2,5 Prozent zugrunde gelegt. Über die Planperioden ist ein gleichbleibender Honorarsatz für die Fotografen angesetzt worden. Bei der Personalkostenplanung wurde die Reduzierung infolge der durchgeführten Umstrukturierung und dem damit einhergehenden Personalabbau berücksichtigt. Sollte das geplante Umsatzwachstum 1 Prozent höher (niedriger) liegen, so ergäbe sich ein erzielbarer Betrag von 4,8 Mio. € (3,2 Mio. €). Bei einem um 1 Prozent höheren (niedrigeren) Zinssatz infolge eines höheren (niedrigeren) Risikozuschlags ergäbe sich ein erzielbarer Betrag von 3,5 Mio. € (4,7 Mio. €).
Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und des Sachanlagevermögens ergibt sich aus dem Anlagespiegel.
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| Anschaffungs-/Herstellungskosten | |||
|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2014 T€ |
Zugänge Abgänge T€ |
Stand 31.12.2014 T€ |
|
| --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | |||
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 925 | +153 | 1.078 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 7.347 | 0 | 7.347 |
| Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte | 0 | 190 | 190 |
| 8.272 | +343 | 8.615 | |
| Sachanlagen | |||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2.861 | +128 | 2.989 |
| Finanzanlagen | |||
| Beteiligungen | 5 | 0 | 5 |
| 5 | 0 | 5 | |
| 11.138 | +471 | 11.609 |
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| Abschreibungen/Wertminderungen | |||
|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2014 T€ |
Zugänge Abgänge T€ |
Stand 31.12.2014 T€ |
|
| --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | |||
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 810 | +82 | 892 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 2.141 | +1.111 | 3.252 |
| Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte | 0 | 3 | 3 |
| 2.951 | +1.196 | 4.147 | |
| Sachanlagen | |||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2.439 | 203 | 2.642 |
| Finanzanlagen | |||
| Beteiligungen | 5 | 0 | 5 |
| 5 | 0 | 5 | |
| 5.395 | 1.400 | 6.794 |
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| Restbuchwerte | ||
|---|---|---|
| Stand 31.12.2014 T€ |
Stand 31.12.2013 T€ |
|
| --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 186 | 115 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 4.095 | 5.206 |
| Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte | 187 | |
| 4.468 | 5.321 | |
| Sachanlagen | ||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 347 | 422 |
| Finanzanlagen | ||
| Beteiligungen | 0 | 0 |
| 0 | 0 | |
| 4.815 | 5.743 |
Die Zugänge des Geschäftsjahres 2014 betreffen im Wesentlichen die Anschaffung von Software und EDV-Ausstattung sowie die Herstellungskosten der Datenbank CASA einschließlich Software bei der infas 360. Für die Entwicklung der Produkte CASA, einer mikrogeografisch hausgenauen Datenbank, die gespeist wird aus amtlichen und wirtschaftlichen Datenquellen, sowie der dazu gehörigen Geocodierungs-Software PAGS-Coder, die auf eine moderne und hochperformante Server-Client-Architektur aufsetzt, werden Zugänge in Höhe von 190 T€ ausgewiesen.
Bei der Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts in Höhe von 1.111 T€ (Vj. 912 T€) handelt es sich um den ermittelten Wertminderungsbedarf auf den ausgewiesenen Geschäfts-/Firmenwert der action press gmbh & co. kg.
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| Anschaffungs-/Herstellungskosten | |||
|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2013 T€ |
Zugänge Abgänge T€ |
Stand 31.12.2013 T€ |
|
| --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | |||
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 872 | +53 | 925 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 7.347 | 0 | 7.347 |
| 8.219 | +53 | 8.272 | |
| Sachanlagen | |||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2.691 | +170 | 2.861 |
| Finanzanlagen | |||
| Beteiligungen | 5 | 0 | 5 |
| 5 | 0 | 5 | |
| 10.915 | +223 | 11.138 |
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| Abschreibungen/Wertminderungen | |||
|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2013 T€ |
Zugänge Abgänge T€ |
Stand 31.12.2013 T€ |
|
| --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | |||
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 734 | +76 | 810 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 1.229 | +912 | 2.141 |
| 1.963 | +988 | 2.951 | |
| Sachanlagen | |||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2.191 | +248 | 2.439 |
| Finanzanlagen | |||
| Beteiligungen | 5 | 0 | 5 |
| 5 | 0 | 5 | |
| 4.159 | 1.236 | 5.395 |
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| Restbuchwerte | ||
|---|---|---|
| Stand 31.12.2013 T€ |
Stand 31.12.2012 T€ |
|
| --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 115 | 138 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 5.206 | 6.118 |
| 5.321 | 6.256 | |
| Sachanlagen | ||
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 422 | 500 |
| Finanzanlagen | ||
| Beteiligungen | 0 | 0 |
| 0 | 0 | |
| 5.743 | 6.756 |
Bezüglich der Entwicklung des Finanzanlagevermögens verweisen wir auf den Anlagespiegel. Es handelt sich um Anteile unter 20 Prozent an einer Gesellschaft, die sich in Liquidation befindet. Die Anteile wurden bereits in Vorjahren auf einen Erinnerungswert von 1,00 € abgeschrieben.
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| 31.12.2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Latente Steueransprüche | 4.551 | 4.663 |
| Sonstige Vermögenswerte | 87 | 87 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 5 | 12 |
| Gesamt | 4.643 | 4.762 |
Die latenten Steueransprüche betreffen im Wesentlichen die aktiven latenten Ertragsteuern aus den steuerlichen Verlustvorträgen der infas Holding AG und aus den unterschiedlichen Wertansätze der Rückstellungen für Pensionen. Es handelt sich um nichtfinanzielle Vermögenswerte (vgl. auch Tz 26).
Die sonstigen Vermögenswerte beinhalten wie im Vorjahr Kautionen, die für ein bis Juli 2018 laufenden Mietverhältnis geleistet worden sind. Es handelt sich hierbei ausschließlich um finanzielle Vermögenswerte.
Die Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Zahlungen aufgrund von Nutzungsvereinbarungen für die Jahre 2015 bis 2018. Es handelt sich hierbei um finanzielle Vermögenswerte.
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| 31.12.2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Vorräte | 11 | 25 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 904 | 1.354 |
| Dienstleistungsgeschäfte mit aktivischem Saldo | 914 | 1.799 |
| Ertragsteuerforderungen | 44 | 803 |
| Sonstige Vermögenswerte | 59 | 76 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 129 | 108 |
| Liquide Mittel | 7.149 | 6.200 |
| Gesamt | 9.210 | 10.365 |
Bei den Vorräten handelt es sich um zur Veräußerung im normalen Geschäftsgang bestimmte wissenschaftliche Druckwerke. Die Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten. Wertberichtigungen waren in Höhe von 10 T€ (Vj. 0 T€) erforderlich.
Die Ertragsteuerforderungen resultieren im Wesentlichen aus einem erwarteten Gewerbesteuerguthaben für das Jahr 2014 und beinhalteten im Vorjahr den Erstattungsanspruch an Kapitalertragsteuer infolge der im Geschäftsjahr für das Jahr 2012 erhaltenen Gewinnausschüttung der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH.
Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den sonstigen Vermögenswerten handelt es sich wie im Vorjahr um kurzfristig fällige Vermögenswerte, in denen überfällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 27 T€ (Vj. 329 T€) enthalten sind und auf die Wertberichtigungen in Höhe von 8 T€ (Vj. 12 T€) erfolgten. Weiterer Wertberichtigungsbedarf besteht nicht. Die sonstigen Vermögenswerte beinhalten finanzielle Vermögenswerte i.H.v. 35 T€ (Vj. 46 T€) und nicht finanzielle Vermögenswerte i.H.v. 24 T€ (Vj. 30 T€).
Bei den liquiden Mitteln (7.149 T€, Vj. 6.200 T€) handelt es sich wie im Vorjahr um Kassenbestände, Kontokorrentguthaben und um Geldmarktanlagen und Wertpapiere, die mit Zinssätzen zwischen 0,05 Prozent bis 0,4 Prozent verzinst wurden. Die liquiden Mittel bilden den Finanzmittelfonds der Kapitalflussrechnung und waren im Vorjahr in Höhe von 69 T€ für eine auftragsbezogene Bankbürgschaft verpfändet. Weitere Verfügungsbeschränkungen liegen nicht vor.
Zu den "Dienstleistungsgeschäften mit aktivischem Saldo" vgl. Tz 5, dort: Umsatzerlöse.
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| 31.12.2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 9.000 | 9.000 |
| Kapitalrücklage | 932 | 932 |
| Eigenkapitalminderung aus sonstigem Konzernergebnis | -1.035 | -515 |
| Eigenkapitalminderung infolge vollständiger Anteilsübernahme | -4.002 | -4.002 |
| Konzernbilanzgewinn | 1.712 | 1.344 |
| Anteile ohne beherrschenden Einfluss | 0 | 0 |
| Eigenkapital | 6.607 | 6.759 |
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) ist voll eingezahlt und beträgt 9.000.000,00 €, eingeteilt in 9.000.000 Inhaberaktien (nennwertlose Stückaktien).
Der Vorstand ist ermächtigt (HV-Beschluss vom 23.08.2012), das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 22.08.2017 einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt € 4.500.000,00 zu erhöhen (Genehmigte Kapital 2012). Bis zum Bilanzstichtag wurde hiervon kein Gebrauch gemacht.
Die Gesellschaft ist ermächtigt (HV-Beschluss vom 18.02.2015), bis zum 17.02.2020 eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Der Vorstand hatte hiervon keinen Gebrauch gemacht.
Gemäß Beschluss des Vorstands wurde in 2006 eine Kapitalerhöhung um 1.036.000,00 € durchgeführt. Die Kapitalerhöhung wurde am 17. August 2006 in das Handelsregister eingetragen. Das Agio i.H.v. 932 T€ aus der Kapitalerhöhung wurde in die Kapitalrücklage eingestellt.
Nach dem Erwerb von weiteren 15 Prozent der Geschäftsanteile an der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH im Geschäftsjahr 2013 ist die infas Holding AG zu 100 Prozent an dieser Tochtergesellschaft beteiligt und Anteile ohne herrschenden Einfluss waren nicht mehr auszuweisen. Der Kaufpreis für diese Anteile zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten in Höhe von 4.040 T€ wurde mit dem Buchwert der Anteile ohne herrschenden Einfluss in Höhe von 38 T€ zu verrechnen und unmittelbar im Eigenkapital erfasst.
Die Ziele des Kapitalmanagements der Gesellschaft liegen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung, in der Gewährleistung einer adäquaten Verzinsung des Eigenkapitals und in der Aufrechterhaltung einer optimalen, die Kapitalkosten möglichst gering haltenden Kapitalstruktur.
Die Überwachung der Kapitalstruktur erfolgt auf der Basis des Verschuldungsgrades, berechnet aus dem Verhältnis von Nettofremdkapital zu Gesamtkapital. Das Nettofremdkapital setzt sich aus den gesamten Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) abzüglich Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zusammen. Das Gesamtkapital besteht aus dem Eigenkapital zuzüglich Nettofremdkapital.
Die Gesellschaft will damit einen sinnvollen Verschuldungsgrad unter Unternehmenswertgesichtspunkten erreichen, der einen Zugang zu Fremdkapital zu vertretbaren Kosten unter Berücksichtigung eines guten Kreditratings ermöglicht.
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| 31.12.2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Finanzschulden | 0 | 0 |
| Zahlungsmittel und -äquivalente | -7.149 | -6.200 |
| Nettofremdkapital | 0 | 0 |
| Eigenkapital | 6.607 | 6.759 |
| Gesamtkapital | 6.607 | 6.759 |
Sowohl in 2014 als auch im Jahr 2013 beanspruchte die infas Holding AG kein Nettofremdkapital im oben definierten Sinne, so dass die Ziele des Kapitalmanagements nicht gefährdet waren.
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| Stand 01.01.2014 T€ |
Verbrauch T€ |
Auflösung T€ |
Zuführung T€ |
Stand 31.12.2014 T€ |
|---|---|---|---|---|
| 3.284 | 0 | 0 | 890 | 4.174 |
Die Pensionsrückstellung wurde für unmittelbare Versorgungszusagen gegenüber zwei ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern gebildet und umfasst Alters- und Invalidenrente nach Maßgabe eines leistungsorientierten Plans. Der Anspruch auf Altersrente wird erworben, wenn das Dienstverhältnis mit oder nach Vollendung einer festen Altersgrenze endet. Die Altersrente bemisst sich in einem Prozentsatz des vereinbarten Monatsgehalts.
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| Biometrische Rechnungsgrundlagen laut Richttafeln von Prof. Dr. Heubeck | 31.12.2014 % |
31.12.2013 % |
|---|---|---|
| Rechnungszins | 2,5 | 3,5 |
| Entgelttrend | 2,6 | 2,6 |
| Rententrend | 1,5 | 1,5 |
Der Entgelttrend ist aufgrund der Art der Zusage ohne Auswirkung.
Der Betrag der Pensionsrückstellung entspricht dem nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag bewerteten Versorgungsanspruch unter Einbeziehung eines eingetretenen versicherungsmathematischen Verlusts. Die Veränderung des versicherungsmathematischen Verlusts ist in Höhe von 775 T€ (Vj. 120 T€) erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst.
Die Aufwendungen im Zusammenhang mit den Pensionszusagen für die ausgeschiedenen Mitarbeiter umfassen nur noch den Zinsaufwand (115 T€; Vj. 113 T€) und enthalten keinen im Personalaufwand auszuweisenden Dienstzeitaufwand. Der Barwert der Pensionsverpflichtung (DBO) veränderte sich wie folgt:
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| 31.12.2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| DBO 01.01. | 3.284 | 3.051 |
| Dienstzeitaufwand | 0 | 0 |
| Zinsaufwand (erfolgswirksam) | 115 | 113 |
| Erfolgsneutrale versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen | +775 | +120 |
| DBO 31.12. | 4.174 | 3.284 |
Die Entwicklung der "Defined Benefit Obligation" ist aus folgender Übersicht ersichtlich:
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| Finanzierungsstand | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 |
|---|---|---|---|---|---|
| Verpflichtungsumfang für Pensionen (DBO) | 4.174 | 3.284 | 3.051 | 2.264 | 2.172 |
Die folgende Sensitivitätsanalyse zeigt für jede wesentliche versicherungsmathematische Annahme zum Stichtag, wie sich eine mögliche Veränderung der Annahmen auf die Höhe der Pensionsverpflichtung zum betreffenden Stichtag ausgewirkt hätte.
Sensitivitätsanalyse
Der Anstieg (Rückgang) des Diskontierungssatzes bzw. des Rententrends um jeweils 0,5 Prozent würde im Jahr 2014 zu folgenden DBO führen.
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| Anstieg um 0,5 Prozent | Rückgang um 0,5 Prozent | |
|---|---|---|
| Diskontierungssatz | € 3,8 Mio. | € 4,7 Mio. |
| Rententrend | € 4,5 Mio. | € 3,9 Mio. |
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| 31.12.2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Latente Steuerschulden | 1.107 | 1.223 |
| Gesamt | 1.107 | 1.223 |
Hinsichtlich der Ermittlung der latenten Steuern vgl. Tz 26.
Bei den Ertragsteuerschulden in Höhe von 332 T€(Vj. 208 T€) handelt es sich um die für das Geschäftsjahr zu erwartenden Körperschaftsteuernachzahlung für das Jahr 2014, die Gewerbesteuernachzahlung für das Jahr 2013 und die Gewerbesteuervorauszahlung für das Jahr 2014 der infas Holding AG. Aufgrund des im Geschäftsjahr 2013 abgeschlossenen und im Handelsregister eingetragenen Gewinnabführungsvertrags zwischen der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH und der infas Holding AG wird der Gewinn des Bereichs Markt- und Sozialforschung der infas Holding AG zugerechnet.
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| Stand 01.01.2014 T€ |
Verbrauch T€ |
Auflösung T€ |
Zuführung T€ |
Stand 31.12.2014 T€ |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Kurzfristige Rückstellungen | |||||
| Berufsgenossenschaft | 22 | 22 | 24 | 24 | |
| Jahresabschluss | 84 | 84 | 0 | 91 | 91 |
| Prozessrisiken | 255 | 2 | 0 | 37 | 290 |
| Hauptversammlung | 0 | 0 | 0 | 50 | 50 |
| Übrige Rückstellungen | 21 | 0 | 0 | 0 | 21 |
| 382 | 108 | 0 | 202 | 476 | |
| Langfristige Rückstellungen | |||||
| Drohverlustrückstellung | 214 | 0 | 60 | 10 | 164 |
| Summe Rückstellungen | 596 | 108 | 60 | 212 | 640 |
Die kurzfristigen Rückstellungen beinhalten eine Rückstellung für Prozessrisiken, die zum 01.01.2014 einen Betrag in Höhe von 255 T€ und zum 31.12.2014 einen Betrag in Höhe von 290 T€ umfasst. Die Prozessrisiken betreffen im Wesentlichen einen Rechtsstreit gegen die Finanzverwaltung NRW hinsichtlich der Behandlung freiberuflich tätiger Mitarbeiter. Die diesen Rückstellungen zugrunde liegenden Verpflichtungen werden innerhalb von 12 Monaten fällig.
Für zu erwartende Hauptversammlungskosten wurde eine Rückstellung in Höhe von 50 T€ gebildet.
Als Folge von Umstrukturierungsmaßnahmen bei der Tochtergesellschaft action press gmbh & co. kg und dem damit zusammenhängenden Personalabbau werden Teile der angemieteten Räume zukünftig nicht mehr genutzt. Eine Untervermietung der Teilflächen ist nur zu stark reduzierten Preisen möglich. Der drohende Verlust aus der Leistungsverpflichtung belief sich bis zum 31.12.2017 ursprünglich auf 262 T€. Die Rückstellung ist entsprechend der Laufzeit mit einem Zinssatz von 5 Prozent p.a. um 38 T€ abgezinst worden, so dass sich zum Bilanzstichtag eine Nettorückstellung i.H.v 164 .T€ ergibt.
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| 31.12.2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 846 | 1.398 |
| Verpflichtungen aus Aufträgen in Bearbeitung | 3.176 | 6.362 |
| Erhaltene Anzahlungen | 534 | 0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.250 | 1.039 |
| Gesamt | 5.806 | 8.799 |
Als erhaltene Anzahlungen werden nur die Kundenanzahlungen auf Projekte ausgewiesen, für die bis zum Bilanzstichtag noch keine Leistungen erbracht worden sind. Der Gesamtbetrag der erhaltenen Anzahlungen (einschließlich der Projekte, für die Leistungen erbracht worden sind) beträgt zum Bilanzstichtag 25.155 T€ (Vj. 31.591 T€). Von den erhaltenen Anzahlungen werden die bis zum Abschlussstichtag entstandenen Auftragskosten abgezogen, so dass sich per Saldo Verpflichtungen aus Aufträgen in Bearbeitung in Höhe von 3.176 T€ (Vj. 6.362 T€) ergeben. Vergleiche hierzu auch Tz 5, dort: Umsatzerlöse.
Die Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt T€ 5.806 (VJ. T€ 8.799) beinhalten finanzielle Verbindlichkeiten i.H.v. 1.606 T€ (Vj. 2.101 T€) und nichtfinanzielle Verbindlichkeiten i.H.v. 4.200 T€ (Vj. 6.698 T€).
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| Finanzielle Verbindlichkeiten | 31.12.2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 846 | 1.398 |
| Verbindlichkeiten Personal | 728 | 673 |
| Sonstige | 32 | 30 |
| Gesamt | 1.606 | 2.101 |
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| Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten | 31.12.2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|---|---|---|
| Verpflichtungen aus Aufträgen in Bearbeitung | 3.176 | 6.362 |
| Erhaltene Anzahlungen | 534 | 0 |
| Umsatzsteuerverbindlichkeiten | 399 | 258 |
| Lohnsteuerverbindlichkeiten | 91 | 78 |
| Gesamt | 4.200 | 6.698 |
Die Gliederung der Gesamtergebnisrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.
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| 2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit Dritten, fakturiert | 14.754 | 20.616 |
| Umsatzerlöse mit Dritten, noch nicht fakturiert | 10.680 | 3.575 |
| Gesamt | 25.434 | 24.191 |
Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen wird in der Segmentberichterstattung unter Tz 28 dargestellt.
Ausgewiesen werden die Herstellungskosten für die Entwicklung der Datenbank CASA einschließlich selbsterstellter Software des Geschäftsbereichs infas 360 in Höhe von 190 T€, vgl. Tz 5 und Tz 9. Darüber hinaus sind keine Forschungs- und Entwicklungskosten im Aufwand erfasst.
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| 2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 60 | 62 |
| Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten | 65 | 0 |
| Erträge aus Schadensersatz | 32 | 0 |
| Erträge aus Sachbezügen | 11 | 0 |
| Erträge aus der Untervermietung | 7 | 7 |
| Übrige | 38 | 11 |
| Gesamt | 213 | 80 |
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| 2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 6.529 | 5.791 |
| Soziale Abgaben | 1.101 | 922 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 28 | 21 |
| Gesamt | 7.658 | 6.734 |
Die Mitarbeiter erhalten Leistungen aus der gesetzlich festgesetzten Sozialversicherung, für die Teile des Einkommens eingezahlt werden. Daneben existieren bei der infas Holding AG und ihren Tochterunternehmen weitere arbeitnehmerfinanzierte Direktversicherungszusagen. Da nach Zahlung der Beiträge an die öffentlichen und privaten Versicherungsträger für die Gesellschaften keine weiteren Verpflichtungen bestehen, werden diese Pläne als beitragsorientierte Pläne behandelt. Laufende Beitragszahlungen wurden als Aufwendungen für den betreffenden Zeitraum angesetzt.
Im Geschäftsjahr 2014 betrug der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung der Arbeitnehmer 490 T€ (Vj 445 T€). Daneben wurden weitere 28 T€ (Vj. 21 T€) in Direktversicherungen eingezahlt.
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| 2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte | 85 | 76 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen | 203 | 247 |
| Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwert | 1.112 | 912 |
| Gesamt | 1.400 | 1.235 |
Der Geschäfts- und Firmenwert der Tochtergesellschaft action press gmbh & co. kg war im Geschäftsjahr i.H.v. 1.112 T€ (Vj 912 T€) auf den erzielbaren Betrag zu mindern, vgl. Tz 8.
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| 2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Rechts- und Beratungskosten | 315 | 362 |
| Werbe- und Reisekosten | 340 | 236 |
| Versand- und Telefonkosten | 490 | 434 |
| Raum- und Nebenkosten | 1.362 | 1.155 |
| Fremdarbeiten | 128 | 0 |
| Miet- und Leasingaufwendungen | 30 | 26 |
| EDV-Wartungskosten | 247 | 231 |
| Kosten der Hauptversammlung, Pressemitteilungen | 82 | 45 |
| Aufsichtsratsvergütungen einschließlich Auslagen | 105 | 183 |
| Versicherungen, Beiträge | 80 | 74 |
| Übrige | 318 | 327 |
| Gesamt | 3.497 | 3.073 |
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| 2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 2 | 42 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens | -16 | -70 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -12 | -16 |
| Zinsanteil der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen | -115 | -113 |
| Gesamt | -141 | -157 |
Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge resultieren aus der Kategorie "Kredite und Forderungen" nach IAS 39 und beinhalten mit 10 T€ (Vj. 12 T€) Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Drohverlustrückstellung. Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen resultieren aus der Kategorie "Sonstige Schulden" nach IAS 39. Weitere Aufwendungen und Erträge aus Finanzinstrumenten sind nicht angefallen. Hinsichtlich möglicher finanzieller Risiken vgl. Tz 33.
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| 2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Steuern von Einkommen und vom Ertrag | -159 | -206 |
| Veränderung latente Steuern | -251 | +3.239 |
| Gesamt | -410 | +3.033 |
Der Ertragsteueraufwand setzt sich aus laufenden und aus dem Ansatz von aktivierten und passivierten latenten Steuern zusammen. Es sind die gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag ausgewiesen, die nach der Gewinnabführung der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH und unter Berücksichtigung der sogenannten Mindestbesteuerung bei der infas Holding AG verbleiben.
Bei den latenten Körperschaftsteuern ist wie im Vorjahr ein Steuersatz von 15,825 Prozent zugrunde gelegt worden. Die latente Gewerbesteuer ist mit dem individuellen Steuersatz pro Gesellschaft ermittelt worden. Durchschnittlich wurde der Gewerbesteuersatz mit 17,15 Prozent wie im Vorjahr berücksichtigt. Der Konzernsteuersatz in der steuerlichen Überleitungsrechnung für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer beträgt für das Jahr 2014 wie auch im Vorjahr 33,0 Prozent.
Die nachfolgende Übersicht zeigt die entsprechend den Erläuterungen zu Tz 6 ausgewiesenen bzw. nicht ausgewiesenen latenten Steuern. Folgende Beträge sind in der Konzernbilanz ausgewiesen:
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| 2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | ||
| Insbesondere aus steuerlichen Verlustvorträgen | 4.551 | 4.663 |
| Passive latente Steuern | ||
| Aus temporären Differenzen | 1.107 | 1.223 |
Latente Steuern auf sog. "outside basis differences" entstehen infolge der steuerrechtlichen Vorschriften nicht.
Aktive und passive latente Steuern resultieren aus folgenden Posten, wobei die steuerlichen Verlustvorträge unverfallbar sind:
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| Aktive latente Steuern | 2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|---|---|---|
| Verlustvorträge | 4.411 | 4.733 |
| Pensionsrückstellung | 770 | 506 |
| Drohverlustrückstellung | 27 | 35 |
| (davon kurzfristig) | 0 | 0 |
| Bruttowert | 5.208 | 5.274 |
| Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern/ nicht angesetzte aktive latente Steuern | -657 | -611 |
| 4.551 | 4.663 |
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| Passive latente Steuern | 2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|---|---|---|
| Firmenwerte | 1.043 | 1.223 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 64 | 0 |
| (davon kurzfristig) | 0 | 0 |
| Bruttowert | 1.107 | 1.223 |
| 1.107 | 1.223 |
Aktive latente Steuern auf steuerlichen Verlustvorträgen belaufen sich auf 3.554 T€ (Vj. 4.122 T€) bei der infas Holding AG, bei der infas 360 GmbH auf 183 T€ und auf 674 T€ (Vj. 611 T€) bei der action press gmbh & co. kg. Daneben entstehen aktive latente Steuern aus temporären Differenzen zwischen Steuer- und IFRS-Bilanz beim Ansatz der Pensionsrückstellung und der Drohverlustrückstellung i.H.v. insgesamt 797 T€ (Vj. 541 T€). Passive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus den unterschiedlichen Wertansätzen von Firmenwerten in der steuerlichen Ergänzungsbilanz und in der IFRS-Bilanz sowie von immateriellen Vermögenswerten in der Steuerbilanz und der IFRS-Bilanz. Diese passiven latenten Steuern wurden insgesamt in Höhe von 1.107 T€ (Vj. 1.223 T€) angesetzt.
Der weiterhin nicht genutzten Gewerbeverlust bei der action press gmbh & co. kg beträgt 3.274 T€ (Vj. 3.717 T€).Der nicht genutzte Verlustvortrag für die Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer der infas 360 GmbH beträgt 360 T€.
Die folgende Darstellung erläutert die wesentlichen Unterschiede zwischen dem rechnerischen Steueraufwand aus Körperschaftsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer für die Jahre 2014 und 2013 und dem tatsächlichen Steueraufwand laut Gesamtergebnisrechnung:
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| 2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 778 | 1.663 |
| Konzernsteuersatz in % | 33,0 % | 33,0 % |
| Rechnerischer Ertragsteueraufwand | 257 | 548 |
| Erhöhung/Minderung des Steueraufwands durch: | ||
| Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben | 28 | 57 |
| Effekte aus Personengesellschaften | 36 | 0 |
| - Steuerlicher Verlust aus Personengesellschaften | 0 | -227 |
| Unterschied aus der Zuführung zur Pensionsrückstellung | -47 | -21 |
| Wertberichtigung auf aktive latente Steuern | 182 | |
| Wertaufholung auf aktive latente Steuern | -135 | -4.663 |
| Aktive latente Steuern auf sonstiges Ergebnis lfd. Jahr | 0 | +40 |
| Aktive latente Steuern auf Sonstiges Ergebnis Vorjahr | 0 | +214 |
| Veränderung passive latente Steuern temporäre Differenzen | 116 | +1.170 |
| Nicht steuerwirksame Abschreibung CGU | 366 | 301 |
| Verrechnung steuerliche Verlustvorträge Mindestbesteuerung | -417 | -421 |
| Sonstige | 24 | -31 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | 410 | -3.033 |
| Steuerquote in % | 52,70 % | 0,00 % |
Der Konzern nutzt gemietete Geschäftsräume, Fahrzeuge sowie Büroausstattung im Rahmen von Mietverträgen, die als "operating lease" bezeichnet werden. Die folgenden Miet- und Leasingaufwendungen werden für die nächsten Geschäftsjahre auf der Basis der zum 31. Dezember 2014 bestehenden Verträge erwartet:
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| 2014 | Vorjahr | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| T€ | T€ | T€ | T€ | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2015 | 954 | 2014 | 984 | ||
| 2016 | 946 | 2015 | 941 | ||
| 2017 | 933 | 2016 | 928 | ||
| 2018 | 226 | 2017 | 928 | ||
| 3.059 | 2018 | 226 | 4.007 | ||
| nach 2018 | 0 | nach 2018 | 0 | ||
| 3.059 | 4.007 |
Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um die monatlichen Mietverpflichtungen für die genutzten Betriebsgrundstücke der Tochtergesellschaften action press gmbh & co. kg (25 T€ p.M. bis Ende 2017) und infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH (28 T€ p.M. bis Februar 2018 und 24 T€ p.M. bis Juli 2018). Die Mietverträge enthalten Mietverlängerungsoptionen, aber keine Kaufoptionen. Die gesamten Mietaufwendungen inkl. Nebenkosten für das Geschäftsjahr 2014 beliefen sich auf 1.362 T€ (Vj. 1.155 T€).
Das bei der Tochtergesellschaft action press gmbh & co. kg bestehende Untermietverhältnis (vgl. auch Tz 21) enthält vertraglich kurzfristige Kündigungsmöglichkeiten.
Die drei Geschäftsfelder Markt- und Sozialforschung, Marketingforschung (infas 360) und Foto sowie die Aufwendungen der Holding sind im Folgenden dargestellt:
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| Markt- und Sozial- forschung T€ |
infas 360 | Foto T€ |
Holding T€ |
Konsolidierung T€ |
Konzern T€ |
||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Konzernumsatz | 2014 | ||||||
| Außenumsatz gesamt | 20.518 | 128 | 4.780 | 0 | +8 | 24.434 | |
| Konzerninterner Umsatz | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Konzernumsatz | 2013 | ||||||
| Außenumsatz gesamt | 19.528 | 0 | 4.663 | 0 | 0 | 24.191 | |
| Konzerninterner Umsatz | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Betriebs-/Segmentergebnis nach Handelsrecht | 2014 | 2.771 | -359 | 196 | 2.098 | -2.675 | 2.031 |
| 2013 | 3.429 | 0 | 15 | 2.716 | -3.429 | 2.731 | |
| Zinsergebnis | 2014 | 74 | -12 | -85 | -124 | +6 | -141 |
| 2013 | 59 | 0 | -89 | -130 | +3 | -157 | |
| Ergebnis vor Steuern | 2014 | 2.845 | -371 | 111 | 974 | -2.781 | 778 |
| 2013 | 3.492 | 0 | -73 | 1.585 | -3.341 | 1.663 | |
| Ertragsteuern | 2014 | 0 | 0 | 0 | -159 | -251 | -410 |
| 2013 | +1 | 0 | 0 | -207 | +3.239 | +3.033 | |
| Segmentvermögen | 2014 | 7.527 | 450 | 4.736 | 11.807 | -10.448 | 14.072 |
| 2013 | 10.619 | 0 | 5.779 | 10.177 | -11.172 | 15.403 | |
| Segmentschulden | 2014 | 7.277 | 771 | 2.076 | 3.480 | -2.983 | 10.621 |
| 2013 | 10.369 | 0 | 2.118 | 4.537 | -4.345 | 12.679 | |
| Investitionen | 2014 | 151 | 227 | 33 | 60 | 0 | 471 |
| 2013 | 182 | 0 | 28 | 13 | 0 | 223 | |
| Abschreibungen auf immat. Vermögenswerte und Sachanlagen | 2014 | 216 | 7 | 51 | 14 | 0 | 288 |
| 2013 | 228 | 0 | 93 | 2 | 0 | 323 | |
| Wertminderung auf Geschäfts- oder Firmenwert | 2014 | 0 | 0 | 1.112 | 0 | 0 | 1.112 |
| 2013 | 0 | 0 | 912 | 0 | 0 | 912 | |
| Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) | 2014 | 105 | 6 | 30 | 3 | 0 | 144 |
| 2013 | 92 | 0 | 29 | 2 | 0 | 123 |
Ziel der Segmentberichterstattung ist es, Informationen über die wesentlichen Geschäftsbereiche des Konzerns zur Verfügung zu stellen. Die Aktivitäten des Konzerns werden entsprechend den Vorschriften des IFRS 8 (Operating Segments) nach Geschäftssegmenten abgegrenzt. Die Segmentierung erfolgt auf Basis der internen Berichts- und Organisationsstruktur. Bei der Segmentierung nach Geschäftsfeldern werden die Aktivitäten in die Geschäftssegmente Markt- und Sozialforschung, infas 360 und Foto aufgeteilt. Das Geschäftssegment Markt- und Sozialforschung umfasst die Aktivitäten des infas-Instituts. Das Geschäftssegment infas 360 umfasst die Aktivitäten der im Geschäftsjahr 2014 neu gegründeten infas 360 GmbH. Das Geschäftssegment Foto umfasst die Aktivitäten der action press gmbh & co. kg. Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich die gleichen Ausweis-, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Es gibt keine Änderungen der Bewertungsmethoden im Vergleich zu früheren Perioden. Bei dem in der Segmentberichterstattung ausgewiesenen Betriebsergebnis/Segmentergebnis handelt es sich um das EBIT vor Firmenwertabschreibung (vgl. Tz 8). Das Segmentergebnis (2.031 T€) vermindert um das Zinsergebnis (-141 T€) und um die Firmenwertabschreibung (-1.112 T€) ergibt das Ergebnis vor Steuern (778 T€).
Im Segment "Markt- und Sozialforschung" erzielt der Konzern Umsatzerlöse mit einem Großkunden i.H.v. 6.174 T€ (Vj. 5.553 T€).
Das Ergebnis je Aktie ermittelt sich wie folgt:
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| 31.12.2014 | Vorjahr | ||
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | T€ | 351 | 4.696 |
| Gewogener Durchschnitt der ausgegebenen Aktien | Tausend Aktien | 9.000 | 9.000 |
| Ergebnis je Aktie | €/Aktie | +0,04 | +0,15 |
| Vorgeschlagene Dividende je Aktie | €/Aktie | 0,06 | 0,10 |
Weder zum 31. Dezember 2014 noch zum Vorjahresbilanzstichtag waren Optionen auf Aktien ausstehend, die den Gewinn pro Aktie verwässern.
Der gewogene Durchschnitt der ausgegebenen Aktien beträgt wie im Vorjahr 9.000.
Im Geschäftsjahr 2014 waren im Konzern durchschnittlich 144 (Vj. 123) Angestellte beschäftigt, davon 4 (Vj. 3) Geschäftsführer in den Tochtergesellschaften.
Angaben zu Unternehmen, an denen die Action Press Holding Aktiengesellschaft mehr als 20 Prozent der Anteile hält (Angaben zu Eigenkapital und Jahresergebnis):
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| Nominalkapital T€ |
Anteile % |
Eigenkapital T€ |
Jahresergebnis T€ |
Stichtag Jahresabschluss | |
|---|---|---|---|---|---|
| action press gmbH & co. kg | 51 | 100 | -1.319 | 109 | 31.12.2014 |
| action press Beteiligungs GmbH | 26 | 100 | 51 | 2 | 31.12.2014 |
| infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH | 250 | 100 | 250 | 0 | 31.12.2014 |
| infas 360 GmbH | 50 | 100 | -321 | -371 | 31.12.2014 |
Die folgenden Gesellschaften bzw. Personen waren nach deren Angaben wie folgt am Grundkapital unserer Gesellschaft beteiligt:
Effecten-Spiegel AG, Düsseldorf>30 Prozent
Investment Aktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV, Bonn>20 Prozent
Hans-Herbert Döbert, München>5 Prozent
Loni Döbert, München>3 Prozent
Axxion S.A., Munsbach, Luxemburg>5 Prozent
Gemäß IAS 24 werden als nahestehend die Personen oder Unternehmen definiert, die vom berichtenden Unternehmen beeinflusst werden können bzw. die auf das Unternehmen Einfluss nehmen können.
Im Geschäftsjahr 2014 haben sich keine hier anzugebenden Sachverhalte ergeben.
Hinsichtlich der Angaben zu den Vorstands- und Aufsichtsratsvergütungen vgl. Tz 35.
In der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien dargestellt.
Der beizulegende Zeitwert der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten ist mit dem Betrag angegeben, zu dem das betreffende Instrument einer gegenwärtigen Transaktion (ausgenommen erzwungene Veräußerung oder Liquidation) zwischen vertragswilligen Geschäftspartnern getauscht werden könnte.
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| Bewertung nach IAS 39 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Buchwert lt. Bilanz 31.12.2014 T€ |
(Fortgeführte) Anschaffungskosten T€ |
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam T€ |
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral T€ |
Beizulegender Zeitwert 31.12.2014 T€ |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 92 | 92 | 92 | ||
| Kredite und Forderungen | 92 | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 905 | 905 | 905 | ||
| Kredite und Forderungen | 905 | ||||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 35 | 35 | 35 | ||
| Kredite und Forderungen | 35 | ||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 7.149 | 7.149 | 7.149 | ||
| Kredite und Forderungen | 7.149 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 846 | 846 | 846 | ||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 846 | ||||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 760 | 760 | 760 | ||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 760 |
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| Bewertung nach IAS 39 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Buchwert lt. Bilanz 31.12.2013 T€ |
(Fortgeführte) Anschaffungskosten T€ |
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam T€ |
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral T€ |
Beizulegender Zeitwert 31.12.2013 T€ |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 99 | 99 | 99 | ||
| Kredite und Forderungen | 99 | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.354 | 1.354 | 1.354 | ||
| Kredite und Forderungen | 1.354 | ||||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 46 | 46 | 46 | ||
| Kredite und Forderungen | 46 | ||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 6.200 | 6.200 | 6.200 | ||
| Kredite und Forderungen | 6.200 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.398 | 1.398 | 1.398 | ||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 1.398 | ||||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 703 | 703 | 703 | ||
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 703 |
Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert ebenfalls dem beizulegenden Zeitwert.
Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dar. Hierin sind keine Ergebniseffekte aus Finance Lease und aus Derivaten mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, da diese keiner Bewertungskategorie nach IAS 39 angehören.
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| 31.12.2014 T€ |
Vorjahr T€ |
|
|---|---|---|
| Kredite und Forderungen | -14 | -28 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 0 | 0 |
Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Kredite und Forderungen" resultiert im Wesentlichen aus Zinserträgen aus finanziellen Forderungen sowie Wertberichtigungen.
Finanzrisiken können die Vermögens-, Finanz- und Ertragskraft des Konzerns nachteilig beeinflussen. Das Risikomanagement im Konzern ist so ausgerichtet, dass Kredit- und Liquiditätsrisiken rechtzeitig erkannt und Maßnahmen zur Gegensteuerung frühzeitig eingeleitet werden können. Das übergreifende Risikomanagement des Konzerns zielt darauf ab, potenziell negative Auswirkungen auf die Finanzlage des Konzerns zu minimieren. Grundlage der Steuerung und frühzeitigen Identifizierung finanzieller Risiken sind die jährliche Planung sowie regelmäßige Analysen der unterjährigen Planabweichungen.
Die Gesellschaft ist folgenden Finanzrisiken ausgesetzt:
Das Risiko umfasst das Ausfallrisiko und das Risiko der Verschlechterung der Bonität. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren aus dem operativen Geschäft der einzelnen Tochtergesellschaften. Das Risiko von Forderungsausfällen wird durch laufende Überwachung sowie regelmäßige Analyse des Forderungsbestands und der Forderungsstruktur kontrolliert. Die Ausfallrisiken des Konzerns bestehen in dem üblichen Geschäftsrisiko und diesem wird durch die Bildung von Wertberichtigungen Rechnung getragen. Dem Ausfallrisiko wird darüber hinaus durch weitere Sicherungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Kreditwürdigkeitsprüfungen, begegnet. In Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen und Vermögenswerte, die zum Bilanzstichtag weder überfällig noch wertgemindert sind, bestehen keine Anzeichen dafür, dass die Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen.
Der Konzern überwacht das Risiko eines etwaigen Liquiditätsengpasses mittels der periodischen Liquiditätsplanung.
Liquiditätsrisiken bestehen in dem Risiko, Zahlungsverpflichtungen nicht zeitnah erfüllen zu können und sind in der Regel mit einer negativen Entwicklung des operativen Geschäfts verbunden sind. Ein vorsichtiges Liquiditätsmanagement beinhaltet unter anderem das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln. Zum Bilanzstichtag sind die kurzfristigen Verbindlichkeiten des Konzerns in Höhe von 6.614 T€ durch die kurzfristigen Vermögenswerte in Höhe von 9.210 T€ gedeckt. Zukünftige Zahlungsabflüsse werden durch die Zuflüsse aus dem operativen Geschäft gedeckt.
Aufgrund der vorhandenen Bankguthaben bestehen derzeit keine nennenswerten Liquiditätsrisiken.
Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, welche Auswirkungen hypothetische Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Der Begriff Marktrisiken umfasst dabei folgende Arten von Risiken:
Der Konzern finanziert sein Geschäft im Wesentlichen mit Eigenkapital. Insoweit unterliegt der Konzern keinem Zinsrisiko. Die wesentlichen originären Finanzinstrumente (flüssige Mittel, Forderungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen) werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und führen damit nicht zu einem Zinsrisiko. Die Gesellschaft legt freie flüssige Mittel kurzfristig als Tagesgeld an und unterliegt insoweit dem Risiko sinkender Tagesgeldzinssätze.
Marktpreisrisiken in Form von Währungsrisiken bestehen bei der Gesellschaft nicht.
IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung der Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von sonstigen Preisrisikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Da aufgrund der Geschäftsmodelle der Tochterunternehmen keine anderen wesentlichen Marktpreisrisiken vorliegen, wurde auf eine weitere Analyse verzichtet.
Die Geschäfte des Unternehmens wurden durch folgende Personen geführt:
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| Vorstand: | Dipl.-Soz. Menno Smid, Bonn, Alleinvorstand, gleichzeitig Geschäftsführer in den Tochtergesellschaften infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH und infas 360 GmbH |
| Aufsichtsrat: | Mit Beschluss des Amtsgerichts Bonn vom 20.10.2014 ist der Aufsichtsrat bis zur Beendigung der nächsten Hauptversammlung mit folgenden Mitgliedern bestellt worden: Dr. Hans Bethge, Hamburg, Unternehmensberater (Vorsitzender), Mitglied des Aufsichtsrats der Concentro Management AG Dr. Oliver Krauß, Gräfelfing, Rechtsanwalt (stellv. Vorsitzender), Mitglied des Aufsichtsrats der Sachwert Marktplatz AG, Hannover Dipl.-Kfm. Hans-Joachim Riesenbeck, Meerbusch, Unternehmensberater, Mitglied des Aufsichtsrats der Gruner + Jahr AG & Co. KG Bis zum 7.10.2014 bzw. 15.08.2014 bestand der Aufsichtsrat aus folgenden Mitgliedern: Dipl.-Kfm. Udo Christochowitz, Waldshut (Vorsitzender), bis 31.07.2014 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Effecten-Spiegel AG, Düsseldorf Dipl.-Kfm. Wilhelm Nottenkämper, Usingen, Finanzberater (stellv. Vorsitzender) Mag. Elmar Simma, Bregenz, Unternehmensberater Mitglied des Aufsichtsrats der Arlberg-Stiftung, Bregenz |
Die Bezüge des Vorstands Menno Smid (inklusive Tochtergesellschaften) beinhalten ein Fixum von 330 T€ (Vj. 212 T€) und variable Bezüge von 142 T€ (Vj. 235 T€). Daneben wurden Herrn Smid Sachbezüge von 7 T€ (Vj. 7 T€) gewährt.
Für nach IFRS bewertete Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands sind 4.175 T€ zurückgestellt (vgl. Tz 14).
Die Gesamtbezüge einschließlich Aufwandsentschädigungen für den Aufsichtsrat betrugen in 2014 105 T€ (Vj. 183 T€).
Die in den Konzernabschluss einbezogene action press gmbh & co. kg, Hamburg, und die infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH sind gemäß § 264b bzw. § 264 (3) HGB von der Verpflichtung der Aufstellung eines Lageberichts und der Offenlegung ihres Jahresabschlusses befreit.
Die Gesellschaft hat für das Berichtsjahr ein Honorarvolumen i.H.v. insgesamt 58 T€ (Vj. 68 T€) für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Aufwand erfasst. Es handelt sich hierbei i.H.v. 58 T€ um die Kosten für die Abschlussprüfung.
Die Gesellschaft hat die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" abgegeben und i.V.m. der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.infasholdingag.de dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.
Wir versichern nach bestem Wissen, dass unter Einhaltung aller geltenden IFRS-Regelungen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Der Konzernabschluss wurde von den gesetzlichen Vertretern am 10. April 2015 zur Veröffentlichung freigegeben.
Bonn, 10. April 2015
infas Holding Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Menno Smid
"Wir haben den von der infas Holding AG aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1.1.2014 bis 31.12.2014 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs.1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht im Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."
Neuss, 10. April 2015
**Wisbert - Treuhand GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Rolf Ricken, Wirtschaftsprüfer
Der Aufsichtsrat hat sich - in unterschiedlicher Besetzung - im Geschäftsjahr 2014 eingehend mit der Lage und Entwicklung der Gesellschaft sowie deren strategischer Ausrichtung beschäftigt. Der Aufsichtsrat hat in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Vorstand diesen beraten und dessen Geschäftsführung überwacht. Er wurde vom Vorstand dazu anhand schriftlicher und mündlicher Berichte zeitnah, umfassend und regelmäßig über die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft, Fragen der Strategie und Planung sowie die beabsichtigte Geschäftspolitik unterrichtet. Alle zur Beurteilung dieser Themen erforderlichen Auskünfte wurden vom Vorstand bereitwillig erteilt und zugehörige Unterlagen vorgelegt. Berichte und Anlagen wurden vom Aufsichtsrat umfassend geprüft und erörtert. Der Aufsichtsrat war damit in alle wesentlichen Entscheidungen für die Gesellschaft eingebunden. Er hatte keinen Anlass, die Leitung der Geschäfte durch den Vorstand zu beanstanden.
Nachdem Herr Dr. Klaus Hahn sein Aufsichtsratsmandat aus gesundheitlichen Gründen zum 31. Oktober 2013 niedergelegt hatte, wurde als dessen Nachfolger das frühere Aufsichtsratsmitglied Herr Dipl.-Kfm. Udo Christochowitz, Waldshut-Tiengen, durch das zuständige Amtsgericht wieder zum Aufsichtsrat der Gesellschaft bestellt. Herr Christochowitz wurde im Anschluss in der Sitzung am 09. Dezember 2013 zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.
Am 03. August 2014 legte Herr Christochowitz sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats nieder. Im Anschluss konstituierte sich der Aufsichtsrat neu und wählte im Umlaufverfahren Herrn Nottenkämper als neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Herrn Simma als dessen Stellvertreter.
In der Hauptversammlung am 15. August 2014 standen reguläre Neuwahlen für den gesamten Aufsichtsrat auf der Tagesordnung. Wahlbeschlüsse wurden jedoch am 15. August 2014 nicht gefasst; stattdessen hat die Hauptversammlung die Vertagung beschlossen. Die damals von der Verwaltung zunächst für eine Wiederwahl vorgeschlagenen bisherigen Aufsichtsratsmitglieder sind im unmittelbaren Anschluss an die außerordentliche Hauptversammlung durch Niederlegung bzw. wegen Überschreitens der gesetzlichen Maximaldauer für eine Amtszeit aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Die Gesellschaft hat daraufhin eine bis zum Ablauf der nächsten Hauptversammlung befristete Bestellung von drei neuen Aufsichtsratsmitgliedern beim zuständigen Amtsgericht beantragt.
Mit Beschluss vom 20. Oktober 2014 hat das Amtsgericht Bonn Herrn Dr. Hans Bethge, Herrn Dr. Oliver Krauß und Herrn Hans Joachim Riesenbeck - befristet auf den Zeitraum bis zur Beendigung der nächsten Hauptversammlung - zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gerichtlich bestellt. In seiner konstituierenden Sitzung am 11. November 2014 hat der Aufsichtsrat Herrn Dr. Bethge zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Herrn Dr. Krauß zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.
Insgesamt fanden im Berichtszeitraum fünf Sitzungen des Aufsichtsrats statt, davon zwei im ersten und drei im zweiten Kalenderhalbjahr.
Gegenstand der Sitzung am 27. Februar 2014 war vor allem der Geschäftsverlauf der Gesellschaft und die Planung der Tochtergesellschaften.
In der Sitzung am 23. April 2014 befasste sich der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig mit dem Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2013 (jeweils nebst zusammengefasstem Lage- und Konzernlagebericht) und dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands für das Geschäftsjahr 2013. Er befasste sich zudem mit dem der Hauptversammlung zu unterbreitenden Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2014 sowie für die anstehende Wahl des Aufsichtsrats.
Gegenstand der Aufsichtsratssitzung am 25. Juli 2014 war schwerpunktmäßig die künftige Zusammensetzung des Aufsichtsrats.
In der kurz vor der Hauptversammlung stattgefundenen Aufsichtsratssitzung am 15. August 2014 hat sich der Aufsichtsrat mit den von mehreren Großaktionären im Vorfeld der Hauptversammlung geäußerten Wunsch nach Ausschüttung einer Sonderdividende befasst.
In der Aufsichtsratssitzung am 11. November 2014 hat sich der gerichtlich bestellte Aufsichtsrat in neuer Zusammensetzung konstituiert, sich eingehend vom Vorstand über die aktuelle Lage der Gesellschaft berichten lassen und sich intensiv mit einer Nachbereitung der Hauptversammlung vom 15. August 2014 sowie der Vorbereitung der außerordentlichen Hauptversammlung am 18. Februar 2015 befasst.
An sämtlichen Sitzungen des Aufsichtsrats nahm auch der Vorstand der Gesellschaft teil. Mit Ausnahme der Sitzung des Aufsichtsrats am 25. Juli 2014, an der ein Aufsichtsratsmitglied entschuldigt nicht persönlich teilnehmen konnte, nahmen jeweils alle amtierenden Aufsichtsratsmitglieder an allen Sitzungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2014 teil. Sofern erforderlich, fasste der Aufsichtsrat Beschlüsse im Umlaufverfahren.
Die außerordentliche Hauptversammlung der infas Holding Aktiengesellschaft hat am 18. Februar 2015 als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014 die Wisbert-Treuhand GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Neuss gewählt. Der Prüfungsauftrag wurde im unmittelbaren Anschluss an die Wahl vom Aufsichtsratsvorsitzenden im Namen aller Aufsichtsratsmitglieder erteilt.
Der Wirtschaftsprüfer hat den vom Vorstand auf Grundlage des HGB aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht sowie den nach den Vorschriften der internationalen Rechnungsstandards IFRS aufgestellten Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2014 geprüft und jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Die vorstehenden Unterlagen sowie der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns und die Prüfungsberichte des Wirtschaftsprüfers wurden sämtlichen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur Verfügung gestellt.
In der Sitzung vom 22. April 2015 berichtete der Abschlussprüfer dem Aufsichtsrat über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und stand für weitere Fragen und Auskünfte zur Verfügung.
Nach umfassender eigener Prüfung und Diskussion des Jahres- und Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Abschlussprüfung in der Bilanzsitzung am 22. April 2015 zugestimmt und den Jahres- und Konzernabschluss gebilligt; der Jahresabschluss 2014 wurde damit gem. § 172 AktG festgestellt.
Der Aufsichtsrat hat auch den Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und sich diesem unter Berücksichtigung insbesondere des Jahresergebnisses, der Liquidität und der Finanzplanung der Gesellschaft angeschlossen.
Vorstand und Aufsichtsrat haben im April 2015 eine gemeinsame Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben, die auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich ist.
Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Vorstand, Geschäftsführern sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes persönliches Engagement und ihre erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2014 und spricht ihnen damit seine Anerkennung aus.
Bonn, den 22. April 2015
Für den Aufsichtsrat
Dr. Oliver Krauß, Vorsitzender
Friedrich-Wilhelm-Straße 18
53113 Bonn
Tel. +49 (0)228/33 60 72 39
Fax +49 (0)228/31 00 71
www.infas-holding.de
Sitz der Gesellschaft:
53113 Bonn
Vorstand der Gesellschaft:
Dipl.-Soz Menno Smid
Vorsitzender des Aufsichtsrats:
Dr. Oliver Krauß
Amtsgericht Bonn
HRB 17379
USt.-Ident.-Nr. DE 155601174
St.Nr. 205/5725/1339
ISIN: DE0006097108
WKN: 609710
Notiert: Geregelter Markt (General Standard) in Frankfurt am Main
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der infas Holding Aktiengesellschaft erklären, dass die vom Bundesministerium der Justiz in der Fassung vom 24. Juni 2014 im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 30. September 2014 bekannt gemachten Empfehlungen der Regierungskommission "Deutscher Corporate Governance Kodex" derzeit nicht befolgt werden. Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG wurde in dieser Form abgegeben und den Aktionären hiermit dauerhaft zugänglich gemacht.
Die infas Holding Aktiengesellschaft ist, insbesondere gemessen an ihrer Bilanzsumme, ihrem Umsatz und der Anzahl ihrer Beschäftigten, ein mittelständisches Unternehmen mit flacher Hierarchie und einfachen Strukturen. Die Erfüllung sämtlicher Anforderungen des DCGK ist daher nicht zweckmäßig und wäre mit einem unangemessenen personellen und finanziellen Aufwand verbunden, ohne dass hierdurch ein weitergehender Nutzen für die Gesellschaft, ihre Aktionäre oder andere Stakeholder verbunden wäre.
Dies gilt insbesondere für die Empfehlungen des DCGK hinsichtlich der Organe Vorstand und Aufsichtsrat, und zwar aufgrund dessen personeller Besetzung: Der Vorstand der Gesellschaft besteht aus einer Person. Dies wird, angesichts der Größe und der einfachen Struktur der Gesellschaft, als ausreichend erachtet. Der Aufsichtsrat besteht aus drei Mitgliedern; er ist bewusst klein gehalten, um ein effizientes Arbeiten und einen intensiven Austausch der Mitglieder untereinander zu ermöglichen. Die Bildung von Ausschüssen ist daher nicht sinnvoll und zweckmäßig. Des Weiteren besteht ein Vergütungssystem für beide Organe, wie es der DCGK vorsieht, nicht. Vorstand und Aufsichtsrat beziehen feste Bezüge, die im Anhang des Konzernabschlusses beziffert werden. Die dort angegebenen variablen Bezüge des Vorstands beziehen sich auf die erfolgsabhängige Vergütung als Geschäftsführer bei der Tochtergesellschaft infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH. Aufgrund der Größe des Aufsichtsrats kann außerdem den Empfehlungen des DCGK in Bezug auf die Besetzung des Aufsichtsrats nur bedingt Beachtung eingeräumt werden.
Um eine effiziente und der Größe der Gesellschaft entsprechende Vorbereitung und Durchführung der Hauptversammlung der Gesellschaft zu gewährleisten, sieht die infas Holding Aktiengesellschaft außerdem aufgrund des hiermit verbundenen Aufwandes derzeit insbesondere davon ab, die diesbezüglichen Empfehlungen des DCGK zu erfüllen.
Ungeachtet der Tatsache, dass die infas Holding Aktiengesellschaft den DCGK als für ihre Struktur und Größe nicht passend erachtet, sind Vorstand und Aufsichtsrat der Überzeugung, dass ihre Art der Unternehmensführung, insbesondere ihre auf Transparenz und persönlichem Vertrauen gründende Zusammenarbeit, dem im DCGK niedergelegten grundsätzlichen Standard guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung entspricht und den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschöpfung gewährleistet: Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten vertrauensvoll zusammen und stehen aufgrund der effizienten personellen Besetzung beider Organe in engem persönlichen Kontakt miteinander. Alle relevanten Fragen der Geschäftslage und -entwicklung, der Finanzierung sowie der Strategie und Planung werden zwischen den beiden Organen abgestimmt. Dies gewährleistet schnelles und effektives Handeln zu Gunsten der Gesellschaft. Dem entspricht auch das derzeitige Risikomanagement der Gesellschaft: Da sie als Holding auf Zahlungen und Gewinnausschüttungen ihrer Tochtergesellschaften angewiesen ist, basiert das Risiko-Management-System (RMS) auf diesbezüglich definierten strategischen und operativen Risiken, die mittels verschiedener Kennzahlen überwacht werden. Nach außen hin informiert die infas Holding Aktiengesellschaft Aktionäre und andere Stakeholder sowie die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns.
Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat sind daher der Überzeugung, dass die Anwendung des DCGK aufgrund der Größe und Struktur der Gesellschaft nicht wirtschaftlich wäre und es überdies einer Befolgung des DCGK derzeit nicht bedarf, da eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung für die infas Holding Aktiengesellschaft gewährleistet ist.
Die Gesellschaft wendet alle gesetzlich vorgeschriebenen Unternehmensführungspraktiken an. Die infas Holding Aktiengesellschaft bekennt sich zur nachhaltigen Unternehmensführung. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der infas Holding Aktiengesellschaft arbeiten eng und vertrauensvoll zusammen. Alle relevanten Fragen der Geschäftslage und -entwicklung, der Finanzierung sowie der Strategie und Planung werden zwischen den beiden Führungsgremien besprochen und abgestimmt.
Der Aufsichtsrat berät und kontrolliert den Vorstand bei der Führung des Unternehmens und prüft alle bedeutenden Geschäftsvorfälle durch Einsichtnahme in die betreffenden Unterlagen auf Grundlage des Aktiengesetzes und der Satzung. Der Aufsichtsrat wird von der Hauptversammlung gewählt. Die Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat bestellt. Der Aufsichtsrat entscheidet hinsichtlich der Anzahl der Vorstandsmitglieder und des Vorsitzenden. Der Aufsichtsrat stellt den Jahresabschluss fest und billigt den Konzernabschluss. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erläutert jedes Jahr die Tätigkeiten des Aufsichtsrats in seinem Bericht an die Aktionäre und in der Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat der infas Holding Aktiengesellschaft ist mit drei Mitgliedern bewusst klein gehalten, um ein effizientes Arbeiten und einen intensiven Gedankenaustausch zu ermöglichen. Daher ist die Bildung von Aufsichtsratsausschüssen nicht sinnvoll und zweckmäßig.
Der Vorstand besteht zurzeit aus einem Mitglied. Im Einklang mit den Unternehmensinteressen nimmt der Vorstand seine Führungsaufgabe, mit dem Ziel, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern und die Belange aller Interessensgruppen zu berücksichtigen wahr. Dabei erarbeitet der Vorstand die strategische Weiterentwicklung der Gesellschaft, stimmt sie mit dem Aufsichtsrat ab und setzt diese um. Außerdem vertritt er die Gesellschaft gegenüber Dritten. Regelmäßig, zeitnah und umfassend berichtet der Vorstand schriftlich sowie in den turnusmäßigen Sitzungen über die Planung, die Geschäftsentwicklung sowie über die Lage des Konzerns einschließlich des Risikomanagements. Die infas Holding Aktiengesellschaft ist zur Deckung der betrieblichen und sonstigen Aufwendungen auf den Empfang von Zahlungen und Gewinnausschüttungen ihrer operativen Tochtergesellschaften angewiesen. Eine Vielzahl von Faktoren kann dazu führen, dass sich die tatsächlich eintretenden Ereignisse wesentlich von der prognostizierten Lage unterscheiden und geringere als die erwarteten Auszahlungen von den operativen Tochtergesellschaften vereinnahmt werden.
Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, wird zurzeit ein ausgewogenes Risiko-Management-System (RMS) entwickelt. Kernbestandteil dieses Systems wird ein Frühwarnsystem, für das sowohl strategische als auch operative Risiken definiert sind. Für diese werden kontinuierlich Kennziffern generiert, die wiederum Bestandteil eines internen Monitoringsystems sind, mit dem regelmäßig und systematisch eine Risikoidentifikation stattfindet. Zur Sicherstellung einer effizienten und effektiven Risikokontrolle werden in dem RMS die Kommunikationsstrukturen klar definiert.
Hierdurch werden potentielle Risiken eruiert, bewertet sowie laufend überprüft. Alle Konzerngesellschaften berichten regelmäßig anhand der definierten Kennziffern. Zur Steuerung und Überwachung der Planzahlen und Ziele wird somit ein systematisches Erfassungs- und Kontrollsystem etabliert.
Die Vergütungen sind im Vergütungsbericht, der Teil des Lageberichts ist, sowie im Anhang des Konzerns dargestellt.
Alle meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte wurden entsprechend den gesetzlichen Regelungen veröffentlicht und sind auf der Website der infas Holding Aktiengesellschaft eingestellt.
Die Aktionäre nehmen ihre Rechte an der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie der infas Holding Aktiengesellschaft gewährt eine Stimme. Der Aufsichtsratsvorsitzende leitet die Versammlung. Sämtliche notwendigen Unterlagen für die Entscheidungsfindung sind den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend auf der Website der infas Holding Aktiengesellschaft veröffentlicht.
Die infas Holding Aktiengesellschaft stellt ihren Konzernabschluss sowie die Konzernzwischenberichte gemäß den IFRS-Richtlinien auf. Der Jahresabschluss der infas Holding Aktiengesellschaft erfolgt nach HGB. Der Konzernabschluss wird vom Vorstand aufgestellt, vom Abschlussprüfer geprüft und vom Aufsichtsrat festgestellt. Der Aufsichtsrat arbeitet während des gesamten Prüfungsprozesses eng mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer zusammen. Der Abschlussprüfer WISBERT-TREUHAND GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, informiert unverzüglich den Aufsichtsratsvorsitzenden über alle für die Arbeit des Aufsichtsrats wesentlichen Fragestellungen und Vorkommnisse, die sich während der Abschlussprüfung ergeben.
Die infas Holding Aktiengesellschaft informiert Aktionäre, Analysten, Aktionärsvereinigungen, Medien und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig und zeitnah über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns. Die verschiedenen Gruppen werden gleichzeitig und gleichberechtigt behandelt. Alle kapitalmarktrelevanten Informationen werden auf der Website des Unternehmens veröffentlicht.
Die infas Holding Aktiengesellschaft informiert zudem ausführlich über den Aktienbesitz und die Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat. Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte nach § 15a WpHG, werden stets ordnungsgemäß auf der Website der infas Holding Aktiengesellschaft veröffentlicht.
Bonn, im April 2015
Menno Smid, Vorstand
Dr. Oliver Krauß, Für den Aufsichtsrat
Friedrich-Wilhelm-Straße 18
53113 Bonn
Tel. +49 (0)228/33 60 72 39
Fax +49 (0)228/31 00 71
www.infas-holding.de
Sitz der Gesellschaft:
53113 Bonn
Vorstand der Gesellschaft:
Dipl.-Soz Menno Smid
Vorsitzender des Aufsichtsrats:
Dr. Oliver Krauß
Amtsgericht Bonn
HRB 17379
USt.-Ident.-Nr. DE 155601174
St.Nr. 205/5725/1339
ISIN: DE0006097108
WKN: 609710
Notiert: Geregelter Markt (General Standard) in Frankfurt am Main
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