Annual Report (ESEF) • May 4, 2023
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Download Source Fileinfas Holding Aktiengesellschaft 894500H144ZW4YW6FJ39 2022-12-31 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-12-31 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-01-01 2021-12-31 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-12-31 894500H144ZW4YW6FJ39 2020-12-31 894500H144ZW4YW6FJ39 2020-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-12-31 ifrs-full:AccumulatedOtherComprehensiveIncomeMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2020-12-31 ifrs-full:AccumulatedOtherComprehensiveIncomeMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-12-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2020-12-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-12-31 ifrs-full:StatutoryReserveMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2020-12-31 ifrs-full:StatutoryReserveMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2020-12-31 infas-holding:EquityReductionDueToCompleteTakeoverOfSharesMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-12-31 infas-holding:EquityReductionDueToCompleteTakeoverOfSharesMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-01-01 2021-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2022-01-01 2022-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2022-01-01 2022-12-31 ifrs-full:AccumulatedOtherComprehensiveIncomeMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-01-01 2021-12-31 ifrs-full:AccumulatedOtherComprehensiveIncomeMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2022-01-01 2022-12-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-01-01 2021-12-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2022-01-01 2022-12-31 ifrs-full:StatutoryReserveMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-01-01 2021-12-31 ifrs-full:StatutoryReserveMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-01-01 2021-12-31 infas-holding:EquityReductionDueToCompleteTakeoverOfSharesMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2022-01-01 2022-12-31 infas-holding:EquityReductionDueToCompleteTakeoverOfSharesMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2022-12-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2022-12-31 ifrs-full:AccumulatedOtherComprehensiveIncomeMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-12-31 ifrs-full:AccumulatedOtherComprehensiveIncomeMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2022-12-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-12-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2022-12-31 ifrs-full:StatutoryReserveMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-12-31 ifrs-full:StatutoryReserveMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2021-12-31 infas-holding:EquityReductionDueToCompleteTakeoverOfSharesMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2022-12-31 infas-holding:EquityReductionDueToCompleteTakeoverOfSharesMember 894500H144ZW4YW6FJ39 2022-01-01 2022-12-31 iso4217:EUR iso4217:EUR xbrli:shares xbrli:pure iso4217:EUR xbrli:shares Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 April 2023 Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022 Kurt-Schumacher-Straße 24 53113 Bonn T +49 (0)228 33 60 72 39 F +49 (0)228 31 00 71 www.infas-holding.de [email protected] Sitz der Gesellschaft: 53113 Bonn Vorstand der Gesellschaft: Dipl.-Soz. Menno Smid (CEO) Dr. Isabell Nehmeyer-Srocke (CFO) Vorsitzender des Aufsichtsrats: Dr. Oliver Krauß Amtsgericht Bonn HRB 17379 USt.-Ident.-Nr. DE 155601174 St.Nr. 205/5725/1339 ISIN: DE0006097108 WKN: 609710 Notiert: Geregelter Markt (General Standard) in Frankfurt am Main Ad-hoc-Mitteilung nach §15 WpHG Grundlagen des Konzerns Geschäftsmodell des Konzerns Der infas Konzern besteht zum 31.12.2022 aus der Muttergesellschaft infas Holding Aktiengesellschaft (im Folgenden infas Holding AG oder Holding) sowie folgenden in den Konsolidierungskreis einbezogenen Gesellschaften: Gesellschaft Beteiligungsquote infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH, Bonn 100 % CATI-LAB GmbH, Bonn 100 % infas 360 GmbH, Bonn 100 % infas quo GmbH, Nürnberg 100 % infas LT GmbH (vormals Lutum + Tappert DV-Beratung 100 % GmbH), Bonn BNS – Business Network Solutions GmbH, Bonn 33,33 % Die infas Holding AG als Konzernmuttergesellschaft ist eine reine Holding, ohne eigenes operatives Geschäft. Sie erzielt keine Umsatzerlöse mit Dritten, sondern realisiert ausschließlich Konzernumlagen. Die Aktien der infas Holding AG sind im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Gesteuert wird der Konzern durch den Vorstand der infas Holding AG. Der Konzern ist mit seinen Tochtergesellschaften in der Markt-, Meinungs- und So- zialforschung sowie angrenzenden Bereichen tätig. Die Tochtergesellschaften er- zielen von ihren Standorten Bonn, Nürnberg und Luxemburg ihren Umsatz i.W. in Deutschland. In der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung im engeren Sinn ist der Konzern in erster Linie maßgeblich mit der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH („infas Institut“, „Institut“) präsent. Die Tochtergesellschaft infas Institut ist eine unabhängige Forschungs-GmbH, die Forschungs- und Beratungsleistungen für die Wissenschaft, die Politik einschließlich ihrer Verwaltungen, Unternehmen al- ler Branchen sowie die EU erbringt. Die CATI-LAB GmbH („CATI-LAB“) führt telefonische Befragungen zu wirtschaftli- chen, gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen durch. Die Abkürzung CATI steht für Computer Assisted Telephone Interview, also computergestützte te- lefonische Befragungen, was für bevölkerungsrepräsentative Studien weithin als ein verlässlicher Weg der Erhebung gilt. Die CATI-LAB wurde im Geschäftsjahr neu gegründet und zum 07.07.2022 ins Handelsregister eingetragen. Seite 3 Die infas 360 GmbH („infas 360“) fokussiert sich auf eine innovative, datengetrie- bene Marketingforschung, die auf eine Regionalisierung und Lokalisierung von Ziel- gruppen und Potenzialen abzielt. Vor diesem Hintergrund berät die infas 360 Wirt- schaft und Wissenschaft zur Nutzung aller verfügbaren Daten und Analysen, um bessere strategische Entscheidungen treffen sowie operative Planungen und Maß- nahmen optimieren zu können. Basis der Beratung ist die fortlaufende Sammlung und Kombination unterschiedlicher Datenquellen, die täglich aktualisiert und aufbe- reitet werden. Dabei hat sich infas 360 darauf spezialisiert, gesellschaftliches wie ökonomisches Handeln in seiner räumlichen und zeitlichen Dimension zu analysie- ren und zu visualisieren – New Dimensions in Data Science. Die Lutum + Tappert DV-Beratung GmbH wurde 2022 in infas LT GmbH („infas LT“) umbenannt und ist im Geschäftsfeld Location Technologies1 tätig. Sie entwi- ckelt vor allem Standardkartensoftware sowie maßgeschneiderte Lösungen für Marketing, Vertrieb und Controlling durch die Integration digitaler Landkarten in Ma- nagement-Informations-Systeme, sogenannte Dashboards. Allein mit ihrer Stan- dardsoftware easymap bedient infas LT mehr als 2.500 Kunden mit Lizenzen, über- wiegend in Deutschland und Österreich. So eröffnen sich zum einen Abverkaufspo- tenziale von Daten der infas 360 und zum anderen wird die Geomarketingkompe- tenz als Full-Service-Anbieter für Software, Daten und Analysen komplettiert. Die infas quo GmbH („infas quo“) ist auf die Analyse von Finanzdienstleistungen spezialisiert und vor allem im Bereich der digitalen Marktforschung aktiv. In diesem Zusammenhang gründet die Gesellschaft ihre Analysen auf ein selbst betriebenes Online-Panel quo PEOPLE, das kontinuierlich ausgebaut wird. Damit ist die Gesell- schaft auch in der Lage, weitere Bereiche der Marktforschung mit einem innovativen Ansatz abzudecken. Ziele und Strategien Der infas Konzern sieht sein Geschäftsfeld in der Markt-, Meinungs- und Sozialfor- schung sowie angrenzenden Bereichen. Dabei ist es der Anspruch, als Dienstleis- tungsunternehmen valide Informationen für den Erkenntnisfortschritt, den gesell- schaftlichen Diskurs und als Basis für Entscheidungen in Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zu beschaffen. Dies umfasst sowohl die Erhebung komplexer Primärda- ten als auch die Beschaffung und Systematisierung allgemein zugänglicher Sekun- därdaten, die dann lösungsorientiert für die Überprüfung von relevanten Hypothe- sen je nach Problemstellung auch zusammengeführt werden können. Die Seinsbe- stimmung des Konzerns, neuerdings auch „Purpose“ genannt, ist es, einen Beitrag zu einem evidenzbasierten Diskurs, zur Lösung gesellschaftlicher Probleme sowie von Problemen der Wirtschaft zu leisten. In diesem Sinne ist der infas Konzern eine „evidence-making company“. 1 Hiermit ist Software gemeint, die vor allem mit Georeferenzierungen arbeitet und auch im Geomarketing eingesetzt werden kann. Seite 4 Im Hinblick auf die Analyse gesellschaftlicher Probleme ist der infas Konzern durch das infas Institut schon seit Jahren mit Großprojekten zu wesentlichen Ausprägun- gen der sozialen Entwicklung Deutschlands sehr präsent. Besonders in der Bil- dungs- und Arbeitsmarktforschung, in der Familien- und Seniorenforschung, der Forschung über die Ungleichheit in der Gesellschaft, der Gesundheitsvorsorge, Kri- minalitätsforschung, Innovationsforschung und Mobilitätsforschung prägen die Er- gebnisse der vom infas Institut durchgeführten Projekte den gesellschaftlichen Dis- kurs, sofern dieser evidenzbasiert stattfindet. Die Ergebnisse gehen auch teilweise in die Gesetzgebung ein. Viele der durchgeführten Projekte ergänzen die amtliche Statistik und stellen eine Datenbasis für die wissenschaftliche Grundlagenforschung zur Verfügung. Der Kern des Geschäftsfelds besteht darin, nach neuesten metho- dischen Erfordernissen generierte, aktuelle Forschungsdaten für Wissenschaft und Politik zur Verfügung zu stellen, damit einerseits evidenzbasierte Entscheidungen getroffen werden können und andererseits ein auf Fakten basierender gesellschaft- licher Diskurs über die aktuelle und die zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft stattfinden kann. Dies gilt ebenfalls für die anderen Tochtergesellschaften, wenn auch hier eher fokussiert auf Unternehmen und deren Probleme sowie die Wirt- schaft insgesamt. Die Markt-, Meinungs- und Sozialforschung, also die Branche, in der die Aktivitäten der Unternehmen der infas Holding AG im weitesten Sinne anzusiedeln sind, ist schon seit Längerem einem strukturellen Änderungsprozess unterworfen. Neue Möglichkeiten der Datenerhebung mittels digitaler Technologien, aber auch die Ver- fügbarkeit umfassender prozessproduzierter Daten, die u.a. bei der Nutzung sozia- ler Medien, Smartphones oder sogenannter Wearables anfallen, bergen ein enor- mes Potenzial. So lassen sich bspw. räumliche Mobilitätsmuster und soziale Kon- texte mittels georeferenzierter Daten in bisher nicht gekanntem Ausmaß ohne Be- fragungen messen, während sich in anderen Bereichen gerade die Möglichkeiten einer zeitlich feinkörnigen Abbildung dynamischer Prozesse als besonders frucht- bar erwiesen haben. Es erscheint vor diesem Hintergrund nicht übertrieben, von einer digitalen Revolution in der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung zu spre- chen. Die Branche kann von Natur aus als digitalaffin bezeichnet werden. Den Umgang mit Daten und Software gewöhnt, schreitet die Digitalisierung stetig voran. Ein Er- gebnis davon ist, dass ca. 57 % der ca. 21 Millionen im Jahr 2021 realisierten quan- titativen Interviews der Institute, die im ADM e.V.2 organisiert sind, online erhoben wurden (Vorjahr 49 %). „Online“ heißt in der Regel: Spezialisierte Unternehmen rek- rutieren in großer Anzahl Personen3, die gegen Entgelt bereit sind, Fragebögen di- gital auszufüllen. Für die sogenannten Befragten lohnt es sich finanziell erst, wenn sie an möglichst vielen Befragungen teilnehmen. Es bilden sich somit Personen- gruppen heraus, die zu „Berufsbefragten“ werden. Dem könnte man mit Transpa- renz entgegenwirken, die aber in der Regel bei den Anbietern nicht vorhanden ist. 2 Der Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V. (ADM) ist der wichtigste Wirtschaftsverband der Branche. Die in diesem Verband organisierten Institute erwirtschaften ca. 90 % des Branchenumsatzes. 3 In der Regel erfolgt die Rekrutierung über Plattformen jedweder Art, man könnte daher auch von „Plattform-Demo- skopie“ sprechen. Seite 5 Unabhängig davon ist festzuhalten: Online ist mittlerweile der häufigste Erhebungs- modus, telefonische Interviews sind mit 18 % vertreten und Face-to-Face-Inter- views mit 15 %. Auch bei qualitativen Interviews gewinnt die Arbeit mittels digitaler Medien an Bedeutung, denn 2021 wurden 41 % in Online-Fokusgruppen durchge- führt (Vorjahr 32 %).4 Die Online-Befragungen haben durch die COVID-19-Pande- mie deutlich zugenommen. Die Zahlen zeigen allerdings, dass diese Befragungs- form auch darüber hinaus beibehalten wird. In einigen Bereichen, insb. im Bereich der sozialwissenschaftlichen Forschung, werden aber auch altbewährte Befragun- gen in Präsenz und per Telefon zu beobachten sein, weil in einem digitalen Format komplexe Designs der Erhebung nur unvollständig umgesetzt werden und auch In- formationen verloren gehen können. Mit den preiswerten Online-Interviews5 geht ein weiterer Aspekt einher, der für die Validität der Daten von großer Bedeutung ist: Die stichprobentheoretischen Voraus- setzungen sind ungeklärt. Generell kann gesagt werden, dass sie in der Regel auf „non-probability samples“ basieren, also Stichproben ohne Zufallsauswahl. Das wirft die Frage auf, wie präzise die Ergebnisse sind, die auf dieser Basis generiert werden. Es ist zwar auch richtig, dass es telefonische und auch Face-to-Face-Er- hebungen gibt, die nicht auf Zufallsstichproben beruhen. Der große Unterschied ist aber, dass bei diesen beiden Erhebungsmethoden grundsätzlich „probability samp- les“ möglich sind und auch angewandt werden. Alle Soziologinnen und Soziologen lernen und alle Statistikerinnen und Statistiker wissen, dass Verallgemeinerungen der Ergebnisse einer Stichprobe, und somit Aussagen über die Gesamtpopulation, nur auf Basis von Zufallsstichproben, also „probability samples“, möglich sind. Die Frage ist also durchaus berechtigt, ob Er- gebnisse, die auf Basis von „non-probability samples“ entstehen, glaubhaft und prä- zise sind. Nach dem Stand der derzeitigen methodischen Diskussion gibt es dazu schlechte Nachrichten6, denn für bestimmte Fragestellungen muss angenommen werden, dass solcherart Ergebnissen nicht zu trauen ist. Es geht demnach nicht um die Art der Erhebung, also den Erhebungsmodus, sondern um die Stichprobe, die der Erhebung, egal in welcher Form, zugrunde liegt. Es kann allerdings nicht abgestritten werden, dass Zufallsstichproben aufwendig sind und auch nicht immer für jede Fragestellung in Betracht kommen oder zielfüh- rend sind. Streng genommen sind sie nur sinnvoll, wenn es um Aussagen geht, die „hochgerechnet“, also verallgemeinert, werden können. Dies ist jeweils der Fall, wenn von „den Deutschen“, „der Bevölkerung“, „den Wählerinnen und Wählern“, „den Ausländerinnen und Ausländern“ etc. die Rede ist (was besonders in der Presse ziemlich oft der Fall ist). Von dieser methodischen Warte aus betrachtet, bedient das infas Institut diesen Markt in hervorragender Weise. 4 Vgl. https://www.adm-ev.de/die-branche/mafo-zahlen/. 5 Der eigentliche Grund dafür, dass sie markttechnisch attraktiv sind und sich zunehmend größerer Beliebtheit erfreuen. 6 Jüngst: John Krosnick (Stanford University) „The Accuracy of River Sampling Surveys“, Vortrag gehalten auf der Tagung: „Neue Entwicklungen in der der Onlineforschung: Möglichkeiten und Grenzen von River Sampling“. Veranstal- tet von: GESIS, ADM und DGOF, Februar 2020. Seite 6 Andererseits ist auf neue Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden, insb. in der Marktforschung, einzugehen. Diese wollen zunehmend schnellere Einsichten in die Entwicklung ihrer Märkte erhalten, ohne gezwungen zu sein, jeweils recht kompli- zierte und zeitraubende Ansätze in Auftrag geben zu müssen, deren Ergebnisse möglicherweise gar nicht mehr aktuell sind, wenn sie dann vorliegen. Hier positio- niert sich infas quo mit dem Ansatz einer agilen Marktforschung, die Schnelligkeit und nachvollziehbare Evidenz miteinander verbindet. Schließlich gibt es ein weiteres Thema für die Marktforschung, aber auch für die Sozialforschung der Zukunft, nämlich „Big Data“. Dazu verzahnen infas 360 und infas LT verschiedene Daten- und Analysedisziplinen aus Customer-Relationship- Management (CRM) und Geomarketing. infas 360 verfolgt so eine völlig neue Art der Informationsaufbereitung und -gewinnung von Raum- und Bewegungsdaten (Geo Data), Kunden- und Unternehmensdaten (Customer Data) sowie Markt- und Befragungsdaten (Survey Data). Dabei hat sich infas 360 darauf spezialisiert, ge- sellschaftliches wie ökonomisches Handeln in seiner räumlichen und zeitlichen Di- mension zu analysieren und zu visualisieren. Konzerne und auch große mittelstän- dische Unternehmen erhalten so in Zeiten von Big Data einen 360-Grad-Rundum- blick auf ihre Märkte für gezielte strategische und operative Marketingaktivitäten.7 Für die Forschung eröffnet die Verknüpfung von Befragungs- und mikrogeografi- schen Daten und Analysen auch bei (sozial-)wissenschaftlichen Studien neue Mög- lichkeiten. In den von uns adressierten Märkten, insb. der Markt-, Meinungs- und Sozialfor- schung, wollen wir Spitzenpositionen erreichen und fokussieren uns auf attraktive und langfristig wachsende Nischenmärkte, in denen wir über den Marktdurchschnitt zu wachsen gedenken. Das Unternehmen soll für bestimmte wichtige Fragen der Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft zu einer wirklichen Alternative für die etab- lierten Anbieterinnen und Anbieter werden. Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der infas Gruppe, auf Basis einer exzellenten Dienstleistung und höchster Qualitätsmaßstäbe in einer immer unübersichtlicheren Welt der präferierte Partner für die Markt-, Meinungs- und Sozialforschung zu sein, die sich um gesicherte, evidenzbasierte Aussagen bemüht. Dieses Ziel verfolgt der infas Konzern mit hoher Kompetenz und Akribie. Steuerungssystem Als wichtigste betriebswirtschaftliche Steuerungsgrößen verwendet der Konzern den Umsatz sowie das operative Ergebnis. Das operative Ergebnis ist das Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie hieraus abgeleitet die Umsatzrendite bzw. EBIT-Marge (EBIT im Verhältnis zu den Umsatz- erlösen). Diese zentralen Kenngrößen werden regelmäßig und vollumfänglich von allen Tochtergesellschaften und der Holding erstellt und mit Planzahlen abgeglichen. Bei 7 Mit der Gesellschaft „infas LT“ werden zunehmend auch Softwarelösungen für solcherart Aktivitäten entwickelt. Seite 7 allen Gesellschaften erfolgt die Aufstellung monatlich. Durch die Optimierung der internen Steuerungssysteme kann ab einem bestimmten Punkt eine zuverlässige Schätzung hinsichtlich des Ergebnisses eines Projekts gemäß IFRS 15 vorgenom- men werden. Auf dieser Grundlage werden die Umsatzerlöse der laufenden Pro- jekte, sofern die Voraussetzungen hierfür vorliegen, nach der zeitraumbezogenen Methode nach IFRS 15 erfasst. Darüber hinaus wird in allen Tochtergesellschaften die Performanz der Akquisitio- nen anhand von Kennzahlen wie Angebotsvolumen und Auftragsbestand für das aktuelle Geschäftsjahr regelmäßig in Relation zum geplanten Jahresumsatz ver- folgt, dargestellt und bewertet. Dies gilt ebenso für die Entwicklung der Liquidität der Gesellschaften. Forschung und Entwicklung Der infas Konzern erbringt wissensintensive Dienstleistungen im Bereich der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung sowie angrenzenden Bereichen und gehört somit nicht zur forschungsintensiven Industrie. Vielmehr haben wir den Vorteil, dass viele Kundinnen und Kunden Aufträge an die Markt-, Meinungs- und Sozialfor- schung vergeben, weil sie selbst nach Innovationen suchen, für die sie eine solide Datenbasis benötigen. Somit fordert fast jedes Projekt der infas Gesellschaften die Kreativität und Innovationsfähigkeit der meist wissenschaftlich geprägten Mitarbei- terinnen und Mitarbeiter heraus, was grundsätzlich zu einem hohen Innovationsgrad im Konzern führt. Darüber hinaus engagiert sich der Konzern in verschiedenen internen Projekten, um methodisch und thematisch ein Vorreiter in der Branche zu sein. Systematisch werden Wettbewerbsanalysen betrieben, technische Tools für die verschiedenen Prozessschritte sowie für die Messung im Rahmen von Befragungen gesucht und erprobt und Potenziale von Kundengruppen beurteilt, um den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden gerecht zu werden bzw. Angebote optimal auf sie zuschnei- den zu können. Vor dem geschilderten Hintergrund lassen sich die Felder, in denen in nächster Zeit Innovationen im Konzern in mittelfristiger Absicht stattfinden werden, wie folgt zu- sammenfassen: Einerseits gilt es, die bereits angedeutete Problematik der Digitali- sierung der Befragungen weiter aufzugreifen und in das Set der gesamten Befra- gungsmöglichkeiten in der Weise zu integrieren, dass sie als valide und kosten- günstige Variante auch in wissenschaftlichen Erhebungen Eingang finden kann, und dort nicht nur isoliert und hilfsweise angewendet wird, wie es zum Teil derzeit der Fall ist. Die Zukunft der Befragungen wird Befragten grundsätzlich die Option eröffnen, in allen Befragungsmethoden und nicht nur in einem, von den Forschern oder dem Dikatat der Kostenstruktur bevorzugtem Format, beantworten zu können. Die Methoden der Befragung können dann von den Befragten selbst ausgewählt werden, die der aktuellen Situation der Befragten zum Zeitpunkt der Befragung oder gemessen an den grundsätzlichen Präferenzen am zweckmäßigsten erscheint. Dies wirft eine Fülle von stichprobentheoretischen Fragen auf, die gelöst werden müssen, stellt aber auch neue Anforderungen an die Umsetzung von Projekten und Seite 8 somit auch an neue, digitalisierte Formen ihrer Steuerung. Hier liegen bereits erste Ergebnisse vor, die zudem auch von einzelnen Auftraggeberinnen und Auftragge- bern mitgetragen und akzeptiert werden. Ein weiteres Innovationsfeld des Konzerns ist in der inhaltlichen und methodischen Kompatibilisierung von Zufallsstichproben mit grundsätzlich nicht probabilistischen Stichproben zu sehen. Auch hier geht es nicht nur um die methodischen und statis- tischen Aspekte, die es zu lösen gilt, sondern auch um eine effiziente Umsetzung, um Kostenvorteile zu erreichen. Auch in diesem Feld liegen erste empirische Evi- denzen über Machbarkeit und inhaltlicher Adäquanz vor, die auch Grundlage einer wissenschaftlichen Veröffentlichung sein werden. Des Weiteren geht es um ein Innovationsfeld, das sich aus der fortschreitenden (sich in Deutschland allerdings erst zögerlich entwickelnden) Digitalisierung der Da- tenströme der öffentlichen Verwaltung ergibt und ein wesentliches Merkmal der Ak- tivität von infas 360 ist. Die Herausforderungen liegen hier einerseits in der Organi- sation der Zugänglichkeit und Integration in den vorhandenen Datenbestand, der nutzbringend aufzubereiten ist. Andererseits sind diese Daten mit Befragungsdaten so zu kombinieren, dass sie im Sinne der Datensparsamkeit bei der Erhebung auch Kostenvorteile erbringen. Dies führt zu einem weiteren Innovationsfeld des Kon- zerns, der sich mit passiver Messung beschäftigt. Passive Messung heißt, dass die Messung nicht über eine Befragung erfolgt, sondern automatisch über die Nutzung spezifischer Devices der Zielperson stattfindet, ohne dass eine Befragung notwen- dig ist. Dies ist in der Verkehrsforschung vergleichsweise weit entwickelt und wurde von infas bereits angewendet, lässt sich aber auch nutzbringend auf andere Gebiete erweitern. Allerdings ist dabei noch eine Fülle stichprobentheoretischer Fragestel- lungen zu lösen. Auch die technische Anwendbarkeit ist ein eigenes weiteres Inno- vationsfeld. Darüber hinaus kann davon ausgegangen werden, dass in Zeiten großer Verände- rungen, in denen wir uns ohne Zweifel als Konzern bewegen, nicht nur die Anforde- rungen an die Qualität und Nachvollziehbarkeit der Daten (Stichwort Fake News, „alternative“ Daten) zunehmen wird, sondern sich auch die Schnelligkeit bei der Verfügbarkeit beschleunigt, zu in der Regel geringeren Kosten (wenn bestimmte Tendenzen der letzten Jahre hochgerechnet werden). Diese Tendenz, die in der Marktforschung schon länger ausgeprägt zu beobachten ist, spielt zunehmend auch bei wissenschaftlichen Fragestellungen und bei der Projektvergabe eine immer grö- ßere Rolle. Schnelligkeit und Kostenersparnisse ergeben sich insb. dadurch, dass nicht für jede neue Fragestellung eine eigenständige Erhebung erfolgt, sondern im Konzern auf einen Datenpool befragungsbereiter Personen zurückgegriffen werden kann, die grundsätzlich ihre Bereitschaft bekundet haben, an Befragungen der Ge- sellschaften des Konzerns teilzunehmen. Angesprochen ist damit ein ausreichend großes Panel, das in nuce bei der Gesellschaft infas quo im Konzern bereits vor- handen ist. Die innovativen Herausforderungen in naher Zukunft bestehen darin, einerseits die technische Befragungsplattform für die Zwecke der anderen Gesell- schaften im Konzern verfügbar zu machen und andererseits, eine Rekrutierungspo- litik von Befragungspersonen umzusetzen, die den verschiedenen Anforderungen Seite 9 der Gesellschaften gerecht wird. Hierbei ist insb. zu berücksichtigen, dass das Pa- nel insgesamt nicht nur im Marketing als „repräsentativ“ (was nahezu jeder Anbieter plakativ ohne einen wissenschaftlich belegbaren Hinweis formuliert), sondern zu- sätzlich für Zwecke des Instituts neben spezifischen Rekrutierungsmerkmalen auch über statistische Inklusionswahrscheinlichkeiten der rekrutierten Person verfügen muss, was als der eigentliche Beleg für eine hochrechenbare Stichprobe gelten kann. Nicht zuletzt wird es darauf ankommen, die Beratungskompetenzen in spezi- fischer Weise auszubauen. Einerseits, um den modernen Datenerfordernissen ge- recht zu werden, und andererseits wirken die benannten Datenerfordernisse und -strukturen rekursiv auf die Fragestellung zurück, so dass sie diese auch ver- ändern. Dieser Bereich kann in Zukunft von dem Konzern in entscheidender Weise mitgeprägt werden. Wirtschaftsbericht Gesamt- und branchenwirtschaftliche Rahmenbedingungen Der Beginn 2022 war durch die Hoffnung geprägt, dass die COVID-19-Pandemie endgültig überwunden sei und damit eine Rückkehr zur Normalität und stetigem Wachstum möglich wäre. Diese Hoffnung wurde dadurch getrübt, dass Russland am 24.02.2022 einen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hat, der erneut Schatten über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands warf, was – so war es schnell für weite Teile der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung deutlich – auch Auswirkungen auf die Branche und den infas Konzern haben würde. Der infas Konzern unterhielt weder zu Russland noch zur Ukraine Geschäftsbeziehun- gen, so dass es keine unmittelbaren Auswirkungen auf den infas Konzern gab und vor allem das Einsetzen von Sanktionen gegen Russland weder operative noch un- mittelbare wirtschaftliche Folgen hatte. Die gesamtwirtschaftlichen Folgen hatten allerdings 2022 mittelbare Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung des infas Konzerns. Durch die COVID-19-Pandemie waren Lieferketten bereits beeinträchtigt, was zu Lieferengpässen in bestimmten Bereichen geführt hat. Die geopolitischen Spannun- gen haben dies weiter verstärkt, weil sie zu einem rasanten Anstieg der Energie- preise führten. Dazu kam, dass 2022 ein sehr trocknes Jahr war, was die Lebens- mittelproduktion beeinträchtigte und dadurch auch in diesem Bereich die Preise an- steigen ließ. In Summe zeigte sich in Deutschland erstmals seit vielen Jahren wie- der eine deutliche Inflation, die 2022 im Jahresdurchschnitt 6,9 % betrug. 2023 wird mit einer Inflation i.H.v. 6,2 % auf noch ähnlichem Niveau gerechnet, erst 2024 wird eine Reduktion auf 2,2 % erwartet. Das führte zu einem Ende der Negativzinsen und einer deutlich strafferen Geldpolitik mit steigenden Zinsen. Im Ergebnis schwächten diese Vorkommnisse die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland deutlich. Das ifo Institut konstatierte für 2022 ein Bruttoinlandsprodukt i.H.v. 1,8 %, was wohl nur so positiv war, weil der Staat eine Reihe von Hilfsmaßnahmen initi- ierte. 2023 wirken diese dann nicht mehr nach, so dass aktuell damit gerechnet wird, dass die Wirtschaft um 0,1 % schrumpft. Erst 2024 wird mit einer Erholung Seite 10 gerechnet, die sich voraussichtlich in einem Bruttoinlandsprodukt i.H.v. 1,7 % zei- gen wird. Diese schwache Aussicht wird sich auch auf marktbestimmte Dienstleis- tungen auswirken, was die Branche der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung be- trifft.8 Hinsichtlich der Umsatzentwicklung aller Marktforschungsinstitute in Deutschland wurde für 2022 eine Stagnation festgestellt. Zwar wuchs der Umsatz nominell um ca. 4 % auf ca. 1,7 Mrd. €, real dürfte dies allerdings eine stagnierende Entwicklung bedeuten.9 Entsprechend den gesamtwirtschaftlichen Prognosen wird sich diese Entwicklung in der näheren Zukunft kaum entspannen, was sich auch in der halb- jährlichen Mitgliederbefragung des Arbeitskreises Deutscher Markt- und Sozialfor- schungsinstitute e.V. (ADM) widerspiegelt. Nur noch 31 % der ADM-Institute schät- zen die zukünftige Auftragslage im nächsten halben Jahr besser ein als zuvor. Das ist enttäuschend, weil das in den letzten 10 Jahren der zweitschlechteste Wert ist. Nur im Dezember 2020, d.h. in der Hochphase der Pandemie, war die Zukunftsein- schätzung mit nur 25 % der Institute, die noch positiv ins nächste halbe Jahr blick- ten, schlechter als im Dezember 2022. D.h. die Branche befindet sich weiterhin in einer schwierigen Lage. Am infas Konzern gehen diese gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen ebenfalls nicht spurlos vorüber. Dennoch zeigt das Jahr 2022 wieder einmal, dass der infas Konzern mit seinen verschiedenen Tätigkeitsfeldern (Sozialforschung, agile sowie datengetriebene Marktforschung und Geomarketing) divers aufgestellt ist und damit über eine hohe Resilienz verfügt. Geschäftsverlauf Die zuvor beschriebenen Entwicklungen wirkten sich 2022 vielfältig aus. Insgesamt konnte der Umsatz um 3,1 % auf 42.155 T€ gesteigert werden. Das EBIT betrug 3.913 T€, was eine Umsatzrentabilität i.H.v. 9,3 % ergibt. Dieses Ergebnis wurde konzernweit im Jahresdurchschnitt 2022 mit 320 Beschäf- tigten10 erreicht (Vorjahr 218 Beschäftigte). Der Beitrag der einzelnen Segmente zum Konzernergebnis stellt sich wie folgt dar: Geschäftsentwicklung infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft Das infas Institut erwirtschaftete einen Umsatz i.H.v. 36.536 T€, was einem Wachs- tum ggü. dem Vorjahr von 3,4 % entspricht. Das EBIT lag bei 4.848 T€ (Vorjahr 1.503 T€), so dass eine Umsatzrendite i.H.v. 13,3 % erzielt wurde, was wiederum 8 Vgl. ifo Konjunkturprognose Frühjahr 2023 vom 15.03.2023, https://www.ifo.de/fakten/2023-03-15/ifo-konjunkturprog- nose-fruehjahr-2023-deutsche-wirtschaft-stagniert. 9 Vgl. marktforschung.de, Die umsatzstärksten Marktforschungsinstitute in Deutschland 2022, 20.02.2023, https://www.marktforschung.de/marktforschung/a/die-umsatzstaerksten-marktforschungsinstitute-in-deutschland- 2022/. 10 Die Anzahl der Beschäftigten ist an dieser Stelle mit der Anzahl der im Unternehmen tätigen Personen gleichzuset- zen, unabhängig vom Umfang ihrer Tätigkeit. Die Umrechnung auf Vollzeitäquivalente (FTE) wird in der Segmentbe- richterstattung im Anhang ausgewiesen. Seite 11 ein hervorragender Wert ist, der in der Branche seinesgleichen sucht. Das im Ver- gleich zum Vorjahr moderate Wachstum spiegelt Konsolidierungsprozesse und - effekte wider, die nach dem Zugewinn des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) folgerichtig zu vollziehen waren, um vor dem Hintergrund einer sich eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung die dauerhafte Lieferfähigkeit des Instituts zu gewährleisten. Zum anderen wirkten sich personelle Engpässe und die Neuorgani- sation der telefonischen Befragung durch die CATI-LAB GmbH aus. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit mit der Deutsche Rentenversicherung Bund, der Anfang des Jahres beigelegt werden konnte, wurde daraufhin die Durchführung der telefo- nischen Befragungen neu organisiert. Hintergrund war der Status der Telefoninter- viewerinnen und -interviewer, die in der Vergangenheit für den Konzern freiberuflich tätig waren und ab 2022 als Angestellte geführt werden. Diese Befragungsart spielt – wie insgesamt in der Brache11 – eine bedeutende Rolle und hatte dementspre- chend weitreichende Auswirkungen auf die internen Abläufe des Instituts. Dessen ungeachtet ist das infas Institut nach wie vor äußerst erfolgreich bei der Akquise: Das offene Auftragsvolumen erhöhte sich weiter um 1,7 % auf 105 Mio. €. Im infas Institut ist der Bereich Sozialforschung der größte Umsatzträger. Dies gilt auch im Hinblick auf das Ergebnis des Instituts. Ungefähr 90 % des Institutsumsat- zes sind mit Projekten der Sozialforschung realisiert worden. 2022 wurden, wie im Jahr zuvor, vor allem Großprojekte aus der Bildungs- und Arbeitsmarktforschung, der Familien- und Seniorenforschung sowie der Innovationsforschung bearbeitet. Insgesamt lassen sich die folgenden Fachbereiche in der Sozialforschung differen- zieren: – Bildung und interkulturelle Kompetenzen, – Wirtschaft, Arbeit und Innovation, – Ungleichheit und Partizipation, – Familien, Haushalte und Ressourcen, – Gesundheit und Versorgung, – Sozio-oekonomisches Panel (SOEP). Der Bereich Regional- und Verkehrsforschung beschäftigt sich hingegen vor- nehmlich mit hoch spezialisierten Fragestellungen der Mobilitäts- und regionalen Entwicklung. Gerade das in die Diskussion geratene Mobilitätsverhalten der Bevöl- kerung sowie die Konsequenzen aus den epochalen Umbrüchen der Automobilin- dustrie stehen im Zentrum der Arbeiten in diesem Bereich. Das beinhaltet natürlich auch Projekte zur sogenannten Verkehrswende. Darüber hinaus beginnt dieser For- schungsbereich auch das Themenfeld Umwelt und Verbraucher zu erschließen und setzt hier einen ersten Fokus auf Forschungsfragen rund um die sogenannte Ener- giewende. Dieser Bereich erwirtschaftete einen Anteil von ungefähr 10 % am Um- satz des Instituts. 11 Lt. ADM wurden 2021 39 % der qualitativen Interviews und 18 % der quantitativen Interviews telefonisch durchgeführt (Vorjahr 28 % bzw. 22 %). Vgl. https://www.adm-ev.de/die-branche/mafo-zahlen/. Seite 12 Geschäftsentwicklung CATI-LAB Die CATI-LAB GmbH wurde im Geschäftsjahr neu gegründet, um weiterhin den be- deutenden Bereich der telefonischen Befragung als Dienstleistung anzubieten. In den ersten 6 Monaten ihrer Betätigung erwirtschaftete die CATI-LAB einen Umsatz i.H.v. 1.902 T€ mit einem leicht positiven EBIT von 52 T€. Geschäftsentwicklung infas 360 Die infas 360 erwirtschaftete einen Umsatz i.H.v. 2.691 T€, was geringfügig unter dem Umsatz des Vorjahres lag. Das EBIT lag bei 1 T€ (Vorjahr 100 T€). Die Seitwärtsbewegung spiegelt die schwierige Marktlage in der Wirtschaft und die angespannte Personalsituation am Arbeitsmarkt wider. Das dennoch respektable Ergebnis bestätigt die Strategie, sich im Leistungsportfolio und Consulting (Vertrieb) auf die beiden Zielgruppen – Wirtschaft und Wissenschaft – auszurichten, was vor allem während der Coronakrise vorangetrieben wurde. Seit ihrer Gründung 2014 zeigt die Gesellschaft eine CAGR (Compound Annual Growth Rate: jährliche Wachstumsrate) i.H.v. 30,3 %, was ein großer Erfolg ist. Das tägliche Geschäft sowie das Umsatzvolumen 2022 zeigen aber auch, dass qualita- tiv hochwertige Produkte und Dienstleistungen mit Daten weiterhin erklärungsbe- dürftig sind (Consultative Selling). Die Corona-Datenplattformen und die Bereitstellung von Gebäudedaten für energe- tische Fragestellungen, wie bspw. der Sanierungsstand von Immobilien in Deutsch- land, die feinräumige Einkommensverteilung in Deutschland oder die Auswertung von Internet- und Registerdaten, sind Anwendungsbeispiele dafür, wie Wissen- schaft und Unternehmen in die Lage versetzt werden, auf fundierten Planungen evidenzbasierte Entscheidungen treffen zu können. Bei Bedarf werden diese in in- dividuellen Dashboards für die tägliche Nutzung aufbereitet und bereitgestellt. Ob- wohl eine solide und individuell aufbereitete Datengrundlage wichtig für alle Institu- tionen und Unternehmen in unsicheren Zeiten ist, zeigen wirtschaftliche Einbrüche auch immer wieder Auftragsstagnation, was als „Sparen am falschen Ende“ be- zeichnet werden kann, da die datengetriebene Entscheidungsfindung eine nachge- wiesene Wertschöpfungssteigerung für alle Organisationen darstellt. Geschäftsentwicklung infas LT infas LT erwirtschaftete einen Umsatz i.H.v. 2.258 T€, was einem Wachstum ggü. dem Vorjahr von 8,8 % entspricht. Das EBIT lag bei 135 T€ (Vorjahr 159 T€), so dass eine Umsatzrendite i.H.v. 6,0 % erzielt wurde. Dieses erfreuliche Ergebnis re- flektiert vor allem zwei Entwicklungen: Zum einen gewinnt die Gebiets- und Standortplanung für Vertrieb, Marketing, Controlling und Statistik wieder an Bedeu- tung, weil nach der COVID-19-Pandiemie der Besuch vor Ort bei den Kunden wie- der wichtig ist. Zum anderen zeigen sich erste Erfolge in der Produkt- und Preis- strategie, den Kundenwert zu steigern. Dies wird vor allem durch das Zusammen- legen konzerninterner Kernkompetenzen, vor allem aus Daten und Analysen bei der infas 360 sowie modernen Mapping-Komponenten und Visualisierungstools bei Seite 13 der infas LT, erreicht. Dieses hohe Synergiepotenzial eröffnet wachsende Up- und Cross-Selling-Erfolge. Geschäftsentwicklung infas quo infas quo erwirtschaftete einen Umsatz i.H.v. 1.712 T€, was 2,9 % unter dem Um- satz des Vorjahres lag. Das EBIT lag bei 48 T€ (Vorjahr 130 T€), so dass eine Um- satzrendite i.H.v. 2,8 % erzielt wurde. Nach dem sehr erfolgreichen Jahr 2022 ist dies ein Dämpfer, der allein auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zurückzufüh- ren ist, die vor allem marktbestimmte Dienstleistungen beeinträchtigt. Seit ihrer Gründung 2017 zeigt die Gesellschaft eine jährliche Wachstumsrate (CAGR) i.H.v. 44,0 %, was ein großer Erfolg ist. Es zeigt, dass sich die Gesellschaft im umkämpften Sektor der Marktforschung mit ihrem agilen Ansatz unter Nutzung ihres Online-Panels quo PEOPLE etabliert hat. Schwankungen dieser Art müssen branchenbedingt hingenommen werden. Zusammenfassung Vor dem geschilderten Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Lage zeigt sich, dass der infas Konzern eine hervorragende Diversifikation hat, die insgesamt schwierigen Rahmenbedingungen sehr gut trotzen kann. Das hat sich bereits wäh- rend der Coronakrise gezeigt und in der aktuellen Situation, die durch Krieg, Klima- wandel, Lieferengpässe, Inflation, steigende Zinsen und eine drohende Rezession gekennzeichnet ist, einmal mehr bestätigt. Seite 14 Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Ertragslage Der Konzernumsatz ist im Geschäftsjahr 2022 von 40.893 T€ im Vorjahr auf 42.155 T€ um 3,1 % gestiegen. Im Segment des infas Instituts konnte ein Au- ßenumsatz von 36.099 T€ erreicht werden (Vorjahr 35.006 T€). Das Segment infas 360 konnte Außenumsatz von 2.137 T€ auf 2.222 T€ leicht steigern. Der Außenum- satz im Segment infas LT stieg ebenfalls leicht von 1.999 T€ auf 2.154 T€. Der Au- ßenumsatz des Segments infas quo sank leicht von 1.751 T€ auf 1.680 T€. Die CATI-LAB erzielte im Jahr ihrer Gründung lediglich Innenumsätze. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahreswert von 194 T€ auf 306 T€ gestiegen. Sie beinhalten i.W. die Erstattun- gen Energiepauschale i.H.v. 118 T€, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen i.H.v. 102 T€ sowie Erstattungen aus dem Aufwendungsausgleichsgesetz i.H.v. 62 T€. Der Materialaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr von 16.111 T€ auf 15.518 T€ leicht gesunken, was auf die Natur der Aufträge sowie interne Effizienzsteigerungen zurückzuführen ist. Der Anteil des Materialaufwands im Verhältnis zu den Umsatz- erlösen hat sich von 39,4 % im Vorjahr auf 36,8 % im Geschäftsjahr 2022 verbes- sert. Die Anzahl der Mitarbeitenden im Konzern betrug im Geschäftsjahr 2022 durch- schnittlich 320 (Vorjahr 218). Die Personalaufwendungen sanken im Vergleich zum Vorjahr von 20.032 T€ auf 16.394 T€. Der hohe Vorjahreswert war insb. auf die Er- höhung der Rückstellung für den Rechtsstreit mit der Deutsche Rentenversicherung Bund i.H.v. 6.257 T€ zurückzuführen. Der sich ohne die Erhöhung der Rückstellung ergebene Anstieg der Personalaufwendungen ist i.W. auf die Festanstellung der vormals freiberuflich tätigen Telefoninterviewerinnen und -interviewer zurückzufüh- ren. Die Abschreibungen haben sich 2022 von 1.438 T€ auf 2.368 T€ erhöht. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Konzerns sind 2022 um 26,2 % von 3.348 T€ im Vorjahr auf 4.224 T€ gestiegen und beinhalten die folgenden wesentli- chen Aufwandspositionen: Aufwendungen für Raumkosten i.H.v. 771 T€ (Vorjahr 552 T€), Rechts- und Beratungskosten i.H.v. 723 T€ (Vorjahr 735 T€), EDV-Kosten i.H.v. 586 T€ (Vorjahr 406 T€), sonstige betriebliche Aufwendungen wie i.W. Um- zugskosten i.H.v. 521 T€ (Vorjahr 19 T€), Versand und Telefonkosten i.H.v. 465 T€ (Vorjahr 752 T€) sowie Werbe- und Reisekosten i.H.v. 359 T€ (Vorjahr 191 T€), Versicherungen und Beiträge i.H.v. 124 T€ (Vorjahr 66 T€), Kosten der Personalsu- che i.H.v. 110 T€ (Vorjahr 84 T€). Seite 15 Das EBIT des Konzerns ist von 133 T€ im Vorjahr auf 3.913 T€ gestiegen. Das Segment infas Institut erreichte im Geschäftsjahr 2022 ein EBIT i.H.v. 4.848 T€ (Vorjahr 1.503 T€). Das Ergebnis des Segments der infas 360 hat sich im Ge- schäftsjahr 2022 auf 1 T€ (Vorjahr 100 T€) verschlechtert. Das Segment infas LT verschlechterte sich ebenfalls auf 135 T€ (Vorjahr 159 T€). Auch das Segment infas quo verzeichnete eine Verschlechterung auf 48 T€ (Vorjahr 130 T€). Im Geschäftsjahr 2022 haben sich die Zinserträge von 0 T€ im Vorjahr auf 29 T€ erhöht. Es handelt sich hierbei um Zinsen auf das Plan Asset der Pensionsverpflich- tung der infas LT. Mit den Zinsaufwendungen i.H.v. 710 T€ (Vorjahr 122 T€) ergibt sich ein negatives Finanzergebnis von 682 T€ (Vorjahr 122 T€). Die Zinsaufwen- dungen enthalten wie im Vorjahr i.W. den Zinsanteil aus der Zuführung zur Pensi- onsrückstellung i.H.v. 75 T€ (Vorjahr 38 T€), den Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeit nach IFRS 16 i.H.v. 557 T€ (Vorjahr 42 T€) sowie Ver- wahrentgelte für Guthaben i.H.v. 77 T€ (Vorjahr 51 T€). Für das Geschäftsjahr ergibt sich ein Aufwand aus Steuern vom Einkommen und Ertrag i.H.v. 94 T€ (Vorjahr Erstattung i.H.v. 60 T€). Mit dem Aufwand aus latenten Steuern i.H.v. 1.163 T€ (Vorjahr 90 T€) führt dies im Geschäftsjahr 2022 insgesamt zu einem Steueraufwand i.H.v. 1.257 T€ (Vorjahr 30 T€). Es verbleibt ein Konzernjahresüberschuss i.H.v. 1.975 T€ (Vorjahr Konzernjahres- fehlbetrag 19 T€), der zusammen mit dem Gewinnvortrag und abzüglich der 2022 gezahlten Dividende i.H.v 450 T€ zu einem Konzernbilanzgewinn i.H.v. 7.040 T€ (Vorjahr 5.553 T€) führt. Vermögens- und Finanzlage Das langfristige Vermögen beträgt zum 31.12.2022 25.328 T€ und hat sich gegen- über dem Vorjahreswert von 5.655 T€ um 19.673 T€ erhöht. Dies resultierte i.W. aus einer Erstbilanzierung im Posten Nutzungsrechte nach IFRS 16, was haupt- sächlich auf den Mietvertrag der neuen Räumlichkeiten in Bonn zurückzuführen ist. Dementsprechend sind auch die langfristigen und kurzfristigen Leasingverbindlich- keiten deutlich angestiegen. Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich im Vergleich zum Vorjahr von 37.009 T€ auf 35.980 T€ verringert, insb. durch die Verringerung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 30.434 T€ auf 28.567 T€. Des Weiteren sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 2.236 T€ von 194 T€ auf 2.430 T€ gestiegen. Dagegen sind die sonstigen Vermögenwerte um 811 T€ und die vertraglichen Vermögenswerte um 649 T€ gesunken. Das Eigenkapital liegt mit 11.886 T€ um 2.908 T€ über dem Vorjahresniveau von 8.978 T€. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 42.664 T€ zum 31.12.2021 auf 61.310 T€ zum 31.12.2022. Durch die gestiegene Bilanzsumme ist die Eigenkapi- talquote im Konzern auf 19,4 % (Vorjahr 21,0 %) gesunken. Seite 16 Die langfristigen Schulden liegen mit 26.766 T€ deutlich über dem Wert des Vorjah- res von 8.630 T€. Diese Veränderung ist i.W. auf die Erhöhung der Leasingverbind- lichkeiten um 19.377 T€ und die Verringerung der Rückstellung für Pensionen um 2.019 T€ zurückzuführen. Die kurzfristige Verschuldung sinkt von 25.056 T€ zum 31.12.2021 auf 22.658 T€ zum 31.12.2022. Dabei sanken insb. die sonstigen Rückstellungen um 5.570 T€. Dies ist insbesondere auf die Abwicklung der Rückstellung für den Rechtsstreit mit der Deutsche Rentenversicherung Bund zurückzuführen. Die vertraglichen Verbind- lichkeiten stiegen um 3.269 T€, ebenso die Leasingverbindlichkeiten um 543 T€. Die Fähigkeit des Konzerns, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, war zu je- dem Zeitpunkt gegeben. Das Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbind- lichkeiten innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen. Der operative Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit lag im Geschäftsjahr 2022 bei 2.552 T€. Die deutliche Verringerung gegenüber dem Vorjahreswert i.H.v. 9.744 T€ ergibt sich i.W. aus der Begleichung der Verbindlichkeiten aus dem Rechtsstreit mit der Deutsche Rentenversicherung Bund. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit zeigt einen Abfluss von Mitteln i.H.v. 1.904 T€ bedingt durch die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit zeigt einen Abfluss i.H.v. 2.515 T€. Dies resultiert insbesondere aus der Tilgung der Leasing- verbindlichkeiten und den darauf anfallenden Zinszahlungen (IFRS 16). Der Finanz- mittelfonds hat sich dadurch von 30.434 T€ im Vorjahr auf 28.567 T€ zum 31.12.2022 verringert. Bedeutsame finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Die im Vorjahr abgegebenen Prognosen werden in den folgenden Ausführungen einem Soll-Ist-Vergleich unterzogen, um beurteilen zu können, inwieweit die im Vor- jahr berichteten Prognosen mit der tatsächlichen Entwicklung im Jahr 2022 über- einstimmten. Finanzielle Leistungsindikatoren Als die Prognose für das Geschäftsjahr 2022 formuliert wurde, war völlig offen, wel- che Konsequenzen sich aus dem Krieg in der Ukraine für die Weltwirtschaft und – was für den infas Konzern von besonderer Bedeutung ist – die deutsche Wirtschaft ergeben würden. In Anbetracht der Entwicklungen Anfang 2022 erschien die Ein- schätzung, dass 2022 für den Konzern mit einem Umsatz zwischen 41 und 47 Mio. € zu rechnen sein wird, realistisch. Auch die Einschätzung, dass mit einem EBIT leicht oberhalb der vor Beginn der Pandemie im Jahr 2019 erreichten 2.947 T€ zu rechnen wäre, erschien sachlogisch und reflektierte die geplanten in- ternen Veränderungen wie den Umzug des Instituts in ein neues Gebäude, die Gründung der CATI-LAB GmbH sowie externe Unsicherheiten wie vor allem die erkennbar steigende Inflation, die ein Überblicken der Kostensituation erschwerte. Seite 17 Rückblickend kann festgestellt werden, dass die Prognosen für 2022 solide waren und der infas Konzern ein den externen Bedingungen entsprechend gutes Jahr hatte. Der Bedarf an wissenschaftlich fundierten, qualitativ hochwertigen Daten und Analysen war bei den Kunden aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft trotz der schwierigen geopolitischen Lage vorhanden. So konnte der Umsatz um 3,1 % auf 42.155 T€ gesteigert werden und lag damit gut innerhalb der prognostizierten Um- satzrange. Das EBIT i.H.v. 3.913 T€ ist ein sehr erfreuliches Ergebnis, dass deutlich oberhalb des EBIT vor Beginn der Pandemie im Jahr 2019 lag. Es zeigt, dass sich die infas Gruppe sowohl in ihren externen als auch internen Projekten effizient auf- gestellt hat. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Als nichtfinanzielle Leistungsindikatoren stehen Kundenbelange sowie die Berück- sichtigung der Arbeitnehmerbelange im Vordergrund. Im Hinblick auf die Kundenbelange wird regelmäßig eine Beauftragungsquote er- mittelt und im Rahmen des monatlichen Berichtswesens betrachtet. Da der Großteil der Aufträge des infas Konzerns durch die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibun- gen kommt und eine Wiederbeauftragung insofern nicht allein aufgrund von Kun- denzufriedenheit möglich ist, hat sich die Beauftragungsquote als bester Indikator für Kundenbelange erwiesen. Sie zeigt an, an wie vielen Ausschreibungen teilge- nommen wurde und wie groß der Anteil der beauftragten Projekte ist. Bei Nichtbe- auftragung durch uns bekannte Kunden analysiert die Geschäftsführung mögliche Schwächen in der Kundenbindung oder der Angebotsabgabe kritisch, um die Leis- tungen stetig zu verbessern. Die Beauftragungsquote des infas Instituts lag 2022 bei durchschnittlich 50,9 % (Vorjahr 45,8 %). Hinsichtlich der Belage der Mitarbeitenden werden als Indikatoren für die Zufrieden- heit der Belegschaft halbjährlich die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit und Fluktuation in den Tochtergesellschaften betrachtet. Zum Stichtag betrug die durch- schnittliche Betriebszugehörigkeit in allen Tochtergesellschaften 26 Jahre (Vorjahr 25,8 Jahre). Die Fluktuation betrug 19,8 % (Vorjahr 10,0 %). Gesamtaussage Die Branche der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung befindet sich in Deutsch- land seit mehr als 10 Jahren in einem Seitwärtstrend, der zuletzt durch die Pande- mie und die wirtschaftliche Verschlechterung im letzten Jahr sogar zu einem Ab- schwung führte12 und somit wenig Potenzial zeigt. Trotz dieser wenig dynamischen Entwicklung und andauernden Unsicherheiten ha- ben sich alle Gesellschaften des infas Konzerns gut behauptet. Der Vorstand sieht das Unternehmen dank seines umfassenden Angebots entlang der Wertschöp- 12 Vgl. Gesamtentwicklung der ADM-Institute gem. Umsatz, https://www.adm-ev.de/die-branche/mafo-zahlen/. Seite 18 fungskette in der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung weiterhin sehr gut positio- niert und rechnet vor diesem Hintergrund langfristig mit einer positiven Entwicklung der Ertragslage. Risiko- und Prognoseberichterstattung (Darstellung und Erläuterung der voraussichtlichen Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken) Risikomanagementsystem und Internes Kontrollsystem Der infas Konzern verfügt über ein wirksames und angemessenes Risikomanage- mentsystem (RMS), das es dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der infas Holding AG sowie den Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften ermöglicht, Risiken rechtzeitig zu erkennen, so dass negative Entwicklungen durch geeignete Gegen- steuerungsmaßnahmen abgewendet werden können. Hierzu bedient sich das RMS eines strukturierten Prozesses aus Identifikation, Monitoring, Kommunikation und Steuerung, womit alle wesentlichen externen und internen Einflussfaktoren berück- sichtigt werden, die nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung des Konzerns haben könnten. Dabei werden strategische und operative Risiken unter- schieden. Strategische Risiken sind komplexe Risiken mit hoher gegenseitiger Ab- hängigkeit, i.W. durch externe Faktoren beeinflusst und schwer zu quantifizieren. Hierunter fallen gesamtwirtschaftliche (Markt-)Risiken sowie Absatzrisiken, Liquidi- tätsrisiken, Wettbewerbs- und Innovationsrisiken und Risiken aus Gesetzesände- rungen und der Rechtsprechung sowie politische Risiken. Operative Risiken sind strukturiert aus der Organisation ableitbar. Ihr Management erfolgt primär durch das Interne Kontrollsystem (IKS), das als Subsystem des RMS gesehen wird. Hierunter fallen Risiken der Rechnungslegung, Prozess(ablauf)risiken, Steuerrisiken, Aus- fall-/Kreditrisiken, Projektrisiken einschließlich Risiken der technologischen Infra- struktur sowie Personalrisiken. Kernbestandteil des RMS ist der strukturierte Prozess aus strategischer und opera- tiver Risikoidentifikation, Monitoring durch regelmäßige Routinen, Kommunikation an die geeigneten Adressaten im infas Konzern und Steuerung durch das Ergreifen geeigneter Maßnahmen zur Abwendung negativer Entwicklungen. Hierdurch wird eine Frühwarnung in Bezug auf die Risiken ermöglicht. Das bestehende Risikomanagementsystem wird kontinuierlich überprüft und ggfs. weiterentwickelt. Seite 19 Risikomanagementsystem und Internes Kontrollsystem im Hin- blick auf den Konzernrechnungslegungsprozess Das Interne Kontrollsystem (IKS) umfasst alle Maßnahmen und Prozesse zur Ge- währleistung der einheitlichen, zutreffenden und zeitnahen Erfassung aller Ge- schäftsvorfälle in Buchhaltung und Abschlüssen. Innerhalb dessen werden Gesetzes- und Standardänderungen sowie sonstige Ver- lautbarungen auf deren Auswirkung auf Rechnungslegung und Abschlüsse unter- sucht. Die Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften und Standards soll mithilfe von klaren Aufgabendefinitionen und der durchgängigen Umsetzung des Vier-Augen- Prinzips in den rechnungslegungsrelevanten Prozessen gewährleistet werden. Dar- über hinaus erfüllen qualifizierte Mitarbeitende mit entsprechenden Kompetenzen prozessintegrierte Überwachungs- und Kontrollfunktionen. Abweichungen und Probleme werden zeitnah an die zuständige Unternehmensleitung kommuniziert. Die Buchführungsdaten werden unter Einsatz der DATEV-Software verarbeitet und ausgewertet. Die Ordnungsmäßigkeit des DATEV-Buchführungsprogramms wurde durch eine produktunabhängige Systemprüfung bestätigt. Der konzerneinheitliche Kontenplan, welcher der Buchhaltung zugrunde liegt, entspricht den betrieblichen Anforderungen und bildet die Geschäftsvorfälle entsprechend den gesetzlichen Vorschriften ab. Das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess umfasst i.W. eine Funktionstrennung sowie Zu- griffsbeschränkungen hinsichtlich des intern ausgeführten Zahlungssystems. Die externen Dienstleistungsgesellschaften sind im Rahmen ihrer Tätigkeit ebenfalls dazu aufgefordert, die Buchführung auf gesetzliche Vorschriften und Anforderungen zu prüfen. Im Rahmen der Konzernabschlusserstellung werden die konzerneinheitlichen Ab- schlüsse der infas Holding AG und deren Tochtergesellschaften in die bestehende Konzernbuchhaltung überführt und dort mittels der Software CaseWare der Audicon GmbH konsolidiert. Das Controlling und das Management der infas Holding AG überprüft in einem fortlaufenden Prozess die durch die externe Dienstleistungsge- sellschaft durchgeführten Konsolidierungsmaßnahmen. Auch die Risiken von Fehlern im Steuererklärungsprozess sind durch ein IKS in Bezug auf Tax Compliance minimiert. In enger Abstimmung mit der Steuerbera- tungsgesellschaft überprüft das Management regelmäßig mögliche Auswirkungen von steuerrechtlichen Änderungen. Die Überleitung der Daten aus dem Rechnungs- wesen für die Zwecke der Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuer ist durch interne Kontrollen abgesichert. Das IKS ist so aufgebaut, dass es sowohl die Risiken operativer Fehler in der Kon- zernrechnungslegung minimiert als auch die korrekte Lieferung geeigneter Daten für eine strategische unterjährige Steuerung der Beteiligungen gewährleistet. Damit wird eine geeignete Grundlage für die Beteiligungssteuerung geschaffen. Die aus dem Rechnungswesen abgeleiteten monatlichen Managementberichte sind somit das Frühwarnsystem für das Risikomonitoring im Konzern. Seite 20 Angaben zu wesentlichen Risiken und Chancen Das Risikobild wird von einer Vielzahl von Geschehnissen und Ereignissen beein- flusst und geprägt, die in der Regel im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld des Konzerns stattfinden. Im Folgenden sollen die Wesentlichen dargestellt werden: Gesamtwirtschaftliche (Markt-)Risiken sowie Absatzrisiken Negative gesamtwirtschaftliche Entwicklungen verursachen häufig Budgetreduzie- rungen, insb. in marktbestimmten Dienstleistungen. Dies ist vor allem bei Marktfor- schungsbudgets privatwirtschaftlicher Unternehmen zu erwarten und lässt sich in Teilen auch in der Vergangenheit in der Geschäftsentwicklung der infas Gesell- schaften beobachten. Der Großteil der Kundinnen und Kunden der infas Gruppe besteht aus öffentlichen Auftraggeberinnen und Auftraggebern wie wissenschaftliche Einrichtungen und Verwaltungen. Diese unterliegen nur bedingt den Konjunkturzyklen im Allgemeinen und den Entwicklungen der Marktforschungsbranche im Besonderen. Davon profi- tieren insb. das infas Institut und die CATI-LAB, in Teilen aber auch infas 360. Zwar sind die Budgets der wissenschaftlichen Einrichtungen und Ministerien nicht unab- hängig von der wirtschaftlichen Entwicklung, die Planung basiert allerdings auf län- gerfristigen Perspektiven, die nach bisherigen Erfahrungen wegen eines Konjunk- tureinbruchs nicht sofort aufgegeben werden. Es können sogar Ereignisse auftre- ten, die staatliches Handeln unabhängig von einer rezessiven Entwicklung notwen- dig machen, was dann auch finanziert wird. Insofern ist der infas Konzern vergleichsweise krisensicher aufgestellt und die aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung resultierenden Risiken können als moderat eingestuft werden. Bei längerfristig andauernden negativen Entwicklungen wird sich aber auch das Risiko für den infas Konzern erhöhen. Eine Veränderung zum Vorjahr hat sich in der Risikoeinschätzung nicht ergeben. Ausfall-/Kreditrisiko Ausfallrisiken ergeben sich aus der Möglichkeit, dass die Gegenpartei einer Trans- aktion ihren Verpflichtungen nicht nachkommt und dadurch ein finanzieller Schaden für den Konzern entsteht. Die auf der Aktivseite ausgewiesenen Beträge für finan- zielle Vermögenswerte stellen das maximale Ausfallrisiko dar. Erkennbaren Ausfall- risiken wird durch die Bildung von Wertberichtigungen Rechnung getragen. Das Ausfallrisiko der wesentlichen Kundinnen und Kunden wird als sehr niedrig einge- schätzt. Ein sehr hoher Anteil der Kundschaft sind wissenschaftliche Institutionen, die in der Regel grundfinanziert sind. Darüber hinaus handelt es sich um Projekte, die von staatlichen Instanzen zugesagt und entsprechend finanziert sind. Marktforschung ist je nach Sichtweise eines Unternehmens am Ende der allgemei- nen Wertschöpfungskette angesiedelt. Neben Zahlungsausfall durch Insolvenz der Auftraggeberinnen und Auftraggeber besteht die Gefahr, dass Rechnungen nicht oder nicht vollständig oder mit erheblicher Verzögerung bezahlt werden, damit die Seite 21 Auftraggeberseite ihren eigenen Cashflow sichert. Insofern besteht auch für die Un- ternehmen des infas Konzerns, die primär Marktforschung anbieten, ein erhöhtes Cashflow-Risiko in Form des Risikos von Nachfragerückgängen. Bezüglich der Kundinnen und Kunden, die unter Vertrag sind, wird i.W. ebenfalls von einem nied- rigen Ausfallrisiko ausgegangen. Eine Veränderung zum Vorjahr hat sich in der Ri- sikoeinschätzung nicht ergeben. Projektrisiken einschließlich Risiken der technologischen Infrastruktur Die einzelnen Projekte unterliegen Kostenkalkulationen. Trotzdem ist es möglich, dass es zu Kostenüberschreitungen kommt. Diesem Risiko wird durch ein enges Controlling der Projekte sowie Vorkalkulationen und mitlaufende Kalkulationen be- gegnet. Zusätzliche Anfragen durch Kundinnen und Kunden werden separat abge- rechnet. Die Projekte sind von einer funktionierenden technologischen Infrastruktur abhän- gig, die eine effiziente Bearbeitung der Projekte ermöglicht und den Datenschutz sicherstellt. Um dies zu gewährleisten, investiert der infas Konzern kontinuierlich in die Modernisierung der technologischen Sicherheitsstrukturen sowie in das für die- sen Bereich verantwortliche Personal. Aus diesem Grund wird analog zum Vorjahr von einem niedrigen Risiko ausgegangen. Liquiditätsrisiko Ein Liquiditätsrisiko kann sich aus der Kumulierung der übrigen Risiken, insb. durch ein erhöhtes Ausfallrisiko, ergeben. Treten mehrere negative Effekte gleichzeitig und in erheblichem Maße auf, kann das auch einen bedeutsamen negativen Effekt auf die Liquidität des Konzerns haben. Allerdings konnte im Konzern durch die sehr erfolgreichen vergangenen Jahre ein enormes Liquiditätspolster aufgebaut werden, so dass ein Liquiditätsengpass aus heutiger Sicht sehr unwahrscheinlich ist. Dies hat sich bereits während der Coronakrise gezeigt und 2022 erneut bestätigt. Zudem hat der Konzern keinerlei Kreditverpflichtungen gegenüber Banken, weshalb der Zinsanstieg keine negativen Wirkungen im Konzern hat. Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Liquiditätsrisiko aufgrund der leicht rückläufigen liquiden Mittel sowie des Abschlusses des Mietvertrages der neuen Geschäftsräume (Leasingverbind- lichkeiten) tendenziell leicht erhöht, ist aber nach wie vor sehr gering. Wettbewerbs- und Innovationsrisiko Es sind diverse andere Gesellschaften am Markt tätig, die gleiche oder ähnliche Dienstleistungen anbieten wie der infas Konzern. Es besteht das Risiko, dass kon- kurrierende Dienstleistungsunternehmen in der Lage sein könnten, Projekte abzu- wickeln, für welche infas Gesellschaften ebenfalls Angebote abgegeben haben. Der infas Konzern stellt diesem Risiko sein professionelles und hoch qualifiziertes Per- sonal sowie eine effiziente und professionelle Projektorganisation entgegen. Zudem profitiert der infas Konzern davon, dass Angebote das ganze Spektrum entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Konzeption, Durchführung und Analyse) durch Konzerngesellschaften umfassen können. Auf Zukäufe von Teilleistungen ist der Seite 22 infas Konzern kaum angewiesen, was ein Wettbewerbsvorteil ist und eine hohe Qualität sicherstellt. Zudem investiert der infas Konzern in die Entwicklung von Innovationen, um im um- kämpften Markt als innovativster und qualitativ hochwertigster Anbieter auftreten zu können. Insb. hinsichtlich der Innovationsfähigkeit erweist sich die Struktur des Kon- zerns – bestehend aus dem klassischen Institut in Kombination mit den Spezialan- bietern CATI-LAB, infas 360, infas LT und infas quo – als besonders vielverspre- chend. Der infas Konzern kümmert sich ständig darum, die sich daraus ergebenden Synergieeffekte zu heben, um die eigene Innovationskraft zu maximieren. In tiefen Rezessionen kann es immer wieder zu einer massiven Marktkonsolidierung kommen. Um in so einem Umfeld bestehen zu können, wird es entscheidend sein, ob Effektivität und Effizienz in allen Bereichen der Wertschöpfung mindestens an- nähernd zukunftssicher gestaltet sind und ob die Liquidität ausreichend ist, um Fix- kosten bis zu einem erneuten Anstieg der Nachfrage zu decken. Gewinnen werden Anbieterinnen und Anbieter, die technologisch so gut aufgestellt sind, dass niedrige Grenzkosten ein skalierbares Wachstum ermöglichen. Dies vor Augen, sind alle Gesellschaften des Konzerns bestrebt, zu den in diesem Sinn beschriebenen Ge- winnenden zu gehören. Insofern kann das Wettbewerbs- und Innovationsrisiko, wie im Vorjahr auch, als niedrig eingestuft werden. Personalrisiken Der Konzern ist der Auffassung, dass sein zukünftiger Erfolg insb. auf den Kennt- nissen, Fähigkeiten und Erfahrungen der Mitarbeitenden, der Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer und des Vorstands beruht. Der Verlust von unternehmenstra- genden Personen und Schwierigkeiten, benötigtes Personal mit den erforderlichen Qualifikationen zu gewinnen oder zu halten, können nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns haben. Das Risiko, dass aufgrund des Fachkräftemangels und demografischen Wandels nicht genügend hoch qualifiziertes Personal für die Weiterentwicklung des infas Konzerns gefunden werden kann sowie das Risiko der Abwanderung von (guten) Mitarbeitenden könnte die Leistungsfähigkeit erheblich schwächen und eine erfor- derliche Transformation, hin zu einem marktgerechteren Leistungsportfolio, er- schweren. Dieses Risiko muss auch für den infas Konzern als moderat eingeschätzt werden. Eine Veränderung zum Vorjahr hat sich in der Risikoeinschätzung nicht ergeben. infas beobachtet den Markt der für sie passenden Arbeitskräfte als sehr dynamisch. Es kann nicht generell von einem Mangel an Fachkräften einer bestimmten Disziplin ausgegangen werden. Aktuell stellt die Rekrutierung von Interviewerinnern und In- terviewern die größte Herausforderung dar. In anderen Zeiten stand die Rekrutie- rung von Data Scientists im Vordergrund. Um den Personalrisiken zeitgerecht zu begegnen, beobachten die Leitungskräfte der Konzerngesellschaften den Markt der Fachkräfte sehr genau und passen ihre Rekrutierungsstrategien stetig an. Seite 23 Risiken aus Gesetzesänderungen und der Rechtsprechung sowie politische Risiken Die Leitungskräfte der infas Gesellschaften beobachten sich abzeichnende Geset- zesänderungen kontinuierlich und nutzen dabei auch die Expertise ihrer Dienstleis- tungsgesellschaften wie z.B. Anwaltskanzlei oder Steuerberatung. Die wichtigsten, sich abzeichnenden Änderungen werden auch mit dem Aufsichtsrat diskutiert. 2023 ist die Umsetzung des Hinweisgeberschutzgesetzes nötig. Das Management hat hierzu bereits umfassendes Know-how aufgebaut, so dass eine gesetzeskon- forme Umsetzung nach Verabschiedung des Gesetzes im Bundesrat sichergestellt ist. Auf dem Gebiet der Berichterstattung zeichnet sich ab, dass Unternehmen, allen voran börsennotierte Unternehmen, in den nächsten Jahren mit einer Ausweitung der Berichtspflichten hinsichtlich sog. ESG-Kriterien rechnen müssen (Environment, Social, Governance). Da der infas Konzern der Dienstleistungsbranche angehört, sehen wir darin keine größeren Schwierigkeiten und betrachten es ohnehin als un- sere selbstverständliche Pflicht, diese Themen genau im Blick zu behalten. Die neue Bundesregierung hat sich die Digitalisierung auf die Fahne geschrieben. In diesem Kontext wollen die Regierungspartnerinnen und -partner auch den Zu- gang zu Daten verbessern. Konkret haben sie im Koalitionsvertrag festgelegt, dass ein Dateninstitut gegründet werden und es ein Datengesetz geben solle, durch das ein Rechtsanspruch auf Open Data festgelegt wird. Insgesamt soll die Datenexper- tise öffentlicher Stellen verbessert werden.13 Wenn in diesen Bereichen Fortschritte erreicht werden, kann das zu einer Verringerung des Auftragsvolumens des infas Instituts führen. Wir schätzen das Risiko allerdings mittelfristig als sehr klein ein, weil es einige Zeit dauern wird, bis die Verwaltungen entsprechendes Know-how aufgebaut haben. In gleicher Zeit wird der infas Konzern in der Lage sein, neue Geschäftsfelder zu entwickeln. Im Koalitionsvertrag ist auch die Absicht festgelegt, die Unternehmensmitbestim- mung auszuweiten. Es kann vermutet werden, dass infas dadurch einen mitbe- stimmten Aufsichtsrat bekommen wird. Die zeitliche Umsetzung ist bisher nicht ab- sehbar. Insgesamt werden aus Sicht des Vorstands in keiner der zuvor dargestellten recht- lichen und politischen Rahmenbedingungen Risiken gesehen. Der infas Konzern ist für die Bewältigung dieser Aufgaben gut aufgestellt bzw. wird sich vorausschauend darauf vorbereiten. 13 Vgl. den Koalitionsvertrag zwischen SPD, Bündnis 90/DIE GRÜNEN und FDP, „Mehr Fortschritt wagen. Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit“ S 17. Eine Gründung ist bisher nicht erfolgt, wobei die Gründungskommis- sion im Dezember 2022 erste Ideen vorgelegt hat. Vgl. https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/der-weg-zu- einem-dateninstitut-fuer-deutschland-2152914. Seite 24 Zusammenfassung und Prognose Wie dargestellt, gibt es weiterhin eine große Anzahl von Unwägbarkeiten, denen sich die infas Gesellschaften werden stellen müssen. Die Krise scheint zur Norma- lität zu werden. Der infas Konzern mit den fünf Tochtergesellschaften stellt sich diesen Herausfor- derungen mit Agilität, Wachsamkeit und strategischem Weitblick, so dass Wachs- tumsfelder weiter ausgebaut und weniger rentable Bereiche zurückgefahren wer- den. Mit dieser Haltung kann die infas Gruppe weiterhin vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken. Für 2023 rechnen wird deshalb mit einem Konzernumsatz zwi- schen 46 und 52 Mio. €. Das EBIT im Konzern wird voraussichtlich oberhalb von 3,7 Mio. € liegen, so dass die Umsatzrendite bei mindestens 7,5 % liegen wird. Ins- gesamt geht der Vorstand auf dieser Basis von einem positiven Cashflow aus lau- fender Geschäftstätigkeit und damit, wie schon in den Vorjahren, von einer soliden Liquiditätsausstattung aus. Die Gesamtaussage des Vorstands gilt für den Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts. Seite 25 Übernahmerelevante Angaben und Erläuterungen Durch das Übernahmerichtlinie-Umsetzungsgesetz besteht für börsennotierte Un- ternehmen nach §§ 289a und 315a HGB die Pflicht, Angaben zu Kapitalzusammen- setzung, Aktionärsrechten und deren Beschränkungen, Beteiligungsverhältnissen und den Organen der Gesellschaft zu machen, welche übernahmerelevante Infor- mationen darstellen. 1. Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 31.12.2022 9.000.000,00 € und ist eingeteilt in 9.000.000 Inhaberaktien (Stückaktien). Verschiedene Aktiengattungen bestehen nicht. 2. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betref- fen Die Aktien sind nicht vinkuliert und können frei übertragen werden. Jede Aktie ge- währt das gleiche Stimmrecht. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertra- gung der Aktien betreffen, sind der Gesellschaft nicht bekannt. Darüber hinaus sind der Gesellschaft keine Vereinbarungen zwischen Gesellschafterinnen und Gesell- schaftern bekannt, welche Beschränkungen in Stimmrechten und Übertragung von Aktien beinhalten. 3. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital von über 10 % An der Gesellschaft sind die Investmentaktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV, die PEN GmbH und die Döbert Holding GmbH & Co. KG mit über 10 % zum Bilanzstichtag direkt oder indirekt beteiligt. Weitere Aktionärinnen und Aktionäre mit Anteilsbesitz über 10 % zum Bilanzstichtag sind der Gesellschaft nicht bekannt. 4. Inhaber von Aktien mit Sonderrechten Die Gesellschaft hat die Inhaberinnen und Inhaber von Aktien mit keinerlei Sonder- rechten ausgestattet und hat auch keine Aktien begeben, die Sonderrechte oder Kontrollbefugnisse verleihen. 5. Stimmrechtskontrolle für Arbeitnehmer-Aktionäre Es bestehen keine Arbeitnehmerbeteiligungen am Kapital, bei denen die Kontroll- rechte nicht unmittelbar ausgeübt werden. 6. Vorschriften über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitglie- dern Die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft werden gemäß § 84 AktG vom Auf- sichtsrat bestellt und abberufen. Nach § 84 Abs. 4 AktG kann eine Abberufung wäh- rend der Bestellzeit nur aus wichtigem Grund erfolgen. Nach § 9 Nr. 3 der Satzung Seite 26 entscheidet der Aufsichtsrat über Bestellung und Abberufung von Vorständen mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Gemäß §§ 5 und 6 der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Der Aufsichtsrat bestimmt die Zahl der Vorstandsmitglie- der. Im Geschäftsjahr 2022 bestand der Vorstand aus zwei Personen. Ist nur ein Vorstandsmitglied bestellt, so ist es einzeln zur Vertretung der Gesell- schaft befugt. Sind mehrere Vorstandsmitglieder bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Vorstandsmitglieder gemeinsam oder durch ein Vorstandsmitglied ge- meinsam mit einer Prokuristin oder einem Prokuristen vertreten. Einem Vorstands- mitglied war bereits durch den Aufsichtsrat Einzelvertretungsmacht und die Befug- nis erteilt, gleichzeitig Rechtsgeschäfte für die Gesellschaft und als Vertreter Dritter abzuschließen. Dieses Vorstandsmitglied ist von den Beschränkungen des § 181 BGB in den Grenzen des § 112 AktG befreit. Seit dem 9. Januar 2023 gelten diese Befugnisse auch für das zweite Vorstandsmitglied. Satzungsänderungen erfolgen nach § 179 Abs. 2 AktG i.V.m. § 17 Nr. 2 der Satzung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und insoweit abweichend von der gesetzlichen Regelung, die in § 179 Abs. 2 AktG eine Mehrheit vorsieht, die mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals umfasst, der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grund- kapitals, wenn das Gesetz nicht zwingend eine andere Mehrheit vorschreibt. 7. Genehmigtes Kapital, eigene Aktien Seit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 16.07.2021 ist der Vorstand er- mächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 15.07.2026 einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals um bis zu insgesamt 4.500.000,00 € gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf die Inhaberin bzw. den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021). Seit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 05.07.2019 ist die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 14.07.2024 eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des bis zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ein- zelheiten der Ermächtigung ergeben sich aus dem unter Tagesordnungspunkt 6 im elektronischen Bundesanzeiger vom 24.05.2019 bekanntgemachten Beschlussvor- schlag. 8. Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels Die Gesellschaft hat keine Vereinbarungen getroffen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. 9. Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots Die Gesellschaft hat keine Entschädigungsvereinbarung mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmenden für den Fall eines Übernahmeangebots getroffen. Seite 27 Erklärung zur Unternehmensführung Die nach § 289f HGB vorgeschriebene Erklärung zur Unternehmensführung ist auf der Internetseite der infas Holding AG www.infas holding.de öffentlich zugänglich. Bonn, 20. April 2023 infas Holding Aktiengesellschaft – Der Vorstand – Seite 28 Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022 Aktiva Passiva 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 Tz € € Tz € € Langfristige Vermögenswerte Eigenkapital 7 Immaterielle Vermögenswerte 467.518,53 694.634,77 13 Gezeichnetes Kapital 9.000.000,00 9.000.000,00 7 Geschäfts- oder Firmenwert 1.389.794,83 1.389.794,83 13 Gewinnrücklagen 8 Sachanlagen 1.834.533,04 466.833,50 Gesetzliche Rücklage 403.394,34 365.732,48 10 Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen 58.310,53 103.265,54 13 Eigenkapitalminderung infolge vollständiger Anteilsübernahme -4.002.480,65 -4.002.480,65 9 Sonstige Finanzanlagen 0,00 1,00 13 Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis -555.367,10 -1.938.700,99 27 Latente Steueransprüche 1.036.783,20 2.104.367,51 13 Konzernbilanzgewinn 7.040.497,78 5.553.014,41 11 Sonstige Vermögenswerte 68.209,00 114.925,72 Eigenkapital gesamt 11.886.044,37 8.977.565,25 8 Nutzungsrechte 20.472.457,13 781.197,36 Langfristige Vermögenswerte gesamt 25.327.606,26 5.655.020,23 Langfristige Schulden 14 Rückstellungen für Pensionen 4.208.948,00 6.227.450,27 15 Latente Steuerschulden 3.179.867,75 2.402.811,21 Kurzfristige Vermögenswerte 15 Leasingverbindlichkeiten 19.376.836,69 0,00 12 Vorräte 17.903,64 17.918,06 Langfristige Schulden gesamt 26.765.652,44 8.630.261,48 12 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.430.194,62 194.051,33 12 Vertragliche Vermögenswerte 3.316.865,53 3.966.097,62 Kurzfristige Schulden 12 Ertragsteuerforderungen 1.350.260,65 1.285.399,97 16 Sonstige Rückstellungen 2.461.562,28 8.031.734,57 12 Sonstige Vermögenswerte 299.672,99 1.110.980,19 17 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 336.317,10 563.247,71 12 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 28.567.033,11 30.434.403,74 17 Vertragliche Verbindlichkeiten 12.829.086,29 9.560.164,20 Kurzfristige Vermögenswerte gesamt 35.981.930,54 37.008.850,91 17 Sonstige Verbindlichkeiten 5.584.724,83 5.998.047,38 17 Leasingverbindlichkeiten 1.446.149,49 902.850,55 Kurzfristige Schulden gesamt 22.657.839,99 25.056.044,41 61.309.536,80 42.663.871,14 61.309.536,80 42.663.871,14 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 2022 2021 Tz € € € 18 Umsatzerlöse 42.155.062,19 40.893.255,94 20 Sonstige betriebliche Erträge 306.427,90 194.243,89 21 Materialaufwand/Aufwendungen für bezogene Leistungen -15.517.750,31 -16.111.019,44 22 Personalaufwand -16.393.818,09 -20.032.371,26 23 Abschreibungen -2.367.655,45 -1.437.768,93 24 Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.223.844,78 -3.348.230,80 25 Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen -44.955,01 -25.412,45 Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) 3.913.466,45 132.696,95 26 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 28.946,34 0,00 26 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -153.189,46 -80.039,44 26 Zinsaufwendungen aus Leasingverhältnissen nach IFRS 16 -557.029,58 -41.599,36 26 Finanzergebnis -681.272,70 -121.638,80 Ergebnis vor Ertragsteuern 3.232.193,75 11.058,15 27 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.257.048,52 -29.954,36 Konzernjahresüberschuss (Vorjahr Konzernjahresfehlbetrag) 1.975.145,23 -18.896,21 Ergebnis je Aktie (verwässert und unverwässert) 28 0,22 0,00 Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Periode vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 2022 2021 € € Konzernjahresüberschuss (Vorjahr Konzernjahresfehlbetrag) 1.975.145,23 -18.896,21 Posten, die zukünftig nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden 14 Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen 2.064.677,45 791.470,93 Latente Steuereffekte -681.343,56 -261.185,41 Sonstiges Konzernergebnis 1.383.333,89 530.285,52 Konzerngesamtergebnis 3.358.479,12 511.389,31 Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022 2022 2021 Tz € € Periodenergebnis vor Steuern 3.232.193,75 11.058,15 23 Abschreibungen 2.367.655,45 1.437.768,93 14 Erhöhung/Verminderung der Rückstellungen -5.523.997,11 6.491.731,23 26 Zinsaufwendungen/Zinserträge 635.115,04 92.912,95 Buchverlust aus Abgang von Anlagevermögen 49.442,96 0,00 12 Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Vermögenswerte -1.377.618,95 1.109.898,69 12 Veränderung vertragliche Vermögenswerte 649.232,09 -968.831,61 17 Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Verbindlichkeiten -635.717,51 2.816.390,13 17 Veränderung vertragliche Verbindlichkeiten 3.268.922,09 469.594,74 Gezahlte Ertragsteuern -158.611,91 -1.741.612,44 10, 25 Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen (Erg. at equity) 44.955,01 25.412,45 Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit 2.551.570,91 9.744.323,22 7 Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten -21.152,72 -40.785,80 8 Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen -1.802.674,43 -356.891,48 17 Auszahlung für die Akquisition von Geschäftseinheiten -80.000,00 -500.000,00 26 Erhaltene Zinsen 0,00 0,00 Cashflow aus Investitionstätigkeit -1.903.827,15 -897.677,28 17 Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -1.429.999,35 -894.674,48 15, 17 Einzahlungen aus der Aufnahme von Leasingverbindlichkeiten 0,00 0,00 28 Dividendenzahlungen -450.000,00 -450.000,00 26 Gezahlte Zinsen -635.115,04 -92.912,95 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -2.515.114,39 -1.437.587,43 12 Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -1.867.370,63 7.409.058,51 12 Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 30.434.403,74 23.025.345,23 Finanzmittelfonds am Ende der Periode 28.567.033,11 30.434.403,74 Der Finanzmittelfonds beinhaltet nur die liquiden Mittel und stimmt mit den entsprechenden Bilanzposten überein. Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr 2022 Eigenkapital- Kumuliertes minderung Gewinnrücklagen sonstiges infolge vollständiger Konzern- Konzern- Geschäftsjahr 2022 Gezeichnetes Kapital Gesetzliche Rücklage Konzernergebnis Anteilsübernahme Bilanzgewinn Eigenkapital Tz 13 € € € € € € Stand 1. Januar 2022 9.000.000,00 365.732,48 -1.938.700,99 -4.002.480,65 5.553.014,41 8.977.565,25 Dividende für das Vorjahr 0,00 0,00 0,00 0,00 -450.000,00 -450.000,00 Konzerngesamtergebnis 2022 0,00 0,00 1.383.333,89 0,00 1.975.145,23 3.358.479,12 Einstellung in die gesetzliche Rücklage 0,00 37.661,86 0,00 0,00 -37.661,86 0,00 Stand 31. Dezember 2022 9.000.000,00 403.394,34 -555.367,10 -4.002.480,65 7.040.497,78 11.886.044,37 Eigenkapital- Kumuliertes minderung Gewinnrücklagen sonstiges infolge vollständiger Konzern- Konzern- Geschäftsjahr 2021 Gezeichnetes Kapital Gesetzliche Rücklage Konzernergebnis Anteilsübernahme Bilanzgewinn Eigenkapital Tz 13 € € € € € € Stand 1. Januar 2021 9.000.000,00 365.732,48 -2.468.986,51 -4.002.480,65 6.021.910,62 8.916.175,94 Dividende für das Vorjahr 0,00 0,00 0,00 0,00 -450.000,00 -450.000,00 Konzerngesamtergebnis 2021 0,00 0,00 530.285,52 0,00 -18.896,21 511.389,31 Einstellung in die gesetzliche Rücklage 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 Stand 31. Dezember 2021 9.000.000,00 365.732,48 -1.938.700,99 -4.002.480,65 5.553.014,41 8.977.565,25 Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022 Grundlagen und Methoden 1 Allgemeine Erläuterungen Die infas Holding Aktiengesellschaft (nachfolgend „infas Holding AG“ oder „Kon- zern“) ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft deutschen Rechts. Sie ist im Han- delsregister des Amtsgerichts Bonn (HRB 17379) eingetragen. Der Sitz der Gesell- schaft ist 53113 Bonn, Kurt-Schumacher-Straße 24 . Der Vorstand der infas Holding AG hat den Konzernabschluss am 20.04.2023 aufgestellt und der Aufsichtsrat hat diesen gebilligt. Die infas Holding AG ist Mutterunternehmen eines Konzerns. Sie hält zum Bilanz- stichtag 31.12.2022 direkte Beteiligungen an fünf Unternehmen, die auf den Gebie- ten der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung sowie angrenzenden Bereichen tä- tig sind. Der Konzernabschluss der infas Holding AG wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Diese umfassen alle geltenden Standards und Interpretationen des International Ac- counting Standards Board (IASB) bzw. des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC). Der Konzernabschluss berücksichtigt alle bis zum 31.12.2022 verabschiedeten und verpflichtend anzuwendenden Bestimmungen der IFRS, wie sie in der EU an- zuwenden sind, und die ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden han- delsrechtlichen Vorschriften. Der Jahresabschluss sowie der Konzernabschluss der infas Holding AG werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Geschäftsbericht kann über die Internetseite eingesehen werden. Das Geschäftsjahr der infas Holding AG und ihrer Tochterunternehmen ist das Ka- lenderjahr. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nichts anderes vermerkt, sind alle Beträge in Tausend Euro (T€) angegeben. Nach § 315e HGB i.V.m. Art. 4 der EU-IAS-Verordnung haben kapitalmarktorien- tierte Mutterunternehmen ihren gemäß §§ 290-293 HGB aufzustellenden Konzern- abschluss nach den Regelungen der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, zu erstellen. Die IFRS-Konzernrechnungslegungspflicht gemäß § 315e HGB setzt eine kapitalmarktorientierte Gesellschaft und damit den Handel im regulierten Markt vo- raus. Die infas Holding AG stellt verpflichtend einen Konzernabschluss nach IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, auf, da die Aktien der infas Holding AG am regulierten Markt (ISIN DE0006097108) in Deutschland notiert sind. 2 Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss werden alle Tochterunternehmen der infas Holding AG einbezogen. Seite 34 Die CATI-LAB wurde im Geschäftsjahr durch die infas Holding AG neu gegründet und zum 07.07.2022 ins Handelsregister eingetragen. Die Gesellschaft ist in den Konsolidierungskreis miteinbezogen. Folgende Tochtergesellschaften werden in den Konzernabschluss vollkonsolidiert einbezogen: Kapitalanteil 31.12.2022 Tätigkeit infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH, Bonn 100,00 % Meinungs- und Sozialforschung CATI-LAB GmbH, Bonn 100,00 % Meinungs- und Sozialforschung infas 360 GmbH, Bonn 100,00 % Marketingforschung infas LT GmbH (vormals: Lutum + Tappert DV-Beratung GmbH), Bonn 100,00 % Geomarketing infas quo GmbH, Nürnberg 100,00 % Marktforschung Die Unternehmen werden nach IFRS 10 in den Konzernabschluss aufgrund der Be- herrschung durch die Muttergesellschaft, infas Holding AG, einbezogen. Die infas Holding AG erlangt die Beherrschung, wenn sie eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus ihrem Engagement bei den Beteiligungsunternehmen hat und sie ihre Verfügungsgewalt über das Beteiligungs- unternehmen auch einsetzen kann, diese Renditen zu beeinflussen. Insbesondere beherrscht der Konzern ein Beteiligungsunternehmen, wenn er die folgenden Ei- genschaften besitzt: – die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen (d.h. der Konzern hat aufgrund derzeit bestehender Rechte die Möglichkeit, diejenigen Aktivitäten des Beteiligungsunternehmens zu steuern, die einen wesentlichen Einfluss auf des- sen Renditen haben), – eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen, – die Fähigkeit, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen so zu nutzen, dass dadurch die Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. Die infas Holding AG nimmt eine Neubeurteilung vor, ob sie ein Beteiligungsunter- nehmen beherrscht oder nicht, wenn Tatsachen und Umstände darauf hinweisen, dass sich eines oder mehrere der oben genannten drei Kriterien der Beherrschung verändert haben. Die Konsolidierung erfolgt ab dem Zeitpunkt, an dem die infas Holding AG die Mög- lichkeit der Beherrschung hat. Endet diese Möglichkeit, scheiden die entsprechen- den Gesellschaften aus dem Konsolidierungskreis aus. Seite 35 Die infas 360 GmbH hält einen Anteil i.H.v. 33,33 % an der im August 2016 mit einem Stammkapital i.H.v. insgesamt 30 T€ neu gegründeten BNS – Business Net- work Solutions GmbH, Bonn. Die Gesellschaft wird als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert. Die Entwicklung der Beteiligung ist den Ausfüh- rungen in Tz 10 zu entnehmen. 3 Allgemeine Konsolidierungsgrundsätze Gegenstand des Konzernabschlusses sind die infas Holding AG und deren Toch- terunternehmen. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskos- ten des Erwerbs entsprechen dem Fair Value der hingegebenen Vermögenswerte, ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Im Rahmen eines Unternehmenszusammen- schlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkei- ten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren Fair Values im Transaktionszeit- punkt bewertet, unabhängig vom Umfang der Anteile ohne beherrschenden Ein- fluss. Der Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs über den Anteil des Kon- zerns am zum Fair Value bewerteten erworbenen Nettovermögen wird als Ge- schäfts- oder Firmenwert angesetzt. Änderungen der Beteiligungsquoten des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransakti- onen bilanziert. Die Buchwerte der vom Konzern gehaltenen Anteile und der Anteile anderer Gesellschafter werden so angepasst, dass sie die Änderungen der am Tochterunternehmen bestehenden Anteilsquoten widerspiegeln. Jede Differenz zwischen dem Betrag, um den die Anteile anderer Gesellschafter angepasst wer- den, und dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder erhaltenen Gegenleistung wird unmittelbar im Eigenkapital erfasst und den Gesellschaftern des Mutterunter- nehmens zugeordnet. Die Auswirkungen konzerninterner Geschäftsvorfälle werden eliminiert. Forderun- gen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden im Rahmen der Schuldenkonsolidierung gegeneinander aufgerechnet. Zwischenge- winne und -verluste aus dem Liefer- und Leistungsverkehr der in den Konzernab- schluss einbezogenen Unternehmen werden eliminiert. Konzerninterne Erträge werden mit den korrespondierenden Aufwendungen im Rahmen der Aufwands- und Ertragseliminierung verrechnet. Auf temporäre Unterschiede aus den o.g. Konsoli- dierungsmaßnahmen werden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen. Unternehmen, bei denen die infas Holding AG einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann, werden als assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert. Zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung Seite 36 von assoziierten Unternehmen wird die Beteiligung zu Anschaffungskosten ange- setzt. Ein positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten der er- worbenen Anteile und dem anteiligen, zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert bewerteten erworbenen Vermögen stellt einen Geschäfts- oder Firmenwert dar, der im fortgeschriebenen At-equity-Ansatz enthalten ist und insoweit auch dem Impairment-Verfahren unterliegt. Falls das im Zuge einer Kaufpreisallokation neu bewertete, auf den Konzern entfallende Eigenkapital die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile übersteigt, wird die Differenz durch eine sofortige erfolgswirk- same Verbuchung im Jahr des Erwerbs erfasst. In den Folgeperioden wird der Buchwert um die auf den Konzern entfallenden Veränderungen des Eigenkapitals fortgeschrieben. Auf den Konzern entfallende anteilige Verluste, welche die Ge- samtinvestition in das assoziierte Unternehmen, bestehend aus fortgeschriebenem At-equity-Ansatz sowie anderen langfristigen Forderungen, übersteigen, werden nicht berücksichtigt. Ein Werthaltigkeitstest wird durchgeführt, sofern Hinweise auf eine Wertminderung des Beteiligungsansatzes vorliegen. 4 Ermessensspielräume und Schätzungen Im Konzernabschluss müssen in einem bestimmten Umfang Einschätzungen vor- genommen und Ermessensentscheidungen getroffen werden, die Auswirkungen auf die Höhe und den Ausweis bilanzierter Vermögenswerte und Schulden, die Er- träge und Aufwendungen sowie die Eventualverbindlichkeiten und -forderungen ha- ben. Schätzungen und Beurteilungen werden laufend überprüft und basieren auf Erfahrungswerten der Vergangenheit und anderen Faktoren, einschließlich Erwar- tungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse. Die tatsächlich eintretenden Werte kön- nen von den Schätzungen abweichen. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind in Tz 6 erläutert. Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen betreffen die folgenden Fälle: Die Nutzungsdauer von Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswer- ten stützt sich auf Erfahrungswerte der Vergangenheit und Annahmen seitens der Unternehmensführung. Die Prüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten basiert auf Annahmen. Vermögenswerte wurden, wenn Gründe für eine erforderliche Wert- minderung ersichtlich waren, wertberichtigt. Die Beurteilung von Leasingverhältnissen (operating leases) erfordert die Einschät- zung der Laufzeit des Leasingverhältnisses. Hierzu werden sämtliche Umstände berücksichtigt, die dem Konzern bekannt sind. Optionen in Bezug auf die mögliche Verlängerung eines Leasingverhältnisses werden nur dann Bestandteil der Laufzeit, wenn für den infas Konzern hinreichende Sicherheit in Bezug auf die Ausübung der Option gegeben ist. Zudem wird der dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz verwendet, falls dieser verlässlich bestimmt werden kann. Sofern dieser nicht ohne Weiteres ermittelt werden kann, wird der Grenzfremdkapitalzinssatz (in- cremental borrowing rate) geschätzt. Seite 37 Die Schätzungen über die Höhe und den Ansatz von Rückstellungen werden von der Unternehmensführung aufgrund von anerkannten Verfahren oder Erfahrungs- werten getroffen. Zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen bedient sich die infas Holding AG sta- tistischer bzw. versicherungsmathematischer Berechnungen, um Auswirkungen künftiger Entwicklungen auf die Aufwendungen und Verpflichtungen aus diesen Plä- nen abzuschätzen. Diese Berechnungen beruhen auf Annahmen über den Abzin- sungssatz und über die Gehalts- und Rentensteigerungsraten. Diese Annahmen beruhen auf den am Bilanzstichtag herrschenden Verhältnissen und Einschätzun- gen bzw. auf den dann geltenden Marktbedingungen. Unternehmenserwerbe erfordern Schätzungen hinsichtlich Fair Value der erworbe- nen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Geschäfts- oder Firmen- werte werden für Zwecke des Werthaltigkeitstests im Erwerbszeitpunkt zahlungs- mittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Gemäß IAS 36.96 ist für diese zahlungs- generierenden Einheiten mindestens einmal jährlich ein Werthaltigkeitstest durch- zuführen. Zur Beurteilung der Werthaltigkeit wird der Buchwert der zahlungsmittel- generierenden Einheit bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit dem erzielbaren Betrag verglichen. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nut- zungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Der Konzern ermittelt den er- zielbaren Betrag grundsätzlich als Nutzungswert und damit als Barwert der zukünf- tigen Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die zukünftigen Cashflows basieren auf den Planungsrechnungen des Konzerns. Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerrechtlicher Vorschriften, Änderungen des Steuerrechts sowie der Höhe und des Entstehungs- zeitpunkts künftig zu versteuernder Ergebnisse. Angesichts des langfristigen Cha- rakters und der Komplexität bestehender vertraglicher Vereinbarungen ist es mög- lich, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffe- nen Annahmen bzw. künftigen Änderungen solcher Annahmen in Zukunft Anpas- sungen des bereits erfassten Steuerertrags und Steueraufwands erfordern. Latente Steueransprüche werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvor- träge in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteu- erndes Einkommen verfügbar sein wird, so dass die Verlustvorträge tatsächlich ge- nutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der latenten Steueransprüche, die aktiviert werden können, ist eine wesentliche Ermessensausübung des Mana- gements bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erfor- derlich. Weitere Details zu Steuern werden in Tz 27 erläutert. Weitere Erläuterungen über getroffene Annahmen und Schätzungen erfolgen bei den Angaben zu den einzelnen Abschlussposten. Sämtliche Annahmen und Schät- zungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag. Bei der Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung wurde außerdem das zu die- sem Zeitpunkt als realistisch unterstellte wirtschaftliche Umfeld in den Branchen und Seite 38 Regionen, in denen der Konzern tätig ist, berücksichtigt. Zum Zeitpunkt der Aufstel- lung des Konzernabschlusses ist nicht von einer wesentlichen Änderung der zu- grunde gelegten Annahmen und Schätzungen auszugehen. 5 Auswirkung neuer Rechnungslegungsgrund- sätze Folgende neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen wurden im Ge- schäftsjahr 2022 erstmals angewendet. Der aufgestellte Konzernabschluss der in- fas Holding AG entspricht damit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind. Veröffentlicht Anwendbar ab Vorschrift Titel im (Geschäftsjahresbeginn) ) Anpassungen Verweisanpassungen auf das IFRS 3 Rahmenkonzept Mai 2020 01.01.2022 Anpassungen Erträge vor Erreichen des IAS 16 betriebsbereiten Zustands Mai 2020 01.01.2022 Anpassungen Umfang der Erfüllungskosten IAS 37 bei belastenden Verträgen Mai 2020 01.01.2022 Anpassungen IFRS 1, IFRS 9, Jährliche Verbesserungen an IFRS 16, IAS 41 den IFRS Mai 2020 01.01.2022 ) Es wird jeweils angegeben, ab wann die genannten Standards und Interpretationen erstmals in der EU anzuwenden waren. Aus der Anwendung der neuen bzw. überarbeiteten IFRS-Standards und -Interpre- tationen ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Fi- nanz- und Ertragslage des Konzerns. Das IASB und das IFRS IC haben nachfolgend aufgelistete Standards und Interpre- tationen veröffentlicht, die im Geschäftsjahr 2022 noch nicht verpflichtend anzuwen- den waren. Diese Standards und Interpretationen wurden von der EU bislang nicht übernommen und werden von der infas Holding AG nicht angewendet. Veröffentlicht Anwendbar ab Vorschrift Titel im (Geschäftsjahresbeginn) Klassifizierung von kurz- und Dezember Anpassung IAS 1 langfristigen Verbindlichkeiten 2022 01.01.2024 Anpassung IFRS Leasingverbindlichkeiten bei Dezember 16 Sale-and-Leaseback-Transaktionen 2022 01.01.2024 Das IASB und das IFRS IC haben bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegen- den Konzernabschlusses nachfolgend aufgelistete Standards und Interpretationen veröffentlicht, die bereits im Rahmen des Komitologieverfahrens in das EU-Recht Seite 39 übernommen wurden, aber im Geschäftsjahr 2022 noch nicht verpflichtend anzu- wenden waren. Die infas Holding AG wendet diese Standards und Interpretationen nicht vorzeitig an. Veröffentlicht Anwendbar ab Vorschrift Titel im (Geschäftsjahresbeginn) Anpassung Erstmalige Anwendung von IFRS 17 IFRS 17 und IFRS 9 Dezember 2020 01.01.2023 Anpassung Latente Steuern aus einer IAS 12 einzigen Transaktion Mai 2021 01.01.2023 Anpassung Bilanzierungs- und IAS 1 Bewertungsgrundsätze Februar 2021 01.01.2023 Anpassungen IAS 8 Definition von Schätzungen Februar 2021 01.01.2023 IFRS 17 / Anpas- sung von IFRS 17 Versicherungsverträge Juni 2020 01.01.2023 Eine vorläufige Analyse der neuen Regelungen durch den Konzern hat ergeben, dass kein wesentlicher Anpassungsbedarf bei der erstmaligen Anwendung anfallen wird. 6 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden als Vermögenswert erfasst und mindestens jährlich auf Werthaltigkeit überprüft. Eine Wertminderung wird sofort als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und in den Folgeperioden nicht wieder wertaufgeholt. Geschäfts- oder Firmenwerte, die aus Unternehmens- erwerben vor dem 01.01.2004 entstanden sind, wurden aufgrund der Erleichte- rungsvorschrift gemäß IFRS 1 bis zum 31.12.2003 grundsätzlich planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 15 Jahren linear abgeschrieben. Eine Wer- taufholung der in vorangegangenen Perioden abgeschriebenen Beträge findet nicht statt. Gemäß IAS 36.10 tritt unter anderem bei Geschäfts- oder Firmenwerten an die Stelle von planmäßigen Abschreibungen eine regelmäßige, mindestens jährlich durchzuführende Werthaltigkeitsprüfung (Impairment-Test). Die Werthaltigkeitsprü- fung eines Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf Ebene einer zahlungsmittelgene- rierenden Einheit (CGU) oder Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorgenommen. Die Werthaltigkeitsprüfung basiert auf der Ermittlung des erzielba- ren Betrags. Dieser ergibt sich aus dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Übersteigt der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit deren erzielbaren Betrag, liegt ein Wertminde- rungsbedarf vor. Im Fall von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit CGU, die einen Geschäfts- oder Firmenwert enthalten, werden zunächst die Geschäfts- oder Firmenwerte reduziert. Übersteigt der Wertberichtigungsbedarf den Buchwert des Seite 40 Firmenwerts, wird die Differenz i.d.R. proportional auf die verbleibenden langfristi- gen Vermögenswerte der CGU verteilt. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte (Entwicklungskosten) werden mit den direkt und indirekt zurechenbaren Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeu- tige Aufwandszuordnung möglich ist. Weiterhin muss sowohl die technische Reali- sierbarkeit als auch die Vermarktung oder die interne Nutzung der Produkte sicher- gestellt sein (IAS 38). Es muss die Absicht bestehen, den Vermögenswert mit hier- für zur Verfügung stehenden Ressourcen fertigzustellen. Die Entwicklungstätigkeit muss ferner mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen wirtschaftlichen Nut- zen führen. Die planmäßige Abschreibung erfolgt auf der Grundlage einer geplan- ten Nutzungsdauer von 5 bis 10 Jahren. Forschungskosten sind gemäß IAS 38 nicht aktivierungsfähig und nicht aktiviert worden. Andere erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Als Nutzungsdauer werden 3 bis 5 Jahre zugrunde gelegt. Immaterielle Vermögenswerte mit unbe- stimmter Nutzungsdauer liegen nicht vor. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermin- dert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen und ggf. Wertminderungen, angesetzt. Instandhaltungskosten werden sofort als Aufwand verrechnet. Die Abschreibungen werden beim beweglichen Anlagevermögen im Allgemeinen linear entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer über einen Zeitraum von 1 bis 13 Jahren vorgenommen. Es findet eine jährliche Überprüfung statt, ob Anhaltspunkte vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert ist. Wenn ein sol- cher Anhaltspunkt vorliegt, ist der erzielbare Betrag des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu bestimmen. Eventuelle Wertminderungen werden durch den Vergleich des Buchwerts mit dem erzielbaren Betrag ermittelt. Können einzelnen Vermögenswerten keine eigenen, von anderen Vermögenswer- ten unabhängig generierten künftigen Finanzmittelzuflüsse zugeordnet werden, ist die Werthaltigkeit auf Basis der übergeordneten zahlungsmittelgenerierenden Ein- heit von Vermögenswerten zu untersuchen. Aktivierungspflichtige Fremdkapitalzin- sen waren nicht gegeben. Der im Januar 2016 vom IASB veröffentlichte IFRS 16 (Leases) hat ein einheitliches Bilanzierungsmodell eingeführt, wonach Leasingnehmerinnen und Leasingnehmer verpflichtet sind, für alle Leasingverträge einen Vermögenswert für das Nutzungs- recht sowie eine Leasingverbindlichkeit für die ausstehenden Mietzahlungen anzu- setzen. Dies führt dazu, dass ab 01.01.2019 grundsätzlich sämtliche Leasingver- hältnisse in der Konzernbilanz zu erfassen sind. Die unter den langfristigen Vermö- genswerten ausgewiesenen Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzü- glich kumulierter Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen im infas Konzern grundsätzlich linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses. Die An- schaffungskosten des Nutzungsrechts ermitteln sich grundsätzlich als Barwert sämtlicher zukünftiger Leasingzahlungen. Die Anschaffungskosten sind um Zahlun- gen zu erhöhen, die für den Abschluss des Leasingvertrags angefallen sind, die für die Installation des geleasten Vermögenswerts aufgewendet wurden und die ggf. Seite 41 für einen künftigen Rückbau anfallen. Anreizzahlungen der Leasinggeberin bzw. des Leasinggebers, die bereits zugeflossen sind, verringern die Anschaffungskos- ten. Der erstmalige Ansatz der Leasingverbindlichkeiten bestimmt sich als Barwert der zu leistenden Leasingzahlungen, reduziert um künftige Anreizzahlungen der Lea- singgeberin bzw. des Leasinggebers. In der Folgebewertung wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit aufgezinst und erfolgsneutral um die geleisteten Leasing- zahlungen vermindert. Der Zahlungsstrom wird in einen Zins- und Tilgungsanteil zerlegt und in den entsprechenden Positionen des Konzernabschlusses erfasst. Die Abschreibung des Nutzungsrechts ist den Abschreibungen zugeordnet. Der Aufwand aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeit wird in den Zinsaufwendun- gen ausgewiesen. Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und bei einem anderen Unterneh- men zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald die infas Holding AG oder ihre Tochter- gesellschaften Vertragspartei und zur Leistung oder Gegenleistung berechtigt oder verpflichtet werden. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkei- ten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich unsaldiert ausgewiesen. Sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeit- punkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Net- tobasis herbeizuführen. Die Folgebewertung der Finanzinstrumente erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten, die i.d.R. den Buchwerten entsprechen. Der infas Konzern stuft beim erstmaligen Ansatz finanzielle Vermögenswerte in die folgenden Kategorien ein: zu fortgeführten Anschaffungskosten oder als erfolgs- wirksam zum beizulegenden Zeitwert. Die Einstufung ist vom Geschäftsmodell des Unternehmens und der Steuerung der finanziellen Vermögenswerte sowie deren vertraglicher Zahlungsströme abhängig. Finanzielle Vermögenswerte sind zu fort- geführten Anschaffungskosten zu bewerten, wenn folgende Bedingungen vorlie- gen: – Der finanzielle Vermögenswert wird gehalten mit der Absicht, die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen. – Die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgeleg- ten Zahlungspunkten und -strömen. Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert eingestufte finanzielle Vermögens- werte sind im infas Konzern Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente. Finanzielle Vermögenswerte, die dem Modell der erwarteten Kreditverluste unter- liegen, sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Seite 42 Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet der Konzern bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert. Es werden keine finanziellen Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehal- ten. Die Ausbuchung der finanziellen Verbindlichkeit erfolgt, sobald die Verbindlich- keit getilgt ist. Die zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerte werden zum Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, sofern dieser verlässlich bestimmbar ist. Wert- schwankungen zwischen den Bilanzstichtagen werden erfolgsneutral in die Rückla- gen eingestellt. Die erfolgswirksame Auflösung der Rücklagen erfolgt entweder mit der Veräußerung oder bei nachhaltigem Absinken des Marktwerts unter den Buch- wert. Kredite und Forderungen werden zum Bilanzstichtag zu fortgeführten An- schaffungskosten bewertet. Sinkt der erzielbare Betrag zum Bilanzstichtag unter den Buchwert, werden erfolgswirksame Wertberichtigungen vorgenommen. Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte beinhalten insb. Forderungen aus Lieferun- gen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, derivative fi- nanzielle Vermögenswerte sowie gehaltene Eigenkapitalinstrumente. Alle kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte werden am Erfüllungstag, d.h. zum Zeitpunkt des Entstehens der Forderung bzw. der Übertragung des wirtschaftlichen Eigentums, zunächst mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Hieraus ergeben sich keine Abweichungen zu den Anschaffungskosten. Die Anschaffungskosten von unter- bzw. nicht verzinslichen monetären Forderungen entsprechen deren Barwert zum Entstehungszeitpunkt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen i.d.R. den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte. Die Folgebewertung erfolgt analog zu den langfristigen finanziellen Vermögenswer- ten. Bestehen an der Einbringbarkeit von Forderungen Zweifel, werden diese mit dem niedrigeren realisierbaren Betrag angesetzt, indem eine entsprechende Einzelwert- berichtigung gebildet wird. Der Konzern ermittelt zumindest an jedem Abschluss- stichtag, ob Anhaltspunkte vorliegen, die auf eine Wertminderung der finanziellen Vermögenswerte schließen lassen. Wertberichtigungen werden bezogen auf den Einzelsachverhalt ermittelt und angesetzt (vgl. Tz 12); dabei wird darauf abgestellt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit der Mittelrückflüsse ist. Anhand historischer Daten werden Ausfallwahrscheinlichkeiten ermittelt, die als pauschaler Prozentsatz in Ab- hängigkeit von der Dauer der Überfälligkeit der Vermögenswerte in einer Wertbe- richtigungstabelle für Forderungen aus Lieferung und Leistung erfasst werden. Die pauschalen Prozentsätze werden anhand von aktuellen Informationen und Erwar- tungen angepasst. Bankguthaben und Kassenbestände sind zum Nominalwert angesetzt. Kurzfristige nichtfinanzielle Vermögenswerte betreffen i.W. nicht vertragliche For- derungen und abgegrenzte Zahlungen. Der Ansatz der kurzfristigen nichtfinanziel- len Vermögenswerte erfolgt zu Anschaffungskosten. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung angemessener Wertbe- richtigungen. Seite 43 Die Bewertung der Vorräte erfolgt gemäß IAS 2 mit dem niedrigeren Wert aus An- schaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert. Der Netto- veräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsverlauf erzielbare Ver- kaufserlös abzüglich der noch anfallenden Kosten der Fertigstellung und des Ver- triebs. Auf den Vorratsbestand wurde, wie im Vorjahr, keine Wertberichtigung vor- genommen. Die vertraglichen Vermögenswerte werden entsprechend dem Projektfortschritt, ab- züglich bereits erfolgter Teilabrechnungen, angesetzt, soweit hieraus ein aktivischer Saldo besteht. Die Bewertung der laufenden Projekte zum Bilanzstichtag erfolgt nach einer Input-basierten Methode gemäß IFRS 15.B18. Der Konzern ermittelt für die Bewertung zum Bilanzstichtag die erwarteten Auftragserlöse, die Wahrschein- lichkeit, dass der wirtschaftliche Nutzen zufließt, die bis zur Fertigstellung des Pro- jekts noch anfallenden Kosten, den Fertigstellungsgrad zum Bilanzstichtag sowie die Zuordnung und Bewertung der dem jeweiligen Projekt zurechenbaren Auftrags- kosten. Sofern Teilabrechnungen den Gegenwert des Leistungsfortschritts über- steigen und ein passivischer Saldo besteht, wird eine vertragliche Verbindlichkeit angesetzt. Die Verpflichtung aus unmittelbaren Pensionszusagen (leistungsorientiertes Sys- tem zur betrieblichen Altersversorgung) wird nach dem in IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung von zukünftigen Entgelt- und Rentenanpassungen errechnet. Der laufende Altersversorgungsaufwand ergibt sich aus der planmäßigen Entwicklung der Anwartschaftsrückstellungen. Der Dienstzeitaufwand für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird als Aufwand innerhalb des betrieblichen Ergebnisses ausgewiesen. Der im Netto-Pensionsauf- wand enthaltene Zinsaufwand und die Erträge aus dem Planvermögen werden im Finanzergebnis der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Planver- mögen, das angelegt ist, um leistungsbasierte Pensionszusagen zu decken, wird mit den beizulegenden Zeitwerten bewertet und mit den entsprechenden Verpflich- tungen verrechnet. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pen- sionsrückstellungen werden bei Anfall erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst. Aktive latente Steuern aus der Erfas- sung der Verluste im sonstigen Ergebnis werden entsprechend im sonstigen Ergeb- nis berücksichtigt. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und unge- wissen Verpflichtungen. Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung hat, diese Ver- pflichtung wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Rück- stellungshöhe entspricht der bestmöglichen Schätzung des Erfüllungsbetrags zum Bilanzstichtag, wobei erwartete Erstattungen Dritter nicht saldiert, sondern als se- parater Vermögenswert angesetzt werden, sofern die Realisierung so gut wie sicher ist. Ist der Zinseffekt wesentlich, wird die Rückstellung mit dem Marktzins abgezinst. Rückstellungen für drohende Verluste aus ungünstigen Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidlichen Kosten. Seite 44 Verbindlichkeiten werden erstmalig zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Trans- aktionskosten angesetzt. In der Folge werden diese zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bilanziert. Im Fall langfristiger Kredite wird jede Differenz zwischen Auszah- lungsbetrag (nach Abzug von Transaktionskosten) und Rückzahlungsbetrag über die Laufzeit des Kredits unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfolgswirksam erfasst. Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres werden – unabhängig vom Zeit- punkt der Zahlung – berücksichtigt, wenn sie realisiert sind. Zeitraumbezogene Auf- wendungen und Erträge werden nur berücksichtigt, soweit sie auf das Geschäfts- jahr entfallen. Die Leistungsverpflichtungen aus Kundenverträgen werden i.W. zeitraumbezogen erbracht. Dies betrifft insb. die Projektverträge. Erträge werden im Konzern dann erfasst, wenn Vermögenswerte übertragen wurden oder eine Dienstleistung er- bracht ist. Die Methode der Umsatzrealisierung bestimmt sich maßgeblich nach IFRS 15.35. Die Bewertung erfolgt insb. über selbst erstellte Controllinginstrumente. Die in diese Berechnung einzubeziehenden Kosten bestehen aus allen direkten Kosten und anteiligen indirekten Kosten. Rückstellungen für drohende Verluste aus laufenden Aufträgen werden gebildet, wenn sie absehbar sind. Die Umsätze werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als noch nicht fakturierte Umsätze unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. In der Bilanz erfolgt der Ausweis unter Berücksichtigung der vertraglich vereinbarten und erhaltenen Anzahlungen entweder als Aktivposten unter der Bezeichnung „vertragliche Vermögenswerte“ o- der als Passivposten „vertragliche Verbindlichkeiten“, falls der Betrag der erhalte- nen Anzahlungen die angefallenen Auftragskosten übersteigt. Die übrigen Erlöse realisiert der Konzern zum Zeitpunkt der Leistungserbringung. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wurden gemäß IAS 12 (Income Taxes) erfasst. Daneben sind aktive bzw. passive latente Steuern bilanzorientiert abzu- grenzen. Berücksichtigt werden latente Steuern für körperschaftsteuerliche und ge- werbesteuerliche Verlustvorträge und die steuerlichen Auswirkungen, die sich aus temporären Unterschieden zwischen IFRS- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen von Vermögenswerten bzw. Schulden ergeben und die sich in künftigen Wirt- schaftsjahren umkehren werden. Sie werden auf der Grundlage der Steuersätze und -vorschriften ermittelt, die auf Basis der Gesetzeslage zum voraussichtlichen Zeitpunkt der Auflösung der Unterschiede gelten werden. Mit Übernahme der An- teile der Minderheitsgesellschafter der infas Institut für angewandte Sozialwissen- schaft GmbH und dem Abschluss eines Gewinnabführungsvertrags zwischen der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH und der infas Holding AG wurde im Jahr 2013 eine ertragsteuerliche Organschaft gegründet und die Möglich- keit geschaffen, die steuerlichen Verlustvorträge der infas Holding AG zu nutzen. Steuerlich wird bei Vorliegen einer Organschaft nach § 14 Abs. 1 S. 2 KStG das Einkommen der Organgesellschaft vor Berücksichtigung des an den Organträger abgeführten Gewinns ermittelt und dem Organträger zugerechnet. Die Verrechnung mit Verlustvorträgen ist allerdings jährlich auf die Höhe von 1,0 Mio. € begrenzt. Der Seite 45 1,0 Mio. € übersteigende Betrag kann zu 60 % mit den Verlustvorträgen verrechnet werden (§ 10a Abs. 1 GewStG, § 10d Abs. 2 EStG). Der Ansatz aktiver latenter Steuern erfolgt, wenn es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ausreichend zu versteu- erndes Ergebnis verfügbar ist. Zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit der künftigen Nutzbarkeit von aktiven latenten Steuern werden entsprechende Steuerplanungen auf Ebene der jeweiligen Tochtergesellschaft angefertigt. Der betrachtete Pla- nungszeitraum beträgt im Regelfall 5 Jahre. Der Konzern beurteilt zu jedem Ab- schlussstichtag nicht bilanzierte latente Steueransprüche erneut. Ein bislang nicht bilanzierter latenter Steueranspruch wird in dem Umfang angesetzt, in dem es wahr- scheinlich geworden ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisie- rung des latenten Steueranspruches gestatten wird. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz Die Bilanz ist nach Fristigkeit gegliedert, Vermögenswerte und Schulden sind in langfristig – bei Fälligkeit über einem Jahr – und kurzfristig aufgegliedert. 7 Immaterielle Vermögenswerte, Geschäfts- oder Firmenwert Der Konzern verfügt nur über einzeln erworbene sowie selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte sowie Geschäfts- oder Firmenwerte, die im Rahmen von Unter- nehmenszusammenschlüssen erworben wurden. Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte umfassen Software, Konzessio- nen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte, Kundenstamm und Ge- schäfts- oder Firmenwert. Software, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und der Kundenstamm werden über ihre begrenzte voraussichtli- che wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben, die 3 bis 5 Jahre beträgt. Die aktivierten Entwicklungskosten betreffen selbst erstellte Software und selbst er- stellte Datenbanken, die auf der Grundlage einer geplanten Nutzungsdauer von 5 bis 10 Jahren abgeschrieben werden. Entsprechend den Regelungen des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 hat die infas Holding AG ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zum Zweck der Ermittlung eventueller Wertminderungen von Firmenwerten entsprechend der internen Be- richterstattung festgelegt. Zur Prüfung der Werthaltigkeit wurde der jährliche Impair- ment-Test nach IAS 36 für zahlungsmittelgenerierende Einheiten, denen ein Ge- schäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, durchgeführt. Darüber hinaus werden Ge- schäfts- oder Firmenwerte überprüft, wenn Sachverhalte oder Gründe vorliegen, die auf eine Minderung der Buchwerte schließen lassen. Die Entwicklung der immate- riellen Vermögenswerte ergibt sich aus dem Anlagespiegel. Seite 46 Wertminderung auf Firmenwerte Unter dem Posten Geschäfts- oder Firmenwert ist zum 31.12.2022 der Geschäfts- wert der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH (Buchwert wie im Vorjahr 167 T€) ausgewiesen, der im Rahmen der Gründung der Gesellschaft ent- standen ist. Für den Geschäfts- oder Firmenwert wurde als erzielbarer Ertrag der Nutzungswert auf der Grundlage einer Cashflow-Planung (5-Jahresdetailplanung sowie Fort- schreibung unter Berücksichtigung des erwarteten Wachstums) unter der die Erfah- rung der Vergangenheit berücksichtigenden Annahme einer stetigen Geschäftsent- wicklung und eines Kapitalisierungszinssatzes von 10,32 % vor Steuern (Vorjahr 8,57 %) ermittelt. Der zur Diskontierung verwendete Kapitalisierungszinssatz ba- siert auf einem risikofreien Zinssatz von 2,5 % sowie auf einer Marktrisikoprämie, die aus einer Bandbreite von 6,0 bis 8,0 % mit 8,0 % berechnet wurde. Der indivi- duell abgeleitete Beta-Faktor wurde mit 0,89 angesetzt. Ein Wachstumsabschlag zur Extrapolation des letzten Planjahres erfolgte i.H.v. 1,0 %. Es ergab sich kein Wertminderungsbedarf. Schwankt der zur Diskontierung genutzte Kapitalisierungs- zinssatz um 1,0 %, ergeben sich keine Wertminderungen. Der Geschäfts- oder Firmenwert, der durch den vollständigen Erwerb der Anteile der infas LT GmbH entstanden ist, wurde den Geschäftsbereichen zugeordnet, die aus den Synergien des Zusammenschlusses Nutzen ziehen, nämlich den Segmen- ten infas 360 GmbH und infas LT GmbH. Der Geschäfts- oder Firmenwert, der dem Geschäftsbereich der infas 360 GmbH zugeordnet werden konnte, beläuft sich zum 31.12.2022 auf einen Buchwert von 622 T€. Für den Geschäfts- oder Firmenwert wurde als erzielbarer Ertrag der Nutzungswert auf der Grundlage einer Cashflow-Planung (5-Jahresdetailplanung sowie Fort- schreibung unter Berücksichtigung des erwarteten Wachstums) unter der die Erfah- rung der Vergangenheit berücksichtigenden Annahme einer stetigen Geschäftsent- wicklung und eines Kapitalisierungszinssatzes von 10,32% vor Steuern (Vorjahr 8,57 %) ermittelt. Der zur Diskontierung verwendete Kapitalisierungszinssatz ba- siert auf einem risikofreien Zinssatz von 2,5 % sowie auf einer Marktrisikoprämie, die aus einer Bandbreite von 6,0 bis 8,0 % mit 8,0 % berechnet wurde. Der indivi- duell abgeleitete Beta-Faktor wurde mit 0,89 angesetzt. Ein Wachstumsabschlag zur Extrapolation des letzten Planjahres erfolgte i.H.v. 1,0 %. Es ergab sich kein Wertminderungsbedarf. Schwankt der zur Diskontierung genutzte Kapitalisierungs- zinssatz um 1,0 %, ergeben sich keine Wertminderungen. Der Geschäfts- oder Firmenwert, der dem Geschäftsbereich der infas LT zugeord- net werden konnte, beläuft sich zum 31.12.2022 auf einen Buchwert von 601 T€. Für den Geschäfts- oder Firmenwert wurde als erzielbarer Ertrag der Nutzungswert auf der Grundlage einer Cashflow-Planung (5-Jahresdetailplanung sowie Fort- schreibung unter Berücksichtigung des erwarteten Wachstums) unter der die Erfah- Seite 47 rung der Vergangenheit berücksichtigenden Annahme einer stetigen Geschäftsent- wicklung und eines Kapitalisierungszinssatzes von 13,06 % vor Steuern (Vorjahr 9,71 %) ermittelt. Der zur Diskontierung verwendete Kapitalisierungszinssatz ba- siert auf einem risikofreien Zinssatz von 2,5 % sowie auf einer Marktrisikoprämie, die aus einer Bandbreite von 6,0 bis 8,0 % mit 8,0 % berechnet wurde. Der indivi- duell abgeleitete Beta-Faktor wurde mit 1,09 angesetzt. Ein Wachstumsabschlag zur Extrapolation des letzten Planjahres erfolgte i.H.v. 1,0 %. Es ergab sich kein Wertminderungsbedarf. Schwankt der zur Diskontierung genutzte Kapitalisierungs- zinssatz um -1,0 %, ergibt sich kein Wertminderungsbedarf. Bei einer Schwankung von +1,0 % des genutzten Kapitalisierungszinssatzes ergäbe sich ein geringer Wertminderungsbedarf. 8 Sachanlagen Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und des Sachanlagevermö- gens ergibt sich aus dem Anlagespiegel. Anschaffungs-/Herstellungskosten Abschreibungen/Wertminderungen Restbuchwerte Stand Zugänge Stand Stand Zugänge Stand Stand Stand 01.01.2022 Abgänge Umbuchung 31.12.2022 01.01.2022 Abgänge 31.12.2022 31.12.2022 31.12.2021 T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ Immaterielle Vermögenswerte Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche 21 61 Schutz- rechte und ähnliche 1.079 26 1.126 855 916 210 224 Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten 0 0 und Werten Geleistete Anzahlung auf 26 0 -26 0 0 0 0 0 26 immaterielle Vermögenswerte Geschäfts- oder Firmenwert 1.390 0 0 1.390 0 0 0 1.390 1.390 Selbst erstellte immaterielle 1.818 0 0 1.818 1.374 187 1.561 257 444 Vermögenswerte Sachanlagen 1.803 457 Andere Anlagen, Betriebs- 2.543 0 4.312 2.076 2.477 1.835 467 und Geschäftsausstattung 34 56 21.335 1.623 3.473 0 22.519 2.692 2.097 20.422 781 Nutzungsrecht Gebäude 2.289 2.218 90 40 170 0 90 170 40 50 0 Nutzungsrecht Betriebs- und 170 170 Geschäftsausstattung Sonstige Finanzanlagen 5 5 0 0 5 5 0 0 0 4.283 2.368 Gesamt 10.504 34 0 31.255 4.480 51 7.091 24.164 3.332 Seite 48 Anschaffungs-/Herstellungskosten Abschreibungen/Wertminderungen Restbuchwerte Stand Zugänge Stand Stand Zugänge Stand Stand Stand 01.01.2021 Abgänge 31.12.2021 01.01.2021 Abgänge 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2020 T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ Immaterielle Vermögenswerte Entgeltlich erworbene Konzes- sionen, gewerbliche Schutz- 14 75 rechte und ähnliche Rechte 1.065 1.079 780 855 224 285 und Werte sowie Lizenzen an 0 0 solchen Rechten und Werten Geleistete Anzahlung auf 0 26 26 0 0 0 26 0 immaterielle Vermögenswerte Geschäfts- oder Firmenwert 1.390 0 1.390 0 0 0 1.390 1.390 Selbst erstellte immaterielle 1.818 0 1.818 1.170 204 1.374 444 648 Vermögenswerte Sachanlagen Andere Anlagen, Betriebs- 357 269 und Geschäftsausstattung 2.251 -65 2.543 1.872 0 2.076 467 379 Nutzungsrecht Gebäude 3.473 0 3.473 1.831 861 2.692 781 1.642 Nutzungsrecht Betriebs- und Geschäftsausstattung 170 0 170 142 28 170 0 28 Sonstige Finanzanlagen 5 0 5 5 0 5 0 0 397 1.437 Gesamt 10.172 65 10.504 5.800 65 7.172 3.332 4.372 I.W. resultieren die Zugänge des Geschäftsjahres 2022 aus dem im Geschäftsjahr neu abgeschlossenen Mietverhältnis in der Kurt-Schumacher-Straße in Bonn. 9 Sonstige Finanzanlagen Bezüglich der Entwicklung der sonstigen Finanzanlagen verweisen wir auf den An- lagespiegel. Die Anteile unter 20 % an einer Gesellschaft, die sich in Liquidation befand, wurden im Geschäftsjahr vollständig abgeschrieben. 10 Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen Im Geschäftsjahr 2016 beteiligte sich die infas 360 GmbH zu 33,33 % an der im August 2016 mit einem Stammkapital i.H.v. insgesamt 30 T€ neu gegründeten BNS – Business Network Solutions GmbH, Bonn. Die Gesellschaft wird als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert. Weitere Zuzahlungen in das Ei- genkapital sind insgesamt i.H.v. 750 T€, davon 300 T€ 2021 von den Gesellschaf- tern (infas 360 GmbH mit 250 T€, davon 100 T€ 2021) erfolgt. Die Anschaffungs- kosten für die Beteiligung betragen 260 T€. Aufbauend auf den Anschaffungskosten wird der Wertansatz jeweils in Höhe der auf die Anteile entfallenden Eigenkapital- veränderung bei dem at equity bewerteten Unternehmen fortgeschrieben. (vgl. auch Tz 25). Seite 49 31.12.2022 Vorjahr T€ T€ Wertansatz am Anfang des Geschäftsjahres 103 28 Einzahlung in Kapitalrücklage nach § 272 II Nr. 4 HGB 0 100 Anteil des Konzerns am Ergebnis -45 -25 Wertansatz zum Ende des Geschäftsjahres 58 103 Folgende Tabelle enthält die zusammengefassten finanziellen Informationen zu dem at equity bewerteten Anteil: 2022 2021 Gesamt Anteil infas Gesamt Anteil infas T€ T€ T€ T€ Vermögen 201 67 322 107 davon kurzfristig 201 67 322 107 hierin Zahlungsmittel 187 62 319 106 davon langfristig 0 0 0 0 Schulden 28 9 14 5 davon kurzfristig 28 9 14 5 davon langfristig 0 0 0 0 Nettovermögen 173 58 308 103 Buchwert der Beteiligung 58 103 Abschreibungen 1 0 0 0 Sonstige Aufwendungen 83 28 85 28 Jahresergebnis -135 -45 -77 -25 Seite 50 11 Übrige langfristige Vermögenswerte 31.12.2022 Vorjahr T€ T€ Latente Steueransprüche 1.037 2.104 Sonstige Vermögenswerte 68 115 Gesamt 1.105 2.219 Die latenten Steueransprüche betreffen i.W. die aktiven latenten Ertragsteuern aus den steuerlichen Verlustvorträgen der infas Holding AG und aus den unterschiedli- chen Wertansätzen der Rückstellungen für Pensionen. Es handelt sich um nichtfi- nanzielle Vermögenswerte (vgl. auch Tz 27). Die sonstigen Vermögenswerte beinhalten wie im Vorjahr Kautionen, die insb. für ein bis Februar 2023 laufendes Mietverhältnis geleistet worden sind. Es handelt sich hierbei um finanzielle Vermögenswerte. 12 Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögens- werte 31.12.2022 Vorjahr T€ T€ Vorräte 18 18 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.430 194 Vertraglicher Vermögenswert 3.317 3.966 Ertragsteuerforderungen 1.350 1.285 Sonstige Vermögenswerte 300 1.111 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 28.567 30.434 Gesamt 35.982 37.008 Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den sonstigen Vermö- genswerten handelt es sich wie im Vorjahr um kurzfristig fällige Vermögenswerte, in denen überfällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen i.H.v. 57 T€ (Vor- jahr 52 T€) enthalten sind und auf die Wertberichtigungen i.H.v. 24 T€ (Vorjahr 23 T€) erfolgten. Weiterer Wertberichtigungsbedarf besteht nicht. Bei den Vorräten handelt es sich i.H.v. 16 T€ (Vorjahr 16 T€) um zur Veräußerung im normalen Geschäftsgang bestimmte wissenschaftliche Druckwerke sowie i.H.v. 2 T€ (Vorjahr 2 T€) für einen Kundenauftrag bestimmte Datenbestände. Die Bewer- tung erfolgt zu Anschaffungskosten. Wertberichtigungen waren im Geschäftsjahr 2022 wie auch im Vorjahr nicht erforderlich. Seite 51 Die vertraglichen Vermögenswerte beziehen sich auf laufende Projekte. Die Salden dieses Postens schwanken in Abhängigkeit der zum jeweiligen Stichtag laufenden Projekte sowie der unterschiedlichen vereinbarten Zahlungspläne (vgl. Tz 6, dort: Umsatzerlöse). Die sonstigen Vermögenswerte enthalten abgegrenzte Zahlungen, die geleistet wurden, deren Leistung aber erst 2023 erfolgt, i.H.v. 202 T€ (Vorjahr 99 T€). Die sonstigen Vermögenswerte beinhalten finanzielle Vermögenswerte i.H.v. 61 T€ (Vorjahr 1.011 T€) und nichtfinanzielle Vermögenswerte i.H.v. 239 T€ (Vorjahr 100 T€). Bei den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten i.H.v. 28.567 T€ (Vorjahr 30.434 T€) handelt es sich wie im Vorjahr um Kassenbestände, Kontokorrentgutha- ben und um Geldmarktanlagen, die mit Zinssätzen zwischen -0,6 % bis -0,5 % ver- zinst wurden. Die liquiden Mittel bilden den Finanzmittelfonds der Kapitalflussrech- nung. Es liegen keine Verfügungsbeschränkungen vor. 13 Eigenkapital 31.12.2022 Vorjahr T€ T€ Gezeichnetes Kapital 9.000 9.000 Gewinnrücklage, gesetzliche Rücklage 403 366 Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis -555 -1.939 Eigenkapitalminderung infolge vollständiger Anteilsübernahme -4.002 -4.002 Konzernbilanzgewinn 7.040 5.553 Eigenkapital 11.886 8.978 Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) ist voll eingezahlt und beträgt 9.000.000,00 €, eingeteilt in 9.000.000 Inhaberaktien (nennwertlose Stückaktien). Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 16.07.2021 ist der Vorstand ermäch- tigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 15.07.2026 ein- malig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 4.500.000,00 € zu erhöhen (Genehmig- tes Kapital 2021). Bis zum Bilanzstichtag wurde hiervon kein Gebrauch gemacht. Nach dem Erwerb von weiteren 15 % der Geschäftsanteile an der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH im Geschäftsjahr 2013 ist die infas Holding AG zu 100 % an dieser Tochtergesellschaft beteiligt. Der Kaufpreis für diese Anteile zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten i.H.v. 4.040 T€ wurde mit dem Buchwert der Anteile ohne beherrschenden Einfluss i.H.v. 38 T€ verrechnet und unmittelbar im Eigenkapital erfasst. Seite 52 Das kumulierte sonstige Konzernergebnis berücksichtigt die erfolgsneutrale Verän- derung des versicherungsmathematischen Gewinns der Rückstellungen für Pensi- onen i.H.v. 2.064 T€ (Vorjahr 792 T€). Aktive latente Steuern aus der Erfassung des Verlusts werden i.H.v. 681 T€ (Vorjahr 261 T€) berücksichtigt. Kapitalmanagement Die Ziele des Kapitalmanagements des Konzerns liegen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung, in der Gewährleistung einer adäquaten Verzinsung des Eigenkapitals und in der Aufrechterhaltung einer optimalen, die Kapitalkosten mög- lichst gering haltenden Kapitalstruktur. 14 Rückstellungen für Pensionen Versicherungs- mathematische Gewinne und Zinsertrag Plan Stand 01.01.2022 Aufzinsung Verluste Assets 31.12.2022 T€ T€ T€ T€ T€ 6.227 75 -2.064 -29 4.209 Die Pensionsrückstellung wurde zum einen für unmittelbare Versorgungszusagen gegenüber zwei ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern der infas Holding AG ge- bildet und umfasst eine Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung nach Maßgabe eines leistungsorientierten Plans. Die Renten umfassen vereinbarte Be- träge sowie eine Dynamik und beginnen nach Vollendung einer festen Altersgrenze. Zum anderen umfasst die Pensionsrückstellung Versorgungszusagen gegenüber ausgeschiedenen Geschäftsführern der infas LT GmbH. Diese umfassen eine Al- ters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung nach Maßgabe eines leistungs- orientierten Plans. Die Altersversorgung befindet sich bereits in der Leistungsphase. Rechnungsgrundlagen und Parameter: Biometrische Rechnungsgrundlagen laut Richttafeln von Prof. Dr. Heubeck 31.12.2022 Vorjahr % % Rechnungszins 3,77-4,15 1,05-1,2 Entgelttrend 0,0-2,5 0,0-2,5 Rententrend 1,5 1,5 Der Entgelttrend ist aufgrund der Art der Zusage ohne Auswirkung. Seite 53 Der Betrag der Pensionsrückstellung nach IAS 19 entspricht dem nach den Verhält- nissen am Bilanzstichtag bewerteten Versorgungsanspruch unter Einbeziehung ei- nes eingetretenen versicherungsmathematischen Verlusts. Der versicherungsma- thematische Gewinn i.H.v. 2.064 T€ (Vorjahr 792 T€) ist erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst. Die Aufwendungen im Zusammenhang mit den Pensionszusagen für die ausge- schiedenen Mitarbeiter umfassen nur noch den Zinsaufwand i.H.v. 75 T€ (Vorjahr 38 T€) und enthalten keinen im Personalaufwand auszuweisenden Dienstzeitauf- wand. Im Geschäftsjahr 2022 wurden Versorgungsleistungen i.H.v. 45 T€ (Vorjahr 45 T€) gezahlt. Der Barwert der Pensionsverpflichtung (DBO) veränderte sich wie folgt: 31.12.2022 Vorjahr T€ T€ DBO 01.01. 6.227 6.990 Zinsaufwand (erfolgswirksam) 75 38 Versicherungsmathematische Gewinne/ Verluste aus der Änderung der finanziellen Annahmen -2.090 -806 Versicherungsmathematische Gewinne/ Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen 26 14 Zinsertrag Plan Assets -29 -9 DBO 31.12. 4.209 6.227 Die Entwicklung der „defined benefit obligation“ (DBO) stellt die folgende Übersicht dar: Finanzierungsstand 2022 2021 2020 2019 2018 T€ T€ T€ T€ T€ Verpflichtungsumfang für Pensionen (DBO) 4.209 6.227 6.990 6.137 5.153 Die folgende Sensitivitätsanalyse zeigt für jede wesentliche versicherungsmathe- matische Annahme zum Stichtag, wie sich eine mögliche Veränderung der Annah- men auf die Höhe der Pensionsverpflichtung zum betreffenden Stichtag ausgewirkt hätte. Seite 54 Sensitivitätsanalyse Der Anstieg (Rückgang) des Diskontierungssatzes bzw. des Rententrends um je- weils 0,5 % würde im Jahr 2022 zu folgenden DBO führen. 31.12.2022 Vorjahr Anstieg Rückgang Anstieg Rückgang um 0,5 % um 0,5 % um 0,5 % um 0,5 % Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Diskontierungssatz 4,0 4,6 5,8 6,9 Rententrend 4,5 4,0 6,7 5,8 15 Verbindlichkeiten langfristig 31.12.2022 Vorjahr T€ T€ Latente Steuerschulden 3.180 2.403 Leasingverbindlichkeit 19.377 0 Gesamt 22.557 2.403 Hinsichtlich der Ermittlung der latenten Steuern vgl. Tz 27. Die Leasingverbindlichkeit resultiert i.W. aus dem im Geschäftsjahr neu abge- schlossenen Mietverhältnis in der Kurt-Schumacher-Straße in Bonn. 16 Sonstige Rückstellungen Kurzfristige Stand Stand Rückstellungen 01.01.2022 Verbrauch Auflösung Zuführung 31.12.2022 T€ T€ T€ T€ T€ Berufsgenossenschaft 26 26 0 26 26 Jahresabschluss 188 188 0 250 250 Prozessrisiko 7.557 6.390 0 349 1.516 Übrige Rückstellungen 261 159 76 644 670 Gesamt 8.032 6.763 102 1.003 2.462 Die kurzfristigen Rückstellungen beinhalten i.W. Rückstellungen für Prozessrisiken, die zum 31.12.2022 einen Betrag i.H.v. 1.516 T€ umfassen. Seite 55 17 Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 31.12.2022 Vorjahr T€ T€ Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 336 563 Vertragliche Verbindlichkeit 12.829 9.560 Sonstige Verbindlichkeit 5.585 5.998 Leasingverbindlichkeiten 1.446 903 Gesamt 20.196 17.024 Die vertraglichen Verbindlichkeiten enthalten i.W. Anzahlungen aus Projektverträ- gen sowie aus noch zu erbringenden Service- und Updateleistungen. Der Gesamtbetrag der erhaltenen Anzahlungen (einschließlich Projekte, für die Leistungen erbracht worden sind) beträgt zum Bilanzstichtag 37.830 T€ (Vorjahr 32.598 T€). Von den erhaltenen Anzahlungen werden die bis zum Abschlussstich- tag entstandenen Auftragskosten (2022 insgesamt 25.001 T€) abgezogen, so dass sich, je nach Saldo, pro Projekt ein positiver Saldo (vertraglicher Vermögenswert i.H.v. 3.317 T€) oder negativer Saldo (vertragliche Verbindlichkeit i.H.v. 12.829 T€) ergibt. Vergleiche hierzu auch Tz 6, dort: Umsatzerlöse. Aufgrund der Erfassung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16 werden kurz- und langfristige Leasingverbindlichkeiten i.H.v. 20.823 T€ (Vorjahr 903 T€) ausgewie- sen. Vergleiche hierzu auch Tz 6, 8 und 15. Die Verbindlichkeiten i.H.v. insgesamt 20.196 T€ (Vorjahr 17.024 T€) beinhalten fi- nanzielle Verbindlichkeiten i.H.v. 7.119 T€ (Vorjahr 7.340 T€) und nichtfinanzielle Verbindlichkeiten i.H.v. 13.077 T€ (Vorjahr 9.684 T€). Im Geschäftsjahr wurde die letzte fällige Kaufpreisrate i.H.v. 80 T€ aus der Akquisi- tion des Geschäftsbereichs infas LT GmbH gezahlt. Seite 56 Finanzielle Verbindlichkeiten 31.12.2022 Vorjahr T€ T€ Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 336 563 Verbindlichkeiten Personal 1.751 2.033 Kaufpreisverbindlichkeit 0 80 Verbindlichkeiten Steuern 3.107 3.275 Leasingverbindlichkeit 1.446 903 Sonstige 479 486 Gesamt 7.119 7.340 Nichtfinanzielle Verbindlichkeiten 31.12.2022 Vorjahr T€ T€ Vertragliche Verbindlichkeiten 12.829 9.560 Lohnsteuerverbindlichkeiten 248 124 Gesamt 13.077 9.684 Seite 57 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlust- rechnung Die Gliederung der Gesamtergebnisrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenver- fahren. 18 Umsatzerlöse 2022 Vorjahr T€ T€ Gesamt 42.155 40.893 Die Umsatzerlöse können weitestgehend den Auftragserlösen aus Markt- und So- zialforschung zugerechnet werden. Im Geschäftsjahr wurden Projekte im Wert von 40.319 T€ nach IFRS 15.B18 bewertet. Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen wird in der Segmentberichterstattung unter Tz 29 dargestellt. Der übliche Zeitpunkt der Leistungserbringung, außerhalb der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung, ist die Lieferung von Daten oder Berichten und Abnahme durch den Kunden zum Ende eines Projekts. Die jeweiligen Zahlungsbedingungen wer- den in einem Zahlungsplan individuell mit dem Kunden vereinbart. Überwiegend wird zum Zeitpunkt der Leistungserfüllung eine Schlussrechnung des Projekts ge- stellt. Die Leistungsverpflichtungen werden in der Regel durch Dienstleistungen im Be- reich der studienbezogenen Datenerhebung und Datenaufbereitung erbracht. Dafür werden teilweise auch externe Dienstleister eingesetzt. Zum Ende des Geschäftsjahres bestehen offene Leistungsverpflichtungen aus be- stehenden Verträgen i.H.v. 105.095 T€ (Vorjahr 102.718 T€). Daraus wird i.W. die Umsatzrealisation in den kommenden 5 Geschäftsjahren erwartet. Aus den zu Beginn des Geschäftsjahres bilanzierten vertraglichen Verbindlichkeiten wurden im Geschäftsjahr Umsatzerlöse von 25.564 T€ (Vorjahr 28.985 T€) reali- siert. 19 Andere aktivierte Eigenleistungen Im laufenden Geschäftsjahr sowie im Vorjahr wurden keine Eigenleistungen akti- viert. Seite 58 20 Sonstige betriebliche Erträge 2022 Vorjahr T€ T€ Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 102 73 Erträge aus Beitragserstattungen Vorjahre 62 52 Erträge aus Sachbezügen 15 44 Zuschüsse Agentur für Arbeit 0 17 Periodenfremde Erträge 118 0 Übrige 9 8 Gesamt 306 194 21 Materialaufwand 2022 Vorjahr T€ T€ Aufwendungen für bezogene Leistungen 15.518 16.111 Gesamt 15.518 16.111 22 Personalaufwand 2022 Vorjahr T€ T€ Löhne und Gehälter 13.549 11.768 Soziale Abgaben 2.821 8.248 Aufwendungen für Altersversorgung 24 16 Gesamt 16.394 20.032 Die Mitarbeiter erhalten Leistungen aus der gesetzlich festgesetzten Sozialversi- cherung, für die Teile des Einkommens eingezahlt werden. Daneben bestehen im Konzern arbeitnehmerfinanzierte Direktversicherungszusagen. Da nach Zahlung der Beiträge an die öffentlichen und privaten Versicherungsträger für die Gesell- schaften keine weiteren Verpflichtungen bestehen, sind diese Pläne als beitragsori- entierte Pläne zu behandeln. Laufende Beitragszahlungen wurden als Aufwendun- gen für den betreffenden Zeitraum angesetzt. Die deutliche Verringerung des Aufwands für soziale Abgaben ggü. dem Vorjahr ergab sich i.W., weil im Vorjahr gegenüber der Deutsche Rentenversicherung Bund eine Prozesskostenrückstellung i.H.v. 6.257 T€ gebildet werden musste. Seite 59 Im Geschäftsjahr 2022 betrug der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversi- cherung der Arbeitnehmer 939 T€ (Vorjahr 863 T€). Daneben wurden weitere 7 T€ (Vorjahr 9 T€) in Direktversicherungen eingezahlt. 23 Abschreibungen 2022 Vorjahr T€ T€ Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 248 279 Abschreibung auf Nutzungsrechte 1.663 890 Abschreibungen auf Sachanlagen 457 269 Abschreibungen auf finanziellen Vermögenswert 0 0 Gesamt 2.368 1.438 Die Abschreibungen der Nutzungsrechte ergeben sich aus der Anwendung von IFRS 16 und sind aus dem Anlagenspiegel in Tz 8 ersichtlich. 24 Sonstige betriebliche Aufwendungen 2022 Vorjahr T€ T€ Rechts- und Beratungskosten 723 735 Werbe- und Reisekosten 359 191 Versand- und Telefonkosten 465 752 Raum- und Nebenkosten 771 552 Fremdarbeiten und Verwertungsgebühren 58 42 EDV-Wartungskosten 586 406 Aufwand für Lizenzen 76 95 Kosten der Hauptversammlung, Pressemitteilungen 80 64 Aufsichtsratsvergütungen einschließlich Auslagen 114 112 Versicherungen, Beiträge 124 66 Kfz-Kosten 70 86 Übrige 798 247 Gesamt 4.224 3.348 Miet- und Leasingverpflichtungen im Rahmen der Anwendung von IFRS 16 sind separat bilanziert worden. Es entstand ein Zahlungsmittelabfluss aus Leasingver- hältnissen i.H.v. 2.395 T€. Seite 60 25 Ergebnis aus at equity bilanzierten Unterneh- men 2022 Vorjahr T€ T€ Gesamt -45 -25 Bezüglich des ausgewiesenen Anteils des Konzerns am Ergebnis verweisen wir auf die Erläuterungen in Tz 10. 26 Finanzergebnis 2022 Vorjahr T€ T€ Zinsen aus Plan Assets 29 9 Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen -78 -51 Zinsanteil der Zuführung zu den Leasingverbindlichkeiten -557 -42 Zinsanteil der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen -75 -38 Gesamt -681 -122 Die Zinsen aus den Plan Assets resultieren aus den mitgeteilten Zinserträgen im Zusammenhang mit der erworbenen Pensionsverpflichtung im Rahmen des Unter- nehmenszusammenschlusses mit der infas LT GmbH (vgl. Tz 14). Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen resultieren aus der Kategorie „zum beizule- genden Zeitwert bewertet“ und enthalten i.W. Negativzinsen. Der Zinsanteil der Zu- führung zu den Leasingverbindlichkeiten ist vollständig auf die Folgebilanzierung der Leasingverbindlichkeiten zurückzuführen. Weitere Aufwendungen und Erträge aus Finanzinstrumenten sind nicht angefallen. Hinsichtlich möglicher finanzieller Ri- siken vgl. Tz 34. 27 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2022 Vorjahr T€ T€ Erstattete Steuern vom Einkommen und Ertrag (Vorjahr Steuern vom Einkommen und Ertrag) -94 60 Veränderung latente Steuern -1.163 -90 Gesamt -1.257 -30 Seite 61 Der Ertragsteueraufwand setzt sich aus laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie der Veränderung der aktiven und passiven latenten Steuern zu- sammen. Bei den latenten Körperschaftsteuern ist wie im Vorjahr ein Steuersatz von 15,825 % zugrunde gelegt worden. Die latente Gewerbesteuer ist mit dem durch- schnittlichen Gewerbesteuersatz i.H.v. 17,15 % wie im Vorjahr berücksichtigt. Der Konzernsteuersatz in der steuerlichen Überleitungsrechnung für Körperschafts- teuer und Gewerbesteuer beträgt für das Jahr 2022 wie auch im Vorjahr 32,98 %. Die körperschaftsteuerlichen und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge der Mutter- gesellschaft betragen zum 31.12.2022 2.406 T€ (Vorjahr 3.476 T€) und 598 T€ (Vorjahr 1.791 T€). Die im Geschäftsjahr aktivierten latenten Steuern auf diese Ver- lustvorträge betragen 483 T€ (Vorjahr 857 T€). Dabei wurde wie im Vorjahr ein Steuersatz von 32,98 % und ein Planungszeitraum von 5 Jahren berücksichtigt. Weitere aktive latente Steuern ergeben sich aus den unterschiedlichen Wertansät- zen für Pensionsrückstellungen nach den Regelungen der IFRS und den steuerli- chen Vorschriften. Die Differenz zwischen dem steuerlichen Ansatz und den nach den IFRS bewerteten Pensionsrückstellungen beträgt 1.463 T€ (Vorjahr 3.643 T€). Die darauf entfallenden latenten Steuern betragen 482 T€ (Vorjahr 1.202 T€). Die körperschaftsteuerlichen bzw. gewerbesteuerlichen Verlustvorträge der infas 360 GmbH betragen zum 31.12.2022 1.756 T€ (Vorjahr 1.651 T€) bzw. 1.750 T€ (Vorjahr 1.702 T€). Die Aktivierung von latenten Steuern aus den Anlaufverlusten der 2014 neu gegründeten Tochtergesellschaft ist im laufenden Geschäftsjahr nicht erfolgt, da keine passiven latenten Steuern der infas 360 GmbH vorhanden sind. Aktive latente Steuern i.H.v. 579 T€ (Vorjahr 544 T€) kamen daher nicht zum An- satz. Entsprechend wurde der Verlustvortrag in vollständiger Höhe nicht genutzt. Die körperschaftsteuerlichen bzw. gewerbesteuerlichen Verlustvorträge der infas quo GmbH betragen für beide Steuerarten zum 31.12.2022 1.120 T€ (Vorjahr 1.173 T€) bzw. 1.120 T€ (Vorjahr 1.173 T€). Die Aktivierung von latenten Steuern aus den Anlaufverlusten der 2017 neu gegründeten Tochtergesellschaft sind nur i.H.v. 26 T€ (Vorjahr 46 T€) erfolgt – auf die Höhe der vorhandenen passiven laten- ten Steuern der infas quo GmbH. Aktive latente Steuern i.H.v. 343 T€ (Vorjahr 341 T€) kamen daher nicht zum Ansatz. Entsprechend wurde der Verlustvortrag i.H.v. 1.040 T€ (Vorjahr 1.035 T€) nicht genutzt. Passive latente Steuern aus temporären Differenzen bei den Geschäfts- oder Fir- menwerten i.H.v. 167 T€ (Vorjahr 167 T€) bezogen auf die Tochtergesellschaft in- fas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH sind mit 55 T€ (Vorjahr 55 T€) angesetzt worden. Weitere passive latente Steuern ergeben sich aus den unter- schiedlichen Wertansätzen von immateriellen Vermögenswerten in der Steuerbi- lanz und der IFRS-Buchwerte. Sie wurden i.H.v. 57 T€ (Vorjahr 90 T€) angesetzt. Zudem wurden passive latente Steuern auf den unterschiedlichen Wertansätzen der Projekterlöse i.H.v. 3.010 T€ (Vorjahr 2.161 T€) erfasst. Darüber hinaus wurden passive latente Steuern auf die Wertansätze der zu Zeitwerten bewerteten erwor- benen immateriellen Vermögenswerte von infas LT i.H.v. 58 T€ (Vorjahr 96 T€) an- gesetzt. Seite 62 Aktive und passive latente Steuern resultieren aus folgenden Posten, wobei die steuerlichen Verlustvorträge unverfallbar sind: Aktive latente Steuern 2022 Vorjahr T€ T€ Verlustvorträge 1.432 1.788 Pensionsrückstellung 482 1.202 Latente Steuern aus Einzelabschluss 45 0 Bruttowert 1.959 2.990 Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern/nicht angesetzte aktive latente Steuern -922 -886 1.037 2.104 Passive latente Steuern 2022 Vorjahr T€ T€ Firmenwerte 55 55 Immaterielle Vermögenswerte 115 187 Umbewertung vertraglicher Vermögenswert 3.010 2.161 Gesamt 3.180 2.403 Zusammengefasst zeigen sich folgende aktive und passive latente Steuern: 2022 Vorjahr T€ T€ Aktive latente Steuern Insb. aus steuerlichen Verlustvorträgen und tem- porären Differenzen bei den Pensionsverpflichtun- gen 1.037 2.104 Passive latente Steuern aus temporären Differenzen 3.180 2.403 Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge belaufen sich bei der infas Holding AG auf 483 T€ (Vorjahr 857 T€) sowie infas quo auf 26 T€ (Vorjahr 46 T€). Daneben bestehen aktive latente Steuern aus temporären Differenzen zwischen Steuer- und IFRS-Bilanz beim Ansatz der Pensionsrückstellung i.H.v. 482 T€ (Vor- jahr 1.202 T€). Passive latente Steuern resultieren i.W. aus der Bewertungsdifferenz bezüglich der Gewinnrealisierung nach der zeitraumbezogenen Methode in IFRS 15 i.H.v. 3.010 T€ (Vorjahr 2.161 T€). Des Weiteren resultieren die passiven latenten Steu- ern aus unterschiedlichen Wertansätzen von Geschäfts- oder Firmenwerten in der Seite 63 steuerlichen Ergänzungsbilanz und in der IFRS-Bilanz sowie von immateriellen Ver- mögenswerten in der Steuerbilanz und der IFRS-Bilanz. Die passiven latenten Steu- ern wurden insgesamt i.H.v. 3.180 T€ (Vorjahr 2.403 T€) angesetzt. Die folgende Darstellung erläutert die wesentlichen Unterschiede zwischen dem rechnerischen Steueraufwand aus Körperschaftsteuer zuzüglich Solidaritätszu- schlag und Gewerbesteuer für die Jahre 2022 und 2021 und dem tatsächlichen Steueraufwand laut Gesamtergebnisrechnung: 2022 Vorjahr T€ T€ Ergebnis vor Ertragsteuern 3.232 11 Konzernsteuersatz in % 32,98% 32,98% Rechnerischer Ertragsteueraufwand 1.066 4 Erhöhung/Minderung des Steueraufwands durch: Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben 32 17 Steuern Vorjahre 7 0 Hinzurechnung Gewerbesteuern 35 21 Nichtansatz von latenten Steuern aus Leasingbilanzierung 75 -2 Nichtansatz von latenten Steuern im Einzelab- schluss -45 0 Steuerfreie Erträge und Aufwendungen 54 42 Verwendung von nicht aktivierten Verlustvorträgen 50 -60 Sonstige 17 8 Steuern vom Einkommen und Ertrag 1.257 30 Steuerquote in % 38,89% 272,72% 28 Ergebnis/Dividende je Aktie Das Ergebnis je Aktie ermittelt sich wie folgt: 31.12.2022 Vorjahr Konzernjahresüberschuss (Vorjahr Konzernjahresfehlbetrag) T€ 1.975 -19 Gewogener Durchschnitt der Tausend ausgegebenen Aktien Aktien 9.000 9.000 Ergebnis je Aktie €/Aktie 0,22 0,00 Vorgeschlagene Dividende je Aktie €/Aktie 0,05 0,07 Im Geschäftsjahr 2022 wurde eine Dividende für das Vorjahr i.H.v. 450.000,00 € ausgezahlt. Aufgrund der vorgeschlagenen Dividende ergibt sich eine voraussicht- liche Auszahlung im Geschäftsjahr 2023 i.H.v. 450.000,00 €. Seite 64 Das unverwässerte Ergebnis je Aktie nach IAS 33 wird als Quotient aus dem Peri- odenergebnis und der durchschnittlichen Anzahl der während des Geschäftsjahres ausgegebenen Aktien ermittelt und beträgt für das Berichtsjahr 0,22 € (Vorjahr 0,00 €). Weder zum 31.12.2022 noch zum Vorjahresbilanzstichtag waren Optionen auf Ak- tien ausstehend, die den Gewinn pro Aktie verwässern, daher sind das unverwäs- serte und das verwässerte Ergebnis je Aktie im abgelaufenen Geschäftsjahr iden- tisch. Der gewogene Durchschnitt der ausgegebenen Aktien beträgt wie im Vorjahr 9.000.000. Seite 65 Sonstige Angaben 29 Segmentberichterstattung Die Geschäftsfelder Meinungs- und Sozialforschung (infas Institut), CATI (CATI- LAB), Marketingforschung (infas 360), Location Technologies (infas LT), Marktfor- schung (infas quo) sowie die Aufwendungen der infas Holding AG sind im Folgen- den dargestellt. infas infas Konsoli- Holding Institut CATI-LAB infas 360 infas LT infas quo dierung Konzern T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€ Konzernumsatz 2022 Außenumsatz 0 36.099 0 2.222 2.154 1.680 42.155 Konzerninterner Umsatz 25 437 1.902 469 104 32 -2.969 0 Umsatz gesamt 25 36.536 1.902 2.691 2.258 1.712 -2.969 42.155 Konzernumsatz 2021 Außenumsatz 0 35.006 0 2.137 1.999 1.751 0 40.893 Konzerninterner Umsatz 23 332 0 583 76 12 -1.026 0 Umsatz gesamt 23 35.338 0 2.720 2.075 1.763 -1.026 40.893 Abschreibungen 2022 11 1.758 190 106 189 114 0 2.368 2021 0 1.181 0 52 114 91 0 1.438 Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) inkl. At-equity-Ergebnis 2022 -1.149 4.848 52 1 135 48 -22 3.913 2021 -1.755 1.503 0 100 159 130 -4 133 Zinserträge 2022 242 10 0 1 28 1 -253 29 2021 199 16 0 0 0 0 -215 0 Zinsaufwendungen 2022 -106 -646 -87 -94 -2 -53 278 -710 2021 -113 -179 0 -83 -1 -45 299 -122 Finanzergebnis 2022 136 -636 -87 -93 26 -52 25 -681 2021 86 -163 0 -83 -1 -45 84 -122 Ergebnis vor Steuern 2022 -1.013 4.212 -35 -92 161 -4 3 3.232 2021 1.670 1.341 0 17 158 85 80 11 Ertragsteuern 2022 28 1 0 0 64 0 1.164 1.257 2021 139 0 0 0 -79 0 -90 -30 Segmentvermögen 2022 19.995 48.594 3.036 3.326 2.692 982 -19.702 58.923 2021 20.246 33.995 0 1.569 1.870 502 -18.908 39.274 Segmentschulden 2022 7.659 39.249 3.049 4.454 1.206 1.987 -11.360 46.244 2021 10.295 27.029 0 2.613 509 1.495 -10.658 31.283 Mitarbeitende (FTE Jahresdurchschnitt) 2022 1 155 47 20 19 11 0 252 2021 1 142 0 20 17 11 0 191 Seite 66 Ziel der Segmentberichterstattung ist es, Informationen über die wesentlichen Ge- schäftsbereiche des Konzerns zur Verfügung zu stellen. Die Aktivitäten des Kon- zerns werden entsprechend den Vorschriften des IFRS 8 (Operating Segments) nach Geschäftssegmenten abgegrenzt. Die Segmentierung erfolgt auf Basis der in- ternen Berichts- und Organisationsstruktur. Bei der Segmentierung nach Ge- schäftsfeldern werden die Aktivitäten in die Geschäftssegmente Markt-, Meinungs- und Sozialforschung sowie angrenzende Bereiche aufgeteilt. Das Geschäftsseg- ment Meinungs- und Sozialforschung umfasst die Aktivitäten der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH. Das Geschäftssegment CATI umfasst die Aktivitäten der 2022 neu gegründeten CATI-LAB GmbH. Das Geschäftssegment Marketingforschung umfasst die Aktivitäten der infas 360 GmbH. Die infas LT GmbH betätigt sich auf dem Gebiet der Location Technologies. infas quo GmbH arbeitet im Bereich der Marktforschung. Den Segmentinformationen liegen grund- sätzlich die gleichen Ausweis-, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Es gibt keine Änderungen der Bewertungsmethoden im Vergleich zu früheren Perioden. Das At-equity-Ergebnis i.H.v. -45 T€ (Vorjahr -25 T€) ist im Berichtsjahr dem Seg- ment infas 360 zugeordnet worden, da die Beteiligung an der BNS – Business Net- work Solutions GmbH von der infas 360 gehalten wird. Das Vorjahr wurde entspre- chend angepasst. Der Buchwert der At-equity-Beteiligung beträgt zum Bilanzstich- tag 58 T€ (Vorjahr 103 T€). Vgl. Tz 10. Im Berichtsjahr wurde die Abschreibung der immateriellen Vermögenswerte i.H.v. 109 T€, die aufgrund des Unternehmenserwerbs der infas LT aktiviert wurden, statt in der Konsolidierung dem Segment infas LT zugeordnet. Die im Vorjahr i.H.v. 109 T€ erfasste Abschreibung wurde entsprechend umgegliedert Das Segmentvermögen ist mit den latenten Steueransprüchen von 1.037 T€ (Vor- jahr 2.104 T€) und den Ertragsteuerforderungen von 1.350 T€ (Vorjahr 1.285 T€) auf die Konzernbilanzwerte überzuleiten. Die Segmentschulden sind zusammen mit den latenten Steuerschulden von 3.180 T€ (Vorjahr 2.403 T€ und dem Eigenkapital von 11.886 T€ (Vorjahr 8.978 T€) auf die Konzernbilanzwerte überzuleiten. 30 Anzahl der Mitarbeitenden Im Geschäftsjahr 2022 waren im Konzern durchschnittlich 320 (Vorjahr 218) Ange- stellte beschäftigt, davon zwei Vorstände in der infas Holding AG und eine Ge- schäftsführerin und drei Geschäftsführer in den Tochtergesellschaften. Seite 67 31 Beteiligungsverhältnisse Angaben zu Unternehmen, an denen die infas Holding AG mehr als 20 % der An- teile hält (Angaben zu Eigenkapital und Jahresergebnis): Nominal- Eigen- Jahres- Stichtag kapital Anteile kapital ergebnis Jahresabschluss T€ % T€ T€ infas Institut für angewandte Sozial- wissenschaft GmbH 250 100 312 -57 31.12.2022 CATI-LAB GmbH 25 100 25 0 31.12.2022 infas 360 GmbH 50 100 -1.718 -52 31.12.2022 infas LT GmbH 26 100 879 178 31.12.2022 infas quo GmbH 50 100 -997 -4 31.12.2022 BNS – Business Network Solutions GmbH 30 33,33 173 -135 31.12.2022 Die folgenden Gesellschaften bzw. Personen waren nach eigenen Angaben zum 31.12.2022 wie folgt am Grundkapital der infas Holding AG beteiligt: – PEN GmbH, Heidelberg > 25 % – Investmentaktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV, Bonn > 25 % – Döbert Holding GmbH & Co. KG, Obertshausen > 10 % – Effecten-Spiegel AG, Düsseldorf > 5 % 32 Beziehungen zu nahestehenden Personen Gemäß IAS 24 werden als nahestehend die Personen oder Unternehmen definiert, die vom berichtenden Unternehmen beeinflusst werden können bzw. die auf das Unternehmen Einfluss nehmen können. Im Geschäftsjahr 2022 haben sich keine hier anzugebenden Sachverhalte ergeben. Hinsichtlich der Angaben zu den Vor- stands- und Aufsichtsratsvergütungen vgl. Tz 36. 33 Finanzinstrumente In der folgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkei- ten nach Bewertungskategorien dargestellt. Der beizulegende Zeitwert der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Ver- bindlichkeiten ist mit dem Betrag angegeben, zu dem das betreffende Instrument einer gegenwärtigen Transaktion (ausgenommen erzwungene Veräußerung oder Liquidation) zwischen vertragswilligen Geschäftspartnern getauscht werden könnte. Seite 68 Bewertung nach IFRS 9 Buchwert (Fortgeführte) Beizulegender Beizulegender Beizulegender lt. Bilanz Anschaf- Zeitwert er- Zeitwert er- Zeitwert 31.12.2022 fungskosten folgswirksam folgsneutral 31.12.2022 T€ T€ T€ T€ T€ Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte 68 68 68 Fortgeführte Anschaffungskosten 68 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.430 2.430 2.430 Fortgeführte Anschaffungskosten 2.430 Sonstige finanzielle Vermögenswerte 61 61 61 Fortgeführte Anschaffungskosten 61 Zahlungsmittel und Zahlungsmittel- äquivalente 28.567 28.567 28.567 Fortgeführte Anschaffungskosten 28.567 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 336 336 336 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 336 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 6.783 6.783 6.783 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 6.783 Bewertung nach IFRS 9 Buchwert (Fortgeführte) Beizulegender Beizulegender Beizulegender lt. Bilanz Anschaf- Zeitwert er- Zeitwert er- Zeitwert 31.12.2021 fungskosten folgswirksam folgsneutral 31.12.2021 T€ T€ T€ T€ T€ Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte 115 115 115 Fortgeführte Anschaffungskosten 115 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 194 194 194 Fortgeführte Anschaffungskosten 194 Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.011 1.011 1.011 Fortgeführte Anschaffungskosten 1.011 Zahlungsmittel und Zahlungsmittel- äquivalente 30.434 30.434 30.434 Fortgeführte Anschaffungskosten 30.434 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 563 563 563 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 563 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 6.777 6.777 6.777 Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 6.777 Seite 69 Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forde- rungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buch- wert dem beizulegenden Zeitwert. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buch- wert ebenfalls dem beizulegenden Zeitwert. Die den finanziellen Vermögenswerten und Schulden zugeordneten Kategorien sind in der vorstehenden Tabelle angege- ben. 34 Finanzwirtschaftliche Risiken Finanzrisiken können die Vermögens-, Finanz- und Ertragskraft des Konzerns nachteilig beeinflussen. Das Risikomanagement im Konzern ist so ausgerichtet, dass Kredit- und Liquiditätsrisiken rechtzeitig erkannt und Maßnahmen zur Gegen- steuerung frühzeitig eingeleitet werden können. Das übergreifende Risikomanage- ment des Konzerns zielt darauf ab, potenziell negative Auswirkungen auf die Fi- nanzlage des Konzerns zu minimieren. Grundlage der Steuerung und frühzeitigen Identifizierung finanzieller Risiken sind die jährliche Planung sowie regelmäßige Analysen der unterjährigen Planabweichungen. Der Konzern ist folgenden Finanzrisiken ausgesetzt: Kreditrisiken Das Risiko umfasst das Ausfallrisiko und das Risiko der Verschlechterung der Bo- nität. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren aus dem operativen Geschäft der einzelnen Tochtergesellschaften. Das Risiko von Forderungsausfällen wird durch laufende Überwachung sowie regelmäßige Analyse von Forderungsbe- stand und Forderungsstruktur kontrolliert. Die Ausfallrisiken des Konzerns bestehen im üblichen Geschäftsrisiko und diesem wird durch die Bildung von Wertberichti- gungen Rechnung getragen. Dem Ausfallrisiko wird darüber hinaus durch weitere Sicherungsmaßnahmen, wie z.B. Kreditwürdigkeitsprüfungen, begegnet. In Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen und Vermögenswerte, die zum Bilanzstichtag weder überfällig noch wertgemindert sind, bestehen keine Anzeichen dafür, dass die Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Liquiditätsrisiken Der Konzern überwacht das Risiko eines etwaigen Liquiditätsengpasses durch pe- riodische Liquiditätsplanung. Liquiditätsrisiken bestehen darin, Zahlungsverpflichtungen nicht zeitnah erfüllen zu können, und sind in der Regel mit einer negativen Entwicklung des operativen Ge- schäfts verbunden. Ein vorsichtiges Liquiditätsmanagement beinhaltet unter ande- rem das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln. Zum Bilanzstich- tag sind die kurzfristigen Verbindlichkeiten des Konzerns i.H.v. 22.658 T€ durch die kurzfristigen Vermögenswerte i.H.v. 35.982 T€ gedeckt. Zukünftige Zahlungsab- flüsse werden durch die Zuflüsse aus dem operativen Geschäft gedeckt. Seite 70 Aufgrund der vorhandenen Bankguthaben bestehen derzeit keine nennenswerten Liquiditätsrisiken. Marktpreisrisiken Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, welche Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Er- gebnis und Eigenkapital zeigen. Der Begriff Marktrisiken umfasst dabei folgende Arten von Risiken: Zinsrisiko Der Konzern finanziert sein Geschäft i.W. mit Eigenkapital. Insoweit unterliegt der Konzern keinem wesentlichen Zinsrisiko. Die wesentlichen originären Finanzinstru- mente (flüssige Mittel, Forderungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Ver- pflichtungen) werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und füh- ren damit nicht zu einem Zinsrisiko. Der Konzern legt freie flüssige Mittel kurzfristig als Tagesgeld an und unterliegt insoweit dem Risiko sinkender Tagesgeldzinssätze. Währungsrisiken Marktpreisrisiken in Form von Währungsrisiken bestehen im Konzern nicht. Andere Preisrisiken IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung der Marktrisiken auch Angaben, wie sich hypothetische Änderungen von sonstigen Preisrisikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Da aufgrund der Geschäftsmodelle der Tochterun- ternehmen keine anderen wesentlichen Marktpreisrisiken vorliegen, wurde auf eine weitere Analyse verzichtet. Seite 71 35 Organe Die Geschäfte des Unternehmens wurden durch folgende Personen geführt: Vorstand: Dipl.-Soz. Menno Smid, Bonn, CEO, gleichzeitig Geschäftsführer in der Tochtergesellschaft infas Institut für angewandte Sozialwis- senschaft GmbH. Dr. Isabell Nehmeyer-Srocke, Köln, Finanzvorstand, gleichzeitig Geschäftsführerin in den Tochtergesellschaften CATI-LAB GmbH, infas 360 GmbH, infas LT GmbH und infas quo GmbH. Aufsichtsrat: Nach den Beschlüssen der Hauptversammlung vom 06.07.2018 und vom 29.07.2022 ist der Aufsichtsrat mit folgenden Mitgliedern bestellt worden: Dr. Oliver Krauß, Gräfelfing, Rechtsanwalt (Vorsitzender), stellver- tretender Aufsichtsratsvorsitzender der SHS VIVEON AG, Mün- chen, Vorsitzender des Aufsichtsrats der L-KONZEPT Holding AG, Leipzig. Dipl.-Kfm. Hans-Joachim Riesenbeck, Meerbusch, Unterneh- mensberater (stellv. Vorsitzender), Vorsitzender des Aufsichtsrats der Komödie Düsseldorf gGmbH. Dr. Veronika Jäckle-Mittnacht, Gränichen, Schweiz, Portfolio Ma- nagerin, stellv. Aufsichtsratsvorsitzende der Janosch Film & Medien AG, Berlin, Aufsichtsratsmitglied (bis 03.03.2023) der Securize IT Solutions AG, München, Verwaltungsratsmitglied der Irniger AG, Aargau, Schweiz, Verwaltungsratsmitglied der JackBros AG, Zug, Schweiz. 36 Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat Die Bezüge des Vorstands Herrn Menno Smid (inklusive Tochtergesellschaften) be- inhalten ein Fixum von 384 T€ (Vorjahr 354 T€). Zudem wurden 101 T€ (Vorjahr 595 T€) als variable Bezüge für 2022 zurückgestellt. Daneben wurden Herrn Smid Nebenleistungen i.H.v. 10 T€ (Vorjahr 13 T€) gewährt. Frau Dr. Isabell Nehmeyer-Srocke wurde im Geschäftsjahr ein Fixum von 204 T€ (Vorjahr 17 T€) gewährt. Zudem wurden 100 T€ (Vorjahr 0 T€) als variable Bezüge für 2022 zurückgestellt. Daneben erhielt Frau Dr. Nehmeyer-Srocke Nebenleistun- gen i.H.v. 14 T€ (Vorjahr 1 T€). Für nach IFRS bewertete Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitglie- dern des Vorstands sind 4.209 T€ zurückgestellt (vgl. Tz 14). Seite 72 Die Gesamtbezüge einschließlich Aufwandsentschädigungen für den Aufsichtsrat beliefen sich 2022 auf 109 T€ (Vorjahr 112 T€). 37 Angabe nach § 264 Abs. 3 HGB Die in den Konzernabschluss einbezogene infas Institut für angewandte Sozialwis- senschaft GmbH nutzt die Befreiungsmöglichkeit des § 264 Abs. 3 HGB bezüglich der Aufstellung eines Lageberichts und der Offenlegung ihres Jahresabschlusses. Die Tochtergesellschaften CATI-LAB GmbH, infas 360 GmbH, infas LT GmbH und infas quo GmbH nutzen die Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB bezüg- lich der Offenlegung ihrer Jahresabschlüsse. 38 Honorar des Abschlussprüfers Der Konzern hat für das Berichtsjahr ein Honorarvolumen i.H.v. insgesamt 173 T€ (Vorjahr 128 T€) für die Abschlussprüfung als Aufwand erfasst. Es handelt sich hier- bei vollständig um Kosten für die Abschlussprüfung der Unternehmensgruppe. 39 Nachtragsbericht Es gibt keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die sich ereignet haben und über die an dieser Stelle zu berichten wären. 40 Entsprechenserklärung nach § 285 Nr. 16 bzw. § 314 Abs. 1 Nr. 8 HGB i.V.m. § 161 AktG Vorstand und Aufsichtsrat haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zu den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Gover- nance Kodex“ abgegeben und i.V.m. der Erklärung zur Unternehmensführung ge- mäß § 289f HGB den Aktionärinnen und Aktionären auf der Internetseite des Kon- zerns unter www.infas-holding.de dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Seite 73 41 Versicherung der gesetzlichen Vertreter § 297 Abs. 2 S. 4 HGB Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rech- nungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnis- sen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Ge- schäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentli- chen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns be- schrieben sind. Bonn, 20. April 2023 infas Holding Aktiengesellschaft – Der Vorstand – Menno Smid Dr. Isabell Nehmeyer-Srocke Seite 74
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