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infas Holding AG

Annual Report (ESEF) May 12, 2023

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infas Holding Aktiengesellschaft Einzelabschluss für das Geschäftsjahr 2022 April 2023 Lagebericht für das Kurt-Schumacher-Str. 24 53113 Bonn Tel. +49 (0)228/33 60 72 39 Geschäftsjahr 2022 Fax +49 (0)228/31 00 71 www.infas-holding.de [email protected] Sitz der Gesellschaft: 53113 Bonn Vorstand der Gesellschaft: Dipl.-Soz. Menno Smid (CEO) Dr. Isabell Nehmeyer-Srocke (CFO) Vorsitzender des Aufsichtsrats: Dr. Oliver Krauß Amtsgericht Bonn HRB 17379 USt.-Ident.-Nr. DE 155601174 St.-Nr. 205/5725/1339 ISIN: DE0006097108 WKN: 609710 Notiert: Geregelter Markt (General Standard) in Frankfurt am Main Grundlagen des Unternehmens Geschäftsmodell des Unternehmens Die infas Holding AG als Konzernmuttergesellschaft ist ausschließlich als Manage- ment- und Finanzholding des infas Konzerns tätig und erzielt keine Umsatzerlöse mit Dritten, sondern realisiert ausschließlich Konzernumlagen. Die Aktien der infas Holding AG sind im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Gesteuert wird der Konzern durch den Vorstand der infas Holding AG. Die Gesell- schaft ist hinsichtlich ihrer zukünftigen Entwicklung von der weiteren Entwicklung ihrer operativen Tochtergesellschaften infas Institut für angewandte Sozialwissen- schaft GmbH, CATI-LAB GmbH, infas 360 GmbH, infas LT GmbH (vormals Lutum + Tappert DV-Beratung GmbH) – jeweils am Standort Bonn – sowie infas quo GmbH in Nürnberg bestimmt. Ziele und Strategien Der infas Konzern ist mit seinen Tochtergesellschaften in der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung sowie angrenzenden Bereichen tätig. Dabei ist es der Anspruch, als Dienstleistungsunternehmen valide Informationen für den Erkenntnisfortschritt, den gesellschaftlichen Diskurs und als Basis für Entscheidungen in Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zu beschaffen. Dies umfasst sowohl die Erhebung komplexer Primärdaten als auch die Beschaffung und Systematisierung allgemein zugängli- cher Sekundärdaten, die dann lösungsorientiert für die Überprüfung von relevanten Hypothesen je nach Problemstellung auch zusammengeführt werden können. Die Seinsbestimmung des Konzerns, neuerdings auch „Purpose“ genannt, ist es, einen Beitrag zu einem evidenzbasierten Diskurs, zur Lösung gesellschaftlicher Probleme sowie von Problemen der Wirtschaft zu leisten. In diesem Sinne ist der infas Kon- zern eine „evidence-making company“. Im Hinblick auf die Analyse gesellschaftlicher Probleme ist der infas Konzern durch das infas Institut schon seit Jahren mit Großprojekten zu wesentlichen Ausprägun- gen der sozialen Entwicklung Deutschlands sehr präsent. Besonders in der Bil- dungs- und Arbeitsmarktforschung, in der Familien- und Seniorenforschung, der Forschung über die Ungleichheit in der Gesellschaft, der Gesundheitsvorsorge, Kri- minalitätsforschung, Innovationsforschung und Mobilitätsforschung prägen die Er- gebnisse der vom infas Institut durchgeführten Projekte den gesellschaftlichen Dis- kurs, sofern dieser evidenzbasiert stattfindet. Die Ergebnisse gehen auch teilweise in die Gesetzgebung ein. Viele der durchgeführten Projekte ergänzen die amtliche Statistik und stellen eine Datenbasis für die wissenschaftliche Grundlagenforschung zur Verfügung. Der Kern des Geschäftsfelds besteht darin, nach neuesten metho- dischen Erfordernissen generierte, aktuelle Forschungsdaten für Wissenschaft und Politik zur Verfügung zu stellen, damit einerseits evidenzbasierte Entscheidungen getroffen werden können und andererseits ein auf Fakten basierender gesellschaft- licher Diskurs über die aktuelle und die zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft Seite 3 stattfinden kann. Dies gilt ebenfalls für die anderen Tochtergesellschaften, wenn auch hier eher fokussiert auf Unternehmen und deren Probleme sowie die Wirt- schaft insgesamt. Die Markt-, Meinungs- und Sozialforschung, also die Branche, in der die Aktivitäten der Unternehmen der infas Holding AG im weitesten Sinne anzusiedeln sind, ist schon seit Längerem einem strukturellen Änderungsprozess unterworfen. Neue Möglichkeiten der Datenerhebung mittels digitaler Technologien, aber auch die Ver- fügbarkeit umfassender prozessproduzierter Daten, die u.a. bei der Nutzung sozia- ler Medien, Smartphones oder sogenannter Wearables anfallen, bergen ein enor- mes Potenzial. So lassen sich bspw. räumliche Mobilitätsmuster und soziale Kon- texte mittels georeferenzierter Daten in bisher nicht gekanntem Ausmaß ohne Be- fragungen messen, während sich in anderen Bereichen gerade die Möglichkeiten einer zeitlich feinkörnigen Abbildung dynamischer Prozesse als besonders frucht- bar erwiesen haben. Es erscheint vor diesem Hintergrund nicht übertrieben, von einer digitalen Revolution in der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung zu spre- chen. Die Branche kann von Natur aus als digitalaffin bezeichnet werden. Den Umgang mit Daten und Software gewöhnt, schreitet die Digitalisierung stetig voran. Ein Er- gebnis davon ist, dass ca. 57 % der ca. 21 Millionen im Jahr 2021 realisierten quan- titativen Interviews der Institute, die im ADM e.V.1 organisiert sind, online erhoben wurden (Vorjahr 49 %). „Online“ heißt in der Regel: Spezialisierte Unternehmen rek- rutieren in großer Anzahl Personen2, die gegen Entgelt bereit sind, Fragebögen di- gital auszufüllen. Für die sogenannten Befragten lohnt es sich finanziell erst, wenn sie an möglichst vielen Befragungen teilnehmen. Es bilden sich somit Personen- gruppen heraus, die zu „Berufsbefragten“ werden. Dem könnte man mit Transpa- renz entgegenwirken, die aber in der Regel bei den Anbietern nicht vorhanden ist. Unabhängig davon ist festzuhalten: Online ist mittlerweile der häufigste Erhebungs- modus, telefonische Interviews sind mit 18 % vertreten und Face-to-Face-Inter- views mit 15 %. Auch bei qualitativen Interviews gewinnt die Arbeit mittels digitaler Medien an Bedeutung, denn 2021 wurden 41 % in Online-Fokusgruppen durchge- führt (Vorjahr 32 %).3 Die Online-Befragungen haben durch die COVID-19-Pande- mie deutlich zugenommen. Die Zahlen zeigen allerdings, dass diese Befragungs- form auch darüber hinaus beibehalten wird. In einigen Bereichen, insb. im Bereich der sozialwissenschaftlichen Forschung, werden aber auch altbewährte Befragun- gen in Präsenz und per Telefon zu beobachten sein, weil in einem digitalen Format komplexe Designs der Erhebung nur unvollständig umgesetzt werden und auch In- formationen verloren gehen können. Mit den preiswerten Online-Interviews4 geht ein weiterer Aspekt einher, der für die Validität der Daten von großer Bedeutung ist: Die stichprobentheoretischen Voraus- setzungen sind ungeklärt. Generell kann gesagt werden, dass sie in der Regel auf 1 Der Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V. (ADM) ist der wichtigste Wirtschaftsverband der Branche. Die in diesem Verband organisierten Institute erwirtschaften ca. 90 % des Branchenumsatzes. 2 In der Regel erfolgt die Rekrutierung über Plattformen jedweder Art, man könnte daher auch von „Plattform-Demo- skopie“ sprechen. 3 Vgl. https://www.adm-ev.de/die-branche/mafo-zahlen/. 4 Der eigentliche Grund dafür, dass sie markttechnisch attraktiv sind und sich zunehmend größerer Beliebtheit erfreuen. Seite 4 „non-probability samples“ basieren, also Stichproben ohne Zufallsauswahl. Das wirft die Frage auf, wie präzise die Ergebnisse sind, die auf dieser Basis generiert werden. Es ist zwar auch richtig, dass es telefonische und auch Face-to-Face-Er- hebungen gibt, die nicht auf Zufallsstichproben beruhen. Der große Unterschied ist aber, dass bei diesen beiden Erhebungsmethoden grundsätzlich „probability samp- les“ möglich sind und auch angewandt werden. Alle Soziologinnen und Soziologen lernen und alle Statistikerinnen und Statistiker wissen, dass Verallgemeinerungen der Ergebnisse einer Stichprobe, und somit Aussagen über die Gesamtpopulation, nur auf Basis von Zufallsstichproben, also „probability samples“, möglich sind. Die Frage ist also durchaus berechtigt, ob Er- gebnisse, die auf Basis von „non-probability samples“ entstehen, glaubhaft und prä- zise sind. Nach dem Stand der derzeitigen methodischen Diskussion gibt es dazu schlechte Nachrichten5, denn für bestimmte Fragestellungen muss angenommen werden, dass solcherart Ergebnissen nicht zu trauen ist. Es geht demnach nicht um die Art der Erhebung, also den Erhebungsmodus, sondern um die Stichprobe, die der Erhebung, egal in welcher Form, zugrunde liegt. Es kann allerdings nicht abgestritten werden, dass Zufallsstichproben aufwendig sind und auch nicht immer für jede Fragestellung in Betracht kommen oder zielfüh- rend sind. Streng genommen sind sie nur sinnvoll, wenn es um Aussagen geht, die „hochgerechnet“, also verallgemeinert, werden können. Dies ist jeweils der Fall, wenn von „den Deutschen“, „der Bevölkerung“, „den Wählerinnen und Wählern“, „den Ausländerinnen und Ausländern“ etc. die Rede ist (was besonders in der Presse ziemlich oft der Fall ist). Von dieser methodischen Warte aus betrachtet, bedient das infas Institut diesen Markt in hervorragender Weise. Andererseits ist auf neue Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden, insb. in der Marktforschung, einzugehen. Diese wollen zunehmend schnellere Einsichten in die Entwicklung ihrer Märkte erhalten, ohne gezwungen zu sein, jeweils recht kompli- zierte und zeitraubende Ansätze in Auftrag geben zu müssen, deren Ergebnisse möglicherweise gar nicht mehr aktuell sind, wenn sie dann vorliegen. Hier positio- niert sich infas quo mit dem Ansatz einer agilen Marktforschung, die Schnelligkeit und nachvollziehbare Evidenz miteinander verbindet. Schließlich gibt es ein weiteres Thema für die Marktforschung, aber auch für die Sozialforschung der Zukunft, nämlich „Big Data“. Dazu verzahnen infas 360 und infas LT verschiedene Daten- und Analysedisziplinen aus Customer-Relationship- Management (CRM) und Geomarketing. infas 360 verfolgt so eine völlig neue Art der Informationsaufbereitung und -gewinnung von Raum- und Bewegungsdaten (Geo Data), Kunden- und Unternehmensdaten (Customer Data) sowie Markt- und Befragungsdaten (Survey Data). Dabei hat sich infas 360 darauf spezialisiert, ge- 5 Jüngst: John Krosnick (Stanford University) „The Accuracy of River Sampling Surveys“, Vortrag gehalten auf der Tagung: „Neue Entwicklungen in der der Onlineforschung: Möglichkeiten und Grenzen von River Sampling“. Veranstal- tet von: GESIS, ADM und DGOF, Februar 2020. Seite 5 sellschaftliches wie ökonomisches Handeln in seiner räumlichen und zeitlichen Di- mension zu analysieren und zu visualisieren. Konzerne wie auch große mittelstän- dische Unternehmen erhalten so in Zeiten von Big Data einen 360-Grad-Rundum- blick auf ihre Märkte für gezielte strategische und operative Marketingaktivitäten.6 Für die Forschung eröffnet die Verknüpfung von Befragungs- und mikrogeografi- schen Daten und Analysen auch bei (sozial-)wissenschaftlichen Studien neue Mög- lichkeiten. In den von uns adressierten Märkten, insb. der Markt-, Meinungs- und Sozialfor- schung, wollen wir Spitzenpositionen erreichen und fokussieren uns auf attraktive und langfristig wachsende Nischenmärkte, in denen wir über den Marktdurchschnitt zu wachsen gedenken. Das Unternehmen soll für bestimmte wichtige Fragen der Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft zu einer wirklichen Alternative für die etab- lierten Anbieterinnen und Anbieter werden. Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der infas Gruppe, auf Basis einer exzellenten Dienstleistung und höchster Qualitätsmaßstäbe in einer immer unübersichtlicheren Welt der präferierte Partner für die Markt-, Meinungs- und Sozialforschung zu sein, die sich um gesicherte, evidenzbasierte Aussagen bemüht. Dieses Ziel verfolgt der infas Konzern mit hoher Kompetenz und Akribie. Steuerungssystem Als wichtigste betriebswirtschaftliche Steuerungsgrößen verwendet die Gesell- schaft das Jahresergebnis. Die infas Holding AG ist eine reine Holding, ohne eige- nes operatives Geschäft. Aufgrund der Bedeutung der in den Konzern einbezoge- nen Gesellschaften für die Entwicklung der infas Holding AG enthält der Lagebericht teilweise Hinweise zu Konzernsachverhalten. Der Konzern bilanziert nach IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind. Als wichtigste betriebswirtschaftliche Steuerungsgrößen verwendet der Konzern den Umsatz sowie das operative Ergebnis. Das operative Ergebnis ist das Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie hieraus abgeleitet die Umsatzrendite bzw. EBIT-Marge (EBIT im Verhältnis zu den Umsatz- erlösen). Diese zentralen Kenngrößen werden regelmäßig und vollumfänglich von allen Tochtergesellschaften und der Holding erstellt und mit Planzahlen abgeglichen. Bei allen Gesellschaften erfolgt die Aufstellung monatlich. Durch die Optimierung der internen Steuerungssysteme kann ab einem bestimmten Punkt eine zuverlässige Schätzung hinsichtlich des Ergebnisses eines Projekts gemäß IFRS 15 vorgenom- men werden. Auf dieser Grundlage werden die Umsatzerlöse der laufenden Pro- jekte, sofern die Voraussetzungen hierfür vorliegen, nach der zeitraumbezogenen Methode nach IFRS 15 erfasst. 6 Mit der Gesellschaft „infas LT“ werden zunehmend auch Softwarelösungen für solcherart Aktivitäten entwickelt. Seite 6 Darüber hinaus wird in allen Tochtergesellschaften die Performanz der Akquisitio- nen anhand von Kennzahlen wie Angebotsvolumen und Auftragsbestand für das aktuelle Geschäftsjahr regelmäßig in Relation zum geplanten Jahresumsatz ver- folgt, dargestellt und bewertet. Dies gilt ebenso für die Entwicklung der Liquidität der Gesellschaften. Forschung und Entwicklung Der infas Konzern erbringt wissensintensive Dienstleistungen im Bereich der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung sowie angrenzenden Bereichen und gehört somit nicht zur forschungsintensiven Industrie. Vielmehr haben wir den Vorteil, dass viele Kundinnen und Kunden Aufträge an die Markt-, Meinungs- und Sozialfor- schung vergeben, weil sie selbst nach Innovationen suchen, für die sie eine solide Datenbasis benötigen. Somit fordert fast jedes Projekt der infas Gesellschaften die Kreativität und Innovationsfähigkeit der meist wissenschaftlich geprägten Mitarbei- terinnen und Mitarbeiter heraus, was grundsätzlich zu einem hohen Innovationsgrad im Konzern führt. Darüber hinaus engagiert sich der Konzern in verschiedenen internen Projekten, um methodisch und thematisch ein Vorreiter in der Branche zu sein. Systematisch werden Wettbewerbsanalysen betrieben, technische Tools für die verschiedenen Prozessschritte sowie für die Messung im Rahmen von Befragungen gesucht und erprobt und Potenziale von Kundengruppen beurteilt, um den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden gerecht zu werden bzw. Angebote optimal auf sie zuschnei- den zu können. Die Tochtergesellschaften der infas Holding AG engagieren sich hierzu in einer Vielzahl von Projekten. Seite 7 Wirtschaftsbericht Gesamt- und branchenwirtschaftliche Rahmenbedingungen Der Beginn 2022 war durch die Hoffnung geprägt, dass die COVID-19-Pandemie endgültig überwunden sei und damit eine Rückkehr zur Normalität und stetigem Wachstum möglich wäre. Diese Hoffnung wurde dadurch getrübt, dass Russland am 24.02.2022 einen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hat, der erneut Schatten über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands warf, was – so war es schnell für weite Teile der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung deutlich – auch Auswirkungen auf die Branche und den infas Konzern haben würde. Der infas Konzern unterhielt weder zu Russland noch zur Ukraine Geschäftsbeziehun- gen, so dass es keine unmittelbaren Auswirkungen auf den infas Konzern gab und vor allem das Einsetzen von Sanktionen gegen Russland weder operative noch un- mittelbare wirtschaftliche Folgen hatte. Die gesamtwirtschaftlichen Folgen hatten 2022 allerdings mittelbare Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung des infas Konzerns. Durch die COVID-19-Pandemie waren Lieferketten bereits beeinträchtigt, was zu Lieferengpässen in bestimmten Bereichen geführt hat. Die geopolitischen Spannun- gen haben dies weiter verstärkt, weil sie zu einem rasanten Anstieg der Energie- preise führten. Dazu kam, dass 2022 ein sehr trocknes Jahr war, was die Lebens- mittelproduktion beeinträchtigte und dadurch auch in diesem Bereich die Preise an- steigen ließ. In Summe zeigte sich in Deutschland erstmals seit vielen Jahren wie- der eine deutliche Inflation, die 2022 im Jahresdurchschnitt 6,9 % betrug. 2023 wird mit einer Inflation i.H.v. 6,2 % auf noch ähnlichem Niveau gerechnet, erst 2024 wird eine Reduktion auf 2,2 % erwartet. Das führte zu einem Ende der Negativzinsen und einer deutlich strafferen Geldpolitik mit steigenden Zinsen. Im Ergebnis schwächten diese Vorkommnisse die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland deutlich. Das ifo Institut konstatierte für 2022 ein Bruttoinlandsprodukt i.H.v. 1,8 %, was wohl nur so positiv war, weil der Staat eine Reihe von Hilfsmaßnahmen initi- ierte. 2023 wirken diese dann nicht mehr nach, so dass aktuell damit gerechnet wird, dass die Wirtschaft um 0,1 % schrumpft. Erst 2024 wird mit einer Erholung gerechnet, die sich voraussichtlich in einem Bruttoinlandsprodukt i.H.v. 1,7 % zei- gen wird. Diese schwache Aussicht wird sich auch auf marktbestimmte Dienstleis- tungen auswirken, was die Branche der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung be- trifft.7 Hinsichtlich der Umsatzentwicklung aller Marktforschungsinstitute in Deutschland wurde für 2022 eine Stagnation festgestellt. Zwar wuchs der Umsatz nominell um ca. 4 % auf ca. 1,7 Mrd. €, real dürfte dies allerdings eine stagnierende Entwicklung bedeuten.8 Entsprechend den gesamtwirtschaftlichen Prognosen wird sich diese 7 Vgl. ifo Konjunkturprognose Frühjahr 2023 vom 15.03.2023, https://www.ifo.de/fakten/2023-03-15/ifo-konjunkturprog- nose-fruehjahr-2023-deutsche-wirtschaft-stagniert. 8 Vgl. marktforschung.de, Die umsatzstärksten Marktforschungsinstitute in Deutschland 2022, 20.02.2023, https://www.marktforschung.de/marktforschung/a/die-umsatzstaerksten-marktforschungsinstitute-in-deutschland- 2022/. Seite 8 Entwicklung in der näheren Zukunft kaum entspannen, was sich auch in der halb- jährlichen Mitgliederbefragung des Arbeitskreises Deutscher Markt- und Sozialfor- schungsinstitute e.V. (ADM) widerspiegelt. Nur noch 31 % der ADM-Institute schät- zen die zukünftige Auftragslage im nächsten halben Jahr besser ein als zuvor. Das ist enttäuschend, weil das in den letzten 10 Jahren der zweitschlechteste Wert ist. Nur im Dezember 2020, d.h. in der Hochphase der Pandemie, war die Zukunftsein- schätzung mit nur 25 % der Institute, die noch positiv ins nächste halbe Jahr blick- ten, schlechter als im Dezember 2022. D.h. die Branche befindet sich weiterhin in einer schwierigen Lage. Am infas Konzern gehen diese gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen ebenfalls nicht spurlos vorüber. Dennoch zeigt das Jahr 2022 wieder einmal, dass der infas Konzern mit seinen verschiedenen Tätigkeitsfeldern (Sozialforschung, agile sowie datengetriebene Marktforschung und Geomarketing) divers aufgestellt ist und damit über eine hohe Resilienz verfügt. Geschäftsverlauf Die zuvor beschriebenen Entwicklungen wirkten sich 2022 vielfältig aus. Insgesamt konnte der Umsatz des Konzerns nach IFRS um 3,1 % auf 42.155 T€ gesteigert werden. Das EBIT betrug 3.913 T€, was eine Umsatzrentabilität i.H.v. 9,3 % ergibt. Dieses Ergebnis wurde konzernweit im Jahresdurchschnitt 2022 mit 320 Beschäf- tigten9 erreicht (Vorjahr 218 Beschäftigte). Der Beitrag der einzelnen Segmente zum Konzernergebnis stellt sich wie folgt dar: Geschäftsentwicklung infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft Das infas Institut erwirtschaftete einen Umsatz i.H.v. 36.536 T€, was einem Wachs- tum ggü. dem Vorjahr von 3,4 % entspricht. Das EBIT lag bei 4.848 T€ (Vorjahr 1.503 T€), so dass eine Umsatzrendite i.H.v. 13,3 % erzielt wurde, was wiederum ein hervorragender Wert ist, der in der Branche seinesgleichen sucht. Das im Ver- gleich zum Vorjahr moderate Wachstum spiegelt Konsolidierungsprozesse und - effekte wider, die nach dem Zugewinn des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) folgerichtig zu vollziehen waren, um vor dem Hintergrund einer sich eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung die dauerhafte Lieferfähigkeit des Instituts zu gewährleisten. Zum anderen wirkten sich personelle Engpässe und die Neuorgani- sation der telefonischen Befragung durch die CATI-LAB GmbH aus. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit mit der Deutsche Rentenversicherung Bund, der Anfang des Jahres beigelegt werden konnte, wurde daraufhin die Durchführung der telefo- 9 Die Anzahl der Beschäftigten ist an dieser Stelle mit der Anzahl der im Unternehmen tätigen Personen gleichzusetzen, unabhängig vom Umfang ihrer Tätigkeit. Die Umrechnung auf Vollzeitäquivalente (FTE) wird in der Segmentberichter- stattung im Konzernanhang ausgewiesen. Seite 9 nischen Befragungen neu organisiert. Hintergrund war der Status der Telefoninter- viewerinnen und -interviewer, die in der Vergangenheit für den Konzern freiberuflich tätig waren und ab 2022 als Angestellte geführt werden. Diese Befragungsart spielt – wie insgesamt in der Branche10 – eine bedeutende Rolle und hatte dementspre- chend weitreichende Auswirkungen auf die internen Abläufe des Instituts. Dessen ungeachtet ist das infas Institut nach wie vor äußerst erfolgreich bei der Akquise: Das offene Auftragsvolumen erhöhte sich weiter um 1,7 % auf 105 Mio. €. Im infas Institut ist der Bereich Sozialforschung der größte Umsatzträger. Dies gilt auch im Hinblick auf das Ergebnis des Instituts. Ungefähr 90 % des Institutsumsat- zes sind mit Projekten der Sozialforschung realisiert worden. 2022 wurden, wie im Jahr zuvor, vor allem Großprojekte aus der Bildungs- und Arbeitsmarktforschung, der Familien- und Seniorenforschung sowie der Innovationsforschung bearbeitet. Insgesamt lassen sich die folgenden Fachbereiche in der Sozialforschung differen- zieren: – Bildung und interkulturelle Kompetenzen, – Wirtschaft, Arbeit und Innovation, – Ungleichheit und Partizipation, – Familien, Haushalte und Ressourcen, – Gesundheit und Versorgung, – Sozio-oekonomisches Panel (SOEP). Der Bereich Regional- und Verkehrsforschung beschäftigt sich hingegen vor- nehmlich mit hoch spezialisierten Fragestellungen der Mobilitäts- und regionalen Entwicklung. Gerade das in die Diskussion geratene Mobilitätsverhalten der Bevöl- kerung sowie die Konsequenzen aus den epochalen Umbrüchen der Automobilin- dustrie stehen im Zentrum der Arbeiten in diesem Bereich. Das beinhaltet natürlich auch Projekte zur sogenannten Verkehrswende. Darüber hinaus beginnt dieser For- schungsbereich auch das Themenfeld Umwelt und Verbraucher zu erschließen und setzt hier einen ersten Fokus auf Forschungsfragen rund um die sogenannte Ener- giewende. Dieser Bereich erwirtschaftete einen Anteil von ungefähr 10 % am Um- satz des Instituts. Geschäftsentwicklung CATI-LAB Die CATI-LAB GmbH wurde im Geschäftsjahr neu gegründet, um weiterhin den be- deutenden Bereich der telefonischen Befragung als Dienstleistung anzubieten. In den ersten 6 Monaten ihrer Betätigung erwirtschaftete die CATI-LAB einen Umsatz i.H.v. 1.902 T€ mit einem leicht positiven EBIT von 52 T€. 10 Lt. ADM wurden i2021 39 % der qualitativen Interviews und 18 % der quantitativen Interviews telefonisch durchgeführt (Vorjahr 28 % bzw. 22 %). Vgl. https://www.adm-ev.de/die-branche/mafo-zahlen/. Seite 10 Geschäftsentwicklung infas 360 Die infas 360 erwirtschaftete einen Umsatz i.H.v. 2.691 T€, was geringfügig unter dem Umsatz des Vorjahres lag. Das EBIT lag bei 1 T€ (Vorjahr 100 T€). Die Seitwärtsbewegung spiegelt die schwierige Marktlage in der Wirtschaft und die angespannte Personalsituation am Arbeitsmarkt wider. Das dennoch respektable Ergebnis bestätigt die Strategie, sich im Leistungsportfolio und Consulting (Vertrieb) auf die beiden Zielgruppen – Wirtschaft und Wissenschaft – auszurichten, was vor allem während der Coronakrise vorangetrieben wurde. Seit ihrer Gründung 2014 zeigt die Gesellschaft eine CAGR (Compound Annual Growth Rate: jährliche Wachstumsrate) i.H.v. 30,3 %, was ein großer Erfolg ist. Das tägliche Geschäft sowie das Umsatzvolumen 2022 zeigen aber auch, dass qualita- tiv hochwertige Produkte und Dienstleistungen mit Daten weiterhin erklärungsbe- dürftig sind (Consultative Selling). Die Corona-Datenplattformen und die Bereitstellung von Gebäudedaten für energe- tische Fragestellungen, wie bspw. der Sanierungsstand von Immobilien in Deutsch- land, die feinräumige Einkommensverteilung in Deutschland oder die Auswertung von Internet- und Registerdaten, sind Anwendungsbeispiele dafür, wie Wissen- schaft und Unternehmen in die Lage versetzt werden, auf fundierten Planungen evidenzbasierte Entscheidungen treffen zu können. Bei Bedarf werden diese in in- dividuellen Dashboards für die tägliche Nutzung aufbereitet und bereitgestellt. Ob- wohl eine solide und individuell aufbereitete Datengrundlage wichtig für alle Institu- tionen und Unternehmen in unsicheren Zeiten ist, zeigen wirtschaftliche Einbrüche auch immer wieder Auftragsstagnation, was als „Sparen am falschen Ende“ be- zeichnet werden kann, da die datengetriebene Entscheidungsfindung eine nachge- wiesene Wertschöpfungssteigerung für alle Organisationen darstellt. Geschäftsentwicklung infas LT infas LT erwirtschaftete einen Umsatz i.H.v. 2.258 T€, was einem Wachstum ggü. dem Vorjahr von 8,8 % entspricht. Das EBIT lag bei 135 T€ (Vorjahr 159 T€), so dass eine Umsatzrendite i.H.v. 6,0 % erzielt wurde. Dieses erfreuliche Ergebnis re- flektiert vor allem zwei Entwicklungen: Zum einen gewinnt die Gebiets- und Standortplanung für Vertrieb, Marketing, Controlling und Statistik wieder an Bedeu- tung, weil nach der COVID-19-Pandiemie der Besuch vor Ort bei den Kunden wie- der wichtig ist. Zum anderen zeigen sich erste Erfolge in der Produkt- und Preis- strategie, den Kundenwert zu steigern. Dies wird vor allem durch das Zusammen- legen konzerninterner Kernkompetenzen, vor allem aus Daten und Analysen bei der infas 360 sowie modernen Mapping-Komponenten und Visualisierungstools bei der infas LT, erreicht. Dieses hohe Synergiepotenzial eröffnet wachsende Up- und Cross-Selling-Erfolge. Seite 11 Geschäftsentwicklung infas quo infas quo erwirtschaftete einen Umsatz i.H.v. 1.712 T€, was 2,9 % unter dem Um- satz des Vorjahres lag. Das EBIT lag bei 48 T€ (Vorjahr 130 T€), so dass eine Um- satzrendite i.H.v. 2,8 % erzielt wurde. Nach dem sehr erfolgreichen Jahr 2022 ist dies ein Dämpfer, der allein auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zurückzufüh- ren ist, die vor allem marktbestimmte Dienstleistungen beeinträchtigt. Seit ihrer Gründung 2017 zeigt die Gesellschaft eine jährliche Wachstumsrate (CAGR) i.H.v. 44,0 %, was ein großer Erfolg ist. Es zeigt, dass sich die Gesellschaft im umkämpften Sektor der Marktforschung mit ihrem agilen Ansatz unter Nutzung ihres Online-Panels quo PEOPLE etabliert hat. Schwankungen dieser Art müssen branchenbedingt hingenommen werden. Zusammenfassung Vor dem geschilderten Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Lage zeigt sich, dass der infas Konzern eine hervorragende Diversifikation hat, die insgesamt schwierigen Rahmenbedingungen sehr gut trotzen kann. Das hat sich bereits wäh- rend der Coronakrise gezeigt und in der aktuellen Situation, die durch Krieg, Klima- wandel, Lieferengpässe, Inflation, steigende Zinsen und eine drohende Rezession gekennzeichnet ist, einmal mehr bestätigt. Seite 12 Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Ertragslage Die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erfolgt nachstehend auf Ebene des Einzelabschlusses der infas Holding Aktiengesellschaft. Umsatzerlöse Als Umsatzerlöse werden weiterberechnete Konzernumlagen an die Tochtergesell- schaften ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2022 beliefen sich die Umlagen auf 24 T€ (Vorjahr 23 T€). Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen im Geschäftsjahr 2022 11 T€ (Vorjahr 48 T€). Es handelt sich i.W. um Erträge aus Rückstellungen und der Verrechnung von Sachbezügen. Personalaufwand Der Personalaufwand hat sich von 1.421 T€ im Vorjahr auf 693 T€ im Geschäftsjahr 2022 verringert, was i.W. auf geringere Rückstellungen für variable Bezüge des Vorstands zurückzuführen ist. Abschreibungen Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen liegen im Geschäftsjahr 2022 wie im letzten Jahr unter 1 T€. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 774 T€ im Vorjahr auf 587 T€ im Geschäftsjahr 2022 gesunken. Dies resultiert i.W. aus geringeren Rechts- und Beratungskosten i.H.v. 82 T€ (Vorjahr 280 T€). Gegenläufig wirkten sich verschie- dene Preiserhöhungen aus, z.B. bei den Abschlussprüfungskosten, Versicherun- gen, Raumkosten sowie den Kosten für die Hauptversammlung. Beteiligungserträge und Finanzergebnis Die Erträge aus dem Gewinnabführungsvertrag für das Geschäftsjahr 2022 belau- fen sich auf 1.886 T€ (Vorjahr: 0 T€). Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge betragen im Geschäftsjahr 2022 insgesamt 242 T€ (Vorjahr 199 T€) und resultieren Seite 13 hauptsächlich aus den gegenüber den Tochtergesellschaften bestehenden Forde- rungen sowie ausgereichten Darlehen, die zum Bilanzstichtag mit insgesamt 11.368 T€ (Vorjahr 10.628 T€) valutieren. Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen betragen 101 T€ und liegen leicht unter dem Wert des Vorjahres von 113 T€. Sie bestehen vollständig aus dem Zinsanteil der jährlichen Zuführung zu den Pensionsrückstellungen. Es ergibt sich ein EBIT nach HGB i.H.v. 641 T€ (Vorjahr -2.528 T€). Nach Berück- sichtigung des Finanzergebnisses i.H.v. 141 T€ (Vorjahr 85 T€) und dem Steuer- aufwand vom Einkommen und vom Ertrag i.H.v. 28 T€ (Vorjahr Erstattung der Steu- ern vom Einkommen und vom Ertrag i.H.v. 139 T€) verbleibt ein Jahresfehlbetrag i.H.v. 753 T€ (Vorjahr Jahresüberschuss i.H.v. 2.304 T€). Vermögens- und Finanzlage Die Bilanzsumme ist mit 21.076 T€ nahezu unverändert geblieben (Vorjahr 21.376 T€). Damit ist auch die Eigenkapitalquote mit 57,7 % auf gleichem Niveau (Vorjahr 55,4 %). Das Anlagevermögen beträgt zum 31.12.2022 12.660 T€ und ist gegenüber dem Vorjahreswert von 11.418 T€ um 1.242 T€ angestiegen. Der Anstieg resultiert i.W. aus der Erhöhung der Ausleihungen an verbundene Unternehmen i.H.v. 1.217 T€. Die weitere Erhöhung des Anlagevermögens i.H.v. 25 T€ resultiert aus dem Kapital der neu gegründeten Tochtergesellschaft CATI-LAB GmbH. Das Umlaufvermögen ist im Vergleich zum Vorjahr von 9.945 T€ auf 8.409 T€ ge- sunken, insb. durch die Veränderung der Forderungen gegen verbundenen Unter- nehmen, die sich stichtagsbezogen von 7.345 T€ auf 6.868 T€ zum 31.12.2022 leicht reduziert haben. Auch die Bankbestände (liquide Mittel) wurden von 1.471 T€ auf 332 T€ reduziert. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beträgt zum 31.12.2022 3 T€ (Vorjahr 2 T€). Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag Pensionsverpflichtungen i.H.v. 5.601 T€ bi- lanziert, die mit 194 T€ über dem Vorjahreswert i.H.v. 5.407 T€ liegen. Aufgrund der noch bestehenden Verlustvorträge sind 2022 keine Steuerrückstellun- gen zu bilden. Die sonstigen Rückstellungen sind von 724 T€ im Vorjahr auf 312 T€ gesunken. Die Reduzierung resultiert aus der Verringerung der Personalkostenrückstellungen i.H.v. 500 T€. Außerdem mussten Rückstellungen für ausstehende Rechnungen i.H.v. 49 T€ gebucht werden. Die Rückstellungen für die Abschlusserstellung und Prüfung wurde um 38 T€ erhöht. Seite 14 Wie auch im Vorjahr bestanden zum Bilanzstichtag keine Bankverbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten haben sich insgesamt von 3.394 T€ im Vorjahr auf 3.008 T€ zum 31.12.2022 verringert. Der Rückgang resultiert i.W. aus der Verringerung von Umsatzsteuerverbindlichkeiten um 176 T€ und der Verringerung von Verbindlich- keiten aus Lieferungen und Leistungen um 134 T€. Die Fähigkeit des Unternehmens, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, war zu jedem Zeitpunkt gegeben. Das Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Ver- bindlichkeiten innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen. Bedeutsame finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Die im Vorjahr abgegebenen Prognosen werden in den folgenden Ausführungen einem Soll-Ist-Vergleich unterzogen, um beurteilen zu können, inwieweit die im Vor- jahr berichteten Prognosen mit der tatsächlichen Entwicklung im Jahr 2022 über- einstimmen. Finanzielle Leistungsindikatoren Als die Prognose für das Geschäftsjahr 2022 formuliert wurde, war völlig offen, wel- che Konsequenzen sich aus dem Krieg in der Ukraine für die Weltwirtschaft und – was für den infas Konzern von besonderer Bedeutung ist – die deutsche Wirtschaft ergeben würden. In Anbetracht der Entwicklungen Anfang 2022 erschien die Ein- schätzung, dass 2022 für den Konzern mit einem Umsatz zwischen 41 und 47 Mio. € zu rechnen sein wird, realistisch. Auch die Einschätzung, dass mit einem EBIT leicht oberhalb der vor Beginn der Pandemie im Jahr 2019 erreichten 2.947 T€ zu rechnen wäre, erschien sachlogisch und reflektierte die geplanten in- ternen Veränderungen wie den Umzug des Instituts in ein neues Gebäude und die Gründung der CATI-LAB GmbH sowie externe Unsicherheiten wie vor allem die erkennbar steigende Inflation, die ein Überblicken der Kostensituation erschwerte. Rückblickend kann festgestellt werden, dass die Prognosen für 2022 solide waren und der infas Konzern ein den externen Bedingungen entsprechend gutes Jahr hatte. Der Bedarf an wissenschaftlich fundierten, qualitativ hochwertigen Daten und Analysen war bei den Kunden aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft trotz der schwierigen geopolitischen Lage vorhanden. So konnte der Umsatz um 3,1 % auf 42.155 T€ gesteigert werden und lag damit gut innerhalb der prognostizierten Um- satzrange. Das EBIT i.H.v. 3.913 T€ ist ein sehr erfreuliches Ergebnis, dass deutlich oberhalb des EBIT vor Beginn der Pandemie im Jahr 2019 lag. Es zeigt, dass sich die infas Gruppe sowohl in ihren externen als auch internen Projekten effizient auf- gestellt hat. Seite 15 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Als nichtfinanzielle Leistungsindikatoren stehen Kundenbelange sowie die Berück- sichtigung der Arbeitnehmerbelange im Vordergrund. Im Hinblick auf die Kundenbelange wird regelmäßig eine Beauftragungsquote er- mittelt und im Rahmen des monatlichen Berichtswesens betrachtet. Da der Großteil der Aufträge des infas Konzerns durch die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibun- gen kommt und eine Wiederbeauftragung insofern nicht allein aufgrund von Kun- denzufriedenheit möglich ist, hat sich die Beauftragungsquote als bester Indikator für Kundenbelange erwiesen. Sie zeigt an, an wie vielen Ausschreibungen teilge- nommen wurde und wie groß der Anteil der beauftragten Projekte ist. Bei Nichtbe- auftragung durch uns bekannte Kunden analysiert die Geschäftsführung mögliche Schwächen in der Kundenbindung oder der Angebotsabgabe kritisch, um die Leis- tungen stetig zu verbessern. Die Beauftragungsquote des infas Instituts lag 2022 bei durchschnittlich 50,9 % (Vorjahr 45,8 %). Hinsichtlich der Belage der Mitarbeitenden werden als Indikatoren für die Zufrieden- heit der Belegschaft halbjährlich die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit und Fluktuation in den Tochtergesellschaften betrachtet. Zum Stichtag betrug die durch- schnittliche Betriebszugehörigkeit in allen Tochtergesellschaften 26 Jahre (Vorjahr 25,8 Jahre). Die Fluktuation betrug 19,8 % (Vorjahr 10 %). Gesamtaussage Die Branche der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung befindet sich in Deutsch- land seit mehr als 10 Jahren in einem Seitwärtstrend, der zuletzt durch die Pande- mie und die wirtschaftliche Verschlechterung im letzten Jahr sogar zu einem Ab- schwung führte11 und somit wenig Potenzial zeigt. Trotz dieser wenig dynamischen Entwicklung und andauernden Unsicherheiten ha- ben sich alle Gesellschaften des infas Konzerns gut behauptet. Der Vorstand sieht das Unternehmen dank seines umfassenden Angebots entlang der Wertschöp- fungskette in der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung weiterhin sehr gut positio- niert und rechnet vor diesem Hintergrund langfristig mit einer positiven Entwicklung der Ertragslage. 11 Vgl. Gesamtentwicklung der ADM-Institute gem. Umsatz, https://www.adm-ev.de/die-branche/mafo-zahlen/. Seite 16 Risiko- und Prognoseberichterstattung (Darstellung und Erläuterung der voraussichtlichen Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken) Risikomanagementsystem und Internes Kontrollsystem Der infas Konzern verfügt über ein wirksames und angemessenes Risikomanage- mentsystem (RMS), das es dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der infas Holding AG sowie den Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften ermöglicht, Risiken rechtzeitig zu erkennen, so dass negative Entwicklungen durch geeignete Gegen- steuerungsmaßnahmen abgewendet werden können. Hierzu bedient sich das RMS eines strukturierten Prozesses aus Identifikation, Monitoring, Kommunikation und Steuerung, womit alle wesentlichen externen und internen Einflussfaktoren berück- sichtigt werden, die nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung des Konzerns haben könnten. Dabei werden strategische und operative Risiken unter- schieden. Strategische Risiken sind komplexe Risiken mit hoher gegenseitiger Ab- hängigkeit, i.W. durch externe Faktoren beeinflusst und schwer zu quantifizieren. Hierunter fallen gesamtwirtschaftliche (Markt-)Risiken sowie Absatzrisiken, Liquidi- tätsrisiken, Wettbewerbs- und Innovationsrisiken und Risiken aus Gesetzesände- rungen und der Rechtsprechung sowie politische Risiken. Operative Risiken sind strukturiert aus der Organisation ableitbar. Ihr Management erfolgt primär durch das Interne Kontrollsystem (IKS), das als Subsystem des RMS gesehen wird. Hierunter fallen Risiken der Rechnungslegung, Prozess(ablauf)risiken, Steuerrisiken, Aus- fall-/Kreditrisiken, Projektrisiken einschließlich Risiken der technologischen Infra- struktur sowie Personalrisiken. Kernbestandteil des RMS ist der strukturierte Prozess aus strategischer und opera- tiver Risikoidentifikation, Monitoring durch regelmäßige Routinen, Kommunikation an die geeigneten Adressaten im infas Konzern und Steuerung durch das Ergreifen geeigneter Maßnahmen zur Abwendung negativer Entwicklungen. Hierdurch wird eine Frühwarnung in Bezug auf die Risiken ermöglicht. Das bestehende Risikomanagementsystem wird kontinuierlich überprüft und ggfs. weiterentwickelt. Risikomanagementsystem und Internes Kontrollsystem im Hin- blick auf den Konzernrechnungslegungsprozess Das Interne Kontrollsystem (IKS) umfasst alle Maßnahmen und Prozesse zur Ge- währleistung der einheitlichen, zutreffenden und zeitnahen Erfassung aller Ge- schäftsvorfälle in Buchhaltung und Abschlüssen. Innerhalb dessen werden Gesetzes- und Standardänderungen sowie sonstige Ver- lautbarungen auf deren Auswirkung auf Rechnungslegung und Abschlüsse unter- sucht. Die Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften und Standards soll mithilfe von Seite 17 klaren Aufgabendefinitionen und der durchgängigen Umsetzung des Vier-Augen- Prinzips in den rechnungslegungsrelevanten Prozessen gewährleistet werden. Dar- über hinaus erfüllen qualifizierte Mitarbeitende mit entsprechenden Kompetenzen prozessintegrierte Überwachungs- und Kontrollfunktionen. Abweichungen und Probleme werden zeitnah an die zuständige Unternehmensleitung kommuniziert. Die Buchführungsdaten werden unter Einsatz der DATEV-Software verarbeitet und ausgewertet. Die Ordnungsmäßigkeit des DATEV-Buchführungsprogramms wurde durch eine produktunabhängige Systemprüfung bestätigt. Der konzerneinheitliche Kontenplan, welcher der Buchhaltung zugrunde liegt, entspricht den betrieblichen Anforderungen und bildet die Geschäftsvorfälle entsprechend den gesetzlichen Vorschriften ab. Das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess umfasst i.W. eine Funktionstrennung sowie Zu- griffsbeschränkungen hinsichtlich des intern ausgeführten Zahlungssystems. Die externen Dienstleistungsgesellschaften sind im Rahmen ihrer Tätigkeit ebenfalls dazu aufgefordert, die Buchführung auf gesetzliche Vorschriften und Anforderungen zu prüfen. Im Rahmen der Konzernabschlusserstellung werden die konzerneinheitlichen Ab- schlüsse der infas Holding AG und deren Tochtergesellschaften in die bestehende Konzernbuchhaltung überführt und dort mittels der Software CaseWare der Audicon GmbH konsolidiert. Das Controlling und das Management der infas Holding AG überprüft in einem fortlaufenden Prozess die durch die externe Dienstleistungsge- sellschaft durchgeführten Konsolidierungsmaßnahmen. Auch die Risiken von Fehlern im Steuererklärungsprozess sind durch ein IKS in Bezug auf Tax Compliance minimiert. In enger Abstimmung mit der Steuerbera- tungsgesellschaft überprüft das Management regelmäßig mögliche Auswirkungen von steuerrechtlichen Änderungen. Die Überleitung der Daten aus dem Rechnungs- wesen für die Zwecke der Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuer ist durch interne Kontrollen abgesichert. Das IKS ist so aufgebaut, dass es sowohl die Risiken operative Fehler in der Kon- zernrechnungslegung minimiert als auch die korrekte Lieferung geeigneter Daten für eine strategische unterjährige Steuerung der Beteiligungen gewährleistet. Damit wird eine geeignete Grundlage für die Beteiligungssteuerung geschaffen. Die aus dem Rechnungswesen abgeleiteten monatlichen Managementberichte sind somit das Frühwarnsystem für das Risikomonitoring im Konzern. Angaben zu wesentlichen Risiken und Chancen Das Risikobild wird von einer Vielzahl von Geschehnissen und Ereignissen beein- flusst und geprägt, die in der Regel im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld des Konzerns stattfinden. Im Folgenden sollen die Wesentlichen dargestellt werden: Seite 18 Gesamtwirtschaftliche (Markt-)Risiken sowie Absatzrisiken Negative gesamtwirtschaftliche Entwicklungen verursachen häufig Budgetreduzie- rungen, insb. in marktbestimmten Dienstleistungen. Dies ist vor allem bei Marktfor- schungsbudgets privatwirtschaftlicher Unternehmen zu erwarten und lässt sich in Teilen auch in der Vergangenheit in der Geschäftsentwicklung der infas Gesell- schaften beobachten. Der Großteil der Kundinnen und Kunden der infas Gruppe besteht aus öffentlichen Auftraggeberinnen und Auftraggebern wie wissenschaftliche Einrichtungen und Verwaltungen. Diese unterliegen nur bedingt den Konjunkturzyklen im Allgemeinen und den Entwicklungen der Marktforschungsbranche im Besonderen. Davon profi- tieren insb. das infas Institut und die CATI-LAB, in Teilen aber auch infas 360. Zwar sind die Budgets der wissenschaftlichen Einrichtungen und Ministerien nicht unab- hängig von der wirtschaftlichen Entwicklung, die Planung basiert allerdings auf län- gerfristigen Perspektiven, die nach bisherigen Erfahrungen wegen eines Konjunk- tureinbruchs nicht sofort aufgegeben werden. Es können sogar Ereignisse auftre- ten, die staatliches Handeln unabhängig von einer rezessiven Entwicklung notwen- dig machen, was dann auch finanziert wird. Insofern ist der infas Konzern vergleichsweise krisensicher aufgestellt und die aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung resultierenden Risiken können als moderat eingestuft werden. Bei längerfristig andauernden negativen Entwicklungen wird sich aber auch das Risiko für den infas Konzern erhöhen. Eine Veränderung zum Vorjahr hat sich in der Risikoeinschätzung nicht ergeben. Ausfall-/Kreditrisiko Ausfallrisiken ergeben sich aus der Möglichkeit, dass die Gegenpartei einer Trans- aktion ihren Verpflichtungen nicht nachkommt und dadurch ein finanzieller Schaden für den Konzern entsteht. Die auf der Aktivseite ausgewiesenen Beträge für finan- zielle Vermögenswerte stellen das maximale Ausfallrisiko dar. Erkennbaren Ausfall- risiken wird durch die Bildung von Wertberichtigungen Rechnung getragen. Das Ausfallrisiko der wesentlichen Kundinnen und Kunden wird als sehr niedrig einge- schätzt. Ein sehr hoher Anteil der Kundschaft sind wissenschaftliche Institutionen, die in der Regel grundfinanziert sind. Darüber hinaus handelt es sich um Projekte, die von staatlichen Instanzen zugesagt und entsprechend finanziert sind. Marktforschung ist je nach Sichtweise eines Unternehmens am Ende der allgemei- nen Wertschöpfungskette angesiedelt. Neben Zahlungsausfall durch Insolvenz der Auftraggeberinnen und Auftraggeber besteht die Gefahr, dass Rechnungen nicht oder nicht vollständig oder mit erheblicher Verzögerung bezahlt werden, damit die Auftraggeberseite ihren eigenen Cashflow sichert. Insofern besteht auch für die Un- ternehmen des infas Konzerns, die primär Marktforschung anbieten, ein erhöhtes Cashflow-Risiko in Form des Risikos von Nachfragerückgängen. Bezüglich der Kundinnen und Kunden, die unter Vertrag sind, wird i.W. ebenfalls von einem nied- rigen Ausfallrisiko ausgegangen. Eine Veränderung zum Vorjahr hat sich in der Ri- sikoeinschätzung nicht ergeben. Seite 19 Projektrisiken einschließlich Risiken der technologischen Infrastruktur Die einzelnen Projekte unterliegen Kostenkalkulationen. Trotzdem ist es möglich, dass es zu Kostenüberschreitungen kommt. Diesem Risiko wird durch ein enges Controlling der Projekte sowie Vorkalkulationen und mitlaufende Kalkulationen be- gegnet. Zusätzliche Anfragen durch Kundinnen und Kunden werden separat abge- rechnet. Die Projekte sind von einer funktionierenden technologischen Infrastruktur abhän- gig, die eine effiziente Bearbeitung der Projekte ermöglicht und den Datenschutz sicherstellt. Um dies zu gewährleisten, investiert der infas Konzern kontinuierlich in die Modernisierung der technologischen Sicherheitsstrukturen sowie in das für die- sen Bereich verantwortliche Personal. Aus diesem Grund wird analog zum Vorjahr von einem niedrigen Risiko ausgegangen. Liquiditätsrisiko Ein Liquiditätsrisiko kann sich aus der Kumulierung der übrigen Risiken, insb. durch ein erhöhtes Ausfallrisiko, ergeben. Treten mehrere negative Effekte gleichzeitig und in erheblichem Maße auf, kann das auch einen bedeutsamen negativen Effekt auf die Liquidität des Konzerns haben. Allerdings konnte im Konzern durch die sehr erfolgreichen vergangenen Jahre ein enormes Liquiditätspolster aufgebaut werden, so dass ein Liquiditätsengpass aus heutiger Sicht sehr unwahrscheinlich ist. Dies hat sich bereits während der Coronakrise gezeigt und 2022 erneut bestätigt. Zudem hat der Konzern keinerlei Kreditverpflichtungen gegenüber Banken, weshalb der Zinsanstieg keine negativen Wirkungen im Konzern hat. Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Liquiditätsrisiko aufgrund der leicht rückläufigen liquiden Mittel tenden- ziell leicht erhöht, ist aber nach wie vor sehr gering. Wettbewerbs- und Innovationsrisiko Es sind diverse andere Gesellschaften am Markt tätig, die gleiche oder ähnliche Dienstleistungen anbieten wie der infas Konzern. Es besteht das Risiko, dass kon- kurrierende Dienstleistungsunternehmen in der Lage sein könnten, Projekte abzu- wickeln, für welche infas Gesellschaften ebenfalls Angebote abgegeben haben. Der infas Konzern stellt diesem Risiko sein professionelles und hoch qualifiziertes Per- sonal sowie eine effiziente und professionelle Projektorganisation entgegen. Zudem profitiert der infas Konzern davon, dass Angebote das ganze Spektrum entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Konzeption, Durchführung und Analyse) durch Konzerngesellschaften umfassen können. Auf Zukäufe von Teilleistungen ist der infas Konzern kaum angewiesen, was ein Wettbewerbsvorteil ist und eine hohe Qualität sicherstellt. Zudem investiert der infas Konzern in die Entwicklung von Innovationen, um im um- kämpften Markt als innovativster und qualitativ hochwertigster Anbieter auftreten zu können. Insb. hinsichtlich der Innovationsfähigkeit erweist sich die Struktur des Kon- zerns – bestehend aus dem klassischen Institut in Kombination mit den Spezialan- Seite 20 bietern CATI-LAB, infas 360, infas LT und infas quo – als besonders vielverspre- chend. Der infas Konzern kümmert sich ständig darum, die sich daraus ergebenden Synergieeffekte zu heben, um die eigene Innovationskraft zu maximieren. In tiefen Rezessionen kann es immer wieder zu einer massiven Marktkonsolidierung kommen. Um in so einem Umfeld bestehen zu können, wird es entscheidend sein, ob Effektivität und Effizienz in allen Bereichen der Wertschöpfung mindestens an- nähernd zukunftssicher gestaltet sind und ob die Liquidität ausreichend ist, um Fix- kosten bis zu einem erneuten Anstieg der Nachfrage zu decken. Gewinnen werden Anbieterinnen und Anbieter, die technologisch so gut aufgestellt sind, dass niedrige Grenzkosten ein skalierbares Wachstum ermöglichen. Dies vor Augen, sind alle Gesellschaften des Konzerns bestrebt, zu den in diesem Sinn beschriebenen Ge- winnenden zu gehören. Insofern kann das Wettbewerbs- und Innovationsrisiko, wie im Vorjahr auch, als niedrig eingestuft werden. Personalrisiken Der Konzern ist der Auffassung, dass sein zukünftiger Erfolg insb. auf den Kennt- nissen, Fähigkeiten und Erfahrungen der Mitarbeitenden, der Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer und des Vorstands beruht. Der Verlust von unternehmenstra- genden Personen und Schwierigkeiten, benötigtes Personal mit den erforderlichen Qualifikationen zu gewinnen oder zu halten, können nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns haben. Das Risiko, dass aufgrund des Fachkräftemangels und demografischen Wandels nicht genügend hoch qualifiziertes Personal für die Weiterentwicklung des infas Konzerns gefunden werden kann sowie das Risiko der Abwanderung von (guten) Mitarbeitenden könnte die Leistungsfähigkeit erheblich schwächen und eine erfor- derliche Transformation, hin zu einem marktgerechteren Leistungsportfolio, er- schweren. Dieses Risiko muss auch für den infas Konzern als moderat eingeschätzt werden. Eine Veränderung zum Vorjahr hat sich in der Risikoeinschätzung nicht ergeben. infas beobachtet den Markt der für sie passenden Arbeitskräfte als sehr dynamisch. Es kann nicht generell von einem Mangel an Fachkräften einer bestimmten Disziplin ausgegangen werden. Aktuell stellt die Rekrutierung von Interviewerinnern und In- terviewern die größte Herausforderung dar. In anderen Zeiten stand die Rekrutie- rung von Data Scientists im Vordergrund. Um den Personalrisiken zeitgerecht zu begegnen beobachten die Leitungskräfte der Konzerngesellschaften den Markt der Fachkräfte sehr genau und passen ihre Rekrutierungsstrategien stetig an. Risiken aus Gesetzesänderungen und der Rechtsprechung sowie politische Risiken Die Leitungskräfte der infas Gesellschaften beobachten sich abzeichnende Geset- zesänderungen kontinuierlich und nutzen dabei auch die Expertise ihrer Dienstleis- tungsgesellschaften wie z.B. Anwaltskanzlei oder Steuerberatung. Die wichtigsten, sich abzeichnenden Änderungen werden auch mit dem Aufsichtsrat diskutiert. Seite 21 2023 ist die Umsetzung des Hinweisgeberschutzgesetzes nötig. Das Management hat hierzu bereits umfassendes Know-how aufgebaut, so dass eine gesetzeskon- forme Umsetzung nach Verabschiedung des Gesetzes im Bundesrat sichergestellt ist. Auf dem Gebiet der Berichterstattung zeichnet sich ab, dass Unternehmen, allen voran börsennotierte Unternehmen, in den nächsten Jahren mit einer Ausweitung der Berichtspflichten hinsichtlich sog. ESG-Kriterien rechnen müssen (Environment, Social, Governance). Da der infas Konzern der Dienstleistungsbranche angehört, sehen wir darin keine größeren Schwierigkeiten und betrachten es ohnehin als un- sere selbstverständliche Pflicht, diese Themen genau im Blick zu behalten. Die neue Bundesregierung hat sich die Digitalisierung auf die Fahne geschrieben. In diesem Kontext wollen die Regierungspartnerinnen und -partner auch den Zu- gang zu Daten verbessern. Konkret haben sie im Koalitionsvertrag festgelegt, dass ein Dateninstitut gegründet werden und es ein Datengesetz geben solle, durch das ein Rechtsanspruch auf Open Data festgelegt wird. Insgesamt soll die Datenexper- tise öffentlicher Stellen verbessert werden.12 Wenn in diesen Bereichen Fortschritte erreicht werden, kann das zu einer Verringerung des Auftragsvolumens des infas Instituts führen. Wir schätzen das Risiko allerdings mittelfristig als sehr klein ein, weil es einige Zeit dauern wird, bis die Verwaltungen entsprechendes Know-how aufgebaut haben. In gleicher Zeit wird der infas Konzern in der Lage sein, neue Geschäftsfelder zu entwickeln. Im Koalitionsvertrag ist auch die Absicht festgelegt, die Unternehmensmitbestim- mung auszuweiten. Es kann vermutet werden, dass infas dadurch einen mitbe- stimmten Aufsichtsrat bekommen wird. Die zeitliche Umsetzung ist bisher nicht ab- sehbar. Insgesamt werden aus Sicht des Vorstands in keiner der zuvor dargestellten recht- lichen und politischen Rahmenbedingungen Risiken gesehen. Der infas Konzern ist für die Bewältigung dieser Aufgaben gut aufgestellt bzw. wird sich vorausschauend darauf vorbereiten. Eine Veränderung zum Vorjahr hat sich in der Risikoeinschät- zung nicht ergeben. Zusammenfassung und Prognose Wie dargestellt, gibt es weiterhin eine große Anzahl von Unwägbarkeiten, denen sich die infas Gesellschaften werden stellen müssen. Die Krise scheint zur Norma- lität zu werden. Der infas Konzern mit den fünf Tochtergesellschaften stellt sich diesen Herausfor- derungen mit Agilität, Wachsamkeit und strategischem Weitblick, so dass Wachs- 12 Vgl. den Koalitionsvertrag zwischen SPD, Bündnis 90/DIE GRÜNEN und FDP, „Mehr Fortschritt wagen. Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit“ S 17. Eine Gründung ist bisher nicht erfolgt, wobei die Gründungskommis- sion im Dezember 2022 erste Ideen vorgelegt hat. Vgl. https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/der-weg-zu- einem-dateninstitut-fuer-deutschland-2152914. Seite 22 tumsfelder weiter ausgebaut und weniger rentable Bereiche zurückgefahren wer- den. Mit dieser Haltung kann die infas Gruppe weiterhin vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken. Für 2023 rechnen wird deshalb mit einem Konzernumsatz zwi- schen 46 und 52 Mio. €. Das EBIT im Konzern wird voraussichtlich oberhalb von 3,7 Mio. € liegen, so dass die Umsatzrendite bei mindestens 7,5 % liegen wird. Ins- gesamt geht der Vorstand auf dieser Basis von einem positiven Cashflow aus lau- fender Geschäftstätigkeit und damit, wie schon in den Vorjahren, von einer soliden Liquiditätsausstattung aus. Für die infas Holding AG wird für das Jahr 2023 mit ei- nem handelsrechtlichen Jahresüberschuss leicht oberhalb von 1 Mio. € gerechnet. Dieser wird i.W. durch die Personalaufwendungen in der Holding sowie die Gewinn- abführung durch die Tochtergesellschaft infas Institut für angewandte Sozialwissen- schaft GmbH bestimmt. Die Gesamtaussage des Vorstands gilt für den Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts. Seite 23 Übernahmerelevante Angaben und Erläuterungen Durch das Übernahmerichtlinie-Umsetzungsgesetz besteht für börsennotierte Un- ternehmen nach §§ 289a und 315a HGB die Pflicht, Angaben zu Kapitalzusammen- setzung, Aktionärsrechten und deren Beschränkungen, Beteiligungsverhältnissen und den Organen der Gesellschaft zu machen, welche übernahmerelevante Infor- mationen darstellen. 1. Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 31.12.2021 9.000.000,00 € und ist eingeteilt in 9.000.000 Inhaberaktien (Stückaktien). Verschiedene Aktiengattungen bestehen nicht. 2. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betref- fen Die Aktien sind nicht vinkuliert und können frei übertragen werden. Jede Aktie ge- währt das gleiche Stimmrecht. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertra- gung der Aktien betreffen, sind der Gesellschaft nicht bekannt. Darüber hinaus sind der Gesellschaft keine Vereinbarungen zwischen Gesellschafterinnen und Gesell- schaftern bekannt, welche Beschränkungen in Stimmrechten und Übertragung von Aktien beinhalten. 3. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital von über 10 Prozent An der Gesellschaft sind die Investmentaktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV, die PEN GmbH und die Döbert Holding GmbH & Co. KG mit über 10 % zum Bilanzstichtag direkt oder indirekt beteiligt. Weitere Aktionärinnen und Aktionäre mit Anteilsbesitz über 10 % zum Bilanzstichtag sind der Gesellschaft nicht bekannt. 4. Inhaber von Aktien mit Sonderrechten Die Gesellschaft hat die Inhaberinnen und Inhaber von Aktien mit keinerlei Sonder- rechten ausgestattet und hat auch keine Aktien begeben, die Sonderrechte oder Kontrollbefugnisse verleihen. 5. Stimmrechtskontrolle für Arbeitnehmer-Aktionäre Es bestehen keine Arbeitnehmerbeteiligungen am Kapital, bei denen die Kontroll- rechte nicht unmittelbar ausgeübt werden. 6. Vorschriften über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitglie- dern Die Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft werden gemäß § 84 AktG vom Auf- sichtsrat bestellt und abberufen. Nach § 84 Abs. 4 AktG kann eine Abberufung wäh- rend der Bestellzeit nur aus wichtigem Grund erfolgen. Nach § 9 Nr. 3 der Satzung Seite 24 entscheidet der Aufsichtsrat über Bestellung und Abberufung von Vorständen mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Gemäß §§ 5 und 6 der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Der Aufsichtsrat bestimmt die Zahl der Vorstandsmitglie- der. Im Geschäftsjahr 2022 bestand der Vorstand aus zwei Personen. Ist nur ein Vorstandsmitglied bestellt, so ist es einzeln zur Vertretung der Gesell- schaft befugt. Sind mehrere Vorstandsmitglieder bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Vorstandsmitglieder gemeinsam oder durch ein Vorstandsmitglied ge- meinsam mit einer Prokuristin oder einem Prokuristen vertreten. Einem Vorstands- mitglied war bereits durch den Aufsichtsrat Einzelvertretungsmacht und die Befug- nis erteilt, gleichzeitig Rechtsgeschäfte für die Gesellschaft und als Vertreter Dritter abzuschließen. Dieses Vorstandsmitglied ist von den Beschränkungen des § 181 BGB in den Grenzen des § 112 AktG befreit. Seit dem 9. Januar 2023 gelten diese Befugnisse auch für das zweite Vorstandsmitglied. Satzungsänderungen erfolgen nach § 179 Abs. 2 AktG i.V.m. § 17 Nr. 2 der Satzung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und – insoweit abweichend von der gesetzlichen Regelung, die in § 179 Abs. 2 AktG eine Mehrheit vorsieht, die mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals umfasst – der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grund- kapitals, wenn das Gesetz nicht zwingend eine andere Mehrheit vorschreibt. 7. Genehmigtes Kapital, eigene Aktien Seit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 16.07.2021 ist der Vorstand er- mächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 15.07.2026 einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals um bis zu insgesamt 4.500.000,00 € gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf die Inhaberin bzw. den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021). Seit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 05.07.2019 ist die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 14.07.2024 eigene Aktien bis zu insgesamt 10 Prozent des bis zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Einzelheiten der Ermächtigung ergeben sich aus dem unter Tagesordnungspunkt 6 im elektronischen Bundesanzeiger vom 24.05.2019 bekanntgemachten Beschluss- vorschlag. 8. Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels Die Gesellschaft hat keine Vereinbarungen getroffen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. 9. Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots Die Gesellschaft hat keine Entschädigungsvereinbarung mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmenden für den Fall eines Übernahmeangebots getroffen. Seite 25 Erklärung zur Unternehmensführung Die nach § 289f HGB vorgeschriebene Erklärung zur Unternehmensführung ist auf der Internetseite der infas Holding AG: www.infas-holding.de öffentlich zugänglich. Bonn, 20. April 2023 infas Holding Aktiengesellschaft – Der Vorstand – Seite 26 Bilanz zum 31. Dezember 2022 Aktiva Passiva 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 € € € € € € A Anlagevermögen A Eigenkapital I. Immaterielle Vermögensgegenstände I. Gezeichnetes Kapital 9.000.000,00 9.000.000,00 Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche II. Gewinnrücklagen Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte Gesetzliche Rücklage 403.394,34 365.732,48 sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1,00 1,00 III. Bilanzgewinn 2.750.452,36 2.484.877,10 II. Sachanlagen Andere Anlagen, Betriebs- B Rückstellungen und Geschäftsausstattung 3.556,50 512,50 1. Rückstellungen für Pensionen 5.601.189,00 5.407.167,00 III. Finanzanlagen 2. Steuerrückstellungen 0,00 0,00 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 8.159.950,13 8.134.950,13 3. Sonstige Rückstellungen 312.147,21 5.913.336,21 724.180,22 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.500.000,00 3.283.398,63 3. Beteiligungen 0,00 12.659.950,13 1,00 C Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.246,04 138.554,09 B Umlaufvermögen 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen I. Forderungen und sonstige Unternehmen 9.090,73 0,00 Vermögensgegenstände 3. Sonstige Verbindlichkeiten 1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.868.476,80 7.344.979,69 davon aus Steuern 2.995.005,72 € 2. Sonstige Vermögensgegenstände 1.208.524,01 8.077.000,81 1.139.085,16 (Vorjahr 3.174.469,33 €) 2.995.155,72 3.008.492,49 3.255.822,82 II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 332.489,54 1.471.323,14 C Rechnungsabgrenzungsposten 2.677,42 2.082,46 21.075.675,40 21.376.333,71 21.075.675,40 21.376.333,71 Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 2022 2021 € € € 1. Umsatzerlöse 24.491,46 22.836,00 2. Sonstige betriebliche Erträge 10.781,41 48.152,28 3. Gesamtleistung 35.272,87 70.988,28 4. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter 569.207,74 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung davon für Altersversorgung 92.908,00€ (Vorjahr 368.435,00 €) 123.467,89 692.675,63 1.420.636,51 5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 515,19 241,00 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 587.286,78 774.090,26 7. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen davon aus verbundenen Unternehmen 1.886.252,46€ (Vorjahr 0,00 €) 1.886.252,46 0,00 8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge davon aus verbundenen Unternehmen 241.781,70€ (Vorjahr 198.659,20 €) 241.781,70 198.659,20 9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen davon an verbundene Unternehmen 21,04€ (Vorjahr 0,00 €) 101.182,42 113.285,00 10. Aufwendungen aus Verlustübernahme davon aus verbundenen Unternehmen 0,00€ (Vorjahr 404.319,06 €) 0,00 404.319,06 11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (Vorjahr Steuererstattung) 28.409,89 -138.884,30 12. Ergebnis nach Steuern 753.237,12 -2.304.040,05 13. Sonstige Steuern 0,00 0,00 14. Jahresüberschuss 753.237,12 -2.304.040,05 15. Gewinnvortrag 2.484.877,10 5.238.917,15 16. Dividendenausschüttung -450.000,00 -450.000,00 17. Einstellungen in Gewinnrücklagen -37.661,86 0,00 18. Bilanzgewinn 2.750.452,36 2.484.877,10 Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 Anschaffungs- und Herstellungskosten Abschreibungen Restbuchwerte Stand Zugänge Abgänge Stand Stand Zugänge Abgänge Stand Stand Stand 01.01.2022 31.12.2022 01.01.2022 31.12.2022 31.12.2022 31.12.2021 € € € € € € € € € € I. Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.481,00 0,00 0,00 6.481,00 6.480,00 0,00 0,00 6.480,00 1,00 1,00 II. Sachanlagen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 161.415,65 3.559,19 0,00 164.974,84 160.903,15 515,19 0,00 161.418,34 3.556,50 512,50 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 8.134.950,13 25.000,00 0,00 8.159.950,13 0,00 0,00 0,00 0,00 8.159.950,13 8.134.950,13 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3.280.048,63 1.219.951,37 0,00 4.500.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 4.500.000,00 3.283.398,63 3. Beteiligungen 1,00 0,00 -1,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1,00 Summe 11.414.999,76 1.244.951,37 -1,00 12.659.950,13 0,00 0,00 0,00 0,00 12.659.950,13 11.418.349,76 Gesamtes Anlagevermögen 11.582.896,41 1.248.510,56 -1,00 12.831.405,97 167.383,15 515,19 0,00 167.898,34 12.663.507,63 11.418.863,26 Anhang zum 31. Dezember 2022 A Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Bei der Bilanzierung und Bewertung sind im Jahresabschluss der infas Holding Ak- tiengesellschaft, Bonn (Amtsgericht Bonn, HRB 17379), die Vorschriften des HGB für große Kapitalgesellschaften angewandt worden. Die Darstellung und Gliederung des Jahresabschlusses entspricht den Vorjahres- grundsätzen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Anlagevermögen Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Gegen- stände des Sachanlagevermögens sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Abzug erhaltener Preisnachlässe und planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen wurden linear entsprechend der nach vernünftiger kaufmänni- scher Beurteilung ermittelten betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer vorgenommen. Abnutzbare bewegliche geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten über 150,00 € bis 1.000,00 €, die in den Vorjahren analog zu § 6 Abs. 2 a EStG in einen Sammelposten eingestellt wurden, werden linear über 5 Jahre abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter im Sinne des § 6 Abs. 2 EStG werden im Wirtschafts- jahr voll abgeschrieben. Die Finanzanlagen sind mit ihren Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren beizu- legenden Werten am Abschlussstichtag angesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind zu Nennbeträgen, abzüg- lich notwendiger Einzelwertberichtigungen, angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisi- ken werden bei der Bewertung berücksichtigt. Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zum Nominalwert. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden bei der Bewertung berücksichtigt. Rückstellungen Die Pensionsrückstellungen berücksichtigen die Verpflichtungen der Gesellschaft aus den bis zum Bilanzstichtag erteilten Pensionszusagen in Höhe des nach ver- nünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags und werden nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundele- gung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Die sonstigen Rückstellungen sind mit ihrem Erfüllungsbetrag so bemessen, dass sie nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung allen erkennbaren Risiken und Seite 2 ungewissen Verpflichtungen angemessen Rechnung tragen. Rückstellungen mit ei- ner Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden grundsätzlich mit dem ihrer Rest- laufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 10 Jahre, der von der Deutschen Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst. Eine Abzinsung der Archivierungskosten ist aus Geringfügigkeitsgründen unterblieben. Verbindlichkeiten Der Ansatz erfolgt jeweils mit dem Erfüllungsbetrag. Die Restlaufzeiten der Verbind- lichkeiten ergeben sich aus dem Verbindlichkeitenspiegel. Latente Steuern Latente Steuern gemäß § 274 HGB werden nicht ausgewiesen, da der bestehende Aktivüberhang entsprechend dem Ansatzwahlrecht bilanziell nicht angesetzt wird. Seite 3 B Erläuterung zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung 1. Anlagevermögen Zur Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022 einschließlich der kumulierten Anschaffungs- und Herstellungskosten und der kumulierten Abschrei- bungen wird auf den beigefügten Anlagenspiegel verwiesen. 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestanden zum Bilanzstichtag nicht. 3. Rückstellungen Bei der Bemessung der Pensionsrückstellungen, Steuerrückstellungen und der sonstigen Rückstellungen ist allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbind- lichkeiten Rechnung getragen worden. Art der Stand Inanspruch- Auf- Zuführung Stand Rückstellung 01.01.2022 nahme/ lösung 31.12.2022 Saldierung € € € € € Pensionen 5.407.167,00 0,00 0,00 194.022,00 5.601.189,00 Körperschaftsteuer 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 Gewerbesteuer 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 Personalkosten 600.115,22 596.384,96 3.730,26 100.000,00 100.000,00 Jahresabschluss 118.500,00 118.500,00 0,00 156.000,00 156.000,00 Archivierung 4.000,00 0,00 2.707,27 0,00 1.292,73 Ausstehende Rechnungen 1.565,00 902,72 662,28 54.854,48 54.854,48 Summe 6.131.347,22 715.787,68 7.099,81 504.876,48 5.913.336,21 Seite 4 Zur Ermittlung der Pensionsrückstellung wurde das Anwartschaftsbarwertverfahren angewendet. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die „Richttafeln 2018 G“ von Klaus Heubeck verwendet. Folgende weitere Annahmen liegen der Bewer- tung zugrunde: 31.12.2022 31.12.2021 Rechnungszinssatz 1,78 % 1,87 % Rententrend 1,50 % 1,50 % Fluktuation 0,00 % 0,00 % Lohn-/Gehaltstrend 2,50 % 2,50 % Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wird in Anwen- dung des Wahlrechts nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei der Abzinsung pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt. Der Rechnungszinssatz basiert 2022 – entsprechend der gesetzlichen Neuregelung in § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB – auf dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre i.H.v. 1,78 %. Nach § 253 Abs. 6 HGB ist bei Rückstellungen für Altersvorsorgeverpflichtungen der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen 10 Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entspre- chenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen 7 Geschäftsjah- ren in jedem Geschäftsjahr zu ermitteln. Dieser Unterschiedsbetrag auf Basis einer Berechnung des durchschnittlichen Marktzinssatzes nach den vergangenen 7 Jahren (Zinssatz: 1,44 %: Vorjahr 1,35 %) und nach den vergangenen 10 Jahren (Zinssatz 1,78 %; Vorjahr 1,87 %) beträgt 304 T€ (Vorjahr 484 T€) und unterliegt einer Ausschüttungssperre. Die Gesamtzuführung des Berichtsjahres enthält eine als Zinsaufwand erfasste Ver- zinsung des Vorjahresverpflichtungswerts i.H.v. 101 T€ (Vorjahr 113 T€). Seite 5 4. Angaben zu Verbindlichkeiten Art der Verbindlichkeiten Gesamtbetrag Mit einer Restlaufzeit von Bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Mehr als 5 Jahre € € € € Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.246,04 4.246,04 0,00 0,00 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 9.090,73 9.090,73 0,00 0,00 Sonstige Verbindlichkeiten 2.995.155,72 2.995.155,72 0,00 0,00 Summe 3.008.492,49 3.008.492,49 0,00 0,00 Die Verbindlichkeiten wurden mit ihrem Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 1 HGB angesetzt. 5. Eigenkapitalentwicklung Art des Vortrag am Jahres- Einstellung Ausschüttung Stand am Eigenkapitals 01.01.2022 ergebnis in Gewinn- 31.12.2022 rücklagen € € € € € I. Grundkapital 9.000.000,00 0,00 0,00 0,00 9.000.000,00 III. Gewinn- rücklage 365.732,48 0,00 37.661,86 0,00 403.394,34 Bilanzgewinn 2.484.877,10 753.237,12 -37.661,86 -450.000,00 2.750.452,36 Summe 11.850.609,58 753.237,12 0,00 -450.000,00 12.153.846,70 Zum Bilanzstichtag ist das Grundkapital voll eingezahlt und beträgt 9.000.000,00 €, eingeteilt in 9.000.000 Inhaberaktien (Stückaktien). Der Vorstand ist ermächtigt (HV-Beschluss vom 16.07.2021), das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 15.07.2026 einmalig oder in Teilbeträgen mehrmals um bis zu insgesamt 4.500.000,00 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021). Die Gesellschaft hat gemäß § 150 Abs. 2 AktG 5 % des Jahresüberschusses in die gesetzliche Rücklage einzustellen. 2022 wurde ein Jahresüberschuss i.H.v. 753.237,12 € erwirtschaftet. In die gesetzliche Rücklage wurde i.H.v. 37.661,86 € (Vorjahr: 0,00 €) eingestellt. Seite 6 Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre ergibt sich zum Bilanzstichtag ein Unter- schiedsbetrag i.H.v. 304 T€ (Vorjahr 484 T€). Dieser ist nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB ausschüttungsgesperrt. 6. Latente Steuern Die aktiven latenten Steuern resultieren aus temporären Differenzen im Bereich der Pensionsrückstellungen und aus steuerlichen Verlustvorträgen. Die passiven laten- ten Steuern beziehen sich auf temporäre Differenzen aus selbst geschaffenen im- materiellen Vermögensgegenständen im Anlagevermögen. Der tatsächliche Effektivertragsteuersatz beträgt 32,98 %. Es ergeben sich die nachfolgenden aktiven und passiven Steuerlatenzen: Aktivlatenzen Wertansatz Wertansatz Differenz Latente Handels- Steuer- Steuer bilanz bilanz T€ T€ T€ T€ Pensionsrückstellungen (32,98 %) 5.601 2.746 2.855 942 Urlaubsrückstellungen 428 376 51 17 Drohverlustrückstellung 84 0 84 28 Beteiligung infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH 6.455 6.533 78 26 Verlustvortrag Gewerbesteuer (17,15 % von 597.974,00 €) 0 0 0 103 Verlustvortrag Körperschaftsteuer (15,83 % von 2.405.978,00 €) 0 0 0 381 Summe 12.568 9.655 3.069 1.496 Passivlatenzen Selbst geschaffene immaterielle Vermö- gensgegenstände des Anlagevermögens der Tochtergesellschaft infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH (32,98%) 92 0 92 -30 Summe 92 0 92 -30 Mit der Tochtergesellschaft infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH besteht ein Ergebnisabführungsvertrag, daher sind aktive latente Steuern aus Pas- sivierung der Urlaubsrückstellungen und passive latente Steuern aus der Aktivie- rung selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände auf Ebene der Organ- trägerin (infas Holding Aktiengesellschaft) zu berechnen. Seite 7 Die Verlustvorträge zur Körperschaftsteuer und zur Gewerbesteuer sind nach der Steuerplanung der Gesellschaft innerhalb der nächsten 5 Jahre vollständig verre- chenbar. Der Aktivüberhang der latenten Steuern beträgt 1.466 T€ und wird in Aus- übung des Wahlrechts in § 274 HGB bilanziell nicht angesetzt. 7. Beteiligungsverhältnisse Die Gesellschaft ist an den nachfolgend aufgeführten Unternehmen unmittelbar o- der mittelbar beteiligt. Nominal- Beteili- Eigen- Jahres- Stichtag kapital gungs- kapital ergebnis Jahres- quote abschluss T€ in % T€ T€ infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH 250 100 312 -57 31.12.2022 CATI-LAB GmbH 25 100 25 0 31.12.2022 infas 360 GmbH 50 100 -1.718 -52 31.12.2022 infas LT GmbH 26 100 879 178 31.12.2022 infas quo GmbH 50 100 -997 -4 31.12.2022 BNS-Business Network 30 33,33 173 -135 31.12.2022 Solutions GmbH* Der Bilanzgewinn des Tochterunternehmens infas Institut für angewandte Sozial- wissenschaft GmbH wurde aufgrund des im Geschäftsjahr 2013 abgeschlossenen Gewinnabführungsvertrags bis auf 62 T€ (Vorjahr 119 T€) aufgrund der Ausschüt- tungssperre an die infas Holding Aktiengesellschaft abgeführt. Die folgenden Gesellschaften bzw. Personen waren nach deren Angaben zum Zeit- punkt der Aufstellung des Jahresabschlusses wie folgt am Grundkapital unserer Gesellschaft beteiligt: PEN GmbH, Heidelberg > 25 % Investmentaktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV, Bonn > 25 % Döbert Holding GmbH & Co. KG, Obertshausen > 10 % Effecten-Spiegel AG, Düsseldorf > 5 % Die ausgewiesenen Umsatzerlöse betreffen ausschließlich Konzernumlagen von Tochtergesellschaften. Seite 8 C Sonstige Pflichtangaben 1. Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeit- nehmer betrug 3 (Vorjahr: 4), 2 männliche und 1 weibliche Angestellte. Hierbei sind 2 Angestellte Mitglieder des Vorstands. 2. Bezüge von Mitgliedern des Vorstands oder Aufsichtsrats Die Bezüge des Vorstandsvorsitzenden Menno Smid betrugen 200 T€ als Fixum aus der Tätigkeit für die infas Holding AG. Variable Bezüge wurden 2022 für die Tätigkeit in der Holding nicht zurückgestellt. Die Bezüge von Frau Dr. Nehmeyer- Srocke betrugen 204 T€ als Fixum sowie 100 T€ als variable Bezüge. Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands bestehen i.H.v. 5.601 T€ (Vorjahr 5.407 T€). Hiervon sind 5.601 T€ zurückgestellt. Die Gesamtbezüge einschließlich Aufwandsentschädigungen für den Aufsichtsrat betrugen 2022 110 T€ (Vorjahr: 111 T€). 3. Forderung/Verbindlichkeiten gegenüber Mitgliedern des Vor- stands oder Aufsichtsrats Gegenüber dem Aufsichtsrat und dem Vorstand bestanden am 31.12.2022 Verbind- lichkeiten i.H.v. 50 T€ (Vorjahr 133 T€). 4. Alle Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats Die Geschäfte des Unternehmens wurden durch folgende Personen geführt: Vorstand: Dipl.-Soz. Menno Smid, Bonn, CEO, gleichzeitig Geschäftsführer in der Tochtergesellschaft infas Institut für angewandte Sozialwis- senschaft GmbH. Dr. Isabell Nehmeyer-Srocke, Köln, Finanzvorstand, gleichzeitig Geschäftsführerin in den Tochtergesellschaften CATI-LAB GmbH, infas 360 GmbH, infas LT GmbH und infas quo GmbH. Aufsichtsrat: Nach den Beschlüssen der Hauptversammlung vom 06.07.2018 und vom 29.07.2022 ist der Aufsichtsrat mit folgenden Mitgliedern bestellt worden: Dr. Oliver Krauß, Gräfelfing, Rechtsanwalt (Vorsitzender), stellver- tretender Aufsichtsratsvorsitzender der SHS VIVEON AG, Mün- chen, Vorsitzender des Aufsichtsrats der L-KONZEPT Holding AG, Leipzig. Seite 9 Dipl.-Kfm. Hans-Joachim Riesenbeck, Meerbusch, Unterneh- mensberater (stellv. Vorsitzender), Vorsitzender des Aufsichtsrats der Komödie Düsseldorf gGmbH. Dr. Veronika Jäckle-Mittnacht, Gränichen, Schweiz, Portfolio Ma- nagerin, stellv. Aufsichtsratsvorsitzende der Janosch Film & Medien AG, Berlin, Aufsichtsratsmitglied (bis 03.03.2023) der Securize IT Solutions AG, München, Verwaltungsratsmitglied der Irniger AG, Aargau, Schweiz, Verwaltungsratsmitglied der JackBros AG, Zug, Schweiz. 5. Konzernabschluss Die infas Holding AG, Bonn (HRB 17379 beim Handelsregister des Amtsgerichts Bonn), stellt für das Geschäftsjahr 2022 einen befreienden Konzernabschluss nach IFRS auf, in den die in Punkt B Nr. 7 „Beteiligungsverhältnisse“ genannten Unter- nehmen einbezogen sind. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister in elektronischer Form veröf- fentlicht. 6. Entsprechenserklärung Die Gesellschaft hat die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zu den Emp- fehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ abgegeben und i.V.m. der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 f HGB den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft öffentlich zugäng- lich gemacht. 7. Honorar des Abschlussprüfers Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr ein Honorarvolumen i.H.v. insgesamt 109 T€ (Vorjahr 92 T€) für die Abschlussprüfung als Aufwand erfasst. Es handelt sich hier- bei i.H.v 109 T€ um die Kosten für die Abschlussprüfung des Einzel- und Konzern- abschlusses der infas Holding Aktiengesellschaft, davon 0,00 T€ das Vorjahr be- treffend. 8. Haftungsverhältnisse Haftungsverhältnisse im Sinne von § 251 HGB bestehen aus abgegebenen Patro- natserklärungen der Gesellschaft gegenüber den verbundenen Unternehmen infas 360 GmbH und infas quo GmbH. Hiervon wurde vereinbart, dass im Falle der Zah- lungsunfähigkeit der Tochtergesellschaften sowie im Falle der Überschuldung der Tochtergesellschaften, die Muttergesellschaft auf schriftliche Anforderung der Tochtergesellschaften hin, Verbindlichkeiten der Tochtergesellschaft, sobald sie fäl- lig geworden sind, in dem Umfang zu erfüllen hat, als dies zur Beseitigung der Über- schuldung oder zur Vermeidung der Zahlungsunfähigkeit erforderlich ist. Das Risiko Seite 10 einer Inanspruchnahme wird als eher gering eingeschätzt, da die vorgelegten Pla- nungen für die beiden Gesellschaften nach Berücksichtigung von Anlaufverlusten entsprechend positive Jahresergebnisse und Cashflows beinhalten. 9. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung, über die an dieser Stelle zu berichten wäre, haben sich nicht ereignet. 10. Vorschlag über die Ergebnisverwendung Der Jahresüberschuss beträgt 753.237,12 €. Nach § 150 Abs. 2 AktG sind 5 % des Jahresüberschusses und damit 37.661,86 € (Vorjahr 0,00 €) in die gesetzliche Rücklage einzustellen. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den verbleibenden Bilanzgewinn i.H.v. 2.750.452,36 €, der i.H.v. 303.624,00 € einer Ausschüttungssperre unterliegt, wie folgt zu verwenden: 1. einen Teilbetrag i.H.v. 450.000,00 € als Dividende für das Geschäftsjahr 2022 i.H.v. 0,05 € je dividendenberechtigte Stammaktie auszuschütten. 2. den Restbetrag von 2.300.452,36 € auf neue Rechnung des Geschäftsjahres 2023 vorzutragen. 11. Versicherung der gesetzlichen Vertreter Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rech- nungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnis- sen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftser- gebnisses die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind. Bonn, den 20. April 2023 infas Holding Aktiengesellschaft – Der Vorstand – Seite 11

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