Annual Report • Jul 11, 2016
Annual Report
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INDUS hält ein Portfolio von 44 Unternehmen aus Schlüsselbranchen des deutschsprachigen Mittelstands. Als Spezialist für nachhaltige Unternehmensbeteiligung und -entwicklung erwirbt die Gesellschaft überwiegend inhabergeführte Unternehmen und unterstützt sie bei ausschließlich langfristiger Ausrichtung in ihrer unternehmerischen Weiterentwicklung. Durch gezielte Zukäufe neuer Hidden Champions in Wachstumsmärkten will der Vorstand das Portfolio in den kommenden Jahren weiter ausbauen und entwickeln.
Die INDUS Holding AG hat sich seit ihrer Gründung 1989 als einer der führenden Spezialisten für die Übernahme mittelständischer Produktionsunternehmen im deutschsprachigen Europa etabliert. Als langfristiger Investor liegt ihr Investitionsschwerpunkt auf dem erfolgreichen Mittelstand. Heute umfasst das Portfolio 44 Unternehmen. Seit 1995 ist die Gesellschaft börsennotiert. Die Aktien werden im Marktsegment mit den höchsten Transparenzanforderungen, dem Prime Standard, gehandelt und sind in den Index SDax einbezogen. Die Beteiligungen sind in fünf Segmenten gebündelt: Bau/Infrastruktur, Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik sowie Metalltechnik. Diese Unternehmensbereiche bildeten im Geschäftsjahr 2015 unverändert die berichtspflichtigen Segmente nach IFRS. Für die Übersicht über die zur Gruppe gehörenden Unternehmen wird auf die Anteilsbesitzliste im Anhang verwiesen.1
Unternehmenssitz der INDUS Holding AG ist Bergisch Gladbach. Der Vorstand der Gesellschaft besteht aus drei Mitgliedern. Hinzu kommen 24 Mitarbeiter, die alle direkt an den Vorstand berichten. Alle Vorstandsmitglieder stehen als direkte Ansprechpartner für die Geschäftsführungen der ihnen zugeordneten Beteiligungen zur Verfügung und sind intensiv in das Transaktionsgeschehen eingebunden. Alle Mitarbeiter sind bei der INDUS Holding AG angestellt und am Sitz des Unternehmens beschäftigt. Dies erleichtert die Kommunikation und führt zu kurzen Entscheidungswegen.
Die Beteiligungen haben ihren Sitz in Deutschland und in der Schweiz. Sämtliche Auslandsgesellschaften werden von den Beteiligungen direkt geführt. Zwischen den Unternehmen und INDUS besteht eine klare Aufgabenteilung: Die Beteiligungen entwickeln und führen ihr Geschäft wirtschaftlich eigenständig. Die Führungsgesellschaft konzentriert sich auf Kernfunktionen wie Finanzierung, Controlling und Rechnungslegung. Sie stellt zudem über einen regelmäßigen Dialog mit den Geschäftsführungen sicher, dass ihre Interessen als Gesellschafterin gewahrt bleiben. Die strategischen Ziele und Meilensteine entwickeln die Beteiligungen eigenständig im Rahmen der mit der Führungsgesellschaft vereinbarten erfolgsorientierten Grundsatzvereinbarungen. Der Vorstand pflegt einen regelmäßigen Austausch mit den Unternehmen. Details zur Organisation der Leitung und Kontrolle finden sich in der Erklärung zur Unternehmensführung.2
1 Anteilsbesitz siehe Anhang
2 Erklärung auch unter www.indus.de
INDUS beteiligt sich ausschließlich mehrheitlich an wirtschaftlich gesunden Produktionsunternehmen aus dem deutschsprachigen Mittelstand mit guten Entwicklungsperspektiven für einen langfristigen Zeitraum. Die Unternehmen sind in unterschiedlichen Geschäftsfeldern und Absatzmärkten aktiv. Der hohe Diversifizierungsgrad des Portfolios ist zentraler Bestandteil der INDUS-Strategie, um das Portfolio gegen konjunkturelle Schwankungen abzusichern. Ziel ist es, durch die Übernahme von Unternehmen mit aussichtsreichen Entwicklungsperspektiven und deren strategische Begleitung ein dauerhaft werthaltiges Portfolio aufzubauen und daraus kontinuierliche Mittelzuflüsse zu generieren. Die Aktionäre von INDUS können mit ihrer Aktienanlage in das ansonsten wenig zugängliche Geschäftsfeld "Mittelstand" werthaltig investieren und erhalten zudem kontinuierlich eine Dividende.
Informationen zu den Unternehmen bzw. zu den Unternehmensbereichen, denen diese zugeordnet werden, sowie Informationen zu den jeweiligen Branchenentwicklungen finden sich im Kapitel Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen und im Segmentbericht. Unter regionalen Gesichtspunkten spielt der inländische Markt für viele Beteiligungsunternehmen immer noch eine wichtige Rolle; die Bedeutung der Auslandsmärkte hat jedoch in den letzten Jahren signifikant zugenommen. Rund die Hälfte ihres Umsatzes erzielt die Gruppe außerhalb Deutschlands. Indirekte Auslandsumsätze sind hierbei nicht erfasst. Im Zuge ihrer Internationalisierung haben viele Beteiligungsunternehmen Auslandsstandorte aufgebaut. Wichtige Produktionsstätten befinden sich in Südafrika, Mexiko, China, Nordamerika und Brasilien.
Die Anfänge von INDUS reichen mit dem ersten Unternehmenskauf bis in das Jahr 1985 zurück. 1989 wurde die INDUS GmbH gegründet, die 1995 zur INDUS Holding AG umfirmierte und in diesem Jahr mit einem Portfolio von 21 Unternehmen an die Börse ging. Seitdem wurde das Portfolio kontinuierlich erweitert.


INDUS setzt sich das Ziel, für ihre Eigentümer eine dauerhafte und kontinuierliche Wertsteigerung des Portfolios zu erreichen. Die Gruppe wächst, indem ihre Hidden Champions ihre Entwicklungsstrategien unter Rückgriff auf die Unterstützung der Führungsgesellschaft erfolgreich umsetzen. Darüber hinaus werden gezielt weitere erfolgreiche Unternehmen für das Portfolio akquiriert, die zum Geschäftsmodell von INDUS und zu den dadurch definierten wirtschaftlichen Kriterien passen.
2015 hat INDUS mit RAGUSE und IEF-Werner zwei neue Beteiligungen erworben; hinzu kamen drei Zukäufe (NEA, EUMATIC/FROHMASCO, MURINOX) durch die Töchter sowie der Erwerb eines neuen Produktionsstandortes (OFA-Glauchau). Mit dem Erwerb einer Produktionsstätte vom Textilproduzenten ESDA Anfang Januar 2015 im sächsischen Glauchau konnte die INDUS-Beteiligung OFA Bamberg ihre bis dato an Dritte ausgelagerte Produktion wieder zurück nach Deutschland holen und erhielt gleichzeitig den benötigten Raum für mehr Wachstum, da eine weitere Expansion am Hauptstandort Bamberg nicht möglich war.
Anfang Mai 2015 übernahm OFA 100 % der Anteile an der niederländischen NEA International B.V. (NEA) aus Maastricht. NEA entwickelt orthopädische Bandagen und Orthesen zur spezifischen Anwendung im Bereich der Behandlung von Gelenkverletzungen und chronischen Erkrankungen. Die Bandagen werden in über 30 Ländern an Kunden aus dem Medizin- und dem Sportsektor verkauft.
Im Juni erwarb INDUS einen Anteil von zunächst 60 % an der RAGUSE Gesellschaft für medizinische Produkte mbH, Ascheberg, einem Spezialisten für OP-Abdecksysteme und andere Medizinprodukte. Das Unternehmen besetzt eine interessante, ertragreiche Marktnische und ist zudem in einem Wachstumsmarkt tätig. Allein in Deutschland ist die Zahl der Operationen von 2005 bis 2013 um knapp 25 % gestiegen. Die zunehmende Alterung der Bevölkerung, verbunden mit weiterem medizintechnischem Fortschritt, lässt auch künftig eine wachsende Zahl an Operationen erwarten.
Ende Juli schließlich konnte INDUS 75 % der IEF-Werner GmbH, Furtwangen, übernehmen. Das Unternehmen deckt mit seinem Produktportfolio im Wesentlichen fünf Bereiche ab: Transfersysteme, Semiconductor und Radmessmaschinen, Komponenten sowie Mikromontage. Der Produktbereich Transfersysteme umfasst alle Arten von Anlagen zur Palettenbestückung (Palettierer); der Bereich Semiconductor besteht im Wesentlichen aus speziellen Anlagen, die bei der Produktion von ABS-Systemen eingesetzt werden. Die von IEF entwickelten und gefertigten Radmessmaschinen werden vor allem von den großen Radherstellern verwendet. Der Bereich Komponenten umfasst alle Arten von Positionierungssystemen mit einem Schwerpunkt auf Linearachsen. Erweitert wird das Angebot um selbst entwickelte Steuerungstechnik. Jüngster Produktbereich ist die Mikromontage. Er umfasst die Neuentwicklung von vollständig modularen Mikromontagezellen und die Produktfamilie aiPRESS.
Im September 2015 wurde die INDUS-Gruppe nochmals durch zwei kleinere strategische Ergänzungen verstärkt. Die INDUS-Beteiligung OBUK übernahm EUMATIC/FROHMASCO mit Sitz in Sittensen und Chociwel in Polen, einen Hersteller von Rohlingen für Türfüllungen und Teilprodukten, wie Ornamentrahmen oder Verbundelementen. Gefertigt wird in einem eigenen Werk in Polen. Die Gruppe beliefert Kunden in Deutschland, Schweden und Norwegen. Mit der Übernahme erweitert OBUK ihre Produktpalette und erschließt sich neue Zielgruppen sowie zusätzliche Auslandsmärkte.
Weiterhin übernahm die schweizerische INDUS-Beteiligung ANCOTECH das Unternehmen MURINOX mit Sitz in Lenk (nahe Fribourg in der Schweiz). MURINOX produziert und vertreibt Verankerungssysteme für gemauerte Fassaden. Das Produktprogramm ergänzt dasjenige von ANCOTECH.
Der Erfolg der INDUS-Unternehmen hängt aufgrund der diversifizierten Aktivitäten der Portfoliounternehmen von sehr unterschiedlichen Faktoren ab. Bedingt durch die stetig steigende Exportquote vieler Tochterunternehmen wird das Wachstumstempo der Weltwirtschaft zunehmend relevant. Angesichts einer Materialquote von 47 % sind die Preise für verschiedenste Ausgangsmaterialien sowie für Energie ebenfalls ein wesentlicher Faktor. Anpassungen der Löhne und Gehälter an die allgemeine Marktentwicklung in den relevanten Branchen und Regionen beeinflussen zudem die Kostenseite.
Das Grundkapital der INDUS Holding AG betrug zum 31. Dezember 2015 insgesamt 63.571.323,62 EUR. Es ist eingeteilt in 24.450.509 nennwertlose Inhaber-Stammaktien. Dabei gewährt jede Stückaktie eine Stimme. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften.
Nach aktuellen Informationen von INDUS hält die Versicherungskammer Bayern, Versicherungskammer des öffentlichen Rechts, München, zum Stichtag 19,4 % der Aktien.
Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Eine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital der INDUS Holding AG beteiligt sind und diese ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, ist dem Vorstand nicht bekannt.
Die Mitglieder des Vorstands werden nach den gesetzlichen Vorschriften, geregelt in den § § 84, 85 AktG, bestellt und abberufen. Die Satzung enthält hierzu keine Sonderregelungen. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder für höchstens fünf Jahre, wobei eine wiederholte Bestellung durch den Aufsichtsrat zulässig ist. Nach Punkt 5.1 der Satzung besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Der Aufsichtsrat kann nach Punkt 5.2 der Satzung ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden oder Sprecher des Vorstands und ein weiteres Mitglied zum stellvertretenden Vorsitzenden bestellen.
Für den Fall, dass sich die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und das unternehmerische Konzept der Gesellschaft wesentlich verändern (Change of Control), sind die Vorstandsmitglieder innerhalb eines Jahres zur außerordentlichen Kündigung des Anstellungsvertrags berechtigt. Im Falle der außerordentlichen Kündigung oder bei Abberufung des Vorstands innerhalb eines Jahres nach dem Change of Control, ohne dass ein wichtiger Grund im Sinne des § 626 BGB vorliegt, zahlt die Gesellschaft dem Vorstandsmitglied eine Abfindung. Diese bemisst sich nach der Gesamtvergütung einschließlich aller festen und variablen Vergütungsbestandteile und geldwerten Vorteile. Die Abfindung wird maximal für den Zeitraum bis zum vorgesehenen Beendigungszeitpunkt oder einer Laufzeit von zwei Jahren gezahlt, soweit der reguläre Beendigungszeitraum davon abweicht.
Satzungsänderungen erfolgen gemäß § 179 AktG durch Beschluss der Hauptversammlung. Grundsätzlich ist für eine Satzungsänderung die Zustimmung von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals notwendig. Der Aufsichtsrat ist gemäß Punkt 7.12 der Satzung dazu ermächtigt, Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, vorzunehmen sowie gemäß Punkt 4.5 der Satzung den Wortlaut der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des genehmigten Kapitals zu ändern.3
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 11.700.000,04, eingeteilt in bis zu 4.500.000 auf den Inhaber oder - sofern die Satzung der Gesellschaft im Zeitpunkt der Anleihebegebung auch die Ausgabe von Namensaktien zulässt - auf den Namen lautende neue Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2013). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie
| ― | die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen oder von Optionsscheinen aus Optionsschuldverschreibungen (oder einer Kombination dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder deren Konzerngesellschaften aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch die ordentliche Hauptversammlung vom 24. Juni 2013 bis zum 23. Juni 2018 ausgegeben bzw. garantiert werden, von ihrem Wandlungs- bzw. Optionsrecht Gebrauch machen oder |
| ― | die aus von der Gesellschaft oder deren Konzerngesellschaften aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch die ordentliche Hauptversammlung vom 24. Juni 2013 bis zum 23. Juni 2018 ausgegebenen oder garantierten Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen (oder einer Kombination dieser Instrumente) Verpflichteten ihre Wandlungs- bzw. Optionspflicht erfüllen und |
| ― | das Bedingte Kapital nach Maßgabe der Bedingungen der Wandel- bzw. Optionsschuldverschreibungen benötigt wird. |
Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahrs, in dem sie durch Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten oder durch Erfüllung von Options- bzw. Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, den Wortlaut der Satzung entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des Bedingten Kapitals und nach Ablauf sämtlicher Options- bzw. Wandlungsfristen zu ändern.
3 Satzung siehe unter www.indus.de
Der Vorstand ist gemäß Punkt 4.3 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 10. Juni 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 31.785.660,51 EUR gegen Bar- und/oder Sacheinlagen (einschließlich sogenannter gemischter Sacheinlagen) zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2014) und dabei einem vom Gesetz abweichenden Beginn der Gewinnbeteiligung, auch rückwirkend auf ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, soweit über den Gewinn dieses abgelaufenen Geschäftsjahrs noch kein Beschluss gefasst wurde, zu bestimmen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren durch den Vorstand bestimmten Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
| ― | zur Vermeidung von Spitzenbeträgen; |
| ― | bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen neuen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten und zwar weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch zum Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder ausgegeben wurden bzw. auszugeben sind; |
| ― | bei einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere zum Zweck des Erwerbs eines Unternehmens, von Unternehmensteilen, einer Beteiligung an einem Unternehmen oder sonstigen wesentlichen Betriebsmitteln; sowie |
| ― | um den Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten auf Aktien der Gesellschaft bzw. entsprechender Wandlungs- oder Optionspflichten zum Ausgleich von Verwässerungen ein Bezugsrecht in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung dieser Rechte bzw. Erfüllung dieser Pflichten als Aktionär zustehen würde. |
Die Gesamtzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts aufgrund einer dieser Ermächtigungen auszugebenden und ausgegebenen Aktien darf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht überschreiten; dabei sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund anderer Ermächtigungen unter Bezugsrechtsausschluss veräußert oder ausgegeben wurden bzw. auszugeben sind. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung, insbesondere den Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe einschließlich des Ausgabebetrags, festzulegen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend dem Umfang der jeweiligen Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital zu ändern.
Des Weiteren hat die Hauptversammlung vom 3. Juni 2015 den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien der Gesellschaft bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die Ermächtigung wird mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 3. Juni 2015 wirksam und gilt bis zum 2. Juni 2020. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen sowie einmal oder mehrmals ausgeübt werden.
Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft entfallen. Die Gesellschaft darf die Ermächtigung nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien ausnutzen.
Der Erwerb darf nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen:
| ― | Erfolgt der Erwerb der eigenen Aktien über die Börse, so darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Mittelwert der Aktienkurse (Schlussauktionspreise im "Xetra"-Handel der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main bzw. in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an drei Tagen vor dem Erwerb oder der Verpflichtung zum Erwerb um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. |
| ― | Erfolgt der Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot an alle Aktionäre der Gesellschaft, dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der gebotenen Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Mittelwert der Aktienkurse (Schlussauktionspreise im "Xetra"-Handel der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main bzw. in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an drei Tagen vor dem Tag der Veröffentlichung des Angebots um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Das Volumen des Angebots kann begrenzt werden. Sofern die gesamte Zeichnung des Angebots dieses Volumen überschreitet, muss die Annahme im Verhältnis der jeweils angebotenen Aktien erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen bis zu 50 Stück zum Erwerb angebotener Aktien der Gesellschaft je Aktionär sowie eine Rundung nach kaufmännischen Grundsätzen zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien kann vorgesehen werden. Ein etwaiges weitergehendes Andienungsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. |
Der Vorstand wird ermächtigt, die aufgrund der vorliegenden oder aufgrund einer früher erteilten Ermächtigung erworbenen Aktien der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, aufgrund einzelner oder mehrerer Ermächtigungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre wie folgt zu verwenden:
| ― | zur Veräußerung der erworbenen Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre, soweit dies gegen Sachleistung und zu dem Zweck erfolgt, Unternehmen, Unternehmensteile oder Beteiligungen an Unternehmen (einschließlich der Erhöhung bestehender Beteiligungen) zu erwerben oder Unternehmenszusammenschlüsse durchzuführen; |
| ― | zur Veräußerung der erworbenen Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre gegen Barzahlung, wenn der Kaufpreis den Börsenpreis der Aktien zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. |
| ― | Diese Ermächtigung beschränkt sich auf insgesamt höchstens 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über diese Ermächtigung oder - falls dieser Wert geringer ist - auf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Veräußerung der Aktien. Das Ermächtigungsvolumen verringert sich um den anteiligen Betrag am Grundkapital der Gesellschaft, der auf Aktien entfällt oder auf den sich Wandlungs- und/oder Optionsrechte bzw. -pflichten aus Schuldverschreibungen beziehen, die seit Erteilung dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss in unmittelbarer, entsprechender oder sinngemäßer Anwendung von § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert worden sind. |
| ― | Der Preis, zu dem Aktien gemäß dieser Ermächtigung an Dritte abgegeben werden, darf den Mittelwert der Aktienkurse (Schlussauktionspreise im "Xetra"-Handel der Deutschen Börse AG in Frankfurt am Main bzw. in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Tagen vor Begründung der Verpflichtung zur Veräußerung bzw. dem Tag der Börseneinführung nicht um mehr als 5 % unterschreiten; |
| ― | zur Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und an Arbeitnehmer und Mitglieder der Geschäftsführungen der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen, soweit sie zur Bedienung von Arbeitnehmern und Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft oder Arbeitnehmern und Mitgliedern der Geschäftsführung der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen eingeräumten Options- bzw. Erwerbsrechten oder Erwerbspflichten auf Aktien der Gesellschaft verwendet werden sollen; |
| ― | zur Erfüllung der Verpflichtungen aus Wertpapierdarlehen/Wertpapierleihen, die zum Zweck der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und an Arbeitnehmer und Mitglieder der Geschäftsführungen der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen entsprechend vorstehendem Absatz aufgenommen wurden; |
| ― | zur Erfüllung von Umtauschrechten oder -pflichten aus von der Gesellschaft oder von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen begebenen Wandel-, Options- und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder Zertifikaten; und/oder zur Gewährung eines Bezugsrechts auf eigene Aktien für Inhaber oder Gläubiger der von der Gesellschaft oder ihren Konzerngesellschaften ausgegebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen in dem Umfang, wie es ihnen nach Ausübung der ihnen eingeräumten Options- oder Wandlungsrechte als Aktionär zustehen würde und nach näherer Maßgabe der Anleihe- bzw. Optionsbedingungen zum Zwecke des Verwässerungsschutzes angeboten werden kann; |
| ― | für Spitzenbeträge im Fall der Veräußerung eigener Aktien im Rahmen eines Verkaufsangebots an alle Aktionäre. |
Der Vorstand wird ferner ermächtigt, alle oder einen Teil der eigenen Aktien der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Von der Ermächtigung zur Einziehung kann mehrfach Gebrauch gemacht werden. Die eigenen Aktien können auch nach § 237 Absatz 3 Nr. 3 AktG im vereinfachten Verfahren ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des auf eine Aktie entfallenden anteiligen Betrags des Grundkapitals eingezogen werden. Der Vorstand ist in diesem Fall zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt.
INDUS hat sich als börsennotierte Beteiligungsgesellschaft für den Mittelstand positioniert. Ziel ist es, mit der Gruppe eine nachhaltige EBIT-Marge von "10 % plus" zu erwirtschaften. Die erwirtschaftete Rendite bildet die Basis für regelmäßige Ausschüttungen an die Aktionäre bei gleichzeitig wachsendem Eigenkapital zur Finanzierung von Wachstum. Den operativen Erfolg ihrer Unternehmen gibt die INDUS Holding AG regelmäßig über die Auszahlung einer Dividende - der durchschnittliche Zielwert liegt bei 40 % bis 50 % vom Bilanzgewinn - an ihre Eigentümer weiter. Damit bietet die Gesellschaft einem breiten Kreis an Investoren Zugang zur wertstabilen Anlageklasse "Mittelstand".
Das Portfolio soll zudem durch den gezielten Zukauf weiterer profitabler mittelständischer Industrieunternehmen und durch Unterstützung der unternehmerischen Weiterentwicklung der bestehenden Beteiligungen nachhaltig wachsen. Dazu identifiziert und prüft INDUS kontinuierlich passende Kaufobjekte. Für das Portfolio interessant sind Unternehmen, die in zukunftsorientierten industriellen Nischenmärkten aktiv und innerhalb ihrer Märkte führend sind. In erster Linie positioniert sich INDUS als Ansprechpartner für Nachfolgeregelungen im deutschsprachigen Mittelstand. In speziellen Fällen können zudem Ausgliederungen aus einem Konzern für INDUS interessante Investitionsmöglichkeiten darstellen, allerdings nur, wenn sich diese Einheit als selbstständiges und nach mittelständischen Prinzipien agierendes Unternehmen am Markt etablieren kann.
Ausgewählt werden Unternehmen, die als bereits etablierte erfolgreiche Produktionsunternehmen über ein stabiles Geschäftsmodell mit wachstumsstarken Produkten verfügen. Dementsprechend schließt INDUS den Erwerb von Start-up-Unternehmen und ein Engagement in Restrukturierungsfällen aus. Gleiches gilt für "reife" Unternehmen, die sich bereits in einer Abschwungphase befinden. Ausgeschlossen sind zudem Engagements in subventionierten Branchen, sowie Investitionen in waffenproduzierende Bereiche.
Exit-Strategien spielen bei den Kaufentscheidungen keine Rolle, da das Prinzip "buy and hold" zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie bzw. -philosophie ist. Zu den Geschäftszielen von INDUS gehören aber auch das Erhalten einer stabilen Portfolio-Performance sowie deren permanente Verbesserung durch zukunftsträchtige Investments. Daher ist in Sonderfällen auch eine Trennung notwendig - zum Beispiel, wenn sich die ursprünglichen Rahmen- und Marktbedingungen für ein Portfoliounternehmen gravierend ändern und eine wirtschaftliche Fortführung in der Gruppe nicht mehr sinnvoll wäre.
Für INDUS haben Unternehmen eine optimale Größe, wenn sie jährlich einen Umsatz zwischen 20 und 100 Mio. EUR erzielen und dabei eine nachhaltige operative Rendite (EBIT-Marge) von mehr als 10 % erwirtschaften. Vor Erwerb eines Unternehmens analysiert INDUS die jeweilige Branchensituation mit besonderer Aufmerksamkeit. Entscheidend ist die dauerhafte Stabilität und Rentabilität des Geschäftsmodells. Innerhalb einer attraktiven Nische sollten sowohl das jeweilige Unternehmen als auch die Branche über langfristiges Wachstumspotenzial mit internationaler Ausrichtung verfügen. Zusätzlich analysiert INDUS auch die Nachhaltigkeitsleistung der Zielunternehmen.
INDUS verfolgt bei ihren Akquisitionen stets das Ziel, die Mehrheit der Anteile zu übernehmen. Gleichzeitig legt die Gesellschaft Wert auf eine enge Bindung der geschäftsführenden Unternehmer sowie der Führungskräfte über den Kaufzeitpunkt hinaus. Diese Bindung kann durch entsprechende Beteiligungsmodelle für Geschäftsführer gezielt unterstützt werden.
Im Rahmen des 2012 vom Vorstand vorgelegten Strategieprogramms "KOMPASS 2020" hat sich INDUS das Ziel gesetzt, das Portfolio wertsteigernd zu entwickeln und auszubauen. Dieser Ausbau verfolgt drei Zielsetzungen:
| ― | Herstellen einer ausgewogenen Portfoliostruktur leistungsfähiger Beteiligungen |
| ― | Wertsteigerung des Portfolios durch Bereitstellen von Investitionen und Förderung von Innovationen |
| ― | Wachstum durch gezielte Zukäufe. |
Um die Marktpositionen einzelner Tochtergesellschaften zu stärken, unterstützt INDUS bei Bedarf ihre Beteiligungen mit Kapital. Dabei geht die Führungsgesellschaft mit dem Selbstverständnis einer Förderbank vor. Das bedeutet, dass die Mittelvergabe von der Plausibilität der durch die Geschäftsführungen vorgelegten Pläne abhängig gemacht wird. INDUS stellt ihre Mittel bevorzugt für folgende Zwecke zur Verfügung: für Zukäufe auf der zweiten Ebene (Enkel-Gesellschaften), die grundsätzlich der Expansion oder Geschäftsentwicklung dienen, für Zukäufe oder Investitionen zum Zweck der Internationalisierung, für "Forschung & Entwicklung" zur Festigung der bestehenden Marktposition bzw. Erschließung neuer Ertragsfelder und für klassische Projekt- oder Wachstums/Erweiterungsfinanzierungen (z. B. in Maschinen oder Anlagen). Darüber hinaus fließen Mittel in den Erhalt der Anlagenbasis und in Rationalisierungsinvestitionen.
Ein weiteres Ziel von "KOMPASS 2020" ist das Wachsen durch gezielte Zukäufe für das Portfolio. Daher hat der Vorstand zusätzliche industrielle Wachstumsmärkte definiert, in denen INDUS verstärkt zukaufen wird. Dies sind die Bereiche:
| ― | Technik für Infrastruktur/Verkehr/Logistik, |
| ― | Medizin- und Gesundheitstechnik, |
| ― | Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik, |
| ― | Energie- und Umwelttechnik. |
2013 wurden mit den Unternehmen BUDDE und ELTHERM zwei Unternehmen aus den Zielbranchen Logistik sowie Energietechnik erworben. 2014 wurden die Unternehmen ROLKO und MBN akquiriert, zwei Unternehmen aus den Zielbranchen Medizin- und Gesundheitstechnik sowie Automatisierungstechnik. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 hat INDUS mit RAGUSE und IEF-Werner ebenfalls wieder zwei Unternehmen aus den Zielbranchen Medizin- und Gesundheitstechnik sowie Automatisierungstechnik hinzugefügt.
Zur Sicherung des stabilen wirtschaftlichen Fundaments von INDUS legt der Vorstand ein besonderes Augenmerk darauf, im Rahmen seiner Funktion als Führungsgesellschaft sowie als Eigentümerin über die wirtschaftliche Entwicklung und Situation in den Unternehmen informiert zu sein. Diese Information holt sich INDUS über verschiedene Berichte zu einzelnen Fragestellungen ein, aber auch über den unmittelbaren Austausch mit den Geschäftsführern der Beteiligungen. Zudem setzt sich die INDUS Holding AG konkrete Ziele bezüglich ihrer künftigen wirtschaftlichen Entwicklung bzw. trifft Einschätzungen zu dieser Entwicklung sowohl aus unternehmerischen Gründen als auch im Rahmen der Kapitalmarkterwartungen/Kapitalmarktpflichten.
Parallel zu den obligatorischen Informationsflüssen im Rahmen der Konsolidierung tauschen sich Vorstand und Geschäftsführungen informell und kontinuierlich sowie mindestens einmal im Jahr formell (Eigentümergespräche) zu den Entwicklungen aus. Aus diesen Informationen aus allen Unternehmen gewinnt die Führungsgesellschaft ein Gesamtbild der Erwartungen und Planungen, das sie zum einen für die Planung der erforderlichen Finanzierungsmittel nutzt und zum anderen an ihre Eigen- wie Fremdkapitalgeber kommuniziert. Ausgangspunkt für die unternehmerischen Zielsetzungen der INDUS Holding AG ist somit im Wesentlichen die jährliche Planung der Unternehmen.
Auf Grundlage der Monatszahlen verfolgt INDUS die Entwicklung der Unternehmen im Vergleich zum jeweiligen Budget. Dabei werden weitere Kennzahlen einbezogen wie Auftragseingang und -bestand sowie Auftragsreichweite und -qualität. Das Controlling-System liefert bei Planabweichungen frühzeitig Hinweise. Darüber hinaus beobachten und analysieren die Geschäftsführer der Beteiligungen ihre jeweiligen Märkte und ihr spezifisches Wettbewerbsumfeld und berichten über wesentliche Veränderungen. Zentrale Kennzahlen für die Führungsgesellschaft sind vor allem Umsatz, EBIT und EBIT-Marge.
Die Prinzipien verantwortungsbewusster und guter Unternehmensführung bestimmen das Handeln der Leitungs- und Kontrollgremien der INDUS Holding AG. Der Vorstand berichtet in dieser Erklärung gemeinsam mit dem Aufsichtsrat - gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie gemäß § 289a Abs. 1 HGB - über die Unternehmensführung. Das Handeln von INDUS ist auf nachhaltigen Erfolg ausgerichtet. Vorstand und Aufsichtsrat handeln daher bereits seit Jahren nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.
Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat den überarbeiteten Kodex 2015 in der Fassung vom 5. Mai 2015 verabschiedet. Vorstand und Aufsichtsrat haben im Berichtsjahr gemäß § 161 Abs. 1 AktG am 16. Dezember 2015 eine gemeinsame Entsprechenserklärung abgegeben. Sie ist auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht.4
Die INDUS Holding AG entspricht bis auf zwei Ausnahmen sämtlichen Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (keine Benennung konkreter Ziele bezüglich der Zusammensetzung des Aufsichtsrats sowie keine Begrenzung der Amtsperioden der Aufsichtsräte, Veröffentlichung des Geschäftsberichts nicht binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende bzw. der Zwischenberichte nicht binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums) und wird diesen auch zukünftig entsprechen.
4 www.indus.de
Der Aufsichtsrat der INDUS Holding AG bestellt den Vorstand, berät ihn bei der Leitung des Unternehmens und überwacht dessen Geschäftsführung. Informationen über die Schwerpunkte der Aufsichtsratstätigkeit im vergangenen Jahr finden sich im Bericht des Aufsichtsrats5. Der Aufsichtsrat bestand im Berichtsjahr aus sechs Personen. Der nächste Wahltermin steht zur Hauptversammlung im Jahr 2017 an.
Kein Aufsichtsratsmitglied übte und übt Organfunktionen oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern von INDUS aus. Beachtet wird die Empfehlung aus dem Kodex, dass dem Aufsichtsrat nicht mehr als zwei ehemalige Vorstandsmitglieder angehören sollen; im Aufsichtsrat ist derzeit kein ehemaliges Vorstandsmitglied vertreten.
Der Aufsichtsrat hat sich selbst eine Altersgrenze auferlegt: Mitglieder dürfen zum Zeitpunkt ihrer Wahl ein Alter von 70 Jahren nicht überschreiten.
Seitens des Aufsichtsrats der INDUS Holding AG bestehen ein Personal- und ein Prüfungsausschuss. Der Nominierungsausschuss ist identisch mit dem Personalausschuss. Der Personalausschuss hat drei Mitglieder. Seine Aufgaben bestehen darin, Vorstandspersonalien, insbesondere die Anstellungsverträge und sonstige Verträge mit Vorstandsmitgliedern zu behandeln. Entscheidungen werden nur dann im Gesamtgremium des Aufsichtsrats getroffen, wenn dies kraft Gesetzes zuständig ist. Dies gilt besonders für die Entscheidungen des Aufsichtsrats zur Struktur der Vergütungen für Vorstandsmitglieder und, seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG), auch für die Festsetzung der Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder. Der Ausschuss hat hierzu Vorschläge zu erarbeiten und dem Gesamtplenum zur Beratung und Beschlussfassung zu unterbreiten. Der Prüfungsausschuss besteht aus zwei Mitgliedern.
Sitzungen der Ausschüsse finden regelmäßig als Präsenzsitzungen statt. Außerhalb von Sitzungen sind Beschlussfassungen schriftlich zulässig, sofern der Vorsitzende des Aufsichtsrats dies anordnet. Wie auch im Aufsichtsrat bedürfen Beschlüsse des Ausschusses, soweit gesetzlich nicht anderweitig geregelt, der einfachen Mehrheit. Der Vollzug von Beschlüssen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse obliegt dem Aufsichtsratsvorsitzenden.
Der Aufsichtsrat spricht sich für eine Besetzung von Leitungsfunktionen in der INDUS Holding AG sowohl nach den hohen Qualitätsmaßstäben von INDUS als auch unter Berücksichtigung von Diversity-Kriterien (Geschlecht, Alter, Religion, ethnische Herkunft, sexuelle Orientierung, Behinderung etc.) aus. Insbesondere strebt der Aufsichtsrat mittel- bis langfristig eine angemessene Repräsentation von Frauen in den Gremien der INDUS Holding AG an. Vorstand und Aufsichtsrat der INDUS Holding AG haben zur Kenntnis genommen, dass diese Überlegungen auch auf der Ebene der Beteiligungsgesellschaften der INDUS Holding AG geteilt werden.
Der Aufsichtsrat legt für den Frauenanteil im Aufsichtsrat die Zielgröße 16,6 % fest. Diese Zielgröße entspricht dem aktuellen Stand. Die Zielgröße gilt bis zum 30. Juni 2017. Der Aufsichtsrat steht einer Erhöhung der Zielgröße aufgeschlossen gegenüber. Rechtzeitig vor dem 30. Juni 2017 wird der Aufsichtsrat über die ab dem 1. Juli 2017 geltende Zielgröße für den Frauenanteil im Aufsichtsrat beraten und beschließen.
5 Siehe Bericht des Aufsichtsrates
Der Vorstand der INDUS Holding AG leitet das Unternehmen und führt dessen Geschäfte. Er entwickelt die strategische Ausrichtung des Unternehmens, stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Darüber hinaus bestimmt der Vorstand die unternehmerischen Ziele, die Jahres- und Mehrjahresplanung, das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem und das Controlling der einzelnen Geschäftssegmente. Eine weitere Pflicht des Vorstands liegt in der Aufstellung der Quartals-, Halbjahres- und Jahresabschlüsse für die INDUS Holding AG und den INDUS-Konzern. Der Vorstand bestand 2015 aus drei Personen. Ihm gehören Jürgen Abromeit (Vorstandsvorsitzender), Dr.-Ing. Johannes Schmidt und Rudolf Weichert an. Die vom Aufsichtsrat getroffene Festlegung zur Altersgrenze für Vorstandsmitglieder, die eine Beendigung des Mandats mit Vollendung des 67. Lebensjahres vorsieht, wurde eingehalten.
Der Aufsichtsrat geht mittelfristig von einer Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand von 25 % aus. Da kurzfristig, d.h. bis zu dem vom Gesetzgeber vorgegebenen Datum der ersten Zielfestsetzung, dem 30. Juni 2017, die Verwirklichung des 25 % Zieles nicht als möglich erscheint, legt der Aufsichtsrat bis zu diesem Datum für den Frauenanteil im Vorstand die Zielgröße von 0 % fest. Rechtzeitig vor dem 30. Juni 2017 wird der Aufsichtsrat über die ab dem 1. Juli 2017 geltende Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand beraten und beschließen.
Der Vorstand spricht sich für eine Besetzung von Leitungsfunktionen in der INDUS Holding AG sowohl nach den hohen Qualitätsmaßstäben der INDUS als auch unter Berücksichtigung von Diversity-Kriterien (Geschlecht, Alter, Religion, ethnische Herkunft, sexuelle Orientierung, Behinderung etc.) aus. Insbesondere ist es Ziel des Vorstands, eine angemessene Repräsentation von Frauen unter den Mitarbeitern der INDUS Holding AG beizubehalten. In der Führungsgesellschaft beträgt der Frauenanteil derzeit 38 %.
In der Organisationsstruktur der INDUS Holding AG bestehen keine Führungsebenen unterhalb des Vorstands. Der Gesetzgeber des "Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" hat nicht beabsichtigt, in die Organisationshoheit des Vorstands einer börsennotierten Gesellschaft eingreifen zu wollen. Deshalb besteht für den Vorstand keine Notwendigkeit aufgrund dieses Gesetzes neu (erstmalig) Führungsebenen festzulegen. Aufgrund dieser Tatsache beschließt der Vorstand, dass für die INDUS Holding AG keine Zielgrößen für einen Frauenanteil für Führungsebenen unterhalb des Vorstands festgelegt werden.
Die Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie der Ausschüsse ist in der Rubrik Organe dargestellt. Ausschüsse des Vorstands bestehen nicht. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend insbesondere über sämtliche relevanten Fragen zur Unternehmensplanung, Strategieentwicklung, Ertrags- und Finanzlage sowie Risikolage, Risikomanagement und Compliance. Insbesondere werden auch Ziel- und Planabweichungen des Geschäftsverlaufs sowie die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung der Gruppe erläutert. Entscheidungen, die für den Konzern wesentlich sind, bedürfen nach den Bestimmungen der Geschäftsordnung der Zustimmung des Aufsichtsrats.
Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern und der Gesellschaft bestanden nicht. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind, traten im Berichtsjahr nicht auf. Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten bzw. vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen, die von den Vorstands- und Aufsichtsräten wahrgenommen werden, können dem Kapitel "Weitere Informationen" entnommen werden. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Konzernanhang dargestellt.
Die Gesellschaft hat für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sogenannte D&O-Versicherung) mit einem angemessenen Selbstbehalt gemäß § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG (Vorstand) bzw. gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex (Aufsichtsrat) abgeschlossen.
Im Jahr 2015 wurden von den Mitgliedern des Aufsichtsrats und deren meldepflichtigen Angehörigen keine meldepflichtigen Erwerbsgeschäfte mitgeteilt. Die drei Mitglieder des Vorstands haben im August 2015 Aktienkäufe gemeldet. Alle mitgeteilten Wertpapiergeschäfte sind auf der Internetseite der Gesellschaft6 veröffentlicht. Der Gesamtbesitz der durch alle Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder gehaltenen Aktien überstieg zum 31. Dezember 2015 in der Summe den Schwellenwert von 1 % der ausgegebenen Aktien und erreichte 1,6 %. Davon hält der Aufsichtsrat Hans Joachim Selzer 385.033 Aktien (entspricht 1,5 %), der Aufsichtsrat Dr. Jürgen Allerkamp 4.000 Aktien, der Vorstandsvorsitzende Jürgen Abromeit 3.000 Aktien und die beiden Vorstandsmitglieder Dr. Johannes Schmidt und Rudolf Weichert jeweils 500 Aktien.
INDUS informiert Aktionäre, Aktionärsvereinigungen, Analysten, Medien und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig und zeitnah über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die Lage des Unternehmens. Die Gesellschaft behandelt die verschiedenen Personengruppen gleichberechtigt und informiert sie gleichzeitig. INDUS kommt im Rahmen ihrer Investor Relations-Arbeit regelmäßig mit Analysten und institutionellen Investoren zusammen. Aktuelle Präsentationen sind auf der Website frei einsehbar. Über die wiederkehrenden Termine wie das Datum der Hauptversammlung oder die Veröffentlichungstermine der Zwischenberichte unterrichtet ein Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten und auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht ist. Über aktuelle Entwicklungen informiert ebenfalls die Internetpräsenz. Dort werden sämtliche Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen von INDUS in deutscher und englischer Sprache publiziert sowie Informationen und Bildmaterial zur Verfügung gestellt. Die Satzung der Gesellschaft ist dort ebenso abrufbar wie die jährlichen Geschäftsberichte, Zwischenberichte und die Erklärung zur Unternehmensführung. Alle Interessierten können auf der Website zudem einen elektronischen Newsletter abonnieren, der zeitnah über Neuigkeiten aus dem Konzern berichtet.
6 www.indus.de/investor-relations/meldungen.html
Aktionäre und potenzielle Anleger können sich jederzeit im Internet über die aktuelle Lage des Unternehmens informieren. Die Aktionäre nehmen zudem ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie besitzt eine Stimme. Aktionäre, deren Anteile zusammen den zwanzigsten Teil des Grundkapitals oder den anteiligen Betrag von 500 000 Euro erreichen, können verlangen, dass Gegenstände auf die Tagesordnung gesetzt und bekanntgemacht werden. Die Aktionäre müssen das niedrigere der beiden genannten Quoren erfüllen, d.h. ausgehend von einem Grundkapital in Höhe von 63.571.323,62 EUR bei 24.450.509 Aktien entsprechen 5 % des Grundkapitals 1.222.525 Aktien. Das alternative Quorum von einem anteiligen Betrag von 500.000 EUR entspricht 192.308 Aktien (ca. 0,8 % des Grundkapitals). INDUS-Aktien existieren nur als Stammaktien; andere Aktiengattungen existieren nicht. Sämtliche für die Entscheidungsfindung notwendigen Unterlagen veröffentlicht INDUS rechtzeitig auf ihrer Internetseite. INDUS unterstützt die Aktionäre bei der Wahrnehmung ihres Stimmrechts durch die Benennung eines Stimmrechtsvertreters, der auf der Hauptversammlung gemäß den Weisungen der Aktionäre abstimmt. An den Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft können vor sowie während der Hauptversammlung bis zum Ende der Generaldebatte Weisungen zur Stimmrechtsausübung erteilt werden. Bis zum Beginn der Hauptversammlung können Aktionäre diese Weisungen auch online erteilen. Die Aktionäre haben zudem die Möglichkeit, ihre Stimmen, ohne Bevollmächtigung eines Vertreters, per Briefwahl abzugeben. Im vergangenen Jahr fand die Hauptversammlung mit rund 400 Teilnehmern am 3. Juni 2015 in Köln statt.
Der Konzernabschluss wird seit Beginn des Jahres 2005 nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Der für die Dividendenzahlung maßgebliche Einzelabschluss der INDUS Holding AG wird hingegen nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt. In der Hauptversammlung am 3. Juni 2015 wurde auf Vorschlag des Aufsichtsrats die Ebner Stolz GmbH & Co. KG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft, Köln, für den Konzern und den Einzelabschluss als Prüfer gewählt. Der Abschlussprüfer wird entsprechend den gesetzlichen Regeln für jeweils ein Geschäftsjahr von der Hauptversammlung gewählt. Ebner Stolz ist seit dem Geschäftsjahr 2013 Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der INDUS Holding AG.
Die unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer für den Einzel- und Konzernabschluss sind Dr. Werner Holzmayer und Marcus Lauten (beide seit dem Geschäftsjahr 2013). Die gesetzlichen Vorgaben und Rotationsverpflichtungen aus den §§ 319 und 319a HGB werden erfüllt. Die entsprechende Unabhängigkeitserklärung gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde vom Aufsichtsrat eingeholt. Die Erteilung des Prüfungsauftrags für den Einzel- und Konzernabschluss erfolgte durch den Aufsichtsrat im Anschluss an den Beschluss der Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat vereinbarte mit dem Abschlussprüfer, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss- und Befangenheitsgründe während der Prüfung unterrichtet wird. Darüber hinaus soll der Abschlussprüfer über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse umgehend berichten.
Das Gesetz über die Offenlegung der Vorstandsvergütungen (VorstOG) sieht die individualisierte Veröffentlichung der Bezüge der Vorstandsmitglieder vor. Diese sollen nach erfolgsunabhängigen und erfolgsbezogenen Komponenten sowie Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung aufgeschlüsselt werden.
Das Vergütungssystem für den Vorstand wurde 2009 überprüft und auf der Hauptversammlung 2010 durch den Aufsichtsrat vorgestellt. Das Vergütungssystem besteht gesetzeskonform aus drei Elementen: Festgehalt, Short Term Incentive und Long Term Incentive. Die variablen Anteile machen zusammen mehr als 40 % der Bezüge aus; Komponenten mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage und kurzfristig variable Elemente sind angemessen gewichtet. Für das Geschäftsjahr 2016 wird erstmals eine Nachhaltigkeitskomponente eingeführt.
Der Short Term Incentive bemisst sich am Ergebnis vor Steuern und Zinsen des Konzerns (Konzern-EBIT vor Wertminderung für einen Geschäfts- oder Firmenwert). Die Zielmarke wird jährlich im Rahmen der Unternehmensplanung mit dem Aufsichtsrat festgelegt. Bei einer 100 %igen Zielerreichung entspricht der Bonusfaktor ebenfalls 100 %. Liegt die Zielerreichung unter 50 %, ergibt sich für den Bonusfaktor ein Wert von 0. Bei einer Zielerreichung zwischen 100 % und 125 % erhöht sich der Bonusfaktor um 2 Prozentpunkte je Prozentpunkt Zuwachs. Ab einer Zielerreichung von über 125 % besteht ein Cap (maximale Obergrenze).
Der Long Term Incentive besteht aus sogenannten virtuellen Aktienoptionen (SAR, Stock Appreciation Rights). Dazu wird zum Ausgabezeitpunkt ein Basispreis der Wertsteigerungsrechte festgestellt. Auf Basis des vertraglich vereinbarten Zielwertes ergibt sich die Anzahl der virtuellen Aktienoptionen. Eine Auszahlung kann nur erfolgen, wenn der Aktienkurs im Ausübungszeitraum über diesem Basispreis liegt und definierte Erfolgshürden erreicht wurden (Mindestkurssteigerung von 12 %). Der frühestmögliche Zeitpunkt der Auszahlung wird von einer Sperrfrist (4 Jahre) abhängig gemacht; es besteht eine Obergrenze (Cap) bei Erreichen von 200 % des Zielbonus. Dem Vorstand werden in jährlichen Tranchen virtuelle Aktienoptionen gewährt, deren Stückzahl durch den Optionspreis im Ausgabezeitpunkt und den vertraglich bestimmten Zielwert bestimmt wird. Die Optionen sind ab ihrer Gewährung unverfallbar.
Im Geschäftsjahr 2015 wurden 65.636 SAR (Vorjahr: 77.200) ausgegeben. Zum Zeitpunkt ihrer Gewährung betrug der beizulegende Zeitwert der SAR insgesamt 280 TEUR (Vorjahr: 280 TEUR). Der ermittelte beizulegende Zeitwert der bisher insgesamt gewährten SAR betrug zum Bilanzstichtag 2.248 TEUR (Vorjahr: zeitanteiliger beizulegender Zeitwert 1.436 TEUR). In dieser Höhe wurde im Jahresabschluss eine Rückstellung gebildet. Im Personalaufwand ist die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts vor Abzinsung mit 1.486 TEUR (Vorjahr: 408 TEUR) enthalten. Die Zeitwertermittlung erfolgte mit einem anerkannten finanzmathematischen Optionspreismodell unter Berücksichtigung der Deckelung der Auszahlungsansprüche.
Der Ausweis der Vergütung des Vorstands in individualisierter Form erfolgt für die Geschäftsjahre 2014 und 2015 auf Grundlage der im Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlenen einheitlichen Mustertabellen.
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| in TEUR | Abromeit | Dr. Schmidt | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vorstandsvorsitzender (seit 2012; seit 2008 Vorstand) | Vorstand (seit 2006) | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2014 | 2015 | 2015 (Min.) | 2015 (Max.) | 2014 | 2015 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 528 | 539 | 539 | 539 | 370 | 370 |
| Nebenleistungen | 17 | 19 | 19 | 19 | 15 | 17 |
| Summe | 545 | 558 | 558 | 558 | 385 | 387 |
| Einjährige variable Vergütung | 270 | 270 | 0 | 405 | 170 | 170 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||||
| Tranche 20141) | 140 | 0 | 0 | 0 | 70 | 0 |
| Tranche 20152) | 0 | 140 | 0 | 280 | 0 | 70 |
| Summe | 410 | 410 | 0 | 685 | 240 | 240 |
| Versorgungsaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 955 | 968 | 558 | 1.243 | 625 | 627 |
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| in TEUR | Dr. Schmidt | Weichert | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vorstand (seit 2006) | Vorstand (seit 2012) | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2015 (Min.) | 2015 (Max.) | 2014 | 2015 | 2015 (Min.) | 2015 (Max.) | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 370 | 370 | 300 | 320 | 320 | 320 |
| Nebenleistungen | 17 | 17 | 31 | 31 | 31 | 31 |
| Summe | 387 | 387 | 331 | 351 | 351 | 351 |
| Einjährige variable Vergütung | 0 | 255 | 170 | 170 | 0 | 255 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||||
| Tranche 20141) | 0 | 0 | 70 | 0 | 0 | 0 |
| Tranche 20152) | 0 | 140 | 0 | 70 | 0 | 140 |
| Summe | 0 | 395 | 240 | 240 | 0 | 395 |
| Versorgungsaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 387 | 782 | 571 | 591 | 351 | 746 |
1) Tranche 2014: Virtuelle Akienoptionen (1.1.2014-31.12.2019)
2) Tranche 2015: Virtuelle Akienoptionen (1.1.2015-31.12.2020)
Den Vorstandsmitgliedern flossen 2015 folgende Bezüge zu:
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| in TEUR | Abromeit | Dr. Schmidt | Weichert | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vorstandsvorsitzender (seit 2012; Vorstand seit 2008) | Vorstand (seit 2006) | Vorstand (seit 2012) | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2014 | 2015 | 2014 | 2015 | 2014 | 2015 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 528 | 539 | 370 | 370 | 300 | 320 |
| Nebenleistungen | 17 | 19 | 15 | 17 | 31 | 31 |
| Summe | 545 | 558 | 385 | 387 | 331 | 351 |
| Einjährige variable Vergütung (Jahrestantieme) | 296 | 330 | 183 | 209 | 183 | 209 |
| Mehrjährige variable Vergütung | ||||||
| Tranche 20103) | 140 | 0 | 140 | 0 | 0 | 0 |
| Tranche 20114) | 0 | 140 | 0 | 140 | 0 | 0 |
| Summe | 436 | 470 | 323 | 349 | 183 | 209 |
| Versorgungsaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtvergütung | 981 | 1.028 | 708 | 736 | 514 | 560 |
3) Tranche 2010: Virtuelle Akienoptionen (1.1.2010-31.12.2015)
4) Tranche 2011: Virtuelle Akienoptionen (1.1.2011-31.12.2016)
Die Nebenleistungen beinhalten die steuerpflichtigen geldwerten Vorteile, im Wesentlichen die Gewährung von Dienstwagen. Durch Gehaltsumwandlung wurden von einem ehemaligen Vorstandsmitglied Altersversorgungsansprüche erworben; sie sind durch wertkongruente Rückdeckungsversicherungen gedeckt.
Gemäß der Empfehlung in Ziff. 4.2.3 Abs. 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex soll die Vergütung des Vorstands insgesamt und hinsichtlich ihrer variablen Vergütungsteile betragsmäßige Höchstgrenzen aufweisen. Die maximale Vergütung für den Vorstand kann der Tabelle "Gewährte Zuwendungen" entnommen werden.
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in Punkt 6.16 der Satzung geregelt. Jedes Aufsichtsratsmitglied erhält außer dem Ersatz seiner Auslagen für seine Tätigkeit im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr eine Grundvergütung in Höhe von 30 TEUR sowie ein Sitzungsgeld von 3 TEUR pro Sitzung. Der Vorsitzende erhält das Doppelte der beiden vorgenannten Beträge, der Stellvertreter das Eineinhalbfache. Sitzungen von Ausschüssen, die am gleichen Tag wie Aufsichtsratssitzungen stattfinden, werden für die Ausschussmitglieder nicht eigens vergütet. Auch Beschlussfassungen im Umlaufverfahren führen nicht zu einem Sitzungsgeld. Der Vorsitz beziehungsweise stellvertretende Vorsitz im Nominierungsausschuss und Prüfungsausschuss wird nicht eigens vergütet. Aufsichtsratsmitglieder, die nur einen Teil des Geschäftsjahrs dem Aufsichtsrat angehören, erhalten eine im Verhältnis geringere Vergütung. Nimmt ein Aufsichtsratsmitglied an einer Sitzung des Plenums oder einer Ausschusssitzung nicht teil, reduziert sich die Vergütung für die Aufsichtsrats- bzw. Ausschusstätigkeit anteilig.
Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden wie in den Vorjahren weder Kredite noch Vorschüsse gewährt, noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.
Für den Aufsichtsrat bestehen keine Aktienoptionsprogramme und ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder belief sich im Geschäftsjahr 2015 insgesamt auf 322 TEUR (Vorjahr: 322 TEUR). Für persönlich erbrachte Beratungsleistungen an Konzerngesellschaften erhielten Aufsichtsratsmitglieder im Berichtsjahr 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten bzw. vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen, die von den Vorstands- und den Aufsichtsratsmitgliedern wahrgenommen werden, können den gleichnamigen Kapiteln unter "Weitere Informationen" entnommen werden. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang des Konzernabschlusses dargestellt.
Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten im Berichtsjahr folgende Vergütungen:
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| in TEUR | Fixe Vergütung | Sitzungsgeld | Gesamt | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2015 | 2014 | 2015 | 2014 | 2015 | 2014 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Helmut Späth (seit 11. Juni 2014 Vorsitzender) | 60 | 45 | 24 | 18 | 84 | 63 |
| Burkhard Rosenfeld (bis 11. Juni 2014) | 0 | 30 | 0 | 12 | 0 | 42 |
| Dr. Jürgen Allerkamp | 45 | 45 | 22 | 22 | 67 | 67 |
| Dr. Ralf Bartsch | 30 | 30 | 15 | 15 | 45 | 45 |
| Dr. Dorothee Becker (seit 11. Juni 2014) | 30 | 15 | 12 | 6 | 42 | 21 |
| Hans Joachim Selzer | 30 | 30 | 12 | 12 | 42 | 42 |
| Carl Martin Welcker | 30 | 30 | 12 | 12 | 42 | 42 |
| Gesamt | 225 | 225 | 97 | 97 | 322 | 322 |
Das zurückliegende Geschäftsjahr 2015 verlief aus gesamtwirtschaftlicher Sicht durchaus wechselhaft. Die Konjunkturaussichten haben sich zudem im Jahresverlauf eher eingetrübt. Weiterhin bestimmen zahlreiche geopolitische Konflikte und Fiskalkrisen die Weltkonjunktur. Nicht zuletzt unter dem Eindruck zunehmender Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung in China hat die Volatilität im Herbst 2015 an den Finanzmärkten weltweit deutlich zugenommen.
Eine verbesserte weltwirtschaftliche Dynamik blieb 2015 aus. Die Impulse verlagerten sich von den Schwellenländern hin zu den fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Die Konjunkturschwäche in China hat zudem über den Handel auf die Schwellenländer ausgestrahlt, auch durch den damit verbundenen starken Rückgang der Rohstoffpreise. Das Expansionstempo in den Schwellenländern Südostasiens hat sich spürbar abgeschwächt, Brasilien und Russland befinden sich in der Rezession. Der Ölpreis blieb niedrig. Auch die erwartete Leitzinsanhebung in den Vereinigten Staaten erfolgte erst unmittelbar vor Jahresende. Deutschland hat in diesem Umfeld aber dennoch ein beachtliches BIP-Wachstum von 1,8 % erzielen können. Die deutsche Konjunktur profitierte von stabilen Verbraucherpreisen, einem hohen Beschäftigungsgrad und einer guten gesamtwirtschaftlichen Auslastung. Insbesondere der Export stützte die Konjunktur, angetrieben von einem zunehmend schwachen Euro.
Nachdem die Weltwirtschaft 2014 nur unterdurchschnittlich wuchs, zeichnet sich auch für das Berichtsjahr ein eher durchwachsenes Bild ab. Aktuelle Indikatoren deuten darauf hin, dass die Weltwirtschaft 2015 um 3,1 %7 gewachsen ist. Die Impulse dazu lieferten die Industrieländer. Eine unverändert expansive Geldpolitik, der niedrige Ölpreis und speziell im Euroraum der schwache Eurokurs stützten die Konjunktur. Die zahlreichen geopolitischen Unsicherheiten, unter anderem aus der Ukraine-Krise und den Konflikten im Nahen Osten, sowie aus der europäischen Verschuldungsproblematik blieben auch 2015 bestehen und verhinderten eine deutlichere Erholung; hinzu kamen die Wachstumsschwäche Chinas, der VW-Abgasskandal und weitere Terroranschläge, unter anderem in Paris.
Die US-Konjunktur hat sich 2015 weiter erholt und konnte um 2,5 % zulegen. Von den BRIC-Staaten wies lediglich die Wirtschaft Indiens ein stärkeres Wachstum von 7,2 % auf. In China dagegen verlor das Wirtschaftswachstum an Dynamik, erreichte aber gemäß offiziellen Angaben immer noch 6,8 %. Die Region Lateinamerika verzeichnete einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,7 %, vor allem bedingt durch die Rezession in Brasilien (-3,6 % beim BIP) und Venezuela (-8,0 % beim BIP). Deutlich schrumpfte auch Russland mit einem Rückgang von -3,8 %, unter anderem aufgrund des niedrigen Ölpreises und infolge der Wirtschaftssanktionen, ausgelöst durch die Ukraine- und Krim-Krise.
7 Angaben zum BIP-Wachstum im Folgenden: Weltkonjunktur im Winter 2015, Quelle: Institut für Weltwirtschaft, Kiel vom 11.12.2015
Die Konjunktur Europas hat 2015 dagegen leicht an Dynamik gewonnen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum legte 2015 um 1,5 % zu. Vor allem Spanien und die Niederlande wuchsen mit 3,1 % bzw. 1,9 % überdurchschnittlich, während sich Frankreich und Italien mit Zuwachsraten von 1,2 % bzw. 0,7 % nur schwach entwickelten. Großbritannien, nach Deutschland die zweitgrößte europäische Volkswirtschaft, entwickelte sich mit einem BIP-Zuwachs von 2,4 % ebenfalls gut. Bemerkenswert war auch die Dynamik kleinerer europäischer Volkswirtschaften wie Irland, Polen oder Tschechien.
In Deutschland hielt die Konjunktur trotz eines unruhigen weltwirtschaftlichen Umfelds Kurs und zog 2015 erwartungsgemäß leicht an. Positive Impulse kamen von den privaten und staatlichen Konsumausgaben, von den Investitionen und auch vom Außenhandel. Die Erwartung für die BIP-Zuwachsrate liegt bei 1,8 %.
In den für INDUS relevanten Branchen verlief die wirtschaftliche Entwicklung über alle Geschäftsbereiche mehrheitlich stabil.
Insgesamt verzeichnete die deutsche Baukonjunktur von Januar bis November 2015 einen leichten Zuwachs von 0,8 %8. Es fehlte an zusätzlicher Nachfrage vonseiten der Öffentlichen Hand, trotz des vom Bund bereitgestellten Sondervermögens über 3,5 Mrd. EUR für Investitionen finanzschwacher Kommunen. Die Umsatzentwicklung im öffentlichen Bau lag daher unter dem Vorjahr, und auch aus dem Wirtschaftsbau kamen kaum Impulse. Allerdings zeichnete sich zum Jahresende sowohl im Wirtschaftsbau als auch im Öffentlichen Bau eine Belebung ab. Insbesondere der öffentliche Hochbau verzeichnete zwischen August und November 2015 ein Auftragsplus von über 26 %, was der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie auf steigende Ausgaben für die Flüchtlingsunterbringung zurückführt. Wie schon in den Vorjahren stützte ein starker Wohnungsbau die Branche. Ein solider Arbeitsmarkt - verbunden mit steigenden Realeinkommen der privaten Haushalte - und ein weiterhin niedriges Hypothekenzinsniveau wirkten positiv. Mit kumulativ 162.000 Wohnbaugenehmigungen (per August 2015) in neuen Wohngebäuden wurde ein Niveau erreicht wie zuletzt vor 13 Jahren.
Die weltweite Nachfrage nach Pkw und leichten Nutzfahrzeugen wuchs auch 2015. In den USA stieg der Absatz 2015 auf 17,4 Mio. Einheiten9, das sind 6 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Der gesamteuropäische Markt entwickelte sich ebenfalls besser als erwartet: Hier wurden 14,2 Mio. Einheiten abgesetzt, das entspricht einem Plus von 9,2 % gegenüber dem Vorjahreswert. Auch der deutsche Markt verzeichnete einen Zuwachs von 8 %. Märkte wie Spanien, Italien, Frankreich, Schweden, Belgien, Dänemark und die Niederlande wuchsen sogar zweistellig. In manchen Ländern gingen die Neuzulassungen aber deutlich zurück: Den stärksten Rückgang in Europa verzeichnete Russland. 2015 wurden hier nur 1,6 Mio. Fahrzeuge neu zugelassen und damit 36 % weniger als im Vorjahr. In den übrigen BRIC-Staaten war die Entwicklung uneinheitlich: In China stieg der Pkw-Absatz immerhin noch um 9 % auf 20 Mio. Einheiten, in Brasilien ging der Absatz um 26 % gegenüber dem Vorjahr zurück. In Indien hingegen legte der Pkw-Absatz um 8 % auf 2,8 Mio. Einheiten zu und lag damit über den Erwartungen. China bleibt aber, trotz der geringeren Dynamik, der weltgrößte Fahrzeugproduzent und Absatzmarkt.
8 Bauhauptgewerbe im November 2015, Quelle: Die deutsche Bauindustrie vom 25.1.2016
9 Autojahr 2015: Dynamik in Westeuropa setzt sich fort, Quelle: VDA vom 15.1.2016
Der weltweite Maschinenbau startete schon verhalten zuversichtlich in das Jahr 2015, aber im Jahresverlauf trübte sich das Geschäft zusätzlich ein. In Westeuropa verzeichneten die meisten Länder aufgrund der abgeschwächten weltweiten Konjunkturdynamik kaum Zuwächse. Ursächlich dafür sind Turbulenzen insbesondere in China, die auf andere wichtige Märkte ausstrahlen, auch die Sanktionen gegenüber Russland wirkten sich deutlich dämpfend aus. Die Zuwächse aus den klassischen Industrieländern (vornehmlich USA) konnten diese Effekte nicht vollständig kompensieren. Unter dem Strich konnte die Branche doch noch mit einem leichten Plus von 0,9 % abschließen.10
Der bereits letztes Jahr beklagte Preisdruck durch Krankenhäuser und Einkaufsgemeinschaften sowie geringere Versorgungspauschalen im Hilfsmittelbereich machten sich im Bereich Medizin- und Gesundheitstechnik auch 2015 bemerkbar. Trotzdem erwarten die Unternehmen einen stärkeren Umsatzzuwachs als im Vorjahr. Nach der Herbstumfrage des Bundesverbandes Medizintechnologie (BWMed)11 soll der Inlandsumsatz 2015 um 4,3 % steigen. Nach Jahren abgeschwächter Umsatzentwicklungen wird damit der positive Trend aus dem Vorjahr (+3,4 %) fortgesetzt; ursächlich hierfür sind hauptsächlich Mengensteigerungen und neue Behandlungsmethoden. Die Unternehmen beklagen aber eine weiter rückläufige Gewinnsituation und sinkende Margen. Nur 22 % der Unternehmen erwarten in diesem Jahr in Deutschland ein besseres Gewinnergebnis. Positiver gestaltet sich die Gewinnsituation unter Einbeziehung der ausländischen Märkte. 42 % der Unternehmen erwarten weltweit ein besseres Gewinnergebnis. Trotz dieser verhaltenen Gesamtbewertung bleibt der Bereich Medizin- und Gesundheitstechnik ein wachsender Markt und die Aussichten sind gerade im Vergleich zu anderen Branchen gut.
Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie erwarteten laut einer ifo-Gewinnumfrage vom September 2015 niedrigere Gewinne als im Vorjahr12. Die Branche geriet in der zweiten Jahreshälfte 2015 in eine Schwächephase: Die Produktion sank im zweiten und dritten Quartal jeweils leicht. Auch die Auftragseingänge lagen im dritten Quartal deutlich unter dem Niveau des zweiten Quartals - vor allem die Auslandsaufträge fehlten. Im vierten Quartal setzte sich die Schwäche fort; insgesamt kommt die M+E-Industrie 2015 auf ein Plus von nur 0,6 %13. Die Verunsicherung der Investoren durch die Krisenherde in der Welt sowie durch die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in Deutschland ist nach wie vor nicht überwunden. Der Verband Gesamtmetall beklagt zudem die hohen Tarifabschlüsse des aktuellen Jahres (+3,4 %), die nicht mit einer entsprechenden Steigerung der Produktivität einhergingen und die negativen Effekte der Warnstreiks im Laufe der Tarifverhandlungen.
10 Maschinenbau kann Exporte in schwierigem Umfeld leicht steigern, Quelle: VDMA vom 22.02.2016
11 Herbstumfrage BVMed, November 2015, Quelle: BVMed
12 Die wirtschaftliche Lage der M+E-Industrie im Herbst 2015, Quelle: Arbeitgeberverband Gesamtmetall vom 24.11.2015
13 Die wirtschaftliche Lage der M+E-Industrie im Winter 2015, Quelle: Arbeitgeberverband Gesamtmetall vom 15.2.2016
Das Geschäftsjahr 2015 verlief für INDUS äußerst erfolgreich. Die Gruppe erzielte mit deutlich über 1,3 Mrd. EUR einen neuen Umsatzrekord und mit einem EBIT von über 136 Mio. EUR ihr bisher bestes Ergebnis. Damit wurden die absoluten Wachstumsziele für Umsatz und operatives Ergebnis übertroffen. Aufgrund der erwähnten ergebnisschmälernden Effekte aus der Erstkonsolidierung von neuen Beteiligungen lag die gruppenweite operative Marge bei 9,8 %; bezogen auf das bereinigte EBIT erreichte die Marge 10,5 %. Bei den weiteren kommunizierten Kennzahlen für die Segmente, die Investitionen, Abschreibungen sowie für wesentliche bilanzielle Eckdaten erfüllte die Gruppe ihre Prognosen bzw. lag teilweise darüber.
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| Ist 2014* | Prognose Lagebericht 2014* | Ist 2015 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse 1.255,7 Mio. EUR | Organisches Umsatzwachstum INDUS > 1,5 %, stärker als BIP Dtld. (BIP 2015 + 1,5%), insgesamt rd. 1,3 Mrd. EUR | Umsatzwachstum INDUS + 10,6 % (davon 4,6 % organisches Wachstum) Umsatzerlöse 1.388,9 Mio. EUR |
| Operatives Ergebnis (EBIT) 127,2 Mio. EUR | Operatives Ergebnis (EBIT) im Korridor zwischen 125 und 130 Mio. EUR | Operatives Ergebnis (EBIT) 136,3 Mio. EUR |
| Materialaufwandsquote 47,7 %, Personalaufwandsquote 27,8 % | Materialaufwandsquote wie Vorjahr, steigende Personalaufwandsquote | Materialaufwandsquote 46,9 %, Personalaufwandsquote 28,2 % |
| Segment Bau/Infrastruktur: Umsatz 225,1 Mio. EUR, EBIT 33,0 EUR, EBIT-Marge 14,7 % | Segment Bau/Infrastruktur: Umsatz wie Vorjahr, Nachgeben der EBIT-Marge, Ziel-EBIT-Marge zwischen 12 und 14%. | Segment Bau/Infrastruktur: Umsatz 235,5 Mio. EUR, EBIT 33,5 Mio. EUR, EBIT-Marge 14,2 % |
| Segment Fahrzeugtechnik: Umsatz 351,7 Mio. EUR, EBIT 24,3 EUR, EBIT-Marge 6,9 % | Segment Fahrzeugtechnik: Umsatz und Ergebnis auf Vorjahresniveau, EBIT- Marge zwischen 6 und 8 % | Segment Fahrzeugtechnik: Umsatz 367,7 Mio. EUR, EBIT 21,4 Mio. EUR, EBIT-Marge 5,8 % |
| Segment Maschinen- und Anlagenbau: Umsatz 221,2 Mio. EUR, EBIT 26,4 Mio. EUR, EBIT-Marge 11,9% | Segment Maschinen- und Anlagenbau: Umsatz- und Ertragslage auf Niveau 2014, EBIT-Marge soll wieder über 10% liegen | Segment Maschinen- und Anlagenbau: Umsatz 293,2 Mio. EUR, EBIT 39,0 Mio. EUR, EBIT-Marge 13,3 % |
| Segment Medizin- und Gesundheitstechnik: Umsatz 114,4 Mio. EUR, EBIT 18,8 Mio. EUR, EBIT-Marge 16,4 %. | Segment Medizin- und Gesundheitstechnik: Leicht steigender Umsatz, proportionales Ergebniswachstum, EBIT-Marge wieder über 15%. | Segment Medizin- und Gesundheitstechnik: Umsatz 132,3 Mio. EUR, EBIT 19,7 Mio. EUR, EBIT-Marge 14,9 % |
| Segment Metalltechnik: Umsatz 342,9 Mio. EUR, EBIT 31,4 Mio. EUR, EBIT-Marge 9,2 % | Segment Metalltechnik: Leicht steigender Umsatz, EBIT-Marge erreicht 9 bis 10%. | Segmentergebnis Metalltechnik: Umsatz 359,9 Mio. EUR, EBIT 28,6 Mio. EUR, Marge 7,9 % |
| Zukauf von 2 Unternehmen, zusätzlich 3 strateg. Ergänzungen, Investition von 56,4 Mio. EUR in Zukäufe | Zukauf von 1 bis 2 Unternehmen, zusätzliche strateg. Ergänzungen, Investition von rd. 50 Mio. EUR in Zukäufe | Zukauf von 2 Unternehmen, zusätzlich 3 strategische Ergänzungen, Investition von 46,5 Mio. EUR in Zukäufe |
| Planmäßige Abschreibungen 45,7 Mio. EUR | Planmäßige Abschreibungen leicht über Vorjahresniveau | Planmäßige Abschreibungen 50,1 Mio. EUR |
| Investitionen in Sachanlagen/immat. Vermögenswerte von 65,8 Mio. EUR | Investitionen in Sachanlagen/immat. Vermögenswerte von mind. 60 Mio. EUR | Investitionen in Sachanlagen/immat. Vermögenswerte von 73,0 Mio. EUR |
| EK-Quote 42,0 % | EK-Quote bei rd. 40 % | EK-Quote 41,9 % |
| Verhältnis Nettoverschuldung/EBITDA 2,0 Jahre | Verhältnis Nettoverschuldung/EBITDA im Korridor zw. 2 und 2,5 Jahren | Verhältnis Nettoverschuldung/EBITDA 1,9 Jahre |
* gemäß Veröffentlichung im Geschäftsbericht 2014
Der Vorstand der INDUS Holding AG beurteilt den Verlauf des Berichtsjahrs insgesamt positiv. Trotz einiger Effekte (Margenerosion bei zwei schweizerischen Gesellschaften aufgrund des hohen Frankens, Verlust von Umsatz in Russland, Schwierigkeiten bei Serienanläufen im Automotive-Bereich und Qualitätsproblemen bei einer Beteiligung im Bereich Metalltechnik) ist es INDUS gelungen, ihre Jahresziele zu übertreffen. Im Rahmen der Wachstumsstrategie "KOMPASS 2020" wurden im Jahresverlauf zwei neue Beteiligungen und drei strategische Ergänzungen für bestehende Beteiligungen erworben. Bei den beiden Neuzugängen für das Portfolio handelt es sich um Unternehmen mit den von INDUS definierten Schwerpunkten Medizin- und Automatisierungstechnik.
Der Umsatzzuwachs der INDUS-Gruppe betrug rund 133 Mio. EUR, das entspricht einem Plus von 10,6 %. Die Kostenseite blieb sowohl in Bezug auf die Material- als auch die Personalkosten stabil. Die planmäßigen Abschreibungen stiegen aufgrund der Investitionstätigkeit von INDUS wie erwartet gegenüber dem Vorjahr an. Auch die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte entwickelten sich plangemäß. Das operative Ergebnis (EBIT) der fortgeführten Geschäftsbereiche wuchs absolut um 9,1 Mio. EUR auf 136,3 Mio. EUR (Vorjahr: 127,2 Mio. EUR). Damit wurde die Bandbreite der Prognose 2015 von 125 bis 130 Mio. EUR EBIT für das Geschäftsjahr 2015 überschritten.
Auch in den Segmenten wurden die meisten Zielmarken erreicht bzw. überschritten. Im Bereich Bau sollte das Umsatzniveau von 2014 erreicht werden. Für das Ergebnis ging INDUS von einer leichten Margenverschlechterung gegenüber dem Vorjahr aus; dennoch sollte die EBIT-Marge wieder einen Zielkorridor von 12 bis 14 % erreichen. Die Prognose wurde mit einer Marge von 14,2 % leicht übertroffen. Im Fahrzeugtechnikbereich sollten Umsatz und Ergebnis Vorjahresniveau erreichen. Hier erzielten die Unternehmen ein um rund 5 % erhöhtes Umsatzvolumen, aber das operative Ergebnis sank um rund 3 Mio. EUR gegenüber 2014 aufgrund unerwarteter Qualitätsprobleme bei einem Serienfertiger (resultierend aus einem Neuanlaufs eines Produktes). Für das Segment hatte INDUS einen Margenkorridor von 6 bis 8 % zum Ziel gesetzt; erreicht wurden im letzten Geschäftsjahr 5,8 %. Diese verschlechterte Ergebniserwartung wurde bereits im Laufe des Jahres in den Zwischenfinanzberichten kommuniziert. Die Unternehmen im Bereich Maschinen- und Anlagenbau entwickelten sich im Gegensatz dazu deutlich besser als erwartet. Umsatz und Ergebnis wuchsen stark. Absolut im Rahmen der Erwartung lagen die Resultate im Bereich der Medizintechnik. Unter den Erwartungen lagen die Ergebnisse im Bereich Metalltechnik: Zwar entwickelte sich der Umsatz plangemäß mit einem leichten Zuwachs, aber die angestrebte Marge von 9 bis 10 % wurde nicht erreicht.
Die Bilanzrelationen der INDUS-Gruppe haben sich 2015 trotz Wachstum und einer anhaltend hohen Investitionstätigkeit nicht signifikant verändert. Die Entschuldungsdauer (Verhältnis Nettoverschuldung/EBITDA) erreicht mit 1,9 einen Wert unterhalb des Zielkorridors von 2 bis 2,5 Jahren. Das Eigenkapital verbesserte sich absolut um 45,6 Mio. EUR auf 595,4 Mio. EUR, die Eigenkapitalquote lag mit 41,9 % über dem Zielwert 40 %.
In Summe hat INDUS ihre Ziele für 2015 erreicht. Im Wesentlichen misst der Vorstand den Erfolg an finanziellen Kennzahlen. Gruppenweit werden keine nicht-finanziellen Leistungsindikatoren als Steuerungsgrößen ermittelt bzw. genutzt. Umsatz und Ertrag des Portfolios sind die wesentlichen Kennziffern zur Bestimmung des Geschäftserfolgs. Diese operativen Kennzahlen wurden im Laufe des Jahres anlässlich der Vorlage von Quartalszahlen bestätigt.
Sämtliche Geschäftszahlen in diesem Lagebericht sind auch im Zeitverlauf vollständig miteinander vergleichbar. Das EBIT versteht sich als Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern. Die Grafiken und Tabellen im Lagebericht zeigen IFRS-Werte für die Jahre 2013, 2014 und 2015. Die Tabellen und Werte für den Einzelabschluss der INDUS Holding AG zeigen HGB-Werte. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben im Wesentlichen unverändert und wurden lediglich der jeweils aktuellen Rechtslage angepasst. In den Abschluss einbezogen sind 158 vollkonsolidierte Tochterunternehmen und vier at-Equity-bewertete Unternehmen.
Nach einem guten Jahresauftakt verzeichnete die INDUS-Gruppe im zweiten und dritten Quartal 2015 ein kontinuierlich wachsendes Geschäft. Im dritten Quartal erzielte die Gruppe den höchsten Umsatz im Jahresdurchschnitt: er lag bei 359,4 Mio. EUR. Ähnlich erfolgreich verlief das vierte Quartal mit einem Umsatz von 353,9 Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) für das vierte Quartal lag mit 37,4 Mio. EUR nochmals deutlich über dem Wert für das 3. Quartal von 36,2 Mio. EUR. Auch die EBIT-Marge hat sich im Laufe des Geschäftsjahrs verbessert: von 9,6 % in Q1 auf 10,6 % in Q4 2015. Der Geschäftsverlauf war in allen Bereichen stabil bzw. in einzelnen Unternehmen über bzw. auch unter den Erwartungen. Details dazu finden sich auch in den Erläuterungen zum Segmentbericht.

Der Konzernumsatz der INDUS Holding AG legte 2015 um über 10 % auf 1.388,9 Mio. EUR zu (Vorjahr: 1.255,7 Mio. EUR). Davon wurden 49 % im Ausland erzielt. Betrachtet man den Auslandsumsatz nach Regionen, so erzielte die Gruppe rund 22 % des Gesamtumsatzes mit Kunden innerhalb der EU (+16 % gegenüber dem Vorjahr) und rund 27 % außerhalb der EU (+11 % gegenüber dem Vorjahr).
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| 2015 | 2014 | Veränderung absolut | Veränderung prozentual | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 1.388,9 | 1.255,7 | 133,2 | 10,6% |
| Sonstige betriebliche Erträge | 19,9 | 21,9 | -2,0 | -9,1% |
| Aktivierte Eigenleistungen | 5,7 | 7,4 | -1,7 | -23,0% |
| Bestandsveränderung | 7,0 | 9,5 | -2,5 | -26,3% |
| Gesamtleistung | 1.421,5 | 1.294,5 | 127,0 | 9,8% |
| Materialaufwand | -651,6 | -598,2 | -53,4 | 8,9% |
| Personalaufwand | -392,0 | -349,0 | -43,0 | 12,3% |
| Sonstiger betrieblicher Aufwand | -192,4 | -173,7 | -18,7 | 10,8% |
| Ergebnis aus at-Equity-bewerteten-Anteilen | 0,7 | 1,4 | -0,7 | -50,0% |
| Übriges Finanzergebnis | 0,2 | 0,2 | 0,0 | 0,0% |
| EBITDA | 186,4 | 175,2 | 11,2 | 6,4% |
| Abschreibungen | -50,1 | -48,0 | -2,1 | 4,4% |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 136,3 | 127,2 | 9,1 | 7,2% |
| Zinsergebnis | -27,0 | -26,5 | -0,5 | 1,9% |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 109,3 | 100,7 | 8,6 | 8,5% |
| Steuern | -41,0 | -33,4 | -7,6 | 22,8% |
| Ergebnis aufgegebener Geschäftsbereiche | 0,0 | -4,0 | 4,0 | -100,0% |
| Ergebnis nach Steuern | 68,3 | 63,3 | 5,0 | 7,9% |
| davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 0,4 | 0,2 | 0,2 | 100,0% |
| davon Anteile der INDUS-Aktionäre | 67,9 | 63,1 | 4,8 | 7,6% |
Der Materialaufwand wuchs 2015 um rund 9 % und damit leicht unterproportional zum Umsatz. Die Materialaufwandsquote sank infolge der günstigen Rohstoffpreise auf 46,9 % (Vorjahr: 47,7 %). Auch der Personalaufwand stieg absolut um 12,3 % an, bedingt durch die gewachsene Stammbelegschaft infolge der Zukäufe. Die Personalaufwandsquote von 28,2 % (Vorjahr: 27,8 %) stieg leicht im Vergleich zum Vorjahr.
Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) liegt mit 186,4 Mio. EUR um 11,2 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Die Abschreibungen erhöhten sich mit 4,4 % nur leicht auf insgesamt 50,1 Mio. EUR (Vorjahr: 48,0 Mio. EUR). Der Anstieg reflektiert die anhaltend hohe Investitionstätigkeit der Gruppe aber auch die ansteigenden Abschreibungen auf aufgedeckte Mehrwerte im Rahmen der Kaufpreisallokation der in den letzten Jahren erworbenen Unternehmen. Die planmäßigen Abschreibungen entwickelten sich mit einem leichten Zuwachs auf 50,1 Mio. EUR (Vorjahr: 45,7 Mio. EUR) erwartungsgemäß. Außerplanmäßige Abschreibungen waren nicht vorzunehmen (Vorjahr: 1,7 Mio. EUR).
Der Wachstumskurs von INDUS und die anhaltenden Akquisitionen bedingen nicht operative Ergebnisbelastungen, die im Wesentlichen durch Abschreibungen auf den Ansatz von Vermögenswerten zum Zeitwert im Rahmen der Kaufpreisallokation und Anschaffungsnebenkosten entfallen. Das um diese Einflüsse bereinigte operative EBIT (nach Effekten aus Unternehmenserwerben) ist deutlich angestiegen und lag mit 145,8 Mio. EUR um rund 8 % über dem Vorjahreswert von 135,2 Mio. EUR.
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| 2015 | 2014 | Differenz absolut | Differenz relativ | |
|---|---|---|---|---|
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 136,3 | 127,2 | 9,1 | 7,2% |
| planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte aus Fair Value Anpassungen aus Erstkonsolidierungen1 | 5,0 | 3,5 | 1,5 | 42,9% |
| Belastungen aus Fair Value Anpassungen im Vorratsvermögen/Auftragsbestand aus Erstkonsolidierungen2 und Anschaffungsnebenkosten | 4,5 | 4,5 | 0,0 | 0,0% |
| Bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT) | 145,8 | 135,2 | 10,6 | 7,8% |
1 Die Abschreibungen der Fair Value-Anpassungen beziehen sich auf identifizierte Vermögenswerte zu Zeitwerten im Zusammenhang mit den Akquisitionen der INDUS-Gruppe.
2 Die Belastungen aus Fair Value Anpassungen im Vorratsvermögen/Auftragsbestand beziehen sich auf identifizierte Mehrwerte, die im Rahmen der Kaufpreisallokation angesetzt werden und nach der Erstkonsolidierung aufwandswirksam werden.
Auch das operative Ergebnis (EBIT) überstieg mit 136,3 Mio. EUR deutlich das Vorjahresniveau. Die EBIT-Marge erreichte insgesamt 9,8 % (Vorjahr: 10,1 %). Die bereinigte EBIT-Marge lag bei 10,5 % (Vorjahr: 10,8 %). Detaillierte Angaben zur Ertragslage in den einzelnen INDUS-Branchen finden sich im Segmentbericht.
Das Zinsergebnis gliedert sich auf in zwei Positionen: In der Position "Zinsen operatives Geschäft" sind sowohl die Zinszahlungen für Kredite als auch die Erträge aus der vorübergehenden Kapitalanlage ausgewiesen. Hier hat sich der Aufwand von 18,2 Mio. EUR auf 16,8 Mio. EUR deutlich verringert. In der Position "Zinsen Sonstige" sind unter "Marktwerte Zinsswaps" die Veränderungen der Marktwerte derjenigen Zinsderivate erfasst, die, obwohl wirtschaftlich betrachtet eine wirksame Sicherungsbeziehung existiert, aus formalen Gründen ergebniswirksam bilanziert werden. Unter der Position "Sonstige: Minderheitsanteile" sind die Ergebnisauswirkungen aus der Folgebewertung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten sowie die Nachsteuerergebnisse, die Konzernfremden aus Anteilen an Personengesellschaften sowie Kapitalgesellschaften mit Call-Put-Optionen zustehen, erfasst. Der Ausweis erfolgt aus Konsistenzgründen im Zinsergebnis. Insgesamt stieg die Position "Zinsen Sonstige" von -8,3 Mio. EUR auf -10,2 Mio. EUR. In Summe stieg dadurch das Zinsergebnis leicht auf -27,0 Mio. EUR (Vorjahr: -26,5 Mio. EUR).
Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verbesserte sich auf 109,3 Mio. EUR (Vorjahr: 100,7 Mio. EUR). Der Steueraufwand liegt mit -41,0 Mio. EUR über dem Niveau des Vorjahres von -33,4 Mio. EUR; das entspricht einer Steuerquote von 37,5 % (Vorjahr: 33,2 %). Die erhöhte Steuerquote ist im Wesentlichen durch eine fehlende Verlustverrechnung bedingt. Da INDUS aufgrund ihres Geschäftsmodells keine steuerlichen Organschaften bildet, bestehen zudem keine steuerlichen Optimierungspotentiale, d. h. die Spitzensteuersätze besonders erfolgreicher Gesellschaften können nicht durch Verrechnung mit den Ergebnissen anderer Gesellschaften in der Gruppe optimiert werden.
Das Ergebnis nach Steuern erreichte 68,3 Mio. EUR (Vorjahr: 63,3 Mio. EUR). Nach Abzug der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter ergibt sich ein Plus von 7,6 % beim Ergebnis nach Steuern der INDUS-Aktionäre. Absolut erzielte INDUS 67,9 Mio. EUR (Vorjahr: 63,1 Mio. EUR). Das Ergebnis je Aktie der fortgeführten Geschäftsbereiche stieg auf 2,78 EUR (Vorjahr: 2,74 EUR).
Das Portfolio der INDUS Holding AG gliedert sich in die fünf Segmente Bau/Infrastruktur, Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik sowie Metalltechnik. Details zur wirtschaftlichen Entwicklung in den einzelnen Branchen finden sich in den Kapiteln Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen und Branchenbezogene Rahmenbedingungen.

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| Segmentumsatz mit externen Dritten | in Mio. EUR |
|---|---|
| Fahrzeugtechnik | 367,7 |
| Metalltechnik | 359,9 |
| Maschinen- und Anlagenbau | 293,2 |
| Bau/Infrastruktur | 235,5 |
| Medizin- und Gesundheitstechnik | 132,3 |

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| Segment-EBIT | in Mio. EUR |
|---|---|
| Maschinen- und Anlagenbau | 39,0 |
| Bau/Infrastruktur | 33,5 |
| Metalltechnik | 28,6 |
| Fahrzeugtechnik | 21,4 |
| Medizin- und Gesundheitstechnik | 19,7 |
Das Segment umfasst zehn Einheiten. Die Unternehmen sind in verschiedenen Bereichen der Bauwirtschaft tätig: von Bewehrung über Baustoffe, Klima- und Wärmetechnik bis hin zu Zubehör für den privaten Wohnungsbau. Klassische Bauunternehmen des Hoch- oder Tiefbaus sind im Segment nicht vertreten.
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| 2015 | 2014 | 2013 | Veränderung absol. | Veränderung relativ | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 235,5 | 225,1 | 224,2 | 10,4 | 4,6% |
| EBITDA | 39,8 | 38,9 | 36,1 | 0,9 | 2,3% |
| Abschreibungen | -6,3 | -5,9 | -5,5 | -0,4 | 6,8% |
| EBIT | 33,5 | 33,0 | 30,6 | 0,5 | 1,5% |
| EBIT-Marge in % | 14,2 | 14,7 | 13,6 | -0,5 | -3,4% |
| Investitionen | 8,9 | 11,0 | 15,3 | -2,1 | -19,1% |
| Mitarbeiter | 1.183 | 1.104 | 1.074 | 79,0 | 7,2% |
Der Segmentumsatz lag 2015 um rund 5 % über dem Vorjahresniveau. Damit wurde das ursprüngliche Ziel eines Umsatzes auf Vorjahresniveau übertroffen. Auch beim relativen Ertragsziel (EBIT-Marge zwischen 12 % und 14 %) schnitten die Segmentunternehmen besser ab als budgetiert. Die Baubranche war zwar verhalten ins Jahr gestartet, die Dynamik legte aber im Jahresverlauf deutlich zu. Die anhaltend positive deutsche Baukonjunktur lieferte kontinuierlich gute Geschäftsimpulse. Insbesondere der öffentliche Bau war stärker als erwartet. Die Abschreibungen lagen mit 6,3 Mio. EUR leicht über dem Vorjahresniveau infolge einer weiterhin hohen Investitionstätigkeit. Die Investitionen erreichten 8,9 Mio. EUR (Vorjahr 11,0 Mio. EUR). Darin enthalten ist die strategische Ergänzungsakquisition der EUMATIC/FROHMASCO für die INDUS-Beteiligung OBUK. In den Investitionen des Vorjahres war ein Großteil der Kosten für den neuen Standort der HAUFF-TECHNIK enthalten. Details zu den Unternehmenserwerben finden sich im Anhang. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Segment übertrifft mit 33,5 Mio. EUR leicht das Vorjahr. Die EBIT-Marge lag mit 14,2 % wieder auf gewohnt hohem Niveau.
Das Segment umfasst zehn Einheiten, die mit ihren Lösungen die gesamte Wertschöpfungskette in der Automobilindustrie abbilden: vom Design und der Entwicklung sowie dem Modell- und Prototypenbau über Vor- und Kleinserienfertigung, Test- und Messlösungen bis hin zu Lösungen für Spezialfahrzeuge und der Serienfertigung von Bauteilen für große Fahrzeughersteller von Automobilen, Nutz- und Sonderfahrzeugen.
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| 2015 | 2014 | 2013 | Veränderung absol. | Veränderung relativ | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 367,7 | 351,7 | 349,5 | 16,0 | 4,5% |
| EBITDA | 39,6 | 43,1 | 41,7 | -3,5 | -8,1% |
| Abschreibungen | -18,2 | -19,9 | -18,2 | 1,7 | -8,5% |
| Zuschreibungen | 0,0 | 1,1 | 3,5 | -1,1 | -100,0% |
| EBIT | 21,4 | 24,3 | 27,0 | -2,9 | -11,9% |
| EBIT-Marge in % | 5,8 | 6,9 | 7,7 | -1,1 | -15,9% |
| Investitionen | 26,9 | 27,6 | 24,4 | -0,7 | -2,5% |
| Mitarbeiter | 3.285 | 3.160 | 3.163 | 125,0 | 4,0% |
Der Umsatz im Segment Fahrzeugtechnik wuchs um 4,5 % und lag damit über dem Vorjahresniveau. Hier war INDUS in ihrer Prognose 2015 vorsichtiger und hatte keinen Umsatzzuwachs erwartet. Die Abschreibungen sanken mit 18,2 Mio. EUR auf den Wert des Jahres 2013, da im Vorjahr außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 1,7 Mio. EUR enthalten waren. Durch die bereits im Halbjahresbericht beschriebenen Anlaufprobleme zur Fertigung einer neuen Kühlleitung bei einem der Serienzulieferer litt allerdings das operative Segmentergebnis deutlich. Die Anlaufprobleme sind behoben, aber die weitere notwendige Prozessoptimierung verursachte (mit absteigender Tendenz) im zweiten Halbjahr 2015 erhebliche Zusatzkosten. Dies wirkte sich deutlich auf die Margensituation der Beteiligung und letztlich auch auf das Segmentergebnis aus. Der für 2015 angestrebte Wert für die EBIT-Marge im Zielkorridor zwischen 6 bis 8 % wurde knapp verfehlt. Von der Abgasaffäre beim Volkswagenkonzern waren die INDUS-Unternehmen 2015 nicht betroffen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag um 2,9 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Ohne den beschriebenen Problemfall hätte das Segment das langfristige Margenziel von 6 % bis 8 % sicher erreicht.
Das Segment umfasst mittlerweile zehn Einheiten: Die Unternehmen entwickeln beispielsweise Robotergreifsysteme, produzieren Ventiltechnik, Automatisierungskomponenten, Anlagen für Reinraumsysteme oder konzeptionieren elektrische Begleitheizungssystemen. Wesentliche Veränderungen in der Zusammensetzung des Segments fanden durch den Erwerb der IEF-Werner statt.
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| 2015 | 2014 | 2013 | Veränderung absol. | Veränderung relativ | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 293,2 | 221,2 | 197,8 | 72,0 | 32,5% |
| EBITDA | 46,3 | 32,8 | 29,9 | 13,5 | 41,2% |
| Abschreibungen | -7,3 | -6,4 | -5,7 | -0,9 | 14,1% |
| EBIT | 39,0 | 26,4 | 24,2 | 12,6 | 47,7% |
| EBIT-Marge in % | 13,3 | 11,9 | 12,2 | 1,4 | 11,8% |
| Investitionen | 16,8 | 16,9 | 46,5 | -0,1 | -0,6% |
| Mitarbeiter | 1.436 | 1.150 | 1.030 | 286,0 | 24,9% |
Allgemein stagnierte der deutsche Maschinen- und Anlagenbau, hauptsächlich aufgrund der Nachfrageschwäche in China und Russland, die nur teilweise von der starken US-amerikanischen Nachfrage aufgefangen wurde. Auch INDUS war für dieses Segment nur von einem Umsatz- und Ergebnisniveau auf Vorjahresbasis ausgegangen. Hier entwickelten sich einige Unternehmen deutlich besser als erwartet, vor allem im Bereich Logistik und Automatisierung. Hinzu kamen Umsatzzuwächse aufgrund der vollständigen Erstkonsolidierung der neuen Beteiligungen MBN, KNUR und IEF-Werner. Der Umsatz wuchs daher mit einem Plus von 32,5 % stärker als prognostiziert. Die Abschreibungen stiegen, auch aufgrund der Abschreibungen aus Erstkonsolidierung, auf 7,3 Mio. EUR. Trotz der Erstkonsolidierungseffekte stieg das EBIT um 47,7 %. Mit 39 Mio. EUR erwirtschaftete das Segment ein absolutes Rekordergebnis und steigerte die EBIT-Marge auf 13,3 %. Damit wurde die Zielmarge beim EBIT für das Segment von "mehr als 10 %" klar übertroffen. In den Investitionen von 16,8 Mio. EUR (Vorjahr: 16,9 Mio. EUR) ist der Zukauf der Anteile an IEF-Werner enthalten (Barzahlung abzüglich übernommener Kassenbestände). Im Segmentergebnis ist zudem die im Februar 2015 beschlossene Stilllegung des Geschäftsbereichs SEMET enthalten.
Der Geschäftsbereich Medizin- und Gesundheitstechnik wird mittlerweile durch fünf Unternehmen repräsentiert. Sie fertigen Orthesen und medizinische Kompressionsstrümpfe, entwickeln Linsen und Optiken, produzieren Rehabilitationstechnik sowie Hygieneprodukte sowohl für medizinische Anwendungen als auch für den Haushalt. 2015 hat INDUS das Unternehmen RAGUSE erworben, einen Spezialisten für Operationszubehör. Zum Jahresbeginn übernahm zudem die INDUS-Beteiligung OFA Bamberg den niederländischen Orthesenhersteller NEA International und investierte in einen neuen Fertigungsstandort in Glauchau.
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| 2015 | 2014 | 2013 | Veränderung absol. | Veränderung relativ | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 132,3 | 114,4 | 95,8 | 17,9 | 15,6% |
| EBITDA | 24,9 | 22,3 | 18,7 | 2,6 | 11,7% |
| Abschreibungen | -5,2 | -3,5 | -2,5 | -1,7 | 48,6% |
| EBIT | 19,7 | 18,8 | 16,2 | 0,9 | 4,8% |
| EBIT-Marge in % | 14,9 | 16,4 | 16,9 | -1,5 | -9,1% |
| Investitionen | 32,3 | 23,8 | 3,6 | 8,5 | 35,7% |
| Mitarbeiter | 1.010 | 759 | 697 | 251,0 | 33,1% |
Der kleinste Geschäftsbereich von INDUS verzeichnete 2015 einen Umsatzzuwachs von rund 16 % und entwickelte sich damit weiterhin vielversprechend. Der Umsatzsprung ist vor allem durch die erstmals für ein komplettes Geschäftsjahr einbezogene Gesellschaft ROLKO als auch die anteilige Einbeziehung neuer Gesellschaften (NEA International, RAGUSE) bedingt. Details zu den Akquisitionen finden sich im Konzernanhang. Die Abschreibungen stiegen infolge der Akquisitionen (vornehmlich Effekte aus der Abschreibung aus Erstkonsolidierung) und des erhöhten Geschäftsvolumens an. Das beeinflusste das operative Ergebnis, hinzu kamen Integrationskosten für den Anlauf der neuen Fertigung in Glauchau bei der Beteiligung OFA. Ausschließlich aufgrund dieser Effekte lag die EBIT-Marge leicht unter dem angestrebten Zielwert von 15 %. Das Segmentergebnis entspricht dennoch absolut den Erwartungen. In den Investitionen von 32,3 Mio. EUR sind die Käufe von NEA und der Mehrheitsanteile von RAGUSE sowie der Kauf der ehemaligen ESDA-Werke in Glauchau enthalten.
Das Segment umfasst neun Einheiten und bedient viele Spezialkunden. Die Bandbreite der Lösungen ist groß und beinhaltet die Zulieferung für Bahntechnik, die Fertigung von Hartmetallwerkzeugen für Straßen- und Bergbau, den Gehäusebau für die Labordiagnostik, die Herstellung von Strahlmitteln für die Stahlindustrie und die Bolzenschweißtechnik beispielsweise für Brückenverbindungen.
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| 2015 | 2014 | 2013 | Veränderung absol. | Veränderung relativ | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 359,9 | 342,9 | 319,3 | 17,0 | 5,0% |
| EBITDA | 41,0 | 42,6 | 38,8 | -1,6 | -3,8% |
| Abschreibungen | -12,4 | -11,6 | -11,2 | -0,8 | 6,9% |
| Zuschreibungen | 0,0 | 0,4 | 0,0 | -0,4 | -100,0% |
| EBIT | 28,6 | 31,4 | 27,6 | -2,8 | -8,9% |
| EBIT-Marge in % | 7,9 | 9,2 | 8,6 | -1,3 | -14,1% |
| Investitionen | 21,8 | 17,6 | 10,7 | 4,2 | 23,9% |
| Mitarbeiter | 1.395 | 1.323 | 1.275 | 72,0 | 5,4% |
Der Segmentumsatz entwickelte sich mit einem Umsatzanstieg von 5,0 % erwartungsgemäß stabil bzw. im Rahmen der Planung. Die Ertragslage hielt damit allerdings nicht Schritt; das Ergebnis vor Steuern und Zinsen fiel um 2,8 Mio. EUR. Wesentlichen Anteil hatten daran die beiden schweizerischen Feinblechverarbeiter. Die Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro spielt für diese in den Euroraum fakturierenden Unternehmen eine wichtige und nachteilige Rolle. Hierzu wurde von der Geschäftsführung 2015 ein umfassendes Restrukturierungsprojekt aufgesetzt. Hinzu kommen Qualitätsprobleme im Bereich Sintertechnik, die bei einer deutschen Beteiligung zu erheblichen Mehrbelastungen geführt haben. Auch hier wurden Maßnahmen zur Qualitäts- und Prozessoptimierung initiiert, die zusätzliche Kosten verursachten. Dass die Maßnahmen greifen, zeigten erste leichte Ergebnisverbesserungen nach Ablauf des dritten Quartals gegenüber dem Stand zum Halbjahr 2015. Das EBIT lag bei 28,6 Mio. EUR, die EBIT-Marge bei 7,9 %. Damit wurde das Margenziel von 9 % bis 10 % nicht erreicht. Diese Entwicklung war bereits im Jahresverlauf 2015 abzusehen, sodass INDUS bereits im Bericht zum 3. Quartal das Margenziel auf weniger als 9 % korrigiert hatte.
Das Finanzmanagement der INDUS Holding AG umfasst primär die Liquiditätssteuerung, die Beschaffung von Fremdkapital sowie das Management von Zins- und Währungsrisiken. Als vermögensverwaltende Finanzholding betreibt INDUS kein Cash-Pooling. Im Rahmen des Finanzmanagements setzt INDUS im Wesentlichen auf lang laufende Bankkredite und Schuldscheindarlehen.
Auf Basis einer komfortablen Liquiditätsausstattung im Zusammenspiel mit Finanzierungszusagen der Banken kann INDUS jederzeit flexibel investieren. Bei der Finanzierung nutzt INDUS die langjährige, partnerschaftliche Verbindung zu einer Reihe solider deutscher Finanzinstitute. Stabilisierende Faktoren bei der langfristigen Finanzierung sind eine breite Verteilung des Kreditvolumens sowie eine ausgewogene Tilgungsstruktur bei gleichzeitiger Nutzung eines Fächers alternativer Finanzierungsinstrumente. Zur Steuerung der Marktpreisrisiken setzt die Gruppe Zins- und Währungsderivate ein, die ausschließlich der Risikosicherung dienen.
Das Finanz- und Liquiditätsmanagement verfolgt drei Ziele: Sicherung ausreichender Liquiditätsreserven, Risikobegrenzung und eine Ertrags- und Kostenoptimierung. Die Liquiditätssicherung besitzt dabei einen besonderen Stellenwert: Sie ist die Voraussetzung dafür, dass INDUS jederzeit ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen und zugleich bankenunabhängig Akquisitionschancen ergreifen kann.
Die Risikobegrenzung erstreckt sich über alle finanzwirtschaftlichen Risiken, die den Bestand von INDUS gefährden könnten. Die wichtigsten Finanzierungsquellen sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow). Der Bereich Konzern-Treasury überwacht die Verwendung der Mittel gegenüber den Tochtergesellschaften sowie die Anlage der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sorgfältig.
Ein weiteres Ziel des Finanz- und Liquiditätsmanagements ist die Optimierung des Nettoumlaufvermögens (Working Capital). Dadurch werden flüssige Mittel freigesetzt, wird die Verschuldung gering gehalten und werden Kennzahlen zur Bilanzstruktur (z. B. Eigenkapitalquote) und Kapitalrentabilität optimiert. INDUS unterstützt die Gesellschaften hinsichtlich ihres jeweiligen Working Capital-Managements, welches den Unternehmen in Eigenverantwortung obliegt.
INDUS deckt ihren Kapitalbedarf aus dem operativen Cashflow und der Aufnahme von langfristigen Finanzierungsmitteln. Die wesentlichen Bestandteile sind lang laufende unbesicherte Kreditverträge, Schuldscheindarlehen sowie in geringerem Umfang außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Operating Leasing. Diese Instrumente stehen bei INDUS in einem angemessenen Verhältnis zum Geschäftsvolumen.
Insgesamt haben sich die außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente und Verpflichtungen im Jahr 2015 wenig verändert. Als außerbilanzielle Finanzierungsformen nutzt INDUS vor allem Miet- und Pachtleasing insbesondere auch für EDV-Zubehör und Firmenfahrzeuge. Die zukünftigen Operating-Leasingverpflichtungen lagen zum 31. Dezember 2015 bei 71,5 Mio. EUR (Vorjahr: 72,5 Mio. EUR).
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 388,2 Mio. EUR (Vorjahr: 381,3 Mio. EUR); überwiegend (zu 99 %) sind sie in Euro abgeschlossen.
Das Volumen an Krediten in weiteren Fremdwährungen ist gering und besteht ausschließlich aus Schweizer Franken. Es umfasst zum Jahresende Verbindlichkeiten über 3,2 Mio. EUR (Vorjahr: 6,1 Mio. EUR). Unter den Finanzschulden werden Verbindlichkeiten in Höhe von 10,3 Mio. EUR (Vorjahr: 11,0 Mio. EUR) aus Finanzierungsleasing, betreffend Immobilien und Maschinen ausgewiesen, die im Wesentlichen im Rahmen des als Asset Deal erfolgten Erwerbs von HAKAMA im Jahr 2010 entstanden sind. Es bestehen Schuldscheindarlehen über insgesamt 90,0 Mio. EUR (Vorjahr: 70,0 Mio. EUR. Darüber hinaus existieren nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 38,2 Mio. EUR (Vorjahr: 24,7 Mio. EUR).
Im Rahmen von Kreditverträgen ist INDUS Verpflichtungen zur Einhaltung einer Mindest-Eigenkapitalquote in der AG eingegangen; die geforderte Quote wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich übertroffen. Die Kreditgeber besitzen ein Sonderkündigungsrecht im Falle eines Kontrollwechsels. Für Schuldscheindarlehen sind bestimmte Kennzahlen definiert.
INDUS verzichtet auf eine Beurteilung ihrer Bonität durch Ratingagenturen, da bis dato die Vorlage solcher Ratings für die Kreditgeber nicht relevant ist. Zudem entfallen durch den Verzicht erhebliche Kosten und zeitlicher Aufwand. Die Hausbanken bewerten INDUS aktuell mit "Investment Grade".
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| 2015 | 2014 | 2013 | |
|---|---|---|---|
| Operativer Cashflow | 157,3 | 104,4 | 117,4 |
| Zinsen | -26,4 | -17,4 | -19,9 |
| Cashflow aus Geschäftstätigkeit | 130,9 | 87,0 | 97,5 |
| Auszahlungen für Investitionen | -118,4 | -98,1 | -102,9 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Vermögenswerten | 5,6 | 2,8 | 3,3 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -112,8 | -95,3 | -99,6 |
| Einzahlung Kapital | 0,0 | 0,0 | 59,9 |
| Auszahlungen Dividende | -29,3 | -26,9 | -22,2 |
| Auszahlungen Minderheitsgesellschafter | 0,0 | -0,1 | -0,7 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten | 126,9 | 158,3 | 125,3 |
| Auszahlung aus der Tilgung von Krediten | -100,7 | -123,1 | -142,3 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -3,1 | 8,2 | 20,0 |
| Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel | 15,0 | -0,1 | 17,9 |
| Wechselkursbedingte Änderung der liquiden Mittel | 0,7 | 0,7 | -0,7 |
| Liquide Mittel am Anfang der Periode | 116,5 | 115,9 | 98,7 |
| Liquide Mittel am Ende der Periode | 132,2 | 116,5 | 115,9 |
Ausgehend von einem Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Aktivitäten von 68,3 Mio. EUR (Vorjahr: 67,3 Mio. EUR) hat sich der operative Cashflow 2015 mit 157,3 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht (Vorjahr: 104,4 Mio. EUR).
Ein positiver Finanzierungseffekt im Vergleich zum Vorjahr ergab sich insbesondere durch die Veränderung der Verbindlichkeiten und anderer Passiva. Im Vorjahr war hier mit -22,9 Mio. EUR ein merklicher Mittelabfluss (u.a. durch den Abbau erhaltener Anzahlungen) zu verzeichnen.
Der Cashflow für gezahlte Zinsen (einschließlich der variablen Verzinsung der Kaufpreisverpflichtungen gegenüber Minderheitsgesellschaftern) lag mit -27,0 Mio. EUR über dem Vorjahr mit -18,1 Mio. EUR.
Der Mittelzufluss aus Geschäftstätigkeit (Cashflow aus Geschäftstätigkeit) erreichte 130,9 Mio. EUR und hat sich demzufolge um 43,9 Mio. EUR gegenüber der Vergleichsperiode verbessert.
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit (Cashflow aus Investitionstätigkeit) betrug zum Ende des Geschäftsjahrs -112,8 Mio. EUR (Vorjahr: -95,3 Mio. EUR); in dieser Position sind der Erwerb der Fertigungsstätte in Glauchau durch OFA Bamberg, die Zukäufe NEA International, RAGUSE, EUMATIC/FROHMASCO und IEF-Werner enthalten sowie erhöhte Investitionen im Zuge der verstärkten Internationalisierung.
Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit (Cashflow aus Finanzierungstätigkeit) geht von 8,2 Mio. EUR auf -3,1 Mio. EUR zurück, aufgrund einer im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Aufnahme von Krediten und der erhöhten Dividende. Innerhalb der Gesamtfinanzierung verfügte INDUS zum Jahresende 2015 trotz der Zukäufe über eine hohe Liquidität. Der Bestand an liquiden Mitteln zum Bilanzstichtag betrug 132,2 Mio. EUR (Vorjahr: 116,5 Mio. EUR). Die ausführliche Cashflow-Rechnung findet sich im Konzernabschluss.
Aktiva
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| 31.12.2015 | 31.12.2014 | |
|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 827,9 | 748,0 |
| Anlagevermögen | 821,7 | 742,8 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 6,2 | 5,2 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 591,9 | 560,4 |
| Vorräte | 281,6 | 265,7 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 178,1 | 178,2 |
| Liquide Mittel | 132,2 | 116,5 |
| Bilanzsumme | 1.419,8 | 1.308,4 |
| Passiva | ||
| Langfristige Finanzierungsmittel | 1.091,6 | 1.029,6 |
| Eigenkapital | 595,4 | 549,9 |
| Fremdkapital | 496,2 | 479,7 |
| davon Rückstellungen | 30,0 | 28,7 |
| davon Verbindlichkeiten und latente Steuern | 466,2 | 451,0 |
| Kurzfristige Finanzierungsmittel | 328,2 | 278,8 |
| davon Rückstellungen | 62,3 | 52,0 |
| davon Verbindlichkeiten | 265,9 | 226,8 |
| Bilanzsumme | 1.419,8 | 1.308,4 |
Die Vermögens- und Kapitalstruktur der INDUS-Gruppe blieb 2015 stabil. Die Bilanzsumme erhöhte sich im Wesentlichen durch die Zukäufe und die Ausweitung des Geschäftsvolumens auf 1.419,8 Mio. EUR (Vorjahr: 1.308,4 Mio. EUR).
Die langfristigen Vermögenswerte lagen Ende 2015 um 79,9 Mio. EUR höher als im Vorjahr, im Wesentlichen bedingt durch die Investitionen in neue Beteiligungen. Die Geschäfts- und Firmenwerte und die sonstigen immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich um 41,4 Mio. EUR, die Sachanlagen um 27,8 Mio. EUR. Die Finanzanlagen stiegen um 8,7 Mio. EUR an, unter anderem aufgrund von Darlehen an ein assoziiertes Unternehmen und an eine Immobiliengesellschaft (Zweck ist der geplante Erwerb der Immobilie; diese wird bereits durch ein Segmentunternehmen genutzt). Die at-Equity bewerteten Anteile veränderten sich wenig (+1,0 Mio. EUR). Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte stiegen auf 3,5 Mio. EUR (+1,8 Mio. EUR).
Auch die kurzfristigen Vermögenswerte legten zu und wuchsen um 31,5 Mio. EUR. Vorräte und Forderungen stiegen um 14,6 Mio. EUR an, im Wesentlichen aufgrund der erstmaligen Einbeziehung der neu erworbenen Unternehmen in die Konzernbilanz. Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte zeigten sich mit 15,0 Mio. EUR wenig verändert (Vorjahr: 12,3 Mio. EUR). Der Bestand an liquiden Mitteln lag mit 132,2 Mio. EUR über Vorjahresniveau (+ 15,7 Mio. EUR).
Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital absolut um 45,5 Mio. EUR auf 595,4 Mio. EUR (Vorjahr: 549,9 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote hat sich mit 41,9 % im Verhältnis zum Vorjahr kaum verändert (Vorjahr: 42.0 %). Zum Ende des Geschäftsjahrs 2015 lagen die langfristigen Schulden um 16,4 Mio. EUR über dem Vorjahr. Der Anstieg ist im Wesentlichen durch erhöhte langfristige Finanzschulden (+9,0 Mio. EUR) und erhöhte latente Steuern (+4,3 Mio. EUR) aufgrund der Akquisitionen bedingt. Auch die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich durch das Einfließen bilanzierter, bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten an noch nicht übertragenen Anteilen erworbener Unternehmen (+1,9 Mio. EUR). Weiterhin stiegen die Pensionsrückstellungen infolge einer anzupassenden Bewertung leicht an (+0,9 Mio. EUR).
Die kurzfristigen Schulden legten um 49,4 Mio. EUR auf 328,2 Mio. EUR zu, vorrangig aufgrund erhöhter Finanzschulden (+17,2 Mio. EUR) und erhöhter sonstiger kurzfristiger Verbindlichkeiten (+21,2 Mio. EUR). In dieser Position sind unter anderem erhaltene Anzahlungen und Verbindlichkeiten aus Steuern berücksichtigt. Auch die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen erhöhten sich um 10,2 Mio. EUR. Ein weiterer kleiner Effekt ergab sich aus erhöhten laufenden Ertragsteuern (+1,9 Mio. EUR). Demgegenüber sanken die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen leicht (-1,2 Mio. EUR).
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| 31.12.2015 | 31.12.2014 | |
|---|---|---|
| Vorräte | 281,6 | 265,7 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 160,7 | 162,1 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -46,7 | -47,9 |
| Erhaltene Anzahlungen | -9,1 | -5,8 |
| Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo | -30,8 | -24,5 |
| Working Capital | 355,7 | 349,6 |
Das Working Capital ermittelt INDUS aus den Vorräten zuzüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der erhaltenen Anzahlungen und der Fertigungsaufträge mit passivem Saldo. Zum 31. Dezember 2015 lag das Working Capital bei 355,7 Mio. EUR (Vorjahr: 349,6 Mio. EUR).
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| 31.12.2015 | 31.12.2014 | Veränderung absol. | Veränderung relativ | |
|---|---|---|---|---|
| Langfristige Finanzschulden | 376,9 | 367,9 | 9,0 | 2,4% |
| Kurzfristige Finanzschulden | 111,6 | 94,4 | 17,2 | 18,2% |
| Liquide Mittel | -132,2 | -116,5 | -15,7 | 13,5% |
| Nettofinanzverbindlichkeiten | 356,3 | 345,8 | 10,5 | 3,0% |
Die Nettoverschuldung, berechnet aus der Differenz von lang- und kurzfristigen Finanzschulden zu den liquiden Mitteln, lag zum 31. Dezember 2015 bei 356,3 Mio. EUR (31. Dezember 2014: 345,8 Mio. EUR). Das Verhältnis von Nettoverschuldung zum Eigenkapital (Gearing) beträgt 60 % (Vorjahr: 63 %). Das Verhältnis Nettoverschuldung/EBITDA beträgt 1,9 (Vorjahr: 2,0). Damit liegt INDUS unter dem definierten Zielkorridor einer Entschuldungsdauer von 2 bis 2,5 Jahren.
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| 2015 | 2014 | 2013 | Veränderung absol. | Veränderung relativ | |
|---|---|---|---|---|---|
| Investitionen | 107,3 | 97,2 | 100,9 | 10,1 | 10,4% |
| davon in: | |||||
| Unternehmenserwerbe | 34,3 | 31,4 | 49,2 | 2,9 | 9,2% |
| Immaterielle Vermögenswerte | 8,7 | 7,5 | 5,4 | 1,2 | 16,0% |
| Sachanlagen | 64,3 | 58,3 | 46,3 | 6,0 | 10,3% |
| davon in: | |||||
| Grundstücke und Gebäude | 15,2 | 7,8 | 4,0 | 7,4 | 94,9% |
| Technische Anlagen und Maschinen | 19,0 | 21,7 | 12,2 | -2,7 | -12,4% |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 16,0 | 12,3 | 10,1 | 3,7 | 30,1% |
| Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 14,1 | 16,5 | 20,0 | -2,4 | -14,5% |
| Abschreibungen | -50,1 | -48,0 | -43,7 | -2,1 | -4,4 % |
Die Investitionen stiegen im Berichtsjahr um 10,4 % auf 107,3 Mio. EUR. Hiervon entfielen 34,3 Mio. EUR auf Unternehmenserwerbe, 64,3 Mio. EUR auf Investitionen in Sachanlagen sowie 8,7 Mio. EUR auf Investitionen in immaterielles Anlagevermögen. INDUS hat damit erneut auf einem sehr hohen Niveau in ihre Beteiligungen investiert. Insgesamt wurden für den Erwerb der Anteile an den neuen Gesellschaften Zahlungsmittel in Höhe von 46,5 Mio. EUR aufgewendet; hiervon sind zum Kaufzeitpunkt erworbene Kassenbestände abzuziehen, sodass sich aus der Investitionsrechnung ein Nettomittelabfluss von 34,3 Mio. EUR für die Akquisitionen ergibt.
Den Schwerpunkt der Investitionen bildeten Investitionen in Sachanlagen. Die Mittel wurden zu annähernd gleichen Teilen in technische Anlagen und Maschinen, andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Grundstücke und Gebäude sowie Anzahlungen investiert. In den Investitionsprojekten sind viele Einzelmaßnahmen enthalten; die größte Einzelposition stellt der Erwerb der ehemaligen ESDA-Werke in Glauchau durch OFA Bamberg dar (4,1 Mio. EUR). Bei vielen Portfoliounternehmen wurde in weiteres Wachstum investiert. So errichtete AURORA eine neue Einheit zur Aluflachrohrverarbeitung (0,6 Mio. EUR), RÜBSAMEN und ELTHERM nahmen Hallenerweiterungen vor (0,8 Mio. EUR) und die Beteiligung MBN baute ein komplett neues Bearbeitungszentrum (rd. 1,6 Mio. EUR). Auch die SIMON-Gruppe schafft derzeit neue Produktionsmöglichkeiten (für rd. 4,6 Mio. EUR). In neue technische Anlagen größeren Umfangs investierten beispielsweise die Beteiligungen KIEBACK und FICHTHORN mit neuen hochmodernen Pressen (im Wert von insgesamt rd. 3,6 Mio. EUR) und die Beteiligung SELZER mit Anlagen für Neuprojekte (rd. 2,7 Mio. EUR).
Die Abschreibungen lagen insgesamt bei 50,1 Mio. EUR (Vorjahr: 48,0 Mio. EUR).
Neben den wirtschaftlichen Zielen verfolgt die INDUS Holding AG auch nichtfinanzielle Ziele. INDUS will die Entwicklung zukunftsversprechender mittelständischer Unternehmen fördern und begleitet daher ihre Beteiligungen bei der strategischen Weiterentwicklung - mit Kapital, aber auch mit ihrer Erfahrung, ihrem Wissen und ihrem Netzwerk. Über eine erfolgreiche Begleitung der Portfoliounternehmen will INDUS ihr Ansehen und ihre gute Reputation festigen.
Dazu gehören die Beachtung von ESG-Prinzipien ("Environmental, Social and Governance", d.h. Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) und Regeltreue im geschäftlichen Umgang (Compliance). Die Mitarbeiter sind dem Grundsatz verpflichtet, gesetzliche Regelungen und ethische Standards verbindlich einzuhalten. Die einzelnen Gesellschaften der INDUS-Gruppe und die Führungsgesellschaft haben sich dazu eigene Verhaltenskodizes gegeben. Sie unterstützen die Mitarbeiter mit ethischen Leitlinien in ihrem Handeln.
Nachhaltigkeit bedeutet, gleichrangig und gleichzeitig ökonomische, soziale und ökologische Ziele anzustreben. Für INDUS bedeutet das, dauerhafte Werte zu schaffen, gute Arbeit zu ermöglichen und sorgsam mit Umwelt und Ressourcen umzugehen. INDUS ist überzeugt, dass eine Entwicklung nur dann nachhaltig ist, wenn sie die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt und gleichzeitig darauf achtet, dies nicht auf Kosten künftiger Generationen zu tun. INDUS bekennt sich daher ausdrücklich zu den Prinzipien nachhaltigen Wirtschaftens: Als Finanzinvestor umfasst diese Selbstverpflichtung sowohl die Integration von Grundsätzen verantwortungsvollen Investierens in den Investmentprozess als auch die Führung des Unternehmens. Über die Mitarbeit in Aufsichtsgremien wirkt INDUS auch in den Portfoliounternehmen auf eine nachhaltige Unternehmensführung hin.
Der Vorstand ist davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit über alle Wertschöpfungsstufen hinweg einen Wettbewerbsvorteil erzeugt und dauerhaft den Unternehmenswert steigert.
Die Unternehmen der INDUS-Gruppe nehmen ihre Verantwortung als Teil der Gesellschaft eigenständig wahr - aktiv und mit Bezug zu ihrem regionalen Kontext. Sie unterstützen mit ihrem Engagement kulturelle und soziale Projekte in der Nachbarschaft. Auch der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist für die INDUS-Gruppe von hoher Bedeutung. Grundlagen für das Handeln aller Unternehmen sind detaillierte Regelungen und Maßnahmen, die von den Geschäftsführern der einzelnen Beteiligungsgesellschaften mit Blick auf das spezifische Umfeld im Einklang mit der Unternehmensphilosophie entwickelt und umgesetzt werden.
Vorstand und Aufsichtsrat fühlen sich seit jeher einer verantwortungsvollen, transparenten und nachhaltigen Wertschöpfung verpflichtet. So erkennen sie seit Einführung des Deutschen-Corporate-Governance-Kodex die Empfehlungen und Anregungen des Kodex stets nahezu vollständig an und folgen damit den Regeln einer guten Unternehmensführung und -überwachung.
Potentielle Portfoliounternehmen werden von INDUS nach Nachhaltigkeitsaspekten analysiert. Investitionen in bestimmte Branchen und Unternehmen (u.a. Waffen, Militär) sind ausgeschlossen. Im Rahmen der Due Diligence prüft INDUS zudem Chancen und Risiken aus der Erfüllung bzw. Nichterfüllung von Nachhaltigkeitskriterien. Eine INDUS-Beteiligung muss im Einklang mit ihrem sozialen Umfeld agieren. Daher legt INDUS großen Wert darauf, dass die Portfoliounternehmen soziale und ethische Grundsätze achten sowie negative Einflüsse auf die Natur minimieren. INDUS ist davon überzeugt, dass Unternehmen mit hohen ESG-Standards besser geführt sind, geringere Geschäftsrisiken haben und letztendlich mehr Wert schaffen. Aufgrund der Rollenverteilung zwischen Beteiligungen und der Führungsgesellschaft übt INDUS ihren direkten Einfluss lediglich im Rahmen der Beteiligungsauswahl aus.
Im Zuge der systematischen und transparenten Auseinandersetzung mit dem Klimaschutz beteiligt sich INDUS seit 2009 am Carbon Disclosure Project (CDP), einer im Auftrag institutioneller Anleger jährlich durchgeführten Erhebung zu Fragen des Klimawandels (www.cdp.net). In diesem Rahmen berichtet INDUS über Chancen und Risiken infolge des Klimawandels, legt seine Treibhausgasemissionen offen und stellt Maßnahmen zur Emissionsreduzierung dar. Die offengelegten Informationen werden durch CDP hinsichtlich Transparenz und Vollständigkeit (Disclosure Scoring von 0 bis 100 Punkte) und hinsichtlich der Qualität und Wirksamkeit von Maßnahmen zur Emissionsreduzierung (Performance Band von A bis E) bewertet. Mit einer Disclosure Bewertung von 95 Punkten konnte INDUS für das Berichtsjahr 2014 erneut eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr (89 Punkte) erzielen. Auch in der Wirksamkeitsbewertung konnte sich INDUS steigern (Performance Band B in 2014 gegenüber Performance Band C in 2013). INDUS wurde von CDP als "Sector Leader Industrials" im DACH-Raum und "Country Leader andere deutsche Unternehmen" ausgezeichnet. Dies bedeutet, dass INDUS in der jeweiligen Vergleichsgruppe zu den jeweils 10 bzw. 11 am besten bewerteten Unternehmen zählt. Für das Berichtsjahr 2015 nimmt INDUS erneut am CDP teil. Ergebnisse und die entsprechende Bewertung der Klimawandelberichterstattung werden im Herbst 2016 von CDP veröffentlicht.
Als Basis für einen aktiven Klimaschutz erfasst INDUS jährlich die weltweit durch die INDUS Gruppe emittierte Menge von Treibhausgasen. Dabei orientiert sich INDUS am Greenhouse Gas Protocol und weist direkte Emissionen (Scope 1) sowie indirekte Emissionen (Scope 2 und 3) aus. Für das Geschäftsjahr 2015 hat INDUS die für die Berechnung herangezogene Organisationsgrenze geändert. Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2015 ermittelt die INDUS Holding AG ihr Treibhausgasinventar nach dem Konzept der Überwachung der Betriebsabläufe (in den Vorjahren wurde das Konzept der Finanzkontrolle angewendet). Somit beziehen sich die Scope 1 und 2 Emissionen nun ausschließlich auf die INDUS Holding AG. Die Scope 1, 2 und 3 Emissionen der Beteiligungsgesellschaften werden im Inventar der INDUS Holding AG in der Scope 3 Kategorie "Investments" entsprechend des jeweiligen Anteilsbesitzes erfasst. Unter Berücksichtigung dieses neuen Berechnungsgrundsatzes wurden die Emissionen für das Basisjahr 2014 neu berechnet.
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| 2014 | 2015 | |
|---|---|---|
| Scope 1 | ||
| Tonnen CO2e | 140 | 143 |
| Scope 2 | ||
| Tonnen CO2e (market-based) | 44 | 44 |
| Tonnen CO2e (location-based) | 51 | 51 |
| Scope 3 | ||
| Tonnen CO2e | 2.519.909 | 2.534.809 |
Bei den Scope 1 und 2 Emissionen ist absolut betrachtet ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Gründe hierfür sind Witterungseinflüsse und zusätzliche Mitarbeiter in der Holding. Die Scope 3 Emissionen sind ebenfalls absolut betrachtet gestiegen. Der Anstieg ist vor allem in den Kategorien "Eingekaufte Güter und Leistungen" und "Weiterverarbeitung verkaufter Produkte" zu verzeichnen. Er ist somit auf steigende Umsätze zurückzuführen. Die Berechnung der Scope 1 und 2 Emissionen für das Geschäftsjahr 2015 wurde von einer akkreditierten Prüfstelle verifiziert. Die für 2015 ermittelten Emissionen wurden mit Ausnahme der Emissionen in der Scope 3 Kategorie "Investments" durch Kauf und Stilllegung von Emissionsminderungszertifikaten kompensiert.
Das bisher formulierte Ziel, die spezifischen Emissionen (Scope 1 und 2, gemessen in Tonnen CO2e pro Mio. EUR Rohertrag) jährlich um 2 % zu senken, wird weiterhin verfolgt. Es bezieht sich jedoch nun ausschließlich auf die Emissionen der Beteiligungsgesellschaften. Die Berechnung des Basisjahres erfolgt dabei rollierend und unter Berücksichtigung der Veränderungen des Beteiligungsportfolios im jeweiligen Berichtsjahr. Auf dieser Basis wurden für 2015 Emissionen in Höhe von 97,6 Tonnen CO2e pro Mio. EUR Rohertrag (Scope 1 und 2 der Beteiligungen) ermittelt. Bezogen auf das Vorjahr (104,4 Tonnen CO2e pro Mio. EUR Rohertrag) ist eine Reduzierung der Emissionen um 6,5 % zu verzeichnen (unabhängig von der Veränderung der Berechnungsmethodik). Das jährliche Einsparziel wurde übertroffen. Hierzu haben Investitionsmaßnahmen in den Bereichen Wärmedämmung, Gebäude- und Anlagentechnik aber auch die Implementierung von Energiemanagementsystemen in einzelnen Gesellschaften beigetragen. Zur Erschließung weiterer Potenziale hat INDUS im Jahr 2015 ein gruppenweites Programm zur Ableitung von Energie- und Emissionseinsparmaßnahmen begleitet. Die hieraus resultierenden Potenziale werden in den Folgejahren umgesetzt. Für 2016 setzt sich INDUS erneut eine Reduzierung der spezifischen Scope 1 und 2 Emissionen der Beteiligungen um 2 % zum Ziel. Zusätzlich arbeitet die INDUS Holding AG an einem auf Basis wissenschaftlicher Methoden entwickelten Emissionsreduktionsziel für ihre Scope 1 und 2 Emissionen.
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| 2013 | 2014 | 2015 | |
|---|---|---|---|
| Tonnen CO2e pro Mio. EUR Rohertrag | |||
| (Scope 1 und 2 der Beteiligungen) | - | 104,4 | 97,6 |
| (121,2*) | (106,9**) | (99,8**) |
* Veränderungen des Beteiligungsportfolios und der Berechnungsmethodik nicht berücksichtigt
** Grenze der Organisation: Finanzkontrolle (bisherige Berechnungsmethodik)
Analysten und Investoren stützen ihre Empfehlungen und Entscheidungen verstärkt auch auf das Nachhaltigkeitsprofil von Unternehmen, da sie Corporate Social Responsibility (CSR) und Nachhaltigkeit als Leitindikatoren einer zukunftsorientierten Unternehmensführung betrachten. Sie ziehen in erster Linie Nachhaltigkeitsratings heran, um die Leistungen eines Unternehmens in den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie zu beurteilen. Erreicht ein Unternehmen in diesen Ratings Bestnoten, hat das eine deutliche Signalfunktion für seine Stakeholder und erhöht darüber hinaus seine Attraktivität als Arbeitgeber sowie die Motivation seiner Mitarbeiter.
Im Herbst 2015 hat die im nachhaltigen Anlagesegment tätige Rating-Agentur oekom research AG erstmals ein Rating bei INDUS durchgeführt. Die Bewertung auf einer zwölfstufigen Skala von A + bis D - erreichte auf Anhieb C+. Ab einer Bewertung von C wird ein Unternehmen mit dem "Prime"-Status ausgezeichnet. Ein solches Prime-Rating ist mittlerweile für einige nachhaltige Investoren eine Investitionsbedingung. INDUS wurde nicht nur mit dem Prime-Status ausgezeichnet, sondern erreichte auch die Spitzenposition in der internationalen Vergleichsgruppe (Financials/Multi-Sector Holdings). Die soziale und ökologische Performance eines Unternehmens beurteilt oekom research im Rahmen der Corporate Ratings anhand von über 100 branchenspezifisch ausgewählten Kriterien.
INDUS setzt auf ein Team von Spezialisten, die explizite Zentralfunktionen in der Führungsgesellschaft wahrnehmen und die Interessen von INDUS als Gesellschafter wahren. Da INDUS sich auf wesentliche Kernaufgaben fokussiert, ist der Spezialisierungsgrad der Mitarbeiter hoch. Wichtigstes Merkmal der Unternehmenskultur sind kurze Entscheidungswege, eine starke Teamorientierung und flache Hierarchien. Der Vorstand steht im regelmäßigen Kontakt mit allen Mitarbeitern. INDUS legt großen Wert auf einen respektvollen Umgang - untereinander und mit ihren Geschäftspartnern. Im Alltag achten alle Teammitglieder auf eine hohe Professionalität und stabile Prozesse. Zum Ende des Geschäftsjahrs 2015 beschäftigte die INDUS Holding AG (ohne die Mitglieder des Vorstands) 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die fachlichen und sozialen Kompetenzen der Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens. Zur Förderung dieses Kapitals bieten die Beteiligungen von INDUS eine Reihe von Weiterbildungsmaßnahmen an; sie sind abgestimmt auf die individuellen Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter. Die dezentrale Organisation des Weiterbildungsprogramms durch die einzelnen Beteiligungsgesellschaften in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern gewährleistet einen eng an den spezifischen Anforderungen ausgerichteten Ausbau des Know-hows. Die Beteiligungsunternehmen steuern ihre Personalarbeit quantitativ wie auch qualitativ eigenständig. Hier sind an erster Stelle die Geschäftsführer verantwortlich. Im Rahmen der Planung zwischen INDUS und den Portfoliounternehmen gibt INDUS ihren Beteiligungen Empfehlungen hinsichtlich der Flexibilität in den Produktions- und Personalkosten. Im Jahresdurchschnitt waren bei den Unternehmen aus dem INDUS-Portfolio 8.334 Mitarbeiter (Vorjahr: 7.586) beschäftigt.
Als Finanzinvestor betreibt INDUS keine eigene Forschung und Entwicklung. Entsprechende Aktivitäten erfolgen direkt in den Unternehmen. Diese Aktivitäten sind derzeit noch im Wesentlichen auf die Weiterentwicklung bestehender Produktprogramme ausgerichtet. Besonders erfolgreiche Unternehmen zeigen aber, dass die systematische Befassung mit Innovationen und entsprechende Vorleistungen bei der Entwicklung neuer Produkt- und Dienstleistungsangebote nachhaltig überdurchschnittliche Renditen sichern. Daher will INDUS den Ausbau der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten deutlich fördern, unterstützen und verstärkt finanzieren.
Zu diesem Zweck hat INDUS, abgeleitet aus ihrem Strategieprogramm KOMPASS 2020, eine Innovationsstrategie konkretisiert. Zur Umsetzung dieser Strategie in den folgenden Jahren baut die Führungsgesellschaft aktuell ein Innovationsmanagementsystem auf. Bei der Konzeptionierung der strategischen Instrumente unterscheidet INDUS zwischen zwei Arten von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten:
| ― | Inkrementelle Aktivitäten: Eine große Anzahl der INDUS-Beteiligungen fokussiert ihre Entwicklungsressourcen auf die inkrementelle Weiterentwicklung bestehender Produktprogramme. Dies sichert bestehende Markpositionen und zukünftige Erträge. Um diese wichtige Säule der Innovationsaktivitäten zu stützen und zu stärken, baut INDUS die bereits bestehende Wissensplattform zum Innovations- und Technologiemanagement aus und bietet den Beteiligungsgesellschaften zielgerichtet methodische Unterstützung an. |
| ― | Radikale/Disruptive Aktivitäten: Disruptive Innovationsaktivitäten zielen auf die Erschließung neuer Technologien und/oder neuer Märkte ab. Da Innovationsaktivitäten disruptiver Art überdurchschnittliche Ertragschancen bieten, entwickelt INDUS strategische Instrumente, um die Aktivitäten der Beteiligungen in diesem Bereich zu stärken, gezielt zu fördern und zu begleiten. |
Die ausgewiesenen Aufwendungen im Konzernabschluss der INDUS-Gruppe für F&E-Investitionen lagen 2015 bei 12,0 Mio. EUR (Vorjahr: 9,7 Mio. EUR).14 Die aktuellen F&E-Investitionen in der Gruppe liegen im Branchendurchschnitt. Für die nächsten Jahre hat der Vorstand sich das Ziel gesetzt, deutlich mehr Mittel für F&E-Aktivitäten bereitzustellen und es den Unternehmen so zu ermöglichen, nicht nur bestehende Produktprogramme und Leistungen weiterzuentwickeln, sondern auch neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen.
Ein zunehmender Anteil der Beteiligungsgesellschaften positioniert sich als Systemlieferanten und Entwicklungspartner am Markt. Dies bedingt neben einer größeren Wertschöpfungstiefe auch ein zunehmendes Maß an Forschungs- und Entwicklungskompetenz. Es bestehen sowohl kunden- wie auch lieferantenseitig erfolgreiche Entwicklungspartnerschaften. Außerdem werden in Verbindung mit den Entwicklungsaktivitäten bei den Gesellschaften auch die Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen weiter ausgebaut. Schon heute arbeitet ein Teil der Gesellschaften intensiv mit namhaften Einrichtungen zusammen. Die Formen der Zusammenarbeit erstrecken sich von klassischen Kunden-Lieferanten-Beziehungen über die Auftragsforschung bis hin zur Mitarbeit einzelner Gesellschaften in öffentlich geförderten Forschungsvorhaben.
14 Siehe Konzernhang, Ziffer 9
Der Jahresabschluss der INDUS Holding AG ist als Kurzform in den nachfolgenden Tabellen dargestellt. Der vollständige Jahresabschluss liegt separat vor.
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| 2015 | 2014 | 2013 | Veränderung absol. (2014 zu 2015) | Veränderung relativ (2014 zu 2015) | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 6,3 | 5,7 | 5,8 | 0,6 | 10,5% |
| Sonstige betriebliche Erträge | 5,3 | 12,3 | 11,3 | -7,0 | -56,9% |
| Personalaufwand | -6,0 | -4,7 | -4,6 | -1,3 | 27,7% |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -6,1 | -6,0 | -6,0 | -0,1 | 1,7% |
| Erträge aus Beteiligungen | 55,4 | 40,3 | 43,5 | 15,1 | 37,5% |
| Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 43,7 | 42,3 | 45,7 | 1,4 | 3,3% |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 10,4 | 8,8 | 9,0 | 1,6 | 18,2% |
| Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -0,6 | -0,5 | -0,4 | -0,1 | 20,0% |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | -5,0 | -9,0 | -11,2 | 4,0 | -44,4% |
| Aufwendungen aus Verlustübernahme | -12,6 | -3,4 | -12,2 | -9,2 | 270,6% |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -14,3 | -15,1 | -17,5 | 0,8 | -5,3% |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 76,5 | 70,7 | 63,4 | 5,8 | 8,2% |
| Außerordentliche Erträge | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0% |
| Steuern | -8,1 | -8,6 | -6,9 | 0,5 | -5,8% |
| Jahresüberschuss | 68,4 | 62,1 | 56,5 | 6,3 | 10,1% |
| Gewinnvortrag | 1,7 | 1,0 | 0,9 | 0,7 | 70,0% |
| Bilanzgewinn | 70,1 | 63,1 | 57,4 | 7,0 | 11,1% |
Das Ergebnis der INDUS Holding AG ist im Wesentlichen bestimmt von den Erträgen aus Beteiligungen und den Ausleihungen des Finanzanlagevermögens. Die Umsatzerlöse lagen in der AG 2015 mit 6,3 Mio. EUR über dem Vorjahr. Sie umfassen von der Führungsgesellschaft erbrachte Dienstleistungen für die Beteiligungsgesellschaften. Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen im Wesentlichen aufgrund geringerer Zuschreibungen auf Finanzanlagen von 12,3 Mio. EUR auf 5,3 Mio. EUR zurück. Der Personalaufwand liegt infolge einer Zeitwertanpassung im Rahmen der Gewährung der langfristigen variablen Vergütung um 1,3 Mio. EUR über dem Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen blieben nahezu unverändert. Die Erträge aus Beteiligungen stiegen aufgrund der guten Geschäftslage auf 55,4 Mio. EUR. Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens stiegen ebenfalls leicht an und erreichten 43,7 Mio. EUR. Auch die sonstigen Zinserträge lagen mit 10,4 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau.
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen blieben mit 0,6 Mio. EUR nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Die Abschreibungen auf Finanzanlagen waren mit 5,0 Mio. EUR geringer als im Vorjahr. In dieser Position sind Wertminderungen aus der Überprüfung der Werthaltigkeit der Beteiligungsbuchwerte enthalten. Die Aufwendungen aus Verlustübernahme stiegen auf 12,6 Mio. EUR. Die wesentlichen Verlustübernahmen betrafen vor allem die defizitären Projektanläufe in den Bereichen Fahrzeug- und Metalltechnik (siehe dazu auch die Erläuterungen im jeweiligen Segmentbericht). Die Zinsaufwendungen gingen von 15,1 Mio. EUR auf14,3 Mio. EUR nochmals zurück.
Insgesamt verbesserte sich damit das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf 76,5 Mio. EUR. Nach Steuern führt die Gewinn- und Verlustrechnung daher zu einem Jahresüberschuss von 68,4 Mio. EUR, der Bilanzgewinn erreichte 70,1 Mio. EUR.
Aktiva
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| 31.12.2015 | 31.12.2014 | |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 0,2 | 0,2 |
| Sachanlagen | 2,9 | 2,8 |
| Finanzanlagen | 994,5 | 947,1 |
| Anlagevermögen | 997,6 | 950,1 |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 267,4 | 241,3 |
| Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 8,9 | 6,3 |
| Umlaufvermögen | 276,3 | 247,6 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 0,3 | 0,3 |
| Bilanzsumme | 1.274,2 | 1.198,0 |
| Passiva | ||
| Eigenkapital | 761,2 | 722,2 |
| Rückstellungen | 5,6 | 4,2 |
| Verbindlichkeiten | 463,2 | 427,8 |
| Passive latente Steuern | 44,2 | 43,8 |
| Bilanzsumme | 1.274,2 | 1.198,0 |
Die Bilanzsumme der INDUS Holding AG hat sich im Berichtsjahr unter anderem aufgrund der Zukäufe nochmals erhöht und beträgt 1.274,2 Mio. EUR. Das Anlagevermögen stieg um 47,5 Mio. EUR auf 997,6 Mio. EUR (Vorjahr: 950,1 Mio. EUR) im Wesentlichen aufgrund höherer Finanzanlagen (d.h. Anteile an Beteiligungsgesellschaften). Innerhalb des Umlaufvermögens stiegen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um 26,1 Mio. EUR auf 267,4 Mio. EUR. Im Wesentlichen ist dieser Aufbau durch höhere Forderungen gegen verbundene Unternehmen verursacht. Die liquiden Mittel betrugen 8,9 Mio. EUR. Damit lag das Umlaufvermögen insgesamt um 28,7 Mio. EUR über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Das Eigenkapital betrug 761,2 Mio. EUR. Damit verfügt die INDUS Holding AG über eine Eigenkapitalquote von 59,7 % (Vorjahr: 60,3 %). Die Verbindlichkeiten stiegen vorrangig infolge erhöhter Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf 463,2 Mio. EUR.
In der AG beschäftigte INDUS zum 31. Dezember 2015 insgesamt 24 Mitarbeiter ohne Vorstand (Vorjahr: 21 Mitarbeiter).
Nach Ablauf des Geschäftsjahrs 2015 sind keine weiteren Ereignisse eingetreten, die für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der INDUS Holding AG in Bezug auf das abgelaufene Geschäftsjahr von wesentlicher Bedeutung sind.
INDUS betreibt und pflegt ein professionelles Chancen- und Risikomanagement als Instrument, das die Führung dabei unterstützt, die Unternehmensziele zu erreichen. Zentrale Aufgabe des Systems ist es, Chancen frühzeitig erkennen und nach angemessener Chancen-Risiko-Abwägung nutzen zu können. Gleichzeitig soll es sicherstellen, dass das Unternehmen auf den Eintritt von Risiken zu jeder Zeit vorbereitet ist und angemessen auf sie reagieren kann.
Voraussetzung für den langfristigen Erfolg von INDUS ist es, Chancen frühzeitig zu erkennen und zu nutzen. Gleichzeitig ist das Unternehmen Risiken ausgesetzt, die das Erreichen seiner kurz- und mittelfristigen Ziele oder die Umsetzung langfristiger Strategien erschweren können. Zum Teil muss INDUS Risiken sogar bewusst eingehen, um Chancen gezielt nutzen zu können. Als Risiken versteht INDUS aus der Ungewissheit über zukünftige Entwicklungen resultierende interne oder externe Ereignisse, die sich negativ auf das Erreichen der Unternehmensziele auswirken können. Als Chancen versteht INDUS mögliche Erfolge, die über die festgelegten Ziele hinausgehen und die Geschäftsentwicklung auf diese Weise begünstigen. Risiken und Chancen sind für INDUS untrennbar miteinander verbunden. Damit unterstützen die weiter unten im Risikobericht erläuterten Strukturen und Prozesse zum Risikomanagementsystem in der Rückkopplung auch das Chancenmanagement.
Das Chancenmanagement bei INDUS besteht in einem systematischen Umgang mit den unternehmerischen Potenzialen in der Gruppe. Dazu nutzt der Vorstand das sogenannte Instrument des "Strategischen Dialogs". Damit verbindet sich ein strukturierter Prozess, in dem mindestens einmal pro Jahr alle Beteiligungsunternehmen Chancen aus relevanten Markt- und Techniktrends systematisch aufbereiten und mit dem Vorstand diskutieren.
Zeitlich nachgelagert zum strategischen Dialog erfassen alle Unternehmen in der operativen Planung und in der monatlichen Berichterstattung Chancen und Risiken, um die aktuelle Ergebnis- und Liquiditätssituation der einzelnen Geschäfte noch besser einschätzen und beurteilen zu können. Bei der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns orientiert sich INDUS an den aktuellen globalen Wachstumstreibern wie Mobilität, Infrastruktur oder Gesundheit.
Im Rahmen des bestehenden Portfolios werden die Chancen für strategische Ergänzungen auf Tochtergesellschaftsebene und die strategische Weiterentwicklung durch die jeweils verantwortlichen Vorstandsmitglieder gemeinsam mit der jeweiligen Geschäftsführung beurteilt. Auf operativer Ebene werden die Chancen von den Geschäftsführern vor Ort analysiert und gesteuert. Grundlage hierfür sind Analysen der relevanten Märkte und Wettbewerber sowie unterschiedliche Entwicklungsszenarien von entscheidenden Kostentreibern und Erfolgsfaktoren.
Chancen ergeben sich insbesondere durch die stetige Entwicklung neuer Produkte. Das hilft den Unternehmen, ihre starke Marktstellung in ihren jeweiligen Nischenmärkten auszubauen. Sie analysieren im Dialog mit Kunden und Lieferanten, welche neuen Einsatzmöglichkeiten sich kurz-, mittel- und langfristig für ihre Technologien eröffnen. Wichtiger Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung ihres Geschäfts sind dabei Produktinnovationen ihrer Kunden. Häufig erfordern neue Produkte auch innovative Produktionsprozesse, bei denen die Beteiligungen ihr Know-how einbringen können. Als Führungsgesellschaft unterstützt und berät INDUS das Chancenmanagement der Beteiligungsunternehmen in zweifacher Hinsicht: Gemeinsam mit den Geschäftsführern analysiert sie jährlich neue Geschäftschancen im Rahmen der Jahresplanung sowie bedarfsorientiert innerhalb eines Jahres; zudem sichert sie die Finanzierung für die Wahrnehmung der identifizierten Chancen.
Die Geschäftspolitik der Führungsgesellschaft ist darauf ausgerichtet, den Wert des Portfolios kontinuierlich zu steigern. Die wesentlichen strategischen Chancen für das Geschäft von INDUS ergeben sich daher aus dem Erwerb, dem Halten und der Finanzierung von Entwicklungsmöglichkeiten der Beteiligungen. Damit kommt den M&A-Aktivitäten von INDUS eine zentrale Bedeutung zu. Um Akquisitionschancen systematisch zu nutzen, hat INDUS in ihrem Strategieprogramm "KOMPASS 2020" Zielmärkte definiert, in denen durch aktive Suche potentielle neue Beteiligungen gefunden werden sollen. Das Investitionsteam der INDUS Holding AG identifiziert dazu permanent potentielle Zielunternehmen und analysiert sie sorgfältig. Zusätzlich zu ihren fünf Segmentmärkten untersucht INDUS verstärkt die Bereiche Infrastruktur, Verkehr und Logistik, Energie- und Umwelttechnik sowie Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik, um weitere interessante Akquisitionsmöglichkeiten zu finden.
Zur Wahrnehmung dieser Chancen setzt INDUS sowohl auf einen kontinuierlichen Ausbau ihres Netzwerks als auch verstärkt auf externe Branchenexperten, da der Markt für mittelständische Unternehmen in der Umsatzgrößenklasse <100 Mio. EUR Jahresumsatz breit und enorm diversifiziert ist; diese Berater arbeiten exklusiv für INDUS und identifizieren passende Portfolioergänzungen nach einem detaillierten Anforderungsprofil.
INDUS sieht sich aufgrund ihrer Positionierung als langjähriger Käufer von mittelständischen Hidden Champions in einer besonderen Marktposition. Da INDUS Unternehmen kauft, um sie langfristig zu erhalten und in ihrer unternehmerischen Weiterentwicklung zu unterstützen und nicht, um sie weiterzuveräußern, verfügt die Gesellschaft über einen ausgezeichneten Ruf in der mittelständischen Industrie. Potenzielle Verkäufer wenden sich oftmals exklusiv an INDUS, um ihr Unternehmen in eine zukunftsfeste Nachfolge zu überführen.
Aufgrund der langjährig gewachsenen Erfolgs- und Erfahrungsgeschichte, des stetigen Geschäftsverlaufs und der soliden Finanzierungspolitik verfügt INDUS zuverlässig und bankenunabhängig über die erforderlichen Finanzierungsmittel zum Kauf neuer Unternehmen. Dies und ein bewährter Akquisitionsablauf versetzt die Gruppe in die Lage, sich im Akquisitionsmarkt bietende Chancen effektiv zu nutzen und Verkaufsverhandlungen ohne die Beteiligung Dritter in wenigen Wochen abzuschließen.
Die Unternehmen im INDUS-Portfolio profitieren in erster Linie von einer positiven Entwicklung der Gesamtkonjunktur in der produzierenden Industrie. Wesentliche Wachstumsimpulse dürften, trotz aktueller Schwächen in Asien und einigen Schwellenländern künftig hauptsächlich China, die USA und die Schwellenländer liefern. Die globale Präsenz der Unternehmen im INDUS-Portfolio bzw. deren Verstärkung tragen zur Nutzung dieser Chancen in den relevanten Märkten bei. Dabei gehen die Unternehmen teilweise bei der Erschließung neuer regionaler Märkte auch gemeinsam vor.
Die Hidden Champions in der INDUS-Gruppe verfügen über eine hohe Entwicklungskompetenz. Die Zukunftsthemen Umweltschutz und Energieeffizienz sind in allen industriellen Branchen relevant. Energiepreise und Umweltstandards werden langfristig weiter steigen. Daher erwartet INDUS verstärkte Investitionen in nachhaltige und energiesparende Produktionsprozesse. Hier sieht INDUS derzeit insbesondere für die Unternehmen aus den Segmenten Fahrzeugtechnik, Maschinen- und Anlagenbau und Metalltechnik nutzbare Chancen.
Das Segment Bau/Infrastruktur wird sowohl kurz- als auch mittelfristig von der starken inländischen Baunachfrage profitieren, ausgelöst durch Inflationsängste und eine vermehrte Investitionsneigung in Immobilieneigentum. In Deutschland besitzen im internationalen Vergleich weniger Personen Wohneigentum, sodass hier mit einem deutlichen und langjährig anhaltenden Nachholeffekt zu rechnen ist.
Für den Bereich Medizin- und Gesundheitstechnik sieht INDUS mittel- und langfristig kontinuierlich gute Wachstumschancen aufgrund der demografischen Entwicklung und des anhaltend hohen Bedarfs an Medizin- und Gesundheitstechnik und deren Anwendungen.
Die INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsgesellschaften sind im Rahmen ihrer internationalen Aktivitäten einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Der Eintritt von Risiken könnte nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Die INDUS Holding AG hat daher in Übereinstimmung mit branchenüblichen Standards und gesetzlichen Bestimmungen ein Risikomanagementsystem eingerichtet, um potenzielle Risiken zu erkennen und über alle Funktionen hinweg beobachten und beurteilen zu können.
Das Risikomanagementsystem ist als integraler Bestandteil der Geschäfts-, Planungs-, Rechnungslegungs- und Kontrollprozesse in das Informations- und Kommunikationssystem der INDUS Holding AG eingebunden; es ist wesentlicher Bestandteil des Führungssystems. Die Verantwortung für die Gestaltung des Risikomanagementsystems liegt beim Vorstand, der ein aktives Management der Risiken sicherstellt. Das Risikomanagementsystem der INDUS Holding AG ist im Risikomanagement-Handbuch der Gesellschaft dokumentiert.
Ziel des Risikomanagementsystems ist es, Risiken systematisch zu identifizieren, zu inventarisieren, zu analysieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Der Vorstand überprüft und überarbeitet dazu im regelmäßigen Turnus sowie anlassbezogen das Risikokataster der Gesellschaft. Auf dieser Basis werden die erforderlichen Maßnahmen zur Risikosteuerung definiert, dokumentiert und deren Wirksamkeit ebenfalls mit dem Risikokataster überwacht. Der Aufsichtsrat wird regelmäßig über die Risikolage der Gesellschaft informiert.
Die Struktur und die Funktionsweise des Risikomanagementsystems werden in regelmäßigen Abständen sowie anlassbezogen vom Vorstand überprüft. Die Ergebnisse dieser Prüfung ebenso wie die Anmerkungen des Abschlussprüfers im Rahmen der Jahresabschlussprüfung fließen dann in die systematische Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems ein. Die unterjährige Überwachung der Risikolage, die Überprüfung der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie eingeleitete Maßnahmen zu seiner Verbesserung werden einmal jährlich im Risikomanagement-Jahresbericht der Gesellschaft dokumentiert.
Zu den Grundelementen des Risikomanagementsystems zählen die organisatorische Einbindung der Chancen- und Risikoprozesse in das operative Tagesgeschäft, eine adäquate Managementstruktur, ein abgestimmtes Planungssystem sowie detaillierte Berichts- und Informationssysteme. Dementsprechend berichten die Beteiligungsgesellschaften im Rahmen des Risikomanagementsystems den Status und die Veränderung bedeutender Risiken an die Führungsgesellschaft. Dies führt zu einer regelmäßigen Neubewertung der Chancen- und Risikosituation durch den Vorstand von INDUS. Dabei werden sowohl unternehmensspezifische als auch externe Ereignisse und Entwicklungen analysiert. Unabhängig von den normalen Berichtswegen werden kurzfristig auftretende Risiken von Bedeutung direkt von den einzelnen Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften an den entsprechenden Verantwortlichen in der Führungsgesellschaft kommuniziert.
Risiken in den Bereichen von Elementarschäden, Betriebsunterbrechungen, Haftpflicht, Management-Haftpflicht (D&O), Produkthaftung und Transportschäden werden zentral von der Führungsgesellschaft für alle Beteiligungsunternehmen durch den Abschluss entsprechender Verträge abgesichert. Das zentrale Management dieser Versicherungen garantiert den Unternehmen einheitlich hohe Versicherungsumfänge bei niedrigen Prämien.
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| Unternehmensrisiken (nach Einschätzung des Vorstandes) | Summe Bruttorisiken (Eintrittswahrscheinlichkeit x Auswirkung) | Risikolage für 2016 im Vergleich zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Umfeld- und Branchenrisiken | bedeutsam | gleich |
| Unternehmensstrategische Risiken | bedeutsam | gleich |
| Leistungswirtschaftliche Risiken | bedeutsam | gleich |
| Personalrisiken | gering | gleich |
| Informationstechnische Risiken | gering | gleich |
| Finanzwirtschaftliche Risiken | gering | gleich |
| Rechtliche Risiken | gering | gleich |
| Sonstige Risiken | gering | gleich |
Ausprägung der möglichen finanziellen Auswirkung auf das Konzerneigenkapital oder Konzern-EBIT: gering (< 5 Mio. EUR), bedeutsam (von 5 bis 20 Mio. EUR), kritisch (> 20 Mio. EUR)
Die Geschäftstätigkeit der Beteiligungen bedingt vom Grundsatz her einen engen Zusammenhang zwischen der Geschäftsentwicklung und der Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds. Neben den konjunkturellen Risiken stellen Erhöhungen der Energie- und Rohstoffpreise Risiken für die Entwicklung der einzelnen Beteiligungsgesellschaften und der Gruppe dar. Mit einem ausgewogenen Beteiligungsportfolio, bestehend aus fünf Segmenten, vermeidet INDUS eine überproportionale Abhängigkeit von einzelnen Branchen. Durch eine hohe Spezialisierung und eine starke Position innerhalb einer attraktiven Marktnische werden sowohl das Branchenrisiko als auch das allgemeine konjunkturelle Risiko für die Beteiligungsunternehmen gemindert. Ein grundsätzliches konjunkturelles und branchenspezifisches Risiko ist von Natur aus nicht zu vermeiden.
INDUS konzentriert sich auf den Erwerb von mittelständischen Produktionsunternehmen in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland. Derzeit werden 51 % der Gesamtumsätze im Inland erzielt (Vorjahr: 52 %). Somit ist die Entwicklung des Konzerns noch stark durch die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland beeinflusst. Die Abhängigkeit vom deutschen Markt ist in den vergangenen Jahren aufgrund des strategischen Ausbaus des internationalen Geschäfts stark gesunken. Diese regionale Diversifikation des operativen Geschäfts streut das Geschäftsrisiko für INDUS. Im Zuge der weiteren Internationalisierung wird die Fokussierung auf das Inland sukzessive abnehmen.
Unternehmensstrategische Risiken bestehen hauptsächlich in der Fehleinschätzung der künftigen Markt- bzw. Geschäftsentwicklung der akquirierten Beteiligungsgesellschaften. Der langfristige Erfolg von INDUS hängt im Wesentlichen von der sorgfältigen Analyse potenzieller neuer Portfoliounternehmen und der Entwicklung des Beteiligungsportfolios ab. Um Risiken auf dem Feld "unternehmensstrategische Risiken" zu minimieren, setzt die Führungsgesellschaft auf eine umfangreiche Marktanalyse der jeweiligen Branche sowie eigene Analysen. Diese eigenen Analysen werden zudem einer externen, unabhängigen Begutachtung unterzogen. Die Entscheidung für eine Neuakquisition wird nach intensiver Prüfung und durch einstimmigen Beschluss des Vorstands getroffen.
Den möglichen Risiken aus Fehleinschätzungen in der strategischen Positionierung der Beteiligungsunternehmen begegnet INDUS durch eigene intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen und regelmäßige Informationsgespräche mit den Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften. Sämtliche Beteiligungsunternehmen stellen monatlich Daten über ihre aktuelle Geschäftsentwicklung und die individuelle Risikolage zur Verfügung. Ihre kurz- und mittelfristigen Planungen werden auf Ebene der Führungsgesellschaft aggregiert. Dies gewährleistet, dass INDUS als Eigentümerin stets einen umfassenden Überblick über die Risikolage des einzelnen Unternehmens und des Konzerns hat.
Neben den unternehmensstrategischen Risiken bestehen für INDUS und die Tochterunternehmen leistungswirtschaftliche Risiken. Dazu zählen insbesondere Beschaffungsrisiken, Produktionsrisiken und Absatzrisiken.
Die Beteiligungsunternehmen benötigen für die Herstellung ihrer Produkte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die von unterschiedlichen Lieferanten bezogen werden. Aufgrund der breiten Diversifikation innerhalb des Gesamtportfolios von INDUS sind Beschaffungsrisiken im Hinblick auf die Auswirkungen auf den Konzern von untergeordneter Bedeutung. Grundsätzlich sind die Unternehmen bestrebt, die Lieferung von wichtigen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen durch langfristige Kontrakte abzusichern. Die Einkaufspreise für Rohstoffe und Energieträger können stark schwanken. Abhängig von der jeweiligen Marktsituation ist es den Beteiligungsgesellschaften daher nicht immer möglich, die daraus entstehenden Belastungen an die Kunden zeitnah und vollumfänglich weiterzugeben. Die operativ Verantwortlichen stehen im kontinuierlichen Kontakt mit Lieferanten und Kunden. So können sie frühzeitig auf eventuell auftretende Preis- und Mengenrisiken reagieren. Zusätzlich begrenzen die Beteiligungsunternehmen, wo notwendig, mit dem Abschluss von Rohstoffsicherungen das Risiko. Das ist allerdings aktuell aufgrund der historisch niedrigen Rohstoffpreise kaum notwendig. Zum 31. Dezember 2015 lagen Rohstoffsicherungen in Höhe von 0,6 Mio. EUR vor (Vorjahr: 0 Mio. EUR).
Produktions- und Absatzrisiken sind aufgrund der breiten Diversifikation innerhalb des Gesamtportfolios von INDUS im Hinblick auf die Auswirkungen auf den Konzern von untergeordneter Bedeutung. INDUS analysiert dazu regelmäßig die Kundenstruktur in der Gruppe; es existieren weder einzelne Produkt- oder Dienstleistungsgruppen noch einzelne Kunden, die einen Anteil von mehr als 10 % am Umsatz erreichen.
Auch aufgrund von Tarifabschlüssen ergeben sich weitere leistungswirtschaftliche Risiken, da die Belastungen oft nicht vollumfänglich an die Kunden weitergegeben werden können, sondern durch Produktivitätserhöhungen kompensiert werden müssen.
Der langfristige Erfolg der Führungsgesellschaft hängt maßgeblich vom Wissen und von der Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter ab. Mögliche Risiken ergeben sich im Wesentlichen bei der Personalbeschaffung und Personalentwicklung sowie durch die Fluktuation von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen. INDUS begrenzt diese Risiken durch zielgerichtete Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie eine leistungsgerechte Vergütung. Die Mitarbeiter schätzen die positive Unternehmenskultur. Ausdruck dieser Wertschätzung ist eine geringe Fluktuation. Die Gesamtheit aller Maßnahmen macht die Gesellschaft zu einem attraktiven Arbeitgeber, sodass den Risiken aus Fluktuation, demografischer Entwicklung und Kompetenzverlust aktiv begegnet wird.
Die Töchter der INDUS-Gruppe steuern ihr Personalmanagement eigenständig; sie sind in sehr vielen Branchen und Regionen angesiedelt, sodass die Risiken der Personalbeschaffung und Personalentwicklung sehr breit gestreut sind. Im Rahmen ihres Berichtswesens an INDUS erfassen sie monatlich ihre personellen Kapazitäten und planen Reserven, um ihre Flexibilität in den Produktions- und Personalkosten zu erhalten. Individuelles Ziel ist es, flexible Kapazitäten von 10 % bis 30 % vorzuhalten. Dazu nutzen sie das Programm "Kapaflex". Es sichert durch die Koppelung verschiedener Maßnahmen wie Zeitkonten, Überstundengutschriften, befristeten Arbeitsverträgen und Leiharbeit sowie steuerbaren In- und Outsourcing-Potenzialen die notwendige Reaktionsfähigkeit.
Grundlage einer modernen Arbeitsumgebung ist eine sichere und effektive informationstechnische Infrastruktur. Die wachsende Vernetzung der Informationssysteme und die Notwendigkeit der permanenten Verfügbarkeit stellen hohe Anforderungen an die eingesetzte Informationstechnologie. Möglichen Risiken aus dem Ausfall von Rechnersystemen und Netzwerken, unberechtigten Datenzugriffen oder Datenmissbrauch begegnet die Gesellschaft mit regelmäßigen Investitionen in Hard- und Software, dem Einsatz von Virenscannern und Firewall-Systemen sowie effektiven Zugangs- und Zugriffskontrollen. Eine permanente Kontrolle dieser Maßnahmen erfolgt durch interne und externe Experten. Aus heutiger Sicht bestehen keine wesentlichen informationstechnischen Risiken.
Zu den finanzwirtschaftlichen Risiken zählen vor allem das Liquiditätsrisiko, das Zinsrisiko und das Währungsrisiko sowie das Ausfallrisiko. Grundsätzlich finanzieren sich die einzelnen Beteiligungsgesellschaften selbst aus ihren operativen Ergebnissen. Je nach Liquiditätssituation unterstützt INDUS die Beteiligungsgesellschaften bei der Finanzierung und stellt bei Bedarf Finanzmittel zur Verfügung. Um die jederzeitige Handlungsfähigkeit der Führungsgesellschaft sowie eine ausreichende Finanzierung der Beteiligungsgesellschaften sicherzustellen, verfügt die Führungsgesellschaft über entsprechende Liquiditätsreserven.
Eine breit diversifizierte Finanzierungsstruktur, verteilt auf sieben Kernbanken, verhindert eine Abhängigkeit von einzelnen Kreditgebern, sodass aus heutiger Sicht bankenseitige Ausfallrisiken begrenzt sind. Das größte Einzelobligo liegt bei rund 15 %. Die Finanzierung des langfristig ausgerichteten Beteiligungsportfolios erfolgt durch eine revolvierende, langfristige Mittelaufnahme der Führungsgesellschaft. Kreditbesicherungen bestehen nicht. Die vereinbarten Covenants stellen aus heutiger Sicht kein wirtschaftliches Risiko dar. Bei der Finanzierung setzt INDUS auf einen Mix aus festverzinslicher und variabler Finanzierung; letztere wird teilweise per Zinsswaps besichert. Eine Veränderung des Zinsniveaus hätte durch die damit fast vollständig abgesicherten Zinsänderungsrisiken während der Laufzeit keine Auswirkungen auf die Ertragslage, da sich die Veränderungen des Zinsniveaus bei variabel verzinslichen Finanzschulden und derivativen Finanzinstrumenten kompensieren. Das Nominalvolumen der Zinsabsicherungen betrug zum 31. Dezember 2015 insgesamt 144,2 Mio. EUR (Vorjahr: 193,9 Mio. EUR).
Das debitorenseitige Ausfallrisiko ist durch das diversifizierte Portfolio und die Eigenständigkeit der Beteiligungsunternehmen, die ihre Aktivitäten auf verschiedene Märkte und mit unterschiedlichen Produkten konzentrieren, deutlich begrenzt. Zudem unterhalten die Beteiligungen selbst wirksame Systeme zur Überwachung der Debitorenrisiken, schließen nach eigenem Ermessen Warenkreditversicherungen ab und berichten der Führungsgesellschaft monatlich über etwaige Risiken.
Aufgrund der zunehmenden internationalen Aktivitäten der Beteiligungsgesellschaften bestehen Währungsrisiken. Diesen begegnet INDUS mit der kongruenten Absicherung der Geschäftsvorfälle durch Devisentermingeschäfte und geeignete Optionsgeschäfte. Das Nominalvolumen der Währungsabsicherungen betrug zum 31. Dezember 2015 insgesamt 19,3 Mio. EUR (Vorjahr: 12,7 Mio. EUR); es lag im Wesentlichen bei den Beteiligungen. Weitere Erläuterungen zur Finanzierung finden sich im Konzernanhang unter den Informationen zur Bedeutung von Finanzinstrumenten.15
Die INDUS Holding AG und ihre Beteiligungsunternehmen sind einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken ergeben sich insbesondere in den Bereichen Wettbewerbs- und Kartellrecht, Außenwirtschafts- und Zollrecht sowie Steuerrecht. Aus dem operativen Geschäft der einzelnen Beteiligungsgesellschaften resultieren darüber hinaus Risiken aus Gewährleistungs- und Produkthaftungsansprüchen aufgrund von Kundenreklamationen. Ein effizientes Vertrags- und Qualitätsmanagement minimiert dieses Risiko zwar, kann aber keinen grundsätzlichen Ausschluss garantieren. Vonseiten der Führungsgesellschaft werden die Unternehmen im Segment Fahrzeugtechnik durch ein entsprechendes Beratungsangebot zum Vertragsmanagement unterstützt. Zur ausreichenden Risikovorsorge wurden 2015 Rückstellungen in Höhe von 64,2 Mio. EUR bilanziert (Vorjahr: 53,6 Mio. EUR). In den Rückstellungen sind Gewährleistungen für Verpflichtungen aus Absatz und Beschaffung, Verpflichtungen für Kundenboni und Erlösschmälerungen, geschätzte Werte für erwartete Rechnungen sowie Rückstellungen für Kosten der Belegschaft und übrige Rückstellungen enthalten.
15 Siehe Konzernanhang, Ziffer 34
Rechtliche Risiken können sich aus Ansprüchen und Klagen gegen Tochterunternehmen sowie behördlichen Verfahren ergeben. Geltend gemachte Ansprüche Dritter prüft INDUS sorgfältig auf ihre Begründetheit. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden bei Bedarf von externen Anwälten begleitet. Die in diesem Bereich identifizierten Einzelrisiken sind gering oder mittel ausgeprägt. INDUS bildet Rückstellungen, sofern Zahlungsverpflichtungen als wahrscheinlich angesehen werden und die jeweilige Höhe zuverlässig geschätzt werden kann.
Eine wichtige Rolle für die INDUS Holding AG spielt der verantwortungsbewusste Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Die Produktionsprozesse in den einzelnen Beteiligungsunternehmen werden kontinuierlich auch dahingehend optimiert, die Belastung für die Umwelt und hier insbesondere den Energieverbrauch zu minimieren. Darüber hinaus sind sämtliche Mitarbeiter der Gruppe dazu angehalten, in ihrem Bereich die entsprechenden Bestimmungen des Umweltschutzes zu beachten und Verbesserungsvorschläge, die über die etablierten Normen hinausgehen, einzureichen. Eventuelle Schäden aus potenziell eintretenden Umweltrisiken sind durch eine Versicherung in ausreichender Höhe abgedeckt. Aktuell sind weder in der Führungsgesellschaft noch in den einzelnen Beteiligungsgesellschaften Umweltrisiken erkennbar.
Der Konzern hat aufgrund seiner Unternehmensstrategie, die Diversifikation durch einen kontinuierlichen Ausbau des Beteiligungsportfolios voranzutreiben, Firmenwerte in Höhe von 394,8 Mio. EUR bilanziert (Vorjahr: 368,2 Mio. EUR). Diese müssen gemäß IAS 36 mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment) unterzogen werden. Sollten dabei Wertminderungen festgestellt werden, sind die entsprechenden Firmenwerte außerplanmäßig abzuschreiben. Im Berichtsjahr wurden keine außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen (Vorjahr: 1,7 Mio. EUR).
Umfang und Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems (IKS) der INDUS Holding AG liegen im Ermessen und in der Verantwortung des Vorstands. Der Aufsichtsrat überwacht den Rechnungslegungsprozess und die Wirksamkeit des IKS. Die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des IKS bei den Beteiligungsgesellschaften wird zudem durch die Abschlussprüfer der Konzerngesellschaften geprüft. Für die INDUS Holding AG selbst obliegt die Prüfung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des IKS direkt dem Vorstand.
Das IKS beinhaltet die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, um die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sicherzustellen, und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Das IKS ist so gestaltet, dass der Konzernabschluss der INDUS Holding AG nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315a Abs. 1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt wird. Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgt nach den handelsrechtlichen Vorschriften des HGB. Die Struktur des IKS bietet eine möglichst hohe Sicherheit in Bezug auf die Zielerreichung. Unabhängig von seiner Ausgestaltung kann das IKS dennoch keine absolute Sicherheit dahingehend liefern, dass Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden.
Die Prozesse zur Konzernrechnungslegung und Lageberichtserstellung werden von den zuständigen Mitarbeitern im Controlling der INDUS Holding AG gesteuert. Änderungen der Gesetze, Rechnungslegungsstandards und anderer Verlautbarungen werden hinsichtlich ihrer Relevanz und Auswirkungen für die Rechnungslegung geprüft. Die sich daraus ergebenden Änderungen der Rechnungslegungsprozesse werden in zentral verfügbaren Verfahrensanweisungen und in den bei der Rechnungslegung verwendeten Systemen abgebildet. Die jeweils aktuelle Konzern-Bilanzierungsrichtlinie wird an alle mit der Rechnungslegung befassten Mitarbeiter der INDUS Holding AG und der Beteiligungsgesellschaften kommuniziert. Zusammen mit dem konzernweit gültigen Abschlusskalender bilden diese Elemente die Basis für den Abschlusserstellungsprozess.
Die Beteiligungsgesellschaften erstellen ihre Abschlüsse gemäß den Vorgaben der Konzern-Bilanzierungsrichtlinie. Die Reporting- und Konsolidierungsprozesse erfolgen für alle Beteiligungsgesellschaften über ein einheitliches IT-System, das zentral von der INDUS Holding AG zur Verfügung gestellt wird. Verfahrensanweisungen und standardisierte Meldeformate unterstützen dabei den Prozess der einheitlichen und ordnungsgemäßen Konzernrechnungslegung. Teilweise werden zusätzlich externe Dienstleister, z. B. für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen, beauftragt.
Zur Vermeidung von Risiken im Rechnungslegungsprozess umfasst das IKS präventive und aufdeckende interne Kontrollen. Dazu gehören insbesondere IT-gestützte und manuelle Abstimmungen, die Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip. Diese Kontrollen und Instrumente werden fortlaufend weiterentwickelt, um auch künftige Risiken ausschließen zu können, wenn Schwachstellen identifiziert wurden.
Das Controlling der INDUS Holding AG stellt über entsprechende Prozesse sicher, dass die Vorgaben der Konzern-Bilanzierungsrichtlinie konzernweit und einheitlich eingehalten werden. Die in den Rechnungslegungsprozess einbezogenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult. Im gesamten Rechnungslegungsprozess werden die Beteiligungsgesellschaften durch zentrale Ansprechpartner unterstützt.
Der Vorstand der INDUS Holding AG und die Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaften sind dafür verantwortlich, dass die konzernweit gültigen Richtlinien und Verfahren zum Rechnungslegungsprozess eingehalten werden. Weiterhin stellen sie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme sicher.
Im Geschäftsjahr 2015 hat INDUS ihre langfristig ausgerichtete Unternehmensstrategie fortgesetzt. Die sehr gute Liquiditätssituation wurde genutzt, um zwei bzw. einschließlich der indirekten Beteiligungen fünf weitere mittelständische Hidden Champions zu erwerben. INDUS hat in ihrem Strategieprogramm "KOMPASS 2020" industrielle Wachstumsmärkte definiert, in denen der Vorstand verstärkt zukaufen will. Dies sind die Geschäftsfelder Verkehr und Logistik/Infrastruktur, Medizin- und Gesundheitstechnik, Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik sowie Energie- und Umwelttechnik. Für 2016 strebt INDUS weitere Verstärkungen in diesen Bereichen an. Zusätzlich sollen verstärkt Chancen im Bereich Bautechnik identifiziert werden. Der Vorstand sieht in möglichen Zukäufen sowohl auf Portfolioebene als auch Ebene der Töchter die größten Wachstumschancen für 2016.
Durch eine stärkere Internationalisierung der bestehenden Aktivitäten bieten sich ebenfalls Wachstumschancen im Portfolio, die durch geplante Investitionen (in Sachanlagen als auch Unternehmenskäufe) von insgesamt rund 125 Mio. EUR aktiv genutzt werden sollen. Die Umsatzerlöse lagen im Berichtsjahr rund 133 Mio. EUR über dem Vorjahr bei einer operativen EBIT-Marge von 9,8 %. Die Finanzierungsstruktur blieb trotz der Wachstumsinvestitionen stabil. Die Nettoverschuldung lag bei 356,4 Mio. EUR nach 345,8 Mio. EUR im Jahr 2014. Die Eigenkapitalquote im Konzern beträgt zum Stichtag 41,9 % (Vorjahr: 42,0 %), in der AG 59,7 % (Vorjahr: 60,3 %). Insgesamt beurteilt der Vorstand daher die Ausgangslage für 2016 als stabil.
Die Gesamtrisikosituation des Konzerns setzt sich aus den aggregierten Einzelrisiken aller Risikokategorien zusammen. Zu den wesentlichen potenziellen Risiken der zukünftigen Entwicklung der INDUS Holding AG gehören die schwer einschätzbare konjunkturelle Gesamtentwicklung, die viele der Beteiligungsunternehmen gleichzeitig betreffen könnte, sowie finanzwirtschaftliche Unwägbarkeiten durch potenzielle Probleme im Bankensektor. Für den Konzern waren im abgelaufenen Geschäftsjahr aus Sicht des Vorstands keine Risiken erkennbar, die einzeln oder in Kombination mit anderen Risiken einen wesentlichen Einfluss auf den Fortbestand des Unternehmens haben könnten. Diese drohen aus heutiger Sicht auch in absehbarer Zukunft nicht.
Die fragilen Rahmenbedingungen haben sich zu Beginn des Jahres 2016 nicht verbessert, eher das Gegenteil ist der Fall. Die Börsen starteten mit heftigen Kursverlusten, Auslöser waren der Crash an den chinesischen Börsen aufgrund fortdauernder schlechter Nachrichten zur chinesischen Konjunktur und der fortgesetzte Ölpreisverfall. Die allgemeine Nervosität hat sich dadurch erhöht Obwohl sich die fundamentalen Rahmendaten für Europa und insbesondere Deutschland gegenüber Ende 2015 nicht verschlechtert haben, wird die deutsche Industrie skeptisch. Die historische Rohstoffbaisse verstärkt vor allem auch für die Emerging Markets die Belastungen, sodass von dort 2016 keine Impulse zu erwarten sind. Die geopolitische Lage bleibt unverändert, gleichzeitig verschärft die expansive Geldpolitik die Anfälligkeit der Weltwirtschaft für Krisen. Die stabile Konjunktur in den USA und die sich fortsetzende Erholung in der Eurozone sowie die starke Binnennachfrage in Deutschland können stabilisierend wirken. Derzeit gehen Experten für das BIP-Wachstum 2016 von einem Zuwachs von 1,3 bis 1,7 % aus. INDUS geht nach derzeitiger Planung für 2016 von einer stabilen Geschäftslage aus, solange sich die Rahmenbedingungen nicht gravierend verändern.
Die unsichere makroökonomische Grundsituation spiegelt sich in allgemein verhaltenen Wirtschaftserwartungen wider. Der ifo-Index für die Weltwirtschaft sank im vierten Quartal 2015 auf 89,6 Punkte und damit deutlich unter seinen langfristigen Durchschnitt von 96,1 Punkten16. Die Einschätzungen zur aktuellen Lage haben sich gegenüber dem Jahresende 2015 aktuell nicht verbessert und die Erwartungen werden derzeit nach unten korrigiert. Der Blick in die einzelnen Märkte zeigt unterschiedliche Szenarien und heterogene Entwicklungen.
Mehrheitlich noch positiv sehen Konjunkturexperten den US-amerikanischen Markt. Gegenwind erhält die Wirtschaft dort allerdings durch niedrige Rohstoffpreise, die die amerikanische Frackingindustrie zunehmend unter Druck setzen. Hinzu kommt die wirtschaftliche Schwäche der Schwellenländer und ein starker Dollar, sodass nur der Binnenmarkt das Wachstum anschiebt. Die Arbeitslosenquote erreicht mit 5 % de facto Vollbeschäftigung. Entsprechend hat die Fed erstmals seit zehn Jahren Mitte Dezember 2015 die Leitzinsen angehoben und damit die Finanzkrise offiziell abgehakt. Die Erwartung für das Wirtschaftswachstum 2016 in Nordamerika liegt bei einem Plus von 2,8 %17.
Der Wachstumsmotor China schwächelt spürbar. Die chinesische Regierung hat einen Abbau von Überkapazitäten in der Schwerindustrie und der Baubranche eingeleitet und setzt auf neue Wachstumsfelder wie Hightech und Service. Wie schnell sich die chinesischen Wachstumsraten erholen werden, hängt in hohem Maße von der künftigen Wirtschaftspolitik ab. Trotz der sinkenden Entwicklungsprognosen bleiben die offiziell angekündigten Wachstumsraten für die Volksrepublik mit einem erwarteten Plus von 6,5 % im internationalen Vergleich auf einem hohen Niveau.
16 CESifo World Economic Survey, November 2015
17 Weltkonjunktur im Winter 2015, Quelle: IFW Institut für Weltwirtschaft, Kiel vom 11. 12. 2015; alle weiteren Angaben zur Entwicklung des Weltwirtschaftswachstum ebenda
In den GUS-Staaten und in Lateinamerika befindet sich das Wirtschaftsklima auf einem Tiefststand. Hauptursachen sind die Russland-Krise und die schwache Entwicklung Brasiliens. Angesichts einer unverändert schlechten Lage wird für Russland eine weitere Schwächung der Konjunktur erwartet. Auch Brasilien ist 2015 in die Rezession gefallen und es wird erwartet, dass beide Länder 2016 abermals leicht (-0,5 % bzw. -1,2%) schrumpfen. Positiver sieht die Prognose für Mexiko mit 3 % Wirtschaftswachstum aus. Der für einzelne Beteiligungen von INDUS relevante südafrikanische Markt soll 2016 um 1,5 % wachsen.
Die Wachstumsprognose für den Euroraum ist etwas positiver als im Vorjahr, Experten erwarten ein Wachstum von 1,5 % bis 1,7 % bei einer erwarteten Inflation von 1,6 %. Eine spürbare Dynamik ist aber nicht in Sicht: Zwar lässt die Arbeitslosigkeit langsam nach und die steigenden Reallöhne stützen die Binnennachfrage, aber die Unternehmensinvestitionen entwickeln sich nicht wie gewünscht- trotz niedriger Zinsen und Rückenwind durch den schwachen Euro. Hinzu kommt politisches Störfeuer: die Uneinigkeit Europas bei der Lösung der Flüchtlingskrise, autokratische Tendenzen in Osteuropa und der drohende Exit Großbritanniens aus der EU.
Die Erwartungen für die Schweizer Wirtschaft haben sich weiter deutlich eingetrübt. Die Entscheidung der Schweizer Notenbank, die feste Koppelung an den Euro aufzugeben, hat den Franken um rund 15 % aufwerten lassen. Das hatte bereits 2015 spürbare Auswirkungen und dürfte auch im laufenden Jahr die schweizerische Konjunkturentwicklung weiter dämpfen.
Nach aktuellen Schätzungen des Instituts für Weltwirtschaft18, Kiel, soll das BIP in Deutschland im Jahr 2016 um 2,2 % wachsen. Angesichts der Turbulenzen an den Aktienmärkten zum Jahresbeginn betrachtet INDUS diese Konjunkturschätzungen eher kritisch. Die Bundesregierung geht für 2016 von einem BIP-Wachstum von 1,7 % aus. Verhaltener sind die Erwartungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages oder der Commerzbank; sie gehen von einem Wachstum von 1,3 % aus. Auch der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands zeigt eine Stimmungsverschlechterung; er sank von 107,3 Punkten im Januar auf 105,7 Punkte im Februar 2016. Dies war der dritte Rückgang in Folge. Die Unternehmen waren erstmals seit mehr als einem Jahr mehrheitlich pessimistisch bezüglich ihrer Geschäftsaussichten. Die aktuelle Lage wurde hingegen etwas besser eingeschätzt.
Die Sorgen der deutschen Wirtschaft werden größer, insbesondere in der Industrie, auch wenn, oberflächlich betrachtet, die allgemeinen Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft derzeit immer noch gut sind: Niedrige Zinsen, die angesichts der aktuellen EZB-Politik noch lange niedrig bleiben werden, ein sehr guter Arbeitsmarkt, eine hohe Binnennachfrage, die durch die Flüchtlingskrise noch ansteigen dürfte und niedrige Rohstoffpreise stellen Chancen dar. Es bleibt insbesondere abzuwarten, ob im zweiten Halbjahr eine Trendwende beim Ölpreis eintritt.
18 Deutsche Konjunktur im Winter 2015, Quelle: IFW Institut für Weltwirtschaft, Kiel vom 11. 12. 2015
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| Wirtschaftsräume | 2015 (Prognose Ende 2014) | 2015 (vorläufige Berechnung) | 2016 (Prognose) | 2017 (Prognose) |
|---|---|---|---|---|
| Weltwirtschaft | 3,7 | 3,1 | 3,4 | 3,8 |
| Euroraum | 1,2 | 1,5 | 1,7 | 2,0 |
| Ausgewählte Länder | ||||
| USA | 3,2 | 2,5 | 2,8 | 3,0 |
| China | 7,0 | 6,8 | 6,5 | 6,3 |
| Indien | 6,5 | 7,2 | 7,2 | 7,5 |
| Japan | 0,8 | 0,7 | 1,0 | 0,5 |
| Deutschland | 1,7 | 1,8 | 2,2 | 2,3 |
Die einzelnen Branchenverbände rechnen in den für die INDUS-Gruppe relevanten Teilmärkten mit einer stabilen Entwicklung.
Die Geschäftserwartungen im Bauhauptgewerbe sind entgegen der eher verhaltenen Erwartungen in der deutschen Wirtschaft eindeutig positiv19. Die Branche erwartet 2016 einen Umsatzzuwachs von 3 %. Die Branchenverbände erwarten spürbare Impulse im Wohnungsbau und im öffentlichen Bau. Ihre Erwartungen für den Wirtschaftsbau sind allerdings gering, hier gehen sie von keinem Zuwachs aus. Der private Wohnungsbau wird damit 2016 zum nochmals verstärkten Treiber der Baukonjunktur. In diesem Jahr sollen insgesamt rund 290.000 Wohnungen auf den Markt kommen, trotzdem bleibt in Ballungsräumen Wohnraum knapp. Auch infolge der steigenden Zahl von Flüchtlingen geht die Branche von einem Bedarf von jährlich 400.000 Wohnungen aus. Kräftig zulegen sollen 2016 die öffentlichen Bauinvestitionen. Die angekündigten Investitionen seitens des Bundes in Straßen, Schienen und Wasserwege sollen das jährliche Budget bis 2018 auf gut 13 Mrd. Euro ausbauen. Hinzu kommen zusätzliche Mittel durch das Programm des Bundes für finanzschwache Kommunen.
Der weltweite Automobilmarkt soll 2016 leicht wachsen20. Die drei großen Pkw-Märkte China, USA und Westeuropa werden nach der Erwartung des Branchenverbandes weiter zulegen - jedoch nur noch marginal. Für die USA und Westeuropa rechnen die Hersteller mit einem Zuwachs von 1 %, China soll nur noch um 2 % wachsen. Aus den Schwellenländern werden kaum Impulse erwartet. Diese Erwartungshaltung stützen die ersten Daten aus den Zulassungsstatistiken. So wurden im Januar 2016 zwar rund 2 % weniger Pkws bei den deutschen Herstellern gefertigt als im gleichen Monat des Vorjahrs, allerdings war die Anzahl der Arbeitstage geringer. Insgesamt wurden in Westeuropa 6 % mehr Fahrzeuge zugelassen, auch der US-Markt lag mit 1,1 Mio. Fahrzeugen auf Vorjahresniveau. In Russland ging der Markt im Januar mit einem Minus von fast 30 % erneut zurück, ebenso in Brasilien (-30 %). Die mittelfristigen Auswirkungen des Abgasskandals bei VW bleiben allerdings noch abzuwarten.
19 Bauprognose 2016: Spitzenverbände erwarten 3 %, Quelle: Zentralverband des deutschen Bauhandwerks und Hauptverband der deutschen Bauindustrie vom 17.1.2016
20 Autoindustrie sieht wachsenden Gegenwind; Quelle: Die Zeit vom 1.12.2015; Deutscher PKW-Markt mit gutem Jahresbeginn, Quelle: VDA vom 15.2.2016; PKW-Markt Westeuropa mit gutem Jahresbeginn, Quelle: VDA vom 16.2.2016
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau erwartet nach der Stagnation 2015 auch für 2016 kein stärkeres Wachstum21. Die Industrieunternehmen haben durch die Schwäche Chinas und der übrigen Schwellenländer zu kämpfen. Auch die Handelssanktionen gegen Russland belasten die Branche. Sie ist nach wie vor skeptisch und rechnet für 2016 bestenfalls mit einem Nullwachstum. Es gäbe nach wie vor unkalkulierbare Risiken, denn die ungelöste Krise in Russland und der Ukraine lasse weitere Rückgänge erwarten. Auch aus Europa werden nur wenige Impulse erwartet; allerdings könnten der niedrigere Eurokurs und gesunkene Rohstoffpreise die preisliche Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Wie schon im Vorjahr setzen die deutschen Maschinenbauer auf Nachfrageeffekte vorrangig aus den USA, die letztes Jahr an die Spitze der deutschen Exportstatistik rückten.
Die Unternehmen der Medizintechnik-Branche beklagen den zunehmenden Preisdruck durch Einkaufsgemeinschaften, kritisieren die Sparpolitik der Krankenkassen und das sinkende Erstattungsniveau in Deutschland. Die Diskussionen über Sparmöglichkeiten im Gesundheitssystem werden auch 2016 anhalten und die Hersteller zu einem hohen Innovationstempo treiben. Allgemein wird aber erwartet, dass der Markt für Gesundheits- und Medizinprodukte kontinuierlich wachsen wird. Deutschland und Japan sind nach den USA die größten Medtech-Märkte der Welt22. Nach einer Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI)23 wird die Nachfrage nach Medizintechnik bis zum Jahr 2020 in den Industrieländern jährlich zwischen 3 %und 4 % wachsen.
Die deutsche Metall- und Elektroindustrie geht skeptisch ins Jahr 201624. Derzeit lassen leicht steigende Auftragseingänge die Branche auf eine Stabilisierung der Lage hoffen. Allerdings hat sich die Stimmung in den letzten ifo-Befragungen vom Januar 2016 verschlechtert, die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate sind um fast 10 Prozentpunkte eingebrochen. Die aktuelle Beurteilung der weiteren Aussichten ist verhalten. Nach einer Phase sinkender Erzeugerpreise hatten sich die Märkte zunächst wieder stabilisiert. Allerdings schwächte sich der Preisanstieg zuletzt wieder ab. Für die weitere Geschäftsentwicklung sind auch die inländischen Investitionen von zentraler Bedeutung. Hier liegt weiter ein Schwachpunkt der inländischen Konjunktur, die vor allem vom stabilen Arbeitsmarkt und von der Konsumnachfrage der Privaten getragen wird. Die Verunsicherung der Investoren durch die Krisen in der Welt sowie durch die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in Deutschland ist nach wie vor nicht überwunden.
In den Geschäftsjahren 2016 und 2017 wird INDUS verstärkt Augenmerk auf den Erhalt bzw. in einzelnen Fällen eine Verbesserung der Performance der Portfoliounternehmen legen. Weiterhin werden dazu strategische Ergänzungsakquisitionen gesucht. Unverändert sucht INDUS zudem Chancen zum Ausbau des Portfolios durch Zukäufe auf der Portfolioebene. Schwerpunkte der Suche 2016 sollen, neben den definierten neuen Zukunftsbranchen, die Branchen Medizin- und Bautechnik bilden. Die 2012 gestartete Wachstumsstrategie "KOMPASS 2020" wird somit konsequent fortgesetzt. Das Portfolio soll weiter organisch wachsen und durch Zukäufe kontinuierlich ausgebaut werden. Die Messlatte für das organische Wachstum bildet weiterhin das BIP-Wachstum in Deutschland. Unverändert sieht der Vorstand die größten Chancen für organisches Wachstum in einer verstärkten Internationalisierung (insbesondere mit Zielrichtung Asien und Amerika) und der erhöhten Bereitstellung von Finanzmitteln für Zukunfts- und F&E-Investitionen.
21 Maschinenbau-Gipfel: VDMA prognostiziert Nullwachstum, Quelle: Scope online vom 14.10.2015
22 Branchenbericht Medizintechnologie 2016, Quelle BVmed
23 In der Medizintechnik herrscht Zuversicht, Quelle: FAZ vom 6.1.2011
24 Die Wirtschaftliche Lage der M+E-Industrie im Winter 2015, Quelle: Arbeitgeberverband Gesamtmetall vom 15.2.2016
Das Portfolio soll auch 2016 um weitere wachstumsstarke Hidden Champions ergänzt werden; dazu beabsichtigt der Vorstand den Kauf mehrerer mittelständischer Unternehmen pro Jahr und plant dafür Investitionsmittel in Höhe von 50 Mio. EUR ein. Voraussetzung ist aber, dass die Unternehmen die INDUS-Zielkriterien erfüllen und dass die Akquisitionen zu den Bewertungsparametern von INDUS abgeschlossen werden können.
Die Geschäftsentwicklung der INDUS-Gruppe hängt 2016 in wesentlichem Maße von der weltweiten Konjunktur ab. Derzeit zeigen diverse Indikatoren eine gewisse Verunsicherung an. Insbesondere in den Bereichen Maschinenbau und Metalltechnik erwarten die Branchenverbände aktuell ein schwieriges Umfeld. Im Bereich Fahrzeugtechnik wird nur ein marginaler Zuwachs erwartet, zudem hängt die Branche stark von den US-amerikanischen und chinesischen Märkten und deren weiterer Entwicklung ab. Optimistischer sind die Bauwirtschaft und die Medizintechnik.
Für die Geschäftsentwicklung der INDUS-Gruppe 2016 dürfte ein sich erholender Euroraum aus heutiger Sicht leichte Impulse liefern. Hinzu kommen die noch stabilen Konjunkturaussichten in den USA. Bestimmt wird das weltwirtschaftliche Klima 2016 aber im Wesentlichen von der weiteren Entwicklung Chinas, den USA und der Entwicklung des Ölmarktes. Die fehlenden OPEC-Förderbegrenzungen und die Aufhebung der Iran-Sanktionen sowie der Frackingboom in den USA haben die Ölpreise auf den tiefsten Stand seit 13 Jahren gestürzt. Das trifft inzwischen auch Länder wie Kanada, Norwegen und Saudi-Arabien und hat damit starke Auswirkungen auf das weltweite Investitionsklima. Vor diesem Hintergrund erwartet INDUS ein schwieriger werdendes internationales Geschäft.
In Deutschland haben sich die Stimmungsindikatoren Anfang 2016 aufgrund der Turbulenzen am Aktienmarkt verschlechtert. Der Vorstand beurteilt die Perspektiven für das Geschäft in Deutschland daher insgesamt eher verhalten.
Eher negativ beurteilt der Vorstand die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz. Die Aufwertung des Franken im Januar 2015 hat die Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Industrie massiv verschlechtert. INDUS besitzt vier schweizerische Gesellschaften, die davon in unterschiedlichem Maße betroffen sind.
Auch die anhaltende Russland-Krise tangiert das Geschäft, wenn auch in geringem Ausmaß. Beteiligungen, die überhaupt Russland-Geschäft verzeichneten, haben dieses nahezu komplett eingebüßt. Aufgrund des andauernden Embargos der westlichen Staaten und der russischen Rezession sind in der Planung für das Jahr 2016 keine Umsatzchancen in Russland enthalten.
Auch für 2016 setzt sich INDUS das Ziel, stärker als der Markt zu wachsen. Messlatte dafür ist das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland (BIP). INDUS plant für 2016 trotz des sich eintrübenden Konjunkturumfelds ein organisches Umsatzwachstum von 1, 5 % bis 2 %. Insgesamt hat die Gruppe einen Umsatz von 1,4 Mrd. EUR budgetiert. Dies setzt voraus, dass sich die Rahmenbedingungen im Laufe des Jahres nicht weiter verschlechtern und es nicht zu signifikanten Konjunktureinbrüchen in einzelnen Märkten oder einer globalen Abkühlung des Wirtschaftsklimas kommt. Akquisitionen sind in der Umsatz- und Ergebnisplanung nicht berücksichtigt. Das operative Ergebnis (EBIT) wird in einer Bandbreite von 134 bis 138 Mio. EUR erwartet. Die Auftragslage zum Ende 2015 stützt diese Planung. Auch die Preise für Rohstoffe und Energie sollten im Jahresverlauf unverändert bleiben. Daher geht INDUS von einer ähnlichen Materialaufwandsquote aus. Für die Personalkosten werden sich aufgrund der Tarifabschlüsse in der Metall- und Elektrobranche und noch anstehender weiterer Tarifverhandlungen allerdings signifikante Erhöhungen ergeben (aktuell fordert die IG Metall ein Plus von 5 %). Der Vorstand geht davon aus, dass sich diese Lohnsteigerungen nicht vollständig kompensieren lassen werden. Die Abschreibungen werden für 2016 voraussichtlich wieder leicht ansteigen.
Angesichts der guten Konjunkturaussichten in der Baubranche erwartet INDUS für das Segment Bau/Infrastruktur ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich; die angekündigten Investitionen im öffentlichen Bau und privaten Wohnungsbau lassen erwarten, dass die im Vorjahr sehr gute Margensituation gehalten werden kann.
Im Bereich Fahrzeugtechnik hatte sich die Ertragslage nach den Maßnahmen der letzten Jahre deutlich verbessert. Die Margenverschlechterung im abgelaufenen Geschäftsjahr war vor allem auf den Sondereffekt bei einem Beteiligungsunternehmen (misslungener Serienstart) zurückzuführen. Es bleibt aber abzuwarten, ob sich der Automarkt 2016 so stabil wie prognostiziert entwickeln wird; auch rechnet INDUS mit (bisher noch nicht eingetretenen) Effekten aus dem VW-Abgasskandal. In Summe sind die Segmentunternehmen derzeit zuversichtlich und planen ein moderates Umsatzwachstum. Das operative Ergebnis sollte sich spürbar verbessern.
Auch für das Segment Maschinen- und Anlagenbau bleibt das Jahr 2016 herausfordernd. Im aktuellen Jahr haben die Segment-Unternehmen eine Marge von über 13 % erreicht, eine Entwicklung, die im Wesentlichen durch einige besonders erfolgreiche Portfoliounternehmen getragen wurde. Mit der Stilllegung des Geschäftsbereichs SEMET wurde zudem ein unprofitabler Geschäftsbereich geschlossen. Die Umsätze und Ergebnisse der neuen Beteiligung IEF waren im Berichtsjahr 2015 nur teilweise enthalten. Das Unternehmen wird 2016 voll konsolidiert, allerdings wird das Ergebnis durch Abschreibungen aus der Erstkonsolidierung belastet. Daher wird der Segmentumsatz deutlicher steigen als das operative Ergebnis.
In der Medizin- und Gesundheitstechnik erwartet INDUS keine wesentlichen Veränderungen. Der Bereich geht von einer leicht steigenden Nachfrage aus und sich proportional entwickelnden Ergebnissen. Aufgrund der vollständigen Einbeziehung des Neuerwerbs RAGUSE dürfte der Umsatz etwas stärker steigen und damit proportional das operative Ergebnis.
Im Segment Metalltechnik rechnet INDUS 2016 mit einem mehrheitlich stabilen Geschäft. Die Prozessprobleme in der Sintertechnik sind identifiziert, allerdings laufen noch interne Verbesserungsprojekte, die weitere Kosten verursachen dürften. Auch bei den beiden schweizerischen Gesellschaften dauern die Restrukturierungsprojekte an, sodass dort 2016 nur unterdurchschnittliche Ergebnisbeiträge erwartet werden. Im Gegenzug geht INDUS aber von einem guten Geschäft mit Hartmetallwerkzeugen und Strahlmitteln aus. Der Umsatz sollte sich daher auf Vorjahresniveau bewegen. Eine Margenverbesserung wird angestrebt, dürfte aber angesichts des schwierigen Branchenumfelds kaum zu realisieren sein.
Für 2016 rechnet INDUS auf Basis stabiler Einnahmen und Erträge mit einem guten operativen Cashflow. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sollen 2016 rund 75 Mio. EUR betragen (ohne Akquisitionen). Die Mittel werden größtenteils für Innovations- und Rationalisierungsinvestitionen sowie für den weiteren Ausbau von Auslandsstandorten verwendet. Dieses Niveau will INDUS auch mittelfristig in den Folgejahren beibehalten. Darüber hinaus plant die Gesellschaft weitere gezielte Akquisitionen, um das Portfolio strategisch auszubauen und weitere Zukunftsbranchen erschließen zu können. Hierfür sind, passende Akquisitionsobjekte vorausgesetzt, Investitionen in Höhe von bis zu 50 Mio. EUR vorgesehen.
Die Liquidität von über 130 Mio. EUR und der erwartete operative Cashflow versetzen INDUS in die Lage, ihre Wachstumsstrategie auch 2016 größtenteils bankenunabhängig zu finanzieren. Sachinvestitionen und Dividendenauszahlung sollen aus dem laufenden Cashflow beziehungsweise aus bereitstehender Liquidität finanziert werden. Die Eigenkapitalquote soll 2016 und 2017 stabil bei über 40 % gehalten werden. Je nach Intensität der sich bietenden Marktchancen bei Zukäufen wird INDUS zusätzliche Fremdmittel aufnehmen. Die Entschuldungsdauer auf EBITDA-Basis soll auch 2016 einen Korridor von 2,0 bis 2,5 Jahren erreichen. Die im Jahresverlauf anstehenden Tilgungen sind bereits heute im Wesentlichen durch zugesagte Neukredite abgedeckt; generell schließt INDUS lang laufende Verträge für ihre Kredite ab (d. h. im Mittel mit sieben bis acht Jahren Laufzeit). INDUS beabsichtigt, langfristig die aktuellen Bilanzrelationen beizubehalten.
AKTIVA
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| 31.12.2015 EUR |
31.12.2014 EUR |
|||
|---|---|---|---|---|
| A. ANLAGEVERMÖGEN | ||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 210.829,00 | 222.968,00 | ||
| 2. Geleistete Anzahlungen | 4.230,00 | 0,00 | ||
| 215.059,00 | 222.968,00 | |||
| II. Sachanlagen | ||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 2.038.207,00 | 2.190.738,00 | ||
| 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 660.276,00 | 596.594,00 | ||
| 3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 175.118,41 | 0,00 | ||
| 2.873.601,41 | 2.787.332,00 | |||
| III. Finanzanlagen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 705.218.132,39 | 672.948.819,44 | ||
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 280.360.228,32 | 272.886.975,45 | ||
| 3. Sonstige Ausleihungen | 8.923.684,32 | 1.229.931,41 | ||
| 994.502.045,03 | 947.065.726,30 | |||
| 997.590.705,44 | 950.076.026,30 | |||
| B. UMLAUFVERMÖGEN | ||||
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 264.692.064,77 | 237.641.016,52 | ||
| 2. Sonstige Vermögensgegenstände | 2.708.030,03 | 3.592.210,23 | ||
| - davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 1.500,00 | ||||
| (Vorjahr: EUR 1.500,00) | ||||
| 267.400.094,80 | 241.233.226,75 | |||
| II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten | 8.860.785,20 | 6.334.027,74 | ||
| 276.260.880,00 | 247.567.254,49 | |||
| C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN | 318.973,00 | 326.115,00 | ||
| 1.274.170.558,44 | 1.197.969.395,79 | |||
| PASSIVA | ||||
| 31.12.2015 EUR |
31.12.2014 EUR |
|||
| A. EIGENKAPITAL | ||||
| I. Gezeichnetes Kapital | 63.571.323,62 | 63.571.323,62 | ||
| II. Kapitalrücklage | 240.054.751,60 | 240.054.751,60 | ||
| III. Gewinnrücklagen | ||||
| 1. Gesetzliche Rücklage | 1.022.583,76 | 1.022.583,76 | ||
| 2. Andere Gewinnrücklagen | 386.500.000,00 | 354.500.000,00 | ||
| 387.522.583,76 | 355.522.583,76 | |||
| IV. Bilanzgewinn | ||||
| 1. Gewinnvortrag | 1.721.266,15 | 1.045.679,31 | ||
| 2. Jahresüberschuss | 68.361.049,30 | 62.016.197,64 | ||
| 70.082.315,45 | 63.061.876,95 | |||
| 761.230.974,43 | 722.210.535,93 | |||
| B. RÜCKSTELLUNGEN | ||||
| 1. Steuerrückstellungen | 211.000,00 | 139.000,00 | ||
| 2. Sonstige Rückstellungen | 5.374.000,00 | 4.050.000,00 | ||
| 5.585.000,00 | 4.189.000,00 | |||
| C. VERBINDLICHKEITEN | ||||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 402.592.828,09 | 397.186.180,19 | ||
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 724.561,40 | 447.348,36 | ||
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 16.512.026,01 | 7.044.138,04 | ||
| 4. Sonstige Verbindlichkeiten | 43.349.168,51 | 23.092.193,27 | ||
| - davon aus Steuern: EUR 341.827,26 | ||||
| (Vorjahr: EUR 418.525,01) | ||||
| - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: | ||||
| EUR 7.341,25 (Vorjahr: EUR 5.681,26) | ||||
| 463.178.584,01 | 427.769.859,86 | |||
| D. PASSIVE LATENTE STEUERN | 44.176.000,00 | 43.800.000,00 | ||
| 1.274.170.558,44 | 1.197.969.395,79 |
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| 2015 EUR |
2014 EUR |
||
|---|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 6.252.290,02 | 5.674.311,03 | |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 5.274.484,58 | 12.284.533,44 | |
| - davon aus der Währungumrechnung: EUR 1.494.607,78 (Vorjahr: EUR 329.905,86) | |||
| 3. Personalaufwand | |||
| a) Löhne und Gehälter | -5.674.375,35 | -4.404.678,05 | |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung | -305.770,42 | -272.967,70 | |
| - davon für Altersversorung: EUR 27.966,34 (Vorjahr: EUR 29.601,89) | |||
| -5.980.145,77 | -4.677.645,75 | ||
| 4. Abschreibungen | |||
| a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | -541.075,42 | -477.431,10 | |
| -541.075,42 | -477.431,10 | ||
| 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen | -6.114.637,72 | -6.044.142,13 | |
| - davon aus der Währungsumrechnung: EUR 26.186,38 (Vorjahr: EUR 1.694,93) | |||
| 6. Betriebsergebnis | -1.109.084,31 | 6.759.625,49 | |
| 7. Erträge aus Beteiligungen | 55.458.399,30 | 40.301.196,08 | |
| - davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 55.458.399,30 (Vorjahr: EUR 40.301.196,08) | |||
| 8. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 43.671.967,25 | 42.266.658,84 | |
| - davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 43.597.614,26 (Vorjahr: EUR 42.222.927,47) | |||
| 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 10.370.293,87 | 8.834.653,70 | |
| - davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 10.291.926,28 (Vorjahr: EUR 8.516.441,72) | |||
| - davon aus der Abzinsung: EUR 66.498,90 (Vorjahr: EUR 50.886,00) | |||
| 10. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | -5.000.000,00 | -9.032.149,00 | |
| 11. Aufwendungen aus Verlustübernahme | -12.634.960,35 | -3.413.429,32 | |
| 12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -14.265.192,23 | -15.051.299,04 | |
| - davon an verbundene Unternehmen: EUR 329.854,98 (Vorjahr: EUR 264.866,36) | |||
| 13. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 76.491.423,53 | 70.665.256,75 | |
| 14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -7.769.374,23 | -8.137.074,90 | |
| - davon aus latenten Steuern: EUR 376.000,00 (Vorjahr: EUR 1.857.000,00) | |||
| 15. Sonstige Steuern | -361.000,00 | -511.984,21 | |
| 16. Jahresüberschuss | 68.361.049,30 | 62.016.197,64 | |
| 17. Gewinnvortrag | 1.721.266,15 | 1.045.679,31 | |
| 18. Bilanzgewinn | 70.082.315,45 | 63.061.876,95 |
Der Jahresabschluss entspricht den Rechnungslegungsvorschriften der §§ 242 bis 256a HGB sowie der §§ 264 bis 288 HGB in Anwendung der Vorschriften für große Kapitalgesellschaften sowie den rechtsformspezifischen Rechnungslegungsvorschriften des Aktiengesetzes (§ 150 ff. AktG).
Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind gegenüber dem Vorjahr unverändert angewendet worden.
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Soweit erforderlich erfolgt eine Abschreibung auf den am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.
Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden planmäßig ausschließlich linear abgeschrieben. Bei der Bemessung der Nutzungsdauer stellen wir auf die betrieblichen Erfahrungen ab.
Für abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die einer selbstständigen Nutzung fähig sind und deren Anschaffungs- und Herstellungskosten mindestens EUR 150,00 betragen aber nicht EUR 1.000,00 übersteigen, ist im Jahre des Zugangs ein Sammelposten gebildet worden. Der Sammelposten wird im Geschäftsjahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst.
Die Finanzanlagen werden mit Anschaffungskosten einschließlich der angefallenen Anschaffungsnebenkosten aktiviert. Abschreibungen erfolgen nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB, soweit am Abschlussstichtag eine voraussichtliche dauernde Wertminderung vorliegt. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauernde Wertminderung entfallen sind.
Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Werten am Bilanzstichtag angesetzt.
Die Verpflichtungen aus Altersversorgungsverträgen werden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB im Rahmen einer Bewertungseinheit mit Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Verpflichtungen dienen, verrechnet.
Die Steuerbelastungen und -entlastungen aus temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögenswerten, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten werden berechnet. Verlustvorträge, soweit vorhanden, werden bei den aktiven latenten Steuern in Höhe der in den nächsten fünf Jahren zu erwartenden Verlustverrechnung berücksichtigt. Das Wahlrecht des § 274 Abs.1 Satz 2 HGB zur Aktivierung einer sich im Saldo ergebenden Steuerentlastung wird grundsätzlich ausgeübt. Die im Saldo bestehende Steuerbelastung oder -entlastung wird gemäß § 274 Abs.1 HGB als passive oder aktive latente Steuer ausgewiesen.
Rückstellungen werden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrag angesetzt. Insgesamt sind die Rückstellungen so bemessen, dass sie allen erkennbaren Risiken Rechnung tragen.
Alle Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Ausgereichte Darlehen in fremder Währung werden zum historischen Kurs oder zum niedrigeren Stichtagskurs umgerechnet.
Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung im Jahresabschluss erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren im Sinne des § 275 Abs. 2 HGB.
Das Unternehmen hat aufgrund bestehender Grundgeschäfte Risiken aus der Änderung von Zinssätzen. Diese Risiken werden für die gesamte Laufzeit der Grundgeschäfte durch derivative Finanzgeschäfte abgesichert (Zinsswaps), die mit den jeweiligen Grundgeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst sind. Die Grund- und Sicherungsgeschäfte stimmen jeweils in allen relevanten Parametern überein. Die Sicherungsbeziehungen sind in vollem Umfang wirksam und werden nach der Einfrierungsmethode abgebildet. Zum 31. Dezember 2015 wiesen die zinsbezogenen Sicherungsgeschäfte mit einem Nominalvolumen von EUR 143,5 Mio. (im Vorjahr EUR 193,0 Mio.) insgesamt einen negativen Marktwert von EUR 5,0 Mio. (im Vorjahr negativer Marktwert von EUR 7,6 Mio.) aus. Die Zeitwerte der derivativen Finanzgeschäfte wurden anhand der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt und mit vorhandenen Marktinformationen verprobt.
Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Einzelnen im Anlagespiegel dargestellt, der diesem Anhang als Anlage 1 beigefügt ist.
Bei den Zugängen der Anteile an verbundenen Unternehmen handelt es sich um die Anschaffungskosten der in 2015 erworbenen Beteiligungsgesellschaften, der hinzuerworbenen Anteile an bereits bestehenden Beteiligungen und um nachträgliche Anschaffungskosten durch Kapitalmaßnahmen bei bereits bestehenden Beteiligungen. Zu den Abschreibungen wird auf die Anmerkung zur Gewinn- und Verlustrechnung verwiesen. Die Angaben gemäß § 285 Nr. 11 HGB enthält die Anteilsbesitzliste, die dem Anhang als Anlage 2 beigefügt ist.
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen beinhalten langfristige Darlehen sowie partiarische Darlehen an Beteiligungsgesellschaften.
Es handelt sich um laufende Verrechnungskonten, denen die Bewegungen aus dem Finanzverkehr gutgeschrieben und belastet werden. Die Gutschriften der Gewinnansprüche aus dem Anteilsbesitz erfolgen ebenfalls über diese Konten.
Die sonstigen Vermögensgegenstände im Jahresabschluss enthalten antizipative Beträge in Höhe von EUR 59.729,85 (Vorjahr EUR: 16.063,06). Eine Forderung aus Körperschaftsteuererstattung in Höhe von Euro 38.847,39 hat eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Das Grundkapital der INDUS Holding Aktiengesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag EUR 63.571.323,62 (Vorjahr: EUR 63.571.323,62).
Die Zusammensetzung der Kapitalrücklage stellt sich wie folgt dar:
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| Beträge i. S. d. § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB: | EUR | 222.159.535,76 |
| Beträge i. S. d. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB: | EUR | 17.895.215,84 |
| Zusammen: | EUR | 240.054.751,60 |
Die anderen Gewinnrücklagen entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt:
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| Stand am 1. Januar 2015: | EUR | 354.500.000,00 |
| Einstellung aus dem Bilanzgewinn gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Juni 2015: | EUR | 32.000.000,00 |
| Stand 31. Dezember 2015: | EUR | 386.500.000,00 |
Die INDUS Holding Aktiengesellschaft hat zum 31. Dezember 2015 für die Verpflichtungen aus Altersvorsorgeverträgen ein versicherungsmathematisches Gutachten von Dipl.-Math. Helmut Auhagen erstellen lassen. Als Berechnungsverfahren wurde die Anwartschaftsbarwertmethode angewendet. Dabei wurde die "Richttafel 2005G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet und ein Zinssatz von 3,89 % (Vorjahr 4,54 %) sowie ein erwarteter Rententrend von 1,75 % (Vorjahr 1,75 %) zugrunde gelegt. Die Zusagen sind nicht einkommensabhängig.
Der Rückstellungsbedarf für die Altersversorgungsverpflichtungen wurde unter Berücksichtigung der leistungskongruenten Rückdeckungsversicherungen mit einem Betrag von EUR 361.806,00 (Vorjahr EUR 459.932,00) berechnet. Für die Ansprüche aus den Rückdeckungsversicherungen wurde auf der Basis der von der Versicherung mitgeteilten Aktivwerte ein beizulegender Zeitwert von EUR 361.806,00 (Vorjahr EUR 459.932,00) ermittelt. Durch die insolvenzfeste Abtretung der Ansprüche aus den Rückdeckungsversicherungen liegen die Voraussetzungen des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB vor, so dass die Bilanzposten und Posten der Gewinn- und Verlustrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB jeweils miteinander zu verrechnen waren.
Die Steuerrückstellungen enthalten eine Rückstellung für Körperschaftsteuer für die periodengleich vereinnahmten Gewinnausschüttungen der Tochtergesellschaften in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft sowie eine Gewerbesteuerrückstellung.
Die sonstigen Rückstellungen enthalten wesentliche Beträge für die Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses, für Bonusverpflichtungen, für Steuerrisiken aus laufender Betriebsprüfung, für die Kosten der Hauptversammlung und Veröffentlichung sowie für Urlaub.
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| davon mit einer Restlaufzeit | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 31.12.2015 EUR |
bis zu einem Jahr EUR |
zwischen einem und fünf Jahren EUR |
von mehr als fünf Jahren EUR |
31.12.2014 EUR |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 402.592.828,09 | 92.193.530,47 | 250.704.076,64 | 59.695.220,98 | 397.186.180,19 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 724.561,40 | 724.561,40 | 0,00 | 0,00 | 447.348,36 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 16.512.026,01 | 16.512.026,01 | 0,00 | 0,00 | 7.044.138,04 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 43.349.168,51 | 7.574.168,51 | 16.900.000,00 | 18.875.000,00 | 23.092.193,27 |
| 463.178.584,01 | 117.004.286,39 | 267.604.076,64 | 78.570.220,98 | 427.769.859,86 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten per 31.12.2014 in Höhe von EUR 397.186.180,19 besitzen mit EUR 81.495.538,29 eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, mit EUR 251.290.389,08 eine Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren und mit EUR 64.400.252,82 eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (EUR 447.348,36) und die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (EUR 7.044.138,04) per 31.12.2014 besitzen alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
Die Sonstigen Verbindlichkeiten per 31.12.2014 in Höhe von EUR 23.092.193,27 besitzen mit EUR 3.092.193,27 eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, mit EUR 8.900.000,00 eine Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren und mit EUR 11.100.000,00 eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.
Sämtliche Verbindlichkeiten sind nicht durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert.
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| 01.01.2015 EUR |
Ertrag EUR |
Aufwand EUR |
31.12.2015 EUR |
|
|---|---|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | ||||
| Ansatz Rückstellungen bei Personengesellschaften | 901.000,00 | 514.000,00 | 0,00 | 1.415.000,00 |
| Pensionsrückstellung INDUS Holding Aktiengesellschaft | 17.000,00 | 3.000,00 | 0,00 | 20.000,00 |
| 918.000,00 | 517.000,00 | 0,00 | 1.435.000,00 | |
| Passive latente Steuern | ||||
| Anteile verbundene Unternehmen | -44.718.000,00 | 0,00 | -893.000,00 | -45.611.000,00 |
| Überhang passive latente Steuern | -43.800.000,00 | 517.000,00 | -893.000,00 | -44.176.000,00 |
Den latenten Steuern liegt ein Steuersatz von 15,825 % zugrunde. Der Saldo der Steuerbelastungen und -entlastungen wurde nach § 274 Abs. 1 HGB als passive latente Steuern ausgewiesen.
Die Umsatzerlöse der INDUS Holding Aktiengesellschaft beinhalten Honorare für die erbrachten Beratungsleistungen gegenüber den Tochterunternehmen. Im Vorjahr sind darüber hinaus Provisionsumsätze für die Abwicklung des Forderungsverkaufs für einige Tochterunternehmen in den Umsatzerlösen enthalten.
Die sonstigen betrieblichen Erträge, die sich im Berichtsjahr auf TEUR 5.275 (Vorjahr: TEUR 12.285) belaufen, betreffen im Wesentlichen Zuschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte, Erträge aus Belastungen an Tochtergesellschaften und Erträge aus Währungsumrechnungen.
Hier werden die der INDUS Holding Aktiengesellschaft direkt zufließenden Erträge aus den Personengesellschaften und die Dividendenansprüche gegenüber den Kapitalgesellschaften einschließlich der darauf entfallenden anrechenbaren Steuerbeträge ausgewiesen.
Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens enthalten ergebnisabhängige Zinserträge aus partiarischen Darlehen in Höhe von TEUR 34.941 (Vorjahr: TEUR 33.645).
Die Abschreibungen der Finanzanlagen auf den niedrigeren beizulegenden Wert wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung betragen TEUR 5.000 (Vorjahr: TEUR 9.032).
Es handelt sich im Wesentlichen um Zinsaufwendungen für mittel- und langfristige Bankverbindlichkeiten.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten aperiodische Aufwendungen in Höhe von TEUR 128 (Vorjahr: TEUR 271).
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| 2015 | 2014 | |
|---|---|---|
| Vorstand | 3 | 3 |
| Angestellte | 22 | 20 |
| Zusammen: | 25 | 23 |
Die INDUS Holding Aktiengesellschaft haftet im Zusammenhang mit einer Avalkreditzusage an verbundene Unternehmen für Anzahlungs-, Vertragserfüllungs- und Mängelgewährleistungsbürgschaften gegenüber einem Kreditversicherer als Gesamtschuldnerin. Zum Bilanzstichtag ergeben sich hieraus Haftungsverhältnisse in Höhe von EUR 5.060.350,33 (Vorjahr: EUR 10.971.779,48).
Die INDUS Holding AG hat eine Garantie für eine Kaufpreisverpflichtung aus dem zukünftigen Erwerb von Gesellschaftsanteilen für ein verbundenes Unternehmen übernommen. Zum Bilanzstichtag ergeben sich hieraus Haftungsverhältnisse in Höhe von EUR 9.435.322,40 (Vorjahr: EUR 9.291.865,90).
Des Weiteren hat die INDUS Holding Aktiengesellschaft gegenüber der Deutsche Leasing für Sparkassen und Mittelstand GmbH sowie der VR-Leasing AG die Mit-Leasing-Nehmerschaften für verbundene Unternehmen übernommen. Zum Bilanzstichtag ergeben sich hieraus Haftungsverhältnisse in Höhe von EUR 5.056.204,21 (Vorjahr: EUR 7.366.145,72).
Zudem hat die INDUS Holding Aktiengesellschaft gegenüber der WGZ Bank AG eine Bürgschaft zur Absicherung der Anschubfinanzierung für Umstrukturierungsmaßnahmen eines verbundenen Unternehmens übernommen. Zum Bilanzstichtag ergeben sich hieraus Haftungsverhältnisse in Höhe von EUR 230.000,00.
Weiterhin hat die INDUS Holding Aktiengesellschaft gegenüber der Landesbank Baden-Württemberg eine Bürgschaft zur Absicherung der Mietansprüche für ein verbundenes Unternehmen übernommen. Zum Bilanzstichtag ergeben sich hieraus Haftungsverhältnisse in Höhe von EUR 200.000,00.
Die verbundenen Unternehmen können die eingegangenen Verbindlichkeiten aus heutiger Sicht erfüllen. Mit einer Inanspruchnahme der INDUS Holding Aktiengesellschaft ist daher nicht zu rechnen.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen bei der INDUS Holding Aktiengesellschaft:
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| • aus Leasingverpflichtungen in Höhe von insgesamt | EUR | 50.331,90 |
| • sowie aus Erbbaurechten. Die wertgesicherte Erbbauzinsverpflichtung beträgt bis zum 31. Dezember 2053 jährlich: | EUR | 116.665,08 |
Die INDUS Holding Aktiengesellschaft hat die vertragliche Verpflichtung übernommen, auf Verlangen der Verkäufer restliche Anteile von bestehenden Tochtergesellschaften zu erwerben. Der Gesamtbetrag der hieraus resultierenden sonstigen finanziellen Verpflichtung beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 32.099.
Die Zusammenstellung des gesamten Beteiligungsbesitzes zeigt die als Anlage dem Anhang beigefügte Aufstellung des Anteilsbesitzes. Die Aufstellung ist Bestandteil des Anhangs.
In der Anteilsbesitzliste sind ebenfalls diejenigen Beteiligungsgesellschaften aufgeführt, die von der Befreiung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses gemäß § 291 Abs. 1 bzw. zur Offenlegung eines Jahresabschlusses gemäß § 264 Abs. 3 bzw. § 264 b HGB Gebrauch machen.
| ― | Helmut Späth, Kaufmann (Dipl.-Kfm.), Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München, Vorsitzender Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG: ifb AG, Köln, Vorsitzender des Aufsichtsrates Landesbank Berlin AG, Berlin (bis 29.07.2015) Folgende Mandate sind Konzerngesellschaften der Versicherungskammer Bayern: Bayerische Beamtenkrankenkasse AG, München Saarland Feuerversicherung AG, Saarbrücken Saarland Lebensversicherung AG, Saarbrücken |
| ― | Dr. Jürgen Allerkamp, Volljurist, Vorsitzender des Vorstands der Investitionsbank Berlin, Berlin, Stellvertretender Vorsitzender Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG: Neue Dorint GmbH, Köln, Vorsitzender des Aufsichtsrates BPWT Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH, Berlin, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates Folgendes Mandat ist eine Konzerngesellschaft der Investitionsbank Berlin IBB Beteiligungsgesellschaft mbH, Berlin |
| ― | Dr. Ralf Bartsch, Volljurist, Sprecher der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe Brüder Schlau, Porta Westfalica Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG: Meffert AG, Farbwerke, Bad Kreuznach, Vorsitzender des Aufsichtsrates (bis 11. August 2015) |
| ― | Dr. Dorothee Becker, Diplom-Ökonomin, Sprecherin der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe Gebrüder Becker, Wuppertal |
| ― | Hans Joachim Selzer, Ingenieur (Dipl.-Wirtschafts-Ing.), Driedorf Weitere Mandate im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG: Herborner Pumpenfabrik J.H. Hoffmann GmbH & Co. KG, Herborn |
| ― | Carl Martin Welcker, Ingenieur (Dipl.-Ing), geschäftsführender Gesellschafter der Alfred H. Schütte GmbH & Co. KG, Köln |
| ― | Jürgen Abromeit, Georgsmarienhütte Vorstandsvorsitzender Weitere Mandate in Beratungsgremien: Wirtschaftsbeirat NORD/LB, Hannover Wirtschaftsbeirat Börse Düsseldorf Initiativkreis Mittelstand der WGZ Bank, Düsseldorf Regionalbeirat West, Commerzbank, Frankfurt (ab Januar 2016) |
| ― | Dr.-Ing. Johannes Schmidt, Bergisch Gladbach |
| ― | Rudolf Weichert, Diplom-Kaufmann, Erkrath |
Die gewährten Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der INDUS Holding Aktiengesellschaft setzen sich für das Geschäftsjahr 2015 aus dem festen Grundgehalt (einschließlich steuerpflichtiger geldwerter Vorteile), der ergebnisabhängigen variablen Vergütung (Short-Term-Incentive-Programm) und der aktienorientierten Vergütung in Form von virtuellen Aktienoptionen (Long-Term-Incentive-Programm) zusammen.
Insgesamt sind TEUR 2.186 (Vorjahr: TEUR 2.151) an die Vorstände gewährt worden. Hiervon entfallen TEUR 1.296 auf die feste Vergütung (Vorjahr: TEUR 1.261), TEUR 610 auf die variable Vergütung (TEUR 610) und TEUR 280 auf die virtuellen Aktienoptionen (Vorjahr: TEUR 280). Zu den individualisierten Vorstandsvergütungen verweisen wir auf die Ausführungen zum Corporate Governance Kodex innerhalb des Lageberichtes.
Die Anwartschaftsbarwerte der durch Gehaltsumwandlung von ehemaligen Vorständen bis zum Bilanzstichtag erworbenen Altersversorgungsansprüche sowie die Inanspruchnahmen im Geschäftsjahr betrugen:
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| Anwartschaftsbarwert TEUR |
Inanspruchnahme TEUR |
Zuführung TEUR |
||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2015 | 2014 | 2015 | 2014 | 2015 | 2014 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Helmut Ruwisch | 362 | 460 | 112 | 0 | 14 | 11 |
Die Altersversorgungsansprüche sind durch wertkongruente Rückdeckungsversicherungen gedeckt. Infolge der insolvenzfesten Abtretung an die Anspruchsberechtigten waren die Aktiv- und Passivpositionen im Jahresabschluss als Bewertungseinheit zu verrechnen.
Ab dem 1. Januar 2010 besteht das Long-Term-Incentive-Programm als langfristige Anreizwirkung in Form von virtuellen Aktienoptionen (Stock Appreciation Rights). Als Stock Appreciation Right (SAR) wird die Zusage der INDUS Holding AG bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung zu leisten, deren Höhe sich nach der Differenz zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Börsenkurs bei Ausübung der Option bemisst. Der Basispreis der SAR entspricht dem Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft während der letzten zwanzig Handelstage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option. Nach den Optionsbedingungen ist die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten nach oben begrenzt (Deckelung). Die SAR können nur ausgeübt werden, wenn der Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausübung, gemessen am Basispreis der Option, um einen bestimmten Prozentsatz gestiegen ist (Erfolgshürde). Wird die Erfolgshürde nicht überschritten, kommt es zu keiner Auszahlung an die Vorstandsmitglieder. Die SAR unterliegen der gesetzlichen Sperrfrist von vier Jahren ab dem Tag der Zuteilung der Tranche. Innerhalb der Sperrfrist ist eine Ausübung nicht möglich.
Dem Vorstand werden in jährlichen Tranchen virtuelle Aktienoptionen gewährt, deren Stückzahl durch den Optionspreis im Ausgabezeitpunkt und den vertraglich bestimmten Zielwert bestimmt wird. Im Geschäftsjahr 2015 wurden 65.636 SAR (Vorjahr 77.200) ausgegeben. Zum Zeitpunkt ihrer Gewährung betrug der beizulegende Zeitwert der SAR insgesamt TEUR 280 (Vorjahr TEUR 280). Der Bestand der bis zum 31. Dezember 2015 insgesamt gewährten SAR beträgt 393.775 Stück (Vorjahr: 437.654). Der ermittelte beizulegende Zeitwert der bisher insgesamt gewährten SAR betrug zum Bilanzstichtag TEUR 2.248 (Vorjahr: zeitanteiliger beizulegender Zeitwert TEUR 1.436). In dieser Höhe wurde im Jahresabschluss eine Rückstellung gebildet. Im Personalaufwand ist die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts vor Abzinsung mit TEUR 1.486 (Vorjahr: TEUR 408) enthalten. Die Zeitwertermittlung erfolgte mit dem Optionspreismodell von Black/Scholes und einer angemessenen Volatilität für INDUS sowie einem risikolosen Zinssatz unter Berücksichtigung der Deckelung der Auszahlungsansprüche. Die Optionen besitzen eine Sperrfrist von vier Jahren und eine Ausübungszeit von zwei Jahren.
Für den Fall, dass sich die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und das unternehmerische Konzept der Gesellschaft wesentlich verändern (Change of Control), sind die Vorstandsmitglieder innerhalb eines Jahres zur außerordentlichen Kündigung des Anstellungsvertrags berechtigt. Im Falle der außerordentlichen Kündigung oder bei Abberufung des Vorstands innerhalb eines Jahres nach dem Change of Control, ohne dass ein wichtiger Grund im Sinne des § 626 BGB vorliegt, zahlt die Gesellschaft dem Vorstandsmitglied eine Abfindung. Diese bemisst sich nach der Gesamtvergütung einschließlich aller festen und variablen Vergütungsbestandteile und geldwerten Vorteile. Die Abfindung wird maximal für den Zeitraum bis zum vorgesehenen Beendigungszeitpunkt oder einer Laufzeit von zwei Jahren gezahlt, soweit der reguläre Beendigungszeitraum davon abweicht.
Die Gesamtvergütungen des Aufsichtsrates der INDUS Holding Aktiengesellschaft betrugen für das Geschäftsjahr 2015 TEUR 322 (Vorjahr: TEUR 322).
Das Grundkapital der INDUS Holding Aktiengesellschaft beträgt am Bilanzstichtag EUR 63.571.323,62. Es ist eingeteilt in 24.450.509 auf den Inhaber lautende Stückaktien.
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 10. Juni 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 12.225.254 neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt EUR 31.785.660,51 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2014). Den Aktionären ist bei der Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.
Die Gesamtzahl der unter Ausschluss des Bezugsrechts aufgrund einer dieser Ermächtigungen auszugebender und ausgegebenen Aktien darf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung nicht überschreiten.
Auf der Hauptversammlung am 24. Juni 2013 wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 11.700.000,04, eingeteilt in 4.500.000 auf den Inhaber oder - sofern die Satzung der Gesellschaft im Zeitpunkt der Anleihebegebung auch die Ausgabe von Namensaktien zulässt - auf den Namen lautende neue Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2013).
Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie
| ― | die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen oder von Optionsscheinen aus Optionsschuldverschreibungen (oder einer Kombination dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder deren Konzerngesellschaften aufgrund der Ermächtigung des Vorstandes durch die ordentliche Hauptversammlung vom 24. Juni 2013 bis zum 23. Juni 2018 ausgegeben bzw. garantiert werden, von ihren Wandlungs- bzw. Optionsrechten Gebrauch machen oder |
| ― | die aus von der Gesellschaft oder deren Konzerngesellschaften aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch die ordentliche Hauptversammlung vom 24. Juni 2013 bis zum 23. Juni 2018 ausgegebenen oder garantierten Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen Verpflichteten ihre Wandlungs- bzw. Optionspflicht erfüllen und |
| ― | das Bedingte Kapital nach Maßgabe der Bedingungen der Wandel- bzw. Optionsschuldverschreibungen benötigt wird. |
Das im Geschäftsjahr 2015 als Aufwand erfasste Honorar für den Abschlussprüfer setzt sich wie folgt zusammen:
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| a) für die Abschlussprüfung: | ||
| Jahresabschluss und Konzernabschluss: (davon für Vorjahre: EUR 32.383,00) | EUR | 222.383,00 |
| b) andere Bestätigungsleistungen | EUR | 5.000,00 |
| c) Steuerberatungsleistungen | EUR | 0,00 |
| d) sonstige Leistungen: | EUR | 5.977,00 |
Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben im Dezember 2015 gemäß § 161 AktG eine Erklärung zum Corporate Governance Kodex abgegeben und diese den Aktionären auf der Webseite der INDUS Holding Aktiengesellschaft (http://www.indus.de) zugänglich gemacht.
Herr Hans Joachim Selzer, Deutschland, hat uns nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach (ISIN: DE0006200108, WKN: 620010), am 28. Februar 2011 die Schwelle von 3 % und 5 % überschritten hat und zu diesem Tag 8,53 % (das entspricht 1.723.808 Stimmrechten) beträgt. Davon sind ihm 8,53 % (das entspricht 1.723.808 Stimmrechten) gemäß § 22 Abs. 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen. Von diesen Stimmrechten sind ihm zudem 1,83 % (das entspricht 370.033 Stimmrechten) ebenfalls nach § 22 Abs. 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.
Die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München, Deutschland, hat gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 21. November 2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, Deutschland, am 11. November 2011 die Schwelle von 10 % und 15 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 17,36 % (das entspricht 3.857.704 Stimmrechten) betragen hat. Von diesen Stimmrechten waren gemäß der Mitteilung der Bayerischer Versicherungsverband Versicherungsaktiengesellschaft, München, Deutschland, vom 30. November 2011 am 25. November 2011 2,34 % der Stimmrechte (das entspricht 520.702 Stimmrechten) dem Bayerischen Versicherungsverband zuzurechnen.
Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2015 in Höhe von EUR 70.082.315,45 wie folgt zu verwenden:
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| Zahlung einer Dividende von EUR 1,20 je Stückaktie (24.450.509) | ||
| auf das Grundkapital von EUR 63.571.323,62 | EUR | 29.340.610,80 |
| Einstellung in andere Gewinnrücklagen | EUR | 38.500.000,00 |
| Gewinnvortrag | EUR | 2.241.704,65 |
| Bilanzgewinn | EUR | 70.082.315,45 |
Bergisch Gladbach, den 8. April 2016
Der Vorstand
Jürgen Abromeit
Dr.-Ing. Johannes Schmidt
Rudolf Weichert
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| Firma | Sitz | Konzernanteile am Kapital | Eigenkapital (T€) |
Jahresergebnis (T€) |
Letzer Jahresabschluss | Anm. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| A. Verbundene Unternehmen (im Konzernabschluss nach IFRS 10 konsolidiert) | ||||||
| Akor Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG | Mainz | 94,00% | 0,0 | 53,7 | 31.12.2015 | |
| Ancotech AG | Dielsdorf/Schweiz | 100,00% | 7.729,1 | 4.542,3 | 31.12.2015 | (2) |
| Ancotech GmbH | Köln | 100,00% | 311,1 | 65,1 | 31.12.2015 | |
| ancotech Holding GmbH & Co. KG | Köln | 100,00% | 6.117,2 | 2.090,9 | 31.12.2015 | (1) |
| ancotech Verwaltungs GmbH | Köln | 100,00% | 29,7 | 2,3 | 31.12.2015 | |
| Anneliese Köster GmbH & Co. KG | Ennepetal | 100,00% | 7.410,7 | 356,1 | 31.12.2015 | (1) |
| Anneliese Köster Verwaltungs GmbH | Ennepetal | 100,00% | 31,5 | 1,8 | 31.12.2015 | |
| ASS End of Arm Tooling, Inc. | Plymouth/Vereinigte Staaten | 90,00% | 807,3 | 775,8 | 31.12.2015 | (2) |
| ASS Maschinenbau GmbH | Overath | 100,00% | 6.615,0 | 1.625,1 | 31.12.2015 | (1) |
| AURORA İsi Araglari San. ve Tic. Ltd. Şti. | Istanbul/Türkei | 99,00% | 148,1 | -396,0 | 31.12.2015 | (2) |
| Aurora Konrad G. Schulz GmbH & Co. KG | Mudau | 100,00% | 9.494,5 | 1.754,8 | 31.12.2015 | (1) |
| AURORA North America Holding Inc. | New York/Vereinigte Staaten | 100,00% | 190,8 | 157,8 | 31.12.2015 | (2) |
| AURORA North America LLC | Caledonia/Vereinigte Staaten | 76,00% | -22,5 | 285,0 | 31.12.2015 | (2) |
| AURORA Verwaltungs-GmbH | Mudau | 100,00% | 26,7 | 0,7 | 31.12.2015 | |
| B & F Formulier- und Abfüll GmbH & Co. KG | Reichshof-Hahn | 100,00% | 74,8 | 979,9 | 31.12.2015 | (1) |
| B & F Verwaltungs GmbH | Reichshof-Hahn | 100,00% | 31,5 | 0,9 | 31.12.2015 | |
| Bacher AG | Reinach/Schweiz | 100,00% | 5.308,2 | -1.751,3 | 31.12.2015 | (2) |
| BETEK GmbH & Co. KG | Aichhalden | 100,00% | 1.547,3 | 6.280,8 | 31.12.2015 | (1) |
| Betek Tools (Taicang) Co., Ltd. | Taicang/China | 100,00% | 2.228,1 | -435,6 | 31.12.2015 | (2) |
| Betek Tools, Inc. | Charlotte/Vereinigte Staaten | 100,00% | 1.022,9 | 61,6 | 31.12.2015 | (2) |
| Betek Verwaltungs-GmbH | Aichhalden | 100,00% | 26,0 | 1,8 | 31.12.2015 | |
| BETOMAX Komplementär GmbH | Neuss | 100,00% | 26,5 | 0,9 | 31.12.2015 | |
| BETOMAX systems GmbH & Co. KG | Neuss | 100,00% | 5.493,0 | 313,6 | 31.12.2015 | (1) |
| Bilstein & Siekermann GmbH + Co. KG | Hillesheim | 100,00% | 3.885,0 | 777,6 | 31.12.2015 | (1) |
| Bilstein & Siekermann International GmbH | Hillesheim | 100,00% | 25,0 | -2,2 | 31.12.2015 | |
| Bilstein & Siekermann Verwaltungsgesellschaft mbH | Hillesheim | 100,00% | 28,4 | 2,1 | 31.12.2015 | |
| Budde Fördertechnik GmbH | Bielefeld | 75,00% | 8.360,1 | 8.255,1 | 31.12.2015 | (1) |
| Budde Fördertechnik GmbH | Schmalkalden | 75,00% | 363,6 | 337,6 | 31.12.2015 | (1) |
| Buschjost Magnetventile GmbH & Co. KG | Vlotho | 90,00% | 5,2 | 413,9 | 31.12.2015 | (1) |
| Buschjost Magnetventile Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung | Vlotho | 100,00% | 26,6 | 1,0 | 31.12.2015 | |
| Comsort GmbH | Kamen | 100,00% | 1.217,6 | 7,7 | 31.12.2015 | |
| D.M.S. GmbH | Reichertshofen | 70,00% | 298,8 | 272,7 | 31.12.2015 | |
| eltherm (Shanghai) Co., Ltd. | Shanghai/China | 100,00% | 425,6 | 117,8 | 31.12.2015 | (2) |
| eltherm Asia-Pacific Pte. Ltd. | Singapore/Singapur | 100,00% | 489,6 | -699,5 | 31.12.2015 | (2) |
| eltherm Canada Inc. | Burlington/Kanada | 100,00% | -333,2 | -61,9 | 31.12.2015 | (2) |
| eltherm GmbH | Burbach | 100,00% | 3.568,3 | 1.009,9 | 31.12.2015 | (1) |
| eltherm North Africa SARL AU | Casablanca | 100,00% | 173,5 | 178,2 | 31.12.2015 | (2) |
| eltherm production GmbH | Burbach | 100,00% | 12.170,1 | 1.844,2 | 31.12.2015 | (1) |
| eltherm South Africa (Pty) Ltd. | Sandton/Südafrika | 70,00% | -349,1 | -306,1 | 31.12.2015 | (2) |
| eltherm Spain S.L.U. | Barcelona/Spanien | 100,00% | -7,5 | -30,1 | 31.12.2015 | |
| eltherm UK Ltd. | Newbury/Vereinigtes Königreich | 75,00% | 487,7 | 14,1 | 31.12.2015 | (2) |
| Emil Fichthorn Verwaltungs GmbH | Schwelm | 100,00% | 30,7 | 1,7 | 31.12.2015 | |
| Eumatic GmbH Kunststoffverarbeitung | Sittensen | 100,00% | 2.429,6 | 319,1 | 31.12.2015 | (1) |
| EVT Dichtstoffe GmbH | Stuttgart | 85,25% | 102,3 | 0,0 | 31.12.2015 | |
| FARLOS KG | Pullach | 94,00% | 0,0 | -53,6 | 31.12.2015 | |
| Fichthorn GmbH & Co. KG | Schwelm | 100,00% | 623,0 | 0,0 | 31.12.2015 | (1) |
| Frohmasco Spółka Z Orgranizoną Odpowiedzialnością | Chociwel/Polen | 100,00% | 1.659,2 | 140,8 | 31.12.2015 | (2) |
| FS Kunststofftechnologie GmbH & Co. KG | Reichshof-Hahn | 100,00% | 997,0 | 2.112,6 | 31.12.2015 | (1) |
| FS Verwaltungs GmbH | Reichshof-Hahn | 100,00% | 36,2 | 1,2 | 31.12.2015 | |
| GSR Ventiltechnik GmbH & Co. KG | Vlotho | 100,00% | 618,3 | 1.724,4 | 31.12.2015 | (1) |
| GSR Ventiltechnik Verwaltungs-GmbH | Vlotho | 100,00% | 27,2 | 1,2 | 31.12.2015 | |
| GVV Grevener Vermietungs- und Verpachtungs-GmbH & Co. KG | Bergisch Gladbach | 100,00% | 563,2 | 0,0 | 31.12.2015 | (1) |
| GVV Verwaltungs-GmbH | Bergisch Gladbach | 100,00% | 31,4 | 1,8 | 31.12.2015 | |
| HAKAMA AG | Bättwil/Schweiz | 100,00% | 1.503,1 | -597,0 | 31.12.2015 | (2) |
| Hauff - Technik Middle East - F.Z.E | Ajman/Vereinigte Arabische Emirate | 100,00% | 16,1 | -30,7 | 31.12.2015 | (2) |
| Hauff Verwaltungs GmbH | Hermaringen | 100,00% | 27,8 | 0,9 | 31.12.2015 | |
| HAUFF-TECHNIK GmbH & Co. KG | Hermaringen | 100,00% | 1.550,0 | 1.935,5 | 31.12.2015 | (1) |
| Heavac B.V. | Nuenen/Niederlande | 100,00% | 4.223,3 | 800,3 | 31.12.2015 | |
| Helmut Rübsamen GmbH & Co. KG, Metalldrückerei-Umformtechnik | Bad Marienberg | 90,00% | 750,8 | 1.772,1 | 31.12.2015 | (1) |
| Helmut Rübsamen Verwaltungs GmbH | Bad Marienberg | 100,00% | 27,8 | 0,8 | 31.12.2015 | |
| Horn GmbH & Co. KG | Flensburg | 100,00% | 7.024,0 | 594,9 | 31.12.2015 | (1) |
| Horn Verwaltungs GmbH | Flensburg | 100,00% | 28,8 | 0,6 | 31.12.2015 | |
| IEF-Werner GmbH | Furtwangen | 75,00% | 8.519,4 | 2.190,2 | 31.12.2015 | |
| IMAKON Sp Z.o.o. | Luban/Polen | 100,00% | 492,8 | 29,3 | 31.12.2015 | (2) |
| imeco Besitz- und Verwaltungsgesellschaft mbH | Hösbach | 100,00% | 30,3 | 1,8 | 31.12.2015 | |
| imeco GmbH & Co. KG | Hösbach | 100,00% | 982,6 | 455,0 | 31.12.2015 | (1) |
| INDUS Alpha GmbH | Bergisch Gladbach | 100,00% | 22,4 | -2,8 | 31.12.2015 | |
| INDUS Epsilon GmbH & Co. KG | Bergisch Gladbach | 100,00% | 1.000,0 | 4.355,2 | 31.12.2015 | (1) |
| INDUS Epsilon Verwaltungs GmbH | Bergisch Gladbach | 100,00% | 22,5 | -1,1 | 31.12.2015 | |
| INDUS Gamma GmbH | Bergisch Gladbach | 100,00% | 26,3 | -2,8 | 31.12.2015 | |
| IPETRONIK Eichstätt GmbH | Eichstätt | 100,00% | 582,2 | -6,5 | 31.12.2015 | |
| IPETRONIK GmbH & Co. KG | Baden-Baden | 100,00% | 720,8 | 713,6 | 31.12.2015 | (1) |
| Ipetronik Inc. | Farmington Hills/Vereinigte Staaten | 100,00% | 203,5 | 36,3 | 31.12.2015 | (2) |
| IPETRONIK Verwaltungs GmbH | Baden-Baden | 100,00% | 25,0 | 2,2 | 31.12.2015 | |
| ISC IT Service & Consulting GmbH | Bergisch Gladbach | 100,00% | 0,0 | 95,4 | 31.12.2015 | |
| KAC Automotive Parts (Taicang) Co., Ltd. | Taicang/China | 100,00% | 27,5 | -0,2 | 31.12.2015 | (2) |
| Karl Simon GmbH & Co. KG | Aichhalden | 100,00% | 7.920,3 | -1.421,3 | 31.12.2015 | (1) |
| Keramos Žacléř s.r.o. | Žacléř/Tschechien | 100,00% | 23,4 | 26,5 | 31.12.2015 | (2) |
| Kieback GmbH & Co. KG | Osnabrück | 100,00% | 993,7 | 165,8 | 31.12.2015 | (1) |
| Kieback Verwaltungsgesellschaft mbH | Osnabrück | 100,00% | 29,3 | 0,9 | 31.12.2015 | |
| KNUR Maschinenbau GmbH | Regensburg | 75,00% | 971,4 | -401,5 | 31.12.2015 | |
| Konrad Schäfer GmbH | Osnabrück | 100,00% | 3.128,7 | 31,3 | 31.12.2015 | (1) |
| Köster & Co. GmbH | Ennepetal | 100,00% | 2.726,1 | 344,6 | 31.12.2015 | (1) |
| Köster CZ s.r.o. | Žacléř/Tschechien | 100,00% | 535,4 | 33,7 | 31.12.2015 | (2) |
| KSG Service, Vertriebs-und Verwaltungs-GmbH | Osnabrück | 100,00% | 42,4 | 0,7 | 31.12.2015 | |
| M B N - Maschinenbaubetriebe Neugersdorf GmbH | Ebersbach-Neugersdorf | 75,00% | 13.857,2 | 6.688,4 | 31.12.2015 | (1) |
| M. Braun Inc. | Stratham/Vereinigte Staaten | 100,00% | 2.509,8 | 868,8 | 31.12.2015 | (2) |
| M. Braun Inerfgas-Systeme GmbH | Garching | 100,00% | 7.395,7 | 1.718,0 | 31.12.2015 | (1) |
| M. Braun Inertgas-Systems (Shanghai) Co., Ltd | Shanghai/China | 100,00% | 441,2 | 846,5 | 31.12.2015 | (2) |
| M. Braun Inertgas-Sytems Korea Ltd. | Seoul/Südkorea | 100,00% | -25,0 | 20,2 | 31.12.2015 | (2) |
| M. Braun UK Ltd. | Mansfield/Vereinigtes Königreich | 100,00% | 36,1 | 144,5 | 31.12.2015 | (2) |
| MBN Mechanical Manufacturing Co. Ltd. | Changchun/China | 100,00% | 1.274,0 | 566,5 | 31.12.2015 | (2) |
| Mecalab - M. Braun AG in Liquidation | Wittenbach/Schweiz | 100,00% | 212,4 | 578,1 | 31.12.2015 | (2) |
| MESIL Beteiligungs GmbH & Co. Vermietungs-KG | Pullach | 94,00% | 0,0 | -5,2 | 31.12.2015 | |
| MEWESTA Hydraulik GmbH & Co. KG | Münsingen | 100,00% | 540,0 | 47,0 | 31.12.2015 | (1) |
| MEWESTA Hydraulik Verwaltungs GmbH | Münsingen | 100,00% | 30,5 | 1,0 | 31.12.2015 | |
| MID-TRONIC Wiesauplast GmbH | Wiesau | 100,00% | 0,0 | 1.120,9 | 31.12.2015 | |
| MIGUA 1. Beteiligungsgesellschaft mbH | Wülfrath | 100,00% | 7.140,3 | 1.281,1 | 31.12.2015 | (1) |
| MIGUA Fugensysteme GmbH & Co.KG | Wülfrath | 100,00% | 543,5 | 1.658,9 | 31.12.2015 | (1) |
| MIGUA MIDDLE EAST FZE | Dubai/Vereinigte Arabische Emirate | 100,00% | 1,8 | -148,6 | 31.12.2015 | (2) |
| MIGUA Verwaltungsgesellschaft mbH | Wülfrath | 100,00% | 28,4 | -0,8 | 31.12.2015 | |
| Mikrop AG | Wittenbach/Schweiz | 100,00% | 826,3 | 183,7 | 31.12.2015 | (2) |
| Mikrotec Optika d.o.o. | Kać/Serbien | 100,00% | 2.057,6 | 794,8 | 31.12.2015 | (2) |
| MURINOX Bautechnik AG | Lenk im Simmenthal/Schweiz | 100,00% | 839,9 | 423,2 | 31.12.2015 | (2) |
| NEA International B.V. | Maastricht-Airport/Niederlande | 100,00% | 6.093,9 | 2.216,8 | 31.12.2015 | |
| Nisterhammer Maschinenbau GmbH & Co. KG | Nister | 100,00% | 774,0 | -93,8 | 31.12.2015 | (1) |
| Nisterhammer Maschinenbau Verwaltungs GmbH | Nister | 100,00% | 29,0 | 0,3 | 31.12.2015 | |
| OBUK Beteiligungsgesellschaft mbH | Oelde | 100,00% | 25,1 | 0,0 | 31.12.2015 | |
| OBUK Haustürfüllungen GmbH & Co. KG | Oelde | 100,00% | 4.258,6 | 715,7 | 31.12.2015 | (1) |
| OBUK Slovakia s.r.o | Malacky/Slowakei | 100,00% | 73,8 | 10,5 | 31.12.2015 | |
| Ofa Bamberg GmbH | Bamberg | 100,00% | 11.813,4 | 2.840,4 | 31.12.2015 | (1) |
| PCL Air technology (Shanghai) Co., Ltd. | Shanghai/China | 100,00% | -86,8 | 4,8 | 31.12.2015 | (2) |
| PCL Trading (Shanghai) Co., Ltd. | Shanghai/China | 100,00% | -103,8 | -264,7 | 31.12.2015 | (2) |
| planetroll GmbH & Co. KG | Munderkingen | 100,00% | 515,0 | 507,6 | 31.12.2015 | (1) |
| planetroll Verwaltungs GmbH | Munderkingen | 100,00% | 25,9 | 0,9 | 31.12.2015 | |
| Pneumatic Components Limited | Sheffield/Vereinigtes Königreich | 100,00% | 3.526,8 | 1.815,4 | 31.12.2015 | (2) |
| PROVIS Steuerungstechnik GmbH | Delmenhorst | 75,00% | 598,4 | 572,8 | 31.12.2015 | |
| Raguse Gesellschaft für medizinische Produkte mbH | Ascheberg-Herbern | 60,00% | 975,7 | 524,4 | 31.12.2015 | (1) |
| Raguse Medizinische Produkte Maroc S.A.R.L. | Sidi Bibi/Marokko | 100,00% | 237,2 | 165,8 | 31.12.2015 | (2) |
| Raguse Medizinische Produkte Romania SRL | Cisnadie/Rumänien | 100,00% | 1.004,0 | 207,9 | 31.12.2015 | (2) |
| REMKO GmbH & Co. KG Klima- und Wärmetechnik | Lage | 100,00% | 4.558,0 | 2.381,4 | 31.12.2015 | (1) |
| REMKO Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung | Lage | 100,00% | 28,9 | 1,2 | 31.12.2015 | |
| RIMAC GmbH | Brackenheim | 100,00% | 0,0 | 978,9 | 31.12.2015 | |
| Rolko Kohlgrüber GmbH | Borgholzhausen | 75,00% | 5.568,6 | 2.931,0 | 31.12.2015 | (1) |
| Rolko Nederland bv | Houten/Niederlande | 55,00% | 1.533,8 | 248,2 | 31.12.2015 | |
| Rolko Scandinavia ApS | Silkeborg/Dänemark | 100,00% | 913,9 | 56,1 | 31.12.2015 | (2) |
| Rolko Xiamen Wheels & Components Ltd. | Tongan Xiamen/China | 70,00% | 3.479,4 | 643,4 | 31.12.2015 | (2) |
| S.M.A. Metalltechnik GmbH & Co. KG | Backnang | 100,00% | 5.573,0 | -3.812,5 | 31.12.2015 | (1) |
| S.M.A. Metalltechnikverwaltungs GmbH | Backnang | 100,00% | 30,6 | 1,3 | 31.12.2015 | |
| Savvy Telematic Systems AG | Schaffhausen/Schweiz | 74,29% | 424,7 | -506,2 | 31.12.2015 | (2) |
| Schäfer Modell- und Formenbau GmbH & Co KG | Mühlhausen/ Thüringen | 100,00% | 1.205,1 | 195,4 | 31.12.2015 | (1) |
| Schäfer Modell- und Formenbau Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mb | H Mühlhausen/ Thüringen | 100,00% | 28,3 | 2,3 | 31.12.2015 | |
| Schuster Klima Lüftung GmbH & Co. KG | Friedberg | 100,00% | 1.158,0 | 300,2 | 31.12.2015 | (1) |
| Schuster Verwaltungs GmbH | Friedberg | 100,00% | 28,6 | 0,9 | 31.12.2015 | |
| SDI Service Design Innovation GmbH | Brackenheim | 100,00% | 99,9 | 47,8 | 31.12.2015 | |
| Selzer Automotiva do Brasil Ltda. | Vinhedo/Brasilien | 100,00% | 1.344,5 | -325,5 | 31.12.2015 | (2) |
| Selzer Fertigungstechnik GmbH & Co. KG | Driedorf | 85,00% | 13.000,0 | 4.370,4 | 31.12.2015 | (1) |
| Selzer Systemtechnik GmbH | Driedorf | 100,00% | 241,3 | 131,5 | 31.12.2015 | (1) |
| Selzer Verwaltungsgesellschaft mbH | Driedorf | 100,00% | 63,1 | 3,1 | 31.12.2015 | |
| Semet Maschinenbau GmbH & Co. Kommanditgesellschaft | Brackenheim | 100,00% | 774,0 | -1.170,9 | 31.12.2015 | (1) |
| Semet Maschinenbau Verwaltungs-GmbH | Brackenheim | 100,00% | 30,9 | 0,4 | 31.12.2015 | |
| Siku GmbH | Rickenbach/Schweiz | 100,00% | 31,0 | -407,3 | 31.12.2015 | (2) |
| Simon Beteiligungsgesellschaft mbH | Aichhalden | 100,00% | 140,0 | 10,0 | 31.12.2015 | |
| Sitek-Spikes Beteiligungs-GmbH | Aichhalden | 100,00% | 31,1 | 1,9 | 31.12.2015 | |
| Sitek-Spikes GmbH & Co.KG | Aichhalden | 100,00% | 6.248,7 | 488,9 | 31.12.2015 | (1) |
| SMA Engineering South Africa (PTY) Ltd. | East London/Südafrika | 100,00% | 3.706,8 | 2.088,6 | 31.12.2015 | (2) |
| Turmbau Steffens & Nölle GmbH | Berlin | 100,00% | 3.436,7 | 396,4 | 31.12.2015 | (1) |
| Vulkan Harex Steelfiber (North America) Inc. | Brantford/Kanada | 100,00% | 1.455,6 | 301,9 | 31.12.2015 | (2) |
| VULKAN INOX GmbH | Hattingen | 100,00% | 11.906,5 | 2.359,6 | 31.12.2015 | (1) |
| Weigand Bau GmbH | Bad Königshofen | 80,00% | 2.477,5 | 727,4 | 31.12.2015 | (1) |
| Weinisch GmbH & Co. KG | Oberviechtach | 100,00% | 500,0 | 552,5 | 31.12.2015 | (1) |
| Weinisch Verwaltungsgesellschaft mbH | Oberviechtach | 100,00% | 27,8 | 0,5 | 31.12.2015 | |
| Wiesauplast de México S. de R. L. de C.V. | San José Iturbide/Mexiko | 100,00% | 4.550,2 | 2.228,7 | 31.12.2015 | (2) |
| Wiesauplast Deutschland GmbH & Co. KG | Wiesau | 100,00% | 6.783,6 | -304,6 | 31.12.2015 | (1) |
| Wiesauplast Deutschland Verwaltungs GmbH | Wiesau | 100,00% | 30,4 | 1,3 | 31.12.2015 | |
| Wiesauplast GmbH & Co. KG | Wiesau | 100,00% | 4.153,7 | -1.340,0 | 31.12.2015 | |
| Wiesauplast Servicios S. de R. L. de C.V. | San José Iturbide/Mexiko | 100,00% | 19,1 | -7,1 | 31.12.2015 | (2) |
| Wiesauplast Verwaltungs GmbH | Wiesau | 100,00% | 28,1 | 0,8 | 31.12.2015 | |
| B. Assoziierte Unternehmen (im Konzernabschluss nach IAS 28 bilanziert) | ||||||
| FORBUILD S.A. | Könskie/Polen | 27,00% | 8.859,5 | 714,9 | 31.12.2015 | (2) |
| Tecalemit Inc. | Humble/Vereinigte Staaten | 50,00% | 3.147,0 | 385,2 | 31.12.2015 | (2) |
| TKI Automotive GmbH | Gaimersheim | 49,00% | 8.282,4 | 870,6 | 31.12.2015 | |
| Wiesauplast PMC de México de. R.L. | San José Iturbide/Mexiko | 45,00% | 563,5 | 154,1 | 31.12.2015 | (2) |
| C. Sonstige Beteiligungen (im Konzernabschluss nach IAS 39 bilanziert) | ||||||
| Betomax Austria GmbH | Linz/Österreich | 100,00% | 17,4 | -17,6 | 31.12.2015 | |
| MBN Automotive INC | Montgomery/Vereinigte Staaten | 100,00% | 0,8 | 0,0 | 31.12.2014 | (2) |
| OOO Köster RUS | Moskau/Russische Föderation | 100,00% | 2,9 | 0,0 | 31.12.2014 | (2) |
| PCL-SUMO Air Technology Pvt Ltd | Mumbai/Indien | 50,00% | 142,8 | 47,6 | 31.12.2015 | (2) |
| Polartherm Group Oy | Luvia/Finnland | 18,00% | 2.884,4 | 0,0 | 30.04.2015 | (2) |
| TRIBO Hartstoff GmbH | Barchfeld-Immelborn | 13,00% | 7.954,1 | -525,1 | 31.03.2015 |
(1) Inanspruchnahme der Erleichterungen nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB
(2) Landeswährung umgerechnet zum Stichtagskurs des letzen Jahresabschlusses bzw. Periodendurchschnittskurs beim Jahresergebnis
Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den zusammengefassten Lagebericht zur Lage der Gesellschaft und des Konzerns der INDUS Holding Aktiengesellschaft, Bergisch Gladbach, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2015 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen und aktienrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der zusammengefasste Lagebericht zur Lage der Gesellschaft und des Konzerns steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Köln, 8. April 2016
**Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft**
Dr. Werner Holzmayer, Wirtschaftsprüfer
Marcus Lauten, Wirtschaftsprüfer
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der INDUS Holding Aktiengesellschaft vermittelt und im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015 der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie wesentliche Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Bergisch Gladbach, den 8. April 2016
Der Vorstand
Jürgen Abromeit
Dr. Johannes Schmidt
Rudolf Weichert
im Folgenden möchte ich Sie über die Arbeit des Aufsichtsrats im vergangenen Geschäftsjahr informieren.
Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat alle Aufgaben wahrgenommen, die ihm nach Gesetz und Satzung obliegen. Er hat den Vorstand kontinuierlich beraten, diesen bei der Leitung des Unternehmens überwacht und sich dabei stets von deren Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit überzeugt. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle für die Gesellschaft und den Konzern relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance unterrichtet. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von früher berichteten Zielen sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Planung.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten stets ausreichend Gelegenheit, sich in den Ausschüssen und im Plenum mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Auf diese Weise erhielten sie laufend Einblick in die Geschäfts- und Vermögensentwicklung. Neben der Finanz-, Investitions- und Personalplanung galt die Aufmerksamkeit des Aufsichtsrats der Risikolage und dem Risikomanagement. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung für den Vorstand erforderlich war. Der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses standen auch zwischen den Gremiensitzungen in einem engen und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand und haben sich über wesentliche Entwicklungen informiert.
Im Geschäftsjahr 2015 fanden vier ordentliche Sitzungen im Beisein des Vorstands statt. Darüber hinaus wurden zwei Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren gefasst. Der Aufsichtsrat sieht es als Teil guter Corporate Governance an, die Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsratsplenums sowie der Aufsichtsratsausschüsse individualisiert offenzulegen.
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| Teilnahme | in % | |
|---|---|---|
| Aufsichtsrat | ||
| Helmut Späth | 4/4 | 100 |
| Dr. Jürgen Allerkamp | 4/4 | 100 |
| Dr. Ralf Bartsch | 4/4 | 100 |
| Dr. Dorothee Becker | 4/4 | 100 |
| Hans Joachim Selzer | 4/4 | 100 |
| Carl Martin Welcker | 4/4 | 100 |
| Personal- und Nominierungsausschuss | ||
| Helmut Späth | 2/2 | 100 |
| Dr. Jürgen Allerkamp | 2/2 | 100 |
| Hans Joachim Selzer | 2/2 | 100 |
| Prüfungsausschuss | ||
| Dr. Jürgen Allerkamp | 3/3 | 100 |
| Dr. Ralf Bartsch | 3/3 | 100 |
Auch außerhalb der regelmäßigen Sitzungen wurden die für die Gesellschaft bedeutenden Geschäftsvorgänge mit dem Aufsichtsrat erörtert, sodass dieser stets in grundlegende Entscheidungen eingebunden war. Anhaltspunkte für Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung informiert werden soll, hat es nicht gegeben.
Im Umlaufverfahren am 4. Februar 2015 stimmte der Aufsichtsrat einstimmig der Beschlussfassung des Vorstands über die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs der SEMET Maschinenbau GmbH &Co. KG zu.
Den Schwerpunkt der ersten Sitzung am 15. April 2015 bildeten die Vorlage und Erläuterung des Jahresabschlusses 2014 der AG und des Konzerns und die Beschlussfassung hierzu. Der Prüfungsausschuss beschäftigte sich unter anderem mit der Erhöhung des Zinsaufwandes durch die Bilanzierung von Call-/Put-Optionen bei Unternehmenserwerben, der Erhöhung der Konzern-Steuerquote und der Prüfung der Geschäfts- und Firmenwerte. Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer billigte der Aufsichtsrat den Konzernabschluss und stellte den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2014 fest. Weiterhin informierte der Vorstand über die Investitionsaktivitäten im abgelaufenen Jahr und erläuterte ausführlich die Jahresberichte zum Risikomanagement und zur Compliance. Er definierte aktuelle Schwerpunkte der präventiven Compliance-Arbeit. Im Anschluss präsentierte der Vorstand die wirtschaftliche Lage der INDUS-Gruppe per März 2015.
Der Aufsichtsrat stimmte über die Vorstandsvorlagen zum mehrheitlichen Erwerb der Unternehmen NEA International und RAGUSE ab. Der niederländische Orthesenspezialist NEA wurde durch die INDUS-Beteiligung OFA Bamberg erworben. Das Signing und Closing erfolgte am 12. Mai 2015. Die Vertragsunterzeichnung zum Kauf der RAGUSE-Gruppe, einem Unternehmen für Operationszubehör, erfolgte am 2. Juni 2015, das Closing aufgrund von Änderungen in der gesellschaftsrechtlichen Struktur im November 2015. Weiterhin berichtete der Vorstand über weitere geplante M&A-Projekte im Bereich Energietechnik.
Abzustimmen waren weiterhin der Dividendenvorschlag des Vorstands und die Tagesordnung der Hauptversammlung 2015. Der Aufsichtsrat folgte dem Nominierungsausschuss, der das Mitglied Carl Martin Welcker turnusgemäß für eine zweite Amtszeit vorschlug. Ausführlich diskutierte der Aufsichtsrat die aktuell anstehenden Anforderungen aus der aktuellen Gesetzeslage zum Thema Diversity/Frauenquote für INDUS.
Am Tag vor der Hauptversammlung am 2. Juni 2015 kam der Aufsichtsrat zu seiner zweiten ordentlichen Sitzung zusammen, in der sich die Mitglieder auf den aktuellen Stand der Antragslage vorbereiteten. Da keine Gegenanträge vorlagen, befasste sich der Aufsichtsrat ausführlich mit dem Bericht über den Geschäftsverlauf der ersten vier Monate 2015. Der Vorstand berichtete zudem über Ergebnisbelastungen und Budgetabweichungen aus den Bereichen Metall- und Fahrzeugtechnik, wies aber darauf hin, dass die kommunizierte Ergebnisplanung in Summe weiterhin absolut erreichbar sei. Zur weiteren Information des Aufsichtsrats wurde ein aktualisierter Forecast per Ende Juni angekündigt und versandt. Weiterhin informierte der Vorstand ausführlich über Entwicklungsmaßnahmen für diverse Portfoliounternehmen und berichtete über die laufende Integration der neuen Unternehmen NEA und RAGUSE. Zudem informierte der Vorstand über Pläne zur Erweiterung des Verwaltungsgebäudes von INDUS in Bergisch Gladbach.
Im Umlaufverfahren am 13. Juli 2015 genehmigte der Aufsichtsrat einstimmig die Vorstandsvorlage zum Erwerb der IEF-Werner GmbH, Furtwangen.
Die dritte ordentliche Sitzung fand am 23. und 24. September 2015 statt. Zu Beginn informierte der Vorstand, inwiefern die INDUS-Gruppe vom aktuellen VW-Abgasskandal betroffen sei. Nach Prüfung aller Beteiligungsunternehmen im Segment Fahrzeugtechnik bestünden keinerlei Berührungspunkte zum Bereich Abgastechnik. Unmittelbare Auswirkungen des VW-Skandals auf Beteiligungsunternehmen von INDUS seien daher nicht zu befürchten; mittelbare Auswirkungen durch Mengenreduzierungen der VW-Gruppe oder eine allgemeine Belastung der Konjunktur könnten jedoch nicht ausgeschlossen werden.
Gegenstand dieser Sitzung war die Vorstellung einer Portfolioanalyse inklusive eines Strategiereports zum Umsetzungsstand der Strategie KOMPASS 2020 durch den Vorstand. Dabei berichtete der Vorstand ausführlich zu den drei Themenfeldern "Repositionieren", "Entwickeln" und "Innovation". Im Folgenden informierte der Vorstand über die Ergebnisse einer ausführlichen Analyse der einzelnen Segmente des INDUS-Beteiligungsportfolios. Zusammenfassend signalisierte der Aufsichtsrat seine volle Unterstützung für die Strategie des Vorstandes im Hinblick auf erwogene Portfoliooptimierungen und betonte, dass dabei aber die Gesamtentwicklung des Portfolios nicht vernachlässigt werden solle. Wichtig sei neben der Betrachtung der einzelnen Segmente auch immer die Betrachtung des Gesamtbildes in Hinblick auf Ausgewogenheit und Risikodiversifizierung.
Am zweiten Sitzungstag informierte der Vorstand über die aktuelle wirtschaftliche Lage per August 2015 und stellte die wesentlichen Rahmenbedingungen für seine strategische Finanzplanung bis 2020 vor. Darüber hinaus informierte er über aktuelle Entwicklungen bei den Beteiligungsunternehmen SMA und BETOMAX. Des Weiteren wurden Organisationsthemen (IT, Personal) erläutert und ein Beschluss mit einer Zielsetzung für die mittelfristige Erhöhung der Frauenquote im Aufsichtsrat gefasst.
Die letzte Sitzung des Jahres am 16. Dezember 2015 galt dem aktualisierten Ausblick für das Geschäftsjahr 2015 auf Basis der Ergebnisse bis Oktober 2015 sowie der Planung 2016. Weiterhin gab der Vorstand einen Statusbericht zur Finanzierung der INDUS-Gruppe ab. Im Anschluss informierte er den Aufsichtsrat in Sonderberichten über aktuelle Entwicklungen bei den Unternehmen SMA, SIMON Sintertechnik und Systems, BETOMAX sowie BACHER und HAKAMA.
Der Vorstand erläuterte die Unternehmensplanung für das anstehende Geschäftsjahr einschließlich der Investitions- und Finanzierungsplanung. In der anschließenden Diskussion erörterte der Aufsichtsrat Details des Planungsprozesses. Der Aufsichtsrat verabschiedete die gesamte Jahresplanung ohne Korrektur.
Im Anschluss berichtete der Vorstand über den geplanten Erwerb der COMPUTEC AG durch die INDUS-Beteiligung BUDDE. Dabei handelt es sich um einen Entwickler für Spezialsoftware im Bereich der Steuerungsautomatik, der u.a. auch BUDDE bereits beliefert. Mit diesem strategischen Zukauf solle die Wertschöpfungskette verlängert werden. Die Ergänzungsakquisition lag im Rahmen der Genehmigungsfreigrenze. Weiterer Gegenstand der Beratungen war der Bericht des Personalausschusses, der unter anderem die Einführung einer Nachhaltigkeitskomponente für die Vorstandsvergütung empfahl.
Im Anschluss informierte der Vorsitzende des Aufsichtsrats die Aufsichtsratsmitglieder über die Ergebnisse der von ihm durchgeführten Effizienzprüfung des Aufsichtsrats. Hierbei standen besonders die Punkte Informationsversorgung des Aufsichtsrats, Organisation und Sitzungen, Zusammensetzung sowie etwaige Interessenkonflikte im Fokus. Die Ergebnisse der Effizienzprüfung belegen, dass der Aufsichtsrat den Vorstand der INDUS Holding AG insgesamt in effizienter und angemessener Weise überwacht. Die Informationsversorgung des Aufsichtsrats wird durchweg als gut eingestuft. Die Aufsichtsratsmitglieder sind mit der internen Organisation und der Arbeitsweise zufrieden, so wurden etwa der Ablauf der Sitzungen und die Zusammenarbeit mit dem Vorstand als außerordentlich zielführend und professionell gelobt. Auch die Zusammensetzung des Aufsichtsrats wurde nicht beanstandet, vielmehr werden sowohl die einzelnen Mitglieder als auch das Organ insgesamt als fachlich und persönlich hochqualifiziert eingeschätzt. Interessenkonflikte waren nicht auszumachen. Insofern gab es letztlich keine Optimierungsvorschläge für die Effizienz des Aufsichtsratshandelns.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben sich auch im Berichtsjahr mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex beschäftigt. Vorstand und Aufsichtsrat gaben eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG ab, die auf der Internetseite der Gesellschaft zur Verfügung steht.
Der Vorstand berichtete kurz über die Themen der Sitzung des Prüfungsausschusses am gleichen Tage, an der als Vertreter des Konzernabschlussprüfers Ebner Stolz Herr Dr. Holzmayer teilnahm. Die seit einem Jahr laufende DPR-Prüfung des Konzernabschlusses 2013 wurde ohne Fehlerfeststellung und ohne Hinweis beendet.
Die zwei Ausschüsse des Aufsichtsrats haben primär die Aufgabe, Entscheidungen und Themen für die Sitzungen des Plenums vorzubereiten. Dabei können Entscheidungsbefugnisse auf die Ausschüsse übertragen werden, sofern dies gesetzlich zulässig ist. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig und ausführlich über die Ausschussarbeit. Der Aufsichtsratsvorsitzende hat den Vorsitz im Personal- und Nominierungsausschuss inne, nicht aber den Vorsitz im Prüfungsausschuss. Die personelle Zusammensetzung der beiden Ausschüsse ist unter der Rubrik Organe im Geschäftsbericht dargestellt.
Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2015 zu zwei Sitzungen am 14. April und 16. Dezember 2015 zusammengekommen. Neben Mitgliedern des Vorstands nahmen auch Vertreter von Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Köln an der Sitzung im Dezember teil. Der Abschlussprüfer hat gegenüber dem Prüfungsausschuss erklärt, dass keine Umstände vorliegen, die Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen. Der Prüfungsausschuss hat die erforderliche Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers eingeholt, dessen Qualifikation überprüft und die Honorarvereinbarung abgeschlossen sowie den Prüfungsschwerpunkt festgelegt. Hauptthemen der Beratungen waren der Abschluss 2014 und die Überprüfung des Risikomanagements- und Compliance-Berichts.
Der Personal- und Nominierungsausschuss bereitete im Geschäftsjahr 2015 in drei Sitzungen am 15. April, 24. September und 16. Dezember 2015 die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor. Soweit erforderlich, wurden Beschlüsse gefasst oder dem Aufsichtsrat Empfehlungen zur Beschlussfassung gegeben. Gegenstand der Sitzung waren die Ausgestaltung des Vergütungssystems sowie Vorschläge zur Festsetzung von Tantieme und Bonus für die Mitglieder des Vorstands und Vertragsangelegenheiten. Einzelheiten zur Vorstandsvergütung können dem Vergütungsbericht entnommen werden.
Die durch Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Juni 2015 zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer bestellte Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Köln, hat gemäß Auftrag des Aufsichtsrats den Jahresabschluss und den Lagebericht des INDUS Holding-Konzerns und der INDUS Holding AG geprüft. Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Darüber hinaus hat er festgestellt, dass das Risikomanagementsystem den gesetzlichen Vorschriften entspricht und bestandsgefährdende Risiken nicht erkennbar sind. Eine prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten wurde nicht durchgeführt.
Konzernabschluss und Konzernlagebericht, Jahresabschluss und Lagebericht sowie die Prüfungsberichte wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vorgelegt. Sie wurden in der bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 8. April 2016 detailliert erörtert. An dieser Sitzung nahm auch der Abschlussprüfer teil, der über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung berichtete und für zusätzliche Fragen zur Verfügung stand. Der Aufsichtsrat hat sämtliche Vorlagen und Prüfungsberichte eingehend erörtert. Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung der vorgelegten Unterlagen und der Empfehlung des Prüfungsausschusses erhebt der Aufsichtsrat keine Einwände und schließt sich dem Ergebnis des Abschlussprüfers an. Er stellt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss fest und billigt den Konzernabschluss. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands schließt sich der Aufsichtsrat an.
Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Beteiligungsunternehmen und der INDUS Holding AG für ihr außerordentliches Engagement im vergangenen Geschäftsjahr.
Bergisch Gladbach, den 8. April 2016
Für den Aufsichtsrat
Helmut Späth, Vorsitzender
Vorstand und Aufsichtsrat erklären, dass die INDUS Holding AG seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im Dezember 2014 den vom Bundesministerium der Justiz veröffentlichten Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ("Kodex") in der Fassung vom 5. Mai 2015 entspricht und in der Vergangenheit entsprochen hat. Auch in Zukunft beabsichtigen Vorstand und Aufsichtsrat, die Empfehlungen zu beachten. Dabei gelten folgende Ausnahmen:
Die INDUS Holding AG hat für die Mitgliedschaft in ihren Organen Altersgrenzen festgelegt, wonach Vorstandsmitglieder ein Alter von 67 Jahren und Aufsichtsratsmitglieder zum Zeitpunkt ihrer Wahl ein Alter von 70 Jahren nicht überschreiten dürfen. Zudem hat sie gemäß der neuen gesetzlichen Erfordernisse Zielgrößen für den Frauenanteil festgelegt. Dem Aufsichtsrat sollen mindestens drei unabhängige Mitglieder angehören. Der Aufsichtsrat der INDUS Holding AG hat aber darüber hinaus keine konkreten Ziele für seine Zusammensetzung benannt. Die INDUS Holding AG ist der Auffassung, dass die mit dem Kodex verfolgte Intention auch ohne die Benennung weiterer konkreter Ziele erreicht werden kann und dass die Festlegung solcher Ziele den Aufsichtsrat bei der Auswahl geeigneter Mitglieder sogar beschränken würde. Es wurde insbesondere keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt. Diese könnte der im Gesellschaftsinteresse liegenden Kontinuität und Bewahrung langjähriger Expertise im Aufsichtsrat widersprechen. Gleichzeitig ist eine Regelgrenze für die Sicherstellung der Professionalität und Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder nicht erforderlich, da die INDUS Holding AG die o.g. Festlegungen beachtet und die Zugehörigkeitsdauer durch die Veröffentlichung auf ihrer Internetseite für die Aktionäre transparent gestaltet. Der Aufsichtsrat wird bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung jedoch auch künftig die Empfehlungen des Kodex, etwa zur Vielfalt, berücksichtigen und die Kenntnisse, Fähigkeiten, Erfahrungen und fachlichen Qualifikationen infrage kommender Personen in den Vordergrund stellen. Die Abweichung von Ziffer 5.4.1 Abs. 3 Satz 1 und 2, wonach die festgelegten Ziele bei Wahlvorschlägen berücksichtigt und ihr Umsetzungsstand veröffentlicht werden sollen, ist eine Folge der (teilweise) fehlenden Zielfestlegung.
Die INDUS Holding AG hat bisher den Geschäftsbericht nicht binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende und die Zwischenberichte nicht binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums veröffentlicht. Sie wird auch in Zukunft diese Fristen nicht einhalten, sondern die Fristen der Börsenordnung für die Frankfurter Wertpapierbörse und die gesetzlichen Regeln beachten, wonach der Konzernabschluss binnen vier Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres bzw. Zwischenberichte binnen zwei Monaten nach dem Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich sein sollen. Vor dem Hintergrund des Geschäftsmodells der INDUS Holding AG ist insbesondere zur abgesicherten und qualifizierten Ermittlung der Abschlüsse aller Tochter- und Enkelgesellschaften ein entsprechender Zeitkorridor erforderlich. Eine frühere Abschlusspublizität würde überproportional zu Lasten der Qualität der Abschlüsse gehen.
Bergisch Gladbach, den 16. Dezember 2015
Für den Vorstand
Jürgen Abromeit
Rudolf Weichert
Für den Aufsichtsrat
Helmut Späth
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