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IMMUNIC, INC. Audit Report / Information 2023

Feb 4, 2025

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Audit Report / Information

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Publication

Immunic AG

Planegg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

der Immunic AG

1. Grundlagen des Unternehmens

Die Immunic AG (im Folgenden: die Gesellschaft oder das Unternehmen) wurde 2016 in Planegg-Martinsried, Deutschland, gegründet. Seit 2019 ist das Unternehmen eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Immunic, Inc., Delaware, USA (im Folgenden: Immunic, Inc., Muttergesellschaft oder Immunic Gruppe zusammen mit Immunic AG und Immunic Australia Pty Ltd.). Seit 2020 ist die Immunic AG am Standort Gräfelfing, Deutschland, ansässig. Immunic, Inc. ist am NASDAQ Stock Market gelistet und fördert den Geschäftszweck der Immunic AG durch den Zugang zu den Kapitalmärkten und zum internationalen Arbeitsmarkt. Zur Immunic AG gehört ferner eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, die Immunic Australia Pty Ltd., Melbourne, VIC, Australien (im Folgenden: die australische Tochtergesellschaft). Die Forschung und Entwicklung der Immunic Gruppe wird hauptsächlich am Standort Gräfelfing bei der Immunic AG betrieben.

Immunic AG ist ein Biotechnologieunternehmen mit einer Entwicklungspipeline von selektiven, oral verfügbaren Immunologie-Therapien zur Behandlung chronischer Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen.

Forschung und Entwicklung

Die Immunic AG erforscht und entwickelt oral verabreichbare, niedermolekulare Wirkstoffe, von denen jedes einzigartige Eigenschaften aufweist, die auf den ungedeckten medizinischen Bedarf von Patienten mit chronischen Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen abzielen. Dazu gehören das Vidofludimus Calcium (IMU-838)-Programm, das sich in der klinischen Phase-3-Entwicklung für Patienten mit Multipler Sklerose („MS“) befindet und in klinischen Phase-2-Studien therapeutische Aktivität in Patienten mit schubförmig-remittierender MS, progressiver MS und mittelschwerer bis schwerer Colitis Ulcerosa („UC“) gezeigt hat; das IMU-856-Programm, das auf die Regeneration des Darmepithels und die Wiederherstellung der Darmbarrierefunktion abzielt und potenziell bei verschiedensten Magen-Darm-Erkrankungen wie Zöliakie, chronisch-entzündliche Darmerkrankung, Kurzdarmsyndrom oder Reizdarmsyndrom mit Durchfall eingesetzt werden könnte; sowie das IMU-381-Programm, ein Molekül der nächsten Generation, das speziell für die Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen entwickelt wird.

Bild

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Laut einem Bericht von Statista (April 2024) wird das weltweite Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für das vergangene Jahr 2023 auf rund 3,3 Prozent geschätzt. Dieses liegt somit weiterhin deutlich unter dem historischen Durchschnittswachstum der Jahre 2000 bis 2019 (3,8%). Der Konflikt, der seit 2022 zwischen der Ukraine und Russland herrscht, sowie der Ausbruch der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020, haben sich negativ auf das Wachstum ausgewirkt. Ende 2022 lag die Inflationsrate auf einem Langzeithoch. Zwar sind die Inflationsraten im Jahr 2023 gesunken, jedoch liegt die Inflation immer noch über dem Niveau von vor der Corona-Krise.

Laut dem Deutschen Biotechnologie-Report 2024 war das Jahr 2023 durch internationale und nationale Konflikte geprägt und makroökonomische Herausforderungen des Vorjahres blieben bestehen oder spitzen sich zu. Hier ist sowohl die schwächelnde Wirtschaft, die hohe Inflation, das hohe Zinsniveau und als Resultat ein zurückhaltender Investitionssektor zu nennen. Jedoch bleibt der Biotechnologiesektor weiterhin ein Garant für Innovationen und bietet hervorragende Chancen für Renditen und Lösungen für akute weltweite Gesundheitsprobleme, trotz des enormen Kapitalbedarfs und hohen Risikos. Es wird jedoch auch sichtbar, dass es deutliche Warnsignale nach Auswertung der wichtigsten Leistungskennzahlen für den deutschen Markt gibt:

• Branchenkennzahlen hinken internationalen Benchmarks hinterher

• Finanzierungsmangel bei Risikokapitalinvestitionen in der Frühphase

• Zweites Jahr in Folge keine Börsengänge

Der weiterhin robuste deutsche Biotechnologiesektor zieht bis heute durch seine Fähigkeit zu hochwertigen Innovationen die Aufmerksamkeit von Investoren und Allianzpartnern gleichermaßen auf sich, dies wird besonders durch folgende Aspekte sichtbar:

• Starkes Wachstum bei Mitarbeiterzahlen und F&E-Ausgaben

• Umsatz und Marktkapitalisierung zeigen langfristig nach oben

• Klinische Pipelines wachsen und reifen

• Hohe Risikokapitalrunden, die von internationalen Finanzierungskonsortien unterstützt werden

• Innovative Unternehmen an der Spitze der Biotechnologiebranche

• Eingehende finanzielle Mittel aus Allianzen auf sehr hohem Niveau

• Großvolumige M&A-Deals im ersten Quartal 2024

Das Jahr 2023 für den deutschen Biotechnologiesektor in Zahlen

Laut dem Deutschen Biotechnologie-Report 2024 war 2023 den Branchenkennzahlen zufolge ein expansives Jahr für die deutsche Biotechnologiebranche. Dies gilt allerdings nicht für die Einnahmen, die sich mehr als halbierten und einen Rückgang von 51 % auf 12,7 Milliarden verzeichneten.

Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die geringe Nachfrage nach COVID-19-Impfstoffen zurückzuführen. Vergleicht man jedoch die Einnahmen privater und öffentlicher Unternehmen zum Jahr 2019, also vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie, verzeichnen diese einen Anstieg um 138 % und die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate stieg um 24 %. Diese Zahlen zeigen einen klaren Aufwärtstrend. Die Zahl der Unternehmen stieg um 3 % auf 996. Um 10 % stieg die Anzahl der Beschäftigten und überschritt damit die Marke von 60.000. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erhöhten sich um 10 % auf 4,4 Milliarden EUR. Dies unterstreicht die Innovationsstärke der deutschen Biotechnologiebranche und sendet ein positives Signal.

2. Geschäftsverlauf und Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Geschäftsentwicklung der Immunic AG ist durch die globale Inflation und die damit einhergehenden Preiserhöhungen nach eigener Einschätzung nicht wesentlich betroffen. Immunic AG hat kein zugelassenes Produkt auf dem Markt und verzeichnet somit keine kommerziellen Umsätze. Die Entwicklungsprogramme befinden sich in der klinischen Entwicklungsphase. Somit ist der fortlaufende Betrieb von einer stetigen externen Kapitalzufuhr abhängig, die weiterhin über die börsengelistete Muttergesellschaft gewährleistet wurde.

Der Fokus von Immunic AG liegt auf dem Vorantreiben und den Ergebnissen der Forschungs- und Entwicklungsprogramme. Im Jahr 2023 konnten für das Vidofludimus Calcium (IMU-838)-Programm mehrere Fortschritte verzeichnet werden: positive Zwischendaten aus der Phase-2-CALLIPER-Studie in progressiver MS, positive Daten zur Langzeittherapie aus der Phase-2-Studie in UC, neue präklinische Daten zum Wirkmechanismus rund um das Zielmolekül Nurr1 sowie mehrere neue Patente, die den Patentschutz rund um das Medikament bis 2041 in den USA und bis 2039 international verlängert haben. Für das IMU-856-Programm wurden im Jahr 2023 positive Daten aus der Phase-1b-Studie in Zöliakie sowie erstmalig der detaillierte Wirkmechanismus berichtet. Die Entwicklung von Izumerogant (IMU-935) wurde im vergangenen Jahr depriorisiert.

2.1 Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2023 wurden keine kommerziellen Umsätze generiert, wie auch schon in den Vorjahren. Die erzielten Umsätze in Höhe von TEUR 848 (Vorjahr: TEUR 744) ergeben sich im Wesentlichen aus erbrachten konzerninternen Leistungen an die Muttergesellschaft.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 2.568 sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen (Vorjahr: TEUR 687) und beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Forschungszulage und sonstige Fördermittel.

Ebenso sind die Aufwendungen für bezogene Leistungen von TEUR 51.632 in 2022 auf TEUR 62.366 in 2023 gestiegen. Der Anstieg resultiert vor allem aus höheren Aufwendungen im Bereich der externen klinischen Entwicklung, die im Wesentlichen durch das Fortschreiten der Vidofludimus Calcium-Studien begründet ist.

Der Personalaufwand ist aufgrund der höheren Mitarbeiterzahl von TEUR 6.491 auf TEUR 8.063 gestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von TEUR 13.049 auf TEUR 4.909 gesunken. Dies resultiert zum Großteil aus den gesunkenen Aufwendungen aus der Währungsumrechnung von TEUR 4.837 in 2022 auf TEUR 572 in 2023. Zudem ist im Jahr 2022 durch die Verschmelzung der Immunic Research GmbH in die Immunic AG ein hoher Einmalaufwand (TEUR 5.250) entstanden. Dem gegenüber standen gestiegene Aufwendungen, u.a. für externe Beratung, Personalrekrutierung, Reisen und Miete.

Die Abschreibungen sind von TEUR 1.722 in 2022 auf TEUR 5.833 in 2023 deutlich gestiegen. Der Anstieg resultiert aus der Depriorisierung der Entwicklung des Medikamentenkandidaten Izumerugant und der daraus resultierenden außerplanmäßigen Abschreibung der nicht mehr werthaltigen Patentrechte.

Der Jahresfehlbetrag ist mit TEUR -76.735 moderat höher ausgefallen als im Vorjahr (TEUR -71.039).

2.2 Finanzlage und Liquidität

Das Finanzmanagement der Immunic AG hat das Ziel, Verbindlichkeiten innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und etwaige Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen.

Es wird regelmäßig eine Cashflow-Planung erstellt, diese erfolgt integriert in der Cashflow-Planung für die Immunic Gruppe. Somit wird eine kontinuierliche Überwachung der Liquidität sichergestellt.

Der operative Cashflow betrug in 2023 TEUR -60.871 und ist, bedingt durch das Geschäftsmodell, bis dato negativ.

Im Bereich der Investitionen betrug der Cashflow TEUR -.333 bedingt durch Neuanschaffungen für Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug TEUR 43.649. Dies resultiert im Wesentlichen aus Einzahlungen in die Kapitalrücklage durch die Muttergesellschaft.

Das Bankguthaben betrug zum 31.12.2023 TEUR 9.416. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen nicht. Trotz des negativen Cashflows geht der Vorstand weiterhin von einer Fortführung der Unternehmenstätigkeit aus. Die Muttergesellschaft Immunic, Inc. Hat zudem eine Patronatserklärung erteilt, in der sie sich verpflichtet, die Gesellschaft mit ausreichend finanziellen Mitteln auszustatten, um eine Zahlungsunfähigkeit zu verhindern.

Zur Notwendigkeit der Zuführung von Liquidität für die Gewährleistung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit verweisen wir auf das Kapital 5.3.

2.3 Vermögenslage

Das Anlagevermögen hat sich im Vergleich zum Vorjahr insbesondere aufgrund einer außerplanmäßigen Abschreibung (TEUR 4.483) im Bereich der gewerblichen Schutzrechte durch nicht mehr werthaltige Patente deutlich reduziert, von TEUR 16.619 in 2022 auf TEUR 11.119 in 2023.

Abweichend im Vergleich zum Vorjahr wurden im Geschäftsjahr 2023 die geleisteten Anzahlungen für Auftragsforschungsdienstleistungen nicht mehr im Posten geleistete Anzahlungen auf Vorräte, sondern untern den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen, sind gegenüber dem Vorjahr deutlich von TEUR 12.217 auf TEUR 15.504 angestiegen. Diese resultieren durch die Erhöhung der bestehenden Darlehen an die australische Tochtergesellschaft.

Der Bestand der liquiden Mittel ist aufgrund des hohen negativen operativen Cashflows in Höhe von TEUR -60.871 im Vergleich zum Vorjahr deutlich von TEUR 26.971 auf TEUR 9.417 gesunken. Gegenläufig wirkten sich vor allem die Zuzahlungen in die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 43.649 der Muttergesellschaft aus.

Die sonstigen Rückstellungen sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 10.758 von TEUR 5.370 auf TEUR 16.128 angestiegen. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen durch noch nicht abgerechnete Leistungen zum 31.12.2023 im Bereich der klinischen Studien.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich stichtagsbedingt leicht erhöht von TEUR 3.464 in 2022 auf TEUR 4.317 in 2023.

2.4 Gesamtaussage

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft zum 31.12.2023 und der Geschäftsverlauf des Jahres 2023 sind aufgrund der fortschreitenden Entwicklung der Wirkstoffkandidaten, den verschiedenen klinischen und präklinischen Ergebnissen sowie den weiteren Fortschritt in den klinischen Studien geprägt und sind trotz des hohen Jahresfehlbetrags aus Sicht der Geschäftsleitung als zufriedenstellend einzuschätzen.

3. Finanzielle Leistungsindikatoren

Für die interne Unternehmenssteuerung zieht die Gesellschaft die Kennzahlen ‚Ausgaben für Forschung und Entwicklung‘ sowie ‚Verwaltungskosten‘ heran, die die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren darstellen.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind von TEUR 58.396 in 2022 auf TEUR 71.156 in 2023 erwartungsgemäß gestiegen, was vor allem aus dem stetigen Voranschreiten der Studien und den damit verbundenen erhöhten Ausgaben resultiert.

Die allgemeinen Verwaltungskosten sind von TEUR 4.406 in 2022 auf TEUR 4.867 in 2023 ebenfalls erwartungsgemäß gestiegen. Dies resultiert zum Großteil aus höheren Miet- und Reisekosten und entsprach den Erwartungen.

4. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Es werden zudem jährlich nichtfinanzielle Leistungsindikatoren festgelegt. Diese betreffen neben der Unternehmensentwicklung insbesondere den Bereich der Forschung und Entwicklung mit der Fortentwicklung der wichtigsten Entwicklungsprogramme als auch einzelne Forschungsgebiete. Es werden Unternehmensziele festgelegt und deren Erreichung jährlich beurteilt.

Grundsätzlich ist eine geringe Mitarbeiterfluktuation von entscheidender Bedeutung, da die Mitarbeiter einen Teil des geistigen Eigentums der Forschung und Entwicklung darstellen. Diese lag im Vergleich zum Vorjahr (22%) im Jahr 2023 bei 15%.

5. Prognosebericht

5.1 Makroökonische Rahmenbedingungen

Seit Jahresbeginn 2023 bestehen weiterhin Unsicherheiten an den Kapitalmärkten, die hauptsächlich durch die COVID-19-Pandemie seit Anfang 2020, den wiederaufkeimenden Nahostkonflikt seit Herbst 2023 sowie den Ukraine-Konflikt seit dem Frühjahr 2022 verursacht wurden. Letzterer hat insbesondere zu einer höheren Inflation in den Jahren 2022 und 2023 geführt. Auch im Jahr 2024 ergeben sich Preiserhöhungen, die sich auf die Kostenbasis der Gesellschaft auswirken. Die geopolitischen Herausforderungen wirken sich zudem auf die Rekrutierung von Probanden in bestimmten Entwicklungsprogrammen aus, was auch eine teilweise Neustrukturierung der Länder, in denen Probanden für die klinischen Studien rekrutiert werden, mit sich zieht. Entsprechende Auswirkungen und Verzögerungen blieben allerdings in einem vertretbaren und überschaubaren Maße und Immunic hat mit umfassenden Gegenmaßnahmen entgegengesteuert. Insbesondere der andauernde Konflikt in der Ukraine hatte einen Einfluss auf die Vidofludimus Calcium-Studien, da sich einige Studienzentren in den vom Konflikt betroffenen Regionen befinden oder geplant waren. Auch hier wurden entsprechende Maßnahmen zur Verminderung der Auswirkungen auf die laufenden klinischen Studien implementiert.

5.2 Forschung und Entwicklung

Der Fokus im Bereich Forschung und Entwicklung liegt weiterhin auf den Programmen Vidofludimus Calcium (IMU-838) und IMU-856, die sich in der klinischen Entwicklung befinden, sowie dem IMU-381-Programm, das sich in der präklinischen Phase befindet. Das Izumerogant (IMU-935)-Programm wurde im Jahr 2023 depriorisiert.

Die nächsten zentralen Forschungs- und Entwicklungsmeilensteine sind:

- Eine Zwischenanalyse des Phase-3-ENSURE-Programms wird für Ende 2024 erwartet.

- Daten aus der ersten ENSURE-Studie mit Vidofludimus Calcium in schubförmiger MS werden derzeit für das zweite Quartal 2026 erwartet und aus der zweiten ENSURE-Studie im zweiten Halbjahr 2026.

- Erste Wirksamkeitsdaten der Phase-2-CALLIPER-Studie mit Vidofludimus Calcium in progressiver MS werden im April 2025 erwartet.

- Basierend auf den positiven Daten aus der klinischen Phase-1b-Studie mit IMU-856 in Zöliakie bereitet das Unternehmen die klinische Phase-2-Testung von IMU-856 in Patienten mit fortlaufender, aktiver Zöliakie trotz glutenfreier Ernährung vor.

5.3 Finanzprognose und Unternehmensfortführung

Die Gesellschaft ist nicht nur von der Entwicklung der Medikamentenkandidaten, sondern auch von der finanziellen Unterstützung der Muttergesellschaft abhängig. Zur Gewährleistung der Liquidität hat die Immunic Inc. der Immunic AG am 4. August 2022 eine Patronatserklärung über 75 Mio EUR abgegeben.

Laut Pressemitteilung vom 22.02.2024 ist die Muttergesellschaft der Ansicht, dass die liquiden Mittel der Immunic Gruppe ausreichen, um die Geschäftstätigkeiten bis in das dritte Quartal 2025 zu finanzieren. Daraus abgeleitet verfügt die Immunic AG ebenfalls über ausreichend liquide Mittel bis in das dritte Quartal 2025.

Die Muttergesellschaft Immunic, Inc. hat am 04.01.2024 mit ausgewählten bestehenden und neuen Investoren eine weitere Finanzierungsrunde über bis zu TUSD 240.000 in Form einer Privatplatzierung vereinbart. Die Beträge werden planmäßig in drei Tranchen ausbezahlt, wobei die erste dieser drei Tranchen über TUSD 80.000 im Januar 2024 unmittelbar an die Immunic, Inc. ausgezahlt wurde. Dieses Kapital wird überwiegend dazu verwendet, die Immunic AG durch weitere Einzahlungen in die Kapitalrücklage mit finanziellen Mitteln auszustatten und die Forschungs- und Entwicklungsprojekte weiter voranzutreiben. Der Vorstand der Gesellschaft geht davon aus, dass Immunic Inc weiterhin genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stellt, um den Fortbestand der Gesellschaft zu sichern. Sofern im Q3 2025 die geplanten finanziellen Mittel nicht zur Verfügung stehen, wäre der Fortbestand der Gesellschaft stark gefährdet (wesentliche Unsicherheit).

5.4 Prognose für das Geschäftsjahr 2024

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung werden im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zu 2023 auf ähnlichem Niveau liegen. Die allgemeinen Verwaltungskosten werden im Vergleich zu 2023 voraussichtlich leicht steigen.

Die Geschäftstätigkeit fokussiert sich im Jahr 2024 in enger Zusammenarbeit mit dem Mutterunternehmen weiterhin auf die folgenden Aktivitäten:

1. Fortführung der laufenden klinischen Phase-3-ENSURE-Studien in schubförmiger MS und der Phase-2-CALLIPER-Studie in progressiver MS mit Vidofludimus Calcium.

2. Fortführung des IMU-856-Entwicklungsprogramms, einschließlich der Vorbereitung der klinischen Phase-2-Testung.

3. Fortsetzung der präklinischen Forschung zur Ergänzung der laufenden klinischen Aktivitäten, Erforschung potenzieller zusätzlicher Indikationen für zukünftige Entwicklungen sowie Generierung zusätzlicher Moleküle für eine mögliche zukünftige Entwicklung.

4. Maßnahmen zur Vorbereitung auf eine mögliche kommerzielle Markteinführung der Produktkandidaten durch gezielte und phasengerechte vorkommerzielle Aktivitäten.

5. Bewertung potenzieller strategischer Kooperationen für die Produktkandidaten, um bestehende Forschungs- und Entwicklungskapazitäten zu ergänzen und die potenzielle Kommerzialisierung der Produktkandidaten zu erleichtern.

6. Stärkung des Firmen Know-Hows durch eine weiterhin niedrigere Mitarbeiterfluktuation

6. Risikobericht

Die folgende Auflistung ist eine Zusammenfassung wichtiger Risikofaktoren, die die Immunic Gruppe betreffen könnten.

Makroökonomische Risiken

Potenzielle Krankheitsausbrüche, Epidemien und Pandemien in Regionen, in denen wir eine Konzentration von Standorten für klinische Studien und andere Geschäftsbetriebe haben, könnten sich nachteilig auf unser Unternehmen und die klinische Entwicklung auswirken, unter anderem dadurch, dass sie zu erheblichen Störungen in unserem Betrieb und/oder im Betrieb von Herstellern und Dienstleistern führen, auf die wir angewiesen sind.

Ungünstige makroökonomische Bedingungen, einschließlich Inflation, langsameres Wachstum oder Rezession, höhere Zinssätze, Währungsschwankungen, Verzögerungen oder Engpässe in der Lieferkette, hohe Arbeitslosigkeit oder Personalmangel könnten unserem Geschäft schaden. Wir haben aufgrund der Inflation bereits einen allgemeinen Anstieg unserer Kosten festgestellt, obwohl die Inflation noch keine wesentlichen Auswirkungen auf unsere Betriebsergebnisse hatte.

Die aktuellen Konflikte in der Ukraine und Russland sowie im Nahen Osten haben Auswirkungen auf unsere klinischen Studien, die in diesen Regionen durchgeführt werden. Die Konflikte haben zu Verzögerungen für unser klinisches Entwicklungsprogramm Vidofludimus Calcium geführt und Kosten erhöht. Laufende und geplante klinische Entwicklungsaktivitäten in diesen beiden Regionen könnten auch zukünftig gestört werden.

Risiken im Zusammenhang mit der Geschäfts- und Finanzlage

Wir haben mit unserem aktuellen Geschäftsplan eine begrenzte Betriebsgeschichte, haben seit 2016 erhebliche Verluste erlitten, gehen davon aus, dass wir in absehbarer Zukunft weiterhin erhebliche und zunehmende Verluste erleiden werden und werden möglicherweise nie die Rentabilität erreichen oder aufrechterhalten. Das Fehlen jeglicher kommerzieller Verkäufe und unsere begrenzte Betriebsgeschichte machen es schwierig, unsere zukünftige Rentabilität einzuschätzen.

Wir werden erhebliche zusätzliche Mittel benötigen. Wenn es uns nicht gelingt, dieses erforderliche Kapital bei Bedarf zu akzeptablen Bedingungen oder überhaupt zu erhalten, könnten wir gezwungen sein, unsere Produktentwicklung, andere Aktivitäten oder zukünftige Kommerzialisierungsbemühungen zu verzögern, einzuschränken, zu reduzieren oder einzustellen. Die Beschaffung zusätzlichen Kapitals kann zu einer Verwässerung unserer bestehenden Aktionäre führen, unsere Geschäftstätigkeit einschränken oder dazu führen, dass wir Rechte an unseren Technologien oder Produktkandidaten vermindern oder aufgeben müssen.

Risiken im Zusammenhang mit der klinischen Entwicklung und Marktzulassung der Produktkandidaten

Die Marktzulassungsprozesse der U.S. Food and Drug Administration (FDA) und vergleichbarer Regulierungsbehörden in anderen Ländern sind langwierig, zeitaufwändig und von Natur aus unvorhersehbar. Wenn es uns letztendlich nicht gelingt, die Marktzulassung für unsere Produktkandidaten zu erhalten, wird unser Geschäft erheblich beeinträchtigt.

Klinische Tests sind teuer, können viele Jahre in Anspruch nehmen und ihr Ergebnis ist naturgemäß ungewiss. Die FDA und vergleichbare Aufsichtsbehörden verfügen über einen erheblichen Ermessensspielraum, wann und ob sie einem Produktkandidaten die Marktzulassung erteilen. Auch wenn wir glauben, dass die aus klinischen Studien unserer aktuellen Produktkandidaten gesammelten Daten vielversprechend sind, reichen diese Daten möglicherweise nicht aus, um die Zulassung durch die FDA oder vergleichbare Aufsichtsbehörden zu unterstützen. Auch unsere zukünftigen Ergebnisse klinischer Studien könnten nicht ausreichend sein. Negative klinische Ergebnisse können in jedem Stadium der Medikamentenentwicklung auftreten. Da die Ergebnisse früherer klinischer Studien nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf zukünftige Ergebnisse zulassen, kann es sein, dass jeder Produktkandidat, den wir durch klinische Studien vorantreiben, in späteren klinischen Studien keine positiven Ergebnisse erzielt oder keine Marktzulassung erhält. Unsere Produktkandidaten können unerwünschte Nebenwirkungen haben oder andere Eigenschaften aufweisen, die ihre Marktzulassung verzögern oder verhindern, das kommerzielle Profil des zugelassenen Produkts einschränken oder im Falle einer Marktzulassung zu erheblichen negativen Folgen führen könnten.

Wir sind stark vom Erfolg unserer Produktkandidaten abhängig, von denen sich die meisten im frühen bis späten Stadium der klinischen Entwicklung befinden. Möglicherweise sind wir nicht in der Lage, für Produktkandidaten ausreichende Daten zu generieren, um die behördliche Zulassung für die geplanten Indikationen zu erhalten, die für die Vermarktung erforderlich sein werden.

Selbst wenn wir für einen unserer Produktkandidaten eine Marktzulassung erhalten, unterliegen diese zugelassenen Produkte fortlaufenden Verpflichtungen und einer fortlaufenden behördlichen Prüfung, was zu erheblichen Mehrkosten führen kann. Darüber hinaus könnten alle zugelassenen Produktkandidaten Kennzeichnungs- und anderen Beschränkungen unterliegen, und wir könnten mit Strafen und rechtlichen Sanktionen belegt werden, wenn wir behördliche Anforderungen nicht einhalten oder unvorhergesehene Probleme mit einem unserer zugelassenen Produkte auftreten.

Sonstige Risiken im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit

Aufgrund unserer begrenzten Ressourcen und unseres begrenzten Zugangs zu Kapital müssen wir der Entwicklung unserer aktuellen Produktkandidaten für bestimmte Indikationen und in bestimmten Dosierungen Vorrang einräumen. Diese Entscheidungen könnten sich als falsch oder unzureichend erweisen und sich erheblich nachteilig auf unser Geschäft, unsere Finanzlage, unsere Betriebsergebnisse und unsere Aussichten auswirken.

Wenn es uns nicht gelingt, wichtige Führungskräfte und wissenschaftliche Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten, können wir unsere Produktkandidaten möglicherweise nicht erfolgreich entwickeln oder vermarkten.

Selbst wenn wir die erforderlichen behördlichen Genehmigungen in den Vereinigten Staaten und anderen Regionen erhalten, hängt der kommerzielle Erfolg unserer Produktkandidaten von der Marktbekanntheit und Akzeptanz unserer Produktkandidaten ab.

7. Chancenbericht

Unser am weitesten fortgeschrittener Entwicklungskandidat Vidofludimus Calcium (IMU-838) weist kombinierte neuroprotektive, entzündungshemmende und antivirale Eigenschaften auf und hat das Potenzial, eine einzigartige Behandlungsoption für die komplexe Pathophysiologie von MS zu werden.

Vidofludimus Calcium aktiviert den neuroprotektiven Transkriptionsfaktor Nuclear Receptor Related 1 („Nurr1“), der mit direkten neuroprotektiven Eigenschaften verbunden ist und den potenziellen Nutzen für Patienten erhöhen kann. Darüber hinaus ist Vidofludimus Calcium ein Inhibitor des Enzyms Dihydroorotatdehydrogenase („DHODH“), das ein Schlüsselenzym im Stoffwechsel überaktiver Immunzellen und virusinfizierter Zellen ist. Dieser Mechanismus ist mit der entzündungshemmenden und antiviralen Wirkung von Vidofludimus Calcium verbunden.

Wir glauben, dass die kombinierten Mechanismen von Vidofludimus Calcium in der MS-Therapie einzigartig sind. Zudem unterstützen sie die Ergebnisse unserer vorherigen Phase-2-EMPhASIS-Studie in Patienten mit schubförmig-remittierender MS, insbesondere durch Daten, die das Potenzial zur Reduzierung von Magnetresonanztomographie-Läsionen, zur Verhinderung von Rückfällen, zur Verringerung oder Verlangsamung des Fortschreitens der Behinderung und zur Verringerung der Spiegel der leichten Neurofilament-Leichtkette im Serum, einem wichtigen Biomarker für neuronale Schäden, veranschaulichen. Vidofludimus Calcium hat bislang in klinischen Studien ein konsistentes vorteilhaftes Pharmakokinetik-, Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil gezeigt.

Vidofludimus Calcium wird derzeit im Rahmen des gesamten klinischen Programms in mehreren laufenden MS-Studien getestet, um eine mögliche Zulassung für Patienten mit schubförmiger und/oder progressiver MS in wichtigen Märkten zu unterstützen.

Bei IMU-856 handelt es sich um einen oral verfügbaren und systemisch wirkenden niedermolekularen Modulator, der auf Sirtuin 6 („SIRT6“) abzielt, ein Protein, das als Transkriptionsregulator der Darmbarrierefunktion und der Regeneration des Darmepithels dient. Basierend auf präklinischen Daten glauben wir, dass IMU-856 einen einzigartigen Behandlungsansatz darstellen könnte, da der Wirkmechanismus auf die Wiederherstellung der Darmbarrierefunktion und der Darmwandarchitektur bei Patienten abzielt, die an Magen-Darm-Erkrankungen wie Zöliakie, chronisch-entzündliche Darmerkrankung, Kurzdarmsyndrom, Reizdarmsyndrom mit Durchfall und anderen mit der Darmbarrierefunktion verbundenen Erkrankungen leiden. Basierend auf präklinischen Untersuchungen, die keine Suppression von Immunzellen gezeigt haben, könnte IMU-856 das Potenzial haben, die Immunüberwachung von Patienten während der Therapie aufrechtzuerhalten. Dies wäre ein wichtiger Vorteil gegenüber immunsuppressiven Therapien und könnte die Möglichkeit einer Kombination mit verfügbaren Behandlungen bei gastroenterologischen Erkrankungen ermöglichen.

Das Management der Immunic Gruppe prüft parallel zudem verschiedene strategische Optionen, beispielweise neue oder erweiterte Kollaborationen oder Partnerschaften, um die Entwicklungsprogramme weiter voranzutreiben und zu unterstützen, insbesondere Vidofludimus Calcium (IMU-838) und IMU-856. Entsprechende strategische Optionen könnten eine Übernahme, eine Fusion, einen Unternehmenszusammenschluss, den Verkauf von Vermögenswerten, Finanzierungsalternativen, Lizenzvergabe, Kollaborationen oder andere strategische Transaktionen umfassen. Die Realisierung solcher Optionen kann zu einer erleichterten Aufnahme von neuen Finanzmitteln auf Unternehmensebene führen, die im Folgenden auch für die Gesellschaft verfügbar werden könnten.

Gräfelfing, 30. September 2024

Immunic AG, Gräfelfing

Der Vorstand

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023

EUR
EUR 31.12.2022

EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 10.701.257,26 16.427.706,56
II. Sachanlagen 417.481,41 191.755,61
III. Finanzanlagen 64,88 64,88
11.118.803,55 16.619.527,05
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte 0,00 1.557.837,27
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 19.372.964,36 12.742.383
davon: Forderungen gegen verbundene Unternehmen EUR 15.504.252,86 (Vj. TEUR 12.217)
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 9416539,15 26.971.154,43
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 604.801,58 4.082.102,63
40.513.108,64 61.973.004,81
PASSIVA
31.12.2023

EUR
EUR 31.12.2022

EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 519.917,00 519.917,00
II. Kapitalrücklage 282.688.727,24 239.039.839,87
III. Bilanzverlust -263.381.421,87 -186.646.216,07
19.827.222,37 52.913.540,80
B. RÜCKSTELLUNGEN 16.127.601,44 5.369.949,80
C. VERBINDLICHKEITEN 4.558.284,83 3.689.514,21
davon: Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen EUR 18.644,35 (Vj. TEUR 43)
40.513.108,64 61.973.004,81

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023

EUR 2023

EUR
2022

EUR
1. Rohergebnis -58.949.848,32 -50.200.642,38
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -7.208.391,00 -5.837.610,20
b) soziale Abgaben und Aufwendungen -854.565,26 -652.967,71
-8.062.956,26 -6.490.577,91
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -5.833.293,69 -1.721.710,03
4. sonstige betriebliche Aufwendungen -4.909.286,12 -13.048.850,94
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.086.860,63 579.771,75
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,00 -98.353,30
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -66.682,04 -58.928,72
8. Jahresfehlbetrag -76.735.205,80 -71.039.291,53
9. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -186.646.216,07 -115.606.924,54
10. Bilanzverlust -263.381.421,87 -186.646.216,07

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

(1) Allgemeine Angaben zur Gesellschaft

Firma: Immunic AG
Sitz: Gräfelfing
Registergericht: Amtsgericht München
Registergericht Nr.: HRB 223333

(2) Anwendung des Handelsgesetzbuches

Der Jahresabschluss der Immunic AG, Gräfelfing, wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für Kapitalgesellschaften und den ergänzenden Bestimmungen des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die Gesellschaft hat aufgrund der Medikamentenentwicklung einen hohen Kapitalbedarf. Daher ist die Gesellschaft nicht nur vom wirtschaftlichen Erfolg der Medikamentenentwicklung, sondern auch von der finanziellen Unterstützung der Muttergesellschaft abhängig. Zur Gewährleistung der Liquidität hat die Muttergesellschaft, Immunic Inc., der Immunic AG am 4. August 2022 eine Patronatserklärung über 75 Mio. EUR abgegeben. Nach aktueller Planung verfügt die Muttergesellschaft über ausreichend finanzielle Mittel die Immunic AG bis in das dritte Quartal 2025 hinein zu finanzieren. Die Muttergesellschaft hat Zusagen ihrer Gesellschafter zur Einzahlung weiterer liquider Mittel. Sollte die Muttergesellschaft die liquiden Mittel nicht erhalten, so könnte diese die Immunic AG nicht weiterfinanzieren. Ohne die Zuführung externer liquider Mittel ab dem dritten Quartal 2025 ist der Fortbestand der Immunic AG stark gefährdet (wesentliche Unsicherheit). Der Vorstand der Immunic AG geht davon aus, dass die finanziellen Mitteln von der Immunic Inc. in ausreichender Höhe zur Verfügung gestellt werden.

Folglich geht der Vorstand von einer positiven Fortführungsprognose aus, so dass die Bilanzierung weiterhin unter der Annahme der Unternehmensfortführung (Going Concern) gemäß § 252. Abs. 1 Nr. 2 HGB vorgenommen wurde.

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB. Von den größenabhängigen Erleichterungen wurde teilweise Gebrauch gemacht.

Die Bilanz entspricht den Gliederungsvorschriften des § 266 HGB.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB angewandt.

(3) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Wertansätze und Bewertungsgrundsätze der Bilanz zum 31. Dezember 2022 bilden die Grundlage für die Bewertungen in der Bilanz zum 31. Dezember 2023.

Die Bewertung der Vermögens- und Schuldposten trägt allen erkennbaren Risiken und den Grundsätzen vorsichtiger kaufmännischer Beurteilung Rechnung.

Abweichend zum Vorjahr werden die geleisteten Anzahlungen für Auftragsforschungsdienstleistungen nicht unter dem Posten geleistete Anzahlungen auf Vorräte, sondern unter den sonstigen Vermögensgegenstände ausgewiesen.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear über 3 bis 20 Jahre abgeschrieben. Aufgrund des Entwicklungsstopps eines Medikamentenkandidaten wurde eine außerplanmäßige Abschreibung von immateriellen Vermögensgegenständen vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen ist mit Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen werden entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer nach der linearen Methode errechnet. Die angewandte Nutzungsdauer beträgt zwischen 1 und 14 Jahren. Außerplanmäßige Abschreibungen wurden nicht vorgenommen.

Das Finanzanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten bewertet, außerplanmäßige Abschreibungen waren nicht notwendig.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaffungskosten bis zu EUR 800,00 werden als Zugang erfasst und sofort in voller Höhe abgeschrieben.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet.

Die Bewertung der flüssigen Mittel erfolgt zum Nennwert.

Rechnungsabgrenzungsposten wurden für Anzahlungen bzw. Einzahlungen vor dem Abschlussstichtag gebildet, die für einem bestimmten Zeitraum in den nächsten Wirtschaftsjahren Aufwand bzw. Ertrag darstellen.

Das gezeichnete Kapital ist gemäß § 272 HGB mit dem Nennbetrag angesetzt.

Bei der Bemessung der Sonstigen Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken sowie ungewissen Verbindlichkeiten angemessen und ausreichend Rechnung getragen. Die Bewertung erfolgt mit dem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag.

Die Verbindlichkeiten sind grundsätzlich mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Grundlagen der Währungsumrechnung

Fremdwährungsposten werden zum Devisenkassamittelkurs zum Zeitpunkt der Zugangsbewertung umgerechnet. Die Folgebewertung der Vermögensgegenstände und Schulden in fremder Währung mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr erfolgt zum Abschlussstichtag unter Beachtung des Imparitätsprinzip, wonach Kursverluste aufwandswirksam und Kursgewinne nicht berücksichtigt werden.

(4) Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

bis zu einem Jahr

TEUR
von mehr als einem Jahr

TEUR
von mehr als fünf Jahren

TEUR
gesamt

TEUR
1. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 15.504,25 0,00 15.504,25
(Vorjahr) (0,00) (12.217,47) (0,00) (12.217,47)
2. Sonstige Vermögensgegenstände 3.636,45 162,39 69,87 3.868,71
(Vorjahr) (362,52) (162,39) (0,00) (524,91)
- davon aus Steuern (407,69) (0,00) (0,00) (407,69)
(Vorjahr) (161,23) (0,00) (0,00) (161,23)
3.636,45 15.666,64 69,87 19.372,96
(Vorjahr) (362,52) (12.379,86) (0,00) (12.742,38)

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stellen wie im Vorjahr vollumfänglich Darlehensforderungen dar.

Eigenkapital

Das Grundkapital beträgt wie im Vorjahr EUR 519.917,00. Es ist eingeteilt in 519.917 Stammaktien mit einem Wert von je EUR 1,00.

In die Kapitalrücklage wurden im Geschäftsjahr EUR 43.648.887,37 eingestellt.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten Aufwendungen für Klinische Studien TEUR 13.603, Rückstellungen für ausstehende Rechnungen TEUR 1.635 Personalaufwendungen TEUR 843 sowie Jahresabschluss- und Prüfungskosten von TEUR 46.

Verbindlichkeiten

bis zu einem Jahr

TEUR
von mehr als einem Jahr

TEUR
von mehr als fünf Jahren

TEUR
gesamt

TEUR
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.316,56 0,00 0,00 4.316,56
(Vorjahr) (3.464,50) (0,00) (0,00) (3.464,50)
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 18,64 0,00 0,00 18,64
(Vorjahr) (43,46) (0,00) (0,00) (43,46)
Sonstige Verbindlichkeiten 223,08 0,00 0,00 223,08
(Vorjahr) (181,55) (0,00) (0,00) (181,55)
- davon aus Steuern (139,70) (0,00) (0,00) (139,70)
(Vorjahr) (148,23) (0,00) (0,00) (148,23)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (37,67) (0,00) (0,00) (37,67)
(Vorjahr) (12,04) (0,00) (0,00) (12,04)
4.558,28 0,00 0,00 4.558,28
(Vorjahr) (3.689,51) (0,00) (0,00) (3.689,51)

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, stellen wie im Vorjahr vollumfänglich sonstige Verbindlichkeiten dar.

(5) Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von EUR 123.800,67 (Vorjahr: EUR 399.218,06) ausgewiesen.

In den Personalaufwendungen sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 2.868,48 EUR (Vj: 1.753,84 EUR) enthalten.

In den Abschreibungen sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von EUR 4.483.377,74 enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 571.956,43 (Vorjahr: EUR 4.836.573,64).

In den Zinsaufwendungen sind Zinsen an verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 772.630,18 (Vorjahr: EUR 534.075,77) enthalten.

(6) Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Nach Ablauf des Geschäftsjahres bestanden keine Haftungsverhältnisse.

Beteiligungen

Immunic Australia Pty Ltd
Firmensitz: Suite 7, Level 7, 330 Collins Street, Melbourne VIC 3000, Australia
Höhe der Anteile: 100%
Eigenkapital: 100,00 AUD
Jahresabschlussergebnis GJ 2022: -8.622.747 AUD

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2023 bestanden Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen, aus denen sich finanzielle Verpflichtungen von EUR 1.378.139,51 ergeben. Davon sind EUR 616.485,60 innerhalb eines Jahres fällig.

Anzahl der Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2023 wurden durchschnittlich 66 Arbeitnehmer, ohne Vorstandsmitglieder, beschäftigt. Davon waren 53 Arbeitnehmer im Bereich Forschung & Entwicklung und 13 Arbeitnehmer im Bereich Verwaltung tätig.

Organe der Gesellschaft

Als Vorstandsmitglieder sind bestellt:

- Herr Dr. Daniel Vitt (Chief Executive Officer / Vorstandsvorsitzender)

- Frau Dr. Hella Kohlhof (Chief Science Officer / Vorstand Wissenschaft)

- Herr Dr. Andreas Mühler (Chief Medical Officer / Vorstand Medizin)

Die Gesellschaft nimmt hinsichtlich der Angaben der Bezüge der Vorstandsmitglieder die Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch.

Als Aufsichtsratsmitglieder sind bestellt:

- Herr Dr. Jörg Neermann, Investment Manager (Aufsichtsratvorsitzender)

- Herr Vincent Ossipow, Investment Manager (bis 15. August 2023)

- Herr Roman Austermayer, Finance Manager

- Herr Werner Gladdines, Research Scientist (seit 16. August 2023)

Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten im Geschäftsjahr 2023 keine Vergütung.

Konzernzugehörigkeit

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Immunic Inc., New York (USA), einbezogen. Der Abschluss wird unter anderem bei der US-Amerikanischen SEC veröffentlicht.

Honorar des Abschlussprüfers

Das auf das Geschäftsjahr 2023 entfallende Honorar für den Abschlussprüfer beträgt TEUR 26,5 und entfällt vollständig für Abschlussprüfungsleistungen.

Nachtragsbericht

Im Laufe des Geschäftsjahres 2024 wurden von der Muttergesellschaft bis zum Aufstellungszeitpunkt Zuführungen in die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 58.499 geleistet.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Vorstand schlägt vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 76.735,2 auf neue Rechnung vorzutragen.

Gräfelfing, den 30. September 2024

Immunic AG, Gräfelfing

Der Vorstand

Erläuterungen zur Bilanz

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.01.2023

EUR
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
Stand 31.12.2023

EUR
--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbende Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 20.692.648,41 0,00 0,00 20.692.648,41
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 523.536,58 332.570,19 0,00 856.106,77
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 64,88 0,00 0,00 64,88
21.216.249,87 332.570,19 0,00 21.548.820,06
kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2023

EUR
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
Stand 31.12.2023

EUR
--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbende Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.264.941,85 5.726.449,30 0,00 9.991.391,15
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 331.780,97 106.844,39 0,00 438.625,36
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
4.596.722,82 5.833.293,69 0,00 10.430.016,51
Buchwerte
Buchwert 31.12.2023

EUR
Buchwert 31.12.2022

EUR
--- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbende Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.701.257,26 16.427.706,56
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 417.481,41 191.755,61
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 64,88 64,88
11.118.803,55 16.619.527,05

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Immunic AG, Gräfelfing

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Immunic AG - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Immunic AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben im Abschnitt „Finanzprognose und Unternehmensfortführung“ des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Immunic AG sich in einer angespannten Liquiditätssituation befindet und der Fortbestand der Gesellschaft von der nachhaltigen finanziellen Unterstützung durch die Muttergesellschaft (Immunic Inc.) abhängt. Derzeit verfügt die Muttergesellschaft aufgrund entsprechender Finanzierungszusagen ihrer Gesellschafter über ausreichend finanzielle Mittel, um die Immunic AG bis in das dritte Quartal 2025 hinein zu finanzieren. Sollte die Muttergesellschaft die zugesagten liquiden Mittel nicht erhalten, so könnte diese die Immunic AG nicht weiter finanzieren. Ohne die Zuführung externer liquider Mittel ab dem dritten Quartal 2025 ist der Fortbestand der Immunic AG jedoch stark gefährdet. Wie im Abschnitt „Finanzprognose und Unternehmensfortführung“ des Lageberichts dargestellt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

München, den 30. September 2024

**Baker Tilly GmbH & Co. KG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

(Düsseldorf)**

Weissinger, Wirtschaftsprüfer

Nitsche, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses 2023

In der Gesellschafterversammlung vom 14. Oktober 2024 wurde der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 festgestellt.