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HOFTEX GROUP Annual Report 2015

Jan 2, 2017

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Annual Report

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Publication

Duisburger Verkehrsgesellschaft Aktiengesellschaft

Duisburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015

Bilanz

Aktiva

Anhang Nr. 31.12.2015

31.12.2014

A. Anlagevermögen 1
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten 0,00 1.094,00
0,00 1.094,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8.856.782,11 11.420.843,86
2. Umspannungs- und Umformungsanlagen 630.094,00 740.496,00
3. Gleisanlagen, Streckenausrüstung und Sicherungsanlagen 28.228.990,00 26.049.692,00
4. Fahrzeuge für Personenverkehr 11.032.164,00 8.528.518,00
5. Maschinen und maschinelle Anlagen 170.916,00 161.600,00
6. Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.518.920,00 2.039.780,00
7. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 12.045.072,67 8.266.087,16
64.482.938,78 57.207.017,02
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 5.191.191,50 5.201.491,50
2. sonstige Ausleihungen 351.407,59 376.176,75
3. sonstige Finanzanlagen 150,00 150,00
5.542.749,09 5.577.818,25
70.025.687,87 62.785.929,27
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 6.538,51 10.382,20
6.538,51 10.382,20
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.096.978,96 2.620.013,82
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 58.946.638,08 57.105.975,74
3. sonstige Vermögensgegenstände 928.775,63 1.254.276,75
61.972.392,67 60.980.266,31
III. Wertpapiere
sonstige Wertpapiere 0,51 0,51
IV. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 508.064,84 963.881,48
62.486.996,53 61.954.530,50
C. Rechnungsabgrenzungsposten 11.878,69 710.817,80
132.524.563,09 125.451.277,57
Passiva
Anhang Nr. 31.12.2015

31.12.2014

A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 3 7.158.086,34 7.158.086,34
II. Kapitalrücklage 4 32.900.000,00 26.900.000,00
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage 715.808,63 715.808,63
2. andere Gewinnrücklagen 690.769,06 690.769,06
1.406.577,69 1.406.577,69
41.464.664,03 35.464.664,03
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 9.188.178,00 8.493.585,00
2. sonstige Rückstellungen 5 30.306.869,28 31.812.042,22
39.495.047,28 40.305.627,22
C. Verbindlichkeiten 6
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 35.872.517,20 38.535.642,01
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 6.084,38 6.084,37
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 480.058,02 779.163,16
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.442.940,09 1.390.069,05
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5.042.664,19 424.961,46
6. sonstige Verbindlichkeiten 8.475.089,19 8.345.598,84
51.319.353,07 49.481.518,89
D. Rechnungsabgrenzungsposten 245.498,71 199.467,43
132.524.563,09 125.451.277,57

Gewinn- und Verlustrechnung

Anhang Nr. 2015

2014

1. Umsatzerlöse 7 65.157.496,78 55.908.896,25
2. andere aktivierte Eigenleistungen 0,00 728,00
3. sonstige betriebliche Erträge 8 52.462.587,31 55.709.800,83
4. Materialaufwand 9
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren - 4.793.054,11 - 3.209.124,02
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen - 77.973.886,36 - 79.575.286,03
- 82.766.940,47 - 82.784.410,05
5. Personalaufwand 10
a) Löhne und Gehälter - 30.881.067,88 - 33.132.592,09
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung - 10.414.939,51 - 10.338.031,92
- 41.296.007,39 - 43.470.624,01
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen - 6.239.947,10 - 6.457.625,41
7. sonstige betriebliche Aufwendungen 11 - 19.763.181,54 - 18.116.438,42
8. Erträge aus Beteiligungen 72,00 72,00
9. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 21.481,59 35.285,24
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 12 1.529.090,35 1.795.040,61
11. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens - 496,20 0,00
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 12 - 3.321.961,99 - 3.028.642,16
13. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit - 34.217.806,66 - 40.407.917,12
14. außerordentliche Aufwendungen 13 - 2.432.695,62 0,00
15. sonstige Steuern - 220.475,60 - 271.662,66
16. Erträge aus Verlustübernahme - 36.870.977,88 - 40.679.579,78
17. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2015

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Duisburger Verkehrsgesellschaft Aktiengesellschaft (DVG) wird nach den maßgeblichen Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und den ergänzenden Bestimmungen des Aktiengesetzes (AktG) sowie nach der Verordnung über die Gliederung des Jahresabschlusses von Verkehrsunternehmen aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten erfasst und- sofern zulässig - planmäßig abgeschrieben.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen nach der linearen Abschreibungsmethode bewertet.

Den Abschreibungen liegen grundsätzlich die amtlichen AfA-Tabellen vom Bundesministerium der Finanzen zugrunde. Die Gesellschaft behält sich vor eine kürzere oder längere Nutzungsdauer für einzelne Vermögensgegenstände zu wählen, sofern dies den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) und dem tatsächlichen Wertverzehr entspricht. Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten werden linear abgeschrieben. Geringwertige Vermögensgegenstände werden im Zugangsjahr in einen Sammelposten eingestellt und linear über 5 Jahre abgeschrieben.

Die Gesellschaft setzt erhaltene Investitionszuschüsse gemäß der Stellungnahme des Hauptfachausschusses des IDW 1/1984 i. d. F. 1990 von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des bezuschussten Vermögensgegenstandes ab.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften sind zu Anschaffungskosten bilanziert.

Die sonstigen Ausleihungen, bei denen es sich um niedrig verzinsliche Darlehen handelt, sind mit dem Barwert ausgewiesen.

Die Vorräte sind zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzipes bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach der versicherungsmathematischen Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) gebildet. Für die Festlegung des Rechnungszinssatzes bzw. der zugrunde zu legenden Restlaufzeit der Verpflichtungen wird auf den pauschalen Ansatz gemäß § 253 Abs.2 Satz 2 HGB abgestellt. Als Rechnungszinsfuß werden 3,89 % (i. Vj. 4,54 %) und eine Leistungsdynamik von 2,00 % zu Grunde gelegt. Die Sterbetafeln von Prof. Heubeck 2005 G wurden angewendet.

Mittelbare Pensionsverpflichtungen nach Art. 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB wurden nicht passiviert.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken sowie der Höhe oder dem Zeitpunkt nach noch nicht feststehende Verbindlichkeiten.

Die Gesellschaft hat Aufwandsrückstellungen auf Grund des Ansatzwahlrechtes nach § 249 Abs. 2 HGB a. F. passiviert und das Wahlrecht nach Art. 67 Abs. 3 EGHGB wahrgenommen. Diese Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückbauverpflichtungen für stillgelegte Gleisanlagen.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Latente Steuern werden bei der Gesellschaft weder ausgewiesen noch erläutert, da die DVG Teil des ertragsteuerlichen Organkreises der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (DVV) ist. Entsprechende Erläuterungen zu den latenten Steuern erfolgen im Anhang der DVV.

Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2015

davon RLZ* > 1 Jahr

31.12.2014

davon RLZ* > 1 Jahr

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.096.978,96 554.676,59 2.620.013,82 495.044,41
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 58.946.638,08 0,00 57.105.975,74 0,00
Sonstige Vermögensgegenstände 928.775,63 0,00 1.254.276,75 0,00
61.972.392,67 554.676,59 60.980.266,31 495.044,41

* RLZ = Restlaufzeit

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich im Wesentlichen aus der Abrechnung des Schwerbehindertenausgleichs in Höhe von 1.050 T€ und dem Erhöhten Beförderungsentgelt mit 384 T€ zusammen. Außerdem beinhalten die Forderungen 150 T€ für erbrachte Leistungen gegenüber der Stadt Duisburg und 118 T€ aus dem geleisteten Auftragsverkehr des Streckenabschnitts der Linie 901 der Stadt Mülheim.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen weisen im Wesentlichen Ansprüche aus der Verlustübernahme von 34.891 T€ und aus einem Kassenkredit i. H. v. 23.963 T€ gegen die DVV aus. Dem stehen die Verrechnungen von gegenseitigen Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.442 T€ entgegen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen überwiegend Forderungen aus Fahrausweisen der Verkaufsstellen mit 379 T€ und Forderungen aus Schadenersatzansprüchen in Höhe von 456 T€.

3. Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital ist voll eingezahlt und aufgeteilt in 14.000 Namensaktien im Nennwert von 1.000,00 DM (511,29 €) je Aktie. Die DVV, mit der ein Beherrschungsvertrag mit Ergebnisabführungsvereinbarung besteht, ist mit 74,0 %, die Stadt Duisburg mit 25,8 %, der Kreis Wesel und die Stadt Dinslaken sind mit je 0,1 % am gezeichneten Kapital beteiligt.

4. Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage wurde durch eine Einzahlung der Stadt Duisburg in Höhe von 6.000 T€ für Reparaturen von Schienenfahrzeugen auf 32.900 T€ erhöht.

5. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen mit 11.136 T€ Verpflichtungen im Personalbereich einschließlich der Restrukturierung, mit 2.611 T€ den Bereich Service und Sicherheit, mit 1.378 T€ Aufwendungen für Reparaturen und Instandhaltung, mit 1.344 T€ Verpflichtungen aus dem Gleisrückbau und mit 2.563 T€ den Ausgleich für Übersteiger/fremdgenutzter Fahrausweise. Hinzu kommen Rückstellungen für die Verpflichtungen aus der Erstattung von Fahrgeldausfällen aus unentgeltlicher Beförderung schwerbehinderter Menschen gemäß § 148 SGB IX (Sozialgesetzbuch Neuntes Buch) in Höhe von 1.396 T€. Des Weiteren sind Aufwandsrückstellungen i. S. § 249 Abs.2 HGB a.F. in Höhe von 2.355 T€ enthalten.

6. Verbindlichkeiten

31.12.2015

< 1 Jahr

> 5 Jahre

31.12.2014

< 1 Jahr

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 35.872.517,20 2.940.577,20 17.017.997,60 38.535.642,01 2.862.352,92
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 6.084,38 6.084,38 0,00 6.084,37 6.084,37
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 480.058,02 480.058,02 0,00 779.163,16 779.163,16
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.442.940,09 1.442.940,09 0,00 1.390.069,05 1.390.069,05
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5.042.664,19 5.042.664,19 0,00 424.961,46 424.961,46
Sonstige Verbindlichkeiten 8.475.089,19 1.908.307,10 6.566.782,09 8.345.598,84 2.052.723,69
davon aus Steuern (319.471,66) (319.471,66) (0,00) (360.332,41) (360.332,41)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (11.533,64) (11.533,64) (0,00) (12.745,32) (12.745,32)
51.319.353,07 11.820.630,98 23.584.779,69 49.481.518,89 7.515.354,65

* RLZ = Restlaufzeit

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist das Darlehen der Landesbank Rheinland-Pfalz in Höhe von 6.100 T€ und das Darlehen der Bayern Landesbank München in Höhe von 21.741 T€ durch Bürgschaften der Stadt Duisburg gesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten überwiegend Liefer- und Leistungsverrechnungen. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten u. a. lang- und mittelfristige Darlehen der Rheinischen Zusatzversorgungskasse von 2.301 T€ und Zuschüsse des Bundes und des Landes auf unfertige Anlagen mit 4.843 T€.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

7. Umsatzerlöse

2015

% 2014

%
Einnahmen aus VRR 58.855.572,55 90,3 50.143.678,94 89,7
Einnahmen aus VGN 10.272,44 0,0 177.650,39 0,3
Sonstige Einnahmen 1.244.278,19 1,9 1.044.238,41 1,9
Verkehrseinnahmen gesamt 60.110.123,18 92,3 51.365.567,74 92,0
Sonstige Umsatzerlöse 5.047.373,60 7,7 4.543.328,51 8,0
Umsatzerlöse gesamt 65.157.496,78 100,0 55.908.896,25 100,0

Die Umsatzerlöse betreffen neben den kassentechnischen Einnahmen auch Abgeltungsleistungen für die Schülerbeförderung gemäß § 11 a ÖPNV NRW (Öffentlicher Personennahverkehr Nordrhein-Westfalen) und Ausgleichszahlungen nach §148 SGB IX sowie für die Deutsche Bahn AG und Übersteiger. In den Umsatzerlösen sind Erlöse aus Vorjahren in Höhe von 7.784 T€ (i. VJ. 724 T€) enthalten.

8. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Arbeiten für Fremde in Höhe von 39.978 T€ (i. Vj. 39.171 T€), wovon 39.909 T€ (i. Vj. 39.170 T€) auf die Personalüberlassung entfallen. Darüber hinaus sind in diesem Posten Erträge aus der Weiterbelastung von Dienstleistungen an Konzernunternehmen und die Via von 8.137 T€ (i. Vj. 8.401 T€) enthalten. Des Weiteren handelt es sich um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.245 T€ (i. Vj. 2.102 T€), abgerechnete Schadenersatzleistungen 1.046 T€ (i. Vj. 1.100 T€) und Provisionserträge auf Ausgleichsbeträge für Übersteiger 344 T€ (i. Vj. 437 T€). Es sind insgesamt periodenfremde Erträge in Höhe von 1.025 T€ (i. Vj. 96 T€) enthalten.

9. Materialaufwand

Der Materialaufwand beinhaltet in dem Posten Aufwendungen für bezogene Leistungen hauptsächlich Leistungen aus dem Verkehrs- und Infrastrukturnutzungsvertrag mit der Via im Bereich der Linienbündelrechnung in Höhe von 58.036 T€ (i. Vj. 57.074 T€) und Aufwendungen für die Linienfremdvergabe in Höhe von 12.160 T€ (i. Vj. 12.837 T€).

10. Personalaufwand

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 2015 2014
Beschäftigte 705 804
Auszubildende und Praktikanten 11 13
716 817

In obiger Tabelle sind die Teilzeitbeschäftigten entsprechend ihrer wöchentlichen Arbeitszeit auf Vollzeitbeschäftigte umgerechnet.

Die Aufwendungen für Altersversorgung betragen 4.657 T€ (i. Vj. 4.059 T€).

Die Mitgliedschaft der DVG im Abrechnungsverband I (umlagefinanziert) der Rheinischen Zusatzversorgungskasse (RZVK) ergibt sich aus der Anwendung des TV-N und der damit verbundenen Mitgliedschaft beim KAV-NW (Kommunaler Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen). Bei der Leistung, welche die RZVK erbringt, handelt es sich um eine Rente im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung. Der Umlagesatz für das Jahr 2014 beträgt unverändert 4,25 %. Die Summe der umlagepflichtigen Entgelte belief sich für das Geschäftsjahr 2014 auf 30.486 T€. Ein Fehlbetrag gemäß Artikel 28 EGHGB ist nicht ausgewiesen.

11. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten mit 8.840 T€ (i. Vj. 7.295 T€) den Aufwand aus Produktverrechnung und Konzernumlage. Der Unterhaltungsaufwand der Betriebsgebäude weist einen Betrag in Höhe von 4.650 T€ (i. Vj. 2.816 T€) aus. Außerdem sind freiwillige Sozialaufwendungen, in der Hauptsache Aufwendungen für das Firmenticket, in Höhe von 1.390 T€ (i. Vj. 1.434 T€) erfasst.

12. Zinsen

Von den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen entfallen 1.512 T€ (i. Vj. 1.535 T€) auf verbundene Unternehmen. Aus der Abzinsung der Rückstellungsbewertung sind 1 T€ (i. Vj. 255 T€) ausgewiesen.

Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen beinhalten 3 T€ (i. Vj. 18 T€) aus verbundenen Unternehmen. Aus der Aufzinsung der Rückstellungsbewertung ergibt sich eine Belastung von 1.722 T€ (i. Vj. 1.272 T€).

13. Außerordentliche Aufwendungen

Die außerordentlichen Aufwendungen in Höhe von 2.433 T€ setzen sich zusammen aus Personalaufwand für Restrukturierungen mit 589 T€ und außerplanmäßige Abschreibungen mit 1.844 T€.

Sonstige Angaben

1. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Das Bestellobligo aus bereits erteilten Aufträgen zum 31.12.2015 beträgt 69.097 T€, davon entfallen 558 T€ auf verbundene Unternehmen.

Aus Leasing-, Miet-, Wartungs- und sonstigen Dienstleistungsbezugsverträgen resultieren Verpflichtungen von 90.583 T€ (p. a. 87.263 T€). Für verbundene Unternehmen sind 21.535 T€ (p. a. 18.226 T€) enthalten.

2. Mitglieder des Aufsichtsrates

Herbert Mettler Ruheständler
Vorsitzender Ratsherr der Stadt Duisburg
Dieter Lieske Geschäftsführer der IG Metall
Stellv. Vorsitzender Duisburg / Dinslaken Ratsherr der Stadt Duisburg
Karl-Heinz Staniewski Freigestelltes Betriebsratsmitglied der
Stellv. Vorsitzender Duisburger Verkehrsgesellschaft AG
Heiko Blumenthal Persönlicher Referent des Oberbürgermeisters
ab 24.11.2015 der Stadt Duisburg
Jürgen Edel Assessor des Markscheidefaches Ratsherr der Stadt Duisburg
Mirze Edis Betriebsratsmitglied der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann Ratsherr der Stadt Duisburg
Georg Fromm Freigestelltes Betriebsratsmitglied der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG
Frank Heidenreich Selbstständiger Kaufmann, Heidenreich Personengesellschaft Ratsherr der Stadt Duisburg
Michael Hickmann Sachbearbeiter, Betriebsratsmitglied der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG
Sait Keles Unternehmensberater Ratsherr der Stadt Duisburg
Thomas Keuer Gewerkschaftssekretär, ver.di
Elmar Klein Ruheständler Ratsherr der Stadt Duisburg
Volker Rayen Stabsstellenleiter Zuwendungsmanagement der Via Verkehrsgesellschaft mbH, Betriebsratsmitglied der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG
Volker Richter Sachbearbeiter, Betriebsratsmitglied der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG
Michael Scharping Freigestelltes Betriebsratsmitglied der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG
Carsten Tum bis 23.11.2015 Beigeordneter der Stadt Duisburg

3. Gesamtbezüge nach Maßgabe von § 108 Abs. 1 Nr. 9 GO NRW

Den einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden für Ihre Tätigkeit im Berichtsjahr nach Maßgabe von § 108 Abs. 1 Nr. 9 GO NRW (Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen) folgende Gesamtbezüge im Sinne des § 285 Nr.9 HGB gewährt:

Mitglied Gesamtbezüge
Herbert Mettler EUR 10.400,00
Dieter Lieske EUR 7.900,00
Karl-Heinz Staniewski EUR 7.500,00
Jürgen Edel EUR 6.650,00
Mirze Edis EUR 6.650,00
Georg Fromm EUR 6.650,00
Frank Heidenreich EUR 6.650,00
Michael Hickmann EUR 6.650,00
Sait Keles EUR 6.650,00
Thomas Keuer EUR 5.000,00
Elmar Klein EUR 6.650,00
Volker Rayen EUR 6.650,00
Volker Richter EUR 6.650,00
Michael Scharping EUR 6.250,00
Carsten Tum EUR 6.095,84
Heiko Blumenthal EUR 554,16
Gesamt EUR 103.550,00

Eine Aufteilung nach Komponenten im Sinne des § 285 Nr. 9a Satz 5 HGB ist nicht erforderlich, da es sich jeweils um erfolgsunabhängige Komponenten handelt.

4. Mitglieder des Vorstandes

Vorsitzender
Direktor Marcus Oliver Wittig
Mitglied des Vorstandes (Finanzen)
Direktor David Karpathy
Mitglied des Vorstandes (Personal-/Sozialwesen)
Direktor Klaus-Peter Wandelenus
Mitglied des Vorstandes (Technik)

5. Angaben gemäß § 108 Abs. 1 Nr. 9 GO NRW für Vorstände

Den einzelnen Mitgliedern des Vorstandes wurden für ihre Tätigkeit im Berichtsjahr nach Maßgabe von § 108 Abs.1 Nr.9 GO NRW folgende Gesamtbezüge im Sinne des § 285 Nr.9 HGB gewährt:

Vorstandsmitglied Komponente Gesamtbezüge
Herr Wandelenus erfolgsabhängig 10.998,98 €
erfolgsunabhängig 70.492,07
Zuführung zur Pensionsrückstellung 218.183,00 €

6. Zusätzliche Angaben gemäß § 285 Ziffer 9 HGB

Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebener für das Geschäftsjahr 2015 betrugen 166 T€ (i. Vj. 163 T€). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber diesem Personenkreis wurden 1.077 T€ (i. Vj. 1.090 T€) zurückgestellt.

Die Bezüge der Vorstandsmitglieder Herr Wittig und Herr Karpathy werden bei der Muttergesellschaft DVV ausgewiesen.

7. Angaben gemäß § 285 Ziffer 17 HGB

Auf die Angabe des Honorars des Abschlussprüfers wird gemäß § 285 Nr. 17 HGB verzichtet. Die Angabe erfolgt im Konzernabschluss der DVV.

8. Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen

Mit nahestehenden Personen haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 folgende wesentliche Geschäfte bestanden:

Geschäftspartner Art des Geschäfts Wert des Geschäfts
Erbrachte Leistungen:
Via Verkehrsgesellschaft mbH Personalüberlassung 38.359.600 €
Via Verkehrsgesellschaft mbH Erbringung von Dienstleistungen 7.939.600 €
vectio Ges. f. Flottenmanagement u. Service mbH Personalüberlassung 456.300 €
Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH Personalüberlassung 838.800 €
Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH Produktverrechnung 126.300 €
Stadtwerke Duisburg AG Erbringung von Dienstleistungen 256.500 €
Stadtwerke Duisburg AG Personalüberlassung 139.800 €
octeo MULTISERVICES GmbH Gewerbliche Vermietung 120.000 €
Bezogene Leistungen:
Via Verkehrsgesellschaft mbH Bezug von Dienstleistungen 68.658.200 €
Via Verkehrsgesellschaft mbH Bezug von Fremdmaterial 6.882.700 €
Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH Produktverrechnung 8.794.100 €
Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH Bezug von Dienstleistungen 3.289.800 €
Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH Personalüberlassung 767.300 €
BVD BusVerkehr Duisburg GmbH Bezug von Dienstleistungen 4.585.300 €
octeo MULTISERVICES GmbH Bezug von Dienstleistungen 4.106.900 €
Stadtwerke Duisburg AG Strom/Wasser/Fernwärme 3.147.100 €
Stadtwerke Duisburg AG Bezug von Dienstleistungen 1.102.400 €
Stadtwerke Duisburg AG Personalüberlassung 344.400 €
Wirtschaftsbetriebe Duisburg AöR Bezug von Dienstleistungen 159.100 €

Die Bereitstellung von Liquidität erfolgt für die DVG über das konzernweite Cash-Pooling der DVV.

9. Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

Anteil am Kapital % Eigenkapital

Ergebnis 2014

Via Verkehrsgesellschaft mbH, Essen 34 15.186.798,45 110.186,52

Das festgestellte Jahresergebnisse 2015 lag noch nicht vor.

Die DVG ist von der Verpflichtung, einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht aufzustellen, nach § 291 Abs. 1 HGB befreit.

10. Mutterunternehmen

Mutterunternehmen der DVG ist die DVV. Der Jahresabschluss der DVG ist in den Konzernabschluss der DVV einbezogen. Der Konzernabschluss der DVV wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.

Der Verlust von 36.871 T€ (i. Vj. 40.680 T€) wird aufgrund des bestehenden Beherrschungsvertrages mit Ergebnisabführungsvereinbarung von der DVV übernommen.

Duisburg, 31.03.2016

**DUISBURGER VERKEHRSGESELLSCHAFT

Aktiengesellschaft**

Wittig

Karpathy

Wandelenus

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2015

EUR
Zugange

EUR
Abgange

EUR
Umbuchungen/ Umgliederungen

EUR
Stand 31.12.2015

EUR
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I. Immaterielle Vermögensgegenstande
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.035.896,58 - - - 1.035.896,58
Immaterielle Vermögensgegenstände gesamt 1.035.896,58 - - - 1.035.896,58
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstucken 27.918.065,20 - 162.040,33 - 27.756.024,87
2. Umspannungs- und Umformungsanlagen * 3.601.373,48 - - - 3.601.373,48
3. Gleisanlagen, Streckenausrüstung und Sicherungsanlagen * 61.274.384,18 2.398.609,55 - 2.018.919,85 65.691.913,58
4. Fahrzeuge für Personenverkehr 95.870.588,10 4.537.602,40 - 469.998,74 100.878.189,24
5. Maschinen und maschinelle Anlagen 1.399.276,96 41.000,24 - - 1.440.277,20
6. Betriebs- und Geschäftsausstattung 18.379.095,89 1.099.770,33 259.796,09 1.117.834,86 20.336.904,99
7. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.266.087,16 7.385.738,96 - - 3.606.753,45 12.045.072,67
Sachanlagen gesamt 216.708.870,97 15.462.721,48 421.836,42 - 0,00 231.749.756,03
Summe I und II 217.744.767,55 15.462.721,48 421.836,42 - 0,00 232.785.652,61
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen - 0,00 - - - - 0,00
2. Beteiligungen 5.201.491,50 - 10.300,00 - 5.191.191,50
3. Sonstige Ausleihungen 503.329,05 18.900,00 56.162,02 - 466.067,03
4. Sonstige FA/Genossenschaften 150,00 - - - 150,00
Finanzanlagen gesamt 5.704.970,55 18.900,00 66.462,02 - 5.657.408,53
Anlagevermögen gesamt 223.449.738,10 15.481.621,48 488.298,44 - 0,00 238.443.061,14
Abschreibungen
Stand 01.01.2015

EUR
Zugange

EUR
Abgange

EUR
Umbuchungen/ Umgliederungen

EUR
Stand 31.12.2015

EUR
--- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstande
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.034.802,58 1.094,00 - - 1.035.896,58
Immaterielle Vermögensgegenstände gesamt 1.034.802,58 1.094,00 - - 1.035.896,58
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstucken 16.497.221,34 2.460.020,75 57.999,33 - 18.899.242,76
2. Umspannungs- und Umformungsanlagen * 2.860.877,48 110.402,00 - - 2.971.279,48
3. Gleisanlagen, Streckenausrüstung und Sicherungsanlagen * 35.224.692,18 2.238.231,40 - - 37.462.923,58
4. Fahrzeuge für Personenverkehr 87.342.070,10 2.503.955,14 - - 89.846.025,24
5. Maschinen und maschinelle Anlagen 1.237.676,96 31.684,24 - - 1.269.361,20
6. Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.339.315,89 738.465,19 259.796,09 - 16.817.984,99
7. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - -
Sachanlagen gesamt 159.501.853,95 8.082.758,72 317.795,42 - 167.266.817,25
Summe I und II 160.536.656,53 8.083.852,72 317.795,42 - 168.302.713,83
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen - - - - -
2. Beteiligungen - - - - -
3. Sonstige Ausleihungen 127.152,30 496,20 12.989,06 - 114.659,44
4. Sonstige FA/Genossenschaften - - - - -
Finanzanlagen gesamt 127.152,30 496,20 12.989,06 - 114.659,44
Anlagevermögen gesamt 160.663.808,83 8.084.348,92 330.784,48 - 168.417.373,27
Buchwerte
Stand 31.12.2015

EUR
Stand 31.12.2014

EUR
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I. Immaterielle Vermögensgegenstande
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten - 1.094,00
Immaterielle Vermögensgegenstände gesamt - 1.094,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstucken 8.856.782,11 11.420.843,86
2. Umspannungs- und Umformungsanlagen * 630.094,00 740.496,00
3. Gleisanlagen, Streckenausrüstung und Sicherungsanlagen * 28.228.990,00 26.049.692,00
4. Fahrzeuge für Personenverkehr 11.032.164,00 8.528.518,00
5. Maschinen und maschinelle Anlagen 170.916,00 161.600,00
6. Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.518.920,00 2.039.780,00
7. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 12.045.072,67 8.266.087,16
Sachanlagen gesamt 64.482.938,78 57.207.017,02
Summe I und II 64.482.938,78 57.208.111,02
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen - 0,00 - 0,00
2. Beteiligungen 5.191.191,50 5.201.491,50
3. Sonstige Ausleihungen 351.407,59 376.176,75
4. Sonstige FA/Genossenschaften 150,00 150,00
Finanzanlagen gesamt 5.542.749,09 5.577.818,25
Anlagevermögen gesamt 70.025.687,87 62.785.929,27

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015

1. Wirtschaftsbericht

1.1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

1.1.1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2015 solide um real 1,7 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Gegenwärtig überwiegen nach wie vor die Auftriebskräfte, obwohl aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld nicht nur positive Signale kommen. Die Industrieproduktion hat im November 2015 einen Dämpfer erfahren, doch die zuletzt gemeldeten Auftragseingänge stimmen zuversichtlich. Auch das Geschäftsklima in der Industrie hat sich jüngst weiter stabilisiert. Die Geschäftserwartungen haben sich im Januar den vierten Monat in Folge verbessert. Eine zentrale Rolle für die robuste Binnenkonjunktur spielt nach wie vor die günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt. Eng damit verbunden ist der Anstieg der Kaufkraft der privaten Haushalte. Konjunkturell stützend wirken weiterhin der deutliche Ölpreisrückgang, die niedrigen Zinsen und der für die Exportwirtschaft günstige Wechselkurs des Euro. Alles zusammengenommen dürfte die Wirtschaftsleistung in Deutschland auch im Schlussquartal ausgeweitet worden sein.

Der private Konsum bleibt Tragpfeiler der Konjunktur. Zunehmende Beschäftigung und reale Einkommenserhöhungen sind auch im Schlussquartal 2015 zu beobachten gewesen. Die Umsätze im Einzelhandel ohne Kraftfahrzeuge haben sich in den bisher vorliegenden Monaten jedoch nur schwach entwickelt. Die Aussichten für den privaten Konsum bleiben angesichts moderater Preisniveausteigerungen und einer dynamischen Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung nach wie vor positiv.

Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt hält im Jahr 2015 angesichts des soliden wirtschaftlichen Aufschwungs an. Die Erwerbstätigkeit steigt erneut kräftig um 324.000 auf jahresdurchschnittlich 43,0 Millionen Personen. Die Arbeitslosigkeit geht um 104.000 auf 2,795 Millionen Personen zurück. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,3 Prozentpunkte auf 6,4 %. Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat weiterhin spürbar zugenommen. Alles spricht für eine Fortsetzung der positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt.1

Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zeigt zum 31.12.2015 eine Arbeitslosenquote für Nordrhein-Westfalen in Höhe von 8,4 % und damit im Vergleich zum Vorjahr (8,7 %) eine positive Entwicklung. Die Arbeitslosenquote der Stadt Duisburg zeigt einen gegenläufigen Trend und steigt um 0,6 Prozentpunkte auf 14,4 % im Vergleich zum Vorjahr (13,8 %).

Die Wirtschaft am Niederrhein zeigt sich nach wie vor ausgesprochen robust. Gründe hierfür finden sich in der anhaltenden Konsumfreude der Verbraucher sowie der konjunkturellen Erholung im Euroraum. Einzig der Handel korrigiert seine Erwartungen etwas nach unten. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Niederrheinischen IHK hervor, an der sich rund 320 Betriebe mit insgesamt mehr als 50.000 Beschäftigten beteiligt haben.

Im Ruhrgebiet bewerten neun von zehn Unternehmen die aktuelle Geschäftslage mit gut oder zumindest befriedigend. Gegenüber der Umfrage zu Jahresbeginn gab es keine gravierenden Abweichungen. Es gibt keine Anzeichen, dass die Ruhrwirtschaft ins Stocken gerät, aber auch kein Signal für einen Aufschwung. An der Umfrage haben sich rund 950 Unternehmen mit mehr als 140.000 Beschäftigten beteiligt.2

1 Quelle: BMWi, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht Februar 2016

2 Quelle: Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg Wesel Kleve zu Duisburg, November 2015

1.1.2. Branchenentwicklung

Die Entwicklung des öffentlichen Personenverkehrs in Deutschland ist leicht negativ. Die Zahl der beförderten Personen ist in den ersten drei Quartalen des Berichtsjahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gemäß den Angaben des Statistischen Bundesamtes um ca. 1,5 % gesunken. Hierbei sind die beförderten Personen im Liniennahverkehr mit Eisenbahnen, Straßenbahnen und Omnibussen berücksichtigt. Die Entwicklung in Nordrhein-Westfalen ist gegenläufig und weist einen leichten Anstieg von ca. 1,0 % (15.855) aus.

Die Fahrtenentwicklung im VRR zeigt für die Monate Januar bis einschließlich September 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Rückgang von ca. 0,2 %, was rd. 1,488 Mio. Fahrten entspricht. Die Entwicklung der Duisburger Verkehrsgesellschaft Aktiengesellschaft (kurz: DVG) zeigt nahezu keine Veränderung zum Vorjahreszeitraum (rd. +60 T Fahrten; +0,1 %).

Die Beförderungsleistung in Deutschland ist - bezogen auf die ersten drei Quartale der Jahre 2015 und 2014 - insgesamt um 2,4 Mio. Personenkilometer (-3,1 %) gesunken. Der Liniennahverkehr mit Eisenbahnen verzeichnet mit 1,1 Mio. Personenkilometer (-2,8 %) den größten Rückgang, während man beim Linienverkehr mit Straßenbahnen (-84.137; -0,7 %) und im Omnibusverkehr (-164.310; -0,7 %) von Stagnation sprechen kann.

Die Abonnentenzahlen (ohne SemesterTicket) im VRR entwickeln sich in den ersten drei Quartalen 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum negativ (-2,1 %). Auch die DVG kann eine vergleichbare Entwicklung bei einer absoluten Verringerung der Abo-Tickets von 11.327 (-2,5 %) verzeichnen.

1.2. Absatz

Fahrgäste

Die Zahl der Fahrgäste bei der DVG entwickelt sich in 2015 gegenüber 2014 rückläufig. Lag die Zahl der Fahrgäste in 2014 noch bei 63,290 Mio., nutzen in 2015 61,574 Mio. Fahrgäste das Angebot der DVG. Das sind insgesamt 1,716 Mio. Personen oder 2,7 % weniger. Dabei ist im Linienverkehr ein leichter Anstieg zu verzeichnen, während sich der Anteil der beförderten Schwerbehinderten rückläufig entwickelt.

Die prognostizierten Fahrgastzahlen 2015 lagen bei 62,4 Mio., für 2016 erwartet die DVG Fahrgastzahlen von 62,1 Mio.

Der Anteil der beförderten Schwerbehinderten wird statistisch durch Zählungen als Vomhundertsatz an der Gesamtzahl aller Fahrgäste ermittelt. Für 2015 wird der vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales (MAIS) pauschal festgesetzten Landessatz von 3,86 angesetzt. In 2014 wurde ein unternehmensindividueller Erstattungssatz von 6,89 % angesetzt.

Die Zahl der Fahrgäste im Barverkehr beträgt im Berichtsjahr 2015 4.696.833 (i. Vj. 4.828.315). Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 131.482 Fahrgästen oder 2,7 %. Im Zeitkartenverkehr beträgt 2015 die Zahl der Fahrgäste 53.765.021 (i. Vj. 53.538.209). Damit ergibt sich im Vergleich zu 2014 einen Anstieg um 226.812 Fahrgäste oder 0,4 %. Die Monatskarten im Abonnement verzeichnen eine Verringerung von 3,8 % oder 488.347 Fahrgästen auf 12.230.496 Fahrgäste.

Die dem Fahrgast angebotenen Betriebsleistungen der DVG betragen in 2015 13,6 Mio. Nutzkilometer (2014: 13,7 Mio.) sowie 1.568,6 Mio. Platzkilometer (2014: 1.596,6 Mio.). Die für 2015 prognostizierten Nutzkilometer konnte erreicht werden. Die mit 1.578,7 Mio. in 2015 erwartete Platzkilometerleistung wurde unterschritten. Die geplanten Betriebsleistungen betragen in 2016 bei den Nutzkilometern 13,8 Mio. und bei den Platzkilometern 1.621,9 Mio.

1.3. Investitionen

Die aus den operativen Investitionsaktivitäten der DVG resultierenden Anlagenzugänge in das immaterielle Anlagevermögen und in die Sachanlagen belaufen sich im Berichtsjahr brutto auf 15,691 Mio. €. Dies entspricht einer Erhöhung gegenüber dem Vorjahr von 11,506 Mio. €. Abzüglich der verrechneten Investitionszuschüsse von 0,228 Mio. € ergeben sich Netto-Anlagenzugänge in Höhe von 15,463 Mio. €.

Nach Investitionsbereichen gegliedert liegt der Schwerpunkt der Brutto-Investitionen in der Ertüchtigung der Schienenfahrzeuge (5,903 Mio. €) sowie in der Beschaffung neuer Busse (3,885 Mio. €). Die Baumaßnahmen „Linie 901, Vinckekanal" (1,442 Mio. €) und „Linie 903 Süd, Wanheimer Str." (1,090 Mio. €) dominieren im Gleis- und Fahrleitungsbau. Im Bereich der Streckenausrüstungs- sowie -sicherungsanlagen wird 1,043 Mio. € in das Vorhaben „ITCS Leitstelle und Digitalfunk" investiert. Die Investitionsvorhaben „Fahrausweisdrucker" sowie „Fahrausweisautomaten" prägen mit einem Volumen von 1,087 Mio. € den Bereich Betriebstechnische Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Investitionsverpflichtung aus Obligo bestand zum Stichtag in Höhe von ca. 1,298 Mio. €.

Die Zugänge bei den Finanzanlagen belaufen sich auf 0,019 Mio. €.

Die Abschreibungen in Höhe von 8,084 Mio. € entfallen mit 6,240 Mio. € auf planmäßige Abschreibungen sowie mit 1,844 Mio. € auf (im außerordentlichen Ergebnis ausgewiesene) außerplanmäßige Abschreibungen auf den Campus Mülheimer Straße.

1.4. Finanzierung

Die Finanzierung der Investitionen des abgelaufenen Geschäftsjahres erfolgt durch Eigen- und Fremdmittel sowie Abschreibungen und die Verlustübernahme durch die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (kurz: DVV). Darüber hinaus ist eine Einzahlung der Stadt Duisburg in die Kapitalrücklage für die Reparatur von Schienenfahrzeugen erfolgt.

Zwischen der DVG und der DVV besteht eine Cash-Pooling Vereinbarung. Die DVG führt Zahlungsmittelüberschüsse an die DVV ab. Auf der Gegenseite stellt die DVV der DVG liquide Mittel zwecks Regulierung ihrer kurzfristigen finanziellen Verpflichtungen zur Verfügung. Die Zahlungsmittel werden zwischen den Gesellschaften marktüblich verzinst.

Langfristige Finanzierungen werden von der DVG in eigenem Namen aufgenommen.

1.5. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die DVG beschäftigt am 31.12.2015 einschließlich Auszubildender, Praktikanten und befristet Beschäftigter insgesamt 790 Mitarbeiter, 59 Beschäftigte weniger als am 31.12.2014. Bei den Angaben sind Teilzeitbeschäftigte nicht anteilig umgerechnet.

1.6. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a Abs. 2 Nr. 4 HGB

Mit den gesetzlichen Regelungen zur Geschlechterquote und zu den verbindlichen Zielgrößen soll mittelfristig eine signifikante Verbesserung des Frauenanteils an Führungspositionen der Wirtschaft erreicht werden, die letztlich zu einer Geschlechterparität führen soll.

Die von den Festlegungen der Geschäftsführung betroffenen beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung sind nicht nach betriebswirtschaftlichen Lehren (Top-Management, Middle-Management und Low-Management) zu definieren, sondern meinen die tatsächlich im konkreten Unternehmen eingerichteten Hierarchieebenen unterhalb der Geschäftsführung.

Eine Mindestzielgröße ist nicht vorgesehen. Vielmehr können die Unternehmen sich die Zielvorgaben selbst setzen und sich dabei an ihren Unternehmensstrukturen ausrichten. Für die Festlegung der Zielgrößen und Fristen werden dem Gesellschafter und der Geschäftsführung jedoch folgende Vorgaben gemacht:

Liegt der Frauenanteil in einer Organ- bzw. Führungsebene bei Festlegung der Zielgrößen unter 30 Prozent, so dürfen die jeweils festzusetzenden Zielgrößen nicht hinter dem tatsächlichen Status Quo zurückbleiben.
Liegt der Frauenanteil in einer Führungsebene bereits bei 30 Prozent oder mehr, darf die festzulegende Zielgröße für die entsprechende Führungsebene den erreichten Wert wieder unterschreiten.

Die Festlegung von Zielgrößen hat nach Inkrafttreten des Gesetzes zu erfolgen. Erstmals mussten die Zielgrößen bis zum 30. September 2015 festgelegt werden.

In der DVG wurden gemäß § 111 Abs. 5 Satz 1 und § 76 AktG folgende Zielgrößen für einen Frauenanteil festgelegt:

Aufsichtsrat 0,0 %
Vorstand 0,0 %
Nachgelagerte Ebene 1 25,0 %
Nachgelagerte Ebene 2 0,0 %
Die Zielgrößen sind bis zum 30. Juni 2017 festgeschrieben. Die Zielgrößen wurden im Berichtsjahr 2015 erreicht.

2. Lage

Die DVG ist ein Unternehmen im Konzernverbund der DVV. Sie erbringt auf Basis des Nahverkehrsplanes für die Stadt Duisburg die Verkehrsleistungen für Duisburg und bedient gleichzeitig Teilstrecken in den Nachbarkommunen.

Die DVG hat sich mit der Essener Verkehrs-AG (kurz: EVAG) und der Mülheimer VerkehrsGesellschaft mbH (kurz: MVG) zur Kooperationsgesellschaft Via Verkehrsgesellschaft mbH (kurz: Via) zusammengeschlossen. Grundsätzlich fallen in Via alle mit dem Erbringen der operativen Verkehrsleistung im Zusammenhang stehenden Aufwendungen an. Mit diesen Aufwendungen wird die DVG zum einen über die Linienbündelrechnung und zum anderen über gesonderte Rechnungen im Zusammenhang mit der Abrechnung von Sondermaßnahmen für die Stadt Duisburg belastet. Die Einbeziehung des Personalaufwandes der DVG in Via erfolgt nach Maßgabe der Verrechnungssystematik des Personaleinsatz- und Verrechnungsvertrages. Zudem stellt die DVG Via zur Erbringung der operativen Verkehrsleistung die notwendige Infrastruktur sowie die Linienfahrzeuge unentgeltlich bei. Die daraus resultierenden Kapitalkosten verbleiben bei der DVG. Die Einnahmeverantwortung und damit die Verkehrserträge verbleiben bei der DVG.

Nachfolgend wird über die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren für die DVG berichtet. Die bedeutsamsten Leistungsindikatoren für die DVG sind die Gesamtleistung sowie der kommunale Deckungsbeitrag, der dem handelsrechtlichen Jahresfehlbetrag entspricht. Gesamtleistung und kommunaler Deckungsbeitrag werden zur internen Steuerung des Unternehmens herangezogen. Neben diesen finanziellen Leistungsindikatoren haben die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren Nutz- und Platzkilometerleistung sowie die Anzahl der Fahrgäste hohen Anteil am Erfolg der DVG. Die Entwicklung der Leistungsindikatoren wird in den Absätzen 1.2 Absatz sowie 2.1 Ertragslage dargestellt.

2.1. Ertragslage

Einnahmen

Nach Verkehrseinnahmen von 51,366 Mio. € in 2014 erzielt die DVG in 2015 Verkehrseinnahmen von 60,110 Mio. €. Das ist ein Anstieg von 8,744 Mio. €.

Insgesamt nehmen die VRR-Verkehrseinnahmen im Vergleich zu 2014 um 8,712 Mio. € zu und betragen in 2015 58,856 Mio. €. Im Ergebnis sind Einnahmen aus Bar- und Zeitkartenverkehr von insgesamt 51,287 Mio. EUR vereinnahmt worden. Dies entspricht einer Verbesserung von 1,379 Mio. €. Auf das Sozialticket entfallen 2015 3,155 Mio. € (im Vorjahr 2,618 Mio. €) der Einnahmen. Die positive Entwicklung der Verkehrseinnahmen ist nicht nur auf die steigende Zahl der Fahrgäste im Linienverkehr zurückzuführen, sondern auch auf die zum 1. Januar 2015 erfolgte allgemeine Tarifanpassung um durchschnittlich 3,8 % durch die VRR AöR (Verkehrsverbund Rhein Ruhr AöR).

Die Verkehrseinnahmen im Bereich der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN) gehen in 2015 um 0,167 Mio. € auf 0,010 Mio. € zurück. In 2014 wurden insgesamt höhere Ausgleichszahlungen für Übersteiger erfasst. Die sonstigen Verkehrseinnahmen der DVG steigen in 2015 um 0,200 Mio. € auf 1,244 Mio. €. Dabei machen die Einnahmen für das Erhöhte Beförderungsentgelt 1,214 Mio. € aus, nach 0,990 Mio. € in 2014.

Erstattungs- und Ausgleichsbeträge

Die Summe der Abgeltungszahlungen liegt mit 7,301 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert von 0,143 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2015 ist bei den Abgeltungszahlungen für Schwerbehinderten- und Schülerbeförderung inklusive der Berücksichtigung von Nachzahlungen für Vorjahre und Rückstellungen eine Zunahme um 0,830 Mio. € auf 3,810 Mio. € zu verzeichnen. Die Abgeltungszahlungen für die Deutsche Bahn und Übersteiger fallen mit 1,320 Mio. € in 2015, inklusive Nachzahlungen für Vorjahre und Rückstellungen, um 6,150 Mio. € besser aus als in 2014. In 2014 musste die DVG für diese Abgeltungszahlungen noch -4,830 Mio. € aufbringen. Das Jahr 2015 wird vor allem durch den VRR-Bescheid im Zusammenhang mit der Einnahmeaufteilung 2012 bis 2014 über 5,552 Mio. € positiv beeinflusst. Als Anreizfinanzierung für das Angebot des rabattierten Sozialtickets stellt das Land Nordrhein-Westfalen für die Verkehrsunternehmen Zuschussmittel bereit. Die Ausgleichszahlung für das Sozialticket liegt in 2015 bei 1,812 Mio. €, ebenfalls unter Berücksichtigung der Nachzahlungen für Vorjahre. 2014 betrug die Ausgleichszahlung für das Sozialticket 1,611 Mio. €.

Sonstige Umsatzerlöse

Die Position sonstige Umsatzerlöse umfasst Erlöse aus Hilfsgeschäften und Gleisnutzung, Reklameerlösen und Auftragsverkehr Mülheim. Den Hilfsgeschäftserträgen, der Abrechnung Stadtbahn und dem Auftragsverkehr Mülheim stehen entsprechende Aufwendungen in den Bereichen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Fremdleistungen gegenüber. Die sonstigen Umsatzerlöse erhöhen sich von 4,543 Mio. € in 2014 auf 5,047 Mio. € in 2015. In 2015 abgerechnete Sondermaßnahmen für die Instandhaltung Stadtbahn führen zu der positiven Entwicklung von 2014 nach 2015.

Sonstige betriebliche Erträge

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um 3,247 Mio. € (-5,8 %) auf 52,463 Mio. € geht unter anderem darauf zurück, dass 2015 weniger Erträge aus der Auflösung nicht mehr benötigter Rückstellungen sowie geringere Erträge aus Zuschüssen und Schadenersatzansprüchen zu vereinnahmen sind. In 2015 liegen zudem die Erträge aus der Verrechnung von Leistungsscheinen zwischen DVG und Via unter dem Vorjahresniveau (2015: 7,940 Mio. €, 2014: 8,203 Mio. €). Diesen Erträgen stehen jedoch entsprechende Aufwendungen gegenüber. Seit der Ingangsetzung von Via-SAP erfolgt die Verrechnung des Personals von DVG an Via. Die Verrechnungssätze werden jährlich fortgeschrieben. Aus diesem Grund kommt es zu einem Anstieg der daraus resultierenden Erträge (38,292 Mio. €, im Vorjahr 37,599 Mio. €).

Materialaufwand

Der Materialaufwand umfasst Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für Fremdleistungen. Er verändert sich in 2015 geringfügig um 0,017 Mio. € und beträgt 82,767 Mio. €. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe belaufen sich auf 4,793 Mio. €. Dabei entfallen 3,190 Mio. € auf den Energiebezug, insbesondere für Fahrstrom. In 2015 fallen Sondermaßnahmen für die Stadt Duisburg in Höhe von 1,236 Mio. € bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen an. Dabei geht es in der Hauptsache um die Lieferung von Ticketautomaten und Gleisbaumaterial. In 2014 waren für die Sondermaßnahmen hauptsächlich Fremdleistungen erforderlich. Für Fremdleistungen werden im Berichtsjahr 77,974 Mio. € aufgewendet, das sind 1,601 Mio. € oder 2,0 % weniger als im Jahr 2014. Mehraufwendungen entstehen für die Fremdleistungen aus dem Linienbündel von Via. Nach 57,074 Mio. € in 2014 fallen in 2015 58,036 Mio. € an. Die bereits erwähnten höheren Verrechnungssätze aus dem Personaleinsatz- und Verrechnungsvertrag zwischen DVG und Via führen zu dem Anstieg von 2014 nach 2015. Der Aufwand aus der Rückstellungszuführung für die Gewerbesteuerforderung von Via kann durch geringere Aufwendungen für die Instandhaltung von Fahrzeugen kompensiert werden. Die Aufwendungen für die Linienfremdvergabe haben sich von 2014 nach 2015 vermindert. Sie liegen bei 12,160 Mio. € (-5,3 %).

Personalaufwand

Die Aufwendungen für Löhne, Gehälter und Entgelte sowie die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung vermindern sich im Vergleich zu 2014 und betragen 41,885 Mio. €. Damit ist gegenüber 2014 eine Verbesserung von 1,586 Mio. € zu verzeichnen. Die Entwicklung resultiert auch aus dem Ergebnisstabilisierungsprogramm „RePower". In 2014 gab es eine Rückstellungszuführung für Altersteilzeit inklusive vorzeitige Freistellungen von 3,251 Mio. €. In 2015 beträgt die Rückstellungszuführung 0,829 Mio. €. In 2015 hat die DVG im Durchschnitt 716 Mitarbeiter (Beschäftigte, Auszubildende und Praktikanten), nach 817 Mitarbeitern in 2014. Dabei werden die Teilzeitbeschäftigten entsprechend ihrer wöchentlichen Arbeitszeit auf Vollzeitbeschäftigte umgerechnet.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in 2015 bei einem Volumen von 19,763 Mio. €. Der Vorjahreswert von 18,117 Mio. €. wird damit um 1,646 Mio. € oder 9,1 % überschritten. Höhere Aufwendungen für die Instandhaltung von Liegenschaften sind die Hauptursachen der Abweichung gegenüber 2014.

Gesamtleistung und Rohergebnis

Die Gesamtleistung der DVG nimmt in 2015 um 6,000 Mio. € oder 5,4 % auf 117,620 Mio. € zu. Abgeschlossen wurde 2014 mit einer Gesamtleistung von 111,620 Mio. €. Die für 2015 geplante Gesamtleistung liegt bei 117,356 Mio. €, 0,264 Mio. € niedriger als das Ist 2015. Die Prognose für 2015 von 116,665 Mio. € wird nicht erreicht. Der Plan für 2016 beträgt 116,209 Mio. €. Beim Rohergebnis (Gesamtleistung vermindert um Materialaufwand) ist eine Verbesserung von 28,836 Mio. € in 2014 auf 34,853 Mio. € in 2015 zu verzeichnen.

Betriebsergebnis

Das Betriebsergebnis ist im Vergleich der Jahre 2014 zu 2015 um 6,764 Mio. € besser. Es beträgt -32,446 Mio. €, nach -39,210 Mio. € in 2014.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis liegt bei -1,772 Mio. €. Es verschlechtert sich gegenüber 2014. Auslöser für die Verschlechterung sind höhere Aufzinsungseffekte bei Rückstellungen nach BilMoG. Gegenüber dem Vorjahr mit -1,198 Mio. € ist das Finanzergebnis um 0,574 Mio. € schlechter.

Außerordentliches Ergebnis

Im Außerordentlichen Ergebnis fallen in 2015 außerordentliche Aufwendungen für Restrukturierungsrückstellungen und Sonderabschreibungen an. Es gibt die Zuführung zu einer Restrukturierungsrückstellung von 0,589 Mio. € im Rahmen des vereinbarten Interessensausgleichs. Die Betroffenheit ergibt sich über die vectio-Mitarbeiter. Daneben kommt es zu außerplanmäßigen Abschreibungen von 1,844 Mio. € für den Campus Mülheimer Straße.

Jahresfehlbetrag (Kommunaler Deckungsbeitrag)

Das Jahresergebnis weist für 2015 einen Verlust von 36,871 Mio. € nach 40,680 Mio. € in 2014 (Prognose 2015 -39,671 Mio. €). Das Gesamtergebnis der DVG ist damit um 3,809 Mio. € oder 9,4 % besser. Die im Ist 2015 unter dem Plan liegenden Aufwendungen für Fremdleistungen und Personalaufwendungen sowie die überplanmäßigen Verkehrseinnahmen führen zu dem guten Ergebnis. Das für 2015 angestrebte Jahresergebnis von -43,549 Mio. € wird somit übertroffen. Der Geschäftsverlauf hat die Erwartungen erfüllt. Für 2016 wird mit einem Jahresfehlbetrag von 41,522 Mio. € gerechnet.

2.2. Vermögenslage

In der nachstehenden Übersicht sind die Bilanzzahlen gruppenweise zusammengefasst:

Bilanzstruktur

Aktiva

31.12.2015

Mio. €
% 31.12.2014

Mio. €
%
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 0,000 0,0 0,001 0,0
Sachanlagevermögen 64,483 48,7 57,207 45,6
Finanzanlagen 5,543 4,2 5,578 4,4
70,026 52,9 62,786 50,0
Umlaufvermögen
Vorräte 0,006 0,0 0,010 0,0
Forderungen 61,973 46,7 60,980 48,6
Flüssige Mittel 0,508 0,4 0,964 0,8
62,487 47,1 61,954 49,4
Rechnungsabgrenzungsposten 0,012 0,0 0,711 0,6
Betriebsvermögen 132,525 100,0 125,451 100,0
Passiva
Eigenkapital 41,465 31,3 35,465 28,3
Langfristiges Fremdkapital
Rückstellungen 18,705 14,1 24,493 19,5
Verbindlichkeiten 42,818 32,3 45,179 36,0
61,523 46,4 69,672 55,5
Kurzfristiges Fremdkapital
Rückstellungen 20,790 15,7 15,813 12,6
Verbindlichkeiten 8,502 6,4 4,302 3,6
Rechnungsabgrenzungsposten 0,245 0,2 0,199 0,2
29,537 22,3 20,314 16,2
Betriebskapital 132,525 100,0 125,451 100,0

Die Bilanzsumme erhöht sich im Berichtsjahr von 125,451 Mio. € um 7,074 Mio € oder 5,6 % auf 132,525 Mio €.

Die Eigenkapitalquote erhöht sich von 28,3 % auf 31,3 %.

Die Deckung des Anlagevermögens durch lang- und mittelfristig gebundenes Kapital beträgt 147,1 % (i. Vj. 167,5 %).

Das Eigenkapital hat sich durch die Einzahlung der Stadt Duisburg in Höhe von 6,000 Mio. € auf 41,465 Mio. € erhöht.

In den Rückstellungen sind Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen und Altersteilzeit enthalten.

Die kurzfristigen Schulden erhöhen sich um 9,223 Mio. € auf 29,537 Mio. €. Sie liegen damit bei 22,3 % der Bilanzsumme.

2.3. Finanzlage

Einen detaillierten Einblick in die Finanzlage gibt die Kapitalflussrechnung nach Richtlinie 21 (DRS 21) des Deutschen Rechnungslegungs-Standards Comitee (DRSC). Die im Vorjahr in Anlehnung an DRS 2 erfolgte Ermittlung des Cash Flow wird zur Vergleichbarkeit entsprechend angepasst.

2015

T€
2014

T€
Jahresfehlbetrag vor Verlustübernahme - 36.871 - 40.680
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 8.084 6.458
Veränderung der Rückstellungen - 2.533 2.687
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen 748 648
Zunahme (i.Vj. Abnahme) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva - 143 347
Zunahme (i.Vj. Abnahme) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva 4.863 - 2.664
Verlust/Gewinn aus Abgang von Sachanlagevermögen 98 - 72
Zinsaufwendungen/Zinserträge 1.771 1.198
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit - 23.983 - 32.078
Einzahlungen aus Abgängen Sachanlagen 6 5
Auszahlungen für Investitionen Sachanlagen vor Zuschussverrechnung - 15.691 - 4.204
Einzahlungen aus Abgängen Finanzanlagen 67 182
Auszahlungen für Finanzanlagen - 19 0
Erhaltene Zinsen 1.537 1.549
Cash Flow aus Investitionstätigkeit - 14.100 - 2.468
Einzahlungen durch DVV aufgrund Verlustübernahme 40.176 41.415
Einzahlungen der Stadt Duisburg in die Kapitalrücklage 6.000 0
Auszahlungen aus Tilgung von Krediten und RZVK-Darlehen - 3.213 - 3.098
Einzahlungen aus erhaltenen Investitionszuschüssen 920 2.769
Gezahlte Zinsen - 1.601 - 1.610
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit 42.282 39.476
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 4.199 4.930
Zuzüglich Finanzmittelfonds aus Anfang der Periode 20.272 15.342
Finanzmittelfonds am Periodenende 24.471 20.272

Unter Einbeziehung der im Rahmen des Cash-Managements bei Konzernunternehmen kurzfristig angelegten liquiden Mittel ergibt sich nachstehender Zahlungsmittelüberschuss:

2015

T€
2014

T€
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 508 964
Kurzfristige Liquiditätsanlagen 23.963 19.308
Finanzmittelfonds 24.471 20.272

Das Finanzmanagement der DVV verfolgt das Ziel, die Fähigkeit zur Erfüllung ihrer Zahlungsverpflichtungen jederzeit sicherzustellen. Daneben zählen zu den übergeordneten Zielen des Finanzmanagements, die Finanzierung unternehmerischer Aktivitäten, das Management finanzieller Risiken - insbesondere Liquiditätsrisiken, Marktpreisrisiken und Adressenausfallrisiken, eine kosten- und risikooptimierte Finanzmittelbeschaffung und -anlage sowie die Optimierung des Zinsergebnisses.

Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen lässt sich keine negative Veränderung der Liquiditätssituation erkennen, so dass die Fähigkeit zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen jederzeit vorhanden war.

Der Geschäftsverlauf und die Lage der DVG haben sich insgesamt entsprechend der Erwartungen und Planungen entwickelt.

3. Chancen- und Risikobericht

Die DVG versteht das Risikomanagement als einen bedeutenden Baustein des Managementsystems, mit der Zielsetzung den Unternehmenserfolg und die Unternehmensziele langfristig zu sichern. Die DVG als mehrheitliche Tochtergesellschaft der DVV, ist unmittelbar in das konzernweite Risikomanagementsystem eingebunden. Das Risikomanagement des DVV-Konzerns steht dabei im Einklang mit den Regelungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz (KonTraG).

Das Risikomanagement ist als kontinuierliche Aufgabe in die betrieblichen Prozesse integriert. Strategische Entscheidungen im Unternehmen erfolgen immer auf der Grundlage betriebswirtschaftlich begründeter Informationen, was wiederum eine fortlaufende Identifikation, Analyse und Bewertung von unternehmensweiten Risiken und deren Steuerung voraussetzt. Diese Aufgaben werden von der zentralen Organisationseinheit, dem Konzernrisikomanagement sowie den dezentralen Risikomanagern und Risikoverantwortlichen innerhalb der einzelnen Unternehmenseinheiten wahrgenommen.

Mit Hilfe des Risikomanagement-Informationssystems ist die Zusammenarbeit des Konzernrisikomanagements mit den Unternehmenseinheiten sowie der Risikomanagementprozess (Identifikation - Analyse - Bewertung - Steuerung - Kommunikation) sichergestellt. Eine effektive Durchführung der Identifikation und Neubewertung von Risiken ist nur mit genauer und umfassender Kenntnis der operativen Geschäftsprozesse möglich. Durch die Zuordnung sämtlicher Risiken zu den entsprechenden Risikoverantwortlichen in den Unternehmenseinheiten ist die Voraussetzung für ein effektives Risikomanagement gewährleistet. Risikoverantwortliche werden durch die dezentralen Risikomanager des jeweiligen Bereichs unterstützt, welche die ständige Beobachtung ihrer Unternehmenseinheit im Hinblick auf neu entstehende und sich ändernde Risikolagen wahrnehmen.

Auf Basis der Rollenverteilung erfolgen eine regelmäßige Risikoinventur sowie die monatliche Aktualisierung bereits identifizierter Risiken mit anschließender Berichterstattung durch das Konzernrisikomanagement an die Geschäftsführung, welche wiederum die Ergebnisse quartalsweise dem Aufsichtsrat präsentiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden alle Risiken im Risikomanagement-Informationssystem erfasst und regelmäßig aktualisiert. Durch die lückenlose Dokumentation der Entwicklung der Risikolage werden die Anforderungen an die Rechnungslegung in Bezug auf Nachvollziehbarkeit und Unveränderbarkeit der Risikobewertung durch alle Gesellschaften des DVV-Konzerns und damit auch von der DVG erfüllt.

Im Rahmen des Risikomanagementprozesses der DVG übernehmen 4 Ebenen Verantwortung:

1. Der Aufsichtsrat prüft auf Basis von § 107 Abs. 3 Satz 2 Aktiengesetz die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und die Risikolage des Unternehmens.
2. Der Vorstand trägt die Verantwortung für Risikolage und Risikomanagement der DVG. Zur Ausprägung der Verantwortung entwickelt er eine Risikostrategie.
3. Das Konzernrisikomanagement setzt die Risikostrategie der Geschäftsführung für die DVG um, insbesondere durch Steuerung und Koordination des unternehmensweiten Risikomanagementprozesses.
4. Im Rahmen der Gemeinschaftskooperation Via wurden die zentralen Aufgaben von der DVG auf die Kooperationsgesellschaft verlagert. Risikoverantwortliche sind die Leiter der jeweiligen Organisationsbereiche. Der dezentrale Risikomanager unterstützt den Risikoverantwortlichen bei der Umsetzung des geschäftsfeldspezifischen Risikomanagements.

Abbildung: Verantwortungsstruktur und Informationsfluss im Rahmen des Risikomanagementsystems

Hauptfokus des Risikomanagements ist das aktive Managen von Risiken, also die kontinuierliche Identifikation, Analyse, Bewertung, Steuerung und Kommunikation aller wesentlichen Risiken, die den Fortbestand, das wirtschaftliche Ergebnis sowie die strategische Zielerreichung der DVG oder ihrer Tochtergesellschaften gefährden können. Als Überwachungssystem soll das Risikomanagement insbesondere alle Entwicklungen frühzeitig erkennen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten.

Dabei ist zu beachten, dass im Risikomanagement des DVV-Konzerns der Begriff Risiko so konkretisiert ist, dass darunter alle „unerwarteten" Effekte zu verstehen sind, die zu einer negativen Abweichung der originären Wirtschafts- und Mittelfristplanung führen können. Dementsprechend stellen Chancen positive Abweichungen dar.

Das Risikomanagement ist ein bedeutender Prozess im Rahmen der Unternehmenssteuerung. Auf Grund dieses hohen Stellenwertes hat sich der DVV-Konzern das Ziel gesetzt, das Risikomanagementsystem als Managementinstrument stetig weiterzuentwickeln, welches die Geschäftsentwicklung des DVV-Konzerns aktiv mitgestaltet.

Risikolage

Im Bereich des ÖPNV beeinflussen die politischen sowie gesetzlichen Rahmenbedingungen den Geschäftsverlauf wesentlich. Diesen Entwicklungen kann sich auch die DVG nicht entziehen. Besonders wird hier das Leistungsangebot in den kommenden Jahren in einem erheblichen Maße von Investitionen des Aufgabenträgers Stadt Duisburg in die Verkehrsinfrastruktur beeinflusst.

Die Risiken der DVG lassen sich in verschiedene Kategorien klassifizieren:

Marktrisiken
Umfeldrisiken
Operative Risiken
Finanzwirtschaftliche Risiken

Marktrisiken

Preisänderungsrisiken

Für die DVG wurden Marktpreisrisiken für den Betriebsstoff Diesel im Busbetrieb identifiziert. Aufgrund der fortschreitenden Kooperation im Rahmen der Via, erfolgte eine Neuausrichtung des Dieselbeschaffungskonzepts und der damit einhergehenden Absicherungsstrategie.

Innerhalb der bestehenden Sicherungsstrategie der Via erfolgt die Preisabsicherung durch die Via mit direktem Bezug zur physischen Beschaffung.

Umfeldrisiken

Liberalisierung des öffentlichen Nahverkehrs

Die politisch-/rechtlichen Rahmenbedingungen prägen die Entwicklung der DVG entscheidend. Existenzgrundlage bildet die Betrauung der DVG mit der Erbringung der Verkehrsleistung durch den Aufgabenträger Stadt Duisburg. Mit Beschluss des Rates der Stadt Duisburg wurde die DVG bis Ende 2019 mit der Verkehrsleistung betraut. Wie für alle anderen Verkehrsunternehmen besteht auch für die DVG das Risiko Linienkonzessionen zu verlieren. Im Extremfall könnte durch ein Verlust der Mehrheit der Linienkonzessionen die Gesellschaft in ihrem wirtschaftlichen Bestand gefährdet werden.

Ab 2020 muss der Aufgabenträger gemäß EU-VO 1370/07 die Erbringung der ÖPNV-Leistungen entweder im wettbewerblichen Verfahren oder durch Direktvergabe vergeben. Mit Inkrafttreten der genannten EU-Verordnung ist die Möglichkeit geschaffen worden, die DVG als internen Betreiber der Stadt Duisburg mit der Erbringung der Nahverkehrsleistungen direkt zu beauftragen und damit den Bestand der Gesellschaft zu sichern. Die entsprechenden Entscheidungen sind bis Mitte 2017 zu treffen. Der Aufgabenträger Stadt Duisburg hat sich im Zusammenhang mit der Beschlussfassung zur Via-Kooperation schon für die Direktvergabe an die DVG ausgesprochen und damit der DVG eine langfristige Perspektive eröffnet.

Ersatzinvestitionen

Rechnet man die dringend notwendigen Investitionen in Busse, Straßenbahnen, Haltestellen und technische Anlagen zusammen, müssen die ÖPNV-Betriebe der Revierstädte in den nächsten Jahren einen Milliardenbetrag schultern. Verschärft wird die Situation derzeit durch den Kampf um staatliche Gelder. Auch dabei geht es um Milliarden. Mit diesen Bundesmitteln konnten die Nahverkehrsunternehmen bisher langfristig planen und Investitionsvorhaben anschieben.

Die DVG hat den Investitionsbedarf für Ersatzinvestitionen in Duisburg (Zugsicherungssystem, Schienenfahrzeuge, Infrastruktur, etc.) für einen Zeitraum von 20 Jahren auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt, der z. T. von der Stadt Duisburg und z. T. von der DVG zu tragen ist.

Die DVG beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Sanierung der vorhandenen GT10NC-Fahrzeuge sowie mit der Beschaffungsstrategie neuer Schienenfahrzeuge. Die Auslieferung der Ersatzbeschaffung für die Fahrzeugserie GT10NC wurde aufgrund der fehlenden Beschlussfassung des Rates der Stadt Duisburg zur Erneuerung des Zugsicherungssystems von 2017 (ursprünglich angedachter Liefertermin der Fahrzeuge) auf die Jahre 2020 ff verschoben. Die damit einhergehende Anforderung, die bestehende Fahrzeugserie GT10NC weiter zu betreiben, erfordert umfassende Sanierungsmaßnahmen an den Fahrzeugen. Die Bahnen haben ihr durchschnittliches Lebensalter erreicht. Ein Weiterbetrieb ist nicht abzusehen und erfordert entsprechende Sanierungsmaßnahmen. Der Rat der Stadt Duisburg hat im November 2014 den Beschluss gefasst, dem DVV-Konzern bzw. der DVG ab 2015 einen jährlichen Betrag in Höhe von 6 Mio. EUR als Beitrag für Sanierung der Schienenfahrzeuge zur Verfügung zu stellen. Diese Summe kann vollumfänglich im Rahmen der Sanierung umgesetzt werden und ist somit eine Reaktion auf das eingetroffene Risiko. Innerhalb dieses Zuschusses seitens der Stadt Duisburg sind auch die notwendigen Brandschutzmaßnahmen der B80C-Fahrzeuge bereits berücksichtigt.

Unter anderem sind bei der Realisierung der Maßnahmen zur Erneuerung des Zugsicherungssystems, der Finanzierung und Beschaffung der neuen Straßenbahn- und Stadtbahnfahrzeuge sowie auf dem Weg zum neuen Nahverkehrsplan der Stadt Duisburg und der Direktvergabe noch weitreichende Entscheidungen von den Beteiligten zu treffen, die auch gewisse Unsicherheiten und Risiken für die DVG bergen.

Die DVG arbeitet jedoch daran, in einem engen Schulterschluss mit ihrem Aufgabenträger und ihren Anteilseignern, den Kunden, der Belegschaft, dem Betriebsrat und der Gewerkschaft in der Öffentlichkeit sowie in der Politik diese Risiken zu minimieren und für eine planmäßige Umsetzung der notwendigen Investitionen in die Erneuerung der Infrastruktur Sorge zu tragen. Das Ziel der DVG, die Leistungsfähigkeit des ÖPNV in Duisburg zu erhalten und auszubauen kann nur so erreicht werden.

Bewilligung von Investitionen

Eine der größten gemeinsam geplanten Investition von der Stadt Duisburg und der DVG stellt die Beschleunigungsmaßnahme der Straßenbahnlinie 901 dar. Der 2. überarbeitete Änderungsantrag wurde am 10.12.2015 bei der Bewilligungsbehörde (VRR) eingereicht. Dieser Änderungsantrag beinhaltet alle Teilabschnitte, insbesondere den Teilabschnitt 22, der in 3 Bauabschnitte unterteilt ist. Der Teilabschnitt 22-1 (Vinckekanal- und Vinckewegbrücke) wurde bereits in 2015 fertiggestellt. Der Teilabschnitt 22-2 umfasst die Kaiserhafen-, Hafenkanal- und Ruhrbrücken. Dieser Teilabschnitt wird in 2016 ausgeschrieben und soll ab 2017 baulich umgesetzt werden. Die Bauzeit für die Erneuerung aller 3 Brückenabschnitte beträgt ca. 3 Jahre. Der Teilabschnitt 22-3 beinhaltet die Erneuerung des Zugsicherungssystems. Hier konnte im Dezember 2015 ein vorzeitiger zuwendungsunschädlicher Maßnahmenbeginn für die Beauftragung der Migration des Zugsicherungssystems herbeigeführt werden. Eine Bewilligung (Zuwendungsbescheid) für den 2. Änderungsantrag wird für das 4. Quartal 2016 erwartet. Der VRR hat den von der DVG eingereichten Teilverwendungsnachweis (TVN) für die bereits realisierten Teilabschnitte aus diesem Finanzierungsantrag geprüft. Hierbei handelt es sich um Haltestellen bzw. Streckenabschnitte die in den Vorjahren fertiggestellt wurden. Ein Abrechnungsbescheid vom VRR für diesen TVN liegt vor. Mit der Einreichung des Teilverwendungsnachweises beginnt somit auch die Zweckbindung (25 Jahre) für diese neu erstellten Anlagen

Operative Risiken

Einnahmenrückgang

Ein Verkehrsangebot, dass den Bedürfnissen der Fahrgäste nicht in ausreichendem Maße gerecht wird, stellt für die DVG ein großes Risiko dar. Das Verkehrsangebot der DVG befindet sich auf einem für Großstädte verhältnismäßig niedrigem Niveau. Weitere durch den Anteilseigner geforderte Einsparmaßnahmen führen zu Angebotsreduzierungen. Dadurch verschlechtert sich die Attraktivität des ÖPNV. Die Fahrgäste reagieren möglicherweise mit Unzufriedenheit und sinkender Nachfrage. Das Verkehrsmanagement der DVG hat eine langfristige Grundsatzplanung erstellt. Gemeinsam mit der Stadt Duisburg wurden u. a. die Bevölkerungsentwicklung, die strategischen Mobilitätsziele („Duisburg 2027") und Entwicklungsprojekte der Stadt Duisburg analysiert. Mithilfe dieser Grundsatzplanung werden u.a. zukünftige ÖPNV-Anforderungen und notwendige Fahrzeug-/Infrastrukturinvestitionen abgeleitet und bewertet.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Durch das zentrale Treasury Management des DVV-Konzerns werden potentielle Finanzierungs- und Anlagerisiken konstant gesteuert. Die Finanzierungs- und Anlagepolitik basiert auf einer risikoadjustierten und diversifizierten Finanzierungsstrategie.

Liquiditätsrisiko

Unter Liquiditätsrisiko sind Risiken zu verstehen, die die Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen zum Zeitpunkt der Fälligkeit nachkommen zu können, negativ beeinflussen. Die Liquiditätssteuerung der DVG erfolgt übergeordnet in der DVV-Gruppe mittels einer rollierenden Liquiditätsplanung, um so den zukünftigen Geldmittelbedarf zu erkennen und jederzeit sicherstellen zu können.

Finanzierungsrisiko

Unter dem Finanzierungsrisiko wird das Risiko verstanden, dass zum Zeitpunkt des Bedarfs an Geldmitteln diese nicht bzw. nicht zu erwarteten Konditionen beschafft werden können. Diese Risiken entstehen häufig als Folge von Bonitätsverschlechterungen oder durch Verwerfungen an den Finanzmärkten. Bestehende Finanzierungen beruhen auf der Einhaltung von Covenants, welche im Rahmen eines konzernweiten Covenant Managements einer ständigen Überwachung unterliegen.

Zinsrisiko

Zinsrisiken entstehen durch die Veränderung von Zinsen. Auf Grund von bestehenden Festzinsvereinbarungen bestehen keine Zinsänderungsrisiken für bestehende Finanzierungen der DVG.

Gesamtrisikobewertung

Derzeit sind weder Einzelrisiken noch aggregierte Risiken bekannt, die den Fortbestand der DVG gefährden.

Zukünftige Perspektiven/Chancen für die DVG

Marktpotential

Absatzentwicklung

Mobilität ist ein wesentlicher Faktor und Bedürfnis der modernen Gesellschaft. Im Hinblick auf die Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung sind dabei große Herausforderungen zu stemmen. Im Vordergrund stehen nachhaltige Themen wie Verringerung des Verbrauchs fossiler Energien und Vermeidung negativer Umweltwirkungen etwa durch Emissionsausstoß.

Der ÖPNV stellt für diese Themen und Ziele eine attraktive und umsetzbare Mobilitätsvariante dar. Da der Fokus jedoch bisher wenig auf das individuelle Mobilitätsbedürfnis lag, ist die kundenseitige Attraktivität nicht gestiegen. Es bedarf deshalb einer Vernetzung des ÖPNV mit weiteren individuellen Mobilitätsangeboten.

Der ÖPNV allein bietet keine umfassende Mobilität in einer Region. Das erfolgreiche Konzept des klassischen ÖPNV-Verkehrsverbundes wird künftig auf das gesamte Mobilitätsspektrum ausgedehnt. Dieser Schritt bedeutet die Entwicklung eines umfassenden „Mobilitätsverbundes" von Bussen und Bahnen, Carsharing und Fahrradverleihsystemen.

Des Weiteren bietet ein Zusammenführen verschiedener Angebote zu einem umfassenden Mobilitätsverbund die Möglichkeit einer vereinfachten und flexiblen Kombination und Nutzung. Aus einem Angebotsportfolio von Mobilitätsoptionen können sich die Kunden ihren optimalen Verkehrsmittelmix zusammenstellen. Dabei ist es von grundlegender Bedeutung, Angebote zu entwickeln und diesen den Zielgruppen nahezubringen, um Nutzungshemmnisse entsprechend zu minimieren.

Mit steigendem Nachhaltigkeitsdenken werden auch immer intensiver umweltfreundliche Mobilitätskonzepte erarbeitet und umgesetzt, wie dies teilweise bereits im Rahmen der Kooperationen zwischen Automobilindustrie und ÖPNV sichtbar wird. Schon jetzt sind sich die beteiligten Parteien darüber einig, dass die gesetzten Klimaziele bei der Energiewende nur durch eine begleitende Verkehrswende und den Ausbau verkehrsträgerübergreifender Mobilitätslösungen erreichbar sind. So ist auch speziell im Bereich der Elektromobilität eine enge Verzahnung von privater und öffentlicher Mobilität zu beobachten.

Bei der kundenorientierten Kombination von Angeboten im Rahmen eines Mobilitätsverbundes geht es also darum, die Mobilität für die Bürger zu vereinfachen und zu verbessern und durch attraktive Komplettangebote das Mobilitätsverhalten der Bürger zugunsten einer flexiblen und umweltorientierten Verkehrsmittelwahl zu verändern.

Umfeldpotential

Investitionsbedarf

Um die steigende Nachfrage auch angebotsseitig zu bedienen hat der Bereich Verkehr das Ziel das Leistungsangebot dauerhaft bei konstanter Qualität sicherzustellen. Dies erfordert insbesondere eine Finanzierungsfähigkeit der notwendigen zukünftigen Investitionen in die ÖPNV Infrastruktur.

Eine politische Regelung ist dabei unverzichtbar, da die Verkehrsbetriebe die Kosten nicht auffangen können. Gemeinsam mit dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) werden hierzu entsprechende Lösungsstrategien erarbeitet. Diese Thematik wurde insbesondere auch innerhalb der vom Land NRW gegründeten Arbeitsgruppe Zukunftskommission ÖPNV behandelt und im Rahmen eines Abschlussberichts bewertet.

4. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Die DVG verfolgt eine konservative Risikopolitik mit einer geringen Risikobereitschaft. Für die DVG wurden Marktpreisrisiken für den Betriebsstoff Diesel im Busbetrieb identifiziert. Aufgrund der fortschreitenden Kooperation im Rahmen der Via erfolgte eine Neuausrichtung des Dieselbeschaffungskonzeptes und der damit einhergehenden Absicherungsstrategie durch die Via.

Die Absicherung durch die Via erfolgt nicht auf Basis eines handelbaren Dieselkraftstoff-Äquivalents, sondern auf Basis des tatsächlichen Beschaffungspreises. Dies führt zu einer ganzheitlichen Neutralisation der Preisänderungsrisiken und wird den Vorgaben, eine hohe Planungssicherheit zu erreichen, gerecht.

5. Nachtragsbericht

Die nach Abschluss des Geschäftsjahres 2015 aufgetretenen Vorgänge von besonderer Bedeutung werden unter 6. Ausblick dargestellt.

6. Ausblick und Prognosebericht

ÖPNV als Unterstützer und Mitgestalter der Entwicklung der Stadt Duisburg

Für die Stadt Duisburg, eine Großstadt mit annähernd 500.000 Einwohnern, betreibt die DVG, als führender Mobilitätsanbieter in Duisburg mit eigener ÖPNV-Infrastruktur, mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln ein leistungsfähiges öffentliches Nahverkehrssystem. Das Rückgrat des städtischen ÖPNV in Duisburg bilden Busse, Stadt- und Straßenbahnen. Die DVG ist Inhaber der Linienkonzessionen, der Vertragspartner der Kunden und stellt die Betriebsleitung. Sie ist als Organgesellschaft im kommunalen Querverbund voll in die Strukturen des DVV-Konzerns integriert.

Die DVG versteht sich als aktiver Unterstützer und Mitgestalter im ÖPNV für die Stadt Duisburg und deren Einwohner. Mitarbeit, u. a. an den Stadtentwicklungsprojekten und an den Modal-Split-Zielen der Stadtverwaltung, ist selbstverständlich. Im Rahmen des DVV-Projektes „New Power" unterstützt die DVG das Zielbild 2027, beispielsweise, indem sie die Bedürfnisse ihrer Kunden nach öffentlicher Mobilität kennt und ihr Angebot mit optimaler Wertschöpfung auf einer soliden technischen Basis gestaltet.

Nach einer zunächst prognostizierten rückläufigen Einwohnerentwicklung in Duisburg wird nunmehr, auch aufgrund der verstärkten Zuwanderung im Jahresverlauf 2015, perspektivisch eine Nachfragesteigerung an bezahlbaren Mobilitätsdienstleistungen in Duisburg erwartet. Die Bedürfnisse der Kunden an großstädtische Angebots- und Servicequalität werden wachsen.

Um der weiter steigenden Nachfrageentwicklung gerecht zu werden, ist es unabdingbar, die Infrastruktur des Nahverkehrssystems in Duisburg zu erhalten und auszubauen sowie neue, zukunftsgerichtete Mobilitätskonzepte anzubieten. Nur so kann weiterhin ein sicherer, störungsfreier, leistungsfähiger und attraktiver Nahverkehr in Duisburg angeboten werden.

Erneuerung der ÖPNV-Infrastruktur in Duisburg

In den kommenden Jahren wird an der Modernisierung der mehr als 40 Jahre alten Tunnelinfrastruktur und des rund 30 Jahre alten Zugsicherungssystems gearbeitet. Damit wird der Weiterbetrieb der Stadtbahn (Gemeinschaftslinie U79) sowie aller Straßenbahnlinien in Duisburg dauerhaft gesichert. Hierzu hat die Stadt Duisburg die erforderlichen Weichenstellungen für die Implementierung eines neuen Zugsicherungssystems vorgenommen. Die Installation des neuen Zugsicherungssystems wird nach dem aktuellen Zeitplan bis zum Jahr 2020 erfolgen und die anschließende Migration bis 2024 abgeschlossen sein.

Die DVG und die Stadt Duisburg haben eine Vereinbarung über die Verteilung der finanziellen Lasten für die Instandhaltung und Erneuerung der Brückeninfrastruktur des Oberbürgermeister-Karl-Lehr Brückenzuges und der Erneuerung des Zugsicherungssystems abgeschlossen. Der Eigenanteil, der von der DVG für die Streckenausrüstung erbracht werden muss, belastet - trotz Förderung des Anteils des öffentlichen Verkehrs - das Ergebnis.

Darüber hinaus plant die DVG die Ausschreibung für die Beschaffung von neuen Straßenbahnfahrzeugen. Diese werden nach mehr als 30 Jahren die vorhandenen Fahrzeuge des Typs GT10NC ersetzen, welche zurzeit noch altersbedingt saniert (z. B. Drehgestelle, Wagenkästen) werden, damit sie bis zum Zeitpunkt der Neuinstallation des Zugsicherungssystems bzw. den Ersatz durch Neufahrzeuge im Betrieb eingesetzt werden können.

Zudem werden die DVG und die Stadt Duisburg in den kommenden Jahren, auch im Rahmen der kommunalen Investitionsoffensive bis zum Jahr 2018, Investitionen in kundenorientierte Infrastruktureinrichtungen (beispielsweise Erneuerung von Fahrtreppen) tätigen, damit diese heutigen Qualitätsansprüchen, wie Übersichtlichkeit und Barrierefreiheit (z. B. Erneuerung der Aufzuganlagen), genügen.

Teile der Fahrwegetechnik, u. a. Gleisanlagen, Fahrleitungen und Bahnstromversorgung, werden in den kommenden 10 Jahren erneuert. Darüber hinaus wird auch aufgrund geänderter gesetzlicher Vorgaben (z. B. im Brandschutz) in Fahrzeuge und in die Tunnelinfrastruktur investiert.

Die Stadt Duisburg und die DVG sind sich darüber einig, dass die großen technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen nur im engen Schulterschluss und mit zusätzlichen Fördermitteln von Bund/Land/EU zu bewältigen sind. Die kontinuierliche Abstimmung weist erste Erfolge im Jahr 2015 auf und wird in den kommenden Jahren weiter intensiviert.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen bei DVG und Stadt Duisburg

Konträr zu den Anforderungen entwickeln sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb des ÖPNV in Duisburg.

DVG

Die Einnahmen aus dem operativen ÖPNV-Geschäft der DVG können den Aufwand für die Aufrechterhaltung des ÖPNV-Systems in Duisburg nur anteilig decken. In den vergangenen ca. 13 Jahren konnte die DVG den kommunalen Deckungsbeitrag um rund 25 % senken. Dies erreichte die DVG aus eigener Kraft nur mit konsequenter Umsetzung von Restrukturierungsprogrammen. Durch die in den kommenden Jahren anstehenden Ersatzinvestitionen in Schienenfahrzeuge ist zukünftig - mangels öffentlicher Investitionsförderung - mit einem Anstieg des kommunalen Deckungsbeitrags zu rechnen.

Via

Im Jahr 2011 hat die DVG mit den Verkehrsunternehmen EVAG und MVG eine gemeinsame Tochter, die Via Verkehrsgesellschaft mbH gegründet. Via erbringt die operativen ÖPNV-Leistungen über alle Wertschöpfungsstufen für die drei Standorte Essen, Mülheim und Duisburg.

Um den ins Stocken geratenen Weiterentwicklungsprozess der Via - basierend auf einem Auftrag der Bezirksregierung - zu beschleunigen, haben die Städte Essen, Mülheim und Duisburg ein Beratungshaus mit der Erstellung einer Empfehlung für den weiteren Entwicklungsprozess der Via beauftragt. Das Modell des Beraters sieht eine Fusion der Verkehrsgesellschaften vor, wobei ein neu zu gründender kommunaler Zweckverband die Steuerung übernehmen soll.

Zum Jahresbeginn 2016 haben die Oberbürgermeister der Städte Mülheim und Essen ihre Absicht bekräftigt, das Konzept einer Fusion weiterzuverfolgen und umzusetzen.

Die Stadt Duisburg ist der Meinung, dass das Konzept der Fusion hinsichtlich des steuerlichen Querverbunds, der laufenden Restrukturierung und der Direktvergabe nicht beherrschbare Risiken birgt und die akute Gefahr bestehe, dass Synergien auf Ebene der Holdinggesellschaft DVV verloren gehen. Ziel aus Duisburger Sicht ist es, Via auf Basis des heutigen gesellschaftsrechtlichen Status Quo, der gemeinsamen Festlegungen aus den Aufsichtsratsvorlagen der Via, DVG, MVG und EVAG aus dem Jahr 2013, der geschlossenen Verträge und den in der Verbindlichen Auskunft der Finanzbehörden geschilderten Bedingungen weiter zu optimieren. Nur so kann die Stadt Duisburg weiterhin an den steuerlichen Vorteilen des Querverbunds im niedrigen zweistelligen Millionenbereich partizipieren und das RePower-Programm der DVV (s. u.) weiterhin umsetzen. Auf der Sachebene ist eine Kooperation weiterhin vorgesehen, wo dies rechtlich möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Stadt Duisburg

Die Haushaltslage der Stadt Duisburg hat sich in den vergangen Jahren fortlaufend entspannt. So hat sich das Jahresergebnis seit 2010 von -163,2 Mio. EUR auf -54,0 Mio. EUR in 2014 verbessert, in 2016 wird voraussichtlich der Haushaltsausgleich erreicht.

Seit 2011 erhält die Stadt Duisburg Finanzhilfen gemäß des Stärkungspaktgesetzes NRW in jährlicher Höhe von 53,0 Mio. EUR, welche ab 2017 degressiv abgebaut werden. Im Gegenzug ist durch nachhaltige Einsparungen eine Haushaltskonsolidierung zu erbringen.

Nur wenn der Haushaltssanierungsplan mit einem derzeitigen Gesamtvolumen von bis zu 292,2 Mio. € vollständig umgesetzt wird, erhält die Stadt Duisburg die Stärkungspaktmittel für den gesamten Zeitraum bis 2020.

Der Etat für die Erhaltung der ÖPNV-Infrastuktur wurde von der Stadt Duisburg ab dem Jahr 2015 mit einem zusätzlichen Betrag für die Reparatur von Schienenfahrzeugen um 6 Mio. € jährlich erhöht. Diese Maßnahme bildet einen wichtigen Schritt für den Erhalt der Anlagen und Betriebsmittel. Neben den DVG-eigenen Einsparbemühungen und städtischer Unterstützung ist das grundsätzliche System der Finanzierung des ÖPNV durch eine Ausweitung der bisherigen Förderungspraxis zu stabilisieren und um weitere Fördermittel von Bund/Land/EU aufzustocken.

Restrukturierungsprogramm RePower

Der DVV-Konzern hat im Jahr 2012 das Projekt „RePower" initiiert, um die wirtschaftliche Situation der DVV-Konzerngesellschaften, insbesondere in der Versorgungssparte, zu verbessern. Die Zielsetzung des Projektes, konzernweit Maßnahmen von mindestens 30 Mio. € bis zum Jahr 2014 zur nachhaltigen Ergebnisstabilisierung im DVV-Konzern zu definieren, wurde erreicht. Angesichts der sich weiter verschlechternden Rahmenbedingungen haben die Geschäftsleitungen von DVV, SWDU und DVG beschlossen, das Projekt RePower auch in den Jahren 2015 und folgenden weiter fortzusetzen, um die Konsolidierung der Ergebnisse der Konzernunternehmen zu erreichen. Der Rat der Stadt Duisburg hat im Frühjahr 2015 der vorgeschlagenen Vorgehensweise „Hilfe zur Selbsthilfe" zugestimmt und den entsprechenden Nachtrag zum Haushalt beschlossen. Die Genehmigung des Haushalts durch die Bezirksregierung (Kommunalaufsicht) liegt inzwischen vor. Auf dieser Grundlage wurde bereits mit der Umsetzung der RePower-Maßnahmen, flankiert von einem Interessenausgleich und Sozialplan, im DVV-Konzern begonnen.

Die DVG und die Stadt Duisburg konnten im Rahmen des RePower-Programms in einem Projekt „Zukunft ÖPNV" bereits Lösungsoptionen für die Erneuerungsbedarfe der ÖPNV-Infrastruktur (am Beispiel der Erneuerung des Zugsicherungssystems) und die Finanzierungsbedarfe des ÖPNV gemeinsam erarbeiten.

Wirtschafts- und Mittelfristplanung

Der Wirtschaftsplan der DVG sieht für das Geschäftsjahr 2016 eine Gesamtleistung von 116,209 Mio. EUR vor und schließt mit einem kommunalen Deckungsbeitrag von 41,522 Mio. EUR ab. Für das Geschäftsjahr 2017 plant die DVG mit einer Gesamtleistung in Höhe von 114,211 Mio. EUR und einem kommunalen Deckungsbeitrag von 42,108 Mio. EUR. Die Nutzkilometer liegen in den Jahren 2016 und 2017 bei 13,876 Mio. km, die Platzkilometer betragen im gleichen Zeitraum jeweils 1.621,898 Mio. km. Für 2016 bis 2017 wird mit einer leicht rückläufigen Entwicklung bei der Anzahl der Fahrgäste gerechnet. In 2017 werden Fahrgastzahlen von 61,948 Mio. erwartet, nach 62,103 Mio. Fahrgästen in 2016.

Direktvergabe

Die bis zum Jahr 2019 geltende Betrauung der DVG durch den Aufgabenträger soll im Anschluss durch die Direktvergabe des Aufgabenträgers Stadt Duisburg gemäß EU-VO 1370/2007 abgelöst werden. Zur Umsetzung des Ratsbeschlusses aus dem Jahre 2009 und nach Novellierung des PBefG, welches eine Stärkung der Aufgabenträgerrolle vorsieht, haben die Aufgabenträger der Städte Duisburg, Essen und Mülheim an der Ruhr gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen DVG, EVAG und MVG sowie Via eine Projektgruppe gebildet, um die notwendigen vorbereitenden Arbeiten zu koordinieren. In diesem Projekt wird die Vorbereitung der Schritte zur Direktvergabe unter Berücksichtigung der nach EU-Verordnung vorgegebenen Fristen sowie die notwendigen Prüfungen und Entscheidungen koordiniert. Die formellen Direktvergabevoraussetzungen sind für das Vergabeverfahren und über den gesamten Vergabezeitraum nachzuweisen. Die bisherige Prüfung ergibt, dass nach hiesiger Auffassung die Voraussetzungen erfüllt sind. Hinsichtlich der Direktvergabe nach EU-VO 1370/2007 kommt dem VRR-Finanzierungssystem eine entscheidende Bedeutung zu, da die Aufgabenträger die Finanzierung des ÖPNV auf den VRR übertragen und sich damit einem EU-konformen und mit der EU-Kommission sowie der nationalen Finanzbehörde abgestimmten Finanzierungssystem angeschlossen haben und darüber die Ausgleichsleistungen geregelt werden. Ein wesentlicher Bestandteil des ÖDA (Öffentlicher Dienstleistungsauftrag) ist die Festlegung der gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen, d.h. die konkrete Definition der ÖPNV-Anforderungen, z. B. zu Fahrplanangebot und Qualität. Hierfür kann der NVP (Nahverkehrsplan) herangezogen werden. Die Stadt Duisburg hat die Aktualisierung des NVP beauftragt und wird seine Inhalte an den Vorgaben der Direktvergabe ausrichten.

Duisburg 31.03.2016

DUISBURGER VERKEHRSGESELLSCHAFT AKTIENGESELLSCHAFT

Wittig

Karpathy

Wandelenus

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

An die Duisburger Verkehrsgesellschaft Aktiengesellschaft, Duisburg

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Duisburger Verkehrsgesellschaft Aktiengesellschaft, Duisburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Duisburger Verkehrsgesellschaft Aktiengesellschaft, Duisburg. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Köln, 22. April 2016

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

zur Mühlen, Wirtschaftsprüfer

Biermann, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG hat sich während des Geschäftsjahres in regelmäßigen Vollsitzungen und in Sitzungen seines Arbeitsausschusses vom Vorstand über den Geschäftsverlauf unterrichten lassen.

Der Aufsichtsrat hat im Rahmen seiner Tätigkeit im Geschäftsjahr 2015 den Empfehlungen des „Public Corporate Governance Kodex" der Stadt Duisburg entsprochen.

Lage und Entwicklung der Gesellschaft sowie Risiken und Sachverhalte von grundsätzlicher Bedeutung waren Gegenstand eingehender Beratungen und führten zu entsprechenden Entscheidungen. Schwerpunkte bildeten dabei das konzernweite Restrukturierungsprogramm "RePower", das u. a. im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung am 23.04.2015 thematisiert wurde sowie das Strategieprojekt "NewPower". Darüber hinaus wurden im Aufsichtsrat u. a. Themen wie die Direktvergabe, die Sanierung der Schienenfahrzeuge sowie die Erneuerung des Oberbürgermeister-Karl-Lehr-Brückenzuges behandelt.

Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss für das Jahr 2015 und der Lagebericht sind von der durch die Hauptversammlung am 18. August 2015 als Abschlussprüfer gewählten KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht haben dem Aufsichtsrat vorgelegen. Von dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer hat er zustimmend Kenntnis genommen. Auch eigene Prüfungen des Aufsichtsrates ergaben keine Einwendungen.

Der Aufsichtsrat billigt den Lagebericht und den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015. Damit ist dieser in der vorliegenden Form festgestellt.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand, dem Betriebsrat und allen Mitarbeitern für die erfolgreiche Arbeit seinen Dank aus.

Duisburg, im Juni 2016

Der Aufsichtsrat

Herbert Mettler

Vorsitzender

Der vom Aufsichtsrat der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG am 02. Juni 2016 festgestellte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015 ist der Hauptversammlung am 25. August 2016 vorgelegt worden.

Der Verlust von 36.871 T€ (i. Vj. 40.680 T€) wird aufgrund des bestehenden Beherrschungsvertrages mit Ergebnisabführungsvereinbarung von der DVV übernommen.