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HelloFresh SE — Interim / Quarterly Report 2022
Mar 7, 2023
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Interim / Quarterly Report
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HelloFresh im Überblick
| Kennzahlen | 3-Monats Zeitraum zum 31. Dezember 2022 |
3-Monats Zeitraum zum 31. Dezember 2021 |
Veränderung | 12-Monats Zeitraum zum 31. Dezember 2022 |
12-Monats Zeitraum zum 31. Dezember 2021 |
Veränderung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Leistungsindikatoren | ||||||
| Konzern | ||||||
| Aktive Kund:innen (in Mio.) | 7,11 | 7,22 | (1,5)% | |||
| Anzahl der Bestellungen (in Mio.) | 29,28 | 29,47 | (0,7)% | 125,13 | 117,32 | 6,7% |
| Bestellungen pro Kund:in | 4,12 | 4,08 | 1,0% | |||
| Anzahl der Mahlzeiten (in Mio.) | 246,2 | 243,9 0,9% 1.046,5 |
8,5% | |||
| Durchschnittlicher Bestellwert (EUR) (ohne Einzelhandel) |
63,7 | 53,4 | 19,3% | 60,5 | 51,0 | 18,6 % |
| Durchschnittlicher Bestellwert bei konstanten Wechselkursen (EUR) (ohne Einzelhandel) |
59,6 | 53,4 | 11,6% | 56,0 | 51,0 | 9,8 % |
| USA | ||||||
| Aktive Kund:innen (in Mio.) | 3,37 | 3,52 | (4,3)% | |||
| Anzahl der Bestellungen (in Mio.) | 14,42 | 14,45 | (0,3)% | 63,51 | 59,25 | 7,2% |
| Bestellungen pro Kund:in | 4,28 | 4,11 | 4,1% | |||
| Anzahl der Mahlzeiten (in Mio.) | 113,0 | 111,1 | 1,6% | 497,0 | 451,5 | 10,1% |
| Durchschnittlicher Bestellwert (EUR) (ohne Einzelhandel) |
76,8 | 59,2 | 29,7% | 71,2 | 55,6 | 28,1 % |
| Durchschnittlicher Bestellwert bei konstanten Wechselkursen (EUR) (ohne Einzelhandel) |
68,3 | 59,2 | 15,4% | 63,3 | 55,6 | 13,8 % |
| International | ||||||
| Aktive Kund:innen (in Mio.) | 3,74 | 3,70 | 1,1% | |||
| Anzahl der Bestellungen (in Mio.) | 14,86 | 15,02 | (1,0)% | 61,62 | 58,07 | 6,1% |
| Bestellungen pro Kund:in | 3,97 | 4,06 | (2,2%) | |||
| Anzahl der Mahlzeiten (in Mio.) | 133,2 | 132,8 | 0,3% | 549,5 | 512,8 | 7,2% |
| Durchschnittlicher Bestellwert (EUR) (ohne Einzelhandel) |
51,0 | 47,8 | 6,7% | 49,5 | 46,4 | 6,7% |
| Durchschnittlicher Bestellwert bei konstanten Wechselkursen (EUR) (ohne Einzelhandel) |
51,1 | 47,8 | 6,9% | 48,6 | 46,4 | 4,7% |
| Kennzahlen | 3-Monats Zeitraum zum 31. Dezember 2022 |
3-Monats Zeitraum zum 31. Dezember 2021 |
Veränderung | 12-Monats Zeitraum zum 31. Dezember 2022 |
12-Monats Zeitraum zum 31. Dezember 2021 |
Veränderung | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ertragslage | |||||||
| Konzern | |||||||
| Umsatzerlöse | 1.874,5 | 1.580,1 | 18,6 % | 7.607,2 | 5.993,4 | 26,9% | |
| Umsatzerlöse auf Basis konstanter Wechselkurse (in EUR Mio.) |
1.753,3 | 1.580,1 | 11,0 % | 7.048,5 | 17,6 % | ||
| Deckungsbeitrag (in EUR Mio.)* | 504,6 | 389,9 | 29,4 % | 1.942,5 | 1.517,7 | 28,0% | |
| Deckungsbeitrag (in % der Umsatzerlöse)* |
26,9 % | 24,7 % | 2,2 pp | 25,5 % | 25,3 % | 0,2 pp | |
| AEBITDA (in EUR Mio.) | 160,1 | 130,8 | 22,4% | 477,4 | 527,6 | (9,5 %) | |
| AEBITDA (in % der Umsatzerlöse) | 8,5% | 8,3% | 0,2 pp | 6,3% | 8,8% | (2,5 pp) | |
| USA | |||||||
| Umsatzerlöse | 1.107,4 | 855,4 | 29,5 % | 4.519,9 | 3.294,1 | 37,2% | |
| Umsatzerlöse auf Basis konstanter Wechselkurse (in EUR Mio.) |
984,5 | 855,4 | 15,1 % | 4.017,9 | 3.294,1 | 22,0 % | |
| Deckungsbeitrag (in EUR Mio.)* | 329,1 | 216,5 | 52,0 % | 1.237,6 | 854,8 | 44,8% | |
| Deckungsbeitrag (in % der Umsatzerlöse)* |
29,6% | 25,2% 4,4 pp |
27,3% | 25,9% | 1,4 pp | ||
| AEBITDA (in EUR Mio.) | 130,4 | 77,7 | 67,8% | 401,5 | 310,1 | 29,5% | |
| AEBITDA (in % der Umsatzerlöse) | 11,7% | 9,1% | 2,6 pp | 8,8% | 9,4% | (0,6 pp) | |
| International | |||||||
| Umsatzerlöse | 767,1 | 724,6 | 5,9 % | 3.087,1 | 2.699,0 | 14,4 % | |
| Umsatzerlöse auf Basis konstanter Wechselkurse (in EUR Mio.) |
768,8 | 724,6 | 6,1% | 3.030,6 | 2.699,0 | 12,3 % | |
| Deckungsbeitrag (in EUR Mio.)* | 187,3 | 177,8 | 5,3 % | 743,3 | 681,2 | 9,1 % | |
| Deckungsbeitrag (in % der Umsatzerlöse)* |
24,2 % | 24,4 % | (0,2 pp) | 23,9 % | 25,1 % | (1,2 pp) | |
| AEBITDA (in EUR Mio.) | 66,4 | 74,0 | (10,3%) | 208,0 | 297,5 | (30,1)% | |
| AEBITDA (in % der Umsatzerlöse) | 8,6 % | 10,2 % | (1,6 pp) | 6,7 % | 11,0 % | (4,3 pp) | |
| Vermögens- und Finanzlage des Konzerns |
|||||||
| Nettoumlaufvermögen (in EUR Mio.) | (356,0) | (289,5) | (356,0) | (289,5) | |||
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (in EUR Mio.) |
48,0 | 62,0 | 313,4 | 458,6 | |||
| Free Cashflow (ohne Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten) (in EUR Mio.) |
(57,5) | (60,7) | (104,0) | 206,7 | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (in EUR Mio.) |
504,0 | 827,1 | 504,0 | 827,1 | |||
| *ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen |
| A | An unsere Aktionäre 5 | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Schreiben des Vorstands 5 | |||||||||||
| Bericht des Aufsichtsrates 8 | |||||||||||
| Unternehmensstrategie 12 | |||||||||||
| B | Zusammengefasster Lagebericht 14 | ||||||||||
| 1. | Grundlagen des Konzerns 16 | ||||||||||
| 2. | System zur Leistungsbewertung 19 | ||||||||||
| 3. | Wirtschaftliche Situation 22 | ||||||||||
| 4. | Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns 26 | ||||||||||
| 5. | Bericht über Risiken und Chancen 34 | ||||||||||
| 6. | Prognosebericht 41 | ||||||||||
| 7. | Ergänzender Lagebericht zum Einzelabschluss der HelloFresh SE 44 | ||||||||||
| 8. | Erklärung zur Unternehmensführung (Corporate Governance) 48 | ||||||||||
| 9. | Zusammengefasster nicht finanzieller Bericht 49 | ||||||||||
| 10. | Übernahmerecht 50 | ||||||||||
| C | Konzernabschluss 54 | ||||||||||
| Konzernbilanz 55 | |||||||||||
| Konzern-Gesamtergebnisrechnung 57 | |||||||||||
| Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung 58 | |||||||||||
| Konzern-Kapitalflussrechnung 59 | |||||||||||
| Anhang zum Konzernabschluss 61 | |||||||||||
| D | Weitere Informationen 113 | ||||||||||
| Erklärung des Vorstands 113 | |||||||||||
| Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers 114 | |||||||||||
| Glossar 121 | |||||||||||
| Finanzkalender 123 | |||||||||||
| Impressum 124 |
A. An unsere Aktionäre

Edward Boyes Thomas Griesel Dominik Richter Christian Gärtner
Schreiben des Vorstands
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
2022 startete zunächst mit der zu erwartenden Rückkehr zur Normalität nach der COVID-19-Pandemie. Die Atempause war allerdings nur von kurzer Dauer, denn schon kurz darauf folgte der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Obwohl HelloFresh dort nicht tätig ist, haben unsere Teams sofort geholfen, indem sie Lebensmittel und andere Spenden mit Sondertransporten organisierten. Als Folge des Kriegs wurde die Welt von einer beispiellosen Inflation und von rapide steigenden Zinssätzen heimgesucht. Dies führte in vielen Ländern zu einer erhöhten Volatilität und zu erheblicher Unsicherheit.
Trotz eines auch weiterhin herausfordernden makroökonomischen Umfelds, gibt es viele Momente und Entwicklungen im Jahr 2022, auf die wir sehr stolz sind. Zuallererst möchten wir aber unseren Teams auf der ganzen Welt dafür danken, dass sie vor allem im vergangenen Jahr maßgeblich dazu beigetragen haben, HelloFresh zu einem widerstandsfähigen, resilienten Unternehmen zu machen. Dank ihrer harten Arbeit haben wir ein währungsbereinigtes Wachstum von 17,6 % erzielt. Zudem haben wir ein AEBITDA von EUR 477,4 Mio. mit einer Marge von 6,3 % erreicht und haben damit auch weiterhin andere E-Commerce Unternehmen weltweit übertroffen. Zu den weiteren Highlights des Jahres gehören:
- Unser US-Segment erzielte in Q1 zum ersten Mal einen Quartalsumsatz von über EUR 1 Mrd.
- Q2 war mit EUR 1.957,1 Mio. unser bisher umsatzstärkstes Quartal
- Auf währungsbereinigter Basis stieg der durchschnittliche Bestellwert der Gruppe um 9,8 %, was nicht nur auf selektive Preiserhöhungen zurückzuführen ist, sondern auch auf unsere Kund:innen, die zum Beispiel mehr Mahlzeiten pro Box und mehr Zusatzprodukte bestellt haben.
- Der durchschnittliche Bestellwert der Gruppe blieb im ersten Jahr nach der Pandemie konstant bei 4,12
- Wir haben HelloFresh nach Spanien und Irland gebracht und konnten damit unseren adressierbaren Gesamtmarkt um rund 20,5 Mio. Haushalte erweitern.
- Wir sind mit unserer Marke Green Chef in den BeNeLux-Ländern gestartet.
- Factor in den USA hat seinen starken Wachstumskurs fortgesetzt und hat in dem Segment Marktführerschaft erlangt. Darüber hinaus ist Factor profitabel geworden.
- Unser so genannter HelloFresh "Market" wurde bis zum Ende des Jahres in 9 weiteren Ländern gestartet.
- Wir haben neue Produktions-Standorte in Großbritannien, Deutschland, Kanada und in weiteren Regionen termingerecht und innerhalb des Budgets in Betrieb genommen. Damit konnten wir erfolgreich über Kapazitätsengpässe aus dem ersten Quartal des Jahres hinwegkommen.
- Wir haben sowohl in den Aufbau von Kernkompetenzen als auch in diverse Systeme und Mitarbeitende investiert. Vor allem haben wir in unsere Supply Chain und Technologiebereiche investiert, um noch effizienter zu skalieren und damit unsere mittelfristigen Ziele erreichen zu können.
Wir sind stolz darauf, all die oben genannte Punkte erreicht zu haben, während wir gleichzeitig unsere operative Stärke effizient zum Einsatz gebracht haben. Gleichzeitig haben wir das Jahr mit einem Deckungsbeitrag von 25,5 % abgeschlossen. Der Deckungsbeitrag liegt damit trotz inflationsbedingter Herausforderungen über dem Deckungsbeitrag von 2021. Des Weiteren konnten wir, trotz Inflation und trotz der laufenden Investitionen in unser Produkt (zum Beispiel haben wir die Anzahl der Rezepte im Jahresvergleich um 30 % erhöht und mittlerweile sind rund 40 % unserer Rezepte individuell anpassbar), die Margen im Einkauf im Jahresvergleich konstant halten. Damit zeigt sich wieder einmal, dass unser Geschäftsmodell extrem widerstandsfähig ist und, dass unsere Teams sowie unsere datenbasierten Systeme höchst effizient arbeiten.
Nachdem wir uns in den vergangenen zwei Jahren primär darauf fokussiert haben unsere Kapazitäten kontinuierlich zu erweitern um die Nachfrage bedienen zu können, lag der Fokus in 2022 auf: (i) Bereichen, in denen wir Kapazitätsengpässe vorhersehen konnten; (ii) wichtige zukünftige Wachstumsbereiche; und (iii) die Modernisierung unserer bestehenden Produktionsstätten mit Hilfe von neuen, fortschrittlichen Prozessen und Technologien. Letztere tragen dazu bei, die Effizienz zu steigern, während das Produkt mit einer steigenden Anzahl von Rezepten und mit der Möglichkeit, individuelle Anpassungen zu machen, immer komplexer wird. Sobald die Produktionsstätten für einige Zeit erfolgreich laufen, werden sie dazu beitragen, Inflationseffekte auszugleichen, vor allem in der Logistik und bei Arbeitskräften.
Ein weiteres Highlight in 2022 war gleichzeitig eine Premiere für HelloFresh: Die erste Kapitalrückzahlung an Aktionäre. Die im Januar angekündigten Aktienrückkäufe in Höhe von EUR 125 Mio. wurden in der ersten Jahreshälfte durchgeführt. Wir sind generell sehr darauf bedacht, diszipliniert mit dem uns zur Verfügung stehenden Kapital umzugehen. In dem derzeitigen volatileren makroökonomischen Umfeld ist das für unseren Geschäftserfolg unabdingbar. In diesem Zusammenhang prüfen und vergleichen wir regelmäßig die Geschäftsentwicklungen in unseren jüngeren Märkten, bevor wir uns dazu entscheiden, weitere Wachstumsinvestitionen zu tätigen. Infolgedessen haben wir uns im vierten Quartal 2022 dazu entschlossen, uns aus dem japanischen Markt zurückzuziehen. Investitionen in unser Wachstum in anderen Bereichen sind für uns derzeit attraktiver. Die Tatsache, dass wir in der Vergangenheit schon immer konsequent und diszipliniert mit unserem Kapital gewirtschaftet haben, unterscheidet uns von den meisten anderen Wachstumsunternehmen. Dadurch waren wir bereits nach wenigen Jahren konstant profitabel. Unser Wachstum konnten wir bis heute größtenteils aus unserem eigens erwirtschafteten Cashflow finanzieren und wir haben gleichzeitig eine starke Bilanz aufrechterhalten. Dies wollen wir auch in Zukunft beibehalten.
Auch im Bereich Nachhaltigkeit haben wir unsere Vorreiterrolle weiter ausgebaut und unser Produkt dahingehend verbessert. Eine von Expert:innen begutachtete Lebenszyklusanalyse hat bestätigt, dass unser Produkt 25 % weniger Kohlenstoffemissionen verursacht, als die traditionelle Zubereitung von Mahlzeiten mit Zutaten, die im Supermarkt gekauft wurden. Eine veröffentlichte Forschungsarbeit hat gezeigt, dass das Kochen mit HelloFresh die Lebensmittelabfälle in Haushalten, im Vergleich zu herkömmlich gekochten Gerichten, um 38 % reduziert. Indem wir unsere Rezepten mit so genannten "Klima-Label" versehen, helfen wir unseren Kund:innen den Fußabdruck ihrer Mahlzeiten zu verstehen und damit nachhaltigere Entscheidungen zu treffen.
Diese und einige weitere Nachhaltigkeitsinitiativen hatten zur Folge, dass wir unsere ESG-Ratings bei den drei wichtigsten Rating-Agenturen, denen wir folgen, verbessern konnten. Im MSCI-Index haben wir zum Beispiel die Bewertung AA erhalten und landen damit unter den besten 36 % der Emittenten in unserer Branche.
Unser Fokus im Jahr 2023:
- Wir werden uns auch weiterhin darauf fokussieren, unsere etablierten Märkte weiter zu durchdringen. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem, dass wir unser Angebot kontinuierlich ausbauen und stärken - indem wir schnellere und flexiblere Lieferoptionen und eine größere Auswahl an wöchentlichen Mahlzeiten anbieten, sowie in eine Erweiterung des Produktsortiments investieren und weiterhin wettbewerbsfähige Preise haben. All diese Maßnahmen werden uns helfen, unsere Profitabilität weiter auszubauen.
- In 2022 haben wir HelloFresh in einige neue Märkte gebracht, wie zum Beispiel Spanien, Italien und Irland. Des Weiteren haben wir Good Chop, eine neue Premium-Marke für Fleisch-und Meeresfrüchte in den USA ins Leben gerufen. Unser Fokus liegt, vor allem bei den neuen Märkten und Marken sowohl darauf, ihre Wirtschaftlichkeit zu verbessern als auch auf dem Return on Invest. Damit können wir die neuen Märkte und Marken effizient skalieren, so dass sie schlussendlich positiv zu unserem Umsatzwachstum beitragen.
• Wir werden, wie bislang auch, auf bewährte Formate, wie unser Ready-to-Eat-Angebot setzen - zum Beispiel mit der Erweiterung von Kapazitäten für Factor in den USA und mit der kürzlichen Neueinführung von Factor in Kanada. Auch bei Youfoodz in Australien sehen wir Möglichkeiten, das Wachstum zu beschleunigen. Mit der Schaffung notwendiger Voraussetzungen für die erfolgreiche Geschäftsintegration und mit der bereits erwähnten Kapazitätserweiterung sehen wir uns dafür bestens aufgestellt.
Wir sind zuversichtlich, dass die oben genannten Initiativen uns dabei helfen werden, unsere langfristige Vision zu erreichen. Wir wollen der weltweit führende Konzern für integrierte Food Solutions Konzern. Wir sind davon überzeugt, dass wir damit den langfristigen Erfolg von HelloFresh sichern werden.
Berlin, den 6. März 2023
Dominik Richter Thomas Griesel Christian Gärtner Edward Boyes Chief Executive Officer Chief Executive Officer
International
Chief Financial Officer Chief Commercial Officer

Bericht des Aufsichtsrates
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, Sehr geehrte Damen und Herren,
Im Rückblick war das Geschäftsjahr 2022 für HelloFresh erneut ein sehr erfolgreiches Jahr. In all seinen Märkten meistert das Unternehmen weiterhin auf bewundernswerte Weise die wirtschaftlichen und betrieblichen Herausforderungen, die durch die COVID-19-Pandemie den Krieg in der Ukraine verursacht wurden. Dank seiner anhaltenden Finanzkraft, seiner globalen Reichweite und seiner Vorreiterrolle im Umweltschutz zählt das Unternehmen heute zu den führenden deutschen Unternehmen.
Im Jahr 2022 haben wir eng mit dem Unternehmen zusammengearbeitet, um die hohen Standards aufrechtzuerhalten, die seinem marktführenden Status entsprechen. Dies beinhaltete unter anderem (i) Investitionen in die Produktionskapazitäten und -fähigkeiten des Unternehmens, (ii) weitere Investitionen in die Technologie- und Datenfähigkeiten, (iii) die Gewährleistung, dass die erstklassige Finanzkraft des Unternehmens jederzeit aufrechterhalten wird, (iv) die Unterstützung des Unternehmens bei der Bewertung und Priorisierung zusätzlicher strategischer Initiativen sowie (v) die Unterstützung des Unternehmens bei der Evaluierung eines ausgewogenen Vergütungssystems und bei der weiteren Evaluierung der ESG-Strategie einschließlich der Diversitätsziele des Unternehmens.
Überwachung des Vorstands und andere wichtige Tätigkeiten des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat seine Aufgaben nach den gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung der HelloFresh SE, der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats vom 16. Juni 2022, zuletzt geändert durch Beschluss des Aufsichtsrats vom 26. Mai 2021 ("Geschäftsordnung des Aufsichtsrats") und dem Deutschen Corporate Governance Kodex, ordnungsgemäß wahrgenommen. Er informierte sich regelmäßig und ausführlich in schriftlicher und mündlicher Form über die Geschäftspolitik, über wesentliche Fragen der Finanz-, Investitions- und Personalplanung sowie über den Geschäftsverlauf. Der Vorstand hat dabei insbesondere die strategische Ausrichtung des Unternehmens mit dem Aufsichtsrat erörtert und vereinbart. Darüber hinaus war der Aufsichtsrat an allen grundlegenden Entscheidungen unmittelbar beteiligt.
Vor der Beschlussfassung wurden alle Transaktionen, die gemäß Satzung und/oder Geschäftsordnung des Vorstands der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, vom Vorstand erläutert und von Aufsichtsrat und Vorstand besprochen. Die Besprechungen fanden in Sitzungen des gesamten Aufsichtsrats oder seiner Ausschüsse oder per informeller Kommunikation mit dem Vorstand außerhalb der Aufsichtsratssitzungen statt. Der Vorsitzende sowie die Mitglieder des des Prüfungsausschusses besprachen prüfungsbezogene Themen mit dem Abschlussprüfer außerhalb der Sitzungen und ohne Beteiligung des Vorstands. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses stand auch in regelmäßigem Austausch mit dem Finanzvorstand und leitenden Angestellten des Finanzteams über wichtige Finanzangelegenheiten.
Der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand.
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2022 insbesondere folgende Themen intensiv diskutiert und geprüft:
- Einzel- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 und Ergebnisse für das erste Halbjahr 2022;
- Die laufende Geschäftsentwicklung, einschließlich der Entwicklung des Umsatzes und der Rentabilität, der Liquiditätslage, der Marktposition und der Geschäftsstrategie des Unternehmens;
- Ausgewählte wesentliche Wachstumsinvestitionen, einschließlich des Aufbaus neuer Lieferzentren und die Erweiterung der Geschäftstätigkeit auf neue Märkte;
- Ein Bericht des Prüfungsausschusses über die wichtigsten Kontrollen, Prozesse und die Informationssicherheit des Unternehmens;
- Die Prüfungsplanung und die vierteljährlichen Berichte der internen Revision, mit strategischen Überlegungen zur Positionierung und Präsenz in den USA und Australien sowie in neuen Märkten;
- Das Budget des HelloFresh Konzerns für 2023, nebst der Planung des Umsatzes sowie der Margen für jedes Segment und der Investitionsplanung für jede Region;
- strategische Positionierung und Struktur des Konzerns sowie Unternehmensorganisation; inklusive Nachfolgeplanung und Diversitätsziele;
-
Einladung und Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung 2022 mit Beschlussvorschlägen;
-
Einführung des überarbeiteten Vergütungsprogramms für Vorstandsmitglieder ("Vergütungssystem 2022") und Vorlage an die Hauptversammlung 2022;
- Einführung eines modifizierten Aktienprogramms zur Incentivierung von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen (RSUP 2019);
- Änderung der bestehenden Dienstvereinbarung der Vorstandsmitglieder hinsichtlich des Ausübungspreises bestimmter virtueller Optionen;
- Umstrukturierung der Zusammensetzung der Ausschüsse des Aufsichtsrats und Änderung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats;
- Durchführung einer umfassenden Selbstevaluierung im Hinblick auf die Aufgabenwahrnehmung durch den Aufsichtsrat und seine Ausschüsse mit externer Unterstützung;
- Entscheidung, Irland als neuen Markt für HelloFresh zu erschließen;
- Neufassung der Geschäftsordnung des Vorstands; sowie
- Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex.
Zur allgemeinen und spezifischen Weiterentwicklung nahmen die Mitglieder des Aufsichtsrats an internen und externen Sitzungen und Schulungen zu neuen Rechtsentwicklungen im Aktienrecht (ARUG II) und dem neuen Corporate Governance Kodex teil. Soweit die Mitglieder des Aufsichtsrats eigenverantwortlich an Veranstaltungen teilgenommen haben, wurden sie dabei von der Gesellschaft unterstützt. Die aktuellen Mitglieder aber auch mögliche neue Mitglieder des Aufsichtsrats können sich mit Vorstandsmitgliedern und fachlich verantwortlichen Führungskräften über grundsätzliche und aktuelle Fragen austauschen und sich so einen Überblick über die relevanten Themen des Unternehmens verschaffen.
Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand
Vorstand und Aufsichtsrat haben auch im Geschäftsjahr 2022 zum Wohle des Unternehmens eng zusammengearbeitet. In einem kontinuierlichen, intensiven Dialog behandelte der Aufsichtsrat mit dem Vorstand Strategie-, Planungs-, Geschäftsentwicklungs- und Risikomanagementfragen.
Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand umfasst die unverzügliche Unterrichtung des Aufsichtsratsvorsitzenden über wichtige Ereignisse, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen: Transaktionen von grundlegender oder wesentlicher Bedeutung, zu Transaktionen von Vorstandsmitgliedern und dem Unternehmen nahestehenden Personen sowie die Zustimmung zu Nebentätigkeiten außerhalb des Unternehmens.
Neben der Teilnahme an den Sitzungen üben die Mitglieder des Aufsichtsrats informell die folgenden Tätigkeiten aus:
- Informeller Dialog mit dem Vorstand und den leitenden Angestellten und Beratung mit diesen;
- Kontaktaufnahme mit Investoren und Beratung zu Unternehmensfragen;
- Vor-Ort-Besuche von Lieferzentren;
- Beratung und Unterstützung der internen Revision;
- Bei Bedarf zusätzliche Kontakte zu Dritten, z. B. zu den externen Abschlussprüfern und Beratern des Unternehmens;
- laufende Qualifizierung zu regulatorischen Anforderungen.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats tauschen sich häufig untereinander aus und treffen sich zur Erörterung bestimmter Angelegenheiten und für die Sitzungen der Unterausschüsse. Bei allen Plenarsitzungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2022 war der gesamte Vorstand anwesend. Im Anschluss an die Plenarsitzungen des Aufsichtsrats trat der Aufsichtsrat auch regelmäßig ohne die Teilnahme von Vorstandsmitgliedern zusammen.
Veränderungen im Aufsichtsrat
Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine personellen Veränderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrates. Allerdings hat der Aufsichtsrat im Berichtsjahr die Zusammensetzung seiner Ausschüsse geändert.
Zusammensetzung des Aufsichtsrats und der Ausschüsse
Gemäß der Satzung der HelloFresh SE besteht der Aufsichtsrat derzeit aus fünf (5) Mitgliedern. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats werden von der ordentlichen Hauptversammlung als Vertreter der Aktionäre gewählt. Der Aufsichtsrat unterliegt nicht dem Gesetz über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer.
Die Mitglieder des Aufsichtsrates verfügen über umfassende Fähigkeiten, um die Arbeit des Vorstandes der Gesellschaft effektiv zu überwachen. Der Vorsitzende und die Aufsichtsratsmitglieder haben berücksichtigt, dass diese Kompetenzen die für das Unternehmen relevanten Risiko- und Erfolgsfaktoren zutreffend widerspiegeln. Zum jetzigen Stand verteilen sich die Zuständigkeiten auf die einzelnen Mitglieder wie in der folgenden Matrix dargestellt:
| Funktionale Erfahrung | Sektor spezifische Erfahrung |
Diversität | Amtszeit | ||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Buchführung | Risikomanagement Controlling/ |
Marketing | ESG | Kapitalmarkt / Investor Relations |
Corporate Governance/ Compliance |
notierter Gesellschaften Führung börsen |
USA und internationale Märkte |
FMCG | Digital und Internet | Lebensmittel | Alter | Geschlecht | Nationalität | Position | Unabhängigkeit | Weitere Mandate | Erste Wahl zum Aufsichtsrat |
Ende der aktuellen Amtszeit |
|
| John H. Rittenhouse (Vorsitzender) |
J | J | J | J | J | J | J | J | J | J | 66 | M | US | exek | J | 3 | 2015 | 2023 | |
| Ursula Radeke Pietsch (Stellvertretend e Vorsitzende) |
J | J | J | J | J | J | J | J | J | 64 | W | DE | exek | J | 2 | 2015 | 2023 | ||
| Derek Zissman | J | J | J | J | J | J | J | J | J | 78 | M | GB | post | J | 4 | 2015 | 2023 | ||
| Stefan Smalla | J | J | J | J | J | J | J | 46 | M | DE | exek | J | 1 | 2021 | 2023 | ||||
| Susanne Schröter Crossan |
J | J | J | J | J | J | J | 43 | W | DE | exek | J | 1 | 2021 | 2023 |
Die weiteren Organmandate der Aufsichtsratsmitglieder lauten wie folgt:
- John H. Rittenhouse: Vorsitzender und CEO, Cavallino Capital, LLC; Aufsichtsratsvorsitzender, Jumia Technologies AG; Vorstandsmitglied, Flaviar Inc.
- Ursula Radeke-Pietsch: Globale Leiterin Strategische Projekte, Siemens AG
- Derek Zissman: Direktor, Crossroads Partners Ltd., Non-Executive Director. Sureserve Group Plc.; Non-Executive Director, 600 Group Plc., Non-Executive Director
- Stefan Smalla CEO, The Quality Group
- Susanne Schröter-Crossan Finanzvorstand, LEG Immobilien SE
Änderungen im Vorstand
Im Berichtsjahr gab es im Vorstand keine strukturellen oder personellen Veränderungen.
Angaben zur Corporate Governance
Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat bekennen sich zu den Grundsätzen guter Corporate Governance und Transparenz. Anstelle dieses Berichts hat der Konzern auf der Website www.hellofreshgroup.com im Unterabschnitt "Governance" der Investor-Relations-Seite zusätzliche Informationen veröffentlicht oder wird dies noch tun, darunter:
• Eine Entsprechenserklärung von Aufsichtsrat und Vorstand für die HelloFresh SE gem. § 161 AktG im Rahmen seiner Berichterstattung zum Geschäftsjahr 2022, wobei Abweichungen vom Deutschen Corporate Governance Kodex erläutert werden;
- Der Corporate-Governance-Bericht 2022, der Folgendes enthält:
- die Arbeitsweise und Verantwortlichkeiten des Vorstands, des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse;
- das Zusammensetzungsprofil von Vorstand und Aufsichtsrat;
- eine Übersicht über das vom Aufsichtsrat beschlossene Selbstbewertungsverfahren;
- Den Vergütungsbericht
- Den Ethikkodex des Konzerns.
Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2022 vier (4) Sitzungen abgehalten und hatte vier Unterausschüsse, welche im Geschäftsjahr wie folgt zusammengekommen sind.
| Anwesenheit | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Aufsichtsrat | Prüfung Vergütung |
Präsidial- und Nominierung |
ESG | % | |||
| John H. Rittenhouse | 5 von 5 | 7 von 7 | 1 von 1 | 2 von 2 | 4 von 4 | 100 % | |
| Ursula Radeke-Pietsch | 5 von 5 | 7 von 7 | (1 von 1)* | n/a | 100 % | ||
| Derek Zissman | 5 von 5 | 7 von 7 | n/a | (1 von 1)** | (2 von 2)* | 100 % | |
| Stefan Smalla | 5 von 5 | n/a | n/a | (1 von 1)* | 4 von 4 | 100 % | |
| Susanne Schröter-Crossan | 5 von 5 | (3 von 3)* | 1 von 1 | (1 von 1)** | 4 von 4 | 100 % | |
| * Member of the Supervisory Board sub-committee since June 16, 2022. |
** Not any longer Member of the Supervisory Board sub-committee since June 16, 2022.
Der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse führten ihre Geschäfte durch Video- und Telefonkonferenzen. Der Aufsichtsrat, der Präsidial- und Nominierungsausschuss und der Vergütungsausschuss fassten außerdem mehrere Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren sowie per E-Mail-Abstimmung.
Prüfung des Einzel- und Konzernabschlusses
Als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 wurde die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, von der Hauptversammlung gewählt und vom Aufsichtsrat beauftragt. Der Aufsichtsrat bestätigte die Konditionen, die Prüfungsschwerpunkte und den Auftrag, die alle vom Prüfungsausschuss verhandelt wurden. KPMG wurde erstmals für das Geschäftsjahr 2019 zum Abschlussprüfer bestellt und der verantwortliche Abschlussprüfer ist Björn Knorr, der diese Rolle für das erste Jahr wahrnahm.
Der Aufsichtsrat hat KPMG damit beauftragt den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 zusammen mit dem Rechnungslegungsprozess, dem Lagebericht sowie dem Risikofrüherkennungssystem zu prüfen. Die Prüfer erteilten einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Darüber hinaus wurde die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, auch mit der Prüfung des Vergütungsberichts und des nicht finanziellen Berichts für das Geschäftsjahr 2022 beauftragt.
Der Aufsichtsrat überzeugte sich von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und holte eine entsprechende Unabhängigkeitserklärung ein. Die Jahresabschlüsse und zugehörigen Prüfungsberichte wurden den Aufsichtsratsmitgliedern übersandt. Der Aufsichtsrat überprüfte den Einzel- und Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht der HelloFresh SE. Das Ergebnis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und das Ergebnis seiner eigenen Prüfung entsprechen vollständig dem Ergebnis der Abschlussprüfung. Angesichts des abschließenden Ergebnisses seiner eigenen Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen das Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer. Der Aufsichtsrat hat daher den Einzel- und Konzernabschluss der HelloFresh SE für das Geschäftsjahr 2022 genehmigt. Damit ist der Jahresabschluss der HelloFresh SE für 2022 festgestellt.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und den Mitarbeitenden von HelloFresh an dieser Stelle für ihre hervorragenden Leistungen und ihr großes Engagement im Geschäftsjahr 2022.
Berlin, den 6. März 2023
Im Auftrag des Aufsichtsrats

Unternehmensstrategie
Unsere Vision ist es, den weltweit führenden integrierten Food Solutions Konzern zu werden. Im Vergleich zum traditionellen Lebensmitteleinkauf erlaubt uns unser Geschäftsmodell, unseren Kund:innen frischere Zutaten, eine individuelle Auswahl der Gerichte anzubieten und ihnen dafür Stress abzunehmen. Auch unsere einzigartige Lieferkette ist effizienter. Im Laufe der vergangenen Jahre haben wir eine Vielzahl an Kernkompetenzen und Fachkenntnisse aufgebaut. Dazu gehören: Rezept- und Menüentwicklung; die Optimierung der Vorhersage der Nachfrage basierend auf Daten und Softwarelösungen; eine Lieferkette für verderbliche Waren über eine Vielzahl an Märkten hinweg; effiziente Produktionsprozesse in unseren Produktionsstätten; kosteneffiziente und zuverlässige Logistiklösungen entweder von uns selbst entwickelt oder gemeinsam mit Drittanbietern; eine weltweit bekannte Marke für Kochboxen und eine belastbare Marketing- und Digitalplattform für unser Wachstum. Mit diesen Kernkompetenzen haben wir nicht nur in unserem Kernsegment, den Kochboxen, eine starke Wettbewerbsposition erreicht, sondern - nach der Übernahme von Factor und Youfoodz - auch im Direct-to-Consumer Segment für Fertiggerichte. Darüber hinaus haben wir HelloFresh "Market" in unseren größten Märkten erfolgreich eingeführt und bieten unseren Kund:innen dort eine erweiterte Auswahl an Zusatzprodukten an.
Stärkere Marktdurchdringung
Wir sehen in den Ländern, in denen wir derzeit geschäftstätig sind, noch ein erhebliches Wachstumspotenzial. Im Drei-Monatszeitraum zum 31. Dezember 2022 hatten wir 7,11 Million Kund:innen, verglichen mit unserem adressierbaren Gesamtmarkt von rund 322 Millionen Haushalten in den achtzehn Ländern, in denen wir tätig sind. Im US-Segment haben wir mit unseren Marken HelloFresh, EveryPlate, Green Chef und Factor rund 135 Millionen Haushalte als Zielgruppe, die wir durch ein vielfältiges und unterschiedlich bepreistes Produktangebot und mit verschiedenen Komfortstufen bedienen. Im internationalen Segment umfasst unsere Zielgruppe für die Marken HelloFresh, EveryPlate, Youfoodz (Australien), Green Chef (Vereinigtes Königreich, Belgien und die Niederlande) sowie Chefs Plate (Kanada) rund 187 Millionen Haushalte. Außerdem haben wir im vergangenen Jahr unsere Marke für Fertiggerichte, Factor, in Kanada eingeführt.
Beide Geschäftssegmente weisen derzeit moderate Raten zur Marktdurchdringung auf: 2,5 % unseres adressierbaren Gesamtmarktes im US-Segment und 2,0 % unseres adressierbaren Gesamtmarktes im internationalen Segment weisen auf erhebliche Expansionsmöglichkeiten in unseren derzeitigen Märkten hin. Dies wird durch die kontinuierliche Erweiterung unseres Produkt- und Serviceangebots vorangetrieben, indem wir den Komfort, die Auswahl und den Wert, den wir unseren Kund:innen bieten, verbessern. Im Jahr 2022 hat sich zum Beispiel die Anzahl der wöchentlichen Rezepte für unser Kochbox-Geschäft weltweit um ca. 30 % erhöht. Indem wir ein breiteres Spektrum an Ernährungsbedürfnissen- oder vorlieben abdecken, haben wir die Möglichkeit, Kund:innen besser anzusprechen, zu halten oder zu reaktivieren.
Mit der Ausweitung unseres Produktangebots wächst auch unsere Fähigkeit, Kund:innensegmente und demografische Gruppen anzusprechen, deren Durchdringung unter dem von HelloFresh liegt. Darüber hinaus gibt es eine bedeutende und wachsende Zahl ehemaliger Kund:innen, die in jedem Quartal auf das Angebot zurückkommen.
Wachstum kürzlich eingeführter Marken und Länder
Im Jahr 2022 haben wir eine Reihe attraktiver neuer Märkte und Marken eingeführt, darunter zwei neue Länder Spanien und Irland. Darüber hinaus haben wir unsere Marke Green Chef in Belgien und den Niederlanden eingeführt, und mit Good Chop, einer Marke für Premium Fleisch- und Meeresfrüchte, eine neue Marke in den USA aufgebaut. Mit diesen neuen Ländern und Markeneinführungen schließen wir an die erfolgreichen Expansionen in Italien, Norwegen und dem Start von Green Chef in Großbritannien an.
Die in den letzten vier Jahren neu eingeführten oder erworbenen Geschäftsbereiche tragen bereits jetzt deutlich mehr als 20 % zu HelloFresh's Umsatz bei und werden auch weiterhin eine wichtige Rolle in unserem langfristigen Wachstum spielen. Im Zuge dieser Skalierung prüfen wir regelmäßig die Geschäftsentwicklungen, vor allem mit Blick auf Profitabilitätsziele und Kapitaldisziplin. Dies gilt vor allem für Bereiche, in denen es weniger wahrscheinlich ist, dass die Ziele erreicht werden können.
Erhöhung der Kund:innenprofitabilität
Mit der Erweiterung unseres Produktangebots wird HelloFresh nicht nur eine höhere Marktdurchdringung erreichen, sondern auch eine bessere Monetarisierung der Kund:innen. Unser diverses Angebot mit einem Portfolio von Produkten, für die Kund:innen einen Aufpreis zahlen müssen, wie zum Beispiel "Premium-Gerichte", zusätzliche Rezepte, zusätzliche Portionen und der Möglichkeit, einzelne Zutaten auszutauschen, erhöhen wir erfolgreich den durchschnittlichen Bestellwert unserer Kund:innen. Dadurch, dass wir jede Woche immer mehr Rezepte zur Auswahl
haben, sind Kund:innen grundsätzlich eher dazu geneigt, zusätzliche Gerichte auszuwählen, wenn sie Rezepte finden, die ihnen gut gefallen.
Wir können unseren bestehenden Kund:innenstamm auch durch das Angebot von Zusatzprodukten für andere Mahlzeiten monetarisieren. So ermöglicht "HelloFresh Market" Kund:innen, Produkte wie Salate, schnell zubereitete Mittagessen, Desserts, Vorspeisen, Snacks oder Frühstück zu kaufen. Nach einem Pilotprojekt in den BeNeLux-Ländern und anschließend in den USA ist "HelloFresh Market" jetzt in fünf weiteren Ländern verfügbar, und es ist geplant, das Angebot weiter auszubauen. Der Verkauf von Zusatzangeboten kann zukünftig auch dadurch erfolgen, dass bestehende Kochbox-Kund:innen mit einer oder mehreren unserer anderen Marken wie Factor oder Good Chop angesprochen werden.
Einführung und Skalierung von angrenzenden und neuen Produktangeboten
Im Rahmen unserer Vision, die weltweit führende integrierte Food Solutions Gruppe zu werden, planen wir auch weitere Investitionen in unser neuestes Segment, Ready-to-Eat. Wir planen unter anderem die Produktionskapazitäten für Factor weiter auszubauen, um die steigende Nachfrage auch weiterhin bedienen zu können. Factor hat in den USA bereits im vergangenen Jahr die Position als Marktführer in dem Segment eingenommen. Wir werden auch zukünftig in die Weiterentwicklung unseres Factor-Produktangebots investieren, zum Beispiel durch die Erweiterung der Produktauswahl und durch die Einführung von Zusatzprodukten. Nach dem Erfolg von Factor in den USA wurde das Geschäft 2022 auch in Kanada eingeführt. Youfoodz, unsere Ready-to-Eat Marke in Australien, eröffnet ebenfalls neue Produktionsstätten, um auf die nächste Wachstumsphase vorbereitet zu sein.
Durch die Ausweitung unseres Produktangebots auf Fertiggerichte, konnten wir noch mehr Haushalte ansprechen. Die Zielgruppe besteht primär aus Single-Haushalten und einem männlichen Publikum, die beide tendenziell weniger regelmäßig mit frischen Zutaten kochen.
Ähnlich wie bei unserer erfolgreichen Expansion in das Fertiggericht-Segment, sehen wir mehrere weitere Möglichkeiten, unsere Kompetenzen im Direct-to-Consumer Bereich für Lebensmittel einzusetzen, um im Laufe der Zeit andere große, attraktive und wachsende Kund:innensegmente zu bedienen.
Skalierung unserer Kompetenzen und unserer Infrastruktur
Um unsere Vision zu verwirklichen, investieren wir weiterhin in den Aufbau starker interner Kompetenzen. Innerhalb unserer Lieferkette umfasst dies Kapazitätserweiterungen, Modernisierungen und die weitere Automatisierung sowie in bestimmten Fällen die Rationalisierung von Standorten, wenn die vorhandenen Einrichtungen nicht mehr zweckmäßig sind. Darüber hinaus fallen darunter Investitionen in unsere eigene Infrastruktur für die letzte Meile. Wir gehen davon aus, dass die Automatisierung der Produktionsstätten nicht nur die Wirtschaftlichkeit verbessern, sondern auch eine schnellere und effizientere Produktentwicklung im Laufe der Zeit ermöglichen wird.
Darüber hinaus haben wir in den letzten zwei Jahren unsere Technologie- und Datenteams vergrößert. Die Erweiterung der Teams erlaubt uns, unser Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit maßgeschneiderter Software und Analysen noch besser zu unterstützen.

| 1. | Grundlagen des Konzerns 16 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1.1 | Geschäftsmodell 16 | ||||||||
| 1.1.1 Allgemeine Informationen 16 |
|||||||||
| 1.1.2 Geschäftsaktivitäten 16 |
|||||||||
| 1.2 | Forschung und Entwicklung 18 | ||||||||
| 2. | Steuerungssystem 19 | ||||||||
| 2.1 | Finanzielle Leistungsindikatoren 19 | ||||||||
| 2.2 | Nicht finanzielle Leistungsindikatoren 21 | ||||||||
| 3. | Wirtschaftliche Situation 22 | ||||||||
| 3.1 | Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen 22 | ||||||||
| 3.1.1 Internationaler Markt 22 |
|||||||||
| 3.1.2 USA 23 |
|||||||||
| 3.2 | Lage auf dem Lebensmittelmarkt 23 | ||||||||
| 3.3 | Geschäftsverlauf 23 | ||||||||
| 3.4 | HelloFresh-Aktie und Zusammensetzung des Aktienkapitals 24 | ||||||||
| 3.5 | Allgemeine Erklärung des Vorstands zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen | ||||||||
| Lage 24 | |||||||||
| 4. | Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns 26 | ||||||||
| 4.1 | Ertragslage des Konzerns 26 | ||||||||
| 4.2 | Finanzlage des Konzerns 27 | ||||||||
| 4.3 | Vermögenslage des Konzerns 28 | ||||||||
| 4.4 | Ertragslage der berichtspflichtigen Segmente 29 | ||||||||
| 4.4.1 Ertragslage des Segments USA 30 |
|||||||||
| 4.4.2 Ertragslage des Segments International 31 |
|||||||||
| 5. | Risiko- und Chancenbericht 34 | ||||||||
| 5.1 | Risikobericht 34 | ||||||||
| 5.1.1 Gegenmaßnahmen und internes Kontrollsystem 35 |
|||||||||
| 5.1.2 Risikoberichterstattung und -methodologie 35 |
|||||||||
| 5.1.3 Risikobereiche 37 |
|||||||||
| 5.2 | Chancenbericht 40 | ||||||||
| 6. | Prognosebericht 41 | ||||||||
| 6.1 | Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen 41 | ||||||||
| 6.2 | Zielerreichung im Geschäftsjahr 2022 41 | ||||||||
| 6.3 | Prognosebericht für 2023 41 | ||||||||
| 7. | Ergänzende Lageberichterstattung zum Einzelabschluss der HelloFresh SE 44 | ||||||||
| 7.1 | Grundlegende Informationen 44 | ||||||||
| 7.2 | Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der HelloFresh SE 44 | ||||||||
| 7.2.1 Ertragslage der HelloFresh SE 44 |
|||||||||
| 7.2.2 Vermögenslage der HelloFresh SE 46 |
|||||||||
| 7.2.3 Finanzlage der HelloFresh SE 47 |
|||||||||
| Risiko- und Chancenbericht 47 7.3 Prognosebericht für 2022 47 7.4 |
||
|---|---|---|
| 8. | Erklärung zur Unternehmensführung (Corporate Governance Kodex) 48 | |
| 9. | Zusammengefasster nicht finanzieller Bericht 49 | |
| 10. | Übernahmerechtliche Angaben 50 |
1. Grundlagen des Konzerns
1.1 Geschäftsmodell
Seit der Gründung als Kochbox-Anbieter im Jahr 2011 ist HelloFresh nach wie vor einer der führenden Innovateure in der Lebensmittelindustrie für Zuhause. Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat der Konzern eine starke, vertrauenswürdige Marke aufgebaut, welche personalisierte Mahlzeit-Lösungen frei Haus in zahlreiche Regionen weltweit liefert. Neben unserer bekanntesten Marke HelloFresh, gehören auch Factor, EveryPlate, Green Chef, Chefs Plate und Youfoodz zu unserem Konzern, welcher im Drei-Monatszeitraum zum 31. Dezember 2022 insgesamt 7,11 Millionen aktive Kund:innen mit personalisierten Mahlzeit-Lösungen belieferte.
Unsere Mission ist es, neue Lösungen zu finden, wie Menschen sich einfach und bewusst ernähren können und wir bieten unseren Kund:innen eine sichere und günstige Variante, frische selbst gekochte oder vorgekochte Mahlzeiten ohne Planung und Einkaufen zu genießen. Diese werden direkt zu unseren Kund:innen nach Hause geliefert durch unser effizientes und zentralisiertes Geschäftsmodell.
1.1.1 Allgemeine Informationen
HelloFresh wurde 2011 in Berlin gegründet und gehörte zu den ersten Anbietern von Kochboxen, wie wir sie heute kennen. Kurz nachdem die Unternehmensgründer in ihrer Küche die ersten Kochboxen zusammengestellt hatten, begannen sie mit der Expansion in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien, dann folgten Österreich, Australien, die USA, Belgien, Kanada, die Schweiz, Luxemburg, Frankreich, Neuseeland, Schweden, Dänemark. In 2021 nahm HelloFresh den Betrieb in Norwegen, Italien und für kurze Zeit in Japan (bis zur Geschäftsaufgabe im Dezember 2022) auf. In 2022 haben wir unser Angebot nun auch in Irland und Spanien eingeführt. Mit aktuell operativer Geschäftstätigkeit in achtzehn Ländern über drei Kontinente verteilt, hat sich HelloFresh sowohl im Hinblick auf die geografische Reichweite als auch hinsichtlich der Umsatzerlöse und der Zahl der aktiven Kund:innen zu einem der größten Anbieter auf dem weltweiten Markt für Kochboxen entwickelt.
Das Geschäft von HelloFresh wird auf Grundlage von zwei geografischen Regionen gesteuert, die auch unseren Geschäfts- bzw. Berichtssegmenten entsprechen: "International" und "USA". Das Segment International umfasst unsere Geschäftsaktivitäten in Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Irland, Italien, Japan, Australien, Neuseeland, Deutschland, Österreich, Kanada, der Schweiz, Norwegen, Schweden und Dänemark sowie Spanien. Das Segment USA umfasst unser Geschäft in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Ab 2023 wird das kanadische Geschäft zusammen mit dem ehemaligen US-Segment in einem neuen Segment "Nordamerika" zusammengefasst.
1.1.2 Geschäftsaktivitäten
Unser Geschäftsmodell unterscheidet sich von den traditionellen Lieferketten des Einzel- oder Lebensmittelhandels, da es das traditionelle Modell der Lebensmittelversorgungskette überdenkt. Indem wir mit dem Verbraucher beginnen und vorgelagert mit einem "Pull-Modell" arbeiten, eliminieren wir den Bedarf an Intermediären wie Distributoren oder Großhändlern weitgehend. Wir arbeiten eng mit unserem Lieferantennetzwerk, darunter hauptsächlich lokalen Anbietern, zusammen, sodass wir die Zutaten für unsere Mahlzeiten nach Bedarf und in den benötigten Mengen frisch beziehen können. Bei allen verderblichen Produkten versuchen wir eine Vorratshaltung soweit wie möglich zu vermeiden. Die Kochboxen und die Fertiggerichte werden in Lieferzentren mit Kühllagern mit den Zutaten befüllt. Von dort erfolgt die Auslieferung der Mahlzeit-Lösungen in Isolierverpackungen, bzw. in bestimmten Märkten auch in Kühlfahrzeugen, um sicherzustellen, dass die Zutaten stets frisch ausgeliefert werden.
Darüber hinaus können unsere Kund:innen in bestimmten Märkten (USA, Australien und Kanada) Fertiggerichte bestellen, welche primär von uns direkt nach Hause geliefert werden. Das Geschäftsmodell für Fertiggerichte ähnelt sehr stark dem der Kochboxen, beinhaltet aber einen zusätzlichen Schritt im Beschaffungsprozess. Die vorgekochten Mahlzeiten werden in unseren Produktionsstätten gekocht, bevor sie verpackt und an den Verbraucher geliefert werden.
Zusätzlich zu unserem Kerngeschäft mit Kochboxen bieten wir unseren Kund:innen in bestimmten Regionen, einschließlich den USA, BeNeLux, Deutschland, Australien und Kanada auch ein umfassenderes Angebot an Zusatzprodukten an, wie zum Beispiel Desserts, Suppen, Salate, Snacks und andere ausgewählte Lebensmittel.
Unsere wichtigsten Geschäftsprozesse sind daten- und technologiegestützt. Unsere speziell entwickelte Software ermöglicht es uns unter anderem, wöchentliche Menüs in effiziente Kaufentscheidungen für Zutaten zu verwandeln und Information über Preise und Verfügbarkeit in die Menüplanung einzubeziehen. Die Software erstellt automatisch wöchentliche Pläne sowohl für die Produktion als auch die Lieferung an unsere Kund:innen innerhalb der von ihnen präferierten Lieferzeitfenstern und stellt Daten zur Optimierung unserer Produkte und Prozesse zur Verfügung. Außerdem ermöglicht unsere Technologieplattform dem Marketingteam ein besseres Verständnis der unterschiedlichen
Kontaktpunkte der Kund:innen mit unserem Unternehmen. Darüber hinaus kann so eine dynamische Anpassung unseres Marketingbudgets an die einzelnen Märkte, Produkte und Kanäle zur Optimierung der Kund:innenprofitabilität erfolgen, d. h. erwarteter Gewinnbeitrag, der während der gesamten Geschäftsbeziehung mit den relevanten Kund:innengruppen im Vergleich zu den Kund:innenakquisitionskosten erzielt wird.
Ein Kochboxenmenü, das auf die individuellen Kund:innenbedürfnisse abgestimmt ist
Unser Leistungsversprechen basiert auf fünf Säulen: ausgewogene und leckere Gerichte, Individualisierung und Personalisierung, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, High-Convenience-Produkte und ein genussvolles Produkterlebnis. Unsere Kund:innen können ihren Menüplan unter Berücksichtigung ihrer Ernährungspräferenzen, ihres Zeitplans und der Größe ihres Haushalts variabel zusammenstellen. In Regionen, in denen wir eine Mehrmarkenstrategie verfolgen, können unsere Kund:innen die Marke wählen, welche am besten zu ihrem Lebensmittelbudget und ihrer Lebensführung passt. Je nach Markt können die Kund:innen zwischen Boxen mit zwei, drei, vier oder fünf Mahlzeiten wählen. Bei diesen Boxen haben die Kund:innen in den meisten Märkten die Wahl zwischen 30 bis 40 Rezepten, die von Köchen entwickelt werden und sich wöchentlich ändern. Unser engagiertes Team aus Köchen und Ernährungsberatern stellt jede Woche Menüpläne mit neuen Mahlzeiten zusammen, die in durchschnittlich ca. 30 Minuten zubereitet sind. Bei der Entwicklung neuer Rezepte und der Zusammenstellung dieser zu wöchentlichen Menüs achten unsere Küchenteams und Ernährungsberater:innen auf Basis zugrundeliegender Daten und Analysetools darauf, dass eine große Bandbreite an Geschmacksrichtungen und Ernährungspräferenzen wie familiengerecht, vegetarisch, vegan, kalorienarm oder schnell und einfach abgedeckt sind (z.B. 15-Minuten-Rezepte, die sich bei unseren Kund:innen als sehr beliebt erwiesen haben). Außerdem können unsere Kund:innen in den meisten Märkten ihre Fleisch- oder Fischbeilage austauschen, Upgrades vornehmen oder Rezepte und Desserts zu ihren Menüs hinzufügen, um so ihre Auswahl weiter zu personalisieren.
Durch unsere im März 2018 erworbene Premium-Kochbox Marke GreenChef bieten wir unseren Kund:innen eine breite Auswahl an einfach zu befolgenden Mahlzeitenpläne für jeden Lebensstil und jede Ernährungsweise an, von ketogen bis hin zu pflanzlicher Ernährung und darüber hinaus. GreenChef in den USA ist ein zertifiziertes Bio-Unternehmen. Die Marke ist nun auch für unsere britischen und niederländischen Kund:innen verfügbar. Durch unsere Marke EveryPlate in den USA und Australien bieten wir unseren Kund:innen ein preisgünstigeres Markenangebot. In ähnlicher Weise erhalten auch Kund:innen in Kanada mit einem kleineren Budget Zugang zu unseren Produkten durch unsere Marke Chefs Plate. Mit der Übernahme von Factor, Inc. und ihren Tochtergesellschaften im Dezember 2020 sind wir in den USA in ein neues Marktsegment eingestiegen, indem wir fortan gesunde und frische vorgekochte Mahlzeiten anbieten. Im Jahr 2022 haben wir damit begonnen, die Marke Factor in Kanada einzuführen. Darüber hinaus bieten wir seit Oktober 2021 durch die Akquise von YouFoodz in Australien vorgekochte Gerichte, proteinhaltige Snacks und kaltgepresste Säfte direkt an Kund:innen und über bestimmte Einzelhandelskanäle an.
Datenbasierte Zusammenstellung der Gerichte und Menüoptimierung
Die Zusammenstellung der Gerichte basiert auf quantitativen und qualitativen Grundsätzen. In unseren Rezepten vereinen wir die Erfahrung unserer Köch:innen und ihr Wissen über regionale Ernährungstrends mit Anregungen unserer Kund:innen, insbesondere auf Grundlage von Kund:innenbewertungen und zutatenbasierten Datenpunkten. Wir berücksichtigen bei der Gestaltung unserer Mahlzeiten auch saisonale Aspekte , indem wir zum Beispiel in bestimmten Zeiträumen keine Gemüsesorten außerhalb der Saison verwenden. Indem wir uns auf saisonale Produkte konzentrieren, können wir die Kohlenstoffemissionen (aus Produktion und Transport) und die Verpackung reduzieren und gleichzeitig die Kosten für das Menü optimieren.
Unsere wöchentliche Menüauswahl ist darüber hinaus in hohem Maße quantitativ ausgerichtet und ermöglicht die Kombination einer beliebigen Anzahl an Rezepten, sodass eine möglichst große Bandbreite an Geschmacksvarianten, Ernährungspräferenzen, Lebensstilen und anderen Aspekten abgedeckt ist. Mit unserem Softwareoptimierungs-Tool können wir alle quantitativen und qualitativen Aspekte der Rezeptbewertungen, die wir wöchentlich z.B. in Bezug auf die Preise, Zutaten und Geschmackskombinationen unserer Rezepte erhalten, erfassen und analysieren. So können wir unser Angebot weiter optimieren und auf die Wünsche unserer Kund:innen in Bezug auf Proteingehalt, abwechslungsreiche Küche, ausgefallene Zutaten und Menüzusammenstellungen ausrichten.
Produktinnovation
Die Qualität unserer Mahlzeiten und unseres Produktangebots ist das Ergebnis eines strukturierten und datenbasierten Produktentwicklungsansatzes. Produktinnovationen komplementieren die Entwicklung neuer Rezepte und die Menüplanung. In den meisten Regionen bieten wir unseren Kund:innen Zusatzprodukte bzw. Optionen wie zum Beispiel Premium-Mahlzeiten, Austausch der Fleisch- und Fischbeilagen, Doppelportionen und zusätzliche Rezepte an. Wir bieten darüber hinaus eine wachsende Auswahl an Zusatzprodukten, wie Suppen, Snacks, Fruchtboxen, Desserts, vorgekochte Mahlzeiten und saisonale Boxen (z. B. für Weihnachten) an. Neue Initiativen werden durch eine rigorose
Test- und Lernphilosophie validiert, welche Datenanalysen einsetzt um unsere Produktpalette und -präsentation zu optimieren.
Flexibles Bestellsystem
Unser Geschäft basiert grundsätzlich auf einem flexiblen Bestellsystem, bei dem Kund:innen sich für einen Menüplan entscheidet, den er dann auf wöchentlicher Basis anhand von Parametern wie Haushaltsgröße, Anzahl der Mahlzeiten, Lieferfenster, Geschmacksrichtungen und Ernährungspräferenzen anpasst. Kund:innen haben auch die Möglichkeit, Lieferungen für die Wochen, in denen sie keine Kochboxen erhalten möchten, zu pausieren, wenn sie beispielsweise im Urlaub sind. Unsere Kund:innen können ihre Kochbox jederzeit pausieren oder kündigen und müssen nur die Lieferungen bezahlen, die sie tatsächlich erhalten haben. Im Gegensatz zu reinen Abonnement-Geschäftsmodellen ist es normal, dass Kund:innen das Abonnement vorübergehend pausieren und später wieder aktivieren.
Enge Zusammenarbeit mit unseren Erzeugern, Fokus auf saisonale Produkte, technologie- und datengestützte Nachfrageprognose
Wir arbeiten eng mit unseren Erzeugern zusammen, damit wir unsere Kund:innen mit frischen, saisonalen und gesunden Zutaten in genau den Mengen, die sie für ihre Mahlzeiten benötigen, beliefern können. Die Schritte der Menüplanung und des Beschaffungsprozesses von der Zusammenstellung und Auswahl saisonaler Rezepte bis hin zur Nachfrageprognose oder der Vorabbeurteilung der Attraktivität bestimmter Menüs erfolgen bei uns technologie- und datengestützt.
Mithilfe unseres Lieferantenportals sind wir in der Lage, unseren Lieferant:innen die erwartete Nachfrage seitens unserer Kund:innen mehrere Wochen im Voraus mit hinreichender Genauigkeit zu melden. Hierdurch bieten wir unseren Lieferant:innen eine erhöhte Transparenz, wodurch wir feste Preise im Voraus verhandeln können und Mehr- bzw. Mindermengen von bestimmten Zutaten vermeiden. Die geschätzten Bestellmengen werden im Rahmen der finalen Auswahl der Rezepte vor der endgültigen Bestellung weiter verfeinert. Nach Ende der Bestellannahme für eine bestimmte Woche können wir unseren Lieferanten die genauen Mengen, den Tag und die Uhrzeit mitteilen, zu denen wir die Lieferung bestimmter Mengen an unsere Lieferzentren benötigen.
Minimierte Vorratshaltung
Unser Geschäftsmodell basiert auf einer geringen Vorratshaltung, mit einem starken Fokus darauf, verderbliche, frische Zutaten innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne direkt zu Kochboxen zu verarbeiten, die dann an unsere Kund:innen versandt werden. Die Vorräte in unserem Bestand bestehen hauptsächlich aus Verpackungsmaterial, Trockenware und in bestimmten Regionen aus gefrorenen Fleisch- und Fischbeilagen. Die Zutaten sind in der Regel im Hinblick auf die dazugehörigen Rezepte vorportioniert. Anschließend werden die Kochboxen entweder zur Auslieferung an unsere Logistikpartner übergeben oder in den BeNeLux, Australien sowie in bestimmten Einzugsgebieten in den USA, Deutschland und Kanada durch unseren eigenen Logistikdienst ausgeliefert. Je nach Markt werden verderbliche Produkte entweder in gekühlten Isolierverpackungen oder in Kühlfahrzeugen ausgeliefert.
1.2 Forschung und Entwicklung
HelloFresh verfügt über keine Forschungs- und Entwicklungsabteilung im herkömmlichen Sinne. Wir sind jedoch kontinuierlich bestrebt, unsere bestehenden Prozesse zu verbessern und über Entwicklungsprojekte einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen zu schaffen. Da die meisten Elemente unserer Wertschöpfungskette von unseren starken technologischen Kompetenzen abhängig sind, bildet unser Technikteam einen der größten Posten unserer zentralen Holdingaufwendungen. Im Geschäftsjahr 2022 erfassten wir EUR 154.1 Mio. (2021: EUR 88,0 Mio.) an IT-Aufwendungen, darunter Gehälter für mehrere hundert Entwickler und Datentechniker.
Von unseren IT-Aufwendungen haben wir im Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 Kosten für selbst entwickelte Software in Höhe von EUR 34,4 Mio. aktiviert (2021: EUR 17,3 Mio.). Die planmäßigen Abschreibungen beliefen sich im Jahr 2022 auf EUR 12,3 Mio. (2021: EUR 3,8 Mio.).
2. Steuerungssystem
Wir haben ein internes Performance Management System entwickelt und angemessene Leistungsindikatoren definiert. Detaillierte Wochen- und Monatsberichte sind ein wichtiges Element unseres internen Management- und Kontrollsystems. Die von uns verwendeten Finanzkennzahlen orientieren sich an den Interessen und Erwartungen unserer Investoren. Wir verwenden finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren, um zu beurteilen, wie erfolgreich wir bei der Umsetzung unserer Strategie sind.
2.1 Finanzielle Leistungsindikatoren
Zur Steuerung unserer Geschäftstätigkeit verwenden wir Umsatzerlöse und AEBITDA als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren.
| Umsatzerlöse | s Umsatzerlöse werden mit dem Verkauf von Kochboxen, bestehend aus Rezepten und den dazugehörigen a Zutaten, Zusatzprodukten, vorgekochten Gerichten sowie Versandgebühren erwirtschaftet. Die t Umsatzerlöse werden nach Auslieferung der Produkte an den Kund:innen erfasst. Die Umsatzerlöse z entsprechen den Forderungen für gelieferte Waren, abzüglich Werbenachlässen, Gutschriften, e Rückerstattungen und Umsatzsteuer. r Die Umsatzerlöse sind ein Indikator für die Nachfrage nach unseren Produkten und ein wichtiger Faktor bei l der langfristigen Steigerung des Unternehmenswerts. ö |
|---|---|
| AEBITDA | Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Ergebnis aus der Investition in assoziierte Unternehmen. Das AEBITDA wird ermittelt, indem das EBITDA um Sondereffekte und auf Segmentebene zusätzlich um A Holdingkosten bereinigt wird. Die Sondereffekte bestehen aus Posten mit einmaligem Charakter, zu denen E Aufwendungen für Rechtsberatung und andere Dienstleistungen im Zusammenhang mit M&A B Transaktionen sowie, einmalige Kosten im Zusammenhang mit Reorganisationen und Umstrukturierungen I sowie Kosten, die sich auf frühere Perioden beziehen, gehören. Holdingkosten werden von der HelloFresh T SE für Leistungen mit einem hohen Mehrwert und für die Nutzung der geistigen Eigentumsrechte von D HelloFresh in Rechnung gestellt. A Das AEBITDA ist ein Indikator in der Bewertung der zugrunde liegenden operativen Rentabilität, da es die Posten ausschließt, von denen wir denken, dass sie nicht die zugrunde liegende Geschäftsentwicklung widerspiegeln, z.B. die Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen und bestimmte einmalige Sondereffekte sowie auf Segmentebene die Holdingkosten. |
Neben den oben genannten bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren sind die folgenden zusätzlichen Leistungsindikatoren relevant für die Bewertung unserer Leistung und der generierten Cashflows, auch wenn sie nicht als Grundlage für die Steuerung des Konzerns insgesamt herangezogen werden.
| Deckungsbeitrag | Der Deckungsbeitrag entspricht den Umsatzerlösen abzüglich der Beschaffungskosten ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen und abzüglich Vertriebskosten ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung. Er ist ein Indikator bei der Bewertung unserer operativen Unternehmensleistung und Margenentwicklung vor Marketing- und allgemeinen Verwaltungskosten. |
|---|---|
| EBITDA | Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Ergebnis aus der Investition in assoziierte Unternehmen. "EBITDA" entspricht dem Betriebsergebnis (EBIT) vor Abschreibungen. Das EBITDA ist ein Indikator in der Bewertung der operativen Rentabilität. |
| AEBIT | Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (AEBIT) entspricht dem AEBITDA abzüglich Abschreibungen und Ergebnisse aus Investitionen in assoziierte Unternehmen. Das AEBIT ist ein Indikator in der Bewertung der operativen Rentabilität. |
| Nettoumlaufvermögen | Das Nettoumlaufvermögen ist die Summe der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Umsatzsteuerforderungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (und ähnlicher Verbindlichkeiten), Umsatzsteuerverbindlichkeiten und Vertragsverbindlichkeiten. Das Nettoumlaufvermögen ist ein Indikator für die Kapitaleffizienz eines Unternehmens. |
| Investitionsausgaben | Mittelabfluss für den Erwerb von Sachanlagen (mit Ausnahme der nach IFRS16 bilanzierten Nutzungsrechte), Ausgaben für Softwareentwicklung und den Erwerb von Softwarelizenzen. Der Zahlungsmittelaufwand ist ein Indikator für die im operativen Geschäft verwendeten Zahlungsmittel für Investitionszwecke. |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit |
Die Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit enthalten das Periodenergebnis, bereinigt um alle zahlungsunwirksamen Erträge und Aufwendungen abzüglich bzw. zuzüglich der Summe aus Mittelzu und Mittelabflüssen aus dem Nettoumlaufvermögen. Die Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit sind ein Indikator für die operativen Cashflows, die das Unternehmen generiert. |
|---|---|
| Free Cashflow | Der Free Cashflow bezeichnet den Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit, reduziert um Netto Investitionen (exklusive Investitionen in Beteiligungsunternehmen, Termineinlagen und verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel sowie Rückzahlungen von Leasingverbindlichkeiten exklusive Zinsen (IFRS 16). |
Einzelne der oben genannten Indikatoren sind oder können sogenannte non-GAAP-Finanzkennzahlen sein. Andere Unternehmen verwenden gegebenenfalls ähnlich bezeichnete Finanzkennzahlen, die jedoch abweichend definiert sein können.
2.2 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Die Ertrags- und Finanzlage von HelloFresh unterliegt einer Vielzahl von Einflüssen, die ihrerseits von mehreren Faktoren abhängen. Zusätzlich zu den oben genannten finanziellen Leistungsindikatoren nutzt der Konzern auch einige nicht finanzielle Leistungsindikatoren zur Bewertung des wirtschaftlichen Erfolgs seiner Geschäftstätigkeit. HelloFresh steuert seine Geschäftstätigkeit durch die Bewertung der Zahl der aktiven Kund:innen.
| Aktive Kunden ist definiert als die Anzahl von eindeutig identifizierten Kund:innen, die in den vergangenen | |
|---|---|
| drei Monaten ab dem Ende des entsprechenden Quartals mindestens eine Box erhalten haben | |
| (einschließlich Neu- und Testkund:innen, Kund:innen, die eine kostenlose oder preisreduzierte Box erhalten | |
| haben, und Kund:innen, die in der betreffenden Periode eine Bestellung aufgegeben haben, jedoch vor dem | |
| Aktive Kund:innen | Ende der Periode ihre Bestellungen eingestellt und ihre Registrierung bei uns gelöscht haben). Alle |
| Haushalte, die während eines Berichtsquartals aktive Abonnements bei mehr als einer Marke des | |
| HelloFresh-Konzerns haben, zählen als zwei aktive Kunden. | |
| Das Wachstum der aktiven Kund:innen hängt in der Regel eng mit dem Wachstum unserer Umsatzerlöse | |
| zusammen. | |
Darüber hinaus sind auch die folgenden zusätzlichen nicht finanziellen Leistungsindikatoren relevant für die Bewertung unserer Leistung in Bezug auf die Kund:innen, den Markt, unsere Angebote und unseren Einfluss auf die Umwelt, auch wenn sie nicht als Grundlage für die Steuerung des Konzerns insgesamt herangezogen werden:
| Gelieferte Mahlzeiten |
Diese Kennzahl entspricht der Anzahl an Portionen/Mahlzeiten, die innerhalb einer bestimmten Periode an die Kund:innen verkauft und ausgeliefert wurden. |
|---|---|
| Bestellungen | Bestellungen entsprechen der Anzahl der Lieferungen an Kund:innen in einer Berichtsperiode. Eine Bestellung besteht typischerweise aus mehreren Mahlzeiten und kann auch Zusatzprodukte enthalten. |
| Bestellungen pro Kund:in |
Diese Kennzahl ergibt sich aus der Anzahl der Auslieferungen in einem bestimmten Quartal geteilt durch die Anzahl der aktiven Kund:innen im gleichen Quartal. |
| Durchschnittlicher Bestellwert |
Der durchschnittliche Bestellwert ergibt sich aus den Umsatzerlösen (abzüglich Werbenachlässen, Kund:innengutschriften, Rückerstattungen und Umsatzsteuer) geteilt durch die Anzahl der Bestellungen in einer bestimmten Periode. |
| Lebensmittelabfälle | Produzierte Lebensmittelabfälle von den eigenen Lieferzentren (Betriebsstätten) des HelloFresh-Konzerns, die auf Mülldeponien oder durch Verbrennung entsorgt werden, pro Euro Umsatz (Lebensmittelabfälle pro Euro Umsatz) |
| CO2-Emissionen | CO2-Emissionen, die von den eigenen Lieferzentren (Betriebsstätten) des HelloFresh-Konzerns produziert werden, pro Euro Umsatz (CO2-Emissionen pro Euro Umsatz) |
Wir sind der Ansicht, dass organisches Wachstum weiterhin ein wesentlicher Treiber für unser zukünftiges Wachstum sein wird. Wir beabsichtigen derzeit unsere Marktdurchdringung zu erhöhen, indem wir unseren Kund:innenstamm über all unsere Marken vergrößern. Darüber hinaus wollen wir unseren durchschnittlichen Bestellwert weiter ausbauen, unter anderem durch die Ausweitung unseres HelloFresh Market Angebots sowie zusätzliche aufpreispflichtige Bestell-Optionen.
Hinsichtlich der Umweltkennzahlen, Lebensmittelabfälle und CO2-Emissionen verweisenwir auf unsere nichtfinanzielle Berichterstattung, die separat veröffentlicht wird (siehe auch ABSCHNITT 9 ).
3. Wirtschaftliche Lage
3.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die Weltwirtschaft steht vor einer Reihe von bedeutenden Herausforderungen. Im Oktober1 2022 schätzte der International Währungsfonds "IWF" in seinem "World Economic Outlook" ("WEO") ein globales Wirtschaftswachstum von 3,2 % für 2022, welches auf Basis des im Januar 2023 veröffentlichten Updates2 etwas höher (3,4 %) ausfiel. Laut IWF ist dies das schwächste Wachstumsprofil seit 2001, mit Ausnahme der globalen Finanzkrise und der akuten Phase der COVID-19-Pandemie. Damit wird eine deutliche Verlangsamung in den größten Volkswirtschaften wider.
Die Weltwirtschaft befindet sich in einer volatilen Phase, die durch die russische Invasion in der Ukraine, die anhaltende Inflation und die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China bedingt ist. Darüber hinaus weisen die Arbeitsmärkte in vielen Ländern (u.a. in den USA, dem Vereinigten Königreich und im Euro-Raum) eine historisch niedrige Arbeitslosenquote und ein hohes Maß an unbesetzten Stellen auf.1
Der russische Krieg in der Ukraine hat unter anderem zu einer starken Destabilisierung der Weltwirtschaft geführt. Der Krieg in der Ukraine und die Unterbrechung der Erdgaslieferungen aus Russland führten zu einer schweren Energiekrise und einem Anstieg der Lebensmittelpreise auf den Weltmärkten.
Die weltweite Inflation stieg auf 8,8 % im Jahr 2022. Der Anstieg der Inflation führte weltweit zu einer restriktiveren Geld- und Finanzpolitik1 , gefolgt von einem steilen Anstieg der Zinssätze, einem Rückgang der Nachfrage und einer zunehmenden Unsicherheit in den Märkten. Gleichzeitig nahm die COVID-19-pandemiebedingte fiskalische Unterstützung ab.
Die "Null-COVID"-Politik in China hat die Lieferengpässe noch weiter verschärft, was den Welthandel und die Wirtschaftstätigkeit weiter stark beeinträchtigt hat3 .
3.1.1 Internationaler Markt
Der Krieg in der Ukraine und die Unterbrechung der Erdgaslieferungen aus Russland haben in Europa zu einer schweren Energiekrise geführt, und die ohnehin schon sehr volatilen Rohstoffmärkte haben historische Höchststände bei den Erdgaspreisen erlebt4 . Die Energiekrise führte zu einem starken Anstieg der Lebenshaltungskosten und zu einem Rückgang der Wirtschaftstätigkeit. Die anhaltende Unsicherheit in Bezug auf die Energieversorgung bremste die reale Wirtschaftstätigkeit in Europa noch mehr.
Nach Schätzungen des IWF betrug das Wirtschaftswachstum des Euro-Raums in 2022 3,5 %2 . Die jährliche Inflation im Euro-Raum erreichte im November 2022 10,0 %5 . Die Europäische Zentralbank ("EZB") hat ihren Leitzins in diesem Jahr um 2,5 Prozentpunkte angehoben6 . Nach Angaben der EZB lassen die Versorgungsengpässe allmählich nach, wenngleich ihre verzögerte Wirkung immer noch zur Inflation beiträgt. Darüber hinaus ist der Preisdruck in immer mehr Sektoren spürbar, was zum Teil auf die Auswirkungen der hohen Energiekosten zurückzuführen ist, die sich auf die gesamte Wirtschaft auswirken. Die Abwertung des Euro hat den Inflationsdruck noch weiter erhöht. Der deutliche Anstieg der Inflation hat auch zu einem erheblichen Anstieg der Zinssätze geführt, was die Fremdfinanzierung verteuert. Dieser Trend dürfte zumindest für weite Teile des Jahres 2023 anhalten.
Gemäß des IWF betrug das Wirtschaftswachstum im Vereinigten Königreich 4,1 % in 20222 . Die jährliche Inflation erreichte 10,5 %7 . Infolgedessen hat die Bank of England ihren Leitzins auf 3,5 % angehoben, obwohl sie ein schwaches Wachstum prognostiziert8 . Laut EZB unterstreichen rückläufige Einzelhandelsumsätze und ein Verbrauchervertrauen auf Rekordtiefstand das schwache Nachfrageverhalten von Konsument:innen, während kurzfristige Indikatoren auch auf eine Verschlechterung des Geschäftsklimas hinweisen.
Das Wirtschaftswachstum in den übrigen internationalen Märkten betrug 2,8 % in Australien und 3,5 % in Kanada.2

1 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2022/10/11/world-economic-outlook-october-2022
2 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2023/01/31/world-economic-outlook-update-january-2023
3 https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/521087/Chinas-Zero-Covid-Politik-hat-gravierende-Folgen-fuer-die-Wirtschaft
4 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1265554/umfrage/durchschnittlicher-preis-fuer-erdgas-in-europa-monatlich/
5 https://www.ecb.europa.eu/pub/economic-bulletin/html/eb202208.en.html
6 https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/key_ecb_interest_rates/html/index.en.html
7 https://www.ons.gov.uk/economy/inflationandpriceindices/bulletins/consumerpriceinflation/december2022
8 https://www.bankofengland.co.uk/monetary-policy-summary-and-minutes/2022/december-2022
3.1.2 USA
Nach dem letzten WEO Update für 2022 wuchs die Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten um 2,0 %. Dies entspricht einer wesentlich geringeren Wachstumsrate als ursprünglich erwartet, was zum Teil auf höhere Zinssätze und den damit verbundenen Anstieg der Kreditkosten zurückzuführen ist. Die Preisinflation nahm im Laufe des Jahres zu und erreichte im August 8,3 % - eines der höchsten Niveaus seit etwa 40 Jahren1 . Als Reaktion darauf hat die Federal Reserve den Leitzins seit Anfang 2022 um mehr als 4 Prozentpunkte angehoben9 . Darüber hinaus ist die Kerninflation in den USA früher und stärker angestiegen als im Euro-Raum, da die Arbeitsmärkte angespannter waren und die geschätzte Produktionslücke größer ist1 .
3.2 Lage auf dem Lebensmittelmarkt
Einem in 2022 veröffentlichten McKinsey-Bericht1 zufolge lag der Anteil der E-Commerce-Lebensmittelverkäufe in dem US-Markt im Dezember 2019 bei knapp unter 4 %. Er lag (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung) im niedrigen Zehnerbereich und wird voraussichtlich bis 2030 etwa 25 % erreichen. Ein ähnlicher Bericht von McKinsey2 , der sich auf Europa konzentriert, deutet darauf hin, dass die Akzeptanz von Online-Lebensmittelgeschäften in Teilen Europas sogar noch höher sein dürfte, wo die derzeitige E-Commerce-Durchdringung bei Lebensmitteln unter 10 % liegt und deutlich hinter allen anderen Kategorien wie Tiernahrung, Bekleidung, langlebige Konsumgüter etc. zurückbleibt.
In unseren achtzehn Ländern, in denen wir aktiv sind, decken wir derzeit ca. 322 Millionen Haushalte ab. Wir versuchen, diese Haushalte über unsere quantitativ kalibrierten Marketing- und Werbekanäle, indirekten Marketing-Kampagnen sowie durch Weiterempfehlungen unserer 7,11 Millionen aktiven Kund:innen (im vierten Quartal 2022) und durch die Reaktivierung ehemaliger Kund:innen zu erreichen. Wir sind überzeugt, dass das Wachstum in unseren Märkten durch den fundamentalen Rückenwind angetrieben wird, der das Verbraucherverhalten hin zu einem gesünderem und ernährungsbewusstem Lebensstil verändert, einen Fokus auf kognitiven und physischen Komfort legt, einem Trend zu Kund:innen, die nachhaltige, qualitativ hochwertigere Lösungen suchen sowie einem allgemeinen Trend zum Online-Lebensmittelkauf weiter gestärkt wird. Unsere laufenden Investitionen in die Entwicklung von unseren Dienstleistungen und Produkten sind auf diese Trends ausgerichtet und bilden die Grundlage für unsere Wachstumsaussichten.
In vielen unserer operativen Märkte haben inflationäre Faktoren dazu beigetragen, dass die Verbraucherpreise im Jahr 2022 gestiegen sind. Dies ist auf eine beträchtliche Kostensteigerung der Zutaten, gestiegenen Lohnkosten, höhere Kraftstoffpreise für Transport und Vertrieb sowie auf die Inflation bei Verpackungsmaterialien zurückzuführen. Als ein Unternehmen, das Lebensmittel zentral verpackt und direkt von den Herstellern bezieht, ist der Konzern gut positioniert, um den Verbrauchern in einem solchen Umfeld einen realen Preisvorteil gegenüber den traditionellen Wettbewerbern im Einzelhandel zu bieten.
In jedem unserer Märkte gibt es eine Reihe direkter und indirekter Konkurrenten, die ebenfalls Kochboxen anbieten. Zu unseren größten Wettbewerbern gehören Unternehmen wie Home Chef in den USA, Gousto in Großbritannien, Marley Spoon in Australien und in den USA, Linas Matkasse in Skandinavien sowie Good Food in Kanada. Unser Angebot von vorgekochten Mahlzeiten in den USA konkurriert direkt mit Freshly und in Australien konkurriert es direkt mit mehreren anderen Anbietern.
Darüber hinaus stehen wir indirekt sowohl im Onlinegeschäft als auch im stationären Handel mit Lebensmittelgeschäften, Lebensmittellieferdiensten, Supermarktketten, Restaurants und Takeaway-Lieferdiensten in Konkurrenz.
3.3 Geschäftsverlauf
Trotz der makroökonomischen Bedingungen hat HelloFresh seinen robusten Wachstumskurs fortgesetzt. Die Umsatzerlöse stiegen auf EUR 7.607,2 Mio., was einem Anstieg von 26,9 % auf Euro Basis und einem währungsbereinigten Umsatzanstieg von 17,6 % entspricht. Das Umsatzwachstum des Konzerns wurde durch einen Anstieg der Anzahl der Bestellungen und einem kräftigen Wachstum des durchschnittlichen Bestellwerts angetrieben, welches auf die Erhöhung von mehr Mahlzeiten pro Bestellung, mehr Zusatzprodukten, mehr Bestellungen von Produkten gegen Aufpreis pro Bestellung, Preiserhöhungen in mehreren Märkten im Vergleich zum Vorjahr und eine größere Beliebtheit unserer US-amerikanischen Ready-to-Eat-Marke Factor zurückzuführen ist. Die Zahl der Bestellungen für das gesamte Jahr stieg um 6,7 %, was in erster Linie auf einen Anstieg des aktiven Kund:innenstamms in den ersten drei Quartalen des Jahres im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen ist.
9 https://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/openmarket.htm
1 https://www.mckinsey.com/industries/retail/our-insights/the-state-of-grocery-retail-around-the-world
2 https://www.mckinsey.com/industries/consumer-packaged-goods/our-insights/resetting-the-e-commerce-model-to-achieve-profitable-growth-in-europe
HelloFresh ist bestimmten makroökonomischen Trends unterworfen, darunter die steigende Inflation bei Zutaten, Kraftstoff und Arbeitskosten. Der Konzern sieht auch eine Normalisierung der Marketingausgaben nach der COVID-19- Pandemie und setzt seinen Investitionsplan in Kapazitätserweiterung, Infrastruktur und Mitarbeitende fort. Infolgedessen ist das Konzern-AEBITDA von EUR 477,4 Mio. im Jahr 2022 gesunken (EUR 527,6 Mio. im Jahr 2021).
Im Segment International erzielte HelloFresh erneut einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von 12,3 % im Jahr 2022. Dies ist vor allem auf den Anstieg von Bestellungen und höhere durchschnittliche Bestellwerte in unseren vorhandenen Märkten zurückzuführen. Die Markteintritte in Irland und Spanien haben ebenfalls zum Wachstum beigetragen. Infolge von kontinuierlichen Investitionen in ein starkes Kund:innenwachstum, die Erweiterung der Menüauswahl und in die geografische Expansion erzielte das Segment International ein AEBITDA von EUR 208,0 Mio. in 2022 (EUR 297,5 Mio. in 2021).
Auch im Segment USA verzeichnet HelloFresh ein starkes Umsatzwachstum auf währungsbereinigter Basis von 22,0 %. Zusätzlich erreichte das Segment USA ein AEBITDA von EUR 401,5 Mio. im Geschäftsjahr 2022 (EUR 310,1 Mio. in 2021).
3.4 HelloFresh-Aktie und Zusammensetzung des Aktienkapitals
Die HelloFresh-Aktie ist im Prime Standard der Frankfurter Börse gelistet. Die Aktie ist derzeit im MDAX Index enthalten. Außerdem ist die HelloFresh-Aktie seit dem 23. Dezember 2019 auch Mitglied des STOXX 600 Europe Index und einer Reihe von Indizes der MSCI-Familie, darunter MSCI Europe IMI und und MSCI Europe ESG Leaders.
Im Geschäftsjahr 2022 ist der Aktienkurs um 70 % gesunken.
Die HelloFresh-Aktie
| Aktiengattung | Stückaktien |
|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | EUR 171.928.379 |
| Anzahl Stückaktie | 171.928.379 |
| Gesamtanzahl der ausstehenden Aktien am 31. Dezember 2022 (abzüglich eigener Anteile) | 171.696.425 |
| ISIN | DE000A161408 |
| WKN | A16140 |
| Entwicklung der Aktie im Geschäftsjahr 2022 | |
| Hoch 2022 (3. Februar 2022) | EUR 69,10 |
| Tief 2022 (31. Oktober 2022) | EUR 20,26 |
| Schlusskurs (30. Dezember 2022) | EUR 20,53 |
| Handelsliquidität 2022 | |
| Durchschnittliches tägliches Handelsvolumen (Stück)* | 1.270.828 |
| Durchschnittliches tägliches Handelsvolumen 2022 (in EUR Mio.) * | 43,8 |
| *Auf Grundlage des XETRA-Handels |
Weitere Einzelheiten zur Zusammensetzung des Aktienkapitals sind ANHANG 18 des Konzernabschlusses zu finden.
3.5 Allgemeine Erklärung des Vorstands zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage
Der Berichtszeitraum 2022 war durch ein kontinuierliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr gekennzeichnet, und dies in einem zunehmend unsicheren makroökonomischen Umfeld. Trotz der makroökonomischen Herausforderungen haben wir im Jahr 2022 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 17,6 % im Vergleich zum Vorjahr und ein AEBITDA von EUR 477,4 Mio. erreicht. Bislang haben wir die bedeutsame Inflation erfolgreich eingedämmt, ohne sie einfach nur an unsere Kund:innen weiterzugeben, und wir haben das Kund:innenerlebnis weiter verbessert, indem wir mehr Mahlzeiten in unser Menü aufgenommen und das Preis-Leistungsleistungsverhältnis verbessert haben. Parallel dazu haben wir Investitionen in Höhe von EUR 372,0 Mio. getätigt, vorwiegend in die Expansion der Lieferkapazität unserer Lieferzentren für Kochboxen und vorgekochten Mahlzeiten. Daneben haben wir auch in den weiteren Ausbau unseres Technologie-Teams investiert, um eine solide operative und Produktentwicklung zu gewährleisten, die das kontinuierliche Wachstum des Unternehmens sichert. Und letztlich haben wir auch unsere geografische und markenbezogene Expansion weiter fortgeführt.
Insgesamt sind wir mit der Entwicklung in 2022 zufrieden, obwohl wir eine Reihe von makroökonomischen Herausforderungen und obwohl wir mit einer beschleunigten Inflation und einem Rückgang des Verbrauchervertrauens konfrontiert waren. Wir sind stolz darauf, im Jahr 2022 1.046,5 Millionen Mahlzeiten an unsere Kund:innen ausgeliefert zu haben. Auch wenn die aktuelle Weltwirtschaftslage uns mit mehr Unsicherheiten konfrontiert als üblich, sehen wir uns angesichts unserer Ertragskraft und soliden Vermögenslage in einer guten Position, um unsere globale Führungsrolle weiter auszubauen und unsere strategischen Ziele zu erreichen.

4. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
Der Konzernabschluss von HelloFresh wurde unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind.
4.1 Ertragslage des Konzerns
Im Jahr 2022 konnte HelloFresh erneut ein Wachstum der Umsatzerlöse von 26,9 % auf Euro Basis, bzw. einer währungsbereinigten Wachstumsrate von 17,6 % im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 erzielen. In absoluten Zahlen ausgedrückt, haben sich die Umsatzerlöse von EUR 5.993,4 Mio. im Jahr 2021 auf EUR 7.607,2 Mio. erhöht. Das Umsatzwachstum ist hauptsächlich auf folgende Faktoren zurückzuführen: zum einen auf einen Anstieg der Anzahl der Bestellungen und der gelieferten Mahlzeiten im Jahresvergleich, die 1.046,5 Mio. Mahlzeiten erreichten, verglichen mit 964,3 Mio. Mahlzeiten im Jahr 2021. Zum anderen ist das Umsatzwachstum auf einen Anstieg des durchschnittlichen Bestellwerts auf EUR 60,5 (2021: 51,0) zurückzuführen, was hauptsächlich daran liegt, dass Kund:innen mehr Mahlzeiten pro Bestellung bestellen, dass die Bestellungen von Zusatzprodukten aufgrund der fortlaufenden Markteinführung von HelloFresh Market gestiegen ist, dass insgesamt mehr Produkte gegen Aufpreis pro Bestellung bestellt wurden und dass in einigen unserer Märkte Preiserhöhungen im Vergleich zum Vorjahr vorgenommen wurden. Außerdem trug die Entwicklung des US-Dollars, die zu einem günstigen Wechselkurseffekt im US-Segment führte, dem Umsatzwachstum bei. Die Zahl unserer aktiven Kund:innen stieg in jedem der ersten drei Quartale im Vergleich zum Vorjahr und ging im vierten Quartal 2022 leicht um 1,5 % auf 7,11 Mio. (2021: 7,22 Mio.) zurück. Auch im Jahr 2022 konnten wir ein starkes Kund:innenengagement und eine starke Kund:innenbindung vorweisen, wie unsere durchschnittliche Bestellrate pro Kund:in zeigt, die im vierten Quartal 2022 sogar leicht um 1,0 % auf 4,12 (2021: 4,08) anstieg.
Der Deckungsbeitrag (abzüglich Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen) ist im Verhältnis zu den Umsatzerlösen im Jahr 2022 auf 25,5% leicht gestiegen, verglichen mit 25,3% im Vorjahr. Die relativen Beschaffungskosten im Konzern haben sich leicht erhöht von 34,1 % der Umsatzerlöse in 2021 auf 34,4 % im Geschäftsjahr 2022 aufgrund von signifikanten inflationsbedingten Preissteigerungen für Zutaten in den meisten Kategorien, die teilweise durch Preiserhöhungen und andere Maßnahmen von HelloFresh ausgeglichen wurden. Die Vertriebskosten sind im Verhältnis zu den Umsatzerlösen von 40,9 % in 2021 auf 40,4 % in 2022 leicht gesunken. Ursächlich hierfür sind vor allem die anhaltenden Produktivitätsverbesserungen in der Produktion, trotz bedeutender inflationärer Trends in den meisten Kategorien.
Die Marketingaufwendungen (in Prozent des Umsatzes, ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen) erhöhten sich auf 16,8% des Umsatzes im Jahr 2022 im Vergleich zu 14,4% im Jahr 2021. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass sich die Marketingausgaben im Jahr 2022 im Vergleich zum Jahr 2021, welches noch von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen war, normalisiert haben. Darüber hinaus ist dies auch das Ergebnis etwas höherer Kund:innenakquisitionskosten, die auf ein unsichereres makroökonomisches Umfeld zurückzuführen sind.
Die allgemeinen Verwaltungskosten und sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen (einschließlich Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen) erhöhten sich im Jahr 2022 auf 5,4 % der Umsatzerlöse, verglichen mit 4,3 %1 im Jahr 2021. In absoluten Zahlen stiegen sie von EUR 258,21 Mio. im Jahr 2021 auf EUR 414,6 Mio. im Jahr 2022. Die allgemeinen Verwaltungskosten und sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen (ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen) erhöhten sich von 4,0 % im Geschäftsjahr 2021 auf 5,2 % in 2022 im Verhältnis zu den Umsatzerlösen. Ausschlaggebend für diesen Anstieg ist der weitere Ausbau von Schlüsselfunktionen, insbesondere unserer Tech- und Datenteams sowie anderer zentraler Funktionen.
Das EBIT des Konzerns im Geschäftsjahr 2022 beläuft sich auf EUR 217,4 Mio., was einer positiven Marge von 2,9 % entspricht, verglichen mit einer positiven Marge im Jahr 2021 von 6,3 %1 . Dies ist auf die oben beschriebenen Faktoren zurückzuführen.
Die Sondereffekte für das Jahr 2022 beliefen sich auf EUR 38,7 Mio. und beziehen sich hauptsächlich auf Reorganisationsinitiativen in den USA und Japan (EUR 21,4 Mio.) sowie die akquisitionsbedingten Management-Earn-Out-Programme für Factor und Youfoodz (EUR 13,8 Mio.).
Die anteilsbasierten Vergütungen belaufen sich auf EUR 55,5 Mio. für das Jahr 2022, verglichen mit EUR 38,91 Mio. im Vorjahr. Der Anstieg ist hauptsächlich auf (i) eine Änderung des Programms im ersten Quartal 2022 zurückzuführen, die zur Erfassung der Aufwendungen nach einem gestaffelten Erdienungszeitplan im Vergleich zum linearen Erdienungszeitplan führt, der noch für die in den Vorjahren gewährte Programme verwendet wird; (ii) eine höhere Anzahl von Teilnehmenden an dem Programm und wurde teilweise kompensiert durch die positive Auswirkung der Neubewertung des Programms für aktienbasierte Vergütung mit Barausgleich.
1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich)
Das AEBITDA beträgt EUR 477,4 Mio., was einer positiven Marge von 6,3 % entspricht, verglichen zu MEUR 527,6 im Geschäftsjahr 2021 mit einer positiven Marge von 8,8 %.
Der AEBIT beträgt EUR 311,6 Mio., was einer positiven Marge von 4,1 % entspricht, verglichen zu MEUR 430,8 im Geschäftsjahr 2021 mit einer positiven Marge von 7,2 %.
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 7.607,2 | 5.993,4 | 26,9% |
| Beschaffungskosten | (2.620,3) | (2.046,4) | 28,0% |
| % der Umsatzerlöse | (34,4%) | (34,1%) | (0,3 pp) |
| Vertriebskosten | (3.070,7) | (2.448,7) | 25,4% |
| % der Umsatzerlöse | (40,4%) | (40,9%) | 0,5 pp |
| Deckungsbeitrag | 1.916,2 | 1.498,3 | 27,9% |
| % der Umsatzerlöse | 25,2% | 25,0% | 0,2 pp |
| Deckungsbeitrag* | 1.942,5 | 1.517,7 | 28,0% |
| % der Umsatzerlöse | 25,5% | 25,3% | 0,2 pp |
| Marketingkosten | (1.284,2) | (861,6) | 49,0% |
| % der Umsatzerlöse | (16,9%) | (14,4%) | (2,5 pp) |
| Marketingkosten* | (1.274,7) | (860,8) | 48,1% |
| % der Umsatzerlöse | (16,8%) | (14,4%) | (2,4 pp) |
| Allgemeine Verwaltungskosten, sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen |
(414,6) | (258,2)¹ | 60,6% |
| % der Umsatzerlöse | (5,4%) | (4,3 %¹) | (1,1 pp) |
| Allgemeine Verwaltungskosten, sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen* |
(395,0) | (239,6) | 64,9% |
| % der Umsatzerlöse | (5,2%) | (4,0%) | (1,2 pp) |
| EBIT | 217,4 | 378,5¹ | (42,6%) |
| % der Umsatzerlöse | 2,9% | 6,3%¹ | (3,4 pp) |
| Abschreibungen | 165,8 | 96,8 | 71,3% |
| EBITDA | 383,2 | 475,3¹ | (19,4%) |
| % der Umsatzerlöse | 5,0% | 7,9%¹ | (2,9 pp) |
| Sondereffekte | 38,7 | 13,4 | 188,8% |
| Anteilsbasierte Vergütungen | 55,5 | 38,9¹ | 42,7% |
| AEBITDA | 477,4 | 527,6 | (9,5%) |
| % der Umsatzerlöse | 6,3% | 8,8% | (2,5 pp) |
| AEBIT | 311,6 | 430,8 | (27,7%) |
| % der Umsatzerlöse | 4,1% | 7,2% | (3,1 pp) |
| * ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen |
4.2 Finanzlage des Konzerns
Im Geschäftsjahr 2022 verzeichnete der Konzern einen Rückgang des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit auf EUR 313,4 Mio. im Vergleich zu EUR 458,6 Mio. im Jahr 2021. Diese Veränderung ist im Wesentlichen zurückzuführen auf (i) ein geringeres Ergebnis des Geschäftsjahres in Höhe von EUR 125,1 Mio. in 2022 gegenüber EUR 243,01 Mio. im Vorjahr, und (ii) höhere gezahlte Ertragssteuern in Höhe von EUR 120,9 Mio. im Vergleich zu EUR 91,9 Mio. im Jahr 2021.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt EUR 443,8 Mio. im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zu EUR 321,6 Mio. in 2021. Der höhere Mittelabfluss ist die Folge von HelloFreshs anhaltendem Investitionsprogramm in Kapazitätsoptimierung, einschließlich des Ausbaus von Lieferzentren für die Produktion unserer vorgekochten Mahlzeiten und Investitionen in die Automatisierung. Er setzt sich zusammen aus Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagevermögen in Höhe von EUR 372,0 Mio. (2021: EUR 234,5 Mio.) hauptsächlich in Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den USA. Außerdem zahlte der Konzern im Geschäftsjahr die

1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich)
erste Tranche der Earn-Out-Zahlung für den Erwerb von Factor in Höhe von EUR 25,6 Mio. und investierte zusätzlich EUR 45,5 Mio. in das immaterielle Anlagevermögen (hauptsächlich Software).
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt EUR 204,3 Mio. im Geschäftsjahr 2022 (2021: EUR 62,7 Mio.). Der Mittelabfluss im Geschäftsjahr ist hauptsächlich beeinflusst durch den Aktienrückkauf in Höhe von EUR 125,1 Mio., die Auszahlung der anteilsbasierten Vergütung in Höhe von EUR 15,9 Mio. sowie Leasingzahlungen (gemäß IFRS 16) in Höhe von EUR 60,9 Mio. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit im Jahr 2021 resultierte aus der Auszahlung im Rahmen der anteilsbasierten Mitarbeitervergütung in Höhe von EUR 39,3 Mio. und Leasingzahlungen in Höhe von EUR 25,4 Mio.
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn des Geschäftsjahres | 827,1 | 729,0 |
| Netto-Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 313,4 | 458,6 |
| Netto-Cashflow aus der Investitionstätigkeit* | (443,8) | (321,6) |
| Netto-Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | (204,3) | (62,7) |
| Auswirkungen von Wechselkurs- und anderen Wertänderungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
11,5 | 23,8 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Ende des Geschäftsjahres | 504,0 | 827,1 |
| * davon für Unternehmenserwerbe EUR 25,6 Mio. (2021: EUR 73,6 Mio.) |
Der Free Cashflow des Konzerns stellt sich wie folgt dar:
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit | 313,4 | 458,6 |
| Investitionen in Sachanlagen | (417,5) | (251,9) |
| Free Cashflow am Ende der Berichtsperiode (ohne Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten) |
(104,0) | 206,7 |
| Tilgung von Mietverbindlichkeiten ohne Zins (IFRS 16) | (60,9) | (25,4) |
| Free Cashflow am Ende der Berichtsperiode (inkl. Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten) |
(164,9) | 181,3 |
HelloFresh verfügt weiterhin über einen hohen Barmittelbestand von EUR 504,0 Mio. Darüber hinaus wurde die bestehende revolvierende Kreditfazilität auf EUR 400,0 Mio. aufgestockt und verlängert, wovon EUR 370,5 Mio. nicht in Anspruch genommen wurden und am Ende des Jahres 2022 zur Verfügung standen. Insgesamt ist das Unternehmen bestrebt, seine starke Kapitalstruktur und Liquiditätsposition mit einem moderaten Verschuldungsgrad über den gesamten Zyklus aufrechtzuerhalten, den wir als Zielwert für die Verschuldung von unter dem 1,75-fachen der Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum AEBITDA definiert haben.
4.3 Vermögenslage des Konzerns
Das Sachanlagevermögen, vermindert um Abschreibungen, erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022 auf EUR 1.165,8 Mio. im Vergleich zu EUR 618,6 Mio. im Jahr 2021. Zum 31. Dezember 2022 enthält das Sachanlagevermögen, vermindert um Abschreibungen, im Wesentlichen Nutzungsrechte aus Leasingverträgen gemäß IFRS 16 in Höhe von EUR 472,1 Mio. (2021: EUR 277,1 Mio.), die hauptsächlich für unsere Lieferzentren bestehen sowie sonstiges Anlagevermögen in Höhe von EUR 693,7 Mio. (2021: EUR 341,6 Mio.) welches vor allem technische Anlagen und Maschinen betrifft, die in unseren Lieferzentren für die Produktion unserer Kochboxen und vorgekochter Mahlzeiten sowie für die Kühlung der jeweiligen Anlagen verwendet werden. Die immateriellen Vermögenswerte stiegen von EUR 82,6 Mio. im Jahr 2021 auf EUR 100,2 Mio. im Jahr 2022, hauptsächlich aufgrund von selbst entwickelter Software (siehe auch Abschnitt 1.2 Forschung und Entwicklung) vermindert um Abschreibungen des Geschäftsjahres. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von EUR 284,7 Mio. (2021: EUR 274,1 Mio.) beinhaltet im Wesentlichen den Geschäfts- oder Firmenwert, der im Jahr 2018 für die Akquisition von Chefs Plate in Höhe von EUR 37,2 Mio., im Jahr 2020 für Factor in Höhe von EUR 160,1 Mio. sowie im Geschäftsjahr 2021 für Youfoodz in Höhe von EUR 50,3. Mio. entstanden ist.
| In EUR Mio. | 31. Dezember 2022 | 31. Dezember 2021 |
|---|---|---|
| Aktiva | ||
| Langfristige Vermögenswerte | 1.623,0 | 1.054,4¹ |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 504,0 | 827,1 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 408,2 | 326,0 |
| Aktiva gesamt | 2.535,2 | 2.207,5¹ |
| Passiva | ||
| Eigenkapital | 959,6 | 899,71 |
| Langfristige Schulden | 605,1 | 482,5¹ |
| Kurzfristige Schulden | 970,5 | 825,3 |
| Passiva gesamt | 2.535,2 | 2.207,5¹ |
Die kurzfristigen Vermögenswerte des Konzerns zum 31. Dezember 2022 enthalten hauptsächlich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (EUR 504,0 Mio., 2021: EUR 827,1 Mio.), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (EUR 21,0 Mio., 2021: EUR 21,4 Mio.) und Vorräte bestehend aus nicht verderblichen Lebensmitteln und Verpackungsmaterial (EUR 266,7 Mio., 2021: EUR 220,4 Mio.). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten bestehen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (EUR 557,6 Mio., 2021: EUR 440,7 Mio.) und sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten (EUR 99,2 Mio., 2021: EUR 80,2 Mio.).
Wir fördern Nachhaltigkeit durch lokale Beschaffung und frische Produkte. Unser wöchentlicher Geschäftszyklus ermöglicht es uns, unsere Vorratsbestände niedrig zu halten und unsere Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Die Bezahlung durch unsere Kund:innen erfolgt in der Regel zum Zeitpunkt der Lieferung oder davor. Wir bezahlen unsere Lieferanten in der Regel innerhalb marktüblicher Fristen, d. h. in der Regel innerhalb von 2 bis 4 Wochen nach Lieferung. Infolgedessen weist unser Geschäft ein negatives Nettoumlaufvermögen auf, das sich - vorbehaltlich gewisser unterjähriger saisonal Schwankungen - über das ganze Jahr hinweg positiv auf unseren operativen Cashflow auswirkt.
Die Veränderung der kurzfristigen Schulden ist hauptsächlich auf die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von EUR 440,7 Mio. im Jahr 2021 auf EUR 557,6 Mio. im Jahr 2022 zurückzuführen, die aufgrund des gestiegenen Volumens und des veränderten Auszahlungszeitpunkts gestiegen sind.
Die langfristigen Schulden umfassen hauptsächlich (i) Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 in Höhe von EUR 415,7 Mio. (2021: EUR 257,0 Mio.), die vor allem aufgrund der Eröffnung neuer Lieferzentren in den USA, Schweden, Australien und Großbritannien sowie eines neuen Büromietvertrags für unseren Hauptsitz in Berlin gestiegen sind, und (ii) den Fremdkapitalanteil der Wandelschuldverschreibung in Höhe von EUR 160,6 Mio. (2021: MEUR 155,0).
Im Jahr 2022 stieg das Eigenkapital von EUR 899,71 Mio. im Jahr 2021 auf EUR 959,6 Mio. im Jahr 2022. Im Jahr 2022 veränderte sich die Eigenkapitalquote auf 37,9 %, verglichen mit 40,8 %1 im Jahr 2021. Das Verhältnis zwischen Eigenkapital und eingesetztem Kapital der Gruppe ging 2022 auf 80,3 % zurück, verglichen mit 131,2 %1 im Jahr 2021.
4.4 Ertragslage der berichtspflichtigen Segmente
Die Geschäftsaktivitäten von HelloFresh sind in zwei Geschäftssegmente unterteilt: die Vereinigten Staaten von Amerika ("USA" oder "US") und alle übrigen Länder mit Ausnahme der USA ("International" oder "Int'l"). Das Segment International beinhaltet unsere Geschäftsaktivitäten in Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Dänemark, Deutschland, Irland, Italien, Japan, Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Schweden, der Schweiz, Spanien und Großbritannien. Die berichtspflichtigen Geschäftssegmente sind strategische Geschäftsbereiche, die separat gesteuert werden. In der Segmentstruktur spiegelt sich die Bedeutung der geografischen Regionen für den Konzern wider. Ab 2023 wird das kanadische Geschäft zusammen mit dem ehemaligen US-Segment in einem neuen Segment "Nordamerika" zusammengefasst und somit nicht mehr in unserem Segment International enthalten sein.
Wir sind operativ in geografischen Regionen tätig, deren Währungen von unserer Berichtswährung abweichen, sodass die Ertragslage des Konzerns durch Wechselkursschwankungen beeinflusst wird. Da wir Güter und Dienstleistungen im Allgemeinen jedoch in denselben Regionen beschaffen und erbringen, in denen wir die Umsatzerlöse erwirtschaften, ergibt sich nur ein geringfügiger Effekt auf unsere relativen Margen.

1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich)
4.4.1 Ertragslage des Segments USA
Die externen Umsatzerlöse unseres Segments USA stiegen um 37,2 % von EUR 3.294,1 Mio. im Jahr 2021 auf EUR 4.519,9 Mio. im Jahr 2022. Auf währungsbereinigter Basis entspricht dies einer Wachstumsrate von 22,0 %. Analog zu den beschriebenen Trends auf Konzernebene ist dieser Umsatzanstieg zurückzuführen auf (i) einen leichten Anstieg der durchschnittlichen Anzahl der Bestellungen pro Kund:in, (ii) einen Anstieg des durchschnittlichen Bestellwerts, welcher sich auf währungsbereinigter Basis um 13,8 % erhöhte, was auf einen Anstieg der Mahlzeiten pro Bestellung, eine stärkere Akzeptanz von Zusatzprodukten, Produkten gegen Aufpreis und Preiserhöhungen sowie einen Anstieg der aktiven Kund:innen in den ersten drei Quartalen 2022 im Vergleich zum Vorjahr und einen leichten Rückgang im vierten Quartal 2022 zurückzuführen ist.
Der Deckungsbeitrag im Verhältnis zu den Umsatzerlösen, ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen, erhöhte sich von 25,9 % im Jahr 2021 auf 27,3 % im Jahr 2022. Die relativen Beschaffungskosten, im Verhältnis zu den Umsatzerlösen, haben sich von 29,8 % im Vorjahr auf 30,9 % im Geschäftsjahr erhöht, was hauptsächlich auf inflationäre Trends bei den Lebensmittelpreisen und einen zunehmenden Anteil von vorgekochten Mahlzeiten von Factor in unserem Umsatzmix zurückzuführen ist, die aufgrund eines höheren Arbeitsanteils in den Beschaffungskosten insgesamt ein etwas höheres Niveau an Beschaffungskosten aufweisen. Die relativen Vertriebskosten im Verhältnis zu den Umsatzerlösen verbesserten sich von 44,7 % im Vorjahr auf 42,2 % im Geschäftsjahr. Dies ist auf die steigende Produktivität in der Produktion zurückzuführen, obwohl die Transportkosten aufgrund höherer Treibstoffpreise erheblich gestiegen sind, die Produktionslöhne im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind und zusätzliche Produktionskapazitäten aufgebaut wurden.
Analog zur Entwicklung auf Konzernebene stieg der Anteil der Marketingkosten (ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen) im Verhältnis zum Umsatz von 15,2 % im Jahr 2021 auf 17,3 % im Jahr 2022, aus denselben Gründen wie oben für die Ertragslage des Konzerns beschrieben.
Die allgemeinen Verwaltungskosten, sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen, ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen und Holdingkosten, bezogen auf den Umsatz, stiegen leicht von 3,0 % in 2021 auf 3,2 % in 2022.
Das EBIT (ohne Holdingkosten) stieg im Jahr 2022 auf EUR 267,5 Mio., was einer Marge von 5,9 % entspricht, verglichen zu EUR 240,7 Mio. und einer Marge von 7,3 % in 2021. Dies ist auf die oben beschriebenen Faktoren zurückzuführen.
Das AEBITDA stieg auf EUR 401,5 Mio., was einer Marge von 8,8 % entspricht, verglichen zu EUR 310,1 Mio. und einer Marge von 9,4 % in 2021.
Das AEBIT stieg auf EUR 333,8 Mio., was einer Marge von 7,4 % entspricht, verglichen zu EUR 265,0 Mio. und einer Marge von 8,0 % in 2021.

| In EUR Mio. | 2022 | 2021 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (gesamt) | 4.537,5 | 3.301,8 | 37,4% |
| Umsatzerlöse (extern) | 4.519,9 | 3.294,1 | 37,2% |
| Beschaffungskosten | (1.403,8) | (984,1) | 42,6% |
| % der Umsatzerlöse | (30,9%) | (29,8%) | (1,1 pp) |
| Vertriebskosten | (1.916,9) | (1.474,7) | 30,0% |
| % der Umsatzerlöse | (42,2%) | (44,7%) | 2,5 pp |
| Deckungsbeitrag | 1.216,8 | 843,0 | 44,3% |
| % der Umsatzerlöse | 26,8% | 25,5% | 1,3 pp |
| Deckungsbeitrag* | 1.237,6 | 854,8 | 44,8% |
| % der Umsatzerlöse | 27,3% | 25,9% | 1,4 pp |
| Marketingkosten | (790,9) | (502,6) | 57,4% |
| % der Umsatzerlöse | (17,4%) | (15,2%) | (2,2 pp) |
| Marketingkosten* | (785,1) | (502,0) | (56,4%) |
| % der Umsatzerlöse | (17,3%) | (15,2%) | (2,1 pp) |
| Allgemeine und Verwaltungskosten, sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen |
(310,5) | (264,4) | 17,4% |
| % der Umsatzerlöse | (6,8%) | (8,0%) | 1,2 pp |
| Davon Holdingkosten | (152,1) | (164,7) | (7,7) % |
| Allgemeine und Verwaltungskosten, sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen (ohne Holdingkosten)* |
(147,4) | (98,4) | 49,8 % |
| % der Umsatzerlöse | (3,2%) | (3,0%) | (0,2 pp) |
| EBIT | 115,4 | 76,0 | 51,8% |
| % der Umsatzerlöse | 2,5% | 2,3% | 0,2 pp |
| EBIT (ohne Holdingkosten) | 267,5 | 240,7 | 11,1% |
| % der Umsatzerlöse | 5,9 % | 7,3% | (1,4 pp) |
| Abschreibungen | 67,7 | 45,1 | 50,1% |
| EBITDA (ohne Holdingkosten) | 335,2 | 285,8 | 17,3% |
| % der Umsatzerlöse | 7,4% | 8,7% | (1,3 pp) |
| Sondereffekte | 28,6 | 10,5 | 172,4% |
| Anteilsbasierte Vergütungen | 37,7 | 13,8 | 173,2% |
| AEBITDA (ohne Holdingkosten) | 401,5 | 310,1 | 29,5% |
| % der Umsatzerlöse | 8,8% | 9,4% | (0,6 pp) |
| AEBIT (ohne Holdingkosten) | 333,8 | 265,0 | 26,0% |
| % der Umsatzerlöse | 7,4% | 8,0% | (0,6 pp) |
| * ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen |
4.4.2 Ertragslage des Segments International
Die externen Umsatzerlöse des Segments International stiegen um 14,4% von EUR 2.699,0 Mio. im Jahr 2021 auf EUR 3.087,1 Mio. im Jahr 2022. Auf währungsbereinigter Basis entspricht dies einer Wachstumsrate von 12,3 %. Dies ist hauptsächlich zurückzuführen auf (i) einen Anstieg der aktiven Kund:innen in jedem Quartal des Jahres im Vergleich zum Vorjahr und (ii) einen Anstieg des durchschnittlichen Bestellwerts aufgrund einer höheren Akzeptanz von Zusatzprodukten durch die fortgesetzte Einführung von HelloFresh Market, einer höheren Akzeptanz von Produkten gegen Aufpreis pro Bestellung und Preiserhöhungen in bestimmten Märkten.
Der Deckungsbeitrag des Segments International im Verhältnis zu den Umsatzerlösen, ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen, reduzierte sich auf Jahresbasis von 25,1 % im Jahr 2021 auf 23,9 % im Jahr 2022. Die relativen Beschaffungskosten, im Verhältnis zu den Umsatzerlösen blieben mit 39,1 % im Geschäftsjahr 2022 zu 39,2 % im Vorjahr weitgehend stabil, trotz gewisser inflationärer Trends bei den Lebensmittelpreisen. Im Gegensatz dazu stiegen die relativen Vertriebskosten, im Verhältnis zu den Umsatzerlösen von 35,8 % im Vorjahr auf 37,1 % im Geschäftsjahr 2022. Dieser Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist in erster Linie zurückzuführen auf (i) die inflationäre Entwicklung der Treibstoffkosten, die zu höheren Logistikkosten führt, (ii) höhere produktionsbezogene Löhne im Vergleich zu 2021, (iii) die Auswirkungen des anhaltenden schnellen Ausbaus unserer Produktionskapazitäten und die
damit verbundenen Einführungs- und Anlaufkosten sowie (iv) Auswirkungen aus der Zusammensetzung der Geschäftsbereiche, bei dem kürzlich eingeführte geografische Märkte mit noch höheren Kostenstrukturen mehr zum Gesamtgeschäft beitragen.
Die Marketingaufwendungen in Prozent des Umsatzes, ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen, erhöhten sich von 12,9 % im Jahr 2021 auf 15,5 % im Jahr 2022 aufgrund der auf Konzernebene beschriebenen Faktoren und der Markteintritte in neuen geografischen Gebieten bzw. mit neuen Marken.
Die allgemeinen Verwaltungskosten und sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen, ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen und Holdingkosten, sanken im Verhältnis zum Umsatz leicht von 2,9 % im Jahr 2021 auf 4,4 % im Jahr 2022.
Das EBIT (ohne Holdingkosten) sank auf EUR 132,2 Mio., was einer Marge von 4,2 % entspricht, verglichen zu EUR 236,62 Mio. und einer Marge von 8,7 %2 im Jahr 2021. Dies ist auf die oben beschriebenen Faktoren zurückzuführen.
Das AEBITDA verringerte sich auf EUR 208,0 Mio., was einer Marge von 6,7 % entspricht, verglichen zu EUR 297,5 Mio. und einer Marge von 11,0 % im Jahr 2021.
Das AEBIT sank auf EUR 133,6 Mio., was einer Marge von 4,3 % entspricht, verglichen zu EUR 255,6 Mio. und einer Marge von 9,4 % im Jahr 2021.

2 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich)
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (gesamt) | 3.111,5 | 2.710,7 | 14,8% |
| Umsatzerlöse (extern) | 3.087,1 | 2.699,0 | 14,4% |
| Beschaffungskosten | (1.216,5) | (1.062,1) | 14,5% |
| % der Umsatzerlöse | (39,1%) | (39,2%) | 0,1 pp |
| Vertriebskosten | (1.155,4) | (969,7) | 19,2% |
| % der Umsatzerlöse | (37,1%) | (35,8%) | (1,3 pp) |
| Deckungsbeitrag | 739,6 | 678,9 | 8,9% |
| % der Umsatzerlöse | 23,8% | 25,0% | (1,2 pp) |
| Deckungsbeitrag* | 743,3 | 681,2 | 9,1% |
| % der Umsatzerlöse | 23,9% | 25,1% | (1,2 pp) |
| Marketingkosten | (483,6) | (349,7) | 38,3% |
| % der Umsatzerlöse | (15,5%) | (12,9%) | (2,6 pp) |
| Marketingkosten* | (481,9) | (349,7) | 37,8% |
| % der Umsatzerlöse | (15,5%) | (12,9%) | (2,6 pp) |
| Allgemeine und Verwaltungskosten, sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen |
(217,4) | (238,8)¹ | (9,0%) |
| % der Umsatzerlöse | (7,0%) | (8,3 %¹) | 1,8 pp |
| Davon Holdingkosten | (93,6) | (146,2) | (36,0%) |
| Allgemeine und Verwaltungskosten, sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen (ohne Holdingkosten)* |
(136,0) | (78,5) | 73,2% |
| % der Umsatzerlöse | (4,4%) | (2,9%) | (1,5) pp |
| EBIT | 38,6 | 90,4¹ | (57,3%) |
| % der Umsatzerlöse | 1,2% | 3,3 %¹ | (2,1 pp) |
| EBIT (ohne Holdingkosten) | 132,2 | 236,6¹ | (44,1%) |
| % der Umsatzerlöse | 4,2 % | 8,7 %¹ | (4,5 pp) |
| Abschreibungen | 74,4 | 41,9 | 77,6% |
| EBITDA (ohne Holdingkosten) | 206,6 | 278,5¹ | (25,8)% |
| % der Umsatzerlöse | 6,6% | 10,3 %¹ | (3,7 pp) |
| Sondereffekte | 8,3 | 2,3 | 260,9% |
| Anteilsbasierte Vergütungen | (6,9) | 16,7¹ | (141,3%) |
| AEBITDA (ohne Holdingkosten) | 208,0 | 297,5 | (30,1)% |
| % der Umsatzerlöse | 6,7% | 11,0% | (4,3 pp) |
| AEBIT (ohne Holdingkosten) | 133,6 | 255,6 | (47,7)% |
| % der Umsatzerlöse | 4,3 % | 9,4% | (5,1 pp) |
| *ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen |
1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich)
5. Risiko- und Chancenbericht
Wir definieren Risiken als die Möglichkeit negativer Abweichungen der tatsächlichen Geschäftsentwicklung von den Soll- oder Planzahlen. Chancen stellen dementsprechend die Möglichkeit positiver Abweichungen dar. Die Mitglieder des Vorstands der HelloFresh SE tragen die Gesamtverantwortung für die Einrichtung und den Betrieb eines wirksamen Risikomanagementsystems für HelloFresh. Dies wird dadurch erreicht, dass der Prozess der Identifikation, Bewertung, Reaktion und Überwachung der wesentlichen Risiken und Chancen den Risikomanagern mit Unterstützung der internen Revision übertragen wird. Es geht uns nicht darum, Risiken um jeden Preis zu vermeiden. Unser Ansatz besteht vielmehr darin, Chancen und Risiken, die mit unseren Geschäftsentscheidungen und -aktivitäten verbunden sind, auf der Grundlage verlässlicher Informationen gegeneinander abzuwägen. Vor diesem Hintergrund sollten Chancen genutzt werden, um Erträge zu erwirtschaften oder den Wert unseres Unternehmens zu steigern. Risiken sollten nur eingegangen werden, wenn sie ein für das Unternehmen akzeptables Maß nicht überschreiten. Daher sollten Risiken durch Ergreifung geeigneter Maßnahmen auf ein vom Unternehmensmanagement als angemessen erachtetes Maß begrenzt, ganz oder teilweise auf Dritte übertragen oder, in Fällen in denen eine Risikomilderung nicht erwogen wird, intensiv überwacht werden. Alle Mitarbeiter sind verpflichtet, im Interesse des Unternehmens zu handeln und so Risiken in ihrem eigenen Verantwortungsbereich angemessen zu verwalten.
Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement. Die Risikomanagementfunktion koordiniert die Aktivitäten im Bereich des Risikomanagements, aggregiert Risiken bis zur Konzernebene, meldet Risiken und überwacht die Vollständigkeit der erforderlichen Risikoberichte. Das operative Management der einzelnen Risiken fällt in erster Linie in den Verantwortungsbereich der jeweiligen Funktionsabteilungen und Länderorganisationen. Dies umfasst die rechtzeitige Erkennung, Identifizierung, Bewertung, Reaktion, Überwachung, Dokumentation und Berichterstattung von Prozessen. Die Verantwortung für das Management von Chancen übernehmen die operativen Abteilungen, Länderorganisationen und deren Management.
Die HelloFresh SE ist gemäß §§ 315b und 315c sowie 289c bis 289e HGB verpflichtet, eine nicht-finanzielle Konzernerklärung zu erstellen. Danach ist HelloFresh zur Offenlegung aller wesentlichen nicht-finanziellen Risiken verpflichtet. Nicht-finanzielle Risiken sind solche, die mit der eigenen Geschäftstätigkeit von HelloFresh verknüpft sind und die Auswirkungen auf nicht-finanzielle Aspekte wie Umwelt und die Gemeinschaften, in denen wir tätig sind, haben können. Eine Ende 2022 durchgeführte Risikobewertung ergab keine nicht-finanziellen Risiken in Bezug auf die Geschäftsaktivitäten, Geschäftsbeziehungen, Produkte oder Dienstleistungen von HelloFresh, die als sich auf die nichtfinanziellen Aspekte des Geschäfts von HelloFresh wesentlich auswirkend erachtet werden. Weitere Einzelheiten werden im nicht-finanziellen Konzernbericht 2022 enthalten sein, der im März 2023 veröffentlicht wird.
5.1 Risikobericht
Die Risikomanagement-Funktion ist dafür verantwortlich, die wesentlichen Risiken zu erkennen und sie anschließend zu analysieren, zu steuern und zu überwachen, wobei angemessene Gegenmaßnahmen zur Minimierung der Risiken in Einsatz kommen. Dies geschieht mithilfe eines Risikomanagementsystems (nachfolgend "RMS"), das eingesetzt wird, um den Geschäftsbetrieb zu unterstützen, für einen einheitlichen Umgang bei der Steuerung aller Risiken zu sorgen und letztendlich die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Vorschriften zu gewährleisten. Die Form der Strukturen und Prozesse des RMS bei HelloFresh basiert im Allgemeinen auf dem international anerkannten COSO-Rahmenwerk. Dieses verknüpft den Risikomanagementprozess mit dem internen Kontrollsystem.
Die Risiken werden von den entsprechenden Verantwortlichen im gesamten Unternehmen dokumentiert und bewertet. Das RMS soll den Entscheidungsfindungsprozess unterstützen und die Berichterstattung durch einheitliche, vergleichbare und transparente Informationen verbessern. Die Risikomanagement-Funktion aktualisiert und entwickelt die Risikomanagementmatrix und -methodologie kontinuierlich weiter.
Zweimal pro Jahr wird eine umfassende Risikobeurteilung vorgenommen und im halbjährlichen Risikobericht dokumentiert. Der Risikobericht konzentriert sich insbesondere auf die Geschäftsrisiken, denen sich HelloFresh ausgesetzt sieht, sowie auf die Maßnahmen, die zur Steuerung dieser Risiken ergriffen werden. Ziel dieses Berichts ist es, dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats relevante Informationen über die Risiken, denen HelloFresh ausgesetzt ist, und die entsprechenden Risikominderungsmaßnahmen zukommen zu lassen, um fundierte Entscheidungen zu ermöglichen und alle Risiken angemessen adressieren zu können. Bei kritischen Sachverhalten wird der reguläre Berichtsprozess durch Ad-hoc-Berichte ergänzt.
Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überwacht die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems und unseres Risikomanagementsystems. Dabei wird er von unserer internen Revision und externen Prüfern unterstützt.
Unsere Interne Revision überprüft regelmäßig die Funktionsfähigkeit und Angemessenheit des Risikomanagementsystems und berät die einzelnen Abteilungen, wie Best-Practice-Ansätze implementiert werden können.
Zusätzlich führt die interne Revision regelmäßige Überprüfungen der internen Kontrollsysteme auf lokaler und funktionaler Ebene durch, dokumentiert die wichtigsten Punkte für jede Kontrolle, beurteilt die Angemessenheit und Wirksamkeit der Kontrollen und gibt Empfehlungen zur Verbesserung des internen Kontrollsystems. Diese Ergebnisse werden an die relevanten Stakeholder innerhalb von HelloFresh weitergeleitet, um Hinweise auf die wichtigsten Kontrollanforderungen sowie die zu deren Erreichung erforderlichen Maßnahmen zu geben. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss vorgelegt, um ihn bei seiner Beurteilung des internen Kontrollsystems zu unterstützen.
5.1.1 Gegenmaßnahmen und internes Kontrollsystem
HelloFresh überprüft halbjährlich alle identifizierten Risiken und Chancen, um sicherzustellen, dass die Liste der Risiken vollständig und korrekt ist. Jegliche Änderungen werden in dem umfassenden Risikokatalog dokumentiert, der als Risikokontrollmatrix ("RKM") angelegt ist. Jedem Risiko wird eine Gegenmaßnahme und eine Verantwortung zugewiesen, wobei die Wirksamkeit vom lokalen oder funktionalen Risikoverantwortlichen bewertet und von der Internen Revision überprüft wird.
Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem
Interne Kontrollen der Finanzberichterstattung
Als Teil seines internen Kontrollsystems hat HelloFresh ein System rechnungslegungsbezogener interner Kontrollen implementiert. Dessen Zweck besteht darin, Risiken, die die ordnungsgemäße Aufstellung der Einzel- und Konzernabschlüsse beeinflussen könnten, zu identifizieren, zu beurteilen und zu kontrollieren. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist zentraler Bestandteil des Rechnungs- und Berichtswesens. Es umfasst präventive, aufdeckende, überwachende und korrigierende Kontrollmaßnahmen in den Bereichen Rechnungswesen, Controlling und operative Funktionen, die eine methodische und einheitliche Vorgehensweise bei der Aufstellung des Unternehmensabschlusses gewährleisten. Das Kontrollsystem basiert auf den verschiedenen Unternehmensprozessen, die für die Rechnungslegung von wesentlicher Bedeutung sind.
Diese Prozesse des rechnungslegungsbezogenen Kontrollsystems, die relevanten Risiken und die Beurteilung der Kontrollmechanismen werden analysiert und dokumentiert. Die Kontrollmechanismen beinhalten die Identifizierung und Definition von Prozessen, die Einführung von Genehmigungsebenen und die Anwendung des Prinzips der Funktionstrennung sowie die Identifizierung von Best Practices. Die implementierten Kontrollmechanismen wirken sich auf mehrere Prozesse aus und überschneiden sich daher häufig. Mechanismen umfassen unter anderem die Festlegung von Grundsätzen und Verfahren, die Definition von Prozessen und Kontrollen wie Checklisten zum Monatsabschluss und Abweichungsanalysen sowie die Einführung von Genehmigungsebenen und Leitlinien. Das interne Kontrollsystem wird regelmäßig von der internen Revision und dem Konzernrechnungswesen überprüft.
Interne Kontrollen der nicht finanziellen Berichterstattung
Darüber hinaus sind die internen Kontrollen der Finanzberichterstattung ein Teil des umfassenderen internen Kontrollsystems, dass die Kernprozesse von HelloFresh abdeckt, einschließlich der nicht finanziellen Berichterstattung. Risiken, die im Rahmen der Risikobewertung identifiziert und von der Geschäftsleitung zur Erreichung der Unternehmensziele als relevant eingestuft werden, werden durch Kontrollmaßnahmen adressiert. Mit Hilfe von Richtlinien und Verfahren werden Kontrolltätigkeiten oder -maßnahmen in Form eines internen Kontrollsystems eingeführt, um diese Risiken einschließlich unseres Compliance-Risikomanagements zu adressieren.
Fazit zum internen Kontrollsystem3
Bestandteil unseres internen Kontrollsystems ist ein regelmäßiges Monitoring durch unsere interne Revision, aufgrund dessen identifizierte Schwächen weiterverfolgt und behoben werden. Dieser Prozess wird in der Regel in Form von Berichten der internen Revision dokumentiert.
5.1.2 Risikoberichterstattung und -methodologie
Alle identifizierten Risiken werden anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen quantifiziert und im Risikokatalog dokumentiert (Risiko- und Kontrollmatrix). Der Wahrscheinlichkeitsbeurteilung liegt ein Zeithorizont von einem Jahr ab dem Beurteilungsdatum zugrunde. Um die Wirksamkeit der
3 ungeprüfte Informationen
Risikosteuerungsmaßnahmen in vollem Umfang zu verstehen und abzubilden, werden alle Risiken auf Basis des Bruttorisikos (d. h. vor der Implementierung der Risikosteuerungsmaßnahmen) sowie auf Basis des Nettorisikos (d. h. unter Berücksichtigung der bereits implementierten Risikosteuerungsmaßnahmen) beurteilt.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit bezieht sich auf die statistische oder geschätzte Wahrscheinlichkeit, mit der ein Risiko in dem beurteilten Zeithorizont eintreten wird. Sie wird als Prozentsatz angegeben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird bestimmt, indem das Risiko einem der Wahrscheinlichkeitsbereiche, die in der folgenden Tabelle dargestellt sind, zugeordnet wird:
| Wahrscheinlichkeit | Bewertung |
|---|---|
| Sehr wahrscheinlich | (75 % – 100 %) |
| Wahrscheinlich | (50 % – 74,9 %) |
| Möglich | (25 % – 49,9 %) |
| Unwahrscheinlich | (5 % – 24,9 %) |
| Sehr unwahrscheinlich | (0 % – 4,9 %) |
Die Auswirkungen eines Risikos wird als Abweichung von den Zielsetzungen von HelloFresh definiert. Die Bewertung der Auswirkungen wurde entweder auf quantitativer Basis (bevorzugte Methode) oder auf qualitativer Basis (alternative Methode, falls Risiken nicht quantifiziert werden können oder qualitative Aspekte überwiegen, z. B. bei Compliance-Risiken) vorgenommen.
Die quantitativen Klassen basieren auf einer Skala entsprechend der Auswirkung auf das AEBITDA und werden regelmäßig unter Berücksichtigung des Wachstums und der Risikobereitschaft von HelloFresh angepasst. Die Skala wurde auf Grund der Geschäftsentwicklung verglichen mit 2021 für 2022 entsprechend angepasst. Risiken mit Bezug auf Zinsen, Steuern und Abschreibungen werden auf Basis ihres Einflusses auf das Jahresergebnis beurteilt. Die qualitativen Risikoklassen basieren auf Kriterien, die Reputationsschäden oder Auswirkungen auf die Strafverfolgung berücksichtigen, wobei ein besonderer Fokus auf Compliance-bezogene Risiken liegt.
| Quantitative Bewertung (bevorzugt) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Effekt | Finanzieller Effekt | ||||
| 5 | > EUR 175 Mio. | Schwerwiegende negative Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb und die Rentabilität | |||
| 4 | EUR 90 - 175 Mio. | Wesentliche negative Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb und die Rentabilität | |||
| 3 | EUR 45 - 90 Mio. | Mittlere negative Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb und die Rentabilität | |||
| 2 | EUR 9 - 45 Mio. | Begrenzte negative Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb und die Rentabilität | |||
| 1 | < EUR 9 Mio. | Unbedeutende negative Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb und die Rentabilität |
In der folgenden Risikomatrix sind die identifizierten Risiken entsprechend ihrer erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren potenziellen Auswirkungen verschiedenen Risikoklassen zugeordnet und übersichtlich dargestellt:
| Wahrscheinlichkeit | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sehr unwahrscheinlich (0 % – 4,9 %) |
Unwahrscheinlich (5 % – 24,9 %) |
Möglich (25 % – 49,9 %) |
Wahrscheinlich (50 % – 74,9 %) |
Sehr wahrscheinlich (75 % – 100 %) |
||
| Auswirkung | ||||||
| 5 | MITTEL | HOCH | HOCH | SEHR HOCH | SEHR HOCH | |
| 4 | NIEDRIG | MITTEL | HOCH | HOCH | SEHR HOCH | |
| 3 | NIEDRIG | MITTEL | MITTEL | HOCH | HOCH | |
| 2 | SEHR NIEDRIG | NIEDRIG | MITTEL | MITTEL | HOCH | |
| 1 | SEHR NIEDRIG | SEHR NIEDRIG | NIEDRIG | NIEDRIG | MITTEL |
Die Risikomatrix erleichtert den Vergleich der Risiken und trägt zu einer verbesserten Transparenz hinsichtlich des Gesamtrisikos von HelloFresh bei. Zusätzlich werden die Risiken nach ihrem Schweregrad von "Sehr Niedrig" bis "Sehr Hoch" eingestuft, um zu bestimmen, welche Risikoinformationen dem Vorstand und dem Aufsichtsrat in detaillierterer Form vorgelegt werden müssen. Risiken, die die Unternehmensfortführung des Konzerns gefährden könnten, werden unverzüglich gemeldet, sobald sie identifiziert worden sind.
5.1.3 Risikobereiche
Die nachstehende Tabelle zeigt die wesentlichen Risiken für HelloFresh, die nach unserer Risikobewertungsmethode identifiziert wurden. Wesentliche Risiken wurden in unserer Risikobewertung als "hoch" oder "sehr hoch" eingestuft. In 2021 und 2022 wurden keine Risiken als "sehr hoch" eingestuft.Die hier dargelegten Änderungen der Wahrscheinlichkeit können sowohl aus der Bewertung als auch aus den Änderungen der in Kapitel 5.1.2 beschriebenen Änderungen der Auswirkungen gegenüber dem Geschäftsjahr 2021 resultieren.
Übersicht der wesentlichen Risiken
| 2022 | 2021 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Wesentliche Nettorisiken | Bewertung | Wahrschein lichkeit |
Auswirkung | Bewertung | Wahrschein lichkeit |
Auswirkung |
| Strategische Risiken | ||||||
| Zunehmender direkter oder indirekter Wettbewerb durch Online / Offline Lebensmittellieferdienste |
Hoch | Möglich | Wesentlich | Hoch | Möglich | Wesentlich |
| Risiko einer weltweiten Rezession, die das Wachstum und die Rentabilität des Unternehmens beeinträchtigen könnte |
Hoch | Möglich | Wesentlich | Hoch | Möglich | Wesentlich |
| Rechtliche und Compliance-Risiken | ||||||
| Erhöhtes operatives Risiko im Bereich der Lebensmittelsicherheit in den erweiterten Kategorien (Umpacken, Auftauen und Fertiggerichte) |
Hoch | Möglich | Wesentlich | Hoch | Möglich | Wesentlich |
| Operative Risiken | ||||||
| Abhängigkeit des Unternehmenswachstums von der Gewinnung neuer Kund:innen |
Hoch | Möglich | Wesentlich | Hoch | Möglich | Wesentlich |
| Unsachgemäße/zu langsame Reaktion auf Krisenvorfälle/Social-Media-Kritik |
Hoch | Möglich | Wesentlich | Hoch | Möglich | Wesentlich |
| Inflation der Rohstoffpreise, Löhne und Treibstoffpreise |
Hoch | Möglich | Wesentlich |
Im Vergleich zum Risiko- und Chancenbericht 2021 sind folgende Änderungen zu verzeichnen:
Das Risiko der "Reduzierung des Durchsatzes oder der Einstellung des Betriebs in einzelnen Märkten aufgrund eines COVID-19-Ausbruchs, der entweder in der breiten Bevölkerung oder speziell in Lieferzentren entsteht" und das Risiko der "Erhöhung der Lieferkosten und Verringerung der Produktivität, die aufgrund der COVID-19-Pandemie zu einer notwendigen Betriebsunterbrechung führen könnte" werden nicht mehr als wesentliche Risiken im HelloFresh-Kerngeschäft angesehen, da sich die COVID-19-Bedingungen in mehreren Regionen verbessert haben, einschließlich hoher Impfraten, niedrigerer Infektionsraten und einer Lockerung der staatlich verordneten Einschränkungen. Das Risiko eines "Preisanstiegs bei den wichtigsten Inhaltsstoffen" wird nach wie vor als wesentliches Risiko angesehen und wurde in das umfassendere Risiko "Inflation der Rohstoffpreise, Löhne und Treibstoffpreise" aufgenommen. Aufgrund makroökonomischer Trends und geopolitischer Ereignisse, wie dem russisch-ukrainischen Konflikt, existiert eine zunehmende globale Inflationstendenz, nicht nur bei den Zutaten, sondern bei der allgemeinen Preisgestaltung, einschließlich der Löhne und Kraftstoffpreise.
Die Gesamtrisikosituation wird durch die vollumfängliche Beurteilung der folgenden Risikocluster bestimmt:
- Strategische Risiken
- Rechtliche und Compliance-Risiken
- Berichts- und Finanzrisiken
- Operative Risiken
- IT-Risiken1
Strategische Risiken

1 Zum 31. Dezember 2022 werden keine informationstechnischen Risiken als wesentlich angesehen.
Wir sind in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld tätig. Kund:innen haben zahlreiche Optionen zur Auswahl, was und wo sie essen möchten: Sie können zum Beispiel Angebote direkter Kochbox-Wettbewerber in Anspruch nehmen, bei traditionellen Offline-Lebensmitteleinzelhändlern einkaufen, Online / Offline-Lebensmittellieferdienste nutzen, ein nahegelegenes Restaurant besuchen, Gerichte zubereiten lassen und mitnehmen oder die Lieferung von zubereiteten Speisen nach Hause in Anspruch nehmen. Marktteilnehmer aus all diesen Bereichen sind direkte oder indirekte Wettbewerber.
Wir stehen im direkten Wettbewerb mit einer Reihe von Anbietern auf dem Markt für Kochboxen und Fertiggerichte. Unsere Wettbewerber könnten sich auch zusammenschließen, strategische Partnerschaften bilden oder von größeren, etablierten Lebensmittelunternehmen mit einer stärkeren Marktposition übernommen werden, was sich negativ auf unsere Wettbewerbsposition auswirken könnte. Zudem bieten immer mehr Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen online an, sodass wir in zunehmendem Maße im Wettbewerb mit traditionellen Lebensmittelhändlern wie Tesco, Target, Rewe, Ahold oder Walmart stehen. Reine Online-Lebensmittelhändler und eine Reihe von Sofortlieferdiensten für Lebensmittel gewinnen weiter an Popularität. Darüber hinaus konkurrieren wir indirekt mit Lieferdiensten für Fertiggerichte wie Takeaway, Deliveroo oder Doordash.
HelloFresh ist bestrebt, die strategischen Barrieren durch Größenvorteile, Stärkung der Kund:innenbeziehungen und Verbesserung des Produktangebots (z. B. durch Mahlzeitenauswahl, Personalisierung, Individualisierung, Produktqualität und Komfort) zu erhöhen. Die Unternehmensleitung beobachtet ständig die Wettbewerbslandschaft, um auf potenziell nachteilige Veränderungen reagieren zu können.
Eine globale Rezession könnte sich auf das Wachstum und die Rentabilität des Unternehmens auswirken, da weniger Neukund:innen gewonnen und weniger Bestellungen von bestehenden Kund:innen aufgegeben werden. Schätzungen aus aktuellen Studien unterscheiden sich in Bezug auf das genaue Rezessionsrisiko für unsere verschiedenen Regionen. Diese Prognosen variieren von einer "sanften Landung" bis hin zu verschiedenen Rezessionsszenarien pro Region für das Jahr 2023. HelloFresh führt eine Szenarioplanung durch, um bestimmte Verschiebungen in den wirtschaftlichen Parametern und ihre potenziellen Auswirkungen auf das Kund:innenverhalten zu verstehen, wie z.B. ein geringeres Umsatzvolumen, niedrigere Bestellraten der Kund:innen und eine geringere Kund:innenbindung, die potenziellen Auswirkungen auf unsere Rentabilität und unseren Cashflow und wie die negativen Auswirkungen gemildert werden könnten. HelloFresh profitiert von einer breiten geografischen Präsenz, die das Unternehmen in gewisser Weise vor den Auswirkungen einer Rezession schützt, es sei denn, eine Rezession würde alle Märkte des Unternehmens erfassen. Darüber hinaus profitiert HelloFresh von der Tatsache, dass deutlich mehr als 80 % seiner Kostenbasis variabel sind und je nach den allgemeinen Wirtschaftsaussichten erhöht oder vermindert werden kann. Außerdem führen wir eine Notfallplanung für jeden einzelnen Markt durch, was bedeutet, dass wir genau wissen welche indirekten Kosten in einem rezessiven Umfeld reduziert werden sollten. Investitionsprojekte werden ebenfalls anhand einer Reihe potenzieller Szenarien im Vergleich zu unserem Base-Case Wirtschaftsplan bewertet und im Falle eines ungünstigen wirtschaftlichen Umfelds gekürzt, insoweit dies sinnvoll ist.
Rechtliche und Compliance-Risiken
Da unser Kernangebot den Onlineverkauf von frischen Lebensmitteln direkt an den Verbraucher beinhaltet, unterliegen wir einer Reihe von Gesetzen, Vorschriften und Risiken. Dazu zählen unter anderem Gesundheits- und Sicherheitsaspekte in unserer Lieferkette und bei der Auslieferung, die korrekte Kennzeichnung von Allergenen und Datenschutzbestimmungen.
Da der Betrieb von HelloFresh ständig an Komplexität zunimmt, besteht außerdem ein zusätzliches Risiko beim Umpacken von Lebensmitteln, bei der Nichteinhaltung von Allergenpräferenzen (z. B. glutenfrei) und beim Auftauen/ Temperieren von Fleisch- und Fischbeilagen. HelloFresh hat ein umfassendes Maßnahmenpaket implementiert, um solche Risiken zu reduzieren, welches betriebliche Anforderungen für das Umpacken definiert und risikomindernde Vorgaben und Maßnahmen umfasst, die sich beispielsweise auf Gebäude- und Herstellungsanforderungen, Hygiene, Umweltüberwachung und -kontrolle, Prozesskontrolle, Haltbarkeitsdauer von Fertigprodukten und Kochanweisungen bzw. Lagerungsanforderungen der Kund:innen beziehen.
Berichts- und Finanzrisiken
HelloFresh hat ein System rechnungslegungsbezogener interner Kontrollen implementiert, um die Finanzrisiken und die mit der Finanzberichterstattung verbundenen Risiken zu steuern und zu reduzieren. Weitere Informationen hierzu sind in Kapitel 5.1.1 Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem enthalten.
Die Finanzrisiken von HelloFresh beinhalten das Ausfallrisiko und das Liquiditätsrisiko. HelloFresh verfügte zum Bilanzstichtag über einen umfangreichen Zahlungsmittelbestand von EUR 504,0 Mio., um seine Investitionsaktivitäten und einen eventuellen Konjunkturrückgang zu finanzieren. Das Unternehmen hat darüber hinaus Zugang zu
zusätzlichen liquiden Mitteln, etwa einer revolvierenden Kreditfazilität von EUR 400,0 Mio. falls benötigt. Davon wurden lediglich EUR 29,5 Mio. in Anspruch genommen. Daher wird das Liquiditätsrisiko als mittel eingestuft.
Unsere Umsatzerlöse und Aufwendungen lauten überwiegend auf andere Währungen als Euro, d.h. unter anderem auf US-Dollar, Britisches Pfund und Australische Dollar. Bei unseren lokalen Geschäftsaktivitäten streben wir im Allgemeinen an, dass sich die entstandenen Aufwendungen und erzielten Umsatzerlöse in der jeweiligen Währung ausgleichen. Daher handelt es sich bei den Fremdwährungsrisiken, denen wir ausgesetzt sind und die unser Konzernergebnis erheblich beeinflussen könnten, in erster Linie um Kursänderungsrisiken aus der Umrechnung und nicht aus Transaktionen.
Darüber hinaus können sich Wechselkursschwankungen auch auf unsere Finanzlage und unsere Cashflows auswirken, da beispielsweise von uns gehaltene Zahlungsmittelbestände, die nicht auf Euro lauten, am Abschlussstichtag umgerechnet werden und dementsprechend dem Risiko von Wechselkursänderungen unterliegen. Die auf ausländische Währungen lautenden Zahlungsmittelbestände dienen in der Regel der Finanzierung der Geschäftstätigkeit im jeweiligen Land und werden nicht zu spekulativen Zwecken eingesetzt. Darüber hinaus hat die Group Treasury-Abteilung klare maximale Schwellenwerte definiert, die in Nicht-Euro-Währungen gehalten werden können, wodurch potenzielle Abwertungsrisiken begrenzt werden.
Die sich aus dem Einsatz von Finanzinstrumenten ergebenden Risiken werden in ANHANG 15 zum Konzernabschluss erläutert.
Operative Risiken
Unser Konzernwachstum ist in hohem Maße von der Gewinnung neuer Kund:innen abhängig. HelloFresh nutzt die Daten, die es von seinen Kund:innen erhält, wie z.B. die Mahlzeitenauswahl, Präferenzen und Rezeptbewertungen, um seine Produkte laufend zu optimieren, damit eine breite Kund:innengruppe angesprochen wird. Darüber hinaus nutzt der Konzern seine Daten und Testmöglichkeiten, um neue Kund:innen auf die effektivste Weise zu akquirieren. Diese Maßnahmen werden durch die Nutzung von Daten und Marktstudien Dritter ergänzt.
Das Vertrauen unserer Kund:innen in die Qualität und Lebensmittelsicherheit unseres Angebots ist von größter Bedeutung. Eine vermeintliche Nichterfüllung dieser Erwartungen könnte unser Image und unseren Ruf stark schädigen, insbesondere in den sozialen Medien, wo wir aktiv mit unseren Kund:innen in Kontakt treten. Aus diesen Gründen haben wir in jedem unserer Märkte und auf zentraler Ebene spezielle Richtlinien, Verfahren und Teams für Lebensmittelgesundheit und -sicherheit. Darüber hinaus überwachen unsere Kund:innendienstteams ständig Beiträge in den sozialen Medien, um frühzeitig auf negatives Feedback und an uns gerichtete Kommentare zu reagieren, und unsere interne Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit überwacht unsere externe Unternehmenskommunikation. Letztendlich werden Probleme im Zusammenhang mit Kund:innenbeschwerden und Vorfällen im Bereich der Lebensmittelsicherheit gemäß dokumentierter Verfahren (Krisenmanagement, Produktrückruf) eskaliert und adressiert und über Dashboards analysiert.
Aufgrund von markt- und geopolitischen Ereignissen, wie dem russisch-ukrainischen Konflikt, ist weltweit ein zunehmender Inflationstrend bei der Preisgestaltung, einschließlich der Preise für Zutaten, zu beobachten. Daher ist es immer wichtiger geworden, dieses Risiko zu überwachen. Im Laufe des Jahres 2022 haben wir die Preisprognose für Zutaten in unsere Beschaffungs- und Menüplanung integriert, strengere Vertragsbedingungen mit Lieferanten ausgehandelt, um unser Risiko zu verringern, dass einzelne Lieferanten ihre Preise erhöhen, und in externe Marktdaten investiert, um Preis- und Markttrends zu überwachen. Im Jahr 2023 werden wir weiter an der dualen Beschaffung arbeiten, um das Risiko der Mengenbündelung zu mindern, und längerfristige Verträge abschließen, um unsere wachsende Kaufkraft zu nutzen und den Preisdruck auszugleichen. Und schließlich wollen wir die Flexibilität unseres Menüs verbessern, indem wir mehr Möglichkeiten schaffen, je nach Preisentwicklung zwischen verschiedenen Zutaten zu wechseln (z. B. durch Modularität).
Interdependenzen zwischen Risiken
Wir haben die möglichen Wechselwirkungen zwischen einzelnen Risiken analysiert und den aggregierten Wert aller identifizierten Risiken bewertet:
- Der Erfolg unserer Marketingmaßnahmen zur Erhaltung unseres Wettbewerbsvorteils durch die Kund:innenbindung und die Gewinnung neuer Kund:innen hängt weitgehend von einem positiven Markenimage und der öffentlichen Wahrnehmung ab. Daher ist es unerlässlich, dass wir auf Krisenfälle und Kritik in den sozialen Medien rechtzeitig und angemessen reagieren.
- Makroökonomische Risikoereignisse wie die COVID-19-Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben in den letzten 12 Monaten zu einem starken Anstieg der Inflation geführt, wodurch die Preise für die wichtigsten Zutaten
gestiegen sind und korreliert mit dem Risiko einer weltweiten Rezession, die das Wachstum und die Rentabilität von HelloFresh beeinträchtigen könnte.
- Die Fähigkeit, unsere Firmenkultur und Teamgeist aufrechtzuerhalten, steht im Zusammenhang mit unserer Fähigkeit, Kerntalente zu halten und zu entwickeln.
- Das betriebliche Lebensmittelsicherheitsrisiko korreliert mit dem Risiko der Nichteinhaltung der Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit und Qualitätsvorschriften. Daher ist es unerlässlich, dass wir über solide Verfahren zur Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit und -qualität verfügen.
Basierend auf unserer Bewertung der Interdependenzen zwischen unseren wesentlichen Risiken sind wir zu dem Schluss gekommen, dass keine Wechselwirkungen bestehen, die zu einer Änderung der Klassifizierung unserer gemeldeten Risiken führen würden. Wir haben den aggregierten Risikowert mit unserer Liquiditätsposition verglichen und sind davon überzeugt, dass eine ausreichende Risikodeckung besteht.
5.2 Chancenbericht
HelloFresh ist derzeit in 18 Ländern mit insgesamt 322 Mio. Haushalten aktiv. Unser bestehender Kund:innenstamm von 7,11 Millionen (Stand: Q4 2022) stellt nur einen Bruchteil davon dar. Wir sehen daher bedeutende Wachstumschancen durch eine weitere Durchdringung unseres bestehenden adressierten Gesamtmarktes, inklusive der Reaktivierung ehemaliger Kund:innen. Über die zunehmende Marktdurchdringung in bestehenden Regionen hinaus sieht HelloFresh eine Reihe zusätzlicher langfristiger Wachstumschancen:
Ausbau der geografischen Präsenz von HelloFresh
Der Konzern hat eine Erfolgsbilanz bei der Einführung neuer Regionen und der Etablierung als bedeutender Anbieter von Kochboxen in diesen Regionen. Im letzten Geschäftsjahr hat HelloFresh sein Geschäft mit Kochboxen in Irland und Spanien eingeführt. Jede dieser Regionen stellt eine Erweiterung des gesamten adressierbaren Marktes von HelloFresh dar und weist signifikante Wachstumsraten auf. Der Konzern plant, in der Zukunft weitere neue Regionen zu erschließen.
Verbreitung der neuen US-Marken von HelloFresh im Segment International
Neben der Marke HelloFresh ist der Konzern in den USA auch unter den zusätzlichen Marken EveryPlate und GreenChef tätig, die jeweils unterschiedliche Teile des US-amerikanischen Marktes für Kochboxen adressieren. Der Konzern plant, diese zusätzlichen Marken in einige internationale Märkte einzuführen, was den gesamten adressierbaren Markt in diesen Regionen weiter vergrößern würde. Die Marke GreenChef wurde in 2021 erstmals in Großbritannien eingeführt, ebenso wie in den Niederlanden im Jahr 2022 und Australien ist der erste internationale Markt, in dem HelloFresh die Marke EveryPlate eingeführt hat.
Weitere Monetarisierung von Kund:innen
Der Konzern baut sein Angebot in jedem Markt kontinuierlich aus, sei es durch eine zusätzliche Auswahl an Mahlzeiten, Anlässe für Mahlzeiten (z. B. Mittagessen und Frühstück) oder Zusatzangebote (z. B. Suppen, Desserts, Backwaren usw.). Der Konzern sieht eine bedeutende Chance darin, sein Zusatzangebot und das Angebot für weitere kulinarische Anlässe in Zukunft weiter auszubauen, was zu einer Steigerung des durchschnittlichen Bestellwerts, des Umsatzes und des Gewinns führen würde.
Initiierung und Markteinführung von angrenzenden Geschäftsfeldern
Nach der Übernahme und Integration des US-amerikanischen Ready-to-Eat-Herstellers Factor in 2020, wurde ebenfalls die Akquisition des australischen Ready-to-Eat-Herstellers Youfoodz im Oktober 2021 und der erfolgreiche Markteintritt von Factor in Kanada im vierten Quartal 2022 vollzogen. Der Markteintritt und -ausbau für vorgekochte Mahlzeiten bietet HelloFresh eine bedeutende zusätzliche Wachstumschance, die über das Kerngeschäft der Kochboxen hinausgeht. Mittelfristig streben wir an, der weltweit führende, voll-integrierte Food-Solutions-Konzern zu werden, indem wir zusätzliche Geschäftsfelder lancieren und unser Produktangebot kontinuierlich erweitern. Wir halten weiterhin Ausschau nach potenziellen angrenzenden Geschäftsfeldern, für die wir unsere Fähigkeiten, die wir auf dem Weg zum weltweit führenden Unternehmen für Kochboxen entwickelt haben, nutzen können.
6. Prognosebericht
6.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
In seinem im Oktober 2022 veröffentlichten World Economic Outlook1 (WEO) rechnete der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2023 mit einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 2,7 %. In der im Januar 2023 veröffentlichten Aktualisierung2 wurde die Prognose für 2023 dann geringfügig auf 2,9 % nach oben korrigiert. Die Aufwärtskorrektur für 2023 spiegelt vor allem die über den Erwartungen liegende Widerstandsfähigkeit zahlreicher Volkswirtschaften wider.
Es wird erwartet, dass die Inflation im Jahr 20232 erhöht bleibt, aber auf 6,6 % zurückgeht. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird eine durchschnittliche Inflationsrate von 4,6 % und in den Entwicklungsländern von 8,1 % erwartet2 . Da der US-Dollar im internationalen Handel vorherrschend ist, kann seine mögliche weitere Aufwertung gegenüber anderen Währungen dem WEO zufolge zu geopolitischen Spannungen führen, die Inflation in vielen Volkswirtschaften anheizen und somit ein weltweites hohes Risiko darstellen. Die bereits sehr volatilen Energiepreise werden in hohem Maße vom Verlauf des Krieges in der Ukraine und dem möglichen Aufflammen anderer geopolitischer Konflikte abhängen. Weitere Preisschocks können die Inflation noch weiter anheizen.
Für die Eurozone wird eine Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,7 % im Jahr 2023 erwartet2 . Dieses schwache Wachstum ist vor allem auf die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine zurückzuführen, die sich stärker auf die Volkswirtschaften auswirken, die am stärksten von den Kürzungen russischer Gaslieferungen betroffen sind. Darüber hinaus wirken sich auch die angespannte finanzielle Lage aufgrund der Entscheidung der EZB, den Nettoankauf von Vermögenswerten zu beenden und die Leitzinsen weiter anzuheben, negativ auf das potentielle Wachstum aus.
Der IWF schätzt, dass das BIP der Vereinigten Staaten im Jahr 2023 um 1,4 % steigen wird, was einer Aufwärtsrevision von 1,2 Prozentpunkten gegenüber der vorherigen Schätzung vom Oktober 2022 entspricht2 . Diese Anhebung der Prognose wurde vor allem durch Folgewirkungen aus der robusten Binnennachfrage im Jahr 2022 begründet.
Für Großbritannien geht der IWF von einer BIP-Reduktion von 0,6 % im Jahr 2023 aus, verglichen mit der vorherigen Wachstumsschätzung von 0,3 %2 . Es wird erwartet, dass die hohen Einzelhandelspreise für Energie die Kaufkraft weiter verringern werden. Außerdem werden sich die straffere Finanz- und Geldpolitik sowie die finanziellen Bedingungen negativ auf das potentielle Wachstum auswirken.
Für Australien wird das Wirtschaftswachstum mit 2,0 % im Jahr 2023 prognostiziert, was einer Reduktion von 0,3 % im Vergleich zur Prognose gegenüber dem WEO vom Oktober 2022 entspricht2 .
Weiterhin geht der IWF in seinem WEO für 2023 von einem Wachstum von 1,5 % in Kanada aus, was einer unveränderten Prognose gegenüber dem WEO vom Oktober 2022 entspricht2 .
6.2 Zielerreichung im Geschäftsjahr 2022
Für das Gesamtjahr 2022 hatten wir in unserem Geschäftsbericht 2021 ursprünglich ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 20 % bis 26 % in Aussicht gestellt. Anschließend haben wir diese Prognose auf einen Bereich von 18 % bis 23 % angepasst. Letztendlich haben wir ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum am unteren Ende dieser Spanne von 18 % erzielt.
Für das AEBITDA hatten wir in unserem Geschäftsbericht 2021 ursprünglich eine Spanne von EUR 500 Mio. bis zu EUR 580 Mio. prognostiziert. Diese Prognose haben wir aufgrund des ungünstigen makroökonomischen Umfelds anschließend auf eine Spanne von EUR 460 Mio. bis EUR 530 Mio. auf währungsbereinigter Basis angepasst. Wir haben letztlich ein AEBITDA von EUR 477 Mio. erzielt.
6.3 Prognosebericht für 2023
Angesichts eines relativ unsicheren makroökonomischen Umfelds und im Einklang mit den allgemeinen E-Commerce-Trends strebt HelloFresh im Jahr 2023 ein relativ bescheidenes währungsbereinigtes Umsatzwachstum von ca. 2 % bis 10 % an. Dies ist zurückzuführen auf (i) einen relativ harten Wachstumsmaßstab noch im ersten Quartal, in dem der Vergleichszeitraum durch Covid-Effekte in einer Reihe von Schlüsselmärkten beeinträchtigt wurde, und (ii) die Erwartung, dass das allgemeine Konsumumfeld in unseren Märkten für den größten Teil des Jahres etwas gedämpft bleiben wird. Infolgedessen erwarten wir für das Gesamtjahr ein relativ gedämpftes Auftragswachstum und ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im Jahr 2023, das in erster Linie auf ein anhaltendes Wachstum des
2 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2023/01/31/world-economic-outlook-update-january-2023

1 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2022/10/11/world-economic-outlook-october-2022
durchschnittlichen Bestellwerts im Jahr 2023 zurückzuführen ist. Wir gehen davon aus, dass das Ready-to-Eat Geschäft innerhalb unseres Segments Nordamerika die größte Quelle des Umsatzwachstums im Jahr 2023 sein wird.
Aus Sicht des AEBITDA strebt HelloFresh für das Gesamtjahr 2023 einen Wert zwischen EUR 460 Mio. und EUR 540 Mio. an, verglichen mit EUR 477,4 Mio. im Jahr 2022. Dieses Ziel basiert auf der erfolgreichen Fortsetzung des Deckungsbeitragsanstiegs, der teilweise durch vorübergehend höhere Marketingausgaben in Prozent des Umsatzes ausgeglichen wird. Dieses AEBITDA-Ziel basiert auf einem USD/EUR-Kurs von ca. 1,07 sowie auf den aktuellen Wechselkursen für unsere anderen Hauptwährungen. Eine Aufwertung des EUR würde das ausgewiesene AEBITDA des HelloFresh Konzerns verringern und umgekehrt.
7. Ergänzende Lageberichterstattung zum Einzelabschluss der HelloFresh SE
Der Lagebericht wurde mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst. Die nachfolgenden Ausführungen basieren auf dem gesetzlichen Jahresabschluss der HelloFresh SE (die "Gesellschaft"), der nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (das "HGB") und des deutschen Aktiengesetzes (das "AktG") aufgestellt wurde. Der Einzelabschluss und der Lagebericht werden im Bundesanzeiger veröffentlicht.
7.1 Grundlegende Informationen
Die HelloFresh SE ist die Muttergesellschaft des HelloFresh-Konzerns und operiert von ihrer Konzernzentrale in Berlin, Deutschland aus. Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft umfasst Setting der Gesamtstrategie, Finanzierungstätigkeiten, insbesondere die Beschaffung von Kapital und die Finanzierung von Tochtergesellschaften, sowie Managementdienstleistungen für die Tochtergesellschaften. Die Managementdienstleistungen werden von zentralen Funktionen wie IT, Rechtsabteilung und Finanzwesen sowie von Teams, die auf die betrieblichen Abläufe bzw. auf die Bereiche Business Intelligence und Marketing spezialisiert sind, erbracht.
Die HelloFresh SE wird durch ihren Vorstand vertreten, der die Konzernstrategie festlegt.
Da der gesetzliche Jahresabschluss der HelloFresh SE nach HGB und der Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt wurde, bestehen Unterschiede hinsichtlich der Ansatz- und Bewertungsgrundsätze. Diese Unterschiede betreffen in erster Linie Finanzinstrumente, Umrechnungsdifferenzen, latente Steuern sowie die Erfassung von Transaktionskosten innerhalb des Eigenkapitals, IFRS 16, der Wandelschuldverschreibung sowie den Put-Optionen. Zudem könnten sich Unterschiede bei der Darstellung von Erträgen und Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung ergeben.
Im Hinblick auf die HelloFresh SE ist der Jahresüberschuss die wichtigste Rentabilitätskennzahl. Der Jahresüberschuss ist das Ergebnis nach Abzug aller Aufwendungen und Steuern. Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2022 hat sich von EUR 156,9 Mio. in 2021 auf EUR 69,4 Mio. verschlechtert, was im Wesentlichen durch den Aufbau von Mitarbeiterkapazitäten in Zentralfunktionen, insbesondere in der Tech-Organisation verursacht wurde.
Am 13. Mai 2020 emittierte HelloFresh eine Wandelschuldverschreibung über EUR 175,0 Mio., die am 13. Mai 2025 fällig wird und mit einem halbjährlich zahlbaren Zinssatz von 0,75 % ausgestattet ist (für weitere Details siehe ANHANG 14 ).
7.2 Vermögens- Finanz- und Ertragslage der HelloFresh SE
7.2.1 Ertragslage der HelloFresh SE
Die Ertragslage der HelloFresh SE ist nachfolgend in der verkürzten Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 548,0 | 507,5 |
| Beschaffungskosten | (293,8) | (173,9) |
| in % der Umsatzerlöse | (53,6%) | (34,3%) |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 254,2 | 333,6 |
| in % der Umsatzerlöse | 46,4% | 65,7% |
| Allgemeine Verwaltungskosten | (190,5) | (122,5) |
| in % der Umsatzerlöse | (34,8%) | (24,1%) |
| Sonstiges betriebliches Ergebnis | 1,7 | 9,9 |
| in % der Umsatzerlöse | 0,3% | 1,9% |
| Betriebsgewinn/(-verlust) | 65,3 | 221,0 |
| in % der Umsatzerlöse | 11,9% | 43,6% |
| Finanzergebnis | 29,2 | 11,0 |
| Ertragsteuern | (25,1) | (75,1) |
| Jahresüberschuss | 69,4 | 156,9 |
Die Umsatzerlöse der HelloFresh SE setzen sich im Wesentlichen aus Service-Weiterbelastungen, sowie weiterbelasteten Holdingkosten zusammen. Die Umsatzerlöse haben sich im Geschäftsjahr 2022 von EUR 507,5 Mio. im Jahr 2021 auf EUR 548,0 im Jahr 2022 gesteigert.
Die Umsatzentwicklung resultiert aus einem Anstiegs der Umsatzerlöse aus Service-Weiterbelastungen an Tochtergesellschaften von EUR 196,6 Mio. im Jahr 2021 auf EUR 301,3 Mio. im Jahr 2022, welche zu marktüblichen Bedingungen erfolgten. Weiterbelastungen an Tochtergesellschaften erfolgen für Routinedienstleistungen, zum Beispiel im Finanz- und Rechtswesen, sowie für zentral eingekaufte Leistungen wie IT-Lizenzen und Marketingdienstleistungen. Zeitlich parallel dazu sanken die Holdingskosten von EUR 310,4 Mio. im Jahr 2021 auf EUR 246,0 Mio. im Jahr 2022, was auf einen Rückgang des EBIT in unserem Segment International und geringere Holdingkosten für unser US-Segment im Vergleich zu 2021 zurückzuführen ist.
Der Anstieg der allgemeinen Verwaltungskosten beruht weitgehend auf der Zunahme der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl von 915 im Jahr 2021 auf 1342 im Jahr 2022, welcher in erster Linie auf den anhaltenden Ausbau der Tech-Organisation sowie auf Personalaufstockungen in anderen zentralen Funktionen wie Betrieb, Marketing, Finanzen und Personal begründet ist.
Das sonstige betriebliche Ergebnis beinhaltet sowohl nicht realisierte als auch realisierte Differenzen aus der Währungsumrechnung.
Das Finanzergebnis für 2022 erhöhte sich von EUR 11,0 Mio. im Jahr 2021 auf EUR 29,2 Mio. im Jahr 2022, was sich aus dem Saldo von Finanzaufwendungen in Höhe von EUR 8,7 Mio. (2021: EUR 10,5 Mio.), Finanzerträgen in Höhe von EUR 57,9 Mio. (2021: EUR 27,1 Mio.) sowie aus Wertminderungen auf Finanzanlagen in Höhe von EUR 19,9 Mio. (2021: EUR 5,6 Mio.) ergibt. Das Management der HelloFresh-Gruppe hat im Jahr 2022 die Entscheidung getroffen, die Aktivitäten auf dem japanischen Markt im Jahr 2023 durch Liquidation des Geschäfts einzustellen. Infolgedessen enthält das Finanzergebnis eine Wertminderung auf konzerninterne Darlehen an HelloFresh Japan G.K. (EUR 16,9 Mio.). Die Finanzerträge beinhaltet im Wesentlichen Dividenden und Beteiligungserträge von Tochtergesellschaften in Höhe von EUR 49,6 Mio. (2021: EUR 23,0 Mio.) und Zinsen auf konzerninterne Darlehen in Höhe von EUR 7,7 Mio. (2019: EUR 3,9 Mio.).
7.2.2 Vermögenslage der HelloFresh SE
Die nachfolgende Tabelle enthält die zusammengefasste Bilanz der Gesellschaft:
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 | |
|---|---|---|---|
| Aktiva | |||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 57,0 | 29,6 | |
| Sachanlagen | 12,8 | 7,7 | |
| Finanzanlagen | 497,3 | 503,7 | |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 374,0 | 155,1 | |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 43,7 | 41,0 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 186,3 | 467,2 | |
| Summe Aktiva | 1.171,1 | 1.204,3 | |
| Passiva | |||
| Rückstellungen | |||
| Steuerrückstellungen | 11,1 | 68,1 | |
| Sonstige Rückstellungen | 63,2 | 46,0 | |
| Summe Rückstellungen | 74,3 | 114,1 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 34,2 | 6,6 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 13,8 | 2,3 | |
| Langfristige Schulden | 175,0 | 175,0 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 23,0 | 1,6 | |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 0,7 | 7,6 | |
| Summe Verbindlichkeiten | 246,7 | 193,1 | |
| Nettovermögen | 850,2 | 897,1 | |
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital | 171,9 | 173,9 | |
| Eigene Aktien | (0,2) | (1,3) | |
| Kapitalrücklage | 405,0 | 520,4 | |
| Bilanzgewinn | 273,5 | 204,1 | |
| Summe Eigenkapital | 850,2 | 897,1 |
Das Nettovermögen der Gesellschaft umfasst in erster Linie Finanzanlagen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen, sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.
Die immateriellen Vermögensgegenstände erhöhten sich im Geschäftsjahr um EUR 27,5 Mio. auf EUR 57,0 Mio. (2021: EUR 29,6 Mio.). Wesentlicher Treiber hierbei ist die Aktivierung von Entwicklungskosten selbsterstellter Software. Diese beziehen sich auf Komponenten zur Optimierung der operativen Prozesse und Systeme der Gesellschaft. Beispiele sind Entwicklungen an i) Zuverlässigkeit, Hochperformance und Skalierbarkeit des Consumer Core Backend Systems (EUR 7,2 Mio.), ii) Skalierbarkeit und Integration der Lebensmittel-Lieferketten (EUR 6,1 Mio.), iii) Tools und Systeme zur Automatisierung von systemgestützten Entscheidungsprozessen (EUR 1,3 Mio.) und iv) Orchestrierung der nahtlosen, einheitlichen Zahlungsprozess-Lösung mit Flexibilität für die Geschäftsprozesse und Optionalität für die Kund:innen (EUR 1,3 Mio.).
Die Finanzanlagen umfassen hauptsächlich Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 231,0 Mio. (2021: EUR 226,2 Mio.) und langfristigen Darlehen an verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 265,2 Mio. (2021: EUR 273,5 Mio.). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen erhöhten sich von EUR 155,1 Mio. um EUR 218,9 Mio. auf EUR 374,0 Mio., im Wesentlichen durch den Anstieg kurzfristiger Darlehen an verbundene Unternehmen von EUR 97,4 Mio. auf EUR 340,7 Mio.
Der Posten "Sonstige Vermögensgegenstände" enthält hauptsächlich ein Disagio aus der Begebung der Wandelschuldverschreibung von EUR 12,3 Mio. (2021: 17,6 Mio.). Die Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen die Fremdkapitalkomponente der Wandelschuldverschreibung in Höhe von EUR 175,0 Mio.
Die Rückstellungen verringerten sich um EUR 39,8 Mio. von EUR 114,1 Mio. im Jahr 2021 auf EUR 74,3 Mio. im Jahr 2022, hauptsächlich aufgrund des Rückgang der Steuerrückstellungen von EUR 68,1 Mio. in 2021 auf EUR 11,1 Mio. in 2022, die den Anstieg der sonstigen Rückstellungen auf EUR 63,2 Mio. (2021: EUR 46,0) überkompensierten.
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten insbesondere Beträge für virtuelle, aktienbasierte Vergütungsprogramme in Höhe von EUR 43,5 Mio. (2021: EUR 26,6), ausstehende Lieferantenrechnungen in Höhe von EUR 7,4 Mio. (2021: EUR 19,9 Mio.) und personalbezogene Verpflichtungen für nicht in 2021 genommene Urlaubstage und Boni in Höhe von EUR 3,0 (2021: EUR 1,5 Mio.).
7.2.3 Finanzlage der HelloFresh SE
Die HelloFresh SE verfügt über eine revolvierende Kreditfazilität in Höhe von EUR 400,0 Mio., von der EUR 370,5 Mio. nicht in Anspruch genommen wurden und zum Ende des Jahres 2022 verfügbar sind. Die Fazilität hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird in 2027 fällig.
7.3 Risiko- und Chancenbericht
Die Geschäftstätigkeit der HelloFresh SE unterliegt in allen wesentlichen Aspekten den gleichen Risiken und Chancen wie der Konzern. Da die HelloFresh SE Mehrheitsgesellschafterin aller Ländergesellschaften ist, ist sie an den Risiken und Chancen beteiligt, die in Verbindung mit der Geschäftstätigkeit dieser Gesellschaften auftreten. Die allgemeine Risikobeurteilung des Managements stimmt daher mit der des Konzerns überein (siehe auch ANHANG 5 ).
7.4 Prognosebericht für 2023
Aufgrund der Art der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft ist deren zukünftige Entwicklung über längere Zeiträume hinweg eng mit der Entwicklung des HelloFresh Konzerns verbunden. Für das Jahr 2023 erwarten wir, dass der Jahresüberschuss der Gesellschaft weitgehend auf dem Niveau des Jahres 2022 liegen wird, wobei wir davon ausgehen, dass die Summe aus den Holdingkosten, Zinsen auf konzerninterne Darlehen und Dividenden von Tochtergesellschaften im Vergleich zum Vorjahr leicht ansteigt.
8. Erklärung zur Unternehmensführung
Die gemäß §§ 289f und 315d HGB veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung einschließlich der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) gemäß § 161 AktG (Veröffentlichung im Dezember 2022) sowie der Vergütungsbericht (Veröffentlichung im März 2023) sind außerhalb des Lageberichts auf der Website der Muttergesellschaft unter folgendem Link aufrufbar:
https://ir.hellofreshgroup.com/websites/hellofresh/German/4000/corporate-governance.html
9. Zusammengefasster nichtfinanzieller Bericht
Unser zusammengefasster nichtfinanzieller Bericht für die HelloFresh SE und den HelloFresh-Konzern gemäß § 289b bis § 289e HGB in Verbindung mit § 315b und § 315c HGB wird von uns separat veröffentlicht. Der nichtfinazielle Bericht wird auf der Website der Muttergesellschaft unter folgendem Link aufrufbar sein:
https://ir.hellofreshgroup.com/websites/hellofresh/German/2000/publikationen.html

10.Übernahmerechtliche Angaben
Erläuternder Bericht des Vorstands gemäß § 176 Abs. 1 S. 1 AktG zu den übernahmerechtlichen Angaben gemäß § 289a und § 315a Abs. 1 HGB
Der Vorstand der HelloFresh SE erstattet hiermit nach § 176 Abs. 1 S. 1 AktG den nachfolgenden erläuternden Bericht zu den übernahmerechtlichen Angaben, die nach §§ 289a S. 1 und 315a S. 1 HGB zu machen sind:
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals (§ 289a S. 1 Nr. 1 HGB)
Zum 31. Dezember 2022 beträgt das eingezahlte Grundkapital EUR 173.928.378,00. Das Grundkapital ist in 171.928.378 nennwertlose auf den Inhaber lautende Stückaktien unterteilt, auf die ein anteiliger Betrag von EUR 1,00 je Aktie entfällt. Die Aktien sind voll eingezahlt. Mit jeder Aktie sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Stückaktie hat eine Stimme.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen (§ 289a S. 1 Nr. 2 HGB)
Zum 31. Dezember 2022 hält die Gesellschaft Aktien mit einem Nominalwert i. H. v. insgesamt EUR 231.954,00 als eigene Aktien, aus denen ihr nach § 71b AktG keine Rechte zustehen.
Am 10. Januar 2022 kündigte die Gesellschaft den Start eines Aktienrückkaufprogramms mit einem Volumen von bis zu EUR 250 Millionen und maximal 2,5 Millionen Aktien an. Das Rückkaufprogramm soll dabei aus zwei Tranchen von jeweils bis zu EUR 125 Millionen bestehen. Die erste Tranche des Rückkaufs startete am 11. Januar 2022 und endete am 2. Februar 2022. Der Vorstand hat im Dezember 2022 beschlossen, die Entscheidung über die Durchführung der zweiten Tranche des Aktienrückkaufsprogramms zu einem späteren Zeitpunkt zu treffen.
Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die zehn Prozent der Stimmrechte überschreiten (§ 289a Satz 1 Nr. 3 HGB)
Am 31. Dezember 2022 hielten die folgenden Aktionäre direkt oder indirekt mehr als 10 % der Stimmrechte an der HelloFresh SE:
Baillie Gifford & Co. hält 18.265.147 zugerechneten Stimmrechten, was einem Anteil von 10,62% der Stimmrechte an der HelloFresh SE entspricht.
Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen aus der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder und über Satzungsänderungen (§ 289a S. 1 Nr. 6 HGB)
Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands auf der Grundlage von § 9 Abs. 1, § 39 Abs. 2 und § 46 der SE-Verordnung (SE-VO), §§ 84 und 85 AktG sowie § 6 Abs. 3 der Satzung der Gesellschaft für eine Amtszeit von höchstens fünf Jahren, wobei Wiederbestellungen zulässig sind.
Nach § 6 Abs. 1 S. 1 der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen; im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Anzahl der Vorstandsmitglieder (§ 6 Abs. 1 S. 1 der Satzung).
Gemäß § 179 Abs. 1 Satz 1 AktG beschließt die Hauptversammlung über Satzungsänderungen. Satzungsänderungen erfolgen nach Maßgabe von Art. 59 Abs. 1 der EG-Verordnung über das Statut der Europäischen Gesellschaft, § 179 und § 133 AktG mit der Ausnahme, dass für die Änderung der Satzung der Gesellschaft eine Mehrheit von 2/3 der abgegebenen Stimmen oder, sofern mindestens die Hälfte des Grundkapitals vertreten ist, eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich ist. Für jede Satzungsänderung, die den Gegenstand des Unternehmens betrifft, ist jedoch eine Mehrheit von 3/4 des in der Hauptversammlung vertretenen Grundkapitals erforderlich. Nach § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 5 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen und Ergänzungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen. Gemäß Art. 4 Abs. 2, 3, 4 und 5 der Satzung ist der Aufsichtsrat insbesondere ermächtigt, § 4 der Satzung (Grundkapital) nach Ausnutzung des genehmigten oder bedingten Kapitals zu ändern und neu zu fassen.
Befugnisse des Vorstands Aktien auszugeben oder zurückzukaufen (§ 289a S. 1 Nr. 7 HGB)
Rückkauf eigener Aktien
Durch Beschluss der Hauptversammlung der HelloFresh SE vom 12. Mai 2022 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 11. Mai 2025 unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (Artikel 9 Abs. 1 lit. c) (ii) SE-VO in Verbindung mit § 53a AktG) eigene Aktien der Gesellschaft im Umfang von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder ihr nach Artikel 5 SE-VO in Verbindung mit den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt 10 % des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen.
Diese Ermächtigung kann einmal oder mehrmals, ganz oder schrittweise, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, aber auch durch Konzernunternehmen oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder der Konzernunternehmen ausgeübt werden.
Unter anderem ist der Erwerb eigener Aktien für folgende Zwecke zulässig:
- Die Aktien können eingezogen werden und das Grundkapital der Gesellschaft kann um den auf die eingezogenen Aktien entfallenden Teil des Grundkapitals herabgesetzt werden.
- Die Aktien können Personen, die in einem Arbeitsverhältnis zu der Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen oder standen, Organmitgliedern der Gesellschaft bzw. der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen oder Investmentvehikeln der Gesellschaft sowie sonstigen Inhabern von Erwerbsrechten insbesondere aus (von den Rechtsvorgängerinnen der Gesellschaft) ausgegebenen Call-Optionen oder Inhabern von virtuellen Optionen, die von der Gesellschaft, den Rechtsvorgängerinnen der Gesellschaft oder deren Tochtergesellschaften ausgegeben werden oder wurden, zum Erwerb angeboten und übertragen werden.
- Die Aktien können Personen angeboten und übertragen werden, die bei der Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen beschäftigt sind oder waren, um Verpflichtungen zu erfüllen, die im Zusammenhang mit dem Beschäftigungsverhältnis gewährt wurden.
- Die Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats Dritten gegen Sachleistungen, insbesondere im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Betrieben, Unternehmensteilen oder Beteiligungen, angeboten und auf diese übertragen werden.
- Die Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats gegen Barzahlung an Dritte veräußert werden, wenn der Preis, zu dem die Aktien der Gesellschaft veräußert werden, den Börsenpreis einer Aktie der Gesellschaft zum Veräußerungszeitpunkt nicht wesentlich unterschreitet.
- Die Aktien können zur Bedienung von Erwerbspflichten oder Erwerbsrechten auf Aktien der Gesellschaft aus und im Zusammenhang Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen oder Genussrechten mit Wandel- oder Optionsrechten bzw. Wandel- oder Optionspflichten verwendet werden.
Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine eigenen Aktien verkauft oder übertragen. Allerdings hat die Gesellschaft in der Zeit vom 11. Januar 2022 bis zum 2. Februar 2022 insgesamt 2.214.227 eigene Aktien im Rahmen eines Aktienrückkaufprogramms erworben. Mit Beschlüssen des Vorstands und des Aufsichtsrats vom 14. September 2022 hat die Gesellschaft beschlossen, die erworbenen 2.214.227 eigenen Aktien einzuziehen. Die Einziehung der Aktien und die damit verbundene Kapitalherabsetzung wurde am 26. September 2022 in das Handelsregister eingetragen.
Genehmigtes Kapital 2017/I
Der Vorstand war ermächtigt, das Grundkapital bis zum 10. Oktober 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats insgesamt um bis zu EUR 50.926.467,00 durch Ausgabe von insgesamt bis zu 50.926.467 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2017/I) und mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter bestimmten Voraussetzungen und in vordefinierten Grenzen das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Im Handelsregister wird dieses genehmigte Kapital als Genehmigtes Kapital 2017/I geführt.
Nach Durchführung von früheren Kapitalerhöhungen wurde das Genehmigte Kapital 2017/I im Berichtsjahr nicht ausgenutzt. Das Genehmigte Kapital 2017/I betrug daher zum Ende des Geschäftsjahres 2021 50.926.467,00 EUR.
Dieses Genehmigte Kapital 2017/I wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Mai 2022 aufgehoben.
Genehmigtes Kapital 2021/I
Der Vorstand war ermächtigt, das Grundkapital bis zum 25. Mai 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu insgesamt 13.541.434 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen
einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt EUR 13.541.434,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021/I) und dabei das Bezugsrecht der Aktionäre in vordefinierten Grenzen auszuschließen.
Dieses Genehmigte Kapital 2021/I wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Mai 2022 aufgehoben.
Genehmigtes Kapital 2022/I
Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Mai 2022 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 11. Mai 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu insgesamt 47.182.684 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt EUR 47.182.684,00 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2022/I) und dabei das Bezugsrecht der Aktionäre in vordefinierten Grenzen auszuschließen.
Im November 2022 übten bestimmte ehemalige oder derzeitige Mitarbeiter der HelloFresh SE bestimmte Restricted Stock Units und/oder virtuelle Optionen im Rahmen des Restricted Stock Unit Program 2019 ("RSUP 2019") und des Virtual Stock Option Program 2019 ("VSOP 2019") aus. Um die Erwerbsrechte dieser Mitarbeiter zu erfüllen, hat die Gesellschaft beschlossen, organisierte Verkaufsprozesse ("Organisierte Prozesse") durchzuführen. Die Erlöse aus den Organisierten Prozessen wurden zur Abgeltung der Erwerbsrechte der Mitarbeiter in bar verwendet. Um die Organisierten Prozesse in der erforderlichen Höhe durchzuführen, wurde das Grundkapital der Gesellschaft unter Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2022/I um 71.943 Euro erhöht.
Dieses genehmigte Kapital ist im Handelsregister als Genehmigtes Kapital 2022/22 eingetragen. Nach Durchführung dieser Kapitalerhöhung im Jahr 2022 beträgt das Genehmigte Kapital 2022/I zum Ende des Geschäftsjahres 2022 46.982.357,00 Euro.
Bedingtes Kapital 2018/II
In 2021 wurde das Grundkapital der Gesellschaft um EUR 5.000.000 durch Ausgabe von 5.000.000 auf den Inhaber lautenden Stückaktien (Stammaktien) bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018/II).
Das Bedingte Kapital 2018/II dient der Gewährung von Aktien bei der Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. bei der Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) (nachstehend gemeinsam "Schuldverschreibungen"), die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 5. Juni 2018 ausgegeben worden sind.
Von dieser Ermächtigung wurde bislang kein Gebrauch gemacht. Dieses bedingte Kapital wurde als Bedingtes Kapital 2018/II in das Handelsregister eingetragen und durch Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Mai 2022 aufgehoben.
Bedingtes Kapital 2021/I
Das Grundkapital der Gesellschaft ist auch im Jahr 2021 um bis zu EUR 17.386.441,00 durch Ausgabe von 17.386.441 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2021/I).
Das bedingte Kapital 2021/I diente der Gewährung von Aktien bei Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. bei Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger von Schuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 26. Mai 2021 begeben werden.
Von dieser Ermächtigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen wurde bisher kein Gebrauch gemacht. Dieses bedingte Kapital ist im Handelsregister als bedingtes Kapital 2021/I eingetragen und durch Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Mai 2022 aufgehoben.
Bedingtes Kapital 2022/I
Durch Beschluss der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 12. Mai 2022 ist das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 17.394.227,00 EUR bedingt erhöht.
Das bedingte Kapital 2022/I dient der Gewährung von Aktien bei Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. bei Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger von Schuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 12. Mai 2022 begeben werden.
Von dieser Ermächtigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen wurde bisher kein Gebrauch gemacht. Dieses bedingte Kapital ist im Handelsregister als bedingtes Kapital 2022/I eingetragen.
Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen und die sich daraus ergebenden Folgen (§ 289a S. 1 Nr. 8 HGB)
Die wesentlichen Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels stehen, betreffen zum einen Verträge über Kreditlinien der Gesellschaft. Für den Fall eines Kontrollwechsels sehen diese für den Kreditgeber das Recht zur Kündigung und vorzeitigen Fälligstellung der Rückzahlung vor. Zum anderen bestehen eine Reihe von Miet- und Pachtverträgen auf Ebene von Tochtergesellschaften der HelloFresh SE, die im Fall eines Kontrollwechsels von einem Wechsel der (Miet- bzw. Pachtvertrags-)Partei ausgehen und daher die Zustimmung des Vermieters oder Verpächters erfordern.
Das VSOP 2016 sieht im Fall eines Kontrollwechsels ein beschleunigtes Vesting für bestimmte Optionen und eine Ausübungsmöglichkeit für einen Teil der ggf. noch nicht gevesteten virtuellen Optionen vor. Die Anzahl dieser ausübbaren virtuellen Optionen richtet sich u. a. nach dem Anteilserwerb im Rahmen des Kontrollwechsels.
Entschädigungsvereinbarungen mit Vorstandsmitgliedern für den Fall eines Übernahmeangebots (§ 289a S. 1 Nr. 9 HGB)
Die Vorstandsdienstverträge sehen im Fall eines Kontrollwechsels ein einmaliges Sonderkündigungsrecht des jeweiligen Vorstandsmitglieds (mit einer Frist von 3 Monaten zum Monatsende) vor. Sollte ein Vorstandsmitglied dieses Sonderkündigungsrecht ausüben, hat er Anspruch auf eine Bruttoabfindung seitens der Gesellschaft.
Wie bereits oben beschrieben sieht das VSOP 2016 im Fall eines Kontrollwechsels ein beschleunigtes Ausübbarkeit und eine Ausübungsmöglichkeit für einen Teil der ggf. noch nicht ausübbaren virtuellen Optionen vor.
Berlin, den 6. März 2023
Dominik Richter Thomas Griesel Christian Gärtner Edward Boyes Chief Executive Officer Chief Executive Officer
International
Chief Financial Officer Chief Commercial Officer
| Konzernbilanz | 55 | |
|---|---|---|
| Konzern-Gesamtergebnisrechnung | 57 | |
| Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung | 58 | |
| Konzern-Kapitalflussrechnung | 59 | |
| Anhang zum Konzernabschluss | 61 | |
| 1. | Informationen zum Unternehmen 61 | |
| 2. | Grundlagen der Rechnungslegungen 61 | |
| 3. | Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsmethoden 61 | |
| 4. | Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen 76 | |
| 5. | Segmentberichterstattung 77 | |
| 6. | Unternehmenszusammenschlüsse 80 | |
| 7. | Umsatzerlöse 81 | |
| 8. | Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 81 | |
| 9. | Geschäfts- oder Firmenwert 82 | |
| 10. | Sachanlagen 83 | |
| 11. | Immaterielle Vermögenswerte 85 | |
| 12. | Vorräte 87 | |
| 13. | Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 88 | |
| 14. | Finanzinstrumente 88 | |
| 15. | Finanzrisikomanagement 91 | |
| 16. | Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 96 | |
| 17. | Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 96 | |
| 18. | Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage 96 | |
| 19. | Rückstellungen 97 | |
| 20. | Anteilsbasierte Vergütung 98 | |
| 21. | Personalaufwand 103 | |
| 22. | Anzahl der Mitarbeiter 104 | |
| 23. | Finanz- und Zinsergebnis 104 | |
| 24. | Ertragsteuern 105 | |
| 25. | Ergebnis je Aktie 107 | |
| 26. | Kapitalmanagement 108 | |
| 27. | Salden und Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen 109 | |
| 28. | Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen 110 | |
| 29. | Wesentliche Tochtergesellschaften 111 | |
| 30. | Honorar des Abschlussprüfers 112 | |
| 31. | Entsprechenserklärung zum Corporate-Governance-Kodex 112 | |
| 32. | Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 112 |
C. Konzernabschluss
Konzernbilanz
zum 31. Dezember 2022
| In EUR Mio. | Angabe | 31. Dezember 2022 | 31. Dezember 2021 | |
|---|---|---|---|---|
| Aktiva | ||||
| Langfristige Vermögenswerte | ||||
| Sachanlagen | 10 | 1.165,8 | 618,6 | |
| Immaterielle Vermögenswerte | 11 | 100,2 | 82,6 | |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 9 | 284,7 | 274,1 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 14 | 20,4 | 25,9¹ | |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 16 | 0,4 | 0,4 | |
| Latente Ertragsteueransprüche | 24 | 51,5 | 52,8 | |
| Summe langfristige Vermögenswerte | 1.623,0 | 1.054,4¹ | ||
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||||
| Vorräte | 12 | 266,7 | 220,4 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 14,15 | 21,0 | 21,4 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 14 | 12,3 | 11,3 | |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 16 | 108,2 | 72,9 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 13,15 | 504,0 | 827,1 | |
| Summe kurzfristige Vermögenswerte | 912,2 | 1.153,1 | ||
| Bilanzsumme | 2.535,2 | 2.207,5¹ | ||
| 1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich) |
Konzernbilanz (fortgesetzt)
zum 31. Dezember 2022
| In EUR Mio. | Angabe | 31. Dezember 2022 | 31. Dezember 2021 | |
|---|---|---|---|---|
| Passiva | ||||
| Eigenkapital | ||||
| Gezeichnetes Kapital | 18 | 171,9 | 173,9 | |
| Eigene Anteile | 18 | (1,3) | (1,3) | |
| Kapitalrücklage | 18 | 356,1 | 479,4¹ | |
| Sonstige Rücklagen | 18 | 138,4 | 82,1 | |
| Gewinn-/Verlustvortrag | 294,4 | 167,4¹ | ||
| Sonstiges Ergebnis | 18 | 2,2 | (1,6)¹ | |
| Auf die Anteilseigner der Muttergesellschaft entfallendes Eigenkapital |
961,7 | 899,9¹ | ||
| Nicht beherrschende Anteile | 29 | (2,1) | (0,2)¹ | |
| Summe Eigenkapital | 959,6 | 899,7¹ | ||
| Langfristige Schulden | ||||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 14 | 416,8 | 300,1¹ | |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 24 | 4,2 | 16,1 | |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 14, 15, 26 | 160,8 | 155,2 | |
| Langfristige Rückstellungen | 19 | 23,2 | 10,2 | |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 17 | 0,1 | 0,9 | |
| Summe langfristige Schulden | 605,1 | 482,5¹ | ||
| Kurzfristige Schulden | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 14 | 557,6 | 440,7 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 14 | 130,9 | 91,7 | |
| Rückstellungen | 19 | 30,3 | 26,2 | |
| Umsatzabgrenzungsposten | 7 | 103,2 | 103,7 | |
| Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern | 49,3 | 82,8 | ||
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 14 | 99,2 | 80,2 | |
| Summe kurzfristige Schulden | 970,5 | 825,3 | ||
| Bilanzsumme | 2.535,2 | 2.207,5¹ |
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022
| In EUR Mio. | Angabe | 2022 | 2021 | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 7 | 7.607,2 | 5.993,4 | |
| Beschaffungskosten | 12, 21 | (2.620,3) | (2.046,4) | |
| Vertriebskosten | 10, 11, 21 | (3.070,8) | (2.448,7) | |
| Marketingaufwand | 10, 21 | (1.284,3) | (861,6) | |
| Allgemeiner Verwaltungsaufwand | 10, 11, 21 | (366,5) | (233,6)¹ | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 13,8 | 10,5 | ||
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (38,6) | (19,3) | ||
| Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
15 | (23,1) | (15,8) | |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit | 217,4 | 378,5¹ | ||
| Ergebnis aus Investitionen in assoziierte Unternehmen | 8 | — | (11,4) | |
| Zinserträge | 23 | 3,0 | 0,6 | |
| Zinsaufwendungen | 23 | (27,6) | (20,0) | |
| sonstige Finanzerträge | 23 | 20,5 | 30,5 | |
| sonstige Finanzaufwendungen | 23 | (13,2) | (7,5) | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 200,0 | 370,7¹ | ||
| Aufwendungen aus Ertragsteuern | 24 | (74,9) | (127,7) | |
| Periodenergebnis | 125,1 | 243,0¹ | ||
| Davon entfallen auf: | ||||
| Anteilseigner der Muttergesellschaft | 127,0 | 242,8¹ | ||
| Nicht beherrschende Anteile | 29 | (1,9) | 0,2 | |
| Sonstiges Ergebnis: | ||||
| Posten, die in Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind |
||||
| Währungsdifferenzen aus der Umrechnung in der Darstellungswährung, nach Abzug von Steuern |
6,9 | 13,7 | ||
| Währungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe, nach Abzug von Steuern |
— | (3,8) | ||
| Neubewertung der finanziellen Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert, nach Abzug von Steuern |
(3,1) | — | ||
| Sonstiges Ergebnis | 3,8 | 9,9¹ | ||
| Gesamtergebnis | 128,9 | 252,9¹ | ||
| Vom Gesamtergebnis entfallen auf: | ||||
| Anteilseigner der Muttergesellschaft | 130,8 | 252,7¹ | ||
| Nicht beherrschende Anteile | (1,9) | 0,2 | ||
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) | 25 | 0,73 | 1,40¹ | |
| Verwässertes Ergebnis pro Aktie (in EUR) | 25 | 0,63 | 1,41¹ |
1Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich)
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022
| Auf die Anteilseigner der Muttergesellschaft entfallend | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| In EUR Mio. | Gezeichnetes Kapital |
Eigene Anteile | Kapitalrücklage | Rücklagen Sonstige |
(Bilanzverlust)/ Bilanzgewinn |
Sonstiges Ergebnis |
Summe | Auf nicht beherr schende Anteile |
Summe |
| Stand 1. Januar 2021 | 173,9 | (2,8) | 471,7 | 95,9 | (57,0) | (25,3) | 656,4 | (0,4) | 656,0 |
| Anpassungen 1 | — | — | 4,6 | — | (18,4) | 13,8 | — | — | |
| Stand 1. Januar 2021, angepasst |
173,9 | (2,8) | 476,3 | 95,9 | (75,4) | (11,5) | 656,4 | (0,4) | 656,0 |
| Periodenergebnis | — | — | — | — | 242,8¹ | — | 242,8¹ | 0,2 | 243,0¹ |
| Währungsumrechnung | — | — | — | — | — | 9,9 | 9,9 | — | 9,9 |
| Gesamtergebnis | 252,7¹ | 0,2 | 252,9¹ | ||||||
| Ausgabe von gezeichnetem Kapital |
0,0 | — | 3,1 | — | — | — | 3,1 | — | 3,1 |
| Übertragung eigener Anteile | — | 1,5 | — | — | — | — | 1,5 | — | 1,5 |
| Rückkauf von Eigenkapitalinstrumenten aufgrund von Barausgleich von anteilsbasierter Vergütung |
— | — | — | (39,3) | — | — | (39,3) | — | (39,3) |
| Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen |
— | — | — | 25,5 | — | — | 25,5 | — | 25,5 |
| Stand 31. Dezember 2021 | 173,9 | (1,3) | 479,4¹ | 82,1 | 167,4¹ | (1,6)¹ | 899,9¹ | (0,2)¹ | 899,7¹ |
| Stand 1. Januar 2022 | 173,9 | (1,3) | 479,4 | 82,1 | 167,4 | (1,6) | 899,9 | (0,2) | 899,7 |
| Periodenergebnis | — | — | — | — | 127,0 | — | 127,0 | (1,9) | 125,1 |
| Währungsumrechnung | — | — | — | — | — | 6,9 | 6,9 | — | 6,9 |
| Neubewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert |
— | — | — | — | — | (3,1) | (3,1) | — | (3,1) |
| Gesamtergebnis | 130,8 | (1,9) | 128,9 | ||||||
| Ausgabe von gezeichnetem Kapital |
0,2 | — | (0,4) | — | — | — | (0,2) | — | (0,2) |
| Kauf eigener Anteile | — | (125,0) | (0,1) | — | — | — | (125,1) | — | (125,1) |
| Kapitalherabsetzung | (2,2) | 125,0 | (122,8) | — | — | — | — | — | — |
| Rückkauf von Eigenkapitalinstrumenten aufgrund von Barausgleich von anteilsbasierter Vergütung |
— | — | — | (15,9) | — | — | (15,9) | — | (15,9) |
| Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen |
— | — | — | 72,2 | — | — | 72,2 | — | 72,2 |
| Stand 31. Dezember 2022 | 171,9 | (1,3) | 356,1 | 138,4 | 294,4 | 2,2 | 961,7 | (2,1) | 959,6 |
| 1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich) |
Konzern-Kapitalflussrechnung
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | ||
| Periodenergebnis | 125,1 | 243,0¹ |
| Anpassungen für: | ||
| Ergebnis aus Investitionen in Beteiligungsunternehmen | — | 11,4 |
| Zinsaufwendungen | 27,6 | 20,0 |
| Zinserträge | (3,0) | (0,6) |
| Finanzerträge | (20,5) | (30,5) |
| Finanzaufwendungen | 13,2 | 7,5 |
| Ertragsteuern | 74,9 | 127,7 |
| Gezahlte Ertragsteuern | (120,9) | (91,9) |
| Abschreibungen auf Sachanlagen | 63,3 | 35,3 |
| Abschreibungen auf Nutzungsrechte | 73,0 | 41,1 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte | 29,5 | 20,4 |
| Verlust aus dem Abgang von Sachanlagen | (0,8) | (1,5) |
| Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung | 55,5 | 38,9¹ |
| Sonstige nicht zahlungswirksame Transaktionen | (41,2) | (17,3) |
| (Abnahme)/Zunahme der Rückstellungen | 15,2 | 16,8 |
| Veränderung des Nettoumlaufvermögens durch betriebliche Tätigkeit | ||
| (Zunahme)/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 0,5 | 13,4 |
| (Zunahme)/ Abnahme der Vorräte | (35,9) | (91,1) |
| Zunahme/(Abnahme) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Verbindlichkeiten |
102,0 | 114,9 |
| Zunahme/(Abnahme) von Vertragsverbindlichkeiten | (5,9) | 23,6 |
| Zunahme der Umsatzsteuerforderungen/- verbindlichkeiten und ähnlicher Steuern |
(4,7) | (2,0) |
| (Zunahme)/Abnahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte | 7,3 | (13,6) |
| (Zunahme)/Abnahme der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte | (25,4) | (16,2) |
| Zunahme/(Abnahme) der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten | (1,0) | 3,8 |
| Zunahme der sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten | 1,2 | 15,9 |
| Erhaltene Zinsen | 3,0 | 0,3 |
| Erhaltene Zinsen - IFRS 16 | 0,3 | 0,3 |
| Gezahlte Zinsen | (4,4) | (4,6) |
| Gezahlte Zinsen – IFRS 16 | (14,2) | (6,4) |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 313,4 | 458,6 |
1Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich)
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | ||
| Erwerb von Tochtergesellschaften abzüglich erworbener Zahlungsmittel | — | (73,6) |
| Zahlung für bedingte Kaufpreisverbindlichkeit | (25,6) | — |
| Erwerb von Sachanlagen | (372,0) | (234,5) |
| Softwareentwicklungskosten | (34,4) | (17,3) |
| Erwerb von immateriellen Vermögenswerten | (11,1) | (0,1) |
| Einzahlungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen (IFRS 16) | 1,4 | 1,2 |
| Darlehen an Minderheitengesellschafter | — | (1,0) |
| Transfer von Zahlungsmitteln auf/von Konten für verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel und langfristige Einlagen |
(5,5) | (1,7) |
| Entnahme von Zahlungsmitteln von Konten für verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel und langfristige Einlagen |
3,3 | 5,4 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | (443,8) | (321,6) |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | ||
| Rückkauf von Eigenkapitalinstrumenten aufgrund von Barausgleich von anteilsbasierter Vergütung |
(15,9) | (39,3) |
| Erlöse aus der Ausgabe von gezeichnetem Kapital | — | 4,6 |
| Rückkauf eigener Aktien | (125,1) | — |
| Rückkauf von Anteilen an Tochtergesellschaften | (2,4) | (2,0) |
| Zahlungen von nicht beherrschenden Anteilen | — | 0,9 |
| Tilgung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten | — | (1,5) |
| Rückzahlungen für Leasingverbindlichkeiten unter IFRS 16 | (60,9) | (25,4) |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | (204,3) | (62,7) |
| Auswirkungen von Wechselkurs- und anderen Wertänderungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
11,5 | 23,8 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Geschäftsjahresbeginn | 827,1 | 729,0 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Geschäftsjahresende | 504,0 | 827,1 |

Anhang zum Konzernabschluss
1. Informationen zum Unternehmen
Dieser Konzernabschluss stellt den Geschäftsverlauf der HelloFresh SE (die "Gesellschaft" oder die "Muttergesellschaft") und ihrer Tochtergesellschaften (zusammen der "Konzern" oder "HelloFresh") dar. Die HelloFresh SE ist eine in Deutschland eingetragene Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea oder "SE") und unterliegt europäischem und deutschem Recht. Die Gesellschaft ist in Deutschland mit Sitz in der Prinzenstraße 89, 10969 Berlin, Deutschland ansässig, und unter der Nummer HRB 182382 B im Handelsregister von Charlottenburg (Berlin) eingetragen.
Die Hauptgeschäftstätigkeit des Konzerns besteht darin integrierte Lebensmittelkonzepte anzubieten. Dies beinhaltet Kochboxen, Zusatzprodukte und vorgekochte Fertiggerichte.
2. Grundlagen der Rechnungslegung
Der Konzernabschluss wird in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) in der vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichten und von der Europäischen Union (EU) in EU-Recht übernommenen Fassung sowie den zusätzlichen Anforderungen des deutschen Handelsgesetzbuches gemäß § 315e Absatz 1 HGB aufgestellt. Die im Berichtsjahr geltenden Auslegungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) sind ebenfalls berücksichtigt worden.
Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind einige Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert dargestellt und erläutert.
Der Konzernabschluss wurde auf der Grundlage der Annahme der Unternehmensfortführung erstellt. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Ausnahmen hiervon sind in der Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsmethoden dargestellt (ANHANG 3). Die bei der Aufstellung dieses Konzernabschlusses angewandten wesentlichen Rechnungslegungsmethoden werden im Folgenden näher erläutert. Änderungen von Rechnungslegungsmethoden sowie andere Anpassungen gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 werden in ANHANG 3 erläutert.
Der Vorstand hat am 6. März 2023 den vorliegenden Konzernabschluss genehmigt.
3. Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsmethoden
Veröffentlichte, von der EU übernommene und in der Berichtsperiode erstmals angewandte IFRS
| Standard/ Interpretation | Bezeichnung des Standards / Interpretation oder Änderung |
Erstanwendung | Auswirkung |
|---|---|---|---|
| Änderungen an IAS 16 | Sachanlagen – Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung |
1.1.2022 | siehe unten |
| Änderungen an IAS 37 | Belastende Verträge – Kosten für die Erfüllung eines Vertrags |
1.1.2022 | unwesentlich |
| Änderungen an IFRS 3 | Verweis auf das Rahmenkonzept |
1.1.2022 | N/A |
| Verbesserungen zu IFRS 2018-2020 |
Änderungen an IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41 |
1.1.2022 | N/A |
Der Konzern hat die folgenden neuen oder geänderten IFRIC und Interpretationen erstmals für das am 1. Januar 2022 beginnende Geschäftsjahr angewandt:
Der Konzern wendete die Änderungen an IAS 16 "Sachanlagen - Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung" an. Erlöse, die während des Testings von Sachanlagen erzielt wurden, werden nun in ANHANG 7 angegeben. Für die Zeiträume vor 2022 gab es keine derartigen Erlöse, so dass es keine Auswirkungen auf die Vergleichszahlen, einschließlich der Anhangangaben, gibt.
Alle anderen neuen oder geänderten IFRIC und Interpretationen mit verpflichtender Erstanwendung in der EU ab dem 1. Januar 2022 hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Der Konzern strukturiert seine Gesamtergebnisrechnung auf funktionaler Basis. Zu diesem Zweck gliedert er seine Umsatzkosten in die Einzelposten Beschaffungskosten und Vertriebskosten auf.
Darstellungswährung
Der Konzernabschluss wurde in Euro (EUR), der funktionalen Währung der HelloFresh SE, aufgestellt. Sofern nicht anders angegeben, werden alle Betragsangaben im Konzernabschluss entsprechend kaufmännischer Rundung mit einer Nachkommastelle auf Millionen (EUR Mio.) auf- oder abgerundet. Dementsprechend können sich in den Tabellen zum Konzernanhang Rundungsdifferenzen ergeben. Die Prozentsätze wurden auf der Grundlage der nicht gerundeten Euro-Beträge berechnet.
Konsolidierungsgrundsätze
Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften zum 31. Dezember 2022. Tochtergesellschaften sind alle Unternehmen, über die die HelloFresh SE gemäß IFRS 10 direkt oder indirekt Kontrolle ausübt. Der Konzern kontrolliert ein Unternehmen, wenn er die Kontrolle über das Beteiligungsunternehmen ausübt, Anspruch auf variablen Renditen aus der Beteiligung hat und diese Renditen durch die Kontrolle über das Unternehmen beeinflussen kann. Die Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften werden ab dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung beginnt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet, in den Konzernabschlüssen vollkonsolidiert.
Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen einer Tochtergesellschaft, die während des Berichtszeitraums erworben oder veräußert wurde, werden ab dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über die Tochtergesellschaft erlangt, bis zu dem Tag, an dem die Beherrschung endet, in der Gesamtergebnisrechnung erfasst.
Der Gewinn oder Verlust und jeder Bestandteil des sonstigen Ergebnisses werden Anteilseignern der Muttergesellschaft des Konzerns und den nicht beherrschenden Anteilen zugerechnet, selbst wenn dies zu einem negativen Saldo der nicht beherrschenden Anteile führt. Bei Bedarf werden Anpassungen an den Abschlüssen von Tochtergesellschaften vorgenommen, um deren Rechnungslegungsmethoden an die des Konzerns anzugleichen. Alle konzerninternen Vermögenswerte und Schulden, Eigenkapitalposten, Erträge und Aufwendungen sowie Zahlungsströme aus Geschäftsvorfällen, die zwischen Konzernunternehmen stattfinden, werden bei der Konsolidierung vollständig eliminiert.
Veränderungen der Beteiligungsquote an einer Tochtergesellschaft ohne Verlust der Beherrschung werden als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.
Verliert der Konzern die Beherrschung an einer Tochtergesellschaft, so erfolgt eine Ausbuchung der Vermögenswerte und Schulden der Tochtergesellschaft sowie aller damit verbundenen nicht beherrschenden Anteile und sonstigen Eigenkapitalbestandteile. Jeder daraus entstehende Gewinn oder Verlust wird in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Jegliches Eigentum, das an der ehemaligen Tochtergesellschaft verbleibt, wird bei Verlust der Beherrschung zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Zusammensetzung des Konzerns
Die Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften werden zum gleichen Abschlussstichtag aufgestellt wie der Jahresabschluss der Muttergesellschaft. Zum 31. Dezember 2022 konsolidiert die Gesellschaft 38 Tochterunternehmen (2021: 34) und es werden keine assoziierten Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert (2021: eins). Die Struktur des Konzerns ist im ANHANG 29 beschrieben.
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
Der Konzern bilanziert assoziierte Unternehmen, bei denen er einen signifikanten Einfluss auf das Beteiligungsunternehmen ausübt aber keine Kontrolle hat (IAS 28). Ein signifikanter Einfluss kann durch eine vertragliche Übereinkunft zwischen dem Beteiligungsunternehmen und dem Konzern begründet werden unabhängig von der tatsächlichen Anzahl der Stimmrechte.
Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen werden beim Erwerb mit den Anschaffungskosten bewertet. Ergeben sich Änderungen an dem Anteil des Nettovermögens des assoziierten Unternehmens den der Konzern hält, wird der Buchwert entsprechend erhöht oder vermindert.
Die Buchwerte dieser Gesellschaft werden jährlich um die anteiligen Ergebnisse oder sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht beziehungsweise vermindert. Das at Equity Ergebnis wird neben dem Zins- und Finanzergebnis unterhalb des Betriebsgewinns ausgewiesen. Der Buchwert wird zu jedem Bilanzstichtag auf das Vorliegen von Anzeichen einer Wertminderung untersucht. Bei Hinweisen auf einen dauerhaft niedrigeren Wert wird eine ergebniswirksame Wertminderung vorgenommen.
Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwert
Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene und identifizierte Vermögenswerte sowie übernommene Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden mit ihren zum Erwerbszeitpunkt festgestellten beizulegenden Zeitwerten bewertet, unabhängig von der Höhe nicht beherrschender Anteile. Es werden in der Regel unabhängige externe Beurteilungen für die Kaufpreisallokation von wesentlichen Unternehmenszusammenschlüssen verwendet. Die Bewertungen im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen basieren auf vorhandenen Informationen zum Erwerbszeitpunkt.
Der Konzern bewertet einen nicht beherrschenden Anteil, der ein gegenwärtiges Eigentumsrecht darstellt und seinem Inhaber im Falle der Liquidation für jede Transaktion einzeln einen Anspruch auf einen entsprechenden Anteil am Nettovermögen verleiht, entweder (a) zum beizulegenden Zeitwert oder (b) zum entsprechenden Anteil des nicht beherrschenden Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens. Nicht beherrschende Anteile, die keine gegenwärtigen Eigentumsrechte darstellen, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Die für das erworbene Unternehmen übertragene Gegenleistung wird zum beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der eingegangenen oder übernommenen Schulden, einschließlich des beizulegenden Zeitwerts der Vermögenswerte oder Schulden aus Vereinbarungen über eine bedingte Gegenleistung, bewertet. Der beizulegende Zeitwert der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit wird zu jedem Berichtszeitpunkt durch eine szenariobasierte Nettobarwertanalyse neu ermittelt. Erwerbsbezogene Kosten, beispielsweise für Beratungs-, Rechts-, Bewertungs- und ähnliche Dienstleistungen, werden sofort erfolgswirksam erfasst. Transaktionskosten, die mit dem Erwerb in Zusammenhang stehen und aufgrund der Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten angefallen sind, werden vom Eigenkapital abgezogen. Transaktionskosten, die aufgrund der Ausgabe von Schuldtiteln im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallen sind, werden vom Buchwert der Schuldtitel abgezogen.
Der Geschäfts- oder Firmenwert wird bewertet, indem das Nettovermögen des erworbenen Unternehmens von der Summe aus der übertragenen Gegenleistung für das erworbene Unternehmen, der Höhe des nicht beherrschenden Anteils an dem erworbenen Unternehmen und dem beizulegenden Zeitwert eines unmittelbar vor dem Erwerbszeitpunkt gehaltenen Anteils an dem erworbenen Unternehmen abgezogen wird. Ein negativer Betrag ("negativer Geschäfts- oder Firmenwert" oder "günstiger Erwerb") wird erfolgswirksam erfasst, nachdem das Management erneut beurteilt hat, ob es alle erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden und Eventualverbindlichkeiten identifiziert hat, und die Angemessenheit ihrer Bewertung überprüft hat.
Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die den Erwartungen zufolge vom Unternehmenszusammenschluss profitieren werden. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des erworbenen Unternehmens diesen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden.
Wenn ein Geschäfts- oder Firmenwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet wurde und ein Geschäftsbereich dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Geschäftsoder Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung dieses Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.
Bemessung des beizulegenden Zeitwerts
Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld getätigt wird oder auf dem vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert bzw. für die Schuld, sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist. Der Konzern muss Zugang zum Hauptmarkt oder zum vorteilhaftesten Markt haben.
Der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld bemisst sich anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eines nicht finanziellen Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers
berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Marktteilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen.
Der Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichende Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Dabei ist die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering zu halten.
Alle Vermögenswerte und Schulden, für die der beizulegende Zeitwert bestimmt oder im Abschluss ausgewiesen wird, werden in die nachfolgend beschriebene Bemessungshierarchie eingeordnet, basierend auf dem Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist:
- • Stufe 1 In aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise;
- • Stufe 2 – Bewertungsverfahren, bei denen der Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt direkt oder indirekt beobachtbar ist. Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wird anhand von notierten Devisenterminkursen zum Berichtszeitpunkt und Barwertberechnungen auf der Grundlage von Renditekurven hoher Bonität in den jeweiligen Währungen ermittelt;
- • Stufe 3 – Bewertungsverfahren, bei denen der Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt nicht beobachtbar ist. Nicht beobachtbare Inputfaktoren werden in dem Umfang zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts herangezogen, in dem keine beobachtbaren Inputfaktoren verfügbar sind. Hierdurch wird auch Situationen Rechnung getragen, in denen für die Bemessung des Vermögenswerts oder der Schuld am Bemessungsstichtag wenig oder keine Marktaktivität besteht. Die Gesellschaft entwickelt nicht beobachtbare Inputfaktoren unter Verwendung der unter den jeweiligen Umständen verfügbaren besten Informationen, eventuell unter Einschluss unternehmenseigener Daten. Hierbei berücksichtigt die Gesellschaft alle Informationen über Annahmen von Marktteilnehmern, die bei vertretbarem Aufwand erhältlich sind.
Währungsumrechnung
Die Jahresabschlüsse aller Konzernunternehmen werden in der Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem das jeweilige Unternehmen geschäftstätig ist, bewertet (die "funktionale Währung").
Fremdwährungstransaktionen werden von Konzernunternehmen zu dem Zeitpunkt, zu dem der Geschäftsvorfall ansetzbar ist, mit dem jeweils gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskassakurses in die funktionale Währung umgerechnet. Differenzen aus der Glattstellung oder Umrechnung monetärer Posten werden erfolgswirksam erfasst. Hiervon ausgenommen sind monetäre Posten, die als Teil einer Absicherung der Nettoinvestition des Konzerns in einen ausländischen Geschäftsbetrieb designiert sind. Fremdwährungsgewinne und verluste werden als sonstige betriebliche Erträge oder Aufwendungen erfasst, wenn sie sich auf operative Transaktionen beziehen, oder im Finanzergebnis berücksichtigt, sofern sie sich auf die Finanzierungstätigkeit beziehen.
Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aller Konzernunternehmen, die eine andere funktionale Währung als die Darstellungswährung aufweisen, werden folgendermaßen in die Darstellungswährung umgerechnet:
-
- Vermögenswerte und Schulden werden zum Stichtagskurs am Ende jeder Berichtsperiode umgerechnet.
-
- Die Erträge und Aufwendungen werden zu den jeweiligen Monatsdurchschnittskursen umgerechnet.
-
- Alle entstehenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst.
Zur Finanzierung ihrer operativen Tochtergesellschaften gewährt HelloFresh SE häufig konzerninterne Darlehen. Wenn ein Darlehen später in Eigenkapital umgewandelt wird, wird der Betrag als Teil der Nettoinvestition betrachtet. Etwaige Umrechnungsdifferenzen, die sich aus einer anderen funktionalen Währung als der von HelloFresh SE für diese Nettoinvestition ergeben, werden im sonstigen Gesamtergebnis erfasst.
Umrechnungsdifferenzen, die nach der Umwandlung von Intercompany-Darlehen in Eigenkapital entstehen, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Umrechnungsdifferenzen, die im sonstigen Gesamtergebnis verbucht und in der separaten Eigenkapitalkomponente für diese Darlehen kumuliert wurden, werden dann in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.
Die relevantesten Währungsumrechnungskurse für die angegebenen Jahre sind:
| ISO Code | Schlusskurs | Durchschnittskurs | ||
|---|---|---|---|---|
| 2022 | 2021 | 2022 | 2021 | |
| AUD | 0,64 | 0,64 | 0,66 | 0,63 |
| CAD | 0,69 | 0,69 | 0,73 | 0,67 |
| CHF | 1,02 | 0,97 | 1,00 | 0,92 |
| CZK | 0,04 | n/a | 0,04 | n/a |
| DKK | 0,13 | 0,13 | 0,13 | 0,13 |
| GBP | 1,13 | 1,19 | 1,17 | 1,16 |
| JPY | 0,01 | 0,01 | 0,01 | 0,01 |
| NOK | 0,10 | 0,10 | 0,10 | 0,10 |
| NZD | 0,60 | 0,60 | 0,60 | 0,60 |
| PHP | 0,02 | 0,02 | 0,02 | 0,02 |
| SEK | 0,09 | 0,10 | 0,09 | 0,10 |
| USD | 0,94 | 0,88 | 0,95 | 0,85 |
Klassifizierung in kurzfristig und langfristig
Der Konzern gliedert seine Vermögenswerte und Schulden in der Bilanz in kurz- und langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden.
Ein Vermögenswert ist als kurzfristig einzustufen, wenn:
- die Realisierung des Vermögenswerts innerhalb des normalen Geschäftszyklus erwartet wird oder der Vermögenswert zum Verkauf oder Verbrauch innerhalb dieses Zeitraums gehalten wird,
- der Vermögenswert primär für Handelszwecke gehalten wird,
- die Realisierung des Vermögenswerts innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag erwartet wird oder
- es sich um Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalente handelt, es sei denn, der Tausch oder die Nutzung des Vermögenswerts zur Erfüllung einer Verpflichtung ist für einen Zeitraum von mindestens drei Monaten nach dem Abschlussstichtag eingeschränkt.
Eine Schuld ist als kurzfristig zu klassifizieren, wenn:
- die Erfüllung der Schuld innerhalb des normalen Geschäftszyklus erwartet wird,
- die Schuld primär für Handelszwecke gehalten wird,
- die Erfüllung der Schuld innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag erwartet wird
oder
▪ das Unternehmen kein uneingeschränktes Recht zur Verschiebung der Erfüllung der Schuld um mindestens zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag hat.
Alle anderen Vermögenswerte und Schulden werden als langfristig eingestuft.
Latente Steueransprüche und -schulden werden als langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden eingestuft.
Sachanlagen
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Der Barwert der erwarteten Kosten für die Wiederherstellung eines Vermögenswerts nach dessen Nutzung ist in den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des entsprechenden Vermögenswerts enthalten, wenn die Ansatzkriterien für eine Rückstellung erfüllt sind.
Die Kosten für geringfügige Reparaturen und Instandhaltungen werden sofort aufwandswirksam erfasst.
Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen werden durch einen Vergleich der Erlöse mit dem Buchwert ermittelt und in der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.
Abschreibungen
Die erwarteten Nutzungsdauern des Sachanlagevermögens, sowie Abschreibungspläne werden anhand von vergangenen Erfahrungswerten, Plänen und Schätzungen festgelegt. Die Abschreibungen werden nach der linearen Methode berechnet, d. h., ihre Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich des Restwerts werden auf die folgenden geschätzten Nutzungsdauern (unverändert zum Vorjahr) verteilt:
| Nutzungsdauer in Jahren |
|
|---|---|
| Gebäude | 30 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3-10 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 3-15 |
Unter den technischen Anlagen und Maschinen erfasste Mietereinbauten in Bürogebäuden und Lieferzentren werden über ihre geschätzte Nutzungsdauer oder die Laufzeit des Mietverhältnisses abgeschrieben, je nachdem, welcher Zeitraum kürzer ist. Grundstücke werden zu Anschaffungskosten bewertet und nicht abgeschrieben.
Die Restwerte, Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern der Vermögenswerte werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und bei Bedarf prospektiv angepasst.
Ein Werthaltigkeitstest wird durchgeführt, wenn relevante Indikatoren oder Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass der Nettobuchwert immaterieller Vermögenswerte oder Sachanlagen möglicherweise nicht mehr realisiert werden kann.
Leasingverhältnisse (IFRS 16)
Nach IFRS 16 werden Leasingverhältnisse beim Leasingnehmer aktiviert, indem der Barwert der Leasingzahlungen erfasst und als Leasinggegenstände (Nutzungsrechte) und Leasingverbindlichkeiten zum Zeitpunkt des Leasingbeginns ausgewiesen wird. Der Leasingnehmer hat das Recht, das Leasingverhältnis zu verlängern oder zu kündigen, es bestehen durchsetzbare Rechte und Pflichten über die anfängliche nicht kündbare Frist hinaus. Die Vertragsparteien des Leasingverhältnisses müssen diese optionalen Zeiträume bei ihrer Beurteilung der Leasingdauer berücksichtigen. Gemäß IFRS 16.18 wird davon ausgegangen, dass die Laufzeit des Leasingverhältnisses über den unkündbaren Zeitraum hinaus verlängert wird, wenn der Leasingnehmer eine Verlängerungsoption verfügt, deren Ausübung als hinreichend sicher gilt, oder über eine Kündigungsoption, deren Nichtausübung als hinreichend sicher gilt.
Der Konzern hat eine Vielzahl an Vermögenswerten angemietet, darunter auch Immobilien wie Lieferzentren und Bürogebäude sowie Fahrzeuge, wie Kfz, Lieferwagen und Gabelstapler. Das Nutzungsrecht wird zunächst zu den Anschaffungskosten bewertet und anschließend zu den Anschaffungskosten abzüglich aller kumulierten Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen bewertet und um bestimmte Neubewertungen des Leasingvertrags angepasst. Die Anschaffungskosten ergeben sich aus dem Barwert der Leasingzahlungen, der anfänglichen direkten Kosten, der geschätzten Beträge für Restwertgarantien und der Rückbauverpflichtungen, vermindert um die erhaltenen Leasinganreize. Das Nutzungsrecht umfasst auch die geschätzten zukünftigen Kosten für den Rückbau des zugrunde liegenden Vermögenswerts und die Wiederherstellung des vertragsgemäßen Zustands des Vermögenswerts. Die Verpflichtung wird in Übereinstimmung mit IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen erfasst und bewertet. Nutzungsrechte werden als Sachanlagen (siehe ANHANG 10) und die entsprechenden Leasingverbindlichkeiten als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (siehe ANHANG 14) ausgewiesen.
Der Konzern hat auch Untermietverhältnisse für Büroflächen in den USA und Kanada abgeschlossen. Die Laufzeit aller Untermietverträge des Konzerns erstreckt sich über den größten Teil der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Vermögensgegenstandes. Daher werden die Untermietverhältnisse als Finanzierungsleasing eingestuft.
Wenn ein Untermietverhältnis als Finanzierungsleasing eingestuft wird, bucht der Zwischenleasinggeber das Nutzungsrecht am Hauptleasingverhältnis, das er auf den Unterleasingnehmer überträgt, aus und erfasst die Nettoinvestition in das Unterleasingverhältnis. Danach wird die Differenz zwischen dem Nutzungsrecht und der Nettoinvestition in das Unterleasingverhältnis erfolgswirksam erfasst und behält die Leasingverbindlichkeit aus dem Hauptleasingverhältnis in seiner Bilanz bei, welche die dem Hauptleasinggeber geschuldeten Leasingzahlungen darstellt. Während der Laufzeit des Unterleasingverhältnisses erfasst der Konzern sowohl Finanzerträge aus dem Unterleasingverhältnis als auch Zinsaufwendungen aus dem Hauptleasingverhältnis.
Die Leasingverbindlichkeiten werden anfänglich zum Barwert der nicht bezahlten Leasingraten zum Anfangsdatum bewertet und mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns abgezinst, da der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann. Die Leasingverbindlichkeiten werden anschließend um die Zinsen auf die Leasingverbindlichkeiten erhöht und um die geleistete Leasingzahlung verringert.
HelloFresh wendet IFRS 16 nicht auf kurzfristige (< 12 Monate) und geringwertige Leasingverhältnisse (< 5.000 EUR) an.
Immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben werden, werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die immateriellen Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen, falls vorhanden, angesetzt. Die planmäßige Abschreibung selbst erstellter Vermögenswerte beginnt mit dem Abschluss der Entwicklungsphase und ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann. Die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns haben eine begrenzte Nutzungsdauer und umfassen hauptsächlich erworbene sowie selbst entwickelte Computer-Software und Markenrechte.
Software-Entwicklungskosten einzelner Projekte werden nur dann als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn der Konzern Folgendes nachweisen kann:
- die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts, die eine interne Nutzung oder einen Verkauf des Vermögenswerts ermöglicht,
- die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen, und die Fähigkeit und Absicht, ihn zu nutzen oder zu verkaufen,
- wie der Vermögenswert einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielen wird,
- die Verfügbarkeit von Ressourcen für Zwecke der Fertigstellung des Vermögenswerts und
- die Fähigkeit, die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zuzurechnenden Ausgaben zuverlässig ermitteln zu können.
Die erwarteten Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten sowie deren Abschreibungspläne basieren auf Erfahrungswerten aus der Vergangenheit. Der Konzern schreibt Immaterielle Vermögensgegenstände linear oder zeitanteilig über die folgenden geschätzten Nutzungsdauern (unverändert zum Vorjahr) ab:
| Nutzungsdauer in Jahren |
|
|---|---|
| Selbst entwickelte Software | 3-6 |
| Software und sonstige Lizenzen | 3-6 |
| Kund:innenstamm | 2 |
| Markenrechte | 10 |
Der Buchwert der selbst entwickelten und der erworbenen Software, Markenrechte und Kund:innenstämmen wird auf Wertminderung überprüft, wenn Ereignisse und Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswerts möglicherweise nicht mehr erzielbar ist.
Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswerten sowie des Geschäfts- oder Firmenwerts
Der Konzern führt einmal jährlich einen Wertminderungstest für den Geschäfts- oder Firmenwert durch. Außerdem ermittelt der Konzern an jedem Abschlussstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung nicht finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Ferner führt der Konzern bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung eine Analyse der Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswerten durch. Externe relevante Indikatoren sind beispielsweise Änderungen im Kund:innenverhalten, konjunkturelle Einbrüche, signifikante Änderungen im Markt- oder Rechtsumfeld usw. Interne relevante Indikatoren für einen Werthaltigkeitstest können beispielsweise Schäden an Vermögenswerten, signifikante Änderungen in der Nutzung oder der wirtschaftlichen Leistung der Vermögenswerte usw. umfassen.
Liegen Anhaltspunkte für Wertminderung vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, so nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. einer Gruppe von
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. einer Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten den jeweils erzielbaren Betrag, so ist der Vermögenswert wertgemindert und wird auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.
Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes nach Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Da wir bei der Berechnung des Abzinsungssatzes von einer 100%igen Eigenkapitalfinanzierung ausgegangen sind, entspricht der Abzinsungssatz vor Steuern dem Abzinsungssatz nach Steuern. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden kürzlich erfolgte Markttransaktionen berücksichtigt. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Dieses stützt sich auf Bewertungsmultiplikatoren, Börsenkurse von börsengehandelten Anteilen an Unternehmen oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert.
Der Konzern legt seiner Wertminderungsbeurteilung detaillierte Budget- und Prognoserechnungen zugrunde, die für jede der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, denen einzelne Vermögenswerte zugeordnet sind, separat erstellt werden. Solche Budget- und Prognoserechnungen erstrecken sich in der Regel über drei Jahre. Die zugrunde liegende Managementprognose spiegelt die aktuelle Performance der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sowie die bestmögliche Einschätzung des Managements über die zukünftige Entwicklung wider. Der Konzern bestimmt den Abzinsungssatz vor Steuern für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit auf Grundlage der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) unter Anwendung des Capital Asset Pricing-Modells (CAPM) und Berücksichtigung der für die zahlungsmittelgenerierende Einheit geltenden Inflationsprognosen und Steuersätze. Die Ermittlung der Wertminderung von Investitionen in assoziierte Unternehmen erfolgt gleichzeitig unter Berücksichtigung eines Fünfjahresbudgets und Prognoserechnungen.
Wertminderungsaufwendungen werden erfolgswirksam in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswerts entsprechen.
Für Vermögenswerte außer dem Geschäfts- oder Firmenwert wird zu jedem Abschlussstichtag eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht länger besteht oder sich verringert hat. Wenn solche Anhaltspunkte vorliegen, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit vor. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung der Annahmen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Die Wertaufholung ist dahingehend begrenzt, dass der Buchwert eines Vermögenswerts weder seinen erzielbaren Betrag noch den Buchwert übersteigen darf, der sich nach Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben hätte, wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Die Wertaufholung wird erfolgswirksam erfasst.
Die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts wird einmal jährlich überprüft. Eine Überprüfung findet ebenfalls dann statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen.
Die Wertminderung für den Geschäfts- oder Firmenwert wird durch die Bewertung des erzielbaren Betrags jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, auf die sich dieser bezieht, bestimmt. Wenn der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten geringer als ihr Buchwert ist, wird eine Wertminderung verbucht. Für die zahlungsmittelgenerierende Einheit bzw. Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird der Firmenwert zunächst reduziert und ein zusätzlicher Wertminderungsaufwand wird anteilig auf die Buchwerte der anderen Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt. Wertminderungen in Bezug auf den Geschäfts- oder Firmenwert werden in zukünftigen Perioden nicht rückgängig gemacht.
Vorräte
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden mithilfe der FIFO-Methode (first-in, first-out) ermittelt. In den Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten sind der Kaufpreis sowie die Lieferungs- und Vertriebskosten enthalten, die angefallen sind, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen.
Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufspreis abzüglich der geschätzten Kosten, die für den Verkauf erforderlich sind.
Vorräte mit kurzer Haltbarkeit, die nicht innerhalb der geplanten Woche verwendet werden, werden direkt erfolgswirksam abgeschrieben.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben sowie kurzfristige Einlagen, die in spätestens drei Monaten verfügbar sind und bei denen das Risiko von Wertänderungen als unwesentlich erachtet wird. Zu den Zahlungsmitteln bzw. Zahlungsmitteläquivalenten gehören auch erwartete Zahlungen von externen Finanzinstituten für die Zahlungsabwicklung sowie Kredit- und Debitkartentransaktionen, soweit sie Sichteinlagen oder Zahlungsmitteläquivalenten ähnlich sind.
Finanzinstrumente (IFRS 9)
Die Finanzinstrumente des Konzerns umfassen alle finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Zu den finanziellen Vermögenswerten zählen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige Forderungen. Zu den finanziellen Verbindlichkeiten zählen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Verbindlichkeiten aus Finanzleasing und andere finanzielle Verbindlichkeiten. Finanzielle Verbindlichkeiten müssen im Allgemeinen unter Verwendung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten oder anderen finanziellen Vermögenswerten beglichen werden.
IFRS 9 führt Vorschriften zur erstmaligen Erfassung, Klassifizierung und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten (mit Ausnahme der erstmaligen Bewertung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen), finanziellen Verbindlichkeiten, neue Regelungen zum Hedge-Accounting sowie ein Wertminderungsmodell für Finanzanlagen ein.
Bewertung beim erstmaligen Ansatz
Finanzinstrumente, mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Transaktionskosten, die direkt der Akquisition zuzurechnen sind, müssen für alle finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten berücksichtigt werden, die anschließend nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Bei der erstmaligen Erfassung werden finanzielle Vermögenswerte in die verschiedenen Kategorien eingeteilt, die im nächsten Kapitel beschrieben werden. Der regelmäßige Kauf und Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Stichtag bilanziert. Beim erstmaligen Ansatz werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente aufweisen, gemäß IFRS 15 mit ihrem Transaktionspreis bewertet.
Klassifizierung und Folgebewertung
IFRS 9 beinhaltet Klassifizierungen sowie Bewertungsmethoden für finanzielle Vermögenswerte, die sich grundsätzlich an dem Geschäftsmodell des Unternehmens und den Zahlungsströmen des Finanzinstruments orientieren. IFRS 9 sieht die folgenden drei Bewertungskategorien für finanzielle Vermögenswerte vor:
- Zu fortgeführten Anschaffungskosten,
- Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert, und
- Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert.
Sofern ein Vermögenswert zur Vereinnahmung vertraglich vereinbarter Tilgungs- und Zinszahlungen gehalten wird, erfolgt die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Wird ein Vermögenswert für den Verkauf gehalten, wird dieser erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. In allen anderen Fällen erfolgt die Bewertung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert.
Der Konzern hat die Merkmale der vertraglich vereinbarten Zahlungsströme der finanziellen Vermögenswerte analysiert und festgestellt, dass bis auf zwei Ausnahmen der Großteil der finanziellen Vermögenswerte die Kriterien für die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten nach IFRS 9 erfüllen.
Die Amortisierung mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gesamtergebnisrechnung als Teil des Finanzergebnisses enthalten.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden anfänglich zum beizulegenden Zeitwert erfasst, einschließlich der Transaktionskosten, die im Falle von Krediten und Darlehen direkt zuzurechnen sind.

Wertminderung nach IFRS 9
Der IFRS 9 verfügt über ein Wertminderungsmodell, das vorausschauend erwartete Kreditverluste (ECL) berücksichtigt. Dieses Modell erfordert Einschätzungen des Vorstands im Zusammenhang mit der Frage, wie sich die Änderungen wirtschaftlicher Faktoren auf erwartete Kreditverluste auswirken. Dazu werden Annahmen auf Basis belastbarer gewichteter Informationen vorgenommen.
Im Konzern wird das Wertminderungsmodell für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten klassifiziert werden, angewendet. HelloFresh wendet diesen Ansatz an, um Ausfallrisiken zu bewerten, und berechnet die zu erwartenden Kreditverluste (ECL) als Ergebnis aller möglichen Ausfallereignissen über die erwartete Laufzeit der finanziellen Forderungen und Vermögenswerte. Um die Risikovorsorge abzubilden, hat der Konzern eine Wertminderungsmatrix ermittelt, die auf historischen Ausfallereignissen basiert.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden abgeschrieben, wenn es unwahrscheinlich ist, dass Kund:innen ihrer Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Konzern noch nachkommen werden. Für den Konzern ist dies der Fall, wenn Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 180 Tage überfällig sind. Die Abschreibung wird im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst. Der Konzern verwendet eine Wertberichtigungsmatrix zur Messung des erwarteten 12- Monats-Kreditverlusts von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die auf der Wahrscheinlichkeit basiert, dass eine Forderung in aufeinanderfolgenden Phasen der Zahlungsunfähigkeit bis zur Abschreibung fortschreitet. Forderungen, die ähnliche Kreditrisikomerkmale aufweisen, werden auf der Grundlage geografischer Regionen in verschiedene Portfolios aufgeteilt. Historische Zahlungs- und Fälligkeitsmuster für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden für jedes der Portfolios einzeln analysiert, um die Ausfallwahrscheinlichkeit zu bestimmen, die zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste für jedes Portfolio und jede Fälligkeitsgruppe herangezogen wird.
Ausbuchung
Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder an Dritte übertragen werden oder der Konzern eine Verpflichtung zur Zahlung der erhaltenen Cashflows an einen Dritten und zur Übertragung der Risiken und Chancen oder der Verfügungsmacht übernommen hat.
Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn die mit dieser Verbindlichkeit verbundenen vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben, geändert oder erloschen sind.
Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherungsgeschäften
Der Konzern hält derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken. Derivate werden zunächst zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Nach dem erstmaligen Ansatz werden die Derivate zum beizulegenden Zeitwert bewertet, und Änderungen dieses Wertes werden grundsätzlich in der Gesamtergebnisrechnung erfasst, es sei denn, es wird die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften vorgenommen.
Der Konzern designiert Derivate als Sicherungsinstrumente zur Absicherung des Wechselkursrisikos aus der Nettoinvestition in ausländische Geschäftsbetriebe.
Zu Beginn der designierten Sicherungsbeziehungen dokumentiert der Konzern das Ziel des Risikomanagements und die Strategie für die Durchführung der Absicherung. Der Konzern dokumentiert auch die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument, einschließlich der Frage, ob die Sicherungsbeziehung voraussichtlich "hochwirksam" sein wird.
Bilanzierung von Absicherungsgeschäften für Nettoinvestitionen
Wird ein Derivat als Sicherungsinstrument zur Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb eingesetzt, wird der effektive Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Derivats im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital ausgewiesen. Der ineffektive Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Derivats wird sofort in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Der Konzern designiert das Terminelement von Devisenterminkontrakten zur Absicherung des Währungsrisikos. Die Konzern-Richtlinien sehen vor, dass die kritischen Bedingungen der Devisenterminkontrakte mit dem gesicherten Posten übereinstimmen.
Der im sonstigen Ergebnis erfasste Betrag wird bei der Veräußerung bzw. teilweisen Veräußerung des ausländischen Geschäftsbetriebs ganz oder teilweise erfolgswirksam erfasst.
Gezeichnetes Kapital
Dividendenberechtigte Stammaktien sind als Eigenkapital klassifiziert. Der Betrag, um den der beizulegende Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung den Nennwert der ausgegebenen Aktien übersteigt, wird im Eigenkapital als Kapitalrücklage erfasst. Zusätzliche Kosten, die direkt der Ausgabe neuer Aktien zugerechnet werden können, werden davon abgezogen in der Kapitalrücklage erfasst. Erwirbt die Gesellschaft eigene Aktien, so werden diese zu Anschaffungskosten erfasst und vom Eigenkapital abgezogen.
Rückstellungen
Rückstellungen sind Schulden, die bezüglich ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss sind. Sie werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Es werden keine Rückstellungen im Zusammenhang mit künftigen betrieblichen Verlusten angesetzt. Langfristige Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit einem aktuellen Zinssatz, der die für die Verbindlichkeit spezifischen Risiken widerspiegelt, auf den Bilanzstichtag abgezinst. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen im Finanzaufwand erfasst.
Der als Rückstellung erfasste Betrag stellt die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Abschlussstichtag erforderlichen Gegenleistung unter Berücksichtigung der mit der Verpflichtung verbundenen Risiken und Unsicherheiten dar. Wenn es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass mit der Erfüllung der Verpflichtung ein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen verbunden ist, ist die Rückstellung aufzulösen.
In der Regel werden die Auflösungen von Rückstellungen dem Aufwandskonto gutgeschrieben, auf dem die Rückstellung ursprünglich gebildet wurde.
Falls erforderlich, können die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Sachanlagen die geschätzten Ausgaben für die Wiederherstellung des betreffenden Vermögenswerts enthalten. Für diese Aufwendungen werden Wiederherstellungs- und ähnliche Rückstellungen gebildet. Wenn Änderungen des Diskontierungszinsatzes oder Änderungen des geschätzten Zeitpunkts oder der Höhe der Zahlungen zu Änderungen der Rückstellungen führen, wird der Buchwert des betreffenden Vermögenswerts um den entsprechenden Betrag erhöht oder verringert. Übersteigt die Verminderung der Rückstellung den Buchwert, wird der Überschuss sofort erfolgswirksam erfasst.
Wandelschuldverschreibung
Finanzinstrumente, die sowohl eine Schuld- als auch eine Eigenkapitalkomponente enthalten, werden je nach ihrem Charakter in getrennte Bilanzposten eingeteilt. Diese Behandlung gilt im Prinzip für Wandelschuldverschreibungen. Der Marktwert des Wandelrechts wird im Eigenkapital ausgewiesen. Die Geschäftsbedingungen für die Wandelschuldverschreibung wurden gesondert analysiert und als Schlussfolgerung werden keine eingebetteten Derivate in Form von Kündigungsrechten einzeln ausgewiesen, da der Betrag nicht wesentlich ist. Für die Schuldkomponente der Wandelschuldverschreibung wird ein Netto-Barwert berechnet, indem ein Diskontierungszinssatz verwendet wird, der von den notierten Renditen für Anleihen mit ähnlichen Laufzeiten und ähnlichen Bonitäten, die in aktiven Märkten gehandelt werden zum Zeitpunkt der Ausgabe der Wandelschuldverschreibung abgeleitet wird, ausgegeben durch Emissionsbanken. Die Transaktionskosten der Wandelschuldverschreibung werden anteilig direkt von der Schuld- und Eigenkapitalkomponente abgezogen. Der Residualwert der Wandelrechte wurde zum Zeitpunkt der Ausgabe der Schuldverschreibung in der Kapitalrücklage verbucht und daher von der Anleiheverbindlichkeit abgezogen. Der beizulegende Marktwert errechnet sich aus der Differenz zwischen dem Gesamtausgabevolumen und der Schuldkomponente abzüglich der Ausgabekosten für das Wandlungsrecht.
Zinszahlungen sowie die Aufzinsung von Zinsaufwendungen werden als Finanzaufwendungen in der Gesamtergebnisrechnung in den entsprechenden Perioden ausgewiesen.
Anteilsbasierte Vergütung
Anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente
Der Konzern unterhält anteilsbasierte Vergütungspläne mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente, bei denen der Konzern von den Vorständen, Geschäftsführern, Mitarbeitern oder anderen Personen Arbeitsleistungen als Gegenleistung für Eigenkapitalinstrumente der Gesellschaft erhält.
Ferner gewährt der Konzern virtuelle Aktienoptionen und Restricted Stock Units, die an den Kurs einzelner Aktien gekoppelt sind, jedoch eine Barzahlung vorsehen, sofern die gewährende Partei sich nicht für einen Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente entscheidet. Der Konzern entscheidet sich in der Regel für einen Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente, sofern dies nicht aufgrund faktischer oder rechtlicher Einschränkungen unzulässig ist.
Bei Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden die erhaltenen Leistungen und die eingegangene Verbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert der Verbindlichkeit bewertet. Der Gesamtbetrag, der für erhaltene Arbeitsleistungen als Aufwand zu erfassen ist, wird unter Bezugnahme auf den beizulegenden Zeitwert des anteilsbasierten Vergütungsinstruments zum Gewährungszeitpunkt ermittelt. Die Gesellschaft prüft zu jedem Gewährungszeitpunkt, ob der ggf. von einem Planteilnehmer gezahlte Ausübungspreis dem geschätzten Marktpreis des zugrundeliegenden Eigenkapitalinstruments zum Gewährungszeitpunkt entspricht. Für gewährte virtuelle Aktienoptionen wird der beizulegende Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt unter Anwendung des Black-Scholes-Optionspreismodells ermittelt. Bei Restricted Stock Units wird der beizulegende Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt auf Grundlage des Schlusskurses der Aktie zum Gewährungszeitpunkt ermittelt.
Der zum Gewährungszeitpunkt ermittelte beizulegende Zeitwert wird über den Erdienungszeitraum (basierend auf der vom Konzern vorgenommenen Schätzung der Anzahl der Aktien, die schließlich zuteilbar werden) linear als Aufwand mit einer entsprechenden Gegenbuchung im Eigenkapital erfasst. Verfallene Optionen werden korrigiert, wenn die Anzahl der Vergütungsinstrumente, die voraussichtlich ausübbar werden, von früheren Schätzungen abweicht.
Differenzen zwischen den geschätzten und den tatsächlichen Verwirkungen werden in der Berichtsperiode erfasst, in der sie anfallen.
Im zweiten Quartal 2021 hat der Konzern die zugrundeliegenden Annahmen hinsichtlich des Ausübungszeitpunkt aller anteilsbasierten Vergütungsprogramme von einer gestaffelten Ausübung auf eine lineare Ausübung umgestellt. Hieraus ergab sich ein positiver Ergebniseffekt in der Periode von EUR 7,0 Mio. Manche Tranchen von Managementoptionen von vor 2016 werden nur bei Eintritt eines bestimmten Exit-Ereignisses ausübbar, etwa bei einem Börsengang ("IPO"), der am 2. November 2017 stattfand, oder zwölf Monate (in einzelnen Fällen 24) nach einem solchen Ereignis, wenn der Mitarbeiter noch bei der Gesellschaft beschäftigt ist ("Wartefrist"). Diese Tranchen werden über den voraussichtlichen Zeitraum bis zum Eintritt des Exit-Ereignisses zuzüglich der Wartefrist als Aufwand erfasst.
Während des Zeitraums zwischen dem Datum des Optionsbeginns und dem Gewährungszeitpunkt basieren die Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen auf dem beizulegenden Zeitwert zum erwarteten Zeitpunkt der Gewährung der Option. Sobald das Datum der Gewährung festgelegt wurde, wird der geschätzte beizulegende Zeitwert revidiert, so dass die ermittelten Ausgaben auf dem tatsächlichen beizulegenden Zeitwert der gewährten Eigenkapitalinstrumente basieren.
Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich
Bei der Erschließung neuer Märkte behält HelloFresh in der Regel bis zu 6 % (vor einer späteren Verwässerung) der Anteile an diesen neuen Gesellschaften für die lokale Geschäftsleitung vor. Nach einem Zeitraum von vier Jahren und unter bestimmten Bedingungen sind die Inhaber dieser Aktien berechtigt, diese zu einem vom Aktienkurs der HelloFresh SE abgeleiteten ungefähren Marktwert an HelloFresh zu verkaufen. Der Anteilseigner kann nur dann von künftigen Wertsteigerungen profitieren, wenn er für einen bestimmten Zeitraum arbeitet und der Nutzen dementsprechend von seiner Arbeitsleistung abhängt. Infolgedessen ist die Transaktion als aktienbasierte Vergütung einzustufen.
HelloFresh hat die Wahl, jede Zahlung aus diesen Transaktionen entweder in bar oder in gleichwertigen Stammaktien der HelloFresh SE zu begleichen. Aufgrund der bisherigen Praxis ist HelloFresh derzeit verpflichtet, einen Barausgleich vorzunehmen, und bilanziert solche Transaktionen als anteilsbasierte Vergütungstransaktionen mit Barausgleich.
Bei anteilsbasierten Vergütungstransaktionen mit Barausgleich werden die erhaltenen Leistungen und die eingegangene Verbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert der Verbindlichkeit bewertet. Bis zur Begleichung der Verbindlichkeit wird der beizulegende Zeitwert der Verbindlichkeit am Ende jedes Berichtszeitraums und am Tag der Begleichung neu bewertet, wobei alle Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im Periodenergebnis erfasst werden.
Bis 2021 wurden diese Transaktionen wie folgt verbucht: Die Verbindlichkeit wurde als Verbindlichkeit aus Put-Optionen unter den langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Bei Ausübung wurden sie gegen die Kapitalrücklage gebucht, nicht ausgeübte Put-Optionen wurden in jedem Berichtszeitraum zum Marktwert bewertet und die Differenz aufgrund der Neubewertung wird im sonstigen Ergebnis erfasst. Ab 2022 werden die Fair Value Änderungen sowie das Vesting bei der Bewertung der Verbindlichkeit berücksichtigt, und die entsprechenden Kosten werden in dem allgemeinen Verwaltungsaufwand erfasst. Um einen konsistenten Vergleich zu ermöglichen, wurden die Vergleichsinformationen bezüglich der Behandlung dieser Transaktionen im Geschäftsjahr 2021 gemäß IAS 8.41ff. in diesem Abschluss angepasst. Keine dieser Anpassungen hat einen Einfluss auf Deckungsbeitrag, AEBITDA, AEBIT oder flüssige Mittel. Außerdem ergaben sich hieraus keine Änderungen auf die Nettocashflows der drei Bereiche der Kapitalflussrechnung. Für die Vergleichszahlen wurden die folgenden Änderungen vorgenommen: Im Abschluss für die
Zeiträume vor dem Geschäftsjahr 2021 hat sich die Kapitalrücklage von EUR 471,7 Mio. auf EUR 476,3 Mio. erhöht. Die Gewinnrücklagen haben sich von EUR -57,0 Mio. auf EUR -75,4 Mio. verringert. Das sonstige Ergebnis hat sich von EUR -25,3 Mio. auf EUR -11,5 Mio. erhöht. Für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 haben sich die folgenden Beträge geändert: Die Kapitalrücklage hat sich von EUR 472,8 Mio. auf EUR 479,4 Mio. erhöht. Die Gewinnrücklagen haben sich von EUR 199,1 Mio. auf EUR 167,4 Mio. verringert. Das sonstige Ergebnis hat sich von EUR -30,9 Mio. auf EUR -1,6 Mio. erhöht. Nicht beherrschende Anteile haben sich von EUR 0,9 Mio. auf EUR -0,2 Mio. verringert. Das gesamte Eigenkapital hat sich somit um EUR 3,1 Mio. erhöht. Die Neubewertung der Put-Optionen im Eigenkapital entfällt für 2021 und Vorperioden. Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte sind von EUR 27,0 Mio. auf EUR 25,9 Mio. gesunken. Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten haben sich von EUR 304,3 Mio. auf EUR 300,1 Mio. verringert. Der allgemeine Verwaltungsaufwand für das Geschäftsjahr 2021 hat sich von EUR 220,3 Mio. auf EUR 233,6 Mio. erhöht. Infolgedessen veränderte sich der Gewinn für das Jahr 2021 von EUR 256,3 Mio. auf EUR 243,0 Mio., das Ergebnis vor Ertragsteuern veränderte sich von EUR 384,0 Mio. auf EUR 370,7 Mio. Das sonstige Ergebnis für das Jahr 2021 erhöht sich von EUR -5,6 Mio. auf EUR 9,9 Mio. Außerdem erhöhte sich das Gesamtergebnis für das Jahr 2021 von EUR 250,7 Mio. auf EUR 252,9 Mio. Es ergeben sich keine Auswirkungen auf den Ertragsteueraufwand für das Jahr, aber der effektive Steuersatz änderte sich von 33,3 % auf 34,4 %. Alle Änderungen beziehen sich auf das Segment International. Das Ergebnis je Aktie für 2021 veränderte sich von zuvor EUR 1,48 auf EUR 1,40. Das verwässerte Ergebnis je Aktie veränderte sich von EUR 1,42 auf EUR 1,41. Für das Jahr 2022 führt die Neubewertung der IFRS 2-Verbindlichkeit zu einer positiven Auswirkung auf den allgemeinen Verwaltungsaufwand in Höhe von EUR 16,7 Mio. und zu einer positiven Auswirkung auf das Ergebnis je Aktie von EUR 0,10 und keine Auswirkungen auf das verwässerte Ergebnis je Aktie.
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn hinreichende Sicherheit besteht, dass die mit der Zuwendung verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Wenn sich die Zuwendung auf eine Aufwendung bezieht, können diese in Zuwendungen für Vermögenswerte und leistungsbezogene Zuwendungen unterteilt werden. Der Konzern verbucht leistungsbezogene Zuwendungen als Einnahmen über den Zeitraum, für den die entsprechenden Kosten verbucht werden. Zuwendungen für Vermögenswerte werden als pro rata als Ertrag über die erwartete Nutzungsdauer des betreffenden Vermögenswerts verbucht.
Umsatzrealisierung (IFRS 15)
Der Konzern erzielt überwiegend Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Zutaten für Mahlzeiten mit dazugehörigen Rezepten ("Kochboxen"), vorgekochten Mahlzeiten sowie Zusatzprodukten und Produkten gegen Aufpreis.
Der Konzern wendet das fünfstufige Verfahren nach IFRS 15 an, wonach die Höhe der Umsätze und der Zeitpunkt bzw. der Zeitraum der Realisierung zu ermitteln ist. Das Verfahren stellt sich wie folgt dar: Identifikation des Vertrags mit dem Kund:innen, Identifikation der separaten Leistungsverpflichtungen, Bestimmung des Transaktionspreises, Allokation des Transaktionspreises auf die separaten Leistungsverpflichtungen sowie Realisierung der Umsätze bei Erfüllung einzelner Leistungsverpflichtungen.
Umsatzerlöse sind zu realisieren, wenn die Leistungsverpflichtung erfüllt wurde und Kund:innen die Verfügungsmacht über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangen. In der Regel ist dies der Fall, wenn Bestellungen an Kund:innen ausgeliefert wurden bzw. an dem Zeitpunkt, wenn Kund:innen die Lieferung akzeptiert haben und damit die Verfügungsmacht auf sie übergeht. Die diesbezüglichen Vergütungen werden regelmäßig im Voraus der Leistungserbringung vereinnahmt, sodass HelloFresh in Bezug auf die noch ausstehenden Leistungen Vertragsverbindlichkeiten (Umsatzabgrenzungsposten) ausweist.
Die Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder ausstehenden Gegenleistung ermittelt und stellen Forderungen für gelieferte Waren (abzüglich Werbenachlässen, Rabatten, Abschlägen für Kund:innentreueprogramme und Umsatzsteuer) dar. Zudem kann der Konzern über externe Marketinganbieter zu einem reduzierten Preis Gutscheine ausgeben. Solche Gutscheine werden erst dann in den Umsatzerlösen erfasst, wenn der jeweilige Gutschein eingelöst und die Kochbox ausgeliefert wurde.
Der Konzern ist zu dem Schluss gekommen, dass er bei fast allen seinen Umsatztransaktionen als Auftraggeber oder Prinzipal handelt, da er die Verfügungsgewalt bei allen Umsatztransaktionen besitzt, die Preise festsetzt und das Ausfallrisiko trägt. Umsatzerlöse werden ohne Abzug der von Vermittlern wie Marketingportalen berechneten Gebühren ausgewiesen, die als Marketingkosten erfasst werden.
Die Ausgabe von Geschenkgutscheinen oder einlösbaren Guthaben führt für den Konzern zu der Verpflichtung, Waren oder Dienstleistungen zukünftig zu übertragen bzw. zu erbringen. Der gesamte oder ein Teil des Transaktionspreises ist der betreffenden Leistungsverpflichtung zuzurechnen und wird als Umsatz erfasst, sobald diese Leistungsverpflichtung erfüllt sind, oder wenn die Verpflichtung ausläuft oder erloschen ist.
In einigen Märkten können Neukund:innen Prämien und Gutscheine für den Kauf einer bestimmten Anzahl von Boxen innerhalb eines bestimmten Zeitraums erhalten (Treueprogramm). Die Umsatzerlöse für diese Prämien werden auf der Grundlage des Einzelverkaufspreises allokiert, der um die Wahrscheinlichkeit bereinigt wird, dass Kund:innen die Prämie oder den Gutschein erhalten und einlösen. Die Erfassung von Umsatzerlösen wird abgegrenzt, bis diese Prämien an Kund:innen übertragen werden oder die Option, sie zu erhalten, verfällt.
Wurden Anzahlungen von Kund:innen vor Versand der Bestellung an den Kund:innen erhalten, werden diese als Vertragsverbindlichkeit ausgewiesen. Allerdings machen Kund:innen ihre vertraglichen Ansprüche nicht immer in vollem Umfang geltend. Die Nichtinanspruchnahme von Guthaben wird auch als "breakage" oder Verfall bezeichnet. Gemäß IFRS 15 wird ein Teil der Vertragsverbindlichkeiten in Abhängigkeit vom Verhalten der Kund:innen und den lokalen Verjährungsvorschriften als Umsatzerlöse erfasst.
Im Falle einer Kund:innenbeschwerde in Bezug auf eine HelloFresh-Bestellung kann der HelloFresh Kund:innenservice den Kund:innen mit einem Gutschein entschädigen, der auf zukünftige Bestellungen angewendet werden kann, mit dem Ziel, die Kund:innenzufriedenheit zu verbessern. Wenn die Entschädigung den Kund:innen für die Nicht- oder Teilerfüllung einer Leistungsverpflichtung entschädigt, reduziert ein solcher Rabatt den Transaktionspreis der Bestellung, die die Reklamation verursacht hat, und nicht die zukünftige Bestellung, auf die der Gutschein angewendet wird.
In einigen Fällen haben Kund:innen das Recht auf eine vollständige Rückerstattung des gezahlten Kaufpreises. Wenn ein Rückgaberecht besteht, müssen nach IFRS 15 die Umsatzerlöse um den erwarteten Wert der Rückerstattung unter Anwendung der Regel für variable Gegenleistungen reduziert werden. Anstatt Umsatzerlöse für diese erwarteten Rückgaben zu erfassen, wird eine Rückerstattungsverbindlichkeit erfasst. Die Bestandskosten von Artikeln, deren Rückgabe erwartet wird, werden ebenfalls von den Beschaffungskosten ausgeschlossen und verbleiben stattdessen im Vorratsvermögen, bereinigt um mögliche Wertminderungen oder Wiedereinlagerungskosten.
Beschaffungskosten
Die Beschaffungskosten umfassen den Kaufpreis von Waren, eingehende Versandkosten, Leistungen an Arbeitnehmer und andere zurechenbare Gemeinkosten. Versandkosten für den Erhalt von Produkten von Lieferanten sind im Inventar enthalten und werden als Kosten für Waren erfasst, die beim Verkauf von Produkten an Kund:innen verkauft wurden.
Vertriebskosten
Vertriebskosten stellen Kosten für die Auswahl von Zutaten in Boxen, Verpackungsmaterialien, Versandkosten für die Bestellungen, Kosten für Verpackungsmaterial, zahlungsbezogene Kosten sowie Produktkosten für unsere Küchenteams und Rezeptkarten dar. Vertriebskosten beinhalten auch Zahlungen an Dritte, die Vertriebsdienstleistungen für uns erbringen.
Marketingkosten
Marketingkosten sind Kosten, die in Verbindung mit der Bewerbung von Waren entstehen, und beinhalten Kosten für Online- und Offline-Marketing, die Bewerbung der Marke durch klassische Medienkanäle, die Produktion und Verteilung von Geschenkgutscheinen, die Produktion von Fotos, Kosten in Verbindung mit Kund:innendienstaktivitäten und sonstige Kosten in Verbindung mit der Marktpräsenz von HelloFresh.
Allgemeiner Verwaltungsaufwand
Die allgemeinen Verwaltungskosten beinhalten Aufwendungen, die nicht direkt mit der Produktion und dem Vertrieb von Waren im Zusammenhang stehen. Diese beinhalten Löhne und Gehälter für unsere technische Organisation, Ausgaben für unsere technische Infrastruktur, Gehälter und Nebenleistungen für das Management und Mitarbeiter aus dem Finanz-, Personal- und Rechtswesen sowie Beratungskosten, Büromieten, Versicherungen, Nebenkosten und sonstige Gemeinkosten.
Ertragsteuern
Die tatsächlichen Steueransprüche und Steuerschulden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag in den Ländern gelten oder in Kürze gelten werden, in denen der Konzern tätig ist und zu versteuerndes Einkommen erzielt.
Das Management beurteilt regelmäßig einzelne Steuersachverhalte dahingehend, ob in Anbetracht geltender steuerlicher Vorschriften ein Interpretationsspielraum vorhanden ist. Bei Bedarf werden Steuerrückstellungen angesetzt.
Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Liability-Methode auf bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem Steuerbilanzwert zum Abschlussstichtag.
Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme von:
- latenten Steuerschulden aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts oder eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst,
- latenten Steuerschulden aus zu versteuernden temporären Differenzen, die in Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung der latenten Steueransprüche ermöglicht.
Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die voraussichtlich in der Periode gelten werden, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag gelten oder soweit beschlossen sind, dass sie in Kürze gelten werden.
Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch zur Aufrechnung der tatsächlichen Steueransprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.
Latente und tatsächliche Steuern, die sich auf erfolgsneutral erfasste Posten beziehen, werden ebenfalls erfolgsneutral verbucht. Latente und tatsächliche Steuern werden dabei entsprechend dem ihnen zugrunde liegenden Geschäftsvorfall entweder im Periodenergebnis, im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst.
IFRIC 23 Unsicherheiten bei der ertragsteuerlichen Behandlung
Mit IFRIC 23 wird die Bilanzierung von unsicheren Ertragsteuerpositionen klargestellt. Im Rahmen der Einschätzung der Unsicherheit hat ein Unternehmen zu beurteilen, ob es wahrscheinlich ist, dass die Steuerbehörde die vom Unternehmen in seiner Steuererklärung vorgenommene oder vorzunehmen beabsichtigte ertragsteuerliche Behandlung eines Sachverhalts akzeptieren wird. Wenn das Unternehmen zu der Einschätzung kommt, dass die ertragsteuerliche Behandlung von der Steuerbehörde akzeptiert wird, so hat es das zu versteuernde Einkommen, die steuerlichen Bemessungsgrundlagen, nicht genutzte steuerliche Verluste und Steuergutschriften sowie anzuwendende Steuersätze im Einklang mit dieser Einschätzung zu ermitteln. Wenn das Unternehmen zu der Einschätzung kommt, dass die Steuerbehörden die entsprechende ertragsteuerliche Behandlung nicht akzeptieren wird, so hat es das zu versteuernde Einkommen, die steuerlichen Bemessungsgrundlagen, nicht genutzte steuerliche Verluste und Steuergutschriften sowie anzuwendende Steuersätze mit dem wahrscheinlichsten Wert oder dem Erwartungswert zu berücksichtigen. Dabei ist die Methode anzuwenden, die eine bessere Indikation hinsichtlich der Auflösung der Unsicherheit liefert. Ein Unternehmen muss eine Ermessensentscheidung oder eine Schätzung neu bewerten, wenn sich die Tatsachen und Umstände, die dem Urteil oder der Schätzung zugrunde lagen, ändern oder neue Informationen vorliegen, die die Ermessensentscheidung oder die Schätzung beeinflussen.
Der Konzern analysierte die Existenz von unsicheren Ertragsteuerpositionen in allen relevanten Steuergebieten, indem er eine Reihe von Indikatoren berücksichtigte, wie z. B. Unklarheiten in den relevanten Steuergesetzen und damit verbundenen Richtlinien, Ergebnisse früherer Untersuchungen durch die Steuerbehörden und Urteile von Gerichten bei der Behandlung von Angelegenheiten mit ähnlichen Tatsachenmustern. Als Ergebnis dieser Analyse stellte der Konzern fest, ob die Wahrscheinlichkeit der Akzeptanz seiner Steuerbehandlung wahrscheinlich ist oder nicht.
Nach interner Auswertung kam HelloFresh zu dem Schluss, dass die Anwendung von IFRIC 23 keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von HelloFresh hat.
Konsolidierte Kapitalflussrechnung
Der Konzern erstellt die konsolidierte Kapitalflussrechnung, um zu verfolgen, wie sich die liquiden Mittel des Konzerns während der Periode verändert haben, und klassifiziert diese während einer Periode in Cashflows aus Betriebs-, Investitions- und Finanzierungstätigkeiten. Der Konzern verwendet eine indirekte Methode zur Berichterstattung über den Cashflow aus Betriebsaktivitäten, die alle wesentlichen einkommenserzeugenden Aktivitäten des Konzerns abdeckt. Investitionstätigkeiten sind der Erwerb und die Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten und anderen Investitionen. Sie umfasst auch Cashflows, die sich aus der Erlangung oder dem Verlust der Kontrolle über Tochtergesellschaften oder andere Geschäfte ergeben. Finanzierungsaktivitäten umfassen die Aktivitäten, die zu Veränderungen in der Größe und Zusammensetzung des Eigen- und Fremdkapitals des Konzerns führen.
Neue Verlautbarungen zur Rechnungslegung, die noch nicht angewendet werden
Die folgenden neuen Standards und Änderungen an Standards sind in der EU für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, anzuwenden bzw. werden nach abgeschlossenem Endorsement Verfahren anzuwenden sein. Der Konzern hat keinen der neuen oder geänderten Standards bei der Erstellung dieses Konzernabschlusses vorzeitig angewendet.
| Standard/ Interpretation | Bezeichnung des Standards / Interpretation oder Änderung |
Erstanwendung | Auswirkung | |
|---|---|---|---|---|
| IFRS 17 und Änderungen zu IFRS 17 |
Versicherungsverträge | 1.1.2023 | N/A | |
| Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 * |
Verkauf oder Einlage von Vermögenswerten zwischen einem Anleger und einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen |
noch ausstehend | ||
| Änderungen an IAS 1 | Angabe von Rechnungslegungsmethoden |
1.1.2023 unwesentlich |
||
| Änderungen an IAS 8 | Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen |
1.1.2023 | unwesentlich | |
| Änderungen an IAS 12 | Latente Steuern in Zusammenhang mit Vermögenswerten und 1.1.2023 Schulden aus einer einzigen Transaktion |
unwesentlich | ||
| Änderungen an IFRS 17 | Erstanwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen |
1.1.2023 | ||
| Änderungen an IAS 1 * | Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig |
1.1.2024 | unwesentlich | |
| Änderungen an IFRS 16 | Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-leaseback Transaktion |
1.1.2024 | N/A | |
* EU-Endorsement noch ausstehend zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Konzernabschlusses
4. Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen
Bei der Erstellung des Konzernabschlusses werden vom Vorstand Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen getroffen, die sich auf die Höhe ausgewiesener Umsatzerlöse, Aufwendungen, Vermögenswerte, Schulden und jeweils zugehörige Angaben sowie auf die Angabe von Eventualverbindlichkeiten auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit könnten die tatsächlichen Ergebnisse in zukünftigen Perioden zu erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen.
Die Angaben im Zusammenhang mit den Risiken und Unsicherheiten, denen der Konzern ausgesetzt ist, umfassen:
• Finanzrisikomanagement ANHANG 15
• Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen ANHANG 28
Geschäfts- oder Firmenwert
Der Vorstand trifft wesentliche Beurteilungen und Annahmen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklungen des Konzerns für die Bewertung der Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwertes und anderer immaterieller Vermögenswerte, die hauptsächlich Annahmen hinsichtlich der zukünftigen Cashflow-Prognosen und verschiedener wirtschaftlicher Risiken enthält. Das Management beurteilt auch die Änderungen in der Geschäftsstrategie und -planung des Konzerns, prognostiziert die erwarteten internen Entwicklungen und die verschiedenen Inputs, die zur Schätzung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) des Konzerns verwendet werden. Unsere internen Prognosen spiegeln unsere jüngsten Annahmen aus dem aktuellen makroökonomischen Umfeld in Bezug auf die gestiegene Preisinflation bei den Zutaten und die erhöhten Arbeitskosten wider. Unser WACC wurde angepasst, um die höheren Marktzinsen zu berücksichtigen. Die Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts hängt auch von der Zuordnung des Geschäftsoder Firmenwerts zu einem Geschäftssegment ab, bei der geschätzt wird, welches Geschäftssegment voraussichtlich von den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses profitieren wird.
Weitere Angaben zum Geschäfts- oder Firmenwert sind in ANHANG 9 enthalten.
Latente Steueransprüche
Der Konzern verfügt über steuerliche Verluste aus mehreren Gesellschaften in verschiedenen Steuerhoheitsgebieten, die sich in den kommenden Jahren vermindernd auf die Steuerzahlungen auswirken können. Latente Steueransprüche wurden in dem Umfang erfasst, in dem eine Realisierung unter Berücksichtigung des prognostizierten zu versteuernden Einkommens der jeweiligen Gesellschaft wahrscheinlich ist. Da es keinen spezifischen Standard bzw. keine spezifische Auslegung zur Bewertung der Wahrscheinlichkeit des prognostizierten zu versteuernden Einkommens der jeweiligen Gesellschaft gibt, nutzt der Konzernvorstand seine internen Tools für die Geschäftsplanung und seine Fachkompetenz (IAS 8.10). Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Differenzen, Vorträge aus nicht genutzten Steuergutschriften und nicht genutzten Verlusten erfasst, sofern es hinreichend wahrscheinlich ist, dass der zu versteuernde Gewinn verfügbar ist, um gegen den abzugsfähigen temporären Unterschied und den Vortrag nicht genutzter Steuergutschriften und nicht genutzter Steuerverluste genutzt werden zu können. Bezüglich Rechnungslegungsmethoden für Ertragsteuern bzw. der Angaben zu Ertragsteuern wird auf ANHANG 3 bzw. ANHANG 24 verwiesen.
Anteilsbasierte Vergütung
Der beizulegende Zeitwert der gewährten aktienbasierten Vergütungen wird auf der Grundlage eines geeigneten Bewertungsmodells ermittelt, das den Börsenkurs am Tag der Gewährung und die Volatilität der Aktie berücksichtigt. Die Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen werden auf der Grundlage der Schätzung des beizulegenden Zeitwerts und der bestmöglichen Schätzung des Unternehmens in Bezug auf die Anzahl der Eigenkapitalinstrumente, die letztendlich unverfallbar werden, und des geschätzten Ausübungszeitpunkts erfasst. Die Schätzung der Anzahl der Eigenkapitalinstrumente, die letztendlich unverfallbar werden, basiert auf der erwarteten Mitarbeiterfluktuation. Bezüglich der Rechnungslegungsmethoden für anteilsbasierte Vergütung bzw. der Angaben zu anteilsbasierter Vergütung wird außerdem auf ANHANG 3 bzw. ANHANG 20 verwiesen.
Bewertung der Vermögenswerte aus Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten (IFRS 16)
Um das Nutzungsrecht am Leasinggegenstand und die entsprechende Leasingverbindlichkeit zu Beginn des Leasingverhältnisses oder bei Änderung eines Leasingverhältnisses zu bewerten, wendet HelloFresh einen Grenzfremdkapitalzinssatz zur Abzinsung der Leasingzahlungen an. Bei der Bestimmung des maßgeblichen Zinssatzes, zu dem HelloFresh in einem ähnlichen wirtschaftlichen Umfeld Kredite aufnehmen würde, sind Ermessensentscheidungen erforderlich. Weitere Informationen zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16 sind in ANHANG 3 zu finden.
5. Segmentberichterstattung
Die Hauptgeschäftstätigkeit des Konzerns umfasst die Bereitstellung von integrierten Lebensmittelkonzepten an Kund:innen in verschiedenen geografischen Regionen. Das Geschäft gliedert sich in zwei geografische Hauptregionen: die Vereinigten Staaten von Amerika ("USA" oder "US") und die Region International (oder "Int."). Die Region International umfasst Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande, Neuseeland, die Schweiz, Schweden, Spanien, Großbritannien, Dänemark, Italien, Irland, Japan und Norwegen. Außerdem hält der HelloFresh Konzern eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, Customer Care Service Center
HelloConnect Inc., mit Sitz auf den Philippinen, die zum internationalen Segment gehört. Ab 2023 wird das kanadische Geschäft zusammen mit dem ehemaligen US-Segment in einem neuen Segment "Nordamerika" und damit nicht mehr in unserem Segment International enthalten sein. Wenn Kanada im Jahr 2022 in das US-Segment einbezogen wird, würde der Gesamtumsatz des US-Segments EUR 4.988,2 Mio. und der des Segments International EUR 2.662,0 Mio. betragen. Das bereinigte EBITDA würde EUR 437,2 Mio. für das Segment USA und EUR 172,4 Mio. für das Segment International betragen.
Die Geschäftssegmente spiegeln die Managementstrukturen des Konzerns wider sowie die Art und Weise, in der Finanzinformationen regelmäßig vom Hauptentscheidungsträger, definiert als der Vorstand, überprüft werden. Der Vorstand ist außerdem für die Zuordnung der Ressourcen und für die Beurteilung der Leistung der Geschäftssegmente zuständig.
In die Segmentergebnisse gehen neben den Posten, die einem Segment direkt zuordenbar sind, auch Posten ein, die dem Segment auf einer vernünftigen Basis zugeordnet werden können. Die Zentralfunktionen werden separat überwacht.
Die berichtspflichtigen Geschäftssegmente sind strategische Geschäftsbereiche, die getrennt gesteuert werden. An andere Segmente weiterberechnete Aufwendungen werden gesondert überwacht und sind deshalb in den nachfolgenden Tabellen gesondert dargestellt. Die Holding Gesellschaft übernimmt Zentralfunktionen, für die bestimmte Kosten unter Hinzurechnung eines Aufschlags ("Holdingkosten") an die operativen Einheiten weiterbelastet werden. Hiervon ausgenommen sind strategische Kosten und bestimmte Finanzaufwendungen, die im Rahmen einer Gewinnbeteiligung kompensiert werden, sobald die jeweilige Tochtergesellschaft in dem Segment profitabel geworden ist. Sowohl der weiterberechnete Aufschlag als auch die Gewinnbeteiligung werden in unserem Jahresabschluss als Holdingkosten ("Holdingkosten") ausgewiesen. Im Rahmen der Konsolidierung ("Kons.") werden Transaktionen mit anderen Segmenten eliminiert und Umsätze und Übertragungen bei Transaktionen mit anderen Segmenten so bilanziert, als seien die Umsätze mit Dritten und die Übertragungen an Dritte erfolgt, d. h. zu fremdvergleichskonformen Bedingungen.
Externe Umsatzerlöse beinhalten Erträge aus dem Kerngeschäft des Konzerns, d. h. in erster Linie aus der Bereitstellung von integrierten Lebensmittelkonzepten an Kund:innen. Interne Umsatzerlöse resultieren aus konzerninternen Weiterbelastungen von Leistungen der Holdinggesellschaft und des Customer Care Service Centers an die operativen Einheiten des Konzerns.
Der Konzern bewertet die Leistung der Segmente in erster Linie auf der Grundlage von Umsatz und dem EBITDA bereinigt um Sondereffekte, anteilsbasierte Vergütung und sonstige nicht operative Einmaleffekte ("AEBITDA", wie im Abschnitt Glossar definiert ). Darüber hinaus werden folgende finanzielle Leistungsindikatoren für die Bewertung herangezogen: Ergebnisbeitrag (d. h. Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten und Vertriebskosten, ohne Aufwand für anteilsbasierte Vergütung; "Deckungsbeitrag"), sowie EBIT bereinigt um Sondereffekte und anteilsbasierte Vergütung ("AEBIT"). EBITDA ist definiert als Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. EBIT ist definiert als Ergebnis vor Zinsen und Steuern.
Zum 31. Dezember 2022 verteilt sich das Anlagevermögen des Konzerns, bestehend aus Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten, wie folgt: USA (55,7 %), Deutschland (16,6 %), Australien (8,0 %), Vereinigtes Königreich (5,9 %), Kanada (4,5 %), BeNeLux (3,1 %) und Rest der Welt (6,1 %).
Die nachfolgende Tabelle enthält die Segmentinformationen für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr:
| 2022 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| In EUR Mio. | USA | Int. | Summe Geschäftssegmente |
Holding | Kons. | Konzern | |
| Umsatzerlöse (gesamt) | 4.537,5 | 3.111,5 | 7.649,0 | 546,6 (588,4) |
7.607,2 | ||
| Umsatzerlöse (intern) | 17,6 | 24,4 | 42,0 | 546,4 | (588,4) | — | |
| Umsatzerlöse (extern) | 4.519,9 | 3.087,1 | 7.607,0 | 0,2 — |
7.607,2 | ||
| Deckungsbeitrag* | 1.237,6 | 743,3 | 1.980,9 | 527,6 (566,0) |
1.942,5 | ||
| Bereinigtes EBITDA | 401,5 | 208,0 | 609,5 | (132,1) | — | 477,4 | |
| Sondereffekte | (28,6) | (8,3) | (36,9) | (1,8) | — | (38,7) | |
| Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen |
(37,7) | 6,9 | (30,8) (24,7) |
— | (55,5) | ||
| EBITDA (ohne Holdingkosten) | 335,2 | 206,6 | 541,8 (158,6) |
— | 383,2 | ||
| Abschreibungen | (67,7) | (74,4) | (142,1) (23,7) |
— | (165,8) | ||
| EBIT (ohne Holdingkosten) | 267,5 | 132,2 | 399,7 | (182,5) | 217,4 | ||
| Holdingkosten | (152,1) | (93,6) | (245,7) | 245,9 (0,2) |
— | ||
| EBIT | 115,4 | 38,6 | 154,0 | 63,4 | — | 217,4 | |
| Ergebnis aus Investitionen in assoziierten Unternehmen |
— | — | — | — | — | — | |
| Zinserträge | 1,8 | 0,5 | 2,3 | 0,7 | — | 3,0 | |
| Zinsaufwendungen | (11,1) | (6,0) | (17,1) (10,5) |
— | (27,6) | ||
| sonstige Finanzerträge** | 12,6 | 1,3 | 13,9 14,2 |
(7,7) | 20,4 | ||
| sonstige Finanzaufwendungen | (7,0) | (11,1) | (18,1) | (2,8) | 7,7 | (13,2) | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 111,7 | 23,3 | 135,0 | 65,0 | — | 200,0 | |
| Aufwendungen aus Ertragsteuern | (31,0) | (17,0) | (48,0) | (26,9) | — | (74,9) | |
| Periodenergebnis | 80,7 | 6,3 | 87,0 | 38,1 | — | 125,1 | |
| * ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen |
** ohne Intercompany Dividenden
| 2021 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| In EUR Mio. | USA | Int. | Summe Geschäftssegmente |
Holding | Kons. | Konzern | ||
| Umsatzerlöse (gesamt) | 3.301,8 | 2.710,7 | 6.012,5 506,4 |
(525,5) | 5.993,4 | |||
| Umsatzerlöse (intern) | 7,7 | 11,7 | 19,4 | 506,1 | (525,5) | — | ||
| Umsatzerlöse (extern) | 3.294,1 | 2.699,0 | 5.993,1 | 0,3 | — | 5.993,4 | ||
| Deckungsbeitrag* | 854,8 | 681,2 | 1.536,0 | 494,5 (512,8) |
1.517,7 | |||
| Bereinigtes EBITDA | 310,1 | 297,5 | 607,6 | (80,0) | — | 527,6 | ||
| Sondereffekte | (10,5) | (2,3) | (12,8) | (0,6) | — | (13,4) | ||
| Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen |
(13,8) | (16,7)¹ | (30,5)¹ | (8,4) | (38,9)¹ | |||
| EBITDA (ohne Holdingkosten) | 285,8 | 278,5¹ | 564,3¹ | (89,0) | 475,3¹ | |||
| Abschreibungen | (45,1) | (41,9) | (87,0) | (9,8) | (96,8) | |||
| EBIT (ohne Holdingkosten) | 240,7 | 236,6¹ | 477,3¹ | (98,8) | 378,5¹ | |||
| Holdingkosten | (164,7) | (146,2) | (310,9) | 310,9 | — | — | ||
| EBIT | 76,0 | 90,4¹ | 166,4¹ | 212,1 | — | 378,5¹ | ||
| Ergebnis aus Investitionen in Beteiligungsunternehmen |
— | — | — | (11,4) | — | (11,4) | ||
| Zinserträge | 0,3 | 0,1 | 0,4 | 0,2 | — | 0,6 | ||
| Zinsaufwendungen | (7,8) | (3,1) | (10,9) | (9,1) | — | (20,0) | ||
| sonstige Finanzerträge** | 12,5 | 5,3 | 17,8 16,6 |
(3,9) | 30,5 | |||
| sonstige Finanzaufwendungen | (4,5) | (4,1) | (8,6) | (2,8) | 3,9 | (7,5) | ||
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 76,5 | 88,6¹ | 165,1¹ | 205,6 | — | 370,7¹ | ||
| Aufwendungen aus Ertragsteuern | (25,0) | (23,9) | (48,9) | (78,8) | — | (127,7) | ||
| Periodenergebnis | 51,5 | 64,6¹ | 116,2¹ | 126,8 | — | 243,0¹ | ||
| * ohne Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen |
** ohne Intercompany Dividenden
1Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich)
Die Sondereffekte beliefen sich 2022 auf EUR 38,7 Mio. (2021: EUR 13,4 Mio.). Die Sondereffekte im Jahr 2022 ergeben sich im Wesentlichen aus Reorganisationsinitiativen in den USA und Japan (EUR 21,4 Mio.) und Management-Earn-Out-Programme für die Akquisitionen von Factor und Youfoodz (EUR 13,8 Mio.).
Die Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung betrugen EUR 55,5 Mio. (2021: EUR 38,9 Mio.1 ). Der Anstieg ist hauptsächlich auf (i) eine Änderung des Programms im ersten Quartal 2022 zurückzuführen, die zu einer Erfassung der Aufwendungen nach einem gestaffelten Erdienungszeitplan im Vergleich zum linearen Erdienungszeitplan führt, der für die in den Vorjahren gewährten Programme noch verwendet wird, und (ii) eine höhere Anzahl von Teilnehmern an dem Programm.
Die konzernweit erwirtschafteten externen Umsatzerlöse beliefen sich im Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 auf EUR 7.607,2 Mio. (2021: EUR 5.993,4 Mio.), wovon EUR 4.519,9 Mio. auf die USA entfielen (2021: EUR 3.294,1 Mio.), unseren mit Abstand größten Markt.
Die Umsatzerlöse werden den einzelnen Ländern entsprechend des Standorts der Kund:innen zugeordnet. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Deutschland. Im Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 beliefen sich die auf Deutschland entfallenden Außenumsätze auf EUR 465,4 Mio. (2021: EUR 426,7 Mio.). Der Rest der Außenumsätze entfiel sowohl 2022 als auch 2021 auf das gesamte Ausland.
6. Unternehmenszusammenschlüsse
Am 27. Oktober 2021 erwarb der Konzern über ihre Tochtergesellschaft Cook E Services Australia Pty Ltd. 100 % der ausstehenden Aktienanteile der YouFoodz Holdings Ltd. (einschließlich ihrer Tochtergesellschaften YouFoodz Pty Ltd., IDK Pty Ltd., Fresh Four Pty Ltd., YouJuice Pty Ltd. und YouFoodz IP Pty Ltd., weiter bezeichnet als "Youfoodz").
Die Kaufpreisallokation für die Akquisition war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2021 noch nicht vollständig abgeschlossen, sie ist nun ohne Änderungen abgeschlossen.
1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich)
7. Umsatzerlöse
Umsatzquellen
Der Konzern erzielt Umsatzerlöse in erster Linie aus der Bereitstellung von integrierten Lebensmittelkonzepten für Direktverbraucher, die aus (i)"Kochboxen" mit Zutaten für Mahlzeiten mit dazugehörigen Rezepten, (ii) Zusatzprodukten wie zum Beispiel Suppen, Desserts, Backwaren, Salate sowie Produkte gegen Aufpreis und (iii) vorgekochten Mahlzeiten bestehen. Neben der Hauptumsatzquelle generiert der Konzern auch Erlöse aus anderen Quellen, darunter Einnahmen aus dem Einzelhandel, Einnahmen von Marketingpartnern und Einnahmen aus Logistikdienstleistungen.
Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kund:innen setzen sich für das Geschäftsjahr wie folgt zusammen:
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Erlöse aus Direktverkäufen an Verbraucher | 7.518,8 | 5.957,3 |
| Sonstige Umsatzerlöse | 88,4 | 36,1 |
| Summe Umsatzerlöse | 7.607,2 | 5.993,4 |
Aufschlüsselung der Erlöse aus Verträgen mit Kund:innen
| USA | International | Summe | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 | 2022 | 2021 | 2022 | 2021 |
| Erlöse aus Direktverkäufen an Verbraucher | 4.496,3 | 3.279,7 | 3.022,5 | 2.677,6 | 7.518,8 | 5.957,3 |
| Sonstige Umsatzerlöse* | 23,6 | 14,4 | 64,8 | 21,7 | 88,4 | 36,1 |
| Summe Umsatzerlöse | 4.519,9 | 3.294,1 | 3.087,3 | 2.699,3 | 7.607,2 | 5.993,4 |
*Die Summe der sonstigen Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2022 enthält externe Umsatzerlöse in Höhe von EUR 0,2 Mio., welche der Holding zuzurechnen sind (2021: EUR 0,3 Mio.).
In den Umsatzerlösen aus Direktverkäufen an Verbraucher sind Verkäufe während der Testphase von Sachanlagen in Höhe von EUR 40,0 Mio. enthalten. Die entsprechenden Umsatzkosten, die in den Beschaffungs- und Vertriebskosten des Geschäftsjahres 2022 enthalten sind, betragen EUR 24,7 Mio.
Vertragssalden
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 21,0 | 21,3 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 109,7 | 107,3 |
Die Vertragsverbindlichkeiten beziehen sich in erster Linie auf die von Kund:innen im Voraus erhaltenen Vergütungen (Umsatzabgrenzungsposten) in Höhe von EUR 103,2 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 103,7 Mio.). Die
Vertragsverbindlichkeiten haben sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der insgesamt gestiegenen Vertragsaktivität erhöht. Die Zahlungsbedingungen unterscheiden sich von Land zu Land, ein erheblicher Teil der Vergütung wird jedoch vor der Leistungserbringung vereinnahmt und die ausstehenden Leistungen werden als Vertragsverbindlichkeiten verbucht, für die die Umsatzerlöse verbucht werden, wenn die Leistungsverpflichtung erfüllt ist. Alle Beträge, die zum 31. Dezember 2021 in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren, wurden im Jahr 2022 als Erlöse verbucht. Der Konzern macht von der Ausnahmeregelung gemäß IFRS 15.122 bezüglich der Angabe der erwarteten Erlöse für ausstehende Leistungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2022 Gebrauch, da im Wesentlichen alle Erlöse innerhalb eines Jahres realisiert werden.
8. Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
Im Juni 2022 hat die HelloFreshGO GmbH, für die der Konzern bisher nach der Equity-Methode bilanziert hat, ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Infolgedessen hat HelloFresh zum 31. Dezember 2022 keinen maßgeblichen Einfluss auf die HelloFreshGO GmbH gemäß IAS 28.
Der Jahresfehlbetrag des assoziierten Unternehmens (bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens) belief sich auf EUR 2,6 Mio. (2021: EUR 6,1 Mio.). Da die Beteiligung Ende 2021 vollständig wertgemindert wurde, ergeben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
9. Geschäfts- oder Firmenwert
Die Zuordnung des Geschäfts- oder Firmenwerts zu den Berichtseinheiten sowie seine Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 (in EUR Mio.) stellt sich wie folgt dar:
| Berichtseinheit | 01. Jan. 2022 | Erstkonsolidierung | Währungsumrechnungs effekte |
31. Dez. 2022 | |
|---|---|---|---|---|---|
| BeNeLux | 4,6 | — | — | 4,6 | |
| USA | 178,5 | — | 11,0 | 189,5 | |
| Kanada | 40,4 | — | (0,1) | 40,3 | |
| Australien | 50,5 | — | (0,3) | 50,3 | |
| Summe | 274,1 | — | 10,7 | 284,7 | |
| Berichtseinheit | 01. Jan. 2021 | Erstkonsolidierung | Währungsumrechnungs effekte |
31. Dez. 2021 | |
| BeNeLux | 4,6 | — | — | 4,6 | |
| USA | 164,7 | — | 13,8 | 178,5 | |
| Kanada | 37,2 | — | 3,2 | 40,4 | |
| Australien | — | 51,0 | (0,5) | 50,5 | |
| Summe | 206,6 | 51,0 | 16,4 | 274,1 |
Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde jeweils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, die erwartungsgemäß vom Unternehmenszusammenschluss profitieren wird. Der Geschäfts- oder Firmenwert der Green Chef Corp. wurde den gesamten Geschäftsaktivitäten in den USA zugeordnet und der Geschäfts- oder Firmenwert der Cool Delivery B.V. den gesamten Geschäftsaktivitäten in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Frankreich. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb von Chefs Plate Inc. wurde den gesamten Geschäftsaktivitäten in Kanada zugeordnet. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus der Factor-Akquisition wird der zahlungsmittelgenerierenden Einheit USA zugeordnet und auf Ebene des Segments USA getestet. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb von Youfoodz wurde den gesamten Geschäftsaktivitäten in Australien zugeordnet.
Gemäß IAS 36 ist der Geschäfts- oder Firmenwert jährlich auf Wertminderung zu überprüfen. Die jährlichen Werthaltigkeitstests werden in der Regel zum 31. Oktober durchgeführt.
Die wichtigsten Annahmen, die bei der Schätzung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten (Stufe 3 der Bemessungshierarchie) zugrunde gelegt wurden, lauten wie folgt:
| 31. Dezember 2022 | 31. Dezember 2021 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kanada | USA | Australien | Kanada | USA | Australien | ||
| Diskontierungszinssatz vor Steuern |
7,5 % | 7,5 % | 8,1 % | 7,6 % | 7,2 % | 7,9 % | |
| Terminal Value Wachstumsrate | 1,0 % | 1,0 % | 1,0 % | 1,0 % | 1,0 % | 1,0 % | |
| Geplantes EBITDA-Wachstum (durchschnittliches jährliches Wachstum der nächsten drei Jahre) |
44 % | 41 % | 37 % | 42 % | 36 % | 14 % |
Der Konzern bestimmt den Diskontierungszinssatz für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit bzw. Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf Grundlage der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC). Dazu gehört die Bestimmung eines risikolosen Zinssatzes, der Länderrisikoprämien und einer Kreditrisikoprämie für die jeweiligen branchenspezifischen Vergleichsgruppen. Der Diskontierungszinssatz wurde aktualisiert, um angesichts der aktuellen makroökonomischen Entwicklung höhere Marktzinsen zu berücksichtigen. Darüber hinaus werden in der Berechnung die Kapitalstruktur und der Betafaktor der entsprechenden Vergleichsgruppe sowie die durchschnittlichen Steuersätze der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten berücksichtigt. Auf dieser Grundlage wurde für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, für die eine Wertminderung geprüft wurde, der oben genannte Zinssatz nach Steuern festgelegt. Die Wachstumsrate des Terminal Value berücksichtigt die Erwartungen der Geschäftsleitung hinsichtlich der langfristigen Inflation.
Die erzielbaren Beträge für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurden auf Grundlage einer Discounted-Cashflow-Methode (freier Cashflow) berechnet. Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten werden die künftigen Zahlungsströme auf Basis umfassender Budgetplanungen und Prognosen für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten geschätzt. Diese Schätzungen beruhen auf dem aktuellen Geschäftsplan des Konzerns zum Zeitpunkt des Wertminderungstests. Der Geschäftsplan wird von unten nach oben für jedes Unternehmen und jede zahlungsmittelgenerierende Einheit erstellt, wobei die neuesten Trends in Bezug auf Kundenakquisition, Bestellraten, Bestellungen, Kundenbindung, Inputpreise und andere Kosten sowie die Aussichten und strategischen Ziele des Managements berücksichtigt werden. Der Geschäftsplan und die Prognoseberechnungen erstrecken sich über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Cashflows nach dem Dreijahreszeitraum werden unter der Annahme einer Wachstumsrate extrapoliert, die von der angenommenen durchschnittlichen Markt- oder Branchenwachstumsrate der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgeleitet wird. Auf der Grundlage dieser Extrapolation wird ein Terminal Value bestimmt.
Aus dem jährlichen Werthaltigkeitstest ergaben sich zum 31. Dezember 2022 keine Anzeichen für eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts. Nach vernünftigem Ermessen mögliche Änderungen der wesentlichen Annahmen würden an diesem Ergebnis nichts ändern.
10. Sachanlagen
In den technischen Anlagen und Maschinen sind auch Mietereinbauten für Büroräume und Lieferzentren, einschließlich Kühlanlagen, sowie Kraftfahrzeuge enthalten. Die bilanzierten Nutzungsrechte resultieren aus Mietverträgen, die nach IFRS 16 bilanziert werden und die hauptsächlich auf unsere Leasingverträge für Lieferzentren, Büroräumen und bewegliche Vermögenswerte wie Lieferwagen und Autos beziehen. Die Betriebs- und Geschäftsausstattung umfasst

Lager- und Büroausstattung sowie Computerhardware. Die Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen betreffen Sachanlagen, die im Rahmen der Youfoodz Akquisition erworben worden sind.
Für das am 31. Dezember 2021 abgeschlossene Geschäftsjahr beziehen sich die Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen auf die Rahmen der Youfoodz-Akquisition erworbenen Vermögenswerte.
Der Buchwert der Sachanlagen hat sich wie folgt entwickelt:
Entwicklung der Sachanlagen im Geschäftsjahr 2022
| In EUR Mio. | Grundstüc ke und Bauten |
Technisch e Anlagen und Maschinen |
Nutzungs rechte (Grund stücke und Bauten) |
Nutzungs rechte (Fahrzeuge und sonstige bewegliche Vermögen) |
Betriebs und Geschäfts ausstattun g |
Anlagen im Bau |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten |
|||||||
| Stand 1. Januar 2022 | 7,2 | 248,9 | 332,5 | 22,5 | 81,9 | 88,9 | 781,9 |
| Zugänge | — | 71,7 | 234,2 | 31,4 | 38,2 | 299,8¹ | 675,3 |
| Abgänge | — | (1,2) | (8,3) | (5,1) | (1,0) | (1,3) | (16,9) |
| Umgliederungen 2 | — | 29,0 | — | — | 16,0 | (47,5) | (2,5) |
| Wertminderung 3 | — | (2,9) | (3,1) | — | (0,4) | — | (6,4) |
| Umrechnungsdifferenzen | 0,4 | 9,9 | 5,6 | 0,4 | 0,4 | 2,6 | 19,3 |
| Stand 31. Dezember 2022 | 7,6 | 355,4 | 560,9 | 49,2 | 135,1 | 342,5 | 1.450,7 |
| Abschreibungen | |||||||
| Stand 1. Januar 2022 | 0,2 | 57,9 | 69,0 | 8,9 | 27,1 | — | 163,1 |
| Zugänge | 0,2 | 38,9 | 62,9 | 10,1 | 24,2 | — | 136,3 |
| Abgänge | — | (1,0) | (8,3) | (5,1) | (0,9) | — | (15,3) |
| Umrechnungsdifferenzen | — | 0,5 | 0,5 | — | (0,2) | — | 0,8 |
| Stand 31. Dezember 2022 | 0,4 | 96,3 | 124,1 | 13,9 | 50,2 | — | 284,9 |
| Buchwerte | |||||||
| Stand 1. Januar 2022 | 7,0 | 191,0 | 263,5 | 13,6 | 54,8 | 88,9 | 618,8 |
| Stand 31. Dezember 2022 | 7,2 | 259,1 | 436,8 | 35,3 | 84,9 | 342,5 | 1.165,8 |
1 In den Zugängen für Anlagen im Bau sind im Jahr 2022 nicht zahlungswirksame Zugänge in Höhe von EUR 37,7 Mio. enthalten
2Im Jahr 2022 erfolgte eine Umgliederung von Anlagen in Bau, die zuvor unter Sachanlagen ausgewiesen waren, in selbst entwickelte Software (siehe ANHANG 11)
3 Die Wertminderung wurde mit EUR 4,4 Mio. im US-Segment, mit EUR 0,5 Mio. im Segment International EUR 0,4 Mio. und mit EUR 1,5 Mio. in der Holding Gesellschaft
erfasst.
Entwicklung der Sachanlagen im Geschäftsjahr 2021
| In EUR Mio. | Grundstüc ke und Bauten |
Technisch e Anlagen und Maschinen |
Nutzungs rechte (Grundstü cke und Bauten) |
Nutzungs rechte (Fahrzeuge und sonstige bewegliche Vermögen) |
Betriebs und Geschäftsa us stattung |
Anlagen im Bau |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten |
|||||||
| Stand 1. Januar 2021 | 5,4 | 116,1 | 154,4 | 15,1 | 37,9 | 21,3 | 350,2 |
| Zugänge | 1,3 | 79,8 | 174,0 | 7,2 | 36,5 | 111,3 | 410,1 |
| Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen |
— | 1,9 | 3,2 | 2,0 | 3,0 | 1,6 | 11,7 |
| Abgänge | — | (1,0) | (7,8) | (2,0) | (1,2) | — | (12,0) |
| Umgliederungen | — | 43,2 | — | — | 2,9 | (46,1) | — |
| Umrechnungsdifferenzen | 0,5 | 8,9 | 8,7 | 0,2 | 2,7 | 0,8 | 21,8 |
| Stand 31. Dezember 2021 | 7,2 | 248,9 | 332,5 | 22,5 | 81,8 | 88,9 | 781,8 |
| Abschreibungen | |||||||
| Stand 1. Januar 2021 | — | 32,2 | 35,7 | 4,7 | 14,4 | — | 87,0 |
| Zugänge | 0,2 | 23,0 | 36,2 | 4,9 | 12,1 | — | 76,4 |
| Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen |
— | 1,4 | 2,4 | 1,0 | 0,1 | — | 4,9 |
| Abgänge | — | (1,1) | (7,8) | (2,0) | (0,8) | — | (11,7) |
| Umrechnungsdifferenzen | — | 2,4 | 2,4 | 0,4 | 1,3 | — | 6,5 |
| Stand 31. Dezember 2021 | 0,2 | 57,9 | 68,9 | 9,0 | 27,1 | — | 163,1 |
| Buchwerte | |||||||
| Stand 1. Januar 2021 | 5,4 | 83,9 | 118,7 | 10,4 | 23,5 | 21,3 | 263,2 |
| Stand 31. Dezember 2021 | 7,0 | 191,0 | 263,6 | 13,5 | 54,7 | 88,9 | 618,7 |
Die in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung enthaltenen Abschreibungen gliedern sich wie folgt:
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| In die Vertriebskosten einbezogen: | 113,6 | 61,1 |
| In die Marketingkosten einbezogen: | 0,6 | 1,6 |
| In die allgemeinen Verwaltungskosten einbezogen: | 22,1 | 13,7 |
| Summe | 136,3 | 76,4 |
11. Immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte beziehen sich hauptsächlich auf: (i) selbst erstellte Software für den internen Gebrauch, die viele proprietäre Softwareanwendungen für unser Bestellsystem, unsere Produktion, Marketingaktivitäten und für die Datenanalyse umfasst; (ii) Softwarelizenzen, (iii) Marken, Patente und ähnliche Rechten und Lizenzen und (iv) den Kund:innenstamm, der im Rahmen der Akquisition von Factor und Youfoodz in Geschäftsjahren 2020 bzw. 2021 erworben wurde.
Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn diese die Anforderungen von IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" erfüllen. Darüber hinaus werden die Werthaltigkeit und die Notwendigkeit einer Abschreibung jährlich überprüft. Für das zum 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr belief sich der Gesamtbetrag der aktivierten eigenentwickelten Software auf EUR 34,4Mio. (2021: EUR 17,3 Mio.).
Im Jahr 2022 haben wir EUR 154,1 Mio. (2021: EUR 88,0 Mio.) für Technologien ausgegeben, einschließlich der Gehälter für mehrere hundert Entwickler und Datentechniker (Forschungs- und Entwicklungskosten). Mit Ausnahme der Beträge, die unter intern entwickelter Software aktiviert wurden, werden diese Kosten in der Gesamtergebnisrechnung erfasst.
Die Abschreibung der selbst erstellten Software beginnt, sobald der Vermögenswert einsatzbereit ist oder eine bestimmte Phase der Entwicklung erfolgreich abgeschlossen wurde.
Die immateriellen Vermögenswerte haben sich im Jahr 2022 wie folgt entwickelt:
Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte im Geschäftsjahr 2022
| In EUR Mio. | Selbst entwickelte Software |
Software lizenzen |
Markenrechte, Patente und ähniche Rechte und Lizenzen |
Kund:innen stamm |
In der Entwicklung befindliche Vermögens werte |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten |
||||||
| Stand 1. Januar 2022 | 20,7 | 19,1 | 38,8 | 17,3 | 23,1 | 119,0 |
| Zugänge | 5,1 | 11,1 | 0,1 | — | 29,3 | 45,6 |
| Umgliederungen* | 23,3 | 10,3 | — | — | (31,1) | 2,5 |
| Abgänge | — | — | (0,2) | — | — | (0,2) |
| Wertminderung** | (0,6) | (1,5) | — | — | — | (2,1) |
| Umrechnungsdifferenzen | 0,1 | (0,4) | 1,8 | 0,8 | (0,6) | 1,7 |
| Stand 31. Dezember 2022 | 48,6 | 38,6 | 40,5 | 18,1 | 20,7 | 166,5 |
| Abschreibungen | ||||||
| Stand 1. Januar 2022 | 13,5 | 8,6 | 2,9 | 11,4 | — | 36,4 |
| Zugänge | 12,3 | 8,3 | 4,1 | 4,8 | — | 29,5 |
| Umrechnungsdifferenzen | (0,1) | (0,2) | — | 0,6 | — | 0,3 |
| Stand 31. Dezember 2022 | 25,7 | 16,7 | 7,0 | 16,8 | — | 66,2 |
| Buchwerte | ||||||
| Stand 1. Januar 2022 | 7,2 | 10,5 | 35,9 | 5,9 | 23,1 | 82,6 |
| Stand 31. Dezember 2022 | 22,9 | 21,9 | 33,5 | 1,3 | 20,7 | 100,3 |
* Im Jahr 2022 erfolgte eine Umgliederung von Anlagen in Bau, die zuvor unter Sachanlagen ausgewiesen waren (siehe ANHANG 10), in selbst entwickelte Software
** Die Wertminderung wurde mit EUR 1,5 Mio. in unserem Segment International und mit EUR 0,6 Mio. in der Holding Gesellschaft erfasst.
| Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte im Geschäftsjahr 2021 | |
|---|---|
| In EUR Mio. | Selbst entwickelte Software |
Software lizenzen |
Markenrechte, Patente und ähniche Rechte und Lizenzen |
Kund:innen stamm |
In der Entwicklung befindliche Vermögenswerte |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- oder Herstellungskosten |
||||||
| Stand 1. Januar 2021 | 13,5 | 8,5 | 25,6 | 11,5 | 12,9 | 72,0 |
| Zugänge | 1,1 | 1,6 | — | — | 14,7 | 17,4 |
| Zugänge aus Unternehmenszusammen schlüssen |
1,5 | 8,8 | 11,1 | 4,8 | — | 26,2 |
| Umgliederungen | 4,5 | — | — | — | (4,5) | — |
| Umrechungsdifferenzen | 0,1 | 0,2 | 2,1 | 1,0 | — | 3,4 |
| Stand 31. Dezember 2021 | 20,7 | 19,1 | 38,8 | 17,3 | 23,1 | 119,0 |
| Abschreibungen | ||||||
| Stand 1. Januar 2021 | 9,7 | 4,0 | — | — | — | 13,7 |
| Zugänge | 3,0 | 3,1 | 2,9 | 11,4 | — | 20,4 |
| Zugänge aus Unternehmenszusammen schlüssen |
0,7 | 2,0 | — | — | — | 2,7 |
| Umrechnungsdifferenzen | 0,1 | (0,5) | — | — | — | (0,4) |
| Stand 31. Dezember 2021 | 13,5 | 8,6 | 2,9 | 11,4 | — | 36,4 |
| Buchwerte | ||||||
| Stand 1. Januar 2021 | 3,8 | 4,5 | 25,6 | 11,5 | 12,9 | 58,3 |
| Stand 31. Dezember 2021 | 7,2 | 10,5 | 35,9 | 5,9 | 23,1 | 82,6 |
Die in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung enthaltenen Abschreibungen gliedern sich wie folgt:
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| In Vertriebskosten einbezogen: | 1,9 | 0,7 |
| In allgemeinen Verwaltungskosten einbezogen: | 27,6 | 19,7 |
| Summe | 29,5 | 20,4 |
12. Vorräte
Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:
| In EUR Mio. | 31. Dezember 2022 | 31. Dezember 2021 |
|---|---|---|
| Zutaten | 210,3 | 180,3 |
| Verpackungsmaterial | 32,1 | 32,0 |
| Sonstiges | 24,3 | 8,1 |
| Summe | 266,7 | 220,4 |
Zutaten umfassen Produkte mit einer verhältnismäßig langen Haltbarkeit und gefrorene Fleisch- und Fischprodukte. Verpackungen bestehen aus leerem Verpackungsmaterial, und die sonstigen Vorräte bestehen hauptsächlich aus unterwegs befindlichen Fertigerzeugnissen, vorausbezahlten Vorräten und Beständen an unfertigen und fertigen Erzeugnissen. Der Anstieg der Vorräte ist unter anderem auf ein höheres Umsatzvolumen und ein größeres Angebot an Rezepturen und Zusatzprodukten zurückzuführen.
Da die Zutaten in der Regel innerhalb weniger Tage an die Kund:innen geliefert werden, wird der Verbrauch der Zutaten zeitnah erfolgswirksam erfasst. Der Wert der Vorräte, die während des Geschäftsjahres als Materialaufwand innerhalb der Beschaffungskosten erfolgswirksam erfasst wurden, betrug EUR 2.229,9 Mio. (2021: EUR 1.816,9 Mio.). Die erfolgswirksam erfassten Wertminderungsaufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf EUR 12,4 Mio. (2021: EUR 10,0 Mio.).
13. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich wie folgt zusammen:
| In EUR Mio. | 31. Dezember 2022 | 31. Dezember 2021 |
|---|---|---|
| Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand | 466,6 | 682,2 |
| Zahlungsmitteläquivalente | 37,4 | 144,9 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 504,0 | 827,1 |
Zum 31. Dezember 2022 und in den Vorperioden bestanden keine Überziehungskredite. Verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel sind in den kurz- und langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Der Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente resultiert aus dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit, aus der Investitionstätigkeit und aus der Finanzierungstätigkeit des Konzerns.
Neben dem Guthaben bei Kreditinstituten enthalten die Zahlungsmittel zum 31. Dezember 2022 ebenfalls Beträge, die von Zahlungsdienstleistern (payment service provider, "PSPs") in Höhe von EUR 34,1 Mio. (2021: EUR 31,0 Mio.) gehalten werden, insoweit diese die Kriterien für einen Ausweis in den Zahlungsmitteln erfüllen. PSPs sind Finanzinstitute, die für den Konzern Dienstleistungen in Zusammenhang mit der Zahlungsabwicklung erbringen.
Für die Beträge, die von PSPs gehalten werden, hat der Konzern angemessene Schutzmaßnahmen gegen das Ausfallrisiko ergriffen: die Auswahl und fortlaufende Überwachung der Bonität der Zahlungsdienstleister, die Nutzung separater Konten und die häufige Überweisung der Beträge, die von den Zahlungsdienstleistern im Namen des Konzerns eingezogen wurden. Alle Forderungen sind sofort fällig und werden regelmäßig im Abstand weniger Tage wie mit den Zahlungsdienstleistern vereinbart, ausgezahlt.
Zahlungsmitteläquivalente enthalten kurzfristige Termineinlagen. Weitere Informationen sind in ANHANG 14 aufgeführt.
14. Finanzinstrumente
Mit Ausnahme von derivativen Finanzinstrumenten, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (Stufe 2 der Bemessungshierarchie), und zwei finanziellen Vermögenswerten, welche in den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen werden (Level 3 der Bemessungshierarchie), werden alle finanziellen Vermögenswerte des Konzerns gemäß IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Es wird auf die in ANHANG 3 erläuterten Rechnungslegungsmethoden verwiesen. Der Vorstand kam zu dem Ergebnis, dass der beizulegende Zeitwert für die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente, zu denen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Finanzverbindlichkeiten gehören, im Wesentlichen aufgrund der kurzfristigen Fälligkeiten dieser Instrumente annähernd ihren jeweiligen Buchwerten entspricht. Langfristige Einlagen und verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel entsprechen in etwa ihrem Buchwert, da sie zu Marktzinsen verzinst werden.
Die finanziellen Vermögenswerte gestalten sich wie folgt:
| 31. Dezember 2022 | 31. Dezember 2021 |
|---|---|
| 20,4 | 25,9¹ |
| 21,0 | 21,4 |
| 12,3 | 11,3 |
| 504,0 | 827,1 |
| 557,7 | 885,7¹ |
1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich)
Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte (langfristig) sind 2022 im Vergleich zu 2021 gesunken. Der Rückgang resultiert teilweise aus der Neubewertung des beizulegenden Zeitwerts der Investition an ChefMarket LLC, einem in Russland ansässigen Unternehmen. Die Beteiligung wurde bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert durch sonstiges Ergebnis (Stufe 3 der Bemessungshierarchie) ausgewiesen, da HelloFresh beabsichtigt, diese Beteiligung zu halten, um Marktkenntnisse zu gewinnen. Aufgrund der aktuellen Situation ist in absehbarer Zeit keine Aufhebung der Sanktionen und damit keine Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Situation in Russland zu erwarten. Infolgedessen wäre kein Dritter bereit, die Anteile zu einem Preis zu kaufen, der weit über Null liegt. Außerdem ist es unmöglich, Geld aus Russland zurückzuholen. Daher beträgt der beizulegende Zeitwert der Investition zum Jahresende Null (2021: EUR 3,0 Mio.).
Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte (langfristig) beinhalten eine Forderung in Höhe von EUR 4,4 Mio. (2021: EUR 2,9 Mio.) aus dem Verkauf von Steuergutschriften an einen Dritten. Der Vermögenswert wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (Stufe 3 der Bemessungshierarchie). Die Steuergutschrift wurde der Gruppe von der New Jersey Economic Development Authority (NJEDA) im Rahmen des "Grow New Jersey Assistance Program" für die Verlagerung und Erweiterung der Geschäftstätigkeit in Newark, New Jersey, gewährt. Diese Steuergutschriften, die im Jahr 2015 gewährt wurden, belaufen sich auf insgesamt maximal USD 28,7 Mio. und werden über eine Laufzeit von zehn Jahren erworben. Der Erhalt der Steuergutschriften hängt von der Erfüllung bestimmter Anforderungen in Bezug auf Kapitalinvestitionen sowie die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen über einen Zeitraum von 15 Jahren ab. HelloFresh hat einen Vertrag mit einem Dritten unterzeichnet, um diese Gutschriften - vorbehaltlich der Bescheinigung der NJDEA über die Übertragung der Steuergutschriften - für 93 Cents pro Dollar zu verkaufen. Daher ist HelloFresh nicht verpflichtet, ein ausreichendes steuerpflichtiges Einkommen im Bundesstaat New Jersey zu erzielen, um in den Genuss der Steuergutschriften zu kommen. Darüber hinaus enthalten die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte Forderungen aus zukünftigen Mietzahlungen aus Untermietverträgen in Höhe von EUR 5,2 Mio., bei denen HelloFresh Untervermieter ist und der verbleibende Betrag besteht hauptsächlich aus Zahlungsmittel mit Verfügungsbeschränkung. Die Zahlungsmittel mit Verfügungsbeschränkung bestehen hauptsächlich aus Bareinlagen im Zusammenhang mit Leasingverträgen. Zahlungsmittel mit Verfügungsbeschränkung werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und zum Nennwert ausgewiesen.
Die Zinserträge aus Untermietverhältnissen sowie die kurzfristigen und geringwertigen Mietaufwendungen für das Jahr stellen sich wie folgt dar:
| in EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Zinserträge aus Untermietverhältnissen | 0,2 | 0,3 |
| Aufwendungen für geringwertige und kurzfristige Leasingverhältnisse (einschließlich Miete für IT-Server) |
(22,7) | (12,8) |
| Aufwendungen für geringwertige und kurzfristige Leasingverhältnisse (ohne Miete für IT-Server) |
(12,1) | (8,5) |
Der Bestand an kurzfristigen und geringwertigen Mietverträgen hat sich im Berichtsjahr nicht wesentlich verändert.
Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten Zahlungsmittel mit Verfügungsbeschränkung und kurzfristige Kautionen an Geschäftspartner wie beispielsweise Marketingagenturen.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben sich aufgrund der in ANHANG 13 näher erläuterten Entwicklungen signifikant auf EUR 504,0 Mio. (2021: EUR 827,1 Mio.) verringert.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich in 2022 aufgrund des Zeitpunkts der Zahlungsläufe zum Jahresende leicht vermindert. Der Buchwert belief sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 21,0 Mio. (2021: EUR 21,4 Mio.). Der Konzern hat eine Wertberichtigung für uneinbringliche Forderungen in Höhe von EUR 23,1 Mio. gebildet (2021: EUR 15,8 Mio.). Insgesamt betrug der Aufwand für wertgeminderte oder abgeschriebene Forderungen, der in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 erfasst wurde, EUR 44,7 Mio. (2021: EUR 27,8 Mio.). Die Forderungen, die im Laufe des Jahres wertgemindert werden, werden unter Verwendung der erwarteten Kreditverluste auf Grundlage historischer Daten gemäß IFRS 9 berechnet (siehe ANHANG 3). Die Abschreibung von Forderungen erfolgt für alle Forderungen, die seit über 180 Tage bestehen. Neue Tochtergesellschaften ohne ausreichende historische Daten zu Forderungsausfällen, sowie kleine Tochtergesellschaften mit unwesentlichen Forderungsbeständen werden in der Berechnung nicht berücksichtigt. Der Konzern beauftragt in bestimmten Ländern ein externes Inkassounternehmen, um die Vereinnahmung zweifelhafter Forderungen voranzutreiben. Die aktuelle makroökonomische Lage hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Einbringlichkeit der Forderungen. Weitere Informationen sind in ANHANG 15 enthalten.
Alle finanziellen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, mit Ausnahme der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten (Stufe 2 der Bemessungshierarchie, siehe ANHANG 15), der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit aus dem Erwerb von Factor (Stufe 3 der Bemessungshierarchie) sowie der finanziellen Verbindlichkeit für anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich, die gemäß IFRS 2 zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird (siehe ANHANG 3).
Alle finanziellen Verbindlichkeiten werden im Folgenden dargestellt:
| In EUR Mio. | 31. Dezember 2022 | 31. Dezember 2021 |
|---|---|---|
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) | 416,8 | 300,1¹ |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 557,6 | 440,7 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) | 130,9 | 91,7 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 0,2 | 0,2 |
| Wandelschuldverschreibung | 160,6 | 155,0 |
| Summe | 1.266,1 | 987,7¹ |
Am 13. Mai 2020 emittierte HelloFresh eine 5-jährige Wandelschuldverschreibung über EUR 175,0 Mio. mit einem Zinssatz von 0,75% p.a., welche halbjährlich zahlbar sind. Sie ist in zwei Komponenten aufgeteilt, die Schuldkomponente (84,9 %), die zusammen mit anderen Fremdkapitalinstrumenten ausgewiesen wird, und die Eigenkapitalkomponente (15,1 %), die im Eigenkapital ausgewiesen wird. Die Schuldkomponente in Höhe von EUR 160,6 Mio. entspricht dem Barwert aller zukünftigen Zahlungen, diskontiert mit dem aktuellen Marktzins von 4,17% (4,5% Credit Spread zusammen mit einem negativen Swapsatz von -0,33%). Im Geschäftsjahr angefallene Zinsaufwendungen für die Wandelschuldverschreibung belaufen sich auf EUR 6,9 Mio. (2021: EUR 6,7 Mio.).
Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) haben sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Darin erfasst wurden im Wesentlichen Leasingverbindlichkeiten in Höhe von EUR 415,7 Mio. (2021: EUR 257,0 Mio.) für jeweils mehr als ein Jahr und EUR 89,7 Mio. (2021: EUR 49,5 Mio.) weniger als ein Jahr sowie EUR 35,2 Mio. (2021: EUR 52,8 Mio.) bedingte Kaufpreisverbindlichkeit für den Erwerb von Factor. Die Bewertung der Verbindlichkeit basiert auf der erwarteten Auszahlung in Übereinstimmung mit der finanziellen Leistung von Factor und wird um Unsicherheiten bereinigt und auf den Barwert abgezinst. Für die Barwertberechnung wird der WACC angewandt, es sei denn, die Auszahlung wird innerhalb der nächsten 12 Monate erwartet. In den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind auch EUR 6,1 Mio. (2021: EUR 25,1 Mio.1 ) als Verbindlichkeit für anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich enthalten. Der verbleibende Saldo der kurzfristigen, sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten bezieht sich auf Zinsaufwendungen aus langfristigen Verbindlichkeiten, derivative finanzielle Verbindlichkeiten und Kreditkartenverbindlichkeiten.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind 2022 auf EUR 557,6 Mio. (2021: EUR 440,7 Mio.) gestiegen. Grund dafür war das Wachstum des Konzerns. Sie bestehen in erster Linie aus offenen Verbindlichkeiten gegenüber Lebensmittellieferanten, Logistikpartnern und Partnern, die Verpackungs- und Marketingleistungen erbringen.
Bei keiner der finanziellen Verbindlichkeiten kam es zu einem Zahlungsverzug.
Die Überleitung der Entwicklung der Verbindlichkeiten zum Cashflow stellt sich wie folgt dar:

1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich)
| In EUR Mio. | 31. Dezember 2021 |
zahlungs wirksame Änderungen |
Sonstige nicht zahlungs wirksame Änderungen2 |
Nicht-zahlungs wirksame Änderungen (neue Leasingverträge) |
31. Dezember 2022 |
|---|---|---|---|---|---|
| Langfristige Verbindlichkeiten | 0,2 | — | — | 0,2 | |
| Wandelschuldverschreibung | 155,0 | — | 5,6 | 160,6 | |
| Leasingverbindlichkeiten | 306,5 | (60,9) | (5,7) | 265,5 | 505,4 |
| Bedingte Kaufpreisverbindlichkeit | 52,8 | (25,6) | 8,0 | 35,2 | |
| Verbindlichkeit aus anteilsbasierter Vergütung mit Barausgleich |
25,1 | (2,4) | (16,6) | 6,1 |
| In EUR Mio. | 31. Dezember 2020 |
zahlungs wirksame Änderungen |
Sonstige nicht zahlungs wirksame Änderungen2 |
Nicht-zahlungs wirksame Änderungen (neue Leasingverträge) |
31. Dezember 2021 |
|---|---|---|---|---|---|
| Langfristige Verbindlichkeiten | 1,8 | (1,6) | — | 0,2 | |
| Wandelschuldverschreibung | 149,6 | — | 5,4 | 155,0 | |
| Leasingverbindlichkeiten | 151,7 | (25,4) | (1,0) | 181,2 | 306,5 |
| Bedingte Kaufpreisverbindlichkeit | 48,5 | — | 4,3 | 52,8 | |
| Verbindlichkeit aus anteilsbasierter Vergütung mit Barausgleich |
13,8 | (2,0)¹ | 13,3¹ | 25,1¹ |
Im Jahr 2022 belief sich der gesamte Mittelabfluss für Leasingverträge (einschließlich Zahlungen für kurzfristige und geringwertige Leasingverträge) auf EUR 83,6 Mio. (2021: EUR 38,2 Mio.).
Die nicht zahlungswirksamen Veränderungen der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von EUR 8,0 Mio. (2021: EUR 4,3 Mio.) in dem am 31. Dezember 2022 endenden Geschäftsjahr beziehen sich auf Zinsaufwendungen in Höhe von EUR 3,4 Mio. (2021: EUR 1,8 Mio.), Neubewertung zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von EUR 2,1 Mio. (2021: EUR 3,1 Mio.) und sonstige Veränderungen, einschließlich Wechselkursänderungen in Höhe von EUR 2,5 Mio. (2021: EUR -0,6 Mio.).
15. Finanzrisikomanagement
Die Risikomanagementfunktion wird innerhalb des Konzerns mit Blick auf finanzielle, betriebliche und rechtliche Risiken eingesetzt. Die finanziellen Risiken umfassen das Marktrisiko (einschließlich Währungsrisiko und Zinsänderungsrisiko), das Ausfallrisiko und das Liquiditätsrisiko. Die primären Ziele des Finanzrisikomanagements bestehen darin, Risikolimits festzulegen und sicherzustellen, dass die Risikogefährdung diese Limits nicht übersteigt. Die Funktionen des betrieblichen und rechtlichen Risikomanagements sollen den reibungslosen Ablauf bei internen Regelungen und Verfahrensweisen sicherstellen, damit betriebliche und rechtliche Risiken minimiert werden. Das Risikomanagement wird von einer zentralen Finanz- und Rechtsabteilung unter der Aufsicht des Vorstandes ausgeübt.
Ausfallrisiko
Der Konzern ist dem Ausfallrisiko ausgesetzt, d. h. der Gefahr, dass Kund:innen oder eine andere Gegenpartei ihren Verpflichtungen nicht nachkommt. Das Ausfallrisiko entsteht aufgrund von Produktverkäufen mit verschiedenen Zahlungsmethoden und sonstigen Geschäftsvorfällen mit Geschäftspartnern, die zu finanziellen Vermögenswerten führen. Auf Grund des Geschäftsmodells des Konzerns ist das Ausfallrisiko bei Kund:innen begrenzt, da der Zahlungseingang üblicherweise entweder vor oder zum Verkaufs- oder Lieferzeitpunkt erfolgt. Bestimmte Forderungen haben jedoch eine geringere Einbringungsquote und unterliegen aufgrund der entsprechenden Zahlungsmethode einem höheren Kreditrisiko. Derivate werden mit Banken und Finanzinstituten abgeschlossen, die alle über ein Investment-Grade-Rating verfügen.
2 Sonstige nicht-zahlungswirksame Änderungen bestehen sowohl für 2022 als auch für 2021 aus Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts, Ausgleichsposten aus Fremdwährungsumrechnung, Zinsaufwendungen sowie Zinszahlungen (als operativer Cashflow dargestellt)
Das maximale Ausfallrisiko des Konzerns nach Vermögenswert stellt sich wie folgt dar:
| In EUR Mio. | 31. Dezember 2022 | 31. Dezember 2021 |
|---|---|---|
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte (langfristig) | 20,4 | 25,9¹ |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 21,0 | 21,4 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig) | 12,3 | 11,3 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 504,0 | 827,1 |
| Summe maximales Ausfallrisiko | 557,7 | 885,7¹ |
| 1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich) |
Der Konzern begrenzt das Ausfallrisiko durch Festlegung von Risikolimits für einzelne Geschäftspartner oder Gruppen von Geschäftspartnern. Solche Risikolimits müssen in der Regel vom Vorstand genehmigt werden. Ausfallrisiken werden laufend überwacht und jährlich – bei Bedarf auch häufiger – überprüft.
Das im Hinblick auf zweifelhafte Forderungen, bei denen rechtliche Maßnahmen unumgänglich sind, oder im Hinblick auf überfällige Forderungen bestehende Ausfallrisiko wird fortlaufend zentral überwacht. In bestimmten Ländern, in denen der Konzern tätig ist, ist ein externes Inkassounternehmen mit der Einziehung ausstehender Beträge beauftragt.
Der Konzern verteilt die Zahlungsmittelbestände und verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel, die in sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthalten sind, auf eine Vielzahl verschiedener Banken, um das diesbezügliche Kontrahentenrisiko zu steuern. Diese sind jeweils internationale Großbanken und erhielten zum Stichtag dieses Konzernabschlusses von Rating Agenturen ein Investment-Grade Rating oder besser. Interne Verfahrensanweisungen des Konzerns geben Richtlinien und Höchstgrenzen vor, wie viel Zahlungsmittel bei einer einzelnen Institution gehalten werden kann.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Zahlungsdienstleister und andere Unternehmen wie Marketingportale ("B2B") und Kund:innen, abzüglich einer etwaigen Wertberichtigung für uneinbringliche Beträge, setzten sich nach geografischem Standort wie folgt zusammen:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
| 31. Dezember 2022 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorie | Australien | Kanada | Deutschland (inkl. Öster reich) |
Andere* | (inkl Belgien & Niederlande Luxem-burg) |
Nordische Staaten |
britannien Groß |
USA | Total |
| B2B | 5,6 | 1,1 | 0,7 | 0,7 | 1,3 | 1,4 | 0,4 | 3,2 | 14,4 |
| Kund:innen | 3,1 | — | 0,6 | 1,0 | 0,6 | 0,2 | 0,2 | 0,9 | 6,6 |
| Zahlungsdienstleister | — | — | — | — | — | — | — | — | — |
| Total | 8,7 | 1,1 | 1,3 | 1,7 | 1,9 | 1,6 | 0,6 | 4,1 | 21,0 |
*Andere umfasst Frankreich, Italien, Japan, Neuseeland, die Philippinen und die Schweiz. 2022 werden auch Irland und Spanien dazugehören
| 31. Dezember 2021 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorie | Australien | Kanada | Deutschland (inkl. Öster reich) |
Andere* | (inkl Belgien & Niederlande Luxem-burg) |
Nordische Staaten |
britannien Groß |
USA | Total |
| B2B | 5,0 | 0,8 | 0,6 | 0,4 | 1,0 | 0,2 | 1,6 | 0,7 | 10,3 |
| Kund:innen | 1,8 | — | 0,5 | 0,6 | 0,5 | 0,1 | 1,3 | 5,7 | 10,5 |
| Zahlungsdienstleister | — | — | 0,6 | — | — | — | — | — | 0,6 |
| Total | 6,8 | 0,8 | 1,7 | 1,0 | 1,5 | 0,3 | 2,9 | 6,4 | 21,4 |
*Andere umfasst Frankreich, Italien, Japan, Neuseeland, die Philippinen und die Schweiz. 2022 werden auch Irland und Spanien dazugehören
Zum 31. Dezember 2022 bestehen Forderungen gegen Kund:innen in Höhe von EUR 6,6 Mio. (2021: EUR 10,5 Mio.) und Forderungen gegen andere Unternehmen in Höhe von EUR 14,4 Mio. (2021: EUR 10,3 Mio.). Forderungen gegen Kund:innen unterliegen einem höheren Ausfallrisiko und werden deshalb von einem externen Inkassounternehmen
überwacht und in bestimmten Fällen eingezogen. Alle Kochboxen, die an Kund:innen geliefert wurden, sind sofort zu bezahlen. Während des Geschäftsjahres 2022 wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 44,7 Mio. (2021: EUR 27,8 Mio.) wertberichtigt oder im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit abgeschrieben. Diese wertgeminderten Forderungen beziehen sich auf die Bewertung der erwarteten Kreditverluste gemäß IFRS 9.
Die Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich zum 31. Dezember wie folgt entwickelt:
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Stand am 1. Januar | 15,8 | 7,8 |
| Stand zum 31. Dezember | 23,1 | 15,8 |
Der Konzern verfügt über keine langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden abgeschrieben, wenn sie 180 Tage überfällig sind, während ein etwaiger Einzug nach der Wertminderung bereits in der Bewertung der erwarteten Kreditverluste berücksichtigt ist. Daher wurde der größte Teil der erwarteten Kreditverluste für wertgeminderte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2021 im Jahr 2022 abgeschrieben. Der Konzern verwendet eine Wertberichtigungsmatrix, um den erwarteten 12-Monats-Kreditverlust von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu messen. Die Nettoneubewertung der Wertberichtigung belief sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 23,1 Mio. (2021: EUR 15,8 Mio.).
Der Konzern leistet im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Anzahlungen an zahlreiche Gegenparteien von Geschäftsvereinbarungen.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, seine Verpflichtungen aus finanziellen Verbindlichkeiten zu erfüllen. Der Vorstand überwacht den Zahlungsmittelbestand und dessen Entwicklung auf wöchentlicher Basis. Weitere Anmerkungen zum Liquiditätsmanagement des Konzerns sind in ANHANG 26 zu finden.
Durch frühe Zahlungen von Kund:innen und eine Optimierung des Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit möchte der Konzern eine stabile Finanzgrundlage aufrechterhalten. Der Cashflow des Konzerns aus betrieblicher Tätigkeit lag 2022 bei EUR 313,4 Mio. (2021: EUR 458,6 Mio.) Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2022 über einen Zahlungsmittelbestand von EUR 504,0 Mio. (2021: 827,1 Mio.). Darüber hinaus verfügte der Konzern zum 31. Dezember 2022 über eine revolvierende Kreditfazilität in Höhe von EUR 400,0 Mio., von der EUR 370,5 Mio. nicht in Anspruch genommen werden und somit zum 31. Dezember 2022 verfügbar sind.
Die langfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns neben der Wandelschuldverschreibung sowie den langfristigen Leasingverbindlichkeiten beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 0,2 Mio. (2021: EUR 0,2 Mio.), die sich aus langfristigen Schulden in Höhe von EUR 0,2 Mio. (2021: EUR 0,2 Mio.) zusammensetzen. Außerdem, enthalten sie die langfristigen Leasingverbindlichkeiten in Höhe von EUR 415,7 Mio. (2021: EUR 257,0 Mio.). Darüber hinaus hat der Konzern eine Wandelanleihe in Höhe von EUR 175,0 Mio. begeben, von denen EUR 160,6 Mio. als Verbindlichkeit zum 31. Dezember 2022 ausgewiesen wurden. Zum 31. Dezember 2022 beliefen sich die kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns, die sich aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zusammensetzen, auf EUR 689,3 Mio. (2021: EUR 539,5 Mio.) und waren in beiden Berichtsperioden innerhalb von 30 Tagen fällig.
Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns weisen nachfolgend dargestellte Fälligkeiten auf (die Angaben erfolgen auf Basis der vertraglich vereinbarten, undiskontierten Zahlungen):
| Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 |
Weniger als 1 Jahr |
1 bis 5 Jahre | > 5 Jahre | Summe | Buchwert |
|---|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
557,6 | — | — | 557,6 | 557,6 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) |
41,2 | — | — | 41,2 | 41,2 |
| Leasingverbindlichkeiten (kurz- und langfristig) |
90,3 | 307,7 | 369,9 | 767,9 | 505,4 |
| Wandelschuldverschreibung | — | 175,0 | — | 175,0 | 160,6 |
| FX Derivate1 : |
0,2 | ||||
| Bruttomittelzuflüsse | (26,6) | — | — | (26,6) | |
| Bruttomittelabflüsse | 26,8 | — | — | 26,8 | |
| Total | 689,3 | 482,7 | 369,9 | 1.541,9 | 1.265,0 |
Bei Derivaten mit gleichzeitigem Bruttozahlungsausgleich wurden die Mittelzu- und -abflüsse auf Bruttobasis ausgewiesen.
| Geschäftsjahr zum 31. Weniger als 1 Dezember 2021 Jahr |
1 bis 5 Jahre | > 5 Jahre | Summe | Buchwert | |
|---|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
440,7 | — | — | 440,7 | 440,7 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig) |
42,2 | — | — | 42,2 | 42,2 |
| Leasingverbindlichkeiten (kurz- und langfristig) |
56,6 | 171,9 | 114,3 | 342,8 | 306,5 |
| Laufzeitdarlehen | — | — | — | — | — |
| Wandelschuldverschreibung | — | 175,0 | — | 175,0 | 155,0 |
| Summe | 539,5 | 346,9 | 114,3 | 1.000,7 | 944,4 |
Weitere Informationen zum Liquiditätsrisiko sind in ANHANG 14 sowie in der Risikoberichterstattung im Lagebericht enthalten.
Marktrisiko
Der Konzern ist Marktrisiken ausgesetzt. Das Marktrisiko besteht darin, dass Veränderungen der Marktpreise, wie etwa die erzielbaren Verkaufspreise für Waren oder das Preisniveau für Lebensmittel und sonstige Handelswaren, Auswirkungen auf die Ertragslage oder den Wert der gehaltenen Finanzinstrumente des Konzerns haben. Marktrisiken entstehen auch aus Transaktionen in Fremdwährungen. Der Vorstand legt Risikotoleranzgrenzen fest, die regelmäßig überwacht werden. In begrenzten Fällen setzt das Unternehmen auch Derivate ein, um seine Währungsrisiken zu steuern. Im Allgemeinen versucht das Unternehmen, die Volatilität des Gewinns oder Verlusts durch Bilanzierung von Sicherungsgeschäften zu steuern. Im Falle stärkerer Marktbewegungen lassen sich Verluste, die diese Grenzen übersteigen, jedoch nicht vermeiden.
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für das Marktrisiko wird angenommen, dass sich ein Faktor verändert, während alle übrigen Faktoren konstant bleiben. In der Realität ist dies jedoch eher unwahrscheinlich: Änderungen bei einem Faktor können mit Änderungen bei einem anderen Faktor einhergehen, wie das Beispiel der Zinsänderungen zeigt, die mit Wechselkursänderungen korrelieren können.
a) Währungsrisiko
Währungsrisiken entstehen bei Finanzinstrumenten, die auf eine andere Währung als die funktionale Währung lauten, in der sie bewertet werden. Der Konzern agiert international durch lokal operative Tochtergesellschaften. Diese Tochtergesellschaften führen ihre operativen Aktivitäten überwiegend in ihrer jeweiligen funktionalen Währung aus, wodurch ein natürlicher Währungsausgleich entsteht.
Devisenterminderivate, die zur Absicherung von Nettoinvestitionen bestimmt sind, werden unter "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig)" ausgewiesen. Der Nominalwert (in EUR-Gegenwert) der ausstehenden EUR/USD-, EUR/
CAD- und EUR/AUD-Devisenderivate, die zur Absicherung von Nettoinvestitionen bestimmt sind, betrug 16.126.008, 4.293.629 bzw. 6.340.407.
Alle Devisenterminkontrakte (EUR/USD, EUR/AUD und EUR/CAD) haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr und einen gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreis von 1,07, 1,58 bzw. 1,46.
Absicherungen von Nettoinvestitionen
Ein Fremdwährungsrisiko ergibt sich aus den Nettoinvestitionen der Gruppe in ihre US-amerikanischen, australischen und kanadischen Tochtergesellschaften, deren funktionale Währungen USD, AUD bzw. CAD sind. Das Risiko ergibt sich aus den Schwankungen der Devisenkassakurse zwischen der funktionalen Währung dieser Tochtergesellschaften und der Berichtswährung des Unternehmens, dem Euro, wodurch sich der Betrag der Nettoinvestition in jedem Berichtszeitraum ändert.
Das abgesicherte Risiko bei der Absicherung von Nettoinvestitionen ist das Risiko einer Abschwächung des USD, AUD und CAD und gegenüber dem Euro, die zu einer Verringerung des Buchwerts der ausländischen Nettoinvestitionen des Unternehmens führt. Im vierten Quartal 2022 hat sich das Unternehmen dafür entschieden, einen Teil seiner gesamten Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe mit Devisentermingeschäften abzusichern und wendet ein Absicherungsverhältnis von 1:1 an.
Zur Beurteilung der Wirksamkeit des Sicherungsgeschäfts bestimmt der Konzern die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem Grundgeschäft, indem er die kritischen Bedingungen Währung, Betrag und Zeitpunkt der jeweiligen Cashflows vergleicht. Die wichtigsten Quellen für Ineffektivität sind:
- die Auswirkung des Kreditrisikos der Gegenparteien und des eigenen Kreditrisikos des Konzerns auf den beizulegenden Zeitwert der Devisentermingeschäfte
- Eine Verringerung des Betrags des ausländischen Nettovermögens unter den vorgesehenen gesicherten Betrag
In der konsolidierten Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2022 wurde keine Ineffektivität ausgewiesen.
Die im sonstigen Ergebnis verbleibenden Salden aus Sicherungsbeziehungen, für die die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nicht mehr angewandt wird, beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf Null (2021: Null).
Währungssensitivität
Der Konzern hat die Sensitivität gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderung des Schlusskurses des Euro gegenüber wichtigen Währungen bewertet, wobei alle anderen Variablen konstant gehalten werden. Die Sensitivitäten basieren auf finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die am Ende der Berichtsperiode gehalten werden, wenn die Salden nicht auf die funktionale Währung des Unternehmens lauten. Die Währungsexposition auf Gruppenebene ist die Grundlage für die Sensitivitätsanalyse. Unter der Annahme, dass der Euro gegenüber allen anderen Währungen, in denen der Konzern tätig ist, um 10% auf- oder abwertet, würde sich dies wie folgt auf den Gewinn/(Verlust) auswirken:
| EUR +/- 10% Veränderung | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| ISO Code / in EUR Mio. | 31. Dez. 2022 | 31. Dez. 2021 | |||
| AUD | +/-8,8 | +/-13,3 | |||
| CAD | +/-3,1 | +/-6,1 | |||
| CHF | +/-0,6 | +/-0,6 | |||
| CZK | +/-0,0 | n/a | |||
| DKK | +/-0,6 | +/-1,7 | |||
| GBP | +/-14,1 | +/-8,7 | |||
| JPY | +/-0,0 | +/-0,8 | |||
| NOK | +/-0,5 | +/-1,9 | |||
| NZD | +/-1,0 | +/-2,4 | |||
| PHP | +/-0,2 | +/-0,1 | |||
| SEK | +/-0,5 | +/-1,9 | |||
| USD | +/-46,4 | +/-23,7 | |||
| Summe | +/-75,8 | +/-61,2 |
b) Zinsänderungsrisiko
Das Zinsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktzinsen schwanken. Das Risiko des Konzerns in Bezug auf Änderungen der Marktzinssätze betraf in erster Linie die revolvierende Kreditfazilität, bei der eine Zinsmarge auf den variablen EURIBOR-Basiszinssatz angewandt wird. Zum 31. Dezember 2022 ist die revolvierende Kreditfazilität weitgehend nicht in Anspruch genommen, so dass das Zinsrisiko nicht wesentlich ist. Auch der im Jahr 2020 ausgegebene Zinsschein für Wandelschuldverschreibungen ist fest und unterliegt daher keinem Zinsänderungsrisiko, da dieser sich nicht aufgrund einer Änderung des EURIBOR Basiszinssatzes ändern würde. Unserer Ansicht nach besteht kein bedeutendes Zinsrisiko für die Zinsaufwendungen nach IFRS 16, da jede Änderung des für die Leasingverträge verwendeten zusätzlichen Kreditzinssatzes direkte Auswirkungen auf die entsprechende Leasingverbindlichkeit und das Nutzungsrecht des Vermögenswertes in gleicher Höhe hat.
Aufrechnung und durchsetzbare Aufrechnungsrahmenvereinbarungen
Wenn der Konzern ein rechtlich durchsetzbares Recht hat, die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu saldieren, und die Absicht hat, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder den Vermögenswert zu realisieren und gleichzeitig die Verbindlichkeit zu begleichen, wird der Nettobetrag in der Konzernbilanz ausgewiesen. Die Vereinbarungen mit den Kontrahenten von Derivaten basieren auf dem Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte (DRV), in dem Aufrechnungsrahmenvereinbarungen nicht die Kriterien für eine Aufrechnung erfüllen, aber unter bestimmten Umständen eine Verrechnung der entsprechenden Beträge zulassen. Im Laufe des Jahres wurden keine wesentlichen Beträge in der Bilanz verrechnet.
16. Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
Die langfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte beliefen sich zum 31. Dezember 2022 mit EUR 0,4 Mio. und haben sich gegenüber dem Wert zum Vorjahr (EUR 0,4 Mio.) nicht wesentlich verändert.
Die kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 108,2 Mio. (2021: EUR 72,9 Mio.) und setzen sich im Wesentlichen aus aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von EUR 59,6 Mio. (2021: EUR 40,9 Mio.) und Umsatzsteuerforderungen in Höhe von EUR 34,8 Mio. (2021: EUR 28,5 Mio.) zusammen.
17. Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
Zum 31. Dezember 2022 beliefen die langfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten auf EUR 0,1 Mio. (2021: EUR 0,9 Mio.) und betrafen hauptsächlich Verbindlichkeiten aus lokalen Zuschüssen.
Die kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 99,2 Mio. (2021: EUR 80,2 Mio.) und setzen sich in erster Linie aus Verpflichtungen für Gehälter und Leistungen an Arbeitnehmer (2022: EUR 75,0 Mio.; 2021: EUR 61,2 Mio.) sowie Umsatzsteuerverbindlichkeiten in Höhe von EUR 17,8 Mio. (2021: EUR 15,4 Mio.) zusammen. Der Umsatzabgrenzungsposten wird im Konzernabschluss separat ausgewiesen und beläuft sich auf EUR 103,2 Mio. (2021: EUR 103,7 Mio.).
18. Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage
| Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl der Anteile (Stückzahl) |
Nominalwert (in EUR Mio.) |
Veränderung des eingezahlten Kapitals (in EUR Mio.) |
Transaktions kosten (in EUR Mio.) |
Total (in EUR Mio.) |
||
| Stand 1. Januar 2022 | 173.942.278 | 174,0 | 489,1 | (9,8) | 479,3 | |
| Ausgabe von gezeichnetem Kapital |
200.328 | 0,2 | (0,1) | — | (0,1) | |
| Kapitalherabsetzung | (2.214.227) | (2,2) | (123,0) | (0,2) | (123,2) | |
| Stand 31. Dezember 2022 | 171.928.379 | 172,0 | 366,0 | (10,0) | 356,0 |
| Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl der Anteile (Stückzahl) |
Nominalwert (in EUR Mio.) |
Veränderung des eingezahlten Kapitals (in EUR Mio.) |
Transaktions kosten (in EUR Mio.) |
Total (in EUR Mio.) |
|
| Stand 1. Januar 2021 | 173.864.414 | 173,9 | 486,0¹ | (9,8) | 476,2¹ |
| Ausgabe von gezeichnetem Kapital |
77.864 | 0,1 | 3,1¹ | — | 3,1¹ |
| Stand 31. Dezember 2021 | 173.942.278 | 174,0 | 489,1¹ | (9,8) | 479,3¹ |
| 1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich) |
Im ersten Halbjahr 2022 hat HelloFresh im Rahmen der ersten Tranche des Anfang 2022 angekündigten Aktienrückkaufprogramms 2,2 Millionen Aktien für einen Betrag von EUR 125,0 Mio. zurückgekauft.
Das ausgegebene Grundkapital umfasst zum 31. Dezember 2022 171.928.379 Aktien (2021: 173.942.278 Aktien), von denen 231.954 (2021: 231.954) als eigene Aktien gehalten werden. Der Nennwert je Aktie beträgt EUR 1,0. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital nach teilweiser Ausschöpfung bis zum 11. Mai 2025 um bis zu 46.982.357 Aktien (Genehmigtes Kapital 2022/I) zu erhöhen. Das Grundkapital der Gesellschaft ist um weitere bis zu 5.000.000 Aktien bedingt erhöht zur Gewährung von Aktien bei Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. bei Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und / oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) (Bedingtes Kapital 2018/II). Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu weitere 17.394.227 Aktien zur Gewährung von Aktien bei Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. bei Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und / oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2022/I).
Der Rückgang des gezeichneten Kapitals im Jahr 2022 ist hauptsächlich auf den Rückkauf eigener Aktien und der darauffolgenden Kapitalherabsetzung zurückzuführen, die teilweise durch die Ausgabe von Aktien für die Ausübung von Mitarbeiter- und RSU-Put Optionen durch einige Begünstigte ausgeglichen wurde. Folglich verringerte sich das gezeichnete Kapital der Gesellschaft um 2.013.899 Aktien auf 171.928.379 Aktien. Diese Kapitalveränderungen wurden in das Handelsregister eingetragen. Darüber hinaus hat die Gesellschaft bestimmte ausgeübte Optionen durch Verkauf eigener Anteile beglichen.
Der Vorstand schlägt in Übereinstimmung mit dem Aufsichtsrat vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres der Konzernmutter HelloFresh SE von EUR 273,5 Mio. auf neue Rechnung vorzutragen.
Wandelschuldverschreibung
Am 13. Mai 2020 emittierte HelloFresh eine 5-jährige Wandelschuldverschreibung über EUR 175,0 Mio. mit einem Zinssatz von 0,75% p.a. Die Zinsen werden halbjährlich gezahlt. Die Wandelschuldverschreibung ist in zwei Komponenten aufgeteilt, wobei die Schuldkomponente (84,9%) zusammen mit anderen finanziellen Verpflichtungen und die Eigenkapitalkomponente (15,1%) in den Kapitalrücklagen ausgewiesen wird. Die Schuldkomponente ist der Barwert aller zukünftigen Zahlungen, diskontiert zum vorherrschenden Marktzinssatz, der 4,17% beträgt (4,5% Credit Spread mit einem Swap-Satz von 0,33%). Die Differenz zwischen dem Barwert aller zukünftigen Zahlungen (EUR 146,3 Mio.) und der Gesamtemission (EUR 175,0 Mio.) ist die Eigenkapitalkomponente (EUR 26,0 Mio.). Die Transaktionskosten für die Ausgabe der Wandelschuldverschreibung beliefen sich auf EUR 2,7 Mio.
19. Rückstellungen
Zum 31. Dezember 2022 belaufen sich die kurzfristigen Rückstellungen auf EUR 30,3 Mio. (2021: EUR 26,2 Mio.). Die Rückstellungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr vor allem aus folgenden Gründen: (i) Zuführung zu den Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von EUR 3,0 Mio., die teilweise durch eine Auflösung von Rückstellungen in Höhe von EUR 2,5 Mio. kompensiert wurde; (ii) eine Inanspruchnahme von Rückstellungen für Steuerrisiken (insgesamt EUR 4,1 Mio.) und eine weitere Zuführung in Höhe von EUR 1,9 Mio.; sowie (iii) eine Inanspruchnahme von EUR 5,0 Mio. der Rückstellung für Kund:innenerstattungen. Darüber hinaus wurden weitere EUR 2,6 Mio. dem kurzfristigen Anteil der Rückstellung für geschätzte Rückbaukosten für gemietete Lieferzentren und Bürogebäude zugeführt. Darüber hinaus gab es eine Erhöhung um EUR 1,2 Mio. aufgrund einer Änderung der Wechselkurse.
Zum 31. Dezember 2022 belaufen sich die langfristigen Rückstellungen auf EUR 23,2 Mio. (2021: EUR 10,2 Mio.) und enthalten die geschätzten Rückbaukosten für gemietete Lieferzentren und Bürogebäude zum Ende der jeweiligen Mietvertragslaufzeit. Im laufenden Jahr stiegen die Rückstellungen um EUR 12,9 Mio. aufgrund einer Zuführung von EUR 13,9 Mio. und eines Währungseffekts von EUR 0,3 Mio., teilweise kompensiert durch eine Auflösung von EUR 1,1 Mio. und eine Übertragung von EUR 0,2 Mio. auf den kurzfristigen Teil der Rückstellungen.
20. Anteilsbasierte Vergütung
Die gesamten Aufwendungen der anteilsbasierten Vergütung durch unser Mitarbeiterbeteiligungsprogramm, sind nachführend aufgelistet. Jegliche durch Eigenkapitalinstrumente ausgeglichene anteilsbasierte Vergütung wird gesondert in den sonstigen Rücklagen bilanziert. Zum 31. Dezember 2022 beliefen sich diese auf EUR 72,2 Mio. (2021: EUR 25,6 Mio.).
Die anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich ist in den finanziellen Verbindlichkeiten enthalten, die sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 6,1 Mio. beliefen (2021: EUR 25,1 Mio.).
Die aus den beiden Programmen resultierenden Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung für das Jahr stellen sich wie folgt dar:
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Pläne mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente | 72,2 | 25,6 |
| Pläne mit Barausgleich | (16,7) | 13,3¹ |
| Summe | 55,5 | 38,9¹ |
| 1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich) |
Anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente
Im Geschäftsjahr 2022 unterhielt der Konzern zwei anteilsbasierte Vergütungspläne mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente, in deren Rahmen neue Vergütungsinstrumente gewährt wurden: den virtuellen Aktienoptionsplan 2019 und das Restricted Stock Unit Program 2019.
Im Laufe des Geschäftsjahres 2022 wurde das anteilsbasierte Vergütungsprogramm RSU 2019 und VSOP 2019 für die Mitarbeiter (mit Ausnahme des Vorstands) dahingehend geändert, dass (i) den Begünstigten mehr Flexibilität bei der Wahl zwischen RSUs und VSOPs eingeräumt wird, (ii) der Erdienungszeitraum für beide Programme auf vierteljährlich über drei Jahre angeglichen wird und (iii) beide Programme nach dem Erdienungszeitraum ausgeübt werden können.
Im Jahr 2022 übte das Unternehmen die Option aus, die unverfallbaren Zuwendungen in Höhe von EUR 15,9 Mio. in bar zu begleichen. Die verbleibenden Zuteilungen und Optionen aus diesen Programmen (RSUs und VSOPs) wurden als Ausgleich durch Eigenkapital bilanziert.
Der Vorstand hat das Black-Scholes-Optionspreismodell angewandt, um den theoretischen beizulegenden Zeitwert des virtuellen Aktienoptionsplans zu berechnen. Die erwartete Volatilität basiert auf der impliziten Volatilität der am Markt gehandelten Optionen von HelloFresh. Siehe hierzu auch ANHANG 4.
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| Wert je Stammaktie (EUR) | 26.61 - 56.26 | 71.00 - 86.50 |
| Ausübungspreis (EUR) | 26.61 - 56.26 | 71.00 - 86.50 |
| Beizulegender Zeitwert zum Gewährungsdatum (EUR) | 12.77 - 19.93 | 26.03 - 28.46 |
| Erwartete Volatilität | 46.5% - 61.4% | 42.6% - 49.0% |
| Erwartete Laufzeit (Jahre) | 4 | 4 |
| Erwartete Dividendenrendite | Null | Null |
| Risikoloser Zinssatz | -0.5%-2.1% | (0,7) % |
Der Konzern behandelt die folgenden ausstehenden anteilsbasierten Vergütungspläne als Pläne mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente. Die folgende Übersicht fasst alle anteilsbasierte Vergütungsinstrumente mit ausstehenden Ausübungsoptionen zum 31. Dezember 2022 zusammen:
Virtueller Aktienoptionsplan 2016 (VSOP 2016)
| In Mio. Vergütungsinstrumenten | 2022 Anzahl der Vergütungs instrumente |
2022 GDAP (EUR) |
2021 Anzahl der Vergütungs instrumente |
2021 GDAP (EUR) |
|---|---|---|---|---|
| Anzahl der zu Beginn der | ||||
| Berichtsperiode ausstehenden Vergütungsinstrumente |
2,5 | 10,25 | 2,6 | 9,38 |
| In der Berichtsperiode gewährt | — | — | ||
| In der Berichtsperiode verwirkt | 0,0 | 12,10 | -0,0 | 11,59 |
| In der Berichtsperiode ausgeübt | (0,1) | 10,00 | (0,1) | 10,46 |
| Anzahl der am Ende der Berichtsperiode ausstehenden Vergütungsinstrumente |
2,4 | 7,60 | 2,5 | 10,25 |
Die gewichtete durchschnittliche Vertragsrestlaufzeit für die zum 31. Dezember 2022 ausstehenden Optionen beträgt 4,5 Jahre.
Von den zum 31. Dezember 2022 ausstehenden 2,4 Millionen Vergütungsinstrumenten sind alle ausübbar. Nach Ablauf der Wartefrist beträgt die Spanne der Ausübungspreise für die VSOP 2016 zwischen EUR 7,69 und EUR 13,50.
Im Rahmen des 2016 aufgelegten Plans, erhalten berechtigte Mitarbeiter und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften Optionen. Die Höhe des Ausgleichs ist an den Kurs der Aktien der Gesellschaft gekoppelt. Die Optionen sind mit marktunabhängigen Leistungsbedingungen verknüpft, gemäß welcher die Gesellschaft oder ihre Tochtergesellschaften im Geschäftsjahr 2018 bestimmte Zielvorgaben in Bezug auf den Umsatz und das bereinigte EBITDA erreichen müssen. Optionen, die im März und April 2018 im Rahmen des VSOP 2016 gewährt wurden, sind hingegen an das Erreichen bestimmter Zielvorgaben in Bezug auf den Umsatz und das AEBITDA der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2019 geknüpft.
Die Optionen werden über einen Zeitraum von vier Jahren erdient und sind nach Ablauf der vierjährigen Wartefrist bis zu sechs Jahre lang ausübbar. Die Gesellschaft ist berechtigt, bei Ausübung der Optionen ihre Verpflichtungen nach eigenem Ermessen (vollständig oder teilweise) durch die Aushändigung von Anteilen an der Gesellschaft zu erfüllen, sofern die Aktionäre zu diesem Zweck den Erwerb oder die Veräußerung eigener Anteile, ein bedingtes Kapital oder ein genehmigtes Kapital rechtskräftig beschlossen haben. Die Gesellschaft hat die Absicht, diese Optionen durch Eigenkapitalinstrumente auszugleichen, soweit dies gesetzlich zulässig ist.
Am 31. März 2018 und am 13. April 2018 gewährte die Gesellschaft die letzten Optionen im Rahmen des VSOP 2016. Danach werden keine weiteren Optionen im Rahmen dieses Plans mehr gewährt. Alle Optionen auf Anteile an der HelloFresh SE, die nach dem 13. April 2018 gewährt wurden, fielen unter die neuen Pläne, d. h. den virtuellen Aktienoptionsplan 2018, virtuellen Aktienoptionsplan 2019, Restricted Stock Unit Program 2018 und das Restricted Stock Unit Program 2019, siehe unten.
Virtueller Aktienoptionsplan 2018 (VSOP 2018)
| In Mio. Vergütungsinstrumenten | 2022 Anzahl der Vergü tungsinstrumente |
2022 GDAP (EUR) |
2021 Anzahl der Vergü tungsinstrumente |
2021 GDAP (EUR) |
|---|---|---|---|---|
| Anzahl der zu Beginn der Berichtsperiode ausstehenden Vergütungsinstrumente |
3,3 | 8,80 | 3,4 | 8,83 |
| In der Berichtsperiode gewährt | — | — | ||
| in der Berichtsperiode verwirkt | 0,0 | 11,14 | (0,1) | 10,05 |
| In der Berichtsperiode ausgeübt | 0,0 | 12,61 | ||
| Anzahl der am Ende der Berichtsperiode ausstehenden Vergütungsinstrumente |
3,3 | 8,74 | 3,3 | 8,80 |
Die gewichtete durchschnittliche Vertragsrestlaufzeit für die zum 31. Dezember 2022 ausstehenden Optionen beträgt 6,1 Jahre.
Von den zum 31. Dezember 2022 ausstehenden 3,3 Millionen Vergütungsinstrumenten waren 0,5 Millionen Vergütungsinstrumente ausübbar. Nach Ablauf der Wartefrist beträgt die Spanne der Ausübungspreise zwischen EUR 7,25 und EUR 18,60.
Im Rahmen des 2018 aufgelegten Plans, erhalten berechtigte Mitarbeiter und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften Aktienwertsteigerungsrechte. Die Höhe des Ausgleichs ist an den Kurs der Aktien der Gesellschaft gekoppelt. Die Zuteilungen enthalten nicht-marktbezogene Leistungsbedingungen, die sich auf das Erreichen von Umsatz- und AEBITDA-Zielen des Unternehmens oder seiner Tochtergesellschaften beziehen. Für alle Mitarbeiterprämien, die 2018 gewährt wurden, ist die Zielerreichung im Geschäftsjahr 2019 relevant und für die Prämien, die 2019 gewährt wurden, ist das Geschäftsjahr 2020 das relevante Jahr. Für die dem Vorstand im Jahr 2018 gewährten Prämien ist das Zieljahr für die Bedingungen in Bezug auf die Erreichung der Umsatz- und AEBITDA-Ziele der Gesellschaft das Jahr 2021 und für die im Jahr 2019 gewährten Prämien das Geschäftsjahr 2021. Angesichts der starken Entwicklung des Unternehmens zwischen 2019 und 2021 wurden alle umsatz- und AEBITDA-abhängigen Leistungsbedingungen vollständig erreicht. Die Optionen werden über einen Zeitraum von vier Jahren erdient und sind nach Ablauf einer vierjährigen Wartefrist bis zu sechs Jahre lang ausübbar. Die Gesellschaft ist berechtigt, bei Ausübung der Optionen ihre Verpflichtungen nach eigenem Ermessen (vollständig oder teilweise) durch die Aushändigung von Anteilen an der Gesellschaft zu erfüllen, sofern die Aktionäre zu diesem Zweck den Erwerb oder die Veräußerung eigener Anteile, ein bedingtes Kapital oder ein genehmigtes Kapital rechtskräftig beschlossen haben. Die Gesellschaft hat die Absicht, diese Optionen durch Eigenkapitalinstrumente auszugleichen, soweit dies gesetzlich zulässig ist.
| In Mio. Vergütungsinstrumenten | 2022 Anzahl der Vergü tungsinstrumente |
2022 GDAP (EUR) |
2021 Anzahl der Vergü tungsinstrumente |
2021 GDAP (EUR) |
|---|---|---|---|---|
| Anzahl der zu Beginn der | ||||
| Berichtsperiode ausstehenden Vergütungsinstrumente |
2,0 | 41,54 | 1,4 | 23,13 |
| In der Berichtsperiode gewährt | 2,6 | 47,14 | 0,8 | 75,18 |
| In der Berichtsperiode verwirkt | (0,3) | 53,09 | (0,2) | 40,68 |
| In der Berichtsperiode ausgeübt | — | |||
| Anzahl der am Ende der Berichtsperiode ausstehenden Vergütungsinstrumente |
4,3 | 44,13 | 2,0 | 41,54 |
Virtueller Aktienoptionsplan 2019 (VSOP 2019)
Die gewichtete durchschnittliche Vertragsrestlaufzeit für die zum 31. Dezember 2022 ausstehenden Optionen beträgt 8,5 Jahre.
Von den zum 31. Dezember 2022 ausstehenden 4,3 Mio. Vergütungsinstrumenten waren keine ausübbar. Nach Ablauf der Wartefrist beträgt die Spanne der Ausübungspreise zwischen EUR 22,15 und EUR 86,50.
Im Rahmen des 2019 aufgelegten Plans, erhalten berechtigte Mitarbeiter und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften Wertsteigerungsrechte. Die Höhe des Ausgleichs ist an den Kurs der Aktien der Gesellschaft gekoppelt. Die Zuteilungen enthalten nicht-marktbezogene Leistungsbedingungen, die sich auf das Erreichen von Umsatz- und AEBITDA-Zielen des Unternehmens oder seiner Tochtergesellschaften beziehen. Für alle Mitarbeiterprämien, die 2020 gewährt wurden, ist die Zielerreichung im Geschäftsjahr 2021 relevant und für die Prämien, die 2021 gewährt wurden, ist das Geschäftsjahr 2022 das relevante Jahr. Für die dem Vorstand im Jahr 2020 gewährten Prämien ist das Zieljahr für die Bedingungen in Bezug auf die Erreichung der Umsatz- und AEBITDA-Ziele der Gesellschaft das Jahr 2022 und für die im Jahr 2021 gewährten Prämien das Geschäftsjahr 2023. Die Optionen werden über einen Zeitraum von drei Jahren erdient und sind nach Ablauf einer vierjährigen Wartefrist bis zu sechs Jahre lang ausübbar. VSOP 2019 Zuteilungen, die nach Mitte Januar 2022 gewährt werden, enthalten keine Leistungsbedingungen oder Wartezeiten. Diese Zuteilungen können nach Ablauf der Sperrfrist bis zu zehn Jahre nach dem Zuteilungsdatum ausgeübt werden. Die Gesellschaft ist berechtigt, bei Ausübung der Optionen ihre Verpflichtungen nach eigenem Ermessen (vollständig oder teilweise) durch die Aushändigung von Anteilen an der Gesellschaft zu erfüllen, sofern die Aktionäre zu diesem Zweck den Erwerb oder die Veräußerung eigener Anteile, ein bedingtes Kapital oder ein genehmigtes Kapital rechtskräftig beschlossen haben. Die Gesellschaft hat die Absicht, diese Optionen durch Eigenkapitalinstrumente auszugleichen, soweit dies gesetzlich zulässig ist.
Restricted Stock Unit Program 2019 (RSUP 2019)
| In Mio. Vergütungsinstrumenten | 2022 Anzahl der Vergütungsinstrumente |
2021 Anzahl der Vergütungsinstrumente |
|---|---|---|
| Anzahl der zu Beginn der Berichtsperiode ausstehenden Vergütungsinstrumente |
0,4 | 0,6 |
| In der Berichtsperiode gewährt | 1,7 | 0,4 |
| in der Berichtsperiode verwirkt | (0,2) | (0,1) |
| in der Berichtsperiode ausgeübt | (0,5) | (0,5) |
| Anzahl der am Ende der Berichtsperiode ausstehenden Vergütungsinstrumente |
1,4 | 0,4 |
Zum 31. Dezember 2022 wurden 0,5 Mio. der ausstehenden Vergütungsinstrumente ausgeübt. Der gewichtete durchschnittliche Aktienkurs am Ausübungsdatum betrug EUR 32,31. Von den zum 31. Dezember 2022 ausstehenden 1,4 Mio. Vergütungsinstrumenten waren 0,1 Mio. ausübbar (2021: 0.0 Mio.).
Im Rahmen des 2020 aufgelegten Plans, erhalten berechtigte Mitarbeiter und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften Wertsteigerungsrechte. Die Höhe des Ausgleichs ist an den Kurs der Aktien der Gesellschaft gekoppelt. Das Unternehmen änderte die Unverfallbarkeit aller neuen RSU-Zuteilungen auf eine vierteljährliche Unverfallbarkeit über einen Zeitraum von 36 Monaten ab Mitte Januar 2022. Die Unverfallbarkeit der bereits in den Vorjahren gewährten Zuteilungen wurde nicht geändert. Die Gesellschaft ist berechtigt, bei Ausübung der Optionen ihre Verpflichtungen nach eigenem Ermessen (vollständig oder teilweise) durch die Aushändigung von Anteilen an der Gesellschaft zu erfüllen, sofern die Aktionäre zu diesem Zweck den Erwerb oder die Veräußerung eigener Anteile, ein bedingtes Kapital oder ein genehmigtes Kapital rechtskräftig beschlossen haben. Die Gesellschaft hat die Absicht, diese Optionen durch Eigenkapitalinstrumente auszugleichen, soweit dies gesetzlich zulässig ist.
Virtuelle Optionspläne 2013 – 2015
Ab dem Geschäftsjahr 2013 erhielten berechtigte Teilnehmer virtuelle Optionen auf Anteile an den Rechtsvorgängerinnen der Gesellschaft oder ihren Tochtergesellschaften. Die Pläne sehen vor, dass die Gesellschaft zwischen einem Ausgleich in bar oder einem Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente wählen kann, falls die Gesellschaft unter anderem an einer Börse notiert wird. Nachdem die Gesellschaft ihre Rechtsform mit Wirkung zum 2. November 2015 in eine Aktiengesellschaft und danach in eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea) umgewandelt hatte, unterlag sie Einschränkungen für Kapitalerhöhungen zur Erfüllung von Aktienoptionen. Da ein Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente aufgrund rechtlicher Einschränkungen nicht mehr praktikabel erschien, wurden die im Rahmen dieser Pläne gewährten Vergütungsinstrumente mit Wirkung zum Geschäftsjahr 2015 als in bar auszugleichende Optionen klassifiziert. Infolge weiterer Finanzierungsrunden bis zum Geschäftsjahr 2017 wurden die Einschränkungen mit Wirkung vom Juni 2017 aufgehoben und alle Vergütungsinstrumente aus diesen Plänen wurden wieder als Vergütungsinstrumente mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente klassifiziert.
Im Rahmen dieser Pläne werden keine weiteren Vergütungsinstrumente mehr gewährt.
Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht die Anzahl und die gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreise (GDAP) sowie die Entwicklung der virtuellen Anteilsbezugsrechte. Die Anzahl der Optionen sowie die gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreise sind in Bezug auf die Anteile an der Gesellschaft ausgewiesen, um die Angaben aussagekräftiger zu gestalten.
| In Mio. Vergütungsinstrumenten | 2022 Anzahl der Vergütungs instrumente |
2022 GDAP (EUR) |
2021 Anzahl der Vergütungs instrumente |
2021 GDAP (EUR) |
|---|---|---|---|---|
| Anzahl der zu Beginn der Berichtsperiode ausstehenden Vergütungsinstrumente |
0,17 | — | 0,17 | 0,00 |
| In der Berichtsperiode gewährt | — | — | ||
| in der Berichtsperiode verwirkt | — | — | ||
| in der Berichtsperiode ausgeübt | — | — | ||
| Anzahl der am Ende der Berichtsperiode ausstehenden Vergütungsinstrumente |
0,17 | 0,00 | 0,17 | 0,00 |
Von den zum 31. Dezember 2022 ausstehenden 0,17 Millionen Vergütungsinstrumenten (2021: 0,17 Mio.) waren nach dem Börsengang der Gesellschaft, der am 2. November 2017 stattfand, alle mit einem Ausübungspreis von EUR 0,000702 ausübbar.
Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich
Der Konzern betreibt auch ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm mit Barausgleich. Bei der Gründung neuer Unternehmen behält HelloFresh in der Regel bis zu 6 % (vor einer späteren Verwässerung) der Anteile an diesen neuen Unternehmen für das lokale Management vor. Nach einem Zeitraum von vier Jahren und unter bestimmten Bedingungen sind die Inhaber dieser Aktien berechtigt, sie zum Marktwert an HelloFresh zu verkaufen. Siehe auch ANHANG 3 für weitere Informationen.
Der beizulegende Zeitwert der Verkaufsoption wurde anhand der Black-Scholes-Formel ermittelt. Die bei der Bewertung der beizulegenden Zeitwerte zum Zeitpunkt der Gewährung und zum Bewertungsstichtag der anteilsbasierten Vergütung mit Barausgleich verwendeten Inputs waren wie folgt:
Der Wert des Aktienkurses der Tochtergesellschaft wird durch eine Bewertungsformel bestimmt, die auf dem Aktienkurs der HelloFresh SE basiert und um das zugrunde liegende Wachstum des Unternehmens bereinigt ist. Der Ausübungspreis der Tochtergesellschaft ist in der Regel niedrig, da er kurz nach der Gründung der Tochtergesellschaft festgelegt wurde.
| Eingaben in das Modell | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Erwartete Volatilität | 61,4 % | 45,6% |
| Erwartete Laufzeit (Jahre) | 0-3 | 0-4 |
| Erwartete Dividendenrendite | Null | Null |
| Risikoloser Zinssatz | 2,6% | (0,7) % |
Die erwartete Volatilität basiert auf der impliziten Volatilität der am Markt gehandelten Optionen von HelloFresh. Siehe hierzu ANHANG 4 .
Die Anzahl der am Jahresende ausstehenden Rechte betrug 5.259 (2021: 5.459) mit einem gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreis von EUR 209,24 (2021: EUR 206,44). Im Laufe des Jahres wurden insgesamt 200 Rechte ausgeübt (2021: 575) und es wurden keine neuen Rechte gewährt (2021: 2.324).
Von den zum 31. Dezember 2022 ausstehenden 5.259 Vergütungsinstrumenten waren 1.378 ausübbar. Nach Ablauf der Wartezeit können alle ausstehenden Vergütungsinstrumente in einer Spanne von EUR 0,00 bis EUR 691,45 ausgeübt werden.

21. Personalaufwand
Die Aufteilung des Personalaufwands in der Gesamtergebnisrechnung ist in der folgenden Tabelle enthalten.
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| In Beschaffungskosten einbezogen: | ||
| Löhne und Gehälter | 65,1 | 28,3 |
| Sozialversicherungsbeiträge | 6,9 | 2,9 |
| Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung | 3,4 | 1,0 |
| Pensionsaufwendungen | 0,8 | 0,3 |
| In Vertriebskosten einbezogen: | ||
| Löhne und Gehälter | 621,6 | 400,2 |
| Sozialversicherungsbeiträge | 77,2 | 42,8 |
| Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung | 22,9 | 18,4 |
| Pensionsaufwendungen | 6,7 | 2,8 |
| Sonstiger Personalaufwand | 2,1 | — |
| In Marketingkosten einbezogen: | ||
| Löhne und Gehälter | 77,7 | 51,7 |
| Sozialversicherungsbeiträge | 8,7 | 6,9 |
| Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung | 9,6 | 0,8 |
| Pensionsaufwendungen | 1,4 | 0,8 |
| Sonstiger Personalaufwand | 0,1 | — |
| In allgemeinen Verwaltungskosten einbezogen: | ||
| Löhne und Gehälter | 152,8 | 103,1 |
| Sozialversicherungsbeiträge | 20,0 | 12,5 |
| Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung | 19,6 | 18,6¹ |
| Pensionsaufwendungen | 2,8 | 1,6 |
| Sonstiger Personalaufwand | 1,8 | — |
| Summe Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer | 1.101,2 | 692,7¹ |
| 1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich) |

22. Anzahl der Mitarbeiter
Die Anzahl der Mitarbeiter wurde anhand des Jahresdurchschnitts von FTEs berechnet.
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| Australien | 1.394 | 1.196 |
| Belgien | 119 | 87 |
| Kanada | 723 | 578 |
| Dänemark | 99 | 58 |
| Frankreich | 62 | 28 |
| Deutschland | 4.285 | 2.793 |
| Irland | 13 | — |
| Italien | 29 | 12 |
| Japan | 31 | 12 |
| Niederlande | 637 | 659 |
| Neuseeland | 45 | 34 |
| Norwegen | 3 | 3 |
| Philippinen | 777 | 501 |
| Spanien | 17 | — |
| Schweden | 11 | 4 |
| Schweiz | 2 | 2 |
| Großbritannien | 2.089 | 1.826 |
| USA | 9.259 | 6.842 |
| Summe | 19.595 | 14.635 |
23. Finanz- und Zinsergebnis
Die Zins- und Finanzerträge des Geschäftsjahres gliedern sich wie folgt:
| In EUR Mio. | 31. Dezember 2022 | 31. Dezember 2021 |
|---|---|---|
| Zinserträge aus ausgegebenen Darlehen und Leasing | 3,0 | 0,5 |
| Erträge aus Währungsumrechnungen | 20,5 | 23,8 |
| Erträge aus der Neubewertung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit | — | 6,8 |
| Summe | 23,5 | 31,1 |
Für das Jahr 2022 beliefen sich der Gewinne aus der Währungsumrechnung auf EUR 20,5 EUR (2021: EUR 23,8 Mio.), hauptsächlich aufgrund der Aufwertung des US-Dollars, die in den ersten drei Quartalen 2022 zu einem günstigen Währungseffekt für das US-Segment führte.
Die Zins- und Finanzaufwendungen des Geschäftsjahres gliedern sich wie folgt:
| In EUR Mio. | 31. Dezember 2022 | 31. Dezember 2021 |
|---|---|---|
| Zinsaufwand aus Darlehen und Leasingverhältnissen | (27,6) | (20,0) |
| Aufwendungen aus Währungsumrechnungen | (11,1) | (0,4) |
| Sonstiger Finanzaufwand | (2,1) | (7,1) |
| Summe | (40,8) | (27,5) |
Im Jahr 2022 stieg der Zinsaufwand hauptsächlich aufgrund höherer Zinsen für Leasingverbindlichkeiten in Höhe von EUR 14,2 Mio. (2021: EUR 6,4 Mio.) und des Zinsanteils aus der Neubewertung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit im Zusammenhang mit der Akquisition von Factor. Im Jahr 2022 bezieht sich der sonstige Finanzaufwand auf die Neubewertung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von EUR 2,1 Mio. (2021: EUR 3,1 Mio.).
24. Ertragsteuern
Der in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand umfasst folgende Posten:
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Tatsächlicher Steueraufwand | (83,2) | (121,0) |
| davon für die laufende Periode | (89,6) | (124,1) |
| davon für Vorjahre | 6,4 | 3,1 |
| Latenter Steueraufwand / Steuerertrag | 8,3 | (6,7) |
| Bildung und Auflösung von temporären Differenzen | 7,9 | (6,4) |
| Berücksichtigung von bisher nicht berücksichtigten steuerlichen Verlustvorträgen | 0,4 | 6,6 |
| Auflösung von aktiven latenten Steuern | — | (7,2) |
| Berücksichtigung von bisher nicht erfassten abzugsfähigen temporären Differenzen |
— | 0,3 |
| Ertragsteueraufwand | (74,9) | (127,7) |
Der Ertragsteueraufwand kann wie folgt auf das Periodenergebnis übergeleitet werden:
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 200,0 | 370,7¹ |
| Steuer unter Verwendung der für den Hauptsitz von HelloFresh geltenden Steuersätze | (60,4) | (111,9)¹ |
| Steuerliche Auswirkungen von nicht abzugsfähigen Aufwendungen | (5,9) | (10,2)¹ |
| Laufender Steuervorteil aus bisher nicht berücksichtigten steuerlichen Verlusten einer früheren Periode, die zur Reduzierung des laufenden Steueraufwands verwendet wurden |
0,4 | 4,0 |
| Verluste des laufenden Jahres, für die keine latenten Steueransprüche angesetzt werden |
(21,2) | (15,6) |
| Berücksichtigung von bisher nicht berücksichtigten steuerlichen Verlustvorträgen | — | 6,9 |
| Steueranpassungen für Vorjahre | 15,7 | (0,7) |
| Steuereffekte aus unterschiedlichen Steuersätzen | 3,2 | 9,3 |
| Steuereffekte aus sonstigen Bemessungsgrundlagen | (5,8) | (11,2) |
| Steuereffekte aus outside basis differences | (0,8) | 0,8 |
| Sonstige | (0,1) | 0,9 |
| Ertragsteueraufwand für das Geschäftsjahr | (74,9) | (127,7) |
| Effektiver Steuersatz | 37,5 % | 34,4 %¹ |
| 1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich) |
HelloFresh verwendet den in Deutschland (Hauptsitz von HelloFresh) geltenden Steuersatz für die Berechnung des erwarteten Steueraufwands. Der in Deutschland geltende Steuersatz setzt sich aus Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer zusammen und liegt im Jahr 2022 bei 30,18 % (Vorjahr: 30,18 %). Der für die nicht in Deutschland ansässigen HelloFresh-Gesellschaften geltende Steuersatz liegt zwischen 12,5 % und 30,0 %.
Latente Steuern
Zum 31. Dezember 2022 beliefen sich die latenten Steueransprüche auf EUR 220,2 Mio. (2021: EUR 120,0 Mio.) und die latenten Steuerschulden auf EUR 172,9 Mio. (2021: EUR 83,3 Mio.) Die latenten Steuern beziehen sich hauptsächlich auf nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und temporäre Differenzen. Aktive latente Steuern werden für steuerliche Verlustvorträge in dem Umfang angesetzt, in dem die Realisierung der damit verbundenen Steuervorteile durch zukünftige steuerliche Gewinne wahrscheinlich ist oder passive latente Steuern in entsprechender Höhe gebildet werden.
| In EUR Mio. | Zum 1. Jan 2022 |
Berück sichtigt in GuV |
Berück sichtigt im sonstigen Ergebnis |
Erworben im Rahmen eines Unterneh menszusam menschluss es |
Zum 31. Dez 2022 |
Latente Steuer ansprüche |
Latente Steuer verbindlich -keiten |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte |
(15,4) | 7,2 | (0,4) | — | (8,6) | 43,4 | 52,0 |
| Sachanlagen, inkl. Nutzungsrechte |
32,9 | (83,8) | (2,5) | — | (53,4) | 3,0 | 56,5 |
| Sonstige Vermögenswerte | (2,0) | (7,5) | (0,5) | — | (10,0) | 44,1 | 54,0 |
| Rückstellungen | 20,4 | (3,7) | 0,8 | — | 17,5 | 21,3 | 3,8 |
| Sonstige Verbindlichkeiten (einschließlich Leasing verbindlichkeiten) |
(26,8) | 100,6 | 3,7 | — | 77,5 | 83,3 | 5,8 |
| Outside basis differences | — | (0,8) | — | — | (0,8) | — | 0,8 |
| Steuerliche Verlustvorträge | 27,6 | (3,7) | 1,2 | — | 25,1 | 25,1 | — |
| Latente Steueransprüche (-verbindlichkeiten) vor Verrechnung |
36,7 | 8,3 | 2,3 | — | 47,3 | 220,2 | 172,9 |
| Verrechnung von Steuerpositionen |
— | — | — | — | — | (168,7) | (168,7) |
| Latente Steueransprüche (-verbindlichkeiten) |
36,7 | 8,3 | 2,3 | — | 47,3 | 51,5 | 4,2 |
| In EUR Mio. | Zum 1. Jan 2021 |
Berück sichtigt in GuV |
Berück sichtigt im sonstigen Ergebnis |
Erworben im Rahmen eines Unterneh menszusam menschluss es |
Zum 31. Dez 2021 |
Latente Steuer ansprüche |
Latente Steuer verbindlich -keiten |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte |
(15,2) | 1,4 | 0,1 | (1,7) | (15,4) | 0,1 | 15,5 |
| Sachanlagen, inkl. Nutzungsrechte |
(12,0) | 41,7 | 2,8 | 0,4 | 32,9 | 51,1 | 18,2 |
| Finanzanlagen | (0,1) | 0,1 | — | — | — | — | — |
| Sonstige Vermögenswerte | 3,7 | (6,7) | 1,0 | — | (2,0) | 14,9 | 16,9 |
| Rückstellungen | 11,6 | 10,6 | (2,6) | 0,8 | 20,4 | 20,4 | — |
| Sonstige Verbindlichkeiten (einschließlich Leasing verbindlichkeiten) |
11,5 | (39,1) | 0,2 | 0,5 | (26,8) | 5,9 | 32,7 |
| Outside basis differences | (0,8) | 0,8 | — | — | — | — | — |
| Steuerliche Verlustvorträge | 40,3 | (15,5) | 1,7 | 1,1 | 27,6 | 27,6 | — |
| Latente Steueransprüche (-verbindlichkeiten) vor Verrechnung |
39,0 | (6,7) | 3,2 | 1,1 | 36,7 | 120,0 | 83,3 |
| Verrechnung von Steuerpositionen |
— | — | — | — | — | (67,2) | (67,2) |
| Latente Steueransprüche (-verbindlichkeiten) |
39,0 | (6,7) | 3,2 | 1,1 | 36,7 | 52,8 | 16,1 |
Latente Steuern in Höhe von EUR 2,3 Mio. (2021: EUR 3,2 Mio.) resultieren aus Währungsumrechnungsdifferenzen und wurden im sonstigen Ergebnis erfasst. Es wurden keine latenten Steuern direkt im Eigenkapital erfasst.
Auf temporäre Differenzen in Höhe von EUR 2,3 Mio. (2021: EUR 7,9 Mio.) wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt.
Steuerliche Verlustvorträge
Zum 31. Dezember 2022 hatten die Konzerngesellschaften steuerliche Verlustvorträge von EUR 279,3 Mio. (2021: EUR 226,4 Mio.).
| In EUR Mio. | 31. Dezember 2022 | 31. Dezember 2021 | |
|---|---|---|---|
| Dänemark | Unbegrenzt | — | 1,9 |
| Schweden | Unbegrenzt | 5,9 | 5,8 |
| USA | ab 2018 unbegrenzt* | 44,3 | 82,3 |
| Großbritannien | Unbegrenzt | 88,1 | 55,3 |
| Kanada | 20 Jahre | 42,6 | 26,8 |
| Schweiz | 7 Jahre | 7,6 | 6,4 |
| Frankreich | Unbegrenzt | 30,2 | 11,7 |
| Australien | Unbegrenzt | 29,9 | 26,0 |
| Norwegen | Unbegrenzt | 13,3 | 6,2 |
| Japan** | 10 Jahre | — | 1,7 |
| Italien | Unbegrenzt | 14,1 | 2,3 |
| Irland | Unbegrenzt | 1,8 | — |
| Spanien | Unbegrenzt | 1,5 | — |
| Summe nicht erfasster steuerlicher Verluste | 279,3 | 226,4 |
Die Nutzung steuerlicher Verluste ist in folgender Höhe, sowie folgendem Zeitraum möglich:
* vor 2021 entstandene Verlustvorträge verjähren unverändert nach 20 Jahren. Grundsätzlich sind Verluste in den USA unter Anwendung des geltenden Bundes- und Landesrechts unter Umständen begrenzt vortragsfähig bzw. verjähren.
** Der Vorstand des HelloFresh Konzerns hat 2022 beschlossen, die Aktivitäten auf dem japanischen Markt 2023 durch die Liquidation der Gesellschaft einzustellen.
Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 186,4 Mio. (2021: EUR 91,3 Mio.) wurden aufgrund der steuerlichen Verlusthistorie in einzelnen Gesellschaften nicht angesetzt. Davon sind steuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 178,8 Mio. (2021: EUR 84,9 Mio.) unbegrenzt nutzbar und in Höhe von EUR 7,6 Mio. (2021: EUR 6,4 Mio.) sind zwischen 2 und 7 Jahren nutzbar.
Outside Basis Differences
Outside Basis Differences entstehen aus der Differenz zwischen dem Eigenkapital eines konsolidierten Unternehmens und seiner steuerlichen Basis auf der Ebene seines Anteilseigners. Die Realisierung dieser Differenzen, z. B. durch Dividendenausschüttung oder Verkauf, kann zu einem zusätzlichen steuerlichen Aufwand auf der Ebene des Anteilseigners führen.
Der Konzern kontrolliert die Umkehrung temporärer Differenzen im Zusammenhang mit Steuern auf Dividenden von Tochtergesellschaften oder auf Gewinne bei ihrer Veräußerung (Outside Basis Differences). Für temporäre Differenzen in Höhe von EUR 15,5 Mio. (2021: EUR 6,1 Mio.) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet.
25. Ergebnis je Aktie
Der Konzern weist ein unverwässertes und ein verwässertes Ergebnis je Aktie (EPS) aus.
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie berechnet sich wie folgt:
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| Auf die Anteilseigner der HelloFresh SE entfallender Anteil am Periodenergebnis (in EUR Mio.) |
125,1 | 243,0¹ |
| Gewichtete durchschnittliche Anzahl in Umlauf befindlicher Stammaktien (in Mio.) | 171,7 | 173,6 |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) | 0,73 | 1,40¹ |
| 1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich) |

Das verwässerte Ergebnis je Aktie berechnet sich wie folgt:
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| Den Aktionären der HelloFresh SE zurechenbares Periodenergebnis (in EUR Mio.) | 125,1 | 243,0¹ |
| Zinskomponente nach Steuern für Wandelanleihen (in EUR Mio.) | 4,9 | 4,7 |
| Neubewertung der IFRS2-Verbindlichkeit mit Barausgleich (in EUR Mio.) | (17,0) | 12,6¹ |
| Auf die Anteilseigner der HelloFresh SE entfallender Anteil am Periodenergebnis (in EUR Mio.) |
113,0 | 260,3¹ |
| Gewichtete durchschnittliche Anzahl von Stammaktien (in Mio.) | 171,7 | 173,6 |
| Verwässerung durch anteilsbasierte Vergütung | 4,1 | 7,5¹ |
| Verwässerung durch Wandelanleihen | 3,4 | 3,4 |
| Verwässerter gewichteter Durchschnitt der Anzahl der Aktien (in Mio.) | 179,2 | 184,5¹ |
| Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) | 0,63 | 1,41¹ |
| 1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich) |
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird durch Division des den Aktionären der HelloFresh SE zustehenden Periodenergebnisses durch die unverwässerte gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien ermittelt.
Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem der den Aktionären zurechenbare Periodenüberschuss um die Nachsteuer-Zinskomponente auf Wandelschuldverschreibung und der Nachsteuer-Neubewertung der IFRS2- Verbindlichkeit mit Barausgleich erhöht und durch die verwässerte gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien dividiert wird. Der Verwässerungseffekt ergibt sich aus den ausstehenden Aktienoptionen aus den Aktienprogrammen VSOP und RSUP und der Wandelschuldverschreibung des Konzerns.
26. Kapitalmanagement
Der Konzern verfolgt das Ziel, eine starke Kapitalstruktur und Liquiditätslage aufrecht zu erhalten. Ebenso verfolgt der Konzern das Ziel beim Verschuldungsgrad einen moderaten Hebel des 1,75fachen vom AEBITDA nicht zu überschreiten, was für das am 31. Dezember 2022 abgeschlossene Jahr und das Vorjahr erreicht wurde.
In 2022 verfügte der Konzern über eine Netto-Liquiditätslage, d.h. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von EUR 504,0 Mio. (2021: EUR 827,1 Mio.) überstiegen die finanziellen verzinslichen Schulden in Höhe von EUR 160,8 Mio. (2021: EUR 155,2 Mio.)und Leasingverbindlichkeiten in Höhe von EUR 505,4 Mio.(2021: EUR 306,5 Mio.). Im Geschäftsjahr 2022 wurden an Anteilseigner keine Dividenden ausgeschüttet um die Eigenkapitalposition zu stärken. Das Eigenkapital erhöhte sich von EUR 899,7¹ Mio. im Jahr 2021 auf EUR 959,6 Mio., hauptsächlich aufgrund des Jahresergebnisses und einer Erhöhung der sonstigen Rücklagen aus der Neubewertung der aktienbasierten Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente, die teilweise durch das Aktienrückkaufprogramm ausgeglichen wurde, in dessen Rahmen HelloFresh 2,2 Millionen Aktien für einen Betrag von EUR 125,0 Mio. zurückgekauft hat.
Die Eigenkapitalquote und das Verhältnis von Eigenkapital zu eingesetztem Kapital sind wichtige Kennzahlen für das Kapitalmanagement des Konzerns. Im Geschäftsjahr 2022 veränderte sich die Eigenkapitalquote wie folgt auf 37,9 %, verglichen mit 40,8 %1 im Jahr 2021:
| In EUR Mio. | 31. Dez 2022 | 31. Dez 2021 |
|---|---|---|
| Summe Eigenkapital | 959,6 | 899,7¹ |
| Summe Schulden | 1.575,6 | 1.307,8¹ |
| Passiva gesamt | 2.535,2 | 2.207,5¹ |
| Eigenkapitalquote in % | 37,9% | 40,8 %¹ |
Das Verhältnis von Eigenkapital zu eingesetztem Kapital beträgt für den Konzern in 2022 80,3 % im Vergleich zu 2021, wo es bei 131,2 %1 lag.
1 Angepasst gemäß Anhang 3 (Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich)
| In EUR Mio. | 31. Dez 2022 | 31. Dez 2021 |
|---|---|---|
| Summe Eigenkapital | 959,6 | 899,7¹ |
| eingesetztes Kapital: | ||
| Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 1.550,7 | 975,3 |
| Nettoumlaufvermögen | (356,0) | (289,5) |
| Eigenkapital zu eingesetztem Kapital | 80,3% | 131,2 %¹ |
27. Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen
HelloFresh hat die nahe stehenden Unternehmen und Personen gemäß IAS 24 identifiziert. Unternehmen und Personen werden als nahestehend betrachtet, wenn sie gemeinsamer Beherrschung unterliegen oder eine der Parteien über die Möglichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen, einen maßgeblichen Einfluss auf deren Finanz- und Geschäftspolitik auszuüben oder aufgrund gemeinsamer Führung der anderen Partei deren Finanz- und Geschäftspolitik zu beeinflussen. Bei der Betrachtung aller möglichen Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen wird der wirtschaftliche Gehalt der Beziehung und nicht allein die rechtliche Gestaltung geprüft. Darüber hinaus gilt jede hochrangige Führungskraft, jeder Director (oder jede für den Posten des Directors nominierte Person), jeweils einschließlich der unmittelbaren Familienangehörigen, und jedes von einem Mitglied dieses Personenkreises im Eigentum gehaltene oder beherrschte Unternehmen als nahestehende Person oder nahestehendes Unternehmen.
Nahestehende Personen
Vorstand und Aufsichtsrat
Im Jahr 2022 erhielten die Mitglieder des Vorstands der HelloFresh SE eine Barvergütung in Höhe von EUR 1,6 Mio. (2021: EUR 1,6 Mio.). Der beizulegende Zeitwert der aktienbasierten Vergütung belief sich auf EUR 8,2 Mio. für 371.732 virtuelle Optionen im Rahmen des virtuellen Aktienoptionsprogramms 2019 der HelloFresh SE (VSOP 2019) (2021: EUR 7,2 für 269.746 virtuelle Optionen) und EUR 2,7 Mio. für 48.759 Restricted Stock Units im Rahmen des Restricted Stock Unit Programms 2019 der HelloFresh SE (RSUP 2019) (2021: EUR 2,4 Mio. für 32.517 Restricted Stock Units), die im Geschäftsjahr 2022 gewährt wurden. Im Geschäftsjahr 2022 beliefen sich die auf die Mitglieder des Vorstands entfallenden Vergütungen und Leistungen daher auf insgesamt EUR 12,5 Mio. (2021: EUR 11,2 Mio.)Im Geschäftsjahr 2022 belief sich der Aufwand für die aktienbasierte Vergütung auf EUR 10,5 Mio. (2021: EUR 3,7 Mio.) Die auf die Mitglieder des Aufsichtsrats entfallende Vergütung umfasste im Geschäftsjahr 2022 eine Grundvergütung und eine zusätzliche Vergütung für Ausschusstätigkeiten in Höhe von EUR 0,8 Mio. (2021: EUR 0,6 Mio.) Weitere Informationen finden Sie in dem separat veröffentlichen Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2022.
Der Konzern hatte im Geschäftsjahr keine weiteren Transaktionen mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats, außerhalb der genannten festen Gehälter und Vergütungen sowie anteilsbasierter Vergütungen.
Personal in Schlüsselpositionen
Im Jahr 2021 wurden Darlehen in Höhe von EUR 1,0 Mio. an Minderheitsgesellschafter einer Tochtergesellschaft zur Finanzierung einer Kapitalerhöhung gewährt. Darüber hinaus wurde im Januar 2022 ein weiteres Darlehen in Höhe von EUR 0,1 Mio. gewährt. Im Jahr 2022 erfolgte keine Rückzahlung der Darlehen. Die kumulierten Zinsen beliefen sich auf TEUR 14.
Assoziierte Unternehmen
Bis zur Anmeldung der Liquidation im Juni 2022 war das andere nahestehende Unternehmen die HelloFreshGO GmbH, an der die Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 65,80 % der Anteile hielt und die Investition nach der Equity-Methode bilanzierte. Mit der Liquidation verlor der Konzern einen wesentlichen Einfluss auf den Betrieb der HelloFreshGO GmbH. DieTransaktionen zwischen dem Konzern und der HelloFreshGO GmbH bis zur Liquidation sind nachfolgend aufgeführt:
Alle Transaktionen erfolgen zu marktüblichen Konditionen.
a. Käufe oder Verkäufe von (fertigen oder unfertigen) Waren
Die HelloFreshGO GmbH stellte dem Konzern Kosten in Höhe von TEUR 28 (2021: TEUR 39) in Rechnung. Hierbei handelt es sich um Subventionen, die HelloFresh seinen Mitarbeitern für HelloFreshGO-Lebensmittelprodukte gewährt.
b. Geleistete oder bezogene Dienstleistungen
In 2022 hat der Konzern der HelloFreshGO GmbH TEUR 157 (2021: TEUR 387) aus weiterbelasteten Kosten in Rechnung gestellt. Hiervon entfallen TEUR 37 (2021: TEUR 90) auf direkte Kosten (für zentral von HelloFresh SE für die HelloFreshGO GmbH eingekaufte Dienstleistungen). Die verbleibenden TEUR 120 stellen erbrachte Dienstleistungen für die HelloFreshGO GmbH dar.
c. Transaktionen im Rahmen von Finanzierungsvereinbarungen
Im März und Oktober 2021 wurden von der HelloFreshGO GmbH Wandelschuldverschreibungen ausgegeben, in die der Konzern insgesamt EUR 2,4 Mio. investiert hat. Die Darlehen werden mit 1 % verzinst und können auf Verlangen des Darlehensgebers zu bestimmten Wandlungsereignissen in Eigenkapitalinstrumente umgewandelt werden.
Alle übrigen Forderungen gegen die HelloFreshGO GmbH sind zum 31. Dezember 2022 vollständig abgeschrieben. Es bestehen keine offenen Eventualverbindlichkeiten in Form von Bürgschaften oder Ähnlichem zum 31. Dezember 2022.
28. Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Der Konzern hat zum 31. Dezember 2022 sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Dienstleistungsverträgen mit Drittanbietern, die sich hauptsächlich auf vertragliche Dienstleistungen wie Lager- und Büromieten in Höhe von EUR 40,6 Mio. (2021: EUR 155,8 Mio.) sowie CAPEX-Verpflichtungen in Höhe von EUR 97,2 Mio. (2021: EUR 85,0 Mio.) beziehen. Der Großteil der Verpflichtungen bezieht sich auf Mietverpflichtungen für die Eröffnung neuer Lieferzentren in den USA, dem Vereinigten Königreich, Kanada, Australien, Schweden, Deutschland und Frankreich und damit verbundene CAPEX-Investitionen. Zum 31. Dezember 2022 beläuft sich der nicht abgezinste Cashflow für nicht ausgeübte Verlängerungsoptionen aus bestehenden Leasingverträgen auf EUR 166,1 Mio. (2021: EUR 108,6 Mio.).
Rechtsstreitigkeiten und andere rechtliche Risiken
Zum 31. Dezember 2022 ist der Konzern in verschiedene Rechtsstreitigkeiten involviert, die sich aus dem normalen Geschäftsverlauf ergeben. Die Risiken aus diesen Rechtsstreitigkeiten sind durch Rückstellungen abgedeckt und daher in der Konzernbilanz enthalten.
29. Wesentliche Tochtergesellschaften und Beteiligungsunternehmen
Land Währung Anteilsbesitz Gehalten durch Nr. Nr. Gesellschaft National HelloFresh Deutschland Management GmbH, Berlin DE EUR 100 % HelloFresh Deutschland Produktion SE & Co. KG, Berlin* DE EUR 100 % HelloFresh Deutschland SE & Co KG, Berlin* DE EUR 100 % Übriges Europa HelloFresh Suisse AG, Kölliken CH CHF 100 % HelloFresh Benelux B.V., Amsterdam NL EUR 100 % Cool Delivery B.V., Amsterdam NL EUR 100 % 5 Cool Delivery Belgium B.V., Antwerp NL EUR 100 % 5 Grocery Delivery E-Services UK Ltd., London UK GBP 100 % HelloFresh Nordics ApS, Kopenhagen DK DKK 95 % HelloFresh Sweden AB, Bjuv SE SEK 100 % 9 HelloFresh Norway AS, Moss NO NOK 100 % 9 Hellofresh France SAS, Neuilly-sur-Seine FR EUR 97 % HelloFresh France Livraison SASU, Paris FR EUR 100 % 12 HelloFresh France Preparation SASU, Paris FR EUR 100 % 12 Hellofresh Operations Benelux BV, Amsterdam NL EUR 100 % 5 HelloFresh Italy S.r.l., Milan IT EUR 96 % Fresh Grocery Delivery Services Limited, Dublin IR EUR 100 % Green Chef Espana, S.L.U., Madrid SP EUR 100 % Factor 75 B.V., Amsterdam NL EUR 100 % Nordamerika Grocery Delivery E-Services USA Inc., New York US USD 100 % Green Chef Corp., Wilmington US USD 100 % 20 HelloFresh Canada Inc., Toronto CA CAD 100 % Factor75 Inc., Burr Ridge US USD 100 % 20 Factor75 LLC, Burr Ridge US USD 100 % 23 Online Meat & Sea Food Inc., New York US USD 94 % 20 Grocery Delivery Logistics Inc., New York US USD 100 % 20 Pet Nutrition Delivery Inc., New York US USD 100 % 20 Rest der Welt Grocery Delivery E-Services Australia Pty Ltd., Sydney AU AUD 100 % HelloFresh New Zealand Limited, Auckland NZ NZD 97 % BeCool Refrigerated Couriers Group Pty Ltd, Chippendale AU AUD 100 % HelloConnect Inc., Manila PH PHP 100 % HelloFresh Japan G.K., Tokyo (in Liquidation) JP JPY 97 % Cook E Services Australia Pty Ltd., Brisbane AU AUD 100 % YouFoodz Holdings Ltd., Brisbane AU AUD 100 % 33 YouFoodz Pty Ltd., Brisbane AU AUD 100 % 34 IDK Pty Ltd., Brisbane AU AUD 100 % 34 Fresh Four Pty Ltd., Brisbane AU AUD 100 % 34 YouJuice Pty Ltd., Brisbane AU AUD 100 % 34 YouFoodz IP Pty Ltd., Brisbane AU AUD 100 % 34
Zum 31. Dezember 2022 hielt die Gesellschaft Beteiligungen an den folgenden wesentlichen Tochtergesellschaften:
* Die 100 prozentige Beteiligung der Gesellschaft an der HelloFresh Deutschland SE & Co. KG, Berlin, sowie der HelloFresh Deutschland Produktions SE & Co. KG, Berlin, ergibt sich unter Berücksichtigung der treuhänderisch für die Gesellschaft gehaltenen Kommanditanteile.
Der Stimmrechtsanteil des Konzerns an den Tochtergesellschaften entspricht den aus der vorstehenden Tabelle hervorgehenden Beteiligungsquoten an der jeweiligen Tochtergesellschaft, mit Ausnahme der HelloFresh Canada Inc., der HelloFresh New Zealand Ltd. und der HelloFresh Nordics ApS, an denen die HelloFresh SE 100 % der Stimmrechte hält.
Der Anteil am Jahresfehlbetrag, welcher den nicht beherrschten Anteilen zuzurechnen ist, beläuft sich im Jahr 2022 auf EUR 1,9 Mio. (2021: Jahresüberschuss in Höhe von EUR 0,2 Mio.). Im aktuellen Geschäftsjahr wurden keine Dividenden an nicht beherrschende Anteile ausgezahlt.
Die Tochtergesellschaft HelloFresh Benelux B.V. nimmt die Befreiung von der Pflicht zur Prüfung gemäß Buch 2 Artikel 403 des niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuches in Anspruch.
Die Tochtergesellschaften HelloFresh Deutschland SE & Co. KG und HelloFresh Deutschland Produktions SE & Co. KG nehmen die Befreiung von der Pflicht zur Aufstellung eines Einzelabschlusses und der damit verbundenen Prüfung gemäß § 264b HGB in Anspruch. Die Tochtergesellschaft HelloFresh Deutschland Management GmbH nimmt ebenfalls diese Befreiung gemäß § 264 HGB in Anspruch.
30. Honorar des Abschlussprüfers
Das Honorar des Konzernabschlussprüfers, das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasst wurde, gliedert sich wie folgt:
| In EUR Mio. | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Abschlussprüfungsleistungen | 1,8 | 0,9 |
| davon an verbundene Unternehmen des Abschlussprüfers | 0,9 | 0,4 |
| andere Bestätigungsleistungen | 0,2 | 0,1 |
| Steuerberatungsleistungen | — | 0,0 |
| Sonstige Leistungen | — | — |
| Summe | 2,0 | 1,0 |
31. Entsprechenserklärung zum Corporate-Governance-Kodex
Die Entsprechenserklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG ist auf der Webseite des Konzerns veröffentlicht worden:
https://ir.hellofreshgroup.com/websites/hellofresh/English/4000/corporate-governance.html
32. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Nach dem Ende des Berichtszeitraums sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten.
Berlin, den 6. März 2023
Dominik Richter Thomas Griesel Christian Gärtner Edward Boyes Chief Executive Officer Chief Executive Officer
International
Chief Financial Officer Chief Commercial Officer

D Weitere Informationen
Erklärung des Vorstands
Wir versichern nach bestem Wissen, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätze ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der HelloFresh SE zusammengefasst wurde, der Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. Außerdem gibt es hinreichende Gründe für die Annahme, dass die Mitglieder der gegenseitigen Garantieerklärung (Grocery Delivery E-Services Australia Pty Ltd, Australien, Grocery Delivery E-Services UK Ltd, Vereinigtes Königreich, BeCool Refrigerated Couriers Group Pty Ltd, Australien und Cook E-Services Australia Pty Ltd, Australien) in der Lage sein werden, alle Verbindlichkeiten zu erfüllen, denen sie aufgrund der gegenseitigen Bürgschaftsurkunde unterliegen oder unterliegen könnten (die Widerrufserklärung wurde im Dezember 2022 eingereicht).
Berlin, den 6. März 2023
Dominik Richter Thomas Griesel Christian Gärtner Edward Boyes Chief Executive Officer Chief Executive Officer
International
Chief Financial Officer Chief Commercial Officer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die HelloFresh SE, Berlin
Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Konzernabschluss der HelloFresh SE, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "zusammengefasster Lagebericht") der HelloFresh SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.
Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse,
- entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und
- vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Realisierung von Umsatzerlösen
Zu den angewandten Bilanzierungsgrundlagen verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer 3 und Ziffer 7 und den zusammengefassten Lagebericht Ziffer 4.1 und Ziffer 4.4.
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Die Umsatzerlöse des Konzerns belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf EUR 7.607 Mio. Die Umsatzerlöse werden aus dem Verkauf von Zutaten für Mahlzeiten mit dazugehörigen Rezepten ("Kochboxen"), vorgekochten Mahlzeiten ("readyto-eat Gerichte) sowie Zusatzprodukten und Produkten gegen Aufpreis generiert.
HelloFresh erfasst Umsätze, wenn die Verfügungsmacht aus dem Verkauf von Kochboxen und ready-to-eat Gerichten unter Beachtung von Erlösschmälerungen auf den Kunden übergegangen ist. Die wesentlichen Märkte des Konzerns befinden sich in den USA, Europa, Australien, Kanada und Neuseeland. Für die Lieferungen werden durch die Konzerngesellschaften unterschiedliche Vereinbarungen hinsichtlich der Liefer- und Zahlungsbedingungen mit dem Kunden getroffen sowie unterschiedliche Rabatte gewährt.
Die verschiedenen Erlösschmälerungen durch Werbenachlässe, Rabatte und Abschläge für Kundentreueprogramme sowie Rückvergütungsprogramme sind aufgrund ihrer Ausgestaltung komplex und können im Rahmen der Umsatzrealisierung nach IFRS 15 zu verschiedenen Zeitpunkten zu erfassen sein.
Aufgrund der verschiedenen Erlösschmälerungen sowie notwendiger Abgrenzungen im Zusammenhang mit von Kunden erhaltenen Anzahlungen besteht das Risiko für den Abschluss, dass die Umsatzerlöse nicht in zutreffender Höhe oder nicht in der korrekten Periode ausgewiesen werden.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Zur Prüfung der sachgerechten Umsatzlegung haben wir die Ausgestaltung und Einrichtung der internen Kontrollen in Bezug auf die Gewährung von Erlösschmälerungen, externen Liefernachweisen und die periodengerechte Verbuchung des Umsatzes sowie die Abgrenzung von Anzahlungen beurteilt. Auf Basis der daraus erzielten Erkenntnisse haben wir die Wirksamkeit der Kontrollen geprüft.
Wir haben die Umsätze des Geschäftsjahres 2022 für die in unserer Prüfung relevanten Umsatzströme vollständig mit der korrespondierenden Summe der Zahlungseingänge des Geschäftsjahres abgestimmt. Im Rahmen einer jeweils repräsentativen Auswahl gemäß einem mathematisch-statistischen Stichprobenverfahren haben wir für die verbuchten Umsätze des Geschäftsjahres gewürdigt, ob ein externer Liefernachweis vorliegt. Ferner haben wir ausgehend von den wöchentlich erzielten Umsatzerlösen unter Berücksichtigung von Erlösschmälerungen einen Erwartungswert der Umsatz- und Vertriebskosten für die einzelnen Monate des Geschäftsjahres berechnet und Abweichungen zur Höhe der bilanzierten Kosten analysiert.
Zusätzlich haben wir für einen festgelegten Zeitraum vor und nach dem Abschlussstichtag auf Basis eines mathematisch-statistischen Verfahrens ausgewählte Umsatzbuchungen anhand der Lieferbestätigung sowie des Zahlungseinganges untersucht und uns von der periodengerechten Umsatzrealisierung überzeugt.
Aufgrund der Komplexität der Regelungen zu Erlösschmälerungen durch Werbenachlässe, Rabatte und Abschläge für Kundentreueprogramme und weitere Rückvergütungen haben wir einen Schwerpunkt unserer Prüfung auf die Würdigung der Auswirkungen dieser Regelungen auf die Umsatzrealisierung nach IFRS 15 gesetzt. Wir haben hierfür die Anforderungen der konzernweiten Bilanzierungsrichtlinie auf Konformität mit IFRS 15 gewürdigt. Auf der Basis der einzelnen Vertragskomponenten von Werbenachlässen, Rabatten und Abschlägen für Kundentreueprogrammen sowie Rückvergütungen haben wir die sachgerechte Umsetzung der Bilanzierungsrichtlinie beurteilt.
UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Vorgehensweise von HelloFresh bei der Realisation und der Periodenabgrenzung der Umsatzerlöse ist sachgerecht.
Sonstige Informationen
Der Vorstand bzw. der Aufsichtsrat ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts:
- den uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung zu stellenden gesonderten zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht der Gesellschaft und des Konzerns, auf den im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird,
- die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung der Gesellschaft und des Konzerns, auf die im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird, und
– die im zusammengefassten Lagebericht enthaltenen lageberichtsfremden und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben.
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
- wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf Grundlage der von uns zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht
Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lagebericht.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:
- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
- beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
- holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
- beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
- führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB
Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der bereitgestellten Datei "hel-2022-12-31-de.zip" (SHA256-Hashwert:
ef9c2eeb4074ad3cadfcd5770ca50966957633be3bca5458fcbf1a2737ec4566) enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.
Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.
Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.
Der Vorstand der Gesellschaft ist verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.
Ferner ist der Vorstand der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
– identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
- gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben
- beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende bereitgestellte Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.
- beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts ermöglichen.
- beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Art. 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.
Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 12. Mai 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 7. Februar 2023 vom Prüfungsausschuss beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2019 als Konzernabschlussprüfer der HelloFresh SE tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art. 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im zusammengefassten Lagebericht des geprüften Unternehmens angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht:
Wir haben den Konzernabschluss der HelloFresh SE und den zur Erfüllung des § 162 AktG aufgestellten Vergütungsbericht der HelloFresh SE geprüft. Zudem haben wir eine prüferische Durchsicht eines Zwischenabschlusses und eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts durchgeführt. Zudem haben wir Beratungsleistungen in Verbindung mit einem Enforcement-Verfahren durchgeführt.
Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks
Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und zusammengefasste Lagebericht – auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen – sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.
Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Björn Knorr.
Berlin, 6. März 2023
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
gez. Waubke Wirtschaftsprüfer gez. Knorr Wirtschaftsprüfer
Glossar
Aktive Kund:innen
Aktive Kund:innen ist definiert als die Anzahl von eindeutig identifizierten Kund:innen, die in den vergangenen drei Monaten ab dem Ende der entsprechenden Periode mindestens eine Box erhalten haben (einschließlich Neukund:innen, Testkund:innen, Kund:innen, die eine preisreduzierte Box erhalten haben, und Kund:innen, die in der betreffenden Periode eine Bestellung aufgegeben haben, jedoch vor dem Ende der Periode ihre Bestellungen eingestellt und ihre Registrierung bei uns gelöscht haben).
Anzahl der Mahlzeiten
Die Anzahl der Mahlzeiten ist definiert als Anzahl der einzelnen Portionen/Mahlzeiten, die innerhalb der entsprechenden Periode ausgeliefert wurden.
Bereinigtes EBIT
Wir definieren das bereinigte EBIT als EBIT vor Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung, Holdingkosten und sonstigen nicht-operativen Einmaleffekten ("Sondereffekte").
Bereinigtes EBITDA (AEBITDA)
Wir definieren das bereinigte EBITDA als EBITDA vor Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung, Holdingkosten und sonstigen nicht-operativen Einmaleffekten ("Sondereffekte").
Beschaffungskosten
Die Beschaffungskosten setzen sich aus dem Kaufpreis von Zutaten, der an die Lieferanten gezahlt wird, den Gehältern der Mitarbeiter in der Beschaffung und den Versandkosten für eingehende Waren zusammen.
Bestellungen pro Kund:in (Durchschnittliche Bestellrate)
Bestellungen pro Kund:in berechnet sich aus der Anzahl der Bestellungen dividiert durch aktive Kund:innen in der jeweiligen Berichtsperiode.
Deckungsbeitrag
Der Deckungsbeitrag ist definiert als Umsatz abzüglich direkter Umsatzkosten und der entsprechenden Lieferkosten.
Corporate Responsibility
Corporate Responsibility (CR, Unternehmensverantwortung) ist ein Ansatz, bei dem ein Unternehmen Verantwortung für die sozialen und umweltbezogenen Auswirkungen übernimmt, die seine Geschäftstätigkeit hat. Ziel der Corporate Responsibility ist es, einen nachhaltigen Wert für Anteilseigner, andere Interessengruppen und die Gesellschaft zu schaffen, indem die Möglichkeiten genutzt werden, die mit wirtschaftlichen, umweltbezogenen und sozialen Entwicklungen einhergehen.
Durchschnittlicher Bestellwert
Der durchschnittliche Bestellwert wird berechnet als Gesamtumsatz geteilt durch die Anzahl der aktiven Kund:innen in derselben Periode.
EBIT
EBIT bezeichnet das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Gewinn/Verlust aus Beteiligungsunternehmen.
EBIT-Marge
Die EBIT-Marge ist das EBIT in Prozent der Umsatzerlöse.
EBITDA
EBITDA bezeichnet das EBIT vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte.
EBITDA-Marge
Die EBITDA-Marge ist das EBIT in Prozent der Umsatzerlöse.
Free Cashflow
Der Free Cashflow bezeichnet den Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit reduziert um Netto-Investitionen (exklusive Investitionen in Beteiligungsunternehmen, Termineinlagen und verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel) und Auszahlungen für Mietverhältnisse exklusive Zinsen (IFRS 16)
Holdingkosten
Die Holdingkosten stellen eine Vergütung für die von der Holding erbrachten Leistungen mit hohem Mehrwert und für die Nutzung der geistigen Eigentumsrechte von HelloFresh dar.
Nettoumlaufvermögen
Wir berechnen das Nettoumlaufvermögen als die Summe der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatzsteuern und ähnlichen Steuern abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Umsatzabgrenzungsposten, Umsatzsteuern und ähnlichen Steuern.
Währungsbereinigt
Die Umsatzerlöse für einen bestimmten Monat und den entsprechenden Monat des Vorjahres, die auf eine andere Währung als den EURO lauten, werden unter Verwendung des durchschnittlichen Wechselkurses für den jeweiligen Monat des Vorjahres für beide Zeiträume in EURO umgerechnet.
Sondereffekte ("Special Items")
Sondereffekte bestehen aus Posten mit einmaligem Charakter, zu denen Aufwendungen für Rechtsberatung und andere Dienstleistungen im Zusammenhang mit M&A-Transaktionen sowie, einmalige Kosten im Zusammenhang mit Reorganisationen und Umstrukturierungen sowie Kosten, die sich auf frühere Perioden beziehen, gehören.

Finanzkalender
| Capital Markets Day, Berlin (Hybrid) | 23. März 2023 |
|---|---|
| Veröffentlichung des Quartalsabschlusses (Q1 2023) und Telefonkonferenz zu den Finanzergebnissen | 27. April 2023 |
| Hauptversammlung | 12. Mai 2023 |
| Veröffentlichung des Halbjahresabschlusses (HJ 2023) und Telefonkonferenz zu den Finanzergebnissen | 10. August 2023 |
| Veröffentlichung des Quartalsabschlusses (Q3 2023) und Telefonkonferenz zu den Finanzergebnissen | 26. Oktober 2023 |

Impressum
Redaktion und Kontakt
HelloFresh SE Prinzenstraße 89 10969 Berlin www.hellofreshgroup.com
Investor Relations
Daniel Alvarez/ Head of IR [email protected]
Corporate Communications
Saskia Leisewitz / Global Lead Corporate Communications [email protected]

