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HelloFresh SE Environmental & Social Information 2023

Mar 13, 2023

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Environmental & Social Information

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Zu diesem Bericht 3
Konzernstruktur und Geschäftsmodell 3
Konzept und Ambitionen im Hinblick auf Nachhaltigkeit 3
Managementkonzept 4
Wesentlichkeits- und Risikoanalyse 5
Planet 7
1. Lebensmittelabfälle und -spenden 7
Vermeidung und Reduzierung von Lebensmittelabfällen 8
Lebensmittelabfälle spenden und deren Entsorgung vermeiden 9
Andere Spenden 9
2. CO2-Fußabdruck 10
CO2-Reduktion 13
Energieeffizienz und grüne Energie 15
Umweltbewusste Lieferungen 16
3. Verpackung 17
Verpackung vermeiden, reduzieren und recyceln 17
Innovationen im Bereich Verpackungen 19
4. Verantwortungsvolle Beschaffung 20
Ethischer Handel und faire Arbeitsbedingungen 21
Mitarbeitende 21
5. Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden 21
6. Vielfalt unserer Mitarbeitenden und Inklusion 22
7. Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden 23
Governance 24
8. Ethik und Compliance 24
9. Food Safety 24
10. Datenschutz 25
EU-Taxonomie 27
Prüfungsvermerk 35

Zu diesem Bericht

Dieser Bericht enthält die zusammengefassten nichtfinanziellen Berichte für die HelloFresh SE und die HelloFresh-Gruppe (nachfolgend "HelloFresh") gemäß § 289b bis 289e sowie § 315b und 315c HGB. Für diesen nichtfinanziellen Bericht wurde kein spezifischer Berichtsrahmen angewendet, da für Anbieter von Kochboxen bisher keine allgemeinen Berichtsrahmen bestehen.

Dieser Bericht wurde gemäß § 289b bis 289e sowie § 315b und 315c HGB von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit begrenzter Prüfungssicherheit (Limited Assurance Engagement) geprüft. Bitte beachten Sie den Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers auf Seite 35.

Konzernstruktur und Geschäftsmodell

HelloFresh wurde 2011 gegründet und zählt zu den ersten Anbieter:innen von Kochboxen. Unsere Mission besteht darin, die Art und Weise wie Menschen essen, für immer zu verändern. Unsere Kochboxen enthalten nahezu alle Zutaten für die Zubereitung von abwechslungsreichen, nahrhaften Mahlzeiten zu Hause und helfen unseren Kund:innen, Zeit beim Einkaufen und Planen von Mahlzeiten zu sparen. Außerdem bieten wir eine große Auswahl an Fertiggerichten, Snacks und Vorratsprodukten.

Im Laufe der Jahre haben wir eine starke, vertrauenswürdige Marke aufgebaut und sind derzeit in 18 Ländern tätig: Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Japan (Marktaustritt im Dezember 2022), Luxemburg, Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Spanien, Schweden, Schweiz, dem Vereinigten Königreich und den USA. Der Kochboxen-Markt mit den Marken HelloFresh, EveryPlate, Green Chef und Chef's Plate ist unser primärer Geschäftsbereich. Außerdem entwickeln wir unser Direct-to-Consumer Fertiggerichte-Geschäftsbereich mit den Marken Factor und Youfoodz, und erwägen Pilotprojekte für andere Geschäftsbereiche. Der Fortschritt unseres Kochboxen Geschäftsbereichs und unserer anderen Geschäftsbereiche, derzeit repräsentiert durch "Ready-to-Eat", wird bei ausgewählten Leistungsindikatoren getrennt verfolgt und offen gelegt.

Unser Geschäftsmodell basiert auf einer Lieferkette, die kürzer ist als im Lebensmitteleinzelhandel. Durch unser flexibles, make-to-order Modell haben wir größere Kontrolle über unsere Ressourcen und unser Abfallmanagement. Weitere Informationen zu unserem Geschäftsmodell sind in Abschnitt 1 unseres zusammengefassten Geschäftsberichts enthalten.

Im vorliegenden Bericht beziehen wir uns stets auf die globalen HelloFresh-Aktivitäten, in bestimmten Fällen jedoch muss zwischen unserem US-Segment und unserem internationalen Segment (alle Länder außer den USA) unterschieden werden. In manchen Fällen geben wir außerdem bestimmte Regionen an, beispielsweise DACH (Deutschland, Österreich und die Schweiz), Benelux (Belgien, Niederlande und Luxemburg) und Skandinavien (Dänemark, Norwegen und Schweden).

Konzept und Ambitionen im Hinblick auf Nachhaltigkeit

Als weltweit größter Anbieter von Kochboxen nach Umsatz sind wir uns des wichtigen Beitrags bewusst, den wir leisten können und müssen, um die nachhaltige Entwicklung in Umwelt- und Sozialbelangen voranzutreiben. In diesem Bericht zeigen wir die Maßnahmen auf, die wir in Bezug auf unsere Auswirkungen auf die Umwelt eingeführt haben. Zudem führen wir die Maßnahmen auf, mit denen wir für das Wohlergehen unserer Stakeholder:innen sorgen, zu denen unsere Belegschaft, unsere Lieferkette, unsere Kund:innen und lokale Communities gehören.

Unser Nachhaltigkeitskonzept basiert auf drei Säulen:

Planet: Nachverfolgung und Reduzierung von Lebensmittelabfällen und CO2 -Emissionen, Vermeidung und Reduzierung von Verpackungen sowie die Suche nach innovativen Verpackungslösungen, Einhaltung unserer Richtlinie zu Ethischem Handel, verantwortungsvolle Beschaffung von Zutaten und Engagement in Programmen, die lokale Communities z. B. durch Lebensmittelspenden unterstützen.

Mitarbeitende: Gewährleistung der Vielfalt unserer Belegschaft, von Gleichstellung und Inklusion, Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens unserer Mitarbeitenden, Wahrung strenger Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz und Ermöglichung von Wachstum und Entwicklung unserer Mitarbeitenden.

Governance: Einhaltung eines umfassenden Verhaltenskodex, Aufrechterhaltung hoher Standards hinsichtlich Lebensmittelsicherheit und -qualität, Einführung strenger Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre und der Daten unserer Kund:innen.

Zu den zentralen Bestandteilen unseres Nachhaltigkeitskonzepts gehören das Priorisieren einer schlanken, kurzen Lieferkette, das Bevorzugen lokal erzeugter Waren und make-to-order Produktion. Wir suchen stets nach neuen Technologien und Innovationen, um unsere Ziele weiter voranzutreiben und gleichzeitig einen Mehrwert für unsere Kund:innen und andere Stakeholder:innen zu generieren.

Durch gezielte, strukturierte Maßnahmen unter Leitung unseres Teams aus Expert:innen für Nachhaltigkeit aus der gesamten Organisation möchten wir einen wichtigen Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (UN SDGs) leisten, insbesondere zu Ziel 2: Kein Hunger, Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen, Ziel 5: Geschlechtergleichheit, Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, Ziel 12: Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion, Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz, Ziel 14: Leben unter Wasser, und Ziel 15: Leben an Land.

Genauer gesagt werden unsere Bemühungen für den Umweltschutz eine Rolle beim Vorantreiben von Fortschritten im Klimaschutz spielen. Unsere Arbeit an nachhaltigen Verpackungen, an der Reduzierung von Lebensmittelabfällen und deren Vermeidung im Gewerbeabfall, energieeffizientere Betriebsabläufe und die Nutzung von mehr erneuerbarer Energie werden dazu beitragen, die im Pariser Klimaabkommen gesteckten Ziele zur Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2° Grad Celsius (vorzugsweise auf 1,5 ºC) im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu erreichen.

Managementkonzept

Mithilfe unserer klaren Governance-Struktur können wir unsere Fortschritte bei unseren Zielen in den Bereichen Umweltschutz, Soziales und Governance (ESG) überwachen, messen und kommunizieren. ESG-Bereichen stehen internationale Manager:innen vor, die für unternehmensweite Maßnahmen verantwortlich sind, Fortschritte bei der Zielerreichung überwachen und die regionalen Manager:innen für Nachhaltigkeit bei der lokalen Umsetzung der Maßnahmen unterstützen. Alle regionalen und internationalen Führungskräfte für Nachhaltigkeit tauschen sich offiziell mindestens einmal im Monat über ihre Erfahrungen, Fortschritte und Herausforderungen aus und stimmen sich diesbezüglich ab. Die Direktor:innen für Nachhaltigkeit beaufsichtigen und fördern die umweltbezogenen Fortschritte und melden die Fortschritte und Ergebnisse im Rahmen der internationalen Nachhaltigkeitsstrategie an die Geschäftsführung bzw. das C-Level Team. Darüber hinaus tritt der aus Aufsichtsratsmitgliedern bestehende ESG-Ausschuss vierteljährlich zusammen, um die Fortschritte bei ESG-Themen zu besprechen und die Vorstandsmitglieder zu beraten. Ferner unterstützt er den Prüfungsausschuss bei Berichten und Offenlegungen zu ESG-Themen. Unternehmens-Mitbegründer Thomas Griesel ist innerhalb des Vorstands von HelloFresh hauptverantwortlich für ESG.

Um Anreize für nachhaltiges und zukunftsorientiertes Handeln zu fördern, sind unsere beiden wichtigsten Umweltziele – die Reduzierung von Lebensmittelabfällen und die Verringerung unserer CO₂-Emissionen für 2025 – direkt mit Management-Leistungskennzahlen (KPIs) verknüpft und machen 20 % der variablen langfristigen Vergütung der HelloFresh-Vorstandsmitglieder aus.

2022 haben wir die CO₂-Emissionen aus unseren Kochbox-Produktionsstätten bereits um 50 % pro Euro Umsatz reduziert. Die auf Mülldeponien oder durch Verbrennung entsorgten Lebensmittelabfälle aus Kochbox-Produktionsstätten konnten um 42 % pro Euro Umsatz verringert werden (Ausgangswert 20191 ).

Angesichts der schnellen Entwicklung unseres kürzlich erworbenen Fertiggerichte-Geschäftsfelds und des erheblichen Unterschieds dieser Geschäftstätigkeiten gegenüber unseren Kochbox-Geschäftsfeldern ist es unserer Meinung nach erforderlich, getrennte Umweltziele für diese Geschäftsbereiche aufzustellen. Die Produktion von Fertiggerichten verbraucht erheblich mehr Erdgas und erzeugt aufgrund der Zubereitungsprozesse mehr Lebensmittelabfälle. In Anbetracht der Erfolge unseres Fertiggerichtsgeschäfts ist es außerdem möglich, dass wir in Zukunft andere, neue Geschäftsfelder entwickeln und/oder übernehmen werden, die betriebliche Gemeinsamkeiten mit Fertiggerichten aufweisen.

Wesentlichkeits- und Risikoanalyse

In Übereinstimmung mit dem HGB umfasst dieser nichtfinanzielle Bericht alle Themen, die für HelloFresh in Bezug auf Umweltbelange, Arbeitnehmer:innenbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung wesentlich sind.

Wir identifizieren unsere Wesentlichkeitsthemen durch eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse. So können wir herausfinden, auf welche Themen HelloFresh den größten Einfluss hat, und welche Themen andererseits den größten Einfluss auf HelloFresh und unsere Stakeholder:innen haben können. 2021 wurde eine umfassende Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt (nähere Angaben auf Seiten 56 und 57 des 2021 HelloFresh Nachhaltigkeitsberichts). Für den vorliegenden Berichtszyklus haben unsere internen Expert:innen und Führungskräfte für Nachhaltigkeit einen Workshop abgehalten, um die wesentlichen Themen und die 2021 entwickelte Wesentlichkeitsmatrix zu besprechen. Keine Änderungen an den Themen oder der Matrix wurden für notwendig erachtet.

Es wurden keine neuen Themen hinzugefügt, allerdings erweitern wir drei der 2021 gelisteten Themen: Ökosystemleistungen, faire Arbeitsbedingungen und Lebensmittelsicherheit. Ökosystemleistungen sind die Produkte und Dienstleistungen, die Menschen von der Natur beziehen. Zu den wichtigsten Antriebskräften für Veränderungen im Ökosystem und daraus folgende Biodiversitätsverluste gehören laut der zwischenstaatlichen Plattform für Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services – IPBES)2 Faktoren wie Klimawandel, Umweltverschmutzung, Nutzung von Naturressourcen und Ausbeutung. Unsere Arbeit im Bereich von Abfallreduzierung, verantwortungsbewusste Beschaffung, Verringerung des CO2 -Fußabdrucks und nachhaltige Verpackung ist untrennbar mit diesen Antriebskräften für Veränderungen im Ökosystem verbunden. Alle einschlägigen Anforderungen bezüglich Angaben, Leistungskennzahlen (KPIs), Managementkonzept und Gesamtkonzept überlappen mit bestehenden wesentlichen Themen (Abfallmanagement und -reduzierung, Klimawandel aufgrund von Treibhausgasemissionen, Management des Lebenszyklus von Verpackungen und verantwortungsvolle Beschaffung). Daher gehen wir in diesem Bericht nicht separat auf Ökosystemleistungen ein, sondern betrachten sie als bereichsübergreifendes, wesentliches Thema. Einzelheiten über die anderen beiden neuen Themen - faire Arbeitsbedingungen und Lebensmittelsicherheit - sind in den Abschnitten "Ethischer Handel und faire Bedingungen am Arbeitsplatz" und "Governance" dieses Berichts näher beschrieben.

1 Der Ausgangswert 2019 war nicht Gegenstand einer externen Prüfung

2 IPBES, Models of drivers of biodiversity and ecosystem change, viewed September 23, 2022

Berichtsabschnitt Erkanntes wesentliches
Thema
HGB
Lebensmittelabfälle und -
spenden
Abfallmanagement und -
reduzierung
Umweltbelange
CO2
-Fußabdruck
Klimawandel Umweltbelange
Verpackung Management des
Lebenszyklus von
Verpackungen
Umweltbelange
Planet Verantwortungsvolle
Beschaffung
Verantwortungsvolle
Beschaffung
Umweltbelange
Ethischer Handel und faire
Bedingungen am Arbeitsplatz
Menschenrechte, faire
Arbeitsbedingungen
Menschenrechte,
Arbeitnehmerbelange
Lebensmittelabfälle und -
spenden, CO2
-Fußabdruck,
Verpackung,
Verantwortungsbewusste
Beschaffung
Ökosystemleistungen Umweltbelange
Gesundheit und Sicherheit
unserer Mitarbeitenden
Gesundheit und Sicherheit
unserer Mitarbeitenden
Arbeitnehmerbelange
Mitarbeitende Vielfalt und Inklusion unserer
Mitarbeitenden
Vielfalt, Gleichstellung und
Inklusion
Arbeitnehmerbelange
Weiterentwicklung unserer
Mitarbeitenden
Talentmanagement Arbeitnehmerbelange
Ethik und Compliance Compliance Bekämpfung von Korruption und
Bestechung
Governance Lebensmittelsicherheit Lebensmittelsicherheit und
Ernährung
Sozialbelange
Datenschutz Schutz der Kundendaten Sozialbelange

Wesentliche Themen für den Berichtszeitraum 2022

ESG-Risikomanagement

Eine spezifische Risikomanagement-Funktion bei HelloFresh ermittelt und bewertet ESG-Risiken im Zusammenhang mit unseren Geschäftstätigkeiten, die sowohl intern als auch extern erhebliche negative Auswirkungen haben könnten. Diese Funktion nennt auch Maßnahmen zur Minderung dieser Risiken. Die Ende 2022 gemäß HGB durchgeführte Risikobewertung hat keine nichtfinanziellen Risiken bezüglich unseren Geschäftstätigkeiten, Geschäftsbeziehungen, Produkten oder Dienstleistungen ergeben, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einen negativen Einfluss auf die oben aufgeführten, als wesentlich erachteten, nichtfinanziellen Aspekte hätten. Der zusammengefasste Geschäftsbericht enthält weitere Informationen zu Möglichkeiten und Risiken sowie eine detaillierte Darstellung unseres Risikomanagements.

Planet

1. Lebensmittelabfälle und -spenden

Die Verringerung der Lebensmittelverschwendung ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie bestehend aus den folgenden Kernkomponenten: Reduktion, Spenden sowie der Vermeidung der Entsorgung auf Mülldeponien und der Verbrennung. Unser Geschäftsmodell an sich fördert bereits die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung auf zwei Ebenen: durch unsere internen Betriebsabläufe und beim Verbrauch durch unsere Kund:innen. Unser auf Nachfrage basierendes System ermöglicht uns eine präzisere Beschaffung von Zutaten auf Grundlage uns bekannter Entscheidungen unserer Kund:innen, anstatt auf Grundlage allgemeiner Nachfrageschätzungen. Dies führt im Vergleich zu dem für Supermärkte typischen System der Lagerfertigung zu weniger unverkauften Lebensmittelmengen und geringerer Lebensmittelverschwendung. Unser hoher Lagerumschlag trägt auch zu einer geringeren Lebensmittelverschwendung bei, da die Zutaten durch unsere schlanke Wertschöpfungskette schneller vom Erzeuger zum Verbraucher gelangen. Eine im Jahr 2021 durchgeführte Benchmarkanalyse ergab, dass HelloFresh-Betriebe 63 % weniger Lebensmittelabfälle erzeugen als traditionelle Lebensmitteleinzelhändler:innen.3 Im Rahmen wissenschaftlicher Forschung wurde nachgewiesen, dass beim Verwenden von HelloFresh-Kochboxen auf Verbraucherebene im Vergleich zu konventionellen Mahlzeiten 38% weniger Lebensmittel verschwendet werden.4

Die Vorteile unserer Strategie zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen gingen auch aus den Ergebnissen einer 2021 durchgeführten Ökobilanzanalyse (Life Cycle Assessment, "LCA") hervor, die den ökologischen Fußabdruck beliebter HelloFresh-Gerichte mit entsprechenden Mahlzeiten aus Supermärkten (wo die einzelnen Zutaten gekauft und zu Hause zubereitet werden) und Lieferungen von Restaurants verglich. Die Studie zeigte, dass HelloFresh-Mahlzeiten im Allgemeinen eine niedrigere Umweltbelastung darstellen als Gerichte aus Supermärkten und Lieferungen von Restaurants. HelloFresh-Mahlzeiten verursachen 25 % weniger Treibhausgasemissionen (THG) als im Supermarkt gekaufte Lebensmittel, und 5,5 % weniger THG Emissionen im Vergleich zu Lieferungen von Restaurants.5 Dies ist zum Großteil auf die geringere Lebensmittelverschwendung innerhalb der HelloFresh-Lieferkette zurückzuführen (Details können hier nachgelesen werden: Ökobilanzanalyse - Technische Zusammenfassung).

3 Basierend auf Zahlen, die von 13 führenden traditionellen Lebensmitteleinzelhändler:innen weltweit zwischen 2019 und 2021 veröffentlicht wurden. 4 Schuster, Sebastian, et al. "Do meal boxes reduce food waste from households?" Journal of Cleaner Production (2022): 134001.

5 Basierend auf der Ableitung von Durchschnittswerten aus den Ergebnissen der in der Studie analysierten vier regionalen Märkte : Australien, Benelux, Deutschland und Österreich und die USA.

Aufgrund der Bedeutung und Wesentlichkeit, die der Bereich Lebensmittelverschwendung für unsere Vision von Nachhaltigkeit hat, hat der HelloFresh-Vorstand zusammen mit unserem Team für Nachhaltigkeit klare Ziele für die Senkung der Lebensmittelverschwendung gesetzt. In den letzten beiden Jahren wurden zahlreiche Initiativen in unseren Märkten umgesetzt, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden und zu reduzieren. Somit verzeichnen wir heute gegenüber 2019 trotz unseres schnellen Wachstums eine erhebliche Senkung in Höhe von 42 % der Lebensmittelabfälle pro Euro Umsatz, die aus unseren Kochbox-Produktionsstätten auf Mülldeponien oder durch Verbrennung entsorgt werden6 . Unser Ziel für 2025 ist es, unsere auf Mülldeponien oder durch Verbrennung entsorgten Lebensmittelabfälle für unser Kochbox-Geschäftsfeld auf 0,29 g pro Euro Umsatz zu reduzieren (ein Rückgang von 52 % gegenüber unserem Ausgangswert 2019) und die auf Mülldeponien oder durch Verbrennung entsorgten Lebensmittelabfälle aus unseren sonstigen Geschäftsbereichen um 56 % gegenüber der 2021-Baseline zu reduzieren7 . Die Fortschritte beim Erreichen dieser Ziele werden weiterhin vierteljährlich durch den Zero Waste Manager (internationales Segment) und das regionale Team für Nachhaltigkeit (US-Segment) überwacht und dem Vorstand und Aufsichtsrat gemeldet.

Lebensmittelabfälle und -spenden der Gruppe 2022² 20211 2020¹
Kochboxen Geschäftsbereich
Entsorgte Lebensmittelabfälle3 2.345 t 3.852 t 1.328 t
Entsorgte Lebensmittelabfälle pro Euro Umsatz 0,35 g 0,68 g 0,40 g
Lebensmittelabfälle, deren Entsorgung vermieden
wurde4
6.035 t 4.405 t 0 t
Sonstige Geschäftsbereiche
Entsorgte Lebensmittelabfälle3 1.946 t 839 t
Entsorgte Lebensmittelabfälle pro Euro Umsatz 2,18 g 2,73 g
Lebensmittelabfälle, deren Entsorgung vermieden
wurde4
426 t 146 t
Kochboxen und Sonstige Gesamt
Lebensmittelspenden 12.040 t 9.982 t 3.649 t
Anteil gespendeter Lebensmittel am
Gesamtüberschuss
53 % 52%5 73 %

1 Die Aufschlüsselung der Daten nach Geschäftsbereichen und nach Entsorgung war nicht Gegenstand einer externen Prüfung

2 Da sie erst im 4. Quartal 2022 eingeführt wurden, sind Abfalldaten aus den Vertriebszentren in Madrid, Dublin und Barleben nicht in der Analyse enthalten; ohne Add-ons (HF Markt) im Bleiswijk Vertriebszentrum (Niederlande); für DE & AT haben wir eine Hochrechnung der Abfalldaten vorgenommen

3Mülldeponie oder Verbrennung

4 Durch Kompostierung, anaerobe Vergärung, Ausbringung auf den Boden oder Tierfutter

5 Korrigierte Zahl basierend auf revidierter Formel: Gespendete überschüssige Lebensmittel / (Lebensmittelabfälle, die nicht auf Mülldeponien oder in Verbrennungsanlagen entsorgt werden + Lebensmittelabfälle, die auf Mülldeponien oder in Verbrennungsanlagen entsorgt werden+gespendete überschüssige Lebensmittel)

Vermeidung und Reduzierung von Lebensmittelabfällen

Durch die Optimierung unserer Geschäftstätigkeiten und den Einsatz von Datenüberwachungssoftware erfassen, analysieren und managen wir unsere Lebensmittelabfälle und tragen auf diese Weise bereits an der Quelle zu ihrer Reduzierung bei. Überschüssige frische Lebensmittel werden an lokale gemeinnützige Partner:innen gespendet, um Menschen zu unterstützen, die mit Ernährungsunsicherheit konfrontiert sind (siehe Lebensmittelabfälle spenden und deren Entsorgung im Gewerbeabfall vermeiden). Für die nicht mehr essbaren Lebensmittelabfälle bemühen wir uns um Möglichkeiten der organischen Verwertung, wie Kompostierung, anaerobe Vergärung, Ausbringung auf den Boden oder Tierfutter, damit sie nicht auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen landen.

Unsere Produktionsstätten arbeiten nach dem Prinzip "First-Expiry-First-Out", um unnötige Abfälle zu vermeiden, und verfolgen die Produktion der Kochboxen über eine digitale Plattform. Unsere internationalen Abteilungen für Produktion und Betriebsabläufe haben Standardbetriebsabläufe (SOP) für

6 Der Ausgangswert 2019 war nicht Gegenstand einer externen Prüfung

7 Die Ausgangswerte der Jahre 2019 und 2021 waren nicht Gegenstand einer externen Prüfung

den Bereich Abfallmanagement entwickelt und schulen internationale Teams in effektiven Verfahren. In den USA wird ein dynamisches Puffermanagement angewendet, mit dem wir die gesamten überschüssigen Lebensmittel im System und somit letztlich Abfall und Verschwendung reduzieren können. Mithilfe von modernen Lagermanagementsystemen und fortschrittlichem Bestandsmanagement werden Daten über gespendete Lebensmittel und über die Abfallaufkommen lokaler Märkte erfasst und analysiert.

Unsere Maßnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen erstrecken sich auch auf unsere Lieferkette. Wir stellen vorgelagerten Lieferant:innen mehrere Wochen im Voraus Bedarfsprognosen zur Verfügung, damit sie genauer vorausplanen können. Die Beschaffungsteams in unserem internationalen Segment nutzen ein dynamisches Tool für Bestellungen, das die Auftragsannahme durch mehrere Lieferant:innen zulässt. Dieser Ansatz ähnelt einer Rückwärtsauktion und trägt zur Effizienz des gesamten vorgelagerten Lebensmittelsystems bei, sodass Lieferant:innen unverkaufte Lebensmittelbestände reduzieren können, die ansonsten weggeworfen werden würden.

Derzeit sind wir dabei, funktionsübergreifende Partnerschaften einzurichten, die die Erfahrungen unserer Teams in den Bereichen Beschaffung, Lebensmittelsicherheit und -qualität und Lagermanagement kombinieren, um überschüssige Lebensmittel noch weiter zu reduzieren.

Lebensmittelabfälle spenden und deren Entsorgung vermeiden

Unser make-to-order Geschäftsmodell ermöglicht uns die Bestellung der exakt benötigten Zutatenmengen. Dennoch betreiben wir weiterhin kleine Bestandslager an unseren Betriebsstätten, da Bestellfehler sowie Änderungen in letzter Minute unumgänglich sind. Das führt zu überschüssigen Lebensmitteln in unseren Vertriebszentren. Spenden sind eine nutzbringende Möglichkeit, die Verschwendung von frischen Lebensmitteln zu verringern. Gleichzeitig tragen sie zu einer höheren Lebensmittelsicherheit in lokalen Communities bei. 2022 wurden 12.040 Tonnen unverkaufte, noch essbare Lebensmittel gespendet. Das entspricht 53 % unserer überschüssigen Lebensmittel insgesamt.

Wenn Lebensmittel nicht für Spenden geeignet sind, bemühen wir uns prioritär um lokale Möglichkeiten der organischen Verwertung, bevor wir sie zur Entsorgung auf Mülldeponien oder in Verbrennungsanlagen freigeben. Unser Ansatz zur Vermeidung der Entsorgung entspricht der EU-Abfallrahmenrichtlinie (EU Waste Framework Directive), der Abfallhierarchie der EPA in den Vereinigten Staaten (EPA Food Recovery Hierarchy) sowie der AU National Food Waste Strategy in Australien.

2022 konnten wir unsere Recyclingkapazität für ungenießbare Lebensmittelabfälle steigern, indem weitere 10 Vertriebszentren von Entsorgung (Mülldeponien oder Verbrennung) auf Kompostierung oder anaerobe Vergärung umgestellt wurden. Für alle neu eröffneten Standorte werden – wie bei unseren neuen Vertriebszentren in Italien, Deutschland, Irland, Spanien und im Vereinigten Königreich – vor Aufnahme der Betriebstätigkeit Recycling- und Spendenpartner identifiziert. In 30 von 33 weltweiten Produktionsstätten werden organische Stoffe jetzt recycelt, 25 davon verfügen zudem über Recyclinglösungen für verpackte organische Stoffe.

Durch unsere Bemühungen in den Bereichen Abfallreduzierung, Spenden und Vermeidung der Entsorgung durch Verbrennung oder auf Mülldeponien konnten wir die Lebensmittelabfälle aus der Kochboxproduktion im Jahr 2022 um 42 % pro Euro Umsatz reduzieren (gegenüber dem Ausgangswert 2019).8 Die größte Herausforderung beim Erreichen der von uns angestrebten 50%igen Reduzierung war die beschränkte Verfügbarkeit von Entpackungslösungen und Alternativen zu Entsorgung durch Verbrennung oder auf Mülldeponien in manchen unserer Märkte. Neue Unternehmensübernahmen mit weniger strengen Richtlinien für den Umgang mit Lebensmittelabfällen haben unsere Gesamtleistung im Bereich der Lebensmittelabfälle 2022 ebenfalls beeinflusst.

Andere Spenden

Einen Beitrag zur Verringerung von Ernährungsunsicherheit zu leisten ist ein wichtiger Teil unserer Mission: die Art und Weise, wie Menschen essen, für immer zu verändern. Wir haben unsere Spendenaktivitäten über

8 Der Ausgangswert 2019 war nicht Gegenstand einer externen Prüfung

das Spenden überschüssiger Lebensmittel hinaus durch eine Reihe von Maßnahmen erweitert, darunter das Programm "Meals with Meaning" und Spenden für die Ukraine.

Unser "Meals with Meaning"-Programm, das während der COVID-19-Pandemie ins Leben gerufen wurde und auch heute noch hoch relevant ist, gibt Kund:innen die Möglichkeit, bei Aufgabe ihrer wöchentlichen Bestellung Geld für Menschen zu spenden, die mit Ernährungsunsicherheit konfrontiert sind. 2022 haben wir das Programm auf unseren fünften Standort in den USA (Phoenix) ausgeweitet, und haben zudem unsere Menüs durch inklusivere Optionen erweitert, wozu unter anderem zwei vegetarische Optionen gehören. 2021 wurden in den USA 1,9 Millionen Mahlzeiten durch das Programm zur Verfügung gestellt – 400.000 mehr als 2021. HelloFresh hat auch unseren allerersten "Community Fresh Market" in den USA (Denver) unter der GreenChef-Marke eingeführt. Hier wird lokalen Familien eine Vielzahl an Frischwaren und Milchoder Proteinprodukten angeboten, die ihrem jeweiligen Lebensstil entsprechen.

Von März bis Dezember 2022 haben wir insgesamt 22 Lastwagen mit Lebensmitteln in die Ukraine geschickt: 15 Lastwagen über Aid Pioneers, den Polnischen Verband der Lebensmittelbanken und das Polnische Rote Kreuz und weitere 7 Lastwagen von unseren US-Sparte. Unsere US-Sparte haben darüber hinaus monatlich finanzielle Mittel an Wohltätigkeitsorganisationen gespendet, die Bedürftigen im Land helfen. Außerdem haben wir mit dem Flüchtlings- und Einwanderungsdienst LIRS zusammengearbeitet, um ukrainische Geflüchtete in den USA durch unser Spendenprogramm mit Kochboxen zu versorgen.

2. CO2 -Fußabdruck

Wir berechnen unsere CO2 -Emissionen in Anlehnung an das GHG Protocol (Greenhouse Gas Protocol, dt.: Treibhausgasprotokoll), das als Best Practice für die Kohlenstoffbilanzierung gilt. Das Protokoll umfasst das Messen der Emissionen eines Unternehmens nach so genannten Scopes (Bereiche):

  • Scope 1: Direkte Emissionen durch Energienutzung an HelloFresh-Standorten und den Fahrzeugbestand von HelloFresh, sowie durch nicht zurückgewonnene F-Gas-Lecks (fluorierte Treibhausgase)
  • Scope 2: Indirekte Emissionen aus dem Bezug von Strom und Wärme
  • Scope 3: Andere Kategorien von indirekten Emissionen, die nicht unter Scope 2 fallen. Hierzu zählen für HelloFresh weltweit:
  • Category 1: Eingekaufte Güter und Dienstleistungen: Lagerung und Produktion durch Dritte, externe Server
  • Category 3: Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten: Brennstoffherstellung und -verteilung, Übertragungsverluste während Stromtransport und -verteilung
  • Category 6: Geschäftsreisen: Geschäftliche Reisen von Mitarbeitenden, ohne Pendelverkehr

◦ Category 9: Nachgelagerter Transport und Vertrieb: Distributionslogistik Dritter (mit Ausnahme der bereits von Speditionen kompensierten Emissionen)

Wir geben die CO2 -Emissionen für unsere folgenden Kochboxen- und Fertiggerichtmarken an: HelloFresh, Green Chef, Chefs Plate, EveryPlate, Factor, Youfoodz. Im Zuge der schnellen Entwicklung unseres Geschäftsbereichs der Fertiggerichte, die das Kochen von Lebensmittelzutaten mit sich bringen, erwarten wir, dass sich unser Scope 1 Emissionsprofil in der Zukunft erweitert.

Darüber hinaus erfassen wir unsere CO2 -Emissionen auch nach der Quelle. Dieses Vorgehen ermöglicht uns, Fortschritte bei der Reduzierung von Emissionen über unsere Betriebsabläufe hinweg zu messen. Die gängige Berichterstattung nach Scope erfasst die Besonderheiten des Geschäftsmodells von HelloFresh nicht vollständig. Beispielsweise könnten wir die durch unsere Distributionslogistik verursachten CO2 - Emissionen von Scope 3 auf Scope 1 und 2 verlagern, wenn wir statt externer Lieferpartner:innen unsere eigene Flotte nutzten. Ein solches Insourcing der Logistik bietet zahlreiche Vorteile in Bezug auf Nachhaltigkeit – etwa indem wir Verpackungsmaterial einsparen und mit Ökostrom betriebene Elektrofahrzeuge einsetzen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, unsere Reduktionsziele und strategie nach Quelle der CO2 -Emissionen festzulegen, anstatt nur auf Grundlage der im Treibhausgasprotokoll definierten Scopes.

Für den nachhaltigeren Betrieb unserer Anlagen erwerben wir erneuerbare Energie von Energieanbietern oder RECS-Zertifikate (Renewable Energy Certificate System, dt.: Grünstrom-Zertifikate). Ein RECS-Zertifikat ist ein Nachweis dafür, dass eine bestimmte Menge Strom (gemessen in Megawattstunden bzw. MWh) aus erneuerbaren Quellen erzeugt und in das Stromnetz eingespeist wurde, um die HelloFresh-Verbrauchsvolumen zu bestimmten Zeiten zu decken. In Anlehnung an das GHG Protocol (Greenhouse Gas Protocol, dt.: Treibhausgasprotokoll) weisen wir bei der Berechnung unserer Emissionen alle erworbenen RECS-Zertifikate als Reduzierung der Scope-2-Emissionen aus unserem Stromverbrauch aus.

Wir nutzen Carbon-Offset-Programme, um die restlichen, aus unseren direkten Geschäftstätigkeiten stammenden CO2 -Emissionen, die sich nicht vermeiden oder reduzieren lassen, zu kompensieren. Diese werden von unseren externen Partner:innen Anew Climate LLC und South Pole verwaltet. Alle unsere Carbon-Offset-Credits (Emissionszertifikate) sind nach Golden Standard, VCS bzw. ISO 14064-3 zertifiziert.

Emissionen nach Scope

HelloFresh-Gruppe
CO2e-Emissionen in Tonnen*
2022 2021 2020**
Scope 1 24.088 18.321 5.457
Brennstoffe (Tank-to-Wheels, TtW, für Fahrzeugflotte von
HelloFresh und Heizzwecke)
Erdgas für Heizzwecke
F-Gase (fluorierte Treibhausgase) für Klimaanlagen
Scope 2, marktbasiert 18.096 11.070 7.834
Standortbasiert, wo kein marktbasierter Emissionsfaktor
verfügbar
Scope 2, standortbasiert 44.093 32.685 17.010
Scope 3, ausgewählte Kategorien 103.875 101.517 78.156
Category 1 – Eingekaufte Güter und Dienstleistungen (Lagerung
und Produktion durch Dritte, externe Server)
Category 3 – Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten
(Brennstoffherstellung und -verteilung, Übertragungsverluste
während Stromtransport und -verteilung
Category 6 – Geschäftsreisen (Geschäftliche Reisen von
Mitarbeitenden)
Category 9 - Nachgelagerter Transport und Vertrieb
(Distributionslogistik Dritter, mit Ausnahme der bereits seitens
der Speditionen kompensierten Emissionen)
CO2e-Emissionen insgesamt in Tonnen 146.059 130.908 91.447

*Wenn keine Primärdaten verfügbar sind, werden Schätzungen und Hochrechnungen verwendet

**Nicht Gegenstand einer externen Prüfung

Emissionen nach Quelle

HelloFresh-Gruppe
CO2e-Emissionen in Tonnen*
2022 2021 2020**
Produktionsstätten, Scope 1 und 2 31.768 18.843 11.200
Strom, Erdgas, Brennstoffe und F-Gase für Produktionsstätten
Kochboxen Geschäftsbereich 20.524 14.705* 2.089
Sonstige Geschäftsbereiche 11.244 4.138* 9.111
Nicht-Produktionsstätten, Büros, Scope 1 und 2 7.644 6.762 2.089
F-Gas, Erdgas, Strom und Brennstoffe für Büros und
Logistikzentren***
Produktions- und Nicht-Produktionsstätten, Scope 3 2.796 2.192 2.959
Brennstoffherstellung und -vertrieb, Übertragungsverluste
während Stromtransport und -verteilung, externe
Datenspeicher
Externe Produktion und Lagerung durch Dritte, Scope 3 8.060 8.283 6.426
Erdgas, Elektrizität
Distributionslogistik, Scope 3 89.779 92.570 67.503
Brennstoffe der Fahrzeugflotte von HelloFresh und von
Drittspeditionen
Geschäftsreisen, Scope 3 6.012 2.258 1.270
CO2e-Emissionen insgesamt in Tonnen 146.059 130.908 91.477

*Wenn keine Primärdaten verfügbar sind, werden Schätzungen und Hochrechnungen verwendet

** Nicht Gegenstand einer externen Prüfung

***Logistikzentren für HelloFresh-eigene Logistik

Emissionen insgesamt pro Euro Umsatz

HelloFresh-Gruppe
CO2e-Emissionen in g
2022 2021 2020*
Pro Euro Umsatz 19,25 21,84 24,39
* Nicht Gegenstand einer externen Prüfung

CO2 -Reduktion

Unser Ansatz zur CO2 -Reduktion beruht auf den folgenden vier Schritten: Vermeiden, Reduzieren, Ersetzen und Kompensieren. Unsere Betriebsstätten energieeffizienter zu gestalten sowie der Übergang zu erneuerbaren Energieformen wie Solartechnik und Wind- und Wasserkraft sind dabei die zentralen Komponenten.

Dank unser laufenden Bemühungen haben wir 2022 die CO2 -Emissionen unserer Kochboxen-Produktionsstätten um 55 % pro Euro Umsatz reduzieren können (Ausgangswert 2019)9 . Wir hätten unser Reduktionsziel weit übertroffen, doch wurde durch einen Drittanbieter ein Defekt an einer Kühlungsanlage verursacht, welches wiederum zu einem F-Gas Leck und damit zu erhöhtem Emissionsausstoß an einem unserer Standorte geführt hat. Die mit diesem Vorfall verbundenen Treibhausgasemissionen sind unter unseren Scope-1-Emissionen ausgewiesen und wurden anhand konservativer Annahmen bewertet. Diese Annahmen werden Anfang 2023 im Zuge einer umfassenden Ermittlung verifiziert. Infolgedessen wurden mehrere Präventionsmaßnahmen in Kraft gesetzt. Dazu gehört ein verstärkter Fokus auf die Überwachung der Emissionsausstöße sowie die Installation eines "digitalen Zwillings" der Anlage, der Möglichkeiten zur fortschrittlichen präventiven Wartung bietet.

Unsere sonstige Geschäftsbereiche, repräsentiert durch unsere "Ready-to-Eat"-Produkte, haben eine andere Energieverbrauchsstruktur und höhere CO2 -Emissionen, weil Lebensmittelzutaten hier gekocht werden müssen. Wir haben kürzlich neue Unternehmen in diesem Geschäftsbereich übernommen und sind dabei, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Obwohl der Geschäftsbereich der Fertiggerichte & Sonstige nach Umsatz weiterhin nur einen Bruchteil unseres Kochbox-Geschäfts ausmacht, haben die verhältnismäßig hohen Emissionen aus diesem Geschäftszweig zu einem Anstieg der Gesamtemissionen pro Euro Umsatz beigetragen. Ein großer Teil der CO2 -Emissionen im "Ready-to-eat"-Geschäftsbereich entsteht durch die zum Kochen von Lebensmittelzutaten benötigte Hitze.

9 Der Ausgangswert 2019 war nicht Gegenstand einer externen Prüfung

Um weitere Fortschritte voranzutreiben, haben wir uns für 2025 das Ziel gesetzt, die CO2 -Emissionen aus unseren Kochbox-Produktionsstätten um 66 % pro Euro Umsatz (Ausgangswert 2019) und die CO2 - Emissionen aus unseren sonstigen Geschäftsbereichen um 30 % (Ausgangswert 2021) zu senken10 . Dieses Ziel umfasst Scope-1- und 2-Emissionen in Verbindung mit Strom, Erdgas, Flüssigbrennstoffen und Kältemittelgas in unseren Vertriebszentren, die zu unseren Kochbox-Betrieben gehören. Unsere Emissionsziele basieren auf einer Emissionsintensität in kg CO2e pro Euro Umsatz, um dem schnellen Wachstum von HelloFresh in den letzten Jahren Rechnung zu tragen.

Zusätzlich zu Maßnahmen zur direkten Senkung der CO2 -Emissionen arbeiten wir auch daran, die indirekten CO2 -Emissionen zu verringern, zum Beispiel durch Reduzieren von Verpackungen, um niedrigere Versandvolumen zu erzeugen (siehe "Verpackung") sowie durch Reduzieren von Lebensmittelabfällen in unseren Vertriebszentren (wie bereits an früherer Stelle unter "Lebensmittelabfälle und -spenden" besprochen).

Ein erheblicher Teil der indirekten Emissionen entsteht vorgelagert in unserer Lieferkette, innerhalb der Lebensmittellandwirtschaft und -produktion. Obwohl diese Aktivitäten nicht unserer direkten Kontrolle unterliegen, übernehmen wir diesbezüglich dennoch Verantwortung und suchen nach Möglichkeiten, die Emissionen aus diesen Scope-3-Quellen zu reduzieren. Im Rahmen dieser Arbeit haben wir uns Ende 2022 verpflichtet, wissenschaftlich fundierte Ziele zur Emissionssenkung zu setzen, die auf Leitlinien der Science Based Targets initiative (SBTi) basieren. Innerhalb des für diesen Prozess veranschlagten Zeitraums von zwei Jahren werden wir unsere eigenen Ziele erarbeiten und validieren. Das Setzen dieser Ziele verdeutlicht unsere Bemühungen, das 1,5 °C Ziel des Pariser Klimaabkommens zu unterstützen.

Wir möchten unsere Kund:innen weiterbilden und ihnen ermöglichen, umweltfreundlichere Entscheidungen bei der Auswahl von Lebensmitteln zu treffen – dies ist heute und in Zukunft ein wichtiger Schwerpunktbereich für uns. Unsere Arbeit zur Messung und Zuordnung der CO2 -Fußabdrücke unserer Mahlzeiten und Zutaten untermauern diesen Ansatz. 2022 haben wir "Klima-Tags" oder "Klimahelden" eingeführt. Damit kennzeichnen wir Rezepte in unseren Menüs, die auf Grundlage des CO2 -Fußabdrucks der Zutaten mit den geringsten Emissionen verbunden sind. Die Klima-Tags versetzen unsere Kund:innen nicht nur in die Lage, klimafreundlichere Gerichte zu wählen, sondern helfen auch uns dabei, eine

10 Die Jahre 2019 und 2020 waren nicht Gegenstand einer externen Prüfung

kohlenstoffärmere Lieferkette aufzubauen, da auch unser Beschaffungswesen letztlich auf den Bestellentscheidungen unserer Kund:innen beruht. Die Tags wurden auf den meisten unserer Märkte eingeführt: Australien und Neuseeland, Benelux, DACH, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Italien und Skandinavien. Wir werden diese Arbeit auch in Zukunft fortsetzen, um unseren Kund:innen beim Treffen nachhaltigerer Entscheidungen zu helfen und unsere Rezepte so anzupassen, dass die Wirkung auf die Umwelt und unsere damit verbundenen Scope-3-Emissionen weiter gemindert werden.

Emissionen der HelloFresh-Gruppe
Produktionsstätten auf einer pro Euro Umsatzbasis
2022 2021
Kochboxen Geschäftsbereich
Von HelloFresh betriebene, globale Produktionsstätten,
Scope 1&2
3,06 g 2,45 g
Von Dritten betriebene Standorte 1,06 g 1,38 g
Sonstige Geschäftsbereiche
Von HelloFresh betriebene, globale Produktionsstätten,
Scope 1&2
10-16 g** 10-20 g**
Kochboxen und Sonstige Gesamt
Von HelloFresh betriebene, globale Produktionsstätten,
Scope 1&2
4,19 g 3,14 g 2,99 g

Emissionen von HelloFresh Produktionsstätten: Strom, Erdgas, Kraftstoffe und F-Gas; Emissionen von durch Drittanbieter betriebene

Produktionsstätten: Energie, Erdgas

* Nicht Gegenstand einer externen Prüfung

** Nicht Gegenstand einer externen Prüfung. Schwankungsbereich angegeben aufgrund von mangelnden historischen Daten und Datenungenauigkeit, da die neu erworbenen und neu gegründeten Unternehmen nur über unausgereifte Daten zur Nachhaltigkeit sowie zum Tracking und Reporting verfügten

Energieeffizienz und grüne Energie

In unseren Betriebsstätten in den Benelux-Ländern, in Deutschland und im Vereinigten Königreich haben wir eine neue Energierichtlinie, die künftig auf weitere Märkte ausgeweitet werden soll. Die Richtlinie fördert einen ganzheitlicheren Ansatz im Hinblick auf die Reduktion unseres Energieverbrauchs und die Steigerung unserer Energieeffizienz. Dazu zählen zum Beispiel das Heranziehen spezifischer Energiekriterien bei der Auswahl neuer Anlagen oder Energielieferanten, das Aufstellen von Nachhaltigkeitsrichtlinien für die Auslegung neuer Produktionsstätten, die Schulung von Mitarbeitenden in Praktiken zur Energiereduktion sowie der Austausch von Best Practices über unsere Märkte hinweg. Im Rahmen der Richtlinie haben wir darauf hingearbeitet, 2021 die ISO-50001-Zertifizierung für Energiemanagementsysteme für vier unserer Vertriebszentren und unseren globalen Hauptsitz in Berlin zu erlangen und 2022 haben wir die laut diesen ISO-Standards vorgeschriebenen Überwachungsaudits erfolgreich abgeschlossen.

Der Übergang auf erneuerbare Energie ist eine weitere wichtige Maßnahme zur Reduzierung unserer CO2 - Emissionen. Diesen Übergang vollziehen wir, indem wir einerseits Strom aus erneuerbaren Quellen von unseren Energielieferanten kaufen und andererseits unsere eigene Elektrizität vor Ort erzeugen – an einigen unserer Standorte zum Beispiel in Australien und den Niederlanden betreiben wir Solarpaneele. Außerdem wurde 2022 in unserem Vertriebszentrum in Newark, USA, ein neues Photovoltaik-Solarsystem mit einer Kapazität von 2.979 kW installiert. Infolge dieser Maßnahmen ist der Anteil erneuerbarer Energie, den wir 2022 in unseren Vertriebszentren und Büros verbraucht haben, von 50 % im Jahr 2021 und 35 % im Jahr 2020, auf 53 % angestiegen.

Ferner integrieren wir Verfahren für nachhaltiges Bauen in neue und bestehende Anlagen – unser neuer Berliner Hauptsitz zum Beispiel wurde 2022 mit der DGNB-Zertifizierung Gold ausgezeichnet. Die DGNB-Zertifizierung ist international als die globale Benchmark für nachhaltiges Bauen anerkannt.

Gesamter betrieblicher Energieverbrauch und
Energieintensivität an Standorten von HelloFresh:
Vertriebszentren, Büros
2022 2021 2020*
Energieverbrauch, GWh 178 140
Anteil erneuerbarer Energie am
Gesamtenergieverbrauch**
53 % 50 % 35 %
Energieverbrauch nach Quellen:
Gekaufter Netzstrom 78 % 83 % 85 %
Am Standort erzeugte erneuerbare Energie 0,7 % 0,5 % 1 %
Sonstige (Erdgas und Brennstoffe) 21 % 17 % 14 %

*Das Jahr 2020 war nicht Gegenstand einer externen Prüfung

**Solarenergieerzeugung, Kauf von Ökostrom und Zertifikaten für erneuerbare Energien (RECs)

Umweltbewusste Lieferungen

Die Optimierung unserer Lieferrouten auf Grundlage des niedrigsten Kraftstoffverbrauchs und der verstärkte Einsatz von Elektrofahrzeugen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden (wo wir über eine betriebseigene Distributionslogistikflotte verfügen) sind weitere Maßnahmen, die uns dabei helfen, unsere logistikbezogenen CO2 -Emissionen zu reduzieren. In der Benelux-Region haben wir die Routen weiter optimiert und die Anzahl der mit erneuerbaren Energien betriebenen E-Lieferwagen erhöht. Dies hat 2022 zu einem Anteil emissionsfreier Lieferungen von 48 % geführt. Dieser Anteil lag im Jahr 2021 noch bei nur 10 % . Mithilfe dieser Maßnahmen konnten wir unsere logistikbezogenen CO2 -Emissionen in der Region 2022 im Vergleich zu 2021 um 30 % pro Box senken. 2022 haben wir eine neue Initiative für Lieferungen mit Elektrofahrzeugen in den USA gestartet, die in Zukunft wo möglich auf unsere anderen Märkte ausgeweitet werden soll.

Das Insourcing der Logistik ermöglicht die direkte Kontrolle über Lieferungen und bietet zahlreiche Vorteile in Bezug auf Nachhaltigkeit, zum Beispiel Einsparung von Verpackungsmaterial, Optimierung der Routenplanung und Einsatz von mit Ökostrom betriebenen Elektrofahrzeugen. Im Sinne der Erfassung von CO2 -Emissionen bedeutet das Insourcing der Logistik, dass die durch den Lieferverkehr verursachten Emissionen von Scope 3 auf Scope 1 oder 2 übergehen.

HelloFresh Benelux Lieferflotte 2022 2021 2020*
kg CO2e-Emissionen/Box 0,4 0,6 0,8
% emissionsfreie Routen 48 % 10 % 1 %
* Nicht Gegenstand einer externen Prüfung

3. Verpackung

In unseren Geschäftstätigkeiten spielt die Verpackung eine entscheidende Rolle, da sie die Sicherheit und Frische unserer Produkte gewährleistet und uns dabei hilft, die hohe Qualität zu liefern, die unsere Kund:innen von uns erwarten. Allerdings kann die Beschaffenheit der Verpackungsmaterialien Probleme mit sich bringen. Deshalb bemühen wir uns, die von uns verwendeten Verpackungen zu minimieren und sind stets darum bestrebt, nachhaltigere Lösungen zu suchen und zu entwickeln. Zur Minimierung unserer Auswirkungen auf die Umwelt halten wir uns an die Abfallhierarchie, das heißt, dass wir – soweit möglich – Verpackung vermeiden, Verpackung reduzieren, Recyclingfähigkeit fördern und innovieren. Um weitere Fortschritte bei unseren Verpackungsinitiativen voranzutreiben, sind wir dabei, allgemeine Verpackungsziele aufzustellen, die von aussagekräftigen Leistungskennzahlen (KPIs) für Verpackungseigenschaften unterstützt werden.

Verpackung vermeiden, reduzieren und recyceln

In unserem internationalen Segment haben wir die Integration unseres Tools zur Verpackungsoptimierung, dem preisgekrönten Dynamic Packaging Configurator (DPC), fortgesetzt. Der DPC berechnet anhand von Metadaten zu Formen und Maßen unserer Zutaten die optimale, volumenbasierte Verpackungsgröße für jede einzelne Bestellung. Außerdem ordnet der DPC die jeweils richtige Isolierungsart, Dicke und Eismenge zu, die zur Wahrung der Lebensmittelsicherheit erforderlich sind, und optimiert den Einsatz von Verpackung. In den USA haben wir ein ähnliches Box-Fit-Programm, das wir 2022 weiterentwickelt und für unsere Marken EveryPlate und Green Chef eingeführt haben. Infolge der Einführung von BoxFit 2.0 und der fortgesetzten Expansion von Boxen ohne Einlage für diese Marken, konnten wir 2022 im Vergleich zu den Verpackungsmengen, die über unser früheres Sekundärverpackungssystem zugewiesen worden wären, rund 212 Tonnen Papierverpackung und 54 Tonnen Kunststoffverpackung vermeiden.

Dieses Jahr haben wir weitere Schritte unternommen, durch standardisierte, markt- und markenübergreifend bemessene Verpackungen potenzielle Verpackungsabfälle zu vermeiden und unsere Lieferkette zu optimieren. 2022 haben wir weitere Standardisierungen bei Größe und Design der Verpackungen eingeführt. Einfache Formulierungen und Symbole auf den Verpackungen vermitteln unseren Kund:innen außerdem, wie sie die Verpackungen wiederverwerten, recyceln oder entsorgen können. Mit Initiativen wie einem Nachhaltigkeits-Newsletter und verpackungsbezogenen Mitteilungen, die auf unseren Plattformen und Apps in der DACH-Region und im Vereinigten Königreich bereits eingeführt wurden, möchten wir das Verpackungsbewusstsein unserer Kund:innen weiter steigern.

2022 haben wir unsere betriebseigene Produktion von Kühlpacks auf weitere Märkte ausgeweitet, sodass wir weniger auf externe Lieferant:innen angewiesen sind. Dies hat nicht nur zur Minimierung der Transporte in unserer Lieferkette geführt, sondern auch die damit verbundenen CO2 -Emissionen und Verpackungsabfälle vermieden. Ferner sind wir dabei in unserem internationalen Segment, die Verwendung von Gel-gefüllten Eisbeuteln allmählich abzubauen und diese durch wassergefüllt Beutel zu ersetzen. Hierdurch reduziert sich die Menge an Abfällen, die auf der Mülldeponie landen, während das Wasser am Ende der Lebensdauer ins System zurückgeführt wird.

2022 haben wir auch Fortschritte beim Abbau der Verwendung von Sekundärverpackungen aus Kunststoff gemacht. So wurde zum Beispiel die Eliminierung unserer Polystyrolschaum-Einlagen auf dem US-Markt abgeschlossen, und die Einführung von Vier-Portionen-Proteinpackungen fortgesetzt. Die Vier-Portionen-Proteinpackung reduziert das Verpackungsmaterial um 25 % verglichen mit unseren bisher verwendeten Zwei-Portionen-Verpackungen (bei Bestellungen für vier Portionen). Außerdem haben wir angefangen, bestimmte Artikel in Schrumpffolie einzuschweißen anstatt in Kunststoffbeuteln zu verpacken, wodurch sich das Verpackungsgewicht pro Artikel um 50 % bis 100 % verringert. Wo sich die Kunststoffverpackung nicht vermeiden lässt (zum Beispiel aus Gründen der Lebensmittelsicherheit), kompensieren wir 100 % des Kunststoffs in jeder Kochbox aus unseren GreenChef-Betrieben in den USA.

Infolge der Maßnahmen und Bemühungen im Jahr 2022 haben wir im Vergleich zu 2020 in unserem Kochbox-Geschäftsbereich eine 12 %ige Reduktion der Verpackung pro Mahlzeit (nach Gewicht) erzielt. Unsere Verwendung von Kunststoffverpackungen pro Mahlzeit ist in demselben Zeitraum um 34 % zurückgegangen.

Kochboxen
Verpackung pro
Mahlzeit**, in Gramm
Primär (Inhaltsverpackung) Sekundär (Umverpackung) Gesamt
2022 2021 2020* 2022 2021 2020* 2022 2021 2020*
Kunststoff und
Materialmix
12,2 g 12,2 g 12,8 g 12,6 g 13,5 g 25,1 g 24,8 g 25,7 g 37,8 g
Papier 0,9 g 0,7 g 0,3 g 95,5 g 95,7 g 99,3 g 96,4 g 96,4 g 99,7 g
Gesamt 13,1 g 12,9 g 13,1 g 108,0 g 109,1 g 124,4 g 121,2 g 122,0 g 137,5 g

* Nicht Gegenstand einer externen Prüfung

**Werte basierend auf beschafften Mengen, evaluiert in 70 % der Märkte nach Umsatz 2021 und 80 % der Märkte nach Umsatz 2022, Kochbox-Betriebstätigkeiten; Ohne Glas und Metall (<1 % nach Gewicht); inklusive Add-ons im Kit, exklusive sonstige Add-ons.

Wir konzentrieren uns darauf, die Recyclingfähigkeit unserer Verpackungen zu verbessern und mehr recycelte Materialien in unsere Verpackungen einzugliedern. 2022 haben wir unsere Verwendung des recycelbaren EcoMailer™ auf vier weitere internationale Märkte ausgedehnt. Der 2021 entwickelte EcoMailer™ ist eine papierbasierte Lösung, die im Papierstrom recycelt werden kann. Außerdem setzten wir unsere Arbeit mit dem Fraunhofer-Institut FEP an der Entwicklung einer recycelbaren Monomaterialfolie für unsere Eisbeutel fort, durch die mehr recyceltes Material in unseren Eisbeuteln verwendet werden kann.

Innovationen im Bereich Verpackungen

Wir kombinieren nach wie vor unser Wissen mit den Erfahrungen und Fachkenntnissen von Lieferant:innen, Zustellpartner:innen und sonstigen Organisationen und testen neue Innovationen, um unsere Nachhaltigkeitsziele zu fördern und auch weiterhin den Erwartungen unserer Kund:innen gerecht zu werden. Unser dynamischer Verpackungskonfigurator (DPC), den wir in einigen unserer Märkte einsetzen, um unsere gesamte Sekundärverpackung durch Optimierungskonfigurationen reduzieren zu können und unser EcoMailer™ sind Musterbeispiele für jüngste Innovationen, die zu unserer allgemeinen Verpackungsmanagementstrategie beitragen. Derzeit arbeiten wir an einem Kreislaufverpackungssystem, das in der Benelux-Region als Pilotprojekt getestet wird. Dieses System wird uns ermöglichen, die Verwendung von Pappe in unseren Lieferungen erheblich zurückzuschrauben und gleichzeitig auch die damit verbundenen CO2 -Emissionen zu reduzieren.

In den USA arbeiten wir mit Maschinen- und Papierfolienunternehmen zusammen, um eine neue Lösung für die Papierverpackung von Lebensmittelartikeln voranzubringen. Die erste Testphase, für Nudeln und Getreide, begann im 4. Quartal 2022 und wird sich in 2023 fortsetzen.

Unsere Kund:innen spielen weiterhin eine zentrale Rolle beim Vorantreiben unserer Innovationen. Sie liefern uns wertvolle Einblicke in unsere Produkte und Dienstleistungen, und ihr Feedback sowie die kontinuierliche Überwachung unseres Net Promoter Score (NPS) und der Fehlerquoten helfen uns dabei, Initiativen zur Aufrechterhaltung der hohen Servicequalität zu entwickeln, die unsere Kund:innen von uns erwarten.

In Zukunft möchten wir unsere Innovationsfähigkeiten und Fachkenntnisse dazu nutzen, neue Verpackungslösungen zu entwickeln und mehr nachhaltige Materialien in unseren Verpackungen zu verwenden – natürlich unter Wahrung der hohen Qualität, die unsere Kund:innen erwarten.

4. Verantwortungsvolle Beschaffung

Wir bemühen uns um die Beschaffung hochwertiger Frischwaren von Anbieter:innen, die sich auf nachhaltige Produktion konzentrieren und die entweder der GLOBAL G.A.P. (Good Agricultural Practices) – bzw. einer am jeweiligen Markt gleichwertigen Praxis – oder der Global Food Safety Initiative (GFSI) entsprechen.

Wann immer möglich bevorzugen wir lokal angebaute, saisongerechte Erzeugnisse, um so unnötige Transportwege für Lebensmittel zu vermeiden und die lokale Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion zu unterstützen. In Frankreich haben wir zum Beispiel eine Initiative eingeführt, die die Verwendung von außerhalb der Saison angebotenem Gemüse einschränken soll, und in den USA kaufen wir Erzeugnisse wie Kartoffeln mit unkonventionellen Spezifikationen (Form und Größe), um die Lebensmittelverschwendung in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu reduzieren.

Wir nutzen SEDEX für die Wahrung einer ethischen Lieferkette. SEDEX ist ein Online-Bewertungstool, mit dessen Hilfe Unternehmen Informationen zu sozial und ethisch nachhaltigen Geschäftspraktiken übermitteln, prüfen und nach Risiko bewerten können. Die meisten britischen Lieferant:innen sind bereits auf SEDEX registriert, und in den nächsten Jahren werden wir die Plattform auch in anderen Märkten einführen.

Im Jahr 2022 kamen 95,5 % der von uns bezogenen Frischwaren von Lieferant:innen, die GLOBAL-GAP bzw. gleichwertige Praktiken befolgen oder GFSI-zertifiziert sind. 95 % der 2022 auf allen Märkten eingekauften Gesamtmengen an Fisch und Meeresfrüchten (nach Gewicht) waren nach einem anerkannten Standard zertifiziert (GLOBAL-GAP, Aquaculture Stewardship Council (ASC), oder Best Aquaculture Practices (BAP) für Aquakulturarten und Marine Stewardship Council (MSC) für Wildfang). Verbesserungen an unseren BAP-Anforderungen haben dazu geführt, dass 99,9 % der BAP-zertifizierten Produkte mit 2* oder mehr bewertet wurden. Außerdem haben wir angefangen, alle BAP1* Produkte durch BAP2* (oder höher) zu ersetzen – diese Maßnahme soll bis Ende 2023 abgeschlossen sein. In den USA folgen wir dem "Monterey Bay Aquarium Seafood Watch" Programm, um Meeresfrüchte zu kaufen, die mit "Best Choice" oder "Good Alternative" bewertet wurden oder deren Zertifizierungsstandards von Seafood Watch anerkannt sind.

Auf europäischen Märkten wird 96 % unseres Hühnervolumens (nach Gewicht) von Höfen gekauft, auf denen die Haltungsdichte unter dem gesetzlich vorgeschriebenen EU-Höchstwert liegt11. In Zukunft wollen wir auf allen Märkten in unserem internationalen Segment einen standardisierteren Ansatz zur Überwachung und Meldung von Tierschutzaspekten bei der Haltung von Masthühnern verfolgen und dabei branchenweit anerkannte Kennzahlen für artgerechte Masthuhnhaltung einbeziehen, die klar und transparent für unsere Verbraucher:innen sind. 2022 haben wir eine umfassende Bewertung unserer gesamten Masthuhnlieferkette durchgeführt, die auf den Vorgaben des Tierwohlprogramms "Better Chicken Commitment" (BCC) basierte. Mithilfe dieser Lückenanalyse haben wir einen Masthuhn-Plan erarbeitet, mit dem wir das Tierwohl in unserer Lieferkette unabhängig von lokalen Programmen in unserem gesamten internationalen Segment bewerten können.

In den USA haben wir unsere Chicken Welfare Policy überarbeitet, die jetzt einen Plan für Fortschritte bei unseren Lieferant:innen in Richtung des BCC einbezieht. Wir haben uns mit bestehenden und potenziellen Lieferant:innen ausgetauscht, um zu verstehen, was sie brauchen, um das BCC zu erfüllen und haben direkt mit unserem größten Lieferanten zusammengearbeitet, um die Fortschritte bei unabhängigen Prüfungen und funktioneller Anreicherung für Masthühner auf Stallebene zu unterstützen. Außerdem sind wir der US Working Group for Broiler Welfare beigetreten, die von der Tierschutzorganisation Compassion in World Farming geleitet wird.

11 Korrektur einer Angabe von 2021: Der Anteil der Hühner aus Betrieben, die 2021 die Anforderungen des BCC erfüllten, betrug 0 %. Weitere Erläuterungen zu diesem Fehler sind auf unserer Webseite https://hellofreshgroup.com/en/newsroom/stories

Ethischer Handel und faire Arbeitsbedingungen

Zur Förderung verantwortungsvoller Geschäftspraktiken in unserer Lieferkette und um das Risiko potenzieller Verletzungen der Menschenrechte zu minimieren, enthält unsere Richtlinie zu Ethischem Handel ("Ethical Trading Policy") klare Mindestanforderungen für Geschäftstätigkeiten mit Unternehmen der HelloFresh-Gruppe. Die Richtlinie, die auf unserer Konzern-Website abrufbar ist, definiert die "Ethical Trading Standards" der International Bill of Human Rights und der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit. Diese Anforderungen umfassen unter anderem das Verbot von jeglicher Art moderner Sklaverei, Kinderarbeit, Diskriminierung, Belästigung oder menschenunwürdiger Behandlung sowie von überlangen Arbeitszeiten. Die Anforderungen unserer Ethical Trading Policy gelten nicht nur für unsere Lieferant:innen, sondern auch für uns selbst. Die Geschäftsleitung hat an der Umsetzung des Programms für ethischen Handel mitgewirkt.

2022 haben wir die Standards unserer Ethical Trading Policy überarbeitet, um auf uns zukommende behördliche Anforderungen zu berücksichtigen. Umweltschutz und faire Geschäftspraktiken, z.B. fairer Wettbewerb, Bekämpfung von Korruption und Datenschutz, sind jetzt Teil der Policy. Wir haben unsere Erwartungen an die Managementsysteme unserer Geschäftspartner:innen weiter geklärt, um Verstöße gegen unsere Ethical Trading Policy innerhalb deren eigenen Betriebe und Lieferkette zu verhindern und einzudämmen. Die Unterzeichnung der Richtlinie durch die Lieferant:innen läuft. Wir werden im nächsten Berichtszeitraum darlegen, wie viele Lieferant:innen die Richtlinie unterzeichnet haben. Außerdem haben wir eine erste konzernweite Risikobewertung durchgeführt, um potenzielle Risiken für Menschen-, Arbeitsund Umweltschutzrechte zu ermitteln, die mit unseren eigenen Betriebstätigkeiten und den Tätigkeiten unserer direkten Lieferant:innen verbunden sind. Dies bildet die Grundlage für die zukünftige Umsetzung eines speziellen Risikomanagementsystems zur Eindämmung und Bewältigung potenzieller Verstöße gegen unsere Standards für ethischen Handel.

Wir haben die Absicht, die Berichterstattung über quantitative Informationen in Verbindung mit ethischem Handel in unserem nächsten Jahresbericht zu vertiefen.

Mitarbeitende

5. Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden

Wir haben uns das Ziel gesetzt, einen Arbeitsplatz zu schaffen, an dem niemand zu Schaden kommt und wollen bei der Entwicklung unserer Gesundheits- und Arbeitssicherheitsstrategien den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Im Jahr 2022 haben wir die Vereinheitlichung und Stärkung unseres Gesundheits- und Arbeitssicherheitsansatzes in unserem US- und internationalen Segment fortgesetzt, um eine größere Prozessharmonisierung zu erreichen und von marktübergreifenden Erkenntnissen über proaktive Risikomanagementstrategien zu profitieren.

Ferner haben wir unser zentrales Governance Safety Team erweitert, um so das Fachwissen innerhalb des Teams und den Zuständigkeitsrahmen auszubauen und gleichzeitig auch unsere Führungsrolle auf dem Markt in puncto Sicherheit zu untermauern. Hierdurch konnten wir die Einführung zusätzlicher, auf internationale Standards abgestimmter Gesundheits- und Sicherheitsmanagementrichtlinien vorantreiben. Außerdem arbeiten wir derzeit an der Erstellung von Schulungsunterlagen, die unsere Erwartungen in Bezug auf Führungsgrundsätze bei Arbeitssicherheit und Arbeitnehmerstandards spezifizieren und institutionalisieren.

Diese Unterlagen werden einer kontinuierlichen Überprüfung unterliegen, um Möglichkeiten der Risikominderung zu erkennen und uns zu helfen, unsere sichere Arbeitskultur durch Einbindung und Sensibilisierung weiter zu verbessern.

Zur Prüfung der Compliance unserer Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien folgen wir einem strukturierten, unabhängig bewerteten Auditprogramm mit sechsmonatigen Neubewertungen. 2022 haben wir in allen internationalen Vertriebszentren Compliance-Audits abgeschlossen, in denen unser internationales Managementsystem für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz (OHS) und die entsprechenden Standards geprüft wurden.

Wir verwenden zentrale Leistungsindikatoren, um unsere Fortschritte und Verbesserungen zu messen. Unsere IT-Plattformen für Gesundheit und Sicherheit erleichtern die präzise Berichterstattung und die Durchführung grundlegender Risikobewertungen hilft uns, Risiken frühzeitig zu erkennen. Wir folgen einem "Safety first" Ansatz und unterziehen alle auftretenden Unfälle einer gründlichen Ursachenanalyse. 2022 gab es 397 Unfälle mit Ausfallzeit (Unfälle, nach denen der/die Mitarbeitende nicht sofort an den Arbeitsplatz zurückkehren konnte). Unsere Unfallkennzahl (LTIFR) lag bei 12,5 (Anzahl der Unfälle mit Ausfallzeit multipliziert mit 1 Million und dividiert durch die Gesamtanzahl geleisteter Arbeitsstunden).

Anfang 2022 haben wir auf behördliche Empfehlung begonnen, unsere obligatorischen COVID-19- Schutzmaßnahmen (Tragen von Gesichtsmasken, Abstandsregelungen, usw.) zu reduzieren. Unsere Pläne wurden mit Schwerpunkt auf Sicherheit der Mitarbeitenden und betriebliche Kontinuität aktualisiert, um gegebenenfalls eine schnelle Wiedereinführung der Maßnahmen zu ermöglichen. Wir überwachen den Stand der COVID-19-Infektionen in allen HelloFresh-Märkten zweiwöchentlich und prüfen unsere Strategie zum Umgang mit COVID-19 regelmäßig, um das Risiko einer betriebsübergreifenden Virusübertragung zu kontrollieren und zu mindern.

Wir bemühen uns um die kontinuierliche Verbesserung unseres Gesundheits- und Arbeitssicherheitskonzepts und haben uns 2022 mit Campden BRI zusammengeschlossen, um von unseren Mitarbeitenden, unserem Zeitarbeitspersonal und unseren externen Partner:innen Einblicke in unsere Sicherheitskultur einzuholen. Die Umfrageergebnisse werden dazu dienen, 2023 und danach gezielte Verbesserungen in jedem Markt umzusetzen.

6. Vielfalt unserer Mitarbeitenden und Inklusion

Wir sind darum bemüht, die Dimensionen der Vielfalt am Arbeitsplatz auf gleichberechtigte Weise zu würdigen und unseren Teams zu ermöglichen, ihre gesamte Persönlichkeit in ihre Arbeit einzubringen. In 2022 zählt unsere Belegschaft rund 20.000 Mitarbeitende aus 111 Nationen – 104 Nationen sind allein in unserem Berliner Hauptsitz vertreten.

Wir ergreifen Maßnahmen, um einen kontinuierlichen Fokus auf Vielfalt und Inklusion bei HelloFresh zu wahren. Unser Ethikkodex beispielsweise legt unser Engagement für eine inklusive Unternehmenskultur dar und bietet klare Leitlinien zu den Verhaltensweisen, die wir von allen Mitarbeitenden erwarten. Der Kodex ist in unseren Kernwerten verankert: Respekt, Verantwortung und Integrität. Unser inklusiver Ansatz gilt für Mitarbeitende unabhängig von Alter, ethnischer und nationaler Herkunft, Geschlecht, Familienstand, politischer Einstellung, militärischem Status, sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität, Kultur, körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen, Religion oder davon, wie sich Mitarbeitende identifizieren oder ausdrücken.

Es ist ein Kernziel bei HelloFresh, die Vielfalt in Führungspositionen (Associate Director und höher) zu steigern. Wir haben OKRs (Objectives and Key Results, dt.: Ziele und Ergebniskennzahlen) für die Messung unserer diesbezüglichen Fortschritte aufgestellt. Als datengestützte Organisation sind wir uns der kritischen Rolle bewusst, die Daten bei der Überwachung unserer Bemühungen in Richtung dieser Ziele spielen und haben ein Dashboard zur Nachverfolgung von Vielfalts- und Inklusionsdaten entwickelt. Die Einführung unvoreingenommener, vorurteilsfreier Entscheidungsprozesse für Beförderungen und Einstellungen sowie die vermehrte Einstellung von Talenten aus unterrepräsentierten Gruppen12 bilden einen wichtigen Teil unseres Ansatzes. 2022 haben wir uns an Inklupreneur, eine in Berlin niedergelassene Organisation, gewendet, um uns bei der Verbesserung unserer Verfahren zur Einstellung von Menschen mit Behinderungen zu unterstützen. Wir haben 2022 auch unser Programm "Women in Tech" fortgeführt, das in

12 "Unterrepräsentierte Gruppen" beinhaltet Frauen und nicht-binäre Menschen

Partnerschaft mit unterschiedlichen Bootscamps Stipendien für sechs Praktikantinnen im Technologiebereich bietet.

Außerdem haben wir für alle "Leadership Essentials" Gruppen Unconscious-Bias-Schulungen (Schulungen zum Thema unbewusster Voreingenommenheit) entwickelt, an denen 92 Mitarbeitende teilgenommen haben und ein virtuelles Training zum Thema Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion und Implicit Bias (implizite Voreingenommenheit) eingeführt, das für alle Mitarbeitenden zur Verfügung steht. Neben der Verbesserung der allgemeinen Vielfalt helfen uns diese Bestrebungen, eine Kultur zu fördern, die die Selbstbestimmung von Frauen stärkt und tragen zu unserem Ziel bei, die Anzahl der Frauen in Führungspositionen zu steigern.

Im Jahr 2022 waren 46 % unserer Belegschaft Frauen, und 35 % der Führungspositionen (Associate Director) bei HelloFresh wurden von Frauen besetzt. Ferner machten Frauen 50 % der Beförderungen (von allen beförderungsfähigen Mitarbeitenden) in allen gewerblichen Funktionen von HelloFresh SE aus. Innerhalb der Technologiefunktionen, einschließlich Global TechHubs, entfielen 31 % der Beförderungen auf Frauen (von allen beförderungsfähigen Mitarbeitenden).

Um zum Aufbau einer inklusiven Arbeitskultur beizutragen, fördern wir Mitarbeitende innerhalb von diversitätsbezogenen Themengruppen, sogenannten Employee Resource Groups oder ERGs (dt.: Mitarbeitenden-Ressourcengruppen). Wir ermutigen unsere Mitarbeitenden zur Bildung von ERGs, um den unzähligen intersektionalen Persönlichkeiten in unserer Community eine Stimme zu verleihen und eine Plattform zu geben. Die ERGs bestehen aus freiwilligen Mitarbeitenden mit einem gemeinsamen Interesse an spezifischen, diversitätsbezogenen Themen wie Geschlechtergleichstellung, LGBTQIA+ Repräsentation und Inklusion, religiöse Vielfalt, militärischer Status sowie Unterstützung für berufstätige Eltern und Personen, die Angehörige pflegen.

7. Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden

"Learning never stops" (dt: der Lernprozess hört nie auf) ist einer der zentralen Werte bei HelloFresh, der von unserem Engagement für die kontinuierliche berufliche Weiterbildung unserer Mitarbeitenden zeugt. Eine starke Lernkultur fördert und motiviert Mitarbeitende und hilft ihnen, OKRs (Ziele und Ergebniskennzahlen) des Unternehmens zu erzielen. HelloFresh-Mitarbeitende haben Zugriff auf ein jährliches, persönliches Lern- und Entwicklungsbudget, und in mehreren Märkten bieten wir örtlich ausgerichtete Schulungsinitiativen. Im Jahr 2022 haben wir rund 5.000.000 Euro für die Weiterbildung unserer Mitarbeitenden ausgegeben. Wir haben konzernweit die digitale Lernplattform "Looop" eingeführt, die 2022 von 4.040 Mitarbeitenden genutzt wurde. Globale Teams für Lernen und Weiterbildung sind für die Aufsicht diesbezüglicher Aktivitäten bei HelloFresh verantwortlich. 2022 wurden 46 % der offenen Führungspositionen intern besetzt, was unsere starke Ausrichtung auf Karriereentwicklung verdeutlicht.

Mitarbeitende mit hohem Potenzial werden weiterhin durch unser Future Leaders Program (FLP) unterstützt. Alle Gruppen werden vom Senior Management der HelloFresh-Gruppe betreut und erhalten zweimal jährlich eine Leistungsbeurteilung sowie das Angebot von Check-ins durch leitende Führungskräfte. 23 Mitarbeitende haben das Programm 2022 erfolgreich abgeschlossen, und 39 neue Mitarbeitende wurden in das FLP aufgenommen.

Zudem betreiben wir ein "Leadership Essentials" Programm für neu ernannte Führungskräfte bei HelloFresh, das 2022 überarbeitet und erweitert wurde. Unser internationales Fast Stream Rotational Program für Universitätsabsolvent:innen unter Leitung des HelloFresh-Mitbegründers Thomas Griesel wurde 2022 mit der dritten Gruppe von Teilnehmenden fortgesetzt, die nach dem Rotationsprinzip mit schwierigen Aufgaben betraut werden und so die Möglichkeit haben, schneller in Führungspositionen aufzusteigen.

Governance

8. Ethik und Compliance

Wir streben bei unserer Arbeit in allen Geschäftsfeldern nach Integrität, Respekt und Verantwortung. Diese zentralen Werte sind in unserem Ethikkodex festgehalten, den alle Mitarbeitenden bei HelloFresh erhalten und der auch auf der Website unseres Unternehmens zu finden ist. Der Ethikkodex ist in vier Säulen unterteilt – unser Planet, unsere Mitarbeitenden, unsere Community und Governance und unser Geschäft. Er enthält klare Leitlinien darüber, was wir von allen Mitarbeitenden bei HelloFresh erwarten, damit sie durch ihre tägliche Arbeit unsere Werte leben und uns bei der Erfüllung unserer Verpflichtungen unterstützen. Von all unseren Mitarbeitenden wird erwartet, dass sie die geltenden Gesetze und unsere ethischen Standards einhalten. Dazu zählen Themen wie Bekämpfung von Korruption, Interessenkonflikte, Diskriminierung und Belästigung, Datenschutz, fairer Wettbewerb, Achtung der Menschenrechte, Finanzkriminalität und Insider Trading. Zusätzlich zu unserem Ethikkodex haben wir konzernweite Richtlinien aufgestellt, die unsere Standards und Erwartungen hinsichtlich ethischen Handels, Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Wettbewerbsregeln, Kapitalmarkt-Compliance sowie Informationssicherheit detailliert festlegen. 2022 haben wir unsere Ethical Trading Policy überarbeitet und klare Standards festgelegt, deren Erfüllung wir von unseren Geschäftspartner:innen sowie von unseren eigenen Betrieben erwarten (für nähere Informationen siehe Kapitel Ethischer Handel und faire Arbeitsbedingungen).

Für Compliance bei HelloFresh sorgt unser weltweites Compliance-Management zusammen mit örtlichen Compliance-Beauftragten. Ihre Arbeit umfasst unter anderem die regelmäßige Kommunikation zu diesem Thema, Compliance-Schulungen, Richtlinienmanagement sowie die Meldung und Untersuchung von ethischen Bedenken. Die Abteilung für weltweites Compliance-Management untersteht direkt dem Finanzdirektor (CFO), und der Vorstand trägt die Verantwortung für die globale Compliance. Wir führen obligatorische Compliance-Grundschulungen für unsere Mitarbeitenden über e-Learning-Module durch. Die Schulung wird jährlich neu aufgefrischt und befasst sich mit den in unserem Ethikkodex und anderen Compliance-Richtlinien aufgeführten ethischen Standards. 2022 haben 5.750 Mitarbeitende, davon 1.170 Mitarbeitende von HelloFresh SE, die Compliance-Grundschulung absolviert. Wir fordern auch regelmäßig dazu auf, Probleme anzusprechen (Redekultur). Unseren Mitarbeitenden sowie externen Stakeholder:innen stehen eine Reihe unterschiedlicher Kanäle zur Verfügung, um Bedenken hinsichtlich von Verstößen gegen geltende Gesetze oder unsere Ethikstandards zu melden. Hierzu gehört unter anderem die HelloFresh-Plattform Speak Up!, ein Whistleblowing- System (siehe Seite 70 des 2021 HelloFresh Nachhaltigkeitsberichts). Sie steht allen Mitarbeitenden in unseren Büros und Vertriebszentren zur Verfügung, auch Zeitarbeitspersonal und Mitarbeitenden von Fremdfirmen.

9. Food Safety

Die Qualität und Sicherheit unserer Produkte sind HelloFresh sehr wichtig. Alle Lieferant:innen von HelloFresh werden in einem Onboarding-Prozess von unserem Team für Food Safety and Quality Assurance (FSQA, Überprüfung der Lebensmittelsicherheit und -qualität) geprüft. Im Zuge dieses Prozesses werden die Zertifizierungen der Produktionsstätten kontrolliert und risikobezogene Fragen gestellt. Bei Lieferant:innen, die als risikobehaftet eingestuft wurden, werden Audits durchgeführt. Das FSQA-Team ist darüber hinaus für die Zulassung jeder einzelnen verwendeten Zutat zuständig, einschließlich Allergenen und Nährstoffgehalten, sowie für die entsprechende Etikettierung. Die für Lieferant:innen von HelloFresh geltenden Mindestzertifizierungsanforderungen werden regelmäßig neu überprüft.

Wir streben an, den Anteil an Lieferant:innen zu steigern, die über unabhängige, von der Global Food Safety Initiative (GFSI) gebenchmarkte Lebensmittelsicherheitszertifizierungen verfügen. 2022 hatten 86 % unserer globalen Lieferant:innen GFSI-Zertifizierungen für Lebensmittelsicherheit13. Für Lieferant:innen ohne unabhängige GFSI-Zertifizierung führen wir jährliche Lebensmittelsicherheitsaudits der Produktionsstätte zu Due-Diligence-Zwecken durch.

Ferner arbeiten wir daran, unseren Anteil an Vertriebszentren mit BRCGS- (British Retail Consortium Global Standard) oder SQF-Zertifizierungen zu steigern. 2022 haben wir 10 internationale Vertriebszentren erfolgreich nach dem BRCGS Storage and Distribution Standard zertifiziert – einem Standard, der die Qualität und Sicherheit von Produkten während der Lagerhaltung und Distribution über die gesamte Lieferkette hinweg gewährleistet. In den USA sind alle HelloFresh- und EveryPlate-Anlagen SQF-zertifiziert (Safe Quality Food).

Unser Engagement, unseren Kund:innen sichere, hochwertige Lebensmittel zu bieten, wurde 2022 durch Verleihung des Black Pearl Awards an HelloFresh US formell anerkannt. Diese Auszeichnung würdigt die herausragenden Leistungen eines Unternehmens im Bereich der Lebensmittelsicherheit und -qualität.

In unseren internationalen Märkten haben wir 2022 eine Reihe von Initiativen im Bereich der Lebensmittelsicherheit eingeführt, unter anderem einen papierlosen Prüf- und Inspektionsprozess (Form.com), der eine standardisierte Abwicklung von internen Prüfungen, GMP-Inspektionen und sonstigen Kontrollen in Zusammenhang mit Lebensmittelsicherheit und -qualität ermöglicht. Hierdurch können alle wichtigen Lebensmittelsicherheitsstandards in festgelegten Abständen überprüft werden. Außerdem können wir Echtzeitdaten über Parameter wie Hygiene, Produktqualität und Fehler nachverfolgen, um so potenzielle Risiken einzudämmen und effektive Arbeitsabläufe und hochwertige Workflows zu gewährleisten.

Ergänzend zu unserer zentral definierten Richtlinie für das Food Safety Management, arbeiten wir derzeit an der Erstellung von Schulungsunterlagen, die unsere Erwartungen in Bezug auf Führungsgrundsätze bei Lebensmittelsicherheit und Arbeitnehmerstandards spezifizieren und institutionalisieren. Die kontinuierliche Überprüfung dieser Schulungsunterlagen wird uns dabei helfen, einheitliche und starke Lebensmittelsicherheitsstandards umzusetzen und gleichzeitig unsere Lebensmittelsicherheitskultur durch Einbindung und Sensibilisierung weiter zu verbessern.

Außerdem haben wir Lebensmittelsicherheit und -qualität in unsere Umfrage zur Sicherheitskultur (siehe "Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden") eingegliedert, um wertvolle Einblicke in die Lebensmittelsicherheitskultur bei HelloFresh zu gewinnen und etwaige Bereiche zur Verbesserung hervorzuheben.

10. Datenschutz

Wir ergreifen umfassende Maßnahmen zum Schutz der Daten unserer Kund:innen und zum Schutz der Daten, die wir für Mitarbeitende, Lieferant:innen und sonstige Stakeholder:innen verarbeiten. Wir setzen erhebliche Ressourcen für die Sicherheit der Daten unserer Kund:innen und die Einhaltung örtlicher Datenschutzgesetze ein. Dazu zählen die Allgemeine Datenschutz-Grundverordnung der EU (EU GDPR) und der California Consumer Privacy Act (CCPA). Der Datenschutz wird von unserem Global Legal Team und lokalen Datenschutzexperten geleitet, die direkt dem Finanzdirektor (CFO) unterstehen. Das Global Legal Team erstellt Richtlinien und Vorschriften und hält Schulungen ab. Diese Angebote werden häufig von örtlichen Datenschutzinitiativen und auf lokale Anforderungen zugeschnittene Schulungen ergänzt. Die oberste rechtliche Verantwortung für die Einhaltung des Datenschutzes liegt beim General Counsel der HelloFresh-Gruppe.

Auskünfte darüber, wie wir personenbezogene (Kund:innen-) Daten verarbeiten, welche Arten von Daten wir verarbeiten und zu welchen Zwecken die Verarbeitung erfolgt, sind in der Datenschutzerklärung auf unseren lokalen Websites enthalten. Die Datenschutzerklärungen werden aktualisiert, wenn die Umstände eine Änderung erforderlich machen.

13 Japan ist von der Berechnung ausgeschlossen

Zu den von uns angewendeten Maßnahmen und Instrumenten zum Datenschutz gehört Folgendes:

Schulung: Eines der Module der obligatorischen Compliance-Grundschulung bezieht sich speziell auf Datenschutz, und 2023 wird ein Modul zum Thema Informationssicherheit hinzugefügt. Darüber hinaus bildet eine Online-Datenschutzschulung, die mit einer Prüfung abschließt, Teil unseres normalen Onboarding-Verfahrens für alle Mitarbeitenden, die mit personenbezogenen Daten umgehen. Das Sicherheitsbewusstseins-Training wird Nutzern von HelloFresh SE von denjenigen Abteilungen angeboten, die wir von einem Datenschutzstandpunkt aus für stark risikobehaftet halten. Wenn auf unsere Kund:innen bezogene Dienstleistungen von externen Anbietern ausgeführt werden, erhalten die betreffenden Beauftragten zu Beginn und über den gesamten Zeitraum ihrer Tätigkeit ein spezielles Datenschutztraining.

Ethikkodex: Maßnahmen zu Datenschutz und Informationssicherheit sind in unserem Ethikkodex aufgeführt, an den sich alle Mitarbeitenden halten müssen.

Bereitstellung von Leitlinien: Dokumente zum allgemeinen Datenschutz und zum Umgang mit Datenschutzvorfällen definieren den Begriff "personenbezogene Daten", welche allgemeinen Regeln für personenbezogene Daten gelten und wie auf Datenschutzvorfälle zu reagieren ist. Unsere auf Unternehmensebene geltende Incident Management Policy sowie die Security Incident Management Policy beschreiben, wie Datenschutzverstöße und Cyberangriffe zu überwachen sind und wie auf sie zu reagieren ist. Unsere Data Request Policy (dt.: Richtlinie für Anträge auf Datenauskunft) legt fest, wie mit Auskunftsanträgen seitens Kund:innen und anderen Stakeholdern umzugehen ist.

Due-Diligence-Prüfungen: Alle Lieferant:innen, die personenbezogene Daten handhaben, müssen angeben, welche personenbezogenen Daten sie verarbeiten und welche technischen und organisatorischen Maßnahmen zum Schutz dieser personenbezogenen Daten eingesetzt werden. Lieferant:innen, die personenbezogene Daten im Auftrag von HelloFresh verarbeiten, müssen eine entsprechende Datenschutzvereinbarung mit uns treffen, die bei Bedarf auch Standardvertragsklauseln umfasst.

Gruppen und Ausschüsse: Diverse Gruppen und Ausschüsse, beispielsweise der Ausschuss für Informationssicherheit (Information Security Committee), überwachen die neuesten Gesetze, Regelungen und Entwicklungen zum Thema Datenschutz und halten die relevanten Stakeholder:innen diesbezüglich auf dem neuesten Stand.

Eingebauter Datenschutz (Privacy by Design): Unsere Kund:innen haben Kontrolle über die Art der Mitteilungen, die sie von HelloFresh erhalten. Sie können ihr HelloFresh-Abonnement problemlos kündigen oder pausieren oder über die Website oder App jederzeit von ihrem Recht auf Datenschutz Gebrauch machen.

Datenlöschung: Unsere internen Regeln sehen vor, dass Anträgen zur Löschung von Kundendaten innerhalb weniger Tage nachgekommen wird. Außerdem werden Daten von Kund:innen, die seit mehr als zwei Jahren keine Kochbox bestellt haben und sich innerhalb dieses Zeitraums nicht auf ihrem Konto angemeldet haben, automatisch aus unserer Datenbank der Kund:innen gelöscht – mit Ausnahme der Daten, die zur Einhaltung von Datenaufbewahrungsgesetzen (z. B. bezüglich Buchhaltung, Steuerregeln usw.) erhalten bleiben müssen.

Richtlinien für Kontrollen: Systeme, die sensible Daten enthalten, sind durch Richtlinien, Verfahren und Kontrollen geschützt, die von der IT-Abteilung implementiert und in regelmäßigen Abständen von unserem Informationssicherheitsteam überprüft werden. Beispiele für derartige Kontrollen umfassen:

  • a. Verfahren für Genehmigungsanfragen: Der Zugriff auf Systeme mit persönlich identifizierbaren und somit sensiblen Informationen wird nach Freigabe seitens des Vorgesetzten bzw. des jeweiligen Dateneigentümers gewährt. Für die Freigabe muss zuvor ein vollständiger "Audit-Trail" durchlaufen werden.
  • b. Das CRM-System wird vierteljährlich auditiert. Dabei werden die während des betreffenden Quartals gewährten Zugriffe überprüft, um Compliance mit unseren Richtlinien zu gewährleisten.
  • c. Moderne Authentifizierungs- und Autorisierungssysteme sorgen für eine konsolidierte und erhöhte Sicherheit. Hinzu kommen erweiterte Auditstrukturen und Funktionen zur Erkennung von Anomalien.
  • d. Vierteljährliche Penetrationstests werden an diversen Kernsystemen, Diensten, Tools und Anwendungen durchgeführt. Der Umfang der überprüften Systeme ändert sich jedes Quartal.
  • e. Unsere Repositorien werden kontinuierlich durch einen automatisierten Schwachstellenscanner überwacht. Identifizierte Schwachstellen werden von den zuständigen technischen Teams bearbeitet.

Im Rahmen des jährlichen PCI-DSS- Audit- und Zertifizierungsprozesses prüft das Auditunternehmen unsere Richtlinien und Prozessunterlagen, einschließlich der Informationssicherheitsrichtline. Im Berichtszeitraum gab es 0 bestätigte Fälle von Datenschutzverstößen oder Zuwiderhandlungen, die zur Verwarnung oder Kündigung eines Mitarbeitenden und/oder einer Geldstrafe von mehr als 100.000 Euro führten. Um uns bei der Messung unseres Erfolgs beim Datenschutz zu helfen und Bereiche zur Verbesserung zu identifizieren, entwickeln wir bestimmte KPIs, zum Beispiel die Anzahl der Mitarbeitenden, die die Online-Datenschutzprüfung bestanden haben. Über diese Leistungskennzahlen wird in den kommenden Jahren Bericht erstattet.

EU-Taxonomie

Die Delegierte Verordnung (EU) 2021/2139 der Kommission vom 4. Juni 2021 zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates, EU-Taxonomie genannt, ist ein wissenschaftsbasiertes Klassifizierungssystem, das festlegt, welche Wirtschaftstätigkeiten als nachhaltig betrachtet werden können, und ist ein zentraler Bestandteil des Aktionsplans der Europäischen Kommission, zur Neuausrichtung der Kapitalflüsse auf eine nachhaltigere Wirtschaft.

Die Delegierte Verordnung (EU) 2022/1214 der Kommission vom 9. März 2022 zur Änderung der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 in Bezug auf Wirtschaftstätigkeiten in bestimmten Energiesektoren und die Delegierte Verordnung (EU) 2021/2178 in Bezug auf besondere Offenlegungspflichten für diese Wirtschaftstätigkeiten wurden für die Zwecke der Taxonomie-Offenlegung ebenfalls berücksichtigt. Am 19. Dezember 2022 hat die EU-Kommission zwei weitere FAQ-Dokumente zum delegierten Klima-Rechtsakt und zu Artikel 8 des Delegierten Rechtsakts veröffentlicht, die ebenfalls für den Zweck dieses Bericht herangezogen wurden.

Als großes Nichtfinanzunternehmen müssen wir gemäß Art. 8 der Taxonomieverordnung und Art. 10 (2) von Art. 8 des Delegierten Rechtsakts denjenigen Anteil unseres Konzernumsatzes, unserer Investitionsausgaben (Capex) und unserer Betriebsausgaben (Opex) für den Berichtszeitraum 2022 darlegen, der im Rahmen der beiden ersten Umweltziele (Abschwächung des Klimawandels und Anpassung an den Klimawandel) mit taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden ist. In diesem Geschäftsjahr meldete HelloFresh nur den Prozentanteil taxonomiefähiger Aktivitäten. In kommenden Jahren werden diese taxonomiefähigen Aktivitäten auf ihre Taxonomiekonformität hin analysiert werden.

Umsatz

Wesentli
cher
Beitrag
zu
Umwelt
zielen
Vermeidung erheblicher
Beeinträchtigungen (DNSH –
Do No Significant Harm)
Soziale
Mindest
standards
Taxonomie
konformer
Umsatz (%
des
Gesamtumsat
zes)
Turnover (Mio. EUR) Umsatzanteil Klimaschutz Anpassung an den
Klimawandel
Klimaschutz Anpassung an den
Klimawandel
Gewässerschutz Umweltverschmutzung
Vermeidung von
Kreislaufwirtschaft Biodiversität Kategorie "Ermöglichende
Tätigkeiten"
"Übergangstätigkeiten"
Kategorie
2022
A. Taxonomie
fähige Wirtschafts
aktivitäten
A.1. Taxonomie
konform
0,0 0% n.a n.a n.a n.a n.a n.a n.a n.a n.a 0%
Summe 0,0
A.2. Nicht
taxonomie
konform
Summe 0,0
B. Nicht
taxonomiefähige
Wirtschafts
aktivitäten
7.607,2 100 %
Gesamtsumme
(A+B)
7.607,2 100 %

Der Umsatz ist definiert als Nettoumsatzerlöse unter Anwendung der IFRS (IAS 1, § 82(a)) und wird auf Seite 3 des Finanzberichts der Gruppe für das Berichtsjahr 2022 als Konzernumsatz in Höhe von 7.607 Mio. EUR beziffert.

Wie bereits im letzten Jahr festgestellt, kann der Kernumsatz von HelloFresh – der Verkauf von Kochboxen und "Ready-to-eat"-Produkten sowie Abonnements – laut dem ersten delegierten Rechtsakt zur EU-Taxonomie nicht als taxonomiefähig klassifiziert werden. Eine bestimmte Einnahmequelle, die wir aus dem Angebot unserer Kurierdienste für gekühlte Waren an Dritte ableiten (entspricht Aktivität 6.5: "Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen") und/oder Aktivität 6.6: "Güterbeförderung im Straßenverkehr" nach Anhang I des delegierten Klima-Rechtsakts zur EU-Taxonomie), wurde als taxonomiefähig identifiziert, war jedoch im Rahmen der Taxonomieanalyse mit einem Schwellenwert von unter 1 % an den Gesamtumsatzerlösen im Jahr 2022 unwesentlich für das Unternehmen. Dieser Schwellenwert wurde intern bei HelloFresh zum Zweck der Taxonomie-Berichterstattung festgelegt.

Für den Berichtszyklus 2023 wird mit einer Erweiterung der Liste der Umweltziele auf insgesamt sechs gerechnet, einschließlich "Übergang auf eine Kreislaufwirtschaft" und "Schutz gesunder Ökosysteme". Es könnte sein, dass die Umsatzerlöse von HelloFresh im Rahmen der vier zusätzlichen Ziele teilweise oder vollständig taxonomiefähig werden.

CapEx
Wesent
licher
Beitrag
zu
Umwel
tzielen
Vermeidung erheblicher
Beeinträchtigungen (DNSH –
Do No Significant Harm)
Soziale
Mindest
standards
Taxonomie
konforme
Investitionsausga
ben (in % an den
Gesamtinvestitio
nsausgaben)
Investitionsausgaben (Mio. EUR) Anteil an Investitionsausgaben Klimaschutz Anpassung an den Klimawandel Klimaschutz Anpassung an den Klimawandel Gewässerschutz Vermeidung von Umweltverschmutzung Kreislaufwirtschaft Biodiversität Kategorie "Ermöglichende Tätigkeiten" Kategorie "Übergangstätigkeiten" 2022
A. Taxonomiefähige
Wirtschaftsaktivitäten
A.1. Taxonomie
konform
0,0 0% n.a n.a. n.a. n.a n.a n.a n.a n.a n.a
Summe 0,0 0%
A.2. Nicht taxonomie
konform
Aktivität 6.5:
Beförderung mit
Motorrädern,
Personenkraftwagen
und leichten
Nutzfahrzeugen
25,0 3 %
Aktivität 7.2:
Renovierung
bestehender Gebäude
24,7 3 %
Aktivität 7.7: Erwerb
und Eigentum von
Gebäuden
32,9 5 %
Aktivität 8.1:
Datenverarbeitung,
Hosting und damit
verbundene Tätigkeiten
0,7 0%
Summe 83,3 12 %
B. Nicht
taxonomiefähige
Aktivitäten
635,6 88 %
Gesamtsumme (A+B) 718,9 100 %

Gesamtinvestitionsausgaben laut EU-Taxonomie sind die Zugänge an Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten während des betrachteten Geschäftsjahres vor Abschreibungen und etwaigen Neubewertungen für das betreffende Geschäftsjahr und ohne Änderungen des beizulegenden Zeitwerts (IAS 16, 38, 40, 41, IFRS 16). Außerdem umfassen sie auch Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten, die aus Unternehmenszusammenschlüssen resultieren (Anwendung von IFRS). Die Gesamtinvestitionsausgaben belaufen sich für das Finanzjahr 2022 für HelloFresh auf 718,9 Mio. EUR gemäß den Seiten 71 (Sachanlagen) und 73 (Immaterielle Vermögenswerte) des Finanzberichts 2022 der Gruppe. Der erworbene Firmenwert ist nicht inbegriffen.

12 % der Investitionsausgaben werden laut Definition der EU-Taxonomie als taxonomiefähig betrachtet. Die Zahl entspricht den Ausgaben, die unter einer der folgenden Aktivitäten klassifiziert wurden:

  • Tätigkeit 6.5: Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen(Anhang I)
  • Tätigkeit 7.2: Renovierung bestehender Gebäude (Anhang I)
  • Tätigkeit 7.3: Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten (Anhang I)
  • Tätigkeit: 7.4: Installation, Wartung und Reparatur von Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Gebäuden und auf zu Gebäuden gehörenden Parkplätzen (Anhang I)
  • Tätigkeit 7.6: Installation, Wartung und Reparatur von Technologien für erneuerbare Energien (Anhang I)
  • Tätigkeit 7.7: Erwerb von und Eigentum an Gebäuden (Anhang I)
  • Tätigkeit 8.1: Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten (Anhang I)

Beispiele für diese Aktivitäten umfassen unter anderem den Bau und das Eigentum von neuen und bestehenden Auslieferungszentren, den Erwerb oder das langfristige Leasing von Fahrzeugen für unsere Last-Mile-Lieferflotte, und die Installation einer Photovoltaikanlage in einem unserer Auslieferungszentren im Jahr 2022.

In früheren Angaben haben wir Aktivitäten 6.5 und 6.6 austauschbar verwendet. In diesem Jahr vertreten wir den Standpunkt, dass Aktivität 6.5: "Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen" die HelloFresh-Aktivität beim Ausführen der Last-Mile-Lieferungen unserer Boxen an unsere Kunden besser verkörpert. Wir betrachten diese Boxen nicht mehr als Frachtgüter, weshalb Aktivität 6.6 entfernt wurde.

Im Vergleich zu früheren Angaben gab es keine Investitionsausgaben in Verbindung mit der "Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Regelung und Steuerung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden" (Aktivität 7.5). Ferner gab es keine Investitionsausgaben im Zusammenhang mit der "Sammlung und Beförderung von nicht gefährlichen Abfällen in an der Anfallstelle getrennten Fraktionen" (Aktivität 5.5). Für alle von uns eröffneten neuen Standorte werden vor Aufnahme der Betriebstätigkeit Recycling- und Spendenpartner identifiziert, weshalb alle Ausgaben in Verbindung mit dieser Aktivität jetzt unter die Definition von "Betriebsausgaben" (OpEx) fallen würden.

OpEx - Betriebsausgaben

Wesent
licher
Beitrag
zu
Umwelt
zielen
Vermeidung erheblicher
Beeinträchtigungen (DNSH –
Do No Significant Harm)
Soziale
Mindest
standards
Taxonomie
konforme
Betriebsausga
ben (in % an den
Gesamtbetriebs
ausgaben)
OpEx - Betriebsausgaben (Mio. EUR) Anteil an Betriebsausgaben Klimaschutz Anpassung an den Klimawandel Klimaschutz Abschwächung des Klimawandels Gewässerschutz Vermeidung von Umweltverschmutzung Kreislaufwirtschaft Biodiversität Kategorie "Ermöglichende Tätigkeiten" Kategorie "Übergangstätigkeiten" 2022
A. Taxonomiefähige
Wirtschaftsaktivitäten
A.1. Taxonomie
konform
0,0 0% n.a. n.a. n.a. n.a. n.a. n.a. n.a. n.a. n.a.
Summe 0,0 0%
A.2. Nicht taxonomie
konform
Aktivität 5.5:
Sammlung und
Beförderung von nicht
gefährlichen Abfällen
in getrennten
Fraktionen 1
3,2 2 %
Aktivität 5.7: Anaerobe
Vergärung von
Bioabfällen1
1,8 1 %
Aktivität 5.8:
Kompostierung von
Bioabfällen1
2,3 1 %
Aktivität 6.5:
Beförderung mit
Motorrädern,
Personenkraftwagen
und leichten
Nutzfahrzeugen
30,0 14 %
Aktivität 7.7: Erwerb
und Eigentum von
Gebäuden
40,5 19 %
Aktivität 8.1:
Datenverarbeitung,
Hosting und damit
verbundene
Tätigkeiten
10,7 5 %
Summe 88,5 42 %
B. Nicht
taxonomiefähige
Wirtschaftsaktivitäten
121,7 58 %
Gesamtsumme (A+B) 210,2 100 %

Laut Definition der EU-Taxonomie umfassen Gesamtbetriebsausgaben14 die direkten, nicht aktivierten Kosten, die für Forschung und Entwicklung, Gebäudesanierungen, kurzfristige Leasing-Verträge, Instandhaltung sowie alle anderen direkten Ausgaben anfallen, die mit der täglichen Wartung der Vermögenswerte der Sachanlagen seitens des Unternehmens oder Dritten in Verbindung stehen und für das kontinuierliche und effektive Funktionieren dieser Vermögenswerte erforderlich sind. Es wird darauf hingewiesen, dass Forschungs- und Entwicklungskosten, die bereits als Investitionsausgaben erfasst wurden, nicht als Betriebskosten verbucht werden (zum Beispiel Entwicklungskosten für immaterielle Vermögenswerte, IAS 38).

Die Betriebskostendefinition der Taxonomie ist restriktiv und darf nicht mit der üblicheren (und breiter gefassten) Definition von Betriebsausgaben (OpEx) bzw., im Falle von HelloFresh, mit Erfüllungskosten verwechselt werden. Gemäß der Definition der EU-Taxonomie betragen die Gesamtbetriebsausgaben für das Finanzjahr 2022 210,20 Mio. EUR.

42 % dieser Betriebsausgaben können den folgenden taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten zugeordnet werden:

  • Tätigkeit 5.5: Sammlung und Beförderung von nicht gefährlichen Abfällen in an der Anfallstelle getrennten Fraktionen (Anhang I)
  • Tätigkeit 5.7: Anaerobe Vergärung von Bioabfällen (Anhang I)
  • Tätigkeit 5.8: Kompostierung von Bioabfällen (Anhang I)
  • Tätigkeit 6.5: Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen (Anhang I)
  • Tätigkeit 7.7: Erwerb von und Eigentum an Gebäuden (Anhang I)
  • Tätigkeit 8.1: Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten (Anhang I)

Im Falle von HelloFresh umfassen diese Aktivitäten unter anderem die Reparatur und Wartung bestehender Auslieferungslager und anderer Gebäude, IT-Kosten wie Server-Mieten, und Kosten für Lebensmittelabfälle und getrenntes Recycling.

Wie bereits erwähnt, ist der Prozentsatz der taxonomiefähigen Betriebsausgaben ist augenscheinlich hoch, weil HelloFresh relativ wenig Betriebsausgaben vorweisen kann, die bezüglich des Nenners mit der restriktiven EU-Taxonomiedefinition für Betriebsausgaben in Einklang gebracht werden können und die angesichts des einschränkenden Charakters der Definition von "OpEx" bzw. "Betriebsausgaben" im Rahmen der EU-Taxonomie nicht taxonomiefähig wären.

Anmerkungen und Ausblick

Die vorangehende Analyse konzentriert sich darauf festzustellen, ob eine Aktivität (und daher die mit ihr verbundenen Umsätze, Investitions- und Betriebsausgaben) laut Taxonomie-Definition taxonomiefähig ist – oder einfacher ausgedrückt, ob eine Aktivität vorbehaltlich der Erfüllung spezifischer Kriterien das Potenzial hat, nachhaltig zu sein.

Der Konformitätsteil der Analyse konzentriert sich speziell darauf, ob eine bestimmte Aktivität in der Tat dieses bestimmte, spezifizierte Kriterium erfüllt und somit nachhaltig ist.

Um Taxonomiekonformität für eine bestimmte Aktivitäte zu etablieren, müssen drei technische Prüfkriterien erfüllt sein: (a) sie leisten einen wesentlichen Beitrag zu einem der zwei festgelegten

14 Die Definition der "anrechenbare OpEx" der Taxonomie umfasst nicht aktivierte F&E-Ausgaben im Nenner. Im Geschäftsjahr 2022 beliefen sich diese auf 120 Millionen Euro, von denen etwa 21 Millionen Euro ebenfalls als taxonomiefähig eingestuft wurden. Nicht aktivierte F&E-Kosten wurden aufgrund anhaltender Unsicherheiten und weiterer Klarstellungen in Bezug auf Taxonomie-Anforderungen und Definitionen nicht vollständig in den Nenner für die Offenlegungen des letzten Jahres (Geschäftsjahr 2021) einbezogen. Hätten wir diese Ausgaben mit eingerechnet und die gleichen Verhältnisse wie im Geschäftsjahr 20 22 angewandt, wäre der gesamte förderfähige OpEx-Prozentsatz im Geschäftsjahr 2021 auf 40 % geschätzt worden.

Umweltziele (Abschwächung des Klimawandels und Anpassung an den Klimawandel); (b) sie verursachen keine erhebliche Beeinträchtigung (Do No Significant Harm - DNSH) der anderen Umweltziele; und (c) sie entsprechen sozialen Mindeststandards in Bezug auf bestimmte soziale Aspekte.

Anlage A zu Anhang I der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 der Kommission vom 4. Juni 2021 zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates legt die allgemeine Komponente des Kriteriums der Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen (DNSH) in Bezug auf eine objektive Anpassung an den Klimawandel fest. Sie schreibt das Ausführen einer robusten, szenariobasierten Klimarisiko- und Schwachstellenanalyse im Berichtsjahr vor, die einer Reihe vorgegebener Schritte und Kriterien folgt. Die zu analysierenden Risiken sind in der EU-Taxonomie-Verordnung aufgeführt, die eine umfassende Liste mit chronischen und akuten Klimagefahren in Zusammenhang mit Temperatur, Wind, Wasser und Feststoffen enthält, die jeweils auf Tätigkeitsebene zu analysieren sind.

Zwar wurden im Rahmen der normalen HelloFresh-Risikobewertungsprozesse 2022 eine Reihe von auf das Klima und Wetter bezogene Risiken auf Konzernebene identifiziert und analysiert, diese umfassen jedoch nicht alle von der Taxonomie vorgeschlagenen Risiken in der zum Etablieren der Taxonomiekonformität ausreichenden Granularität.

Zudem beschreiben Anlagen B bis D zu Anhang I der oben genannten Verordnung die allgemeinen, auf die Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen ausgerichteten Kriterien (DNSH-Kriterien), die für drei der anderen Aktivitäten gelten, nämlich nachhaltige Nutzung und Schutz der Land- und Meeresressourcen, Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (speziell in Bezug auf die Verwendung und das Vorhandensein von Chemikalien) und den Schutz und die Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme. Darüber hinaus haben einige der taxonomiefähigen Aktivitäten von HelloFresh wie z. B. Aktivität 6.6: "Güterbeförderung im Straßenverkehr" (Anhang I) spezifische auf die Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen ausgerichtete Kriterien, die für jede einzelne Aktivität überprüft werden müssten. Angesichts der nur teilweisen Einhaltung der allgemeinen, auf die Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen ausgerichteten Kriterien in Bezug auf die Anpassung an den Klimawandel wurden keine weiteren Prüfungen zur Beurteilung der Einhaltung der anderen allgemeinen oder aktivitätsspezifischen DNSH-Kriterien durchgeführt.

Was die Kriterien für soziale Mindeststandards betrifft, basieren die Standards und Prozesse, die in der im November 2022 veröffentlichten "Ethical Trading Policy" des HelloFresh-Konzerns aufgeführt sind, zum Teil auf den entsprechenden Leitlinien (den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen, den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNGPs), der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit, und/oder der internationalen Menschenrechtscharta). Unsere Richtlinie zum ethischen Handel ("Ethical Trading Policy") definiert drei der vier Kernthemen, für welche die Einhaltung von Mindeststandards definiert werden sollte: Menschenrechte, einschließlich Arbeitnehmerrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung und fairer Wettbewerb.

Speziell für Menschenrechte legen die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen eine Reihe von Kriterien fest, an die Unternehmen sich zur Erfüllung sozialer Mindeststandards halten sollten. Eines dieser Kriterien ist die Anforderung, Due-Diligence-Prüfungen im Bereich der Menschenrechte durchzuführen, und zwar in einer Form, die für die Unternehmensgröße, die Art und den Kontext der Betriebstätigkeiten sowie für die Schwere der Risiken negativer menschenrechtlicher Auswirkungen angemessen ist. Zwar sieht die Ethical Trading Policy der HelloFresh-Gruppe das Recht zum Ausführen von Audits vor, doch wurde 2022 kein Due-Diligence-Bericht erstellt.

Wir haben berücksichtigt, dass das auf die Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen ausgerichtete Kriterium weitgehend ungeprüft ist und der soziale Mindeststandard nur teilweise erfüllt ist, bevor wir auf die Beurteilung des verbleibenden Konformitätskriteriums, d.h. "Erheblicher Beitrag zu einem der beiden festgelegten Umweltziele", übergegangen sind. Das Etablieren eines erheblichen Beitrags auf Aktivitätsbasis würde einen Nachweis anhand detaillierter technischer Kriterien erfordern. Ein derartiger Nachweis wäre häufig nur über Dritte erhältlich (Berater:innen, Lieferant:innen, Zertifizierungsfirmen, usw.) Da die mangelnde Konformität bereits durch den Mangel an voller Einhaltung der anderen beiden Kriterien

(Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen und soziale Mindeststandards) gegeben war, wurde 2022 keine Beurteilung des erheblichen Beitrags durchgeführt.

Demzufolge wurde in diesem Jahr keine Taxonomiekonformität etabliert. Im Berichtszeitraum 2023 werden weitere Analysen durchgeführt, um die Taxonomiekonformität der taxonomiefähigen Aktivitäten, die die Ziele "Abschwächung des Klimawandels" und "Anpassung an den Klimawandel" betreffen, sowie der vier zusätzlichen Ziele zu messen.

Die Delegierte Verordnung 2022/1214 vom 9.3.2022 zu den Themen Atomkraft und Erdgas ist für HelloFresh nicht anwendbar. Daher wird auf die Angabe der für diese Tätigkeiten spezifischen Meldebögen verzichtet.

Prüfungsvermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts

An den Aufsichtsrat der HelloFresh SE, Berlin

Wir haben den nichtfinanziellen Konzernbericht der HelloFresh SE, Berlin (im Folgenden "Gesellschaft" oder "HelloFresh"), und die mit ihm zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung des Mutterunternehmens, die in Form eines gesonderten Berichts außerhalb des Lageberichts veröffentlicht werden, (im Folgenden "nichtfinanzieller Bericht") für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des nichtfinanziellen Berichts für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 in Übereinstimmung mit §§ 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB und Artikel 8 der VERORDNUNG (EU) 2020/852 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088 (im Folgenden die "EU-Taxonomieverordnung") und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie mit deren eigener in Abschnitt "EU-Taxonomie" des nichtfinanziellen Berichts dargestellten Auslegung der in der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten enthaltenen Formulierungen und Begriffe.

Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur nichtfinanziellen Berichterstattung sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen nichtfinanziellen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines nichtfinanziellen Berichts zu ermöglichen, die frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (Manipulation des nichtfinanziellen Berichts) oder Irrtümern ist.

Die EU-Taxonomieverordnung und die hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte enthalten Formulierungen und Begriffe, die noch erheblichen Auslegungsunsicherheiten unterliegen und für die noch nicht in jedem Fall Klarstellungen veröffentlicht wurden. Daher haben die gesetzlichen Vertreter ihre Auslegung der EU-Taxonomieverordnung und der hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte im Abschnitt "EU-Taxonomie" des nichtfinanziellen Berichts niedergelegt. Sie sind verantwortlich für die Vertretbarkeit dieser Auslegung. Aufgrund des immanenten Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, ist die Rechtskonformität der Auslegung mit Unsicherheiten behaftet.

Sicherung der Unabhängigkeit und Qualität des Wirtschaftsprüfers

Bei der Durchführung des Auftrags haben wir die Anforderungen an Unabhängigkeit und Qualitätssicherung aus den nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen, insbesondere der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1), beachtet.

Verantwortung des Wirtschaftsprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über den nichtfinanziellen Bericht abzugeben.

Wir haben unsere betriebswirtschaftliche Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements ISAE 3000 (Revised) "Assurance Engagements Other Than Audits Or Reviews Of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, als Limited Assurance Engagement durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit begrenzter Sicherheit beurteilen können, ob uns Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der nichtfinanzielle Bericht der Gesellschaft in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit §§ 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB und der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie der in Abschnitt "EU-Taxonomie" des nichtfinanziellen Berichts dargestellten Auslegung durch die gesetzlichen Vertreter aufgestellt worden ist.

Bei einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers.

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:

  • Befragungen von für die Wesentlichkeitsanalyse verantwortlichen Mitarbeitern auf Gruppenebene, um ein Verständnis über die Vorgehensweise zur Identifizierung wesentlicher Themen und entsprechender Berichtsgrenzen von HelloFresh SE zu erlangen
  • Eine Risikoeinschätzung, einschließlich einer Medienanalyse, zu relevanten Informationen über die Nachhaltigkeitsleistung von HelloFresh SE in der Berichtsperiode
  • Einschätzung der Konzeption und der Implementierung von Systemen und Prozessen für die Ermittlung, Verarbeitung und Überwachung von Angaben, einschließlich der Konsolidierung der Daten, zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Bestechung
  • Beurteilung der Eignung der intern entwickelten Definitionen
  • Befragungen von Mitarbeitern auf Gruppenebene, die für die Ermittlung der Angaben zu Konzepten, Due-Diligence-Prozessen, Ergebnissen und Risiken, die Durchführung von internen Kontrollhandlungen und die Konsolidierung der Angaben verantwortlich sind
  • Einsichtnahme in ausgewählte interne und externe Dokumente
  • Analytische Beurteilung der Daten und Trends der quantitativen Angaben, welche zur Konsolidierung auf Gruppenebene von allen Standorten gemeldet wurden
  • Einschätzung der lokalen Datenerhebungs-, Validierungs- und Berichterstattungsprozesse sowie der Verlässlichkeit der gemeldeten Daten durch eine Stichprobenerhebung am Standort in Bleiswijk, Niederlande
  • Beurteilung des Prozesses zur Identifikation der taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Wirtschaftsaktivitäten und der entsprechenden Angaben in dem nichtfinanziellen Bericht
  • Einschätzung der Gesamtdarstellung der Angaben

Die gesetzlichen Vertreter haben bei der Ermittlung der Angaben gemäß Artikel 8 der EU-Taxonomieverordnung unbestimmte Rechtsbegriffe auszulegen. Aufgrund des immanenten Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, sind die Rechtskonformität der Auslegung und dementsprechend unsere diesbezügliche Prüfung mit Unsicherheiten behaftet.

Prüfungsurteil

Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der nichtfinanzielle Bericht der HelloFresh SE, Berlin, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit §§ 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB und der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie der in Abschnitt "EU-

Taxonomie" des nichtfinanziellen Berichts dargestellten Auslegung durch die gesetzlichen Vertreter aufgestellt worden ist.

Verwendungsbeschränkung / AAB-Klausel

Dieser Prüfungsvermerk ist an den Aufsichtsrat der HelloFresh SE, Berlin, gerichtet und ausschließlich für diesen bestimmt.

Dem Auftrag, in dessen Erfüllung wir vorstehend benannte Leistungen für den Aufsichtsrat der HelloFresh SE, Berlin, erbracht haben, lagen die Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2017 zugrunde (https://www.kpmg.de/bescheinigungen/ lib/aab.pdf). Durch Kenntnisnahme und Nutzung der in dem Prüfungsvermerk enthaltenen Informationen bestätigt jeder Empfänger, die dort getroffenen Regelungen (einschließlich der Haftungsbeschränkung auf EUR 4 Mio für Fahrlässigkeit in Ziffer 9 der AAB) zur Kenntnis genommen zu haben, und erkennt deren Geltung im Verhältnis zu uns an.

Berlin, den 13. März 2023 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Knorr Wirtschaftsprüfer ppa. Baumann