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Gurktaler AG Interim / Quarterly Report 2020

Jul 30, 2021

777_ir_2021-07-30_8122d130-1afc-4963-88cc-7c1f98f3d8b9.pdf

Interim / Quarterly Report

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HALBJAHRESFINANZBERICHT FÜR DEN ZEITRAUM 1.4. – 30.9.2020

I. KENNZAHLEN

1. HALBJAHR PER 30. SEPTEMBER 2020

Halbjahr per 30. September Abweichung
2020 2019 Absolut in%
Umsatz TEUR 493 481 12 2,5
Betriebsergebnis TEUR 262 254 8 3,1
Ergebnis nach Ergebnisanteilen TEUR 666 1.219 -553 -45,4
anderer Gesellschafter
Bilanzgewinn TEUR 8.852 8.051 801 9,9
Abschreibungen auf Sachanlagen TEUR 9 0 9 0
und immaterielle Vermögensgegenstände
Investitionen in Sachanlagen und 3 0 3 -
immat. Vermögensgegenst.
Cashflow gesamt TEUR 401 2.628 -2.227 -
davon Cashlow aus der TEUR 181 223 -42 -
laufenden Geschäftstätigkeit
MitarbeiterInnen per 30. September Anzahl 3 3 0 -
MitarbeiterInnen (im Jahresdurchschnitt) Anzahl 3 3 0 -
Vorzugsaktien per 30. September Anzahl 750.000 750.000 - -
Stammaktien per 30. September Anzahl 1.500.000 1.500.000 - -
Kurs Vorzugsaktien per 30. September EUR 9,20 10,30 - -
Kurs Stammaktien per 30. September EUR 9,10 10,00 - -

II. LAGEBERICHT

SEHR GEEHRTE DAMEN! SEHR GEEHRTE HERREN!

Nachfolgend finden Sie den Halbjahresfinanzbericht für das Geschäftsjahr 2020/2021 der Gurktaler AG, die seit dem 8. Februar 2013 an der Wiener Börse notiert.

Die Europäische Kommission hat im Juni prognostiziert, dass die Euroraumwirtschaft im Gesamtjahr 2020 um 8,7 % schrumpfen und im Jahr 2021 um 6,1 % zulegen wird. Die COVID-19 Pandemie hat auf alle für die Gurktaler AG relevanten Volkswirtschaften negative Auswirkungen, man geht aber von einer Erholung der Konjunktur im Jahr 2021 aus. Zur 2. Welle der Pandemie, den dadurch verordneten erneuten Einschränkungen des Wirtschaftslebens sowie negativen Effekten auf die gesamtwirtschaftlichen Zahlen liegen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts noch keine aktualisierten Werte vor.

Für die österreichische Wirtschaft wird ein BIP-Rückgang für das Jahr 2020 um 6,8 % vorhergesagt (Prognosestand vor 2. Lockdown). Im Jahr 2021 soll die Wirtschaft dann wieder um 4,4 % wachsen. Die Inflation wird in Österreich im Jahr 2020 nur bei 1,4 % liegen. Die seit Juli 2020 wirksame Mehrwertsteuersenkung in den von der COVID-19-Pandemie besonders betroffenen Branchen wie Gastronomie, Hotellerie und Kultur wird sich nicht auf die Inflation auswirken. Die Covid-19 Pandemie hat zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt (Quelle: OeNB). Wie sich der für November von der österreichischen Bundesregierung verhängte Lock-Down auf die Wirtschaft auswirken wird, kann - wie bei den europäischen Prognosen - auch für Österreich noch nicht vorhergesagt werden. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass der BIP-Rückgang für das Jahr 2020 über den ursprünglich errechneten 6,8 % liegen wird.

Die deutsche Wirtschaft erholte sich seit dem Corona bedingten ersten Lock-Down im Frühjahr 2020 Schritt für Schritt. So dürfte für das dritte Quartal das bei Weitem höchste Quartalswachstum, das jemals ermittelt wurde, ausgewiesen werden. Die Interimsprognose, die im September 2020 durchgeführt wurde, zeigt für das vierte Quartal des Jahres 2020, wenn auch verlangsamt, die Fortsetzung des Erholungsprozesses. Für das gesamte Jahr 2020 wird ein Rückgang des BIP von 5,4 % prognostiziert (Quelle: BMWI).

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt sind auch in Deutschland signifikant, allerdings zeigt sich bereits eine leichte Besserung. Die Erwerbstätigkeit ist wieder im Steigen und auch die Kurzarbeit verliert Monat für Monat an Bedeutung. Wie sich die Corona-Maßnahmen, die von der deutschen Bundesregierung ab November verhängt wurden, auswirken, ist derzeit noch ungewiss.

Für das Jahr 2020 geht die ungarische Regierung von einem Minus von 3,0%, die EU-Kommission gar von Minus 7,0% aus. Enorme Verluste verzeichneten die Branchen Tourismus, Gastronomie, kreative Industrie und Personenbeförderung. Die Regierung hat zahlreiche Maßnahmen zur Linderung der negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft eingeführt: Steuererleichterungen für bestimmte Sektoren, Steuersenkungen, Erleichterungen bei der Steueradministration, sowie ein Lohnförderungsprogramm. Zudem wurden Sondersteuern für Kreditinstitute und das Einzelhandelsgewerbe eingeführt (Quelle: WKO). Für das Jahr 2021 erwartet man wieder ein gesundes BIP-Wachstum von 6,0 % (Quelle: EC). Die Inflation im laufenden Kalenderjahr beträgt 3,4 % und soll im Jahr 2021 auf 3,5 % ansteigen. Ungarn wurde und wird von der 2. Welle der Pandemie wesentlich stärker getroffen, als dies noch in der 1. Phase der Fall war.

Der Forint-Kurs wird gegenüber dem EURO seit Jänner 2020 stetig schwächer, was an einer generellen Schwächung der Währungen der sogenannten Emerging Markets liegt. Zum Stichtag 30.9.2020 lag der Kurs des ungarischen Forint bei EUR/HUF 364,28. Bis zum Jahresende wird ein EUR/HUF Wechselkurs um einen Wert von EUR/HUF 355 prognostiziert, wobei die Prognosen nicht mit den jüngsten Entwicklungen Schritt halten.

Die Ziele der Gesellschaft orientieren sich an der langfristigen Unternehmensstrategie und konzentrieren sich in erster Linie auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes.

Wir arbeiten an einer stetigen Weiterentwicklung des bestehenden Markenportfolios unter Berücksichtigung der traditionellen Markenwerte sowie der Möglichkeit, diese international auszubauen.

UMSATZ

Die Umsatzerlöse aus der Verpachtung des operativen Geschäfts mit den Marken Gurktaler Alpenkräuter, Leibwächter und Rossbacher betrugen im 1. Halbjahr des Wirtschaftsjahres 493 TEUR nach 481 TEUR im Vorjahr.

Die Umsatzentwicklung des zugrundeliegenden, verpachteten Geschäfts zeigt nach 2 Quartalen insgesamt ein Wachstum gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 2,5 %. Die Absätze der Marken Gurktaler Alpenkräuter, Leibwächter und Rossbacher stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 11,5 % an, da vor allem in Österreich sehr preisaggressive Aktionen im Lebensmitteleinzelhandel umgesetzt wurden. Bei den Exporten konnten im Berichtszeitraum alle Marken ein Wachstum erzielen.

Aufgrund der Dominanz des Weihnachtsgeschäfts in diesem Segment und wegen der Unsicherheiten betreffend die Entwicklung der Corona-Pandemie kann zu diesem Zeitpunkt noch keine aussagekräftige Prognose zu den Umsätzen aus Verpachtung für das gesamte Wirtschaftsjahr getroffen werden.

ERGEBNIS

Das Betriebsergebnis betrug zum 30.9.2020 TEUR 262 gegenüber TEUR 254 im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dem gestiegenen Pachtertrag um TEUR 12 standen inflationsbedingte Kostensteigerungen von TEUR 4 gegenüber.

Der Gewinn vor Unternehmenssteuern unter Berücksichtigung des Gewinnanteils sank von TEUR 1.244 im Vorjahr auf nunmehr TEUR 801.

Einen wesentlichen Einfluss auf den Gewinnanteil der at Equity konsolidierten Unternehmen hat der Teilkonzern der Firma Zwack Unicum NYRT. Der Bruttoumsatz dieser Firma lag bei 10,7 Milliarden ungarischen Forint und sank damit COVID-19 bedingt und hier hauptsächlich in der Gastronomie um 12,3 % gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoumsatz bereinigt um Verbrauchssteuern lag mit 5,7 Milliarden ungarischen Forint um 11,5 % unter dem Wert des Vorjahrs.

Insgesamt ist der Spirituosenmarkt in Ungarn im Lebensmittelhandel von April bis September gegenüber dem Vorjahr im Absatz um 5 % bzw. im Wert um 10, 3 % gewachsen. Durch die höhere sogenannte Gesundheitssteuer ist der ungarischen Markt für alkoholische Getränke im Premium Sektor nach einem stetigen Wachstum vergangener Jahre nunmehr stagnierend, da insbesondere der Marktführer Zwack Unicum überproportional von dieser Steuer betroffen war.

Die Ertragsziffern aus dem operativen Bereich (EBIT) des 1. Halbjahres lagen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres in Summe mit HUF 0,8 um 3,4 % unter dem EBIT des Vorjahres.

Das Ergebnis nach Steuern (PAT) von Zwack Unicum Nyrt. lag gemäß IFRS im Berichtszeitraum bei HUF 0,7 Mrd. nach HUF 0,7 Mrd. im Vorjahr und ist somit dennoch konstant geblieben.

Durch die Wichtigkeit des bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts lassen sich derzeit noch keine Aussagen über das voraussichtliche Ergebnis zum Jahresende treffen. Die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie stellen nach wie vor eine große Herausforderung dar, die alle für die Gurktaler AG wichtigen Volkswirtschaften betrifft. Nach aktuellem Stand wird das Ergebnis unter erheblich unter dem Niveau des Vorjahres liegen und auch die Ausschüttungspolitik könnte wie im vergangenen Jahr zwecks Schaffung von Liquiditätsreserven unter dem Niveau vergangener Jahre liegen.

Die Underberg GmbH & Co KG schloss das Wirtschaftsjahr 2019/2020 mit einem Gewinn ab. Der Ergebnisanteil an der Underberg GmbH & Co KG aus dem Wirtschaftsjahr 2019/2020 beträgt rund 89 TEUR nach TEUR 504 im Vorjahr und ist im Finanzergebnis enthalten. Neben geringeren Beteiligungserträgen dieser Gesellschaft führten einmalige Aufwendungen einer Anleiheemission zum geringeren Ergebnisanteil.

Das Periodenergebnis der Gurktaler AG per 30.9. im Wirtschaftsjahr 2020/2021 beträgt nach Ertragssteuern TEUR 666 nach TEUR 1.219 im Vorjahr und ist somit um TEUR 553 bzw. 45,5 % gesunken.

Der Bilanzgewinn kumulierte sich von TEUR 8.051 TEUR im Vorjahr auf nunmehr TEUR 8.852.

VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR

Das Eigenkapital zum Halbjahresstichtag 30.9.2020 betrug EUR 30,4 gegenüber EUR 29,9 Mio. zum Bilanzstichtag per 31.3.2020 sowie EUR 29,7 Mio. zum Vergleichszeitpunkt des Vorjahres. Die Gurktaler AG verfügt mit einer Eigenmittelquote von 96,8 % (97,2 % zum Bilanzstichtag per 31.3.2020 sowie 97,9 % per 30.9.2019) über eine solide Eigenmittelausstattung.

Die Bilanzsumme per 30.9.2020 belief sich auf EUR 31,4 Mio. Zum Bilanzstichtag per 31.3.2020 lag die Bilanzsumme bei EUR 30,8 Mio., zum 30.9.2019 bei EUR 30,3 Mio. Der Zuwachs erklärt sich aus dem Beteiligungsansatz für Zwack Unicum NYRT sowie den kumulierten Bilanzgewinnen.

Die Aktiva sind bei den Anteilen an assoziierten Unternehmen (Zwack) in Höhe von EUR 12,8 Mio. entsprechend den oben angeführten Veränderungen durch die im Verhältnis zum zurechenbaren Gesamtergebnis niedrigere Dividendenausschüttung beim at Equity konsolidierten Teilkonzern Zwack gegenüber dem Vorjahr (EUR 11,7 Mio.) gestiegen. Gegenüber dem 31.03.2020 sind die Anteile an Zwack durch die reduzierte Dividendenausschüttung um EUR 0,4 Mio. gestiegen. Es bestehen noch stichtagsbezogene, sonstige Forderungen aus einer vertraglich geregelten Rahmenfinanzierungsvereinbarung mit der Schlumberger Gruppe in Höhe von rund EUR 2,2 Mio.

Bei den Passiva gibt es – wie auch zum 31.3.2020 und 30.9.2019 per 30.9.2020 keine wesentlichen langfristigen Bankverbindlichkeiten.

CASHFLOW

Der Nettozahlungsmittelfluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit ist hauptsächlich durch die Veränderungen bei den Pachterträgen sowie dem operativen Ergebnis bedingt. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit wird um die nicht zahlungswirksamen Posten, und hier hauptsächlich um die Gewinnanteile des at-Equity-konsolidierten Teilkonzerns Zwack bereinigt, wo es die größten Veränderungen gibt. Im Cashflow der Investitionstätigkeit werden vor allem die Gegebenen Darlehen an Dritte (Schlumberger) sowie die erhaltenen Dividenden des at Equity konsolidierten Teilkonzerns Zwack dargestellt.

Gab es im Vorjahr einen positiven Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit durch rückgeführte Darlehen an Dritte von EUR 0,8 Mio., welche die geleisteten Dividendenzahlung von EUR 0,4 Mio. mehr als kompensierten, so ist nunmehr die geleistete Dividende in Höhe von EUR 0,2 Mio. die Ursache für den negativen Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in selbiger Höhe.

INVESTITIONEN

Es gab im ersten Halbjahr des Wirtschaftsjahres keine Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte.

MITARBEITER

Die Gurktaler AG beschäftigte im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres unverändert durchschnittlich 3 Arbeitsnehmerinnen. Zum Stichtag 30.9.2020 waren ebenso unverändert 3 Arbeitnehmerinnen beschäftigt.

NAHESTEHENDE PERSONEN UND UNTERNEHMEN

Der Konzern wird von der H. Underberg Albrecht GmbH & Co Verwaltungs- und Vertriebs KG; Deutschland, beherrscht, die mehr als 75 % der Stammaktien (mehr als 50 % der Gesamtaktien) des Konzerns hält. Sämtliche Unternehmen des Underberg-Konzerns sind nahestehende Unternehmen.

TABELLE NAHESTEHENDE PERSONEN UND UNTERNEHMEN

April – Sept. 2020 April – Sept. 2019
Verbundene Unternehmen Verbundene Unternehmen
in TEUR assoziierte übergeordneter assoziierte übergeordneter
Unternehmen Konzern Unternehmen Konzern
Umsatzerlöse 5 0 5 0
Sonstige Erträge 3 142 3 138
per 30.9.2020 per 30.9.2019
Forderungen 65 1.192 11 1.238
Verbindlichkeiten 0 13 0 13

AUSBLICK

Für das Geschäft mit den Kräuterspirituosen geht man von einer stabilen Absatz- und Umsatzentwicklung für das laufende Geschäftsjahr aus.

Die Entwicklung der Finanzbeteiligungen ist aus heutiger Sicht schwierig zu prognostizieren. Die Kursentwicklung des ungarischen Forint ist derzeit schwach. Der Geschäftsverlauf von Zwack wird bedingt durch die Corona-Krise zu einem rückläufigen Ergebnis führen. Über die Höhe und den Zeitpunkt der Dividende für das Wirtschaftsjahr 2020/21 kann zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Aussage getroffen werden.

Das auf die Underberg GmbH & Co KG entfallende Ergebnis im Wirtschaftsjahr 2019/2020, das in das Ergebnis der Gurktaler AG im Wirtschaftsjahr 2020/2021 einfließt, liegt mit TEUR 89 unter jenem des Vorjahres. Diese Gesellschaft ist nicht veröffentlichungspflichtig. Die Entwicklung der Underberg GmbH & Co KG wird, wie jene der Finanzbeteiligung in Ungarn, von der Covid-19 Krise betroffen werden. Aufgrund der bestehenden ausreichenden Reserven der Gesellschaft ist diese jedoch nicht in ihrem Bestand gefährdet.

Ein Rückschluss auf das Ergebnis zum Jahresende ist zum aktuellen Zeitpunkt aufgrund der wesentlichen Bedeutung des Weihnachtsgeschäfts sowie der schwer abzuschätzenden Auswirkungen der COVID19-Pandemie nicht möglich.

EREIGNISSE VON BESONDERER BEDEUTUNG NACH DEM STICHTAG 30.9.2020

Mit Wirkung zum 25.11.2020 unterzeichnet die Leibwächter Kräuter GmbH, eine Tochter der Gurktaler AG, die Veräußerung an die Marussia-Gruppe, zu der auch die Schlumberger AG gehört. Mit diesem Schritt strafft das Unternehmen sein Markenportfolio und konzentriert sich künftig verstärkt auf die Weiterentwicklung der beiden österreichischen Traditionsmarken Gurktaler Alpenkräuter und Rossbacher.

Im Zuge des Verkaufs erfolgt auch die gesellschaftsrechtliche Entflechtung der Gurktaler AG von der Schlumberger AG, da mit Closing des Verkaufsprozesses die von Marussia Beverages AG gehaltenen 145.636 Stammaktien an der Gurktaler AG an die Verkäuferin, die Leibwächter Kräuter GmbH, übertragen werden. Der Verkaufserlös eröffnet der Gurktaler Gruppe zusätzliche strategische Optionen für die Zukunft.

DIE GURKTALER AKTIE

AKTIENSTRUKTUR

Mehr als 75 % der insgesamt 1.500.000 Stammaktien sind im Eigentum der H. Underberg Albrecht GmbH & Co Verwaltungsund Vertriebs KG, Rheinberg, Deutschland, die somit ein Kernaktionär ist. 9,7 % aller Stammaktien werden zum Stichtag 30.9.2020 von der Marussia Beverages AG, Schweiz gehalten. Die restlichen Stammaktien mit einem Stimmrechtsanteil von 15,2 % befinden sich im Streubesitz. Es befinden sich 750.000 Vorzugsaktien im Streubesitz.

Gegenüber dem Bilanzstichtag am 31.3.2020 hat sich der Börsenwert der Gurktaler AG von EUR 22,9 Mio. um rd. 10,2 % auf EUR 20,6 Mio. reduziert. Während der Wert der Vorzugsaktien von EUR 8,90 auf EUR 9,20 je Aktie gestiegen ist, fiel der Kurs der Stammaktien von EUR 10,80 auf EUR 9,10 und somit unter jenen der Vorzugsaktien.

AKTIENRÜCKKAUFPROGRAMM

In der 6. ordentlichen Hauptversammlung am 11. September 2018 wurde eine Rückkaufermächtigung durch den Vorstand der Gurktaler AG beschlossen. Das Aktienrückkaufprogramm läuft vom 11. September 2018 bis zum 10. März 2021 und bezieht sich auf Inhaber lautende Stückaktien der Gurktaler AG. Zum Stichtag 30.9.2020 hatte die Gesellschaft keine Aktien zurückgekauft.

TABELLE GURKTALER AKTIE IM ÜBERBLICK

Kurs 31.3.2020 Höchstkurs Tiefstkurs Kurs 30.9.2020
in EUR in EUR in EUR in EUR
Vorzugsaktie ISIN AT0000A0Z9H1 8,90 9,30 8,00 9,20
Stammaktie ISIN AT0000A0Z9G3 10,80 15,00 9,10 9,10

RISIKOBERICHT

Der Vorstand der Gurktaler AG hat ein umfangreiches, effizientes Risikomanagement etabliert. Ziel diese Risikomanagements ist es, den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern und mögliche "Störfaktoren" rechtzeitig zu erkennen. Da sich die Geschäftstätigkeit der Gurktaler AG aus der Verpachtung des operativen Geschäfts der drei Kräuterspirituosenunternehmen Gurktaler Alpenkräuter GmbH, "Rossbacher" Vertriebs GmbH und Leibwächter Kräuter GmbH an die Schlumberger Gruppe sowie aus Finanzbeteiligungen an den Kräuterspirituosenunternehmen Peter Zwack & Consorten Handels-AG (damit indirekt an der Zwack Unicum Nyrt., Budapest) und an der Underberg GmbH & Co KG zusammensetzt, lag der Fokus des Risikomanagements auf der Analyse der Pachtverträge und deren Absicherung, unter anderem um die Warenverfügbarkeit zu gewährleisten sowie der Bestimmung der Risikofunktion und sonstiger Funktionen der Gurktaler AG bei den oben angeführten Kräuterspirituosenherstellen.

Ferner befasste sich das Risikomanagement mit den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf die Geschäftsentwicklung der Finanzbeteiligungen aber auch auf die Auswirkungen auf die Pachterträge. Das Risiko für das operative Geschäfts liegt bei der Pächterin, der Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH.

Ein weiteres Thema des Risikomanagements war das Beobachten und die Absicherung des Kurses des ungarischen Forint, der die Beteiligungserträge aus der Peter Zwack & Consorten Handels-AG wesentlich beeinflusst.

III. VERKÜRZTER KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

KONZERNBILANZ ZUM 30. SEPTEMBER 2020

30.9.2020 31.3.2020 30.9.2019
TEUR TEUR TEUR
AKTIVA
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 73 78 0
Immaterielle Vermögenswerte 4.032 4.032 4.032
Anteile an assoziierten Unternehmen 12.767 12.328 11.666
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 2.914 2.914 2.914
Sonstige Forderungen 3 3 3
19.789 19.355 18.615
Kurzfristige Vermögenswerte
Lieferforderungen 294 215 288
Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen 1.257 1.093 1.249
Sonstige Forderungen 2.195 2.642 13
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 402 1 2.630
4.148 3.951 4.180
als zur Veräußerung gehalten eingestufte Vermögenswerte 7.500 7.500 7.500
11.648 11.451 11.680
SUMME AKTIVA 31.437 30.806 30.295
PASSIVA
Konzerneigenkapital
den Anteilsinhabern der Muttergesellschaft zurechenbares Eigenkapital
Grundkapital 4.500 4.500 4.500
Kapitalrücklagen 17.139 17.139 17.139
Rücklage Neubewertungseffekte Abfertigungen -52 -52 -36
Angesammelte Ergebnisse 8.845 8.352 8.051
30.432 29.946 29.654
Langfristige Schulden
Finanzverbindlichkeiten 45 53 0
Passive latente Steuern 434 414 352
Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitsnehmern 119 115 90
598 582 442
Kurzfristige Schulden
Finanzverbindlichkeiten 32 32 0
Lieferverbindlichkeiten 52 34 34
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 0 0 13
Sonstige Verbindlichkeiten 235 212 152
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 88 0 0
4078 278 199
SUMME PASSIVA 31.437 30.806 30.295

KONZERGESAMTERGEBNISRECHNUNG VOM 1. APRIL 20120 BIS 30. SEPTEMBER 2020

1. HJ 1. HJ
2020/2021 2019/2020
TEUR TEUR
Umsatzerlöse 493 481
Sonstige betriebliche Erträge 147 140
Personalaufwand -187 -176
Aufwand für Abschreibungen und Wertminderungen -9 0
Sonstige betriebliche Aufwendungen -182 -191
Betriebsergebnis 262 254
Gewinn- und Verlustanteile von assoziierten Unternehmen 440 483
die nach der Equity-Methode bilanziert werden
Finanzierungserträge 99 508
Finanzierungsaufwendungen 0 -1
Ergebnis vor Ertragsteuern 801 1.244
Ertragsteuern -135 -25
Periodenergebnis 666 1.219
Ergebnis je Aktie aus dem Periodenergebnis, das den Anteilsinhabern des
Mutterunternehmens im Geschäftsjahr zusteht (in EUR je Aktie) 0,30 0,54
Periodenergebnis 666 1.219
Posten, die nicht ins Periodenergebnis umgegliedert werden können:
Neubewertungseffekte gemäß IAS 19 0 0
Steuern auf Neubewertungseffekte gemäß IAS 19 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0
Konzerngesamtergebnis 666 1.219

VERKÜRZTE KONZERNGELDFLUSSRECHNUNG ZUM 30. SEPTEMBER 2020 UND 30. SEPTEMBER 2019

2020 2019
TEUR TEUR
Liquide Mittel zum 1.4. 1 2
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 181 223
Cashflow aus Investitionstätigkeit 408 2.004
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -188 401

Liquide Mittel zum 30.9. 402 2.630

VERKÜRZTE KONZERNEIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG FÜR DAS 1. HALBJAHR 2020/2021 UND DAS 1. HALBJAHR 2019/2020

den Anteilsinhabern der Muttergesellschaft zurechenbares Eigenkapital
TEUR
Stand am 31.3.2019 28.795
Dividendenzahlungen -360
Jahresergebnis 1.219
Sonstiges Ergebnis der Periode:
Neubewertungseffekt gemäß IAS 19 0
Steuern darauf 0
Stand am 30.9.2019 29.654
Stand am 31.3.2020 29.946
Dividendenzahlungen -180
Jahresergebnis 666
Sonstiges Ergebnis der Periode:
Neubewertungseffekt gemäß IAS 19 0
Steuern darauf 0
Stand am 30.9.2020 30.432

GRUNDLEGENDE INFORMATIONEN

Die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, Österreich, ist ein Tochterunternehmen der H. Underberg-Albrecht GmbH & Co Verwaltungs- und Vertriebs KG, Rheinberg. Die H. Underberg-Albrecht GmbH & Co Verwaltungs- und Vertriebs KG ist zu 100 % im Besitz der Semper idem GmbH, Rheinberg. Der Sitz der Gurktaler AG ist in Österreich, 1190 Wien, Heiligenstädter Straße 43. Die Gurktaler Aktiengesellschaft notiert an der Wiener Börse. Der Konzernzwischenabschluss ist in tausend Euro (TEUR) aufgestellt.

GRUNDLAGEN UND METHODEN

Der Zwischenabschluss zum 30. September 2020 wurde in Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34 und in Anwendung des § 245a UGB nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen, von der Europäischen Union übernommenen International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Der Zwischenabschluss wurde weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind grundsätzlich konsistent mit jenen aus dem Konzernabschluss zum 31. März 2020 und in diesem beschrieben.

Im vorliegenden, verkürzten konsolidierten Zwischenbericht für das 1. Halbjahr 2020/2021 wurden keine neuen bzw. geänderten IFRSs und IFRICs angewandt.

SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, ist ausschließlich in einem einzigen Geschäftssegment tätig, nämlich der Verpachtung der Geschäftsbetriebe Rossbacher, Leibwächter und Gurktaler im Inland. Die Umsatzerlöse betreffen den Pachtzins.

Wien, 2. Dezember 2020

Mag. Karin Trimmel Vorstand

IV. ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Ich bestätige nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte, verkürzte Konzernzwischenabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Halbjahreslagebericht des Konzerns ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss, bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres und bezüglich der offen zu legenden wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen vermittelt.

Wien, 2. Dezember 2020

Mag. Karin Trimmel Vorstand

FINANZKALENDER 2020/2021

    1. Dezember 2020 Halbjahresfinanzbericht für das Geschäftsjahr 2020/2021
    1. Juni 2021 Veröffentlichung der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2020/2021
  • Juli 2021 Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 2020/2021
    1. September 2021 9. ordentliche Hauptversammlung
    1. September 2021 Dividenden-Ex-Tag
    1. September 2021 Nachweisstichtag Dividende
    1. September 2021 Dividendenzahltag

IMPRESSUM

DISCLAIMER

Dieser Halbjahresfinanzbericht wurde mit größtmöglicher Sorgfalt und unter gewissenhafter Prüfung sämtlicher Daten erstellt. Satz- und Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Bestimmte Aussagen in diesem Bericht sind "zukunftsgerichtete Aussagen". Diese Aussagen, welche die Wörter "glauben", "beabsichtigen", "erwarten" und Begriffe ähnlicher Bedeutung enthalten, spiegeln die Ansichten und Erwartungen der Gesellschaft wider und unterliegen Risiken und Unsicherheiten, welche die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich beeinträchtigen können. Der Leser sollte daher nicht unangemessen auf diese zukunftsgerichteten Aussagen vertrauen. Die Gesellschaft ist nicht verpflichtet, das Ergebnis allfälliger Berichtigungen der hierin enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, außer dies ist nach anwendbarem Recht erforderlich.

GESCHLECHTSNEUTRALE FORMULIERUNG

Aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit wird bei personenbezogenen Begriffen wie "Aktionäre" oder "Arbeitnehmer" auf die geschlechtsspezifische Differenzierung sowie auf die durchgängige Verwendung von akademischen Titeln verzichtet.

HERAUSGEBER

Gurktaler Aktiengesellschaft Heiligenstädter Straße 43, 1190 Wien Tel. +43/1/367 08 49-0 Fax +43/1/367 08 49-340 [email protected] http://gruppe.gurktaler.at Geschäftssitz: Wien Reg. beim HG Wien unter FN 389840 w