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Grenke AG

Quarterly Report Aug 11, 2022

189_rns_2022-08-11_703dc2f0-87a7-4c01-ba86-cb99e0a4ab6e.html

Quarterly Report

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Finanzbericht: 31134892

GRENKE AG

Baden-Baden

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022

2. QUARTAL UND Q1-Q2 2022

FINANZBERICHT

Konzernkennzahlen

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EINHEIT Q2 2022 Q2 2021 VERÄNDERUNG (%) Q1-Q2 2022 Q1-Q2 2021
NEUGESCHÄFT LEASING TEUR 587.434 398.629 47,4 1.086.672 764.464
DACH * TEUR 139.924 111.058 26,0 257.922 215.389
Westeuropa (ohne DACH) * TEUR 149.613 109.599 36,5 281.404 208.044
Südeuropa * TEUR 157.927 91.294 73,0 289.871 174.707
Nord- /​ Osteuropa * TEUR 107.234 65.795 63,0 197.983 122.996
Übrige Regionen * TEUR 32.736 20.883 56,8 59.492 43.328
NEUGESCHÄFT FACTORING TEUR 191.509 175.215 9,3 366.565 330.628
davon Deutschland TEUR 42.303 56.441 -25,0 85.264 107.275
davon International TEUR 149.206 118.774 25,6 281.301 223.353
NEUGESCHÄFT BANK
KMU-Kreditgeschäft inkl. Mikrokreditgeschäft TEUR 13.636 6.115 123,0 29.440 20.851
DECKUNGSBEITRAG 2 (DB2) DES NEUGESCHÄFTS
LEASING TEUR 93.189 72.137 29,2 176.429 143.643
DACH * TEUR 16.981 14.257 19,1 32.466 29.121
Westeuropa (ohne DACH) * TEUR 25.400 21.038 20,7 49.101 42.385
Südeuropa * TEUR 25.493 18.832 35,4 47.530 36.799
Nord- /​ Osteuropa * TEUR 19.339 13.048 48,2 35.950 24.855
Übrige Regionen * TEUR 5.976 4.962 20,4 11.382 10.483
SONSTIGE ANGABEN LEASING
Anzahl der Neuverträge Stück 72.192 56.078 28,7 134.098 105.291
Mittlerer Anschaffungswert TEUR 8,1 7,1 14,5 8,1 7,3
Mittlere Vertragslaufzeit zum Periodenende Monate 47,9 47,9 -0,0 47,9 47,9
Vermietvolumen zum Periodenende Mio. EUR 8.874 8.766 1,2 8.874 8.766
Anzahl der laufenden Verträge zum Periodenende Stück 1.005.887 987.083 1,9 1.005.887 987.083

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VERÄNDERUNG (%)
NEUGESCHÄFT LEASING 42,1
DACH * 19,7
Westeuropa (ohne DACH) * 35,3
Südeuropa * 65,9
Nord- /​ Osteuropa * 61,0
Übrige Regionen * 37,3
NEUGESCHÄFT FACTORING 10,9
davon Deutschland -20,5
davon International 25,9
NEUGESCHÄFT BANK
KMU-Kreditgeschäft inkl. Mikrokreditgeschäft 41,2
DECKUNGSBEITRAG 2 (DB2) DES NEUGESCHÄFTS
LEASING 22,8
DACH * 11,5
Westeuropa (ohne DACH) * 15,8
Südeuropa * 29,2
Nord- /​ Osteuropa * 44,6
Übrige Regionen * 8,6
SONSTIGE ANGABEN LEASING
Anzahl der Neuverträge 27,4
Mittlerer Anschaffungswert 11,6
Mittlere Vertragslaufzeit zum Periodenende -0,0
Vermietvolumen zum Periodenende 1,2
Anzahl der laufenden Verträge zum Periodenende 1,9

* Regionen: DACH: Deutschland, Österreich, Schweiz

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EINHEIT Q2 2022 Q2 2021 VERÄNDERUNG (%) Q1-Q2 2022 Q1-Q2 2021
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Zinsergebnis TEUR 87.458 94.490 - 7,4 175.265 189.607
Schadensabwicklung und Risikovorsorge TEUR 28.071 39.532 - 29,0 59.652 84.123
Gesamtkosten /​ -aufwand TEUR 68.115 62.568 8,9 132.555 126.434
Operatives Ergebnis TEUR 28.019 28.190 - 0,6 53.655 47.875
EBT (Gewinn vor Steuern) TEUR 28.554 24.134 18,3 55.566 42.410
GEWINN TEUR 20.922 18.264 14,6 41.459 32.251
ERGEBNIS STAMMAKTIONÄRE TEUR 21.726 18.493 17,5 33.614 23.974
ERGEBNIS HYBRIDKAPITALGEBER TEUR 0 0 N.A. 9.082 9.404
ERGEBNIS NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE TEUR - 804 - 229 - 251,1 - 1.237 - 1.127
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) EUR 0,46 0,40 15,0 0,72 0,52
Cost-Income-Ratio Prozent 54,0 47,0 14,9 53,3 48,3
Personalaufwand TEUR 35.040 33.337 5,1 68.015 65.011
davon Gesamtvergütung TEUR 28.786 27.891 3,2 55.911 53.919
davon fixe Vergütung TEUR 24.141 22.795 5,9 46.214 42.946
davon variable Vergütung TEUR 4.645 5.096 - 8,9 9.697 10.973
Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter nach Vollzeitäquivalent (VZÄ) Personen 1.846 1.788 3,2 1.831 1.795

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VERÄNDERUNG (%)
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Zinsergebnis - 7,6
Schadensabwicklung und Risikovorsorge - 29,1
Gesamtkosten /​ -aufwand 4,8
Operatives Ergebnis 12,1
EBT (Gewinn vor Steuern) 31,0
GEWINN 28,6
ERGEBNIS STAMMAKTIONÄRE 40,2
ERGEBNIS HYBRIDKAPITALGEBER - 3,4
ERGEBNIS NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE - 9,8
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) 38,5
Cost-Income-Ratio 10,4
Personalaufwand 4,6
davon Gesamtvergütung 3,7
davon fixe Vergütung 7,6
davon variable Vergütung - 11,6
Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter nach Vollzeitäquivalent (VZÄ) 2,0

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EINHEIT 30.06.2022 31.12.2021 VERÄNDERUNG (%)
BILANZ
Bilanzsumme Mio. EUR 6.372 6.661 - 4,3
Leasingforderungen Mio. EUR 5.128 5.119 0,2
Finanzschulden: Davon Einlagevolumen GRENKE BANK AG Mio. EUR 1.108 1.412 - 21,5
Bilanzielles Eigenkapital 1 Mio. EUR 1.289 1.269 1,6
Eigenmittel nach CRR Mio. EUR 1.197 1.122 6,7
Eigenkapitalquote Prozent 20,2 19,1 5,8
Embedded Value, Leasingportfolio (exkl. Eigenkapital vor Steuern) Mio. EUR 466 485 - 3,9
Embedded Value, Leasingportfolio (inkl. Eigenkapital nach Steuern) Mio. EUR 1.602 1.597 0,3

1 Beinhaltet AT--Anleihen (Hybridkapital), die unter IFRS als Eigenkapital ausgewiesen werden

Auf einen Blick

DIVERSIFIZIERUNG:

PORTFOLIO LEASINGNEUGESCHÄFT

IT-PRODUKTE IM DETAIL

KENNZAHLEN Q1 - Q2 2022:

KONZERNGEWINN 41,5 Mio. EUR

GEWINN JE AKTIE 0,72 EUR

EIGENKAPITALQUOTE 20,2 Prozent

REFINANZIERUNGSBASIS:

DREI SÄULEN: REFINANZIERUNGSMIX DES GRENKE KONZERNS

AKTIONÄRSSTRUKTUR:

* Komplementär: Grenke Vermögensverwaltung GmbH

Die obenstehenden Angaben sind ohne Gewähr und basieren auf denen von der Gesellschaft erhaltenen Stimmrechtsmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WPHG).

Verkürzter Konzernzwischenlagebericht

1. Grundlagen des Konzerns

1.1 GRENKE im Überblick

Der GRENKE Konzern agiert als globaler Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Neben dem Kerngeschäft, dem Leasinggeschäft, bietet der Konzern seinen Kunden Factoringlösungen und Bankdienstleistungen an. Die schnelle und einfache Abwicklung sowie der persönliche Kontakt zu Kunden und Partnern stehen dabei im Mittelpunkt. -978 in Baden-Baden gegründet, ist das Unternehmen zum 30. Juni 2022 mit über -.800 Mitarbeitenden (in Vollzeitäquivalenten) in 33 Ländern weltweit aktiv.

1.2 Geschäftsmodell

Im Leasinggeschäft konzentriert sich der GRENKE Konzern überwiegend auf das sogenannte Small-Ticket-Leasing, d. h. Leasingverträge mit einem Anschaffungswert von unter 25 TEUR, auf die im ersten Halbjahr 2022 - wie in den Vorjahren - ein Anteil von über 90 Prozent aller Leasingverträge entfiel. Der Schwerpunkt des Leasingportfolios liegt im Bereich der IT- und Bürokommunikationsprodukte. Darüber hinaus hat der Konzern sein Geschäftsmodell in den vergangenen Jahren auf weitere Produktgruppen, wie kleine Maschinen und Anlagen, medizintechnische Geräte oder Sicherheitsgeräte ausgedehnt.

Zum 30. Juni 2022 war der GRENKE Konzern mit insgesamt -63 Standorten weltweit vertreten. Der Schwerpunkt der Präsenz des Konzerns liegt in Europa, wo GRENKE in nahezu allen Ländern aktiv ist. Die Kernmärkte sind Deutschland, Frankreich und Italien. Seit dem Jahr 2011 baut der Konzern sukzessiv seine Präsenz außerhalb Europas aus und hat den Markteintritt in verschiedenen Ländern Asiens, in Australien sowie Nord- und Südamerika realisiert. Im ersten Halbjahr 2022 erwirtschaftete GRENKE gemessen am Neugeschäft Leasing 94,5 Prozent (Q1 - Q2 2021: 94,3 Prozent) des Geschäfts in Europa und 5,5 Prozent (Q1 - Q2 2021: 5,7 Prozent) außerhalb Europas.

In Phasen konjunktureller Schwankungen steuert der Konzern das Geschäft im Wesentlichen durch eine Anpassung der Annahmepraxis bei Leasinganfragen. Durch die strikte Fokussierung auf risikoärmeres Neugeschäft - das heißt die Aussparung risikoreicherer Branchen und Kunden - kann das Neugeschäft gezielt gesteuert werden. Zudem ist GRENKE in der Lage, seine Konditionsgestaltung den jeweiligen markt- und makroökonomischen Bedingungen anzupassen. Entsprechend erwies sich das Geschäftsmodell des GRENKE Konzerns in der Vergangenheit als relativ widerstandsfähig gegenüber konjunkturellen Schwankungen. So ist es dem Konzern gelungen, auch in wirtschaftlich äußerst schwierigen Zeiten wie der Finanzmarktkrise 2009 oder der Corona-Pandemie 2020 und 202- risikoadäquate Margen durchzusetzen und nachhaltig profitabel zu wirtschaften.

1.3 Segmente

Der GRENKE Konzern ist in die drei Segmente Leasing, Bank und Factoring gegliedert. Für eine Beschreibung der Geschäftsaktivitäten und der Geschäftsentwicklung der Segmente im Berichtszeitraum wird auf den Abschnitt 3.1.3 "Entwicklung der Segmente" und die Ausführungen in Kapitel 12 "Konzern-Segmentberichterstattung" des Anhangs zum verkürzten Konzernzwischenabschluss verwiesen.

1.4 Franchisemodell

Zur Erschließung neuer regionaler Märkte nutzte der Konzern zwischen 2003 und 2020 vor allem ein Franchisemodell. An den rechtlich selbstständigen Gesellschaften der Franchisenehmer ist die GRENKE AG nicht beteiligt; die Anteile werden von Finanzinvestoren sowie von den Geschäftsführern der Franchisegesellschaften gehalten. Unabhängig von der Eigentümerstruktur wurden die Franchisegesellschaften von der GRENKE AG aufgrund einer faktischen Kontrolle nach IFRS 10 erstmalig für das Geschäftsjahr 2020, sowie rückwirkend auch für das Geschäftsjahr 2019 vollkonsolidiert. Nach typischerweise vier bis sechs Jahren hatte GRENKE in der Vergangenheit die Möglichkeit, die Franchisegesellschaften zu erwerben. Die Kaufpreisermittlung war grundsätzlich an einer bereits bei Abschluss des Franchisevertrags festgelegten Formel angelehnt, die Marktparameter sowie die individuelle Geschäftsentwicklung der Franchisegesellschaft berücksichtigt. Im Rahmen ihres Franchisemodells stellt die GRENKE AG ihren Partnern Know-how, betriebliche Infrastruktur, eine Reihe von Dienstleistungen sowie die Erlaubnis zur Nutzung der Namensrechte zur Verfügung. Die Refinanzierung des operativen Geschäfts aus den Miet- bzw. Leasingverträgen oder Factoringvereinbarungen, die ein Franchisenehmer mit seinen Kunden abschließt, stellt in der Regel die GRENKE AG sicher.

Zum Jahresende 2021 waren insgesamt 16 Unternehmen im Rahmen des GRENKE Franchisemodells tätig. Im Mai 2022 gab die GRENKE AG die Übernahme der Franchisegesellschaften in den USA und Singapur bekannt. Für weitere Details wird auf die Ausführungen in Kapitel 2.1 "Wesentliche Ereignisse und Geschäfte" verwiesen. Zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Halbjahresberichts stand der Vorstand der GRENKE AG in Verhandlungen über die Übernahme der verbliebenen Franchisegesellschaften.

1.5 Aktionärsstruktur

Als mittelständisch geprägtes Familienunternehmen verfügt die GRENKE AG mit der Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG über eine Großaktionärin, bestehend aus Familienmitgliedern des Unternehmensgründers Wolfgang Grenke. Zum Stichtag 31. Dezember 2021 hielt die Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG 40,84 Prozent der Unternehmensanteile. Entsprechend betrug der Streubesitz 59,-6 Prozent. Weitere Aktionäre, die zum in der jeweiligen Stimmrechtsmitteilung genannten Veröffentlichungsdatum einen Anteil von über 3 Prozent hielten und laut Definition der Deutschen Börse dem Streubesitz zuzuordnen sind, lauten: Acatis Gane Value Event Fonds (9,35 Prozent), die Investmentaktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV (3,37 Prozent) sowie die Axxion S.A. (3,25 Prozent).

1.6 Ziele und Strategien

Mittelfristig beabsichtigt der Konzern, GRENKE als umfassenden Small-Ticket-Finanzdienstleister nicht nur für den europäischen, sondern auch den internationalen Mittelstand zu positionieren. Dabei verfolgt der GRENKE Konzern das Ziel, das Leasingneugeschäftsvolumen im Geschäftsjahr 2024 - ausgehend vom Geschäftsjahr 2021 - zu verdoppeln. Gleichzeitig strebt der Konzern eine kontinuierlich hohe Profitabilität des Geschäfts an, insbesondere auch in konjunkturell schwierigen Zeiten. Entscheidend dafür ist aus Sicht des Vorstands das Risikomanagement, vor allem die Fähigkeit, Risiken möglichst präzise einzuschätzen und risikoadäquate Deckungsbeiträge durchzusetzen. Im Vergleich zu dem um einen außerordentlichen Ertrag bereinigten Gewinn des Geschäftsjahrs 2021 soll sich der Gewinn nach Steuern - aufgrund der Skalierbarkeit des Geschäfts - im Geschäftsjahr 2024 ebenfalls verdoppeln. Auch hier gilt der für das Geschäftsjahr 2021 erzielte Gewinn ohne den Veräußerungserlös der viafintech als Referenzjahr.

Zur Refinanzierung stehen dem Konzern umfangreiche Instrumente zur Verfügung, die je nach Marktbedingungen im Rahmen der Gesamtstrategie eingesetzt werden. Im Wesentlichen basiert die Finanzierung auf drei Säulen: den Einlagen der GRENKE Bank, der Asset-basierten Finanzierung, unter anderem ABCP-Programme, sowie Senior Unsecured-Instrumente wie Anleihen, Schuldverschreibungen und Commercial Paper. Dabei vermeidet der Konzern Fristentransformation und eliminiert so potenzielle Zinsänderungs- und Anschlussfinanzierungsrisiken auf Portfolioebene. Je nach Bedarf sowie Marktgegebenheiten strebt GRENKE an, zwischen 15 und 30 Prozent der Finanzschulden des Konzerns über die GRENKE Bank zu finanzieren. Darüber hinaus legt GRENKE großen Wert auf eine solide Eigenkapitalausstattung, mit der das Unternehmen auch sein Investmentgrade-Rating aufrechterhalten kann. Der interne Richtwert für die Eigenkapitalquote liegt seit vielen Jahren bei 16,0 Prozent.

2. Geschäftsverlauf

/​/​ Wachstum des Leasingneugeschäfts im zweiten Quartal 2022 gegenüber Vorquartal weiter beschleunigt

/​/​ Deckungsbeitragsmarge 2 aufgrund des außergewöhnlich starken Zinsanstiegs unter dem hohen Vorjahresvergleichswert

/​/​ Wie schon im ersten Quartal 2022 übertrifft der Periodengewinn in Q2 2022 den Vorjahreswert

/​/​ Eigenkapitalquote mit 20,2 Prozent deutlich über dem selbst gesteckten Ziel von 16 Prozent

/​/​ Anstieg der Leasingforderungen und laufenden Leasingverträge belegt Durchschreiten der Talsohle

/​/​ Guidance für das Geschäftsjahr 2022 und Ausblick auf 2024 bestätigt

2.1 Wesentliche Ereignisse und Geschäfte

Am 16. Februar 2022 gab GRENKE bekannt, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ihre institutsbezogenen Maßnahmen aus der zwischen Herbst 2020 und Frühjahr 202- durchgeführten Sonderprüfung bei der GRENKE AG und der GRENKE BANK AG abgeschlossen hat. Im Rahmen des turnusmäßigen "Supervisory Review and Evaluation Process" (SREP) wurde die Höhe der erforderlichen Eigenmittel angepasst, die GRENKE mindestens zusätzlich vorzuhalten hat. Demnach beträgt die zu erfüllende Kapitalquote für die GRENKE AG - bedingt durch einen zusätzlichen SREP-Kapitalzuschlag in Höhe von 1,5 Prozentpunkten - nun 10,5 Prozent gegenüber zuvor 9 Prozent. Für die Tochtergesellschaft GRENKE BANK AG beträgt die zu erfüllende Kapitalquote auf Einzelinstitutsebene 11,5 Prozent gegenüber zuvor 8,5 Prozent (zusätzlicher SREP-Kapitalzuschlag: 3 Prozentpunkte). Außerdem hat die BaFin die Sicherstellung der ordnungsgemäßen Geschäftsordnung angeordnet. GRENKE hat ein umfangreiches organisatorisches Weiterentwicklungsprojekt aufgesetzt und einen Gutteil der Feststellungen bereits abgearbeitet. Der zusätzliche SREP-Kapitalzuschlag wird wieder aufgehoben, sobald sich die BaFin im Rahmen der üblichen Nachschauprüfungen von dieser Weiterentwicklung überzeugt hat.

Am 7. April 2022 begab die GRENKE FINANCE PLC erfolgreich eine Anleihe über 150 Mio. EUR mit einer Laufzeit von 2,5 Jahren und einem Kupon von 4,125 Prozent p.a. an der Luxemburger Börse. Die Erlöse der Anleihe dienen der Finanzierung des zukünftigen Neugeschäfts des Konzerns.

Am 13. Mai 2022 hielt die GRENKE AG ihr erstes Capital Markets Update ab, auf dem der Vorstand Investoren und Kreditgebern die Strategie zur Verdoppelung des Leasingneugeschäfts und des Gewinns bis ins Jahr 2024 gegenüber dem Geschäftsjahr 2021 (ohne Veräußerungserlös der viafintech) erläuterte. Erreicht werden soll das Wachstumsziel durch die Stärkung des internationalen Vertriebs. Ein besonderer Fokus liegt auf den Ländern, in denen sich GRENKE in den vergangenen Jahren eine starke Marktstellung gesichert hat. Dazu zählen vor allem die Kernmärkte Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien. Darüber hinaus sieht das Unternehmen Potenzial in den Märkten, in die GRENKE erst vor kurzem eingetreten ist, darunter Kanada, Australien und die USA. Ferner soll das Portfolio an Leasingobjekten erweitert werden. Um die hohe Profitabilität des Geschäfts sicherzustellen, setzt das Unternehmen auf eine noch stärkere Digitalisierung von Prozessen und auf Kosteneffizienz.

Am 23. Mai 2022 gab GRENKE den Abschluss der Kaufverträge für die Franchisegesellschaften in den USA bzw. Singapur bekannt. Verkäufer sind die Investmentgesellschaften WGW Investment Inc. und Garuna Inc. bzw. CTP Handels- und Beteiligungs GmbH und Garuna AG, die jeweils zusammen 58 Prozent an den jeweiligen Franchisegesellschaften gehalten haben. Die jeweils verbleibenden 42 Prozent hält das lokale Management. Für die erworbenen Anteile beider Gesellschaften wurde insgesamt ein Kaufpreis in Höhe von rund 0,3 Mio. EUR vereinbart. GRENKE übernimmt damit die ersten zwei der insgesamt -6 zum Kauf ausstehenden Franchisegesellschaften. Die Übernahme hat keine Auswirkungen auf den Konsolidierungskreis nach IFRS, da alle Franchisegesellschaften bereits in den Konzernabschluss nach IFRS integriert waren. Die Kaufpreiszahlung mindert direkt das Eigenkapital der GRENKE AG. Für weitere Details zu den finanziellen Auswirkungen der Übernahmen wird auf die Ausführungen in Kapitel 13 des Anhangs des verkürzten Konzernzwischenabschlusses verwiesen. Das Closing der Transaktionen fand am 23.05.2022 statt.

Auf der virtuellen ordentlichen Hauptversammlung der GRENKE AG am 25. Mai 2022 stimmten die Aktionärinnen und Aktionäre allen Tagesordnungspunkten mehrheitlich zu. Neben der Ausschüttung einer gegenüber dem Vorjahr erhöhten Dividende in Höhe von 0,5- EUR je Aktie (202-: 0,26 EUR) zählten dazu insbesondere die Wiederwahl von Norbert Freisleben und Jens Rönnberg in den Aufsichtsrat der Gesellschaft.

Am 14. Juni 2022 gab GRENKE den Abschluss eines Globaldarlehensvertrags über 20 Mio. EUR mit der NRW.BANK bekannt. Das neue Darlehen ist das zehnte seit Beginn der Zusammenarbeit mit der NRW.BANK im Jahr 2010 und das erste seit Beginn der Corona-Pandemie. Im Rahmen der Kooperation mit der NRW.BANK haben Selbständige und KMU bei betrieblichen Neuanschaffungen Zugang zu GRENKEs Leasingangeboten. Förderberechtigt sind gewerbliche Unternehmen und Angehörige freier Berufe mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Mio. EUR, die ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen haben.

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren im ersten Halbjahr 2022 weiterhin herausfordernd. Neben dem Pandemiegeschehen stellt vor allem der russische Krieg gegen die Ukraine einen erheblichen Belastungsfaktor für die Weltwirtschaft dar. In Deutschland lag der ifo-Geschäftsklimaindex im Juni 2022 mit 92,3 Punkten um 2,5 Punkte unter dem Stand zum Jahresende 2021 (94,8 Punkte)*. Während Unternehmen die aktuelle Lage etwas optimistischer einschätzen (99,3 Punkte im Juni 2022 vs. 97,2 Punkte im Dezember 2021), haben sich die Geschäftserwartungen zuletzt spürbar reduziert (85,8 Punkte vs. 92,5 Punkte). Grund dafür sind vor allem die deutlich gestiegenen Energiepreise und die drohende Knappheit in der Versorgung mit Gas aus Russland. Infolge der stark gestiegenen Energiepreise lag die Inflationsrate in der Eurozone im Juni 2022 nach vorläufigen Berechnungen bei 8,6 Prozent**. In Reaktion auf die hohe Inflation kündigte die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni eine erste Anhebung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte für Juli 2022 an, und erhöhte am 21. Juli 2022 angesichts der weiterhin hohen Inflationsrate im Euroraum die Leitzinsen sogar um 0,5 Prozentpunkte. In den Vereinigten Staaten erhöhte die US-Notenbank Fed die Leitzinsen im Juli zum vierten Mal in diesem Jahr. Mit 0,75 Prozentpunkten fiel die Zinserhöhung das zweite Mal in Folge ungewöhnlich hoch aus.

* Quelle: https:/​/​www.ifo.de/​fakten/​2022-06-24/​ifo-geschaeftsklimaindex-gesunken-juni-2022

** Quelle: https:/​/​ec.europa.eu/​eurostat/​documents/​2995521/​14644614/​2-0-072022-AP-EN.pdf/​72dcf5e4-56cb-5b8c--a-f-d342666b8657?t=-656592347325

2.2 Neugeschäft

Der GRENKE Konzern steigerte sein Neugeschäft im zweiten Quartal 2022 um 36,7 Prozent auf 792,6 Mio. EUR (Q2 202-: 580,0 Mio. EUR). Alle drei Segmente - Leasing, Factoring und Bank - verzeichneten infolge verstärkter Vertriebsaktivitäten und einer weniger restriktiven Vertriebssteuerung einen Anstieg des Neugeschäftsvolumens gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Aus der Veränderung der durchschnittlichen Wechselkurse von Fremdwährungen gegenüber dem Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal ergaben sich leicht positive Währungseffekte in Höhe von 2,8 Mio. EUR. Diese resultierten überwiegend aus der Aufwertung von Brasilianischer Real und Schweizer Franken, der eine Abwertung der Türkischen Lira, der Schwedischen Kronen und des Ungarischen Forint gegenüber dem Euro entgegenstand. Im ersten Halbjahr stieg das Neugeschäft des Konzerns um insgesamt 32,9 Prozent auf 1.482,7 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 1.115,9 Mio. EUR).

Neugeschäft Leasing nach Regionen *

in Mio. EUR

* Erläuterung Regionen im Text.

Das Leasingneugeschäft - das ist die Summe der Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände - übertraf im zweiten Quartal 2022 den Vorjahreswert um 47,4 Prozent und erreichte ein Volumen von 587,4 Mio. EUR (Q2 2021: 398,6 Mio. EUR). Damit verzeichnete das Leasingneugeschäft - trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds - eine Beschleunigung des Wachstums gegenüber dem ersten Quartal 2022 (+36,5 Prozent) und setzte die positive Entwicklung seit Einführung der ersten Vertriebsinitiativen in Q4 2021 fort. Im ersten Halbjahr 2022 nahm das Leasingneugeschäft insgesamt um 42,2 Prozent auf 1.086,7 Mio. EUR zu (Q1 - Q2 2021: 764,5 Mio. EUR).

Im Berichtsquartal konnte GRENKE das Leasingneugeschäft in allen Regionen im zweistelligen Prozentbereich ausbauen. Starke Zuwächse wurden vor allem in den Märkten erzielt, die während der Pandemie Rücksetzer verzeichnet haben, wie bspw. die Region Südeuropa. Hier zeigt die Vertriebsinitiative sehr deutlich Wirkung. Die DACH Region in der die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz zusammengefasst sind, die auch in der Pandemie deutlich stabiler war, konnte gute Zuwächse erzielen, gleichwohl mit anderer Wachstumsdynamik. In der DACH-Region wuchs das Leasingneugeschäft um 26,0 Prozent auf 139,9 Mio. EUR

(Q2 2021: 111,1 Mio. EUR). In Deutschland als dem größten Einzelmarkt der Region nahm das Neugeschäft im zweiten Quartal um 21,3 Prozent zu. In Westeuropa ohne DACH stieg das Neugeschäft im Berichtsquartal gegenüber dem Vorjahr um 36,5 Prozent auf -49,6 Mio. EUR (Q2 2021: 109,6 Mio. EUR). An dieser Entwicklung hatte Frankreich, der wichtigste Einzelmarkt in dieser Region, maßgeblichen Anteil. Hier konnte das Neugeschäftsvolumen im zweiten Quartal 2022 um ebenfalls 36,5 Prozent gesteigert werden. Das prozentual stärkste Wachstum von 73,0 Prozent erzielte GRENKE in der Region Südeuropa, wo das Neugeschäft im Berichtsquartal ein Volumen von -57,9 Mio. EUR (Q2 2021: 91,3 Mio. EUR) erreichte. Damit war Südeuropa im zweiten Quartal mit einem Anteil von 26,9 Prozent am gesamten Neugeschäft die größte Region des Konzerns. Das starke Wachstum resultierte vor allem aus Italien als bedeutendstem Markt der Region, wo sich das Neugeschäftsvolumen nahezu verdoppelte (+95,9 Prozent). Allerdings lag das Leasingneugeschäft in Italien im Vorjahresquartal pandemiebedingt auf einem sehr niedrigen Niveau, sodass bei dem Zuwachs auch die niedrige Vorjahresvergleichsbasis zu berücksichtigen ist. In Spanien, dem zweitwichtigsten Markt in Südeuropa, verbesserte sich das Neugeschäft im zweiten Quartal um 47,3 Prozent. In der Region Nord- /​ Osteuropa stieg das Neugeschäft um 63,0 Prozent auf 107,2 Mio. EUR (Q2 2021: 65,8 Mio. EUR). Der wichtigste Einzelmarkt in dieser Region, Großbritannien, verzeichnete einen Zuwachs von 49,6 Prozent. Ausgehend von einer noch relativ niedrigen Basis nahm das Neugeschäftsvolumen in den übrigen Regionen um 56,8 Prozent auf 32,7 Mio. EUR (Q2 2021: 20,9 Mio. EUR) zu.

Aufteilung Neugeschäft Leasing nach Regionen

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2022 2021
GRENKE Konzern (Mio. EUR) Q2 Q2
--- --- ---
Neugeschäft Leasing 587,4 398,6
Neugeschäft Factoring 191,5 175,2
Neugeschäft KMU-Kreditgeschäft 13,6 6,1
(Mikrokreditgeschäft) GRENKE Bank

* Regionen:

Die Zahl der Leasinganfragen stieg im zweiten Quartal 2022 um 17,8 Prozent auf 138.261 (Q2 2021: 117.387). Dieser Anstieg resultiert zum einen aus der weniger restriktiven Annahmepolitik des Konzerns gegenüber dem Vorjahreszeitraum und sie verdeutlicht zum anderen die gestiegene Nachfrage nach unseren Finanzierungslösungen. Von den Kunden, die von GRENKE ein Finanzierungsangebot erhalten haben, entschieden sich im zweiten Quartal 52,2 Prozent für GRENKE und damit mehr als im Vorjahresquartal (Q2 2021: 47,8 Prozent). Im ersten Quartal 2022 hatte die Umwandlungsquote noch bei 46,0 Prozent gelegen, sodass sich für das erste Halbjahr 2022 insgesamt eine Quote von 49,1 Prozent ergab (Q1 - Q2 2021: 45,0 Prozent).

Auf die internationalen Märkte (ohne DACH) entfielen im Zeitraum von April bis Juni 2022 110.184 Anfragen (Q2 2021: 92.714), die zu 53.611 (Q2 2021: 39.957) neuen Verträgen führten. Die Umwandlungsquote stieg dort auf 48,7 Prozent (Q2 2021: 43,1 Prozent). In der DACH-Region war die Umwandlungsquote mit 66,2 Prozent (Q2 2021: 65,3 Prozent) unverändert hoch. Die Anzahl der neu abgeschlossenen Leasingverträge wuchs insgesamt um 28,7 Prozent auf 72.192 (Q2 2021: 56.078).

Der mittlere Wert pro Leasingvertragsabschluss nahm im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreswert um 14,5 Prozent auf 8.137 EUR zu (Q2 2021: 7.108 EUR) und lag damit innerhalb der für das Gesamtjahr erwarteten Spanne von 8.000 - 10.000 EUR. Der relativ niedrige Durchschnittswert im Vorjahresquartal spiegelt den starken Fokus des Neugeschäfts während der Covid-19-Pandemie auf Small-Ticket-Finanzierungslösungen für Unternehmen mit guter bis sehr guter Bonitäts- und Branchenbewertung wider. Gegenüber dem ersten Quartal 2022 (8.064 EUR) stieg der mittlere Wert pro Leasingvertragsabschluss dagegen nur leicht um 0,9 Prozent.

Der Anteil der IT-Produkte am Leasingportfolio ist im Berichtsquartal weiter gesunken, sodass der Anteil anderer Produktkategorien deutlich auf 41,5 Prozent (Q2 2021: 36,1 Prozent) zunahm. Überproportionales Wachstum war vor allem bei kleinen Maschinen und Anlagen sowie Sicherheitsgeräten zu verzeichnen, deren Anteil am Leasingportfolio um 4,5 bzw. 0,8 Prozentpunkte stieg. Dies war in erster Linie auf die insgesamt erhöhte Ticketgröße zurückzuführen. Trotz eines absoluten Wachstums des Neugeschäftsvolumens mit IT-Produkten von 34,9 Prozent sank ihr Anteil am Leasingportfolio dagegen auf 58,5 Prozent (Q2 2021: 63,9 Prozent). Der stärkste Rückgang bei den Anteilen ergab sich bei den IT-Geräten und der Kopiertechnik um jeweils 2,3 Prozentpunkte.

Die Akzeptanz des eSignature-Verfahrens, mit dem Leasingverträge vollständig digital abgewickelt werden können, nahm im Berichtsquartal weiter zu. So erhöhte sich der Anteil der per eSignature abgeschlossenen Verträge auf 39,7 Prozent (Q2 2021: 36,7 Prozent).

Der Deckungsbeitrag 2 (DB2) des Leasingneugeschäfts stieg im zweiten Quartal 2022 absolut betrachtet um 29,2 Prozent auf 93,2 Mio. EUR (Q2 2021: 72,1 Mio. EUR). Die DB2-Marge lag bei 15,9 Prozent (Q2 2021: 18,1 Prozent). Die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufige Marge war hauptsächlich das Ergebnis der höheren Refinanzierungskosten infolge der gestiegenen Marktzinsen und dem höheren Durchschnittswert je Leasingvertragsabschluss. GRENKE kann höhere Zinsen in der Regel zeitversetzt in den Konditionen weitergeben. Üblicherweise dauert dieser Prozess - abhängig von den Bedingungen in den einzelnen Märkten - rund ein Quartal. Im zweiten Quartal 2022 konnte GRENKE bereits rund zwei Drittel des Zinsanstiegs in den Konditionen weitergeben. GRENKE plant, die Anpassung der Konditionen im Neugeschäft in den kommenden Monaten fortzusetzen und erwartet daher, dass die DB2-Marge nur temporär rückläufig ist. Mittelfristig strebt der Konzern eine Zielgröße für die DB2-Marge von rund -7,0 Prozent an. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die DB2-Marge im Vorjahresquartal aufgrund der restriktiven Annahmepraxis von Leasinganfragen im Zuge der Pandemie und dem Fokus des Geschäfts auf margenstarke Kundensegmente außergewöhnlich hoch war. Im ersten Halbjahr stieg der DB2 absolut betrachtet um 22,8 Prozent auf -76,4 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 143,6 Mio. EUR), die DB2-Marge erreichte 16,2 Prozent (Q1 - Q2 2021: 18,8 Prozent).

In allen Berichtsregionen des Konzerns war im zweiten Quartal 2022 eine im Vorjahresvergleich niedrigere DB2-Marge zu verzeichnen. Die stärksten Rückgänge ergaben sich in Südeuropa (16,1 Prozent nach 20,6 Prozent in Q2 2021) und den übrigen Regionen (-8,3 Prozent nach 23,8 Prozent in Q2 2021). Dagegen fiel der Rückgang in der DACH-Region (12,1 Prozent nach -2,8 Prozent in Q2 202-) vergleichsweise moderat aus. In Westeuropa (ohne DACH) lag die DB2-Marge im Berichtsquartal bei 17,2 Prozent (Q2 2021: 19,2 Prozent) und in Nord-/​ Osteuropa bei 18,0 Prozent (Q2 2021: 19,8 Prozent).

Die DB1-Marge des Leasinggeschäfts (Deckungsbeitrag - zu Anschaffungskosten) lag im zweiten Quartal 2022 bei 10,4 Prozent und erreichte einen Wert von 61,4 Mio. EUR (Q2 2021: 11,8 Prozent bzw. 47,2 Mio. EUR). Für den Rückgang der DB1-Marge waren ebenfalls die gestiegenen Refinanzierungskosten, die in der Regel zeitversetzt in die Neuvertragskonditionen eingebettet werden, und der höhere Durchschnittswert je Leasingvertragsabschluss verantwortlich.

Im Factoring entspricht das Neugeschäft der Summe der angekauften Forderungen. Aufgrund der Natur des Factoringgeschäfts resultieren aus dem Neugeschäft nur vergleichsweise geringe Erträge, die sich aus der Bruttomarge im Verhältnis zu den Nettoanschaffungswerten ergeben. Der Anteil des Factoringgeschäfts an der Bilanzsumme lag zum Stichtag 30. Juni 2022 bei 1,5 Prozent.

Das Factoringneugeschäft erreichte im zweiten Quartal ein Volumen von 191,5 Mio. EUR (Q2 2021: 175,2 Mio. EUR). Das entspricht einem Wachstum von 9,3 Prozent. In den internationalen Märkten legte das Neugeschäft um 25,6 Prozent auf 149,2 Mio. EUR (Q2 2021: 118,8 Mio. EUR) zu. Der Anteil des Forderungsmanagements (ohne Finanzierungsfunktion), bei dem keine Ausfallrisiken übernommen werden, sank hier auf -9,8 Prozent (Q2 2021: 23,5 Prozent). In Deutschland lag das Factoringneugeschäft im zweiten Quartal mit 42,3 Mio. EUR dagegen um 25,1 Prozent unter dem Vorjahreswert (Q2 2021: 56,4 Mio. EUR). Der Rückgang war das Ergebnis pandemiebedingter Sondereffekte und einer vertrieblichen Neuorganisation. Infolgedessen fiel der Anteil des Forderungsmanagements (ohne Finanzierungsfunktion) am Neugeschäft in Deutschland auf 18,2 Prozent (Q2 2021: 30,5 Prozent). Die Bruttomarge in den internationalen Märkten stieg auf 1,5 Prozent (Q2 2021: 1,3 Prozent), während sie sich in Deutschland auf 1,3 Prozent (Q2 2021: 1,1 Prozent) verbesserte. Die Brutto-Marge bezieht sich auf den durchschnittlichen Zeitraum eines Factoring-Geschäftes von ca. 25 Tagen in Deutschland (Q2 2021: ca. 24 Tage) und ca. 49 Tagen auf internationaler Ebene (Q2 2021: ca. 42 Tage). Im Sechsmonatszeitraum 2022 nahm das Factoringneugeschäft insgesamt um 10,9 Prozent auf 366,6 Mio. EUR zu (Q1 - Q2 2021: 330,6 Mio. EUR).

Das Neugeschäft der GRENKE Bank beinhaltet im Berichtsquartal ausschließlich im Rahmen des "Mikrokreditfonds Deutschland" betriebenes Mikrokreditgeschäft. Im zweiten Quartal 2022 erreichte das Kreditneugeschäft 13,6 Mio. EUR (Q2 2021: 6,1 Mio. EUR).

3. Wirtschaftsbericht

3.1 Ertragslage

3.1.1 Vergleich zweites Quartal 2022 versus 2021

Die Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft sanken im zweiten Quartal 2022 aufgrund des niedrigeren Neugeschäftsvolumens in den Geschäftsjahren 2020 und 202- um 3,9 Prozent auf -03,4 Mio. EUR (Q2 2021: 107,6 Mio. EUR). Die Aufwendungen aus der Verzinsung der Refinanzierung und des Einlagengeschäfts stiegen um 21,3 Prozent auf -5,9 Mio. EUR (Q2 2021: 13,1 Mio. EUR). Die Entwicklung resultiert aus dem für das wachsende Neugeschäft gestiegenen Refinanzierungsbedarf sowie dem allgemein gestiegenen Zinsniveau. Das Zinsergebnis, der Saldo beider Positionen, sank entsprechend um 7,4 Prozent auf 87,5 Mio. EUR (Q2 2021: 94,5 Mio. EUR). Infolge des guten Zahlungsverhaltens der Kunden sanken die Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge im Berichtsquartal um 29,0 Prozent auf 28,1 Mio. EUR (Q2 2021: 39,5 Mio. EUR). So wurde zu Beginn der Pandemie eine höhere Risikovorsorge aufgrund makroökonomischer Unsicherheiten gebildet, die graduell abgebaut werden konnte, wie es bereits in Q2 2021 erstmalig vollzogen wurde.

Diese positive Entwicklung führte dazu, dass sich die Schadenquote (Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge im Verhältnis zum Vermietvolumen) im zweiten Quartal 2022 auf -,3 Prozent (Q2 2021: 1,8 Prozent) verbesserte.

Aufgrund der im Vorjahresvergleich rückläufigen Risikovorsorge stieg das Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge im Berichtsquartal um 8,1 Prozent auf 59,4 Mio. EUR (Q2 2021: 55,0 Mio. EUR).

Das Ergebnis aus dem Servicegeschäft nahm im zweiten Quartal um 1,3 Prozent auf 30,0 Mio. EUR (Q2 2021: 29,6 Mio. EUR) zu. Das Ergebnis aus dem Neugeschäft ging im Berichtsquartal um 21,6 Prozent auf 8,2 Mio. EUR (Q2 2021: 10,4 Mio. EUR) im Wesentlichen in Folge einer Änderung des Vergütungsmodells zurück. Die Änderung hin zu einer attraktiveren marktüblichen Vergütung mit einem verringerten variablen Vergütungsbestandteil führt dazu, dass weniger anfängliche direkte Kosten gem. IFRS 16 aktiviert werden. Das Verwertungsergebnis lag bei 0,4 Mio. EUR (Q2 2021: -1,5 Mio. EUR).

Die niedrigeren Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge führten im Wesentlichen zu einem Zuwachs der operativen Erträge im zweiten Quartal 2022 um 4,8 Prozent auf 98,0 Mio. EUR (Q2 2021: 93,5 Mio. EUR).

Die größte Aufwandsposition des Konzerns, der Personalaufwand, nahm im zweiten Quartal um 5,1 Prozent auf 35,0 Mio. EUR (Q2 2021: 33,3 Mio. EUR) zu. Der Anstieg des Personalaufwands resultierte zum einen aus einer leicht gestiegenen Mitarbeiteranzahl sowie aus einer Anpassung der Gehälter an eine attraktivere marktübliche Vergütung. Die durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten auf Basis Vollzeitbeschäftigter lag im Berichtsquartal bei -.846 und damit 3,2 Prozent über dem Vorjahreswert (Q2 2021: 1.788).

Die Abschreibungen und Wertminderungen lagen im Berichtsquartal bei 6,9 Mio. EUR (Q2 2021: 7,2 Mio. EUR). Der Vertriebs- und Verwaltungsaufwand stieg um -8,7 Prozent auf 26,2 Mio. EUR (Q2 2021: 22,1 Mio. EUR). Der wesentliche Grund für den Anstieg waren die Personalnebenkosten, Vertriebskosten sowie gestiegene Energie- und Rohstoffpreise. Gegenläufig wirkte die leichte Reduktion der Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten. Der Saldo aus den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen lag im zweiten Quartal 2022 bei - 1,9 Mio. EUR (Q2 2021: - 2,7 Mio. EUR).

Die Cost-Income-Ratio (CIR) stieg im zweiten Quartal 2022 auf 54,0 Prozent (Q2 202-: 47,0 Prozent) und lag damit erwartungsgemäß leicht über dem für das Gesamtjahr angestrebten Wert von unter 52 Prozent. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf das temporär verminderte Zinsergebnis aufgrund der in der Krise restriktiveren Portfoliosteuerung sowie auf höhere Personalkosten zurückzuführen. Die Berechnung der CIR wurde beim Capital Markets Update am 13. Mai 2022 umgestellt und erfolgt seither ohne die Positionen sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen.

Das operative Ergebnis des zweiten Quartals 2022 blieb mit 28,0 Mio. EUR nahezu unverändert (Q2 2021: 28,2 Mio. EUR), während der Gewinn vor Steuern um -8,3 Prozent auf 28,6 Mio. EUR anstieg (Q2 2021: 24,1 Mio. EUR). Die Steuerquote erhöhte sich erwartungsgemäß auf 26,7 Prozent nach 24,3 Prozent im Vorjahresquartal. Der Gewinn nach Steuern übertrifft mit 20,9 Mio. EUR um -4,6 Prozent das Vorjahresquartal (Q2 2021: 18,3 Mio. EUR). Die durch die Konsolidierung der Franchisegesellschaften auszuweisenden Ergebnisanteile der nicht beherrschenden Anteilseigner lagen bei - 0,8 Mio. EUR (Q2 2021: -0,2 Mio. EUR). Die Vergleichbarkeit ist aufgrund des Erwerbs von 58 Prozent der Anteile zweier Franchisegesellschaften im Q2 2022 eingeschränkt, hier wird auf die Ausführungen in Kapitel 13 des Anhangs verwiesen. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich im zweiten Quartal 2022 auf 0,46 EUR (Q2 2021: 0,40 EUR).

3.1.2 Halbjahresvergleich 2022 versus 2021

Ausgewählte Angaben aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

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TEUR Q1-Q2 2022 Q1-Q2 2021
ZINSERGEBNIS 175.265 189.607
Schadensabwicklung und Risikovorsorge 59.652 84.123
ZINSERGEBNIS NACH SCHADENSABWICKLUNG UND RISIKOVORSORGE 115.613 105.484
Ergebnis aus dem Servicegeschäft 57.989 57.471
Ergebnis aus dem Neugeschäft 15.257 18.327
Verwertungsmehr-(+) /​ -minder(-)ergebnis 410 - 3.609
OPERATIVE ERTRÄGE INSGESAMT 189.269 177.673
Personalaufwand 68.015 65.011
davon Gesamtvergütung 55.911 53.919
davon fixe Vergütung 46.214 42.946
davon variable Vergütung 9.697 10.973
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand (ohne Personalaufwand) 51.037 47.258
davon IT-Projektkosten 4.173 2.796
GEWINN VOR STEUERN 55.566 42.410
GEWINN 41.459 32.251
ERGEBNIS JE AKTIE (EUR, VERWÄSSERT /​ UNVERWÄSSERT) 0,72 0,52

Das erste Halbjahr 202- war stark von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie geprägt. Im ersten Halbjahr 2022 konnte trotz herausfordernder gesamtwirtschaftlicher Umstände das Vorjahresergebnis nach Steuern verbessert werden.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 sank das Zinsergebnis um 7,6 Prozent auf 175,3 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 189,6 Mio. EUR). Die Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge nahmen um 29,1 Prozent ab und erreichten einen Wert von 59,7 Mio. EUR nach 84,1 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Die Schadenquote sank im Berichtshalbjahr entsprechend auf 1,3 Prozent (Q1 - Q2 2021: 1,9 Prozent). Demzufolge stieg das Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge im ersten Halbjahr 2022 um 9,6 Prozent auf 115,6 Mio. EUR (Q1 -Q2 2021: 105,5 Mio. EUR).

Das Ergebnis aus dem Servicegeschäft lag in den ersten sechs Monaten nahezu auf Vorjahresniveau (+0,9 Prozent), während das Ergebnis aus dem Neugeschäft um -6,7 Prozent aufgrund der Änderung hin zu einer attraktiveren marktüblichen Vergütung mit einem verringerten variablen Vergütungsbestandteil sank. Das Verwertungsergebnis betrug 0,4 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: - 3,6 Mio. EUR). Entsprechend stiegen die operativen Erträge im ersten Halbjahr 2022 insgesamt um 6,5 Prozent und erreichten -89,3 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 177,7 Mio. EUR).

Auf Halbjahressicht stiegen die Personalaufwendungen um 4,6 Prozent, in erster Linie in Folge der Anpassung der Gehälter an eine attraktivere Vergütung sowie der Rekrutierung von Spezialisten unter anderem in den Kontrolleinheiten. Die Abschreibungen gingen um 4,7 Prozent zurück. Der Anstieg des Vertriebs- und Verwaltungsaufwands von insgesamt 8,0 Prozent resultiert aus höheren Personalnebenkosten, Vertriebskosten sowie Betriebskosten. Die Cost-Income-Ratio stieg dementsprechend im ersten Halbjahr 2022 auf 53,3 Prozent (Q1 - Q2 2021: 48,3 Prozent). Die Berechnung der CIR wurde beim Capital Markets Update am -3. Mai 2022 umgestellt und erfolgt seither ohne die Positionen sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen.

Das operative Ergebnis verbesserte sich in den ersten sechs Monaten um 12,1 Prozent auf 53,7 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 47,9 Mio. EUR), der Gewinn vor Steuern legte um 31 Prozent auf 55,6 Mio. EUR zu (Q1 - Q2 2021: 42,4 Mio. EUR). Bei einer Steuerquote von 25,4 Prozent (Q1 - Q2 2021: 24,0 Prozent) ergab sich hieraus ein Gewinn nach Steuern von 41,5 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 32,3 Mio. EUR), ein Anstieg um 28,6 Prozent. Das Ergebnis je Aktie betrug im ersten Halbjahr 0,72 EUR (Q1 - Q2 2021: 0,52 EUR).

3.1.3 Entwicklung der Segmente

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld war mit dem fortwährenden Pandemiegeschehen, dem russischen Krieg gegen die Ukraine und steigenden Preisen im ersten Halbjahr 2022 weiterhin herausfordernd.

Die Ergebnisse des Leasingsegments konnten diesem im Wesentlichen trotzen, da das Zahlungsverhalten der Kunden unverändert stabil blieb, sodass sich der Aufwand für Schadensabwicklung und Risikovorsorge verringerte. Entsprechend stiegen in diesem Segment die operativen Erträge um 11,2 Prozent auf -66,7 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 150,0 Mio. EUR). Das Segmentergebnis stieg deutlich um 24,5 Prozent auf 52,5 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 42,2 Mio. EUR).

Die operativen Erträge im Segment Bank reduzierten sich im Berichtszeitraum um 22,3 Prozent auf -9,3 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 24,8 Mio. EUR), was hauptsächlich aus einer gestiegenen Risikovorsorge resultiert. Bei gleichzeitig gestiegenen Personalaufwendungen sowie Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen erreichte das Segmentergebnis 1,9 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 7,4 Mio. EUR).

Im Segment Factoring nahmen die operativen Erträge im ersten Halbjahr 2022 um 11,2 Prozent auf 3,3 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 2,9 Mio. EUR) zu. Aufgrund des geringeren Geschäftsumfangs durch die Pandemie sowie zeitgleicher Investitionen in die Vertriebsinfrastruktur und Anlaufkosten für die stärkere internationale Aufstellung des Geschäfts belief sich das Ergebnis des Segments zwar auf - 0,6 Mio. EUR, verbesserte sich aber gegenüber der Vorjahresperiode deutlich (Q1 - Q2 2021: - 1,6 Mio. EUR).

3.2 Vermögens- und Finanzlage

Ausgewählte Angaben aus der Konzernbilanz

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TEUR 30.06.2022 31.12.2021
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 2.856.567 3.195.670
davon Zahlungsmittel 515.059 853.071
davon Leasingforderungen 1.953.836 1.963.532
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 3.515.437 3.465.270
davon Leasingforderungen 3.173.880 3.155.440
SUMME VERMÖGENSWERTE 6.372.004 6.660.940
KURZFRISTIGE SCHULDEN 2.190.789 2.287.620
davon Finanzschulden 1.960.921 2.073.493
LANGFRISTIGE SCHULDEN 2.892.546 3.104.324
davon Finanzschulden 2.798.449 3.003.670
Eigenkapital 1.288.669 1.268.996
Eigenkapitalquote (in Prozent) 20,2% 19,1%
BILANZSUMME 6.372.004 6.660.940

3.2.1 Vermögenslage

Im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2021 nahm die Bilanzsumme zum 30. Juni 2022 um 4,3 Prozent auf 6,4 Mrd. EUR (31. Dezember 2021: 6,7 Mrd. EUR) ab. Dies resultierte im Wesentlichen aus der plangemäß herbeigeführten Verringerung der Zahlungsmittel, die um 39,6 Prozent auf 515,1 Mio. EUR (31. Dezember 2021: 853,1 Mio. EUR) zurückgingen. So befanden sich zum 30. Juni 2022 399,7 Mio. EUR (31. Dezember 2021: 639,3 Mio. EUR) der Zahlungsmittel auf Konten der Deutschen Bundesbank, was aufgrund des negativen Guthabenzinses entsprechende Zinsaufwendungen verursachte.

In der anhaltend schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situation legt der GRENKE Konzern weiterhin einen besonderen Fokus auf eine ausreichende Liquiditätsvorhaltung, um so flexibel auf Marktgegebenheiten reagieren zu können. Zudem ist der Konzern aufgrund aufsichtsrechtlicher Vorgaben verpflichtet, einen Liquiditätspuffer vorzuhalten.

Die größte Bilanzposition , die lang- und kurzfristigen Leasingforderungen, blieb nahezu unverändert bei 5,1 Mrd. EUR gegenüber dem Ende des Geschäftsjahres 202- (31. Dezember 2021: 5,1 Mrd. EUR)

Auf der Passivseite zeigt sich die rückläufige Bilanzsumme insbesondere in der Abnahme der kurz- und langfristigen Finanzschulden um insgesamt 6,3 Prozent auf 4,8 Mrd. EUR ab (31. Dezember 2021: 5,1 Mrd. EUR). Der größte Anteil der Finanzschulden entfiel weiterhin auf die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung, die gegenüber dem Jahresende 2021 um 0,4 Prozent auf 3,6 Mrd. EUR (31. Dezember 2021: 3,7 Mrd. EUR) sanken. Die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft der GRENKE Bank gingen in Summe um 21,5 Prozent auf 1,1 Mrd. EUR zurück (31. Dezember 2021: 1,4 Mrd. EUR).

Das Eigenkapital stieg zum 30. Juni 2022 um 1,6 Prozent auf 1.288,7 Mio. EUR (31. Dezember 2021: 1.269,0 Mio. EUR). Dem in der Berichtsperiode erwirtschafteten Konzerngewinn in Höhe von 41,5 Mio. EUR stand hauptsächlich die Ausschüttung einer Dividende von 23,7 Mio. EUR sowie eine Zinszahlung für das Hybridkapital (9,1 Mio. EUR) gegenüber. Positiv wirkten dagegen Effekte aus der Marktbewertung von Hedging-Instrumenten (5,7 Mio. EUR) und aus der Währungsumrechnung (4,9 Mio. EUR). Aufgrund der geringeren Bilanzsumme stieg die Eigenkapitalquote per Ende Juni 2022 auf 20,2 Prozent (31. Dezember 2021: 19,1 Prozent). Die Eigenkapitalquote übertraf damit weiterhin das selbst gesteckte Ziel des Konzerns von mindestens 16 Prozent.

3.2.2 Liquidität

Der GRENKE Konzern war im Berichtshalbjahr jederzeit in der Lage, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Dazu trugen der hohe Bestand an Zahlungsmitteln und die diversifizierte Refinanzierungsstruktur bei.

Über die Tochtergesellschaft Grenke Finance PLC wurde im ersten Halbjahr 2022 eine neue Festzinsanleihe mit einem Gesamtvolumen von brutto -50,0 Mio. EUR emittiert. Im kurzfristigen Bereich wurde ein Commercial Paper über -0,0 Mio. EUR emittiert.* Planmäßig getilgt wurden im Berichtszeitraum Anleihen über 3-0,0 Mio. EUR sowie Schuldscheindarlehen über 20,0 Mio. EUR, 20,0 Mio. DKK, -0,0 Mio. CHF und 1,3 Mio. BRL.

Die Ausnutzung der ABCP-Programme lag zum 30. Juni 2022 bei 743,2 Mio. EUR und -20,3 Mio. GBP (31. Dezember 2021: 554,4 Mio. EUR und 115,8 Mio. GBP). Das Gesamtvolumen dieser Programme betrug 1.097,8 Mio. EUR und -50,0 Mio. GBP (31. Dezember 2021: 947,8 Mio. EUR und 150,0 Mio. GBP) .

Die offenen Kreditlinien des Konzerns (d. h. Banklinien plus verfügbares Volumen aus Anleihen und Commercial Paper) betrugen zum Stichtag 3.553,4 Mio. EUR, 15,0 Mio. PLN und 60,0 Mio. HRK (31. Dezember 2021: 2.702,4 Mio. EUR, 2,5 Mio. PLN, 75,0 Mio. HRK). Im ersten Halbjahr 2022 hat der GRENKE Konzern mit der Deutschen Bank AG Hungary Branch eine revolvierende Kreditfazilität mit einem Gesamtvolumen von 350 Mio. HUF unterzeichnet. Die Fazilität unterliegt keiner festgelegten Laufzeit.

Die Refinanzierung über Kundeneinlagen der GRENKE Bank lag zum Stichtag 30. Juni 2022 bei 1.108,5 Mio. EUR nach - .505,2 Mio. EUR zum vergleichbaren Zeitpunkt des Vorjahrs.

* Weitere Informationen zu den begebenen Anleihen sind auf der Website www.grenke.de/​unternehmen/​investor-relations/​fremdkapital/​emittierte-anleihen abrufbar.

3.2.3 Finanzlage

Ausgewählte Angaben aus der Konzern-Kapitalflussrechnung

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TEUR Q1-Q2 2022 Q1-Q2 2021
- Investition für neue Leasingforderungen - 1.113.207 - 787.117
+ Zugang neue Refinanzierungen (ohne Einlagengeschäft) 923.414 204.193
+ Netto-Zugang /​ Abgang Einlagengeschäft - 303.474 - 33.960
(I) CASHFLOW INVESTITION NEUGESCHÄFT - 493.267 - 616.884
+ Zahlungen Leasingnehmer 1.149.770 1.186.289
- Zahlungen /​ Rückzahlungen Refinanzierungen (ohne Einlagengeschäft) - 970.005 - 788.898
(II) CASHFLOW BESTANDSGESCHÄFT 179.765 397.391
(III) ÜBRIGE CASHFLOWS LAUFENDE GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 21.293 142.137
CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT (I) + (II) + (III) - 292.209 - 77.356
Cashflow aus Investitionstätigkeit - 3.353 - 3.350
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - 43.468 - 20.269
SUMME DES CASHFLOWS - 339.030 - 100.975

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag im ersten Halbjahr 2022 bei -292,2 Mio. EUR und damit deutlich unter dem Vorjahreswert (Q1 - Q2 2021: - 77,4 Mio. EUR). Dies liegt an der bewussten Reduzierung der in der Corona-Krise vorsorglich aufgebauten Cash-Bestände, welche zu einem verminderten Zufluss an Refinanzierungsmitteln führte. Diese Liquidität wurde erwartungsgemäß in Neugeschäft investiert. In der Darstellung oben umfasst der Cashflow aus Investitionen in das Neugeschäft die Investitionen für neue Leasingforderungen. Darin enthalten sind die Nettoanschaffungswerte für die Leasingobjekte und die direkt mit dem Vertragsabschluss entstehenden Kosten. Aufgrund des höheren Neugeschäftsvolumens stiegen die Investitionen für neue Leasingforderungen im ersten Halbjahr 2022 auf 1.113,2 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 787,1 Mio. EUR). Diesen stehen die Ein- bzw. Auszahlungen aus der Zunahme der Refinanzierung (923,4 Mio. EUR nach 204,2 Mio. EUR in der Vorjahresperiode) sowie dem Einlagengeschäft der GRENKE Bank (-303,5 Mio. EUR nach - 34,0 Mio. EUR in der Vorjahresperiode) gegenüber. In Summe stieg der Cashflow aus Investitionen auf - 493,3 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: -616,9 Mio. EUR). Im ersten Halbjahr 2022 wurden 970,0 Mio. EUR (Vorjahr: 788,9 Mio. EUR) an Refinanzierer getilgt bzw. zurückgezahlt. Der Cashflow aus dem Bestandsgeschäft sank auf -79,8 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 397,4 Mio. EUR).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag im ersten Halbjahr 2022 bei - 3,4 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: -3,4 Mio. EUR). Er beinhaltete hauptsächlich die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen von 3,- Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 3,6 Mio. EUR).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im ersten Halbjahr 2022 -43,5 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: - 20,3 Mio. EUR). Dies resultierte aus der Tatsache, dass die Dividendenzahlung für 202- in Höhe von 23,7 Mio. EUR bereits im zweiten Quartal 2022 ausbezahlt wurde, während die Dividendenzahlung für 2020 erst im dritten Quartal 2021 erfolgte. Die Zinszahlung auf das Hybridkapital lag bei -2,9 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 13,4 Mio. EUR). Aus der Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten ergab sich zudem ein Mittelabfluss von 6,8 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: 6,9 Mio. EUR).

Somit lag die Summe der Cashflows im ersten Halbjahr 2022 bei - 339,0 Mio. EUR (Q1 - Q2 2021: - 101,0 Mio. EUR). Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten fiel zum Stichtag 30. Juni 2022 entsprechend auf 513,8 Mio. EUR nach 853,0 Mio. EUR zum Geschäftsjahresende 2021.

4. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Bezüglich der Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen wird auf die Ausführungen in Kapitel -5 des Anhangs zum verkürzten Konzernzwischenabschluss verwiesen.

5. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

5.1 Chancen und Risiken

Durch den russischen Krieg gegen die Ukraine hat sich die im Geschäftsbericht 2021 (veröffentlicht am 17. März 2022) dargestellte Chancen- und Risikosituation verändert. Insbesondere hat sich das Risiko eines wirtschaftlichen Abschwungs erhöht (für Details wird auf die Erläuterungen in den Kapiteln 2.1 und 5.2 verwiesen). Durch einen dauerhaften militärischen Konflikt bzw. durch Sanktionen und Lieferstopps von bestimmten Rohstoffen und Vorprodukten könnte es darüber hinaus zu einer weiteren Verschärfung der bestehenden Lieferengpässe kommen. Eine Beeinträchtigung der Versorgung mit Erdgas und Erdöl würde insbesondere die Produktion in der verarbeitenden Industrie belasten, aber auch das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte beeinträchtigen. Darüber hinaus würde die Inflation weiter ansteigen, was sich ebenfalls entsprechend negativ auf den privaten Konsum auswirken könnte. Die Volatilität an den Kapitalmärkten könnte ansteigen, sodass kurzfristig die Verfügbarkeit an liquiden Mitteln eingeschränkt sein könnte. Die aus Sicht des Vorstands der GRENKE AG gute Ausstattung mit Liquidität bedeutet jedoch, dass das Unternehmen kurzfristig nicht auf eine Mittelaufnahme über die Kapitalmärkte angewiesen sein wird. GRENKE ist überdies weder in Russland noch in der Ukraine mit eigenen Niederlassungen vertreten und dort finanziell auch nicht engagiert.

Über die oben geschilderten Risiken hinaus sind im Berichtszeitraum keine weiteren wesentlichen Veränderungen der Chancen und Risiken eingetreten. Hinsichtlich der künftigen Entwicklung von Konzern und Gesellschaft sowie ihrer Tochtergesellschaften sind besondere, über das normale Maß hinausgehende und mit dem Geschäft verbundene Risiken nicht zu erkennen.

5.2 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Im Juli 2022 senkte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft im laufenden Jahr erneut auf nur noch 3,2 Prozent (April-Prognose: 3,6 Prozent) und für die Eurozone auf 2,6 Prozent (April-Prognose: 2,8 Prozent). Bereits im April hatte der IWF seine Wachstumserwartungen für die Weltwirtschaft um 0,8 Prozentpunkte und für die Eurozone um 1,1 Prozentpunkte reduziert. Der IWF begründete die erneute Absenkung der Erwartungen vor allem mit der Inflation. Insbesondere der Krieg in der Ukraine und seine Konsequenzen auf die Energie- und Rohstoffpreise haben aus Sicht des IWF die Probleme aufgrund der Engpässe in den globalen Lieferketten nochmals verschärft. Aufgrund seiner Abhängigkeit von russischen Energieimporten ist Europa davon nach Einschätzung des IWF besonders betroffen. Hinzu kommt eine Abschwächung der Konjunktur in China in Folge der strikten Null-Covid-Strategie des Landes und neuer Lockdowns. Für Deutschland rechnet der IWF im Jahr 2022 entsprechend nur noch mit einem Wachstum von 1,2 Prozent (April-Prognose: 2,1 Prozent). Auch für die zweitwichtigste Volkswirtschaft in der Eurozone, Frankreich, wurde der IWF pessimistischer und reduzierte seine Erwartungen auf 2,3 Prozent (April-Prognose: 2,9 Prozent). Für Italien hob der IWF seine Prognose aufgrund der Erholung des Tourismus auf 3,0 Prozent an (April-Prognose: 2,3 Prozent).

5.3 Unternehmensprognose

Aufgrund der geschilderten politischen Situation und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind die Prognosen für das Geschäftsjahr 2022 von erheblicher Unsicherheit geprägt.

Allerdings sieht der Vorstand aufgrund der erwiesenen Resilienz des Geschäftsmodells und der positiven Entwicklung des operativen Geschäfts den GRENKE Konzern unverändert auf einem guten Weg, die Gesamtjahresziele zu erreichen. Daher bestätigt der Vorstand die im Geschäftsbericht 202- veröffentlichte Prognose für die Geschäftsentwicklung im Jahr 2022.

Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet der Vorstand weiterhin ein Leasingneugeschäft zwischen 2,0 und 2,2 Mrd. EUR. Dies entspricht verglichen mit dem vorigen Geschäftsjahr einem erwarteten Zuwachs zwischen 20 und 33 Prozent. Ausgehend vom Geschäftsjahr 202- soll sich das Leasingneugeschäftsvolumen im Geschäftsjahr 2024 verdoppeln.

Die DB2-Marge des Neugeschäfts wird im Geschäftsjahr 2022 etwas unterhalb des Vorjahres (2021: 17,6 Prozent) erwartet. Hierfür sind insbesondere das höhere Zinsniveau und die übliche Zeitverzögerung bei der Weitergabe in den Konditionen verantwortlich. Im zweiten Quartal 2022 konnten zwei Drittel des Zinsanstiegs durch eine Anpassung der Konditionen kompensiert werden, sodass die DB2-Marge noch rund einen Prozentpunkt unter der mittelfristigen Zielgröße in Höhe von -7,0 Prozent lag. In den kommenden Monaten wird GRENKE die Weitergabe der Zinserhöhungen in den Neugeschäftskonditionen in den einzelnen Märkten fortsetzen. Zudem ist bei der DB2-Marge auch die wieder ansteigende durchschnittliche Ticketgröße zu beachten. Der Durchschnittswert pro Leasingvertrag wird für das Geschäftsjahr 2022 wie bereits in früheren Geschäftsjahren auf einem Niveau von über 8.000 EUR aber unterhalb von 10.000 EUR erwartet.

Das geringere Neugeschäftsvolumen der durch die Covid-19-Pandemie geprägten Geschäftsjahre 2020 und 202- wird erwartungsgemäß zu verminderten operativen Zinserträgen des Leasingportfolios im laufenden Geschäftsjahr 2022 führen. Gleichzeitig werden die Personalkosten im Geschäftsjahr 2022 steigen. Dies resultiert zum einen aus institutsbezogenen Maßnahmen, in deren Umsetzung unter anderem die Abteilungen Compliance und Geldwäscheprävention personell verstärkt wurden. Zum anderen rührt dies aus der Anpassung der Gehälter und deren Struktur an marktübliche Standards. Mit einem gegenläufigen Effekt rechnet der Vorstand aus den der Erwartung nach sinkenden Aufwendungen für die Risikovorsorge, resultierend aus dem auch in 2022 der Erwartung nach unverändert guten Zahlungsverhalten der Kunden. Zusammengefasst erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2022 einen Gewinn nach Steuern zwischen 75 und 85 Mio. EUR. Bezogen auf das Vorjahr entspricht dies einem konstanten bis leicht steigenden Gewinn nach Steuern, weil zu berücksichtigen ist, dass in dem Gewinn des Geschäftsjahres 2021 in Höhe von 95,2 Mio. EUR ein außerordentlicher Ertrag in Höhe von 23,0 Mio. EUR aus dem Verkauf der viafintech-Anteile enthalten war. Demnach ergeben sich für das Geschäftsjahr 2021 nach Abzug des außerordentlichen Gewinns 72,2 Mio. EUR als Vergleichsbasis zum laufenden Geschäftsjahr 2022. Bezogen auf die Vergleichsbasis 2021 soll sich auch der Gewinn nach Steuern - aufgrund der Skalierbarkeit des Geschäfts - bereits im Geschäftsjahr 2024 verdoppeln.

Die Erwartung für den Gewinnkorridor im Geschäftsjahr 2022 basiert auf der Annahme, dass die Schadenquote zwischen 1,4 und 1,7 Prozent und damit in einem nahezu normalen Korridor liegen wird. Hierfür sind das solide Leasingvertragsportfolio, die stabilen Zahlungseingänge der jüngsten Quartale und die bereits gebildete, angemessen konservative Risikovorsorge vor dem Hintergrund der Pandemie bedeutend. Auch wenn durch das geringere Neugeschäft in den Vorjahren die operativen Erträge, allen voran die Zinserträge, unter dem Vorjahr liegen werden und weitere Investitionen erforderlich sind, strebt der Vorstand für 2022 eine Cost-Income-Ratio von unter 52 Prozent an.

Auf Basis der erwarteten Entwicklung des Konzerngewinns rechnet GRENKE mit einer bilanziellen Eigenkapitalquote größer -6,0 Prozent (2021: 19,1 Prozent).

Verkürzter Konzernzwischenabschluss

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

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TEUR Q2 2022 Q2 2021 Q1-Q2 2022 Q1-Q2 2021
Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft 103.385 107.615 205.021 1 219.395
Aufwendungen aus der Verzinsung der Refinanzierung und des Einlagengeschäfts 15.927 13.125 29.756 29.788
ZINSERGEBNIS 87.458 94.490 175.265 189.607
Schadensabwicklung und Risikovorsorge 28.071 39.532 59.652 84.123
davon Wertminderungsaufwand 6.565 17.691 19.321 44.755
ZINSERGEBNIS NACH SCHADENSABWICKLUNG UND RISIKOVORSORGE 59.387 54.958 115.613 105.484
Ergebnis aus dem Servicegeschäft 29.986 29.590 57.989 57.471
Ergebnis aus dem Neugeschäft 8.181 10.433 15.257 18.327
Verwertungsmehr-(+)/​minder(-)ergebnis 434 - 1.494 410 - 3.609
OPERATIVE ERTRÄGE INSGESAMT 97.988 93.487 189.269 177.673
Personalaufwand 35.040 33.337 68.015 65.011
Abschreibungen und Wertminderung 6.869 7.158 13.503 14.165
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand (ohne Personalaufwand) 26.206 22.073 51.037 47.258
Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.207 3.687 5.626 5.774
Sonstige betriebliche Erträge 1.353 958 2.567 2.410
OPERATIVES ERGEBNIS 28.019 28.190 53.655 47.875
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen 26 - 223 - 4 - 399
Aufwendungen /​ Erträge aus der Marktbewertung 2.590 28 6.675 331
Sonstige Zinserträge 373 612 835 1.261
Sonstige Zinsaufwendungen 2.454 4.473 5.595 6.658
GEWINN VOR STEUERN 28.554 24.134 55.566 42.410
Ertragsteuern 7.632 5.870 14.107 10.159
GEWINN 20.922 18.264 41.459 32.251
davon auf Stammaktionäre und Hybridkapitalgeber der GRENKE AG entfallendes Ergebnis 21.726 18.493 42.696 33.378
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis - 804 - 229 - 1.237 - 1.127
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert in EUR) 0,46 0,40 0,72 0,52
Durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien 46.495.573 46.495.573 46.495.573 46.495.573

1 Zinsen und ähnliche Erträge nach der Effektivzinsmethode berechnet 3.678 TEUR (Vorjahr: 3.635 TEUR).

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

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TEUR Q2 2022 Q2 2021 Q1-Q2 2022 Q1-Q2 2021
GEWINN 20.922 18.264 41.459 32.251
BETRÄGE, DIE GGF. IN KÜNFTIGEN PERIODEN IN DIE GUV UMGEGLIEDERT WERDEN
Zu- /​ Rückführung Hedging-Rücklage 2.801 3.681 5.741 1.591
Darin: Ertragsteuereffekte - 400 - 526 - 820 - 227
Veränderung der Währungsumrechnungsdifferenzen 3.708 1.767 4.905 2.197
Darin: Ertragsteuereffekte 0 0 0 0
BETRÄGE, DIE IN KÜNFTIGEN PERIODEN NICHT IN DIE GUV UMGEGLIEDERT WERDEN
Wertänderung von optional erfolgsneutral behandelten Eigenkapitalinstrumenten (IFRS 9) 0 - 75 0 - 75
Darin: Ertragsteuereffekte 0 0 0 0
Zu- /​ Rückführung Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 0 0 0 0
Darin: Ertragsteuereffekte 0 0 0 0
SONSTIGES ERGEBNIS 6.509 5.373 10.646 3.713
GESAMTERGEBNIS 27.431 23.637 52.105 35.964
davon auf Stammaktionäre und Hybridkapitalgeber der GRENKE AG entfallendes Gesamtergebnis 28.113 23.592 53.921 37.620
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Gesamtergebnis - 682 45 - 1.816 - 1.656

Konzern-Bilanz

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TEUR 30.06.2022 31.12.2021
VERMÖGENSWERTE
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Zahlungsmittel 515.059 853.071
Derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert 3.997 5.331
Leasingforderungen 1.953.836 1.963.532
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 161.076 169.119
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.833 6.050
Zur Verwertung bestimmte Leasinggegenstände 12.024 12.431
Steuererstattungsansprüche 20.801 16.815
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 183.941 169.321
SUMME KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 2.856.567 3.195.670
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Leasingforderungen 3.173.880 3.155.440
Derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert 18.954 4.878
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 114.355 97.059
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 0 162
Sachanlagen 86.870 82.082
Nutzungsrechte 38.584 41.979
Geschäfts- oder Firmenwerte 40.934 41.031
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 17.730 19.278
Latente Steueransprüche 20.777 20.032
Sonstige langfristige Vermögenswerte 3.353 3.329
SUMME LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE 3.515.437 3.465.270
SUMME VERMÖGENSWERTE 6.372.004 6.660.940

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TEUR 30.06.2022 31.12.2021
SCHULDEN UND EIGENKAPITAL
SCHULDEN
KURZFRISTIGE SCHULDEN
Finanzschulden 1.960.921 2.073.493
Leasingverbindlichkeiten 10.892 11.405
Derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert 6.350 11.123
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 36.044 43.725
Steuerschulden 7.015 4.678
Abgegrenzte Schulden 29.045 28.734
Sonstige kurzfristige Schulden 60.014 55.601
Abgegrenzte Mietraten 80.508 58.861
SUMME KURZFRISTIGE SCHULDEN 2.190.789 2.287.620
LANGFRISTIGE SCHULDEN
Finanzschulden 2.798.449 3.003.670
Leasingverbindlichkeiten 28.355 31.542
Derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert 5.625 9.661
Latente Steuerschulden 55.031 54.582
Pensionen 5.086 4.867
Sonstige langfristige Schulden 0 2
SUMME LANGFRISTIGE SCHULDEN 2.892.546 3.104.324
EIGENKAPITAL
Grundkapital 46.496 46.496
Kapitalrücklage 298.019 298.019
Gewinnrücklagen 755.978 753.245
Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals 12.960 1.735
SUMME EIGENKAPITAL DER AKTIONÄRE DER GRENKE AG 1.113.453 1.099.495
Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile 1 200.000 200.000
Nicht beherrschende Anteile - 24.784 - 30.499
SUMME EIGENKAPITAL 1.288.669 1.268.996
SUMME SCHULDEN UND EIGENKAPITAL 6.372.004 6.660.940

1 Beinhaltet AT1-Anleihen (Hybridkapital), die unter IFRS als Eigenkapital ausgewiesen werden.

Konzern-Kapitalflussrechnung

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TEUR Q1-Q2 2022 Q1-Q2 2021
GEWINN NACH STEUERN 41.459 32.251
IM GEWINN ENTHALTENE ZAHLUNGSUNWIRKSAME POSTEN UND ÜBERLEITUNG AUF DEN CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
+ Abschreibungen und Wertminderung 13.503 14.165
- /​ + Gewinne /​ Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 208 - 2
- /​ + Sonstige zahlungsunwirksame Erträge /​ Aufwendungen 30.191 22.450
+ /​ - Zunahme /​ Abnahme abgegrenzter Schulden, Rückstellungen und Pensionen 530 - 7.817
\= ZWISCHENSUMME 85.891 61.047
VERÄNDERUNG DES VERMÖGENS UND DER VERBINDLICHKEITEN AUS OPERATIVER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT NACH KORREKTUR UM ZAHLUNGSUNWIRKSAME POSTEN
+ /​ - Leasingforderungen - 8.744 332.627
+ /​ - Kreditforderungen - 381 2.598
+ /​ - Factoringforderungen 8.255 2.872
+ /​ - Sonstige Vermögenswerte - 50.822 46.517
+ /​ - Verbindlichkeiten aus Finanzschulden - 318.975 - 581.621
+ /​ - Sonstige Schulden 10.205 69.266
+ Erhaltene Zinsen 835 1.261
- Gezahlte Zinsen - 5.595 - 6.658
- Ertragsteuerzahlungen - 12.878 - 5.265
\= CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT - 292.209 - 77.356
- Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten - 3.108 - 3.633
- Auszahlungen aus der Akquisition von Tochterunternehmen - 274 0
- Auszahlungen für den Erwerb von Finanzanlagen 0 - 75
+ Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 29 358
\= CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT - 3.353 - 3.350
- Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten - 6.809 - 6.863
- Kuponzahlungen auf Hybridkapital - 12.946 - 13.406
- Dividendenzahlungen an GRENKE Aktionäre - 23.713 0
\= CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT - 43.468 - 20.269
ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE ZU BEGINN DER PERIODE 852.960 944.664
+ Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit - 292.209 - 77.356
+ Cashflow aus Investitionstätigkeit - 3.353 - 3.350
+ Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - 43.468 - 20.269
+ /​ - Veränderung aufgrund Währungsumrechnung - 164 - 947
\= ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE ZUM ENDE DER PERIODE 513.766 842.742

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

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TEUR Grundkapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen/​ Konzernergebnis Hedging-Rücklage Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne/​ Verluste Währungsumrechnung
EIGENKAPITAL ZUM 01.01.2022 46.496 298.019 753.245 - 39 - 577 5.576
Gewinn 42.696
Sonstiges Ergebnis 5.741 5.484
GESAMTERGEBNIS 42.696 5.741 5.484
Dividenden in 2022 für 2021 - 23.713
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto)
Kupon für Hybridkapital (netto) - 9.082
Transaktionen mit NCI - 7.168
EIGENKAPITAL ZUM 30.06.2022 46.496 298.019 755.978 5.702 - 577 11.060
EIGENKAPITAL ZUM 01.01.2021 46.496 298.019 675.200 - 1.692 - 1.588 - 341
Gewinn 33.378
Sonstiges Ergebnis 1.591 2.726
GESAMTERGEBNIS 33.378 1.591 2.726
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto)
Kupon für Hybridkapital (netto) - 9.404
EIGENKAPITAL ZUM 30.06.2021 46.496 298.019 699.174 - 101 - 1.588 2.385

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TEUR Neubewertungsrücklage aus Eigenkapitalinstrumenten (IFRS 9) Summe Eigenkapital Aktionäre der GRENKE AG Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
EIGENKAPITAL ZUM 01.01.2022 - 3.225 1.099.495 200.000 - 30.499 1.268.996
Gewinn 42.696 - 1.237 41.459
Sonstiges Ergebnis 11.225 - 579 10.646
GESAMTERGEBNIS 53.921 - 1.816 52.105
Dividenden in 2022 für 2021 - 23.713 - 23.713
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto) - 9.082 - 9.082
Kupon für Hybridkapital (netto) - 9.082 9.082
Transaktionen mit NCI - 7.168 7.531 363
EIGENKAPITAL ZUM 30.06.2022 - 3.225 1.113.453 200.000 - 24.784 1.288.669
EIGENKAPITAL ZUM 01.01.2021 2.114 1.018.208 200.000 - 25.105 1.193.103
Gewinn 33.378 - 1.127 32.251
Sonstiges Ergebnis - 75 4.242 - 529 3.713
GESAMTERGEBNIS - 75 37.620 - 1.656 35.964
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto) - 9.404 - 9.404
Kupon für Hybridkapital (netto) - 9.404 9.404
EIGENKAPITAL ZUM 30.06.2021 2.039 1.046.424 200.000 - 26.761 1.219.663

Anhang des verkürzten Konzernzwischenabschlusses

1. Allgemeine Angaben

Die GRENKE AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Baden-Baden, Neuer Markt 2, Deutschland. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Mannheim im Handelsregister, Abteilung B, unter der Nummer 201836 eingetragen. Gegenstand des verkürzten Konzernzwischenabschlusses der GRENKE AG (im Folgenden als "Konzernzwischenabschluss" bezeichnet) zum 30. Juni 2022 sind die GRENKE AG sowie ihre Tochterunternehmen und konsolidierten strukturierten Unternehmen (im Folgenden als "GRENKE Konzern" bezeichnet). Dieser Konzernzwischenabschluss ist in Übereinstimmung mit den für die Zwischenberichterstattung anzuwendenden IFRS (IAS 34), wie sie vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht und durch die Europäische Union (EU) in europäisches Recht übernommen wurden, aufgestellt worden. Er ist in Zusammenhang mit dem IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 zu lesen. Es erfolgte eine prüferische Durchsicht im Sinne von § 115 WpHG des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts zum 30. Juni 2022.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, die im Konzernzwischenabschluss angewendet wurden, entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Ausnahmen hiervon betreffen Änderungen, die sich durch die verpflichtende Anwendung neuer Rechnungslegungsstandards ergeben haben, welche im nachfolgenden Abschnitten erläutert werden. Von der vorzeitigen Anwendung von geänderten Standards und Interpretationen, die erst ab dem Geschäftsjahr 2023 oder später verpflichtend umzusetzen sind, wurde abgesehen. Die GRENKE AG wird diese Standards zum Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung im Konzernabschluss umsetzen und erwartet daraus keine wesentlichen Auswirkungen auf die Berichterstattung.

Für diesen Zwischenabschluss gelten die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie in unserem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021, auf den wir an dieser Stelle verweisen. Zudem ergänzen wir die nachfolgenden Sachverhalte.

2.1 Erstmals anzuwendende, überarbeitete und neue Rechnungslegungsstandards

Im Geschäftsjahr 2022 wurden im GRENKE Konzern alle neuen und überarbeiteten Standards und Interpretationen berücksichtigt, die erstmals verbindlich seit dem 1. Januar 2022 anzuwenden waren und bereits in europäisches Recht übernommen wurden (Endorsement), sofern diese für den GRENKE Konzern relevant waren.

Alle nachfolgenden überarbeiteten bzw. geänderten Standards hatten keinen oder nur unwesentlichen Einfluss auf die Bilanzierung und Berichterstattung im Konzernabschluss der GRENKE AG.

Änderungen an IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse", IAS 16 "Sachanlagen", IAS 37 "Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen" und jährliche Verbesserungen an den IFRS 2018-2020 Mit den Änderungen an IFRS 3 wird der Verweis auf das Rahmenkonzept der IFRS aktualisiert. Ebenso wird IFRS 3 um die Vorschrift ergänzt, dass ein Erwerber bei der Identifizierung von übernommenen Verpflichtungen im Anwendungsbereich des IAS 37 oder IFRIC 21 diese Vorschriften anstelle des Rahmenkonzepts anzuwenden hat. Die Regeln für die Bilanzierung von Unternehmenserwerben werden inhaltlich nicht geändert.

Nach der Änderung an IAS 16 wird es Unternehmen künftig nicht mehr gestattet sein, Erlöse aus dem Verkauf von Gütern, die produziert werden, während eine Sachanlage zu dem Standort und in den beabsichtigten Zustand gebracht wird, von den Anschaffungs- und Herstellungskosten dieser Sachanlage abzuziehen. Stattdessen sind diese Erlöse zusammen mit den Herstellungskosten der Sachanlagen in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.

Die Änderung an IAS 37 konkretisiert, welche Kosten ein Unternehmen bei der Beurteilung, ob ein Vertrag belastend oder verlustbringend ist, zu berücksichtigen hat, und stellt auf Kosten ab, die sich direkt auf den Vertrag beziehen (directly related cost approach).

Die jährlichen Verbesserungen zum Sammeländerungsstandard (Zyklus 2018-2020) betreffen geringfüge Änderungen an IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der IFRS", der Erstanwendung durch ein Tochterunternehmen, einem begleitenden Beispiel zu IFRS 16 "Leasingverhältnisse", der Bedeutung von Steuereffekten bei der Fair-Value-Ermittlung im IAS 41 "Landwirtschaft" und IFRS 9 "Finanzinstrumente" Gebühren, die in den 10%-Test für die Ausbuchung von finanziellen Verbindlichkeiten einzubeziehen sind.

2.2 Anwendung von IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern"

Die Türkei wird seit dem zweiten Quartal 2022 als hochinflationäre Volkswirtschaft im Sinne des IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" klassifiziert. Die Geschäftszahlen der türkischen Tochtergesellschaft, die auf dem Konzept der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten basieren, wurden daher um die Einflüsse der Inflation bereinigt und in der am Abschlussstichtag geltenden Maßeinheit angegeben. Vorjahresvergleichswerte sind nicht anzupassen. Zur Anpassung an die Inflation im laufenden Geschäftsjahr wurde der vom Turkish Statistical Institute (TURKSTAT) veröffentlichte Konsumentenpreisindex herangezogen, dessen Wert zum 30. Juni 2022 938,2 betrug (30. Juni 2021: 539,0).

Die Auswirkungen der Anwendung des IAS 29 sowie der Gewinn oder Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten sind für den GRENKE Konzern bislang von untergeordneter Bedeutung.

2.3 Bereits veröffentlichte Rechnungslegungsstandards und Interpretationen -noch nicht umgesetzt

Vom IASB wurden weitere geänderte Standards oder Interpretationen veröffentlicht, die erst zu einem späteren Zeitpunkt verpflichtend anzuwenden sind. Verschiedene Standards davon haben die Anerkennung in europäisches Recht ("Endorsement") der EU bereits durchlaufen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung wird von diesen Standards ausdrücklich zugelassen. Die GRENKE AG macht von diesem Wahlrecht grundsätzlich keinen Gebrauch. Diese Standards werden zum Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung im Konzernabschluss umgesetzt. Voraussichtlich werden die nachfolgend beschriebenen Änderungen keinen wesentlichen Einfluss auf die Berichterstattung im Konzernabschluss der GRENKE AG haben.

IFRS 17 "Versicherungsverträge"

Der am 18. Mai 2017 veröffentlichte neue Rechnungslegungsstandard IFRS 17 "Versicherungsverträge" wird den Standard IFRS 4 ersetzen. Das IASB hat zudem am 18. März 2020 beschlossen, die verpflichtende Anwendung des Standards auf Geschäftsjahre zu verschieben, die an oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen.

Änderung an IFRS 17 "Versicherungsverträge" zur erstmaligen Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9: Vergleichszahlen

Mit der Änderung an IFRS 17 wurde eine Übergangsvorschrift etabliert, die wahlweise eine abweichende Klassifizierung gemäß IFRS 9 für die Vergleichsperioden im Jahr der erstmaligen Anwendungen beider Standards ermöglicht. Dann darf für jeden finanziellen Vermögenswert, für den die Vergleichsperiode nicht auf IFRS 9 angepasst wurde, diejenige Klassifizierung angewendet werden, welche auf Basis der zum Übergangszeitpunkt vorliegenden Informationen zugrunde gelegt würde. Eine Übernahme durch die EU steht noch aus.

Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" und dem IFRS Practice Statement 2 "Making Materiality Judgements"

Die Änderungen an IAS 1 sehen vor, dass Unternehmen lediglich ihre "wesentlichen" (material) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Anhang darstellen müssen (anstelle bisher: die "bedeutenden /​ significant" Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden). Um wesentlich zu sein, muss die Rechnungslegungsmethode mit wesentlichen Transaktionen oder anderen Ereignissen im Zusammenhang stehen und anlassbezogen sein (zum Beispiel Änderung der Methode). Die Änderungen sollen so dazu beitragen, die Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu verbessern. Flankierend dazu wurde die Leitlinie des IFRS Practice Statements 2 entsprechend angepasst.

Änderungen an IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" zur Klassifizierung von Verbindlichkeiten

Im Januar 2020 wurde IAS 1 "Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig" veröffentlicht. Gegenstand der Änderungen an IAS 1 ist die Klarstellung, dass im Rahmen der Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig auf bestehende Rechte des Unternehmens zum Abschlussstichtag abzustellen ist. Am 15. Juli 2020 wurde die Erstanwendung der Änderung durch das IASB um ein Jahr für Geschäftsjahre, die ab dem 1. Januar 2023 beginnen, verschoben. Eine Übernahme durch die EU steht noch aus.

Änderung an IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern"

Gegenstand der Änderungen an IAS 8 sind Klarstellungen zur Abgrenzung von Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Änderungen von Schätzungen. Die verpflichtende Anwendung der Änderung des Standards gilt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen.

Änderungen an IAS 12 "Ertragsteuern" zum Ansatz latenter Steuern aus einer einzigen Transaktion

Gemäß der Änderung an IAS 12 wird der Anwendungsbereich der Ausnahmeregelung angepasst, sodass im Zeitpunkt des Zugangs eines Vermögenswertes oder einer Schuld keine aktiven oder passiven latenten Steuern anzusetzen sind. Die Änderungen treten für jährliche Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Eine Übernahme durch die EU steht noch aus.

3. Verwendung von Annahmen und Schätzungen

Bei der Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses sind Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet worden, die sich auf den Ausweis und die Höhe der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden, Erträge, Aufwendungen sowie Eventualverbindlichkeiten ausgewirkt haben.

Schätzungen und zugrundeliegende Annahmen werden laufend überprüft. Überarbeitungen von Schätzungen werden prospektiv erfasst und erfolgen in den nachfolgend dargestellten Bereichen:

/​/​ Ermittlung der Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte

/​/​ Berücksichtigung von kalkulierten Restwerten am Ende der Vertragslaufzeit im Rahmen der Ermittlung des Barwerts von Leasingforderungen

/​/​ Annahmen im Rahmen des Werthaltigkeitstests bei der Bewertung der bestehenden Geschäfts- oder Firmenwerte

/​/​ Ansatz von Leasinggegenständen in Verwertung zu kalkulierten Restwerten

/​/​ Beizulegender Zeitwert von Finanzinstrumenten

/​/​ Ansatz und Bewertung latenter Steuern auf Verlustvorträge

/​/​ Ansatz und Bewertung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden

Die Ermittlung der Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte beruht auf Annahmen und Schätzungen zum Ausfallrisiko und zu den erwarteten Verlustraten. Der Konzern übt bei der Erstellung dieser Annahmen und der Auswahl der Inputfaktoren für die Berechnung der Wertminderung Ermessen aus, basierend auf Erfahrungen des Konzerns aus der Vergangenheit, bestehenden Marktbedingungen sowie zukunftsgerichteten Schätzungen zum Ende jeder Berichtsperiode. Die wichtigsten verwendeten Annahmen und Inputfaktoren sind unter den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden dargestellt. Entsprechend den Verlautbarungen von verschiedenen Regulatoren (ESMA, EBA) wird eine Beurteilung der Modellierung der IFRS 9 Wertberichtigung und der Schätzung der erwarteten Kreditverluste (ECL) vorgenommen. Das ECL-Modell wird inklusive der Inputparameter und der Teilmodelle anlassbezogen und mindestens einmal jährlich validiert und gegebenenfalls aktualisiert.

Nicht garantierte (kalkulierte) Restwerte werden im Rahmen der Ermittlung des Barwerts der Leasingforderungen gemäß der Definition des IFRS 16 berücksichtigt. Die kalkulierten Restwerte am Ende der Vertragslaufzeit ermitteln sich in Abhängigkeit von der Laufzeitgruppe des jeweiligen Leasingvertrags und beinhalten das erwartete Nachgeschäft am Ende der Laufzeit, basierend auf historischen Erfahrungswerten. Für Zugänge seit dem 1. Januar 2022 betragen sie zwischen 1,0 und 25,0 Prozent der Anschaffungskosten (Vorjahr: seit dem 1. Januar 2021 zwischen 1,0 und 25,5 Prozent). Die kalkulierten Restwerte werden dabei anhand statistischer Auswertungen im Rahmen einer bestmöglichen Schätzung angesetzt. Im Falle eines Absinkens der tatsächlich im Nachgeschäft (bestehend aus Verwertung und sogenannter Nachmiete) erzielbaren Erlöse wird eine Abwertung der Leasingforderungen berücksichtigt, wohingegen ein Anstieg unberücksichtigt bleibt.

Zur Ermittlung der Risikovorsorge gemäß IFRS 9 werden erwartete Kreditausfälle verschiedener makroökonomischer Szenarien gewichtet. GRENKE berechnet hierfür ein negatives, ein positives sowie ein Basis-Szenario.

Das negative Szenario geht von erheblichen Engpässen in den von russischem Gas stark abhängigen Volkswirtschaften und vom Andauern des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine aus. Darüber hinaus werden global erhöhte Pandemieeffekte infolge einer neuen Virusmutation angenommen sowie eine anhaltend hohe Inflation. Aus Zweit- und Drittrundeneffekten resultieren global wesentlich erhöhte Kreditverluste. Der Anstieg der Ausfallraten entspricht in etwa demjenigen zu Beginn der Covid-19-Pandemie. Dies korrespondiert zu einem BIP-Niveau in Deutschland im Jahre 2022 von - 4,6 % (Italien - 9,0 %, Frankreich - 8,0 %, Spanien - 10,8 % und UK - 9,3 %). Für die laufenden Leasingforderungen ergibt sich demnach ein erwarteter Kreditverlust in Höhe von 105,3 Mio. €.

Im positiven Szenario wird von einer konstant ausreichenden Lieferung russischen Gases bei dennoch andauerndem Russland-Ukraine-Krieg ausgegangen. Annahmegemäß schränkt die Covid-19-Pandemie das öffentliche und wirtschaftliche Leben in keiner Weise ein und die Inflation nimmt moderat ab. Durch die wirtschaftlichen Unsicherheiten kommt es jedoch zu einer Rückkehr der Ausfallraten zum Vor-Corona-Niveau. Dies korrespondiert zu einem BIP-Niveau in Deutschland im Jahre 2022 von 2,0 % (Italien 2,8 %, Frankreich 3,4 %, Spanien 5,3 % und UK 4,3 %). Für die laufenden Leasingforderungen ergibt sich demnach ein erwarteter Kreditverlust in Höhe von 86,3 Mio. €.

Im Basis-Szenario werden wiederkehrende, jedoch nicht permanente Engpässe bzgl. russischer Gaslieferungen angenommen. Der Russland-Ukraine-Krieg dauert an. Die Pandemie schränkt das öffentliche Leben in den Wintermonaten ein. Die Inflation bleibt unverändert auf erhöhtem Niveau (deutlich oberhalb von 2 %), wird sich im Zeitablauf aber durch den Basiseffekt der Vorjahre unterhalb des Niveaus aus dem ersten Halbjahr einpendeln. Infolge von Zweit- und Drittrundeneffekten treten global erhöhte Kreditverluste ein. Der Anstieg der Ausfallraten entspricht in etwa einem Viertel des Anstieges zu Beginn der Covid-19-Pandemie. Dies korrespondiert zu einem BIP-Niveau in Deutschland im Jahre 2022 von 1,5 % (Italien 2,3 %, Frankreich 2,9 %, Spanien 4,8 % und UK 3,8 %). Die Höhe des Anstieges wird anhand historischer Ausfallraten im Zuge der jüngsten Finanz- und Staatsschuldenkrise abgeleitet. Für die laufenden Leasingforderungen ergibt sich demnach ein erwarteter Kreditverlust in Höhe von 90,6 Mio. €.

In sämtlichen Szenarien werden verschiedene Mindestausfallraten (Floors) berücksichtigt. Aktuell können im GRENKE-Portfolio deutlich rückgängige Ausfallraten, insbesondere auch im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau, beobachtet werden. Ungeachtet dessen wird im positiven Szenario auf das Ausfallraten-Niveau vor Corona abgestellt. Im Basis-Szenario werden nochmals höhere Ausfallraten angesetzt, um den aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten Rechnung zu tragen.

Auf das negative Szenario entfällt zum 30. Juni 2022 ein Gewicht von ca. 20 % (zum 31. Dezember 2021 5 %), auf das positive Szenario ein Gewicht von lediglich 2 % (zum 31. Dezember 2021 12 %). Die Szenariogewichte werden aus öffentlichen Daten der EZB abgeleitet. Diese stellt durch eine Umfrage unter verschiedenen Analysten eine Wahrscheinlichkeitsverteilung für das BIP der Jahre 2022 bis 2024 auf. Aus diesen Wahrscheinlichkeitsverteilungen können Eintrittswahrscheinlichkeiten für einzelne Szenarien berechnet werden. Die am 15. April 2022 von der EZB veröffentlichten BIP-Prognosen wurden dabei um 1 % nach unten korrigiert, um den negativen Entwicklungen zwischen dem Veröffentlichungszeitpunkt der Prognose und dem Berichtsstichtag Rechnung zu tragen.

Aufgrund der erhöhten wirtschaftlichen Unsicherheit wurden zusätzlich diverse Sensitivitätsanalysen bzgl. des BIP und der internen Floors durchgeführt. Das gebildete Management Adjustment trägt auf Basis dieser Sensitivitätsanalysen den erhöhten wirtschaftlichen Unsicherheiten Rechnung.

In Anlehnung an die IDW Verlautbarung vom 18. Juli 2022 wurde zusätzlich zu der auf Basis des bestehenden IFRS 9 Modells ermittelten Risikovorsorge, welches aktualisierte Parameter zur Abbildung der makroökonomischen Rahmenbedingungen berücksichtigt, ein Post Model Adjustment in Höhe von 12.133 TEUR gebildet. Dieses Adjustment deckt zusätzliche Unsicherheiten aus dem Krieg Russlands gegen die Ukraine sowie mögliche Folgen von Rezession und Inflation auf den GRENKE Konzern ab.

Die der Discounted-Cashflow-Bewertung der bestehenden Geschäfts- oder Firmenwerte zugrundeliegenden Cashflows basieren auf aktuellen Geschäftsplänen und internen Planungen. Hierbei werden Annahmen über die künftigen Ertrags- und Aufwandsentwicklungen getroffen. Dabei wurden künftige Wachstumsraten der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf Basis bisheriger Erfahrungswerte angenommen und bisher erzielte Ertrags- und Aufwandsverläufe in die Zukunft projiziert. Diese Schätzungen sowie die zugrundeliegende Methodik können einen erheblichen Einfluss auf die ermittelten Werte haben. Aufgrund des aktuellen ökonomischen Gesamtumfelds sind die Schätzungen hinsichtlich der weiteren Neugeschäfts- und Renditeentwicklungen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit zusätzlichen Unsicherheiten verbunden. Sollten wesentliche Annahmen von den tatsächlichen Größen abweichen, könnte dies in der Zukunft zu erfolgswirksam zu erfassenden Wertminderungen führen.

Aufgrund der aktuellen Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten hat der GRENKE Konzern zum Stichtag untersucht, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung der bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerte vorliegen könnte. Zum Stichtag bestand, unter Berücksichtigung der Veränderung der Bewertungsparameter sowie der wirtschaftlichen Entwicklungen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, kein Wertminderungsbedarf der Geschäfts- oder Firmenwerte. Weiterhin steigende Diskontierungszinsen könnten jedoch zu erfolgswirksam zu erfassenden Wertminderungen in künftigen Berichtsperioden führen.

Die Bewertung der Leasinggegenstände in Verwertung erfolgt auf Basis der Verwertungserlöse, die über das vergangene Geschäftsjahr im Durchschnitt je Altersklasse in Bezug auf die ursprünglichen Anschaffungskosten erzielt werden konnten. Leasinggegenstände in der Verwertung werden in Abhängigkeit von ihrer tatsächlichen Verwertbarkeit mit den aus der Vergangenheit ermittelten Restwerten bewertet. Sofern eine Verwertung aufgrund des Zustandes des entsprechenden Gegenstandes unrealistisch erscheint, wird dieser erfolgswirksam abgeschrieben.

Die beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht mithilfe von Daten aus aktiven Märkten abgeleitet werden können, werden unter der Verwendung von Bewertungsverfahren bestimmt. Die Inputpara-meter dieser Modelle stützen sich, soweit möglich, auf beobachtbare Marktdaten. Ist dies nicht möglich, stellt die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte in gewissem Maß eine Ermessensentscheidung dar. Die Ermessensentscheidungen betreffen Input-Parameter wie Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko und Volatilität. Änderungen der Annahmen bezüglich dieser Inputparameter können sich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert der Finanzinstrumente auswirken. Sind beobachtbare Preise und Parameter verfügbar, werden sie für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts genutzt, ohne dass Einschätzungen in großem Umfang erforderlich wären.

Aktive latente Steuern werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem Maß erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine wesentliche Ermessungsausübung der Unternehmensleitung bezüglich des erwarteten Eintritts und der Höhe des zukünftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich.

Aufgrund der Komplexität der Steuergesetzgebung ergeben sich möglicherweise unterschiedliche Auslegungen und Interpretationen von Steuergesetzen durch den Steuerpflichtigen und die lokale Finanzbehörde. Dadurch kann es zu nachträglichen Steuerzahlungen für vergangene Geschäftsjahre kommen. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerrückstellungen gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der besten Schätzung der erwarteten Steuerzahlung. Steuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es wahrscheinlich und damit hinreichend gesichert ist, dass sie realisiert werden können. Die Annahmen basieren auf der Einschätzung der Unternehmensleitung, in welcher Höhe unsichere Steuerpositionen angesetzt werden.

Wir verweisen hierzu auf die geschilderten Bilanzierungsmethoden im Anhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2021.

4. Leasingforderungen

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Leasingforderungen.

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TEUR 30.06.2022 31.12.2021
ENTWICKLUNG DER LEASINGFORDERUNGEN AUS LAUFENDEN VERTRÄGEN (PERFORMENDE LEASINGFORDERUNGEN)
FORDERUNGEN ZU PERIODENBEGINN 5.093.885 5.614.509
+ Veränderung in der Periode 27.215 - 520.624
LEASINGFORDERUNGEN (KURZ- UND LANGFRISTIG) AUS LAUFENDEN VERTRÄGEN ZUM PERIODENENDE 5.121.100 5.093.885
ENTWICKLUNG DER LEASINGFORDERUNGEN AUS GEKÜNDIGTEN/​RÜCKSTÄNDIGEN VERTRÄGEN (NICHT PERFORMENDE LEASINGFORDERUNGEN)
BRUTTOFORDERUNG ZU PERIODENBEGINN 563.763 525.869
+ Zugänge Bruttoforderungen in der Periode 27.524 118.108
- Abgänge Bruttoforderungen in der Periode 30.929 80.214
BRUTTOFORDERUNG ZUM PERIODENENDE 560.358 563.763
SUMME BRUTTOFORDERUNG GEKÜNDIGT UND LAUFEND 5.681.458 5.657.648
WERTMINDERUNGEN ZU PERIODENBEGINN 538.676 504.086
+ Veränderung kumulierte Wertminderungen in der Periode 15.066 34.590
WERTMINDERUNGEN ZU PERIODENENDE 553.742 538.676
Leasingforderungen (Bilanzansatz kurz- und langfristig) zu Periodenbeginn 5.118.972 5.636.292
LEASINGFORDERUNGEN (BILANZANSATZ KURZ- UND LANGFRISTIG) ZUM PERIODENENDE 5.127.716 5.118.972

Die folgende Übersicht zeigt die Bruttoforderungen der Leasingforderungen und die Wertberichtigung auf die Leasingforderungen pro IFRS 9 Wertberichtigungsstufe. Der GRENKE Konzern verfügt über keine als POCI klassifizierten Finanzinstrumente im Sinne des IFRS 9.

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30.06.2022 31.12.2021
TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe Summe
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BRUTTOFORDERUNGEN
Deutschland 1.110.383 39.579 43.996 1.193.958 1.202.433
Frankreich 1.033.094 80.836 119.229 1.233.159 1.218.574
Italien 757.439 103.569 185.260 1.046.268 1.095.404
Sonstige Länder 1.796.825 141.086 270.162 2.208.073 2.141.237
SUMME BRUTTOFORDERUNGEN 4.697.741 365.070 618.647 5.681.458 5.657.648
Wertberichtigung 49.054 46.502 458.186 553.742 538.676
BUCHWERT 4.648.687 318.568 160.461 5.127.716 5.118.972

Die folgende Übersicht zeigt Veränderungen der Wertberichtigungen auf den Bestand an kurzfristigen und langfristigen Forderungen:

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30.06.2022 31.12.2021
TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe Summe
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ANFANGSBESTAND WERTBERICHTIGUNG 45.416 51.070 442.190 538.676 504.086
Neu ausgereichte oder erworbene finanzielle Vermögenswerte* 13.227 4.673 4.335 22.235 31.779
Umbuchungen
zu Stufe 1 3.306 - 2.007 - 1.299 0 0
zu Stufe 2 - 1.665 8.001 - 6.336 0 0
zu Stufe 3 - 1.097 - 5.665 6.762 0 0
Änderung der Risikovorsorge durch Stufenänderung - 2.695 111 28.469 25.885 40.361
Einvernehmliche Vertragsauflösung oder Zahlungen für finanzielle Vermögenswerte (ohne Ausbuchungen) - 12.171 - 8.302 - 15.308 - 35.781 - 68.181
Änderungen der vertraglichen Zahlungsströme infolge von Modifikation (keine Ausbuchung) 0 0 15.730 15.730 - 41.506
Änderung durch Veränderung Bearbeitungsklasse bei Schadensfällen 0 0 0 0 43.552
Änderungen der Modelle/​Risikoparameter für ECL-Berechnung 1.119 - 3.899 6.795 4.015 83.489
Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten - 6 - 28 - 26.228 - 26.262 - 68.093
Währungsumrechnungs- und sonstige Differenzen 207 40 1.231 1.478 1.655
Aufzinsung 3.413 2.508 1.845 7.766 11.534
ENDBESTAND WERTBERICHTIGUNG 49.054 46.502 458.186 553.742 538.676
davon Wertberichtigung nicht-performende Leasingforderung 0 0 434.018 434.018 421.704
davon Wertberichtigung performende Leasingforderung 49.054 46.502 24.168 119.724 116.972

* Die in Stufe 2 und 3 angegebenen Werte betreffen im Geschäftsjahr neu ausgereichte Leasingforderungen, die zum Zugangszeitpunkt der Stufe 1 zugeordnet waren, aber im Lauf des Geschäftsjahres einer anderen Stufe zugeteilt wurden.

Ergänzend zur Kapitalflussrechnung stellen sich die Zahlungsströme bezogen auf die Leasingforderung wie folgt dar.

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TEUR Q1-Q2 2022 Q1-Q2 2021
Zahlungen Leasingnehmer 1.149.770 1.186.289
Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Leasinggeschäft - 197.676 - 212.592
Zugänge Leasingforderungen /​ Nettoinvestitionen - 1.113.207 - 787.117
ZWISCHENSUMME - 161.113 186.580
Abgänge /​ Umgliederungen Leasingforderungen zu Restbuchwerten 140.955 212.602
Abnahme /​ Zunahme andere Forderungen gegen Leasingnehmer 18.472 - 45.356
Währungsdifferenzen - 7.058 - 21.199
VERÄNDERUNG LEASINGFORDERUNGEN - 8.744 332.627

5. Finanzschulden

Die Finanzschulden des GRENKE Konzerns setzen sich aus den kurzfristigen Finanzschulden und langfristigen Finanzschulden zusammen.

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TEUR 30.06.2022 31.12.2021
KURZFRISTIGE FINANZSCHULDEN
Asset Backed 375.029 355.795
Senior Unsecured 756.793 764.470
Zweckgebundene Förderdarlehen 72.952 74.753
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft 754.854 878.364
davon gegenüber Kreditinstituten 0 0
Sonstige Bankschulden 1.293 111
davon Kontokorrent 1.293 111
SUMME KURZFRISTIGE FINANZSCHULDEN 1.960.921 2.073.493
LANGFRISTIGE FINANZSCHULDEN
Asset Backed 499.291 353.664
Senior Unsecured 1.910.537 2.044.017
Zweckgebundene Förderdarlehen 34.980 72.384
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft 353.641 533.605
SUMME LANGFRISTIGE FINANZSCHULDEN 2.798.449 3.003.670
SUMME FINANZSCHULDEN 4.759.370 5.077.163

5.1 Asset Backed Finanzschulden

5.1.1 Strukturierte Einheiten

Folgende konsolidierte strukturierte Einheiten bestanden zum Stichtag: Opusalpha Purchaser II Limited (Helaba), Kebnekaise Funding Limited (SEB AB), CORAL Purchasing (Ireland) 2 DAC (DZ-Bank), FCT "GK"-COMPARTMENT "G2" (Unicredit), FCT "GK"-COMPARTMENT "G3" (HSBC), FCT "GK"-COM-PARTMENT "G4" (Helaba) sowie FCT "GK"-COM-PARTMENT "G5" (DZ-Bank). Sämtliche strukturierte Einheiten sind als Asset-Backed Commercial Paper-(ABCP-) Programme aufgelegt.

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TEUR 30.06.2022 31.12.2021
Programmvolumen in Landeswährung
TEUR 1.097.802 947.802
TGBP 150.000 150.000
Programmvolumen in TEUR 1.272.586 1.126.314
Inanspruchnahme in TEUR 883.411 692.243
Buchwert in TEUR 767.112 602.451
davon kurzfristig 324.829 296.539
davon langfristig 442.283 305.912

5.1.2 Forderungsverkaufsverträge

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TEUR 30.06.2022 31.12.2021
Programmvolumen in LW
TEUR 16.500 16.500
TGBP 90.000 90.000
TBRL 210.000 210.000
Programmvolumen in TEUR 160.095 156.887
Inanspruchnahme in TEUR 107.176 106.955
Buchwert in TEUR 107.176 106.955
davon kurzfristig 50.178 59.222
davon langfristig 56.998 47.733

5.1.3 Restwertdarlehen

Die Restwertdarlehen dienen teilweise zur Finanzierung von Restwerten von Leasingverträgen, bei denen die Raten im Rahmen des Forderungsverkaufs veräußert wurden.

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TEUR 30.06.2022 31.12.2021
Buchwert 32 53
davon kurzfristig 22 34
davon langfristig 10 19

5.2 Senior Unsecured Finanzschulden

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Buchwerte der einzelnen Refinanzierungsinstrumente:

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TEUR 30.06.2022 31.12.2021
Anleihen 2.301.049 2.459.008
davon kurzfristig 483.998 527.645
davon langfristig 1.817.051 1.931.363
Schuldscheindarlehen 101.361 131.944
davon kurzfristig 19.427 32.738
davon langfristig 81.934 99.206
Commercial Paper 10.000 0
Revolving Credit Facility 209.132 175.110
davon kurzfristig 197.580 161.662
davon langfristig 11.552 13.448
Kontokorrent 20.790 20.205
Zinsabgrenzung 24.998 22.220

Folgende Tabelle zeigt den Refinanzierungsrahmen der einzelnen Instrumente:

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TEUR 30.06.2022 31.12.2021
Anleihen TEUR 5.000.000 5.000.000
Commercial Paper TEUR 750.000 750.000
Syndizierte revolvierende Kreditfazilität TEUR 250.000 250.000
Revolving Credit Facility TEUR 30.000 30.000
Revolving Credit Facility TPLN 150.000 150.000
Revolving Credit Facility TCLP 20.250.000 20.250.000
Revolving Credit Facility THRK 125.000 125.000
Revolving Credit Facility THUF 350.000 0

5.2.1 Anleihen

Im Geschäftsjahr wurde bisher eine neue Anleihe mit einem Nominalvolumen von 150.000 TEUR begeben. Planmäßig wurden 310.000 TEUR getilgt.

5.2.2 Schuldscheindarlehen

Im Geschäftsjahr wurden bisher keine neuen Schuldscheindarlehen begeben. Planmäßig getilgt wurden 20.000 TEUR, 20.000 TDKK, 10.000 TCHF sowie 1.309 TBRL.

5.2.3 Commercial Paper

Im Geschäftsjahr wurde bisher ein Commercial Paper mit einem Volumen von 10.000 TEUR emittiert.

5.2.4 Revolving Credit Facility

Im Geschäftsjahr wurde eine neue revolvierende Kreditfazilität über ein Volumen von 350.000 THUF abgeschlossen, welche der GF Faktor Zrt. die Möglichkeit bietet jederzeit kurzfristig Gelder über eine Laufzeit von bis zu sechs Monaten aufzunehmen. Darlehensgeber ist die Deutsche Bank AG Hungary Branch.

5.3 Zweckgebundene Förderdarlehen

Folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der in Anspruch genommenen Förderdarlehen bei den einzelnen Förderbanken.

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TEUR 30.06.2022 31.12.2021
Europäische Investitionsbank 9.879 9.846
NRW Bank 20.028 29.029
Thüringer Aufbaubank 1.548 2.112
Investitionsbank des Landes Brandenburg 125 417
KfW 75.663 104.842
Landeskreditbank Baden-Württemberg - Förderbank 689 891
SUMME DER FÖRDERDARLEHEN 107.932 147.137

5.4 Ergänzende Angaben zu den Verbindlichkeiten aus Finanzschulden in der Kapitalflussrechnung

Ergänzend zur Kapitalflussrechnung stellen sich die Zahlungsströme bezogen auf die Finanzschulden wie folgt dar.

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TEUR Q1-Q2 2022 Q1-Q2 2021
VERBINDLICHKEITEN AUS FINANZSCHULDEN
Zugang Verbindlichkeiten /​ Neuaufnahme aus der Refinanzierung 923.414 204.193
Aufwendungen aus der Verzinsung der Refinanzierung 26.050 24.028
Zahlung /​ Rückzahlung von Verbindlichkeiten an Refinanzierer - 970.005 - 788.898
Währungsdifferenzen 5.040 13.016
VERÄNDERUNG VERBINDLICHKEITEN AUS DER REFINANZIERUNG - 15.501 - 547.661
Zugang /​ Rückzahlung Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft - 307.180 - 39.720
Aufwendungen aus der Verzinsung des Einlagengeschäfts 3.706 5.760
VERÄNDERUNG VERBINDLICHKEITEN AUS DEM EINLAGENGESCHÄFT - 303.474 - 33.960
VERÄNDERUNG VERBINDLICHKEITEN AUS DEN FINANZSCHULDEN - 318.975 - 581.621

6. Eigenkapital

Das Grundkapital der GRENKE AG ist im Vergleich zum 31. Dezember 2021 unverändert auf 46.495.573 auf den Inhaber lautende Aktien eingeteilt.

7. Angaben zu Finanzinstrumenten

7.1 Hierarchie des beizulegenden Zeitwertes

Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendet der GRENKE Konzern soweit wie möglich am Markt beobachtbare Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren, werden die beizulegenden Zeitwerte in unterschiedliche Stufen in der Bemessungshierarchie ("Fair-Value-Hierarchie") eingeordnet:

Stufe 1: Notierte (unbereinigte) Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden.

Stufe 2: Bewertungsverfahren, bei denen sämtliche Inputfaktoren, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt am Markt beobachtbar sind.

Stufe 3: Bewertungsverfahren, die Inputfaktoren verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der Bemessungshierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Bemessungshierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist.

Der GRENKE Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Bemessungshierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. Umgruppierungen zwischen den drei Stufen der Bemessungshierarchie fanden in der abgelaufenen Berichtsperiode nicht statt.

7.2 Beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

7.2.1 Beizulegende Zeitwerte originärer Finanzinstrumente

Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten je Klasse von Finanzinstrumenten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bemessen werden. Sie enthält keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Darunter fallen die Bilanzpositionen Zahlungsmittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Sämtliche originäre Finanzinstrumente sind der Stufe 2 der Bemessungshierarchie zugeordnet, mit Ausnahme der börsennotierten Anleihen, die in den Verbindlichkeiten aus Refinanzierung enthalten und in der Stufe 1 der Bemessungshierarchie klassifiziert sind sowie der sonstigen Beteiligung, die der Stufe 3 der Bemessungshierarchie zugeordnet ist. Der Buchwert der börsennotierten Anleihen zum Bilanzstichtag beträgt 2.301.049 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 2.459.008 TEUR) und der beizulegende Zeitwert 2.170.927 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 2.427.015 TEUR). Die originären finanziellen Vermögenswerte sind bis auf die Leasingforderungen, welche gemäß IFRS 16 bewertet werden, und die sonstigen Beteiligungen, welche der Bewertungskategorie FVOCIoR (Fair Value through Other Comprehensive Income ohne Recycling gem. IFRS 9) zugeordnet sind und somit zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, vollständig zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) bewertet. Die finanziellen Verbindlichkeiten werden ebenfalls zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bewertet.

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Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert
TEUR 2022 2022 2021 2021
--- --- --- --- ---
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Leasingforderungen 5.716.657 5.127.716 5.714.078 5.118.972
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 287.086 275.431 277.904 266.178
davon Forderungen aus dem Kreditgeschäft 148.737 137.082 149.189 137.463
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Finanzschulden 4.632.202 4.759.370 5.067.695 5.077.163
davon Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung 3.521.398 3.649.582 3.635.882 3.665.083
davon Verbindlichkeiten aus dem Einlagegeschäft 1.109.511 1.108.495 1.431.702 1.411.969

7.2.2 Beizulegende Zeitwerte derivativer Finanzinstrumente

Zum Stichtag sind im GRENKE Konzern alle derivativen Finanzinstrumente, welche sich aus Zinsderivaten (Zinsswaps), Devisentermingeschäften und Cross Currency Swaps zusammensetzen, zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Sämtliche derivativen Finanzinstrumente sind der Stufe 2 der Bemessungshierarchie zugeordnet.

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Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert
TEUR 2022 2022 2021 2021
--- --- --- --- ---
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE MIT SICHERUNGSBEZIEHUNG
Cross Currency Swap 6.743 6.743 851 851
Fremdwährungsterminkontrakte 3.481 3.481 468 468
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE OHNE SICHERUNGSBEZIEHUNG
Zinsderivate 7.355 7.355 1.130 1.130
Fremdwährungsterminkontrakte 5.372 5.372 7.760 7.760
GESAMT 22.951 22.951 10.209 10.209
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE MIT SICHERUNGSBEZIEHUNG
Cross Currency Swap 5.000 5.000 7.987 7.987
Fremdwährungsterminkontrakte 3.083 3.083 8.394 8.394
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE OHNE SICHERUNGSBEZIEHUNG
Zinsderivate 0 0 387 387
Fremdwährungsterminkontrakte 3.892 3.892 4.016 4.016
GESAMT 11.975 11.975 20.784 20.784

Bei den im GRENKE Konzern verwendeten derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um sogenannte OTC-Derivate (Over-the-Counter). Diese werden direkt mit einer Gegenpartei, die mindestens dem Investmentgrade entspricht, abgeschlossen. Es existieren somit keine notierten Börsenpreise.

Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt anhand von Bewertungsmodellen unter Rückgriff auf beobachtbare Inputfaktoren. Bei Fremdwährungsterminkontrakten wird die Bewertung anhand eines Mark-to-Market-Bewertungsmodells vorgenommen. Bei Zinsderivaten wird der beizulegende Zeitwert über eine Barwertmethode ermittelt. Die verwendeten Inputparameter für die Bewertungsverfahren werden aus Marktnotierungen entnommen. Dabei werden laufzeitkongruente Zinssätze in den gehandelten Währungen für Devisentermingeschäfte bzw. Zinssätze für Zinsderivate verwendet. Die ermittelten Werte werden mit einem sogenannten Add-on-Verfahren mit den Kupons, der am Markt beobachtbaren laufzeitadäquaten Credit Default Swaps (CDS) der Gegenpartei bzw. des eigenen Ausfallrisikos multipliziert, um den beizulegenden Zeitwert dieser OTC-Derivate zu erhalten.

7.3 Bewertungsmethoden und verwendete Inputfaktoren

In nachfolgender Tabelle werden die angewandten Bewertungsmethoden sowie die verwendeten Inputfaktoren und Annahmen zur Bemessung der beizulegenden Zeitwerte dargestellt.

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Art und Stufe Bewertungsmethode Inputfaktoren
BEMESSUNGSHIERARCHIE STUFE 1
Börsennotierte Anleihen n. a. Notierter Börsenpreis am Bewertungstag
BEMESSUNGSHIERARCHIE STUFE 2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Verfügbare Zinssätze zu vergleichbaren Konditionen und Restlaufzeiten unter Verwendung des Kontrahentenrisikos der Gegenpartei
Finanzschulden (Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung des Leasinggeschäfts, Schuldscheindarlehen, Bankschulden) Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Verfügbare Zinssätze zu vergleichbaren Konditionen und Restlaufzeiten unter Verwendung des eigenen Ausfallrisikos DVA (Debt Value Adjustment)
Devisentermingeschäfte /​ Cross Currency Swaps Mark-to-Market Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Verfügbare Zinssätze in den gehandelten Währungen zu Restlaufzeiten unter Verwendung des eigenen Kontrahentenrisikos DVA (Debt Value Adjustment) bzw. des Kontrahentenrisikos der Gegenpartei CVA (Credit Value Adjustment), die aus verfügbaren Credit-Default-Swap-(CDS-)Notierungen verwendet werden
Zinsderivate Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Verfügbare Zinssätze zu vergleichbaren Konditionen und Restlaufzeiten unter Verwendung des eigenen Kontrahentenrisikos DVA (Debt Value Adjustment) bzw. des Kontrahentenrisikos der Gegenpartei CVA (Credit Value Adjustment), die aus verfügbaren Credit-Default-Swap-(CDS-)Notierungen verwendet werden
BEMESSUNGSHIERARCHIE STUFE 3
Sonstige Beteiligungen (Beteiligung an der Finanzchef24 GmbH) Discounted-Cashflow-Modell Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Business Plan der Finanzchef24 GmbH zur Ermittlung der zukünftigen Cashflows; Nachhaltige Wachstumsrate der zukünftigen Cashflows; Parameter zur Ermittlung des Diskontierungszinses (insbesondere risikoloser Zinssatz, Marktrisikoprämie, Beta-Faktor, Adjustierungsprämien)

8. Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Nachfolgend sind die Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) dargestellt:

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TEUR Segment Q1-Q2 2022 Q1-Q2 2021
ERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN (IFRS 15)
Bruttoerlöse aus dem Service and Protection Geschäft (Servicegeschäft) Leasing 62.298 61.532
Servicegebühr für Bereitstellung Leasing 2.736 1.850
Erlöse aus Mahngebühren Leasing 592 750
Erlöse aus Mahngebühren Factoring 7 7
Sonstige Erlöse mit Leasing-nehmern Leasing 512 551
Verkauf von Leasingobjekten Leasing 91.315 88.837
Provisionseinnahmen aus dem Bankgeschäft Bank 299 236
SUMME 157.759 153.763

9. Erlöse und sonstige Umsatzerlöse

Nachfolgend sind die Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) und sonstige Umsatzerlöse (IFRS 9, IFRS 16) dargestellt:

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TEUR Q1-Q2 2022 Q1-Q2 2021
ERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN (IFRS 15) 157.759 153.763
SONSTIGE UMSATZERLÖSE (IFRS 9, IFRS 16)
Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft 205.020 219.395
Erlöse aus Operating-Leasingverhältnissen 10.888 10.559
Erlösanteile aus Vormieten 4.679 3.754
SUMME 378.346 387.471

10. Ertragsteuern

Die wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwands in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind:

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TEUR Q1-Q2 2022 Q1-Q2 2021
Laufende Steuern 11.229 9.514
Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer (Deutschland) 70 60
Ausländische Ertragsteuern 11.159 9.454
Latente Steuern 2.878 645
Deutschland - 572 3.029
Ausland 3.450 - 2.384
SUMME 14.107 10.159

11. Wertminderung der Anteile an der finux GmbH

Aufgrund objektiver Hinweise auf eine Wertminderung der Nettoinvestition hat der GRENKE Konzern zum 30. Juni 2022 einen außerordentlichen Wertminderungstest für den Buchwert der Anteile an der finux GmbH (Kassel/​Deutschland) durchgeführt. Gegenstand des Beteiligungsunternehmens ist die Entwicklung und der Vertrieb von Finanzsoftware zum Liquiditäts- und Zahlungsmanagement.

Die über die GRENKE digital GmbH gehaltene und nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung in Höhe von 30,04 Prozent wurde vollständig wertberichtigt. Der auf Grundlage des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten ermittelte Wertminderungsaufwand in Höhe von 158 TEUR wird in der Position "Abschreibungen und Wertminderung" in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Ursächlich für die dem Geschäftssegment Leasing zugeordnete Wertminderung waren sich eintrübende Wachstumserwartungen und Renditeaussichten.

12. Konzern-Segmentberichterstattung

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TEUR Segment Leasing Segment Bank Segment Factoring
Januar bis Juni 2022 2021 2022 2021 2022 2021
--- --- --- --- --- --- ---
OPERATIVE ERTRÄGE
Externe operative Erträge 191.715 180.104 - 6.488 - 5.861 4.042 3.430
Interne operative Erträge - 24.977 - 30.134 25.765 30.671 - 788 - 537
SUMME OPERATIVE ERTRÄGE 166.738 149.970 19.277 24.810 3.254 2.893
davon zahlungsunwirksame Posten 14.513 42.208 5.162 2.936 - 354 - 389
ZINSUNABHÄNGIGE AUFWENDUNGEN
Personalaufwand 61.944 59.957 3.576 2.452 2.608 2.813
Abschreibungen und Wertminderung 13.108 13.713 452 444 290 476
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand 45.396 42.236 6.511 5.136 1.397 985
SEGMENTERGEBNIS 52.490 42.174 1.901 7.382 - 629 - 1.625
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen - 4 - 140 0 - 259 0 0
Sonstiges Finanzergebnis
GEWINN VOR STEUERN LT. KONZERNGEWINN- U. VERLUSTRECHNUNG 52.486 42.034 1.901 7.123 - 629 - 1.625
zum 30. Juni (Vorjahr: zum 31. Dezember)
SEGMENTVERMÖGEN 5.908.797 6.009.505 1.654.535 2.031.998 92.352 84.235
davon nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 0 162 0 0 0 0
SEGMENTSCHULDEN 4.818.057 4.924.312 1.371.145 1.747.474 95.695 86.990

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TEUR Konsolidierung & Sonstiges Konzern
Januar bis Juni 2022 2021 2022 2021
--- --- --- --- ---
OPERATIVE ERTRÄGE
Externe operative Erträge 0 0 189.269 177.673
Interne operative Erträge 0 0 0 0
SUMME OPERATIVE ERTRÄGE 0 0 189.269 177.673
davon zahlungsunwirksame Posten 0 0 19.321 44.755
ZINSUNABHÄNGIGE AUFWENDUNGEN
Personalaufwand - 113 - 211 68.015 65.011
Abschreibungen und Wertminderung - 347 - 468 13.503 14.165
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand - 2.267 - 1.099 51.037 47.258
SEGMENTERGEBNIS - 107 - 56 53.655 47.875
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen 0 0 - 4 - 399
Sonstiges Finanzergebnis 1.915 - 5.066 1.915 - 5.066
GEWINN VOR STEUERN LT. KONZERNGEWINN- U. VERLUSTRECHNUNG 1.808 - 5.122 55.566 42.410
zum 30. Juni (Vorjahr: zum 31. Dezember)
SEGMENTVERMÖGEN - 1.325.258 - 1.501.645 6.330.426 6.624.093
davon nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 0 0 0 162
SEGMENTSCHULDEN - 1.263.608 - 1.426.092 5.021.289 5.332.684

12.1 Geschäftssegmente

Die Berichterstattung des GRENKE Konzerns über die Entwicklung seiner Segmente folgt der dominierenden Organisationsstruktur innerhalb des GRENKE Konzerns, der dem sogenannten Managementansatz folgt. Daher sind die operativen Segmente in Anlehnung an die Steuerung der Unternehmensbereiche in die Segmente Leasing, Bank und Factoring unterteilt, was dem Entscheidungsträger, dem Vorstand der GRENKE AG, dazu dient, die Leistung der Segmente zu beurteilen und Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen auf die Segmente zu treffen. Eine regionale Aufgliederung der Geschäftstätigkeiten erfolgt jährlich im Abschluss des GRENKE Konzerns des jeweiligen Geschäftsjahres. Für die drei operativen Segmente liegen separate Finanzinformationen vor.

Innerkonzernliche Transaktionen werden in der Spalte "Konsolidierung und Sonstiges" innerhalb der Segmentberichterstattung ausgewiesen.

12.2 Berichtspflichtige Segmente

12.2.1 Leasinggeschäft

Das Segment Leasing beinhaltet sämtliche Aktivitäten, die mit der Tätigkeit des Konzerns als Leasinggeber zusammenhängen. Das Dienstleistungsangebot umfasst dabei die Übernahme der Finanzierung für gewerbliche Leasingnehmer, die Vermietung, Service-, Protect- und Wartungsangebote sowie die Verwertung von Gebrauchtgeräten.

Der GRENKE Konzern hat sich dabei im Wesentlichen auf das sogenannte Small-Ticket-Leasing von IT-Produkten wie zum Beispiel PCs, Notebooks, Servern, Bildschirmen und anderen Peripheriegeräten, Software, Telekommunikations- und Kopiertechnik, Medizintechnik sowie sonstige IT-Produkte spezialisiert. Nahezu alle abgeschlossenen Leasingverträge sind Verträge mit Vollamortisationsanspruch.

12.2.2 Bankgeschäft

Als Finanzierungspartner vor allem für KMU umfasst das Segment Bank die Aktivitäten der GRENKE BANK AG (nachfolgend auch "GRENKE Bank"). Im Rahmen von Kooperationen mit verschiedenen Förderbanken des Bundes und einzelner Bundesländer finanziert die GRENKE Bank Existenzgründungen. Zudem vergibt die GRENKE Bank Fördermittel für KMU und Freiberufler, die betriebliche Neuanschaffungen über Leasing finanzieren. Über ihren Internetauftritt bietet die GRENKE Bank darüber hinaus Geldanlageprodukte wie beispielsweise Festgeldprodukte für private und gewerbliche Kunden an. Das Geschäft der Bank erfolgt schwerpunktmäßig mit deutschen Kunden. Neben dem Geschäft mit externen Kunden umfassen die Aktivitäten der GRENKE BANK AG auch die interne Refinanzierung des Leasingsegments des GRENKE Konzerns mittels des Ankaufs von Forderungen und der Ausgabe von Darlehen.

12.2.3 Factoringgeschäft

Im Segment Factoring bietet GRENKE klassische Factoringdienstleistungen mit der Fokussierung auf das Small-Ticket-Factoring an. Dabei werden im Rahmen des echten Factorings sowohl das offene Factoring, bei dem der Debitor über die Forderungsabtretung informiert wird, als auch das stille Factoring, bei dem der Debitor keine entsprechende Information erhält, angeboten. Daneben bietet das Segment auch Forderungsmanagement ohne Finanzierungsfunktion (unechtes Factoring) an; hier verbleibt das Delkredererisiko beim Kunden. Interne operative Erträge ergeben sich insbesondere aus der internen Refinanzierung.

12.3 Messgrößen der Segmente

Die Bilanzierungsgrundsätze, die zur Gewinnung der Segmentinformationen herangezogen werden, entsprechen den angewandten Bilanzierungsregeln des Konzernzwischenabschlusses. Konzerninterne Transaktionen erfolgen zu marktüblichen Preisen.

Für die Beurteilung des Erfolgs des GRENKE Konzerns ist die zuständige Unternehmensinstanz, der Vorstand der GRENKE AG, verantwortlich. Dieser hat als wesentliche Erfolgsgrößen neben dem Wachstum des Neugeschäfts des Leasingsegments (Summe der Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände), für die GRENKE Bank das Einlagevolumen und für das Factoringsegment die Bruttomarge bestimmt. Die weiteren Messgrößen umfassen insbesondere die operativen Segmenterträge, die zinsunabhängigen Aufwendungen, das Segmentergebnis vor dem sonstigen Finanzergebnis sowie die Personalaufwendungen, Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen sowie die Abschreibungen. Das sonstige Finanzergebnis und die Steueraufwendungen /​ -erträge sind die wesentlichen Bestandteile der Konzernergebnisrechnung, die nicht in die einzelnen Segmentinformationen einfließen.

Die Segmenterträge der einzelnen Segmente setzen sich wie folgt zusammen:

/​/​ Leasing: Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge, Ergebnis aus dem Servicegeschäft, Ergebnis aus dem Neugeschäft und Verwertungsergebnis.

/​/​ Bank: Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge.

/​/​ Factoring: Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge.

Bei den nicht zahlungswirksamen Posten handelt es sich um Wertminderungen.

Das Segmentvermögen beinhaltet die betriebsnotwendigen Vermögenswerte. Die Segmentschulden entsprechen den, dem jeweiligen Segment zuzurechnenden Verbindlichkeiten.

Segmentvermögen und -schulden berücksichtigen keine Steuerpositionen.

13. Änderungen im Konsolidierungskreis im Geschäftsjahr 2022

Im zweiten Quartal 2022 wurde erstmalig das FCT "GK"-COMPARTMENT "G5" (FCT GK 5) mit Sitz in Saint-Denis, Frankreich, in den Konsolidierungskreis aufgenommen bzw. konsolidiert. Es handelt sich hierbei um ein strukturiertes Unternehmen.

Die GRENKE AG hat zum 23. Mai 2022 jeweils 58 % der kapital- und stimmberechtigten Anteile an der GC Leasing AZ LLC (Phoenix/​USA) und der GC Lease Singapore Pte Ltd (Singapur/​Singapur) erworben. Die kaufvertraglich vereinbarten Zahlungsmittelabflüsse in Höhe von 273 TEUR (USA) und 1 TEUR (Singapur) sind in der Kapitalflussrechnung unter der Position "Auszahlungen aus der Akquisition von Tochterunternehmen" ausgewiesen. Beide im Leasingsegment tätigen Franchisegesellschaften waren bereits vor dem Erwerb der Anteile vollständig konsolidiert.

14. Auszahlung an Hybridkapitalgeber

Am 30. März 2022 hat die GRENKE AG planmäßig eine Kuponzahlung in Höhe von 12.946 TEUR (Vorjahr: 13.406 TEUR) an die Hybridkapitalgeber geleistet.

15. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Der Aufsichtsrat der GRENKE AG hat mit allen amtierenden Vorstandsmitgliedern eine Phantom-Stock-Vereinbarung abgeschlossen. Auszahlungen im Rahmen dieser Vereinbarungen fielen im bisherigen Geschäftsjahr in Höhe von 0 TEUR an (30.06.2021: 0 TEUR).

Zum 30. Juni 2022 betrug der Wert aller bestehenden Phantom-Stock-Vereinbarungen 0 TEUR (30.06.2021: 0 TEUR). Die erfolgswirksame Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in den Personalaufwendungen und ist unter den variablen Vergütungskomponenten ausgewiesen.

Transaktionen mit assoziierten Unternehmen und Tochterunternehmen

Transaktionen der GRENKE AG mit ihren Tochterunternehmen sind Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen. Im Fall, dass die Transaktion im Rahmen der Konsolidierung eliminiert wird, entfällt eine Offenlegung. Geschäfte des GRENKE Konzerns mit assoziierten Unternehmen sind als Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen offenzulegen.

Gegenüber assoziierten Unternehmen resultieren Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft sowie Guthaben auf Kontokorrentkonten der GRENKE BANK AG. Die GRENKE BANK AG hat zum Stichtag 30. Juni 2022 Einlagen sowie Guthaben auf Kontokorrentkonten in Höhe von 53 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 5.178 TEUR) von assoziierten Unternehmen erhalten. Zudem bestehen Forderungen aus Darlehen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 1.807 TEUR). Es entstand ein Zinsaufwand von 0 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2021: 0 TEUR) sowie ein Zinsertrag von 0 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2021: 22 TEUR). Des Weiteren besteht im GRENKE Konzern ein weiteres Darlehen gegenüber einem assoziierten Unternehmen in Höhe von 30 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 60 TEUR). Es entstand ein Wertminderungsaufwand von 30 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2021: 0 TEUR).

Offenzulegende Transaktionen mit Tochterunternehmen entstanden weder im Geschäftsjahr 2022 noch im Geschäftsjahr 2021.

Transaktionen mit Personen in Schlüsselpositionen

Personen in Schlüsselpositionen sind Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des GRENKE Konzerns direkt oder indirekt zuständig und verantwortlich sind. Zu den Personen in Schlüsselpositionen zählen ausschließlich die im Geschäftsjahr aktiven Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der GRENKE AG sowie diesem Personenkreis nahestehende Personen wie zum Beispiel Familienangehörige. Die Vergleichbarkeit der Angaben ist aufgrund des Ausscheidens von Herrn Wolfgang Grenke aus dem Aufsichtsrat in 2021 nur bedingt gegeben. Wir verweisen hierzu auf das Kapitel 9.6 des Anhangs zum Konzernabschluss per 31. Dezember 2021.

Im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bietet die GRENKE BANK AG nahestehenden Personen in Schlüsselpositionen und diesem Personenkreis nahestehenden Personen Dienstleistungen an. Die GRENKE BANK AG hat zum Stichtag Einlagen sowie Guthaben auf Kontokorrentkonten in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 16.918 TEUR) von Personen in Schlüsselpositionen und diesem Personenkreis nahestehenden Personen erhalten. Der Zinsaufwand hierfür betrug 0 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2021: 10 TEUR). Noch nicht ausgeglichene Kreditkartenkonten wiesen zum Stichtag einen Stand von 8 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 39 TEUR) bei einem Kreditkartenlimit von 53 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 316 TEUR) gegenüber nahestehenden Personen in Schlüsselpositionen aus. Eine weitere Kreditvergabe an diesen Personenkreis ist während der Berichtsperiode nicht erfolgt. Es entstanden mit Personen in Schlüsselpositionen Erträge in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2021: 4 TEUR). Die Erträge aus dem Vorjahr entstanden unter anderem aus der Weiterverrechnung von Datenleitungskosten, Kfz-Kosten und weiteren Kosten. Zum Stichtag bestehen Forderungen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 1 TEUR) aus diesen Transaktionen.

Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen

Unter die sonstigen nahestehenden Unternehmen fallen Tochterunternehmen und Gemeinschaftsunternehmen der Personen in Schlüsselpositionen bzw. diesem Personenkreis nahestehenden Personen. Die Vergleichbarkeit der Angaben ist aufgrund des Ausscheidens von Herrn Wolfgang Grenke aus dem Aufsichtsrat in 2021 nur bedingt gegeben. Wir verweisen hierzu auf das Kapitel 9.6 des Anhangs zum Konzernabschluss per 31. Dezember 2021. Unter den sonstigen nahestehenden Personen, sind Personen gemäß IAS 24.10 ausgewiesen, die wegen dem wirtschaftlichen Gehalt der Beziehung als nahestehende Person deklariert wurden.

Gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen resultieren Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft der GRENKE BANK AG sowie aus Guthaben auf Kontokorrentkonten. Die GRENKE BANK AG hat zum Stichtag 30. Juni 2022 Einlagen sowie Guthaben auf Kontokorrentkonten in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 3.477 TEUR) von sonstigen nahestehenden Unternehmen erhalten. Kreditrahmen für Kontokorrentkonten wurden in Höhe von 795 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 793 TEUR) bei einem Kontokorrentkreditlimit in Höhe von 840 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 840 TEUR) in Anspruch genommen. Es entstand ein Zinsaufwand von 0 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2021: 17 TEUR) sowie ein Zinsertrag in Höhe von 15 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2021: 11 TEUR). Die Erträge mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen in Höhe von 2 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2021: 57 TEUR) resultieren im aktuellen Jahr aus Leasingverträgen und Mitarbeiterdarlehen. Im Vorjahr resultierten die Erträge mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen im Wesentlichen aus Mieterträgen und der Weiterberechnung von Standleitungskosten, Lizenzkosten und sonstigen Kosten. Des Weiteren entstanden im GRENKE Konzern Aufwendungen mit nahestehenden Unternehmen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr bis 30.06.2021: 557 TEUR). Es handelt sich bei den Aufwendungen im Vorjahr im Wesentlichen um Zinsaufwendungen aus Darlehen und Provisionen. Diesbezügliche Verbindlichkeiten, die hauptsächlich aus Darlehen resultieren, belaufen sich zum Stichtag auf 0 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 6.153 TEUR). Forderungen gegenüber sonstigen nahestehenden Personen und Unternehmen, die überwiegend aus Collateral Zahlungen an sonstige nahestehende Unternehmen und Personen bestehen, belaufen sich zum 30.06.2022 auf 4.517 TEUR (Vorjahr 31.12.2021: 11.007 TEUR).

16. Eventualverbindlichkeiten

Bei den Eventualverbindlichkeiten ergaben sich im ersten Halbjahr 2022 im Vergleich zum 31. Dezember 2021 keine wesentlichen Veränderungen.

17. Mitarbeiter

Der Personalbestand (ohne Vorstand) auf Basis einer Kopfzählung des GRENKE Konzerns betrug in der Zwischenberichtsperiode durchschnittlich 1.904 (Vorjahr 30.06.2021: 1.861). Weitere 45 (Vorjahr 30.06.2021: 68) Beschäftigte befinden sich in der Ausbildung.

18. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag waren nicht zu verzeichnen.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Halbjahresfinanzberichterstattung der Konzernhalbjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Baden-Baden, den 8. August 2022

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Michael Bücker Gilles Christ
Vorstandsvorsitzender (CEO) Vertriebsvorstand (CSO)
Dr. Sebastian Hirsch Isabel Rösler
Finanzvorstand (CFO), stellvertretender Vorstandsvorsitzender Risikovorstand (CRO)

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die GRENKE AG, Baden-Baden

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der GRENKE AG, Baden-Baden, für den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 30. Juni 2022, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattungen, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen sowie unter ergänzender Beachtung des International Standard on Review Engagements "Review of Interim Financial Information Performed by the Independent Auditor of the Entity" (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattungen, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattungen, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Frankfurt am Main, 8. August 2022 BDO AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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Grunwald Schölch
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Finanzkalender

5. Oktober 2022 /​/​ Neugeschäftszahlen Q3 2022

10. November 2022 /​/​ Quartalsmitteilung Q3 und Q1 - Q3 2022

Impressum

Informationen und Kontakt

GRENKE AG

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Neuer Markt 2

76532 Baden-Baden

Telefon: +49 7221 5007-204

Telefax: +49 7221 5007-4218

E-Mail: [email protected]

Impressum

Herausgeber: Der Vorstand der GRENKE AG

Redaktion: GRENKE AG, Investor Relations

Gestaltung, Layout & Satz: SPARKS CONSULTING GmbH, München

Stand: 11.08.2022

© GRENKE AG, Baden-Baden

Disclaimer

In diesem Finanzbericht erfolgt die Darstellung von Zahlen in der Regel in TEUR und in Mio. EUR. Aus den jeweiligen Rundungen können sich Differenzen einzelner Werte gegenüber der tatsächlich in EUR erzielten Zahl ergeben, die naturgemäß keinen signifikanten Charakter haben können. Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für alle Geschlechter.

Der Finanzbericht erscheint in deutscher und englischer Sprache. Maßgeblich ist stets die deutsche Fassung.

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