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Grenke AG Annual Report 2018

Apr 3, 2019

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Annual Report

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GRENKE AG

Jahres- und Konzernabschluss zum 31.12.2018

2018 // JAHRESFINANZBERICHT

GRENKE AG KONZERN UND GRENKE AG AUF EINEN BLICK

UNSER GESCHÄFTSMODELL STEHT FÜR NACHHALTIG PROFITABLES WACHSTUM UND SOLIDE FINANZIERUNG

HOHES WACHSTUM

  • NEUE STANDORTE // 11 ZELLTEILUNGEN // Dänemark, Deutschland, 2x Finnland, Frankreich, Großbritannien, 2x Italien, Kroatien, Niederlande, Österreich
  • MARKTEINTRITT LEASING // Baltische Staaten (Lettland)
  • MARKTEINTRITT FACTORING // Portugal
  • NEUGESCHÄFT GRENKE GRUPPE // +22% Volumen inkl. Franchisepartner erreicht 2.979,8 Mio. EUR (Vorjahr: 2.449,2 Mio. EUR)
  • ANZAHL DER BESCHÄFTIGTEN // 1.456 Anstieg gegenüber Vorjahr um 19 % (GRENKE Konzern, Vorjahr: 1.229)

LANGFRISTIGER ERFOLG

  • EIGENKAPITALQUOTE // 18,5%
    Die Eigenkapitalquote des Konzerns lag deutlich über unserer langfristigen Orientierungsgröße von mindestens 16 Prozent. Neben der erfreulichen Ergebnisentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr trug dazu insbesondere die im Jahresverlauf durchgeführte Kapitalerhöhung bei.
  • KONZERNGEWINN // * inkl. IFRS 9
    Der Konzerngewinn erreichte 2018 einen Wert von 131,1 Mio. EUR und lag somit am oberen Ende der unterjährig präzisierten Prognose von 126 bis 132 Mio. EUR.

BREIT DIVERSIFIZIERT PORTFOLIO

LEASING-NEUGESCHÄFT // WIR MACHEN UNS STARK FÜR IHRE IDEEN // VON FLEXIBLEM LEASING ÜBER BEDARFSGERECHTES BANKING BIS HIN ZU PRAKTISCHEM FACTORING: MIT ÜBER 40 JAHREN ERFAHRUNG BIETET GRENKE PASSGENAUE FINANZIERUNGSLÖSUNGEN AUS EINER HAND. IM MITTELPUNKT STEHT DABEI IMMER DIE VERTRAUENSVOLLE GESCHÄFTSBEZIEHUNG. IM VORLIEGENDEN BERICHT ERWARTEN SIE NEBEN DER RÜCKSCHAU AUF EIN SEHR ERFOLGREICHES JAHR 2018 AUCH KURZE EINBLICKE IN UNSERE STRATEGISCHE AUSRICHTUNG. WIR BEKRÄFTIGEN DIE ZENTRALEN STÄRKEN UNSERES UNTERNEHMENS - "EINFACH", "SCHNELL", "PERSÖNLICH" UND "UNTERNEHMERISCH" - UND WERDEN SIE KONTINUIERLICH WEITERENTWICKELN. WIR SIND DER ÜBERZEUGUNG, DASS DER MUT, NEUE IDEEN KONSEQUENT ZU VERFOLGEN, ERFOLGREICHE UNTERNEHMER AUSZEICHNET. MIT DIESER HALTUNG WOLLEN WIR UNSEREN GESCHÄFTSPARTNERN STETS GENAU DIE RICHTIGEN FINANZIERUNGSLÖSUNGEN FÜR IHRE VORHABEN AN DIE HAND GEBEN. UND WIR WOLLEN IN EINER ZEIT, IN DER WANDEL EIN STÄNDIGER PROZESS IST, NICHT NUR REAGIEREN, SONDERN DIESEN ERFOLGREICH MITPRÄGEN. GEMEINSAM RICHTEN WIR UNSEREN BLICK IN DIE ZUKUNFT. WIR SIND GRENKE.

KENNZAHLEN // GRENKE GRUPPE

01.01.2018 BIS 31.12.2018 VERÄNDERUNG (%) 01.01.2017 BIS 31.12.2017 EINHEIT
NEUGESCHÄFT GRENKE GRUPPE LEASING
2.409.762 22,0 1.975.713 TEUR
davon International 1.799.366 23,4 1.457.936 TEUR
davon Franchise-International 65.235 133,3 27.960 TEUR
davon DACH* 545.161 11,3 489.817 TEUR
Westeuropa (ohne DACH)* 614.665 21,5 506.090 TEUR
Südeuropa* 764.880 24,7 613.393 TEUR
Nord- / Osteuropa* 391.447 22,9 318.404 TEUR
Übrige Regionen* 93.609 95,0 48.009 TEUR
NEUGESCHÄFT GRENKE GRUPPE FACTORING (INKL. INKASSODIENSTLEISTUNG)
526.878 19,0 442.840 TEUR
davon Deutschland 172.852 2,0 169.489 TEUR
davon International 152.554 -7,4 164.765 TEUR
davon Franchise-International 201.472 85,5 108.586 TEUR
GRENKE BANK
Einlagevolumen 692.439 37,3 504.243 TEUR
Neugeschäft KMU-Kreditgeschäft inkl. Existenzgründungsfinanzierungen 43.143 40,7 30.653 TEUR
DECKUNGSBEITRAG 2 (DB2) DES NEUGESCHÄFTS GRENKE GRUPPE LEASING
420.652 19,2 353.048 TEUR
davon International 329.522 19,1 276.702 TEUR
davon Franchise-International 13.757 133,4 5.895 TEUR
davon DACH* 77.373 9,8 70.451 TEUR
Westeuropa (ohne DACH)* 110.658 22,1 90.599 TEUR
Südeuropa* 139.923 16,2 120.415 TEUR
Nord- / Osteuropa* 73.334 20,7 60.744 TEUR
Übrige Regionen* 19.364 78,7 10.839 TEUR
SONSTIGE ANGABEN LEASING
Anzahl der Neuverträge 271.073 18,8 228.199 Stück
Anteil Geschäftskunden am Leasingportfolio 100 0,0 100 Prozent
Mittlerer Anschaffungswert 8,9 2,3 8,7 TEUR
Mittlere Vertragslaufzeit 49 2,1 48 Monate
Vermietvolumen 7.040 21,2 5.809 Mio. EUR
Anzahl der laufenden Verträge 795.424 18,8 669.820 Stück

* Regionen: DACH: Deutschland, Österreich, Schweiz
Westeuropa (ohne DACH): Belgien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande
Südeuropa: Italien, Kroatien, Malta, Portugal, Slowenien, Spanien
Nord- / Osteuropa: Dänemark, Finnland, Großbritannien, Irland, Lettland, Norwegen, Schweden / Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechien, Ungarn
Übrige Regionen: Australien, Brasilien, Chile, Kanada, Singapur, Türkei, VAE

GRENKE Gruppe = GRENKE Konzern inklusive Franchisepartner
GRENKE Konzern = GRENKE AG und alle konsolidierten Tochtergesellschaften sowie strukturierte Einheiten gemäß den IFRS

GRENKE KONZERN

KENNZAHLEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 01.01.2018 BIS 31.12.2018 VERÄNDERUNG (%) 01.01.2017 BIS 31.12.2017 EINHEIT
Zinsergebnis 282.940 14,7 246.597 TEUR
Schadensabwicklung und Risikovorsorge 91.875 13,2 81.161 TEUR
Ergebnis aus dem Servicegeschäft 85.447 21,1 70.562 TEUR
Ergebnis aus dem Neugeschäft 83.291 20,7 68.983 TEUR
Verwertungsmehr-(+) / -minder(-)ergebnis -2.473 -69,9 -8.212 TEUR
Sonstige betriebliche Erträge 5.702 -55,4 12.779 TEUR
Kosten Neuverträge 59.750 18,7 50.317 TEUR
Kosten laufende Verträge 17.787 19,1 14.937 TEUR
Projektkosten und Basiskosten des Vertriebs 63.513 19,0 53.381 TEUR
Kosten Management 54.519 14,3 47.683 TEUR
Sonstige Kosten 10.308 36,0 7.577 TEUR
Operatives Ergebnis 157.155 15,9 135.653 TEUR
Sonstiges Finanzergebnis (Ertrag(-) / Aufwand(+)) 1.696 -52,4 3.560 TEUR
Erträge / Aufwendungen aus der Marktbewertung 71 218,3 -60 TEUR
EBT (Gewinn vor Steuern) 155.530 17,8 132.033 TEUR
GEWINN 131.110 24,4 105.430 TEUR
ERGEBNIS JE AKTIE (NACH IFRS) 2,78 20,3 2,31 EUR
SONSTIGE ANGABEN
Dividende 0,80 14,3 0,70 EUR
Embedded Value, Leasingvertragsportfolio (exkl. Eigenkapital vor Steuern) 564 18,0 478 Mio. EUR
Embedded Value, Leasingvertragsportfolio (inkl. Eigenkapital nach Steuern) 1.538 31,6 1.169 Mio. EUR
Cost-Income-Ratio 57,0 0,4 56,8 Prozent
Eigenkapitalquote 18,5 11,4 16,6 Prozent
Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter 1.456 18,5 1.229 Personen
Personalaufwand 102.701 19,2 86.162 TEUR
davon Gesamtvergütung 83.440 18,0 70.697 TEUR
davon fixe Vergütung 61.714 18,3 52.179 TEUR
davon variable Vergütung 21.726 17,3 18.518 TEUR

GRENKE Gruppe = GRENKE Konzern inklusive Franchisepartner
GRENKE Konzern = GRENKE AG und alle konsolidierten Tochtergesellschaften sowie strukturierte Einheiten gemäß den IFRS

BRIEF DES VORSTANDS // AN DIE AKTIONÄRE DER

GRENKE AG

VORSTANDSVORSITZENDE // Antje Leminsky

MITGLIEDER DES VORSTANDS (von links nach rechts) // Mark Kindermann, Gilles Christ, Sebastian Hirsch

ERFOLG DURCH KONTINUITÄT UND WANDEL - 2018 KONNTEN WIR NEUGESCHÄFT UND GEWINN ERNEUT STEIGERN. DAMIT UND MIT GELEBTEN UNTERNEHMENSWERTEN IST GRENKE BESTENS FÜR DIE ZUKUNFT AUFGESTELLT.

SEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE, SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN,

würden wir dem Jahr 2018 ein Motto geben, könnte es für die GRENKE Gruppe lauten: "Erfolg durch Kontinuität und Wandel". Wir verzeichneten über alle Lösungen - Leasing, Bank, Factoring - hinweg erneut ein starkes Wachstum. Es ist uns gelungen, die globale Präsenz durch den Markteintritt mit unserem Leasingangebot in den baltischen Staaten und elf neue Standorte in bestehenden Märkten zu erweitern. Zusätzlich starteten wir mit unserem Factoringangebot in Portugal. Heute sind wir in 32 Ländern für unsere Kunden aktiv. Unser Online-Angebot eSignature setzt sich zunehmend durch und trägt zu unserem dynamischen Wachstum bei. Die Anzahl der über diesen innovativen und vollständig digitalen Vertriebsweg abgeschlossenen Leasingverträge erhöhte sich in 2018 um 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Diversifikation unseres Produktportfolios haben wir im Berichtszeitraum konsequent weiterentwickelt. Unsere Kunden nutzen vermehrt kleine Maschinen und Anlagen sowie medizintechnische Produkte. Ihr Anteil am Leasing-Neugeschäft belief sich zusammengenommen auf 29 Prozent nach 25 Prozent in 2017. Weiterhin stellen die IT-Produkte mit 67 Prozent (Vorjahr: 70 Prozent) den größten Anteil am erzielten Neugeschäftsvolumen dar. Diese Entwicklung spiegelt sich als Fazit in unseren Kennzahlen wider: Im zurückliegenden Jahr erzielten wir mit einem Neugeschäft der GRENKE Gruppe von nahezu 3,0 Mrd. EUR einen neuen Spitzenwert. Wir konnten es im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent steigern. Das anhaltende dynamische Wachstum schlägt sich in der Gewinnsteigerung um 24 Prozent auf insgesamt 131,1 Mio. EUR nieder. Mit der erfolgreichen Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen mit einem Emissionsvolumen in Höhe von 197 Mio. EUR sowie zehn Anleihebegebungen mit einem Nominalvolumen von 660 Mio. EUR legten wir ebenfalls die finanziellen Grundlagen für ein gelungenes Geschäftsjahr und erhalten uns die Basis für das zukünftige Wachstum in unseren internationalen Märkten. Vor dem Hintergrund dieser positiven Entwicklungen schlagen Vorstand und Aufsichtsrat für 2018 eine um 14 Prozent höhere Dividende von 0,80 EUR je Aktie vor. Daneben wurde auch in die Zukunft der GRENKE Gruppe investiert, was unsere nachhaltige Wachstumsstrategie stärkt. So optimierten wir unsere interne Kommunikation und IT-Systeme für die Bearbeitung von Anfragen und Verträgen. Nicht zuletzt haben wir unsere Marke neu ausgerichtet und gemeinsam mit unseren Kunden, Partnern und Mitarbeitern ermittelt, was GRENKE auszeichnet: "einfach", "schnell" und "persönlich" haben wir schließlich um unseren Kernwert "unternehmerisch" ergänzt. Unsere Alleinstellungsmerkmale und unsere Kunden möchten wir zukünftig noch stärker in den Fokus rücken und in unserem Auftritt mit unseren weltweit 1.562 Mitarbeitern mit Leben füllen. Der Gründer und visionäre Ideengeber seines eigenen Unternehmens, Wolfgang Grenke, ist zum 28. Februar 2018 aus dem Vorstand der GRENKE AG ausgeschieden. Wir sind zuversichtlich, dass wir die besten Voraussetzungen schaffen, auch in den nächsten Jahren kontinuierlich und profitabel zu wachsen - und freuen uns über die weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Herrn Grenke in seiner neuen Funktion als Aufsichtsrat.# GRENKE AG

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr hohes Engagement sowie beim Aufsichtsrat und bei unseren Aktionären für ihr Vertrauen.

Der Vorstand der GRENKE AG

  • Antje Leminsky, Vorstandsvorsitzende
  • Gilles Christ, Mitglied des Vorstands
  • Sebastian Hirsch, Mitglied des Vorstands
  • Mark Kindermann, Mitglied des Vorstands

ANTJE LEMINSKY // Vorstandsvorsitzende

"WEIL SIE EXPERTE FÜR IHR GESCHÄFT SIND. UND WIR DIE EXPERTEN FÜR DEN PERFEKTEN FINANZIELLEN RAHMEN."

ALLES AUS EINER HAND // Unsere finanziellen Lösungen

EINFACH // EFFIZIENZ UND KUNDENNUTZEN // Wir bauen auf langjährige operative Erfahrung, standardisierte Prozesse auf digitaler Basis und eine schlanke Organisation. Das produziert Schnelligkeit, Sicherheit, höchste Kosteneffizienz und Kundennutzen.

KONZENTRATION AUF DAS WESENTLICHE // Kundenorientierte Lösungen: Alles aus einer Hand durch intelligente Bündelung von Leasing, Bank und Factoring. Investitionen in die Zukunft: Optimierte interne Kommunikation sowie IT-Systeme für die Bearbeitung von Anfragen und Verträgen stärken unsere nachhaltige Wachstumsstrategie. Gestärkte Markenpositionierung: Weiterentwicklung der GRENKE-DNA durch Erweiterung der Markenkernwerte: einfach, schnell, persönlich, unternehmerisch.

Bericht des Aufsichtsrats

Verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, 2018 war für die GRENKE AG und den GRENKE Konzern ein sehr erfreuliches Jubiläumsjahr: Erneut ist es gelungen, eine hohe Wachstumsrate beim Neugeschäft und Konzerngewinn zu erzielen und mit dem bewährten Geschäftsmodell an die Erfolge der Vorjahre anzuknüpfen. Mit den Produkten und Prozessen rund um Leasing, Bank und Factoring für kleine und mittlere Unternehmen und der weltweiten Präsenz kann GRENKE weiterhin mit Optimismus in die Zukunft blicken.

Wie bereits im Vorjahr an dieser Stelle vermerkt, ist Wolfgang Grenke, Gründer und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der GRENKE AG, zum 28. Februar 2018 auf eigenen Wunsch hin aus dem Vorstand ausgeschieden. An dieser Stelle möchten wir ihm nochmals herzlich für die herausragenden unternehmerischen Leistungen der letzten 40 Jahre danken. Mit visionärem Weitblick hat Wolfgang Grenke nicht nur GRENKE, sondern die gesamte Branche geprägt. Gleichzeitig freuen wir uns auf die Fortsetzung der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit ihm im Rahmen seiner neuen Tätigkeit als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.

In der Sitzung vom 28. Februar 2018 hat der Aufsichtsrat im Zusammenhang mit dem Ausscheiden von Wolfgang Grenke, Frau Antje Leminsky zur Vorstandsvorsitzenden bestellt. Die bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende übernahm ihr neues Amt mit Wirkung zum 1. März 2018 und ist in ihrer neuen Rolle neben ihren bisherigen Ressorts IT und Personalstrategie ebenfalls für Konzernstrategie, Risikocontrolling und Credit Center verantwortlich. Sebastian Hirsch, im Vorstand seit 1. Januar 2017 verantwortlich für die Bereiche Controlling, M&A und Treasury, übernimmt darüber hinaus die Ressorts Recht, Steuern und die Kapitalmarktkommunikation des GRENKE Konzerns. Ein zusätzliches Vorstandsmitglied wurde nicht berufen.

Zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen erhalten Sie im Folgenden die notwendigen formalen Informationen des Aufsichtsrats zum Geschäftsjahr 2018.

Der Aufsichtsrat der GRENKE AG hat die ihm nach Satzung und Gesetz obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2018 wahrgenommen. Er hat stets gut und vertrauensvoll mit dem Vorstand zusammengearbeitet, die Führung der Geschäfte überwacht und ihn regelmäßig beraten. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat über alles Wesentliche zeitnah und umfassend in Kenntnis gesetzt sowie in alle für das Unternehmen grundlegenden Entscheidungen eingebunden. Vorstand und Aufsichtsrat haben insbesondere die strategische Ausrichtung des GRENKE Konzerns eng miteinander abgestimmt. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand außerdem detailliert über die unterjährige Entwicklung des GRENKE Konzerns, sowie über die der GRENKE BANK AG und der GRENKE FACTORING GmbH, informiert. Die Berichte des Vorstands wurden vom Aufsichtsrat hinsichtlich ihrer Plausibilität kritisch geprüft. Dabei wurden Gegenstand und Umfang der Berichterstattung des Vorstands jederzeit und in vollem Umfang den Anforderungen des Aufsichtsrats gerecht. Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit gesetzlich und satzungsgemäß erforderlich, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben. Zustimmungspflichtige Angelegenheiten legte der Vorstand rechtzeitig vor.

Als Vorsitzender des Aufsichtsrats habe ich mich auch zwischen den Sitzungen des Aufsichtsrats über den aktuellen Geschäftsgang inklusive des Bankgeschäfts und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Vom Vorstand wurde ich ausführlich über Vorgänge von besonderer Bedeutung in Kenntnis gesetzt. Zu den wesentlichen Themen der persönlichen Gespräche mit dem Vorstand gehörten Überlegungen zu Übernahmen oder Beteiligungen, die Vorbereitung von Refinanzierungsentscheidungen, Compliance-Angelegenheiten, das interne Controlling sowie Personalthemen.

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr das konzernweite Risikomanagementsystem sowie die internen Kontrollsysteme in den Bereichen Revision, Rechnungslegung und Compliance überwacht. Im Bereich Compliance umfasste dies auch die Angemessenheit des angewandten Managementverfahrens sowie die Einhaltung von relevanten Bestimmungen des Kreditwesengesetzes (KWG-Compliance). Des Weiteren hat der Aufsichtsrat das operative Risikokontrollsystem inklusive der Angemessenheit der angewandten Risikomanagementverfahren, die Risikostrategie und deren Umsetzung überwacht. Hierzu hat er Berichte des Vorstands entgegengenommen. Die jeweilige Liquiditäts- und Refinanzierungssituation des GRENKE Konzerns war regelmäßig Thema des Aufsichtsrats. Die Refinanzierung war im Geschäftsjahr 2018 zu jeder Zeit gewährleistet.

Im Vorfeld der Hauptversammlung am 3. Mai 2018 erörterten Aufsichtsrat und Vorstand insbesondere die Beschlussfassung über die Aufhebung des Genehmigten Kapitals 2015 und die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals 2018. Bei der im Juni mit Zustimmung des Aufsichtsrats erfolgten Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre wurde dieses genehmigte Kapital teilweise genutzt. Die Erlöse aus der Kapitalerhöhung stärken die Eigenkapitalbasis der GRENKE AG und sind entscheidend für die Fortsetzung der erfolgreichen Internationalisierungsstrategie in den nächsten Jahren. Des Weiteren schlug der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Prüfungsausschusses vor, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2018 zu bestellen. Die Aktionäre stimmten diesen und allen weiteren Tagesordnungspunkten mit großer Mehrheit zu.

Zu den regelmäßigen Themen bei den Erörterungen des Aufsichtsrats gehörten die laufende Geschäftsentwicklung, die Überwachung der internationalen Einheiten, die Erörterung von Vertriebsentwicklung und Verwaltungsthemen, der Stand der Unternehmensplanung sowie Fragen zur Personalentwicklung. Bei Letzterem wurde der Besetzung von Führungspositionen mit Frauen erneut besondere Bedeutung zugemessen, weil das Unternehmen und seine Mitarbeiter davon nachhaltig profitieren. Ziel ist es, im GRENKE Konzern ein Viertel der Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. GRENKE wird bezüglich des Frauenanteils in Aufsichtsrat und Vorstand eine führende Position unter den großen börsennotierten Unternehmen in Deutschland bescheinigt.

Ein digitales Produktangebot und digitale Prozesse sind grundlegende Voraussetzungen für die Maximierung des Kundennutzens, die Kostenführerschaft, den Erfolg auf der internationalen Ebene und vor allem für die Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit des Konzerns. Seit seiner Gründung und über alle Phasen seiner Entwicklung ist unser Unternehmen dieser Grundlinie gefolgt. Nicht zuletzt diese digitale DNA begründet unseren Wettbewerbsvorteil international. Um diesen zu erhalten, befasste sich der Aufsichtsrat im Berichtsjahr regelmäßig mit der Digitalisierung des Geschäftsmodells, dem Status und Fortgang laufender IT-Projekte und digitaler Vertriebsformen sowie mit der mittelfristigen IT-Strategie des GRENKE Konzerns und seiner digitalen Weiterentwicklung. Insbesondere in der Sitzung im Juli 2018 wurde auf die übergeordnete Unternehmensstrategie fokussiert und neben anderen Themen eine IT-Roadmap für GRENKE eingehend erörtert. Ferner hat der Aufsichtsrat zur Gründung des Joint Ventures finux GmbH gemeinsam mit dem FinTech-Unternehmen fino digital GmbH in einer außerordentlichen telefonischen Konferenz getagt. Das Ziel der Kooperation ist die Entwicklung eines eigens für KMU konzipierten Finanzcockpits, mit dem die Entscheidungsträger eines KMU ein Produkt an die Hand bekommen, das sie bei allen finanziellen Fragestellungen unterstützt. Hinsichtlich der strategischen Weiterentwicklung des GRENKE Konzerns befasste sich der Aufsichtsrat auch mit der Entwicklung der Franchiseunternehmen insgesamt und mit der Entscheidung zur Übernahme der Franchisegesellschaften in Kroatien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Gemeinsam mit dem Vorstand hat der Aufsichtsrat am 1. Februar 2019 die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) der GRENKE AG nach § 161 Aktiengesetz abgegeben. Danach wird - unter Berücksichtigung der in der Erklärung genannten Ausnahmen - den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen. Über Corporate Governance bei der GRENKE AG berichtet der Vorstand in diesem Geschäftsbericht 2018 zugleich auch für den Aufsichtsrat.

Im Geschäftsjahr 2018 hat der Aufsichtsrat siebenmal getagt: Die Sitzungen fanden am 1. Februar, 28. Februar (außerordentlich), 2. Mai, 3. Mai (außerordentlich), 4. Juni (außerordentlich), vom 28. bis 30. Juli sowie am 19. November statt.# 3.2.1. Aufsichtsrat
Bei den Sitzungen des Aufsichtsrats waren jeweils alle Mitglieder anwesend. Der Aufsichtsrat der GRENKE AG besteht satzungsgemäß aus sechs Mitgliedern. Mit Beendigung der Hauptversammlung am 3. Mai 2018 endete die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp (Vorsitzender) und Gerhard E. Witt, der aus dem Gremium ausschied. In diesem Rahmen wurden mit überzeugenden Mehrheiten als Aufsichtsratsmitglieder Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp wiedergewählt und Wolfgang Grenke gewählt. In der anschließenden außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats wurde Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp erneut zum Aufsichtsratsvorsitzenden und Wolfgang Grenke zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Der Aufsichtsrat dankt Gerhard E. Witt für seinen stets engagierten Einsatz und seinen großen Beitrag zur Arbeit des Aufsichtsrats. Folgende Mitglieder gehörten im Geschäftsjahr 2018 dem Aufsichtsrat an:
― Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp, Vorsitzender
― Wolfgang Grenke, stellvertretender Vorsitzender (seit 3. Mai 2018)
― Gerhard E. Witt, stellvertretender Vorsitzender (bis 3. Mai 2018)
― Tanja Dreilich
― Dr. Ljiljana Mitic
― Florian Schulte
― Erwin Staudt

Um seine Aufgaben effizient wahrnehmen zu können, hat der Aufsichtsrat seiner Geschäftsordnung gemäß drei Ausschüsse eingerichtet: den Prüfungs-, den Personal- und den Strategieausschuss. Die Vorsitzenden der Ausschüsse haben dem Aufsichtsratsplenum in dessen Sitzungen über die Arbeit der Ausschüsse jeweils Bericht erstattet.

Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss besteht aus den folgenden Mitgliedern:
― Tanja Dreilich, Vorsitzende
― Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp
― Wolfgang Grenke

Der Prüfungsausschuss befasst sich vornehmlich mit Fragen der internen und externen Rechnungslegung, der Systematik der Unternehmensplanung, des Risikomanagements des Konzerns und mit Compliance. Seine Mitglieder verfügen über besondere Kenntnisse auf diesen Gebieten. Der Prüfungsausschuss hat die Prüfungsschwerpunkte bestimmt. Er hat die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers sowie die Honorarvereinbarung geprüft. Im Berichtsjahr hat der Prüfungsausschuss keine Erkenntnisse gewonnen, welche die Unabhängigkeit des Prüfers infrage stellten. Der Prüfungsausschuss hat die Sitzung des Aufsichtsrats zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Billigung des Konzernabschlusses 2017 vorbereitet. In Anwesenheit des Wirtschaftsprüfers hat er sich mit dem Jahresabschluss intensiv befasst. Darüber hinaus hat der Prüfungsausschuss die im Berichtsjahr zu veröffentlichenden Quartalsabschlüsse eingehend mit dem Vorstand diskutiert.

Personalausschuss

Der Personalausschuss (Präsidialausschuss) besteht aus den folgenden drei Mitgliedern:
― Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp, Vorsitzender
― Wolfgang Grenke
― Erwin Staudt

Personalentscheidungen des Aufsichtsrats stellen die wesentlichen Themen dar, mit denen sich der Personalausschuss befasst. Außerdem ist er zuständig für Vorschläge im Hinblick auf den Abschluss sowie das Ändern und Beendigen der Anstellungsverträge mit den Mitgliedern des Vorstands.

Strategieausschuss

Der Strategieausschuss besteht aus den folgenden zwei Mitgliedern:
― Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp
― Wolfgang Grenke

Der Strategieausschuss wurde 2018 neu eingerichtet und beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen der Geschäftsausrichtung und -strategie.

Der vom Vorstand jeweils zum 31. Dezember 2018 aufgestellte Jahresabschluss der GRENKE AG bzw. Konzernabschluss sowie die gemäß §§ 315 Abs. 5 und 298 Abs. 2 HGB in geschlossener Darstellung zusammengefassten Lageberichte der GRENKE AG und des GRENKE Konzerns für das Geschäftsjahr 2018 und der Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns der GRENKE AG wurden dem Aufsichtsrat rechtzeitig vorgelegt. Die Jahresabschlüsse sowie der verkürzte Abschluss und Zwischenlagebericht für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2018 wurden von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft bzw. prüferisch durchgesehen. Die Rechnungslegung im Jahresabschluss der GRENKE AG erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) und unter Berücksichtigung der Rechnungslegungsvorschriften für Kreditinstitute. Die Prüfung des handelsrechtlichen Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2018 wurde nach den Vorschriften des § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten Grundsätze ordnungsmäßiger Jahresabschlussprüfung vorgenommen. Die Aufstellung des Konzernabschlusses sowie des Konzernlageberichts für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 erfolgte gemäß § 315e Abs. 1 HGB auf der Grundlage der International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie unter Anwendung des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr. 20. Die Prüfung des Konzernabschlusses wurde nach den Vorschriften des § 317 HGB unter Beachtung der vom IDW festgestellten Grundsätze ordnungsmäßiger Jahresabschlussprüfung (IDW PS 200) vorgenommen. Der Jahresabschluss der GRENKE AG und der Konzernabschluss des GRENKE Konzerns sind jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Aufsichtsrat hat die ihm von Vorstand und Abschlussprüfer vorgelegten Jahresabschlüsse eingehend geprüft und das Ergebnis in seiner Sitzung am 1. Februar 2019 erörtert. Geprüft hat er darüber hinaus auch die zu erstellende nichtfinanzielle Erklärung. Der verantwortliche Wirtschaftsprüfer hat teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung berichtet sowie die fristgerechte Vorlage der nichtfinanziellen Erklärung - wie vom Gesetzgeber gefordert - bestätigt. Der Aufsichtsrat hat sich auch mit den Pflichtangaben gemäß §§ 289a und 315a HGB sowie dem diesbezüglichen Bericht befasst. Der Aufsichtsrat hat diese Angaben und Erläuterungen, die aus seiner Sicht im zusammengefassten Lagebericht vollständig sind, geprüft und macht sie sich zu eigen. Der Aufsichtsrat hat nach eigener Prüfung keine Einwände gegen das Ergebnis der Prüfung der Jahresabschlüsse durch den Abschlussprüfer erhoben und per Umlaufbeschluss am 6. Februar 2019 den Jahresabschluss der GRENKE AG festgestellt sowie den Konzernabschluss der GRENKE AG gebilligt. Der Aufsichtsrat hat sich dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns der GRENKE AG angeschlossen.

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der GRENKE Gruppe und seiner Franchise-Unternehmen in den weltweit inzwischen 32 Ländern und 144 Standorten, in denen GRENKE vertreten ist, sowie den Mitgliedern des Vorstands für ihren persönlichen Einsatz und für ihre Leistungen. Dank dieses besonderen Engagements können wir gemeinsam auf eine positive Geschäftsentwicklung und die Meilensteine des vergangenen Jahres zurückblicken. Die Bereitschaft unserer Belegschaft, den internationalen Erfolg der Marke GRENKE aktiv mitzugestalten, stimmt alle Mitglieder des Aufsichtsrats in hohem Maße zuversichtlich für die Zukunft. Der Aufsichtsrat spricht insbesondere auch den Aktionärinnen und Aktionären der GRENKE AG für ihre Treue zur Gesellschaft seinen Dank aus und freut sich, wenn Sie ihre Gesellschaft auf dem Weg in eine vielversprechende Zukunft begleiten.

Baden-Baden, am 6. Februar 2019
Für den Aufsichtsrat
Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp, Vorsitzender

// CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT

Verantwortungsbewusstsein bestimmt alles Handeln im GRENKE Konzern. Verantwortung und Effizienz - nicht zuletzt im Sinne von Nachhaltigkeit - sind die wesentlichen Elemente unseres Selbstverständnisses. Aufsichtsrat, Vorstand und Führungspersonen identifizieren sich mit den Grundsätzen guter Unternehmensführung, wie sie im Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) niedergelegt sind. Sie bekennen sich zu wertorientierter Führung und transparenter Leitung und Kontrolle. Wissend um gute Corporate Governance als Grundvoraussetzung für Erhalt und Ausbau des Vertrauens in ihr Unternehmen, verpflichten sie sich zu umfassender Compliance hinsichtlich ethischer und gesetzlicher Verhaltensregeln, Normen und relevanter Gesetze. Dies gilt besonders im Hinblick auf die für den langfristigen Unternehmenserfolg entscheidenden Stakeholder: die gegenwärtigen und künftigen Kunden, Mitarbeiter, Geschäftspartner und Kapitalgeber. Die GRENKE AG entspricht den Empfehlungen des DCGK in der aktuellen Fassung vom 7. Februar 2017 mit wenigen begründeten Ausnahmen. Vorstand und Aufsichtsrat haben sich eingehend mit der Erfüllung des Kodex befasst und die am Ende dieses Corporate-Governance-Berichts aufgeführte Entsprechenserklärung verabschiedet. Die Erklärung ist auch auf der Internetseite der GRENKE AG wiedergegeben.

1. KONZERNLEITUNG UND KONZERNÜBERWACHUNG

Der Vorstand der GRENKE AG setzt sich seit dem Ausscheiden von Wolfgang Grenke am 28. Februar 2018 aus vier, der Aufsichtsrat aus sechs Mitgliedern zusammen. Seit dem 1. März 2018 erbringt Herr Grenke auf vertraglicher Basis konkret definierte Beratungsleistungen für die GRENKE AG. Die vom Aufsichtsrat festgelegten Zielgrößen für ihre Zusammensetzung - mindestens 20 Prozent weibliche Vorstandsmitglieder und 33 Prozent weibliche Mitglieder des Aufsichtsrats -werden eingehalten. Rund die Hälfte der Beschäftigten des Konzerns ist weiblich. Deshalb sieht der Aufsichtsrat in den derzeitigen Zielgrößen eine Untergrenze, die sich langfristig nach oben bewegen sollte.

1.1. AUFSICHTSRAT

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2018 regelmäßig, detailliert und umfassend über die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft, den Stand der Unternehmensplanung sowie aktuelle Ereignisse. Wesentlicher Bestandteil der Berichte war in diesem Zusammenhang die regelmäßige Darstellung von Neugeschäft, Vertrieb, Digitalisierung und der Refinanzierungssituation. Der Aufsichtsrat stimmte die strategische Entwicklung eng mit dem Vorstand ab und erörterte Fragen des Risikomanagements inklusive Compliance, der Risikovorsorge, des Internen Kontrollsystems sowie des Internen Revisionssystems.# GRENKE AG

1.1.1 PRÜFUNGSAUSSCHUSS

Der Prüfungsausschuss setzt sich aus drei Mitgliedern zusammen, die über besondere Kenntnisse auf den Gebieten der Rechnungslegung, der Unternehmensplanung, des Risikomanagements und der Compliance verfügen. Das Gremium beschäftigt sich vornehmlich mit Fragen der externen und internen Rechnungslegung sowie mit der Systematik von Unternehmensplanung und Risikomanagement. Es prüft und überwacht die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers gemäß Ziffer 7.2.1 des DCGK. Er bestimmt die Prüfungsschwerpunkte und prüft die Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Darüber hinaus bereitet der Prüfungsausschuss die Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Im Rahmen der Aufgaben des Aufsichtsrats nach dem DCGK widmet sich der Prüfungsausschuss auch Fragen zur Compliance und dem Compliance Management. Der Vorstand berichtet dem Prüfungsausschuss regelmäßig über die Compliance-Situation (inklusive der KWG-Compliance) im Unternehmen.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS

Fixe Vergütungskomponenten Variable Vergütungskomponenten Jährliche Vergütungskomponenten Langfristige Vergütungskomponenten Gesamt
Festvergütung und Zulagen Nebenleistungen Erfolgszulage Tantieme Aktienbasierte Vergütung
Christ 305.563,00 11.967,59 28.206,03 93.160,33 0,00
Grenke (bis 28.02.2018) 50.000,00 7.865,82 29.514,50 20.000,00 0,00
Hirsch 300.894,84 19.129,40 22.719,99 100.884,02 0,00
Kindermann 284.513,53 31.111,04 28.461,91 94.984,01 0,00
Leminsky 492.031,44 17.763,79 32.757,39 161.064,68 0,00
Gesamt 1.433.002,81 87.837,64 141.659,82 470.093,04 0,00
EUR Gesamt
2017
Christ 616.533,26
Grenke (bis 28.02.2018) 651.703,05
Hirsch 316.907,88
Kindermann 524.639,43
Leminsky 499.879,08
Gesamt 2.609.662,70

1.1.2 PERSONALAUSSCHUSS (PRÄSIDIALAUSSCHUSS)

Der Personalausschuss besteht aus drei Mitgliedern. Er bereitet insbesondere die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor und unterbreitet Vorschläge für das Abschließen, Ändern und Beendigen der Anstellungsverträge mit den Mitgliedern des Vorstands.

1.1.3 STRATEGIEAUSSCHUSS

Der Strategieausschuss setzt sich aus zwei Mitgliedern zusammen und beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen der Geschäftsausrichtung und -strategie.

1.2 VORSTAND

Der Vorstand leitet den GRENKE Konzern eigenverantwortlich. Ihm obliegt die operative Leitung und die Umsetzung der strategischen Ausrichtung des Konzerns sowie das Einhalten der Grundsätze der Unternehmenspolitik. Des Weiteren stellt er den Jahresabschluss der GRENKE AG, die Quartalsmitteilungen und den Halbjahres- und Jahresabschluss des Konzerns auf und informiert den Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend mit Vorstandsberichten und Sitzungsvorlagen über das Gesamtunternehmen. Fragen zur Strategie und deren Umsetzung, Planung, Geschäftsentwicklung, Risikosituation, Compliance, zur Finanz- und Ertragslage sowie zu strategischen und operativen Geschäftsrisiken und deren Management sind Gegenstand von Aufsichtsratssitzungen und von Einzelgesprächen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden. Wesentliche Entscheidungen wie unter anderem Akquisitionen und besondere Finanzierungsmaßnahmen sind an die Zustimmung des Aufsichtsrats gebunden. Die Geschäftsordnung des Vorstands listet einen Katalog solcher zustimmungspflichtigen Geschäfte auf. Vorstand und Aufsichtsrat sind bei schuldhafter Verletzung der Sorgfaltspflicht der Gesellschaft gegenüber zu Schadenersatz verpflichtet.

2. VERGÜTUNGSBERICHT (BESTANDTEIL DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS)

2.1 VERGÜTUNG DES VORSTANDS

Die Grundzüge des Vergütungssystems für den Vorstand sehen als fixe Vergütungskomponenten eine vom Geschäftserfolg unabhängige Festvergütung, Leistungszulagen und Nebenleistungen wie Dienstwagen und Versicherungszuschüsse sowie erfolgsabhängige variable Vergütungskomponenten vor. Die Struktur des Vergütungssystems fördert den langfristigen Erfolg des Konzerns und schafft Anreize, nur solche Risiken einzugehen, die statistisch messbar sind, kontrolliert werden können und dem Risiko entsprechend angemessene Erträge erwirtschaften. Es werden keine Anreize für unangemessene Risiken geschaffen. Zudem wird das aufsichtsrechtliche Eigenkapital der GRENKE AG durch diese Vergütungspraxis weder gefährdet, noch schränkt sie das dauerhafte Aufrechterhalten der Eigenmittel ein. Die Kriterien für die variablen Vergütungsbestandteile werden jährlich im Voraus festgelegt. Sie basieren auf der Entwicklung von Kennzahlen der GRENKE Balanced Scorecard (BSC) im Rahmen einer Erfolgszulage sowie auf der Zielerreichung eines festgelegten Deckungsbeitrag 2 außer Fixkosten (Tantieme). Bei Erreichung des entsprechenden Wertes wird die Tantieme in voller Höhe von 40 Prozent des Bruttojahresfestgehaltes gewährt. Wird dieser nicht erreicht, jedoch um weniger als zehn Prozent unterschritten, wird die Tantieme anteilig gewährt. Bei einer Unterschreitung um zehn Prozent oder mehr des festgelegten Deckungsbeitrags 2 außer Fixkosten entfällt die Tantieme vollständig.

VERGÜTUNGSBERICHT DES AUFSICHTSRATS

Name Funktion Grundbezug 2018 Prüfungsausschuss Personalausschuss Variable Vergütung Reisekosten
Prof. Dr. Lipp** Vorsitzender 22.500,00 2.000,00 1.500,00 26.000,00 493,46
Grenke** Stellv. Vorsitzender (ab 03.05.2018) 9.916,67 1.322,22 661,11 11.900,00 0,00
Witt Stellv. Vorsitzender (bis 03.05.2018) 5.125,00 1.025,00 341,67 6.491,67 0,00
Dreilich Aufsichtsrat 15.000,00 2.666,67 0,00 17.666,67 1.935,54
Dr. Mitic Aufsichtsrat 15.000,00 0,00 0,00 15.000,00 822,43
Schulte Aufsichtsrat 15.000,00 0,00 0,00 15.000,00 0,00
Staudt Aufsichtsrat 15.000,00 0,00 1.000,00 16.000,00 0,00
Summe 97.541,67 7.013,89 3.502,78 108.058,34 3.251,43
Name EUR Gesamt 2018* Gesamt 2017*
Prof. Dr. Lipp** 52.493,46 52.262,80
Grenke** 23.800,00 0,00
Witt 12.983,34 38.915,60
Dreilich 37.268,88 36.064,85
Dr. Mitic 30.822,43 32.493,97
Schulte 30.000,00 30.525,60
Staudt 32.000,00 32.538,60
Summe 219.368,11 222.801,42
  • Feste Bezüge (Grundbezug, Prüfungs- und Personalausschuss), variable Bezüge und Reisekosten.
    ** Für die Mitglieder des Strategieausschusses wurde in 2018 keine Vergütung entrichtet.

Die gemäß der BSC maßgeblichen Kriterien entsprechen den für den langfristigen Konzernerfolg und damit für die langfristige Erhöhung des Unternehmenswerts wesentlichen Kennzahlen. Hierzu gehören unter anderem die Entwicklung der Anzahl der Leasingverträge, des Neugeschäfts, der Deckungsbeiträge und des Schadenverlaufs. Das Erreichen der BSC-Kriterien wird quartalsweise nachträglich gemessen und als Erfolgszulage gewährt.

Der Aufsichtsrat der GRENKE AG hat mit allen amtierenden Vorstandsmitgliedern eine Phantom-Stock-Vereinbarung abgeschlossen. Der Wert dieser Phantom-Stock-Vereinbarungen betrug zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres 0 TEUR (31. Dezember 2017: 393 TEUR). Auszahlungen im Rahmen dieser Vereinbarungen fielen im Geschäftsjahr in Höhe von 393 TEUR an (31. Dezember 2017: 0 TEUR). Eine neue Vereinbarung wurde mit Frau Leminsky getroffen, deren bisherige Vereinbarung im Vorjahr auslief. Zudem wurde mit Herrn Hirsch eine neue Vereinbarung geschlossen. Beide Vereinbarungen besitzen einen maximal möglichen Wertzuwachs von 450 TEUR bei einer virtuellen Aktienanzahl von 15.000 Stück, bezogen auf die Geschäftsjahre 2018 bis 2020. Die Vereinbarungen mit den Herren Christ und Kindermann beziehen sich auf die Geschäftsjahre 2016 bis 2018. Im Rahmen dieser Vereinbarungen haben die Vorstandsmitglieder für die jeweiligen Geschäftsjahre jeweils einen Zahlungsanspruch (Tranche) in Höhe des Wertzuwachses bei Herrn Christ von 60.000 Stück und bei Herrn Kindermann von 18.000 Stück Aktien der GRENKE AG im Verhältnis zu einem definierten Basiskurs. Dieser entspricht dem arithmetischen Mittel der XETRA-Schlusskurse an sämtlichen Handelstagen vom 1. bis 23. Dezember des jeweiligen Vorjahres. Der Basiskurs für das Geschäftsjahr 2018 beträgt 82,54 EUR. Der Auszahlungsanspruch ist der Höhe nach begrenzt und unterliegt den gesetzlichen Vorgaben für eine angemessene Vergütung sowie den gesetzlichen Höchstgrenzen für variable Vergütungsbestandteile, insbesondere den Regelungen des Kreditwesengesetzes. Weiterhin ist die maximale Auszahlung aufgrund dieser Vereinbarungen bei Frau Leminsky und Herrn Hirsch auf 450 TEUR, bei Herrn Christ auf 400 TEUR und für Herrn Kindermann auf 150 TEUR für die drei Tranchen (Jahre) begrenzt. Diese maximale Auszahlung gilt für die jeweilige Vereinbarung in ihrer Gesamtheit, das heißt, die drei Tranchen dürfen in Summe den maximalen Auszahlungsbetrag nicht überschreiten. Überschreitet eine Jahrestranche den maximalen Gesamtanspruch und gilt die Vereinbarung noch für weitere Jahre, können künftig keine Ansprüche mehr erworben werden. Die Teilnehmer des Programms sind verpflichtet, den jeweiligen Nettoauszahlungsbetrag in Aktien der GRENKE AG zu investieren. Die Herren Christ und Kindermann sind gemäß ihrer Vereinbarung zudem verpflichtet zusätzliche 25 Prozent zum vorgenannten Nettoauszahlungsbetrag in Aktien der GRENKE AG zu investieren. Die Gesellschaft ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Auszahlung ganz oder teilweise, für eine oder mehrere Tranchen, statt in Geld in Aktien zu erbringen. In diesem Fall entfällt das Eigeninvestment. Die Aktien unterliegen einer Sperrfrist von drei Jahren nach dem Jahr der Auszahlung einer Tranche. Bei den Vereinbarungen mit Herrn Kindermann und Herrn Christ beträgt die Sperrfrist jeweils zwei Jahre nach dem Jahr der Auszahlung einer Tranche.Herr Kindermann hatte im Geschäftsjahr 2017 den maximalen Gesamtanspruch bereits erreicht und konnte im Folgejahr keine weiteren Ansprüche aus der Vereinbarung mehr erwerben. Herr Christ hat bisher 243 TEUR des maximalen Gesamtanspruchs aus dieser Vereinbarung erhalten. Aufgrund des Auslaufens der Vereinbarung im Geschäftsjahr 2018 kann er aus dieser Vereinbarung keine weiteren Ansprüche mehr erwerben. Der Aufsichtsrat ist entsprechend der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex berechtigt, den Anspruch auf Auszahlung einer Tranche angemessen zu kürzen oder teilweise oder insgesamt zu widerrufen, wenn und soweit der Wertzuwachs der Aktie oder Wertzuflüsse durch außerordentliche, nicht vorhergesehene Entwicklungen beeinflusst werden. Ferner besteht für die Mitglieder des Vorstands eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung der GRENKE AG. Diese sieht für jedes Vorstandsmitglied einen festen Selbstbehalt von zehn Prozent je Schadensfall, maximal aber das Eineinhalbfache der jährlichen festen Vergütung für alle Schadensfälle pro Jahr, vor. Für den Fall der Beendigung der Tätigkeit ist in den Vorstandsverträgen die Möglichkeit vereinbart, ein Wettbewerbsverbot auszusprechen. Diese Wettbewerbsklausel sieht eine Entschädigungszahlung für die Dauer von zwei Jahren (Cap) vor, deren Höhe auf maximal 50 Prozent des zuletzt bezogenen Jahresgehaltes (Cap) begrenzt ist. Berechnungsgrundlagen für die Entschädigungszahlung bilden die Grundvergütung sowie die im letzten Geschäftsjahr vor der Beendigung tatsächlich gezahlten variablen Vergütungen. Abfindungsvereinbarungen bestehen nicht. Darüber hinaus hat kein Mitglied des Vorstands im Berichtsjahr Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten.

2.2 Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats erfolgt gemäß der Satzung der GRENKE AG. Danach erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats für jedes volle Geschäftsjahr ihrer Zugehörigkeit eine feste Vergütung von 15.000 EUR, der oder die Vorsitzende eine solche von 22.500 EUR. Für die Mitgliedschaft im Prüfungsausschuss erhalten sie zusätzlich 2.000 EUR, für den Vorsitz dieses Ausschusses 3.000 EUR. Für die Aufsichtsratsmitglieder, die dem Personalausschuss angehören, erhöht sich die feste Vergütung um 1.000 EUR, die des oder der Vorsitzenden um 1.500 EUR. Bei nur zeitweiser Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat während eines Geschäftsjahres werden der Grundbezug sowie die Vergütung für Ausschussmitgliedschaften und -vorsitze pro rata temporis berechnet. Den Aufsichtsratsmitgliedern wird darüber hinaus eine variable Vergütung gewährt, wenn an die Aktionäre eine höhere Dividende als 0,25 EUR je Aktie ausgeschüttet wird. Die Vergütung erhöht sich in diesem Fall um den Prozentsatz, um den die Dividende je Aktie den Betrag von 0,25 EUR übersteigt. Der variable Vergütungsbestandteil beträgt maximal 100 % der festen Vergütung eines Aufsichtsratsmitgliedes. Ferner hat die GRENKE AG für die Mitglieder des Aufsichtsrats eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Diese sieht für jedes Mitglied einen festen Selbstbehalt von zehn Prozent je Schadensfall, maximal aber das Eineinhalbfache der jährlichen festen Vergütung für alle Schadensfälle pro Jahr, vor. Zusätzlich erstattet die Gesellschaft den Aufsichtsratsmitgliedern deren bare Auslagen sowie die Umsatzsteuer, soweit sie berechtigt sind, die Steuer gesondert in Rechnung zu stellen, und dieses Recht ausüben.

3. Rechnungslegung und Abschlussprüfung sowie Finanzpublizität

Der Lagebericht des GRENKE Konzerns und der Lagebericht des Jahresabschlusses der GRENKE AG werden gemäß §§ 315 Abs. 5 und 298 Abs. 2 HGB in einer geschlossenen Darstellung zusammengefasst. Informationen zu auftretenden Abweichungen werden im Lagebericht für die GRENKE AG erläutert.

□ SIEHE LAGEBERICHT AUF SEITE 20-71

Die Konzernrechnungslegung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 erfolgte nach den anzuwendenden Vorschriften der International Financial Reporting Standards. Die Gesellschaft hat beim Aufstellen des Konzernabschlusses und -lageberichts zusätzlich die handelsrechtlichen Vorschriften des § 315a HGB zu beachten und auch angewendet. Weitere Informationen zum Gegenstand und Umfang der Jahresabschlussprüfung gemäß § 317 HGB und zu den Aufgaben des Prüfungsausschusses sind auch im Bericht des Aufsichtsrats zu finden.

□ SIEHE BERICHT DES AUFSICHTSRATS AUF SEITE 7-10

4. Transparenz und Information der Aktionäre

Die Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen durch Veröffentlichung im Bundesanzeiger. Darüber hinaus nutzt GRENKE verschiedene Kanäle, um Aktionäre und Öffentlichkeit umfassend zu informieren. Weitere Informationen hierzu stellen wir im Kapitel "Aktie und Investor Relations" zur Verfügung.

□ SIEHE AKTIE UND INVESTOR RELATIONS AUF SEITE 17-18

5. Compliance

Zum Thema Compliance verweisen wir auf die diesbezüglichen Ausführungen in der nichtfinanziellen Erklärung.

□ SIEHE NICHTFINANZIELLE ERKLÄRUNG AUF SEITE 35-46

6. Controlling und Risikomanagement

Alle involvierten Beschäftigten und der Vorstand sollen im Rahmen unseres Risikomanagements in die Lage versetzt werden, Risiken bewusst zu steuern sowie Chancen zu nutzen. Es gelten die von der Deutschen Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht aufgestellten Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) sowie die Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT). Weitere Einzelheiten zum Risikomanagement und Verantwortlichkeiten stellen wir im Lagebericht dar.

□ SIEHE CHANCEN-, RISIKO- UND PROGNOSEBERICHT AUF SEITE 47-65

7. Entsprechenserklärung des Vorstands und Aufsichtsrats zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der GRENKE AG haben am 1. Februar 2019 die folgende Entsprechenserklärung abgegeben:

"Vorstand und Aufsichtsrat der GRENKE AG erklären nach § 161 Aktiengesetz, dass seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 1. Februar 2018 den im DCGK niedergelegten Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 7. Februar 2017 mit folgenden Ausnahmen entsprochen wurde und auch in Zukunft entsprochen wird:

Der Aufsichtsrat hat bei der Festsetzung der Gesamtbezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder jeweils dafür Sorge getragen, dass diese in einem angemessenen Verhältnis zu den Leistungen und Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds sowie zur Lage der Gesellschaft stehen. Die Angemessenheit der Vorstandsvergütung wird vom Aufsichtsrat regelmäßig geprüft. Gleichwohl wird abweichend von der Empfehlung in Ziffer 4.2.2 Abs. 2 des DCGK bei der Bemessung der Vorstandsvergütung derzeit nicht explizit das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt, auch nicht in der zeitlichen Entwicklung berücksichtigt. GRENKE AG ist ein mittelständisches Unternehmen, dessen Vorstandsvergütungen sich in einem moderaten Rahmen, sowohl im Verhältnis zu den Vergütungen der Belegschaft als auch im zeitlichen Verlauf, bewegen. Die auf Großunternehmen mit hohen Vorstandsvergütungen zielende Empfehlung ist daher ungeeignet.

Abweichend von der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 6 des DCGK ist keine betragsmäßige Höchstgrenze für die Vorstandsvergütung insgesamt und hinsichtlich der variablen Vergütung vorgesehen. Die Vorstandsvergütungen der GRENKE AG entsprechen einer Größenordnung, die mit ähnlich großen Unternehmen der mittelständischen Wirtschaft vergleichbar ist. Auch hier gilt, dass die Empfehlung des DCGK einer betragsmäßigen Höchstgrenze für Vorstandsvergütungen auf Großunternehmen mit hohen Vorstandsvergütungen zielt und für die GRENKE AG als mittelständisches Unternehmen ungeeignet ist.

Abweichend von der Empfehlung gemäß Ziffer 4.2.3 Abs. 4 des DCGK sehen die Vorstandsverträge der amtierenden Vorstandsmitglieder kein sogenanntes Abfindungs-Cap vor, da die Vorstandsverträge regelmäßig nur für die Dauer der Bestellungsperiode abgeschlossen und nicht ordentlich kündbar sind. Eine vorzeitige Beendigung des Vorstandsvertrages ohne wichtigen Grund kann daher nicht einseitig, sondern nur durch einvernehmliche Aufhebung erfolgen. Die Vorstandsverträge enthalten keine Abfindungsregeln, die an Unternehmensereignisse, insbesondere an einen Kontrollwechsel, geknüpft sind.

Der Empfehlung in Ziffer 4.2.5 Absätze 3 und 4 DCGK wird nicht gefolgt, insbesondere werden die Mustertabellen des Deutschen Corporate Governance Kodex für die Offenlegung der Vorstandsvergütung nicht genutzt. Die Vorstandsvergütung wird den gesetzlichen Anforderungen entsprechend individualisiert für jedes Vorstandsmitglied im Vergütungsbericht als Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts für das Geschäftsjahr 2018 in transparenter Weise veröffentlicht. Eine weitere oder hiervon abweichende Darstellung der Vergütungskomponenten der einzelnen Vorstandsmitglieder ist nach Auffassung von Vorstand und Aufsichtsrat weder im Aktionärsinteresse noch aus Transparenzgründen geboten.

Sowohl bei der Zusammensetzung des Vorstands als auch bei Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern soll nach den Empfehlungen unter Ziffer 5.1.2 bzw. 5.4.1 des DCGK unter anderem auf eine festzulegende Altersgrenze sowie auf Vielfalt (Diversity) geachtet werden. Nach Auffassung der Gesellschaft sollen bei der Zusammensetzung des Vorstandes wie auch bei den Vorschlägen zur Aufsichtsratswahl die in dem jeweiligen Geschäfts- bzw. Verantwortungsbereich erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen für die Auswahl des geeigneten Kandidaten maßgeblich sein. Die oben genannten Empfehlungen des DCGK werden bei der Zusammensetzung des Vorstands sowie bei Wahlvorschlägen von Aufsichtsratsmitgliedern beachtet."# GRENKE AG

ZUSAMMENGEFASSTER Konzernlagebericht und Lagebericht DER GRENKE AG

Der vorliegende zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018 (1. Januar bis 31. Dezember) bezieht sich sowohl auf den GRENKE Konzern (im Folgenden auch "Konzern" genannt) als auch auf die Konzernmuttergesellschaft GRENKE AG (im Folgenden auch "Gesellschaft" genannt). Wesentlich abweichende Sachverhalte der Gesellschaft gegenüber dem Konzern während des Berichtsjahrs werden im Kapitel "Lagebericht für die GRENKE AG" erläutert.

DEUTSCHE CORPORATE GOVERNANCE KODEX

Nach Ziffer 5.3.3 des DCGK soll der Aufsichtsrat einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt. Der Aufsichtsrat der GRENKE AG besteht derzeit aus insgesamt sechs Mitgliedern, die ausschließlich von den Anteilseignern zu wählen sind. Vorstand und Aufsichtsrat halten die Bildung eines weiteren Ausschusses für nicht erforderlich. Die Gesellschaft sieht die von der Kommission mit Ziffer 5.3.3 des DCGK gewünschte Transparenz des Auswahlverfahrens auch ohne einen entsprechenden Ausschuss als gewährleistet an. Der Empfehlung der Ziffer 5.3.3 wird daher nicht gefolgt.

Nach Ziffer 5.4.1 des DCGK soll ferner eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt werden. Wie bereits ausgeführt, sind die individuellen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrates insgesamt maßgeblich. Diese für die ordnungsgemäße Wahrnehmung der Aufgaben des Aufsichtsrates erforderliche und für die GRENKE AG wichtige Expertise der Aufsichtsratsmitglieder soll in ihrer Gesamtheit erhalten bleiben. Auf eine Regelgrenze für die Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat wird deshalb verzichtet.

Die Gesellschaft weicht derzeit von der Empfehlung Ziffer 5.4.6 Abs. 2 Satz 2 des DCGK ab. Nach § 10 Abs. 3 der aktuell gültigen Satzung wird jedem Aufsichtsratsmitglied neben einer festen Vergütung eine variable Vergütung gewährt, sofern eine gewisse Mindestdividende an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Der variable Vergütungsbestandteil beträgt jedoch maximal 100 Prozent der festen Vergütung eines Aufsichtsratsmitgliedes. Die geltende Satzungsregelung mit der variablen Vergütungskomponente entspricht daher formal der Kodex-Empfehlung nicht, welche auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung - wie beispielsweise auf die Orientierung an der Durchschnittsdividende über mehrere Jahre - abstellt. Vorstand und Aufsichtsrat weisen darauf hin, dass EBT und Dividende der GRENKE AG, bedingt durch das Geschäftsmodell, die Ertragsfähigkeit des gesamten Leasingportfolios über alle in den vergangenen vier Jahren eingehenden Leasingforderungen mit ihren jeweiligen Deckungsbeiträgen widerspiegeln. Die Dividende ist insoweit nicht - im Unterschied zu Produktions- oder Dienstleistungsunternehmen - durch etwaige kurzfristige Schwankungen des jährlichen Neugeschäfts oder Deckungsbeiträge geprägt.

Baden-Baden, den 1. Februar 2019

GRENKE AG

Für den Vorstand
Antje Leminsky

Für den Aufsichtsrat
Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp

AKTIE UND INVESTOR RELATIONS

1. INVESTOR RELATIONS

Die offene, kontinuierliche Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern und der Öffentlichkeit ist für uns selbstverständlich. Wir legen deshalb großen Wert auf den direkten Kontakt zu unseren Analysten, Investoren, Privataktionären und Medienvertretern. Institutionellen Investoren bieten wir regelmäßig Telefonkonferenzen und Einzelgespräche an. Ebenso präsentieren wir uns im Rahmen von Roadshows und Kapitalmarktkonferenzen.

Das zentrale Forum für unsere Privataktionäre bildet die Hauptversammlung. Vom Unternehmen bestellte Stimmrechtsvertreter können mit der Wahrung der Stimmrechte, auch in Abwesenheit, betraut werden. Der Öffentlichkeit und all jenen, die an dieser nicht persönlich teilnehmen können, bieten wir die Möglichkeit, die Rede der Vorstandsvorsitzenden sowie die Generaldebatte via Livestream auf unserer Website mitzuverfolgen. Dort stehen auch alle aktuellen Investor-Relations-Nachrichten, Pressemeldungen sowie die Finanzberichte bereit. Darüber hinaus bieten wir einen individuellen News-Service an. Die Termine der regelmäßigen Finanzberichterstattung sind im Finanzkalender sowie auf der Website zusammengefasst.

Im Berichtsjahr beobachteten sieben renommierte Investmentbanken die GRENKE-Aktie. Die jeweils aktuellen Analysten-Empfehlungen sind auf unserer Website dokumentiert. Am 14. Juni 2018 wurde eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen mit einem Emissionsvolumen in Höhe von 197 Mio. Euro erfolgreich platziert. Mit dem Erlös wurde die Eigenkapitalbasis gestärkt. Dies ist entscheidend für die Fortsetzung der Internationalisierungsstrategie sowie die Weiterentwicklung des Produkt- und Serviceportfolios des GRENKE-Konzerns.

□ ZUR KURSENTWICKLUNG IM BERICHTSJAHR SIEHE GRAFIK AUF FOLGESEITE

2. INVESTMENT CASE

Wir positionieren GRENKE am Kapitalmarkt mit den folgenden Alleinstellungsmerkmalen und wesentlichen Ertrags- und Werttreibern:

  • Wettbewerbsvorsprung und hohe Einstiegsbarrieren durch umfassende Standardisierung und Digitalisierung; dadurch Schnelligkeit direkt am Point of Sale (POS),
  • Internationalisierung dieser Alleinstellungsmerkmale als Erfolgsfaktor unserer Wachstumsstrategie,
  • breite Diversifikation unserer Finanzlösungen für KMU,
  • Marktführerschaft in unserem Kerngeschäft in Europa,
  • langjährig bewährtes und krisenresistentes Risikomanagement,
  • hoher innerer Wert unserer Aktie.

Unser strategisches Unternehmensziel ist es, nachhaltig zu expandieren und so eine dynamische Gewinnentwicklung zu erzielen. Wir fokussieren unser internationales Wachstum auf diejenigen Länder und Produkte, die ein für uns günstiges Wettbewerbsumfeld und somit ein attraktives Chancen-Risiko-Profil aufweisen. Entscheidend dabei ist, dass wir Risiken nicht grundsätzlich vermeiden wollen, sondern sie möglichst korrekt einschätzen und adäquate Margen durchsetzen. Die hierfür wesentliche Voraussetzung, Kosten und Risiken effizient kontrollieren zu können, stellen wir mit unserem selbst entwickelten, bewährten und fortwährend verfeinerten IT-basierten Modell zur Prognose von Zahlungsausfällen sicher. Schon seit 1994 bewerten wir die Bonitäten unserer Kunden, indem wir Erwartungswerte für Zahlungsausfälle bilden. Die Schadensentwicklung hat die Qualität dieses Systems nachhaltig bestätigt, insbesondere erwies es sich auch während der globalen Finanzmarktkrise als zuverlässig. Dies gilt für unser inländisches wie internationales Geschäft.

3. DIVIDENDENPOLITIK

Kontinuität, Ertrag und Sicherung der Eigenkapitalbasis für künftige Expansion bilden die zentralen Kriterien unserer langfristig ausgerichteten Dividendenpolitik. Die GRENKE-Aktie bietet sich daher als Anlage mit attraktiven Wachstumsperspektiven an. Hinzu kommen ihr hoher innerer Wert und ein kontinuierlicher Strom an laufendem Einkommen.

GRENKE weist zur Sicherung einer günstigen Refinanzierungsbasis traditionell eine gute Eigenkapitalausstattung auf. Diese stellt zusammen mit einer auch bei kräftigem Wachstum hohen Eigenkapitalrendite die Grundlage unseres nachhaltig guten Ratings dar. Damit erhalten wir uns den Zugang zu zahlreichen Refinanzierungsalternativen und attraktiven Konditionen. Ende des Geschäftsjahres 2018 lag die Eigenkapitalquote des GRENKE Konzerns bei 18,5 Prozent nach 16,6 Prozent im Vorjahr. Aufgrund der abermals guten Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung der GRENKE AG am 14. Mai 2019 eine Dividende in Höhe von 0,80 EUR je Aktie vorschlagen. Die Ausschüttung je Aktie würde damit zum neunten Mal in Folge erhöht.

□ KURSENTWICKLUNG DER GRENKE-AKTIE (1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2018)

STAMMDATEN
Kürzel / Bloomberg / Reuters GLJ / GLJ_GR / GLJn.DE
ISIN DE000A161N30
Marktsegment Regulierter Markt (Prime Standard)
Index SDAX
Designated Sponsors ODDO BHF AG; HSBC Trinkaus und Burkhardt AG
Gesamtzahl ausstehender und eingetragener Aktien 46.353.918
Gattung Stückaktien (Namensaktien)
Rechnerischer Nennwert je Stück 1,00 EUR
Aktionärsstruktur:
Freefloat (Streubesitz) 59,2 %
Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG* 40,8 %
* Komplementärin: Grenke Vermögensverwaltung GmbH.Kommanditisten: Familie Grenke (Wolfgang, Anneliese, Moritz, Roland und Oliver Grenke).
AKTIENDATEN (ADJUSTIERT NACH AKTIENSPLIT 1:3 PER 10. JULI 2017) 2018 2017 2016 2015 2014
Börsenkurs zum Geschäftsjahresende 74,20 EUR 79,16 EUR 49,67 EUR 61,53 EUR 29,66 EUR
Höchster Börsenkurs 107,30 EUR 86,12 EUR 66,00 EUR 62,52 EUR 30,50 EUR
Tiefster Börsenkurs 69,10 EUR 48,80 EUR 45,52 EUR 30,00 EUR 22,67 EUR
Börsenkapitalisierung 3.439 Mio. EUR 3.508 Mio. EUR 2.201 Mio. EUR 2.724 Mio. EUR 1.313 Mio. EUR
Ergebnis je Aktie 2,78 EUR 2,31 EUR** 2,29 EUR 1,81 EUR 1,47 EUR
Dividende je Aktie* 0,80 EUR 0,70 EUR 0,58 EUR 0,50 EUR 0,37 EUR
Kurs-Gewinn-Verhältnis 26,7 34,3** 21,7 34,0 20,2

* 2018: Vorschlag an die Hauptversammlung.
** Vorjahreswert angepasst (siehe Anhang zum Konzernabschluss, Kapitel 2.1.4 "ERSTANWENDUNG IFRS 9")

Börsenkurse jeweils auf Basis des XETRA-Tagesschlusskurses.


ERWEITERUNG DER ELEKTRONISCHEN SIGNATURLÖSUNG
// Anzahl der auf diesem Weg abgeschlossenen Leasingverträge

AUSBAU DER DIGITALEN SERVICES
// Neu hinzugekommene Märkte / Länder
+8 Belgien, Chile, Kanada, Kroatien, Rumänien, Singapur, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate

STANDARDISIERTE PROZESSE AUF DIGITALER BASIS
// Signing App
3 Irland, Portugal, Spanien


GILLES CHRIST
// Mitglied des Vorstands

"WEIL INNOVATION NICHT WARTEN KANN. BEI GRENKE ENTSCHEIDEN WIR SCHNELL UND SUCHEN IMMER DEN DIREKTEN WEG ZUR BESTEN LÖSUNG."

SCHNELL // //# Der Konzern bilanziert unverändert nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und die Gesellschaft nach dem deutschen Handelsrecht (HGB). Der Konzernabschluss sowie der Jahresabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2018 werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. Darüber hinaus wird der Bericht über das Geschäftsjahr 2018 auch im Internet unter www.grenke.de/unternehmen/investor-relations/berichte-und-downloads als PDF-Dokument zum Download angeboten.

1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

1.1 GRENKE IM ÜBERBLICK

1.1.1 UNTERNEHMENSPROFIL

Die GRENKE Gruppe agiert als globaler Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Kunden erhalten Lösungen aus einer Hand: vom flexiblen Small-Ticket-Leasing über bedarfsgerechte Bankprodukte bis zum praktischen Factoring. Die schnelle und einfache Abwicklung sowie der persönliche Kontakt zu Kunden und Partnern stehen dabei im Mittelpunkt. 1978 in Baden-Baden gegründet, ist das Unternehmen heute mit über 1.500 Mitarbeitern in 32 Ländern weltweit aktiv.

1.1.2 ORGANISATIONSSTRUKTUR

Die GRENKE AG ist die Muttergesellschaft des GRENKE Konzerns. Um neue regionale Märkte zu erschließen, nutzt der Konzern ein Franchisemodell. An den rechtlich selbstständigen Gesellschaften der Franchisenehmer ist die GRENKE AG nicht beteiligt. Im vorliegenden zusammengefassten Lagebericht wird daher unterschieden zwischen dem GRENKE Konzern, das heißt der GRENKE AG inklusive ihrer konsolidierten Tochtergesellschaften und den strukturierten Einheiten gemäß den IFRS, sowie der GRENKE Gruppe, das heißt dem Konzern inklusive der Franchisepartner. Die Leitung der Gesellschaft obliegt dem am Stammsitz in Baden-Baden angesiedelten Vorstand. Er bestand bis zum 28. Februar 2018 aus fünf, danach aus vier Personen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft besteht aus insgesamt sechs Personen.

Wertschaffendes Geschäftsmodell: Kundennutzen schaffen und Wettbewerbsvorteile ausbauen - das treibt uns an.

1.1.3 GESCHÄFTSMODELL

Unsere Antriebskraft sind stetig verbesserter Kundennutzen und der Ausbau von Wettbewerbsvorteilen. Als Anbieter von Finanzierungslösungen für kleine und mittlere Vertragsgrößen sind daher ein Höchstmaß an Effizienz in der Abwicklung und damit einhergehend niedrige Einzelkosten grundlegende Voraussetzungen für unseren wirtschaftlichen Erfolg. Deshalb ist das Geschäftsmodell des GRENKE Konzerns auf Effizienzoptimierung in allen operativen Kernprozessen ausgerichtet. Dies erreichen wir durch Standardisierung, umfassende, IT-gestützte Automatisierung und Schnelligkeit sowie eine schlanke Organisation. Nach unserer Einschätzung haben wir uns damit in den vergangenen Jahren ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal erarbeitet. Mit unserem traditionellen Angebot von Leasingfinanzierungen für betragsmäßig kleinere IT- und Bürokommunikationsprodukte sowie Software ab einem Netto-Anschaffungswert von 500 EUR haben wir einen Markt definiert und entwickelt, der von vielen Leasinganbietern nur punktuell adressiert wird. Bei über 90 Prozent unserer Leasingverträge liegt der Anschaffungswert unter 25 TEUR. Dieser Markt unterscheidet sich wesentlich vom Leasinggeschäft mit seinen in der Regel deutlich höheren Ticketgrößen. Unser Geschäftsmodell ist zudem gut skalierbar und auf andere Produktbereiche übertragbar. So finanzieren wir neben IT-Produkten auch kleine Maschinen und Anlagen, medizintechnische Geräte sowie Sicherheitsgeräte. Bezogen auf die GRENKE Gruppe, auf die sich unsere Betrachtung des Neugeschäftsvolumens grundsätzlich bezieht, hat sich ihr Anteil im Jahr 2018 zusammengenommen auf 32 Prozent nach 29 Prozent im Vorjahr erhöht. Der von uns adressierte Markt korreliert nur in geringem Umfang mit der gesamtwirtschaftlichen Investitionstätigkeit und ist daher von konjunkturellen Schwankungen relativ wenig beeinflusst. Insbesondere in Phasen des wirtschaftlichen Abschwungs stellt die liquiditätsschonende Leasingfinanzierung eine attraktive Finanzierungsalternative speziell für KMU und Mittelständler dar. Im Rahmen unseres Franchisemodells stellt die GRENKE AG ihren Partnern Know-how, betriebliche Infrastruktur, eine Reihe von Dienstleistungen sowie die Erlaubnis zur Nutzung der Namensrechte zur Verfügung. Daneben verfügt die Gesellschaft über das Recht, die jeweiligen Franchisegesellschaften nach einer vorher vereinbarten Frist von üblicherweise vier bis sechs Jahren zu erwerben. Der Kaufpreis ergibt sich aus einer bereits bei Vertragsabschluss festgehaltenen Formel, die Marktparameter sowie die individuelle Geschäftsentwicklung der Gesellschaft berücksichtigt. Auf diesem Weg hat die GRENKE AG in den vergangenen Jahren insgesamt 17 Gesellschaften früherer Franchisenehmer übernommen. Die Refinanzierung des operativen Geschäfts aus den Miet- bzw. Leasingverträgen oder Factoringvereinbarungen, die ein Franchisenehmer mit seinen Kunden abschließt, stellt in der Regel die GRENKE AG sicher.

1.1.4 SEGMENTE

Die Ausrichtung der drei Geschäftssegmente Leasing, Bank und Factoring erfolgt entlang der organisatorischen Struktur des Konzerns. Zur Entwicklung der Segmente im Berichtsjahr verweisen wir auf die Ausführungen "Entwicklung der Segmente" auf Seite 30 des zusammengefassten Lageberichts und das Kapitel "8. Segmentberichterstattung" des Konzernanhangs. Mit einem Anteil von 93 Prozent der Erträge stellt das Segment Leasing das Kerngeschäftsfeld des Konzerns dar. Es beinhaltet sämtliche Aktivitäten, die mit der Tätigkeit als Leasinggeber zusammenhängen. Das Dienstleistungsangebot umfasst dabei die Übernahme der Finanzierung für gewerbliche Leasingnehmer, die Vermietung, Servicegeschäfte, Service- und Wartungsangebote für die Leasinggegenstände und die Verwertung von Gebrauchtgeräten. Als Finanzierungspartner vor allem für KMU umfasst das Segment Bank die Aktivitäten der GRENKE BANK AG (nachfolgend auch "GRENKE Bank"). Im Rahmen von Kooperationen mit verschiedenen Förderbanken des Bundes und einzelner Bundesländer finanziert die GRENKE Bank Existenzgründungen und vergibt Fördermittel für KMU und Freiberufler, die betriebliche Neuanschaffungen über Leasing finanzieren. Über ihren Internetauftritt bietet die GRENKE Bank darüber hinaus Geldanlageprodukte wie beispielsweise Festgeldprodukte für private und gewerbliche Kunden an. Das Geschäft der Bank erfolgt schwerpunktmäßig mit deutschen Kunden. Das Segment Factoring beinhaltet klassische Factoringdienstleistungen mit der Fokussierung auf das Small-Ticket-Factoring. Dabei wird sowohl das offene als auch das stille Factoring betrieben. Daneben enthält das Segment auch Inkassodienstleistungen.

1.1.5 BETEILIGUNGEN

In Ergänzung zu seiner eigenen operativen Ausrichtung ging der GRENKE Konzern in den vergangenen Jahren eine Reihe von strategischen Beteiligungen ein. Im Jahr 2015 erwarb die GRENKE Bank eine Beteiligung von 25,01 Prozent an der Cash Payment Solutions GmbH (CPS) mit Sitz in Berlin. Das FinTech-Unternehmen ermöglicht mit seinem Bezahlservice "bar-zahlen.de" den Ausgleich von Rechnungen verschiedenster Branchen in rund 12.000 Partnerfilialen des deutschen Einzelhandels sowie Ein- und Auszahlungen von Bargeld. Die GRENKE Bank ist aufsichtsrechtlicher Betreiber des Service. Seit Ende des Berichtsjahrs können sich Leistungsempfänger der Bundesagentur für Arbeit Sonderzahlungen in bar auszahlen lassen. Zusätzlich beteiligte sich die GRENKE Bank im Jahr 2016 mit 15 Prozent an der in München ansässigen Finanzchef24 GmbH. Das 2012 gegründete Unternehmen ist der erste digitale Versicherungsmakler für Gewerbekunden in Deutschland und betreibt ein Online-Finanzportal für Unternehmer und Selbstständige. Da die Zielgruppen von Finanzchef24 und der GRENKE Bank in hohem Maße vergleichbar sind, werden über das Online-Portal seit 2017 auch Geschäftsgirokonten der GRENKE Bank und Finanzierungslösungen der GRENKE Gruppe angeboten. 2018 gründete die GRENKE AG gemeinsam mit dem in Kassel ansässigen FinTech-Unternehmen fino digital GmbH das Joint Venture finux GmbH. Die GRENKE AG hält 44 Prozent der Kapital- und Stimmanteile. Das Ziel der Kooperation ist die Entwicklung eines eigens für KMU konzipierten Finanzcockpits, mit dem die Entscheidungsträger eines KMU ein Produkt an die Hand bekommen, das sie bei allen finanziellen Fragestellungen unterstützt.

1.1.6 GESCHÄFTSPROZESSE UND DIENSTLEISTUNGEN

In unserem Leasinggeschäft nutzen wir eine Vielzahl von Vertriebskanälen. So vermitteln unsere Fachhandelspartner, unterstützt durch eigene Mitarbeiter in lokalen Vertriebsbüros, Finanzierungsverträge an Endkunden. Gleiches gilt für Hersteller, die wir über ein Key-Account-Management betreuen. Das Direktgeschäft, bei dem wir selbst ausgewählte Firmenkunden ansprechen, rundet unser Angebot ab. In direktem Kontakt mit unserem Vertrieb - also unabhängig von Herstellern und Fachhandel - haben Kunden die Möglichkeit, Neuanschaffungen einfach und flexibel über Leasing zu finanzieren. Dabei profitieren sie von attraktiven Rahmenvereinbarungen hinsichtlich der Konditionen und/oder dem flexiblen Abruf von Leasingfinanzierungen. Effizienz spielt in unserem Geschäft eine entscheidende Rolle. Wir arbeiten kontinuierlich an der Optimierung und Vereinfachung unserer Prozesse und Services. Von zentraler Bedeutung sind in diesem Zusammenhang unsere digitalen Angebote. So haben wir bereits im Jahr 2015 das "eSignature-Verfahren" eingeführt, über das sich Leasingverträge vollständig digital und damit einfach und schnell abwickeln lassen. Seitdem wurden auf diese Weise bereits rund 118.722 Verträge abgeschlossen, davon allein 59.989 Verträge im Jahr 2018. Der Anteil des via eSignature akquirierten Neugeschäfts entsprach 2018 22 Prozent unseres gesamten Leasingneugeschäfts. Nachdem wir dieses Verfahren im Berichtsjahr in acht weiteren Ländern eingeführt haben, bieten wir unseren Kunden diesen Service inzwischen in 19 Ländern an.# Daneben treiben wir die Digitalisierung unserer Services mit dem Test der Signing-App für das Unterzeichnen von Leasingverträgen auf einem Tablet und Smartphone zügig voran. Die Digitalisierung prägt auch die GRENKE Bank. Mit der Banking App lassen sich Konten und Kreditkarten in einer mobilen Anwendung verwalten. Zudem bietet die App eine Erinnerungsfunktion, mit der Überweisungen, offene Rechnungen oder wiederkehrende Zahlungen von unterwegs oder zu Hause getätigt werden können. Ein weiterer Online-Service der GRENKE Bank ist die GRENKE Cash App, die Kunden die Möglichkeit bietet, in einer Partnerfiliale des deutschen Einzelhandels Bargeld von ihrem Konto abzuheben oder auf ihr Konto einzuzahlen. Außerdem bietet die GRENKE Bank auch über die Zusammenarbeit mit dem Portal "WeltSparen" und der Bank N26 diverse Festgeldanlagen an. Einer der Schwerpunkte im Bereich Kreditgeschäft für KMU (inkl. Existenzgründungsfinanzierungen und Mikrokredite) ist unsere Mitwirkung an dem "Mikrokreditfonds Deutschland" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Im Rahmen dieser Initiative sichert die Bundesregierung Mikrokredite an kleine Unternehmen mit wirtschaftlich tragfähigen Konzepten ab, die selbst keine Bankfinanzierungen erhalten. Seit dem Jahr 2015 werden Mikrokredite durch die GRENKE Bank auf vorherige Empfehlung eines zugelassenen Mikrofinanzinstituts vergeben. Die gegenwärtigen Konditionen sehen Kredite mit einer Laufzeit von maximal vier Jahren und einer schrittweisen Erhöhung vor. Die Höhe des ersten Kredits ist auf maximal 10 TEUR begrenzt. Durch weitere Kredite kann das Kreditobligo pro Kreditnehmer auf insgesamt 25 TEUR erhöht werden. Im Juni 2018 verlängerte die Bundesregierung den Mikrokreditfonds Deutschland bis zum Jahr 2021. Darüber hinaus haben wir auch im Berichtsjahr unsere Zusammenarbeit mit Förderbanken sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene weiter ausgebaut. So vereinbarte GRENKE erstmals einen zinsgünstigen und langlaufenden Kredit von bis zu 100 Mio. EUR mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) zur Förderung von Investitionen bei KMU. Ziel der Kooperation ist die Stärkung des europäischen Mittelstands, insbesondere im Hinblick auf Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Auch die Zusammenarbeit mit diversen deutschen Förderbanken wurde verstärkt. Die GRENKE Bank intensivierte die Kooperation mit der NRW.BANK mit dem inzwischen achten Globaldarlehen über 45 Mio. EUR sowie der Thüringer Aufbaubank mit dem fünften Globaldarlehen über 5 Mio. Euro. Mit der KfW wurde die Zusammenarbeit durch den Abschluss eines zweiten Globaldarlehens über 120 Mio. EUR deutlich ausgeweitet. Die GRENKE Bank unterstützt über diesen Weg KMU sowie Freiberufler bei der Vergabe von Fördermitteln für leasingfinanzierte betriebliche Neuanschaffungen. Insgesamt konnten im Rahmen solcher Kooperationen bisher knapp 50.000 Leasingverträge geschlossen werden. Für einen Überblick über die im Rahmen dieser Kooperationen vereinbarten Förderdarlehen verweisen auf den Anhang zum Konzernabschluss unter Tz. 5.10.4 "Zweckgebundene Förderdarlehen". Während wir dem Kunden bisher unsere jeweiligen Produkte und Dienstleistungen in den einzelnen Geschäftsbereichen angeboten haben, wollen wir künftig ihn und seine Bedürfnisse noch stärker in den Fokus unseres Vertriebsansatzes stellen. Unabhängig davon, ob es sich um einen Leasing-, Bank- oder Factoringkunden handelt, werden unsere Mitarbeiter dem Kunden unser gesamtes Leistungsspektrum anbieten können. Wir versprechen uns davon nicht nur eine deutliche Intensivierung unseres Cross-Sellings, sondern auch eine stärkere Identifizierung unserer Mitarbeiter und Partner mit den GRENKE-Prinzipien: einfach, schnell, persönlich und unternehmerisch.

1.1.7 ABSATZMÄRKTE

Der GRENKE Konzern ist europaweit in nahezu allen Ländern präsent. In unseren Kernmärkten Deutschland, Frankreich und Italien sind wir an 32 bzw. 19 und 18 Standorten vertreten. Im Berichtsjahr traten wir mit unserem Leasingangebot in den baltischen Markt ein. Zudem erwarben wir die Gesellschaften unserer Franchisepartner in Kroatien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In Portugal werden wir unser Angebot um Factoring erweitern. Darüber hinaus verdichten wir regelmäßig unser Netzwerk durch Zellteilungen in bestehenden Märkten, um so eine möglichst große Nähe zu unseren Kunden zu erreichen. Im Jahr 2018 eröffneten wir auf diese Weise elf neue Standorte. Seit dem Jahr 2011 bauen wir sukzessive unsere Präsenz außerhalb Europas aus. Neben Tochtergesellschaften in Brasilien, der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) gehören zum Ende des Geschäftsjahres 2018 auch die Franchisegesellschaften in Australien, Chile, Kanada und Singapur zur GRENKE Gruppe. Zum Ende des Berichtszeitraums war die GRENKE Gruppe in 32 Ländern auf fünf Kontinenten mit insgesamt 144 Standorten präsent.

1.1.8 EXTERNE EINFLUSSFAKTOREN AUF DAS GESCHÄFT

Das Geschäft des GRENKE Konzerns entwickelte sich in den vergangenen Jahren relativ unabhängig von gesamtwirtschaftlichen Zyklen. Auch im Jahr der Finanzmarktkrise 2009 erwies sich das Geschäftsmodell des Konzerns als widerstandsfähig und nachhaltig profitabel. Zu den wesentlichen Einflussfaktoren zählen daher weniger gesamtwirtschaftliche Entwicklungen als vielmehr branchenbezogene Trends wie zum Beispiel die Geschäftspolitik von Banken und Finanzdienstleistern im Leasing-, Factoring- und Einlagengeschäft oder die kontinuierlich steigenden regulatorischen Anforderungen in diesem Sektor. Weitere externe Einflussfaktoren wie die Entwicklung von Unternehmensinsolvenzen oder die Veränderungen von Kapitalmarkt- und Notenbankzinsen auf die Refinanzierungskosten werden im Kapitel "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen" bzw. im Risikobericht dargestellt.

Wachstum: Die GRENKE Gruppe strebt auch in den kommenden Jahren zweistellige Wachstumsraten an. Effizienz und eine solide Kapitalausstattung sind dafür zwingende Voraussetzung.

1.2 ZIELE UND STRATEGIEN

Wir sind einer der europaweit führenden Anbieter von Finanzdienstleistungen für KMU mit Schwerpunkt auf Small-Ticket-Finanzierungen. In diesem Bereich gehören wir in Deutschland, der Schweiz sowie Italien und Frankreich zu den führenden Anbietern. Unser strategisches Ziel ist es, die GRENKE Gruppe mittelfristig als umfassenden Small-Ticket-Finanzdienstleister nicht nur für den europäischen, sondern auch den internationalen Mittelstand zu positionieren. Außerhalb Europas haben wir in den vergangenen Jahren den Eintritt in verschiedenen Ländern in Asien, Australien sowie Nord- und Südamerika realisiert. Wir bedienen unsere internationalen Märkte mit individuellen, dem jeweiligen Rechts- und Marktumfeld angepassten Finanzierungsangeboten, Vertragsgestaltungen und Deckungsbeitragsvorgaben. In der Regel treten wir in internationale Märkte in einem ersten Schritt über Franchisepartner ein (siehe Ausführungen auf Seite 20 zu unserem Geschäftsmodell), die wir bei erfolgreicher Geschäftsentwicklung dann in einem zweiten Schritt übernehmen. Neben der geografischen Expansion in neue Märkte sehen wir auch in unseren bestehenden Märkten großes Wachstumspotenzial. Durch Zellteilungen bauen wir die strategisch wichtige Nähe zu unseren Kunden Schritt für Schritt aus. Zusätzlich nutzen wir die sich bietenden Marktchancen, wenn Mitbewerber, wie nach der Finanz- und Staatsschuldenkrise, ihr Engagement reduzieren oder sich sogar ganz zurückziehen. Aufgrund steigender regulatorischer Anforderungen sehen sich vor allem Leasinganbieter aus der Bankenbranche seit einiger Zeit mit der Notwendigkeit einer höheren Eigenkapitalunterlegung konfrontiert. Dies erfordert entweder eine Reduzierung oder eine höhere Rentabilität ihrer Geschäftsaktivitäten, wodurch sich unsere relative Wettbewerbsposition verbessert. Das durchschnittliche Neugeschäftswachstum der GRENKE Gruppe in den letzten zehn Jahren von 17 Prozent belegt den Erfolg unserer Strategie. Es ist unser Ziel, auch in den kommenden Jahren weiter zweistellig zu wachsen. So strebt die GRENKE Gruppe ein langfristiges Wachstum des Neugeschäfts - das ist die Summe der Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände, Factoringvolumina und des KMU-Kreditgeschäfts - von jährlich mindestens zwölf Prozent an und will dies auch in den einzelnen Segmenten realisieren. Entscheidend für unseren geschäftlichen Erfolg ist daneben unser Risikomanagement, insbesondere die Fähigkeit, Risiken möglichst präzise einzuschätzen und risikoadäquate Deckungsbeiträge durchsetzen. Eine zentrale Rolle kommt dabei unserem langjährig erprobten und fortwährend verfeinerten IT-basierten Modell zur Prognose von Zahlungsausfällen zu, das maßgeblich zu unserer Erfolgsbilanz beigetragen hat. Für weitere Details zu unserem Risikomanagementsystem verweisen wir auf die Ausführungen im "Chancen-, Risiko- und Prognosebericht". Die hohe Effizienz in unseren Prozessen spiegelt sich in unserer Kostenstruktur wider. Im Berichtsjahr lag unsere Cost-Income-Ratio bei 57,0 Prozent. Aufgrund von zwei Effekten haben wir unsere Zielvorgabe für die Cost-Income-Ratio im Berichtsjahr erhöht und streben nun mittelfristig einen Wert von unter 60 Prozent (zuvor: unter 55 Prozent) an: Zum einen führen die Regelungen des neuen IFRS 9 zu geringeren operativen Erträgen bei einer unveränderten Höhe der betrieblichen Aufwendungen. Zum anderen geben wir die seitens des italienischen Staats gewährten Steuervergünstigungen für Investitionen ("Super ammortamento") an unsere Kunden in Form geringerer Leasingraten weiter. Die mit der Vergünstigung verbundene Steuerersparnis wirkt sich aber nicht positiv auf unsere betrieblichen Aufwendungen aus, sondern entlastet unsere Steuerposition. Beide beschriebenen Faktoren haben folglich einen negativen Effekt auf unsere ausgewiesene Cost-Income-Ratio. Die Finanzierung unserer Wachstumsstrategie basiert auf mehreren Säulen. Zum einen legen wir großen Wert auf eine solide Eigenkapitalbasis.# DIE ORIENTIERUNGSGRÖSSE FÜR DIE EIGENKAPITALQUOTE LIEGT DESHALB SEIT VIELEN JAHREN BEI 16 PROZENT.

Diese Größe betrachten wir als wesentliche Voraussetzung für die Absicherung unseres Investmentgrade-Ratings. Die Ratingagentur Standard & Poor's bestätigte in ihrer letzten Analyse vom Juni 2018 unser Counterparty Credit Rating BBB+/A-2 jeweils mit stabilem Ausblick. Die Gesellschaft für Bonitätsbeurteilung ("GBB") attestierte uns zuletzt im November 2018 ein unverändertes "A"-Rating. Nicht zuletzt setzen wir auf eine breite Palette an Refinanzierungsinstrumenten, um bei der Finanzierung unseres Wachstums jederzeit flexibel zu bleiben. Neben den Einlagen der GRENKE Bank bedienen wir uns "Asset-basierter" Instrumente, unter anderem unserer ABCP-Programme, sowie "Senior Unsecured" Instrumente, wie Anleihen, Schuldverschreibungen und Commercial Paper. Wichtig ist für uns zudem der Verzicht auf Fristentransformation, das heißt, wir finanzieren unser Kerngeschäft fristenkongruent und eliminieren damit potenzielle Zinsänderungsrisiken.

□ KORRELATION ZWISCHEN DB2 (NEUGESCHÄFT) UND PERIODISCHEM ERFOLG (GUV)
* Innerhalb der GuV spiegelt sich der erwartete Restwert im periodischen Zinsergebnis wider.
** Korrespondierende Positionen für die DB2-Kalkulation nicht relevant, da Totalperiode.

1.3 STEUERUNGSSYSTEM

Zur Bewertung der aktuellen Geschäftsentwicklung und Steuerung des GRENKE Konzerns stützt sich der Vorstand auf die folgenden finanziellen Leistungsindikatoren:
― Wachstum des Neugeschäfts der GRENKE Gruppe (Summe der Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände, Factoringvolumina und des KMU-Kreditgeschäfts)
― Konzerngewinn
― Eigenkapitalquote: Verhältnis von Eigenkapital zu Bilanzsumme
― Cost-Income-Ratio (Aufwand-Ertrag-Verhältnis): Quotient aus der Summe der betrieblichen Aufwendungen und der Summe der operativen Erträge

Weitere wichtige finanzielle Steuerungsgrößen sind:
― Deckungsbeitrag 1 (Barwert des Zinsüberschusses eines Leasingvertrags abzüglich der an Dritte bezahlten Provision) und Deckungsbeitrag 2 (Barwert der operativen Erträge eines Leasingvertrags inklusive Risikokosten, Service- und Verwertungsertrag)
― Embedded Value: Barwert sämtlicher noch ausstehender Raten und Verwertungserlöse nach Kosten und Risikovorsorge
― Schadenquote: Quotient aus den Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge und dem Vermietvolumen

Neben dem Wachstum des Neugeschäfts steuern wir auf Ebene der drei Berichtssegmente - Leasing, Bank und Factoring - zusätzlich auf Basis der folgenden finanziellen Leistungsindikatoren:

Bei der GRENKE Gruppe Leasing stellen wir in erster Linie auf den Deckungsbeitrag ab. Dabei unterscheiden wir zwischen dem Deckungsbeitrag 1 (DB1) zu Anschaffungswerten bzw. der DB1-Marge (Deckungsbeitrag 1 im Verhältnis zum Neugeschäft) und dem Deckungsbeitrag 2 (DB2) bzw. der DB2-Marge. Unser Fokus liegt insbesondere auf dem DB2, der in seiner Berechnung mit dem operativen Ergebnis des Konzerns korrespondiert. Deutlich wird dies anhand der Grafik auf Seite 24, die auf der einen Seite die Herleitung des operativen Ergebnisses bzw. des periodischen Erfolgs und auf der anderen Seite die der DB2-Kalkulation für das Leasing-Neugeschäft, bezogen auf die gesamte Laufzeit der Verträge (Totalperiode), zeigt.

□ SIEHE GRAFIK "KORRELATION ZWISCHEN DB2 (NEUGESCHÄFT) UND PERIODISCHEM ERFOLG (GUV)"

Die wertorientierte Steuerung erfolgt über den Deckungsbeitrag 2, der die periodischen operativen Erträge auf Totalperiodenbetrachtung kumuliert und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem generierten Deckungsbeitrag bzw. den operativen Erträgen und den anfallenden Kosten (Cost-Income-Ratio) darstellt. Während der Deckungsbeitrag wesentlich vom Neugeschäft der abgelaufenen Berichtsperiode determiniert wird, sind die operativen Erträge sowie der Gewinn zusätzlich von vorangegangenen Geschäftsjahren bestimmt. Da Aufwendungen, die bei der Expansion in neue Märkte und bei Zellteilungen bzw. der Eröffnung neuer Niederlassungen in bestehenden Märkten entstehen, nicht unmittelbar, sondern meist erst nach Beendigung der Anlaufphase durch Erträge gedeckt werden, verwenden wir als zusätzlichen Indikator den Embedded Value (gemäß einer Substanzwertrechnung). Dieser stellt den Barwert sämtlicher noch ausstehender Raten und Verwertungserlöse nach Kosten und Risikovorsorge dar. Eine positive Differenz zwischen dem Embedded Value am Anfang und am Ende eines Geschäftsjahres belegt den Anstieg des Unternehmenswerts. Der Deckungsbeitrag 2 gibt den Embedded Value des Neugeschäfts einer Periode vor Kosten und Steuern an. Mit diesen Kennziffern betreiben wir ein aktives, auf Wachstum ausgerichtetes Wertmanagement.

Eine der wesentlichen Steuerungsgrößen der GRENKE Bank ist das Einlagevolumen, da die GRENKE Bank über den Ankauf von Leasingforderungen einen wichtigen Bestandteil der Refinanzierungsstrategie des GRENKE Konzerns darstellt. Je nach Bedarf sowie Marktgegebenheiten streben wir an, zwischen 15 und 30 Prozent der Finanzschulden des Konzerns über die GRENKE Bank zu finanzieren. Zum 31. Dezember 2018 lag dieser Wert mit 22 Prozent (Vorjahr: 20 Prozent) in unserem Zielkorridor. Darüber hinaus steuern wir die GRENKE Bank auf Basis ihrer Eigenkapitalausstattung, wobei auf die Eigenkapitalquote, die Gesamtkapitalquote gemäß CRR, die Leverage Ratio und die Liquiditätsdeckungsquote (LCR) abgestellt wird.

Die wichtigsten Steuerungsgrößen für die GRENKE Gruppe Factoring sind die Brutto-Marge - definiert als die Erträge aus dem Forderungsankauf, der Kreditierung und dem Inkasso im Verhältnis zu den jeweiligen Nettoanschaffungswerten - und die Anzahl der Tage, über die sich das jeweilige Geschäft erstreckt. Langfristig orientieren wir uns darüber hinaus am Factoringvolumen, mit dessen Anstieg auch die Gewinnung zusätzlicher Kunden einhergeht. Dabei steuern wir die Zusagen von Finanzierungsanfragen gestaffelt nach Risikoklassen.

1.4 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Zu den Kernkompetenzen des GRENKE Konzerns zählen ein effizientes Risikomanagement und zentralisierte, standardisierte und - insbesondere im Bereich Leasing - in hohem Maße digitalisierte Prozesse. Zu diesem Zweck optimieren wir kontinuierlich die eingesetzten Standardsoftwareprodukte sowie unsere individuell entwickelten Anwendungen. Fokus unserer Aktivitäten ist neben dem Ausbau unserer Infrastruktur die Weiterentwicklung unserer Portale und Abwicklungssysteme für Vertrieb und Verwaltung.

Im Berichtsjahr wurden Entwicklungskosten in Höhe von 5,4 Mio. EUR (Vorjahr: 5,1 Mio. EUR) aktiviert, denen Abschreibungen auf selbst erstellte Software in Höhe von 3,0 Mio. EUR (Vorjahr: 2,4 Mio. EUR) gegenüberstanden. Darüber hinaus nahm der GRENKE Konzern im Berichtsjahr 2018 auch Leistungen Dritter für Forschungs- und Entwicklungszwecke in Anspruch. Diese fielen im Wesentlichen im Zusammenhang mit IT-Projekten an und betrugen insgesamt 11,5 Mio. EUR (Vorjahr: 10,1 Mio. EUR). Davon wurden 4,0 Mio. EUR (Vorjahr: 3,9 Mio. EUR) aktiviert.

Das 2015 im Kreativpark in Karlsruhe in unmittelbarer Nähe zu Deutschlands führenden Hochschulen und Technologieinstituten gegründete GRENKE Technology Center entwickelt als unser hauseigenes Zentrum für Software- und Geschäftsprozessentwicklung hochmoderne Systemlösungen für uns und unsere Partner auf der Basis neuester technologischer Standards. Das GRENKE Technology Center ist organisatorisch Teil der GRENKE digital GmbH, in der sämtliche Digitalkompetenzen des Konzerns gebündelt werden.

2. WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN

Der GRENKE Konzern ist mit seinem Leasingangebot flächendeckend in Europa präsent. Die jeweiligen Märkte werden dabei überwiegend von lokalen Anbietern, insbesondere Leasingtochtergesellschaften von Banken und Ausrüstungsherstellern, bedient, sodass es einen europäischen Leasingmarkt im eigentlichen Sinne nicht gibt. Das für den GRENKE Konzern dem Geschäftsvolumen nach wichtigste Marktsegment des Small-Ticket-Leasings stellt zudem nur einen relativ kleinen Teil des Gesamtmarkts dar, so dass Angaben zu Marktanteilen wenig aussagekräftig bzw. kaum verfügbar sind. Nach unserer Einschätzung sind wir europaweit der führende Anbieter von Finanzdienstleistungen für KMU mit Schwerpunkt auf Small-Ticket-Leasingfinanzierungen. Die nachfolgenden Erläuterungen zu unserer Marktstellung und Wettbewerbssituation beziehen sich auf unsere Kernmärkte Deutschland, Frankreich und Italien.

Der deutsche Leasingmarkt ist überwiegend mittelständisch geprägt. Von den rund 150 im Bundesverband Deutscher Leasingunternehmer (BDL) organisierten Anbietern sind knapp drei Viertel kleine bzw. sehr kleine Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten. Nur drei Prozent der Leasinganbieter - darunter der GRENKE Konzern - zählen mehr als 500 Mitarbeiter. Der deutsche Leasingmarkt wird traditionell maßgeblich von den Segmenten Pkw, Lkw, Busse und Anhänger bestimmt, auf die rund drei Viertel des Neugeschäftsvolumens entfallen. Die für den GRENKE Konzern relevanten Bereiche "Büromaschinen/EDV" und "sonstige Ausrüstungen" (u. a. Nachrichten- und Signaltechnik sowie Medizintechnik) haben dagegen nur einen Anteil von rund fünf Prozent bzw. sechs Prozent des Gesamtmarktvolumens. Innerhalb dieses fokussierten Teils des Gesamtmarkts besitzt der GRENKE Konzern eine marktführende Stellung. Nach Schätzungen des BDL erzielte die deutsche Leasingwirtschaft im Jahr 2018 ein rekordhohes Neugeschäftsvolumen von 69,7 Mrd. EUR. Das entsprach einem Zuwachs von fünf Prozent. In dem Bereich Büromaschinen/EDV und sonstige Ausrüstungen lagen die Wachstumsraten im vergangenen Jahr bei zwei Prozent bzw. sieben Prozent.

Der französische Leasingmarkt wird überwiegend von den Leasingtochtergesellschaften der großen französischen Banken dominiert. Im Bereich der bank- und herstellerunabhängigen Unternehmen ist der GRENKE Konzern mittlerweile der größte Small-Ticket-Leasinganbieter in Frankreich.# 2.2 NEUGESCHÄFT DER GRENKE GRUPPE

Bei der Betrachtung des Neugeschäftsvolumens stellen wir grundsätzlich auf die GRENKE Gruppe ab, das heißt den Konzern inklusive seiner Franchisepartner. Über die drei Geschäftsbereiche Leasing, Bank und Factoring hinweg legte das Neugeschäftsvolumen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 22 Prozent zu und erreichte mit 2.979,8 Mio. EUR (Vorjahr: 2.449,2 Mio. EUR) einen neuen Rekordwert. Alle drei Segmente erzielten im Berichtsjahr zweistellige Wachstumsraten.

Mit einem Anteil von 81 Prozent am gesamten Neugeschäft der Gruppe blieb Leasing im Berichtsjahr das mit Abstand bedeutendste Segment. Absolut betrachtet nahm das Neugeschäftsvolumen der GRENKE Gruppe Leasing - das ist die Summe der Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände - um 22 Prozent auf 2.409,8 Mio. EUR nach 1.975,7 Mio. EUR im Vorjahr zu. Die wesentlichen Wachstumsimpulse gingen dabei von unseren drei Leasing-Kernmärkten aus: In Deutschland (14 Prozent), Frankreich (18 Prozent) und Italien (22 Prozent) konnten jeweils zweistellige Wachstumsraten erreicht werden.

In der DACH-Region, in der die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz zusammengefasst sind, legte das Neugeschäft im Berichtsjahr um elf Prozent auf 545,2 Mio. EUR (Vorjahr: 489,8 Mio. EUR) zu. In Westeuropa (ohne DACH) verzeichneten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Zuwachs von 21 Prozent auf 614,7 Mio. EUR (Vorjahr: 506,1 Mio. EUR). Noch höher fiel das Wachstum mit 25 Prozent in Südeuropa aus; dort erreichte das akquirierte Volumen 764,9 Mio. EUR (Vorjahr: 613,4 Mio. EUR). Durch das überproportional hohe Wachstum baute die Region ihren Anteil am gesamten Leasing-Neugeschäft auf 32 Prozent aus und war damit entsprechend unserer Abgrenzung weiterhin die bedeutendste Region. In Nord-/Osteuropa steigerten wir unser Neugeschäft im abgelaufenen Geschäftsjahr um 23 Prozent auf 391,4 Mio. EUR (Vorjahr: 318,4 Mio. EUR). Ausgehend von einer noch relativ niedrigen Basis konnten wir das akquirierte Neugeschäftsvolumen in unseren übrigen Regionen mit 93,6 Mio. EUR (Vorjahr: 48,0 Mio. EUR) nahezu verdoppeln.

□ SIEHE GRAFIK "AUFTEILUNG NEUGESCHÄFT GRENKE GRUPPE LEASING NACH REGIONEN"

□ NEUGESCHÄFT GRENKE GRUPPE LEASING* per 31. Dezember 2018, in Mio. EUR

Region 2018 (Mio. EUR) Vorjahr (Mio. EUR) Veränderung (%) Anteil (%)
DACH 545,2 489,8 11
Westeuropa 614,7 506,1 21
Südeuropa 764,9 613,4 25 32
Nord-/Osteuropa 391,4 318,4 23
Übrige Regionen 93,6 48,0 ~95
Gesamt 2.409,8 1.975,7 22 100
  • Erläuterung Regionen siehe Seite 22.

Wie die nachfolgende Grafik zeigt, verzeichneten wir unterjährig, das heißt auf Quartalsbasis, ein relativ konstantes Wachstum von jeweils über 20 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal. Absolut betrachtet war das dritte Quartal geschäftstypisch auf etwas niedrigerem Niveau - im Wesentlichen aufgrund der Sommermonate und der damit verbundenen Urlaubszeit.

□ QUARTALSVERLAUF NEUGESCHÄFT GRENKE GRUPPE LEASING

Die GRENKE Gruppe verzeichnete von Januar bis Dezember 2018 insgesamt 542.354 Leasinganfragen, aus denen wiederum 271.073 neue Leasingverträge geschlossen wurden. Dies entsprach einer Umwandlungsquote (Anfragen in Verträge) von 50 Prozent. Im Vorjahr hatten uns insgesamt 470.920 Leasinganfragen erreicht, aus denen 228.199 neue Leasingverträge generiert wurden. Entsprechend ergab sich 2017 eine Umwandlungsquote von 48 Prozent. Auf unsere internationalen Märkte entfielen 455.959 (Vorjahr: 385.857) Anfragen, die zu 223.080 (Vorjahr: 182.099) neuen Verträgen führten. Entsprechend lag die Umwandlungsquote dort mit 49 Prozent leicht über dem vergleichbaren Vorjahreswert von 47 Prozent. In der DACH-Region wurden 56 Prozent (Vorjahr: 54 Prozent) der Anfragen in Verträge umgewandelt. Der mittlere Wert pro Leasingvertragsabschluss bewegte sich mit 8.890 EUR (2017: 8.658 EUR) weiterhin auf dem geschäftstypischen Niveau und belegt unseren starken Fokus auf das Small-Ticket-Segment.

Die Profitabilität des Neugeschäfts war angesichts des anhaltend hohen Wachstums weiterhin sehr zufriedenstellend: Im Segment Leasing nahm der Deckungsbeitrag 2 (DB2) um 19 Prozent auf 420,7 Mio. EUR nach 353,0 Mio. EUR im vorangegangenen Geschäftsjahr zu. Dies entspricht einer DB2-Marge von 17,5 Prozent nach 17,9 Prozent im Vorjahr. Die DB1-Marge der Leasingsparte (Deckungsbeitrag 1 zu Anschaffungskosten) betrug 12,7 Prozent und erreichte einen Wert von 305,0 Mio. EUR (2017: 12,6 Prozent bzw. 248,8 Mio. EUR).

Im Segment Factoring konnten wir im Geschäftsjahr 2018 das Neugeschäftsvolumen - die Summe der angekauften Forderungen - um 19 Prozent auf 526,9 Mio. EUR (Vorjahr: 442,8 Mio. EUR) steigern. Bei einem Anteil des Inkassogeschäfts von elf Prozent legte das Neugeschäft in Deutschland um zwei Prozent auf 172,9 Mio. EUR (Vorjahr: 169,5 Mio. EUR) zu. Die Brutto-Marge bewegte sich hier mit 1,66 Prozent (2017: 1,70 Prozent) auf weiterhin hohem Niveau. Auf internationaler Ebene lag der Anteil des Inkassogeschäfts, bei dem keine Ausfallrisiken übernommen werden, mit 24 Prozent mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland. Entsprechend betrug die Brutto-Marge des Neugeschäftsvolumens von 354,0 Mio. EUR (Vorjahr: 273,4 Mio. EUR) in unseren internationalen Märkten 1,30 Prozent (2017: 1,28 Prozent). Die Brutto-Marge bezieht sich auf den durchschnittlichen Zeitraum eines Factoring-Geschäftes von ca. 27 Tagen in Deutschland (2017: ca. 28 Tage) und ca. 39 Tagen auf internationaler Ebene (2017: ca. 38 Tage).

Die GRENKE Bank steigerte ihr Neugeschäft im Bereich Kreditgeschäft für kleine und mittlere Unternehmen (inkl. Existenzgründungsfinanzierungen) im Berichtsjahr um 41 Prozent auf 43,1 Mio. EUR nach 30,7 Mio. EUR im Vorjahr. Das Einlagevolumen nahm um 37 Prozent zu und betrug zum Stichtag 31. Dezember 2018 692,4 Mio. EUR nach 504,2 Mio. EUR im Vorjahr.

2.3 VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF

Im Berichtsjahr 2018 haben wir unsere finanziellen Zielsetzungen voll erreicht. Bezogen auf das Neugeschäft der GRENKE Gruppe realisierten wir im Bereich Leasing ein Neugeschäftswachstum von 22 Prozent. Ursprünglich hatten wir hier einen Zuwachs von 16 bis 20 Prozent in Aussicht gestellt. Nach dem starken Wachstum in den ersten beiden Quartalen hatten wir unsere Prognose Anfang Juli 2018 mit der Veröffentlichung der Neugeschäftszahlen für das erste Halbjahr auf eine Spanne von 18 bis 22 Prozent angehoben. Mit dem im Berichtsjahr erzielten Wachstum konnte somit das obere Ende der erhöhten Zielspanne erreicht werden. Wesentlich zu der über den Erwartungen liegenden Entwicklung trugen unsere internationalen Märkte und unsere digitalen Services bei. Mit einem Neugeschäftswachstum von 19 Prozent lag die GRENKE Gruppe Factoring im Rahmen der zu Jahresbeginn prognostizierten Spanne von 15 bis 20 Prozent.

Der Konzerngewinn lag im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 131,1 Mio. EUR am oberen Ende der unterjährig präzisierten bzw. leicht angehobenen Prognosespanne von 126 bis 132 Mio. EUR. Ursprünglich hatten wir hier einen Wert von 123 bis 131 Mio. EUR avisiert. Infolge der guten Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten des Jahres hatten wir die Prognosebandbreite im Oktober 2018 mit der Veröffentlichung der Ergebnisse des dritten Quartals konkretisiert.

Die Eigenkapitalquote des Konzerns übertraf mit 18,5 Prozent deutlich den Vorjahreswert von 16,6 Prozent und lag damit weiterhin über unserer langfristigen Zielgröße von mindestens 16 Prozent.# 2.4 GESCHÄFTSVERLAUF DES GRENKE KONZERNS

2.4.1 NEUER RECHNUNGSLEGUNGSSTANDARD IFRS 9

Mit dem ab 1. Januar 2018 erstmals anzuwendenden Rechnungslegungsstandard IFRS 9 "Finanzinstrumente" änderten sich die Vorjahresbeträge von Positionen in der Gewinn- und Verlustrechnung (Schadensabwicklung und Risikovorsorge; Steueraufwendungen) sowie in der Bilanz (Leasingforderungen; sonstige kurz- und langfristige finanzielle Vermögenswerte; Forderungen aus Lieferungen und Leistungen; latente Steueransprüche; sonstige kurzfristige Rückstellungen), was vorrangig der Vergleichbarkeit und Transparenz dient. Während nach dem bislang anzuwendenden Standard IAS 39 die Erfassung von Wertminderungen nur für bereits eingetretene Verluste zulässig war, sieht IFRS 9 ein neues Wertminderungsmodell vor, das auf erwarteten Kreditausfällen basiert. Die Umstellung und Erstanwendung des IFRS 9 hat indes keine Auswirkungen auf Deckungsbeiträge oder Embedded Value, die Gesamtprofitabilität des Konzerns bleibt also unberührt. Das Vorwegnehmen der sogenannten Expected Losses (erwartete Kreditausfälle) führt lediglich zu einer Periodenverschiebung über die gesamte Laufzeit betrachtet. Die Anpassungseffekte aus der Anwendung des IFRS 9 legen wir separat dar. □ SIEHE TZ. 2.1.1 DES KONZERNANHANGS "IFRS 9 FINANZINSTRUMENTE", SEITE 81

2.4.2 ERTRAGSLAGE

Die Ertragslage des Konzerns entwickelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr erfreulich. Das anhaltend dynamische Wachstum, das günstige Zinsumfeld, das profitable Neugeschäft früherer Jahre und ein im Vergleich zum Anstieg der operativen Erträge nur unterproportionaler Zuwachs der betrieblichen Aufwandspositionen führten zu einem Wachstum des Konzerngewinns von 24 Prozent. Dank des weiterhin günstigen Refinanzierungsumfeldes stiegen die Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft im Berichtsjahr mit 14 Prozent stärker an als die Aufwendungen aus der Verzinsung der Refinanzierung (neun Prozent). Entsprechend nahm das Zinsergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr um 15 Prozent auf 282,9 Mio. EUR (Vorjahr: 246,6 Mio. EUR) zu. Analog zum Anteil der Segmente am Neugeschäft entfiel der Großteil des Zinsergebnisses auf das Leasingsegment. Für weitere Informationen hierzu verweisen wir auf die Angaben unter Textziffer 4.1 "Zinsergebnis" im Konzernanhang.

Die Anwendung von IFRS 9 führte sowohl im Berichtsjahr als auch bei dem angepassten Vorjahreswert zu absolut betrachtet höheren Aufwendungen für Schadensabwicklung und Risikovorsorge. Gegenüber dem angepassten Vorjahreswert ergab sich im Geschäftsjahr 2018 ein Anstieg von 13 Prozent. Demzufolge nahm das Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge im abgelaufenen Geschäftsjahr überproportional um 15 Prozent auf 191,1 Mio. EUR (Vorjahr: 165,4 Mio. EUR) zu. Die Schadenquote des Konzerns unter Berücksichtigung der gesamten Risikovorsorge betrug in 2018 1,3 Prozent nach 1,4 Prozent (inkl. IFRS 9) im Vorjahr.

Die Ergebnisse aus dem Service- und Neugeschäft stiegen im Geschäftsjahr 2018 jeweils um 21 Prozent. Inklusive des deutlich verbesserten Verwertungsminderergebnisses in Höhe von -2,5 Mio. EUR nach - 8,2 Mio. EUR im Vorjahr erreichten die operativen Erträge im Berichtsjahr insgesamt 357,3 Mio. EUR nach 296,8 Mio. EUR im Vorjahr. Der Rückgang des Verwertungsminderergebnisses resultierte insbesondere aus einer hohen Anzahl auslaufender Verträge im Vorjahr, die am Ende der Grundmietzeit aufwandswirksame Buchwertabgänge verursachten.

Das hohe Neugeschäftswachstum im Berichtsjahr ging einher mit einem Aufbau der Anzahl der durchschnittlich Beschäftigten im Konzern um 18 Prozent von 1.229 Mitarbeitern im Vorjahr auf 1.456. Dies zusammen mit höheren variablen Vergütungskomponenten führte zu einer Zunahme der Personalaufwendungen um 19 Prozent auf 102,7 Mio. EUR nach 86,2 Mio. EUR im Vorjahr. Als weitere wesentliche Aufwandsposition in der Ergebnisrechnung des Konzerns stieg der Vertriebs- und Verwaltungsaufwand um 15 Prozent an. Dies reflektiert im Wesentlichen verstärkte Marketing- und Vertriebsaktivitäten im Berichtsjahr. Zudem ergaben sich erhöhte IT-Projektkosten sowie Beratungs- und Prüfungskosten. Sowohl in den Personalaufwendungen als auch im Vertriebs- und Verwaltungsaufwand schlugen sich zudem die Übernahmen früherer Franchiseunternehmen nieder.

Ausgehend von den in der jüngeren Vergangenheit getätigten Übernahmen und erhöhten IT-Investitionen übertrafen die Abschreibungen den Vorjahreswert um zwölf Prozent. Absolut betrachtet nahmen sie von 15,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 17,2 Mio. EUR zu. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge stellten im Geschäftsjahr 2018 in Summe einen Aufwand von 2,1 Mio. EUR nach einem Ertrag von 8,1 Mio. EUR im Vorjahr dar. Während der Wert des Berichtsjahrs einen negativen Währungseffekt in Höhe von 4,9 Mio. EUR (Vorjahr: -2,9 Mio. Euro) enthielt, profitierte der Vorjahreswert von einem Sonderertrag in Höhe von 6,7 Mio. Euro aus der Rückerstattung von Vorsteuern aus Vorjahren.

Insgesamt betrug das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2018 157,2 Mio. EUR nach 135,7 Mio. EUR im Vorjahr und der Gewinn vor Steuern lag bei 155,5 Mio. EUR (Vorjahr: 132,0 Mio. EUR). Im Zuge von Steuervergünstigungen für Leasingfinanzierungen in Italien ("Super ammortamento") sank die Steuerquote des Konzerns auf 15,7 Prozent (Vorjahr: 20,2 Prozent). Entsprechend legte der Gewinn im Berichtsjahr um 24 Prozent auf 131,1 Mio. EUR nach 105,4 Mio. EUR im Vorjahr zu. Daraus ergab sich ein Ergebnis je Aktie von 2,78 EUR nach 2,31 EUR im Vorjahr.

2.4.2.1 Entwicklung der Segmente

Geschäftssegmente Die Berichterstattung über die Entwicklung der Segmente folgt der organisatorischen Struktur des Konzerns. Deshalb sind die operativen Segmente in Anlehnung an die Steuerung der Unternehmensbereiche in die Segmente Leasing, Bank und Factoring unterteilt. Transaktionen zwischen den operativen Segmenten werden eliminiert (siehe hierzu "Konzern-Segmentberichterstattung"). Weitergehende Informationen zu den Geschäftssegmenten sind in der Konzern-Segmentberichterstattung auf Seite 141 dargestellt, die Teil des Konzernanhangs ist.

TEUR
2018 2017 2018 2017 2018 2017
Leasing Leasing Bank Bank Factoring Factoring
Neugeschäft (Leasing)/Forderungsvolumen inkl. Inkassodienstleistungen (Factoring) 2.409.762 1.975.713 -- -- 526.878 442.840
Deckungsbeitrag 2 (DB2) 420.652 353.048 -- -- -- --
DB2-Marge (in Prozent) 17,5 17,9 -- -- -- --
Einlagevolumen -- -- 692.439 504.243 -- --
Brutto-Marge Factoring (in Prozent) -- -- -- -- 1,4 1,4
Operative Segmenterträge 331.646 277.761 21.778 15.047 3.906 3.961
Personalaufwand 96.552 80.767 2.877 2.627 3.272 2.768
Segmentergebnis 143.174 126.400 14.960 9.643 -979 -390

2.4.2 2 Geschäftsentwicklung

Mit einem Anteil von 93 Prozent (Vorjahr: 94 Prozent) an den gesamten operativen Segmenterträgen stellt Leasing unverändert das bedeutendste Segment und zugleich die Ertragssäule des Konzerns dar. Die operativen Erträge im diesem Segment nahmen im Berichtsjahr um 19 Prozent auf 331,6 Mio. EUR (Vorjahr: 277,8 Mio. EUR) zu. Das Segmentergebnis stieg um 13 Prozent auf 143,2 Mio. EUR nach 126,4 Mio. EUR im Vorjahr. Ein noch stärkeres Wachstum war im Segment Bank zu verzeichnen. Hier stiegen die operativen Erträge um 45 Prozent auf 21,8 Mio. EUR (Vorjahr: 15,0 Mio. EUR) und das Segmentergebnis um 55 Prozent auf 15,0 Mio. EUR (Vorjahr: 9,6 Mio. EUR). Im Segment Factoring gingen die operativen Erträge im Geschäftsjahr 2018 auf 3,9 Mio. EUR nach 4,0 Mio. EUR im Vorjahr zurück. Aufgrund von Investitionen in die Vertriebsinfrastruktur und Anlaufkosten für die stärkere internationale Aufstellung des Geschäfts betrug das Segmentergebnis im Berichtsjahr -1,0 Mio. EUR (Vorjahr: -0,4 Mio. EUR).

2.4.3 FINANZLAGE

AUSGEWÄHLTE ANGABEN AUS DER KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG
TEUR 01.01.2018 bis 31.12.2018 01.01.2017 bis 31.12.2017*
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 53.661 52.578
Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 20.401 27.951
Cashflow aus Investitionstätigkeit -50.591 -25.696
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 157.536 43.572
Summe des Cashflows 127.346 45.827
  • Vorjahreswerte angepasst aufgrund von IFRS 9.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg im Geschäftsjahr 2018 auf 53,7 Mio. EUR nach 52,6 Mio. EUR im Vorjahr. Ein positiver Effekt auf den Cashflow resultierte vor allem aus dem erhöhten Gewinn vor Steuern in Höhe von 155,5 Mio. EUR (Vorjahr: 132,0 Mio. EUR). Der erhöhte Mittelabfluss aus der Zunahme der Leasingforderungen (2.425,2 Mio. EUR nach 1.998,3 Mio. EUR im Vorjahr) wurde durch den Mittelzufluss aus der Zunahme der Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung (2.071,4 Mio. EUR nach 1.728,1 Mio. EUR im Vorjahr) und des Einlagengeschäfts (178,7 Mio. EUR nach 102,1 Mio. EUR im Vorjahr) weitgehend kompensiert.Zudem ergaben sich Mittelabflüsse aus der Zunahme der sonstigen Vermögenswerte (85,3 Mio. EUR nach 75,1 Mio. EUR im Vorjahr) und von Leasinggegenständen aus Operating-Leasingverhältnissen (12,9 Mio. EUR nach 0,0 Mio. EUR im Vorjahr). Nach gezahlten/erhaltenen Steuern und Zinsen belief sich der Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit auf 20,4 Mio. EUR nach 28,0 Mio. EUR im Vorjahr. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit summierte sich im Berichtsjahr auf -50,6 Mio. EUR (Vorjahr: -25,7 Mio. EUR). Er beinhaltete neben den Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen - im Wesentlichen Betriebs- und Geschäftsausstattung - in Höhe von 15,6 Mio. EUR (Vorjahr: 17,2 Mio. EUR) zudem einen Mittelabfluss aus den Kaufpreiszahlungen für die Übernahmen der ehemaligen Franchisenehmer in Kroatien und den Vereinigten Arabischen Emiraten in Höhe von 35,6 Mio. EUR (Vorjahr: 10,0 Mio. EUR). Zum Jahresende 2018 bestanden Investitionsverpflichtungen in Höhe von 9,6 Mio. EUR (Vorjahr: 0,0 Mio. EUR) für die Errichtung eines Bürogebäudes. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit verbesserte sich im Geschäftsjahr 2018 auf 157,5 Mio. EUR (Vorjahr: 43,6 Mio. EUR). Die wesentlichen Positionen waren der Mittelzufluss aus der Kapitalerhöhung in Höhe von 196,8 Mio. EUR (Vorjahr: 0,0 Mio. EUR), die Ausschüttung der Dividende für das vorangegangene Geschäftsjahr von 31,0 Mio. EUR (Vorjahr: 25,8 Mio. EUR) und Zinszahlungen auf das Hybridkapital von 6,8 Mio. EUR (Vorjahr: 4,1 Mio. EUR). Der Vorjahreswert beinhaltete zudem einen Mittelzufluss aus der Begebung einer Hybridanleihe von 73,7 Mio. EUR. Somit belief sich die Summe der Cashflows im Berichtsjahr auf 127,3 Mio. EUR nach 45,8 Mio. EUR im Vorjahr. Entsprechend erhöhte sich der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum Bilanzstichtag 2018 gegenüber dem Vorjahreswert auf 330,5 Mio. EUR nach 203,2 Mio. EUR.

2.4.4 VERMÖGENSLAGE

Der Anstieg der Bilanzsumme zum Stichtag 31. Dezember 2018 um 23 Prozent auf 5,9 Mrd. EUR nach 4,8 Mrd. EUR im Vorjahr war im Wesentlichen die Folge des Neugeschäftswachstums im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Bilanzstruktur hat sich dabei nicht wesentlich verändert. Mit einem Anteil am Gesamtvermögen von 80 Prozent (31. Dezember 2017: 82 Prozent) stellten die lang- und kurzfristigen Leasingforderungen weiterhin die mit Abstand wichtigste Bilanzposition dar. In Summe nahmen die Leasingforderungen im Berichtsjahr um 21 Prozent auf 4,7 Mrd. EUR (31. Dezember 2017: 3,9 Mrd. EUR) zu.

AUSGEWÄHLTE ANGABEN AUS DER KONZERN-BILANZ

TEUR 31.12.2018 31.12.2017*
Kurzfristige Vermögenswerte 2.433.300 1.934.118
davon Zahlungsmittel 333.626 203.357
davon Leasingforderungen 1.605.173 1.333.294
Langfristige Vermögenswerte 3.443.191 2.829.057
davon Leasingforderungen 3.098.837 2.551.823
Summe Vermögenswerte 5.876.491 4.763.175
Kurzfristige Schulden 1.642.962 1.390.294
davon Finanzschulden 1.520.095 1.261.525
Langfristige Schulden 3.146.432 2.581.467
davon Finanzschulden 3.092.431 2.533.181
Eigenkapital 1.087.097 791.414
Eigenkapitalquote (in %) 18,5 16,6
Bilanzsumme 5.876.491 4.763.175
Embedded Value nach Steuern 1.538.085 1.168.775

* Vorjahreswerte angepasst aufgrund von IFRS 9, siehe Konzernanhang Tz. 2.1.1 "IFRS 9 Finanzinstrumente".

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich insgesamt um 26 Prozent auf 2,4 Mrd. EUR (31. Dezember 2017: 1,9 Mrd. EUR). Neben dem oben erwähnten Anstieg der kurzfristigen Leasingforderungen resultierte dies vor allem aus der Zunahme der Zahlungsmittel auf 333,6 Mio. EUR (31. Dezember 2017: 203,4 Mio. EUR). Der erhöhte Bestand an Zahlungsmitteln war auf die im Juni 2018 durchgeführte Barkapitalerhöhung zurückzuführen. Grundsätzlich halten wir an unserer Strategie fest, liquide Mittel, die sonst nur niedrigverzinslich angelegt werden können, nur zu operativen Zwecken zu verwenden, das heißt zur Finanzierung unseres Wachstums. Darüber hinaus war bei den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ein Zuwachs auf 280,5 Mio. EUR (31. Dezember 2017: 243,8 Mio. EUR) zu verzeichnen. Stichtagsbedingt haben sich hier im Wesentlichen die Umsatzsteuererstattungsansprüche erhöht. Die langfristigen Vermögenswerte nahmen insgesamt um 22 Prozent auf 3,4 Mrd. EUR (31. Dezember 2017: 2,8 Mrd. EUR) zu. Wie bereits erwähnt, entfiel der Großteil dieses Anstiegs auf die Zunahme der langfristigen Leasingforderungen auf 3,1 Mrd. EUR (31. Dezember 2017: 2,6 Mrd. EUR). Infolge der Erstkonsolidierung der im Berichtsjahr übernommenen ehemaligen Franchisegesellschaften in Kroatien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ergab sich bei den Sachanlagen und den Geschäfts- und Firmenwerten ein Zuwachs von 62 Prozent bzw. 28 Prozent gegenüber dem Stand zum 31. Dezember 2017.

Auf der Passivseite der Bilanz spiegelt sich das Neugeschäftswachstum des abgelaufenen Geschäftsjahres in einem Anstieg der lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung um 19 Prozent auf 3,9 Mrd. EUR (31. Dezember 2017: 3,3 Mrd. EUR) wider. Zudem legten auch die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft um 34 Prozent zu. Insgesamt stiegen die Finanzschulden des Konzerns somit um 22 Prozent auf 4,6 Mrd. EUR (31. Dezember 2017: 3,8 Mrd. EUR). Das Eigenkapital lag zum Stichtag 31. Dezember 2018 bei 1.087,1 Mio. EUR (31. Dezember 2017: 791,4 Mio. EUR). Entsprechend verbesserte sich die Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag auf 18,5 Prozent (31. Dezember 2017: 16,6 Prozent) und übertraf klar unsere langfristige Orientierungsmarke von mindestens 16 Prozent. Neben dem bereits erwähnten Zufluss aus der Kapitalerhöhung (196,8 Mio. EUR) resultierte der Anstieg des Eigenkapitals hauptsächlich aus dem im Berichtsjahr erwirtschafteten Gewinn. Dem stand die Ausschüttung einer Dividende von 31,0 Mio. EUR (Vorjahr: 25,8 Mio. EUR) gegenüber.

2.4.5 LIQUIDITÄT

Dank des hohen Bestands an Zahlungsmitteln und der breit diversifizierten Refinanzierungsstruktur war der GRENKE Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Weitere Informationen zur Liquiditätssteuerung des Konzerns sind im Abschnitt "7.1.8.2 Liquiditätssteuerung des Risikoberichts" zu finden.

Im Geschäftsjahr 2018 nutzten wir eine breite Palette an Refinanzierungsinstrumenten. So wurden sieben Anleihen mit einem Volumen von insgesamt 625,0 Mio. EUR begeben. Zudem wurde eine bestehende Anleihe um 10,0 Mio. EUR und eine bestehende Anleihe zweimal um insgesamt 25,0 Mio. EUR aufgestockt. Planmäßig wurden Anleihen in einem Gesamtwert von 239,0 Mio. EUR getilgt. Insgesamt standen zum Bilanzstichtag 2018 Anleihen mit einem Nominalvolumen von 1.875,0 Mio. EUR aus (Vorjahr: 1.454,0 Mio. EUR). Weitere Informationen zu den emittierten Anleihen sind auf unserer Website https://www.grenke.de/unternehmen/investor-relations/fremdkapital/emittierte-anleihen abrufbar.

Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr 13 neue, in EUR lautende Schuldscheindarlehen begeben und zwei Schuldscheindarlehen verlängert. Das Gesamtvolumen der neu begebenen Schuldscheindarlehen belief sich auf 173,0 Mio. EUR und das der verlängerten auf 30,0 Mio. EUR. Zudem wurden im Geschäftsjahr 2018 Schuldscheindarlehen in Höhe von 40,0 Mio. PLN, 78,0 Mio. DKK und 198,0 Mio. SEK neu begeben. Planmäßig getilgt wurden Schuldscheindarlehen im Volumen von 99,0 Mio. EUR und 22,8 Mio. CHF. Das Gesamtvolumen der zum 31. Dezember 2018 ausstehenden Schuldscheindarlehen lag bei 406,5 Mio. EUR (Vorjahr: 307,5 Mio. EUR), 18,5 Mio. CHF (Vorjahr: 41,4 Mio. CHF), 15,0 Mio. GBP (Vorjahr: 15,0 Mio. GBP), 78 Mio. DKK (Vorjahr: 0,0 Mio. DKK), 198 Mio. SEK (Vorjahr: 0,0 Mio. SEK) und 50,0 Mio. PLN (Vorjahr: 10,0 Mio. PLN).

Die Ausnutzung unserer ABCP-Programme lag zum Stichtag 31. Dezember 2018 bei 661,1 Mio. EUR (Vorjahr: 655,2 Mio. EUR) und 80 Mio. GBP. Das Gesamtvolumen dieser Programme betrug 792,5 Mio. EUR (Vorjahr: 772,5 Mio. EUR) und 100 Mio. GBP. Die zur Verfügung stehende Geldhandelslinie in Höhe von 35,0 Mio. EUR wurde zum Bilanzstichtag mit einem Volumen von 10,0 Mio. EUR (Vorjahr: 25,0 Mio. EUR) in Anspruch genommen. Im kurzfristigen Bereich nutzten wir unser Commercial-Paper-(CP-)Programm mit einem Volumen von unverändert bis zu 500,0 Mio. EUR. Zum Bilanzstichtag haben wir es mit 302,5 Mio. EUR (Vorjahr: 313,0 Mio. EUR) ausgenutzt. Auch die Refinanzierung über Bankeinlagen der GRENKE Bank haben wir wieder sehr erfolgreich genutzt und die Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft auf 692,4 Mio. EUR nach 504,2 Mio. EUR um 37 Prozent deutlich erhöht. Die offenen Kreditlinien des Konzerns (d. h. Banklinien plus verfügbares Volumen aus Anleihen und Commercial Paper) betrugen zum Stichtag 1.006,4 Mio. EUR, 28,0 Mio. PLN und 40 Mio. HRK (Vorjahr: 803,0 Mio. EUR und 30,0 Mio. PLN).

Im Berichtsjahr weiter ausgebaut haben wir die Zusammenarbeit mit Förderbanken des Bundes (KfW) und der Bundesländer. Weiterführende Informationen zu den bestehenden und neu hinzugekommenen Kooperationen haben wir im Kapitel zum Geschäftsverlauf des GRENKE Konzerns sowie im Anhang zum Konzernabschluss unter Tz. 5.10.4 "Zweckgebundene Förderdarlehen" dargestellt. Das Gesamtvolumen der Globaldarlehen, über die wir die vermittelten Förderdarlehen refinanzieren, belief sich zum Stichtag auf 439,9 Mio. EUR nach 287,5 Mio. EUR zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres. Hiervon wurden 198,2 Mio. EUR in Anspruch genommen (Vorjahr: 152,0 Mio. EUR). Für seine Refinanzierung nutzt der GRENKE Konzern verschiedene Instrumente und staffelt deren Fälligkeiten über mehrere Perioden. Damit können wir flexibel auf Veränderungen der Refinanzierungsmärkte reagieren. Die Tabelle auf Seite 34 zeigt die erwarteten Mittelabflüsse, die aus vertraglichen Verpflichtungen zum 31. Dezember 2018 resultieren. Von den insgesamt 1,3 Mrd. EUR Finanzschulden, die 2019 fällig werden, entfallen auf Verbindlichkeiten aus ABCP-Programmen insgesamt 333,6 Mio.# EUR und auf Anleihen, Schuldverschreibungen und Privatplatzierungen 801,8 Mio. EUR. Die größte Einzelposition bildet eine Anleihe über 145,010 Mio. EUR, die im Mai 2019 zur Rückzahlung ansteht. Details zu den Fälligkeiten der einzelnen Instrumente sind im Anhang zum Konzernabschluss im Kapitel 5.10 "Kurz- und langfristige Finanzschulden" dargestellt. Die außerbilanziellen Verpflichtungen des GRENKE Konzerns beliefen sich zum Stichtag 31. Dezember 2018 in Summe auf 905,2 Mio. EUR (Vorjahr: 688,5 Mio. EUR). Neben den üblichen Einkaufsverpflichtungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit umfassen diese zudem Leasing- und Mietvereinbarungen, Finanzgarantien, unwiderrufliche Kreditzusagen und Verpflichtungen aus schwebenden Geschäften. Weitere Details zu den außerbilanziellen Verpflichtungen sind im Konzernanhang im Kapitel 9.3 "Haftungsverhältnisse (Eventualverbindlichkeiten) und sonstige finanzielle Verpflichtungen" dargestellt.

ERWARTETE MITTELABFLÜSSE AUS VERTRAGLICHEN VERPFLICHTUNGEN

Zahlungen, die fällig werden TEUR 31.12.2017 Gesamt 31.12.2018 Gesamt 1 bis 3 Monate 3 Monate bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre nach 5 Jahren
Finanzschulden 3.491.071 4.199.009 506.744 796.964 2.628.903 266.398
Verbindlichkeiten aus ABCP 720.895 829.633 91.321 242.279 494.419 1.614
Anleihen, Schuldverschreibungen, Privatplatzierungen (in EUR lautend) 2.264.058 2.768.352 338.413 412.436 1.756.401 261.102
Anleihen, Schuldverschreibungen, Privatplatzierungen (nicht in EUR lautend) 125.769 185.144 22.276 28.683 134.185 0
Forderungsverkaufsverträge (in EUR lautend) 20.594 15.573 1.979 5.936 7.658 0
Forderungsverkaufsverträge (nicht in EUR lautend) 132.569 144.930 17.741 45.974 81.215 0
Zahlungen in Verbindung mit Bankschulden 227.186 255.377 35.014 61.656 155.025 3.682
Hybridanleihe 170.411 163.625 0 9.375 154.250 0
Leasing- und Mietvereinbarungen 41.374 49.993 4.455 12.387 28.508 4.643
Unwiderrufliche Kreditzusagen 3.956 5.420 5.420 0 0 0
Finanzgarantien 38.426 75.691 75.691 0 0 0
Einkaufsverpflichtungen* 603.441 772.395 584.498 187.897 0 0
Verpflichtungen aus schwebenden Geschäften 1.277 1.738 244 467 1.027 0
Vertragliche Vereinbarungen insgesamt 4.349.956 5.267.871 1.177.052 1.007.090 2.812.688 271.041

* Rechtlich verbindliche Verpflichtung zur Abnahme von Waren und Dienstleistungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, vergleiche Konzernanhang Tz. 9.3 "Haftungsverhältnisse (Eventualverbindlichkeiten) und sonstige finanzielle Verpflichtungen".

2.5 GESAMTAUSSAGE ZUM GESCHÄFTSVERLAUF UND ZUR LAGE DES KONZERNS

Aus Sicht des Vorstands war die Geschäftsentwicklung des GRENKE Konzerns im Geschäftsjahr 2018 erneut sehr zufriedenstellend. Alle zu Jahresbeginn publizierten Ziele konnten erreicht bzw. sogar leicht übertroffen werden. Mit einem Anstieg des Neugeschäfts der GRENKE Gruppe um 22 Prozent haben wir unseren Wachstumskurs im Berichtsjahr konsequent fortgesetzt und unser langfristiges Ziel eines Wachstums von jährlich mindestens zwölf Prozent klar übertroffen. Während das Neugeschäftswachstum im Segment Leasing das obere Ende der unterjährig angehobenen Zielspanne erreichte, lag die Zunahme im Segment Factoring im Rahmen der prognostizierten Spanne. Auch im Hinblick auf unsere geografische Expansion haben wir wichtige Meilensteine erreicht. Im Jahresverlauf haben wir durch Zellteilungen in bestehenden Märkten, den Markteintritt in die baltischen Staaten (Lettland) und die Übernahme von Franchisegesellschaften unsere weltweite Präsenz auf insgesamt 144 Standorte in 32 Ländern ausgedehnt. Gleichzeitig konnte auch unsere Profitabilität mit dem hohen Neugeschäftswachstum Schritt halten. So stieg der Konzerngewinn unter Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 9 "Finanzinstrumente" um 24 Prozent auf 131,1 Mio. Euro und lag somit am oberen Ende der unterjährig angehobenen Zielspanne von 126 bis 132 Mio. Euro. Aufgrund der erfreulichen Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2018 und der im Juni durchgeführten Kapitalerhöhung konnten wir zudem unsere Eigenkapitalbasis weiter stärken. So lag unsere Eigenkapitalquote zum Jahresende 2018 mit 18,5 Prozent spürbar über unserer langfristigen Orientierungsgröße von 16 Prozent. Durch diese solide Eigenkapitalbasis steht uns am Kapitalmarkt eine Reihe von Refinanzierungsalternativen zur Verfügung. Dies ist gleichzeitig die Grundlage für unser geplantes zukünftiges Wachstum.

3. FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Die im Konzern verwendeten finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2018 sind im Kapitel "Steuerungssystem" erläutert. Neben den finanziellen Kennzahlen wird der Unternehmenswert des GRENKE Konzerns auch durch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren bestimmt. Als nichtfinanzielle Leistungsindikatoren gemäß dem Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 20 gelten:

  • Die Entwicklung der Belegschaft: Die Anzahl der Mitarbeiter des GRENKE Konzerns belief sich im Jahresdurchschnitt auf 1.456 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.229 Mitarbeiter). Davon waren 569 Mitarbeiter (Vorjahr: 502 Mitarbeiter) an unseren deutschen Standorten sowie 887 Mitarbeiter (Vorjahr: 728) an internationalen Standorten beschäftigt. Der Belegschaftsaufbau im Konzern resultierte zum einen aus Neueinstellungen und zum anderen aus den Akquisitionen des Berichtsjahrs.
  • Die Fluktuationsquote im Konzern: Der prozentuale Anteil der Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen haben, im Verhältnis zur gesamten Belegschaft lag im Konzerndurchschnitt bei 9,5 Prozent (Vorjahr: 7,8 Prozent) und damit über Vorjahresniveau. Insbesondere im Managementbereich und bei den leitenden Angestellten war sie erneut unter dem konzernweiten Durchschnitt.
  • Die geschlechterspezifische Quote der GRENKE AG: Hinsichtlich der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen wurde die Zielvorgabe von jeweils 25 Prozent in der zweiten und dritten Führungsebene im Jahr 2018 erreicht. Es ist unser Ziel, die geschlechterspezifische Quote von jeweils mindestens 25 Prozent in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands bis zum 31. Dezember 2021 beizubehalten.
  • Anzahl der Auszubildenden/DH-Studierenden: Die Anzahl der Auszubildenden und DH-Studierenden in Deutschland stieg im Geschäftsjahr 2018 auf 55 (Vorjahr: 47).
  • Die Schulungsquote: Die prozentuale Anzahl der Mitarbeiter des GRENKE Konzerns, die im Berichtsjahr an verschiedenen Schulungen teilgenommen haben, lag bei 89 Prozent (Vorjahr: 86 Prozent). Der hohe Wert belegt darüber hinaus auch das große Interesse unserer Mitarbeiter an dem Weiterbildungsangebot.

Weitere Informationen können der nachfolgenden nichtfinanziellen Erklärung entnommen werden.

4. NICHTFINANZIELLE ERKLÄRUNG

Unser nichtfinanzielles Engagement ist nach unserer Überzeugung der Grundpfeiler für eine zukunftsweisende Positionierung im Wettbewerb. Es erstreckt sich auf die Geschäftstätigkeit und die Auswirkungen unserer Konzerntätigkeiten auf die ökologische Umwelt sowie insbesondere auch auf die Beziehungen zu Kapitalmarktpartnern, Mitarbeitern und Kunden. Alle Themen im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) sind fester Bestandteil des GRENKE-Risikomanagements, das wir auf Seite 47 dieses Berichts ausführlich darstellen. Für die gesonderte nichtfinanzielle Konzernberichterstattung betrachten wir neben den wesentlichen Risiken für unsere Geschäftstätigkeit auch Risiken, die wesentliche negative Auswirkungen auf die im Rahmen der nichtfinanziellen Berichterstattung definierten Belange haben (§§ 315c i. V. m. 289c (3) Nr. 3 und 4 HGB). Im Hinblick auf unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten weisen wir besonders auf unser Engagement bei der Einbindung von Förderprogrammen in unsere Finanzdienstleistungen hin. Hierzu zählen die Existenzgründungsfinanzierungen ebenso wie unsere Gutscheinprogramme für Leasingneuanschaffungen (siehe Lagebericht, Seite 22). Unser Geschäftsmodell ist im Kapitel "Grundlagen des Konzerns" (Seite 20) ausführlich dargestellt. Als Finanzierungspartner für KMU werden wir nach Abschluss des Herstellungsprozesses der Leasingobjekte tätig. Wir achten darauf, ausschließlich fabrikneue Gegenstände von Lieferanten und Herstellern zu beziehen, die die jeweils geltenden Marktstandards einhalten. Darüber hinaus setzt sich GRENKE dafür ein, gebrauchte Leasingobjekte einer Verwertung und weiteren Nutzung im Wirtschaftskreislauf zuzuführen. Weitere Informationen zum Umgang mit Geschäftspartnern sind im Kapitel "Unternehmenskodex" auf Seite 37 zu finden. Der vorliegende Bericht stellt die nichtfinanzielle Erklärung des GRENKE Konzerns gemäß des am 1. Januar 2017 in Kraft getretenen CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes dar. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die folgenden Angaben ausschließlich auf den GRENKE Konzern.

4.1 WESENTLICHE THEMEN UND STAKEHOLDERENGAGEMENT

Im Jahr 2017 haben wir im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse Sachverhalte ermittelt, die aus Unternehmenssicht bzw. im Hinblick auf den nachhaltigen Unternehmenserfolg von hoher Relevanz sind. Dabei befasste sich GRENKE auch mit den Interessen und Erwartungen seiner diversen Anspruchsgruppen. Zu den wichtigsten Dialogpartnern gehören unsere Mitarbeiter, Geschäftspartner wie Kunden und Händler, Aktionäre und der Kapitalmarkt, der Staat sowie die Gesellschaft.# An diese Anspruchsgruppen wenden wir uns regelmäßig mit einem zielgruppenspezifischen Dialogangebot, das neben herkömmlichen Formen wie Brief, Telefon und E-Mail folgende weitere Kommunikationskanäle umfasst:

DIALOG MIT UNSEREN STAKEHOLDERN

Stakeholder Dialogangebot
Mitarbeiter ::Management :: Mitarbeiter Konzernweites Managementforum, regelmäßige Informationen für Mitarbeiter, Mitarbeiterbefragung, Aktionen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Geschäftspartner ::Kunden / Händler der drei Geschäftssegmente Leasing, Bank und Factoring Kundenbesuche und Workshops, Welcome Calls, Präsenz auf Messen, Magazin "Mittelpunkt", Zufriedenheitsbefragungen
Aktionäre / Kapitalmarkt :: Investoren (Fremd- und Eigenkapital) :: Analysten :: Ratingagenturen Finanzberichte, Hauptversammlung, Analysten- und Investorenkonferenzen, Roadshows und Kapitalmarktkonferenzen, Ratings (S&P, GBB)
Staat :: Aufsichtsbehörden :: Regulator Wirtschaftsprüfer :: Nationale / internationale Gesetzgeber Aufsichtsgespräch, Meldewesen und Reporting, Finanzberichte / Reporting
Gesellschaft :: Potenzielle Mitarbeiter :: Medienvertreter :: Lokale Anspruchsgruppen :: Gemeinnützige Institutionen Social-Media-Präsenz auf XING, LinkedIn, Facebook und kununu, Unternehmensberichterstattung, Austausch mit Medienvertretern, Magazin "Mittelpunkt", Austausch in gemeinnützigen Projekten

Die Anregungen, Wünsche und Beschwerden unserer Mitarbeiter, Lieferanten, Leasingnehmer und anderer Geschäftspartner werden bereits seit 1996 systematisch aufgezeichnet und ausgewertet. Eine sogenannte "Interne Empfängerzufriedenheit" mit Vorgesetzten und anderen Abteilungen fließt in die Balanced-Scorecard-(BSC-)Auswertung ein, die wiederum Bestandteil der variablen Vergütung ist. Anregungen und Kritik unserer Finanzierungsnehmer und Fachhandelspartner werden ebenfalls laufend ausgewertet und als sogenannte "Externe Empfängerzufriedenheit" erfasst. So stellen wir sicher, dass die Rückmeldungen in einem strukturierten Prozess von uns aufgenommen werden und wir sie unter anderem bei der Weiterentwicklung unseres Produktangebots und unserer Dienstleistungen berücksichtigen können.

□ WESENTLICHKEITSMATRIX

  • Basierend auf der angenommenen Erwartungshaltung der jeweiligen Stakeholder, z. B. Kunden, Aufsichtsrat, Investoren, Ratingagenturen.
    ** Basierend auf der Einschätzung von Management und Fachbereichen.

Unter Einbeziehung der Erwartungshaltung unserer Interessengruppen wurden im Zuge einer Wesentlichkeitsanalyse alle relevanten Themen und Aspekte identifiziert und in internen Arbeitsgruppen mit Vertretern der Fachbereiche diskutiert, validiert und in Form von Key Performance Indicators (gekennzeichnet durch KPI) definiert und ausgearbeitet. Das Ergebnis dieses Prozesses ist in einer Wesentlichkeitsmatrix festgehalten, in der die wesentlichen Themen entsprechend ihrer internen und externen Relevanz verortet sind.

□ SIEHE GRAFIK "WESENTUCHKEITSMATRIX"

In einem nächsten Schritt wurden diese wesentlichen Themen in vier übergeordneten Handlungsfeldern zusammengefasst. Darüber hinaus legen wir besondere Schwerpunkte auf die handlungsfeldübergreifenden und deshalb separat erfassten Themen "Qualitätsmanagement" und "Stakeholder-Engagement".

UNSERE HANDLUNGSFELDER UND ZUGEHÖRIGE WESENTLICHE THEMEN

| Handlungsfelder | Themen \left| \begin{array}{l} \text{GRENKE Group} \ \text{Sustainability Report } 2018 \end{array} \right| \quad \text{17}

\
\text{Mitarbeiterentwicklung} & \text{Ausbildung & Studium} \
\text{Attraktiver Arbeitgeber} & \text{Mitarbeiterentwicklung} \
\text{Diversität} & \text{Attraktiver Arbeitgeber} \
& \text{Diversität} \
\text{Verantwortungsvolle Unternehmensführung} & \text{Compliance} \
\text{Ethische und rechtliche Normen bestimmen unser Handeln. Wir halten uns an geltende Vorschriften, geltendes Recht sowie interne Regelungen und identifizieren uns mit den Grundsätzen der transparenten Unternehmensführung.} & \text{Ressourcenmanagement} \
& \text{Regionales Engagement} \
\text{Ressourcenmanagement} & \text{Kooperationen} \
\text{Wir achten auf den verantwortungsvollen Umgang mit allen vorhandenen, uns überlassenen Ressourcen.} & \
\text{Regionales Engagement} & \
\text{Wir stellen uns unserer sozialen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. So unterstützen wir Projekte und Organisationen, die in den Bereichen Soziales, Jugend, Sport und Kultur aktiv sind.} & \
\end{array} \right|

"Qualitätsmanagement" und "Stakeholder-Engagement" sind handlungsfeldübergreifende Themen und werden auf den Seiten 37 und 35 erläutert. Auf den folgenden Seiten werden die Handlungsfelder "Nachhaltiges Personalmanagement", "Verantwortungsvolle Unternehmensführung", "Ressourcenmanagement" und "Regionales Engagement" detailliert dargestellt. Damit und mit den zwei handlungsfeldübergreifenden Themen decken wir die fünf Aspekte Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung aus dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz gemäß § 289 c Absatz 2 HGB ab. Des Weiteren berichten wir sowohl über den Status unseres CSR-Strategieprozesses im zurückliegenden Geschäftsjahr als auch über die den wesentlichen Themen zugeordneten KPIs. Bei der Erstellung dieser nichtfinanziellen Erklärung und der Auswahl der dargestellten Kennzahlen wurde kein Rahmenwerk angewendet. Im Berichtsjahr 2018 wurde die Implementierung eines internationalen Reportingstandards weiter evaluiert. Dieser Prozess war zum Ende des Berichtsjahres noch nicht abgeschlossen. Der noch zu definierende Standard soll künftig als Rahmen für die explizite CSR-Berichterstattung fungieren und die heute existierenden Reports in den einzelnen Bereichen ergänzen.

4.2 UNTERNEHMENSKODEX

Den Unternehmenskodex verstehen wir bei GRENKE als interdisziplinäres Konzept, das sich in allen nachfolgend beschriebenen Handlungsfeldern auswirkt. Er definiert, wie wir sowohl in unserem wirtschaftlichen Umfeld als auch gegenüber unseren Mitarbeitern und der Gesellschaft verantwortungsvoll unternehmerisch handeln wollen. Deshalb geht unser Unternehmenskodex über die gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen in unseren internationalen Märkten hinaus und gibt unserem Handeln einen ethischen Ordnungsrahmen. Damit wollen wir sicherstellen, dass die grundlegenden Werte, die unsere vielfältige internationale Organisation auszeichnen, eingehalten und gelebt werden. Der Unternehmenskodex bildet daher das Fundament für die laufende Weiterentwicklung unserer CSR-Strategie. Auch innerhalb der gegenseitigen Geschäftsbeziehung verpflichten wir uns dazu, durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass der GRENKE-Verhaltenskodex eingehalten wird. Dieser Grundsatz gilt umso mehr, als Unternehmen weltweit zunehmend eigene Kodizes anwenden, darunter Verhaltens-, Unternehmens- und Compliance-Kodizes oder sogenannte Codes of Conduct.

4.3 QUALITÄTSMANAGEMENT

Aufbauend auf den Richtlinien des Unternehmenskodex verfügen wir über ein Qualitätsmanagementsystem, das den Rahmen für nahezu jede Handlung des GRENKE Konzerns vorgibt und somit auch die CSR-Strategie prägt. Alle konzernweit etablierten Geschäfts- und Arbeitsprozesse sind skalierbar und kundenorientiert in unserem Qualitätsmanagement ausgerichtet. So gewährleisten wir, dass unsere nationalen und internationalen Kunden einfache, flexible und kosteneffiziente Finanzierungslösungen vor Ort von uns erhalten. Alle Mitarbeiter haben Zugriff auf unser Qualitätsmanagementsystem. Diese Maßnahmen ermöglichen es uns, auf Anforderungen jederzeit angemessen zu reagieren. Die seit 20 Jahren bestehende Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems, die dem GRENKE Konzern erstmals im Juni 1998 verliehen wurde, verstehen wir als Ansporn und Verpflichtung, unsere Produkte und Services stetig zu verbessern. Nach ihrem diesjährigen Überwachungsaudit bestätigte uns die TÜV SÜD Management Service GmbH erneut, dass wir über ein gut funktionierendes und wirksames Qualitätsmanagementsystem verfügen, das die Anforderungen der Norm ISO 9001:2015 vollumfänglich erfüllt. Das aktuelle Zertifikat ist bis 24. Oktober 2019 gültig. Unsere zertifizierten Standorte und Unternehmen sind auf unserer Website zu finden.

SIEHE WEBSITE WWW.GRENKE.DE/UNTERNEHMEN/GRENKE-DEUTSCHLAND/AUSZEICHNUNGEN-ZERTIFIZIERUNGEN

4.3.1 DER QUALITÄTSMANAGEMENT-REGELKREIS

Das Qualitätsmanagement ist zentraler Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie, des Risikomanagements und unseres Due-Diligence-Prozesses. In einem sogenannten Qualitätsmanagement-Regelkreis, der die Bausteine "Qualitätspolitik", "Qualitätsziele", "Programme und Projekte", "Qualitäts-Audits" und "Qualitäts-Review" umfasst, prüfen und optimieren wir die organisatorische Struktur, die Prozesse und die Ergebnisse im Konzern systematisch, um damit zum langfristigen Erfolg des Unternehmens beizutragen.

□ QUALITÄTSMANAGEMENT-REGELKREIS

Im Rahmen des Qualitätsmanagement-Regelkreises führen wir - ergänzend zu den genannten TÜV-Überwachungs- und Re-Zertifizierungsaudits - beispielsweise interne Audits durch und erfassen kontinuierlich qualitätsrelevante Dokumente, die jährlich bzw. halbjährlich aktualisiert werden. Somit stellen wir sicher, dass sich sowohl vorhandene Gesetzesänderungen als auch gegenwärtige Produkt- und Prozessanpassungen in unserem Qualitätsmanagement widerspiegeln. Nicht zuletzt ist ein internes Audit bzw. eine Zertifizierung als Voraussetzung für die Akquisition von Franchisegesellschaften in den Übernahmeprozess integriert. Dadurch können wir rechtzeitig Prozessabweichungen feststellen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr sind KPI 16 Standorte durch den TÜV SÜD im Rahmen der Stichprobenzertifizierung auditiert worden (Vorjahr: 16). Darüber hinaus haben 131 interne Audits stattgefunden (Vorjahr: 112).

4.4 NACHHALTIGES PERSONALMANAGEMENT

Der Erfolg des GRENKE Konzerns beruht auf den Fähigkeiten sowie der Einsatzbereitschaft seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese zu gewinnen, zu binden und entsprechend weiterzuentwickeln, steht im Kern unserer Personalstrategie.# Als Familienunternehmen stehen wir loyal zu unseren Mitarbeitern und nehmen unsere Fürsorgepflicht ernst.

Über die gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen hinaus sind Arbeitnehmerbelange im Sinne unseres Selbstverständnisses für uns von höchster Wichtigkeit. Die Art und Weise, wie wir intern miteinander arbeiten und umgehen, haben wir in unserem Unternehmenskodex festgehalten (siehe Seite 37). Darin sind sowohl die Verpflichtungen der Mitarbeiter gegenüber dem Unternehmen als auch die des Konzerns gegenüber der Belegschaft klar definiert. Insbesondere setzen wir auf gegenseitige Wertschätzung, Fairness und Respekt. Wir unterstützen Eigenverantwortung und Chancengleichheit, fördern die individuellen Stärken und berücksichtigen die Wünsche unserer Mitarbeiter im Hinblick auf die Verbesserung des Arbeitsumfelds. Unser Personalmanagement fokussiert die Themen Ausbildung und Studium, Mitarbeiterqualifizierung und -entwicklung, unsere Positionierung als attraktiver Arbeitgeber sowie die Mitarbeitergewinnung. Die Personalabteilung koordiniert und überwacht alle wesentlichen Personalangelegenheiten. Im Rahmen der Due Diligence werden Personalthemen mithilfe von Reports zu wesentlichen Kennzahlen erfasst und regelmäßig in den Vorstandssitzungen evaluiert und besprochen.

4.4.1 AUSBILDUNG UND STUDIUM

Eine qualifizierte, eigenverantwortlich handelnde Belegschaft ist gerade in Zeiten des Fachkräftemangels eines der höchsten Güter des GRENKE Konzerns. Unsere Zielsetzung im Bereich Ausbildung und Studium ist es, einen möglichst hohen Anteil an geeignetem Nachwuchs und potenziellen Führungskräften frühzeitig an uns zu binden. Hierfür setzen wir auf mehrere sich ergänzende Maßnahmen, die auch Gegenstand des vorliegenden Berichts sind. Zu diesen zählen insbesondere unser Ausbildungsmanagement, Kooperationen mit Schulen im Rahmen des Projekts "Wirtschaft macht Schule", unsere Praktikumswochen und unsere vielfältigen Initiativen im Bereich der Berufsorientierung.

4.4.1.1 Ausbildungsmanagement und duale Studiengänge

Ein zentrales Anliegen ist es, unseren Mitarbeitern alle Kompetenzen für ihre berufliche Karriere mitzugeben. Im Rahmen unserer Ausbildung ermöglichen wir den Auszubildenden eine individuelle und bedarfsorientierte Entwicklung, die ihre Stärken und Entwicklungsfelder berücksichtigt. Zur Ausbildung gehört neben den Einführungstagen zu Beginn der Ausbildung sowie einem definierten Feedbackprozess (siehe "Mitarbeiterqualifizierung und -entwicklung" auf Seite 40) eine halbjährliche Einsatzplanung, in die die Entwicklungswünsche unserer Auszubildenden einfließen. In jeder Fachabteilung sind feste Ansprechpartner für Auszubildende (Fachausbilder) sowie Stellvertreter definiert, welche die Ausbildereignungsprüfung vor der IHK abgelegt haben. Sie sind dafür verantwortlich, die Auszubildenden zu betreuen, zu begleiten und in die spezifischen Fachthemen einzuarbeiten. Durch Einsätze in verschiedenen Abteilungen entwickeln sie ein umfassendes Verständnis von den Abläufen im Unternehmen. Zudem stellen wir anhand von standardisierten Einarbeitungsplänen sicher, dass allen Auszubildenden dasselbe Wissen vermittelt wird. Mit fortschreitender Entwicklung wirken sie aktiv an Projekten mit und können eigene Ideen einfließen lassen. Dank dieser umfassenden Einarbeitung geht ihr Verständnis vom Unternehmen weit über ihr späteres Berufsbild hinaus. Mit unserer Ausbildung verfolgen wir das Ziel, den Bedarf an Fachkräften frühzeitig über die Entwicklung eigener Talente zu decken. In Deutschland bieten wir Auszubildenden in Kooperation mit der IHK die folgenden Fachrichtungen an:

  • Kauffrau/-mann für Büromanagement
  • Kauffrau/-mann für Dialogmarketing
  • Fachinformatiker/-in Anwendungsentwicklung und Systemintegration

Weiterhin bilden wir in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) seit 2004 junge Talente in verschiedenen Studienrichtungen aus. Unser Ausbildungsangebot umfasst die folgenden Studiengänge:

  • International Business/International Business Management trinational (B.A.)
  • BWL-Deutsch-Französisches Management (B.A.)
  • BWL-Finanzdienstleistungen (B.A.)
  • Accounting & Controlling (B.A.)
  • Wirtschaftsinformatik (B.Sc.)
  • Angewandte Informatik (B.Sc.)

Durch die sich stetig wandelnde Marktsituation bedarf es einer kontinuierlichen Prüfung des Ausbildungsangebots. Im Zuge der laufenden Marktsondierung haben wir neue Ausbildungsberufe bzw. Studiengänge identifiziert und streben eine Erweiterung unseres Portfolios an, um den internen Bedarf an Nachwuchskräften noch besser abdecken zu können. Im Geschäftsjahr 2018 absolvierten in Deutschland insgesamt 55 Kollegen (Vorjahr: 47) eine Berufsausbildung bzw. ein duales Studium. Auch wurden sechs von acht Auszubildenden übernommen; dies entspricht einer Übernahmequote von KPI 75 Prozent (Vorjahr: 71 Prozent). International stellte sich die Entwicklung wie folgt dar: Unsere französische Tochtergesellschaft GRENKE Location SAS verzeichnete einen Rückgang von 16 auf 14 Personen im Jahr 2018. Ferner beendeten elf Personen ihre Berufsausbildung und zwei wurden übernommen. In Italien wird GRENKE durch eine und in der Schweiz mittlerweile durch zwei Nachwuchskräfte verstärkt. Die Ausbildungsquote der ausbildenden Gesellschaften des GRENKE Konzerns beträgt KPI 6,1 Prozent nach 6,2 Prozent im Vorjahr. Für unser Engagement im Bereich des Ausbildungsmanagements erhielten wir 2018 im Rahmen der Studie "Beste Ausbilder Deutschlands" des Wirtschaftsmagazins Capital eine Auszeichnung, was uns darin bestärkt an unseren hohen Ausbildungsstandards festzuhalten und unsere Ausbildungsqualität weiter zu steigern.

4.4.1.2 Schulkooperationen, Praktika und Ausbildungsbotschafter

Im Rahmen des Projekts "Wirtschaft macht Schule" der Industrie- und Handelskammer (IHK) hat GRENKE Kooperationsverträge mit dem Markgraf-Ludwig-Gymnasium, dem Richard-Wagner-Gymnasium in Baden-Baden sowie der Lothar-von-Kübel-Realschule in Sinzheim geschlossen. Ziel ist es, Schülern ein besseres Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge zu vermitteln, ihnen die Berufsfindung sowie den Bewerbungsprozess zu erleichtern und die Beratungskompetenz der Lehrer zu stärken. Wir engagieren uns dabei in Form von Workshops, Sponsorings und Messeteilnahmen, im Jahr 2018 zum Beispiel anlässlich der Karlsruher Ausbildungsmesse "Einstieg Beruf". Außerdem bieten wir den Schülern regelmäßig Aktivitäten wie Bewerbertrainings und die Teilnahme an unserer Hauptversammlung an, die auch 2018 wieder in Anspruch genommen wurden. Im Jahr 2018 führten wir zwei Schülerpraktikumswochen in der Konzernzentrale in Baden-Baden durch. Diese bündeln unsere einzelnen Praktikumsangebote und geben Schülern die Möglichkeit, sich beruflich zu orientieren. Die Teilnehmer machen sich mit den verschiedenen Fachbereichen des GRENKE Konzerns vertraut und absolvieren ein Bewerbertraining. Des Weiteren lernen sie unser Ausbildungsangebot kennen, tauschen sich mit unseren Auszubildenden aus und können so herausfinden, welchen Weg sie nach der Schule einschlagen möchten. Hierdurch konnten 30 Schüler einen Einblick in den GRENKE Konzern und hilfreiche Tipps für ihre berufliche Zukunft erhalten. Darüber hinaus wurden sieben Praktika durchgeführt, die es den Praktikanten ermöglichten, die Fachabteilungen nach individuellen Wünschen zu durchlaufen. Unseren Auszubildenden bieten wir die Option, sich bei der IHK als "Ausbildungsbotschafter" schulen zu lassen. In dieser Funktion unterstützen sie die IHK unter anderem bei Berufsorientierungsveranstaltungen und stellen ihr Berufsbild sowie unser Unternehmen vor. Durch die starke Präsenz im vorberuflichen Bildungsbereich wollen wir die Schüler in ihrer Berufsorientierung unterstützen und die Wahrnehmung von GRENKE als engagierter, attraktiver Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber langfristig weiter steigern.

4.4.2 MITARBEITERQUALIFIZIERUNG UND -ENTWICKLUNG

Geschäfts- und Arbeitsprozesse verändern sich ebenso wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Wissen, Motivation und die kontinuierliche Weiterbildung der Belegschaft werden zur strategischen Unternehmensressource, die in einem sich stetig wandelnden Marktumfeld an Bedeutung gewinnt. Wir sind deshalb davon überzeugt, dass gut qualifizierte Mitarbeiter den Unterschied machen. Weiterbildung bringt Know-how ins Unternehmen, fördert die Innovationskraft, die Leistungsfähigkeit und - bereitschaft sowie die Arbeitszufriedenheit der Belegschaft. Aktiv gemeinsam heutige und künftige Veränderungsprozesse zu begleiten und gestalten, ist in unserem Personalentwicklungskonzept fest als Zielsetzung verankert.

4.4.2.1 Einführung und Einarbeitung

Wir wollen den Einstieg in unser Unternehmen optimal gestalten. Aus diesem Grund werden potenzielle neue Kollegen bereits während des Bewerbungsprozesses von einem festen Ansprechpartner betreut und über jeden Schritt informiert. Auch erhalten sie die Gelegenheit, das Team vorab im Rahmen eines sogenannten "Schnuppertages" persönlich kennenzulernen. Neue Mitarbeiter werden im Anschluss durch einen spezifischen Einarbeitungsprozess von Anfang an begleitet. Ein wichtiger Bestandteil hierbei ist "Join GRENKE": Bei diesem Programm geben Kollegen in Webkonferenzen Einblicke in die einzelnen Fachbereiche. Auf diese Weise werden das jeweilige Aufgabengebiet sowie das Zusammenspiel der Bereiche während der Einarbeitungsphase vorgestellt. Diese Kennenlerntermine werden in regelmäßigen Abständen angeboten, vom Bereich Human Resources (HR) koordiniert und jeweils individuell mit der zuständigen Führungskraft abgestimmt. Neben dem Einarbeitungsprozess durchlaufen neue Mitarbeiter auch eine fachliche Einarbeitung innerhalb ihres Teams. Ergänzend dazu besuchen alle neuen Mitarbeiter innerhalb des ersten Jahres ihrer Betriebszugehörigkeit eine dreitägige Einführungsveranstaltung in der Konzernzentrale Baden-Baden. Das Konzept wird in enger Abstimmung mit den jeweiligen Referenten überprüft, kontinuierlich überarbeitet und weiterentwickelt.# Um diese und andere mitarbeiterrelevante Prozesse effizient zu steuern, planen wir die Einführung einer neuen HR-Management-Software. Sie soll das HR-Team und alle Führungskräfte in Zukunft in der Personalarbeit unterstützen und Funktionen bieten, die für die Gewinnung, Weiterentwicklung und Bindung unserer Mitarbeiter relevant sind.

AUFBAU GRENKE AKADEMIE

4.4.2.2 Die GRENKE Akademie

Die GRENKE Akademie bietet standortübergreifend praxisorientierte sowie didaktisch und methodisch strukturierte Weiterbildungsmaßnahmen an. Durch den zusätzlichen Einsatz moderner E-Learning-Programme und einen kontinuierlichen Evaluationsprozess stellen wir die Qualität des Weiterbildungsangebotes und einen Wissenstransfer innerhalb des Unternehmens sicher. Wir streben an, dass möglichst jeder unserer Mitarbeiter mindestens eine der Weiterbildungsmaßnahmen der GRENKE Akademie pro Jahr besucht. Die Ergebnisse werden ferner in die Schulungsquote (siehe Seite 64) einfließen. Die Akademie ist in die zwei Bereiche Personalqualifizierung und Personalentwicklung unterteilt und entwickelt Weiterbildungsangebote, die auf die verschiedenen Abteilungen sowie Potenzialträger in der Organisation zugeschnitten sind.

SIEHE GRAFIK "AUFBAU GRENKE AKADEMIE"

Mittels Personalqualifizierung wollen wir unsere Mitarbeiter durch qualitativ hochwertige und praxisorientierte Weiterbildungsangebote in ihrer täglichen Arbeit unterstützen und dauerhaft für ihren Aufgabenbereich qualifizieren. Wir legen bei der Zusammenstellung des jährlichen Schulungsangebots besonders viel Wert auf eine Mischung aus internen und externen Trainings sowie auf ergänzende Individualschulungen zu Spezialthemen. Interne Schulungsmaßnahmen werden durch GRENKE-Fachexperten durchgeführt, die von der Abteilung HR begleitet und unterstützt werden. Mit externen Schulungsmaßnahmen beauftragen wir ausgebildete Trainer für das jeweilige Fachthema. Für die Auswahl und Bewertung externer Trainer und Coaches greift der HR-Bereich auf ein eigens entwickeltes Evaluationsmodell zurück. Einmal jährlich findet zudem ein Aufgabenreview-Gespräch zwischen Mitarbeiter und der verantwortlichen Führungskraft statt. In diesem wird unter anderem die Aufgabenerfüllung thematisiert sowie die Leistung und individuelle Kompetenz beurteilt. Außerdem leiten wir hieraus gegebenenfalls Weiterbildungsbedarf ab, der im Rahmen des jährlichen Schulungskatalogs berücksichtigt wird.

Die Personalentwicklung widmet sich der individuellen Förderung und Weiterentwicklung von Mitarbeitern im Einklang mit den Unternehmenszielen. Hierbei kommen zwei Instrumente zum Einsatz:

  • Einmal im Jahr führen wir innerhalb der GRENKE AG die "HR-Umfrage zur persönlichen Entwicklung" durch. Hier können unsere Mitarbeiter zu ihren individuellen Entwicklungswünschen innerhalb des Unternehmens Rückmeldung geben. Die Umfrage erfolgt online über das Mitarbeiterportal. Damit bieten wir einen geschützten Rahmen, in dem unsere Mitarbeiter ihre beruflichen Vorstellungen und persönlichen Ziele dem Unternehmen gegenüber äußern können. Unter Wahrung von Neutralität und Objektivität erhält GRENKE so Aufschluss über das Fähigkeits-, Leistungs- und Persönlichkeitspotenzial und die individuelle Lern- und Veränderungsbereitschaft.
  • Unsere Mitarbeiter haben die Möglichkeit, ein Weiterbildungsvorhaben sowie einen konkreten Förderwunsch außerhalb des jährlichen Schulungskataloges zu beantragen. Nach der Genehmigung des Antrags wird eine individuelle Fördervereinbarung in Zusammenarbeit mit dem HR-Bereich erstellt.

Im Jahr 2018 wurde unter dem Namen "Leadership Personality" erstmals auch unternehmensweit ein Programm für eine internationale Gruppe von Führungskräften des mittleren Managements durchgeführt. Im Herbst 2018 nahm eine weitere Gruppe das Training auf. Es besteht aus insgesamt 4 Modulen (8 Präsenztage) sowie einem Auffrischungs- und Nachhaltigkeitstag im Folgejahr und befasst sich mit GRENKE-spezifischen Themen sowie insbesondere mit relevanten Inhalten zu Theorie und Praxis des Führens von Mitarbeitern. Im Mittelpunkt stehen der offene Austausch und das praktische Erleben und Anwenden der Lerninhalte. Unterstützt werden wir in der Durchführung von einem externen Partner. Die Führungskräfteentwicklung bei GRENKE wird auch im laufenden Jahr großgeschrieben und weiter ausgebaut werden. Des Weiteren beabsichtigen wir, neben dem Programm für Führungskräfte weitere Karrierepfade zu implementieren.

Das Weiterbildungsangebot der GRENKE Akademie stieß auch im Berichtszeitraum wieder auf große Nachfrage. So nahmen 2018 KPI 89 Prozent der Mitarbeiter des GRENKE Konzerns an Schulungen teil (Vorjahr: 86 Prozent).

4.4.3 ATTRAKTIVER ARBEITGEBER

Ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, hat für den GRENKE Konzern einen hohen Stellenwert. Diese Positionierung untermauern wir, indem wir unseren Mitarbeitern ein ansprechendes und sicheres Arbeitsumfeld, flexible Arbeitszeitmodelle sowie eine angemessene Entlohnung bieten.

4.4.3.1 Gesundheit und Sicherheit

Die Grundlage für unser Gesundheitsmanagement bildet der Unternehmenskodex. Wir wollen das Wohlbefinden der Belegschaft nachhaltig fördern und für gesundheitlich unbedenkliche Arbeitsplätze sorgen. Hierzu setzen wir die gesetzlichen Anforderungen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz um. Zusätzlich bieten wir unseren Mitarbeitern beispielsweise regelmäßig ärztliche Kontrolluntersuchungen zur Gesundheitsvorsorge an. In Deutschland ermitteln wir für jeden Arbeitsplatz mögliche gesundheitliche Risiken und legen geeignete Maßnahmen fest. Im Fokus stehen dabei die ergonomische Gestaltung sowie allgemeine Unterweisungen über die potenziellen Gefahren im individuellen Arbeitsumfeld. Im zurückliegenden Jahr konnten die zwei neuen Säulen des betrieblichen Gesundheitsmanagements weiter gefestigt werden: Das Angebot der 2017 eingeführten Gesundheitsplattform GRENKEmachtfit konnte im Berichtszeitraum bereichert werden. Die Plattform wurde darüber hinaus dazu eingesetzt, die arbeitssicherheitsrechtlich relevante Vorsorge-Bildschirmuntersuchung G37 und die Gesundheitstage effizient zu organisieren. Auch koordinierten wir hierüber interne Sportgruppen, die den Erhalt der Gesundheit fördern und den Teamgedanken stärken. Nahezu 40 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland haben bereits Angebote der Gesundheitsplattform in Anspruch genommen und waren damit insgesamt 2.330 Stunden aktiv. Auf diesem Weg wurden 30 TEUR in die Gesundheit unserer Belegschaft investiert. Um diesen Erfolg auch auf andere Standorte zu übertragen, sind die zuständigen Mitarbeiter in den Ländergesellschaften bereits damit beauftragt, entsprechende Gesundheitsplattformen zu entwerfen oder ähnliche Angebote zu recherchieren.

Das Pilotseminar mit dem Schwerpunkt "Gesundes Führen", das in Kooperation mit einem externen Anbieter erfolgreich durchgeführt wurde, wurde 2018 in den Schulungskatalog der GRENKE Akademie aufgenommen, sodass bereits zwei weitere Gruppen die modular aufgebaute Seminarreihe besuchen konnten. Diese vermittelt viele wertvolle Impulse für das Arbeits- und Privatleben. Besonders in den individuellen Coachings können Themen gezielt vertieft und persönlich fokussiert werden. Aufgrund der sehr positiven Resonanz zu den Inhalten der Seminarreihe "Gesundes Führen" veranstalteten wir mit demselben externen Anbieter zwei Gesundheitstage, um unserer Belegschaft das Thema Stressprävention näherzubringen. Diese fanden im Oktober 2018 in Baden-Baden und in Karlsruhe statt. Hier konnten sich die Mitarbeiter in einem Vortrag zum Thema "Stress gesund managen" über Stressoren sowie mentale und regenerative Stresskompetenz informieren. Die Gesundheitstage wurden von jeweils 25 Prozent der ansässigen Mitarbeiter wahrgenommen. Das persönliche Feedback einiger Teilnehmer bestätigte, dass dieses Angebot ein wertvoller Bestandteil unseres Gesundheitsmanagements ist. Um das betriebliche Gesundheitsmanagement der GRENKE weiter zu stärken, sollen künftig zusätzliche Leistungen in Kooperation mit HR Talent Development folgen. Zudem gibt es folgende weitere Angebote im Bereich des Teamsports:

  • Seit 2006 trifft sich am Standort Baden-Baden die Betriebsfußballmannschaft einmal wöchentlich zum gemeinsamen Training und nimmt auch an Freizeitwettbewerben teil.
  • Bereits seit 2014 starten GRENKE-Mitarbeiter beim Firmenlauf B2RUN. 2018 nahmen 84 Mitarbeiter von GRENKE teil. Außerdem lief erstmals eine GRENKE-Staffel beim Baden Marathon in Karlsruhe mit.

4.4.3 2 Arbeitszeitmodelle und Vergütung

Wir wollen ein Arbeitsumfeld bieten, in dem sich Familie und Beruf bestmöglich vereinbaren lassen. GRENKE-Mitarbeiter können zum Beispiel von individuellen, lebensphasenorientierten Arbeitszeit- und Arbeitsortmodellen profitieren. Mit unserer digitalen Infrastruktur ermöglichen wir überdies flexibles Arbeiten (zum Beispiel im Home-Office). Die Vergütung erfolgt erfolgsorientiert anhand der GRENKE Balanced Scorecard (BSC).

4.4.4 MITARBEITERGEWINNUNG

Neue Mitarbeiter für GRENKE zu gewinnen und an uns zu binden, ist für uns von sehr hoher Bedeutung. Ziel im Bereich der Mitarbeitergewinnung ist es, eine angemessene Personalstärke sicherzustellen und dabei die Fluktuationsquote möglichst gering zu halten (siehe Seite 43). Um das Ziel zu erreichen, arbeiten wir kontinuierlich daran, GRENKE als Arbeitgebermarke regional und überregional bekannt zu machen. GRENKE nutzt ausgewählte soziale Medien, um neue Zielgruppen adäquat anzusprechen und die Reichweite von Stellenanzeigen und Recruiting-Initiativen zu erhöhen. So sind wir seit 2017 mit einem einheitlichen Auftritt auf Xing, kununu, LinkedIn und Facebook vertreten. Potenzielle Bewerber erhalten hier viele Einblicke ins Unternehmen und können mit Mitarbeitern ins Gespräch kommen. Die Nutzung der Kanäle und die Ansprache mit entsprechendem Content wird dabei sukzessive ausgebaut und im kommenden Jahr an den neuen Markenauftritt angepasst.# GRENKE AG

4.4.4.1 Diversität

Hinsichtlich der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen konnten wir unsere Zielvorgabe von jeweils 25 Prozent in der zweiten und dritten Führungsebene im zurückliegenden Geschäftsjahr erneut erreichen. Auch künftig möchten wir eine geschlechterspezifische Quote von jeweils mindestens KPI 25 Prozent in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands bis zum 31. Dezember 2021 beibehalten. Bei der Auswahl neuer Mitarbeiter halten wir am Gleichbehandlungsgrundsatz fest. Werden Personaldienstleister eingebunden, sind diese aufgefordert, alle Geschlechter gleichermaßen in ihre Auswahl einzubeziehen, um die ausgeschriebene Position mit dem geeignetsten Kandidaten zu besetzen. Durch qualifizierte Weiterbildung möchten wir unsere Beschäftigten in die Lage versetzen, den an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Zukünftig werden wir beim Thema Weiterbildung einen noch stärkeren Fokus auf die Förderung und Qualifizierung der weiblichen Belegschaft setzen.

4.4.4.2 Entwicklung der Belegschaft

Die Personalstärke des Konzerns hat sich vor dem Hintergrund weiterer Neueinstellungen und durch Akquisitionen erneut erhöht. GRENKE beschäftigte im zurückliegenden Jahr durchschnittlich rund 1.456 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 1.229). Auf unsere deutschen Standorte entfielen im Jahresdurchschnitt rund 569 Beschäftigte (Vorjahr: 502), an den internationalen Standorten waren 887 Personen (Vorjahr: 728) beschäftigt.

4.4.4.3 Fluktuation

Die Fluktuationsquote belief sich im Konzerndurchschnitt auf KPI 9,5 Prozent (Vorjahr: 7,8 Prozent). In Deutschland betrug sie 10,4 Prozent nach 7,4 Prozent im Vorjahr. Insbesondere im Managementbereich sowie bei den leitenden Angestellten lag die Fluktuationsquote erneut deutlich unter dem konzernweiten Durchschnitt.

4.5 VERANTWORTUNGSVOLLE UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Die GRENKE AG entspricht dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in weiten Teilen und fühlt sich dem Thema Compliance verpflichtet. Rechtskonformität ist neben der Wahrung der Menschenrechte und der Einhaltung ethischer Normen für uns als Finanzdienstleistungsinstitut die bindende Grundvoraussetzung unserer Geschäftstätigkeit und hat damit oberste Priorität. Wir halten uns an gesetzliche Bestimmungen und wollen potenziellen Risiken für GRENKE mit geeigneten Maßnahmen entgegenwirken. Um dieses Ziel zu erreichen, schulen wir unsere Mitarbeiter in Compliance-relevanten Themen und führen Audits durch. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über Anforderungen im Rahmen von Compliance. Der Aufsichtsrat befasst sich außerdem im Prüfungsausschuss mit diesbezüglichen Fragestellungen.

4.5.1 COMPLIANCE-MANAGEMENT

Compliance erstreckt sich bei GRENKE auf alle geschäftlichen Tätigkeiten und Prozesse. Das an relevanten Gesetzen sowie aufsichtsrechtlichen und internen Regelungen orientierte Handeln stellt für uns eine Selbstverständlichkeit dar. Auf der Grundlage unseres Unternehmenskodex ist uns der respektvolle Umgang mit Kunden, Mitarbeitern und weiteren Stakeholdern genauso wichtig wie Gleichbehandlung, Antidiskriminierung und die Achtung der Menschenrechte. Alle Organe und Mitarbeiter werden über ein systemgestütztes Intranet, per E-Mail und in Schulungen über einzuhaltende Gesetze sowie interne Regelungen, Neuerungen und Änderungen informiert. Vor dem Hintergrund des internationalen Geschäftsbetriebs stellen die unterschiedlichen Rechtssysteme und Gesetze in den 32 Ländern der GRENKE Gruppe eine zentrale Herausforderung dar. Daher verfügen wir über ein gruppenweites Compliance-Management-System (CMS). Es zielt darauf ab, den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden und somit operationellen Risiken und Verunsicherungen entgegenzuwirken. Unser CMS basiert auf internationalen Compliance-Standards, einschlägigen gesetzlichen Anforderungen und auf Ergebnissen aus Gesprächen mit den Fachabteilungen. Durch die laufende Prüfung und Anpassung an Risiken, an die Rechtsprechung sowie an die Entwicklung der Branche als solche steigert GRENKE die Effektivität und Effizienz seines CMS. Die Risiken in Bezug auf Compliance und Geldwäsche werden von den Länderorganisationen jährlich analysiert. Die hieraus resultierenden Ergebnisse bilden das Fundament der Risikosteuerung. Die Minimierung von Risiken anhand von Due-Diligence-Prozessen wird insbesondere vor Übernahmen von Gesellschaften durchgeführt. Lokale Compliance-Officer in den jeweiligen Ländern stellen sicher, dass unsere Standards national wie international eingehalten werden. Auf Gruppenebene werden die Tochtergesellschaften regelmäßig im Zuge von Compliance- und Geldwäsche-Audits durch die zuständige Compliance Office Gruppe überprüft. Die lokalen Compliance-Officer berichten direkt an den Compliance-Beauftragten der GRENKE Gruppe, der alle wesentlichen Informationen an das zuständige Vorstandsmitglied übermittelt. Er unterstützt den Vorstand ferner bei der Vermeidung von Gesetzesverstößen, Korruption und dolosen Handlungen sowie bei deren Aufklärung. Der Aufsichtsrat erhält einen ausführlichen Compliance-Jahresbericht, um die Wirksamkeit und Angemessenheit des CMS überprüfen zu können. Wir treten potenzieller Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie sonstigen strafbaren Handlungen durch eine Vielzahl von Arbeitsanweisungen und Richtlinien energisch entgegen. Die Ernennung nationaler Geldwäschebeauftragter bildet die Grundlage für das konzernweite rechtskonforme Handeln. Um die sanktionsrechtlichen Vorgaben des Gesetzgebers angemessen berücksichtigen zu können, haben wir uns für einen systemgestützten Prozess entschieden. Der Aufsichtsrat wird vom Geldwäschebeauftragten in einem jährlichen Bericht über die oben genannten Themen informiert. Unseren Mitarbeitern stehen verschiedene Wege zur Verfügung, mögliche Regelverstöße zu melden. Mit den gemeldeten Informationen gehen wir verantwortungsbewusst um. Verstößen gegen geltendes Recht begegnet GRENKE mit adäquaten Maßnahmen.

4.5.2 DATENSCHUTZ

Datenschutz ist ein wichtiges Anliegen im GRENKE Konzern. Wir wollen unser Datenschutz-Management-System kontinuierlich weiterentwickeln, um die Datenverarbeitung im Konzern rechtskonform auszuführen, potenzielle Verstöße frühzeitig zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen aufzustellen. Die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), welche seit dem 25. Mai 2018 anzuwenden ist, hat für eine Harmonisierung innerhalb der Europäischen Union gesorgt. Aufgrund der internationalen Geschäftsaktivitäten stellen die unterschiedlichen Rechtssysteme mit ihren nationalen gesetzlichen Anforderungen für GRENKE auch künftig eine datenschutzrechtliche Herausforderung dar. Um dieser gerecht zu werden, haben sowohl die GRENKE AG als Mutterunternehmen als auch ihre Konzernunternehmen jeweils Datenschutzbeauftragte bestellt. Die Datenschutzbeauftragten schulen die Belegschaft zum Thema Datenschutz und stehen Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern als Ansprechpartner zur Verfügung. Darüber hinaus haben wir ein Projekt zur einheitlichen Umsetzung der datenschutzrechtlichen Anforderungen initiiert. Dabei wird auch berücksichtigt, dass die DSGVO eine Reihe von sogenannten Öffnungsklauseln vorgesehen hat, die es den nationalen Gesetzgebern ermöglicht, deren Regelungen zu ergänzen oder zu erweitern. Dies führt dazu, dass neben den Bestimmungen der DSGVO in den einzelnen Mitgliedsstaaten weiterhin unterschiedliche Regelungen zum Datenschutz greifen können. Sobald ein Mitgliedsstaat die Anforderungen über eine Öffnungsklausel um nationale Datenschutzregelungen ergänzt oder erweitert hat, werden diese im Rahmen des Projekts berücksichtigt und die vorhandenen Prozesse entsprechend angepasst. Um das hohe Datenschutzniveau zu erhalten, hat GRENKE außerdem entschieden, dass die Vorgaben der DSGVO konzernweit umgesetzt werden, soweit einzelne Länder nicht strengere Regelungen anwenden.

4.5.3 COMPLIANCE-SCHULUNGEN UND AUDITS

Das fundierte Compliance-Verständnis unserer Belegschaft ist der Schlüssel für die Erreichung unseres Ziels, Verstößen entgegenzuwirken. Deshalb erhalten alle neuen Mitarbeiter konzernweit eine umfassende Einführung in die Themen Compliance, Geldwäsche, Korruption und Bestechung. Wesentlicher Bestandteil der Schulung ist auch der richtige Umgang mit Einladungen und Geschenken. Im Jahr 2018 konnten im Rahmen der dreitägigen Einführungsveranstaltung 237 von 501 neu eingestellten Mitarbeitern, einschließlich Franchisemitarbeitern und Auszubildenden, am Stammsitz in Baden-Baden zu den oben genannten Themen geschult werden. Dies entspricht einer Schulungsquote von KPI 47,3 Prozent (Vorjahr: 52,4 Prozent). Durch eine Ausweitung des Schulungsangebots ist es uns gelungen, absolut mehr Mitarbeiter zu schulen. Aufgrund der gestiegenen Anzahl an Neueinstellungen ist der prozentuale Anteil jedoch rückläufig.# 4.5 COMPLIANCE UND GELDWÄSCHEPRÄVENTION
Wir beabsichtigen, den Anteil der Compliance-Schulungen, die in unserer Konzernzentrale stattfinden, in den kommenden Jahren weiter zu erhöhen. Mit zusätzlichen Online-Schulungen sowie Schulungen durch die nationalen Compliance- oder Geldwäsche-Beauftragten gewährleisten wir, dass das Thema bei GRENKE kontinuierlich kommuniziert wird. Im zurückliegenden Geschäftsjahr haben wir zudem planmäßig KPI zwölf Prüfungen zur Compliance und Geldwäscheprävention vor Ort in unseren Tochtergesellschaften durchgeführt (Vorjahr: elf Prüfungen). Im Rahmen dieser dreijährlich stattfindenden Audits werden jeweils das Vorhandensein, die Angemessenheit sowie die Wirksamkeit des CMS und der Geldwäsche-Organisation geprüft.

4.6 RESSOURCENMANAGEMENT

In Übereinstimmung mit dem Unternehmenskodex verpflichtet sich der GRENKE Konzern zum verantwortungsvollen Umgang mit allen vorhandenen, ihm überlassenen Ressourcen. Im Ressourcenmanagement bündeln wir daher sämtliche Maßnahmen, mit denen wir unsere Leistung in Bezug auf Umweltaspekte steigern wollen. Im Zentrum stehen das Konzept "Papierloses Büro", energieeffizientere Standorte, zertifizierte Energieaudits und unsere Reisekostenpolicy.

4.6.1 KONZEPT "PAPIERLOSES BÜRO"

Als international aufgestellter Anbieter von Leasingfinanzierungen bringt unser Geschäft traditionell ein sehr hohes Unterlagenaufkommen mit sich. Vor diesem Hintergrund verfolgen wir das Ziel, den Papierverbrauch kontinuierlich zu reduzieren. Drei sich ergänzende Digitalisierungsmaßnahmen sind dabei im Konzept "Papierloses Büro" zusammengefasst:

― Mit der digitalen Personalakte ermöglichen wir es unseren Mitarbeitern, wichtige Formalitäten wie Urlaubsanträge oder Gehaltsabrechnungen papierlos abzuwickeln und zu verwalten.

― Im Kundenportal können unsere Kunden ihre Verträge, Rechnungen und Daten jederzeit online verwalten. Das Portal ist zum Ende des Geschäftsjahres 2018 für unsere Kunden in 21 Ländern verfügbar, die Einführung in weiteren Ländern ist geplant. Hinzu kommt, dass es neben dem Kundenportal eine weitere Form der elektronischen Rechnungsstellung im öffentlichen Bereich gibt. Aufgrund einer EU-Richtlinie (2014/55/EU) müssen nach und nach alle EU-Länder, zumindest im Business-to-Government-Bereich, E-Invoicing einführen. Hierbei handelt es sich um den elektronischen Rechnungsdatenaustausch in einem maschinenlesbaren Format (z. B. XML) zwischen dem Rechnungssteller und -empfänger. In 2018 haben wir E-Invoicing in unseren Tochtergesellschaften in Frankreich und in Ungarn eingeführt. Die Summe der Weiterentwicklungen führte dazu, dass der Postversand weiter reduziert werden konnte: In unseren Kernmärkten wurden von den erstellten Rechnungen lediglich fünf Prozent (Vorjahr: sechs Prozent) in Deutschland, 23 Prozent (Vorjahr: 42 Prozent) in Frankreich sowie 15 Prozent (Vorjahr: 29 Prozent) in Italien versandt.

□ SIEHE GRAFIK "ANTEIL GEDRUCKTER RECHNUNGEN IN DEN KERNMÄRKTEN"

ANTEIL GEDRUCKTER RECHNUNGEN IN DEN KERNMARKTEN

Darüber hinaus haben wir 2015 die elektronische Signaturlösung eSignature eingeführt, die seitdem steigende Nutzungszahlen verzeichnet. Dieser kostenlose Service für Fachhandelspartner und Kunden vereinfacht den Abschluss von Finanzierungsverträgen: Die Dokumente werden elektronisch versandt und rechtsgültig signiert. Dadurch kann unter anderem Papier für Ausdrucke und Briefversand eingespart werden. Die eSignature wurde 2015 zunächst in Deutschland und Frankreich eingeführt. Sie ist zum 31. Dezember 2018 in insgesamt 19 Märkten implementiert und soll weiter ausgerollt werden. Den Anteil der über diese Weise abgeschlossenen Leasingverträge weiter zu erhöhen, ist strategisches Ziel des GRENKE-Qualitätsmanagements (siehe Seite 37, "Qualitätsmanagement"). Im Berichtsjahr lag dieser bei 22 Prozent (Vorjahr: 18 Prozent).

□ SIEHE GRAFIK "mit ELEKTRONISCHER SIGNATUR ABGESCHLOSSENE LEASINGVERTRÄGE"

Auch innerhalb des Konzerns gewinnt die elektronische Signatur zunehmend an Bedeutung, beispielsweise bei der Unterzeichnung von Protokollen oder auch Verträgen zwischen Konzerngesellschaften.

4.6.2 STANDORTMODERNISIERUNG UND ENERGIEAUDITS

Wir wollen den Energieverbrauch an unseren Standorten kontinuierlich senken. Deshalb verfügen alle Firmengebäude, die vom GRENKE Konzern zur Miete genutzt werden, über Energieausweise, die den jeweiligen energetischen Zustand dokumentieren. Auch lassen wir die technischen Anlagen in unseren Gebäuden kontinuierlich modernisieren, um unseren Stromverbrauch zu senken. Zuletzt wurde im November 2017 die Tiefgaragendecke eines Bauabschnitts mit Mineralwolle gedämmt, um zusätzliche Wärme und Energie zu gewinnen. Energieaudits verstehen wir als sehr wichtiges Instrument, um die Energieeffizienz im Unternehmen zu bewerten und auf Grundlage der Ergebnisse gegebenenfalls Maßnahmen zur Steigerung ab- bzw. einzuleiten. Die Audits nach DIN EN 16247 erfolgen alle vier Jahre am Stammsitz in Baden-Baden sowie in ausgewählten Niederlassungen. Mit der regelmäßigen Rezertifizierung ist der TÜV SÜD beauftragt; die nächste Durchführung ist für Januar 2020 geplant.

□ MIT ELEKTRONISCHER SIGNATUR ABGESCHLOSSENE LEASINGVERTRÄGE

4.6.3 REISEKOSTENPOLICY

Der GRENKE Konzern beabsichtigt, die Anzahl der Geschäftsreisen möglichst gering zu halten, und sieht vorrangig die Nutzung wirtschaftlicherer Kommunikationsformen wie Video- und Telefonkonferenzen vor. Für erforderliche Dienstfahrten verfügen wir über eine interne Reisekostenpolicy. Sie empfiehlt, öffentliche Verkehrsmittel und insbesondere Bahnverbindungen zu nutzen. Ferner prüfen wir im Rahmen eines Pilotprojekts in Deutschland seit Juni 2017 den Einsatz von E-Mobilität; im Oktober 2018 kam ein zweites Fahrzeug hinzu.

4.7 REGIONALES ENGAGEMENT

Sich für die Gesellschaft zu engagieren, ist für den GRENKE Konzern ein gelebter Bestandteil der Unternehmenskultur und des Stakeholder-Engagements. Unsere Förderschwerpunkte ergeben sich dabei aus der regionalen Verwurzelung des Unternehmens in Mittelbaden und aus den vom Konzernvorstand definierten kulturellen und sozialen Themen.

4.7.1 SPORT, KULTUR UND BILDUNG

Einen besonderen Fokus legen wir seit der Unternehmensgründung auf die Förderung der Denksportdisziplin Schach. Deren Handlungsmaximen wie analytisches Denken und strategisches Handeln sowie Entscheidungsfähigkeit fassen wir als Eckpfeiler einer verantwortungsvollen Unternehmensführung auf - und als Kernkompetenzen in Zeiten des digitalen Wandels. Seit 1997 fördert der GRENKE Konzern das Schachzentrum und die Ooser Schachgesellschaft (OSG) in Baden-Baden. Im Förderzeitraum haben die auf diese Weise unterstützten Mannschaften zahlreiche nationale und internationale Turniersiege erzielt. Die OSG ist sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern deutscher Rekordmannschaftsmeister. Auch im Schüler- und Jugendbereich konnten dank der Förderung etliche Erfolge errungen werden. Im Jahr 2013 übernahmen wir erstmals das Hauptsponsoring der "GRENKE Chess Classic" in Baden-Baden, an dem regelmäßig hochrangige Spieler wie der norwegische Schachweltmeister Magnus Carlsen teilnehmen. Auch sponsern wir das weltweit größte offene Schachturnier "GRENKE Chess Open", das seit 2016 in Karlsruhe stattfindet und 2018 rund 1.500 Teilnehmer aus aller Welt zählte. Im Bereich Musik und Education unterstützen wir das Schulprojekt "Kolumbus - Klassik entdecken!". Mit einem Zuschuss eröffnen wir Schülern den vergünstigten Zugang zu Veranstaltungen des Festspielhauses Baden-Baden. Die Schüler besprechen im begleitenden Unterricht den Inhalt der besuchten Vorstellung und können an Orchesterproben teilnehmen. Mehr als 45.000 Schüler haben dieses Bildungsangebot seit 2001 wahrgenommen. Weitere Informationen zum GRENKE-Schulprojekt sind unter www.festspielhaus.de/bildung/schulprojekt-kolumbus zu finden. Außerdem fördert die GRENKE AG seit 2016 die SRH Hochschule Berlin im Rahmen einer Stiftungsprofessur für Entrepreneurship einschließlich zwei halber Doktorandenstellen bis 2022 sowie mit dem Aufbau des Forschungsinstituts GRENKE Centre for Entrepreneurial Studies, welches im Januar 2018 eröffnet wurde. Dieses Institut analysiert Unternehmensgründungen wissenschaftlich und ermittelt Erfolgsfaktoren für die Praxis. Als Gründer und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der GRENKE AG bringt Herr Wolfgang Grenke seine Expertise und sein Netzwerk ebenfalls in dieses Förderprojekt ein. Unter der Schirmherrschaft der GRENKE AG fand im Jahr 2018 gemeinsam mit dem Förderverein des SV Sinzheim zum zweiten Mal der GRENKE-Cup, ein Fußball-Hallenturnier zugunsten der Jugendarbeit, statt. Gemeinsames Anliegen ist es, den Sport mit Schule, Ausbildung oder Studium zu verbinden.

4.7.2 GEMEINNÜTZIGE PROJEKTE

Ergänzend zum Sponsoring der oben genannten Einrichtungen unterstützen wir regionale und überregionale gemeinnützige Organisationen. Beispiele hierfür sind die Stiftung Ordnungspolitik und das Hilfswerk "SOS-Kinderdörfer". Im vergangenen Jahr beteiligten wir uns außerdem mit einem finanziellen Betrag an einer Spende für die Tafel der Caritas in Baden-Baden, mit der die Anschaffung eines neuen Transporters unterstützt wurde.

5. VERGÜTUNGSBERICHT

Der Corporate-Governance-Bericht dieses Geschäftsberichts enthält den Vergütungsbericht, in dem die Grundzüge des Vergütungssystems von Vorstand und Aufsichtsrat mit den individualisierten Bezügen ihrer Mitglieder dargestellt werden. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil dieses zusammengefassten Lageberichts.

6. VERÄNDERUNG IN DEN ORGANEN DER GESELLSCHAFT

Mit Wirkung zum 28. Februar 2018 schied Wolfgang Grenke aus dem Vorstand der GRENKE AG aus. Die bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Antje Leminsky, übernahm das Amt der Vorstandsvorsitzenden. Zusätzlich zu ihren bisherigen Ressorts IT und Personalstrategie übernahm sie die Verantwortung für die Konzernstrategie, das Risikocontrolling und das Credit Center.# Sebastian Hirsch, im Vorstand verantwortlich für die Bereiche Controlling, M&A und Treasury, übernahm darüber hinaus die Ressorts Recht, Steuern und Investor Relations. Die weiteren Ressortzuständigkeiten blieben unverändert.

7. CHANCEN-, RISIKO- UND PROGNOSEBERICHT

7.1 RISIKOBERICHT

7.1.1 RISIKOMANAGEMENT

Das Risikomanagement des GRENKE Konzerns wurde in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt, um potenzielle und neu eingetretene Risiken zu erfassen und zu bewerten. Dabei achten wir sowohl auf Einzelrisiken als auch auf mögliche Risikokonzentrationen und Interdependenzen zwischen einzelnen Risikofeldern. Das Risikomanagement des GRENKE Konzerns folgt einem klar definierten und koordinierten Prozess. Dieser erfasst alle relevanten Ebenen der Konzernorganisation und ist eng auf die Tätigkeiten der einzelnen Bereiche abgestimmt. Zur Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen ist darüber hinaus ein konzernweites Risikocontrolling implementiert, das Risiken unabhängig beurteilt, bewertet, überwacht, kommuniziert und steuert. Die Interne Revision prüft jährlich die korrekte und umfassende Implementierung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Risikomanagement. Im Berichtsjahr 2018 ergaben sich keine wesentlichen Beanstandungen. Das zentrale Gremium des Risikomanagementprozesses innerhalb des GRENKE Konzerns stellt der Arbeitskreis Risiko (AK Risk) dar. Ihm gehören neben Vorständen, die Vertreter aller wesentlichen Fachbereiche an. Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für die Überwachung des Risikomanagementsystems und seine konzernweite Einhaltung. Die Risikostrategie des Konzerns legt basierend auf der Geschäftsstrategie den langfristigen, risikopolitischen Rahmen für das Risikomanagement fest. Dieser Rahmen definiert die übergreifenden Risikoziele sowie den Einsatz konsistenter Standards, Methoden, Verfahren und Instrumente zum Erreichen dieser Ziele. Klar definierte Anforderungen dienen dazu, hohe Qualitätsstandards, Durchgängigkeit und Wiedererkennungswerte der risikostrategischen Ziele sicherzustellen. Die jederzeitige Einhaltung der regulatorisch geforderten Kapital- und Liquiditätsquoten ist ebenfalls operativ und strategisch implementiert.

Die Risikostrategie gibt die folgenden Ziele vor:

  • Risikodiversifizierung zur Vermeidung von Klumpenrisiken
  • Prozessverschlankung und -standardisierung zur Reduzierung der Komplexität und der operationellen Risiken
  • Reduktion von Marktpreisrisiken auf das für das operative Geschäft notwendige Minimum
  • Effektive frühzeitige Messung und Steuerung von Risiken sowie Prognose von Zahlungsausfällen
  • Den aufsichtsrechtlichen Anforderungen genügende Eigenkapitalstruktur nach Säule I und Säule II

Aufgrund der Diversifikation unseres Geschäfts über Branchen und Länder hinweg sind wir in keinem unserer Geschäftsbereiche substanziellen Einzelrisiken ausgesetzt.

7.1.2 RISIKOMANAGEMENTPROZESS

Der Risikomanagementprozess basiert auf der Risikostrategie und umfasst den Regelkreislauf Identifikation, Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Berichterstattung. Mit diesem Prozess werden interne und externe Risiken sowie Chancen im Konzern systematisch und strukturiert erfasst, offengelegt, bewertet und dokumentiert. Beschäftigte und Vorstand werden damit in die Lage versetzt, im Rahmen der risikopolitischen Vorgaben mit Risiken verantwortungsvoll umzugehen und erkannte Chancen gezielt zu nutzen.

Effektives Risikomanagement: Durch eine große Anzahl kleiner Vertragsvolumen über viele Branchen und Kunden hinweg erreichen wir Diversifikation. Ein umfangreiches Qualitätsmanagement ist wesentlicher Bestandteil unseres Risikomanagementprozesses und seine konsequente und kontinuierliche Verbesserung ist Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Das Qualitätsmanagement umfasst die Bewertung unserer Händlerbeziehungen auf Basis der Adressenausfallrisiken, die Dokumentation unserer Geschäftsprozesse und die Erstellung individuell auf unseren Bedarf ausgerichteter Software für die Abwicklung der Vertragsbeziehungen mit unseren Leasingnehmern und Franchisepartnern. Ferner stellen unsere Verfahren zur Bewertung von Bonitätsrisiken aus Leasingverträgen, Kredit- und Factoringvereinbarungen einen weiteren wesentlichen Bestandteil unseres Risikomanagementsystems dar.

Im Rahmen der Risikoidentifikation wird anlassbezogen sowie mindestens einmal jährlich eine Bewertung des Risikoinventars durch die Konzernmitarbeiter vorgenommen. Um die Einzelrisiken qualifiziert beurteilen zu können, hat das Unternehmen Arbeitskreise für die Risikoarten Adressenausfallrisiken, Marktpreis- und Liquiditätsrisiken sowie strategische und operationelle Risiken eingerichtet, in denen diese Risiken diskutiert werden. Die Sprecher der Arbeitskreise berichten an den AK Risk, der sich mindestens zweimal pro Jahr trifft. Themen sind insbesondere das Ergebnis der Risikoumfrage, Berichte der Arbeitskreise für Risikoarten, Risikoinventur, Ad-hoc-Risikomeldungen und weitere aufsichtsrechtliche und gesetzliche Herausforderungen sowie Neuerungen in Bezug auf das Risikomanagement. Innerhalb des Gremiums werden die im Rahmen der Risikoinventur als wesentlich eingestuften Risiken erörtert und gegebenenfalls weitere Handlungsmaßnahmen beschlossen.

Das Risikocontrolling nutzt ein periodenorientiertes Risikotragfähigkeitsmodell, das alle als wesentlich identifizierten Risiken beurteilt sowie der konzernweiten Steuerung und Überwachung des Gesamtrisikoprofils und des ökonomischen Kapitals dient. Die festgelegten Risikobereiche bzw. Risikoarten sind im Zuge der Risikotragfähigkeitsbetrachtungen mit Risikodeckungsmasse zu unterlegen und zu limitieren. Teil der Risikotragfähigkeitsbetrachtungen ist auch die angemessene Berücksichtigung von Erkenntnissen aus Stresstestbetrachtungen für die wesentlichen Risiken. Das Risikocontrolling erstellt vierteljährlich einen Risikobericht, in dem die aktuelle Risikosituation dargestellt und erläutert wird. Anlassbezogen und mindestens jährlich wird die Bestandsaufnahme aller relevanten Risiken (Risikoinventur) durchgeführt. Ergänzend zu den Risikoberichten, der Risikoinventur, der Risikoumfrage und der Ad-hoc-Risikoberichterstattung dienen weitere Instrumente zur Steuerung von Risiken. Im Berichtsjahr wurden Ad-hoc-Risikomeldungen über das Risikomanagement-Tool abgegeben.

Auf Konzernebene sind neben der Risikocontrolling-Funktion gemäß MaRisk zudem die unabhängigen Funktionen der Compliance-Stelle, des Geldwäschebeauftragten, des Datenschutzbeauftragten und des Chief Information Security Officer (CISO) eingerichtet. Die Compliance-Stelle überwacht den Umgang mit Insiderinformationen und das Einhalten der vorgegebenen Wohlverhaltensregeln. Sie identifiziert und steuert in der gesamten GRENKE Gruppe Interessenkonflikte mit Risikopotenzialen. Der Datenschutzbeauftragte überwacht die Einhaltung und Umsetzung der Datenschutzgesetze. Der Geldwäschebeauftragte überwacht die Einhaltung der Sorgfaltspflichten gemäß Geldwäschegesetz. Auf Basis seiner Richtlinie entsprechend den aufsichtsrechtlichen Vorgaben, einer aktuellen Gefährdungsanalyse des Konzerns sowie mit dem Einsatz von Monitoring- und Analyseinstrumenten ergreift er risikobasierte Maßnahmen gegen Rechts- und Reputationsrisiken. Der Chief Information Security Officer (CISO) macht Vorgaben, überwacht die IT-Sicherheit und verantwortet den Schutz der selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte des Konzerns. Er berichtet als Stabsstelle direkt an das für den Bereich IT-Organisation zuständige Vorstandsmitglied. Die Sonderbeauftragten sind fachlich unmittelbar dem jeweiligen Vorstand unterstellt. Entsprechend den aufsichtsrechtlichen Anforderungen hat der Konzern interne Kontrollverfahren zur Steuerung und Überwachung der genannten Risiken implementiert, die auf dem Auf- und Ablauf der entsprechenden Prozesse basieren. Diese Risiken werden wiederum - wie bereits bei den Ausführungen zum Risikomanagement erläutert - durch das Risikocontrolling beurteilt und bewertet sowie unabhängig überwacht, gesteuert und kommuniziert.

7.1.3 UMSETZUNG AUFSICHTSRECHTLICHER ANFORDERUNGEN

Gemäß § 10 a Abs. 1 Kreditwesengesetz (KWG) stellt der GRENKE Konzern eine Institutsgruppe mit der GRENKE AG als übergeordneter Gesellschaft dar. Diese hat mit der GRENKE BANK AG ein Kreditinstitut als Tochtergesellschaft. Sowohl der GRENKE Konzern als auch die GRENKE BANK AG unterliegen unter anderem den aufsichtsrechtlichen Bestimmungen der Capital Requirement Regulation (CRR) und des KWG. Der GRENKE Konzern und die GRENKE BANK AG haben daher die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aufgestellten Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) sowie die Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) einzuhalten. Sie beinhalten unter anderem qualitative sowie quantitative Anforderungen an das Risikomanagement, die von den Instituten unter Berücksichtigung ihrer Größe sowie der Art, des Umfangs, der Komplexität und des Risikogehalts der Geschäfte umzusetzen sind. Zusätzlich unterliegen auch die Finanzdienstleistungsinstitute GRENKEFACTORING GmbH, Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA und Europa Leasing GmbH auf Einzelinstitutsebene dem KWG und der Aufsicht durch die BaFin und die Deutsche Bundesbank. Für diese Konzerngesellschaften hat die GRENKE AG die sogenannten Waiver-Regelungen gemäß § 2 a Abs. 1 oder 2 KWG in Verbindung mit § 2 a Abs. 5 KWG in Anspruch genommen. Für die 2017 erworbene Europa Leasing GmbH erhielt die GRENKE AG im zweiten Quartal 2018 die Zustimmung gemäß § 2 Abs. 1 KWG. Die nachgeordneten Institute haben BaFin und Bundesbank angezeigt, dass bestimmte aufsichtsrechtliche Bestimmungen auf Gruppen- statt auf Einzelinstitutsebene angewendet werden, da die notwendigen organisatorischen Vorkehrungen vom übergeordneten Institut vollständig erfüllt werden.# 7.1.4 RISIKOTRAGFÄHIGKEIT

Zur Überwachung der Risikotragfähigkeit und damit zur laufenden Sicherstellung der Unternehmensexistenz (Going-Concern-Ansatz bzw. Fortführungsprinzip) wendet der GRENKE Konzern ein internes Risikotragfähigkeitsmodell an, das alle als wesentlich identifizierten Risikoarten beinhaltet. Diesem Modell liegt eine in die Zukunft gerichtete rollierende Zwölfmonatsbetrachtung auf Basis von GuV- und Bilanz-Größen zugrunde. Die festgelegten Risikobereiche bzw. Risikoarten sind im Zuge der Risikotragfähigkeitsbetrachtungen mit Risikodeckungsmasse (RDM) zu unterlegen und zu limitieren. Grundlegendes Ziel des Risikotragfähigkeitsmodells ist es, vorhandene Risiken zu quantifizieren, um daraus frühzeitig potenzielle Belastungen für das Eigenkapital zu identifizieren und angemessene Maßnahmen zu ergreifen.

□ SIEHE GRAFIK "RISIKOTRAGFÄHIGKEITSKONZEPT"

RISIKOTRAGFÄHIGKEITSKONZEPT

Das Zusammenspiel von Risikodeckungsmasse (für die Risikoabdeckung zur Verfügung gestelltes Kapital), Risikolimitierung und quantifiziertem Risikokapitalbedarf (Risiko) wird als Risikotragfähigkeitssystem bezeichnet. Es stellt einen integralen Bestandteil der Konzernstrategie, -planung und -Steuerung dar. Als Risikodeckungsmasse werden die maximal zur Risikoabdeckung zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel - im Wesentlichen Eigenmittel - bezeichnet. Gemäß der Logik des Going-Concern-Ansatzes (Unternehmensfortführung) wird ein Teil der Risikodeckungsmasse zur Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Mindestkapitalanforderungen sowie weiterer Abzugspositionen reserviert und steht nicht der Risikoabdeckung zur Verfügung. Teil des Risikotragfähigkeitssystems ist auch die angemessene Berücksichtigung von Erkenntnissen aus Stresstestbetrachtungen für die Risiken aus außergewöhnlichen, jedoch möglichen Ereignissen. Das Risikocontrolling entwickelt klassische Szenarien (historische und hypothetische), die vom Vorstand verabschiedet werden.

Im Zuge der quartalsweisen Ermittlung der Risikotragfähigkeit werden folgende Stresstestszenarien berechnet:

  • Schwerer konjunktureller Abschwung: Dieses Szenario unterstellt einen schweren konjunkturellen Einbruch und eine Stagnation in den Folgejahren, ausgelöst beispielsweise durch die finanzielle Schieflage eines bedeutenden Kredit- oder Finanzdienstleistungsinstituts. Dabei wird unterstellt, dass die steigende Unsicherheit auf den Finanzmärkten mit einer Ausweitung der Risikoprämien auf den Geld- und Kapitalmärkten, Ratingherabstufungen, einem Einbruch von Exporten und Investitionen in Deutschland und Europa einhergeht. Es kommt verstärkt zu Betrugsfällen infolge von Wut- und Verzweiflungstaten. Schließlich führen die extrem schlechten Aussichten und die zunehmende extreme Unsicherheit zu einem Rückgang des Neugeschäfts.
  • Schwere EU-Währungskrise nach Italexit: Das Szenario unterstellt einen teilweisen Zerfall des Euroraums nach einem Austritt Italiens aus dem EU-/Euroraum. Dabei wird unter anderem unterstellt, dass Forderungen an dieses Land in großem Umfang abgeschrieben werden müssen, eine Ausweitung der Risikoprämien auf den Geld- und Kapitalmärkten erfolgt, Ratingherabstufungen für italienische Unternehmen, Banken und den Staat durchgeführt werden und sich als Folge des damit einhergehenden Vertrauensverlustes eine massive Abwertung des Euro ergibt. Die neue italienische Währung wertet gegenüber dem Euro erheblich ab. Die zunehmende Verunsicherung führt zu einem Rückgang des Neugeschäfts.
  • Abschwung im IT-Bereich: Ein weltweit unerwartet (ad hoc) eintretender Wandel in der IT-Branche (u. a. Cloud-Computing) führt zu einem globalen Nachfragerückgang bezüglich IT-Produkten. Ein nationaler Preisverfall ist die Folge, was temporär zu einem sinkenden Neugeschäft und geringen Erlösen aus Sicht der Gesellschaft führt.
  • Verlust des Investmentgrade-Status: Aufgrund von noch stärkeren regulatorischen Anforderungen erhöhen sich die Eigenkapitalanforderungen. Die Ratingagenturen nehmen aufgrund der zunehmenden Gefahr einer Nichteinhaltung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen eine Ratingherabstufung vor. Dies hat eine qualitative Verschlechterung der Risikoprofilnote im Rahmen des SREP zur Folge. Die Refinanzierungskosten erhöhen sich entsprechend.
  • Inflation: Das Szenario unterstellt einen Anstieg der Inflation im Euro-Raum infolge drastischer geld- und fiskalpolitischer Maßnahmen. Dabei wird unter anderem unterstellt, dass zunehmend in Sachwerte investiert wird und es aufgrund von Inflationsängsten zu einem Rückgang der Sparquote und einem damit einhergehenden Anstieg der Konsumquote kommt. Steigende Investitionen im Euro-Währungsraum gehen mit einer Aufwertung des Euro einher. Die EZB reagiert mit einer Erhöhung der Leitzinsen, um die überschüssige Liquidität im Markt abzuschöpfen. Zur Vermeidung erhöhter Kreditvergaben heben die europäischen Zentralbanken die länderspezifischen Quoten zur Festsetzung des antizyklischen Kapitalpuffers an.

Zudem erfolgt jährlich die inverse Stresstestbetrachtung. Sie setzt auf der Annahme der Nichtfortführbarkeit der Geschäftstätigkeit auf. Ausgehend von dieser Annahme wird ermittelt, bei welchem Stressszenario-Level die Schwelle zur Nichtfortführbarkeit des Unternehmens (Gegensatz zum Going Concern) gerade erreicht wäre. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Risikodeckungsmasse nicht mehr zur Deckung der vorhandenen Risiken ausreicht.

In sämtlichen oben erläuterten Stresstestbetrachtungen war die Risikotragfähigkeit des GRENKE Konzerns im Berichtsjahr gegeben. In dem für den Konzern ungünstigsten Szenario (Italexit) erhöhte sich die Limitauslastung auf 84 Prozent des relevanten Risikolimits.

7.1.5 ÜBERSICHT ÜBER DIE RISIKEN DES GRENKE KONZERNS

Auf Basis einer Bruttobetrachtung lag das Gesamtrisikopotenzial des GRENKE Konzerns im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung am Ende des Geschäftsjahres 2018 bei rund 372 Mio. Euro (Vorjahr: 349 Mio. Euro). Wie im Vorjahr stellten die Adressenausfallrisiken mit einem Anteil von rund 80 Prozent des Gesamtrisikopotenzials weiterhin das mit Abstand wichtigste Risikofeld dar (Vorjahr: 81 Prozent), gefolgt von den operationellen Risiken mit einem Anteil von rund 19 Prozent (Vorjahr: 18 Prozent). Wesentlich waren zudem noch die Marktpreisrisiken (Zinsänderungs- und Währungsrisiken) mit einem Anteil von ca. zwei Prozent (Vorjahr: zwei Prozent). Ein Liquiditätsrisiko bestand nur in dem Umfang, in dem Finanzmittel für das geplante Neugeschäft aufgenommen werden müssen. Da der GRENKE Konzern bei fehlendem Neugeschäft mehr Mittelzuflüsse als Mittelabflüsse generiert, bestand kein Liquiditätsrisiko im eigentlichen Sinne. Die strategischen Risiken wurden ihrer Höhe nach als wesentlich eingestuft. Liquiditäts- und strategische Risiken werden im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung nicht quantifiziert, sondern durch Risikopuffer berücksichtigt. Die Risikotragfähigkeitsrechnung zeigt lediglich einen wachstumsbedingten Anstieg des Adressenausfallrisikos sowie der operationellen Risiken, wohingegen die Marktpreisrisiken aufgrund geringerer Zinsänderungsrisiken gegenüber dem Vorjahr gesunken sind. Aufgrund der im Berichtsjahr durchgeführten Kapitalerhöhung mit einem Emissionsvolumen von 198 Mio. EUR sank die Gesamtlimitauslastung in der Risikotragfähigkeitsberechnung im aufsichtsrechtlichen Normalszenario auf 64 Prozent (Vorjahr: 67 Prozent).

Im Folgenden sind die einzelnen Risikofelder des GRENKE Konzerns beschrieben:

ÜBERSICHT ÜBER DIE RISIKEN DES GRENKE KONZERNS
Strategische Risiken
Adressrisiken Potenzielle Verluste, die sich aus dem Ausfall oder der Bonitätsverschlechterung von Kreditnehmern oder Schuldnern ergeben können
Marktpreisrisiken Potenzielle Verluste, die sich aus der Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung (Höhe und Volatilität) von Marktrisikofaktoren (Zinsen und Devisenkurse) ergeben können
Liquiditätsrisiken Potenzielle Verluste, die dadurch entstehen können, dass liquide Geldmittel fehlen oder nur teurer als erwartet zu beschaffen sind, um Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen
Operationelle Risiken Potenzielle Verluste, die sich aus der Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder infolge extern getriebener Ereignisse ergeben können
Geschäftsrisiken Verlustrisiko aus der allgemeinen Geschäftstätigkeit des Unternehmens
Reputationsrisiken Verlustrisiko aus der möglichen Beschädigung des Rufes des Unternehmens oder der Marke (Imageschaden)
Sonstige Risiken Unter anderem Restwertrisiko, Absatzrisiko, Bestandsrisiko

7.1.6 ADRESSENAUSFALLRISIKEN

7.1.6.1 Risikodefinition

Unter Adressenausfallrisiken im weiteren Sinn sind potenzielle Verluste zu verstehen, die sich aus dem Ausfall oder der Bonitätsverschlechterung von Kreditnehmern oder Schuldnern ergeben können. Sie bestehen im bilanziellen und außerbilanziellen Kunden- und Eigengeschäft, wobei das bilanzielle Leasinggeschäft dominiert. Adressenausfallrisiken werden im GRENKE Konzern als wesentlich angesehen.

7.1.6.2 Steuerung des Risikos

In der Steuerung unseres Geschäftes legen wir Wert auf die Messung und Erwartungsschätzung von Verlusten aus dem Ausfall oder aus Bonitätsverschlechterungen unserer Kunden. Das Adressenausfallrisiko im engeren Sinn verstehen wir als die mögliche negative Abweichung von Verlust-Erwartung und tatsächlich eingetretenen Schäden. Daher ist es unser strategisches Ziel, die Abweichung zwischen den prognostizierten Erwartungswerten und den tatsächlich realisierten Verlusten aus Adressenausfallrisiken so gering wie möglich zu halten. Dies versetzt uns zudem in die Lage, eine dem Risiko adäquate Risikoprämie zu erwirtschaften.# KREDITVOLUMEN - GRENKE KONZERNBILANZ

TEUR 31.12.2018 31.12.2017*
Kurzfristige Forderungen
Zahlungsmittel 333.626 203.357
Leasingforderungen 1.605.173 1.333.294
Finanzinstrumente mit positivem Marktwert 1.874 2.161
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 160.430 115.920
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.666 5.786
Summe kurzfristige Forderungen 2.108.769 1.660.518
Langfristige Forderungen
Leasingforderungen 3.098.837 2.551.823
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 82.692 80.306
Finanzinstrumente mit positivem Marktwert 1.842 1.344
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 4.910 4.732
Summe langfristige Forderungen 3.188.281 2.638.205
Summe Forderungsvolumen 5.297.050 4.298.723
  • Vorjahreswerte angepasst aufgrund von IFRS 9, siehe Konzernanhang Tz. 2.1.1 "IFRS 9 Finanzinstrumente".

7.1.6.3 Kreditvolumen - GRENKE Konzernbilanz

Das Forderungsvolumen des GRENKE Konzerns lag zum 31. Dezember 2018 bei insgesamt 5,3 Mrd. EUR (Vorjahr: 4,3 Mrd. EUR) und setzte sich wie folgt zusammen:

SIEHE TABELLE "KREDITVOLUMEN - GRENKE KONZERNBILANZ" AUF SEITE 50

Die Zahlungsmittel enthielten zum 31. Dezember 2018 ein Bundesbankguthaben in Höhe von 191.214 TEUR (Vorjahr: 120.825 TEUR). Die übrigen Zahlungsmittel umfassten - bis auf 41 TEUR Kassenbestand (Vorjahr: 12 TEUR) - Guthaben bei inländischen und ausländischen Banken. Die Finanzinstrumente mit positivem Marktwert stellten die zum Zeitwert bilanzierten Derivate des Konzerns zum Stichtag dar.

Seit dem Jahr 1994 bewerten wir die Bonität unserer Kunden, indem wir Erwartungswerte für Zahlungsausfälle bilden. Dabei werden den Leasingnehmern, den Debitoren im Factoringgeschäft und den Kunden im Kreditgeschäft hinsichtlich ihrer Bonität Entscheidungswerte von 1 bis 6 zugewiesen. Dabei entspricht die Klasse 1 der bestmöglichen und die Klasse 6 der schlechtesten Einstufung. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 lag der durchschnittliche Entscheidungswert für das Neugeschäft bei 2,18 nach 2,02 im Vorjahr.

GRENKE KONZERN: NEUGESCHÄFT NACH GRÖSSENKLASSEN

Die Verteilung des Neugeschäfts des GRENKE Konzerns auf die einzelnen Größenklassen ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

GRENKE KONZERN: NEUGESCHÄFT NACH GRÖSSENKLASSEN (AUF BASIS DER NETTOANSCHAFFUNGSWERTE) Prozent
31.12.2018
< 2,5 TEUR 4,70
2,5 - 5 TEUR 12,03
5 - 12,5 TEUR 23,63
12,5 - 25 TEUR 19,37
25 - 50 TEUR 16,94
50 - 100 TEUR 12,30
100 - 250 TEUR 7,67
> 250 TEUR 3,36

Da die Forderungen aus dem Factoringgeschäft durchgängig kurzfristiger Natur sind, erfolgt die Aufschlüsselung der Nettoanschaffungswerte nach den Laufzeitklassen ausschließlich für die Geschäftsbereiche Leasing und Bank. Die durchschnittliche Vertragslaufzeit des im Berichtsjahr kontrahierten Neugeschäfts betrug 49 Monate (Vorjahr: 48 Monate).

GRENKE KONZERN: NEUGESCHÄFT NACH LAUFZEITKLASSEN (AUF BASIS DER NETTOANSCHAFFUNGSWERTE)

7.1.6.4 Leasinggeschäft

Von dem gesamten Forderungsvolumen des GRENKE Konzerns in Höhe von 5,3 Mrd. Euro zum 31. Dezember 2018 entfiel mit 4,7 Mrd. Euro der überwiegende Anteil auf die kurz- und langfristigen Leasingforderungen. Das Adressenausfallrisiko unserer Leasingnehmer sehen wir daher als das wesentliche Risiko unseres Geschäfts an. Es wird mithilfe statistischer Modelle bewertet und gesteuert. Entscheidungskompetenzen bei Neuvertragsabschlüssen sind in Form von Handlungsvollmachten stufenweise vom Vertriebsmitarbeiter bis zum Vorstand aufgebaut und begrenzen als weiteres Instrument unsere Risiken. Im Ergebnis führen unsere statistischen Modelle zu einem Erwartungswert künftiger Ausfallschäden, die wir als kalkulatorische Risikokosten in der Deckungsbeitragskalkulation berücksichtigen. Die erwarteten Ausfallschäden lagen für das Neugeschäftsportfolio 2018 bei durchschnittlich 5,6 Prozent (Vorjahr: 5,6 Prozent), bezogen auf die Anschaffungskosten der Leasinggegenstände und für die gesamte Vertragslaufzeit von durchschnittlich 49 Monaten.

Die Überprüfung der Adressenausfallrisiken erfolgt regelmäßig und mindestens quartalsweise aufgrund des tatsächlichen Schadensverlaufs mittels Abfragen von Datenbanken, die sowohl öffentlich zugängliche als auch langjährig intern generierte Daten enthalten. Das Verfahren wird von eigenen Fachkräften kontinuierlich weiterentwickelt. Für alle Portfolios werden laufend Soll-Ist-Vergleiche durchgeführt. Hierbei werden die anfänglich erwarteten Ausfallschäden mit einer aktualisierten Schadenserwartung verglichen. Erkenntnisse aus diesem Vergleich gehen in die Struktur unserer statistischen Modelle ein und bilden somit ein Regelkreissystem. Die Planung sieht vor, dass die laufenden Kosten des Betriebs auch dann noch erwirtschaftet werden können, wenn die tatsächlichen Schäden deutlich höher ausfallen als die erwarteten Schäden.

Konzernweit verfolgen wir einen Portfolio-Ansatz für das Kontrahieren von Leasingverträgen. Dessen Differenzierung erfolgt nach den folgenden Kriterien:

  • Leasingnehmer: stark diversifiziertes Portfolio an Leasingnehmern aus Geschäfts- bzw. Firmenkunden
  • Händler/Hersteller: keine individuellen Abhängigkeiten
  • Leasinggegenstände: keine signifikanten offenen Restwerte (Vollamortisationsanspruch); Wartungs-/Gewährleistungsrisiken werden stets von Lieferanten/Herstellern getragen; Objekt ist Teil der Wertschöpfungskette unserer Kunden
  • Objektkategorien erweitert: Wir finanzieren IT-Produkte, kleine Maschinen und Anlagen sowie medizintechnische Geräte
  • Leasingverträge: hohe Stückzahl laufender Verträge mit einer mittleren Vertragslaufzeit von rund vier Jahren und Fokussierung auf Small Tickets jeweils unter 25 TEUR (93 Prozent aller Leasingverträge)
  • Vertriebskanäle: nahezu in allen Absatzkanälen vertreten
  • Geografisch: Präsenz des GRENKE Konzerns in allen großen europäischen Volkswirtschaften mit Standorten in 27 Ländern (in der GRENKE Gruppe: 32)

Nahezu alle abgeschlossenen Finanzierungsleasingverträge sind Verträge mit ökonomischem Vollamortisationsanspruch. Hier übersteigen die vom Leasingnehmer während der Grundmietzeit zu entrichtenden Zahlungen einschließlich garantierter Restwerte die Anschaffungs- und die Vertragskosten. Entsprechend bestehen in unserem Leasinggeschäftsmodell keine wesentlichen Restwertrisiken.

Für den Ansatz der Leasingforderungen auf Portfoliobasis kalkulieren wir gemäß IAS 17 Restwerte, die auf das Gesamtergebnis über mehrere Perioden zu kaum wesentlichen Ergebnisbeiträgen aus dem Verwertungsmehrergebnis führen. Das starke Wachstum früherer Perioden führt dazu, dass die auslaufenden Verträge am Ende der Grundmietzeit in Summe zunehmend aufwandswirksame Buchwertabgänge verursachen. Dem stehen Nachmieterlöse aus Mietverlängerungen gegenüber, die aber erst in späteren Perioden ratierlich im Ergebnis erfasst werden. Bei der Bilanzierung der entsprechenden Vermögenswerte in der Nachmietphase ist es gemäß IAS 17 nicht möglich, den ökonomischen Sachverhalt so darzustellen, dass sich entsprechende Aufwendungen und Erträge in derselben Periode gegenüberstehen. Dies führt dazu, dass das Verwertungsergebnis zwischenzeitlich negativ ausfallen kann (Verwertungsminderergebnis). Über die Gesamtlaufzeit wird mit den noch erzielbaren Erlösen aus Nachmieten ein ausgeglichenes Verwertungsergebnis erwartet.

In unserem Leasinggeschäft lag der mittlere Anschaffungswert in den vergangenen zehn Jahren mit 8.500 EUR auf einem vergleichsweise niedrigen absoluten Niveau. Durch die Konzentration auf Small-Ticket-Leasing wird eine Risikokonzentration weitgehend vermieden. Innerhalb des GRENKE Konzerns überstieg das Gesamtobligo keines einzelnen Leasingnehmers die Ein-Prozent-Marke des bilanziellen Konzern-Eigenkapitals. Am Ende des Geschäftsjahres 2018 gab es weniger als zehn Kreditnehmereinheiten im Bereich Leasing, deren Obligo die Grenze von einer 1,5 Million Euro überschritt. In Summe vereinten sie einen Anteil von weniger als einem Prozent des Gesamtobligos an Leasingverträgen. Engagements oberhalb einer Größe von 750 TEUR werden besonders intensiv überwacht.

Auch bei unseren Vertriebspartnern überwachen wir unsere Abhängigkeit von einzelnen Händlern und Vermittlern. Auf den für den GRENKE Konzern bedeutendsten Händler entfiel am Ende des Geschäftsjahres 2018 ein Anteil von lediglich 0,7 Prozent am Gesamtneugeschäftsvolumen. Die zwanzig größten Händler vereinten einen Anteil von 5,8 Prozent des Neugeschäfts.

Risiken, die aus den unterschiedlichen Rechtssystemen der jeweiligen Länder entstehen könnten, werden vor Markteintritt mit lokalen Rechts- und Steuerfachleuten erörtert und in den Leasingverträgen berücksichtigt. Das Geschäftsmodell wird, soweit notwendig, entsprechend angepasst.

Zur Bestimmung der Risikovorsorge für Leasingforderungen werden diese abhängig von ihrem jeweiligen Kreditrisiko in drei Stufen eingeteilt. Die Wertberichtigungen für Leasingverträge der Stufe 1 entsprechen dem erwarteten Verlust für einen Zwölfmonatszeitraum. Für Leasingforderungen in Stufe 2 wird eine Risikovorsorge in Höhe des erwarteten Verlusts für die gesamte restliche Vertragslaufzeit gebildet. Für Leasingforderungen der Stufe 3 werden die erwarteten Schäden als Risikovorsorge angesetzt.

Zum Stichtag 31. Dezember 2018 betrug der Bestand der Wertberichtigungen 279,5 Mio. EUR (Vorjahr: 230,8 Mio. EUR). Der Aufwand der Risikovorsorge für das Leasinggeschäft hat sich gegenüber dem Vorjahr um 11,1 Mio. EUR auf 90,1 Mio. EUR erhöht.

Konzentrationen bestanden insbesondere in den Ländern Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien, auf die 74 Prozent des gesamten Forderungsvolumens des Leasinggeschäfts entfiel.# 7.1.6.5 Kreditgeschäft

Adressenausfallrisiken stellen das wesentliche Finanzrisiko der GRENKE Bank dar. Die aus dem Kreditgeschäft resultierenden Forderungen setzten sich im Wesentlichen aus Existenzgründungsfinanzierungen, Mikrokreditfinanzierungen und KMU-Krediten zusammen. Dabei belief sich das durchschnittliche Forderungsvolumen im Kreditgeschäft zum 31. Dezember 2018 auf 18,1 TEUR. Darüber hinaus finanziert die GRENKE Bank auch andere Konzerngesellschaften unter anderem über den Ankauf von Leasingforderungen. Als Finanzierungspartner für KMU arbeitet die GRENKE BANK AG seit 2010 mit einer Reihe von Förderbanken zusammen. Die GRENKE Bank verfolgt dabei insbesondere das Ziel, kleineren Existenzgründern Finanzmittel für ihre Gründungsvorhaben zur Verfügung zu stellen. Das damit verbundene Kreditrisiko wird durch eine 80-prozentige Haftungsfreistellung durch die jeweilige Förder- bzw. Bürgschaftsbank reduziert. Ferner beschränkt sich die Finanzierung von Existenzgründungsvorhaben in der Regel auf Kreditobligos von maximal 100 TEUR je Kreditnehmereinheit, sodass die Kreditrisiken in diesem Bereich breit diversifiziert werden. Darüber hinaus erfolgte im Bereich kleinteiliger Existenzgründerfinanzierungen 2014 die Einführung einer eigenen Produktvariante (GRENKE Starterdarlehen), die sich vom Grundsatz her an den Bedingungen der Förderkredite orientiert, jedoch keine Haftungsfreistellung durch Förderbanken beinhaltet. Seit 2015 vergibt die GRENKE Bank in Zusammenarbeit mit dem Mikrokreditfonds Deutschland und ausgewählten Mikrofinanzinstituten Kleinstkredite bis maximal 25 TEUR an Existenzgründer und bestehende Unternehmen. Die Bearbeitung und Refinanzierung erfolgt im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland. Das Adressenausfallrisiko wird komplett durch den Mikrokreditfonds Deutschland getragen. Bei den Forderungen aus dem Kreditgeschäft der GRENKE Bank wird bereits bei Zugang der erwartete Verlust von zwölf Monaten als Wertminderung angesetzt. Bei einer wesentlichen Verschlechterung der Kreditforderungen wird eine Wertminderung in Höhe der erwarteten Verluste über die gesamte Vertragslaufzeit gebildet. Der Aufwand der Risikovorsorge der GRENKE BANK AG für das klassische Kreditgeschäft betrug zum Stichtag 31. Dezember 2018 1,3 Mio. EUR (Vorjahr: 1,6 Mio. EUR).

7.1.6.6 Factoringgeschäft

Auch das Factoringgeschäft des GRENKE Konzerns konzentriert sich auf den Small-Ticket-Bereich. Die drei Factoringeinheiten, die in Deutschland, der Schweiz und Italien tätig sind, bieten im Wesentlichen das sogenannte "offene Factoring" an, bei dem die Rechnungsempfänger (Debitoren) über die Abtretung bestehender Forderungen informiert werden. Unter bestimmten Voraussetzungen werden auch Verträge in Form des stillen Factorings angeboten, bei der der Debitor nicht erfährt, dass die bestehende Forderung an die Factoringgesellschaft abgetreten wurde. Darüber hinaus werden Inkassodienstleistungen angeboten. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 lag der Bestand an Factoringforderungen bei 34,0 Mio. Euro. Zu den Hauptkriterien bei der Kundenselektion im Bereich Factoring zählen die Bonität, der durchschnittliche Jahresumsatz, die Branchenzugehörigkeit sowie der Debitorenstamm des potenziellen Factoringkunden. Dessen laufendes Monitoring ermöglicht eine risikoadjustierte Konditionengestaltung. Im Rahmen der Kreditentscheidung erfolgt eine Bonitätsprüfung der Debitoren des Factoringkunden anhand der Daten externer Wirtschaftsauskunfteien, die mit Unterstützung des Credit-Centers des Konzerns ausgewertet werden. Zum größten Teil wickeln die Factoringeinheiten des Konzerns Verträge mit jeweils inländischen Debitoren ab. Innerhalb der Vertragslaufzeit erfolgt zudem eine laufende Prüfung sowie Bewertung der Debitoren und Kunden auf Basis des Zahlungsverhaltens. Für die erwarteten Ausfälle aus Factoringforderungen werden Wertberichtigungen anhand des 12 Month Expected Credit Loss gebildet. Da es sich bei Factoringforderungen um kurzlaufende Forderungen handelt, entspricht der 12 Month Expected Credit Loss dem Lifetime Expected Credit Loss. Die Wertberichtigung im Factoringgeschäft beträgt zum Stichtag 0,8 Mio. EUR (Vorjahr: 0,6 Mio. EUR). Der Aufwand der Risikovorsorge für das Factoringgeschäft lag im Berichtsjahr bei 0,5 Mio. EUR (Vorjahr: 0,3 Mio. EUR).

7.1.6.7 Beteiligungsgeschäft

Der GRENKE Konzern hält über seine Tochtergesellschaft GRENKE BANK AG eine Beteiligung in Höhe von 25,01 Prozent an der Cash Payment Solution GmbH in Berlin und eine Beteiligung von 15 Prozent an der in München ansässigen Finanzchef24 GmbH. Darüber hinaus erwarb der GRENKE Konzern über die Tochtergesellschaft GRENKE digital GmbH eine Beteiligung an der im Berichtsjahr neu gegründeten finux GmbH. Als Bestandteil der Adressenausfallrisiken werden Beteiligungsrisiken ebenfalls im Rahmen der Risikotragfähigkeit quantifiziert.

7.1.6.8 Finanzierung der Franchiseunternehmen

Die Franchiseunternehmen der GRENKE Gruppe treten in ihren jeweiligen Märkten als Leasinggeber auf. Auch sie bewegen sich im Small-Ticket-Segment. Die von den Franchisenehmern kontrahierten Leasingverträge werden überwiegend über den Konzern refinanziert. Grundlage bildet der jeweilige zwischen dem Franchisenehmer und dem Konzern abgeschlossene Refinanzierungsrahmenvertrag. Soweit Refinanzierungen ausgereicht werden, werden diese entweder in Form von Darlehen oder als Forfaitierungen bereitgestellt. Daneben bieten wir Factoring im Rahmen unseres Franchisemodells in Großbritannien, Italien, Irland, Polen, Portugal und Ungarn an. Darüber hinaus dient die GRENKE AG als Garantiegeber für einzelne Franchisegesellschaften. Die Garantien betrugen zum Stichtag 75,7 Mio. EUR nach 38,4 Mio. EUR im Vorjahr.

7.1.7 MARKTPREISRISIKEN

7.1.7.1 Risikodefinition

Unter Marktpreisrisiken sind potenzielle Verluste zu verstehen, die sich aus der Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung (Höhe und Volatilität) von Marktpreisen ergeben können. Preisschwankungen an den Finanzmärkten können sich signifikant auf Cashflow und Gewinn des Konzerns auswirken. Von besonderer Bedeutung sind Veränderungen auf den Zinsmärkten und bei bestimmten Währungen. Marktpreisrisiken werden innerhalb des GRENKE Konzerns als wesentlich angesehen.

7.1.7.2 Steuerung des Risikos

Die strategische Ausrichtung des GRENKE Konzerns sieht vor, Marktpreisrisiken ausschließlich in Verbindung mit dem operativen Geschäft einzugehen und auf ein entsprechendes Höchstmaß zu reduzieren. Im Rahmen unseres Risikomanagements und der laufenden Überwachung von Zins- und Währungspositionen betreiben wir eine aktive Positions- und Risikosteuerung (bspw. Hedging offener Währungspositionen) im Rahmen unseres gewöhnlichen Geschäfts. Neben risikobehafteten, marktsensitiven Positionen wie beispielsweise einer variabel verzinsten Anleihe oder einer Forderung in einer Fremdwährung spielen auch Sensitivitäten und Elastizitäten der jeweiligen Marktpreise eine entscheidende Rolle im Umgang mit Zins- und Wechselkursrisiken. Ziel des GRENKE Konzerns ist es, die Sensitivität des Gewinns in Bezug auf die Abhängigkeit von der Volatilität der Marktpreise zu begrenzen. Das heißt, unter Wahrung eines angemessenen Verhältnisses von Kosten und Nutzen der Sicherungsbeziehungen soll eine möglichst hohe Unabhängigkeit des Gewinns von der Entwicklung an den Zins- und Währungsmärkten erreicht werden. Dabei werden für eine Risikoabschätzung über die Sensitivitätsanalyse folgende Parameter unterstellt:

  • eine gleichzeitige, parallele Aufwertung bzw. Abwertung des Euro gegenüber den bedeutendsten Fremdwährungen um zehn Prozent
  • eine Parallelverschiebung der Zinskurven um 100 Basispunkte (ein Prozentpunkt)

Die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen aus diesen Analysen stellen Abschätzungen dar. Sie haben eine fiktiv unterstellte Marktpreisveränderung zur Grundlage und basieren insbesondere auf Ceterisparibus-Annahmen. Deshalb erfolgt das Betrachten der Verschiebung der Zinskurve losgelöst von etwaigen Verbundeffekten auf andere zinsinduzierte Marktentwicklungen. Die tatsächlichen Auswirkungen auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung können aufgrund der tatsächlich eingetretenen Entwicklung hiervon deutlich abweichen. Die wesentlichen Marktpreisrisiken bzw. die offenen Positionen aus dem Zins- und Währungsrisiko werden mindestens einmal monatlich mit dem zuständigen Vorstand im AK Marktpreisrisiko auf der Grundlage laufend erstellter Analysen erörtert. Risiken aus der Veränderung von Aktienkursen bzw. Rohstoffpreisen ist der Konzern nicht ausgesetzt.# 7.1.7.3 Derivate zur Absicherung
Der Konzern nutzt derivative Finanzinstrumente ausschließlich und immer nur dann, wenn die gewöhnliche Geschäftstätigkeit Risiken mit sich bringt, die durch den Einsatz geeigneter Derivate minimiert oder eliminiert werden können. Eingesetzt werden ausschließlich Zinsswaps und Devisentermingeschäfte. Jedem derivativen Kontrakt unterliegt ein wirtschaftliches Grundgeschäft mit einer entsprechend gegenläufigen Risikoposition. Vertragspartner sind nur Kreditinstitute mit guter bzw. sehr guter Bonität. Deshalb und aufgrund der Diversifikation unserer Kontraktpartner sowie durch den gegenseitigen Austausch von Sicherheiten spielt das Adressenausfallrisiko durch den Kontrahenten eine untergeordnete Rolle.

7.1.7.4 Zinsänderungsrisiken

Der GRENKE Konzern betreibt keine Fristentransformation, um einen Zinsüberschuss zu erwirtschaften. Entsprechend sind die Auswirkungen zukünftiger Zinsentwicklungen auf das bestehende Portfolio gering und die Zinsänderungsrisiken bewegen sich insgesamt in einem moderaten Rahmen. Das Zinsänderungsrisiko resultiert für den Konzern in erster Linie aus der Sensitivität der zukünftigen Zinsaufwendungen aus Finanzschulden infolge von Veränderungen des Marktzinsniveaus. Ein weiteres Absinken der Zinsen ist angesichts des derzeitigen Niedrigzinsumfelds unwahrscheinlich. Vielmehr ist in Verbindung mit der aktuellen moderaten Inflation im Euroraum zumindest mittelfristig von steigenden Zinsen auszugehen. Finanzschulden bestehen hauptsächlich aus variabel verzinsten Schuldverschreibungen und ABCP-Programmen. Einzelheiten zu diesen Risiken sowie zum Management von Zins- und Währungsrisiken werden im Konzernanhang im Kapitel 7.3 "Derivative Finanzinstrumente" dargestellt.

Eine Veränderung von 100 Basispunkten (Bp) der Zinssätze im Berichtsjahr hätte das Eigenkapital und Jahresergebnis, jeweils vor Ertragsteuer, mit den unten aufgeführten Beträgen erhöht oder vermindert. Es wird unterstellt, dass alle anderen Einflussfaktoren, vor allem Wechselkurse, konstant bleiben.

□ SIEHE TABELLE "ZINSÄNDERUNGSRISIKEN UND DEREN AUSWIRKUNG AUF DAS JAHRESERGEBNIS SOWIE EIGENKAPITAL VOR ERTRAGSTEUER"

ZINSÄNDERUNGSRISIKEN UND DEREN AUSWIRKUNG AUF DAS JAHRESERGEBNIS SOWIE EIGENKAPITAL VOR ERTRAGSTEUER

Jahresergebnis vor Ertragsteuer Eigenkapital vor Ertragsteuer
TEUR +100 Bp -100 Bp +100 Bp -100 Bp
31. Dezember 2018
Variabel verzinsliche Instrumente -821 821 -- --
Marktbewertung Zinsswaps -- -- 516 -545
31. Dezember 2017
Variabel verzinsliche Instrumente -644 644 -- --
Marktbewertung Zinsswaps -- -- 933 -956

Die Emission von Anleihen und das Kontrahieren von Zinsswaps stellen Bestandteile der Umsetzung einer Finanzierungsstrategie dar, bei der die Liquiditätsbeschaffung und die Zinssicherung getrennt vorgenommen werden. Hierdurch gewinnen wir hohe Flexibilität bei der Optimierung unserer Refinanzierung. Die daraus gegebenenfalls resultierenden Risiken (variable Zinszahlungsströme) werden durch geeignete Zinsderivate abgesichert. Da für alle designierten Sicherungsgeschäfte eine nahezu 100-prozentige Effektivität nachgewiesen werden konnte, wurden die Marktwertänderungen der Zinsderivate als Sicherungsgeschäfte, bezogen auf den Clean Value (ohne Berücksichtigung von Stückzinsen), im Eigenkapital erfasst.

Im Rahmen der ABCP-Programme mit der Helaba (Opusalpha Purchaser II), der DZ BANK (CORAL), der Hypo-Vereinsbank/UniCredit Bank AG (Elektra) und mit der HSBC France (Regency) obliegt die Zinssicherung und damit die Zinsrisikosteuerung dem jeweiligen strukturierten Unternehmen bzw. dem GRENKE Konzern. Die ABCP-Transaktion dient hier ebenfalls als variabel verzinstes Grundgeschäft, und das Absichern der Zahlungsströme erfolgt durch den Einsatz von Zinsswaps. Im Rahmen der beiden ABCP-Programme mit der SEB AB (Kebnekaise Funding Limited) werden Zinsswaps für das Begrenzen des Zinsänderungsrisikos eingesetzt. Die GRENKE AG ist hier kein Counterpart im Swap.

Beim Kontrahieren der Zinsswaps stehen stets die Parameter des Grundgeschäfts, das durch die Finanzierung (Passiva) gegeben ist, im Mittelpunkt. Deshalb entspricht die Zinsterminologie der Swaps auf der variablen Seite weitestgehend exakt derjenigen des Grundgeschäfts. Weiterhin übersteigt das in den Swaps kontrahierte Volumen zu keinem Zeitpunkt das der gesicherten Finanzierung. Die bestehenden wie auch die geplanten Refinanzierungstransaktionen werden aktiv in das Risikomanagement eingebunden und die diesbezüglichen Hedgebeziehungen im Rahmen einer stetigen Analyse quartalsweisen Effektivitätstests mittels einer nach IFRS zulässigen Methode unterzogen.

Das AK Marktpreisrisiken bewertet monatlich die offenen Zinspositionen gemäß der internen Definition und leitet Handlungsbedarf ab. Durch den Vorstand beschlossene Sicherungsgeschäfte werden daraufhin vom Team Refinanzierung getätigt. Das Zinsrisiko wird im Rahmen der Risikotragfähigkeitsberechnung quartalsweise auf Basis eines Value-at-Risk-(VaR-)Ansatzes quantifiziert. Bei der Ermittlung des Zinsänderungsrisikos werden die Effekte von Änderungen der jeweiligen Referenzzinssätze auf die Positionen des Zinsbuchs (zinstragende aktivische und passivische Bilanzpositionen) simuliert und die Auswirkungen auf das Zinsergebnis abgeleitet. Die Veränderung des jeweiligen Risikoparameters (jeweiliger Referenzzins) wird durch eine zehnjährige historische Simulation zum Konfidenzniveau 99,0 Prozent bei einer vorgegebenen Haltedauer von 20 bzw. 240 Tagen ermittelt und als absolute Basispunkteverschiebung dargestellt. Darüber hinaus werden sämtliche Standardzinsschockszenarien der EBA-Leitlinie 2018/02 berechnet. Diese beinhalten neben dem parallelen Zinsshift um 200 Basispunkte auch verschiedene Drehungen der Zinsstrukturkurve. Darüber hinaus wird auch die Ergebnisauswirkung bei einem Betrachtungshorizont von fünf Jahren ermittelt, um die Effekte der drehenden Zinsstrukturkurven im langfristigen Bereich zu erfassen. Bei einem Risikohorizont von einem Jahr lag die geschätzte maximale Verlusthöhe zum Konfidenzniveau von 99,0 Prozent zum Jahresende 2018 bei 5,3 Mio. EUR.

7.1.7.5 Währungsrisiken

Aufgrund der internationalen Ausrichtung seines Geschäfts hat der GRENKE Konzern zum Bilanzstichtag offene Fremdwährungspositionen. Entsprechend ist der Konzern Währungsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu begrenzen bzw. zu eliminieren, kommen intern definierte Hedgingstrategien zur Anwendung. Die eingesetzten Derivate werden zum Stichtag bilanziell mit ihren Marktwerten unter den finanziellen Vermögenswerten bzw. unter den finanziellen Schulden erfasst.

In unseren großen Märkten, wie zum Beispiel Großbritannien, refinanzieren wir das dort akquirierte Neugeschäft in der lokalen Landeswährung. Darüber hinaus schließen unsere Tochtergesellschaften ihr operatives Geschäft im Allgemeinen auf den jeweiligen lokalen Märkten und nicht über Landesgrenzen (cross border) hinweg ab, wodurch Währungsrisiken nahezu ausgeschlossen werden können. Entsprechend hatte das bevorstehende Brexit bislang nur unwesentliche Auswirkungen für unser Geschäft im Zusammenhang mit Wechselkursschwankungen.

Das Währungsrisiko wird im Rahmen der Risikotragfähigkeitsberechnung quartalsweise auf Basis eines Value-at-Risk-(VaR-)Ansatzes quantifiziert. Zur Identifizierung offener Positionen, die einem Fremdwährungsrisiko unterliegen, werden Cashflows in Fremdwährung den abgeschlossenen Devisentermingeschäften gegenübergestellt. Für jede Währungsposition wird das entsprechende Konfidenzniveau anhand historischer Wechselkursänderungen der letzten zehn Jahre errechnet. Darüber hinaus werden verschiedene Stressszenarien wie eine Ad-hoc-Kursverschiebung von 25 Prozent simuliert. Die VaR-Berechnung ergab zum Stichtag 31. Dezember 2018 bei einem Konfidenzniveau von 99,0 Prozent und einem Risikohorizont von einem Jahr ein geschätztes Währungsrisiko über die verschiedenen Devisen von 0,8 Mio. EUR.

Währungsrisiken bestehen hauptsächlich im Bereich der Finanzierung für Konzerngesellschaften oder Franchisenehmer, die außerhalb der Eurozone agieren. Das Hedging offener Fremdwährungscashflows erfolgt auf Basis intern definierter Absicherungsgrenzen, die ab einem Bestand zum Tageskurs in Höhe von umgerechnet 500 TEUR pro Währung greifen. Für die gesamte interne Finanzierung des operativen Geschäfts in Australien, Kanada, der Schweiz, Dänemark, Großbritannien, Schweden, Singapur und der Türkei ist der Wechselkurs fest kontrahiert und damit bekannt. Ebenfalls für den Großteil der Finanzierung in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Tschechien und Ungarn ist der Wechselkurs fest kontrahiert. Hier bestehen lediglich weiterhin Risiken für die jeweils offenen Tranchen, und die Absicherungsgrenze von 500 TEUR findet Anwendung. Brasilien, Chile, Polen und Kroatien sind in der unmittelbaren Leasingrefinanzierung nur in sehr begrenztem Umfang von Währungsrisiken betroffen, da dort Vereinbarungen zur Leasingrefinanzierung in Landeswährung bestehen.

Insgesamt ergeben sich Risiken durch Währungsschwankungen aus den finanziellen Vermögenswerten bzw. Forderungen und schwebenden Geschäften in Fremdwährung sowie der Fremdwährungsumrechnung des Jahresabschlusses von Konzerngesellschaften. Der Einsatz von Derivaten - im Fremdwährungsbereich kommen ausschließlich Devisentermingeschäfte zum Einsatz - wirkt der Marktsensitivität der Grundgeschäfte, das heißt den Cashflows aus den finanziellen Vermögenswerten bzw. Forderungen, entgegen. Im Idealfall stellt sich eine nahezu perfekte Kompensation ein. Auf die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften (Hedge-Accounting) wird im Währungsbereich bis auf Weiteres verzichtet.# FREMDWÄHRUNGSSENSITIVITÄTEN UND DEREN AUSWIRKUNGEN AUF DAS JAHRESERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUER

2018 2017
TEUR Aufwertung Abwertung
GBP -1.064 1.065
HUF -581 584
CHF -195 195
BRL 197 -197
TRY 103 -61

7.1.7.6 Fremdwährungssensitivitätsanalyse

Nach Einschätzung des Managements ist der Konzern unter materiellen Gesichtspunkten hauptsächlich dem Wechselkursrisiko des britischen Pfunds (GBP), ungarischen Forint (HUF), schweizer Franken (CHF), brasilianischer Real (BRL), und der türkischen Lira (TRY) ausgesetzt. Die dargestellten Auswirkungen auf das Jahresergebnis vor Ertragsteuern ergeben sich aufgrund der Änderungen von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden einschließlich nicht als Sicherungsgeschäfte designierter Fremdwährungsderivate sowie aus tatsächlichen Zahlungsströmen, die im Berichtszeitraum ganz oder teilweise ergebniswirksam erfasst wurden und im Rahmen der Konsolidierung in Euro umzurechnen waren. Dabei wurden alle anderen Einflussfaktoren, vor allem die Zinssätze, konstant gehalten. Eine direkte Auswirkung auf das Eigenkapital ergibt sich nicht, da Fremdwährungsderivate nicht als Sicherungsgeschäft bilanziert werden. Die Einflüsse der prognostizierten Verkaufs- und Erwerbsgeschäfte werden außer Acht gelassen. Die Tabelle zeigt aus Konzernsicht die Sensitivität einer zehnprozentigen Aufwertung oder Abwertung des Euro gegenüber den jeweiligen anderen Währungen zum 31. Dezember 2018 bzw. während der Berichtsperiode und deren Auswirkung auf das Jahresergebnis vor Ertragsteuer.

□ SIEHE TABELLE "FREMDWÄHRUNGSSENSITIVITÄTEN UND DEREN AUSWIRKUNGEN AUF DAS JAHRESERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUER"

7.1.8 LIQUIDITÄTSRISIKEN

Hinsichtlich der Liquiditätsrisiken verweisen wir zusätzlich auf die Übersicht der erwarteten Mittelabflüsse aus vertraglichen Verpflichtungen im Kapitel zur Vermögenslage des Konzerns.

7.1.8.1 Risikodefinition

Unter Liquiditätsrisiken sind potenzielle Verluste zu verstehen, die dadurch entstehen können, dass liquide Geldmittel fehlen oder nur teurer als erwartet zu beschaffen sind, um Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen. Liquiditätsrisiken werden im GRENKE Konzern als wesentlich erachtet, aber aufgrund ausreichender Steuerungsmaßnahmen durch die vorhandenen Systeme und Methoden als gut beherrschbar eingeschätzt.

7.1.8.2 Liquiditätssteuerung

Die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens wird zu jedem Zeitpunkt durch die ausreichende Vorhaltung von Liquiditätslinien gewährleistet. Im Wesentlichen wird sie durch vorgehaltene Liquidität, zugesagte Kreditlinien und bewährte, am Markt etablierte Geld- und Kapitalmarktprogramme abgedeckt. Emissionen unter den bestehenden Geld- und Kapitalmarktprogrammen erfolgen ausschließlich auf liquiden Märkten und in liquiden Währungen. Die Liquiditätssteuerung basiert auf den drei Säulen Geld- und Kapitalmarktprogramme, Forderungsverkauf und Finanzierungen über die GRENKE Bank. Dank dieser diversifizierten Refinanzierungsstruktur waren wir jederzeit in der Lage, ausreichend Liquidität für den Konzern und das weltweite Geschäft zu beschaffen. Die angemessene Liquiditätsausstattung wird im Rahmen der monatlichen Liquiditätsrisikobetrachtung durch das Risikocontrolling überwacht und reportet.

7.1.8.3 Kurzfristige Liquidität

Das Management des Liquiditätsrisikos umfasst die tägliche Steuerung der Zahlungsein- und -ausgänge. Für das kurzfristige Reporting wird jeweils am ersten Arbeitstag einer Kalenderwoche eine Liquiditätsübersicht erstellt und auf Vorstandsebene behandelt. Hierin sind alle relevanten Informationen zu den kurzfristigen Cash-Entwicklungen der nächsten Wochen enthalten. Die wöchentliche Liquiditätsübersicht zeigt den aktuellen Liquiditätsstatus des Konzerns. Hierbei liegt der Fokus auf den Zahlungsströmen aus dem Leasinggeschäft. Ferner werden auch Löhne und Steuern berücksichtigt. Das Reporting unterscheidet drei Liquiditätsstufen:
* Liquidität 1 (Barliquidität): Auf allen Konten befindliches Geld zuzüglich der Überziehungsrahmen bei Banken sowie aller "unmittelbar" (Zeithorizont etwa eine Woche) fließenden Gelder
* Liquidität 2: Liquidität 1 zuzüglich der bis auf Einmonatssicht fälligen bzw. eingehenden Gelder sowie derjenigen gebundenen Vermögenswerte, die sich auf Einmonatssicht ohne signifikante Wertverluste monetarisieren lassen
* Liquidität 3: Liquidität 2 zuzüglich der nicht bis auf Einmonatssicht fälligen bzw. eingehenden Gelder und zuzüglich derjenigen gebundenen Vermögenswerte, die mehr als einen Monat benötigen, um sich ohne signifikante Wertverluste monetarisieren zu lassen

LIQUIDITÄTSSTUFEN TEUR 31.12.2018 31.12.2017
Liquidität 1 (Barliquidität) 357.733 254.153
Liquidität 2 (bis 4 Wochen) 456.788 376.002
Liquidität 3 (größer 4 Wochen) 743.684 560.654

Zudem erfolgt die Steuerung der kurzfristigen Liquidität im Rahmen der Liquidity Coverage Ratio (LCR). Die LCR verfolgt das Ziel, die jederzeitige kurzfristige Zahlungsfähigkeit in einem Stressszenario von 30 Kalendertagen sicherzustellen. Die Nettozahlungsausgänge (Liquiditätslücken) müssen dabei durch einen Liquiditätspuffer aus unbelasteten, erstklassigen und hochliquiden Aktiva (z. B. Bundesbankgelder) gedeckt sein. Die LCR dient insoweit als Limit für die kumulierte Liquiditätsunterdeckung. Da sich die aggregierten Verbindlichkeiten jeder Fremdwährung auf weniger als fünf Prozent der Gesamtverbindlichkeiten des GRENKE Konzerns belaufen und somit keine signifikanten Liquiditätsrisiken in Fremdwährungen nach Artikel 415 der EU-Verordnung 575/2013 (CRR) bestehen, ist die LCR ausschließlich in der Währung Euro zu erfüllen. Die LCR-Mindestquote von 100 Prozent wurde im Jahr 2018 stets eingehalten. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 betrug die LCR 174,0 Prozent (Vorjahr: 130,3 Prozent). Die wesentlichen Refinanzierungsquellen zur Sicherung der kurzfristigen Zahlungsfähigkeit stellen vorgehaltene Liquidität, EUR-, CHF-, GBP- und PLN-Geldhandel, Revolving Credit Facilities in EUR und CHF sowie Kontokorrentkreditlinien in EUR, HRK und BRL dar. Diese kurzfristigen Refinanzierungslinien sind teilweise fest zugesagt und unterliegen in Bezug auf die Referenzzinssätze EONIA, EURIBOR/LIBOR, ZlBOR oder CDI lediglich geringen Marktschwankungen. Zusätzlich sehen die genutzten Refinanzierungsverträge keine ordentlichen vorzeitigen Kündigungsrechte vor. Die Laufzeit für Geldhandel und Kontokorrentkreditlinien ist unbefristet, während die Laufzeit für Revolving Credit Facilities in der Regel 364 Tage beträgt. Zur Überbrückung von kurzfristigen Liquiditätsengpässen stehen vertraglich zugesagte Revolving-Credit-Facility-Verträge mit verschiedenen Banken in Höhe von 235 Mio. EUR, 20 Mio. CHF, 90 Mio. HRK und 100 Mio. PLN zur Verfügung.

□ LIQUIDITÄTSVERLAUF PER 31. DEZEMBER 2018

7.1.8.4 Mittel- und langfristige Liquidität

Über das kurzfristige Steuern der Liquidität und das wöchentliche Reporting hinaus wird monatlich eine statische Liquiditätsplanung erstellt. Die Grundannahme dieser Planung ist die Liquidation des bestehenden Leasing-, Kredit- und Factoringportfolios gemäß den vertraglichen Vereinbarungen, sodass die Mittel aus den Vermögenswerten fristgerecht zufließen. Die Verbindlichkeiten werden ebenfalls fristgerecht auf Basis kontrahierter Vereinbarungen zurückgeführt. Da die Duration der Passivseite (Verbindlichkeiten) ungefähr der des Portfolios entspricht, ist eine weitgehend fristenkongruente Finanzierung sichergestellt.

□ SIEHE GRAFIK "LIQUIDITÄTSVERLAUF PER 31. DEZEMBER 2018"

Zudem erfolgt mindestens einmal im Quartal eine dynamische Liquiditätsplanung, die darauf abzielt, den Liquiditätsstatus für die nächsten Perioden abzubilden, und somit der Steuerung des Gesamtkonzerns im Hinblick auf seine Liquidität dient. Im laufenden Geschäftsjahr 2019 werden Schuldverschreibungen in Form von Anleihen und Schuldscheindarlehen in Höhe von 346 Mio. EUR, 8,5 Mio. CHF, 6,7 Mio. HRK, 66 Mio. SEK und 26 Mio. DKK fällig. Die Refinanzierung dieser Schuldverschreibungen kann zum Fälligkeitszeitpunkt einem Refinanzierungsrisiko unterliegen. Wir erwarten jedoch, dass sich dieses Refinanzierungsrisiko in engen Grenzen hält. Als relevante Messgröße zur Steuerung der Fristigkeiten neuer Refinanzierungen und der Liquiditätsstruktur wird auf Monatsbasis die Duration für die Aktiv- und Passivseite berechnet. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 ergab sich eine Duration für die Aktivseite von 21 Monaten (Vorjahr: 21 Monate) und für die Passivseite von 29 Monaten (Vorjahr: 26 Monate). Auf Basis dieser Daten kann durch geeignete Maßnahmen das Risiko von Fristentransformationen reduziert werden. Prinzipiell refinanzieren wir uns unabhängig von einzelnen Bankinstituten und verfügen zudem über einen direkten Zugang zu verschiedenen Refinanzierungsalternativen auf den Fremdkapitalmärkten. Unser Spektrum an Refinanzierungsinstrumenten ist sehr breit gefasst. Es beinhaltet neben klassischen Bankfinanzierungen revolvierende Darlehensfazilitäten und ABCP-Programme. Die Finanzierungen sind jeweils für einen definierten Zeitraum fest zugesagt, sodass hier im Rahmen der jeweiligen Konditionen und Laufzeiten keine Risiken bezüglich ihrer Verfügbarkeit bestehen. Bei ABCP-Programmen handelt es sich um Finanzierungen, die auf definierten zugrunde liegenden Aktiva, also Leasingforderungen, basieren. Diese können wir derzeit zur Refinanzierung unseres Geschäfts in Deutschland, Frankreich, Österreich und Großbritannien nutzen. Darüber hinaus verfügen wir für Brasilien, Deutschland, Großbritannien und Polen über Forfaitierungsrahmen. Für Chile und Kroatien verfügen wir über klassische Bankfinanzierungen, die jedoch keine Asset-basierte Struktur aufweisen. Daneben nutzen wir Refinanzierungsinstrumente, die nicht Asset-basiert sind und daher nach unserem Ermessen und gemäß unserer Geschäftsentwicklung eingesetzt werden. So haben wir mit dem Debt-Issuance-Programm (DIP) einen direkten Kapitalmarktzugang.# 7.1.9 OPERATIONELLE RISIKEN

7.1.9.1 Risikodefinition

Unter operationellen Risiken sind potenzielle Verluste zu verstehen, die sich aus der Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen, Strukturen, menschlichen Fehlhandlungen und technischem Versagen oder infolge extern getriebener Ereignisse (z. B. elementare Gefährdungen, höhere Gewalt, vorsätzliche Handlungen) ergeben können. Reputationsrisiken fallen nach der internen Definition nicht darunter.

Operationelle Risiken werden innerhalb des GRENKE Konzerns als wesentlich erachtet. Die Risiken werden auf Basis des Basisindikatoransatzes nach Art. 315 CRR I im Rahmen der Risikotragfähigkeitsbetrachtung quantifiziert und über die Einzelerfassung in der Risikoumfrage überwacht und gesteuert.

7.1.9.2 Steuerung des Risikos

Mindestens jährlich wird über das intranetbasierte Risikomanagement-Tool des Konzerns eine Umfrage im Rahmen der Risikoinventur unter anderem zu den operationellen Risiken durchgeführt. Hierbei werden Mitarbeiter aus allen Bereichen nach den für sie relevanten Risiken befragt. Bestandteil sind auch die Sachverhalte aus der nichtfinanziellen Erklärung. Die Ergebnisse der Risikoumfrage werden zur Wesentlichkeitseinschätzung der Risiken des Unternehmens im Rahmen des Risikostrategieprozesses herangezogen. Die Gesamtergebnisse der Risikobereiche Recht und Steuern, IT, Internationalisierung, Organisation, Personal, Vertrieb und Marketing, Finanzen, externe Kommunikation sowie Verwertung werden anhand des durchschnittlich geschätzten Schadens und der genannten Eintrittserwartung evaluiert und dementsprechend drei Risikoklassen zugeordnet. Die relevantesten Risiken werden im Gremium AK Risk analysiert.

In der Risikoumfrage 2018 wurden insbesondere Risiken in der Ausgestaltung der IT-Strategie, das Veritätsrisiko Factoring sowie Risiken infolge eines Rating-Downgrades als wesentlich eingestuft.

Auf Einzelrisikoebene werden Steuerungsmaßnahmen definiert. Sämtliche Betrugsfälle und sonstige operationelle Schäden ab einem Wert von 10 TEUR werden in einer Schadensfalldatenbank gesammelt. Diese dient sowohl zu Reporting- als auch Präventionszwecken. Der Gesamtvorstand erhält jährlich einen Bericht über bedeutende Schadensfälle innerhalb des Konzerns, deren Ausmaß und Ursachen sowie bestehende Gegenmaßnahmen. Es finden regelmäßig Sensibilisierungsmaßnahmen (z. B. Workshops) statt. Im Berichtszeitraum gab es keine operationellen Schäden, die über der Schwelle von 2 Mio. EUR lagen. Sofern einzelne Schadenshöhen nicht exakt zu bestimmen sind, beruhen die Werte auf Schätzungen.

Für die Überwachung und Steuerung der operationellen Risiken hat der GRENKE Konzern zahlreiche Indikatoren (bspw. Qualitäts-, Kosten- und Organisationsindikatoren) implementiert. Die Quantifizierung der operationellen Risiken für die Unternehmenssteuerung erfolgt im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung unter Verwendung des Basisindikatoransatzes gemäß Art. 315 CRR. Das geschätzte Risiko inklusive Wachstumsannahme betrug hier per 31. Dezember 2018 69.873 TEUR (Vorjahr: 61.476 TEUR).

7.1.9.3 Geschäftsprozess- und IT-Risikomanagement

Sämtliche Kerngeschäfts-, Management- und Supportprozesse sind an der Geschäftsstrategie ausgerichtet, in hohem Maße standardisiert und digitalisiert und werden im Zuge der Erneuerung von Legacy-Systemen kundenorientiert mit dem Ziel der Vereinfachung und Beschleunigung weiterentwickelt. Voraussetzung dafür ist eine technologisch moderne und in hohem Maße flexible Systemarchitektur, deren Veränderung (Change Management) inhaltlich und methodisch systematisch dokumentiert wird und regelmäßigen Prüfungen unterliegt. Eine hohe betriebliche Stabilität erreichen wir durch die fortgesetzte Modernisierung der Infrastruktur, basierend auf einer vollständig redundanten Rechenzentrumsarchitektur und der einhundertprozentigen Virtualisierung von Servern, Speichern und Netzwerk. Das IT-Risikomanagement umfasst eine vollständige Risikotransparenz über alle Funktionsbereiche der IT hinweg, das heißt Organisation, Prozesse, Anwendungen, Infrastrukturbetrieb inklusive IT-Sicherheit, Projekten und Compliance.

7.1.9.4 Betriebliches Kontinuitätsmanagement

Der Konzern hat ein betriebliches Kontinuitätsmanagement etabliert. Die Maßnahmen bei Eintritt eines Notfalls und alle dazu erforderlichen Informationen sind schriftlich dokumentiert. Sie umfassen auch Geschäftsfortführungs- und Wiederanlaufszenarien. Ziel ist es, das Ausmaß möglicher Schäden zu reduzieren. Ein Krisenstab fungiert als zentrales Reaktionsinstrument. Die Aufgaben des Krisenstabs sind in die Bereiche Lagebeurteilung, Koordination von Maßnahmen, Kommunikation mit Beteiligten, Aktivieren von Maßnahmen zum Wiederanlauf der Prozesse und Wiederherstellen der betrieblichen Kontinuität unterteilt. Um die Angemessenheit, Effizienz und Aktualität der Notfallvorsorgeplanung und der Notfall- und Krisenbewältigung sicherzustellen, werden die Vorsorgemaßnahmen, die organisatorischen Strukturen und Prozesse mindestens einmal jährlich überprüft.

7.1.10 STRATEGISCHE RISIKEN

Unter strategischen Risiken sind potenzielle Verluste zu verstehen, die sich zum einen aus der prinzipiellen Geschäftstätigkeit und der Gefahr einer unzureichenden oder verzögerten Umsetzung von strategischen Zielen ergeben können. Zum anderen können strategische Risiken aus Änderungen im externen Unternehmensumfeld entstehen, zum Beispiel aus rechtlichen, politischen, gesellschaftlichen oder Wettbewerbsentwicklungen. Bei den strategischen Risiken werden Geschäftsrisiken und Reputationsrisiken als relevant angesehen. Derartige Risiken finden im Rahmen der Risikoumfragen und der Risikoinventur Berücksichtigung. Sie werden über den Puffer für strategische Risiken im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung mit Risikodeckungsmasse berücksichtigt. Im Zuge der AK-Risk-Sitzungen werden mit Vorstandsbeteiligung bei Bedarf Gegenmaßnahmen abgestimmt.

7.1.10.1 IKS und Risikomanagementsystem bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess

Das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem (IKS) stellt die Gesamtheit der vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen dar, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements gerichtet sind:
* Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit inklusive des Schutzes des Vermögens sowie der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen
* Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung
* Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften

Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für den Rechnungslegungsprozess der Gesellschaft und des Konzerns. Über eine definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle in den Jahresabschluss und den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften in den Prozess eingebunden. Dabei sind Konzernrechnungslegung und Konsolidierung zentral organisiert. Buchungsvorgänge der einzelnen Länder werden entsprechend verbindlichen Ablaufplänen von zuständigen Sachbearbeitern zentral erfasst und bearbeitet, um qualitative und quantitative Angaben zu generieren. Es gilt grundsätzlich das Vieraugenprinzip.

Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen IKS sind schriftlich niedergelegt und werden kontinuierlich weiterentwickelt. Die für den Konzernrechnungslegungsprozess verwendeten elektronischen Systeme und die erforderliche IT-Infrastruktur werden regelmäßig hinsichtlich der gebotenen Sicherheitsanforderungen von der Internen Revision überprüft. Gleiches gilt für die Weiterentwicklung und Sicherstellung der Wirksamkeit der Systeme und Prozesse des Konzernrechnungslegungsprozesses, insbesondere hinsichtlich neuer Produkte, Sachverhalte und veränderter rechtlicher Regelungen. Bei Bedarf werden externe Berater hinzugezogen. Zur Sicherstellung der Qualität der Rechnungslegung im Konzern werden die damit befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig bedarfsorientiert geschult.

Der Aufsichtsrat ist ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Er überwacht das konzernweite Risikomanagementsystem und die internen Kontrollsysteme in den Bereichen Revision, Rechnungslegung und Compliance. Zudem überprüft er die Inhalte der nichtfinanziellen Erklärung. Dabei wird der Aufsichtsrat vom Prüfungsausschuss unterstützt, der insbesondere die interne und externe Rechnungslegung und den Rechnungslegungsprozess überwacht.

Im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess der Gesellschaft und des Konzerns erachten wir die Merkmale des IKS als wesentlich, die die Bilanzierung und die Gesamtaussage des Abschlusses einschließlich Lagebericht maßgeblich beeinflussen können.# 7.1.10 INTERNES KONTROLLSYSTEM (IKS)

Dies sind insbesondere die folgenden Elemente:
― Identifikation der wesentlichen Risikofelder und Kontrollbereiche mit Relevanz für den Rechnungslegungsprozess
― Kontrollen zur Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und dessen Ergebnisse auf Ebene des Vorstands sowie auf Ebene der in den Abschluss einbezogenen Gesellschaften
― Präventive Kontrollmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen sowie in operativen, leistungswirtschaftlichen Unternehmensprozessen, die wesentliche Informationen für die Aufstellung des Abschlusses einschließlich des Lageberichts generieren, inklusive einer Funktionstrennung und vordefinierter Genehmigungsprozesse in relevanten Bereichen
― Maßnahmen, die die ordnungsgemäße, IT-gestützte Verarbeitung von rechnungslegungsbezogenen Sachverhalten und Daten sicherstellen
― Etablierung eines internen Revisionssystems zur Überwachung des rechnungslegungsbezogenen IKS

Der Konzern hat darüber hinaus in Bezug auf den konzernweiten Rechnungslegungsprozess ein Risikomanagementsystem implementiert, das Maßnahmen zur Identifizierung und Bewertung von wesentlichen Risiken sowie entsprechende risikobegrenzende Maßnahmen enthält, um die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses sicherzustellen. In dieses System ist auch der Rechnungslegungsprozess der Gesellschaft in vollem Umfang eingebunden.

7.1.11 RISIKOBERICHTERSTATTUNG ÜBER DIE VERWENDUNG VON FINANZINSTRUMENTEN

Zu den Zielen und Managementmethoden hinsichtlich der Verwendung von Finanzinstrumenten sowie den einzelnen Risikoarten, die mit solchen Instrumenten behandelt werden, wird auf das Kapitel "Derivate zur Absicherung" sowie auf die Ausführungen zum Management der Zins- und Währungsrisiken in diesem Risikobericht verwiesen. Andere Finanzinstrumente als die dort erwähnten werden nicht eingesetzt.

ZUSAMMENSETZUNG DES KERNKAPITALS VOR FESTSTELLUNG

TEUR 31.12.2018 31.12.2017
Eingezahlte Kapitalinstrumente 46.354 44.313
Agio 289.314 93.611
Einbehaltene Gewinne 494.626 471.625
Sonstiges Ergebnis 692 -2.261
Abzugsposten vom Kernkapital -147.841 -118.617
Übergangsbestimmungen nach Artikel 478 CRR -- 2.373
Summe des harten Kernkapitals nach Artikel 26 CRR 683.146 491.044
Summe des zusätzlichen Kernkapitals nach Artikel 51 CRR 125.000 125.000
Summe des Ergänzungskapitals nach Artikel 62 CRR -- --
Summe der Eigenmittel nach Artikel 25 ff. CRR 808.146 616.044

RELEVANTE RISIKOPOSITIONEN

TEUR 31.12.2018 31.12.2017
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko gegenüber Zentralstaaten oder Zentralbanken -- --
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko gegenüber regionalen/lokalen Gebietskörperschaften 6.940 5.923
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko gegenüber Instituten/Unternehmen mit kurzfristigem Rating 12.495 8.802
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko gegenüber Unternehmen 195.908 160.379
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko aus dem Mengengeschäft 101.442 87.651
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko aus sonstigen Positionen 9.213 6.123
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko aus Beteiligungen 645 --
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko aus mit besonders hohen Risiken verbundenen Risikopositionen -- 928
Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko aus ausgefallenen Positionen 14.620 9.565
Summe Eigenmittelanforderungen Kreditrisiko 341.263 279.371
Summe Eigenmittelanforderungen Marktrisiko 3.805 2.597
Summe Eigenmittelanforderungen operationelle Risiken 57.874 48.268
Summe Eigenmittelanforderungen Anpassungen der Kreditbewertung 418 437
Eigenmittelanforderungen insgesamt 403.360 330.673

7.1.12 ANGABEN ZU DEN EIGENMITTELN

Nach den Vorgaben der EU-Verordnung 575/2013 (CRR) verfügte der GRENKE Konzern zum Stichtag 31. Dezember 2018 über anrechenbare Eigenmittel in Höhe von 808 Mio. EUR (Vorjahr: 616 Mio. EUR). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus der im Juni 2018 durchgeführten Kapitalerhöhung, durch die sich das harte Kernkapital des GRENKE Konzerns um 198 Mio. EUR erhöhte. Wie im Vorjahr bestand kein Ergänzungskapital. Die Eigenmittel des Konzerns (regulatorisches Eigenkapital) setzen sich aus dem eingezahlten Kapital, dem Agio, den einbehaltenen Gewinnen der vergangenen Geschäftsjahre, dem sonstigen kumulierten Ergebnis sowie anrechenbaren Positionen des zusätzlichen Kernkapitals zusammen. Zudem werden Abzugspositionen, die vornehmlich aus den immateriellen Vermögenswerten und Firmenwerten bestehen, sowie Übergangsbestimmungen nach Art. 478 CRR berücksichtigt. Der zu unterlegende Risikobetrag ergibt sich aus dem Kreditrisiko, dem operationellen Risiko und dem Marktpreisrisiko. Die Gesamtkapitalkennziffer gemäß Artikel 92 (2) b CRR betrug zum Stichtag 31. Dezember 2018 16,03 Prozent (Vorjahr: 14,9 Prozent). Die aktuelle Mindestkennziffer von 11,75 Prozent, die neben den acht Prozent nach Artikel 92 CRR auch den Kapitalerhaltungspuffer sowie den antizyklischen Kapitalpuffer in Höhe von jeweils 1,875 Prozent enthält, wurde im Berichtsjahr 2018 folglich eingehalten. Zusätzlich zu der risikoadjustierten Eigenkapitalanforderung fordert die CRR durch die Leverage Ratio auch die Einhaltung einer größtenteils auf bilanzielle Verhältnisse abstellenden und somit risikoinsensitiven Kapitalquote. Zum Stichtag ergab sich hier eine Quote gemäß Artikel 429 CRR von 14,29 Prozent (Vorjahr: 13,14 Prozent). Die aktuell geforderte Mindestquote in Höhe von drei Prozent wurde somit erfüllt. Durch die Tatsache, dass die GRENKE AG im Sinne des § 10a KWG übergeordnetes Unternehmen einer Institutsgruppe ist, hat sie dafür Sorge zu tragen, dass der Konzern regelmäßig die Vorgaben nach der Capital Requirement Regulation (CRR) einhält. Nach den Vorgaben des Artikels 92 Abs. 1 CRR in Verbindung mit § 10a KWG ermittelt die GRENKE AG unter anderem die Gesamtkapitalkennziffer des Konzerns auf den Grundlagen des IFRS-Abschlusses.

7.2 CHANCENBERICHT

In den kommenden Jahren sehen wir für den GRENKE Konzern weiterhin großes Wachstumspotenzial, das wir durch unterschiedliche strategische Ansätze erschließen wollen:
― Verdichtung unseres Netzwerks in bestehenden Märkten
― Ausbau des Direkt- und Online-Vertriebs
― Eintritt in neue Märkte
― Ausweitung unseres Produkt- und Serviceangebots

Als einer der führenden Anbieter im Bereich des Small-Ticket-Leasings in Europa wachsen wir in unserem Kernmarkt im Wesentlichen durch den Gewinn von Marktanteilen. Chancen eröffnen sich uns vor allem dort, wo sich Wettbewerber - beispielsweise aufgrund des erhöhten Regulierungsaufwands - ganz oder teilweise aus Märkten zurückziehen. Zudem verdichten wir durch Zellteilungen unser eigenes Netzwerk an bestehenden Niederlassungen kontinuierlich und stellen so eine möglichst große Nähe zu unseren Kunden sicher. Allein im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 eröffneten wir elf neue Standorte. Zusätzliches Potenzial ergibt sich durch den Ausbau unseres Direkt- und Online-Vertriebskanals. Bereits 2015 haben wir die eSignature eingeführt, ein Verfahren zur vollständig digitalen Abwicklung von Leasingverträgen. Seitdem wurden auf diese Weise bereits rund 118.722 Verträge abgeschlossen. Das Ziel unserer 2017 gegründeten Tochtergesellschaft GRENKE digital GmbH ist es, die Digitalisierung aller Prozesse und Produkte der Gruppe konsequent voranzutreiben und uns so Kosten- und Effizienzvorteile gegenüber dem Wettbewerb zu verschaffen. Im Jahr 2011 stiegen wir über einen Franchisepartner in den türkischen Markt ein und damit erstmals in ein Land außerhalb unseres europäischen Kernmarkts. Seitdem haben wir unsere internationale Präsenz kontinuierlich ausgebaut und waren im abgelaufenen Geschäftsjahr in insgesamt 32 Ländern vertreten. Neben Europa zählen dazu Brasilien, Chile und Kanada auf dem amerikanischen Kontinent, Singapur, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate in Asien sowie Australien. In den kommenden Jahren ist der Einstieg in weitere Länder geplant. Durch die Übernahme der vorwiegend im Leasing medizintechnischer Geräte tätigen Europa Leasing GmbH im Geschäftsjahr 2017 hat unser Leasinggeschäft seine Angebotspalette über den klassischen IT-Bereich hinaus spürbar erweitert. Unser Ziel ist es, die im IT-Bereich erworbene Expertise sukzessive auf weitere Objektkategorien auszudehnen und uns so zum generellen Small-Ticket-Leasinganbieter für KMU weiterzuentwickeln. Unsere beiden anderen Segmente - Factoring und Bank -runden unser Lösungsangebot für unsere Kunden ab. Im Factoring rollen wir unsere Dienstleistungen sukzessive in weiteren Ländern aus, wozu wir insbesondere auch unser Franchise-Modell nutzen. Auch die GRENKE Bank erweitert ihre verschiedenen Finanzierungs-, Anlage- und Zahlungsverkehrsprodukte regelmäßig. Durch das Nutzen von sich bietenden Cross-Selling-Möglichkeiten wollen wir so zusätzliches Geschäft mit unseren bestehenden Kunden generieren. Mit diesen Maßnahmen verfolgen wir das strategische Ziel, die Marke GRENKE und unser Geschäftsmodell global zu etablieren. Die sich uns bietenden Chancen nutzend, werden wir auch in den nächsten Jahren das Neugeschäft ausweiten und unsere Marktposition stärken. Eine erhebliche Beeinflussung der Ertragssituation des GRENKE Konzerns über die aktuellen Erwartungen hinaus ist daraus nicht zu erwarten, da uns die Erträge aus neuen Verträgen entsprechend der Natur unseres Geschäfts erst sukzessive über die gesamte Vertragslaufzeit zufließen.

7.3 ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG

Das kontrollierte Eingehen von Risiken stellt für den GRENKE Konzern einen maßgeblichen Teil des Geschäftsmodells dar. Zur Steuerung der Risiken wurde ein umfassendes System zur on, -quantifizierung, -kontrolle und -steuerung implementiert. Nach Überzeugung des Konzerns ist es angemessen und geeignet, wesentliche Risiken frühzeitig zu erkennen, befindet es sich auf hohem Niveau und wird fortlaufend weiterentwickelt. Für identifizierte Adress-, Marktpreis-, Liquiditäts-, operationelle und strategische Risiken aus dem Leasing-, Bank-, Factoring- und Beteiligungsgeschäft sind ausreichend Maßnahmen zu treffen.# 7.4 PROGNOSEBERICHT

7.4.1 ERWARTETE ENTWICKLUNG DER GESAMTWIRTSCHAFT UND DES SEKTORUMFELDS

Führende Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten, dass die Weltwirtschaft auch im Jahr 2019 ihren Wachstumskurs fortsetzen wird. Angesichts des weiter ungelösten Handelskonflikts zwischen den Vereinigten Staaten und China mehren sich aber die Anzeichen, dass die Weltwirtschaft im laufenden Jahr etwas an Schwung verlieren wird. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte daher im Januar 2019 seine Schätzung für das globale Wachstum im laufenden Jahr erneut leicht auf 3,5 Prozent (zuvor 3,7 Prozent). Für die Eurozone erwartet der IWF für 2019 eine Zunahme der Wirtschaftsleistung von 1,6 Prozent (nach 1,8 Prozent in 2018).

Insbesondere für die Entwicklung in Europa sehen zahlreiche Wirtschaftsforschungsinstitute eine Reihe von politischen Risiken wie den anstehenden Brexit, den Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU-Kommission und die Sorgen über eine Rücknahme von wichtigen Reformschritten in Frankreich infolge des zunehmenden öffentlichen Drucks auf die Regierung.

Für das Zinsumfeld in Europa rechnen wir für 2019 mit einer weitgehend stabilen Entwicklung und allenfalls mit einem leichten Anstieg der Zinsen. Die Europäische Zentralbank (EZB) bestätigte zwar auf ihrer Sitzung im Dezember 2018 das Ende ihres Anleiheankaufprogramms, gleichzeitig will die EZB die Einnahmen aus auslaufenden Anleihen bis auf Weiteres reinvestieren und so dem Markt keine Liquidität entziehen. Zudem versicherte die EZB, dass die Leitzinsen mindestens über den Sommer 2019 auf ihrem sehr niedrigen Niveau bleiben werden. Vor diesem Hintergrund erwarten wir ein anhaltend günstiges Umfeld für Leasingfinanzierungen im Jahr 2019.

Für Deutschland veranschlagt der BdL ein Branchenwachstum von drei bis vier Prozent im laufenden Jahr und damit einen etwas geringeren Zuwachs als in 2018 (4,5 Prozent). Das wäre dennoch das sechste Rekordjahr in Folge. Auch für unsere beiden anderen Kernmärkte - Frankreich und Italien - rechnen wir mit einem weiteren Marktwachstum. Dabei ist das zum Jahresende 2018 ausgelaufene staatliche Investitionsförderprogramm in Italien berücksichtigt.

7.4.2 GESCHÄFTSVERLAUF UND KÜNFTIGE AUSRICHTUNG

7.4.2.1 Neugeschäftsentwicklung der GRENKE Gruppe

Auf Basis unserer dargestellten Erwartungen für die konjunkturelle Entwicklung und das Branchenumfeld sind wir zuversichtlich, auch im Geschäftsjahr 2019 unser Neugeschäft substanziell ausweiten zu können. Für unser bedeutendstes Segment Leasing (GRENKE Gruppe Leasing) erwarten wir ein Wachstum zwischen 14 und 19 Prozent, das erneut im Wesentlichen von unseren drei Kernmärkten Deutschland, Frankreich und Italien getragen wird. An dem Ziel einer unverändert profitablen und risikoadäquaten DB2-Marge unseres Leasinggeschäfts halten wir dabei konsequent fest.

Unsere Planung für das Neugeschäft der GRENKE Gruppe Factoring sieht einen Anstieg des Neugeschäfts in Höhe von 25 Prozent vor. Darüber hinaus werden wir auch vom aktuellen, profitablen Neugeschäft und nicht zuletzt vom wachsenden Einlagengeschäft der GRENKE Bank profitieren.

Hinsichtlich unserer regionalen Präsenz planen wir im Geschäftsjahr 2019 die Eröffnung von mindestens sieben neuen Standorten im Rahmen unserer Zellteilungsstrategie, darunter in Belgien, Großbritannien und Kanada. Außerdem bereitet GRENKE den Markteintritt mit unserem Leasingangebot in die USA vor. Bei positiv verlaufender Machbarkeitsstudie soll in der ersten Jahreshälfte 2020 das Geschäft aufgenommen werden.

7.4.2.2 Entwicklung des GRENKE Konzerns

Ausgehend von der dargestellten Erwartung für die Entwicklung der Segmente rechnen wir für das laufende Geschäftsjahr 2019 mit einer erneuten Zunahme des Konzern-Gewinns in einer Spanne von 147 bis 156 Mio. EUR. Gegenüber dem Wert von 2018 (131,1 Mio. Euro) entspricht dies einem Wachstum von 12 bis 19 Prozent. Wesentlich zu dem Anstieg beitragen werden die hohe Dynamik des Leasing-Neugeschäfts der letzten Jahre sowie wachsende Zinserträge. Gleichzeitig werden wir weiter in unsere Internationalisierungsstrategie, die vertriebliche Ausrichtung sowie in unsere digitalen Services investieren. Dennoch soll die Cost-Income-Ratio unverändert unter unserer mittelfristigen Zielgröße von 60 Prozent bleiben (2018: 57,0 Prozent). Damit streben wir an, unsere attraktive Dividendenpolitik auch für das Geschäftsjahr 2019 fortzusetzen und unsere Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg zu beteiligen.

Die wesentlichen Risiken, die zu Abweichungen in der dargestellten Planung führen können, sind im Folgenden dargestellt:

  • Signifikante Trendwende an den Kapitalmärkten (Zinsänderungsrisiko): Konjunkturell oder durch Inflationserwartungen bedingt steigende Kupons bei Anleihen staatlicher Schuldner insbesondere im oberen Ratingbereich könnten deren relative Attraktivität ansteigen lassen. In der Folge könnte dies zu Spread-Ausweitungen an den Kapitalmärkten und damit einhergehenden zwischenzeitlich möglichen Liquiditätsengpässen sowie entsprechenden Veränderungen der generellen Refinanzierungssituation für Unternehmen führen. Zwar können wir höhere Refinanzierungskosten in unseren Konditionen grundsätzlich weitergeben, dies allerdings in der Regel mit einem gewissen Zeitversatz.
  • Signifikante Veränderungen in der Geschäftspolitik von Banken und Finanzdienstleistungseinheiten von IT-Herstellern hin zu einer verstärkten Rückkehr ins Leasinggeschäft: Dies könnte zu verschärftem (Margen-)Wettbewerb und damit Preisdruck führen. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Entwicklung im Jahr 2019 ist eher gering anzusetzen, da sie vergleichsweise lange Vorlaufzeiten erfordert. Darüber hinaus dürfte der Small-Ticket-Bereich nur wenig betroffen sein, da er hohe Eintrittsbarrieren aufweist.
  • Starker Anstieg der Schäden: Traditionell steigen die Schäden zeitversetzt zur konjunkturellen Entwicklung. Damit dürfte selbst ein scharfer Konjunktureinbruch im Jahr 2019 erst im Zeitverlauf zu einem spürbaren Anstieg führen. In der Vergangenheit hat sich unser Risikomanagementsystem als wirksames Steuerungselement erwiesen, wodurch die Schäden auch in konjunkturell schwierigen Zeiten nur relativ gering zunahmen. Darüber hinaus rechnen die meisten Konjunkturbeobachter aus heutiger Sicht mit einer Fortsetzung des globalen Wirtschaftsaufschwungs in 2019, wenngleich mit einer etwas geringeren Wachstumsrate als noch 2018. Entsprechend schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Konjunktureinbruchs in 2019 als sehr niedrig ein.
  • Veränderung aufgrund rechtlicher Gegebenheiten: Änderungen der in den jeweiligen Ländern anzuwendenden Steuergesetze und -regelungen könnten beispielsweise zu höheren Steueraufwendungen und -zahlungen führen. Außerdem können aus steigenden regulatorischen Anforderungen in den einzelnen Märkten administrative Aufwendungen resultieren.

7.4.2.3 Finanz- und Vermögenslage

Auf Basis der erwarteten Entwicklung des Konzerngewinns rechnen wir mit einer weiteren Stärkung unserer Eigenkapitalbasis im Geschäftsjahr 2019. An unserer langfristigen Orientierungsgröße von 16 Prozent für die Eigenkapitalquote halten wir fest. Entsprechend der Entwicklung des Konzerngewinns erwarten wir einen steigenden Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit, durch den die geplanten Investitionen vollständig innenfinanziert werden können. Zudem gehen wir davon aus, dass wir aufgrund unser Eigenkapitalbasis und Cashflow-Entwicklung in der Lage sein werden, das zu erwartende hohe Neugeschäftsvolumen im Jahr 2019 über unsere diversen Kapitalmarktzugänge zu risikoadäquaten Konditionen refinanzieren zu können.

7.4.2.4 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Aufgrund des erwarteten Wachstums unseres Neugeschäfts und der möglichen Übernahme von Franchisegesellschaften gehen wir für das Geschäftsjahr 2019 von einem weiteren Aufbau unserer Belegschaft aus. Die Anzahl der Mitarbeiter des GRENKE Konzerns dürfte im Jahresdurchschnitt 2019 um rund 15 bis 20 Prozent steigen (2018: 1.456 Mitarbeiter). Dabei rechnen wir für unsere deutschen Standorte mit einem Zuwachs am unteren Rand dieser Spanne (2018: 569 Mitarbeiter), während wir für unsere internationalen Standorte von einem Zuwachs am oberen Rand dieser Spanne ausgehen (2018: 887 Mitarbeiter).Der verstärkte Wettbewerb um Fachkräfte führt dazu, dass Mitarbeiter nach einigen Jahren vermehrt den Arbeitgeber wechseln, um neue Erfahrungen zu sammeln und sich beruflich weiterzuentwickeln. Auch Arbeitgeber suchen vermehrt nach erfahrenen Mitarbeitern, die neue Ideen und Ansätze einbringen können. Dies führt auch für den GRENKE Konzern zu einer tendenziell steigenden Fluktuationsquote. Für das Geschäftsjahr 2019 planen wir daher mit einer Fluktuationsquote auf Konzernebene zwischen 9 und 12 Prozent (2018: 9,5 Prozent). Hinsichtlich der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen wurde die Zielvorgabe von jeweils 25 Prozent in der zweiten und dritten Führungsebene im Jahr 2018 erreicht. Es ist unser Ziel, die geschlechterspezifische Quote von jeweils mindestens 25 Prozent in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands bis zum 31. Dezember 2021 beizubehalten. Die Anzahl der Auszubildenden und DH-Studierenden in Deutschland dürfte im Geschäftsjahr 2019 im oberen einstelligen Prozentbereich zulegen (2018: 55). Nachdem die Schulungsquote 2018 89 Prozent betrug, erwarten wir für das Geschäftsjahr 2019 eine Quote in der Bandbreite von 85 bis 90 Prozent und damit auf der Höhe des Vorjahrs.

7.4.2.5 Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung

Der Vorstand ist davon überzeugt, dass der GRENKE Konzern bestens gerüstet ist, um den profitablen Wachstumskurs der vergangenen Jahre auch im Geschäftsjahr 2019 und darüber hinaus fortzusetzen. Über die Verdichtung unseres Netzwerks in bestehenden Märkten, die Erschließung neuer regionaler Märkte, die Ausweitung unseres Produkt- und Serviceangebots und den Ausbau unseres Direkt- und Online-Vertriebs wollen wir unsere Position als einer der europaweit führenden Anbieter von Finanzdienstleistungen für KMU mit Schwerpunkt auf Small-Ticket-Finanzierungen weiter ausbauen. Dabei können wir uns auf ein bewährtes Geschäftsmodell stützen: Sowohl in konjunkturell günstigen wie auch schwierigen Zeiten waren wir in der Vergangenheit stets in der Lage, risikoadäquate Margen durchzusetzen. Zudem haben wir mit unserer soliden Eigenkapitalausstattung die Finanzierungsgrundlage für unser erwartetes Wachstum bereits geschaffen.

8. ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN

8.1 AKTIENBESITZ UND AKTIENGESCHÄFTE DER ORGANE

Ausführliche Angaben zum Aktienbesitz der Organe per 31. Dezember 2018 sind im Konzernanhang im Kapitel 9.6 "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" dargestellt. Angaben zu den Aktiengeschäften der Organe im Laufe des Berichtsjahres finden sich auf unserer Homepage unter www.grenke.de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance/meldepflichtige-wertpapiere.

8.2 ERLÄUTERNDER BERICHT ÜBER DIE ANGABEN NACH §§ 289A ABS. 1 UND 315A ABS. 1 HGB

Die Aktien der GRENKE AG sind an der Frankfurter Wertpapierbörse zum Handel im Teilbereich des regulierten Markts zugelassen mit den weiteren Zulassungsfolgepflichten, wie sie von der Deutsche Börse AG für den Prime Standard definiert sind. Die Gesellschaft verfügt über ein voll eingezahltes Gezeichnetes Kapital in Höhe von 46.353.918,00 EUR, das in 46.353.918 Namensaktien mit einem rechnerischen Nominalwert von 1,00 EUR eingeteilt ist. Alle Aktien sind mit gleichen Rechten ausgestattet. Entsprechend bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen, Vorzugsaktien oder Sonderrechte mit Kontrollbefugnissen.

Zur Wahrung der Kontinuität und Sicherung einer stabilen Aktionärsstruktur haben die Eheleute Wolfgang und Anneliese Grenke gemeinsam mit ihren Söhnen Moritz Grenke, Roland Grenke und Oliver Grenke (Familie Grenke) im Juli 2014 eine Familiengesellschaft unter der Firma Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG gegründet. In diese Gesellschaft hat die Familie Grenke am 17. September 2014 sämtliche von ihnen gehaltenen Aktien an der GRENKE AG eingebracht. Der zwischen den Mitgliedern der Familie Grenke bestehende Poolvertrag wurde mit Einbringung der Aktien in die Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG aufgehoben.

Zum Stichtag 31. Dezember 2018 besitzt die Familienholding Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG 18.905.958 Stück Aktien der Gesellschaft, entsprechend rund 40,79 Prozent des Grundkapitals. Komplementär der Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG ist die Grenke Vermögensverwaltung GmbH, ihre Kommanditisten sind die folgenden Mitglieder der Familie Grenke: Wolfgang, Anneliese, Moritz, Roland und Oliver Grenke. Die Grenke Vermögensverwaltung GmbH ist an Vermögen und Ertrag der Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG nicht beteiligt. Jeweils einzelvertretungsberechtigte Geschäftsführer sind Herr Wolfgang Grenke und Frau Anneliese Grenke. In der Grenke Vermögensverwaltung GmbH und damit mittelbar in der Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG hat Herr Wolfgang Grenke maßgeblichen Einfluss. Herr Wolfgang Grenke ist zugleich stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der GRENKE AG.

Mit Bescheid vom 1. September 2014 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG und die Grenke Vermögensverwaltung GmbH jeweils von den Pflichten des § 35 Abs. 1 Satz 1 sowie des § 35 Abs. 2 Satz 1 WpÜG nach § 37 WpÜG befreit (Abgabe eines Pflichtangebots für Aktien der GRENKE AG). Dem Vorstand sind keine Beschränkungen bekannt, die zwischen Gesellschaften vereinbart wurden und die Stimmrechte oder das Übertragen von Aktien betreffen.

Die Satzung der GRENKE AG sieht keine gegenüber den gesetzlichen Bestimmungen abweichenden Regelungen zur Bestellung von Mitgliedern des Vorstands durch den Aufsichtsrat vor. Danach werden die Mitglieder des Vorstands für höchstens fünf Jahre bestellt. Eine Wiederholung der Bestellung ist zulässig. Der Vorstand der GRENKE AG besteht aus mindestens zwei Personen. Der Aufsichtsrat bestimmt die Zahl der Vorstandsmitglieder. Er entscheidet über ihre Bestellung, den Widerruf ihrer Bestellung sowie Abschluss, Änderung und Kündigung der mit ihnen abzuschließenden Anstellungsverträge. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands und einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands ernennen sowie stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen.

Änderungen der Satzung bedürfen nach den gesetzlichen Bestimmungen eines Beschlusses durch die Hauptversammlung. Deren Beschlüsse werden - soweit dem keine zwingenden gesetzlichen Vorschriften entgegenstehen - mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmen- eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des vertretenen Grundkapitals gefasst. Der Aufsichtsrat ist befugt, Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen, zu beschließen. Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, die Fassung des § 4 der Satzung, in dem unter anderem Höhe und Einteilung des Grundkapitals festgelegt sind, entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des Genehmigten Kapitals bzw. nach Ablauf der Ermächtigungsfrist anzupassen.

Für den Fall eines Übernahmeangebots bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen mit den Mitgliedern des Vorstands oder mit Arbeitnehmern. Weitere Angaben gemäß DRS 20 K211 (Bedingungen eines Kontrollwechsels im Falle eines Übernahmeangebots) unterbleiben, da die entsprechenden Angaben geeignet wären, dem Mutterunternehmen erheblichen Nachteil zuzufügen. Ausführliche Angaben zu genehmigten und bedingten Kapitalien sind im Konzernanhang im Kapitel 5.15 "Eigenkapital" dargestellt.

8.3 PERSONELLE VERÄNDERUNGEN IN VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Wir verweisen auf das Kapitel "Veränderung in den Organen der Gesellschaft" auf Seite 46.

9. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG NACH §§ 289F, 315D HGB

Als börsennotierte Aktiengesellschaft bzw. als Mutterunternehmen haben wir gemäß §§ 289f, 315d HGB eine Erklärung zur Unternehmensführung abzugeben, die die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, die Angaben zu Unternehmensführungspraktiken sowie die Beschreibung über die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat enthält. Die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG der GRENKE AG und die Erklärung zur Unternehmensführung sind im Internet unter dem Link www.grenke.de/unternehmen/investor-relations/corporate-governance zugänglich; die dort aufgeführten Informationen sind Bestandteil des Lageberichts.

10. LAGEBERICHT FÜR DIE GRENKE AG

Im Folgenden erläutern wir - ergänzend zur Berichterstattung über den GRENKE Konzern - die Entwicklung der GRENKE AG (die "Gesellschaft") im Geschäftsjahr 2018. Der Abschluss der Gesellschaft wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt. Bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Branchenentwicklung waren keine wesentlich abweichenden Entwicklungen zu verzeichnen, die ausschließlich die Gesellschaft beträfen.

10.1 GESELLSCHAFTSRECHTLICHER RAHMEN, KONZERNZUGEHÖRIGKEIT

Die GRENKE AG wurde 1997 unter der damaligen Firmierung GRENKELEASING AG gegründet. Im selben Jahr wurde auch die Grenke Investitionen Verwaltungs Kommanditgesellschaft auf Aktien (die "KGaA") gegründet. Die beiden Gesellschaften stellen eine strukturelle Betriebsaufspaltung dar, mit der GRENKE AG als Betriebs- und der KGaA als Besitzgesellschaft. Im Rahmen eines Doppelstock-Modells mietet die Betriebsgesellschaft Leasinggegenstände von der Besitzgesellschaft an und vermietet sie weiter an Unterleasingnehmer. Die GRENKE AG hält indirekt 100 Prozent der KGaA, es besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Zusammen mit den gemäß IFRS konsolidierten Tochtergesellschaften und strukturierten Einheiten der GRENKE AG bildet sie den GRENKE Konzern.

Überblick über die Tochtergesellschaften und Niederlassungen

Die Gesellschaft unterhält Niederlassungen in Berlin, Bielefeld, Bremen, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Freiburg, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Heilbronn, Kassel, Kiel, Köln, Leipzig, Magdeburg, Mannheim, Mönchengladbach, München, Neu-Ulm, Nürnberg, Potsdam, Regensburg, Rostock, Saarbrücken und Stuttgart.Sie hält über die Anteile an der KGaA hinaus jeweils 100 Prozent der Geschäftsanteile an der GRENKE Service AG, Baden-Baden, der GRENKEFACTORING GmbH, Baden-Baden, der GRENKE BANK AG, Baden-Baden, der GRENKE digital GmbH, Karlsruhe, und der Europa Leasing GmbH, Kieselbronn. Außerhalb Deutschlands hält die GRENKE AG zum Bilanzstichtag Beteiligungen von jeweils 100 Prozent an:

BETEILIGUNGEN AUSSERHALB DEUTSCHLANDS

Gesellschaft Sitz
GRENKELEASING GmbH Wien/Österreich
GRENKELEASING AG Zürich/Schweiz
GRENKEFACTORING AG Basel/Schweiz
GRENKELEASING s.ro. Prag/Tschechien
GRENKE ALQUILER S.L. Barcelona/Spanien
GRENKELEASING ApS Herlev/Dänemark
Grenkefinance N.V. Vianen/Niederlande
GRENKE LIMITED Dublin/Irland
GRENKE FINANCE PLC Dublin/Irland
GRENKE LOCATION SAS Schiltigheim/Frankreich
GRENKE Locazione S.r.l. Mailand/Italien
GRENKELEASING AB Stockholm/Schweden
Grenke Leasing Ltd. Guildford/Großbritannien
GRENKELEASING Sp. z o.o. Posen/Polen
GRENKELEASING Magyarország Kft. Budapest/Ungarn
GRENKE LEASE Sprl Brüssel/Belgien
Grenke Renting S.R.L. Bukarest/Rumänien
GRENKE RENTING S.A. Lissabon/Portugal
GRENKELEASING Oy Vantaa/Finnland
GRENKELEASING s.ro. Bratislava/Slowakei
GRENKELOCATlON SARL Munsbach/Luxemburg
GRENKELEASING d.o.o. Ljubljana/Slowenien
GRENKE RENT S.L. Madrid/Spanien
GRENKE Kiralama Ltd. Sti. Istanbul/Türkei
GRENKE Renting Ltd. Sliema/Malta
GC Locação de Equipamentos LTDA São Paulo/Brasilien
GRENKE Locação de Equipamentos LTDA São Paulo/Brasilien
GC Leasing Middle East Dubai/VAE
GRENKE Hrvatska d.o.o. Zagreb/Kroatien
FCT "GK"-Compartment "G2" Pantin/Frankreich

10.2 LAGE

Der Jahresabschluss der GRENKE AG zum 31. Dezember 2018 ist in Übereinstimmung mit den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Aktiengesetzes in Verbindung mit der Verordnung über die Rechnungslegung der Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute aufgestellt worden.

AUSGEWÄHLTE KENNZAHLEN AUS GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND BILANZ

TEUR 2018 2017
Leasingerträge 613.486 559.627
Leasingaufwendungen 443.392 410.349
Ergebnis aus Leasinggeschäften 170.094 149.278
Zinsergebnis -6.233 -4.853
Sonstige betriebliche Erträge 47.954 85.864
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 87.222 71.621
Personalaufwand 31.346 30.116
Abschreibungen und Wertminderung 128.060 111.099
Jahresüberschuss 30.486 34.793
31.12.2018 31.12.2017
Anteile an verbundenen Unternehmen 468.098 373.044
Leasingvermögen 389.442 320.806
Sachanlagen 21.564 22.775
Sonstige Vermögensgegenstände 37.692 28.543
Forderungen an Kunden 42.767 46.701
Eigenkapital 471.839 272.373
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 19 10
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 34.893 38.301
Rechnungsabgrenzungsposten 383.263 333.448
Bilanzsumme 1.199.037 982.163

10.2.1 ERTRAGSLAGE

Das Ergebnis aus dem Leasinggeschäft stieg im Berichtsjahr um 14 Prozent auf 170,1 Mio. EUR (Vorjahr: 149,3 Mio. EUR) an. Das Zinsergebnis betrug -6,2 Mio. EUR nach -4,9 Mio. EUR im Vorjahr; die Zinsaufwendungen enthielten neben den in den Mietkaufverträgen enthaltenen Zinsanteilen der Verträge, die im Rahmen des Doppelstockverfahrens an die KGaA weitergeleitet werden, auch periodenfremde Aufwendungen, die voraussichtlich infolge einer steuerlichen Außenprüfung festgesetzt werden, sowie abgegrenzte Zinsen aus den begebenen Hybridanleihen. Die sonstigen betrieblichen Erträge fielen im Berichtsjahr von 85,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 48,0 Mio. EUR. Grund für den starken Rückgang waren konzerninterne Umlagen für Lizenz- und Garantiegebühren, die im Vorjahr, auch für vergangene Jahre, an ausländische Tochtergesellschaften fakturiert wurden. Weiterhin eher unbedeutend für die Ertragsentwicklung der Gesellschaft waren die Provisionsaufwendungen und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Während erstere von 6,5 Mio. EUR im Vorjahr um 1,9 Mio. EUR auf 8,4 Mio. EUR zulegten, erhöhten sich letztere von 0,3 Mio. EUR im Vorjahr auf 0,4 Mio. EUR im Berichtsjahr. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen, in denen auch die Aufwendungen für Personal enthalten sind, nahmen im Zuge des Wachstums der Gesellschaft sowie des fortgeführten Ausbaus und der Optimierung unserer IT im Berichtsjahr von 71,6 Mio. EUR im Vorjahr auf 87,2 Mio. EUR zu. Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen stiegen im Wesentlichen aufgrund des Anstiegs des Leasingvermögens von 111,1 Mio. EUR im Vorjahr auf 128,1 Mio. EUR. Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft reduzierten sich hingegen leicht von 8,2 Mio. EUR im Vorjahr auf 7,9 Mio. EUR. Insgesamt betrug das Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr 31,1 Mio. EUR nach 45,9 Mio. EUR im Vorjahr. Nach einem Steueraufwand in Höhe von 0,7 Mio. EUR (Vorjahr: 11,1 Mio. EUR) ergab sich ein Jahresüberschuss von 30,5 Mio. EUR nach 34,8 Mio. EUR im Vorjahr.

10.2.2 FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Das Gesamtvermögen der Gesellschaft stieg im Geschäftsjahr 2018 erneut kräftig. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 erhöhte es sich um 22 Prozent auf 1.199,0 Mio. EUR nach 982,2 Mio. EUR zum Vorjahresstichtag. Die Zunahme resultierte aus mehreren Positionen: Die Barreserven, die zum überwiegenden Teil aus einem Guthaben bei der Deutschen Bundesbank bestehen, wurden zum Stichtag von 90,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 145,0 Mio. EUR erhöht. Hintergrund ist die Einhaltung der regulatorischen Mindestliquiditätsquote auf Gruppenebene. Der Kassenbestand wurde hingegen weiterhin auf einem nicht wesentlichen Niveau beibehalten. Die Forderungen an Kreditinstitute verringerten sich von 81,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 71,5 Mio. EUR zum 31. Dezember 2018, die Forderungen an Kunden reduzierten sich von 46,7 Mio. EUR auf 42,8 Mio. EUR. Die Erhöhung der Anteile an verbundenen Unternehmen resultiert aus den Übernahmen des Berichtsjahres sowie diversen durchgeführten Kapitalmaßnahmen. Sie wuchsen gegenüber dem Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres um 25 Prozent auf 468,1 Mio. EUR nach 373,0 Mio. EUR. Zugenommen hat darüber hinaus das Leasingvermögen. Es erhöhte sich um 21 Prozent auf 389,4 Mio. EUR nach 320,8 Mio. EUR, im Wesentlichen durch Objekte aus Verträgen, welche im Rahmen von Kooperationen mit Förderbanken abgeschlossen wurden. Die Gesellschaft hat auch im Berichtsjahr in mehreren Tranchen Leasinggegenstände von der KGaA zurückerworben, welche als Sicherheit für verkaufte Leasingforderungen dienen. Während sich die Sachanlagen gegenüber dem Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres nur leicht von 22,8 Mio. EUR auf 21,6 Mio. EUR reduzierten, nahmen die sonstigen Vermögensgegenstände in deutlichem Umfang von 28,6 Mio. EUR im Vorjahr auf 37,7 Mio. EUR zu. Im Wesentlichen erhöhten sich die Forderungen aufgrund diverser Verrechnungskonten gegenüber Tochterunternehmen. Den größten Posten auf der Passivseite der Jahresbilanz stellt wie im Vorjahr der Rechnungsabgrenzungsposten dar, der um 15 Prozent auf 383,3 Mio. EUR nach 333,4 Mio. EUR zulegte. Der größte Teil dieser Position betraf die Abgrenzung aus der Forfaitierung von Raten aus Leasingverträgen. Während die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in ihrer absoluten Höhe auch zum Ende des Berichtsjahres weiterhin unbedeutend für die Vermögenslage der Gesellschaft waren, sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden um zehn Prozent gesunken. Sie reduzierten sich damit auf 34,9 Mio. EUR nach 38,3 Mio. EUR zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres. Die sonstigen Verbindlichkeiten der Gesellschaft reduzierten sich um zehn Prozent auf 172,5 Mio. EUR (Vorjahr: 192,1 Mio. EUR). Unter diese Position fielen im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Das Eigenkapital der Gesellschaft wuchs auf 471,8 Mio. EUR an (Vorjahr: 272,4 Mio. EUR). Bezogen auf die im Verhältnis in geringerem Umfang gestiegene Bilanzsumme, betrug die Eigenkapitalquote zum Stichtag dieses Berichts 39,3 Prozent (Vorjahr: 27,7 Prozent).

10.2.3 LIQUIDITÄT UND REFINANZIERUNG

Die Finanzierung des Leasing-Neugeschäfts steht unverändert auf einer äußerst soliden Basis. Unmittelbarer Refinanzierungspartner der Gesellschaft ist die GRENKE BANK AG. Die GRENKE AG veräußert zu ihrer Refinanzierung regelmäßig Leasingforderungen an die GRENKE BANK AG. Die zu diesem Zweck genutzten Bankeinlagen der GRENKE Bank wurden im Berichtsjahr auf 692,4 Mio. EUR nach 504,2 Mio. EUR im Vorjahr ausgeweitet. Weitere Finanzierungsmittel werden im Rahmen des Cash-Pool-Verfahrens über das konzerninterne Verrechnungskonto zur Verfügung gestellt. Der Saldo zum Bilanzstichtag betrug 10,2 Mio. EUR (Vorjahr: 90,9 Mio. EUR). Zusätzlich können Privatplatzierungen entweder direkt oder indirekt über unsere 100-prozentige Tochter GRENKE FINANCE PLC mit Sitz in Dublin/Irland vorgenommen werden. Im Berichtsjahr wurden sieben neue Anleihen begeben und zwei aufgestockt. Davon wurde eine Anleihe zum ersten Mal und eine zum zweiten sowie dritten Mal aufgestockt. Das Nominalvolumen betrug 660,0 Mio. EUR. Im Gegenzug wurden Anleihen mit einem Volumen von 239,0 Mio. EUR getilgt. Darüber hinaus besteht ebenfalls über unsere Tochter in Irland die Möglichkeit der Nutzung von sieben revolvierenden Darlehensfazilitäten im Volumen von insgesamt 235,0 Mio. EUR sowie von einer Geldhandelslinie im Volumen von insgesamt 35,0 Mio. EUR. Diese Geldhandelslinie sowie eine der revolvierenden Darlehensfazilitäten kann alternativ auch für Ziehungen in Schweizer Franken über die Schweizer Tochtergesellschaft genutzt werden. Des Weiteren kann die Geldhandelslinie in britischen Pfund für die britische Tochtergesellschaft sowie den britischen Factoring-Franchisenehmer und in polnischen Zloty für den polnischen Factoring-Franchisenehmer genutzt werden. Ferner bestehen konzernweit sechs ABCP-Programme mit einem möglichen Gesamtvolumen von 792,5 Mio. EUR und 100,0 Mio. GBP. Diese gewähren der GRENKE FINANCE PLC, der KGaA sowie der GRENKE Leasing Ltd.# 10.3 GESAMTAUSSAGE ZUM GESCHÄFTSVERLAUF UND ZUR LAGE DER GESELLSCHAFT

Zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts 2018 befindet sich die Gesellschaft in einer sehr guten wirtschaftlichen Lage, um ihre internationale Expansion fortsetzen, das Neugeschäft ausweiten und ihre Gewinne auf dem Niveau des Berichtsjahres wieder erreichen zu können.

10.4 DOPPELSTOCK

Die Leasingobjekte des Neugeschäfts werden teilweise im Rahmen eines Doppelstock-Verfahrens bei der KGaA angemietet. Die Mietforderungen der KGaA werden an Finanzinstitute über strukturierte Unternehmen im Rahmen von drei ABCP-Programmen oder lokal an zwei Sparkassen verkauft (forfaitiert). Die zugrunde liegenden vertraglichen Vereinbarungen sichern eine Finanzierung des Neugeschäfts auch bei steigendem Volumen.

10.5 DIVIDENDE

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung der Gesellschaft am 14. Mai 2019 für das Geschäftsjahr 2018 eine Dividende in Höhe von 0,80 EUR je Aktie vorschlagen. Im Vorjahr wurden 0,70 EUR je Aktie ausgeschüttet.

10.6 MITARBEITER

Die durchschnittliche Anzahl der auf Vollzeitbasis beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Vorstand) stieg im Berichtsjahr auf 396 (Vorjahr: 392). Die Fluktuationsquote belief sich auf 8,8 Prozent (Vorjahr: sechs Prozent). Im Managementbereich und unter den leitenden Angestellten lag sie jedoch weiterhin auf einem niedrigeren Niveau.

10.7 CHANCEN-, RISIKO- UND PROGNOSEBERICHT

10.7.1 CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Die für den Konzern dargestellten Chancen und Risiken gelten im Wesentlichen auch für die Gesellschaft. Dabei hat der Heimatmarkt Deutschland für die Gesellschaft jedoch weiterhin eine besondere und deutlich stärkere Bedeutung als für den Konzern insgesamt. Währungsrisiken ist sie nicht ausgesetzt, da sie keine Cross-Border-Geschäfte in Nicht-Euro-Ländern betreibt.

10.7.2 PROGNOSEBERICHT

Nach der abermals guten Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr sind wir auch für das laufende Geschäftsjahr 2019 insgesamt sehr zuversichtlich. Das künftige Ergebnis der Gesellschaft kann maßgeblich durch Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen oder bei Refinanzierungsmöglichkeiten, die wiederum zu einer Änderung der Refinanzierungsentscheidungen des Vorstands führen können, beeinflusst werden. Wir rechnen damit, ein Wachstum des Neugeschäfts im oberen einstelligen Prozentbereich für Deutschland realisieren zu können, und erwarten für die GRENKE AG wieder einen Jahresüberschuss - abhängig von den Beteiligungserträgen und Gewinnabführungen der Tochtergesellschaften - auf ähnlichem Niveau wie in den beiden vorangegangenen Geschäftsjahren. Die maßgeblichen Einflussfaktoren auf die Geschäftsentwicklung des Jahres 2018 haben auch darüber hinaus Gültigkeit. Weitere Informationen zur Entwicklung des Konzerns sind im Abschnitt "Prognosebericht" des zusammengefassten Lageberichts enthalten.

Baden-Baden, den 6. Februar 2019

Der Vorstand

VERDICHTUNG DES NETZWERKES // Standorte GRENKE GRUPPE
144 Zellteilungen 12M 2018: Dänemark, Deutschland, 2 x Finnland, Frankreich, Großbritannien, 2 x Italien, Kroatien, Niederlande, Österreich
Franchise-Übernahmen 12M 2018: Kroatien, Vereinigte Arabische Emirate

MARK KINDERMANN // Mitglied des Vorstands
"WEIL NUR DURCH NÄHE VERTRAUEN ENTSTEHEN KANN. WIR SIND VOR ORT FÜR SIE DA. IN DEUTSCHLAND UND WELTWEIT."

PERSÖNLICH // MARKTEINTRITTE //
Neue Märkte
2 Leasing: baltische Staaten (Lettland)
Factoring: Portugal

KUNDENNÄHE VOR ORT // Länder / Märkte
32 Auf 5 Kontinenten für unsere Kunden präsent.

IMMER FÜR SIE DA // Mitarbeiter
1.456 Anstieg gegenüber Vorjahr um 19 % (GRENKE Konzern, Vorjahr: 1.229)

KONZERNABSCHLUSS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2018

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

scroll TEUR Erläuterung im Konzernanhang 01.01.2018 bis 31.12.2018 01.01.2017 bis 31.12.2017 angepasst¹
Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft² 329.689 289.404
Aufwendungen aus der Verzinsung der Refinanzierung und des Einlagengeschäfts 46.749 42.807
Zinsergebnis 282.940 246.597
Schadensabwicklung und Risikovorsorge 91.875 81.161
davon Wertminderungsaufwand 87.620 77.421
Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge 191.065 165.436
Ergebnis aus dem Servicegeschäft 85.447 70.562
Ergebnis aus dem Neugeschäft 83.291 68.983
Verwertungsmehr-(+)/minder(-)ergebnis -2.473 -8.212
Operative Erträge insgesamt 357.330 296.769
Personalaufwand 102.701 86.162
Abschreibungen und Wertminderung 17.226 15.363
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand (ohne Personalaufwand) 78.120 67.737
Sonstige betriebliche Aufwendungen 7.830 4.633
Sonstige betriebliche Erträge 5.702 12.779
Operatives Ergebnis 157.155 135.653
Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen -71 -402
Aufwendungen / Erträge aus der Marktbewertung 71 -60
Sonstige Zinserträge 1.248 500
Sonstige Zinsaufwendungen 2.873 3.658
Gewinn vor Steuern 155.530 132.033
Ertragsteuern 24.420 26.603
Gewinn 131.110 105.430
Stammaktionäre und Hybridkapitalgeber der GRENKE AG 131.110 105.430
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert in EUR) 2,78 2,31
Durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien 45.436.949 44.313.102

¹ Vorjahreswerte angepasst (siehe Angaben zum Konzernabschluss, Kapitel 2.1, "In 2018 umgesetzte Rechnungslegungsstandards").
² Zinsen und ähnliche Erträge nach der Effektivzinsmethode berechnet 6.215 TEUR (Vorjahr: 4.657 TEUR).

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

scroll TEUR Erläuterung im Konzernanhang 01.01.2018 bis 31.12.2018 01.01.2017 bis 31.12.2017 angepasst¹
Gewinn 131.110 105.430
Beträge, die ggf. in künftigen Perioden in die GuV umgegliedert werden
Zu- / Rückführung Hedging-Rücklage -1 -96
Darin: Ertragsteuereffekte 0 14
Veränderung der Währungsumrechnungsdifferenzen -149 -3.356
Darin: Ertragsteuereffekte 0 0
Beträge, die in künftigen Perioden nicht in die GuV umgegliedert werden
Wertänderung von optional erfolgsneutral behandelten Eigenkapitalinstrumenten (IFRS 9) 2.295 0
Darin: Ertragsteuereffekte 0 0
Zu- / Rückführung Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 430 298
Darin: Ertragsteuereffekte -116 -84
Sonstiges Ergebnis 2.575 -3.154
Gesamtergebnis 133.685 102.276
Stammaktionäre und Hybridkapitalgeber der GRENKE AG 133.685 102.276

¹ Vorjahreswerte angepasst (siehe Angaben zum Konzernabschluss, Kapitel 2.1, "In 2018 umgesetzte Rechnungslegungsstandards").

Konzern-Bilanz

Vermögenswerte

scroll TEUR Erläuterung im Konzernanhang 31.12.2018 31.12.2017 angepasst¹ 01.01.2017 angepasst¹
Kurzfristige Vermögenswerte
Zahlungsmittel 333.626 203.357 156.888
Derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert 1.874 2.161 3.688
Leasingforderungen 1.605.173 1.333.294 1.113.102
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 160.430 115.920 92.589
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.666 5.786 4.373
Zur Verwertung bestimmte Leasinggegenstände 16.586 7.104 5.969
Steuererstattungsansprüche 27.488 22.671 23.555
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 280.457 243.825 180.291
Summe kurzfristige Vermögenswerte 2.433.300 1.934.118 1.580.455
Langfristige Vermögenswerte
Leasingforderungen 3.098.837 2.551.823 2.101.102
Derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert 1.842 1.344 29
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 82.692 80.306 72.571
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 4.910 4.732 5.133
Sachanlagen 89.980 55.415 48.369
Geschäfts- oder Firmenwerte 106.584 83.580 66.515
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 41.913 35.402 20.069
Latente Steueransprüche 15.203 15.229 21.706
Sonstige langfristige Vermögenswerte 1.230 1.226 1.694
Summe langfristige Vermögenswerte 3.443.191 2.829.057 2.337.188
Summe Vermögenswerte 5.876.491 4.763.175 3.917.643

¹ Vorjahreswerte angepasst (siehe Angaben zum Konzernabschluss, Kapitel 2.1, "In 2018 umgesetzte Rechnungslegungsstandards").

Schulden und Eigenkapital

scroll TEUR Erläuterung im Konzernanhang 31.12.2018 31.12.2017 angepasst¹ 01.01.2017 angepasst¹
Schulden
Kurzfristige Schulden
Finanzschulden 1.520.095 1.261.525 1.227.581
Derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert 1.406 1.199 1.225
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.156 20.550 16.663
Steuerschulden 10.688 20.092 13.117
Abgegrenzte Schulden 27.545 25.070 15.976
Kurzfristige Rückstellungen 0 1.627 1.646
Sonstige kurzfristige Schulden 30.348 23.810 20.396
Abgegrenzte Mietraten 24.724 36.421 31.908
Summe kurzfristige Schulden 1.642.962 1.390.294 1.328.512
Langfristige Schulden
Finanzschulden 3.092.431 2.533.181 1.894.474
Derivative Finanzinstrumente mit negativem Marktwert 1.557 760 1.751
Latente Steuerschulden 47.991 42.004 43.462
Pensionen 4.348 4.419 4.781
Langfristige Rückstellungen 105 53 107
Sonstige langfristige Schulden 0 1.050 0
Summe langfristige Schulden 3.146.432 2.581.467 1.944.575
Eigenkapital
Grundkapital 46.354 44.313 18.881
Kapitalrücklage 289.314 93.611 119.043
Gewinnrücklagen 625.737 530.373 455.361
Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals 692 -1.883 1.271
Summe Eigenkapital der Aktionäre der GRENKE AG 962.097 666.414 594.556
Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile² 125.000 125.000 50.000
Summe Eigenkapital 1.087.097 791.414 644.556
Summe Schulden und Eigenkapital 5.876.491 4.763.175 3.917.643

¹ Vorjahreswerte angepasst (siehe Angaben zum Konzernabschluss, Kapitel 2.1, "In 2018 umgesetzte Rechnungslegungsstandards").# KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

scroll
TEUR | 01.01.2018 bis 31.12.2018 | 01.01.2017 bis 31.12.2017 (angepasst¹)
---|---|---
Gewinn vor Steuern | 155.530 | 132.033
Im Gewinn enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung auf den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | |
+ Abschreibungen und Wertminderung | 17.226 | 15.363
- / + Gewinne / Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | 71 | 1
- / + Ergebnis aus Finanzanlagen | 1.625 | 3.158
- / + Sonstige zahlungsunwirksame Erträge / Aufwendungen | 5.663 | 244
+ / - Zunahme / Abnahme abgegrenzter Schulden, Rückstellungen und Pensionen | 715 | 7.160
- Zugänge Leasingforderungen | -2.425.195 | -1.998.337
+ Zahlungen Leasingnehmer | 1.654.780 | 1.401.037
+ Abgänge / Umgliederungen Leasingforderungen zu Restbuchwerten | 302.418 | 245.767
- Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Leasinggeschäft | -319.330 | -280.809
+ / - Abnahme / Zunahme andere Forderungen gegen Leasingnehmer | -9.031 | 5.437
+ / - Währungsdifferenzen | 1.679 | 17.594
= Veränderung Leasingforderungen | -794.679 | -609.311
+ Zugang Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung | 2.071.442 | 1.728.126
- Zahlung Annuitäten an Refinanzierer | -1.441.075 | -1.215.429
- Abgang Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung | -43.810 | -42.119
+ Aufwendungen aus der Verzinsung der Refinanzierung und des Einlagengeschäfts | 46.797 | 42.807
+ / - Währungsdifferenzen | -2.354 | -11.444
= Veränderung Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung | 631.000 | 501.941
+ / - Zunahme / Abnahme Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft | 178.746 | 102.118
- / + Zunahme / Abnahme Darlehen Franchisenehmer | -42.979 | -28.482
Veränderung sonstige Vermögenswerte / Schulden | |
- / + Zunahme / Abnahme sonstige Vermögenswerte | -85.312 | -75.118
- / + Zunahme / Abnahme von Leasinggegenständen aus Operatingleasingverhältnissen | -12.883 | 0
+ / - Zunahme / Abnahme abgegrenzte Mietraten | -13.231 | 4.199
+ / - Zunahme / Abnahme sonstige Schulden | 12.169 | -728
= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 53.661 | 52.578
- / + Gezahlte / erhaltene Ertragsteuern | -31.635 | -21.469
- Gezahlte Zinsen | -2.873 | -3.658
+ Erhaltene Zinsen | 1.248 | 500
= Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 20.401 | 27.951
- Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | -15.565 | -17.167
- Auszahlungen für die Akquisition von Tochterunternehmen | -35.575 | -10.035
- Auszahlungen für den Erwerb von assoziierten Unternehmen | -249 | 0
- Auszahlungen für den Erwerb von Finanzanlagen | -150 | 0
+ Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | 948 | 1.506
= Cashflow aus Investitionstätigkeit | -50.591 | -25.696
+ / - Aufnahme / Rückzahlung von Bankschulden | -1.420 | -120
+ Einzahlungen aus Barkapitalerhöhung | 196.761 | 0
+ Nettoerlöse aus Hybridkapital | 0 | 73.666
- Kuponzahlungen auf Hybridkapital | -6.786 | -4.125
- Dividendenzahlungen | -31.019 | -25.849
= Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 157.536 | 43.572
Finanzmittelfonds zu Beginn der Periode | |
Barmittel und Guthaben bei Kreditinstituten | 203.357 | 156.888
- Bankschulden aus Kontokorrentkrediten | -111 | -131
= Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn der Periode | 203.246 | 156.757
+ / - Veränderung aufgrund Währungsumrechnung | -78 | 662
= Finanzmittelfonds nach Währungsumrechnung | 203.168 | 157.419
Finanzmittelfonds zum Ende der Periode | |
Barmittel und Guthaben bei Kreditinstituten | 333.626 | 203.357
- Bankschulden aus Kontokorrentkrediten | -3.112 | -111
= Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Ende der Periode | 330.514 | 203.246
Veränderung des Finanzmittelfonds in der Periode (= Summe der Cashflows) | 127.346 | 45.827
Netto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 20.401 | 27.951
+ Cashflow aus Investitionstätigkeit | -50.591 | -25.696
+ Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 157.536 | 43.572
= Summe der Cashflows | 127.346 | 45.827

¹ Vorjahreswerte angepasst (siehe Angaben zum Konzernabschluss, Kapitel 2.1, "In 2018 umgesetzte Rechnungslegungsstandards").

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

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TEUR | Grundkapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen/Konzernergebnis | Eigenkapital
---|---|---|---|---
Eigenkapital zum 01.01.2018 (angepasst) | 44.313 | 93.611 | 530.373 | 668.297
Gewinn | | | 131.110 | 131.110
Sonstiges Ergebnis | | | 2.295 | 2.295
Dividendenzahlung in 2018 für 2017 | | | -31.019 | -31.019
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto) | | | -4.727 | -4.727
Kapitalerhöhung | 2.041 | 195.703 | | 197.744
Kupon für Hybridkapital (netto) | | | 4.727 | 4.727
Eigenkapital zum 31.12.2018 | 46.354 | 289.314 | 632.758 | 978.426

Eigenkapital zum 01.01.2017 (wie berichtet) | 18.881 | 119.043 | 498.807 | 636.731
Anpassung an neue Rechnungslegungsstandards | | | -45.987 | -45.987
Anpassung Hybridkapital | 2.541 | -2.541 | | 0
Eigenkapital zum 01.01.2017 (angepasst) | 18.881 | 119.043 | 455.361 | 590.744
Gewinn | | | 105.430 | 105.430
Sonstiges Ergebnis | | | -3.154 | -3.154
Dividendenzahlung in 2017 für 2016 | | | -25.849 | -25.849
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto) | | | -3.235 | -3.235
Kapitalerhöhung (Umwandlung Kapitalrücklage im Rahmen des Aktiensplits) | 25.432 | -25.432 | | 0
Emission Hybridkapital | | | -1.125 | -1.125
Kosten Emission Hybridkapital | | | -209 | -209
Kupon für Hybridkapital (netto) | | | 3.235 | 3.235
Eigenkapital zum 31.12.2017 | 44.313 | 93.611 | 529.551 | 667.475

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TEUR | Hedging-Rücklage | Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne/ Verluste | Währungsumrechnung | Eigenkapital
---|---|---|---|---
Eigenkapital zum 01.01.2018 (angepasst) | -6 | -1.258 | -619 | 668.297
Gewinn | | -1 | 430 | 131.110
Sonstiges Ergebnis | | -149 | | 2.295
Dividendenzahlung in 2018 für 2017 | | | | -31.019
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto) | | | | -4.727
Kapitalerhöhung | | | | 197.744
Kupon für Hybridkapital (netto) | | | | 4.727
Eigenkapital zum 31.12.2018 | -7 | -1.308 | -189 | 978.426

Eigenkapital zum 01.01.2017 (wie berichtet) | 90 | -1.556 | 2.614 | 636.731
Anpassung an neue Rechnungslegungsstandards | 123 | | | -45.987
Anpassung Hybridkapital | | -2.541 | 0 | 0
Eigenkapital zum 01.01.2017 (angepasst) | 213 | -4.097 | 2.614 | 590.744
Gewinn | | 298 | -3.356 | 105.430
Sonstiges Ergebnis | | | | -3.154
Dividendenzahlung in 2017 für 2016 | | | | -25.849
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto) | | | | -3.235
Kapitalerhöhung (Umwandlung Kapitalrücklage im Rahmen des Aktiensplits) | | | | 0
Emission Hybridkapital | | | | -1.125
Kosten Emission Hybridkapital | | | | -209
Kupon für Hybridkapital (netto) | | | | 3.235
Eigenkapital zum 31.12.2017 | -6 | -1.258 | -619 | 667.475

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TEUR | Neubewertungsrücklage aus Eigenkapitalinstrumenten (IFRS 9) | Summe Eigenkapital Aktionäre der GRENKE AG | Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile | Summe Eigenkapital
---|---|---|---|---
Eigenkapital zum 01.01.2018 (angepasst) | 0 | 666.414 | 125.000 | 791.414
Gewinn | | 131.110 | | 131.110
Sonstiges Ergebnis | | 2.295 | 2.575 | 4.870
Dividendenzahlung in 2018 für 2017 | | -31.019 | | -31.019
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto) | | -4.727 | | -4.727
Kapitalerhöhung | | 197.744 | | 197.744
Kupon für Hybridkapital (netto) | | 4.727 | | 4.727
Eigenkapital zum 31.12.2018 | 2.295 | 965.598 | 127.575 | 1.095.448

Eigenkapital zum 01.01.2017 (wie berichtet) | 0 | 637.879 | 52.541 | 690.420
Anpassung an neue Rechnungslegungsstandards | | -45.864 | | -45.864
Anpassung Hybridkapital | | -2.541 | 0 | -2.541
Eigenkapital zum 01.01.2017 (angepasst) | 0 | 594.556 | 52.541 | 644.556
Gewinn | | 105.430 | | 105.430
Sonstiges Ergebnis | | -3.154 | | -3.154
Dividendenzahlung in 2017 für 2016 | | -25.849 | | -25.849
Kuponzahlung für Hybridkapital (netto) | | -3.235 | | -3.235
Kapitalerhöhung (Umwandlung Kapitalrücklage im Rahmen des Aktiensplits) | | 0 | 0 | 0
Emission Hybridkapital | | -1.125 | 75.000 | 73.875
Kosten Emission Hybridkapital | | -209 | | -209
Kupon für Hybridkapital (netto) | | 3.235 | | 3.235
Eigenkapital zum 31.12.2017 | 0 | 666.414 | 127.541 | 793.955

UNTERNEHMERISCH // SEBASTIAN HIRSCH // Mitglied des Vorstands

"WEIL WIR JEDERZEIT SO HANDELN, ALS WÄRE IHR GESCHÄFT UNSER EIGENES: ENTSCHLOSSEN, VERANTWORTUNGSVOLL UND MIT WEITSICHT."

KONTINUIERLICHE PROFITABILITÄT UND FINANZIELLE STÄRKE

// Eigenkapitalquote und Konzerngewinn
* 18,5 %: Auch im Geschäftsjahr 2018 verfügte der GRENKE Konzern über eine solide Eigenkapitalausstattung.
* +24,4 %: Der Konzerngewinn steigt 2018 auf 131,1 Mio, EUR und liegt somit am oberen Ende der Prognose von 126 bis 132 Mio, EUR.

DYNAMISCHES WACHSTUM

// Neugeschäftsvolumen (Mio, EUR)
* 2.979,8: Dynamisches Neugeschäft der GRENKE Gruppe erreicht einen Spitzenwert und bildet solide Grundlage für künftiges Gewinnwachstum.

LANGFRISTIGE DIVIDENDENPOLITIK

// Anstieg Dividende (EUR)

ERSTKLASSIGE REPUTATION

  • Ratings BBB+ mit stabilem Ausblick wurde uns auch in 2018 von Standard & Poors für die GRENKE AG bescheinigt.

KonzernAnhang für das Geschäftsjahr 2018

1. ALLGEMEINE ANGABEN

Die GRENKE AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Baden-Baden, Neuer Markt 2, Deutschland. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Mannheim im Handelsregister, Abteilung B, unter der Nummer 201836 eingetragen. Die GRENKE AG ist oberstes Mutterunternehmen des GRENKE AG Konzerns (im Folgenden "GRENKE Konzern" genannt). Die GRENKE AG ist ein börsennotiertes Mutterunternehmen, das einen organisierten Markt i. S. d. § 2 (11) WpHG in Anspruch nimmt.

Der GRENKE Konzern betreibt das Finanzierungsgeschäft, als Partner für schwerpunktmäßig kleine und mittlere Unternehmen, in seiner Bandbreite vom Leasing bis zum Factoring sowie diverse Zahlungsverkehrsdienstleistungen und das Einlagengeschäft mit Privatkunden.

Der Konzernabschluss der GRENKE AG (im Folgenden als "Konzernabschluss" bezeichnet) zum 31. Dezember 2018 umfasst den Abschluss der GRENKE AG sowie ihrer Tochterunternehmen und konsolidierten strukturierten Unternehmen und wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 e HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Konzernabschluss wird in Euro (EUR) aufgestellt. Soweit nicht anderweitig angegeben, erfolgen sämtliche Angaben gerundet in TEUR.

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Ausnahmen sind im Folgenden unter Tz. 2.1 und Tz. 3.19 dargestellt und betreffen Änderungen, die sich durch die verpflichtende Anwendung neuer bzw. überarbeiteter Rechnungslegungsstandards ergeben haben sowie eine Darstellungsänderung im Bereich der zusätzlichen Eigenkapitalbestandteile.

Der Konzernabschluss wurde am 6. Februar 2019 durch den Vorstand aufgestellt und ist zur Veröffentlichung freigegeben.

2.# ÄNDERUNGEN IN DER RECHNUNGSLEGUNG

2.1 IN 2018 UMGESETZTE RECHNUNGSLEGUNGSSTANDARDS

Vom International Accounting Standards Board (IASB) wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Änderungen an bestehenden IFRS vorgenommen sowie neue IFRS und Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) veröffentlicht. Des Weiteren veröffentlicht das IASB im Rahmen eines jährlichen Verfahrens Änderungen zu bestehenden Standards ("Annual Improvements Project", AIP). Primäres Ziel der Sammelstandards ist es, Inkonsistenzen zu beseitigen und Formulierungen klarzustellen.

Folgende Änderungen an Standards, die ab dem Geschäftsjahr 2018 neu anzuwenden waren, hatten keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der GRENKE AG:

  • Jährliche Verbesserungen der IFRS: Zyklus 2014 - 2016
  • Klarstellungen von IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden"
  • Änderungen an IAS 40 "Übertragungen von als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien"
  • Änderungen an IFRS 2 "Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung"
  • Änderung an IFRS 4: Anwendung von IFRS 9 Finanzinstrumente gemeinsam mit IFRS 4 Versicherungsverträge
  • IFRIC Interpretation 22 "Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen"

Nachfolgend werden diejenigen Rechnungslegungsvorschriften erläutert, die für den Konzern von Bedeutung sind.

2.1.1 IFRS 9 "FINANZINSTRUMENTE"

Im Juli 2014 veröffentlichte das IASB IFRS 9 "Finanzinstrumente". Der Standard enthält Vorschriften für den Ansatz, die Bewertung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten sowie die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen und ersetzt weitgehend die bisher unter IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" vorgenommene Bilanzierung von Finanzinstrumenten. Der Standard ist in der EU verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen.

Gegenüber IAS 39 reduzierte sich das bilanzielle Eigenkapital zum 1. Januar 2018 um 65,0 Mio. EUR. Ursächlich ist eine im Vergleich zu IAS 39 geänderte Risikovorsorgemethodik. Das neue Wertminderungsmodell sieht vor, dass bereits auf die erwarteten Kreditausfälle eine Risikovorsorge gebildet werden muss, während es nach IAS 39 nur zulässig war, Wertminderungen für bereits eingetretene Verluste zu erfassen.

Mit Ausnahme der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen, bei welchen sich der GRENKE Konzern entschieden hat, das in IFRS 9 enthaltene Bilanzierungswahlrecht auszuüben und somit weiterhin die Bilanzierungsregeln für Sicherungsbeziehungen nach IAS 39 anzuwenden, hat der Konzern IFRS 9 retrospektiv zum 1. Januar 2017 angewendet, sodass die Vorjahresperiode der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vergleichbar dargestellt wurde. Alle Änderungen der Buchwerte finanzieller Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Finanzgarantien wurden zum Erstanwendungszeitpunkt in den Gewinnrücklagen berücksichtigt.

2.1.2 KLASSIFIZIERUNG VON FINANZINSTRUMENTEN

IAS 39 sah bislang vier Kategorien für die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten vor: "finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden", "bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen", "Kredite und Forderungen" und "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte". Finanzielle Verbindlichkeiten wurden mit Ausnahme von Finanzgarantien und Kreditzusagen zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Nach IFRS 9 richtet sich die Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten danach, ob es sich um ein Schuldinstrument, ein Derivat oder ein Eigenkapitalinstrument handelt. Finanzielle Verbindlichkeiten sind, mit Ausnahme von Derivaten und finanziellen Garantien, zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bilanzieren. Die Bilanzierung ist unter IFRS 9 im Vergleich zu IAS 39 im Wesentlichen unverändert geblieben.

IFRS 9 verlangt, dass die Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten sowohl auf der Grundlage des Geschäftsmodells, das für die Verwaltung der finanziellen Vermögenswerte verwendet wird, als auch der vertraglichen Zahlungsstrom-Eigenschaften des finanziellen Vermögenswerts (sogenanntes "SPPI"; Solely Payment of Principal and Interest) bestimmt wird.

IFRS 9 sieht vier Arten der Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte vor, die von dem jeweiligen Geschäftsmodell bzw. der Erfüllung des SPPI-Kriteriums abhängig sind:

  • Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (Amortised Cost/AC)
  • Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert mit Recycling (Fair Value through OCI mit Recycling/FVOCImR)
  • Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ohne Recycling (Fair Value through OCI ohne Recycling/FVOCIoR)
  • Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value through P&L/FVPL)

Performende und nicht performende Leasingforderungen fallen nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 9. Nicht performende Leasingforderungen stellen wirtschaftlich Schadensersatzforderungen dar.

Aufgrund der neuen Klassifizierung des IFRS 9 sind Zahlungsmittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanziellen Vermögenswerte, die der bisherigen Bewertungskategorie nach IAS 39 "Kredite und Forderungen" zugeordnet waren, nun der Bewertungsklasse "Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten" nach IFRS 9 zuzuordnen. Sonstige Beteiligungen, die unter IAS 39 der Bewertungskategorie "Available for Sale" zugeordnet waren, sind nun nach Ausübung des Wahlrechts des IFRS 9 der Klasse "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ohne Recycling" zuzuordnen. Derivative Finanzinstrumente mit positivem bzw. negativem Saldo sind sowohl nach IAS 39 wie auch nach IFRS 9 der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" zuzuordnen. Eine Veränderung in den Buchwerten aufgrund der geänderten Klassifizierungsvorschriften des IFRS 9 hat sich nicht ergeben.

2.1.3 WERTMINDERUNG

Die Anwendung von IFRS 9 hat grundlegend die Bilanzierung für Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte verändert, indem das Incurred-Loss-Modell nach IAS 39 durch das zukunftsgerichtete Expected-Credit-Loss-Modell (ECL) ersetzt wurde. Nach dem Incurred-Loss-Modell (eingetretener Kreditausfallmodell) unter IAS 39 wurden Wertminderungen erst bei Eintritt eines definierten Verlustereignisses erfasst. Unter IFRS 9, dem Expected-Credit-Loss-Modell (erwarteter Kreditausfallmodell), werden Wertminderungen bzw. Rückstellungen ab dem Erstansatz des finanziellen Vermögenswerts auf Basis der zu diesem Zeitpunkt herrschenden Erwartungen potenzieller Kreditausfälle erfasst.

Die Regelungen zur Wertminderung unter IFRS 9 werden auf zu fortgeführten Anschaffungskosten oder auf zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in den sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen (FVOCI) bewertete Schuldtitel, auf Leasingforderungen gemäß IAS 17 "Leasingverhältnisse" und auf außerbilanzielle Verpflichtungen wie Kreditzusagen und Finanzgarantien angewandt.

IFRS 9 führt einen dreistufigen Ansatz für die Ermittlung der Wertminderung ein. Demnach wird der Verlust aus erwarteten Verlustereignissen für ein Jahr (12M ECL) bereits bei Zugang als Risikovorsorge gebildet (Stufe 1). Tritt eine signifikante Verschlechterung des Kreditrisikos seit dem erstmaligen Ansatz ein, liegt jedoch noch keine Bonitätsbeeinträchtigung vor, so wird die Risikovorsorge in Höhe der Verluste aus erwarteten Verlustereignissen über die gesamte restliche Vertragslaufzeit (Lifetime Expected Loss, LT ECL) gebildet (Stufe 2). Liegt eine Bonitätsbeeinträchtigung vor, ist die Risikovorsorge ebenfalls in Höhe der über die gesamte restliche Vertragslaufzeit erwarteten Verluste auf Basis der geschätzten, noch zu erwartenden Zahlungsströme des Vermögenswerts (LT ECL) zu ermitteln (Stufe 3).

Finanzielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz grundsätzlich in Stufe 1 erfasst. Eine Ausnahme hierbei bilden Finanzinstrumente, die bereits zum Zugangszeitpunkt des Geschäfts als wertgemindert gelten ("Purchased or Originated Credit Impaired Financial Assets -POCI"). Bei als POCI klassifizierten Finanzinstrumenten wird keine Risikovorsorge im Zugangszeitpunkt erfasst. Stattdessen wird der Effektivzinssatz bereits beim Zugang des Finanzinstruments um die erwarteten Kreditausfälle reduziert. Im Zuge der Folgebewertung von POCI-Finanzinstrumenten erfolgt hingegen eine Risikovorsorgebildung, welche sich an der Entwicklung der LT ECL seit dem Zugangszeitpunkt orientiert.

2.1.4 ERSTANWENDUNG IFRS 9 (INKL. ANPASSUNG HYBRIDKAPITAL)

Nachstehende Tabellen fassen die Auswirkungen der Erstanwendung von IFRS 9 und die Auswirkung der Anpassung im Hybridkapital (siehe Tz. 3.19), ausgehend von der veröffentlichten GRENKE Konzernbilanz zum 31. Dezember 2016, auf die Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2017 zusammen. Außerdem wird die Auswirkung auf die GRENKE Konzernbilanz zum 31. Dezember 2017 auf die Bilanz zum 1. Januar 2018 sowie die retrospektive Auswirkung auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und die Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die zwölf Monate zum 31. Dezember 2017 dargestellt.

Die dargestellter Änderungen in den Tabellen in der Spalte "Anpassung IFRS 9" ergaben sich ausschließlich aufgrund der geänderten Wertberichtigungsvorschriften des IFRS 9.

AUSWIRKUNG AUF DIE KONZERNBILANZ (ERHÖHUNG / -VERMINDERUNG) ZUM 1. Januar 2018# JANUAR 2017

Veröffentlichter Konzernabschluss 31.12.2016

Anpassung IFRS 9 IFRS 9 Eröffnungsbilanz 01.01.2017 Anpassung Hybridkapital Eröffnungsbilanz 01.01.2017
Kurzfristige Vermögenswerte
Zahlungsmittel 156.896 -8 156.888 --
Leasingforderungen 1.141.000 -27.898 1.113.102 --
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 93.090 -501 92.589 --
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.474 -101 4.373 --
Summe kurzfristige Vermögenswerte 1.608.963 -28.508 1.580.455 --
Langfristige Vermögenswerte
Leasingforderungen 2.129.110 -28.008 2.101.102 --
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 73.643 -1.072 72.571 --
Latente Steueransprüche 11.043 10.663 21.706
Summe langfristige Vermögenswerte 2.355.605 -18.417 2.337.188 --
Summe Vermögenswerte 3.964.568 -46.925 3.917.643 --
Langfristige Schulden
Langfristige Rückstellungen 0 107 107 --
Latente Steuerschulden 44.630 -1.168 43.462 --
Summe langfristige Schulden 1.945.636 -1.061 1.944.575 --
Eigenkapital
Gewinnrücklagen 498.807 -45.987 455.361 --
Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals 1.148 123 1.271 --
Summe Eigenkapital der Aktionäre der GRENKE AG 637.879 -45.864 592.015 2.541
Anteile der Hybridkapitalgeber 52.541 52.541 -2.541
Summe Eigenkapital 690.420 -45.864 644.556 0
Summe Schulden und Eigenkapital 3.964.568 -46.925 3.917.643 0

AUSWIRKUNG AUF DIE KONZERNBILANZ (ERHÖHUNG / -VERMINDERUNG) ZUM 1. JANUAR 2018

Veröffentlichte Konzernbilanz 31.12.2017 Anpassung IFRS 9 Angepasste Konzernbilanz 01.01.2018 Anpassung Hybridkapital Vollständig angepasste Konzernbilanz 01.01.2018
Kurzfristige Vermögenswerte
Zahlungsmittel 203.367 -10 203.357 -- 203.357
Leasingforderungen 1.368.121 -34.827 1.333.294 -- 1.333.294
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 116.509 -589 115.920 -- 115.920
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.935 -149 5.786 -- 5.786
Summe kurzfristige Vermögenswerte 1.969.693 -35.575 1.934.118 -- 1.934.118
Langfristige Vermögenswerte
Leasingforderungen 2.598.614 -46.791 2.551.823 -- 2.551.823
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 82.047 -1.741 80.306 -- 80.306
Geschäfts- oder Firmenwerte 82.845 735 83.580 -- 83.580
Latente Steueransprüche 10.887 4.342 15.229 -- 15.229
Summe langfristige Vermögenswerte 2.872.512 -43.455 2.829.057 -- 2.829.057
Summe Vermögenswerte 4.842.205 -79.030 4.763.175 -- 4.763.175
Langfristige Schulden
Langfristige Rückstellungen 0 53 53 -- 53
Latente Steuerschulden 55.932 -13.928 42.004 -- 42.004
Summe langfristige Schulden 2.595.342 -13.875 2.581.467 -- 2.581.467
Eigenkapital
Gewinnrücklagen 592.771 -65.533 527.238 3.135 530.373
Sonstige Bestandteile des Eigenkapitals -2.261 378 -1.883 -- -1.883
Summe Eigenkapital der Aktionäre der GRENKE AG 728.434 -65.155 663.279 3.135 666.414
Anteile der Hybridkapitalgeber 128.135 128.135 -3.135 125.000
Summe Eigenkapital 856.569 -65.155 791.414 0 791.414
Summe Schulden und Eigenkapital 4.842.205 -79.030 4.763.175 0 4.763.175

AUSWIRKUNG AUF DIE KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (ERHÖHUNG / -VERMINDERUNG) FÜR DIE 12 MONATE ZUM 31. DEZEMBER 2017

Veröffentlichte Konzern GuV 31.12.2017 Anpassung IFRS 9 Angepasste GuV 31.12.2017 Anpassung Hybridkapital Angepasste GuV 31.12.2017
Schadensabwicklung und Risikovorsorge 55.467 25.694 81.161 -- 81.161
Gewinn vor Steuern 157.727 -25.694 132.033 -- 132.033
Ertragsteuern 32.745 -6.142 26.603 -- 26.603
Gewinn 124.982 -19.552 105.430 -- 105.430
Hybridkapitalgeber 3.738 3.738 -503 3.235
Aktionäre der GRENKE AG 121.244 -19.552 101.692 503 102.195
Ergebnis je Aktie (EUR)¹ 2,74 -0,44 2,30 0,01 2,31
¹ Das verwässerte Ergebnis entspricht dem unverwässerten Ergebnis.

AUSWIRKUNG AUF DIE KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG (ERHÖHUNG / -VERMINDERUNG) FÜR DIE 12 MONATE ZUM 31. DEZEMBER 2017

Veröffentlichter Konzernabschluss 31.12.2017 Anpassung IFRS 9 Angepasster Konzernabschluss 31.12.2017 Anpassung Hybridkapital Vollständig angepasster Konzernabschluss 31.12.2017
Veränderung der Währungsumrechnungsdifferenzen -3.611 255 -3.356 -- -3.356
Sonstiges Ergebnis -3.409 255 -3.154 -- -3.154
Gesamtergebnis 121.573 -19.297 102.276 -- 102.276
Hybridkapitalgeber 3.738 3.738 -503 3.235
Aktionäre der GRENKE AG 117.835 -19.297 98.538 503 99.041
Es ergab sich keine wesentliche Auswirkung auf die Konzern-Kapitalflussrechnung.

ÜBERLEITUNG DER RISIKOVORSORGE

Ausweis IAS 39 Ausweis IFRS 9 Risikovorsorge IAS 39 31.12.2016 Neubewertung Risikovorsorge IFRS 9 01.01.2017
Zahlungsmittel L&R AC 0 8 8
Leasingforderungen (performend) n.a. n.a. 0 55.906
Leasingforderungen (nicht performend) n.a. n.a. 129.746 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen L&R AC 850 101 951
Sonstige finanzielle Vermögenswerte L&R AC 2.216 1.573 3.789
Außerbilanzielle Verpflichtungen (Finanzgarantien) n. a. n. a. 0 107

Bedeutung der Abkürzung: L&R: Loans and Receivables / Kredite und Forderungen AC: zu fortgeführten Anschaffungskosten (measured at amortised cost) bewertete finanzielle Vermögenswerte

2.1.5 IFRS 15 "ERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN"

Das IASB veröffentlichte im Mai 2014 IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden". Der Standard führt ein branchenunabhängiges und prinzipien-basiertes fünfstufiges Modell für die Bilanzierung von Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden ein. Nach IFRS 15 werden Umsatzerlöse in Höhe der Gegenleistung erfasst, mit der ein Unternehmen im Gegenzug für die Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf einen Kunden rechnen kann (der Transaktionspreis im Sinne von IFRS 15). Umsatzerlöse werden realisiert, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die Güter oder Dienstleistungen erhält. IFRS 15 enthält ferner Vorgaben zum Ausweis. Zudem fordert der neue Standard die Offenlegung einer Reihe quantitativer und qualitativer Informationen, um Nutzer des Konzernabschlusses in die Lage zu versetzen, die Art, die Höhe, den zeitlichen Anfall sowie die Unsicherheit von Umsatzerlösen und Zahlungsströmen aus Verträgen mit Kunden zu verstehen. Der neue Standard ersetzt alle bislang bestehenden Vorschriften zur Umsatzrealisierung (IAS 11 "Fertigungsaufträge" und IAS 18 "Umsatzerlöse") sowie die dazugehörigen Interpretationen nach IFRS. IFRS 15 ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Der Standard hat keine Auswirkungen auf die Vereinnahmung von Erträgen, die im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten des Regelungsbereiches von IFRS 9 entstehen. Ebenfalls davon ausgeschlossen ist die Vereinnahmung von Erträgen aus Leasingvereinbarungen, die in den Anwendungsbereich des IAS 17/IFRS 16 fallen. Der Konzern hat beim Übergang auf IFRS 15 die modifizierte retrospektive Methode angewendet, nach der die kumulierten Anpassungsbeträge zum 1. Januar 2018 erfasst werden. Aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 15 ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der GRENKE AG.

2.2 BEREITS VERÖFFENTLICHTE RECHNUNGSLEGUNGSSTANDARDS UND INTERPRETATIONEN - NOCH NICHT UMGESETZT

Neben den vorgenannten, verpflichtend anzuwendenden IFRS wurden vom IASB noch weitere geänderte IAS und IFRS veröffentlicht, die erst zu einem späteren Zeitpunkt verpflichtend anzuwenden sind. Verschiedene Standards davon haben die Anerkennung in europäisches Recht ("Endorsement") der EU bereits durchlaufen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung wird von diesen Standards ausdrücklich zugelassen bzw. empfohlen. Die GRENKE AG macht von diesem Wahlrecht keinen Gebrauch. Diese Standards werden zum Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung im Konzernabschluss umgesetzt. Nachfolgend wird unterschieden, ob Standards bereits in europäisches Recht übernommen ("endorsed") wurden (in Klammern: verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt) oder noch nicht:

2.2.1 BEREITS IN EUROPÄISCHES RECHT ÜBERNOMMEN ("ENDORSED") (IN KLAMMERN: IASB-ERSTANWENDUNGSZEITPUNKT):

  • IFRS 16 "Leasingverhältnisse" (1. Januar 2019)
  • Änderungen an IFRS 9 "Rückzahlungsklauseln mit negativer Ausgleichsleistung" (1. Januar 2019)
  • IFRIC 23 "Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung" (1. Januar 2019)

2.2.2 NOCH NICHT IN EUROPÄISCHES RECHT ÜBERNOMMEN ("NICHT ENDORSED") (IN KLAMMERN: IASB-ERSTANWENDUNGSZEITPUNKT):¹

  • Jährliche Verbesserungen der IFRS: Zyklus 2015 - 2017 (1. Januar 2019)
  • Änderungen an IAS 19 "Plananpassung, -kürzung und -abgeltung" (1. Januar 2019)
  • Änderungen an IAS 28 "Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures" (1. Januar 2019)
  • Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept zur Rechnungslegung (1. Januar 2020)
  • Änderungen an IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" (1. Januar 2020)
  • Änderungen an IAS 1 und IAS 8 "Definition von Wesentlichkeit" (1. Januar 2020)
  • IFRS 17 "Versicherungsverträge" (1. Januar 2021)

¹ Die EU hat entschieden, den Übergangsstandard IFRS 14 "Regulatorische Abgrenzungsposten" (1. Januar 2016) nicht in europäisches Recht zu übernehmen und bis zur finalen Verabschiedung des Standards abzuwarten. Das IASB hat den Erstanwendungszeitpunkt "Änderungen an IFRS 10 Konzernabschlüsse und IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures" auf unbestimmte Zeit verschoben. Nachfolgend werden diejenigen Rechnungslegungsvorschriften erläutert, die für den Konzern von Bedeutung sind. Für die übrigen neuen und geänderten Standards wird mit Ausnahme neuer bzw. modifizierter Anhangangaben mit keiner bedeutenden Auswirkung auf den Konzernabschluss gerechnet.

2.2.3 IFRS 16 "LEASINGVERHÄLTNISSE"

Das IASB hat im Januar 2016 den neuen Standard IFRS 16 "Leasingverhältnisse" veröffentlicht. IFRS 16 ersetzt den bisherigen Standard zur Leasingbilanzierung IAS 17 sowie die Interpretationen IFRIC 4, SIC-15 und SIC-27. Der Standard ist verpflichtend ab dem 1. Januar 2019 anzuwenden. Die freiwillige vorzeitige Anwendung ist gestattet.# Die wesentlichen Neuerungen durch IFRS 16 betreffen die Bilanzierung beim Leasingnehmer.

Die Unterscheidung in Operating Lease und Finance Lease beim Leasingnehmer entfällt. So hat beim Leasingnehmer für alle Leasingverhältnisse der Bilanzansatz von Vermögenswerten für die erlangten Nutzungsrechte (sogenannter "Right-of-Use-Approach") und von Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu erfolgen. Anwendungserleichterungen werden für Leasinggegenstände von niedrigem Wert (sogenannte "Low Value"-Leases) und für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr eingeräumt. Für Leasinggegenstände von niedrigem Wert gilt diese Vereinfachung sogar, wenn diese in Summe als wesentlich einzustufen sind. Die Anwendungserleichterungen bestehen in einem Wahlrecht zur Anwendung der Ansatz- und Ausweisvorschriften des IFRS 16.

Der GRENKE Konzern wird diese Erleichterungsvorschriften sowohl bei Leasinggegenständen von niedrigem Wert als auch bei kurzfristigen Leasingverhältnissen anwenden.

Die Bilanzierungsvorschriften für Leasinggeber wurden nur geringfügig verändert und entsprechen weitestgehend den bisherigen Regelungen des IAS 17. Dadurch, dass die Bilanzierungsvorschriften für Leasinggeber weitestgehend den bisherigen Regelungen des IAS 17 entsprechen werden, wird der neue Standard voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der GRENKE AG als Leasinggeber haben.

Die geänderte Bilanzierung bei Leasingverhältnissen, bei denen der GRENKE Konzern Leasingnehmer ist, wird sich auf den Konzernabschluss auswirken. Insbesondere werden für gemietete Fahrzeuge und Immobilen Nutzungsrechte aktiviert werden. Darüber hinaus wird sich die Art der Aufwendungen, die mit diesen Leasingverhältnissen verbunden sind, ändern, da IFRS 16 die linearen Aufwendungen für Operating-Leasingverhältnisse durch einen Abschreibungsaufwand für Nutzungsrechte (Right-of-use assets) und Zinsaufwendungen für Schulden aus dem Leasingverhältnis ersetzt.

Im Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung wird der GRENKE Konzern von der Erleichterungsvorschrift Gebrauch machen, nicht erneut zu beurteilen, ob die bis dahin bestehenden Vereinbarungen ein Leasingverhältnis darstellen oder beinhalten. Die Erstanwendung wird über die modifizierte retrospektive Methode erfolgen, sodass auf eine Anpassung von Vorjahreszahlen verzichtet wird.

Der GRENKE Konzern wird voraussichtlich die damit einhergehenden Erleichterungsvorschriften des IFRS 16 bei der Erstanwendung weitgehend in Anspruch nehmen. So wird der GRENKE Konzern von dem Wahlrecht Gebrauch machen, die anfänglichen direkten Kosten bei der Bewertung des Nutzungsrechts zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung unberücksichtigt zu lassen. Ferner werden Leasingverhältnisse, deren Laufzeit innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Erstanwendungszeitpunkt endet, als kurzfristige Leasingverhältnisse klassifiziert. Auch bei Leasinggegenständen von niedrigem Wert wird die Vereinfachungsregelung in Anspruch genommen keine Anpassungen bei der Erstanwendung von IFRS 16 vorzunehmen.

Die tatsächlichen Auswirkungen des IFRS 16 sind abhängig von den verwendeten Grenzfremdkapitalzinssätzen zum 1. Januar 2019, der Zusammensetzung des Leasingportfolios mit ähnlichen Charakteristika und der Einschätzung über die Ausübung von Verlängerungsoptionen. Nach den bisherigen Erkenntnissen führt die Anwendung von IFRS 16 zu kleineren Ausweisänderungen in der Konzernbilanz und in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Im Hinblick auf die Bilanz erwarten wir in Abhängigkeit von der Wahlrechtsausübung bei der Berechnung der Nutzungsrechte eine Erhöhung der Bilanzsumme zwischen 20 Mio. EUR und 35 Mio. EUR. Insoweit wird keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss erwartet, da der GRENKE Konzern vornehmlich als Leasinggeber agiert.

2.2.4 IFRIC 23 "UNSICHERHEIT BEZÜGLICH DER ERTRAGSTEUERLICHEN BEHANDLUNG"

IFRIC 23 wurde im Juni 2017 veröffentlicht. Mit der Interpretation werden die Anforderungen an den Ansatz und die Bewertung von unsicheren Ertragsteuerpositionen klargestellt. Bei der Beurteilung von Annahmen und Schätzungen hat ein Unternehmen zu beurteilen, ob es wahrscheinlich ist, dass die Steuerjurisdiktion die ertragsteuerliche Behandlung akzeptieren wird. Die Interpretation ist erstmalig für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. GRENKE prüft derzeit, welche Auswirkungen die Anwendung der Interpretation auf den Konzernabschluss hat, erwartet jedoch nur geringe Auswirkungen, da GRENKE sich bisherig schon an der Interpretation für die Bilanzierung orientiert hat.

3. ALLGEMEINE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

3.1 ZUSAMMENSETZUNG DES KONZERNS

Der Konzern besteht aus 40 (Vorjahr: 38) konsolidierten Unternehmen, davon sind fünf (Vorjahr: fünf) konsolidierte strukturierte Unternehmen. An 36 (Vorjahr: 34) der vom Konzern beherrschten Unternehmen hält der Konzern direkt oder indirekt eine 100-prozentige Kapitalbeteiligung. Vier (Vorjahr: vier) der konsolidierten Unternehmen werden von Dritten gehalten, dabei handelt es sich bei drei strukturierten Unternehmen um Beteiligungsunternehmensteile (Silos). Weiterhin sind zwei (Vorjahr: ein) assoziierte Unternehmen im Konzern nach der Equity-Methode bilanziert. Der Konzernabschluss beinhaltet alle Vermögenswerte und Schulden sowie alle Aufwendungen und Erträge der GRENKE AG und ihrer beherrschten Konzerngesellschaften (im Folgenden auch "GRENKE Konzern" genannt) nach Eliminierung aller wesentlichen konzerninternen Transaktionen. Im Rahmen der Konzernabschlusserstellung kommen konzernweit einheitliche Rechnungslegungsgrundsätze zur Anwendung. Beteiligungsunternehmen werden ab dem Zeitpunkt konsolidiert, an dem der GRENKE Konzern Beherrschung erlangt. Die Konsolidierung endet mit dem Zeitpunkt, zu dem keine Möglichkeit zur beherrschenden Einflussnahme mehr vorliegt.

3.1.1 TOCHTERUNTERNEHMEN

Tochterunternehmen sind Unternehmen, welche aufgrund der Anteile direkt oder indirekt vom Konzern gehalten werden und über die die GRENKE AG Beherrschung ausübt. Beherrschung liegt vor, wenn die GRENKE AG aufgrund bestehender Rechte die Fähigkeit hat, die relevanten Aktivitäten des untergeordneten Unternehmens im Rahmen der Verfügungsgewalt zu bestimmen, dabei variablen Rückflüssen ausgesetzt ist und eine Verbindung zwischen Verfügungsgewalt und der Höhe der variablen Rückflüsse besteht.

3.1.2 STRUKTURIERTE UNTERNEHMEN

Strukturierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen nicht die Stimmrechte oder vergleichbare Rechte der dominante Faktor bei der Festlegung der Beherrschung sind. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Stimmrechte sich nur auf Verwaltungsaufgaben beziehen und die relevanten Aktivitäten durch vertragliche Vereinbarungen gesteuert werden.

3.1.3 ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann; dies geschieht in der Regel durch mittel- oder unmittelbare Stimmrechtsanteile von 20 % bis 50 %. Dabei liegt weder Beherrschung noch gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse vor. Assoziierte Unternehmen werden im Konzernabschluss nach der Equity-Methode bilanziert und erstmalig mit den Anschaffungskosten angesetzt. Der Anteil am Ergebnis der assoziierten Unternehmen nach Erwerb bzw. Gründung wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, der Anteil an erfolgsneutralen Veränderungen des Eigenkapitals unmittelbar im Konzern-Eigenkapital. Der Geschäfts- oder Firmenwert, der bei der Akquisition eines assoziierten oder gemeinschaftlich geführten Unternehmens entsteht, ist im Buchwert der Beteiligung (abzüglich aufgelaufener Verluste aus Wertminderungen) enthalten. Daher erfolgt keine separate Überprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts auf Wertminderung.

ÜBERSICHT GRENKE KONZERN - AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES GEMÄSS § 313 ABS. 2 HGB

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Tochterunternehmen einschließlich strukturierte Unternehmen Sitz Kapitalanteil 31.12.2018 Kapitalanteil 31.12.2017
Inland
GRENKE Service AG Baden-Baden 100 % 100 %
Grenke Investitionen Verwaltungs Kommanditgesellschaft auf Aktien Baden-Baden 100 % 100 %
GRENKE BANK AG Baden-Baden 100 % 100 %
GRENKEFACTORING GmbH Baden-Baden 100 % 100 %
GRENKE digital GmbH Karlsruhe 100 % 100 %
Leasing GmbH Kieselbronn 100 % 100 %
Ausland
GRENKELEASING s.r.o. Prag/Tschechien 100 % 100 %
GRENKE ALQUILER S.L. Barcelona/Spanien 100 % 100 %
Grenkefinance N.V. Vianen/Niederlande 100 % 100 %
GRENKE RENT S.L. Madrid/Spanien 100 % 100 %
GRENKELEASING AG Zürich/Schweiz 100 % 100 %
GRENKELEASING GmbH Wien/Österreich 100 % 100 %
GRENKELEASING ApS Herlev/Dänemark 100 % 100 %
GRENKE LIMITED Dublin/Irland 100 % 100 %
GRENKE FINANCE PLC Dublin/Irland 100 % 100 %
GRENKE LOCATION SAS Schiltigheim/Frankreich 100 % 100 %
GRENKE Locazione S.r.l. Mailand/Italien 100 % 100 %
GRENKELEASING AB Stockholm/Schweden 100 % 100 %
GRENKE LEASE Sprl Brüssel/Belgien 100 % 100 %
Grenke Leasing Ltd. Guildford/Großbritannien 100 % 100 %
GRENKELEASING Sp. z o.o. Posen/Polen 100 % 100 %
GRENKELEASING Magyarország Kft. Budapest/Ungarn 100 % 100 %
Grenke Renting S.R.L Bukarest/Rumänien 100 % 100 %
GRENKE RENTING S.A. Lissabon/Portugal 100 % 100 %
GRENKELEASING s.r.o. Bratislava/Slowakei 100 % 100 %
GRENKELEASING Oy Vantaa/Finnland 100 % 100 %
GRENKELOCATION SARL Munsbach/Luxemburg 100 % 100 %
GRENKEFACTORING AG Basel/Schweiz 100 % 100 %
GRENKELEASING d.o.o. Ljubljana/Slowenien 100 % 100 %
GRENKE Kiralama Ltd. Sti. Istanbul/Türkei 100 % 100 %
GRENKE RENTING LTD. Sliema/Malta 100 % 100 %
GC Locação de Equipamentos LTDA São Paulo/Brasilien 100 % 100 %
GRENKE Locaição de Equipamentos LTDA São Paulo/Brasilien 100 % 100 %
GC Leasing Middle East FZCO Dubai/VAE 100 %
GRENKE Hrvatska d.o.o.

Die Einzelabschlüsse der ausländischen Konzerngesellschaften werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Die funktionale Währung sämtlicher ausländischer Geschäftsbetriebe ist die jeweilige Landeswährung. Die Vermögenswerte und Schulden ausländischer Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Die Umrechnung der Erträge und Aufwendungen dieser Tochterunternehmen erfolgt zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahres. Die bei der Umrechnung entstehenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral als separater Bestandteil des Eigenkapitals erfasst. Bei Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebs wird der im Eigenkapital für diesen ausländischen Geschäftsbetrieb erfasste kumulative Betrag erfolgswirksam aufgelöst.

Transaktionen, die auf eine von der funktionalen Währung eines Tochterunternehmens abweichende Währung lauten, werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter der Verwendung des Stichtagskurses in die funktionale Währung umgerechnet. Daraus resultierende Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Nicht monetäre Posten in Fremdwährung werden zu historischen Wechselkursen fortgeführt.

Der Währungsumrechnung lagen die folgenden wesentlichen Wechselkurse zugrunde:

Stichtagskurs 31.12.2018 Durchschnittskurs 2018 Stichtagskurs 31.12.2017 Durchschnittskurs 2017
GBP 0,8945 0,8847 0,8872 0,8767
HUF 320,98 318,89 310,33 309,19
CHF 1,1269 1,1550 1,1702 1,1117
BRL 4,4440 4,3085 3,9729 3,7689
TRY 6,0588 5,7077 4,5464 4,1206

3.3 LEASINGVERHÄLTNISSE

Als Leasingvereinbarung gilt eine Vereinbarung, bei der der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen eine Zahlung oder eine Reihe von Zahlungen das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts für einen vereinbarten Zeitraum überträgt. Leasingverträge sind als Operatingleasing oder Finanzierungsleasing zu klassifizieren. Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis ist oder enthält, erfolgt auf Grundlage des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung zu Vertragsbeginn aufgrund der Einschätzung, ob die Erfüllung der Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts abhängt und die Vereinbarung ein Recht auf Nutzung des Vermögenswerts überträgt.

3.3.1 DER KONZERN ALS LEASINGGEBER

3.3.1.1 Finanzierungsleasingverhältnisse

Bei einem Finanzierungsleasingverhältnis werden alle wesentlichen mit dem rechtlichen Eigentum verbundenen Risiken und Chancen vom Leasinggeber auf den Leasingnehmer übertragen. Vermögenswerte aus Finanzierungsleasingverhältnissen werden bei erstmaligem Ansatz in der Bilanz als Leasingforderungen in Höhe des Nettoinvestitionswerts, das heißt des Barwerts der Restforderungen aller am Ende eines Geschäftsjahres bestehenden Leasingverträge, angesetzt. Die Leasingzahlungen werden so in Zinszahlungen und Tilgung aufgeteilt, dass eine konstante periodische Verzinsung der Forderung erzielt wird. Anfängliche direkte Kosten, wie zum Beispiel Händlerprovisionen, die im Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss entstehen, werden bei der Berechnung des Nettoinvestitionswerts berücksichtigt. Die aktivierten anfänglichen direkten Kosten werden bei Entstehen im Ergebnis aus dem Neugeschäft ausgewiesen. Im Ergebnis aus dem Neugeschäft werden zudem Erlösanteile aus Vormieten, das heißt die Vergütung für die Nutzung des Leasingobjektes durch den Leasingnehmer für den Zeitraum zwischen Übergabe des Objektes bis zur Ausstellung des Mietannahmeschreibens, ausgewiesen. Ein weiterer Bestandteil des Ergebnisses aus dem Neugeschäft sind die überwiegend im Nettoinvestitionswert der Leasingforderungen aktivierten Händlerprovisionen und Boni.

3.3.1.2 Operatingleasingverhältnisse

Leasingverhältnisse, bei denen nicht alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken vom GRENKE Konzern auf den Leasingnehmer übertragen werden, werden als Operatingleasingverhältnisse klassifiziert. Anfängliche direkte Kosten, die bei den Verhandlungen und beim Abschluss eines Operatingleasingvertrags entstehen, werden dem Buchwert des Leasinggegenstands hinzugerechnet und zusammen mit diesem über die Laufzeit des Leasingvertrags auf den Restwert abgeschrieben. Bedingte Mietzahlungen werden in der Periode als Ertrag erfasst, in der sie erwirtschaftet werden. Die Gegenstände aus Operatingleasingverhältnissen sind in der Bilanz entsprechend der Art dieser Vermögenswerte in der Regel als Sachanlagen ausgewiesen (siehe Tz. 5.6). Die Erlöse aus Mietraten und die Abschreibungen auf die Leasinggegenstände werden linear im Serviceergebnis erfasst.

Nach Ablauf des ursprünglichen Leasingvertrages besteht die Möglichkeit der Verlängerung des Vertragsverhältnisses bzw. des Abschlusses eines Anschlussvertrags. Dies führt zu einer Neubeurteilung des Leasingverhältnisses. Für die Fälle, in denen die Kriterien eines Operatingleasingverhältnisses erfüllt sind, wird mit Beginn der Verlängerungsphase der Leasinggegenstand als Vermögenswert der Sachanlagen dargestellt. Erträge und Aufwendungen aus diesen Verträgen werden im Verwertungsmehr-/-minderergebnis ausgewiesen.

3.3.2 DER KONZERN ALS LEASINGNEHMER

3.3.2.1 Finanzierungsleasingverhältnisse

Finanzierungsleasingverhältnisse, bei denen alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken an dem übertragenen Vermögenswert auf den GRENKE Konzern übertragen werden, führen zur Aktivierung des Leasinggegenstands zum Zeitpunkt des Abschlusses des Leasingverhältnisses zum beizulegenden Zeitwert des Leasinggegenstands oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist. Leasingzahlungen werden so in Finanzaufwendungen und den Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt, sodass über die Periode ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Leasingschuld entsteht. Finanzaufwendungen werden sofort erfolgswirksam erfasst. Ist der Eigentumsübergang auf den GRENKE Konzern am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sicher, so werden die aktivierten Leasingobjekte über den kürzeren der beiden Zeiträume aus erwarteter Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingverhältnisses vollständig abgeschrieben.

3.3.2.2 Operatingleasingverhältnisse

Leasingzahlungen für Operatingleasingverhältnisse werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Vertriebs- und Verwaltungsaufwand erfasst. Bedingte Mietzahlungen werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind.

3.4 BEMESSUNG DER BEIZULEGENDEN ZEITWERTE

Der GRENKE Konzern bewertet derivative Finanzinstrumente zu beizulegenden Zeitwerten. Zudem sind die beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, in Tz. 7.4 dargestellt. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, den man in einer gewöhnlichen Transaktion zwischen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag unter aktuellen Marktbedingungen im Rahmen eines geordneten Geschäftsvorfalls beim Verkauf des Vermögenswerts erhalten würde oder bei der Übertragung einer Schuld zu zahlen hätte. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Übertragung der Schuld stattfindet oder auf dem vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert bzw. die Schuld, sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt zeitpunktbezogen unter der Anwendung der Annahmen, die die repräsentativen Marktteilnehmer bei ihrer Preisbildung berücksichtigen würden. Bei der Preisbildung wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln. Bei der Bemessung der beizulegenden Zeitwerte von nicht finanziellen Vermögenswerten wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Marktteilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen.

Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendet der GRENKE Konzern so weit wie möglich am Markt beobachtbare Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren, werden die beizulegenden Zeitwerte in unterschiedliche Stufen in der Bemessungshierarchie ("Fair-Value-Hierarchie") eingeordnet:

  • Stufe 1: Notierte (unbereinigte) Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden
  • Stufe 2: Bewertungsverfahren, bei denen sämtliche Inputfaktoren, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind
  • Stufe 3: Bewertungsverfahren, die Inputfaktoren verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren

Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der Bemessungshierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Bemessungshierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die# 3.5 FINANZINSTRUMENTE

3.5.1 KLASSEN VON FINANZINSTRUMENTEN

Finanzinstrumente im Anwendungsbereich von IFRS 7 werden in folgende Klassen unterteilt:

Finanzielle Vermögenswerte
| Klasse | Bewertung |
| :--------------------------------------------------- | :----------------------------------------------------------------------------------- |
| Leasingforderungen | Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten |
| Zahlungsmittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ohne Recycling |
| Sonstige Beteiligungen | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert |
| Derivative Finanzinstrumente | zum beizulegendem Zeitwert bewertet, mit und ohne Sicherungsbeziehung |

Finanzielle Verbindlichkeiten
| Klasse |
| :------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ |
| Finanzschulden (Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung der Leasingforderungen, Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft, Bankschulden), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten |
| Derivative Finanzinstrumente | erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, mit und ohne Sicherungsbeziehung |
| Finanzgarantien |
| Unwiderrufliche Kreditzusagen |

3.5.2 DERIVATE

Die im GRENKE Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente (Derivate), sofern sie nicht als Sicherungsinstrument in einem Sicherungszusammenhang nach IFRS 9 eingesetzt sind, werden als erfolgswirksam zum Fair Value bewertet klassifiziert.

Eingebettete Derivate sind Derivate, die in originäre Finanzinstrumente eingebunden sind. Gemäß IFRS 9 werden nur noch solche Derivate getrennt, die in finanzielle Verbindlichkeiten und nicht finanzielle Basisverträge eingebettet sind. Nach IFRS 9 werden finanzielle Vermögenswerte im Ganzen beurteilt, womit keine getrennte Bilanzierung mehr zwischen Trägerinstrument und eingebettetem Derivat stattfindet. Stattdessen werden finanzielle Vermögenswerte basierend auf dem Geschäftsmodell und ihren Vertragsbedingungen klassifiziert.

Eine bilanzielle Trennungspflicht ist nur dann gegeben, wenn die drei folgenden Bedingungen erfüllt sind:
* Die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats sind nicht eng mit denen des Basisvertrags verbunden,
* ein eigenständiges Derivat mit den gleichen Bedingungen wie das eingebettete Derivat erfüllt die Definition eines Derivats und
* die originäre finanzielle Verbindlichkeit wird nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

In diesem Fall wird das zu trennende eingebettete Derivat zum Fair Value bilanziert. Bewertungsänderungen sind erfolgswirksam im Ergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zu erfassen. Die Bilanzierung und Bewertung des Basisvertrages folgt hingegen den Vorschriften der zugewiesenen Kategorie des Finanzinstruments.

Im GRENKE Konzern werden nur Zinsderivate zur Absicherung von Zahlungsströmen aus der Wertänderung von Zinsen als Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge-Accounting) bilanziert. Diese Zinsswap-Kontrakte werden den variablen Zahlungsströmen der Grundgeschäfte aus Anleihen und Privatplatzierungen sowie den variablen Zahlungsströmen aus den Grundgeschäften der ABCP- und ABS-Refinanzierung zugeordnet. Die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts der Zinsswaps weist der Konzern nach Berücksichtigung von latenten Steuern im Posten Sonstiges Ergebnis (Hedging-Rücklage) aus. Ineffektivitäten werden ergebniswirksam erfasst. Die zugrundeliegende Effektivitätsmessung wird zu jedem Stichtag, zu dem Abschlüsse veröffentlicht werden, auf der Basis der "Hypothetische-Derivate-Methode" vorgenommen. Weitere Ausführungen sind unter Tz. 7.3 erläutert.

3.5.3 NICHT DERIVATIVE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

Nach IFRS 9 richtet sich die Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten danach, ob es sich um ein Schuldinstrument, ein Derivat oder ein Eigenkapitalinstrument handelt. IFRS 9 verlangt, dass die Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten sowohl auf der Grundlage des Geschäftsmodells, das für die Verwaltung der finanziellen Vermögenswerte verwendet wird, als auch der vertraglichen Zahlungsstrom-Eigenschaften des finanziellen Vermögenswerts (sogenanntes "SPPI"; Solely Payment of Principal and Interest) bestimmt wird.

Das Geschäftsmodell legt fest, wie die künftigen Zahlungsströme aus den finanziellen Vermögenswerten realisiert werden sollen. Die Beurteilung des Geschäftsmodells hängt nicht von der Verwendungsabsicht des Managements für einen einzelnen Vermögenswert ab, vielmehr erfolgt die Entscheidung über die Klassifizierung auf einer höheren Aggregationsebene, z. B. für ein Portfolio. Maßgeblich für die Beurteilung des Geschäftsmodells nach IFRS 9 ist die Art und Weise, wie die Erzielung von Zahlungsströmen innerhalb des jeweiligen Geschäftsmodells erreicht wird. Dies erfolgt durch Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme, durch Verkauf der finanziellen Vermögenswerte oder durch eine Kombination aus beidem.

Folgende Faktoren sind bei der Bestimmung des Geschäftsmodells zu beachten:
* Ziele, die von Personen in Schlüsselpositionen im Sinne des IAS 24 für jedes Portfolio festgelegt werden
* Die voraussichtliche Umsetzung dieser Ziele in der Praxis
* Die Risiken, die sich auf die Ergebnisse des Geschäftsmodells auswirken, und insbesondere die Art und Weise, wie diese Risiken gesteuert werden
* Die Performance-Messung für die Portfolien
* Vergütungsmodelle der Personen, die für das Management der Portfolien zuständig sind

Daraus folgt, dass nicht die Bezeichnung des Geschäftsmodells, sondern die tatsächliche Steuerung für die Beurteilung entscheidend ist. Die Bestimmung des Geschäftsmodells ist demnach kein Wahlrecht, sondern basiert auf beobachtbaren Tatsachen.

Neben der Geschäftsmodellbedingung ist die Überprüfung der Eigenschaft der vertraglichen Zahlungsströme ("SPPI") vorzunehmen, welche erfordert, dass die Vertragsbedingungen des betreffenden Finanzinstruments zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungen führen, die ausschließlich aus Zins- und Tilgungsleistungen bestehen. Im Gegensatz zur Beurteilung des Geschäftsmodells ist hierbei jedes Finanzinstrument einzeln zu betrachten. Die Zuordnung zum Geschäftsmodell erfolgt auf Portfoliobasis, während das SPPI-Kriterium grundsätzlich für jedes einzelne Finanzinstrument zu prüfen ist, das dem Geschäftsmodell "Halten" oder "Halten & Verkaufen" zugeordnet wurde.

IFRS 9 sieht vier Arten der Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte vor, die von dem jeweiligen Geschäftsmodell und der Erfüllung des SPPI-Kriteriums abhängig sind:
* Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (Amortised Cost/AC)
* Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert mit Recycling (Fair Value through OCI mit Recycling/FVOCImR)
* Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ohne Recycling (Fair Value through OCI ohne Recycling/FVOCIoR)
* Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value through P&L/FVPL), untergliedert in verpflichtende Zeitwertbilanzierung und zu Handelszwecken gehalten

Performe und nicht performende Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen werden gemäß IAS 17 eingestuft. Wir verweisen auf Tz. 3.3.

3.5.4 KATEGORIE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN

Zu fortgeführten Anschaffungskosten werden Schuldinstrumente bilanziert, wenn die vertraglich vereinbarten Zahlungseigenschaften ausschließlich aus Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag bestehen und im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zu halten, um den vertraglichen Zahlungsstrom des finanziellen Vermögenswerts zu vereinnahmen ("SPPI-Kriterium"). Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten werden in der Bilanz unter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte sowie unter Zahlungsmittel ausgewiesen. In der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" werden alle bislang unter der bisherigen IAS 39 Bewertungskategorie "Kredite und Forderungen" ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

3.5.5 KATEGORIE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT MIT WERTÄNDERUNGEN IN DEN SONSTIGEN ERFOLGSNEUTRALEN EIGENKAPITALVERÄNDERUNGEN (FVOCI)

Eine erfolgsneutrale Bewertung zum beizulegenden Zeitwert mit Recycling (FVOCImR) findet auf finanzielle Vermögenswerte Anwendung, deren Zahlungsströme ebenfalls dem SPPI-Kriterium entsprechen und dem Geschäftsmodell "Halten & Verkaufen" zugeordnet wurden. GRENKE verfügt über keine Instrumente, die dem Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" zugeordnet werden, und verwendet deshalb die Klassifizierung nicht.

Gehaltene Eigenkapitalinstrumente, die der Eigenkapitaldefinition des IAS 32 entsprechen, erfüllen mangels vertraglicher Zahlungsansprüche im Sinne von Zins und Kredittilgungen nicht die Zahlungsstrombedingung und sind somit erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Es besteht das Wahlrecht (OCI-Option), Eigenkapitalinstrumente, für die keine Handelsabsicht besteht, als "zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in den sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen" zu designieren. GRENKE wendet diese Option an und weist die Beteiligung an der Finanzchef24 GmbH unter der Klassifizierung FVOCI ohne Recycling (FVOCIoR) aus. Aufgrund dessen werden alle Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes im sonstigen Ergebnis dargestellt, keine Wertminderungsaufwendungen im Gewinn oder Verlust erfasst und beim Abgang keine Gewinne oder Verluste in den Gewinn oder Verlust umgegliedert. Diese alternative Darstellung wird gewählt, um keine Volatilität aus der beizulegenden Zeitwertbewertung des Start-Up-Unternehmens in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassen zu müssen.# 3.5.6 KATEGORIE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT MIT WERTÄNDERUNGEN IN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (FVPL)

Die Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertschwankung in der Gewinn- und Verlustrechnung (FVPL) ist zwingend vorzunehmen, sofern entweder das Finanzinstrument nicht einem Portfolio der anderen oben genannten Geschäftsmodelle (AC, FVOCImR, FVOCIoR) zugeordnet wurde oder aber deren Zahlungsströme nicht dem SPPI-Kriterium entsprechen. Da Derivate keine festen Rückzahlungsbeträge haben, scheidet die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten aus. Sie sind immer zum Fair Value mit Buchung der Wertschwankung in der Gewinn- und Verlustrechnung zu bewerten, sofern sie nicht in einem Sicherungszusammenhang (Hedge-Accounting) stehen. Der GRENKE Konzern hält zum Stichtag bis auf die Derivate keine erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte.

3.5.7 ANSATZ UND BEWERTUNG VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN

Mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponenten, welche zum Transaktionspreis bewertet werden, erfolgt die Zugangsbewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert. Für Finanzinstrumente, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind in dem beizulegenden Zeitwert als Anschaffungsnebenkosten auch zusätzlich anfallende und einzeln zuordenbare Transaktionskosten einzubeziehen, die bei finanziellen Vermögenswerten den beizulegenden Zeitwert erhöhen. Die Zuordnung der finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien erfolgt bei ihrem erstmaligen Ansatz. Reklassifizierungen werden, sofern diese erforderlich erscheinen, prospektiv zum ersten Tag der ersten Berichtsperiode nach der Änderung des Geschäftsmodells vorgenommen. Dies ist in den Berichtszeiträumen jedoch nicht erfolgt. Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Erfüllungstag bilanziert. Marktübliche Käufe und Verkäufe sind Transaktionen von finanziellen Vermögenswerten, welche die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten Zeitraums vorschreiben.

Nach der erstmaligen Erfassung werden die in der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte" zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertberichtigung für Wertminderungen bewertet. Fortgeführte Anschaffungskosten werden unter Berücksichtigung sämtlicher Disagien und Agien beim Erwerb berechnet und beinhalten sämtliche Gebühren, die ein integraler Teil des Effektivzinssatzes und der Transaktionskosten sind. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte ausgebucht oder wertgemindert sind, sowie im Rahmen von Amortisationen. Ein Kriterium, welches zu einer wesentlichen Vertragsänderung führt, liegt vor, wenn der abgezinste Barwert der Zahlungsströme der neuen Vertragsbedingungen um mindestens 10 % vom abgezinsten Barwert der verbleibenden Zahlungsströme des ursprünglichen Schuldinstruments abweicht. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst.

3.5.8 WERTMINDERUNG VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN

Der GRENKE Konzern ermittelt zu jedem Bilanzstichtag, die Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten oder einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten basierend auf einem Modell der erwarteten Kreditausfälle entsprechend den Vorschriften des IFRS 9. Die Gruppierung erfolgt für die nicht performenden Leasingforderungen und bei rückständigen Factoringforderungen auf der Grundlage von Bearbeitungsklassen (siehe Tz. 3.18.1 und Tz 3.18.2). Basis der Ermittlung sind die zu diesem Zeitpunkt herrschenden Erwartungen. Die Regelungen zur Wertminderung unter IFRS 9 werden auf zu fortgeführten Anschaffungskosten oder auf zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in den sonstigen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen (FVOCI) bewertete Schuldtitel, auf Leasingforderungen gemäß IAS 17 "Leasingverhältnisse" und auf außerbilanzielle Verpflichtungen wie Kreditzusagen und Finanzgarantien angewandt. Eigenkapitalinstrumente unterliegen nicht den Wertminderungsvorschriften des IFRS 9.

Der Standard sieht eine Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle auf Basis eines dreistufigen Ansatzes vor. Nach dem allgemeinen Ansatz wird der Verlust aus erwarteten Ausfallereignissen des nächsten Jahres (12M-ECL) bereits bei Zugang als Risikovorsorge gebildet (Stufe 1). Tritt eine signifikante Verschlechterung des Kreditrisikos seit dem erstmaligen Ansatz ein, liegt jedoch noch keine Bonitätsbeeinträchtigung vor, so wird die Risikovorsorge in Höhe der über die gesamte restliche Vertragslaufzeit (Lifetime Expected Loss, LT ECL) erwarteten Kreditverluste gebildet (Stufe 2). Liegt eine Bonitätsbeeinträchtigung vor, ist die Risikovorsorge ebenfalls in Höhe der über die gesamte restliche Vertragslaufzeit erwarteten Verluste auf Basis der geschätzten, noch zu erwartenden Zahlungsströme des Vermögenswerts (LT ECL) zu ermitteln (Stufe 3). Finanzielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz grundsätzlich in Stufe 1 erfasst. Eine Ausnahme hierbei bilden Finanzinstrumente, die bereits zum Zugangszeitpunkt des Geschäfts als bonitätsbeeinträchtigt gelten ("Purchased or Originated Credit Impaired Financial Assets - POCI"). Diese werden keiner der drei Stufen zugeordnet, sondern gesondert behandelt und ausgewiesen. Darüber hinaus enthält die Stufe 1 alle Geschäfte, die ein geringes Kreditausfallrisiko aufweisen. Ein geringes Kreditausfallrisiko ist in Fällen gegeben, deren externes Bonitätsrating im Bereich des Investmentgrade liegt.

Für als POCI klassifizierte Finanzinstrumente wird zum Zeitpunkt des Zugangs keine Wertberichtigung bzw. Rückstellung gebildet. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. In der Folgebewertung entspricht die Risikovorsorge der kumulierten Veränderung des LT ECL seit Zugangszeitpunkt. Ein als POCI klassifiziertes Finanzinstrument verbleibt bis zu seiner Ausbuchung in diesem Ansatz, das heißt es findet kein Stufentransfer statt.

IFRS 9 sieht neben dem allgemeinen Ansatz (3-Stufen-Modell) ein vereinfachtes Verfahren für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aktive Vertragsposten, sowie auf Leasingforderungen, die in den Anwendungsbereich von IAS 17 fallen vor. Nach dem vereinfachten Verfahren muss die Änderung des Kreditrisikos nicht nachverfolgt werden. Stattdessen hat es sowohl beim erstmaligen Ansatz als auch zu jedem nachfolgenden Abschlussstichtag eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste über die Gesamtlaufzeit zu erfassen. Für diejenigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aktive Vertragsposten, die eine wesentliche Finanzierungskomponente enthalten sowie für Leasingforderungen besteht ein Wahlrecht zur Anwendung dieses vereinfachten Verfahrens. Zur Bestimmung der Risikovorsorge für Leasingforderungen wurde auf die Ausübung des Wahlrechts verzichtet. Es findet daher der allgemeine Ansatz und die Einteilung der Leasingforderungen in drei Stufen Anwendung.

Zu Beginn befinden sich alle Leasingforderungen in Stufe 1 und verbleiben in dieser Stufe, solange sich ihr Kreditrisiko nicht signifikant verschlechtert. Als Risikovorsorge zieht der GRENKE Konzern den erwarteten Schaden heran, der sich aus der Berücksichtigung von Schadensereignissen ergibt, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Stichtag auftreten können. Leasingforderungen, die noch nicht bonitätsbeeinträchtigt sind, deren Kreditrisiko sich aber signifikant verschlechtert hat, weisen wir der Stufe 2 zu. Dabei geht der GRENKE Konzern von einer erheblichen Verschlechterung der Kreditqualität für Leasingforderungen aus, wenn vertraglich vereinbarte Zahlungen mehr als 30 Tage überfällig sind oder wenn sich die geschätzte Ausfallwahrscheinlichkeit in vergleichbarer Weise verschlechtert hat, wie es bei Fällen mit 30 Tagen Überfälligkeit in der Vergangenheit zu beobachten war. Dies ist der Fall, wenn sich die anfängliche Ausfallwahrscheinlichkeit verdoppelt hat. Für Leasingforderungen der Stufe 2 setzen wir den erwarteten Schaden für die gesamte Restlaufzeit als Risikovorsorge an.

In Stufe 3 befinden sich Leasingforderungen, die der GRENKE Konzern als bonitätsbeeinträchtigt einstuft. Konkret werden Leasingforderungen als bonitätsbeeinträchtigt eingestuft, wenn vertraglich vereinbarte Zahlungen mehr als 90 Tage überfällig sind oder der Vertrag von uns gekündigt wurde. Als Risikovorsorge setzt der GRENKE Konzern die erwarteten Verluste unter der Berücksichtigung an, dass die Leasingforderung bereits bonitätsbeeinträchtigt und somit die Ausfallwahrscheinlichkeit 100% beträgt. Die Forderungen verbleiben in Stufe 2 oder 3, solange die Bedingungen für diese Stufen erfüllt sind, andernfalls werden sie wieder einer zutreffenden niedrigeren Stufe zugeordnet.

Bei den Forderungen aus gekündigten Leasingverträgen bzw. aus rückständigen Zahlungen auf laufende Leasingverträge ("nicht performende Leasingforderungen") werden die Ausfallrisiken durch pauschalierte Einzelwertberichtigungen ermittelt. Im GRENKE Konzern wird ein Leasingvertrag überwiegend als "nicht performende Leasingforderung" behandelt, sobald die zweite Leasingrate ausbleibt. In den meisten Fällen wird der Vertrag dann gekündigt und der Erwartungswert des geltend gemachten Schadensersatzes erfasst.# 3.5.8 ERWARTETE VERLUSTE FÜR KREDITRISIKEN (ECL)

Diese nicht performende Leasingforderung wird als bonitätsbeeinträchtigt angesehen. Der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in der Position Schadensabwicklung und Risikovorsorge. Bei Forderungen aus dem Factoringgeschäft wird das vereinfachte Verfahren angewandt. Daher wird keine Unterteilung in Stufe 1 und Stufe 2 vorgenommen. Da es sich bei Factoringforderungen um kurzlaufende Forderungen mit Laufzeiten unter einem Jahr handelt, entspricht der ECL für den Zwölf-Monats-Zeitraum dem ECL für die gesamte Restlaufzeit. Offene Forderungen werden in Stufe 2 berücksichtigt, solange sie nicht mehr als 90 Tage überfällig sind und sich nicht in einer internen Schadensklasse befinden. Einer internen Schadensklasse sind Factoringforderungen der Bearbeitungsklassen 2 bis 7 zugeordnet (siehe Tz. 3.18.2). Andernfalls gelten sie als bonitätsbeeinträchtigt und werden in Stufe 3 berücksichtigt. Die Forderungen verbleiben in Stufe 3, solange die Bedingungen für diese Stufen erfüllt sind, andernfalls werden sie wieder einer zutreffenden niedrigeren Stufe zugeordnet.

Bei den Forderungen aus dem Kreditgeschäft wird bereits bei Zugang der erwartete Verlust von zwölf Monaten (12M ECL) als Wertminderung gebildet. Eine signifikante Verschlechterung bei Kreditforderungen liegt vor, wenn ein Zahlungsverzug von mehr als 30 Tagen erreicht ist oder die Forderung in die interne Intensivbetreuung kommt. Kriterien hierbei sind beispielsweise Leistungsstörungen (1. und 2. Mahnung), negative Schufanachmeldungen, wesentliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse sowie Auffälligkeiten bei der Kontoführung. In diesem Fall wird die Wertminderung in Höhe der erwarteten Verluste über die gesamte Vertragslaufzeit (LT ECL) gebildet. Forderungen, die unter anderem einen Verzug von mehr als 90 Tagen aufweisen, oder sich in Sanierung oder der Kreditabwicklung befinden, gelten als bonitätsbeeinträchtigt.

Bei langfristigen Forderungen gegen Franchiser wird bei Zugang eine Risikovorsorge in Höhe des erwarteten Verlusts von zwölf Monaten (12M ECL) gebildet. Eine signifikante Verschlechterung dieser Forderungen liegt vor, wenn ein Zahlungsverzug von mehr als 30 Tagen erreicht wird oder nach der zweiten Mahnung. In diesem Fall wird eine Wertminderung in Höhe der erwarteten Verluste über die gesamte Vertragslaufzeit (LT ECL) gebildet. Forderungen, die unter anderem einen Verzug von mehr als 90 Tagen aufweisen, gelten als bonitätsbeeinträchtigt.

Die Bewertung nach dem vereinfachten Verfahren, dem Konzept der erwarteten Kreditausfälle über die Gesamtlaufzeit, ist immer für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und für vertragliche Vermögenswerte ohne eine wesentliche Finanzierungskomponente anzuwenden. Der Konzern wendet für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristige Forderungen gegen Franchiser, die auf Lieferungen und Leistungen beruhen, dieses vereinfachte Wertminderungsmodell an, nach dem für alle Forderungen unabhängig von ihrer Kreditqualität eine Wertminderung in Höhe der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit (LT ECL) zu erfassen ist. Da das vereinfachte Verfahren angewendet wird, wird keine Unterteilung in Stufe 1 und 2 vorgenommen. Offene Forderungen werden in Stufe 2 berücksichtigt, solange sie nicht mehr als 90 Tage überfällig sind bzw. kein objektiver Hinweis auf eine Bonitätsbeeinträchtigung vorliegt. Ein objektiver Hinweis liegt beispielsweise bei Ausfall oder Verzug eines Schuldners, Hinweisen auf eine Insolvenz sowie sonstige Merkmale, die auf eine merkliche Verminderung der erwarteten Zahlungen der Schuldner hinweisen, vor.

Die geschätzten Forderungsausfälle für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden auf Grundlage von Erfahrungen mit tatsächlichen Forderungsausfällen sowie auf Basis gemeinsamer Kreditrisikomerkmale und Überfälligkeitstage der letzten Jahre in einer Expertenschätzung ermittelt. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bei Banken oder Finanzinstituten werden anhand von Bonitätsstufen eingeteilt, die durch Beobachtung von veröffentlichten externen Kreditratings bestimmt werden. Die geschätzte Wertberichtigung auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wurde auf Grundlage erwarteter Verluste innerhalb von zwölf Monaten berechnet. Die für die Ermittlung der Risikovorsorge im Konzern verwendete Ausfallrate basiert dabei auf historischen Ausfällen für Unternehmensanleihe mit entsprechendem Bonitätsrating aus externen Quellen. Dabei wird von einer Forderungshöhe bei Ausfall in Höhe des aktuellen Buchwertes und einer Verlustquote bei Ausfall von eins ausgegangen. Für Forderungen aus ABCP-Darlehen hat der Konzern einen identischen Ansatz wie für die Ermittlung der erwarteten Verluste für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, wegen der zugesagten Liquiditätsgarantien der dabei beteiligten Kreditinstitute, verwendet.

Für finanzielle Vermögenswerte der Stufe 1 und Stufe 2 kalkuliert der GRENKE Konzern den Zinsertrag unter Anwendung der Effektivzinsmethode auf den Bruttobuchwert (d. h. ohne Abzug der erwarteten Kreditausfälle). Der Zinsertrag für finanzielle Vermögenswerte in Stufe 3 wird unter Anwendung der Effektivzinsmethode auf die fortgeführten Anschaffungskosten (d. h. den Bruttobuchwert abzüglich der Kreditrisikovorsorge) ermittelt. Für finanzielle Vermögenswerte, die als POCI qualifizieren, wird der Zinsertrag unter Anwendung einer kreditadjustierten Effektivzinsmethode auf die fortgeführten Anschaffungskosten dieser Vermögenswerte erfasst.

3.5.9 AUSBUCHUNG VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN

Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswerts oder ein Teil einer Gruppe ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird einschließlich der damit verbundenen Wertberichtungen ausgebucht, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Dies ist im GRENKE Konzern üblicherweise der Fall, wenn sie als uneinbringlich eingestuft werden, d. h. wenn keine begründete Erwartung einer Beitreibung besteht, und sämtliche Sicherheiten in Anspruch genommen und verwertet wurden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Gerichtsverfahren beendet wird oder im Falle des Leasinggeschäfts der Gegenstand verwertet wird. Wenn der GRENKE Konzern seine vertraglichen Rechte auf Zahlungsströme aus einem Vermögenswert überträgt, aber die Risiken und Chancen nicht auf den Käufer überträgt, werden die Forderung nicht ausgebucht und in gleicher Höhe eine finanzielle Verbindlichkeit angesetzt.

3.5.10 ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Konzernbilanz bestehen aus Kassenbeständen und Guthaben bei Kreditinstituten sowie Zentralbanken mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten. Zahlungsmittel werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Für Zwecke der Kapitalflussrechnung werden kurzfristige Kontokorrentschulden von den Zahlungsmitteln abgezogen.

3.5.11 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu den beizulegenden Zeitwerten erfasst, im Rahmen der Folgebewertung bewertet der GRENKE Konzern diese zu fortgeführten Anschaffungskosten.

3.5.12 FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert und nach Abzug von Transaktionskosten angesetzt. In den Folgeperioden werden sie mit den fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die in Abzug gebrachten Transaktionskosten sowie eventuell angefallene Disagien werden dabei über die Laufzeit unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Gewinn- und Verlustrechnung amortisiert. Bei Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung, die aus dem Verkauf von Leasingforderungen an den jeweiligen Refinanzierer resultieren, erfolgt der Ansatz in Höhe des Barwerts der noch an die Refinanzierer zu leistenden Zahlungen. Als Diskontierungszins wird bei fest verzinslichen Darlehen der ursprünglich vereinbarte Zinssatz verwendet. Bei der Rückzahlung sind die regelmäßigen Zahlungen in einen Zins- und einen Tilgungsanteil aufzuteilen. Die Zinsanteile werden unter den Aufwendungen aus der Verzinsung der Refinanzierung ausgewiesen.

Eine finanzielle Garantie ist ein Vertrag, bei dem der Garantiegeber zur Leistung bestimmter Zahlungen verpflichtet ist, die den Garantienehmer für einen Verlust entschädigen, der entsteht, weil ein bestimmter Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht fristgemäß und den Bedingungen des Schuldinstruments entsprechend nachkommt. Verbindlichkeiten aus Finanzgarantien werden bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Der beizulegende Zeitwert entspricht in der Regel dem Barwert der für die Übernahme der Finanzgarantie erhaltenen Gegenleistung. Bei marktgerechten Verträgen entspricht der Zeitwert einer Finanzgarantie bei Vertragsabschluss regelmäßig dem Wert der Garantieverpflichtung und demzufolge null (Nettomethode). Anschließend erfolgt die Bewertung zum höheren Betrag aus fortgeführten Anschaffungskosten oder dem Rückstellungsbetrag, der im Falle einer drohenden Inanspruchnahme zu bilden ist.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrundeliegende Verpflichtung erfüllt oder endgültig erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Ein Kriterium, welches zu einer wesentlichen Vertragsänderung führt liegt vor, wenn der abgezinste Barwert der Zahlungsströme der neuen Vertragsbedingungen um mindestens 10 % vom abgezinsten Barwert der verbleibenden Zahlungsströme des ursprünglichen Schuldinstruments abweicht.# Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst.

3.5.13 FAIR-VALUE-OPTION

Zur Vermeidung von Inkongruenzen (sogenannter "Accounting Mismatch"), welche aus der Klassifizierung eines finanziellen Vermögenswertes oder einer finanziellen Verbindlichkeit resultieren, die sich ansonsten aus der Bewertung von Vermögenswerten oder Schulden oder der Erfassung von Gewinnen oder Verlusten auf einer unterschiedlichen Basis ergeben würden, kann beim erstmaligen Ansatz ein finanzieller Vermögenswert bzw. eine finanzielle Verbindlichkeit unwiderruflich als zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, und die Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung klassifiziert werden. Der GRENKE Konzern wendet die Fair-Value-Option momentan nicht an.

3.5.14 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden beim erstmaligen Ansatz zu den beizulegenden Zeitwerten erfasst; im Rahmen der Folgebewertung bewertet der GRENKE Konzern diese zu fortgeführten Anschaffungskosten.

3.6 ZUR VERWERTUNG BESTIMMTE LEASINGGEGENSTÄNDE

Zur Verwertung bestimmte Leasinggegenstände werden mit ihren erzielbaren Erlösen angesetzt. Die Ermittlung erfolgt hierbei auf Basis von Vergangenheitswerten. Eine adäquate Bewertung ist durch die Verwendung von Laufzeitbändern gewährleistet.

3.7 SACHANLAGEN

Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen bilanziert. Finanzierungskosten werden aktiviert, sofern die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden linear entsprechend der geschätzten wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens werden die entsprechenden Anschaffungskosten sowie die kumulierten Abschreibungen ausgebucht; realisierte Gewinne oder Verluste aus dem Abgang werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstiger betrieblicher Ertrag/Aufwand ausgewiesen.

Die Abschreibungssätze basieren auf folgenden geschätzten wirtschaftlichen Nutzungsdauern:

Bürogebäude 33 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung:
EDV-Hardware 3 Jahre
Mietereinbauten 10 Jahre
Sonstige (Büroeinrichtung) 3 - 20 Jahre

Die jeweilige Nutzungsdauer und die Abschreibungsmethode für Sachanlagen werden periodisch überprüft, um zu gewährleisten, dass die Abschreibungsmethode und der Abschreibungszeitraum mit dem erwarteten wirtschaftlichen Nutzenverlauf aus den Gegenständen des Sachanlagevermögens in Einklang stehen.

3.8 GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE

Die aus Unternehmenskäufen resultierenden Geschäfts- oder Firmenwerte werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten bemessen sich als positive Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem beizulegenden Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden sowie Eventualschulden des erworbenen Unternehmens zum Erwerbszeitpunkt. Geschäfts- oder Firmenwerte unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung und werden nach dem erstmaligen Ansatz mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (sogenannter "Impairment-Test") unterzogen, in dessen Rahmen die Werthaltigkeit des Ansatzes nachgewiesen werden muss ("Impairment-only-Approach"). Sofern Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, sind unabhängig von dem verpflichtend einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitstest Überprüfungen vorzunehmen. In der Folgezeit werden Geschäfts- oder Firmenwerte zu Anschaffungskosten, abzüglich kumulierter Wertminderungen, angesetzt. Die Überprüfung auf Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt auf Ebene einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Im Leasing- und Factoringsegment ist diese gleichbedeutend mit dem Geschäftsumfang, der in den jeweiligen Verkaufsregionen (Ländern) repräsentiert wird, und entspricht in der Regel den rechtlichen Einheiten. Die zahlungsmittelgenerierende Einheit stellt die unterste Ebene dar, auf der Geschäfts- oder Firmenwerte intern überwacht werden. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Übersteigt einer dieser Beträge den Buchwert, ist es nicht immer notwendig, beide Werte zu ermitteln. Der erzielbare Betrag der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit wurde auf Basis der Berechnung eines Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt, die auf von der Unternehmensleitung für einen Zeitraum von vier bzw. fünf Jahren genehmigten Finanzplänen basieren.

3.9 SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

3.9.1 LIZENZEN, SOFTWARE

Erworbene Lizenzen und Software werden zu fortgeführten Anschaffungskosten aktiviert. In die Anschaffungskosten wird der Erwerbspreis zuzüglich direkt zurechenbarer Kosten für die Vorbereitung des Vermögenswertes auf die beabsichtigte Nutzung einbezogen. Diese werden um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode über die zu erwartende wirtschaftliche Nutzungsdauer vermindert, die nach individueller Beurteilung in aller Regel drei bzw. fünf Jahre beträgt.

3.9.2 SELBST ERSTELLTE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE (ENTWICKLUNGSKOSTEN)

Ein immaterieller Vermögenswert, der aus der Entwicklung im Rahmen eines einzelnen Projekts entsteht, wird nur dann bilanziert, wenn der GRENKE Konzern die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts zur internen Nutzung oder zum Verkauf sowie die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen, nachweisen kann. Ferner muss die Generierung eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens durch den Vermögenswert, die Verfügbarkeit von Ressourcen zur Vollendung des Vermögenswerts und die Fähigkeit, die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zurechenbaren Ausgaben zu ermitteln, gegeben sein. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten, die zur Schaffung, Herstellung und Vorbereitung des Vermögenswerts erforderlich sind, damit er für den beabsichtigten Gebrauch betriebsbereit ist. Die aktivierten Beträge werden über den Zeitraum linear abgeschrieben, über den die Umsätze aus dem jeweiligen Projekt erwartet werden bzw. über den die Software wahrscheinlich abgeschrieben werden kann. Die wirtschaftliche Nutzungsdauer wird hierbei aufgrund der zu erwartenden technischen Entwicklungen in den kommenden Jahren je nach Entwicklungsprojekt mit drei bis fünf Jahren unterstellt.

3.9.3 KUNDENBEZIEHUNGEN/HÄNDLERSTAMM

Ein/-e im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene/-r Kundenbeziehung/Händlerstamm wird beim erstmaligen Ansatz entsprechend ihres/seines beizulegenden Zeitwerts bewertet. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der/des Kundenbeziehung/Händlerstamms erfolgt mittels eines kapitalwertorientierten Verfahrens über die Residualwertmethode. Die Kundenbeziehungen bzw. Händlerstämme werden linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer von sechs bis sieben Jahren abgeschrieben.

3.9.4 WETTBEWERBSVERBOTE

Durch Unternehmenszusammenschlüsse vertraglich erworbene Wettbewerbsverbote werden entsprechend ihres beizulegenden Zeitwerts zum Zugangszeitpunkt bewertet. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt über ein kapitalwertorientiertes Verfahren, eine Mehrgewinnmethode. Die Wettbewerbsverbote werden über die vertragliche Nutzungsdauer, die in der Regel ein bis drei Jahre beträgt, planmäßig abgeschrieben.

3.10 WERTMINDERUNG VON NICHT FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN

Nicht finanzielle Vermögenswerte werden auf eine Wertminderung hin überprüft, wenn Sachverhalte oder Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswerts nicht erzielbar sein könnte. Sobald der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag übersteigt, wird eine Wertminderung ergebniswirksam erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert eines Vermögenswerts. Der Nettoveräußerungspreis ist der aus einem Verkauf eines Vermögenswerts zu marktüblichen Bedingungen erzielbare Betrag abzüglich der Veräußerungskosten. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden während des Zeitraums, in dem sie noch nicht genutzt werden, einmal jährlich auf Werthaltigkeit hin überprüft. Der Nutzungswert ist der Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende der Nutzungsdauer erwartet werden. Der erzielbare Betrag wird für jeden Vermögenswert einzeln oder, falls dies nicht möglich ist, für die zahlungsmittelgenerierende Einheit, zu der der Vermögenswert gehört, ermittelt. Die Bilanzansätze von Geschäfts- oder Firmenwerten werden gemäß den unter Tz. 3.8 dargelegten Regelungen im Hinblick auf ihren künftigen wirtschaftlichen Nutzen geprüft. Eine ergebniswirksame Wertminderung wird erfasst, sofern der erzielbare Betrag niedriger ist als der Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Eine Zuschreibung auf einmal wertgeminderte Vermögenswerte ist zwingend, wenn der Grund für die Wertminderung entfallen ist. Ausgenommen hiervon sind lediglich Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte, bei denen eine Zuschreibung ausdrücklich untersagt ist.

3.11 EIGENKAPITAL

Die unter den zusätzlichen Eigenkapitalbestandteilen ausgewiesenen von der GRENKE AG begebenen Hybridanleihen sind nach IAS 32 vollständig als Eigenkapital zu klassifizieren. Zudem sind sie gemäß CRR/CRD 4 dem Kernkapital zuzurechnen. Der Ausweis erfolgt mit dem Nominalbetrag. Gewinnanteile der Hybridkapitalgeber werden ihnen erst zugerechnet, nachdem die Beträge rechtlich auch zur Ausschüttung gelangen. Disagien sowie Kapitalbeschaffungskosten der Hybridanleihen reduzieren bzw. um Agien erhöhen unter Berücksichtigung von latenten Steuern das Eigenkapital und werden unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen.# 3.12 RÜCKSTELLUNGEN

Rückstellungen werden mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt, wenn für den GRENKE Konzern eine gegenwärtige (rechtliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vor dem Bilanzstichtag eingetretenen Ereignisses besteht und es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führt, die wirtschaftlichen Nutzen darstellen, und wenn eine zuverlässige Schätzung der Verpflichtungshöhe vorgenommen werden kann. Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und entsprechend der gegenwärtig besten Schätzung angepasst. Zudem sind Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen wie Kreditzusagen und Finanzgarantien gemäß den Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 zu bilden (siehe hierzu Tz. 3.5).

3.13 PENSIONEN UND ANDERE LEISTUNGEN NACH BEENDIGUNG DES ARBEITSVERHÄLTNISSES

Leistungsorientierte Pläne betreffen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses und beruhen auf unmittelbaren Versorgungszusagen, bei denen die Höhe der Versorgungsleistung festgelegt wird und von Faktoren wie Alter, Vergütung und Betriebszugehörigkeit abhängig ist. Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für leistungsorientierte Pläne entspricht dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung am Bilanzstichtag abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens.

Laufende und nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden im Personalaufwand ausgewiesen. Der Zinsaufwand aus leistungsorientierten Verpflichtungen sowie die Erträge aus der Verzinsung des Planvermögens werden als Nettozinsaufwand in den sonstigen Zinserträgen erfasst. Nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen werden unmittelbar mit der Plananpassung als Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst.

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wird jährlich von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Sachverständigen unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode ("Projected-Unit-Credit-Method") berechnet, indem die erwarteten zukünftigen Mittelabflüsse mit dem Zinssatz von Industrieanleihen höchster Bonität abgezinst werden. Die Industrieanleihen lauten auf die Währung der Auszahlungsbeträge und weisen den Pensionsverpflichtungen entsprechende Laufzeiten auf. Dabei werden neben biometrischen Annahmen insbesondere ein aktueller Marktzins sowie künftig zu erwartende Gehalts- und Rentensteigerungsraten in die Berechnung einbezogen.

Der Konzern hat aufgrund gesetzlicher Regelungen in der Schweiz einen leistungsorientierten Pensionsplan aufgelegt. Für diesen Plan sind Beiträge an gesondert verwaltete Fonds zu leisten. Die Höhe der aus den leistungsorientierten Plänen resultierenden Verpflichtung wird mithilfe der Anwartschaftsbarwertmethode ermittelt. Zudem besteht ein leistungsorientierter Pensionsplan für Mitarbeiter der GRENKE BANK AG, die im Rahmen des Erwerbs der Hesse Newman & Co. AG übernommen wurden. Eine Fondsfinanzierung liegt hier nicht vor. Die zugrundeliegenden Pensionspläne betreffen sowohl Endgehaltspläne als auch Festbetragspläne.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, zum Beispiel aus der Anpassung des Abzinsungssatzes, werden erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst. Der als Vermögenswert oder Schuld aus einem leistungsorientierten Plan zu erfassende Betrag umfasst den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des zur unmittelbaren Erfüllung von Verpflichtungen vorhandenen Planvermögens.

Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden dann als Aufwand erfasst, wenn die Arbeitnehmer die Arbeitsleistung erbracht haben. Hierunter fallen neben den Beiträgen zu den gesetzlichen Rentenversicherungen insbesondere auch Beiträge zu Direktversicherungen. Im GRENKE Konzern kommen überwiegend beitragsorientierte Versorgungspläne zur Anwendung.

3.14 STEUERN

3.14.1 TATSÄCHLICHE STEUERERSTATTUNGSANSPRÜCHE UND STEUERSCHULDEN

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende Periode und die früheren Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

3.14.2 LATENTE STEUERSCHULDEN UND LATENTE STEUERANSPRÜCHE

Latente Steuerschulden werden nach der bilanzorientierten Verbindlichkeits-Methode ermittelt. Latente Ertragsteuern spiegeln den Nettosteuereffekt von temporären Unterschieden zwischen dem Buchwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz wider. Vermögenswerte für latente Steuern für bislang nicht genutzte Verlustvorträge werden in dem Umfang gebildet, wie es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ein zu versteuerndes Ergebnis vorhanden sein wird, um diese Vorträge zu nutzen.

Der Ansatz latenter Steueransprüche und -schulden erfolgt anhand der Steuersätze, die für die Periode erwartet werden, in denen sich die temporären Differenzen umkehren werden. Dabei werden die Steuersätze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gültig sind oder in Kürze gelten werden. Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Eigenkapital erfasst.

Die Bewertung latenter Steuerschulden und latenter Steueransprüche hat die steuerlichen Konsequenzen zu berücksichtigen, die daraus resultieren, in welcher Art und Weise ein Unternehmen am Stichtag erwartet, den Buchwert seiner Vermögenswerte zu realisieren oder seine Schulden zu erfüllen. Latente Steueransprüche und -schulden werden nicht abgezinst und sind in der Konzernbilanz als langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden ausgewiesen.

3.14.3 UMSATZSTEUER

Umsatzerlöse, Aufwendungen und Vermögenswerte werden nach Abzug der Umsatzsteuer erfasst, mit Ausnahme folgender Fälle:
― Wenn die beim Kauf von Vermögenswerten oder Dienstleistungen angefallene Umsatzsteuer nicht von der Steuerbehörde eingefordert werden kann, wird die Umsatzsteuer als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswerts bzw. als Teil der Aufwendungen erfasst.
― Forderungen und Schulden werden mitsamt dem darin enthaltenen Umsatzsteuerbetrag angesetzt.

Der Umsatzsteuerbetrag, der von der Steuerbehörde erstattet oder an diese abgeführt wird, wird in der Konzern-Bilanz unter sonstigen Forderungen bzw. Schulden erfasst.

3.14.4 GEWERBESTEUER

Bei der Berechnung der Gewerbeerträge für die deutschen Konzerngesellschaften GRENKE AG, Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA sowie für die GRENKEFACTORING GmbH wurde § 19 GewStDV seit dem Erhebungszeitraum 2008 angewendet und Entgelte und die ihnen gleichgestellten Beträge, die unmittelbar auf Finanzdienstleistungen im Sinne des § 1 Abs. 1 a Satz 2 KWG entfallen, nicht hinzugerechnet. Bei der GRENKE BANK AG wird § 19 GewStDV in der für Banken relevanten Art angewendet.

3.15 ERGEBNIS JE AKTIE

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ermittelt sich aus der Division des Gewinns nach Steuern, der jeweils den Stammaktionären der GRENKE AG zugerechnet werden kann, durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahrs in Umlauf befindlichen Aktien. Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird unter der Annahme berechnet, dass alle potenziell verwässernden Wertpapiere und aktienbasierten Vergütungspläne umgewandelt bzw. ausgeübt werden.

3.16 ERTRAGSREALISIERUNG

Der GRENKE Konzern realisiert Erträge, wenn es durch Übertragung eines zugesagten Gutes oder einer zugesagten Dienstleistung auf einen Kunden eine Leistungsverpflichtung erfüllt. Die Übertragung erfolgt indem der Kunde die Verfügungsgewalt über diesen Vermögenswert erlangt. Voraussetzung hierfür ist die Identifizierung des Vertrages mit den Kunden, bei welcher die Vertragsparteien dem Vertrag zugestimmt haben, die entsprechenden Rechte der zu übertragenden Güter bzw. zu erbringenden Dienstleistungen sowie die Zahlungsbedingungen identifiziert werden, der Vertrag wirtschaftliche Substanz hat und der Erhalt der Gegenleistung wahrscheinlich ist.

Der GRENKE Konzern hat für jeden Vertrag die Leistungsverpflichtungen zu identifizieren. Bei der Identifizierung der vertraglichen Leistungsverpflichtungen muss zunächst jede Zusage zur Lieferung eines Gutes oder zur Erbringung einer Dienstleistung im Rahmen des Vertrages mit einem Kunden identifiziert werden. Wurden Güter und Dienstleistungen eines Vertrages identifiziert, wird anschließend überprüft, ob diese Güter und Dienstleistungen in separate Leistungsverpflichtungen oder Pakete aus diesen abzugrenzen sind.

Bei der Bestimmung des Transaktionspreises schätzt der GRENKE Konzern das Entgelt auf Grundlage des identifizierten Kundenvertrages, welches im Austausch für gelieferte Güter oder Dienstleistungen beansprucht werden kann. Bei der Bestimmung des Transaktionspreises werden variable Kaufpreisbestandteile, Entgelt an einen Kunden, nicht zahlungswirksame Gegenleistungen sowie wesentliche Finanzierungskomponenten berücksichtigt.

Der Transaktionspreis ist auf die einzelnen identifizierten Leistungsverpflichtungen des Vertrages zu allokieren. Der GRENKE Konzern allokiert den Transaktionspreis grundsätzlich auf Basis der Einzelveräußerungspreise. Einzelveräußerungspreise sind die Preise, zu welchen ein Gut oder eine Dienstleistung zum Zeitpunkt des Vertragsbeginns bzw. bei Vertragsabschluss separat verkauft werden würde. Verträge, welche mehrere Leistungsverpflichtungen beinhalten, werden als Mehrkomponentenverträge bezeichnet. Sind tatsächliche Einzelveräußerungspreise nicht unmittelbar ersichtlich, werden diese vom GRENKE Konzern geschätzt. Bei der Schätzung der Einzelveräußerungspreise werden alle verfügbaren Informationen berücksichtigt und möglichst viele der beobachtbaren Parameter verwendet. Schätzungen werden aufgrund des Marktpreises im Rahmen des Adjusted-market-assessment-Ansatzes ermittelt.# Der GRENKE Konzern berücksichtigt bei der Ertragsrealisierung alle zuvor identifizierten separat zu bilanzierenden Leistungsverpflichtungen der relevanten Kundenverträge im Rahmen der allokierten Transaktionspreise. Erlöse werden entweder zu einem Zeitpunkt oder über den Zeitraum der Erfüllung einer Leistungsverpflichtung erfasst.

3.16.1 ERLÖSE AUS DER FUNKTION DES KONZERNS ALS LEASINGGEBER

Diesbezüglich wird auf die Ausführungen unter Tz. 3.3 verwiesen.

3.16.2 ERLÖSE AUS DEM SERVICEGESCHÄFT

Erlöse aus dem Servicegeschäft umfassen unter anderem das Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft. Die Leasinggegenstände müssen in die Gruppenversicherung des GRENKE Konzerns eingebunden werden, sofern die Leasingnehmer die Versicherung des Leasinggegenstandes nicht selbst vornehmen. Für diese Dienstleistung werden dem Leasingnehmer Gebühren in Rechnung gestellt, die als Erlöse erfasst werden. Der GRENKE Konzern agiert zwischen den Leasingnehmern und dem Versicherer. Bei der Erfassung der Erlöse aus dem Servicegeschäft kann festgestellt werden, dass die Verfügungsgewalt über einen bestimmten Zeitraum erfüllt wird und somit auch der Umsatz über diesen Zeitraum zu realisieren ist. Zusätzlich wird das Ergebnis aus Operatingleasingverhältnissen unter den Erlösen aus dem Servicegeschäft ausgewiesen.

3.16.3 VERKAUF VON LEASINGOBJEKTEN

Erlöse aus dem Verkauf von Leasingobjekten werden erfasst, wenn GRENKE durch Übertragung des zugesagten Gutes auf einen Kunden eine Leistungsverpflichtung erfüllt. Die Übertragung erfolgt, indem der Kunde die Verfügungsgewalt über diesen Vermögenswert erlangt. Erlöse aus Verkäufen nach Grundmietzeitende bzw. aus vorzeitig einvernehmlicher Vertragsauflösung werden im Verwertungsergebnis, die Verkaufserlöse aufgrund schadhafter Leasingverträge in der Position Schadensabwicklung und Risikovorsorge ausgewiesen.

3.16.4 NUTZUNGSENTGELTE

Nutzungsentgelte (Lizenzgebühren oder Franchisegebühren) werden periodengerecht in Übereinstimmung mit dem wirtschaftlichen Gehalt des zugrunde liegenden Vertrags erfasst.

3.16.5 PROVISIONSEINNAHMEN AUS DEM BANKGESCHÄFT

Provisionseinnahmen aus dem Bankgeschäft betreffen im Wesentlichen Kontoführungsgebühren und werden zum Zeitpunkt der Abrechnung für die Leistungsperiode realisiert.

3.16.6 ERLÖSE AUS MAHNGEBÜHREN

Erlöse aus Mahngebühren werden zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem die Zahlung erfolgt.

3.16.7 SONSTIGE ERLÖSE AN LEASINGNEHMER

Sonstige Erlöse an Leasingnehmer, wie beispielsweise für einen zusätzlichen Rechnungsdruck, werden zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem die Abrechnung erfolgt.

3.16.8 ZINSERTRÄGE

Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Eine Ausnahme bilden zinsähnliche Gebühren wie beispielsweise Factoringgebühren, welche im Zeitpunkt der Abrechnung realisiert werden.

3.17 ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN

Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Unternehmensleitung folgende Ermessensentscheidungen, welche die Ansätze und Beträge im Abschluss wesentlich beeinflussen, getroffen. Nicht berücksichtigt werden dabei solche Entscheidungen, die Schätzungen beinhalten.

3.17.1 GRUNDSÄTZE DER KONSOLIDIERUNG

Bei der Prüfung, ob ein Unternehmen zu konsolidieren ist, werden unter anderem folgende Kontrollfaktoren untersucht: der Zweck und die Gestaltung des Unternehmens, die relevanten Tätigkeiten und wie diese bestimmt werden, ob der Konzern durch seine Rechte die Fähigkeit hat, die relevanten Tätigkeiten zu bestimmen, ob der Konzern eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf variable Rückflüsse hat und ob der Konzern die Fähigkeit hat, seine Verfügungsgewalt so zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rückflüsse beeinflusst wird. Sind Stimmrechte maßgeblich, beherrscht der Konzern ein Unternehmen, wenn er direkt oder indirekt mehr als die Hälfte der Stimmrechte an dem Unternehmen besitzt, ausgenommen es gibt Anzeichen dafür, dass ein anderer Investor über die praktische Fähigkeit verfügt, die relevanten Tätigkeiten einseitig zu bestimmen. Bei der Beurteilung der Beherrschung werden auch potenzielle Stimmrechte berücksichtigt, soweit diese als substanziell erachtet werden. Ähnlich beurteilt der Konzern das Vorliegen einer Beherrschung in Fällen, in denen er nicht die Mehrheit der Stimmrechte besitzt, aber die praktische Fähigkeit zur einseitigen Lenkung der relevanten Tätigkeiten hat. Diese Fähigkeit kann in Fällen entstehen, in denen der Konzern über die Möglichkeit zur Beherrschung der relevanten Tätigkeiten aufgrund der Größe und Verteilung des Stimmrechtsbesitzes der Anteilseigner verfügt. Zudem wird bei der Konsolidierungsprüfung eines Unternehmens auch die Möglichkeit der Beherrschung eines Teils des Beteiligungsunternehmens als fiktives separates Unternehmen, als sogenanntes Silo, berücksichtigt. Ergeben sich aus Sachverhalten und Umständen Hinweise, dass sich ein oder mehrere Kontrollfaktoren der in IFRS 10 geführten Beherrschungselemente verändert haben, überprüft der Konzern die Angemessenheit zuvor getroffener Konsolidierungsentscheidungen. Zudem werden die getroffenen Entscheidungen jährlich überprüft. Dazu gehören Änderungen der Entscheidungsrechte, Änderungen von vertraglichen Vereinbarungen, Änderungen der Finanzierungs-, Eigentums- oder Kapitalstrukturen sowie Änderungen nach einem auslösenden Ereignis, das in den ursprünglichen Vertragsvereinbarungen vorweggenommen wurde.

3.17.2 KONSOLIDIERUNG VON STRUKTURIERTEN UNTERNEHMEN

Der Konzern nutzt im Zuge der Refinanzierung verschiedene strukturierte Unternehmen in Form von Asset-Backed-Commercial-Paper-Programmen ("ABCP-Programme"). Bei den strukturierten Unternehmen bzw. ABCP-Programmen CORAL PURCHASING Limited, Kebnekaise Funding Limited sowie Opusalpha Purchaser Limited wurde eine Beherrschung eines Beteiligungsunternehmensteils als fiktives separates Unternehmen festgestellt (sogenannte Silostruktur). Zwar handelt es sich hierbei um sogenannte Multiseller, bei denen Kreditinstitute Verbriefungsvehikel gründen, um Kunden den Zugang zu spezifischen Portfolios von Vermögenswerten zu bieten und durch die Verbriefung finanzieller Vermögenswerte Marktliquidität bereitzustellen, jedoch eröffnet diese Gestaltung der Finanzierung dem Konzern den Zutritt zu einer weiteren Refinanzierungsform und generiert damit entsprechenden Nutzen. Eine Einflussmöglichkeit des GRENKE Konzerns auf den Trust bzw. auf die Geschäftsführung der strukturierten Unternehmen besteht nicht. Eine maßgebliche Tätigkeit während der Laufzeit dieser Programme stellt die Forderungsauswahl der zu übertragenden Forderungen dar. Weiterhin wird die initiale Auswahl der Forderungen für jedes Silo nach spezifischen Auswahlkriterien festgelegt. Bei einem Ausfall der Forderungen wird die Abwicklung vom GRENKE Konzern übernommen. Die Chancen und Risiken aus den Forderungen des Silos verbleiben im GRENKE Konzern. Mit dem revolvierenden Forderungsankauf bzw. -verkauf können die variablen Rückflüsse beeinflusst werden, sodass der Beteiligungsunternehmensteil als fiktives separates Unternehmen beherrscht wird. Bei der FCT GK 2 werden die Anteile des Sondervermögens von zwei Tochterunternehmen gehalten und konsolidiert. Die Anteile, welche direkt und indirekt vom Konzern gehalten werden, sind ein Indiz für eine Einbeziehung in den Konsolidierungskreis, aber nicht das entscheidende Kriterium, da für eine Konsolidierung alle Prämissen gemäß IFRS 10 erfüllt sein müssen. Die Konsolidierung erfolgt, da alle Kontrollfaktoren erfüllt sind und der Konzern die Wirtschaftseinheit beherrscht, indem er die Fähigkeit besitzt, die relevanten Tätigkeiten zu bestimmen, Anrechte auf variable Rückflüsse hat und zudem über die Fähigkeit verfügt, seine Verfügungsgewalt so zu nutzen, dass er dadurch die Höhe der Rückflüsse beeinflussen kann. Bei der FCT GK 3 besteht im Gegensatz zur FCT GK 2 keine Beteiligung bei sonst gleicher Gestaltung. Die Konsolidierung erfolgt ebenso wie beim FCT GK 2 nicht aufgrund des Beteiligungsverhältnisses, da hierbei die Stimmrechte oder vergleichbare Rechte kein dominanter Faktor bei der Festlegung der Beherrschung sind, sondern aufgrund der Kontrollfaktoren. Diese sind sowohl bei dem FCT GK 2 als auch beim FCT GK 3 zu bejahen, was eine Konsolidierungspflicht dieser beiden Unternehmen nach sich zieht. Zum 31. Dezember 2018 und 2017, wie auch jeweils unterjährig, bestanden für den GRENKE Konzern keine Anteile ohne beherrschenden Einfluss. Folglich existieren keine erheblichen Beschränkungen aufgrund von Schutzrechten zugunsten dieser Anteilseigner.

3.17.3 LEASING

Der Konzern als Leasinggeber hat bei der Analyse der Vertragsbedingungen nahezu aller Leasingverträge in der Grundmietzeit festgestellt, dass alle mit dem Eigentum der betroffenen Leasinggegenstände verbundenen maßgeblichen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer übergehen. Entsprechend werden diese Leasingverträge vollständig als Finanzierungsleasingverhältnisse abgebildet. Bei einzelnen Konzerngesellschaften sind die Leasingverträge in der Grundmietzeit derart festgelegt, dass die mit dem Eigentum der betroffenen Leasinggegenstände verbundenen maßgeblichen Chancen und Risiken nicht auf den Leasingnehmer übergehen. Entsprechend werden diese Verträge als Operatingleasingverhältnisse abgebildet.

3.17.4 WERTMINDERUNG VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN

Für die Ermessensentscheidungen hinsichtlich Stufentransfers, Bonitätsbeeinträchtigung und weitere Ermessensentscheidungen im Rahmen der Ermittlung der Wertminderungen der finanziellen Vermögenswerte verweisen wir auf unseren Ausführungen unter Tz. 3.5.8.

3.18 VERWENDUNG VON ANNAHMEN UND SCHÄTZUNGEN

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet worden, die sich auf den Ausweis und die Höhe der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden, Erträge, Aufwendungen sowie Eventualverbindlichkeiten ausgewirkt haben.# Wesentliche Annahmen und Schätzungen

Diese Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern, die Bewertung von Rückstellungen, die Wertberichtigung von Forderungen, den Ansatz von erzielbaren Restwerten im Bereich des Leasingvermögens, die Festsetzung der Parameter zur Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten und anderen nicht finanziellen Vermögenswerten sowie die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis erfolgswirksam berücksichtigt. Wesentliche Schätzunsicherheiten und die damit verbundenen Angabepflichten bestehen in den nachfolgend dargestellten Bereichen:

3.18.1 ANNAHMEN IM RAHMEN DES WERTHALTIGKEITSTESTS BEI DER BEWERTUNG DER BESTEHENDEN GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE

Die der Discounted-Cashflow-Bewertung der bestehenden Geschäfts- oder Firmenwerte zugrundeliegenden Cashflows basieren auf aktuellen Geschäftsplänen und internen Planungen, wobei von einem Planungshorizont von fünf Jahren ausgegangen wurde. Hierbei werden Annahmen über die künftigen Umsatz- und Kostenentwicklungen getroffen. Dabei wurden künftige Wachstumsraten der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf Basis bisheriger Erfahrungswerte angenommen und bisher erzielte Ertragsverläufe in die Zukunft projiziert. Diese Schätzungen sowie die zugrundeliegende Methodik können einen erheblichen Einfluss auf die ermittelten Werte haben. Sollten wesentliche Annahmen von den tatsächlichen Größen abweichen, könnte dies in der Zukunft zu erfolgswirksam zu erfassenden Wertminderungen führen.

3.18.2 ERMITTLUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN AUF LEASINGFORDERUNGEN

Laufende Leasingforderungen (sogenannte performende Leasingforderungen) sind grundsätzlich gemäß den Vorschriften des IAS 17 zu bewerten. Es ist eine angemessene Risikovorsorge im Sinne des IFRS 9 zu berücksichtigen. Für die Ermittlung des erwarteten Schadens und damit der Risikovorsoge verwendet der GRENKE Konzern das Expected Credit Loss (ECL) Modell. Dabei ergibt sich der ECL als Multiplikation der drei Parameter: Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default - PD), Verlustquote bei Ausfall (Loss Given Default - LGD) und Forderungshöhe bei Ausfall (Exposure at Default - EaD). Durch diese Standardformel zur Ermittlung des erwarteten Schadens wird berücksichtigt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls ist (PD), welcher maximal mögliche Schaden bei Ausfall zu erwarten ist (EaD) und wie hoch letztlich der tatsächliche Schaden ausfällt (LGD). Je nachdem, ob der Zwölf-Monats-Zeitraum oder die gesamte Restlaufzeit betrachtet wird, kommen unterschiedliche Modelle zur Schätzung der Parameter zum Einsatz, die dem betrachteten Zeitraum Rechnung tragen. Im Folgenden beschreiben wir die einzelnen Parameter.

  • PD: Das Modell für die Ausfallwahrscheinlichkeit wird mithilfe eines anerkannten mathematisch-statistischen Verfahrens bestimmt. Das Modell gewichtet Eingangsvariablen und ermittelt basierend darauf eine Schätzung für die Ausfallwahrscheinlichkeit. In unsere PD Modelle fließen Variablen aus drei Bereichen ein. Diese sind kundenspezifische Variablen, vertragsspezifische Variablen und Variablen, die etwas über das beobachtete Zahlungsverhalten des Leasingnehmers aussagen. Der Einsatz von makroökonomischen Größen wurde untersucht. Da die Modelle, die in die makroökonomischen Größen einflossen, keine Vorteile aufwiesen, kommen diese nicht zum Einsatz.

  • EaD: Das EaD ermitteln wir für Leasingforderungen als Summe der ausstehenden Raten und des IFRS Restwerts zum Schadenszeitpunkt. Da der Zeitpunkt, zu dem das Schadensereignis eintritt, zum Stichtag unbekannt ist, besteht eine gewisse Schätzunsicherheit über die Höhe des EaD. Basierend auf Erfahrungen der Vergangenheit treffen wir eine Annahme über die Verteilung der Schadensereignisse im Beobachtungszeitraum und berücksichtigen diese in unserem EaD Modell. Eine Abzinsung erfolgt mit dem internen Zins des betreffenden Leasingvertrages.

  • LGD: Die LGD Modelle reflektieren die Erfahrungen mit Schadensfällen der Vergangenheit und bestimmen als Quote, wie hoch der Anteil des Schadens am geschätzten EaD liegen wird. Gibt es für einzelne Länder nicht genug Daten für die Ermittlung der LGDs, werden Durchschnittswerte der GRENKE Gruppe herangezogen. Die Wirksamkeit des ECL Modells wird inklusive der Inputparameter und der Teilmodelle anlassbezogen und mindestens einmal jährlich validiert und gegebenenfalls aktualisiert. Zudem erfolgt ein Backtesting der zuvor ermittelten Modelle.

Gekündigte bzw. rückständige Leasingverträge (sogenannte "nicht performende Leasingforderungen") sind ebenfalls gemäß den Vorschriften des IAS 17 zu bewerten. Dabei werden angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Die Höhe der erforderlichen Wertberichtigungen wird anhand von Prozentsätzen und Bearbeitungsklassen ermittelt. Die Ermittlung der Prozentsätze erfolgt mithilfe von statistischen Verfahren, welche sowohl Zahlungen als auch Zahlungserwartungen inkludieren. Die Sätze werden einmal jährlich auf ihre Gültigkeit mittels Backtesting hin überprüft. Die Bearbeitungsstände sind in Bearbeitungsklassen (BA-Klassen) zusammengefasst, die unter Risikogesichtspunkten gebildet wurden. Folgende Tabelle veranschaulicht die Bearbeitungsklassen im Leasinggeschäft:

BA-Klasse Bezeichnung
0 Laufender Vertrag ohne Rückstand
1 Laufender Vertrag mit Rückstand
2 Gekündigter Vertrag mit bedienter Teilzahlungsvereinbarung
3 Gekündigter Vertrag (gerade gekündigt oder Mahnbescheid beantragt)
4 Klageverfahren (unmittelbar oder nach Widerspruch zum Mahnbescheid)
5 Pfändungsauftrag erteilt/Inkassobüro beauftragt
6 Eidesstattliche Versicherung (beantragt oder abgegeben) und beantragtes, nicht abgeschlossenes Insolvenzverfahren
7 Ausgebucht
8 In Abwicklung (ungekündigt)
9 Erledigt (vollständig bezahlt)

Die Bearbeitungsklassen 2 bis 7 werden der Stufe 3 zugeordnet, da die Verträge aufgrund von Zahlungsstörungen gekündigt worden und somit bonitätsbeeinträchtigt sind. Der Wertberichtigungssatz bewegt sich zwischen 5 % und 100 %. Die Bearbeitungsklassen 0 und 1 werden im Rahmen der performenden Leasingforderungen einer Wertminderung unterzogen. Im Geschäftsjahr 2018 erfolgte eine leichte Anpassung der Wertberichtigungssätze. Bei Anwendung der alten Sätze hätte sich eine um 6.293 TEUR geringere Wertminderung ergeben.

3.18.3 ERMITTLUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN DES FACTORINGS

Laufende Factoringforderungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Es ist eine angemessene Risikovorsorge im Sinne des IFRS 9 zu berücksichtigen. Für die Ermittlung des erwarteten Schadens und damit der Risikovorsoge verwendet der GRENKE Konzern analog zu den Leasingforderungen das "Expected Credit Loss (ECL)"-Modell. Im Folgenden beschreiben wir die einzelnen Parameter.

  • PD: Das Modell für die Ausfallwahrscheinlichkeit wird mithilfe eines anerkannten mathematisch-statistischen Verfahrens bestimmt. Das Modell gewichtet Eingangsvariablen und ermittelt basierend darauf eine Schätzung für die Ausfallwahrscheinlichkeit. In unsere PD Modelle fließen Variablen ein, die etwas über den Kunden, den Debitor und die Forderung, sowie den aktuellen Überfälligkeitsstatus aussagen.

  • EaD: Das EaD wird für Factoringforderungen als offener Betrag zum Stichtag definiert. Da Factoringforderungen eine festgelegte Fälligkeit aufweisen, bestehen faktisch keine bzw. nur in einem sehr geringem Maße Schätzunsicherheiten über die Höhe und den Zeitpunkt des Schadens.

  • LGD: Die LGD Modelle reflektieren die Erfahrungen mit Schadensfällen der Vergangenheit und bestimmen als Quote, wie hoch der Anteil des Schadens am geschätzten EaD liegen wird. Die Ermittlung des LGDs erfolgt auf Länderebene getrennt für die Factoringgesellschaften Schweiz und Deutschland. Die Wirksamkeit des ECL Modells wird inklusive der Inputparameter und der Teilmodelle anlassbezogen und mindestens einmal jährlich validiert und gegebenenfalls aktualisiert. Zudem erfolgt ein Backtesting der zuvor ermittelten Modelle.

Rückständige Factoringforderungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt, dabei werden angemessene Wertberichtigungen angesetzt. Die Höhe der erforderlichen Wertberichtigungen wird anhand von Prozentsätzen und Bearbeitungsklassen ermittelt. Die Ermittlung der Prozentsätze erfolgt mithilfe von statistischen Verfahren. Die Bearbeitungsstände sind in Bearbeitungsklassen (BA-Klassen) zusammengefasst. Folgende Tabelle veranschaulicht die Bearbeitungsklassen im Factoringgeschäft:

BA-Klasse Bezeichnung
0 Forderung in Warteposition
1 Nicht fällige und fällige Forderungen vor Inkassomaßnahmen
2 Fällige Forderungen in der eigenen Inkassobearbeitung
3 Fällige Forderungen in Bearbeitung durch Fremdinkasso und/oder mit bedienter Ratenzahlungsvereinbarung
4 Fällige Forderung unmittelbar vor oder nach Mahnbescheid-Beantragung
5 Fällige Forderung unmittelbar vor oder nach Klageerhebung
6 Fällige Forderung bei insolventem Debitor
7 Ausgebuchte Forderung
8 Vollständig bezahlte Forderung

Bei den Bearbeitungsklassen 2 bis 7 ist aufgrund von Zahlungsstörungen von einer Wertminderung auszugehen. Dabei wird eine der BA-Klasse entsprechende Werthaltigkeit zugrunde gelegt, deren Wertberichtigungssatz zwischen 2 % und 100 % beträgt. Die Bearbeitungsklassen 0 und 1 werden im Rahmen der laufenden Factoringforderungen einer Wertminderung unterzogen. Die Wertberichtigungssätze werden mithilfe von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit und statistischen Verfahren berechnet.

3.18.4 ERMITTLUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN (RISIKOVORSORGE) AUS DEM KREDITGESCHÄFT

Forderungen aus dem Kreditgeschäft sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Es ist eine angemessene Risikovorsorge im Sinne des IFRS 9 zu berücksichtigen.# 3.18.4 ERMITTLUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN FÜR FORDERUNGEN AUS DEM KREDITGESCHÄFT

Für die Ermittlung des erwarteten Schadens und damit der Risikovorsoge verwendet der GRENKE Konzern analog zu den Leasingforderungen das Expected Credit Loss (ECL) Modell. Folgende Teilportfolien sind für das Kreditgeschäft zu unterscheiden: Existenzgründerdarlehen, Mikrokredite und Sonstige Darlehen. Für die Forderungen aus Mikrokrediten besteht in vollem Umfang eine Bürgschaft durch den Mikrokreditfonds Deutschland, sodass für dieses Portfolio keine Risikovorsorge gebildet wurde. Für die verbleibenden zwei Portfolien sind die einzelnen Parameter des ECL-Modells wie folgt definiert.

  • PD: Das Modell für die Ausfallwahrscheinlichkeit wird mithilfe historischer Erfahrungswerte zu Ausfällen bestimmt. Zudem werden zukunftsgerichtete Informationen mittels des Einsatzes eines Firmenkundenschnellrating-Verfahrens, welches insbesondere die tatsächlichen Zahlungsströme des Kunden analysiert, einbezogen. Der Einsatz von makroökonomischen Größen wurde untersucht. Da die Modelle, die in die makroökonomischen Größen einflossen, keine Vorteile aufwiesen, kommen diese nicht zum Einsatz.
  • EaD: Das EaD ermitteln wir für Forderungen aus dem Kreditgeschäft als offener Kapitalsaldo. Da der Zeitpunkt, zu dem das Schadensereignis eintritt, zum Stichtag unbekannt ist, besteht eine gewisse Schätzunsicherheit über die Höhe des EaD. Basierend auf Erfahrungen der Vergangenheit treffen wir eine Annahme über die Verteilung der Schadensereignisse im Beobachtungszeitraum und berücksichtigen diese in unserem EaD-Modell.
  • LGD: Die LGD-Modelle reflektieren die Erfahrungen mit Schadensfällen der Vergangenheit und bestimmen als Quote, wie hoch der Anteil des Schadens am geschätzten EaD liegen wird. Die Bestimmung erfolgt pro Portfolio. Die Wirksamkeit des ECL-Modells wird inklusive der Inputparameter und der Teilmodelle anlassbezogen und mindestens einmal jährlich validiert und gegebenenfalls aktualisiert.

3.18.5 ERMITTLUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN FÜR FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Es ist eine angemessene Risikovorsorge im Sinne des IFRS 9 zu berücksichtigen. Für die Ermittlung des erwarteten Schadens und damit der Risikovorsoge verwendet der GRENKE Konzern analog zu den Leasingforderungen das "Expected Credit Loss (ECL)"-Modell. Im Folgenden beschreiben wir die einzelnen Parameter.

  • PD: Das Modell für die Ausfallwahrscheinlichkeit wird mithilfe von Expertenschätzungen basierend auf internen Informationen ermittelt.
  • EaD: Das EaD für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird als offener Betrag zum Stichtag definiert. Da Forderungen aus Lieferungen und Leistungen eine festgelegte Fälligkeit aufweisen, bestehen faktisch keine bzw. nur in einem sehr geringem Maße Schätzunsicherheiten über die Höhe und den Zeitpunkt des Schadens.
  • LGD: Die LGD-Modelle reflektieren die Erfahrungen mit Schadensfällen der Vergangenheit und bestimmen als Quote, wie hoch der Anteil des Schadens am geschätzten EaD liegen wird. Als LGD wurde für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen eine Expertenschätzung basierend auf aufsichtsrechtlichen Vorschriften vorgenommen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, für welche ein objektiver Hinweis für eine Bonitätsbeeinträchtigung vorliegt, sind der Stufe 3 des IFRS 9 Wertminderungsmodells zugewiesen. Die Höhe des Wertminderungsaufwands orientiert sich analog den BA-Klassen im Leasinggeschäft und wird einzelfallbasiert bestimmt. Die Wirksamkeit des ECL-Modells wird inklusive der Inputparameter und der Teilmodelle anlassbezogen und mindestens einmal jährlich validiert und gegebenenfalls aktualisiert.

3.18.6 ERMITTLUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN FÜR FORDERUNGEN GEGENÜBER FRANCHISE-GESELLSCHAFTEN

Forderungen gegenüber Franchise-Gesellschaften sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Es ist eine angemessene Risikovorsorge im Sinne des IFRS 9 zu berücksichtigen. Für die Ermittlung des erwarteten Schadens und damit der Risikovorsoge verwendet der GRENKE Konzern analog zu den Leasingforderungen das "Expected Credit Loss (ECL)"-Modell. Im Folgenden beschreiben wir die einzelnen Parameter.

  • PD: Die Ausfallwahrscheinlichkeit wird mithilfe von Ratingsystemen ermittelt. In die Ermittlung des Ratings fließen sowohl qualitative Ratingfaktoren wie auch quantitative Jahresabschlussdaten ein. Des Weiteren werden Informationen zum Rating des Landes in das Modell einbezogen. Das Rating einer Franchise-Gesellschaft kann nicht besser sein als das Rating des entsprechenden Sitzlandes.
  • EaD: Das EaD wird für Forderungen gegenüber Franchise-Gesellschaften als offener Betrag zum Stichtag definiert. Da Forderungen gegenüber Franchise-Gesellschaften festgelegte Fälligkeiten aufweisen bzw. die Darlehen endfällig sind und aufgelaufene Zinsen mindestens quartalsweise bezahlt werden, unterscheidet sich die mittlere EaD nicht wesentlich von der oben definierten EaD. Für außerbilanzielle Finanzgarantien wird als EaD die Höhe der ausgereichten Finanzgarantien angesetzt.
  • LGD: Die LGD-Modelle reflektieren die Erfahrungen mit Schadensfällen der Vergangenheit und bestimmen als Quote, wie hoch der Anteil des Schadens am geschätzten EaD liegen wird. Da der GRENKE Konzern in Bezug auf Franchise-Gesellschaften keine ausreichende Information zu Schadensfällen der Vergangenheit hat, wurde zur Ermittlung der LGD eine Expertenschätzung basierend auf aufsichtsrechtlichen Vorschriften vorgenommen. Die Wirksamkeit des ECL-Modells wird anlassbezogen und mindestens einmal jährlich validiert.

3.18.7 BERÜCKSICHTIGUNG VON KALKULIERTEN RESTWERTEN AM ENDE DER VERTRAGSLAUFZEIT IM RAHMEN DER ERMITTLUNG DES BARWERTS VON LEASINGFORDERUNGEN

Die kalkulierten Restwerte am Ende der Vertragslaufzeit ermitteln sich in Abhängigkeit von den Laufzeitgruppen des jeweiligen Leasingvertrags und betragen aufgrund historischer Erfahrungswerte für Zugänge seit dem 1. Januar 2018 zwischen 3,0 % und 16,0 % der Anschaffungskosten. Erlöse werden dabei anhand statistischer Auswertungen im Rahmen einer bestmöglichen Schätzung angesetzt. Im Falle eines Absinkens der tatsächlich im Nachgeschäft (bestehend aus Verwertung und Nachmiete) erzielbaren Erlöse wird eine Abwertung der bestehenden Leasingforderungen berücksichtigt, wohingegen ein Anstieg unberücksichtigt bleibt. Das starke Wachstum früherer Perioden führte dazu, dass die auslaufenden Verträge am Ende der Grundmietzeit in Summe zunehmend aufwandswirksame Buchwertabgänge verursachen. Dem gegenüber stehen Nachmieterlöse aus Mietverlängerungen, die erst in späteren Perioden ratierlich im Ergebnis erfasst werden. Bei der Bilanzierung der entsprechenden Vermögenswerte in der Nachmietphase ist es nicht möglich, den ökonomischen Sachverhalt so darzustellen, dass sich entsprechende Aufwendungen und Erträge in derselben Periode gegenüberstehen. Dies führt dazu, dass das Verwertungsmehr-/-minderergebnis zu einem Verwertungsminderergebnis werden kann und negativ ausfällt. Über die Totalperiode wird mit den noch erzielbaren Erlösen aus Nachmieten ein ausgeglichenes Verwertungsmehr-/-minderergebnis erwartet.

3.18.8 ANSATZ VON LEASINGGEGENSTÄNDEN IN VERWERTUNG ZU KALKULIERTEN RESTWERTEN

Die Bewertung der Leasinggegenstände in Verwertung erfolgt auf Basis der Verwertungserlöse, die über das vergangene Geschäftsjahr im Durchschnitt je Altersklasse in Bezug auf die ursprünglichen Anschaffungskosten erzielt werden konnten. Leasinggegenstände in der Verwertung werden in Abhängigkeit von ihrer tatsächlichen Verwertbarkeit mit den aus der Vergangenheit ermittelten Restwerten bewertet. Die angesetzten Restwerte betragen zum Stichtag zwischen 2,7 % und 15,4 % (Vorjahr: zwischen 2,9 % und 17,3 %) der ursprünglichen Anschaffungskosten. Sofern eine Verwertung aufgrund des Zustands des entsprechenden Gegenstands unrealistisch erscheint, wird dieser erfolgswirksam abgeschrieben.

3.18.9 ERMITTLUNG DER NICHT GARANTIERTEN RESTWERTE BEI LEASINGFORDERUNGEN

Garantierte sowie nicht garantierte (kalkulierte) Restwerte werden im Rahmen der Ermittlung des Barwerts der Leasingforderungen gemäß der Definition des IAS 17 berücksichtigt. Die kalkulierten Restwerte umfassen dabei neben den erwarteten Verwertungserlösen insbesondere auch die Erlöse, die im Rahmen einer Verlängerungsperiode anfallen können. Diese werden mithilfe von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit und statistischen Verfahren berechnet.

3.18.10 BEIZULEGENDER ZEITWERT VON FINANZINSTRUMENTEN

Die beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht mithilfe von Daten aus aktiven Märkten abgeleitet werden können, werden unter der Verwendung von Bewertungsverfahren bestimmt. Die Input-Parameter dieser Modelle stützen sich, soweit möglich, auf beobachtbare Marktdaten. Ist dies nicht möglich, stellt die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte in gewissem Maße eine Ermessensentscheidung dar. Die Ermessensentscheidungen betreffen Input-Parameter wie Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko und Volatilität. Änderungen der Annahmen bezüglich dieser Input-Parameter können sich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert der Finanzinstrumente auswirken. Sind beobachtbare Preise und Parameter verfügbar, werden sie für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts genutzt, ohne dass Einschätzungen im großen Umfang erforderlich wären.

3.18.11 ANSATZ UND BEWERTUNG LATENTER STEUERN AUF VERLUSTVORTRÄGE

Aktive latente Steuern werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine wesentliche Ermessensausübung der Unternehmensleitung bezüglich des erwarteten Eintritts und der Höhe des zukünftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich.# 3.18.12 ANSATZ UND BEWERTUNG TATSÄCHLICHER STEUERERSTATTUNGSANSPRÜCHE UND STEUERSCHULDEN

Aufgrund der Komplexität der Steuergesetzgebung ergeben sich möglicherweise unterschiedliche Auslegungen von Interpretationen von Steuergesetzen durch den Steuerpflichtigen und der lokalen Finanzbehörde. Dadurch kann es zu nachträglichen Steuerzahlungen für vergangene Geschäftsjahre kommen. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerrückstellungen gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der besten Schätzung der erwarteten Steuerzahlung. Steuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es wahrscheinlich und damit hinreichend gesichert ist, dass sie realisiert werden können. Die Annahmen basieren auf der Einschätzung der Unternehmensleitung, in welcher Höhe unsichere Steuerpositionen angesetzt werden.

3.19 ANPASSUNGEN

Im Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2018 wurde erstmalig die unter den zusätzlichen Eigenkapitalbestandteilen ausgewiesenen Hybridanleihen (AT1) mit dem Nominalbetrag ausgewiesen. Hintergrund ist die Anpassung der Abgrenzung der Gewinnanteile der Hybridkapitalgeber. Die Anpassung erfolgte in analoger Anwendung mit den Vorschriften des IAS 8.41 ff. Im Vorjahr wurde der Gewinnanteil wirtschaftlich anhand einer zeitanteiligen Abgrenzung der Nettoverzinsung der Anleihe den Hybridkapitalgebern zugerechnet. Ab diesem Geschäftsjahr erfolgt der Ausweis des Gewinnanteils anhand der rechtlichen Vertragsgestaltung der Anleihen. Diese sind erst kurz vor der Ausschüttung der Dividende am 30. März jedes Jahres gegeben und werden erst zu diesem Zeitpunkt als Gewinnanteil gegenüber diesen Kapitalgebern ausgewiesen. Dies hat zur Folge, dass der bisher zeitanteilig abgegrenzte Nettozinsbetrag bis zur Ausschüttung der Dividende den Stammaktionären der GRENKE AG zugerechnet wird. Als Auswirkung ist eine Verschiebung von den zusätzlichen Eigenkapitalbestandteilen hin zu dem Eigenkapital der Aktionäre der GRENKE AG. Die Anpassung führt weder zu einer Änderung der Gesamtergebnisrechnung noch des gesamten Eigenkapitals. Die Auswirkung der Anpassung ist unter Tz. 2.1 in der Tabelle dargestellt.

4. AUSGEWÄHLTE ANGABEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

4.1 ZINSERGEBNIS

4.1.1 ZINSEN UND ÄHNLICHE ERTRÄGE AUS DEM FINANZIERUNGSGESCHÄFT

Die Zinsen und ähnlichen Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 2018 2017
Zinserträge aus dem Leasinggeschäft 319.330 280.809
Zinserträge aus der Refinanzierung der Franchisenehmer 2.834 2.301
Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Factoringgeschäft 4.985 4.574
Zinserträge aus dem Kreditgeschäft der Bank 2.540 1.720
Summe 329.689 289.404

4.1.2 AUFWENDUNGEN AUS DER VERZINSUNG DER REFINANZIERUNG UND DES EINLAGENGESCHÄFTS

Die Aufwendungen aus der Verzinsung der Refinanzierung und des Einlagengeschäfts setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 2018 2017
Zinsaufwendungen aus der Refinanzierung 42.361 38.627
Zinsaufwendungen aus dem Einlagengeschäft 4.388 4.180
Summe 46.749 42.807

4.2 SCHADENSABWICKLUNG UND RISIKOVORSORGE

Die Aufwendungen aus Schadensabwicklung und Risikovorsorge setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 2018 2017*
Risikovorsorge und Schadensabwicklung Leasinggeschäft 89.680 76.583
Wertminderung Leasing 86.815 73.786
Sonstige Risikovorsorge und Schadensabwicklung Leasing 2.543 2.797
Abschreibung aus gekündigten Operatingleasingverhältnissen 91 0
Aufwand aus Abgang Restbuchwerte Operatingleasingverhältnisse 231 0
Risikovorsorge und Schadensabwicklung Kreditgeschäft Bank 1.250 1.638
Wertminderung Kreditgeschäft Bank 183 1.253
Sonstige Risikovorsorge und Schadensabwicklung Kreditgeschäft 1.067 385
Risikovorsorge und Schadensabwicklung Factoringgeschäft 501 288
Wertminderung Factoringgeschäft 178 -270
Sonstige Risikovorsorge und Schadensabwicklung Factoring 323 558
Risikovorsorge Forderung Franchisenehmer (Refinanzierung) 5 232
Wertminderung Forderungen Franchisenehmer (Refinanzierung) 5 232
Risikovorsorge und Schadensabwicklung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 398 2.471
Wertminderung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 398 2.471
Wertminderung Sonstige 41 -51
Summe 91.875 81.161
davon Wertminderung 87.620 77.421
  • Anpassung IFRS 9, siehe Tz. 2.1.

4.3 ERGEBNIS AUS DEM SERVICEGESCHÄFT

In der Position sind zum einen Erträge und Aufwendungen aus dem Servicegeschäft im Zusammenhang mit der Abwicklung von Versicherungen im Rahmen des Leasinggeschäfts enthalten. Zum anderen sind in dieser Position seit dem Geschäftsjahr 2018 die Erlöse und Aufwendungen aus Operatingleasingverhältnissen enthalten. Die Erlöse und Aufwendungen aus dem Servicegeschäft setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 2018 2017
Erlöse aus dem Versicherungsgeschäft 89.513 73.845
Aufwendungen aus dem Versicherungsgeschäft 4.156 3.283
Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft 85.357 70.562
Erlöse aus Operatingleasingverhältnissen 8.526 0
Abschreibung Leasinggegenstände Operatingleasingverhältnisse 8.436 0
Ergebnis aus Operatingleasingverhältnissen 90 0
Summe 85.447 70.562

4.4 ERGEBNIS AUS DEM NEUGESCHÄFT

Das Ergebnis aus dem Neugeschäft kontrahierter Leasingverträge setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR 2018 2017
Einbuchung neuer Leasingforderungen 2.425.195 1.998.337
Erlösanteile aus Vormieten 12.122 9.044
Bearbeitungsgebühren 6.273 5.518
Mietsonderzahlungen 10.327 9.014
Abgangsgewinne aus echtem Forderungsverkauf 223 1.997
Einbuchung neuer Leasinggegenstände aus Operate Leasingverhältnissen 21.410 4.302
Zwischensumme 2.475.550 2.028.212
Abzüglich Anschaffungskosten der neu erworbenen Leasinggegenstände 2.345.893 1.921.073
Abzüglich an Händler bezahlte Provisionen und Boni 46.366 38.156
Zwischensumme 2.392.259 1.959.229
Ergebnis aus dem Neugeschäft 83.291 68.983

Die Anschaffungskosten der neu erworbenen Leasinggegenstände repräsentieren sämtliche mit dem Erwerb der Gegenstände angefallenen Aufwendungen. Die Aktivierung der Leasingforderungen erfolgt zum Barwert der fest kontrahierten Leasingraten und berücksichtigt den Barwert eines erwarteten oder aber bereits fixierten Erlöses aus dem Nachgeschäft (nicht garantierte oder garantierte Restwerte). Da es sich bei den kontrahierten Leasingverträgen fast ausnahmslos um Verträge mit einem Vollamortisationsanspruch handelt, entspricht bzw. übersteigt die Summe der erwarteten Zahlungsströme die Anschaffungskosten. Daneben werden die mit dem Vertragsabschluss zusammenhängenden Kosten aktiviert. Bezogen auf die leasingvertragsbezogene Kalkulation werden im Ergebnis Neugeschäft die anfänglichen direkten Kosten, anteilige Erlöse aus Vormieten, Bearbeitungsgebühren, Mietsonderzahlungen sowie die Abgangsgewinne aus Forderungsverkäufen von neu zugegangenen Leasingforderungen, bei denen das Ausfallrisiko mit veräußert wurde einbezogen, gezeigt. Die Darstellung der Aktivierung der anfänglichen direkten Kosten erfolgt brutto, d. h., der Ausweis der angefallenen Kosten bleibt in den entsprechenden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. Ein weiterer Bestandteil des Ergebnisses aus dem Neugeschäft sind die überwiegend im Nettoinvestitionswert der Leasingforderungen aktivierten Händlerprovisionen und Boni.

4.5 VERWERTUNGSMEHR-(+)/-MINDER-(-)ERGEBNIS

TEUR 2018 2017
Erlöse aus Nachmieten 51.088 42.668
Buchverluste aus dem Abgang nach Grundmietzeitende -55.558 -45.424
Buchgewinne /-verluste aus vorzeitig einvernehmlicher Vertragsauflösung 2.975 -2.447
Abschreibungen auf Leasinggegenstände in der Nachmietzeit -978 -3.009
Ergebnis -2.473 -8.212

Bei den Erlösen aus Nachmieten handelt es sich um vereinnahmte Mieterlöse nach Ende der Grundmietzeit der jeweiligen Leasingverhältnisse. Dem gegenüber stehen die Abschreibungen sowie die Buchverluste aus dem Abgang der Leasinggegenstände nach Grundmietzeitende bzw. Buchgewinne/-verluste aus vorzeitig einvernehmlicher Vertragsauflösung.

4.6 PERSONALAUFWAND

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (ohne Vorstand) während des Geschäftsjahres beläuft sich auf 1.456 (Vorjahr: 1.229). Teilzeitangestellte werden anteilig berücksichtigt. Weitere 63 (Vorjahr: 46) Beschäftigte befinden sich in der Ausbildung.

Anzahl Mitarbeiter 2018 2017
Europa 1.424 1.219
davon Deutschland 569 501
davon Frankreich 158 135
davon Italien 189 159
Übrige Länder 32 10
GRENKE Konzern 1.456 1.229

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR 2018 2017
Gehälter 83.440 70.697
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 19.261 15.465
Summe 102.701 86.162

Für die bestehenden leistungsorientierten Pensionspläne wurde ein Nettopensionsaufwand in den Personalkosten für das Geschäftsjahr 2018 von insgesamt 635 TEUR (Vorjahr: 556 TEUR) erfasst. Des Weiteren sind im Personalaufwand 1.386 TEUR (Vorjahr: 919 TEUR) für das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm des französischen Tochterunternehmens erfasst.

Der Aufwand nach Kostenarten stellt sich wie folgt dar:

TEUR 2018 2017
Personalaufwand 102.701 86.162
Aktivierte Eigenleistungen 1.320 1.041
Summe Personalaufwand 104.021 87.203

4.7 ABSCHREIBUNGEN UND WERTMINDERUNG

TEUR 2018 2017
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 11.161 9.069
Geschäftsausstattung 5.112 4.863
Geschäfts- oder Firmenwerte 0 0
Bürogebäude 953 696
Leasinggegenstände* 0 735
Summe 17.226 15.363
  • Ausweis erfolgt ab 2018 in der Position "Ergebnis aus dem Servicegeschäft". Für die Aufwendungen aus Wertminderung verweisen wir auf Tz. 5.6 bis Tz. 5.8.# 4.2.1 Aufwand nach Kostenarten

Der Aufwand nach Kostenarten stellt sich wie folgt dar:

TEUR 2018 2017
Abschreibungen und Wertminderungen 17.226 15.363
Abschreibungen Operatingleasingverhältnisse, die im Ergebnis aus dem Servicegeschäft ausgewiesen werden 8.436 0
Abschreibungen Operatingleasingverhältnisse, die im Verwertungsmehr-/-minderergebnis ausgewiesen werden 978 3.009
Abschreibungen Operatingleasingverhältnisse, die in der Risikovorsorge des Leasinggeschäfts ausgewiesen werden 91 0
Summe Abschreibungen 26.731 18.372

4.8 VERTRIEBS- UND VERWALTUNGSAUFWAND (OHNE PERSONALAUFWAND)

Die Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen gliedern sich in folgende Kategorien:

TEUR 2018 2017
Betriebskosten 28.024 26.565
Beratungs- und Prüfungskosten 11.862 9.777
Vertriebskosten (ohne Provisionen und Boni) 17.113 12.099
Verwaltungskosten 10.844 9.911
Sonstige Steuern 2.478 2.944
IT-Projektkosten 7.492 6.209
Vergütung der Kontrollgremien 307 232
Summe 78.120 67.737

Informations-(IT-)Projektkosten, die keine Aktivierung als Entwicklungskosten begründen, entstehen insbesondere durch Projekte zur Prozessoptimierung der zentralen und standardisierten IT-Prozesse durch die Hinzuziehung von externer Expertise.

Der Aufwand nach Kostenarten stellt sich wie folgt dar:

TEUR 2018 2017
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand 78.120 67.737
Aufwendungen aus dem Versicherungsgeschäft 4.156 3.283
An Händler bezahlte Provisionen und Boni, die im Ergebnis aus dem Neugeschäft ausgewiesen werden 46.366 38.156
Summe Vertriebs- und Verwaltungsaufwand 128.642 109.176

4.9 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:

TEUR 2018 2017
Währungsumrechnungsdifferenzen 4.932 2.918
Erlösschmälerungen 1.739 679
Buchverluste aus dem Verkauf von Büro- und Geschäftsausstattung 109 95
Provisionsaufwendungen Bankgeschäft 72 112
Aufwendungen für die Wartung von Leasingobjekten 65 121
Übrige Posten 913 708
Summe 7.830 4.633

4.10 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

Die sonstigen betrieblichen Erträge gliedern sich wie folgt:

TEUR 2018 2017
Erlöse aus Mahngebühren 1.389 1.399
Erlöse mit Franchisenehmern 1.252 967
Provisionseinnahmen Bankgeschäft 1.024 718
Sonstige Erlöse mit Leasingnehmern 729 648
Erlöse aus dem Verkauf von Waren 412 419
Bestandsveränderung -246 -226
Periodenfremde Erträge 199 160
Versicherungsentschädigungen 73 115
Miete und Mietnebenkosten 67 72
Buchgewinne aus dem Verkauf von Anlagevermögen 37 94
Auflösung von sonstigen Rückstellungen 15 81
Rückerstattung Vorsteuer aus Vorjahren 0 6.712
Mieterträge aus Operate Lease während der Grundmietzeit* 0 803
Übrige Posten 751 817
Summe 5.702 12.779
  • Ausweis erfolgt ab 2018 in der Position "Ergebnis aus dem Servicegeschäft".

4.11 ERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN UND SONSTIGE UMSATZERLÖSE

Nachfolgend sind die Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) und sonstige Umsatzerlöse (IFRS 9, IAS 17) dargestellt:

TEUR Segment 2018 2017
Erlöse aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15)
Bruttoerlöse aus dem Versicherungsgeschäft (Servicegeschäft) Leasing Leasing 89.513 73.845
Erlöse mit Franchisenehmern Leasing Leasing 1.252 967
Erlöse aus Mahngebühren Leasing Leasing 1.366 1.377
Erlöse aus Mahngebühren Factoring Factoring 23 22
Sonstige Erlöse mit Leasingnehmern Leasing Leasing 729 648
Verkauf von Leasingobjekten Leasing Leasing 152.491 127.811
Provisionseinnahmen aus dem Bankgeschäft Bank 1.024 718
Zwischensumme 246.398 205.388
Sonstige Umsatzerlöse (IFRS 9, IAS 17)
Zinsen und ähnliche Erträge aus dem Finanzierungsgeschäft n/a 329.689 289.404
Erlöse aus Operatingleasingverhältnissen n/a 8.526 803
Erlösanteile aus Vormieten n/a 12.122 9.044
Zwischensumme 350.337 299.251
Summe 596.735 504.639

4.12 ERTRAGSTEUERN

TEUR 2018 2017
Laufende Steuern 17.414 27.691
Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer (Deutschland) 234 13.637
Ausländische Ertragsteuern 17.180 14.054
Latente Steuern 7.006 -1.088
Deutschland 3.753 2.862
Ausland 3.253 -3.950
Summe 24.420 26.603

Unter den laufenden Steuern sind Erträge in Höhe von 1.127 TEUR (Vorjahr: Aufwendungen in Höhe von 14.638 TEUR) aus Vorjahren enthalten.

4.12.1 Überleitungsrechnung zwischen dem durchschnittlichen effektiven und dem erwarteten Steuersatz

Die Überleitung des erwarteten anzuwendenden Steuersatzes der GRENKE AG auf den effektiven Steuersatz, bezogen auf den Vorsteuergewinn (100 %), ergibt sich wie folgt:

Anzuwendender Steuersatz 2018 2017
Gewerbesteuer 14,51% 14,51%
Körperschaftsteuer 15,00% 15,00%
Solidaritätszuschlag (5,5 % der Körperschaftsteuer) 0,83% 0,83%
Durchschnittlicher erwarteter Steuersatz GRENKE AG 30,34% 30,34%
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 0,39% 0,19%
Veränderungen aufgrund ausländischer Steuern -8,20% -10,16%
Effekte Steuersatzänderungen -0,04% -0,09%
Nutzung nicht aktivierter Verlustvorträge -0,06% -0,08%
Steuernachzahlungen und -erstattungen aus Vorjahren -0,72% 11,09%
Steuervergünstigungen -6,76% -10,36%
Sonstiges 0,75% -0,78%
Durchschnittlicher effektiver Steuersatz Konzern 15,70% 20,15%

4.13 ERGEBNIS JE AKTIE

Der auf die Aktionäre der GRENKE AG entfallene Gewinn in Höhe von 126.383 TEUR (Vorjahr: 102.195 TEUR) liegt der Berechnung sowohl des verwässerten als auch des unverwässerten Ergebnisses zugrunde. Ein Verwässerungseffekt ergab sich weder im Geschäftsjahr 2018 noch im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie beträgt für das Berichtsjahr 2,78 EUR (Vorjahr: 2,31 EUR). Gemäß der Darstellung im Vorjahr (siehe Tz. 3.19), unter der Annahme von zeitanteiligen abgegrenzten Kuponzinsen, würde das wirtschaftliche Ergebnis je Aktie für die Stammaktionäre der GRENKE AG für das Berichtsjahr 2,74 EUR (Vorjahr: 2,29 EUR) betragen.

Stück 2018 2017
Ausgegebene Aktien zu Beginn der Periode 44.313.102 44.313.102
Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien zum Ende der Periode 45.436.949 44.313.102
Ausgegebene Aktien zum Ende der Periode 46.353.918 44.313.102
TEUR 2018 2017
Auf Stammaktionären der GRENKE AG entfallener Gewinn 126.383 102.195*
Auf Hybridkapitalgeber der GRENKE AG entfallener Gewinn 4.727 3.235
Gewinn 131.110 105.430
  • Anpassung IFRS 9 und Hybrid, siehe Tz. 2.1 bzw. Tz. 3.19.

4.14 SONSTIGES ERGEBNIS

Die erfolgswirksamen Umgliederungen realisierter Gewinne/Verluste vor Steuern stellen sich wie folgt dar:

TEUR 2018 2017
In der laufenden Periode entstandene Gewinne (Verluste) aus Zinskontrakten 11 -99
Umgliederungsbeträge in die Gewinn- und Verlustrechnung -12 -11
Ergebnis aus Sicherungsbeziehungen -1 -110

5. AUSGEWÄHLTE ANGABEN ZUR BILANZ

5.1 ZAHLUNGSMITTEL

TEUR 31.12.2018 31.12.2017
Kontoguthaben bei Banken 142.371 82.520*
Guthaben auf Zentralbankkonten 191.214 120.825
Kassenbestand 41 12
Summe 333.626 203.357*
  • Anpassung IFRS 9, siehe Tz. 2.1.

Für Zwecke der Kapitalflussrechnung setzen sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wie folgt zusammen:

TEUR 31.12.2018 31.12.2017
Zahlungsmittel laut Bilanz 333.626 203.357*
Abzüglich Kontokorrentverbindlichkeiten 3.112 111
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente lt. Kapitalflussrechnung 330.514 203.246*
  • Anpassung IFRS 9, siehe Tz. 2.1.

5.2 LEASINGFORDERUNGEN

TEUR 31.12.2018 31.12.2017
Ausstehende Mindestleasingzahlungen 4.702.365 3.895.184
+ nicht garantierte Restwerte 516.661 442.068
Bruttoinvestition 5.219.026 4.337.252
- nicht realisierter (ausstehender) Finanzertrag 566.584 491.779
Nettoinvestition 4.652.442 3.845.473
- Barwert der nicht garantierten Restwerte 411.114 346.979
Barwert der Mindestleasingzahlungen 4.241.328 3.498.494
bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre länger als 5 Jahre
Bruttogesamtinvestition 1.775.281 3.404.597 39.148
Bruttogesamtinvestition (Vorjahr) 1.486.641 2.821.007 29.604
Barwert der ausstehenden Mindestleasingzahlungen 1.368.867 2.843.134 29.327
Barwert der ausstehenden Mindestleasingzahlungen (Vorjahr) 1.134.354 2.342.276 21.864

Die Überleitung der Bruttoinvestition beinhaltet lediglich am Bilanzstichtag noch laufende Verträge. Um von der Nettoinvestition zum ausgewiesenen Buchwert der Leasingforderungen in der Bilanz zu gelangen, sind folgende Anpassungen durchzuführen:

TEUR 31.12.2018 31.12.2017
Entwicklung der Leasingforderungen aus laufenden Verträgen (performende Leasingforderungen)
Forderungen zu Periodenbeginn 3.845.473 3.175.908
+ Veränderung in der Periode 806.969 669.565
Leasingforderungen (kurz- und langfristig) aus laufenden Verträgen zum Periodenende 4.652.442 3.845.473
Entwicklung der Leasingforderungen aus gekündigten/rückständigen Verträgen (nicht performende Leasingforderungen)
Bruttoforderungen zu Periodenbeginn 270.421 223.948
+ Zugänge Bruttoforderungen in der Periode 113.028 87.359
- Abgänge Bruttoforderungen in der Periode 52.401 40.886
Bruttoforderungen zu Periodenende 331.048 270.421
Summe Bruttoforderung gekündigt und laufend 4.983.490 4.115.894
Wertminderungen zu Periodenbeginn 230.777 185.652*
+ Veränderung kumulierte Wertberichtigungen in der Periode 48.703 45.125*
Wertminderungen zu Periodenende 279.480 230.777*
Leasingforderungen (Bilanzansatz kurz- und langfristig) zu Periodenbeginn 3.885.117 3.214.204*
Leasingforderungen (Bilanzansatz kurz- und langfristig) zum Periodenende 4.704.010 3.885.117*
  • Anpassung IFRS 9, siehe Tz. 2.1.
TEUR Barwert der Mindestleasingzahlungen Barwert der Restwerte Andere Forderungen gegen Leasingnehmer (Brutto) Wertberichtigung Bilanzansatz
2017
Kurzfristige Leasingforderungen 1.134.354 112.505 270.421 -183.986 1.333.294*
Langfristige Leasingforderungen 2.364.140 234.474 0 -46.791 2.551.823*
Summe (2017) 3.498.494 346.979 270.421 -230.777 3.885.117*
2018
Kurzfristige Leasingforderungen 1.368.867 132.685 331.048 -227.427 1.605.173
Langfristige Leasingforderungen 2.872.461 278.429 0 -52.053 3.098.837
Summe (2018) 4.241.328 411.114 331.048 -279.480 4.704.010
  • Anpassung IFRS 9, siehe Tz. 2.1.

Die Forderungen aus gekündigten bzw. rückständigen Verträgen sind in den kurzfristigen Leasingforderungen enthalten.# 5.3 SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

Das maximale Ausfallrisiko ohne Berücksichtigung von Sicherheiten, Kreditrisikominderungen und sonstigen Maßnahmen wird durch den Buchwert der Forderungen begrenzt. Durch ein effektives Risikomanagement und ein granulares Vertrags- und Leasingnehmerportfolio weisen die Leasingforderungen eine ausgesprochen diversifizierte Risikostruktur im Hinblick auf die Kreditrisikoqualität auf. Der GRENKE Konzern bleibt in den überwiegenden Fällen (96 %) rechtlicher Eigentümer der Leasinggegenstände, durch welche die Leasingforderungen besichert sind. Die Risikokonzentration der Leasingforderungen ergibt sich aus den zugrundeliegenden Forderungen (wie in der nachfolgenden Tabelle dargestellt). Zusätzlich bestehen im geringen Umfang Bankbürgschaften (9,5 Mio. EUR) sowie Bürgschaften und Garantien von Dritten für 5 % der Leasingforderungen, bezogen auf den Buchwert.

Die folgende Übersicht zeigt die Bruttoforderungen aufgegliedert in die im GRENKE Konzern definierten Ausfallrisiko-Ratingklasse der Leasingforderungen und die Wertberichtigung auf die Leasingforderungen. Die Wertminderung und die Definition der Ausfallrisiko-Ratingklasse richtet sich nach der in Tz. 3.18 beschriebenen Vorgehensweise.

TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 POCI Summe Summe
Deutschland
BA-Klasse 0,8,9: geringes Risiko 992.223 22.642 0 0 1.014.865 904.755
BA-Klasse 1: höheres Risiko 0 3.222 3.499 0 6.721 7.147
BA-Klasse 2-7: zweifelhafte Forderungen 0 0 39.502 0 39.502 38.893
Summe Bruttoforderungen Deutschland 992.223 25.864 43.001 0 1.061.088 950.795
Frankreich
BA-Klasse 0,8,9: geringes Risiko 990.799 65.138 0 0 1.055.937 902.232
BA-Klasse 1: höheres Risiko 0 10.340 18.668 0 29.008 24.416
BA-Klasse 2-7: zweifelhafte Forderungen 0 0 65.274 0 65.274 55.482
Summe Bruttoforderungen Frankreich 990.799 75.478 83.942 0 1.150.219 982.130
Italien
BA-Klasse 0,8,9: geringes Risiko 965.112 67.966 0 0 1.033.078 793.510
BA-Klasse 1: höheres Risiko 0 19.291 12.276 0 31.567 37.449
BA-Klasse 2-7: zweifelhafte Forderungen 0 78.421 0 0 78.421 51.815
Summe Bruttoforderungen Italien 965.112 87.257 90.697 0 1.143.066 882.774
Sonstige Länder
BA-Klasse 0,8,9: geringes Risiko 1.395.896 46.578 0 0 1.442.474 1.144.397
BA-Klasse 1: höheres Risiko 0 21.741 27.204 0 48.945 37.735
BA-Klasse 2-7: zweifelhafte Forderungen 0 137.698 0 0 137.698 118.063
Summe Bruttoforderungen sonstige Länder 1.395.896 68.319 164.902 0 1.629.117 1.300.195
Zusammenfassung Konzern
BA-Klasse 0,8,9: geringes Risiko 4.344.030 202.324 0 0 4.546.354 3.744.894
BA-Klasse 1: höheres Risiko 0 54.594 61.647 0 116.241 106.747
BA-Klasse 2-7: zweifelhafte Forderungen 0 0 320.895 0 320.895 264.253
Summe Bruttoforderungen Konzern 4.344.030 256.918 382.542 0 4.983.490 4.115.894
Wertberichtigung 43.784 30.583 205.113 0 279.480 230.777
Buchwert 4.300.246 226.335 177.429 0 4.704.010 3.885.117

Die folgende Übersicht zeigt Veränderungen der Wertberichtigungen auf den Bestand an kurzfristigen und langfristigen Forderungen für die Geschäftsjahre 2018 und 2017:

TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 POCI Summe
Wertberichtigung zum 01.01.2018 34.827 22.497 173.453 0 230.777
Neu ausgereichte oder erworbene finanzielle Vermögenswerte* 25.110 13.518 21.899 0 60.527
Umbuchungen zu Stufe 1 3.505 -1.885 -1.620 0 0
zu Stufe 2 -1.961 8.321 -6.360 0 0
zu Stufe 3 -1.547 -5.454 7.001 0 0
Änderung der Risikovorsorge durch Stufenänderung -3.104 1.504 40.217 0 38.617
Einvernehmliche Vertragsauflösung oder Zahlungen für finanzielle Vermögenswerte (ohne Ausbuchungen) -15.684 -9.372 -9.399 0 -34.455
Änderungen der vertraglichen Zahlungströme infolge von Modifikation (keine Ausbuchung) 0 0 0 0 0
Änderung durch Veränderung Bearbeitungsklasse bei Schadensfällen 0 0 6.784 0 6.784
Änderungen der Modelle/Risikoparameter für ECL-Berechnung 0 0 5.759 0 5.759
Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten -51 -363 -33.079 0 -33.493
Währungsumrechnungs- und sonstige Differenzen -38 -44 -1.496 0 -1.578
Aufzinsung 2.727 1.861 1.954 0 6.542
Wertberichtigung zum 31.12.2018 43.784 30.583 205.113 0 279.480

* Die in Stufe 2 und 3 angegebenen Werte betreffen im Geschäftsjahr neu ausgereichte Leasingforderungen, die zum Zugangszeitpunkt der Stufe 1 zugeordnet waren, aber im Laufe des Geschäftsjahres einer anderen Stufe zugeteilt wurden.

TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 POCI Summe
Wertberichtigung zum 1.1.2017 27.898 16.993 140.761 0 185.652
Neu ausgereichte oder erworbene finanzielle Vermögenswerte* 20.363 10.707 23.123 0 54.193
Umbuchungen zu Stufe 1 2.013 -1.258 -755 0 0
zu Stufe 2 -1.468 4.360 -2.892 0 0
zu Stufe 3 -1.336 -4.956 6.292 0 0
Änderung der Risikovorsorge durch Stufenänderung -1.783 2.246 32.647 0 33.110
Einvernehmliche Vertragsauflösung oder Zahlungen für finanzielle Vermögenswerte (ohne Ausbuchungen) -12.934 -6.707 -6.626 0 -26.267
Änderungen der vertraglichen Zahlungströme infolge von Modifikation (keine Ausbuchung) 0 0 0 0 0
Änderung durch Veränderung Bearbeitungsklasse bei Schadensfällen 0 0 6.572 0 6.572
Änderungen der Modelle/Risikoparameter für ECL-Berechnung 0 0 -11 0 -11
Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten -39 -273 -25.303 0 -25.615
Währungsumrechnungs- und sonstige Differenzen -221 -115 -1.298 0 -1.634
Aufzinsung 2.334 1.500 943 0 4.777
Wertberichtigung zum 31.12.2017 34.827 22.497 173.453 0 230.777

* Die in Stufe 2 und 3 angegebenen Werte betreffen im Geschäftsjahr neu ausgereichte Leasingforderungen, die zum Zugangszeitpunkt der Stufe 1 zugeordnet waren, aber im Laufe des Geschäftsjahres einer anderen Stufe zugeteilt wurden.

SENSITIVITÄTSANALYSE

TEUR Veränderung der Risikovorsorge
Veränderungen des Diskontierungszinses Erhöhung um 1 % Punkt 1.270
Veränderungen des Zahlungsverhaltens von Kunden, welche 30-90 Tagen überfällig sind Verschlechterung um 50% -3.900
Veränderungen des Zahlungsverhaltens von Kunden, welche 90 Tage überfällig sind Verschlechterung um 20% -4.300

Bei einer Zinserhöhung von 1 %-Punkt des Diskontierungszinssatzes der Werterhaltungssätze für nicht performende Leasingforderungen würde sich der Wertminderungsaufwand um 1.270 TEUR vermindern. Würde sich das Zahlungsverhalten unserer Kunden derart verschlechtern, dass wir 50 % mehr Fälle mit 30 bis 90 Tagen Überfälligkeit am Stichtag beobachten würden, müssten wir unsere Risikovorsorge basierend auf dem Forderungsbestand vom 31.12.2018 um rund 3,9 Mio. Euro erhöhen. Wäre alternativ das Zahlungsverhalten der Leasingnehmer derart verschlechtert, dass wir 20 % mehr ungekündigte Fälle mit einer Überfälligkeit von 90 Tagen beobachten würden, dann müssten wir wiederum basierend auf dem Forderungsbestand vom 31.12.2018 die Risikovorsorge um rund 4,3 Mio. Euro erhöhen.

5.3 SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

TEUR 31.12.2018 31.12.2017
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Rateneinzüge vor Monatsende 831 1.094
Darlehen im Zusammenhang mit ABCP 14.538 14.973
Forderungen Franchisenehmer (Refinanzierung) 71.772 49.299*
Forderungen aus dem Factoringgeschäft 34.016 26.791*
Forderungen gegen Refinanzierer 68 48
Forderungen aus dem Kreditgeschäft 37.324 23.029*
Sonstiges 1.881 686
Summe sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 160.430 115.920*
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
Darlehen im Zusammenhang mit ABCP 18.771 21.157
Forderungen aus dem Kreditgeschäft 58.037 45.470*
Forderungen Franchisenehmer (Refinanzierung) 0 9.930*
Sonstige Beteiligungen 5.445 3.000
Sonstiges 439 749
Summe sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 82.692 80.306*
Summe finanzielle Vermögenswerte 243.122 196.226*

* Anpassung IFRS 9, siehe Tz. 2.1.

Die Darlehen im Zusammenhang mit ABCP beinhalten werden als Sicherheit für das Refinanzierungsvolumen an den Sponsor des Programms gewährt. Diese sind zum einen abhängig vom Volumen der Refinanzierung und zum anderen von der Herkunft der über die strukturierten Unternehmen refinanzierten Forderungen. Der in diesem Zusammenhang generierte Zinsertrag wird mit den Aufwendungen aus der Verzinsung der Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung saldiert. Die Forderungen Franchisenehmer beinhalten aus der Refinanzierung für die von den Franchisebetrieben abgeschlossenen Leasingverträge und Factoringvereinbarungen resultierende Forderungen. Als Sicherheit für die Darlehensforderungen oder im Rahmen von Forfaitierungsvereinbarungen wurden von den Franchisenehmern sowohl das Eigentum an den Leasinggegenständen als auch der Anspruch aus den Leasingforderungen abgetreten. Bei den Franchisenehmern, die im Factoringgeschäft tätig sind, sind sämtliche Ansprüche gegenüber dem Factoringkunden abgetreten. Die abgetretenen Leasing- und Factoringforderungen übersteigen zum Stichtag den Forderungsbestand gegen Franchisenehmer vollständig. Die in diesem Zusammenhang erzielten Zinserträge in Höhe von 2.834 TEUR (Vorjahr: 2.301 TEUR) (siehe auch Tz. 4.1.1) sind als Zinserträge im Zinsergebnis ausgewiesen. Refinanzierungen, die in Fremdwährung gewährt wurden, werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet.

Die Forderungen aus dem Kreditgeschäft der GRENKE BANK AG weisen zum Stichtag Altgeschäft der Bank betreffendes Volumen von 0 TEUR (Vorjahr: 104 TEUR) auf. Zusätzlich bestehen 40.820 TEUR (Vorjahr: 45.582 TEUR) als Forderungen an Kreditnehmer aus der Gewährung von Existenzgründungsdarlehen sowie 129 TEUR (Vorjahr: 229 TEUR) als Forderungen an Kreditnehmer aus Projektfinanzierungen. Zudem sind Forderungen aus der Vergabe von Mikrokrediten in Höhe von 18.698 TEUR (Vorjahr: 15.039 TEUR) in den gesamten Forderungen aus dem Kreditgeschäft in Höhe von 95.361 TEUR (Vorjahr: 68.499 TEUR) enthalten. Erträge aus der Verzinsung sind als Zinserträge im Rahmen des Zinsergebnisses erfasst.

Unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ist in den sonstigen Beteiligungen die Beteiligung an der Finanzchef24 GmbH in Höhe von 5.445 TEUR (Vorjahr: 3.000 TEUR) ausgewiesen.Das maximale Ausfallrisiko ohne Berücksichtigung von Sicherheiten, Kreditminderungssystemen und sonstigen Maßnahmen wird durch den Buchwert der sonstigen finanziellen Vermögenswerte begrenzt. Die folgende Übersicht zeigt die Bruttoforderungen aufgegliedert in die im GRENKE Konzern definierten Ausfallrisiko-Ratingklassen der sonstigen finanziellen Vermögenswerte und die Wertberichtigung auf die sonstigen finanziellen Vermögenswerte. Die sonstige Beteiligung in Höhe von 5.445 TEUR wird in den folgenden Tabellen nicht ausgewiesen. Die Wertminderung und die Definition der Ausfallrisiko-Ratingklasse richtet sich nach der in Tz. 3.18 beschriebenen Vorgehensweise.

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| | 2018 | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Vereinfachtes Verfahren | POCI | Summe |
| :---------- | :--------- | :------ | :------ | :------ | :---------------------- | :--- | :------ |
| Geringes Risiko | 195.632 | 2.849 | 39 | 32.601 | 0 | 0 | 231.121 |
| Zweifelhafte Forderungen | 0 | 0 | 10.373 | 528 | 0 | 0 | 10.901 |
| Summe Bruttoforderungen | 195.632 | 2.849 | 10.412 | 33.129 | 0 | 0 | 242.022 |
| Wertberichtigung | 629 | 177 | 3.437 | 102 | 0 | 0 | 4.345 |
| Buchwert | 195.003 | 2.672 | 6.975 | 33.027 | 0 | 0 | 237.677 |

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| | 2017 |
| :----- | :------ |
| Geringes Risiko | 189.760 |
| Zweifelhafte Forderungen | 8.462 |
| Summe Bruttoforderungen | 198.222 |
| Wertberichtigung | 4.996 |
| Buchwert | 193.226 |

Die folgende Übersicht zeigt Veränderungen der Wertberichtigungen auf den Bestand der sonstigen finanziellen Vermögenswerte:

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| | 2018 | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Vereinfachtes Verfahren | POCI | Summe |
| :---------------------------------------------------------------- | :------ | :------ | :------ | :------ | :---------------------- | :--- | :------ |
| Wertberichtigung zum Beginn des Geschäftsjahres | 730 | 567 | 3.632 | 67 | 0 | 0 | 4.996 |
| Neu ausgereichte oder erworbene finanzielle Vermögenswerte | 189 | 0 | 295 | 101 | 0 | 0 | 585 |
| Umbuchungen zu Stufe 1 | 67 | -67 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| zu Stufe 2 | -13 | 20 | -7 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| zu Stufe 3 | -19 | -38 | 65 | -8 | 0 | 0 | 0 |
| Änderung der Risikovorsorge durch Stufenänderung | -38 | 5 | 878 | 0 | 0 | 0 | 845 |
| Zahlungen für finanzielle Vermögenswerte (ohne Ausbuchungen) | -472 | -187 | -949 | -59 | 0 | 0 | -1.667 |
| Änderung durch Veränderung Status Rechtsverfolgung | 0 | 0 | 36 | 0 | 0 | 0 | 36 |
| Änderungen der vertraglichen Zahlungsströme infolge von Modifikation (keine Ausbuchung) | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Änderungen der Modelle/Risikoparameter für ECL Berechnung | 191 | -123 | -411 | 0 | 0 | 0 | -343 |
| Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten | -6 | 0 | -106 | 0 | 0 | 0 | -112 |
| Währungsumrechnungs- und sonstige Differenzen | 0 | 0 | 4 | 1 | 0 | 0 | 5 |
| Aufzinsung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Wertberichtigung zum Ende des Geschäftsjahres | 629 | 177 | 3.437 | 102 | 0 | 0 | 4.345 |

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| | 2017 |
| :---------------------------------------------------------------- | :------ |
| Wertberichtigung zum Beginn des Geschäftsjahres | 3.789 |
| Neu ausgereichte oder erworbene finanzielle Vermögenswerte | 1.650 |
| Umbuchungen zu Stufe 1 | 0 |
| zu Stufe 2 | 0 |
| zu Stufe 3 | 0 |
| Änderung der Risikovorsorge durch Stufenänderung | 972 |
| Zahlungen für finanzielle Vermögenswerte (ohne Ausbuchungen) | -939 |
| Änderung durch Veränderung Status Rechtsverfolgung | 41 |
| Änderungen der vertraglichen Zahlungsströme infolge von Modifikation (keine Ausbuchung) | 0 |
| Änderungen der Modelle/Risikoparameter für ECL Berechnung | -394 |
| Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten | -128 |
| Währungsumrechnungs- und sonstige Differenzen | 5 |
| Aufzinsung | 0 |
| Wertberichtigung zum Ende des Geschäftsjahres | 4.996 |

5.4 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 7.666 TEUR (Vorjahr: 5.786 TEUR) handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen gegen Franchisenehmer, Händler und Dritte, die Forderungen aus der Verwertung betreffen. Davon sind 5.848 TEUR (Vorjahr: 6.443 TEUR) überfällig. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in Höhe von 3.519 TEUR (Vorjahr: 3.391 TEUR) wertgemindert. Die Wertminderung richtet sich nach der in Tz. 3.17 beschriebenen Vorgehensweise. Das maximale Ausfallrisiko ohne Berücksichtigung von Sicherheiten, Bonitätsbeurteilungssystemen und sonstigen Maßnahmen wird durch den Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen begrenzt. In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind sonstige Forderungen gegen Franchisenehmer in Höhe von 1.216 TEUR (Vorjahr: 868 TEUR) enthalten, die insbesondere Franchisegebühren und Nutzungsentgelte betreffen. Die folgende Übersicht zeigt die Bruttoforderungen aufgegliedert in die im GRENKE Konzern definierten Ausfallrisiko-Ratingklasse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Wertberichtigung auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Wertminderung und die Definition der Ausfallrisiko-Ratingklasse richtet sich nach der in Tz. 3.18 beschriebenen Vorgehensweise.

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| | 2018 | 2017 |
| :---------------------------- | :------ | :------ |
| | Vereinfachtes Verfahren | Stufe 3 | Summe | Summe |
| Geringes Risiko | 5.337 | -- | 5.337 | 2.734 |
| Zweifelhafte Forderungen | -- | 5.848 | 5.848 | 6.443 |
| Summe Bruttoforderungen | 5.337 | 5.848 | 11.185 | 9.177 |
| Wertberichtigung | 120 | 3.399 | 3.519 | 3.391 |
| Buchwert | 5.217 | 2.449 | 7.666 | 5.786 |

5.5 SONSTIGE KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

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| TEUR | 31.12.2018 | 31.12.2017 |
| :---------------------------------- | :--------- | :--------- |
| Umsatzsteuererstattungsanspruch | 261.959 | 229.809 |
| In Arbeit befindliche Aufträge | 4.383 | 4.234 |
| Aktive Rechnungsabgrenzung | 4.215 | 3.252 |
| Geleistete Anzahlungen | 3.578 | 3.209 |
| Unterwegs befindliche Beträge | 2.383 | 674 |
| Versicherungsansprüche | 713 | 587 |
| Debitorische Kreditoren | 641 | 408 |
| Waren | 324 | 224 |
| Kurzfristige Vorschüsse | 131 | 212 |
| Übrige Posten | 2.130 | 1.216 |
| Summe | 280.457| 243.825|

5.6 SACHANLAGEN

5.6.1 ÜBERSICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2018

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| TEUR | Grundstücke und Bauten | Anlagen im Bau | Betriebs- und Geschäftsausstattung | Leasinggegenstände aus Operatingleasingverhältnissen | Summe |
| :----------------------------------------- | :--------------------- | :------------- | :--------------------------------- | :--------------------------------------------------- | :------ |
| Anschaffungs-/Herstellungskosten 01.01.2018| 23.920 | 0 | 36.045 | 28.544 | 88.509 |
| Währungsdifferenzen | 0 | 0 | -47 | -1.368 | -1.415 |
| Zugänge | 343 | 1.873 | 5.781 | 57.222 | 65.219 |
| davon Zugänge im Rahmen eines Unternehmenserwerbs | 0 | 0 | 117 | 17.273 | 17.390 |
| Abgänge | 0 | 0 | 913 | 16.719 | 17.632 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Anschaffungs-/Herstellungskosten 31.12.2018| 24.263 | 1.873 | 40.866 | 67.679 | 134.681 |
| | | | | | |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderung 01.01.2018 | 7.621 | 0 | 22.350 | 3.123 | 33.094 |
| Währungsdifferenzen | 0 | 0 | -17 | -291 | -308 |
| Zugänge an Abschreibungen | 953 | 0 | 5.112 | 9.505 | 15.570 |
| Zugänge an Wertminderung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge an Abschreibungen | 0 | 0 | 554 | 3.101 | 3.655 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderung 31.12.2018 | 8.574 | 0 | 26.891 | 9.236 | 44.701 |
| Nettobuchwerte 31.12.2018 | 15.689 | 1.873 | 13.975 | 58.443 | 89.980 |

5.6.2 ÜBERSICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2017

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| TEUR | Grundstücke und Bauten | Anlagen im Bau | Betriebs- und Geschäftsausstattung | Leasinggegenstände aus Operatingleasingverhältnissen | Summe |
| :----------------------------------------- | :--------------------- | :------------- | :--------------------------------- | :--------------------------------------------------- | :------ |
| Anschaffungs-/Herstellungskosten 01.01.2017| 23.920 | 0 | 31.969 | 19.816 | 75.705 |
| Währungsdifferenzen | 0 | 0 | -75 | -511 | -586 |
| Zugänge | 0 | 0 | 6.310 | 22.336 | 28.646 |
| davon Zugänge im Rahmen eines Unternehmenserwerbs | 0 | 0 | 243 | 2.417 | 2.660 |
| Abgänge | 0 | 0 | 2.159 | 13.097 | 15.256 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Anschaffungs-/Herstellungskosten 31.12.2017| 23.920 | 0 | 36.045 | 28.544 | 88.509 |
| | | | | | |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderung 01.01.2017 | 6.925 | 0 | 18.839 | 1.572 | 27.336 |
| Währungsdifferenzen | 0 | 0 | -43 | -77 | -120 |
| Zugänge an Abschreibungen | 696 | 0 | 4.863 | 3.744 | 9.303 |
| Zugänge an Wertminderung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge an Abschreibungen | 0 | 0 | 1.309 | 2.116 | 3.425 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderung 31.12.2017 | 7.621 | 0 | 22.350 | 3.123 | 33.094 |
| Nettobuchwerte 31.12.2017 | 16.299 | 0 | 13.695 | 25.421 | 55.415 |

Bei den Operatingleasingverhältnissen handelt es sich im Wesentlichen um Leasingverträge in der Nachmietphase, die jederzeit kündbar sind. Abschreibungen auf Leasinggegenstände hieraus werden im Verwertungsergebnis gezeigt (siehe Tz. 4.5). Zudem werden in dieser Position Leasinggegenstände, die bei Beginn des Leasingverhältnisses als Operating Leasing klassifiziert wurden, ausgewiesen. Abschreibungen auf Leasinggegenstände hieraus werden im Ergebnis aus dem Servicegeschäft (siehe Tz. 4.3) sowie in der Position Schadensabwicklung und Risikovorsorge gezeigt (siehe Tz. 4.2).

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| TEUR | bis zu 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | länger als 5 Jahre |
| :----------------------------------------- | :------------ | :------------ | :----------------- |
| Ausstehende Mindestleasingzahlungen aus Operatingleasingverhältnissen | 20.485 | 14.650 | 0 |
| Ausstehende Mindestleasingzahlungen aus Operatingleasingverhältnissen (Vorjahr) | 1.773 | 1.400 | 0 |

5.7 GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE

5.7.1 ENTWICKLUNG UND ÜBERSICHT

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| TEUR | 2018 | 2017 |
| :----------------------------------------- | :------- | :------- |
| Anschaffungskosten Stand zum 01.01. | 84.734 | 67.669 |
| Fremdwährungsumrechnung | -1.571 | -1.876 |
| Akquisitionen und Anpassungen der Erstkonsolidierung | 24.575 | 18.941 |
| Stand am 31.12. | 107.738 | 84.734
|
| | | |
| Kumulierte Abschreibungen aus Wertminderungen Stand zum 01.01. | 1.154 | 1.154 |
| Wertminderungsaufwand des Geschäftsjahres | 0 | 0 |
| Stand am 31.12. | 1.154 | 1.154 |
| | | |
| Buchwert Stand zum 01.01. | 83.580 | 66.515 |
| Stand zum 31.12. | 106.584 | 83.580* |

  • Vorjahreswerte angepasst.

Hinsichtlich der Zugänge des Jahres 2018 verweisen wir auf die Erläuterungen zu den Akquisitionen der GRENKE Hrvatska d.o.o., Zagreb/Kroatien, und der GC Leasing Middle East FZCO, Dubai/VAE, unter Tz. 6.1. Die Kaufpreisallokation der im Vorjahr erworbenen Unternehmen GRENKE Renting Ltd., Sliema/Malta, und GC Locação de Equipamentos LTDA, Sao Paulo/Brasilien, wurde im ersten bzw. zweiten Quartal 2018 finalisiert. Aufgrund des im Geschäftsjahr 2018 erstmalig anzuwendenden Standards IFRS 9 haben sich bei den Erwerben Änderungen gegenüber den vorläufig angesetzten beizulegenden Zeitwerten der Vermögensgegenstände und Schulden ergeben. Die durch IFRS 9 hervorgerufenen höheren Wertminderungen der Leasingforderungen führten unter Berücksichtigung der damit einhergehenden latenten Steuern zu höheren Firmenwerten. Für weitergehende Informationen zu Unternehmenszusammenschlüssen aus dem Vorjahr verweisen wir auf den Anhang zum Konzernabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2017. Die Buchwerte der wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte entfallen auf die folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten:

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| TEUR | 31.12.2018 | 31.12.2017 |
| :------------------------------------ | :--------- | :--------- |
| Grenke Renting S.A. (Lissabon) - Portugal | 28.472 | 28.472 |
| GC Locaição de Equipamentos LTDA (Sao Paulo) - Brasilien | 12.698 | 14.239 |
| GC Leasing Middle East FZCO (Dubai) - VAE
| 13.088 | -- |
| GRENKE Hrvatska d.o.o. (Zagreb) - Kroatien
* | 12.451 | -- |
| GRENKELEASING d.o.o. (Ljubljana) - Slowenien | 5.106 | 5.106 |
| GRENKE RENT S.L. (Madrid) - Spanien | 5.015 | 5.015 |
| GRENKELEASING Sp. z o.o. (Posen) - Polen | 4.159 | 4.283 |
| GRENKE Kiralama Ltd. Sti. (Istanbul) - Türkei | 2.919 | 3.891 |
| GRENKEFACTORING AG (Basel) - Schweiz | 4.027 | 3.878 |

  • Vorjahreswert angepasst.## 5.7.2 WERTHALTIGKEIT GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT

Die GRENKE AG überprüft jährlich die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte. Wesentliche Parameter für die Bestimmung des erzielbaren Betrags auf Grundlage des Nutzungswertes sind dabei die künftigen Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung von Neugeschäft und Rentabilität. Die grundlegenden Annahmen, die zur Ermittlung der erzielbaren Cashflows in den jeweiligen Einheiten herangezogen wurden, basieren auf Wachstumsraten im Neugeschäft in den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten von bis zu 52 % im Leasingsegment in einzelnen Regionen für einzelne Jahre.

Die landes-, kapitalstruktur- und währungsspezifischen Diskontierungsfaktoren betragen zwischen 4,4 % und 22,9 % (Vorjahr: zwischen 3,2 % und 16,5 %). Der dargestellte Abzinsungssatz reflektiert einen Eigenkapitalsatz nach Steuern. Die Berechnung der Diskontierungsfaktoren setzt auf dem CAPM (Capital-Asset-Pricing-Modell) auf, wobei ein risikofreier Zins von 1,25 % (Vorjahr: 1,0 %) und ein Betafaktor von 0,84 (Vorjahr: 0,73) für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten im Leasing- und Banksegment berücksichtigt wurden. Für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten im Factoringsegment wurde ein Betafaktor von 0,75 (Vorjahr: 0,67) herangezogen. Cashflows nach dem Zeitraum von fünf Jahren wurden unter Verwendung einer Wachstumsrate von 1,0 % (Vorjahr: 1,0 %) fortgeschrieben.

Die Prognose der Neugeschäftsentwicklung hat sich in der Vergangenheit als stabil erwiesen. Die am Markt zugänglichen Prognoseparameter bieten aufgrund der speziellen Geschäftsausrichtung im Konzern keine geeignete Prognosequalität, da diese nur auf den gesamten Leasingmarkt abstellen und der Gesamtleasingmarkt massiv durch Immobilien-, Investitionsgüter- und Kfz-Leasing beeinflusst ist. Deshalb basieren die Prognosen für die Neugeschäftsentwicklung auf konzerninternen Erfahrungen der Vergangenheit.

Für die wesentliche zahlungsmittelgenerierende Einheit Portugal wurden als wesentliche Annahmen ein Diskontierungsfaktor von 8,5 % (Vorjahr: 9,4 %) sowie Neugeschäftswachstumsraten zwischen 5,0 % und 6,0 % (Vorjahr: zwischen -2,0 % und 5,0 %) in einzelnen Jahren herangezogen. Die Wachstumsrate in der ewigen Rente beträgt 1,0 % (Vorjahr: 1,0 %). Die wesentlichen Annahmen der verwendeten Parameter entsprechen dem oben erläuterten Vorgehen, welches für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Gültigkeit besitzt.

Bei der wesentlichen zahlungsmittelgenerierenden Einheit Brasilien wurden als wesentliche Annahmen ein Diskontierungsfaktor von 17,4 % sowie Neugeschäftswachstumsraten zwischen 22,5 % und 52,0 % in einzelnen Jahren herangezogen. Die Wachstumsrate in der ewigen Rente beträgt 6,1 %. Bei der Wachstumsrate wurden die Inflationssätze des Landes zur Ermittlung hinzugezogen. Die wesentlichen Annahmen der verwendeten Parameter entsprechen dem oben erläuterten Vorgehen, welches für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Gültigkeit besitzt.

5.7.3 SENSITIVITÄT DER GETROFFENEN ANNAHMEN

Der beizulegende Zeitwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, dessen wesentliche Werttreiber der erzielbare Cashflow und der Diskontierungszins sind, reagiert sensibel auf Veränderungen des Diskontierungssatzes. Im Wesentlichen wird der Diskontierungssatz durch einen risikofreien Zinssatz, eine Marktrisikoprämie und einen Betafaktor für das systematische Risiko determiniert. Dabei wurden landes-, kapitalstruktur- und währungsspezifische Besonderheiten beachtet. Diese Werte wurden über externe Informationsquellen herangezogen. Schwankungen der genannten Komponenten können sich somit auf den Diskontierungssatz auswirken.

Im Rahmen der Validierung der für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ermittelten beizulegenden Zeitwerte werden die wesentlichen Werttreiber jeder Einheit jährlich überprüft. Ferner wurden die für die Discounted-Cashflow-Modellierung herangezogenen maßgeblichen Determinanten Diskontierungszins und Wachstumsrate des Neugeschäfts einer Sensitivitätsprüfung unterzogen. Das Management ist der Auffassung, dass realistische Änderungen der wesentlichen Annahmen für die Durchführung der Werthaltigkeitstests im Konzern nicht zu einer weiteren Wertminderung wie der oben erwähnten führen. Die sich zwischen den routinemäßigen jährlichen Werterhaltungstests ergebenden Veränderungen der Parameter hatten keinen Einfluss auf die Werthaltigkeit der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.

5.8 SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

5.8.1 ÜBERSICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2018

TEUR Entwicklungskosten Software-Lizenzen Kundenbeziehungen/Wettbewerbsverbote Summe
Anschaffungskosten 01.01.2018 14.530 9.192 35.965 59.687
Währungsdifferenzen 0 -1 -453 -454
Zugänge 5.422 2.262 0 7.684
Abgänge 0 16 0 16
Zugänge durch Unternehmenserwerbe 0 0 10.328 10.328
Umbuchungen 0 0 0 0
Anschaffungskosten 31.12.2018 19.952 11.437 45.840 77.229
Kumulierte Abschreibungen 01.01.2018 3.466 6.692 14.127 24.285
Währungsdifferenzen 0 -4 -115 -119
Zugänge 3.018 1.666 6.477 11.161
Abgänge 0 11 0 11
Umbuchungen 0 0 0 0
Kumulierte Abschreibungen 31.12.2018 6.484 8.343 20.489 35.316
Nettobuchwerte 31.12.2018 13.468 3.094 25.351 41.913

5.8.2 ÜBERSICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2017

TEUR Entwicklungskosten Software-Lizenzen Kundenbeziehungen/Wettbewerbsverbote Summe
Anschaffungskosten 01.01.2017 9.621 8.720 18.072 36.413
Währungsdifferenzen 0 -19 -454 -473
Zugänge 5.086 1.712 0 6.798
Abgänge 177 1.292 0 1.469
Zugänge durch Unternehmenserwerbe 0 71 18.347 18.418
Umbuchungen 0 0 0 0
Anschaffungskosten 31.12.2017 14.530 9.192 35.965 59.687
Kumulierte Abschreibungen 01.01.2017 1.264 5.877 9.203 16.344
Währungsdifferenzen 0 -11 -99 -110
Zugänge 2.379 1.667 5.023 9.069
Abgänge 177 841 0 1.018
Umbuchungen 0 0 0 0
Kumulierte Abschreibungen 31.12.2017 3.466 6.692 14.127 24.285
Nettobuchwerte 31.12.2017 11.064 2.500 21.838 35.402

Zugänge im Bereich "Kundenbeziehungen/Wettbewerbsverbote" sind ausschließlich auf die im Geschäftsjahr sowie in Vorjahren abgeschlossenen Akquisitionen zurückzuführen.

5.9 LATENTE STEUERANSPRÜCHE UND -SCHULDEN

Die latenten Steueransprüche und -schulden verteilen sich auf folgende Positionen:

Bilanz TEUR 31.12.2018 31.12.2017* Gewinn- und Verlustrechnung 2018 2017*
Latente Steueransprüche
Steuerliche Verlustvorträge 9.555 5.455 -4.268 53
Leasingforderungen 8.928 9.765 869 -1.422
Schulden 19.163 5.150 -14.088 1.714
Pensionen 820 723 19 404
Sonstiges 5.752 2.477 -233 -2.483
Summe 44.218 23.570 -17.701 -1.734
Latente Steuerschulden
Leasingforderungen 41.021 36.155 5.035 5.466
Immaterielle Vermögenswerte 10.377 9.388 -5.239 -2.725
Schulden 6.041 2.718 7.913 -4.180
Sonstiges 19.567 2.084 16.998 2.084
Summe 77.006 50.345 24.707 645
Latenter Steueraufwand/-ertrag 7.006 -1.089
Latente Steuerschulden, netto 32.788 26.775 -- -- --

In der Bilanz nach Saldierung wie folgt ausgewiesen:

TEUR 31.12.2018 31.12.2017*
Latente Steueransprüche 15.203 15.229
Latente Steuerschulden 47.991 42.004

* Anpassung IFRS 9, siehe Tz. 2.1. Erfolgsneutral wurden im Geschäftsjahr 116 TEUR passive latente Steuern aufgelöst (Vorjahr: Auflösung passiver latenter Steuern 70 TEUR). Diese resultieren aus der gebildeten Cashflow-Hedge-Rücklage, der Erfassung von versicherungsmathematischen Verlusten bzw. Gewinnen. Zudem wurden 983 TEUR passive latente Steuern im Rahmen der Kapitalerhöhung erfolgsneutral reduziert.

Insbesondere aufgrund geringerer Steuernachzahlungen aus Vorjahren hat sich die Steuerquote von 20,15 % auf 15,70 % reduziert. Für 19.337 TEUR (Vorjahr: 8.830 TEUR) steuerliche Verlustvorträge wurden keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Von den nicht angesetzten steuerlichen Verlustvorträgen verfallen 6.394 TEUR im Zeitraum bis 2035. Um 86 TEUR (Vorjahr: 100 TEUR) verringerte sich der Aufwand aufgrund des Ansatzes von bisher nicht berücksichtigten steuerlichen Verlusten, 67 TEUR (Vorjahr: 118 TEUR) beruhen auf Änderungen des Steuersatzes und 80 TEUR (Vorjahr: 446 TEUR) auf der Ausbuchung von bisher erfassten temporären Differenzen bzw. aktivierten Verlustvorträgen. Das Unternehmen hat für aufgelaufene Ergebnisse der Tochterunternehmen im Geschäfts- und Vorjahr keine passiven latenten Steuern gebildet.

5.10 KURZ- UND LANGFRISTIGE FINANZSCHULDEN

5.10.1 ÜBERSICHT

Die Finanzschulden des GRENKE Konzerns setzen sich aus den kurzfristigen Finanzschulden und langfristigen Finanzschulden zusammen.

TEUR 31.12.2018 31.12.2017
Finanzschulden
Kurzfristige Finanzschulden
Asset Based 277.983 261.292
Senior Unsecured 782.102 661.469
Zweckgebundene Förderdarlehen 83.527 61.360
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft* 372.131 274.721
Sonstige Bankschulden 4.352 2.683
davon Kontokorrentschulden 3.112 111
Summe kurzfristige Finanzschulden 1.520.095 1.261.525
Langfristige Finanzschulden
Asset Based 550.665 481.518
Senior Unsecured 2.066.659 1.678.392
Zweckgebundene Förderdarlehen 149.286 128.784
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft 325.821 244.487
Summe langfristige Finanzschulden 3.092.431 2.533.181
Summe Finanzschulden 4.612.526 3.794.706

* Davon 5.513 TEUR gegenüber Kreditinstituten (Vorjahr: 15.000 TEUR).

Der GRENKE Konzern strukturiert die Aufteilung der Finanzschulden in gleicher Form, wie an die Anleihe- und Kapitalmarktteilnehmer berichtet wird, mit dem Ziel, einen einheitlichen Auftritt zu vermitteln. Unter die Asset Based Finanzschulden fallen Verbindlichkeiten in Zusammenhang mit ABCP-Programmen sowie Forderungsverkäufe mit externen Kreditinstituten. Unter den Senior Unsecured Finanzschulden sind erstrangige unbesicherte Schuldtitel inkludiert.# Die Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft umfassen die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden der GRENKE BANK AG, die bei der Bank Einlagen unterhalten. Von den kurzfristigen Verbindlichkeiten über insgesamt 372.131 TEUR (Vorjahr: 274.721 TEUR) entfallen zum Stichtag 74.309 TEUR (Vorjahr: 52.011 TEUR) auf täglich fällige Einlagen. Für die übrigen Einlagen sind entsprechende Laufzeiten für die Fest- und Termingelder vereinbart. Unter den Bankschulden werden die Verbindlichkeiten aus der Inanspruchnahme von Betriebsmittellinien (Kontokorrentschulden) abgebildet. Zum Stichtag wurden diese Linien mit 3.112 TEUR (Vorjahr: 111 TEUR) ausgeschöpft. Zur Besicherung der Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung des Leasinggeschäfts sind kurz- und langfristige Leasingforderungen in Höhe von insgesamt 894.457 TEUR (Vorjahr: 765.167 TEUR) an die refinanzierenden Institute abgetreten worden. Die Sicherheitsabtretung gilt für jede einzelne Sicherheit so lange, bis die ausstehende Forderung aus dem Leasingvertrag beglichen wurde. Danach wird die Sicherheit wieder zurückübertragen. Die Sicherheiten für abgetretene Forderungen werden so gekennzeichnet, dass sie von den nicht abgetretenen Forderungen unterschieden werden können. Das Volumen der langfristigen Finanzschulden mit Restlaufzeiten von einem bis fünf Jahren und mehr stellt sich zum 31. Dezember 2018 wie folgt dar:

Art der Verbindlichkeit Gesamtbetrag 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre Besicherter Betrag
2018 2018 2018 2018
Asset Based 550.665 549.380 1.285 457.168
(Vorjahr) 481.518 480.873 645 393.218
Senior Unsecured 2.066.659 1.820.172 246.487 0
(Vorjahr) 1.678.392 1.586.520 91.872 0
Zweckgebundene Förderdarlehen 149.286 145.689 3.597 149.286
(Vorjahr) 128.784 123.230 5.554 128.784
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft 325.821 320.821 5.000 0
(Vorjahr) 244.487 244.487 0 0

Im Folgenden werden die Refinanzierungsquellen und damit die wesentlichen Kategorien der Finanzschulden näher erläutert.

5.10.2 ASSET BASED

5.10.2.1 Strukturierte Unternehmen

Folgende konsolidierte strukturierte Unternehmen bestanden zum Stichtag: Opusalpha Purchaser II Limited (HeLaBa), Kebnekaise Funding Limited (SEB AB), CORAL PURCHASING Limited (DZ-Bank), FCT "GK"-COMPARTMENT "G 2" (UniCredit), FCT "GK"-COMPARTMENT "G 3" (HSBC). Nachfolgend werden die konsolidierten strukturierten Unternehmen, die als Asset-Backed-Commercial-Paper-(ABCP-)Programme aufgelegt sind, weiter erläutert.

5.10.2.2 ABCP-Programme

Der GRENKE Konzern unterhält zum Stichtag mehrere Asset-Backed-Commercial-Paper-(ABCP-)Programme, die insgesamt ein Volumen in Höhe von 792.500 TEUR (Vorjahr: 772.500 TEUR) sowie 100.000 TGBP (Vorjahr: 0 TGBP) haben.

31.12.2018 31.12.2017
Programmvolumen in Landeswährung
TEUR 792.500 772.500
TGBP 100.000 0
Programmvolumen in TEUR 904.291 772.500
Inanspruchnahme in TEUR 750.549 655.211
Buchwert in TEUR 661.644 575.023
davon kurzfristig 204.476 181.805
davon langfristig 457.168 393.218

Die ABCP-Programme gewähren der GRENKE FINANCE PLC, Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA sowie der GRENKE LEASING Ltd. UK das Recht, für eine gewisse Periode Forderungen an die jeweiligen Programme zu verkaufen bzw. sich über diese zu refinanzieren. Die Obergrenze des Ankaufsvolumens wird durch das Programmvolumen, welches im Normalfall mit einer Liquiditätszusage der organisierenden Bank in entsprechender Höhe unterlegt ist, festgelegt. Der Buchwert wird nach der Effektivzinsmethode ermittelt, wobei anfallende Transaktionskosten über die Laufzeit der zugrundeliegenden Refinanzierungspakete amortisiert werden. Die strukturierten Unternehmen refinanzieren sich durch die revolvierende Ausgabe von Commercial Papers, welche in der Regel eine Laufzeit von einem Monat aufweisen. Die Verzinsung der Commercial Papers orientiert sich am 1-Monats-Euribor. Es handelt sich daher um eine variable Verzinsung. Das Zinsänderungsrisiko (festverzinsliche Leasingforderungen auf der Aktivseite versus variabel verzinsliche Refinanzierung auf der Passivseite) managen die strukturierten Unternehmen durch den Abschluss von Zinssicherungsinstrumenten (Zinsswaps). Ein Währungsrisiko besteht im Rahmen der ABCP-Refinanzierung nicht, da ausschließlich Euro-Transaktionen und Euro-basierte Leasingverträge bzw. für Großbritannien GBP-Transaktionen und GBP-basierte Leasingverträge Vertragsgegenstand sind.

Die Laufzeiten der einzelnen ABCP-Programme sind folgender Tabelle zu entnehmen:

ABCP-Programm Sponsor Laufzeit bis
Opusalpha Purchaser II Limited HeLaBa März 2020
Kebnekaise Funding Limited SEB AB Oktober 2020
CORAL PURCHASING Limited DZ-Bank Dezember 2020
FCT "GK"-COMPARTMENT "G 2" UniCredit April 2020
FCT "GK"-COMPARTMENT "G 3" HSBC Juni 2020

5.10.2.3 Forderungsverkaufs-Verträge

Solche Verträge bestehen derzeit mit der Stadtsparkasse Baden-Baden Gaggenau, der Sparkasse Karlsruhe, der Commerzbanktochter mBank S.A., mit der Deutschen Bank Brasilien sowie mit der Norddeutschen Landesbank für Forderungen in Großbritannien. In allen Fällen handelt es sich um sogenannte fristenkongruente Refinanzierungen von abgeschlossenen Leasingverträgen. Hier wird durch paketweise Zusammenfassung von einzelnen Leasingverträgen mit ähnlicher Laufzeit der Verkauf von Leasingforderungen im gleichen Laufzeitraster dargestellt. Eine Ausbuchung der Forderung erfolgt nicht, da der Forderungsverkauf nicht regresslos erfolgt. Der Barwert der dazugehörigen Verbindlichkeiten beträgt zum Bilanzstichtag 155.489 TEUR (Vorjahr: 148.115 TEUR) und stimmt mit den veräußerten Forderungen grundsätzlich überein.

31.12.2018 31.12.2017
Programmvolumen in Landeswährung
TEUR 25.000 25.000
TGBP 100.000 100.000
TPLN 80.000 80.000
TCHF 0 50.000
TBRL 110.000 75.480
Programmvolumen in TEUR 180.142 218.589
Inanspruchnahme in TEUR 155.489 148.115
Buchwert in TEUR 155.489 148.115
davon kurzfristig 67.885 71.591
davon langfristig 87.604 76.524

5.10.2.4 Restwertdarlehen

Die Restwertdarlehen dienen teilweise zur Finanzierung von Restwerten von Leasingverträgen, bei denen die Raten im Rahmen des Forderungsverkaufs veräußert wurden.

31.12.2018 31.12.2017
Buchwert 11.515 19.672
davon kurzfristig 5.622 7.896
davon langfristig 5.893 11.776

5.10.3 SENIOR UNSECURED FINANZSCHULDEN

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Buchwerte der einzelnen Refinanzierungsinstrumente:

31.12.2018 31.12.2017
Anleihen 1.932.187 1.510.590
davon kurzfristig 270.165 83.676
davon langfristig 1.662.022 1.426.914
Schuldscheindarlehen 480.223 361.845
davon kurzfristig 85.932 123.414
davon langfristig 394.291 238.431
Commercial Paper 302.500 313.000
Revolving Credit Facility 106.381 106.758
davon kurzfristig 96.035 93.711
davon langfristig 10.346 13.047
Geldhandel 10.026 25.000
Kontokorrent 3.004 11.044
Zinsabgrenzung 14.440 11.624

Folgende Tabelle zeigt den Refinanzierungsrahmen der einzelnen Instrumente:

31.12.2018 31.12.2017
Anleihen TEUR 2.500.000 2.000.000
Commercial Paper TEUR 500.000 500.000
Revolving Credit Facility TEUR 235.000 150.000
Revolving Credit Facility TPLN 100.000 100.000
Revolving Credit Facility TCHF 20.000 20.000
Geldhandel TEUR 35.000 35.000

5.10.3.1 Anleihen

Der Referenzzins für die variabel verzinsten Anleihen, Schuldverschreibungen und Privatplatzierungen ist jeweils der 3-Monats-Euribor, wenn nichts anderes erwähnt wird. Die jeweils genannten Disagien werden ebenso wie die mit der jeweiligen Transaktion direkt korrespondierenden Anfangsaufwendungen mittels Effektivzinsmethode über die Laufzeit aufgelöst. Grundsätzlich sind alle Schuldverschreibungen endfällig und unterliegen der Voraussetzung eines konstanten Ratings. Im Falle einer Herabstufung des Ratings durch Standard & Poor's ist eine vertragliche Anpassung (Erhöhung) des vereinbarten Zinssatzes vorgesehen. Da mit einer entsprechenden Herabstufung nicht gerechnet wird, wird derzeit auch auf eine Absicherung verzichtet.

5.10.3.2 Debt-Issuance-Programm

Die Rahmendaten der über das Debt-Issuance-Programm gezogenen Anleihen können der folgenden Aufstellung entnommen werden:

Bezeichnung Laufzeit von Zinskupon Buchwert 31.12.2018 Prozent p. a. Buchwert 31.12.2017 Nennbetrag 31.12.2018
bis TEUR TEUR TEUR
EUR-Anleihe 13.12.2012 13.12.2019 3,75 40.922 40.837 41.000
EUR-Anleihe 09.12.2013 10.12.2018 2,25 0 124.908 0
EUR-Anleihe 21.02.2014 21.08.2018 1,90 0 29.986 0
EUR-Anleihe 04.03.2014 04.03.2019 2,17 29.998 29.983 30.000
EUR-Anleihe 27.06.2014 27.08.2018 1,50 0 9.997 0
EUR-Anleihe 26.11.2014 27.05.2019 1,50 144.977 145.025 145.000
EUR-Anleihe 06.03.2015 06.03.2018 0,884 0 23.998 0
EUR-Anleihe 26.03.2015 26.03.2018 0,80 0 29.979 0
EUR-Anleihe 27.04.2015 27.04.2020 0,73 29.939 29.890 30.000
EUR-Anleihe 21.05.2015 27.04.2020 0,93 19.963 19.933 20.000
EUR-Anleihe 04.12.2015 05.10.2020 1,375 119.700 119.853 120.000
EUR-Anleihe 21.01.2016 21.01.2026 2,616 25.909 25.896 26.000
EUR-Anleihe 09.03.2016 09.04.2021 1,50 174.700 175.517 175.000
EUR-Anleihe 15.06.2016 15.06.2021 0,875 20.000 19.921 20.000
EUR-Anleihe 08.08.2016 08.08.2018 0,44 0 19.994 0
EUR-Anleihe 29.11.2016 02.02.2022 1,125 190.000 164.082 190.000
EUR-Anleihe 27.02.2017 18.01.2019 0,02 10.000 9.948 10.000
EUR-Anleihe 03.03.2017 03.03.2022 1,041 19.975 19.967 20.000
EUR-Anleihe 14.03.2017 06.04.2020 0,70 42.946 42.903 43.000
EUR-Anleihe 14.03.2017 09.03.2020 0,729 39.976 39.955 40.000
EUR-Anleihe 20.03.2017 20.03.2019 0,573 24.997 24.978 25.000
EUR-Anleihe 06.07.2017 06.07.2021 0,738 24.961 24.945 25.000
EUR-Anleihe 06.07.2017 06.07.2021 0,695 34.945 34.923 35.000
EUR-Anleihe 07.09.2017 07.10.2022 0,875 198.911 198.621 200.000
EUR-Anleihe 13.10.2017 02.01.2019 0,02 20.000 19.945 20.000
EUR-Anleihe 20.11.2017 17.02.2020 0,17 9.990 9.981 10.000
EUR-Anleihe 05.12.2017 05.12.2024 0,970 14.975 14.970 15.000
EUR-Anleihe 28.03.2018 05.04.2023 1,00 199.451 0 200.000
EUR-Anleihe 11.05.2018 19.03.2021 0,02 19.850 0 20.000
EUR-Anleihe 15.05.2018 15.05.2025 1,423 54.878 0 55.000
EUR-Anleihe 22.05.2018 20.01.2021 0,02 19.874 0 20.000
EUR-Anleihe 28.08.2018 28.08.2024 1,048 29.930 0 30.000
EUR-Anleihe 16.11.2018 05.10.2023 1,50 298.417 0 300.000
EUR-Anleihe 12.12.2018 17.02.2020 0,14 9.998 0 10.000

scroll Bezeichnung Nennbetrag 31.12.2017 TEUR
EUR-Anleihe 41.000
EUR-Anleihe 125.000
EUR-Anleihe 30.000
EUR-Anleihe 30.000
EUR-Anleihe 10.000
EUR-Anleihe 145.000
EUR-Anleihe 24.000
EUR-Anleihe 30.000
EUR-Anleihe 30.000
EUR-Anleihe 20.000
EUR-Anleihe 120.000
EUR-Anleihe 26.000
EUR-Anleihe 175.000
EUR-Anleihe 20.000
EUR-Anleihe 20.000
EUR-Anleihe 165.000
EUR-Anleihe 10.000
EUR-Anleihe 20.000
EUR-Anleihe 43.000
EUR-Anleihe 40.000
EUR-Anleihe 25.000
EUR-Anleihe 25.000
EUR-Anleihe 35.000
EUR-Anleihe 200.000
EUR-Anleihe 20.000
EUR-Anleihe 10.000
EUR-Anleihe 15.000
EUR-Anleihe 0
EUR-Anleihe 0
EUR-Anleihe 0
EUR-Anleihe 0
EUR-Anleihe 0
EUR-Anleihe 0

In 2018 wurden insgesamt sieben neue Anleihen mit einem Nominalvolumen von insgesamt 625.000 TEUR begeben. Die Konditionen ergeben sich aus der obigen Tabelle. Zusätzlich wurden die Anleihe vom 29. November 2016 um 15.000 TEUR sowie um weitere 10.000 TEUR und die Anleihe vom 15. Mai 2018 um 10.000 TEUR erhöht. Die Konditionen ergeben sich aus der folgenden Tabelle.

scroll Laufzeit Zinskupon Agio Nennbetrag 31.12.2018 Nennbetrag 31.12.2017 Bezeichnung von bis Prozent p. a. TEUR TEUR TEUR
EUR-Anleihe 22.01.2018 02.02.2022 0,63 265 15.000 0
EUR-Anleihe 08.02.2018 02.02.2022 0,618 179 10.000 0
EUR-Anleihe 21.09.2018 15.05.2025 1,423 69 10.000 0

Sechs Anleihen mit einem Nominalvolumen von insgesamt 239.000 TEUR wurden im Geschäftsjahr planmäßig zurückgezahlt. Zudem besteht eine Schweizer Anleihe.

scroll Laufzeit Zinskupon Buchwert 31.12.2018 Buchwert 31.12.2017 Nennbetrag 31.12.2018 Bezeichnung von bis Prozent p. a. TEUR TEUR TCHF
CHF-Anleihe 15.09.2017 15.09.2020 0,45 62.005 59.655 70.000

scroll Bezeichnung Nennbetrag 31.12.2017 TCHF
CHF-Anleihe 70.000

5.10.3.3 Schuldscheindarlehen (SSD)

Die Rahmendaten der Schuldscheindarlehen in Euro können der folgenden Aufstellung entnommen werden:

scroll Laufzeit Zinskupon Buchwert 31.12.2018 Buchwert 31.12.2017 Nennbetrag 31.12.2018 Bezeichnung von bis Prozent p. a. TEUR TEUR TEUR
EUR-SSD 06.12.2010 30.06.2020 4,850 1.500 2.250 1.500
EUR-SSD 06.12.2010 30.06.2020 4,850 1.500 2.250 1.500
EUR-SSD 21.12.2012 21.12.2020 2,80 2.000 3.000 2.000
EUR-SSD 31.01.2014 31.01.2019 2,25 10.000 9.996 10.000
EUR-SSD 28.07.2014 28.07.2019 1,644 9.997 9.991 10.000
EUR-SSD 26.03.2015 26.03.2019 0,84 2.500 5.000 2.500
EUR-SSD 15.06.2015 15.06.2018 0,87 0 10.000 0
EUR-SSD 09.07.2015 09.07.2018 0,835 0 10.000 0
EUR-SSD 21.07.2015 21.07.2018 0,95 0 10.000 0
EUR-SSD 23.07.2015 23.07.2018 0,91 0 25.000 0
EUR-SSD 25.07.2015 25.07.2018 0,90 0 10.000 0
EUR-SSD 17.08.2015 17.08.2018 0,811 0 13.996 0
EUR-SSD 04.09.2015 04.09.2018 0,78 0 20.000 0
EUR-SSD 29.03.2016 29.03.2019 0,78 9.999 9.994 10.000
EUR-SSD 29.04.2016 29.04.2026 2,35 10.972 10.968 11.000
EUR-SSD 30.05.2016 01.04.2019 0,72 20.000 20.000 20.000
EUR-SSD 05.09.2016 05.09.2019 0,52 9.997 9.992 10.000
EUR-SSD 20.10.2016 20.10.2026 1,702 19.938 19.930 20.000
EUR-SSD 26.11.2016 26.11.2019 0,714 10.000 10.000 10.000
EUR-SSD 05.01.2017 05.01.2020 0,770 20.000 20.000 20.000
EUR-SSD 24.01.2017 24.01.2022 1,058 9.985 9.980 10.000
EUR-SSD 23.02.2017 23.02.2027 2,083 19.935 19.927 20.000
EUR-SSD 18.07.2017 18.07.2020 0,630 25.000 25.000 25.000
EUR-SSD 01.09.2017 01.09.2021 0,654 10.000 10.000 10.000
EUR-SSD 20.11.2017 20.11.2020 0,521 10.000 10.000 10.000
EUR-SSD 05.02.2018 05.02.2021 0.62 25.000 0 25.000
EUR-SSD 05.02.2018 05.02.2021 0,626 10.000 0 10.000
EUR-SSD 14.02.2018 14.02.2028 2,13 5.000 0 5.000
EUR-SSD 14.02.2018 14.02.2028 2,00 4.988 0 5.000
EUR-SSD 14.02.2018 14.02.2028 1,979 9.959 0 10.000
EUR-SSD 26.02.2018 26.02.2021 0,65 10.000 0 10.000
EUR-SSD 24.04.2018 24.04.2028 1,865 4.958 0 5.000
EUR-SSD 24.04.2018 24.04.2028 1,865 39.665 0 40.000
EUR-SSD 06.07.2018 06.07.2023 0,82 9.978 0 10.000
EUR-SSD 06.07.2018 15.12.2027 1,773 4.981 0 5.000
EUR-SSD 25.07.2018 25.07.2022 0,68 10.000 0 10.000
EUR-SSD 15.08.2018 15.08.2023 0,92 8.000 0 8.000
EUR-SSD 03.09.2018 03.09.2021 0,47 10.000 0 10.000
EUR-SSD 04.09.2018 04.09.2022 0,69 20.000 0 20.000
EUR-SSD 15.11.2018 15.11.2021 0,95 30.000 0 30.000

scroll Bezeichnung Nennbetrag 31.12.2017 TEUR
EUR-SSD 2.250
EUR-SSD 2.250
EUR-SSD 3.000
EUR-SSD 10.000
EUR-SSD 10.000
EUR-SSD 5.000
EUR-SSD 10.000
EUR-SSD 10.000
EUR-SSD 10.000
EUR-SSD 25.000
EUR-SSD 10.000
EUR-SSD 14.000
EUR-SSD 20.000
EUR-SSD 10.000
EUR-SSD 11.000
EUR-SSD 20.000
EUR-SSD 10.000
EUR-SSD 20.000
EUR-SSD 10.000
EUR-SSD 20.000
EUR-SSD 10.000
EUR-SSD 20.000
EUR-SSD 25.000
EUR-SSD 10.000
EUR-SSD 10.000
EUR-SSD 0
EUR-SSD 0
EUR-SSD 0
EUR-SSD 0
EUR-SSD 0
EUR-SSD 0
EUR-SSD 0
EUR-SSD 0
EUR-SSD 0
EUR-SSD 0
EUR-SSD 0
EUR-SSD 0
EUR-SSD 0

Die Rahmendaten der Schuldscheindarlehen in Schweizer Franken können der folgenden Aufstellung entnommen werden:

scroll Laufzeit Zinskupon Buchwert 31.12.2018 Buchwert 31.12.2017 Nennbetrag 31.12.2018 Bezeichnung von bis Prozent p. a. TEUR TEUR TCHF
CHF-SSD 29.01.2015 10.01.2018 0,01 0 684 0
CHF-SSD 30.03.2015 10.01.2018 0,35 0 684 0
CHF-SSD 12.06.2015 12.06.2018 0,43 0 8.546 0
CHF-SSD 24.05.2016 10.04.2019 0,34 1.613 4.662 1.818
CHF-SSD 27.07.2016 10.07.2019 0,29 2.396 5.384 2.700
CHF-SSD 24.10.2016 10.10.2019 0,45 3.550 6.836 4.000
CHF-SSD 31.03.2017 07.03.2022 0,81 8.859 8.527 10.000

scroll Bezeichnung Nennbetrag 31.12.2017 TCHF
CHF-SSD 800
CHF-SSD 800
CHF-SSD 10.000
CHF-SSD 5.455
CHF-SSD 6.300
CHF-SSD 8.000
CHF-SSD 10.000

Alle Rückzahlungen im Geschäftsjahr erfolgten planmäßig. Die Rahmendaten der übrigen Schuldscheindarlehen in Fremdwährung können der folgenden Aufstellung entnommen werden:

scroll Laufzeit Zinskupon Buchwert 31.12.2018 Buchwert 31.12.2017 Nennbetrag 31.12.2018 Bezeichnung von bis Prozent p. a. TEUR TEUR
In Fremdwährung
PLN-SSD 25.09.2017 25.09.2020 3,50 2.325 2.394 10.000
PLN-SSD 16.10.2018 16.10.2021 3,18 9.299 0 40.000
GBP-SSD 15.12.2017 15.12.2020 2,34 16.575 16.854 15.000
DKK-SSD 06.07.2018 06.07.2021 0,37 10.446 0 78.000
SEK-SSD 06.07.2018 06.07.2021 0,64 8.776 0 90.000
SEK-SSD 08.10.2018 08.10.2021 0,84 10.532 0 108.000

scroll Bezeichnung Nennbetrag 31.12.2017 In Fremdwährung
PLN-SSD 10.000
PLN-SSD 0
GBP-SSD 15.000
DKK-SSD 0
SEK-SSD 0
SEK-SSD 0

5.10.3.4 Commercial Papers

Der GRENKE Konzern hat die Möglichkeit, Commercial Papers mit einem Gesamtvolumen von bis zu 500.000 TEUR und einer Laufzeit zwischen 1 und 364 Tagen zu begeben. Zum 31. Dezember 2018 ist das Commercial-Paper-Programm mit 302.500 TEUR ausgenutzt (Vorjahr: 313.000 TEUR).

5.10.3.5 Revolving Credit Facility

Der GRENKE Konzern verfügt über die Möglichkeit, im Rahmen von sieben revolvierenden Darlehensfazilitäten mit einem Gesamtvolumen von 235.000 TEUR (die Inanspruchnahme kann auch teilweise in Schweizer Franken erfolgen), welche der GRENKE FINANCE PLC, Dublin/Irland, sowie teilweise der GRENKELEASING AG, Zürich/Schweiz, zur Verfügung stehen, jederzeit kurzfristige Gelder über eine Laufzeit von in der Regel einem Monat aufzunehmen. Zudem steht der GRENKELEASING AG, Zürich/Schweiz, eine weitere Darlehensfazilität mit einem Gesamtvolumen von 20.000 TCHF zur Verfügung. Diese Fazilitäten bestehen mit der Deutschen Bank AG, der DZ-Bank AG, der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, der Norddeutschen Landesbank, der SEB AG, der Credit Lyonnais sowie der Commerzbank AG. Zum 31. Dezember 2018 betrug das in Anspruch genommene Volumen der revolvierenden Darlehensfazilitäten 75.000 TEUR sowie 16.500 TCHF (Vorjahr: 90.000 TEUR sowie 0 TCHF). Darüber hinaus besteht eine weitere Fazilität mit der SEB AB, welche der GRENKLEASING Sp. Z.o.o. die Möglichkeit bietet, jederzeit kurzfristig Gelder bis zu einem Volumen von 100.000 TPLN und einer festen Laufzeit von jeweils drei Jahren aufzunehmen. Zum 31. Dezember 2018 betrug das in Anspruch genommene Volumen 72.000 TPLN (Vorjahr: 70.000 TPLN).

5.10.3.6 Geldhandel

Mit der Bayerischen Landesbank besteht eine nicht garantierte Geldhandelslinie in Höhe von insgesamt 35.000 TEUR, welche der GRENKE FINANCE PLC, Dublin/Irland, der GRENKELEASING AG, Zürich/Schweiz, und der Grenke Leasing ltd. (UK), zur Verfügung steht. Zum 31. Dezember 2018 betrug das in Anspruch genommene Volumen der Kreditlinien 0 TEUR, 5.000 TCHF sowie 5.000 TGBP (Vorjahr: 25.000 TEUR, 0 TCHF sowie 0 TGBP).

5.10.4 ZWECKGEBUNDENE FÖRDERDARLEHEN

Es bestehen verschiedene Kooperationen in Form von Globaldarlehen zwischen der GRENKE AG, der GRENKE BANK AG und den Förderbanken Kreditanstalt für Wiederaufbau, NRW Bank, Thüringer Aufbaubank, Investitionsbank Berlin, LfA Förderbank Bayern sowie der ILB Investitionsbank des Landes Brandenburg. Diese ermöglichen die Einbindung öffentlicher Fördermittel in die Leasingfinanzierung. Die Förderung steht für regionale Investitionsvorhaben von Gewerbeunternehmen und Angehörigen freier Berufe mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Mio. EUR zur Verfügung. Des Weiteren bietet die GRENKE BANK AG in Zusammenarbeit mit der KfW das bundesweite Programm ERP-Startgeld für Existenzgründer und junge Unternehmen an. Hierbei stellt die KfW sowohl zinsgünstige Gelder als auch eine 80-prozentige Haftungsfreistellung für die Hausbank zur Verfügung. Der maximale Darlehensbetrag ist dabei limitiert auf jeweils 100 TEUR. Dazu bietet die GRENKE BANK AG neben dem Förderkreditprogramm KfW-Startgeld der KfW-Mittelstandsbank in Baden-Württemberg auch das Förderprogramm Startfinanzierung 80 an. Hierbei handelt es sich um ein Produkt für Gründer, das gemeinsam von der L-Bank und der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg angeboten wird. Die zinsgünstigen Darlehen werden dabei von der L-Bank angeboten, während die Bürgschaftsbank eine 80-prozentige Ausfallbürgschaft zur Verfügung stellt. Folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der in Anspruch genommenen Förderdarlehen bei den einzelnen Förderbanken.## 5.10 VERBINDLICHKEITEN

5.10.1 FINANZIERUNGSVERBINDLICHKEITEN

Bezeichnung 31.12.2018 31.12.2017
NRW Bank 70.971 73.392
Thüringer Aufbaubank 5.170 9.557
Investitionsbank Berlin 611 1.835
LfA Förderbank Bayern 2.442 7.603
Investitionsbank des Landes Brandenburg 5.151 4.761
KfW 146.461 90.741
Landeskreditbank Baden-Württemberg -Förderbank 1.996 2.216
Zinsabgrenzung 11 39

5.10.5 ÜBERLEITUNG DER FINANZIELLEN SCHULDEN AUS FINANZIERUNGSAKTIVITÄTEN DER KAPITALFLUSSRECHNUNG

31.12.2018 31.12.2017
Bankschulden (ohne Kontokorrentschulden)
Eröffnungsbilanzwert 2.572 2.692
Währungsumrechnung 62 0
Zahlungswirksame Veränderung -1.420 -120
Schlussbilanzwert 1.214 2.572
Summe Schulden auf Finanzierungsaktivität 1.214 2.572

5.11 SONSTIGE KURZFRISTIGE SCHULDEN

Bezeichnung 31.12.2018 31.12.2017
Umsatzsteuer 10.706 10.225
Kreditorische Debitoren 11.865 7.603
Gehaltsverbindlichkeiten 1.383 1.208
Bedingte Gegenleistung 1.102 0
Ausstehende Belastungen von Refinanzierern 1.021 962
Sozialabgaben 799 581
Lohn-/Kirchensteuer 670 535
Kundenzahlungen in Abwicklung 607 688
Verbindlichkeiten Kfz-Leasing 348 387
Rechnungsabgrenzungsposten 301 256
Kautionsverbindlichkeiten 143 119
Verbindlichkeiten sonstige Steuern 55 54
Verrechnungskonten mit Unternehmen 3 178
Übriges 1.345 1.014
Summe 30.348 23.810

5.12 RÜCKSTELLUNGEN

5.12.1 KURZFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Unter der Position waren im Vorjahr Haftungsrisiken der GRENKE BANK AG abgebildet, welche im Geschäftsjahr 2018 vollständig aufgelöst wurden. Die Zusammensetzung ergibt sich wie folgt:

01.01. 2018 Zuführung Inanspruchnahme Auflösung 31.12. 2018
Haftungsrisiken 1.627 0 0 1.627 0
Belastende Verträge 0 0 0 0 0
Summe 1.627 0 0 1.627 0
01.01. 2017 Zuführung Inanspruchnahme Auflösung 31.12. 2017
Haftungsrisiken 1.646 0 19 0 1.627
Belastende Verträge 0 0 0 0 0
Summe 1.646 0 19 0 1.627

5.12.2 LANGFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Unter der Position ist die Risikovorsorge auf Finanzgarantien entsprechend den Wertberichtigungsvorschriften des IFRS 9 abgebildet. Alle Finanzgarantien im GRENKE Konzern sind sowohl im laufenden Jahr wie auch im Vorjahr der Wertberichtigungsstufe 1 des IFRS 9 zuzuordnen. Es haben demnach keine Umbuchungen zwischen den Wertberichtigungsstufen des IFRS 9 stattgefunden. Die Veränderung der Rückstellung ergibt sich allein durch die Vergabe neuer Finanzgarantien, dem Abgang von Finanzgarantien und durch die Währungsumrechnung. Andere wie die vorgenannten Gründe haben zu keiner Änderung in der Rückstellung geführt. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Rückstellungen.

Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe
Wertberichtigung zum Beginn des Geschäftsjahres 53 0 0 53
Neu ausgereichte oder erworbene finanzielle Vermögenswerte 66 0 0 66
Abgang von finanziellen Vermögenwerten oder Zahlungen für finanziellen Vermögenswerte (ohne Ausbuchungen) 12 0 0 12
Währungsumrechnungs- und sonstige Differenzen -2 0 0 -2
Wertberichtigung zum Ende des Geschäftsjahres 105 0 0 105

Für das maximale Ausfallrisiko der Finanzgarantie und der unwiderruflichen Kreditzusagen wird auf Tz. 9.3 verwiesen.

5.13 ABGEGRENZTE SCHULDEN

Unter der Position abgegrenzte Schulden sind folgende Sachverhalte abgebildet:

Bezeichnung 31.12.2018 31.12.2017
Beratungsleistungen 2.115 2.561
Personalleistungen 6.171 5.187
Übrige Kosten 19.259 17.322
Summe 27.545 25.070

Sämtliche abgegrenzte Schulden haben kurzfristigen Charakter.

5.14 PENSIONEN

5.14.1 LEISTUNGSORIENTIERTE PLÄNE

Die Rückstellungen für Pensionen betreffen verpflichtend durchzuführende fondsgedeckte Altersversorgungspläne (Spar/Risikoversicherung), für die eine Nachschusspflicht für Unternehmen besteht - in der Schweiz für die GRENKELEASING AG, Zürich, und die GRENKEFACTORING AG, Basel - sowie die Pensionsverpflichtungen aus Endgehaltsplänen und Festbetragsplänen in Deutschland für die GRENKE BANK AG, Baden-Baden.

Für die bestehenden Pensionspläne wurde ein Nettopensionsaufwand für das Geschäftsjahr 2018 von insgesamt 635 TEUR (Vorjahr: 556 TEUR) erfasst. Die gewichtete durchschnittliche Duration des überwiegenden Anteils der Pensionsverpflichtungen beträgt 18,2 Jahre (Vorjahr: 18,7 Jahre).

5.14.1.1 Pensionen Deutschland

Die Pensionsverpflichtungen der GRENKE BANK AG betreffen in der Vergangenheit abgeschlossene unmittelbare und unverfallbare Versorgungszusagen überwiegend an ausgeschiedene Mitarbeiter. Die Berechnung der Pensionsrückstellungen erfolgte auf Basis folgender Parameter:

31.12.2018 31.12.2017
Abzinsungssatz 1,60 % 1,55 %
Erwartete künftige Rentenanpassungen 1,70 % 1,70 %
Angewendete Sterbetafel Richttafeln 2018 G* Richttafeln 2005 G*
  • von Prof. Klaus Heubeck

Die Entwicklung der leistungsorientierten Verpflichtungen stellt sich wie folgt dar:

2018 2017
Leistungsorientierte Verpflichtungen zu Beginn des Berichtszeitraums 1.787 1.814
Zinsaufwand 27 27
Laufender Dienstzeitaufwand 0 0
Ausbezahlte Leistungen -59 -54
Erfolgsneutral erfasste versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 26 0
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Planänderungen 0 0
Leistungsorientierte Verpflichtungen zum Ende des Berichtszeitraums 1.781 1.787
5.14.1.2 Pensionen Schweiz

Nach dem schweizerischen beruflichen Vorsorgegesetz (BVG) muss jeder Arbeitgeber Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses an anspruchsberechtigte Mitarbeiter gewähren. Der GRENKE Konzern unterhält in der Schweiz leistungsorientierte (kapitalbasierte) Pläne, welche von Stiftungen verwaltet werden, die rechtlich unabhängig vom Unternehmen sind. Dem externen Gutachten liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:

31.12.2018 31.12.2017
Abzinsungssatz 0,90 % 0,70 %
Erwartete künftige Gehaltssteigerungen 2,50 % 2,50 %
Erwartete künftige Rentenanpassungen* 0,00 % 0,00 %
Angewendete Sterbetafel BVG 2015 BVG 2015
  • Es wird eine Rentenanpassung von 0 % unterstellt, da derzeit keine Renten an Arbeitnehmer ausgezahlt werden.

Aufgrund des versicherungsmathematischen Gutachtens wurden folgende Aufwendungen und Erträge erfasst:

31.12.2018 31.12.2017
Dienstzeitaufwand 635 556
Zinsaufwand 44 21
Ertrag aus Verzinsung des Planvermögens 26 12

Das Vermögen ist über einen Anschlussvertrag mit der Sammelstiftung BVG (Berufliches Vorsorge Gesetz) einer Lebensversicherungsgesellschaft in einem Kollektiv-Versicherungsvertrag investiert. Die Stiftung verwaltet das Vermögen und ist verantwortlich für die Anlagestrategie innerhalb der gesetzlichen Vorgaben. Die Anlagen bestehen vollständig aus direkten Ansprüchen gegenüber der Sammelstiftung. Zum 31. Dezember 2018 beträgt die unter den langfristigen Schulden ausgewiesene Rückstellung für Pensionen 2.567 TEUR (Vorjahr: 2.632 TEUR). Diese setzt sich aus einem ermittelten Barwert der Verpflichtungen (DBO) von 6.004 TEUR (Vorjahr: 6.514 TEUR), einem Zeitwert des Planvermögens von 3.437 TEUR (Vorjahr: 3.882 TEUR) und einem versicherungsmathematischen Gewinn von 572 TEUR (Vorjahr Gewinn: 382 TEUR) zusammen.

2018 2017
Leistungsorientierte Verpflichtungen zu Beginn des Berichtszeitraums 6.514 6.399
Zinsaufwand 44 21
Laufender Dienstzeitaufwand 635 556
Gezahlte Leistungen 164 186
Beiträge der Teilnehmer des Plans -919 571
Erfolgsneutral erfasste versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -666 -658
Umrechnungsdifferenzen aus ausländischen Plänen 232 -561
Leistungsorientierte Verpflichtungen zum Ende des Berichtszeitraums 6.004 6.514
2018 2017
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zu Beginn des Berichtszeitraums 3.882 3.432
Erwartete Rendite 26 12
Beiträge des Arbeitgebers 243 277
Beiträge der Teilnehmer des Plans 164 186
Gezahlte Leistungen -919 571
Erfolgsneutral erfasste versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -94 -276
Umrechnungsdifferenzen aus ausländischen Plänen 135 -320
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum Ende des Berichtszeitraums 3.437 3.882

Die in der Neubewertung der leistungsorientierten Verpflichtungen enthaltenen versicherungsmathematischen Gewinne bzw. Verluste resultieren aus:

31.12.2018 31.12.2017
Veränderungen von demografischen Annahmen 0 0
Veränderungen von finanziellen Annahmen -248 -532
Erfahrungsbedingte Gewinne/Verluste -419 -126
Summe -667 -658

Die erfahrungsbedingten Anpassungen an das Vermögen betragen -94 TEUR (Vorjahr: -276 TEUR). Die Arbeitgeberbeiträge werden in der folgenden Periode auf 255 TEUR geschätzt.

5.14.1.3 Sensitivitätsanalyse

Eine Veränderung der oben genannten, für die Ermittlung der DBO zum 31. Dezember 2018 und 31. Dezember 2017 verwendeten Annahmen würde die DBO folgendermaßen erhöhen bzw. vermindern:

31.12.2018 Veränderung der Prämisse in %-Punkten Erhöhung der Prämisse Veränderung der DBO in TEUR Verringerung der Prämisse Veränderung der DBO in TEUR
Abzinsungssatz 0,25 -352 378
Künftige Gehaltssteigerung 0,25 65 -63
Künftige Rentenanpassungen 0,25 54 -52
31.12.2017 Veränderung der Prämisse in %-Punkten Erhöhung der Prämisse Veränderung der DBO in TEUR Verringerung der Prämisse Veränderung der DBO in TEUR
Abzinsungssatz 0,25 -388 417
Künftige Gehaltssteigerung 0,25 65 -63
Künftige Rentenanpassungen 0,25 55 -53

Bei der Berechnung der Sensitivität der DBO für die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen wurde die gleiche Methode angewandt wie für die Berechnung der bilanzierten Verpflichtung.

5.14.2 BEITRAGSORIENTIERTE PLÄNE

Ein weiterer Teil der betrieblichen Altersversorgung besteht im Konzern aus beitragsorientierten Zusagen. Bei den beitragsorientierten Zusagen zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen.# 5. EIGENKAPITAL UND VERBINDLICHKEITEN

5.15 EIGENKAPITAL

5.15.1 GRUNDKAPITAL

Bezüglich der Entwicklung des Eigenkapitals verweisen wir auf die Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung. Am 14. Juni 2018 hat die GRENKE AG ihr Grundkapital unter teilweise Ausnutzung des auf der Hauptversammlung vom 03. Mai 2018 beschlossenen genehmigten Kapital um 2.040.816,00 EUR erhöht. Die neuen Aktien wurden mit denselben Dividendenrechten wie die bestehenden Aktien emittiert. Das neue Grundkapital beträgt 46.353.918,00 EUR bei 46.353.918 Stückaktien ohne Nennwert (Vorjahr: 44.313.102,00 EUR bei 44.313.102 Stückaktien ohne Nennwert). Somit entfällt auf jede Stammaktie ein rechnerischer Anteil am Grundkapital von 1,00 EUR. Alle Aktien besitzen die gleichen Rechte und Pflichten und sind voll eingezahlt. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil des Aktionärs am Gewinn nach Steuern der Gesellschaft. Die im Rahmen der Kapitalerhöhung entstandenen Transaktionskosten von 2.256 TEUR (netto) wurde direkt von Eigenkapital in Abzug gebracht.

5.15.2 GENEHMIGTES KAPITAL

Durch Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 3. Mai 2018 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 2. Mai 2023 durch ein- oder mehrmalige Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um insgesamt 4.400 TEUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital). Das genehmigte Kapital beträgt zum 31. Dezember 2018 nach der am 14. Juni 2018 im Rahmen der Ausgabe neuer Aktien durchgeführten Kapitalerhöhung 2.359 TEUR. Das durch die Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 12. Mai 2015 bestehende genehmigte Kapital in Höhe von 1.864 TEUR wurde durch Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 3. Mai 2018 und zum Zeitpunkt der Eintragung des neuen Genehmigten Kapitals 2018 in das Handelsregister aufgehoben.

5.15.3 ERMÄCHTIGUNG ZUM ERWERB EIGENER AKTIEN GEMÄSS § 71 ABS. 1 NR. 8 AKTG

Durch die Hauptversammlung vom 12. Mai 2015 wurde die Gesellschaft zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zum 11. Mai 2020 ermächtigt. Ein Erwerb hat bislang nicht stattgefunden.

5.15.4 GENUSSRECHTSKAPITAL UND HYBRIDE SCHULDVERSCHREIBUNGEN

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Mai 2016 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein- oder mehrmalig Genussrechte und andere hybride Finanzinstrumente bis zu einem Gesamtwert von 150.000 TEUR für die Dauer von fünf Jahren bis zum 2. Mai 2021 ausgeben zu können. Davon wurden bis zum Stichtag 125.000 TEUR (Vorjahr: 125.000 TEUR) ausgenutzt (siehe Tz. 5.15.7).

5.15.5 BILANZGEWINN

Die Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns in Höhe von 43.581.372,25 EUR des Geschäftsjahres 2017 der GRENKE AG erfolgte durch die ordentliche Hauptversammlung am 3. Mai 2018. Die Hauptversammlung hat dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zugestimmt und die Verwendung des Bilanzgewinns wie folgt beschlossen:

Beschreibung Betrag
Bilanzgewinn 2017 43.581.372,25 EUR
Ausschüttung einer Dividende von 0,70 EUR je Aktie auf insgesamt 44.313.102 Aktien 31.019.171,40
Gewinnvortrag (auf neue Rechnung) 12.562.200,85 EUR

Die Dividende wurde am 8. Mai 2018 an die Aktionäre der GRENKE AG ausbezahlt. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 wird der Vorstand der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 0,80 EUR je Aktie vorschlagen. Diese Ausschüttung ist zum 31. Dezember 2018 nicht als Verbindlichkeit erfasst.

5.15.6 RÜCKLAGEN

Die Kapitalrücklage in Höhe von 289.314 TEUR (Vorjahr: 93.611 TEUR) resultiert im Wesentlichen aus dem Börsengang der GRENKE AG im April 2000 und den Kapitalerhöhungen von Februar 2013, Mai 2014, Mai 2016 und Juni 2018. Durch Beschlussfassung der Hauptversammlung der GRENKE AG am 11. Mai 2017 erfolgte eine Umwandlung eines Teilbetrages in Höhe von 25.432 TEUR von der Kapitalrücklage in das Grundkapital. Die Gewinnrücklagen umfassen neben den Gewinnrücklagen der GRENKE AG die Gewinnrücklagen und Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen und konsolidierten strukturierten Unternehmen.

5.15.7 ZUSÄTZLICHE EIGENKAPITALBESTANDTEILE

Am 22. Juli 2015 hat die GRENKE AG eine unbesicherte und nachrangige Hybridanleihe (nicht kumulative, unbefristete Additional Tier 1, sogenannte AT1-Anleihe bzw. Hybridkapital) mit einem Nominalvolumen in Höhe von 30.000 TEUR und einem Zinskupon von 8,25 % begeben. Die Zinszahlungen für diese Anleihe bemessen sich an deren Nominalbetrag und sind für den Zeitraum vom Ausgabetag bis zum ersten möglichen vorzeitigen Rückzahlungstag fix. Danach wird der Zinssatz für jeweils fünf Jahre neu festgelegt. Zinszahlungen können ganz oder teilweise entfallen, sind nicht kumulativ und liegen im Ermessen des Emittenten. Zinszahlungen in Folgejahren werden nicht höher ausfallen, um etwaige ausgefallene Zinszahlungen aus Vorjahren nachzuholen. Die Anleihen haben kein Fälligkeitsdatum und unterliegen somit keiner Laufzeitbeschränkung. Sie können von der GRENKE AG zum ersten möglichen vorzeitigen Fälligkeitsdatum gekündigt werden und danach alle fünf Jahre. Der erste mögliche vorzeitige Rückzahlungstag ist der 31. März 2021. Des Weiteren können sie unter bestimmten Bedingungen vorzeitig gekündigt werden. Ein Kündigungsrecht der Investoren der Anleihe ist ausgeschlossen. Die Anleihen unterliegen den im jeweiligen Prospekt ausgeführten Bedingungen, die unter anderem beinhalten, dass die GRENKE AG die Anleihen nur ganz und nicht teilweise kündigen kann, sofern dafür bestimmte aufsichtsrechtliche oder steuerliche Gründe vorliegen. Jede vorzeitige Kündigung bedarf der vorherigen Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde. Der Rückzahlungs- und der Nominalbetrag der Anleihen können bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts vermindert werden. Einen solchen auslösenden Sachverhalt stellt es dar, wenn die Tier-1-Kernkapitalquote des GRENKE Konzerns unter 5,125 % fällt. Die Anleihen können bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts unter bestimmten Bedingungen zugeschrieben werden. Am 20. Dezember 2016 wurde die Anleihe bei gleichbleibendem Zinskupon von 8,25 % um weitere 20.000 TEUR nominal aufgestockt. Durch den geänderten Marktzinssatz gegenüber der Erstemission ergab sich ein zusätzliches Aufgeld von 600 TEUR. Am 27. September 2017 hat die GRENKE AG eine weitere unbesicherte und nachrangige Hybridanleihe mit einem Nominalvolumen von 75.000 TEUR und einem Zinskupon von 7,00 % begeben. Die Kriterien sind sonst identisch mit der begebenen AT1-Anleihe vom 25. Juli 2015. Der erste mögliche vorzeitige Rückzahlungstag ist der 31. März 2023. Transaktionskosten wurden in Höhe von 1.425 TEUR direkt mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Am 31. März 2018 hat die GRENKE AG planmäßig eine Zahlung in Höhe von 6.785.958,90 EUR an die Hybridkapitalgeber geleistet (Vorjahr: 4.125.000 EUR).

6. ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS

6.1 AKQUISITIONEN

6.1.1 GC LEASING MIDDLE EAST FZCO, DUBAI/VAE

Die GRENKE AG hat zum 31. März 2018 Beherrschung über die Anteile an der GC Leasing Middle East FZCO, Dubai/VAE, erlangt. Der Kaufvertrag über die 100 % kapital- und stimmberechtigten Anteile wurde am 14. März 2018 abgeschlossen. Die GC Leasing Middle East FZCO, Dubai/VAE, war zuvor im Rahmen des Franchisesystems der GRENKE AG tätig und hat sich auf den Vertrieb von Small-Ticket-Leasing mit einem starken Fokus auf EDV- und IT-Equipment spezialisiert. Die folgenden Angaben beziehen sich auf die beizulegenden Zeitwerte der wesentlichen Hauptgruppen der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden zum Erwerbszeitpunkt der Gesellschaft:

Vermögenswerte und Schulden Betrag
immaterielle Vermögenswerte 763 TEUR
Leasingforderungen 20.586 TEUR
sonstige Aktiva 1.197 TEUR
sonstige Schulden 23.145 TEUR

Immaterielle Vermögenswerte beziehen sich im Wesentlichen auf nicht vertragliche Kundenbeziehungen von Händlern und Wettbewerbsverbote. Aus der vorläufigen Kaufpreisallokation ergab sich zum Erwerbszeitpunkt ein Geschäfts- oder Firmenwert von 12.157 TEUR, der steuerlich nicht abzugsfähig ist. Der Geschäfts- oder Firmenwert beinhaltet nicht separierbare immaterielle Vermögenswerte wie Mitarbeiter und erwartete Synergieeffekte. Die gesamte übertragene Gegenleistung des Unternehmenszusammenschlusses beträgt 11.558 TEUR und beinhaltet überwiegend Zahlungsmittel. Mit dem Erwerb wurden zudem Zahlungsmittel von 576 TEUR übernommen. Sämtliche Kosten der Akquisition wurden als Aufwand erfasst. Das erworbene Unternehmen hat seit dem Erwerbszeitpunkt ein Zinsergebnis von 2.250 TEUR zum Zinsergebnis sowie ein Periodenergebnis von -230 TEUR zum Periodenergebnis des Konzerns nach Konsolidierungen und erwerbsbedingten Effekten beigetragen. Hätte GRENKE das Unternehmen zum 1. Januar 2018 erworben, hätte die Tochtergesellschaft ein Zinsergebnis von 2.848 TEUR sowie ein negatives Jahresergebnis in Höhe von -299 TEUR zum Jahresergebnis beigesteuert.

6.1.2 GRENKE HRVATSKA D.O.O., ZAGREB/KROATIEN

Die GRENKE AG hat zum 31. März 2018 Beherrschung über die Anteile an der GRENKE Hrvatska d.o.o. (damals firmiert als GC Renting Croatia d.o.o.), Zagreb/Kroatien, erlangt. Der Kaufvertrag über die 100 % kapital- und stimmberechtigten Anteile wurde am 14. März 2018 abgeschlossen. Die GRENKE Hrvatska d.o.o., Zagreb/Kroatien, war zuvor im Rahmen des Franchisesystems der GRENKE AG tätig und hat sich auf den Vertrieb von Small-Ticket-Leasing mit einem starken Fokus auf EDV- und IT-Equipment spezialisiert. Mit dem Erwerb stärkt GRENKE seine Position in einem weiteren europäischen Land.# 6.2 WEITERE ÄNDERUNGEN UND ANGABEN

6.2.1 GC LOCAÇÃO DE EQUIPAMENTOS LTDA, SÃO PAULO/BRASILIEN

Die Kaufpreisallokation des im Vorjahr erworbenen Unternehmens GC Locação de Equipamentos LTDA, Sao Paulo/Brasilien, wurde im zweiten Quartal 2018 finalisiert. Die unter Tz. 5.7.1 dargestellten durch IFRS 9 induzierten Änderungen führten zu einer Erhöhung des zum Erwerbszeitpunkt vorliegenden Geschäfts- oder Firmenwerts von 14.356 TEUR auf 15.008 TEUR.

6.2.2 GRENKE RENTING LTD., SLIEMA/MALTA

Die Kaufpreisallokation des im Vorjahr erworbenen Unternehmens GRENKE Renting Ltd., Sliema/Malta, wurde im ersten Quartal 2018 finalisiert. Gegenüber den vorläufig angesetzten beizulegenden Zeitwerten der Vermögensgegenstände und Schulden ergaben sich keine wesentlichen Änderungen. Für weitergehende Informationen zu Unternehmenszusammenschlüssen aus dem Vorjahr verweisen wir auf den Anhang zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017.

7. ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN

7.1 ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN ÜBER FINANZINSTRUMENTE

Wertansatz nach IFRS 9 TEUR Bewertungskategorie Buchwert 31.12.2018 Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte
Zahlungsmittel AC 333.626
Finanzinstrumente mit positivem beizulegenden Zeitwert ohne Sicherungsbeziehung FVPL 3.716
Leasingforderungen n. a. 4.704.010
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 7.666
Sonstige Beteiligungen FVOCIoR 5.445 5.445
Sonstige finanzielle Vermögenswerte AC 237.677
Aggregierte Kategorien AC FVPL
5.445 n. a.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung der Leasingforderungen AC 3.910.222
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft AC 697.952
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 28.156
Bankschulden AC 4.352
Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert ohne Sicherungsbeziehung FVPL 2.948
Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert mit Sicherungsbeziehung n.a. 15
Finanzgarantien/Unwiderrufliche Kreditzusagen n.a. 105
Aggregierte Kategorien AC AtFVtPL
13
Wertansatz nach IFRS 9 TEUR Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Fortgeführte Anschaffungskosten Betrag der Wertberichtigung
Finanzielle Vermögenswerte
Zahlungsmittel 333.626
Finanzinstrumente mit positivem beizulegenden Zeitwert ohne Sicherungsbeziehung 3.716
Leasingforderungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.666
Sonstige Beteiligungen
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 237.677
Aggregierte Kategorien 578.969 3.716
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung der Leasingforderungen 3.910.222
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft 697.952
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.156
Bankschulden 4.352
Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert ohne Sicherungsbeziehung 2.948
Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert mit Sicherungsbeziehung 15
Finanzgarantien/Unwiderrufliche Kreditzusagen 105
Aggregierte Kategorien 4.640.682 2.963 105
Wertansatz nach IAS 17 TEUR
Finanzielle Vermögenswerte
Zahlungsmittel
Finanzinstrumente mit positivem beizulegenden Zeitwert ohne Sicherungsbeziehung
Leasingforderungen 4.704.010
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige Beteiligungen
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Aggregierte Kategorien 4.704.010
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung der Leasingforderungen
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Bankschulden
Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert ohne Sicherungsbeziehung
Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert mit Sicherungsbeziehung
Finanzgarantien/Unwiderrufliche Kreditzusagen
Aggregierte Kategorien

Bedeutung der Abkürzungen:
* FVPL: at Fair Value through Profit and Loss/Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertete finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten.
* FVOCIoR: erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ohne Recycling (Fair Value through OCI ohne Recycling) bewertete finanzielle Vermögenswerte.
* AC: zu fortgeführten Anschaffungskosten (measured at amortised cost) bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.
* n. a.: nicht anwendbar/keine Kategorie nach IFRS 7.8.


Wertansatz nach IFRS 9 TEUR Bewertungskategorie Buchwert 31.12.2017 Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte
Zahlungsmittel AC 203.357
Finanzinstrumente mit positivem beizulegenden Zeitwert ohne Sicherungsbeziehung FVPL 3.505
Leasingforderungen n. a. 3.885.117
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 5.786
Sonstige Beteiligungen FVOCIoR 3.000 3.000
Sonstige finanzielle Vermögenswerte AC 193.226
Aggregierte Kategorien AC FVPL
3.000 n. a.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung der Leasingforderungen AC 3.272.815
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft AC 519.208
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 20.550
Bankschulden AC 2.683
Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert ohne Sicherungsbeziehung FVPL 1.946
Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert mit Sicherungsbeziehung n.a. 13
Finanzgarantien/Unwiderrufliche Kreditzusagen n.a. 53
Aggregierte Kategorien AC AVPL
13
Wertansatz nach IFRS 9 TEUR Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Fortgeführte Anschaffungskosten* Betrag der Wertberichtigung*
Finanzielle Vermögenswerte
Zahlungsmittel 203.357
Finanzinstrumente mit positivem beizulegenden Zeitwert ohne Sicherungsbeziehung 3.505
Leasingforderungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.786
Sonstige Beteiligungen
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 193.226
Aggregierte Kategorien 402.369 3.505
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung der Leasingforderungen 3.272.815
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft 519.208
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 20.550
Bankschulden 2.683
Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert ohne Sicherungsbeziehung 1.946
Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert mit Sicherungsbeziehung
Finanzgarantien/Unwiderrufliche Kreditzusagen 53
Aggregierte Kategorien 3.815.256 1.946 53
Wertansatz nach IAS 17* TEUR
Finanzielle Vermögenswerte
Zahlungsmittel
Finanzinstrumente mit positivem beizulegenden Zeitwert ohne Sicherungsbeziehung
Leasingforderungen 3.885.117
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige Beteiligungen
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Aggregierte Kategorien 3.885.117
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung der Leasingforderungen
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Bankschulden
Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert ohne Sicherungsbeziehung
Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert mit Sicherungsbeziehung
Finanzgarantien/Unwiderrufliche Kreditzusagen
Aggregierte Kategorien

Bedeutung der Abkürzungen:
* FVPL: at Fair Value through Profit and Loss/Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertete finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten.
* FVOCIoR: erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ohne Recycling (Fair Value through OCI ohne Recycling) bewertete finanzielle Vermögenswerte.
* AC: zu fortgeführten Anschaffungskosten (measured at amortised cost) bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.
* n. a.: nicht anwendbar/keine Kategorie nach IFRS 7.8.
* * Änderungen der Vorjahreswerte ergeben sich ausschließlich aus den neuen Wertberichtigungsvorschriften des IFRS 9 siehe Tz. 2.1.scroll Nettogewinne und -verluste
Währungsumrechnung
Wertberichtigung
Aus Abgang
Nettoergebnis
31.12.2018 (TEUR)

-3.382 -49.233 0 0 -52.485 -105.100
Finanzielle Vermögenswerte (zu fortgeführten Anschaffungskosten)
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert -650 0 0 0 -650 -650
Finanzielle Verbindlichkeiten (zu fortgeführten Anschaffungskosten) 0 0 0 0 0 0

31.12.2017 (TEUR)

-3.345 -40.730 0 0 -40.831 -84.906
Finanzielle Vermögenswerte (zu fortgeführten Anschaffungskosten)
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 763 0 0 0 763 763
Finanzielle Verbindlichkeiten (zu fortgeführten Anschaffungskosten) 0 0 0 0 0 0

Der nach der Effektivzinsmethode berechnete Gesamtzinsertrag betrug 7.464 TEUR (Vorjahr: 5.156 TEUR), der Gesamtzinsaufwand 2.873 TEUR (Vorjahr: 3.659 TEUR) für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Für Eigenkapitalinstrumente, die unter der Klassifizierung FVOCIoR designiert sind, beträgt der im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinn 2.295 TEUR. Die Nettogewinne aus Leasingforderungen setzen sich aus Zinsertrag, Ergebnis aus Neugeschäft und Ergebnis aus der Verwertung zusammen. Sie betrugen 400.148 TEUR (Vorjahr: 341.581 TEUR). Die Nettogewinne und -verluste, bezogen auf Finanzinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, beinhalten neben den Marktwertänderungen (für Devisentermingeschäfte, dargestellt als Effekt aus der Währungsumrechnung und bei Zinssicherungsgeschäften als Effekt aus den Zinsen) die Ergebnisse aus den Zinsabgrenzungen sowie aus dem vorzeitigen Abgang im Rahmen einer frühzeitigen Veräußerung.

7.1.1 FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKOSTRATEGIE

Bezogen auf die qualitativen und quantitativen Angaben bezüglich Ausfall-, Liquiditäts- sowie Marktrisiken wird auf den zusammengefassten Konzernlagebericht und Lagebericht verwiesen.

7.2 FÄLLIGKEIT FINANZIELLER VERPFLICHTUNGEN

In der folgenden Tabelle werden die Fälligkeiten der frühestmöglichen nicht diskontierten vertraglichen Cashflows finanzieller Verpflichtungen zum Stichtag des abgelaufenen sowie des vorangegangenen Geschäftsjahres analysiert. Die Beträge stimmen teilweise nicht mit den Beträgen aus der Bilanz überein, da es sich um undiskontierte Cashflows handelt.

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Zum 31.12.2018 TEUR

Art der Verbindlichkeit täglich fällig bis zu 3 Monate 3 bis 12 Monate 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung 0 471.730 735.308 2.473.878 262.716
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft 74.309 115.164 182.658 320.821 5.000
Bankschulden 3.112 1.240 0 0 0
Sonstige Schulden 0 29.246 1.102 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 28.156 0 0 0
Finanzgarantien 75.601 0 0 0 0
Unwiderrufliche Kreditzusagen 5.420 0 0 0 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 0 547 952 3.173 47
Summe 158.442 646.083 920.020 2.797.872 267.763

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Zum 31.12.2017 TEUR

Art der Verbindlichkeit täglich fällig bis zu 3 Monate 3 bis 12 Monate 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung 0 439.085 764.220 1.960.431 100.149
Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft 52.011 76.688 146.022 244.487 0
Bankschulden 111 2.572 0 0 0
Sonstige Schulden 0 23.810 0 1.050 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 20.550 0 0 0
Finanzgarantien 38.426 0 0 0 0
Unwiderrufliche Kreditzusagen 3.956 0 0 0 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 0 400 571 1.237 0
Summe 94.504 563.105 910.813 2.207.205 100.149

Bezüglich der Angaben zur Steuerung des Liquiditätsrisikos verweisen wir auf die Angaben im zusammengefassten Konzernlagebericht und Lagebericht.

7.3 DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

7.3.1 DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE MIT POSITIVEM BEIZULEGENDEN ZEITWERT

Unter den Finanzinstrumenten mit positivem beizulegendem Zeitwert werden ausschließlich Derivate ohne Sicherungsbeziehung ausgewiesen. Derivate mit einer Sicherungsbeziehung nach IAS 39, die einen positiven beizulegenden Zeitwert aufweisen, liegen nicht vor.

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TEUR

31.12.2018 31.12.2017
Zinsswaps 285 0
Fremdwährungsterminkontrakte 3.431 3.505
Summe 3.716 3.505

7.3.2 DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE MIT NEGATIVEM BEIZULEGENDEN ZEITWERT

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TEUR

31.12.2018 31.12.2017
Derivate mit Sicherungsbeziehung
Zinsswaps 15 13
Summe Derivate mit Sicherungsbeziehung 15 13
Derivate ohne Sicherungsbeziehung
Zinsswaps 273 0
Fremdwährungsterminkontrakte 2.675 1.946
Summe Derivate ohne Sicherungsbeziehung 2.948 1.946
Summe 2.963 1.959

Der GRENKE Konzern weist im laufenden Geschäftsjahr negative beizulegende Zeitwerte im Zusammenhang mit Devisentermingeschäften (siehe Tz. 7.3.6) aus. Die Devisentermingeschäfte sind als Derivate ohne Sicherungsbeziehung im Sinne des IAS 39 deklariert. Zum 31. Dezember 2018 weisen Devisentermingeschäfte, bezogen auf Britische Pfund, kanadische Dollar, Schweizer Franken, ungarische Forint, Dänische Kronen, Schwedische Kronen, Tschechische Kronen, Kroatische Kuna, Australische Dollar, Türkische Lira, Singapur-Dollar und Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate einen negativen beizulegenden Zeitwert in Höhe von 2.675 TEUR (Vorjahr: negativer beizulegender Zeitwert, bezogen auf Britische Pfund, kanadische Dollar, Schweizer Franken, ungarische Forint, Dänische Kronen, Schwedische Kronen, Tschechische Kronen, Kroatische Kuna, Australische Dollar, Polnische Zloty, Türkische Lira, Singapur-Dollar und Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate, in Höhe von 1.946 TEUR) aus. Wir verweisen auf weitergehende Erläuterungen in Tz. 7.3.6.

Zusätzlich weist der GRENKE Konzern im laufenden Geschäftsjahr negative beizulegende Zeitwerte im Zusammenhang mit Zinsswaps aus. Die Zinsswaps sind entsprechend den Vorschriften des IAS 39 entweder als Derivate mit Sicherungsbeziehung oder als Derivate ohne Sicherungsbeziehung deklariert. Zum 31. Dezember 2018 weist der Konzern Zinsderivate mit negativem Zeitwert mit Sicherungsbeziehung in Höhe von 15 TEUR (Vorjahr: 13 TEUR) und Zinsderivate mit negativem Zeitwert ohne Sicherungsbeziehung in Höhe von 273 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) aus. Wir verweisen auf weitere Erläuterungen in Tz. 7.3.6

7.3.3 EINSATZ UND BEWERTUNG

7.3.3.1 Geschäftsmodell

Als Small-Ticket-IT-Leasinggesellschaft bietet der GRENKE Konzern B2B-Kunden am Markt Leasingverträge unter anderem für mobile Gegenstände der Informationstechnologie an. Das Leasingportfolio, das heißt die Gesamtheit aller Leasingverträge, ist über die Laufzeit jedes einzelnen Vertrags fest kontrahiert. Damit sind sowohl die periodischen Raten als auch der der Ratenberechnung zugrundeliegende Zinssatz bei Vertragsabschluss fixiert. Eine nachträgliche Anpassung ist für beide Vertragsparteien ausgeschlossen. Vorzeitige Vertragsauflösungen (Rückkauf, Austauschoption, Kündigung etc.) werden vom GRENKE Konzern nur dann vorgenommen bzw. akzeptiert, wenn der mögliche Schaden (zum Beispiel aus entgangenen Zinsen) vom Leasingnehmer getragen wird. Jedem derivativen Kontrakt unterliegt ein wirtschaftliches Grundgeschäft mit einer entsprechend gegenläufigen Risikoposition. Vertragspartner sind nur Kreditinstitute mit einwandfreier Bonität. Deshalb und aufgrund der Diversifikation unserer Kontraktpartner spielt das maximale Ausfallrisiko eine untergeordnete Rolle und wird durch den Buchwert begrenzt. Bezogen auf die qualitativen und quantitativen Angaben bezüglich Ausfall-, Liquiditäts- sowie Marktrisiken, wird auf den zusammengefassten Konzernlagebericht und Lagebericht, insbesondere auf den Risikobericht und auf den Bericht zur Finanz- und Vermögenslage, verwiesen. Zudem verweisen wir auf die entsprechenden Angaben bei den einzelnen Bilanzposten.

7.3.3.2 Absicherungsphilosophie

Der Einsatz von Derivaten erfolgt ausschließlich und immer nur dann, wenn Grundgeschäfte eine Absicherung erforderlich machen. Grundgeschäfte sind dabei die für die Erreichung der Ziele des GRENKE Konzerns notwendigen, auf vertraglicher Grundlage eingegangenen Verpflichtungen. Der Bereich Treasury ist kein eigenständiges Profit-Center. Der Einsatz von Derivaten dient ausschließlich der notwendigen Sicherung des Erfolgs des Konzerns im satzungsmäßig festgelegten Geschäftsumfang. Die abzusichernden Positionen werden hinsichtlich des Umfangs oder der Höhe weitgehend gesichert, wobei unterschiedliche Instrumente zum Einsatz kommen. Die Auswahl der einzelnen Instrumente ist immer eine Entscheidung der Geschäftsleitung unter Beachtung des Risikoprofils, das heißt der mit dem jeweiligen Risiko verbundenen Ertragschance. Zinscaps enthalten neben der Chance auf sinkende Zinsen immer auch das bis zum Erreichen des Strikes vorhandene Risiko steigender Finanzierungskosten, während Swaps ein vereinbartes Zinsniveau für die Laufzeit des Grundgeschäfts festlegen. Derivative Finanzinstrumente zur Währungssicherung werden im Rahmen eines ökonomischen Hedge gebildet und derivative Finanzinstrumente für die Zinssicherung mittels eines Cash Flow Sicherungsgeschäft dargestellt.

7.3.3.3 Bewertung

Da es sich bei den eingesetzten Derivaten nicht um börsennotierte, standardisierte Finanzinstrumente handelt, sondern um sogenannte OTC-Derivate, werden anerkannte Bewertungsmethoden und -modelle für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts herangezogen. Die für die Bewertung notwendigen Parameter wie Zinssätze, Zinsstrukturkurven sowie Devisenkassa- und -terminkurse sind jederzeit am Markt beobachtbar und können über externe Informationsquellen abgerufen werden.

7.3.4 WÄHRUNGSRISIKOMANAGEMENT

Aufgrund der europäischen Ausrichtung des Geschäfts und der wachsenden Bedeutung ausländischer Märkte ist der GRENKE Konzern Währungsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu begrenzen oder auszuschalten, kommen Derivate zum Einsatz.# 7.3.4.1 Derivative Finanzinstrumente zur Währungssicherung

Zur Absicherung der Zahlungsströme aus der Refinanzierung der im Ausland gelegenen Franchisegesellschaften in Kanada, Singapur und Australien sowie der britischen, tschechischen, schwedischen, ungarischen, schweizerischen (Factoring), dänischen, polnischen, türkischen, kroatischen, arabischen und norwegischen Tochterunternehmen werden bzw. wurden Devisentermingeschäfte eingesetzt. Der GRENKE Konzern finanziert die durch die Franchisenehmer bzw. Tochterunternehmen generierten Leasingforderungen in Fremdwährung und erhält dann über die Laufzeit der zugrundeliegenden Leasingverträge Zahlungen in den entsprechenden Landeswährungen. Auf die Anwendung von Hedge-Accounting wurde verzichtet. Die beizulegenden Zeitwerte der Devisentermingeschäfte finden sich unter den Bilanzpositionen Finanzinstrumente mit positivem beizulegendem Zeitwert bzw. Finanzinstrumente mit negativem beizulegendem Zeitwert. Zum Stichtag gab es sowohl Devisentermingeschäfte mit einem positiven als auch solche mit einem negativen beizulegendem Zeitwert, sodass ein Ausweis auf der Aktivseite (siehe Tz. 7.3.1) und auf der Passivseite (siehe Tz. 7.3.2) erfolgt. Zum Stichtag bestanden Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen auf Eurobasis in Höhe von insgesamt 319.308 TEUR (Vorjahr: 302.168 TEUR). Diese verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Währungen:

Währung Nominalvolumen per 31.12.2017 Nominalvolumen per 31.12.2018 Fälligkeit der Nominalvolumina
EUR Kauf TEUR TEUR EUR 2019
TRY 11.283 9.016 4.606
CZK 14.450 20.440 7.385
GBP 95.090 42.101 42.101
CHF 9.067 11.964 11.964
HUF 7.868 9.338 4.434
CAD 19.745 32.765 32.765
SEK 39.365 41.891 17.270
DKK 62.059 62.716 31.488
AED 21.437 27.947 15.191
SGD 5.395 15.261 2.524
HRK 10.100 19.192 19.192
PLN 474 0 0
AUD 1.343 18.126 824
NOK 4.492 8.551 2.858
EUR Kauf Gesicherter Durchschnittskurs
TEUR
TRY 8,40
CZK 26,37
GBP 0,90
CHF 1,13
HUF 325,41
CAD 1,56
SEK 10,21
DKK 7,45
AED 4,37
SGD 1,59
HRK 7,41
PLN 0
AUD 1,69
NOK 9,94

7.3.4.2 Sensitivitäten

Bezüglich der Sensitivitäten verweisen wir auf die Ausführungen zu den Marktpreisrisiken, welche im Risikobericht des zusammengefassten Konzernlageberichts ausführlich erläutert werden.

7.3.5 ZINSRISIKOMANAGEMENT

Das Zinsrisiko resultiert für das Geschäft des GRENKE Konzerns in erster Linie aus der Sensitivität von Finanzschulden in Bezug auf die Veränderungen des Marktzinsniveaus. Der GRENKE Konzern ist bestrebt, insbesondere die Auswirkungen solcher Risiken auf den Zinsaufwand bzw. das Zinsergebnis durch den Einsatz geeigneter Derivate zu begrenzen.

7.3.5.1 Derivative Finanzinstrumente zur Zinssicherung

Die Emission von Anleihen und das Kontrahieren von Zinsswaps stellen Bestandteile der Umsetzung einer Finanzierungsstrategie dar, bei der der GRENKE Konzern die Liquiditätsbeschaffung und Zinssicherung getrennt vornimmt, um so möglichst viel Flexibilität zur Optimierung der Refinanzierung zu schaffen. Die hieraus gegebenenfalls resultierenden Risiken (variable Zahlungsströme) werden dann durch geeignete Zinsderivate abgesichert. Zinsswaps werden als Sicherungsinstrumente eingesetzt und als Sicherungsgeschäfte nach IAS 39 designiert, soweit die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Da für alle Zinsderivate im Cashflow- Hedge-Accounting eine 100-prozentige Effektivität nachgewiesen werden konnte, wurden die Marktwertänderungen, bezogen auf den Clean Value (ohne Berücksichtigung von Stückzinsen), in der Position Sonstiges Ergebnis erfasst. Im Rahmen der ABCP-Programme sowie bei FCT "GK"-COMPARTMENT "G 2" und FCT "GK"-COMPARTMENT "G 3" obliegen die Zinssicherung und damit die Zinsrisikosteuerung dem jeweiligen strukturierten Unternehmen bzw. der GRENKE AG. Die variable Refinanzierung der ABCP-Transaktion wird durch den Einsatz von Zinsswaps ökonomisch gesichert. Dabei handelt es sich in beiden Fällen aus Sicht des GRENKE Konzerns um Receiver-Swaps. Es wird hierbei ein Festzins im Gegenzug in einen variablen Zins getauscht. In den Geschäftsjahren 2018 und 2017 wurden, abgesehen von den ABCP-Programmen, ausschließlich Payer-Swaps kontrahiert. Bei den Payer-Swaps handelt es sich um den vereinbarten Festzins aus dem Zinsaustauschgeschäft. Die zum Stichtag bestehenden Swaps weisen ein Nominalvolumen zum 31. Dezember 2018 von 200 Mio. EUR (Vorjahr: 400 Mio. EUR) und kontrahierte Festzinssätze über die jeweilige Laufzeit zwischen 0,341 % und 0,336 % (Vorjahr: 0,403 % und 0,327 %) auf. Die Laufzeit des am längsten kontrahierten Zinsswaps endet in 2019 (Vorjahr: in 2018). Folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Nominalvolumina der Payer-Swaps für die nächsten Jahre jeweils zum Bilanzstichtag. Der Durchschnittszinssatz ist hier als arithmetisches Mittel der jeweils bestehenden Swaps zu verstehen.

Nominalvolumen je zum 31.12. Durchschnitts-Zinssatz
TEUR 2017
Vor 2018 kontrahiert 400.000
In 2018 kontrahiert 0
Summe 400.000

In der nachstehenden Tabelle finden sich weitere Informationen zu den Derivaten im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften. Der Ausweis der gesicherten Grundgeschäfte erfolgt unter den kurzfristigen Finanzschulden.

TEUR 2018 2017
Buchwert des Sicherungsgeschäfts -15 -13
Nominalwert des Sicherungsgeschäfts 200.000 400.000
Hedging-Rücklage -7 -6
Wertänderung zur Messung der Unwirksamkeit des gesicherten Grundgeschäfts 1 96
Wertänderung zur Messung der Unwirksamkeit des Sicherungsinstruments -1 -96
Wertänderung aus Unwirksamkeit 0 0
Im sonstigen Ergebnis erfasste Sicherungsgewinne (netto) -1 -96
Umgliederung in GuV -12 -11

7.3.5.2 Sensitivitäten

Bezüglich der Sensitivitäten verweisen wir auf die Ausführungen zu den Marktpreisrisiken, welche im Risikobericht des zusammengefassten Konzernlageberichts und Lageberichts der GRENKE AG ausführlich erläutert werden.

7.3.6 EFFEKTIVITÄT DER SICHERUNGSBEZIEHUNG

Im Bereich der Währungsabsicherung wird nur unter wirtschaftlicher Betrachtungsweise eine Sicherungsbeziehung hergestellt. Zwar findet auch hier eine exakte Zuordnung der Sicherungsinstrumente statt, allerdings wird auf ein Hedge-Accounting verzichtet. Die Bilanzierung nach IFRS erfordert eine Dokumentation und Risikobetrachtung beim Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Besonders die Zweckbindung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft bildet die entscheidende Basis einer im Sinne der Effektivität erfolgreichen Sicherungsbeziehung. Mit dem Einsatz von Derivaten in der Zinssicherung bildet der GRENKE Konzern ein Hedge-Accounting nach IFRS 9 ab. Die nach IFRS geforderte Effizienz der Sicherungsbeziehungen entspricht der vom GRENKE Konzern verfolgten Absicht, dass nur Risiken aus designierten Grundgeschäften derivativ besichert und Derivate zu keinem Zeitpunkt aus Gründen der Spekulation abgeschlossen werden. Die Effektivitätstests für die einzelnen Finanzderivate, sofern eine Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 bilanziert wird, wurden jeweils mit Stichtag des Quartalsendes auf Basis der Hypothetische-Derivate-Methode durchgeführt. Die Einzeldokumentation jeder einzelnen Sicherungsbeziehung beschreibt das Grundgeschäft, das besicherte Risiko, die Strategie, das Sicherungsinstrument sowie die Effektivitätseinschätzung und nennt den Kontraktpartner.

7.3.6.1 Devisentermingeschäfte

Das Grundgeschäft für jegliche Devisenterminsicherung bestimmt sich aus den Raten, die sich aus der Finanzierung des Leasinggeschäfts in dem jeweiligen Währungsgebiet ableiten. Diese Fremdwährungs-Cashflows stellen die Basis für die Termingeschäfte dar. Die Sicherungsbeziehung kann als hocheffektiv eingestuft werden, weil nur die tatsächlichen Cashflows einer Sicherung unterzogen werden, sodass zu keinem Zeitpunkt eine Übersicherung vorliegt. Es wird angestrebt, den Finanzierungszeitpunkt und den Zeitpunkt der Devisenterminsicherung möglichst anzugleichen, um eine bestmögliche ökonomische Absicherung des Zahlungsstromrisikos zu gewährleisten.

7.3.6.2 Zinsswaps

Beim Kontrahieren der Zinsswaps stehen stets die Parameter des Grundgeschäfts, das durch die Finanzierung (Passiva) gegeben ist, im Mittelpunkt. Deshalb entspricht die Zinsterminologie der Swaps auf der variablen Seite grundsätzlich der des Grundgeschäfts. Weiterhin wird das in den Swaps kontrahierte Volumen zu keinem Zeitpunkt das Volumen der gesicherten Finanzierung übersteigen. Das aktive Einbinden der bestehenden wie auch der künftig geplanten Refinanzierungstransaktionen erlaubt hier ein zukunftsorientiertes Risikomanagement. Im Rahmen dieser stetigen Analyse werden fortan quartalsweise sogenannte Effektivitätstests durchgeführt. Dabei werden die Hedgebeziehungen mittels einer nach IFRS zulässigen Methode auf ihre Effektivität hin überprüft. Bislang erweisen sich die Sicherungsbeziehungen zwischen Zinsswaps und bestehenden bzw. geplanten Finanzierungen als hochwirksam. Nach der Hypothetische-Derivate-Methode ergab sich eine Effektivität von nahezu 100 % und damit innerhalb der vorgegebenen Bandbreite. Sowohl die retrospektive als auch die prospektive Effektivität der Sicherungsbeziehungen ist zum Stichtag für alle Derivate im Hedge-Accounting gewährleistet. Die abgesicherten Zinszahlungen werden voraussichtlich im Jahr 2019 komplett erfolgswirksam und führen daher zu einer Umgliederung der in den zugehörigen Posten des Sonstigen Ergebnisses abgegrenzten Nettogewinne/-verluste in den Posten sonstiger Zinsaufwand in Höhe von 15 TEUR (Vorjahr: Zinsaufwand von 13 TEUR).

7.4 BEIZULEGENDE ZEITWERTE VON FINANZINSTRUMENTEN

7.4.1 BEIZULEGENDE ZEITWERTE ORIGINÄRER FINANZINSTRUMENTE

Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten je Klasse von Finanzinstrumenten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bemessen werden.Sie enthält keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Darunter fallen die Bilanzpositionen Zahlungsmittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, nicht performende Leasingforderungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Sämtliche originäre Finanzinstrumente sind der Stufe 2 der Bemessungshierarchie zugeordnet, mit Ausnahme der börsennotierten Anleihen, die in den Verbindlichkeiten aus Refinanzierung enthalten und in der Stufe 1 der Bemessungshierarchie klassifiziert sind. Deren Buchwert zum Bilanzstichtag beträgt 1.931.812 TEUR (Vorjahr: 1.510.590 TEUR) und der beizulegende Zeitwert 1.943.978 TEUR (Vorjahr: 1.535.676 TEUR). Die originären finanziellen Vermögenswerte sind bis auf die performenden Leasingforderungen, welche gemäß IAS 17 bewertet werden, und die sonstigen Beteiligungen, welche der Bewertungskategorie FVOCIoR zugeordnet sind und somit zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, vollständig zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) bewertet. Die finanziellen Verbindlichkeiten werden ebenfalls zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bewertet.

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TEUR Beizulegender Zeitwert 2018 Buchwert 2018 Beizulegender Zeitwert 2017 Buchwert 2017
Finanzielle Vermögenswerte
Leasingforderungen (performend) 5.100.095 4.556.603 4.229.802 3.763.855
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 241.706 237.677 195.374 193.226
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung 3.905.114 3.910.222 3.308.125 3.272.815
Verbindlichkeiten aus dem Einlagegeschäft 699.435 697.952 527.611 519.208
Bankschulden 4.352 4.352 2.683 2.683

7.4.2 BEIZULEGENDE ZEITWERTE DERIVATIVER FINANZINSTRUMENTE

Zum Stichtag sind im GRENKE Konzern alle derivativen Finanzinstrumente, welche sich aus Zinsderivaten (Zinsswaps) und Devisentermingeschäften zusammensetzen, zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Devisentermingeschäfte werden ohne Sicherungsbeziehung bilanziert. Sämtliche derivativen Finanzinstrumente sind der Stufe 2 der Bemessungshierarchie zugeordnet.

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TEUR Beizulegender Zeitwert 2018 Buchwert 2018 Beizulegender Zeitwert 2017 Buchwert 2017
Finanzielle Vermögenswerte
Zinsderivate mit Sicherungsbeziehung 0 0 0 0
Zinsderivate ohne Sicherungsbeziehung 285 285 0 0
Devisentermingeschäfte 3.431 3.431 3.505 3.505
Summe 3.716 3.716 3.505 3.505
Finanzielle Verbindlichkeiten
Zinsderivate mit Sicherungsbeziehung 15 15 13 13
Zinsderivate ohne Sicherungsbeziehung 273 273 0 0
Devisentermingeschäfte 2.675 2.675 1.946 1.946
Summe 2.963 2.963 1.959 1.959

Bei den im GRENKE Konzern verwendeten derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um sogenannte OTC-Derivate (Over-the-Counter). Diese werden direkt mit einer Gegenpartei, die mindestens dem Investmentgrade entspricht, abgeschlossen. Es existieren somit keine notierten Börsenpreise. Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte für die Devisentermingeschäfte und Zinsderivate erfolgt anhand von Bewertungsmodellen unter Rückgriff auf beobachtbare Inputfaktoren. Bei Devisentermingeschäften wird die Bewertung anhand eines Market-to-Market-Bewertungsmodells vorgenommen. Bei Zinsderivaten wird der beizulegende Zeitwert in der Bewertung über eine Barwertmethode ermittelt. Die verwendeten Inputparameter für die Bewertungsverfahren werden aus Marktnotierungen entnommen. Dabei werden laufzeitkongruente Zinssätze in den gehandelten Währungen für Devisentermingeschäfte bzw. Zinssätze für Zinsderivate verwendet. Die ermittelten Werte werden mit einem sogenannten Add-on-Verfahren mit am Markt beobachtbaren laufzeitadäquaten Credit Default Swaps (CDS) der Gegenpartei bzw. des eigenen Ausfallrisikos multipliziert, um den beizulegenden Zeitwert dieser OTC-Derivate zu erhalten. Die überwiegenden Zahlungsströme für die genannten Sicherungsgeschäfte werden sich voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren auf das Periodenergebnis auswirken.

7.4.3 BEWERTUNGSMETHODEN UND VERWENDETE INPUTFAKTOREN

In nachfolgender Tabelle werden die angewandten Bewertungsmethoden sowie die verwendeten Inputfaktoren und Annahmen zur Bemessung der beizulegenden Zeitwerte dargestellt:

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Art und Stufe Bewertungsmethode Inputfaktoren Bemessungshierarchie
Börsennotierte Anleihen n. a. Notierter Börsenpreis am Bewertungstag Stufe 1
Sonstige finanzielle Vermögenswerte Abgezinster Barwert der geschätzten künftigen Cashflows Verfügbare Zinssätze zu vergleichbaren Konditionen und Restlaufzeiten unter Verwendung des Kontrahentenrisikos der Gegenpartei Stufe 2
Finanzschulden (Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung des Leasinggeschäfts, Schuldscheindarlehen, Bankschulden) Abgezinster Barwert der geschätzten künftigen Cashflows Verfügbare Zinssätze zu vergleichbaren Konditionen und Restlaufzeiten unter Verwendung des eigenen Ausfallrisikos Stufe 2
DVA (Debt Value Adjustment)
Devisentermingeschäfte Market-to-Market Abgezinster Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Stufe 2
Verfügbare Zinssätze in den gehandelten Währungen zu Restlaufzeiten unter Verwendung des eigenen Kontrahentenrisikos
CVA (Credit Value Adjustment), die aus verfügbaren Credit-Default-Swap-(CDS-)Notierungen verwendet werden
Zinsderivate Barwertmodell Abgezinster Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows Stufe 2
Verfügbare Zinssätze zu vergleichbaren Konditionen und Restlaufzeiten unter Verwendung des eigenen Kontrahentenrisikos
DVA (Debt Value Adjustment) bzw. des Kontrahentenrisikos der Gegenpartei
CVA (Credit Value Adjustment), die aus verfügbaren Credit-Default-Swap-(CDS-)Notierungen verwendet werden

7.5 ÜBERTRAGUNGEN FINANZIELLER VERMÖGENSWERTE

Die folgende Tabelle zeigt übertragene, aber nicht ausgebuchte finanzielle Vermögenswerte und die dazugehörige Verbindlichkeit mit den entsprechenden Buchwerten sowie beizulegenden Zeitwerten, bei denen das vertragliche Anrecht auf die Cashflows aus diesen finanziellen Vermögenswerten übertragen wurde.

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TEUR Buchwert Buchwert dazugehörige Verbindlichkeit Beizulegender Zeitwert Zeitwert dazugehörige Verbindlichkeit Nettoposition
Übertragene Leasingforderungen 31.12.2018 173.637 155.489 191.898 159.112 18.148
Aus Forderungsverkaufs-Verträgen 173.637 155.489 191.898 159.112 18.148
Übertragene Leasingforderungen 31.12.2017 151.831 148.115 167.182 152.611 3.716
Aus Forderungsverkaufs-Verträgen 151.831 148.115 167.181 152.611 3.716

Für ergänzende Hinweise verweisen wir auf die weiteren Ausführungen unter Tz. 5.10.2.3 zu Forderungsverkaufs-Verträgen.

8. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

8.1 BESCHREIBUNG DER BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTE

Die Berichterstattung des GRENKE Konzerns über die Entwicklung seiner Segmente folgt der dominierenden Organisationsstruktur innerhalb des GRENKE Konzerns. Deshalb sind die operativen Segmente in Anlehnung an die Steuerung der Unternehmensbereiche in die Segmente Leasing, Bank und Factoring unterteilt. Für die drei operativen Segmente liegen separate Finanzinformationen vor.

8.1.1 LEASINGGESCHÄFT

Das Segment Leasing umfasst alle Aktivitäten, die mit der Leasingtätigkeit des Konzerns zusammenhängen. Das Dienstleistungsangebot umfasst dabei die Übernahme der Finanzierung für gewerbliche Leasingnehmer, die Vermietung, Versicherungs-, Service- und Wartungsangebote und die Verwertung von Gebrauchtgeräten. Der GRENKE Konzern hat sich dabei im Wesentlichen auf das sogenannte "Small-Ticket-Leasing" von IT-Produkten wie zum Beispiel PCs, Notebooks, Server, Bildschirme und andere Peripheriegeräte, Software, Telekommunikations- und Kopiertechnik sowie sonstige IT-Produkte spezialisiert. Nahezu alle abgeschlossenen Leasingverträge sind Verträge mit Vollamortisationsanspruch.

8.1.2 BANKGESCHÄFT

Das Segment Bank umfasst die Aktivitäten der GRENKE BANK AG, die sich als Finanzierungspartner vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) versteht und mit Förderbanken zur Finanzierung dieser Klientel auch im Rahmen der Existenzgründung zusammenarbeitet. Weiterhin werden über den Internetauftritt Festgeldanlagen angeboten. Das Geschäft der Bank erfolgt schwerpunktmäßig mit deutschen Kunden.

8.1.3 FACTORINGGESCHÄFT

Das Segment Factoring beinhaltet klassische Factoringdienstleistungen mit der Fokussierung auf das "Small-Ticket-Factoring". Dabei wird im Rahmen des echten Factorings sowohl das offene Factoring, bei dem der Debitor über die Forderungsabtretung informiert wird, als auch das stille Factoring, bei dem der Debitor keine entsprechende Information erhält, angeboten. Daneben bietet das Segment auch Inkassodienstleistungen (unechtes Factoring) an; hier verbleibt das Delkredererisiko beim Kunden.

8.2 MESSGRÖSSEN DER SEGMENTE

Die Bilanzierungsgrundsätze, die zur Gewinnung der Segmentinformationen herangezogen werden, entsprechen den angewandten Bilanzierungsregeln des Konzernabschlusses (siehe Tz. 3). Konzerninterne Transaktionen erfolgen zu marktüblichen Preisen. Für die Beurteilung des Erfolgs des GRENKE Konzerns ist der Vorstand der GRENKE AG verantwortlich. Dieser hat als wesentliche Erfolgsgrößen neben dem Neugeschäftsvolumen (Leasing- und Factoringsegment) und der Deckungsbeitrags-2-Marge für das Leasingsegment vor allem die operativen Segmenterträge, das Segmentergebnis vor dem sonstigen Finanzergebnis und die Personalaufwendungen bestimmt. Das sonstige Finanzergebnis und die Steueraufwendungen/-erträge sind die wesentlichen Bestandteile der Konzernergebnisrechnung, die nicht in die einzelnen Segmentinformationen einfließen.

Die Segmentdaten wurden auf folgende Weise ermittelt:
― Die operativen Segmenterträge umfassen das Zinsergebnis nach Schadensabwicklung und Risikovorsorge,
― das Ergebnis aus dem Servicegeschäft, das Ergebnis aus dem Neugeschäft und das Ergebnis aus der Verwertung.
― Das Segmentergebnis wird als Operatives Ergebnis ohne Berücksichtigung von Steuern ermittelt.― Das Segmentvermögen setzt sich aus den betriebsnotwendigen Vermögenswerten ohne Steueransprüche zusammen. Die Segmentschulden entsprechen den dem jeweiligen Segment zuzurechnenden Verbindlichkeiten bis auf die Steuerverbindlichkeiten.

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TEUR Segment Leasing Bank Factoring
Januar bis Dezember 2018 2017 2018
Operative Segmenterträge 331.646 277.761 21.778
Personalaufwand 96.552 80.767 2.877
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand 73.858 64.416 3.028
Abschreibungen 16.972 15.151 126
Segmentergebnis 143.174 126.400 14.960
Überleitung Konzern Operatives Ergebnis
Sonstiges Finanzergebnis
Steuern
Gewinn lt. Konzern-Gewinn- u. Verlustrechnung
Zum 31. Dezember
Segmentvermögen 5.740.958 4.675.928 1.137.383
Überleitung Konzern Steueransprüche
Vermögen lt. Konzernbilanz
Segmentschulden 4.774.365 3.976.508 1.010.537
Überleitung Konzern Steuerverbindlichkeiten
Schulden lt. Konzernbilanz

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TEUR Summe Segmente Konsolidierung Konzern
Januar bis Dezember 2018 2017 2018
Operative Segmenterträge 357.330 296.769 0
Personalaufwand 102.701 86.162 0
Vertriebs- und Verwaltungsaufwand 78.120 67.737 0
Abschreibungen 17.226 15.363 0
Segmentergebnis 157.155 135.653 0
Überleitung Konzern Operatives Ergebnis 157.155 135.653
Sonstiges Finanzergebnis -1.625 -3.620
Steuern 24.420 26.603
Gewinn lt. Konzern-Gewinn- u. Verlustrechnung 131.110 105.430
Zum 31. Dezember
Segmentvermögen 6.918.553 5.616.649 -1.084.753
Überleitung Konzern Steueransprüche 42.691 37.900
Vermögen lt. Konzernbilanz 5.876.491 4.763.175
Segmentschulden 5.815.468 4.801.039 -1.084.753
Überleitung Konzern Steuerverbindlichkeiten 58.679 62.096
Schulden lt. Konzernbilanz 4.789.394 3.971.761

Die Vorjahreswerte in der Segmentberichterstattung wurden im Rahmen der Erstanwendung neuer Rechnungslegungsstandards retrospektiv angepasst.

8.3 INFORMATIONEN ÜBER GEOGRAFISCHE GEBIETE

Die wesentlichen geografischen Gebiete auf Länderebene, in denen mit externen Kunden Umsätze generiert werden, sind Deutschland, Frankreich und Italien. Alle anderen Länder sind in "Sonstige Länder" zusammengefasst. Für die ausgewiesenen Länder werden die operativen Erträge und die langfristigen Vermögenswerte dargestellt. Je nach Länderzugehörigkeit der externen Kunden, mit denen die Umsätze erwirtschaftet werden, erfolgt die Zuordnung zu den einzelnen geografischen Gebieten. Die langfristigen Vermögenswerte sind den Ländern zugeteilt, in denen sie entstanden sind.

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TEUR Deutschland Frankreich Italien
2018 2017 2018
Operative Erträge (Januar bis Dezember) 91.509 78.595 81.945
Langfristige Vermögenswerte (zum 31. Dezember) 732.005 661.241 737.114

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TEUR Sonstige Länder Konzern
2018 2017
Operative Erträge (Januar bis Dezember) 105.456 89.537
Langfristige Vermögenswerte (zum 31. Dezember) 1.150.061 895.853

9. WEITERE ERLÄUTERUNGEN

9.1 KAPITALMANAGEMENT

9.1.1 ÖKONOMISCHES KAPITAL

Vorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung des GRENKE Konzerns ist es, sicherzustellen, dass das zur Unterstützung seiner Geschäftstätigkeit und zur Sicherung der Liquidität bestehende Bonitätsrating aufrechterhalten werden kann und dass eine lückenlose Wahrung der Risikotragfähigkeit im Rahmen der Anforderungen an den GRENKE Konzern durch die Mindestanforderungen an das Risikomanagement gegeben ist. Der GRENKE Konzern überwacht sein Kapital unter anderem mithilfe der Eigenkapitalquote, dem Verhältnis zwischen bilanziellem Eigenkapital und Bilanzsumme. Gemäß den konzerninternen Richtlinien streben wir (wie im Vorjahr) eine Eigenkapitalquote von 16 % an. Zudem wird über die Risikotragfähigkeitsrechnung des Konzerns und das Risikobegrenzungssystem bzw. die Limitierung von Risikopositionen die Überwachung und Sicherstellung des ökonomischen Eigenkapitals gewährleistet. Die operativen Erträge beinhalten dieselben Positionen, wie sie bereits oben für die operativen Segmenterträge erläutert wurden. Die langfristigen Vermögenswerte setzen sich aus den langfristigen Leasingforderungen, dem Sachanlagevermögen, den Geschäfts- oder Firmenwerten, den sonstigen immateriellen Vermögenswerten und den sonstigen langfristigen Vermögenswerten zusammen.

9.1.2 REGULATORISCHES KAPITAL

Die GRENKE AG hat als Finanzdienstleistungsinstitut und übergeordnetes Unternehmen der Institutsgruppe die Anforderungen an die Eigenmittelausstattung von Institutsgruppen gemäß § 10 a KWG i. V. m. Artikel 25 ff. der EU-Verordnung Nr. 575/2013 (Capital Requirement Regulation, kurz: CRR) zu erfüllen. Der aufsichtsrechtliche Konsolidierungskreis der GRENKE AG bestimmt sich nach dem Konsolidierungskreis des Konzerns. Für die Solvabilität der Institutsgruppe wird ebenfalls auf die Konzernzugehörigkeit abgestellt. Die Eigenmittel gemäß Artikel 72 ff. CRR werden im Rahmen der Erstellung der COREP-Meldung (Common solvency ratio reporting) ermittelt. Für die Darstellung der Eigenmittel verweisen wir auf den zusammengefassten Konzernlagebericht und Lagebericht. Die Kapitalrendite nach § 26 a KWG Abs. 1 Satz 4 beträgt 2,2 %.

9.2 FRANCHISESYSTEM

Die GRENKE AG stellt im Rahmen eines Franchisevertrags ihr Know-how, ihre betriebliche Infrastruktur sowie die Mittel zur Refinanzierung der Leasingverträge zur Verfügung. An den genannten Franchisenehmern ist sie jedoch nicht beteiligt und kann auch keinen Einfluss auf die Geschäfts- und Firmenpolitik der Franchisenehmer ausüben. Neben der Franchisegebühr von 759 TEUR (Vorjahr: 620 TEUR) hat der Konzern Erträge aus Umlagen in Höhe von TEUR 493 (Vorjahr: 347 TEUR) und Erträge aus der Verzinsung der Darlehen in Höhe von 2.834 TEUR (Vorjahr: 2.301 TEUR) (siehe Tz. 4.1) erwirtschaftet. Zum Stichtag bestanden neben den Darlehen in Höhe von 71.772 TEUR (Vorjahr: 59.229 TEUR) weitere Forderungen gegen die Franchisenehmer von insgesamt 1.216 TEUR (Vorjahr: 868 TEUR) (siehe Tz. 5.3 und Tz. 5.4). * Anpassung IFRS 9, siehe Tz. 2.1.

9.3 HAFTUNGSVERHÄLTNISSE (EVENTUALVERBINDLICHKEITEN) UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Die GRENKE AG hat als Garantiegeber für einzelne Franchisegesellschaften Finanzgarantien in Höhe von 75,7 Mio. EUR (Vorjahr: 38,4 Mio. EUR) ausgereicht, welche das maximale Ausfallrisiko darstellen. Die tatsächliche Ausnutzung vonseiten der Garantienehmer war geringer und beläuft sich auf 21,9 Mio. EUR (Vorjahr: 25,2 Mio. EUR). Die begebenen Finanzgarantien betreffen nicht die Risikokonzentrationsländer, sondern verteilen sich auf sonstige Länder. Unwiderrufliche Kreditzusagen betrugen 5.420 TEUR (Vorjahr: 3.956 TEUR) und resultieren aus dem Kreditgeschäft; sie beinhalten nicht in Anspruch genommene befristete Kontokorrentlinien und noch nicht in Anspruch genommene Darlehenszusagen und betreffen das Risikokonzentrationsland Deutschland. Der Betrag stellt auch das maximale Ausfallrisiko dar. Für die Errichtung eines Bürogebäudes bestehen zum 31. Dezember 2018 Verpflichtungen in Höhe von 9.553 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). Die Gesellschaft hat sonstige finanzielle Verpflichtungen im Zusammenhang mit Miet-, Gebäudeinstandhaltungs- und Leasingverträgen. Mietverträge für Gebäude enthalten teilweise eine Klausel, die eine Erhöhung der Mietraten entsprechend den herrschenden Marktverhältnissen erlaubt. Weiterhin bestehen für einige Mietverhältnisse Verlängerungsoptionen. Sonstige Beschränkungen sind nicht vorhanden. Die sich daraus ergebenden finanziellen Verpflichtungen sind in der nachfolgenden Darstellung berücksichtigt:

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TEUR 31.12.2018 31.12.2017
Miet-, Instandhaltungs- und Leasingverpflichtungen
Fällig im Folgejahr 16.842 14.877
Fällig in 1 bis 5 Jahren 28.508 23.073
Fällig nach 5 Jahren 4.643 3.424
Summe 49.993 41.374

Den Mietzahlungen stehen erwartete Mieteinzahlungen aus Untermietverhältnissen in Höhe von 57 TEUR (Vorjahr: 58 TEUR) im Geschäftsjahr 2019 entgegen. In den Folgejahren entstehen weitere Mieterträge in Höhe von 18 TEUR (Vorjahr: 53 TEUR). Für Mietverhältnisse bezüglich angemieteter Räumlichkeiten bestehen Verlängerungsoptionen zwischen ein und zehn Jahren. Im Rahmen von drei Vereinbarungen über den Verkauf von Forderungen der Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA zur Sicherung sämtlicher Forderungen der Besitzgesellschaft (Grenke Investitionen Verwaltungs Kommanditgesellschaft auf Aktien) gegen die Betriebsgesellschaft tritt die Betriebsgesellschaft (GRENKE AG) aus Leasingverträgen mit Endleasingnehmern (Unterleasingvertrag) über Leasingobjekte, die Gegenstand eines Kaufvertrags zwischen Betriebsgesellschaft und Besitzgesellschaft sind, Folgendes an die Besitzgesellschaft ab: Sämtliche Forderungen, Ansprüche und Rechte aus diesen Unterleasingverträgen einschließlich etwaiger Ansprüche aus Verlängerungsmieten nach Ablauf der ursprünglich vereinbarten Mietzeit, etwaige Ansprüche auf Ausgleichszahlungen und auf Restwerte sowie Zahlung eines Kaufpreises aus dem Verkauf des betreffenden Leasinggegenstands. Mitabgetreten sind die Ansprüche aus Kredit- und Sachversicherungen aus dem jeweiligen Unterleasingvertrag, ferner eventuelle Ansprüche aus Rückkaufverpflichtungen von Lieferanten der Leasinggegenstände oder von Dritten. Der Käufer der Forderungen erwirbt das Sicherungseigentum an den Leasinggegenständen, die dem jeweiligen Forderungskaufvertrag zugrunde liegen. Mit Schreiben vom 27. Juli 2009 hat die GRENKE AG gegenüber dem Bundesverband deutscher Banken e. V. eine Verpflichtungserklärung gemäß § 5 Abs. 10 des Statuts des Einlagensicherungsfonds abgegeben. Damit einhergehend werden Verluste freigestellt, die dem Bundesverband zugunsten der GRENKE BANK AG entstehen würden.# GRENKE AG

Die GRENKE AG trägt, abgesehen vom Fall des politischen Risikos, für die konsolidierten Gesellschaften GRENKELEASING Magyarorszag Kft., Budapest/Ungarn, GRENKELEASING s.r.o., Bratislava/Slowakei, und GRENKE Kiralama Ltd. Sti., Istanbul/Türkei, dafür Sorge, dass diese Gesellschaften ihre vertraglichen Verbindlichkeiten erfüllen können. Gleiches gilt für die Konzerngesellschaften Grenke Investitionen Verwaltungs Kommanditgesellschaft auf Aktien, Baden-Baden/Deutschland, GRENKEFACTORING GmbH, Baden-Baden/Deutschland, und Europa Leasing GmbH, Kieselbronn/Deutschland. Hintergrund der Patronatserklärungen der GRENKE AG für die Grenke Investitionen Verwaltungs Kommanditgesellschaft auf Aktien und die GRENKEFACTORING GmbH ist die Nutzung der Waiver-Regelung nach § 2a Abs. 1 KWG i. V. m. Art. 7 CRR sowie i. V. m. § 2a Abs. 5 KWG durch die jeweilige Tochtergesellschaft. Für die im Jahr 2017 erstmalig konsolidierte Tochtergesellschaft Europa Leasing GmbH erhielt die GRENKE AG im zweiten Quartal 2018 die Zustimmung gemäß § 2a Abs. 1 KWG.

Aufwand aus Miet- und Leasingverhältnissen

Aufwand aus Miet- und Leasingverhältnissen ist im Geschäftsjahr in Höhe von 14.633 TEUR (Vorjahr: 11.761 TEUR) entstanden. Der Aufwand ist in der Position Betriebskosten enthalten. Dieser betrifft im Wesentlichen die Anmietung von Büroflächen für die einzelnen Niederlassungen sowie eigenes Kfz-Leasing.

9.4 BETRIEBSPRÜFUNGEN

Für die GRENKE AG und die Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA wurde eine steuerliche Außenprüfung für die Geschäftsjahre 2005 bis 2009 abgeschlossen. Zum Stichtag ist weiterhin ein Sachverhalt strittig, bei dem GRENKE eine abweichende Position gegenüber der Finanzverwaltung vertritt. Für die Bewertung der unsicheren Steuerpositionen aus dem strittigen Sachverhalt wurde der wahrscheinlichste Wert als eine Steuerforderung angesetzt. Im Oktober 2015 wurden die Prüfungsanordnungen für die GRENKE AG, die Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA, die GRENKE Service AG, die GRENKEFACTORING GmbH und die GRENKE BANK AG für die Geschäftsjahre 2010 bis 2014 erlassen. Die Außenprüfung begann im November 2016 und wurde zwischenzeitlich abgeschlossen und die Steuerbescheide ergingen. Für die Veranlagungsjahre 2015 und 2016 sind weiterhin unsichere Steuerverbindlichkeiten aus den Erkenntnissen der Außenprüfung berücksichtigt. Im April 2018 wurden die Prüfungsanordnungen für die GRENKE BANK AG für den Zeitraum Januar 2011 bis Dezember 2014 erlassen. Die Außenprüfung erstreckt sich auf Versicherungsteuer und begann am 26. Juni 2018. Zum Stichtag liegen keine finalen Feststellungen vor. Im Juli 2018 wurden die Prüfungsanordnungen für die GRENKE AG für den Zeitraum Januar 2012 bis Dezember 2017 erlassen. Die Außenprüfung erstreckt sich auf Versicherungsteuer und begann am 14. August 2018. Zum Stichtag liegen keine finalen Feststellungen vor. Aus den bisherigen Erkenntnissen der Außenprüfung wurde aus Vorsichtsgründen entsprechend den Vorgaben im BMF-Schreiben vom 30. Mai 2018 eine Nachmeldung der Versicherungsteuer für den Zeitraum April bis Dezember 2018 vorgenommen und die entsprechende Versicherungsteuer als unsichere Steuerverbindlichkeit berücksichtigt. Eine Anerkennung der Auffassung der Außenprüfung stellt dieses Verhalten nach dem Willen der GRENKE AG nicht dar.

9.5 BERATUNGS- UND PRÜFUNGSKOSTEN

Die Aufwendungen für das Honorar des Abschlussprüfers im Geschäftsjahr 2018 setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR
2018 2017
Abschlussprüfungsleistungen 669 756
Andere Bestätigungsleistungen 84 126
Sonstige Leistungen 30 66
Summe 783 948

Von dem Gesamthonorar waren 22 TEUR (Vorjahr: 19 TEUR) periodenfremd.

9.6 ANGABEN ÜBER BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Dritte Parteien gelten als nahestehend, sofern eine Partei die GRENKE AG beherrscht oder an deren gemeinschaftlicher Führung beteiligt ist oder einen maßgeblichen Einfluss auf deren geschäftliche oder operative Entscheidungen ausüben kann. Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen des GRENKE Konzerns gehören Personen in Schlüsselpositionen sowie deren Familienangehörige, Tochterunternehmen und assoziierte Unternehmen der GRENKE AG und Unternehmen, die einen maßgeblichen Einfluss ausüben können. Die GRENKE AG erbringt im Rahmen ihrer normalen Geschäftstätigkeit zahlreiche Leistungen für Tochterunternehmen. Umgekehrt erbringen die jeweiligen Konzerngesellschaften im Rahmen ihres Geschäftszwecks auch Leistungen innerhalb des GRENKE Konzerns. Diese umfangreichen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen werden zu Marktkonditionen abgewickelt.

VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN

TEUR
2018 2017
Personen in Schlüsselpositionen 44 0
Assoziierte Unternehmen 1.320 1.897

Die Verbindlichkeiten gegenüber Personen in Schlüsselpositionen resultiert aus einem Beratervertrag mit einem Aufsichtsratsmitglied. Der Beratungsaufwand beträgt 78 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). Gegenüber assoziierten Unternehmen resultieren die Verbindlichkeiten aus dem Einlagengeschäft der Bank. Es entstand ein Zinsaufwand von 10 TEUR (Vorjahr: 29 TEUR). Im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bietet die GRENKE BANK AG nahestehenden Personen Dienstleistungen zu marktüblichen Bedingungen an. Von Mitgliedern des Konzernvorstands und deren nahen Familienangehörigen hat die Bank zum Stichtag Einlagen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 5.274 TEUR) erhalten. Der Zinsaufwand hierfür betrug 0 TEUR (Vorjahr: 21 TEUR). Von Mitgliedern des Konzernaufsichtsrats einschließlich deren nahen Verwandten hat die Bank zum Stichtag Einlagen in Höhe von 5.499 TEUR (Vorjahr: 1.307 TEUR) erhalten. Der Zinsaufwand hierfür betrug 41 TEUR (Vorjahr: 17 TEUR). Noch nicht ausgeglichene Kreditkartenkonten zum Stichtag wiesen einen Stand von 1 TEUR (Vorjahr: 20 TEUR) gegenüber Mitgliedern des Vorstandes und deren nahen Familienangehörigen sowie 28 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) gegenüber Mitgliedern des Aufsichtsrats und deren nahe Familienangehörigen aus. Eine weitere Kreditvergabe an diesen Personenkreis ist während der Berichtsperiode nicht erfolgt.

Der Aufsichtsrat der GRENKE AG besteht satzungsgemäß aus sechs Mitgliedern. Im Geschäftsjahr 2018 gehörten dem Aufsichtsrat folgende Mitglieder an:

  • Herr Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp, Baden-Baden, Vorsitzender, Professor für internationale Finanzwirtschaft und Geschäftsführer der ODEWALD & COMPAGNIE Gesellschaft für Beteiligungen mbH, Berlin
  • Herr Wolfgang Grenke, Karlsruhe, stellvertretender Vorsitzender (ab 03.05.2018), Unternehmer
  • Herr Gerhard E. Witt, Baden-Baden, stellvertretender Vorsitzender (bis 03.05.2018), Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
  • Frau Tanja Dreilich, München, Diplom-Kauffrau, MBA, Geschäftsführerin und Group-CFO der Kirchhoff Automotive Holding GmbH
  • Frau Dr. Ljiljana Mitic, München, selbstständige Unternehmensberaterin sowie Partner bei der Impact51 AG, Küsnacht, Schweiz, und Geschäftsführerin bei der Venture Value Partners GmbH, München
  • Herr Florian Schulte, Baden-Baden, Diplom-Kaufmann, Geschäftsführer der Fines Holding GmbH, Baden-Baden, sowie der S.K. Management- und Beteiligungs GmbH, Baden-Baden
  • Herr Erwin Staudt, Leonberg, Diplom-Volkswirt

Herr Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp ist ferner Vorsitzender des Aufsichtsrats der GRENKE BANK AG, Baden-Baden. Herr Wolfgang Grenke ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der GRENKE Service AG, Baden-Baden, und Mitglied des Aufsichtsrats der GRENKE BANK AG. Herr Erwin Staudt ist Aufsichtsratsmitglied der PROFI Engineering Systems AG, Darmstadt, und der USU Software AG, Möglingen. Des Weiteren ist Herr Erwin Staudt Mitglied des Beirats bei der Interstuhl Büromöbel GmbH & Co. KG, Meßstetten-Tieringen. Herr Florian Schulte ist Mitglied des Verwaltungsrats der MS Direct AG, St. Gallen, sowie Aufsichtsratsmitglied der Upside Beteiligungs AG, München.

Die Amtszeit von Herrn Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp und Herrn Wolfgang Grenke endet mit dem Ablauf der Hauptversammlung, die über ihre Entlastung für das Geschäftsjahr 2022 entscheidet. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder sind bis zum Ablauf der Hauptversammlung bestellt, die über ihre Entlastung für das Geschäftsjahr 2018 entscheidet.

Die Aufsichtsratsvergütung (inkl. Bezüge für Nebenleistungen) des Aufsichtsrats bei der GRENKE AG belief sich auf insgesamt 220 TEUR (Vorjahr: 223 TEUR). Die Vergütung der Aufsichtsratstätigkeit ist entsprechend der Regelung des § 113 Abs. 1 Satz 2, 1. Alt. AktG in § 10 der Satzung der GRENKE AG festgelegt. Die Aufsichtsratsvergütung setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR Summe Vergütung GRENKE AG Vergütung Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA
2018 Vorjahr 2018 Vorjahr
Summe 224 227 220 223
4 4

Der Vorstand der GRENKE AG setzt sich wie folgt zusammen:

  • Frau Antje Leminsky, Diplom-Kauffrau, Baden-Baden Vorstandsvorsitzende (ab 01.03.2018)
  • Herr Gilles Christ, MBA, Wissembourg/Frankreich
  • Herr Sebastian Hirsch, Diplom-Betriebswirt (BA), Sinzheim
  • Herr Mark Kindermann, Diplom-Kaufmann, Bühl
  • Herr Wolfgang Grenke, Unternehmer, Karlsruhe (Vorstandsvorsitzender bis 28.02.2018)

Die Vorstände vertreten die GRENKE AG gemeinsam mit einem weiteren Vorstand oder einem Prokuristen. Die Vorstandsvergütung gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 und IAS 24.17 für 2018 setzt sich wie folgt zusammen:

TEUR Gesamtbezüge davon fix davon variabel
Summe 2.133 1.521 612
Summe Vorjahr 2.610 1.282 1.328

Die gemäß der GRENKE Balanced Scorecard (BSC) maßgeblichen Kriterien entsprechen den für den langfristigen Konzernerfolg und damit für die langfristige Erhöhung des Unternehmenswerts wesentlichen Kennzahlen. Hierzu gehören unter anderem die Entwicklung der Anzahl der Leasingverträge, des Neugeschäfts, der Deckungsbeiträge und des Schadenverlaufs. Das Erreichen der BSC-Kriterien wird quartalsweise nachträglich gemessen und als Erfolgszulage gewährt. Der Aufsichtsrat der GRENKE AG hat mit allen amtierenden Vorstandsmitgliedern eine Phantom-Stock-Vereinbarung abgeschlossen.Der Wert dieser Phantom-Stock-Vereinbarungen betrug zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres 0 TEUR (31. Dezember 2017: 393 TEUR). Auszahlungen im Rahmen dieser Vereinbarungen fielen im Geschäftsjahr in Höhe von 393 TEUR an (Vorjahr: 0 TEUR). Eine neue Vereinbarung wurde mit Frau Leminsky getroffen, deren bisherige Vereinbarung im Vorjahr auslief. Zudem wurde mit Herrn Hirsch eine neue Vereinbarung geschlossen. Beide Vereinbarungen besitzen einen maximal möglichen Wertzuwachs von 450 TEUR bei einer virtuellen Aktienanzahl von 15.000 Stück, bezogen auf die Geschäftsjahre 2018 bis 2020. Die Vereinbarungen mit den Herren Christ und Kindermann beziehen sich auf die Geschäftsjahre 2016 bis 2018. Im Rahmen dieser Vereinbarungen haben die Vorstandsmitglieder für die jeweiligen Geschäftsjahre jeweils einen Zahlungsanspruch (Tranche) in Höhe des Wertzuwachses bei Herrn Christ von 60.000 Stück und bei Herrn Kindermann von 18.000 Stück Aktien der GRENKE AG im Verhältnis zu einem definierten Basiskurs. Dieser entspricht dem arithmetischen Mittel der XETRA-Schlusskurse an sämtlichen Handelstagen vom 1. bis 23. Dezember des jeweiligen Vorjahres. Der Basiskurs für das Geschäftsjahr 2018 beträgt 82,54 EUR. Der Auszahlungsanspruch erdient sich jährlich und ist der Höhe nach begrenzt und unterliegt den gesetzlichen Vorgaben für eine angemessene Vergütung sowie den gesetzlichen Höchstgrenzen für variable Vergütungsbestandteile, insbesondere den Regelungen des Kreditwesengesetzes. Weiterhin ist die maximale Auszahlung aufgrund dieser Vereinbarungen bei Frau Leminsky und Herrn Hirsch auf 450 TEUR, bei Herrn Christ auf 400 TEUR und für Herrn Kindermann auf 150 TEUR für die drei Tranchen (Jahre) begrenzt. Diese maximale Auszahlung gilt für die jeweilige Vereinbarung in ihrer Gesamtheit, das heißt, die drei Tranchen dürfen in Summe den maximalen Auszahlungsbetrag nicht überschreiten. Überschreitet eine Jahrestranche den maximalen Gesamtanspruch und gilt die Vereinbarung noch für weitere Jahre, können künftig keine Ansprüche mehr erworben werden. Die Teilnehmer des Programms sind verpflichtet, den jeweiligen Nettoauszahlungsbetrag in Aktien der GRENKE AG zu investieren. Die Herren Christ und Kindermann sind gemäß ihrer Vereinbarung zudem verpflichtet zusätzliche 25 % zum vorgenannten Nettoauszahlungsbetrages in Aktien der GRENKE AG zu investieren. Die Gesellschaft ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Auszahlung ganz oder teilweise, für eine oder mehrere Tranchen, statt in Geld in Aktien zu erbringen. In diesem Fall entfällt das Eigeninvestment. Die Aktien unterliegen einer Sperrfrist von drei Jahren nach dem Jahr der Auszahlung einer Tranche. Bei den Vereinbarungen mit Herrn Kindermann und Herrn Christ beträgt die Sperrfrist jeweils zwei Jahre nach dem Jahr der Auszahlung einer Tranche. Herr Kindermann hat im Geschäftsjahr 2017 den maximalen Gesamtanspruch bereits erreicht und konnte im Folgejahr keine weiteren Ansprüche aus der Vereinbarung mehr erwerben. Herr Christ hat bisher 243 TEUR des maximalen Gesamtanspruchs aus dieser Vereinbarung erhalten. Aufgrund des Auslaufens der Vereinbarung im Geschäftsjahr 2018 kann er aus dieser Vereinbarung keine weiteren Ansprüche mehr erwerben. Der Aufsichtsrat ist entsprechend der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex berechtigt, den Anspruch auf Auszahlung einer Tranche angemessen zu kürzen oder teilweise oder insgesamt zu widerrufen, wenn und soweit der Wertzuwachs der Aktie oder Wertzuflüsse durch außerordentliche, nicht vorhergesehene Entwicklungen beeinflusst werden. Herr Wolfgang Grenke und seine Familie ("Familie Grenke") haben im Juli 2014 eine Familiengesellschaft unter der Firma Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG, Baden-Baden, gegründet, in welche die Familie Grenke am 17. September 2014 sämtliche von ihnen gehaltenen Aktien an der GRENKE AG, die in einem Poolvertrag gebündelt waren, eingebracht hat. Die Grenke Beteiligung GmbH & Co. KG hält zum Bilanzstichtag an der GRENKE AG insgesamt 18.905.958 Aktien. Dies entspricht einer prozentualen Beteiligung am Grundkapital der GRENKE AG von ca. 40,79 %. Zur Geschäftsführung berechtigt sind die Komplementärin, die Grenke Vermögensverwaltung GmbH, Baden-Baden, deren Geschäftsführer Herr Wolfgang Grenke und Frau Anneliese Grenke. Frau Antje Leminsky ist Vorstand der GRENKE Service AG, Baden-Baden, sowie im Aufsichtsrat der GRENKE BANK AG, Baden-Baden, der Testo SE & Co. KGaA, Lenzkirch, und der Testo Management SE, Lenzkirch. Des Weiteren ist sie Geschäftsführerin der GRENKE digital GmbH, Karlsruhe. Herr Gilles Christ ist im Aufsichtsrat der GRENKE Service AG, Baden-Baden, und Mitglied des Verwaltungsrates der GRENKELEASING AG, Zürich/Schweiz. Des Weiteren ist er Geschäftsführer der GRENKELEASING Sp. Z o.o., Poznan/Polen. Herr Sebastian Hirsch ist im Aufsichtsrat der GRENKE BANK AG, Baden-Baden. Des Weiteren ist er Geschäftsführer der GRENKE digital GmbH, Karlsruhe. Herr Mark Kindermann ist Vorstand der GRENKE LIMITED, Dublin/Irland, sowie Vorstandsvorsitzender bei der GRENKE Service AG, Baden-Baden. Er ist daneben im Aufsichtsrat der Grenkefinance N.V., Vianen/Niederlande, sowie der GRENKE BANK AG, Baden-Baden. Des Weiteren ist er Mitglied des Verwaltungsrates der GRENKELEASING AG, Zürich/Schweiz, und der GRENKEFACTORING AG, Basel/Schweiz.

9.7 ANGABEN ZU MITTEILUNGEN GEMÄSS § 33 ABS. 1 WERTPAPIERHANDELSGESETZ (WPHG)

Im Rahmen unserer Investor-Relations-Arbeit informieren wir umfassend über die Entwicklung im Unternehmen. GRENKE nutzt dabei zur Berichterstattung intensiv auch das Internet; unter https://www.grenke.de/de/investor-relations/grenke-aktie/stimmrechte.html werden die Stimmrechtsmitteilungen, die mitgeteilt worden sind, gemäß § 40 Wertpapierhandelsgesetz publiziert.

Mitgeteilte meldepflichtige Beteiligungen im Geschäftsjahr 2018

Die Universal-Investment GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 08. Oktober 2018 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der GRENKE AG, Baden-Baden, Deutschland, am 1. Oktober 2018 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,73 % (das entspricht 339.829 Stimmrechten) betragen hat.

Die ACATIS Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main, Deutschland, hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 10. Oktober 2018 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtanteil an der GRENKE AG, Baden-Baden, Deutschland, am 1. Oktober 2018 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 4,05 % (das entspricht 1.876.259 Stimmrechten) betragen hat.

9.8 EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag waren nicht zu verzeichnen.

9.9 ERKLÄRUNG NACH § 161 AKTG

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der GRENKE AG haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung abgegeben und den Aktionären auf den Internetseiten des Unternehmens (www.grenke.de/de/investor-relations/corporate-governance/) dauerhaft zugänglich gemacht.

COUNTRY-BY-COUNTRY-REPORTING 2018

VORWORT

Gemäß Artikel 89 der Richtlinie 2013/36/EU (CRD IV), die durch § 26 a KWG in Verbindung mit § 64 r Abs. 15 Satz 1 KWG in deutsches Recht umgesetzt wurde, ist der GRENKE AG Konzern (im Folgenden GRENKE Konzern) verpflichtet, Angaben zu den Firmenbezeichnungen, der Art der Tätigkeit, der geografischen Lage, dem Umsatz, der Anzahl an Lohn- und Gehaltsempfängern in Vollzeitäquivalenten, dem Gewinn oder Verlust vor Steuern, den Steuern auf Gewinn oder Verlust sowie den erhaltenen öffentlichen Beihilfen aufgeschlüsselt nach Ländern offenzulegen.

OFFENLEGUNG

Der GRENKE Konzern legt in diesem Bericht die geforderten Angaben zum 31.12.2018 offen. Er umfasst dabei die erforderlichen Angaben für alle zu diesem Stichtag im Rahmen einer Vollkonsolidierung in den handelsrechtlichen Konsolidierungskreis, der mit dem aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreis identisch ist, einbezogenen Gesellschaften. Die geographische Zuordnung erfolgt auf Basis des juristischen Sitzes der Gesellschaften. Die Führung und das Handeln des GRENKE Konzerns basiert auf den Normen des deutschen Corporate Governance Kodex. Die weiteren Grundsätze einer ordnungsgemäßen Geschäftsführung der Gruppe sind ausführlich im Jahresfinanzbericht dargelegt. Innerhalb des Konzerns wird in diesem Bericht zwischen den Bereichen Leasing, Factoring und Banking/Refinancing unterschieden. Das Segment Leasing bildet dabei das für den GRENKE Konzern bedeutsamste Segment und umfasst sämtliche Vorgänge, die mit der Leasingtätigkeit des Konzerns zusammenhängen. Dies umfasst je nach lokalen Gegebenheiten auch die Vermietung von beweglichen Gütern. Dabei werden gewerblichen Kunden vor allem IT-Produkte wie Drucker, Kopierer und nachrichtentechnische Produkte und Software ab einem Netto-Anschaffungswert von EUR 500 zur entgeltlichen Nutzung überlassen. Der Bereich Factoring beinhaltet klassische Factoringdienstleistungen, also den Ankauf von Forderungen gegen sofortige Zahlung. Der Fokus liegt auf betragsmäßig kleinen Forderungen in den Ländern Deutschland, Schweiz und Italien. Das Segment Banking umfasst zum einen die Aktivitäten der GRENKE BANK AG, die vornehmlich über das Einlagengeschäft und den Forderungsankauf zur Refinanzierung des Konzerngeschäfts beiträgt sowie vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Zusammenarbeit mit Förderbanken Darlehen zur Existenzgründung und Mikrokredite vergibt bzw. abwickelt. Die GRENKE BANK AG betreibt zudem über Niederlassungen in Norwegen eigenes Leasinggeschäft sowie in Italien Factoringgeschäft. Im Bereich Refinancing steht zudem durch Tochterunternehmen sowie ebenfalls aufsichts- und handelsrechtlich konsolidierte Verbriefungsgesellschaften ohne Kapitalbeteiligung eine breite Palette an Refinanzierungsinstrumenten zur Verfügung.# Die Definition des Umsatzes erfolgt anhand der folgenden Größen der Gewinn- und Verlustrechnung nach IFRS: ― Zinsergebnis ohne Schadensergebnis (Wertberichtigung, Risikovorsorge) ― Serviceergebnis ― Neugeschäftsergebnis ― Verwertungsminderergebnis ― Sonstige betriebliche Erträge inkl. konzerninterne Erträge ― Sonstiges Zinsergebnis inkl. konzerninternes Zinsergebnis

1. BERICHTERSTATTUNG

In der folgenden Übersicht sind gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 Punkt 1 KWG alle in- und ausländischen Gesellschaften mit Firmenbezeichnung, Sitz und Art der Tätigkeit aufgeführt.

Land Gesellschaft Unternehmenssitz Art der Tätigkeit/Bereich
EU-Staaten Belgien GRENKE LEASE Sprl Brüssel
Dänemark GRENKELEASING ApS Herlev
Deutschland GRENKE BANK AG Baden-Baden
GRENKEFACTORING GmbH Baden-Baden
GRENKE Investitionen Verwaltungs KGaA Baden-Baden
GRENKE AG Baden-Baden
GRENKE Service AG Baden-Baden
GRENKE digital GmbH Karlsruhe
Europa Leasing GmbH Kieselbronn
Finnland GRENKELEASING Oy Vantaa
Frankreich GRENKE LOCATION SAS Schiltigheim
FCT "GK"-COMPARTMENT "G2" Pantin
FCT "GK"-COMPARTMENT "G3" Pantin
Irland GRENKE LIMITED Dublin
GRENKE FINANCE PLC Dublin
Opusalpha Purchaser II Limited Dublin
Italien GRENKE Locazione S.r.l. Mailand
GRENKE BANK AG Branch Italy Mailand
Kroatien GRENKE Hrvatska d.o.o. Zagreb
Luxemburg GRENKELOCATION SARL Munsbach
Malta GRENKE RENTING LTD. Sliema
Niederlande Grenkefinance N.V. Vianen
Österreich GRENKELEASING GmbH Wien
Polen GRENKELEASING Sp.z.o.o. Posen
Portugal GRENKE RENTING S. A. Lissabon
Rumänien Grenke Renting S.R.L. Bukarest
Schweden GRENKELEASING AB Stockholm
Slowakei GRENKELEASING s.r.o. Bratislava
Slowenien GRENKELEASING d.o.o. Ljubljana
Spanien GRENKE ALQUILER S.L. Barcelona
GRENKE LEASE S.L. Madrid
Tschechische Republik GRENKELEASING s.r.o. Prag
Ungarn GRENKELEASING Magyarország Kft. Budapest
Vereinigtes Königreich Grenke Leasing Ltd Guildford
Drittstaaten Brasilien GC Locação de Equipamentos LTDA São Paulo
GRENKE Locaição de Equipamentos LTDA São Paulo
Vereinigte Arabische Emirate GC Leasing Middle East FZCO Dubai
Jersey Kebnekaise Funding Limited St. Helier
CORAL PURCHASING LIMITED St. Helier
Norwegen GRENKE BANK AG BRANCH NORWAY Lysaker
Schweiz GRENKELEASING AG Zürich
GRENKEFACTORING AG Basel
Türkei GRENKE Kiralama Ltd Sti. Istanbul

Im Weiteren folgen die länderspezifischen Angaben gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 Punkte 2 bis 6 KWG. Die Angaben erfolgen auf Länderbasis nach IFRS-Umstellung und vor konzerninternen Verrechnungen.

Land Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger1in Vollzeitäquivalenten Umsatz (in Mio. Euro) Gewinn oder Verlust vor Steuern (in Mio. Euro) Steuern auf Gewinn oder Verlust (in Mio. Euro)2 Erhaltene öffentliche Beihilfen (in Mio. Euro)
EU-Staaten
Belgien 18 5,5 1,0 0,3 0
Dänemark 27 6,6 -0,4 0,0 0
Deutschland 637 198,2 57,8 13,6 0
Finnland 26 2,4 -1,1 0,2 0
Frankreich 164 40,5 16,7 6,3 0
Irland 46 210,7 83,8 10,4 0
Italien 200 90,0 32,7 -6,2 0
Kroatien 11 0,4 -1,6 -0,3 0
Luxemburg 3 0,4 -0,3 0,0 0
Malta 4 0,4 -0,7 -0,2 0
Niederlande 30 3,4 -0,2 0,0 0
Österreich 24 6,8 0,3 0,3 0
Polen 51 4,0 -1,2 0,0 0
Portugal 48 5,5 -1,6 -0,3 0
Rumänien 19 0,9 -0,5 0,0 0
Schweden 18 3,8 0,5 0,0 0
Slowakei 8 0,9 0,1 0,2 0
Slowenien 9 0,8 -0,6 -0,1 0
Spanien 64 11,3 3,2 1,1 0
Tschechische Republik 9 1,6 0,6 0,1 0
Ungarn 8 0,4 -0,3 0,0 0
Vereinigtes Königreich 55 23,6 9,2 1,8 0
Drittstaaten
Brasilien 26 2,2 -2,0 -3,0 0
Jersey 0 6,2 0,0 0,0 0
Norwegen 2 0,0 -0,1 0,0 0
Schweiz 45 13,4 1,9 0,2 0
Türkei 13 0,5 -1,3 0,0 0
Vereinigte Arabische Emirate 12 1,5 -0,2 0,0 0

1 Ohne Mitarbeiter in Elternzeit oder Mutterschutz und einschließlich Geschäftsleitung und Auszubildende.

2 Angaben inkl. latenter Steuern.

Die Kapitalrendite nach § 26 a KWG Abs. 1 Satz 4 beträgt 2,2 %.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

1. VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS

1.1 PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Konzernabschluss der GRENKE AG und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2018 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der GRENKE AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2018 geprüft. Die nichtfinanzielle Konzernerklärung und die Konzernerklärung zur Unternehmensführung, die in Abschnitt 4 und in Abschnitt 9 im zusammengefasster Lagebericht enthalten sind, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

― entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2018 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2018 und

― vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf die Inhalte der oben genannten nichtfinanziellen Konzernerklärung und der Konzernerklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

1.2 GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

1.3 BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

1.3.1 ERMITTLUNG DER WERTBERICHTIGUNG AUF ZAHLUNGSGESTÖRTE FORDERUNGEN AUS FINANZIERUNGSLEASINGVERTRÄGEN

Zu den auf zahlungsgestörte Forderungen aus Finanzierungsleasingverträgen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Angabe im Konzernanhang in Kapitel 3.18.2 "Ermittlung der Wertberichtigungen auf Leasingforderungen", Kapitel 4.2 "Schadensabwicklung und Risikovorsorge" sowie Kapitel 5.2 "Leasingforderungen".

1.3.1.1 Das Risiko für den Abschluss

Im Konzernabschluss der GRENKE AG werden Forderungen aus Finanzierungsleasingverträgen von EUR 4.704,0 Mio. nach Wertberichtigungen auf Forderungen von EUR 279,5 Mio. ausgewiesen. Die GRENKE AG wendet erstmalig im Geschäftsjahr die Regelungen des IFRS 9 unter Berücksichtigung des Lifetime Expected Losses zur Bewertung von nicht-zahlungsgestörten und zahlungsgestörten Forderungen an. Bei der Ermittlung von Wertberichtigung auf zahlungsgestörte Forderungen aus Finanzierungsleasingverträgen sind von den gesetzlichen Vertretern Ermessensentscheidungen zu treffen. Diese umfassen unter anderem die Auswahl des verwendeten Modells für die Ermittlung der Werterhaltungssätze, die in dem Modell verwendeten Schätzparameter und mögliche Modelanpassungen. Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass die Berechnung der Wertberichtungen auf nicht sachgerechten Schätzparametern und einem ungeeigneten Bewertungsmodell basiert.# 1.3.1.2 Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Basierend auf unserer Risikoeinschätzung und der Beurteilung der Fehlerrisiken haben wir unser Prüfungsurteil im Wesentlichen auf eine Kontrolle sowie umfangreiche aussagebezogene Prüfungshandlungen gestützt. Demzufolge haben wir unter anderem die folgenden Prüfungshandlungen durchgeführt. Wir haben die grundsätzliche Eignung des Bewertungsmodells der GRENKE AG zur Bestimmung von Werterhaltungssätzen sowie die Eignung der in das Modell einfließenden Schätzparameter analysiert. Wir haben dabei untersucht, ob die wesentlichen Schätzparameter in das Modell zur Ermittlung der Werterhaltungssätze auf zahlungsgestörte Forderungen aus Finanzierungsleasingverträgen einbezogen werden. Weiterhin haben wir die wesentlichen in das Modell einfließenden Schätzparameter anhand historischer Daten untersucht und dabei zur Beurteilung der Prognosegenauigkeit der Schätzparameter u.a. die retrospektive Überprüfung der tatsächlich eingetretenen Werterhaltungssätze durch die Gesellschaft nachvollzogen. Bei der Prüfung haben wir unsere Bewertungsspezialisten eingesetzt.

1.3.1.3 Unsere Schlussfolgerungen

Das Bewertungsmodell ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen nach IFRS 9. Die Schätzparameter wurden angemessen abgeleitet.

1.3.2 WERTHALTIGKEIT DER GESCHÄFTS- UND FIRMENWERTE

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Angabe im Konzernanhang in Kapitel 3.8 "Geschäfts- oder Firmenwerte", zu den damit im Zusammenhang stehenden Angaben zu Ermessensausübungen der gesetzlichen Vertreter und zu Quellen von Schätzunsicherheiten auf die Angabe im Konzernanhang in Kapitel 3.18 "Verwendung von Annahmen und Schätzungen" sowie zu den Angaben zum Geschäfts- oder Firmenwert auf die Angabe im Konzernanhang Kapitel 5.7 "Geschäfts- oder Firmenwerte".

1.3.2.1 Das Risiko für den Abschluss

Die Geschäfts- oder Firmenwerte betragen zum 31. Dezember 2018 EUR 106,6 Mio. und stellen mit 1,8 % der Bilanzsumme einen bedeutenden Anteil an den Vermögenswerten dar. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird jährlich auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit überprüft. Im Leasingsegment ist diese gleichbedeutend mit dem Geschäftsumfang, der in den jeweiligen Verkaufsregionen (Ländern) repräsentiert wird, und entspricht in der Regel den rechtlichen Einheiten. Zur Beurteilung der Werthaltigkeit wird der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit verglichen. Liegt der Buchwert über dem erzielbaren Betrag, ergibt sich ein Abwertungsbedarf. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte ist komplex und beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen. Hierzu zählen unter anderem die erwartete Geschäfts- und Ergebnisentwicklung zahlungsmittelgenerierenden Einheit für die nächsten fünf Jahre, die unterstellten langfristigen Wachstumsraten und der verwendete Abzinsungssatz. Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen nicht auf einem sachgerechten Vorgehen sowie auf sachgerechten Annahmen und Parametern beruht.

1.3.2.2 Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir unter anderem die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Berechnungsmethode der Gesellschaft beurteilt. Dazu haben wir die erwartete Geschäfts- und Ergebnisentwicklung sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Wir haben eine Abstimmung der hinterlegten Wachstumsraten mit der von den gesetzlichen Vertretern verabschiedeten Planung je zahlungsmittelgenerierender Einheit vorgenommen. Darüber hinaus haben wir die Konsistenz der Annahmen mit externen Markteinschätzungen beurteilt. Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben. Da sich bereits geringfügige Änderungen des Abzinsungssatzes in wesentlichem Umfang auf die Ergebnisse des Werthaltigkeitstests auswirken können, haben wir für eine bewusste Auswahl an zahlungsmittelgenerierenden Einheiten die dem Abzinsungssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insbesondere den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen. Zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit der verwendeten Bewertungsmodelle haben wir die Berechnungen der Gesellschaft auf Basis risikoorientiert ausgewählter zahlungsmittelgenerierenden Einheiten nachvollzogen.

1.3.2.3 Unsere Schlussfolgerungen

Das der Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- und Firmenwerte zugrunde liegende Vorgehen der Gesellschaft ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden Bewertungsgrundsätzen. Die der Bewertung zugrunde liegenden Annahmen und Parameter der Gesellschaft liegen innerhalb akzeptabler Bandbreiten.

1.3.3 EXISTENZ DER ZINSERTRÄGE AUS DEM LEASINGGESCHÄFT

Zu den für die Leasingerträge relevanten Bilanzierungs-, Ausweis- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Angaben im Konzernanhang in Kapitel 3.3 "Allgemeine Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze - Leasingverhältnisse" sowie in Kapitel 3.16 "Ertragsrealisierung".

1.3.3.1 Das Risiko für den Abschluss

Im Geschäftsjahr 2018 belaufen sich die Zinserträge aus dem Leasinggeschäft auf EUR 319,3 Mio. Voraussetzung für die Realisierung von Zinserträgen aus dem Leasinggeschäft nach IAS 17 ist u. a. dass die Chancen und Risiken aus Finanzierungsleasingverhältnissen im Wesentlichen an die Kunden übertragen worden sind. Grundsätzlich besteht das Risiko für den Abschluss, dass Zinserträge aus dem Leasinggeschäft sowohl bewusst als auch unbewusst bereits ohne das Vorliegen ihrer Realisierungsvoraussetzung im Abschluss ausgewiesen werden, da in der Gesellschaft eingerichtete Kontrollen nicht sachgerecht ausgestaltet sind, sachgerecht ausgestaltete Kontrollen nicht entsprechend ihrer Konzeption durchgeführt bzw. Kontrollen umgangen oder anderweitig außer Kraft gesetzt werden.

1.3.3.2 Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Basierend auf unserer Risikoeinschätzung und der Beurteilung der Fehlerrisiken haben wir unser Prüfungsurteil sowohl auf kontrollbasierte als auch auf aussagebezogene Prüfungshandlungen gestützt. Demzufolge haben wir unter anderem die folgenden Prüfungshandlungen durchgeführt. Hinsichtlich der Existenz der Zinserträge aus dem Leasinggeschäft haben wir zunächst die Ausgestaltung, Einrichtung und Wirksamkeit der internen Kontrollen unter Einbeziehung von IT-Anwendungskontrollen in Bezug auf die Auftragsannahme, die Übergabe des Leasing- bzw. Mietkaufgegenstandes an die Kunden und die Faktura sowie insbesondere Kontrollen im Rahmen der Festlegung und Überprüfung des korrekten bzw. tatsächlichen Zeitpunkts der Leistungserbringung bzw. der Übertragung der Chancen und Risiken beurteilt. Zudem haben wir beurteilt inwiefern implementierte Kontrollen in Bezug auf die Vertragsanbahnung und Ertragsrealisation durch das Management außer Kraft gesetzt werden können. Hierzu haben wir die Abschlussprüfer der konsolidierten Tochtergesellschaften ebenfalls eingebunden. Darüber hinaus haben wir im Rahmen aussagebezogener Prüfungshandlungen insbesondere die Erfassung der Zinserträge aus dem Leasinggeschäft durch den Abgleich der Rechnungstellung mit den zugehörigen Bestellungen und Übernahmeprotokollen der Kunden, externen Liefernachweisen und Zahlungseingängen beurteilt. Grundlage dafür war eine Stichprobe aus Ertragsbuchungen aus dem Leasinggeschäft , die in einem von uns definierten Zeitraum vor dem Abschlussstichtag erfasst wurden. Zusätzlich haben wir manuelle Ertragsbuchungen aus dem Leasinggeschäft in einem ebenfalls von uns definiertem Zeitraum vor dem Abschlussstichtag nach geeigneten Kriterien (z. B. Nutzer, Buchungszeitpunkte, etc) zur Identifikation auffälliger Buchungen analysiert. Des Weiteren wurde eine Analyse aller neuabgeschlossenen Verträge vorgenommen, die nach ihrem Inkraftsetzen unmittelbar in die Zahlungsüberfälligkeit geraten sind, und untersucht, ob der Mahn- bzw. Inkassoprozess ausgesetzt wurde. Außerdem wurden die Stornierungsbuchungen von Ertragsbuchungen aus dem Leasinggeschäft nach dem Stichtag auf ungewöhnliche Sachverhalte untersucht.

1.3.3.3 Unsere Schlussfolgerungen

Die in der Gesellschaft eingerichteten Kontrollen zur Sicherstellung einer Realisierung von der Zinserträge aus dem Leasinggeschäft sind im Einklang mit den Rechnungslegungsgrundsätzen, sachgerecht ausgestaltet und wirksam.

1.3.4 SONSTIGE INFORMATIONEN

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
― die nichtfinanzielle Konzernerklärung und die Konzernerklärung zur Unternehmensführung und
― die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
― wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
― anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.# 1.4 VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

1.5 VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus
* identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher -beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
* gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
* beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
* ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
* beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
* holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
* beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
* führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

1.6 SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

1.6.1 ÜBRIGE ANGABEN GEMÄSS ARTIKEL 10 EU-APRVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 3. Mai 2018 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 10. Oktober 2018 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2018 als Konzernabschlussprüfer der GRENKE AG tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.# 1.7 VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Christian Bauer. Frankfurt am Main, 6. Februar 2019 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gez. Bauer, Wirtschaftsprüfer gez. Gallert, Wirtschaftsprüfer

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Baden-Baden, den 6. Februar 2019
Antje Leminsky, Vorstandsvorsitzende
Gilles Christ, Vorstand
Sebastian Hirsch, Vorstand
Mark Kindermann, Vorstand

2018 // JAHRESABSCHLUSS DER GRENKE AG (HGB)

Der Lagebericht der GRENKE AG und der Konzernlagebericht sind zusammengefasst und im Geschäftsbericht 2018 veröffentlicht. Der Jahresabschluss und der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht der GRENKE AG für das Geschäftsjahr 2018 werden im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2018 bis 31.12.2018 DER GRENKE AG

EUR 2018 2017
1. Leasingerträge 613.485.820,50 559.626.945,47
2. Leasingaufwendungen 443.391.471,42 410.349.178,77
3. Zinserträge aus 7.480.125,63 7.169.560,15
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 7.480.125,63 7.169.560,15
darunter: Negative Zinsen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften 343.840,71 204.686,26
4. Zinsaufwendungen 13.713.298,56 12.022.117,42
darunter Positive Zinsen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften 343.840,71 204.686,26
5. Laufende Erträge aus 46.000.000,00 0,00
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 46.000.000,00 0,00
6. Erträge aus Gewinnabfühungsverträgen 10.305.721,36 13.384.665,18
7. Provisionsaufwendungen 8.382.596,99 6.503.983,91
8. Sonstige betriebliche Erträge 47.953.701,40 85.864.233,47
9. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 87.222.413,80 71.620.808,68
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 27.018.309,61 26.157.011,83
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für 4.327.958,78 3.958.820,66
Unterstützung, darunter: für Altersversorgung 95.849,71 EUR
(Vorjahr: 99.232,52 EUR)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 55.876.145,41 41.504.976,19
10. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und 128.059.539,52 111.098.905,92
Sachanlagen
a) auf Leasingvermögen 122.868.858,10
b) auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen 5.190.681,42
11. Sonstige betriebliche Aufwendungen 378.194,75 268.866,01
12. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte 7.910.556,47 8.187.624,53
Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an 3.959.000,00 0,00
verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere
14. Aufwendungen aus Verlustübernahme 1.071.840,42 87.362,14
15. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 31.136.456,96 45.906.556,89
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 297.865,34 11.039.137,74
17. Sonstige Steuern 352.890,76 74.121,57
18. Jahresüberschuss 30.485.700,86 34.793.297,58
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 12.562.200,85 8.788.074,67
20. Bilanzgewinn 43.047.901,71 43.581.372,25

Jahresbilanz zum 31.12.2018 DER GRENKE AG

EUR 31.12.2018 31.12.2017
1. Barreserve 145.000.062,56 90.000.590,11
a) Kassenbestand 62,56 590,11
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken
darunter: bei der Deutschen Bundesbank EUR 145.000.000,00 90.000.000,00
(Vorjahr: 90.000.000,00 EUR)
2. Forderungen an Kreditinstitute 71.475.967,92 81.388.328,83
a) täglich fällig 21.475.967,92 31.388.328,83
b) andere Forderungen 50.000.000,00 50.000.000,00
3. Forderungen an Kunden 42.766.729,04 46.700.579,77
4. Anteile an verbundenen Unternehmen 468.098.077,79 373.043.632,72
a) an Kreditinstitute 166.272.355,82 126.272.355,82
b) an Finanzdienstleistungsinstitute 27.115.089,71 27.115.089,71
c) Übrige 274.710.632,26 219.656.187,19
5. Leasingvermögen 389.441.766,36 320.806.068,25
6. Immaterielle Anlagewerte 2.202.307,00 1.664.307,00
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche 2.202.307,00 1.664.307,00
Schutzrechte und Werte sowie Lizenzen an solchen
Rechten und Werten
7. Sachanlagen 21.563.813,87 22.775.315,81
8. Sonstige Vermögensgegenstände 37.692.335,46 28.542.956,71
9. Rechnungsabgrenzungsposten 20.796.275,15 17.241.513,83
Summe der Aktiva 1.199.037.335,15 982.163.293,03
EUR 31.12.2018 31.12.2017
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 19.390,66 9.538,80
a) täglich fällig 19.390,66 9.538,80
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 0,00 0,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 34.892.589,98 38.301.403,67
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 2.198.261,57 1.703.931,01
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
darunter: gegenüber Finanzdienstleistungsinstituten: EUR 32.694.328,41 32.694.328,41 36.597.472,66
(Vorjahr: EUR 36.597.472,66)
3. Sonstige Verbindlichkeiten 172.483.386,76 192.111.230,25
4. Rechnungsabgrenzungsposten 383.263.166,92 333.447.581,61
5. Rückstellungen 11.539.444,48 20.920.679,81
b) Steuerrückstellungen 6.887.561,48 14.261.902,00
c) andere Rückstellungen 4.651.883,00 6.658.777,81
6. Nachrangige Verbindlichkeiten 125.000.000,00 125.000.000,00
7. Eigenkapital 471.839.356,35 272.372.858,89
a) Gezeichnetes Kapital 46.353.918,00 44.313.102,00
b) Kapitalrücklage 295.335.739,21 97.376.587,21
c) Gewinnrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 5.089,87 5.089,87
cc) satzungsmäßige Rücklagen 48.353,78 48.353,78
cd) andere Gewinnrücklagen 87.048.353,78 87.048.353,78
d) Bilanzgewinn 43.047.901,71 43.581.372,25
Summe der Passiva 1.199.037.335,15 982.163.293,03
EUR 31.12.2018 31.12.2017
1. Eventualverbindlichkeiten
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungs- 7.560.139.215,94 4.669.714.850,36
verpflichtungen

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS

EUR Software Lizenzen Anzahlungen auf Software Immaterielle Anlagewerte Grundstücke und Bauten Anlagen im Bau Betriebs- und Geschäftsausstattung
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2018 6.269.568,08 0,00 6.269.568,08 23.919.678,14 0,00 18.261.274,12
Zugänge 1.637.461,68 59.920,00 1.697.381,68 0,00 0,00 2.953.479,80
Abgänge 5.191,56 0,00 5.191,56 0,00 0,00 442.696,69
Umbuchungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Umbuchungen UV 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand 31.12.2018 7.901.838,20 59.920,00 7.961.758,20 23.919.678,14 0,00 20.772.057,23
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2018 4.605.261,08 0,00 4.605.261,08 7.621.386,33 0,00 11.784.250,12
Zugänge 1.154.623,68 0,00 1.154.623,68 695.930,94 0,00 3.340.126,80
Zuschreibungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 313.772,69
Abgänge 433,56 0,00 433,56 0,00 0,00 0,00
Umbuchungen UV 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand 31.12.2018 5.759.451,20 0,00 5.759.451,20 8.317.317,27 0,00 14.810.604,23
Buchwerte
Stand 31.12.2018 2.142.387,00 59.920,00 2.202.307,00 15.602.360,87 0,00 5.961.453,00
Stand 31.12.2017 1.664.307,00 0,00 1.664.307,00 16.298.291,81 0,00 6.477.024,00
EUR Sachanlagen Leasingvermögen Anteile an verbundenen Unternehmen Finanzanlagen
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2018 42.180.952,26 519.268.353,14 375.012.217,79 375.012.217,79
Zugänge 2.953.479,80 209.671.883,16 99.013.445,07 99.013.445,07
Abgänge 442.696,69 0,00 0,00 0,00
Umbuchungen 0,00 94.626.614,47 0,00 0,00
Umbuchungen UV 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand 31.12.2018 44.691.735,37 634.313.621,83 474.025.662,86 474.025.662,86
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2018 19.405.636,45 198.462.284,89 1.968.585,07 1.968.585,07
Zugänge 4.036.057,74 122.868.858,10 3.959.000,00 3.959.000,00
Zuschreibungen 313.772,69 0,00 0,00 0,00
Abgänge 0,00 0,00 0,00 0,00
Umbuchungen UV 0,00 76.459.287,52 0,00 0,00
Stand 31.12.2018 23.127.921,50 244.871.855,47 5.927.585,07 5.927.585,07
Buchwerte
Stand 31.12.2018 21.563.813,87 389.441.766,36 468.098.077,79 468.098.077,79
Stand 31.12.2017 22.775.315,81 320.806.068,25 373.043.632,72 373.043.632,72

Anhang zum ABSCHLUSS für das Geschäftsjahr 2018 DER GRENKE AG

1. ALLGEMEINE HINWEISE

Die GRENKE AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Baden-Baden, Neuer Markt 2, Deutschland. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Mannheim im Handelsregister, Abteilung B, unter der Nummer 201836 eingetragen. Die GRENKE AG ist oberstes Mutterunternehmen des GRENKE AG Konzerns (im Folgenden "GRENKE Konzern" genannt). Die GRENKE AG ist ein börsennotiertes Mutterunternehmen, das einen organisierten Markt i. S. d. § 2 (5) WpHG in Anspruch nimmt. Der Jahresabschluss der GRENKE AG zum 31. Dezember 2018 ist in Übereinstimmung mit den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) in Verbindung mit der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) aufgestellt worden.# Der Jahresabschluss besteht aus der Jahresbilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie einem Anhang. Darüber hinaus wurde ein Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns gemäß § 315 Abs. 5 in Verbindung mit § 298 Abs. 2 sowie § 289 HGB und § 340 a HGB aufgestellt. Aufgrund der Anwendung der RechKredV erfolgt der Ausweis in den vorgeschriebenen Formblättern (§ 2 RechKredV).

2. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Vermögensgegenstände und Schulden sind nach den Vorschriften der §§ 252 ff. HGB und ergänzend nach denjenigen der §§ 340 ff. HGB bewertet.

Die Barreserve und die Forderungen an Kreditinstitute werden zum Nennwert angesetzt.

Die Kundenforderungen sind zum Nennwert abzüglich angemessener Wertberichtigungen, die Forderungen aus Mietkaufverträgen sind mit dem Barwert angesetzt.

Die Barwertberechnung der Mietkaufforderungen erfolgt mit dem internen Zinsfuß, der dem jeweiligen Mietkaufvertrag zugrunde liegt.

Die Höhe der erforderlichen Wertberichtigung bei Leasingforderungen sowie bei Mietkaufforderungen wird jeweils anhand von Prozentsätzen und Bearbeitungsklassen ermittelt.

Die Ermittlung der Prozentsätze erfolgt mit statistischen Verfahren. Die Sätze werden einmal jährlich auf ihre Gültigkeit geprüft und bei Bedarf angepasst.

Seit März 1995 wird zum Ende jeden Monats - gleichzeitig mit den monatlichen Einzügen - zu jedem Leasingvertrag der jeweils aktuelle Bearbeitungsstand abgelegt. Die Bearbeitungsstände sind in Bearbeitungsstands-Klassen (BA-Klassen) zusammengefasst, die unter Risikogesichtspunkten gebildet wurden. Diese BA-Klassen sind:

scroll
| BA-Klasse | Bezeichnung |
| :-------- | :-------------------------------------------------------------------------------------- |
| 0 | Laufender Vertrag ohne Rückstand |
| 1 | Laufender Vertrag mit Rückstand |
| 2 | Gekündigter Vertrag mit bedienter Teilzahlungsvereinbarung |
| 3 | Gekündigter Vertrag (gerade gekündigt oder Mahnbescheid beantragt) |
| 4 | Klageverfahren (unmittelbar oder nach Widerspruch zum Mahnbescheid) |
| 5 | Pfändungsauftrag erteilt/Inkassobüro beauftragt |
| 6 | Eidesstattliche Versicherung (beantragt oder abgegeben) und beantragtes, nicht abgeschlossenes Insolvenzverfahren |
| 7 | Ausgebucht |
| 8 | In Abwicklung (ungekündigt) |
| 9 | Erledigt (vollständig bezahlt) |

Der Erwerb der Anteile an verbundenen Unternehmen wurde zu Anschaffungskosten inkl. Anschaffungsnebenkosten als Finanzanlagen aktiviert. Sofern eine voraussichtlich dauerhafte Wertminderung vorliegt, wird der Beteiligungsbuchwert auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben. Die Ermittlung des beizulegenden Werts erfolgt auf Basis der aktuellen Unternehmensplanung, die auf von der Unternehmensleitung für einen Zeitraum von fünf Jahren genehmigten Finanzplänen basiert.

Zugänge von Leasinggegenständen im Leasingvermögen werden mit den Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten aktiviert. Die Bilanzierung erfolgt zu den fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von vorgenommenen Abschreibungen.

Leasinggegenstände aus Verträgen, die im Rahmen von Kooperationen mit Förderbanken abgeschlossen werden, werden linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Bei Leasinggegenständen, die von der Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA zurückerworben werden, wird eine lineare Abschreibung über die Vertragslaufzeit auf den individuellen kalkulierten Restwert vorgenommen.

Bei den Leasinggegenständen aus Verträgen, die im Rahmen von Kooperationen mit Förderbanken abgeschlossen werden, wird bei in naher Zukunft auslaufenden Verträgen der zum Stichtag ausgewiesene handelsrechtliche Buchwert der zugrunde liegenden Leasinggegenstände mit den abgezinsten Restzahlungen (IFRS-Barwert der Forderung) aus dem jeweiligen Vertrag verglichen. Falls der IFRS-Wert geringer ist als der Buchwert, wird auf diesen eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte werden mit ihren Anschaffungskosten aktiviert. Die Anschaffungskosten werden nach der linearen Methode entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die Grundstücke und Gebäude werden mit ihren Anschaffungskosten zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten aktiviert. Das Bürogebäude wird nach der linearen Methode entsprechend der Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die Zugänge der Betriebs- und Geschäftsausstattung werden mit ihren Anschaffungskosten aktiviert. Die Anschaffungskosten der Zugänge ab dem 1. Januar 2000 werden nach der linearen Methode, entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, abgeschrieben.

Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden die Leasinggegenstände ausgewiesen, bei denen die Vertragslaufzeit beendet ist. Mit Vertragsablauf werden die Objekte in "Leasinggegenstände in Verwertung" mit ihrem Restbuchwert umgegliedert.

Bei Verträgen, die im Rahmen von Kooperationen mit Förderbanken abgeschlossen werden, werden die Leasinggegenstände bei Umbuchung, falls der Restbuchwert größer 12,5 % der historischen Anschaffungskosten ist, zunächst auf 12,5 % der historischen Anschaffungskosten wertberichtigt, was dem durchschnittlich zu erwartenden Erlös entspricht.

Nachdem ein Leasinggegenstand außerplanmäßig abgeschrieben wurde, wird er, ausgehend vom neuen Buchwert, weiter planmäßig bis auf null abgeschrieben.

Bei Leasingverträgen, die aufgrund eines Zahlungsrückstands gekündigt wurden und für die daher eine Schadensersatzforderung eingebucht wurde, wird der Leasinggegenstand vollständig abgeschrieben.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind mit ihren Nennwerten bzw. niedrigeren Marktwerten angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben ausgewiesen, die vor dem Abschlussstichtag entstanden sind und einen Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Soweit der Rückzahlungsbetrag einer Verbindlichkeit höher ist als der Ausgabebetrag, wird der Unterschiedsbetrag in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten aufgenommen und durch planmäßige jährliche Abschreibung getilgt.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt. Die in den nachrangigen Verbindlichkeiten enthaltenen Hybridanleihen sind mit ihrem Erfüllungsbetrag bzw. Nominalbetrag angesetzt.

Die abgegrenzten Zinsaufwendungen werden auf Basis der erwarteten Zinszahlungen in der Position sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten wurden die erhaltenen Erlöse aus der Finanzierung der Mietraten über die GRENKE BANK AG erfolgsneutral zugeführt. Zugänge ab dem Geschäftsjahr 2009 werden annuitätisch über die Laufzeit der zugrunde liegenden Leasingverträge erfolgswirksam aufgelöst. Davor erfolgte die Auflösung linear.

Weiterhin werden in diesem Posten die von der Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA erhaltenen Umlagen für die Bonitätsrisiken abgegrenzt. Die Auflösung erfolgt linear über die vereinbarte Vertragslaufzeit

Hierunter wird zudem das Agio des begebenen Schuldscheindarlehens ausgewiesen, welches über die Laufzeit bis zum 31. März 2021 aufgelöst wird.

Bei der Bildung der Steuerrückstellungen und der anderen Rückstellungen ist den erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten angemessen Rechnung getragen. Alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften wurden berücksichtigt. Sie sind in Höhe des Erfüllungsbetrags bemessen, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als 12 Monaten werden mit einem Zinssatz von 5,5% abgezinst.

Aufgrund der unterschiedlichen steuerrechtlichen und handelsrechtlichen Bewertung einzelner Bilanzpositionen ergeben sich latente Steuern. Die GRENKE AG als Organträgerin weist auch eventuelle latente Steuern ihrer Organgesellschaften Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA, GRENKE Service AG, GRENKEFACTORING GmbH sowie der GRENKE BANK AG und der GRENKE digital GmbH im Rahmen der körperschaftsteuerlichen und gewerbesteuerlichen Organschaft aus.

Forderungen bzw. Verbindlichkeiten, die auf fremde Währung lauten oder ursprünglich auf fremde Währung lauteten, werden gemäß § 256 a HGB i. V m. § 340 h HGB umgerechnet. Wie im Vorjahr wird vom Wahlrecht der Überkreuzkompensation gemäß § 340 f Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht.

Negative Zinsen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position Zinserträge als Davon Vermerk ausgewiesen.

3. ERLÄUTERUNGEN ZUR JAHRESBILANZ

3.1 BARRESERVE

Die Barreserve besteht zum überwiegenden Teil aus dem Guthaben bei der Deutschen Bundesbank (145.000 TEUR; Vorjahr: 90.000 TEUR). Hintergrund ist die Einhaltung der LCR-Kennziffer (Mindestliquiditätsquote) auf Gruppenebene.

3.2 FORDERUNGEN AN KREDIT INSTITUTE

Neben den laufenden Geschäftskonten in Höhe von 9.594 TEUR (Vorjahr: 21.006 TEUR) wird in dieser Position ein Verrechnungskonto gegenüber dem verbundenen Unternehmen GRENKE BANK AG, Baden-Baden (11.882 TEUR; Vorjahr: 10.382 TEUR), sowie die Forderung aus Schuldscheindarlehen an die GRENKE BANK AG in Höhe von 50.000 TEUR (Vorjahr: 50.000 TEUR) ausgewiesen.

3.3 FORDERUNGEN AN KUNDEN

Die in den Forderungen an Kunden enthaltenen Mietkaufforderungen in Höhe von 35.257 TEUR (Vorjahr: 39.691 TEUR) sind zum Barwert der künftigen Mietkaufraten angesetzt. Die Barwertberechnung der Mietkaufforderungen erfolgte mit dem internen Zinsfuß, der dem jeweiligen Mietkaufvertrag zugrunde liegt.

Des Weiteren sind Forderungen gegen Leasingnehmer in Höhe von 34.714 TEUR (Vorjahr: 34.712 TEUR) enthalten, die Forderungen aus Schadensersatz, Rückstände aus Leasingraten, Bearbeitungsgebühren, Versicherungsbeiträge, Verwertungserlöse und weiterbelastete Kosten (Anwalts-, Gerichts- und Sicherstellungskosten) betreffen.

Weiterhin sind Forderungen an Händler und Dritte in Höhe von 1.036 TEUR (Vorjahr: 888 TEUR) enthalten.

Die Gesamtforderungen sind um Wertberichtigungen in Höhe von 28.241 TEUR (Vorjahr: 28.591 TEUR) gekürzt.```markdown
scroll TEUR Gesamtbetrag Bis 3 Monate >3 Monate bis 1 Jahr >1 Jahr bis 5 Jahre Über 5 Jahre
Forderungen an Kunden 42.767 11.569 10.357 20.433 408
(Vorjahr) 46.700 11.460 11.946 22.720 574

3.4 ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Die GRENKE AG ist zum Bilanzstichtag an nachfolgenden Gesellschaften mittelbar oder unmittelbar beteiligt. Die wesentlichen Beteiligungen stellen sich wie folgt dar:

scroll Beteiligung Quote % Eigenkapital 31.12.2018 EUR Jahresergebnis 2018 EUR
an Kreditinstituten
GRENKE BANK AG, Baden-Baden 100 170.265.010,76 0,00
an Finanzdienstleistungsinstituten
Grenke Investitionen Verwaltungs Kommanditgesellschaft auf Aktien, Baden-Baden
100 780.828,96 0,00
GRENKEFACTORING GmbH, Baden-Baden 100 1.513.662,71 0,00
Europa Leasing GmbH, Kieselbronn
100 11.199.446,01 0,00
Sonstige
GRENKE Service AG, Baden-Baden 100 1.533.701,63 0,00
GRENKE digital GmbH, Karlsruhe
100 3.012.382,00 0,00
GRENKE LOCATION SAS, Schiltigheim/Frankreich 100 16.982.654,29 10.438.050,05
GRENKELEASING AG, Zürich/Schweiz 100 26.973.757,33 2.602.128,21
GRENKELEASING GmbH, Wien/Österreich 100 3.469.715,31 16.967,15
GRENKE ALQUILER S.L., Barcelona/Spanien 100 3.279.164,55 703.610,50
GRENKE Locazione S.r.l., Mailand/Italien 100 139.250.975,10 34.853.551,36
Grenkefinance N.V., Vianen/Niederlande 100 2.895.483,70 -217.209,40
GRENKELEASING ApS, Herlev/Dänemark 100 1.026.355,04 -322.896,35
GRENKE LIMITED, Dublin/Irland 100 16.972.341,74 3.478.248,01
GRENKE FINANCE PLC, Dublin/Irland 100 321.881.938,53 69.943.027,13
GRENKELEASING AB, Stockholm/Schweden 100 4.757.701,91 3.077,20
GRENKE LEASE Sprl, Brüssel/Belgien 100 6.326.145,10 756.279,88
Grenke Leasing Ltd., Guildford/Großbritannien 100 33.377.656,18 7.452.813,63
GRENKELEASING Sp.z o.o., Posen/Polen 100 4.424.695,69 -1.269.854,79
Grenke Renting S.R.L., Bukarest/Rumänien 100 732.911,72 -481.220,68
GRENKE RENTING S.A., Lissabon/Portugal 100 744.502,40 -1.289.395,12
GRENKE RENT S.L., Madrid/Spanien 100 3.787.868,48 1.466.592,22
GRENKELEASING Oy, Vantaa/Finnland 100 -1.897.762,65 -1.345.630,72
GRENKEFACTORING AG, Basel/Schweiz 100 1.866.502,79 -834.281,68
GRENKELEASING d.o.o., Ljubljana/Slowenien 100 1.283.914,90 -512.755,53
GRENKE Kiralama Ltd. Sti., Istanbul/Türkei 100 2.870.446,00 -1.276.274,67
GRENKE Renting Ltd., Sliema/Malta 100 1.808.788,74 -501.582,47
GC Locaição de Equipamentos LTDA, São Paulo/Brasilien 100 7.551.869,11 -1.974.565,75
GRENKE Hrvatska d.o.o., Zagreb/Kroatien 100 8.743.570,27 -1.326.183,26
GC Leasing Middle East FZCO, Dubai/UAE
100 -878.934,10 -229.515,61
FCT "GK"-COMPARTMENT ,G2", Partin/Frankreich 100 300,00 0,00

  • Nach Ergebnisabführung
    ** Unternehmensakquisition im Geschäftsjahr 2018

Die Angabe der Werte der Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute sowie der GRENKE Service AG erfolgte auf Basis der Einzelabschlüsse nach HGB. Bei den verbleibenden Beteiligungen beziehen sich die Angaben gemäß der Konzernzahlen nach IFRS vor Konsolidierung.

Die GRENKE AG hat zum 01. April 2018 Beherrschung über die Anteile an der GRENKE Hrvatska s.o.o. (vormals GC Renting Croatoa d.o.o.,) Zagreb/Kroatien erlangt. Der Kaufvertrag der 100 % kapital- und stimmberechtigten Anteile wurde am 14. März 2018 abgeschlossen.

Die GRENKE AG hat zum 01. April 2018 Beherrschung über die Anteile an der GC Leasing Middle East FZCO, Dubai/UAE erlangt. Der Kaufvertrag der 100% kapital- und stimmberechtigten Anteile wurde am 14. März 2018 abgeschlossen.

3.5 SACHANLAGEN

Bezüglich der Entwicklung und Gliederung des Anlagevermögens wird auf den in der Anlage zum Anhang dargestellten Anlagenspiegel verwiesen.

3.5.1 BETRIEBS- UND GESCHÄFTSAUSSTATTUNG

Es handelt sich um die Ausstattung der Vertriebs- und Verwaltungsräume.

3.6 LEASINGVERMÖGEN

Unter den Leasinggegenständen werden zum einen Objekte aus laufenden Leasingverträgen ausgewiesen, die ursprünglich im Rahmen des Doppelstockmodells refinanziert wurden und bei der Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA aktiviert waren. Im Geschäftsjahr 2018 hat die GRENKE AG in mehreren Tranchen Leasingobjekte zurückgekauft. Diese wurden im Anschluss über die GRENKE BANK AG refinanziert. Der von der Gesellschaft an die Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA entrichtete Rückkaufpreis für die Objekte entspricht dem Barwert der ausstehenden Raten der entsprechenden Leasingverträge abzüglich des Barwerts der von der Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA ersparten zukünftigen Verwaltungsgebühr. Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft Leasinggegenstände in Höhe von 27.902 TEUR (Vorjahr: 27.000 TEUR) von Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA zurückerworben. Des Weiteren werden unter den Leasinggegenständen Objekte aus Verträgen ausgewiesen, welche im Rahmen von Kooperationen mit Förderbanken abgeschlossen werden. Im Berichtsjahr hat die GRENKE AG Leasinggegenstände im Rahmen dieser Kooperationen in Höhe von 181.770 TEUR (Vorjahr: 151.626 TEUR) erworben. Im Geschäftsjahr 2018 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf den IFRS-Barwert der Forderungen in Höhe von 4.979 TEUR (Vorjahr: 4.211 TEUR) vorgenommen. Das Leasingvermögen dient zum Bilanzstichtag als Sicherheit für verkaufte Leasingforderungen mit einem Buchwert von 310.994 TEUR (Vorjahr: 252.478 TEUR).

3.7 IMMATERIELLE ANLAGEWERTE

Unter den immateriellen Anlagewerten werden entgeltlich erworbene Software-Lizenzen ausgewiesen.

3.8 SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

3.8.1 LEASINGVERMÖGEN IN VERWERTUNG

Auf die Leasinggegenstände in Verwertung (234 TEUR; Vorjahr: 660 TEUR) wurden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert gemäß § 253 Abs. 2 HGB durchgeführt. Diese beinhalten zum einen die Wertminderungen für die Dauer zwischen Umgliederung des Leasinggegenstandes bis zum Zeitpunkt des tatsächlichen Verkaufs in Höhe von 333 TEUR (Vorjahr: 340 TEUR), und zum anderen wurden Wertberichtigungen bei gekündigten Leasingverträgen in Höhe von 1.312 TEUR (Vorjahr: 1.901 TEUR) vorgenommen. Bei Verträgen, die aufgrund von Kooperationen mit Förderbanken abgeschlossen wurden, wurde zusätzlich eine außerplanmäßige Abschreibung auf 12,5 % der historischen Anschaffungskosten in Höhe von 5.869 TEUR (Vorjahr: 3.563 TEUR) vorgenommen.

3.8.2 FORDERUNGEN GEGEN VERBUNDENE UNTERNEHMEN

Die Forderungen bestehen gegen andere Konzernunternehmen aufgrund von Verrechnungskonten (30.975 TEUR; Vorjahr: 21.188 TEUR). Darin enthalten sind Forderungen aus dem Ergebnisabführungsvertrag gegen die Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA in Höhe von 726 TEUR (Vorjahr: 6.154 TEUR). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren teilweise aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft der Gesellschaft und sind insofern den Forderungen an Kunden mit zugehörig. Eine Trennung des Saldos ist aufgrund der fortlaufenden Verrechnung unter den verbundenen Unternehmen nicht möglich.

3.8.3 WEITERE SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

Bei den übrigen sonstigen Vermögensgegenständen (6.484 TEUR; Vorjahr: 6.695 TEUR) handelt es sich im Wesentlichen um Steuerforderungen an Finanzbehörden (2.193 TEUR; Vorjahr: 2.732 TEUR). Darüber hinaus sind Forderungen aus Verrechnungskonten gegen Franchiseunternehmen in Höhe von 359 TEUR (Vorjahr: 392 TEUR), Erstattungsansprüche gegen Versicherer (87 TEUR; Vorjahr: 128 TEUR), debitorische Kreditoren (89 TEUR; Vorjahr: 111 TEUR) und übrige Forderungen (332 TEUR; Vorjahr: 205 TEUR). An Händler und sonstige Lieferanten geleistete Anzahlungen belaufen sich auf 3.424 TEUR (Vorjahr: 3.127 TEUR).

3.9 AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

Der Ausweis beinhaltet im Voraus verausgabte Kosten für Wartung, Dienstleistungen, Versicherungen (1.287 TEUR; Vorjahr: 1.486 TEUR), entrichtete Beiträge für kulturelle Einrichtungen (4 TEUR; Vorjahr: 3 TEUR) sowie Kfz-Steuer (10 TEUR; Vorjahr: 15 TEUR). Die im Rahmen der Refinanzierung mit der GRENKE BANK AG vom Kaufpreis einbehaltenen Delkredere-Abschläge belaufen sich auf 12.394 TEUR (Vorjahr: 10.025 TEUR). Im Rahmen der Kooperation mit der NRW-Bank, der Thüringer Aufbaubank (TAB), der Investitionsbank Berlin (IBB), der Förderbank Bayern (LfA), der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) sowie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an Leasingnehmer ausbezahlte Förderbeträge werden dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten zugeführt und über die Laufzeit des jeweiligen Leasingvertrags aufgelöst (5.503 TEUR; Vorjahr: 3.898 TEUR). Die für die Übernahme von Leasingbürgschaften bezahlten Gebühren in Höhe von 19 TEUR (Vorjahr: 31 TEUR) werden über die Laufzeit des jeweiligen Leasingvertrags aufwandswirksam verteilt. Die im Rahmen der Ausgabe der Hybrid-Anleihen auszuweisenden Disagios weisen zum Bilanzstichtag einen Saldo in Höhe von 1.046 TEUR (Vorjahr: 1.328 TEUR) aus. Die Auflösung erfolgt bis zum Zeitpunkt der erstmöglichen Kündigung zum 31. März 2021, für die in 2017 begebene Hybrid-Anleihe erfolgt die Auflösung entsprechend bis zum 31. März 2023. Das Agio für das von der GRENKE BANK AG begebene Schuldscheindarlehen in Höhe von 20.000 TEUR weist einen Saldo von 315 TEUR aus.

3.10 AKTIVE LATENTE STEUERN

Für vorübergehende Unterschiede zwischen dem zu versteuernden Ergebnis und dem Handelsbilanzergebnis wird eine Steuerabgrenzung durchgeführt. Diese latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Bewertung des Leasingvermögens in der Gesellschaft (837 TEUR) sowie der im passiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesenen forfaitierten Beträge (10.328 TEUR; davon 6.708 TEUR in der Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA). Der für die Berechnung verwendete Steuersatz beträgt 30,34 %. Nach Verrechnung mit den passiven latenten Steuern ergibt sich insgesamt eine Steuerentlastung. Auf den Ausweis von aktiven latenten Steuern in Höhe von 3.693 TEUR wird gemäß § 274 (1) Satz 2 HGB verzichtet.
```# 3.11 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN

Gesamtbetrag Bis 3 Monate >3 Monate bis 1 Jahr >1 Jahr bis 5 Jahre Über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 19 19 0 0 0
(Vorjahr) 8 8 0 0 0

3.12 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KUNDEN

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden handelt es sich im Wesentlichen um die Mietkaufverbindlichkeiten gegenüber den verbundenen Unternehmen Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA (32.694 TEUR; Vorjahr: 36.597 TEUR). Weiterhin werden in dieser Position die Verbindlichkeiten gegenüber Händlern und Vermittlern in Höhe von 1.586 TEUR (Vorjahr: 1.176 TEUR), Verbindlichkeiten gegenüber Leasingnehmer von 65 TEUR (Vorjahr: 97 TEUR), die kreditorischen Debitoren (491 TEUR; Vorjahr: 386 TEUR) sowie die im Berichtsjahr erhaltenen Geldeingänge für Verkäufe bzw. Vertragsablösungen des Folgejahres in Höhe von 47 TEUR (Vorjahr: 43 TEUR) erfasst. Die Restlaufzeiten gliedern sich wie folgt:

Gesamtbetrag Bis 3 Monate >3 Monate bis 1 Jahr >1 Jahr bis 5 Jahre Über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 34.893 6.226 10.063 18.319 285
(Vorjahr) 38.301 5.987 11.493 20.447 374

3.13 SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten sind vor allem die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Verrechnungskonten (17.089 TEUR; Vorjahr: 94.346 TEUR) ausgewiesen. Im Wesentlichen ist in dem Posten eine Verbindlichkeit gegenüber der GRENKE FINANCE PLC, Dublin/Irland, aus dem Cash-Pool in Höhe von 10.201 TEUR (Vorjahr: 90.855 TEUR) enthalten. Darüber hinaus besteht bei der GRENKE AG seit dem 18. Dezember 2015 eine Vereinbarung über eine Kontokorrentlinie mit der GRENKE FINANCE PLC. Diese Kontokorrentlinie dient der GRENKE AG ausschließlich zur Einhaltung der LCR-Kennziffer auf Gruppenebene und wurde als Guthaben bei der Deutschen Bundesbank angelegt. Die Kontokorrentlinie mit der GRENKE FINANCE PLC hat keine betragsmäßige Obergrenze. Sie hat eine unbestimmte Laufzeit und kann in den ersten drei Jahren nicht gekündigt werden. Danach kann die Vereinbarung von beiden Seiten mit einer Frist von zwölf Monaten gekündigt werden. Per 31. Dezember 2018 betrug die Ausnutzung 145.000 TEUR (Vorjahr: 90.000 TEUR). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren teilweise aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft der Gesellschaft und sind insofern den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mitzugehörig. Eine Trennung des Saldos ist aufgrund der fortlaufenden Verrechnung unter den verbundenen Unternehmen nicht möglich. Weiterhin sind Verbindlichkeiten aus Beitreibungen in Höhe von 536 TEUR (Vorjahr: 538 TEUR) enthalten. Die ausgewiesenen Beträge sind allesamt innerhalb der nächsten drei Monate fällig.

3.14 PASSIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 383.263 TEUR (Vorjahr: 333.448 TEUR) betrifft zum einen über die Laufzeit abzugrenzende Beträge in Höhe von 27.834 TEUR (Vorjahr: 31.173 TEUR), die von der Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA sowie von der GRENKE FINANCE PLC, Dublin/Irland, für die Übernahme des Ausfalls von Endleasingnehmern an die GRENKE AG bezahlt wurden. Die abgegrenzten Beträge aus dieser Umlage für Bonitätsrisiko werden grundsätzlich linear über die vereinbarte Vertragslaufzeit aufgelöst. Der Anteil der abgegrenzten Gebühren von vorzeitig beendeten Verträgen wird unmittelbar im Jahr des tatsächlichen Vertragsendes aufgelöst. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten aus abgegrenzten Beträgen aus der Forfaitierung von Raten aus Leasingverträgen beträgt 345.582 TEUR (Vorjahr: 281.182 TEUR). Die Einstellung in die Position Passiver Rechnungsabgrenzungsposten aus Versicherungserlösen für Folgejahre entfällt im Berichtsjahr (Vorjahr 12.550 TEUR), da der zugehörige Geldfluss im Folgejahr 2019 stattgefunden hat. Das im Rahmen der Aufstockung der Hybrid-Anleihe auszuweisende Agio weist zum Bilanzstichtag einen Saldo in Höhe von 315 TEUR (Vorjahr: 456 TEUR) aus. Die Auflösung erfolgt bis zum Zeitpunkt der erstmöglichen Kündigung zum 31. März 2021.

3.15 PASSIVE LATENTE STEUERN

Die passiven latenten Steuern betragen 31 TEUR (Vorjahr: 125 TEUR). Die Differenz resultiert im Wesentlichen aus dem unterschiedlichen Ansatz von Fremdwährungsverbindlichkeiten bei der GRENKE BANK AG. Der für die Berechnung verwendete Steuersatz beträgt 30,34 %. Es erfolgt eine Verrechnung mit der aktiven latenten Steuer.

3.16 RÜCKSTELLUNGEN

3.16.1 STEUERRÜCKSTELLUNGEN

Die Steuerrückstellungen in Höhe von 6.888 TEUR (Vorjahr: 14.262 TEUR) resultierten im Vorjahr aus einer Verständigung mit den Finanzbehörden für die Jahre 2010-2016 über nachträglich zu erfassende Erlöse für Lizenzgebühren sowie Erlöse für die Vergütung über abgegebene Garantie- bzw. Patronatserklärungen. Im Berichtsjahr wurden die Steuerrückstellungen für die Jahre 2010 bis 2014 verbraucht.

3.16.2 ANDERE RÜCKSTELLUNGEN

31.12.2018 31.12.2017
Sonstige Rückstellungen 1.948 2.343
Ausstehende Rechnungen 1.224 1.528
Prüfungs-, Rechts- und Beratungskosten 833 1.074
Personalaufwendungen 647 882
Ausgleichsvereinbarung GRENKE BANK AG 0 832
Summe 4.652 6.659

Zur besseren Darstellung wurde die Position Ausstehende Rechnungen und Sonstige Rückstellungen im Berichtsjahr getrennt ausgewiesen. Der Betrag der Sonstigen Rückstellungen resultiert im Wesentlichen aus voraussichtlichen Zinszahlungen auf Steuernachzahlungen in Höhe von 479 TEUR, aus Sozialversicherungsbeiträgen in Höhe von 407 TEUR, aus Kosten für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen 150 TEUR, sowie aus Beiträgen zur Berufsgenossenschaft in Höhe von 82 TEUR. Die Rückstellung für die Ausgleichsvereinbarung mit der GRENKE BANK AG wurde im Berichtsjahr komplett aufgelöst.

3.17 NACHRANGIGE VERBINDLICHKEITEN

Am 22. Juli 2015 hat die GRENKE AG eine unbesicherte und nachrangige Hybridanleihe (nichtkumulative, unbefristete Additional Tier 1, sogenannte AT1-Anleihe bzw. Hybridkapital) mit einem Nominalvolumen in Höhe von 30.000 TEUR und einem Zinskupon von 8,25 % begeben. Die Zinszahlungen für diese Anleihe bemessen sich an deren Nominalbetrag und sind für den Zeitraum vom Ausgabetag bis zum ersten möglichen vorzeitigen Rückzahlungstag fix. Danach wird der Zinssatz für jeweils fünf Jahre neu festgelegt. Zinszahlungen können ganz oder teilweise entfallen und sind nicht kumulativ. Zinszahlungen in Folgejahren werden nicht höher ausfallen, um etwaige ausgefallene Zinszahlungen aus Vorjahren nachzuholen. Die Anleihen haben kein Fälligkeitsdatum. Sie können von der GRENKE AG zum ersten möglichen vorzeitigen Kündigungsdatum zum 31. März 2021 gekündigt werden und danach alle fünf Jahre. Des Weiteren können sie unter bestimmten Bedingungen vorzeitig gekündigt werden. Die Anleihen unterliegen den im jeweiligen Prospekt ausgeführten Bedingungen, die unter anderem beinhalten, dass die GRENKE AG die Anleihen nur ganz und nicht teilweise kündigen kann, sofern dafür bestimmte aufsichtsrechtliche oder steuerliche Gründe vorliegen. Jede vorzeitige Kündigung bedarf der vorherigen Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde. Der Rückzahlungs- und der Nominalbetrag der Anleihen können bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts vermindert werden. Einen solchen auslösenden Sachverhalt stellt es dar, wenn die Tier1-Kernkapitalquote des GRENKE Konzerns unter 5,125 % fällt. Die Anleihen können bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts unter bestimmten Bedingungen zugeschrieben werden. Am 20. Dezember 2016 wurde die Anleihe bei gleichbleibendem Zinskupon von 8,25 % um weitere 20.000 TEUR nominal aufgestockt. Durch den geänderten Marktzinssatz gegenüber der Erstemission ergab sich ein zusätzliches Aufgeld von 600 TEUR. Zum 27. September 2017 hat die Gesellschaft eine weitere Hybridanleihe mit einem Nominalvolumen von 75.000 TEUR und einem Zinskupon von 7,00 % emittiert.

3.18 EIGENKAPITAL

3.18.1 GEZEICHNETES KAPITAL

31.12.2018 31.12.2017
Gezeichnetes Kapital 46.354 44.313

Am 14. Juni 2018 führte die Grenke AG eine Kapitalerhöhung durch. Das Grundkapital wurde unter teilweiser Ausnutzung des auf der Hauptversammlung vom 03. Mai 2018 beschlossenen Genehmigten Kapitals um 2.041 TEUR auf 46.354 TEUR (Vorjahr: 44.313 TEUR) erhöht.

3.18.2 RÜCKLAGEN

Die Rücklagen setzen sich im Geschäftsjahr 2018 folgendermaßen zusammen:

31.12.2018 31.12.2017
Kapitalrücklage 295.336 97.377

Die Kapitalrücklage resultiert in Höhe von 60.084 TEUR aus dem Börsengang der Gesellschaft im Jahr 2000 sowie aus der Ausübung von Aktienoptionen in den Jahren 2004 bis 2007, wobei jeweils die Differenz zwischen Ausübungskurs und rechnerischem Nennbetrag in die Kapitalrücklage eingestellt wurde. Weiterhin wurden im Geschäftsjahr 2013 aus einer Kapitalerhöhung 53.052 TEUR in die Kapitalrücklage eingestellt. Mit der am 7. Mai 2014 durchgeführten Kapitalerhöhung aus der Aktiendividende wurden weitere 3.986 TEUR eingestellt. Aufgrund der erfolgten Kapitalerhöhung am 2. Juni 2016 aus der Aktiendividende ist ebenso die Kapitalrücklage um weitere 2.768 TEUR erhöht worden. Der Rückgang der Kapitalrücklage in 2017 resultierte aus der am 10. Juli 2017 vorgenommenen Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln. Hierbei erfolgte eine Umbuchung aus den Kapitalrücklagen in das gezeichnete Kapital in Höhe von 25.432 TEUR. Die Erhöhung der Kapitalrücklage im Berichtsjahr resultiert aus der am 14. Juni 2018 vorgenommenen Kapitalerhöhung. Hierbei wurden weitere 197.959 TEUR in die Kapitalrücklage eingestellt.

31.12.2018 31.12.2017
Gewinnrücklagen
Gesetzliche Rücklage 5 5
Satzungsmäßige Rücklagen 48 48
Andere Gewinnrücklagen 87.048 87.048
Summe 87.101 87.101

3.19 HAFTUNGSVERHÄLTNISSE, SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Die Eventualverbindlichkeiten in Höhe von gesamt 7.560.139 TEUR (Vorjahr: 4.669.715 TEUR) bestehen im Wesentlichen aus den nachfolgend abgegebenen Garantien und Bürgschaften.# GRENKE AG

Financial Instruments and Off-Balance Sheet Items

Other Financial Commitments

For the security of all claims of the holding company (Grenke Investitionen Verwaltungs Kommanditgesellschaft auf Aktien) against the operating company (GRENKE AG), the operating company assigns the following from lease agreements with end lessees (sub-lease agreements) for leased assets, which are the subject of a purchase agreement between the operating company and the holding company: all claims, demands, and rights arising from these sub-lease agreements, including any claims for extension rents after the expiry of the originally agreed rental period, any claims for compensation payments and residual values, as well as payment of a purchase price from the sale of the respective leased asset. Also assigned are claims from credit and property insurance policies from the respective sub-lease agreement, as well as any claims from repurchase obligations of suppliers of the leased assets or third parties. The operating company (GRENKE AG) assumes liability for the legal and unencumbered existence of the sub-lease agreements.

To secure the bonds, debentures, and private placements of its subsidiaries GRENKE FINANCE Plc., Dublin/Ireland, GRENKELEASING Sp.z o.o., Poznań/Poland, Grenke Leasing Ltd., Guildford/Great Britain, and GRENKELEASING AG, Zurich/Switzerland, the company has assumed the unconditional and irrevocable guarantee for the proper and punctual payment of capital and interest and other amounts payable on the debentures. Furthermore, GRENKE AG guarantees the fulfillment of legal requirements and contractual obligations. Within the scope of group-wide refinancing programs, the following guarantees have been issued to affiliated companies:

31.12.2018 31.12.2017
Bonds PLC 2,500,000 2,000,000
Commercial Paper 500,000 500,000
Schuldscheindarlehen 481,081 362,140
ABCP 439,432 350,000
Revolving Credit Facilities 275,996 191,032
Bonds Switzerland 62,117 59,819
Money Market Line 35,000 35,000
Total 4,293,626 3,497,991

Furthermore, GRENKE AG has assumed a joint and several suretyship or guarantee towards SEB AG up to a maximum amount of EUR 30,000 thousand for existing and future foreign exchange and interest rate hedging transactions in accordance with the framework agreement for financial futures transactions with GRENKE FINANCE PLC, Dublin/Ireland. The guarantee for financial futures transactions between GRENKE FINANCE PLC, Dublin/Ireland, and Bayerische Landesbank corresponds at all times to the actual utilization of the guarantee through the market value fluctuation of existing foreign exchange transactions.

The receivables purchase agreement concluded by the subsidiary Grenke Leasing Ltd., Great Britain, with Norddeutsche Landesbank allows for purchases up to an amount of GBP 100,000 thousand. GRENKE AG is jointly and severally liable for the resulting obligations of Grenke Leasing Ltd., Great Britain.

For the financing of the Polish leasing portfolio of GRENKELEASING Sp. z o.o., Poznań/Poland, GRENKE AG has assumed an independent guarantee in the amount of PLN 80,000 thousand towards Commerzbank subsidiary mBank S.A., Warsaw/Poland.

There is an unguaranteed money market line with Bayerische Landesbank in the amount of EUR 35,000 thousand. As of December 31, 2018, this credit line was utilized with EUR 0 thousand (previous year: EUR 25,000 thousand), CHF 5,000 thousand, and GBP 5,000 thousand.

Since 2010, there have been cooperations between GRENKE AG, GRENKE BANK AG, and various development banks. These open up a new way of integrating public subsidies into leasing finance. The subsidies from the cooperation banks are available exclusively within their respective federal states for investment projects of commercial enterprises and members of liberal professions with an annual turnover of up to EUR 500 million. GRENKE AG has assumed the guarantee for the granted global loans totaling EUR 212,420 thousand (previous year: EUR 182,500 thousand) to GRENKE BANK AG.

From the business relationship of the Brazilian subsidiary, GC Locacao de Equipamentos Ltda., São Paulo, Brazil, the company has guaranteed loan financings up to an amount of BRL 179,027 thousand to Deutsche Bank S.A., São Paulo/Brazil.

From the business relationship of the Croatian subsidiary, GRENKE Hrvatska d.o.o. d.o.o., Zagreb/Croatia, the company has guaranteed loan financings up to an amount of HRK 35,000 thousand to Societe Generale Splitska Banka d.d., Split/Croatia, an overdraft facility up to an amount of HRK 30,000 thousand to Splitska Banka d.d., Split/Croatia, and a loan financing up to an amount of HRK 80,000 thousand to Raiffeisenbank Austria d.d. Zagreb, Zagreb/Croatia.

For the financing of the following franchise companies, such as GC Rent Chile SpA., Santiago de Chile/Chile, GC Factoring Ltd., Guildford/Great Britain, GF Faktor Zrt., Budapest/Hungary, GC Factoring Polska SP. z.o.o, Poznań/Poland, GC Leasing Melbourne PTY Ltd., Melbourne/Australia, and GC Leasing Sydney PTY Ltd., Sydney/Australia, GRENKE AG has assumed unconditional and irrevocable guarantees totaling EUR 69,605 thousand.

For loans granted by GRENKE Finance PLC, Dublin/Ireland, to subsidiaries and franchise companies, GRENKE AG has issued guarantees amounting to EUR 2,005,606 thousand for subsidiaries and EUR 89,849 thousand for franchise companies.

By virtue of a credit security agreement dated December 3, 2012, the company undertakes to bear the default risk for lease agreements sold by GRENKE FINANCE PLC, Dublin/Ireland, to GRENKE BANK AG, Baden-Baden, in accordance with the Receivable Purchase Agreement (RPA) dated December 1, 2012. As of the reporting date, receivables amounting to EUR 117,836 thousand (previous year: EUR 146,846 thousand) were sold.

The background to the letters of comfort from GRENKE AG for Grenke Investitionen Verwaltungs Kommanditgesellschaft auf Aktien and GRENKEFACTORING GmbH is the use of the waiver rule pursuant to § 2a para. 1 KWG in conjunction with Art. 7 CRR and in conjunction with § 2a para. 5 KWG by the respective subsidiary. For the subsidiary Europa Leasing GmbH, first consolidated in 2017, GRENKE AG received approval in the second quarter of 2018 in accordance with § 2a para. 1 KWG.

GRENKE AG ensures that its consolidated companies GRENKELEASING Magyarország Kft., Budapest/Hungary, GRENKELEASING s.r.o., Bratislava/Slovakia, and GRENKE Kiralama Ltd. Sti., Istanbul/Turkey, can meet their contractual obligations.

For the subsidiary Grenke Leasing Ltd., Guildford/Great Britain, a declaration of guarantee was issued to ALPHABET LIMITED Hook, Hampshire/Great Britain.

For the subsidiary GRENKELEASING Oy, Vantaa/Finland, a declaration of guarantee was issued to Arval Oy, Vantaa/Finland.

In the financial year, a declaration of guarantee from GRENKE AG amounting to EUR 30,000 thousand was issued to GRENKE BANK AG for a loan to Europa Leasing GmbH. Further guarantees to GRENKEBANK exist from loans for the subsidiaries GRENKE Kiralama Ltd. Sti., Istanbul/Turkey, in the amount of TRY 26,700 thousand, and GRENKE Hrvatska d.o.o. d.o.o, Zagreb/Croatia, in the amount of HRK 145,000 thousand.

For the credit risks arising from the leasing assets transferred by GRENKE AG within the framework of the dual-stock structure, there is a declaration of guarantee in the amount of the present value of the outstanding receivables as of the reporting date, amounting to EUR 514,757 thousand. The company sees no indication that there is a risk of contingent liabilities being called upon.

By letter dated July 27, 2009, GRENKE AG issued a commitment to the Federal Association of German Banks e. V. in accordance with § 5 para. 10 of the Articles of Association of the Deposit Protection Fund. This entails that losses incurred by the Federal Association for the benefit of GRENKE BANK AG will be waived.

Other financial obligations within the meaning of § 285 No. 3 a HGB, which are relevant for the assessment of the financial position, amount to EUR 863,735 thousand (previous year: EUR 782,336 thousand), of which EUR 853,978 thousand (previous year: EUR 770,657 thousand) are towards affiliated companies arising from installment pass-throughs.

The expected rental obligations result from lease agreements for office space in the amount of EUR 6,291 thousand (previous year: EUR 8,725 thousand).

The expected leasing obligations result primarily from vehicle leasing agreements in the amount of EUR 1,540 thousand (previous year: EUR 1,224 thousand).

Obligations from maintenance contracts exist in the amount of EUR 1,926 thousand (previous year: EUR 1,730 thousand).

Our Irish subsidiary GRENKE FINANCE PLC, Dublin/Ireland, has been generating income from intra-group factoring, loans, and leasing since 2012. The Federal Ministry of Finance, in view of the effects of the ECJ decision Cadbury Schweppes, stipulated in a letter dated January 8, 2007, that additional amounts under the Foreign Tax Act (Außensteuergesetz) are not to be determined if the taxpayer proves that the company, domiciled in an EU member state, conducts genuine economic activity in that state. In 2008, GRENKE FINANCE PLC applied to the Federal Central Tax Office for a certificate of exemption and/or refund of withholding taxes for license fees and similar remuneration based on the double taxation agreement between the Federal Republic of Germany and Ireland, in accordance with § 50d EStG. The Federal Central Tax Office requested supplementary explanations and evidence regarding the prerequisites for genuine economic activity of GRENKE FINANCE PLC in Ireland for processing the application.# Nach eingehender Prüfung sah das Bundeszentralamt für Steuern die Voraussetzungen als erfüllt an und erteilte die Freistellungsbescheinigung. Im Oktober 2015 wurden die Prüfungsanordnungen für die GRENKE AG, die Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA, die GRENKE Service AG, die GRENKEFACTORING GmbH und die GRENKE BANK AG für die Geschäftsjahre 2010 bis 2014 erlassen. Die Außenprüfung begann im November 2016 und wurde zwischenzeitlich abgeschlossen und die Steuerbescheide ergingen. Für die Veranlagungsjahre 2015 und 2016 sind weiterhin unsichere Steuerverbindlichkeiten (Rückstellungen) aus den Erkenntnissen der Außenprüfung berücksichtigt. Im Juli 2018 wurde die Prüfungsanordnungen für die GRENKE AG für den Zeitraum 01/2012 bis 12/2017 erlassen. Die Außenprüfung erstreckt sich auf Versicherungsteuer und begann am 14.08.2018. Zum Stichtag liegen keine finalen Feststellungen vor. Aus den bisherigen Erkenntnissen der Außenprüfung wurde aus Vorsichtsgründen entsprechend den Vorgaben im BMF-Schreiben vom 30.05.2018 eine Nachmeldung der Versicherungsteuer für den Zeitraum April bis Dezember 2018 vorgenommen und die entsprechende Versicherungsteuer als Rückstellung berücksichtigt. Eine Anerkennung der Auffassung der Außenprüfung stellt dieses Verhalten nach dem Willen der GRENKE AG nicht dar.

4. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

4.1 ERGEBNIS AUS LEASINGGESCHÄFTEN

4.1.1 ERLÖSE AUS LEASINGVERTRÄGEN

TEUR 2018 2017
Vereinnahmte Mieten aus Leasingverträgen 458.691 417.716
Erlöse nach Beendigung der Leasingverträge 42.615 40.392
Mietkauferlöse 46.506 37.736
Erlöse aus der Abwicklung des Servicegeschäfts 16.465 15.265
Erlöse aus Wartung 14.357 13.432
Erlöse Nachgeschäft Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA 12.587 12.117
Erlöse aus Garantieübernahme 10.940 10.739
Erlöse aus Schadensfällen 5.395 7.077
Erträge aus Vormieten 5.930 5.153
Summe 613.486 559.627

Die Mietkauferlöse beinhalten die Einbuchung der Barwerte für im Geschäftsjahr neu abgeschlossene Mietkaufverträge sowie den Weiterverkauf der Mietkaufgegenstände an die Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA.

4.1.2 AUFWENDUNGEN AUS LEASINGVERTRÄGEN

Unter den Aufwendungen aus Leasingverträgen werden abgeführte Leasingraten, Aufwendungen aus Schadensersatz von gekündigten Verträgen und Verwertungserlöse an die Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA sowie Aufwendungen aus Mietkaufverträgen ausgewiesen. Auch die Wertanpassungen sowie die Abgänge der Leasinggegenstände in Verwertung und bezogene Waren sind hier erfasst.

4.2 ZINSERGEBNIS

4.2.1 ZINSERTRÄGE

Die Zinserträge resultieren aus der Darlehensvergabe, der Verzinsung der konzerninternen Verrechnungskonten sowie den in den Mietkaufverträgen enthaltenen und im Geschäftsjahr realisierten Zinsanteilen. Des Weiteren sind in den Zinserträgen die Erträge aus dem von der GRENKE BANK AG begebenen Schuldscheindarlehen ausgewiesen. Sie belaufen sich auf 4.125 TEUR (Vorjahr: 4.125 TEUR). Ferner werden in dem Posten negative Zinsen in Höhe von 344 TEUR (Vorjahr: 205 TEUR) im Zusammenhang mit einer Bundesbankanlage ausgewiesen.

4.2.2 ZINSAUFWENDUNGEN

Die Zinsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus den in den Mietkaufverträgen enthaltenen Zinsanteilen der Verträge, die im Rahmen des Doppelstockverfahrens an die Grenke Investitionen Verwaltungs KGaA weitergeleitet werden müssen. Zudem enthalten sie 762 TEUR (Vorjahr: 1.207 TEUR) periodenfremde Zinsaufwendungen, die in Folge einer steuerlichen Außenprüfung festgesetzt wurden. Darüber hinaus sind in den Zinsaufwendungen die abgegrenzten Zinsen aus den begebenen unbesicherten und nachrangigen Hybridanleihen enthalten (9.375 TEUR; Vorjahr: 5.506 TEUR).

4.2.3 LAUFENDE ERTRÄGE AUS ANTEILEN AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Die Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen resultieren aus einer Dividendenzahlung der GRENKE LOCATION SAS, Schiltigheim/Frankreich, in Höhe von 46.000 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

4.3 PROVISIONSAUFWAND

Die an Händler und Vermittler geleisteten Provisions- und Bonizahlungen sowie Nachmietenbeteiligungen belaufen sich auf 8.383 TEUR (Vorjahr: 6.504 TEUR).

4.4 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

Die Sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 47.954 TEUR (Vorjahr: 85.864 TEUR) beinhalten im Wesentlichen 14.392 TEUR (Vorjahr: 58.726 TEUR) konzerninterne Umlagen für Lizenz- und Garantiegebühren. Diese wurden an ausländische Tochtergesellschaften im Berichtsjahr fakturiert und resultieren aus einer Verständigung mit den Finanzbehörden im Rahmen einer im Vorjahr beendeten Betriebsprüfung. Im Rahmen der Lizenzgebühren erfolgt eine Inrechnungstellung des Geschäftsmodells der GRENKE AG und beinhaltet die Geschäftsidee, das Verfahren zur Bewertung von Chancen und Risiken sowie die Nutzung konzerneinheitlicher standardisierter Prozesse im Rahmen des operativen Geschäftes. Die Berechnung der Garantiegebühren erfolgt auf Basis von abgegebenen Garantie- bzw. Patronatserklärungen. Die hierin enthaltenen periodenfremden Beträge belaufen sich auf 249 TEUR (Vorjahr: 45.040 TEUR). Weiterhin beinhaltet der Posten diverse andere konzerninterne Umlagen in Höhe von 27.288 TEUR (Vorjahr: 23.459 TEUR) sowie 615 TEUR (Vorjahr: 572 TEUR) Bearbeitungsgebühren, die im Rahmen des Vertragsabschlusses von den Leasingnehmern zu entrichten sind, Gebühren und Umlagen von Franchiseunternehmen (890 TEUR; Vorjahr: 767 TEUR) sowie 980 TEUR (Vorjahr: 203 TEUR) aus der Auflösung von Rückstellungen. Die an die Leasingnehmer weiterbelasteten Sicherstellungskosten sowie weiterbelastete Rechtsverfolgungskosten belaufen sich auf 826 TEUR (Vorjahr: 825 TEUR). Des Weiteren wird in dieser Position die konzerninterne Umlage für eine im Berichtsjahr stattgefundene Incentive Reise ausgewiesen (1.728 TEUR; Vorjahr: 0 TEUR).

Die Sonstigen betrieblichen Erträge lassen sich in folgende geografische Regionen aufgliedern:

TEUR 2018 2017
Deutschland 22.735 18.359
Nord-/Osteuropa 15.481 49.674
Westeuropa 4.303 7.072
Südeuropa 4.346 10.244
Übrige Regionen 1.089 515
Summe 47.954 85.864

Regionen: Westeuropa (ohne Deutschland): Belgien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweiz
Südeuropa: Italien, Kroatien, Malta, Portugal, Slowenien, Spanien
Nord-/Osteuropa: Dänemark, Finnland, Großbritannien, Irland, Norwegen, Polen, Rumänien, Schweden, Slowakei, Tschechien, Ungarn
Übrige Regionen: Australien, Brasilien, Chile, Kanada, Singapur, Türkei, VAE

4.5 ALLGEMEINE VERWALTUNGSAUFWENDUNGEN

4.5.1 PERSONALAUFWAND

Der Personalaufwand setzt sich aus Löhnen und Gehältern (27.018 TEUR; Vorjahr: 26.157 TEUR) sowie sozialen Abgaben und Aufwendungen (4.328 TEUR; Vorjahr: 3.959 TEUR) zusammen.

4.5.2 ANDERE VERWALTUNGSAUFWENDUNGEN

TEUR 2018 2017
Umlagen - konzernintern 27.351 12.594
Beratungs- und Prüfungsaufwendungen inkl. IT-Projektkosten 4.121 9.603
Wartung, Instandhaltung 3.328 4.260
Werbe-/Repräsentationskosten 6.368 3.541
Raumkosten 2.699 2.766
Kfz-Kosten 1.792 1.535
Aufwendungen für Porti, Telefon, Internet 1.354 1.396
Sonstige Personalkosten 1.434 1.198
Informationsaufwendungen 1.204 1.181
Reisekosten 999 1.150
Beiträge, Gebühren, Abgaben, Versicherungen 393 524
Aufsichtsratvergütung 220 223
Kosten des Geldverkehrs 107 141
Bürobedarf 78 127
Gebühren Kapitalerhöhung 3.000 0
Übrige Aufwendungen 1.428 1.266
Summe 55.876 41.505

Der Anstieg der konzerninternen Umlagen resultiert insbesondere aus der Kostenübernahme für die GRENKE digital GmbH aufgrund des abgeschlossenen Dienstleistungsrahmenvertrags sowie des Forschungs- und Entwicklungsvertrags vom 8. Dezember 2017. Der Anstieg im Bereich Werbe-/Repräsentationskosten ist im Wesentlichen auf die Konzeption, Ausarbeitung und Umsetzung einer neuen Markenstrategie, der erstmaligen Umsetzung von digitalen Kampagnen, sowie der Einführung der neuen Webseite zurückzuführen.

4.6 ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE ANLAGEWERTE UND SACHANLAGEN SOWIE LEASINGVERMÖGEN

Die Abschreibungen in Höhe von 128.060 TEUR (Vorjahr: 111.099 TEUR) betreffen im Wesentlichen die Abschreibungen auf das Leasingvermögen in Höhe von 122.869 TEUR (Vorjahr: 105.851 TEUR).

4.7 ABSCHREIBUNGEN UND WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen verringern sich im Vergleich zum Vorjahr um 277 TEUR auf 7.911 TEUR. Die Entwicklung ist zum einen auf im Vorjahr erfolgte Ausbuchungen von Forderungen und zum anderen auf eine geringere Anzahl von gekündigten Leasingverträgen zurückzuführen. Die GRENKE AG macht wie im Vorjahr vom Wahlrecht der Überkreuzkompensation gemäß § 340 f Abs. 3 HGB Gebrauch. Dabei wurden Aufwendungen in Höhe von 8.899 TEUR (Vorjahr: 8.771 TEUR) mit Erträgen in Höhe von 989 TEUR (Vorjahr: 583 TEUR) verrechnet.

4.8 ABSCHREIBUNGEN UND WERTBERICHTIGUNGEN AUF ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen enthalten die im Geschäftsjahr vorgenommene Abschreibung des Beteiligungsbuchwerts an der GRENKE Kiralama Ltd. Sti., Istanbul/Türkei, in Höhe von 3.136 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR), sowie an der GC Locação de Equipamentos LTDA, São Paulo/Brasilien in Höhe von 823 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).

4.9 STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfallen vollständig auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Vom Gesamtbetrag betreffen 473 TEUR periodenfremde Aufwendungen, sowie 17 TEUR periodenfremde Erträge, die in Folge einer steuerlichen Außenprüfung festgesetzt wurden. Des Weiteren werden periodenfremde Erträge in Höhe von 158 TEUR ausgewiesen, die aus der Steuerberechnung für einen Verlustrücktrag in 2017 resultieren.

4.10 SONSTIGE STEUERN

Die sonstigen Steuern entfallen im Wesentlichen auf die Versicherungssteuer in Höhe von 220 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR), sowie auf Umsatzsteuernachzahlungen aufgrund einer steuerlichen Außenprüfung in Höhe von 56 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). Weitere Beträge entfallen auf die Kfz- sowie auf die Grundsteuer.

5.# SONSTIGE ANGABEN

5.1 GESCHÄFTE MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN

Im Geschäftsjahr wurden keine wesentlichen Geschäfte zu marktunüblichen Konditionen mit nahestehenden Unternehmen oder anderen nahestehenden Personen durchgeführt.

5.2 MITARBEITER

Während des Geschäftsjahres wurden auf Vollzeitbasis durchschnittlich 331 Arbeitnehmer (Vorjahr: 345) beschäftigt. Weitere 64 (Vorjahr: 47) Beschäftigte befinden sich in der Ausbildung.

5.3 VORSTAND UND DESSEN BEZÜGE

Vorstände der GRENKE AG waren im Berichtsjahr:
* Herr Wolfgang Grenke, Kaufmann, Karlsruhe, Vorstandsvorsitzender (bis 28.02.2018)
* Frau Antje Leminsky; Diplom-Kauffrau, Baden-Baden, Vorstandsvorsitzende (ab 01.03.2018)
* Herr Gilles Christ, MBA, Wissembourg/Frankreich
* Herr Sebastian Hirsch, Diplom-Betriebswirt (BA), Sinzheim
* Herr Mark Kindermann, Diplom-Kaufmann, Bühl

Herr Wolfgang Grenke war bis 28.02.2018 einzelvertretungsberechtigt. Die übrigen Vorstände vertreten die GRENKE AG gemeinsam mit einem weiteren Vorstand oder einem Prokuristen. Bezüglich der Vergütungsstruktur sowie der Vergütung wird auf die Angaben im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns verwiesen.

Herr Wolfgang Grenke ist Aufsichtsratsvorsitzender der GRENKE Service AG, Baden-Baden, sowie Aufsichtsratsmitglied der GRENKE BANK AG, Baden-Baden. Außerdem ist er Präsident des Verwaltungsrates der GRENKELEASING AG, Zürich/Schweiz, sowie der GRENKE Factoring AG, Basel/Schweiz. Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 03. Mai 2018 wurde Herr Grenke als stellvertretender Vorsitzender in den Aufsichtsrat der GRENKE AG gewählt.

Frau Antje Leminsky ist Vorstand der GRENKE Service AG, Baden-Baden, sowie im Aufsichtsrat der GRENKE BANK AG, Baden-Baden, der Testo SE & Co. KGaA, Lenzkirch, und der Testo Management SE, Lenzkirch. Des Weiteren ist Sie Geschäftsführerin der GRENKE digital GmbH, Karlsruhe.

Herr Gilles Christ ist im Aufsichtsrat der GRENKE Service AG, Baden-Baden, und Mitglied des Verwaltungsrates der GRENKELEASING AG, Zürich/Schweiz. Des Weiteren ist er Geschäftsführer der GRENKELEASING Sp. z o.o., Poznan/Polen.

Herr Sebastian Hirsch ist im Aufsichtsrat der GRENKE BANK AG, Baden-Baden. Des Weiteren ist er Geschäftsführer der GRENKE digital GmbH, Karlsruhe.

Herr Mark Kindermann ist Vorstand der GRENKE LIMITED, Dublin/Irland, sowie Vorstandsvorsitzender bei der GRENKE Service AG, Baden-Baden. Er ist daneben im Aufsichtsrat der Grenkefinance N.V., Vianen/Niederlande, sowie der GRENKE BANK AG, Baden-Baden. Des Weiteren ist er Mitglied des Verwaltungsrates der GRENKELEASING AG, Zürich/Schweiz, sowie der GRENKEFACTORING AG, Basel/ Schweiz.

5.4 AUFSICHTSRAT

Der Aufsichtsrat der GRENKE AG besteht satzungsgemäß aus sechs Mitgliedern. Im Geschäftsjahr 2018 gehörten dem Aufsichtsrat folgende Mitglieder an:
* Herr Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp, Vorsitzender, Baden-Baden, Professor für internationale Finanzwirtschaft und Geschäftsführer der ODEWALD & COMPAGNIE Gesellschaft für Beteiligungen mbH, Berlin
* Herr Gerhard E. Witt, Baden-Baden, stellvertretender Vorsitzender (bis 03. Mai 2018), Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
* Herr Wolfgang Grenke, Karlsruhe, stellvertretender Vorsitzender, Unternehmer (ab 03. Mai 2018)
* Herr Erwin Staudt, Leonberg, Diplom-Volkswirt
* Herr Florian Schulte, Baden-Baden, Diplom-Kaufmann, Geschäftsführer der Fines Holding GmbH, Baden-Baden, sowie der S.K. Management- und Beteiligungs GmbH, Baden-Baden
* Frau Tanja Dreilich, München, Diplom-Kauffrau, MBA, Geschäftsführerin und Group-CFO der Kirchhoff Automotive Holding GmbH & Co. KG, Iserlohn, Geschäftsführerin und CFO der Kirchhoff Ecotec GmbH, Iserlohn, sowie Geschäftsführerin der Kirchhoff Automotive Beratungsgesellschaft GmbH, Iserlohn, und der Kirchhoff Automotive Holdings Verwaltungs GmbH, Iserlohn
* Frau Dr. Ljiljana Mitic, München, selbstständige Unternehmensberaterin, Partner bei der Impact51 AG, Küsnacht/Schweiz, sowie Geschäftsführerin bei der Venture Value Partners GmbH, München

Bezüglich der Vergütung des Aufsichtsrats sowie zu den Angaben bezüglich der vom Aufsichtsrat gehaltenen Aktien wird auf den im Lagebericht des Konzerns enthaltenen Vergütungsbericht verwiesen.

5.5 ANGABEN ZU WEITEREN AUFSICHTSRATSMANDATE UND BETEILIGUNGEN

Herr Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp ist ferner Vorsitzender des Aufsichtsrats der GRENKE BANK AG, Baden-Baden.

Herr Wolfgang Grenke ist Aufsichtsratsvorsitzender der GRENKE Service AG, Baden-Baden, sowie Aufsichtsratsmitglied der GRENKE BANK AG, Baden-Baden. Außerdem ist er Präsident des Verwaltungsrates der GRENKELEASING AG, Zürich/Schweiz, sowie der GRENKE Factoring AG, Basel/Schweiz.

Herr Erwin Staudt ist Aufsichtsratsmitglied der PROFI Engineering Systems AG, Darmstadt, der USU Software AG, Möglingen, sowie Mitglied des Beirats bei der Interstuhl Büromöbel GmbH & Co. KG, Meßstetten-Tieringen.

Herr Florian Schulte ist Aufsichtsratsmitglied der Upside Beteiligungs AG, München, sowie Verwaltungsratsmitglied der MS Direct AG, St. Gallen/Schweiz.

Die Amtszeit von Herrn Gerhard E. Witt endete mit dem Ablauf der Hauptversammlung, die über seine Entlastung für das Geschäftsjahr 2017 entschied. Die Amtszeit von Herrn Prof. Dr. Ernst-Moritz Lipp und Herrn Wolfgang Grenke endet mit dem Ablauf der Hauptversammlung, die über ihre Entlastung für das Geschäftsjahr 2022 entscheidet. Die übrigen Aufsichtsratsmitglieder sind bis zum Ablauf der Hauptversammlung bestellt, die über ihre Entlastung für das Geschäftsjahr 2018 entscheidet. Zudem ist die Mitarbeiterin Frau Brigitte Schnur Mitglied des Aufsichtsrats der GRENKE Investitionen Verwaltungs KGaA, Baden-Baden.

5.6 HONORAR DES ABSCHLUSSPRÜFERS

Die Angaben zum Honorar des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB sind im Konzernabschluss der GRENKE AG aufgeführt.

5.7 ZAHL UND NENNBETRAG DER AKTIEN JE GATTUNG

Das Gezeichnete Kapital lautet auf Euro und setzt sich wie folgt zusammen:

Rechnerischer Nennbetrag EUR Anzahl Stück Nennbetrag je Stück EUR
46.353.918 46.353.918 1,00
Stückaktien

5.8 GENEHMIGTES KAPITAL

Die Ermächtigung des Vorstandes durch Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Mai 2015, das Grundkapital der Gesellschaft nach dessen teilweiser Ausschöpfung noch um bis zu 1.864 TEUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015) ist aufgehoben. Durch Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 03. Mai 2018 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 02. Mai 2023 um bis zu 4.400 TEUR gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2018). Das genehmigte Kapital beträgt nach der am 14. Juni 2018 durch eine Bareinlage durchgeführten Kapitalerhöhung 2.359 TEUR.

5.9 ERMÄCHTIGUNG ZUM ERWERB EIGENER AKTIEN GEMÄSS § 71 ABS. 1 NR. 8 AKTG

Durch die Hauptversammlung vom 12. Mai 2015 wurde die Gesellschaft zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zum 11. Mai 2020 ermächtigt. Ein Erwerb hat bislang nicht stattgefunden.

5.10 GENUSSRECHTSKAPITAL UND HYBRIDE SCHULDVERSCHREIBUNGEN

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Mai 2016 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein- oder mehrmalig Genussrechte und andere hybride Finanzinstrumente bis zu einem Gesamtnennbetrag von 150.000 TEUR für die Dauer von fünf Jahren bis zum 2. Mai 2021 ausgeben zu können. Davon wurden bis zum Stichtag 125.000 TEUR insgesamt ausgenutzt.

5.11 ANGABEN ZU MITTEILUNGEN GEMÄSS §§ 33 ABS. 1, 34 WERTPAPIERHANDELSGESETZ (WPHG)

Im Rahmen unserer Investor-Relations-Arbeit informieren wir umfassend über die Entwicklung im Unternehmen. GRENKE nutzt dabei zur Berichterstattung intensiv auch das Internet; unter https://www.grenke.de/unternehmen/investor-relations/grenke-aktie/stimmrechte werden die Stimmrechtsmitteilungen, die mitgeteilt worden sind, gemäß §§ 33 ff. Wertpapierhandelsgesetz publiziert.

5.11.1 MITTEILUNGEN IM GESCHÄFTSJAHR 2018

Die Universal-Investment GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 08. Oktober 2018 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der GRENKE AG, Baden-Baden, Deutschland, am 01. Oktober 2018 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,73 % (das entspricht 339.829 Stimmrechten) betragen hat.

Die ACATIS Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main, Deutschland, hat uns gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 10. Oktober 2018 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtanteil an der GRENKE AG, Baden-Baden, Deutschland am 01. Oktober 2018 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 4,05 % (das entspricht 1.876.259 Stimmrechten) betragen hat.

5.12 MUTTERUNTERNEHMEN, KONZERNABSCHLUSS

Die Gesellschaft erstellt als Mutterunternehmen einen befreienden Konzernabschluss nach § 315 a HGB auf Basis der IFRS (International Financial Reporting Standards), wie sie in der EU anzuwenden sind. Der Konzernabschluss wird zum elektronischen Handelsregister eingereicht.

5.13 ERKLÄRUNG NACH § 161 AKTG

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der GRENKE AG haben für 2018 die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung abgegeben und den Aktionären dauerhaft auf der Internetseite der Gesellschaft zugänglich gemacht.

5.14 VERWENDUNG DES ERGEBNISSES

Der Vorstand wird der Hauptversammlung der GRENKE AG am 14. Mai 2019 für das Geschäftsjahr 2018 eine Dividende in Höhe von 0,80 EUR je Aktie vorschlagen. Der Bilanzgewinn in Höhe von 43.047.901,71 EUR soll wie folgt verwendet werden:

Betrag EUR
Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,80 EUR je Stückaktie auf insgesamt 46.353.918 Stückaktien 37.083.134,40
Vortrag auf neue Rechnung 5.964.767,31

5.15 NACHTRAGSBERICHT

Nach Ende des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eingetreten, über die zu berichten wäre.

Baden-Baden, den 6. Februar 2019

Antje Leminsky (Vorstandsvorsitzende)
Gilles Christ (Vorstand)
Sebastian Hirsch (Vorstand)
Mark Kindermann (Vorstand)

// Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
1.# VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS

1.1 PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der GRENKE AG, Baden-Baden -bestehend aus der Jahresbilanz zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der GRENKE AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 geprüft.

Die nichtfinanzielle Erklärung und die Erklärung zur Unternehmensführung, die in Abschnitt 4 und in Abschnitt 9 im zusammengefassten Lagebericht enthalten sind, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
* entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2018 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 und
* vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft.

In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf die Inhalte der oben genannten nichtfinanziellen Erklärung und der Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

1.2 GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

1.3 BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

1.3.1 ERMITTLUNG DER WERTBERICHTIGUNG AUF ZAHLUNGSGESTÖRTE FORDERUNGEN AUS LEASING- UND MIETKAUFVERTRÄGEN

Zu den auf zahlungsgestörte Forderungen aus Leasing- und Mietkaufverträgen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Angabe im Anhang in Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie zu den Angaben im Anhang in Kapitel "Erläuterungen zur Bilanz - Forderungen an Kunden".

1.3.1.1 Das Risiko für den Abschluss

Im Jahresabschluss der GRENKE AG werden Forderungen an Kunden von EUR 42,8 Mio ausgewiesen. Dabei wurden von den Bruttoforderungen Wertberichtigungen von EUR 28,2 Mio abgesetzt. Die Nettorisikovorsorge im Geschäftsjahr beträgt EUR 7,9 Mio. Hierin enthalten sind Beträge, die Forderungen aus Leasingverträgen und Forderungen aus Mietkaufverträgen betreffen.

Bei der Ermittlung von Wertberichtigungen auf zahlungsgestörte Forderungen aus Leasing- und Mietkaufverträgen sind von den gesetzlichen Vertretern Ermessensentscheidungen zu treffen. Diese umfassen unter anderem die Auswahl des verwendeten Modells für die Ermittlung der Werterhaltungssätze, die in dem Modell verwendeten Schätzparameter und mögliche Modelanpassungen. Es besteht das Risiko für den Abschluss, dass die Berechnung der Wertberichtungen auf nicht sachgerechten Schätzparametern und einem ungeeigneten Bewertungsmodell basiert.

1.3.1.2 Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Basierend auf unserer Risikoeinschätzung und der Beurteilung der Fehlerrisiken haben wir unser Prüfungsurteil im Wesentlichen auf eine Kontrolle sowie umfangreiche aussagebezogene Prüfungshandlungen gestützt. Demzufolge haben wir unter anderem die folgenden Prüfungshandlungen durchgeführt.

Wir haben die grundsätzliche Eignung des Bewertungsmodells der GRENKE AG zur Bestimmung von Werterhaltungssätzen sowie die Eignung der in das Modell einfließenden Schätzparameter analysiert. Wir haben dabei untersucht, ob die wesentlichen Schätzparameter in das Modell zur Ermittlung der Werterhaltungssätze auf zahlungsgestörte Forderungen aus Leasing- und Mietkaufverträgen einbezogen werden. Weiterhin haben wir die wesentlichen in das Modell einfließenden Schätzparameter anhand historischer Daten untersucht und dabei zur Beurteilung der Prognosegenauigkeit der Schätzparameter u. a. die retrospektive Überprüfung der tatsächlich eingetretenen Werterhaltungssätze durch die Gesellschaft nachvollzogen. Bei der Prüfung haben wir unsere Bewertungsspezialisten eingesetzt.

1.3.1.3 Unsere Schlussfolgerungen

Das Bewertungsmodell ist sachgerecht und steht im Einklang mit den anzuwendenden HGB Bewertungsgrundsätzen. Die Schätzparameter wurden angemessen abgeleitet.

1.3.2 BEWERTUNG DER ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Zu den auf die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Angabe im Anhang in Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie zu den Angaben im Anhang in Kapitel "Erläuterungen zur Bilanz - Anteile an verbundenen Unternehmen".

1.3.2.1 Das Risiko für den Abschluss

Im Jahresabschluss der GRENKE AG zum 31. Dezember 2018 werden Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 468,1 Mio ausgewiesen, die sich auf insgesamt 39 % der Bilanzsumme belaufen und somit einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögenslage der Gesellschaft haben. Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Der beizulegende Wert wird auf Basis der aktuellen Unternehmensplanungen unter Anwendung des Discounted Cash Flow-Verfahrens (Equity-Methode) ermittelt.

Die voraussichtliche Entwicklung der verbundenen Unternehmen GRENKE Kiralama Ltd. Sti., Istanbul/Türkei und GC Locação de Equipamentos, São Paulo/Brasilien hat sich nachhaltig verschlechtert. Vor diesem Hintergrund hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2018 außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 823 und TEUR 3.136 vorgenommen.

Die Berechnung des beizulegenden Werts ist komplex und hinsichtlich der getroffenen Annahmen in hohem Maße von Einschätzungen und Beurteilungen der Gesellschaft abhängig. Dies gilt insbesondere für die Schätzung der künftigen Zahlungsströme und langfristigen Wachstumsraten, die Ermittlung der Kapitalisierungszinssätze sowie die Einschätzung der Dauerhaftigkeit der Wertminderung. Es besteht das Risiko für den Abschluss, dass die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen nicht auf einem sachgerechten Vorgehen oder auf nicht sachgerechten Annahmen und Parametern beruht.

1.3.2.2 Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Unsere Prüfung haben wir risikoorientiert durchgeführt. Zunächst haben wir anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen beurteilt, bei welchen Anteilen an verbundene Unternehmen Anhaltspunkte für einen Abschreibungsbedarf bestehen. Anschließend haben wir unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie des Bewertungsmodells der Gesellschaft beurteilt. Dazu haben wir die erwarteten Zahlungsströme sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Wir haben eine Abstimmung der hinterlegten Wachstumsraten mit der von den gesetzlichen Vertretern verabschiedeten Planung je verbundenem Unternehmen vorgenommen. Darüber hinaus haben wir die Konsistenz der Annahmen mit externen Markteinschätzungen beurteilt. Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir für eine bewusste Auswahl an Elementen Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben. Die dem Kapitalisierungszinssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insbesondere den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie und den Betafaktor, haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen.# 1.3.2.3 Unsere Schlussfolgerungen

Das der Werthaltigkeitsprüfung der Anteile an verbundene Unternehmen zugrunde liegende Vorgehen steht im Einklang mit den Bewertungsgrundsätzen. Das Vorgehen sowie die Annahmen und Parameter der Gesellschaft sind sachgerecht.

1.3.3 EXISTENZ DER LEASINGERTRÄGE

Zu den für die Leasingerträge relevanten Bilanzierungs-, Ausweis- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Angabe im Anhang in Kapitel 4.1.1 "Erlöse aus Leasingverträgen".

1.3.3.1 Das Risiko für den Abschluss

Im Geschäftsjahr 2018 belaufen sich die Leasingerträge auf EUR 613,5 Mio. Voraussetzung für die Realisierung von Leasingerträgen nach handelsrechtlichen Grundsätzen ist u. a. dass die Nutzungsüberlassungsverpflichtungen aus Leasingverträgen erfüllt bzw. dass die Chancen und Risiken aus Mietkaufverträgen an die Kunden übertragen worden sind. Grundsätzlich besteht das Risiko für den Jahresabschluss, dass Leasingerträge sowohl bewusst als auch unbewusst bereits ohne das Vorliegen ihrer Realisierungsvoraussetzung im Abschluss ausgewiesen werden, da in der Gesellschaft eingerichtete Kontrollen, die das Vorliegen der Realisierungsvoraussetzungen sicher stellen sollen, nicht sachgerecht ausgestaltet sind, sachgerecht ausgestaltete Kontrollen nicht entsprechend ihrer Konzeption durchgeführt bzw. Kontrollen umgangen oder anderweitig außer Kraft gesetzt werden.

1.3.3.2 Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Basierend auf unserer Risikoeinschätzung und der Beurteilung der Fehlerrisiken haben wir unser Prüfungsurteil sowohl auf kontrollbasierte als auch auf aussagebezogene Prüfungshandlungen gestützt. Demzufolge haben wir unter anderem die folgenden Prüfungshandlungen durchgeführt. Hinsichtlich der Existenz der Leasingerträge haben wir zunächst die Ausgestaltung, Einrichtung und Wirksamkeit der internen Kontrollen unter Einbeziehung von IT-Anwendungskontrollen in Bezug auf die Auftragsannahme, die Übergabe des Leasing- bzw. Mietkaufgegenstandes an die Kunden und die Faktura sowie insbesondere Kontrollen im Rahmen der Festlegung und Überprüfung des korrekten bzw. tatsächlichen Zeitpunkts der Leistungserbringung bzw. der Übertragung der Chancen und Risiken beurteilt. Zudem haben wir beurteilt, inwiefern implementierte Kontrollen in Bezug auf die Vertragsanbahnung und Ertragsrealisation durch das Management außer Kraft gesetzt werden können. Darüber hinaus haben wir im Rahmen aussagebezogener Prüfungshandlungen insbesondere die Erfassung der Leasingerträge durch den Abgleich der Rechnungstellung mit den zugehörigen Bestellungen und Übernahmeprotokollen der Kunden, externen Liefernachweisen und Zahlungseingängen beurteilt. Grundlage dafür war eine Stichprobe aus Leasingerträgen, die in einem von uns definierten Zeitraum vor dem Abschlussstichtag erfasst wurden. Zusätzlich haben wir manuelle Leasingertragsbuchungen in einem ebenfalls von uns definierten Zeitraum vor dem Abschlussstichtag nach geeigneten Kriterien (z. B. Nutzer, Buchungszeitpunkte, etc.) zur Identifikation auffälliger Buchungen analysiert. Des Weiteren wurde eine Analyse aller neu abgeschlossenen Verträge vorgenommen, die nach ihrem Inkraftsetzen unmittelbar in die Zahlungsüberfälligkeit geraten sind und untersucht, ob der Mahn- bzw. Inkassoprozess ausgesetzt wurde. Außerdem wurden die Stornierungsbuchungen von Leasingerträgen nach dem Stichtag auf ungewöhnliche Sachverhalte untersucht.

1.3.3.3 Unsere Schlussfolgerungen

Die in der Gesellschaft eingerichteten Kontrollen zur Sicherstellung einer Realisierung von Leasingerträgen im Einklang mit den Rechnungslegungsgrundsätzen sind sachgerecht ausgestaltet und wirksam.

1.3.4 SONSTIGE INFORMATIONEN

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
― die nichtfinanzielle Erklärung und die Erklärung zur Unternehmensführung und
― die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
― wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
― anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

1.4 VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

1.5 VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefassten Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
― identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher -beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.# VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt und im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung beschrieben sind.

Baden-Baden, den 6. Februar 2019

Antje Leminsky, Vorstandsvorsitzende
Gilles Christ, Vorstand
Sebastian Hirsch, Vorstand
Mark Kindermann, Vorstand

INFORMATIONEN UND KONTAKT

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GRENKE AG
Team Investor Relations
Neuer Markt 2
76532 Baden-Baden
Telefon: +49 7221 5007-204
Telefax: +49 7221 5007-4218
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IMPRESSUM

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Herausgeber: Der Vorstand der GRENKE AG
Redaktion: GRENKE AG, Investor Relations
Stand: 6. Februar 2019

(c) GRENKE AG, Baden-Baden

DISCLAIMER

// Die vorliegende Publikation enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf zum Zeitpunkt der Berichterstellung vorgenommenen Schätzungen und Prognosen basieren. Wir übernehmen keine Verpflichtung, diese Aussagen angesichts abweichender Informationen in der Zukunft anzupassen. Auch stellt der Bericht keine Empfehlung oder Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung von Wertpapieren der GRENKE AG dar.

In diesem Geschäftsbericht erfolgt die Darstellung von Zahlen in der Regel in TEUR und in Mio. EUR. Aus den jeweiligen Rundungen können sich Differenzen einzelner Werte gegenüber der tatsächlich in EUR erzielten Zahl ergeben, die naturgemäß keinen signifikanten Charakter haben können. Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in der Regel auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für alle Geschlechter. Der Geschäftsbericht erscheint in deutscher und englischer Sprache. Maßgeblich ist stets die deutsche Fassung.

FINANZKALENDER

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  • 07.02.2019 // Veröffentlichung Geschäftsbericht 2018 - Bilanzpresse- und Analystenkonferenz
  • 02.04.2019 // Neugeschäftszahlen 3M-2019
  • 03.05.2019 // Quartalsmitteilung zum 1. Quartal 2019
  • 14.05.2019 // Hauptversammlung
  • 02.07.2019 // Neugeschäftszahlen 6M-2019
  • 30.07.2019 // Finanzbericht zum 2. Quartal und dem ersten Halbjahr 2019
  • 02.10.2019 // Neugeschäftszahlen 9M-2019
  • 30.10.2019 // Quartalsmitteilung zum 3. Quartal und den ersten neun Monaten 2019

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