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GRAMMER AG — Management Reports 2024
Apr 9, 2025
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Download source fileGRAMMER Aktiengesellschaft Inhalt 1. Grundlagen des Konzerns ........................................................................................................................ 5 1.1. Geschäftsmodell ..................................................................................................................................... 5 1.2. Unternehmensstruktur............................................................................................................................ 5 1.3. Unternehmensstrategie und -steuerung ................................................................................................... 7 1.4. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter............................................................................................................ 9 1.5. Forschung und Entwicklung ..................................................................................................................... 9 2. Wirtschaftsbericht ................................................................................................................................ 11 2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen..................................................................................................... 11 2.1.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen .......................................................................................... 11 2.1.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen ............................................................................................... 12 2.2 Wesentliche Ereignisse.......................................................................................................................... 15 2.3 Kennzahlen und Geschäftsverlauf im Überblick....................................................................................... 16 2.4 Gesamtbewertung des Geschäftsjahres 2024 durch den Vorstand und Abgleich der Geschäftsentwicklung 2024 mit dem Ausblick........................................................................................... 18 2.5 Ertragslage der GRAMMER Gruppe ........................................................................................................ 19 2.5.1 Umsatzerlöse der GRAMMER Gruppe..................................................................................................... 19 2.5.2 Umsatzerlöse der Regionen ................................................................................................................... 20 2.5.3 Ergebnis der GRAMMER Gruppe ............................................................................................................ 23 2.5.4 Ergebnisverwendung............................................................................................................................. 25 2.5.5 Ergebnisentwicklung der Regionen......................................................................................................... 25 2.6 Finanzlage ............................................................................................................................................ 27 2.6.1 Finanzierungs- und Liquiditätsmanagement............................................................................................ 27 2.6.2 Kapitalstruktur...................................................................................................................................... 29 2.6.3 Bestehen von Beteiligungen an der Gesellschaft gemäß § 33 WpHG ......................................................... 30 2.6.4 Eigene Anteile....................................................................................................................................... 30 2.6.5 Investitionen ........................................................................................................................................ 30 2.7 Vermögenslage..................................................................................................................................... 32 3. Chancen- und Risikobericht ................................................................................................................... 34 3.1 Grundprinzipien des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems................................................... 34 3.2 Chancen- und Risikomanagementprozess ............................................................................................... 36 3.3 Wesentliche Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems................................................................................................. 37 3.4 Compliance Management System .......................................................................................................... 38 3.5 Risiken ................................................................................................................................................. 39 3.6 Chancen ............................................................................................................................................... 53 3.7 Beurteilung der Risiken und Chancen ..................................................................................................... 56 4. Prognosebericht der GRAMMER Gruppe................................................................................................. 57 4.1 Erwartete Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ........................................................... 57 4.1.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen .......................................................................................... 57 4.1.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen ............................................................................................... 57 4.2 Ausblick GRAMMER Gruppe und GRAMMER AG 2025 ............................................................................. 61 GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 1 von 76 5. Angaben zur GRAMMER AG nach HGB.................................................................................................... 64 5.1 Wirtschaftliche Lage.............................................................................................................................. 66 5.1.1 Ertragslage ........................................................................................................................................... 66 5.2 Vermögens- und Finanzlage ................................................................................................................... 70 5.2.1 Vermögenslage..................................................................................................................................... 70 5.2.2 Finanzlage ............................................................................................................................................ 71 5.2.3 Investitionen ........................................................................................................................................ 73 5.3 Schlusserklärung des Vorstandes gemäß § 312 AktG ............................................................................... 73 5.4 Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung durch den Vorstand für die GRAMMER AG............................... 73 6. Angaben nach § 315a HGB und nach § 289a HGB..................................................................................... 74 GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 2 von 76 Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäſtsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 Im Geschäſtsbericht 2024 werden der Konzernlagebericht für die GRAMMER Gruppe und der Lagebericht für die GRAMMER AG erstmalig, soweit möglich und nicht anders angegeben, gemäß § 315 Abs. 5 in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst dargestellt. Der Geschäſtsbericht wird ausschließlich in digitaler Form veröffentlicht. Er ist im PDF-Format auf der GRAMMER Website verfügbar. Die Zahlen der GRAMMER Gruppe wurden nach dem Verkauf und der Entkonsolidierung der TMD-Gruppe im September 2024 rückwirkend um die nicht fortgeführten Akꢀvitäten der TMD-Gruppe bereinigt. Für eine bessere Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2024 hat die GRAMMER Gruppe das Europageschäſt der Ningbo-Jifeng-Gruppe übernommen. Die erstmalige Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses erfolgte auf Basis der Kaufpreisallokaꢀon zum 31. Dezember 2024. Es können sich aufgrund von Kaufpreismechanismen wie zuzurechnender liquider Miꢁel oder Working-Capital-Veränderungen Änderungen in der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses ergeben. Gemäß IFRS 3 können Korrekturen innerhalb eines Jahres nach erstmaliger Bilanzierung erfasst werden. Vorbehalt bei zukunſtsgerichteten Aussagen Dieser zusammengefasste Lagebericht enthält zukunſtsbezogene Aussagen, die auf gegenwärꢀgen Annahmen und Einschätzungen des GRAMMER Managements über künſtige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen beziehen sich auf Zeiträume in der Zukunſt oder sind durch Begriffe wie „erwarten“, „vorhersagen“, „beabsichꢀgen“, „prognosꢀzieren“, „planen“, „schätzen“, „rechnen mit“ oder ähnliche Begriffe gekennzeichnet. Derarꢀge Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die GRAMMER weder kontrollieren noch präzise einschätzen kann, wie beispielsweise das zukünſtige Marktumfeld und die wirtschaſtlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Markꢁeilnehmer, die erfolgreiche Integraꢀon von Neuerwerben und die Realisierung der erwarteten Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollten einer dieser oder andere Unsicherheitsfaktoren oder Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, als unrichꢀg erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Es ist von GRAMMER weder beabsichꢀgt noch übernimmt GRAMMER eine gesonderte Verpflichtung, in die Zukunſt gerichtete Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse nach Veröffentlichung dieses Dokuments anzupassen. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 3 von 76 Rundungsdifferenzen bei den Konzern- und Jahresabschlussangaben sind möglich. Zusammengefasster nichꢀinanzieller Bericht Der zusammengefasste gesonderte nichꢂinanzielle Bericht wurde gemäß den in den §§ 315 b und 315c i. V. m. §§ 289c bis 289e HGB geforderten Angaben für das Geschäſtsjahr 2024 erstellt und ist im Kapitel „Zusammengefasster nichꢂinanzieller Bericht“ des Geschäſtsberichts sowie auf der Internetseite der GRAMMER AG (hꢁps://www.grammer.com/unternehmen/nachhalꢀgkeit/) öffentlich zugänglich. Erklärung zur Unternehmensführung Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB ist im Kapitel „Corporate Governance“ des Geschäſtsberichts und auf der Internetseite der GRAMMER AG (hꢁp://www.grammer.com/investor- relaꢀons/corporate-governance/) öffentlich abruꢃar. Vergütungsbericht Der Vergütungsbericht wurde gemäß § 162 Akꢀengesetz (AktG) vom Vorstand und Aufsichtsrat der GRAMMER AG gemeinsam erstellt und beschreibt die Grundzüge des Vergütungssystems sowohl für den Vorstand als auch für den Aufsichtsrat. Der Vergütungsbericht ist im Kapitel „Corporate Governance Vergütungsbericht“ des Geschäſtsberichts und auf der Internetseite der GRAMMER AG (hꢁps://www.grammer.com/investor-relaꢀons/corporate-governance/) öffentlich zugänglich. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 4 von 76 1. Grundlagen des Konzerns 1.1. Geschäſtsmodell Die GRAMMER Gruppe ist ein weltweit agierendes Unternehmen, das in den drei Regionen AMERICAS (Nord-, Miꢁel- und Südamerika), APAC (Asia-Pacific) und EMEA (Europa, Miꢁlerer Osten, Afrika) in zwei Produktbereichen akꢀv ist. Für Lkw, Bahnen, Busse und Offroad-Fahrzeuge (Baumaschinen, Gabelstapler und Traktoren) ist GRAMMER Kompleꢁanbieter von Fahrer- und Passagiersitzen. Die Gruppe entwickelt Fahrer- und Beifahrersitze für Lkw und Fahrersitze für Offroad-Nutzfahrzeuge und liefert diese sowohl direkt an Nutzfahrzeughersteller als auch an den Ersatzteilhandel im Rahmen des Nachrüstgeschäſts. Zudem entwickelt und produziert die Gruppe Fahrer- und Passagiersitze für Hersteller von Bussen und Schienenfahrzeugen. Für die Automobilindustrie entwickelt und produziert GRAMMER Interieur- und Bediensysteme sowie Kopfstützen, Armlehnen und Miꢁelkonsolen. GRAMMERs Kunden sind Automobilhersteller sowie deren Systemlieferanten. Der Konsolidierungseffekt des Umsatzes, der konzernintern zwischen den Regionen generiert wurde, betrug im Berichtsjahr 50,9 Mio. EUR. Im Jahresdurchschniꢁ 2024 waren im Bereich Central Services 413 Mitarbeiter: innen beschäſtigt. 1.2. Unternehmensstruktur Die GRAMMER Akꢀengesellschaſt (kurz: GRAMMER AG) mit Sitz in Ursensollen ist die Muꢁergesellschaſt der GRAMMER Gruppe. Sie agiert als Holdinggesellschaſt und ist für die Führung der Geschäſtsakꢀvitäten der Gruppe verantwortlich. Dies beinhaltet alle direkt vom Vorstand verantworteten gruppenübergreifenden Funkꢀonen wie Finanzen, Rechnungswesen und Controlling, Investor Relaꢀons und ESG, Recht und Compliance, Interne Revision, IT, Human Resources sowie Corporate Communicaꢀons. Darüber hinaus sind in der GRAMMER AG weitere Central Services wie Group R&D, Quality, Supplier Management und der Vertrieb der beiden Produktbereiche angesiedelt sowie die Kernfunkꢀonen der operaꢀven Leitung von EMEA. Die Verantwortung für das operaꢀve Geschäſt liegt dezentral bei den drei Regionen EMEA (Europa, Miꢁlerer Osten und Afrika), AMERICAS (Nord-, Süd- und Miꢁelamerika) und APAC GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 5 von 76 (Asien-Pazifik), die auch die Verantwortung für die jeweiligen Gewinn- und Verlustrechnungen, Bilanzen und Cashflows tragen und die berichtspflichꢀgen Geschäſtssegmente der GRAMMER Gruppe darstellen. Die beiden Produktbereiche Automoꢀve und Commercial Vehicles bestehen vor allem aus Vertriebsfunkꢀonen und verantworten die Weiterentwicklung und Umsetzung der weltweiten Markt-, Kunden- und Produktstrategie. Die Verantwortlichen der Regionen sowie der wichꢀgsten Gruppenfunkꢀonen bilden zusammen mit dem Vorstand das Execuꢀve Commiꢁee, das Führungsgremium der Gruppe. GRAMMER verfügt über 44 (Vj. 44) Produkꢀons- und Logisꢀkstandorte, die mit unterschiedlicher Wertschöpfungsꢀefe Produkte für die Fahrzeugindustrie herstellen und vertreiben: 24 (Vj. 21) befinden sich in EMEA, 12 (Vj. 11) in APAC und 8 (Vj. 12) Standorte sind in AMERICAS angesiedelt. Neben dem Muꢁerunternehmen, der GRAMMER AG, umfasst der Konzernabschluss 39 vollkonsolidierte Gesellschaſten (Vj. 41) sowie zwei (Vj. 2) at Equity einbezogene Unternehmen. GRAMMER ist weltweit in 20 Ländern (Vj. 19 Ländern) vertreten. Die Änderungen sind aufgrund der Erstkonsolidierung des Europageschäſts der Ningbo-Jifeng-Gruppe und der Entkonsolidierung der TMD-Gruppe eingetreten. Die Akꢀen der Gesellschaſt werden seit 1996 an der Börse (Wertpapierbörsen Frankfurt am Main und München) und über das elektronische Handelssystem Xetra gehandelt. Die GRAMMER AG ist im Prime Standard an der Frankfurter Börse gelistet. Das Grundkapital der GRAMMER AG betrug zum 31. Dezember 2024 rund 39,0 Mio. EUR, verteilt auf 15.237.922 Inhaberakꢀen. Das Unternehmen hält davon 330.050 Stück. Damit beläuſt sich der Anteil der eigenen Akꢀen auf 2,17 %. Mit 86,20 % befindet sich die Mehrheit der ausgegebenen Akꢀen im Besitz der Jiye Auto Parts GmbH, Frankfurt am Main. Der Streubesitz der Akꢀen liegt derzeit bei rund 11,63 %. Am 8. Oktober 2019 wurde die Hauptakꢀonärin Jiye Auto Parts GmbH im Zuge einer Änderung der Eigentümerstruktur ihrer Muꢁergesellschaſt zu einer miꢁelbaren Tochtergesellschaſt der Ningbo Jifeng Auto Parts Co. Ltd., Ningbo City, China. Daher wird die GRAMMER Gruppe seit diesem Zeitpunkt im Ningbo Jifeng Konzern vollkonsolidiert. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 6 von 76 1.3. Unternehmensstrategie und -steuerung Elektrifizierte Mobilität und Digitalisierung, eine wachsende Weltbevölkerung und zunehmende Urbanisierung, Nachhalꢀgkeit und Klimawandel – die aktuellen Megatrends verändern das Leben der Menschen schneller und grundlegender als je zuvor. GRAMMERs Strategie ist von der Vision geprägt, die Fahrzeughersteller und Mobilitätsanbieter auf der ganzen Welt bei dieser Transformaꢀon zu unterstützen und die damit verbundenen Herausforderungen erfolgreich zu meistern: Soluꢀons for a world on the move. Die Mission und der Anspruch des Unternehmens ist es, der weltweit führende Anbieter von Sitzlösungen für Nutzfahrzeuge und Innenraumlösungen für die Automobilindustrie zu sein. GRAMMER ist bestrebt, nachhalꢀg zu agieren sowie Produkte zu entwickeln und herzustellen, die Maßstäbe in Ergonomie, Komfort und Sicherheit setzen. Kunden und Partner in der Erstausrüstung und im Ersatzteilgeschäſt sollen GRAMMER als Innovaꢀons- und Qualitätsführer wahrnehmen. Die strategischen Ziele der beiden Produktbereiche Automoꢀve und Commercial Vehicles folgen einer klaren Ausrichtung. Im Bereich Automoꢀve lassen sich die Schwerpunkte unter den Leitmoꢀven „Extend“, „Sharpen“ und „Reshape“ zusammenfassen. Mit „Extend“ verfolgt GRAMMER den Ausbau des Geschäſts mit Miꢁelkonsolen und Interior Komponenten, unter anderem durch Modularisierung von Produkten sowie Systemintegraꢀon und Ausbau der Zusammenarbeit mit OEMs im Produktdesign. Während unter „Sharpen“ die Opꢀmierung der Sitzkomponenten (insbesondere Kopfstützen) vorangetrieben wird, steht „Reshape“ für die Restrukturierung des Geschäſts mit Funkꢀonskomponenten. Der Bereich Commercial Vehicles setzt den Fokus weiterhin auf die Kernkompetenz „Sitze“ für die Märkte Offroad und Rail & Road. Mit Maßnahmen unter dem Moꢁo „Prioriꢀze“ wird eine gezielte Erschließung von Marktanteilen im Miꢁelklassesegment, der Ausbau der Marktanteile in den Lkw-Segmenten sowie die Weiterentwicklung der „Schienenperle” vorangetrieben. „Reshape“ fasst im Bereich Commercial Vehicles die Maßnahmen zur Stärkung des Aſtermarket-Geschäſts sowie zum gezielten Ausbau des Geschäſts mit mulꢀfunkꢀonalen Armlehnen in China zusammen. Anpassung der Miꢁelfristplanung 2025 Die im Jahr 2022 aus der Unternehmensstrategie abgeleitete Miꢁelfristplanung sieht vor, bis 2025 einen Umsatz von 2,5 Mrd. EUR und eine operaꢀve EBIT-Marge von über 5 % zu erreichen. Diese finanziellen Ziele sind wegen der aktuellen Weltwirtschaſtslage, der Krise in der Automobilindustrie sowie aufgrund des Verkaufs der TMD-Gruppe nicht erreichbar. Mit dem Verkauf der TMD-Gruppe im September 2024 wurde jedoch ein wichꢀger Schriꢁ ganz im Sinne der „Reshape“-Strategie für das Geschäſt mit Funkꢀonskomponenten abgeschlossen und damit ein wichꢀger Meilenstein für einen nachhalꢀgen Turnaround der GRAMMER Gruppe erreicht. Das Unternehmen plant, im laufenden Geschäſtsjahr 2025 eine aktualisierte Miꢁelfristplanung zu veröffentlichen. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 7 von 76 Trotz der durch die globale Konjunktur und die Krise in der Automobilindustrie verursachten finanziellen Einschränkungen konnte GRAMMER in den Fokusbereichen Kundenfokus, Innovaꢀon und Digitalisierung, Nachhalꢀgkeit und der Posiꢀonierung als bevorzugter Arbeitgeber weitere Fortschriꢁe erzielen: • Im Bereich „Kundenfokus“ haben sich die Produktqualität und Lieferzuverlässigkeit konꢀnuierlich verbessert; die Fehlerraten (PPM) sind von 16 im Jahr 2022 auf 14 im Berichtsjahr gesunken (Zahlen inklusive der TMD). • Im Hinblick auf Innovaꢀon und Digitalisierung in der Produkꢀon wurden im Rahmen des Projekts Mayflower, durch das sich das Werk Haselmühl zum weltweit führenden Hersteller von Kompleꢁsitzen für Nutzfahrzeuge entwickeln soll, Invesꢀꢀonen in Automaꢀsierung (z. B. fahrerlose Transportsysteme) und eine 800-Tonnen-Presse getäꢀgt. • Die neue PLM (Product Lifecycle Management)-Plaꢄorm ist in der Version 3.1 ausgerollt und wird inzwischen für rund 60 und damit nahezu alle P1 (Entwicklungsprojekte)-Kundenprojekte genutzt. • Bei der F&E-Umsatzkonversion (Anteil des Umsatzes mit neuen Produkten im Verhältnis zum Anteil der F&E-Aufwendungen) wurde im gleitenden Dreijahresdurchschniꢁ das Ziel erreicht, den Wert konstant >5 zu halten. • Im Fokus-Bereich Nachhalꢀgkeit hat GRAMMER bereits das Ziel erreicht, seine CO2-Emissionen in Scope 1 und 2 um 25 % bis 2025 zu reduzieren. • Der Score der WoW Pulse Survey konnte aufgrund der Krise und harter Personalmaßnahmen nicht wie gewünscht verbessert werden; allerdings wurde ein gutes Niveau gehalten (Stand 70,57 zu 70,6 zu Beginn der Messung); darüber hinaus erhielt GRAMMER zum driꢁen Mal in Folge den Award „Top Employer Deutschland“. Steuerungssystem Das unternehmensinterne wertorienꢀerte Steuerungssystem der GRAMMER Gruppe basiert im Wesentlichen auf den Steuerungsgrößen Umsatz und operaꢀves Ergebnis vor Zinsen und Steuern (operaꢀves EBIT). Seit dem Geschäſtsjahr 2020 werden beide Kennzahlen als bedeutsamste Steuerungsgrößen definiert und waren im Geschäſtsjahr 2024 weiterhin bestehende Größen. Das operaꢀve EBIT ist als das konsolidierte Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern definiert, d. h. ohne Berücksichꢀgung von Ertragsteuern und dem Finanzergebnis sowie bereinigt um Währungseffekte und Sondereinflüsse (z. B. Restrukturierungsaufwendungen, Aufwendungen aus Change-of-Control-Regelungen, Transakꢀonskosten aus Unternehmensakquisiꢀonen und Unternehmensverkäufen, Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit Akꢀonärsthemen). Das operaꢀve Konzernergebnis (operaꢀves EBIT) ist keine nach den Internaꢀonal Financial Reporꢀng Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, definierte Kennzahl. Die GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 8 von 76 GRAMMER Gruppe nutzt das operaꢀve EBIT jedoch zur Steuerung, da es die Ertragslage der Gruppe unabhängig von Sondereinflüssen, die die Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens beeinträchꢀgen können, transparenter und im Zeitablauf besser vergleichbar darstellt. Zudem überwacht und analysiert die Gesellschaſt Finanzkennzahlen wie EBIT, Mitarbeiter:innen (im Jahresdurchschniꢁ), Invesꢀꢀonen, Working Capital, Free Cashflow, Neꢁofinanzverbindlichkeiten, Eigenkapital, Verschuldungsgrad. 1.4. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Insgesamt waren im Geschäſtsjahr 2024 in der GRAMMER Gruppe aus fortgeführten Geschäſtsbereichen durchschniꢁlich 12.116 Mitarbeiter:innen (Vj. 12.778) beschäſtigt, was einem Rückgang von 5,2 % entspricht. Der Rückgang der Mitarbeiter:innen ist auf den Umsatzrückgang (–6,5 %) der GRAMMER Gruppe im Geschäſtsjahr 2024 zurückzuführen. Die Personalkostenquote lag bei 24,6 % und beinhaltet Restrukturierungsaufwendungen (Vj. 21,3 %). Ohne Aufwendungen für Restrukturierung liegt die Personalkostenquote bei 23,0 % des Umsatzes. In AMERICAS beschäſtigte GRAMMER in den fortgeführten Geschäſtsbereichen insgesamt durchschniꢁlich 3.196 (Vj. 3.189) Mitarbeiter:innen – ein leichter Ansꢀeg von 0,2 % im Vergleich zum Vorjahr. In EMEA waren 2024 im Durchschniꢁ 6.896 Mitarbeiter:innen (Vj. 7.641) beschäſtigt. Hier betrug der Rückgang der Belegschaſt 9,8 %. Die Anpassung erfolgte aufgrund des Umsatzrückgangs in beiden Produktbereichen. In APAC beschäſtigte GRAMMER durchschniꢁlich 1.611 (Vj. 1.535) Mitarbeiter:innen. Auſtragsbedingt und durch den Auꢃau von Werken sꢀeg die Mitarbeiter:innenzahl gegenüber dem Vorjahr um 5,0 %. Im Bereich Central Services blieb die Anzahl der Mitarbeiter:innen mit durchschniꢁlich 413 Beschäſtigten auf Vorjahresniveau. Bei der GRAMMER AG waren im Geschäſtsjahr 2024 durchschniꢁlich 759 Mitarbeiter:innen (Vj. 762) beschäſtigt, davon durchschniꢁlich 350 in EMEA und 409 in den Group Funcꢀons. 1.5. Forschung und Entwicklung Der Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) ist zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und bildet ein wichꢀges Fundament zur Steigerung der Weꢁbewerbsfähigkeit von GRAMMER. Ergebnis des GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 9 von 76 Strategieprozesses sind konkrete Produktstrategien für die Geschäſtsbereiche mit unterschiedlichen Anforderungen und Schwerpunkten in den jeweiligen Regionen. Die F&E-Strategie ist darauf ausgelegt, Produkte zu entwickeln, die sich hinsichtlich Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit und Nachhalꢀgkeit konsequent an den Bedürfnissen der Kunden und Endnutzer:innen orienꢀeren. Dabei will GRAMMER in den wichꢀgsten Märkten mit entsprechenden F&E-Ressourcen vor Ort der bevorzugte Entwicklungspartner seiner internaꢀonalen Kunden sein. GRAMMER setzt im Bereich Global Engineering auf eine weꢁbewerbsfähige zentrale Kernstruktur in EMEA und APAC. Im globalen Verbund sind Themen wie Produktstrategie, Central Services, Nachhalꢀgkeit und Technologie-Management in einer zentralen Abteilung für globale Aufgaben gebündelt. Die F&E-Strukturen in Nordamerika wurden nach der Veräußerung der TMD-Gruppe an die regionalen Bedarfe angepasst und werden künſtig als Schniꢁstellenorganisaꢀon zu den lokalen Kunden und Werken agieren. Die Entwicklung für Produkte, die in Nordamerika industrialisiert werden, erfolgt hingegen künſtig in EMEA und APAC. Im Geschäſtsjahr 2024 verfügte GRAMMER über 13 (Vj. 14) F&E-Standorte, davon 5 (Vj. 5) in EMEA, 3 (Vj. 4) in AMERICAS und 5 (Vj. 5) in APAC. Rund 543 (Vj. 600) Ingenieur:innen und F&E-Mitarbeiter:innen arbeiten dort gezielt daran, Nachhalꢀgkeit, Ergonomie, Sicherheit, Funkꢀonalität, Qualität und Ästheꢀk der GRAMMER Produkte konꢀnuierlich zu verbessern. Mit der lokalen Präsenz auf dem chinesischen Markt strebt GRAMMER eine eng verzahnte, regionale Zusammenarbeit mit seinen global agierenden Kunden an – von den ersten Entwicklungsschriꢁen bis zum Endprodukt – unter Berücksichꢀgung der länderspezifischen Marktbedürfnisse. Dies soll GRAMMER in die Lage versetzen, seine Marktposiꢀon zu stärken, insbesondere bei führenden lokalen chinesischen OEMs. Im Geschäſtsjahr 2024 beliefen sich die nicht akꢀvierungsfähigen Kosten für Forschung und Entwicklung auf 72,8 Mio. EUR (Vj. 71,3 Mio. EUR) und somit auf 3,8 % des Gesamtumsatzes (Vj. 3,5 %). Zudem wurden im Anlagevermögen Entwicklungskosten in Höhe von 7,4 Mio. EUR (Vj. 7,1 Mio. EUR) akꢀviert. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 10 von 76 GRAMMER verzeichnete im abgelaufenen Geschäſtsjahr erfolgreiche Serienstarts zahlreicher Entwicklungsprojekte und brachte innovaꢀve Produkte zur Marktreife. Die Zahl der gruppenweit angemeldeten und erteilten Schutzrechte (Patente, Designs und Gebrauchsmuster) belief sich auf 2.004 (Vj. 1.977). 2. Wirtschaſtsbericht 2.1 Wirtschaſtliche Rahmenbedingungen 2.1.1 Gesamtwirtschaſtliche Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaſt konnte sich im Jahr 2024 punktuell erholen, blieb aber insgesamt von strukturellen Herausforderungen und geopoliꢀschen Unsicherheiten geprägt. Die wirtschaſtliche Entwicklung verlief dabei regional uneinheitlich: Während sich insbesondere in den USA die Konjunktur anhaltend erholte, kämpſten viele Schwellen- und Entwicklungsländer weiterhin mit den Folgen einer hartnäckigen Inflaꢀon und hohen Finanzierungskosten. Auch in der Eurozone entwickelte sich die Wirtschaſt aufgrund der nachlassenden Industrieprodukꢀon – vor allem in Deutschland – nach wie vor gedämpſt. Die schriꢁweise Lockerung der Geldpoliꢀk, rückläufige Rohstoffpreise und die Stabilisierung von Lieferkeꢁen stützten die globale Entwicklung, während geopoliꢀsche Spannungen, zum Beispiel in der Ukraine und im Nahen Osten, für Unsicherheiten sorgten. Vor diesem Hintergrund geht der Internaꢀonale Währungsfonds (IWF) von einem weiterhin moderaten Wachstum der Weltwirtschaſt von 3,2 % im Jahr 2024 aus. Im Vorjahr lag das Wachstum bei 3,3 %. In den Industrieländern sꢀeg das Bruꢁoinlandsprodukt (BIP) 2024 laut IWF um 1,7 %, in den Schwellen- und Entwicklungsländern um 4,2 %. Die Region AMERICAS entwickelte sich nach Einschätzung des IWF weiterhin stabil. Insbesondere in den USA legte die wirtschaſtliche Leistung im Jahr 2024 vor dem Hintergrund allmählicher Zinssenkungen um 2,8 % zu. Getragen wurde das Wachstum auch durch den privaten Konsum und einen robusten Arbeitsmarkt. In Brasilien und Mexiko sꢀeg das BIP um 3,7 % und 1,8 %. In EMEA besꢀmmten im Jahr 2024 gemäß IWF maßgeblich belastende Faktoren wie die anhaltende Schwäche des verarbeitenden Gewerbes die wirtschaſtliche Entwicklung. So belief sich der Ansꢀeg des BIP innerhalb der Eurozone auf lediglich 0,8 %, was die nachlassende wirtschaſtliche Dynamik verdeutlicht. Besonders stark zeigte sich die anhaltende Schwäche in der Industrieprodukꢀon, die in für GRAMMER wichꢀgen Märkten wie Deutschland zu einem Rückgang der Wirtschaſtsleistung um 0,2 % beitrug. Hier belasteten neben der schwachen Produkꢀon hauptsächlich hohe Energiekosten und eine zurückhaltende Invesꢀꢀonstäꢀgkeit die Konjunktur. Auch geopoliꢀsche Unsicherheiten und eine schwache Exportnachfrage beeinträchꢀgten die Konjunktur. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 11 von 76 In APAC blieb das Wirtschaſtswachstum in China laut IWF mit einem Plus von 4,8 % hinter den Erwartungen zurück. Dies war vor allem auf eine Verlangsamung des Konsums aufgrund der verzögerten Stabilisierung des Immobilienmarktes und das anhaltend niedrige Verbrauchervertrauen zurückzuführen. In Japan sank das BIP um 0,2 %. 2.1.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen Weltweiter Produkꢂonsrückgang – vor allem europäische Industrie steht unter Druck In der Automobilindustrie dominierten im Jahr 2024 die belastenden Faktoren. Insgesamt fiel das weltweite Produkꢀonsvolumen im Berichtszeitraum laut Daten von S&P Global Mobility um 1,6 %. Absolut ging das Produkꢀonsvolumen im Geschäſtsjahr 2024 um rund 1,4 Mio. produzierte Einheiten zurück. Diese Entwicklung ist vor allem auf hohe Zinssätze und die große wirtschaſtliche Unsicherheit zurückzuführen, die das Verbrauchervertrauen und die Nachfrage verringerten. Die langsamer als erwartet verlaufende Einführung von E-Fahrzeugen, die durch reduzierte staatliche Subvenꢀonen und Bedenken hinsichtlich der Erschwinglichkeit angetrieben wurde, zwang die Automobilhersteller, ihre Strategien anzupassen. Außerdem drückten aggressive Preiskämpfe und überschüssige Lagerbestände auf die Produkꢀon und das Marktwachstum. Insbesondere die europäische Automobilindustrie verzeichnete vor diesem Hintergrund erhebliche Einbußen der Produkꢀonszahlen. Insgesamt wurden in der Region EMEA rund 1,0 Mio. Einheiten weniger als im Vorjahr produziert – ein Rückgang um 5,1 %. Auch in APAC war eine leichte Verringerung der Produkꢀon um 0,4 % bzw. 0,2 Mio. Einheiten zu verzeichnen. Die rückläufige Produkꢀon war namentlich auf die Märkte in Japan und Südkorea zurückzuführen, in denen sich höhere Energiepreise, eine Abwertung der lokalen Währung und schwache öffentliche Invesꢀꢀonen negaꢀv auswirkten. In China hingegen legte die Produkꢀon infolge der Einführung von Abwrackprämien und dem damit verbundenen höheren Absatz von Neuwagen um 3,0 % bzw. 0,9 Mio. Einheiten zu. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 12 von 76 Für AMERICAS zeigen die Daten von S&P Global Mobility im Berichtszeitraum einen leichten Rückgang von 0,8 % bzw. 0,1 Mio. Einheiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend für die Entwicklung war vor allem das Nachlassen der Produkꢀon in Nordamerika (–1,2 % bzw. –0,2 Mio. Einheiten). Dort wurde die Fahrzeugnachfrage aufgrund der hohen Zinsen, des schwächelnden Verbrauchervertrauens und der anhaltenden Inflaꢀon gedämpſt. Vor allem in den USA haꢁen die Automobilhersteller auch mit hohen Lagerbeständen zu kämpfen, was zu Produkꢀonskürzungen führte, um das Angebot mit den geringeren Einzelhandelsumsätzen in Einklang zu bringen. In Südamerika hingegen wurde das Produkꢀonswachstum (+1,6 % bzw. 0,05 Mio. Einheiten) durch die Stabilisierung der Volkswirtschaſten, das gesꢀegene Verbrauchervertrauen und staatliche Anreize zur Unterstützung der lokalen Produkꢀon angekurbelt, insbesondere in Brasilien und Argenꢀnien, wo die Nachfrage nach erschwinglichen Fahrzeugen trotz der globalen wirtschaſtlichen Herausforderungen stark blieb. Nutzfahrzeugmarkt von gesamtwirtschaſtlicher Entwicklung belastet Im Bereich der Nutzfahrzeuge geht S&P Global Mobility von einem Rückgang des weltweiten Produkꢀonsvolumens im Jahr 2024 von 5,0 % aus (–0,18 Mio. Einheiten). Der Markt für Nutzfahrzeuge war ebenso wie der Pkw-Markt von der global weiterhin gedämpſten Konjunktur und insbesondere der schwachen Nachfrage in Europa betroffen. In EMEA belief sich der Rückgang der Produkꢀon auf 17,0 % bzw. 0,13 Mio. Einheiten. Hier belasteten vor allem die Kombinaꢀon aus geringem Wirtschaſtswachstum, nach wie vor hohen Zinssätzen und der unterdurchschniꢁlichen Entwicklung in vielen für die Branche wichꢀgen Märkten die Produkꢀon. APAC verzeichnete einen Rückgang der Produkꢀon im Jahr 2024 um 2,5 %. Damit sank die Produkꢀon im Vorjahresvergleich um rund 0,05 Mio. Einheiten. In vielen Regionen in APAC wirkten sich die schwache Inlandsnachfrage und die Verlangsamung der Staatsausgaben negaꢀv auf die Produkꢀon aus. China GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 13 von 76 hingegen konnte einen Ansꢀeg der Produkꢀon um 1,6 % verzeichnen. Hier trugen poliꢀsche Maßnahmen und Vorablieferungen angesichts der zunehmenden Handelsspannungen zur Erholung bei. In AMERICAS lagen die Produkꢀonszahlen im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 0,3 % nur leicht über dem Vorjahresniveau. Das Wachstumstempo in der Region verlangsamte sich aufgrund von Bestandsanpassungen, nachlassenden Verbraucherausgaben und anhaltenden Überkapazitäten. Während Nordamerika ein Minus von 6,3 % bzw. 0,04 Mio. Einheiten verzeichnete, wurde das Ergebnis durch den starken Ansꢀeg der Lkw-Produkꢀon in Südamerika ausgeglichen, die um 33,6 % bzw. 0,04 Mio. Einheiten zunahm. Landtechnik Die Landtechnikindustrie verbuchte im Jahr 2024 weltweit einen Produkꢀonsrückgang um 12,1 %. Hier führte eine Abschwächung des Verbrauchervertrauens infolge der angespannten konjunkturellen Lage zu einer Abnahme der Auſtragseingänge. Besonders stark war der Rückgang in der Region EMEA mit –29,5 %, darunter in Deutschland ein Minus von 28 %. Baumaschinensektor Die Produkꢀon im globalen Baumaschinensektor ging laut PSR OE Link ebenfalls deutlich um 16,7 % zurück. Hauptgrund ist auch hier die anhaltende Schwäche in einem schwierigen wirtschaſtlichen Umfeld, in dessen Folge die Invesꢀꢀons- und die Infrastrukturausgaben zurückgingen. Die Bauindustrie reagiert grundsätzlich empfindlich auf Konjunkturzyklen und ist in hohem Maße von öffentlichen Invesꢀꢀonen in die Infrastruktur sowie von privaten Invesꢀꢀonen abhängig. Material-Handling Die Material-Handling-Industrie hingegen entwickelte sich im vergangenen Jahr laut PSR OE Link mit einem Produkꢀonsansꢀeg von 2,0 % erneut posiꢀv – wenn auch mit geringeren Wachstumsraten als in den Vorjahren. Dazu trug vor allem die weiterhin wachsende Automaꢀsierung in der Logisꢀkbranche, insbesondere in Europa und den USA, bei. Auf der anderen Seite wirkten sich in Europa im Vergleich zum Vorjahr geringere Invesꢀꢀonen in die E-Commerce-Infrastruktur belastend aus. Bahnindustrie Für die Bahnindustrie erwartet PSR OE Link bis 2028 ein Wachstum der weltweiten Bahnprodukꢀon von durchschniꢁlich 5,8 %. Der Markt wird mit einem Marktanteil von 60 % von China dominiert, wo eine durchschniꢁliche Wachstumsrate von 4,1 % prognosꢀziert wird. Der Markt für Bahnindustrie folgt in der Regel den üblichen zyklischen Austauschraten und setzt dabei vermehrt auf alternaꢀve Antriebstechnologien. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 14 von 76 2.2 Wesentliche Ereignisse Neuer COO bei GRAMMER Zum 1. April 2024 wurde Guoqiang Li, Chief Operaꢀng Officer (COO), zum Vorstand der Gesellschaſt bestellt. Herr Li ist bereits seit Januar 2020, zunächst als President APAC, für GRAMMER täꢀg. Seit Oktober 2022 ist er als COO Teil des Execuꢀve Commiꢁee und damit des obersten operaꢀven Führungsgremiums der GRAMMER AG. Im Oktober 2023 übernahm Herr Li zudem die Funkꢀon des President AMERICAS. Verkauf der TMD-Gruppe GRAMMER veräußerte am 20. September 2024 die TMD-Gruppe. Der Käufer ist die amerikanische APC Parent LLC. Der Verkauf erfolgte insbesondere vor dem Hintergrund der Fokussierung auf die Kernkompetenzen von GRAMMER. JAI-Integraꢂon In der Zusammenarbeit mit Jifeng Automoꢀve Interior (JAI), einer hundertprozenꢀgen Tochter des Mehrheitsakꢀonärs Ningbo Jifeng, wurde eine Vereinbarung über die Zusammenlegung von Automoꢀve- Akꢀvitäten in der Region EMEA getroffen. Diese wurden zum 31. Dezember 2024 in die GRAMMER Gruppe integriert. Die Transakꢀon erfolgte als Asset-Deal, wobei der Geschäſtsbetrieb von drei Gesellschaſten in Deutschland, Tschechien und Bosnien als Ganzes überging. JAI ist wie GRAMMER auf dem europäischen Automobilmarkt täꢀg und konzentriert sich auf die Produkꢀon von Kopfstützen und Armlehnen. Die Integraꢀon von JAI soll das Wachstum und die Profitabilität der GRAMMER Gruppe nachhalꢀg stärken und die Umsatz- und Profitabilitätsziele für die kommenden Jahre unterstützen. Kapazitätsanpassungen in EMEA und Restrukturierung Headquarter Die veränderten Marktgegebenheiten haben GRAMMER dazu gezwungen, die Produkꢀonskapazitäten in Europa signifikant anzupassen. Im Laufe des Jahres 2024 wurden in den EMEA-Werken 1.104 Mitarbeiter:innen (davon 74 Leiharbeiter:innen) abgebaut. Auch bei der Kostensenkung im Headquarter erzielte GRAMMER im Jahr 2024 signifikante Fortschriꢁe. Im Rahmen eines mehrstufigen Transformaꢀonsplans wurde ein Shared Service Center in Serbien eröffnet und die ersten administraꢀven Prozesse aus Deutschland in das Center verlagert. Dazu vereinbarte das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertreter:innen einen für alle Stufen geltenden Sozialplan und Interessenausgleich für die erste Verlagerungswelle. Das dabei aufgesetzte und durchgeführte Freiwilligenprogramm konnte erfolgreich ohne betriebsbedingte Kündigungen abgeschlossen werden. Im Gesamtjahr fielen in der GRAMMER Gruppe Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 35,7 Mio. EUR an. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 15 von 76 Erfolgreiche Refinanzierung Im Dezember 2024 hat GRAMMER die langfrisꢀge Konzernfinanzierung erfolgreich mit zwei neuen Konsorꢀalkrediten im Gesamtvolumen von 260 Mio. EUR gesichert. Die planmäßige Refinanzierung und Erweiterung des Kreditrahmens ermöglicht die Umsetzung der geplanten Geschäſtsstrategie, verbessert das Laufzeitenprofil und bietet dem Unternehmen aꢁrakꢀve Kondiꢀonen. Die neue Finanzierungsstruktur besteht aus einem syndizierten Darlehen von fünf Banken in China sowie einer syndizierten revolvierenden Betriebsmiꢁelkrediꢂazilität von fünf Banken in Deutschland. Zusätzlich erhielt GRAMMER nachrangige Darlehen des Mehrheitsakꢀonärs Ningbo Jifeng in Höhe von insgesamt rund 130 Mio. EUR. Die Laufzeiten der neuen Finanzierungsstruktur liegen zwischen 2,5 und 3 Jahren. TOP 10 Maßnahmen Die gesamtwirtschaſtlichen und branchenseiꢀgen Herausforderungen für das Jahr 2024 sind im vorangehenden Kapitel klar benannt worden und werden voraussichtlich auch im laufenden Geschäſtsjahr 2025 weiterhin eine übergeordnete Rolle spielen. In Reakꢀon auf die zuletzt unter den Erwartungen liegende Profitabilität und die sich abzeichnende Abkühlung der Geschäſtsentwicklung hat GRAMMER bereits Ende 2023 das Programm „Top 10 Maßnahmen“ in die Wege geleitet. Die Schwerpunkte des Programms lagen im Jahr 2024 unter anderem auf dem Turnaround in AMERICAS mit dem Ziel, die Auslastung zu verbessern, die SG&A-Kosten anzupassen sowie die strategische Porꢂoliobereinigung durchzuführen. Darüber hinaus standen die Steigerung der Profitabilität in der Region EMEA, eine Kostenredukꢀon in der Produktentwicklung, im Vertrieb und der allgemeinen Administraꢀon im Fokus. 2.3 Kennzahlen und Geschäſtsverlauf im Überblick GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 16 von 76 Geschäſtsverlauf der GRAMMER Gruppe Entgegen den Erwartungen zu Beginn des Jahres verbesserte sich die konjunkturelle Lage in Europa kaum und auch die Entwicklung in China blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die schwache Binnennachfrage in Deutschland war der größte geschäſtshemmende Faktor für die Unternehmen, gefolgt von der zunehmenden Regulierung und den geopoliꢀschen Spannungen. Die gesamtwirtschaſtlichen und branchenspezifischen Unsicherheiten haben sich im Jahresverlauf zu einer Krise ausgeweitet und wirkten sich auch auf die Geschäſtsentwicklung bei GRAMMER aus. Aufgrund des herausfordernden Marktumfelds und der hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleibenden Nachfrage sank der Konzernumsatz aus fortgeführten Akꢀvitäten auf 1.921,7 Mio. EUR (Vj. aus fortgeführten Akꢀvitäten: 2.055,0 Mio. EUR). Die nichꢂortgeführten Akꢀvitäten beziehen sich auf die TMD-Gruppe, die am 20. September 2024 veräußert wurde und daher im Einklang mit IFRS- Anforderungen in der finanziellen Berichterstaꢁung gesondert abgebildet wird. Währungsbereinigt lag der Umsatz bei 1.967,1 Mio. EUR. Insbesondere in der Region EMEA ging der Umsatz deutlich um 13,8 % auf 1.044,3 Mio. EUR (Vj. 1.210,9 Mio. EUR) aufgrund der geringen Nachfrage in beiden Produktbereichen zurück, während die Umsätze in APAC leicht um 0,8 % auf 536,6 Mio. EUR (Vj. 532,3 Mio. EUR) sowie in AMERICAS um 5,2 % auf 391,7 Mio. EUR (Vj. 372,2 Mio. EUR) zulegten. Beim operaꢀven Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (operaꢀves EBIT) verzeichnete GRAMMER einen Rückgang auf 41,6 Mio. EUR (Vj. 83,0 Mio. EUR), bedingt durch die rückläufige Umsatzentwicklung, eine volaꢀle Werksauslastung in EMEA, den Profitabilitätsrückgang in China aufgrund des veränderten Kundenporꢂolios und Anlauꢅosten für das neue Commercial-Vehicles-Werk in Nordamerika. Die operaꢀve EBIT-Rendite lag bei 2,2 % (Vj. 4,0 %). Neben der schwachen operaꢀven Ergebnisentwicklung führten insbesondere Einmalaufwendungen aus dem „Top 10 Maßnahmen“ Programm zu einem Rückgang des EBIT auf 8,1 Mio. EUR (Vj. 72,4 Mio. EUR). Die Einmalaufwendungen beinhalteten Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 35,7 Mio. EUR. Darüber hinaus belasteten Refinanzierungskosten in Höhe von 0,8 Mio. EUR das EBIT. Im Geschäſtsjahr 2024 fielen außerdem posiꢀve Währungseffekte in Höhe von 3,0 Mio. EUR an, die das EBIT beeinflussten. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 17 von 76 Das Konzernergebnis vor Steuern aus fortgeführten Akꢀvitäten wurde zusätzlich von gesꢀegenen Finanzaufwendungen belastet und lag mit –23,7 Mio. EUR (Vj. 42,1 Mio. EUR) signifikant unterhalb des Vorjahres. Das Ergebnis nach Steuern der GRAMMER Gruppe lag mit –48,0 Mio. EUR ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreswert (Vj. 24,7 Mio. EUR). Das Ergebnis je Akꢀe aus fortgeführten Akꢀvitäten betrug dementsprechend –3,33 EUR (Vj. 1,55 EUR). Der Free Cashflow aus fortgeführten Akꢀvitäten belief sich im Geschäſtsjahr 2024 auf –24,5 Mio. EUR (Vj. 42,7 Mio. EUR), was vor allem auf das negaꢀve Ergebnis vor Steuern zurückzuführen ist. Die Invesꢀꢀonen aus fortgeführten Akꢀvitäten hat die GRAMMER Gruppe planmäßig auf 96,3 Mio. EUR erhöht (Vj. 92,9 Mio. EUR) und invesꢀerte insbesondere in Produkꢀons-Ramp-ups, Projekte zur Digitalisierung von Kernprozessen und Systemen sowie in den Werksauꢃau in China. Die Neꢁoverschuldung sꢀeg zum 31. Dezember 2024 auf 485,5 Mio. EUR (31. Dezember 2023: 401,1 Mio. EUR). Unter Berücksichꢀgung der Nachrangigkeit der Darlehen des Mehrheitsakꢀonärs Ningbo Jifeng lag die Neꢁoverschuldung bei 355,5 Mio. EUR. 2.4 Gesamtbewertung des Geschäſtsjahres 2024 durch den Vorstand und Abgleich der Geschäſtsentwicklung 2024 mit dem Ausblick Aus Sicht des Vorstands hat die GRAMMER Gruppe das Geschäſtsjahr 2024 insgesamt zufriedenstellend abgeschlossen. Als Reakꢀon auf sich verschlechternde wirtschaſtliche Rahmenbedingungen setzte GRAMMER bereits Ende 2023 das „Top 10“-Programm unter dem Moꢁo „Sicherung der finanziellen Stabilität und Rückkehr zur nachhalꢀgen Profitabilität“ auf. Bei der Umsetzung des Programms wurden im Jahr 2024 große Fortschriꢁe erzielt. Wichꢀge Meilensteine waren unter anderem der Verkauf der TMD- Gruppe in Nordamerika, die Integraꢀon der europäischen Jifeng Automoꢀve Interior Gruppe in die GRAMMER Gruppe sowie das Kostensenkungsprogramm mit Verlagerung der administraꢀven Täꢀgkeiten nach Serbien und signifikante Kapazitätsanpassungen in EMEA. Diese Iniꢀaꢀven schärfen den Fokus der Gruppe auf ihre Kernkompetenzen, die GRAMMER stark machen, und bilden die Basis für die Zukunſtsfähigkeit des Unternehmens. Auch wenn im Jahr 2024 die finanziellen Erfolge dieser Maßnahmen noch nicht vollständig sichtbar waren, sind damit wichꢀge Grundlagen für die Zukunſt der Gruppe gestellt. In der Ende März 2024 abgegebenen Prognose für das Gesamtjahr 2024 ging GRAMMER von einem Umsatz auf Vorjahresniveau in Höhe von rund 2,3 Mrd. EUR (2023: 2,3 Mrd. EUR) aus. Beim operaꢀven EBIT wurde gegenüber dem Geschäſtsjahr 2023 ein Ansꢀeg auf rund 75 Mio. EUR (2023: 56,8 Mio. EUR) erwartet. In dieser Prognose war die TMD-Gruppe noch enthalten. Im ersten Halbjahr des Geschäſtsjahres 2024 verzeichnete GRAMMER einen Volumenrückgang in EMEA, zudem belasteten volaꢀle Werksauslastungen sowie hohe Kosten für Produktanläufe und Personal das operaꢀve EBIT. In China kam es für das Unternehmen zu einer Volumenverschiebung von den globalen zu den, für GRAMMER, weniger profitablen GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 18 von 76 lokalen OEMs. Die Prognose für das operaꢀve EBIT des Gesamtjahres 2024 wurde daher am 9. August 2024 zurückgenommen. Vor diesem Hintergrund rechnete die GRAMMER AG nunmehr mit einem operaꢀven EBIT auf Vorjahresniveau (rund 56,8 Mio. EUR). Hinsichtlich der Umsatzprognose nahm das Unternehmen am 14. November 2024 eine Anpassung vor. Hier wurde die Umsatzerwartung aufgrund des weiteren Volumenrückgangs infolge der gesamtwirtschaſtlichen Entwicklung und der branchenseiꢀgen Unsicherheiten sowie der Entkonsolidierung der TMD-Gruppe auf rund 2,0 Mrd. EUR angepasst. Letztlich lag der Konzernumsatz für das Jahr 2024 mit 1.921,7 Mio. EUR zwar im Rahmen der angepassten Prognose, allerdings aufgrund der beschriebenen Entwicklungen deutlich unter der ursprünglichen Prognose von rund 2,3 Mrd. EUR. Das operaꢀve EBIT betrug 41,6 Mio. EUR und lag damit ebenfalls unter der im Lagebericht 2023 veröffentlichten Prognose von rund 75 Mio. EUR, was neben den volaꢀlen Werksauslastungen und den hohen Kosten für Produktanläufe hauptsächlich auf den signifikanten Umsatzrückgang zurückzuführen ist. 2.5 Ertragslage der GRAMMER Gruppe 2.5.1 Umsatzerlöse der GRAMMER Gruppe Der Umsatz aus fortgeführten Akꢀvitäten der GRAMMER Gruppe lag im Gesamtjahr 2024 bei 1.921,7 Mio. EUR (Vj. 2.055,0 Mio. EUR) und damit um 6,5 % unter dem Vorjahreswert, währungsbereinigt sank der Umsatz um 4,3 %. Der Umsatzrückgang resulꢀerte insbesondere aus den Einbußen in EMEA, vor allem im margenstärkeren Produktbereich Commercial Vehicles. Hier verzeichnete die GRAMMER Gruppe einen Rückgang von 22,9 %. Regional betrachtet entwickelten sich die Produktbereiche heterogen. In EMEA gingen die Umsätze beider Produktbereiche spürbar zurück, während in AMERICAS beide Bereiche zulegen konnten. In APAC konnte der Produktbereich Automoꢀve einen Umsatzansꢀeg verzeichnen, während der Commercial-Vehicles- Bereich einen Umsatzrückgang hinnehmen musste. Gruppenweit sanken die Erlöse im Bereich Automoꢀve um 0,8 % auf 1.269,5 Mio. EUR, während der margenstärkere Produktbereich Commercial Vehicles einen Umsatzrückgang um 15,9 % auf 652,2 Mio. EUR aufwies. In den Umsatzerlösen des Produktbereichs Automoꢀve sind Umsätze für Entwicklungsleistungen in Höhe von 112,8 Mio. EUR (Vj. 115,3 Mio. EUR) enthalten. Den entsprechenden Erlösen aus Entwicklungsakꢀvitäten der GRAMMER Gruppe sind Aufwendungen für Betriebsmiꢁel, Werkzeuge und Vorrichtungen, die bis zur Serienreife anfallen, zuzuordnen. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 19 von 76 2.5.2 Umsatzerlöse der Regionen EMEA In EMEA verzeichnete GRAMMER im Geschäſtsjahr 2024 einen Umsatz von 1.044,3 Mio. EUR (Vj. 1.210,9 Mio. EUR), ein Rückgang von 13,8 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei sanken die Erlöse im Produktbereich Automoꢀve um 5,7 % auf 607,7 Mio. EUR (Vj. 644,6 Mio. EUR) und im margenstärkeren Bereich Commercial Vehicles um 22,9 % auf 436,6 Mio. EUR (Vj. 566,3 Mio. EUR). Hier wirkten sich insbesondere die konjunkturbedingte Nachfrageschwäche und die Krise in weiten Teilen der Automobilindustrie negaꢀv aus. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 20 von 76 APAC In APAC sꢀeg der Umsatz leicht im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 % auf 536,6 Mio. EUR (Vj. 532,3 Mio. EUR). Bereinigt um Wechselkurseffekte legte der Umsatz um 2,8 % auf 547,1 Mio. EUR zu. Der Ansꢀeg in der Region ist auf den Produktbereich Automoꢀve zurückzuführen, der seinen Umsatz um 6,8 % auf 404,6 Mio. EUR (Vj. 378,7 Mio. EUR) steigern konnte. Amerikanische und europäische OEMs haben Marktanteile an lokale OEMs verloren, die miꢁlerweile mehr als 50 % des Umsatzes von GRAMMER China im Bereich Automoꢀve ausmachen. Allerdings ist der Weꢁbewerb unter den Zulieferern für die lokalen OEMs deutlich härter und führt zu einer niedrigeren Profitabilität. Der Umsatz im Bereich Commercial Vehicles lag dagegen mit 132,0 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert (Vj. 153,6 Mio. EUR) aufgrund der marktbedingt rückläufigen Nachfrage. AMERICAS In AMERICAS wurde im September 2024 die TMD-Gruppe veräußert und entkonsolidiert. Dementsprechend wurden die Akꢀvitäten der TMD-Gruppe in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowohl im Berichts- als auch im Vorjahreszeitraum als nicht fortgeführte Akꢀvitäten dargestellt. AMERICAS erzielte von Januar bis Dezember 2024 einen Umsatzansꢀeg der fortgeführten Akꢀvitäten von 5,2 % auf 391,7 Mio. EUR (Vj. 372,2 Mio. EUR). Bereinigt um Währungseffekte betrug der Umsatzansꢀeg 10,0 %. Die Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 19,5 Mio. EUR ist mit einem Beitrag von 18,9 Mio. EUR im Wesentlichen auf den Bereich Commercial Vehicles zurückzuführen, der 2024 einen Umsatz von 115,4 Mio. EUR erzielte. Allerdings resulꢀert der berichtete Ansꢀeg ausschließlich aus der Darstellung der fortgeführten und nicht fortgeführten Akꢀvitäten infolge der Veräußerung der TMD-Gruppe. Das Werk in Delphos war ursprünglich Teil der TMD-Gruppe, wurde jedoch in den vergangenen Jahren Schriꢁ für Schriꢁ in ein Montagewerk für Nutzfahrzeugsitze transformiert. Miꢁe 2023 wurde das Werk aus der TMD-Gruppe in eine eigenständige Gesellschaſt ausgegliedert. Für die Darstellung der fortgeführten Akꢀvitäten wurden GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 21 von 76 die Gesellschaſten der TMD-Gruppe entsprechend den Anforderungen von IFRS 5.31 (aufgegebener Geschäſtsbereich) aus der Gewinn- und Verlustrechnung des Berichts- und des Vergleichsjahres vollständig eliminiert. Aus diesem Grund ist der Umsatz der fortgeführten Akꢀvitäten im Produktbereich Commercial Vehicles in der Region AMERICAS um den im Jahr 2023 in Delphos erzielten Commercial-Vehicles-Umsatz zu niedrig dargestellt. Darüber hinaus wurden die Umsätze des Produktbereichs Commercial Vehicles von der Erholung des brasilianischen Nutzfahrzeugmarkts gestützt. Die Erlöse im Automoꢀve-Bereich blieben mit 276,3 Mio. EUR (Vj. 275,7 Mio. EUR) auf dem Niveau des Vorjahres. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 22 von 76 2.5.3 Ergebnis der GRAMMER Gruppe Beim operaꢀven Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (operaꢀves EBIT) aus fortgeführten Akꢀvitäten verzeichnete GRAMMER aufgrund der rückläufigen Umsatzentwicklung, erhöhter Kosten infolge volaꢀler Werksauslastungen, Anlauꢅosten für das neue Commercial Vehicles-Werk in Nordamerika sowie einer Veränderung des Kunden- bzw. Produktmixes in China im Geschäſtsjahr 2024 einen Rückgang auf 41,6 Mio. EUR (Vj. 83,0 Mio. EUR). Neben der schwachen Entwicklung des operaꢀven Ergebnisses führten insbesondere Einmalaufwendungen aus dem „Top 10 Maßnahmen“ Programm zu einem EBIT aus fortgeführten Akꢀvitäten von 8,1 Mio. EUR (Vj. 72,4 Mio. EUR). Die Einmalaufwendungen beinhalteten Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von rund 35,7 Mio. EUR, die mit 32,2 Mio. EUR in den Verwaltungskosten und mit 3,5 Mio. EUR in den Kosten der Umsatzerlöse enthalten sind. Darüber hinaus wurden Refinanzierungskosten in Höhe von 0,8 Mio. EUR und posiꢀve Währungseffekte in Höhe von 3,0 Mio. EUR bereinigt. Die Kosten der Umsatzerlöse sanken um 90,2 Mio. EUR bzw. 5,0 % auf 1.732,4 Mio. EUR (Vj. 1.822,6 Mio. EUR). Der Rückgang ist vor allem auf die gesunkenen Umsätze zurückzuführen. Die Bruꢁomarge sank auf 9,9 % (Vj. 11,3 %). Die Verwaltungskosten sꢀegen aufgrund der Restrukturierungsaufwendungen auf 177,1 Mio. EUR (Vj. 153,6 Mio. EUR). Darüber hinaus sind Effekte aus der Fremdwährungsbewertung von GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 23 von 76 Forderungen und Verbindlichkeiten enthalten. Während im Vorjahr Kursverluste in Höhe von 31,2 Mio. EUR und Kursgewinne in Höhe von 20,5 Mio. EUR enthalten waren, ergaben sich im Geschäſtsjahr 2024 Kursgewinne in Höhe von 19,1 Mio. EUR und Kursverluste in Höhe von 16,1 Mio. EUR. Der in den vorgenannten Posiꢀonen enthaltene Personalaufwand aus fortgeführten Akꢀvitäten sꢀeg infolge von Tarifsteigerungen und insbesondere aufgrund der Restrukturierungsaufwendungen auf insgesamt 473,3 Mio. EUR (Vj. 438,4 Mio. EUR). Die sonsꢀgen betrieblichen Erträge aus fortgeführten Akꢀvitäten erhöhten sich von 19,6 Mio. EUR im Vorjahr auf 23,1 Mio. EUR im Geschäſtsjahr 2024. Der Ansꢀeg im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf die Weiterbelastung von Handlingkosten und die Weiterverrechnung von Kosten im Jahr 2024 zurückzuführen. Das Finanzergebnis lag mit –31,8 Mio. EUR leicht unter dem Wert des Vorjahres von –30,3 Mio. EUR. Der Rückgang resulꢀert im Wesentlichen aus gesꢀegenen Finanzaufwendungen in Höhe von 45,8 Mio. EUR (Vj. 39,6 Mio. EUR) aufgrund des gesꢀegenen Zinsniveaus und des Abschlusses der neuen Kreditverträge. Die Finanzerträge sind gegenüber dem Vorjahr wegen des höheren Zinsniveaus auf 9,2 Mio. EUR gesꢀegen (Vj. 7,0 Mio. EUR). Das sonsꢀge Finanzergebnis erhöhte sich auf 4,8 Mio. EUR (Vj. 2,4 Mio. EUR). Hier führte insbesondere die Entwicklung des US-Dollars zu Kursgewinnen. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 24 von 76 Das Ergebnis aus fortgeführten Akꢀvitäten vor Steuern ging signifikant von 42,1 Mio. EUR im Geschäſtsjahr 2023 auf –23,7 Mio. EUR im Geschäſtsjahr 2024 zurück. Im Berichtszeitraum wurde ein Steueraufwand von 24,3 Mio. EUR (Vj. Steueraufwand 17,4 Mio. EUR) erfasst. Dies ist vor allem auf den Nicht-Ansatz von akꢀven latenten Steuern auf Verlustvorträge bei der Tax Group in den USA zurückzuführen, weshalb hieraus keine Kompensaꢀon erfolgte. Das Ergebnis aus fortgeführten Akꢀvitäten nach Steuern sank von 24,7 Mio. EUR im Geschäſtsjahr 2023 auf –48,0 Mio. EUR im Geschäſtsjahr 2024. Das unverwässerte/verwässerte Ergebnis je Akꢀe aus fortgeführten Akꢀvitäten errechnet sich aus dem um die nicht beherrschenden Anteile und Anteile der Hybriddarlehensgeber bereinigten Ergebnis nach Steuern und lag mit –3,33 EUR im Geschäſtsjahr 2024 ebenso deutlich unter dem Vorjahr (Vj. 1,55 EUR). Der ROCE betrug für das Geschäſtsjahr 2024 0,9 % (Vj. 8,7 %). Der ROCE bezeichnet das für das jeweilige Geschäſtsjahr ausgewiesene operaꢀve EBIT im Verhältnis zu den durchschniꢁlichen Operaꢀng Assets (durchschniꢁliche betriebsnotwenige Akꢀva abzüglich durchschniꢁliche betriebsnotwendige Passiva) im selben Geschäſtsjahr, berechnet in Prozent. 2.5.4 Ergebnisverwendung Die Ergebnisverwendung der GRAMMER AG richtet sich nach dem im handelsrechtlichen Jahresabschluss der Gesellschaſt ausgewiesenen Bilanzgewinn/-verlust. Die GRAMMER AG weist zum 31. Dezember 2024 einen Bilanzverlust in Höhe von –261,3 Mio. EUR (Bilanzverlust 31.12.2023: –146,1 Mio. EUR) aus. Dabei wurde der Jahresfehlbetrag des Geschäſtsjahres 2024 in Höhe von –115,2 Mio. EUR (Vj. Jahresfehlbetrag –14,9 Mio. EUR) berücksichꢀgt. Aufgrund des Bilanzverlusts der GRAMMER AG im abgelaufenen Geschäſtsjahr ergibt sich derzeit kein Dividendenvorschlag. Ferner wurde mit dem Neuabschluss des Kreditvertrags im Jahr 2024 festgelegt, eine Dividendenzahlung während der Laufzeit bis ins Jahr 2027 auszusetzen. 2.5.5 Ergebnisentwicklung der Regionen EMEA Das operaꢀve EBIT in EMEA, in der sich die konzernweit umsatzstärksten Gesellschaſten befinden, war signifikant vom Umsatzrückgang sowie erhöhten Kosten infolge volaꢀler Werksauslastungen belastet und lag bei 25,2 Mio. EUR (Vj. 64,2 Mio. EUR). Die operaꢀve EBIT-Rendite betrug entsprechend 2,4 % (Vj. 5,3 %). Das EBIT belief sich im Gesamtjahr 2024 auf 9,8 Mio. EUR (Vj. 60,1 Mio. EUR) und war zusätzlich von Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 17,9 Mio. EUR belastet, beinhaltete aber GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 25 von 76 auch posiꢀve Währungseffekte in Höhe von 2,5 Mio. EUR. Beide Einflussfaktoren wurden im operaꢀven EBIT bereinigt. Die EBIT-Rendite lag bei 0,9 % (Vj. 5,0 %). APAC Das operaꢀve EBIT in APAC sank vor allem aufgrund des Umsatzrückgangs im Bereich Commercial Vehicles und des veränderten Kunden- bzw. Produktmix auf 46,5 Mio. EUR (Vj. 62,5 Mio. EUR). Es wurde um posiꢀve Währungseffekte in Höhe von 0,1 Mio. EUR bereinigt. Die operaꢀve EBIT-Marge verringerte sich damit gegenüber dem Vorjahr um 3,0 Prozentpunkte auf 8,7 % (Vj. 11,7 %). Das EBIT sank auf 46,6 Mio. EUR (Vj. 61,2 Mio. EUR). Die EBIT-Marge verringerte sich um 2,8 Prozentpunkte auf 8,7 % (Vj. 11,5 %). AMERICAS Das operaꢀve EBIT der fortgeführten Akꢀvitäten in AMERICAS belief sich auf –15,8 Mio. EUR (Vj. –16,4 EUR) und war stark belastet durch die Anlauꢅosten für das neue Commercial-Vehicles-Werk in Nordamerika GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 26 von 76 sowie Ineffizienzen in der Produkꢀon. Die operaꢀve EBIT-Marge verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr nur leicht um 0,4 Prozentpunkte auf –4,0 % (Vj. –4,4 %). Das EBIT belief sich auf –19,8 Mio. EUR (Vj. –20,3 Mio. EUR) und war zusätzlich durch Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 4,1 Mio. EUR belastet, beinhaltete aber auch posiꢀve Währungseffekte in Höhe von 0,1 Mio. EUR. Die EBIT-Marge lag bei –5,1 % (Vj. –5,5 %). 2.6 Finanzlage 2.6.1 Finanzierungs- und Liquiditätsmanagement Das Berichtsjahr 2024 stand neben zahlreichen Restrukturierungsmaßnahmen auch im Zeichen der Refinanzierung des Anfang 2025 auslaufenden Konsorꢀalkredits. Bereits im Frühjahr wurde die Konsorꢀalkredit-Tranche C unter Beteiligung der KfW in Höhe von 235 Mio. EUR durch eine bilaterale Kreditlinie in Höhe von rund 200 Mio. EUR mit einer Laufzeit von drei Jahren, bereitgestellt durch eine chinesische Bank, refinanziert. Im Dezember 2024 hat zudem eine neue Finanzierungsstruktur die verbleibenden Tranchen des bisherigen Konsorꢀalkredits und kleinere bilaterale Darlehen abgelöst. Die neue Struktur besteht aus einem syndizierten Darlehen von fünf Banken in China über 150 Mio. EUR sowie einer syndizierten revolvierenden Betriebsmiꢁelkrediꢂazilität von fünf Banken in Deutschland über 80 Mio. EUR. Die syndizierte Kreditlinie, die durch die deutschen Banken bereitgestellt wurde, kann wahlweise als Kontokorrentkredit oder durch Festsatzkredite mit Zinsperioden von bis zu sechs Monaten in Anspruch genommen werden. Die Verzinsung erfolgt mit geldmarktnahen Zinssätzen zuzüglich fester Kreditmargen. Hierfür haſtet eine geringe Anzahl wesentlicher GRAMMER Gesellschaſten über Garanꢀen. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 27 von 76 Beide Finanzierungen, die aus China bereitgestellt wurden, sind nominell in RMB abgeschlossen und miꢁels Cross Currency Swaps in festverzinsliche EUR-Darlehen gesichert worden. Für diese Darlehen haſtet der Mehrheitseigentümer der GRAMMER AG, die Ningbo Jifeng Gruppe. Zusätzlich erhielt GRAMMER nachrangige Darlehen des Mehrheitsakꢀonärs Ningbo Jifeng in Höhe von insgesamt rund 130 Mio. EUR. Die Laufzeiten der neuen Finanzierungsstruktur liegen zwischen zweieinhalb und drei Jahren. In Ergänzung zum syndizierten Kredit sichern bilaterale Finanzierungsvereinbarungen, miꢁelfrisꢀge Schuldscheindarlehen sowie langfrisꢀge Privatplatzierungen die Finanzierung von GRAMMER. Es wird grundsätzlich beabsichꢀgt, eine ausgewogene Fälligkeitenstruktur bei einem diversifizierten Porꢂolio aus Finanzierungsinstrumenten zu erzielen, um die Liquidität langfrisꢀg zu sichern. Kurzfrisꢀge Inanspruchnahmen sollen mit variablen Zinsen erfolgen und miꢁel- bis langfrisꢀge Miꢁelaufnahmen sollen in der Regel mit festem Zins sowie einer kongruenten Zinsbindungsdauer vorgenommen werden. Im Falle eines Kontrollwechsels im Zuge eines Übernahmeangebots können die wesentlichen Finanzierungsverträge der GRAMMER AG, insbesondere die in den Jahren 2015 und 2019 platzierten Schuldscheindarlehen, die zum 31. Dezember 2024 noch in Höhe von insgesamt 50,8 Mio. EUR im Bestand sind, unmiꢁelbar fällig gestellt werden. Unter dem Konsorꢀalkreditvertrag vom 12. Dezember 2024 in Höhe von 80 Mio. EUR bestehen im Fall eines Kontrollwechsels Rechte der Darlehensgeber auf Kündigung und Fälligstellung. Diese stehen jeweils jedem einzelnen Darlehensgeber im Hinblick auf seinen Anteil an dem Darlehen individuell zu. Im Falle eines Kontrollwechsels hat zudem ein Teil der wesentlichen Kunden, Lieferanten sowie weiteren Kooperaꢀonspartner das Recht, die vertraglichen Vereinbarungen mit dem Unternehmen vorzeiꢀg zu kündigen. Die Steuerung der Liquidität im operaꢀven Geschäſt sowie die adäquate Fremdmiꢁelbeschaffung werden zentral über den Bereich Konzern-Finanzen gesteuert, sofern keine landesspezifischen gesetzlichen Vorschriſten dies einschränken. In Absꢀmmung mit den lokalen Gesellschaſten betreut das Konzern- Finanzwesen weltweit den Zahlungsverkehr und die Verwaltung der eingerichteten Cash Pools. Damit überwacht und sichert die GRAMMER AG die Liquidität ihrer Tochterunternehmen, soweit dies im Rahmen der gesetzlichen und wirtschaſtlichen Möglichkeiten zulässig und sinnvoll ist. Das Management finanzieller Risiken sichert Zins- und Währungsrisiken zentral miꢁels marktüblicher derivaꢀver Finanzinstrumente ab. Die neue Finanzierungsstruktur wirkte sich posiꢀv auf die kurzfrisꢀgen Finanzschulden aus, die sich infolge der Transakꢀon auf 89,1 Mio. EUR (31.12.2023: 286,6 Mio. EUR) reduzierten, wohingegen die langfrisꢀgen Finanzschulden aufgrund der neuen Kreditlinien sꢀegen. Die Finanzschulden in Summe lagen mit 498,6 Mio. EUR (31.12.2023: 453,7 Mio. EUR) über dem Niveau des Vorjahres, darin enthalten sind jedoch rund 130 Mio. EUR nachrangige Darlehen des Hauptakꢀonärs. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 28 von 76 Der Cashflow aus der Geschäſtstäꢀgkeit fortgeführter Akꢀvitäten verringerte sich im Wesentlichen aufgrund des deutlich negaꢀven Ergebnisses vor Steuern um 66,5 Mio. EUR auf 57,1 Mio. EUR (Vj. 123,6 Mio. EUR). Im Geschäſtsjahr 2024 lag der Miꢁelabfluss aus der Invesꢀꢀonstäꢀgkeit aus fortgeführten Akꢀvitäten mit –81,6 Mio. EUR nahezu auf Vorjahresniveau (Vj. –80,9 Mio. EUR). Die Invesꢀꢀonen in das Sachanlagevermögen sanken auf 62,3 Mio. EUR (Vj. 71,7 Mio. EUR). Aus der Finanzierungstäꢀgkeit ergab sich im Geschäſtsjahr 2024 ein Miꢁelzufluss aus den fortgeführten Akꢀvitäten von 170,2 Mio. EUR (Vj. –30,0 Mio. EUR). Der Miꢁelzufluss kam aus dem Hybriddarlehen in Höhe von 45,7 Mio. EUR, dem Gesellschaſterdarlehen in Höhe von rund 130 Mio. EUR und den neuen Kreditverträgen. Vor diesem Hintergrund verfügte die GRAMMER Gruppe zum 31. Dezember 2024 über liquide Miꢁel in Höhe von 219,8 Mio. EUR (31.12.2023: 131,0 Mio. EUR). Hiervon sind für in Anspruch genommene Kontokorrentkredite (inkl. kurzfrisꢀger Verbindlichkeiten aus Factoringverträgen) von –26,4 Mio. EUR (31.12.2023: –79,6 Mio. EUR) abzuziehen. Damit ergibt sich zum 31. Dezember 2024 ein Finanzmiꢁelfonds in Höhe von 193,5 Mio. EUR (31.12.2023: 51,5 Mio. EUR). Damit ist die Liquidität der GRAMMER Gruppe auch in einem schwierigen wirtschaſtlichen Umfeld gesichert. 2.6.2 Kapitalstruktur Das Grundkapital der Gesellschaſt zum 31. Dezember 2024 betrug wie zum Vorjahressꢀchtag 39.009.080,32 EUR, eingeteilt in 15.237.922 Akꢀen mit einem rechnerischen Nennwert von je 2,56 EUR je Akꢀe. Alle Akꢀen (Ausnahme: eigene Akꢀen) gewähren die gleichen Rechte. Die Akꢀonär:innen sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechꢀgt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Sꢀmmrecht je Akꢀe. Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 23. Juni 2021 wurde der Vorstand ermächꢀgt, das Grundkapital der Gesellschaſt bis zum 22. Juni 2026 mit Zusꢀmmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückakꢀen gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrfach, jedoch insgesamt höchstens um 19.504.537,60 EUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021). Dabei ist den Akꢀonär:innen grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen; das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Akꢀen von einem oder mehreren Krediꢀnsꢀtuten oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Akꢀonär:innen zum Bezug anzubieten. Der Vorstand wurde ermächꢀgt, das Bezugsrecht der Akꢀonär:innen mit Zusꢀmmung des Aufsichtsrats in besꢀmmten Fällen auszuschließen. Von der Ausnutzung des genehmigten Kapitals 2021 hat der Vorstand der GRAMMER AG im Geschäſtsjahr 2024 keinen Gebrauch gemacht. Die Hauptversammlung der GRAMMER AG hat im Geschäſtsjahr 2024 keine Ermächꢀgung zur Ausgabe von Opꢀons- und/oder Wandelschuldverschreibungen und kein neues bedingtes Kapital geschaffen. Per 31. Dezember 2024 betrug die Kapitalrücklage 162.947 TEUR (31.12.2023: 162.947 TEUR) und beinhaltet das jeweilige Agio aus den Kapitalerhöhungen in den Geschäſtsjahren 1996, 2001, 2011, GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 29 von 76 2017 und 2020 abzüglich angefallener Kosten. Zum 31. Dezember 2024 betrugen die Gewinnrücklagen 29.420 TEUR (31.12.2023: 124.075 TEUR). 2.6.3 Bestehen von Beteiligungen an der Gesellschaſt gemäß § 33 WpHG Nach dem Wertpapierhandelsgesetz hat jede Anlegerin und jeder Anleger, die oder der durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonsꢀge Weise besꢀmmte Anteile an Sꢀmmrechten der Gesellschaſt erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaſt und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht mitzuteilen. Der niedrigste Schwellenwert für diese Miꢁeilungspflicht ist 3 %. Der derzeiꢀg mitgeteilte Stand zu den Beteiligungen, die am 31. Dezember 2024 mindestens die Grenze von 3 % hielten, ist im Konzernanhang der GRAMMER Gruppe aufgeführt. Der derzeiꢀg mitgeteilte Stand zu den Beteiligungen, die im Geschäſtsjahr 2024 oder vorher mindestens die Grenze von 3 % über- oder unterschriꢁen haben, ist im Anhang der GRAMMER AG aufgeführt. 2.6.4 Eigene Anteile Derzeit besteht keine Ermächꢀgung zum Erwerb eigener Akꢀen. Insgesamt hält die GRAMMER AG 330.050 eigene Akꢀen, die vollständig im Geschäſtsjahr 2006 erworben wurden. Der darauf enꢂallende Anteil am Grundkapital beträgt 844.928,00 EUR und entspricht unverändert 2,166 % (Vj. 2,166 %) des Grundkapitals. Diese 330.050 eigenen Akꢀen haben keine Sꢀmmrechte und sind auch nicht dividendenberechꢀgt. 2.6.5 Invesꢂꢂonen Gesamꢂnvesꢂꢂonen Die Invesꢀꢀonen der GRAMMER Gruppe aus fortgeführten Akꢀvitäten sꢀegen im Berichtsjahr um 3,7 % auf 96,3 Mio. EUR (Vj. 92,9 Mio. EUR aus fortgeführten Akꢀvitäten). Von den Gesamꢀnvesꢀꢀonen enꢂielen im GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 30 von 76 Berichtsjahr 25,7 Mio. EUR (Vj. 12,6 Mio. EUR) auf Vermögenswerte aus Miet- und Leasingverhältnissen, die gemäß IFRS 16 akꢀviert wurden. Darin enthalten sind im Wesentlichen die Verlängerung von Mietverträgen für bestehende Werke sowie Mietverträge für die neuen Werksstandorte in China. Die Invesꢀꢀonen ohne akꢀvierte Vermögenswerte aus Miet- und Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16 beliefen sich im Geschäſtsjahr 2024 auf 70,6 Mio. EUR und lagen damit um 9,7 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 80,3 Mio. EUR. Die Invesꢀꢀonen in das Sachanlagevermögen betrugen im Geschäſtsjahr 2024 insgesamt 62,3 Mio. EUR (Vj. 71,7 Mio. EUR). In EMEA lagen die Invesꢀꢀonen mit 34,6 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahres (Vj. 40,2 Mio. EUR). Sie enꢂielen im Wesentlichen auf zahlreiche Neuanläufe im Produktbereich Automoꢀve, den weiteren Ausbau des Spritzgussbereichs, auf Ersatzinvesꢀꢀonen und Invesꢀꢀonen in neue Produktgeneraꢀonen im Bereich Commercial Vehicles. Die Invesꢀꢀonen in APAC sꢀegen im Vergleich zum Vorjahr um 40,7% auf 38,7 Mio. EUR (Vj. 27,5 Mio. EUR). Es handelte sich hierbei insbesondere um Invesꢀꢀonen für die Werke in Changzhou, Tianjin, Shenyang und Peking. Der Leasinganteil ist mit 17,5 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls um 11,6 Mio. EUR gesꢀegen, im Wesentlichen aufgrund der Akꢀvierung von Leasingverträgen für die Werke in Tianjin, Shenyang und Changchun. Die Invesꢀꢀonen in AMERICAS aus fortgeführten Akꢀvitäten sanken um 10,9 % auf 11,5 Mio. EUR (Vj. 12,9 Mio. EUR). Davon enꢂielen 2,4 Mio. EUR auf Invesꢀꢀonen, die gemäß IFRS 16 akꢀviert wurden. Darüber hinaus wurden Invesꢀꢀonen für Neuanläufe getäꢀgt. Die Invesꢀꢀonen im Bereich Central Services sanken um 6,5 % auf 11,5 Mio. EUR (Vj. 12,3 Mio. EUR). Davon betrafen 1,0 Mio. EUR (Vj. ebenfalls 1,0 Mio. EUR) die Forꢂührung des Digitalisierungsprojekts „Management der Produktlebenszyklen“ und 7,4 Mio. EUR (Vj. 7,1 Mio. EUR) akꢀvierte Entwicklungsleistungen. Bei diesen handelt es sich im Wesentlichen, wie bereits in den Vorjahren, um die längerfrisꢀge Entwicklung neuer Sitzgeneraꢀonen für den Bereich Commercial Vehicles. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 31 von 76 2.7 Vermögenslage Zum 31. Dezember 2024 betrug die Bilanzsumme der GRAMMER Gruppe 1.699,8 Mio. EUR und lag damit um 165,4 Mio. EUR bzw. 10,8 % über dem Wert zum 31. Dezember 2023 von 1.534,4 Mio. EUR. Die Vorjahreswerte in der Konzernbilanz bleiben von der Entkonsolidierung der TMD-Gruppe unberührt. Die Veränderung der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2024 resulꢀert im Wesentlichen aus der Erstkonsolidierung der Jifeng Automoꢀve Interior Gruppe, der Entkonsolidierung der TMD-Gruppe sowie aus den gesꢀegenen sonsꢀgen langfrisꢀgen finanziellen Vermögenswerten. Die langfrisꢀgen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, sonsꢀge langfrisꢀge finanzielle Vermögenswerte sowie langfrisꢀge Vermögenswerte aus Kundenverträgen. Die langfrisꢀgen Vermögenswerte erhöhten sich zum 31. Dezember 2024 um 113,6 Mio. EUR bzw. 14,0 % auf 927,2 Mio. EUR (31.12.2023: 813,7 Mio. EUR). Die langfrisꢀgen finanziellen Vermögenswerte sind aufgrund des Darlehens von zwei chinesischen Gesellschaſten an Ningbo Jifeng in Höhe von rund 60 Mio. EUR gesꢀegen. Des Weiteren gab es im Jahr 2024 zwei Beteiligungen an einer Ningbo Auto Seaꢀng GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 32 von 76 Gesellschaſt in Höhe von 29,0 Mio. EUR. In den sonsꢀgen langfrisꢀgen Vermögenswerten in Höhe von 67,9 Mio. EUR (Vj. 47,4 Mio. EUR) sind 42,1 Mio. EUR Nominaꢀon Fees enthalten, die gegenüber dem Vorjahr um 8,5 Mio. EUR (Vj. 33,6 Mio. EUR) gesꢀegen sind. Bei den kurzfrisꢀgen Vermögenswerten ist ein Ansꢀeg um 7,2 % bzw. 51,8 Mio. EUR auf 772,6 Mio. EUR (31.12.2023: 720,8 Mio. EUR) zu verzeichnen. Die kurzfrisꢀgen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich um 10,7 % auf 257,5 Mio. EUR (31.12.2023: 288,5 Mio. EUR), was im Wesentlichen auf den umsatzbedingten Rückgang und die Entkonsolidierung der TMD-Gruppe im September 2024 zurückzuführen ist. Die Zahlungsmiꢁel und kurzfrisꢀgen Einlagen erhöhten sich zum 31. Dezember 2024 um 67,8 % auf 219,8 Mio. EUR (31.12.2023: 131,0 Mio. EUR). Hauptgrund für die posiꢀve Entwicklung war die Ablösung des bisherigen syndizierten Kreditvertrags durch die im Dezember 2024 umgesetzte Refinanzierung. Die Vorräte reduzierten sich um 13,9 Mio. EUR auf 172,3 Mio. EUR (31.12.2023: 186,2 Mio. EUR) aufgrund des gesunkenen Geschäſtsvolumens. Das Eigenkapital sank zum 31. Dezember 2024 um 46,5 Mio. EUR bzw. 14,8 % auf 266,9 Mio. EUR (31.12.2023: 313,4 Mio. EUR). Die Veränderung resulꢀert aus dem negaꢀven Ergebnis nach Steuern in Höhe von 92,8 Mio. EUR. Dem gegenüber steht das Hybriddarlehen, das GRAMMER zum 16. Dezember 2024 in Höhe von rund 45,7 Mio. EUR vom Hauptakꢀonär erhalten hat und das den Rückgang des Eigenkapitals teilweise kompensiert. Das kumulierte sonsꢀge Ergebnis belief sich im Berichtszeitraum auf –57,7 Mio. EUR (Vj. –54,6 Mio. EUR). Die Veränderung gegenüber dem Vorjahressꢀchtag ist vor allem auf Effekte aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochtergesellschaſten in Höhe von –6,0 Mio. EUR (Vj. –11,0 Mio. EUR), Effekte aus der Änderung des Pensionszinssatzes in Höhe von 3,3 Mio. EUR (–4,6 Mio. EUR) sowie Cashflow Hedges in Höhe von –3,3 Mio. EUR (–1,1 Mio. EUR), Neꢁoinvesꢀꢀonen in ausländische Geschäſtsbetriebe in Höhe von 1,6 Mio. EUR (–1,0 Mio. EUR) und aus der Bewertung finanzieller Vermögenswerte in Höhe von 1,4 Mio. EUR (Vj. 0 Mio. EUR) zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote verringerte sich aufgrund der höheren Bilanzsumme und des gesunkenen Eigenkapitals auf 15,7 % (31.12.2023: 20,4 %). Auf der Passivseite lagen die langfrisꢀgen Schulden mit 764,9 Mio. EUR (31.12.2023: 378,4 Mio. EUR) um 386,5 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Hier ersetzten die neuen Kreditverträge die kurzfrisꢀgen Finanzschulden durch langfrisꢀge Finanzschulden, die um 242,5 Mio. EUR auf 409,5 Mio. EUR (31.12.2023: 167,0 Mio. EUR) sꢀegen. Ebenso erhöhten sich die sonsꢀgen langfrisꢀgen finanziellen Verbindlichkeiten um 124,1 Mio. EUR auf 179,3 Mio. EUR (31.12.2023: 55,2 Mio. EUR) aufgrund eines neuen Gesellschaſterdarlehens in Höhe von rund 130 Mio. EUR. Die passiven latenten Steuern sꢀegen nach Saldierung auf 37,6 Mio. EUR (31.12.2023: 29,0 Mio. EUR). Ebenso haben sich die langfrisꢀgen Rückstellungen um 15,8 Mio. EUR (Vj. 0 Mio. EUR) erhöht, hierbei handelt es sich um Rückstellungen aus GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 33 von 76 dem Personalbereich. Zum 31. Dezember 2024 verfügte die Gruppe über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 84,4 Mio. EUR (31.12.2023: 116,7 Mio. EUR), für die alle notwendigen Bedingungen für eine Inanspruchnahme bereits erfüllt waren. Die kurzfrisꢀgen Schulden sanken im Zuge der Refinanzierung um 174,7 Mio. EUR bzw. 20,7 % auf 667,9 Mio. EUR Mio. EUR (31.12.2023: 842,6 Mio. EUR). Hierdurch sanken vor allem die kurzfrisꢀgen Finanzschulden um 197,5 Mio. EUR auf 89,1 Mio. EUR (31.12.2023: 286,6 Mio. EUR). Die kurzfrisꢀgen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind nur geringfügig um 2,9 Mio. EUR auf 401,2 Mio. EUR gesunken (31.12.2023: 404,1 Mio. EUR ) aufgrund des geringeren Umsatzes und der Opꢀmierung des Zahlungsmanagements. 3. Chancen- und Risikobericht 3.1 Grundprinzipien des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems GRAMMERs Risikopoliꢀk entspricht dem Bestreben, nachhalꢀg zu wirtschaſten sowie den Unternehmenswert zu steigern und dabei angemessene Risiken und Chancen zu steuern und unangemessene Risiken zu vermeiden. Aufgrund der unternehmerischen Täꢀgkeit, der internaꢀonalen Ausrichtung und des Branchenumfelds erwachsen für die GRAMMER AG und ihre Tochtergesellschaſten Risiken, die abgesichert werden müssen. In der Risikostrategie sind daher unter anderem folgende risikopoliꢀsche Grundsätze festgelegt: • Unter Chancen und Risiken im Sinne des Risikomanagements versteht GRAMMER sowohl interne als auch externe Ereignisse, die posiꢀve oder negaꢀve Auswirkungen auf das Erreichen der Unternehmensziele haben können. • Das Risikomanagement leistet somit einen Beitrag zur wertorienꢀerten Unternehmensführung. Wertorienꢀert bedeutet dabei, dass GRAMMER Risiken und Chancen bewusst nur dann eingeht, wenn der Wert des Unternehmens im Rahmen der Nutzung günsꢀger Geschäſtsgelegenheiten gesteigert werden kann. Mit den geschäſtlichen Akꢀvitäten der GRAMMER Gruppe verbundene, aber möglicherweise bestandsgefährdende Risiken werden grundsätzlich vermieden. • Unternehmerische Kernrisiken, insbesondere marktseiꢀge Risiken, z. B. vom Verlauf der Konjunktur ausgehend, sowie Risiken, die aus der Entwicklung neuer Produkte entstehen können, trägt GRAMMER selbst, soweit diese nicht von einer Versicherung abgedeckt sind. Das Unternehmen strebt an, andere GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 34 von 76 Risiken (außerhalb der unternehmerischen Kernrisiken) möglichst auf Driꢁe zu übertragen. Dies betriꢆ vor allem Finanz- und Haſtungsrisiken. • Das Risikomanagement in der GRAMMER Gruppe umfasst alle Gesellschaſten und Organisaꢀonseinheiten. Risiken zu idenꢀfizieren sowie miꢀgierende Maßnahmen einzuleiten, sieht das GRAMMER Management als ständige gemeinsame Aufgabe an. Alle Mitarbeiter:innen des Unternehmens sind dazu aufgefordert, Risiken in ihrem Verantwortungsbereich zu erkennen und so weit wie möglich zu vermeiden bzw. zu minimieren. • In regelmäßigen Abständen überprüſt die Interne Revision von GRAMMER oder ein externer Dienstleister die Angemessenheit und Effekꢀvität des Risikomanagementsystems. In Hinsicht auf das interne Kontrollsystem sind bei GRAMMER folgende Strukturen und Prozesse implemenꢀert: Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem in der Gesellschaſt. Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisaꢀon sind alle strategischen Geschäſtsfelder eingebunden. Die Grundsätze, die Auꢃau- und Ablauforganisaꢀon sowie die Prozesse des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind in Richtlinien und Organisaꢀonsanweisungen niedergelegt, die in regelmäßigen Abständen den aktuellen externen und internen Entwicklungen angepasst werden. GRAMMER erachtet solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Bilanzierung und die Gesamtaussage des Jahres- und Konzernabschlusses einschließlich des zusammengefassten Lageberichts maßgeblich beeinflussen können bzw. erheblichen Einfluss auf die operaꢀven Unternehmensprozesse haben können. Dies sind insbesondere die folgenden Elemente: • Idenꢀfikaꢀon der wesentlichen Risikofelder und Kontrollbereiche mit Relevanz für den Rechnungslegungsprozess sowie für die operaꢀven Unternehmensprozesse. • Überwachung der Rechnungslegungsprozesse / operaꢀven Unternehmensprozesse und der Ergebnisse auf Ebene des Vorstands und auf Ebene der Bereiche bzw. der verantwortlichen Abteilungen. • Regelmäßige und prävenꢀve Kontrollmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen sowie in operaꢀven, leistungswirtschaſtlichen Unternehmensprozessen, die wesentliche Informaꢀonen für die Aufstellung des Jahres- und Konzernabschlusses einschließlich des zusammengefassten Lageberichts generieren, inklusive einer Funkꢀonstrennung und definierten Genehmigungsprozessen in relevanten Bereichen. • Maßnahmen, die die ordnungsmäßige IT-gestützte Verarbeitung rechnungslegungsbezogener Sachverhalte und Daten sicherstellen. • Maßnahmen zur Überwachung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 35 von 76 Für die konꢀnuierliche Verbesserung sowie die Beurteilung der Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems der GRAMMER AG und der GRAMMER Gruppe ist das Risk Commiꢁee zuständig. Das Risk Commiꢁee tagt quartalsmäßig und anlassbezogen und setzt sich aus der CFO, dem Group Risk Manager, dem Chief Compliance Officer, dem Head of Group Accounꢀng & Controlling, den Regional CFOs bzw. deren Vertreter:innen sowie opꢀonal dem Head of Treasury, dem Head of Group Legal und dem Head of Internal Audit zusammen. Die Leitung erfolgt durch den Group Risk Manager. Der Group Risk Manager informiert den Vorstand, den Prüfungsausschuss und den Aufsichtsrat regelmäßig sowie anlassbezogen über die Risikolage betreffend das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem. Zum Berichtszeitpunkt liegen in allen wesentlichen Belangen keine Anhaltspunkte vor, die auf eine gesamtheitliche Nichtangemessenheit und Nichtwirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems hinweisen. 3.2 Chancen- und Risikomanagementprozess Um Risiken rechtzeiꢀg zu erkennen, zu vermeiden oder zumindest zu minimieren und um ihre Ursachen zu analysieren und zu beurteilen, hat GRAMMER ein konzernweites einheitliches Risikomanagementsystem etabliert. Der Risikomanagementprozess ermöglicht die frühzeiꢀge Idenꢀfikaꢀon von Risiken, ihre Analyse und Bewertung, den abgesꢀmmten Einsatz geeigneter Instrumente zur Steuerung der Risiken sowie das Risiko-Monitoring und -Controlling und umfasst zudem und insbesondere die Früherkennung bestandsgefährdender Risiken. Das Risikomanagementsystem regelt die Idenꢀfikaꢀon, Erfassung, Beurteilung, Dokumentaꢀon und Berichterstaꢁung von Risiken, aber auch von Chancen. Verantwortlich für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem ist der Vorstand, während Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss die Wirksamkeit der Systeme überwachen und prüfen sowie regelmäßig informiert werden. Im Rahmen eines fortlaufenden Erhebungsprozesses werden wesentliche Risiken, die die Erreichung der Unternehmensziele gefährden können, an das zentrale Risikomanagement gemeldet. Die Verantwortung für die Risikoberichterstaꢁung liegt nicht in einem Zentralbereich der GRAMMER AG, sondern ist Teil der Aufgabe der dezentralen Risikoverantwortlichen. Bei diesen handelt es sich um die Regional CFOs und die Leiter der Zentralfunkꢀonen. Chancen und Risiken sowie Maßnahmen zur Risikosteuerung werden in regelmäßigen Managementsitzungen mit dem Vorstand erörtert. Ein Chancen- und Risikobericht informiert sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat regelmäßig über die Risikolage der Gruppe sowie den Stand der eingeleiteten Maßnahmen. Die Koordinaꢀon des Risikomanagements ist im Bereich Group Controlling angesiedelt. Die Chancen und Risiken werden in einem Risikomanagement-Tool, das auf SAP GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 36 von 76 BusinessObjects basiert, erfasst. Auf diese Weise erhält GRAMMER einen Überblick über die wesentlichen Chancen und Risiken für die Gruppe, die auf einer Neꢁobetrachtung basieren. Die Neꢁochancen und - risiken werden hergeleitet, indem bestehende und wirksame Maßnahmen berücksichꢀgt sowie im Budget, im Forecast oder im Konzernabschluss (z. B. in Form einer Rückstellung) verarbeitete Sachverhalte entsprechend in Abzug gebracht werden. Die Konsolidierung der Chancen und Risiken erfolgt dabei anhand speziell auf die GRAMMER Gruppe ausgerichteter Kategorien, die den sogenannten Risiko-Atlas bilden. Er umfasst neben strategischen Risiken auch Markt-, Finanz- und Rechtsrisiken ebenso wie Risiken aus den Bereichen ESG, IT, Personal, Qualität und Beschaffung. Das Chancenmanagement der GRAMMER Gruppe zielt darauf ab, Chancen nicht nur zu erfassen, sondern auch bestmöglich von ihnen zu profiꢀeren. 3.3 Wesentliche Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems Als kapitalmarktorienꢀertes Muꢁerunternehmen im Sinne des § 264d HGB ist die GRAMMER AG gemäß § 289 Abs. 4 HGB bzw. § 315 Abs. 4 HGB verpflichtet, die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess ist jedoch nicht gesetzlich definiert. GRAMMER versteht das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem als umfassendes System und orienꢀert sich an der Definiꢀon des Insꢀtuts der Wirtschaſtsprüfer in Deutschland e. V., Düsseldorf, zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem und zum Risikomanagementsystem. Unter einem rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem sind demnach die vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zu verstehen, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements gerichtet sind zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaſtlichkeit der Geschäſtstäꢀgkeit (hierzu gehört auch der • Schutz des Vermögens einschließlich der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen), zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie • • zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriſten. Das Risikomanagementsystem beinhaltet wie zuvor beschrieben die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken der unternehmerischen Betäꢀgung sowie die unter Abschniꢁ 3.1 dargestellten Elemente. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 37 von 76 3.4 Compliance Management System Compliance, also die Einhaltung von Gesetzen und internen Vorgaben, ist die Basis der Geschäſtstäꢀgkeit von GRAMMER. Compliance ist nicht nur Prävenꢀon finanzieller Risiken von Reputaꢀonsverlusten, sondern fördert Integrität, Transparenz und verantwortungsvolles Handeln und ist somit auch besꢀmmend dafür, wie Menschen miteinander arbeiten und umgehen. Mit dem Compliance Management System (CMS) bei GRAMMER verfolgt der Vorstand folgende Zielsetzungen und wird dabei vom Aufsichtsrat überwacht: • Verhinderung und Aufdeckung von Verstößen gegen geltendes Recht und unternehmensinterne Regelungen sowie der möglichen daraus resulꢀerenden Schäden (finanzielle Schäden / Reputaꢀonsschäden). • Verringerung von Haſtungs- und Reputaꢀonsrisiken für die GRAMMER AG, ihre Organmitglieder und Mitarbeitende. • Stärkung des Compliance-Bewusstseins und Verhaltens bei den Mitarbeiter:innen. Als Querschniꢁsthema betriꢆ Compliance alle Bereiche und Funkꢀonen von GRAMMER. Compliance- Maßnahmen erfolgen nicht isoliert, sondern sind in die administraꢀven und operaꢀven Prozessabläufe integriert. Der Auꢃau des CMS von GRAMMER ist im Wesentlichen an die Standards IDW PS 980 sowie ISO 37301 für Compliance Management Systeme ausgerichtet. Die 7-Elemente-Struktur des CMS nach IDW PS 980 gibt den systemaꢀschen Rahmen für die Aufgaben von Compliance vor: GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 38 von 76 Zum Berichtszeitpunkt liegen in allen wesentlichen Belangen keine Anhaltspunkte vor, die auf eine gesamtheitliche Nichtangemessenheit und Nichtwirksamkeit des CMS hinweisen. 3.5 Risiken Darstellung der wesentlichen Risikofelder In der nachfolgenden Darstellung der Risiken sind die jeweiligen Maßnahmen zur Risikobegrenzung berücksichꢀgt (Neꢁobetrachtung). Darin wird das jeweilige Risikopotenꢀal für die genannten Einzelrisikokategorien aufgeführt. In den nachfolgenden Abschniꢁen werden Risiken beschrieben und dargelegt, die teilweise erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäſts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe sowie auf den Akꢀenkurs oder die Marktreputaꢀon haben können. Zusätzliche Risiken, die GRAMMER derzeit noch als gering einschätzt oder die dem Unternehmen zurzeit noch nicht in ihren GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 39 von 76 Auswirkungen bekannt sind, können die Geschäſtsakꢀvitäten ebenfalls negaꢀv beeinflussen. Die Beurteilung der aufgeführten Risiken hat mindestens für das laufende Geschäſtsjahr 2025 Bestand. Als wesentlicher Aspekt des Risikomanagements wird versucht, Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, frühzeiꢀg zu erkennen bzw. zu minimieren und bilanziell entsprechend zu würdigen. Beschaffungsrisiken Die Versorgungssituaꢀon wird im Jahr 2025 weiterhin durch geopoliꢀsche Risiken geprägt sein. Zu diesen gehören hauptsächlich internaꢀonale Spannungen, insbesondere zwischen China, den exportstarken EU- Ländern, Mexiko und den USA sowie andauernde militärische Konflikte und poliꢀsche Instabilität. Dazu kommen weiterhin hohe Insolvenzrisiken, insbesondere bei deutschen und europäischen Lieferanten. Diese können sich negaꢀv auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe auswirken. Diese Versorgungsrisiken machen es weiterhin notwendig, Beschaffungsstrategien regelmäßig zu überprüfen und die Lieferkeꢁen so flexibel wie möglich aufzustellen. In Bezug auf die Preisentwicklung steht der Einkauf im Jahr 2025 vor einem anspruchsvollen, aber sich stabilisierenden Umfeld. Rohstoffe wie Stahl und Kunststoffe unterlagen extremen Preisspitzen in den Jahren 2021 und 2022. In den Jahren 2023 und 2024 konnten Inflaꢀonseffekte zu einem großen Teil durch kommerzielle Verhandlungen korrigiert werden. Es ist zu erwarten, dass sich die Rohstoffpreise nach einem Rückgang und einer Stabilisierung im Jahr 2024 und ins Jahr 2025 hinein auf einem Niveau leicht über dem Vorkrisenniveau stabilisieren werden. Die Logisꢀkkosten, vor allem im Bereich der Seefracht, haben sich nach den erheblichen Schwankungen der Vorjahre auf hohem Niveau stabilisiert. Die Preise bewegen sich weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau, was auf anhaltende Kapazitätsengpässe und die angespannte Situaꢀon auf den Handelsrouten, etwa durch die Umfahrung des Suezkanals, zurückzuführen ist. Darüber hinaus werden Umweltauflagen und CO2-Emissionsabgaben die Kosten von Seefracht nachhalꢀg verteuern. Die Versorgungslage für Strom und Gas hat sich gegenüber den letzten Jahren weiter entspannt. Die Strom- und Gasversorgung ist sichergestellt und es werden keine Engpässe erwartet. Für Gas wird ein moderater Preisansꢀeg prognosꢀziert, da sich die Nachfrage durch den Rückgang von Krisenmaßnahmen auf einem stabilen Niveau einpendelt. Dennoch sind unvorhergesehene Energiepreisveränderungen nicht auszuschließen, insbesondere durch geopoliꢀsche Spannungen und sich ändernde Situaꢀonen in Bezug auf militärische Konflikte, die sich negaꢀv auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe auswirken können. Zudem ist, vornehmlich in Europa, die Einflussnahme von Regierungen auf die Preisbildung deutlich zurückgegangen, aber immer noch gegeben. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 40 von 76 Die Insolvenzrisiken bleiben im Jahr 2025 weiterhin hoch, vor allem in Deutschland. Analysten prognosꢀzieren eine Zunahme von Unternehmensinsolvenzen auf den höchsten Stand seit 2015. Dies ist vor allem auf einen globalen Volumenrückgang, steigende Finanzierungskosten und strukturelle Herausforderungen im Automobilsektor zurückzuführen. Ein starker Fokus auf die Überwachung der finanziellen Stabilität von Lieferanten ist daher weiterhin essenziell, um Risiken für Lieferausfälle frühzeiꢀg zu erkennen und Maßnahmen zur Versorgungsabsicherung einzuleiten. Um den beschriebenen Herausforderungen zu begegnen, setzt GRAMMER nach wie vor auf bewährte Maßnahmen. Dazu zählen: • Diversifizierung der Lieferkeꢁen: Durch Lokalisierungs-, In-Sourcing- und Dual-Sourcing-Strategien wird die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten oder Regionen reduziert. • Langfrisꢀge Verträge und Preisgleitklauseln: Diese werden, soweit möglich, eingesetzt, um Planungs- und Kostenrisiken durch Preisvolaꢀlitäten, insbesondere in Bezug auf Rohstoffe wie Stahl und rohölbasierte Schaum- und Kunststoffprodukte, zu minimieren. • Digitalisierung: Der Ausbau digitaler Prozesse sorgt für eine höhere Transparenz und eine verbesserte Reakꢀonsfähigkeit in der Lieferkeꢁe. • Enge Absꢀmmung zwischen Einkauf und Vertrieb: Auch im Jahr 2025 bleibt der regelmäßige Austausch zwischen dem Einkauf und dem Vertrieb essenziell, um Preisentwicklungen frühzeiꢀg auf Kunden- und Lieferantenseite zu adressieren bzw. um Preissteigerungen an Kunden weitergeben zu können. Qualitätsrisiken GRAMMER legt großen Wert darauf, hohe externe und interne Qualitätsstandards einzuhalten und mögliche Fehlerquellen frühzeiꢀg zu erkennen bzw. zu vermeiden. Trotzdem kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass Qualitätsrisiken auſtreten. Dies gilt insbesondere bei Entwicklungen von Produkten mit komplexen Ferꢀgungsstrukturen. Dadurch können auch Reputaꢀonsrisiken im Zusammenhang mit mangelnder Produktsicherheit entstehen. Eine globale Ausrichtung sowie Verflechtungen der Ferꢀgung über Konꢀnente hinweg sowie der damit verbundene Absꢀmmungsbedarf zwischen den beteiligten Einheiten erhöhen dieses Risiko zwangsläufig. Aufgrund der Nicht-Einhaltung der Qualitätsstandards können Kunden Gewährleistungsansprüche gegenüber GRAMMER geltend machen. Dies würde sich negaꢀv auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe auswirken. Um derarꢀge Risiken bereits im Vorfeld zu eliminieren, hat GRAMMER in der gesamten Gruppe sowie in der Lieferkeꢁe entsprechende Maßnahmenprogramme etabliert, um sichere und geräuschlose GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 41 von 76 Markteinführungen (Silent Launch) zu erreichen und damit die Basis für ausgereiſte und robuste Produkte und Prozesse zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde im Bereich der Advanced Quality eine direkte Schniꢁstelle zu allen qualitätsrelevanten Vorserien- und Serienprozessen sowie eine Verbindung zu allen involvierten und wichꢀgen Abteilungen geschaffen. Durch die konsequente Anwendung geltender Standards und Spezifikaꢀonen sowie der internen Prozesse, Regeln und Vorschriſten, wird sichergestellt, dass die verfügbaren Ressourcen effizient und effekꢀv genutzt und somit Risiken, Schwachstellen und Probleme frühzeiꢀg erkannt werden, um auf dieser Basis Produkte und Prozesse zu entwickeln. Ein wichꢀger Baustein dieser Prozesse liegt in GRAMMERs Lieferkeꢁe. Um gemeinsam mit den Lieferanten sichere und leise Markteinführungen und damit eine Grundlage für ausgereiſte und robuste Produkte und Produkꢀonsprozesse in der Serienphase zu erreichen, werden Supplier Launch Readiness-Prozesse genutzt. Dadurch wird sichergestellt, dass Risiken frühzeiꢀg erkannt werden und darauf auꢃauend die Prozesse beim Lieferanten entwickelt werden, um das gemeinsame Silent Launch-Ziel zu erreichen. Durch konsequente Marktbeobachtung, Erfahrungen aus der Gewährleistung, prakꢀsche Produktvalidierung und sichere Prozesse wird der Schwerpunkt von der Re-Akꢀon auf prävenꢀve Vermeidung von Gewährleistungsfällen und den damit verbundenen Kosten verlagert. Im Bereich der 0 km-Ausfälle arbeitet die zentrale Qualitätsabteilung Hand in Hand mit den Werken und unterstützt die Kundenkommunikaꢀon und das Erreichen der Kundenzufriedenheit in allen Phasen. Dies wird durch ein situaꢀonsabhängiges Monitoring/Reporꢀng von kriꢀschen Produkten/Anlagen und einen Überblick über die Kundenzufriedenheit der einzelnen Produktsegmente und Bereiche ermöglicht. Hierfür wird eine zentrale Kommunikaꢀonsplaꢄorm zwischen den Werken eingesetzt, um einen überregionalen Austausch zu gewährleisten. Im Gewährleistungsprozess entwickelt die zentrale Qualitätsabteilung die Standards, unterstützet die Werke bei deren Umsetzung, überwacht die Abwicklung aller Fälle und Jahresendabrechnungen, um auch hier wieder alle Informaꢀonen abzugreifen und die Prozesse nachhalꢀg zu verbessern. Das integrierte Qualitätsmanagement (QM) ist entscheidend für den langfrisꢀgen Erfolg des Unternehmens. Durch die Implemenꢀerung effekꢀver QM-Strategien kann die Organisaꢀon nicht nur die Kundenzufriedenheit steigern, sondern auch die Effizienz und Weꢁbewerbsfähigkeit verbessern. Bei GRAMMER sind folgende Managementsysteme erfolgreich integriert und in der täglichen Anwendung: • ISO 9001 – Qualitätsmanagementsystem in allen Branchen anwendbar • IATF 16949 – Qualitätsmanagementsystem für die Automobilindustrie • ISO TS 22163 – Qualitätsmanagementsystem für die Bahnindustrie • TISAX – Informaꢀonssicherheitsmanagementsystem für die Automobilindustrie • ISO 45001 – Arbeits- und Gesundheitsschutz GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 42 von 76 • ISO 14001 – Umweltmanagementsystem • ISO 50001 – Energiemanagementsystem Diese Standards/Zerꢀfizierungen sind verpflichtend seitens der Kunden gefordert und werden regelmäßig durch diese geprüſt sowie in jährlichen Zyklen durch die zentrale Qualitätsabteilung und eine externe Zerꢀfizierungsgesellschaſt auf ihre Effekꢀvität und Effizienz hin validiert. Marktrisiken Als weltweit täꢀges Unternehmen wird die GRAMMER Gruppe durch die Entwicklungen an naꢀonalen und internaꢀonalen Märkten beeinflusst. Die Zunahme geopoliꢀscher Spannungen, einschließlich verstärkter Handelskriege und poliꢀscher Unsicherheiten nach dem Amtsantriꢁ von Donald Trump, hat das wirtschaſtliche Umfeld weiter belastet. Restrikꢀve Handelsmaßnahmen und verschärſte Zölle beeinträchꢀgen den globalen Automobil- und Nutzfahrzeugmarkt. Für 2025 wird weltweit ein leichter Rückgang der Pkw-Produkꢀonszahlen erwartet. In Europa verstärkt die Ankündigung von OEMs, Werke in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zu schließen, den regionalen Druck auf Automobilzulieferer. Zusätzliche regulatorische Herausforderungen, wie strengere CO₂-Vorgaben, erhöhen die Produkꢀonskosten und belasten die Weꢁbewerbsfähigkeit. In AMERICAS erschweren die Handelsmaßnahmen der US-Regierung den Zugang zu den Märkten Mexiko und Kanada, während die Konsumnachfrage in den USA aufgrund der Wirtschaſtslage schwach bleibt. Obwohl China weiterhin ein wichꢀger Markt bleibt, führt die wachsende Konkurrenz durch lokale OEMs zu einem Verlust von Marktanteilen bei etablierten Herstellern. Die Unsicherheit in der poliꢀschen Regulierung, insbesondere im Bereich Elektrofahrzeuge, verschärſt die Probleme. Den daraus resulꢀerenden potenziellen Risiken begegnet das Unternehmen mit einer Vielzahl von Maßnahmen. So beobachtet GRAMMER konꢀnuierlich und intensiv die Entwicklung der relevanten Märkte und Branchen und passt Produkꢀon und Kapazitäten bei Bedarf entsprechend an. Die GRAMMER Gruppe versucht im Sinne eines effekꢀven Risikomanagements, umgehend auf Krisen und sich andeutende Umsatzschwächen zu reagieren und angemessene Maßnahmen einzuleiten. So werden z. B. Produkꢀons- sowie Kostenstrukturen frühzeiꢀg der veränderten Umsatzsituaꢀon angepasst. GRAMMER agiert in zunehmend weꢁbewerbsintensiven Märkten, die das Unternehmen vermehrt Risiken wie Preisdruck, kurzen Entwicklungs- und Einführungszeiten, hohen Anforderungen an die Produkt- und Prozessqualität sowie schnellen Veränderungen aussetzen. Durch die Abhängigkeit von den Weltmärkten, die durch unterschiedliche Konjunktur- und Nachfragezyklen gekennzeichnet sind, hat GRAMMER ein sehr breites Feld an Einflussfaktoren wahrzunehmen und zu interpreꢀeren. Zusätzlich entstehen neue GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 43 von 76 Weꢁbewerber vor allem in Schwellenländern oder Unternehmen treten neu in diese Märkte ein. Die Auswirkungen von Krisen in spezifischen Märkten und Regionen bergen zudem Risiken, die nicht mehr unmiꢁelbar aus den Geschäſtsfeldern abgeleitet werden können. Auch die Differenzierung in den einzelnen Märkten nimmt steꢀg zu, sodass aus einer generellen Entwicklung nicht mehr zwangsläufig auch auf GRAMMERs Geschäſtsfelder geschlossen werden kann. Dies gilt sowohl für die posiꢀven als auch für die negaꢀven Entwicklungen. Im Zuge der E-Mobilität können sich weitere Risiken für die Märkte der Gruppe ergeben. Aufgrund der Umstellung der Technologie kann es zu Verschiebungen in der Struktur der Kunden und Produkte kommen, die dem Unternehmen bisher nicht bekannt sind. Insbesondere im am schnellsten wachsenden Markt China treten vermehrt neue OEMs auf, die den bisherigen Bestandskunden Marktanteile kosten können. Zwar erweitert GRAMMER erfolgreich sein Kundenporꢂolio auch um diese neuen OEMs. Allerdings kann die Gruppe derzeit nicht absehen, welche dieser Unternehmen sich im Markt langfrisꢀg etablieren werden. Zudem besteht das Risiko, dass die Zunahme des autonomen Fahrens auch eine Subsꢀtuierung von Produkten oder die Entwicklung neuer Konzepte erfordert. Jedoch versucht sich GRAMMER auf Zukunſtstrends dieser Art entsprechend vorzubereiten, aber diese Entwicklung der Industrie kann sich negaꢀv auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe auswirken. Eventuelle Konsolidierungen von Märkten oder Marken können zur parꢀellen Abhängigkeit von GRAMMER von einigen wenigen Kunden – avisierend auf deren Konzernstrukturen – führen. Zusätzlich steigt der Kostendruck der Fahrzeughersteller auf die Unternehmen der Zulieferindustrie aufgrund der Kosten der Transformaꢀon in der Industrie zur E-Mobilität und der Beeinträchꢀgung der Finanzergebnisse weiter an. Aus diesem Marktumfeld könnten eventuell ausbleibende Anschlussauſträge das Unternehmen belasten. Hier forciert GRAMMER die konsequente Umsetzung der strategischen Ausrichtung auf Innovaꢀon, Kundenorienꢀerung und Nachhalꢀgkeit. Neben der intensivierten Forschung und Entwicklung geht die Gruppe auch vielseiꢀge Prozessopꢀmierungen zur Gegensteuerung und Steigerung der Kosteneffizienz an, um den hohen Anforderungen der Kunden nachkommen zu können. Damit diese Weꢁbewerbsrisiken sinken, strebt das Unternehmen die Verbesserung seiner Marktposiꢀon in sämtlichen Geschäſtsfeldern an. Dafür setzt die GRAMMER Gruppe auf technische Innovaꢀonen und auf die Weiterentwicklung bestehender Produkte und Prozesse. Ziel ist es, durch eine klare Fokussierung auf die Kundenbedürfnisse und Erfolgsfaktoren nachhalꢀge Weꢁbewerbsvorteile zu erlangen. Die Einführung neuer Produkte und Technologien birgt jedoch auch Risiken und erfordert ein starkes Engagement in Forschung und Entwicklung, das mit einem beträchtlichen Einsatz finanzieller Miꢁel und technischer Ressourcen verbunden ist. Trotz der zahlreichen Patente und der Sicherung des geisꢀgen Eigentums können Weꢁbewerber, namentlich in den Wachstumsmärkten, nicht generell davon abgehalten werden, Produkte und Leistungen zu entwickeln, die GRAMMERs Angebotsspektrum ähnlich sind. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 44 von 76 Lieferverträge, insbesondere solche, die mit den wesentlichen Kunden der GRAMMER Gruppe geschlossen wurden, beinhalten rechtlich verbindliche Zusagen, dass in einem festgelegten Zeitraum besꢀmmte, in der Regel noch zu entwickelnde Produkte geliefert werden. Diese Zusagen beziehen sich jedoch nicht darauf, ein besꢀmmtes Produkt exklusiv von Gesellschaſten der GRAMMER Gruppe zu erwerben. Die konkreten Produkte und Liefermengen werden in separaten Abrufen bestellt, die zeitlich kürzer sein können, aber eine eindeuꢀge Verpflichtung zur Abnahme darstellen. Aus rein rechtlicher Sicht sind die wesentlichen Kunden der GRAMMER Gruppe grundsätzlich in der Lage, miꢁelfrisꢀg auch große Auſträge bzw. Produktvolumina von GRAMMER abzuziehen. Dies würde sich negaꢀv auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe auswirken. Da ein Auſtragsabzug in der laufenden Serienprodukꢀon für die Kunden jedoch mit erheblichen Kosten sowie großem Aufwand verbunden ist und einen beachtlichen Zeitvorlauf erfordert, ist zumindest der Kompleꢁabzug des gesamten Auſtragsbestandes durch einen Kunden eher unwahrscheinlich. Durch die fortwährende Anpassung und Opꢀmierung der Kostenstrukturen der Produkꢀons- und Entwicklungskapazitäten sowie der Ferꢀgungsꢀefe besteht generell das Risiko, dass zum Beispiel die Zusammenlegung und Schließung von Standorten die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe belasten. Zudem ist das Risiko vorhanden, dass solche Maßnahmen nicht immer im geplanten Zeitrahmen umgesetzt werden. Außerdem kann es aufgrund der Vielschichꢀgkeit und Komplexität solcher Prozesse zu Verzögerungen und zusätzlichen finanziellen Belastungen kommen oder der Nutzen dieser Prozesse könnte geringer ausfallen, als ursprünglich geplant war bzw. angenommen wurde. GRAMMERs Handlungsfelder umfassen zunehmend auch Täꢀgkeiten, die aus der strategischen Porꢂoliopoliꢀk in den einzelnen Geschäſtsfeldern resulꢀeren. Akꢀvitäten im Bereich der Unternehmenszusammenschlüsse und Akquisiꢀonen bergen grundsätzlich Unwägbarkeiten. Die damit verbundenen Risiken bestehen nicht nur hinsichtlich der Marktreakꢀon, sondern auch in Bezug auf die Integraꢀon von Menschen, Kulturen und Technologien sowie von Produkten und Entwicklungen in bestehende Strukturen. Zudem lassen sich auch Risiken aus der Umsetzung einer Unternehmenstransakꢀon nicht ausschließen. So können, wie bei solchen Transakꢀonen üblich, Akquisiꢀons-, Integraꢀons- und sonsꢀge Kosten entstehen, die zu Beginn des Prozesses nicht abgeschätzt werden konnten. Risiken ergeben sich darüber hinaus aus den vielfälꢀgen Änderungen und Anpassungen von Regelungen, Gesetzen, Richtlinien und technischen Vorgaben hinsichtlich der Produkte, denen GRAMMER als global agierendes Unternehmen zunehmend ausgesetzt ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Vorschriſten und rechtliche Regelungen in besꢀmmten Märkten und Regionen mit zusätzlichen Belastungen und Aufwendungen einhergehen, die bisher mangels Kenntnis nicht berücksichꢀgt werden konnten und GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 45 von 76 sich negaꢀv auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe auswirken können. ESG-Risiken GRAMMER arbeitet mit einem Umweltmanagementsystem auf der Basis der Norm ISO 14001 sowie mit einem Energiemanagementsystem auf Basis der Norm ISO 50001. Das Managementsystem der GRAMMER Gruppe berücksichꢀgt sämtliche Anforderungen beider Systeme, legt weltweit gülꢀge Umwelt- und Energieeffizienzstandards fest (z. B. Umweltprogramme, Umweltziele und Energieziele) und definiert Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen. Diese Standards werden durch Umwelt- bzw. Energiemanagement-Beauſtragte an den GRAMMER Standorten weiterentwickelt, wobei deren Einhaltung und Umsetzung durch regelmäßige Audits überwacht werden. Dadurch minimiert GRAMMER das Auſtreten ökologischer Risiken. Die Zerꢀfizierung der Produkꢀonsstandorte nach den Vorgaben der Normen ISO 14001 sowie ISO 50001 wird weiter vorangetrieben. Klimabezogene Risiken, insbesondere CO2-Emissionen betreffend, beobachtet die Gruppe fortlaufend und arbeitet an deren Reduzierung. Die Einhaltung von Umweltstandards und die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen einer unternehmensweiten Klimastrategie sind bei Automoꢀve-Kunden zunehmend vergaberelevant und bergen somit ein miꢁel- bis langfrisꢀges Umsatzrisiko. Durch unzureichende Anpassungsmaßnahmen an drohende Klimafolgen besteht das Risiko, dass wirtschaſtliche, soziale und ökologische Grundlagen gefährdet werden, mit negaꢀven Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe, z. B. durch höhere Invesꢀꢀons- und Modernisierungskosten in der Produkꢀon, auch durch verschärſte staatliche Regulierung sowie durch steigende Kosten in der Wasserversorgung und Abwasserbehandlung. Zudem kann es durch eingeschränkte Wiederverwendbarkeit bzw. unzureichende Recyclingmöglichkeiten der eingesetzten Materialien zu einem Kostenansꢀeg bei Rohstoffen aufgrund der Knappheit nicht erneuerbarer Ressourcen kommen. Erhöhte Abfallauꢅommen aufgrund unzureichender Entsorgungsmethoden durch den Lieferanten oder den eigenen Betrieb führen zu höheren Kosten aufgrund von Bußgeldern bei unsachgemäßer Abfallentsorgung. Steigende Umwelt-, Sozial- und Governance-Anforderungen von Kunden und Gesetzgebern, wie z. B. die Einführung des Lieferkeꢁensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) oder die Umsetzung der Corporate Sustainability Reporꢀng Direcꢀve (CSRD), können zu höheren Kosten, u. a. in der Finanzierung, und zu Umsatzrisiken führen. Hinzu kommen bei Verstößen gegen das LkSG mögliche Reputaꢀonsrisiken. Es können mögliche Reputaꢀonsrisiken und Kosten durch Bußgelder und Rückerstaꢁungen aufgrund von Misshandlung von Arbeitnehmer:innen in der Wertschöpfungskeꢁe, z. B. durch unangemessene Arbeitszeiten, fehlende Work-Life-Balance oder das Bekanntwerden von Diskriminierungsfällen unter GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 46 von 76 Mitarbeiter:innen entstehen. Zudem kann es zu Kosten aufgrund von Bußgeldern oder Entschädigungszahlungen wegen moderner Sklaverei (Kinderarbeit, Zwangsarbeit) bei Arbeitnehmer:innen in der Lieferkeꢁe kommen. Des Weiteren liegen Reputaꢀonsrisiken vor, z. B. durch Zahlung von Bußgeldern und schwarze Listen bei Kunden, wenn ein Teil der Wertschöpfungskeꢁe in Ländern mit erhöhtem Korrupꢀonsrisiko angesiedelt ist, da das Korrupꢀonsrisiko für das gesamte Unternehmen steigt. Außerdem exisꢀert das Risiko, dass Lieferanten aufgrund eines Reputaꢀonsverlusts und einer sinkenden Zufriedenheit wegfallen. GRAMMER minimiert diese Risiken durch die Nutzung einer zielgerichteten CSR-Funkꢀon und durch weitere organisatorische Maßnahmen, iniꢀiert durch das Risikomanagement, den Chief Compliance Officer oder den Menschenrechtsbeauſtragten. Dennoch kann aufgrund von äußeren Umständen oder auch Fehlverhalten nicht völlig ausgeschlossen werden, dass dem Konzern hieraus Risiken entstehen, mit negaꢀven Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe. Cyber- und Informaꢂonsrisiken Die Sicherheit, der Schutz und die Integrität der Daten sowie der IT-Infrastruktur sind für das Aufrechterhalten eines ordnungsgemäßen Geschäſtsbetriebs unerlässlich. Das betriebliche Konꢀnuitätsmanagement, gesetzliche Vorschriſten, aber auch Kundenanforderungen erfordern technisch- organisatorische Maßnahmen zum Schutz der IT-Systeme und Informaꢀonen sowie zur Sicherstellung der hochverfügbaren und abgesicherten Datenleitungen. Zur Gewährleistung der IT-Sicherheit wurde eine konzernweite IT-Sicherheitsorganisaꢀon eingerichtet, deren Aufgabe es ist, die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen sicherzustellen und gegen etwaige Bedrohungen vorzugehen. Um diesen Anforderungen zu entsprechen, hat GRAMMER die unternehmenskriꢀschen Komponenten der IT- Infrastruktur in redundanten Rechenzentren installiert, deren Stromversorgung auch im Noꢂall durch getrennte Notstromanlagen sichergestellt ist. Zusätzlich sind bei der Nutzung organisaꢀonsfremder Netzwerkdienste, wie z. B. externer Cloud-Dienste, die unterschiedlichen Anforderungen an die Informaꢀonssicherheit, Qualität der Datenübertragung sowie deren Verwaltung berücksichꢀgt worden. So haben z. B. Cloud-Anbieter die Integrität, die Verfügbarkeit und den Schutz vor unbefugtem Zugriff der Daten zu gewährleisten. Alle GRAMMER Standorte sind redundant an die Rechenzentren angebunden. Die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit geschäſtskriꢀscher IT-Systeme ist in Noꢂallplänen dokumenꢀert. Darüber hinaus hat GRAMMER organisatorische Strukturen, wie ein Krisenmanagement und ein betriebliches Konꢀnuitätsmanagement, geschaffen, sodass im Falle eines Cyber-Angriffs die negaꢀven Auswirkungen auf die Gesellschaſt bzw. die Gruppe minimiert werden. Das betriebliche Konꢀnuitätsmanagement stellt dabei sicher, dass der Geschäſtsbetrieb nicht unterbrochen wird oder nach einer Unterbrechung in angemessener Zeit auf einem definierten Mindestniveau fortgeführt werden kann. Das Krisenmanagement stellt sicher, dass im Falle eines Cyber-Angriffs schnell reagiert und Maßnahmen GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 47 von 76 schnellstmöglich umgesetzt werden können. Die Effekꢀvität der Noꢂallpläne, des Krisenmanagements und des betrieblichen Konꢀnuitätsmanagements werden regelmäßig in Krisensimulaꢀonen validiert. GRAMMER schützt sich durch entsprechende Sicherheitssysteme und hat Maßnahmen ergriffen, um Angriffe von außen abzuwehren. Firewalls, Virenscanner sowie weitere implemenꢀerte Schutzmaßnahmen werden konꢀnuierlich auf ihre Effekꢀvität überprüſt und gegebenenfalls angepasst. Dennoch kann aufgrund der weltweiten Akꢀvitäten und des allgemein zu verzeichnenden Ansꢀegs an Gefährdungen und Angriffen nicht ausgeschlossen werden, dass die Systeme, Netzwerke, Daten und Lösungen von GRAMMER beeinträchꢀgt werden. Negaꢀve Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe durch Datenverlust, Systemstörungen und Produkꢀonsausfall, fehlerhaſte Datenübertragung etc. werden jedoch als nicht wahrscheinlich eingestuſt. Dennoch kann sich daraus ein Risiko für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe ergeben. Risiken durch Fraud- oder Cyber-Angriffe werden als Gefahr von Schäden definiert, die infolge des Versagens interner Verfahren (Kontrollrisiken), menschlichen Handelns (Personalrisiken) oder von Schwächen in Systemen (speziell IT- Systemen) eintreten. Die zunehmende Digitalisierung und elektronische Vernetzung durch Entwicklungen des elektronischen Zeitalters wie Internet der Dinge, Industrie 4.0 oder Smart Everything bieten sogenannten Cyber-Kriminellen eine erheblich vergrößerte Angriffsfläche und weitreichende Möglichkeiten, Informaꢀonen auszuspähen, Geschäſts- und Verwaltungsprozesse zu saboꢀeren oder sich anderweiꢀg auf Kosten Driꢁer kriminell zu bereichern. Durch Cyber-Angriffe, unter anderem mit schädlicher Soſtware oder durch gezielte Angriffe auf Mitarbeiter:innen (z. B. Täuschungsversuche), können Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe entstehen. Diesen Risiken wirkt das Unternehmen durch Analyse von bekannt gewordenen Schadensfällen sowie durch die Einsteuerung entsprechender Gegenmaßnahmen und die Ableitung spezifischer Handlungsempfehlungen bezüglich solcher Akꢀvitäten entgegen. Zusätzlich werden konꢀnuierlich Assessments zu diesen Themen durchgeführt und alle relevanten Prozesse auf mögliche Sicherheitslücken überprüſt sowie entsprechend opꢀmiert. Darüber hinaus werden die Mitarbeiter:innen zu diesen Themen regelmäßig und gezielt informiert und sensibilisiert. Personalrisiken Der Weꢁbewerb um eine vielfälꢀge und hoch qualifizierte Belegschaſt, wie etwa Fach- und Führungskräſte sowie Expert:innen und Talente, ist in den Branchen und Regionen, in denen GRAMMER täꢀg ist, nach wie vor sehr ausgeprägt. Der künſtige Erfolg der GRAMMER Gruppe hängt auch davon ab, inwiefern es ihr gelingt, hoch qualifizierte Mitarbeiter:innen einzustellen, in das Unternehmen zu integrieren und dauerhaſt an das Unternehmen zu binden. Dies scheint besonders relevant in Zeiten einer neuen, virtuellen Arbeitsumgebung. Überdies sieht GRAMMER die Notwendigkeit, die Vielfalt, Inklusion und das GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 48 von 76 Zugehörigkeitsgefühl der Belegschaſt zu fördern. Vor diesem Hintergrund entwickelt die Gesellschaſt die Art der Zusammenarbeit und ihre Führungskultur weiter, fördert die berufliche Entwicklungsmöglichkeit der Mitarbeiter:innen und achtet die Chancengleichheit. Trotz der Bemühungen besteht das Risiko, dass die GRAMMER Gruppe die ausreichende Anzahl qualifizierter Mitarbeiter:innen zukünſtig nicht in jedem Täꢀgkeitsfeld sicherstellen und langfrisꢀg an das Unternehmen binden kann. Ein Kostenansꢀeg durch steigende Löhne und Sozialleistungen aufgrund des Weꢁbewerbs um qualifizierte Mitarbeiter:innen kann ein Risiko auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe ergeben. Insbesondere in den Wachstumsmärkten APAC, NAFTA, Südamerika und Osteuropa ist aufgrund des erwarteten Umsatzwachstums der Automoꢀve- und Commercial-Vehicles-Märkte und der guten Marktsituaꢀon für qualifizierte Fachkräſte mit einer erhöhten Fluktuaꢀon sowie einer signifikanten Steigerung der Lohnkosten zu rechnen. Infolge offener Tarifverträge oder Reorganisaꢀons- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen besteht grundsätzlich ein Risiko von Arbeitskämpfen mit Arbeitsniederlegung. Dadurch kann es zu Betriebsunterbrechungen kommen, mit negaꢀven Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe. Die Durchsetzung von gewerkschaſtlichen Forderungen kann zu einer Steigerung der Personalkosten führen. Finanzwirtschaſtliche Risiken Aufgrund ihrer weltweiten Akꢀvitäten und der im wirtschaſtlichen Umfeld beschriebenen Risiken ist die GRAMMER Gruppe Zins-, Währungs- und Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Die Gesellschaſt begegnet hauptsächlich Währungsrisiken aus den Währungen Tschechische Krone, Polnischer Złoty, Mexikanischer Peso, US-Dollar, Türkische Lira, Brasilianischer Real, Japanischer Yen sowie Chinesischer Yuan. Sie resulꢀeren sowohl aus Lieferungen und Leistungen als auch aus der lokalen Produkꢀon. Die GRAMMER Gruppe begegnet Währungsrisiken zum einen durch „Natural Hedging“, also durch die Erhöhung des Einkaufsvolumens im Fremdwährungsraum bei gleichzeiꢀger Steigerung des Absatzes im gleichen Währungsraum. Zum anderen werden Währungsrisiken selekꢀv am Devisenmarkt abgesichert. Eine starke Aufwertung des Euros gegenüber den Währungen der anderen Exportwirtschaſtsnaꢀonen könnte sich negaꢀv auf die Weꢁbewerbsfähigkeit der Gesellschaſt und der Gruppe auswirken. Den Schwankungen an den Zinsmärkten kann sich GRAMMER nicht vollständig entziehen. Ein steigendes Zinsniveau kann zu zahlungswirksamen Zinsänderungsrisiken im Hinblick auf Verbindlichkeiten mit variabler Verzinsung führen. Daraus können Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe entstehen. GRAMMER minimiert Zinsänderungsrisiken durch die Aufnahme langfrisꢀger Refinanzierungsmiꢁel mit festen Zinssätzen sowie durch den Einsatz von Derivaten. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 49 von 76 Der Sicherung ausreichender Liquiditätsspielräume kommt ebenfalls eine hohe Bedeutung zu. Daher wurde Ende des Geschäſtsjahres 2024 der bisherige Konsorꢀalkredit und kleinere bilaterale Darlehen durch eine neue Finanzierungsstruktur abgelöst. Diese besteht aus einem syndizierten Darlehen von fünf Banken in China über 150 Mio. EUR sowie einer syndizierten revolvierenden Betriebsmiꢁelkrediꢂazilität von fünf Banken in Deutschland über 80 Mio. EUR. Die syndizierte Kreditlinie, die durch die deutschen Banken bereitgestellt wurde, kann GRAMMER wahlweise als Kontokorrentkredit oder durch Festsatzkredite mit Zinsperioden von bis zu sechs Monaten in Anspruch nehmen. Bereits im Frühjahr 2024 wurde die Konsorꢀalkredit-Tranche C unter Beteiligung der KfW in Höhe von 235 Mio. EUR durch eine bilaterale Kreditlinie in Höhe von 200 Mio. EUR mit einer Laufzeit von drei Jahren, bereitgestellt durch eine chinesische Bank, refinanziert. Für die Darlehen der Banken in China haſtet der Mehrheitseigentümer der GRAMMER AG, die Ningbo Jifeng Gruppe. Zusätzlich erhielt GRAMMER nachrangige Darlehen des Mehrheitsakꢀonärs Ningbo Jifeng in Höhe von insgesamt 130 Mio. EUR. Die Laufzeiten der neuen Finanzierungsstruktur liegen zwischen zweieinhalb und drei Jahren. Ferner erfolgten im Geschäſtsjahr 2024 Zahlungsmiꢁelzuflüsse aus der Ausreichung eines neuen Hybriddarlehens durch den Hauptanteilseigner an chinesische Gesellschaſten der GRAMMER Gruppe. Die Liquiditätssituaꢀon wird laufend und systemaꢀsch überwacht und konꢀnuierlich durch eine weltweite rollierende Finanzbedarfsplanung erfasst. Mögliche Risiken in Zusammenhang mit einem Kontrollwechsel sind in den Erläuterungen zur Finanzlage dargestellt. Die Kreditverpflichtungen der GRAMMER Gruppe enthalten Auflagen, zu denen die Einhaltung besꢀmmter marktüblicher Finanzkennzahlen (Financial Covenants) zählt. Im Fall der Nichteinhaltung dieser Financial Covenants steht den Kreditgebern der GRAMMER Gruppe ein Sonderkündigungsrecht zu, das zur soforꢀgen Fälligstellung der Kredite berechꢀgen würde. Die Einhaltung der Financial Covenants wird quartalsweise überprüſt. GRAMMER misst der Ausweitung der Liquiditätsspielräume trotz dadurch möglicherweise entstehender Zins- und zinsähnlicher Nachteile eine hohe Bedeutung bei; es wird eine dem Unternehmen angemessen erscheinende Liquiditätsreserve gehalten. Daraus resulꢀeren gewisse Belastungen im Zinsergebnis, die GRAMMER allerdings bewusst in Kauf nimmt, um den strategischen Handlungsspielraum zu erhalten und die Liquiditätslage nicht zu gefährden. Die Debitorenausfallrisiken sind durch die Kundenstruktur begrenzt und werden durch akꢀves Debitorenmanagement überwacht. Allerdings nehmen die Unternehmensinsolvenzen und finanzielle Probleme bei Elektroautoherstellern zu. Diese können zur Einstellung oder Unterbrechung der Produkꢀon der Elektroautohersteller sowie zu Wertberichꢀgungen der Kundenforderungen von GRAMMER diesen gegenüber führen. In Abhängigkeit von der Dauer der Unterbrechung, der Höhe des geplanten Absatzvolumens und dem Erfolg einer Sanierung kann sich ein Risiko für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe ergeben. Zur Minderung des Risikos hat GRAMMER im GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 50 von 76 Automoꢀve-Bereich für neue Kundenprojekte Genehmigungsrichtlinien implemenꢀert, die auch Freigaben durch den Vorstand beinhalten. Hierbei wird in der Projektentwicklungsphase durch meilensteinabhängige Zahlungsbedingungen das Forderungsausfallrisiko reduziert. Die dem Markt inhärenten Unsicherheiten und Risiken bezüglich der Zinsentwicklung können den Finanzierungsstatus der Pensionspläne der Gruppe stark beeinflussen. Dies kann sowohl einen Ansꢀeg als auch einen Rückgang des Anwartschaſtsbarwertes der leistungsorienꢀerten Verpflichtung zur Folge haben. Die Pensionsverpflichtungen werden gemäß den versicherungsmathemaꢀschen Berechnungen bilanziert, in denen dem anzuwendenden Zinssatz eine wesentliche Rolle zukommt. Die tatsächlich zu leistenden Zahlungen können von den berechneten Werten abweichen, da die Annahmen zu den maßgeblichen Bewertungsparametern, wie den Abzinsungsfaktoren, sowie zu den Gehältern und der Inflaꢀon mit Unsicherheiten behaſtet sind. Daraus kann sich ein Risiko für die Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe ergeben. Auswirkungen auf die Ertragslage sind aufgrund der erfolgsneutralen Erfassung von Änderungen von versicherungsmathemaꢀschen Parametern im Eigenkapital begrenzt. Zins-, Währungs- und Liquiditätsrisiken werden zentral im Konzernbereich Finanzen erfasst. Mithilfe eines strategischen Treasury Managements, dessen Wirksamkeit regelmäßig überprüſt wird, vermindert GRAMMER die erläuterten Risiken. Dennoch kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass sich die dargelegten – und nach akꢀvem Risikomanagement verbliebenen – moderaten Risiken negaꢀv auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe auswirken. GRAMMER überprüſt einmal jährlich und zusätzlich anlassbezogen auf Ebene der Segmente, die die zahlungsmiꢁelgenerierenden Einheiten der Gruppe darstellen, die Werthalꢀgkeit des Geschäſts- oder Firmenwerts. Eine Wertminderung kann durch einen Ansꢀeg des Abzinsungsfaktors und/oder durch verschlechterte Geschäſtsaussichten ausgelöst werden. Geopoliꢂsche Risiken Chinas industrielle Stärke, die Handelspoliꢀk der USA und andere industriepoliꢀsche Maßnahmen erhöhen das Risiko eines globalen Handelskriegs. Die Regierungen werden ihre Industriepoliꢀk deutlich ausweiten, um im Weꢁbewerb mit geopoliꢀschen Rivalen zu bestehen, strategische Lieferkeꢁen zu sichern und zentrale Sektoren zu fördern. Dies ist Teil eines umfassenderen Trends hin zu verstärkter staatlicher Intervenꢀon in die Wirtschaſt. Der Fokus wird nicht nur auf neuen, strategischen und sensiblen Technologien liegen, sondern zunehmend auch auf digitalen Infrastrukturen und alltäglichen Dienstleistungen. Technologische Unternehmensentscheidungen werden dabei unter geopoliꢀschen Gesichtspunkten bewertet werden müssen. Dies erfordert, Lieferkeꢁen nicht nur auf betriebliche, regulatorische oder Compliance-Risiken hin zu analysieren, sondern auch auf ihre aktuellen und zukünſtigen GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 51 von 76 geopoliꢀschen Verwundbarkeiten. Im Falle einer Eskalaꢀon des China-Taiwan-Konflikts sind aufgrund des weitgehend autonomen China-Geschäſts die Risiken aus den internen Liefer- und Leistungsbeziehungen für GRAMMER beherrschbar. Genauso sind direkt keine schwerwiegenden Folgen für die anderen Regionen zu erwarten, da diese überwiegend unabhängig von durch GRAMMER China hergestellten Vorprodukten wirtschaſten. Allerdings können etwaige Sankꢀonen gegenüber China, sei es resulꢀerend aus einer Eskalaꢀon des China-Taiwan-Konflikts oder auch potenziellen Waffenlieferungen Chinas an Russland, zu drasꢀschen Folgen für die Gesamtwirtschaſt führen, darunter indirekt auch Unterbrechungen der Supply Chain bei GRAMMER Lieferanten sowie bei GRAMMER Kunden weltweit und damit verbunden zu reduzierten Abrufzahlen der OEMs. Aufgrund des Hauptakꢀonärs könnte die GRAMMER Gruppe vermehrt als chinesisches Unternehmen wahrgenommen werden. Dies könnte infolge protekꢀonisꢀscher Maßnahmen gewisser Regierungen gegenüber China zu Marktnachteilen für die GRAMMER Gruppe führen. Darüber hinaus könnte es in einem Worst-Case-Szenario zu einer Verstaatlichung westlicher Tochterunternehmen in China kommen. Damit verbunden wären schwerwiegende Auswirkungen auf den Konzernumsatz und das Konzernergebnis der GRAMMER Gruppe zu erwarten. Daraus kann sich ein Risiko für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe ergeben. GRAMMER stuſt das Risiko einer Eskalaꢀon des Konflikts mit den entsprechenden Auswirkungen als sehr gering ein. Für die GRAMMER Gruppe können sich weitere Risiken durch eine Verschärfung aktueller geopoliꢀscher Spannungen, wie z. B. der Russland-Ukraine-Konflikt oder die Krise im Nahen Osten oder weiterer neuer geopoliꢀscher Spannungen, ergeben. Hieraus können indirekte Risiken und Auswirkungen, wie beispielsweise Preiserhöhungen und die Verknappung von Energie und Rohstoffen, entstehen. Rechtliche Risiken GRAMMER ist als internaꢀonal täꢀges Unternehmen vielfälꢀgen gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen unterworfen. Aus der Vielzahl der rechtlichen Vorschriſten und Regularien und deren ständigen Veränderungen können sich Risiken ergeben, die sich negaꢀv auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe auswirken. Bestehende und drohende Rechtsstreiꢀgkeiten werden konꢀnuierlich erfasst, analysiert, hinsichtlich ihrer jurisꢀschen und finanziellen Auswirkungen bewertet und in der bilanziellen Risikovorsorge entsprechend berücksichꢀgt. Der Ausgang rechtlicher Streiꢀgkeiten ist allerdings stets ungewiss, sodass über die getroffene bilanzielle Vorsorge hinaus weitere Risiken bestehen, die eine negaꢀve Auswirkung auf die Finanz- und Ertragsziele der Gesellschaſt bzw. der Gruppe haben können. Die GRAMMER AG und ihre Tochtergesellschaſten sind wegen angeblicher Mängel ihrer Produkte Gewährleistungsansprüchen ihrer Kunden ausgesetzt. Mögliche Gewährleistungsansprüche werden über die Bildung entsprechender Rückstellungen berücksichꢀgt. Darüber hinaus werden in gerichtlichen Verfahren Ansprüche wegen angeblicher Mängel der GRAMMER Produkte geltend gemacht. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 52 von 76 Soweit diese zum Nachteil von GRAMMER ausgehen, können sich hieraus Schadensersatzzahlungen, Nachbesserungsarbeiten oder sonsꢀge kostenintensive Maßnahmen ergeben. Da die Verfahren mit erheblichen Unsicherheiten behaſtet sind, ist es möglich, dass sich die gebildeten Rückstellungen teilweise als unzureichend erweisen. Infolgedessen können zusätzliche Aufwendungen entstehen. Beschränkungen des Unternehmens in seiner internaꢀonalen Akꢀvität durch Import- bzw. Exportkontrollen, Zollbesꢀmmungen oder andere Handelshemmnisse aus regulatorischen Vorgaben stellen ein Risiko dar, dem sich GRAMMER aufgrund seiner Täꢀgkeit nicht entziehen kann. Darüber hinaus können Exportkontrollregulierungen, Handelsbeschränkungen und Sankꢀonen die Geschäſtsakꢀvitäten beeinträchꢀgen oder beschränken. Zur Absicherung rechtlicher Risiken exisꢀert eine Vielzahl unternehmensweiter Standards, die laufend fortentwickelt werden. Beispiele hierfür sind allgemeine Geschäſtsbedingungen, Vertragsmuster für verschiedene Anwendungsfälle oder interne Richtlinien und Verfahrensanweisungen. Zudem setzt GRAMMER ein System aus intensiver Vertragsprüfung, Vertragsmanagement sowie systemaꢀsierter Dokumenꢀerung und Archivierung ein. Sogenannte Normalrisiken und existenzgefährdende Risiken sind ausreichend versichert. Compliance Risiken GRAMMER steht als internaꢀonal täꢀge Gruppe Risiken gegenüber, die sich aus Verstößen gegen geltende Gesetze oder interne Regeln und dem individuellen oder kollekꢀven Fehlverhalten von Mitarbeitenden, Führungskräſten oder dem Management ergeben können. Die Verwirklichung solcher Risiken kann sich aufgrund möglicher Bußgelder und Haſtung negaꢀv auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaſt bzw. der Gruppe auswirken und die Reputaꢀon von GRAMMER schädigen. Zur Reduzierung und Vermeidung wird das bestehende Compliance Management System bei GRAMMER unter der Leitung des Chief Compliance Officer ständig weiterentwickelt und ausgebaut. Es enthält sowohl prävenꢀve Maßnahmen, wie beispielsweise Schulungen von Mitarbeiter:innen, als auch reakꢀve Maßnahmen, wie beispielsweise der Umgang mit und die Nachverfolgung von Hinweisen auf Verstöße oder Fehlverhalten. 3.6 Chancen Marktchancen Im Folgenden werden die wesentlichen Marktchancen im Rahmen einer posiꢀven Unternehmens- und Konjunkturentwicklung für GRAMMER dargestellt. Die Aufführung ist nicht abschließend und die dargestellten Chancen sind nicht notwendigerweise die einzigen, die sich GRAMMER bieten. Im Umkehrschluss ist es auch möglich, dass sich idenꢀfizierte Chancen nicht materialisieren. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 53 von 76 Weltweite Konjunktur: Aufgrund der globalen Präsenz der GRAMMER Gruppe bieten sich Chancen, weiterhin von einem moderaten Wachstum der weltweiten Wirtschaſt zu profiꢀeren. Insbesondere eine posiꢀve Entwicklung in den Hauptabsatzmärkten und eine damit einhergehende erhöhte Nachfrage nach Fahrzeugen im Pkw- und Nutzfahrzeugbereich können für GRAMMER Chancen hinsichtlich einer erhöhten Produktnachfrage ergeben, vor allem in Ländern und Regionen außerhalb Deutschlands. Wachstum in Kernregionen: Insgesamt nimmt die Bedeutung des chinesischen Marktes für GRAMMER weiter stark zu. Insbesondere im Produktbereich Automoꢀve ist GRAMMER dort zunehmend als Lieferant für lokale Hersteller täꢀg, beliefert aber auch seine europäischen und amerikanischen Partner im Premiumsegment. In China ergeben sich aus der Auſtragsgewinnung von weltweit täꢀgen OEMs und durch Kooperaꢀonen mit neuen OEMs ebenfalls neue Chancen. Im Produktbereich Commercial Vehicles ist GRAMMER mit einer lokalen Ferꢀgung im chinesischen Lkw-Markt für gefederte Sitzsysteme akꢀv und erwartet bei Realisierung posiꢀver Markteffekte zusätzliches Wachstum. Chancen ergeben sich unter anderem auch aus den stärker nachgefragten Produktmerkmalen Ergonomie und Sicherheit. Wachstum mit größerem Kundenstamm: Für die GRAMMER Gruppe bieten sich durch das Erschließen weiterer Kundensegmente ebenfalls neue Chancen. Dies begründet sich einerseits durch die globale Expansion bestehender Kunden sowie andererseits durch die verstärkte Penetraꢀon lokaler Kunden auf neuen Märkten. Derarꢀge Chancen haben sich bisher in einer erhöhten Kundendiversifikaꢀon in AMERICAS und APAC niedergeschlagen. Fokussierung auf das Premiumsegment: GRAMMER fokussiert sich mit seinen Produkten überwiegend auf das Premiumsegment. Da die Nachfrage in diesem Segment im Rahmen posiꢀver Konjunkturszenarien weniger schwankungsanfällig ist als der Gesamtmarkt, kann das Premiumsegment im Vergleich zum Volumenmarkt stärker wachsen. Daher ist GRAMMER bestrebt, diese potenziellen Marktchancen wahrzunehmen. Globale Megatrends: GRAMMER ist gut posiꢀoniert, um von den globalen Megatrends Bevölkerungswachstum, vermehrte Nachfrage nach Mobilität und Steigerung der Nahrungsmiꢁelnachfrage zu profiꢀeren. Die Gruppe strebt an, die sich daraus bietenden Chancen opꢀmal zu nutzen. So kann eine erhöhte Mobilitätsnachfrage den Absatz der Produkte im Bereich Automoꢀve und Commercial Vehicles steigern. Die wachsende Nachfrage nach Lebensmiꢁeln und landwirtschaſtlichen Gütern sowie eine verstärkte Bautäꢀgkeit können ebenfalls zu höheren Absatzmengen im Produktbereich Commercial Vehicles führen, da viele der eingesetzten Maschinen mit Sitzsystemen von GRAMMER ausgestaꢁet sind. Insgesamt strebt GRAMMER für seine Produkꢂelder eine konꢀnuierliche Umsatzsteigerung infolge der Chancennutzung aus den globalen Megatrends an. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 54 von 76 Automaꢀsiertes Fahren und E-Mobilität: GRAMMER ist ein Hersteller von Sitzkomponenten und Konsolen sowie weiteren Dekor- und Funkꢀonsteilen für den Fahrzeuginnenraum. Anders als in der Antriebs- und Motorentechnik erwartet das Unternehmen von der Elektrifizierung des Antriebsstranges sowie der schriꢁweisen Automaꢀsierung neue Chancen aufgrund der Nachfrage nach immer höherwerꢀgen und funkꢀonaleren Innenraumkomponenten, die mit den neuen Bedürfnissen des Fahrens einhergehen. GRAMMER invesꢀert weiterhin in Innenraumlösungen für autonome und elektrifizierte Fahrzeuge, die auf Funkꢀonalität und Komfort abzielen. Digitale Lösungen wie intelligente Sitzsysteme können die Kundenbindung stärken. Strategische Chancen Neben Marktchancen bieten sich für GRAMMER auch strategische Chancen, die im Folgenden erläutert werden. Strategische Synergien: Darunter versteht GRAMMER die Zusammenarbeit mit seinem chinesischen Mehrheitsakꢀonär, der Ningbo Jifeng Gruppe. Dies betriꢆ Bereiche wie Forschung und Entwicklung, Einkauf und Vertrieb sowie die Zusammenlegung von Produkꢀonsakꢀvitäten zur Kostenreduzierung. Hieraus können sich Chancen zur Stärkung der Marktposiꢀon, insbesondere durch Erschließung neuer Märkte sowie durch die Erweiterung und Abrundung des Produktporꢂolios (insbesondere PKW-Sitze) ergeben, um das Wachstum und die Profitabilität der GRAMMER Gruppe nachhalꢀg zu stärken. Effizienzmaßnahmen: Das Unternehmen arbeitet fortlaufend an der Entwicklung und Implemenꢀerung von Effizienzmaßnahmen und Iniꢀaꢀven zur Kostensenkung mit dem Ziel, seine strategische Weꢁbewerbsposiꢀon zu verbessern. In diesem Zusammenhang überprüſt GRAMMER auch regelmäßig seinen weltweiten Entwicklungs- und Ferꢀgungsverbund. Innovaꢀonen: Auch die im Forschungs- und Entwicklungsbereich befindlichen Projekte bieten, soweit sie zukünſtig das Resultat markꢂähiger Produkte hervorbringen, verschiedene Chancen, neue Marktsegmente zu erschließen und/oder bestehende Marktanteile auszubauen. Hier arbeitet die Gruppe in beiden Produktbereichen gezielt an innovaꢀven Lösungen, um den Anforderungen ihrer Kunden auch in Zukunſt gerecht zu werden. GRAMMER ist bestrebt, weiterhin als innovaꢀver Premiumpartner der Kunden wahrgenommen zu werden und entsprechende Marktpotenziale durch Neuentwicklungen zu erschließen. Klimaschutz: Im Rahmen von Klimaschutzmaßnahmen bestehen Chancen zur Kostensenkung durch Steigerung der Energieeffizienz, z. B. durch energieeffiziente Produkꢀonsverfahren, oder durch Umstellung auf emissionsarme Transportwege. Dies kann zur Kundenaꢁrakꢀvität aufgrund geringerer Treibhausgasemissionen führen. Der Schutz der wirtschaſtlichen, sozialen und ökologischen Grundlagen infolge ausreichender Anpassungsmaßnahmen an drohende Klimawandelfolgen (z. B. Gebäudesanierung, GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 55 von 76 Verlagerung von Versorgungsströmen) bietet Chancen im Hinblick auf gesꢀegenes Vertrauen von Darlehensgebern durch eine solide Planung der Anpassung an den Klimawandel, der Gewährleistung wirtschaſtlicher Stabilität und flexibler Wertschöpfungskeꢁen auch in Klimakrisen. Chancen können aus einer sichtbaren Verwendung von recyceltem oder recycelbarem Material durch höhere Kundenaꢁrakꢀvität bestehen und gleichzeiꢀg können durch Abfallreduzierung Entsorgungskosten gesenkt werden. Personal: Chancen im Zusammenhang mit Personal ergeben sich aus einer Erhöhung der Zufriedenheit und Leistung der Mitarbeiter:innen, z. B. aufgrund aꢁrakꢀver Arbeitsbedingungen, angemessener Bezahlung und verbesserter Arbeitssicherheit, die zu einer Steigerung des Ansehens führen können, auch aus der Wahrnehmung als „nachhalꢀger und bedeutungsvoller Arbeitgeber“. Lieferanten: Aus der Verbesserung der Reputaꢀon durch die Wahrnehmung von GRAMMER als vertrauensvoller Partner können Chancen erwachsen. Es können Partnerschaſten mit Lieferanten entstehen, die zur Steigerung von Innovaꢀon und zur weiteren Zusammenarbeit und Kooperaꢀon, auch in Krisenzeiten, führen. Compliance: Die Wahrung der Reputaꢀon durch die Befolgung von Gesetzen oder die vollständige und sorgfälꢀge Kontrolle und Beseiꢀgung möglicher rechtlicher Unsicherheiten schaffen ebenfalls Chancen. 3.7 Beurteilung der Risiken und Chancen Das Unternehmen ist nach eingehender Überprüfung der derzeiꢀgen Risikosituaꢀon zu der Auffassung gekommen, dass die von der GRAMMER Gruppe getroffenen Vorsorgen und Maßnahmen den idenꢀfizierten Risiken in geeigneter Weise Rechnung tragen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Risiken insofern geändert, als die geopoliꢀschen Themen infolge des Amtsantriꢁs von Donald Trump weiter an Brisanz gewonnen haben und Marktrisiken im Sinne einer weltweiten Rezession vermehrt im Fokus stehen, während die Beschaffungsrisiken an Bedeutung verloren haben. Die COVID-19-Risiken sind nicht mehr relevant. Die derzeit bekannten Risiken führen zu der Einschätzung, dass GRAMMER keinen bestandsgefährdenden Risiken oder entwicklungsbeeinträchꢀgenden Tatsachen ausgesetzt ist und sich aus den Chancen zusätzlich risikominimierende Aspekte ergeben können, zumal in der Unternehmensplanung die Risiken abgebildet wurden. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 56 von 76 4. Prognosebericht der GRAMMER Gruppe 4.1 Erwartete Entwicklung der wirtschaſtlichen Rahmenbedingungen 4.1.1 Gesamtwirtschaſtliche Rahmenbedingungen Der IWF geht davon aus, dass sich das weltweite Wirtschaſtswachstum auch im Jahr 2025 auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau bewegen wird. Gleichzeiꢀg wird erwartet, dass die Inflaꢀon mit einer prognosꢀzierten globalen Inflaꢀonsrate von 4,2 % weiter zurückgeht, auch wenn es Anzeichen dafür gibt, dass die Disinflaꢀon in einigen Ländern ins Stocken geraten ist und die hohe Inflaꢀon in einigen Fällen anhält. Dabei dürſten die Industrieländer die Inflaꢀonsziele ihrer Notenbanken schneller erreichen als die Schwellen- und Entwicklungsländer. Als zentrale Risiken für die wirtschaſtliche Entwicklung nennt der IWF die vielerorts anhaltend hohe poliꢀsche Unsicherheit, insbesondere im Hinblick auf die Handelspoliꢀk und mögliche Zollerhöhungen durch die USA. Zudem besteht die Gefahr, dass eine wieder anziehende Inflaꢀon die geldpoliꢀsche Lockerung der Notenbanken in einigen Regionen unterbricht. In der Prognose vom Januar 2025 rechnet der IWF für das laufende Gesamtjahr mit einem weltweiten Ansꢀeg des Bruꢁoinlandsprodukts um 3,3 %. Damit wird sich das Wirtschaſtswachstum voraussichtlich weiterhin unter dem historischen Durchschniꢁ (2000–2019) von 3,7 % bewegen. In AMERICAS soll die Wirtschaſtsleistung in den USA um 2,7 % steigen, in Brasilien um 2,2 % und in Mexiko um 1,4 %. Insbesondere in den USA bleibt die wirtschaſtliche Entwicklung damit weiterhin stabil und profiꢀert von einem robusten Arbeitsmarkt und beschleunigten Invesꢀꢀonen. In der Region EMEA wird in der Eurozone mit einem geringen Wachstum von 1,0 % gerechnet, in Deutschland soll das BIP 2025 um 0,3 % zunehmen. Dabei dauern die Belastungen durch geopoliꢀsche Spannungen, die schwache Industrieprodukꢀon und poliꢀsche Unwägbarkeiten weiter an. Für China prognosꢀziert der IWF vor dem Hintergrund einer erhöhten handelspoliꢀschen Unsicherheit und der andauernden Probleme im Immobilienmarkt ein Wachstum von 4,6 %. 4.1.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen Automoꢂve Negaꢂve Entwicklung aufgrund handelspoliꢂscher Unsicherheiten im Pkw-Markt erwartet S&P Global Mobility geht in seinem Prognosebericht von Dezember 2024 von einem leichten Rückgang der Pkw-Produkꢀonszahlen im Jahr 2025 aus. Die Expert:innen rechnen damit, dass im laufenden Geschäſtsjahr weltweit rund 0,4 Millionen Fahrzeuge weniger produziert werden als im Vorjahr – eine Reduzierung um 0,4 %. Während in APAC noch ein Produkꢀonsansꢀeg in Höhe von 0,6 % zu erwarten ist, wird in allen anderen Regionen mit negaꢀven Tendenzen gerechnet. Auch in China ist nach der Abschaffung von GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 57 von 76 Subvenꢀonen und vor dem Hintergrund eines möglichen Handelskonflikts mit den USA nur von einer Produkꢀon auf Vorjahresniveau auszugehen. In EMEA rechnet S&P Global Mobility mit einem Nachlassen der Produkꢀon von 2,5 %. Dabei wird der Rückgang auf die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Einhaltung von Vorschriſten zum durchschniꢁlichen Kraſtstoffverbrauch zurückgeführt. Darüber hinaus werden sich voraussichtlich externe Faktoren wie Exportbeschränkungen auf die Produkꢀon auswirken. In AMERICAS wird sich der Produkꢀonsrückgang auf voraussichtlich 1,1 % belaufen; hier bestehen laut S&P Global Mobility vor allem Unsicherheiten in Zusammenhang mit der zukünſtigen Poliꢀk der Trump- Administraꢀon. Commercial Vehicles Erholung auf dem Nutzfahrzeugmarkt Im Bereich der Nutzfahrzeuge rechnet S&P Global Mobility in seiner Prognose vom Dezember 2024 für das laufende Geschäſtsjahr 2025 mit einem Ansꢀeg des weltweiten Produkꢀonsvolumens um 9,5 %. Dabei werden voraussichtlich alle Regionen eine kräſtige Steigerung der Produkꢀonszahlen verzeichnen. Zurückzuführen ist dies laut S&P vor allem auf regulatorische Dynamiken. So ist in EMEA, wo ein Ansꢀeg der Produkꢀon um 10,3 % erwartet wird, damit zu rechnen, dass sich Anreize für den Kauf umwelꢂreundlicher Fahrzeuge vor dem Hintergrund strengerer Emissionsvorschriſten posiꢀv auswirken werden. Auch in China sollen staatliche Anreize und eine Lkw-Abwrackprämie zu einem Ansꢀeg der Produkꢀon um 7,7 % führen. Für die gesamte Region APAC prognosꢀziert S&P ein Wachstum von 9,7 %. In den USA wird im Zuge strengerer Umweltvorschriſten, die ab dem Jahr 2027 gelten sollen, 2025 ebenfalls ein Produkꢀonswachstum erwartet. In AMERICAS sollen demnach im laufenden Jahr nach den Prognosen von S&P 8,3 % mehr Nutzfahrzeuge produziert werden. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 58 von 76 Landtechnikindustrie Für die Landtechnikindustrie wird laut PSR OE Link Q3 Report im Jahr 2025 ein weltweiter Rückgang der Produkꢀon um 5,7 % erwartet. Ausschlaggebend für die negaꢀve Entwicklung sind weiterhin das ungünsꢀge Geschäſtsklima und die damit verbundene Nachfragesituaꢀon aufseiten der Endkunden. Eine wichꢀge Rolle spielen dabei die aktuell hohen Lagerbestände, insbesondere in den USA. Die weitere Entwicklung der Landtechnikindustrie wird davon abhängig sein, wann diese abverkauſt werden können. Baumaschinenindustrie Die Prognosen von PSR OE für die Baumaschinenindustrie sind für das Jahr 2025 weiterhin negaꢀv. Nach einem deutlichen Rückgang der weltweiten Baumaschinenprodukꢀon um 16,7 % im Jahr 2024 wird für das Jahr 2025 eine Verringerung um 4,8 % erwartet. Trotz zuletzt gesunkener Zinsen ist nicht mit einer Trendwende in der Bauwirtschaſt zu rechnen – vor allem in EMEA. Auch in China wird trotz kürzlich erfolgter Unterstützungsmaßnahmen keine wesentliche Erholung im Immobiliensektor vorhergesagt. Darüber hinaus sorgen geopoliꢀsche Krisen weiterhin für Abwärtsrisiken. Material-Handling Im Bereich Material-Handling ist für das Jahr 2025 mit einem Rückgang von 6,2 % zu rechnen. Dies ist vor allem auf zuletzt schwache Auſtragseingänge zurückzuführen, die dafür sorgen, dass die Auſtragsbestände vielerorts miꢁlerweile abgebaut sind. Viele Unternehmen stufen die eigene Auſtragslage mit Blick auf die nächsten sechs Monate als großes oder sehr großes Risiko ein. Zudem steigt die Nachfrage nach Automaꢀsierung in den Bereichen Transport und Logisꢀk. Bahnindustrie Die Bahnindustrie, die in besonderem Maße von den globalen Megatrends wie Urbanisierung, Bevölkerungswachstum und steigendem Umweltbewusstsein profiꢀert, wird das Wachstum der vergangenen Jahre voraussichtlich bis 2028 fortsetzen können. Für die Bahnindustrie erwartet PSR OE Link GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 59 von 76 bis 2028 ein Wachstum der weltweiten Bahnprodukꢀon von durchschniꢁlich 5,8 %. Der Markt wird mit einem Marktanteil von 60 % von China dominiert, wo eine durchschniꢁliche Wachstumsrate von 4,1 % prognosꢀziert wird. Weitere Einflussfaktoren Die gesamtwirtschaſtlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen haben für den Geschäſtsverlauf von GRAMMER eine wesentliche Bedeutung. Darüber hinaus spielen jedoch auch eine Reihe anderer Faktoren eine wichꢀge Rolle. Der Amtsantriꢁ der Trump-Administraꢀon birgt große Unsicherheiten für den freien Welthandel. Die ersten Wochen im Amt lassen bereits erahnen, dass die Erhebung von (Straf-)Zöllen wieder zu einem legiꢀmen Miꢁel in der Außenpoliꢀk werden wird. So wurden bereits weitere Strafzölle gegenüber China verhängt. Aber auch andere Länder wie etwa Mexiko, Kanada oder die EU sind in diesem Zusammenhang in den Fokus der US-Regierung gerückt. Darüber hinaus ist die strategische Konkurrenz zwischen den USA und China ein weiteres Risiko, das es im Jahr 2025 zu beachten gilt. Chinas verstärkte militärische Präsenz im Südchinesischen Meer, technologische Fortschriꢁe und anhaltende Handelskonflikte mit den USA haben die geopoliꢀschen Spannungen erhöht. Die zunehmenden Konflikte zwischen den Supermächten wirken sich erheblich auf die Weltwirtschaſt aus. Jede Störung in den Handelsbeziehungen zwischen den USA und China hat beispielsweise Folgen für die gesamte Weltwirtschaſt. Handelskriege und wachsende internaꢀonale Spannungen könnten die Entwicklung hin zu einer verstärkten internaꢀonalen Zusammenarbeit und reibungslosen Handelsströmen verlangsamen. Hinzu kommen weitere Krisen wie der Krieg in der Ukraine oder der Nahostkonflikt, die auch 2025 die weltwirtschaſtlichen Strukturen und Beziehungen voraussichtlich erheblich belasten und zu Veränderungen führen können. Dabei stellt der Russland-Ukraine-Konflikt auch im Jahr 2025 ein signifikantes geopoliꢀsches Risiko dar. Er hat eine humanitäre Krise ausgelöst und zu erhöhten Risiken im Hinblick auf Kapitalströme, den Handel und auf die Rohstoffmärkte weltweit geführt. Darüber hinaus hat die Unterstützung Russlands durch Nordkorea, den Iran oder China die Gefahr einer Ausweitung des regional begrenzten Russland-Ukraine-Konflikts erhöht. Im Schaꢁen dieser geopoliꢀschen Risiken wird die Automobilindustrie im laufenden Geschäſtsjahr 2025 höchstwahrscheinlich ebenfalls vor Herausforderungen stehen. Insbesondere die Elektrifizierung wird durch steigende Betriebskosten und den Preiskampf zwischen den OEMs mit zunehmendem Gegenwind zu kämpfen haben. Das Wachstum der Fahrzeugverkäufe wird wahrscheinlich in dem Maße zurückgehen, in dem der Nachholbedarf, der durch die Knappheit der vergangenen Jahre entstanden ist, abgebaut wird und sich die wirtschaſtlichen Bedingungen verschärfen. Wie bei den geopoliꢀschen Risiken erwähnt, werden die Handelsrisiken möglicherweise zu Veränderungen in den Lieferkeꢁen führen, da die OEMs versuchen werden, die Abhängigkeit von China zu verringern. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 60 von 76 Die Insolvenzrisiken bleiben im Jahr 2025 weiterhin hoch, insbesondere in Deutschland. Bei den Automobilzulieferern ist dies vor allem auf einen globalen Volumenrückgang, steigende Finanzierungskosten und strukturelle Herausforderungen im Automobilsektor zurückzuführen. Durch Ausfälle bei den Lieferanten könnte es trotz der kurzfrisꢀgen Einleitung von Subsꢀtuꢀonsmaßnahmen im schlimmsten Fall zu Produkꢀonsunterbrechungen und damit zu negaꢀven Ergebniseffekten kommen. Auf der Kundenseite nehmen Unternehmensinsolvenzen und finanzielle Probleme bei Elektroautoherstellern zu. Diese können zur Einstellung oder Unterbrechung der Produkꢀon bei den Elektroautoherstellern sowie zu Wertberichꢀgungen der Kundenforderungen von GRAMMER diesen gegenüber führen. 4.2 Ausblick GRAMMER Gruppe und GRAMMER AG 2025 Die Megatrends Elektrifizierung, Nachhalꢀgkeit und Digitalisierung werden auch zukünſtig die Entwicklung des Automoꢀve- sowie Nutzfahrzeugmarktes und damit die Entwicklung von GRAMMER prägen. Auch wenn die strategischen Unternehmensziele unverändert bleiben, können die im Jahr 2022 aufgestellten finanziellen Miꢁelfristziele für das Jahr 2025 aufgrund der stark veränderten konjunkturellen Lage nicht mehr erreicht werden. Bei der Aufstellung der Prognose für das Geschäſtsjahr 2025 berücksichꢀgt GRAMMER daher das zuvor beschriebene, zu erwartende gesamtwirtschaſtliche Konjunktur- und Branchenumfeld sowie die Analyse der Chancen- und Risikopotenziale. Die Annahmen in diesem Ausblick gehen zudem von einer unveränderten Aufstellung und Zusammensetzung der GRAMMER Gruppe aus. Umsatz von Marktabschwächung geprägt Aktuell geht der Vorstand davon aus, dass die Kundennachfrage in beiden Produktbereichen von GRAMMER im Jahr 2025 regional und branchenspezifisch unterschiedlich ausfallen wird. Der hohe Auſtragseingang aus den Vorjahren im Automoꢀve-Bereich dürſte die negaꢀven Effekte aus der Marktabschwächung nicht vollständig kompensieren. Insbesondere in AMERICAS rechnet GRAMMER aufgrund seiner Kunden- und Auſtragsstruktur mit einem Rückgang des Umsatzes, während der Umsatz in EMEA auch von der Integraꢀon der Jifeng Automoꢀve Interior (JAI) profiꢀeren sollte. In China wird hingegen eine weitere Verschiebung der Volumina hin zu lokalen OEMs prognosꢀziert. Insgesamt erwartet der Vorstand für die GRAMMER Gruppe auf der Grundlage stabiler Wechselkurse für das Geschäſtsjahr 2025 einen Umsatz von rund 1,9 Mrd. EUR (Vorjahr 1,9 Mrd. EUR). Moderate Verbesserung des operaꢂven EBIT Die Entwicklung der Absatzmengen, des Umsatzmixes zwischen Automoꢀve und Commercial Vehicles sowie des Kunden- und Produktmixes in den Produktbereichen und zwischen den Regionen wirken sich spürbar auf die Margenentwicklung von GRAMMER aus. Weitere relevante Einflussgrößen stellen die Material-, GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 61 von 76 Personal- oder Energiekosten sowieso die Preisdurchsetzung dar. Für das Jahr 2025 geht der Vorstand von GRAMMER davon aus, dass die Profitabilität insbesondere durch die Volljahreswirkung der Effekte aus den TOP 10 Maßnahmen des Vorjahres sowie der Fortsetzung der Programme posiꢀv beeinflusst wird. Belastend sollten sich dagegen die geringeren Absatzmengen sowie erhöhte Lohn- und gegebenenfalls Zollkosten auswirken. Demnach rechnet der Vorstand mit einem operaꢀven EBIT für die Gruppe von rund 60 Mio. EUR (Vorjahr 41,6 Mio. EUR). Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Entwicklung Der Vorstand erwartet zum Zeitpunkt der Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts 2024, dass sich GRAMMER im Jahr 2025 trotz Schwächen in den Kernmärkten posiꢀv entwickeln wird. Das bereits im Jahr 2023 aufgesetzte TOP 10 Programm hat im Jahr 2024 wesentliche Meilensteine erreicht und wird im Jahr 2025 voraussichtlich posiꢀve Beiträge leisten: Die personellen Überkapazitäten in EMEA wurden abgebaut, Verlagerungen der administraꢀven Headquarter-Funkꢀonen in ein Niedriglohnland laufen, und das Produkt- /Footprintporꢂolio in den USA wurde bereinigt. Darüber hinaus fokussiert sich GRAMMER auf weitere Kostenopꢀmierungen, um auch in einem schwächeren Marktumfeld die Profitabilität zu verbessern. So verhandelt das Unternehmen mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaſt für die Amberger Standorte ein Sanierungs- und Zukunſtstarifvertrag und plant weitere Footprintopꢀmierungen in den Europäischen Standorten. Langfrisꢀg sollte die Nachfrage nach GRAMMER-Produkten von den Megatrends wie Nachhalꢀgkeit, Elektrifizierung, Digitalisierung, sowie einer weiter zunehmenden Mobilität profiꢀeren. GRAMMER wird im Laufe 2025 eine Anpassung der aus der Strategie abgeleiteten finanziellen Miꢁelfristplanung vornehmen und darin die veränderte Marktsituaꢀon sowie erfolgte und weiter voranschreitende Restrukturierungsmaßnahmen abbilden. Ausblick für die GRAMMER AG 2025 Für das kommende Geschäſtsjahr 2025 erwarten wir aufgrund der gesamtwirtschaſtlichen Rahmenbedingungen und der Umstellung der Fakturierung einen weiteren Umsatzrückgang. Gleichzeiꢀg werden jedoch deutliche Ergebnisverbesserungen erwartet. Diese resulꢀeren aus konsequenten Kosteneinsparungen im Bereich Central Services, die durch effizientere Prozesse und die Bündelung von Ressourcen erzielt werden. Zusätzlich sollen die posiꢀven Entwicklungen unserer Tochtergesellschaſten sowie stabile Dividendenerträge zur Ergebnissteigerung beitragen. Der Umsatz der GRAMMER AG wird sich GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 62 von 76 im Geschäſtsjahr 2025 auf voraussichtlich rund 200 Mio. EUR belaufen. Auf Basis der Planung erwartet das Unternehmen für die GRAMMER AG im Jahr 2025 zudem ein EBIT von rund –38 Mio. EUR. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 63 von 76 5. Angaben zur GRAMMER AG nach HGB Der Jahresabschluss der GRAMMER AG wurde nach den Vorschriſten des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des deutschen Akꢀengesetzes (AktG) aufgestellt. Rahmenbedingungen Die gesamtwirtschaſtlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen der GRAMMER AG sꢀmmen im Wesentlichen mit denen der GRAMMER Gruppe überein und werden im Kapitel „Wirtschaſtsbericht“ des zusammengefassten Lageberichts beschrieben. Geschäſtsverlauf GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 64 von 76 Die GRAMMER AG verzeichnet einen Rückgang bei den Umsatzerlösen und beim EBIT In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld hat die GRAMMER AG im Geschäftsjahr 2024 einen Rückgang der Umsatzerlöse verzeichnet, der aus Umsatzminderungen im Produktbereich Commercial Vehicles resultierte und alle Absatzregionen betraf. Im Wesentlichen sind die reduzierten Umsätze jedoch auf die im zweiten Halbjahr 2023 begonnenen teilweise geänderten Abrechnungsmodalitäten innerhalb der GRAMMER Gruppe zurückzuführen. Seitdem fakturieren Tochtergesellschaſten einen größeren Anteil ihrer Lieferungen direkt an die jeweiligen Endkunden, während zuvor in vielen Fällen die GRAMMER AG als Händler dieser Produkte zwischengeschaltet war. Die entsprechenden Umsätze fallen deshalb nur noch bei den betroffenen Tochtergesellschaſten an, ohne dass dadurch die von der GRAMMER Gruppe erzielten konsolidierten Umsätze abnehmen. Vor diesem Hintergrund belief sich in der GRAMMER AG der Umsatzrückgang im Produktbereich Commercial Vehicles auf 246,2 Mio. EUR (–71,9 %), wohingegen der Umsatz im Bereich Automotive gegenüber dem Vorjahr um 18,4 Mio. EUR (8,5 %) zunahm. Infolge der Umsatzminderung sank auch das EBIT um 29,6 Mio. EUR auf –68,4 Mio. EUR (Vj. –38,8 Mio. EUR) ab. Weil zudem das Finanzergebnis (–43,6 Mio. EUR; Vj. 25,5 Mio. EUR), vor allem wegen der geringeren Erträge aus Beteiligungen, gegenüber dem Vorjahr erheblich abnahm, musste ein deutlicher Rückgang des Jahresergebnisses von –14,9 Mio. EUR im Jahr 2023 auf –115,2 Mio. EUR im Berichtsjahr 2024 verzeichnet werden. Das Jahresergebnis der GRAMMER AG ist im Geschäftsjahr 2024 insbesondere durch den Umsatzrückgang und durch außergewöhnliche Ergebniseffekte beeinflusst. Außergewöhnlichen sonstigen betrieblichen GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 65 von 76 Erträgen aus der Einbringung von Finanzanlagen im Konzernkreis in Höhe von 20,4 Mio. EUR stehen hier Sonderbelastungen aus der Bildung von Rückstellungen für Restrukturierungen in Höhe von –23,9 Mio. EUR und Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von –115,8 Mio. EUR gegenüber. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2023 war hingegen vor allem durch eine Ergebnissonderbelastung in Höhe von –110,2 Mio. EUR beeinflusst, die aus außerplanmäßigen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen resultierte. Nach Eliminierung der oben genannten Sondereinflüsse von saldiert –119,3 Mio. EUR (Vj. –110,2 Mio. EUR) und Fremdwährungseffekten in Höhe von 7,9 Mio. EUR (Vj. 2,8 Mio. EUR) ergibt sich im Geschäftsjahr 2024 ein bereinigtes Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von –0,6 Mio. EUR (Vj. 94,1 Mio. EUR). Dieser Rückgang des bereinigten Ergebnisses ist vor allem auf ein – im Wesentlichen aufgrund geringerer Dividendenausschüttungen der Tochtergesellschaften in China – vermindertes operatives Finanzergebnis (nach Bereinigung um enthaltene Sondereffekte) zurückzuführen. 5.1 Wirtschaſtliche Lage 5.1.1 Ertragslage Im Berichtsjahr verzeichnete die GRAMMER AG einen Rückgang des Jahresergebnisses. Im Geschäftsjahr 2024 steht ein Jahresfehlbetrag von –115,2 Mio. EUR zu Buche, während im Vorjahr ein Jahresfehlbetrag von –14,9 Mio. EUR zu verbuchen war. Umsatz Im Geschäftsjahr 2024 sanken die Umsatzerlöse der GRAMMER AG um 227,8 Mio. EUR auf 332,1 Mio. EUR (Vj. 559,9 Mio. EUR). Regional betrachtet nahmen insbesondere die Umsätze mit Kunden innerhalb Deutschlands ab, allerdings gingen auch die Geschäfte mit Kunden im Ausland erheblich zurück. Die Inlandsumsätze verringerten sich aufgrund der veränderten Fakturierungsmodalitäten um rund 46,9 % auf 87,8 Mio. EUR (Vj. 165,2 Mio. EUR). Diese Gesamtveränderung wurde maßgeblich von der Entwicklung im Produktbereich Commercial Vehicles beeinflusst, der im Inland eine Umsatzabnahme um 96,9 Mio. EUR bzw. 73,7 % verzeichnete, während der Umsatz im Bereich Automotive in Deutschland um 19,5 Mio. EUR bzw. 57,5 % zulegen konnte. Aufgrund der Gesamtabnahme der Inlandsumsätze hat sich der Anteil der inländischen Umsätze am Gesamtumsatz der GRAMMER AG weiter reduziert. Während dieser Anteil im Vorjahr noch 29,5 % betragen hatte, nahm er im Geschäftsjahr 2024 um 3,1 Prozentpunkte auf 26,4 % ab. Die Umsatzerlöse im Auslandsgeschäft (Drittland und EU) sanken ebenfalls vorwiegend aufgrund der Veränderten Fakturierungsmodalitäten im Geschäftsjahr 2024 per saldo um 150,3 Mio. EUR von 394,6 Mio. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 66 von 76 EUR auf 244,3 Mio. EUR. Der Umsatzrückgang resultierte hierbei sowohl aus einer Abnahme der Umsätze im EU-Kundengeschäft (–41,6 %) als auch aus Drittlandgeschäften (–31,7 %). Bezogen auf die Produktbereiche zeigt sich, dass der Rückgang im Auslandsgeschäft fast ausschließlich im Bereich Commercial Vehicles (–70,8 %) zustande kam, während im Bereich Automotive im Auslandsgeschäft lediglich eine Verminderung von 0,5 % zu verzeichnen war, die maßgeblich aus Geschäften mit EU-Kunden resultierte. Die Commercial Vehicles-Umsätze nahmen vor allem im EU-Geschäft (–72,2 %), aber auch im Drittlandgeschäft (–67,7 %) ab. Im Produktbereich Automotive stiegen die Umsatzerlöse um 18,4 Mio. EUR auf 235,9 Mio. EUR (Vj. 217,5 Mio. EUR). Dieser Zuwachs ergab sich insbesondere aus den Neuanläufen. Im Bereich Automotive liefert GRAMMER Innenraumkomponenten für namhafte Pkw-Hersteller und Systemlieferanten der Fahrzeugindustrie. Der Umsatz in diesem Bereich besteht hauptsächlich aus dem Verkauf von Handelswaren, die von Tochtergesellschaften bezogen werden, sowie dem Projektgeschäft für die Entwicklung von Serienprodukten mit den entsprechenden Werkzeugen. Daher basiert die Umsatzentwicklung der GRAMMER AG weiterhin im Wesentlichen auf den Produktionsvolumina der jeweiligen Plattformen und Modelle der Endkunden, die in den zuliefernden Tochterunternehmen anlaufen. Im Produktbereich Commercial Vehicles nahmen die Umsatzerlöse um 246,2 Mio. EUR auf 96,2 Mio. EUR (Vj. 342,4 Mio. EUR) ab. Der Unternehmensbereich Commercial Vehicles umfasst die Kerngeschäftsfelder Lkw- und Offroad-Sitze sowie Bus und Bahn. Auch in diesem Geschäftsbereich besteht der Umsatz der GRAMMER AG weiterhin fast ausschließlich aus dem Verkauf von Handelswaren, die von Tochtergesellschaften bezogen werden. Weil Tochtergesellschaften aufgrund einer geschäſtsstrategischen Entscheidung bereits seit dem zweiten Halbjahr 2023 einen zunehmend größeren Anteil ihrer Lieferungen direkt an die jeweiligen Endkunden fakturierten, waren die Umsätze der GRAMMER AG entsprechend weiter rückläufig. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich im Geschäftsjahr 2024 mit einem Anstieg um 29,4 Mio. EUR auf 38,5 Mio. EUR (Vj. 9,1 Mio. EUR) sehr deutlich. Maßgeblich beeinflusst ist diese Zunahme durch die im Geschäftsjahr angefallenen außergewöhnlichen Erträge im Rahmen der Einbringung zuvor direkt gehaltener Geschäftsanteile in die Tochtergesellschaft GRAMMER Deutschland GmbH gegen Gewährung eines neuen Geschäftsanteils dieser Gesellschaft (20,4 Mio. EUR), denen im Vorjahr 2023 keine entsprechenden Erträge gegenüberstanden. Wesentlichen Einfluss auf die Erhöhung der sonstigen betrieblichen Erträge haben darüber hinaus höhere Erträge aus der Fremdwährungsumrechnung (13,3 Mio. EUR; Vj. 5,1 Mio. EUR) sowie gestiegene Erträge aus Schadenersatz- und Kompensationsleistungen GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 67 von 76 (3,4 Mio. EUR; Vj. 1,4 Mio. EUR). Aufwendungen Die Materialaufwendungen der GRAMMER AG sanken entsprechend der Umsatzentwicklung von 434,4 Mio. EUR um 200,9 Mio. EUR auf 233,5 Mio. EUR im Jahr 2024. Hauptgrund dafür sind wie bereits zum Ende des Vorjahres die teilweise geänderten Fakturierungsmodalitäten in der GRAMMER Gruppe, aufgrund derer Tochtergesellschaften nunmehr zum Teil direkt mit den betroffenen Endkunden abrechnen. Die Materialeinsatzquote in Bezug auf die Summe aus Umsatzerlösen und den Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen verringerte sich damit auf 69,9 % (Vj. 77,0 %). Veränderungen der Materialeinsatzquote basieren vor allem auf Verschiebungen im Produktmix; außerdem hatte insbesondere im Vorjahr die Inflationsentwicklung einen spürbaren negativen Einfluss auf die Materialeinsatzquote. Darüber hinaus ist diese im Allgemeinen höher als bei vergleichbaren produzierenden Gesellschaften, da die GRAMMER AG ausschließlich Handelswaren vertreibt sowie Entwicklungsaufträge durchführt, jedoch selbst nicht produziert. Der Personalaufwand nahm im Geschäftsjahr 2024 bei einer annähernd konstanten Zahl der bei der GRAMMER AG im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter:innen um 19,6 Mio. EUR auf 105,0 Mio. EUR (Vj. 85,4 Mio. EUR) zu. Ursächlich dafür sind besonders die notwendigen Aufwendungen für die Bildung von Rückstellungen für Restrukturierungen in Höhe von 23,9 Mio. EUR. Geringere Aufwendungen für Altersversorgungsverpflichtungen wirkten um rund 2,4 Mio. EUR kompensierend. Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände nahmen von 7,7 Mio. EUR um 0,7 Mio. EUR auf 7,0 Mio. EUR weiter ab. Der Hauptgrund dafür liegt in geringeren Investitionen, da die notwendigen Investitionen zur Produktherstellung im Gegensatz zu früheren Geschäftsjahren regelmäßig bei den operativ produzierenden Tochterunternehmen getätigt werden. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 11,5 Mio. EUR auf 95,6 Mio. EUR (Vj. 84,1 Mio. EUR). Dabei wirkten die Entwicklungen in den einzelnen Aufwandskategorien teilweise kompensatorisch. Besonders hohe Zunahmen ergaben sich in Bezug auf die Verwaltungskosten (+8,8 Mio. EUR bzw. +15,8 %) und die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung (+3,1 Mio. EUR bzw. +135,6 %). Weitere maßgebliche Aufwandskategorien wie Betriebskosten (+0,8 Mio. EUR bzw. +8,3 %) und die Aufwendungen für Versicherungen, Gebühren und Abgaben (+0,5 Mio. EUR bzw. +8,5 %) nahmen ebenfalls zu. Dagegen entwickelten sich vor allem die Werbe- und Reisekosten (–1,2 Mio. EUR bzw. –43,2 %) und die Vertriebsaufwendungen (–0,5 Mio. EUR bzw. –20,5 %) rückläufig. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 68 von 76 Finanzergebnis Der Zinsaufwand stieg weiter von 27,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 31,9 Mio. EUR (+4,9 Mio. EUR) an. Ursache für diese Zunahme sind die erhöhte durchschnittliche Verschuldung sowie die höheren dafür durchschnittlich zu vergütenden Zinssätze. Teilweise kompensierend wirkte der niedrigere Zinsaufwand aus der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen, der um 0,5 Mio. EUR auf 0,6 Mio. EUR zurückging. Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen zum 31. Dezember 2024 war ein Rechnungszins in Höhe von 1,90 % (Vj. 1,82 %) zugrunde zu legen. Die Berechnungen basieren auf dem von der Deutschen Bundesbank für eine pauschal angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren veröffentlichten Abzinsungssatz gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB. Die Aufwendungen aus Abwertungen von Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Beteiligungsunternehmen nahmen von 111,1 Mio. EUR im Vorjahr auf 115,8 Mio. EUR noch einmal zu. Die Abschreibungen resultieren wie im Vorjahr maßgeblich aus der niedrigeren Bewertung von Anteilen an zwei Tochtergesellschaften in AMERICAS. Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge inklusive der Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens stiegen von 12,6 Mio. EUR im Jahr 2023 um 2,7 Mio. EUR auf 15,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024. Diese Position wird wesentlich von den Erträgen aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen und aus kurzfristigen Forderungen beeinflusst, da die GRAMMER AG auch weitgehend die zentrale Finanzierungsfunktion innerhalb der GRAMMER Gruppe wahrnimmt. Die Erträge aus Beteiligungen weisen einen Rückgang um 59,7 Mio. EUR von 108,4 Mio. EUR im Jahr 2023 auf 48,7 Mio. EUR im Jahr 2024 auf. Wie im Vorjahr entfielen die Dividendenzahlungen überwiegend auf Tochtergesellschaften in China. Verbessert werden konnten die Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen mit Tochtergesellschaften in Deutschland. Sie nahmen um 7,6 Mio. EUR zu, von 50,8 Mio. EUR auf 58,4 Mio. EUR. Allerdings stieg gleichzeitig der ergebnisbelastende Effekt aus Verlustübernahmeverpflichtungen gegenüber anderen Tochtergesellschaften von 8,3 Mio. EUR im Vorjahr um 10,0 Mio. EUR auf 18,3 Mio. EUR, sodass sich insgesamt eine Reduzierung des positiven Ergebnisbeitrags aus Ergebnisabführungsverträgen um 2,4 Mio. EUR ergab. In der Gesamtbetrachtung führte gegenüber dem Vorjahr vor allem der Rückgang der Erträge aus Beteiligungen zu einer Verschlechterung des Finanzergebnisses im Jahr 2024 von 25,5 Mio. EUR um 69,1 Mio. EUR auf –43,6 Mio. EUR. Steuern GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 69 von 76 Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag stiegen im Jahresvergleich von 1,5 Mio. EUR um 1,5 Mio. EUR auf 3,0 Mio. EUR. Ursächlich dafür sind erhöhte Quellensteueraufwendungen im Ausland. Ergebnisse Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) reduzierte sich von –38,7 Mio. EUR um 29,7 Mio. EUR auf nunmehr –68,4 Mio. EUR. Der Rückgang ist fast vollständig auf ein geringeres operatives EBIT zurückzuführen, während sich die bereits vorstehend benannten enthaltenen positiven und negativen Sondereffekte weitgehend neutralisierten. Zu dieser Abnahme im EBIT kam außerdem das von 25,5 Mio. EUR um 69,1 Mio. EUR auf –43,6 Mio. EUR reduzierte Finanzergebnis hinzu. Dies ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil für die GRAMMER AG bedingt durch ihre beiden Funktionen – operative Gesellschaft und Holding – nicht nur das EBIT, sondern auch das Finanzergebnis maßgeblich ist. Das Ergebnis vor Steuern nahm von –13,3 Mio. EUR um 98,7 Mio. EUR auf –112,0 Mio. EUR ab. Das Jahresergebnis sank im Vorjahresvergleich insgesamt deutlich von –14,9 Mio. EUR um 100,3 Mio. EUR. Es ergab sich somit ein Jahresfehlbetrag von 115,2 Mio. EUR. 5.2 Vermögens- und Finanzlage Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vorjahresvergleich von 799,1 Mio. EUR um 99,1 Mio. EUR bzw. 12,4 % auf 898,2 Mio. EUR. 5.2.1 Vermögenslage Anlagevermögen Das Anlagevermögen hat mit 567,9 Mio. EUR um 23,4 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr zugenommen (Vj. 544,5 Mio. EUR). Maßgeblich verursacht wurde der Anstieg des Anlagevermögens durch Investitionen in das Finanzanlagevermögen, insbesondere in Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen. Dabei haben sich innerhalb des Finanzanlagevermögens, das sich per saldo auf 485,3 Mio. EUR (Vj. 457,0 Mio. EUR) erhöhte, gegenläufige Effekte teilweise neutralisiert. Den Zugängen von Anteilen an Tochterunternehmen infolge durchgeführter Kapitalerhöhungen (114,4 Mio. EUR), Anteilen an Beteiligungsunternehmen (2,7 Mio. EUR) und neuen ausgereichten Ausleihungen an Tochterunternehmen (97,2 Mio. EUR) sowie Zuschreibungen auf Ausleihungen in Höhe von 0,1 Mio. EUR stehen vor allem außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an Tochterunternehmen in Höhe von 115,8 Mio. EUR und Abschreibungen auf Ausleihungen in Höhe von 0,4 Mio. EUR sowie erhaltene Tilgungsleistungen auf Ausleihungen an Tochterunternehmen in Höhe von 69,9 Mio. EUR gegenüber. Dagegen haben die Abnahme des Sachanlagevermögens um 3,1 Mio. EUR und die Abnahme der GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 70 von 76 immateriellen Vermögensgegenstände um 1,7 Mio. EUR ihre Ursache im Wesentlichen darin, dass die planmäßigen Abschreibungen hier jeweils die Neuinvestitionen um einen entsprechenden Betrag übertrafen. Umlaufvermögen Verglichen zum Vorjahresstichtag hat sich das Umlaufvermögen – insbesondere veranlasst durch einen Anstieg der liquiden Mittel – um 76,1 Mio. EUR bzw. 30,2 % auf 327,9 Mio. EUR (Vj. 251,8 Mio. EUR) erhöht. Die Vorräte lagen mit 51,3 Mio. EUR (Vj. 47,1 Mio. EUR) um 4,2 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau. Hauptgrund hierfür ist der gestiegene Bestand an unfertigen Entwicklungsleistungen. Die Abnahme der Forderungen und sonsꢂgen Vermögensgegenstände um 1,5 Mio. EUR auf 196,4 Mio. EUR (Vj. 197,9 Mio. EUR) ist maßgeblich auf niedrigere Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Rückgang von 4,4 Mio. EUR um 1,8 Mio. EUR auf 2,6 Mio. EUR), und niedrigere sonsꢀge Vermögensgegenstände (Rückgang von 5,3 Mio. EUR um 1,6 Mio. EUR auf 3,7 Mio. EUR) zurückzuführen, während die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenläufig auf 25,5 Mio. EUR (Vj. 23,6 Mio. EUR) zunahmen und die Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit 164,6 Mio. EUR (Vj. 164,7 Mio. EUR) nahezu unverändert blieben. Hauptursache für den Rückgang der sonstigen Vermögensgegenstände sind insbesondere zum Abschlussstichtag verminderte Umsatzsteuerforderungen. Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten haben sich infolge der im Dezember 2024 durchgeführten Konzernrefinanzierung gegenüber dem Vorjahr signifikant erhöht. Die GRAMMER AG verfügte zum Stichtag über 80,2 Mio. EUR an liquiden Mitteln (Vj. 6,8 Mio. EUR). 5.2.2 Finanzlage Eigenkapital Zum 31. Dezember 2024 weist die GRAMMER AG ein um 115,2 Mio. EUR auf 74,2 Mio. EUR (Vj. 189,4 Mio. EUR) deutlich reduziertes Eigenkapital aus. Hier wirkt sich der Jahresfehlbetrag 2024 von 115,2 Mio. EUR aus. Vor dem Hintergrund einer gegenläufig erhöhten Bezugsgröße Bilanzsumme ging die Eigenkapitalquote mit 8,3 % (Vj. 23,7 %) signifikant zurück. Rückstellungen Die Rückstellungen nahmen zum Stichtag in Summe um 12,4 Mio. EUR bzw. 11,1 % auf 123,8 Mio. EUR (Vj. 111,4 Mio. EUR) zu. Maßgeblichen Einfluss hatte darauf der Anstieg der sonstigen Rückstellungen, die im Vorjahresvergleich von 18,7 Mio. EUR auf 35,3 Mio. EUR zunahmen. Dieser Anstieg wiederum ist insbesondere auf höhere Rückstellungen für den Personalbereich (+18,9 Mio. EUR), namentlich in Form von Rückstellungen für Restrukturierungen zurückzuführen, während gleichzeitig geringere Rückstellungen für den Beschaffungsbereich (–0,5 Mio. EUR) und für drohende Verluste aus Devisentermingeschäften (–1,5 GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 71 von 76 Mio. EUR) zu verzeichnen waren. Teilweise kompensatorisch zum Gesamtanstieg der sonstigen Rückstellungen wirkte die Abnahme bei den Rückstellungen für Pensionen, nach Verrechnung mit den ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersversorgungszusagen dienenden und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenständen, sowie die Abnahme bei den Steuerrückstellungen. Bei den Pensionsrückstellungen, die um 3,7 Mio. EUR auf 88,2 Mio. EUR sanken, wirkten sich vor allem die Bestandsminderungen infolge Versorgungszahlungen (3,1 Mio. EUR) aus. Der Rückgang der Steuerrückstellungen um 0,6 Mio. EUR auf 0,3 Mio. EUR ist vor allem durch geringere Steuern für Vorjahre induziert. Verbindlichkeiten Insgesamt nahmen die Verbindlichkeiten der GRAMMER AG im Berichtsjahr um 202,0 Mio. EUR auf 700,2 Mio. EUR (Vj. 498,2 Mio. EUR) zu. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, welche die GRAMMER AG im Wesentlichen für die Finanzierung der Tochterunternehmen nutzt, wurden per saldo um 39,1 Mio. EUR auf 475,2 Mio. EUR (Vj. 436,1 Mio. EUR) erhöht. Zurückzuführen ist diese Zunahme vor allem auf die Aufnahme von mittelfristigen Darlehen (+347,2 Mio. EUR) bei Banken in China, während die bereits zu Beginn des Geschäftsjahres 2024 vorhandenen Darlehen planmäßig getilgt wurden (–59,3 Mio. EUR) und sich daneben auch die kurzfristigen Mittelaufnahmen zum Abschlussstichtag verringerten. Die Basis der Finanzierung der GRAMMER AG besteht aus mittelfristigen Schuldschein-/Privatplatzierungs- und anderen Darlehen in Höhe von 460,5 Mio. EUR (Vj. 172,6 Mio. EUR) sowie daneben aus kurzfristigen Kontokorrentkrediten. Die weiteren Verbindlichkeiten betreffen zu 155,6 Mio. EUR (Vj. 34,7 Mio. EUR) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und zu 2,3 Mio. EUR (Vj. 1,0 Mio. EUR) Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, die jeweils größtenteils aus finanziellen Verbindlichkeiten aus der internen Finanzierung innerhalb der GRAMMER Gruppe resultieren. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthielten erstmals gruppenintern gewährte Darlehen der Muttergesellschaft Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd. in Höhe von 129,6 Mio. EUR (Vj. 0 EUR) mit Laufzeiten bis Mai bzw. Dezember 2027. Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen, die zum Stichtag 0,1 Mio. EUR (Vj. 0,3 Mio. EUR) betrugen, nahmen im Vergleich zum Vorjahresstichtag ebenso ab wie die sonstigen Verbindlichkeiten, die um 0,3 Mio. EUR auf 5,3 Mio. EUR (Vj. 5,6 Mio. EUR) zurückgingen, während die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit 61,7 Mio. EUR (Vj. 20,5 Mio. EUR) einen deutlich erhöhten Stichtagswert aufweisen. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 72 von 76 5.2.3 Invesꢂꢂonen Die Investitionen in das Anlagevermögen ohne Berücksichtigung der Investitionen in das Finanzanlagevermögen sind im Vergleich zum Vorjahr um weitere 0,1 Mio. EUR auf 2,1 Mio. EUR (Vj. 2,2 Mio. EUR) zurückgegangen. Aufwendungen wurden wie im Vorjahr vor allem für IT-Hard- und Software, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Brandschutztechnik getätigt. In das Finanzanlagevermögen hat die GRAMMER AG im Geschäftsjahr 2024 vor allem in Form von Kapitalerhöhungen bei verbundenen Unternehmen und durch die Ausgabe von Darlehen, insbesondere an eine Tochtergesellschaft in Tschechien, investiert. 5.3 Schlusserklärung des Vorstandes gemäß § 312 AktG Der Vorstand der GRAMMER AG gibt in seinem Bericht gemäß § 312 AktG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 folgende Schlusserklärung ab: „Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Berichtspflichtige Maßnahmen im Sinne des § 312 AktG haben im Berichtszeitraum nicht vorgelegen.“ 5.4 Gesamtaussage zur Geschäſtsentwicklung durch den Vorstand für die GRAMMER AG Die Erwartungen für die GRAMMER AG spiegeln sich aufgrund ihrer engen Verflechtungen mit den übrigen Konzerngesellschaſten und ihres Gewichts in der Gruppe im Prognosebericht der GRAMMER Gruppe wider. Ebenso stellen sich die für die GRAMMER Gruppe getroffenen Aussagen zur Marktentwicklung im Wesentlichen auch in der Geschäſtsentwicklung der GRAMMER AG dar. Die GRAMMER AG ist aufgrund ihrer Finanzierungstäꢀgkeiten Effekten aus Währungsschwankungen ausgesetzt, insbesondere bei den Währungen in für ihr Geschäſt bedeutenden Ländern wie Tschechien, Türkei, China, Mexiko und den USA. Zwar wird die Absicherung dieser Risiken konꢀnuierlich verbessert, signifikante Wechselkursänderungen der relevanten Währungen können jedoch nach wie vor Auswirkungen auf die Ertragslage der GRAMMER AG sich ziehen. Für das abgelaufene Geschäſtsjahr 2024 ist der Vorstand der GRAMMER AG – vor allem vor dem Hintergrund der fortschreitenden Umstellung der Kundenfakturierung direkt aus den produzierenden Werken – von gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufigen Umsatzerlösen ausgegangen. In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld hat die GRAMMER AG dementsprechend im Jahr 2024 einen Rückgang der Umsatzerlöse um 40,7 % verzeichnet. Während im Bereich Automoꢀve ein erfreulicher Umsatzansꢀeg von GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 73 von 76 18,4 Mio. EUR (+8,5 %) gegenüber dem Vorjahr eingetreten ist, belief sich der Umsatzrückgang im Geschäſtsbereich Commercial Vehicles dagegen auf 246,2 Mio. EUR (–71,9 %). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank im Geschäſtsjahr 2024 von –38,8 Mio. EUR um 29,6 Mio. EUR auf nunmehr –68,4 Mio. EUR. Bereits die letztjährige Prognose des Vorstands war von einem deutlich unterhalb des EBIT 2023 liegenden EBIT 2024 ausgegangen. Dabei sind sowohl der Rückgang der Umsatzerlöse als auch die Verminderung des EBIT ganz wesentlich auf die oben beschriebene, im Geschäſtsjahr 2023 getroffene geschäſtsstrategische Entscheidung zurückzuführen, dass Tochtergesellschaſten nunmehr einen größeren Anteil ihrer Lieferungen direkt an die jeweiligen Endkunden fakturieren, während zuvor in vielen Fällen die GRAMMER AG noch als Händler dieser Produkte zwischengeschaltet war. Der Vorstand beurteilt die Entwicklung der GRAMMER AG im Geschäſtsjahr 2024, die stark vom Geschäſtsverlauf der GRAMMER Gruppe abhängt als insgesamt zufriedenstellend. 6. Angaben nach § 315a HGB und nach § 289a HGB Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals: Das gezeichnete Kapital der GRAMMER AG beträgt zum 31. Dezember 2024 39.009.080,32 EUR (im Vorjahr: 39.009.080,32 EUR) und ist eingeteilt in 15.237.922 auf den Inhaber lautende Stückakꢀen. Beschränkungen, die Sꢀmmrechte oder die Übertragung von Akꢀen betreffen: Jede Stückakꢀe gewährt in der Hauptversammlung eine Sꢀmme und ist maßgebend für den Anteil der Akꢀonär:innen am Gewinn. Hiervon ausgenommen sind von der Gesellschaſt gehaltene eigene Akꢀen, aus denen der Gesellschaſt keine Rechte zustehen (§ 71b AktG). In den Fällen des § 136 AktG ist das Sꢀmmrecht aus den betroffenen Akꢀen kraſt Gesetzes ausgeschlossen. Verstöße gegen Miꢁeilungspflichten im Sinne der §§ 33 Abs. 1, 2, 38 Abs. 1, 39 Abs. 1 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) können dazu führen, dass nach Maßgabe des § 44 WpHG Rechte aus Akꢀen und auch das Sꢀmmrecht zumindest zeitweise nicht bestehen. Weitere die Sꢀmmrechte betreffende Beschränkungen, insbesondere vertragliche Beschränkungen, sind der GRAMMER AG nicht bekannt. Für die Sꢀmmrechtsausübung durch Intermediäre, Akꢀonärsvereinigungen, Sꢀmmrechtsberater:innen sowie durch andere Personen, die sich geschäſtsmäßig gegenüber Akꢀonär:innen zur Ausübung des Sꢀmmrechts in der Hauptversammlung erbieten, gelten die gesetzlichen Vorschriſten. Anwendung findet insbesondere § 135 AktG. Es bestehen im Zusammenhang mit Art. 19 Abs. 11 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 (Marktmissbrauchsverordnung) für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der GRAMMER AG bei Transakꢀonen in Akꢀen der GRAMMER AG gewisse Handelsverbote, insbesondere im zeitlichen Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Geschäſtszahlen. GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 74 von 76 Direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital, die 10 % der Sꢀmmrechte überschreiten: Der Anhang zum Konzernabschluss 2024 der GRAMMER Gruppe und der GRAMMER AG enthält detaillierte Angaben zu den Sꢀmmrechtsmiꢁeilungen nach § 33 WpHG. Bei den genannten Sꢀmmrechtsanteilen können sich nach dem angegebenen Zeitpunkt Veränderungen ergeben haben, die der GRAMMER AG gegenüber nicht mitgeteilt wurden. Weiter sind GRAMMER direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der Gesellschaſt, die 10 % der Sꢀmmrechte erreichen oder überschreiten, nicht gemeldet worden und auch nicht anderweiꢀg bekannt. Akꢀen mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, exisꢀeren nicht. Art der Sꢀmmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer:innen am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmiꢁelbar ausüben: Es bestehen keine Mitarbeiter:innen-Beteiligungsprogramme. Sofern Arbeitnehmer:innen am Kapital beteiligt sind, können sie die ihnen aus diesen Akꢀen zustehenden Kontrollrechte unmiꢁelbar nach den Besꢀmmungen der Satzung der Gesellschaſt und des Gesetzes ausüben. Gesetzliche Vorschriſten und Besꢀmmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung: Die Bestellung und Abberufung des Vorstands der GRAMMER AG besꢀmmt sich nach den gesetzlichen Vorschriſten (§§ 84 und 85 AktG sowie § 31 MitBestG). Gemäß § 8 ff. der Satzung der Gesellschaſt besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern. Eine Änderung der Satzung der Gesellschaſt richtet sich nach §§ 119 Abs. 1 Nr. 5, 179 Abs. 2 AktG; in § 25 der Satzung der Gesellschaſt ist die Beschlussfassung durch die Hauptversammlung geregelt. Nach § 13 Abs. 3 der Satzung der Gesellschaſt ist der Aufsichtsrat zur Vornahme von Satzungsänderungen berechꢀgt, die nur die Fassung der Satzung betreffen. Befugnisse des Vorstands, Akꢀen auszugeben oder zurückzukaufen: Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 23. Juni 2021 wurde der Vorstand ermächꢀgt, das Grundkapital der Gesellschaſt bis zum 22. Juni 2026 mit Zusꢀmmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückakꢀen gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrfach, jedoch insgesamt höchstens um 19.504.537,60 EUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021). Dabei ist den Akꢀonär:innen grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen; das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Akꢀen von einem oder mehreren Krediꢀnsꢀtuten oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Akꢀonär:innen zum Bezug anzubieten. Der Vorstand wurde ermächꢀgt, mit Zusꢀmmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Akꢀonär:innen in besꢀmmten Fällen auszuschließen. Von der Ermächꢀgung wurde bislang kein Gebrauch gemacht. Ermächꢀgungen für den Vorstand der GRAMMER AG zur Begebung von Opꢀons- und/oder Wandelschuldverschreibungen bestehen nicht. Eine Ermächꢀgung zum Erwerb eigener Akꢀen gemäß § 71 GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 75 von 76 Abs. 1 Nr. 8 AktG besteht nicht. Die GRAMMER AG hält zum 31. Dezember 2024 330.050 eigene Akꢀen, die vollständig im Geschäſtsjahr 2006 erworben wurden. Diese 330.050 eigenen Akꢀen haben keine Sꢀmmrechte und sind auch nicht dividendenberechꢀgt. Wesentliche Vereinbarungen des Muꢁerunternehmens, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und die hieraus folgenden Wirkungen: Im Falle eines Kontrollwechsels im Zuge eines Übernahmeangebots können die wesentlichen Finanzierungsverträge der GRAMMER AG, insbesondere die in den Jahren 2015 und 2019 platzierten Schuldscheindarlehen, die zum 31. Dezember 2024 noch in Höhe von insgesamt 52,1 Mio. EUR im Bestand sind, unmiꢁelbar fällig gestellt werden. Unter dem Konsorꢀalkreditvertrag vom 12. Dezember 2024 in Höhe von insgesamt 80 Mio. EUR bestehen im Fall eines Kontrollwechsels Rechte der Darlehensgeber auf Kündigung und Fälligstellung. Diese stehen jeweils jedem einzelnen Darlehensgeber im Hinblick auf seinen Anteil an dem Darlehen individuell zu. Im Falle eines Kontrollwechsels hat zudem ein Teil der wesentlichen Kunden, Lieferanten sowie weiteren Kooperaꢀonspartner das Recht, die vertraglichen Vereinbarungen mit dem Unternehmen vorzeiꢀg zu kündigen. Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaſt, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmer:innen getroffen sind, bestehen nicht. Ursensollen, 14. März 2025 Jens Öhlenschläger Jurate Keblyte Guoqiang Li GRAMMER Zusammengefasster Lagebericht 2024 Seite 76 von 76 GRAMMER Aktiengesellschaft, Ursensollen Bilanz zum 31. Dezember 2024 A K T I V A P A S S I V A 31.12.2023 31.12.2023 (Anhang) TEUR TEUR TEUR (Anhang) TEUR TEUR TEUR A. ANLAGEVERMÖGEN (1) A. EIGENKAPITAL I. Immaterielle Vermögensgegenstände 6.345 8.085 I. Gezeichnetes Kapital (4) 39.009 39.009 Rechnerischer Betrag eigener Anteile -845 -845 II. Sachanlagen 76.279 79.416 Ausgegebenes Kapital 38.164 38.164 II. Kapitalrücklage (5) 165.211 165.211 III. Finanzanlagen 485.304 456.950 III. Gewinnrücklagen (6) 132.158 132.158 567.928 544.451 IV. Bilanzverlust -261.322 -146.085 74.211 189.448 B. UMLAUFVERMÖGEN B. RÜCKSTELLUNGEN I. Vorräte (2) 51.313 47.066 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (7) 88.152 91.811 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3) 196.402 197.911 2. Steuerrückstellungen (8) 340 902 3. Sonstige Rückstellungen (8) 35.285 18.661 III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 80.175 6.794 123.777 111.374 327.890 251.771 C. VERBINDLICHKEITEN (9) C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 2.350 2.835 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 475.240 436.096 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 67 264 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 61.684 20.506 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 155.570 34.725 5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.329 1.037 6. Sonstige Verbindlichkeiten 5.290 5.607 700.180 498.235 898.168 799.057 898.168 799.057 Internal # Anlage 2 GRAMMER Aktiengesellschaft, Ursensollen Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01. bis 31.12.2024 2023 (Anhang) TEUR TEUR 1. Umsatzerlöse (10) 332.063 559.857 2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 2.109 3.957 3. Sonstige betriebliche Erträge (11) 38.518 9.091 Gesamtleistung 372.690 572.905 4. Materialaufwand (12) 233.536 434.391 5. Personalaufwand (13) 104.970 85.434 6. 7.005 7.684 Abschreibungen 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen (14) 95.594 84.149 -68.415 -38.753 8. Erträge aus Beteiligungen (15) 48.696 108.428 - davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 47.975 (Vj. TEUR 107.872) 9. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 58.416 50.840 10. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 11.880 9.534 - davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 11.880 (Vj. TEUR 9.534) 11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 3.443 3.105 - davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 2.949 (Vj. TEUR 2.152) 12. Abschreibungen auf Finanzanlagen (16) 115.843 111.137 13. Aufwendungen aus Verlustübernahme 18.268 8.273 14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (17) 31.924 27.007 - davon an verbundene Unternehmen TEUR 924 (Vj. TEUR 215) - davon aus der Aufzinsung TEUR 815 (Vj. TEUR 1.109) 15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (18) 3.049 1.526 16. Ergebnis nach Steuern -115.064 -14.789 17. Sonstige Steuern 173 108 18. Jahresfehlbetrag -115.237 -14.897 19. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -146.085 -131.188 20. Bilanzverlust -261.322 -146.085 Internal # Anlage zum Anhang GRAMMER Aktiengesellschaft, Ursensollen Anlagenspiegel Anschaffungs-/Herstellungskosten kumulierte Abschreibungen Buchwerte TEUR TEUR TEUR Stand zum Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand zum Stand zum Zugänge Zuschreibungen Änderungen im Stand zum Stand zum Stand zum 01.01.24 31.12.24 01.01.24 Zusammenhang 31.12.24 31.12.24 31.12.23 mit Abgängen Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 49.184 56 322 0 48.918 41.099 2.111 48 322 42.840 6.078 8.085 2. Geschäfts- oder Firmenwert 22.768 267 0 0 23.035 22.768 0 0 0 22.768 267 0 71.952 323 322 0 71.953 63.867 2.111 48 322 65.608 6.345 8.085 II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 112.337 136 40 512 112.945 40.941 2.828 0 40 43.729 69.216 71.396 2. Technische Anlagen und Maschinen 5.555 73 172 66 5.522 5.110 106 0 172 5.044 478 445 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 55.014 1.272 1.518 20 54.788 48.037 1.960 0 1.518 48.479 6.309 6.977 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 598 276 0 -598 276 0 0 0 0 0 276 598 173.504 1.757 1.730 0 173.531 94.088 4.894 0 1.730 97.252 76.279 79.416 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 660.593 114.386 0 0 774.979 344.302 115.777 0 0 460.079 314.900 316.291 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 142.894 97.182 69.939 0 170.137 2.856 403 150 0 3.109 167.028 140.038 3. Beteiligungen 621 2.755 0 0 3.376 0 0 0 0 0 3.376 621 804.108 214.323 69.939 0 948.492 347.158 116.180 150 0 463.188 485.304 456.950 1.049.564 216.403 71.991 0 1.193.976 505.113 123.185 198 2.052 626.048 567.928 544.451 Internal # Anhang der GRAMMER Aktiengesellschaft Ursensollen (eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Amberg unter HRB 1182) für das Geschäftsjahr 2024 A) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnung Der Jahresabschluss der GRAMMER Aktiengesellschaft, Ursensollen, Deutschland, („GRAMMER AG“) wird nach handelsrechtlichen und aktienrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellt und in Tau- send Euro (T€) angegeben. Die GRAMMER AG ist eine große kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaft im Sinne der §§ 267 Abs. 3 und 264d HGB. Die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung sind gemäß § 266 HGB und § 275 Abs. 2 HGB gegliedert. Hierbei wurden einzelne, mit arabischen Zahlen versehene Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst ausgewiesen, um die Klarheit der Darstellung zu vergrößern. Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgt unter An- nahme der Unternehmensfortführung nach § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB. Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung planmäßiger linearer Abschreibungen zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Die hierfür herangezogenen Nutzungsdauern orientieren sich regelmäßig an den steuerlichen Abschreibungstabellen. Bei Beliefe- rungsrechten wird die erwartete Laufzeit der Serienproduktion für die Schätzung der Nutzungsdauer her- angezogen. Für selbst geschaffene Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird das gesetzliche Aktivierungswahlrecht nicht in Anspruch genommen. Entwicklungskosten werden daher sofort in voller Höhe als Aufwand gebucht. Das Sachanlagevermögen wird – mit Ausnahme der Gebäude – zu Anschaffungs- oder Herstellungskos- ten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen bewertet. Der Umfang der Anschaffungskosten entspricht § 255 Abs. 1 HGB. Die Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 HGB enthalten die Einzelkosten für Material und Fertigung, die Sonderkosten der Fertigung, angemessene Teile der Gemeinkosten und die fertigungsbedingen Abschreibungen. Die Gebäude werden teilweise linear und teilweise degressiv abgeschrieben. Die hierfür herangezogenen Nutzungsdauern orientieren sich an den steuerlichen Ab- schreibungstabellen. Geringwertige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis € 800,00 wer- den seit dem Geschäftsjahr 2022 im Zugangsjahr vollständig abgeschrieben. 1 Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag bewertet. Der am Abschlussstichtag ggf. niedri- gere beizulegende Wert wird mittels der Discounted Cash Flow-Methode aus den erwarteten künftigen Zahlungsüberschüssen der jeweiligen Gesellschaft abgeleitet. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung des strengen Nie- derstwertprinzips bewertet. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen einbezo- gen. Abschreibungen auf den niederen beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn der Börsen- oder Marktpreis niedriger war als die ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Für erkennbare Einzelrisiken werden individuelle Wertberichtigungen gebildet. Unverzinsliche oder unter- halb der marktüblichen Verzinsung liegende Forderungen mit Restlaufzeiten von über einem Jahr sind abgezinst. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden jeweils zum Nennwert angesetzt. Das gezeichnete Kapital ist mit dem Nennbetrag angesetzt. Pensionsrückstellungen werden unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten mit dem an- hand des versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected-Unit-Credit-Me- thode) ermittelten Erfüllungsbetrag unter Berücksichtigung eines Fluktuationsabschlags und der „Richtta- feln 2018 G“ der Heubeck-Richttafeln-GmbH, Köln, bewertet. Zukünftig erwartete Gehalts- und Renten- steigerungen werden bei der Berechnung des Barwerts der erdienten Anwartschaften berücksichtigt. Für die Abzinsung wird auf den jeweiligen von der Deutschen Bundesbank für eine pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren veröffentlichten Zinssatz abgestellt. Dabei wird aufgrund der gesetzlichen Vorgaben bei der Durchschnittsbetrachtung der gleitende Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre berücksichtigt. Die GRAMMER AG hat ihre Pensionsverpflichtungen darüber hinaus unter Ansatz des Zeitpunkts der frühest- möglichen Inanspruchnahme der vorzeitigen Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung ge- mäß RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz vom 20. April 2007 als Bewertungsendalter bewertet. Bei der Bemessung der Steuerrückstellungen und der sonstigen Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken, drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und sonstigen ungewissen Verpflichtungen unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen Rechnung getragen. Sie wer- den in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages ange- setzt. Wesentliche sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst. Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften werden auf Basis von Vollkosten ermittelt. 2 Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden grundsätzlich zum Devisen- kassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Verluste aus Kursänderungen werden erfasst. Gewinne aus Kursänderungen über die Anschaffungskosten hinaus werden bei Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr erfasst. Soweit Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet werden, kommen folgende Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Anwendung: Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziell nachvollzogen. In den Fällen, in denen sowohl die "Einfrierungsme- thode", bei der die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, als auch die "Durchbuchungsmethode", wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko sowohl des Grundgeschäfts als auch des Sicherungsinstruments bilanziert werden, angewandt werden können, wird die Einfrierungsmethode angewandt. Für Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersversorgungs- zusagen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, erfolgt die Bewertung bei der GRAMMER AG zum beizulegenden Zeitwert. Erträge und Aufwendungen aus diesen Vermögensgegen- ständen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtungen saldiert und im Finanzergebnis ausgewiesen. Weiterhin werden diese Vermögensgegenstände mit der zugrundelie- genden Verpflichtung verrechnet. Ein sich ergebender Überhang der Vermögensgegenstände wird als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen. Ein Verpflichtungsüberhang wird unter den Pensionsrückstellungen bzw. unter den sonstigen Rückstellungen erfasst. Ein Überhang an passiven latenten Steuern auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steu- erlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten so- wie unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlustvorträgen, wird angesetzt, wenn insgesamt von einer Steuerbelastung in künftigen Geschäftsjahren auszugehen ist. Sofern insgesamt eine künftige Steuerentlastung erwartet wird, wird von dem gesetzlichen Wahlrecht Gebrauch gemacht, aktive latente Steuern nicht zu aktivieren. Soweit die aktiven latenten Steuern den vorhandenen passiven latenten Steu- ern entsprechen, werden letztere insoweit verrechnet dargestellt. Verlustvorträge werden gegebenenfalls berücksichtigt, soweit eine Verrechnung mit steuerpflichtigem Einkommen innerhalb der nächsten fünf Jahre erwartet wird. Des Weiteren werden Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten von Organ- gesellschaften insoweit einbezogen, als von künftigen Steuerbe- und -entlastungen aus der Umkehrung von temporären Differenzen bei der GRAMMER AG als steuerlichem Organträger auszugehen ist. Die Bewertung von latenten Steuern erfolgt auf der Grundlage des geltenden Körperschaftsteuersatzes sowie entsprechend den erwarteten gewerbesteuerlichen Hebesätzen des Organkreises der GRAMMER AG. Unter Berücksichtigung von Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag sowie Gewerbeertragsteuer wurde 3 der Bewertung ein Steuersatz von 28,9 % (Vj. 28,9 %) zugrunde gelegt. Aus der Gesamtbetrachtung der Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ergibt sich bei der GRAM- MER AG zum 31. Dezember 2024 ein Überhang der aktiven latenten Steuern über die passiven latenten Steuern. Die insgesamt erwartete künftige Steuerentlastung wird aufgrund des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert. Die sich ergebenden aktiven latenten Steuern betreffen im Wesentlichen latente Steuern auf Pensionsrückstellungen und sonstige Rückstellungen. Dem stehen verrechnete pas- sive latente Steuern vor allem aufgrund von Bewertungsdifferenzen bei Forderungen und Sonstigen Ver- mögensgegenständen sowie Verbindlichkeiten gegenüber. 4 B) Erläuterungen zur Bilanz (1) Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt. Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen resultieren einerseits aus Kapitalerhöhungen gegen Einlagen bei der GRAMMER Interior (Tianjin) Co., Ltd., Tianjin, China, der GRAMMER Interior (Beijing) Co., Ltd., Peking, China, der GRAMMER Inc., Shannon (MS), USA, der GRAMMER Automotive Puebla S.A. de C.V., Puebla, Mexiko und bei der GRAMMER Deutschland GmbH, Kümmersbruck, Deutschland. Sie resultieren andererseits aus der Übernahme von Geschäftsanteilen im Zuge der Grün- dungen der GRAMMER Vehicle Parts (Changzhou) Co., Ltd., Changzhou, China, der GRAMMER Bosnia d.o.o., Zepce, Bosnien-Herzegowina und der GRAMMER Business Center d.o.o., Niš, Serbien. Abgänge bei den Anschaffungskosten von Anteilen an verbundenen Unternehmen ergaben sich aus der Einbringung der Geschäftsanteile an der GRAMMER Japan Limited, Tokio, Japan, in die GRAMMER Deutschland GmbH. Zugänge bei den Beteiligungen resultieren aus der Übernahme von Geschäftsanteilen im Zuge der Gründung der GRAMMER Jifeng Automotive Seating GmbH, Ursensollen, Deutschland, sowie nach- folgenden Einzahlungen in die Kapitalrücklage bei dieser Gesellschaft. Aufstellung des Anteilsbesitzes Eigen- Kapitalanteil Ergebnis kapital in un- Kurs in Landes- Landes- mittel- mittel- Name der Gesellschaft Sitz Währung (1 € =) währung währung bar bar in Tsd. in Tsd. in % 1. GRAMMER Seating Systems Bloxwich, GBP 0,86905 60 686 100,00 Ltd. Großbritannien 2. GRAMMER Koltuk Sistemleri Bursa, TRY 32,6584 32.275 184.821 99,40 Sanayi ve Ticaret A.S. Türkei 3. GRAMMER Inc. Shannon (MS), USD 1,10500 -12.405 320.618 100,00 USA 4. GRAMMER do Brasil Ltda. Atibaia, BRL 5,36193 14.563 102.712 99,99 0,01 Brasilien 5. GRAMMER Japan Limited Tokio, JPY 156,250 574.275 1.186.491 100,00 Japan 6. GRAMMER CZ s.r.o. Tachov, CZK 24,7219 52.656 423.943 100,00 Tschechien 7. GRAMMER AD Trudovetz, BGN 1,95580 2.348 6.963 98,84 Bulgarien 8. GRAMMER System GmbH Amberg, EUR EAV 1.826 100,00 Deutschland 9. GRAMMER France S.A.R.L. Limonest, EUR 19 209 100,00 Frankreich 10. GRA-MAG Truck Interior London (OH), USD 1,10500 5.251 -3.908 50,00 Systems LLC USA 5 Eigen- Kapitalanteil Ergebnis kapital in un- Kurs in Landes- Landes- mittel- mittel- (1 € =) währung währung Name der Gesellschaft Sitz Währung bar bar in Tsd. in Tsd. in % 11. GRAMMER Industries LLC Troy (MI), USD 1,10500 -10.013 -5.151 100,00 USA 12. GRAMMER Automotive Puebla Puebla, MXN 18,7231 -9.953 353.874 99,99 0,01 S.A. de C.V. Mexiko 13. GRAMMER Argentina S.A. Buenos Aires, ARS 892,857 -103.048 59.413 99,96 Argentinien 14. GRAMMER Automotive Metall Amberg, EUR EAV 699 100,00 GmbH Deutschland 15. GRAMMER Automotive Slovenj Gradec, EUR 579 3.714 100,00 Slovenija d.o.o. Slowenien 16. GRAMMER Automotive Polska Bielsko-Biala, PLN 4,33952 10.713 91.228 100,00 Sp. z o.o. Polen 17. GRAMMER Interior (Tianjin) Tianjin, CNY 7,85114 108.131 142.258 100,00 Co., Ltd. China 18. GRAMMER Interior Changchun, CNY 7,85114 118.228 502.744 100,00 (Changchun) Co., Ltd. China 19. GRAMMER System d.o.o. Aleksinac, RSD 117,096 206.504 557.960 100,00 Serbien 20. GRAMMER Interior (Shanghai) Shanghai, CNY 7,85114 41.283 145.747 100,00 Co., Ltd. China 21. GRAMMER Railway Interior Amberg, EUR EAV 250 100,00 GmbH Deutschland 22. GRAMMER Deutschland GmbH Kümmersbruck, EUR EAV 73.026 100,00 Deutschland 23. GRAMMER Electronics N.V. Aartselaar, EUR 1.439 2.564 99,84 0,16 Belgien 24. GRAMMER Interior Peking, CNY 7,85114 64.958 102.506 100,00 (Beijing) Co., Ltd. China 25. GRAMMER Automotive CZ s.r.o. Ceska Lipa, CZK 24,7219 10.135 189.576 100,00 Tschechien 26. GRAMMER Seating (Ningbo) Ningbo City, CNY 7,85114 42.078 -105.234 80,00 20,00 Co., Ltd. China 27. GRAMMER Automotive South Bedfordview, ZAR 20,3459 3.439 45.037 100,00 Africa (Pty) Ltd. Südafrika 28. GRAMMER Italia srl. Jesi, EUR 22 51 100,00 Italien 29. GRAMMER Interior Components Hardheim, EUR EAV 5.325 100,00 GmbH Deutschland 30. Commercial Vehicle Cluster - Kaiserslautern, EUR 0 61 12,34 Nutzfahrzeug GmbH Deutschland 31. GRAMMER Seating (Shaanxi) Weinan City, CNY 7,85114 -12.351 -70.035 90,00 Co., Ltd. China 6 Eigen- Kapitalanteil Ergebnis kapital in un- Kurs in Landes- Landes- mittel- mittel- (1 € =) währung währung Name der Gesellschaft Sitz Währung bar bar in Tsd. in Tsd. in % 32. GRAMMER CZ Servicecenter Tachov, CZK 24,7219 3.538 15.128 100,00 s.r.o. Tschechien 33. AllyGram Systems and Technol- Pune, Indien INR 91,9118 169.199 377.168 30,00 ogies Private Ltd. 34. GRAMMER Vehicle Parts (Shen- Shenyang, CNY 7,85114 -10.675 12.551 100,00 yang) Co., Ltd. China 35. Changchun GRAMMER FAWSN Changchun, CNY 7,85114 3.521 14.966 100,00 Vehicle Parts Co., Ltd. China 36. GRAMMER (China) Holding Co., Hefei City, CNY 7,85114 6.001 116.039 100,00 Ltd. China 37. GRAMMER Vehicle Parts (Har- Harbin, CNY 7,85114 3.374 200.912 60,00 bin) Co., Ltd. China 38. GRAMMER Vehicle Parts (Qing- Qingdao, CNY 7,85114 12.866 19.093 60,00 dao) Co., Ltd. China 39. GRAMMER Vehicle Interiors Hefei City, CNY 7,85114 2.896 1.633 100,00 (Hefei) Co., Ltd. China 40. GRAMMER Americas LLC Wilmington USD 1,10500 -1.041 17.684 100,00 (DE), USA 41. GRAMMER Vehicle Parts Changzhou City, CNY 7,85114 -509 -509 100,00 (Changzhou) Co., Ltd. China 42. GRAMMER Vehicle Parts Tianjin, CNY 7,85114 -6.558 26.054 60,00 (Tianjin) Co., Ltd. China 43. GRAMMER Vehicle Parts Changchun, CNY 7,85114 -8.650 28.739 60,00 (Changchun) Co., Ltd. China 44. Grammer Jifeng Automotive Ursensollen, EUR 1) 1) 20,00 Seating GmbH Deutschland 45. GRAMMER Bosnia d.o.o. Zepce, Bosnien- BAM 1,94822 2) 2) 100,00 Herzegowina 46. GRAMMER Business Center Niš, Serbien RSD 117,096 3) 3) 100,00 d.o.o. 1) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2024 gegründet. Ihr satzungsmäßiges Eigenkapital beträgt (T€ 25). 2) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2024 gegründet. Ihr satzungsmäßiges Eigenkapital beträgt TBAM 20 (T€ 10). 3) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2024 gegründet. Ihr satzungsmäßiges Eigenkapital beträgt TRSD 1.170 (T€ 10). Das Eigenkapital und das Ergebnis des letzten Geschäftsjahres entstammen den Jahresabschlüssen der Gesellschaften zum 31. Dezember 2023 bzw. im Fall der AllyGram Systems and Technologies Private Ltd. auf den 31. März 2024. Die angegebenen Währungskurse beziehen sich ebenfalls auf den 31. De- zember 2023. Mit der GRAMMER System GmbH, der GRAMMER Automotive Metall GmbH, der GRAM- MER Railway Interior GmbH, der GRAMMER Deutschland GmbH und der GRAMMER Interior Compo- nents GmbH bestehen unmittelbar bzw. mittelbar Ergebnisabführungsverträge (EAV). Zum 1 Januar 2024 wurde ein EAV zwischen der GRAMMER Deutschland GmbH und der GRAMMER Interior Components GmbH geschlossen. 7 (2) Vorräte 31.12.2024 31.12.2023 T€ T€ Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 16 21 Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 49.006 44.408 Fertige Erzeugnisse und Waren 1.625 2.249 Geleistete Anzahlungen 666 388 51.313 47.066 (3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (Vorjahreswerte in Klammern) mit einer Restlaufzeit Gesamt bis zu 1 Jahr von mehr als 1 Jahr T€ T€ T€ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 25.513 0 25.513 (20.176) (3.396) (23.572) Forderungen gegen verbundene Unternehmen 164.568 0 164.568 (164.652) (0) (164.652) Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsver- hältnis besteht 2.622 0 2.622 (4.415) (0) (4.415) Sonstige Vermögensgegenstände 3.699 0 3.699 (5.272) (0) (5.272) 196.402 0 196.402 (194.515) (3.396) (197.911) Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten Forderungen gegen verbundene Unterneh- men in Höhe von T€ 1.269 (Vj. T€ 121) und Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteili- gungsverhältnis besteht in Höhe von T€ 174 (Vj. T€ 0). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich zu T€ 7.726 bzw. rund 5 % (Vj. T€ 19.749 bzw. 12 %) aus Lieferungen und Leistungen ergeben. Der verbleibende Teil betrifft im Wesentlichen die Gewährung kurzfristiger Kredite sowie Forderungen aus Gewinnabführungen und Gewinnausschüttun- gen. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren zu T€ 2.425 bzw. 92 % (Vj. T€ 3.470 bzw. 90 %) aus Lieferungen und Leistungen. 8 Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Zusammenhang mit Factoring-Transaktionen For- derungen aus Sicherungseinbehalten T€ 269; (Vj. T€ 227), über welche die GRAMMER AG vorüberge- hend nur eingeschränkt verfügen kann. (4) Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital ist zum 31. Dezember 2024 in 15.237.922 Stückaktien, die ausschließlich Stammaktien sind, eingeteilt. Die Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 hat befristet bis zum 22. Juni 2026 ein Genehmigtes Kapital in Höhe von T€ 19.505 (Genehmigtes Kapital 2021) beschlossen. Der Vorstand wurde mit diesem Be- schluss ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital einmalig oder mehrmals um ins- gesamt bis zu T€ 19.505 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung über- nommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszu- schließen: a) soweit dies zur Vermeidung von Spitzenbeträgen erforderlich ist; b) um die Aktien gegen Sacheinlagen zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen oder von Betei- ligungen an Unternehmen oder Unternehmensteilen oder zum Zwecke des Erwerbs von Forde- rungen gegen die Gesellschaft oder ihre Konzerngesellschaften auszugeben; c) soweit es erforderlich ist, um den Inhabern bzw. Gläubigern von Schuldverschreibungen mit Op- tions- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten, die von der Gesellschaft oder deren nachgeordne- ten Konzernunternehmen ausgegeben werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte bzw. nach Erfül- lung der Options- bzw. Wandlungspflichten zustände; d) bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Bör- senpreis für Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung im Zeitpunkt der Festlegung des Aus- gabebetrags nicht wesentlich unterschreitet. Die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß §§ 203 Abs. 1, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG aufgrund dieser Ermächtigung ausgegebenen Aktien dür- fen insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft im Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder – falls dieser Wert geringer ist – im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung nicht überschreiten. Die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals vermindert sich um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen eigenen Aktien der Gesellschaft entfällt, die während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals 2021 unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gemäß §§ 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 5, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußert werden. Die Höchstgrenze vermindert sich ferner um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen Aktien ent- fällt, die zur Bedienung von Options- oder Wandelschuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrecht oder mit Options- oder Wandlungspflicht auszugeben sind, sofern die Schuld- verschreibungen während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals 2021 unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden. 9 Die GRAMMER AG hält zum 31. Dezember 2024 einen Bestand an eigenen Aktien von 330.050 Stück. Der darauf entfallende Betrag des Grundkapitals beträgt € 844.928,00 und entspricht 2,1660 % des Grundkapitals. Entsprechend den Vorschriften zum Ausweis eigener Anteile ist der rechnerische Nennwert der vorhan- denen eigenen Aktien in Höhe von insgesamt T€ 845 (Vj. T€ 845) zum 31. Dezember 2024 vom Ausweis des gezeichneten Kapitals offen abgesetzt. Ein darüber hinausgehender Betrag (T€ 1.152; Vj. T€ 1.152) ist mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechnet. Der zum 31. Dezember 2024 vorhandene Bestand an eigenen Aktien wurde vollständig im Geschäftsjahr 2006 erworben. In den Geschäftsjahren 2007 bis 2024 wurden eigene Aktien weder erworben noch ver- äußert. Die Transaktionen im Geschäftsjahr 2006 sind in der nachfolgenden Tabelle wochenweise dar- gestellt: Erwerbszeitpunkt Stückzahl darauf entfallen- Anteil am Grund- Anteil am Grund- Kalender- Erwerb der Betrag des kapital kapital Woche Grundkapitals im Erwerbszeitpunkt zum 31.12.2024 € % % 0,1804 34/2006 27.520 70.451,20 0,2622 0,1310 35/2006 19.975 51.136,00 0,1903 0,1344 36/2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344 37/2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344 38/2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344 39/2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1074 40/2006 16.380 41.932,80 0,1560 0,1344 41/2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344 42/2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344 43/2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344 44/2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344 45/2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344 46/2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344 47/2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344 48/2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344 49/2006 20.475 52.416,00 0,1951 2,1660 330.050 844.928,00 3,1448 Der Vorstand der GRAMMER AG hatte am 16. August 2006 beschlossen, von der Ermächtigung der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. Juni 2006 zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Zif- fer 8 AktG Gebrauch zu machen. Vom 16. August 2006 bis zum 1. Dezember 2007 sollten seitens der Gesellschaft bis zu 10 % des damaligen Grundkapitals, d. h. bis zu 1.049.515 eigene Aktien erworben werden. Der Aktienrückkauf erfolgte für die durch den Hauptversammlungsbeschluss festgelegten Zwe- cke, die sowohl den Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen, den Verkauf über die Börse oder über ein an alle Aktionäre gerichtetes Angebot als auch die Einziehung vorsehen. 10 Die Durchführung des Rückkaufs wurde durch die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG (nunmehr UniCredit Bank AG), die ihre Entscheidungen über den Zeitpunkt des Aktienerwerbs unabhängig und unbeeinflusst von der GRAMMER AG traf, abgewickelt. Der Rückkauf der Aktien nach diesem Vorstands- beschluss erfolgte in Übereinstimmung mit den Safe-Harbour-Regelungen der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG (a. F.) in Verbindung mit der Verordnung (EG) Nr. 2273/2003 der Kommission vom 22. Dezember 2003. Der Erwerb der Aktien wurde über die Börse zu dem im Beschluss der Hauptversammlung angegebenen Erwerbspreis vorgenommen. Der Erwerbspreis je Aktie ohne Erwerbsnebenkosten durfte demnach den durchschnittlichen tagesvolumengewichteten Schlusskurs der Aktien im Xetra-Handel oder in einem an die Stelle des Xetra-Systems getretenen Nachfolgesystem an den jeweils drei vorangehenden Börsenta- gen um nicht mehr als 10 % überschreiten bzw. nicht mehr als 20 % unterschreiten. Bestehen von Beteiligungen an der Gesellschaft nach § 33 WpHG Nach § 33 Abs. 1 oder Abs. 2 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) hat jeder Anleger, der durch Er- werb, Veräußerung oder auf sonstige Weise bestimmte Anteile an Stimmrechten der Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs- aufsicht (BaFin) unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von vier Handelstagen mitzuteilen. Der nied- rigste Schwellenwert für diese Mitteilungspflicht ist 3 %. Der Gesellschaft wurden folgende zum 31. De- zember 2024 bestehende Beteiligungen nach § 33 WpHG mitgeteilt (die entsprechenden Prozent- und Aktienzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Mitteilung vorhandene Grundkapital; die Anzahl der Aktien ist der jeweils letzten Stimmrechtsmitteilung an die GRAMMER AG entnommen und kann daher zwischenzeitlich überholt sein): Frau Bifeng WU, Herr Yiping WANG und Herr Jimin WANG, China, haben uns am 11. Dezember 2019 nach § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der GRAMMER AG (ISIN: DE0005895403) weiterhin die Schwelle von 75 % überschritten hat und 84,23 % (10.618.681 Stimm- rechte) beträgt. Davon werden Frau Bifeng WU, Herrn Yiping WANG und Herrn Jimin WANG 84,23 % (10.618.681 Stimmrechte) gemäß § 34 WpHG zugerechnet. Von folgendem Unternehmen werden Stimm- rechte zugerechnet: Jiye Auto Parts GmbH, Frankfurt a. M., Deutschland. (veröffentlicht am 16. Dezember 2019) Alle der GRAMMER AG nach §§ 33 ff. WpHG zugegangenen Mitteilungen sind auf der Website der Ge- sellschaft und der Plattform „eqs-news.com“ der EQS Group GmbH einsehbar. 11 (5) Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage beinhaltet das jeweilige Agio aus den Kapitalerhöhungen der Jahre 1996 (T€ 23.495), 2001 (T€ 34.742), 2011 (T€ 16.414), 2017 (T€ 57.280) und 2020 (T€ 33.280). (6) Gewinnrücklagen Die gesetzliche Gewinnrücklage beträgt unverändert zum Vorjahr T€ 1.183. Die gesetzliche Rücklage und die Kapitalrücklagen nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 HGB übersteigen zu- sammen den zehnten Teil des Grundkapitals. Eine vom Gesetz abweichende Satzungsbestimmung liegt nicht vor. Die anderen Gewinnrücklagen betragen zum 31. Dezember 2024 T€ 130.975 (Vj. T€ 130.975). Der vor- handene Betrag der anderen Gewinnrücklagen wurde entsprechend § 58 Abs. 2 AktG und der Satzung der GRAMMER AG aus den Jahresüberschüssen der Geschäftsjahre 2012 (T€ 6.778), 2013 (T€ 5.612), 2014 (T€ 15.496), 2015 (T€ 15.947), 2016 (T€ 28.473) und 2017 (T€ 20.995) bzw. gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2020 aus dem Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2019 (T€ 37.674) einge- stellt. (7) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Den Pensionsrückstellungen liegen die „Richttafeln 2018 G“ der Heubeck-Richttafeln-GmbH, Köln, zu- grunde. Die GRAMMER AG hat von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, als Abzinsungssatz den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und bekannt gegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz zu verwen- den, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Die versicherungs- mathematische Bewertung des Erfüllungsbetrags basiert demnach zum 31. Dezember 2024 auf einem Abzinsungssatz von 1,90 % (Vj. 1,82 %). Daneben liegen der Bewertung ein angenommener Gehalts- und Karrieretrend von 2,50 % (Vj. 2,50 %) p. a. und ein Rententrend von 2,00 % (Vj. 2,00 %) p. a. zu- grunde. Einem Erfüllungsbetrag von T€ 97.968 (Vj. T€ 100.123) aus Pensionsverpflichtungen steht zum 31. De- zember 2024 ein zu verrechnendes Vermögen mit einem beizulegenden Zeitwert von T€ 9.816 (Vj. T€ 8.312) und Anschaffungskosten von T€ 9.381 (Vj. T€ 8.234) gegenüber. Es besteht aus Anteilen an Wertpapiersondervermögen und Guthaben bei Kreditinstituten, ist dem Zugriff aller anderen Gläubiger entzogen, und wird mit der zugrundeliegenden Verpflichtung verrechnet. Der sich ergebende Verpflich- tungsüberhang wird unter den Rückstellungen für Pensionen erfasst. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB zwischen der Berechnung der Pensionsrück- stellungen mit dem siebenjährigen und dem zehnjährigen Durchschnittszinssatz beläuft sich zum Ende 12 des Geschäftsjahres 2024 auf T€ -764 (Vj. T€ 1.119). Es ergibt sich demnach zum Abschlussstichtag keine Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB im Vorjahr lag eine Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB vor. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem beizulegenden Zeitwert des ver- rechneten Vermögens und dessen Anschaffungskosten beläuft sich zum Abschlussstichtag auf T€ 435 (Vj. T€ 78) und unterliegt nach § 268 Abs. 8 Satz 3 HGB grundsätzlich einer Ausschüttungssperre. Erträge und Aufwendungen aus dem verrechneten Deckungsvermögen und den Altersversorgungsver- pflichtungen werden im Posten Zinsen und ähnliche Aufwendungen verrechnet. (8) Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen Die Steuerrückstellungen in Höhe von T€ 340 (Vj. T€ 902) betreffen zu erwartende Nachzahlungen an Gewerbesteuer. Der Gesamtbetrag entfällt zum 31. Dezember 2024 in Höhe von T€ 340 (Vj. T€ 902) auf Verpflichtungen aus Vorjahren. Die sonstigen Rückstellungen umfassen zum 31. Dezember 2024 Rückstellungen für den Personalbe- reich (T€ 28.932; Vj. T€ 10.067) sowie den Beschaffungs- (T€ 4.056; Vj. T€ 4.557), den Absatz- (T€ 983; Vj. T€ 1.215) und den Verwaltungsbereich (T€ 682; Vj. T€ 685). Darüber hinaus bestehen Rückstellungen für drohende Verluste (T€ 632; Vj. T€ 2.137) aus Absatzgeschäften. 13 (9) Verbindlichkeiten (Vorjahreswerte in Klammern) Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit Gesamt bis zu 1 Jahr zwischen 1 u. von mehr als 5 Jahren 5 Jahren T€ T€ T€ T€ Verbindlichkeiten gegen- über Kreditinstituten 64.979 409.061 1.200 475.240 (268.956) (130.970) (36.170) (436.096) Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 67 0 0 67 (264) (0) (0) (264) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 61.684 0 0 61.684 (20.506) (0) (0) (20.506) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 25.993 129.577 0 155.570 (34.725) (0) (0) (34.725) Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.329 0 0 2.329 (1.037) (0) (0) (1.037) Sonstige Verbindlichkeiten 4.773 517 0 5.290 (4.851) (756) (0) (5.607) 159.825 539.155 1.200 700.180 (330.339) (131.726) (36.170) (498.235) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind zum 31. Dezember 2024 in Höhe von T€ 24.377 (Vj. T€ 30.227) durch Grundpfandrechte gesichert. Darüber hinaus werden für die Verbindlichkeiten ge- genüber Kreditinstituten mit Ausnahme eines Teilbetrags von T€ 12.805 (Vj. T€ 8.682), für den Forderun- gen sicherungsübereignet sind, keine Sicherheiten gewährt. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen handelsübliche Eigentumsvorbehalte von Lieferanten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten Verbindlichkeiten gegenüber verbunde- nen Unternehmen in Höhe von T€ 46.560 (Vj. T€ 380). Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind zu T€ 7.500 bzw. rund 29 % (Vj. T€ 9.196 bzw. 26 %) aus Lieferungen und Leistungen und ansonsten im Wesentlichen aus kurz- fristigen Krediten entstanden. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren zu T€ 579 bzw. rund 25 % (Vj. T€ 1.037 bzw. 100 %) aus Lieferungen und Leistungen und darüber hinaus aus einer Kapitaleinzahlungsverpflichtung. 14 Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten: 31.12.2024 31.12.2023 T€ T€ Steuerverbindlichkeiten 2.809 1.828 Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 46 46 Haftungsverhältnisse 31.12.2024 31.12.2023 T€ T€ Aus Bürgschaften 13.404 12.741 Aus Gewährleistungsverträgen 85.480 114.019 98.884 126.760 Zusätzlich zu den bezifferten Haftungsverhältnissen hat die GRAMMER AG harte Patronatserklärungen für die GRAMMER Railway Interior GmbH und die GRAMMER Interior Components GmbH, mit denen unmittelbar bzw. mittelbar Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge bestehen, sowie für die GRAMMER CZ s.r.o., die GRAMMER Automotive CZ s.r.o., die GRAMMER Electronics N.V., die GRAM- MER Seating Systems Ltd., die GRAMMER System d.o.o., die GRAMMER Automotive Slovenija d.o.o., die GRAMMER Automotive Polska Sp. z.o.o., die GRAMMER Automotive Puebla S.A. de C.V., die GRAMMER Vehicle Parts (Shenyang) Co., Ltd. und die Grammer Jifeng Automotive Seating GmbH ab- gegeben. Von den bezifferten Haftungsverhältnissen besteht ein Teilbetrag in Höhe von T€ 93.684 (Vj. T€ 122.325) ausschließlich zur Absicherung von Verpflichtungen verbundener Unternehmen. Die GRAMMER AG geht Haftungsverhältnisse nach sorgfältiger Risikoabwägung und grundsätzlich nur in Zusammenhang mit ihrer eigenen oder der Geschäftstätigkeit verbundener Unternehmen ein. Auf Basis einer fortlaufenden Bewertung der Risikosituation der bestehenden Haftungsverhältnisse und unter Be- rücksichtigung der bis zum Aufstellungszeitpunkt gewonnenen Erkenntnisse geht die GRAMMER AG der- zeit davon aus, dass die den Haftungsverhältnissen zugrunde liegenden Verpflichtungen von den jeweili- gen Hauptschuldnern erfüllt werden können. Die GRAMMER AG schätzt daher das Risiko einer Inan- spruchnahme bei allen aufgeführten Haftungsverhältnissen als nicht wahrscheinlich ein. 15 Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte (§ 285 Nr. 3 HGB) Zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2024 bestehen laufende Zahlungsverpflichtungen aus außerbilan- ziellen Geschäften im Sinne dieser Vorschrift in Form branchenüblicher Leasingverträge über technische Anlagen und Maschinen bzw. Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie aus Factoring. Nach den vertraglichen Bedingungen sind die Leasingobjekte der GRAMMER AG nicht als wirtschaftli- ches Eigentum zuzurechnen. Verpflichtungen aus den geschlossenen Verträgen bestehen in den nach- folgenden Geschäftsjahren in folgender Höhe: 31.12.2024 31.12.2023 T€ T€ Verpflichtungen aus Leasingverträgen fällig 2025 (Vorjahresangabe: fällig 2024) 2.600 2.475 fällig 2026 (Vorjahresangabe: fällig 2025) 1.975 2.185 fällig nach 2026 (Vorjahresangabe: fällig nach 2025) 1.086 1.619 5.661 6.279 Die Vorteile hinsichtlich der betreffenden Leasing-Geschäfte bestehen insbesondere im fehlenden Ver- marktungsrisiko am Ende der Leasinglaufzeit. Das Risiko einer technischen oder wirtschaftlichen Überal- terung der Leasinggegenstände liegt beim Leasinggeber. Die Gegenstände können auftragsbezogen ge- nutzt und die Laufzeiten der Verträge flexibel gestaltet werden, woraus sich eine größere Planungssicher- heit bei der Kalkulation ergibt. Darüber hinaus werden die bestehenden Bankkreditlinien der GRAMMER AG geschont und die Liquidität wird erhöht. Im Rahmen des Working Capital Managements sind zum 31. Dezember 2024 offene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Nennwert von T€ 12.805 (Vj. T€ 10.369) an Kreditinstitute veräußert worden. Diese günstige Refinanzierungsmöglichkeit wird als für die Gesellschaft vorteilhaft eingeschätzt. Die möglichen Risiken in diesem Zusammenhang werden aufgrund des regresslosen Verkaufs als gering eingestuft. Finanzielle Auswirkungen aus diesen Geschäften ergeben sich in Form moderater Finanzie- rungsaufwendungen. 16 Sonstige finanzielle Verpflichtungen (§ 285 Nr. 3a HGB) 31.12.2024 31.12.2023 T€ T€ Verpflichtungen aus Miet- und Wartungsverträgen fällig 2025 (Vorjahresangabe: fällig 2024) 16.760 10.701 fällig 2026 (Vorjahresangabe: fällig 2025) 6.243 145 fällig nach 2026 (Vorjahresangabe: fällig nach 2025) 18.194 326 41.197 11.172 Verpflichtungen aus begonnenen Investitionsvorhaben fällig 2025 (Vorjahresangabe: fällig 2024) 2.546 1.715 Kapitaleinzahlungsverpflichtungen fällig 2025 (Vorjahresangabe: fällig 2024) 13.590 12.777 fällig 2026 (Vorjahresangabe: fällig 2025) 0 0 fällig nach 2026 (Vorjahresangabe: fällig nach 2025) 0 9.050 13.590 21.827 17 Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten Zum Bilanzstichtag bestehen Devisenderivate zum Erwerb bzw. Verkauf von tschechischen Kronen und chinesischen Renminbi in einem Volumen von T€ 98.381. Die Derivate weisen positive beizulegende Zeit- werte in Höhe von T€ 123 bzw. negative beizulegende Zeitwerte in Höhe von T€ 492 auf. Für die Devi- senkontrakte, deren Marktwert zum Abschlussstichtag negativ ist, wurden im vorliegenden Abschluss sonstige Rückstellungen in Höhe von T€ 492 (Vj. T€ 1.372) berücksichtigt. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts werden die Cashflows aus den Devisengeschäften mit den für die Restlaufzeit aktuellen Diskontfaktoren auf den Bewertungsstichtag abgezinst und mit dem Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Darüber hinaus hat die GRAMMER AG mit Banken Devisenderivate im Nominalvolumen von T€ 32.672 abgeschlossen, die über korrespondierende Geschäfte an Tochterunternehmen weitergereicht wurden. Diese Geschäfte wurden zu Bewertungseinheiten zusammengefasst und nach der Einfrierungsmethode bilanziert. Die Derivate haben eine Laufzeit zwischen Januar 2025 und September 2025. Zur Beurteilung der Wirk- samkeit der Sicherungsbeziehung wird die Critical Terms Match Methode angewandt. Aufgrund der Über- einstimmung der Bedingungen und Parameter der Grund- und Sicherungsgeschäfte ergaben sich keine Ineffektivitäten. 18 C) Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (10) Umsatzerlöse 2024 2023 T€ T€ Aufgliederung nach Produktbereichen: - Automotive 235.905 217.452 - Commercial Vehicles 96.158 342.405 Gesamt 332.063 559.857 Aufgliederung nach Regionen: - Inland 87.788 165.229 - Europäische Union 148.629 254.648 - sonstiges Ausland 95.646 139.980 Gesamt 332.063 559.857 (11) Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten überwiegend Erträge aus der Währungsumrechnung (T€ 13.263; Vj. T€ 5.092), Erträge aus Schadenersatz- und Kompensationszahlungen (T€ 3.371; Vj. T€ 1.354) und Erträge aus Zuschüssen (T€ 960; Vj. T€ 831). Daneben sind aperiodische sonstige be- triebliche Erträge vor allem in Form von Gewinnen aus Abgängen aus dem Anlagevermögen (T€ 20.359; Vj. T€ 0), aus Zuschreibungen zum Finanzanlagevermögen (T€ 198; Vj. T€ 800) und aus der Auflösung von Rückstellungen (T€ 156; Vj. T€ 160) angefallen. Bei den Erträgen aus Anlagenabgängen in Höhe von T€ 20.359 handelt es sich zudem um Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung im Sinne von § 285 Nr. 31 HGB, die aus der Einbringung der Geschäftsanteile an der GRAMMER Japan Limited, Tokio, Ja- pan, in die GRAMMER Deutschland GmbH resultieren. (12) Materialaufwand 2024 2023 T€ T€ a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 220.349 418.056 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 13.187 16.335 233.536 434.391 19 (13) Personalaufwand 2024 2023 T€ T€ a) Löhne und Gehälter 91.772 70.778 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 13.198 14.656 - davon für Altersversorgung: T€ 1.090 (Vj. T€ 3.460) _ ______ 104.970 85.434 Der Personalaufwand beinhaltet Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung im Sinne von § 285 Nr. 31 HGB aus der Bildung von Rückstellungen für Restrukturierung und Abfindungen in Höhe von T€ 23.906. (14) Sonstige betriebliche Aufwendungen 2024 2023 T€ T€ Verwaltungskosten 64.576 55.766 Betriebskosten 10.374 9.582 Gebühren, Abgaben, Versicherungen 6.184 5.700 Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 5.390 2.288 Kfz-Kosten 2.187 2.141 Vertriebskosten 2.097 2.637 Werbe- und Reisekosten 1.545 2.721 Sonstige Personalkosten 1.534 1.562 Raumkosten 1.352 1.581 Nebenkosten Geldverkehr 117 85 Sonstige Aufwendungen 238 86 95.594 84.149 (15) Erträge aus Beteiligungen Erträge aus Beteiligungen ergaben sich im Geschäftsjahr 2024 vornehmlich durch Gewinnausschüttun- gen der GRAMMER Interior (Tianjin) Co., Ltd. (T€ 14.225; Vj. T€ 22.342), GRAMMER Interior (Chang- chun) Co., Ltd. (T€ 14.132; Vj. T€ 57.572), der GRAMMER Interior (Beijing) Co., Ltd. (T€ 8.488; Vj. T€ 23.112), der GRAMMER do Brasil Ltda. (T€ 7.439; Vj. T€ 0) und der GRAMMER Japan Limited (T€ 3.079; Vj. T€ 0). 20 (16) Abschreibungen auf Finanzanlagen Der Posten enthält Abschreibungen (nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB) auf Anteile an verbundenen Unter- nehmen in Höhe von T€ 115.777 (Vj. T€ 110.184) und auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 66 (Vj. T€ 953). Nach internen Bewertungen wurde der Wert der Anteile an drei (Vj. zwei) Tochtergesellschaften auf den jeweils niedrigeren beizulegenden Wert zum Abschlussstichtag abge- schrieben. Bei den Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen handelt es sich mit einem Betrag von T€ 115.777 (Vj. T€ 110.184) um Aufwen- dungen von außergewöhnlicher Größenordnung im Sinne von § 285 Nr. 31 HGB. (17) Zinsen und ähnliche Aufwendungen Der Zinsanteil in der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen, den Jubiläumsrückstellungen und den Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von insgesamt T€ 815 (Vj. T€ 1.109) wird im Fi- nanzergebnis ausgewiesen. Erträge (T€ 358; Vj. T€ 314) aus zu verrechnendem Vermögen sind entspre- chend § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB in dem Posten Zinsen und ähnliche Aufwendungen saldiert enthalten. (18) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten ausländische Abzugsteuern auf Lizenzerträge, Zinsen und Dividenden (T€ 3.273; Vj. T€ 2.043). Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewer- beertragsteuer für das Geschäftsjahr 2024 belaufen sich auf T€ 0 (Vj. T€ 0). Der Posten enthält darüber hinaus Steuererträge für Vorjahre in Höhe von T€ 224 (Vj. Steuerträge T€ 517). Die GRAMMER AG ist in Ländern tätig, welche Mindeststeuergesetze entsprechend der Vorgaben der OECD („Säule 2-Gesetzgebung“) zu erlassen haben. Die Gesellschaft hat die Auswirkungen dieser Steu- ergesetze auf die Gesellschaft analysiert und rechnet hieraus mit keinen wesentlichen Auswirkungen. 21 D) Ergänzende Angaben Mitarbeiter Die Anzahl der Mitarbeiter betrug im Jahresdurchschnitt: 2024 2023 Gewerbliche Arbeitnehmer 44 43 Angestellte 715 719 759 762 davon Teilzeitkräfte: Gewerbliche Arbeitnehmer 5 5 Angestellte 77 80 82 85 Diese Mitarbeiterzahlen sind auf Basis einer monatsweisen Berechnung ermittelt. Honorare des Abschlussprüfers Die Angaben zu den vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechneten Honoraren sind im Kon- zernabschluss der GRAMMER AG enthalten. 22 Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden im Rahmen des normalen Geschäfts- verlaufs durchgeführt und erfolgen grundsätzlich zu marktüblichen Konditionen – einschließlich Zinssät- zen – wie bei getätigten vergleichbaren Geschäften mit fremden Dritten. Die zum Geschäftsjahresende bestehenden offenen Posten sind nicht besichert, unverzinslich und werden durch Barzahlung oder Ver- rechnung beglichen. Für Forderungen oder Schulden gegen nahestehende Unternehmen und Personen bestehen keinerlei Garantien. Ausleihungen erfolgen zu marktüblichen Konditionen unter Berücksichti- gung fehlender Sicherheiten. Die GRAMMER AG hat mit Mitgliedern des Vorstands, des Aufsichtsrats und leitenden Angestellten bzw. mit Gesellschaften außerhalb des GRAMMER Konzerns, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgre- mien diese Personen vertreten sind, keine wesentlichen Geschäfte vorgenommen. Das gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises. Erklärung zum Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG Vorstand und Aufsichtsrat der GRAMMER AG haben in Anlehnung an die Empfehlungen der Regierungs- kommission Deutscher Corporate Governance Kodex Leitlinien zur Unternehmensführung verabschiedet. Durch gemeinschaftliche Beschlüsse von Vorstand und Aufsichtsrat, zuletzt vom 17. Dezember 2024, wird die Entsprechenserklärung jährlich aktualisiert. Die Erklärung ist auf der Website der Gesellschaft unter www.grammer.com/investor-relations/corporate-governance dauerhaft öffentlich zugänglich ge- macht. 23 Angaben zu Organen der Gesellschaft Vorstand Dipl.-Ing. Jens Öhlenschläger, Amberg Sprecher des Vorstands M.Sc. Jurate Keblyte, Haar Guoqiang Li, Heroldsberg (Mitglied des Vorstands ab 01.04.2024) Aufsichtsrat Dr. Martin Kleinschmitt, Berlin Vorsitzender des Aufsichtsrats Udo Fechtner, Kümmersbruck Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats Arbeitnehmervertreter Dipl.-Ing (FH) Klaus Bauer, Ensdorf Arbeitnehmervertreter Andrea Elsner, Ebermannsdorf Arbeitnehmervertreterin Dr.-Ing. Ping He, Wenzenbach-Irlbach Martin Heiß, Sulzbach-Rosenberg Arbeitnehmervertreter Peter Kern, Kümmersbruck Arbeitnehmervertreter Dipl.-Ing. Jürgen Kostanjevec, Köln Caterina Messina, Frankfurt am Main Arbeitnehmervertreterin (Mitglied des Aufsichtsrats ab 01.01.2025) Dipl.-Vw. Dagmar Rehm, Langen Gabriele Sons, Berlin Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser, Garching Antje Wagner, Frankfurt am Main Arbeitnehmervertreterin (Mitglied des Aufsichtsrats bis 31.12.2024) 24 Ausgeübte Berufe der Vorstandsmitglieder und ihre Mandate im Sinne von § 285 Nr. 10 HGB Jens Öhlenschläger Sprecher des Vorstands (CEO) - Aufsichtsrat der GRAMMER (China) Holding Co., Ltd., Hefei City/China - Aufsichtsrat der GRAMMER Interior (Beijing) Co., Ltd., Peking/China - Aufsichtsrat der GRAMMER Interior (Changchun) Co., Ltd., Changchun /China - Aufsichtsrat der GRAMMER Interior (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai/China - Aufsichtsrat der GRAMMER Interior (Tianjin) Co., Ltd., Tianjin/China - Aufsichtsrat der GRAMMER Seating (Ningbo) Co., Ltd., Ningbo City/China - Aufsichtsrat der GRAMMER Seating (Shaanxi) Co., Ltd., Weinan City/China - Aufsichtsrat der GRAMMER Vehicle Interiors (Hefei) Co., Ltd., Hefei City/China - Aufsichtsrat der GRAMMER Vehicle Parts (Shenyang) Co., Ltd., Shenyang/China - Aufsichtsrat der GRAMMER Vehicle Parts (Changzhou) Co., Ltd., Changzhou City/China - Aufsichtsrat der GRAMMER Japan Ltd., Tokio/Japan - Mitglied des Board of Directors der AllyGram Systems and Technologies Private Ltd., Pune/Indien - Stellvertretender Vorsitzender des Board of Directors der GRAMMER Vehicle Parts (Harbin) Co., Ltd., Harbin/China Jurate Keblyte Finanzvorstand (CFO) und Arbeitsdirektorin - Mitglied des Board of Directors der Changchun GRAMMER FAWSN Vehicle Parts Co., Ltd., Changchun/China - Mitglied des Aufsichtsrats der HAWE Hydraulik SE, Aschheim/München - Mitglied des Aufsichtsrats der Ottobock SE & Co. KGaA, Duderstadt - Mitglied des Aufsichtsrats der SAF-Holland SE, Bessenbach Guoqiang Li Chief Operating Officer (COO) (Mitglied des Vorstands ab 01.04.2024) - Mitglied des Board of Directors der GRAMMER Vehicle Parts (Harbin) Co., Ltd., Harbin/China - Vorsitzender des Board of Directors der GRAMMER Inc., Shannon (MS)/USA 25 Ausgeübte Berufe und weitere Mandate der Aufsichtsratsmitglieder Dr. Martin Kleinschmitt Geschäftsführer der Noerr Consulting GmbH & Co. KG - Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG: - Vorsitzender des Aufsichtsrats der SAF-Holland SE, Bessenbach - Vorsitzender des Aufsichtsrats der SAF-Holland GmbH, Bessenbach - Vorsitzender des Aufsichtsrats der G&H Bankensoftware AG, Berlin - Mitglied des Aufsichtsrats der Lech-Stahlwerke GmbH, Meitingen - Sonstige Mandate: - keine weiteren Mandate Udo Fechtner 1. Bevollmächtigter der IG Metall Amberg - Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG: - keine - Sonstige Mandate: - Mitglied des Aufsichtsrats der Pensionskasse der Maxhütte VVaG, Sulzbach-Rosenberg Klaus Bauer Werkleiter bei der GRAMMER Deutschland GmbH - keine weiteren Mandate Andrea Elsner Industriekauffrau bei der GRAMMER AG - keine weiteren Mandate Dr.-Ing. Ping He Ehem. Entwicklungsingenieur bei der Powertrain Division der Continental AG (im Ruhestand) - keine weiteren Mandate Martin Heiß Datenverarbeitungskaufmann bei der GRAMMER AG - keine weiteren Mandate Peter Kern Schlosser bei der GRAMMER Deutschland GmbH - keine weiteren Mandate Jürgen Kostanjevec Selbständiger Berater - keine weiteren Mandate 26 Caterina Messina Gewerkschaftssekretärin IG Metall Vorstand in Frankfurt am Main (Mitglied des Aufsichtsrats ab 01.01.2025) - Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG: - Mitglied des Aufsichtsrats der GE Wind Energy GmbH, Salzbergen - Sonstige Mandate: - keine weiteren Mandate Dagmar Rehm Selbständige Unternehmensberaterin - Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG: - Mitglied des Aufsichtsrats der Koenig & Bauer AG, Würzburg - Mitglied des Aufsichtsrats der O‘Donovan Consulting AG, Bad Homburg (bis 31.03.2024) - Non Executive Director der Renewable Power Capital Ltd., London, Großbritannien - Mitglied des Aufsichtsrats der Rail Capital Europe Investment SAS, Saint-Ouen, Frankreich - Mitglied des Aufsichtsrats der Power2X B.V., Amsterdam, Niederlande (ab 23.02.2024) - Sonstige Mandate: - keine weiteren Mandate Gabriele Sons Selbständige Rechtsanwältin in der Kanzlei Sons - Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG: - Mitglied des Aufsichtsrats der ElringKlinger AG, Dettingen (Ems) - Sonstige Mandate: - Mitglied des Verwaltungsrats der Accelleron Industries AG, Baden, Schweiz Prof. Dr. Birgit Vogel-Heuser Elektroingenieurin, Professorin und Leiterin des Lehrstuhls für Automatisierung und Informationssysteme an der Technischen Universität München - Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG: - Mitglied des Aufsichtsrats der HAWE Hydraulik SE, Aschheim/München - Sonstige Mandate: - keine weiteren Mandate Antje Wagner Volljuristin, Gewerkschaftssekretärin IG Metall Vorstand in Frankfurt am Main (Mitglied des Aufsichtsrats bis 31.12.2024) - Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG: - Mitglied des Aufsichtsrats der WISAG Produktionsservice GmbH, Frankfurt am Main - Sonstige Mandate: - keine weiteren Mandate 27 Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats Die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2024 gewährten Gesamtbezüge des Vorstands betragen T€ 1.651 (Vj. T€ 1.593). Sie entfallen zu T€ -62 (Vj. T€ 321) auf variable Vergütungsbestandteile. Diese variablen Vergütungsbestandteile sind in Höhe von T€ -62 (Vj. T€ -11) durch Vorjahresbeträge beeinflusst. Sie re- sultieren aus der Auflösung von im Vorjahr gebildeten Rückstellungen. Das Vergütungssystem der GRAMMER AG und die Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands sind im Vergütungsbericht nach § 162 AktG dargestellt, der auf der Internetseite der Ge- sellschaft öffentlich zugänglich gemacht wird. Zum 31. Dezember 2024 bestehen wie zum Ende des Vorjahres keine Versorgungsverpflichtungen der GRAMMER AG gegenüber ihren amtierenden Vorstandsmitgliedern. Die Vorstandsmitglieder erhalten stattdessen beitragsorientierte Zuschüsse zu ihrer eigenen Altersvorsorge, die in den oben genannten Gesamtbezügen enthalten sind. Mitglieder des Vorstands erhalten vom Unternehmen keine Kredite. An frühere Mitglieder der Geschäftsführung bzw. des Vorstands und ihre Hinterbliebenen wurden von der Gesellschaft im Geschäftsjahr Gesamtbezüge in Höhe von T€ 370 (Vj. T€ 262) vergütet. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung bzw. des Vorstands und deren Hinterbliebene sind zum 31. Dezember 2024 T€ 8.334 (Vj. T€ 8.332) zurückgestellt. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden für ihre Aufsichtsratstätigkeit im Geschäftsjahr 2024 Gesamtbezüge von T€ 679 (Vj. T€ 694) gewährt. Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats verweisen wir auf die Ausführungen im Vergütungsbericht nach § 162 AktG, der auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemacht wird. Für persönlich erbrachte Leistungen von Aufsichtsratsmitgliedern wurden – mit Ausnahme der arbeitsver- traglich vereinbarten Bezüge der Arbeitnehmervertreter – neben der Aufsichtsratsvergütung keine weite- ren Vergütungen bezahlt oder Vorteile gewährt. Bezüge nach Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat aufgrund früherer Mitgliedschaft wurden nicht bezahlt und sind nicht Bestandteil der Aufsichtsratsvergütung. 28 Konsolidierungskreis Direktes Mutterunternehmen der GRAMMER AG ist die Jiye Auto Parts GmbH, Frankfurt am Main. Die Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd., Ningbo City, China, stellt einen Konzernabschluss für den größten und kleinsten Konzernkreis auf, in den die GRAMMER AG einbezogen wird. Dieser ist unter http://www.sse.com.cn in chinesischer Sprache abrufbar. Nachtragsbericht Personelle Veränderung im Vorstand der GRAMMER AG Im Februar 2025 hat die GRAMMER AG bekannt gegeben, dass Finanzvorständin Jurate Keblyte das Unternehmen zum 31. März 2025 auf eigenen Wunsch verlassen wird. Sie war seit dem 1. August 2019 Mitglied des Vorstands. Der Aufsichtsrat hat ihrem Wunsch nach vorzeitiger Beendigung ihres Vorstands- vertrags entsprochen. Mit Wirkung zum 1. April 2025 wird Thomas Strobl als neues Mitglied in den Vorstand der GRAMMER AG berufen. Seine Bestellung erfolgt zunächst für die Dauer von einem Jahr. Thomas Strobl verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Finanzen und Controlling und leitet seit Januar 2024 interimistisch als CFO den Finanzbereich der Region EMEA. Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat der GRAMMER AG Ebenfalls im Februar 2025 hat die GRAMMER AG bekannt gegeben, dass fünf Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseignerseite ihre Mandate mit Wirkung zum 31. März 2025 vorzeitig niederlegen werden. Bei den ausscheidenden Aufsichtsratsmitgliedern handelt es sich um den Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Mar- tin Kleinschmitt, Jürgen Konstanjevec, Dagmar Rehm, Gabriele Sons und Prof. Dr. Birgit Vogel-Heuser. Die Entscheidung erfolgte im Zusammenhang mit der turnusmäßigen Neuwahl des Aufsichtsrats auf der Hauptversammlung 2025. Die Bestellung der Nachfolger:innen wurde beim zuständigen Gericht beantragt. Mit Beschluss vom 5. März 2025 wurden die neuen Aufsichtsratsmitglieder mit Wirkung zum 1. April 2025 bestellt. Die end- gültige Wahl der neuen Mitglieder durch die Aktionärinnen und Aktionäre soll auf der ordentlichen Haupt- versammlung der GRAMMER AG am 22. Mai 2025 erfolgen. Ursensollen, 14. März 2025 GRAMMER Aktiengesellschaft ................................................ …............................................. …............................................. Jens Öhlenschläger Jurate Keblyte Guoqiang Li 29