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GRAMMER AG Audit Report / Information 2022

Jun 6, 2023

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Audit Report / Information

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Finanzbericht: 32522688

GRAMMER Aktiengesellschaft

Ursensollen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die GRAMMER Aktiengesellschaft

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der GRAMMER Aktiengesellschaft, Ursensollen - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der GRAMMER Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die auf der im Lagebericht angegebenen Internetseite veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB, die Bestandteil des Lageberichts ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Des Weiteren haben wir die in den Unterabschnitten "Grundprinzipien des Risikomanagements und des IKS", "Chancen- und Risikomanagementprozess" und "Compliance Management System" des Chancen- und Risikoberichts des Lageberichts enthaltenen lageberichtsfremden Angaben nicht inhaltlich geprüft. Lageberichtsfremde Angaben im Lagebericht sind Angaben, die nicht nach §§ 289, 289a bzw. nach §§ 289b bis 289f HGB vorgeschrieben sind. Die Informationen des Unternehmens außerhalb des Geschäftsberichts, auf die durch Querverweise im Abschnitt "Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr 2022" - Unterabschnitt "Mittelfristausblick 2025" des Lageberichts verwiesen wird, haben wir nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen

Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung und die oben genannten Unterabschnitte "Grundprinzipien des Risikomanagements und des IKS", "Chancen- und Risikomanagementprozess" und "Compliance Management System" des Chancen- und Risikoberichts im Lagebericht.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/​2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte:

1. Realisierung von Umsatzerlösen

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die im Jahresabschluss der GRAMMER AG ausgewiesenen Umsatzerlöse stellen einen der wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren für die gesetzlichen Vertreter der GRAMMER AG dar. Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt dabei grundsätzlich zu dem Zeitpunkt, zu dem die zugrunde liegende Leistung erbracht bzw. die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind, d.h. der Gefahrenübergang auf den Kunden erfolgt ist.

Hierbei unterliegt die Realisierung der Umsatzerlöse dem Risiko, dass sie zu einem falschen Zeitpunkt erfolgt, oder dass fiktive Umsatzerlöse erfasst werden. Die Umsatzerlöse werden dabei aus einer Vielzahl von einzelnen Transaktionen in Form von separaten Lieferungen realisiert. Ferner führen fortlaufende Preisverhandlungen und -anpassungen mit den Kunden zu häufigen Veränderungen in den Transaktionspreisen und damit zu einer veränderten Bewertung der realisierten Umsatzerlöse. Die Umsatzerlöse unterliegen grundsätzlich dem Risiko wesentlicher falscher Darstellungen einschließlich des inhärenten Risikos der Umgehung oder der Außerkraftsetzung des internen Kontrollsystems durch das Management. Aufgrund der sich häufig ändernden Transaktionspreise wird die Umsatzrealisierung als komplex betrachtet, so dass ein erhöhtes Risiko einer fehlerhaften Bilanzierung besteht. Da die realisierten Umsatzerlöse eine wesentliche Auswirkung auf den Jahresabschluss der GRAMMER AG haben, war für uns in der Realisierung der Umsatzerlöse ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt zu sehen.

Prüferisches Vorgehen

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die mit den Kunden vereinbarten vertraglichen Grundlagen nachvollzogen, insbesondere die Regelungen zum Zeitpunkt des Gefahrenübergangs sowie die Regelungen zum Abrechnungsverfahren und haben diese auf Grundlage unseres Geschäfts- und Prozessverständnisses beurteilt. Vor diesem Hintergrund haben wir uns mit den unternehmensintern implementierten Verfahren und Kontrollmechanismen zur Umsatzlegung sowie zur betragsmäßigen Erfassung der Umsatzerlöse befasst. Wir haben in diesem Zusammenhang Aufbau- und Funktionsprüfungen durchgeführt.

Hierbei haben wir die im Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen Umsatzerlöse hinsichtlich deren buchungssystematischer Erfassung nachvollzogen. Etwaige Abweichungen in der Buchungslogik von unserer Erwartungshaltung haben wir auf Basis zusätzlicher aussagebezogener Prüfungshandlungen unter Einholung von Prüfungsnachweisen, beispielsweise zu Abliefernachweisen und Zahlungseingängen, analysiert. Unsere Prüfungshandlungen haben darüber hinaus das stichprobenweise Einholen externer Kundenbestätigungen beinhaltet. Die betragsmäßige Erfassung der Umsatzerlöse haben wir insbesondere dadurch nachvollzogen, dass wir stichprobenweise die herangezogenen Transaktionspreise mit den jeweiligen vertraglichen Grundlagen abgeglichen haben. Ferner haben wir untersucht, ob die entsprechenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in geschäftsüblichem Turnus durch Zahlung des Rechnungsbetrages durch den Kunden beglichen wurden. Wir haben dabei stichprobenweise Zahlungseingänge zu den entsprechenden Kontoauszügen abgeglichen.

Um nicht zu erwartende Schwankungen in der ausgewiesenen Bruttomarge identifizieren zu können, haben wir eine Margenanalyse auf Monatsebene durchgeführt. Aus unseren durchgeführten Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen die Realisierung von Umsatzerlösen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Die Angaben der Gesellschaft zu den Umsatzerlösen sind im Kapitel C) Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Abschnitt (10) Umsatzerlöse im Anhang zum Jahresabschluss der GRAMMER AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 dargestellt. Eine Analyse zur Entwicklung der Umsatzerlöse für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 findet sich im Abschnitt "Wirtschaftliche Lage" unter der Überschrift "Umsatz" im Lagebericht der GRAMMER AG.

2. Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die Anteile an verbundenen Unternehmen stellen bei der GRAMMER AG als Mutterunternehmen des GRAMMER Konzerns einen wesentlichen Teil der Vermögensgegenstände des Finanzanlagevermögens dar. Finanzanlagen müssen nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung wertberichtigt werden. Eine voraussichtlich dauernde Wertminderung ist regelmäßig dann anzunehmen, wenn der am Abschlussstichtag beizulegende Wert unterhalb des bisherigen Buchwerts der Beteiligung liegt. Der am Abschlussstichtag beizulegende Wert wird von den gesetzlichen Vertretern der GRAMMER AG mittels der Discounted Cash Flow-Methode aus den erwarteten künftigen Zahlungsüberschüssen der jeweiligen Gesellschaft abgeleitet und ist damit ermessensbehaftet. Dabei sind die Bewertungen insbesondere in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse, insbesondere auch vor dem Hintergrund des aktuellen makroökonomischen Umfelds, sowie dem verwendeten Diskontierungszinssatz abhängig. Aus diesen Gründen war die Werthaltigkeit der bilanzierten Anteile an verbundenen Unternehmen im Rahmen unserer Prüfung einer der bedeutsamsten Sachverhalte.

Prüferisches Vorgehen

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir den von den gesetzlichen Vertretern implementierten Prozess daraufhin gewürdigt, ob dieser geeignet ist, objektive Hinweise auf einen niedrigeren beizulegenden Wert oder eine länger anhaltende Wertminderung zu geben. Hinsichtlich der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten beizulegenden Werte der verbundenen Unternehmen sowie deren Einschätzung der Wertminderung als voraussichtlich dauerhaft haben wir uns mit den zugrunde liegenden Prozessen in Zusammenhang mit der Ermittlung dieser Werte befasst. In diesem Zusammenhang haben wir gewürdigt, ob die Prozesse stetig zum Vorjahr durchgeführt wurden.

Für Beteiligungen, welche auf Basis ihrer aktuellen Vermögens-, Finanz- und Ertragssituation Anhaltspunkte auf mögliche Werthaltigkeitsrisiken liefern oder aber aufgrund ihrer finanziellen Bedeutung wesentlich waren, haben wir darüber hinaus folgende aussagebezogenen Einzelfallprüfungen vorgenommen:

Unter Einbeziehung von internen Bewertungsspezialisten haben wir die zugrunde liegenden Bewertungsmodelle für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts sowohl methodisch als auch arithmetisch nachvollzogen und beurteilt, ob diese unter Beachtung der relevanten Rechnungslegungsstandards IDW S1 und IDW RS HFA 10 ermittelt wurden.

Ferner haben wir die Prognosen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der zukünftig zu erwartenden Liquiditätsüberschüsse durch einen Vergleich mit Informationen aus der gesellschaftsinternen Berichterstattung sowie mit regionalen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Bei unserer Einschätzung haben wir neben dem Abgleich mit extern verfügbaren Quellen auch die erhaltenen Erläuterungen des Managements zu den wesentlichen Werttreibern der Planungen gewürdigt. Zur Beurteilung der Planungstreue erfolgte stichprobenweise ein Soll-Ist-Abgleich von historischen Plandaten mit den tatsächlichen Ergebnissen.

Die im Rahmen der Schätzung der beizulegenden Werte verwendeten Bewertungsparameter, wie beispielsweise die geschätzten Wachstumsraten sowie die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensätze, wurden mit öffentlich verfügbaren Marktdaten abgeglichen und gegenüber der Veränderung bedeutender Annahmen einschließlich künftiger Marktbedingungen beurteilt. Um bei einer für möglich gehaltenen Änderung einer der wesentlichen Annahmen ein mögliches Wertminderungsrisiko einschätzen zu können, haben wir auch eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt.

Im Falle des Vorliegens von voraussichtlich dauernden Wertminderungen haben wir nachvollzogen, dass außerplanmäßige Abschreibungen auf den am Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Zeitwert vorgenommen wurden. Im Falle des Wegfalls der Gründe für einen niedrigeren Wertansatz haben wir nachvollzogen, dass dieser nicht beibehalten wurde. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen hinsichtlich der Beurteilung der Werthaltigkeit von Anteilen an verbundenen Unternehmen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Zu den bezüglich der als Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf die Angaben im Anhang der Gesellschaft im Kapitel A) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnung sowie auf die Erläuterungen zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen in Kapitel B) Erläuterungen zur Bilanz, Abschnitt (1) Anlagevermögen, sowie in Kapitel C) Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung in den Abschnitten (11) Sonstige betriebliche Erträge und (15) Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens.

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung ist, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte Erklärung zur Unternehmensführung und die oben genannten im Lagebericht in den Unterabschnitten "Grundprinzipien des Risikomanagements und des IKS", "Chancen- und Risikomanagementprozess" und "Compliance Management System" des Chancen- und Risikoberichts enthaltenen lageberichtsfremden Angaben. Des Weiteren umfassen die sonstigen Informationen den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach § 289b Abs. 3 und § 315b Abs. 3 HGB, von dem wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

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wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen-falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei GRAMMERAGJA+LBESEF-2022-12-31.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen;
gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben;
beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/​815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt;
beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts ermöglichen.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 18. Mai 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 2. August 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit über 28 Jahren als Konzernabschlussprüfer der GRAMMER AG tätig. Seit dem Geschäftsjahr 1996 handelt es sich bei der GRAMMER AG um eine kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaft i.S. des § 264d HGB.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht:

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Prüferische Tätigkeiten als Teilbereichsprüfer in Bezug auf Reporting Packages für die nach Drittstaatenrecht erforderliche Konzernabschlussprüfung der Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd. (China);
Prüfung des Vergütungsberichts nach § 162 Abs. 3 AktG der GRAMMER AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022;
Beratungsleistungen zur Neuausrichtung des Prozesses zur Erstellung der Nichtfinanziellen Erklärung;
nach lokalem slowenischem Recht erforderliche Prüfung eines Berichts über Transaktionen mit verbundenen Unternehmen.

Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Jahresabschluss und dem geprüften Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Jahresabschluss und Lagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Udo Schuberth.

Nürnberg, 20. März 2023

Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Signed by UDO JOCHEN SCHUBERTH, Wirtschaftsprüfer

Signed by JENDRIK THIES, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVA

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(Anhang) TEUR TEUR 31.12.2021

TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN (1)
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 10.209 12.849
II. Sachanlagen 82.806 84.877
III. Finanzanlagen 514.003 546.033
607.018 643.759
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte (2) 45.136 48.338
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3) 192.267 187.203
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 7.130 7.551
244.533 243.092
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 2.641 3.319
854.192 890.170
PASSIVA
(Anhang) TEUR TEUR 31.12.2021

TEUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital (4) 39.009 39.009
Rechnerischer Betrag eigener Anteile -845 -845
Ausgegebenes Kapital 38.164 38.164
II. Kapitalrücklage (5) 165.211 165.211
III. Gewinnrücklagen (6) 132.158 132.158
IV. Bilanzverlust -131.188 -74.872
204.345 260.661
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen (7) 92.639 82.259
2. Steuerrückstellungen (8) 2.340 3.569
3. Sonstige Rückstellungen (8) 18.194 27.212
113.173 113.040
C. VERBINDLICHKEITEN (9)
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 461.617 452.803
2. Erhaltene Anzahlungen 2.645 2.617
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 14.957 15.346
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 49.674 40.382
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 288 296
6. Sonstige Verbindlichkeiten 7.387 4.935
536.568 516.379
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 106 90
854.192 890.170

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01. bis 31.12.2022

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(Anhang) TEUR 2021

TEUR
1. Umsatzerlöse (10) 676.766 649.298
2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -1.545 -1.691
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 0 121
4. Sonstige betriebliche Erträge (11) 66.176 56.004
Gesamtleistung 741.397 703.732
5. Materialaufwand (12) 515.585 494.023
6. Personalaufwand (13) 92.237 83.973
7. Abschreibungen 8.128 8.313
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen (14) 80.064 78.979
9. Erträge aus Beteiligungen 45.383 38.444
33.779 58.399
- davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 33.779 (Vj. TEUR 57.996)
10. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 11.802 21.263
11. - davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 11.802 (Vj. TEUR 21.263) Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 10.929 5.795
- davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 10.929 (Vj. TEUR 5.795)
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.957 1.762
13. - davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 1.952 (Vj. TEUR 1.751) Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens (15) 119.333 95.531
14. Aufwendungen aus Verlustübernahme 12.367 2.493
- davon von verbundenen Unternehmen TEUR 12.367 (Vj. TEUR 2.493)
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (16) 24.169 23.189
- davon an verbundene Unternehmen TEUR 21 (Vj. TEUR 58)
- davon aus der Aufzinsung TEUR 2.923 (Vj. TEUR 6.987)
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (17) 4.062 6.759
17. Ergebnis nach Steuern -56.081 -2.309
18. Sonstige Steuern 235 91
19. Jahresfehlbetrag -56.316 -2.400
20. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -74.872 -72.472
21. Bilanzverlust -131.188 -74.872

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

der GRAMMER Aktiengesellschaft Ursensollen

(eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Amberg unter HRB 1182)

A) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnung

Der Jahresabschluss der GRAMMER Aktiengesellschaft, Ursensollen, Deutschland, ("GRAMMER AG") wird nach handelsrechtlichen und aktienrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellt und in Tausend Euro (T€) angegeben. Die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung sind gemäß § 266 HGB und § 275 Abs. 2 HGB gegliedert. Hierbei wurden einzelne, mit arabischen Zahlen versehene Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst ausgewiesen, um die Klarheit der Darstellung zu vergrößern.

Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung planmäßiger linearer Abschreibungen zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Die hierfür herangezogenen Nutzungsdauern orientieren sich an den steuerlichen Abschreibungstabellen. Für selbst geschaffene Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird das gesetzliche Aktivierungswahlrecht nicht in Anspruch genommen. Entwicklungskosten werden daher sofort in voller Höhe als Aufwand gebucht.

Das Sachanlagevermögen wird - mit Ausnahme der Gebäude - zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen bewertet. Die Gebäude werden teilweise linear und teilweise degressiv abgeschrieben. Die hierfür herangezogenen Nutzungsdauern orientieren sich an den steuerlichen Abschreibungstabellen.

Geringwertige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis € 800,00 werden ab dem Geschäftsjahr 2022 im Zugangsjahr vollständig abgeschrieben. In den Vorjahren waren geringwertige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis € 250,00 jeweils im Zugangsjahr in voller Höhe aufwandswirksam erfasst worden. Für Zugänge mit Anschaffungskosten zwischen € 250,01 und € 1.000,00 war ein Sammelposten gebildet und über 5 Jahre jährlich mit 20 % abgeschrieben worden.

Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen einbezogen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Für erkennbare Einzelrisiken werden individuelle Wertberichtigungen gebildet. Unverzinsliche oder unterhalb der marktüblichen Verzinsung liegende Forderungen mit Laufzeiten von über einem Jahr sind abgezinst.

Pensionsrückstellungen werden unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten mit dem anhand des versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelten Erfüllungsbetrag bewertet. Zukünftig erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen werden bei der Berechnung des Barwerts der erdienten Anwartschaften berücksichtigt. Für die Abzinsung wird auf den jeweiligen von der Deutschen Bundesbank für eine Restlaufzeit von 15 Jahren veröffentlichten Zinssatz abgestellt. Dabei wird aufgrund der gesetzlichen Vorgaben bei der Durchschnittsbetrachtung der gleitende Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre berücksichtigt. Die GRAMMER AG hat ihre Pensionsverpflichtungen darüber hinaus unter Ansatz des Zeitpunkts der frühestmöglichen Inanspruchnahme der vorzeitigen Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung gemäß RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz vom 20. April 2007 als Bewertungsendalter bewertet.

Bei der Bemessung der Steuerrückstellungen und der sonstigen Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken und sonstigen ungewissen Verpflichtungen unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen Rechnung getragen. Sie werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Wesentliche Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst.

Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Finanzanlagen, Forderungen, Sonstige Vermögensgegenstände, Wertpapiere, Flüssige Mittel, Rückstellungen und Verbindlichkeiten sowie Haftungsverhältnisse in fremder Währung werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Verluste aus Kursänderungen werden erfasst. Gewinne aus Kursänderungen über die Anschaffungskosten hinaus werden bei Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr erfasst.

Für Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersversorgungszusagen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, erfolgt die Bewertung bei der GRAMMER AG zum beizulegenden Zeitwert. Erträge und Aufwendungen aus diesen Vermögensgegenständen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtungen saldiert und im Finanzergebnis ausgewiesen. Weiterhin werden diese Vermögensgegenstände mit der zugrundeliegenden Verpflichtung verrechnet. Ein sich ergebender Überhang der Vermögensgegenstände wird als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen. Ein Verpflichtungsüberhang wird unter den Pensionsrückstellungen bzw. unter den sonstigen Rückstellungen erfasst.

Ein Überhang an passiven latenten Steuern auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlustvorträgen, wird angesetzt, wenn insgesamt von einer Steuerbelastung in künftigen Geschäftsjahren auszugehen ist. Sofern insgesamt eine künftige Steuerentlastung erwartet wird, wird von dem gesetzlichen Wahlrecht Gebrauch gemacht, aktive latente Steuern nicht zu aktivieren. Soweit die aktiven latenten Steuern den vorhandenen passiven latenten Steuern entsprechen, werden letztere insoweit verrechnet dargestellt. Verlustvorträge werden gegebenenfalls berücksichtigt, soweit eine Verrechnung mit steuerpflichtigem Einkommen innerhalb der nächsten fünf Jahre erwartet wird. Des Weiteren werden Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten von Organgesellschaften insoweit einbezogen, als von künftigen Steuerbe- und -entlastungen aus der Umkehrung von temporären Differenzen bei der GRAMMER AG als steuerlichem Organträger auszugehen ist. Die Bewertung von latenten Steuern erfolgt auf der Grundlage des geltenden Körperschaftsteuersatzes sowie entsprechend den erwarteten gewerbesteuerlichen Hebesätzen des Organkreises der GRAMMER AG. Unter Berücksichtigung von Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag sowie Gewerbeertragsteuer wurde der Bewertung ein Steuersatz von 28,9 % (Vj. 28,9 %) zugrunde gelegt.

Aus der Gesamtbetrachtung der Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ergibt sich bei der GRAMMER AG zum 31. Dezember 2022 ein Überhang der aktiven latenten Steuern über die passiven latenten Steuern. Die insgesamt erwartete künftige Steuerentlastung wird aufgrund des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 HGB nicht aktiviert. Die sich ergebenden aktiven latenten Steuern betreffen im Wesentlichen latente Steuern auf Pensionsrückstellungen und sonstige Rückstellungen. Dem stehen verrechnete passive latente Steuern vor allem aufgrund von Bewertungsdifferenzen bei Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenständen sowie Verbindlichkeiten gegenüber.

B) Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen resultieren aus Kapitalerhöhungen gegen Einlagen bei der GRAMMER Inc., Shannon (MS), USA und bei der Grammer Deutschland GmbH (vormals GRAMMER Technical Components GmbH), Kümmersbruck, Deutschland. Abgänge bei den Anschaffungskosten von Anteilen an verbundenen Unternehmen ergaben sich aus der Einbringung der Geschäftsanteile an der GRAMMER Interior Components GmbH, Hardheim, Deutschland, in die GRAMMER Deutschland GmbH.

Aufstellung des Anteilsbesitzes

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Name der Gesellschaft Sitz Währung Kurs (1 € =) Ergebnis in Landeswährung

in Tsd.
Eigenkapital in Landeswährung

in Tsd.
Kapitalanteil unmittelbar in %
1. GRAMMER Seating Systems Ltd. Bloxwich, Großbritannien GBP 0,84028 96 447 100,00
2. GRAMMER Koltuk Sistemleri Sanayi ve Ticaret A.S. Bursa, Türkei TRY 15,2346 893 52.844 99,40
3. GRAMMER Inc. Shannon (MS), USA USD 1,13261 -3.698 220.144 100,00
4. GRAMMER do Brasil Ltda. Atibaia, Brasilien BRL 6,30994 20.312 55.290 99,99
5. GRAMMER Japan Limited Tokio, Japan JPY 130,378 548.553 883.345 100,00
6. GRAMMER CZ s.r.o. Tachov, Tschechien CZK 24,8571 5.762 342.801 100,00
7. GRAMMER AD Trudovetz, Bulgarien BGN 1,95580 2.237 9.752 98,84
8. GRAMMER System GmbH Amberg, Deutschland EUR EAV 1.826 100,00
9. GRAMMER France S.A.R.L. Limonest, Frankreich EUR 12 176 100,00
10. GRA-MAG Truck Interior Systems LLC London (OH), USA USD 1,13261 3.345 -14.641 0,00
11. GRAMMER Industries LLC Troy (MI), USA USD 1,13261 -12.414 -6.446 0,00
12. GRAMMER Automotive Puebla S.A. de C.V. Puebla, Mexiko MXN 23,1428 -55.188 289.919 99,99
13. GRAMMER Argentina S.A. Buenos Aires, Argentinien ARS 116,959 78.578 34.390 0,00
14. GRAMMER Automotive Metall GmbH Amberg, Deutschland EUR EAV 699 100,00
15. GRAMMER Automotive Slovenija d.o.o. Slovenj Gradec, Slowenien EUR -149 2.358 100,00
16. GRAMMER Automotive Polska Sp. z o.o. Bielsko-Biala, Polen PLN 4,59686 690 77.344 100,00
17. GRAMMER Interior (Tianjin) Co., Ltd. Tianjin, China CNY 7,19476 87.268 141.027 100,00
18. GRAMMER Interior (Changchun) Co., Ltd. Changchun, China CNY 7,19476 173.561 459.396 100,00
19. GRAMMER System d.o.o. Aleksinac, Serbien RSD 117,509 -11.870 315.905 100,00
20. GRAMMER Interior (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai, China CNY 7,19476 -37.283 112.372 100,00
21. GRAMMER Railway Interior GmbH Amberg, Deutschland EUR EAV 250 100,00
22. GRAMMER Deutschland GmbH (vormals: GRAMMER Technical Components GmbH) Kümmersbruck, Deutschland EUR EAV 25 100,00
23. GRAMMER Electronics N.V. Aartselaar, Belgien EUR -1.214 1.302 99,84
24. GRAMMER Interior (Beijing) Co., Ltd. Peking, China CNY 7,19476 88.310 249.479 100,00
25. GRAMMER Automotive CZ s.r.o. Ceska Lipa, Tschechien CZK 24,8571 30.851 167.199 100,00
26. GRAMMER Seating (Ningbo) Co., Ltd. Ningbo City, China CNY 7,19476 40.778 -182.287 80,00
27. GRAMMER Automotive South Africa (Pty) Ltd. Bedfordview, Südafrika ZAR 18,0636 -893 33.231 100,00
28. GRAMMER Italia srl. Jesi, Italien EUR -17 31 100,00
29. GRAMMER Interior Components GmbH Hardheim, Deutschland EUR EAV 5.325
30. Commercial Vehicle Cluster-Nutzfahrzeug GmbH Kaiserslautern, Deutschland EUR 0 61 12,34
31. GRAMMER Seating (Shaanxi) Co., Ltd. Weinan City, China CNY 7,19476 -21.656 -25.401 90,00
32. GRAMMER CZ Servicecenter s.r.o. Tachov, Tschechien CZK 24,8571 2.479 8.949 100,00
33. Toledo Molding & Die LLC Toledo (OH), USA USD 1,13261 -55.395 202.400 0,00
34. TMD Mexico LLC Wilmington (DE), USA USD 1,13261 - 1) - 1) 0,00
35. TMD International Holdings LLC Wilmington (DE), USA USD 1,13261 - 1) - 1) 0,00
36. Toledo Molding de Mexico S. de R.L. de C.V. Queretaro, Mexiko USD 1,13261 - 1) - 1) 0,00
37. Toledo Molding CZ s.r.o. Prag, Tschechien EUR - 1) - 1) 0,00
38. AllyGram Systems and Technologies Private Ltd. Pune, Indien INR 84,2460 59.300 261.691 30,00
39. GRAMMER Vehicle Parts (Shenyang) Co., Ltd. Shenyang, China CNY 7,19476 1.563 19.429 0,00
40. Changchun GRAMMER FAWSN Vehicle Parts Co., Ltd. Changchun, China CNY 7,19476 -4.168 1.110 0,00
41. GRAMMER (China) Holding Co., Ltd. Hefei City, China CNY 7,19476 -260 66.400 100,00
42. GRAMMER Vehicle Parts (Harbin) Co., Ltd. Harbin, China CNY 7,19476 -5.752 54.248 0,00
43. GRAMMER Vehicle Parts (Qingdao) Co., Ltd. Qingdao, China CNY 7,19476 -6.447 8.553 0,00
44. GRAMMER Vehicle Interiors (Hefei) Co., Ltd. Hefei City, China CNY 7,19476 - 2) - 2) 0,00
45. GRAMMER India Private Ltd. Neu-Delhi, Indien INR 84,2460 - 3) - 3) 99,00

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Name der Gesellschaft Sitz Währung Kapitalanteil mittelbar in %
1. GRAMMER Seating Systems Ltd. Bloxwich, Großbritannien GBP
2. GRAMMER Koltuk Sistemleri Sanayi ve Ticaret A.S. Bursa, Türkei TRY
3. GRAMMER Inc. Shannon (MS), USA USD
4. GRAMMER do Brasil Ltda. Atibaia, Brasilien BRL 0,01
5. GRAMMER Japan Limited Tokio, Japan JPY
6. GRAMMER CZ s.r.o. Tachov, Tschechien CZK
7. GRAMMER AD Trudovetz, Bulgarien BGN
8. GRAMMER System GmbH Amberg, Deutschland EUR
9. GRAMMER France S.A.R.L. Limonest, Frankreich EUR
10. GRA-MAG Truck Interior Systems LLC London (OH), USA USD 50,00
11. GRAMMER Industries LLC Troy (MI), USA USD 100,00
12. GRAMMER Automotive Puebla S.A. de C.V. Puebla, Mexiko MXN 0,01
13. GRAMMER Argentina S.A. Buenos Aires, Argentinien ARS 99,96
14. GRAMMER Automotive Metall GmbH Amberg, Deutschland EUR
15. GRAMMER Automotive Slovenija d.o.o. Slovenj Gradec, Slowenien EUR
16. GRAMMER Automotive Polska Sp. z o.o. Bielsko-Biala, Polen PLN
17. GRAMMER Interior (Tianjin) Co., Ltd. Tianjin, China CNY
18. GRAMMER Interior (Changchun) Co., Ltd. Changchun, China CNY
19. GRAMMER System d.o.o. Aleksinac, Serbien RSD
20. GRAMMER Interior (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai, China CNY
21. GRAMMER Railway Interior GmbH Amberg, Deutschland EUR
22. GRAMMER Deutschland GmbH (vormals: GRAMMER Technical Components GmbH) Kümmersbruck, Deutschland EUR
23. GRAMMER Electronics N.V. Aartselaar, Belgien EUR 0,16
24. GRAMMER Interior (Beijing) Co., Ltd. Peking, China CNY
25. GRAMMER Automotive CZ s.r.o. Ceska Lipa, Tschechien CZK
26. GRAMMER Seating (Ningbo) Co., Ltd. Ningbo City, China CNY 20,00
27. GRAMMER Automotive South Africa (Pty) Ltd. Bedfordview, Südafrika ZAR
28. GRAMMER Italia srl. Jesi, Italien EUR
29. GRAMMER Interior Components GmbH Hardheim, Deutschland EUR 100,00
30. Commercial Vehicle Cluster-Nutzfahrzeug GmbH Kaiserslautern, Deutschland EUR
31. GRAMMER Seating (Shaanxi) Co., Ltd. Weinan City, China CNY
32. GRAMMER CZ Servicecenter s.r.o. Tachov, Tschechien CZK
33. Toledo Molding & Die LLC Toledo (OH), USA USD 100,00
34. TMD Mexico LLC Wilmington (DE), USA USD 100,00
35. TMD International Holdings LLC Wilmington (DE), USA USD 100,00
36. Toledo Molding de Mexico S. de R.L. de C.V. Queretaro, Mexiko USD 100,00
37. Toledo Molding CZ s.r.o. Prag, Tschechien EUR 100,00
38. AllyGram Systems and Technologies Private Ltd. Pune, Indien INR
39. GRAMMER Vehicle Parts (Shenyang) Co., Ltd. Shenyang, China CNY 100,00
40. Changchun GRAMMER FAWSN Vehicle Parts Co., Ltd. Changchun, China CNY 49,00
41. GRAMMER (China) Holding Co., Ltd. Hefei City, China CNY
42. GRAMMER Vehicle Parts (Harbin) Co., Ltd. Harbin, China CNY 60,00
43. GRAMMER Vehicle Parts (Qingdao) Co., Ltd. Qingdao, China CNY 60,00
44. GRAMMER Vehicle Interiors (Hefei) Co., Ltd. Hefei City, China CNY 100,00
45. GRAMMER India Private Ltd. Neu-Delhi, Indien INR 1,00

1) Jahresergebnis und Eigenkapital sind in den konsolidierten Zahlen der Toledo Molding & Die LLC enthalten.

2) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2021 gegründet. Ihr satzungsmäßiges Eigenkapital beträgt TCNY 30.000 (T€ 4.077). Ein Jahresabschluss zum 31.12.2021 liegt nicht vor.

3) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2021 gegründet. Ihr satzungsmäßiges Eigenkapital beträgt TINR 138.822 (T€ 1.574).Ein Jahresabschluss zum 31.03.2022 liegt nicht vor.

Das Eigenkapital und das Ergebnis des letzten Geschäftsjahres entstammen den Jahresabschlüssen der Gesellschaften zum 31. Dezember 2021 bzw. im Fall der AllyGram Systems and Technologies Private Ltd. auf den 31. März 2022. Die angegebenen Währungskurse beziehen sich ebenfalls auf den 31. Dezember 2021. Mit der GRAMMER System GmbH, der GRAMMER Automotive Metall GmbH, der GRAMMER Railway Interior GmbH, der GRAMMER Deutschland GmbH und der GRAMMER Interior Components GmbH bestehen Ergebnisabführungsverträge (EAV).

(2) Vorräte

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31.12.2022

T€
31.12.2021

T€
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 30 37
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 40.444 41.995
Fertige Erzeugnisse und Waren 4.341 4.761
Geleistete Anzahlungen 321 1.545
45.136 48.338

(3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (Vorjahreswerte in Klammern)

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mit einer Restlaufzeit Gesamt
bis zu 1 Jahr

T€
von mehr als 1 Jahr

T€
T€
--- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 57.269 4.377 61.646
(48.936) (7.009) (55.945)
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 124.502 0 124.502
(124.652) (0) (124.652)
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.917 0 1.917
(2.773) (0) (2.773)
Sonstige Vermögensgegenstände 4.202 0 4.202
(3.833) (0) (3.833)
187.890 4.377 192.267
(180.194) (7.009) (187.203)

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 27 (Vj. 62). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich zu T€ 20.267 bzw. rund 16 % (Vj. 23.081 bzw. 19 %) aus Lieferungen und Leistungen ergeben. Der verbleibende Teil betrifft im Wesentlichen die Gewährung kurzfristiger Kredite sowie Forderungen aus Gewinnabführungen und Gewinnausschüttungen. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren zu T€ 1.917 bzw. 100 % (Vj. 2.370 bzw. 85 %) aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Zusammenhang mit Factoring-Transaktionen Forderungen aus Sicherungseinbehalten (T€ 668; Vj. 696), über welche die GRAMMER AG vorübergehend nur eingeschränkt verfügen kann.

(4) Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital ist zum 31. Dezember 2022 in 15.237.922 Stückaktien, die ausschließlich Stammaktien sind, eingeteilt.

Die Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 hat befristet bis zum 22. Juni 2026 ein Genehmigtes Kapital in Höhe von T€ 19.505 (Genehmigtes Kapital 2021) beschlossen. Der Vorstand wurde mit diesem Beschluss ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu T€ 19.505 gegen Bar- und/​oder Sacheinlagen zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:

a) soweit dies zur Vermeidung von Spitzenbeträgen erforderlich ist;

b) um die Aktien gegen Sacheinlagen zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen oder von Beteiligungen an Unternehmen oder Unternehmensteilen oder zum Zwecke des Erwerbs von Forderungen gegen die Gesellschaft oder ihre Konzerngesellschaften auszugeben;

c) soweit es erforderlich ist, um den Inhabern bzw. Gläubigern von Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten, die von der Gesellschaft oder deren nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte bzw. nach Erfüllung der Options- bzw. Wandlungspflichten zustände;

d) bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis für Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung im Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet. Die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß §§ 203 Abs. 1, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG aufgrund dieser Ermächtigung ausgegebenen Aktien dürfen insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft im Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder - falls dieser Wert geringer ist - im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung nicht überschreiten. Die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals vermindert sich um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen eigenen Aktien der Gesellschaft entfällt, die während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals 2021 unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gemäß §§ 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 5, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußert werden. Die Höchstgrenze vermindert sich ferner um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen Aktien entfällt, die zur Bedienung von Options- oder Wandelschuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrecht oder mit Options- oder Wandlungspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals 2021 unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden.

Die GRAMMER AG hält zum 31. Dezember 2022 einen Bestand an eigenen Aktien von 330.050 Stück. Der darauf entfallende Betrag des Grundkapitals beträgt € 844.928,00 und entspricht 2,1660 % des Grundkapitals.

Entsprechend den Vorschriften zum Ausweis eigener Anteile ist der rechnerische Nennwert der vorhandenen eigenen Aktien in Höhe von insgesamt T€ 845 zum 31. Dezember 2022 vom Ausweis des gezeichneten Kapitals offen abgesetzt. Ein darüber hinausgehender Betrag (T€ 1.152) ist mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechnet.

Der zum 31. Dezember 2022 vorhandene Bestand an eigenen Aktien wurde vollständig im Geschäftsjahr 2006 erworben. In den Geschäftsjahren 2007 bis 2022 wurden eigene Aktien weder erworben noch veräußert. Die Transaktionen im Geschäftsjahr 2006 sind in der nachfolgenden Tabelle wochenweise dargestellt:

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Erwerbszeitpunkt Kalender Woche Stückzahl Erwerb darauf entfallender Betrag des Grundkapitals

Anteil am Grundkapital im Erwerbszeitpunkt

%
Anteil am Grundkapital zum 31.12.2022

%
34/​2006 27.520 70.451,20 0,2622 0,1804
35/​2006 19.975 51.136,00 0,1903 0,1310
36/​2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344
37/​2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344
38/​2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344
39/​2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344
40/​2006 16.380 41.932,80 0,1560 0,1074
41/​2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344
42/​2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344
43/​2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344
44/​2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344
45/​2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344
46/​2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344
47/​2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344
48/​2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344
49/​2006 20.475 52.416,00 0,1951 0,1344
330.050 844.928,00 3,1448 2,1660

Der Vorstand der GRAMMER AG hatte am 16. August 2006 beschlossen, von der Ermächtigung der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. Juni 2006 zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Ziffer 8 AktG Gebrauch zu machen. Vom 16. August 2006 bis zum 1. Dezember 2007 sollten seitens der Gesellschaft bis zu 10 % des damaligen Grundkapitals, d. h. bis zu 1.049.515 eigene Aktien erworben werden. Der Aktienrückkauf erfolgte für die durch den Hauptversammlungsbeschluss festgelegten Zwecke, die sowohl den Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen, den Verkauf über die Börse oder über ein an alle Aktionäre gerichtetes Angebot als auch die Einziehung vorsehen.

Die Durchführung des Rückkaufs wurde durch die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG (nunmehr UniCredit Bank AG), die ihre Entscheidungen über den Zeitpunkt des Aktienerwerbs unabhängig und unbeeinflusst von der GRAMMER AG traf, abgewickelt. Der Rückkauf der Aktien nach diesem Vorstandsbeschluss erfolgte in Übereinstimmung mit den Safe-Harbour-Regelungen der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG (a. F.) in Verbindung mit der Verordnung (EG) Nr. 2273/​2003 der Kommission vom 22. Dezember 2003.

Der Erwerb der Aktien wurde über die Börse zu dem im Beschluss der Hauptversammlung angegebenen Erwerbspreis vorgenommen. Der Erwerbspreis je Aktie ohne Erwerbsnebenkosten durfte demnach den durchschnittlichen tagesvolumengewichteten Schlusskurs der Aktien im Xetra-Handel oder in einem an die Stelle des Xetra-Systems getretenen Nachfolgesystem an den jeweils drei vorangehenden Börsentagen um nicht mehr als 10 % überschreiten bzw. nicht mehr als 20 % unterschreiten.

Bestehen von Beteiligungen an der Gesellschaft nach § 33 WpHG

Nach § 33 Abs. 1 oder Abs. 2 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) hat jeder Anleger, der durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise bestimmte Anteile an Stimmrechten der Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von vier Handelstagen mitzuteilen. Der niedrigste Schwellenwert für diese Mitteilungspflicht ist 3 %. Der Gesellschaft wurden folgende zum 31. Dezember 2022 bestehende Beteiligungen nach § 33 WpHG mitgeteilt (die entsprechenden Prozent- und Aktienzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Mitteilung vorhandene Grundkapital; die Anzahl der Aktien ist der jeweils letzten Stimmrechtsmitteilung an die GRAMMER AG entnommen und kann daher zwischenzeitlich überholt sein):

Frau Bifeng WU, Herr Yiping WANG und Herr Jimin WANG, China, haben uns am 11. Dezember 2019 nach § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der GRAMMER AG (ISIN: DE0005895403) weiterhin die Schwelle von 75 % überschritten hat und 84,23 % (10.618.681 Stimmrechte) beträgt. Davon werden Frau Bifeng WU, Herrn Yiping WANG und Herrn Jimin WANG 84,23 % (10.618.681 Stimmrechte) gemäß § 34 WpHG zugerechnet. Von folgendem Unternehmen werden Stimmrechte zugerechnet: Jiye Auto Parts GmbH, Frankfurt a. M., Deutschland.

(veröffentlicht am 16. Dezember 2019)

Alle der GRAMMER AG nach §§ 33 ff WpHG zugegangenen Mitteilungen sind auf der Website der Gesellschaft und der Plattform "eqs-news.com" der EQS Group AG einsehbar.

(5) Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beinhaltet das jeweilige Agio aus den Kapitalerhöhungen der Jahre 1996 (T€ 23.495), 2001 (T€ 34.742), 2011 (T€ 16.414), 2017 (T€ 57.280) und 2020 (T€ 33.280).

(6) Gewinnrücklagen

Die gesetzliche Gewinnrücklage beträgt unverändert zum Vorjahr T€ 1.183.

Die gesetzliche Rücklage und die Kapitalrücklagen nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 HGB übersteigen zusammen den zehnten Teil des Grundkapitals. Eine vom Gesetz abweichende Satzungsbestimmung liegt nicht vor.

Die anderen Gewinnrücklagen betragen zum 31. Dezember 2022 T€ 130.975 (Vj. 130.975). Der vorhandene Betrag der anderen Gewinnrücklagen wurde entsprechend § 58 Abs. 2 AktG und der Satzung der GRAMMER AG aus den Jahresüberschüssen der Geschäftsjahre 2012 (T€ 6.778), 2013 (T€ 5.612), 2014 (T€ 15.496), 2015 (T€ 15.947), 2016 (T€ 28.473) und 2017 (T€ 20.995) bzw. gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2020 aus dem Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2019 (T€ 37.674) eingestellt.

(7) Rückstellungen für Pensionen

Den Pensionsrückstellungen liegen die "Richttafeln 2018 G" der Heubeck-Richttafeln-GmbH, Köln, zugrunde. Die GRAMMER AG hat von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, als Abzinsungssatz den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und bekannt gegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz zu verwenden, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Die versicherungsmathematische Bewertung des Erfüllungsbetrags basiert demnach zum 31. Dezember 2022 auf einem Abzinsungssatz von 1,78 % (Vj. 1,87 %). Daneben liegen der Bewertung ein angenommener Gehalts- und Karrieretrend von 2,50 % (Vj. 2,30 %) p. a. und ein Rententrend von 2,00 % (Vj. 1,50 %) p. a. zugrunde.

Einem Erfüllungsbetrag von T€ 99.455 (Vj. 88.098) aus Pensionsverpflichtungen steht zum 31. Dezember 2022 ein zu verrechnendes Vermögen mit einem beizulegenden Zeitwert von T€ 6.816 (Vj. 5.839) und Anschaffungskosten von T€ 7.049 (Vj. 5.854) gegenüber. Dieses wird mit der zugrundeliegenden Verpflichtung verrechnet. Der sich ergebende Verpflichtungsüberhang wird unter den Rückstellungen für Pensionen erfasst.

Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB zwischen der Berechnung der Pensionsrückstellungen mit dem siebenjährigen und dem zehnjährigen Durchschnittszinssatz beläuft sich zum Ende des Geschäftsjahres 2022 auf T€ 5.098 (Vj. 7.084) und unterliegt nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB grundsätzlich einer Ausschüttungssperre.

Erträge und Aufwendungen aus dem verrechneten Deckungsvermögen und den Altersversorgungsverpflichtungen werden in der Position Zinsen und ähnliche Aufwendungen verrechnet.

(8) Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen in Höhe von T€ 2.340 (Vj. 3.569) betreffen zu erwartende Nachzahlungen an Gewerbesteuer (T€ 1.796; Vj. 2.033), Körperschaftsteuer (T€ 421; Vj. 1.258), Solidaritätszuschlag (T€ 23; Vj. 69) und Umsatzsteuer (T€ 0; Vj. 27) sowie Nachzahlungszinsen (T€ 100; Vj. 182). Der Gesamtbetrag entfällt zum 31. Dezember 2022 in Höhe von T€ 1.559 (Vj. 2.442) auf Verpflichtungen aus Vorjahren.

Die sonstigen Rückstellungen umfassen zum 31. Dezember 2022 Rückstellungen für den Personalbereich (T€ 9.052; Vj. 11.688) sowie den Beschaffungs- (T€ 4.286; Vj. 5.740), den Absatz- (T€ 3.644; Vj. 7.931) und den Verwaltungsbereich (T€ 664; Vj. 1.251). Darüber hinaus bestehen Rückstellungen für drohende Verluste (T€ 548; Vj. 602) aus Absatzgeschäften.

(9) Verbindlichkeiten

(Vorjahreswerte in Klammern)

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Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit Gesamt
bis zu 1 Jahr

T€
zwischen 1 u. 5 Jahren

T€
von mehr als 5 Jahren

T€
T€
--- --- --- --- ---
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 310.080 100.710 50.827 461.617
(276.879) (88.247) (87.677) (452.803)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.645 0 0 2.645
(2.617) (0) (0) (2.617)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 14.957 0 0 14.957
(15.346) (0) (0) (15.346)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 49.674 0 0 49.674
(40.382) (0) (0) (40.382)
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 288 0 0 288
(296) (0) (0) (296)
Sonstige Verbindlichkeiten 6.403 984 0 7.387
(4.935) (0) (0) (4.935)
384.047 101.694 50.827 536.568
(340.455) (88.247) (87.677) (516.379)

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind zum 31. Dezember 2022 in Höhe von T€ 36.077 (Vj. 41.927) durch Grundpfandrechte gesichert. Darüber hinaus werden für die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit Ausnahme eines Teilbetrags von T€ 22.275 (Vj. 23.209), für den Forderungen sicherungsübereignet sind, keine Sicherheiten gewährt. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen handelsübliche Eigentumsvorbehalte von Lieferanten.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 1.526 (Vj. 0). Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind zu T€ 10.532 bzw. rund 21 % (Vj. 12.552 bzw. 31 %) aus Lieferungen und Leistungen und ansonsten aus kurzfristigen Krediten entstanden. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren vollständig aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten:

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31.12.2022

T€
31.12.2021

T€
Steuerverbindlichkeiten 2.999 3.701
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 44 69

Haftungsverhältnisse

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31.12.2022

T€
31.12.2021

T€
Aus Bürgschaften 14.173 15.351
Aus Gewährleistungsverträgen 129.853 149.927
144.026 165.278

Zusätzlich zu den bezifferten Haftungsverhältnissen hat die GRAMMER AG Patronatserklärungen für die GRAMMER Railway Interior GmbH und die GRAMMER Interior Components GmbH, mit denen Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge bestehen, sowie für die GRAMMER CZ s.r.o., die GRAMMER Automotive CZ s.r.o., die GRAMMER Electronics N.V., die GRAMMER Seating Systems Ltd., die GRAMMER System d.o.o., die GRAMMER Automotive Slovenija d.o.o., die GRAMMER Automotive Polska Sp. z.o.o., die GRAMMER Automotive Puebla S.A. de C.V., die GRAMMER Vehicle Parts (Shenyang) Co., Ltd., die GRAMMER Seating (Shaanxi) Co., Ltd. und die GRAMMER Automotive South Africa (Pty) Ltd. abgegeben.

Von den bezifferten Haftungsverhältnissen besteht ein Teilbetrag in Höhe von T€ 139.591 (Vj. 159.453) ausschließlich zur Absicherung von Verpflichtungen verbundener Unternehmen.

Die GRAMMER AG geht Haftungsverhältnisse nach sorgfältiger Risikoabwägung und grundsätzlich nur in Zusammenhang mit ihrer eigenen oder der Geschäftstätigkeit verbundener Unternehmen ein. Auf Basis einer fortlaufenden Bewertung der Risikosituation der bestehenden Haftungsverhältnisse und unter Berücksichtigung der bis zum Aufstellungszeitpunkt gewonnenen Erkenntnisse geht die GRAMMER AG derzeit davon aus, dass die den Haftungsverhältnissen zugrunde liegenden Verpflichtungen von den jeweiligen Hauptschuldnern erfüllt werden können. Die GRAMMER AG schätzt daher das Risiko einer Inanspruchnahme bei allen aufgeführten Haftungsverhältnissen als nicht wahrscheinlich ein.

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte (§ 285 Satz 1 Nr. 3 HGB)

Zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2022 bestehen laufende Zahlungsverpflichtungen aus außerbilanziellen Geschäften im Sinne dieser Vorschrift in Form branchenüblicher Leasingverträge über technische Anlagen und Maschinen bzw. Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie aus Factoring.

Nach den vertraglichen Bedingungen sind die Leasingobjekte der GRAMMER AG nicht als wirtschaftliches Eigentum zuzurechnen. Verpflichtungen aus den geschlossenen Verträgen bestehen in den nachfolgenden Geschäftsjahren in folgender Höhe:

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31.12.2022

T€
31.12.2021

T€
Verpflichtungen aus Leasingverträgen
fällig 2023 (Vorjahresangabe: fällig 2022) 2.234 2.107
fällig 2024 (Vorjahresangabe: fällig 2023) 1.590 740
fällig nach 2024 (Vorjahresangabe: fällig nach 2023) 2.081 891
5.905 3.738

Die Vorteile hinsichtlich der betreffenden Leasing-Geschäfte bestehen insbesondere im fehlenden Vermarktungsrisiko am Ende der Leasinglaufzeit. Das Risiko einer technischen oder wirtschaftlichen Überalterung der Leasinggegenstände liegt beim Leasinggeber. Die Gegenstände können auftragsbezogen genutzt und die Laufzeiten der Verträge flexibel gestaltet werden, woraus sich eine größere Planungssicherheit bei der Kalkulation ergibt. Darüber hinaus werden die bestehenden Bankkreditlinien der GRAMMER AG geschont und die Liquidität wird erhöht.

Im Rahmen des Working Capital Managements sind zum 31. Dezember 2022 in Anbetracht der günstigen Refinanzierungsmöglichkeiten offene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Nennwert von T€ 8.240 (Vj. 3.915) an Kreditinstitute veräußert worden. Die möglichen Risiken in diesem Zusammenhang werden aufgrund des regresslosen Verkaufs als gering eingestuft. Finanzielle Auswirkungen aus diesen Geschäften ergeben sich in Form moderater Finanzierungsaufwendungen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen (§ 285 Satz 1 Nr. 3a HGB)

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31.12.2022

T€
31.12.2021

T€
Verpflichtungen aus Miet- und Wartungsverträgen
fällig 2023 (Vorjahresangabe: fällig 2022) 6.228 7.167
fällig 2024 (Vorjahresangabe: fällig 2023) 2.278 2.488
fällig nach 2024 (Vorjahresangabe: fällig nach 2023) 2.488 7.248
10.994 16.903
Verpflichtungen aus begonnenen Investitionsvorhaben
fällig 2023 (Vorjahresangabe: fällig 2022) 1.311 517
Kapitaleinzahlungsverpflichtungen
fällig ab 2023 (Vorjahresangabe: fällig ab 2022) 19.996 18.996

Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Derivative Finanzinstrumente werden von der GRAMMER AG vor allem zur Begrenzung des Zinsänderungs- und des Währungsrisikos eingesetzt. Einerseits werden Zinsveränderungen von Finanzverbindlichkeiten abgesichert und andererseits Kurssicherungen von grundgeschäftsbedingten Fremdwährungs-Cashflows durchgeführt. Die Wirksamkeit des Absicherungszusammenhangs wird fortlaufend überprüft. Oberster Grundsatz des Derivateeinsatzes ist die Absicherung von Risiken aus Grundgeschäften. Die derivativen Finanzinstrumente unterliegen internen Risikokontrollen. Die Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten, für die keine Bewertungseinheit mit dem Grundgeschäft gebildet wird, erfolgt imparitätisch, das heißt, für negative Marktwerte werden Rückstellungen gebildet, positive Marktwerte werden nicht angesetzt. Demgegenüber kommt bei der Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten, für die eine Bewertungseinheit mit dem Grundgeschäft gebildet wird, die Einfrierungsmethode zur Anwendung.

Die GRAMMER AG hat zum Bilanzstichtag Währungssicherungen in Form von Termingeschäften in tschechischen Kronen abgeschlossen. Insgesamt sind in dieser Währung zum 31. Dezember 2022 T€ 31.827 gesichert, während zum Vorjahresstichtag Währungssicherungen in tschechischen Kronen im Gegenwert von T€ 50.521 bestanden. Der Marktwert der zum Bilanzstichtag bestehenden Devisentermingeschäfte, berechnet mit dem fristenkongruenten Terminkurs im Vergleich zum jeweiligen Terminkurs, beträgt zum 31. Dezember 2022 T€ 2.882 (Vj. 1.236). Dabei beläuft sich der Marktwert der zum Bilanzstichtag bestehenden positiven Sicherungsgeschäfte (Bewertung Mark to Market) auf T€ 2.882 (Vj. 1.236), der Marktwert der negativen Sicherungsgeschäfte auf T€ 0 (Vj. 0).

Darüber hinaus bestehen zum 31. Dezember 2022 keine derivativen Finanzinstrumente.

C) Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(10) Umsatzerlöse

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2022

T€
2021

T€
Aufgliederung nach Produktbereichen:
- Automotive 210.515 232.703
- Commercial Vehicles 466.251 416.595
Gesamt 676.766 649.298
Aufgliederung nach Regionen:
- Inland 247.830 218.931
- Europäische Union 282.906 280.729
- sonstiges Ausland 146.030 149.638
Gesamt 676.766 649.298

(11) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten überwiegend Erträge aus der Währungsumrechnung (T€ 13.868; Vj. 10.942), Erträge aus Schadenersatz- und Kompensationszahlungen (T€ 3.845; Vj. 510), Erträge aus Zuschreibungen zum Finanzanlagevermögen (T€ 1.956; Vj. 37.603) und Erträge aus Kostenweiterbelastungen (T€ 1.460; Vj. 1.329). Daneben sind aperiodische sonstige betriebliche Erträge vor allem in Form von Gewinnen aus Abgängen aus dem Anlagevermögen (T€ 41.323; Vj. 27) und aus der Auflösung von Rückstellungen (T€ 2.606; Vj. 3.962) angefallen. Bei den Erträgen aus Anlagenabgängen in Höhe von T€ 41.323 handelt es sich zudem um außergewöhnliche Erträge im Sinne von § 285 Nr. 31 HGB, die im Wesentlichen aus der Einbringung der Geschäftsanteile an der GRAMMER Interior Components GmbH, Hardheim, Deutschland, in die GRAMMER Deutschland GmbH resultieren. Im Vorjahr enthielten die Erträge aus Zuschreibungen zum Finanzanlagevermögen außergewöhnliche Erträge im Sinne von § 285 Nr. 31 HGB in einer Höhe von T€ 37.603.

(12) Materialaufwand

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2022

T€
2021

T€
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 489.141 468.788
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 26.444 25.235
515.585 494.023

(13) Personalaufwand

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2022

T€
2021

T€
a) Löhne und Gehälter 68.747 70.696
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 23.490 13.277
- davon für Altersversorgung: T€ 12.351 (Vj. 2.242)
92.237 83.973

Der Personalaufwand beinhaltet außergewöhnliche Aufwendungen in Form von Abfindungszahlungen in Höhe von T€ 2.160.

(14) Sonstige betriebliche Aufwendungen

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2022

T€
2021

T€
Verwaltungskosten 48.156 47.648
Betriebskosten 9.172 8.905
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 5.540 6.328
Gebühren, Abgaben, Versicherungen 4.739 5.325
Vertriebskosten 3.854 3.978
Werbe- und Reisekosten 3.184 1.790
Kfz-Kosten 1.786 1.763
Raumkosten 1.660 1.534
Sonstige Personalkosten 1.622 1.523
Nebenkosten Geldverkehr 144 173
Sonstige Aufwendungen 207 12
80.064 78.979

(15) Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens

Die Position enthält Abschreibungen (nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB) auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 116.755 (Vj. 95.477) und auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 2.578 (Vj. 54). Nach internen Bewertungen wurde der Wert der Anteile an einzelnen Tochtergesellschaften auf den jeweils niedrigeren beizulegenden Wert zum Abschlussstichtag abgeschrieben. Bei den Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen handelt es sich mit einem Betrag von T€ 118.558 (Vj. 95.477) um außergewöhnliche Aufwendungen im Sinne von § 285 Nr. 31 HGB.

(16) Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Der Zinsanteil in der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen, den Jubiläumsrückstellungen und den Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von insgesamt T€ 2.923 (Vj. 6.987) wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Erträge (T€ 0; Vj. 23) und Aufwendungen (T€ 213; Vj. 0) aus zu verrechnendem Vermögen sind entsprechend § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB in der Position Zinsen und ähnliche Aufwendungen saldiert enthalten.

(17) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten ausländische Abzugsteuern auf Lizenzerträge, Zinsen und Dividenden (T€ 3.273; Vj. 3.705). Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbeertragsteuer für das Geschäftsjahr 2022 belaufen sich auf T€ 781 (Vj. 1.127). Die Position enthält darüber hinaus Steueraufwand für Vorjahre in Höhe von T€ 8 (Vj. 1.927).

D) Ergänzende Angaben

Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiter betrug im Jahresdurchschnitt:

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2022 2021
Gewerbliche Arbeitnehmer 43 49
Angestellte 717 718
760 767
davon Teilzeitkräfte:
Gewerbliche Arbeitnehmer 4 3
Angestellte 73 95
77 98

Diese Mitarbeiterzahlen sind auf Basis einer monatsweisen Berechnung ermittelt.

Honorare des Abschlussprüfers

Die Angaben zu den vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechneten Honoraren sind im Konzernabschluss der GRAMMER AG enthalten.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden im Rahmen des normalen Geschäftsverlaufs durchgeführt und erfolgen grundsätzlich zu marktüblichen Konditionen - einschließlich Zinssätzen - wie bei getätigten vergleichbaren Geschäften mit fremden Dritten. Die zum Geschäftsjahresende bestehenden offenen Posten sind nicht besichert, unverzinslich und werden durch Barzahlung oder Verrechnung beglichen. Für Forderungen oder Schulden gegen nahestehende Unternehmen und Personen bestehen keinerlei Garantien. Ausleihungen erfolgen zu marktüblichen Konditionen unter Berücksichtigung fehlender Sicherheiten.

Die GRAMMER AG hat mit Mitgliedern des Vorstands, des Aufsichtsrats und leitenden Angestellten bzw. mit Gesellschaften außerhalb des GRAMMER Konzerns, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keine wesentlichen Geschäfte vorgenommen. Das gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.

Erklärung zum Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der GRAMMER AG haben in Anlehnung an die Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex Leitlinien zur Unternehmensführung verabschiedet. Durch gemeinschaftliche Beschlüsse von Vorstand und Aufsichtsrat, zuletzt vom 20. Dezember 2022, wird die Entsprechenserklärung jährlich aktualisiert. Die Erklärung ist auf der Website der Gesellschaft unter www.grammer.com/​investor-relations/​fakten-zum-unternehmen/​corporate-governance dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

Angaben zu Organen der Gesellschaft

Vorstand

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Dipl.-Ing. Jens Öhlenschläger, Amberg Sprecher des Vorstands ab 01.06.2022
M.Sc. Jurate Keblyte, Haar Dipl.-Wirtsch.-Ing. Thorsten Seehars, München Mitglied und Vorsitzender des Vorstands bis 31.05.2022

Aufsichtsrat

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Dr. Martin Kleinschmitt, Berlin Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats ab 18.05.2022
Dipl.-Kfm. Alfred Weber, Stuttgart Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats bis 18.05.2022
Horst Ott, Königstein Stellvertretender Vorsitzender Arbeitnehmervertreter
Dipl.-Ing (FH) Klaus Bauer, Ensdorf Arbeitnehmervertreter
Andrea Elsner, Ebermannsdorf Arbeitnehmervertreterin
Dr.-Ing. Ping He, Wenzenbach-Irlbach
Martin Heiß, Sulzbach-Rosenberg Arbeitnehmervertreter
Peter Kern, Kümmersbruck Arbeitnehmervertreter
Dipl.-Ing. Jürgen Kostanjevec, Köln
Dipl.-Kaufmann Dr. Peter Merten, Heppenheim Mitglied des Aufsichtsrats bis 18.05.2022
Dipl.-Vw. Dagmar Rehm, Langen Mitglied des Aufsichtsrats ab 18.05.2022
Gabriele Sons, Berlin
Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser, Garching
Antje Wagner, Frankfurt am Main Arbeitnehmervertreterin

Ausgeübte Berufe der Vorstandsmitglieder und ihre Mandate im Sinne von § 285 Nr. 10 HGB

Jens Öhlenschläger

Sprecher des Vorstands (CEO) (ab 01.06.2022, bis 31.05.2022 Technikvorstand)

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Aufsichtsrat der GRAMMER (China) Holding Co., Ltd., Hefei City/​China
Aufsichtsrat der GRAMMER Interior (Beijing) Co., Ltd., Peking/​China
Aufsichtsrat der GRAMMER Interior (Changchun) Co., Ltd., Changchun /​China
Aufsichtsrat der GRAMMER Interior (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai/​China
Aufsichtsrat der GRAMMER Interior (Tianjin) Co., Ltd., Tianjin/​China
Aufsichtsrat der GRAMMER Seating (Ningbo) Co., Ltd., Ningbo City/​China
Aufsichtsrat der GRAMMER Seating (Shaanxi) Co., Ltd., Weinan City/​China
Aufsichtsrat der GRAMMER Vehicle Interiors (Hefei) Co., Ltd., Hefei City/​China
Aufsichtsrat der GRAMMER Vehicle Parts (Shenyang) Co., Ltd., Shenyang/​China
Aufsichtsrat der GRAMMER Japan Ltd., Tokio/​Japan
Mitglied des Board of Directors der AllyGram Systems and Technologies Private Ltd., Pune/​Indien
Stellvertretender Vorsitzender des Board of Directors der GRAMMER Vehicle Parts (Harbin) Co., Ltd., Harbin/​China (ab 15.11.2022)

Jurate Keblyte

Finanzvorstand (CFO) und ab 01.06.2022 Arbeitsdirektorin

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Mitglied des Board of Directors der Changchun GRAMMER FAWSN Vehicle Parts Co., Ltd., Changchun/​China
Mitglied des Aufsichtsrats der HAWE Hydraulik SE, Aschheim/​München
Mitglied des Aufsichtsrats der Ottobock SE & Co. KGaA, Duderstadt

Thorsten Seehars

Mitglied und Vorsitzender des Vorstands (CEO) sowie bis 31.05.2022 Arbeitsdirektor

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Mitglied des Board of Directors der GRAMAG Truck Interior Systems LLC, London (OH)/​USA (bis 31.05.2022)
Mitglied des Board of Directors der Changchun GRAMMER FAWSN Vehicle Parts Co., Ltd., Changchun/​China (bis 31.05.2022)
Stellvertretender Vorsitzender des Board of Directors der GRAMMER Vehicle Parts (Harbin) Co., Ltd., Harbin/​China (bis 31.05.2022)

Ausgeübte Berufe und weitere Mandate der Aufsichtsratsmitglieder

Dr. Martin Kleinschmitt

Partner der Noerr Partnergesellschaft mbB und Vorstand der Noerr Consulting AG (Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats ab 18.05.2022)

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Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:

Vorsitzender des Aufsichtsrats der SAF-Holland SE, Bessenbach
Vorsitzender des Aufsichtsrats der SAF-Holland GmbH, Bessenbach
Vorsitzender des Aufsichtsrats der G&H Bankensoftware AG, Berlin

Sonstige Mandate:

keine weiteren Mandate

Alfred Weber

Ehem. Vorsitzender der Geschäftsführung der MANN+HUMMEL GmbH (Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats bis 18.05.2022)

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Sonstige Mandate:

Vorsitzender des Beirats der Südpack Verpackungen GmbH & Co. KG, Ochsenhausen

Horst Ott

1. Bevollmächtigter der IG Metall Amberg

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keine weiteren Mandate

Klaus Bauer

Werkleiter bei der GRAMMER Deutschland GmbH

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keine weiteren Mandate

Andrea Elsner

Industriekauffrau

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keine weiteren Mandate

Dr.-Ing. Ping He

Ehem. Entwicklungsingenieur bei der Powertrain Division der Continental AG

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keine weiteren Mandate

Martin Heiß

Datenverarbeitungskaufmann

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keine weiteren Mandate

Peter Kern

Schlosser

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keine weiteren Mandate

Jürgen Kostanjevec

Selbständiger Berater

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keine sonstigen Mandate

Dr. Peter Merten

Unternehmensberater

(Mitglied des Aufsichtsrats bis 18.05.2022)

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Sonstige Mandate:

Mitglied des Beirats der Deutsche Bank AG, Mannheim
Mitglied des Beirats der KAMAX Holding GmbH & Co. KG, Homberg (Ohm)

Dagmar Rehm

Unternehmensberaterin

(Mitglied des Aufsichtsrats ab 18.05.2022)

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Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:

Mitglied des Aufsichtsrats der König & Bauer AG, Würzburg
Mitglied des Aufsichtsrats der O'Donovan AG, Bad Homburg
Non Executive Director der Renewable Power Capital Ltd., London, Großbritannien

Sonstige Mandate:

keine weiteren Mandate

Gabriele Sons

Rechtsanwältin in der Kanzlei Sons

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Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:

Mitglied des Aufsichtsrats der ElringKlinger AG, Dettingen (Ems)

Sonstige Mandate:

Mitglied des Verwaltungsrats der Accelleron Industries AG, Baden, Schweiz (ab 20.07.2022)

Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser

Professorin und Leiterin des Lehrstuhls für Automatisierung und Informationssysteme der Fakultät Maschinenwesen an der Technischen Universität München

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Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:

Mitglied des Aufsichtsrats der HAWE Hydraulik SE, Aschheim/​München

Sonstige Mandate:

keine weiteren Mandate

Antje Wagner

Gewerkschaftssekretärin IG Metall Vorstand in Frankfurt am Main

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Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG:

Mitglied des Aufsichtsrats der WISAG Produktionsservice GmbH, Frankfurt am Main

Sonstige Mandate:

keine weiteren Mandate

Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats

Die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2022 gewährten Gesamtbezüge des Vorstands betragen T€ 1.745 (Vj. 2.098). Sie entfallen zu T€ 265 (Vj. 339) auf variable Vergütungsbestandteile. Diese variablen Vergütungsbestandteile sind in Höhe von T€ -134 (Vj. -118) durch Vorjahresbeträge beeinflusst.

Das Vergütungssystem der GRAMMER AG und die Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands sind im Vergütungsbericht nach § 162 AktG dargestellt, der auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemacht wird.

Aufgrund der Änderung der Vorstandsdienstverträge bestehen zum 31.12.2022 wie bereits zum Ende des Vorjahres keine Versorgungsverpflichtungen der GRAMMER AG gegenüber ihren amtierenden Vorstandsmitgliedern mehr. Die entsprechenden bis dahin bestehenden Versorgungsverpflichtungen wurden im Vorjahr abgegolten. Die Vorstandsmitglieder erhalten stattdessen beitragsorientierte Zuschüsse zu ihrer eigenen Altersvorsorge, die in den oben genannten Gesamtbezügen enthalten sind.

Mitglieder des Vorstands erhalten vom Unternehmen keine Kredite.

An frühere Mitglieder der Geschäftsführung bzw. des Vorstands und ihre Hinterbliebenen wurden von der Gesellschaft im Geschäftsjahr Gesamtbezüge in Höhe von T€ 2.452 (Vj. 283) vergütet. Weiterhin wurde im Geschäftsjahr eine im Jahr 2019 für ehemalige Vorstandsmitglieder vorgenommene Verminderung der Ansprüche auf Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung, deren abschließende Bewertung im Zusammenhang mit den in den Jahren 2020 bzw. 2021 endenden Performance-Perioden stehen, teilweise um 652 TEUR rückgängig gemacht. Dies beruht auf einer erneuten Bewertung der Durchsetzbarkeit der Forderungen.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung bzw. des Vorstands und deren Hinterbliebene sind zum 31. Dezember 2022 T€ 8.617 (Vj. 8.218) zurückgestellt.

Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden für ihre Aufsichtsratstätigkeit im Geschäftsjahr 2022 Gesamtbezüge von T€ 704 (Vj. 566) gewährt. Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats verweisen wir auf die Ausführungen im Vergütungsbericht nach § 162 AktG, der auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemacht wird.

Für persönlich erbrachte Leistungen von Aufsichtsratsmitgliedern wurden - mit Ausnahme der arbeitsvertraglich vereinbarten Bezüge der Arbeitnehmervertreter - neben der Aufsichtsratsvergütung keine weiteren Vergütungen bezahlt oder Vorteile gewährt.

Bezüge nach Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat aufgrund früherer Mitgliedschaft wurden nicht bezahlt und sind nicht Bestandteil der Aufsichtsratsvergütung.

Konsolidierungskreis

Direktes Mutterunternehmen der GRAMMER AG ist die Jiye Auto Parts GmbH, Frankfurt am Main. Die Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd., Ningbo City, China, stellt einen Konzernabschluss für den größten Konzernkreis auf, in den die Grammer AG einbezogen wird. Dieser ist unter http:/​/​www.sse.com.cn in chinesischer Sprache abrufbar.

Nachtragsbericht

Am 15. März 2023 wurde der Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag zwischen der GRAMMER AG und der GRAMMER Interior Components GmbH mit Wirkung zum 31. Dezember 2023 gekündigt. Zwischen der GRAMMER Deutschland GmbH und der GRAMMER Interior Components GmbH soll mit Wirkung ab dem 1. Januar 2024 ein neuer Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen werden.

Ursensollen, 20. März 2023

GRAMMER AG

Jens Öhlenschläger

Jurate Keblyte

Anlagenspiegel

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Anschaffungs-/​Herstellungskosten

TEUR
Stand zum 01.01.2022 Zugänge Abgänge Umbuchungen
--- --- --- --- ---
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 48.856 984 975 63
2. Geschäfts- oder Firmenwert 22.768 0 0 0
71.624 984 975 63
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 111.082 379 0 151
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.713 11 26 13
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 54.789 2.172 1.811 1
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 262 446 0 -228
171.846 3.008 1.837 -63
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 472.343 94.694 31.679 77.040
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 192.513 25.800 3.468 -77.040
3. Beteiligungen 621 0 0 0
665.477 120.494 35.147 0
908.947 124.486 37.959 0

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Abschreibungen

TEUR
Stand zum 31.12.2022 Stand zum 01.01.2022
--- --- ---
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 48.928 36.007
2. Geschäfts- oder Firmenwert 22.768 22.768
71.696 58.775
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 111.612 34.844
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.711 5.200
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 55.151 46.925
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 480 0
172.954 86.969
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 612.398 117.394
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 137.805 2.050
3. Beteiligungen 621 0
750.824 119.444
995.474 265.188

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Abschreibungen

TEUR
Buchwerte

TEUR
Zugänge Zugänge BPg. Zuschreibungen Änderungen im Zusammenhang mit Abgängen Änderungen im Zusammenhang mit Umbuchungen Stand zum 31.12.2022 Stand zum 31.12.2022
--- --- --- --- --- --- --- ---
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.187 0 475 0 38.719 10.209
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 0 0 0 22.768 0
3.187 0 0 475 0 61.487 10.209
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.173 0 0 0 0 38.017 73.595
2. Technische Anlagen und Maschinen 84 0 0 27 0 5.257 454
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.684 0 0 1.735 0 46.874 8.277
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 0 480
4.941 0 0 1.762 0 90.148 82.806
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 116.755 0 0 -31 234.118 378.280
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.578 1.956 0 31 2.703 135.102
3. Beteiligungen 0 0 0 0 0 0 621
119.333 0 1.956 0 0 236.821 514.003
127.461 0 1.956 2.237 0 388.456 607.018

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Buchwerte

TEUR
Stand zum 31.12.2021
--- ---
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 12.849
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0
12.849
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 76.238
2. Technische Anlagen und Maschinen 513
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.864
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 262
84.877
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 354.949
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 190.463
3. Beteiligungen 621
546.033
643.759

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

der GRAMMER Aktiengesellschaft

Grundlagen der Gesellschaft

Geschäftsmodell

Die GRAMMER Aktiengesellschaft (kurz GRAMMER AG) mit Sitz in Ursensollen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von komplexen Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Lkw, Busse und Bahnen sowie Offroad-Nutzfahrzeugen. Die Geschäftsentwicklung des Unternehmens ist eng mit der Entwicklung der relevanten Märkte und Hauptkunden verbunden. Während in der Division Automotive der weltweite Pkw-Markt ausschlaggebend ist, hängt die Entwicklung in der Division Commercial Vehicles vorwiegend von den Hauptabsatzmärkten des Bereichs Nutzfahrzeuge ab. Die GRAMMER AG ist zudem die börsennotierte Muttergesellschaft der global agierenden GRAMMER Gruppe.

Daher erfüllt sie im Wesentlichen zwei unterschiedliche Funktionen. Sie agiert einerseits als Holdinggesellschaft und ist andererseits operativ tätig. Als Holdinggesellschaft übernimmt die GRAMMER AG die zentrale Leitung und Steuerung der GRAMMER Gruppe. Neben dem Vorstand sind weitere zentrale Leitungsinstanzen der Gruppe in der GRAMMER AG angesiedelt. Die GRAMMER AG hält direkt und indirekt Anteile an 42 Tochterunternehmen und 3 Beteiligungen weltweit. Über diese Tochterunternehmen und Beteiligungen ist die GRAMMER AG unmittelbar in 19 Ländern vertreten. Die Geschäftsentwicklung der GRAMMER AG ist somit sehr eng mit der Entwicklung der Tochter- und Beteiligungsunternehmen verbunden.

Als spezialisierter Entwickler und Hersteller von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Lkw und Offroad-Nutzfahrzeuge übernimmt die GRAMMER AG operative Aufgaben. Sie erbringt Forschungs- und Entwicklungsleistungen überwiegend für die Region EMEA und ist für die übergeordnete zentrale Steuerung des Vertriebs verantwortlich. Zudem kauft die GRAMMER AG Produkte bei ihren Tochtergesellschaften ein und veräußert diese an Endkunden, da sie keine eigene Produktion betreibt.

Die Verantwortung für das operative Geschäft liegt dezentral in den drei Regionen EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika), AMERICAS (Nord-, Süd- und Mittelamerika) und APAC (Asien-Pazifik). Auch die Verantwortung für die jeweiligen Gewinn- und Verlustrechnungen, Bilanzen und Cashflows ist den Regionen übertragen. Die Regionen EMEA, AMERICAS und APAC stellen mithin die führenden internen Berichtstrukturen und die berichtspflichtigen Geschäftssegmente dar.

Daneben fokussieren sich die Divisionen Automotive und Commercial Vehicles auf die weltweite Markt-, Kunden- und Produktstrategie. Die globalen Funktionen (Konzernbereiche) unterstützen weiterhin die Regionen und Divisionen durch Bereitstellung von Systemen, Standards und Richtlinien sowie definierten Dienstleistungen z. B. im Bereich der Forschung und Entwicklung.

Steuerungssystem

Die GRAMMER AG nutzt zur Steuerung teils das unternehmensinterne, wertorientierte Steuerungssystem des GRAMMER Konzerns und als bedeutsamste Leistungsindikatoren auch die Steuerungsgrößen Umsatz und Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Ferner sind das Working Capital, der Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung dividiert durch das EBITDA) und das Gearing (Nettoverschuldung dividiert durch das bilanzielle Eigenkapital) Kennzahlen der GRAMMER AG. Da sich die betriebliche und wirtschaftliche Leistung der Tochtergesellschaften in den abgeführten bzw. ausgeschütteten Gewinnen und Dividenden widerspiegelt, ist auch dieser Teil des Finanzergebnisses von Bedeutung.

Menschen bei GRAMMER

Im Geschäftsjahr waren im Jahresdurchschnitt 760 Mitarbeiter:innen (Vj. 767 Mitarbeiter:innen) bei der GRAMMER AG beschäftigt. Damit sank die durchschnittliche Mitarbeiter:innen-Zahl im Vergleich zum Vorjahr geringfügig. Dagegen war zum Stichtag 31. Dezember 2022 im Vergleich zum Vorjahresendstand innerhalb der GRAMMER AG eine Zunahme der Mitarbeiter:innen-Anzahl von 751 Mitarbeiter auf 766 zu verzeichnen.

Unsere weltweit 14.174 Mitarbeiter:innen entwickeln mit Leidenschaft, persönlichem Engagement und umfassendem Know-how Innovationen und Lösungen, die Millionen Menschen sicher ergonomisch und komfortabel von einem Ort zum anderen bringen. Dabei stellen wir uns täglich großen Herausforderungen. Die Transformation der Automobilbranche, getrieben durch aktuelle Megatrends wie z. B. Nachhaltigkeit, automatisiertes Fahren sowie Digitalisierung, erfordert eine entsprechende Anpassungsfähigkeit durch schnelle Entscheidungen und eine schnelle Umsetzung, um die sich daraus bietenden Chancen zu ergreifen. Zu diesem Zweck schafft GRAMMER Raum für neue Ideen und die persönliche Entfaltung seiner Mitarbeiter:innen. In diesem Raum ermöglichen wir kollaboratives Arbeiten nicht nur, sondern fördern es aktiv. GRAMMER unterstützt die Teamarbeit zwischen den Organisationseinheiten, bindet die Teammitglieder als Know-how-Träger in wichtige Themen ein und beteiligt sie an Entscheidungsprozessen.

Way of Working bei GRAMMER: Zusammenarbeit auf einem neuen Level

Seit 2019 stehen die Buchstaben "WoW" bei GRAMMER nicht nur für einen freudig überraschten Ausruf, sondern auch für eine veränderte Unternehmenskultur, nämlich den "Way of Working".

Die Diversität der Mitarbeiter:innen ist eine Stärke von Organisationen, denn verschiedene Denkweisen und Anschauungen erweitern unsere Horizonte und fördern die Kreativität. Wenn es aber (zu) viele verschiedene Anschauungen gibt, wie die Arbeit "richtig" zu machen ist, bleibt die Effizienz des gesamten Teams oft auf der Strecke. Daher gilt: Um die Vorteile der individuellen Stärken aller Menschen in einem Unternehmen bestmöglich zu nutzen, ist ein allgemeingültiger Rahmen für die Zusammenarbeit ein zentraler Erfolgsfaktor.

Dieser Rahmen ist für GRAMMER verbindlich im Way of Working festgeschrieben, denn echtes Teamwork und die Suche nach gemeinsamen Entscheidungen für beste Lösungen sind die Voraussetzungen für ein nachhaltiges und erfolgreiches Wirtschaften. Wenn wir die Prämissen des WoW beherzigen, werden wir auch morgen in der sich schnell wandelnden Fahrzeugbranche mit ihrem sehr herausfordernden Wettbewerbsumfeld erfolgreich sein.

Der GRAMMER WoW CODE: Vertrauen und Respekt als Basis der Zusammenarbeit

Mit dem damit verbundenen WoW CODE haben wir eine Formel entwickelt, die die Grundsätze unserer Zusammenarbeit beschreibt. Das "C" steht für "Collaboration", weil eine konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit aller Fachbereiche unerlässlich ist für die Bewältigung komplexer Herausforderungen. "O" steht für "Openness", denn für Problemlösungen wird Klarheit benötigt. Erst dann kann mit "Drive" ("D", Antrieb) und "Empowerment" ("E", Befähigung, Ermächtigung) an den Lösungen für eine Welt in Bewegung gearbeitet werden: Solutions for the world on the move.

Damit die Anwendung dieser Grundsätze in der täglichen Arbeit leichter fällt und von immer mehr Mitarbeiter:innen angewendet wird, haben wir auch im Jahr 2022 unser Programm weiterentwickelt- so wurde beispielsweise ein E-Learning zum "Way of Working" entworfen und Schulungen in den Pilot-Werken durchgeführt. Es wurden WoW-Champions ausgebildet und ein WoW-Arrow (Strategie für die weitere Entwicklung von WoW) erstellt. Auf der Intranetseite wurden ausführliche Informationen und Tools zu WoW für alle Mitarbeiter:innen zugänglich gemacht. Zu berücksichtigen ist dabei, dass sich der Arbeitsalltag in verschiedenen Bereichen sehr unterschiedlich gestalten kann, insbesondere wenn wir die Arbeit im administrativen Bereich und im Produktionsumfeld betrachten. Die Grundprinzipien bleiben jedoch für alle Mitarbeiter:innen gleich.

Kraftzentrale des Way of Working: das PowerHouse

Für die Umsetzung in der täglichen Arbeit geben wir unseren Mitarbeiter:innen einen Satz von Werkzeugen an die Hand. Die wichtigsten davon formen das WoW PowerHouse und bilden damit die Kraftzentrale und den Antrieb des Way of Working in unserem Unternehmen.

Mit insgesamt fünf Bausteinen hat GRAMMER sein Power-House gebaut: Jeder dieser Bausteine steht für ein wichtiges Werkzeug, um den Way of Working in der Praxis unseres Unternehmens zu leben. Das PowerHouse leistet damit einen entscheidenden Beitrag dazu, den WoW CODE erfolgreich im Verhalten der Mitarbeiter:innen und damit in der DNA von GRAMMER zu verankern.

WoW - Workshops auf Basis von Umfrageergebnissen

Um den Fortschritt in der Entwicklung unserer Unternehmenskultur zu erkennen und die Bereiche zu identifizieren, in denen wir uns verbessern können, führen wir seit Ende 2020 jährlich eine interne globale WoW@GRAMMER Pulsumfrage durch. Mithilfe des Fragebogens werden Informationen zu den fünf WoW-Dimensionen - Methodik, Strategie, Zusammenarbeit, Befähigung und Kultur - sowie zum Informationsstand erhoben. Die Ergebnisse zeigen deutliche Erfolge in der Festigung der WoW-Kultur in unserem Unternehmen: Der Bekanntheitsgrad der WoW-Methodik ist gestiegen, Mitarbeiter:innen können sich in Meetings aktiv einbringen, werden in die Entscheidungsfindung einbezogen und dazu ermutigt, Verantwortung zu übernehmen. Zugleich hat sich die Zusammenarbeit in den Teams deutlich verbessert.

2021 haben wir unter dem Titel "ONE GRAMMER - ONE TEAM" unsere Mitarbeiter:innen an allen Standorten weltweit erneut zu einer Befragung eingeladen. Dabei haben uns die Ergebnisse bei einer beachtlichen Teilnahmequote von 75 % - darin bestätigt, dass wir bei der Etablierung einer neuen Unternehmenskultur deutliche Fortschritte erzielt und sich die Führungsqualitäten infolge des WoW-Kulturwandels verbessert haben. Darüber hinaus wird insgesamt eine Verbesserung in der Zusammenarbeit und der allgemeinen Arbeitskultur wahrgenommen. Auf diesen Erfolgen ruhen wir uns allerdings nicht aus, sondern führen den eingeschlagenen Weg konsequent fort. So wurden im Jahr 2022 auf Basis dieser Ergebnisse zahlreiche Workshops auf allen Ebenen des Unternehmens durchgeführt und bereits erste Maßnahmen ergriffen und implementiert. Drei globale Themenfelder sollen seitdem den Kulturwandel im Unternehmen voranbringen: Die Stärkung der Personalentwicklung (People Development), die Verschlankung der Prozesse die Effizienzsteigerung sowie Stärkung der Zusammenarbeit (Work & Tasks) und die weitere Verbesserung der Kommunikation mittels neuer Plattformen und Kommunikationskaskaden (Communication).

Entwicklung der Mitarbeiter:innen und Nachwuchssicherung

Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter:innen sind der wesentliche Baustein für den Erfolg der GRAMMER Gruppe. Bei der Besetzung offener Stellen setzen wir in unserem Rekrutierungsprozess zunächst auf eine interne Ausschreibung. Erst wenn keine internen Bewerber:innen auf die Stelle passen, werden externe Kanäle, wie zum Beispiel Jobbörsen oder Personalagenturen, genutzt.

Ausbildung und Onboarding als wichtiger Bestandteil zur Nachwuchsrekrutierung

Um neue Mitarbeiter:innen schnell ins Unternehmen zu integrieren, wurde der Onboarding-Prozess, der ein "Orientation Training" sowie eine Reihe Trainings zu relevanten Personal- und fachlichen Themen umfasst, auch 2022 weiter verbessert. Bereits mit diesem Onboarding-Prozess vermitteln wir neuen Mitarbeiter:innen die WoW-Kultur und machen sie mithilfe von Übungen erlebbar. Die globale Einführung des Onboarding-Prozesses war dabei im abgelaufenen Geschäftsjahr in vollem Gange und zahlreiche Maßnahmen wurden insbesondere in EMEA und AMERICAS bereits umgesetzt. An den Standorten in China, wo der Onboarding-Prozess bereits 2021 implementiert wurde, haben sich erste positive Effekte - wie etwa eine Reduzierung der Fluktuationsquote -bereits bemerkbar gemacht.

Zur Bestätigung unserer Erfolge benötigen wir an unseren Standorten auch in Zukunft gut qualifizierte Nachwuchskräfte. Deshalb richtet GRAMMER die Berufsausbildung strategisch an den technologischen Fortschritten der Werke in Deutschland aus. Indem wir Ausbildungsinhalte unter Berücksichtigung zukünftig eingesetzter Technologien und Produkte anpassen, ist GRAMMER in der Lage, frühzeitig auf technologische Neuerungen zu reagieren. Ziel dabei ist, den fachlichen Bedarf der einzelnen Standorte abzudecken und somit die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Produktionsleistung durch qualifizierte Fachkräfte nicht nur zu gewährleisten, sondern weiterhin zu steigern. So wurden im Rahmen des Projekts "Ausbildungsstrategie" die Teilprojekte "Bedarfsplanung", "Ausbildungsmarketing" und "Übernahmeprozess" auf- und umgesetzt. Die ersten Erfolge lassen sich auch hier bereits erkennen, da die Anzahl der Bewerbungen erfreulicherweise zugenommen hat.

Um dauerhaft auf dem aktuellen Stand der Technik und der Forschung zu sein, unterhält GRAMMER darüber hinaus ein Forschungspartnernetzwerk mit einer Vielzahl an nationalen sowie internationalen Universitäten, von dem wir in vielen Bereichen profitieren und das zukünftig weiter ausgebaut werden soll. Derzeit bestehen beispielsweise in den Bereichen Ergonomie /​ Usability Partnerschaften mit renommierten Universitäten, aus denen GRAMMER Anwendungslösungen generiert. Darüber hinaus bestehen unter anderem Kooperationen mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), der Technischen Hochschule Ingolstadt - insbesondere mit der Fakultät Elektro- und Informationstechnik, die sich in spezialisierten Studiengängen unter anderem mit den Megatrends automatisiertes bzw. autonomes Fahren befasst - sowie der HAW Landshut. Bei Letzterer kooperiert GRAMMER im Wesentlichen mit den Studiengängen Digitalisierung sowie Prozessoptimierung & Management, unter anderem auch zwecks Ausbaus der Ausbildung von IT-Fachkräften bei GRAMMER. Mit diesem Netzwerk innerhalb und außerhalb Deutschlands positioniert sich GRAMMER außerdem für die Gewinnung qualifizierter Nachwuchskräfte. Nach der coronabedingten Pause hat GRAMMER 2022 wieder verstärkt Präsenz auf verschiedenen Rekrutierungsveranstaltungen der Hochschulen gezeigt, so zum Beispiel auf dem Career Day an der OTH Regensburg.

Weiterbildung: Erfolgreich durch bedarfsorientierte Entwicklung

GRAMMER hat sich die Stärkung einer Lernkultur sowie den Ausbau zukunftsrelevanter Kompetenzen als Ziel für die nächsten Jahre gesetzt. Die Personalentwicklung schafft dabei den Rahmen und die Angebote bei GRAMMER, um die Kompetenzen der Mitarbeiter:innen unter Berücksichtigung der zukünftigen Anforderungen des Marktumfelds sowie der individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen weiterzuentwickeln.

Zu diesem Zweck wurde vor drei Jahren die GRAMMER Academy gegründet, die durch eine Learning Management Plattform unterstützt wird und global allen Verwaltungsmitarbeiter:innen zugänglich ist. Über diese Plattform werden sowohl die für GRAMMER notwendigen Qualifikationen vermittelt als auch zielgerichtete Trainings, deren Bedarf individuell in Mitarbeiter:innengesprächen ermittelt wird, durchgeführt. Insgesamt wurden 2022 über 17.500 Trainings in der GRAMMER Academy besucht. GRAMMER ist bestrebt, das Schulungsangebot kontinuierlich auszuweiten und konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr das Angebot um eine Vielzahl neuer E-Learnings und neuer Formate erweitern, darunter Webinare und Blended-Learning-Angebote, die ab dem Jahr 2023 den Mitarbeiter:innen zur Verfügung stehen. Das Schulungsangebot von GRAMMER für die Produktionsmitarbeiter:innen zielt darauf ab, die individuelle Einsatzfähigkeit zu erhöhen und damit die Qualität und die Lieferperformance der Werke abzusichern. Die Entwicklung und Einbindung entsprechender Lerninhalte in die E-Learning-Plattform sind geplant und erste Schritte dazu wurden 2022 unternommen.

Führungskräfteentwicklung

Für die optimale Förderung und Weiterbildung unserer Nachwuchs- und Führungskräfte bieten wir unseren Mitarbeiter:innen die Teilnahme an verschiedenen sogenannten Corporate Development Programs an. Im Jahr 2022 wurden die früheren Programme (DRIVE, FAST LANE und TOP GEAR) neu aufgesetzt. Die neu konzipierten Programme integrieren Lerninhalte und Übungen, die unsere WoW- Kultur unterstützen. Das Programm "Talent Circle" ist auf Young Professionals mit Potenzial für weiterführende Positionen und Aufgaben ausgelegt. Ziel dieses Programms ist die Festlegung des weiteren Karrierewegs (Führung, Projekt oder Expert:in). An alle Führungskräfte richten sich die neuen Programme unter dem Namen "GRAMMER Way of Leading", die anschaulich das Modell der effektiven Führung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Führungsstile vermitteln. Das Programm "Global Leadership Development Circle" richtet sich an Teilnehmer:innen mit Potenzial aus dem mittleren Management. Die Corporate Development Programs unterhält GRAMMER, um die künftigen Führungskräfte weitgehend aus der eigenen Organisation heraus zu entwickeln, und hat zu diesem Zweck im Geschäftsjahr 2021 begonnen, einen internen Kandidat:innenpool für die Nachfolgeplanung aufzubauen. Im Berichtsjahr hat GRAMMER außerdem die Führungs-, Projekt- und Expert:innenlaufbahnen neu strukturiert. Das Unternehmen legt großen Wert auf die Anwendung eines global einheitlichen Stellenbewertungssystems für alle drei Karrierepfade, da alle drei Karrierewege gleichermaßen wichtig für den Erfolg der Gesellschaft sind.

Im Rahmen globaler Talentkonferenzen bieten wir unseren Mitarbeiter:innen eine Evaluation hinsichtlich ihres Potenzials und definieren mögliche Karriere- bzw. Entwicklungsschritte. Mittels sogenannter Talentprofile teilen die Mitarbeiter:innen bei GRAMMER ihren Führungskräften konkrete Karrierewünsche mit und evaluieren in gemeinsamen Gesprächen mögliche Optionen und die für die weitere Entwicklung im Unternehmen notwendigen Qualifikationen. Dadurch gewinnen die Mitarbeiter:innen Perspektiven im Unternehmen und erhalten anhand eines Entwicklungsplans Anregungen für das eigene weitere Vorwärtskommen.

Attraktive Vergütung

Ein durchdachtes Vergütungssystem stellt für GRAMMER einen weiteren wichtigen Baustein dar, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Dabei verstehen wir die Vergütung als ganzheitliches System aus verschiedenen Komponenten wie Festgehalt, leistungsabhängigen Bestandteilen und Nebenleistungen.

Es ist uns wichtig, dass unsere Mitarbeiter:innen ihre Vergütung als ebenso markt- wie leistungsgerecht empfinden. Bei Positionen im Management gelingt dies mithilfe eines 2021 neu eingeführten, unternehmensweit gültigen Stellenbewertungssystems. Dieses erlaubt es, Positionen sowohl innerhalb des gesamten Unternehmens als auch innerhalb des eigenen Marktumfelds anhand transparenter Kriterien vergleichbar zu machen und dadurch eine faire Gehaltsentwicklung sicherzustellen.

Neben einer marktgerechten Festvergütung erhalten die Mitarbeiter:innen im Management eine leistungsorientierte jährliche Zusatzvergütung in Form eines Performance-Bonus. Diese beruht auf einer weltweit einheitlichen Systematik und ergibt sich aus dem finanziellen Unternehmenserfolg, der Erreichung strategischer Unternehmens- und Bereichsziele sowie der individuellen Leistung der Mitarbeiter:innen. Der Prozess der Zielsetzung und -nachverfolgung wird seit dem abgelaufenen Geschäftsjahr im Rahmen des jährlichen Performance Management Process digital unterstützt und erlaubt den Mitarbeiter:innen und Führungskräften, ein regelmäßiges Feedback über Leistung und Verhalten (WoW CODE) zu erhalten bzw. zu geben. Auf diesem Weg stellt GRAMMER eine hohe Transparenz über die faire Zusammensetzung der leistungsorientierten Vergütung her.

Außerhalb des Managements bemisst sich die Vergütung nach tariflichen, betrieblichen und gesetzlichen Regelungen und stellt darüber eine Marktvergleichbarkeit her. Die Einbeziehung der Sozialpartner im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen sichert dabei eine hohe Akzeptanz bei den Mitarbeiter:innen.

Zusätzlich zu Fest- und leistungsorientierter Vergütung bietet GRAMMER seinen Mitarbeiter:innen ein breites Spektrum individueller, freiwilliger und sozialer Leistungen und Sonderzuwendungen, die sich sowohl an den Gepflogenheiten der lokalen Märkte wie auch an den Bedürfnissen der Mitarbeiter:innen orientieren. Exemplarisch lassen sich hier die betriebliche Altersversorgung an den Standorten in Deutschland oder umfangreiche Krankenversicherungsangebote in den USA und China hervorheben. Daneben bietet GRAMMER außerdem eine Vielzahl an nicht-monetären Benefits, wie Betriebsgastronomie, Betriebsarzt und sonstige soziale Unterstützungsleistungen.

Diversity & Inclusion meets WoW

Die Way-of-Working-Philosophie basiert auf den Grundwerten Vertrauen und Respekt. Somit sind auch Diversität und Inklusion ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Für uns ist die Diversität der Menschen und Persönlichkeiten bei GRAMMER eine bedeutsame Stärke des Unternehmens. Verschiedene Denkweisen und Anschauungen erweitern den Horizont und fördern die Kreativität.

Die Führungskräfte sowie die Mitarbeiter:innen bei GRAMMER sind überzeugt, als Unternehmen bessere Entscheidungen zu treffen, Mitarbeiter:innen längerfristig zu binden und eine bessere Kundenorientierung zu erzielen, wenn Diversität, Gleichstellung und Inklusion gefördert und gelebt werden. Um sicherzustellen, dass sich jede:r respektiert und gehört fühlt, werden Führungskräfte und Mitarbeiter:innen zu den CODE-Verhaltensweisen geschult.

Zur Förderung der Diversität unterstützt GRAMMER neben der Mitgliedschaft bei der Charta der Vielfalt auch das interne globale Netzwerk Ladies@GRAMMER zum gegenseitigen Austausch. Dort werden Tipps, interessante Veranstaltungen und Publikationen geteilt und somit das Bewusstsein für die Förderung von Frauen gestärkt.

Bereits im Jahr 2006 haben wir die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Damit treten wir bewusst für mehr Toleranz und Offenheit im Umgang miteinander ein. Auf dieser Basis sind verschiedenste Aktionen und Programme entstanden, die zeigen, dass die Mitarbeiter:innen bei GRAMMER hinter der Charta stehen und diese Kultur leben. Anlässlich des Diversity Day 2022 hat GRAMMER beispielsweise ein Quiz veranstaltet, um das Bewusstsein für das Thema im Arbeitsalltag zu erhöhen.

Jurate Keblyte, CFO: "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Basis unseres Erfolgs. Jede und jeder bei GRAMMER erhält den Raum, sich einzubringen und sich weiterzuentwickeln, unabhängig davon, welches Geschlecht, welche Hautfarbe oder welche sexuelle Orientierung sie oder er hat. Auch das ist Teil unserer Way-of-Working-Philosophie."

Um die Bedeutung des Themas zu unterstreichen und noch mehr Bewusstsein zu schaffen, hat GRAMMER im Jahr 2022 die Diversity-Challenge konzipiert. Mit diesem Wettbewerb haben alle Mitarbeiter:innen die Möglichkeit, sich mit ihren Ideen für das Thema Diversität einzusetzen. Innerhalb der drei Kategorien Gestaltung (Shape), Zugehörigkeit (Belong) und Wirkung (Impact) sollen entlang der Fragen "Wie können wir Diversität am Arbeitsplatz besser sichtbar machen?", "Wie können wir vorurteilsfreie und integrative Zusammenarbeit stärken?" und "Wie können wir die Ergebnisse der Diversität am Arbeitsplatz neu denken und beachten?" Vorschläge gemacht werden, wie die Vielfalt bei GRAMMER aktiv und strukturiert gefördert werden kann. Der Start der Diversity-Challenge ist für das Jahr 2023 geplant. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung , zu der alle teilnehmenden Teams eingeladen sind, wird die Jury die besten Ideen prämieren.

Aktuell erarbeitet eine Projektgruppe zudem weitere Initiativen anlässlich des kommenden Diversity Day zu den Themen Diversität und Inklusion, da GRAMMER auch zukünftig jedes Jahr Aktivitäten rund um den Diversity Day organisieren möchte. Ein weiterer nachhaltiger Beweis, wie wir bei GRAMMER Vielfalt am Arbeitsplatz leben.

Menschen@GRAMMER in der digitalen Transformation

GRAMMER treibt die digitale Transformation im Unternehmen weiter voran, um den Mitarbeiter:innen Hilfestellung zu geben und die Effizienz im Arbeitsalltag weiter zu steigern.

Schon jetzt bildet GRAMMER unter anderem den Performance-Management-Prozess und den Talent-Review-Prozess als Teil der Unternehmensplanung auf digitaler Basis ab. Im Rahmen des neu eingeführten Prozesses der Potenzialbewertung können alle teilnehmenden Mitarbeiter:innen ihre Talent Profiles in unserem HR-IT-System ausfüllen und ihre Karrierewünsche, ihre Mobilität und eventuelle Trainingsbedarfe mitteilen. Darüber hinaus wird an der Einführung einer global einheitlichen Datenbasis für alle Personalstammdaten gearbeitet. Hiermit sollen sowohl die weitere Digitalisierung der HR-Prozesse ermöglicht und gleichzeitig die Basis für ein besseres Reporting als Grundlage für strategische Entscheidungen der Unternehmensführung geschaffen werden. Das Projekt soll Ende 2023 abgeschlossen werden.

Die digitale Learning Management Solution von GRAMMER, die das zielgerichtete Lernen unabhängig von Ort und Zeit gewährleistet, ermöglicht die Aus- und Weiterbildung in den sogenannten Agile Skills, z. B. Scrum, agiles Projektmanagement, Design Thinking etc. Darüber hinaus bieten wir auf diesem Weg auch klassische Lerninhalte an, darunter Sprachtrainings, interkulturelle Trainings und Softwareschulungen.

Ebenso wurde eine umfassende digitale Wissensmanagement-Plattform eingeführt, auf der die Mitarbeiter:innen Best Practices und Wiki-Artikel zu operativen und Engineering-bezogenen Themen recherchieren können. Diese Plattform wird Zug um Zug um weitere Wissensgebiete erweitert, um den Erfahrungsaustausch unter den Mitarbeiter:innen effizient zu unterstützen. Auf derselben Plattform werden auch administrative Workflows digitalisiert sowie das Projektportfolio gemanagt.

Das neue GRAMMER Intranet - unsere globale Informations- und Kommunikationsplattform

Mit der Einführung des neuen GRAMMER Intranets im Jahr 2022 bietet das Unternehmen allen Mitarbeiter:innen Zugang zu einer modernen Informations- und Kommunikationsplattform. Es eröffnet einen globalen und zentralen Zugangspunkt, an dem alle Mitarbeiter:innen Informationen und News, egal ob auf globaler, regionaler oder lokaler Ebene, finden und teilen können. Auf die Plattform kann jederzeit und überall über einen Webbrowser zugegriffen werden. Mit modernem Look und einer durchdachten, intuitiven Struktur ermöglicht das GRAMMER Intranet einen effizienten Weg zum Teilen von Nachrichten und Informationen an einem Ort.

Wohlbefinden durch maßgeschneiderte Lösungen unterstützen

Im Rahmen der GRAMMER Academy setzt sich die Initiative MyLife@GRAMMER für die Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Bedürfnissen ein. GRAMMER legt dabei viel Wert auf die Gesundheit, Familie und individuelle Flexibilität seiner Mitarbeiter:innen. Zur Förderung der Work-Life-Balance schafft GRAMMER die Rahmenbedingungen für flexible Arbeitszeitmodelle inklusive Teilzeit und unterstützt den beruflichen Wiedereinstieg für Eltern nach der Elternzeit. GRAMMER fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf außerdem durch Unterstützung bei der Organisation der Kinderbetreuung. Zu diesem Zweck befindet sich beispielsweise am Standort in Hardheim ein integrierter Kindergarten.

Gesundheit und Sicherheit als ständiger Fokus

Des Weiteren sind in einem produzierenden Unternehmen wie GRAMMER die Arbeitssicherheit und die Gesundheit der Mitarbeiter:innen von großer Bedeutung. Dabei stehen zwei wichtige Ansatzpunkte im Fokus: die Vermeidung von Arbeitsunfällen sowie die Förderung von Aktivitäten zum Erhalt der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter:innen. Um das sicherzustellen, hat GRAMMER verschiedene Maßnahmen ergriffen. Alle Führungskräfte bei GRAMMER werden regelmäßig sensibilisiert und sind sich ihrer Verantwortung im Arbeitsschutz bewusst. Alle Maschinen, Anlagen und Arbeitsprozesse sind grundsätzlich geprüft und freigegeben. Sofern technisch nicht vermeidbare Restgefahren bestehen, sind alle Beschäftigten entsprechend geschult und mit der vorgeschriebenen Schutzausrüstung ausgestattet. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilungen und den regelmäßig stattfindenden Sicherheitsunterweisungen werden die Mitarbeiter:innen über die Gefahren am Arbeitsplatz aufgeklärt. Die Einhaltung der Vorgaben stellen wir mit regelmäßigen Begehungen unter der Einbeziehung aller Führungskräfte sicher. Zusätzlich zu den Kontrollen wird die aktive Mitarbeit der Mitarbeiter:innen beim Arbeits- und Gesundheitsschutz gefördert.

In Deutschland arbeiten wir mit Mental Health First Aid (MHFA) zusammen und bilden Ersthelfer:innen für psychische Gesundheit aus. In dem Training eignen sie sich Grundwissen über verschiedene psychische Belastungen an, mit dem sie Betroffene gezielt unterstützen und informieren können. Im Mai 2022 wurden in Form eines Pilottrainings bereits die ersten Ersthelfer bei GRAMMER ausgebildet. Im Jahr 2023 wird GRAMMER dieses Projekt auf ganz Deutschland ausweiten.

GRAMMER misst den Erfolg seiner Arbeitsschutzmaßnahmen mithilfe der Lost Time Injury Frequency Rate (LTIFR). Dieser Indikator für die Anzahl und Häufigkeit von Unfällen kann im zeitlichen Verlauf Entwicklungen des Unfallgeschehens aufzeigen.

Neben der LTIFR finden im Rahmen des Arbeitssicherheitsmanagementsystems der ISO 45001 auch regelmäßige Audits statt, in denen die ständige Verbesserung und Wirksamkeit bereits umgesetzter Maßnahmen überprüft werden. Die Gesamtheit aller arbeitssicherheitsrelevanten Faktoren wird verfolgt und am Ende des Jahres werden die Werke, die am besten abschneiden, mit einem Arbeitssicherheitspreis honoriert.

Forschung und Entwicklung

F&E Strategie

Der Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) ist zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und bildet ein wichtiges Fundament zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der GRAMMER Gruppe. Ergebnis des Strategieprozesses sind konkrete Produktstrategien für die Divisionen mit unterschiedlichen Anforderungen und Schwerpunkten in den jeweiligen Regionen. Die F&E-Strategie basiert auf der Vision, Produkte zu entwickeln, die sich hinsichtlich Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit konsequent an den Bedürfnissen der Kunden und Endnutzer orientieren. Dabei will GRAMMER in den wichtigsten Märkten mit entsprechenden F&E-Ressourcen vor Ort der bevorzugte Entwicklungspartner seiner internationalen Kunden sein.

Die GRAMMER AG setzt auf eine regionale F&E-Struktur im globalen Verbund mit einer zentralen Abteilung für divisionale und globale Aufgaben im Hinblick auf Produktstrategie, Nachhaltigkeit, Ergonomie und Design. Im Geschäftsjahr 2022 verfügte GRAMMER über insgesamt 14 F&E-Standorte, davon fünf in der Region EMEA, fünf in AMERICAS und vier in APAC. Dort arbeiten rund 580 Ingenieur:innen und F&E-Mitarbeiter:innen gezielt daran, Ergonomie, Sicherheit, Funktionalität, Qualität und Ästhetik der GRAMMER Produkte kontinuierlich zu verbessern. In China hat GRAMMER im Jahr 2022 seine F&E-Ressourcen in beiden Divisionen weiter ausgebaut, um dem starken regionalen Wachstum gerecht zu werden. Mit der lokalen Präsenz auf dem chinesischen Markt strebt GRAMMER eine eng verzahnte, regionale Zusammenarbeit mit seinen global agierenden Kunden an - von den ersten Entwicklungsschritten bis zum Endprodukt unter Berücksichtigung der länderspezifischen Marktbedürfnisse.

Die nicht aktivierten Forschungs- und Entwicklungskosten belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 in der GRAMMER AG auf 49,3 Mio. EUR (Vj. 41,8 Mio. EUR).

Entwicklungsschwerpunkte

Die Entwicklungsschwerpunkte leiten sich aus der Produktstrategie der jeweiligen Division ab. Dabei berücksichtigen sie die in der Branche dominierenden Megatrends ebenso wie Kundenbefragungen und die kontinuierliche Weiterentwicklung des bestehenden Produktportfolios. Bei den Megatrends stehen weiterhin die transformatorischen Veränderungen in der Automobilindustrie im Vordergrund, im Wesentlichen Neue Mobilität, elektrische und hybride Antriebe sowie Konnektivität. Darüber hinaus spielen die Megatrends Digitalisierung, Urbanisierung sowie Nachhaltigkeit nach wie vor eine maßgebende Rolle in der Produktentwicklung. Im Bereich Nachhaltigkeit unterstützt GRAMMER seine Kunden dabei, neue regulatorische Rahmenbedingungen einzuhalten, indem die Produkte im Hinblick auf Materialien und Verarbeitung nachhaltiger gestaltet werden. So leistet GRAMMER etwa durch konsequenten Einsatz von Leichtbaulösungen einen Beitrag zur Reduzierung des CO 2-Ausstoßes und des Kraftstoffverbrauchs von Fahrzeugen.

Konkret lagen die Entwicklungsschwerpunkte in der Division Automotive im vergangenen Jahr in allen drei Regionen auf Kundenprojekten, von der Akquise bis hin zur validierten Serienreife. Darüber hinaus wurden Ergebnisoptimierungen der laufenden Serie (VAVE) sowie zahlreiche kundengetriebene Serienänderungen (ECM) und Optimierungen vorangetrieben. Ergänzend konzentrierte sich GRAMMER bei Innovationsprojekten auf neuartige Konsolenfunktionalitäten wie den modularen Produktstandard für Konsolen mit Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte und einen ambitionierten CO 2-Fußabdruck, Glas als Design- und Funktionselement sowie die Aufwertung des gesamten Fahrzeuginnenraums. In der Division Commercial Vehicles standen neben der Erprobung kundenspezifischer Projekte im Onroad- und Offroad-Bereich die Weiterentwicklung der Sitzplattformen für den Off-road-Bereich (S2900, MSG 297), die Reduktion der Prozessvarianz im Bereich Offroad, die Weiterentwicklung von "Ubility One" für den Bus- und Bahnverkehr sowie die Serienentwicklung der gewichtsoptimierten Sitzplattformen für Hochgeschwindigkeitszüge im Vordergrund.

Effizientere Produktentwicklung durch Digitalisierung

Um den zukünftigen Anforderungen der Märkte und Regionen Rechnung zu tragen, hat GRAMMER ein Projekt zur Digitalisierung des Managements des gesamten Produktlebenszyklus (Product Lifecycle Management, d.h. PLM) gestartet. Im Jahr 2021 wurde damit begonnen Methoden zu entwickeln, die die integrative Entwicklung von Produkt und Fertigungsprozessen optimal unterstützen und die Ergebnisse und Informationen automatisiert an alle weiteren Systeme und Prozesse im Werk weitergeben. Diese Methoden wurden in das PLM-System konfiguriert, sodass ein globaler Rollout im laufenden Jahr erfolgen kann. Durch diesen neuartigen Ansatz können Entwicklungszeiten verkürzt und die Datenqualität deutlich verbessert werden, was letztendlich zu einer Qualitätssteigerung führt.

Mit erhöhter Transparenz werden nun die Prozesse der gesamten Produktentwicklung wie Konzeptentwicklung und Akquise, Engineering Change, Produkt- und Prozessplanung in einem System gesteuert, optimiert und verkürzt. Auf dieser Basis wird eine integrierte CO 2-Bewertung bereits in der Produkt- und Prozessplanung implementiert, um den CO 2-Fußabdruck von Produkten und Produktion nachhaltig und frühzeitig zu reduzieren.

Ergebnisse der F&E-Arbeit

GRAMMER verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreiche Serienstarts von zahlreichen Entwicklungsprojekten und brachte innovative Produkte zur Marktreife. Die Zahl der gruppenweit angemeldeten und erteilten Patente belief sich auf 2.054 (Vj. 1.955).

Nachfolgend sind die wesentlichen Projekte der Divisionen im Jahr 2022 aufgeführt:

Weiterentwicklung des Produktportfolios im Bereich Commercial Vehicles

Im Bereich der Sitzsysteme für die verschiedenen Segmente des Commercial-Vehicles-Marktes liegt der Fokus auf der weiteren Erhöhung des Fahrkomforts, der passiven Sicherheit, der Ergonomie sowie der Gesunderhaltung der Fahrzeuginsass:innen. Darüber hinaus sorgen neue Funktionen im Sitzoberteil (Mobilisierungssystem in Sitzkissen, mehrstufiges Klima- und Heizsystem, verbesserte Lendenwirbelunterstützung in Kombination mit einer optimierten Seitenkonturanpassung) für mehr Komfort und zusätzliche Sicherheit. Die Megatrends globales Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und beschleunigte Logistikdienstleistungen unterstützen das anhaltende Wachstum im Bereich Commercial Vehicles. Eine nachhaltige Prozessoptimierung in einem der größten Produktionswerke in Verbindung mit einer modular aufgebauten Produktwelt wird ein weiterer wichtiger Baustein in der Weiterentwicklung von GRAMMER sein.

Im Lkw-Segment hat GRAMMER im Jahr 2022 damit begonnen, die global einsetzbaren Truck-Sitzgenerationen auf Basis von MSG90.6 und MSG115 für die unterschiedlichen Regionen und Märkte weiterzuentwickeln. Mit einem Konzeptmuster auf der IAA Transportation hat GRAMMER einen innovativen Lösungsvorschlag für die N1-Fahrzeugklasse vorgestellt. Dieses beinhaltet ein komplett neues Federungskonzept unter Verwendung nachhaltiger Materialien für Struktur, Schaumteile und Bezüge.

Mit dem Ziel, den urbanen Personentransport im 21. Jahrhundert mitzugestalten, hat GRAMMER bereits im Oktober 2021 sein Konzept Ubility One vorgestellt und auf unterschiedlichen Messen 2022 großflächig der Öffentlichkeit präsentiert. Die innovative Produktfamilie weist mit konsequentem Leichtbau, nachhaltigem Design und hohem Nutzungskomfort den Weg in die urbane Mobilität der Zukunft. GRAMMER positioniert sich mit Ubility One als erster Anbieter eines ganzheitlichen Interieurkonzepts für Busse und Bahnen von morgen. Das Unternehmen bedient damit den Megatrend Urbanisierung und wird wachsenden individuellen Mobilitätsbedürfnissen gerecht.

Der Produktionsstart der ersten Modelle aus der Ubility-One-Produktfamilie ist für 2023 an einem europäischen GRAMMER-Standort vorgesehen. Mit der Markteinführung von Ubility One unterstreicht das Unternehmen seine Position als einer der führenden Anbieter von Sitzlösungen für den weltweiten urbanen Personenverkehr.

Neue Produktkonzepte im Bereich Automotive

Durch die zunehmende Elektrifizierung des Antriebs sowie die weitere Automatisierung von Fahrfunktionen erwartet GRAMMER in den kommenden Fahrzeuggenerationen eine Veränderung der Produktionsprozesse sowie der Anforderungen der Hersteller an die Zulieferer. Deshalb folgen die Innovationsschwerpunkte von GRAMMER den aktuellen Megatrends der Automobilindustrie und zielen auf Funktionsintegration, Nachhaltigkeit, Modularisierung, den Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit sowie neue kundenerlebbare Funktionalitäten ab. Schwerpunktthemen in der Weiterentwicklung der F&E-Kompetenzen und -Methoden sind zum Beispiel die durchgängige digitale Validierung, die Standardisierung von Produkten und Prozessen aus Best-Practice-Analysen, Variantenangebote auf Basis modularer Produktkonzepte sowie die Umsetzung eines konsequenten Product-Lifecycle-Managements von der Konzeptphase bis in die Serienfertigung.

Besonders Elektroautos können durch ihre Architektur noch besser an die Bedürfnisse der Endkund:innen angepasst werden, deren Erwartungen an Komfort, Flexibilität und Funktionalität sich grundlegend ändern werden. Neben einem großzügigeren Raumangebot kann die Bedienung durch die Reduzierung von Schaltern und Knöpfen vereinfacht werden. Dabei wird die Mittelkonsole durch den Wegfall des Antriebsstrangs eine noch wichtigere Rolle im Fahrzeug spielen und neue Funktionen erhalten. In einem Vorentwicklungsprojekt zur Zukunft der Mittelkonsole wurde auf der Basis von internationalen Input-Workshops eine variable, modular bestückbare Fahrzeugumgebung konzipiert und erstellt. Das Ergebnis dieses Projekts ist ein flexibles Forschungsinstrument, das die Grundlage für die Elemente, Funktionen und Anordnung zukünftiger Innenräume auf der Grundlage von Benutzerfreundlichkeit und Komfort bietet. Je nach Sitzposition und -ausrichtung sind unterschiedliche Positionen für Ablagen, Getränkehalter, Eingabemedien und Ablageelemente erforderlich, so dass flexible, bewegliche und vielseitige Elemente von Vorteil sind. In diesem Zusammenhang setzt GRAMMER auf funktionale Upgrades wie beheizte Oberflächen oder flexible und individualisierbare Ablagesysteme und auf einen nachhaltigen Material- und Prozessansatz, um die ambitionierten Ziele beim CO 2-Fußabdruck zu erreichen.

Aus dem GRAMMER-Innovationsportfolio hervorzuheben ist daneben der erstmalige Serieneinsatz von 3D-Glas im Fahrzeuginnenraum als neuartiges Premiummaterial mit innovativen Designansätzen. Durch ein neues Umformverfahren können dreidimensionale Module aus Glas erzeugt werden, die sich nahtlos in bestehende Innenraum-Architekturen einfügen. Glas verbindet die Vorteile hoher Robustheit mit den dekorativen Eigenschaften einer hochwertigen Oberfläche und einer Vielzahl attraktiver Designelemente und ist zudem wiederverwertbar und damit nachhaltiger als herkömmliche Materialien.

Im Bereich Seat Components hat GRAMMER im Rahmen einer strategischen Kooperation mit HARMAN International Industries die Audio Headrest erarbeitet. Dabei sollen optimierte Audiosysteme in Kopfstützen integriert werden. Es ist geplant, zukünftig gemeinsam Best-in-Class-Audiosysteme mit neuen Möglichkeiten wie individuellen Sound-Zonen und Noise Cancellation anzubieten.

Die Innovationen der Produktgruppe Interior Components zielen auf neuartige Fertigungsverfahren und Materialien ab, die den Designerinnen neue gestalterische Akzente- insbesondere im Luxussegment - sowie neue Produktkonzepte wie zum Beispiel Ausströmer mit elektrischem und verborgenem Verstellmechanismus (E-Airvent) ermöglichen.

Das GRAMMER-Innovationsportfolio findet bei den Kunden großen Anklang und öffnet damit Türen für zukunftsweisende Kooperationen und Vorentwicklungsprogramme.

Wirtschaftsbericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der Weltwirtschaft stand im Jahr 2022 allen voran unter Einfluss des Kriegs in der Ukraine. Der Einmarsch Russlands hat die gesamtwirtschaftliche Entspannung nach der weitgehend überstandenen COVID-19-Pandemie abrupt unterbrochen. Die Energiekrise und allgemein drastische Kostensteigerungen beeinflussten die wirtschaftlichen Aussichten im Verlauf des Jahres stark. Hinzu kamen Material- und Lieferengpässe, der Fachkräftemangel und strikte, pandemiebedingte Lockdowns in China. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht in seinem aktuellen World Economic Outlook vom Januar 2023 daher eine deutliche Abschwächung des globalen - und insbesondere des europäischen und US-amerikanischen - Wachstums im Jahr 2022. Allerdings fiel die Konjunkturabschwächung weniger stark aus als von den Expert:innen zunächst angenommen. Gründe hierfür waren insbesondere die robusten Arbeitsmärkte und die relativ stabilen Energiepreise.

Das globale Wachstum im Gesamtjahr 2022 belief sich nach den Angaben des IWF auf 3,4 % und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 6,2 %. Das Bruttoinlandsprodukt in den Industrieländern stieg 2022 um 2,7 %, in den Entwicklungsländern um 3,9 %.

Auch in der Region AMERICAS wirkten sich die stark gestiegenen Preise erheblich auf das Wirtschaftswachstum aus. Besonders in den USA schwächte sich die Inflation bis zum Ende des Jahres allerdings deutlich ab - mit positiven Effekten auf die US-Wirtschaft. Aufgrund des entschiedenen Handelns der US-Notenbank - die FED hatte den Leitzins im Jahresverlauf schrittweise auf eine Spanne von 4,25 % bis 4,50 % erhöht - schätzt der IWF mittlerweile in den USA ein Wirtschaftswachstum von 2,0 % im Jahr 2022, 0,4 Prozentpunkte mehr im Vergleich zu der Prognose von Oktober 2022. In Mexiko lag das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bei 3,1 %.

Vor allem die Region EMEA war von der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Energiekrise stark betroffen. Die Expert:innen des IWF korrigierten hier ihre Prognosen im Verlauf des Jahres besonders deutlich nach unten. Allerdings wurden während des zweiten Halbjahres erste Entspannungsanzeichen auf den Gasmärkten sichtbar. Für Deutschland geht der IWF trotz aller Herausforderungen von einem Wachstum von 1,9 % im Jahr 2022 aus. Im gesamten Euroraum wuchs das BIP laut aktueller Schätzung um 3,5 %.

Die Entwicklung in der Region APAC war besonders durch die strikten COVID-19-Lockdowns in China gekennzeichnet, die zu deutlichen Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivitäten führten. Zwar wurden die COVID-19-bedingten Restriktionen gegen Ende des Jahres 2022 aufgehoben, in der Folge stiegen die COVID-19-Infektionen im Land jedoch rasant an. Der IWF geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung Chinas im Jahr 2022 um lediglich 3,0 % zugenommen hat. In Japan erhöhte sich das BIP im vergangenen Jahr voraussichtlich um 1,4 %.

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Vorsichtige Erholung der Automobilbranche

Die Automobilwirtschaft konnte im Jahr 2022 die leichte Erholung in Bezug auf das Produktionsvolumen fortsetzen. Trotzdem verhinderten Engpässe bei der Versorgung mit Halbleitern, die bis zum Ende des Jahres dominierende Null-COVID-Politik in China und die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine einen deutlicheren Aufschwung. Insgesamt stieg das Produktionsvolumen 2022 laut Daten von S&P Global Mobility um 6,0 % an. Damit blieb das Niveau allerdings noch deutlich hinter den Zeiten vor der COVID-19-Pandemie zurück. Insbesondere die weltweite Fahrzeugnachfrage litt unter einer nur schwachen Erholungsdynamik. Hier beeinträchtigten die steigenden Zinssätze, Probleme in der Lieferkette, höhere Neuwagenpreise und deutlich verstärkte Bedenken hinsichtlich der Energiepreise die Nachfrage. Die Märkte in China und AMERICAS erholten sich dabei deutlich stärker als der Markt in EMEA.

Nachdem sich die Produktion in der Region AMERICAS im Jahr 2021 bereits leicht erholt hatte (+2,5 %), erhöhte sie sich im Berichtszeitraum um 9,5 % gegenüber dem Vorjahr (1.481.486 Fahrzeuge). Nach einem Rückgang im Auftaktquartal (-3,4 %) infolge von Produktionsausfällen wegen der Halbleiterknappheit erholten sich die Produktionszahlen im zweiten Quartal wieder (+11,9 %) und legten in der zweiten Jahreshälfte ebenfalls deutlich zu (Q3 2022: +25,0 %, Q4 2022: +7,1 %).

In der Region EMEA standen die Lieferketten und die Versorgung mit Halbleitern 2022 weiter unter Druck. Hinzu kamen eine deutlich angespannte Situation bei der Gasversorgung und stark erhöhte Energiepreise. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gingen die Produktionszahlen daher um -0,3 % oder 58.150 Fahrzeuge zurück. In den ersten beiden Quartalen reduzierten sich die Produktionszahlen gegenüber den Vorjahreszeiträumen deutlich um -14,7 % und -3,1 % im ersten respektive zweiten Quartal. Das zweite Halbjahr fiel dagegen deutlich positiver aus, was zu einer Erhöhung der Produktion von 24,2 % im dritten und 0,5 % im vierten Quartal führte.

Die Region APAC verzeichnete gemäß S&P Mobility insgesamt eine Produktionssteigerung von 7,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch hier wurde das Wachstum insbesondere von einem starken dritten Quartal getragen. In der ersten Jahreshälfte und auch im vierten Quartal sorgte die COVID-19-Politik der chinesischen Regierung immer wieder zu vereinzelten Produktionsunterbrechungen. Insgesamt nahm das Produktionsvolumen im ersten Quartal 2022 dennoch leicht um 1,8 % zu. Im Folgequartal musste der Markt hingegen eine Stagnation der Produktionszahlen gegenüber den Vorjahresquartalen hinnehmen (Q2 2022: -0,3 %). Das dritte Quartal konnte mit einem Zuwachs von +32,9 % für eine deutliche Erholung sorgen, während im vierten Quartal erneut ein leichter Rückgang von -1,2 % zu verzeichnen war.

Nutzfahrzeugmarkt: Kapazitätsengpässe und Lieferprobleme

Das weltweite Produktionsvolumen der Nutzfahrzeugbranche sank im Jahr 2022 laut Daten von LMC Automotive deutlich um -15,5 %. Der Rückgang wurde ausgelöst durch die gesamtwirtschaftliche Krise infolge des Kriegs in der Ukraine, strenge Lockdowns in China und die trotz leichter Verbesserungstendenzen anhaltenden Probleme in der Lieferkette, insbesondere mit Blick auf die Versorgung mit Halbleitern.

Die negative Entwicklung in der Region APAC ist im Wesentlichen auf den Produktionsrückgang von -0,7 Mio. produzierten Einheiten in China zurückzuführen. Dies entspricht einem Minus von -46,6 % im Vergleich zum Vorjahr, wobei der Rückgang im ersten Halbjahr 2022 mit -56,3 % weitaus deutlicher ausfiel als im zweiten Halbjahr mit -24,8 %. Der Rückgang lag im Gesamtjahr in der Region APAC bei -27,9 %.

Die Entwicklung in der Region AMERICAS im Jahr 2022 fiel dagegen mit einer Steigerung der Produktion um 8,3 % deutlich positiver aus. Trotz der anhaltenden Lieferkettenprobleme war hier die Nachfrage robust und es kam zu einem Nachholbedarf in der Produktion. Nachdem das Lkw-Produktionsvolumen hier im ersten Halbjahr nur leicht um 3,8 % zulegte, erholte sich der Markt im weiteren Verlauf des Jahres deutlicher und verzeichnete im zweiten Halbjahr ein Wachstum des Produktionsvolumens um 12,8 %.

Die Region EMEA konnte im Jahr 2022 mit einem Wachstum der Produktionszahlen von 4,6 % ebenfalls zulegen. Dabei stagnierten die Zahlen im ersten Halbjahr noch in etwa auf Vorjahresniveau, während sie im zweiten Halbjahr um 9,2 % anstiegen. Ausschlaggebend für den Anstieg im Vergleich zum Vorjahr war insbesondere die deutlich negative Marktsituation im Jahr 2021 aufgrund der zu diesem Zeitpunkt eskalierenden Halbleiterknappheit und der damit einhergehenden deutlich geringeren Produktionsmengen.

Landtechnik

Die Landtechnikindustrie entwickelte sich laut PSR OE Link im Jahr 2022 negativ mit einem Rückgang in Höhe von -3,6 %. Das niedrigere Volumen ist vor allem auf die Entwicklung in Russland, Indien, China und der Ukraine zurückzuführen. Die ukrainischen Agrarexporte sanken infolge des russischen Einmarschs im Vergleich zu Vorkriegszeiten deutlich. Hinzu kamen 2022 auch im Landtechniksektor starke Preissteigerungen, die den Druck auf die OEMs erhöhten.

Baumaschinensektor

Der globale Baumaschinensektor verzeichnete laut PSR OE Link ebenfalls ein Minus in Höhe von -7,7 %. Hauptgrund ist die Krise im chinesischen Immobilienmarkt, der in einer tiefen Rezession steckt. Im Jahresverlauf andauernd verhängte Lockdowns verlangsamten die Bauaktivitäten weiter.

Material-Handling

Die Material-Handling-Industrie hat sich im vergangenen Jahr deutlich positiv entwickelt. Dazu trugen vor allem die wachsende E-Commerce-Branche und die Automatisierung in der Logistikbranche bei. Laut der letzten Prognose von PSR OE Link stieg die Produktionsleistung im Vergleich zum Vorjahr weltweit um 9,2 %.

Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr 2022

Herausforderndes wirtschaftliches Umfeld

Das Geschäftsjahr 2022 war von einem herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld geprägt. Die Lieferkettenunterbrechungen und starken Materialpreissteigerungen hatten sich bereits im zweiten Halbjahr 2021 negativ ausgewirkt. Letztere verschärften sich infolge des Ausbruchs des Ukraine-Kriegs signifikant. Die stark gestiegenen Rohstoff-, Material- und Energiepreise und die Einschränkungen bei der Lieferung von Halbleitern belasteten die Geschäftsentwicklung der GRAMMER Gruppe erheblich. Hinzu kamen neue coronabedingte Lock-downs, vor allem in der ersten Jahreshälfte, im für GRAMMER wichtigen chinesischen Markt. Gegen Ende des Jahres gab die chinesische Regierung ihre Null-COVID-Politik auf und beendete Lockdowns, die strenge Testpflicht und andere Quarantäneregeln. Als Folge war jedoch ein starker Anstieg der COVID-19-Infektionen zu verzeichnen. In diesem herausfordernden Umfeld konnte sich GRAMMER dennoch auch im Geschäftsjahr 2022 behaupten und die negativen Auswirkungen der gesamtwirtschaftlichen Situation eingrenzen.

Mittelfristausblick 2025

Anfang des Jahres 2022 hat das Management der GRAMMER AG seine strategischen Schwerpunkte bekannt gegeben und daraus Ziele für das Jahr 2025 abgeleitet. Der Umsatz der GRAMMER Gruppe soll bis 2025 auf 2,5 Mrd. EUR wachsen, wovon 60 % in der Division Automotive und 40 % in der Division Commercial Vehicles erwirtschaftet werden sollen. Für das operative EBIT strebt das Unternehmen im Jahr 2025 eine Marge von über 5 % an, für das Konzernergebnis nach Steuern wurde eine Ziel-Marge von über 4 % angegeben. Das Umsatzwachstum wird von allen Regionen getragen, wobei die Region APAC zur zentralen Wachstumsplattform für beide Divisionen ausgebaut und die Region AMERICAS auf einen profitablen Wachstumspfad zurückgeführt werden soll.

Ein wichtiger Baustein zur Erreichung dieses Ziels ist das Restrukturierungsprojekt "P2P - Path to Profitability", mit dem der nachhaltige Turnaround in der Region AMERICAS, dem heute zweitgrößten Markt, bis 2024 erreicht werden soll. Als weiteres wesentliches Etappenziel im Rahmen der Mittelfristplanung bis 2025 wurde die Reduzierung der konzernweiten CO 2-Emissionen um 25 % verabschiedet. Im Jahr 2030 soll dann das bereits im Rahmen der GRAMMER Green-Company-Initiative veröffentlichte Ziel einer CO 2-Reduktion von 50 % erreicht werden. Eine ausführliche Darstellung aller Mittelfristziele findet sich auch im Online-Geschäftsbericht 2022.

Wechsel im Aufsichtsrat

Die GRAMMER AG konnte zur ordentlichen Hauptversammlung im Mai zwei neue Mitglieder im Aufsichtsrat begrüßen, nachdem Alfred Weber und Dr. Peter Merten ihr Amt mit dem Ende der Veranstaltung niederlegten. Die Hauptversammlung wählte Dagmar Rehm, die anschließend den Vorsitz des Prüfungsausschusses übernommen hat, und Dr. Martin Kleinschmitt, der im Anschluss an die Hauptversammlung von den Aufsichtsratsmitgliedern zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt wurde, in den Aufsichtsrat. Dagmar Rehm verfügt über mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung im Bereich Finance Management. Zuletzt fungierte sie als CFO der Juwi AG, einem deutschen Projektentwickler für Windkraft- und Solaranlagen weltweit. Dr. Martin Kleinschmitt ist Rechtsanwalt und CEO der Noerr Consulting AG, einer Beratungseinheit von Noerr, einer der führenden europäischen Kanzleien. Darüber hinaus ist er Aufsichtsratsmitglied der SAF-HOLLAND SE, eines börsennotierten Nutzfahrzeug-Zulieferers und verfügt somit über wertvolles Branchen-Know-how, insbesondere im Hinblick auf die GRAMMER Division Commercial Vehicles. Mit der Wahl stieg der Frauenanteil unter den Aufsichtsratsmitgliedern der Anteilseigner auf 50 % an. Insgesamt liegt der Frauenanteil des Gremiums nun bei rund 42 %.

Neue Führungsstruktur etabliert

GRAMMER hat im Geschäftsjahr 2022 eine neue und zukunftsorientierte operative Führungsstruktur etabliert. Den beiden Vorständen Jens Öhlenschläger, Vorstandssprecher (CEO), und Jurate Keblyte, Finanzvorstand (CFO) und Arbeitsdirektorin, steht seit der zweiten Jahreshälfte ein "Executive Committee" zur Seite. Es besteht aus den fünf Präsidenten der Regionen und Divisionen. Dabei übernimmt Guoqiang Li, President China, auch die Funktion des Chief Operating Officer (COO) und Dr. Andreas Diehl, President Commercial Vehicles, zusätzlich die Funktion des Chief Technology Officer (CTO). Die neue Führungsstruktur wird GRAMMER gestärkt in die Zukunft führen und insbesondere zur Umsetzung der Mittelfristziele für das Jahr 2025 beitragen. Der ehemalige CEO Thorsten Seehars war zum 31. Mai 2022 aus dem Unternehmen ausgeschieden.

GRAMMER baut Präsenz im chinesischen Aftermarket aus

Auf dem weltweit größten Nutzfahrzeugmarkt in China hat GRAMMER seine Wachstumsstrategie im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter vorangetrieben und den neuen Premium-Fahrersitz Roadtiger eingeführt. Für den Serieneinsatz in zahlreichen Lkw-Modellplattformen produzierte GRAMMER bereits hochwertige Nutzfahrzeugsitze in China. Nun bedient das Unternehmen auch über den chinesischen Nachrüstmarkt die kontinuierlich steigende Nachfrage nach hochwertigen, ergonomischen Lkw-Fahrersitzen. Der auf dem chinesischen Markt zur Nachrüstung erhältliche Fahrersitz Roadtiger basiert auf der erfolgreichen GRAMMER-Baureihe MSG 115. Der luftgefederte Sitz bietet in der Top-Ausstattung zahlreiche intuitiv einstellbare Features wie Schulter- und Seitenwangenunterstützung, Dämpfungscharakteristika, pneumatische Lordosenstützen, Sitzklimatisierung, eine Heizung und vieles mehr.

GRAMMER übernimmt zentrale Rolle im Digitalisierungsprojekt des Bundeswirtschaftsministeriums

Die GRAMMER AG hat als Verbundkoordinator eine zentrale Rolle beim Digitalisierungsprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz für Adaptive Prozessketten zur Steigerung der Produktionsqualität und -effizienz (AdaProQ) übernommen. Ziel des Projekts ist es, einheitliche und digitale Prozesse und Strukturen in den Fertigungs- und Lieferketten der deutschen Automobilindustrie zu schaffen, die an den Standorten der beteiligten Unternehmen erarbeitet werden. Im Zentrum stehen bei GRAMMER vor allem die Werke in Haselmühl und Ebermannsdorf. Das Volumen des Projekts beläuft sich auf insgesamt 19,1 Mio. EUR.

GRAMMER entwickelt nächste Generation der Mittelkonsole

Die Architektur von Fahrzeuginnenräumen verändert sich stetig und bietet GRAMMER, als einem der führenden Lieferanten im Mittelkonsolen-Geschäft, den perfekten Schauplatz zum Weiter- und Vorausdenken. Mit dem Baukasten für die Mittelkonsole der Zukunft stellt das Unternehmen die Nutzer:innen noch stärker in den Fokus, geht neue Schritte bei Design und Funktionsweise und macht das Produkt zukunftsfähig: nachhaltig, leicht, multifunktional und digital. So zum Beispiel bei der frei stehenden Mittelkonsole im BMW iX, die GRAMMER als Partner der ersten Stunde gemeinsam mit Designer:innen und Interieur-Expert:innen der BMW Group gestaltet hat. Dank des fehlenden Mitteltunnels und einer Mittelkonsole, die über dem Boden zu schweben scheint, wird Passagier:innen mehr Beinfreiheit geboten. Auch für den neuen VW Multivan von Volkswagen Nutzfahrzeuge hat GRAMMER eine Mittelkonsole der nächsten Generation in konsequentem Leichtbau, mit innovativen Features und Bedienfunktionen entwickelt. GRAMMER passt sich damit als zukunftsorientiertes Unternehmen kontinuierlich an neue Gegebenheiten und Bedürfnisse der Nutzer:innen an und stellt diese in den Vordergrund.

Neuheiten auf internationalen Fachmessen

Nach den zahlreichen Corona-Beschränkungen in der Vergangenheit war GRAMMER im Geschäftsjahr 2022 wieder auf zahlreichen Fachmessen präsent. Auf der IAA Transportation in Hannover und der InnoTrans in Berlin Ende September stellte GRAMMER erstmals sein Ubility-One-Konzept einer breiten Öffentlichkeit vor. Mit dem ultraleichten Next-Generation-Sitzsystem für Bus und Bahn macht GRAMMER den städtischen Personentransport fit für das 21. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stand außerdem der neue MSG 90.7, ein nach modernsten ergonomischen Erkenntnissen entwickelter Fahrersitz mit innovativen Features wie mehrstufiger Gurthöheneinstellung, smarten Bedienelementen, einem haptischen Warnsystem und einstellbarer Schulterunterstützung. Auch auf Südamerikas größter Transportmesse, der Fenatran in Brasilien, stellte GRAMMER zuletzt ein breites Produktangebot für alle Fahrzeugarten und Einsatzgebiete vor.

Fortschritte auf dem Weg zur Green Company

GRAMMER hat es sich zum Ziel gesetzt, ein nachhaltiges Unternehmen zu werden und zu diesem Zweck fünf Bereiche identifiziert, in denen GRAMMER gemeinsam mit seinen Mitarbeiter:innen grüner und nachhaltiger werden will, bspw. ein geringerer Energie- und Ressourcenverbrauch oder beim Emissionsausstoß. Mit diesen fünf Themen nimmt GRAMMER den gesamten Lebenszyklus der Produkte in den Blick. So wird die Philosophie der Green Company) in alle Unternehmensprozesse integriert. Im vergangenen Jahr sind auf diesem Wege Hunderte große und kleine Projekte entstanden, die das Unternehmen schon heute nachhaltiger machen. Beispielsweise konnten Vergleich zu 2019 die CO 2-Emissionen (Scope 1 und 2) bereits um 10 % gesenkt werden und seit 2022 betreibt GRAMMER alle Werke in Deutschland und einige weitere Werke in Europa mit 100 % Ökostrom. Und auch auf lokaler Ebene konnten dank des Einsatzes der Mitarbeiter:innen schon einige Erfolge verzeichnet werden: Im Werk Tetla (Mexiko) wurden Produktverpackungen aus Pappe und Plastik durch Mehrwegverpackungen sowie biologisch abbaubare Beutel ersetzt und Abfälle hierdurch erheblich reduziert und mehr als 237 Tonnen CO 2 eingespart. Zudem wurden an mehreren Produktionsstandorten konventionelle Lichtsysteme durch modernste LED-Leuchten ersetzt und dadurch rund 630.000 kWh Strom eingespart. Der Erfolg von GRAMMERs Einsatz für mehr Nachhaltigkeit zeigt sich beispielsweise auch in den positiven Bewertungen der Ratingagenturen: Bei EcoVadis konnte GRAMMER seinen Status im Berichtsjahr von Bronze auf Silber und bei CDP von der Note C auf B verbessern. Mehr zur Initiative Green Company und zu weiteren Themen finden Sie in der nichtfinanziellen Erklärung.

Geschäftsverlauf

Kennzahlen der GRAMMER AG

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TEUR 2022 2021 Veränderung
Umsatzerlöse 676.766 649.298 27.468
Jahresergebnis -56.316 -2.400 -53.916
Investitionen 3.993 4.851 -858
(ohne Investitionen in das Finanzanlagevermögen)
Mitarbeiterinnen im Jahresdurchschnitt 760 767 -7

GRAMMER AG trotz Beeinträchtigungen infolge des Krieges in der Ukraine und des weltweiten Halbleitermangels sowie der andauernden COVID-19-Pandemie mit Umsatz- und EBIT Verbesserung

Kurz-Gewinn- und Verlustrechnung der GRAMMER AG

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TEUR 2022 2021 Veränderung
Umsatzerlöse 676.766 649.298 27.468
Bestandsveränderung -1.545 -1.691 146
675.221 647.607 27.614
Aktivierte Eigenleistungen 0 121 -121
Sonstige betriebliche Erträge 66.176 56.004 10.172
Gesamtleistung 741.397 703.732 37.665
Materialaufwand 515.585 494.023 -21.562
Personalaufwand 92.237 83.973 -8.264
Abschreibungen 8.128 8.313 185
Sonstige betriebliche Aufwendungen 80.064 78.979 -1.085
EBIT 45.383 38.444 6.939
Finanzergebnis -97.402 -33.994 -63.408
Ergebnis vor Steuern -52.019 4.450 -56.469
Ertragsteuern 4.062 6.759 2.697
Sonstige Steuern 235 91 -144
Jahresergebnis -56.316 -2.400 -53.916

In einem weiterhin außergewöhnlich herausfordernden Marktumfeld hat die GRAMMER AG im Geschäftsjahr 2022 einen Anstieg der Umsatzerlöse verzeichnet, der aus Umsatzzuwächsen in der Division Commercial Vehicles resultierte. Während sich im Bereich Automotive ein Umsatzrückgang von 22,2 Mio. EUR (-9,5 %) gegenüber dem Vorjahr ergab, belief sich der Umsatzanstieg in der Division Commercial Vehicles auf 49,7 Mio. EUR (11,9 %).

Infolge dieses Umsatzzuwachses und unter Berücksichtigung des im nachfolgenden Absatz benannten Sondereffekts in den sonstigen betrieblichen Erträgen konnte das EBIT trotz erhöhter Aufwendungen in allen wesentlichen Aufwandskategorien verbessert werden. Es nahm um 7,0 Mio. EUR auf 45,4 Mio. EUR (Vj. 38,4 Mio. EUR) zu. Weil aber das Finanzergebnis (-97,4 Mio. EUR; Vj. -34,0 Mio. EUR), vor allem aufgrund geringerer Erträge aus Dividenden und Gewinnabführungen und wegen der höheren Abschreibungen auf Finanzanlagen gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufig war, ist das Jahresergebnis von -2,4 Mio. EUR im Jahr 2021 auf -56,3 Mio. EUR im Berichtsjahr 2022 zurückgegangen.

Das Jahresergebnis der GRAMMER AG ist im Geschäftsjahr 2022 durch einen weiteren Umsatzzuwachs sowie per Saldo durch eine Ergebnissonderbelastung in Höhe von 79,4 Mio. EUR beeinflusst. Diese beinhaltet wesentliche Sonderbelastungen von 120,7 Mio. EUR, die auf Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen entfallen, denen außergewöhnliche sonstige betriebliche Erträge aus der Einbringung von Finanzanlagen im Konzernkreis in Höhe von 41,3 Mio. EUR gegenüberstehen.

Demgegenüber waren auch im Ergebnis des Geschäftsjahres 2021 per Saldo belastende Ergebniseffekte in Höhe von 57,9 Mio. EUR enthalten. Einem positiven Ergebniseffekt aus außergewöhnlichen sonstigen betrieblichen Erträgen aus Zuschreibungen auf Finanzanlagen im Konzernkreis in Höhe von 37,6 Mio. EUR standen im Vorjahr Sonderbelastungen in Höhe von 95,5 Mio. EUR gegenüber, die auf Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen entfielen.

Nach Eliminierung der oben genannten Sondereinflüsse in Höhe von -79,4 Mio. EUR (Vj. -57,9 Mio. EUR) und Fremdwährungseffekten in Höhe von 8,3 Mio. EUR (Vj. 4,6 Mio. EUR) ergibt sich im Geschäftsjahr 2022 ein bereinigtes Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 19,1 Mio. EUR (Vj. 57,8 Mio. EUR). Der Rückgang des bereinigten Ergebnisses ist vor allem auf ein verschlechtertes operatives Finanzergebnis (nach Bereinigung um enthaltene Sondereffekte) zurückzuführen, während das operative EBIT ebenfalls (nach Bereinigung um enthaltene Sondereffekte) um rund 1,6 Mio. EUR gesteigert werden konnte.

Zum Jahresende waren 766 Mitarbeiter:innen (Vj. 751) bei der GRAMMER AG beschäftigt. Damit hat sich der Personalbestand verglichen zum Vorjahresende um 15 Mitarbeiter:innen bzw. 2,0 % planmäßig erhöht.

Wirtschaftliche Lage

Ertragslage

Im Berichtsjahr verzeichnete die GRAMMER AG einen Rückgang des Jahresergebnisses. Im Geschäftsjahr 2022 steht ein Jahresfehlbetrag von 56,3 Mio. EUR zu Buche, während im Vorjahr mit einem Jahresfehlbetrag von 2,4 Mio. EUR noch ein fast ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden konnte. Die Rendite nach Steuern bezogen auf die Gesamtleistung beträgt daher -7,6 % (Vj. -0,3 %).

Umsatz

Im Geschäftsjahr 2022 stiegen die Umsatzerlöse der GRAMMER AG um 27,5 Mio. EUR auf 676,8 Mio. EUR (Vj. 649,3 Mio. EUR). Regional betrachtet nahmen besonders die Umsätze mit Kunden innerhalb Deutschlands zu, während das Geschäft mit Kunden im Ausland insgesamt leicht rückläufig war.

Die Inlandsumsätze stiegen um rund 13,2 % auf eine Höhe von 247,8 Mio. EUR (Vj. 218,9 Mio. EUR). Diese Gesamtveränderung wurde maßgeblich von der Entwicklung in der Division Commercial Vehicles getragen, die im Inland eine Umsatzzunahme um 28,6 Mio. EUR bzw. 17,0 % verzeichnen konnte, während der Umsatz im Bereich Automotive in Deutschland mit einem Zuwachs von 0,3 Mio. EUR bzw. 0,6 % nahezu konstant blieb. Aufgrund der Gesamtzunahme der Inlandsumsätze hat sich der Anteil der inländischen Umsätze am Gesamtumsatz der GRAMMER AG erhöht. Während dieser Anteil im Vorjahr noch 33,7 % betragen hatte, nahm er im Geschäftsjahr 2022 um 2,9 Prozentpunkte auf 36,6 % zu.

Die Umsatzerlöse im Auslandsgeschäft (Drittland und EU) nahmen im Geschäftsjahr 2022 per Saldo um 1,5 Mio. EUR von 430,4 Mio. EUR auf 428,9 Mio. EUR ab. Der Umsatzrückgang resultierte hierbei ausschließlich aus einer Abnahme der Umsätze im Drittlandgeschäft (-2,4 %), während die EU-Umsätze um 0,8 % zunahmen. Bezogen auf die Divisionen zeigt sich, dass der Rückgang im Auslandsgeschäft im Bereich Automotive zustande kam, während im Bereich Commercial Vehicles auch im Auslandsgeschäft ein erfreulicher Zuwachs (+ 8,5 %) zu verzeichnen war, welcher gleichmäßig sowohl von Geschäften mit Drittlandskunden, als auch von Geschäften mit EU-Kunden getragen wurde. Die Automotive-Umsätze nahmen dagegen vor allem im Drittlandgeschäft ab.

In der Division Automotive sanken die Umsatzerlöse um 22,2 Mio. EUR auf 210,5 Mio. EUR (Vj. 232,7 Mio. EUR). Dieser Rückgang resultierte besonders aus den ungünstigen Marktentwicklungen infolge Lieferkettenproblemen bei den OEMs auf den für uns wesentlichen Absatzmärkten. Im Bereich Automotive liefern wir Innenraumkomponenten für namhafte Pkw-Hersteller und Systemlieferanten der Fahrzeugindustrie. Der Umsatz in diesem Bereich besteht hauptsächlich aus dem Verkauf von Handelswaren, die von Tochtergesellschaften bezogen werden, sowie dem Projektgeschäft für die Entwicklung von Serienprodukten mit den entsprechenden Werkzeugen. Daher basiert die Umsatzentwicklung der GRAMMER AG im Wesentlichen auf den Produktionsvolumina der jeweiligen Plattformen und Modelle der Endkunden, die in den zuliefernden Tochterunternehmen anlaufen.

In der Division Commercial Vehicles nahmen die Umsatzerlöse um 49,7 Mio. EUR auf 466,3 Mio. EUR (Vj. 416,6 Mio. EUR) zu. Hier konnten, wie bereits im Vorjahr erfreuliche Zuwächse erzielt werden. Der Unternehmensbereich Commercial Vehicles umfasst die Kerngeschäftsfelder Lkw- und Offroad-Sitze sowie Bus und Bahn. Auch in diesem Geschäftsbereich besteht der Umsatz der GRAMMER AG fast ausschließlich aus dem Verkauf von Handelswaren, die von Tochtergesellschaften bezogen werden.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich im Geschäftsjahr 2022 mit einem Anstieg von 10,2 Mio. EUR auf 66,2 Mio. EUR (Vj. 56,0 Mio. EUR) wiederum deutlich erhöht. Maßgeblich beeinflusst wurde diese Zunahme durch außergewöhnliche Erträge im Rahmen der Einbringung von zuvor direkt gehaltenen Geschäftsanteilen in die Tochtergesellschaft GRAMMER Deutschland GmbH gegen Gewährung eines neuen Geschäftsanteils dieser Gesellschaft (41,3 Mio. EUR; Vj. 0 Mio. EUR). Im Vorjahr hatte diese Position dagegen außergewöhnliche Erträge aus Zuschreibungen zum Finanzanlagevermögen enthalten (37,6 Mio. EUR). Wesentlichen Einfluss auf den Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge haben darüber hinaus höhere Erträge aus der Fremdwährungsumrechnung (13,9 Mio. EUR; Vj. 10,9 Mio. EUR) sowie gestiegene Erträge aus Schadenersatz- und Kompensationsleistungen (3,8 Mio. EUR; Vj. 0,5 Mio. EUR).

Aufwendungen

Die Materialaufwendungen der GRAMMER AG erhöhten sich von 494,0 Mio. EUR um 21,6 Mio. EUR auf 515,6 Mio. EUR im Jahr 2022. Die Materialeinsatzquote in Bezug auf die Summe aus Umsatzerlösen und den Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen blieb damit jedoch annähernd konstant bei 76,4 % (Vj. 76,3 %). Veränderungen der Materialquote können dabei vor allem auf Verschiebungen im Produkt-mix basieren; im Geschäftsjahr insbesondere hin zu den margenstärkeren Produkten des Bereichs Commercial Vehicles. Darüber hinaus ist die Materialeinsatzquote im Allgemeinen höher als von vergleichbaren produzierenden Gesellschaften, da die GRAMMER AG ausschließlich Handelswaren vertreibt und selbst nicht produziert.

Der Personalaufwand nahm im Geschäftsjahr 2022 trotz des Rückgangs der bei der GRAMMER AG im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter um 8,2 Mio. EUR auf 92,2 Mio. EUR (Vj. 84,0 Mio. EUR) zu. Ursächlich dafür sind vor allem höhere Aufwendungen für Altersversorgungsleistungen, vor allem aufgrund der notwendigen Anpassung der Bewertungsparameter für die Pensionsrückstellungen infolge der gestiegenen Inflation. Die tatsächlich zu verzeichnenden Einspareffekte durch die im Geschäftsjahr 2020 eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen, wurden vollständig durch diese externen Effekte aufgezehrt. Bezogen auf die Summe aus Umsatzerlösen und Bestandsveränderungen hat sich die Personalaufwandsquote dadurch von 13,0 % auf 13,7 % erhöht.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände nahmen von 8,3 Mio. EUR um 0,2 Mio. EUR auf 8,1 Mio. EUR ab. Der Hauptgrund dafür liegt in geringeren Investitionen, da die notwendigen Investitionen zur Produktherstellung zunehmend bei den operativ produzierenden Tochterunternehmen getätigt werden.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 1,1 Mio. EUR auf 80,1 Mio. EUR (Vj. 79,0 Mio. EUR). Dabei wirkten die Entwicklungen in den einzelnen Aufwandskategorien teilweise kompensatorisch. Eine besonders hohe Zunahme ergab sich in Bezug auf die Werbe- und Reisekosten (+1,4 Mio. EUR bzw. +77,9 %). Bei der Entwicklung der Reisekosten spielten auch Nachholeffekte nach dem Abflauen der COVID-19-Pandemie eine Rolle. Dagegen entwickelten sich vor allem die Aufwendungen für Gebühren, Abgaben und Versicherungen (-0,6 Mio. EUR bzw. -11,0 %) und die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung (-0,8 Mio. EUR bzw. -12,5 %) rückläufig. Weitere maßgebliche Aufwandskategorien wie Verwaltungskosten (+0,5 Mio. EUR bzw. +1,0 %), Betriebskosten (+0,3 Mio. EUR bzw. +3,0 %) und Vertriebsaufwendungen (-0,1 Mio. EUR bzw. -3,1 %) blieben weitgehend konstant.

Finanzergebnis

Der Zinsaufwand stieg von 23,2 Mio. EUR im Vorjahr um 1,0 Mio. EUR auf 24,2 Mio. EUR weiter an. Wesentliche Ursache für diese Zunahme sind erhöhte Zinskosten aus der Konsortialkreditfinanzierung (+4,7 Mio. EUR) infolge der erhöhten durchschnittlichen Verschuldung sowie der Anstieg der weiteren kurzfristigen Finanzierungskosten (+0,9 Mio. EUR). Kompensierend wirkten der deutlich niedrigere Zinsaufwand aus der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen, der um 4,1 Mio. EUR auf 2,9 Mio. EUR zurückging, sowie der geringere Zinsaufwand für langfristige Schulden (-0,6 Mio. EUR). Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen zum 31. Dezember 2022 war ein Rechnungszins in Höhe von 1,78 % (Vj. 1,87 %) zu Grunde zu legen. Die Berechnungen basieren auf dem von der Deutschen Bundesbank für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren veröffentlichten Abzinsungssatz gemäß § 253 Abs. 2 HGB.

Die Aufwendungen aus Abwertungen von Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Beteiligungsunternehmen nahmen von 95,5 Mio. EUR im Vorjahr auf 119,3 Mio. EUR noch einmal signifikant zu. Dies resultierte im Geschäftsjahr maßgeblich aus der niedrigeren Bewertung der Anteile an drei Tochtergesellschaften.

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge inklusive der Erträge aus Ausleihungen stiegen von 7,6 Mio. EUR im Jahr 2021 um 5,3 Mio. EUR auf 12,9 Mio. EUR an. Diese Position wird wesentlich von den Erträgen aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen und aus kurzfristigen Forderungen beeinflusst, da die GRAMMER AG auch weitgehend die zentrale Finanzierungsfunktion innerhalb der GRAMMER Gruppe wahrnimmt.

Die Erträge aus Beteiligungen reduzierten sich von 58,4 Mio. EUR im Jahr 2021 um 24,6 Mio. EUR auf 33,8 Mio. EUR im Jahr 2022. Grund hierfür sind vornehmlich verminderte Dividendenzahlungen unserer Tochtergesellschaften in China, Polen und Bulgarien.

Die Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen mit Tochtergesellschaften in Deutschland haben sich mit einem Rückgang von 21,3 Mio. EUR um 9,5 Mio. EUR auf 11,8 Mio. EUR ebenfalls deutlich vermindert. Darüber hinaus nahm der ergebnisbelastende Effekt aus der Verlustübernahmeverpflichtung gegenüber Tochtergesellschaften von 2,5 Mio. EUR im Vorjahr um 9,9 Mio. EUR auf 12,4 Mio. EUR zu.

In der Gesamtbetrachtung führten neben den erneut notwendigen hohen Abschreibungen auf Finanzanlagen vor allem die rückläufigen Dividendenerträge und Ergebnisübernahmen zu einer Verschlechterung des Finanzergebnisses im Jahr 2022 von -34,0 Mio. EUR um 63,4 Mio. EUR auf -97,4 Mio. EUR.

Steuern

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sanken im Jahresvergleich von 6,8 Mio. EUR um 2,7 Mio. EUR auf 4,1 Mio. EUR. Hauptursache dafür ist neben niedrigeren Steuerzahlungen für das Geschäftsjahr 2022 der Entfall der im Vorjahr angefallenen Nachzahlungen für frühere Geschäftsjahre.

Ergebnisse

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich von 38,4 Mio. EUR um 7,0 Mio. EUR auf nunmehr 45,4 Mio. EUR. Der Anstieg ist einerseits auf ein verbessertes operatives Betriebsergebnis und daneben vor allem auf die bereits vorstehend benannten positiven Sondereffekte in den sonstigen betrieblichen Erträgen zurückzuführen, die mit 41,3 Mio. EUR um 3,7 Mio. EUR höher liegen als im Vorjahr (37,6 Mio. EUR). Diese Verbesserung im EBIT wurde allerdings durch ein verschlechtertes Finanzergebnis aufgezehrt. Dies ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil für die GRAMMER AG bedingt durch ihre beiden Funktionen - operative Gesellschaft und Holding - nicht nur das EBIT, sondern auch das Finanzergebnis maßgeblich ist. Das Ergebnis vor Steuern nahm von 4,4 Mio. EUR um 56,4 Mio. EUR auf -52,0 Mio. EUR ab.

Das Jahresergebnis reduzierte sich im Vorjahresvergleich insgesamt von -2,4 Mio. EUR um 53,9 Mio. EUR auf einen Jahresfehlbetrag von 56,3 Mio. EUR.

Ergebnisverwendung und Dividendenvorschlag

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 weist keinen Bilanzgewinn aus. Aufgrund des Jahresfehlbetrags der GRAMMER AG des aktuellen Geschäftsjahres ergibt sich derzeit kein Dividendenvorschlag. Der Bilanzverlust zum 31. Dezember 2022 in Höhe von 131,2 Mio. EUR wird auf neue Rechnung vorgetragen. Ferner wurde mit der Ausweitung des Konsortialkredits im Jahr 2020 beschlossen, eine Dividendenzahlung während der dreijährigen Laufzeit der dritten Tranche des syndizierten Kredits auszusetzen. Vor dem Hintergrund des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds hat die GRAMMER AG die Tranche C im Juni 2022 vorzeitig bis zum 10. Februar 2025 verlängert, weshalb die Dividendenaussetzung ebenfalls bis zu diesem Datum fortgesetzt wird.

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme verminderte sich im Vorjahresvergleich von 890,2 Mio. EUR um 36,0 Mio. EUR bzw. 4,0 % auf 854,2 Mio. EUR.

Vermögenslage

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen hat mit 607,0 Mio. EUR um 36,8 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr abgenommen (Vj. 643,8 Mio. EUR). Maßgeblich verursacht wurde der Rückgang des Anlagevermögens durch Abschreibungen auf Anteile an Tochtergesellschaften in Höhe von 116,8 Mio. EUR. Dabei haben sich innerhalb des Finanzanlagevermögens, welches sich per Saldo auf 514,0 Mio. EUR (Vj. 546,0 Mio. EUR) verminderte, gegenläufige Effekte teilweise neutralisiert. Den außergewöhnlichen Abschreibungen auf Anteile an Tochterunternehmen in Höhe von insgesamt 116,8 Mio. EUR und Abgängen von Anteilen an Tochterunternehmen (31,7 Mio. EUR) stehen neben neuen Ausleihungen (25,8 Mio. EUR) vor allem Zugänge von Anteilen an Tochterunternehmen infolge durchgeführter Kapitalerhöhungen (94,7 Mio. EUR) gegenüber. Dagegen haben die Abnahme des Sachanlagevermögens um 2,1 Mio. EUR und die Abnahme der immateriellen Vermögensgegenstände um 2,6 Mio. EUR ihre Ursache im Wesentlichen darin, dass die planmäßigen Abschreibungen hier jeweils die Neuinvestitionen um einen entsprechenden Betrag übertrafen.

Umlaufvermögen

Verglichen zum Vorjahresstichtag hat sich das Umlaufvermögen um 1,4 Mio. EUR bzw. 0,6 % auf 244,5 Mio. EUR (Vj. 243,1 Mio. EUR) erhöht. Die Vorräte lagen mit 45,1 Mio. EUR (Vj. 48,3 Mio. EUR) um 3,2 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau. Die Zunahme der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um 5,1 Mio. EUR auf 192,3 Mio. EUR (Vj. 187,2 Mio. EUR) ist besonders auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen, die im Wesentlichen parallel zur verbesserten Umsatzentwicklung auf 61,6 Mio. EUR (Vj. 55,9 Mio. EUR) anstiegen. Daneben nahmen auch die Sonstigen Vermögensgegenstände auf 4,2 Mio. EUR (Vj. 3,8 Mio. EUR) zu. Hauptursache für deren Anstieg sind insbesondere höhere Umsatzsteuerforderungen. Gegenläufig reduzierten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen geringfügig von 124,7 Mio. EUR um 0,2 Mio. EUR auf 124,5 Mio. EUR und die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, von 2,8 Mio. EUR um 0,9 Mio. EUR auf 1,9 Mio. EUR. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben sich gegenüber dem Vorjahr um 6,6 % vermindert. Die GRAMMER AG verfügte zum Stichtag über 7,1 Mio. EUR an liquiden Mitteln (Vj. 7,6 Mio. EUR).

Finanzlage

Eigenkapital

Zum 31. Dezember 2022 weist die GRAMMER AG ein um 56,3 Mio. EUR auf 204,3 Mio. EUR (Vj. 260,6 Mio. EUR) reduziertes Eigenkapital aus. Hier wirkt sich der Jahresfehlbetrag 2022 von 56,3 Mio. EUR aus. Dadurch hat insgesamt die Eigenkapitalquote, bei einer reduzierten Bezugsgröße Bilanzsumme, um 5,4 Prozentpunkte von 29,3 % im Vorjahr auf 23,9 % abgenommen.

Rückstellungen

Die Rückstellungen blieben zum Stichtag in Summe mit 113,2 Mio. EUR (Vj. 113,0 Mio. EUR) nahezu konstant. Hier neutralisierten sich die Zunahme bei den Rückstellungen für Pensionen, nach Verrechnung mit den ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersversorgungszusagen dienenden und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenständen, einerseits sowie die Abnahmen bei den sonstigen Rückstellungen und den Steuerrückstellungen andererseits fast vollständig. In den Pensionsrückstellungen, die um 10,3 Mio. EUR auf 92,6 Mio. EUR anwuchsen, übertrafen vor allem die notwendigen Zuführungen infolge der inflationsbedingten Veränderung der Bewertungsparameter (5,6 Mio. EUR) die Bestandsminderungen infolge Versorgungszahlungen (2,6 Mio. EUR). Der Rückgang der sonstigen Rückstellungen dagegen, die im Vorjahresvergleich von 27,2 Mio. EUR auf 18,2 Mio. EUR abnahmen, ist auf geringere Rückstellungen sowohl im Personalbereich als auch im Beschaffungs-, Absatz- und Verwaltungsbereich zurückzuführen. Zum Rückgang der Steuerrückstellungen tragen zwischenzeitlich geleistete Nachzahlungen für frühere Geschäftsjahre bei, die im Vorjahr in dieser Position enthalten waren.

Verbindlichkeiten

Insgesamt nahmen die Verbindlichkeiten der GRAMMER AG im Berichtsjahr um 20,2 Mio. EUR auf 536,6 Mio. EUR (Vj. 516,4 Mio. EUR) zu. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, welche die GRAMMER AG im Wesentlichen für die Finanzierung der Tochterunternehmen nutzt, wurden per Saldo um 8,8 Mio. EUR auf 461,6 Mio. EUR (Vj. 452,8 Mio. EUR) erhöht. Zurückzuführen ist diese Zunahme vorzugsweise auf den Abruf weiterer Mittel aus dem vereinbarten Konsortialkredit für die Finanzierung der verbundenen Unternehmen.

Die Basis der Finanzierung der GRAMMER AG besteht weiterhin hauptsächlich aus mittel- bis langfristigen Schuldschein-/​Privatplatzierungs- und anderen Darlehen in Höhe von 189,0 Mio. EUR (Vj. 248,5 Mio. EUR) sowie daneben aus kurzfristigen Kontokorrentkrediten.

Die weiteren, mit Ausnahme eines Teilbetrags von 1,0 Mio. EUR ausschließlich kurzfristigen, Verbindlichkeiten betreffen zu 49,7 Mio. EUR (Vj. 40,4 Mio. EUR) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und zu 0,3 Mio. EUR (Vj. 0,3 Mio. EUR) Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, welche jeweils größtenteils aus finanziellen Verbindlichkeiten aus der internen Finanzierung innerhalb der GRAMMER Gruppe resultieren. Die erhaltenen Anzahlungen, die zum Stichtag wiederum 2,6 Mio. EUR (Vj. 2,6 EUR) betragen, blieben ebenso wie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit 15,0 Mio. EUR (Vj. 15,3 Mio. EUR) weitgehend konstant. Dagegen nahmen die sonstigen Verbindlichkeiten, besonders aufgrund höherer Verbindlichkeiten aus der Personalabrechnung und aus Finanzierungsleasing um 2,5 Mio. EUR auf 7,4 Mio. EUR (Vj. 4,9 Mio. EUR) zu.

Finanzierungs- und Liquiditätsmanagement

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen zum Jahresende 461,6 Mio. EUR (Vj. 452,8 Mio. EUR) und die liquiden Mittel lagen bei 7,1 Mio. EUR (Vj. 7,6 Mio. EUR). Die Nettoverschuldung, die sich aus der Differenz der Bankverbindlichkeiten und der Bankguthaben ergibt, belief sich zum Geschäftsjahresende 2022 auf 454,5 Mio. EUR (Vj. 445,2 Mio. EUR). Die GRAMMER AG fungiert grundsätzlich als Inhouse Bank für Tochterunternehmen und hat ihrerseits Darlehen an die Tochtergesellschaften in Höhe von 135,1 Mio. EUR (Vj. 190,5 Mio. EUR) ausgegeben.

Bereits im Jahr 2020 war durch die erfolgreiche vorzeitige Refinanzierung und Aufstockung des Konsortialkredits die Finanzierungsbasis der Gesellschaft neu gelegt worden. Die Tranche A hat ein Volumen von 150,0 Mio. EUR bei fünf Jahren Laufzeit und zwei einjährigen Verlängerungsoptionen. Die Tranche B beläuft sich auf 80,0 Mio. USD und ist amortisierend bei einer vierjährigen Laufzeit. Die Kreditlinie B wurde bis zum 29. Dezember 2022 planmäßig zurückgezahlt (Vj. 16,8 Mio. USD). Zudem war der bestehende Konsortialkredit im Geschäftsjahr 2020 im Rahmen des KfW-Programms "Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung (855)" über eine Änderungsvereinbarung um eine Tranche C im Volumen von 235,0 Mio. EUR mit einer dreijährigen Laufzeit erweitert worden. Vor dem Hintergrund des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds hat die GRAMMER AG im Juni 2022 die Tranche C des Konsortialkreditvertrags vorzeitig bis zum 10. Februar 2025 verlängert. Neben den Kernbanken von GRAMMER ist an dieser Tranche ebenfalls die KfW Bankengruppe als direkter Kreditgeber beteiligt. Somit ist die Liquidität der Gruppe - auch in einem derzeit schwierigen wirtschaftlichen Umfeld - nachhaltig gesichert. Im Rahmen von Darlehens- und Kreditverträgen wurden auch Financial Covenants vereinbart, die sich im Wesentlichen auf die beiden Kennzahlen Leverage und Gearing beziehen. Die bereits im Geschäftsjahr 2020 für die Perioden bis zum 31. Dezember 2022 angepassten Financial Covenants wurden für die Geschäftsjahre 2022 und 2023 geändert. Zum Berechnungsstichtag 31. Dezember 2023 treten die ursprünglichen Vertragskonditionen wieder in Kraft.

In Ergänzung zum syndizierten Kredit sichern bilaterale Finanzierungsvereinbarungen, mittelfristige Schuldscheindarlehen sowie langfristige Privatplatzierungen die Finanzierung von GRAMMER. Der Konsortialkreditvertrag mit der GRAMMER AG als alleiniger Kreditnehmerin sieht für den Fall eines Kontrollwechsels das Recht eines jeden Kreditgebers vor, die vorzeitige Rückzahlung verlangen zu können. Ein Kontrollwechsel im Sinne dieses Vertrages liegt vor, sobald eine Person oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Personen Stimmrechte von mindestens 30 % an der GRAMMER AG erwerben. Hiervon ausgenommen ist ein direkter oder indirekter Erwerb von Stimmrechten oder der Kontrolle an der Kreditnehmerin durch direkte oder indirekte Tochtergesellschaften der Familie Wang (Ningbo Jifeng).

Der Stand der EUR-Schuldscheindarlehen betrug zum 31. Dezember 2022 noch 22,5 Mio. EUR (Vj. 54,0 Mio. EUR). Das zum Vorjahresstichtag zusätzlich vorhandene USD-Schuldscheindarlehen ist dagegen im Geschäftsjahr vollständig zurückgezahlt worden (Vj. 11,0 Mio. EUR). Kündigungsrechte bei einem Kontrollwechsel sind auch in den Vereinbarungen bezüglich der bilateralen Kredite, der Schuldscheindarlehen sowie der Privatplatzierungen vorgesehen.

Die für die Finanzierung des neuen GRAMMER Campus in Ursensollen bei Amberg aufgenommenen langfristigen, grundpfandrechtlich gesicherten (Förder-) Darlehen über insgesamt 50,0 Mio. EUR valutieren zum Abschlussstichtag mit 36,1 Mio. EUR (Vj. 41,9 Mio. EUR).

Bei der Durchführung von Refinanzierungsmaßnahmen achtet das Konzernfinanzwesen auf die zeitliche Zinsstruktur, so dass kurzfristige Inanspruchnahmen mit variablen Zinsen erfolgen und mittel- bis langfristige Mittelaufnahmen in der Regel mit festem Zins sowie einer kongruenten Zinsbindungsdauer vorgenommen werden.

Die Steuerung der Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft und die adäquate Fremdmittelbeschaffung werden zentral in der GRAMMER AG über das Konzern-Treasury gesteuert, solange keine landesspezifischen gesetzlichen Vorschriften dies einschränken. Grundsätzlich strebt die GRAMMER AG ein Investment Grade Rating an, mit dem übergeordneten Ziel über eine ausgewogene Fälligkeitsstruktur und über ein diversifiziertes Finanzierungsportfolio die Liquidität langfristig zu sichern.

Das Finanzwesen der GRAMMER AG betreut weltweit in Abstimmung mit den lokalen Gesellschaften den Zahlungsverkehr und die Verwaltung der eingerichteten Cash Pools, durch welche die GRAMMER AG die Liquidität ihrer Tochterunternehmen sicherstellt und kontrolliert, soweit dies im Rahmen der gesetzlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten zulässig und sinnvoll ist. Im Rahmen des Managements von finanziellen Risiken werden Zins- und Währungsrisiken mittels externer marktüblicher derivativer Finanzinstrumente zentral abgesichert.

Die von Kreditinstituten gewährten, noch langfristig zur Verfügung stehenden Darlehensanteile reichen zum Ende des Geschäftsjahres mit 50,8 Mio. EUR nicht mehr an das Vorjahresniveau (Vj. 87,7 Mio. EUR) heran.

Die zum 31. Dezember 2022 in der GRAMMER AG vorhandenen liquiden Mittel in Höhe von 7,1 Mio. EUR (Vj. 7,6 Mio. EUR) werden vor allem zur Liquiditätsvorsorge gehalten. Zum 31. Dezember 2022 verfügte die GRAMMER AG über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 99,4 Mio. EUR (Vj. 141,2 Mio. EUR), für die alle für die Inanspruchnahme notwendigen Bedingungen bereits erfüllt waren.

Die zukünftige Finanzierung der Grammer AG ist auch in diesen infolge der Lieferkettenproblematik und der geopolitischen Konflikte unsicheren wirtschaftlichen Zeiten durch einen ausreichenden Umfang an nicht ausgenutzten Kreditlinien gesichert.

Kapitalstruktur

Zum 31. Dezember 2022 beträgt das Grundkapital der Gesellschaft weiterhin 39.009.080,32 EUR und ist eingeteilt in 15.237.922 Aktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 2,56 EUR pro Aktie. Alle Aktien (mit Ausnahme der eigenen Aktien) gewähren die gleichen Rechte, die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.

Die Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 hat befristet bis zum 22. Juni 2026 ein neues Genehmigtes Kapital in Höhe von 19.505 TEUR (Genehmigtes Kapital 2021) beschlossen. Der Vorstand wurde mit diesem Beschluss ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 19.505 TEUR gegen Bar- und/​oder Sacheinlagen zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten.

Die Kapitalrücklage per 31. Dezember 2022 beläuft sich weiterhin auf 165.211 TEUR (Vj. 165.211 TEUR). Sie beinhaltet das jeweilige Agio aus den Kapitalerhöhungen in den Geschäftsjahren 1996, 2001, 2011, 2017 und 2020.

Zum 31. Dezember 2022 betragen die Gewinnrücklagen unverändert 132.158 TEUR (Vj. 132.158 TEUR).

Bestehen von Beteiligungen an der Gesellschaft nach § 33 WpHG

Nach dem Wertpapierhandelsgesetz hat jeder Anleger, der durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise bestimmte Anteile an Stimmrechten der Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht mitzuteilen. Der niedrigste Schwellenwert für diese Mitteilungspflicht beträgt 3 %. Der uns derzeitig mitgeteilte Stand zu den Beteiligungen, die im Geschäftsjahr 2022 oder vorher mindestens die Grenze von 3 % über- oder unterschritten haben, ist im Anhang der GRAMMER AG aufgeführt.

Eigene Anteile

Insgesamt hält GRAMMER 330.050 eigene Aktien, die vollständig im Geschäftsjahr 2006 erworben wurden. Der darauf entfallende Anteil am Grundkapital beträgt 844.928,00 EUR und entspricht 2,166 % des Grundkapitals. Diese 330.050 eigenen Aktien haben keine Stimmrechte und sind auch nicht dividendenberechtigt. Eine von der Hauptversammlung beschlossene Ermächtigung zum Erwerb weiterer eigener Aktien besteht derzeit nicht. Zusätzliche Angaben nach § 160 Absatz 1 Nummer 2 des Aktiengesetzes zu den eigenen Anteilen enthält der Anhang der GRAMMER AG.

Investitionen

Die Investitionen in das Anlagevermögen ohne Berücksichtigung der Investitionen in das Finanzanlagevermögen sind im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Mio. EUR auf 4,0 Mio. EUR (Vj. 4,9 Mio. EUR) zurückgegangen. Die höheren Investitionen waren im Vorjahr noch durch die Ausstattung des neuen GRAMMER Campus veranlasst. In das Finanzanlagevermögen hat die GRAMMER AG im Geschäftsjahr 2022 vor allem in Form von Kapitalerhöhungen bei verbundenen Unternehmen und durch die Ausgabe von Darlehen, insbesondere an Tochtergesellschaften in AMERICAS, investiert.

Aufsichtsrat und Vorstand

Veränderungen im Vorstand

Die Bestimmungen zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richten sich nach den Vorschriften des § 84 AktG sowie der §§ 8 ff. der Satzung der Gesellschaft. Der Dienstvertrag von Thorsten Seehars wurde zum Ablauf des 31. Mai 2022 in beiderseitigem Einverständnis aufgehoben und seine Amtszeit als Mitglied und Vorsitzender des Vorstands endete zum selben Zeitpunkt. Mit Wirkung ab dem 1. Juni 2023 haben Jens Öhlenschläger und Jurate Keblyte die Aufgaben von Thorsten Seehars übernommen. Außerdem wurde Jens Öhlenschläger zum selben Zeitpunkt zunächst vorübergehend zum Sprecher des Vorstands und Jurate Keblyte zunächst vorübergehend zur Arbeitsdirektorin bestellt. Beide Mandate wurden durch Beschluss des Aufsichtsrats mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2022 für die Dauer ihrer jeweiligen Bestellung zu Mitgliedern des Vorstands bestätigt und die Vorstandsressorts an einen zweiköpfigen Vorstand angepasst. Ein Executive Committee, das neben den Mitgliedern des Vorstands aus den Leitern wichtiger Kerngeschäftsfelder besteht, bildet seitdem das oberste operative Führungsgremium des Unternehmens und unterstützt den Vorstand bei seiner Arbeit.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Nachdem die Aufsichtsratsmitglieder Alfred Weber und Dr. Peter Merten ihre Ämter zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung niedergelegt hatten, wählte diese am 18. Mai 2022 Dr. Martin Kleinschmitt und Dagmar Rehm zu neuen Mitgliedern des Aufsichtsrats. In der im Anschluss an die Hauptversammlung stattgefundenen konstituierenden Sitzung wurde Dr. Martin Kleinschmitt zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.

Corporate Governance - Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB, die auch die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (§ 161 AktG) enthält, kann dauerhaft auf unserer Unternehmens-Website unter www.grammer.com im Bereich "Investor Relations" "Corporate Governance" "Überblick" eingesehen werden.

Zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht

Der zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Bericht nach § 289b Abs. 3 und § 315b Abs. 3 HGB wird spätestens vier Monate nach dem jeweiligen Abschlussstichtag auf der Unternehmenshomepage unter www.grammer.com im Bereich "UNTERNEHMEN", "Nachhaltigkeit", "Nichtfinanzieller Bericht" veröffentlicht.

Schlusserklärung des Vorstandes gemäß § 312 AktG

Der Vorstand der GRAMMER AG gibt in seinem Bericht gemäß § 312 AktG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 folgende Schlusserklärung ab:

"Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Berichtspflichtige Maßnahmen im Sinne des § 312 AktG haben im Berichtszeitraum nicht vorgelegen."

Angaben nach § 289a Abs. 1 HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals: Das gezeichnete Kapital der GRAMMER AG beträgt zum 31. Dezember 2022 39.009.080,32 EUR (im Vorjahr: 39.009.080,32 EUR) und ist eingeteilt in 15.237.922 auf den Inhaber lautende Stückaktien.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen: Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil der Aktionär:innen am Gewinn. Hiervon ausgenommen sind von der Gesellschaft gehaltene eigene Aktien, aus denen der Gesellschaft keine Rechte zustehen (§ 71b AktG). In den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. Verstöße gegen Mitteilungspflichten im Sinne der §§ 33 Abs. 1, 2, 38 Abs. 1, 39 Abs. 1 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) können dazu führen, dass nach Maßgabe des § 44 WpHG Rechte aus Aktien und auch das Stimmrecht zumindest zeitweise nicht bestehen. Weitere die Stimmrechte betreffende Beschränkungen, insbesondere vertragliche Beschränkungen, sind der GRAMMER AG nicht bekannt. Für die Stimmrechtsausübung durch Intermediäre, Aktionärsvereinigungen, Stimmrechtsberater:innen sowie durch andere Personen, die sich geschäftsmäßig gegenüber Aktionär:innen zur Ausübung des Stimmrechts in der Hauptversammlung erbieten, gelten die gesetzlichen Vorschriften. Anwendung findet insbesondere § 135 Akt. Es bestehen im Zusammenhang mit Art. 19 Abs. 11 der Verordnung (EU) Nr. 596/​2014 (Marktmissbrauchsverordnung) für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der GRAMMER AG bei Transaktionen in Aktien der GRAMMER AG gewisse Handelsverbote, insbesondere im zeitlichen Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Geschäftszahlen.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten: Der Anhang zum Jahresabschluss 2022 der GRAMMER AG enthält detaillierte Angaben zu den Stimmrechtsmitteilungen nach § 33 WpHG. Bei den genannten Stimmrechtsanteilen können sich nach dem angegebenen Zeitpunkt Veränderungen ergeben haben, die der GRAMMER AG gegenüber nicht mitgeteilt wurden. Weiter sind GRAMMER direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte erreichen oder überschreiten, nicht gemeldet worden und auch nicht anderweitig bekannt.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen existieren nicht.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben: Es bestehen keine Mitarbeiter:innen-Beteiligungsprogramme. Sofern Arbeitnehmer:innen am Kapital beteiligt sind, können sie die ihnen aus diesen Aktien zustehenden Kontrollrechte unmittelbar nach den Bestimmungen der Satzung und des Gesetzes ausüben.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung: Die Bestellung und Abberufung des Vorstands der GRAMMER AG bestimmt sich nach den gesetzlichen Vorschriften (§§ 84 und 85 AktG sowie § 31 MitBestG). Gemäß § 8ff. der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern. Eine Änderung der Satzung der Gesellschaft richtet sich nach §§ 119 Abs. 1 Nr. 5, 179 Abs. 2 AktG; in § 25 der Satzung der Gesellschaft ist die Beschlussfassung durch die Hauptversammlung geregelt. Nach § 13 Abs. 3 der Satzung der Gesellschaft ist der Aufsichtsrat zur Vornahme von Satzungsänderungen berechtigt, die nur die Fassung der Satzung betreffen.

Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen: Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 23. Juni 2021 wurde die in § 5 Abs. 3 der Satzung enthaltene Ermächtigung des Vorstands, bis zum 7. Juli 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft einmalig oder mehrmalig um bis zu 9.402.263,04 EUR gegen Bar- und /​ oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020), aufgehoben. Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 23. Juni 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 22. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und /​ oder Sacheinlagen einmalig oder mehrfach, jedoch insgesamt höchstens, um 19.504.537,60 EUR zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021). Dabei ist den Aktionär:innen grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen; das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstituten oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionär:innen zum Bezug anzubieten. Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionär:innen in bestimmten Fällen auszuschließen. Von der Ermächtigung wurde bislang kein Gebrauch gemacht. Ermächtigungen für den Vorstand der GRAMMER AG zur Begebung von Options- und /​ oder Wandelschuldverschreibungen bestehen nicht. Eine Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 besteht nicht. Die GRAMMER AG hält zum 31. Dezember 2022 330.050 eigene Aktien, die vollständig im Geschäftsjahr 2006 erworben wurden. Diese 330.050 eigenen Aktien haben keine Stimmrechte und sind auch nicht dividendenberechtigt.

Wesentliche Vereinbarungen des Mutterunternehmens, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und die hieraus folgenden Wirkungen: Im Falle eines Kontrollwechsels im Zuge eines Übernahmeangebots können die in den Jahren 2015 und 2019 platzierten Schuldscheindarlehen, die zum 31. Dezember 2022 noch in Höhe von insgesamt 84,5 Mio. EUR im Bestand sind, unmittelbar fällig gestellt werden. Unter dem bestehenden Konsortialkreditvertrag vom 10. Februar 2020 (inklusive seiner Änderungsvereinbarungen vom 12. August 2020 und 28. Juni 2022 sowie einer festen Kreditzusage durch die finanzierenden Banken vom 21. Dezember 2022) in Höhe von insgesamt 416,5 Mio. EUR bestehen im Fall eines Kontrollwechsels Rechte der Darlehensgeber auf Kündigung und Fälligstellung. Diese stehen jeweils jedem einzelnen Darlehensgeber im Hinblick auf seinen Anteil an dem Darlehen individuell zu. Im Falle eines Kontrollwechsels hat zudem ein Teil der wesentlichen Kunden, Lieferanten sowie weiteren Kooperationspartner das Recht, die vertraglichen Vereinbarungen mit dem Unternehmen vorzeitig zu kündigen.

Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmer:innen getroffen sind, bestehen nicht.

Chancen- und Risikobericht

Grundprinzipien des Risikomanagements und des IKS

GRAMMERs Risikopolitik entspricht dem Bestreben, nachhaltig zu wirtschaften sowie den Unternehmenswert zu steigern und dabei angemessene Risiken und Chancen zu steuern und unangemessene Risiken zu vermeiden. Aus der Internationalität der Tätigkeit sind für die GRAMMER Gruppe zusätzliche Risiken erwachsen, die abgesichert werden müssen. In der Risikostrategie sind daher unter anderem folgende risikopolitische Grundsätze festgelegt:

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Unter Chancen und Risiken im Sinne des Risikomanagements versteht GRAMMER sowohl interne als auch externe Ereignisse, die positive oder negative Auswirkungen auf die Erreichung der Unternehmensziele haben können.
Das Risikomanagement leistet somit einen Beitrag zur wertorientierten Unternehmensführung. Wertorientiert bedeutet dabei, dass Risiken bewusst nur dann eingegangen werden, wenn der Wert des Unternehmens im Rahmen der Nutzung günstiger Geschäftsgelegenheiten gesteigert werden kann. Mit den geschäftlichen Aktivitäten der GRAMMER Gruppe verbundene, aber möglicherweise bestandsgefährdende Risiken werden grundsätzlich vermieden.
Unternehmerische Kernrisiken, insbesondere marktseitige Risiken, z.B. vom Verlauf der Konjunktur ausgehend, sowie Risiken, die aus der Entwicklung neuer Produkte entstehen können, trägt GRAMMER selbst, soweit diese nicht von einer Versicherung abgedeckt sind. Das Unternehmen strebt an, andere Risiken (außerhalb der unternehmerischen Kernrisiken) möglichst auf Dritte zu übertragen. Dies betrifft insbesondere Finanz- und Haftungsrisiken.
Das Risikomanagement in der GRAMMER Gruppe umfasst alle Gesellschaften und Organisationseinheiten. Risiken zu identifizieren sowie mitigierende Maßnahmen einzuleiten, sieht das GRAMMER Management als ständige gemeinsame Aufgabe an. Alle Mitarbeiter:innen des Unternehmens sind dazu aufgefordert, Risiken in ihrem Verantwortungsbereich zu erkennen und so weit wie möglich zu vermeiden bzw. zu minimieren.
In regelmäßigen Abständen überprüft die interne Revision der GRAMMER AG oder ein externer Dienstleister die Angemessenheit und Effektivität des Risikomanagementsystems.

In Hinsicht auf das interne Kontrollsystem sind bei der GRAMMER AG folgende Strukturen und Prozesse implementiert:

Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem in der Gesellschaft. Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle strategischen Geschäftsfelder eingebunden. Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind in Richtlinien und Organisationsanweisungen niedergelegt, die in regelmäßigen Abständen den aktuellen externen und internen Entwicklungen angepasst werden. GRAMMER erachtet solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Bilanzierung und die Gesamtaussage des Jahres- und Konzernabschlusses einschließlich des Lageberichts maßgeblich beeinflussen können bzw. erheblichen Einfluss auf die operativen Unternehmensprozesse haben können. Dies sind insbesondere die folgenden Elemente:

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Identifikation der wesentlichen Risikofelder und Kontrollbereiche mit Relevanz für den Rechnungslegungsprozess sowie für die operativen Unternehmensprozesse.
Überwachung des Rechnungslegungsprozesse/​ operativen Unternehmensprozesse und der Ergebnisse auf Ebene des Vorstands und auf Ebene der Bereiche bzw. der verantwortlichen Abteilungen.
Regelmäßige und präventive Kontrollmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen sowie in operativen, leistungswirtschaftlichen Unternehmensprozessen, die wesentliche Informationen für die Aufstellung des Jahres- und Konzernabschlusses einschließlich Lagebericht generieren, inklusive einer Funktionstrennung und definierten Genehmigungsprozessen in relevanten Bereichen.
Maßnahmen, die die ordnungsmäßige IT-gestützte Verarbeitung von rechnungslegungsbezogenen Sachverhalten und Daten sicherstellen.
Maßnahmen zur Überwachung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems.

Chancen- und Risikomanagementprozess

Um Risiken rechtzeitig zu erkennen, zu vermeiden oder zumindest zu minimieren und um ihre Ursachen zu analysieren und zu beurteilen, hat GRAMMER ein konzernweites einheitliches Risikomanagementsystem etabliert. Der Risikomanagementprozess ermöglicht die frühzeitige Identifikation von Risiken, ihre Analyse und Bewertung, den abgestimmten Einsatz geeigneter Instrumente zur Steuerung der Risiken sowie das Risiko-Monitoring und -Controlling und umfasst zudem und insbesondere die Früherkennung bestandsgefährdender Risiken. Das Risikomanagementsystem regelt die Identifikation, Erfassung, Beurteilung, Dokumentation und Berichterstattung von Risiken, aber auch von Chancen.

Verantwortlich für das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem ist der Vorstand, während Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss die Wirksamkeit der Systeme überwachen und prüfen sowie regelmäßig informiert werden.

Im Rahmen eines fortlaufenden Erhebungsprozesses werden wesentliche Risiken, welche die Erreichung der Unternehmensziele gefährden können, an das zentrale Risikomanagement gemeldet. Die Verantwortung für die Risikoberichterstattung liegt nicht in einem Zentralbereich der GRAMMER AG, sondern ist Teil der Aufgabe der Regionsverantwortlichen sowie einzelner Führungskräfte und Mitarbeiter:innen im Rahmen ihrer Funktionen. Chancen und Risiken sowie Maßnahmen zur Risikosteuerung werden in regelmäßigen Managementsitzungen mit dem Vorstand erörtert. Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat werden regelmäßig über die Risikolage der Gruppe sowie den Stand der eingeleiteten Maßnahmen anhand eines Chancen- und Risikoberichts informiert.

Die Koordination des Risikomanagements ist im Bereich Group Controlling angesiedelt. Die Erfassung der Risiken erfolgt in einem SAP-basierten System. Auf diese Weise erhält GRAMMER einen Überblick über die wesentlichen Chancen und Risiken für die Gruppe, die auf einer Nettobetrachtung basieren. Die Nettochancen und -risiken werden hergeleitet, indem bestehende und wirksame Maßnahmen berücksichtigt sowie im Budget, im Forecast oder im Konzernabschluss (z.B. in Form einer Rückstellung) verarbeitete Sachverhalte entsprechend in Abzug gebracht werden. Die Konsolidierung der Chancen und Risiken erfolgt dabei anhand speziell auf die GRAMMER Gruppe ausgerichteter Kategorien, die den sogenannten Risiko-Atlas bilden. Er umfasst neben strategischen Risiken auch Markt-, Finanz- und Rechtsrisiken ebenso wie Risiken aus den Bereichen ESG, IT, Personal, Qualität und Beschaffung. Das Chancen-Management der GRAMMER Gruppe zielt darauf ab, Chancen nicht nur zu erfassen, sondern auch bestmöglich von ihnen zu profitieren.

Merkmale des internen Kontrollsystems

Als kapitalmarktorientiertes Mutterunternehmen im Sinne des § 264d HGB ist die GRAMMER AG gemäß § 289 Abs. 4 HGB verpflichtet, die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess ist jedoch nicht gesetzlich definiert. GRAMMER versteht das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem als umfassendes System und orientiert sich an der Definition des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V., Düsseldorf, zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem und zum Risikomanagementsystem. Unter einem internen Kontrollsystem werden demnach die vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements gerichtet sind

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zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens einschließlich der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen),
zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie
zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.

Das Risikomanagementsystem beinhaltet wie zuvor beschrieben die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken der unternehmerischen Betätigung sowie die unter Abschnitt Grundprinzipien des Risikomanagements und des IKS genannten Elemente.

Compliance Management System

Compliance, also die Einhaltung von Gesetzen und internen Vorgaben, ist die Basis der Geschäftstätigkeit von GRAMMER. Compliance ist nicht nur Prävention finanzieller Risiken und Reputationsverluste, sondern fördert Integrität, Transparenz und verantwortungsvolles Handeln und ist somit auch bestimmend dafür, wie miteinander gearbeitet und umgegangen wird. Mit dem Compliance Management System bei GRAMMER verfolgt der Vorstand folgende Zielsetzungen und wird dabei vom Aufsichtsrat überwacht:

Verhinderung und Aufdeckung von Verstößen gegen geltendes Recht und unternehmensinterne Regelungen sowie der möglichen daraus resultierenden Schäden (finanzielle Schäden /​ Reputationsschäden).

Verringerung von Haftungs- und Reputationsrisiken für die GRAMMER AG, ihre Organmitglieder und Mitarbeitende.

Stärkung des Compliance-Bewusstseins und Verhaltens bei den Mitarbeiter:innen.

Als Querschnittsthema betrifft Compliance alle Bereiche und Funktionen von GRAMMER. Compliance-Maßnahmen erfolgen nicht isoliert, sondern sind in die administrativen und operativen Prozessabläufe integriert. Der Aufbau des CMS von GRAMMER ist im Wesentlichen an dem Standard IDW PS 980 für Compliance Management Systeme ausgerichtet. Die 7-Elemente-Struktur des CMS nach IDW PS 980 gibt den systematischen Rahmen für die Aufgaben von Compliance vor:

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CMS-Elemente Beschreibung
1. Compliance-Kultur Die Compliance-Kultur stellt die Grundlage für die Angemessenheit und Wirksamkeit des CMS dar. Sie wird vor allem geprägt durch die Grundeinstellungen und Verhaltensweisen des Managements sowie durch die Rolle des Aufsichtsorgans ("tone at/​from the top"). Die Kultur beeinflusst die Bedeutung, welche die Mitarbeiterinnen des Unternehmens der Beachtung von Regeln beimessen und damit die Bereitschaft zu regelkonformem Verhalten.
2. Compliance-Ziele Die gesetzlichen Vertreterinnen legen auf der Grundlage der allgemeinen Unternehmensziele und einer Analyse und Gewichtung der für das Unternehmen bedeutsamen Regeln die Ziele fest, die mit dem CMS erreicht werden sollen. Dies umfasst insbesondere die Festlegung der relevanten Teilbereiche und der in den einzelnen Teilbereichen einzuhaltenden Regeln. Die Compliance-Ziele stellen die Grundlage für die Beurteilung von Compliance-Risiken dar.
3. Compliance-Organisation Das Management regelt die Rollen und Verantwortlichkeiten [Aufgaben) sowie Aufbau- und Ablauforganisation im CMS als integralen Bestandteil der Unternehmensorganisation und stellt die für ein wirksames CMS notwendigen Ressourcen zur Verfügung.
4. Compliance-Risiken Unter Berücksichtigung der Compliance-Ziele werden die Compliance-Risiken festgestellt, die Verstöße gegen einzuhaltende Regeln und damit eine Verfehlung der Compliance-Ziele zur Folge haben können. Hierzu wird ein Verfahren zur systematischen Risikoerkennung und Risikoberichterstattung eingeführt. Die festgestellten Risiken werden im Hinblick auf Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Folgen analysiert, die Risikoanalyse regelmäßig sowie im Bedarfsfall aktualisiert.
5. Compliance-Programm Auf der Grundlage der Beurteilung der Compliance-Risiken werden Grundsätze und Maßnahmen eingeführt, die auf die Begrenzung der Compliance-Risiken und damit auf die Vermeidung von Compliance-Verstößen ausgerichtet sind. Das Compliance-Programm umfasst auch die bei festgestellten Compliance-Verstößen zu ergreifenden Maßnahmen. Das Compliance-Programm wird zur Sicherstellung einer personenunabhängigen Funktion des CMS dokumentiert.
6. Compliance-Kommunikation Die jeweils betroffenen Mitarbeiterinnen und ggf. Dritte werden über das Compliance-Programm sowie die festgelegten Rollen und Verantwortlichkeiten informiert, damit sie ihre Aufgaben im CMS ausreichend verstehen und sachgerecht erfüllen können. Im Unternehmen wird festgelegt, wie Compliance-Risiken sowie Hinweise auf mögliche und festgestellte Regelverstöße an die zuständigen Stellen im Unternehmen (z.B. die gesetzlichen Vertreterinnen und erforderlichenfalls das Aufsichtsorgan) berichtet werden.
7. Compliance-Überwachung und -Verbesserung Angemessenheit und Wirksamkeit des CMS werden in geeigneter Weise überwacht. Voraussetzung für die Überwachung ist eine ausreichende Dokumentation des CMS. Werden im Rahman der Überwachung Schwachstellen im CMS bzw. Regelverstöße festgestellt, werden diese an das Management bzw. die hierfür bestimmte Stelle im Unternehmen berichtet. Die gesetzlichen Vertreterinnen sorgen für die Durchsetzung des CMS, die Beseitigung der Mängel und die Verbesserung des Systems.

Risiken

Darstellung der wesentlichen Risikofelder

In der nachfolgenden Darstellung der Risiken sind die jeweiligen Maßnahmen zur Risikobegrenzung berücksichtigt (Nettobetrachtung):

In den nachfolgenden Abschnitten werden Risiken beschrieben und dargelegt, die teilweise erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf den Aktienkurs oder die Marktreputation haben können. Zusätzliche Risiken, die GRAMMER derzeit noch als gering einschätzt oder die uns zurzeit noch nicht in ihren Auswirkungen bekannt sind, können die Geschäftsaktivitäten ebenfalls negativ beeinflussen. Die Beurteilung der aufgeführten Risiken hat mindestens für das folgende Geschäftsjahr Bestand. Als wesentlicher Aspekt des Risikomanagements wird versucht, Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, zu vermeiden bzw. zu minimieren und bilanziell entsprechend zu würdigen.

COVID-19-Risiken

Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betreffen sämtliche für die GRAMMER Gruppe relevanten Absatzmärkte. Von der daraus resultierenden direkten und indirekten negativen Entwicklung war die gesamte Weltwirtschaft betroffen. Im Vergleich zu den ersten Jahren der Pandemie ist eine Erholung in vielen Geschäftsbereichen zu erkennen, wenngleich die aktuellen Auswirkungen der Pandemie zwischen den Regionen und Kundenbranchen erheblich variieren. Weitere regionale Lockdowns mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage können zwar nicht ausgeschlossen werden, werden aber im weiteren Verlauf der Pandemie zunehmend unwahrscheinlich. Seit Anfang Dezember 2022 wurde die strikte Null-COVID-Strategie in China gelockert, weshalb GRAMMER das Risiko weiterer lokaler Lockdowns als gering einschätzt. Trotz des hohen Infektionsgeschehens vor Ort sieht GRAMMER in China aktuell keine nennenswerten Risiken im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Arbeitskräften.

Beschaffungsrisiken

Die Beschaffungsrisiken lassen sich im Wesentlichen in den Aspekt der zeitlichen Verfügbarkeit von Materialien inklusive Lieferketten und Logistik sowie in Preisrisiken bei Rohstoffen und Energie unterteilen.

Durch die russische Aggression in der Ukraine, die COVID-19-Pandemie, die Halbleiterkrise und weitere geopolitische Einflüsse kam es im Jahr 2022 zu Produktionsunterbrechungen und erheblicher Materialpreissteigerungen in den globalen Lieferketten. Dies wirkte sich negativ auf die Materialkosten sowie die weltweite Verfügbarkeit von Materialien und Komponenten aus. Diese Preisanstiege ereigneten sich in Kombination mit einer Verteuerung der Logistikkosten. Die Preisturbulenzen allgemein sowie im Besonderen an den Gas- und Strommärkten hatten weiterhin erheblichen Einfluss auf das Unternehmensergebnis im Jahr 2022 und es ist zu erwarten, dass die Preise auch im Jahr 2023 schwankungsanfällig bleiben mit Auswirkungen auf die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage, wenngleich sich der Preisdruck insgesamt zuletzt merklich entspannt hat.

Insbesondere die Versorgungs- und Preisrisiken bei der Gasversorgung haben zuletzt abgenommen. So ist die Gasversorgung in Deutschland laut Bundesnetzagentur im Moment stabil und die Versorgungssicherheit weiter gewährleistet. Parallel kam es zu einem Absinken der Gaspreise. Eine mögliche Gasmangellage hätte erhebliche Folgen für die gesamte Wirtschaft. Dabei sind sowohl die Effekte direkt bei den Gasabnehmern als auch die Auswirkungen in vor- und nachgelagerten Branchen zu berücksichtigen. Bei GRAMMER wird Erdgas neben der Wassererwärmung und Heizung nur in wenigen Werken auch für den Produktionsprozess verwendet. Für die relevanten Produktionsprozesse hat GRAMMER bereits Maßnahmen für die Umstellung auf alternative Energiequellen eingeleitet. Vor allem in Europa wird angestrebt, eine Balance aus Versorgungssicherheit und Risikominimierung zu erreichen. Dies wird durch eine sukzessive Eindeckung der Energiebedarfe ermöglicht. Eine Mischung aus langfristigen und kurzfristigen Handelsprodukten sowie eine Kombination aus frühzeitiger Beschaffung und kurzfristiger Nutzung von Preistiefs stellen sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Risikominimierung sicher. Allerdings würde eine Gasmangellage aufgrund der Abhängigkeit von Erzeugnissen der energieintensiven Stahl- und Chemieindustrie zu erheblichen Beeinträchtigungen bei der Automobilproduktion und damit indirekt zu einem voraussichtlich signifikant geringeren Umsatz bei GRAMMER führen mit Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Die GRAMMER Gruppe ist insgesamt weiter bestrebt, Planungsrisiken, die aus der Schwankung von Rohstoffpreisen resultieren, zu minimieren. Von Bedeutung ist dabei insbesondere die Marktpreisentwicklung des Werkstoffs Stahl sowie von rohölbasierten Schaum- und Kunststoffprodukten. Die für das Unternehmen relevanten Rohstoffmärkte unterliegen einer ständigen Beobachtung. Soweit möglich und angezeigt, werden Kostenrisiken durch das Eingehen langfristiger Lieferverträge und Materialpreisgleitklauseln in Kundenverträgen eingegrenzt.

Zudem bestehen Risiken hinsichtlich der Versorgungskette, die aus unterschiedlichen Gründen die Produktqualität, Liefertreue oder sogar die generelle Verfügbarkeit von Produkten beeinflussen können. Daneben können auftretende Qualitätsprobleme bei Zulieferern oder Versorgungsstörungen in der Zulieferkette Risiken in GRAMMERs Produktion verursachen, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken. Risiken, die aus dem Ausfall von Zulieferern entstehen können, begegnet GRAMMER mit Lokalisierungs-, In-Sourcing- und Dual-Sourcing-Strategien. Zusätzlich erfolgt ein kontinuierliches Monitoring von potenziell kritischen Lieferanten. Zur Sicherung unserer Wertschöpfungskette legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Prüfung der finanziellen Stabilität und der Einhaltung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) unserer Lieferanten.

Zudem wurden die folgenden konkreten Maßnahmen getroffen, um die Beschaffungsrisiken zu minimieren: Die Einkaufs- und Vertriebsteams tauschen sich regelmäßig aus und stimmen sich eng ab, um auf Kunden- und Lieferantenseite die Preissteigerungen auszugleichen. Einige Projekte zur Optimierung der Frachtkosten wurden begonnen, um die Preissteigerungen durch mehr Effizienz auszugleichen. Dies beinhaltet zum Beispiel die Optimierung der Lieferketten insbesondere in Mexiko und in den USA. Einige Lokalisierungsprojekte in China und AMERICAS sowie Insourcing in EMEA wurden initiiert, um interne Ressourcen besser auszulasten. Zudem haben Investitionen und die technische Weiterentwicklung im Bereich der Digitalisierung dazu beigetragen, für höhere Transparenz und schnellere Informationsvernetzung zu sorgen, um der weltweiten Lieferkettenkrise standzuhalten.

Compliance Risiken

GRAMMER ist als international tätige Gruppe Risiken unterworfen, die sich aus Verstößen gegen geltende Gesetze oder interne Regeln und dem individuellen oder kollektiven Fehlverhalten von Mitarbeitenden, Führungskräften oder dem Management ergeben können. Die Verwirklichung solcher Risiken kann sich aufgrund möglicher Bußgelder und Haftung negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken und die Reputation von GRAMMER schädigen. Zur Reduzierung und Vermeidung wird das bestehende Compliance Management System bei GRAMMER ständig weiterentwickelt und ausgebaut. Es enthält sowohl präventive Maßnahmen wie beispielsweise Schulungen von Mitarbeiter:innen, als auch reaktive Maßnahmen, wie beispielsweise der Umgang mit und die Nachverfolgung von Hinweisen auf Verstöße oder Fehlverhalten.

Rechtliche Risiken

GRAMMER ist als international tätiges Unternehmen vielfältigen gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen unterworfen. Aus der Vielzahl der rechtlichen Vorschriften und Regularien und deren ständigen Veränderungen können sich Risiken ergeben, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken. Bestehende und drohende Rechtsstreitigkeiten werden kontinuierlich erfasst, analysiert, hinsichtlich ihrer juristischen und finanziellen Auswirkungen bewertet und in der bilanziellen Risikovorsorge entsprechend berücksichtigt. Der Ausgang rechtlicher Streitigkeiten ist allerdings stets ungewiss, sodass über die getroffene bilanzielle Vorsorge hinaus weitere Risiken bestehen, die eine negative Auswirkung auf die Finanz- und Ertragsziele haben können. Die GRAMMER AG und ihre Tochtergesellschaften sind wegen angeblicher Mängel ihrer Produkte Gewährleistungsansprüchen ihrer Kunden ausgesetzt. Mögliche Gewährleistungsansprüche werden über die Bildung von entsprechenden Rückstellungen berücksichtigt. Darüber hinaus werden in gerichtlichen Verfahren Ansprüche wegen angeblicher Mängel der GRAMMER Produkte geltend gemacht. Soweit diese zum Nachteil von GRAMMER ausgehen, können sich hieraus Schadensersatzzahlungen, Nachbesserungsarbeiten oder sonstige kostenintensive Maßnahmen ergeben. Da die Verfahren mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind, ist es möglich, dass sich die gebildeten Rückstellungen teilweise als unzureichend erweisen. Infolgedessen können zusätzliche Aufwendungen entstehen. Beschränkungen des Unternehmens in seiner internationalen Aktivität durch Import- bzw. Exportkontrollen, Zollbestimmungen oder andere Handelshemmnisse aus regulatorischen Vorgaben stellen ein Risiko dar, dem sich GRAMMER aufgrund seiner Tätigkeit nicht entziehen kann. Darüber hinaus können Exportkontrollregulierungen, Handelsbeschränkungen und Sanktionen die Geschäftsaktivitäten beeinträchtigen oder beschränken. Zur Absicherung rechtlicher Risiken existiert eine Vielzahl unternehmensweiter Standards, die laufend fortentwickelt werden. Beispiele hierfür sind allgemeine Geschäftsbedingungen, Vertragsmuster für verschiedene Anwendungsfälle oder interne Richtlinien und Verfahrensanweisungen. Zudem setzt GRAMMER ein System aus intensiver Vertragsprüfung, Vertragsmanagement sowie systematisierter Dokumentierung und Archivierung ein. Sogenannte Normalrisiken und existenzgefährdende Risiken sind ausreichend versichert.

Qualitätsrisiken

GRAMMER legt großen Wert auf die Einhaltung hoher externer und interner Qualitätsstandards und die frühzeitige Identifikation möglicher Fehlerquellen bzw. deren Vermeidung. Trotzdem kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass Qualitätsrisiken auftreten. Dies gilt insbesondere bei Entwicklungen von Produkten mit komplexen Fertigungsstrukturen. Eine globale Ausrichtung sowie Verflechtungen der Fertigung über Kontinente hinweg sowie der damit verbundene Abstimmungsbedarf zwischen den beteiligten Einheiten dieses Risiko zwangsläufig. Um derartige Risiken zu minimieren, hat GRAMMER in der gesamten Gruppe entsprechende Maßnahmenprogramme etabliert , die wie folgt beschrieben werden. Zur Minimierung von Risiken aus lieferantenverursachten Qualitätsproblemen führt das Unternehmen eine ganzheitliche Lieferantenentwicklung und regelmäßige Lieferantenaudits durch. Mittels einer systembasierten Lieferantenbewertung analysiert GRAMMER fortlaufend lieferantenspezifisch den Qualitäts- und Leistungsgrad im Lieferprozess. Die Ergebnisse aus diesen Aktivitäten stellen Schlüsselkriterien für die Auswahl der Lieferanten in Projekt und Serie dar. Dennoch kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass sich vereinzelt Risiken ergeben, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

Marktrisiken

Als weltweit tätiges Unternehmen wird die GRAMMER Gruppe durch die Entwicklungen an nationalen und internationalen Märkten beeinflusst. Weitere geopolitische Spannungen oder auch ein wieder verstärktes Pandemiegeschehen können das Risiko einer Rezession im Jahr 2023 stark erhöhen. Den daraus resultierenden potenziellen Risiken begegnet das Unternehmen mit einer Vielzahl von Maßnahmen. So beobachtet GRAMMER kontinuierlich und intensiv die Entwicklung der relevanten Märkte und Branchen und passt Produktion und Kapazitäten bei Bedarf entsprechend an. Die GRAMMER Gruppe versucht im Sinne eines effektiven Risikomanagements, umgehend auf Krisen und sich andeutende Umsatzschwächen zu reagieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. So werden z. B. Produktions- sowie Kostenstrukturen frühzeitig der veränderten Umsatzsituation angepasst GRAMMER agiert in zunehmend wettbewerbsintensiven Märkten, die das Unternehmen vermehrt Risiken wie Preisdruck, kurzen Entwicklungs- und Einführungszeiten, hohen Anforderungen an die Produkt- und Prozessqualität sowie schnellen Veränderungen aussetzen. Durch die Abhängigkeit von den Weltmärkten, die durch unterschiedliche Konjunktur- und Nachfragezyklen gekennzeichnet sind, hat GRAMMER ein sehr breites Feld an Einflussfaktoren wahrzunehmen und zu interpretieren. Zusätzlich entstehen neue Wettbewerber vor allem in Schwellenländern oder Unternehmen treten neu in diese Märkte ein. Die Auswirkungen von Krisen in spezifischen Märkten und Regionen bergen zudem Risiken, die nicht mehr unmittelbar aus den Geschäftsfeldern abgeleitet werden können. Auch die Differenzierung in den einzelnen Märkten nimmt stetig zu, sodass aus einer generellen Entwicklung nicht mehr zwangsläufig auch auf GRAMMERs Geschäftsfelder geschlossen werden kann. Dies gilt sowohl für die positiven als auch für die negativen Entwicklungen. Im Zuge der E-Mobilität können sich weitere Risiken für die Märkte der Gruppe ergeben. Aufgrund der Umstellung der Technologie kann es zu Verschiebungen in der Struktur der Kunden und Produkte kommen, die dem Unternehmen bisher nicht bekannt sind. Insbesondere im am schnellsten wachsenden Markt China treten vermehrt neue OEMs auf, die den bisherigen Bestandskunden Marktanteile kosten können. Zwar erweitert GRAMMER erfolgreich sein Kundenportfolio, auch um diese neuen OEMs. Allerdings kann die Gruppe derzeit nicht absehen, welche dieser Unternehmen sich im Markt erfolgreich etablieren werden. Zudem besteht das Risiko, dass die Zunahme des autonomen Fahrens auch eine Substituierung von Produkten oder die Entwicklung neuer Konzepte erfordert. Jedoch versucht sich die GRAMMER AG auf Zukunftstrends dieser Art entsprechend vorzubereiten, aber diese Entwicklung der Industrie kann sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft auswirken.

Eventuelle Konsolidierungen von Märkten oder Marken können zur partiellen Abhängigkeit der GRAMMER AG von einigen wenigen Kunden - basierend auf deren Konzernstrukturen - führen. Zusätzlich hält der Kostendruck der Fahrzeughersteller auf die Unternehmen der Zulieferindustrie weiter an. Aus diesem Marktumfeld könnten eventuell ausbleibende Anschlussaufträge das Unternehmen belasten. Hier forciert GRAMMER die konsequente Umsetzung der strategischen Ausrichtung auf Innovation, Kundenorientierung und Nachhaltigkeit. Neben der intensivierten Forschung und Entwicklung geht die Gruppe auch vielseitige Prozessoptimierungen zur Gegensteuerung und Steigerung der Kosteneffizienz an, um den hohen Anforderungen der Kunden nachkommen zu können.

Damit diese Wettbewerbsrisiken sinken, strebt das Unternehmen die Verbesserung seiner Marktposition in sämtlichen Geschäftsfeldern an. Dafür setzt die GRAMMER Gruppe auf technische Innovationen und auf die Weiterentwicklung bestehender Produkte und Prozesse. Ziel ist es, durch eine klare Fokussierung auf die Kundenbedürfnisse und Erfolgsfaktoren nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Die Einführung neuer Produkte und Technologien birgt jedoch auch Risiken und erfordert ein starkes Engagement in Forschung und Entwicklung, das mit einem beträchtlichen Einsatz finanzieller Mittel und technischer Ressourcen verbunden ist. Trotz der zahlreichen Patente und der Sicherung des geistigen Eigentums können Wettbewerber, insbesondere in den Wachstumsmärkten, nicht generell davon abgehalten werden, Produkte und Leistungen zu entwickeln, die GRAMMERs Angebotsspektrum ähnlich sind.

Üblicherweise beinhalten Lieferverträge, insbesondere solche, die mit den wesentlichen Kunden der GRAMMER Gruppe geschlossen wurden, rechtlich verbindliche Zusagen, über einen festgelegten Zeitraum bestimmte, in der Regel noch zu entwickelnde Produkte zu beziehen. Diese Zusagen beziehen sich jedoch nicht darauf, ein bestimmtes Produkt exklusiv von Gesellschaften der GRAMMER Gruppe zu erwerben. Die konkreten Produkte und Liefermengen werden in separaten Abrufen bestellt, die zeitlich kürzer sein können, aber eine konkrete Verpflichtung zur Abnahme darstellen. Aus rein rechtlicher Sicht sind die wesentlichen Kunden der GRAMMER Gruppe grundsätzlich in der Lage, mittelfristig auch große Aufträge bzw. Produktvolumina von GRAMMER abzuziehen. Dies würde sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft auswirken. Da ein Auftragsabzug in der laufenden Serienproduktion für die Kunden jedoch mit erheblichen Kosten sowie großem Aufwand verbunden ist und einen beachtlichen Zeitvorlauf erfordert, ist zumindest der Komplettabzug des gesamten Auftragsbestandes durch einen Kunden eher unwahrscheinlich. Auch 2022 war geprägt von Lieferengpässen bei Halbleitern in der Automobilindustrie. Der weiter bestehende Mangel an Halbleitern führte wiederum zu deutlich volatileren und insgesamt niedrigeren Abrufen der GRAMMER Automotive-Produkte (insbesondere in AMERICAS und EMEA) mit entsprechend negativen Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis der GRAMMER Gruppe. Als Reaktion auf diese Situation kürzen die GRAMMER Werke Kosten und reduzieren die Produktion. Der Vertrieb verhandelt mit den OEMs über die Kompensierung der nicht von GRAMMER verschuldeten fehlenden Abrufe aufgrund von OEM-Werkstillständen. Zeitgleich werden Maßnahmen wie die Anpassung des Lagerbestandes verfolgt.

Durch die fortwährende Anpassung und Optimierung der Kostenstrukturen der Produktions- und Entwicklungskapazitäten sowie der Fertigungstiefe besteht grundsätzlich das Risiko, dass zum Beispiel die Zusammenlegung und Schließung von Standorten die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens belastet. Zudem ist das Risiko vorhanden, dass solche Maßnahmen nicht immer im geplanten Zeitrahmen umgesetzt werden. Außerdem kann es aufgrund der Vielschichtigkeit und Komplexität solcher Prozesse zu Verzögerungen und zusätzlichen finanziellen Belastungen kommen oder der Nutzen dieser Prozesse könnte geringer ausfallen, als ursprünglich geplant war bzw. angenommen wurde.

GRAMMERs Handlungsfelder umfassen zunehmend auch Tätigkeiten, die aus der strategischen Portfoliopolitik in den einzelnen Geschäftsfeldern resultieren. Aktivitäten im Bereich der Unternehmenszusammenschlüsse und Akquisitionen bergen grundsätzlich Unwägbarkeiten. Die damit verbundenen Risiken bestehen nicht nur hinsichtlich der Marktreaktion, sondern auch in Bezug auf die Integration von Menschen, Kulturen und Technologien sowie von Produkten und Entwicklungen in bestehenden Strukturen.

Zudem lassen sich auch Risiken aus der Umsetzung einer Unternehmenstransaktion nicht ausschließen. So können, wie bei solchen Transaktionen üblich, Akquisitions-, Integrations- und sonstige Kosten entstehen, die zu Beginn des Prozesses nicht abgeschätzt werden konnten.

Risiken ergeben sich auch aus den vielfältigen Änderungen und Anpassungen von Regelungen, Gesetzen, Richtlinien und technischen Vorgaben hinsichtlich der Produkte, denen GRAMMER als global agierendes Unternehmen zunehmend ausgesetzt ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Vorschriften und rechtliche Regelungen in bestimmten Märkten und Regionen mit zusätzlichen Belastungen und Aufwendungen einhergehen, die bisher mangels Kenntnis nicht berücksichtigt werden konnten und sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Aufgrund ihrer weltweiten Aktivitäten und der im wirtschaftlichen Umfeld beschriebenen Risiken ist die GRAMMER Gruppe Zins-, Währungs- und Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Die Gesellschaft begegnet hauptsächlich Währungsrisiken aus den Währungen Tschechische Krone, Polnische Ztoty, Mexikanischer Peso, US-Dollar, Türkische Lira, Brasilianischer Real, Japanischer Yen sowie Chinesischer Yuan. Sie resultieren sowohl aus Lieferungen und Leistungen als auch aus der lokalen Produktion. Die GRAMMER Gruppe begegnet Währungsrisiken zum einen durch "Natural Hedging", also durch die Erhöhung des Einkaufsvolumens im Fremdwährungsraum bei gleichzeitiger Erhöhung des Absatzes im gleichen Währungsraum. Zum anderen werden Währungsrisiken selektiv am Devisenmarkt abgesichert. Eine starke Aufwertung des Euros gegenüber den Währungen der anderen Exportwirtschaftsnationen könnte sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe auswirken.

Den Schwankungen an den Zinsmärkten kann sich GRAMMER nicht vollständig entziehen. Ein weiter steigendes Zinsniveau kann zu zahlungswirksamen Zinsänderungsrisiken im Hinblick auf Verbindlichkeiten mit variabler Verzinsung führen. Daraus können Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens entstehen. GRAMMER minimiert Zinsänderungsrisiken durch die Aufnahme von langfristigen Refinanzierungsmitteln (z. B. Privatplatzierungen) sowie durch den Einsatz von Derivaten.

Der Sicherung ausreichender Liquiditätsspielräume kommt ebenfalls eine hohe Bedeutung zu. Ein wesentliches Element der Konzernfinanzierung von GRAMMER bildet der 2020 abgeschlossene Konsortialkredit. Dieser teilt sich in eine Kreditlinie zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung in Höhe von 150,0 Mio. EUR (Tranche A) mit einer Laufzeit von fünf Jahren und zwei Verlängerungsoptionen von jeweils einem Jahr und eine Kreditlinie zur Ausfinanzierung der TMD-Akquisition über 80,0 Mio. USD (Tranche B) auf, die über vier Jahre ratierlich zu tilgen war und bis zum 29. Dezember 2022 planmäßig zurückgezahlt (Vj. 19,0 Mio. USD) wurde. Ebenfalls im Geschäftsjahr 2020 wurde im Rahmen des KfW-Programms "Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung (855)" der bestehende Konsortialkredit über eine Änderungsvereinbarung um eine Tranche C in Höhe von 235,0 Mio. EUR mit dreijähriger Laufzeit erweitert Die Tranche C wurde im Juni 2022 vorzeitig bis 2025 verlängert , sodass die Liquidität von GRAMMER - auch im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld - weiterhin nachhaltig gesichert ist. Ferner erhielt die GRAMMER AG von ausgewählten Kernbanken am 21. Dezember 2022 feste Kreditzusagen über 31,5 Mio. EUR. Diese Kreditzusagen bilden eine zusätzliche Tranche D unter dem Konsortialkreditvertrag und werden nach Erfüllung der Auszahlungsvoraussetzungen als Refinanzierung für ein fälliges Schuldscheindarlehen in gleicher Höhe in Anspruch genommen. Sie ist teilweise ratierlich bis zur Fälligkeit am 10. Februar 2025 zu tilgen.

Die Liquiditätssituation wird laufend und systematisch überwacht und kontinuierlich durch eine weltweite rollierende Finanzbedarfsplanung erfasst. Mögliche Risiken in Zusammenhang mit einem Kontrollwechsel sind in den Erläuterungen zur Finanzlage dargestellt. Die Kreditverpflichtungen der GRAMMER Gruppe enthalten Auflagen, zu denen die Einhaltung bestimmter marktüblicher Finanzkennzahlen (Financial Covenants) zählt. Im Fall der Nichteinhaltung dieser Financial Covenants steht den Kreditgebern der GRAMMER Gruppe ein Sonderkündigungsrecht zu, das zur sofortigen Fälligstellung der Kredite berechtigen würde. Der Ausweitung der Liquiditätsspielräume wird trotz dadurch möglicherweise entstehender Zins- und zinsähnlicher Nachteile eine hohe Bedeutung beigemessen; es wird eine dem Unternehmen angemessen erscheinende Liquiditätsreserve gehalten. Daraus resultieren gewisse Belastungen im Zinsergebnis, die allerdings bewusst in Kauf genommen werden, um den strategischen Handlungsspielraum zu erhalten und die Liquiditätslage nicht zu gefährden. Die Debitorenausfallrisiken sind durch die Kundenstruktur begrenzt und werden durch aktives Debitorenmanagement überwacht. Durch die dem Markt inhärenten Unsicherheiten und Risiken bezüglich der Zinsentwicklung kann der Finanzierungsstatus der Pensionspläne der Gruppe stark beeinflusst werden. Das kann sowohl einen Anstieg als auch einen Rückgang des Anwartschaftsbarwertes der leistungsorientierten Verpflichtung zur Folge haben. Die Pensionsverpflichtungen werden gemäß den versicherungsmathematischen Berechnungen bilanziert, in denen dem anzuwendenden Zinssatz eine wesentliche Rolle zukommt. Die tatsächlich zu leistenden Zahlungen können von den berechneten Werten abweichen, da die Annahmen zu den wesentlichen Bewertungsparametern, wie den Abzinsungsfaktoren, sowie zu den Gehältern und der Inflation mit Unsicherheiten behaftet sind. Daraus kann sich ein Risiko für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.

Zins-, Währungs- und Liquiditätsrisiken werden zentral im Konzernbereich Finanzen erfasst. Mithilfe eines strategischen Treasury Managements, dessen Wirksamkeit regelmäßig überprüft wird, vermindert GRAMMER die erläuterten Risiken. Dennoch kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass sich die dargelegten - und nach aktivem Risikomanagement verbliebenen - moderaten Risiken negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

GRAMMER überprüft einmal jährlich und zusätzlich anlassbezogen auf Ebene der Segmente, welche die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Gruppe darstellen, die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts. Eine Wertminderung kann durch einen Anstieg des Abzinsungsfaktors und/​oder durch verschlechterte Geschäftsaussichten ausgelöst werden.

Cyber- und Informationsrisiken

Die Sicherheit, der Schutz und die Integrität der Daten sowie der IT-Infrastruktur sind für einen ordnungsgemäß geführten Geschäftsbetrieb unerlässlich. Gesetzliche Vorgaben und Vorschriften erfordern technisch-organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Informationen und der hochverfügbaren und abgesicherten Datenleitungen. Um diesen Anforderungen zu entsprechen, hat GRAMMER die unternehmenskritischen Komponenten der IT-Infrastruktur in redundanten Rechenzentren installiert, deren Stromversorgung auch im Notfall durch getrennte Notstromanlagen sichergestellt ist. Zusätzlich sind bei der Nutzung von organisationsfremden Netzwerkdiensten, wie z. B. externen Cloud-Diensten, die unterschiedlichen Anforderungen an die Informationssicherheit, Qualität der Datenübertragung sowie deren Verwaltung berücksichtigt worden. So haben z. B. Cloud-Anbieter die Integrität, die Verfügbarkeit und den Schutz vor unbefugtem Zugriff der Daten zu gewährleisten. Alle GRAMMER Standorte sind redundant an die Rechenzentren angebunden. Die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit geschäftskritischer IT-Systeme ist in Notfallplänen dokumentiert. GRAMMER schützt sich durch entsprechende Sicherheitssysteme und hat Maßnahmen ergriffen, um Angriffe von außen abzuwehren. Firewalls, Virenscanner sowie weitere implementierte Schutzmaßnahmen werden regelmäßig auf ihre Effektivität überprüft und gegebenenfalls angepasst. Zur Gewährleistung der IT-Sicherheit wurde eine konzernweite IT-Sicherheitsorganisation eingerichtet, deren Aufgabe es ist, die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen sicherzustellen und gegen etwaige Bedrohungen vorzugehen. Dennoch kann aufgrund der weltweiten Aktivitäten und des allgemein zu verzeichnenden Anstiegs an Gefährdungen und Angriffen nicht ausgeschlossen werden, dass die Systeme, Netzwerke, Daten und Lösungen von GRAMMER beeinträchtigt werden. Negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage durch Datenverlust, Systemstörungen und Produktionsausfall, fehlerhafte Datenübertragung etc. werden jedoch als nicht wahrscheinlich eingestuft. Dennoch kann sich daraus ein Risiko für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben. Risiken durch Fraud- oder Cyber-Angriffe werden als Gefahr von Schäden definiert, die infolge des Versagens von internen Verfahren (Kontrollrisiken), menschlichen Handelns (Personalrisiken) oder Schwächen in Systemen (speziell IT-Systemen) eintreten. Die zunehmende Digitalisierung und elektronische Vernetzung durch Entwicklungen des elektronischen Zeitalters wie im Internet der Dinge, Industrie 4.0 oder Smart Everything bieten sogenannten Cyber-Angreifern neue Angriffsflächen und weitreichende Möglichkeiten, Informationen auszuspähen, Geschäfts- und Verwaltungsprozesse zu sabotieren oder sich anderweitig auf Kosten Dritter kriminell zu bereichern. Durch Cyber-Angriffe, unter anderem mit schädlicher Software, oder durch gezielte Angriffe etwa auf Mitarbeiter:innen (z. B. Täuschungsversuche) können Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der GRAMMER Gruppe entstehen. Diesen Risiken wirkt das Unternehmen durch Analyse von bekannt gewordenen Schadensfällen sowie durch die Einsteuerung entsprechender Gegenmaßnahmen und die Ableitung spezifischer Handlungsempfehlungen bezüglich solcher Aktivitäten entgegen. Zusätzlich werden kontinuierlich Assessments zu diesen Themen durchgeführt und alle relevanten Prozesse auf mögliche Sicherheitslücken überprüft sowie entsprechend optimiert. Darüber hinaus werden unsere Mitarbeiter:innen zu diesen Themen regelmäßig und gezielt informiert und sensibilisiert.

Personalrisiken

Der Wettbewerb um eine vielfältige und hoch qualifizierte Belegschaft, wie etwa Fach- und Führungskräfte sowie Expert:innen und Talente, ist in den Branchen und Regionen, in denen GRAMMER tätig ist, nach wie vor sehr ausgeprägt und hat sich insbesondere in der Region AMERICAS verstärkt. Der künftige Erfolg der GRAMMER Gruppe hängt auch davon ab, inwiefern es ihr gelingt, hoch qualifizierte Mitarbeiter:innen einzustellen, in das Unternehmen zu integrieren und dauerhaft an das Unternehmen zu binden. Dies scheint besonders relevant in Zeiten einer neuen, virtuellen Arbeitsumgebung. Überdies sieht GRAMMER die Notwendigkeit, die Vielfalt, Inklusion und das Zugehörigkeitsgefühl der Belegschaft zu fördern. Vor diesem Hintergrund entwickelt die Gesellschaft die Art der Zusammenarbeit und ihre Führungskultur weiter. Trotz der Bemühungen im Personalwesen und allen Fachbereichen besteht das Risiko, dass die GRAMMER Gruppe die ausreichende Anzahl qualifizierter Mitarbeiter:innen zukünftig nicht in jedem Tätigkeitsfeld sicherstellen und langfristig an das Unternehmen binden kann. Daraus kann sich ein Risiko auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben. Insbesondere in den Wachstumsmärkten APAC, NAFTA, Südamerika und Osteuropa ist aufgrund des erwarteten Umsatzwachstums der Automotive und Commercial Vehicles Märkte und der guten Marktsituation für qualifizierte Fachkräfte mit einer erhöhten Fluktuation sowie einer signifikanten Steigerung der Lohnkosten zu rechnen.

ESG-Risiken

GRAMMER arbeitet mit einem Umweltmanagementsystem auf der Basis der Norm ISO 14001 sowie mit einem Energiemanagementsystem auf Basis der Norm ISO 50001. Das Managementsystem der GRAMMER Gruppe berücksichtigt sämtliche Anforderungen beider Systeme, legt weltweit gültige Umwelt- und Energieeffizienzstandards fest (z. B. Umweltprogramme, Umweltziele und Energieziele) und definiert Maßnahmen, um diese Ziele zu erreichen. Diese Standards werden durch Umwelt- bzw. Energiemanagement-Beauftragte an den GRAMMER Standorten weiterentwickelt, wobei deren Einhaltung und Umsetzung durch regelmäßige Audits überwacht werden. Dadurch minimiert GRAMMER das Auftreten ökologischer Risiken. Die Zertifizierung der Produktionsstandorte nach den Vorgaben der Normen ISO 14001 sowie ISO 50001 wird weiter vorangetrieben. Klimabezogene Risiken, insbesondere CO 2-Emissionen betreffend, werden fortlaufend beobachtet und an deren Reduzierung wird gearbeitet. Die Einhaltung von Umweltstandards und die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen einer unternehmensweiten Klimastrategie sind bei Automotive Kunden zunehmend vergaberelevant und bergen somit ein mittel- bis langfristiges Umsatzrisiko.

Steigende Umwelt-, Sozial- und Governance-Anforderungen von Kunden und Gesetzgebern, wie z. B. die Einführung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG), können zu höheren Kosten, u. a. in der Finanzierung, und zu Umsatzrisiken führen. Hinzu kommen bei Verstößen gegen das LkSG mögliche Reputationsrisiken. GRAMMER versucht durch die Nutzung einer zielgerichteten CSR-Funktion und die Einführung weiterer organisatorischer Maßnahmen, wie die Benennung eines Chief Compliance Officer oder einer Menschenrechtsbeauftragten, diese Risiken zu minimieren. Dennoch kann aufgrund von äußeren Umständen oder auch Fehlverhalten nicht völlig ausgeschlossen werden, dass dem Konzern hieraus Risiken entstehen. Daraus kann sich ein Risiko auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.

Geopolitische Risiken

Für die GRAMMER Gruppe können sich Risiken durch eine Verschärfung geopolitischer Spannungen ergeben, wie etwa die Eskalation im Russland-Ukraine-Konflikt. Aufgrund der stark begrenzten Aktivitäten der GRAMMER Gruppe in den Märkten Russland und Ukraine ist weiterhin nicht mit nennenswerten direkten Auswirkungen auf den Konzernumsatz und das Konzernergebnis zu rechnen.

Im Falle einer Eskalation des China-Taiwan-Konflikts sind aufgrund des weitgehend autonomen China-Geschäfts die Risiken aus den internen Liefer- und Leistungsbeziehungen für GRAMMER beherrschbar. Genauso sind direkt keine schwerwiegenden Folgen für die anderen Regionen zu erwarten, da diese überwiegend unabhängig von durch GRAMMER China hergestellte Vorprodukte wirtschaften.

Allerdings können etwaige Sanktionen gegenüber China, sei es resultierend aus einer Eskalation des China-Taiwan-Konflikts oder auch potenziellen Waffenlieferungen Chinas an Russland, zu drastischen Folgen für die Gesamtwirtschaft führen, darunter indirekt auch Unterbrechungen der Supply Chain bei GRAMMER Lieferanten sowie bei GRAMMER Kunden weltweit und damit verbunden zu reduzierten Abrufzahlen der OEMs. Aufgrund des Hauptaktionärs könnte die GRAMMER Gruppe vermehrt als chinesisches Unternehmen wahrgenommen werden. Dies könnte infolge von protektionistischen Maßnahmen gewisser Regierungen gegenüber China zu Marktnachteilen für die GRAMMER Gruppe führen.

Darüber hinaus könnte es in einem Worst-Case-Szenario zu einer Verstaatlichung westlicher Tochterunternehmen in China kommen. Damit verbunden wären schwerwiegende Auswirkungen auf den Konzernumsatz und das Konzernergebnis der GRAMMER Gruppe zu erwarten. GRAMMER stuft das Risiko einer Eskalation des Konflikts mit den entsprechenden Auswirkungen als sehr gering ein. Daraus kann sich ein Risiko auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.

Chancen

Marktchancen

Im Folgenden werden die wesentlichen Marktchancen im Rahmen einer positiven Unternehmens- und Konjunkturentwicklung für GRAMMER dargestellt. Die Aufführung ist nicht abschließend und die dargestellten Chancen sind nicht notwendigerweise die einzigen, die sich GRAMMER bieten. Im Umkehrschluss ist es auch möglich, dass sich identifizierte Chancen nicht materialisieren.

Weltweite Konjunktur: Aufgrund der globalen Präsenz der GRAMMER Gruppe bieten sich ihr Chancen, weiterhin von der mittelfristigen Erholung und dem Wachstum der weltweiten Wirtschaft zu profitieren. Insbesondere eine positive Entwicklung in den Hauptabsatzmärkten und eine damit einhergehende erhöhte Nachfrage nach Fahrzeugen im Pkw- und Nutzfahrzeugbereich können für GRAMMER Chancen hinsichtlich einer erhöhten Produktnachfrage ergeben, vor allem in Ländern und Regionen außerhalb Deutschlands.

Wachstum in Kernregionen: Insgesamt hat die Bedeutung der Märkte Nord- und Mittelamerika sowie China für GRAMMER weiter stark zugenommen. Insbesondere in der Division Automotive ist GRAMMER dort zunehmend als Lieferant für lokale Hersteller tätig, beliefert aber auch seine europäischen Partner im Premiumsegment. In China ergeben sich aus der Auftragsgewinnung von weltweit tätigen und lokalen OEMs ebenfalls neue Chancen. In der Division Commercial Vehicles ist GRAMMER mit einer lokalen Fertigung im chinesischen Lkw-Markt für gefederte Sitzsysteme aktiv und erwartet bei Realisierung von positiven Markteffekten zusätzliches Wachstum. Chancen ergeben sich unter anderem auch aus den stärker nachgefragten Produktmerkmalen Ergonomie und Sicherheit.

Wachstum mit größerem Kundenstamm: Für die GRAMMER Gruppe bieten sich durch das Erschließen weiterer Kundensegmente ebenfalls neue Chancen. Dies begründet sich einerseits durch die globale Expansion bestehender Kunden sowie andererseits durch die erhöhte Penetration lokaler Kunden auf neuen Märkten. Derartige Chancen haben sich bisher in einer erhöhten Kundendiversifikation in AMERICAS und APAC niedergeschlagen.

Fokussierung auf das Premiumsegment: GRAMMER fokussiert sich mit seinen Produkten überwiegend auf das Premiumsegment. Da die Nachfrage in diesem Segment im Rahmen positiver Konjunkturszenarien weniger schwankungsanfällig ist als der Gesamtmarkt, kann das Premiumsegment im Vergleich zum Volumenmarkt stärker wachsen. Daher ist GRAMMER bestrebt, diese potenziellen Marktchancen wahrzunehmen.

Globale Megatrends: GRAMMER ist gut positioniert, um von den globalen Megatrends Bevölkerungswachstum, vermehrte Nachfrage nach Mobilität, Steigerung der Nahrungsmittelnachfrage zu profitieren. Die Gruppe strebt an, die sich daraus bietenden Chancen optimal zu nutzen. So kann eine erhöhte Mobilitätsnachfrage den Absatz der Produkte im Bereich Automotive und Commercial Vehicles steigern. Die wachsende Nachfrage nach Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Gütern sowie eine verstärkte Bautätigkeit können ebenfalls zu höheren Absatzmengen in der Division Commercial Vehicles führen, da viele der eingesetzten Maschinen mit Sitzsystemen von GRAMMER ausgestattet sind. Insgesamt strebt GRAMMER für seine Produktfelder eine kontinuierliche Umsatzsteigerung infolge der Chancennutzung aus den globalen Megatrends an.

Automatisiertes Fahren und E-Mobilität: GRAMMER ist ein Hersteller von Sitzkomponenten und Konsolen sowie weiteren Dekor- und Funktionsteilen für den Fahrzeuginnenraum. Anders als in der Antriebs- und Motorentechnik erwartet das Unternehmen von der Elektrifizierung des Antriebsstranges sowie der schrittweisen Automatisierung neue Chancen aufgrund der Nachfrage nach immer höherwertigeren und funktionaleren Innenraumkomponenten, die mit den neuen Bedürfnissen des Fahrens einhergehen.

Strategische Chancen

Neben Marktchancen bieten sich für GRAMMER auch strategische Chancen, die im Folgenden erläutert werden. Anorganisches Wachstum: Darunter versteht GRAMMER unter anderem die Prüfung und Wahrnehmung von anorganischen Wachstumsmöglichkeiten. In diesem Zusammenhang beobachtet das Unternehmen kontinuierlich seine Märkte im Hinblick auf Akquisitionsmöglichkeiten und Partnerschaften. Sofern sich Chancen zur Stärkung der Marktposition oder zur Erweiterung und Abrundung des Produktportfolios ergeben, prüft GRAMMER die entsprechenden Optionen. Da die Realisierung anorganischer Wachstumsmöglichkeiten von diversen, nicht steuerbaren Einflussfaktoren abhängt, ist die Verwirklichung derartiger Chancen nicht prognostizierbar.

Effizienzmaßnahmen: Das Unternehmen arbeitet fortlaufend an der Entwicklung und Implementierung von Effizienzmaßnahmen und Initiativen zur Kostensenkung mit dem Ziel, seine strategische Wettbewerbsposition zu verbessern. In diesem Zusammenhang überprüft GRAMMER auch regelmäßig seinen weltweiten Entwicklungs- und Fertigungsverbund.

Innovationen: Auch die im Forschungs- und Entwicklungsbereich befindlichen Projekte bieten, soweit sie zukünftig das Resultat marktfähiger Produkte hervorbringen, verschiedene Chancen, neue Marktsegmente zu erschließen und/​oder bestehende Marktanteile auszubauen. Hier arbeitet die Gruppe in beiden Divisionen gezielt an innovativen Lösungen, um den Anforderungen ihrer Kunden auch in Zukunft gerecht zu werden. GRAMMER ist bestrebt, weiterhin als innovativer Premiumpartner der Kunden wahrgenommen zu werden und entsprechende Marktpotenziale durch Neuentwicklungen zu erschließen.

Beurteilung der Risiken und Chancen

Das Unternehmen ist nach eingehender Überprüfung der derzeitigen Risikosituation zu der Auffassung gekommen, dass die von der GRAMMER Gruppe getroffenen Vorsorgen und Maßnahmen den identifizierten Risiken in geeigneter Weise Rechnung tragen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Risiken insofern geändert, als dass die geopolitischen Themen an Brisanz gewonnen haben, während die Beschaffungsrisiken weniger relevant geworden sind. Marktrisiken im Sinne einer weltweiten Rezession sind als erhöht anzusehen. Die derzeit bekannten Risiken führen zu der Einschätzung, dass GRAMMER keinen bestandsgefährdenden Risiken ausgesetzt ist und sich aus den Chancen zusätzlich risikominimierende Aspekte ergeben können, zumal in der Unternehmensplanung die Risiken abgebildet wurden.

Prognosebericht

Erwartete Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

In der Gesamtwirtschaft haben sich zwar zum Ende des Jahres 2022 erste positive Tendenzen gezeigt, darunter eine leichte Entspannung auf den Energiemärkten, sinkende Inflationsraten und der Wegfall der COVID-Restriktionen in China. Dennoch bleibt die Situation weiterhin fragil und das Wirtschaftswachstum wird sich 2023 voraussichtlich weiter verlangsamen im Vergleich zum Vorjahr. Weitere geopolitische Spannungen oder auch ein wieder verstärktes Pandemiegeschehen können das Risiko einer Rezession im Jahr 2023 zudem stark erhöhen. Die Inflation bleibt indes nach Ansicht des IWF weiterhin eine der größten Herausforderungen für die Weltwirtschaft. Zwar rechnet der IWF damit, dass die Teuerung im Verlauf des Jahres 2023 weiter zurückgeht, allerdings könnten anhaltend hohe Zinsniveaus für eine Abschwächung der Konjunktur und schwächere Arbeitsmärkte sorgen.

In der Prognose von Januar 2023 rechnet der IWF für das laufende Gesamtjahr mit einem weltweiten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,9 %. Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr, als noch im Oktober 2022 erwartet wurden, liegt allerdings deutlich unter dem Wachstum von 2022 in Höhe von 3,4 %. In der Region AMERICAS soll das Wirtschaftswachstum in den USA um 1,4 % steigen, in Mexiko um 1,7 %. Gerade in den USA hat sich der Arbeitsmarkt laut IWF als stabil erwiesen. Eine geringere Nachfrage nach Waren sei durch die Nachfrage nach Dienstleistungen weitgehend ausgeglichen worden. In der Region EMEA erwarten die Expert:innen des IWF ein deutlich schwächeres Wachstum von 0,7 % für den Euroraum. In Deutschland soll das BIP nach der aktuellen Prognose leicht um 0,1 % steigen, nachdem der IWF im Oktober 2022 noch von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um -0,3 % ausgegangen war.

Für China wird ein Wachstum von 5,2 % prognostiziert. Nach dem Kurswechsel der chinesischen Regierung hinsichtlich der Null-COVID-Politik wird wieder mit einer deutlichen Zunahme der wirtschaftlichen Aktivitäten gerechnet, die einen positiven Beitrag zum globalen Wachstum leisten könnte.

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Automotive

Positive, aber geringere Wachstumsraten im Pkw-Markt

S&P Global Mobility geht in seinem Prognosebericht von Dezember 2022 davon aus, dass die Pkw-Produktionszahlen im Jahr 2023 in allen Regionen weiter steigen werden - allerdings weniger deutlich als zuletzt. Die Expert:innen rechnen damit, dass im laufenden Geschäftsjahr weltweit rund 3,2 Millionen Fahrzeuge mehr produziert werden als im Vorjahr - ein Anstieg um 4,0 % . Den größten Produktionsanstieg wird demnach die Region EMEA mit einer Wachstumsrate von 6,2 % verzeichnen. In der Region AMERICAS geht S&P Global Mobility davon aus, dass sich die Nachfrage insbesondere in Nordamerika stärker abschwächen wird. Hinzu kommen anhaltende Probleme in der globalen Lieferkette, die durch den Russland-Ukraine-Krieg noch verschärft wurden. S&P Global Mobility erwartet in der Region ein Wachstum von 5,4 %. In der Region APAC (ohne China) werden 2023 voraussichtlich 4,5 % mehr Pkw produziert. Deutlich geringer wird das Wachstum hingegen auf dem chinesischen Automobilmarkt ausfallen. Hier wird lediglich ein Plus von 1,1 % erwartet.

Commercial Vehicles

APAC treibt Wachstum auf dem Nutzfahrzeugmarkt

Im Bereich der Nutzfahrzeuge rechnet LMC in seiner Prognose vom Dezember 2022 für das laufende Geschäftsjahr 2023 mit einem deutlichen Anstieg des weltweiten Produktionsvolumens um 5,6 %. Dabei wird für EMEA nur ein moderates Wachstum von 2,4 % und für AMERICAS sogar ein Rückgang der Produktionszahlen um -6,3 % erwartet. Treiber des weltweiten Wachstums ist insbesondere China, wo ein Plus von 20,2 % erwartet wird, und die Region APAC mit einem geschätzten Anstieg des Produktionsvolumens von Commercial Vehicles um 4,1 % (ohne China). Insgesamt wird für die Region ein Wachstum von 12,4 % erwartet.

Landtechnikindustrie

Für die Landtechnikindustrie wird laut PSR OE Link Q4 Report im Jahr 2023 ein weltweites Wachstum von 4,1 % erwartet. Ausschlaggebend für diese positive Entwicklung ist insbesondere die erwartete Erholung des indischen Markts. Indien und China waren im Jahr 2022 die einzigen großen Agrarproduzenten, die einen Rückgang zu verzeichnen hatten. Für das laufende Geschäftsjahr wird hingegen in China lediglich eine stagnierende Entwicklung erwartet.

Baumaschinenindustrie

Die Prognosen von PSR OE für die Baumaschinenindustrie sind für das Jahr 2023 wieder positiv. Nach einem Rückgang der weltweiten Baumaschinenproduktion um -7,7 % im Jahr 2022 wird für das Jahr 2023 ein Wachstum von 4,6 % erwartet. Insbesondere die Märkte in den USA und Japan zeigen positive Tendenzen, während in China und Deutschland mit einem weiteren Rückgang gerechnet wird.

Material-Handling

Im Bereich Material-Handling wird für das Jahr 2023 mit einem Wachstum von 4,7 % gerechnet. Insbesondere die USA und China treiben diese Entwicklung. Dort werden jeweils zweistellige Wachstumsraten erwartet, während für Indien und Deutschland ein Rückgang prognostiziert wird.

Weitere Einflussfaktoren

Die gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen haben für den Geschäftsverlauf von GRAMMER eine wesentliche Bedeutung. Darüber hinaus spielen jedoch auch eine Reihe anderer Faktoren eine wichtige Rolle.

So können beschaffungsseitige Veränderungen ergebniswirksame Effekte nach sich ziehen. Dazu zählen insbesondere Schwankungen von Rohstoffpreisen auf dem Weltmarkt sowie Lieferengpässe in Bezug auf Teile von Zulieferern. In diesem Zusammenhang sind die anhaltenden Lieferengpässe von Halbleitern zu nennen, die im abgelaufenen Geschäftsjahr zu Produktionsstopps bei Kunden der GRAMMER Gruppe und somit zu volatilen Kundenabrufen geführt haben. Hier zeichnet sich weiterhin keine substanzielle Entspannung ab. Es wird damit gerechnet, dass die Halbleiterknappheit noch bis Mitte 2023 andauern wird.

Im Zuge des Kriegs in der Ukraine war das Preisniveau der wesentlich verwendeten Rohstoffe wie Stahl und der rohölbasierten Schaum- und Kunststoffprodukte im vergangenen Jahr sehr volatil und ist teilweise drastisch gestiegen. Ein deutlicher Rückgang der Rohstoffpreise ist aufgrund der fragilen gesamtwirtschaftlichen Situation, anhaltender Störungen der Lieferketten sowie der andauernden geopolitischen Spannungen, die Versorgungsengpässe nach sich ziehen, nicht zu erwarten. Daraus resultierende erneute Steigerungen der Rohstoffpreise hätten einen negativen Effekt auf das Ergebnis des Unternehmens.

Darüber hinaus wirken sich auch die Personalkosten in den Produktionsländern auf die Geschäftsentwicklung aus. Sie fließen in Standortentscheidungen ebenso ein wie verlässliche rechtliche und politische Rahmenbedingungen. Hier kam es im Berichtszeitraum zu Mehrkosten speziell in den USA, da dort eine hohe Fluktuation und ein erheblicher Fachkräftemangel zu bewältigen waren. Zudem können auch Währungskursschwankungen Auswirkungen auf die Umsatzerlöse haben, die GRAMMER mittels geeigneter Sicherungsgeschäfte vermindert. Bei sehr deutlichen Veränderungen in den Währungsparitäten kann es im Einzelfall dennoch zu Ergebniseffekten kommen.

Gesamtaussage zur Prognose durch den Vorstand

Die Erwartungen für die GRAMMER AG spiegeln sich aufgrund ihrer engen Verflechtungen mit den übrigen Konzerngesellschaften und ihres Gewichts in der Gruppe im Prognosebericht der GRAMMER Gruppe wider. Ebenso stellen sich die für die GRAMMER Gruppe getroffenen Aussagen zur Marktentwicklung im Wesentlichen auch in der Geschäftsentwicklung der GRAMMER AG dar.

Die GRAMMER AG ist aufgrund ihrer Finanzierungstätigkeiten Effekten aus Währungsschwankungen ausgesetzt, insbesondere bei den Währungen für unser Geschäft wesentlichen Ländern wie Tschechien, Türkei, China, Mexiko und den USA. Zwar wird die Absicherung dieser Risiken kontinuierlich verbessert, signifikante Wechselkursänderungen der relevanten Währungen können jedoch nach wie vor Auswirkungen auf die Ertragslage nach sich ziehen.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr ist der Vorstand der GRAMMER AG nach damaligem Kenntnisstand von einem leichten Umsatzrückgang ausgegangen. In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld hat die GRAMMER AG dagegen im Jahr 2022 einen Anstieg der Umsatzerlöse verzeichnet, der von der unerwartet positiven Entwicklung der Division Commercial Vehicles getragen wurde. Während im Bereich Automotive tatsächlich ein Umsatzrückgang von 22,2 Mio. EUR (9,5 %) gegenüber dem Vorjahr eingetreten ist, belief sich der Umsatzzuwachs im Geschäftsbereich Commercial Vehicles dagegen auf 49,7 Mio. EUR (11,99 %). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich im Geschäftsjahr von 38,4 Mio. EUR um 7,0 Mio. EUR auf nunmehr 45,4 Mio. EUR. Die letztjährige Prognose des Vorstands war dagegen von einem negativen EBIT im niedrigen zweistelligen Millionenbereich ausgegangen. Das Übertreffen der Erwartungen ist vor allem auf die bereits vorstehend benannte Umsatzerhöhung und daneben auf einen einmaligen positiven Sondereffekt in Höhe von 41,3 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Erträgen zurückzuführen. Diese positive Veränderung im EBIT wurde allerdings durch ein um 63,4 Mio. EUR vermindertes Finanzergebnis aufgezehrt. Der Rückgang des Finanzergebnissies war einerseits von geringeren wirtschaftlichen Ergebnissen der gewinnabführenden und ausschüttenden Tochterunternehmen veranlasst und andererseits vor allem durch notwendige Abschreibungen auf Anteile an Tochterunternehmen.

Wir erwarten, dass die herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere in den für GRAMMER relevanten Märkten, im Jahr 2023 anhalten werden. Außerdem werden die weltweiten Lieferkettenprobleme einen maßgeblichen Einfluss auf die prognostizierte weitere wirtschaftliche Erholung haben. Insgesamt rechnen wir deshalb für das Geschäftsjahr 2023 mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau für die GRAMMER AG.

Als Organträger innerhalb des inländischen Organkreises sowie als Muttergesellschaft in der Gruppe ist die Ergebnisentwicklung in hohem Maße von dem Finanzergebnis und hier insbesondere von den Ergebnissen der Organgesellschaften sowie den Gewinnausschüttungen der übrigen Tochterunternehmen beeinflusst. Auf Basis der Planung erwarten wir für das Jahr 2023 ein EBIT von rund 30 Mio. EUR.

Vorbehalt bei zukunftsgerichteten Aussagen

Dieses Dokument enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf gegenwärtigen Annahmen und Einschätzungen des GRAMMER Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen beziehen sich auf Zeiträume in der Zukunft oder sind durch Begriffe wie "erwarten", "vorhersagen", "beabsichtigen", "prognostizieren", "planen", "schätzen", "rechnen mit" oder ähnliche Begriffe gekennzeichnet. Derartige Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die GRAMMER weder kontrollieren noch präzise einschätzen kann, wie beispielsweise das zukünftige Marktumfeld und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer:innen, die erfolgreiche Integration von Neuerwerben und die Realisierung der erwarteten Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollten einer dieser oder andere Unsicherheitsfaktoren oder Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Es ist von GRAMMER weder beabsichtigt noch übernimmt GRAMMER eine gesonderte Verpflichtung, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse nach Veröffentlichung dieses Dokuments anzupassen.

Rundungsdifferenzen bei den Jahresabschlussangaben sind möglich.

Ursensollen, 20. März 2023

Jens Öhlenschläger

Jurate Keblyte

Der Vorstand der GRAMMER AG