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GRAMMER AG — Audit Report / Information 2021
May 19, 2022
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Audit Report / Information
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Publication

GRAMMER Aktiengesellschaft
Ursensollen
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021
GRAMMER Aktiengesellschaft
Ursensollen
Jahresabschluss und Lagebericht
31. Dezember 2021
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die GRAMMER Aktiengesellschaft
Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der GRAMMER Aktiengesellschaft, Ursensollen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der GRAMMER Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die auf der im Lagebericht angegebenen Internetseite veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB, die Bestandteil des Lageberichts ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und |
| ― | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte:
1. Realisierung von Umsatzerlösen
Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt
Die im Jahresabschluss der GRAMMER AG ausgewiesenen Umsatzerlöse stellen einen der wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren für die gesetzlichen Vertreter der GRAMMER AG dar. Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt dabei grundsätzlich zu dem Zeitpunkt, zu dem die zugrunde liegende Leistung erbracht bzw. die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind, d.h. der Gefahrenübergang auf den Kunden erfolgt ist.
Hierbei unterliegt die Realisierung der Umsatzerlöse dem Risiko, dass sie zu einem falschen Zeitpunkt erfolgt oder dass fiktive Umsatzerlöse erfasst werden. Die Umsatzerlöse werden dabei aus einer Vielzahl von einzelnen Transaktionen in Form von separaten Lieferungen realisiert. Ferner führen fortlaufende Preisverhandlungen und -anpassungen mit den Kunden zu häufigen Veränderungen in den Transaktionspreisen und damit zu einer veränderten Bewertung der realisierten Umsatzerlöse. Die Umsatzerlöse unterliegen grundsätzlich dem Risiko wesentlicher falscher Darstellungen einschließlich des inhärenten Risikos der Umgehung oder der Außerkraftsetzung des internen Kontrollsystems durch das Management. Aufgrund der sich häufig ändernden Transaktionspreise wird die Umsatzrealisierung als komplex betrachtet, so dass ein erhöhtes Risiko einer fehlerhaften Bilanzierung besteht. Da die realisierten Umsatzerlöse eine wesentliche Auswirkung auf den Jahresabschluss der GRAMMER AG haben, war für uns in der Realisierung der Umsatzerlöse ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt zu sehen.
Prüferisches Vorgehen
Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die mit den Kunden vereinbarten vertraglichen Grundlagen nachvollzogen, insbesondere die Regelungen zum Zeitpunkt des Gefahrenübergangs sowie die Regelungen zum Abrechnungsverfahren, und haben diese auf Grundlage unseres Geschäfts- und Prozessverständnisses beurteilt. Vor diesem Hintergrund haben wir uns mit den unternehmensintern implementierten Verfahren und Kontrollmechanismen zur Umsatzlegung sowie zur betragsmäßigen Erfassung der Umsatzerlöse befasst. Wir haben in diesem Zusammenhang Aufbau- und Funktionsprüfungen durchgeführt.
Hierbei haben wir die im Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 ausgewiesenen Umsatzerlöse hinsichtlich deren buchungssystematischer Erfassung nachvollzogen. Etwaige Abweichungen in der Buchungslogik von unserer Erwartungshaltung haben wir auf Basis zusätzlicher aussagebezogener Prüfungshandlungen unter Einholung von Prüfungsnachweisen, beispielsweise zu Abliefernachweisen und Zahlungseingängen, analysiert. Unsere Prüfungshandlungen haben darüber hinaus das stichprobenweise Einholen externer Kundenbestätigungen beinhaltet. Die betragsmäßige Erfassung der Umsatzerlöse haben wir insbesondere dadurch nachvollzogen, dass wir stichprobenweise die herangezogenen Transaktionspreise mit den jeweiligen vertraglichen Grundlagen abgeglichen haben. Ferner haben wir untersucht, ob die entsprechenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in geschäftsüblichem Turnus durch Zahlung des Rechnungsbetrages durch den Kunden beglichen wurden. Wir haben dabei stichprobenweise Zahlungseingänge zu den entsprechenden Kontoauszügen abgeglichen.
Um nicht zu erwartende Schwankungen in der ausgewiesenen Bruttomarge identifizieren zu können, haben wir eine Margenanalyse auf Monatsebene durchgeführt. Aus unseren durchgeführten Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen gegen die Realisierung von Umsatzerlösen ergeben.
Verweis auf zugehörige Angaben
Die Angaben der Gesellschaft zum Ausweis der Umsatzerlöse sind im Kapitel C) Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Abschnitt (10) Umsatzerlöse im Anhang zum Jahresabschluss der GRAMMER AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 dargestellt. Eine Analyse zur Entwicklung der Umsatzerlöse für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 findet sich im Abschnitt "Wirtschaftliche Lage" unter der Überschrift "Umsatz" im Lagebericht der GRAMMER AG.
2. Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen
Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt
Die Anteile an verbundenen Unternehmen stellen bei der GRAMMER AG als Mutterunternehmen des GRAMMER Konzerns einen wesentlichen Teil der Vermögensgegenstände des Finanzanlagevermögens dar. Finanzanlagen müssen nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung wertberichtigt werden. Eine voraussichtlich dauernde Wertminderung ist regelmäßig dann anzunehmen, wenn der am Abschlussstichtag beizulegende Wert unterhalb des bisherigen Buchwerts der Beteiligung liegt. Der am Abschlussstichtag beizulegende Wert wird von den gesetzlichen Vertretern der GRAMMER AG mittels der Discounted Cash Flow-Methode aus den erwarteten künftigen Zahlungsüberschüssen der jeweiligen Gesellschaft abgeleitet und ist damit ermessensbehaftet. Dabei sind die Bewertungen insbesondere in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse, insbesondere auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, sowie dem verwendeten Diskontierungszinssatz abhängig. Aus diesen Gründen war die Werthaltigkeit der bilanzierten Anteile an verbundenen Unternehmen im Rahmen unserer Prüfung einer der bedeutsamsten Sachverhalte.
Prüferisches Vorgehen
Im Rahmen unserer Prüfung haben wir den von den gesetzlichen Vertretern implementierten Prozess daraufhin gewürdigt, ob dieser geeignet ist, objektive Hinweise auf einen niedrigeren beizulegenden Wert oder eine länger anhaltende Wertminderung zu geben. Hinsichtlich der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten beizulegenden Werte der verbundenen Unternehmen sowie deren Einschätzung der Wertminderung als voraussichtlich dauerhaft haben wir uns mit den zugrunde liegenden Prozessen in Zusammenhang mit der Ermittlung dieser Werte befasst. In diesem Zusammenhang haben wir gewürdigt, ob die Prozesse stetig zum Vorjahr durchgeführt wurden.
Für Beteiligungen, welche auf Basis ihrer aktuellen Vermögens-, Finanz- und Ertragssituation Anhaltspunkte auf mögliche Werthaltigkeitsrisiken liefern oder aber aufgrund ihrer finanziellen Bedeutung wesentlich waren, haben wir darüber hinaus folgende aussagebezogenen Einzelfallprüfungen vorgenommen:
Unter Einbeziehung von internen Bewertungsspezialisten haben wir die zugrunde liegenden Bewertungsmodelle für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts sowohl methodisch als auch arithmetisch nachvollzogen und beurteilt, ob diese unter Beachtung der relevanten Rechnungslegungsstandards IDW S1 und IDW RS HFA 10 ermittelt wurden.
Ferner haben wir die Prognosen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der zukünftig zu erwartenden Liquiditätsüberschüsse durch einen Vergleich mit Informationen aus der gesellschaftsinternen Berichterstattung sowie mit regionalen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Bei unserer Einschätzung haben wir neben dem Abgleich mit extern verfügbaren Quellen auch die erhaltenen Erläuterungen des Managements zu den wesentlichen Werttreibern der Planungen, einschließlich etwaiger Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, gewürdigt. Zur Beurteilung der Planungstreue erfolgte stichprobenweise ein Soll-Ist-Abgleich von historischen Plandaten mit den tatsächlichen Ergebnissen. Dabei wurden auch Effekte, die auf die COVID-19-Pandemie zurückgeführt werden, berücksichtigt.
Die im Rahmen der Schätzung der beizulegenden Werte verwendeten Bewertungsparameter, wie beispielsweise die geschätzten Wachstumsraten sowie die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensätze, wurden mit öffentlich verfügbaren Marktdaten abgeglichen und gegenüber der Veränderung bedeutender Annahmen einschließlich künftiger Marktbedingungen beurteilt. Um bei einer für möglich gehaltenen Änderung einer der wesentlichen Annahmen ein mögliches Wertminderungsrisiko einschätzen zu können, haben wir auch eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt.
Im Falle des Vorliegens von voraussichtlich dauernden Wertminderungen haben wir nachvollzogen, dass außerplanmäßige Abschreibungen auf den am Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Zeitwert vorgenommen wurden. Im Falle des Wegfalls der Gründe für einen niedrigeren Wertansatz haben wir nachvollzogen, dass dieser nicht beibehalten wurde. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich keine Einwendungen hinsichtlich der Beurteilung der Werthaltigkeit von Anteilen an verbundenen Unternehmen ergeben.
Verweis auf zugehörige Angaben
Zu den bezüglich der als Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf die Angaben im Anhang der Gesellschaft im Kapitel A) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnung sowie auf die Erläuterungen zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen in Kapitel B) Erläuterungen zur Bilanz, Abschnitt (1) Anlagevermögen, sowie in Kapitel C) Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung in den Abschnitten (12) Sonstige betriebliche Erträge und (16) Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens.
Sonstige Informationen
Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung ist, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte Erklärung zur Unternehmensführung. Des Weiteren umfassen die sonstigen Informationen den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach § 289b Abs. 3 und § 315b Abs. 3 HGB, von dem wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben. Ferner umfassen die sonstigen Informationen weitere für den Geschäftsbericht vorgesehene Bestandteile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, insbesondere:
| ― | den Bericht des Aufsichtsrats nach § 171 AktG und |
| ― | den "Bilanzeid" nach § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB |
aber nicht den Jahresabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Lageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können; |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben; |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben; |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann; |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt; |
| ― | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft; |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB
Prüfungsurteil
Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei GRAMMER_AG_JA+LB_ESEF-2021-12-31.zip (SHA-256-Prüfsumme: 472c94e98d49a93fcf904c757fda0692555b4e160593186c 7e24c98d08dfaa3c) enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.
Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (10.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen; |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben; |
| ― | beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt; |
| ― | beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts ermöglichen. |
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 23. Juni 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 5. August 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit über 27 Jahren als Konzernabschlussprüfer der GRAMMER AG tätig. Seit dem Geschäftsjahr 1996 klassifiziert die GRAMMER AG als kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaft i.S. des § 264d HGB.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht:
| ― | Prüferische Tätigkeiten als Teilbereichsprüfer in Bezug auf Reporting Packages für die nach Drittstaatenrecht erforderliche Konzernabschlussprüfung der Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd. (China) |
| ― | Prüfung des Vergütungsberichts nach § 162 Abs. 3 AktG der GRAMMER AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021 |
Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks
Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Jahresabschluss und dem geprüften Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Jahresabschluss und Lagebericht - auch die im Bundesanzeiger bekanntzumachenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.
Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Udo Schuberth.
Nürnberg, 11. März 2022
**Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Schuberth, Wirtschaftsprüfer
Thies, Wirtschaftsprüfer
Bilanz zum 31. Dezember 2021
GRAMMER Aktiengesellschaft, Ursensollen
Aktiva
| (Anhang) | TEUR | TEUR | 31.12.2020 TEUR |
|
|---|---|---|---|---|
| A. ANLAGEVERMÖGEN | (1) | |||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | 12.849 | 12.786 | ||
| II. Sachanlagen | 84.877 | 88.420 | ||
| III. Finanzanlagen | 546.033 | 503.258 | ||
| 643.759 | 604.464 | |||
| B. UMLAUFVERMÖGEN | ||||
| I. Vorräte | (2) | 48.338 | 49.890 | |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | (3) | 187.203 | 135.104 | |
| III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 7.551 | 16.018 | ||
| 243.092 | 201.012 | |||
| C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN | 3.319 | 2.691 | ||
| 890.170 | 808.167 | |||
| PASSIVA | ||||
| (Anhang) | TEUR | TEUR | 31.12.2020 TEUR |
|
| A. EIGENKAPITAL | ||||
| I. Gezeichnetes Kapital | (4) | 39.009 | 39.009 | |
| Rechnerischer Betrag eigener Anteile | -845 | -845 | ||
| Ausgegebenes Kapital | 38.164 | 38.164 | ||
| II. Kapitalrücklage | (5) | 165.211 | 165.211 | |
| III. Gewinnrücklagen | (6) | 132.158 | 132.158 | |
| IV. Bilanzverlust | -74.872 | -72.472 | ||
| 260.661 | 263.061 | |||
| B. RÜCKSTELLUNGEN | ||||
| 1. Rückstellungen für Pensionen | (7) | 82.259 | 77.997 | |
| 2. Steuerrückstellungen | (8) | 3.569 | 730 | |
| 3. Sonstige Rückstellungen | (8) | 27.212 | 31.965 | |
| 113.040 | 110.692 | |||
| C. VERBINDLICHKEITEN | (9) | |||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 452.803 | 379.581 | ||
| 2. Erhaltene Anzahlungen | 2.617 | 2.600 | ||
| 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 15.346 | 15.377 | ||
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 40.382 | 29.835 | ||
| 5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 296 | 212 | ||
| 6. Sonstige Verbindlichkeiten | 4.935 | 6.719 | ||
| 516.379 | 434.324 | |||
| D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN | 90 | 90 | ||
| 890.170 | 808.167 |
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01. bis 31.12.2021
GRAMMER Aktiengesellschaft, Ursensollen
| (Anhang) | TEUR | 2020 TEUR |
|
|---|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | (10) | 649.298 | 571.039 |
| 2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | (11) | -1.691 | -17.251 |
| 3. Andere aktivierte Eigenleistungen | 121 | 0 | |
| 4. Sonstige betriebliche Erträge | (12) | 56.004 | 35.163 |
| Gesamtleistung | 703.732 | 588.951 | |
| 5. Materialaufwand | (13) | 494.023 | 457.736 |
| 6. Personalaufwand | (14) | 83.973 | 80.377 |
| 7. Abschreibungen | 8.313 | 7.675 | |
| 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen | (15) | 78.979 | 71.454 |
| 38.444 | -28.291 | ||
| 9. Erträge aus Beteiligungen | 58.399 | 46.665 | |
| - davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 57.996 (Vj. TEUR 46.665) | |||
| 10. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen | 21.263 | 9.693 | |
| - davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 21.263 (Vj. TEUR 9.693) | |||
| 11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 5.795 | 5.791 | |
| - davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 5.795 (Vj. TEUR 5.476) | |||
| 12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 1.762 | 1.604 | |
| - davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 1.751 (Vj. TEUR 1.554) | |||
| 13. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | (16) | 95.531 | 75.565 |
| 14. Aufwendungen aus Verlustübernahme | 2.493 | 5.900 | |
| - davon von verbundenen Unternehmen TEUR 2.493 (Vj. TEUR 5.900) | |||
| 15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | (17) | 23.189 | 21.875 |
| - davon an verbundene Unternehmen TEUR 58 (Vj. TEUR 49) | |||
| - davon aus der Aufzinsung TEUR 6.987 (Vj. TEUR 6.704) | |||
| 16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | (18) | 6.759 | 4.521 |
| 17. Ergebnis nach Steuern | -2.309 | -72.399 | |
| 18. Sonstige Steuern | 91 | 73 | |
| 19. Jahresfehlbetrag | -2.400 | -72.472 | |
| 20. Verlustvortrag aus dem Vorjahr | -72.472 | 0 | |
| 21. Bilanzverlust | -74.872 | -72.472 |
Anhang für das Geschäftsjahr 2021
der GRAMMER Aktiengesellschaft, Ursensollen
(eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Amberg unter HRB 1182)
A) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnung
Der Jahresabschluss der GRAMMER Aktiengesellschaft, Ursensollen, Deutschland, ("GRAMMER AG") wird nach handelsrechtlichen und aktienrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellt und in Tausend Euro (T€) angegeben. Die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung sind gemäß § 266 HGB und § 275 Abs. 2 HGB gegliedert. Hierbei wurden einzelne, mit arabischen Zahlen versehene Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst ausgewiesen, um die Klarheit der Darstellung zu vergrößern.
Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung planmäßiger linearer Abschreibungen zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Für selbst geschaffene Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird das gesetzliche Aktivierungswahlrecht nicht in Anspruch genommen. Entwicklungskosten werden daher sofort in voller Höhe als Aufwand gebucht.
Das Sachanlagevermögen wird - mit Ausnahme der Gebäude - zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen bewertet. Die Gebäude werden teilweise linear und teilweise degressiv abgeschrieben.
Geringwertige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis € 250,00 werden im Zugangsjahr in voller Höhe aufwandswirksam erfasst. Für Zugänge mit Anschaffungskosten zwischen € 250,01 und € 1.000,00 wird ein Sammelposten gebildet und über 5 Jahre jährlich mit 20 % abgeschrieben.
Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.
Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen einbezogen.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt. Für erkennbare Einzelrisiken werden individuelle Wertberichtigungen gebildet. Unverzinsliche oder unterhalb der marktüblichen Verzinsung liegende Forderungen mit Laufzeiten von über einem Jahr sind abgezinst.
Pensionsrückstellungen werden unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten mit dem anhand des versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelten Erfüllungsbetrag bewertet. Zukünftig erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen werden bei der Berechnung des Barwerts der erdienten Anwartschaften berücksichtigt. Für die Abzinsung wird auf den jeweiligen von der Deutschen Bundesbank für eine Restlaufzeit von 15 Jahren veröffentlichten Zinssatz abgestellt. Dabei wird aufgrund der gesetzlichen Vorgaben bei der Durchschnittsbetrachtung der gleitende Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre berücksichtigt. Die GRAMMER AG hat ihre Pensionsverpflichtungen darüber hinaus unter Ansatz des Zeitpunkts der frühestmöglichen Inanspruchnahme der vorzeitigen Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung gemäß RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz vom 20. April 2007 als Bewertungsendalter bewertet.
Bei der Bemessung der Steuerrückstellungen und der sonstigen Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken und sonstigen ungewissen Verpflichtungen unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen Rechnung getragen. Sie werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Wesentliche Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst.
Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Finanzanlagen, Forderungen, Sonstige Vermögensgegenstände, Wertpapiere, Flüssige Mittel, Rückstellungen und Verbindlichkeiten sowie Haftungsverhältnisse in fremder Währung werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Verluste aus Kursänderungen werden erfasst. Gewinne aus Kursänderungen über die Anschaffungskosten hinaus werden bei Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr erfasst.
Für Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersversorgungszusagen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, erfolgt die Bewertung bei der GRAMMER AG zum beizulegenden Zeitwert. Erträge und Aufwendungen aus diesen Vermögensgegenständen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtungen saldiert und im Finanzergebnis ausgewiesen. Weiterhin werden diese Vermögensgegenstände mit der zugrundeliegenden Verpflichtung verrechnet. Ein sich ergebender Überhang der Vermögensgegenstände wird als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen. Ein Verpflichtungsüberhang wird unter den Pensionsrückstellungen bzw. unter den sonstigen Rückstellungen erfasst.
Ein Überhang an passiven latenten Steuern auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlustvorträgen, wird angesetzt, wenn insgesamt von einer Steuerbelastung in künftigen Geschäftsjahren auszugehen ist. Sofern insgesamt eine künftige Steuerentlastung erwartet wird, wird von dem gesetzlichen Wahlrecht Gebrauch gemacht, aktive latente Steuern nicht zu aktivieren. Soweit die aktiven latenten Steuern den vorhandenen passiven latenten Steuern entsprechen, werden letztere insoweit verrechnet dargestellt. Verlustvorträge werden gegebenenfalls berücksichtigt, soweit eine Verrechnung mit steuerpflichtigem Einkommen innerhalb der nächsten fünf Jahre erwartet wird. Des Weiteren werden Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten von Organgesellschaften insoweit einbezogen, als von künftigen Steuerbe- und -entlastungen aus der Umkehrung von temporären Differenzen bei der GRAMMER AG als steuerlichem Organträger auszugehen ist. Die Bewertung von latenten Steuern erfolgt auf der Grundlage des geltenden Körperschaftsteuersatzes sowie entsprechend den erwarteten gewerbesteuerlichen Hebesätzen des Organkreises der GRAMMER AG. Unter Berücksichtigung von Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag sowie Gewerbeertragsteuer wurde der Bewertung ein Steuersatz von 28,9 % (Vj. 29,1 %) zugrunde gelegt.
Aus der Gesamtbetrachtung der Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ergibt sich bei der GRAMMER AG zum 31. Dezember 2021 ein deutlicher Überhang der aktiven latenten Steuern über die passiven latenten Steuern. Die insgesamt erwartete künftige Steuerentlastung wird aufgrund des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 HGB nicht aktiviert. Die sich ergebenden aktiven latenten Steuern betreffen im Wesentlichen latente Steuern auf Pensionsrückstellungen und sonstige Rückstellungen. Dem stehen verrechnete passive latente Steuern vor allem aufgrund von Bewertungsdifferenzen bei Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenständen sowie Verbindlichkeiten gegenüber.
B) Erläuterungen zur Bilanz
(1) Anlagevermögen
Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.
Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen resultieren aus der Übernahme von Geschäftsanteilen einerseits im Zuge der Gründung der GRAMMER (China) Holding Co., Ltd., Hefei City, China, und andererseits im Rahmen von Kapitalerhöhungen bei der GRAMMER CZ s.r.o., Tachov, Tschechien und der GRAMMER Electronics N.V., Aartselaar, Belgien. Abgänge bei den Anschaffungskosten von Anteilen an verbundenen Unternehmen ergaben sich aus der Veräußerung der Geschäftsanteile an der GRAMMER Automotive Española S.A., Olèrdola, Spanien.
Aufstellung des Anteilsbesitzes
| Name der Gesellschaft | Sitz | Währung | Kurs (1 € =) | Ergebnis in Landeswährung in Tsd. |
Eigenkapital in Landeswährung in Tsd. |
Kapitalanteil unmittel bar in % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. GRAMMER Seating Systems Ltd. | Bloxwich, Großbritannien | GBP | 0,89903 | 226 | 851 | 100,00 |
| 2. GRAMMER Koltuk Sistemleri Sanayi ve Ticaret A.S. | Bursa, Türkei | TRY | 9,11328 | 18.026 | 51.951 | 99,40 |
| 3. GRAMMER Inc. | Shannon (MS), USA | USD | 1,22710 | -27.535 | 229.173 | 100,00 |
| 4. GRAMMER do Brasil Ltda. | Atibaia, Brasilien | BRL | 6,37349 | 10.626 | 34979 | 99,99 |
| 5. GRAMMERJapan Limited | Tokio, Japan | JPY | 126,422 | 283.297 | 784.792 | 100,00 |
| 6. GRAMMER CZ s.r.o. | Tachov, Tschechien | CZK | 26,2398 | -59.565 | -175.561 | 100,00 |
| 7. GRAMMER AD | Trudovetz, Bulgarien | BGN | 1,95580 | 4.051 | 14.015 | 98,84 |
| 8. GRAMMER System GmbH | Amberg, Deutschland | EUR | EAV | 1.826 | 100,00 | |
| 9. GRAMMER France S.A.R.L. | Limonest, Frankreich | EUR | 8 | 164 | 100,00 | |
| 10. GRA-MAG Truck Interior Systems LLC | London (OH), USA | USD | 1,22710 | 1.470 | -17.986 | 0,00 |
| 11. GRAMMER Industries LLC | Troy (MI), USA | USD | 1,22710 | -6.156 | 5.968 | 0,00 |
| 12. GRAMMER Automotive Puebla S.A. de C.V. | Puebla, Mexiko | MXN | 24,4141 | -274.734 | 341.618 | 99,99 |
| 13. GRAMMER Argentina S.A. | Buenos Aires, Argentinien | ARS | 102,669 | -16.735 | -29.426 | 0,00 |
| 14. GRAMMER Automotive Metall GmbH | Amberg, Deutschland | EUR | EAV | 699 | 100,00 | |
| 15. GRAMMER Automotive Slovenija d.o.o. | Slovenj Gradec, Slowenien | EUR | 1.041 | 2.465 | 100,00 | |
| 16. GRAMMER Automotive Polska Sp. z o.o. | Bielsko-Biala, Polen | PLN | 4,55976 | 14.175 | 90.829 | 100,00 |
| 17. GrammPlast GmbH | Amberg, Deutschland | EUR | -10 | 281 | 0,00 | |
| 18. GRAMMER Interior (Tianjin) Co., Ltd. | Tianjin, China | CNY | 8,02246 | 56.351 | 133.759 | 100,00 |
| 19. GRAMMER Interior (Changchun) Co., Ltd. | Changchun, China | CNY | 8,02246 | 139.048 | 472.495 | 100,00 |
| 20. GRAMMER System d.o.o. | Aleksinac, Serbien | RSD | 117,509 | -170.394 | 333.758 | 100,00 |
| 21. GRAMMER Interior (Shanghai) Co., Ltd. | Shanghai, China | CNY | 8,02246 | 3.474 | 229.655 | 100,00 |
| 22. GRAMMER Railway Interior GmbH | Amberg, Deutschland | EUR | EAV | 250 | 100,00 | |
| 23. GRAMMER Technical Components GmbH | Kümmersbruck, Deutschland | EUR | EAV | 25 | 100,00 | |
| 24. GRAMMER Electronics N.V. | Aartselaar, Belgien | EUR | -1.761 | -284 | 99,84 | |
| 25. GRAMMER Interior (Beijing) Co., Ltd. | Peking, China | CNY | 8,02246 | 45.933 | 161.169 | 100,00 |
| 26. GRAMMER Automotive CZ s.r.o. | Ceska Lipa, Tschechien | CZK | 26,2398 | -16.190 | 136.348 | 100,00 |
| 27. GRAMMER Seating (Ningbo) Co., Ltd. | Ningbo City, China | CNY | 8,02246 | -47.882 | -223.065 | 80,00 |
| 28. GRAMMER Automotive South Africa (Pty) Ltd. | Bedfordview, Südafrika | ZAR | 18,0213 | 14.190 | 34.124 | 100,00 |
| 29. GRAMMER Italia srl. | Jesi, Italien | EUR | -9 | 48 | 100,00 | |
| 30. GRAMMER Interior Components GmbH | Hardheim, Deutschland | EUR | EAV | 5.325 | 100,00 | |
| 31. Commercial Vehicle Cluster -Nutzfahrzeug GmbH | Kaiserslautern, Deutschland | EUR | 0 | 61 | 12,34 | |
| 32. GRAMMER Seating (Shaanxi) Co., Ltd. | Weinan City, China | CNY | 8,02246 | -1.092 | -3.745 | 90,00 |
| 33. GRAMMER CZ Servicecenter s.r.o. | Tachov, Tschechien | CZK | 26,2398 | 1.965 | 6.407 | 100,00 |
| 34. Toledo Molding & Die LLC | Toledo (OH), USA | USD | 1,22710 | 14.540 | 259.617 | 0,00 |
| 35. TMD Mexico LLC | Wilmington (DE), USA | USD | 1,22710 | -- 1) | -- 1) | 0,00 |
| 36. TMD International Holdings LLC | Wilmington (DE), USA | USD | 1,22710 | -- 1) | -- 1) | 0,00 |
| 37. Toledo Molding de Mexico S. de R.L. de C.V. | Querétaro, Mexiko | USD | 1,22710 | -- 1) | -- 1) | 0,00 |
| 38. Toledo Molding CZ s.r.o. | Prag, Tschechien | EUR | -- 1) | -- 1) | 0,00 | |
| 39. AllyGram Systems and Technologies Private Ltd. | Pune, Indien | INR | 89,6861 | 111.269 | 317.237 | 30,00 |
| 40. GRAMMER Vehicle Parts (Shenyang) Co., Ltd. | Shenyang, China | CNY | 8,02246 | -- 2) | -- 2) | 0,00 |
| 41. Changchun GRAMMER FAWSN Vehicle Parts Co., Ltd. | Changchun, China | CNY | 8,02246 | -14.722 | -14.722 | 0,00 |
| 42. GRAMMER (China) Holding Co., Ltd. | Hefei City, China | CNY | 8,02246 | -- 3) | -- 3) | 100,00 |
| 43. GRAMMER Vehicle Parts (Harbin) Co., Ltd. | Harbin, China | CNY | 8,02246 | -- 4) | -- 4) | 0,00 |
| 44. GRAMMER Vehicle Parts (Qingdao) Co., Ltd. | Qingdao, China | CNY | 8,02246 | -- 5) | -- 5) | 0,00 |
| 45. GRAMMER Vehicle Interiors (Hefei) Co., Ltd. | Hefei City, China | CNY | 8,02246 | -- 6) | -- 6) | 0,00 |
| 46. GRAMMER India Private Ltd. | Neu-Delhi, Indien | INR | 89,6861 | -- 7) | -- 7) | 99,00 |
| Name der Gesellschaft | Kapitalanteil mittelbar in % |
|---|---|
| 1. GRAMMER Seating Systems Ltd. | |
| 2. GRAMMER Koltuk Sistemleri Sanayi ve Ticaret A.S. | |
| 3. GRAMMER Inc. | |
| 4. GRAMMER do Brasil Ltda. | 0,01 |
| 5. GRAMMERJapan Limited | |
| 6. GRAMMER CZ s.r.o. | |
| 7. GRAMMER AD | |
| 8. GRAMMER System GmbH | |
| 9. GRAMMER France S.A.R.L. | |
| 10. GRA-MAG Truck Interior Systems LLC | 50,00 |
| 11. GRAMMER Industries LLC | 100,00 |
| 12. GRAMMER Automotive Puebla S.A. de C.V. | 0,01 |
| 13. GRAMMER Argentina S.A. | 99,96 |
| 14. GRAMMER Automotive Metall GmbH | |
| 15. GRAMMER Automotive Slovenija d.o.o. | |
| 16. GRAMMER Automotive Polska Sp. z o.o. | |
| 17. GrammPlast GmbH | 100,00 |
| 18. GRAMMER Interior (Tianjin) Co., Ltd. | |
| 19. GRAMMER Interior (Changchun) Co., Ltd. | |
| 20. GRAMMER System d.o.o. | |
| 21. GRAMMER Interior (Shanghai) Co., Ltd. | |
| 22. GRAMMER Railway Interior GmbH | |
| 23. GRAMMER Technical Components GmbH | |
| 24. GRAMMER Electronics N.V. | 0,16 |
| 25. GRAMMER Interior (Beijing) Co., Ltd. | |
| 26. GRAMMER Automotive CZ s.r.o. | |
| 27. GRAMMER Seating (Ningbo) Co., Ltd. | 20,00 |
| 28. GRAMMER Automotive South Africa (Pty) Ltd. | |
| 29. GRAMMER Italia srl. | |
| 30. GRAMMER Interior Components GmbH | |
| 31. Commercial Vehicle Cluster -Nutzfahrzeug GmbH | |
| 32. GRAMMER Seating (Shaanxi) Co., Ltd. | |
| 33. GRAMMER CZ Servicecenter s.r.o. | |
| 34. Toledo Molding & Die LLC | 100,00 |
| 35. TMD Mexico LLC | 100,00 |
| 36. TMD International Holdings LLC | 100,00 |
| 37. Toledo Molding de Mexico S. de R.L. de C.V. | 100,00 |
| 38. Toledo Molding CZ s.r.o. | 100,00 |
| 39. AllyGram Systems and Technologies Private Ltd. | |
| 40. GRAMMER Vehicle Parts (Shenyang) Co., Ltd. | 100,00 |
| 41. Changchun GRAMMER FAWSN Vehicle Parts Co., Ltd. | 49,00 |
| 42. GRAMMER (China) Holding Co., Ltd. | |
| 43. GRAMMER Vehicle Parts (Harbin) Co., Ltd. | 60,00 |
| 44. GRAMMER Vehicle Parts (Qingdao) Co., Ltd. | 60,00 |
| 45. GRAMMER Vehicle Interiors (Hefei) Co., Ltd. | 100,00 |
| 46. GRAMMER India Private Ltd. | 1,00 |
1) Jahresergebnis und Eigenkapital sind in den konsolidierten Zahlen der Toledo Molding & Die LLC enthalten.
2) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2020 gegründet. Ihr satzungsmäßiges Eigenkapital beträgt TCNY 20.000 (T€ 2.780).
3) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2021 gegründet. Ihr satzungsmäßiges Eigenkapital beträgt TUSD 30.000 (T€ 26.488)
4) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2021 gegründet. Ihr satzungsmäßiges Eigenkapital beträgt TCNY 60.000 (T€ 8.339).
5) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2021 gegründet. Ihr satzungsmäßiges Eigenkapital beträgt TCNY 15.000 (T€ 2.085).
6) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2021 gegründet. Ihr satzungsmäßiges Eigenkapital beträgt TCNY 30.000 (T€ 4.170).
7) Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2021 gegründet. Ihr satzungsmäßiges Eigenkapital beträgt TINR 138.822 (T€ 1.648).
Das Eigenkapital und das Ergebnis des letzten Geschäftsjahres entstammen den Jahresabschlüssen der Gesellschaften zum 31. Dezember 2020 bzw. im Fall der AllyGram Systems and Technologies Private Ltd. auf den 31. März 2021. Die angegebenen Währungskurse beziehen sich ebenfalls auf den 31. Dezember 2020. Mit der GRAMMER System GmbH, der GRAMMER Automotive Metall GmbH, der GRAMMER Railway Interior GmbH, der GRAMMER Technical Components GmbH und der GRAMMER Interior Components GmbH bestehen Ergebnisabführungsverträge (EAV).
(2) Vorräte
| 31.12.2021 T€ |
31.12.2020 T€ |
|
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 37 | 27 |
| Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 41.995 | 43.602 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 4.761 | 5.599 |
| Geleistete Anzahlungen | 1.545 | 662 |
| 48.338 | 49.890 |
(3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (Vorjahreswerte in Klammern)
| mit einer Restlaufzeit | Gesamt | ||
|---|---|---|---|
| bis zu 1 Jahr T€ |
von mehr als 1 Jahr T€ |
T€ | |
| --- | --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 55.945 | 0 | 55.945 |
| (50.722) | (0) | (50.722) | |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 124.652 | 0 | 124.652 |
| (76.356) | (0) | (76.356) | |
| Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 2.773 | 0 | 2.773 |
| (1.058) | (0) | (1.058) | |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 3.833 | 0 | 3.833 |
| (6.968) | (0) | (6.968) | |
| 187.203 | 0 | 187.203 | |
| (135.104) | (0) | (135.104) |
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 62 (Vj. 498). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich zu T€ 23.081 bzw. rund 19 % (Vj. 21.382 bzw. 28 %) aus Lieferungen und Leistungen ergeben. Der verbleibende Teil betrifft im Wesentlichen die Gewährung kurzfristiger Kredite und Forderungen aus Gewinnabführungen. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren zu T€ 2.370 bzw. 85 % (Vj. 1.039 bzw. 98 %) aus Lieferungen und Leistungen.
Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Zusammenhang mit Factoring-Transaktionen Forderungen aus Sicherungseinbehalten (T€ 696; Vj. 526), über welche die GRAMMER AG vorübergehend nur eingeschränkt verfügen kann.
(4) Gezeichnetes Kapital
Das gezeichnete Kapital ist zum 31. Dezember 2021 in 15.237.922 Stückaktien, die ausschließlich Stammaktien sind, eingeteilt.
Die Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 hat befristet bis zum 22. Juni 2026 ein neues Genehmigtes Kapital in Höhe von T€ 19.505 (Genehmigtes Kapital 2021) beschlossen. Der Vorstand wurde mit diesem Beschluss ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu T€ 19.505 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
a) soweit dies zur Vermeidung von Spitzenbeträgen erforderlich ist;
b) um die Aktien gegen Sacheinlagen zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen oder von Beteiligungen an Unternehmen oder Unternehmensteilen oder zum Zwecke des Erwerbs von Forderungen gegen die Gesellschaft oder ihre Konzerngesellschaften auszugeben;
c) soweit es erforderlich ist, um den Inhabern bzw. Gläubigern von Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten, die von der Gesellschaft oder deren nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte bzw. nach Erfüllung der Options- bzw. Wandlungspflichten zustände;
d) bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis für Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung im Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet. Die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß §§ 203 Abs. 1, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG aufgrund dieser Ermächtigung ausgegebenen Aktien dürfen insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft im Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder - falls dieser Wert geringer ist - im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung nicht überschreiten. Die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals vermindert sich um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen eigenen Aktien der Gesellschaft entfällt, die während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals 2021 unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gemäß §§ 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 5, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußert werden. Die Höchstgrenze vermindert sich ferner um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen Aktien entfällt, die zur Bedienung von Options- oder Wandelschuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrecht oder mit Options- oder Wandlungspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals 2021 unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden.
Von der Hauptversammlung wurde darüber hinaus am 23. Juni 2021 die Aufhebung des bis dahin bestehenden Genehmigten Kapitals 2020 beschlossen.
Die GRAMMER AG hält zum 31. Dezember 2021 einen Bestand an eigenen Aktien von 330.050 Stück. Der darauf entfallende Betrag des Grundkapitals beträgt € 844.928,00 und entspricht 2,1660 % des Grundkapitals.
Entsprechend den Vorschriften zum Ausweis eigener Anteile ist der rechnerische Nennwert der vorhandenen eigenen Aktien in Höhe von insgesamt T€ 845 zum 31. Dezember 2021 vom Ausweis des gezeichneten Kapitals offen abgesetzt. Ein darüber hinausgehender Betrag (T€ 1.152) ist mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechnet.
Der zum 31. Dezember 2021 vorhandene Bestand an eigenen Aktien wurde vollständig im Geschäftsjahr 2006 erworben. In den Geschäftsjahren 2007 bis 2021 wurden eigene Aktien weder erworben noch veräußert. Die Transaktionen im Geschäftsjahr 2006 sind in der nachfolgenden Tabelle wochenweise dargestellt:
| Erwerbszeitpunkt Kalender-Woche | Stückzahl Erwerb | darauf entfallender Betrag des Grundkapitals € |
Anteil am Grundkapital im Erwerbszeitpunkt % |
Anteil am Grundkapital zum 31.12.2021 % |
|---|---|---|---|---|
| 34/2006 | 27.520 | 70.451,20 | 0,2622 | 0,1804 |
| 35/2006 | 19.975 | 51.136,00 | 0,1903 | 0,1310 |
| 36/2006 | 20.475 | 52.416,00 | 0,1951 | 0,1344 |
| 37/2006 | 20.475 | 52.416,00 | 0,1951 | 0,1344 |
| 38/2006 | 20.475 | 52.416,00 | 0,1951 | 0,1344 |
| 39/2006 | 20.475 | 52.416,00 | 0,1951 | 0,1344 |
| 40/2006 | 16.380 | 41.932,80 | 0,1560 | 0,1074 |
| 41/2006 | 20.475 | 52.416,00 | 0,1951 | 0,1344 |
| 42/2006 | 20.475 | 52.416,00 | 0,1951 | 0,1344 |
| 43/2006 | 20.475 | 52.416,00 | 0,1951 | 0,1344 |
| 44/2006 | 20.475 | 52.416,00 | 0,1951 | 0,1344 |
| 45/2006 | 20.475 | 52.416,00 | 0,1951 | 0,1344 |
| 46/2006 | 20.475 | 52.416,00 | 0,1951 | 0,1344 |
| 47/2006 | 20.475 | 52.416,00 | 0,1951 | 0,1344 |
| 48/2006 | 20.475 | 52.416,00 | 0,1951 | 0,1344 |
| 49/2006 | 20.475 | 52.416,00 | 0,1951 | 0,1344 |
| 330.050 | 844.928,00 | 3,1448 | 2,1660 |
Der Vorstand der GRAMMER AG hatte am 16. August 2006 beschlossen, von der Ermächtigung der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. Juni 2006 zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Ziffer 8 AktG Gebrauch zu machen. Vom 16. August 2006 bis zum 1. Dezember 2007 sollten seitens der Gesellschaft bis zu 10 % des damaligen Grundkapitals, d. h. bis zu 1.049.515 eigene Aktien erworben werden. Der Aktienrückkauf erfolgte für die durch den Hauptversammlungsbeschluss festgelegten Zwecke, die sowohl den Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen, den Verkauf über die Börse oder über ein an alle Aktionäre gerichtetes Angebot als auch die Einziehung vorsehen.
Die Durchführung des Rückkaufs wurde durch die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG (nunmehr UniCredit Bank AG), die ihre Entscheidungen über den Zeitpunkt des Aktienerwerbs unabhängig und unbeeinflusst von der GRAMMER AG traf, abgewickelt. Der Rückkauf der Aktien nach diesem Vorstandsbeschluss erfolgte in Übereinstimmung mit den Safe-Harbour-Regelungen der §§ 14 Abs. 2, 20a Abs. 3 WpHG (a. F.) in Verbindung mit der Verordnung (EG) Nr. 2273/2003 der Kommission vom 22. Dezember 2003.
Der Erwerb der Aktien wurde über die Börse zu dem im Beschluss der Hauptversammlung angegebenen Erwerbspreis vorgenommen. Der Erwerbspreis je Aktie ohne Erwerbsnebenkosten durfte demnach den durchschnittlichen tagesvolumengewichteten Schlusskurs der Aktien im Xetra-Handel oder in einem an die Stelle des Xetra-Systems getretenen Nachfolgesystem an den jeweils drei vorangehenden Börsentagen um nicht mehr als 10 % überschreiten bzw. nicht mehr als 20 % unterschreiten.
Bestehen von Beteiligungen an der Gesellschaft nach § 33 WpHG
Nach § 33 Abs. 1 oder Abs. 2 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) hat jeder Anleger, der durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise bestimmte Anteile an Stimmrechten der Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von vier Handelstagen mitzuteilen. Der niedrigste Schwellenwert für diese Mitteilungspflicht ist 3 %. Der Gesellschaft wurden folgende zum 31. Dezember 2021 bestehende Beteiligungen nach § 33 WpHG mitgeteilt (die entsprechenden Prozent- und Aktienzahlen beziehen sich auf das zum Zeitpunkt der jeweiligen Mitteilung vorhandene Grundkapital; die Anzahl der Aktien ist der jeweils letzten Stimmrechtsmitteilung an die GRAMMER AG entnommen und kann daher zwischenzeitlich überholt sein):
Frau Bifeng WU, Herr Yiping WANG und Herr Jimin WANG, China, haben uns am 11. Dezember 2019 nach § 33 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der GRAMMER AG (ISIN: DE0005895403) weiterhin die Schwelle von 75 % überschritten hat und 84,23 % (10.618.681 Stimmrechte) beträgt. Davon werden Frau Bifeng WU, Herrn Yiping WANG und Herrn Jimin WANG 84,23 % (10.618.681 Stimmrechte) gemäß § 34 WpHG zugerechnet. Von folgendem Unternehmen werden Stimmrechte zugerechnet: Jiye Auto Parts GmbH, Frankfurt a. M., Deutschland.
(Veröffentlicht am 16. Dezember 2019.)
Alle der GRAMMER AG nach §§ 33 ff WpHG zugegangenen Mitteilungen sind auf der Website der Gesellschaft und der Plattform "dgap.de" der EQS Group AG einsehbar.
(5) Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage beinhaltet das jeweilige Agio aus den Kapitalerhöhungen der Jahre 1996 (T€ 23.495), 2001 (T€ 34.742), 2011 (T€ 16.414), 2017 (T€ 57.280) und 2020 (T€ 33.280).
(6) Gewinnrücklagen
Die gesetzliche Gewinnrücklage beträgt unverändert zum Vorjahr T€ 1.183.
Die gesetzliche Rücklage und die Kapitalrücklagen nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 HGB übersteigen zusammen den zehnten Teil des Grundkapitals. Eine vom Gesetz abweichende Satzungsbestimmung liegt nicht vor.
Die anderen Gewinnrücklagen betragen zum 31. Dezember 2021 T€ 130.975 (Vj. 130.975). Der vorhandene Betrag der anderen Gewinnrücklagen wurde entsprechend § 58 Abs. 2 AktG und der Satzung der GRAMMER AG aus den Jahresüberschüssen der Geschäftsjahre 2012 (T€6.778), 2013 (T€ 5.612), 2014 (T€ 15.496), 2015 (T€ 15.947), 2016 (T€28.473) und2017 (T€ 20.995) bzw. gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2020 aus dem Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2019 (T€ 37.674) eingestellt.
(7) Rückstellungen für Pensionen
Den Pensionsrückstellungen liegen die "Richttafeln 2018 G" der Heubeck-Richttafeln-GmbH, Köln, zugrunde. Die GRAMMER AG hat von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, als Abzinsungssatz den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und bekannt gegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz zu verwenden, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Die versicherungsmathematische Bewertung des Erfüllungsbetrags basiert demnach zum 31. Dezember 2021 auf einem Abzinsungssatz von 1,87 % (Vj. 2,30 %). Daneben liegen der Bewertung ein angenommener Gehalts- und Karrieretrend von 2,30 % (Vj. 2,30 %) p. a. und ein Rententrend von 1,50 % (Vj. 1,50 %) p. a. zugrunde.
Einem Erfüllungsbetrag von T€ 88.098 (Vj. 83.076) aus Pensionsverpflichtungen steht zum 31. Dezember 2021 ein zu verrechnendes Vermögen mit einem beizulegenden Zeitwert von T€ 5.839 (Vj. 5.079) und Anschaffungskosten von T€ 5.854 (Vj. 5.106) gegenüber. Dieses wird mit der zugrundeliegenden Verpflichtung verrechnet. Der sich ergebende Verpflichtungsüberhang wird unter den Rückstellungen für Pensionen erfasst.
Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB zwischen der Berechnung der Pensionsrückstellungen mit dem siebenjährigen und dem zehnjährigen Durchschnittszinssatz beläuft sich zum Ende des Geschäftsjahres 2021 auf T€ 7.084 (Vj. 9.178) und unterliegt nach §253 Abs. 6 Satz 2 HGB grundsätzlich einer Ausschüttungssperre.
Erträge und Aufwendungen aus dem verrechneten Deckungsvermögen und den Altersversorgungsverpflichtungen werden in der Position Zinsen und ähnliche Aufwendungen verrechnet.
(8) Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen
Die Steuerrückstellungen in Höhe von T€ 3.569 (Vj. 730) betreffen zu erwartende Nachzahlungen an Gewerbesteuer (T€ 2.033; Vj. 438), Körperschaftsteuer (T€ 1.258; Vj. 177), Solidaritätszuschlag (T€ 69; Vj. 10) und Umsatzsteuer (T€ 27; Vj. 0) sowie Nachzahlungszinsen (T€ 182; Vj. 105). Der Gesamtbetrag entfällt zum 31. Dezember 2021 in Höhe von T€ 2.442 (Vj. 730) auf Verpflichtungen aus Vorjahren.
Die sonstigen Rückstellungen umfassen zum 31. Dezember 2021 Rückstellungen für den Personalbereich (T€ 11.688; Vj. 14.566) sowie den Beschaffungs- (T€ 5.740; Vj. 7.827), den Absatz- (T€ 7.931; Vj. 7.600) und den Verwaltungsbereich (T€ 1.251; Vj. 835). Darüber hinaus bestehen Rückstellungen für drohende Verluste (T€ 602; Vj. 1.137) aus Absatzgeschäften.
(9) Verbindlichkeiten
(Vorjahreswerte in Klammern)
| Verbindlichkeiten | mit einer Restlaufzeit | Gesamt | ||
|---|---|---|---|---|
| bis zu 1 Jahr T€ |
zwischen 1 u. 5 Jahren T€ |
von mehr als 5 Jahren T€ |
T€ | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 276.879 | 88.247 | 87.677 | 452.803 |
| (127.710) | (155.963) | (95.908) | (379.581) | |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 2.617 | 0 | 0 | 2.617 |
| (2.600) | (0) | (0) | (2.600) | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 15.346 | 0 | 0 | 15.346 |
| (15.377) | (0) | (0) | (15.377) | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 40.382 | 0 | 0 | 40.382 |
| (29.835) | (0) | (0) | (29.835) | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 296 | 0 | 0 | 296 |
| (212) | (0) | (0) | (212) | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 4.935 | 0 | 0 | 4.935 |
| (6.719) | (0) | (0) | (6.719) | |
| 340.455 | 88.247 | 87.677 | 516.379 | |
| (182.453) | (155.963) | (95.908) | (434.324) |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind zum 31. Dezember 2021 in Höhe von T€ 41.927 (Vj. 49.600) durch Grundpfandrechte gesichert. Darüber hinaus werden für die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit Ausnahme eines Teilbetrags von T€ 23.209 (Vj. 17.562), für den Forderungen sicherungsübereignet sind, keine Sicherheiten gewährt. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen handelsübliche Eigentumsvorbehalte von Lieferanten.
Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind zu T€ 12.552 bzw. rund 31 % (Vj. 4.332 bzw. 15 %) aus Lieferungen und Leistungen und ansonsten aus kurzfristigen Krediten entstanden. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren vollständig aus Lieferungen und Leistungen.
Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten:
| 31.12.2021 T€ |
31.12.2020 T€ |
|
|---|---|---|
| Steuerverbindlichkeiten | 3.701 | 3.562 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 69 | 44 |
Haftungsverhältnisse
| 31.12.2021 T€ |
31.12.2020 T€ |
|
|---|---|---|
| Aus Bürgschaften | 15.351 | 14.414 |
| Aus Gewährleistungsverträgen | 149.927 | 133.729 |
| 165.278 | 148.143 |
Zusätzlich zu den bezifferten Haftungsverhältnissen hat die GRAMMER AG Patronatserklärungen für die GRAMMER Railway Interior GmbH und die GRAMMER Interior Components GmbH, mit denen Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge bestehen, sowie für die GRAMMER Automotive Puebla S.A. de C.V., die GRAMMER Seating (Ningbo) Co., Ltd., die GRAMMER Interior (Tianjin) Co., Ltd., die GRAMMER Seating (Shaanxi) Co., Ltd., die GRAMMER Vehicle Parts (Shenyang) Co., Ltd., die GRAMMER CZ s.r.o., die GRAMMER Automotive CZ s.r.o., die GRAMMER Electronics N.V., die GRAMMER Seating Systems Ltd., die GRAMMER System d.o.o. und die GRAMMER Automotive South Africa (Pty) Ltd. abgegeben.
Von den bezifferten Haftungsverhältnissen besteht ein Teilbetrag in Höhe von T€ 159.453 (Vj. 142.943) ausschließlich zur Absicherung von Verpflichtungen verbundener Unternehmen.
Die GRAMMER AG geht Haftungsverhältnisse nach sorgfältiger Risikoabwägung und grundsätzlich nur in Zusammenhang mit ihrer eigenen oder der Geschäftstätigkeit verbundener Unternehmen ein. Auf Basis einer fortlaufenden Bewertung der Risikosituation der bestehenden Haftungsverhältnisse und unter Berücksichtigung der bis zum Aufstellungszeitpunkt gewonnenen Erkenntnisse geht die GRAMMER AG derzeit davon aus, dass die den Haftungsverhältnissen zugrunde liegenden Verpflichtungen von den jeweiligen Hauptschuldnern erfüllt werden können. Die GRAMMER AG schätzt daher das Risiko einer Inanspruchnahme bei allen aufgeführten Haftungsverhältnissen als nicht wahrscheinlich ein.
Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte (§ 285 Satz 1 Nr. 3 HGB)
Zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2021 bestehen laufende Zahlungsverpflichtungen aus außerbilanziellen Geschäften im Sinne dieser Vorschrift in Form branchenüblicher Leasingverträge über technische Anlagen und Maschinen bzw. Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie aus Factoring.
Nach den vertraglichen Bedingungen sind die Leasingobjekte der GRAMMER AG nicht als wirtschaftliches Eigentum zuzurechnen. Verpflichtungen aus den geschlossenen Verträgen bestehen in den nachfolgenden Geschäftsjahren in folgender Höhe:
| 31.12.2021 T€ |
31.12.2020 T€ |
|
|---|---|---|
| Verpflichtungen aus Leasingverträgen | ||
| fällig 2022 (Vorjahresangabe: fällig 2021) | 2.107 | 1.795 |
| fällig 2023 (Vorjahresangabe: fällig 2022) | 740 | 1.125 |
| fällig nach 2023 (Vorjahresangabe: fällig nach 2022) | 891 | 500 |
| 3.738 | 3.420 |
Die Vorteile hinsichtlich der betreffenden Leasing-Geschäfte bestehen insbesondere im fehlenden Vermarktungsrisiko am Ende der Leasinglaufzeit. Das Risiko einer technischen oder wirtschaftlichen Überalterung der Leasinggegenstände liegt beim Leasinggeber. Die Gegenstände können auftragsbezogen genutzt und die Laufzeiten der Verträge flexibel gestaltet werden, woraus sich eine größere Planungssicherheit bei der Kalkulation ergibt. Darüber hinaus werden die bestehenden Bankkreditlinien der GRAMMER AG geschont und die Liquidität wird erhöht.
Im Rahmen des Working Capital Managements sind zum 31. Dezember 2021 in Anbetracht der günstigen Refinanzierungsmöglichkeiten offene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Nennwert von T€ 3.915 (Vj. 4.132) an Kreditinstitute veräußert worden. Die möglichen Risiken in diesem Zusammenhang werden aufgrund des regresslosen Verkaufs als gering eingestuft. Finanzielle Auswirkungen aus diesen Geschäften ergeben sich in Form moderater Finanzierungsaufwendungen.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen (§ 285 Satz 1 Nr. 3a HGB)
| 31.12.2021 T€ |
31.12.2020 T€ |
|
|---|---|---|
| Verpflichtungen aus Miet- und Wartungsverträgen | ||
| fällig 2022 (Vorjahresangabe: fällig 2021) | 7.167 | 5.637 |
| fällig 2023 (Vorjahresangabe: fällig 2022) | 2.488 | 3.094 |
| fällig nach 2023 (Vorjahresangabe: fällig nach 2022) | 7.248 | 7.073 |
| 16.903 | 15.804 | |
| Verpflichtungen aus begonnenen Investitionsvorhaben | ||
| fällig 2022 (Vorjahresangabe: fällig 2021) | 517 | 1.640 |
| Kapitaleinzahlungsverpflichtungen | ||
| fällig ab 2022 (Vorjahresangabe: fällig ab 2021) | 18.996 | 3.738 |
Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten
Derivative Finanzinstrumente werden von der GRAMMER AG vor allem zur Begrenzung des Zinsänderungs- und des Währungsrisikos eingesetzt. Einerseits werden Zinsveränderungen von Finanzverbindlichkeiten abgesichert und andererseits Kurssicherungen von grundgeschäftsbedingten Fremdwährungs-Cashflows durchgeführt. Die Wirksamkeit des Absicherungszusammenhangs wird fortlaufend überprüft. Oberster Grundsatz des Derivateeinsatzes ist die Absicherung von Risiken aus Grundgeschäften. Die derivativen Finanzinstrumente unterliegen internen Risikokontrollen. Die Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten, für die keine Bewertungseinheit mit dem Grundgeschäft gebildet wird, erfolgt imparitätisch, das heißt, für negative Marktwerte werden Rückstellungen gebildet, positive Marktwerte werden nicht angesetzt. Demgegenüber kommt bei der Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten, für die eine Bewertungseinheit mit dem Grundgeschäft gebildet wird, die Einfrierungsmethode zur Anwendung.
Die GRAMMER AG hat zum Bilanzstichtag Währungssicherungen in Form von Termingeschäften in tschechischen Kronen abgeschlossen. Insgesamt sind in dieser Währung zum 31. Dezember 2021 T€ 50.521 gesichert, während zum Vorjahresstichtag Währungssicherungen in tschechischen Kronen und mexikanischen Pesos im Gegenwert von insgesamt T€ 40.029 bestanden. Der Marktwert der zum Bilanzstichtag bestehenden Devisentermingeschäfte, berechnet mit dem fristenkongruenten Terminkurs im Vergleich zum jeweiligen Terminkurs, beträgt zum 31. Dezember 2021 T€ 1.236 (Vj. 795). Dabei beläuft sich der Marktwert der zum Bilanzstichtag bestehenden positiven Sicherungsgeschäfte (Bewertung Mark to Market) auf T€ 1.236 (Vj. 795), der Marktwert der negativen Sicherungsgeschäfte auf T€ 0 (Vj. 0).
Ein Teil der aufgenommenen Darlehensverbindlichkeiten der GRAMMER AG, der Zinsänderungsrisiken ausgesetzt ist, wurde mit den zur Absicherung gehaltenen Zinsderivaten in Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen ergibt sich aus der Übereinstimmung aller bewertungsrelevanten Parameter des Grundgeschäfts mit dem jeweiligen Sicherungsgeschäft. Die in diesen Micro Hedge Bewertungseinheiten erfassten Zinsswaps, denen kongruente Finanzierungsbeträge gegenüberstehen, wiesen zum 31. Dezember 2021 ein Nominalvolumen von T€ 6.500 (Vj. 6.500) sowie einen Marktwert exklusive Stückzinsen von T€ -53 (Vj. -107) auf. Der Marktwert (Bewertung Mark to Market) der Zinsderivate wurde als Barwert der erwarteten Zinszahlungsströme unter Berücksichtigung marktgerechter Zinsstrukturkurven ermittelt. Die Zinsswaps enden zeitgleich mit den zugrundeliegenden Grundgeschäften im Jahr 2022. Die unrealisierten Verluste aus der Bewertung dieser Zinsswaps wurden aufgrund der gebildeten Bewertungseinheiten nicht bilanziert.
Darüber hinaus bestehen zum 31. Dezember 2021 keine derivativen Finanzinstrumente.
C) Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
(10) Umsatzerlöse
| 2021 T€ |
2020 T€ |
|
|---|---|---|
| Aufgliederung nach Produktbereichen: | ||
| - Automotive | 232.703 | 252.501 |
| - Commercial Vehicles | 416.595 | 318.538 |
| Gesamt | 649.298 | 571.039 |
| Aufgliederung nach Regionen: | ||
| - Inland | 218.931 | 202.117 |
| - Europäische Union | 280.729 | 303.109 |
| - sonstiges Ausland | 149.638 | 65.813 |
| Gesamt | 649.298 | 571.039 |
(11) Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
Die Bestandsveränderung beinhaltet aperiodische Aufwendungen in Zusammenhang mit im Vorjahr aktivierten Kosten in Höhe von T€ 2.792.
(12) Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten überwiegend Erträge aus Zuschreibungen zum Finanzanlagevermögen (T€ 37.603; Vj. 2), Erträge aus der Währungsumrechnung (T€ 10.942; Vj. 6.260) und Erträge aus Kostenweiterbelastungen (T€ 1.329; Vj. 458). Daneben sind aperiodische sonstige betriebliche Erträge vor allem aus der Auflösung von Rückstellungen (T€ 3.962; Vj. 2.871) und in Form von Gewinnen aus Anlagenabgängen (T€ 27; Vj. 23.626) angefallen. Bei den Erträgen aus Zuschreibungen zum Finanzanlagevermögen in Höhe von T€ 37.603 handelt es sich um außergewöhnliche Erträge im Sinne von § 285 Nr. 31 HGB. Im Vorjahr enthielten die Gewinne aus Anlagenabgängen außergewöhnliche Erträge im Sinne von § 285 Nr. 31 HGB in einer Höhe von T€ 22.886.
(13) Materialaufwand
| 2021 T€ |
2020 T€ |
|
|---|---|---|
| a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 468.788 | 434.093 |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | 25.235 | 23.643 |
| 494.023 | 457.736 |
(14) Personalaufwand
| 2021 T€ |
2020 T€ |
|
|---|---|---|
| a) Löhne und Gehälter | 70.696 | 69.867 |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 13.277 | 10.510 |
| - davon für Altersversorgung: T€ 2.242 (Vj. 56) | ||
| 83.973 | 80.377 |
Der Personalaufwand beinhaltet aperiodische Aufwendungen für Sozialplankosten in Zusammenhang mit dem Vorjahr in Höhe von T€ 1.549. Er enthielt im Vorjahr 2020 außergewöhnliche Aufwendungen in Verbindung mit der Restrukturierung der Unternehmensorganisation in Höhe von T€ 5.817.
(15) Sonstige betriebliche Aufwendungen
| 2021 T€ |
2020 T€ |
|
|---|---|---|
| Verwaltungskosten | 47.648 | 40.442 |
| Betriebskosten | 8.905 | 7.606 |
| Aufwendungen aus der Währungsumrechnung | 6.328 | 8.155 |
| Gebühren, Abgaben, Versicherungen | 5.325 | 5.205 |
| Vertriebskosten | 3.978 | 3.215 |
| Werbe- und Reisekosten | 1.790 | 1.861 |
| Kfz-Kosten | 1.763 | 1.650 |
| Raumkosten | 1.534 | 1.450 |
| Sonstige Personalkosten | 1.523 | 1.252 |
| Nebenkosten Geldverkehr | 173 | 124 |
| Sonstige Aufwendungen | 12 | 494 |
| 78.979 | 71.454 |
(16) Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
Die Position enthält Abschreibungen (nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB) auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 95.477 (Vj. 64.580) und auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von T€ 54 (Vj. 10.727). Daneben waren im Vorjahr in dieser Position auch Abschreibungen auf Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht in Höhe von T€ 258 enthalten.
Nach internen Bewertungen wurde der Wert der Anteile an einzelnen Tochtergesellschaften auf den jeweils niedrigeren beizulegenden Wert zum Abschlussstichtag abgeschrieben.
Bei den Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen handelt es sich mit einem Betrag von T€ 95.477 (Vj. 70.580) um außergewöhnliche Aufwendungen im Sinne von § 285 Nr. 31 HGB.
(17) Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Der Zinsanteil in der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen, den Jubiläumsrückstellungen und den Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von insgesamt T€ 6.987 (Vj. 6.704) wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Erträge (T€ 23; Vj. 0) und Aufwendungen (T€ 0; Vj. 89) aus zu verrechnendem Vermögen sind entsprechend § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB in der Position Zinsen und ähnliche Aufwendungen saldiert enthalten.
(18) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten ausländische Abzugsteuern auf Lizenzerträge, Zinsen und Dividenden (T€ 3.705; Vj. 3.437). Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbeertragsteuer für das Geschäftsjahr 2021 belaufen sich auf T€ 1.127 (Vj. 0). Die Position enthält darüber hinaus Steueraufwand für Vorjahre in Höhe von T€ 1.927 (Vj. 1.084).
D) Ergänzende Angaben
Mitarbeiter
Die Anzahl der Mitarbeiter betrug im Jahresdurchschnitt:
| 2021 | 2020 | |
|---|---|---|
| Gewerbliche Arbeitnehmer | 49 | 59 |
| Angestellte | 718 | 748 |
| 767 | 807 | |
| davon Teilzeitkräfte: | ||
| Gewerbliche Arbeitnehmer | 3 | 3 |
| Angestellte | 95 | 96 |
| 98 | 99 |
Diese Mitarbeiterzahlen sind auf Basis einer monatsweisen Berechnung ermittelt.
Honorare des Abschlussprüfers
Die Angaben zu den vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechneten Honoraren sind im Konzernabschluss der GRAMMER AG enthalten.
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden im Rahmen des normalen Geschäfts-Verlaufs durchgeführt und erfolgen grundsätzlich zu marktüblichen Konditionen - einschließlich Zinssätzen - wie bei getätigten vergleichbaren Geschäften mit fremden Dritten. Die zum Geschäftsjahresende bestehenden offenen Posten sind nicht besichert, unverzinslich und werden durch Barzahlung oder Verrechnung beglichen. Für Forderungen oder Schulden gegen nahestehende Unternehmen und Personen bestehen keinerlei Garantien. Ausleihungen erfolgen zu marktüblichen Konditionen unter Berücksichtigung fehlender Sicherheiten.
Die GRAMMER AG hat mit Mitgliedern des Vorstands, des Aufsichtsrats und leitenden Angestellten bzw. mit Gesellschaften außerhalb des GRAMMER Konzerns, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keine wesentlichen Geschäfte vorgenommen. Das gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.
Erklärung zum Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG
Vorstand und Aufsichtsrat der GRAMMER AG haben in Anlehnung an die Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex Leitlinien zur Unternehmensführung verabschiedet. Durch gemeinschaftliche Beschlüsse von Vorstand und Aufsichtsrat, zuletzt vom 9. Dezember 2021, wird die Entsprechenserklärung jährlich aktualisiert. Die Erklärung ist auf der Website der Gesellschaft unter www.grammer.com/investor-relations/fakten-zum-unternehmen/corporate-governance dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.
Angaben zu Organen der Gesellschaft
Vorstand
| Dipl.-Wirtsch.-Ing. Thorsten Seehars, München | Vorsitzender des Vorstands |
| M.Sc. Jurate Keblyte, Haar | |
| Dipl.-Ing. Jens Öhlenschläger, Amberg |
Aufsichtsrat
| Dipl.-Kfm. Alfred Weber, Stuttgart | Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| Horst Ott, Königstein | Stellvertretender Vorsitzender Arbeitnehmervertreter |
| Dipl.-Ing (FH) Klaus Bauer, Ensdorf | Arbeitnehmervertreter |
| Andrea Elsner, Ebermannsdorf | Arbeitnehmervertreterin |
| Dr.-Ing. Ping He, Wenzenbach-Irlbach | |
| Martin Heiß, Sulzbach-Rosenberg | Arbeitnehmervertreter |
| Peter Kern, Kümmersbruck | Arbeitnehmervertreter |
| Dipl.-Ing. Jürgen Kostanjevec, Köln | |
| Dipl.-Kaufmann Dr. Peter Merten, Heppenheim | |
| Gabriele Sons, Berlin | |
| Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser, Garching | |
| Antje Wagner, Frankfurt a. M. | Arbeitnehmervertreterin |
Ausgeübte Berufe der Vorstandsmitglieder und ihre Mandate im Sinne von § 285 Nr. 10 HGB
Thorsten Seehars
Vorstandsvorsitzender (CEO) und Arbeitsdirektor
| ― | Mitglied des Board of Directors der GRA-MAG Truck Interior Systems LLC, London (OH)/USA |
| ― | Mitglied des Board of Directors der Changchun GRAMMER FAWSN Vehicle Parts Co., Ltd., Changchun/China |
| ― | Stellvertretender Vorsitzender des Board of Directors der GRAMMER Vehicle Parts (Harbin) Co., Ltd., Harbin/China (ab 19.05.2021) |
Jurate Keblyte
Finanzvorstand (CFO)
| ― | Mitglied des Aufsichtsrats der HAWE Hydraulik SE, Aschheim/München |
| ― | Mitglied des Aufsichtsrats der Ottobock SE & Co. KGaA, Duderstadt (ab 17.05.2021) |
| ― | Mitglied des Board of Directors der Changchun GRAMMER FAWSN Vehicle Parts Co., Ltd., Changchun/China |
Jens Öhlenschläger
Technikvorstand (COO)
| ― | Aufsichtsrat der GRAMMER Interior (Beijing) Co., Ltd., Peking/China |
| ― | Aufsichtsrat der GRAMMER Interior (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai/China |
| ― | Aufsichtsrat der GRAMMER Interior (Tianjin) Co., Ltd., Tianjin/China |
| ― | Aufsichtsrat der GRAMMER Seating (Ningbo) Co., Ltd., Ningbo City/China |
| ― | Aufsichtsrat der GRAMMER Seating (Shaanxi) Co., Ltd., Weinan City/China |
| ― | Aufsichtsrat der GRAMMER Vehicle Parts (Shenyang) Co., Ltd., Shenyang/China |
| ― | Aufsichtsrat der GRAMMER Vehicle Interiors (Hefei) Co., Ltd., Hefei City/China (ab 11.11.2021) |
| ― | Aufsichtsrat der GRAMMER (China) Holding Co., Ltd., Hefei City/China (ab 30.04.2021) |
| ― | Aufsichtsrat der GRAMMER Interior (Changchun) Co., Ltd., Changchun /China (ab 05.03.2021) |
| ― | Aufsichtsrat der GRAMMER Japan Ltd., Tokio/Japan |
| ― | Mitglied des Board of Directors der AllyGram Systems and Technologies Private Ltd., Pune/Indien |
Ausgeübte Berufe und weitere Mandate der Aufsichtsratsmitglieder
Alfred Weber
Ehem. Vorsitzender der Geschäftsführung der MANN+HUMMEL GmbH
| ― | Sonstige Mandate: |
| ― | Vorsitzender des Beirats der Südpack Verpackungen GmbH & Co. KG, Ochsenhausen |
Horst Ott
1. Bevollmächtigter der IG Metall Amberg
| ― | keine weiteren Mandate |
Klaus Bauer
Werkleiter bei der GRAMMER Technical Components GmbH
| ― | keine weiteren Mandate |
Andrea Elsner
Industriekauffrau
| ― | keine weiteren Mandate |
Dr.-Ing. Ping He
Ehem. Entwicklungsingenieur bei der Powertrain Division der Continental AG
| ― | keine weiteren Mandate |
Martin Heiß
Datenverarbeitungskaufmann
| ― | keine weiteren Mandate |
Peter Kern
Schlosser
| ― | keine weiteren Mandate |
Jürgen Kostanjevec
Selbständiger Berater
| ― | keine weiteren Mandate |
Dr. Peter Merten
Unternehmensberater
| ― | Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG: |
| ― | Mitglied des Aufsichtsrats der Nanogate SE, Göttelborn (bis 14.04.2021) |
| ― | Sonstige Mandate: |
| ― | Mitglied des Beirats der Deutsche Bank AG, Mannheim |
| ― | Mitglied des Beirats der KAMAX Holding GmbH & Co. KG, Homberg (Ohm) |
Gabriele Sons
Rechtsanwältin in der Kanzlei Sons
| ― | Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG: |
| ― | Mitglied des Aufsichtsrats der ElringKlinger AG, Dettingen (Ems) |
| ― | Sonstige Mandate: Mitglied des Verwaltungsrats des TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Pfalz e.V., Köln |
Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser
Professorin und Leiterin des Lehrstuhls für Automatisierung und Informationssysteme der Fakultät Maschinenwesen an der Technischen Universität München
| ― | Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG: |
| ― | Mitglied des Aufsichtsrats der SMS group GmbH, Düsseldorf (bis 27.04.2021) |
| ― | Mitglied des Aufsichtsrats der SMS Holding GmbH, Düsseldorf (bis 27.04.2021) |
| ― | Mitglied des Aufsichtsrats der HAWE Hydraulik SE, Aschheim/München |
| ― | Sonstige Mandate: |
| ― | keine weiteren Mandate |
Antje Wagner
Gewerkschaftssekretärin IG Metall Vorstand in Frankfurt a. M.
| ― | Mandate nach § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG: |
| ― | Mitglied des Aufsichtsrats der WISAG Produktionsservice GmbH, Frankfurt a. M. (ab 01.09.2021) |
| ― | Sonstige Mandate: |
| ― | keine weiteren Mandate |
Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats
Die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2021 gewährten Gesamtbezüge des Vorstands betragen T€ 2.098 (Vj. 1.301). Sie entfallen zu T€ 339 (Vj. 50) auf variable Vergütungsbestandteile. Diese variablen Vergütungsbestandteile sind insgesamt in Höhe von T€ -118 (Vj. -68) durch Vorjahresbeträge beeinflusst.
Das Vergütungssystem der GRAMMER AG und die Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Vorstands sind im Vergütungsbericht nach § 162 AktG dargestellt, der auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemacht wird.
Aufgrund der Änderung der Vorstandsdienstverträge bestehen zum 31.12.2021 keine Versorgungsverpflichtungen der GRAMMER AG gegenüber ihren amtierenden Vorstandsmitgliedern mehr. Die entsprechenden bis dahin bestehenden Versorgungsverpflichtungen wurden abgegolten. Die Vorstandsmitglieder erhalten stattdessen beitragsorientierte Zuschüsse zu ihrer eigenen Altersvorsorge, die in den oben genannten Gesamtbezügen enthalten sind.
Mitglieder des Vorstands erhalten vom Unternehmen keine Kredite.
An frühere Mitglieder der Geschäftsführung bzw. des Vorstands und ihre Hinterbliebenen wurden von der Gesellschaft im Geschäftsjahr Gesamtbezüge in Höhe von T€ 283 (Vj. 1.215) vergütet. Im Vorjahr war darin die Ablösung einer Versorgungsverpflichtung gegenüber einem ehemaligen Vorstandsmitglied in Höhe von T€ 932 enthalten.
Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung bzw. des Vorstands und deren Hinterbliebene sind zum 31. Dezember 2021 T€ 8.218 (Vj. 7.965) zurückgestellt.
Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden für ihre Aufsichtsratstätigkeit im Geschäftsjahr 2021 Gesamtbezüge von T€ 566 (Vj. 573) gewährt. Hinsichtlich der Angaben zur individuellen Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats verweisen wir auf die Ausführungen im Vergütungsbericht nach § 162 AktG, der auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemacht wird.
Für persönlich erbrachte Leistungen von Aufsichtsratsmitgliedern wurden - mit Ausnahme der arbeitsvertraglich vereinbarten Bezüge der Arbeitnehmervertreter - neben der Aufsichtsratsvergütung keine weiteren Vergütungen bezahlt oder Vorteile gewährt.
Bezüge nach Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat aufgrund früherer Mitgliedschaft wurden nicht bezahlt und sind nicht Bestandteil der Aufsichtsratsvergütung.
Konsolidierungskreis
Direktes Mutterunternehmen der GRAMMER AG ist die Jiye Auto Parts GmbH, Frankfurt am Main.
Die Ningbo Jifeng Auto Parts Co., Ltd., Ningbo City, China, stellt einen Konzernabschluss für den größten Konzernkreis auf, in den die Grammer AG einbezogen wird. Dieser ist unter http://www.sse.com.cn in chinesischer Sprache abrufbar.
Nachtragsbericht:
Für die GRAMMER AG können sich Risiken durch geopolitische Konflikte, wie etwa durch den am 24. Februar 2022 ausgebrochenen Krieg in der Ukraine ergeben. Aufgrund der stark begrenzten Aktivitäten der GRAMMER AG in den Märkten Russland und Ukraine ist jedoch nicht mit nennenswerten direkten Auswirkungen auf den Umsatz zu rechnen. Allerdings kann es in diesem Zusammenhang zu Lieferengpässen und damit verbundenen Versorgungsschwierigkeiten der OEMs kommen, die zu Beeinträchtigungen bei der Produktion von Fahrzeugen, u. a. auch in Deutschland, führen und damit indirekt Auswirkungen auf den Umsatz und den Jahresüberschuss der GRAMMER AG haben können. Aufgrund der zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichts sehr dynamischen Situation ist ein verlässlicher Ausblick schwierig und die Auswirkungen daher noch nicht quantifizierbar. Nähere Ausführungen sind im Lagebericht der GRAMMER AG im Chancen- und Risikobericht, unter "geopolitische Risiken" dargestellt.
Der Aufsichtsratsvorsitzende der GRAMMER AG, Alfred Weber, sowie der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Dr. Peter Merten, haben am 09. März 2022 die Gremien darüber informiert, dass sie ihre Aufsichtsratsmandate aus persönlichen Gründen mit Ablauf der Jahreshauptversammlung der Gesellschaft am 18. Mai 2022 vorzeitig niederlegen werden. Der Aufsichtsrat wird spätestens mit der Einladung zur Hauptversammlung einen Vorschlag zur Nachbesetzung unterbreiten.
Ursensollen, 11. März 2022
GRAMMER AG
Thorsten Seehars
Jurate Keblyte
Jens Öhlenschläger
GRAMMER Aktiengesellschaft, Ursensollen
Anlagenspiegel
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | Abschreibungen | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand zum 01.01.2021 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Stand zum 31.12.2021 | Stand zum 01.01.2021 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anlagevermögen | ||||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 47.415 | 3.238 | 1.797 | 0 | 48.856 | 34.629 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 22.768 | 0 | 0 | 0 | 22.768 | 22.768 |
| 70.183 | 3.238 | 1.797 | 0 | 71.624 | 57.397 | |
| II. Sachanlagen | ||||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 110.728 | 360 | 6 | 0 | 111.082 | 31.692 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 8.039 | 55 | 2.380 | -1 | 5.713 | 7.497 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 63.970 | 1.144 | 10.758 | 433 | 54.789 | 55.768 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 640 | 54 | 0 | -432 | 262 | 0 |
| 183.377 | 1.613 | 13.144 | 0 | 171.846 | 94.957 | |
| III. Finanzanlagen | ||||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 448.449 | 12.796 | 8.902 | 20.000 | 472.343 | 64.795 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 130.940 | 95.529 | 13.956 | -20.000 | 192.513 | 11.957 |
| 3. Beteiligungen | 621 | 0 | 0 | 0 | 621 | 0 |
| 580.010 | 108.325 | 22.858 | 0 | 665.477 | 76.752 | |
| 833.570 | 113.176 | 37.799 | 0 | 908.947 | 229.106 |
| Abschreibungen | Buchwerte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Zugänge | Zuschreibungen | Änderungen im Zusammenhang mit Abgängen | Änderungen im Zusammenhang mit Umbuchungen | Stand zum 31.12.2021 | Stand zum 31.12.2021 | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Anlagevermögen | ||||||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 3.175 | 0 | 1.797 | 0 | 36.007 | 12.849 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 0 | 0 | 0 | 0 | 22.768 | 0 |
| 3.175 | 0 | 1.797 | 0 | 58.775 | 12.849 | |
| II. Sachanlagen | ||||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 3.158 | 0 | 6 | 0 | 34.844 | 76.238 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 83 | 0 | 2.379 | -1 | 5.200 | 513 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.897 | 0 | 10.741 | 1 | 46.925 | 7.864 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 262 |
| 5.138 | 0 | 13.126 | 0 | 86.969 | 84.877 | |
| III. Finanzanlagen | ||||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 95.477 | 33.977 | 8.901 | 0 | 117.394 | 354.949 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 54 | 3.626 | 6.335 | 0 | 2.050 | 190.463 |
| 3. Beteiligungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 621 |
| 95.531 | 37.603 | 15.236 | 0 | 119.444 | 546.033 | |
| 103.844 | 37.603 | 30.159 | 0 | 265.188 | 643.759 |
| Buchwerte | |
|---|---|
| TEUR | |
| --- | --- |
| Stand zum 31.12.2020 | |
| --- | --- |
| Anlagevermögen | |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 12.786 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 0 |
| 12.786 | |
| II. Sachanlagen | |
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 79.036 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 542 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 8.202 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 640 |
| 88.420 | |
| III. Finanzanlagen | |
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 383.654 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 118.983 |
| 3. Beteiligungen | 621 |
| 503.258 | |
| 604.464 |
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021
der GRAMMER AG
Grundlagen der Gesellschaft
Geschäftsmodell
Die GRAMMER AG mit Sitz in Ursensollen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von komplexen Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Lkw, Busse und Bahnen sowie Offroad-Nutzfahrzeugen. Unsere Geschäftsentwicklung ist eng mit der Entwicklung der relevanten Märkte und Hauptkunden verbunden. Während in der Division Automotive der weltweite Pkw-Markt ausschlaggebend ist, hängt die Entwicklung in der Division Commercial Vehicles vorwiegend von den Hauptabsatzmärkten des Bereichs Nutzfahrzeuge ab. Die GRAMMER AG ist zudem die börsennotierte Muttergesellschaft der global agierenden GRAMMER Gruppe.
Daher erfüllt sie im Wesentlichen zwei unterschiedliche Funktionen. Sie agiert einerseits als Holdinggesellschaft und ist andererseits operativ tätig. Als Holdinggesellschaft übernimmt die GRAMMER AG die zentrale Leitung und Steuerung der GRAMMER Gruppe. Neben dem Vorstand sind weitere zentrale Leitungsinstanzen der Gruppe in der GRAMMER AG angesiedelt. Die GRAMMER AG hält direkt und indirekt Anteile an 43 Tochterunternehmen und 3 Beteiligungen weltweit. Über diese Tochterunternehmen und Beteiligungen sind wir als GRAMMER Gruppe unmittelbar in 19 Ländern vertreten. Die Geschäftsentwicklung der GRAMMER AG ist somit sehr eng mit der Entwicklung der Tochter- und Beteiligungsunternehmen verbunden.
Als spezialisierter Entwickler und Hersteller von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Lkw und Offroad-Nutzfahrzeuge übernimmt die GRAMMER AG operative Aufgaben. Sie erbringt Forschungs- und Entwicklungsleistungen überwiegend für die Region EMEA und ist für die übergeordnete zentrale Steuerung des Vertriebs verantwortlich. Zudem kauft die GRAMMER AG Produkte bei ihren Tochtergesellschaften ein und veräußert diese an Endkunden, da sie keine eigene Produktion betreibt.
Bereits im Geschäftsjahr 2020 hat der Vorstand die Neuausrichtung der weltweiten Organisationsstruktur der GRAMMER Gruppe und mithin auch die Struktur der GRAMMER AG angestoßen, um schneller und flexibler auf sich wandelnde Kundenbedürfnisse reagieren sowie operative Entscheidungen direkt vor Ort treffen zu können. Die Verantwortung für das operative Geschäft wird dezentral in den drei großen Regionen EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika), AMERICAS (Nord-, Süd- und Mittelamerika) und APAC (Asien-Pazifik) übernommen. Infolge der neuen Ausrichtung wurde auch die Verantwortung für die jeweiligen Gewinn- und Verlustrechnungen, Bilanzen und Cashflows auf die Regionen übertragen. Seit dem 1. Januar 2021 erfolgt bei GRAMMER eine grundlegende Änderung der Steuerung und Ressourcenverteilung. Die Regionen EMEA, AMERICAS und APAC rückten daher zu den führenden internen Berichtstrukturen auf und stellen seither die berichtspflichtigen Geschäftssegmente dar.
Die zuvor berichtenden Segmente Automotive und Commercial Vehicles wurden zu zwei Divisionen und fokussieren sich auf die weltweite Markt-, Kunden- und Produktstrategie. Die globalen Funktionen (Konzernbereiche) unterstützen weiterhin die Regionen und Divisionen durch Bereitstellung von Systemen, Standards und Richtlinien sowie definierten Dienstleistungen z. B. im Bereich der Forschung und Entwicklung.
Steuerungssystem
Die GRAMMER AG nutzt zur Steuerung teils das unternehmensinterne, wertorientierte Steuerungssystem des GRAMMER Konzerns und als bedeutsamste Leistungsindikatoren auch die Steuerungsgrößen Umsatz und Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Ferner sind das Working Capital, der Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung dividiert durch das EBITDA) und das Gearing (Nettoverschuldung dividiert durch das bilanzielle Eigenkapital) Kennzahlen der GRAMMER AG. Da sich die betriebliche und wirtschaftliche Leistung der Tochtergesellschaften in den abgeführten bzw. ausgeschütteten Gewinnen und Dividenden widerspiegelt, ist auch dieser Teil des Finanzergebnisses von Bedeutung.
Menschen bei GRAMMER
Im Geschäftsjahr waren im Jahresdurchschnitt 767 Mitarbeiter:innen (Vj. 807 Mitarbeiter:innen) bei der GRAMMER AG beschäftigt. Damit sank die Mitarbeiter:innen-Zahl im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Auch zum Stichtag 31. Dezember 2021 war im Vergleich zum Vorjahresendstand innerhalb der GRAMMER AG eine Abnahme der Mitarbeiter:innen-Anzahl von 797 Mitarbeiter auf 751 zu verzeichnen. Dieser planmäßige Rückgang entfällt mit 42 Mitarbeiter:innen vornehmlich auf die Umsetzung der bereits im Vorjahr beschlossenen Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenstruktur und nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Rahmen eines Freiwilligenprogramms.
Unsere weltweit 13.845 Mitarbeiter:innen entwickeln mit Leidenschaft, persönlichem Engagement und umfassendem Know-how Innovationen und Lösungen, die Millionen Menschen sicherer, komfortabler und zufriedener durch die mobile Welt bringen. Dabei stellen wir uns täglich großen Herausforderungen. Die Transformation der Automobilbranche, getrieben durch aktuelle Megatrends wie z. B. Nachhaltigkeit, automatisiertes Fahren sowie Digitalisierung, erfordert eine entsprechende Anpassungsfähigkeit durch schnelle Entscheidungen und eine schnelle Umsetzung, um die sich daraus bietenden Chancen zu ergreifen. Zu diesem Zweck schafft GRAMMER Raum für neue Ideen und die persönliche Entfaltung seiner Mitarbeiter:innen. In diesem Raum ermöglichen wir kollaboratives Arbeiten nicht nur, sondern fördern es aktiv. GRAMMER unterstützt die Teamarbeit zwischen den Organisationseinheiten, bindet die Teammitglieder als Know-how Träger in wichtige Themen ein und beteiligt sie an Entscheidungsprozessen.
Way of Working bei GRAMMER: Zusammenarbeit neu gedacht
Seit 2019 stehen die Buchstaben "WoW" bei GRAMMER nicht nur für einen freudig überraschten Ausruf, sondern auch für eine veränderte Unternehmenskultur, nämlich den neuen "Way of Working".
Die Diversität der Mitarbeiter:innen ist eine Stärke von Organisationen, denn verschiedene Denkweisen und Anschauungen erweitern unsere Horizonte und fördern die Kreativität. Wenn es aber (zu) viele verschiedene Anschauungen gibt, wie die Arbeit "richtig" zu machen ist, bleibt die Effizienz des gesamten Teams oft auf der Strecke. Daher gilt: Um die Vorteile der individuellen Stärken aller Menschen in einem Unternehmen bestmöglich zu nutzen, ist ein allgemeingültiger Rahmen für die Zusammenarbeit ein zentraler Erfolgsfaktor.
Dieser Rahmen ist für GRAMMER verbindlich im Way of Working festgeschrieben, denn eines ist klar: Alle Menschen in unserem Unternehmen sollen sich mit ihrer Kreativität und ihrem Antrieb einbringen können. Echtes Teamwork und die Suche nach gemeinsamen Entscheidungen sind die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Miteinander und für eine konsequente Umsetzung unserer Aufgaben. Wenn wir die Prämissen des WoW beherzigen, werden wir auch morgen noch in der sich schnell wandelnden Fahrzeugbranche mit ihrem sehr herausfordernden Wettbewerbsumfeld erfolgreich sein.
Vorhang auf für den GRAMMER WoW CODE
Mit dem damit verbundenen WoW CODE haben wir einen Rahmen geschaffen, der allen Mitarbeiter:innen zeigt, wie wir gemeinsam arbeiten und miteinander umgehen wollen. Die hierfür gesetzten Leitlinien basieren auf vier Säulen, die durch die Buchstaben C, O, D und E repräsentiert werden und als Kurzform den WoW CODE bilden. Vertrauen und Respekt sind die Basis für unseren Way of Working bei GRAMMER. Da ist zum einen das Vertrauen vonseiten der Führungskräfte in die Fähigkeiten der Mitarbeiter:innen, insbesondere in deren Eigenverantwortung, die sich vor allem im Begriff Empowerment' widerspiegelt. Zum anderen ist es aber auch das Vertrauen aller Mitarbeiterinnen bei GRAMMER in die eigenen Kompetenzen, was sich vor allem beim persönlichen ,Drive' zeigt. Konkret geht es darum, einen Sachverhalt gut einschätzen zu können und auf dieser Basis zeitnah eine Entscheidung zu treffen. Das Vertrauen in die Stärken des Teams findet sich im Begriff Kollaboration' wieder. Last, but not least ist gegenseitiges Vertrauen auch die Basis für einen offenen und respektvollen Umgang miteinander, hierfür steht die Säule ,Openness' in dem GRAMMER WoW CODE.
Der Kulturwandel, den GRAMMER durch das WoW-Prinzip erfährt, ist noch längst nicht abgeschlossen. Auf der WoW-Reise sind bereits große Schritte gemacht worden, z. B. durch Schulungen inkl. Coaching, die Einführung und den Rollout des WoW CODE und des PowerHouse. Zu berücksichtigen ist dabei, dass sich der Arbeitsalltag sehr unterschiedlich gestalten kann, insbesondere wenn wir die Arbeit im administrativen Bereich und im Produktionsumfeld betrachten.
Kraftzentrale des Way of Working: das PowerHouse
Für die Umsetzung in der täglichen Arbeit geben wir unseren Mitarbeiter:innen einen Satz von Werkzeugen an die Hand. Die wichtigsten davon formen das WoW PowerHouse und bilden damit die Kraftzentrale und den Antrieb des Way of Working in unserem Unternehmen.

Mit insgesamt fünf Bausteinen baut GRAMMER sein neues PowerHouse: Jeder dieser Bausteine steht für ein wichtiges Werkzeug, um den Way of Working in der Praxis unseres Unternehmens zu leben. Das PowerHouse leistet damit einen entscheidenden Beitrag dazu, den WoW CODE erfolgreich in der Einstellung der Mitarbeiterinnen und damit in der DNA von GRAMMER zu verankern.
WoW - Umfrageergebnisse
Um den Fortschritt in der Entwicklung unserer Unternehmenskultur zu erkennen und die Bereiche zu identifizieren, in denen wir uns verbessern können, haben wir bereits im vierten Quartal 2020 eine erste interne globale WoW@GRAMMER Pulsumfrage durchgeführt. Mithilfe des Fragebogens wurden Informationen zu den fünf WoW-Dimensionen - Methodik, Strategie, Zusammenarbeit, Befähigung und Kultur - sowie zum Informationsstand erhoben. Die Ergebnisse zeigen deutliche Erfolge in der Festigung der Wow-Kultur in unserem Unternehmen: Der Bekanntheitsgrad der Wow-Kultur ist gestiegen, Mitarbeiter:innen können sich in Meetings aktiv einbringen, werden in die Entscheidungsfindung einbezogen und dazu ermutigt, Verantwortung zu übernehmen. Zugleich hat sich die Zusammenarbeit in den Teams deutlich verbessert.
Im November 2021 haben wir unter dem Titel "ONE GRAMMER - ONE TEAM" unsere Mitarbeiter:innen erneut zu einer weltweiten Befragung eingeladen. Diese gab allen Beschäftigten die Gelegenheit , ihre Erfahrungen und Anliegen aus erster Hand zu dokumentieren und Verbesserungen anzuregen.
Dabei haben uns die Ergebnisse darin bestätigt, dass wir bei der Etablierung einer neuen Unternehmenskultur schon deutliche Fortschritte erzielt haben. Die Mitarbeiter:innen haben angegeben, sich bei GRAMMER gut aufgehoben zu fühlen und sich mit GRAMMER als Arbeitgeber identifizieren zu können. Weiterhin lassen die Auswertungen erkennen, dass sich die Führungsqualitäten infolge des WoW-Kulturwandels verbessert haben und dass bei GRAMMER Vielfalt gelebt und geschätzt wird. Die hohe Teilnahmequote von 75 % deutet zudem darauf hin, dass die Befragung sehr begrüßt und nicht als unnötiger Mehraufwand wahrgenommen wurde. Auf diesen Erfolgen ruhen wir uns allerdings nicht aus, sondern wollen den eingeschlagenen Weg konsequent fortführen.
Mit dem Way of Working bei GRAMMER haben wir nicht nur festgelegt, wie wir zukünftig bei GRAMMER miteinander arbeiten und umgehen wollen, sondern haben damit auch einen umfassenden Kurswechsel für das Unternehmen eingeleitet.
Entwicklung der Mitarbeiter:innen und Nachwuchssicherung
Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter:innen sind der wesentliche Baustein für den Erfolg der GRAMMER Gruppe. Bei der Besetzung offener Stellen setzen wir in unserem Rekrutierungsprozess zunächst auf eine interne Ausschreibung. Erst wenn keine internen Bewerber:innen auf die Stelle passen, werden externe Kanäle, wie zum Beispiel Jobbörsen oder Personalagenturen, genutzt.
Ausbildung und Onboarding als wichtiger Bestandteil zur Nachwuchsrekrutierung
Um neue Mitarbeiter:innen schnell ins Unternehmen zu integrieren, wurde im Berichtsjahr der Onboarding-Prozess weiter verbessert, der ein Orientation Training sowie eine Reihe Trainings zu relevanten Personal- und fachlichen Themen umfasst. Bereits mit diesem Onboarding-Prozess vermitteln wir neuen Mitarbeiter:innen die WoW-Kultur und machen sie mithilfe von Übungen erlebbar. Im vergangenen Jahr wurde der Onboarding-Prozess bereits an den Standorten in China implementiert, eine globale Einführung ist für 2022 geplant.
Zur Bestätigung unserer Erfolge benötigen wir an unseren Standorten auch in Zukunft gut qualifizierte Nachwuchskräfte. Deshalb richtet GRAMMER die Berufsausbildung strategisch an den technologischen Fortschritten der Werke in Deutschland aus. Indem wir Ausbildungsinhalte unter Berücksichtigung zukünftig eingesetzter Technologien und Produkte anpassen, ist GRAMMER in der Lage, frühzeitig auf technologische Neuerungen zu reagieren. Ziel dabei ist, den fachlichen Bedarf der einzelnen Standorte abzudecken und somit die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Produktionsleistung durch qualifizierte Fachkräfte nicht nur zu gewährleisten, sondern weiterhin zu steigern.
Um dauerhaft auf dem aktuellen Stand der Technik und der Forschung zu sein, unterhält GRAMMER darüber hinaus ein Forschungspartnernetzwerk mit einer Vielzahl an nationalen sowie internationalen Universitäten, von dem wir in vielen Bereichen profitieren. So bestehen beispielsweise in den Bereichen Ergonomie/Usability Partnerschaften mit renommierten Universitäten, aus denen GRAMMER Anwendungslösungen generiert. Darüber hinaus bestehen unter anderem Kooperationen mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), der Technischen Hochschule Ingolstadt - insbesondere mit der Fakultät Elektro- und Informationstechnik, die sich in spezialisierten Studiengängen unter anderem mit den Megatrends automatisiertes bzw. autonomes Fahren befasst - sowie der HAW Landshut. Bei Letzterer kooperiert GRAMMER im Wesentlichen mit den Studiengängen Digitalisierung sowie Prozessoptimierung & Management, unter anderem auch zwecks Ausbaus der Ausbildung von IT-Fachkräften bei GRAMMER. Mit diesem Netzwerk innerhalb und außerhalb Deutschlands positioniert sich GRAMMER außerdem für die Gewinnung qualifizierter Nachwuchskräfte. Sobald die pandemische Lage es wieder zulässt, werden wir auch wieder verstärkt Präsenz auf verschiedenen Rekrutierungsveranstaltungen der Hochschulen zeigen.
Weiterbildung: Erfolgreich durch bedarfsorientierte Entwicklung
GRAMMER hat die Stärkung einer Lernkultur sowie den Ausbau zukunftsrelevanter Kompetenzen als Ziel für die nächsten Jahre gesetzt. Die Personalentwicklung schafft dabei den Rahmen und Angebote bei GRAMMER, um die Kompetenzen der Mitarbeiter:innen unter Berücksichtigung der zukünftigen Anforderungen des Marktumfelds sowie der individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen zu entwickeln.
Zu diesem Zweck wurde die GRAMMER Academy gegründet, die durch eine E-Learning Plattform unterstützt wird und global allen White-Collar-Mitarbeiter:innen zugänglich ist. Über diese Plattform können sowohl die für GRAMMER notwendigen Qualifikationen (aktuell z. B. das Projektmanagement oder interkulturelle Problemlösungskompetenzen) vermittelt als auch zielgerichtete Trainings (z. B. Präsentationstechniken und Kommunikation), deren Bedarf individuell in Mitarbeiter:innengesprächen ermittelt wird, durchgeführt werden. Im Berichtszeitraum fanden außerdem E-Learnings zu den Themen Virtuelle Führung und Mobiles Arbeiten statt, um unsere Führungskräfte im durch COVID-19 geänderten Arbeitsumfeld zu unterstützen. Darüber hinaus wurden Mitarbeiter:innen Trainings zur Nutzung agiler Methoden (z. B. Scrum, Kanban, Digitalisierung verstehen) angeboten. Das Schulungsangebot von GRAMMER für die Blue-Collar-Mitarbeiter:innen zielt darauf ab, die individuelle Einsatzfähigkeit zu erhöhen und damit die Qualität und die Lieferperformance der Werke abzusichern. Die Entwicklung und Einbindung entsprechender Lerninhalte in die E-Learning Plattform ist ebenfalls geplant, erfordert jedoch noch den Aufbau der notwendigen Infrastruktur.
Führungskräfteentwicklung
Für die optimale Förderung und Weiterbildung unserer Nachwuchs- und Führungskräfte bieten wir unseren Mitarbeiter:innen die Teilnahme an verschiedenen sogenannten Corporate Development Programs an. Das Programm DRIVE ist auf Young Professionals mit Potenzial für weiterführende Positionen und Aufgaben ausgelegt. Ziel dieses Programms ist die Festlegung des weiteren Karrierewegs (Führung, Projekt oder Expert:in). Während das Programm FAST LANE für Mitarbeiter:innen mit erster Führungserfahrung und sehr hohem Potenzial konzipiert wurde, wurde das Programm TOP GEAR auf Teilnehmer:innen aus dem mittleren Management zugeschnitten. Die Corporate Development Programs unterhält GRAMMER, um die künftigen Führungskräfte weitgehend aus der eigenen Organisation heraus zu entwickeln, und hat zu diesem Zweck im Geschäftsjahr 2022 begonnen, einen internen Kandidat:innenpool für die Nachfolgeplanung aufzubauen. Im Berichtsjahr hat GRAMMER außerdem die Führungs-, Projekt- und Expertenlaufbahnen neu strukturiert. Die Gesellschaft legt großen Wert auf die Anwendung eines global einheitlichen Stellenbewertungssystems für alle drei Career Tracks, da alle drei Karrierewege gleichermaßen wichtig für den Erfolg des Unternehmens sind.
Im Rahmen globaler Talentkonferenzen bieten wir unseren Mitarbeiter:innen eine Evaluation hinsichtlich ihres Potenzials und definieren mögliche Karriere- bzw. Entwicklungsschritte. Dadurch gewinnen die Mitarbeiter:innen Perspektiven im Unternehmen und erhalten anhand eines Entwicklungsplans Anregungen für das eigene weitere Vorwärtskommen.
Attraktive Vergütung
Ein durchdachtes Vergütungssystem stellt für GRAMMER einen weiteren wichtigen Baustein dar, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Dabei verstehen wir die Vergütung als ganzheitliches System aus verschiedenen Komponenten wie Festgehalt, leistungsabhängigen Bestandteilen und Nebenleistungen.
Es ist uns wichtig, dass unsere Mitarbeiter:innen ihre Vergütung als ebenso markt- wie leistungsgerecht empfinden. Bei Positionen im Management gelingt dies mithilfe eines im Berichtsjahr neu eingeführten, unternehmensweit gültigen Stellenbewertungssystems. Dieses erlaubt es, Positionen sowohl innerhalb des gesamten Unternehmens als auch innerhalb des eigenen Marktumfelds anhand transparenter Kriterien vergleichbar zu machen und dadurch eine faire Gehaltsentwicklung sicherzustellen.
Neben einer marktgerechten Festvergütung erhalten die Mitarbeiter:innen im Management eine leistungsorientierte jährliche Zusatzvergütung in Form eines Performance-Bonus. Diese beruht auf einer weltweit einheitlichen Systematik und ergibt sich aus dem finanziellen Unternehmenserfolg, der Erreichung strategischer Unternehmens- und Bereichsziele sowie der individuellen Leistung der Mitarbeiter:innen. Der Prozess der Zielsetzung und -nachverfolgung wird seit dem abgelaufenen Geschäftsjahr im Rahmen des jährlichen Performance Management Process digital unterstützt und erlaubt den Mitarbeiter:innen und Führungskräften, ein regelmäßiges Feedback über Leistung und Verhalten (WoW Code) zu erhalten bzw. zu geben. Auf diesem Weg stellt GRAMMER eine hohe Transparenz über die faire Zusammensetzung der leistungsorientierten Vergütung her.
Außerhalb des Managements bemisst sich die Vergütung nach tariflichen, betrieblichen und gesetzlichen Regelungen und stellt darüber eine Marktvergleichbarkeit her. Die Einbeziehung der Sozialpartner im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen sichert dabei eine hohe Akzeptanz bei den Mitarbeiter:innen.
Zusätzlich zu Fest- und leistungsorientierter Vergütung bietet GRAMMER seinen Mitarbeiter:innen ein breites Spektrum individueller, freiwilliger und sozialer Leistungen und Sonderzuwendungen, die sich sowohl an den Gepflogenheiten der lokalen Märkte wie auch an den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeiter:innen orientieren. Exemplarisch lassen sich hier die betriebliche Altersversorgung an den Standorten in Deutschland oder umfangreiche Krankenversicherungsangebote in den USA und China hervorheben. Daneben bietet GRAMMER außerdem eine Vielzahl an nicht-monetären Benefits, wie Betriebsgastronomie, Betriebsarzt und sonstige soziale Unterstützungsleistungen.
Diversity & Inclusion meets WoW
Die Way-of-Working-Philosophie basiert auf den Grundwerten Vertrauen und Respekt. Somit sind auch Diversität & Inklusion ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Für uns ist die Diversität der Menschen und Persönlichkeiten bei GRAMMER eine bedeutsame Stärke des Unternehmens. Verschiedene Denkweisen und Anschauungen erweitern den Horizont und fördern die Kreativität.
Die Menschen bei GRAMMER stehen hinter unserem Motto "It's all about People". Die Führungskräfte sowie die Mitarbeiter:innen bei GRAMMER sind überzeugt, als Unternehmen bessere Entscheidungen zu treffen, Mitarbeiter:innen längerfristig zu binden und eine bessere Kundenorientierung zu erzielen, wenn Diversität, Gleichstellung und Inklusion gefördert und gelebt werden. Um sicherzustellen, dass sich jede:r respektiert und gehört fühlt, werden Führungskräfte und Mitarbeiter:innen zu den CODE-Verhaltensweisen geschult.
Zur Förderung der Diversität unterstützt GRAMMER neben der Mitgliedschaft bei der Charta der Vielfalt auch das interne globale Netzwerk Ladies@GRAMMER zum gegenseitigen Austausch. Dort werden Tipps, interessante Veranstaltungen und Publikationen geteilt und somit das Bewusstsein für die Förderung von Frauen gestärkt. Darüber hinaus sind unter anderem Aufklärungsseminare und Schulungen für alle Mitarbeiter:innen und Führungskräfte vor Ort geplant.
Bereits im Jahr 2006 haben wir die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Damit treten wir bewusst für mehr Toleranz und Offenheit im Umgang miteinander ein. Auf dieser Basis sind verschiedenste Aktionen und Programme entstanden, die zeigen, dass GRAMMERs Mitarbeiter:innen hinter der Charta stehen und diese Kultur leben. Anlässlich des Diversity Days und des World Day for Cultural Diversity for Dialogue and Development im Mai 2021 wurden dynamische und interaktive Workshops zu Diversitäts- und Inklusionsthemen veranstaltet. Der Fokus lag hierbei unter anderem auf den Themen Mental Wellbeing, Gender, Ethnicity und Age. Diese divers besetzten Workshops fanden unter Schirmherrschaft und mit aktiver Beteiligung von CFO Jurate Keblyte statt.
Jurate Keblyte, CFO: "Für mich ist die Unternehmenskultur der wichtigste Aspekt des Magischen Dreiecks, dass das Fundament einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung bildet: Strategie, Struktur und Kultur. Die Strategie ist das Gehirn, das die Richtung vorgibt. Die Struktur ist das Rückgrat, das aus Organisationsstruktur, Prozessen und Systemen besteht. Die Kultur ist unser Herz, das das Gehirn mit Blut und Sauerstoff versorgt und sicherstellt, dass unser Rückgrat überhaupt aufrechterhalten werden kann. Deshalb hat WoW@GRAMMER so eine große Bedeutung für uns."

Um die Bedeutung des Themas zu unterstreichen und noch mehr Bewusstsein zu schaffen, wurden auf einer eigens für die Initiative erstellten Website in einer vierwöchigen Serie D&I-Videos mit insgesamt acht individuellen Erfahrungsberichten veröffentlicht. Mittels Videobotschaften teilten der gesamte Vorstand sowie Mitglieder des Senior Managements ihre persönlichen Erfahrungen zum Thema. Das persönliche Involvement und Input des Vorstands verdeutlichen, dass Vielfalt ein zentraler Baustein unserer Unternehmenskultur, des GRAMMER Way of Working, ist.
Aktuell werden von einer Projektgruppe weitere Initiativen anlässlich des kommenden Diversity Days zu den Themen Diversität & Inklusion erarbeitet. Ein weiterer nachhaltiger Beweis, wie wir bei GRAMMER Vielfalt am Arbeitsplatz leben.
Menschen@GRAMMER in der digitalen Transformation
GRAMMER treibt die digitale Transformation im Unternehmen weiter voran, um den Mitarbeiter:innen Hilfestellung zu geben und die Effizienz im Arbeitsalltag weiter zu steigern.
Schon jetzt bildet GRAMMER den Performance Management Prozess, den Talent Review Prozess sowie weitere Personalplanungsprozesse als Teil der Unternehmensplanung auf digitaler Basis ab. Im Rahmen des neu eingeführten Prozesses der Potenzialbewertungen können alle teilnehmenden Mitarbeiter:innen ihre Talent Profiles in unserem HR-IT-System ausfüllen und ihre Karrierewünsche, ihre Mobilität und eventuelle Trainingsbedarfe mitteilen. Darüber hinaus ist die Einführung einer global einheitlichen Datenbasis für alle Personalstammdaten geplant. Hiermit sollen sowohl die weitere Digitalisierung der HR-Prozesse ermöglicht und gleichzeitig die Basis für ein besseres Reporting als Grundlage für strategische Entscheidungen der Unternehmensführung geschaffen werden.
Die digitale Learning Management Solution von GRAMMER, die das zielgerichtete Lernen unabhängig von Ort und Zeit gewährleistet, ermöglicht die Aus- und Weiterbildung in den sogenannten Agile Skills, z. B. Scrum, agiles Projektmanagement, Design Thinking etc. Darüber hinaus bieten wir auf diesem Weg auch klassische Lerninhalte an, darunter Sprachtrainings, interkulturelle Trainings und Softwareschulungen.
Wohlbefinden durch differenzierte Lösungen unterstützen
Im Rahmen der GRAMMER Academy setzt sich die Initiative MyLife@GRAMMER für die Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Bedürfnissen ein. GRAMMER legt dabei viel Wert auf die Gesundheit, Familie und individuelle Flexibilität seiner Mitarbeiter:innen. Zur Förderung der Work-Life-Balance schafft GRAMMER die Rahmenbedingungen für flexible Arbeitszeitmodelle inklusive Teilzeit und unterstützt den beruflichen Wiedereinstieg für Eltern nach der Elternzeit. GRAMMER fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf außerdem durch Unterstützung bei der Organisation der Kinderbetreuung.
Gesundheit und Sicherheit als ständiger Fokus
Des Weiteren sind in einem produzierenden Unternehmen wie GRAMMER die Arbeitssicherheit und die Gesundheit der Mitarbeiter:innen von großer Bedeutung. Dabei stehen zwei wichtige Ansatzpunkte im Fokus: die Vermeidung von Arbeitsunfällen sowie die Förderung von Aktivitäten zum Erhalt der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter:innen. Um das sicherzustellen, hat GRAMMER verschiedene Maßnahmen ergriffen. Alle Führungskräfte bei GRAMMER werden regelmäßig sensibilisiert und sind sich ihrer Verantwortung im Arbeitsschutz bewusst. Alle Maschinen, Anlagen und Arbeitsprozesse sind grundsätzlich geprüft und freigegeben. Sofern technisch nicht vermeidbare Restgefahren bestehen, sind alle Beschäftigten entsprechend geschult und mit der vorgeschriebenen Schutzausrüstung ausgestattet. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilungen und der regelmäßig stattfindenden Sicherheitsunterweisungen werden die Mitarbeiter:innen über die Gefahren am Arbeitsplatz aufgeklärt. Die Einhaltung der Vorgaben stellen wir mit regelmäßigen Begehungen unter Einbeziehung aller Führungskräfte sicher. Zusätzlich zu den Kontrollen wird die aktive Mitarbeit der Mitarbeiter:innen beim Arbeits- und Gesundheitsschutz gefördert.
GRAMMER misst den Erfolg seiner Arbeitsschutzmaßnahmen mithilfe der Lost Time Injury Frequency Rate (LTIFR). Dieser Indikator für die Anzahl und Häufigkeit von Unfällen kann im zeitlichen Verlauf Entwicklungen des Unfallgeschehens aufzeigen.
Neben der LTIFR finden im Rahmen des Arbeitssicherheitsmanagementsystems der ISO 45001 auch regelmäßige Audits statt, in denen die ständige Verbesserung und Wirksamkeit bereits umgesetzter Maßnahmen überprüft werden. Die Gesamtheit aller arbeitssicherheitsrelevanten Faktoren wird verfolgt und am Ende des Jahres werden die Werke, die am besten abschneiden, mit einem Arbeitssicherheitspreis honoriert.
Forschung und Entwicklung
F&E Strategie
Der Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) ist zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und der divisionalen Strategien und bildet ein wichtiges Fundament zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der GRAMMER. Ergebnis des Strategieprozesses sind konkrete Produktstrategien für die Divisionen mit unterschiedlichen Anforderungen und Schwerpunkten in den jeweiligen Regionen. Die F&E-Strategie basiert auf der Vision, Produkte zu entwickeln, die in puncto Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit konsequent auf die Kunden- und Endnutzerbedürfnisse ausgerichtet sind. Dabei will GRAMMER der bevorzugte Entwicklungspartner seiner internationalen Kundenbasis in den wichtigsten Märkten mit entsprechenden F&E-Ressourcen im konzernweiten Forschungs- und Entwicklungsverbund sein.
Dementsprechend setzt die GRAMMER AG auf eine regionale F&E-Struktur mit einem Zentralbereich für divisionale und weltweite Aufgaben hinsichtlich Produktstrategie, Nachhaltigkeit, Ergonomie und Design. Im Geschäftsjahr 2021 verfügte GRAMMER über insgesamt 14 F&E Standorte, davon fünf in der Region EMEA, fünf in AMERICAS und vier in APAC. Dort arbeiten in der GRAMMER Gruppe insgesamt rund 500 Ingenieure:innen und F&E-Mitarbeiter:innen gezielt daran, Ergonomie, Sicherheit, Funktionalität, Qualität und Ästhetik der GRAMMER Produkte kontinuierlich zu verbessern. Insbesondere in China hat GRAMMER im Jahr 2021 seine F&E-Ressourcen in beiden Divisionen deutlich ausgebaut, um dem starken regionalen Wachstum gerecht zu werden. Mit der lokalen Präsenz auf dem chinesischen Markt strebt GRAMMER eine eng verzahnte, regionale Zusammenarbeit mit seinen global agierenden Kunden an - von den ersten Entwicklungsschritten bis zum Endprodukt unter Berücksichtigung der länderspezifischen Marktbedürfnisse.
Die nicht aktivierten Forschungs- und Entwicklungskosten belaufen sich im Geschäftsjahr 2021 in der GRAMMER AG auf 41,8 Mio. EUR (Vj. 31,8 Mio. EUR).
Entwicklungsschwerpunkte
Die Entwicklungsschwerpunkte leiten sich aus der Produktstrategie der jeweiligen Division ab. Dabei werden die in der Branche dominierenden Megatrends ebenso berücksichtigt wie Kundenbefragungen und die kontinuierliche Weiterentwicklung des bestehenden Produktportfolios. Bei den Megatrends stehen die transformatorischen Veränderungen in der Automobilindustrie im Vordergrund, im Wesentlichen Neue Mobilität, elektrische und hybride Antriebe, sowie Konnektivität. Für GRAMMER bedeuten diese Entwicklungen einen verstärkten Fokus auf Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden mit ganz neuen Anforderungen an Innenraumprodukte in den Fahrzeugen der Zukunft. Darüber hinaus spielen die Megatrends Digitalisierung, Urbanisierung sowie Nachhaltigkeit eine maßgebende Rolle in der Produktentwicklung. Bei letzterem Aspekt unterstützt GRAMMER seine Kunden dabei, neue regulatorische Rahmenbedingungen einzuhalten, indem die Produkte in Bezug auf Materialien und Verarbeitung nachhaltiger gestaltet werden. So leistet GRAMMER etwa durch konsequenten Einsatz von Leichtbaulösungen einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes und des Kraftstoffverbrauchs von Fahrzeugen.
Konkret lagen die Entwicklungsschwerpunkte in der Division Automotive im vergangenen Jahr in allen drei Regionen auf Kundenprojekten von der Akquise bis hin zur validierten Serienreife. Darüber hinaus wurden Ergebnisoptimierungen der laufenden Serie (VAVE) sowie zahlreiche kundengetriebene Serienänderungen (ECM) und Optimierungen vorangetrieben. Ergänzend hierzu hat GRAMMER sich bei Innovationsprojekten auf neuartige Konsolenfunktionalitäten wie beispielsweise die verschiebbare Konsole, Lautsprecherintegration bei Kopfstützen, Glas als Design- und Funktionselement sowie die Aufwertung des gesamten Fahrzeuginnenraums fokussiert. In der Division Commercial Vehicles stand neben den Validierungen der kundenspezifischen Beauftragungen im Onroad- und Offroad-Bereich die Weiterentwicklung der Sitzplattformen für den Offroad-Bereich (S2900, MSG 29x), das im September 2021 vorgestellte Produktkonzept "Ubility One" für den Bus- und Bahnverkehr sowie die Weiterentwicklung der gewichtsoptimierten Sitzplattformen für Hochgeschwindigkeitszüge im Vordergrund.
Effizientere Produktentwicklung durch Digitalisierung
Um den zukünftigen Anforderungen aus den Märkten und Regionen Rechnung zu tragen, wurde ein Projekt zur Digitalisierung des Managements des gesamten Produktlebenszyklus (Product Lifecycle Management, d. h. PLM) gestartet. Bereits im letzten Jahr konnten in der neuen Systemumgebung Informationen aus verschiedenen Bereichen vernetzt werden und so einen zusätzlichen Beitrag zur TISAX-Zertifizierung durch Umstellung auf ein modernes Dokumentenmanagementsystem leisten. Diese Lösungen befinden sich im globalen Rollout.
Mit erhöhter Transparenz werden nun die Prozesse wie Engineering Change, Produkt- und Prozessplanung sowie der Angebotsprozess optimiert und verkürzt. Ebenfalls ist es das Ziel von GRAMMER, mit dieser Basis eine integrierte CO2-Bewertung bereits in der Produkt- und Prozessplanung zu implementieren, um den CO2-Fußabdruck der Produkte und Produktion nachhaltig und frühzeitig zu reduzieren.
In der strategischen Kooperation mit der Systemtechnik LEBER GmbH & Co. KG wurden die Methoden zur effizienten Entwicklung von mechatronischen Systemen weiter detailliert. Ziel der Partnerschaft ist es, die Mechatronikkompetenz nachweislich zu steigern, um für die Kunden in diesem Bereich zu einem relevanten Entwicklungspartner zu avancieren. Ein besonderer Fokus lag auf den Teilprozessen Anforderungsmanagement, Architekturdesign, Hardware- und Softwareentwicklung. Begleitend wurde eine Tool-Landschaft aufgebaut, die den Erfüllungsgrad der selbst gesetzten Qualitätsmaßstäbe jederzeit transparent darstellt. Aus dieser Zusammenarbeit ist beispielsweise eine GRAMMER-eigene Sitzsteuerbox für den Commercial-Vehicles-Bereich entstanden.
Im Rahmen gemeinsamer Projekte hat GRAMMER die erstellten Methoden erfolgreich eingesetzt und unter anderem Architekturen und Steuergeräte für kommende Federungsgenerationen entwickelt. Im Ausblick werden gemeinsam mit Systemtechnik LEBER die Methoden zum Systems-Engineering weiter verfeinert und in die Grammer-Systeme (u. a. PLM) übertragen.
Ergebnisse der F&E-Arbeit
GRAMMER verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreiche Serienstarts von zahlreichen Entwicklungsprojekten und brachte innovative Produkte zur Marktreife. Die Zahl der gruppenweit angemeldeten und erteilten Patente belief sich auf 1.955 (Vj. 1.895).
Nachfolgend sind die wesentlichen Projekte der Divisionen im Jahr 2021 aufgeführt:
Weiterentwicklung des Produktportfolios im Bereich Commercial Vehicles
Im Bereich der Sitzsysteme für die verschiedenen Segmente des Commercial-Vehicles-Marktes liegt der Fokus auf einer Erhöhung des Fahrkomforts, der Sicherheit, der Ergonomie sowie der Gesunderhaltung der Fahrzeuginsassen. Die in der Entwicklung befindliche nächste Generation der aktiven Federungssysteme wird für eine stark verbesserte Isolation der Schwingungsübertragung sorgen und somit die Wirbelsäulengesundheit der Fahrer:innen von Land- und Baumaschinen noch besser schützen. Daneben sorgen neue Funktionen im Sitzoberteil für erhöhten Komfort und zusätzliche Sicherheit.
Im Lkw-Segment hat GRAMMER im Jahr 2021 unter anderem eine neue Fahrer-Beifahrersitz-Kombination für mittlere und schwere Trucks erfolgreich eingeführt. Als erster luftgefederter Premium-Fahrersitz kann der MSG 115 mit einem Drehadapter ausgestattet werden, ergänzt vom neuen, ebenfalls drehbaren Cinema Seat aus dem MSG-115-Baukasten. Damit bietet GRAMMER seinen OEM-Kunden eine innovative Lösung für mehr Variabilität in der Truck-Kabine. Mit dieser Produktinnovation erhöht das Unternehmen einerseits den Nutzungskomfort und verbessert andererseits die Sicherheit in der Kabine.
Mit dem Ziel, den urbanen Personentransport im 21. Jahrhundert mitzugestalten, hat GRAMMER im Oktober 2021 sein Konzept Ubility One vorgestellt: Die innovative Produktfamilie weist mit konsequentem Leichtbau, nachhaltigem Design und hohem Nutzungskomfort den Weg in die urbane Mobilität der Zukunft. GRAMMER positioniert sich mit Ubility One als erster Anbieter eines ganzheitlichen Interieurkonzepts für Busse und Bahnen von morgen. Das Unternehmen bedient damit den Megatrend Urbanisierung und wird wachsenden individuellen Mobilitätsbedürfnissen gerecht.
Der Produktionsstart der ersten Modelle aus der Ubility-One-Produktfamilie ist für 2023 an einem europäischen GRAMMER Standort vorgesehen. Mit der Markteinführung von Ubility One unterstreicht das Unternehmen seine Position als führender Anbieter von Sitzlösungen für den weltweiten urbanen Personenverkehr.
Neue Produktkonzepte im Bereich Automotive
Durch die zunehmende Elektrifizierung des Antriebs sowie die weitere Automatisierung von Fahrfunktionen erwartet GRAMMER in den kommenden Fahrzeuggenerationen eine deutliche Änderung und Aufwertung des Fahrzeuginnenraums. Die Erwartungen der Endnutzer:innen an Komfort, Flexibilität und Funktionalität werden sich grundlegend verändern. Elektroautos lassen sich aufgrund ihrer Architektur noch besser an die Kundenbedürfnisse anpassen. Zusätzlich zum großzügigeren Raumangebot lässt sich die Bedienung durch die Reduzierung von Schaltern und Knöpfen vereinfachen. Dabei wird die Mittelkonsole durch den Wegfall des Antriebsstrangs eine noch bedeutendere Rolle im Fahrzeug spielen und neue Funktionen erhalten. In ihrer Konzeptstudie "Console 4U" entwickelt GRAMMER Mittelkonsolen, die durch Modularität und Verschiebbarkeit eine Vielzahl an Funktionen für neue Innenraumkonzepte kombinieren können. Ein weiterer Forschungsbereich im vergangenen Geschäftsjahr war die Nutzung von 3D-Glas im Fahrzeuginnenraum als nachhaltiges Premiummaterial mit innovativen Designansätzen. Mit einem neuartigen Umformverfahren lassen sich dreidimensionale Module aus Glas erzeugen, die sich nahtlos in bestehende Cockpit-Architekturen einfügen. Glas verbindet die Vorteile hoher Unempfindlichkeit mit den Eigenschaften einer Premium-Oberfläche und einer Vielzahl attraktiver Gestaltungselemente und ist zudem wiederverwertbar und damit nachhaltiger als konventionelle Materialien.
Ein wichtiger Forschungsbereich der GRAMMER Entwickler war im vergangenen Jahr die Integration von Funktionen wie Licht und Steuereinheiten. Weitere Produktkonzepte wurden im Rahmen der strategischen Kooperation mit HARMAN International Industries erarbeitet, einem der führenden Anbieter für Audiosysteme im Automobilbereich. Hier geht es um die Entwicklung von Lösungen, die optimierte Audio-Systeme in Kopfstützen integrieren. Gemeinsam sollen zukünftig Best-in-Class-Audiosysteme mit neuen Möglichkeiten wie individuellen Sound-Zonen und Noise Cancellation angeboten werden.
Wirtschaftsbericht
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die makroökonomische Entwicklung im Geschäftsjahr 2021 war maßgeblich von einer weltweiten wirtschaftlichen Erholung geprägt. Diese wurde jedoch im Jahresverlauf zunehmend durch negative Folgen der COVID-19-Pandemie - wie Materialengpässe infolge von Unterbrechungen der Lieferketten - gebremst. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemäß Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgrund der COVID-19-Pandemie um 3,1 % gesunken war, erholte sich die Weltwirtschaft laut der aktuellen IWF-Vorhersage von Januar 2022 um 5,9 %.
Das Wirtschaftswachstum wurde im Gesamtjahr sowohl von der positiven Entwicklung in den Industrieländern (+5,0 %) als auch von den Schwellen- und Entwicklungsländern (+6,5 %) getragen. Während der wirtschaftliche Aufschwung im ersten Halbjahr 2021 durch die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Pandemie getrieben wurde, die mit den anlaufenden Impfkampagnen in den Industrieländern verbunden waren, trübte sich die Entwicklung im zweiten Halbjahr ein. Eine gestiegene Inflation, Versorgungsengpässe - insbesondere Lieferschwierigkeiten bei Rohstoffen und Halbleitern, die zu einem erheblichen Anstieg der Materialpreise führten -, Fachkräftemangel sowie erneute Virus-Sorgen aufgrund der hoch ansteckenden Varianten Delta und Omikron sorgten weltweit für sehr heterogene wirtschaftliche Entwicklungen.
In der Region AMERICAS waren die USA 2021 mit einer starken konjunkturellen Erholung einmal mehr das Zugpferd der Industrieländer. So prognostizierte der IWF für das Gesamtjahr einen Anstieg des BIP um 5,6 %. Allerdings kam es auch in den USA aufgrund der hohen Inflation und des schwerwiegenden Fachkräftemangels zu einer starken Absenkung der Wachstumsprognosen zwischen Juli 2021 und Januar 2022 um -1,4 Prozentpunkte. Darauf hat die US-Notenbank bereits reagiert und eine baldige Zinsanhebung in Aussicht gestellt. In Mexiko lag das Wirtschaftswachstum 2021 bei 5,3 %.
In EMEA hat der IWF die Aussichten für Deutschland im Verlauf des zweiten Halbjahres 2021 ebenfalls nach unten angepasst. Gingen die Expert:innen im Juli noch von einem Wachstum von 3,6 % und im Oktober von 3,1 % aus, sorgten die genannten Probleme für eine Revision der Wachstumsaussichten im Januar 2022 auf nur noch 2,7 %. Im Euroraum wuchs das BIP laut aktueller Schätzung um 5,2 %.
In der Region APAC wuchs die Wirtschaft der Schwellen- und Entwicklungsländer laut IWF im Berichtszeitraum um 7,2 %. China - GRAMMERs wichtigster Markt in der Region - das bereits 2020 als einzige große Volkswirtschaft ein Wirtschaftswachstum verzeichnete, kam mit seiner sehr restriktiven COVID-19-Politik auch im ablaufenden Geschäftsjahr gut durch das Jahr. Laut IWF wuchs das chinesische BIP im Jahresverlauf um 8,1 %.
Weitere große Volkswirtschaften wie Russland, Brasilien, Indien und Japan konnten sich im Jahr 2021 ebenfalls von der COVID-19-Pandemie erholen. Dennoch bleibt die mit der Pandemie verbundene Unsicherheit weiterhin hoch und das Ausmaß der konjunkturellen Erholung sehr unterschiedlich aufgrund des unterschiedlichen Fortschritts der Impfkampagnen, der teilweise stark steigenden Inflation sowie der Lieferkettenprobleme sowohl im Vergleich der Länder als auch in dem der Branchen.
Branchenbezogene Rahmenbedingungen
Halbleitermangel bremst Erholung der Automobilbranche
Nach den massiven Absatzrückgängen aufgrund der COVID-19-Pandemie im Geschäftsjahr 2020 konnte sich das Produktionsvolumen der Automobilwirtschaft 2021 leicht erholen. Eine stärkere Erholung verhinderte der Halbleitermangel, der sich insbesondere ab dem zweiten Halbjahr 2021 negativ auf die weltweite Automobilproduktion auswirkte. Halbleiter als Hauptbestandteil von Mikrochips spielen in modernen Autos eine zunehmend wichtigere Rolle. Infolge der wirtschaftlichen Erholung sowie des rasanten Wachstums der Elektronikindustrie war die Halbleiter-Nachfrage zuletzt stark gestiegen. Da zahlreiche Automobilhersteller ihre Bestellungen im Jahr 2020 jedoch stornierten und gleichzeitig Hersteller von Kommunikations- und Unterhaltungselektronik diese Nachfragelücke füllten, wurden die Automobilhersteller 2021 nicht mehr bevorzugt von den Halbleiter- und Chipherstellern beliefert. Als Reaktion fokussierten sich speziell die deutschen Hersteller auf margenstarke Modelle, wohingegen die Produktion von absatzstarken, aber margenschwächeren Modellen teilweise sogar gestoppt werden musste. Entsprechend wurden laut IHS-Prognose (IHS Markit) im Jahr 2021 weltweit nur 2,5 % mehr Fahrzeuge im Vergleich zum schwachen Vorjahreszeitraum produziert. Während sich die Regionen AMERICAS und APAC leicht positiv entwickelten, musste die Region EMEA sogar einen Rückgang verkraften.
Nachdem die Produktion in der Region AMERICAS im Jahr 2020 um 22,0 % zurückgegangen war, erholte sie sich auch 2021 nur leicht um 2,4 % gegenüber dem Vorjahr (369.018 Fahrzeuge). Nach einem schwachen Auftaktquartal (-3,2 %) erholten sich die Produktionszahlen in Q2 2021 besonders stark (+148,9 %), ehe sie im zweiten Halbjahr erneut deutliche Abnahmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbuchten (Q3 2021: -24,4 %, Q4 2021: -13,6 %).
In der Region EMEA kam es trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem Rückgang bei den Produktionszahlen um -3,4 % oder 626.028 Fahrzeuge. Nach einem sehr schwachen Gesamtjahr 2020 erholten sich die Produktionszahlen in den ersten beiden Quartalen gegenüber dem Vorjahr um 1,3 % und 81,1 %. Im zweiten Halbjahr hatte der europäische Markt dann mit den genannten Problemen zu kämpfen, die zu starken Rückgängen in Höhe von -28,8 % in Q3 und -24,0 % in Q4 führten.
Die Region APAC verzeichnete gemäß IHS insgesamt eine Produktionssteigerung von 5,1 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dieses Wachstum wurde von einem starken Jahresauftakt getragen. In China nahm das Produktionsvolumen im ersten Quartal 2021 im Vergleich zum ersten Quartal 2020 um 80,5 % zu. In den Folgequartalen 2021 musste der chinesische Markt hingegen einen Rückgang der Produktionszahlen gegenüber den Vorjahresquartalen verkraften (Q2 2021: -5,0 %, Q3 2021: -14,5 %, Q4 2021: -5,5 %). Einschränkend ist allerdings anzumerken, dass gerade in China das erste Quartal 2020 noch von sehr starken Restriktionen aufgrund der COVID-19-Pandemie geprägt war, während sich die Entwicklung ab Mai 2020 positiv darstellte. Die Region APAC ohne China verzeichnete in den ersten beiden Quartalen 2021 ein Wachstum von 5,9 % respektive 81,0 %. Das zweite Halbjahr war jedoch schwächer mit Rückgängen des Produktionsvolumens um -10,6 % respektive -12,5 %.
Nutzfahrzeugmarkt: Halbleitermangel bremst den Aufschwung aus
Die Nutzfahrzeugbranche (Lkw und Busse) wurde im Geschäftsjahr 2021, wie auch die Automobilwirtschaft, vom weltweiten Halbleitermangel ausgebremst. Dabei war die Entwicklung im ersten Halbjahr ebenfalls deutlich besser als im Vorjahreszeitraum (Q1 2021 +48,4 % gegenüber Q1 2020, Q2 2021 +12,2 % gegenüber Q2 2020), ehe die Produktionszahlen im zweiten Halbjahr deutlich zurückgingen (Q3 2021 -25,8 % gegenüber Q3 2020, Q4 2021 -26,7 % gegenüber Q4 2020). Insgesamt nahm das weltweite Produktionsvolumen von Nutzfahrzeugen im Berichtszeitraum laut LMC Automotive um 1,2 % ab.
Die einzelnen Regionen, in denen die GRAMMER AG tätig ist, entwickelten sich jedoch heterogen. So war die Entwicklung der Nutzfahrzeugproduktion in den Regionen AMERICAS und EMEA 2021 insgesamt positiv. Die EMEA-Region verzeichnete einen Anstieg von +12,7 % gegenüber 2020, und in der Region AMERICAS betrug das Wachstum +21,3 % gegenüber dem Vorjahr. Diese positive Entwicklung ist jedoch auch auf den sehr schwachen Vorjahreszeitraum zurückzuführen.
Hingegen war der Berichtszeitraum für die Region APAC nach einem - trotz der Pandemie - starken Jahr 2020 (+8,8 %) kein gutes Jahr. Die Nutzfahrzeugproduktion sank im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 %. Die negative Entwicklung ist im Wesentlichen auf den Markt in China zurückzuführen (-19,4 % gegenüber 2020), wo aufgrund der Einführung einer neuen Abgasnorm sowie hoher Lagerbestände eine schwächere Nachfrage herrschte. Die APAC-Region ohne China konnte hingegen eine positive Entwicklung verzeichnen (+32,3 % gegenüber 2020).
Landtechnik
Die Landtechnikindustrie entwickelte sich laut PSR OE Link im vergangenen Jahr im Vergleich zu allen anderen Fahrzeugbranchen positiv. Trotz der COVID-19-Pandemie verzeichnete das Segment ein weltweites Wachstum von 15,5 % gegenüber 2020.
Baumaschinensektor
Ähnlich positiv entwickelte sich auch der globale Baumaschinensektor. Gestützt durch den weltweiten Immobilienzyklus verzeichnete das Segment laut Angaben von PSR OE Link ein Produktionswachstum von 9,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und ist gut positioniert für weiteres Wachstum in den nächsten Jahren.
Material-Handling
Die Material-Handling-Industrie hat sich im vergangenen Jahr eng an den neuesten weltwirtschaftlichen Bedingungen orientiert und entwickelte sich ähnlich wie die Baumaschinenbranche. Laut der letzten Prognose von PSR OE Link stieg die Produktionsleistung im Vergleich zu 2020 weltweit um 17,3 %.
Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr 2021
COVID-19
Auch im Geschäftsjahr 2021 bestimmten die andauernde COVID-19-Pandemie und ihre Folgeerscheinungen in hohem Maße die Geschäftstätigkeit der GRAMMER Gruppe. Während das erste Halbjahr zu Beginn noch von regionalen Lockdowns und gleichzeitiger wirtschaftlicher Erholung geprägt war, beeinflussten im zweiten Halbjahr zunehmend negative Begleiterscheinungen wie Lieferkettenprobleme, Arbeitskräftemangel, Rohstoff- und Logistikpreiserhöhungen sowie die aufkommenden Delta- und Omikron-Varianten des Virus die Ertragsentwicklung von GRAMMER. Im Hinblick auf die eigene Organisation gelang es der Gruppe dank umfassender Corona-Schutz- und Handlungsmaßnahmen, die negativen Auswirkungen zu begrenzen und die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter:innen bestmöglich zu schützen.
Neuausrichtung: Bewährungsprobe erfolgreich bestanden
Im Berichtszeitraum erfolgte die Bewährungsprobe der im Jahr 2020 angestoßenen Neuausrichtung der Organisation auf die drei Regionen AMERICAS, APAC und EMEA, die nicht zuletzt durch die anhaltende COVID-19-Pandemie einen Stresstest für die Gruppe bedeutete. Mit der neuen Struktur wurden die verschiedenen Marktregionen gestärkt, indem ihnen mehr Verantwortung zugestanden wurde. Die Entscheidungen konnten vor Ort unter Berücksichtigung der bestmöglichen Informationslage und der Nähe zum Kunden getroffen werden, was zu einer positiven Geschäftsentwicklung trotz eines herausfordernden Umfelds beigetragen hat. Das Ziel ist, die drei Regionen auch im laufenden Geschäftsjahr weiter zu stärken und so die Reaktionsschnelligkeit und Flexibilität zu steigern. Gleichzeitig sorgen die übergeordneten Gruppenfunktionen und die weltweit operierenden Divisionen Automotive und Commercial Vehicles für ein hohes Maß an Sicherheit, Synergien und Wissenstransfer sowie einen weltweit abgestimmten Auftritt gegenüber den global tätigen Kunden.
Amtszeiten aller drei Vorstände verlängert
Der Aufsichtsrat der GRAMMER AG hat im vergangenen Geschäftsjahr die Amtszeiten der drei Vorstände Thorsten Seehars (CEO), Jurate Keblyte (CFO) sowie Jens Öhlenschläger (COO) vorzeitig verlängert. Damit honorierte der Aufsichtsrat die strategische Neuaufstellung der GRAMMER Gruppe, die das Vorstandsteam im Ausnahmejahr 2020 vollzogen hat. Darüber hinaus hat die frühzeitige und entschlossene Umsetzung des Effizienzsicherungsprogramms zur weiteren Verbesserung der Kostenstruktur und zur nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit eine solide Basis für die operative Exzellenz und den langfristigen Unternehmenserfolg geschaffen. Der neue Vorstandsvertrag von Thorsten Seehars läuft bis zum 31. August 2026, der Vertrag von Jens Öhlenschläger wurde bis zum 31. Dezember 2026 und die Amtszeit von Jurate Keblyte bis zum 30. Juni 2027 verlängert.
Ergebnissicherung dank Effizienzsicherungsprogramm
Das im vierten Quartal 2019 initiierte Effizienzsicherungsprogramm zur Optimierung der operativen Prozesse und Kostenstrukturen wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr planmäßig weiter umgesetzt und hat maßgeblich zur Ergebnisabsicherung beigetragen. In diesem Zusammenhang wurde die Konsolidierung von Standorten in Europa und Nordamerika im Jahr 2021 wie folgt vorangetrieben:
| ― | In der Region EMEA wurden im zweiten Quartal eine spanische Tochtergesellschaft verkauft und bis zum dritten Quartal die deutschen Werke in Wörth und Trusetal sowie das belgische Werk in Geel zur Verbesserung der Kostenstruktur und nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit geschlossen. Zusammen mit dem Ausbau des Standortes in Haselmühl konnte so eine Optimierung der Kapazitätsauslastung erreicht werden. |
| ― | In der Region AMERICAS wurde trotz längerer Stillstandszeiten bei Kunden und daraus folgender volatiler Abrufe sowie des angespannten Arbeitsmarktes die Schließung des Werkes in Jefferson, Ohio/USA im zweiten Quartal 2021 abgeschlossen. Im Zuge dessen wurde die Produktion der Sitze für die Nutzfahrzeugindustrie in das ehemalige TMD-Werk in Delphos, Ohio/USA erfolgreich verlagert. |
Projekt Mayflower: Blaupause für die Zukunft
Ein weiterer Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit von GRAMMER ist eine effiziente, flexible und konkurrenzfähige Produktion. Mit dem Projekt Mayflower verfolgt GRAMMER das Ziel, eine Blaupause für die "Sitzfertigung 4.0" zu schaffen und der fortschrittlichste Hersteller von Nutzfahrzeugsitzen weltweit zu werden. Zu diesem Zweck hat der Umbau des Werks im oberpfälzischen Haselmühl zum Pilotwerk begonnen, um auch zukünftig die kontinuierlich steigende Nachfrage der Nutzfahrzeughersteller nach modell- und markenspezifischen Sitzvarianten bedienen zu können.
Ausbau der Präsenz in APAC
Als weltweit größter Einzelmarkt für Pkw und Nutzfahrzeuge hat China für GRAMMER eine enorme Bedeutung. Daher setzte das Unternehmen seine Wachstumsstrategie auch 2021 konsequent um. Neben der Eröffnung des neuen Produktionsstandorts in Shenyang wurden im Berichtszeitraum auch das neue chinesische Headquarter in Hefei (Provinz Anhui) gegründet sowie das neue Werk in Harbin eröffnet. Ein weiterer Meilenstein war die Gründung eines Unternehmens zusammen mit einem Tochterunternehmen der FAW-Group, Chinas größtem Nutzfahrzeughersteller, als Partner. Fortan werden gemeinsam hochwertige Lkw-Sitze produziert, die in vielen Lkw-Modellplattformen des FAW-Konzerns eingebaut werden. Darüber hinaus hat GRAMMER seine Präsenz in China durch die Teilnahme an der Auto Shanghai 2021 sichtbarer gemacht. Auf der Messe stand das PURE-Konzept im Mittelpunkt, das unterschiedliche Innenraum-Ideen für zukünftige Nutzungsszenarien präsentiert. Beispielsweise ermöglicht die auf der Messe vorgestellte Sliding Console eine variablere Nutzung des Auto-Innenraums und somit die Anpassung an die individuellen Bedürfnisse der Passagier:innen.
GRAMMER wird Green Company
Unternehmensstrategie statt Marketing: Die GRAMMER Gruppe nimmt ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt ernst und will ihren Beitrag zur Erfüllung des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens leisten. Zu diesem Zweck strebt das Unternehmen an, bis zum Ende dieses Jahrzehnts seine CO2-Emissionen weltweit, um mindestens 50 % zu senken, und hat dafür 2021 fünf Handlungsfelder definiert. Neben der Entwicklung nachhaltigerer Produkte zählen dazu die Senkung direkter Emissionen, der effizientere Einsatz von Energie, Rohstoffen und Materialien, die Steigerung der Recyclingquote und die Optimierung des CO2-Fußabdrucks in der Lieferkette sowie bei den eigenen Produkten. Einer von zahlreichen bereits erreichten Meilensteinen war in diesem Zusammenhang die Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energiequellen an allen deutschen Standorten.
Ubility One: Innovation made by GRAMMER
GRAMMERs Wettbewerbsfähigkeit hängt nicht zuletzt davon ab, dass die zukünftigen Trends und Bedürfnisse der Kunden frühzeitig erkannt und mit Produkten adressiert werden. Mit dem Konzept Ubility One, das im September 2021 vorgestellt wurde, greift GRAMMER die globalen Trends der Urbanisierung und Nachhaltigkeit auf und positioniert sich als erster Anbieter eines ganzheitlichen Interieurkonzepts für Busse und Bahnen von morgen. Die innovative Produktfamilie mit den drei Sitzmodellen Ubility Light, Ubility Air und Ubility Shift weist mit konsequentem Leichtbau, nachhaltigem Design und hohem Nutzungskomfort den Weg in urbane Mobilität der Zukunft.
Geschäftsverlauf
| Kennzahlen der GRAMMER AG TEUR |
2021 | 2020 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 649.298 | 571.039 | 78.259 |
| Jahresergebnis | -2.400 | -72.472 | 70.072 |
| Investitionen | 4.851 | 19.890 | -15.039 |
| (ohne Investitionen in das Finanzanlagevermögen) | |||
| Mitarbeiterinnen im Jahresdurchschnitt | 767 | 807 | -40 |
GRAMMER AG trotz Beeinträchtigungen infolge des weltweiten Halbleitermangels und der andauernden COVID-19-Pandemie mit signifikanter Umsatz- und Ergebnisverbesserung
| Kurz-Gewinn- und Verlustrechnung der GRAMMER AG TEUR |
2021 | 2020 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 649.298 | 571.039 | 78.259 |
| Bestandsveränderung | -1.691 | -17.251 | 15.560 |
| 647.607 | 553.788 | 93.819 | |
| Aktivierte Eigenleistungen | 121 | 0 | 121 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 56.004 | 35.163 | 20.841 |
| Gesamtleistung | 703.732 | 588.951 | 114.781 |
| Materialaufwand | 494.023 | 457.736 | -36.287 |
| Personalaufwand | 83.973 | 80.377 | -3.596 |
| Abschreibungen | 8.313 | 7.675 | -638 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 78.979 | 71.454 | -7.525 |
| EBIT | 38.444 | -28.291 | 66.735 |
| Finanzergebnis | -33.994 | -39.587 | 5.593 |
| Ergebnis vor Steuern | 4.450 | -67.878 | 72.328 |
| Ertragsteuern | 6.759 | 4.521 | -2.238 |
| Sonstige Steuern | 91 | 73 | -18 |
| Jahresergebnis | -2.400 | -72.472 | 70.072 |
In einem weiterhin außergewöhnlich herausfordernden Marktumfeld hat die GRAMMER AG im Geschäftsjahr 2021 einen Anstieg der Umsatzerlöse verzeichnet, der aus Umsatzzuwächsen in der Division Commercial Vehicles resultierte. Während sich im Bereich Automotive ein Umsatzrückgang von 19,8 Mio. EUR (-7,8 %) gegenüber dem Vorjahr ergab, belief sich der Umsatzanstieg in der Division Commercial Vehicles auf 98,1 Mio. EUR (30,8 %).
Infolge dieses Umsatzzuwachses und unter Berücksichtigung des im nachfolgenden Absatz benannten Sondereffekts in den sonstigen betrieblichen Erträgen konnte das EBIT trotz erhöhter Aufwendungen in allen wesentlichen Aufwandskategorien erheblich verbessert werden. Es nahm um 66,7 Mio. EUR auf 38,4 Mio. EUR (Vj. -28,3 Mio. EUR) zu. Weil auch das Finanzergebnis (-34,0 Mio. EUR; Vj. -39,6 Mio. EUR) vor allem aufgrund höherer Erträge aus Dividenden und Gewinnabführungen trotz der noch einmal deutlich höheren Abschreibungen auf Finanzanlagen gegenüber dem Vorjahr verbessert werden konnte, ist das Jahresergebnis annähernd ausgeglichen und von -72,5 Mio. EUR im Jahr 2020 auf -2,4 Mio. EUR im Berichtsjahr 2021 gestiegen.
Das Jahresergebnis der GRAMMER AG ist im Geschäftsjahr 2021 - nach dem insbesondere COVID-19-bedingten Umsatzrückgang im Vorjahr 2020-durch eine Umsatzerholung sowie per Saldo durch eine Ergebnissonderbelastung in Höhe von 57,9 Mio. EUR beeinflusst. Diese Ergebnissonderbelastung beinhaltet saldiert wesentliche Sonderbelastungen von 95,5 Mio. EUR, die auf Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen entfallen, denen außergewöhnliche sonstige betriebliche Erträge aus Zuschreibungen auf Finanzanlagen im Konzernkreis in Höhe von 37,6 Mio. EUR gegenüberstehen.
Demgegenüber waren auch im Ergebnis des Geschäftsjahres 2020 per Saldo belastende Ergebniseffekte in Höhe von 53,5 Mio. EUR enthalten. Einem positiven Ergebniseffekt aus außergewöhnlichen sonstigen betrieblichen Erträgen aus der Einbringung von Finanzanlagen im Konzernkreis in Höhe von 22,9 Mio. EUR standen im Vorjahr Sonderbelastungen in Höhe von 76,4 Mio. EUR gegenüber, wovon 5,8 Mio. EUR auf Restrukturierungskosten und 70,6 Mio. EUR auf Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen entfielen.
Nach Eliminierung der oben genannten Sondereinflüsse in Höhe von -57,9 Mio. EUR (Vj. -53,5 Mio. EUR) und Fremdwährungseffekten in Höhe von 4,6 Mio. EUR (Vj. -1,9 Mio. EUR) ergibt sich im Geschäftsjahr 2021 ein bereinigtes Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 57,8 Mio. EUR (Vj. -12,5 Mio. EUR). Der Anstieg des bereinigten Ergebnisses ist vor allem auf ein verbessertes operatives EBIT und daneben auf ein verbessertes operatives Finanzergebnis (jeweils nach Bereinigung um enthaltene Sondereffekte) zurückzuführen.
Zum Jahresende waren 751 Mitarbeiter:innen (Vj. 797) bei der GRAMMER AG beschäftigt. Damit hat sich der Personalbestand verglichen zum Vorjahresende um 46 Mitarbeiter:innen bzw. 5,8 % planmäßig vermindert.
Wirtschaftliche Lage
Ertragslage
Im Berichtsjahr verzeichnete die GRAMMER AG eine signifikante Verbesserung des Ergebnisses. Im Geschäftsjahr 2021 konnte mit einem Jahresfehlbetrag von 2,4 Mio. EUR ein fast ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden, während im Vorjahr noch ein Jahresfehlbetrag von 72,5 Mio. EUR zu Buche stand. Die Rendite nach Steuern bezogen auf die Gesamtleistung beträgt daher -0,3 % (Vj. -12,3 %).
Umsatz
Im Geschäftsjahr 2021 stiegen die Umsatzerlöse der GRAMMER AG um 78,3 Mio. EUR auf 649,3 Mio. EUR (Vj. 571,0 Mio. EUR). Regional betrachtet nahmen besonders die Umsätze mit Kunden in Drittländern und darüber hinaus auch die Umsätze mit Kunden innerhalb Deutschlands zu, während das Geschäft mit Kunden in den übrigen Ländern der EU rückläufig war.
Die Inlandsumsätze stiegen um rund 8,3 % auf eine Höhe von 218,9 Mio. EUR (Vj. 202,1 Mio. EUR). Bei dieser Gesamtveränderung neutralisierten sich die Entwicklungen in beiden Divisionen teilweise. Während in der Division Commercial Vehicles im Inland eine Umsatzzunahme um 35,3 Mio. EUR bzw. 26,5 % verzeichnet werden konnte, verminderte sich der Umsatz aus dem Bereich Automotive in Deutschland um 18,4 Mio. EUR bzw. 26,8 %. Trotz der Gesamtzunahme der Inlandsumsätze hat sich der Anteil der inländischen Umsätze am Gesamtumsatz der GRAMMER AG vermindert. Während dieser Anteil im Vorjahr noch 35,4 % betragen hatte, nahm er im Geschäftsjahr 2021 um 1,7 Prozentpunkte auf 33,7 % ab.
Die Umsatzerlöse im Auslandsgeschäft (Drittland und EU) nahmen im Geschäftsjahr 2021 per Saldo um 61,5 Mio. EUR von 368,9 Mio. EUR auf 430,4 Mio. EUR zu. Der Umsatzanstieg resultierte hierbei ausschließlich aus der sehr positiven Entwicklung der Umsätze im Drittlandgeschäft (+127,4 %), während die EU-Umsätze um 7,4 % abnahmen. Bezogen auf die Divisionen zeigt sich, dass diese Zunahme vollständig vom Bereich Commercial Vehicles getragen wurde, während im Bereich Automotive auch im Auslandsgeschäft insgesamt ein leichter Rückgang (0,7 %) zu verzeichnen war, welcher aus rückläufigen Geschäften mit EU-Kunden resultierte, während die Automotive-Umsätze im Drittlandgeschäft deutlich gesteigert werden konnten.
In der Division Automotive sanken die Umsatzerlöse um 19,8 Mio. EUR auf 232,7 Mio. EUR (Vj. 252,5 Mio. EUR). Dieser Rückgang resultierte besonders aus den ungünstigen Marktentwicklungen infolge Lieferkettenproblemen bei den OEMs auf den für uns wesentlichen Absatzmärkten. Im Bereich Automotive liefern wir Innenraumkomponenten für namhafte Pkw-Hersteller und Systemlieferanten der Fahrzeugindustrie. Der Umsatz in diesem Bereich besteht hauptsächlich aus dem Verkauf von Handelswaren, die von Tochtergesellschaften bezogen werden, sowie dem Projektgeschäft für die Entwicklung von Serienprodukten mit den entsprechenden Werkzeugen. Daher basiert die Umsatzentwicklung der GRAMMER AG im Wesentlichen auf den Produktionsvolumina der jeweiligen Plattformen und Modelle der Endkunden, die in den zuliefernden Tochterunternehmen anlaufen.
In der Division Commercial Vehicles nahmen die Umsatzerlöse um 98,1 Mio. EUR auf 416,6 Mio. EUR (Vj. 318,5 Mio. EUR) zu. Hier konnten nicht nur die Umsatzeinbrüche des Vorjahres wett gemacht, sondern deutlich darüber hinaus gehende Umsatzzuwächse erzielt werden. Der Unternehmensbereich Commercial Vehicles umfasst die Kerngeschäftsfelder Lkw- und Offroad-Sitze sowie Bus und Bahn. Auch in diesem Geschäftsbereich besteht der Umsatz der GRAMMER AG fast ausschließlich aus dem Verkauf von Handelswaren, die von Tochtergesellschaften bezogen werden.
Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich im Geschäftsjahr 2021 mit einem Anstieg von 20,8 Mio. EUR auf 56,0 Mio. EUR wiederum deutlich erhöht. Maßgeblich beeinflusst wurde diese Zunahme durch außergewöhnliche Erträge aus Zuschreibungen zum Finanzanlagevermögen (37,6 Mio. EUR; Vj. 0 Mio. EUR). Im Vorjahr hatte diese Position dagegen außergewöhnliche Erträge im Rahmen der Einbringung von zuvor direkt gehaltenen Geschäftsanteilen in die Tochtergesellschaft GRAMMER Inc. gegen Gewährung neuer Geschäftsanteile dieser Gesellschaft enthalten (22,9 Mio. EUR). Wesentlichen Einfluss auf den Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge haben darüber hinaus höhere Erträge aus der Fremdwährungsumrechnung (10,9 Mio. EUR; Vj. 6,3 Mio. EUR).
Aufwendungen
Die Materialaufwendungen der GRAMMER AG erhöhten sich von 457,7 Mio. EUR um 36,3 Mio. EUR auf 494,0 Mio. EUR im Jahr 2021. Die Materialeinsatzquote in Bezug auf die Summe aus Umsatzerlösen und den Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sank jedoch deutlich auf 76,3 % (Vj. 82,7 %). Veränderungen der Materialquote basieren dabei vor allem auf Verschiebungen im Produktmix; im Geschäftsjahr insbesondere hin zu den margenstärkeren Produkten des Bereichs Commercial Vehicles. Darüber hinaus ist die Materialeinsatzquote im Allgemeinen höher als von vergleichbaren produzierenden Gesellschaften, da die GRAMMER AG ausschließlich Handelswaren vertreibt und selbst nicht produziert.
Der Personalaufwand nahm im Geschäftsjahr 2021 trotz des Rückgangs der bei der GRAMMER AG beschäftigten Mitarbeiter um 3,6 Mio. EUR auf 84,0 Mio. EUR (Vj. 80,4 Mio. EUR) zu. Ursächlich dafür sind vor allem höhere Aufwendungen für Altersversorgungsleistungen und für Prämien, sowie die im Vergleich zum Vorjahr deutlich verringerte Nutzung des Instruments der Kurzarbeit. Bezogen auf die Summe aus Umsatzerlösen und Bestandsveränderungen hat sich die Personalaufwandsquote allerdings von 14,5 % auf 13,0 % vermindert.
Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände nahmen von 7,7 Mio. EUR um 0,6 Mio. EUR auf 8,3 Mio. EUR zu. Der Anstieg beruht auf höheren planmäßigen Abschreibungen auf Gebäude, insbesondere auf den GRAMMER Campus in Ursensollen. Die Gebäude waren größtenteils im Verlauf des Vorjahres fertiggestellt worden, wodurch im Vorjahr noch nicht die volle Jahresabschreibung wirksam geworden war. Gegenläufig dazu sanken die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und die übrigen Positionen des Sachanlagevermögens. Der Hauptgrund dafür liegt darin, dass die notwendigen Investitionen zur Produktherstellung zunehmend bei den operativ produzierenden Tochterunternehmen getätigt werden.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 7,5 Mio. EUR auf 79,0 Mio. EUR (Vj. 71,5 Mio. EUR). Dies resultierte aus Zuwächsen in nahezu allen Aufwandskategorien. Besonders hohe Zunahmen ergaben sich in Bezug auf die Verwaltungskosten (7,2 Mio. EUR bzw. 17,8 %), die Betriebskosten (1,3 Mio. EUR bzw. 17,1 %), sowie die Vertriebsaufwendungen (0,8 Mio. EUR bzw. 23,7 %). Zum Anstieg der Verwaltungskosten trugen maßgeblich die darin enthaltenen, deutlich gesteigerten Ausgaben für Forschung und Entwicklung bei. Dagegen wirkten rückläufige Aufwendungen aus der Währungsumrechnung (-1,8 Mio. EUR bzw. -22,4 %) innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen teilweise kompensatorisch.
Finanzergebnis
Der Zinsaufwand stieg von 21,9 Mio. EUR im Vorjahr um 1,3 Mio. EUR auf 23,2 Mio. EUR weiter an. Wesentliche Ursache für diese Zunahme sind erhöhte Zinskosten aus der Konsortialkreditfinanzierung (+3,1 Mio. EUR) infolge der erhöhten durchschnittlichen Verschuldung. Daneben nahm auch der Zinsaufwand aus der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen um 0,3 Mio. EUR auf 7,0 Mio. EUR zu. Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen zum 31. Dezember 2021 war ein Rechnungszins in Höhe von 1,87 % (Vj. 2,30 %) zu Grunde zu legen. Die Berechnungen basieren auf dem von der Deutschen Bundesbank für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren veröffentlichten Abzinsungssatz gemäß § 253 Abs. 2 HGB. Gegenläufig wirkten der geringere Zinsaufwand für langfristige Schulden (-0,8 Mio. EUR) und der Entfall der im Vorjahr angefallenen Abschluss- und Änderungsgebühren für den Konsortialkreditvertrag (-1,8 Mio. EUR).
Die Aufwendungen aus Abwertungen von Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Beteiligungsunternehmen nahmen von 75,6 Mio. EUR im Vorjahr auf 95,5 Mio. EUR noch einmal signifikant zu. Dies resultierte im Geschäftsjahr nahezu ausschließlich aus der niedrigeren Bewertung der Anteile an vier Tochtergesellschaften, während sich im Vorjahr neben der Abwertung von Anteilen (64,6 Mio. EUR) insbesondere Abwertungen infolge der regelmäßigen Fremdwährungsbewertung der teilweise in fremder Währung ausgereichten Ausleihungen (10,7 Mio. EUR) an Tochterunternehmen ausgewirkt hatten.
Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge inklusive der Erträge aus Ausleihungen stiegen von 7,4 Mio. EUR im Jahr 2020 um 0,2 Mio. EUR auf 7,6 Mio. EUR an. Diese Position wird wesentlich von den Erträgen aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen und aus kurzfristigen Forderungen beeinflusst, da die GRAMMER AG auch weitgehend die zentrale Finanzierungsfunktion innerhalb der GRAMMER Gruppe wahrnimmt.
Die Erträge aus Beteiligungen konnten von 46,7 Mio. EUR im Jahr 2020 um 11,7 Mio. EUR auf 58,4 Mio. EUR im Jahr 2021 weiter gesteigert werden. Grund hierfür sind vornehmlich erhöhte Dividendenzahlungen unserer Tochtergesellschaften in China, Japan und Bulgarien.
Die Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen mit Tochtergesellschaften in Deutschland haben sich mit einem Anstieg von 9,7 Mio. EUR um 11,6 Mio. EUR auf 21,3 Mio. EUR mehr als verdoppelt. Darüber hinaus nahm der ergebnisbelastende Effekt aus der Verlustübernahmeverpflichtung gegenüber Tochtergesellschaften von 5,9 Mio. EUR im Vorjahr um 3,4 Mio. EUR auf 2,5 Mio. EUR ab.
In der Gesamtbetrachtung führten trotz der erneut notwendigen hohen Abschreibungen auf Finanzanlagen vor allem die weiter gesteigerten Dividendenerträge und Ergebnisübernahmen zu einer Verbesserung des Finanzergebnisses im Jahr 2021 von -39,6 Mio. EUR um 5,6 Mio. EUR auf -34,0 Mio. EUR.
Steuern
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag stiegen im Jahresvergleich von 4,5 Mio. EUR um 2,3 Mio. EUR auf 6,8 Mio. EUR. Hauptursache dafür sind neben Steuerzahlungen für das Geschäftsjahr 2021 erwartete Nachzahlungen für frühere Geschäftsjahre.
Ergebnisse
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich von -28,3 Mio. EUR um 66,7 Mio. EUR auf nunmehr 38,4 Mio. EUR. Der deutliche Anstieg ist vor allem auf ein erheblich verbessertes operatives Betriebsergebnis und daneben auf die bereits vorstehend benannten positiven Sondereffekte in den sonstigen betrieblichen Erträgen zurückzuführen, die mit 37,6 Mio. EUR um 14,7 Mio. EUR höher liegen als im Vorjahr. Die Veränderung im EBIT wurde zusätzlich durch ein verbessertes Finanzergebnis unterstützt. Dies ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil für die GRAMMER AG bedingt durch ihre beiden Funktionen - operative Gesellschaft und Holding -nicht nur das EBIT, sondern auch das Finanzergebnis maßgeblich ist. Das Ergebnis vor Steuern nahm von -67,9 Mio. EUR um 72,3 Mio. EUR auf 4,4 Mio. EUR zu.
Das Jahresergebnis verbesserte sich im Vorjahresvergleich insgesamt von -72,5 Mio. EUR um 70,1 Mio. EUR auf einen deutlich reduzierten Jahresfehlbetrag von 2,4 Mio. EUR.
Ergebnisverwendung und Dividendenvorschlag
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 weist keinen Bilanzgewinn aus. Aufgrund des Jahresfehlbetrags der GRAMMER AG des aktuellen Geschäftsjahres ergibt sich derzeit kein Dividendenvorschlag. Der Bilanzverlust zum 31. Dezember 2021 in Höhe von 74,9 Mio. EUR wird auf neue Rechnung vorgetragen.
Vermögens- und Finanzlage
Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vorjahresvergleich von 808,2 Mio. EUR um 82,0 Mio. EUR bzw. 10,1 % auf 890,2 Mio. EUR.
Vermögenslage
Anlagevermögen
Das Anlagevermögen hat mit 643,8 Mio. EUR um 39,3 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr zugenommen (Vj. 604,5 Mio. EUR). Maßgeblich verursacht wurde der Anstieg des Anlagevermögens durch neu ausgereichte Ausleihungen an Tochtergesellschaften in Höhe von 95,5 Mio. EUR. Dabei haben sich innerhalb des Finanzanlagevermögens, welches sich per Saldo auf 546,0 Mio. EUR (Vj. 503,3 Mio. EUR) erhöhte, gegenläufige Effekte teilweise neutralisiert. Den außergewöhnlichen Abschreibungen auf Anteile an Tochterunternehmen in Höhe von insgesamt 95,5 Mio. EUR stehen neben den neuen Ausleihungen (95,5 Mio. EUR) vor allem Zugänge von Anteilen an Tochterunternehmen infolge durchgeführter Kapitalerhöhungen und einer Neugründung (12,8 Mio. EUR) sowie Zuschreibungen auf Anteile (34,0 Mio. EUR) gegenüber. Dagegen hat die Abnahme des Sachanlagevermögens um 3,5 Mio. EUR ihre Ursache im Wesentlichen darin, dass die planmäßigen Abschreibungen hier die Neuinvestitionen um einen entsprechenden Betrag übertrafen. Nur sehr geringe Veränderungen ergaben sich bei den immateriellen Vermögensgegenständen, welche zum Jahresende wiederum einen Buchwert von 12,8 Mio. EUR (Vj. 12,8 Mio. EUR) aufwiesen.
Umlaufvermögen
Verglichen zum Vorjahresstichtag hat sich das Umlaufvermögen um 42,1 Mio. EUR bzw. 20,9 % auf 243,1 Mio. EUR (Vj. 201,0 Mio. EUR) erhöht. Die Vorräte lagen mit 48,3 Mio. EUR (Vj. 49,9 Mio. EUR) nur knapp unter dem Vorjahresniveau. Die Zunahme der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um 52,1 Mio. EUR auf 187,2 Mio. EUR (Vj. 135,1 Mio. EUR) ist besonders auf die gestiegenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen und daneben vor allem auf höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen stiegen von 76,4 Mio. EUR um 48,3 Mio. EUR auf 124,7 Mio. EUR. Auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen mit 55,9 Mio. EUR (Vj. 50,7 Mio. EUR) ebenso wie die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (2,8 Mio. EUR; Vj. 1,1 Mio. EUR) über dem Vorjahresniveau. Dagegen nahmen die Sonstigen Vermögensgegenstände auf 3,8 Mio. EUR (Vj. 7,0 Mio. EUR) ab. Hauptursache für den Rückgang der sonstigen Vermögensgegenstände sind insbesondere geringere Umsatzsteuerforderungen, während die übrigen Forderungspositionen im Wesentlichen parallel zur wieder verbesserten Geschäftslage und zur Branchenentwicklung zunahmen. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben sich, vornehmlich resultierend aus der Tilgung von Verbindlichkeiten, um 52,9 % deutlich vermindert. Die GRAMMER AG verfügte zum Stichtag über 7,6 Mio. EUR an liquiden Mitteln (Vj. 16,0 Mio. EUR).
Finanzlage
Eigenkapital
Zum 31. Dezember 2021 weist die GRAMMER AG ein um 2,4 Mio. EUR auf 260,7 Mio. EUR (Vj. 263,1 Mio. EUR) reduziertes Eigenkapital aus. Hier wirkt sich der Jahresfehlbetrag 2021 von 2,4 Mio. EUR aus. Dadurch hat insgesamt die Eigenkapitalquote, bei einer erhöhten Bezugsgröße Bilanzsumme, um 3,3 Prozentpunkte von 32,6 % im Vorjahr auf 29,3 % abgenommen.
Rückstellungen
Die Rückstellungen nahmen zum Stichtag in Summe mit 113,0 Mio. EUR (Vj. 110,7 Mio. EUR) um rund 2,1 % zu. Dafür sorgten vor allem die erhöhten Steuerrückstellungen, während sich der Anstieg der Rückstellungen für Pensionen, nach Verrechnung mit den ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersversorgungszusagen dienenden und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenständen, und der Rückgang der sonstigen Rückstellungen weitgehend die Waage hielten. In den Pensionsrückstellungen, die um 4,3 Mio. EUR auf 82,3 Mio. EUR anwuchsen, übertrafen vor allem die notwendigen Zuführungen infolge der Veränderung des Rechnungszinses (5,2 Mio. EUR) die Bestandsminderungen infolge Versorgungszahlungen (3,0 Mio. EUR). Der Rückgang der sonstigen Rückstellungen dagegen, die im Vorjahresvergleich von 32,0 Mio. EUR auf 27,2 Mio. EUR abnahmen, ist besonders auf geringere Rückstellungen im Beschaffungsbereich, aber auch im Personalbereich zurückzuführen. Zum Anstieg der Steuerrückstellungen tragen neben Steuernachzahlungen für das Geschäftsjahr 2021 insbesondere erwartete Nachzahlungen für frühere Geschäftsjahre bei.
Verbindlichkeiten
Insgesamt nahmen die Verbindlichkeiten der GRAMMER AG im Berichtsjahr um 82,1 Mio. EUR auf 516,4 Mio. EUR (Vj. 434,3 Mio. EUR) zu. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, welche die GRAMMER AG im Wesentlichen für die Finanzierung der Tochterunternehmen nutzt, wurden per Saldo um 73,2 Mio. EUR auf 452,8 Mio. EUR (Vj. 379,6 Mio. EUR) erhöht. Zurückzuführen ist diese Zunahme vorzugsweise auf den Abruf weiterer Mittel aus dem im Vorjahr vereinbarten Konsortialkredit für die Finanzierung der verbundenen Unternehmen.
Die Basis der Finanzierung der GRAMMER AG besteht trotz vorgenommener planmäßiger Tilgungen weiterhin hauptsächlich aus mittel- bis langfristigen Schuldschein-/Privatplatzierungs- und anderen Darlehen in Höhe von 248,5 Mio. EUR (Vj. 283,1 Mio. EUR) sowie daneben aus kurzfristigen Kontokorrentkrediten.
Die weiteren, ausschließlich kurzfristigen Verbindlichkeiten betreffen mit einem Teilbetrag von 40,4 Mio. EUR (Vj. 29,8 Mio. EUR) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und mit einem Teilbetrag von 0,3 Mio. EUR (Vj. 0,2 Mio. EUR) Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, welche jeweils größtenteils aus finanziellen Verbindlichkeiten aus der internen Finanzierung innerhalb der GRAMMER Gruppe resultieren. Die erhaltenen Anzahlungen, die zum Stichtag wiederum 2,6 Mio. EUR (Vj. 2,6 EUR) betragen, blieben ebenso wie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit 15,3 Mio. EUR (Vj. 15,4 Mio. EUR) weitgehend konstant. Dagegen nahmen die sonstigen Verbindlichkeiten, besonders aufgrund geringerer Verbindlichkeiten aus der Personalabrechnung um 1,8 Mio. EUR auf 4,9 Mio. EUR (Vj. 6,7 Mio. EUR) ab.
Finanzierungs- und Liquiditätsmanagement
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen zum Jahresende 452,8 Mio. EUR (Vj. 379,6 Mio. EUR) und die liquiden Mittel lagen bei 7,6 Mio. EUR (Vj. 16,0 Mio. EUR). Die Nettoverschuldung, die sich aus der Differenz der Bankverbindlichkeiten und der Bankguthaben ergibt, belief sich zum Geschäftsjahresende 2021 auf 445,2 Mio. EUR (Vj. 363,6 Mio. EUR). Die GRAMMER AG fungiert grundsätzlich als Inhouse Bank für Tochterunternehmen und hat ihrerseits Darlehen an die Tochtergesellschaften in Höhe von 190,5 Mio. EUR (Vj. 119,0 Mio. EUR) ausgegeben.
Im Jahr 2020 wurde durch die erfolgreiche vorzeitige Refinanzierung und Aufstockung des Konsortialkredits die Finanzierungsbasis der Gesellschaft neu gelegt. Die Tranche A hat ein Volumen von 150,0 Mio. EUR bei fünf Jahren Laufzeit und zwei einjährigen Verlängerungsoptionen. Die Tranche B beläuft sich auf 80,0 Mio. USD und ist amortisierend bei einer vierjährigen Laufzeit. Zudem wurde der bestehende Konsortialkredit im Rahmen des KfW-Programms "Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung (855)" über eine Änderungsvereinbarung um eine Tranche C im Volumen von 235,0 Mio. EUR mit einer dreijährigen Laufzeit erweitert. Somit ist unsere Liquidität - auch in einem derzeit schwierigen wirtschaftlichen Umfeld - nachhaltig gesichert. Im Rahmen von Darlehens- und Kreditverträgen wurden auch Financial Covenants vereinbart, die sich im Wesentlichen auf die Kennzahl Leverage beziehen. Im Rahmen der Vertragsänderungen im Geschäftsjahr 2020 wurde die Einhaltung der Financial Covenants für die Perioden bis zum 31. Dezember 2022 angepasst. Spätestens danach treten die ursprünglichen Vertragskonditionen wieder in Kraft. Nach der erfolgreichen Neustrukturierung der Finanzierungsbasis 2020 wurden im Geschäftsjahr 2021 keine wesentlichen neuen Re-/ Finanzierungsmaßnahmen getätigt.
In Ergänzung zum syndizierten Kredit sichern bilaterale Finanzierungsvereinbarungen, mittelfristige Schuldscheindarlehen sowie langfristige Privatplatzierungen die Finanzierung von GRAMMER. Der Konsortialkreditvertrag mit der GRAMMER AG als alleiniger Kreditnehmerin sieht für den Fall eines Kontrollwechsels das Recht eines jeden Kreditgebers vor, die vorzeitige Rückzahlung verlangen zu können. Ein Kontrollwechsel im Sinne dieses Vertrages liegt vor, sobald eine Person oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Personen Stimmrechte von mindestens 30 % an der GRAMMER AG erwerben. Hiervon ausgenommen ist ein direkter oder indirekter Erwerb von Stimmrechten oder der Kontrolle an der Kreditnehmerin durch direkte oder indirekte Tochtergesellschaften der Familie Wang (Ningbo Jifeng).
Der Stand der EUR-Schuldscheindarlehen betrug zum 31. Dezember 2021 unverändert insgesamt 54,0 Mio. EUR (Vj. 54,0 Mio. EUR). Zudem beläuft sich ein begebenes USD-Schuldscheindarlehen umgerechnet auf 11,0 Mio. EUR (Vj. 10,2 Mio. EUR). Kündigungsrechte bei einem Kontrollwechsel sind auch in den Vereinbarungen bezüglich der bilateralen Kredite, der Schuldscheindarlehen sowie der Privatplatzierungen vorgesehen.
Die für die Finanzierung des neuen GRAMMER Campus in Ursensollen bei Amberg aufgenommenen langfristigen, grundpfandrechtlich gesicherten (Förder-) Darlehen über insgesamt 50,0 Mio. EUR valutieren zum Abschlussstichtag mit 41,9 Mio. EUR.
Bei der Durchführung von Refinanzierungsmaßnahmen achtet das Konzernfinanzwesen auf die zeitliche Zinsstruktur, so dass kurzfristige Inanspruchnahmen mit variablen Zinsen erfolgen und mittel- bis langfristige Mittelaufnahmen in der Regel mit festem Zins sowie einer kongruenten Zinsbindungsdauer vorgenommen werden.
Die Steuerung der Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft und die adäquate Fremdmittelbeschaffung werden zentral in der GRAMMER AG über das Konzern-Treasury gesteuert, solange keine landesspezifischen gesetzlichen Vorschriften dies einschränken. Grundsätzlich strebt die GRAMMER AG ein Investment Grade Rating an, mit dem übergeordneten Ziel über eine ausgewogene Fälligkeitsstruktur und über ein diversifiziertes Finanzierungsportfolio die Liquidität langfristig zu sichern.
Das Finanzwesen der GRAMMER AG betreut weltweit in Abstimmung mit den lokalen Gesellschaften den Zahlungsverkehr und die Verwaltung der eingerichteten Cash Pools, durch welche die GRAMMER AG die Liquidität ihrer Tochterunternehmen sicherstellt und kontrolliert, soweit dies im Rahmen der gesetzlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten zulässig und sinnvoll ist. Im Rahmen des Managements von finanziellen Risiken werden Zins- und Währungsrisiken mittels externer marktüblicher derivativer Finanzinstrumente zentral abgesichert.
Die zum 31. Dezember 2021 in der GRAMMER AG vorhandenen liquiden Mittel in Höhe von 7,6 Mio. EUR (Vj. 16,0 Mio. EUR) werden vor allem zur Liquiditätsvorsorge gehalten. Ihr Rückgang während des Geschäftsjahres resultierte maßgeblich aus der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten. Zum 31. Dezember 2021 verfügte die GRAMMER AG über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 141,2 Mio. EUR (Vj. 260,0 Mio. EUR), für die alle für die Inanspruchnahme notwendigen Bedingungen bereits erfüllt waren.
Die zukünftige Finanzierung der Grammer AG ist auch in diesen infolge der Halbleiterkrise und der Corona-Pandemie unsicheren wirtschaftlichen Zeiten durch einen ausreichenden Umfang an nicht ausgenutzten Kreditlinien gesichert.
Die von Kreditinstituten gewährten, noch langfristig zur Verfügung stehenden Darlehensanteile reichen zum Ende des Geschäftsjahres mit 87,7 Mio. EUR fast an das Vorjahresniveau (Vj. 95,9 Mio. EUR) heran. Das Finanzierungsvolumen des neuen GRAMMER Campus ist als Teil dessen ebenso durch langfristige Darlehen gesichert. Diese belaufen sich zum Stichtag auf insgesamt 41,9 Mio. EUR (Vj. 48,0 Mio. EUR).
Kapitalstruktur
Zum 31. Dezember 2021 beträgt das Grundkapital der Gesellschaft weiterhin 39.009.080,32 EUR und ist eingeteilt in 15.237.922 Aktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 2,56 EUR pro Aktie. Alle Aktien (mit Ausnahme der eigenen Aktien) gewähren die gleichen Rechte, die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.
Die Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 hat befristet bis zum 22. Juni 2026 ein neues Genehmigtes Kapital in Höhe von 19.505 TEUR (Genehmigtes Kapital 2021) beschlossen. Der Vorstand wurde mit diesem Beschluss ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 19.505 TEUR gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Von der Hauptversammlung wurde darüber hinaus am 23. Juni 2021 die Aufhebung des bis dahin bestehenden Genehmigten Kapitals 2020 beschlossen.
Die Kapitalrücklage per 31. Dezember 2021 beläuft sich weiterhin auf 165.211 TEUR (Vj. 165.211 TEUR). Sie beinhaltet das jeweilige Agio aus den Kapitalerhöhungen in den Geschäftsjahren 1996, 2001, 2011, 2017 und 2020.
Zum 31. Dezember 2021 betragen die Gewinnrücklagen unverändert 132.158 TEUR (Vj. 132.158 TEUR).
Bestehen von Beteiligungen an der Gesellschaft nach § 33 WpHG
Nach dem Wertpapierhandelsgesetz hat jeder Anleger, der durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise bestimmte Anteile an Stimmrechten der Gesellschaft erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht mitzuteilen. Der niedrigste Schwellenwert für diese Mitteilungspflicht beträgt 3 %. Der uns derzeitig mitgeteilte Stand zu den Beteiligungen, die im Geschäftsjahr 2021 oder vorher mindestens die Grenze von 3 % über- oder unterschritten haben, ist im Anhang der GRAMMER AG aufgeführt.
Eigene Anteile
Insgesamt hält GRAMMER 330.050 eigene Aktien, die vollständig im Geschäftsjahr 2006 erworben wurden. Der darauf entfallende Anteil am Grundkapital beträgt 844.928,00 EUR und entspricht 2,166 % des Grundkapitals. Diese 330.050 eigenen Aktien haben keine Stimmrechte und sind auch nicht dividendenberechtigt. Eine von der Hauptversammlung beschlossene Ermächtigung zum Erwerb weiterer eigener Aktien besteht derzeit nicht. Zusätzliche Angaben nach § 160 Absatz 1 Nummer 2 des Aktiengesetzes zu den eigenen Anteilen enthält der Anhang der GRAMMER AG.
Investitionen
Die Investitionen in das Anlagevermögen ohne Berücksichtigung der Investitionen in das Finanzanlagevermögen sind im Vergleich zum Vorjahr um 15,0 Mio. EUR auf 4,9 Mio. EUR (Vj. 19,9 Mio. EUR) zurückgegangen. Die höheren Investitionen waren im Vorjahr speziell durch den Neubau des GRAMMER Campus und dessen Ausstattung veranlasst. In das Finanzanlagevermögen hat die GRAMMER AG im Geschäftsjahr 2021 vor allem durch die Ausgabe von Darlehen, insbesondere an Tochtergesellschaften in AMERICAS, und durch Kapitaleinzahlungen und Kapitalerhöhungen bei verbundenen Unternehmen investiert.
Aufsichtsrat und Vorstand
Veränderungen im Vorstand
Die Bestimmungen zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richten sich nach den Vorschriften des § 84 AktG sowie der §§ 8 ff. der Satzung der Gesellschaft. Im Berichtsjahr gab es keine Veränderungen im Vorstand.
Veränderungen im Aufsichtsrat
Im Berichtsjahr gab es keine Veränderungen in der Zusammensetzung der Mitglieder des Aufsichtsrats.
Corporate Governance - Erklärung zur Unternehmensführung
Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB, die auch die Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (§ 161 AktG) enthält, kann dauerhaft auf unserer Unternehmens-Website unter www.gram-mer.com im Bereich "UNTERNEHMEN" "Corporate Governance" eingesehen werden.
Zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht
Der zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Bericht nach § 289b Abs. 3 und § 315b Abs. 3 HGB wird spätestens vier Monate nach dem jeweiligen Abschlussstichtag auf der Unternehmenshomepage unter www.gram-mer.com im Bereich "UNTERNEHMEN", "Nachhaltigkeit", "Nichtfinanzieller Bericht" veröffentlicht.
Schlusserklärung des Vorstandes gemäß § 312 AktG
Der Vorstand der GRAMMER AG gibt in seinem Bericht gemäß § 312 AktG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 folgende Schlusserklärung ab:
"Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Berichtspflichtige Maßnahmen im Sinne des § 312 AktG haben im Berichtszeitraum nicht vorgelegen."
Angaben nach § 289a Abs. 1 HGB
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals: Das gezeichnete Kapital der GRAMMER AG beträgt 39.009.080,32 EUR und ist eingeteilt in 15.237.922 auf den Inhaber lautende Stückaktien.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen: Beschränkungen, die Stimmrechte von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.
Direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten: Der Anhang zum Jahresabschluss 2021 der GRAMMER AG enthält detaillierte Angaben zu den Stimmrechtsmitteilungen nach § 33 WpHG.
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen: Die Gesellschaft hat keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten.
Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben: Es bestehen keine Mitarbeiter:innen-Beteiligungsprogramme.
Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung: Die Bestellung und Abberufung des Vorstands der GRAMMER AG bestimmt sich nach den gesetzlichen Vorschriften (§§ 84 und 85 AktG sowie § 31 MitBestG). Gemäß § 8ff. der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern. Eine Änderung der Satzung der Gesellschaft richtet sich nach §§ 119 Abs. 1 Nr. 5, 179 Abs. 2 AktG, in § 25 der Satzung der Gesellschaft ist die Beschlussfassung durch die Hauptversammlung geregelt. Nach § 13 Abs. 3 der Satzung der Gesellschaft ist der Aufsichtsrat zur Vornahme von Satzungsänderungen berechtigt, die nur die Fassung der Satzung betreffen.
Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen: Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 23. Juni 2021 wurde die in § 5 Abs. 3 der Satzung enthaltene Ermächtigung des Vorstands, bis zum 7. Juli 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft einmalig oder mehrmalig um bis zu EUR 9.402.263,04 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2020), aufgehoben. Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 23. Juni 2021 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 22. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrfach, jedoch insgesamt höchstens um EUR 19.504.537,60 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021). Dabei ist den Aktionär:innen grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen; das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstituten oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionär:innen zum Bezug anzubieten. Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionär:innen in bestimmten Fällen auszuschließen. Ermächtigungen für den Vorstand der GRAMMER AG zur Begebung von Options-und/oder Wandelschuldverschreibungen bestehen nicht. Die GRAMMER AG hält 330.050 eigene Aktien, die vollständig im Geschäftsjahr 2006 erworben wurden. Diese 330.050 eigenen Aktien haben keine Stimmrechte und sind auch nicht dividendenberechtigt. Eine Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 besteht nicht.
Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern getroffen sind: Die mit den Vorstandsmitgliedern abgeschlossenen Dienstverträge enthalten keine Abfindungsregelung im Falle eines Kontrollwechsels im Zusammenhang mit einem Übernahmeangebot.
Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen: Der Konsortialkreditvertrag mit der GRAMMER AG als alleiniger Kreditnehmerin sieht für den Fall eines Kontrollwechsels das Recht eines jeden Kreditgebers vor, die vorzeitige Rückzahlung verlangen zu können. Ein Kontrollwechsel im Sinne dieses Vertrages liegt vor, sobald eine Person oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Personen Stimmrechte von mindestens 30 % an der GRAMMER AG erwerben; ausgenommen hiervon ist ein direkter oder indirekter Erwerb von Stimmrechten oder der Kontrolle an der Kreditnehmerin durch direkte oder indirekte Tochtergesellschaften der Ningbo Jifeng Gruppe. Die Ausübung dieser Rückzahlungs- oder Kündigungsrechte kann - insbesondere gesamtheitlich - dazu führen, dass die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs der GRAMMER Gruppe nicht mehr gesichert wäre und eine entsprechende Umfinanzierung zu tätigen wäre.
Chancen- und Risikobericht
Grundprinzipien des Risikomanagements
Unsere Risikopolitik entspricht dem Bestreben, nachhaltig zu wirtschaften sowie den Unternehmenswert zu steigern und dabei angemessene Risiken und Chancen zu steuern und unangemessene Risiken zu vermeiden. Als international ausgerichtetes und global tätiges Unternehmen sieht sich GRAMMER mit Risiken und Chancen konfrontiert, die abgesichert werden müssen. In unserer Risikostrategie sind daher unter anderem folgende risikopolitische Grundsätze festgelegt:
| ― | Unter Chancen und Risiken im Sinne des Risikomanagements versteht GRAMMER sowohl interne als auch externe Ereignisse, die positive oder negative Auswirkungen auf die Erreichung der Unternehmensziele haben können. |
| ― | Risikomanagement ist somit ein Beitrag zur wertorientierten Unternehmensführung. Wertorientiert bedeutet dabei, dass Risiken bewusst nur dann eingegangen werden, wenn der Wert des Unternehmens im Rahmen der Nutzung günstiger Geschäftsgelegenheiten gesteigert werden kann. Mit den geschäftlichen Aktivitäten der GRAMMER Gruppe verbundene, aber möglicherweise bestandsgefährdende Risiken werden grundsätzlich vermieden. |
| ― | Unternehmerische Kernrisiken, insbesondere marktseitige Risiken, z. B. vom Verlauf der Konjunktur ausgehend, sowie Risiken, die aus der Entwicklung neuer Produkte entstehen können, trägt GRAMMER selbst, soweit diese nicht von einer Versicherung abgedeckt sind. Wir streben an, andere Risiken, insbesondere Finanz- und Haftpflichtrisiken, möglichst auf Dritte zu übertragen. |
| ― | Das Risikomanagement in der GRAMMER Gruppe umfasst alle Gesellschaften und Organisationseinheiten. Risiken zu identifizieren sowie wertsteigernde Gegenmaßnahmen einzuleiten, sieht das GRAMMER Management als ständige gemeinsame Aufgabe an. Alle Mitarbeiter:innen des Unternehmens sind dazu aufgefordert, Risiken in ihrem Verantwortungsbereich zu erkennen und so weit wie möglich zu vermeiden bzw. zu minimieren. |
| ― | In regelmäßigen Abständen überprüft die interne Revision der GRAMMER AG oder ein externer Dienstleister die Angemessenheit und Effektivität des Risikomanagementsystems. |
Chancen- und Risikomanagementprozess
Um Risiken rechtzeitig zu erkennen, zu vermeiden oder zumindest zu minimieren und um ihre Ursachen zu analysieren und zu beurteilen, hat GRAMMER ein konzernweites einheitliches Risikomanagementsystem etabliert. Der Risikomanagementprozess ermöglicht die frühzeitige Identifikation von Risiken, ihre Analyse und Bewertung, den abgestimmten Einsatz geeigneter Instrumente zur Steuerung der Risiken sowie das Risiko-Monitoring und -Controlling und umfasst zudem und insbesondere die Früherkennung bestandsgefährdender Risiken. Das Risikomanagementsystem regelt die Identifikation, Erfassung, Beurteilung, Dokumentation und Berichterstattung von Risiken, aber auch von Chancen.
Verantwortlich für das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem ist der Vorstand, während Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss die Wirksamkeit der Systeme überwachen und prüfen sowie regelmäßig informiert werden.
Im Rahmen eines fortlaufenden Erhebungsprozesses werden wesentliche Risiken, welche die Erreichung der Unternehmensziele gefährden können, an das zentrale Risikomanagement gemeldet. Die Verantwortung für die Risikoberichterstattung liegt nicht in einem Zentralbereich der GRAMMER AG, sondern ist Teil der Aufgabe einzelner Führungskräfte und Mitarbeiter:innen im Rahmen ihrer Funktionen. Chancen und Risiken sowie Maßnahmen zur Risikosteuerung werden in regelmäßigen Managementsitzungen mit dem Vorstand besprochen. Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat werden regelmäßig über die Risikolage der Gruppe sowie den Stand der eingeleiteten Maßnahmen anhand eines Chancen- und Risikoberichts informiert.
Die Koordination des Risikomanagements ist im Bereich Group Controlling angesiedelt. Die Erfassung der Risiken erfolgt in einem SAP-basiertem System. Auf diese Weise erhalten wir einen Überblick über die wesentlichen Chancen und Risiken für den Konzern. Die Konsolidierung der Chancen und Risiken erfolgt dabei anhand speziell auf die GRAMMER Gruppe ausgerichteter Kategorien, die den sogenannten Risiko-Atlas bilden. Er umfasst neben strategischen Risiken auch Markt-, Finanz- und Rechtsrisiken ebenso wie Risiken aus den Bereichen IT, Personal, Qualität und Beschaffung. Das Chancen-Management der GRAMMER Gruppe zielt darauf ab, Chancen nicht nur zu erfassen, sondern auch bestmöglich von ihnen zu profitieren.
Merkmale des internen Kontrollsystems
Als kapitalmarktorientiertes Mutterunternehmen im Sinne des § 264d HGB sind wir gemäß § 289 Abs. 4 HGB verpflichtet, die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess ist jedoch nicht gesetzlich definiert. Wir verstehen das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem als umfassendes System und orientieren uns an der Definition des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V., Düsseldorf, zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem und zum Risikomanagementsystem. Unter einem internen Kontrollsystem werden demnach die vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements gerichtet sind
| ― | zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens einschließlich der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen), |
| ― | zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie |
| ― | zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. |
Das Risikomanagementsystem beinhaltet wie zuvor beschrieben die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken der unternehmerischen Betätigung. Im Hinblick auf das interne Kontrollsystem bezüglich des Rechnungslegungsprozesses sind bei der GRAMMER AG folgende Strukturen und Prozesse implementiert:
Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess in der Gesellschaft. Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle strategischen Geschäftsfelder eingebunden. Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind in Richtlinien und Organisationsanweisungen niedergelegt, die in regelmäßigen Abständen den aktuellen externen und internen Entwicklungen angepasst werden. Bezogen auf den Rechnungslegungsprozess erachten wir solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Bilanzierung und die Gesamtaussage des Jahres- und Konzernabschlusses einschließlich des Lageberichts maßgeblich beeinflussen können. Dies sind insbesondere die folgenden Elemente:
| ― | Identifikation der wesentlichen Risikofelder und Kontrollbereiche mit Relevanz für den Rechnungslegungsprozess. |
| ― | Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Ergebnisse auf Ebene des Vorstands und auf Ebene der Bereiche bzw. der verantwortlichen Abteilungen. |
| ― | Regelmäßige und präventive Kontrollmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen sowie in operativen, leistungswirtschaftlichen Unternehmensprozessen, die wesentliche Informationen für die Aufstellung des Jahres- und Konzernabschlusses einschließlich Lagebericht generieren, inklusive einer Funktionstrennung und definierten Genehmigungsprozessen in relevanten Bereichen. |
| ― | Maßnahmen, die die ordnungsmäßige IT-gestützte Verarbeitung von rechnungslegungsbezogenen Sachverhalten und Daten sicherstellen. |
| ― | Maßnahmen zur Überwachung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. |
| ― | Maßnahmen, die eine ordnungsmäßige Durchführung des Konsolidierungsprozesses sicherstellen. |
Compliance Management System
Compliance, also die Einhaltung von Gesetzen und internen Vorgaben, ist die Basis der Geschäftstätigkeit von GRAMMER. Compliance ist nicht nur Prävention finanzieller Risiken und Reputationsverluste, sondern fördert Integrität, Transparenz und verantwortungsvolles Handeln und ist somit auch bestimmend dafür, wie miteinander gearbeitet und umgegangen wird.
Mit dem Compliance Management System bei GRAMMER verfolgt der Vorstand folgende Zielsetzungen und wird dabei vom Aufsichtsrat überwacht:
| ― | Verhinderung und Aufdeckung von Verstößen gegen geltendes Recht und unternehmensinterne Regelungen sowie der möglichen daraus resultierenden Schäden (finanzielle Schäden/ Reputationsschäden) |
| ― | Verringerung von Haftungs- und Reputationsrisiken für GRAMMER, ihre Organmitglieder und Mitarbeitende |
| ― | Stärkung des Compliance-Bewusstseins und Verhaltens bei den Mitarbeiter:innen |
Als Querschnittsthema betrifft Compliance alle Bereiche und Funktionen von GRAMMER. Compliance-Maßnahmen erfolgen nicht isoliert, sondern werden in die administrativen und operativen Prozessabläufe integriert.
Der Aufbau des CMS von GRAMMER ist im Wesentlichen an dem Standard IDW PS 980 für Compliance Management Systeme [1] ausgerichtet. Die 7-Elemente-Struktur des CMS nach IDW PS 980 gibt den systematischen Rahmen für die Aufgaben von Compliance vor:
| CMS-Elemente | Beschreibung |
|---|---|
| 1. Compliance-Kultur | Die Compliance-Kultur stellt die Grundlage für die Angemessenheit und Wirksamkeit des CMS dar. Sie wird vor allem geprägt durch die Grundeinstellungen und Verhaltensweisen des Managements sowie durch die Rolle des Aufsichtsorgans ("tone at/from the top"). Die Kultur beeinflusst die Bedeutung, welche die Mitarbeiterinnen des Unternehmens der Beachtung von Regeln beimessen und damit die Bereitschaft zu regelkonformem Verhalten. |
| 2. Compliance- Ziele | Die gesetzlichen Vertreterinnen legen auf der Grundlage der allgemeinen Unternehmensziele und einer Analyse und Gewichtung der für das Unternehmen bedeutsamen Regeln die Ziele fest, die mit dem CMS erreicht werden sollen. Dies umfasst insbesondere die Festlegung der relevanten Teilbereiche und der in den einzelnen Teilbereichen einzuhaltenden Regeln. Die Compliance-Ziele stellen die Grundlage für die Beurteilung von Compliance-Risiken dar. |
| 3. Compliance-Organisation | Das Management regelt die Rollen und Verantwortlichkeiten (Aufgaben) sowie Aufbau-und Ablauforganisation im CMS als integralen Bestandteil der Unternehmensorganisation und stellt die für ein wirksames CMS notwendigen Ressourcen zur Verfügung. |
| 4. Compliance-Risiken | Unter Berücksichtigung der Compliance-Ziele werden die Compliance-Risiken festgestellt, die Verstöße gegen einzuhaltende Regeln und damit eine Verfehlung der Compliance-Ziele zur Folge haben können. Hierzu wird ein Verfahren zur systematischen Risikoerkennung und Risikoberichterstattung eingeführt. Die festgestellten Risiken werden im Hinblick auf Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Folgen analysiert, die Risikoanalyse regelmäßig sowie im Bedarfsfall aktualisiert. |
| 5. Compliance-Programm | Auf der Grundlage der Beurteilung der Compliance-Risiken werden Grundsätze und Maßnahmen eingeführt, die auf die Begrenzung der Compliance-Risiken und damit auf die Vermeidung von Compliance-Verstößen ausgerichtet sind. Das Compliance-Programm umfasst auch die bei festgestellten Compliance-Verstößen zu ergreifenden Maßnahmen. Das Compliance-Programm wird zur Sicherstellung einer personenunabhängigen Funktion des CMS dokumentiert. |
| 6. Compliance- Kommunikation | Die jeweils betroffenen Mitarbeiterinnen und ggf. Dritte werden über das Compliance-Programm sowie die festgelegten Rollen und Verantwortlichkeiten informiert, damit sie ihre Aufgaben im CMS ausreichend verstehen und sachgerecht erfüllen können. Im Unternehmen wird festgelegt, wie Compliance-Risiken sowie Hinweise auf mögliche und festgestellte Regelverstöße an die zuständigen Stellen im Unternehmen (z.B. die gesetzlichen Vertreterinnen und erforderlichenfalls das Aufsichtsorgan) berichtet werden. |
| 7. Compliance-Überwachung und -Verbesserung | Angemessenheit und Wirksamkeit des CMS werden in geeigneter Weise überwacht. Voraussetzung für die Überwachung ist eine ausreichende Dokumentation des CMS. Werden im Rahmen der Überwachung Schwachstellen im CMS bzw. Regelverstöße festgestellt, werden diese an das Management bzw. die hierfür bestimmte Stelle im Unternehmen berichtet. Die gesetzlichen Vertreterinnen sorgen für die Durchsetzung des CMS, die Beseitigung der Mängel und die Verbesserung des Systems. |
[1] "IDW Prüfungsstandard: Grundsätze ordnungsmäßiger Prüfung von Compliance Management Systemen IDW PS 980", Stand: 11.03.2011
Risiken
Darstellung der wesentlichen Risikofelder
In der nachfolgenden Darstellung der Risiken sind die jeweiligen Maßnahmen zur Risikobegrenzung berücksichtigt (Nettobetrachtung):

In den nachfolgenden Abschnitten werden Risiken beschrieben und dargelegt, die teilweise erhebliche nachteilige Auswirkungen auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf unseren Aktienkurs oder unsere Marktreputation haben können. Zusätzliche Risiken, die wir derzeit noch als gering einschätzen oder die uns zurzeit noch nicht in ihren Auswirkungen bekannt sind, können unsere Geschäftsaktivitäten ebenfalls negativ beeinflussen. Die Beurteilung der aufgeführten Risiken hat mindestens für das folgende Geschäftsjahr Bestand. Als wesentlicher Aspekt des Risikomanagements wird versucht, Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, zu vermeiden bzw. zu minimieren und bilanziell entsprechend zu würdigen. Die Übersicht zu den wesentlichen Risikofeldern ordnet die aufgeführten Risiken bezüglich der momentanen Bedeutung ein und spiegelt eine Einschätzung des relativen Risikoausmaßes wider.
COVID-19-Risiken
Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betreffen alle für GRAMMER relevanten Absatzmärkte. Von der daraus resultierenden negativen Entwicklung war die gesamte Weltwirtschaft betroffen. Die aktuellen Auswirkungen der Pandemie variieren zwischen den Regionen und Kundenbranchen erheblich. Regierungen und lokale Behörden bemühen sich, die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen, indem sie verschiedene Gegenmaßnahmen ergreifen, die von der Empfehlung bestimmter Formen der Einschränkung sozialer Kontakte und der Einhaltung hygienischer Mindeststandards bis hin zu breit angelegten Lockdown-Maßnahmen und Öffnungsbeschränkungen für bestimmte Wirtschaftszweige reichen. Die wesentliche Unsicherheit der COVID-19-Pandemie geht aus ihrer Dauer hervor, die unter anderem von möglichen weiteren Infektionswellen oder Mutationen des Coronavirus abhängig ist.
Unter den beschriebenen Rahmenbedingungen, die derzeit wesentlich von der COVID-19-Pandemie bestimmt sind, besteht im kurz- bis mittelfristigen Bereich weiterhin eine gewisse Unsicherheit über die künftige geschäftliche Entwicklung der GRAMMER Gruppe. Es lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht verlässlich abschätzen, welchen weiteren Verlauf die COVID-19-Pandemie in den für GRAMMER relevanten Absatz- und Beschaffungsmärkten nimmt.
Die bisher im Unternehmen getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie haben sich als wirksam erwiesen und werden kontinuierlich fortgeführt, überprüft und bei Bedarf angepasst, wobei der Schwerpunkt auf der Erhaltung der Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter:innen und der Geschäftskontinuität liegt.
Beschaffungsrisiken
Die Beschaffungsrisiken lassen sich im Wesentlichen in den Aspekt der zeitlichen Verfügbarkeit von Materialien inklusive Lieferketten und Logistik sowie in Preisrisiken bei Rohstoffen und Energie unterteilen.
Durch die COVID-19-Pandemie kann es auch 2022 zu Produktionsunterbrechungen oder zu Engpässen in den globalen Lieferketten kommen, die sich negativ auf die weltweite Verfügbarkeit von Materialien und Komponenten auswirken können. Hinsichtlich derartiger Engpässe bestehen aktuell erhöhte Risiken, insbesondere mit Blick auf die Verfügbarkeit von kritischen Bauteilen und damit auf die Produktions- und Liefermengen von GRAMMER.
Die GRAMMER Gruppe ist weiter bestrebt, Planungsrisiken, die aus der Schwankung von Rohstoffpreisen resultieren, weitestgehend zu minimieren. Von Bedeutung ist dabei insbesondere die Marktpreisentwicklung des Werkstoffs Stahl sowie von rohölbasierten Schaum- und Kunststoffprodukten. Die für uns relevanten Rohstoffmärkte unterliegen einer ständigen Beobachtung. Soweit möglich und angezeigt, werden Kostenrisiken durch das Eingehen langfristiger Lieferverträge und Materialpreisgleitklauseln in Kundenverträgen eingegrenzt, die aber aufgrund der immensen Nachfrage und der derzeitigen Volatilität in den Faktorpreisen der Commodities wie Stahl, Schaum und Kunststoff kaum im Markt durchzusetzen sind. Genauso enthalten die Kundenverträge in der Regel keine Klauseln zur automatischen Weitergabe von Energiepreissteigerungen. Zudem bestehen Risiken hinsichtlich der Versorgungskette, die aus unterschiedlichen Gründen unsere Produktqualität, Liefertreue oder sogar die generelle Verfügbarkeit von Produkten beeinflussen können. Danebenkönnen gelegentlich auftretende Qualitätsprobleme bei Zulieferern oder Versorgungsstörungen in der Zulieferkette Risiken in unserer Produktion verursachen, die sich negativ auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken. Risiken, die aus dem Ausfall von Zulieferern entstehen können, begegnet GRAMMER neben einer teilweisen Dual-Sourcing-Strategie im Rahmen eines Notfallprogramms auch mit einem kontinuierlichen Monitoring von potenziell kritischen Lieferanten und einer schnellen Reaktion mit definierten Notfallplan- und Risikomanagementmaßnahmen. Zur Sicherung unserer Wertschöpfungskette legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Prüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit unserer Lieferanten.
2021 beobachteten wir einen teils erheblichen Preisanstieg aller bei GRAMMER verwendeten Rohmaterialien und Komponenten. Diese Preisanstiege ereigneten sich in Kombination mit einer Verteuerung der Containerpreise. Zusammenwirkend mit der Pandemie waren ursächlich hierfür eine Reihe von größeren Zwischenfällen innerhalb der Lieferketten sowie Ereignisse im geopolitischen/wirtschaftlichen/klimapolitischen Umfeld. Der Ausbau der Versorgungsketten seit Beginn der COVID-19-Pandemie konnte nicht mit der globalen Nachfrage Schritt halten, während Hurricanes im Golf von Mexiko (Q3/2020), Winterstürme im Golf von Mexiko (Q1/2021), der Zwischenfall im Suezkanal (März 2021), der Brexit, der Zollkonflikt zwischen China und den USA sowie weitere soziale Unruhen die Preise negativ beeinflusst haben. Die Nachfrage nach Halbleitern übersteigt das Angebot bei Weitem. Desinvestitionen vor Beginn der COVID-19-Pandemie sowohl in der US- als auch in der europäischen Stahlindustrie und das Verlassen auf chinesische Stahlimporte hatten zudem Einfluss auf die Rohstoffpreise, da wichtige Stahlproduzenten in der EU und in den USA Kapazitäten reduziert haben. Die Anlagen der Petrochemie-Industrie in den USA und in Europa sind überholt und fast alle Raffinerien nutzten die COVID-19-Phase, um umfassende Instandhaltungsmaßnahmen zu beginnen (und dadurch das Angebot zu senken), sodass sie bei steigender Nachfrage nun nicht schnell genug in der Lage sind, das Angebot auszubauen. Eine Knappheit am Holzmarkt aufgrund der hohen Nachfrage im Baugewerbe führte außerdem zu Preisspitzen im Bereich der Verpackungen und Paletten. Im vierten Quartal 2021 gab es aufgrund politischer Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine sowie der NATO Preisturbulenzen in den Gas- und Energiemärkten, die nach wie vor bestehen und erhebliche Einflüsse 2022 nehmen können.
Bei GRAMMER wurden insbesondere folgende Maßnahmen getroffen, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken: Die Einkaufs- und Vertriebsteams tauschen sich regelmäßig aus und stimmen sich eng ab, um auf Kunden-und Lieferantenseite die Preissteigerungen auszugleichen. Einige Projekte zur Optimierung der Frachtkosten wurden begonnen, um die Preissteigerungen durch mehr Effizienz auszugleichen. Dies beinhaltet zum Beispiel die Optimierung der Lieferketten insbesondere in Mexiko und in den USA. Einige Lokalisierungsprojekte in China und AMERICAS sowie Insourcing in EMEA wurden initiiert, um interne Ressourcen besser auszulasten, darunter zum Beispiel die Auflösung des Hubs in der GRAMMER Technical Components in Haselmühl. Zudem haben Investitionen und die technische Weiterentwicklung im Bereich der Digitalisierung dazu beigetragen, für höhere Transparenz und schnellere Informationsvernetzung zu sorgen, um der weltweiten Lieferkettenkrise standzuhalten.
Rechtliche Risiken
GRAMMER ist als international tätiger Konzern vielfältigen gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen unterworfen. Aus der Vielzahl der rechtlichen Vorschriften und Regularien und deren ständigen Veränderungen, unter anderem auch bezüglich steuerrechtlicher Regelungen, können sich Risiken ergeben, die sich negativ auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken. Bestehende und drohende Rechtsstreitigkeiten werden kontinuierlich erfasst, analysiert, hinsichtlich ihrer juristischen und finanziellen Auswirkungen bewertet und in der bilanziellen Risikovorsorge entsprechend berücksichtigt. Der Ausgang rechtlicher Streitigkeiten ist allerdings stets ungewiss, sodass über die getroffene bilanzielle Vorsorge hinaus weitere Risiken bestehen, die eine negative Auswirkung auf die Finanz- und Ertragsziele haben können. Die GRAMMER AG und ihre Tochtergesellschaften sind wegen angeblicher Mängel ihrer Produkte Gewährleistungsansprüchen ihrer Kunden ausgesetzt. Mögliche Gewährleistungsansprüche werden über die Bildung von entsprechenden Rückstellungen berücksichtigt. Darüber hinaus werden in gerichtlichen Verfahren Ansprüche wegen angeblicher Mängel der GRAMMER Produkte geltend gemacht. Soweit diese zum Nachteil von GRAMMER ausgehen, können sich hieraus Schadensersatzzahlungen, Nachbesserungsarbeiten oder sonstige kostenintensive Maßnahmen ergeben. Da die Verfahren mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind, ist es möglich, dass sich die gebildeten Rückstellungen teilweise als unzureichend erweisen. Infolgedessen können zusätzliche Aufwendungen entstehen. Beschränkungen des Konzerns in seiner internationalen Aktivität durch Import- bzw. Exportkontrollen, Zollbestimmungen oder andere Handelshemmnisse aus regulatorischen Vorgaben stellen ein Risiko dar, dem sich der Konzern aufgrund seiner Tätigkeit nicht entziehen kann. Darüber hinaus können Exportkontrollregulierungen, Handelsbeschränkungen und Sanktionen die Geschäftsaktivitäten beeinträchtigen oder beschränken. Zur Absicherung rechtlicher Risiken existiert eine Vielzahl unternehmensweiter Standards, die laufend fortentwickelt werden. Beispiele hierfür sind allgemeine Geschäftsbedingungen, Vertragsmuster für verschiedene Anwendungsfälle oder interne Richtlinien und Verfahrensanweisungen. Zudem setzen wir ein System aus intensiver Vertragsprüfung, Vertragsmanagement sowie systematisierter Dokumentierung und Archivierung ein. Sogenannte Normalrisiken und existenzgefährdende Risiken sind ausreichend versichert.
Qualitätsrisiken
GRAMMER legt großen Wert auf die Einhaltung hoher externer und interner Qualitätsstandards und die frühzeitige Identifikation möglicher Fehlerquellen bzw. deren Vermeidung. Trotzdem kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass Qualitätsrisiken auftreten. Dies gilt insbesondere bei Entwicklungen von Produkten mit komplexen Fertigungsstrukturen. Eine globale Ausrichtung sowie Verflechtungen der Fertigung über Kontinente hinweg erhöhen dieses Risiko zwangsläufig. Um derartige Risiken zu minimieren, haben wir im gesamten Konzern entsprechende Maßnahmenprogramme etabliert. Zur Minimierung von Risiken aus lieferantenverursachten Qualitätsproblemen führen wir eine ganzheitliche Lieferantenentwicklung und regelmäßige Lieferantenaudits durch. Mittels einer systembasierten Lieferantenbewertung analysieren wir fortlaufend lieferantenspezifisch den Qualitäts- und Leistungsgrad im Lieferprozess. Die Ergebnisse aus diesen Aktivitäten stellen Schlüsselkriterien für unsere Auswahl der Lieferanten in Projekt und Serie dar. Dennoch kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass sich vereinzelt Risiken ergeben, die sich negativ auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.
Marktrisiken
Als weltweit tätiges Unternehmen wird die GRAMMER Gruppe durch die Entwicklungen an nationalen und internationalen Märkten beeinflusst. Den daraus resultierenden potenziellen Risiken begegnen wir mit einer Vielzahl von Maßnahmen. So beobachten wir kontinuierlich und intensiv die Entwicklung der für uns relevanten Märkte und Branchen und passen Produktion und Kapazitäten bei Bedarf entsprechend an. Die GRAMMER Gruppe versucht im Sinne eines effektiven Risikomanagements, umgehend auf Krisen und sich andeutende Umsatzschwächen zu reagieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. So werden z. B. Produktions- sowie Kostenstrukturen frühzeitig der veränderten Umsatzsituation angepasst. Branchenbedingte Umsatzrisiken haben grundsätzlich auch in Zukunft Bestand. Wir agieren in zunehmend wettbewerbsintensiven Märkten, die uns vermehrt Risiken wie Preisdruck, kurze Entwicklungs- und Einführungszeiten, Produkt- und Prozessqualität sowie schnellen Veränderungen aussetzen. Durch die Abhängigkeit von den Weltmärkten, die durch unterschiedliche Konjunktur- und Nachfragezyklen gekennzeichnet sind, haben wir ein sehr breites Feld an Einflussfaktoren wahrzunehmen und zu interpretieren. Zusätzlich entstehen in Schwellenländern neue Wettbewerber oder Unternehmen treten neu in diese Märkte ein. Die Auswirkungen von Krisen in spezifischen Märkten und Regionen bergen zudem Risiken, die nicht mehr unmittelbar aus den Geschäftsfeldern abgeleitet werden können. Auch die Differenzierung in den einzelnen Märkten nimmt stetig zu, so dass aus einer generellen Entwicklung nicht mehr zwangsläufig auch auf unsere Geschäftsfelder geschlossen werden kann. Dies gilt sowohl für die positiven als auch für die negativen Entwicklungen. Im Zuge der E-Mobilität können sich weitere Risiken für unsere Märkte ergeben. Aufgrund der Umstellung der Technologie kann es zu Verschiebungen in der Struktur unserer Kunden und Produkte kommen, die uns bisher nicht bekannt sind. Insbesondere in den wachsenden Märkten Chinas treten vermehrt neue OEMs auf, die unseren bisherigen Bestandskunden Marktanteile kosten können. Zwar bemühen wir uns, auch diese neuen OEMs mit unseren Produkten zu beliefern, können jedoch derzeit nicht absehen, inwieweit das umsetzbar ist und welcher dieser Unternehmen sich im Markt erfolgreich beweisen werden. Zudem besteht das Risiko, dass die Zunahme des autonomen Fahrens auch eine Substituierung von Produkten oder die Entwicklung neuer Konzepte erfordert. Jedoch versucht sich die GRAMMER AG auf Zukunftstrends dieser Art entsprechend vorzubereiten, aber diese Entwicklung der Industrie kann sich negativ auf die Vermögens-, Finanz-und Ertragslage unserer Gesellschaft auswirken.
Eventuelle Konsolidierungen von Märkten oder Marken können zur partiellen Abhängigkeit der GRAMMER AG von einigen wenigen Kunden - basierend auf deren Konzernstrukturen - führen. Zusätzlich hält der Kostendruck der Fahrzeughersteller auf die Unternehmen der Zulieferindustrie weiter an. Aus diesem Marktumfeld könnten uns eventuell ausbleibende Anschlussaufträge belasten. Hier forcieren wir neben intensivierter Forschung und Entwicklung auch vielseitige Prozessoptimierungen zur Gegensteuerung und Steigerung der Kosteneffizienz, um den hohen Anforderungen der Kunden nachkommen zu können.
Damit diese Wettbewerbsrisiken sinken, streben wir die Verbesserung unserer Marktposition in sämtlichen Geschäftsfeldern an. Dafür setzt die GRAMMER Gruppe auf technische Innovationen und auf die Weiterentwicklung bestehender Produkte und Prozesse. Ziel ist es, die Technologieführerschaft mit unseren Produkten durch verstärkte Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung zu übernehmen oder auszubauen, um so möglichst nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Die Einführung neuer Produkte und Technologien birgt jedoch auch Risiken und erfordert ein starkes Engagement in Forschung und Entwicklung, das mit einem beträchtlichen Einsatz finanzieller Mittel und technischer Ressourcen verbunden ist. Trotz unserer zahlreichen Patente und der Sicherung unseres geistigen Eigentums können Wettbewerber, insbesondere in den Wachstumsmärkten, nicht generell davon abgehalten werden, Produkte und Leistungen zu entwickeln, die unserem Angebotsspektrum ähnlich sind.
Üblicherweise beinhalten Lieferverträge, insbesondere solche, die mit den wesentlichen Kunden der GRAMMER Gruppe geschlossen wurden, rechtlich verbindliche Zusagen, über einen festgelegten Zeitraum bestimmte, in der Regel noch zu entwickelnde Produkte zu beziehen. Diese Zusagen beziehen sich jedoch nicht darauf, ein bestimmtes Produkt exklusiv von Gesellschaften der GRAMMER Gruppe zu erwerben. Die konkreten Produkte und Liefermengen werden in separaten Abrufen bestellt, die zeitlich kürzer sein können, aber eine konkrete Verpflichtung zur Abnahme darstellen. Aus rein rechtlicher Sicht sind die wesentlichen Kunden der GRAMMER Gruppe grundsätzlich in der Lage, mittelfristig auch große Aufträge bzw. Produktvolumina von GRAMMER abzuziehen. Dies würde sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft auswirken. Da ein Auftragsabzug in der laufenden Serienproduktion für die Kunden jedoch mit erheblichen Kosten sowie großem Aufwand verbunden ist und einen beachtlichen Zeitvorlauf erfordert, ist zumindest der Komplettabzug des gesamten Auftragsbestandes durch einen Kunden eher unwahrscheinlich. 2021 wurde das Liefermengenrisiko insbesondere durch die Halbleiterkrise deutlich: Als in 2020 pandemiebedingt die Halbleiter-Bestellungen der OEMs zurückgefahren wurden, wurden die freien Chip-Kapazitäten auf andere Kunden, insbesondere aus der Technologiebranche, umverteilt. Als die (Automotive-)OEMs ihre frühere Nachfrage nach Halbleitern wieder fortführen wollten, kam es zu einer Knappheit im Markt, die bis heute noch nicht aufgeholt werden konnte. Hinzu kommt die Knappheit an Halbleiter-Rohmaterialien aufseiten der Chiphersteller, was auch in dieser Branche zu Produktionsrückgängen und Bandstillständen führte. Der Mangel an Halbleitern führte wiederum zu einem deutlichen Absinken der Abrufe der GRAMMER Automotive-Produkte (insbesondere in Americas und EMEA) mit entsprechend negativen Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis der GRAMMER Gruppe. Als Reaktion auf diese Situation kürzen die GRAMMER Werke Kosten und reduzieren die Produktion. Der Vertrieb verhandelt mit den OEMs über die Kompensierung der nicht von GRAMMER verschuldeten fehlenden Abrufe aufgrund von OEM-Werksstillständen. Zeitgleich werden Maßnahmen wie die Anpassung des Lagerbestandes verfolgt.
Durch die fortwährende Anpassung und Optimierung der Kostenstrukturen unserer Produktions- und Entwicklungskapazitäten sowie der Fertigungstiefe besteht grundsätzlich das Risiko, dass zum Beispiel die Zusammenlegung und Schließung von Standorten unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens belastet. Zudem ist das Risiko vorhanden, dass solche Maßnahmen nicht immer im geplanten Zeitrahmen umgesetzt werden. Außerdem kann es aufgrund der Vielschichtigkeit und Komplexität solcher Prozesse zu Verzögerungen und zusätzlichen finanziellen Belastungen kommen oder der Nutzen dieser Prozesse könnte geringer ausfallen, als ursprünglich geplant war bzw. angenommen wurde.
Unsere Handlungsfelder umfassen zunehmend auch Tätigkeiten, die aus unserer strategischen Portfoliopolitik in den einzelnen Geschäftsfeldern resultieren. Aktivitäten im Bereich der Unternehmenszusammenschlüsse und Akquisitionen bergen grundsätzlich Unwägbarkeiten. Die damit verbundenen Risiken bestehen nicht nur hinsichtlich der Marktreaktion, sondern auch in Bezug auf die Integration von Menschen, Kulturen und Technologien sowie von Produkten und Entwicklungen.
Zudem lassen sich auch Risiken aus der Umsetzung einer Unternehmenstransaktion nicht ausschließen. So können, wie bei solchen Transaktionen üblich, Akquisitions-, Integrations- und sonstige Kosten entstehen, die zu Beginn des Prozesses nicht abgeschätzt werden konnten. Darüber hinaus bergen auch Desinvestitionen verschiedene Risiken, die möglicherweise nicht zu den gewünschten Effekten oder sogar zu zusätzlichen Belastungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen können.
Risiken ergeben sich auch aus den vielfältigen Änderungen und Anpassungen von Regelungen, Gesetzen, Richtlinien und technischen Vorgaben hinsichtlich unserer Produkte, denen wir als global agierendes Unternehmen zunehmend ausgesetzt sind. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Vorschriften und rechtliche Regelungen in bestimmten Märkten und Regionen mit zusätzlichen Belastungen und Aufwendungen einhergehen, die bisher mangels Kenntnis nicht berücksichtigt werden konnten und sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Aufgrund ihrer weltweiten Aktivitäten und der im wirtschaftlichen Umfeld beschriebenen Risiken ist die GRAMMER Gruppe Zins-, Währungs- und Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Die Gesellschaft begegnet hauptsächlich Währungsrisiken aus den Währungen Tschechische Krone, Polnische Ztoty, Mexikanischer Peso, Serbischer Dinar, US-Dollar, Türkische Lira, Brasilianischer Real, Japanischer Yen sowie Chinesischer Yuan. Sie resultieren sowohl aus Lieferungen und Leistungen als auch aus der lokalen Produktion. Die GRAMMER Gruppe begegnet Währungsrisiken zum einen durch "Natural Hedging", also durch die Erhöhung des Einkaufsvolumens im Fremdwährungsraum bei gleichzeitiger Erhöhung des Absatzes im gleichen Währungsraum. Zum anderen werden Währungsrisiken selektiv am Devisenmarkt abgesichert. Eine starke Aufwertung des Euros gegenüber den Währungen der anderen Exportwirtschaftsnationen könnte sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auswirken.
Den Schwankungen an den Zinsmärkten kann sich GRAMMER nicht vollständig entziehen. Daraus können Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entstehen. GRAMMER minimiert Zinsänderungsrisiken durch die Aufnahme von langfristigen Refinanzierungsmitteln (z. B. Privatplatzierungen) sowie durch den Einsatz von Derivaten.
Der Sicherung ausreichender Liquiditätsspielräume kommt ebenfalls eine hohe Bedeutung zu. Ein wesentliches Element der Konzernfinanzierung von GRAMMER bildet der 2020 abgeschlossene Konsortialkredit. Dieser teilt sich in eine Kreditlinie zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung in Höhe von 150,0 Mio. EUR (Tranche A) mit einer Laufzeit von fünf Jahren und zwei Verlängerungsoptionen von jeweils einem Jahr und eine Kreditlinie zur Ausfinanzierung der TMD-Akquisition über 80,0 Mio. USD (Tranche B) auf, die über vier Jahre ratierlich zu tilgen ist. Ebenfalls im Geschäftsjahr 2020 wurde im Rahmen des KfW-Programms "Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung (855)" der bestehende Konsortialkredit über eine Änderungsvereinbarung um eine Tranche C in Höhe von 235,0 Mio. EUR mit dreijähriger Laufzeit erweitert, so dass die Liquidität von GRAMMER - auch im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld - nachhaltig gesichert ist.
Die Liquiditätssituation wird laufend und systematisch überwacht und kontinuierlich durch eine weltweite rollierende Finanzbedarfsplanung erfasst. Mögliche Risiken in Zusammenhang mit einem Kontrollwechsel sind in den Erläuterungen zur Finanzlage dargestellt. Die Kreditverpflichtungen der GRAMMER Gruppe enthalten Auflagen, zu denen die Einhaltung bestimmter marktüblicher Finanzkennzahlen (Financial Covenants) zählt. Im Fall der Nichteinhaltung dieser Financial Covenants steht den Kreditgebern der GRAMMER Gruppe ein Sonderkündigungsrecht zu, das zur sofortigen Fälligstellung der Kredite berechtigen würde. Der Ausweitung unserer Liquiditätsspielräume wird trotz dadurch möglicherweise entstehender Zins- und zinsähnlicher Nachteile eine hohe Bedeutung beigemessen; es wird eine uns angemessen erscheinende Liquiditätsreserve gehalten. Daraus resultieren gewisse Belastungen im Zinsergebnis, die allerdings bewusst in Kauf genommen werden, um unseren strategischen Handlungsspielraum zu erhalten und die Liquiditätslage nicht zu gefährden. Die Debitorenausfallrisiken sind durch die Kundenstruktur begrenzt und werden durch aktives Debitorenmanagement überwacht. Durch die dem Markt inhärenten Unsicherheiten und Risiken bezüglich der Zinsentwicklung kann der Finanzierungsstatus unserer Pensionspläne stark beeinflusst werden. Das kann sowohl einen Anstieg als auch einen Rückgang des Anwartschaftsbarwertes der leistungsorientierten Verpflichtung zur Folge haben. Die Pensionsverpflichtungen werden gemäß den versicherungsmathematischen Berechnungen bilanziert, in denen dem anzuwendenden Zinssatz eine wesentliche Rolle zukommt. Die tatsächlich zu leistenden Zahlungen können von den berechneten Werten abweichen, da die Annahmen zu den wesentlichen Bewertungsparametern, wie den Abzinsungsfaktoren, sowie zu den Gehältern und der Inflation mit Unsicherheiten behaftet sind. Daraus kann sich ein Risiko für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.
Zins-, Währungs- und Liquiditätsrisiken werden zentral im Konzernbereich Finanzen erfasst. Mithilfe eines strategischen Treasury Managements, dessen Wirksamkeit regelmäßig überprüft wird, vermindern wir die erläuterten Risiken. Dennoch kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass sich die dargelegten - und nach aktivem Risikomanagement verbliebenen - moderaten Risiken negativ auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.
GRAMMER überprüft einmal jährlich und zusätzlich anlassbezogen auf Ebene der Segmente, welche die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns darstellen, die Werthaltigkeit des Geschäfts- und Firmenwerts. Eine Wertminderung kann durch einen Anstieg des Abzinsungsfaktors und/oder durch verschlechterte Geschäftsaussichten ausgelöst werden.
Cyber- und Informationsrisiken
Die Sicherheit, der Schutz und die Integrität unserer Daten sowie der IT-Infrastruktur sind für einen ordnungsgemäß geführten Geschäftsbetrieb unerlässlich. Gesetzliche Vorgaben und Vorschriften erfordern technisch-organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Informationen und der hochverfügbaren und abgesicherten Datenleitungen. Um diesen Anforderungen zu entsprechen, hat GRAMMER die unternehmenskritischen Komponenten der IT-Infrastruktur in redundanten Rechenzentren installiert, deren Stromversorgung auch im Notfall durch getrennte Notstromanlagen sichergestellt ist. Zusätzlich sind bei der Nutzung von organisationsfremden Netzwerkdiensten, wie z. B. externen Cloud-Diensten, die unterschiedlichen Anforderungen an die Informationssicherheit, Qualität der Datenübertragung sowie deren Verwaltung berücksichtigt worden. So haben z.B. Cloud-Anbieter die Integrität, die Verfügbarkeit und den Schutz vor unbefugtem Zugriff unserer Daten zu gewährleisten. Alle GRAMMER Standorte sind redundant an die Rechenzentren angebunden. Die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit geschäftskritischer IT-Systeme ist in Notfallplänen dokumentiert. GRAMMER schützt sich durch entsprechende Sicherheitssysteme und hat Maßnahmen ergriffen, um Angriffe von außen abzuwehren. Firewalls, Virenscanner sowie weitere implementierte Schutzmaßnahmen werden regelmäßig auf ihre Effektivität überprüft und gegebenenfalls angepasst. Zur Gewährleistung der IT-Sicherheit wurde eine konzernweite IT-Sicherheitsorganisation eingerichtet, deren Aufgabe es ist, die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen sicherzustellen und gegen etwaige Bedrohungen vorzugehen. Dennoch kann aufgrund der weltweiten Aktivitäten und des allgemein zu verzeichnenden Anstiegs an Gefährdungen und Angriffen nicht ausgeschlossen werden, dass unsere Systeme, Netzwerke, Daten und Lösungen beeinträchtigt werden. Negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-und Ertragslage durch Datenverlust, Systemstörungen und Produktionsausfall, fehlerhafte Datenübertragung etc. werden jedoch als nicht wahrscheinlich eingestuft. Dennoch kann sich daraus ein Risiko für die Vermögens, Finanz- und Ertragslage ergeben. Risiken durch Fraud- oder Cyber-Angriffe werden als Gefahr von Schäden definiert, die infolge des Versagens von internen Verfahren (Kontrollrisiken), menschlichen Handelns (Personalrisiken) oder Schwächen in Systemen (speziell IT-Systemen) eintreten. Die zunehmende Digitalisierung und elektronische Vernetzung durch Entwicklungen des elektronischen Zeitalters wie im Internet der Dinge, Industrie 4.0 oder Smart Everything bieten sogenannten Cyber-Angreifern neue Angriffsflächen und weitreichende Möglichkeiten, Informationen auszuspähen, Geschäfts- und Verwaltungsprozesse zu sabotieren oder sich anderweitig auf Kosten Dritter kriminell zu bereichern. Durch Cyber-Angriffe, unter anderem mit schädlicher Software, oder durch gezielte Angriffe etwa auf Mitarbeiter:innen (z. B. Täuschungsversuche) können Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der GRAMMER Gruppe entstehen. Diesen Risiken wirken wir durch Analyse von bekannt gewordenen Schadensfällen sowie durch die Einsteuerung entsprechender Gegenmaßnahmen und die Ableitung spezifischer Handlungsempfehlungen bezüglich solcher Aktivitäten entgegen. Zusätzlich werden kontinuierlich Assessments zu diesen Themen durchgeführt und alle relevanten Prozesse auf mögliche Sicherheitslücken überprüft sowie entsprechend optimiert. Darüber hinaus werden unsere Mitarbeiter:innen zu diesen Themen regelmäßig und gezielt informiert und sensibilisiert.
Personalrisiken
Der Wettbewerb um eine vielfältige und hochqualifizierte Belegschaft, wie etwa Fach- und Führungskräfte sowie Experten und Talente ist in den Branchen und Regionen, in denen GRAMMER tätig ist, nach wie vor sehr ausgeprägt und hat sich insbesondere in der Region Americas verstärkt. Der künftige Erfolg der GRAMMER Gruppe hängt auch davon ab, inwiefern es uns gelingt, hoch qualifizierte Mitarbeiter:innen einzustellen, zu integrieren und dauerhaft an das Unternehmen zu binden. Dies scheint besonders relevant in Zeiten einer neuen, virtuellen Arbeitsumgebung. Überdies sehen wir die Notwendigkeit, die Vielfalt, Inklusion und das Zugehörigkeitsgefühl unserer Belegschaft zu fördern. Vor diesem Hintergrund entwickeln wir die Art unserer Zusammenarbeit und unsere Führungskultur weiter. Trotz der Bemühungen im Personalwesen und allen Fachbereichen besteht das Risiko, dass die GRAMMER Gruppe die ausreichende Anzahl qualifizierter Mitarbeiter:innen zukünftig nicht in jedem Tätigkeitsfeld sicherstellen und langfristig an das Unternehmen binden kann. Daraus kann sich ein Risiko auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben. Insbesondere in den Wachstumsmärkten APAC, NAFTA, Südamerika und Osteuropa ist aufgrund des Wachstums und der guten Marktsituation für qualifizierte Fachkräfte mit einer erhöhten Fluktuation sowie einer signifikanten Steigerung der Lohnkosten zu rechnen.
Ökologische Risiken
GRAMMER arbeitet mit einem Umweltmanagementsystem auf der Basis der Norm ISO 14001 sowie mit einem Energiemanagementsystem auf Basis der Norm ISO 50001. Das Managementsystem der GRAMMER Gruppe berücksichtigt sämtliche Anforderungen beider Systeme und legt weltweit gültige Umwelt- und Energieeffizienzstandards fest (z. B. Umweltprogramme, Umweltziele und Energieziele). Diese Standards werden durch Umwelt-bzw. Energiemanagement-Beauftragte an den GRAMMER Standorten weiterentwickelt, wobei ihre Einhaltung und Umsetzung durch regelmäßige Audits überwacht werden. Dadurch minimieren wir das Auftreten ökologischer Risiken. Die Zertifizierung unserer Produktionsstandorte nach den Vorgaben der Normen ISO 14001 sowie ISO 50001 treiben wir weiter voran. Klimabezogene Risiken, insbesondere CO2-Emissionen betreffend, werden fortlaufend beobachtet, wobei sich daraus im Moment keine definitiven Risiken für GRAMMER ableiten. Dennoch kann aufgrund von äußeren Umständen oder auch Fehlverhalten nicht völlig ausgeschlossen werden, dass dem Konzern hieraus Risiken entstehen. Daraus kann sich ein Risiko auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.
Geopolitische Risiken
Für die GRAMMER Gruppe können sich Risiken durch eine Verschärfung geopolitischer Spannungen, wie etwa der Eskalation im Russland-Ukraine Konflikt, ergeben. Aufgrund der stark begrenzten Aktivitäten der GRAMMER Gruppe in den Märkten Russland und Ukraine ist jedoch nicht mit nennenswerten direkten Auswirkungen auf den Konzernumsatz und das Konzernergebnis zu rechnen. Allerdings kann es im Zusammenhang mit geopolitischen Krisen wie etwa beim Krieg in der Ukraine zu Lieferengpässen und damit verbundenen Versorgungsschwierigkeiten der OEMs kommen, die zu Beeinträchtigungen bei der Produktion von Fahrzeugen, u. a. auch in Deutschland, führen und damit indirekt Auswirkungen auf den Konzernumsatz und das Konzernergebnis der GRAMMER Gruppe haben können. Aufgrund der zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichts sehr dynamischen Situation, ist ein verlässlicher Ausblick schwierig und die Auswirkungen daher noch nicht quantifizierbar. Darüber hinaus wird die GRAMMER Gruppe von einzelnen Zulieferern aus der Ukraine beliefert. Das damit verbundene Risiko wird als beherrschbar angesehen, da diese Zulieferer in der West-Ukraine ansässig sind und, falls notwendig, die GRAMMER Gruppe aus alternativen Standorten außerhalb der Ukraine versorgen können. Zudem ist aufgrund der aktuellen Entwicklungen mit steigenden Energiepreisen zu rechnen. Zwar ist die Versorgung der GRAMMER Gruppe in EMEA aufgrund langfristiger Lieferverträge sichergestellt, allerdings können weitere Preissteigerungen das Ergebnis belasten. In diesem Zusammenhang sieht GRAMMER auch das Risiko, dass die Energieversorgung einzelner Zulieferer nicht sichergestellt ist bzw. einzelne Zulieferer weitere Preissteigerungen finanziell nicht verkraften könnten mit entsprechenden negativen Konsequenzen für die Versorgung der GRAMMER Gruppe. Daraus kann sich ein Risiko auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.
Chancen
Marktchancen
Im Folgenden werden die wesentlichen Marktchancen im Rahmen einer positiven Unternehmens- und Konjunkturentwicklung für GRAMMER dargestellt. Die Aufführung ist nicht abschließend und die dargestellten Chancen sind nicht notwendigerweise die einzigen, die sich GRAMMER bieten. Im Umkehrschluss ist es auch möglich, dass sich identifizierte Chancen nicht materialisieren.
Weltweite Konjunktur: Aufgrund der globalen Präsenz der GRAMMER Gruppe bieten sich ihr Chancen, weiterhin von der Erholung und dem Wachstum der weltweiten Wirtschaft zu profitieren. Insbesondere eine positive Entwicklung in unseren Hauptabsatzmärkten und eine damit einhergehende erhöhte Nachfrage nach Fahrzeugen im Pkw- und Nutzfahrzeugbereich können für GRAMMER Chancen hinsichtlich einer erhöhten Produktnachfrage ergeben, vor allem in den Ländern und Regionen außerhalb Deutschlands.
Wachstum in Kernregionen: Insgesamt hat die Bedeutung der Märkte Nord- und Mittelamerika sowie China für GRAMMER weiter stark zugenommen. Insbesondere in der Division Automotive ist GRAMMER dort zunehmend als Lieferant für lokale Hersteller tätig, beliefert aber auch seine europäischen Partner im Premiumsegment. In China ergeben sich aus der Auftragsgewinnung von weltweit tätigen und lokalen OEMs ebenfalls neue Chancen. In der Division Commercial Vehicles sind wir mit einer lokalen Fertigung im chinesischen Lkw-Markt für gefederte Sitzsysteme aktiv und erwarten bei Realisierung von positiven Markteffekten zusätzliches Wachstum. Chancen ergeben sich unter anderem auch aus den stärker nachgefragten Produktmerkmalen Ergonomie und Sicherheit.
Wachstum mit größerem Kundenstamm: Für die GRAMMER Gruppe bieten sich durch das Erschließen weiterer Kundensegmente ebenfalls neue Chancen. Dies begründet sich einerseits durch die globale Expansion bestehender Kunden sowie andererseits durch die erhöhte Penetration lokaler Kunden auf neuen Märkten. Derartige Chancen haben sich bisher in einer erhöhten Kundendiversifikation in AMERICAS und APAC niedergeschlagen.
Fokussierung auf das Premiumsegment: GRAMMER fokussiert sich mit seinen Produkten überwiegend auf das Premiumsegment. Da die Nachfrage in diesem Segment im Rahmen positiver Konjunkturszenarien weniger schwankungsanfällig ist als der Gesamtmarkt, kann das Premiumsegment im Vergleich zum Volumenmarkt stärker wachsen. Daher ist GRAMMER bestrebt, diese potenziellen Marktchancen wahrzunehmen.
Globale Megatrends: GRAMMER ist gut positioniert, um von den globalen Megatrends Bevölkerungswachstum, vermehrte Nachfrage nach Mobilität, Steigerung der Nahrungsmittelnachfrage zu profitieren. Wir streben an, die sich daraus bietenden Chancen optimal zu nutzen. So kann eine erhöhte Mobilitätsnachfrage den Absatz unserer Produkte im Bereich Automotive und Commercial Vehicles steigern. Die wachsende Nachfrage nach Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Gütern sowie eine verstärkte Bautätigkeit können ebenfalls zu höheren Absatzmengen in der Division Commercial Vehicles führen, da viele der eingesetzten Maschinen mit Sitzsystemen von GRAMMER ausgestattet sind. Insgesamt strebt GRAMMER für seine Produktfelder eine kontinuierliche Umsatzsteigerung infolge der Chancennutzung aus den globalen Megatrends an.
Automatisiertes Fahren und E-Mobilität: GRAMMER ist ein Hersteller von Sitzkomponenten und Konsolen sowie weiteren Dekor- und Funktionsteilen für den Fahrzeuginnenraum. Anders als in der Antriebs- und Motorentechnik erwarten wir uns von der Elektrifizierung des Antriebsstranges sowie der schrittweisen Automatisierung neue Chancen aufgrund der Nachfrage nach immer höherwertigeren und funktionaleren Innenraumkomponenten, die auf die neuen Bedürfnisse des Fahrens einhergehen.
Strategische Chancen
Neben Marktchancen bieten sich für GRAMMER auch strategische Chancen, die im Folgenden erläutert werden.
Anorganisches Wachstum: Darunter verstehen wir unter anderem die Prüfung und Wahrnehmung von anorganischen Wachstumsmöglichkeiten. In diesem Zusammenhang beobachten wir kontinuierlich unsere Märkte im Hinblick auf Akquisitionsmöglichkeiten und Partnerschaften. Sofern sich Chancen zur Stärkung der Marktposition oder zur Erweiterung und Abrundung des Produktportfolios ergeben, prüfen wir die entsprechenden Optionen. Da die Realisierung anorganischer Wachstumsmöglichkeiten von diversen, nicht steuerbaren Einflussfaktoren abhängt, ist die Verwirklichung derartiger Chancen nicht prognostizierbar.
Effizienzmaßnahmen: Wir arbeiten fortlaufend an der Entwicklung und Implementierung von Effizienzmaßnahmen und Initiativen zur Kostensenkung mit dem Ziel, unsere strategische Wettbewerbsposition zu verbessern. In diesem Zusammenhang überprüft GRAMMER auch regelmäßig seinen weltweiten Entwicklungs- und Fertigungsverbund.
Innovationen: Auch die im Forschungs- und Entwicklungsbereich befindlichen Projekte bieten, soweit sie zukünftig das Resultat marktfähiger Produkte hervorbringen, verschiedene Chancen, neue Marktsegmente zu erschließen und/oder bestehende Marktanteile auszubauen. Hier arbeiten wir in beiden Divisionen gezielt an innovativen Lösungen, um den Anforderungen unserer Kunden auch in Zukunft gerecht zu werden. GRAMMER ist bestrebt, weiterhin als innovativer Premiumpartner der Kunden wahrgenommen zu werden und entsprechende Marktpotenziale durch Neuentwicklungen zu erschließen.
Beurteilung der Risiken und Chancen
Wir sind nach eingehender Überprüfung der derzeitigen Risikosituation zu der Auffassung gekommen, dass die von der GRAMMER Gruppe getroffenen Vorsorgen und Maßnahmen den identifizierten Risiken in geeigneter Weise Rechnung tragen. Mit Ausnahmen eines höheren Inflationsrisikos, der Markrisiken aufgrund der Halbleiterkrise sowie den Beschaffungsrisiken aufgrund der angespannten weltweiten Lieferketten hat sich die Gesamtsituation für GRAMMER im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Die uns derzeit bekannten Risiken führen zu der Einschätzung, dass wir keinen bestandsgefährdenden Risiken ausgesetzt sind und sich aus den Chancen zusätzlich risikominimierende Aspekte ergeben können.
Prognosebericht
Erwartete Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Zum Ende des Geschäftsjahres 2021 hat das Infektionsgeschehen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie aufgrund der hochansteckenden Omikron-Variante erneut zugenommen. Allerdings verzichteten zahlreiche Länder aufgrund der fortgeschrittenen Impfkampagnen sowie des vermeintlich milderen Verlaufs auf harte Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Darüber hinaus sind Länder wie das Vereinigte Königreich, Dänemark oder Spanien dazu übergegangen, Strategien für den Übergang in eine endemische Lage vorzubereiten bzw. umzusetzen. Ungeachtet dessen wird auch für das laufende Geschäftsjahr noch mit Risiken und Unsicherheiten im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie zu rechnen sein. Die GRAMMER AG geht davon aus, dass der weitere Verlauf der COVID-19-Pandemie, und etwaige neu auftretende Varianten, einen der wichtigsten Faktoren für die zukünftige konjunkturelle Entwicklung in den einzelnen Regionen darstellt.
Zudem wurde die globale wirtschaftliche Entwicklung insbesondere im zweiten Halbjahr 2021 in den USA sowie in Europa durch eine stark gestiegene Inflation infolge hoher Rohstoff- und Energiepreise sowie durch Lieferengpässe, speziell bei Halbleitern, belastet. Während die US-amerikanische Notenbank bereits reagiert und für 2022 Zinserhöhungen angekündigt hat, hat sich die Europäische Zentralbank zum Zeitpunkt der Aufstellung des Berichts bislang mit derartigen Ankündigungen zurückgehalten. Mit Blick auf die Lieferkettenprobleme wird erwartet, dass sich die Halbleiterknappheit noch bis Mitte 2023 fortsetzen und somit auch die Automobilproduktion belasten wird.
Darüber hinaus können geopolitische Konflikte, etwa eine erneute Verschärfung des Handelsstreits zwischen den USA und China, zu weiteren Lieferkettenproblemen führen. Ebenso ist im Hinblick auf den zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichts ausgebrochenen Krieg in der Ukraine und den daraufhin verabschiedeten Sanktionen, mit Lieferkettenproblemen sowie weiter steigenden Rohstoff- und Energiepreisen zu rechnen. Produktionsunterbrechungen infolge von Materialengpässen sowie stark gestiegene Preise können ein Risiko für den Umsatz und das Ergebnis der GRAMMER Gruppe darstellen.
In seiner Prognose vom Januar 2022 geht der IWF für das Jahr 2022 von einem Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 4,4 % aus, was eine Anpassung um -0,5 Prozentpunkte im Vergleich zu den Erwartungen von Oktober 2021 bedeutet.
In der Region AMERICAS prognostizieren die Expert:innen für die US-Wirtschaft ein Wachstum von 4,0 % - eine deutliche Reduktion der Wachstumserwartungen um -1,2 Prozentpunkte unter der Annahme, dass die expansive Geldpolitik beendet wird und Versorgungsengpässe anhalten. Für die mexikanische Wirtschaft, die in starker Abhängigkeit zur US-Wirtschaft steht, wird ein BIP-Anstieg um 2,8 % erwartet.
Für die Region EMEA und hier den Euroraum wird ein Wirtschaftswachstum von 3,9 % erwartet, wobei die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie innerhalb der EU und damit auch die Aussichten auf eine Erholung sehr unterschiedlich ausfallen. Für Deutschland prognostiziert der IWF in seiner Prognose aus dem Januar 2022 ein Plus von 3,8 % gegenüber dem Vorjahr.
In der Region APAC wird in den Schwellen- und Entwicklungsländern für das Jahr 2022 mit einem Wirtschaftswachstum von 5,9 % gerechnet. Für China wird ein Wachstum in Höhe von 4,8 % vorausgesagt.
Branchenbezogene Rahmenbedingungen
Automotive
Pkw-Markt steht eine Erholung bevor
In seinem Prognosebericht von Februar 2022 geht IHS davon aus, dass es im Jahr 2022 zu einem weiteren, in diesem Jahr auch deutlichen Anstieg der Pkw-Produktionszahlen in sämtlichen Regionen kommen wird. IHS rechnet damit, dass im laufenden Geschäftsjahr weltweit rund 6,5 Millionen Fahrzeuge mehr produziert werden als im Vorjahr (+8,5 %). Während für die Regionen EMEA und AMERICAS deutliche Produktionsanstiege von jeweils rund 16 % erwartet werden, prognostiziert IHS für die Region APAC einen Zuwachs des Produktionsvolumens von rund 2,8 %. Dabei wird für die Produktion in China im Vergleich zu 2021 ein Anstieg um rund 0,9 % erwartet. Für die APAC-Region ohne China werden sich die Produktionszahlen um 5,2 % verbessern. Die Annahmen von IHS wurden vor Ausbruch des Kriegs in der Ukraine getroffen.
Commercial Vehicles
Starkes Wachstum in den Regionen AMERICAS und EMEA
Im Bereich Nutzfahrzeuge rechnet LMC in der Prognose von Februar 2022 im laufenden Geschäftsjahr 2022 weltweit mit einem leichten Abschwung in Höhe von -2,3 %. Für die Regionen EMEA und AMERICAS wird auch in diesem Segment jeweils ein deutliches Plus von 7,0 % respektive 14,0 % erwartet, während für die Region APAC insgesamt ein Rückgang um 9,7 % prognostiziert wird. Dieser Abschwung wird auf den größten Markt China zurückgeführt, wo sich laut LMC die Änderung der Emissionsnormen in einem Rückgang der Produktionszahlen um 17,7 % negativ bemerkbar macht. Hingegen steigt die Produktion in der Region APAC ohne China um ca. 10,1 %. Die Prognose von LMC wurde ebenfalls vor Ausbruch des Kriegs in der Ukraine aufgestellt.
Landtechnikindustrie mit positiven Signalen
Für die Landtechnikindustrie wird für 2022 laut PSR OE Link Q4 Report ein weltweites Wachstum von 3,7 % erwartet, das sich auch in den kommenden Jahren - wenn auch langsamer - fortsetzen soll. Der erwartete Anstieg des Gesamtproduktionsvolumens wird im Wesentlichen auf Änderungen in den landwirtschaftlichen Praktiken sowie auf den Übergang zu größeren Geräten und Maschinen zurückgeführt.
Baumaschinenindustrie
Die Prognosen von PSR OE für die Baumaschinenindustrie zeigen sich von den anhaltenden Unsicherheiten rund um die COVID-19-Pandemie unbeeindruckt und fallen für das Jahr 2022 ebenfalls positiv aus. Es wird weltweit ein Plus von 5,1 % erwartet. Einzig die Sorge um eine andauernde Inflation, die Bauprojekte unrentabel werden lassen könnte, drückt ein wenig auf das Sentiment der Branche.
Material-Handling
Es wird erwartet, dass der Bereich Material-Handling 2022 von der steigenden Nachfrage des E-Commerce-Marktes profitieren wird. Gemäß PSR Forecast wird die steigende Zahl der Menschen, die online einkaufen, die ECommerce-Anbieter dazu ermutigen, ihre Lager zu modernisieren. Für das Gesamtjahr 2022 wird gegenüber 2021 ein um 15,7 % höheres Produktionsvolumen prognostiziert.
Weitere Einflussfaktoren
Die gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen haben für den Geschäftsverlauf von GRAMMER eine wesentliche Bedeutung. Darüber hinaus spielen jedoch auch eine Reihe anderer Faktoren eine wichtige Rolle.
So können beschaffungsseitige Veränderungen ergebniswirksame Effekte nach sich ziehen. Dazu zählen insbesondere Schwankungen von Rohstoffpreisen auf dem Weltmarkt sowie Lieferengpässe in Bezug auf Teile von Zulieferern. In diesem Zusammenhang sind die anhaltenden Lieferengpässe von Halbleitern zu nennen, die im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits zu Produktionsstopps bei Kunden der GRAMMER Gruppe und somit zu geringeren Kundenabrufen geführt haben. Aktuell zeichnet sich diesbezüglich keine Entspannung ab. Vielmehr wird damit gerechnet, dass die Halbleiterknappheit bis Mitte 2023 andauern wird.
Im vergangenen Jahr ist das Preisniveau der wesentlich verwendeten Rohstoffe wie Stahl sowie der rohölbasierten Schaum- und Kunststoffprodukte teilweise deutlich gestiegen. Ein deutlicher Rückgang der Rohstoffpreise ist aufgrund der zu erwarteten wirtschaftlichen Erholung, anhaltenden Störungen der Lieferketten sowie möglichen geopolitischen Spannungen, die Versorgungsengpässe nach sich ziehen können, nicht zu erwarten. Daraus resultierende weitere Steigerungen der Rohstoffpreise hätten einen negativen Effekt auf die Marge des Unternehmens und folglich auch auf das Ergebnis.
Darüber hinaus wirken sich auch die Personalkosten in den Produktionsländern auf die Geschäftsentwicklung aus. Sie fließen in Standortentscheidungen ebenso ein wie verlässliche rechtliche und politische Rahmenbedingungen. Hier kam es im Berichtszeitraum zu Mehrkosten speziell in den USA, da dort eine hohe Fluktuation und ein erheblicher Fachkräftemangel zu bewältigen waren. Zudem können auch Währungskursschwankungen Auswirkungen auf die Umsatzerlöse haben, die GRAMMER mittels geeigneter Sicherungsgeschäfte vermindert. Bei sehr deutlichen Veränderungen in den Währungsparitäten kann es im Einzelfall dennoch zu Ergebniseffekten kommen.
Gesamtaussage zur Prognose durch den Vorstand
Die Erwartungen für die GRAMMER AG spiegeln sich aufgrund ihrer engen Verflechtungen mit den übrigen Konzerngesellschaften und ihres Gewichts in der Gruppe im Prognosebericht der GRAMMER Gruppe wider. Ebenso stellen sich die für die GRAMMER Gruppe getroffenen Aussagen zur Marktentwicklung im Wesentlichen auch in der Geschäftsentwicklung der GRAMMER AG dar.
Die GRAMMER AG ist aufgrund ihrer Finanzierungstätigkeiten Effekten aus Währungsschwankungen ausgesetzt, insbesondere bei den Währungen für unser Geschäft wesentlichen Ländern wie Tschechien, Türkei, China, Mexiko und den USA. Zwar wird die Absicherung dieser Risiken kontinuierlich verbessert, signifikante Wechselkursänderungen der relevanten Währungen können jedoch nach wie vor Auswirkungen auf die Ertragslage nach sich ziehen.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr ist der Vorstand der GRAMMER AG nach damaligem Kenntnisstand von einem leichten Umsatzrückgang ausgegangen. In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld hat die GRAMMER AG dagegen im Jahr 2021 einen Anstieg der Umsatzerlöse verzeichnet, der von der unerwartet positiven Entwicklung der Division Commercial Vehicles getragen wurde. Während im Bereich Automotive tatsächlich ein Umsatzrückgang von 19,8 Mio. EUR (7,8 %) gegenüber dem Vorjahr eingetreten ist, belief sich der Umsatzzuwachs im Geschäftsbereich Commercial Vehicles dagegen auf 98,1 Mio. EUR (30,8 %). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich von -28,3 Mio. EUR um 66,7 Mio. EUR auf nunmehr 38,4 Mio. EUR. Der vergleichsweise große Anstieg ist vor allem auf die bereits vorstehend benannte Umsatzerhöhung und daneben auf einmalige positive Sondereffekte in Höhe von 37,6 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Erträgen zurückzuführen. Die positive Veränderung im EBIT wurde zusätzlich durch ein um 5,6 Mio. EUR verbessertes Finanzergebnis unterstützt. Letzteres war geprägt durch die wirtschaftlichen Ergebnisse der gewinnabführenden und ausschüttenden Tochterunternehmen.
Wir erwarten, dass die herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere in den für GRAMMER relevanten Märkten, im Jahr 2022 anhalten werden. Außerdem werden der weitere Verlauf der COVID-19-Pandemie in den einzelnen Ländern und die weltweiten Lieferkettenprobleme einen maßgeblichen Einfluss auf die prognostizierte weitere wirtschaftliche Erholung haben. Insgesamt rechnen wir deshalb für das Geschäftsjahr 2022 mit einem leichten Rückgang des Umsatzes für die GRAMMER AG.
Als Organträger innerhalb des inländischen Organkreises sowie als Muttergesellschaft in der Gruppe ist die Ergebnisentwicklung in hohem Maße von dem Finanzergebnis und hier insbesondere von den Ergebnissen der Organgesellschaften sowie den Gewinnausschüttungen der übrigen Tochterunternehmen beeinflusst. Auf Basis der Planung erwarten wir für das Jahr 2022 ein negatives EBIT im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.
Vorbehalt bei zukunftsgerichteten Aussagen
Dieses Dokument enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf gegenwärtigen Annahmen und Einschätzungen des GRAMMER Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen beziehen sich auf Zeiträume in der Zukunft oder sind durch Begriffe wie "erwarten", "vorhersagen", "beabsichtigen", "prognostizieren", "planen", "schätzen", "rechnen mit" oder ähnliche Begriffe gekennzeichnet. Derartige Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die GRAMMER weder kontrollieren noch präzise einschätzen kann, wie beispielsweise das zukünftige Marktumfeld und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer:innen, die erfolgreiche Integration von Neuerwerben und die Realisierung der erwarteten Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollten einer dieser oder andere Unsicherheitsfaktoren oder Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Es ist von GRAMMER weder beabsichtigt noch übernimmt GRAMMER eine gesonderte Verpflichtung, in die Zukunft gerichtete Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse nach Veröffentlichung dieses Dokuments anzupassen.
Rundungsdifferenzen bei den Jahresabschlussangaben sind möglich.
Ursensollen, 11. März 2022
Thorsten Seehars
Jurate Keblyte
Jens Öhlenschläger
Der Vorstand der GRAMMER AG