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GRAMMER AG Annual Report 2010

Apr 11, 2011

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Annual Report

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Grammer AG

Amberg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010

GRAMMER Konzern Jahresabschluss 2010

Zur Einreichung zum elektronischen Bundesanzeiger

Konzernabschluss und Konzernlagebericht

31. Dezember 2010

Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Hinweis:

Den nachfolgenden Bestätigungsvermerk haben wir, unter Beachtung der gesetzlichen und berufsständischen Bestimmungen, nach Maßgabe der in der Anlage "Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt" beschriebenen Bedingungen erteilt.

Falls das vorliegende Dokument in elektronischer Fassung für Zwecke der Offenlegung im elektronischen Bundesanzeiger verwendet wird, sind für diesen Zweck daraus nur die Dateien zur Rechnungslegung und im Falle gesetzlicher Prüfungspflicht der Bestätigungsvermerk resp. die diesbezüglich erteilte Bescheinigung bestimmt.

Bestätigungsvermerk

Wir haben den von der GRAMMER Aktiengesellschaft, Amberg, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Anhang zum Konzernabschluss - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Nürnberg, 18. März 2011

Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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Schuberth

Wirtschaftsprüfer
Helgert

Wirtschaftsprüfer

Konzernlagebericht

Konzernumsatz über 0,9 Mrd. EUR.
Turnaround im Jahr 2010 erreicht.
Ergebnis wieder auf Niveau vor der Krise.

Unternehmensstruktur und Geschäftstätigkeit

Der GRAMMER Konzern ist auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Lkw, Bahnen und Offroad-Nutzfahrzeuge spezialisiert. Neben dem Mutterunternehmen GRAMMER AG mit Sitz in Amberg werden im Konzern 22 weitere Gesellschaften vollkonsolidiert. Weltweit ist die GRAMMER Gruppe in 17 Ländern vertreten.

Unternehmenssegmente

Im Segment Automotive beliefern wir namhafte Pkw-Hersteller und Systemlieferanten der Fahrzeugindustrie unter anderem mit Sitzkomponenten wie Sitzbezügen, Kopfstützen und Armlehnen, Mittelkonsolen sowie integrierten Kindersitzen. Im Segment Seating Systems ist das Unternehmen mit Komplettsitzen und Sitzsystemen sowohl im Erstausrüster- als auch im Nachrüstgeschäft aktiv. Wir beliefern Hersteller von Lkw und Offroad-Fahrzeugen - dazu zählen Land-, Forst- und Baumaschinen sowie Flurförderzeuge. Zudem gehören auch Erstausrüster und Betreiber von Bahnen sowie Bushersteller zu den von uns belieferten Kundengruppen.

Unternehmenssteuerung

Das unternehmensinterne, wertorientierte Steuerungssystem arbeitet im Wesentlichen mit den Steuerungsgrößen Umsatz, operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), Working Capital, Gearing sowie mit dem Return on Capital Employed (ROCE). Diese für GRAMMER bedeutende Kennziffer zeigt die Kapitalverzinsung; sie spiegelt die Effizienz, mit der das Unternehmenskapital eingesetzt wird, wider.

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklungen

Weltwirtschaft auf Wachstumskurs

Die Weltwirtschaft hat sich im Jahr 2010 von der Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich schneller erholt, als noch zu Jahresbeginn erwartet wurde. Dem Rückgang im Jahr 2009 folgte im abgelaufenen Jahr ein Zuwachs von 5,0 %. Wachstumsimpulse kamen zum einen aus verschiedenen Konjunkturpaketen und zum anderen aus dem deutlich anziehenden Welthandel - der jedoch im 2. Halbjahr an Dynamik verlor.

Die Wirtschaft in den USA hat die Krise überwunden und konnte das BIP um 2,8 % steigern. Allerdings wurde der private Verbrauch, der die Konjunktur in den USA maßgeblich treibt, von der nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit gebremst, die im Dezember bei 9,4 % lag. Bei den Beschäftigungszahlen konnte noch keine spürbare und nachhaltige Belebung festgestellt werden. Ein weiteres Hemmnis der amerikanischen Wirtschaft bleibt die anhaltende Problematik am Immobilienmarkt.

Maßgeblicher Treiber des weltweiten Wachstums war der asiatische Wirtschaftsraum. Die chinesische Volkswirtschaft wuchs in diesem Jahr um 10,3 %. Staatliche Eingriffe haben dabei sogar noch zu einer Abschwächung des Wachstums beigetragen.

Auch die japanische Wirtschaft konnte - getragen durch den starken Export - eine Steigerung des BIP (Brutto-Inlandsprodukt) um 4,3 % verbuchen. Durch die Aufwertung des Yen wurden das Exportgeschäft und damit auch das gesamte Wirtschaftswachstum im Verlaufe des Jahres aber gebremst.

Auch die indische Wirtschaft befindet sich auf Wachstumskurs und erzielte einen Anstieg des BIP um 9,7 %.

Die Wirtschaft im Euro-Raum hat sich im Jahr 2010 stabilisiert und wuchs moderat um 1,8 %. Dabei zeigte sich ein heterogenes Bild: Länder, die von der Schuldenkrise betroffen waren, konnten ihr BIP kaum beziehungsweise gar nicht steigern.

Die deutsche Wirtschaft dagegen konnte die europäische Wachstumsrate maßgeblich positiv beeinflussen. Die Wirtschaft der Bundesrepublik wuchs im letzten Jahr so stark wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Deutschland profitierte von der schnellen Erholung des Welthandels und den hohen Wachstumsraten in den Schwellenländern. Die Exporte stiegen im Jahr 2010 preisbereinigt um 14,2 %. Dieses trug maßgeblich zum Anstieg des BIP um 3,6 % bei. Die Steigerung beruht aber nicht ausschließlich auf dem Außenhandel, sondern wird zusätzlich durch die Binnenkonjunktur getragen. Im Inland kamen die Impulse insbesondere von den Bauinvestitionen, Konsumausgaben der privaten und öffentlichen Hand sowie aus gewerblichen Investitionen.

Geschäftsentwicklung des Konzerns sehr positiv

Im Berichtsjahr wurde das Geschäft des GRAMMER Konzerns stark vom globalen Aufschwung getragen. Auftragseingang und Umsatz stiegen bedingt durch die gute Nachfrage in unseren Märkten um nahezu 28 % an. Der schon Ende 2009 begonnene leichte Anstieg der Nachfrage setzte sich im 1. Halbjahr verstärkt fort und blieb auch im 2. Halbjahr auf hohem Niveau. So konnte der Konzern nach einem hohen Verlust im Vorjahr nun den Turnaround mit einem deutlich positiven Ergebnis schaffen. Dieses positive Ergebnis ist sowohl durch die Umsatzzuwächse als auch durch Fixkosteneinsparungen erzielt worden. Durch die konsequente Umsetzung von Maßnahmen zur Restrukturierung und Anpassungen an die veränderte Nachfrage konnte der Konzern bereits im 1. Quartal operativ in die Gewinnzone zurückkehren.

Konzernumsatz bei über 0,9 Mrd. EUR

Der GRAMMER Konzern erwirtschaftete 2010 vor diesem gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Hintergrund einen Gesamtumsatz von 929,7 Mio. EUR (Vj. 727,4). Die hohen Zuwächse im 1. Halbjahr von bis zu 30 % gegenüber dem Vorjahr in einzelnen Geschäftsfeldern konnten im Laufe des Jahres auf hohem Niveau gefestigt werden. Auch im 4. Quartal zeigten sich im Verhältnis zum Vorjahresquartal weitere Erholungstendenzen durch die positive Marktsituation sowie durch Produktneuanläufe.

Umsatz nach Regionen (Vorjahreswert in Klammern)

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in Mio. EUR
2010 2009
--- --- ---
Europa 595,2 519,3
Übersee 195,2 118,2
Ferner Osten/Rest 139,3 89,9
Summe 929,7 727,4

Unterschiedlich entwickelten sich im Gesamtjahr die Regionen: In Europa stieg nach der Krise der Umsatz moderat um 75,9 Mio. EUR auf 595,2 Mio. EUR (Vj. 519,3) an, gebremst durch das noch schwache 1. Quartal im Segment Seating Systems. In Übersee stieg der Umsatz durch Produktneuanläufe und der guten Markterholung nach der überdurchschnittlich starken Rezession der Wirtschaftsleistung in den USA kräftig an. Hier erwirtschaftete GRAMMER 195,2 Mio. EUR nach 118,2 Mio. EUR im Vorjahr. Dies entspricht im Vorjahresvergleich einem Zuwachs von 65,1 %. Weiter sehr positiv entwickelten sich auch unsere Geschäfte im asiatischen Raum. In den zum geografischen Segment Ferner Osten/Rest zählenden Ländern stiegen die Umsätze um über 50 % auf 139,3 Mio. EUR (Vj. 89,9). Dies zeigt noch einmal deutlich die strategische Bedeutung unseres Engagements in diesen dynamischen Wachstumsmärkten.

Konzernumsatz nach Quartalen (in Mio. EUR)

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in Mio. EUR
2010 2009
--- --- ---
Q1 203,0 171,7
Q2 241,5 169,9
Q3 232,5 176,8
Q4 252,7 209,0
Gesamtjahr 929,7 727,4

Weltweiter Automobilmarkt im Aufwind

Die weltweite Pkw-Nachfrage hat sich wesentlich schneller erholt, als noch zu Jahresbeginn 2010 erwartet. Getragen wurde das Wachstum vor allem durch die Märkte in Brasilien, Russland, Indien, China und den USA. Insgesamt wurden laut VDA (Verband der Automobilindustrie) im Jahr 2010 weltweit mehr als 61,7 Millionen Fahrzeuge verkauft, dies entspricht einem Plus von 12 % gegenüber dem Krisenjahr 2009.

Der amerikanische Automobilmarkt konnte zwischen Januar und Dezember 2010 gegenüber dem schwachen Vorjahr deutlich zulegen. So stieg der Absatz von Light Vehicles um rund 11 % auf 11,6 Millionen Fahrzeuge. Das Pkw-Segment legte um 4 % auf 5,6 Millionen Fahrzeuge zu, das Segment der Light Trucks konnte sogar um 18 % auf 5,9 Millionen wachsen. Auch die deutschen Hersteller profitierten von der dynamischen Entwicklung. Mit 667.800 verkauften Pkw erzielten sie in diesem Segment einen Anstieg um 12 %. Im Bereich der Light Trucks legte der Absatz deutscher Marken um 28 % zu.

In Brasilien stieg die Zahl der Neuzulassungen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 11 % auf 3,3 Millionen.

Wachstumsstärkste Region für den Pkw-Absatz war wiederum der asiatische Raum. Als Wachstumstreiber fungierte erneut China, wo im Jahr 2010 insgesamt 11,3 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen wurden. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von 34 %. Von der gestiegenen Nachfrage profitierten auch die deutschen Hersteller. Rund 20 % der Neuzulassungen können einer deutschen Konzernmarke zugeordnet werden.

Auch der japanische Markt vermeldete infolge staatlicher Unterstützungsmaßnahmen einen Anstieg der Neuzulassungen. Auf Jahressicht wurden 4,2 Millionen Einheiten neu zugelassen, das bedeutet ein Plus von 7 %.

Der indische Markt entwickelte sich weiter sehr dynamisch und konnte im Berichtszeitraum ein Plus von 31 % auf 2,4 Millionen Fahrzeuge erzielen. Von der steigenden Nachfrage profitierten besonders die deutschen Hersteller, die ihre Absatzzahlen verdreifachen konnten.

Der russische Markt verzeichnete 2010 rund 1,9 Millionen neue Pkw. Die Zahl der Neuzulassungen lag damit um 30 % über dem Vergleichswert des Vorjahres.

In Europa wurden im Jahr 2010 nach Angaben des europäischen Automobilherstellerverbands ACEA rund 13,4 Millionen Pkw neu zugelassen. Damit sank die europäische Gesamtzulassungszahl verglichen mit dem Vorjahr um 5,5 %. Unter den Volumenmärkten konnten nur Spanien mit plus 3,1 % und Großbritannien mit plus 1,8 % das Jahr positiv beenden. In Deutschland mit minus 23,4 %, Italien mit minus 9,2 % und Frankreich mit minus 2,2 % waren die Zahlen der Neuzulassungen rückläufig. Die neuen EU-Länder lagen im Jahr 2010 unterhalb des Vorjahresniveaus, jedoch fand hier eine Stabilisierung statt und es wurden nur 3,2 % Fahrzeuge weniger verkauft.

In Deutschland, dem größten Einzelmarkt in Europa, sank die Nachfrage im Gesamtjahr um 23,4 % auf 2,92 Millionen Fahrzeuge. Dieser deutliche Rückgang wurde erwartet, da die Absatzzahlen im Vorjahr stark von der Umweltprämie beeinflusst waren. Im Vergleich zum Jahr 2008, dem Jahr vor Einführung der Umweltprämie, lagen die Neuzulassungszahlen des vergangenen Jahres nur 5,7 % niedriger. Die Abwrackprämie hat im Jahr 2009 dazu geführt, dass verstärkt kleinere, preiswertere Fahrzeuge nachgefragt wurden. Im Jahr 2010 konnten wiederum besonders Geländewagen beziehungsweise SUV deutlich zulegen. Hier wurde ein Plus von 20,6 % erreicht. Auch das Segment der Sportwagen mit plus 22,1 % und die obere Mittelklasse mit plus 12,2 % verbuchten deutliche Zuwächse. Die erhöhte Nachfrage nach Fahrzeugen dieser Kategorien schlägt sich bei den OEMs (Hersteller von Originalerzeugnissen) nieder und kommt mittelbar auch den Zulieferern zugute. Die Kleinwagen dagegen haben Marktanteile verloren und sind um 42 % gesunken.

Obwohl in Deutschland insgesamt die Neuzulassungszahlen rückläufig waren, sind die Produktionszahlen im Inland gestiegen. Dieser Aufschwung ist auf die hohe Auslandsnachfrage zurückzuführen. Insgesamt wurden rund 5,6 Millionen Pkw produziert. Dies bedeutet ein Plus von 12 % gegenüber dem Vorjahr. Die Exportzahlen sind im Berichtszeitraum um 24 % auf 4,2 Millionen Pkw gestiegen.

Automotive-Bereich profitiert vom hohen Export

Im Automotive-Segment verzeichneten wir im Berichtsjahr eine überdurchschnittliche Auftragssituation. Bereits im 1. Quartal waren die Umsatzzuwächse wieder beachtlich, im Verhältnis zum Vorjahr sogar gut zweistellig. Mit dem sich stabilisierenden konjunkturellen Umfeld zeigten sich wieder vollere Auftragsbücher und die Prognosen wurden zunehmend optimistischer. Ab Mitte des 3. Quartals wirkten sich Entwicklungsleistungen und neue Produktanläufe sowie die gestiegenen Zulassungen bei deutschen Premiumherstellern weiter positiv aus. Durch die strategische Verbreiterung der Produktbasis im Bereich Mittelkonsolen konnte durch Neuanläufe auch die übliche Delle im 4. Quartal vermieden werden.

In der regionalen Betrachtung der Umsätze hatten alle Regionen gute Zuwächse und lagen wieder auf einem hohen Niveau. So zeigte sich auch in diesem Jahr ein positiver Effekt aus unserem Engagement in Asien, da die Entwicklung unserer chinesischen Produktionsstandorte in Tianjin und Changchun weiterhin besser als geplant verlief. Nach dem Aufbau des Standorts Shanghai und der Entwicklung einer Mittelkonsole vor Ort für die Epsilon II Plattform von General Motors im Jahr 2009 wurden durch die erfolgreich angelaufene Serienproduktion weitere Meilensteine für unser Wachstum in Asien erfolgreich bewältigt. So stärkte neben der positiven konjunkturellen Entwicklungen auch die Erweiterung der Produktpalette die Wachstumstendenzen. Die Entwicklung der Umsätze in den NAFTA-Staaten zeigte nach dem starken Rückschlag im Jahr 2009 wieder einen steilen positiven Anstieg von rund 59 %, was insbesondere auf die Verbreiterung unserer Kundenbasis und unseres Produktportfolios zurückzuführen ist.

Um die Ertragssituation des Automotive-Bereichs nachhaltig zu stärken, setzten wir unverändert Maßnahmen zur Verbesserung der Profitabilität und Kosteneffizienz um. Neben Initiativen zur Prozess- und Strukturverbesserung betreffen diese auch die Optimierung des weltweiten Produktionsnetzwerks. So sind die Schließung des Standorts in Immenstetten bei Amberg sowie der Ausbau unserer Werke in Schmölln und Zwickau ein Ausdruck dieser klaren Operationsstrategie.

Nutzfahrzeugmarkt mit hohen Absatzsteigerungen

Die Nutzfahrzeugbranche konnte im abgelaufenen Jahr vom Aufschwung der Weltwirtschaft profitieren und erholte sich von den Einbrüchen der Vergangenheit. Besonders stark war das Wachstum dabei im 2. Halbjahr.

In den USA konnte die Zahl der Neuzulassungen um 9 % auf 218.000 Einheiten gegenüber dem Vorjahr zulegen. Bei den Heavy Trucks lag der Anstieg mit 13 % bei 107.000 Einheiten.

In Brasilien hat der Nutzfahrzeugmarkt das Jahr 2010 mit einem Plus von 40 % auf 186.000 Einheiten beendet. Hier kamen die Absatzimpulse auch aus staatlichen Hilfsmaßnahmen, wie zum Beispiel Steuererleichterungen.

Bereits im Jahr 2009 wuchs der chinesische Nutzfahrzeugmarkt um 44 % auf 5,3 Millionen Nutzfahrzeuge. Dieses dynamische Wachstum setzte sich im Jahr 2010 fort. Die Steigerungsrate lag im abgelaufenen Jahr bei 29 %, sodass insgesamt 6,8 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen wurden. Die absolute Steigerung entspricht in etwa der Neuzulassungszahl in ganz Europa im Jahr 2010 und macht den chinesischen Nutzfahrzeugmarkt zum größten und wichtigsten Markt weltweit.

Der indische Markt wuchs im abgelaufenen Jahr um 45 % auf 653.000 Nutzfahrzeuge. Hier konnten vor allem die Klassen der mittelschweren und schweren Nutzfahrzeuge zulegen. Ein Plus bei den mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen von 58 % wurde hier zum Jahresende erreicht.

Laut ACEA (Association des Constructeurs Européens d'Automobiles) wurden zwischen Januar und Dezember 2010 insgesamt 1,8 Millionen Nutzfahrzeuge in Europa neu zugelassen. Dies entspricht einem Plus von 8,0 %. Zu Jahresbeginn lagen die europäischen Nutzfahrzeugmärkte noch im Minus, doch die Auftragseingänge deuteten bereits auf eine Stabilisierung hin. Ab März verbuchten die Märkte dann wieder Zuwachsraten. Auf Jahressicht konnten insbesondere die Volumenmärkte wie Frankreich mit plus 9,9 %, Italien mit plus 5,4 %, Spanien mit plus 8,8 %, Deutschland mit plus 16,5 % und Großbritannien mit plus 15,4 % Zuwächse verzeichnen.

Der deutsche Lkw-Markt verzeichnete zweistelliges Wachstum. Im Jahr 2010 wurden in Deutschland insgesamt 282.160 Nutzfahrzeuge neu zugelassen, das entspricht einem Plus von 17 %. In der Klasse bis 6 t wurde ein Plus von 16 % erzielt. Bei den Fahrzeugen über 6 t lag der Zuwachs sogar bei 20 %. Die hohe Nachfrage aus dem Ausland sorgte für einen kräftigen Anstieg des Exports. Die Ausfuhrquote der deutschen Hersteller wuchs um 53 % auf 242.470 Einheiten. Besonders gefragt waren hier die Nutzfahrzeuge über 6 t mit einem Plus von 67 %. Dadurch erhöhten die deutschen Nutzfahrzeughersteller ihre Produktion im Jahr 2010, nachdem diese im Jahr 2009 deutlich gedrosselt worden war. Mit 354.580 Einheiten wurden insgesamt 45 % mehr Nutzfahrzeuge produziert.

Landtechnik befindet sich auf Erholungskurs

Nachdem der Bereich der deutschen Landtechnik im Jahr 2009 erheblich von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen war, verlief das Jahr 2010 zufriedenstellend. Der Branchenumsatz ist um 2 % auf 5,77 Milliarden Euro angestiegen. In Deutschland wurden im Jahr 2010 28.587 Traktoren neu zugelassen. Das bedeutet einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 3 %. Aufgrund der starken Auslandsnachfrage konnte jedoch die Produktion von Traktoren ausgeweitet werden und mit 53.450 Traktoren wurden 15 % mehr als im Vorjahr produziert.

Material-Handling mit positiver Entwicklung

Die Flurförderzeugindustrie, die bereits im Jahr 2008 und dann nochmals im Jahr 2009 dramatisch eingebrochen war, konnte im Jahr 2010 kräftige Zuwächse gegenüber dem Vorjahr verzeichnen, dabei spielten auch die verbesserten weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine große Rolle.

Baumaschinenindustrie

Die Baumaschinenindustrie rechnet für das Jahr 2010 mit einem Plus von rund 15 % gegenüber dem Vorjahr. Die Auftragseingänge kamen überwiegend aus dem Ausland und sind im Vergleich zum Vorjahr um über 50 % gestiegen. Wachstumstreiber waren vor allem der asiatische und der lateinamerikanische Markt.

Bahnindustrie

Der Umsatz in der Bahnindustrie in Deutschland ist im 1. Halbjahr um 12,2 % auf 5,5 Milliarden Euro gestiegen. Die Nachfrage nach Schienenfahrzeugen stieg im ersten Halbjahr um 11,4 %. Dieser Anstieg ist auf die erhöhte Nachfrage aus dem Ausland um 30 % zurückzuführen. Die Inlandsbestellungen für Züge und Lokomotiven gingen hingegen im 1. Halbjahr um 13,6 %, verglichen mit dem Vorjahr, zurück.

Seating Systems

Lkw- und Offroad-Bereich mit starker Entwicklung

Anders als im Vorjahr entwickelte sich das Segment Seating Systems wieder zum Wachstumsmotor des GRAMMER Konzerns. Die dynamische Geschäftsentwicklung startete nach einem verhaltenen 1. Quartal mit einem anschließenden starken Anstieg in der Auftragslage im 2. Quartal. Aufgrund der starken Marktstellung in den Bereichen Offroad und Lkw konnte die Wirkung der konjunkturellen Situation auch in einem Umsatzanstieg von 38,4 % umgesetzt werden. So konnten wir auch im Jahr 2010 unsere Marktführerschaft in Westeuropa beibehalten und die Position in zahlreichen Ländern, besonders in Brasilien und China, ausbauen.

Speziell im Offroad-Bereich entwickelte sich zunächst der Absatz der Landmaschinensitze noch schwach, stieg dann aber insbesondere im 2. Quartal stark an und konnte sich im zweiten Halbjahr auf hohem Niveau halten, was geradezu konträr zu den in den Vorjahren üblichen Marktentwicklungen ist. Für den Bereich Baumaschinen verlief das Gesamtjahr ähnlich positiv, und auch der Bereich Flurförderzeuge konnte mit Zuwächsen im Umsatz aufwarten. Die Ergebnisentwicklung aus diesen Produktgruppen verlief im Gesamtjahr aufgrund der guten Zuwächse wieder sehr zufriedenstellend.

Bezogen auf das Lkw-Geschäft weiteten wir die führende Stellung im südamerikanischen Markt, der auch 2010 zulegen konnte, aus. Gestützt von der Konjunktur und unserer Marktstellung erzielten wir in Brasilien bei Umsatz und Ergebnis besonders hohe Zuwächse. Auch in Europa und im Mittleren Osten konnten wir aufgrund der Konjunkturzuwächse deutlich wachsen.

Im Berichtsjahr führten wir, resultierend von der massiven Krise 2009, im 1. Quartal weitere Kapazitätsanpassungen im Werk Haselmühl am Standort Amberg durch. Mit Programmen zur Produktionsoptimierung nach den Prinzipien des Lean Managements wurden wesentliche Teile der Fertigung neu strukturiert.

Nach Ausbau der Metallfertigung in China erfolgt nun die Belieferung der gesamten Gruppe mit Sitzen und Sitzelementen aus dem asiatischen Werk Tianjin und verbessert unsere Kostenposition. In den USA setzten wir die Projekte zur schrittweisen Weiterentwicklung zu einem eigenständigen Entwicklungs-, Vertriebs- und Produktionszentrum zur Belieferung des amerikanischen Offroad-Marktes fort und konnten die Erholungstendenzen dieses größten Markts für Offroad-Produkte rechtzeitig nutzen. Die damit verbundene Lokalisierung ist somit ein wesentliches Element in der konsequenten Umsetzung unserer Pläne zur weiteren Erschließung des US-Markts sowie der Kompensation der Währungsrisiken durch lokale Produktion und lokalen Vertrieb.

Restrukturierung der Bahn fortgesetzt

Im Zuge der Restrukturierung hat der Produktbereich Bahn seine Prozessfähigkeit weiter optimiert und stabilisiert. Die Umstrukturierung der Produktion und die Fokussierung auf das Projektgeschäft wurden konsequent fortgesetzt. Die Entwicklung weiterer Plattformen und die intensivierte Akquisition von internationalen Projekten wurden verstärkt betrieben. Bei der Umsetzung von akquirierten Aufträgen in die Produktion kam es aufgrund von Projektverzögerungen durch die Kunden zu weiteren Umsatzverschiebungen. Die Produktanläufe wurden überwiegend von internationalen Neuaufträgen außerhalb von Deutschland getragen.

Ertragslage

Ertragslage vom Konjunkturanstieg beflügelt

Der GRAMMER Konzern hat im Jahr 2010 den Turnaround geschafft und operativ die Ertragslage stark verbessert. Das Brutto-Umsatzergebnis stieg im Jahr 2010 entsprechend auf 119,6 Mio. EUR (Vj. 76,0) und erhöhte sich damit um 57,4%. Mit 32,9 Mio. EUR (Vj. -23,9) konnte das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) trotz Belastungen aus Kapazitätsanpassungen zu Jahresbeginn aus den im Dezember 2009 geschlossenen Sozialplan für den Standort Haselmühl um 56,8 Mio. EUR deutlich gegenüber dem Vorjahresniveau verbessert werden. Der Anstieg ist in allen Segmenten erzielt worden und auch der im Vorjahr stark eingebrochene Bereich Seating Systems kehrte in die Gewinnzone und nahezu zu alter Stärke zurück. Es wurde wieder eine positive EBIT-Rendite von 3,5 % erzielt, die sogar gegenüber dem Niveau von vor der Krise verbessert werden konnte.

Konzern-EBIT nach Quartalen (in Mio. EUR)

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in Mio. EUR
2010 2009
--- --- ---
Q1 3,5 -8,6
Q2 11,4 -10,9
Q3 8,1 -5,2
Q4 9,9 0,8
Gesamtjahr 32,9 -23,9

Kostenentwicklung im Zeichen eines schwierigen Umfeldes

Die Kosten des Umsatzes stiegen um 24,4 % auf 810,2 Mio. EUR (Vj. 651,5) an. Der Zuwachs fiel unterproportional zum Umsatz aus und ist vorrangig auf die Umsatzsteigerungen und die teils massiven Produktionsausweitungen zurückzuführen. Die zu Beginn des Jahres noch geringere Auslastung im Offroad-Bereich führte zunächst im 1. Quartal noch zu proportional höheren Personalkosten und Kapazitätsanpassungsaufwendungen. Gekennzeichnet von einem Umfeld mit volatiler, kurzfristiger Nachfrage und stark anziehender Konjunktur im Bereich Seating Systems zu Beginn des 2. Quartals, konnte die Kostenentwicklung noch zufriedenstellend gesteuert werden. Die Entwicklung der Märkte und Währungen war geprägt von rasanten Veränderungen, die unsere Anpassungsfähigkeit stets herausforderten.

Der Personalaufwand stieg um 9,3 Mio. EUR auf insgesamt 208,4 Mio. EUR (Vj. 199,1) an. Neben den umsatzbedingten Zuwächsen und Kapazitätsanpassungen wirkten sich nun auch die Restrukturierungen aus. Durch die vorausschauende Einleitung und konsequente Umsetzung der Personaloptimierungsmaßnahmen 2009 und Anfang 2010 konnte die Personalkostenquote mit 22,4 % deutlich unter dem Vorjahresniveau (27,4) und auch unter dem Durchschnitt der Vorjahre gehalten werden.

Der Vertriebsaufwand ging im Berichtsjahr leicht auf 26,5 Mio. EUR (Vj. 27,0) zurück. Dies ist im Wesentlichen auf die getroffenen Einsparungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen zurückzuführen.

Die Verwaltungskosten sanken auf 68,9 Mio. EUR (Vj. 83,5). Die Kostenentwicklung konnte trotz erweiterter Umsätze und Ausweitung der Geschäftstätigkeit in den Wachstumsregionen zufriedenstellend unter Vorjahresniveau gehalten werden. Aufgrund der Volatilität an den internationalen Finanzmärkten und der damit verbundenen Entwicklung des Euro stiegen die Kursgewinne auf 20,9 Mio. EUR (Vj. 11,3) sowie die Kursverluste auf 16,1 Mio. EUR (Vj. 14,9) an.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen bei 8,7 Mio. EUR (Vj. 10,6). Der Rückgang begründet sich durch geringere Verkäufe aus dem Sachanlagevermögen und Schrottchargen sowie der gesunkenen Weiterbelastung von Kosten an Lieferanten.

Finanzaufwendungen

Die Finanzaufwendungen stiegen im Umfeld höherer Finanzierungskosten und der Verlustfinanzierung des Vorjahres. Die Aufwendungen sind aufgrund der neuen Finanzierung leicht angestiegen, da sich die Finanzierungskonditionen nach der Finanzkrise zu Lasten der Unternehmen verschlechtert haben. Somit konnten wir den Finanzaufwand mit 14,9 Mio. EUR (Vj. 11,8) nicht unter dem Niveau des Vorjahres halten. Die Finanzerträge aus Wertpapieren und kurzfristigen Anlagen des Finanzvermögens fielen auf 1,4 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahresniveau (Vj. 5,3), was hauptsächlich aus den Veränderungen der Bewertung der Finanzanlagen resultiert. Im sonstigen Finanzergebnis veränderten sich aufgrund der Währungsentwicklung die Bewertungen positiv auf einen Ertrag von 1,1 Mio. EUR, die im Vorjahr mit einem Verlust von -1,1 Mio. EUR belasteten.

Steuern

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag lagen mit einem Steueraufwand von 4,2 Mio. EUR (Vj. 3,3) erwartungsgemäß über denen des Vorjahres, das aufgrund der Aktivierung der Verluste einen Steuerertrag von 3,3 Mio. EUR zeigte. Schwächere operative Ergebnisbestandteile speziell im Inland ließen die Ertragsteueraufwendungen im Verhältnis zum Vorjahr sinken, wogegen die im Ausland gezahlten Steuern teilweise deutlich anstiegen. Durch die Veränderungen der latenten Steuern im Inland kommt es zu einem Steuerertrag aus zu erwartender Verlustnutzung, der die Steuerquote positiv beeinflusst.

Ergebnisse

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des GRAMMER Konzerns lag im Berichtsjahr bei 32,9 Mio. EUR (Vj. -23,9) und bestätigt den Turnaround nach der Restrukturierung eindrucksvoll. Das Ergebnis nach Zinsen und Steuern des GRAMMER Konzerns lag bei 16,3 Mio. EUR (Vj. -28,2), was neben den operativen Ergebnissen maßgeblich an den geringen Aufwendungen aus Steuern durch die Verlustvortragsnutzung lag.

Das Ergebnis pro Aktie errechnet sich aus dem Jahresüberschuss und erreichte 1,60 EUR (Vj. -2,77). Bei Einbeziehung der eigenen Anteile in die Rechnung ergibt sich ein Ergebnis von 1,55 EUR je Aktie (Vj. -2,69).

Ergebnisverwendung

Die Ergebnisverwendung des GRAMMER Konzerns richtet sich nach dem im handelsrechtlichen Jahresabschluss der GRAMMER AG ausgewiesenen Bilanzgewinn/-verlust. Die GRAMMER AG weist einen Bilanzverlust von 26,0 Mio. EUR zum 31. Dezember 2010 aus. Dabei wurden der Verlustvortrag von 19,8 Mio. EUR, die Einstellung in andere Gewinnrücklagen in Höhe von 2,0 Mio. EUR sowie die Entnahme aus der Rücklage für eigene Aktien von 2,0 Mio. EUR in die anderen Gewinnrücklagen berücksichtigt. Der Bilanzverlust zum 31. Dezember 2010 wird aufgrund der gesetzlichen Verwendungsfiktion auf neue Rechnung vorgetragen. Es wurde keine Dividende im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgeschüttet. Für Beschlüsse über Dividenden ist zu berücksichtigen, dass die Gesellschaft 330.050 eigene Aktien im Besitz hat, die nicht dividendenberechtigt sind.

Umsatz- und Ertragslage der Segmente

Deutlicher Umsatzanstieg aufgrund der Konjunktur im Segment Automotive

Im Bereich Automotive produzieren wir Innenraumkomponenten für namhafte Pkw-Hersteller und Systemlieferanten der Fahrzeugindustrie. Das Segment generiert seinen Umsatz mit Serienprodukten sowie dem Projektgeschäft. Das Segment erzielte 2010 einen Umsatz von 610,2 Mio. EUR (Vj. 495,5), was einem Zuwachs von 23,1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 64,1 %. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 21,4 Mio. EUR (Vj. -3,9 Mio. EUR) und zeigte damit gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Erholung. Die Auswirkungen des Umsatzzuwachses, aber auch die durchgeführten Anpassungs- und Optimierungsmaßnahmen, führten zu einem eindrucksvollen Turnaround. Auch im Verhältnis zum umsatzstärkeren Jahr 2008 konnte die Rentabilität gesteigert werden. Anlaufkosten und Anpassungsmaßnahmen zu den nun nötigen Erweiterungen für neue Produkte führten partiell zu höheren Aufwendungen.

Umsatz und Ertrag im Segment Seating Systems stark angestiegen

Das Segment Seating Systems zeigte im 1. Quartal 2010 noch eine verhaltene Umsatzentwicklung. Im Offroad-Bereich stiegen die Umsätze nur langsam an. Mit Beginn des 2. Quartals drehten sich die Märkte und die Auftragseingänge stiegen sprunghaft wieder an. Im Lkw-Sitzgeschäft zeigte sich eine gute Auftragslage über das ganze Jahr verteilt. Der Markt in Europa stieg kontinuierlich mit der anziehenden Konjunktur an und die Sonderentwicklung der Märkte China und Brasilien hielt auch im Jahr 2010 an. Insgesamt erwirtschaftete das Segment einen Umsatz von nun mehr 341,9 Mio. EUR (Vj. 247,1) und damit 38,4 % mehr als 2009. Das Segment konnte nach zögerlichem Beginn auch im operativen Ergebnis deutlich aufholen. Trotz der noch im 1. Quartal durchgeführten Personalmaßnahmen in der GRAMMER AG am Standort Haselmühl erzielte der Bereich Seating Systems ein EBIT von 17,6 Mio. EUR (Vj. -9,9).

Umsatzentwicklung Automotive nach Quartalen (in Mio. EUR)

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in Mio. EUR
2010 2009
--- --- ---
Q1 136,3 104,7
Q2 159,5 116,8
Q3 147,7 124,4
Q4 166,7 149,6
Gesamtjahr 610,2 495,5

Umsatzentwicklung Seating Systems nach Quartalen (in Mio. EUR)

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in Mio. EUR
2010 2009
--- --- ---
Q1 71,8 69,5
Q2 87,8 56,4
Q3 89,5 57,8
Q4 92,8 63,4
Gesamtjahr 341,9 247,1

Finanzlage

GRAMMER auch nach Finanzkrise und Wachstum solide aufgestellt

Die Umsatzentwicklung zog einen verstärkten Finanzbedarf im Umlaufvermögen nach sich, zusammen mit den nötigen Investitionen konnte der GRAMMER Konzern die verfügbare Liquidität (flüssige Mittel sowie nicht in Anspruch genommene Kreditlinien) nicht auf dem Niveau des Vorjahres halten. Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen auf 131,0 Mio. EUR (Vj. 122,3), von denen 70,0 Mio. EUR über das Schuldscheindarlehen und 28,0 Mio. EUR über ein KfW-Darlehen, das Bestandteil des Konsortialkreditvertrages ist, langfristig finanziert sind.

Darüber hinaus stellte ein von GRAMMER gebildetes Bankenkonsortium einen Kreditrahmen nach den abgeschlossenen Verhandlungen in Höhe von 82,0 Mio. EUR bereit, die für drei Jahre zugesagt und in kurzfristigen Tranchen genommen werden. Somit sind durch das langfristige Schuldscheindarlehen, das KfW-Darlehen und die zukünftigen erweiterten Kreditlinien auch für die langfristige Wachstumsstrategie der GRAMMER Gruppe ausreichend finanzielle Mittel verfügbar.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg aufgrund der operativen Ergebnisse und der Optimierungsmaßnahmen an. Die erwirtschafteten Mittel wurden zum Zweck des erweiterten Geschäftsvolumens, zur Abwicklung der Sozialpläne und der Finanzaufwendungen verwendet. Hier standen insbesondere der Ausbau der Geschäftstätigkeit in Deutschland für Mittelkonsolen und die Projekte in den USA und China im Vordergrund, da die zukünftigen Umsätze über diese Wachstumsprojekte stabilisiert werden. Der Cashflow aus Investitionen lag leicht über dem Vorjahresniveau, da die Erhöhung der Wertschöpfung und die genannten Projekte zum Geschäftsausbau mit verstärktem Einsatz von Produktionsmitteln einhergingen. Außerdem wurden der Aufbau der Lkw-Sitzproduktion in Tschechien sowie weitere Maßnahmen zur operativen Produktivitätssteigerung unter Lean Management-Aspekten vorangetrieben. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit stieg an. da - angepasst an die neuen Anforderungen - zusätzliche Liquidität bereitgestellt wurde.

Vermögenslage

Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2010 betrug die Bilanzsumme des GRAMMER Konzerns 559,4 Mio. EUR (Vj. 500,4). Damit stieg durch die höhere Geschäftstätigkeit die Bilanzsumme 2010 im Vergleich zum Vorjahreswert um 11,8 %.

Anlagevermögen deutlich über 2009

Die langfristigen Vermögenswerte summierten sich auf 245,9 Mio. EUR (Vj. 228,0). Durch den Aufbau von Produktionen für die Weiterentwicklung des Produktfelds Konsolen an den Standorten in Mexiko und Schmölln sowie für Lkw-Sitze in Tschechien stiegen die Sachanlagen auf 153,4 Mio. EUR (Vj. 141,9). Die immateriellen Vermögensgegenstände lagen mit 50,2 Mio. EUR (Vj. 49,8) auf Vorjahresniveau. Ein Anstieg ist auch in der Position Latente Steueransprüche zu verzeichnen. Aufgrund der guten Ergebnisentwicklung betroffener Gesellschaften und des nun positiver prognostizierten Marktumfeldes konnte die Nutzung von Verlustvorträgen, die in der Krise noch als kritisch eingestuft wurden, nun als sicher nutzbar bewertet werden.

Umlaufvermögen steigt durch höhere Geschäftstätigkeit

Verglichen mit dem Vorjahresstichtag erhöhten sich die kurzfristigen Vermögenswerte auf 313,5 Mio. EUR (Vj. 272,4). Beeinflusst wurde dieser Anstieg im Wesentlichen durch die Geschäftsentwicklung und den deutlich höheren Umsatz. Dadurch lagen die Vorräte mit 88,9 Mio. EUR zwar um 11,7 Mio. EUR über dem Vorjahreswert, stiegen aber trotz der Umsatzsteigerung aufgrund der wirksamen Capital Management-Maßnahmen deutlich unterproportional. Die Forderungen stiegen aufgrund des starken Umsatzes im 4. Quartal von 109,4 Mio. EUR auf 138,3 Mio. EUR. Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte sanken aufgrund von Umsatzrealisationen bei den Kundenprojekten im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Mio. EUR auf 50,5 Mio. EUR, während die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte um 4,9 Mio. EUR auf 16,7 Mio. EUR leicht anstiegen. Insgesamt stieg das Umlaufvermögen durch den konzernweiten Umsatzzuwachs und insbesondere durch das umsatzstarke letzte Quartal sowie die weitere Internationalisierung unserer Geschäftstätigkeit an. Zum Jahresende waren außerdem liquide Mittel von 17,2 Mio. EUR (Vj. 16,1) vorhanden.

Eigenkapital nimmt wieder zu

Zum 31. Dezember 2010 stieg das Eigenkapital aufgrund der Gewinne auf 173,1 Mio. EUR (Vj. 151,0). Das Eigenkapital entspricht damit 70,4 % der langfristigen Vermögenswerte. Die Eigenkapitalquote stieg leicht auf 31 % (Vj. 30).

Veränderungen der Verbindlichkeiten

Die langfristigen Verbindlichkeiten wiesen ein Volumen von 189,8 Mio. EUR (Vj. 155,5) auf. Die langfristigen Finanzschulden stiegen aufgrund der Umfinanzierung durch das KfW-Darlehen um 28,1 Mio. EUR auf 97,9 Mio. EUR (Vj. 69,8) an. Somit wurde eine kurzfristige Finanzierung in eine langfristige umgewandelt, was zur Sicherheit und Stabilität der Finanzlage der GRAMMER Gruppe beiträgt. Weiterhin stiegen die Pensionsverpflichtungen auf 61,1 Mio. EUR (Vj. 57,3) und es wurden Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung in Höhe von 4,9 Mio. EUR als langfristig qualifiziert und damit entsprechend ausgewiesen.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen mit 196,5 Mio. EUR (Vj. 193,9) gering an. Die kurzfristigen Finanzschulden sind aufgrund der neuen Finanzierungsstruktur und eines moderaten Anstiegs der Nettofinanzverbindlichkeiten trotz hoher Investitionstätigkeit von 52,5 Mio. EUR auf 33,1 Mio. EUR gefallen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 92,1 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau. Mit 54,5 Mio. EUR (Vj. 43,0) erhöhten sich die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten, was im Wesentlichen an der Geschäftsentwicklung liegt. Die Ertragsteuerverbindlichkeiten stiegen aufgrund der Ergebnisentwicklung vor allem in China und Brasilien auf 5,0 Mio. EUR (Vj. 1,9). Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 3,5 Mio. EUR (Vj. 2,5).

Angaben zum Kapital

Kapitalstruktur

Das gezeichnete Kapital der GRAMMER AG beträgt 26.867.607,04 EUR und ist eingeteilt in 10.495.159 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Sonderrechte für Inhaber von Aktien sowie Belegschaftsaktien bestehen nicht. Nach § 5 Abs. 3 der Satzung ist der Vorstand gemäß § 202 AktG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital einmalig oder mehrmals durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien um bis zu insgesamt 13,4 Mio. EUR zu erhöhen. Die Ermächtigung ist befristet bis 25. August 2011. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, jeweils mit Zustimmung des Aufsichtsrats über den Ausschluss des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre zu befinden. Darüber hinaus ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht für einen Betrag von bis zu 2.686.760,70 EUR (10,0 % des Grundkapitals) auszuschließen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags, der möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet. Auf die vorgenannte 10,0 %-Grenze werden diejenigen Aktien angerechnet, die aufgrund einer Ermächtigung der Hauptversammlung erworben und gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 5 AktG i. V. m. § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG während der Laufzeit dieser Ermächtigung veräußert wurden. Im Übrigen ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats über den Ausgabebetrag, den Inhalt der Aktienrechte sowie die sonstigen Bedingungen der Aktienausgabe zu entscheiden. Innerhalb der Gewinnrücklagen wurden im Geschäftsjahr 2009 durch Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Mai 2009 aus dem Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2008 7,0 Mio. EUR in die Gewinnrücklagen eingestellt.

Mit Beschlussfassung in der Hauptversammlung am 28. Mai 2009 wurden zudem die Ermächtigung zum Bezug eigener Aktien in einem Umfang bis zu 10 % des Grundkapitals bis zum 27. Mai 2014 sowie die Ermächtigung zur Begebung von Genussrechten mit oder ohne Options- oder Wandlungspflicht und/oder Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen und zum Ausschluss des Bezugsrechts nebst gleichzeitiger Schaffung eines bedingten Kapitals und Satzungsänderung beschlossen. Diese Beschlüsse wurden der Hauptversammlung vom 19. Mai 2010 erneut als Bestätigungs- bzw. Neuvornahmebeschlüsse vorgelegt und von der Hauptversammlung genehmigt. Die erneute Beschlussfassung war geboten, da im Zeitpunkt der Einberufung der Hauptversammlung 2010 drei Nichtigkeits- und Anfechtungsklagen gegen Beschlüsse der Hauptversammlung 2009 noch nicht rechtskräftig entschieden waren. Im Jahr 2010 wurden alle Klagen rechtskräftig abgewiesen.

Gemäß den bei der GRAMMER AG bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses eingegangenen Mitteilungen entsprechend §§ 21 ff. WpHG halten nachfolgende Gesellschaften direkt oder indirekt Anteile von mehr als 3 % an der GRAMMER AG: Die Electra QMC Europe Development Capital Funds plc in Dublin/Irland hält 10,001 % der Anteile der GRAMMER AG und die Nmas Agencia de Valores S.A. mit Sitz in Madrid/Spanien hat uns mitgeteilt, dass ihr diese Anteile zuzurechnen sind. Im Oktober 2009 erhielt die GRAMMER AG die Mitteilung, dass der Stimmrechtsanteil von Wynnefield Partners Small Cap Value L.P. insgesamt einen Anteil von 4,05 % hält. Die entsprechenden sonstigen Zurechnungen zu diesen Stimmrechten sind im Anhang dargelegt.

Eigene Anteile

Der Vorstand der GRAMMER AG war durch die Hauptversammlung 2006 zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt. Diese bis zum 1. Dezember 2007 befristete Ermächtigung wurde in der Hauptversammlung vom 28. Juni 2007 durch eine neue Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien, befristet bis zum 1. Dezember 2008, ersetzt. In der Hauptversammlung vom 28. Mai 2009 wurde die Ermächtigung zum Bezug eigener Aktien in einem Umfang bis zu 10 % des Grundkapitals bis zum 27. Mai 2014 beschlossen. Diese Ermächtigung wurde als Bestätigungs- bzw. Neuvornahmebeschluss von der Hauptversammlung 2010 bestätigt. Im Vorjahr und im Berichtsjahr machte der Vorstand der GRAMMER AG nicht von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien Gebrauch. Insgesamt hält GRAMMER 330.050 Aktien, die vollständig im Geschäftsjahr 2006 erworben wurden. Der darauf entfallende Betrag des Grundkapitals beträgt 844.928,00 EUR und entspricht 3,1448 % des Grundkapitals. Diese 330.050 eigenen Aktien haben keine Stimmrechte und sind auch nicht dividendenberechtigt.

Einschätzung der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens

Auf Basis der erläuterten Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage beurteilen wir die wirtschaftliche Lage des GRAMMER Konzerns als positiv. In unseren Geschäftsfeldern haben wir eine gute bis sehr gute Marktposition und aufgrund der innovativen Produkte genießen wir hohe Akzeptanz im Markt. Mit den aktuellen Projekten und Produktanläufen sehen wir die Entwicklung des Konzerns in Umsatz und Ergebnis positiv, auch in der längerfristigen Entwicklung. Allerdings sind die Auswirkungen der Entwicklungen an den Rohstoffmärkten und deren Volatilitäten sehr genau zu beobachten, da diese auf die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens stark Einfluss nehmen könnten. Darüber hinaus könnten auch die Entwicklungen der internationalen Währungs- und Finanzmärkte einen erheblichen Einfluss auf die Performance nehmen.

Investitionen

Die Investitionen des GRAMMER Konzerns betrugen 38,1 Mio. EUR (Vj. 32,7). Im Bereich Automotive investierten wir nahezu wie im Vorjahr 22,0 Mio. EUR (Vj. 22,4). Schwerpunkte waren neue Produktionsanlagen für anstehende Kundenprojekte sowie der weitere Ausbau der Standorte Serbien, Mexiko, Shanghai und Schmölln, welche einerseits als Niedriglohn-Standorte für Nähumfänge und andererseits als integrierte Fertigung mit hohem automatisierten Wertanteil zur Optimierung unserer Kostenstruktur beitragen. Die integrierten Mittelkonsolenfertigungen, die eine höhere Anlagenintensität aufweisen, sind durch die erhaltenen Aufträge notwendig und bilden die Grundlage unseres weiteren Wachstumspotenzials. Zudem wurden weiter Lean Optimierungen in den Werken durchgeführt, die zur Produktivitätssteigerung beitragen sollen.

Investitionen nach Segmenten (Vorjahreswert in Klammern)

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in Mio. EUR
2010 2009
--- --- ---
Automotive 22,0 22,4
Sealing Systems 15,8 9,5
Central Services 0,3 0,8
Summe 38,1 32,7

Im Segment Seating Systems addierten sich die Investitionen auf 15,8 Mio. EUR (Vj. 9,5). Durch den Aufbau der Produktion für Lkw-Sitze in Tschechien für die neue Sitzgeneration Echo wurden in Deutschland und in Tschechien größere Investitionen nötig. In den Ausbau unseres Standorts in Brasilien für den stark wachsenden südamerikanischen Markt und dessen Versorgungsunabhängigkeit wurde ebenso investiert wie in die Fortsetzung der Lean Management-Produktionsumstellung in den Produktionswerken. Für den Offroad-Bereich investierten wir nochmals wesentlich in Werkzeuge und den weiteren Aufbau modularer Fertigungseinheiten. Diese Investitionen dienen der Effizienzsteigerung und Standortoptimierung. Sie zeigen auch das Bekenntnis des Unternehmens zur Innovation in Produktion und Produkt.

In den Zentralbereichen wurden 0,3 Mio. EUR (Vj. 0,8) investiert. Wir erwarben weitere Upgrades und Erweiterungslizenzen für unser SAP-System. Zusätzlich investierten wir in die Optimierung unserer Entwicklungssoftware und deren Anbindung und Vernetzung.

Mitarbeiter

Beschäftigtenzahl steigt

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Mitarbeiterzahl um 10,1 % und somit deutlich unterproportional zum Umsatzanstieg an. Zum Stichtag am 31. Dezember 2010 waren innerhalb des GRAMMER Konzerns 7.955 Mitarbeiter (Vj. 7.224) beschäftigt. Davon zählten 5.034 Beschäftigte (Vj. 4.479) zum Automotive-Bereich, 2.744 (Vj. 2.556) zum Segment Seating Systems und 177 (Vj. 189) zu den Zentralbereichen. Der Anstieg wurde überwiegend bei den Produktionsmitarbeitern und den Angestellten in den Niedriglohnländern verzeichnet. Im Jahresdurchschnitt waren 7.745 Mitarbeiter (Vj. 7.474) im Unternehmen tätig.

Personalkostenreduktion stärkt Turnaround

Nach dem schwierigen Jahr 2009 wurde im Inland im abgelaufenen Geschäftsjahr zunächst die Personalkostenreduzierung fortgesetzt, da die Seatingmärkte in Europa weiter auf niedrigem Niveau lagen. Im 1. Quartal 2010 wurde in der GRAMMER AG für das Werk Haselmühl ein Maßnahmenpaket zum sozialverträglichen Personalabbau umgesetzt. Zielsetzung war es, an diesem Standort die Beschäftigung langfristig durch Steigerung der Rentabilität zu sichern. Das umfangreiche, mit dem Betriebsrat und den Tarifparteien verhandelte Maßnahmenpaket und dessen Einbindung auch für das Werk Immenstetten bei Amberg sollten bis Ende 2010 vollständig umgesetzt sein. Durch den Umsatzanstieg im Automotive kam es aber zu einer Verschiebung, sodass zwar im Dezember 2010 noch die Entscheidung für die operative Schließung des Werkes Immenstetten gemäß Aufsichtsratsbeschluss vom September 2009 erfolgte, dies aber erst 2011 abgeschlossen sein wird. Aufgrund der konjunkturellen Entwicklung zeigte es sich, dass an anderen Standorten des GRAMMER Konzerns, insbesondere in China und anderen Niedriglohnländern, wieder Personal aufgrund der Absatzentwicklung und der Neuanläufe aufgebaut werden musste. So wurde in Tschechien eine Lkw-Sitz-Produktion aufgebaut und die Belegschaft für diese Aufgaben erweitert. In Serbien und Bulgarien wurden unsere Nähkapazitäten wegen der anhaltenden Nachfrage im Automotive-Bereich aufgestockt. Für die Märkte China und Brasilien wurden bereits in den ersten Monaten wieder Zuwächse aufgrund der konjunkturellen Sondersituation erforderlich.

Ausbildung, Weiterbildung, Personalwesen

Personalentwicklung ist ein zentrales Element, um unternehmerischen Erfolg zu sichern und voranzutreiben. Mitarbeiter mit neuen Ideen, erweitertem Wissen und hinzugewonnenen Kompetenzen tragen entscheidend dazu bei, etablierte Standards zu sichern und Wettbewerbsstärke weiter auszubauen. GRAMMER bietet aus diesem Grund eine Vielzahl unterschiedlicher Initiativen für Beschäftigte aller Bereiche und Ebenen an. Unser Weiterbildungsprogramm basiert auf drei Ansätzen, die sich hierarchisch gliedern: Das "General Management Program" fokussiert auf die strategische Fortbildung des Topmanagements, das "Management Development Program" richtet sich vorrangig an Werks- und Abteilungsleiter und das Programm "GO!2008" ist auf die Förderung der Nachwuchsführungskräfte zugeschnitten. Alle drei Entwicklungskonzepte richten ihre Inhalte an Leitbild, Zielen und Strategie des Konzerns aus.

Der Konzern ist ebenfalls ein wichtiger Ausbildungsbetrieb in den Regionen und bildet auch über den eigenen Bedarf hinaus aus. So zählt zum Beispiel die Ausbildung mit eigenem Ausbildungszentrum und Ausbildern am Standort Amberg in der GRAMMER AG zu den wesentlichen Punkten der Personalpolitik, die wir, soweit es die Beschäftigungslage zulässt, auch gerne in unserem Unternehmen beschäftigen. Auch 2010 stellten wir in allen Unternehmenssparten motivierte Auszubildende ein, die sich in zukunftsträchtigen Berufsfeldern bewähren können. Zusätzlich vergaben wir Praktika und boten die Möglichkeit, Studien- oder Bachelor-/Masterarbeiten praxisnah innerhalb unseres Unternehmens zu verfassen. Hochqualifizierte Nachwuchskräfte gewinnen wir auch über Recruitingveranstaltungen im universitären Umfeld oder über Kooperation mit dem Bildungswerk der bayerischen Wirtschaft. Ein Beispiel für unser erfolgreiches Engagement auf dem Hochschulsektor ist unter anderem die enge und langjährige Zusammenarbeit mit der HAW (Hochschule für angewandte Wissenschaften Amberg-Weiden).

Mitarbeiter nach Segmenten (Vorjahreswert in Klammern)

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Zum Stichtag 31. Dezember
2010 2009
--- --- ---
Automotive 5.034 4.479
Seating Systems 2.744 2.556
Central Services 177 189
Gesamt 7.955 7.224

Aufsichtsrat und Vorstand

Die Bestimmungen zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richten sich nach den Vorschriften des § 84 AktG. Es sind keine anderen oder zusätzlichen Bestimmungen in der Satzung enthalten. 2010 ergaben sich folgende Veränderungen im Vorstand: Zum 1. August 2010 wurde Herr Hartmut Müller als Vorstandsvorsitzender bestellt, nachdem Herr Dr. Rolf-Dieter Kempis plangemäß aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Als Nachfolger von Herrn Müller als Vorstand des Segments Seating Systems wurde Herr Manfred Pretscher mit Wirkung zum 1. August 2010 bestellt, der vorher in diesem Segment bereits Gesamtverantwortung für das Produkt-Marktsegment Truck und Bahn hatte.

Auch im Aufsichtsrat sind im abgelaufenen Geschäftsjahr mehrere Veränderungen erfolgt. Herr Dr. Klaus Probst wurde am 19. Mai 2010 zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt, da der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Herr Dr. Bernd Blankenstein nicht mehr als Aufsichtsratsvorsitzender kandidierte. Nach den Aufsichtsratswahlen der Arbeitnehmer folgte mit Wirkung zum 19. Mai 2010 Herr Frank Himmelhuber als Vertreter der leitenden Angestellten für Frau Astrid Franzky in den Aufsichtsrat. Als Vertreter der Arbeitnehmer wurde Herr Wolfgang Rösl mit Wirkung zum 19. Mai 2010 in den Aufsichtsrat ernannt und löst damit Frau Monika Kugler-Fleischmann ab.

Grundzüge des Vergütungssystems

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 wurde das Vergütungssystem der Vorstände angepasst. Bis zum 31. Juli 2010 setzten sich die jährlichen Bezüge des Vorstands aus den drei nachfolgenden Elementen zusammen: Der erfolgsunabhängigen Vergütung, der erfolgsabhängigen Komponente und Leistungen zur Altersvorsorge, die analog zu den Pensionszusagen an die Arbeitnehmer gestaltet sind. Dabei besteht die erfolgsunabhängige Vergütung aus einem Fixum. Die erfolgsabhängige Komponente berechnet sich über Umsatz- und Ergebniskennzahlen des Konzernabschlusses der GRAMMER AG beziehungsweise auch über die Kapitalverzinsung (Return on Capital Employed = ROCE). Sie ist mit bis zu 30 % des Fixums als Basisbetrag bei 100%iger Zielerreichung definiert. Die Umsatzkomponente im erfolgsabhängigen Entgelt ergibt sich aus der prozentualen Umsatzsteigerung zum vorangegangenen Geschäftsjahr. Die Ergebniskomponente wird als EBIT- bzw. Jahresüberschussrendite in Relation zum Umsatz und als Kapitalrendite ermittelt. Bei Übererfüllung der durch den Aufsichtsrat gesetzten Vorgaben ist die erfolgsabhängige Komponente auf maximal 60 % des Fixums limitiert.

Ab dem 1. August 2010 ist die Vergütung der Vorstände auf die nachfolgend beschriebenen Elemente umgestellt worden. Der Vorstand erhält nach wie vor eine erfolgsunabhängige (70 %) und eine erfolgsabhängige (30 %) Vergütung sowie Leistungen zur Altersvorsorge, die analog zu den Pensionszusagen an die Arbeitnehmer gestaltet sind. Die erfolgsabhängige Komponente wird bei der neuen Vergütungsstruktur in zwei Anteile zerlegt, einen kurz- und einen langfristigen. Der Kurzfristbonus beträgt 45 % der erfolgsabhängigen Vergütung und ist zu einem Drittel vom Umsatz und zu zwei Drittel von der Umsatzrendite abhängig. Der Langfristbonus der erfolgsabhängigen Komponente berechnet sich ausschließlich auf Basis der erreichten Unternehmenswertsteigerung (ROCE - WACC (WACC = Weighted Average Cost of Capital)). Zur Verstetigung der Leistung wird die Steigerung des Unternehmenswerts grundsätzlich über den Zeitraum der letzten drei Jahre berechnet und wird somit erst nach Ablauf einer Dreijahresperiode abschließend ermittelt. Darauf wird ein Abschlag zur Zahlung geleistet zur Verstetigung der Einkünfte, über dessen Höhe und Auszahlung der Aufsichtratsvorsitzende entscheidet. Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung wie Aktienoptionsprogramme oder Gewährung eigener Aktien sind nicht Bestandteil der Vergütung des Vorstands. Weiterhin kann im Falle außergewöhnlicher Erfolge oder Misserfolge im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr der Aufsichtsrat zum Ende des Geschäftsjahres eine Gehaltskorrektur von 10 % des Fixums sowohl als Bonus als auch als Malus beschließen.

Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten für ihre Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat eine feste Vergütung. Sie beträgt für das einzelne Mitglied 10.000,00 EUR pro Geschäftsjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Doppelte, der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats das Eineinhalbfache dieser Vergütung. Ferner bekommen die Mitglieder des Aufsichtsrats eine variable Vergütung von 200,00 EUR für jeweils 0,1 Prozentpunkte des ROCE im GRAMMER Konzern, der 8,0 % übersteigt. Maximal beträgt die variable Vergütung im Geschäftsjahr pro Aufsichtsratsmitglied 6.000,00 EUR. Die Kennzahl ROCE wird unter Zugrundelegung der Angaben im geprüften Konzernabschluss der GRAMMER AG wie folgt bestimmt: Operatives Ergebnis abzüglich Ertragsteueraufwand dividiert durch die Summe aus Eigenkapital zuzüglich verzinsliches Fremdkapital, Pensionsverpflichtungen und finanzielle Verpflichtungen.

Des Weiteren erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats pro Aufsichtsratssitzung sowie pro Ausschusssitzung, an der sie persönlich teilnehmen, ein Sitzungsgeld in Höhe von jeweils 1.000,00 EUR zuzüglich Erstattung ihrer Auslagen. Der Vorsitzende eines Ausschusses erhält pro Ausschusssitzung ein Sitzungsgeld von weiteren 1.000,00 EUR. Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung wie Aktienoptionsprogramme oder Gewährung eigener Aktien sind nicht Bestandteil der Vergütung des Aufsichtsrats.

Corporate Governance

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 a HGB mit der Erklärung zum Corporate Governance Kodex (§ 161 AktG) ist im Geschäftsbericht 2010 ab Seite 18 abgedruckt und kann dauerhaft auf der Unternehmens-Homepage unter www.grammer.com/corporate_governance eingesehen werden.

Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung ist für den GRAMMER Konzern ein zentraler Faktor, um sich auch in Zukunft erfolgreich am Markt zu positionieren. Denn technologischer Vorsprung generiert innovative Produkte und ein breites Produktportfolio. So erschließen wir neue Marktpotenziale und sichern die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit.

Vor allem auf dem Automobilsektor sind Investitionen in Forschung und Entwicklung von herausragender Bedeutung. Die Entwicklung neuer bzw. die Weiterentwicklung bestehender Pkw-Komponenten und -Systeme verlagert sich zunehmend auf die Zulieferunternehmen. Aus diesem Grund positioniert sich der Bereich Automotive in immer stärkerem Maße als Entwicklungspartner und Impulsgeber namhafter Hersteller. Technologischer Vorsprung und erstklassige Lösungen sichern uns hier wichtige Marktvorteile. Intensive Forschung und Entwicklung ist aber nicht nur die Grundlage unseres aktuellen unternehmerischen Erfolgs, sondern auch Basis der erfolgreichen Weiterentwicklung: Neue, innovative Produkte versetzen uns in die Lage, den Kundenanforderungen auch künftig in höchstem Maße gerecht zu werden.

Als Schwerpunkte in der Entwicklung forcieren wir Mittelkonsolen und deren Komponenten, die zudem auch die Schwerpunkte unserer Kundenprojekte widerspiegeln. Zusätzlich wurden Oberflächen und Verkleidungen in Hauptprojekten vorangetrieben, da deren technische Lösungen auch im Marktsegment Mittelkonsolen und Armlehnen integrative Verwendung finden.

Im Bereich Seating Systems wurde Schwerpunkt die Entwicklung von innovativen Federungen für Lkw-Sitze und wir konzipieren weiterhin innovative Lösungen, die zur Weiterentwicklung und Kostenführerschaft unserer Sitze beitragen. Zudem entwickelten wir auch 2010 wieder zahlreiche Patente für unsere Produkte und deren Komponenten. Die Stärkung der Produkte in Sachen Ergomechanik zur Gesundheitserhaltung unserer Endkunden wurde in den Produktreihen weiter vorangetrieben. Als Ausdruck dafür wurde z. B. ein gefederter Sportbootsitz entwickelt, der mit dem renommierten "iF product design award" ausgezeichnet wurde und so innovativ zur Gesundheit auch im Bereich "Freizeit und Hobby" beiträgt. Zusätzlich wurden Projekte zur spezifizierten Homogenisierung der Produkte für die jeweiligen Regionen verstärkt, was langfristig unsere Marktposition stärken wird. Dies stellt zudem andere Marktteilnehmer vor die weltweite Herausforderung, uns nachzueifern oder zumindest adäquate Lösungen zu liefern.

Chancen- und Risikomanagement

Risikopolitik und -grundsätze

Unternehmerisches Handeln ist immer mit Chancen, aber auch mit Risiken verknüpft. Insbesondere aufgrund der internationalen Ausrichtung des GRAMMER Konzerns entstehen Chancen und Risiken, die beherrscht werden müssen. In seiner Risikostrategie hat der Konzern unter anderem nachfolgende risikopolitischen Grundsätze festgelegt:

Unter Chancen und Risiken im Sinne des Risikomanagements versteht GRAMMER mögliche positive oder negative Abweichungen von einem unter Unsicherheit festgelegten Plan beziehungsweise Ziel.
Risikomanagement ist somit ein Beitrag zur wertorientierten Unternehmensführung des GRAMMER Konzerns. Wertorientiert bedeutet dabei, dass Risiken bewusst nur eingegangen werden, wenn im Rahmen der Nutzung günstiger Geschäftsgelegenheiten der Wert des Unternehmens gesteigert werden kann.
Möglicherweise mit den geschäftlichen Aktivitäten von GRAMMER verbundene bestandsgefährdende Risiken sind zu vermeiden.
Unternehmerische Kernrisiken, insbesondere Risiken die von der Marktseite her verursacht werden, trägt GRAMMER selbst. Auch Risiken, die aus der Entwicklung neuer Produkte entstehen können, übernimmt GRAMMER selbst. Andere Risiken, insbesondere Finanz- und Haftpflichtrisiken, möchte GRAMMER eher auf Dritte übertragen.
Das Risikomanagement im GRAMMER Konzern umfasst alle Gesellschaften und Organisationseinheiten. Die Identifikation von Risiken sowie das Einleiten wertsteigernder Maßnahmen sieht das GRAMMER Management als ständige gemeinsame Aufgabe an.
Alle Mitarbeiter des Unternehmens sind dazu aufgefordert, Risiken in ihrem Verantwortungsbereich wahrzunehmen und soweit wie möglich zu minimieren. Im Geschäftsablauf auftretende Chancen und Gefahren sind von jedem Mitarbeiter umgehend dem zuständigen Vorgesetzten zu melden.

Risikomanagementprozess

Der Risikomanagementprozess gewährleistet die frühzeitige Identifikation von Risiken, ihre Analyse und Bewertung, den abgestimmten Einsatz geeigneter Instrumente zur Steuerung der Risiken sowie das Risikomonitoring und -controlling. Im Rahmen eines fortlaufenden Erhebungsprozesses werden Risiken mit einer geschätzten ungeplanten Ergebniswirkung ab 0,5 Mio. EUR an das zentrale Risikomanagement gemeldet. Hierfür sind in allen Unternehmens- und Zentralbereichen Risikoverantwortliche definiert. In regelmäßigen Managementsitzungen mit den Führungsebenen der Unternehmens- und Zentralbereiche werden Chancen und Risiken diskutiert sowie Maßnahmen zur Risikosteuerung abgeleitet. Über ein konzernweites Berichtswesen werden Entscheidungsträger regelmäßig und umfassend über die Risikolage des Konzerns sowie den Stand der eingeleiteten Maßnahmen unterrichtet.

Das zentrale Risikomanagement ist im Bereich Finanzen angesiedelt und betreibt ein EDV-gestütztes Risikomanagementsystem, in dem die Risiken zentral verwaltet und notwendige Maßnahmen zur Reduzierung des Risikos verfolgt werden. Die Phasen des Risikomanagementprozesses werden durch diese anerkannte Softwarelösung optimal unterstützt.

Auf diese Weise erhalten wir einen Überblick über die wesentlichen Chancen und Risiken für den GRAMMER Konzern. Dazu zählen beispielsweise strategische Risiken, Markt- und Finanzrisiken und Rechtsrisiken ebenso wie Risiken aus den Bereichen IT, Personal und Leistungserstellung.

Umfeld- und Branchenrisiken

Der GRAMMER Konzern wird als weltweit tätiges Unternehmen durch die Rahmenbedingungen an nationalen als auch internationalen Märkten beeinflusst. Diesen Risiken begegnen wir mit einer Vielzahl von Maßnahmen und beobachten kontinuierlich und intensiv die Entwicklung der Märkte und speziell unserer Branchen. Bei Bedarf passen wir die Produktionen und Kapazitäten entsprechend an. Der GRAMMER Konzern hat im Sinne eines effektiven Risikomanagements umgehend auf die Finanzkrise und sich andeutende Umsatzschwächen reagiert und Produktions- sowie Kostenstrukturen auf die veränderte Umsatzsituation immer frühzeitig angepasst. Branchenbedingte Umsatzrisiken haben grundsätzlich auch in Zukunft Bestand. Nach der konjunkturellen Erholung sind insbesondere im Automotive-Bereich weitere, wenn auch schwächere Wachstumstendenzen zu erkennen und auch im Bereich Seating Systems scheint sich der Auftragsbestand auf gutem Niveau zu stabilisieren. In den vergangenen Monaten deuteten ökonomische Daten und Indikatoren eine substanzielle Erholung und Stabilisierung des makroökonomischen Umfeldes an. Da jedoch keine Gewissheit darüber besteht, inwieweit die gute konjunkturelle Entwicklung durch politisch bedingte Veränderungen sowie die noch schwachen Euroländer wie Griechenland, Spanien, Italien oder Portugal wieder beeinträchtigt wird und umfassend keine zuverlässigen Aussagen darüber vorliegen, inwieweit die Erhöhung Auswirkungen auf die für uns relevanten Märkte und Produkte geben wird, birgt dies Risiken für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Im Zuge der Konsolidierung der Märkte bestehen Wettbewerbsrisiken und zudem hält der Kostendruck der Fahrzeughersteller auf die Unternehmen der Zulieferindustrie an. Zusätzlich können uns fehlende Anschlussaufträge in Europa belasten. Hier forcieren wir neben intensivierter Forschung und Entwicklung auch vielseitige Prozessoptimierungen zur Gegensteuerung und Steigerung der Kosteneffizienz.

Wir streben die Verbesserung unserer Marktstellung in sämtlichen Geschäftsfeldern an, damit diese Wettbewerbsrisiken reduziert werden. Aus diesem Grund setzt GRAMMER auf technische Innovationen und Weiterentwicklung bestehender Produkte. Ziel ist es, mit verstärkten Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung die Technologieführerschaft mit unseren Kernprodukten zu übernehmen oder auszubauen, um so Wettbewerbsvorteile zu generieren.

Ebenfalls großes Gewicht besitzt die Einhaltung der hohen internen Qualitätsstandards - mögliche Fehlerquellen werden frühzeitig identifiziert und beseitigt, Doppelarbeiten und Leerläufe vermieden.

Beschaffungsrisiken

GRAMMER ist bestrebt, Planungsrisiken, die aus der Schwankung von Rohstoffpreisen resultieren, weitestgehend zu minimieren. Von Bedeutung ist dabei insbesondere die Marktpreisentwicklung von Stahl sowie rohölbasierter Schaum- und Kunststoffprodukte. Die für GRAMMER relevanten Rohstoffmärkte unterliegen einer ständigen Beobachtung. Soweit möglich und angezeigt, werden Kostenrisiken durch das Eingehen langfristiger Lieferverträge eingegrenzt, die aber aufgrund der immensen Nachfrage und der Volatilität derzeit in den Commodities Stahl, Schaum und Kunststoff kaum im Markt durchzusetzen sind.

Risiken, die aus dem Ausfall von Zulieferern entstehen, begegnet GRAMMER neben einer Dual-Sourcing-Strategie im Rahmen eines Notfallprogramms mit einer engen Verfolgung von potenziell kritischen Lieferanten und der schnellen Reaktion mit definierten Notfallplan- und Risikomanagementmaßnahmen. Zur Sicherstellung unserer Wertschöpfungskette legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Prüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit unserer Lieferanten. Wir pflegen kontinuierlich einen intensiven Kontakt mit unseren Zulieferern und vermeiden nach Möglichkeit Abhängigkeiten.

Um Risiken aus lieferantenverursachten Qualitätsproblemen zu begegnen, führen wir eine intensive Lieferantenentwicklung und regelmäßige Lieferantenprüfungen durch. Mittels einer systembasierten Lieferantenbewertung analysieren wir fortlaufend lieferantenspezifisch den Qualitäts- und Leistungsgrad im Lieferprozess.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Zins-, Währungs- und Liquiditätsrisiken werden im Konzernbereich Finanzen zentral erfasst. Mit Hilfe eines strategischen Treasury Managements, dessen Wirksamkeit regelmäßig überprüft wird, verringern wir diese Risiken.

GRAMMER hat hauptsächlich Währungsrisiken in den Devisen tschechische Krone, US-Dollar, mexikanische Peso sowie chinesische Yuan zu managen, die sowohl aus Lieferungen und Leistungen als auch aus der Beschaffung resultieren. Der GRAMMER Konzern begegnet Währungsrisiken zum einen durch "natural hedging", also die Erhöhung des Einkaufsvolumens im Fremdwährungsraum oder die Steigerung der Produktion vor Ort. Zum anderen werden Währungsrisiken selektiv am Finanzmarkt abgesichert.

Zinsänderungsrisiken werden durch die Aufnahme von langfristigen Refinanzierungsmitteln sowie den Einsatz von Derivaten minimiert.

Der Sicherung ausreichender Liquiditätsspielräume kommt angesichts der derzeit restriktiven Kreditvergabepolitik der Banken eine hohe Bedeutung zu. Die Finanzierung des GRAMMER Konzerns ist durch ein langfristig aufgenommenes Schuldscheindarlehen, ein langfristiges KfW-Darlehen sowie die langfristige Festschreibung kurzfristiger Kreditlinien in ausreichender Höhe sichergestellt. Die Liquiditätsrisikosituation wird laufend überwacht und durch eine konzernweite rollierende Finanzbedarfsplanung kontinuierlich erfasst. Investitionen werden selektiv über Leasing- und Mietkaufverträge ergänzend dargestellt.

Die Debitorenausfallrisiken sind durch die Kundenstruktur begrenzt und werden durch aktives Debitorenmanagement im Konzernbereich Controlling/Accounting kontrolliert.

Rechtliche Risiken

Zur Absicherung rechtlicher Risiken setzen wir ein System aus intensiver Vertragsprüfung, Vertragsmanagement sowie systematisierter Dokumentierung und Archivierung ein. So genannte Normalrisiken und existenzgefährdende Risiken sind ausreichend versichert.

Personalrisiken

GRAMMER ist weiterhin auf hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte angewiesen, um seine Chancen effizient zu nutzen und seinen Wettbewerbsvorteil auszubauen. Aus diesem Grund legen wir gerade in schwierigen Zeiten großen Wert auf gezielte und bedarfsorientierte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für möglichst viele Mitarbeiter auf allen Ebenen und aus allen Bereichen. Darüber hinaus nehmen wir an Rekrutierungsveranstaltungen und Kontaktmessen an Schulen und Hochschulen teil, um motivierte Nachwuchskräfte und Spezialisten für GRAMMER zu interessieren.

IT- und Informationsrisiken

Die Sicherheit, der Schutz und die Integrität unserer Daten sowie der IT-Infrastruktur sind unerlässlich für einen ordentlichen Geschäftsbetrieb. Gesetzliche Vorgaben und Vorschriften erfordern technisch-organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Rechenzentren und der hochverfügbaren und sicheren Datenübertragungen.

Um diesen Anforderungen Rechnung zu tragen, hat GRAMMER die unternehmenskritischen Komponenten der IT-Infrastruktur redundant in zwei Rechenzentren installiert und die Stromversorgung auch im Notfall durch getrennte Notstromanlagen sichergestellt. Alle GRAMMER Standorte sind redundant an die Rechenzentren angebunden. Standorte mit einer hohen zeitkritischen Fertigungsintegration ("Just in time", "Just in sequence") sind zusätzlich mit einer erweiterten Hochverfügbarkeitslösung ausgestattet. Die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit geschäftskritischer IT-Systeme ist in Notfallplänen dokumentiert. GRAMMER hat sich gegen Angriffe von außen durch geeignete Sicherheitssysteme geschützt.

Zur Gewährleistung der IT-Sicherheit wurde eine konzernweite IT-Sicherheitsorganisation eingerichtet.

Der Teilbereich System & Security der Konzern-IT, der Datenschutzbeauftragte sowie das Risikomanagement der GRAMMER Gruppe bilden zusammen ein Security-Incidence-Team mit dem Ziel, die IT-Sicherheit koordiniert zu verbessern.

Ökologische Risiken

GRAMMER arbeitet mit einem Umweltmanagementsystem auf der Basis der ISO 14001. In unserem Umweltmanagementsystem legen wir weltweit gültige Umweltstandards fest (z. B. Beauftragte, Umweltprogramme und Umweltziele), dessen Einhaltung und Umsetzung durch regelmäßige Audits überwacht wird. Dadurch minimieren wir ökologische Risiken. Die Zertifizierung unserer Produktionsstandorte nach den Vorgaben der ISO 14001 treiben wir weiter voran.

Chancen: Gutes Wachstum der Konjunktur beflügelt

Aufbauend auf unser qualitativ hochwertiges Produktprogramm und unserer weltweiten Marktfähigkeit können sich dem GRAMMER Konzern weitere Wachstumschancen eröffnen, wenn die Konjunktur weiterhin stabil bleibt und der Rohstoffsektor sich nicht weiter wesentlich verschlechtert. Nach den erheblichen Restrukturierungen in allen Konzernunternehmen sowie den vereinbarten weiteren Schritten im Jahr 2011 können sich gute Aussichten ergeben, sich in den Märkten zu erweitern, die im Wettbewerb hart umkämpft sind. Durch die neue Fokussierung auf die Produkt- und Marktrelationen sehen wir uns durch kurze Entscheidungswege und eine schlanke Struktur besser auf dem Markt und zum Kunden hin aufgestellt. Die Rationalisierungsmaßnahmen verbessern die Kostenstrukturen, sodass unsere Wettbewerbsposition sich auch in hart umkämpften Märkten verbessert hat und hieraus sich weitere Wachstumschancen ergeben.

Für unsere Märkte in China sehen wir weitere Chancen für unsere Produkte in allen Sparten, da wir dort nun auch zunehmend für exportierende lokale OEMs zum Partner werden und qualitativ hochwertigere Produkte auch für den lokalen Markt zunehmend nachgefragt werden. In den NAFTA-Märkten sehen wir ebenfalls weitere Chancen für unser gesamtes Produktportfolio. Mit der Stabilisierung der OEMs vor allem in den USA und weiteren Entscheidungen zur direkten lokalen Produktion in den USA durch europäische OEMs könnte sich unsere weltweite Liefer- und Produktionsfähigkeit als Wettbewerbsvorteil erweisen.

In Europa können wir aufgrund der Innovation und des weiteren Ausbaus unserer Kompetenz unsere Wertschöpfungstiefe steigern und so nach der Optimierung der Strukturen in Deutschland uns besser im Markt positionieren. Zudem können sich mit ergänzenden Partnern aus anderen spezifischen Branchen weitere Wachstumsfelder und Wertschöpfungsstufen ergeben, die unser Produktprogramm in seiner Attraktivität steigern und so weiter zu einem soliden Wachstum beitragen.

Beurteilung des Gesamtrisikos

Nach eingehender Überprüfung der derzeitigen Risikosituation stellen wir fest, dass der GRAMMER Konzern ausreichend vorgesorgt hat. Die derzeit bestehenden Risiken üben keinen wesentlichen Einfluss auf die zukünftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus. Aus heutiger Sicht sind unserer Meinung nach keine bestandsgefährdenden Risiken zu erkennen und es können sich aus den Chancen zusätzlich risikominimierende Zuwächse ergeben. Die Entwicklung der Risiken aus den Rohstoffmärkten kann aufgrund der derzeit widersprüchlichen, volatilen Prognosen nicht abschließend beurteilt werden, da mögliche Entwicklungsszenarien sowohl Chancen als auch Risiken aufzeigen.

Merkmale des internen Kontrollsystems

Da das Mutterunternehmen GRAMMER AG eine kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaft im Sinne des § 264 d HGB ist, sind gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess, der auch die Rechnungslegungsprozesse bei den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften einbezieht, zu beschreiben.

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess ist gesetzlich nicht definiert. Wir verstehen das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem als umfassendes System und lehnen uns an die Definitionen des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V., Düsseldorf, zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem und zum Risikomanagementsystem an. Unter einem internen Kontrollsystem werden danach die von dem Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die gerichtet sind auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements

zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens, einschließlich der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen),
zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie
zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.

Das Risikomanagementsystem beinhaltet wie zuvor beschrieben die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer Betätigung.

Im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess sind im Konzern auf das interne Kontrollsystem folgende Strukturen und Prozesse implementiert: Der Konzernvorstand trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess im Konzern. Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften und strategischen Bereiche eingebunden. Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des konzernrechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind konzernweit in einem Handbuch, Konzernrichtlinien und Organisationsanweisungen niedergelegt, die in regelmäßigen Abständen an aktuelle externe und interne Entwicklungen angepasst werden.

Im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess erachten wir solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Konzernbilanzierung und die Gesamtaussage des Konzernjahresabschlusses einschließlich Konzernlagebericht maßgeblich beeinflussen können. Dies sind insbesondere die folgenden Elemente:

Identifikation der wesentlichen Risikofelder und Kontrollbereiche mit Relevanz für den Konzernrechnungslegungsprozess.
Monitoringkontrollen zur Überwachung des Rechnungslegungsprozesses sowie Konzernrechnungslegungsprozesses und deren Ergebnisse auf Ebene des Konzernvorstands und auf Ebene der strategischen Bereiche sowie auf Ebene der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften.
Präventive Kontrollmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen des Konzerns und der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften, der strategischen Bereiche sowie in operativen, leistungswirtschaftlichen Unternehmensprozessen, die wesentliche Informationen für die Aufstellung des Konzernabschlusses einschließlich Konzernlagebericht generieren, inklusive einer Funktionstrennung und vordefinierten Genehmigungsprozessen in relevanten Bereichen.
Maßnahmen, die die ordnungsmäßige EDV-gestützte Verarbeitung von konzernrechnungslegungsbezogenen Sachverhalten und Daten sicherstellen.
Maßnahmen zur Überwachung des konzernrechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems.

Ausblick

Weltwirtschaft wächst mit nachlassender Dynamik

Die Weltwirtschaft wird den Prognosen führender Forschungsinstitute zufolge auch im Jahr 2011 weiter wachsen. Der IMF (International Monetary Fund) geht allerdings davon aus, dass das Wachstum mit einem Plus von 4,4 % weniger stark als 2010 ausfallen wird. Die nachlassende Dynamik wird durch auslaufende Konjunkturprogramme und den Zwang zur Konsolidierung der staatlichen Haushalte verursacht. Die Industrienationen werden dabei nur moderat wachsen, während in den Entwicklungs- und Schwellenländern erneut ein kräftiges Wachstum erwartet wird. Einen wesentlichen Einfluss hat dabei die Entwicklung der Rohstoffmärkte.

Für die USA wird ein Anstieg des BIP um 3,0 % erwartet. Dabei wird die Entwicklung des Arbeitsmarktes das Wachstum wesentlich beeinflussen.

Weltweit wird China das Wirtschaftswachstum erneut anführen. Für das chinesische Bruttoinlandsprodukt wird eine Zunahme von 9,6 % für das Jahr 2011 prognostiziert.

Wachstumstreiber wird dabei die Binnennachfrage sein, während die Exporte gegenüber 2010 voraussichtlich abnehmen werden.

Prognosen zufolge wird die indische Wirtschaft im Jahr 2011 weiter wachsen. Das BIP könnte voraussichtlich um 8,4 % steigen.

Das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum wird mit einem Plus von 1,5 % im Jahr 2011 nahezu auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Gedämpft wird das Wachstum durch die Sparpakete der öffentlichen Hand aufgrund der hohen Verschuldung einiger EU-Länder. Experten rechnen in Frankreich mit einem moderaten Wachstum von 1,6 %, in Spanien mit 0,6 % und in Italien mit 1,0 %.

Die deutsche Konjunktur hat nach dem Durchlaufen der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2010 wieder deutlich an Schwung gewonnen und wird auch im Jahr 2011 weiter wachsen. Es wird erwartet, dass das BIP um 2,2 % steigt. Somit wird das Wachstum im Jahr 2011 in Deutschland stärker ausfallen als im übrigen Euro-Raum. Auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird sich verbessern. Es wird im Jahresdurchschnitt mit unter 3 Millionen Arbeitslosen gerechnet.

Automobilindustrie rechnet mit Wachstum

Der weltweite Automobilmarkt wird sich 2011 infolge der boomenden Weltkonjunktur und steigender Exporte weiter erholen. Vor allem in den USA, China und Indien werden hohe Wachstumsraten erwartet. Die Prognosen des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer lassen weltweit einen Anstieg von 6,3 % bei der Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge erwarten. Ein Trend geht dabei verstärkt zu klimaverträglichen Autos.

Große Wachstumschancen sind vor allem auf dem amerikanischen Markt in Sicht. Prognosen zufolge ist ein zweistelliges Wachstum um 11 % auf dann 12,8 Millionen neu zugelassener Fahrzeuge zu erwarten.

Ein weiterer Treiber wird voraussichtlich der chinesische Markt sein. Es wird mit 12,5 Millionen neu zugelassen Fahrzeugen gerechnet. Dies würde einem Plus von 11 % entsprechen. Unsicherheitsfaktoren sind jedoch das Auslaufen der staatlichen Anreize für Kleinwagen und die Planungen der chinesischen Regierung zur Einführung von zahlreichen Auflagen für Autokäufer. Diese sind Reaktionen auf die unzureichende Infrastruktur, Luftverschmutzung und überfüllte chinesische Metropolen.

Ebenso wird der indische Markt im Jahr 2011 wieder stark wachsen. Bereits 2010 hatte dieser dynamisch mit 31 % zugelegt und für 2011 liegen die Erwartungen bei 2,8 Millionen Neuzulassungen. Dies wäre ein weiterer Anstieg um 17 %.

Auch der russische Automobilmarkt sollte sich im Jahr 2011 weiter erholen. Es wird mit einem Zuwachs von 14 % auf 2,18 Millionen neu zugelassener Fahrzeuge gerechnet.

Für Westeuropa wird ein Zulassungsniveau auf Vorjahresniveau prognostiziert. Demzufolge sollten rund 12,96 Millionen Fahrzeuge neu registriert werden.

In den neuen EU-Ländern erwartet der VDA einen Anstieg der Zulassungszahlen um rund 10 %.

In Deutschland soll die Anzahl der Neuzulassungen laut VDA um 6 % auf 3,1 Millionen Fahrzeuge steigen. Damit hätte der Industriezweig die Krise deutlich schneller überwunden als allgemein erwartet. Die Inlandsnachfrage wird in diesem Jahr wieder mehr anziehen, nachdem im Jahr 2010 noch die Vorzieheffekte aus dem Jahr 2009 gewirkt haben. Ebenso geht man bei den Produktionszahlen von einem Plus aus. Erwartet werden 5,82 Millionen produzierte Fahrzeuge, was einem Anstieg von 5 % entspräche.

Ausblick Seating Systems

Nutzfahrzeugbranche blickt optimistisch in die Zukunft

Der weltweite Nutzfahrzeugmarkt soll den Prognosen zufolge im Jahr 2011 weiter wachsen.

In den USA wird sich die Zahl der Neuzulassungen voraussichtlich um 29 % auf 280.000 Nutzfahrzeuge erhöhen.

Ebenso wird in China und Indien im Jahr 2011 weiteres Wachstum erwartet. In China soll das Plus bei 2 % und in Indien bei 12 % liegen.

In Westeuropa rechnet der VDA mit einem Plus von 6 % auf 1,8 Millionen bei der Neuregistrierung von Nutzfahrzeugen. Besonders stark soll der Zuwachs bei den Nutzfahrzeugen über 6 t ausfallen. In diesem Segment wird ein Anstieg um 18 % auf 243.000 Fahrzeuge erwartet.

Auch setzt man große Hoffnungen in die neuen EU-Länder. Hier wird ein Zuwachs von 28 % auf 156.000 Fahrzeuge prognostiziert.

In Deutschland soll es rund 306.000 Neuzulassungen im Nutzfahrzeugbereich geben. Dies wäre ein Plus von 8 % gegenüber dem Vorjahr. Bei den Lkw über 6 t wird sogar mit einem Plus von 15 % auf dann 85.000 Einheiten gerechnet. Auch bei den Produktionszahlen insgesamt ist ein weiterer Anstieg zu erwarten. Dieser wird auf rund 11 % beziffert.

Landtechnikindustrie erwartet ein Plus

Für das Jahr 2011 sind die Prognosen für die deutsche Landtechnikindustrie sehr optimistisch. Der VDMA erwartet aufgrund der Auftragsbestände und der höheren landwirtschaftlichen Einkommen aus dem Jahr 2010 ein Plus beim Umsatz von ca. 10 % auf 6,4 Milliarden Euro. Insgesamt werden in der Landwirtschaft Investitionen auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Dabei gehen Experten jedoch von einer Verlagerung des Schwerpunktes in Richtung Maschinen und Geräte aus. Auch für andere Länder in der Europäischen Union werden Zuwächse prognostiziert aufgrund der Tatsache, dass die Einkommen der Landwirte im Jahr 2010 um 12 % gestiegen sind.

Bauwirtschaft wächst weiter

Bereits im Jahr 2010 war China der weltweit größte Markt für Baumaschinen und Flurförderzeuge. Durch ein weiterhin starkes Wirtschaftswachstum und staatliche Förderprogramme zugunsten des Bausektors wird auch für das Jahr 2011 ein Wachstum in beiden Bereichen erwartet.

Weltweit steigt das Bauvolumen jährlich um rund 4 % und damit auch die Nachfrage nach Baumaschinen. Hier kommen die Impulse vor allem aus den Ländern Asiens und Lateinamerikas.

Die Erholung der Bauwirtschaft in Europa geht ebenfalls voran. Bei den Baumaschinen in Deutschland wird für das Jahr 2011 damit gerechnet, dass die Nachfrage um 10 % zunimmt.

Bahn

Als Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs, dem steigenden Bedarf an Transportmöglichkeiten durch die zunehmende Bevölkerung und den damit einhergehenden Investitionen in den Schwellenländern wird damit gerechnet, dass die Bahnindustrie jährlich um 2 % bis 2,5 % wachsen wird.

Prognosebericht

Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise hatte 2009 den Konzern schwer getroffen und zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 wurden wieder Verluste geschrieben. Auf diese Krisensignale hat der Konzern frühzeitig reagiert und sowohl operative als auch strukturelle Maßnahmen eingeleitet, die uns im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 zu einem eindrucksvollen Turnaround verholfen haben.

Die Entwicklungen in den letzten Quartalen von 2010 zeigten weiter positive Signale und die angestrebte, positive Ertragssituation konnte früher als geplant erreicht und ausgebaut werden. In den kommenden Jahren geht der Konzern entsprechend den jüngsten Planungen von einem weiter stabilen, leicht steigenden Umsatz aus. Die wirtschaftliche Entwicklung wird sich insgesamt langsamer als noch Mitte 2010 fortsetzen und im Euroraum können immer wieder negative Faktoren aus den finanzschwachen Ländern wie Griechenland die Entwicklung trüben. Der Konzern könnte sich dem Sog schwächerer Märkte nicht entziehen, aber durch die Neuanläufe können sich positive Entwicklungen trotz schwächerer Märkte ergeben. Die weitere Entwicklung des Konzerns hängt von den Faktoren der Produktionskostenentwicklung an den Standorten insbesondere in Deutschland und den Preisentwicklungen von Markt und Beschaffung ab. Im Segment Automotive werden weiterhin Projektentwicklungen durchgeführt und es wird umfassend in allen Produktgruppen akquiriert. Beides sorgt dann sowohl im Inland als auch in den internationalen Produktionsstätten für Umsätze. Es wird entscheidend sein, inwieweit die Kunden die Entwicklungen weiter vorantreiben und die Termine der Umsetzung ihrer Modelleintritte beibehalten. Zusätzlich sind die Entwicklungen aus Übernahmen und Zusammenschlüssen von Unternehmen sorgfältig zu beobachten, da sich je nach Verhalten der OEMs Marktchancen als auch Marktrisiken ergeben können.

Der Bereich Seating Systems hat aufgrund der stabilen Marktentwicklung weltweit mit stärkerem Wettbewerbsdruck zu rechnen und aufgrund der aufsteigenden Wachstumsmärkte mit seiner weiteren Globalisierung zu kämpfen. Die Umsätze werden aufgrund der Anläufe der Lkw-Sitzproduktion leicht zunehmen, aber diese gilt es auch in ihrer Komplexität zu meistern. Die Entwicklung des Gesamtjahres dürfte zu Umsätzen weiter auf einem leicht höheren Niveau führen, als dies 2010 der Fall war.

Zu den mittel- und langfristig wirkenden strukturellen Veränderungen im Unternehmen zählen weiterhin die Fortsetzung der Optimierung der Produktion mittels Lean Management-Philosophie sowie die Prozessoptimierung der Verwaltungsbereiche. Zusätzlich wird das Jahr 2011 geprägt sein von der Umsetzung der bereits eingeleiteten Schließung des Werkes Immenstetten und dem Aufbau der Produktionsstrukturen für die Lkw-Sitz- und Konsolenproduktion. Verschärfend auf die Kostensituation wirken sich die Entwicklung der Weltmarktpreise für Stahl und Legierungsmetalle sowie der starke Anstieg des Ölpreises, der sich in den Kunststoff- und Schaumkomponenten zum Teil auch antizyklisch niederschlägt, aus. Die vom Vorstand eingeleiteten Effizienzmaßnahmenpakete werden 2011 unvermindert fortgesetzt. In den längerfristigen Planungen gehen wir von einer stabilen, leichten Verbesserung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes und leichten weiteren Konjunktursteigerungen aus, die allerdings zunehmend auch von inflationären Tendenzen bedroht werden. Bei stabilen konjunkturellen Entwicklungen der Märkte erwarten wir weitere schrittweise Verbesserungen im Ergebnis auch über das Jahr 2011 hinaus, wofür mit den eingeleiteten und durchgeführten Maßnahmen eine solide Basis gelegt wurde.

Investitionen

In Bezug auf die Investitionen planen wir, dass diese auf dem Vorjahresniveau liegen werden. Um das Unternehmenswachstum weiter voranzutreiben, wird in die Märkte NAFTA und Asien weiter gezielt investiert werden. Einen Schwerpunkt wird auch Europa darstellen, da im Jahr 2011 weitere Zuwächse aus dem Ausbau der Mittelkonsolenproduktion und die Industrialisierung für die anstehenden größeren Kundenprojekte im Lkw-Sitz-Geschäft erfolgen werden sowie die Optimierung unserer Entwicklungskapazitäten begonnen werden soll. Weiterhin wird weltweit der Ausbau der Lean Produktionsumstellung zur Kostenoptimierung fortgeführt werden.

Forschung und Entwicklung

Im Bereich Automotive beabsichtigen wir insbesondere die Weiterentwicklung des aktuellen Produktportfolios sowie die Steigerung der Wertschöpfungstiefe. Dabei liegt unser Schwerpunkt auf der Ausdehnung hin zu neuen Fahrzeugreihen und einer Stärkung der Kerngeschäfte. Die Vorentwicklung wird weiter ausgedehnt werden, um GRAMMER als technisch innovativen Systemlieferanten noch stärker vom Wettbewerb zu differenzieren. Im Segment Seating Systems steht weiterhin die neue Lkw-Sitzplattform Echo und deren Homologation in andere Märkte im Mittelpunkt. Im Bereich Offroad werden wir die Entwicklung unserer Federungspakete bereits für den Einstiegsbereich und neue Produktions- und Werkstofftechnologien massiv vorantreiben. Zusätzlich werden wir die geografisch marktspezifischen Entwicklungen weiter in Applikationsanwendungen vor Ort nach vorne bringen und die Produktpalette auch nach unten abrunden. Dazu werden sowohl in den NAFTA-Märkten als auch in Asien die Aktivitäten zielgerichtet ausgeweitet werden. Übergreifende Ergänzungen, die beide Produktbereiche voranbringen, in neuen technologischen Feldern und Entwicklungen sind identifiziert und werden im Jahr 2011 sowie in den Folgejahren entsprechend eingebracht.

Mitarbeiter

Die Entwicklung der Beschäftigtenzahl wird wesentlich von der Markt- und Kostenentwicklung in Europa und Deutschland, aber auch durch das Unternehmenswachstum in Fernost und Übersee bestimmt werden.

Zusätzlich werden die weiteren verhandelten Maßnahmen in der GRAMMER AG im Werk Immenstetten durchgeführt. Die konjunkturelle Lage derzeit wird für den Konzern einen leichten Personalaufbau bei den Produktivkräften in diesen Funktionen und Bereichen zur Anpassung an die Umsatz- und Auftragsentwicklung zur Folge haben. Somit geht der Konzern von leicht steigenden Mitarbeiterzahlen aus.

Chancen und Risiken

Aus der weiteren konjunkturellen Entwicklung ergeben sich sowohl Chancen als auch Risiken. Die Geschäftsentwicklung des GRAMMER Konzerns ist eng an gesamtwirtschaftliche sowie branchenspezifische Rahmenbedingungen gekoppelt und somit wesentlich auch von externen Faktoren bestimmt. Die Weiterentwicklung der Konjunktur wird aufgrund der Erwartungen zurzeit als leicht positiv eingeschätzt. Risiken ergeben sich zunehmend aus der Entwicklung der Rohstoffmärkte. Die Verknüpfung von Umweltkatastrophen und Nachfrageanstieg aufgrund der weltweiten Konjunkturerholung führt teilweise zu extremen Volatilitäten. Weiterhin belasten können die Entwicklungen der Währungen insbesondere die Entwicklung des Euro aufgrund der teilweise schwachen Finanzkraft einiger Länder im Euroraum sowie die extrem hohe Staatverschuldung mancher Industrienationen nach der Finanzkrise. Zur Absicherung werden unter anderem die vom Vorstand eingeleiteten Effizienzmaßnahmenpakete unvermindert fortgesetzt und noch forciert sowie die Markt- und Kundenanalysen ausgeweitet. Die Verbreiterung und Intensivierung unserer bisherigen globalen Ausrichtung wird 2011 vorangetrieben, um in den Schwellenländern noch präsenter zu sein. Chancen ergeben sich in diesem wirtschaftlichen Umfeld im Wesentlichen sowohl aus dem erwarteten leichten Umsatzanstieg auch über 2011 hinaus und aus unseren Kostensenkungs- und Fixkostenanpassungsprogrammen, die wir 2010 konsequent durchgeführt haben und 2011 in den verbleibenden Teilen abschließen werden. Die operative Ergebniserwartung sehen wir für 2011 und in den Folgejahren prozentual leicht über dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres. Dies setzt aber voraus, dass sich sowohl maßvolle Rahmenbedingungen in den Tarifeinigungen bei der Beschäftigung ergeben als auch die Einkaufspreis- und Währungsentwicklungen moderat ausfallen, da die Risiken aus diesen von uns nicht beeinflussbaren Märkten kaum kalkulierbar sind. Die Entwicklung der Inflation und deren konjunkturhemmende Wirkung stellen eine weitere Risikoposition dar.

Gesamtaussage zur Prognose durch den Vorstand

Mit Blick auf die Geschäftslage der ersten Monate 2011 und vor dem Hintergrund eines stabilen Wirtschaftsumfeldes beurteilen wir die Entwicklung des GRAMMER Konzerns positiv. Insgesamt dürfte das Jahr 2011 zu Beginn noch leicht besser werden. Die Abflachungen in der Konjunktur erwarten wir zum Jahresende. Unter dem Vorbehalt einer Stabilisierung und weiteren positiven Entwicklung der Wirtschaftslage und unter Voraussetzung einer moderaten Rohstoffpreisentwicklung werden wir sowohl im Jahr 2011 und in den Jahren danach weiter wachsen. Zudem erwarten wir im Jahr 2011 und ebenso in den Folgejahren ein leicht besseres operatives Ergebnis als es 2010 erreicht wurde sowie darüber hinaus eine deutlich positive Ertragslage.

Nachtragsbericht

2010 wurde das Werk Haselmühl der GRAMMER AG neu strukturiert und zum 1. Januar 2011 das operative Geschäft in eine eigenständige GmbH übertragen, die eine 100%ige Tochtergesellschaft der GRAMMER AG ist. Mit der neuen GmbH soll die Fokussierung auf die Produktion verstärkt und die Diversifizierung der produzierten Komponenten und Fertigwaren gefördert werden. Die Ausweitung der technischen Kompetenzen fördert neben einer Vertiefung der Wertschöpfungskette auch Sicherheit der Beschäftigung am Standort. Zudem wurde am 15. Januar die zweite Stufe des Sozialplans der GRAMMER AG mit dem Betriebsrat abgeschlossen, der die Personalmaßnahmen im Rahmen der Schließung des Werkes Immenstetten regelt. Die Folgen der Erdbebenkatastrophe in Japan auf die Entwicklung der Weltwirtschaft und das Wirtschaftswachstum können derzeit noch nicht abgeschätzt werden und können mögliche Risiken für die Entwicklung des Unternehmens darstellen.

Amberg, 17. März 2011

GRAMMER AG

Der Vorstand

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2010

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TEUR
Anhang 2010 2009
--- --- --- ---
Umsatzerlöse 6 929.705 727.442
Kosten der Umsatzerlöse 7.3 -810.155 -651.463
Bruttoergebnis vom Umsatz 119.550 75.979
Vertriebskosten 7.3 -26.468 -27.001
Verwaltungskosten 7.3 -68.885 -83.498
Sonstige betriebliche Erträge 7.1 8.670 10.600
Operatives Ergebnis 32.867 -23.920
Finanzerträge 7.2 1.429 5.334
Finanzaufwendungen 7.2 -14.870 -11.826
Sonstiges Finanzergebnis 7.2 1.126 -1.123
Ergebnis vor Steuern 20.552 -31.535
Ertragsteuern 8 -4.231 3.322
Ergebnis nach Steuern 16.321 -28.213
Davon entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens 16.302 -28.201
Anteile ohne beherrschenden Einfluss 19 -12
16.321 -28.213
Ergebnis je Aktie
Unverwässertes/verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 9 1,60 -2,77

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2010

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Ergebnis nach Steuern 16.321 -28.213
Gewinne/Verluste (-) aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen
In der laufenden Periode entstandene Gewinne/Verluste (-) 1.944 5.410
Abzüglich ergebniswirksamer Umbuchungen in die Gewinn- und Verlustrechnung 0 0
Steueraufwand (-)/Steuerertrag 0 0
Gewinne/Verluste (-) aus der Währungsumrechnung ausländischer

Tochterunternehmen (nach Steuern)
1.944 5.410
Gewinne/Verluste (-) aus der Absicherung von Cashflow Hedges
In der laufenden Periode entstandene Gewinne/Verluste (-) 0 -111
Abzüglich ergebniswirksamer Umbuchungen in die Gewinn- und Verlustrechnung 0 3.041
Steueraufwand (-)/Steuerertrag 0 -646
Gewinne/Verluste (-) aus der Absicherung von Cashflow Hedges (nach Steuern) 0 2.284
Gewinne/Verluste (-) aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe
In der laufenden Periode entstandene Gewinne/Verluste (-) 3.870 -1.322
Abzüglich ergebniswirksamer Umbuchungen in die Gewinn- und Verlustrechnung 0 -9
Steueraufwand (-)/Steuerertrag 0 -92
Gewinne/Verluste (-) aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe (nach Steuern) 3.870 -1.423
Sonstiges Ergebnis 5.814 6.271
Gesamtergebnis nach Steuern 22.135 -21.942
Davon entfallen auf
Anteilseigner des Mutterunternehmens 22.112 -21.930
Anteile ohne beherrschenden Einfluss 23 -12

Konzernbilanz

für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2010

AKTIVA

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TEUR
Anhang 2010 2009
--- --- --- ---
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 11 153.379 141.879
Immaterielle Vermögenswerte 12 50.249 49.836
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 15 4.867 4.596
Latente Steueransprüche 8.1 37.419 31.643
245.914 227.954
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 13 88.888 77.223
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14 138.294 109.445
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 15 50.483 56.031
Sachanlagen zum Verkauf bestimmt 11.1 0 30
Kurzfristige Ertragsteuerforderungen 1.996 1.709
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen 17 17.170 16.126
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 16 16.656 11.835
313.487 272.399
BILANZSUMME 559.401 500.353

PASSIVA

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TEUR
Anhang 2010 2009
--- --- --- ---
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 18 26.868 26.868
Kapitalrücklage 18 58.237 58.237
Eigene Anteile 18 -7.441 -7.441
Gewinnrücklagen 18 89.488 73.186
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 18 5.486 -324
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital 172.638 150.526
Anteile ohne beherrschenden Einfluss 18 463 465
Gesamtsumme Eigenkapital 173.101 150.991
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzschulden 20 97.852 69.797
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22 4.890 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 23 6.169 8.078
Sonstige Verbindlichkeiten 24 2.360 1.428
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 19 61.078 57.260
Passive latente Steuern 8.1 17.430 18.893
189.779 155.456
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzschulden 20 33.149 52.500
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22 92.115 86.193
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 23 3.459 2.461
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 24 54.502 42.988
Kurzfristige Ertragsteuerverbindlichkeiten 24 5.004 1.904
Rückstellungen 21 8.292 7.860
196.521 193.906
Gesamtsumme Schulden 386.300 349.362
BILANZSUMME 559.401 500.353

Anhang 18

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2010

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TEUR
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- --- --- --- --- ---
Gezeichnetes

Kapital
Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Eigene

Anteile
Cashflow

Hedges
Fremdwährung-

sumrechnung
--- --- --- --- --- --- ---
Stand zum 1. Januar 2010 26.868 58.237 73.186 -7.441 0 8.317
Periodenergebnis 0 0 16.302 0 0 0
Sonstiges Ergebnis der Periode 0 0 0 0 0 1.940
Gesamtes Periodenergebnis 0 0 16.302 0 0 1.940
Dividendenausschüttungen 0 0 0 0 0 0
Eigene Anteile 0 0 0 0 0 0
Erwerb von Anteilen ohne

beherrschenden Einfluss
0 0 0 0 0 0
Stand zum 31. Dezember 2010 26.868 58.237 89.488 -7.441 0 10.257

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Kumuliertes

sonstiges Ergebnis
--- --- --- --- ---
Nettoinvestitionen in



ausländische



Geschäftsbetriebe
Summe Anteile ohne

beherrschenden

Einfluss
Konzern-

Eigenkapital
--- --- --- --- ---
Stand zum 1. Januar 2010 -8.641 150.526 465 150.991
Periodenergebnis 0 16.302 19 16.321
Sonstiges Ergebnis der Periode 3.870 5.810 4 5.814
Gesamtes Periodenergebnis 3.870 22.112 23 22.135
Dividendenausschüttungen 0 0 0 0
Eigene Anteile 0 0 0 0
Erwerb von Anteilen ohne

beherrschenden Einfluss
0 0 -25 -25
Stand zum 31. Dezember 2010 -4.771 172.638 463 173.101

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2009

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TEUR
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
--- --- --- --- --- --- ---
Gezeichnetes

Kapital
Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Eigene

Anteile
Cashflow

Hedges
Fremdwährungs-



umrechnung
--- --- --- --- --- --- ---
Stand zum 1. Januar 2009 26.868 58.237 101.387 -7.441 -2.284 2.907
Periodenergebnis 0 0 -28.201 0 0 0
Sonstiges Ergebnis der Periode 0 0 0 0 2.284 5.410
Gesamtes Periodenergebnis 0 0 -28.201 0 2.284 5.410
Dividendenausschüttungen 0 0 0 0 0 0
Eigene Anteile 0 0 0 0 0 0
Erwerb von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss 0 0 0 0 0 0
Stand zum 31. Dezember 2009 26.868 58.237 73.186 -7.441 0 8.317

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Kumuliertes

sonstiges Ergebnis
Nettoinvestitionen in

ausländische

Geschäftsbetriebe
Summe Anteile ohne

beherrschenden

Einfluss
Konzern-

Eigenkapital
--- --- --- --- ---
Stand zum 1. Januar 2009 -7.218 172.456 526 172.982
Periodenergebnis 0 -28.201 -12 -28.213
Sonstiges Ergebnis der Periode -1.423 6.271 0 6.271
Gesamtes Periodenergebnis -1.423 -21.930 -12 -21.942
Dividendenausschüttungen 0 0 0 0
Eigene Anteile 0 0 0 0
Erwerb von Anteilen ohne beherrschenden

Einfluss
0 0 -49 -49
Stand zum 31. Dezember 2009 -8.641 150.526 465 150.991

Anhang 25

Konzern-Kapitalflussrechnung

für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2010

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TEUR
2010 2009
--- --- --- --- ---
1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Ergebnis vor Steuern 20.552 -31.535
Zahlungsunwirksam
Abschreibungen und Wertminderungen auf/von Sachanlagen 23.075 23.483
Abschreibungen und Wertminderungen auf/von immaterielle(n) Vermögenswerte(n) 3.219 3.058
Veränderung der Rückstellungen und Pensionsrückstellungen 5.887 2.190
Sonstige zahlungsunwirksame Veränderungen 1.848 4.631
Veränderung des Nettoumlaufvermögens
Abnahme/Zunahme (-) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Vermögenswerten -28.122 -23.329
Abnahme/Zunahme (-) der Vorräte -11.665 13.613
Abnahme/Zunahme (-) der sonstigen Aktiva -6.033 -6.225
Abnahme (-)/Zunahme der Verbindlichkeiten und sonstigen Passiva 37.288 20.426
Gewinn/Verlust aus Anlageabgängen -490 -425
Gezahlte Ertragsteuern -7.530 -4.192
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 38.029 1.695
2. Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Erwerb
Erwerb von Sachanlagen -34.551 -29.300
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten -3.579 -3.378
Erwerb von Finanzinvestitionen -276 -3.814
Abgänge
Abgänge von Sachanlagen 4.672 4.215
Abgänge von immateriellen Vermögenswerten 177 11
Abgänge von Finanzinvestitionen 65 7.368
Erhaltene Zinsen 1.429 5.334
Erhaltene Zuwendungen der öffentlichen Hand 1.165 801
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -30.898 -18.763
3. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Veränderung der langfristigen Bankverbindlichkeiten 28.055 56
Veränderung der kurzfristigen Bankverbindlichkeiten 16.802 4.377
Veränderung der Leasingverbindlichkeiten -1.602 4.061
Gezahlte Zinsen -11.470 -11.928
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 31.785 -3.434
4. Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds

(Zwischensumme 1 - 3)
38.916 -20.502
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -1.719 -1.040
Finanzmittelfonds zum 1. Januar -20.806 736
Finanzmittelfonds zum 31. Dezember 16.391 -20.806
5. Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Liquide Mittel 17.170 16.126
Wertpapiere 0 0
Kontokorrentkredite gegenüber Kreditinstituten -779 -36.932
Finanzmittelfonds zum 31. Dezember 16.391 -20.806

Anhang zum Konzernabschluss

für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2010

1 Unternehmensinformation und Grundlagen der Berichterstattung

Unternehmensinformation

Die GRAMMER AG ist eine nach deutschem Recht errichtete Aktiengesellschaft. Sie ist im Wege der formwechselnden Umwandlung der GRAMMER GmbH in eine Aktiengesellschaft entstanden und im Handelsregister des Amtsgerichts Amberg unter HRB 1182 unter der Firma GRAMMER Aktiengesellschaft eingetragen. Sitz und Geschäftsadresse der Gesellschaft ist die Georg-Grammer-Str. 2 in 92224 Amberg, Deutschland. Die Aktien der Gesellschaft werden seit 1996 an der Börse (Wertpapierbörsen Frankfurt am Main und München) gehandelt.

International Securities Identification Number (ISIN): DE0005895403

Wertpapier-Kenn-Nummer (WKN): 589540

Common Code: 006754821

Börsenkürzel: GMM

Die GRAMMER AG ist seit August 2005 ein im SDAX an der Frankfurter Börse gelistetes Unternehmen.

Der GRAMMER Konzern ist mit seinen Kernprodukten ein führender Entwickler und Hersteller von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Nutzfahrzeuge (Lkw und Offroad), Busse und Bahn. Zum 31. Dezember 2010 waren 7.955 Mitarbeiter (ohne Auszubildende, inklusive 177 Mitarbeiter im Zentralbereich) in 27 Produktions- und Logistikstandorten in Europa, im NAFTA-Raum, im Mercosur-Raum, in Asien sowie im Zentralbereich des GRAMMER Konzerns in Amberg beschäftigt.

Der GRAMMER Konzern hat seine Aktivitäten in die Segmente Automotive und Seating Systems gegliedert. Die Hauptaktivitäten des Konzerns sind in Anhangsangabe 5 beschrieben.

Allgemeine Grundlagen

Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Anwendung von § 315 a Absatz 1 HGB im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind.

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der GRAMMER AG (die "Gesellschaft") für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2010 wurden gemäß § 315 a Absatz 1 HGB aufgestellt und sind am 18. März 2011 durch den Vorstand zur Vorlage an den Aufsichtsrat freigegeben worden.

2 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

2.1 Grundlagen der Erstellung des Abschlusses

Die GRAMMER AG war nach Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards (ABl. EG Nr. L 243 S. 1) dazu verpflichtet, für das Geschäftsjahr 2005 erstmals einen Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufzustellen; die IFRS-Konzerneröffnungsbilanz wurde auf den 1. Januar 2004 aufgestellt (Tag des Übergangs auf IFRS gemäß IFRS 1). Die Kapitalkonsolidierung wurde für Unternehmenserwerbe vor dem 1. Januar 2004 nach dem bisherigen Konsolidierungsverfahren gemäß § 301 Absatz 1 Satz 2 Nr. 1 HGB (Buchwertmethode) durch Verrechnung der Buchwerte der Anteile mit dem anteiligen Eigenkapital der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs bzw. der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss weitergeführt (IFRS 1). Die Kapitalkonsolidierung des quotal einbezogenen Gemeinschaftsunternehmens erfolgte nach den gleichen Grundsätzen.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips, sofern nicht andere Bewertungsmaßstäbe verpflichtend anzuwenden sind. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte auf Tausend (TEUR) unter Anwendung kaufmännischer Rundung gerundet. Die Bilanz wird nach Fristigkeiten gegliedert. Das Gesamtergebnis wird in zwei getrennten Aufstellungen dargestellt, einer Gewinn- und Verlustrechnung und einer Gesamtergebnisrechnung. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt worden.

Erklärung zur Übereinstimmung mit IFRS

Der Konzernabschluss der GRAMMER AG und ihrer Tochterunternehmen wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt.

Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der GRAMMER AG und ihrer einbezogenen Tochterunternehmen zum 31. Dezember eines jeden Geschäftsjahres. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt, wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Die Stichtage der Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften entsprechen dem Konzernabschlussstichtag. Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um sie an die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die im Konzern zur Anwendung kommen, anzugleichen.

Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen sowie unrealisierte Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen, die im Buchwert von Vermögenswerten enthalten sind, werden in voller Höhe eliminiert.

Konsolidierungsgrundsätze ab dem 1. Januar 2010

Tochtergesellschaften werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d. h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Die Ergebnisse der im Laufe des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden entsprechend vom tatsächlichen Erwerbszeitpunkt oder bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.

Bei einem Unternehmenserwerb werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag bewertet. Anteile anderer Gesellschafter werden entsprechend ihrer Anteile an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen.

Ein aus einem Unternehmenserwerb resultierender Firmenwert repräsentiert den Betrag, um den die Anschaffungskosten den Konzernanteil an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des Tochterunternehmens, assoziierten oder gemeinschaftlich geführten Unternehmens zum Erwerbsstichtag übersteigen. Der Firmenwert wird als Vermögenswert bilanziert und jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen, sofern nicht darüber hinaus zu weiteren Zeitpunkten Hinweise bestehen oder Ereignisse eintreten, die eine Wertminderung vermuten lassen. Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines assoziierten oder eines gemeinschaftlich geführten Unternehmens entstehen, sind in den fortgeführten Beteiligungsbuchwerten der assoziierten bzw. gemeinschaftlich geführten Unternehmen enthalten. Im Falle der Veräußerung eines Tochterunternehmens, eines assoziierten oder gemeinschaftlich geführten Unternehmens wird der zurechenbare Anteil des Firmenwertes bei der Ermittlung des Veräußerungsergebnisses berücksichtigt.

Anteile ohne beherrschenden Einfluss stellen den Anteil am Ergebnis und am Reinvermögen dar, der nicht dem Konzern zuzurechnen ist. Ein auf diese Anteile entfallendes Ergebnis wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung folglich separat vom Anteil am Ergebnis, der den Anteilseignern des Mutterkonzerns zuzuordnen ist, ausgewiesen. Der Ausweis in der Bilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt von dem auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Eigenkapitals.

Verluste von Tochterunternehmen werden den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss zugeordnet, auch wenn daraus ein negativer Saldo resultiert.

Bei einem Beherrschungsverlust bilanziert der Konzern die verbleibende Beteiligung wie nachfolgend dargelegt. Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens einschließlich eines Geschäfts- oder Firmenwerts werden ausgebucht, ebenso der Buchwert der Anteile ohne beherrschenden Einfluss an dem ehemaligen Tochterunternehmen sowie die im Eigenkapital erfassten kumulierten Umrechnungsdifferenzen. Die beizulegenden Zeitwerte der erhaltenen Gegenleistung und der verbleibenden Gegenleistung werden erfasst und die Ergebnisüberschüsse bzw. Fehlbeträge über die Gewinn- und Verlustrechnung gezogen. Die entfallenden Bestandteile des sonstigen Ergebnisses werden je nach IFRS Bilanzierungsvorschrift in die Gewinnrücklagen oder in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Konsolidierungsgrundsätze vor dem 1. Januar 2010

Die nachfolgenden Sachverhalte wurden auf Basis der bisherigen Konsolidierungsgrundsätze fortgeführt:

Der Erwerb von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss vor dem 1. Januar 2010 wurde nach der so genannten Parent Entity Extension Methode bilanziert. Dabei wird die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Buchwert des anteilig erworbenen Reinvermögens als Geschäfts- oder Firmenwert erfasst.

Verluste wurden den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss solange zugeordnet, bis deren Saldo Null war. Übersteigende Verluste wurden dem Mutterunternehmen zugeordnet, außer in den Fällen, in denen die Anteile ohne beherrschenden Einfluss die Verpflichtung übernommen hatten, die Verluste auszugleichen. Die Zuordnung von vor dem 1. Januar entstandenen Verlusten zwischen den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss und den Eigentümern des Mutterunternehmens wurde nicht revidiert.

Bei einem Beherrschungsverlust bilanzierte der Konzern die verbleibende Beteiligung in Höhe des entsprechenden Anteils am Reinvermögen zum Zeitpunkt des Beherrschungsverlusts.

Anteile an einem Joint Venture

Der Konzern ist an einem Joint Venture beteiligt. Ein Joint Venture wird als eine vertragliche Vereinbarung von zwei oder mehreren Parteien zur Durchführung einer wirtschaftlichen Tätigkeit, die einer gemeinschaftlichen Führung unterliegt, definiert. Der Konzern bilanziert seinen Anteil an dem Joint Venture unter Anwendung der Quotenkonsolidierung. Der Konzern fasst seinen Anteil an den Vermögenswerten, Schulden, Erträgen und Aufwendungen des Joint Ventures mit den entsprechenden Posten im Konzernabschluss zusammen. Die Abschlüsse des Joint Ventures werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für das gleiche Berichtsjahr aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens.

Werden an das Joint Venture Einlagen geleistet oder Vermögenswerte verkauft, so wird bei der Erfassung des Anteils von aus diesem Geschäftsvorfall stammenden Gewinnen oder Verlusten der wirtschaftliche Gehalt des Geschäftsvorfalls berücksichtigt. Erwirbt der Konzern von einem Joint Venture Vermögenswerte, so erfasst der Konzern seinen Anteil am Gewinn des Joint Ventures aus diesem Geschäftsvorfall erst dann, wenn er die Vermögenswerte an einen unabhängigen Dritten weiterveräußert.

Das Joint Venture wird bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die gemeinschaftliche Führung des Joint Ventures durch den Konzern endet, unter Verwendung der Quotenkonsolidierung in den Abschluss des Konzerns einbezogen.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind neben der GRAMMER AG fünf inländische und 17 ausländische Gesellschaften, die von der GRAMMER AG gemäß IAS 27 direkt oder indirekt beherrscht werden, einbezogen. Dazu wird noch eine weitere Gesellschaft unter gemeinschaftlicher Führung im Sinne des IAS 31 quotal einbezogen. An diesem Gemeinschaftsunternehmen halten wir 50 % der Stimmrechte. Im laufenden Geschäftsjahr wurde die GRAMMER Automotive GmbH mit Sitz in Amberg auf die GRAMMER AG mit Wirkung zum 1. Mai 2010 zur Verwaltungsvereinfachung verschmolzen und die neugegründete GRAMMER Technical Components GmbH erstkonsolidiert.

2.2 Schätzungen und Ermessensspielräume

In bestimmten Fällen ist es bei einem Konzernabschluss in Einklang mit IFRS erforderlich, schätz- und prämissenintensive Bilanzierungsgrundsätze anzuwenden, welche komplexe und subjektive Bewertungen sowie Schätzungen beinhalten, die auf Sachverhalten beruhen, die von Natur aus ungewiss sind und Veränderungen unterliegen können. So sind bei der Aufstellung des Konzernabschlusses zu einem gewissen Grad Ermessensentscheidungen und Annahmen zu treffen sowie Schätzungen vorzunehmen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten der Berichtsperiode auswirken. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, die konzerneinheitliche Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern für Sachanlagen, die Einbringbarkeit von Forderungen sowie die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen. Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand beruhen. Diese können Annahmen enthalten, die die Unternehmensleitung in derselben Berichtsperiode aus gleichermaßen vernünftigen Gründen auch anders hätte treffen können. Insbesondere wurden bezüglich der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorliegenden Umstände ebenso wie die als realistisch unterstellte zukünftige Entwicklung des globalen und branchenbezogenen Umfelds zugrunde gelegt. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen. Der Konzern weist vorsorglich darauf hin, dass zukünftige Ereignisse häufig von Prognosen abweichen und Schätzungen routinemäßig Anpassungen erfordern. Wenn die tatsächliche Entwicklung von der erwarteten abweicht, werden die Prämissen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betreffenden Vermögenswerte und Schulden entsprechend angepasst.

Unsicherheiten bei der Schätzung

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstigen am Stichtag bestehenden wesentlichen Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden im Folgenden erläutert.

Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts

Der Konzern überprüft mindestens einmal jährlich, ob der Geschäfts- oder Firmenwert wertgemindert ist. Dies erfordert eine Schätzung des Nutzungswertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Zur Schätzung des Nutzungswertes muss der Konzern die voraussichtlichen künftigen Cashflows aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen und darüber hinaus einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln. Die Cashflows werden aus dem Finanzplan der nächsten drei Jahre abgeleitet, was mit Schätzungen des Managements zum erzielbaren Betrag verbunden ist. Der erzielbare Betrag ist stark abhängig von dem im Rahmen der Discounted-Cashflow-Methode verwendeten Diskontierungsatzes sowie von den erwarteten künftigen Mittelzuflüssen und der für Zwecke der Extrapolation verwendeten Wachstumsrate. Zum 31. Dezember 2010 betrug der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts 32.591 TEUR (Vj. 32.591). Weitere Einzelheiten hierzu sind in Anhangsangabe 12.1 zu finden.

Entwicklungskosten

Entwicklungskosten werden entsprechend der in Anhangsangabe 2.3 dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethode aktiviert. Die erstmalige Aktivierung der Kosten beruht auf der Einschätzung des Managements, dass die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit nachgewiesen ist. In der Regel ist dies dann der Fall, wenn ein Produktentwicklungsprojekt einen bestimmten Reifegrad in einem bestehenden Projektmanagementmodell erreicht hat. Für Zwecke der Ermittlung der zu aktivierenden Beträge wurden Annahmen und Schätzungen über die zu erwartenden künftigen Cashflows aus Vermögenswerten, die anzuwendenden Abzinsungssätze und den Zeitraum des Zuflusses von erwarteten zukünftigen Cashflows, die die Vermögenswerte generieren, getroffen.

Umsatzrealisierung bei Auftragsfertigung

Im Konzern werden Teile des Geschäfts für Kundenentwicklungen über Fertigungsaufträge abgewickelt. Diese Fertigungsaufträge (Construction Contracts) werden nach der Percentage-of-Completion-Methode (PoC-Methode) bilanziert, die in Anhangsangabe 2.3 erläutert ist. Bei dieser Methode kommt es besonders auf die sorgfältige Einschätzung des Fertigstellungsgrades an. Zur Schätzung des Fertigstellungsgrades muss der Konzern die Gesamtauftragskosten, die noch bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten, die Gesamtauftragserlöse, die Auftragsrisiken und andere Annahmen maßgeblich schätzen. Das Management überprüft kontinuierlich diese Einschätzungen in Zusammenhang mit solchen Fertigungsaufträgen und passt diese gegebenenfalls an. Für die Ermittlung werden auch Annahmen über Dauer und Durchführung sowie Effizienz der Entwicklungen getroffen. Zu Beginn eines Auftrages sind aufgrund des Entwickelns von Funktion und Design die Unsicherheiten höher.

Rückstellungen

Die Festlegung von Rückstellungen für Gewährleistungen, Rechtsstreitigkeiten oder Restrukturierungen ist in erheblichem Maße von Schätzungen und Annahmen geprägt. Für die Einschätzung von Gewährleistungen werden in hohem Umfang Annahmen über technische Ausfälle, Kosten oder mögliche Ansprüche getroffen, die in erheblichem Maße Einschätzungen des operativen Managements erfordern. Diese können sich im Laufe der Zeit mit zunehmender Informationskonkretisierung verändern. Der Konzern ist in unterschiedlichen Ländern mit Rechtstreitigkeiten und regulatorischen Verfahren konfrontiert. Diese Verfahren können dazu führen, dass der Konzern zivilrechtliche Sanktionen oder Geldbußen auferlegt bekommt. Der Konzern bildet dann Rückstellungen für solche Verfahren, wenn es wahrscheinlich ist, dass in Zusammenhang damit eine Verpflichtung entstanden ist, die wahrscheinlich zu zukünftigen Mittelabflüssen führen wird. Insofern liegt diesem ein erhebliches Ermessen durch das Management zugrunde.

Steuern

Aufgrund der großen internationalen Ausrichtung unserer Geschäftsbeziehungen und der Komplexität bestehender vertraglicher Vereinbarungen ist es möglich, dass es Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen bzw. künftigen Änderungen solcher Annahmen gibt, die Anpassungen des bereits erfassten Steueraufwandes und -ertrags erforderlich machen könnten. Weiterhin bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerrechtlicher Vorschriften, Änderungen des Steuerrechts und deren Wirkungszeiträume sowie der Höhe und des Entstehungszeitpunktes zukünftig zu versteuernder Ergebnisse. Der Konzern bildet, basierend auf vernünftigen Schätzungen, Rückstellungen für mögliche Auswirkungen steuerlicher Außenprüfungen in den Ländern in denen wir tätig sind. Die Höhe solcher Rückstellungen basiert auf verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise der Erfahrung aus früheren Außenprüfungen und unterschiedlichen Auslegungen der steuerrechtlichen Vorschriften durch die Steuerbehörde. Da die Wahrscheinlichkeit für daraus entstehende Rechtsstreitigkeiten und daraus aufbauend Auszahlungen für Steuerschulden als gering eingestuft wird, wurden dafür keine Eventualverbindlichkeiten erfasst.

Aktive latente Steuern werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, so dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Für die Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine wesentliche Ermessensausübung der Unternehmensleitung auf der Grundlage des erwarteten Eintrittszeitpunktes und der Höhe des zukünftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Weitere Angaben sind in der Anhangsangabe 8.1 dargestellt.

Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen in Bezug auf die Abzinsungssätze, erwarteter Erträge aus dem Planvermögen, künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen, die Sterblichkeit und künftige Rentensteigerungen. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung dieser Pläne unterliegen solche Schätzungen wesentlichen Unsicherheiten. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betrugen zum 31. Dezember 2010 61.078 TEUR (Vj. 57.260). Weitere Einzelheiten sind in der Anhangsangabe 19 zu finden.

2.3 Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Währungsumrechnung

Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung des Mutterunternehmens aufgestellt. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. In den Einzelabschlüssen der GRAMMER AG und der einbezogenen Tochtergesellschaften werden Fremdwährungsgeschäfte mit den Kursen zum Zeitpunkt der Erstverbuchung der Geschäftsvorfälle umgerechnet. Kursgewinne und -verluste werden ergebniswirksam erfasst.

Abschlüsse, die in fremder Währung aufgestellt sind und Transaktionen in fremder Währung werden nach dem Konzept der funktionalen Währung gemäß IAS 21 umgerechnet. Danach ist ausschlaggebend, welche Währung hauptbedeutend für die Geschäftstätigkeit des jeweiligen Unternehmens ist; seine Aktivitäten und finanzielle Struktur sollen so in den Konzernabschluss einfließen, wie sie sich in dieser Währung darstellen. Transaktionen in fremder Währung werden mit dem Kurs am Tag der Transaktion in die funktionale Währung umgerechnet. Am Bilanzstichtag werden monetäre Posten zum Stichtagskurs umgerechnet. Hieraus resultierende Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Hiervon ausgenommen sind Währungsdifferenzen aus Fremdwährungskrediten, soweit sie zur Sicherung einer Nettoinvestition direkt im Eigenkapital und erst bei deren Abgang im Periodenergebnis erfasst werden. Aus diesen Währungsdifferenzen entstehende latente Steuern werden ebenfalls direkt im Eigenkapital erfasst. Die Abschlüsse von Konzernunternehmen, deren funktionale Währung von der Berichtswährung des Konzerns (EUR) abweicht, werden nach der modifizierten Stichtagskursmethode umgerechnet. Im Konzernabschluss werden die Vermögenswerte und Schulden der Konzernunternehmen von der jeweiligen Landeswährung in Euro mit den Mittelkursen am Bilanzstichtag umgerechnet.

Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem Jahresdurchschnittskurs in Euro umgerechnet. Das so ermittelte Jahresergebnis wird in die Konzernbilanz übernommen. Die Umrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst.

Für die Währungsumrechnung wurden hinsichtlich der für den Konzern wichtigsten Währungen der Länder, die nicht an der Europäischen Währungsunion teilnehmen, folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:

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Durchschnittskurs Stichtagskurs
2010 2009 2010 2009
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Brasilien BRL 0,429 0,359 0,451 0,398
China CNY 0,111 0,105 0,113 0,102
Großbritannien GBP 1,166 1,119 1,162 1,126
Japan JPY 0,009 0,008 0,009 0,008
Mexiko MXN 0,059 0,053 0,060 0,053
Polen PLN 0,249 0,231 0,252 0,244
Tschechien CZK 0,039 0,038 0,040 0,038
Türkei TRY 0,498 0,462 0,483 0,464
USA USD 0,754 0,718 0,748 0,694

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche

Zur Veräußerung qualifizierte langfristige Vermögenswerte werden mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Eine Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten erfolgt, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch eine Veräußerung und nicht durch dessen Nutzung erzielt wird. Dies wird nur dann angenommen, wenn die Veräußerung als Höchstwahrscheinlich gilt und der Vermögensgegenstand im gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar ist. Zuvor muss eine Entscheidung durch das Management zur Veräußerung erfolgt sein und diese erwartungsgemäß innerhalb von einem Jahr ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung als abgeschlossener Vorgang in Betracht kommen.

In der Gewinn- und Verlustrechnung der Berichtsperiode sowie der Vergleichsperiode werden die Erträge und Aufwendungen aus aufgegebenen Geschäftsbereichen separat von den Erträgen und Aufwendungen aus fortzuführenden Geschäftsbereichen erfasst und als Ergebnis nach Steuern aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich separat ausgewiesen. Dies erfolgt auch, wenn der Konzern nach der Veräußerung weiterhin einen Anteil ohne beherrschenden Einfluss am ehemaligen Tochterunternehmen halten wird.

Als zur Veräußerung gehaltene klassifizierte Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen und kumulierte Wertminderungsaufwendungen angesetzt (IAS 16). Sind die Anschaffungs- oder Herstellkosten von bestimmten Komponenten einer Sachanlage wesentlich - gemessen an den gesamten Anschaffungs- oder Herstellkosten der Sachanlage - und müssen sie in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden, dann setzt der Konzern diese Komponenten einzeln an und schreibt sie ab. Die dabei zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen der voraussichtlichen Nutzbarkeit der Vermögenswerte oder der jeweiligen Komponente. Restwerte wurden, sofern wesentlich, bei der Berechnung der Abschreibungen berücksichtigt.

Der Ansatz der Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgt auf Basis der direkt zurechenbaren Einzelkosten sowie anteiliger Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen sowie der Fremdkapitalkosten für langfristige Bauprojekte oder ähnliche Herstellungsvorgänge, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Ansonsten werden Reparaturkosten und Zinsen auf Fremdkapital als laufender Aufwand erfasst.

Das Sachanlagevermögen wird linear pro rata temporis über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen werden gemäß IAS 36 vorgenommen, wenn der Buchwert den Nutzungswert bzw. den Nettoveräußerungspreis des betreffenden Vermögenswertes übersteigt. Bei Wegfall der Gründe für die in Vorjahren erfassten Wertminderungen nehmen wir entsprechende Zuschreibungen bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vor.

Eine Sachanlage wird entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswertes kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswertes resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen den Nettoveräußerungserlösen und dem Buchwert ermittelt und in der Periode, in der der Posten ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechung erfasst.

Die Restwerte der Vermögenswerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Leasingverhältnisse

Leasingverhältnisse, die der Konzern als Leasingnehmer eingegangen ist, werden unter Anwendung von IAS 17 entweder als Operating-Leasing oder als Finanzierungsleasing klassifiziert. Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung zum Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswertes abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf Nutzung des Vermögenswertes enthält. Bei der Nutzung von gemieteten Sachanlagen sind die Voraussetzungen des Finanzierungsleasings nach IAS 17 erfüllt, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum in Verbindung stehen, auf die betreffende Konzerngesellschaft übertragen wurden (wirtschaftliches Eigentum). In diesen Fällen werden die jeweiligen Sachanlagen mit dem beizulegenden Zeitwert oder zum niedrigeren Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert und linear entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer oder über die kürzere Laufzeit des Leasingvertrags abgeschrieben. Entsprechend wird die Verbindlichkeit, die aus dem Leasingverhältnis entsteht, passiviert und um den Tilgungsanteil der geleisteten Leasingraten gemindert.

Soweit konsolidierte Gesellschaften als Leasingnehmer im Rahmen von Operating-Leasing-Verhältnissen auftreten, werden Leasingraten bzw. Mietzahlungen direkt als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines Vermögenswerts zugeordnet werden können, für den ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen, werden als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des entsprechenden Vermögenswerts aktiviert. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Fremdkapitalkosten sind Zinsen und sonstige Kosten, die einem Unternehmen im Zusammenhang mit der Aufnahme von Fremdkapital entstehen. Der Konzern aktiviert Fremdkapitalkosten für sämtliche qualifizierten Vermögenswerte, bei denen der Bau am oder nach dem 1. Januar 2009 aufgenommen wurde. Fremdkapitalkosten im Zusammenhang mit Bauprojekten, die vor dem 1. Januar 2009 begonnen wurden, erfasst der Konzern weiterhin als Aufwand.

Unternehmenszusammenschlüsse

Unternehmenszusammenschlüsse nach dem 1. Juli 2010 beginnenden Geschäftsjahren

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss bewertet der Konzern die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst. Erwirbt der Konzern ein Unternehmen, beurteilt er die geeignete Klassifizierung und Designation der finanziellen Vermögenswerte und übernommenen Schulden in Übereinstimmung mit den Vertragsbedingungen, wirtschaftlichen Gegebenheiten und am Erwerbszeitpunkt vorherrschenden Bedingungen. Dies beinhaltet auch eine Trennung der in Basisverträgen eingebetteten Derivate.

Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeitpunkt neu bestimmt und der daraus resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst. Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, werden in Übereinstimmung mit IAS 39 entweder in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert.

Unternehmenszusammenschlüsse vor dem 1. Juli 2010 beginnenden Geschäftsjahren

Nach der bisher angewandten Methode für die Bilanzierung von Unternehmenserwerben galten im Vergleich zu den oben bezeichneten Anforderungen folgende abweichende Grundsätze. Unternehmenszusammenschlüsse wurden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Direkt dem Unternehmenserwerb zuordenbare Transaktionskosten stellten einen Teil der Anschaffungskosten dar. Der Anteil ohne beherrschenden Einfluss (früher als Minderheitsanteil bezeichnet) wurde zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet. Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen erfolgte eine gesonderte Erfassung einzelner Erwerbsvorgänge. Ein zusätzlich erworbener Anteil wirkte sich nicht auf den Geschäfts- oder Firmenwert aus dem vorangegangenen Erwerbsvorgang aus.

Wenn der Konzern ein Unternehmen erwarb, erfolgte eine Neubeurteilung der durch das erworbene Unternehmen vom Basisvertrag getrennt bilanzierten eingebetteten Derivate zum Erwerbszeitpunkt nur dann, wenn der Unternehmenszusammenschluss zu einer Änderung der Vertragsbedingungen führte, durch die es zu einer erheblichen Änderung der Zahlungsströme kam, die sich ansonsten aus dem Vertrag ergeben hätte.

Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der übertragenen Gegenleistung über die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden des Konzerns bemessen. Liegt diese Gegenleistung unter dem beizulegenden Zeitwert des Reinvermögens des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss erwartungsgemäß profitieren werden. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des erworbenen Unternehmens diesen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden.

Die Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt auf Ebene der Segmente, die zahlungsmittelgeneriende Einheiten oder Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten darstellen und die unterste Ebene repräsentieren, auf der ein Firmenwert oder Goodwill für die interne Unternehmensführung überwacht wird.

Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten), auf die sich der Geschäfts- oder Firmenwert bezieht, bestimmt. Liegt der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten) unter ihrem Buchwert, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Wenn ein Geschäfts- oder Firmenwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet wurde und ein Geschäftsbereich dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Geschäfts- oder Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung dieses Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.

Immaterielle Vermögenswerte

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte wurden bei Zugang zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer (Software 3 bis 6 Jahre) abgeschrieben (IAS 38).

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung untersucht, wann immer es einen Anhaltspunkt dafür gibt, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Die Abschreibungsperiode und die Abschreibungsmethode werden für einen immateriellen Vermögenswert mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswertes oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswertes geändert, wird ein anderer Abschreibungszeitraum oder eine andere Abschreibungsmethode gewählt. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behandelt.

Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Werthaltigkeitstests durchgeführt. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswertes mit unbestimmter Nutzungsdauer wird einmal jährlich dahingehend überprüft, ob die Einschätzung einer unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbestimmten Nutzungsdauer zur begrenzten Nutzungsdauer auf prospektiver Basis vorgenommen.

Die Abschreibungen des Geschäftsjahres haben wir den entsprechenden Funktionsbereichen zugeordnet.

Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen den Nettoveräußerungserlösen und dem Buchwert des Vermögenswertes ermittelt und in der Periode, in der der Posten ausgebucht wird, erfolgswirksam erfasst.

Patente und Lizenzen

Die Patente können sowohl selbsterstellt oder erworben sein und werden zu Herstell- bzw. Anschaffungskosten bilanziert. Die Patente wurden von der zuständigen staatlichen Institution für einen Mindestzeitraum von zehn Jahren erteilt. Es besteht eine Verlängerungsoption am Ende dieses Zeitraums. Lizenzen für die Nutzung geistigen Eigentums werden einzelfallspezifisch für einen Zeitraum von ein bis zehn Jahren erteilt. Die Lizenzen enthalten meist eine Verlängerungsoption, die daran geknüpft ist, dass der Konzern die Lizenzbedingungen erfüllt. Für eine Verlängerung fallen keine oder nur geringe Kosten an. Die Patente und Lizenzen werden linear über deren Nutzungsdauer abgeschrieben.

Entwicklungskosten für selbst erstellte Patente haben wir zum Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS zum 1. Januar 2004 grundsätzlich mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten bewertet. Der Bilanzansatz wurde aufgrund der Kriterien in IAS 38 limitiert auf die erwartete Fähigkeit, Cashflows innerhalb der entsprechenden Cash Generating Unit zu generieren. Die Abschreibung erfolgt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer der jeweiligen Patente (1 Jahr bis 19 Jahre).

Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungskosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten eines einzelnen Projekts werden nur dann als immaterieller Vermögensgegenstand aktiviert, wenn der Konzern Folgendes nachweisen kann:

die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswertes, die eine interne Nutzung oder einen Verkauf des Vermögenswertes ermöglicht;
die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertig zu stellen und die Fähigkeit ihn zu nutzen oder zu verkaufen;
wie der Vermögenswert einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielen wird;
die Verfügbarkeit von Ressourcen zum Zwecke der Fertigstellung des Vermögenswertes und
die Fähigkeit, die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zuzurechnenden Ausgaben zuverlässig ermitteln zu können.

Die Entwicklungskosten werden nach ihrem erstmaligen Ansatz unter Anwendung des Anschaffungskostenmodells, d. h. zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bilanziert. Die Abschreibung beginnt mit dem Abschluss der Entwicklungsphase und ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann. Die Abschreibung erfolgt über den Zeitraum, über den künftiger Nutzen zu erwarten ist.

Der aktivierte Betrag der Entwicklungskosten wird einmal jährlich auf Wertminderung überprüft, wenn der Vermögenswert noch nicht genutzt wird oder wenn unterjährig Indikatoren für eine Wertminderung vorliegen.

Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswerten

Der Konzern beurteilt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswertes auf Wertminderung erforderlich, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags vor. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswertes seinen erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffektes und der spezifischen Risiken des Vermögenswertes widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Wertminderungsaufwendungen der fortzuführenden Geschäftsbereiche werden in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswertes entsprechen.

An jedem Berichtsstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Wertminderungsaufwand, der in früheren Berichtsperioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte. Liegt ein solcher Indikator vor, wird der erzielbare Betrag geschätzt. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand ist dann aufzuheben, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Wenn dies der Fall ist, ist der Buchwert des Vermögenswertes auf seinen erzielbaren Betrag zu erhöhen. Dieser erhöhte Buchwert darf nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Eine solche Wertaufholung ist sofort im Periodenergebnis zu erfassen, es sei denn, dass der Vermögenswert zum Neubewertungsbetrag erfasst wird. In diesem Fall ist die Wertaufholung als eine Wertsteigerung durch Neubewertung zu behandeln. Nachdem eine Wertaufholung vorgenommen wurde, ist der Abschreibungsaufwand in künftigen Berichtsperioden anzupassen, um den berichtigten Buchwert des Vermögenswertes, abzüglich eines etwaigen Restbuchwertes, systematisch auf seine Restnutzungsdauer zu verteilen.

Finanzinstrumente

Finanzinstrumente sind Verträge, die bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich getrennt ausgewiesen.

Finanzinstrumente werden erfasst, sobald der Konzern Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen im Rahmen eines Vertrags, dessen Bedingungen die Lieferung des Vermögenswertes innerhalb eines Zeitraums vorsehen, der üblicherweise durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Marktes festgelegt wird, ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang der Erfüllungstag relevant, d. h. der Tag, an dem der Vermögenswert an oder durch den Konzern geliefert wird.

Sofern Verträge zum Kauf oder Verkauf nicht finanzieller Posten in den Anwendungsbereich von IAS 39 fallen, werden sie gemäß den Regelungen dieses Standards bilanziert.

Erstmaliger Ansatz von finanziellen Vermögenswerten

Finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IAS 39 werden entweder als finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als Kredite und Forderungen, als bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen, als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte oder als Derivate, die als Sicherungsinstrumente designiert wurden und als solche effektiv sind, klassifiziert. Der Konzern legt die Klassifizierung seiner finanziellen Vermögenswerte mit dem erstmaligen Ansatz fest.

Die finanziellen Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Falle von Finanzinvestitionen, die nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert sind, werden darüber hinaus Transaktionskosten berücksichtigt, die direkt dem Erwerb der Vermögenswerte zuzurechnen sind.

Die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns umfassen Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus ausgereichten Darlehen und sonstige Forderungen, notierte und nicht notierte Finanzinstrumente sowie Derivate.

Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten

Die Folgebewertung der finanziellen Vermögenswerte hängt von deren Klassifizierung ab.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte und finanzielle Vermögenswerte, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft wurden. Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden.

Derivate, einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate, werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme solcher Derivate, die als Sicherungsinstrument gemäß IAS 39 designiert wurden und als solche effektiv sind. Enthalten Verträge eingebettete Derivate, werden die Derivate getrennt vom Basisvertrag bilanziert, wenn die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivates nicht eng mit den wirtschaftlichen Merkmalen und Risiken des Basisvertrages verbunden sind. Der Konzern ermittelt zu dem Zeitpunkt, zu dem er erstmalig Vertragspartei wird, ob eingebettete Derivate getrennt vom Basisvertrag zu bilanzieren sind. Eine Neubeurteilung erfolgt nur bei erheblichen Änderungen der Vertragsbedingungen und einer daraus resultierenden signifikanten Änderung der Zahlungsströme.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfasste finanzielle Vermögenswerte werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wobei Gewinne und Verluste erfolgswirksam verbucht werden.

Weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr wurden originäre finanzielle Vermögenswerte als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, noch wurde von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, finanzielle Vermögenswerte bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende Vermögenswerte zu designieren.

Kredite und Forderungen

Kredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Diese werden nach der erstmaligen Erfassung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, wenn diese ausgebucht oder wertgemindert werden sowie über Amortisierung sich verringern.

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen

Nicht derivative Finanzinstrumente mit festen oder bestimmbaren Zahlungen sowie einer festen Laufzeit, bei denen der Konzern die eindeutige Absicht und Fähigkeit besitzt, diese bis zur Endfälligkeit zu halten, werden als "bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen" kategorisiert. Nach der erstmaligen Erfassung werden sie unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, wenn diese ausgebucht oder wertgemindert werden sowie sich über Amortisierung verringern.

Finanzinstrumente dieser Kategorie waren im Konzern weder am Bilanzstichtag noch im Vorjahr vorhanden.

Zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (Available-for-Sale - AfS) enthalten Schuld- und Eigenkapitaltitel. Bei den als zur Veräußerung gehalten eingestuften Eigenkapitalinstrumenten handelt es sich um diejenigen, die weder als zu Handelszwecken gehalten noch erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft sind. Bei den Schuldtiteln in dieser Kategorie handelt es sich um diejenigen, die für einen unbestimmten Zeitraum gehalten werden sollen und die als Reaktion auf Liquiditätsbedarf oder Änderungen der Marktbedingungen verkauft werden können.

Nach der erstmaligen Bewertung werden zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte in den folgenden Perioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Nicht realisierte Gewinne oder Verluste werden als sonstiges Ergebnis in der Rücklage für zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte erfasst. Wenn ein solcher Vermögenswert ausgebucht wird, wird der kumulierte Gewinn oder Verlust in die sonstigen betrieblichen Erträge umgegliedert. Wenn ein Vermögenswert wertgemindert ist, wird der kumulierte Verlust erfolgswirksam in die Finanzaufwendungen umgegliedert und aus der Rücklage für zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte ausgebucht.

Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten

Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswerts oder ein Teil einer Gruppe ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird ausgebucht, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

Die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert sind erloschen.

Der Konzern hat seine vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert an Dritte übertragen oder eine vertragliche Verpflichtung zur sofortigen Zahlung des Cashflows an eine dritte Partei im Rahmen einer Vereinbarung, die die Bedingungen in IAS 39.19 erfüllt (sog. Durchleitungsvereinbarung), übernommen und dabei entweder (a) im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen oder (b) zwar im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehalten, jedoch die Verfügungsmacht an dem Vermögenswert übertragen.

Wenn der Konzern seine vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem Vermögenswert überträgt oder eine Durchleitungsvereinbarung eingeht und dabei im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an diesem Vermögenswert verbunden sind, weder überträgt noch zurückbehält, jedoch die Verfügungsmacht an dem übertragenen Vermögenswert behält, erfasst der Konzern einen Vermögenswert im Umfang seines anhaltenden Engagements.

In diesem Fall erfasst der Konzern auch eine damit verbundene Verbindlichkeit. Der übertragene Vermögenswert und die damit verbundene Verbindlichkeit werden so bewertet, dass den Rechten und Verpflichtungen, die der Konzern behalten hat, Rechnung getragen wird.

Wenn das anhaltende Engagement der Form nach den übertragenen Vermögenswert garantiert, so entspricht der Umfang des anhaltenden Engagements dem niedrigeren Betrag aus dem ursprünglichen Buchwert des Vermögenswerts und dem Höchstbetrag der erhaltenen Gegenleistung, den der Konzern eventuell zurückzahlen müsste.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Der Konzern ermittelt an jedem Berichtsstichtag, ob objektive Hinweise bestehen, dass eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts oder einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt. Ein finanzieller Vermögenswert oder eine Gruppe von finanziellen Vermögenswerten gilt nur dann als wertgemindert, wenn infolge eines oder mehrerer Ereignisse, die nach dem erstmaligen Ansatz des Vermögenswerts eintraten (eingetretener "Schadensfall"), objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen und dieser Schadensfall eine Auswirkung auf die erwarteten künftigen Cashflows des finanziellen Vermögenswerts oder der Gruppe der finanziellen Vermögenswerte hat, die sich verlässlich schätzen lässt. Hinweise auf eine Wertminderung können dann gegeben sein, wenn Anzeichen dafür vorliegen, dass der Schuldner oder eine Gruppe von Schuldnern erhebliche finanzielle Schwierigkeiten hat, bei Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen, der Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder eines sonstigen Sanierungsverfahrens und wenn beobachtbare Daten auf eine messbare Verringerung der erwarteten künftigen Cashflows hinweisen, wie Änderungen der Rückstände oder wirtschaftlichen Bedingungen, die mit Ausfällen korrelieren.

Wertminderung von Vermögenswerten, die mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt werden

In Bezug auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete ausstehende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird zunächst festgestellt, ob ein objektiver Hinweis auf Wertminderung bei finanziellen Vermögenswerten, die für sich gesehen bedeutsam sind, individuell und bei finanziellen Vermögenswerten, die für sich gesehen nicht bedeutsam sind, individuell oder gemeinsam besteht. Stellt der Konzern fest, dass für einen einzeln untersuchten finanziellen Vermögenswert, sei er bedeutsam oder nicht, kein objektiver Hinweis auf Wertminderung besteht, nimmt er den Vermögenswert in eine Gruppe finanzieller Vermögenswerte mit vergleichbaren Kreditrisikoprofilen auf und untersucht sie gemeinsam auf Wertminderung. Vermögenswerte, die einzeln auf Wertminderung untersucht werden und für die eine Wertberichtigung neu bzw. weiterhin erfasst wird, werden nicht in eine gemeinsame Wertminderungsbeurteilung einbezogen. Bestehen objektive Anhaltspunkte dafür, dass eine Wertminderung eingetreten ist, ergibt sich die Höhe des Wertminderungsverlusts als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswertes und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows (mit Ausnahme erwarteter künftiger, noch nicht eingetretener Kreditausfälle).

Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert und der Wertminderungsverlust erfolgswirksam erfasst. Bei allen sonstigen finanziellen Vermögenswerten wird kein separates Wertberichtigungskonto geführt.

Forderungen werden einschließlich der damit verbundenen Wertberichtigung ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich eingestuft werden und sämtliche Sicherheiten in Anspruch genommen und verwertet wurden. Erhöht oder verringert sich die Höhe eines geschätzten Wertminderungsaufwands in einer folgenden Berichtsperiode aufgrund eines Ereignisses, das nach der Erfassung der Wertminderung eintrat, wird der früher erfasste Wertminderungsaufwand durch Anpassung des Wertberichtigungskontos erfolgswirksam erhöht oder verringert.

Wird eine ausgebuchte Forderung aufgrund eines Ereignisses, das nach der Ausbuchung eintrat, später wieder als einbringlich eingestuft, wird der entsprechende Betrag unmittelbar erfolgswirksam erfasst.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Der Konzern ermittelt für zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte an jedem Berichtsstichtag, ob objektive Hinweise darauf schließen lassen, dass eine Wertminderung eines Vermögenswerts oder einer Gruppe von Vermögenswerten vorliegt.

Bei als zur Veräußerung gehalten eingestuften Eigenkapitalinstrumenten würde ein signifikanter oder anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts des Instruments unter seine Anschaffungskosten einen objektiven Hinweis darstellen. Das Kriterium "signifikant" ist anhand der ursprünglichen Anschaffungskosten der Finanzinvestition zu beurteilen und das Kriterium "länger anhaltend" anhand des Zeitraums, in dem der beizulegende Zeitwert unter den ursprünglichen Anschaffungskosten lag. Bestehen Hinweise auf eine Wertminderung, wird der kumulierte Verlust - der sich als Unterschiedsbetrag aus den Anschaffungskosten und dem derzeitigen beizulegenden Zeitwert abzüglich eines etwaigen früher erfolgswirksam verbuchten Wertminderungsaufwands auf dieses Instrument ergibt - aus dem sonstigen Ergebnis entfernt und erfolgswirksam erfasst. Wertberichtigungen für Eigenkapitalinstrumente werden nicht erfolgswirksam rückgängig gemacht; ein späterer Anstieg des beizulegenden Zeitwerts wird direkt im sonstigen Ergebnis erfasst.

Bei der Ermittlung der Wertminderung von als zur Veräußerung verfügbar eingestuften Schuldinstrumenten werden die gleichen Kriterien herangezogen wie bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten. Der für Wertminderungen erfasste Betrag ist jedoch der kumulierte Verlust, der sich als Unterschiedsbetrag aus den fortgeführten Anschaffungskosten und dem derzeitigen beizulegenden Zeitwert abzüglich eines etwaigen früher erfolgswirksam verbuchten Wertminderungsaufwands auf dieses Instrument ergibt.

Auf den geminderten Buchwert des Vermögenswerts werden weiterhin künftige Zinserträge erfasst; die Ermittlung wird mithilfe des Zinssatzes vorgenommen, der zur Abzinsung der künftigen Cashflows bei der Bestimmung des Wertminderungsaufwands verwendet wurde. Die Zinserträge werden als Teil der Finanzerträge erfasst. Wenn der beizulegende Zeitwert eines Schuldinstruments in einer nachfolgenden Berichtsperiode ansteigt und sich der Anstieg objektiv auf ein Ereignis zurückführen lässt, das nach der erfolgswirksamen Verbuchung der Wertminderung auftrat, wird der Betrag der Wertaufholung erfolgswirksam erfasst.

Erstmaliger Ansatz von finanziellen Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten im Sinne von IAS 39 werden entweder klassifiziert als finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als sonstige Verbindlichkeiten oder als Derivate, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solches effektiv sind.

Der Konzern legt die Klassifizierung seiner finanziellen Verbindlichkeiten mit dem erstmaligen Ansatz fest. Die finanziellen Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet, im Fall von Darlehen zuzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten.

Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, Kontokorrentkredite, Darlehen, Schuldverschreibungen und derivative Finanzinstrumente.

Folgebewertung von finanziellen Verbindlichkeiten

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Diese Kategorie umfasst die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten sowie finanzielle Verbindlichkeiten, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert wurden.

Derivate mit negativem Marktwert, die nicht als Sicherungsinstrumente designiert wurden oder als solche ineffektiv sind, werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft.

Finanzielle Verbindlichkeiten, die unter die Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" fallen, werden auch in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und die daraus resultierenden Gewinne und Verluste ergebniswirksam erfasst.

Im Geschäftsjahr und im Vorjahr waren keine originären finanziellen Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten klassifiziert und es wurde nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, finanzielle Verbindlichkeiten bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende Verbindlichkeiten zu designieren.

Darlehen

Nach der erstmaligen Erfassung werden verzinsliche Darlehen unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Verbindlichkeiten ausgebucht werden sowie im Rahmen der Amortisation mittels der Effektivzinsmethode. Fortgeführte Anschaffungskosten werden unter Berücksichtigung eines Agio oder Disagio bei Akquisition sowie Gebühr oder Kosten berechnet, die einen integralen Bestandteil des Effektivzinssatzes darstellen. Die Amortisation mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzaufwendungen enthalten.

Sonstige Verbindlichkeiten

Alle finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht in die Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" fallen und keine Derivate sind, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Bei kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag den fortgeführten Anschaffungskosten. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden sowie im Rahmen von Amortisationen.

Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die der Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird im Periodenergebnis erfasst.

Saldierung von Finanzinstrumenten

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden dann saldiert, so dass nur der Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen wird, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch oder vergleichbarer Anspruch z. B. aus Vertragslage besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts eine dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden auf Nettobasis dargestellt, wenn dadurch die erwarteten künftigen Cashflows eines Unternehmens aus dem Ausgleich von zwei oder mehreren verschiedenen Finanzinstrumenten abgebildet werden.

Beizulegender Zeitwert von Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf organisierten Finanzmärkten gehandelt werden, wird durch den am Bilanzstichtag notierten Marktpreis (Geldkurs) bestimmt. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt besteht, wird unter Anwendung von Bewertungsmethoden ermittelt. Zu den Bewertungsmethoden gehören die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, die Verwendung von Discounted-Cashflow-Methoden und anderer Bewertungsmodelle.

Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

Der Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte, Zinsswaps und Warenterminkontrakte, um sich gegen Zins-, Wechselkurs- sowie sonstige Preisrisiken abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als finanzielle Verbindlichkeiten, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Gewinne oder Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten während des Geschäftsjahres, die nicht die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehungen erfüllen, und der unwirksame Teil eines wirksamen Sicherungsinstruments werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Der Konzern nutzt derzeit nur Derivate zur Sicherung zukünftiger Zahlungsströme aus schwebenden Geschäften oder geplanten Transaktionen (Cashflow Hedges). Zum Bilanzstichtag bestanden keinerlei Hedge-Beziehungen.

Zum Zwecke der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen werden Sicherungsinstrumente wie folgt klassifiziert:

Als Absicherung des beizulegenden Zeitwerts, wenn es sich um eine Absicherung des Risikos einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines bilanzierten Vermögenswerts oder einer bilanzierten Verbindlichkeit oder einer nicht bilanzierten festen Verpflichtung (außer Währungsrisiko) handelt,
als Absicherung von Cashflows, wenn es sich um eine Absicherung des Risikos von Schwankungen der Cashflows handelt, das dem mit einem bilanzierten Vermögenswert, einer bilanzierten Verbindlichkeit oder mit einer höchstwahrscheinlich eintretenden künftigen Transaktion verbundenen Risiko oder dem Währungsrisiko einer nicht bilanzierten festen Verpflichtung zugeordnet werden kann,
als Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb.

Zu Beginn der Absicherung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien des Konzerns im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Die Dokumentation enthält die Festlegung des Sicherungsinstruments, des Grundgeschäfts oder der abgesicherten Transaktion sowie die Art des abgesicherten Risikos und eine Beschreibung, wie das Unternehmen die Wirksamkeit des Sicherungsinstruments bei der Kompensation der Risiken aus Änderungen der Cashflows des gesicherten Grundgeschäfts ermittelt. Derartige Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus Änderungen der Cashflows als in hohem Maße wirksam eingeschätzt. Sie werden fortlaufend dahingehend beurteilt, ob sie tatsächlich während der gesamten Berichtsperiode, für die die Sicherungsbeziehung definiert wurde, hoch wirksam waren.

Sicherungsgeschäfte, die die strengen Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfüllen, werden wie folgt bilanziert:

Absicherung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value Hedges)

Die Änderung des beizulegenden Zeitwerts des derivativen Zinssicherungsinstruments wird in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst. Die Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Grundgeschäfts, die dem abgesicherten Risiko zugerechnet werden kann, wird als Teil des Buchwerts des gesicherten Grundgeschäfts verbucht und ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst.

Bei Sicherungsgeschäften zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts, die sich auf zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzte Grundgeschäfte beziehen, wird die Anpassung des Buchwerts erfolgswirksam über dessen Restlaufzeit bis zur Fälligkeit aufgelöst. Sobald es eine Berichtigung gibt, kann die Amortisation mittels der Effektivzinsmethode beginnen, sie darf aber nicht später als zu dem Zeitpunkt beginnen, an dem das Grundgeschäft nicht mehr um Änderungen des beizulegenden Zeitwerts, die auf das abzusichernde Risiko zurückzuführen sind, angepasst wird. Wird das Grundgeschäft ausgebucht, wird der nicht amortisierte beizulegende Zeitwert sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Wird eine nicht in der Bilanz angesetzte feste Verpflichtung als Grundgeschäft klassifiziert, so wird die nachfolgende kumulierte Änderung des beizulegenden Zeitwerts der festen Verpflichtung, die auf das abgesicherte Risiko zurückzuführen ist, als Vermögenswert oder Schuld mit einem entsprechenden Gewinn oder Verlust im Periodenergebnis erfasst.

Derivate, die im GRAMMER Konzern nach betriebswirtschaftlichen Kriterien der Zins-, Währungs- oder Preissicherung dienen, jedoch die strengen Kriterien des IAS 39 nicht erfüllen, werden in die Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten" eingeordnet.

Absicherung von Cashflows (Cashflow Hedges)

Der wirksame Teil des Gewinns oder Verlusts aus einem Sicherungsinstrument wird direkt im Eigenkapital erfasst, während der unwirksame Teil sofort erfolgswirksam erfasst wird. Die im Eigenkapital erfassten Beträge werden in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht, in der die abgesicherte Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst. Resultiert eine Absicherung im Ansatz eines nicht-finanziellen Vermögenswertes oder einer nicht-finanziellen Verbindlichkeit, so werden die im Eigenkapital erfassten Beträge Teil der Anschaffungskosten im Zugangszeitpunkt des nicht-finanziellen Vermögenswertes bzw. der nicht-finanziellen Verbindlichkeit. Wird mit dem Eintritt der erwarteten Transaktion oder der festen Verpflichtung nicht länger gerechnet, werden die zuvor im Eigenkapital erfassten Beträge in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht. Wenn das Sicherungsinstrument ausläuft oder veräußert, beendet oder ausgeübt wird, ohne dass ein Ersatz oder ein Überrollen des Sicherungsinstruments in ein anderes Sicherungsinstrument erfolgt oder die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt sind, verbleiben die bislang im Eigenkapital erfassten Beträge solange als gesonderter Posten im Eigenkapital, bis die erwartete Transaktion oder feste Verpflichtung eingetreten ist.

Absicherung einer Nettoinvestition (Hedges of a Net Investment)

Sicherungsbeziehungen zur Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb, einschließlich der Absicherung von monetären Posten, die als Teil der Nettoinvestition bilanziert werden, werden wie Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Cashflows bilanziert. Gewinne oder Verluste aus dem Sicherungsinstrument, die dem wirksamen Teil des Sicherungsinstruments zuzurechnen sind, werden im sonstigen Ergebnis erfasst, während Gewinne oder Verluste, die dem unwirksamen Teil des Sicherungsinstruments zuzurechnen sind, in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. Beim Abgang eines ausländischen Geschäftsbetriebs wird der kumulierte Wert solcher im Eigenkapital erfassten Gewinne oder Verluste in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht. Der Konzern verwendet ein Darlehen als Sicherungsinstrument zur Absicherung des aus Beteiligungen an ausländischen Tochterunternehmen resultierenden Wechselkursrisikos.

Vorräte

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Anschaffungskosten werden im Konzern mit einem gleitenden Durchschnittspreis und einem angemessen Teil der zuordenbaren Warenbezugskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der notwendigen Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen. Kosten der Verwaltung werden berücksichtigt, soweit sie der Produktion zuzurechnen sind. Kosten der allgemeinen Verwaltung und Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Die Ermittlung der Herstellungskosten für Vorräte aus konzerninternen Lieferungen erfolgte aus Anlass der Zwischengewinneliminierung durch retrograde Abschläge auf die Konzernverrechnungspreise. Sofern die Nettoveräußerungswerte am Abschlussstichtag aufgrund gesunkener Preise am Absatzmarkt niedriger sind, werden diese angesetzt.

Fertigungsaufträge

Fertigungsaufträge (construction contracts) werden gemäß IAS 11 nach der Percentage-of-Completion-Methode (PoC-Methode) bilanziert. Der anzusetzende Fertigstellungsgrad wird im Verhältnis der bis zum Bilanzstichtag angefallenen Auftragskosten zu den am Bilanzstichtag geschätzten gesamten Auftragskosten (cost-to-cost-Verfahren) ermittelt. Der Ausweis der Aufträge erfolgt aktivisch unter der Position "Sonstige finanzielle Vermögenswerte", soweit die kumulierte Leistung die erhaltenen Anzahlungen übersteigt. Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht verlässlich bestimmt werden kann, sind die Auftragserlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten zu erfassen, die wahrscheinlich einbringbar sind. Auftragskosten werden in der Periode, in der sie entstehen, als Aufwand erfasst. Zu erwartende Auftragsverluste werden durch Rückstellungen berücksichtigt.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen in der Bilanz umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben und kurzfristige Einlagen mit ursprünglichen Fälligkeiten von weniger als drei Monaten. Diese werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Für Zwecke der Konzernkapitalflussrechnung umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente die oben definierten Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen sowie die in Anspruch genommenen Kontokorrentkredite.

Eigene Anteile

Erwirbt der Konzern eigene Anteile, so werden diese zu Anschaffungskosten erfasst und vom Eigenkapital abgezogen. Der Kauf, der Verkauf und die Ausgabe oder Einziehung von eigenen Anteilen wird erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Etwaige Unterschiedsbeträge zwischen Buchwert und der Gegenleistung werden im Eigenkapital erfasst.

Sonstige Rückstellungen

Gemäß IAS 37 werden Rückstellungen gebildet, soweit gegenüber Dritten eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis besteht, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und deren Höhe zuverlässig geschätzt werden kann.

Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie zum Beispiel bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert nur dann erfasst, wenn die Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand zur Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung nach Abzug der Erstattung ausgewiesen. Ist die Wirkung des Zinseffekts wesentlich, werden Rückstellungen zu einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der gegebenenfalls die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Zinsaufwand erfasst. Rückstellungen für Gewährleistungskosten werden zum Zeitpunkt des Verkaufs des betreffenden Produktes erfasst. Der als Rückstellung angesetzte Betrag stellt die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung erforderlichen Ausgabe dar.

Gewährleistungsrückstellungen für Kosten in Verbindung mit Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der zugrunde liegenden Produkte oder der Erbringung der Dienstleistungen gebildet. Die erstmalige Erfassung erfolgt auf Grundlage von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit. Die ursprüngliche Schätzung der Kosten in Verbindung mit Gewährleistungen wird jährlich überprüft.

Restrukturierungsrückstellungen werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem im Konzern ein formeller Plan für die Restrukturierung existiert und dieser den betroffenen Bereichen mitgeteilt worden ist.

Pensionsverpflichtungen und sonstige Leistungen an Arbeitnehmer

Die versicherungsmathematische Bewertung der Pensionsrückstellungen beruht auf dem in IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren für leistungsorientierte Altersversorgungspläne. Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Der in den Pensionsaufwendungen enthaltene Zinsanteil wird als Zinsaufwand im Finanzergebnis ausgewiesen.

Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste ergeben sich aus Bestandsänderungen und Abweichungen der tatsächlichen Trends (zum Beispiel Einkommens-, Rentenerhöhungen) gegenüber den Rechnungsannahmen. Entsprechend dem Wahlrecht von IAS 19 wird dieser Betrag im GRAMMER Konzern über die künftige durchschnittliche Restdienstzeit der Belegschaft bilanziell erfasst und erfolgswirksam verrechnet, soweit die zu Beginn des Geschäftsjahres nicht erfassten versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste 10 % des höheren Betrags aus der Pensionsverpflichtung oder dem Zeitwert des Planvermögens zu Beginn des Geschäftsjahres übersteigen.

Die sonstigen Post-Employment Leistungen an Arbeitnehmer werden gemäß IAS 19 entsprechend bewertet.

Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Erträge werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Ertragshöhe zuverlässig bestimmt werden kann. Diese Erträge werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu erwartenden Gegenleistung unter Beachtung der vertraglichen Bedingungen von Zahlungen oder Ähnlichem bewertet ohne eine Berücksichtigung von Steuern oder ähnlichen Abgaben. Der Konzern ist nach umfassender Analyse zu dem Entschluss gekommen, dass er bei allen Fällen als Auftraggeber bei seinen Umsatztransaktionen handelt.

Die Erfassung von Umsatzerlösen bzw. sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt grundsätzlich erst dann, wenn die Leistungen erbracht bzw. die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind, d. h. der Gefahrenübergang auf den Kunden realisiert worden ist. Umsätze werden unter Abzug von Erlösschmälerungen wie Skonti, Boni, Preisrabatten oder Ähnlichen ausgewiesen.

Bei langfristigen Fertigungsaufträgen (zum Beispiel Entwicklungsaufträgen von Kunden) werden die Umsätze entsprechend dem Leistungsfortschritt am Bilanzstichtag erfasst. Der Leistungsfortschritt ermittelt sich aus dem Verhältnis der bis zum Bilanzstichtag angefallenen Auftragskosten zu den geschätzten gesamten Auftragskosten. Somit werden Teilgewinnrealisierungen erfasst und diese als Umsätze ausgewiesen. Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht verlässlich schätzbar ist, werden wahrscheinlich erzielbare Umsätze bis zur Höhe der angefallenen Kosten erfasst.

Ist es wahrscheinlich, dass die gesamten Kosten die gesamten Auftragserlöse übersteigen, so wird der erwartete Verlust sofort in der Periode der Erkenntnis vollständig als Aufwand erfasst.

Zinserträge und -aufwendungen

Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht erfasst. Zinserträge und -aufwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil des Finanzergebnisses ausgewiesen. Bei allen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten sowie den verzinslichen als zur Veräußerung zur Verfügung verfügbar eingestuften finanziellen Vermögenswerten werden Zinserträge und -aufwendungen anhand des Effektivzinssatzes erfasst. Der Effektivzins ist derjenige Kalkulationszinssatz, der sich ergibt, wenn die geschätzten zukünftigen Ein- und Auszahlungen über die erwartete Laufzeit oder auch kürzer exakt auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswertes oder der finanziellen Verbindlichkeit abgezinst werden.

Dividenden

Dividendenerträge erfassen wir grundsätzlich zum Zeitpunkt ihres rechtlichen Entstehens auf Zahlung.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Im Falle von aufwandsbezogenen Zuwendungen werden diese planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen. Bezieht sich die Zuwendung auf einen Vermögenswert, wird diese in einem passivischen Abgrenzungsposten erfasst und über die erwartete Nutzungsdauer des betreffenden Vermögenswertes linear erfolgswirksam aufgelöst.

Sofern Darlehen oder ähnliche Beihilfen aus der öffentlichen Hand oder ihrer verbundenen ausführenden Organisationen zu einem Zinssatz gewährt werden, der unter dem aktuellen Marktzins liegt, wird ein aufgrund des vergünstigten Zinssatzes erzielter Vorteil als eine weitere Zuwendung der öffentlichen Hand erfasst.

Steuern

Tatsächliche Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende Periode und für frühere Perioden sind mit dem Betrag zu bewerten, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die am Bilanzstichtag gelten oder bereits verabschiedet sind.

Tatsächliche Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Eigenkapital ausgewiesen.

Latente Steuern

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode auf alle zum Bilanzstichtag bestehenden temporären Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswertes bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst. Hierzu gibt es folgende Ausnahmen:

Die latente Steuerschuld aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts oder eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, darf nicht angesetzt werden.
Die latente Steuerschuld aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Joint Ventures stehen, darf nicht angesetzt werden, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und nicht genutzte Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können. Hierzu gibt es folgende Ausnahmen:

Latente Steueransprüche aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, dürfen nicht angesetzt werden.
Latente Steueransprüche aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Joint Ventures stehen, dürfen nur in dem Umfang erfasst werden, in dem es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit umkehren werden und ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruches ermöglicht.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Dabei werden die Steuersätze (und Steuervorschriften) zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gültig oder angekündigt sind.

Ertragsteuern, die sich auf Posten beziehen, die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden, werden entsprechend der ihnen zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle entweder im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital und nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjektes beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden.

Umsatzsteuer

Umsatzerlöse, Aufwendungen und Vermögenswerte werden nach Abzug von Umsatzsteuern erfasst. Hierzu gibt es folgende Ausnahmen:

Wenn beim Kauf von Gütern oder Dienstleistungen angefallene Umsatzsteuer nicht von den Steuerbehörden eingefordert werden kann, wird die Umsatzsteuer als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswertes bzw. als Teil der Aufwendungen erfasst und
Forderungen und Schulden werden mitsamt dem darin enthaltenen Umsatzsteuerbetrag angesetzt.

Der Umsatzsteuerbetrag, der von der Steuerbehörde erstattet wird oder an diese abgeführt wird, wird unter den Forderungen oder Schulden in der Bilanz erfasst.

2.4 Anwendung von Standards der IFRS

2.4.1 Anwendung der geänderten Standards und neue Standards in der Rechnungslegung

Die angewandten Rechnungslegungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden, mit Ausnahme der nachfolgend aufgeführten neuen und überarbeiteten Standards und lnterpretationen mit Wirkung zum 1. Januar 2010:

IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung - Konzerninterne anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich, trat am 1. Januar 2010 in Kraft,
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse (überarbeitet) und IAS 27 Konzern- und Einzelabschlüsse (überarbeitet), einschließlich der Folgeänderungen in IFRS 2, IFRS 5, IFRS 7, IAS 7, IAS 21, IAS 28, IAS 31 und IAS 39, trat am 1. Juli 2009 in Kraft,
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung - Geeignete Grundgeschäfte, trat am 1. Juli 2009 in Kraft,
IFRlC 17 Sachdividenden an Eigentümer, trat am 1. Juli 2009 in Kraft,
Verbesserungen zu lFRS 2008 (Mai 2008),
Verbesserungen zu lFRS 2009 (April 2009).

Die Anwendung dieser Standards und Interpretationen wird nachfolgend näher erläutert:

IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung

Der IASB hat im Juni 2009 eine Änderung von IFRS 2 zum Anwendungsbereich und zur Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich im Konzern veröffentlicht. Der Konzern hat diese Änderung zum 1. Januar 2010 angewandt. Daraus ergeben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse (überarbeitet) und IAS 27 Konzern- und Einzelabschlüsse (überarbeitet)

IFRS 3 (überarbeitet) führt wesentliche Änderungen bezüglich der Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen ein. Es ergeben sich Auswirkungen auf die Bewertung von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss, die Bilanzierung von Transaktionskosten, die erstmalige Erfassung und die Folgebewertung einer bedingten Gegenleistung sowie sukzessive Unternehmenserwerbe. Diese Neuregelungen werden sich auf die Ansatzhöhe des Geschäfts- oder Firmenwerts, auf das Ergebnis der Berichtsperiode, in der ein Unternehmenszusammenschluss erfolgt, und auf künftige Ergebnisse auswirken. IAS 27 (überarbeitet) schreibt vor, dass eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen, die nicht zum Verlust der Beherrschung führt, als Transaktionen mit Eigentümern in ihrer Eigenschaft als Eigentümer bilanziert wird. Aus einer solchen Transaktion kann daher weder ein Geschäfts- oder Firmenwert noch ein Gewinn oder Verlust resultieren. Außerdem werden Vorschriften zur Verteilung von Verlusten auf die Eigentümer des Mutterunternehmens und die Anteile ohne beherrschenden Einfluss und die Bilanzierungsregeln für Transaktionen, die zu einem Beherrschungsverlust führen, geändert. Die Neuregelungen aus IFRS 3 und IAS 27 wirken sich auf den Erwerb und den Verlust der Beherrschung an Tochterunternehmen und auf die Transaktionen mit Anteilen ohne beherrschenden Einfluss am oder nach dem 1. Januar 2010 aus. Diese Änderung der Rechnungslegungsmethoden wird prospektiv angewandt und hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung - Geeignete Grundgeschäfte

Es wird klargestellt, dass es zulässig ist, lediglich einen Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflow-Schwankungen eines Finanzinstruments als Grundgeschäft zu designieren. Dies umfasst auch die Designation von lnflationsrisiken als gesichertes Risiko bzw. Teile davon in bestimmten Fällen. Der Konzern hat festgestellt, dass diese Änderung sich nicht auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken wird, weil der Konzern keine derartigen Geschäfte eingegangen ist.

IFRIC 17 Sachdividenden an Eigentümer

Diese Interpretation enthält Leitlinien zur Bilanzierung von Vereinbarungen, bei denen ein Unternehmen Sachausschüttungen an Eigentümer als Ausschüttung aus den Rücklagen oder als Dividenden vornimmt.

Diese Interpretation hat keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, da der Konzern keine Sachdividenden ausschüttet

Verbesserungen zu IFRS 2008 und 2009

Der IASB veröffentlichte im Mai 2008 und April 2009 zwei Sammelstandards zur Änderung verschiedener IFRS mit dem primären Ziel, lnkonsistenzen zu beseitigen und Formulierungen klarzustellen. Die Sammelstandards sehen für jeden geänderten IFRS eine eigene Übergangsregelung vor. Die Anwendung folgender Neuregelungen führte zwar zu einer Änderung von Rechnungslegungsmethoden, ergab jedoch keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns:

Veröffentlicht im Mai 2008

IFRS 5 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche: Es wird klargestellt, dass bei der Klassifizierung eines Tochterunternehmens als zur Veräußerung gehalten, sämtliche Vermögenswerte und Schulden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden. Dies gilt selbst dann, wenn dem Unternehmen nach dem Veräußerungsgeschäft weiterhin Anteile ohne beherrschenden Einfluss am ehemaligen Tochterunternehmen verbleiben. Die Änderung wird prospektiv angewandt und wirkt sich nicht auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns aus.

Veröffentlicht im April 2009

IFRS 5 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche: Es wird klargestellt, dass für langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind, und aufgegebene Geschäftsbereiche allein die Angabepflichten des IFRS 5 einschlägig sind. Die in anderen IFRS vorgesehenen Angabepflichten sind nur dann zu beachten, wenn die jeweiligen Standards oder Interpretationen diese Angaben ausdrücklich für Vermögenswerte nach IFRS 5 und aufgegebene Geschäftsbereiche fordern. Diese Klarstellung führte zu keiner Änderung des Konzernabschlusses.

IFRS 8 Geschäftssegmente: Es wird klargestellt, dass Segmentvermögenswerte und Segmentschulden nur dann ausgewiesen werden müssen, wenn diese Vermögenswerte und Schulden der verantwortlichen Unternehmensinstanz regelmäßig gemeldet werden. Da die verantwortliche Unternehmensinstanz des Konzerns die Entwicklung der Segmentvermögenswerte und Segmentschulden nicht überwacht, weist der Konzern diese Information nicht mehr in der Angabe 5 aus.

IAS 7 Kapitalflussrechnung: Es wird festgestellt, dass lediglich solche Ausgaben, die zum Ansatz eines Vermögenswerts führen, als Cashflows aus der Investitionstätigkeit eingestuft werden können. Diese Änderung hat keine Auswirkungen auf die Darstellung in der Kapitalflussrechnung.

IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten: Die Änderung stellt klar, dass eine zahlungsmittelgenerierende Einheit, zu der ein im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbener Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wird, nicht größer sein darf als ein Geschäftssegment i. S. v. IFRS 8 vor der Aggregation nach den dort genannten Kriterien. Die Änderung hat keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Aus den anderen nachfolgend aufgelisteten Neuregelungen in Verbesserungen zu lFRS ergaben keine Auswirkungen auf die Rechnungslegungsmethoden und die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns:

Veröffentlicht im April 2009

IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung
IAS 1 Darstellung des Abschlusses
IAS 17 Leasingverhältnisse
IAS 34 Zwischenberichterstattung
IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung
IFRlC 9 Neubeurteilung eingebetteter Derivate
IFRlC 16 Absicherungen einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb

2.4.2 Änderungen der Standards und neue Standards Anwendung der Rechnungslegungsmethoden

Der IASB hat nachfolgend aufgelistete Standards und Interpretationen veröffentlicht, die bereits im Rahmen des Komitologieverfahrens in das EU-Recht übernommen wurden, aber im Geschäftsjahr 2010 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Der Konzern wendet diese Standards und Interpretationen nicht vorzeitig an.

IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Der überarbeitete Standard IAS 24 wurde im November 2009 veröffentlicht und ist erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnt. Damit wurden zum einen die Definition der nahe stehenden Unternehmen und Personen überarbeitet, um die Identifizierung von Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen zu erleichtern, und zum anderen die einer öffentlichen Stelle nahe stehenden Unternehmen partiell von der Angabepflicht über Geschäftsvorfälle mit dieser öffentlichen Stelle und anderen dieser öffentlichen Stelle nahe stehenden Unternehmen befreit. Der Standard sieht retrospektive Anwendung vor. Diese Regelung wird voraussichtlich keine Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Änderung von IAS 32 - Klassifizierung von Bezugsrechten

Die Änderung von IAS 32 wurde im Oktober 2009 veröffentlicht und ist erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Februar 2010 beginnt. Die Definition einer finanziellen Verbindlichkeit wurde angepasst, um die Einstufung bestimmter Bezugsrechte (sowie bestimmter Optionen und Optionsscheine) als Eigenkapital dann zu ermöglichen, wenn das Unternehmen diese Rechte allen gegenwärtigen Eigentümern derselben Klasse seiner nicht-derivativen Eigenkapitalinstrumente anbietet, um eine feste Anzahl von Eigenkapitalinstrumenten des Unternehmens zu einem festen Betrag in einer beliebigen Währung zu erwerben. Der Standard sieht retrospektive Anwendung vor. Diese Regelung wird voraussichtlich keine Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben

Änderung von IFRIC 14 - Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen

Die Änderung von IFRIC 14 wurde im November 2009 veröffentlicht und ist erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnt. Die Anwendung der im Juli 2007 veröffentlichten Interpretation IFRIC 14, mit der eine Begrenzung eines sich ergebenen Vermögenswerts aus einem leistungsorientierten Plan auf seinen erzielbaren Betrag erreicht werden sollte, hatte für Unternehmen in bestimmten Ländern einige nicht beabsichtigte Konsequenzen. Die erfolgte Änderung soll es den Unternehmen ermöglichen, einen Vermögenswert für Vorauszahlungen auf Mindestdotierungsverpflichtungen zu erfassen. Die Änderung sieht retrospektive Anwendung vor. Diese Regelung wird voraussichtlich keine Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben

IFRIC 19 Ablösung finanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten

Die IFRIC Interpretation 19 wurde im November 2009 veröffentlicht und ist erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnt. Diese Interpretation stellt klar, dass bei einer Begebung von Eigenkapitalinstrumenten an Gläubige zwecks Tilgung einer finanziellen Verbindlichkeit diese Eigenkapitalinstrumente als gezahltes Entgelt gemäß IAS 39.41 klassifizieren. Die ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Kann dieser nicht verlässlich bestimmt werden, so sind sie mit dem beizulegenden Zeitwert der getilgten Verbindlichkeit zu bewerten. Etwaige Gewinne oder Verluste werden direkt im Gewinn oder Verlust erfasst. Die Änderung sieht retrospektive Anwendung vor. Diese Regelung wird voraussichtlich keine Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben

EU-Endorsement ausstehend

Der IASB hat nachfolgend aufgelistete Standards und Interpretationen veröffentlicht, die im Geschäftsjahr 2010 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Diese Standards und Interpretationen wurden von der EU bislang nicht anerkannt und werden vom Konzern nicht angewandt.

Änderung von IFRS 7 - Angaben über die Übertragung von finanziellen Vermögenswerten

Die Änderung von IFRS 7 wurde im Oktober 2010 veröffentlicht und ist erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnt. Die Änderung bestimmt umfangreiche neue qualitative und quantitative Angaben über übertragene finanzielle Vermögenswerte, die nicht ausgebucht wurden, und über das zum Berichtsstichtag bestehende anhaltende Engagement bei übertragenen finanziellen Vermögenswerten.

IFRS 9 Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung

Der erste Teil der Phase I bei der Vorbereitung des IFRS 9 Finanzinstrumente wurde im November 2009 veröffentlicht und ist erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnt. Der Standard beinhaltet Neuregelungen zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten. Hiernach sind Schuldinstrumente abhängig von ihren jeweiligen Charakteristika und unter Berücksichtigung des Geschäftsmodells entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Eigenkapitalinstrumente sind immer zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Wertschwankungen von Eigenkapitalinstrumenten dürfen aber aufgrund des eingeräumten instrumentenspezifischen Wahlrechts, welches im Zeitpunkt des Zugangs des Finanzinstruments ausübbar ist, im sonstigen Ergebnis erfasst werden. In diesem Fall würden für Eigenkapitalinstrumente nur bestimmte Dividendenerträge erfolgswirksam erfasst. Eine Ausnahme bilden finanzielle Vermögenswerte, die zu Handelszwecken gehalten werden und die zwingend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind. Der IASB hat im Oktober 2010 den zweiten Teil der Phase I des Projekts abgeschlossen. Der Standard wurde damit um die Vorgaben zu finanziellen Verbindlichkeiten ergänzt und sieht vor, die bestehenden Klassifizierungs- und Bewertungsvorschriften für finanzielle Verbindlichkeiten mit folgenden Ausnahmen beizubehalten: Auswirkungen aus der Änderung des eigenen Kreditrisikos bei finanziellen Verbindlichkeiten, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert wurden, müssen erfolgsneutral erfasst und derivative Verbindlichkeiten auf nicht notierte Eigenkapitalinstrumente dürfen nicht mehr zu Anschaffungskosten angesetzt werden. Der zeitliche Anwendungsbereich bleibt unverändert (1. Januar 2013). Den Unternehmen steht es allerdings frei, die Bestimmungen aus der 2009-Fassung vorzeitig und separat von den Regelungen zu finanziellen Verbindlichkeiten anzuwenden. Die vorzeitige Anwendung der Regelungen zu finanziellen Verbindlichkeiten ist ebenfalls gestattet, dann allerdings zusammen mit der 2009-Fassung. Der Standard sieht grundsätzlich retrospektive Anwendung vor.

Änderung von IAS 12 - Latente Steuern: Realisierung zugrunde liegender Vermögenswerte

Die Änderung von IAS 12 wurde im Dezember 2010 veröffentlicht und ist erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnt. Die Änderung sieht vor, dass aktive und passive latente Steuern für bestimmte Vermögenswerte basierend auf der Annahme bewertet werden, dass der Buchwert dieser Vermögenswerte in voller Höhe durch Veräußerung realisiert wird.

Verbesserungen zu IFRS 2010

Bei den Verbesserungen zu IFRS 2010 handelt es sich um einen Sammelstandard, der im Mai 2010 veröffentlicht wurde und Änderungen in verschiedenen IFRS beinhaltet. Die Anwendungszeitpunkte und Übergangsregelungen werden pro Standard vorgegeben. Sofern nachfolgend nichts anderes angegeben ist, finden einzelne Regelungen erstmals für das Geschäftsjahr Anwendung, das am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnt. Der Konzern hat folgende Änderungen noch nicht angewandt:

IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse

Übergangsvorschriften für bedingte Gegenleistung aus einem Unternehmenszusammenschluss, der vor dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des überarbeiteten IFRS stattfand: Die Änderung stellt klar, dass die Änderungen von IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben, IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung und IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung, welche den Ausschluss der bedingten Gegenleistung aus dem Anwendungsbereich dieser Standards aufheben, nicht für bedingte Gegenleistungen gelten, die sich aus Unternehmenszusammenschlüssen ergeben, deren Erwerbszeitpunkt vor der Anwendung von IFRS 3 (überarbeitet 2008) liegt. Diese Änderung ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen.
Bewertung von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss: Die Änderung beschränkt den Anwendungsbereich des Bewertungswahlrechts insoweit, als ausschließlich die Bestandteile der Anteile ohne beherrschenden Einfluss, die ein gegenwärtiges Eigentumsrecht und im Falle einer Liquidation für den Inhaber einen anteiligen Anspruch am Nettovermögen des Unternehmens begründen, entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum proportionalen Anteil des gegenwärtigen Eigentumsrechts am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet werden dürfen. Andere Bestandteile der Anteile ohne beherrschenden Einfluss werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet, sofern nicht ein anderer IFRS (z. B. IFRS 2) einen anderen Bewertungsmaßstab vorschreibt. Die Änderung ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen.
Nicht ersetzte und freiwillig ersetzte anteilsbasierte Vergütung: Gemäß dieser Änderung ist ein Unternehmen (im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses) zur Erfassung des Ersatzes der anteilsbasierten Vergütung (ob obligatorisch oder freiwillig) verpflichtet, d.h. zur Aufteilung zwischen der Gegenleistung und dem aus dem Unternehmenszusammenschluss entstandenen Aufwand. Ersetzt das Unternehmen die aktienbasierten Vergütungszusagen des erworbenen Unternehmens, die aufgrund des Unternehmenszusammenschlusses verfallen, erfasst es diese als den nach dem Unternehmenszusammenschluss entstandenen Aufwand. Die Änderung verdeutlicht außerdem die Bilanzierung anteilsbasierter Vergütungstransaktionen, die das erwerbende Unternehmen nicht durch eigene anteilsbasierte Vergütungszusagen ersetzt: Sofern diese ausübbar sind, stellen sie Anteile ohne beherrschenden Einfluss dar und werden mit dem marktbasierten Wert angesetzt. Sofern diese noch nicht ausübbar sind, sind sie mit dem marktbasierten Wert zu bewerten, als ob sie zum Erwerbszeitpunkt gewährt wurden, und zwischen den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss und dem nach dem Unternehmenszusammenschluss entstandenen Aufwand aufzuteilen. Diese Änderung ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen. Der Standard schreibt prospektive Anwendung ab dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 3 (2008) vor.

IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben

Die Änderung verdeutlicht die Wechselwirkung zwischen den quantitativen und den qualitativen Angaben sowie die Art und den Umfang von Risiken aus Finanzinstrumenten und beinhaltet insbesondere Änderungen, die quantitative Angaben über das Ausfallrisiko betreffen. Diese Änderung ist rückwirkend anzuwenden.

IAS 1 Darstellung des Abschlusses

Die Änderung stellt klar, dass die Analyse des sonstigen Ergebnisses für einzelne Eigenkapitalbestandteile entweder in der Eigenkapitalveränderungsrechnung oder im Anhang zu erfolgen hat. Diese Änderung ist rückwirkend anzuwenden.

IAS 27 Konzern- und Einzelabschlüsse

Die Änderung stellt klar, dass die aus IAS 27 resultierenden Folgeänderungen in IAS 21 Auswirkungen von Wechselkursänderungen, IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen sowie IAS 31 Anteile an Gemeinschaftsunternehmen prospektiv für Geschäftsjahre anzuwenden sind, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen, oder zu einem früheren Zeitpunkt, sofern eine vorzeitige Anwendung von IAS 27 beschlossen wird. Die Änderung ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen. Der Standard schreibt rückwirkende Anwendung vor.

IAS 34 Zwischenberichterstattung

Die Änderung enthält Leitlinien zur Anwendung von Angabegrundsätzen in IAS 34 und erweitert die Liste von angabepflichtigen Ereignissen und Geschäftsvorfällen insbesondere um folgende Beispiele: Umstände, die voraussichtlich die beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten und deren Klassifizierung beeinflussen werden, Überleitung von Finanzinstrumenten zwischen den verschiedenen Hierarchiestufen der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts, Änderungen der Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten, Änderungen bei Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen. Diese Änderung ist rückwirkend anzuwenden.

3 Anteile an einem Joint Venture

Die GRAMMER AG besitzt einen Anteil von 50 % an der GRA-MAG Truck Interior Systems LLC (GRA-MAG LLC). Die GRA-MAG LLC ist ein gemeinschaftlich geführtes Unternehmen in den USA, das im Segment Seating Systems tätig ist.

Der dem Konzern zuzurechnende Anteil an den Vermögenswerten, Schulden, Erträgen und Aufwendungen des gemeinschaftlich geführten Unternehmens zum 31. Dezember 2010 und zum 31. Dezember 2009, die gemäß der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen werden, stellen sich wie folgt dar:

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Kurzfristige Vermögenswerte 2.936 2.251
Langfristige Vermögenswerte 144 194
3.080 2.445
Kurzfristige Schulden -2.412 -1.523
Langfristige Schulden -8.478 -7.505
-10.890 -9.028
Erträge 7.875 4.957
Aufwendungen -8.368 -5.364

Dem Konzern ist zum 31. Dezember 2010 und 31. Dezember 2009 kein Anteil an Eventualverbindlichkeiten oder Kapitalverpflichtungen zuzurechnen.

4 Restrukturierungsaufwendungen

Der Konzern hat 2010 unterschiedliche Restrukturierungs- und Verlagerungsmaßnahmen durchgeführt, die überwiegend auf die Durchführung der in 2009 eingeleiteten Umsetzung des Sozialplans zum Personalabbau in der GRAMMER AG im Werk Haselmühl zurückzuführen sind. Diese Aufwendungen beinhalten Kosten in Form von Beendigung von Arbeitsverhältnissen sowie sonstige Schließungs- und Verlagerungskosten. Zudem hat der Konzern die Anpassung der Kosten für die Maßnahmen zur Umsetzung des beschlossenen Sozialplans zur Schließung des Werks Immenstetten der GRAMMER AG vorgenommen, die als direkte Abfindungen zur Beendigung von Arbeitsverhältnissen und Personalkosten im Konzern verbucht wurden. Diese Aufwendungen beliefen sich auf ca. 3,7 Mio. EUR.

5 Segmentberichterstattung

Die nachfolgend beschriebenen Segmente bilden die interne Berichts- und Organisationsstruktur des GRAMMER Konzerns ab. Die der Ermittlung der internen Steuerungsgrößen zugrunde liegenden Daten werden aus dem nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss abgeleitet. Zum Zwecke der Unternehmenssteuerung ist der Konzern nach Produkten und Dienstleistungen in Geschäftsbereiche organisiert und verfügt über folgende zwei berichtspflichtige Geschäftssegmente:

Das Segment Automotive stellt das größte Segment innerhalb des GRAMMER Konzerns dar und hat im Geschäftsjahr 2010 64,1 % (Vj. 66,7) des Konzernumsatzes erzielt. In diesem Segment ist der GRAMMER Konzern als Zulieferer der Automobilindustrie tätig und entwickelt und produziert Kopfstützen, Armlehnen, Mittelkonsolen-Systeme, integrierte Kindersitze, Sitzbezüge und Seitenpolster und vertreibt diese an Automobilhersteller, vor allem im gehobenen und Premiumsegment sowie an deren Tier-1-Lieferanten.

Das Segment Seating Systems hat somit im Geschäftsjahr 2010 35,9 % (Vj. 33,3) des Konzernumsatzes erzielt. In diesem Segment ist der GRAMMER Konzern als Zulieferer der Nutzfahrzeugindustrie tätig und entwickelt und produziert Fahrer- und Beifahrersitze für Lkw und Fahrersitze für Offroad-Nutzfahrzeuge (landwirtschaftliche Nutzmaschinen, Baumaschinen und Gabelstapler) und vertreibt diese an Nutzfahrzeughersteller und im Rahmen des Nachrüstgeschäfts. Zudem werden Fahrer- und Passagiersitze entwickelt und produziert und an Hersteller von Bussen und Schienenfahrzeugen sowie Bahnbetreiber vertrieben. Das Segment Seating Systems ist nun in die Geschäftsfelder Lkw, Busse und Offroad (landwirtschaftliche Nutzmaschinen, Baumaschinen und Gabelstapler) sowie Bahn gegliedert.

Das Ergebnis vor Steuern der Geschäftsbereiche wird vom Management getrennt überwacht, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen und um die Ertragskraft der Einheiten zu bestimmen. Die Entwicklung der Segmente wird anhand des Ergebnisses vor Steuern bewertet und wird in Übereinstimmung mit dem Ergebnis vor Steuern im Konzernabschluss bewertet. Die Konzernfinanzierung (einschließlich Finanzaufwendungen und -erträge) sowie die Ertragsteuern werden konzerneinheitlich und -hoheitlich gesteuert und nicht den einzelnen Segmenten zugeordnet. Ebenso werden Aufwendungen für Zentralbereiche teilweise nicht aufgesplittet. Der Zentralbereich nimmt konzernweite Aufgaben in den Bereichen Controlling, Corporate Communications (Unternehmenskommunikation), Einkauf, Entwicklung, Operations, Finanzwesen, Internal Control, Investor Relations, IT, Personalwesen, Rechnungswesen und Rechtswesen wahr.

Die Verrechnungspreise zwischen den Geschäftssegmenten werden anhand der marktüblichen Konditionen unter fremden Dritten ermittelt. Segmenterträge, Segmentaufwendungen und das Segmentergebnis umfassen Transfers zwischen Geschäftssegmenten. Diese Transfers werden bei der Konsolidierung eliminiert.

Geschäftssegmente

Die folgenden Tabellen enthalten Informationen zu Erträgen und Ergebnissen sowie bestimmte Informationen zu Vermögenswerten und Schulden der Geschäftssegmente des Konzerns für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2010 und 2009.

Berichtssegmente

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TEUR
Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2010 Seating

Systems
Automotive Central Services/

Überleitung
GRAMMER

Konzern
--- --- --- --- ---
Erlöse aus Verkäufen an externe Kunden 320.938 608.767 0 929.705
Erlöse aus Transaktionen mit anderen Segmenten 20.942 1.446 -22.388 0
Summe der Umsatzerlöse 341.880 610.213 -22.388 929.705
Segmentergebnis (operatives Ergebnis) 17.590 21.353 -6.076 32.867
Finanzerträge 1.429
Finanzaufwendungen -14.870
Sonstiges Finanzergebnis 1.126
Ergebnis vor Steuern 20.552
Ertragsteuern -4.231
Ergebnis nach Steuern 16.321
Sonstige Segmentinformationen Investitionen:
Sachanlagen 15.494 18.815 242 34.551
Immaterielle Vermögenswerte 318 3.166 95 3.579
Abschreibung auf Sachanlagen -9.472 -13.031 -572 -23.075
Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte -1.136 -1.452 -631 -3.219
Zahlungsunwirksame Aufwendungen
Änderung zu den Pensionsrückstellungen -15 2.040 1.793 3.818

Berichtssegmente

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TEUR
Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2009 Seating

Systems
Automotive Central Services/

Überleitung
GRAMMER

Konzern
--- --- --- --- ---
Erlöse aus Verkäufen an externe Kunden 233.553 493.889 0 727.442
Erlöse aus Transaktionen mit anderen Segmenten 13.582 1.567 -15.149 0
Summe der Umsatzerlöse 247.135 495.456 -15.149 727.442
Segmentergebnis (operatives Ergebnis) -9.892 -3.864 -10.164 -23.920
Finanzerträge 5.334
Finanzaufwendungen -11.826
Sonstiges Finanzergebnis -1.123
Ergebnis vor Steuern -31.535
Ertragsteuern 3.322
Ergebnis nach Steuern -28.213
Sonstige Segmentinformationen Investitionen:
Sachanlagen 7.652 21.140 508 29.300
Immaterielle Vermögenswerte 1.856 1.277 246 3.379
Abschreibung auf Sachanlagen -9.052 -13.862 -569 -23.483
Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte -1.248 -1.087 -723 -3.058
Zahlungsunwirksame Aufwendungen
Änderung zu den Pensionsrückstellungen 1.676 694 440 2.810

Überleitungsrechnung

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Segmentergebnis (operatives Ergebnis) 38.943 -13.756
Central Services -7.502 -9.367
Eliminierungen 1.426 -797
Konzernergebnis (operatives Ergebnis) 32.867 -23.920
Finanzergebnis -12.315 -7.615
Ergebnis vor Steuern 20.552 -31.535

In der Zeile Central Services werden zentral verantwortete Sachverhalte der Konzernzentrale ausgewiesen. Geschäftsbeziehungen zwischen den Segmenten werden in der Überleitung eliminiert.

Informationen über geografische Gebiete

Die folgenden Tabellen enthalten Informationen zu den Erlösen von externen Kunden und den langfristigen Vermögenswerten der geografischen Gebiete des Konzerns für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2010 und 2009. Die Gliederung der geografischen Gebiete basiert auf dem Sitz der Gesellschaften.

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TEUR
2010
--- --- --- --- ---
Nach Sitz der Gesellschaften Europa* Übersee Ferner Osten/

Rest
Konzern
--- --- --- --- ---
Umsätze 595.245 195.197 139.263 929.705
Langfristige Vermögenswerte

(= Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte)
162.516 20.625 20.487 203.628

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TEUR
2009
--- --- --- --- ---
Nach Sitz der Gesellschaften Europa* Übersee Ferner Osten/

Rest
Konzern
--- --- --- --- ---
Umsätze 519.311 118.235 89.896 727.442
Langfristige Vermögenswerte

(= Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte)
153.392 18.289 20.033 191.714

* Mitgliedstaaten der EU

6 Struktur der Umsatzerlöse des Konzerns

Der GRAMMER Konzern realisiert im Wesentlichen Umsatzerlöse aus dem Verkauf seiner Produkte mit Lieferung an die Kunden. Die Strukturverteilung der operativen bzw. berichtspflichtigen Segmente wurde in der Segmentberichtserstattung dargestellt.

In den Umsatzerlösen von 929.705 TEUR (Vj. 727.442) sind mithilfe der PoC-Methode ermittelte Auftragserlöse von 23.099 TEUR (Vj. 39.117) enthalten. Die dafür angefallenen Aufwendungen entsprechen den Erlösen. Diese Erlöse betreffen Entwicklungsaktivitäten sowie Betriebsmittel, die vom GRAMMER Konzern bis zur Serienreife aufgewendet und vorfinanziert werden müssen bis erste Umsätze erzielt werden. Diese sind im Wesentlichen dem operativen Segment Automotive zuzuordnen, wobei im operativen Segment Seating Systems kaum PoC-Umsätze entstanden sind.

7 Sonstige Erträge und Aufwendungen

7.1 Sonstige Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten überwiegend Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen in Höhe von 1.019 TEUR (Vj. 1.370) sowie 3.823 TEUR (Vj. 2.095) Erlöse aus Schrottverkauf und Handlingskosten. Ebenso enthalten sind Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 452 TEUR (Vj. 233), rund 245 TEUR (Vj. 1.234) Erträge aus Verrechnungen von Kosten. Zudem sind Erträge aus dem Verkauf und Zuschreibungen von Sachanlagevermögen von 1.070 TEUR (Vj. 1.222) enthalten. Die Zuwendungen der öffentlichen Hand wurden für den Erwerb bestimmter Sachanlagen gewährt.

Die an diese Zuwendungen geknüpften Bedingungen wurden vollständig erfüllt und es bestehen keine sonstigen Unsicherheiten.

7.2 Finanzergebnis

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Finanzerträge
Zinserträge aus Guthaben bei Kreditinstituten 963 1.080
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 5 143
Erträge aus Ausleihungen 294 263
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle

Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten
167 3.848
Summe Finanzerträge 1.429 5.334
Finanzaufwendungen
Darlehen und Kontokorrentkredite -10.280 -7.199
Sonstige Aufzinsungen -72 0
Aufzinsung von Pensionsrückstellungen -3.124 -3.161
Netto-Verlust aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen

Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten
-1.217 -1.322
In Leasingraten enthaltener Zinsaufwand -177 -144
Summe Finanzaufwendungen -14.870 -11.826
Sonstiges Finanzergebnis 1.126 -1.123
Finanzergebnis -12.315 -7.615

Die Finanzerträge enthalten im Wesentlichen die kurzfristig angelegten Mittelüberschüsse aus dem aktiven Cash-Management. Zeitwertänderungen der Zinsswaps, für die die Voraussetzungen des Hedge Accounting nicht erfüllt sind, sind nach IAS 39 ergebniswirksam zu erfassen, was zu unrealisierten Aufwendungen und Erträgen innerhalb des Finanzergebnisses führt.

Die Finanzerträge enthalten Zinsen in Höhe von 1.262 TEUR (Vj. 1.486), die unter Zugrundelegung der Effektivzinsmethode ermittelt wurden.

Die Finanzaufwendungen enthalten entsprechende Zinsaufwendungen aus den Darlehen und Kontokorrentkrediten in Höhe von 10.280 TEUR (Vj. 7.199), deren Anstieg auf die höheren Marktzinsen für Unternehmen nach der Finanzkrise zurückzuführen ist und von denen 9.009 TEUR (Vj. 6.316) nach der Effektivzinsmethode ermittelt sind. Ebenso sind der Zinsanteil der Zuführungen zu den Pensionsleistungen sowie der Zinsanteil nach IAS 17 für Leasingaufwendungen enthalten.

Zur Verbesserung der Transparenz wurde die Position sonstiges Finanzergebnis eingefügt und die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst. Im sonstigen Finanzergebnis werden maßgeblich Ergebnisse aus Fremdwährungsbewertung von Ausleihungen und Darlehen erfasst.

7.3 In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthaltene Abschreibungen, Währungsumrechnungsdifferenzen und Anschaffungs- und Herstellkosten der Vorräte

Kosten des Umsatzes

In den Kosten des Umsatzes sind die Aufwendungen der den Umsätzen zuzuordnenden Herstellungskosten und die Aufwendungen für die Handelsware enthalten. Unterbeschäftigungs- und andere Gemeinkosten sind, soweit sie auf den Herstellungsbereich entfallen, enthalten. Auch produktionsbezogene Verwaltungskosten werden hier mit einbezogen. In dieser Position sind auch die Aufwendungen der Dotierung von Rückstellungen für Gewährleistung enthalten. Die nicht aktivierungsfähigen Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 32.445 TEUR (Vj. 30.038) sowie die Abschreibungen auf Entwicklungskosten werden ebenfalls unter den Kosten der Umsatzerlöse ausgewiesen. Ebenso werden Aufwendungen in den Auf- und Ausbau von Standorten, die im Hinblick auf die bevorstehende Serienproduktion getätigt werden (so genannte "Industrialisierungskosten"), hier erfasst, soweit eine Abgrenzung nicht möglich ist. In dem operativen Segment Seating Systems wird zumeist als "Design to market" entwickelt und diese Kosten sind entsprechend ebenfalls ausgewiesen. Die Herstellungskosten der Vorräte, die als Aufwand in den Kosten des Umsatzes erfasst sind, betragen 772.691 TEUR (Vj. 615.592).

Vertriebskosten

Vertriebskosten sind die Aufwendungen des Funktionsbereiches Vertrieb. Hierzu zählen vor allem die Aufwendungen für die Verkaufs-, Werbe- und Marketingabteilungen sowie alle diesen Funktionen oder Aktivitäten zuzuweisenden Gemeinkosten. Es sind als Vertriebseinzelkosten auch Frachtkosten, Provisionen oder Versandkosten enthalten.

Verwaltungskosten

Die Verwaltungskosten beinhalten alle Verwaltungsaufwendungen, die den anderen Funktionsbereichen nicht direkt zuzuordnen sind. Dazu zählen Aufwendungen für die allgemeine Verwaltung, Geschäftsleitung sowie andere übergeordnete Abteilungen. Auch die Erträge aus Wechselkursveränderungen in Höhe von 20.910 TEUR (Vj. 11.335), die im Wesentlichen Gewinne aus Kursveränderungen zwischen Entstehungs- und Zahlungszeitpunkt von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Kursgewinne aus der Bewertung zum Stichtagskurs enthalten, werden in den sonstigen Verwaltungskosten ausgewiesen. Kursverluste in Höhe von 16.119 TEUR (Vj. 14.858) werden ebenfalls in den sonstigen Verwaltungskosten ausgewiesen.

Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Auf immaterielle Vermögenswerte entfallen planmäßige Abschreibungen von 3.219 TEUR (Vj. 3.058), die aufwandsgerecht in den Kosten des Umsatzes, den Vertriebs- und Verwaltungskosten zugeordnet sind. In den Abschreibungen sind 1.299 TEUR (Vj. 1.194) für aktivierte Entwicklungsleistungen enthalten, die in den Kosten des Umsatzes enthalten sind.

Auf Sachanlagen wurden planmäßige Abschreibungen in Höhe von 23.075 TEUR (Vj. 23.483) vorgenommen.

Aufwendungen aufgrund eines niedrigeren erzielbaren Betrags (Impairment) sind in den Geschäftsjahren 2010 und 2009 nicht angefallen.

Die planmäßigen und sonstigen Abschreibungen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Kosten der Umsatzerlöse, den Vertriebskosten sowie den allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen.

7.4 Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Löhne und Gehälter 169.119 164.307
Sozialversicherungsbeiträge 39.290 34.830
davon für Altersversorgung 3.265 TEUR (Vj. 2.439)
208.409 199.137

8 Ertragsteuern

Die wesentlichen Bestandteile der Ertragsteuern für die Geschäftsjahre 2010 und 2009 setzen sich wie folgt zusammen:

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Tatsächliche Ertragsteuern
Tatsächlicher Ertragsteueraufwand Inland -1.128 -3.588
Tatsächlicher Ertragsteueraufwand Ausland -9.622 -3.898
Tatsächlicher Ertragsteueraufwand -10.750 -7.486
Latente Ertragsteuern
Latenter Steuerertrag/-aufwand (-) Inland 5.662 11.690
Latenter Steuerertrag/-aufwand (-) Ausland 857 -882
Latenter Steuerertrag/-aufwand (-) 6.519 10.808
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesener

Ertragsteuerertrag/-aufwand (-)
-4.231 3.322

Die Überleitungsrechnung zwischen den Ertragsteuern und dem Produkt aus bilanziellem Periodenergebnis und dem auf den Konzern anzuwendenden Steuersatz des Konzerns für die Geschäftsjahre 2010 und 2009 setzt sich wie folgt zusammen:

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Ergebnis vor Ertragsteuern (aus fortzuführenden Geschäftsbereichen) 20.552 -31.535
Ertragsteuern zum Steuersatz in Deutschland von 30 % (2009: 30 %) -6.166 9.461
Effekte aus Steuerrechts-/Steuersatzänderungen/Mindestbesteuerung -1.650 51
Anpassungen von in Vorjahren angefallenen tatsächlichen Ertragsteuern -584 -1.401
Anpassungen von in Vorjahren angefallenen latenten Ertragsteuern -615 -783
Steuerminderungen aufgrund genutzter Verlustvorträge 5.878 1.317
Steuerfreie Zuwendungen der öffentlichen Hand 217 -41
Nicht abzugsfähige Aufwendungen -1.582 -2.505
Sonstige Steuereffekte -235 -43
Effekt der geringeren Steuersätze in den ausländischen Gesellschaften 506 -2.734
Ertragsteuern zum effektiven Ertragsteuersatz von 20,6 % (2009: 10,5) -4.231 3.322

8.1 Latente Ertragsteuern

Die latenten Ertragsteuern setzen sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

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TEUR
2010

Bilanz
2009

Bilanz
Veränderung
--- --- --- ---
Passive latente Steuern
Sachanlagevermögen -5.063 -5.092 29
Immaterielles Anlagevermögen -3.250 -3.469 219
Geschäfts- und Firmenwerte -3.864 -3.414 -450
Finanzierungsleasing -431 -212 -219
Sonstige Vermögenswerte 0 -35 35
Forderungen -3.929 -6.299 2.370
Sonstige -893 -372 -521
-17.430 -18.893 1.463
Latente Steueransprüche
Pensionsrückstellungen 5.343 4.720 623
Andere Rückstellungen 870 1.078 -208
Steuerliche Verlustvorträge 24.170 20.630 3.540
Finanzielle Vermögenswerte 0 0 0
Sonstige 7.036 5.215 1.821
37.419 31.643 5.776

Der gesetzliche Körperschaftsteuersatz in Deutschland betrug für die Veranlagungszeiträume 2009 und 2010 15 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlages von 5,5 %. Hieraus resultiert unter Berücksichtigung der Gewerbesteuer, die in Deutschland für erzielte Gewinne erhoben und nicht als Betriebsausgabe abziehbar ist, mit deren unterschiedlichen Hebesätzen eine Steuerbelastung von rund 30 % in den Jahren 2009 und 2010.

Für die Berechnung der latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden die Steuersätze zugrunde gelegt, die im Zeitpunkt der Realisierung des Vermögenswerts bzw. der Erfüllung der Schuld gültig sind. Latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten wurden mit dem Gesamtsteuersatz von 30 % (Vj. 30) bewertet. Die angewandten lokalen Ertragsteuersätze für ausländische Gesellschaften variierten zwischen 10 % und 45 %.

Aktive latente Steuern werden nur dann angesetzt, wenn deren Realisierbarkeit aufgrund der Einschätzung des Managements wahrscheinlich ist. Zur Bestimmung entsprechender Wertberichtigungen werden alle zurzeit bekannten positiven und negativen Einflussfaktoren auf die zukünftigen steuerlichen Ergebnisse berücksichtigt. Die dabei vorzunehmende Einschätzung kann sich mit der Zeitdauer ändern. Weiterhin ist für die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der Umkehrung der Bewertungsunterschiede und die Nutzbarkeit der Verlustvorträge maßgeblich, die zu aktiven latenten Steuern geführt haben. Aufgrund der Erfahrung aus der Vergangenheit sowie der zu erwartenden steuerlichen Einkommenssituation wird davon ausgegangen, dass die Vorteile aus der Umkehrung der Bewertungsunterschiede realisiert werden können.

Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 4.956 TEUR (Vj. 18.015) wurden als nicht nutzbar eingeschätzt. Diese bestehen im Wesentlichen in den steuerlichen Ergebnissen des mexikanischen und eines amerikanischen Tochterunternehmens. Die nach der Finanzkrise sich so positiv entwickelnde Konjunktur und der geglückte Turnaround haben ansonsten dazugeführt, dass eine bessere Nutzung bei den Verlustvorträgen angesetzt wird. Für die sonstigen steuerlichen Verlustvorträge geht der Konzern davon aus, dass ausreichend positives, zu versteuerndes Einkommen für die Realisierung zur Verfügung stehen wird, da die Verluste im Wesentlichen aus den Aufwendungen der Restrukturierungen und Auswirkungen der Finanzkrise resultieren. Die steuerlichen Verlustvorträge sind in Zeiträumen von 10 bis 20 Jahre bzw. auch unbegrenzt vortragbar bzw. vereinzelt sogar rücktragbar.

Im Jahr 2010 wurden steuerliche Verlustvorträge aus Vorjahren in Höhe von 14.729 TEUR (Vj. 1.237) realisiert.

9 Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich aus der Division des Konzernergebnisses und der nominellen Anzahl der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktien abzüglich der per Rückkauf erworbenen eigenen Aktien.

Neben dem unverwässerten Ergebnis je Aktie ist bei Vorliegen von so genannten potenziellen Aktien (Finanzinstrumente und sonstige Vereinbarungen, die deren Inhaber zum Bezug von Stammaktien berechtigen, wie zum Beispiel Wandelschuldverschreibungen und Optionen) auch ein verwässertes Ergebnis anzugeben. Da der GRAMMER Konzern keine solchen Finanzinstrumente ausgegeben bzw. entsprechende Vereinbarungen getroffen hat, sind das unverwässerte und das verwässerte Ergebnis je Aktie identisch.

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2010 2009
Gewichtete durchschnittliche Anzahl an Stammaktien zur Berechnung

des unverwässerten/verwässerten Ergebnisses je Aktie
10.165.109 10.165.109
Ergebnis in TEUR 16.302 -28.201
Unverwässertes/verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 1,60 -2,77

In der Zeit zwischen dem Bilanzstichtag und der Aufstellung des Konzernabschlusses haben keine Transaktionen mit Stammaktien oder potenziellen Stammaktien stattgefunden.

10 Gezahlte und vorgeschlagene Dividenden

Der Bilanzverlust der GRAMMER AG zum 31. Dezember 2010 wird aufgrund der gesetzlichen Verwendungsfiktion auf neue Rechnung vorgetragen. Es wurde keine Dividende im abgelaufenen Geschäftsjahr und im Vorjahr ausgeschüttet. Weitere Einzelheiten hierzu sind in Anhangsangabe 18 zu finden.

11 Sachanlagen

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TEUR
Grundstücke

und

Bauten
Technische Anlagen

und Maschinen
Betriebs- und

Geschäftsausstattung
Geleistete

Anzahlungen



und Anlagen im Bau
Finance

Leasing
Summe
--- --- --- --- --- --- ---
Anschaffungskosten

Stand 1. Januar 2010
85.404 134.932 149.249 2.949 6.755 379.289
Zugänge 601 12.537 11.389 10.024 0 34.551
Abgänge -1.873 -7.255 -16.775 -88 -246 -26.237
Effekte aus Wechselkursänderungen 1.066 4.878 2.372 138 135 8.589
Umbuchungen 268 1.080 1.877 -3.225 0 0
Stand 31. Dezember 2010 85.466 146.172 148.112 9.798 6.644 396.192
Abschreibungen

Stand 1. Januar 2010
37.465 86.776 111.413 0 1.756 237.410
Zugänge 2.984 9.118 9.593 0 1.380 23.075
Abgänge -1.790 -7.043 -13.005 0 -212 -22.050
Zuschreibungen -5 0 0 0 0 -5
Effekte aus Wechselkursänderungen 594 2.608 1.133 0 48 4.383
Umbuchungen -34 -153 187 0 0 0
Stand 31. Dezember 2010 39.214 91.306 109.321 0 2.972 242.813
Buchwert 1. Januar 2010 47.939 48.156 37.836 2.949 4.999 141.879
Buchwert 31. Dezember 2010 46.252 54.866 38.791 9.798 3.672 153.379
Anschaffungskosten

Stand 1. Januar 2009
80.642 131.106 140.866 9.154 1.061 362.829
Zugänge 473 11.489 9.707 1.896 5.735 29.300
Abgänge -702 -11.616 -4.169 -754 -42 -17.283
Effekte aus Wechselkursänderungen 757 3.245 498 -58 1 4.443
Umbuchungen 4.234 708 2.347 -7.289 0 0
Stand 31. Dezember 2009 85.404 134.932 149.249 2.949 6.755 379.289
Abschreibungen

Stand 1. Januar 2009
33.525 85.598 105.041 0 533 224.697
Zugänge 3.817 9.040 9.378 0 1.248 23.483
Abgänge -386 -8.807 -3.231 0 -27 -12.451
Zuschreibungen 0 -1.042 0 0 0 -1.042
Effekte aus Wechselkursänderungen 509 1.998 214 0 2 2.723
Umbuchungen 0 -11 11 0 0 0
Stand 31. Dezember 2009 37.465 86.776 111.413 0 1.756 237.410
Buchwert 1. Januar 2009 47.117 45.508 35.825 9.154 528 138.132
Buchwert 31. Dezember 2009 47.939 48.156 37.836 2.949 4.999 141.879

Den planmäßigen Abschreibungen liegen im Wesentlichen folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde:

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Gebäude und Einbauten 10 - 40 Jahre
Grundstückseinrichtungen 5 - 40 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5 - 25 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 - 15 Jahre
Gemietete Vermögenswerte (Finanzierungsleasing) 3 - 12 Jahre

Eine Abschreibung von Grundstücken wird nicht vorgenommen.

Wir haben verschiedene Vereinbarungen über Finanzierungs- und Operating-Leasing für Gebäude, Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung und Kraftfahrzeuge getroffen. Die Laufzeiten betragen zwischen 3 und 12 Jahren. Die meisten Leasingvereinbarungen sehen keine Verlängerungs- und Kaufoptionen vor mit Ausnahme der Gebäude und wenigen Anlagen, für die solche Optionen bestehen. Bei den Gebäuden handelt es sich im Wesentlichen um übliche optionale Verlängerungsangebote, die nach Ablauf eine Neuverhandlung zur Fortführung vorsehen.

Die geleasten Vermögenswerte, die uns entsprechend IAS 17 wirtschaftlich zuzurechnen sind, setzen sich wie folgt zusammen:

Geleaste Vermögenswerte

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TEUR
Technische Anlagen

und Maschinen
Betriebs- und

Geschäftsausstattung
Kraftfahrzeuge Gesamt
--- --- --- --- ---
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2010 5.736 169 850 6.755
Zugänge 0 0 0 0
Abgänge 0 -52 -194 -246
Effekte aus Wechselkursänderungen 67 24 44 135
Umbuchungen 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2010 5.803 141 700 6.644
Abschreibungen
Stand 1. Januar 2010 1.094 105 557 1.756
Zugänge 1.252 17 111 1.380
Abgänge 0 -51 -161 -212
Effekte aus Wechselkursänderungen 1 16 31 48
Umbuchungen 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2010 2.347 87 538 2.972
Buchwert 1. Januar 2010 4.642 64 293 4.999
Buchwert 31. Dezember 2010 3.456 54 162 3.672
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2009 0 169 892 1.061
Zugänge 5.735 0 0 5.735
Abgänge 0 0 -42 -42
Effekte aus Wechselkursänderungen 1 0 0 1
Umbuchungen 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2009 5.736 169 850 6.755
Abschreibungen
Stand 1. Januar 2009 0 81 452 533
Zugänge 1.092 24 132 1.248
Abgänge 0 0 -27 -27
Effekte aus Wechselkursänderungen 2 0 0 2
Umbuchungen 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2009 1.094 105 557 1.756
Buchwert 1. Januar 2009 0 88 440 528
Buchwert 31. Dezember 2009 4.642 64 293 4.999

Aus den Finanzierungsleasingverhältnissen werden in den Folgeperioden folgende Leasingzahlungen (einschließlich garantierter Restwerte) fällig:

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TEUR
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
--- --- --- ---
2010
Leasingzahlungen 1.494 1.364 0
Abzgl. Zinsaufwand aufgrund Abzinsung -108 -108 0
Barwerte (lt. Bilanz) 1.386 1.256 0
2009
Leasingzahlungen 367 4.256 0
Abzgl. Zinsaufwand aufgrund Abzinsung -3 -377 0
Barwerte (lt. Bilanz) 364 3.879 0

Aus den Operating-Leasingverhältnissen werden in den Folgeperioden folgende Leasingzahlungen (einschließlich garantierter Restwerte) fällig:

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TEUR
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
--- --- --- ---
2010
Leasingzahlungen 13.982 26.937 9.000
2009
Leasingzahlungen 12.762 25.205 9.867

11.1 Zum Verkauf bestimmte Sachanlagen

Im Geschäftsjahr ergaben sich 0 TEUR (Vj. 30) zum Verkauf bestimmte Sachanlagen. Dieses sind Sachanlagen die in der betriebsgewöhnlichen Nutzung standen und ohne wesentliche Bedeutung sind.

12 Immaterielle Vermögenswerte

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TEUR
Konzessionen,

gewerbliche Schutzrechte
Geschäfts- oder

Firmenwert
Aktivierte

Entwicklungsleistungen
Geleistete

Anzahlungen
Summe
--- --- --- --- --- ---
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2010 20.858 43.738 15.625 0 80.221
Zugänge 3.017 0 554 8 3.579
Abgänge -275 0 0 -275
Effekte aus Wechselkursänderungen 292 0 161 0 453
Umbuchungen 8 0 0 -8 0
Stand 31. Dezember 2010 23.900 43.738 16.340 0 83.978
Abschreibungen
Stand 1. Januar 2010 15.604 11.147 3.634 0 30.385
Zugänge 1.920 0 1.299 0 3.219
Abgänge -98 0 0 0 -98
Zuschreibungen 0 0 0 0 0
Effekte aus Wechselkursänderungen 183 0 40 0 223
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2010 17.609 11.147 4.973 0 33.729
Buchwert 1. Januar 2010 5.254 32.591 11.991 0 49.836
Buchwert 31. Dezember 2010 6.291 32.591 11.367 0 50.249
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2009 19.788 43.738 13.521 0 77.047
Zugänge 1.242 0 2.137 0 3.379
Abgänge -264 0 0 0 -264
Effekte aus Wechselkursänderungen 92 0 -33 0 59
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2009 20.858 43.738 15.625 0 80.221
Abschreibungen
Stand 1. Januar 2009 13.924 11.147 2.450 0 27.521
Zugänge 1.864 0 1.194 0 3.058
Abgänge -253 0 0 0 -253
Zuschreibungen 0 0 0 0 0
Effekte aus Wechselkursänderungen 69 0 -10 0 59
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2009 15.604 11.147 3.634 0 30.385
Buchwert 1. Januar 2009 5.864 32.591 11.071 0 49.526
Buchwert 31. Dezember 2009 5.254 32.591 11.991 0 49.836

Die Position Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte enthält im Wesentlichen EDV-Software. Diese wird nach der linearen Methode über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 3 bis 6 Jahren abgeschrieben.

Die aktivierten Entwicklungsleistungen betreffen selbst erstellte Patente. Diese werden planmäßig über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von 1 bis 19 Jahren nach der linearen Methode abgeschrieben. Von den im Jahr 2010 insgesamt angefallenen Forschungs- und Entwicklungskosten von 32.999 TEUR (Vj. 32.175) erfüllten 554 TEUR (Vj. 2.137) die Aktivierungskriterien nach IAS 38.

12.1 Geschäfts- und Firmenwerte

Die operativen Produktbereiche Seating Systems und Automotive stellen die primären wirtschaftlichen Grundlagen des GRAMMER Konzerns dar und spiegeln die interne Steuerungsstruktur des Konzerns wider. Die Produktbereiche Seating Systems und Automotive stellen sowohl die berichtspflichtigen Geschäftssegmente als auch die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs) des GRAMMER Konzerns dar.

Im Rahmen der Konzernrechnungslegung erfasste und in der Vergangenheit erworbene Geschäfts- und Firmenwerte werden diesen CGUs für Zwecke des Werthaltigkeitstests nach IAS 36 zugeordnet.

Die GRAMMER AG überprüft mindestens einmal jährlich die Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte nach der in Abschnitt 2.3 dargestellten Vorgehensweise. Die grundlegenden Annahmen, auf denen die Bestimmung der erzielbaren Beträge der CGUs zum 31. Dezember 2010 basieren, beinhalten die nachhaltige (Netto-) Wachstumsrate der bewertungsrelevanten Zahlungsmittelüberschüsse sowie den Abzinsungsfaktor. Diese sind in der folgenden Tabelle dargestellt.

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Zahlungsmittelgenerierende

Einheit
2010

Goodwill
2009

Goodwill
2010

Wachstumsrate
2009

Wachstumsrate
2010

Abzinsungsfaktor
CGU I Seating Systems 3.199 3.199 1 % 1 % 11,0 %
CGU II Automotive 29.392 29.392 1 % 1 % 11,0 %
Gesamt 32.591 32.591

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Zahlungsmittelgenerierende

Einheit
2009

Abzinsungsfaktor
CGU I Seating Systems 9,5 %
CGU II Automotive 9,5 %
Gesamt

Grundlagen der Berechnungen

Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts, abzüglich Veräußerungskosten unter Verwendung von Cashflow Prognosen ermittelt.

Die Cashflow Projektionen beruhen auf einem Drei-Jahres-Zeitraum mit von der Unternehmensleitung genehmigten Finanzplänen und berücksichtigen die Entwicklungen der Vergangenheit, aktuelle operative Ergebnisse, beste vom Management vorgenommenen Schätzungen über die zukünftige Entwicklung sowie Markterwartungen und Marktannahmen.

Der zur Ermittlung der Gesamtkapitalkosten verwendete Eigenkapitalkostensatz basiert auf einem risikofreien Zinssatz in Höhe von 3,25 % sowie einem Risikozuschlag für das allgemeine Marktrisiko in Höhe von 5 %. Es werden zur Bestimmung des operativen und des Verschuldungsrisikos jeweils individuell Beta Faktoren aus einer Gruppe vergleichbarer Unternehmen (Peer-Group) abgeleitet und für die Bewertung der CGU spezifischen Zahlungsmittelüberschüsse herangezogen. Der Fremdkapitalkostensatz wird unter Berücksichtigung der zukünftigen Finanzierungskonditionen der GRAMMER AG geschätzt und um Markterwartungen angepasst. Der so ermittelte Gesamtkapitalkostensatz spiegelt den Zinseffekt und die speziellen Risiken der CGUs wider, für die die geschätzten zukünftigen Cashflows nicht angepasst worden sind.

Cashflows nach dem Zeitraum von 3 Jahren werden unter der Berücksichtigung einer Wachstumsrate von 1 % extrapoliert.

Die zum 31. Dezember 2010 durchgeführten Tests zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte ergaben keine außerplanmäßige Abschreibungen wegen Wertminderungen, da der erzielbare Betrag der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheit den jeweiligen Buchwert übersteigt.

Grundannahmen für die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts

Bei der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der beiden Einheiten "Seating Systems" und "Automotive" bestehen bei den zugrunde gelegten Annahmen Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich:

operatives Ergebnis,
Preisentwicklung bei Rohstoffen,
Marktanteile im Berichtszeitraum.

Operatives Ergebnis

Die operativen Ergebnisse ergeben sich aus einer im Unternehmen durchgeführten Mehrjahresplanung, mit einer Umsatz- und Aufwandsplanung als Basis. Für die Prognose der Herstellungskosten werden aktuell vorliegende Werte, modifiziert um zukünftige Änderungen, herangezogen. Wesentliche Grundlage der Absatzplanung sind Informationen der Kunden des GRAMMER Konzerns sowie Markteinschätzungen verschiedener Informationsdienstleister.

Preisentwicklung bei Rohstoffen

Den Schätzungen werden die veröffentlichten Preisindizes der Länder, aus denen die Rohstoffe bezogen werden, sowie Daten, die spezifische Rohstoffe betreffen, zugrunde gelegt. Prognosedaten werden dann verwendet, wenn sie öffentlich zugänglich sind, andernfalls werden tatsächliche Rohstoffpreisentwicklungen der Vergangenheit als Indikator für künftige Preisentwicklungen herangezogen.

Annahmen über den Marktanteil

Diese Annahmen sind insofern wichtig, als die Unternehmensleitung beurteilt, wie sich die Position der zahlungsmittelgenerierenden Einheit im Vergleich zu ihren Wettbewerbern während des Prognosezeitraums ändern könnte. Die Unternehmensleitung erwartet, dass der Bereich Seating Systems während des Budgetzeitraums seinen Marktanteil festigt und der Bereich Automotive seine Position international stärken wird.

Sensitivität der getroffenen Annahmen

Die Unternehmensleitung ist der Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen durchgeführte Änderung einer der zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Seating Systems getroffenen Grundannahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihren erzielbaren Wert übersteigt.

Für die CGU Automotive beträgt der Differenzbetrag des erzielbaren Betrages über den Buchwert 37.003 TEUR. Mögliche Änderungen der getroffenen Grundannahmen könnten grundsätzlich dazu führen, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihren erzielbaren Betrag übersteigt. Wesentliche Veränderungen der nachfolgenden Parameter könnten dies auslösen:

Starke Veränderungen der Umsatzerlöse: Die Unternehmensleitung geht in ihrer Planung von moderat steigenden Umsätzen, die die Abschätzungen der aktuellen Marktlage beinhalten, und einer nachfolgenden Geschäftsausweitung durch neu akquirierte Projekte und Produktreihen in verschiedenen Märkten aus. Sollte sich das Umsatzwachstum im Detailplanungszeitraum auf nahezu 0 % p. a. reduzieren, würden sich die bewertungsrelevanten Überschüsse soweit verringern, dass der beizulegende Zeitwert dem Buchwert entspricht.
Eine Reduzierung der Terminal-Value-Wachstumsrate (Nettowachstumsrate) auf 0 %, unter sonst unveränderten Bedingungen, würde zu einer Reduzierung des erzielbaren Betrages von rund 17,6 % führen. Es verbleibt eine positive Differenz zwischen dem erzielbaren Ertrag und dem Buchwert der CGU II.
Eine Erhöhung des zugrunde gelegten Abzinsungsfaktors von ca. 1,8 Prozentpunkten führt rechnerisch dazu, dass sich der Überschuss zwischen Buchwert und erzielbaren Betrag auf null reduziert.

Marktwertorientierte Betrachtungsweise

Der Konzern berücksichtigt bei der Einschätzung, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Geschäfts- und Firmenwert wertgemindert sein könnte, auch das Verhältnis zwischen Marktkapitalisierung und Buchwert des Eigenkapitals des GRAMMER Konzerns.

Zum 31. Dezember 2010 lag die Marktkapitalisierung der GRAMMER AG über dem Buchwert des Konzern-Eigenkapitals, so dass anders als im Vorjahr nicht auf eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwertes oder anderer Vermögenswerte daraus geschlossen werden könnte. Dennoch werden wie im Vorjahr die einzelnen Schritte der Prüfung erläutert.

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Marktkapitalisierung Eigenkapital Anlagevermögen Gearing
192.061 TEUR 173.101 TEUR 245.914 TEUR 66 %

Für die einzelnen CGUs selbst ist ein Börsenpreis nicht verfügbar. Die Aufteilung der Marktkapitalisierung für die Gesellschaft insgesamt auf die CGUs Seating Systems und Automotive ist insofern nur unter Zuhilfenahme willkürlicher Allokationsschlüssel möglich.

Die Marktkapitalisierung der GRAMMER AG zum 31. Dezember 2010 ergibt sich aus dem zu diesem Stichtag festgelegten Schlusskurs der Aktien der GRAMMER AG und basiert im Wesentlichen auf dem Handel (Angebot und Nachfrage) einzelner Aktien oder kleinerer Aktienpakete der GRAMMER AG. Die Preisbildung berücksichtigt nicht mögliche Bewertungszuschläge (so genannte control premiums) zur Ermittlung eines Marktpreises für die Gesamtheit aller Anteile der GRAMMER AG. Der an der Börse gehandelte Minderheitsanteil an der GRAMMER AG entspricht theoretisch zudem nur dann dem Transaktionspreis zwischen unabhängigen, sachverständigen und vertragswilligen Geschäftspartnern, wenn keine Publizitätsmängel vorliegen und die Preisbildung keinen, von der Fundamentalentwicklung abweichenden Marktverwerfungen unterliegt.

Das Management der GRAMMER AG kommt zu dem Ergebnis, dass die Marktkapitalisierung nicht maßgeblich ist für die hier vorgenommenen Bewertungsüberlegungen. Vor diesem Hintergrund hat das Management die nach IAS 36 durchzuführenden Werthaltigkeitsüberlegungen mit den dafür üblichen Bewertungsverfahren unter Berücksichtigung von Cashflow Prognosen vorgenommen.

13 Vorräte

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 56.784 49.475
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 6.840 7.305
Fertige Erzeugnisse und Leistungen 17.415 17.047
Geleistete Anzahlungen 7.849 3.396
Gesamtsumme der Vorräte 88.888 77.223

Die gesamten Vorräte sind zu Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt. Wesentliche Wertminderungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert ergaben sich nicht.

14 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 138.294 109.445

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Allgemeinen nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 30 bis 120 Tagen. Im Rahmen des Konsortialkreditvertrages bestehen Sicherungsabtretungen in Form einer Globalzession zum Stichtag 31.12.2010 in Höhe von 8.091 TEUR.

Zum 31. Dezember 2010 wurden Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 2.695 TEUR (Vj. 1.705) vorgenommen. Die Entwicklung der Wertminderungen stellt sich wie folgt dar:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

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TEUR
Einzelwertberichtigungen Wertberichtigungen auf

Portfoliobasis
Summe
--- --- --- ---
Stand 1. Januar 2010 986 719 1.705
Zugänge 742 565 1.307
Inanspruchnahme -267 -8 -275
Auflösungen -76 0 -76
Effekte aus Währungskursänderungen 34 0 34
Stand 31. Dezember 2010 1.419 1.276 2.695
Stand 1. Januar 2009 5.092 1.493 6.585
Zugänge 631 0 631
Inanspruchnahme -3.986 -470 -4.456
Auflösungen -701 -300 -1.001
Effekte aus Währungskursänderungen -50 -4 -54
Stand 31. Dezember 2009 986 719 1.705

Folgende Tabelle zeigt lang- und kurzfristige finanzielle Forderungen, die am Bilanzstichtag weder wertgemindert noch überfällig sind, sowie die überfälligen Forderungen, die nicht wertgemindert sind.

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TEUR
Nicht wertberichtigt und in den folgenden

Zeitbändern überfällig
--- --- --- --- --- --- ---
Gesamt Weder fällig noch

wertgemindert
bis 30 Tage 31 - 60 Tage 61 - 90 Tage 91 - 180 Tage
--- --- --- --- --- --- ---
2010
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 138.294 113.273 19.541 2.822 574 1.550
Forderungen aus Fertigungsaufträgen 48.338 48.338 0 0 0 0
Sonstige finanzielle Forderungen 6.420 6.420 0 0 0 0
2009
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 109.445 84.150 15.730 5.531 1.468 1.743
Forderungen aus Fertigungsaufträgen 55.004 55.004 0 0 0 0
Sonstige finanzielle Forderungen 5.096 5.096 0 0 0 0

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TEUR
Nicht wertberichtigt und in den

folgenden Zeitbändern überfällig
--- ---
über 181 Tage
--- ---
2010
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 534
Forderungen aus Fertigungsaufträgen 0
Sonstige finanzielle Forderungen 0
2009
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 823
Forderungen aus Fertigungsaufträgen 0
Sonstige finanzielle Forderungen 0

Das maximale Kreditausfallrisiko der Forderungen beläuft sich auf den Buchwert des Forderungsbestands. Weder hinsichtlich der wertgeminderten Forderungen noch des in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen ergaben sich am Abschlussstichtag Anzeichen dafür, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

15 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

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TEUR 2010 2009
Langfristig
Ausleihungen 3.663 3.393
Wertpapiere 16 0
Beteiligungen 576 527
Sonstiges 612 676
4.867 4.596
Kurzfristig
Forderungen aus Fertigungsaufträgen 48.338 55.004
Sonstige Forderungen 2.145 1.027
50.483 56.031

Die Ausleihungen beinhalten überwiegend ein Darlehen an ein Gemeinschaftsunternehmen in konzernfremder Währung mit einem Zeitwert zum Ausreichungszeitpunkt in Höhe von 5.121 TEUR (Vj. 5.121), das mit dem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag in Höhe von 3.565 TEUR (Vj. 3.307) bewertet wurde. Die Rückzahlung dieses Darlehens ist derzeit weder geplant noch wahrscheinlich, so dass es einen Teil der Nettoinvestition in dieses Gemeinschaftsunternehmen darstellt. Die damit verbundenen Währungsschwankungen wurden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten im laufenden Geschäftsjahr, nach der Saldierung der Planvermögen für Altersteilzeitguthaben Darlehen an Dritte und an Mitarbeiter in Höhe von 612 TEUR (Vj. 676).

Die Forderungen aus Fertigungsaufträgen beinhalten den mittels der Percentage-of-Completion Methode ermittelten aktivischen Saldo gegenüber Kunden aus Fertigungsaufträgen.

Die sonstigen Forderungen beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus Lieferung und Leistung und haben Laufzeiten von 30 bis 90 Tagen.

16 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Sonstige Vermögenswerte 12.756 9.607
Rechnungsabgrenzungsposten 3.900 2.228
16.656 11.835

In den sonstigen Vermögenswerten sind vor allem Forderungen aus Durchlaufsteuern wie Mehrwertsteuern 7.580 TEUR (Vj. 6.222), Ansprüche aus Investitionszuschüssen 1.982 TEUR (Vj. 882), temporäre Kautionsvereinbarung 908 TEUR (Vj. 1.399), Forderungen gegen Mitarbeiter 279 TEUR (Vj. 115) sowie debitorische Kreditoren 312 TEUR (Vj. 361) enthalten.

Für die ausgewiesenen sonstigen Forderungen und Vermögenswerte bestehen keine wesentlichen Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen. Wertberichtigungen ergaben sich nicht.

17 Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen 17.170 16.126

Die Guthaben bei Kreditinstituten bestehen bei verschiedenen Banken in unterschiedlichen Währungen.

Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst. Kurzfristige Einlagen erfolgen für unterschiedliche Zeiträume, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Zahlungsmittelbedarf des Konzerns zwischen einem Tag und drei Monaten betragen. Diese werden mit den jeweils gültigen Zinssätzen für kurzfristige Einlagen verzinst.

Zum Zweck der Konzern-Kapitalflussrechnung setzt sich der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum 31. Dezember wie folgt zusammen:

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen 17.170 16.126
Kontokorrentkredite gegenüber Kreditinstituten -779 -36.932
16.391 -20.806

18 Gezeichnetes Kapital und Rücklagen

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital im GRAMMER Konzern betrug am 31. Dezember 2010 und am 31. Dezember 2009 jeweils 26.868 TEUR und ist eingeteilt in 10.495.159 nennwertlose Stückaktien. Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte und die Aktionäre sind zum Bezug der beschlossenen Dividenden berechtigt und verfügen auf der Hauptversammlung über ein Stimmrecht je Aktie.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage betrug per 31. Dezember 2010 58.237 TEUR (Vj. 58.237). Die Kapitalrücklage beinhaltet das Agio aus der Kapitalerhöhung 1996 sowie das Agio aus der Kapitalerhöhung 2001.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen beinhalten die gesetzliche Rücklage der GRAMMER AG zum 31. Dezember 2010 und 2009 mit jeweils 1.183 TEUR. Diese steht nicht für Ausschüttungen zur Verfügung.

Die Gewinnrücklagen enthalten darüber hinaus die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Die Gewinnrücklagen sind aufgrund des Jahresüberschusses des Geschäftsjahres 2010 gegenüber dem Vorjahr von 73.186 TEUR auf 89.488 TEUR angestiegen.

Kumuliertes sonstiges Ergebnis

Das kumulierte sonstige Ergebnis beinhaltet im Wesentlichen die Differenzen aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen sowie die verrechneten Veränderungen aus den Nettoinvestitionen nach IAS 21 einschließlich darauf verrechnete latente Steuern.

Dividenden

Die Dividendenausschüttung des GRAMMER Konzerns richtet sich gemäß § 58 Absatz 2 AktG nach dem im handelsrechtlichen Jahresabschluss der GRAMMER AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Die GRAMMER AG weist einen Bilanzverlust von -26,0 Mio. EUR zum 31. Dezember 2010 aus. Dabei wurden der Verlustvortrag von 19,8 Mio. EUR, die Einstellung in andere Gewinnrücklagen in Höhe von 2,0 Mio. EUR sowie die Entnahme aus der Rücklage für eigene Aktien von 2,0 Mio. EUR in die anderen Gewinnrücklagen berücksichtigt. Der Bilanzverlust zum 31.12.2010 wird aufgrund der gesetzlichen Verwendungsfiktion auf neue Rechnung vorgetragen. Es wurde keine Dividende im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgeschüttet. Für Beschlüsse über Dividenden ist zu berücksichtigen, dass die Gesellschaft 330.050 eigene Aktien im Besitz hat, die nicht dividendenberechtigt sind.

Eigene Anteile

Die GRAMMER AG hält zum 31. Dezember 2010 einen Bestand an eigenen Aktien von 330.050 Stück, der komplett in 2006 zum Gesamtkaufpreis von 7.441 TEUR erworben wurde. Der darauf entfallende Betrag des Grundkapitals beträgt 844.928 EUR und entspricht 3,1448 % des Grundkapitals.

Erwerb eigener Anteile

Der Vorstand der GRAMMER AG hat am 16. August 2006 beschlossen, von der Ermächtigung der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. Juni 2006 zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Absatz 1 Nr. 8 AktG Gebrauch zu machen. Es können seitens der Gesellschaft bis zu 10 % des Grundkapitals, das heißt bis zu 1.049.515 eigene Aktien, erworben werden. Der Aktienrückkauf erfolgte für die durch den Hauptversammlungsbeschluss festgelegten Zwecke, die sowohl den Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen, den Verkauf über die Börse oder über ein an alle Aktionäre gerichtetes Angebot als auch die Einziehung vorsehen. Diese Ermächtigung galt vom 16. August 2006 bis zum 1. Dezember 2007.. Der Rückkauf der Aktien nach diesem Vorstandsbeschluss erfolgte in Übereinstimmung mit den Safe-Harbour-Regelungen der §§ 14 Absatz 2, 20 a Absatz 3 WpHG in Verbindung mit der Verordnung (EG) Nr. 2273/2003 der Kommission vom 22. Dezember 2003. Der Erwerb der 330.050 Aktien erfolgte über die Börse zu dem nach dem Beschluss der Hauptversammlung ermittelten Erwerbspreis und ist im Internet auf der Homepage des Unternehmens veröffentlicht. Eine Verwendung der Aktien wurde noch nicht vom Vorstand vorgeschlagen.

Zum 31. Dezember 2010 sind 10.165.109 Stückaktien (Vj. 10.165.109) im Umlauf.

Anteile ohne beherrschenden Einfluss

Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital entfallen im Wesentlichen auf Anteilseigner an der GRAMMER Koltuk Sistemleri Sanayi ve Ticaret A.S., Türkei, und der GRAMMER AD, Bulgarien.

Ermächtigungen

Nach § 5 Abs. 3 der Satzung ist der Vorstand gemäß § 202 AktG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital einmalig oder mehrmals durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien um bis zu insgesamt 13,4 Mio. EUR zu erhöhen. Die Ermächtigung ist befristet bis 25. August 2011. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, jeweils mit Zustimmung des Aufsichtsrats über den Ausschluss des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre zu befinden. Darüber hinaus ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht für einen Betrag von bis zu 2.686.760,70 EUR (10,0 % des Grundkapitals) auszuschließen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags, der möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet. Auf die vorgenannte 10,0 %-Grenze werden diejenigen Aktien angerechnet, die aufgrund einer Ermächtigung der Hauptversammlung erworben und gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 5 AktG i. V. m. § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG während der Laufzeit dieser Ermächtigung veräußert wurden. Im Übrigen ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats über den Ausgabebetrag, den Inhalt der Aktienrechte sowie die sonstigen Bedingungen der Aktienausgabe zu entscheiden. Innerhalb der Gewinnrücklagen wurden im Geschäftsjahr 2009 durch Beschluss der Hauptversammlung vom 28. Mai 2009 aus dem Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2008 7,0 Mio. EUR in die Gewinnrücklagen eingestellt.

Mit Beschlussfassung in der Hauptversammlung am 28. Mai 2009 wurden zudem die Ermächtigung zum Bezug eigener Aktien in einem Umfang bis zu 10 % des Grundkapitals bis zum 27. Mai 2014 sowie die Ermächtigung zur Begebung von Genussrechten mit oder ohne Options- oder Wandlungspflicht und/oder Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen und zum Ausschluss des Bezugsrechts nebst gleichzeitiger Schaffung eines bedingten Kapitals und Satzungsänderung beschlossen. Diese Beschlüsse wurden der Hauptversammlung vom 19. Mai 2010 erneut als Bestätigungs- bzw. Neuvornahmebeschlüsse vorgelegt und von der Hauptversammlung genehmigt. Die erneute Beschlussfassung war geboten, da zum Zeitpunkt der Einberufung der Hauptversammlung 2010 drei Nichtigkeits- und Anfechtungsklagen gegen Beschlüsse der Hauptversammlung 2009 noch nicht rechtskräftig entschieden waren.

19 Pensionen und andere Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Die Leistungen des Konzerns variieren je nach rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes und hängen in der Regel von der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeiter ab.

Die betriebliche Altersversorgung erfolgt im Konzern auf Basis von Leistungszusagen.

Diese werden gemäß IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) nach dem international üblichen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Bei der Bewertung werden Trendannahmen für die relevanten Größen, die sich auf die Leistungshöhe auswirken, berücksichtigt. Bei allen Leistungssystemen sind versicherungsmathematische Berechnungen erforderlich.

Bei der Berechnung der DBO (Defined Benefit Obligation) für die Leistungszusagen wurden im Wesentlichen folgende Bewertungsparameter zugrunde gelegt:

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%

Bewertungsparameter DBO
2010 2009
Zinssatz 5,25 5,25
Gehaltstrend 2,20 2,00
Einkommensdynamik Einzelzusagen 2,20 2,00
Inflationsrate 1,90 1,90

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%

Bewertungsparameter sonstige Leistung
2010 2009
Zinssatz 4,66 - 5,25 5,00 - 6,26
Gehaltstrend 2,20 - 4,66 2,00 - 4,50
Inflationsrate 1,90 - 10,00 1,90 - 10,00

Für Sterblichkeit und Invalidität wurden grundsätzlich die Heubeck-Richttafeln 2005 G bzw. vergleichbare ausländische Sterbetafeln verwendet. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden konzernspezifisch ermittelt.

Die in der Bilanz erfasste Nettoschuld ist in den Pensionsverpflichtungen enthalten. Planvermögen (Plan Assets) zur Deckung der zukünftigen Pensionsverpflichtungen besteht nicht.

Im Geschäftsjahr 2010 wurden Renten für Pensionszusagen in Höhe von 1.433 TEUR (Vj. 1.363) ausgezahlt. Für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer (Post-Employment Benefits) wurden insgesamt 54 TEUR (Vj. 606) ausgezahlt.

Folgende Beträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

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TEUR
Pensionsplan Sonstige

Leistungen
--- --- ---
Erdiente Ansprüche 2010 1.469 661
Zinsaufwendungen 2010 3.032 92
Erfasste versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 2010 25 0
Gesamt 2010 4.526 753
Erdiente Ansprüche 2009 1.560 163
Zinsaufwendungen 2009 3.083 78
Erfasste versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 2009 1 0
Gesamt 2009 4.643 241

Die obigen Beträge sind grundsätzlich in den Personalkosten der Funktionsbereiche enthalten; der Zinsaufwand auf die jeweilige Verpflichtung wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

Die in der Bilanz erfassten Verpflichtungen (Unterdeckung) aus Leistungen an Arbeitnehmer gemäß IAS 19 ergeben sich wie folgt:

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TEUR
Pensionsplan Sonstige

Leistungen
--- --- ---
DBO am 31. Dezember 2010 62.429 2.066
Ungetilgte versicherungsmathematische Verluste (-) -3.417 0
Rückstellungen am 31. Dezember 2010 59.012 2.066
DBO am 31. Dezember 2009 58.399 1.311
Ungetilgte versicherungsmathematische Verluste (-) -2.450 0
Rückstellungen am 31. Dezember 2009 55.949 1.311

Die Entwicklung der DBO stellt sich somit wie folgt dar:

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TEUR
Pensionsplan Sonstige

Leistungen
--- --- ---
Stand 1. Januar 2010 58.399 1.311
+ Erdiente Ansprüche 2010 1.469 661
+ Zinsaufwendungen 2010 3.032 92
- Tatsächliche Zahlungen 2010 -1.433 -54
- Abgänge von Verpflichtungen 2010 -19 0
Wechselkursänderungen 2 56
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+) 979 0
Stand 31. Dezember 2010 62.429 2.066
Stand 1. Januar 2009 55.714 1.725
+ Erdiente Ansprüche 2009 1.560 163
+ Zinsaufwendungen 2009 3.083 78
- Tatsächliche Zahlungen 2009 -1.363 -606
- Abgänge von Verpflichtungen 2009 -56 -49
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+) -539 0
Stand 31. Dezember 2009 58.399 1.311

Die Veränderung der Annahmen und die planmäßig erwarteten Veränderungen stellen sich wie folgt dar:

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Erwartete DBO zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres 61.450 58.940
Aktueller Wert der DBO zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres 62.429 58.399
Überdeckung/Unterdeckung 979 -541
Davon:
Erfahrungsbedingte und eingetretene Strukturänderungen 219 -878
Änderungen der Annahmen 760 337

20 Finanzschulden

Verzinsliche Darlehen

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TEUR
2010 kurzfristig langfristig Gesamt
--- --- --- ---
Kontokorrentkredite 779 0 779
Darlehen 32.370 0 32.370
Darlehen EUR 30.103 0 30.103
Darlehen CNY 2.267 0 2.267
Langfristige Finanzschulden 0 97.852 97.852
Gesamtsumme Finanzschulden 33.149 97.852 131.001

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TEUR
2009 kurzfristig langfristig Gesamt
--- --- --- ---
Kontokorrentkredite 36.932 0 36.932
Darlehen 15.568 0 15.568
Darlehen EUR 2.350 0 2.350
Darlehen CNY 13.218 0 13.218
Langfristige Finanzschulden 0 69.797 69.797
Gesamtsumme Finanzschulden 52.500 69.797 122.297

Kontokorrentkredite

Bei den Kontokorrentkrediten handelt es sich um aufgenommene Gelder im Rahmen des Konsortialkreditvertrag festgelegter Kreditlinien, die zumeist mit geldmarktgekoppelten Zinssätzen zuzüglich fester Kreditmargen verzinst werden.

Kurzfristige Darlehen

Die EUR-Darlehen sind größtenteils die festen Ziehungen aus dem Konsortialkreditvertrag, der anders als in den Vorjahren kurzfristige 3 - 6-monatige feste Ziehungen vorschreibt. Diese Ziehungen sind im März 2011 zur Rückzahlung fällig und werden revolvierend in Höhe der auf Sicht nötigen Finanzmittel vorgenommen. Bei den kurzfristigen Darlehen in chinesischer Landeswährung handelt es sich um Darlehen mit Fälligkeiten im Januar 2011, die anschließend ebenfalls revolvierend in Höhe der auf Sicht eines Jahres nötigen Finanzmittel wieder vorgenommen werden.

Langfristige Finanzschulden

Die langfristigen Finanzschulden setzen sich aus einem Schuldscheindarlehen, das mit einem festen Zinssatz von 4,8 % im Gesamtnennwert von 70,0 Mio. EUR verzinst und erst Ende August 2013 zurückzuzahlen ist, und aus einem in den Konsortialkredit eingebetteten KfW-Darlehen im Gesamtnennwert von 28,0 Mio. EUR, das mit einem festen Zinssatz von 7,7 % verzinst und erst Ende März 2013 zurückzuzahlen ist, zusammen.

Der Konsortialkredit ist durch Grundpfandrechte sowie durch Sicherungsübereignung bzw. Sicherungsabtretung von Vermögenswerten des Anlage- und Umlaufvermögens gesichert.

21 Rückstellungen

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TEUR
Marktorientierte

Rückstellungen
Verpflichtungen aus

dem Personalbereich
Übrige

Rückstellungen
Summe
--- --- --- --- ---
Stand 1. Januar 2010 6.147 1.353 360 7.860
Zuführung 5.789 328 77 6.194
Inanspruchnahme -4.001 -955 -40 -4.996
Nicht verwendete, aufgelöste Beträge -833 -110 0 -943
Effekte aus Wechselkursänderungen 175 0 2 177
Stand 31. Dezember 2010 7.277 616 399 8.292
Kurzfristige Rückstellungen 2010 7.277 616 399 8.292
Langfristige Rückstellungen 2010 0 0 0 0
Stand 1. Januar 2009 2.847 4.312 476 7.635
Zuführung 4.585 804 86 5.475
Inanspruchnahme -1.245 -3.763 -117 -5.125
Nicht verwendete, aufgelöste Beträge -286 0 -83 -369
Effekte aus Wechselkursänderungen 246 0 -2 244
Stand 31. Dezember 2009 6.147 1.353 360 7.860
Kurzfristige Rückstellungen 2009 6.147 1.353 360 7.860
Langfristige Rückstellungen 2009 0 0 0 0

In den marktorientierten Verpflichtungen sind Rückstellungen enthalten, die alle Risiken aus dem Verkauf von Teilen und Produkten bis hin zur Entwicklungsleistung einschließen. Im Wesentlichen sind dies Gewährleistungsansprüche, die unter Zugrundelegung des bisherigen bzw. des geschätzten zukünftigen Schadensverlaufs ermittelt werden. Diese umfassen sowohl die Haftung des Konzerns für die einwandfreie Funktionalität der verkauften Produkte als auch die Verpflichtung, dem Käufer durch den Gebrauch der Produkte entstandene Schäden und Kosten zu ersetzen. Des Weiteren sind hierin Rückstellungen für aufgrund rechtlicher oder faktischer Verpflichtungen zu gewährende Rabatte, Boni und Ähnliches enthalten, die nach dem Bilanzstichtag anfallen, jedoch durch Umsätze vor dem Bilanzstichtag verursacht wurden.

In den Verpflichtungen aus dem Personalbereich sind Rückstellungen aus dem Personal- und Sozialbereich wie Jubiläumsaufwendungen enthalten. Verpflichtungen aus Altersteilzeitguthaben wurden mit zugeordneten Planvermögenswerten in Höhe von 3.552 TEUR gemäß IAS 19 saldiert.

Die übrigen Rückstellungen beinhalten eine Vielzahl von erkennbaren Einzelrisiken und ungewissen Verpflichtungen, zum Beispiel Prozesskostenrückstellungen, die in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt werden.

22 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.890 0
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 92.115 86.193
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 97.005 86.193

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen umfassen offene Verpflichtungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr des Konzerns. Ausstehende Rechnungen und Verbindlichkeiten für erhaltene Lieferungen werden gemäß ihrem Charakter in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. Der Vorjahresbetrag wurde entsprechend angepasst. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 14 bis 90 Tagen. Das durchschnittlich in Anspruch genommene Zahlungsziel für Warenlieferungen beträgt 30 Tage. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die branchenüblichen Eigentumsvorbehalte von Lieferanten.

23 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

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TEUR 2010 2009
Kurzfristig
Derivative finanzielle Verpflichtungen 1.490 1.682
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 1.386 364
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 583 415
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 3.459 2.461
Langfristig
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 1.256 3.879
Verbindlichkeiten gegenüber beteiligten Unternehmen 4.913 4.199
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 6.169 8.078

24 Sonstige Verbindlichkeiten

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Kurzfristig
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 2.251 1.829
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern und Abgaben 3.620 5.123
Erhaltene Anzahlungen 6.956 2.639
Sonstige Verbindlichkeiten 36.635 30.024
Rechnungsabgrenzungsposten 5.040 3.373
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 54.502 42.988
Langfristig
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern und Abgaben 1.520 545
Andere sonstige Verbindlichkeiten 840 883
Sonstige Verbindlichkeiten 2.360 1.428
Gesamt sonstige Verbindlichkeiten 56.862 44.416

Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sind weitgehend Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern aus ausstehendem Urlaub, Überstunden, Gleitzeit oder Ähnliches sowie Sozialplanverpflichtungen. Zudem sind Verbindlichkeiten aus Mehrwertsteuern sowie ausstehende Rechnungen und kurzfristige Aufwandsabgrenzungen enthalten.

Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern und Abgaben enthalten im Wesentlichen noch abzuführende Lohnsteuer und ähnliche Regelungen für das Geschäftsjahr 2010.

25 Kapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung werden die Zahlungsströme erläutert, und zwar getrennt nach Mittelzu- und Mittelabflüssen aus dem laufenden Geschäft, aus der Investitions- und aus der Finanzierungstätigkeit, unabhängig von der Gliederung der Bilanz. Ausgehend vom Ergebnis vor Steuern wird der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit indirekt abgeleitet. Das Ergebnis vor Steuern wird um die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen (im Wesentlichen Abschreibungen) und Erträge bereinigt. Unter Berücksichtigung der Veränderungen im Working Capital ergibt sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit. Die Investitionstätigkeit umfasst Auszahlungen für Sachanlagen und Finanzinvestitionen im Sach- und Finanzanlagevermögen, nicht aber die Zugänge aktivierter Entwicklungskosten. In der Finanzierungstätigkeit ist neben Zahlungsmittelabflüssen aus Dividendenzahlungen und der Tilgung von Anleihen auch die Veränderung der übrigen Finanzschulden enthalten. Der GRAMMER Konzern betrachtet als Finanzmittelfonds flüssige Mittel und kurzfristig veräußerbare Geldmarktfonds abzüglich der Kontokorrentverbindlichkeiten gegenüber den Banken.

26 Rechtsstreitigkeiten

Zur Absicherung rechtlicher Risiken arbeiten wir mit einem System aus intensiver Vertragsprüfung, Vertragsmanagement und systematisierter Archivierung. Für so genannte "Normalrisiken" und existenzgefährdende Risiken besteht ausreichender Versicherungsschutz. Wesentliche Rechtsstreitigkeiten gab es im Geschäftsjahr nicht.

27 Haftungsverhältnisse

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Bürgschaften 32 935

Die Bürgschaften wurden vor allem für gemietete Geschäftsräume sowie als Vertragserfüllungsbürgschaften gewährt.

28 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

In dem Konzernabschluss sind die Abschlüsse der GRAMMER AG als Mutterunternehmen und der folgenden Tochterunternehmen einbezogen:

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Kapitalanteil in %
Name der Tochtergesellschaft Sitz 2010 2009
--- --- --- --- ---
1. Vollkonsolidierte Unternehmen
1. GRAMMER do Brasil Ltda. Atibaia, Brasilien 99,99 99,99
2. GRAMMER Seating Systems Ltd. Bloxwich, England 100,00 100,00
3. GRAMMER Koltuk Sistemleri Sanayi ve Ticaret A.S. Bursa, Türkei 99,40 99,40
4. GRAMMER Inc. Hudson (WI), USA 100,00 100,00
5. GRAMMER Wackersdorf GmbH Wackersdorf, Deutschland 100,00 100,00
6. GRAMMER CZ s.r.o. Tachov, Tschechien 100,00 100,00
7. GRAMMER Japan Ltd. Tokyo, Japan 100,00 100,00
8. GRAMMER AD Trudovetz, Bulgarien 90,21 89,58
9. GRAMMER Automotive GmbH Amberg, Deutschland * 100,00
10. GRAMMER System GmbH Amberg, Deutschland 100,00 100,00
11. GRAMMER Automotive Metall GmbH Amberg, Deutschland 100,00 100,00
12. GRAMMER Automotive Slovenija d.o.o. Slovenji Gradec, Slowenien 100,00 100,00
13. GRAMMER Automotive Espanola S.A. Olérdola, Spanien 100,00 100,00
14. GRAMMER Industries Inc. Greenville (SC), USA 100,00 100,00
15. GRAMMER Automotive Puebla S.A. de C.V. Puebla, Mexiko 100,00 100,00
16. GRAMMER Automotive Polska sp. z.o.o. Bielsko-Biala, Polen 100,00 100,00
17. GRAMMER Seating (Xiamen) Ltd. Xiamen, China 100,00 100,00
18. GRAMMER Interior (Tianjin) Co. Ltd. Tianjin, China 100,00 100,00
19. GRAMMER Interior (Changchun) Co. Ltd. Changchun, China 100,00 100,00
20. GRAMMER Interior (Shanghai) Co. Ltd. Shanghai, China 100,00 100,00
21. GRAMMER System d.o.o. Aleksinac, Serbien 100,00 100,00
22. GRAMMER Railway Interior GmbH Amberg, Deutschland 100,00 100,00
23. GRAMMER Technical Components GmbH Kümmersbruck, Deutschland 100,00 **
2. Quotenkonsolidiertes Unternehmen
1. GRA-MAG Truck Interior Systems LLC London (OH), USA 50,00 50,00

* Verschmolzen mit der GRAMMER AG zum 01.05.2010.

** Neugründung der GRAMMER Technical Components GmbH zum 1. September 2010.

Die Gesellschaften GRAMMER System GmbH, GRAMMER Wackersdorf GmbH und GRAMMER Automotive Metall GmbH nehmen die Erleichterungsvorschrift des § 264 Absatz 3 HGB in Anspruch.

Konditionen der Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Verkäufe an und Käufe von nahe stehenden Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Konditionen. Die zum Geschäftsjahresende bestehenden offenen Posten sind nicht besichert, unverzinslich und werden durch Barzahlung beglichen. Für Forderungen oder Schulden gegen nahe stehende Unternehmen und Personen bestehen keinerlei Garantien. Zum 31. Dezember 2010 hat der Konzern keine Wertberichtigung auf Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen und Personen gebildet (Vj. 0). Die Notwendigkeit des Ansatzes einer Wertberichtigung wird jährlich überprüft, indem die Finanzlage des nahe stehenden Unternehmens oder der Personen und der Markt, in dem diese tätig sind, überprüft werden.

Die folgende Tabelle enthält die Gesamtbeträge aus Transaktionen zwischen nahestehenden Unternehmen und Personen für das betreffende Geschäftsjahr:

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TEUR
Nahe stehende Unternehmen

und Personen
Verkäufe an nahe

stehende Unternehmen und Personen
Käufe von nahe

stehenden Unternehmen und Personen
Forderungen gegenüber

nahe stehenden Unternehmen und Personen
Verbindlichkeiten

gegenüber nahe

stehenden Unternehmen und Personen
--- --- --- --- --- ---
Joint Ventures, an denen das Mutterunternehmen als Partnerunternehmen beteiligt ist:
GRA-MAG Truck Interior Systems LLC 2010 720 0 9.821 0
2009 56 0 8.063 0

GRA-MAG Truck Interior Systems LLC Limited

Der Konzern hält einen Anteil von 50 % an der GRA-MAG Truck Interior Systems LLC (GRA-MAG) (Vj. 50 %). Die GRA-MAG beschäftigte zum 31. Dezember 2010 48 (Vj. 29) Mitarbeiter.

Erklärungen zum Vorstand/Aufsichtsrat

Unternehmen des GRAMMER Konzerns haben mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats der GRAMMER AG bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keine wesentlichen Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.

29 Zusätzliche Informationen über Finanzinstrumente

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Marktwerte sowie Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

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TEUR
Bewertungs-

kategorie

nach IAS 39
Buchwert

31.12.2010
Wertansatz Bilanz nach IAS 39
--- --- --- --- --- --- ---
Fortgeführte

Anschaffungs-

kosten
Anschaffungs-

kosten
Fair Value

erfolgsneutral
Fair Value

erfolgswirksam
--- --- --- --- --- --- ---
Aktiva
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen LaR 17.170 17.170
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 138.294 138.294
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Darlehen und Forderungen LaR 6.420 6.420
Forderungen aus Fertigungsaufträgen LaR 48.338 48.338
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AfS 592 592
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte FAHfT 0
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 97.005 97.005
Kurzfristige Finanzschulden FLAC 33.149 33.149
Langfristige Finanzschulden FLAC 97.852 97.852
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten FLAC 5.496 5.496
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing n.a. 2.642
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten FLHfT 1.490 1.490
Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 0
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Darlehen und Forderungen LaR 210.222 210.222
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AfS 592 592
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte FAHfT 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAC 233.502 233.502
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten FLHfT 1.490 1.490

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TEUR
Wertansatz

Bilanz nach

IAS 17
Fair

Value

31.12.2010
--- --- ---
--- --- ---
Aktiva
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen 17.170
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 138.294
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Darlehen und Forderungen 6.420
Forderungen aus Fertigungsaufträgen 48.338
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 592
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 0
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 97.005
Kurzfristige Finanzschulden 33.149
Langfristige Finanzschulden 101.470
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten 5.496
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 2.642 2.642
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten 1.490
Derivate mit Hedge-Beziehung 0
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Darlehen und Forderungen 210.222
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 592
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 232.141
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten 1.490

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TEUR Bewertungs-

kategorie

nach IAS 39
Buchwert

31.12.2009
Wertansatz Bilanz nach IAS 39
Fortgeführte

Anschaffungs-

kosten
Anschaffungs-

kosten
Fair Value

erfolgs-

neutral
Fair Value

erfolgs-

wirksam
--- --- --- --- --- --- ---
Aktiva
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen LaR 16.126 16.126
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 109.445 109.445
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Darlehen und Forderungen LaR 5.096 5.096
Forderungen aus Fertigungsaufträgen LaR 55.004 55.004
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AfS 527 527
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte FAHfT 0
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 86.193 86.193
Kurzfristige Finanzschulden FLAC 52.500 52.500
Langfristige Finanzschulden FLAC 69.797 69.797
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten FLAC 4.614 4.614
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing n.a. 4.243
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten FLHfT 1.682 1.682
Derivate mit Hedge-Beziehung n.a. 0
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Darlehen und Forderungen LaR 185.671 185.671
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AfS 527 527
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte FAHfT 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAC 213.104 213.104
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten FLHfT 1.682 1.682

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TEUR Wertansatz Bilanz

nach IAS 17
Fair Value

31.12.2009
--- --- ---
Aktiva
Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen 16.126
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 109.445
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Darlehen und Forderungen 5.096
Forderungen aus Fertigungsaufträgen 55.004
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 527
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 0
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 86.193
Kurzfristige Finanzschulden 52.500
Langfristige Finanzschulden 63.899
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten 4.614
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 4.243 4.243
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten 1.682
Derivate mit Hedge-Beziehung 0
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Darlehen und Forderungen 185.671
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 527
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 207.206
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten 1.682

Aufgrund der kurzen Laufzeiten der Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen kurzfristigen Forderungen wird angenommen, dass die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten entsprechen.

Die beizulegenden Zeitwerte von sonstigen langfristigen Forderungen mit Restlaufzeiten über einem Jahr entsprechen den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Verbindlichkeiten haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten. Die bilanzierten Werte stellen daher näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar.

Die beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Schuldscheindarlehen und sonstigen langfristigen Finanzverbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweiligen gültigen Zinsstrukturkurven unter Berücksichtigung des für GRAMMER relevanten Risikozuschlags ermittelt.

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht unserer zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente in den drei Stufen der Fair Value Hierarchie:

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TEUR
2010 Buchwert Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
--- --- --- --- ---
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten Zinsswaps 1.490 1.490

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TEUR
2009 Buchwert Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
--- --- --- --- ---
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten Zinsswaps 1.682 1.682

Die Stufen der Fair Value Hierarchie spiegeln die Bedeutung der für die Bewertung verwendeten Inputdaten wider und sind wie folgt abgestuft:

Stufe 1: Auf aktiven Märkten notierte (nicht angepasste) Marktpreise für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Stufe 2: Für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit liegen entweder direkt oder indirekt beobachtbare Inputdaten vor, die keine notierten Preise nach Stufe 1 darstellen.

Stufe 3: Für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit herangezogene Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Folgende Tabelle zeigt die Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten:

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TEUR
Nettoergebnis

2010
Nettoergebnis

2009
--- --- ---
Darlehen und Forderungen -323 -5.115
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und

finanzielle Verbindlichkeiten
-1.141 -541
Finanzielle Verpflichtungen zu Anschaffungskosten bewertet 4.498 4.205
3.034 -1.451

Die Nettoergebnisse aus Darlehen und Forderungen enthalten Währungsgewinne oder -verluste, ergebniswirksame Veränderungen von Wertberichtigungen, Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung sowie Zahlungseingänge und Wertaufholungen auf ursprünglich abgeschriebene Forderungen.

Die Nettoergebnisse aus zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten enthalten Marktwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente, für die kein Hedge Accounting angewendet wird einschließlich Zinserträge und Zinsaufwendungen.

Die Nettogewinne der finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten beinhalten im Wesentlichen Währungsgewinne und -verluste.

30 Finanzderivate und Risikomanagement

Die wesentlichen im Konzern verwendeten originären finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Schuldscheindarlehen, Bankdarlehen, Kontokorrentkredite und Finanzierungs-Leasingverhältnisse sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die Finanzierung der Geschäftstätigkeit ist der Hauptzweck dieser finanziellen Verbindlichkeiten. Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Zahlungsmittel, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren.

Der Konzern schließt darüber hinaus bei Bedarf derivative Finanzinstrumente ab, die der Konzern im Rahmen des Risikomanagements überwiegend zum Zweck der Absicherung gegen Zins- und Währungsrisiken, die aus der Geschäftstätigkeit des Konzerns und seinen Finanzierungsquellen resultieren, einsetzt. Vereinzelt werden auch Risiken aus den Marktpreisen von Waren durch Warentermingeschäfte abgesichert. Der Einsatz dieser derivativen Finanzinstrumente erfolgt grundsätzlich zur Absicherung bestehender Grundgeschäfte und dient der Reduzierung von Fremdwährungs-, Zins- und Warenpreisrisiken.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Der Konzern ist Markt-, Kredit- und Liquiditätsrisiken sowie beschrieben Währungs- und Zinsrisiken ausgesetzt. Der Vorstand des Konzerns hat deswegen ein Risikomanagementsystem implementiert, das auch vom Aufsichtsrat überwacht wird. Das Risikomanagementsystem ist im Verantwortungsbereich des Chief Financial Officers integriert, wobei der Konzernvorstand auf höchster Ebene die Gesamtverantwortung trägt. Die Regelungen verfolgen das Ziel, alle Mitarbeiter im Konzern zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Risiken zu veranlassen und entsprechend verantwortungsbewusst zu handeln. Die Steuerung dieser Risiken obliegt dem Management des Konzerns. Das Management des Konzerns erarbeitete mit Experten für Finanzrisiken ein angemessenes Rahmenkonzept zur Steuerung von Finanzrisiken. Das Rahmenkonzept stellt sicher, dass die mit Finanzrisiken verbundenen Tätigkeiten des Konzerns in Übereinstimmung mit entsprechenden Richtlinien und Verfahren durchgeführt werden und dass Finanzrisiken entsprechend diesen Richtlinien und unter Berücksichtigung der Risikobereitschaft des Konzerns identifiziert, bewertet und gesteuert werden.

Sämtliche zu Risikomanagementzwecken eingegangenen, derivativen Finanzgeschäfte werden von Expertenteams gesteuert, die über die erforderlichen Fachkenntnisse und Erfahrung verfügen und einer angemessenen Aufsicht unterstellt sind. Die Richtlinien zur Steuerung der im Folgenden dargestellten Risiken werden von der Unternehmensleitung geprüft und beschlossen. Der Konzern hat in seinen konzerninternen Richtlinien in 2010 und 2009 den Handel mit Derivaten ausgeschlossen und strebt dies auch nicht für die Zukunft an.

Kreditrisiko

Unter dem Kreditrisiko versteht man das Risiko eines Verlusts (Ausfallrisiko) für den Konzern, wenn eine Vertragspartei ihren Verpflichtungen nicht nachkommt. Die Konzernrichtlinien sehen vor, dass Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten eingegangen werden, um die Risiken aus der Nichterfüllung von Verpflichtungen zu mindern. Ausgelöst von der Finanzkrise gewinnt die Steuerung des Ausfallrisikos an zusätzlicher Bedeutung. Die Risiken aus Warenlieferungen an Großkunden speziell im Automotive-Sektor unterliegen einer besonderen Bonitätsüberwachung. Sind Rating-Informationen nicht verfügbar, verwendet der Konzern andere verfügbare Finanzinformationen sowie seine eigenen Handelsaufzeichnungen, um die Großkunden zu bewerten. Auch werden regelmäßig Kunden, die mit dem Konzern erstmalig Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, einer Bonitätsprüfung unterzogen. Die Forderungsbestände werden fortlaufend überwacht, so dass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt ist. Bei größeren Transaktionen, die nicht im Land der jeweiligen operativen Einheit durchgeführt werden, ist eine vorherige Genehmigung durch das Konzernfinanzwesen einzuholen. Im Konzern sehen wir keine wesentlichen Konzentrationen von Ausfallrisiken, da die wesentlichen Transaktionen durch die kurzfristige Fälligkeitsstruktur und breite Kundengruppen verteilt sind.

Marktrisiko

Marktrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Zum Marktrisiko zählen die drei folgenden Risikotypen: Wechselkursrisiko, Zinsrisiko und sonstige Preisrisiken, wie beispielsweise das Aktienkursrisiko. Dem Marktrisiko ausgesetzte Finanzinstrumente umfassen unter anderem verzinsliche Darlehen, Einlagen, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und derivative Finanzinstrumente. Die Sensitivitätsanalysen in den folgenden Abschnitten beziehen sich jeweils auf den Stand zum 31. Dezember 2010 bzw. 2009. Die Sensitivitätsanalysen wurden auf der Grundlage der am 31. Dezember 2010 bestehenden Sicherungsbeziehungen und unter der Prämisse erstellt, dass die Nettoverschuldung, das Verhältnis von fester und variabler Verzinsung von Schulden und Derivaten und der Anteil von Finanzinstrumenten in Fremdwährung konstant bleiben. Bei den Analysen bleiben etwaige Auswirkungen von Änderungen der Marktvariablen auf die Buchwerte der Pensionsverpflichtungen und anderen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, der Rückstellungen und der nicht-finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausländischer Geschäftsbetriebe unberücksichtigt.

Schwankungen der Marktpreise können für den Konzern signifikante Cashflow- sowie Gewinnrisiken zur Folge haben. Änderungen von Fremdwährungskursen und Zinssätzen beeinflussen sowohl das operative Geschäft als auch die Finanzierungs- und Investitionstätigkeiten. Alle Darstellungen der potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen sind Abschätzungen und basieren auf den Annahmen der jeweiligen Sensitivitätsanalyse und -methode. Die tatsächlichen Auswirkungen auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung können davon aufgrund der dann real eingetretenen Marktentwicklungen deutlich abweichen.

Rohstoffpreisrisiko

Einkaufspreise, insbesondere für Rohstoffe wie Stahl und Öl, unterliegen je nach Marktsituation größeren Schwankungen. Diese können nicht immer an die Kunden weitergegeben werden, wodurch Warenpreisrisiken beim Einkauf der Waren entstehen. Zur Sicherung von Warenpreisrisiken wird versucht, mit längerfristigen Lieferverträgen und Bündelung von Volumen die Volatilitäten zu begrenzen. Zur Absicherung von Preisrisiken im Rohstoffeinkauf können auch Warenterminkontrakte eingegangen werden, die nach IAS 39 als Derivate zu bilanzieren sind.

Rohstoffterminkontrakte zur Sicherung von Preisrisiken im Rohstoffeinkauf lagen zu den Bilanzstichtagen 2010 sowie 2009 nicht vor und es waren in diesen Geschäftsjahren auch keine getätigt worden.

Währungsrisiken

Infolge der internationalen Ausrichtung und Geschäftstätigkeit ist das Unternehmen Währungsrisiken ausgesetzt. Die Wechselkursschwankungen der Märkte können zu unvorhersehbaren und ungünstigen Ergebnis- und Cashflow-Volatilitäten führen. Durch Geschäftsabschlüsse in von den funktionalen Währungen der jeweiligen Konzernunternehmen abweichenden Währungen können durch die zukünftigen Zahlungsströme Risiken entstehen. Das Risiko wird durch die Vorgabe gemindert, Geschäftstransaktionen hauptsächlich in der jeweiligen funktionalen Währung abzurechnen. Zudem werden, soweit es möglich und rentabel ist, Rohstoffe und Dienstleistungen in der entsprechenden Fremdwährung beschafft sowie in den lokalen Märkten produziert. Den operativen Einheiten ist es nicht gestattet, aus spekulativen Gründen Finanzmittel in Fremdwährungen aufzunehmen oder anzulegen. Nach Maßgabe der Konzernrichtlinien können Devisentermingeschäfte abgeschlossen werden, um bestimmte Fremdwährungseinzahlungen und -auszahlungen in Höhe von 70% - 80% des Exposures zu sichern.

Weder zu den Bilanzstichtagen 2010 und 2009 bestanden Devisentermingeschäfte noch wurden in diesen Geschäftsjahren Devisentermingeschäfte abgeschlossen.

Der Währungsänderungssensitivitätsanalyse liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

Berücksichtigt werden alle monetären Finanzinstrumente, die nicht in der funktionalen Währung gehalten werden. Die Grundlage bilden die originären Bilanzpositionen der in den Konzern einbezogenen Gesellschaften, die ein signifikantes Risiko aus der abweichenden funktionalen Währung der Gesellschaft haben.
Wechselkursänderungen von Finanzinstrumenten, die Teil einer Nettoinvestition in einem ausländischen Geschäftsbetrieb sind, wirken sich auf das Eigenkapital aus.
Derivative Finanzinstrumente zur Währungssicherung, die als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cashflow Hedges designiert sind, wirken sich auf das Eigenkapital aus und werden in der Sensitivitätsanalyse berücksichtigt.
Währungsderivate, die nicht als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cashflow Hedges designiert sind, wirken sich auf das Periodenergebnis aus und werden entsprechend in der Sensitivitätsanalyse berücksichtigt.
In der Berechnung der Sensitivität von Währungsrisiken wird eine Veränderung der Wechselkurse zum Stichtagskurs um +/- 10 Prozentpunkte (Vj. 10) unterstellt. Alle anderen Variablen bleiben konstant.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern und des Eigenkapitals gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung.

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TEUR
Kursentwicklung USD Auswirkungen auf das

Ergebnis vor Steuern
Auswirkungen auf das

Eigenkapital
--- --- --- ---
2010 +10 % 5.099 -1.159
-10 % -5.093 1.158
2009 +10 % 6.185 -1.075
-10 % -6.185 1.075

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Kursentwicklung TRY Auswirkungen auf das

Ergebnis vor Steuern
Auswirkungen auf das

Eigenkapital
2010 +10 % -445 0
-10 % 445 0
2009 +10 % -546 0
-10 % 546 0

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Kursentwicklung CZK Auswirkungen auf das

Ergebnis vor Steuern
Auswirkungen auf das

Eigenkapital
2010 +10 % 1.318 0
-10 % -1.318 0
2009 +10 % 799 0
-10 % -799 0

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Kursentwicklung PLN Auswirkungen auf das

Ergebnis vor Steuern
Auswirkungen auf das

Eigenkapital
2010 +10 % -304 0
-10 % +303 0
2009 +10 % -378 0
-10 % 378 0

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Kursentwicklung MXN Auswirkungen auf das

Ergebnis vor Steuern
Auswirkungen auf das

Eigenkapital
2010 +10 % 1.105 1.291
-10 % -1.104 -1.291
2009 +10 % 1.306 1.291
-10 % -1.306 -1.291

Zinsrisiko

Das Unternehmen verfolgt die Strategie, die langfristigen Fremdkapitalien festverzinslich zu gestalten und somit Zinsschwankungsrisiken zu vermeiden. Für die kurzfristigen Darlehen ergeben sich aktuelle Marktzinsen beim Abschluss, so dass das Zinsrisiko auf die Schwankungen der Märkte zum Zeitpunkt der Aufnahme begrenzt wird. Bei Kontokorrentkrediten werden die Zinsen auf Roll-over Basis vereinbart.

Weiterhin sichert der Konzern Zinsrisiken sowohl im lang- als auch im kurzfristigen Bereich mittels Zinsswaps ab. Diese Sicherungen sollen insbesondere auch die kurzfristigen Risiken aus Marktzinssatzänderungen möglichst schwankungsfrei machen. Das Nominalvolumen solcher Zinsderivate betrug zum Bilanzstichtag 29.643 TEUR (Vj. 30.357), die eine Restlaufzeit von bis zu drei Jahren aufweisen. Die entstandenen negativen Marktwerte in Höhe von 1.490 TEUR (Vj. 1.682) werden unter der Position "Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten" gezeigt. Die Veränderungen des Marktwerts bucht das Unternehmen erfolgswirksam im Finanzergebnis. Entsprechend wurde ein Nettogewinn im Jahr 2010 von 192 TEUR (Vj. -571) im Finanzergebnis erfasst. Mit diesen Zinsswaps wird die zugrunde liegende Verpflichtung ökonomisch abgesichert, ohne dass hierfür die Voraussetzungen für Hedge Accouting geschaffen wurden.

Zur Optimierung der Zinsaufwendungen und Minimierung der Risiken steuert das Konzern Treasury dieses Risiko zentral für alle Gesellschaften. Soweit es nicht durch länderspezifische Regelungen begrenzt wird, stellt das Konzern Treasury sämtlichen Bereichen und den verbundenen Unternehmen den Finanzierungsbedarf in Form von Darlehen zur Verfügung.

Der Zinssensitivitätsanalyse liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

Alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung unterliegen keinen Zinsänderungsrisiken und sind daher nicht in die Sensitivitätsanalyse eingeflossen.
Variabel verzinsliche originäre Finanzinstrumente, deren Zinszahlungen nicht als Grundgeschäfte im Rahmen von Cashflow Hedges gegen Zinsänderungsrisiken designiert sind, wirken sich auf das Periodenergebnis aus und werden in der Sensitivitätsanalyse berücksichtigt.
Zinsderivate, die nicht als Sicherungsinstrumente im Rahmen eines Cashflow Hedges designiert wurden, haben Auswirkungen auf das Periodenergebnis und werden in der Sensitivitätsanalyse entsprechend berücksichtigt.
Das Zinsänderungsrisiko aus Währungsderivaten wird als unwesentlich eingeschätzt und geht daher nicht in die Sensitivitätsanalyse ein.
In der Berechnung der Sensitivität von Zinsderivaten wird eine parallele Verschiebung der Zinskurve um +/- 50 Basispunkte (Vj. 50) unterstellt. Bei verzinslichen Kontokorrentguthaben wurde eine Verringerung des Guthabenzinses auf minimal 0,001 % vorgenommen. Aufgrund des derzeit bestehenden niedrigen Zinsniveaus wurden bei den derivativen Finanzinstrumenten minimal ein Basiszins von 0,000001 % und ansonsten ein Minimalbasiszinssatz von 0,001 % angesetzt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Änderung der Zinssätze. Alle anderen Parameter bleiben konstant.

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TEUR Erhöhung/Verringerung in

Basispunkten
Auswirkungen auf das

Ergebnis vor Steuern
2010 -50 -302
+50 251
2009 -50 -338
+50 73

Liquiditätsrisiko

Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken durch das Halten von angemessenen Rücklagen, Kreditverfügungsrahmen in Höhe von 119,1 Mio. EUR (Vj. 116,0) bei Banken sowie durch ständiges Überwachen der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows sowie Abstimmungen der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Ziel ist es, das Gleichgewicht zwischen der kontinuierlichen Deckung des Finanzmittelbedarfs und der Sicherstellung der Flexibilität durch Nutzung von Kontokorrentkrediten, Darlehen, Schuldverschreibungen, Factoring, Finanzierungs-Leasingverhältnissen und Mietkaufverträgen zu wahren. Zusätzlich soll nach interner Richtlinie ein Sicherungspuffer von 50 Mio. EUR auf die Nettofinanzverbindlichkeiten durch mittelfristige Kreditzusagen abgedeckt sein.

Zum 31. Dezember 2010 verfügte der Konzern über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 57.976 TEUR (Vj. 63.524), für die alle für die Inanspruchnahme notwendigen Bedingungen bereits erfüllt waren. Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert ersichtlich:

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TEUR Buchwert Cashflow
2010 2011 2012 - 2014 2015 und danach
--- --- --- --- ---
Kurzfristige und langfristige Finanzschulden
Langfristige Finanzschulden 97.852 5.545 107.474 0
Kurzfristige Finanzschulden 32.370 32.887 0 0
Kontokorrentkredite 779 779 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 97.005 92.415 4.630 708
Kurzfristige und langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 2.642 1.494 1.364 0
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 5.496 583 99 4.814
Derivate 1.490
Zinsderivate 1.490 734 782 0
134.437 114.349 5.522

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TEUR Buchwert Cashflow
2009 2010 2011 - 2013 2014 und danach
--- --- --- --- ---
Kurzfristige und langfristige Finanzschulden
Langfristige Finanzschulden 69.797 3.389 80.168 0
Kurzfristige Finanzschulden 15.568 17.063 0 0
Kontokorrentkredite 36.932 36.932 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 86.193 86.193 0 0
Kurzfristige und langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 4.243 1.541 2.967 44
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 4.614 415 4.199 0
Derivate 1.682
Zinsderivate 1.682 884 1.089 0
146.417 88.423 44

Einbezogen wurden alle Instrumente, die am Bilanzstichtag im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Planzahlen für künftige neue Verbindlichkeiten gehen nicht ein. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskassakurs umgerechnet. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitband zugeordnet. Die variablen Zinszahlungen aus originären Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem Bilanzstichtag gefixten Zinssätze ermittelt. Bei den Zinsderivaten werden die Nettozahlungen angegeben, wobei die Zahlungsströme der variablen Seite über die jeweiligen Terminzinssätze errechnet wurden.

Kapitalsteuerung

Mit der Kapitalsteuerung versucht der Konzern sicherzustellen, dass sowohl ein hohes Bonitätsrating als auch eine angemessene Eigenkapitalquote zur Unterstützung der Geschäftstätigkeit und zur Optimierung des Value-Ansatzes des Konzerns erzielt wird. Mit dieser Zielsetzung steuert der Konzern seine Kapitalstruktur und passt diese unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Zielsetzung an.

Der Konzern überwacht seine Kapitalstruktur mit dem Nettoverschuldungsgrad, der auch Dritten gegenüber einen maßgeblichen Finanzierungsparameter darstellt und der dem Verhältnis von Netto-Finanzschulden zur Summe des Eigenkapitals entspricht. Die Nettofinanzschulden umfassen die langfristigen und kurzfristigen Bankverbindlichkeiten sowie die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing abzüglich der Zahlungsmittel, Wertpapiere und kurzfristigen Einlagen. Das Eigenkapital umfasst das auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Eigenkapital. Weiterhin wurden mit dem Konsortialkreditvertrag zusätzlich Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden zu EBITDA) und Zinsdeckungsgrad (EBITDA zu Nettozinsaufwand) als Covenant vereinbart. Der Konzern konnte in der Berichtsperiode die von Dritten vorgegeben Parameter zur Beibehaltung der Finanzierung stets erfüllen.

Aufgrund der Auswirkungen der Finanzkrise wurde der interne Korridor zur Verschuldung neu definiert. Der Konzern strebt einen Sicherheitspuffer von 20 % auf einen wie unten definierten Verschuldungsgrad von eins an.

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TEUR 2010 2009
Langfristige Finanzschulden 97.852 69.797
Kurzfristige Finanzschulden 33.149 52.500
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 2.642 4.243
Zahlungsmittel und Wertpapiere -17.170 -16.126
Nettofinanzschulden 116.473 110.414
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital 172.638 150.526
56.165 40.112
67 % 73 %

31 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Bis zum 18. März 2011 (Freigabe zur Vorlage an den Aufsichtsrat) ergaben sich folgende nennenswerte Ereignisse:

In 2010 wurde das Werk Haselmühl der GRAMMER AG neu strukturiert und am 1. Januar 2011 das operative Geschäft in eine eigenständige GmbH übertragen, die eine 100%ige Tochtergesellschaft der GRAMMER AG ist. Mit der neuen GmbH soll die Fokussierung auf die Produktion verstärkt und die Diversifizierung der produzierten Komponenten und Fertigwaren gefördert werden. Die Ausweitung der technischen Kompetenzen fördert neben einer Vertiefung der Wertschöpfungskette auch Sicherheit der Beschäftigung am Standort. Zudem wurde am 15. Januar die zweite Stufe des Sozialplans der GRAMMER AG mit dem Betriebsrat abgeschlossen, der die Schließung des Werkes Immenstetten regelt. Die Folgen der Erdbebenkatastrophe in Japan auf die Entwicklung der Weltwirtschaft und das Wirtschaftswachstum können derzeit nicht abgeschätzt werden und können mögliche Risiken für die Entwicklung des Unternehmens darstellen.

32 Sonstige Angaben

Personal/Beschäftigte

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte der GRAMMER Konzern folgende Mitarbeiter:

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2010 2009
Gewerbliche Mitarbeiter 5.950 5.533
Angestellte 1.795 1.941
Gesamt 7.745 7.474

Zum Stichtag 31. Dezember waren in den Unternehmensbereichen folgende Mitarbeiter beschäftigt:

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2010 2009
Seating Systems 2.744 2.556
Automotive 5.034 4.479
Central Services 177 189
Gesamt 7.955 7.224

Honorare des Abschlussprüfers im Sinne von § 314 Absatz 1 Nr. 9 HGB

Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar des Konzernabschlussprüfers beträgt für die Abschlussprüfung 295 TEUR (Vj. 345), für sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen 40 TEUR (Vj. 0), für Steuerberatungsleistungen 0 TEUR (Vj. 21) und für sonstige Leistungen 157 TEUR (Vj. 25).

Bezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats

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TEUR
2010 2009
--- --- ---
Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen 1.495 1.336
Der Aufsichtsrat erhielt Gesamtbezüge von 201 218

Von den Gesamtbezügen des Vorstands entfallen 286 TEUR (Vj. 116) auf erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile. Diese sind wiederum insgesamt in Höhe von -100 TEUR (Vj. +16) durch jeweilige Vorjahresbeträge beeinflusst.

Von den Gesamtbezügen des Aufsichtsrats entfallen auf erfolgsorientierte Vergütung 0,0 TEUR (Vj. 4,8).

Individualisiert gliedern sich die Vorstandsbezüge für das Geschäftsjahr 2010 wie folgt auf:

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TEUR Erfolgsunabhängige

Komponenten
Erfolgsabhängige

Komponenten
Komponenten mit

langfristiger

Anreizwirkung
Summe
Dr. Rolf-Dieter Kempis

bis 31. Juli 2010
266 -53 0 213
Hartmut Müller 445 175 0 620
Alois Ponnath 368 117 0 485
Manfred Pretscher

ab 1. August 2010
130 47 177
1.209 286 0 1.495

Dr. Kempis hat auf die Auszahlung der erfolgswirksamen Komponente für 2009 in Höhe von 100 TEUR verzichtet, um damit in der Finanz- und Wirtschaftskrise einen Solidarbeitrag für das Unternehmen zu leisten. Die entsprechend gebildete Rückstellung wurde im Berichtsjahr gewinnerhöhend aufgelöst und bei der erfolgsabhängigen Komponente des Geschäftsjahres als negativer Betrag abgesetzt, da nach geltender Gesetzeslage bereits Zuführungen von Rückstellungen als Vergütungsbestandteil anzugeben sind.

An frühere Mitglieder der Geschäftsführung bzw. des Vorstands und ihre Hinterbliebenen wurden von der Gesellschaft 258 TEUR (Vj. 257) bezahlt.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung bzw. des Vorstands bzw. deren Hinterbliebene wurden nach IAS 19 3.482 TEUR (Vj. 3.491) zurückgestellt.

Ferner ist für aktive Mitglieder des Vorstands laufender Dienstzeitaufwand für die Dotierung der Pensionsrückstellung von 57,4 TEUR (Vj. 52,8) entstanden. Davon entfallen auf Alois Ponnath 27 TEUR, auf Hartmut Müller 30,4 TEUR.

Die Aufsichtsratsbezüge gliedern sich individualisiert folgendermaßen auf:

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TEUR
Netto

Festvergütung
Netto

Sitzungsgeld
Gesamt
--- --- --- ---
Dr.-Ing. Bernd Blankenstein 12,5 8,1 20,6
Dr.-Ing. Klaus Probst 14,6 4,5 19,1
Joachim Bender 13,5 6,3 19,8
Udo Fechtner 9,0 9,9 18,9
Dipl.-Kauffrau Astrid Franzky 3,5 1,6 5,1
Dipl.-Betriebswirt (FH) Wolfram Hatz 9,0 11,7 20,7
Dipl.-Physiker Frank Himmelhuber 5,6 2,7 8,3
Dipl.-Kauffrau Tanja Jacquemin 9,0 7,2 16,2
Anton Kohl 9,0 4,5 13,5
Monika Kugler-Fleischmann 3,5 1,8 5,3
Dipl.-Betriebswirt (FH) Georg Liebler 9,0 6,3 15,3
Wolfgang Rösl 5,6 2,7 8,3
Dr.-Ing. Peter Stehle 9,0 4,5 13,5
Dr. Bernhard Wankerl 9,0 7,2 16,2
121,8 79,0 200,8

Die Mitglieder des Aufsichtsrates haben im Jahre 2010 freiwillig auf 10 % der Festvergütung verzichtet. Bezüge nach Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat aufgrund früherer Mitgliedschaft wurden nicht gewährt und sind auch nicht Bestandteil der Aufsichtsratsvergütung. Im Geschäftsjahr 2010 ergaben sich keine erfolgsorientierten Vergütungen für den Aufsichtsrat.

33 Corporate Governance

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 a HGB mit der Erklärung zum Corporate Governance (§ 161 AktG) ist im Geschäftsbericht 2010 abgedruckt und kann dauerhaft auf der Unternehmens-Homepage unter www.grammer.com/corporate_governance eingesehen werden.

Angaben zu Organen der Gesellschaft

Vorstand:

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M. Sc. BWL Dipl.-Ing. (FH) Hartmut Müller, Darmstadt ab 01.08.2010 Vorsitzender des Vorstands
Dr.-Ing. Rolf-Dieter Kempis, Waldenburg Mitglied und Vorsitzender des Vorstands bis 31.07.2010
Dipl.-Kaufmann Alois Ponnath, Kümmersbruck
Dipl.-Ing. (FH) Manfred Pretscher, Meine ab 01.08.2010 Mitglied des Vorstands

Aufsichtsrat:

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Dr.-Ing. Klaus Probst, Heroldsberg ab 19.05.2010 Vorsitzender des Aufsichtsrats
Dr.-Ing. Bernd Blankenstein, Aachen bis 19.05.2010 Vorsitzender des Aufsichtsrats
Joachim Bender, Sulzbach-Rosenberg Stellv. Vorsitzender/Arbeitnehmervertreter
Dipl.-Betriebswirt (FH) Wolfram Hatz, Ruhstorf
Dipl.-Betriebswirt (FH) Georg Liebler, Möglingen
Dr.-Ing. Peter Stehle, Bad Homburg
Dr. Bernhard Wankerl, Schwandorf
Udo Fechtner, Kümmersbruck Arbeitnehmervertreter
Dipl.-Kauffrau Astrid Franzky, Kümmersbruck Arbeitnehmervertreterin

Mitglied des Aufsichtsrats bis 19.05.2010
Dipl.-Physiker Frank Himmelhuber, Kümmersbruck Arbeitnehmervertreter

Mitglied des Aufsichtsrats ab 19.05.2010
Dipl.-Kauffrau Tanja Jacquemin, Frankfurt a. M. Arbeitnehmervertreterin
Anton Kohl, Hahnbach Arbeitnehmervertreter
Monika Kugler-Fleischmann, Hahnbach Arbeitnehmervertreterin

Mitglied des Aufsichtsrats bis 19.05.2010
Wolfgang Rösl, Sulzbach-Rosenberg Arbeitnehmervertreter

Mitglied des Aufsichtsrats ab 19.05.2010

Ausgeübte Berufe der Vorstandsmitglieder und ihre Mandate im Sinne von § 285 Satz 1 Nr. 10 HGB

Vorstand:

M. Sc. BWL Dipl.-Ing. (FH) Hartmut Müller

Vorstandsvorsitzender (ab 01.08.2010)

Geschäftsbereich Sitzkomponenten

Mitglied des Board of Directors der GRA-MAG Truck Interior Systems LLC, London (OH)/USA
Vorsitzender des Aufsichtsrats der GRAMMER AD, Trudovetz/Bulgarien
Mitglied und ab 01.08.2010 Vorsitzender des Board of Directors der GRAMMER Industries Inc., Greenville (SC)/USA
Vorsitzender des Board of Directors der GRAMMER Inc., Hudson (WI)/USA
Verwaltungsratsvorsitzender der GRAMMER Koltuk Sistemleri Sanayi ve Ticaret A.S., Bursa/Türkei
Vorsitzender des Board of Directors der GRAMMER Seating (Xiamen) Ltd., Xiamen/China (bis 31.12.2010)
Mitglied des Board of Directors der GRAMMER Interior (Changchun) Co. Ltd., Changchun/China (bis 26.07.2010)
Aufsichtsrat der GRAMMER Interior (Changchun) Co. Ltd., Changchun/China (ab 27.07.2010)
Vorsitzender des Board of Directors der GRAMMER Interior (Tianjin) Co. Ltd., Tianjin/China
Mitglied und ab 08.09.2010 Präsident des Verwaltungsrats der GRAMMER Automotive Puebla S.A. de C.V., Puebla/Mexiko
Präsident des Verwaltungsrats der GRAMMER Automotive Española S.A., Olèrdola/Spanien (ab 27.10.2010)
Aufsichtsrat der GRAMMER Interior (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai/China
Mitglied des Aufsichtsrats der CVC Commercial Vehicle Cluster GmbH, Kaiserslautern

Dr.-Ing. Rolf-Dieter Kempis

Mitglied und Vorsitzender des Vorstands (bis 31.07.2010)

Geschäftsbereich Sitzkomponenten und Arbeitsdirektor

Präsident des Verwaltungsrats der GRAMMER Automotive Española S.A., Olèrdola/Spanien (bis 26.10.2010)
Vorsitzender des Verwaltungsrats der GRAMMER Automotive Puebla S.A. de C.V., Puebla/Mexiko (bis 07.09.2010)
Vorsitzender des Board of Directors der GRAMMER Industries Inc., Greenville (SC)/USA (bis 31.07.2010)
Vorsitzender des Board of Directors der GRAMMER Interior (Changchun) Co. Ltd., Changchun/China (bis 26.07.2010)
Vorsitzender des Board of Directors der GRAMMER Interior (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai/China (bis 10.02.2010)
Mitglied des Board of Directors der GRAMMER Interior (Tianjin) Co. Ltd., Tianjin/China
Mitglied des Board of Directors der GRAMMER Seating (Xiamen) Ltd., Xiamen/China (bis 31.12.2010)

Dipl.-Kaufmann Alois Ponnath

Vorstandsmitglied

Geschäftsbereich Konsolen

Mitglied des Aufsichtsrats der GRAMMER AD, Trudovetz/Bulgarien
Stellv. Verwaltungsratsvorsitzender der GRAMMER Koltuk Sistemleri Sanayi ve Ticaret A.S., Bursa/Türkei
Mitglied des Board of Directors der GRAMMER Interior (Tianjin) Co. Ltd., Tianjin/China
Mitglied und ab 27.07.2010 Vorsitzender des Board of Directors der GRAMMER Interior (Changchun) Co. Ltd., Changchun/China
Mitglied und ab 10.02.2010 Vorsitzender des Board of Directors der GRAMMER Interior (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai/China
Mitglied des Board of Directors der GRAMMER Seating (Xiamen) Ltd., Xiamen/China
Mitglied des Board of Directors der GRA-MAG Truck Interior Systems LLC, London (OH)/USA

Dipl.-Ing. (FH) Manfred Pretscher

Vorstandsmitglied (ab 01.08.2010)

Geschäftsbereich Gefederte Sitze und Arbeitsdirektor

Verwaltungsratsmitglied der GRAMMER Koltuk Sistemleri Sanayi ve Ticaret A.S., Bursa/Türkei (ab 20.07.2010)
Mitglied des Board of Directors der GRAMMER Industries Inc., Greenville (SC)/USA (ab 01.08.2010)

Aufsichtsrat:

Dr.-Ing. Klaus Probst

Diplom-Ingenieur

Vorsitzender des Vorstands der Leoni AG

Mitglied des Beirats der Lux-Haus GmbH & Co. KG, Georgensgmünd
Mitglied des Aufsichtsrats der Zapp AG, Ratingen
Mitglied des Beirats der Deutschen Bank AG, München (Region Süd)

Dr.-Ing. Bernd Blankenstein

Ingenieur, Rentner

ehem. Vorstandsvorsitzender der GRAMMER AG

Mitglied des Beirats der KTP Palettentechnik GmbH, Bous (bis 17.08.2010)

Joachim Bender

1. Bevollmächtigter der IG Metall Amberg

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kennametal GmbH, Fürth
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kennametal Holding GmbH, Fürth
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kennametal Hertel Europe Holding GmbH, Fürth

Dipl.-Betriebswirt (FH) Wolfram Hatz

selbständiger Unternehmer

Geschäftsführer der Motorenfabrik Hatz GmbH & Co. KG sowie der Hatz Holding GmbH

Mitglied des Beirats der Commerzbank AG, Frankfurt am Main

Dipl.-Betriebswirt (FH) Georg Liebler

ehem. Mitglied des Vorstands der Kolbenschmidt Pierburg AG

Unternehmensberater, Inhaber der Georg Liebler Unternehmensberatung

Mitglied des Beirats der E.G.O. Elektrogeräte AG, Zug/Schweiz (bis 30.06.2010)
Mitglied des Verwaltungsrats der E.G.O. Elektro-Gerätebau GmbH, Oberderdingen (bis 30.06.2010)
Mitglied des Verwaltungsrats der E.G.O. Blanc und Fischer & Co. GmbH, Oberderdingen (bis 30.06.2010)
Mitglied des Aufsichtsrats der Golfclub Monrepos AG, Ludwigsburg

Dr.-Ing. Peter Stehle

Ingenieur

Geschäftsführer der SYN GmbH

Mitglied des Aufsichtsrats der Norma GmbH, Maintal
Mitglied des Aufsichtsrats der BOA GmbH, Stutensee (bis 14.10.2010)
Mitglied des Aufsichtsrats der Prym GmbH, Stolberg
Mitglied des Beirats der Spheros GmbH, Stockdorf
Mitglied des Beirats der Zeitfracht GmbH, Berlin
Mitglied des Verwaltungsrats der Stulz Holding GmbH, Hamburg

Dr. Bernhard Wankerl

Rechtsanwalt, Rechtsanwaltskanzlei Dr. Wankerl und Kollegen

keine weiteren Mandate

Udo Fechtner

Werkzeugmacher

keine weiteren Mandate

Dipl.-Kauffrau Astrid Franzky

Bereichsleiterin Controlling

(Mitglied des Aufsichtsrats bis 19.05.2010)

keine weiteren Mandate

Dipl.-Physiker Frank Himmelhuber

Bereichsleiter Entwicklung

(Mitglied des Aufsichtsrats ab 19.05.2010)

keine weiteren Mandate

Dipl.-Kauffrau Tanja Jacquemin

Politische Sekretärin

keine weiteren Mandate

Anton Kohl

Industriemeister

keine weiteren Mandate

Monika Kugler-Fleischmann

Damenmaßschneiderin

(Mitglied des Aufsichtsrats bis 19.05.2010)

keine weiteren Mandate

Wolfgang Rösl

Starkstromelektriker

(Mitglied des Aufsichtsrats ab 19.05.2010)

keine weiteren Mandate

Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt

Wir, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, haben unsere Prüfung der vorliegenden Rechnungslegung im Auftrag der Gesellschaft vorgenommen. Neben der gesetzlichen Funktion der Offenlegung (§ 325 HGB) in den Fällen gesetzlicher Abschlussprüfungen richtet sich der Bestätigungsvermerk ausschließlich an die Gesellschaft und wurde zu deren interner Verwendung erteilt, ohne dass er weiteren Zwecken Dritter oder diesen als Entscheidungsgrundlage dienen soll. Das in dem Bestätigungsvermerk zusammengefasste Ergebnis von freiwilligen Abschlussprüfungen ist somit nicht dazu bestimmt, Grundlage von Entscheidungen Dritter zu sein, und nicht für andere als bestimmungsgemäße Zwecke zu verwenden.

Unserer Tätigkeit liegen unser Auftragsbestätigungsschreiben zur Prüfung der vorliegenden Rechnungslegung, die Besonderen Auftragsbedingungen für Prüfungen und prüfungsnahe Tätigkeiten der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Stand 1. Juli 2007) sowie die "Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften" in der vom Institut der Wirtschaftsprüfer herausgegebenen Fassung vom 1. Januar 2002 zugrunde.

Klarstellend weisen wir darauf hin, dass wir Dritten gegenüber keine Verantwortung, Haftung oder anderweitige Pflichten übernehmen, es sei denn, dass wir mit dem Dritten eine anders lautende schriftliche Vereinbarung geschlossen hätten oder ein solcher Haftungsausschluss unwirksam wäre.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir keine Aktualisierung des Bestätigungsvermerks hinsichtlich nach seiner Erteilung eintretender Ereignisse oder Umstände vornehmen, sofern hierzu keine rechtliche Verpflichtung besteht.

Wer auch immer das in vorstehendem Bestätigungsvermerk zusammengefasste Ergebnis unserer Tätigkeit zur Kenntnis nimmt, hat eigenverantwortlich zu entscheiden, ob und in welcher Form er dieses Ergebnis für seine Zwecke nützlich und tauglich erachtet und durch eigene Untersuchungshandlungen erweitert, verifiziert oder aktualisiert.

GRAMMER KONZERN:

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Amberg, im März 2011

GRAMMER AG

Der Vorstand

Corporate-Governance-Bericht und Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289 a HGB

Entsprechenserklärung

Am 9. Dezember 2010 haben Vorstand und Aufsichtsrat der GRAMMER AG folgende Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zur Beachtung des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) abgegeben:

Vorstand und Aufsichtsrat der GRAMMER AG erklären gemäß § 161 AktG, dass sie den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der am 2. Juli 2010 im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichten Fassung vom 26. Mai 2010 mit folgender Ausnahme entsprechen werden und in der Vergangenheit entsprochen haben:

1. Ziffer 4.2.3. des Deutschen Corporate Governance Kodex

Der Aufsichtsrat hat im Juli 2010 entschieden, das Vergütungssystem des Vorstands der GRAMMER AG nach den Vorgaben des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) sowie des Deutschen Corporate Governance Kodex neu zu strukturieren und dieses Vergütungssystem bei neu abzuschließenden Vorstandsverträgen sowie bei einer Verlängerung von Vorstandsmandaten anzuwenden.

Der mit dem Vorstandsvorsitzenden, Herrn Hartmut Müller, abgeschlossene Anstellungsvertrag entspricht dem Deutschen Corporate Governance Kodex mit Ausnahme der Empfehlung nach Ziffer 4.2.3. Absatz 4. Der Anstellungsvertrag mit Herrn Alois Ponnath wurde noch nicht auf das neue Vergütungssystem umgestellt, er entspricht den Anforderungen nach Ziffer 4.2.3. Absatz 2 Satz 2 und 3 sowie Absatz 4 des Deutschen Corporate Governance Kodex derzeit noch nicht. Der Anstellungsvertrag von Herrn Manfred Pretscher, der mit Wirkung zum 1. August 2010 neu in den Vorstand berufen wurde, entspricht in allen Punkten den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Am 28. März 2011 haben Vorstand und Aufsichtsrat der GRAMMER AG folgende Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zur Beachtung des DCGK abgegeben:

Aktualisierung der Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zur Beachtung des Deutschen Corporate Governance Kodex bei der GRAMMER AG

Das Vergütungssystem sämtlicher Mitglieder des Vorstands folgt nun den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Wegen der Nichteinhaltung der Empfehlungen aus Ziff. 4.2.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex bei zwei Mitgliedern des Vorstands haben Vorstand und Aufsichtsrat noch in der letzten Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex vom 9. Dezember 2010 eine Abweichung von Ziff. 4.2.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex erklärt.

Vorstand und Aufsichtsrat der GRAMMER AG erklären daher gemäß § 161 AktG, dass die GRAMMER AG nun sämtlichen Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der am 2. Juli 2010 im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichten Fassung vom 26. Mai 2010 entspricht.

Die GRAMMER AG wird den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex auch zukünftig entsprechen mit folgender neuer Ausnahme:

Vorstand und Aufsichtsrat der GRAMMER AG haben am 28. März 2011 beschlossen, der ordentlichen Hauptversammlung 2011 vorzuschlagen, die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats ab dem Geschäftsjahr 2011 neu zu gestalten und zukünftig - in Abweichung zur Empfehlung in Ziffer 5.4.6 Absatz 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex - auf eine variable Vergütung für die Tätigkeit im Aufsichtsrat zu verzichten.

Vorstand und Aufsichtsrat der GRAMMER AG sind der Auffassung, dass die Bezahlung einer angemessenen Festvergütung und der Verzicht auf eine variable Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats die Unabhängigkeit des Aufsichtsrats unterstreicht und besser geeignet ist, potenzielle Interessenskonflikte bei Entscheidungen des Aufsichtsrats zu vermeiden und dass die rein funktionsbezogene Vergütung der überwachenden Aufgabe der Aufsichtsratsmitglieder besser gerecht wird.

Die Aktualisierung der Entsprechenserklärung am 28. März 2011 konnte erfolgen, da mittlerweile alle Vorstandsverträge den Bestimmungen des DCGK entsprechen. Da beabsichtigt ist, die Aufsichtsratsvergütung auf eine feste Vergütung umzustellen und auf variable Vergütungsbestandteile zu verzichten, ist eine zukünftige Abweichung vom DCGK zu erklären.

Die GRAMMER AG erfüllt freiwillig die Anregungen des DCGK mit folgenden Ausnahmen:

Die Verfolgung der Hauptversammlung der GRAMMER AG ist derzeit noch nicht über moderne Kommunikationsmedien (z. B. Internet) möglich.
Die Vergütung des Aufsichtsrats enthält eine variable Vergütung, die sich an der Kennzahl ROCE (Return on Capital Employed) orientiert. Betrachtungszeitraum für die erfolgsorientierte Vergütung ist das jeweilige Geschäftsjahr. Eine langfristige am Unternehmenserfolg orientierte Komponente ist nicht Gegenstand der Vergütung des Aufsichtsrats.

Die aktuelle sowie alle bisherigen Entsprechenserklärungen sind auf der Homepage der GRAMMER AG unter www.grammer.com/ corporate_governance dauerhaft zugänglich.

Relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Anforderungen hinaus angewandt werden

Der in der GRAMMER Gruppe geltende Verhaltenskodex ist für alle Mitarbeiter weltweit verbindliche Grundlage für deren gesetzmäßiges und verantwortungsbewusstes Handeln. Der Verhaltenskodex enthält Regelungen, die das unternehmerische Handeln von GRAMMER bestimmen, und setzt hohe ethische Standards. Neben dem Kodex hat die GRAMMER AG konkretisierende und erläuternde Regelungen erlassen und es werden webbasierte Trainings angeboten, die die Mitarbeiter bei der Einhaltung und Umsetzung der Verhaltensregeln unterstützen. Zudem ist sichergestellt, dass alle Mitarbeiter die Möglichkeit haben, sich bei allen Fragen zum Verhaltenskodex an Spezialisten zu wenden. Diese Spezialisten, das sog. "Kodex-Team", unterstützen bei der Aufklärung von Verstößen gegen den Verhaltenskodex und wirken auf eine Verfolgung von Fehlverhalten hin.

Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Als Aktiengesellschaft nach deutschem Recht verfügt die GRAMMER AG über eine doppelte Führungs- und Kontrollspitze aus Vorstand und Aufsichtsrat mit jeweils eigenen Kompetenzen. Hinsichtlich der Steuerung und Überwachung des Unternehmens arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat der GRAMMER AG eng und vertrauensvoll zusammen. Die Leitung der GRAMMER AG erfolgt durch den Vorstand auf Basis gesetzlicher Bestimmungen und der vom Aufsichtsrat beschlossenen Geschäftsordnung. Bei der Geschäftsführung wird der Vorstand vom Aufsichtsrat beraten und überwacht. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder; wesentliche Geschäfte des Vorstands benötigen seine Zustimmung.

Aufsichtsrat

Die nach Gesetz und Satzung vorgeschriebenen zwölf Mitglieder des Aufsichtsrats der GRAMMER AG werden je zur Hälfte von Aktionären der Gesellschaft sowie von Arbeitnehmern gewählt. Dabei handelt es sich bei allen von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern des Aufsichtsrats um vom Unternehmen unabhängige Personen, die weder in geschäftlicher oder persönlicher Beziehung zur Gesellschaft oder zum Vorstand stehen.

Sämtliche Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sowie die auf Seiten der Anteilseigner gewählten Mitglieder Dr. Bernd Blankenstein, Wolfram Hatz, Georg Liebler und Dr. Bernhard Wankerl sind bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2015 gewählt; ein Arbeitnehmervertreter wird infolge seines Ausscheidens aus dem Unternehmen mit Wirkung zum Ablauf des 31. März 2011 aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, eine gerichtliche Ersatzbestellung ist vorgesehen. Die Amtszeit des derzeitigen Aufsichtsratsvorsitzenden, Herrn Dr. Klaus Probst, endet mit der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2011. Der Aufsichtsrat hat auf Empfehlung des Nominierungsausschusses beschlossen, ihn zur Wiederwahl durch die Hauptversammlung vorzuschlagen. Auch soll er im Falle seiner Wahl erneut zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt werden. Die Amtszeit von Herrn Dr. Peter Stehle endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2013.

Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Der Aufsichtsrat ist in Strategie und Planung eingebunden sowie in alle Themen, welche von essentieller Bedeutung für das Unternehmen sind.

Der Aufsichtsrat der GRAMMER AG führt seine Geschäfte entsprechend einer selbst aufgestellten Geschäftsordnung. Über die Tätigkeit des Gremiums und die Zusammenarbeit mit dem Vorstand gibt der Bericht des Aufsichtsrats ausführlich Auskunft.

Der Aufsichtsrat bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands. Bei der Besetzung vakanter Stellen im Vorstand achtet der Aufsichtsrat auf deren fachliche Eignung, internationale Erfahrung und Führungsqualität ebenso wie auf Vielfalt (Diversity) und insbesondere auf die angemessene Berücksichtigung von Frauen. Der Aufsichtsrat strebt daher an, bei der nächsten Neubesetzung im Vorstand bereits bei der Prüfung potenzieller Kandidaten qualifizierte weibliche Bewerber in den Auswahlprozess einzubeziehen und angemessen zu berücksichtigen.

Die Aufsichtsratsmitglieder der GRAMMER AG sind dem Interesse des Unternehmens verpflichtet. Interessenskonflikte von Aufsichtsratsmitgliedern sind dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen. Interessenkonflikte der Aufsichtsratsmitglieder sind im Geschäftsjahr 2010 nicht aufgetreten.

Effizienzprüfung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat bewertet regelmäßig im Rahmen einer Selbstbeurteilung die Effizienz seiner Tätigkeit. Die Ergebnisse der im September 2010 durchgeführten Effizienzprüfung des Aufsichtsrats gemäß den Regeln des DCGK wurden in zwei Sitzungen (September und Dezember 2010) besprochen, Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz des Aufsichtsrats wurden verabschiedet.

Ziele des Aufsichtsrats für seine Zusammensetzung

Der Aufsichtsrat hat im vergangenen Geschäftsjahr die Änderungen des DCGK besprochen und deren Weiterentwicklung verfolgt. Der Aufsichtsrat hat sich in seinen Sitzungen vom 23. September 2010 und am 9. Dezember 2010 eingehend mit den Zielen für seine Zusammensetzung befasst und folgende Beschlüsse gefasst:

Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Der Aufsichtsrat wird hierzu im Jahr 2011 ein Anforderungsprofil für Aufsichtsratsmitglieder erarbeiten und verabschieden.
Die internationale Tätigkeit der GRAMMER Gruppe setzt voraus, dass der Aufsichtsrat mit einer ausreichenden Anzahl an Mitgliedern besetzt ist, die über internationale Erfahrung, z. B. gewonnen durch eine langjährige berufliche Tätigkeit im Ausland bzw. durch die Führung eines international tätigen Unternehmens, verfügen. Der Aufsichtsrat hat diesen Aspekt in seiner Sitzung im September 2010 überprüft und festgestellt, dass ihm eine ausreichende Anzahl an Mitgliedern mit internationaler Erfahrung angehört und setzt sich das Ziel, die internationale Expertise im Aufsichtsrat auch künftig bei Neuwahlen sicherzustellen.
Der Aufsichtsrat ist bestrebt, eine angemessene Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat sicherzustellen. Seit der letzten Aufsichtsratswahl durch die Arbeitnehmervertreter im Jahr 2010 gehört nur noch eine Frau auf Seiten der Arbeitnehmervertreter dem Aufsichtsrat an, zuvor waren drei Frauen vertreten. Der Aufsichtsrat der GRAMMER AG verfolgt das Ziel, die Anzahl der Frauen im Aufsichtsrat bis spätestens bei den Neuwahlen im Jahr 2015 auf mindestens zwei Frauen zu erhöhen, wobei eine Frau auf Seiten der Aktionärsvertreter vorgeschlagen werden wird. Der Nominierungsausschuss wird dieses Ziel bei seinen Vorschlägen zur Aufsichtsratswahl im Jahr 2015 berücksichtigen.
Die vom Aufsichtsrat festgelegte Altersgrenze wurde im Jahr 2010 überprüft und von vormals 75 Jahren zum Zeitpunkt der Wahl bzw. Wiederwahl auf 70 Jahre gesenkt. Diese Regelung gilt für alle zukünftigen Wahlen.

Der Aufsichtsrat hat zudem Maßnahmen beschlossen, die die eigenverantwortliche Wahrnehmung der erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen unterstützen.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der GRAMMER AG hat vier Ausschüsse gebildet, den Strategieausschuss (vier Mitglieder), den Prüfungsausschuss (vier Mitglieder), den Ständigen Ausschuss (vier Mitglieder) sowie den Nominierungsausschuss (drei Mitglieder).

Die Arbeit der Ausschüsse bestimmt sich nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats. Für den Prüfungsausschuss wurde eine eigene Geschäftsordnung verabschiedet. Der Prüfungsausschuss tagt mindestens einmal im Quartal, die übrigen Ausschüsse nach Bedarf.

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist auf der Seite 23 dargestellt. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist auf der Seite 37 erläutert.

Vorstand

Der Vorstand der GRAMMER AG besteht aus drei Mitgliedern, Herrn Hartmut Müller, Vorstandsvorsitzender der GRAMMER AG, Herrn Alois Ponnath sowie Herrn Manfred Pretscher. Der Vorstand leitet in gemeinschaftlicher Verantwortung als Führungsorgan die Geschäfte der Gesellschaft. Eine Geschäftsordnung regelt sowohl die Geschäftsverteilung als auch die interne Zusammenarbeit. Bestimmte Entscheidungen des Vorstands bedürfen nach der für ihn geltenden Geschäftsordnung der Zustimmung des Aufsichtsrats.

In regelmäßigen Sitzungen informiert der Vorstand den Aufsichtsrat zeitnah und ausführlich in mündlicher und schriftlicher Form über aktuelle Entwicklungen im Unternehmen und die Belange der Geschäftsführung. Schwerpunkte sind dabei die Strategie, der Geschäftsverlauf, die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft und des Konzerns sowie das Risikomanagement.

Die Vorstandsmitglieder der GRAMMER AG sind dem Interesse des Unternehmens verpflichtet. Interessenskonflikte von Vorstandsmitgliedern sind dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen und die anderen Vorstandsmitglieder hierüber zu informieren. Interessenkonflikte der Vorstandsmitglieder sind im Geschäftsjahr 2010 nicht aufgetreten.

Der Vorstand hat bereits im August 2010 entschieden, bis zum Jahr 2015 eine Frauenquote von 15 Prozent im Topmanagement und von 20 Prozent im mittleren Management zu erreichen, und ein entsprechendes Konzept vorgestellt.

Die Zusammensetzung des Vorstands ist auf der Seite 102 dargestellt. Die Vergütung des Vorstands sowie Erläuterungen des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht auf Seite 37 zu finden.

Aktienbesitz

Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat sowie alle sonstigen Personen mit Führungsaufgaben sind gemäß § 15 a Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) verpflichtet, Erwerb und Veräußerung von GRAMMER Aktien oder sich darauf beziehender Finanzinstrumente, zu melden. Diese Verpflichtung bezieht sich auch auf Personen, die mit dem genannten Kreis in einer engen Beziehung stehen. Im Berichtsjahr wurden der GRAMMER AG hierzu folgende Transaktionen mitgeteilt:

Außerbörslicher Verkauf von Stück 500 Aktien der GRAMMER AG zu einem Preis in Höhe von 18,817 EUR (Geschäftsvolumen: 9.408,50 EUR) am 28. Oktober 2010 durch Herrn Josef Trettenbach, Prokurist der GRAMMER AG und Bereichsleiter Accounting und Controlling.
Börslicher Verkauf von Stück 2.700 Aktien der GRAMMER AG zu einem Kurs in Höhe von 18,70 EUR (Geschäftsvolumen: 50.490,00 EUR) am 29. Oktober 2010 durch Herrn Josef Trettenbach, Prokurist der GRAMMER AG und Bereichsleiter Accounting und Controlling.

Zum Stichtag 31. Dezember 2010 hielten Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats direkt oder indirekt zusammen weniger als 1,0 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Mit eingerechnet sind dabei auch Aktienbesitze von Personen, die mit einem Vorstand bzw. Aufsichtsrat im Sinne von § 15 a Absatz 1 Satz 2 WpHG in enger Beziehung stehen.

Beziehungen zu unseren Aktionären und Investoren

Beziehung zu unseren Aktionären

Die Aktionäre der GRAMMER AG üben ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte im Rahmen der jährlich stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung aus. Alle gesetzlich vorgesehenen Angelegenheiten werden von der Hauptversammlung mit verbindlicher Wirkung für Aktionäre und Gesellschaft beschlossen, wobei jede Stückaktie eine Stimme gewährt. Zu den gesetzlich zugewiesenen Aufgaben gehören unter anderem die Beschlussfassung über die Verwendung des im Jahresabschluss ausgewiesenen Bilanzgewinns, die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands, die Wahl des Abschlussprüfers, die Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats sowie Entscheidungen über Satzungsänderungen. Die Hauptversammlung dient den Aktionären auch als Plattform zum Dialog mit Vorstand und Aufsichtsrat.

Nach rechtzeitiger Anmeldung unter Vorlage eines Nachweises des Anteilsbesitzes ist jeder Aktionär zur Teilnahme an der Hauptversammlung und zur Ausübung des Stimmrechts berechtigt. Abwesende Aktionäre können ihre Stimme per Bevollmächtigung oder durch einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter abgeben. Zudem ermöglicht es die GRAMMER AG erstmals im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2011 ihren Aktionären, ihre Stimme per Briefwahl abzugeben.

Die Einladung zur Hauptversammlung sowie Berichte und Informationen, die zur Teilnahme an der Hauptversammlung erforderlich sind, veröffentlicht die GRAMMER AG entsprechend der aktienrechtlichen Vorschriften. Darüber hinaus stehen diese Informationen auf unserer Homepage www.grammer.com zur Verfügung.

Investor-Relations-Arbeit

Die GRAMMER AG verfolgt das Prinzip, gegenüber allen relevanten Zielgruppen zeit- und inhaltsgleich über die Gesellschaft und deren aktuelle Entwicklungen zu berichten. Vorstand und Aufsichtsrat sind bestrebt, die Kommunikation stetig zu verbessern, um eine umfassende und transparente Information der Öffentlichkeit zu gewährleisten.

Unter www.grammer.com können sich sowohl institutionelle Investoren als auch Privatanleger intensiv und direkt über relevante Themen informieren. Neben aktuellen Meldungen veröffentlicht die GRAMMER AG hier auch alle Entsprechenserklärungen zum Corporate Governance Kodex, Angaben zu Vorstand und Hauptversammlung sowie Jahresabschlüsse und Quartalsberichte. Der Internetauftritt gibt zudem Auskunft über alle wesentlichen Termine und Veröffentlichungen, Ad-hoc-Mitteilungen sowie meldepflichtige Wertpapiergeschäfte (Directors' Dealings). Eingebunden sind auch das Jährliche Dokument gemäß § 10 Wertpapierprospektgesetz (WpPG) und weitergehende Informationen für Investoren, wie zum Beispiel Roadshow-Präsentationen.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die GRAMMER AG erstellt den Konzernabschluss nach den Vorschriften des International Financial Reporting Standards (IFRS), den Einzelabschluss nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB).

Der von der Hauptversammlung gewählte Abschlussprüfer - die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Nürnberg - prüfte sowohl den Konzernabschluss als auch den Jahresabschluss der GRAMMER AG. Beide Prüfungen erfolgten unter Einhaltung aller deutschen Prüfungsvorschriften sowie unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgelegten Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung.

Zu den Prüfungsbestandteilen zählten auch das Risikomanagement und die Einhaltung der Berichtspflichten zum DCGK nach § 161 AktG. Mit dem Abschlussprüfer wurde vertraglich vereinbart, dass er den Aufsichtsrat umgehend über möglicherweise auftretende Ausschluss- oder Befangenheitsgründe sowie über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse während der Prüfung unterrichtet. Dazu gab es keinerlei Anlass. Der Jahresabschluss sowie der Konzernabschluss haben einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erhalten.

Risikomanagement

Der verantwortungsvolle Umgang mit geschäftlichen Risiken ist ein grundlegender Bestandteil guter Corporate Governance. Konzernübergreifende und unternehmensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme gewährleisten für Vorstand und Management der GRAMMER AG eine umfassende und frühzeitige Erfassung, Bewertung sowie Steuerung von Risiken. Der Prüfungsausschuss befasst sich regelmäßig mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses einschließlich der Berichterstattung, der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems (IKS), des Risikomanagements und der internen Revision. Einzelheiten zum Risikomanagement finden Sie im Lagebericht auf den Seiten 38 ff.