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GK Software SE — Interim / Quarterly Report 2020
Aug 28, 2020
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Interim / Quarterly Report
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Januar bis Juni 2020
Zwischenbericht
Konzernergebnisse im Überblick
| Veränderung | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 30.6.2020 | 30.6.2019 | 31.12.2019 | (2020/2019) | ||
| Umsatz | TEUR | 56.161 | 50.269 | 115.448 | 11,7 % |
| Betriebsleistung | TEUR | 56.295 | 50.269 | 115.448 | 12,0 % |
| Gesamtleistung | TEUR | 58.038 | 51.449 | 119.285 | 12,8 % |
| EBIT | TEUR | 1.957 | -4.997 | 3.430 | - |
| EBIT-Marge (auf Umsatz) | % | 3,5 | -9,9 | 3,0 | - |
| EBIT-Marge (auf Gesamtleistung) | % | 3,4 | -9,7 | 2,9 | - |
| EBITDA | TEUR | 6.235 | -586 | 12.256 | - |
| EBT | TEUR | 972 | -5.805 | 1.233 | - |
| Periodenfehlbetrag | TEUR | -133 | -6.486 | -3.139 | 97,9 % |
| Ergebnis je Aktie (gewichtet) | EUR | -0,08 | 0,48 | -1,60 | - |
| Ergebnis je Aktie (verwässert) | EUR | -0,08 | 0,48 | -1,60 | - |
| Eigenkapitalquote | % | 40,1 | 36,2 | 37,1 | - |
| Nettoverschuldung | TEUR | 539 | 9.611 | 11.907 | -94,4 % |
| Mitarbeiter | 1.123 | 1.147 | 1.247 | -2,1 % |
Inhalt
A An die Aktionäre
- Brief des Vorstandes
- Aktie der GK Software SE
- Basisdaten
- Überblick/Kursentwicklung
- Aktionärsstruktur
- Directors Dealings 2020
- Investor Relations
B Konzernzwischenlagebericht
Konzernlagebericht
- Geschäftsmodell der Gesellschaft
- Wirtschaftsbericht
- Erläuterung des Geschäftsergebnisses und Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
- Chancen- und Risikobericht für den GK Software Konzern
- Gesamtrisikoposition
- Risikomanagementsystem
- Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem in Bezug auf den Konzernrechnungslegungsprozess
- Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten
- Prognosebericht
C Konzernzwischenabschluss
- Konzernbilanz
- Konzern-Gesamtergebnisrechnung
- Konzernkapitalflussrechnung
- Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
- Konzernanhang
- Grundlagen der Berichterstattung
- Segmentberichterstattung
- Rechnungslegungsmethoden
- Erläuterungen zur Konzernbilanz
- Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
- Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
- Nicht erfasste Posten
- Sonstige Angaben
- Versicherung der gesetzlichen Vertreter
- Finanzkalender
- Impressum/Hinweise
Aktionäre
7 Brief des Vorstandes
10 Aktie der GK Software SE
- 10 Basisdaten
- 10 Überblick/Kursentwicklung
- 10 Aktionärsstruktur
- 11 Directors Dealings 2020
- 11 Investor Relations
Brief des Vorstandes
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
auch im zweiten Quartal konnte die GK Software Gruppe1 die Entwicklung der letzten beiden Quartale fortsetzen und sowohl beim Umsatz als auch bei der Profitabilität weiter zulegen. Insgesamt stieg der Umsatz in den ersten sechs Monaten um 11,7 Prozent auf 56,16 Mio. Euro (H1 2019 = 50,23 Mio. Euro). Die Ursache dafür war ein sehr starkes Geschäft mit unseren Bestandskunden. Das EBITDA verbesserte sich von -0,59 Mio. Euro im Vorjahresvergleichszeitraum auf jetzt 6,24 Mio. Euro. Dieser deutliche Profitabilitätssprung ist der klare Ausweis dafür, dass unser vor einem Jahr in die Wege geleitetes Effizienzsteigerungsprogramm seine Wirkung bereits entfaltet hat. Dies zeigt sich auch im EBIT, das im ersten Halbjahr mit 1,96 Mio. Euro wieder deutlich positiv war (H1 2019 = -4,99 Mio. Euro). In der Summe untermauern diese Ergebnisse, dass
1 – Im Folgenden ist mit der Bezeichnung GK Software immer der Konzern gemeint. Synonym dazu wird auch "die Gesellschaft" verwendet. Bei Verwendung der Bezeichnung GK Software SE ist ausschließlich das Einzelunternehmen gemeint.
unsere im vergangenen Geschäftsjahr eingeleiteten intensiven Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und zur Ertragssicherung die Basis dafür gelegt haben, dass wir auch in den durch Covid-19 veränderten Rahmenbedingungen erfolgreich operieren können.
Eine Beeinträchtigung durch die weltweite Pandemie haben wir bislang im Wesentlichen nur im Neukundengeschäft erlebt. Hier haben sich die Saleszyklen verlängert, wobei wir die Ursachen weniger in den aktuellen ökonomischen Unwägbarkeiten, sondern eher in der Umstellung auf Remotevertrieb sowie dem fehlenden persönlichen Kontakt sehen. Da nur wenige Projekte gänzlich eingestellt wurden und unsere Vertriebsorganisation weiterhin aktiv die Gelegenheiten bearbeitet, gehen wir davon aus, dass wir einen Nachholeffekt erleben werden. Ungeachtet der Situation konnten wir im ersten Halbjahr vier neue Projekte gewinnen, darunter den Wechsel eines Bestandskunden auf OmniPOS sowie ein euroSUITE-Projekt unserer Tochtergesellschaft AWEK. Eines der neuen Projekte werden wir in Südafrika umsetzen. In allen Neuprojekten werden wir in den nächsten Monaten rund 500 neue Filialen ausstatten.
Unsere im vergangenen Jahr offiziell gelaunchte AIR-Plattform (Artificial Intelligence for Retail) und die darauf basierenden Lösungen für Dynamic Pricing und Personalisierung hat sich ebenfalls sehr positiv entwickelt. Gegenwärtig werden auf der Plattform 18 Projekte oder Proof-of-concepts realisiert.
Die deutsche Fiskalisierung ist ein Thema, das den Handel gegenwärtig sehr stark in Atem hält. Mit unserer hundertprozentigen Tochtergesellschaft DF Deutsche Fiskal GmbH sind wir hier sehr gut aufgestellt und gehen davon aus, dass unsere gemeinsam mit der Bundesdruckerei entwickelte Cloud-Lösung fristgerecht fertig sein wird. Unsere moderne SaaS-Lösung stößt sowohl bei großen Einzelhändlern als auch bei Partnern auf großes Interesse, da sie erhebliche Vorteile gegenüber hardwarebasierten Konzepten hat. Wir gehen daher davon aus, dass wir unsere Ziele bezüglich des von uns angestrebten Marktanteils erreichen können, auch wenn gegenwärtig noch unklar ist, ob die Nichtbeanstandungsregelung zum 1. Oktober 2020 oder zum 31. März 2021 ausläuft und dieses Thema sich damit im Umsatz der Gesellschaft bereits in diesem Jahr niederschlagen wird.
Wir haben im Rahmen unseres Effizienzsteigerungsprogrammes unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung deutlicher fokussiert, um einerseits unsere Marktposition weiter auszubauen, andererseits unsere Anstrengungen auf Bereiche zu konzentrieren, in denen eine schnelle Erfolgsrealisierung möglich ist. Daher standen auch im ersten Halbjahr 2020 neben der Fertigstellung der Fiskalisierungslösung für uns weiterhin drei Kernthemen im Mittelpunkt. 1. Ausbau unserer Cloudplattform cloud-4retail; 2. Weiterentwicklung unserer Tankstellen- und Convenience-Lösung GK Drive, die in den USA in den Produktivbetrieb übergegangen ist; 3. Ausbau unseres Selfscanning und Buy-online-pickup-in-Store Angebotes rund um die Mobile Consumer Assistant (MCA)-Welt. Darüber hinaus arbeiten wir weiterhin an maßgeschneiderten und modularen KI-Prozessen für den Handel auf der Basis unserer AIR-Plattform (Artificial Intelligence for Retail).
Die installierte Basis der verschiedenen Versionen unserer Filiallösungen ist im Berichtszeitraum weiter auf aktuell 325.000 Installationen angewachsen. Hinzu kommen die Installationen unserer anderen in der Unternehmensgruppe angebotenen Lösungen. So wurden die in den Bereich Mobile Customer Assistant gehörenden Apps von insgesamt mehr als 4 Millionen Konsumenten heruntergeladen. Die Lösung TransAction+ steuert in den USA auf rund 100.000 Endgeräten den elektronischen Zahlungsverkehr und die auf Künstlicher Intelligenz basierende Real-Time Decision Engine der prudsys AG wird von rund 100 Kunden eingesetzt. Wie in den Vorjahren konnten wir mit nahezu allen unseren GK/Retail-Bestandskunden die Geschäftsbeziehungen vertiefen, da diese ihre Lösungen permanent an neue Anforderungen anpassen. Zum Wachstum der Installationszahlen trugen Rollouts in laufenden Projekten, in neuen Ländern sowie Pilotstarts bei.
Ein fundierter Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020 ist in der gegenwärtigen, durch die Covid-19-Krise geprägten Situation immer noch nicht möglich. Wir betonen aber noch einmal, dass wir ohne diese Krise unsere Mittelfristprognose bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020 uneingeschränkt aufrechterhalten hätten.
Für den weiteren Geschäftsverlauf des Jahres wird es von Bedeutung sein, wie schnell sich das Neugeschäft wieder belebt und ob die Projekte, die gegenwärtig bearbeitet werden, noch in diesem Jahr abgeschlossen werden können. Sollte bis Ende des 3. Quartals wieder eine Normalisierung eingetreten sein, könnten die Auswirkungen des ersten Halbjahres zum Jahresende in der Gesamtjahressicht möglicherweise noch aufgeholt werden oder aber zumindest deutlich abgeschwächt werden. Wir sind auch in der aktuell schwierigen Situation natürlich weiter vertrieblich aktiv und führen intensive Gespräche mit potenziellen Kunden aus dem In- und Ausland. Allerdings bleibt abzuwarten, wann laufende Ausschreibungen abgeschlossen werden und ob wie bisher aus dem Bestandskundengeschäft weitere Wachstumsimpulse kommen bzw. ob hier Prozesse längerfristig verzögert werden.
Auch wenn die ersten sechs Monate sehr gut verlaufen sind und für das dritte Quartal gute Zeichen im Raum stehen, lassen sich daraus zurzeit keine Vorhersagen für das Gesamtjahr ableiten, da zu befürchten ist, die Wirtschaft durch den Covid19-Effekt über Monate deutlich gestört und sich dies für einen unbestimmten Zeitraum negativ auf die Konjunktur auswirken wird. Basierend auf den bereits im Geschäftsbericht 2019 geschilderten Annahmen und Einflussfaktoren erwarten wir für den GK Software-Konzern für 2020 einen leichten Anstieg der Umsatzerlöse und eine deutliche Verbesserung des EBIT.
Solange keine Klarheit über Dauer der weltweiten Störungen der gesamtwirtschaftlichen Situation besteht, halten wir die Abgabe einer neuen Mittelfristprognose über das Jahr 2020 hinaus für verfrüht.
Wir freuen uns, dass Sie das Wachstum der GK Software SE begleiten und danken Ihnen für Ihr nachhaltiges Vertrauen in die Gesellschaft.
Rainer Gläß Vorstandsvorsitzender
André Hergert Vorstand für Finanzen
Aktie der GK Software SE
Basisdaten zum 30. Juni 2020
T.01
| 757142 |
|---|
| DE0007571424 |
| GKS |
| 19. Juni 2008 |
| Auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) |
| Frankfurt und XETRA |
| Regulierter Markt (Prime Standard) |
| ICF Bank AG |
| 2.042.450 |
| EUR 2.042.450 |
| 44,92% |
| EUR 75,00 (31. Januar 2020) |
| EUR 35,00 (19. März 2020) |
Überblick/Kursentwicklung
Die im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notierte Aktie der GK Software SE verzeichnete im ersten Halbjahr 2020 einen deutlichen Einschnitt im Zusammenhang mit der allgemeinen Situation an den Börsen durch die Covid-19-Pandemie, konnte sich danach aber wieder erholen. Am Ende des Berichtszeitraumes notierte die Aktie bei 63,00 Euro. Das entsprach einer Marktkapitalisierung zum Halbjahresende 2020 von 128,67 Mio. Euro.
Aktionärsstruktur
Die GK Software SE verfügt über eine sehr stabile Aktionärsbasis, die eine langfristige und nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft ermöglicht.
Aktionärsstruktur zum 30. Juni 2020
Zum Stichtag 30. Juni 2020 ergab sich entsprechend den uns vorliegenden Informationen folgende Aktionärsstruktur:
Der Gründer und Vorstandsvorsitzende Rainer Gläß hält direkt und indirekt 29,49 Prozent der Anteile. Stephan Kronmüller, ebenfalls Gründer und ehemaliger Vorstand Technologie und Entwicklung, besitzt direkt und indirekt 25,59 Prozent der Anteile. Daraus resultierte ein Streubesitz zum 30. Juni 2020 von 44,92 Prozent.
Über folgende den Schwellenwert von 3 Prozent überschreitende Anteile an der GK Software SE wurde die Gesellschaft informiert:
| Schwellenwertüberschreitungen | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| T.02 | Stand | Anteilseigner | Anteil | ||
| in % | |||||
| 17.3.2016 1 | Scherzer & Co. AG, Köln | 6,36 | |||
| 22.9.2016 | Wilhelm K. T. Zours (davon u.a. Deutsche Balaton Aktiengesellschaft, Heidelberg mit 3,18%) |
6,55 |
1 – Erstmeldung am 6. März 2012 über 5,23 Prozent. Information über den aktuellen Bestand durch den Anteilseigner am 17. März 2016.
Der Bereich Investor Relations wird vom Finanzvorstand André Hergert verantwortet und ist mit einem eigenen Bereich unter der Leitung von Dr. René Schiller unterlegt. Damit ist gewährleistet, dass Anfragen von Investoren und potenziellen Investoren unverzüglich beantwortet werden.
Auch für die Zukunft legt die GK Software auf einen kontinuierlichen Informationsfluss besonderen Wert. Dazu gehören unter anderem die Anfertigung von Quartalsmitteilungen sowie ausführlichen Halbjahres- und Geschäftsberichten in deutscher und englischer Sprache, ein Finanzkalender sowie unverzüglich veröffentlichte Ad-hoc-Meldungen und Corporate News. Eine an die internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS angepasste Bilanzierung entspricht zusätzlich den Informationsbedürfnissen der Investoren. Wie in den vergangenen Jahren wird die GK Software auch 2020 ihre Analystenkonferenz im Rahmen des Frankfurter Eigenkapitalforums durchführen. Darüber hinaus finden in regelmäßigen Abständen Investorenund Presseroadshows statt, um in permanentem Kontakt mit dem Kapitalmarkt zu sein.
Directors Dealings 2020
| Directors Dealings | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| T.03 | Datum | Handelnde Person | Funktion | Aktivität | Volumen | Kurs |
| EUR | EUR | |||||
| 12.6.2020 | André Hergert | Vorstand | Kauf | 113.310,00 | 33,98 |
Investor Relations
Die GK Software hat sich bei ihrem Börsengang im Sommer 2008 ganz bewusst für eine Notierung in dem am strengsten regulierten Segment der Deutschen Börse, dem Prime Standard, entschieden. Von Anfang an zählt eine höchstmögliche Transparenz gegenüber ihren Investoren und allen übrigen Kapitalmarktteilnehmern zu den wichtigsten Prinzipien der Gesellschaft.
B Konzernzwischenlagebericht
15 Konzernlagebericht
- 15 Geschäftsmodell der Gesellschaft
- 23 Wirtschaftsbericht
- 28 Erläuterung des Geschäftsergebnisses und Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
35 Chancen- und Risikobericht für den GK Software Konzern
- 35 Gesamtrisikoposition
- 35 Risikomanagementsystem
- 36 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem in Bezug auf den Konzernrechnungslegungsprozess
- 37 Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten
- 39 Prognosebericht
Konzernlagebericht
Geschäftsmodell der Gesellschaft
Gegenstand und Zweck
Die GK Software 1 ist einer der weltweit technologisch führenden Konzerne für Einzelhandelssoftware mit dem speziellen Fokus auf Lösungen für große und sehr große dezentralisierte Filialunternehmen. Seit 30 Jahren sind die GK Software SE und ihre Vorgängergesellschaft, die G&K Datensysteme GmbH, die 1990 von Rainer Gläß und Stephan Kronmüller gegründet und 2001 in die GK Software AG umgewandelt wurde, erfolgreich am Markt tätig. Im Jahr 2008 fand der Börsengang des Unternehmens im Prime Standard der Frankfurter Börse statt. Am 19. Januar 2018 erfolgte die Umwandlung der GK Software AG in die GK Software SE.
Konzernstruktur und Beteiligungen
Der Konzernsitz befindet sich seit der Gründung in Schöneck/Vogtland. An diesem Standort sind neben der Verwaltung vor allem Produktentwicklung, Projektmanagement und "Third-Level-Sup-
1 – Im Folgenden ist mit der Bezeichnung GK Software immer der Konzern gemeint. Synonym dazu wird auch "der Konzern" oder "die Unternehmensgruppe" verwendet. Bei Verwendung der Bezeichnung GK Software SE oder "die Gesellschaft" ist ausschließlich das Einzelunternehmen gemeint.
F.03
port" angesiedelt. In Berlin verfügt die GK Software SE des Weiteren über zwei Standorte, von denen aus vor allem die Marketing-, Vertriebs- und Partneraktivitäten gesteuert werden und Teile der Softwareentwicklung angesiedelt sind. Im Jahr 2018 hat die Niederlassung Jena den Betrieb aufgenommen, um von den guten Möglichkeiten der Personalgewinnung in dieser Hochtechnologieregion Thüringens zu profitieren.
Der zweitgrößte Standort des Konzerns befindet sich seit über 20 Jahren in Pilsen in der Tschechischen Republik. Bei dieser 100-prozentigen Tochtergesellschaft Eurosoftware s.r.o. sind die Softwareproduktion sowie Forschung & Entwicklung beheimatet. Am Standort Pilsen finden wesentliche Teile der Programmierung und der technologischen Weiterentwicklung der Lösungen der GK Software statt. Seit Beginn des Jahres 2016 gibt es die TOV Eurosoftware-UA in Lwiw als weitere 100-prozentige Tochter der GK Software SE und Standort für kundenspezifische Softwareentwicklung.
In der Schweiz besitzt die GK Software SE mit der StoreWeaver GmbH in Dübendorf eine weitere 100-prozentige Tochtergesellschaft. Die Store-Weaver GmbH verfügt in St. Ingbert im Saarland über eine deutsche Niederlassung. Die Teams in St. Ingbert sind vorrangig für die Umsetzung von Kundenprojekten verantwortlich und betreuen die Kunden unserer Lösung SQRS (Solquest Retail Solutions).
Die auf Service-Dienstleistungen fokussierte AWEK GmbH ist ebenfalls eine 100-prozentige Tochtergesellschaft. Sie hat ihren Sitz in Hamburg. Die ebenfalls in 100-prozentigem Besitz befindliche AWEK microdata GmbH in Hamburg mit einem Standort in Bielefeld ist auf die Weiterentwicklung der Kassensoftware euroSUITE für kleinere und mittelständische Unternehmen fokussiert und betreut die im Einsatz befindlichen Installationen dieser Software. Die AWEK GmbH und die AWEK microdata GmbH bilden gemeinsam das Segment IT-Services innerhalb des Konzerns.
Über die DF Deutsche Fiskal GmbH, Berlin (vormals. 1. Waldstraße GmbH, Schöneck; Gesellschaft ohne operativen Geschäftsbetrieb, in 2019 umfirmiert und Sitzverlegung) wird seit Anfang 2020 eine auf Cloud-Technologie basierende Lösung vertrieben, um den Anforderungen der unter der Überschrift "deutsche Fiskalisierung" laufenden steuergesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden.
In Russland verfügt die GK Software SE mit der OOO GK Software RUS über eine eigene Vertriebsorganisation. Im Dezember 2013 wurde in den USA die GK Software USA, Inc. gegründet, um die erwartete Ausdehnung des nordamerikanischen Geschäfts mit einer eigenen Organisation vor Ort zu unterstützen. Aus dem gleichem Grunde wurde zur Bedienung afrikanischer Kunden Anfang 2015 in Südafrika die GK Software Africa (Pty) Ltd. gegründet.
In Chemnitz ist die prudsys AG ansässig. Die prudsys AG, an der die GK Software SE über 80 Prozent der Anteile hält, entwickelt die Lösungen der Gruppe, die auf der Anwendung der Methoden Künstlicher Intelligenz beruhen und über das Plattformkonzept AIR (Artificial Intelligence for Retail) mit den Kernlösungen der Unternehmensgruppe nach Kundenbedarf verbunden werden können. Mit Wirkung zum 1. Januar 2019 wurde die im Sommer 2018 vollständig erworbene valuephone GmbH auf die GK Software SE verschmolzen. Die von ihr entwickelten mobilen Kundenlösungen hatte die GK Software bereits seit 2017 vertrieben.
Zum Vorstand der GK Software SE gehören der Unternehmensgründer Rainer Gläß (Vorsitzender, Strategie, Marketing & Vertrieb) und André Hergert (Finanzen). Der Vorstand wird von einem Group Management Board unterstützt, dem im ersten Halbjahr 2020 folgende Mitglieder angehörten: Michael Jaszczyk (als CEO GK Software USA verantwortlich für Nord- und Südamerika), Harald Göbel (Senior Vice President GK Software SE, verantwortlich für Europa, den mittleren Osten und Afrika) und Michael Scheibner (Chief Strategy Officer). Letzterer trat dem Group Management Board im Laufe des Geschäftsjahres 2019 bei.
Der dreiköpfige Aufsichtsrat der GK Software SE wurde bis zum 11. März vom Vorsitzenden Uwe Ludwig geleitet. Er gehörte dem Aufsichtsrat bereits seit 2001 an und musste sein Amt zu diesem Zeitpunkt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen. Auf Antrag des Vorstandes der Gesellschaft hat das Amtsgericht Chemnitz am 24. März 2020 Herrn Dr. Philip Reimann als Mitglied des Aufsichtsrates und zugleich Vorsitzenden des Aufsichtsrates bestellt. Er wurde in der Folge auf der Hauptversammlung am 30. Juni 2020 in den Aufsichtsrat gewählt. Seine Bestellung erfolgte bis zum Ende der Hauptversammlung der Gesellschaft, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2024 beschließen wird. Thomas Bleier wurde 2003 in den Aufsichtsrat gewählt. Auf der Hauptversammlung 2018 wurde er bis 2022 im Amt bestätigt. Herbert Zinn wurde von der Hauptversammlung 2011 erstmals in den Aufsichtsrat gewählt. Seine gegenwärtige Amtsperiode endet mit der Hauptversammlung 2023.
Steuerungsgrößen des Konzerns
Die Steuerung des Konzerns wird im Wesentlichen von zwei Kernsteuerungsgrößen bestimmt, Umsatz und Ertrag, wobei bei letzterer Größe im Wesentlichen das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) sowie das Ergebnis vor Abschreibungen und Amortisation, dem Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBITDA) herangezogen werden, sowie das Verhältnis dieser Ertragsgrößen zu Umsatz (Betriebsleistung).
Neben diesen zwei Kernsteuerungsgrößen nutzen wir für Steuerungszwecke weiterhin die Marge des Rohergebnisses auf den Umsatz. Dabei verstehen wir Rohergebnis als den Überschuss der Umsätze über die von Dritten bezogenen Leistungen, Halbfertigprodukte und Waren, die zur Erbringung dieser Umsätze unmittelbar dienten, um den Einfluss und das Ausmaß externer Leistungen für den erbrachten Umsatz beobachten zu können.
Begleitet wird dieses auf die Ertragskraft gerichtete Kennzahlensystem von Kennzahlen, welche die Finanzierung des Konzerns betreffen. Hierbei geht es um die Fähigkeit des Konzerns, seine finanziellen Verpflichtungen sowohl langfristig als auch kurzfristig jederzeit bedienen zu können. Die hierzu herangezogenen Kennzahlen betreffen die Eigenkapitalquote, die Anlagenintensität in unterschiedlichen Varianten als Maß der Fristenkongruenz von Vermögenswerten und den zu ihrer Finanzierung verwendeten Kapitalien. Ein weiterer wesentlicher Aspekt betrifft die Fähigkeit des
Mitarbeiterverteilung über Konzernstandorte (ab 5 Mitarbeiter) zum 30. Juni 2020
H1 2020 H1 2019
Konzerns, sehr kurzfristig sich ergebende Investitionsopportunitäten nutzen zu können. Eine zentrale Kennzahl ist hier der Überschuss der liquiden Mittel über die zinstragenden Verbindlichkeiten. Auch zu dieser Kennzahl gibt es je nach Ziel der Betrachtung Varianten.
Personal
Im Konzern waren zum Stichtag 30. Juni 2020 insgesamt 1.123 Mitarbeiter angestellt (ohne Vorstände und Auszubildende). Damit wurden 124 Mitarbeiter weniger als zum Vorjahresstichtag (1.247) beschäftigt. Mit 398 (Vorjahr 416) Beschäftigten ist ein wesentlicher Anteil der Konzernmitarbeiter am Standort Schöneck tätig. Die Berliner Niederlassung der GK Software SE verfügt jetzt über 73 Angestellte in den Bereichen Vertrieb & Marketing, Projekt- und Partnermanagement sowie Entwicklung, nach 106 im Vorjahr. Bei der tschechischen Tochtergesellschaft Eurosoftware s.r.o. in Pilsen hat sich die Mitarbeiterzahl auf 241 (Vorjahr 243) verringert. In Hamburg waren zum Halbjahr 66 (Vorjahr 107) Mitarbeiter der Unternehmensgruppe beschäftigt. Hier mussten vor allem im Bereich Fieldservice Kapazitäten abgebaut werden, denen keine Aufträge mehr gegenüberstanden. Am Standort in Bielefeld sind 39 Mitarbeiter tätig (Vorjahr 29), die überwiegend in der Softwareentwicklung arbeiten. Am Standort St. Ingbert arbeiteten zum Stichtag 108 (Vorjahr 134) Personen. Im schweizerischen Dübendorf arbeiteten zu diesem Zeitpunkt 4 Mitarbeiter (Vorjahr 5).
Der Kölner Standort war zum Stichtag mit 19 Mitarbeitern besetzt, gegenüber 22 Mitarbeitern zum Vorjahreszeitraum. In den USA arbeiteten 94 Mitarbeiter für GK Software (2019: 81). Die südafrikanische Tochtergesellschaft hatte zum Stichtag 28
Mitarbeiter (2019: 27). Am Standort in Lwiw, Sitz der TOV Eurosoftware UA, erhöhte sich die Mitarbeiterzahl seit Mitte 2019 von 23 auf 25.
In Chemnitz, dem Sitz der prudsys AG, waren zum Stichtag 41 Mitarbeiter beschäftigt (2019: 52). An diesem Standort bündelt die Gruppe das Knowhow für den Themenkomplex Künstliche Intelligenz.
Um das Umsatzwachstum der GK Software auch personell zu unterlegen und zu fördern, wird seit Jahren intensiv in die Ausbildung und Entwicklung der Beschäftigten investiert. So nahmen die Mehrzahl unserer Mitarbeiter (teilweise mehrfach) an den Trainingsveranstaltungen der GK Academy teil. Dabei durchlaufen neue Mitarbeiter umfangreiche standardisierte Einführungsschulungen, während darüber hinaus für alle Mitarbeiter ein permanent angepasstes Trainingsprogramm angeboten wird. Zudem wurde das Angebot der Online-Trainings erweitert, wodurch sich die potentielle Anzahl von Teilnehmern erhöht. Der Konzern engagiert sich aber ebenso aktiv auch in der Ausbildung von neuen oder zukünftigen Mitarbeitern. Dazu gehören Auszubildende in Lehrberufen, Studenten von Berufsakademien sowie in dualen Studiengängen. Diese vielfältigen Maßnahmen zeigen bei der Nachwuchsgewinnung Erfolge und sollen weiterhin aktiv betrieben werden.
Produkte und Dienstleistungen
Die cloud4retail-Plattform
Die GK Software ist davon überzeugt, dass nur innovative, marketinggetriebene Handelsunternehmen mit optimierter Logistik in der sich bereits heute ausprägenden Omni-Channel-Welt überlebensfähig sind. Einzelhandelsunternehmen werden daher immer mehr zu technologieorientierten Unternehmen, die in der Lage sein müssen, alle Konsumentenbedürfnisse auf der Basis einer modernen technologischen Plattform abzubilden. Gleichzeitig ist es eine Notwendigkeit, dafür zu sorgen, dass die steigende Komplexität nicht mit immer mehr parallel nebeneinander laufenden Lösungen umgesetzt wird. Es gilt daher die Komplexität durch eine geeignete Plattformlösung wieder zu reduzieren und trotz wachsender Anforderungen vor allem auch seitens der Konsumenten, Lösungen zu schaffen, die für die Anwender
bedien- und beherrschbar bleiben. Dafür steht der aktuelle Claim "Simply Retail" der Gesellschaft. Die moderne Plattform, an welche die unterschiedlichen Services für die Warenkorbhaltung, Preisfindung, Promotions, mobile Kundenbindung oder künstliche Intelligenz andocken, ist die cloud4retail-Plattform. Die Kunden können Services bei Bedarf kombinieren und in der Private-, Hybridoder Public-Cloud hosten lassen.
Diesem Anspruch folgend sieht sich GK Software der Idee einer einheitlichen und durchgängigen technologischen Plattform verbunden, die letztendlich das Ziel verfolgt, ein konsistentes und personalisiertes Konsumentenerlebnis über alle sogenannten Customer Touchpoints zu ermöglichen. Auf dieser einheitlichen Plattform muss es gleichzeitig möglich sein, für jeden Kunden der Gesellschaft spezielle Erweiterungsmöglichkeiten zu schaffen, um die individuelle Exzellenz und Kreativität jedes Einzelhandelsunternehmens abzubilden. Denn auf dieser beruhen die jeweils spezifischen Wettbewerbsvorteile und Alleinstellungsmerkmale der Einzelhändler, die dafür sorgen, dass sie als eigene Marke innerhalb der großen Anzahl von Anbietern im Einzelhandel wahrgenommen werden.
Getrieben durch den E-Commerce steht der Handel vor einer Reihe von großen Herausforderungen für die Zukunft. Um diesen digitalen Transformationsprozess zu bewältigen, wird er aus Sicht der GK Software die richtigen Antworten für fünf Hauptfelder der Digitalisierung im Handel finden müssen. Diese sind unserer Einschätzung nach: Kundenzentrierung, Smart Retail Technologies, Expansion, Prozessautomatisierung und Consumer Supply Chain. Der kundenzentrierte Ansatz hat dabei eine sehr hohe Priorität und bedeutet, dass alle Prozesse und Funktionalitäten immer aus Sicht der Kunden gedacht werden müssen. Das rasante Tempo der technologischen Entwicklung ermöglicht permanent den Einsatz neuer Technologien und Devices, die immer daraufhin geprüft werden müssen, inwieweit sie die Einkaufserfahrungen der Kunden verbessern und neue Möglichkeiten erschließen. Im Gegenzug zum Verdrängungswettbewerb durch die Online-Händler werden auch die klassischen Händler noch stärker als bisher danach streben müssen, in neue Märkte zu expandieren, Franchisekonzepte zu ermöglichen oder zu vertikalisieren. Die Optimierung von
Geschäftsprozessen auf der Basis neuer Technologien, hier ist insbesondere an Künstliche Intelligenz und Machine Learning zu denken, wird darüber hinaus die Effizienz in vielen Handlungsfeldern deutlich stärken. Nicht zuletzt wird der Handel im Rahmen von Omni-Channel-Konzepten die Lieferketten hin zum Kunden verlängern und verbessern müssen, um ihnen die gleichen Erfahrungen wie die E-Commerce-Händler bieten zu können. All diese wettbewerbsrelevanten Prozesse erfordern einen deutlich verstärkten Einsatz von modernen Technologien, von durchgehenden Konzepten und innovativen Ansätzen, wie sie in die Architektur von OmniPOS eingeflossen sind.
Um die digitale Transformation mit konkreten Lösungen zu ermöglichen, hat die Gesellschaft in den letzten Jahren signifikant investiert. Das bedeutete, dass große Teile der Lösungswelt neu entwickelt worden sind, um die Zukunftsfähigkeit der GK Lösungswelt über Jahre hinaus sicherzustellen und nicht auf dem Status Quo zu verharren. Die Ergebnisse dieser fundamentalen Managemententscheidung sind auf den ersten Blick nicht so deutlich zu sehen, wie es z. B. bei dem Schritt von DOS auf Java der Fall war. Betrachtet man jedoch den daraus resultierenden Effekt, die damit verbundenen Aufwände und allgemein die Dimension dieses Wandels, ist der damit gemachte Schritt der Softwareentwicklung jedoch mindestens vergleichbar groß.
OmniPOS – POS-Funktionalitäten an jedem Ort, zu jeder Zeit und auf jedem Gerät
Beginnend mit dem Jahr 2015 wurde die aus diesen Investitionen hervorgegangene neue Lösung OmniPOS (POS=Point of Sale) zunächst in einer Ramp-up-Phase bei ausgewählten Kunden in den Markt gebracht. Diese Lösungsplattform ist weit mehr als die Vorgängerlösung GK/Retail POS (Version 12), die bei den meisten Kunden im Einsatz ist. Die grundlegende Architekturidee von Omni-POS ist es, nahezu alle Funktionalitäten modular und verteilt, sowie mit und ohne Oberflächen einsetzen zu können. Jede Funktionalität muss sowohl als zentraler Service als auch als lokale Instanz verfügbar und sicher über Netzwerkgrenzen hinweg einsetzbar sein. Zugleich müssen die zentralen Services in der Lage sein, im Rechenzentrum oder in der (Private) Cloud den gleichzeitigen Betrieb von sehr vielen Klienten abzubilden. Nur auf diese Art und Weise wird es möglich sein, den Betrieb
von tausenden Kassen, die Preisberechnung im Webshop oder die Kommunikation mit beliebig vielen Kunden-Devices parallel sicherzustellen.
Mit OmniPOS als Bestandteil der cloud4retail-Plattform hat GK Software die erste professionelle Enterprise POS Lösung vollständig in der Cloud zur Verfügung gestellt. GK Software kann dabei den vollständigen Betrieb einschließlich der Wartung und dem kompletten Service übernehmen. Eine Besonderheit hierbei ist, dass OmniPOS auch in der Cloud in der Standardversion oder mit kundenindividuellen Anpassungen eingesetzt werden kann. Händlern ist es damit möglich, zum einen nachhaltig Kosten zu senken und zum anderen mehr Flexibilität und Geschwindigkeit bei der Umsetzung neuer Geschäftsprozesse zu gewinnen.
In ihren konkreten Ausprägungen für den Markt ist das Lösungsangebot der GK Software in der cloud-4retail Plattform zusammengefasst. Die mobile Konsumentenlösung Mobile Consumer Assistant ist ein Bestandteil der Plattform, die in den Projekten modular je nach Kundenwunsch zum Einsatz kommt. Auch die Fiskalisierungslösung Fiskal Cloud und die AI-Module sind als Cloud-Services konzipiert und folgen damit den mit cloud4retail realisierten Leitgedanken noch flexiblerer und effizienter Architekturen. Alle Lösungskomponenten basieren vollständig auf der gleichen Infrastruktur, den gleichen Programmierparadigmen, auf Java und anderen modernen Programmiersprachen sowie offenen Standards. Sie sind durchgängig hardware- und betriebssystemunabhängig.
Nahezu das gesamte Portfolio rund um die cloud-4retail-Plattform wird in identischer Ausprägung auch von SAP unter den Produktnamen SAP Omnichannel Point-of-Sale by GK, SAP Mobile Consumer Assistant by GK, SAP Store Inventory Management by GK, SAP Dynamic Pricing by GK, SAP Frictionless Checkout by GK vertrieben.
AIR – Artificial Intelligence for Retail
Ein wichtiges Merkmal der Lösungsplattform cloud4retail ist die Nutzung von Künstlicher Intelligenz zur Optimierung datenintensiver Entscheidungsprozesse. Dabei gestattet die Machine Learning-gestützte Personalisierung den Kunden an allen Touchpoints zielgerichtet und punktgenau anzusprechen – ob im Store, auf dem mobilen
Gerät oder im Webshop. Mit AIR (Artificial Intelligence for Retail) hat GK Software die ersten auf Künstlicher Intelligenz basierende dezidiert retailorientierten Services für die Optimierung der Prozesse des Handels entwickelt. Mit AIR können Einzelhändler zahlreiche Prozesse – von Dynamic Pricing, über Personalisierung, bis hin zu Fraud Detection – auf der Basis von Machine Learning und anderen KI-Methoden automatisiert umsetzen. AIR ist eine KI-Plattform, die sich in ihren konkreten Ausprägungen auf exakt zugeschnittene Prozesse für spezielle Herausforderungen des Handels fokussiert.
Branchenunabhängig
Die cloud4retail-Plattform ist nicht auf ein einzelnes Handelssegment ausgerichtet, sondern für alle Formate und Segmente des Handels – von kleinflächigen Stores bis hin zu Kaufhäusern, von Lebensmitteleinzelhandel, über Fashion, bis hin zu Facheinzelhandel – gleichermaßen geeignet.
Geräteunabhängig
Die cloud4retail-Plattform wurde von ihrer Architektur darauf ausgelegt, nicht nur mit einem bestimmten Gerätetyp oder einer Geräteklasse eingesetzt zu werden. Das zugrundeliegende offene Client-Konzept stellt sicher, dass auf der Basis der gleichen cloudfähigen Services nahezu alle Standardgeräte eingesetzt werden können. Dazu gehören mobile und stationäre Kassen auf unterschiedlichster Hardware, Waagen, Self Checkouts, Selfscanning-Geräte, mobile Datenerfassungsgeräte für die Mitarbeiter, Tablets oder nicht zuletzt die breite Vielfalt der Konsumenten-Smartphones.
OmniPOS Für alle Filialprozesse
OmniPOS liefert die filialbezogenen Services und übernimmt dabei nicht nur die klassischen Kassenfunktionalitäten im Store, sondern ist auf die Abwicklung aller filialbezogenen Geschäftsprozesse rund um Ware, Geld und Kunde ausgerichtet. So wickeln die Services von Promotions-Management, über Instore Merchandizing oder Preisauszeichnung, bis zum Cash Management alle für den Filialbetrieb erforderlichen Funktionalitäten ab.
Sicherer Betrieb
Der tägliche Betrieb vieler tausender Geräte sowie der dazu gehörenden zentralen Services ist für
jeden Händler eine große Herausforderung. Daher sind die Themen Konfiguration und Monitoring ein wesentlicher Bestandteil von OmniPOS. Der Betrieb kann hierbei vom Händler selbst oder aber im Rahmen des Cloud-Offerings durch GK Software oder einen Partner sichergestellt werden.
Integration der Peripherie
Die Filialen des Einzelhandels, insbesondere die des Lebensmittelhandels, sind mit einer Vielzahl unterschiedlicher Technik ausgestattet. OmniPOS bindet diese gesamte unterschiedliche Peripherie ein und übernimmt die Datenver- und -entsorgung in Echtzeit. Dadurch werden parallele Datenströme und Insellösungen in der Filiale vermieden, der Betrieb der Systeme vereinfacht und Kosten nachhaltig gesenkt.
Zentrale Services für alle Kanäle
Es gehört zum Grundkonzept von cloud4retail, dass Informationen für unterschiedliche Kanäle und Gerätetypen zentral zur Verfügung gestellt werden und von verschiedenen Datenkonsumenten abgerufen werden können. In einer Omni-Channel-Welt sind dabei vor allem die Preisberechnung (Central Pricing Engine), die Promotionssteuerung (Central Promotions Engine) oder das Speichern und Bereitstellen von Punkten oder virtuellen Guthaben (Stored Value Server) von zentraler Bedeutung. Diese Lösungskomponenten sind Kernservices und stehen allen Kanälen eines Händlers in gleicher Qualität zur Verfügung.
Produktweiterentwicklung
Im 1. Halbjahr 2020 wurde in die weitere Ausprägung der Cloudplattform cloud4retail und der dazugehörigen Services wie OmniPOS, Store Inventory Management, Mobile Consumer Assistant sowie in die KI-basierten Lösungen investiert. Einige dieser Lösungen haben bereits den Prozess der Premiumqualifikation durch SAP erneut erfolgreich durchlaufen. Im Rahmen einer solchen Produktprüfung werden neue Produkte und Funktionalitäten von SAP geprüft und die jeweils aktuelle Version für den Verkauf freigegeben. Darüber hinaus wurde mit GetMyGoods eine BOPIS (Buy-online-pickup-in-store) Lösung entwickelt und zur Marktreife gebracht. Mit emailbon wurde dem Markt eine schlanke Lösung für die Vermeidung des Drucks von Papierbons zur Verfügung gestellt. Im Bereich Deutsche Fiskal wurde die Anfang April
weitgehend fertiggestellte Lösung an die nochmals vom BSI geänderten Anforderungen angepasst.
Weitere Lösungen im Portfolio
Deutsche Fiskal
Seit Ende März 2019 entwickelt die GK Software SE eine Lösung zu den neuen steuerlichen Anforderungen, die unter der Bezeichnung "deutsche Fiskalisierung von Kassensystemen" zusammengefasst werden können und positioniert diese über ihre Tochtergesellschaft DF Deutsche Fiskal GmbH im Markt. Am 1. April 2020 konnte die Lösung Kunden für Testzwecke voll funktionsfähig zur Verfügung gestellt werden. Der Hintergrund dafür ist, dass der deutsche Gesetzgeber eine digitale Zertifizierung jedes Kassenbelegs ab dem 1. Januar 2020 fordert, um zunächst umsatzsteuerliche Steuervermeidungen zu verhindern. Mit der Deutschen Fiskal bietet GK Software nicht nur für die Kunden der Unternehmensgruppe, sondern für sämtliche Betreiber von Kassensystemen eine Cloudlösung an. Da die Anforderungen in Deutschland bezüglich Kryptografie und Sicherheitsarchitektur komplexer sind als in jedem anderen EU-Land, wurde eine exklusive Partnerschaft mit der Bundesdruckerei eingegangen. In der Zusammenarbeit entwickelt Deutsche Fiskal die Cloud-Lösung, während die Bundesdruckerei die zertifizierten Technischen Sicherheitseinrichtungen bereitstellt sowie deren Hosting im Hochsicherheitsrechenzentrum übernimmt. Die Aktivitäten zur deutschen Fiskalisierung hat die GK Software in ihrer Tochtergesellschaft "DF Deutsche Fiskal GmbH" gebündelt. Auf Grund der engen Zeitpläne und des Drucks der betroffenen Unternehmen wurde ein Erlass veröffentlicht, der die Steuerbehörden anweist, bis zum 30. September 2020 Verstöße gegen die Gesetzgebung bzgl. der Fiskalisierung nicht zu beanstanden. Im Frühjahr 2020 haben 15 Bundesländer beschlossen, die Nichtanwendungsregel unter bestimmten Bedingungen bis zum 31. März 2021 zu verlängern. Damit hat sich das mögliche Fenster für Umsatz mit der Lösung der Deutschen Fiskal im Geschäftsjahr 2020 weiter verkürzt.
Payment Services
Im Bereich Payment Services bietet GK Software nach unserer Einschätzung mit TransAction+ eine marktführende Lösung zur Zahlungsabwicklung in den USA, die eine Vielzahl von Point-of-Sale-Systemen und eine große Auswahl an Zahlungsautorisierungs-Anbietern integriert. Sie genügt höchsten Datenschutzansprüchen und unterstützt Kredit-, Debit- und Geschenkkarten, "Electronic Benefits" sowie Scheckautorisierung und -abrechnung für Zahlungsanbieter in den USA. Die Software steuert kundennahe Zahlungsgeräte auf höchstem Niveau.
Die Lösungswelt SQRS
Mit dem Erwerb der Assets der ehemaligen Solquest GmbH wurde auch deren Lösungswelt Solquest Retail Solutions (SQRS) übernommen, die noch bei drei Kunden im Einsatz ist. Die besondere Leistungsstärke der Lösung lag in den Bereichen der SAP-Integration und der Mobile Solutions. Die SQRS-Lösungen wurden nach der Übernahme der Solquest nicht mehr vertrieben, um das Produktportfolio des Konzerns gestrafft zu halten. Im Rahmen der bestehenden Kundenbeziehungen gibt es nach wie vor kleinere Anpassungen, die im Bereich der StoreWeaver GmbH umgesetzt werden. Parallel dazu wurde ein Migrationspfad entwickelt, um den Kunden der ehemaligen Solquest GmbH eine langfristige Perspektive aufzeigen zu können.
Die AWEK-Lösung euroSUITE
Für den mittleren Einzelhandel entwickelt und vertreibt die GK Software über ihre Tochtergesellschaft AWEK microdata GmbH eine das Angebot der GK Software ergänzende Lösung namens euroSUITE für Kunden im deutschsprachigen Raum.
Dienstleistungen
Neben ihren Produkten bietet GK Software umfangreiche Dienstleistungen an. Wichtigster Bestandteil in diesem Rahmen sind Customizing und Anpassungsentwicklungen während der Einführungsprojekte sowie anschließend die Umsetzung von Change Requests, die in den meisten Projekten permanent anfallen. Dazu gehört z. B. die Anpassung der bereits produktiven Lösungen an erweiterte Anforderungen des Kunden, wie etwa die Integration neuer Bonussysteme in die Kassenumgebung. In den Bereich Dienstleistung fallen auch klassisches Consulting, Projektmanagement oder Schulungen.
Wartung und Services
Neben der kostenpflichtigen Softwarewartung, deren Aufgabe die Fehler- und Störungsbehebung ist, bietet GK Software auch weitere Services für den Einzelhandel an. Im Rahmen der Fokussierung des Service-Portfolios der Gesellschaft wurde ein Customer Care Management aufgebaut, das die Bestandskunden bei den vielfältigen Aufgaben rund um den Betrieb und die Anpassung der von ihnen eingesetzten Lösungen unterstützt. Darüber hinaus wurde ein Bereich Special Services etabliert, der den Kunden dabei hilft, ihre produktiven Applikationen und deren Zusammenspiel kontinuierlich zu optimieren.
Partnerausbildung
Für die Qualifizierung der Implementierungspartner, von Kundenmitarbeitern sowie die Schulung der eigenen Mitarbeiter ist die GK Academy verantwortlich. Auch 2020 schult der Konzern Implementierungspartner, die dann selbstständig die Einführung von GK/Retail übernehmen können.
Forschung und Entwicklung
Die Weiterentwicklung der vorhandenen Produkte sowie die Entwicklung neuer Softwarelösungen standen in den vergangenen Geschäftsjahren stets im Fokus der GK Software und werden auch zukünftig strategische Wettbewerbsfaktoren sein. Dies spiegelt sich auch in der weiter gestiegenen Anzahl an Mitarbeitern für diesen Bereich wider.
Die GK Software investiert fortwährend in Forschung und Entwicklung, um ihre technologisch führende Stellung auch längerfristig zu behaupten. Dabei ist zwischen der angewandten Forschung, die durch das Futurelab sowie eigene Innovation & Research-Teams betrieben wird, und der anwendungsorientierten Produktentwicklung zu unterscheiden. Im Bereich der Forschung betrugen die Aufwendungen im Berichtszeitraum 0,62 Mio. Euro. Die Forschungsteams sind an mehreren Standorten des Konzerns angesiedelt. Die anwendungsbezogene "Produktentwicklung" wird vor allem in Deutschland und in der Tschechischen Republik geleistet. Im abgelaufenen Jahr wurden für diesen Bereich insgesamt ca. 9 Mio. Euro aufgewendet.
Insgesamt hat die GK Software im Berichtszeitraum auf diese Weise 9,5 Mio. Euro für Forschungs- und Entwicklungsleistungen aufgewendet, was etwa 17 Prozent des Konzernumsatzes entspricht.
Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Die Geschäftsentwicklung der GK Software wird durch mehrere Einflussgrößen und deren Wirkung in unterschiedlichen Wirtschaftsräumen bestimmt. Die wichtigsten Determinanten sind dabei die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die aktuelle Lage und die erwarteten Geschäftsaussichten des Einzelhandels.
Mit der Ausweitung des Geschäftes der GK Software in immer mehr Wirtschaftsräume erhöht sich naturgemäß die Anzahl der Einflussfaktoren, da trotz weltwirtschaftlicher Gesamttrends die Entwicklungen in den einzelnen Märkten teilweise diametral verlaufen können. Zugleich ist damit jedoch eine Entkopplung des Geschäftsbetriebes der Gesellschaft von den Entwicklungen in den ursprünglichen Kernmärkten – vor allem in Zentraleuropa – erfolgt, ohne dass diese Märkte ihre Bedeutung für die GK Software verloren haben. Das erste Halbjahr 2020 wurde allerdings im Bereich des Neugeschäftes in allen Märkten durch Covid 19 beeinflusst und es kamen nur wenige Projekte zur Entscheidung. Ungeachtet dessen wurden sowohl auf Handelsseite als auch auf Seiten der IT-Anbieter sehr schnell auf eine weitestgehend digitalisierte Zusammenarbeit umgestellt, um Projekte weiter voranzutreiben und Entscheidungen vorzubereiten.
Die globale Wirtschaft wurde in den ersten beiden Quartalen 2020 härter als ursprünglich vom IWF angenommen von der Corona-Pandemie getroffen. Daher wurde der Jahresausblick vom April von -3 auf -4,9 Prozent korrigiert. Unterschiedlich fallen hier die Werte der Industriestaaten (-8,0 Prozent) und der Schwellen- und Entwicklungsländer (-3,0 Prozent) aus. Deutschland liegt mit -7,8 Prozent
über dem Durchschnitt der Eurozone, der -10,2 Prozent beträgt1.
Parallel zu den ökonomischen Basistrends in den direkt oder durch Vertriebspartner bearbeiteten Märkten sind auch die allgemeinen Trends des Einzelhandels eine außerordentlich wichtige Einflussgröße für das Geschäft der Gesellschaft. Dabei steht das Thema Omni-Channel-Retailing weiterhin im Vordergrund, da es in allen Märkten die strategischen Entscheidungen der Einzelhändler massiv beeinflusst. Darüber hinaus gewinnt die Umsetzung von echten Cloud-Angeboten auf der Basis von Enterprise POS Lösungen für Einzelhändler aller Größenklassen zunehmend an Bedeutung. Langzeitthemen wie demografische Entwicklungen, neue Wege der Kundenbindung oder Internationalisierung bleiben daneben wichtige Treiber und stehen mit dem Mega-Trend Omni-Channel immer stärker in Verbindung. Die GK Software hat auf diese Schwerpunktsetzungen im Einzelhandel frühzeitig reagiert und mit OmniPOS hier entscheidende Weichenstellungen vorgenommen. Das Cloud-Plattform cloud4retail sowie die Kundenbindungslösung Mobile Consumer Assistant verstärken dabei die Wettbewerbsposition von OmniPOS weiter. Den gleichen Effekt erwarten wir auch von der Integration von Lösungen auf Basis Künstlicher Intelligenz. Zudem adressieren wir mit unseren neuen Lösungen GK Drive und retail7 die Marktsegmente Tankstellen und kleinere Händler.
Auch wenn in der ersten Hälfte des Jahres das Lizenzgeschäft wieder durch Kunden außerhalb der deutschsprachigen Länder getrieben worden ist, bleiben die Entwicklungen im D-A-CH-Raum für das direkte Geschäft der GK Software weiterhin von großer Bedeutung, da es sich um einen internationalen Leitmarkt der Branche handelt und zahlreiche Bestandskunden hier ihre Zentralen haben. Der deutsche Einzelhandel, Europas größter Einzelmarkt, erlebte in den ersten sechs Monaten je nach Branche eine unterschiedliche Entwicklung. Während Bereiche wie Supermärkte und SB-Warenhäuser deutlich zulegen konnten (real +6,6 Prozent), verloren andere wie Textilien, Schuhe, Lederwaren (real – 29,8 Prozent) oder Kauf- und
1 – https://www.imf.org/en/Publications/WEO/ Issues/2020/06/24/WEOUpdateJune2020
Warenhäuser (real -17,7 Prozent) massiv.2 Dies wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf die Investitionsbereitschaft des Handels niederschlagen. Der Handelsverband geht in einem Szenario für 2020 ohne zweite Welle von einem Umsatzrückgang von vier Prozent aus, wobei der Umsatz von Lebensmitteleinzel- und Online-Händlern deutlich steigen und von Nicht-Lebensmittelhändlern sinken wird.3
Der Umsatz im europäischen Einzelhandel erreichte im Juni wieder das Vorkrisenniveau vom Februar 2020.4 Auch in Großbritannien stiegen die Umsätze wieder an und erreichten im Juni fast den Vorjahreswert.5 Ebenso war in den USA in den letzten Jahren ein kontinuierlicher Aufwärtstrend der Einzelhandelsumsätze zu konstatieren, der auf dem weltweit größten Einzelhandelsmarkt für mehr Bewegung gesorgt hat und wie es scheint sich weiter fortsetzt.6 Im Jahresvergleich stiegt der Umsatz im Juni um 1,1 Prozent.7
Auch die Entwicklung des interaktiven Handels, das sind im Wesentlichen E-Commerce und Versandhandel ohne Dienstleistungen, bleibt weiterhin dynamisch. Dieser Bereich konnte seine Umsätze im Berichtszeitraum erneut um 9,2 Prozent auf jetzt rund 36,7 Mrd. Euro steigern. Bis Jahresende wird eine Fortsetzung dieses Trends erwartet. Nach ersten Schätzungen sollen durch Online-Käufe im laufenden Jahr rund 80,0 Mrd. Euro umgesetzt werden8. Noch stärker ist dies in anderen wichtigen Einzelhandelsleitmärkten wie z. B. Großbritannien zu beobachten. Allerdings ist dies noch nicht überall in gleicher Stärke zu verzeichnen. Während der Anteil des Online-Handels am gesamten Einzelhandelsumsatz in den USA
- 2 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/07/PD20_289_45212.html
- 3 https://einzelhandel.de/presse/aktuellemeldungen/12806 hde-szenario-fuer-2020-nicht-lebensmittelhandel-verliert-40-milliarden-euro-umsatz
- 4 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/08/PD20_294_45212.html
- 5 https://www.ons.gov.uk/businessindustryandtrade/retailindustry/datasets/poundsdatatotalretailsales
- 6 http://ycharts.com/indicators/retail_sales
- 7 https://nrf.com/media-center/press-releases/june-retailsales-increase-recovery-remains-uncertain-amid-coronavirus
- 8 https://www.bevh.org/presse/pressemitteilungen/ details/e-commerce-plus-von-92-prozent-im-1-halbjahr-2020-dauerhaft-mehr-e-commerce-beim-taeglichen-beda. html
über 11,0 Prozent betrug1, lag er beispielsweise in Italien nur bei 3,7 Prozent oder in Spanien bei 5,4 Prozent2. Generell ist dennoch davon auszugehen, dass in allen entwickelten Einzelhandelsmärkten der Online-Handel weiter wachsen wird.3
Die Omni-Channel-Händler sind im Jahr 2020 weiter überproportional gewachsen und steigerten ihre Umsätze um 13,3 Prozent auf rund 25,7 Mrd. Euro während die klassischen reinen Online-Marktplätze um etwa 10,8 Prozent auf 33,9 Mrd. wuchsen. Das bedeutet, dass stationäre Einzelhändler, die auch das Online-Geschäft beherrschen, immer stärker in der Lage waren, ihre Vorteile aus der Kombination von Filiale und Webshop auszuspielen. 4 Deutlich wird dies auch an der Aufteilung: Omni-Channel-Käufer sind für 75 Prozent der Ausgaben verantwortlich, obwohl sie quantitativ nur 58 Prozent der Käufer repräsentieren.5 Auf diese Entwicklung hin zu erfolgreichem Omni-Channel-Retailing hat sich die GK Software seit Jahren mit ihren Lösungen vorbereitet und sieht sich daher sehr gut für die entsprechenden Anforderungen aufgestellt. Denn aus diesen weiterhin ungebremsten Entwicklungen ergeben sich große Herausforderungen für den stationären Einzelhandel, die durch weitere Innovationen getrieben werden.
Allgemeine Beurteilung des Geschäftsverlaufes
Für das Geschäftsjahr 2020 hatte der Vorstand die Prognose abgegeben, dass wegen der Corona/ Covid-19-Krise, gegenüber 2019 die Umsätze nur leicht erhöht würden, die erreichte EBIT-Marge aber gegenüber 2019 deutlich verbessert werden sollte.
Im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2020 konnte die GK Software ihren Wachstumskurs auch unter den widrigen Bedingungen der Corona-
- 1 https://www.emarketer.com/content/us-ecommerce-2020
- 2 https://www.retailresearch.org/online-retail.html (2020 geschätzt; Angaben zu Deutschland schwanken je nach Quelle)
- 3 https://www.statista.com/statistics/379046/worldwideretail-e-commerce-sales/
- 4 https://www.bevh.org/fileadmin/content/05_presse/Pressemitteilungen_2020/200121_-_Pra__sentaion_fu__r_PK_ FINAL.pdf
- 5 https://einzelhandel.de/images/presse/Pressekonferenz/2019/Fruehjahrs-PK/PK_Charts.pdf
Pandemie fortsetzen und ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um fast 12 Prozent oder 5.89 Mio. Euro auf 56,16 Mio. Euro steigern. Dieses Ergebnis wurde erreicht, obwohl unter den gegenwärtigen Umständen das Neugeschäft notwendiger Weise nicht dem Maße entwickelt werden konnte, wie wir es vor Eintritt der pandemiebedingten Krise erhofft haben. Auch die Entwicklung in den Marktregionen zeigt eine Fortsetzung des in 2019 gezeigten positiven Trends.
Das Ergebnis vor Abschreibungen, Amortisationen, Zinsen und Ertragssteuern (EBITDA) betrug 6,24 Mio. Euro nach -0,59 Mio. Euro im Vorjahr und lag damit um 6,82 Mio. Euro über dem Wert des Vorjahres. Das EBIT als Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern erreicht den Wert von 1,96 Mio. Euro und lag im Vorjahresvergleich um 6,95 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von -5,00 Mio. Euro.
Insgesamt übertreffen diese Entwicklungen bislang die Prognosen des Jahres 2020, die aufgrund der durch die Corona-Pandemie verursachten wirtschaftlichen Krise getroffen wurden. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stärker als erwartet gewachsen und das EBIT zeigt sich gegenüber den Vorjahresvergleichswerten erheblich verbessert. Vor diesem Hintergrund geht der Vorstand weiter davon aus, dass die im Jahresabschluss 2020 abgegebene Prognose erreichbar ist, wenn sich nicht neue unerwartete Belastungen der gesamtwirtschaftlichen Lage durch ein Aufleben der Pandemie und entsprechende wirtschaftliche Reaktionen einstellen.
Kunden
Die Kunden der GK Software kommen aus nahezu allen Bereichen des Einzelhandels und sind global verteilt. Wichtige Marktsegmente sind dabei vor allem der Lebensmitteleinzelhandel, Drogerie & Haushalt, Mode & Lifestyle, Bau- und Einrichtungsmärkte oder Technik & Auto. Die Produkte und Dienstleistungen sind vorrangig auf große und mittlere Unternehmen ausgerichtet und eignen sich besonders gut für Händler mit vielen Filialen in mehreren Ländern. Von den TOP 50 Einzelhändlern zählt GK Software 10 zu seinen Kunden. Insgesamt betreut GK Software 290 Kunden unterschiedlicher Größe.
Der Konzern hat im Berichtszeitraum 2 Neukunden für GK/Retail und 1 Neukunden bei der Prudsys gewonnen. Im Bereich der Bestandsprojekte war auch das erste Halbjahr 2020 durch umfangreiche Neuaufträge, Pilotstarts und Rollouts in mehreren Projekten und ein intensives Change-Request-Geschäft geprägt. OmniPOS wurde erstmalig als Cloud-Variante vertrieben und bei weiteren Kunden aus unterschiedlichen Handelssegmenten erfolgreich ausgerollt und ging unter anderem erstmalig in Kolumbien und bei einem weiteren US-Kunden erfolgreich in den Betrieb. Gegenwärtig prüfen weitere Bestandskunden einen Wechsel auf OmniPOS. Einige Kunden, die seit langem GK/Retail POS einsetzen, haben sich bereits dafür entschieden und die Lösung teilweise schon in mehreren Ländern produktiv gesetzt. Darüber hinaus wurden in mehreren laufenden Projekten weitere Länderausprägungen übergeben und bereits ausgerollt. Darüber hinaus haben wir mit den Bestandskunden weitere Verträge abschließen können, deren Inhalte z. B. Lizenzerweiterungen, Dienstleistungen oder Servicegeschäft waren.
2019 vertieften SAP und GK Software ihre Partnerschaft weiter und entwickeln gemeinsam Lösungen, die auf die SAP Customer Experience Strategie abgestimmt sind. Über den SAP-Reseller-Vertrag betreut GK Software 130 Kunden.
Neue Darstellung der Umsätze
Beginnend mit diesem Bericht, werden wir die verschiedenen Umsatzarten in einer neuen Art und Weise darstellen, um für mehr Transparenz und Eindeutigkeit zu sorgen und gleichzeitig der seit zwei Jahren betriebenen technischen Umstellung unserer Lösungen auf eine in der Cloud heimischen Plattform Rechnung zu tragen.
Dem liegen folgende Überlegungen zu Grunde: Die GK Software stellt Unternehmenssoftware für den Einzelhandel zur Organisation seiner Filialund Vertriebsprozesse her. Um die große Vielfalt dieser Prozesse in der Realität abbilden zu können und unseren Kunden eine Anpassung ihrer Geschäftsabläufe an die eingesetzte Software zu ersparen, folgen unsere Softwareprodukte einem Plattformgedanken. So können die vielfältigen Ausprägungen dieser Geschäftsprozesse in Abhängigkeit von allgemeinen Faktoren wie (unter anderen) dem jeweiligen Handelssegment oder Ort und den betrieblichen Übungen der jeweiligen Kundenunternehmen berücksichtigt werden und gleichzeitig eine schnelle Reaktion auf Änderungs- und Erweiterungserfordernisse gewährleistet werden. So vereinen die Plattformen die Vorteile von Standardsoftware mit den Notwendigkeiten der individuellen Anpassbarkeit. Diese Leistungsinhalte sollen sich in der nun angewendeten Erlösgliederung und –darstellung wiederfinden. Nachstehend gehen wir auf diese Gliederung ein und erläutern die Leistungsinhalte.
Die Standard-Plattformen der GK Software vereinigen die zur Organisation der technischen Strukturen (Datenstrukturen, Datenver- und entsorgung, Endgeräte usw.), der Geschäftslogik, der Kundenkommunikation und von AI-Use-Cases auf unserer AIR-Plattform für typischer Weise zusammen auftretende Anwendungsfälle. Diese Standard-Plattformen ("Standardprodukte") werden zur Nutzung angeboten und entweder mit Einmalzahlungen ("perpetual licence") oder in Form wiederkehrender Subskriptionszahlungen ("subscriptions") vergütet. Solche Vergütungen werden als Erlöse aus Plattform Lizenzen (bislang: Produkt Lizenzen) erfasst.
Ergänzt werden diese Standardplattformen durch individuelle Erweiterungen ("Extensions"), die den Funktionsumfang der Standard-Plattformen erweitern oder verändern. Die Kunden wählen dabei, ob sie die Extensions ebenfalls mit einem Softwarewartungsvertrag ergänzen wollen (solche Extensions werden als Platform-Extensions bezeichnet) oder nicht. Die nicht einer Wartung unterliegenden Extensions – in der Regel sind dies kleinere
Quartalsumsatzentwicklung im Vergleich zu den Vorjahren, kumuliert in TEUR
Softwarebausteine – werden als Smart Extensions bezeichnet. Die Erlöse für Platform-Extensions werden als "Erlöse aus Plattform Extension Lizenzen" bezeichnet (bislang: "Lizenzerlöse aus kundenindividueller Software"). Erlöse, die der Gruppe aus Smart Extensions zufließen, werden als "Erlöse aus Software – Smart Extensions" erfasst. Bislang wurde diese Größe nicht einzeln erfasst, sondern als Teil der Dienstleistungserlöse ausgewiesen.
Unverändert bleibt der Ausweis der Erlöse, aus einem Softwarewartungsvertrag zufließen. Wird eine Lizenzvereinbarung getroffen, wird immer ein Softwarewartungsvertrag abgeschlossen. Diese Wartungsvereinbarung umfasst die permanente Verbesserung der Standardsoftwareprodukte im Hinblick auf Leistung ("Performance"), korrekt arbeitende Funktionalität und Sicherheit. Mit den Wartungsvereinbarungen werden auch Arbeiten abgedeckt, die notwendig werden sollten, sollten die Plattformen nicht wie beschrieben arbeiten.
Neben diesen – immer auf die Nutzung der lizensierten Software bezogenen Leistungen – bietet GK Software ihren Kunden Leistungen beim Betrieb der bestehenden Plattformen an. Diese Leistungen werden entweder einzelvertraglich in betrieblichen Sondersituationen der Kunden bzw. dauerhaft vereinbart. Bezeichnet werden diese Leistungen als (Cloud) Operations Support. Werden diese Leistungen dauerhaft erbracht, wurde sie in der Vergangenheit als "Wartungserlöse" erfasst.
Die Neueinführung einer Standard-Plattform hat Leistungen für die notwendige Integration der neuen Plattform in die bestehenden Kundensysteme zur Folge. Diese Leistungen werden – genau wie die in kurzfristigen Verträgen zur betrieblichen Unterstützung – künftig als "Retail Consulting" erfasst.
Weiterhin unter "Sonstiges" werden Umsätze aus dem Verkauf oder Staging von Hardware, Umsätze aus dem Ersatz von Kostenauslagen u.ä.m. erfasst.
Mit dieser neuen Darstellungsweise lösen wir den Posten Erlöse aus Dienstleistungen, der regelmäßig mehr als 50 Prozent der erfassten Gesamtumsätze ausmachte, auf und können besser die klassisch wiederkehrenden und wiederholten Umsätze von solchen, die einen einmaligen Charakter haben, voneinander absetzen. Wir denken, dass dies eine wichtige Information für die Adressaten dieses Berichtes darstellt. Darüber hinaus ist der langfristige Vergleich auf die alte Struktur durch die Addition der neuen Zeilen "Smart Extensions" und "Retail Consulting" zur alten Zeile "Dienstleistungen" möglich.
Erläuterung des Geschäftsergebnisses und Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Das 1. Halbjahr 2020 sah eine weitere Ausdehnung des Geschäftes der GK Software. Mit Umsätzen von 56,16 Mio. Euro konnte der Vorjahreswert von 50,27 Mio. Euro erneut erheblich übertroffen werden. Weiterhin Träger dieser Entwicklung ist das Wachstum in unserem Kerngeschäftssegment GK/Retail. Die Umsätze hier konnten mit einer Steigerung um 6,32 Mio. Euro (+ 13,7 Prozent) auf nunmehr 52,64 Mio. Euro erhöht werden.
Das Geschäftsfeld IT-Services ging plangemäß weiter zurück und erzielte im ersten Halbjahr 2020 Umsätze in Höhe von 3,52 Mio. Euro und war damit um 0,43 Mio. Euro kleiner als im Vorjahr. Positiv zu vermerken sind die Erfolge für unsere Lösung für den kleinen und mittleren Einzelhandel "EuroSuite". Im ersten Halbjahr konnte der Umsatz mit dieser Lösung um fast 7% oder 0,12 Mio. Euro auf 1.86 Mio. Euro ausgedehnt werden.
Diese Umsatzsteigerungen konnten auf einer gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 0,23 Mio. Euro gesenkten operativen Kostenbasis also unter Nichtanrechnung der Abschreibungen - erreicht werden. Der Saldo dieser beiden Entwicklungen hat entsprechend zu einer Erhöhung des EBITDA von -0,59 Mio. Euro auf 6,24 Mio. Euro geführt. Das EBIT erreichte mit 1,96 Mio. Euro einen um 6,95 Mio. Euro höheren Wert als im ersten Halbjahr 2019. Aufgrund des negativen Finanzergebnisses (-0,99 Mio. Euro nach -0,81 Mio. Euro) ergibt sich ein Vorsteuerergebnis (EBT) von 0,97 Mio. Euro (Vorjahr -5,80 Mio. Euro). Dem stehen Steueraufwendungen von insgesamt 1,11 Mio. Euro gegenüber, was zu einem Periodenverlust von -0,13 Mio. Euro (im Vorjahreszeitraum: -6,49) führt.
Gesamtleistung
| T.04 | 30.6.2020 | 30.6.2019 | Veränd. | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | in % | TEUR | in % | TEUR | in % | ||
| Umsätze | 56.161 | 96,8 | 50.269 | 97,7 | 5.892 | 11,7 | |
| Aktivierte Eigenleistungen |
134 | 0,2 | - | 134 | - | ||
| Betriebliche Leistung |
56.295 | 97,0 | 50.269 | 97,7 | 6.025 | 12,0 | |
| Sonstige betriebliche |
|||||||
| Erträge | 1.743 | 3,0 | 1.180 | 2,3 | 563 | 47,7 | |
| Gesamtleistung | 58.038 100,0 | 51.449 100,0 | 6.588 | 12,8 |
Ertragslage
- – Umsatz bei 56,16 Millionen Euro
- – EBITDA bei 6,23 Millionen Euro
Der Gesamtumsatz der Unternehmensgruppe stieg um knapp 12 Prozent von 50,27 Mio. Euro auf 56,16 Mio. Euro an, wovon 52,64 Mio. auf das Kernsegment GK/Retail entfielen, was einen erheblichen Anstieg von gut 13,7 Prozent bedeutet.
Für das Geschäftssegment IT-Service setzte sich die erwartete Verringerung des Umsatzes im Bereich der Hardware-Services infolge unseres Bestrebens, dieses Geschäftsfeld nicht mehr aktiv zu betreiben, fort. Die Umsätze gingen hier von 3,95 Mio. Euro auf 3,52 Mio. Euro zurück. Dieser Rückgang ist ausschließlich den Hardware-Services zuzurechnen. Unsere in diesem Segment betriebene Softwarelösung euroSUITE konnte ihre Umsätze mit insgesamt 1,86 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr um 0,12 Mio. Euro oder 6,7 Prozent ausbauen.
Aufgrund der gegenläufigen Entwicklung der beiden Segmente nahm die Bedeutung des Kerngeschäftssegments GK/Retail weiter zu. Dieses Segment trug nun annähernd 94 Prozent zum Gesamtumsatz bei, während etwas über 6 Prozent dem Segment IT-Services zuzurechnen waren.
Betrachtet man die Erlösstruktur nach Segmenten und Erlösarten, ergibt sich zunächst für das Segment GK/Retail folgendes Bild.
Erwartungsgemäß fiel das Lizenzgeschäft für die Standard-Plattformen in diesem Jahr schwächer aus als im Vorjahreszeitraum. Die Beschränkungen aufgrund der Vermeidung einer weiteren Verbreitung der Covid-19-Pandemie behinderten durch Reiseverbote und Kontakt(verbots)regeln die Arbeiten des Vertriebs, so dass im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr noch Lizenzerlöse für Standard-Plattformen von 3,88 Mio. Euro verzeichnet werden konnten, nachdem hier im Vorjahreszeitraum noch 5,09 Mio. Euro erfasst werden konnten.
Dieser Rückgang wurde aber von der Entwicklung der Erlöse aus den Plattform-Erweiterungen wettgemacht. Hier wiesen die Erlöse aus Lizenzen für Plattform-Erweiterungen einen Betrag von 10,31 Mio. Euro aus, übertrafen den Vorjahreswert von 4,75 Mio. Euro um 5,56 Mio. Euro und führten so zu einer mehr als Verdoppelung dieser Erlösart. Auch mit Smart Extensions konnten die Erlöse weiter gesteigert werden. Diese stiegen um mehr als 30 Prozent von 17,63 Mio. Euro auf 22,80 Mio. Euro an. Diese Entwicklung stärkt grundsätzlich die künftige Erlösbasis in diesem Segment. da über die Plattform Extensions zukünftige, wiederkehrende Erlöse generiert werden.
Die Entwicklung der Software-Wartungsumsätze war von einem leichten Anstieg von 3,4 Prozent gekennzeichnet, der sich aus dem Neugeschäft der Vorjahre ergibt. Insgesamt stiegen die Wartungserlöse um 0,33 Mio. Euro auf 9,20 Mio. Euro an, wovon 0,33 Mio. Euro auf GK/Retail und 0,19 Mio. Euro auf IT-Services entfielen.
Damit sind die auf Software bezogenen Umsätze im Kernsegment GK/Retail von 36,65 Mio. Euro im 1. Halbjahr 2019 um mehr als 25 Prozent auf nun 45,95 Mio. Euro gestiegen. Gleichzeitig gingen die reinen Dienstleistungsumsätze im Retail Consulting und der (Cloud) Betriebsunterstützung insgesamt von 11,28 Mio. Euro um knapp 31 Prozent auf 7,79 Mio. Euro zurück. Ursache ist hier vor allem der Rückgang der Umsätze im Retail Consulting, was auf die in 2019 und 2020 gegenüber den Vorjahren niedrigeren Standard-Plattform Lizenzumsätze zurückzuführen ist.
Im Segment IT-Services sind die Rückgänge der Gesamtumsätze dieses Segmentes in Höhe von 0,43 Mio. Euro vor allem auf den Rückgang der Umsätze im Bereich der (Cloud) Betriebsunterstützung im Hardware-Bereich zurückzuführen. Diese sanken um 0,49 Mio. Euro und konnten erfreulicher Weise teilweise im Bereich unserer Mittelstandslösung "EuroSUITE" durch erfolgreichen Vertrieb kompensiert werden: Die Lizenzerlöse der Standardplattform betrugen 0,27 Mio. Euro und übertrafen den Vorjahresvergleichswert um ein Vielfaches. Auch konnte für die EuroSuite der Wartungsumsatz um 0,19 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr erhöht werden.
| GK/Retail | IT-Services | Konzern | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | H1 2020 | H1 2019 | H1 2020 | H1 2019 | H1 2020 | H1 2019 |
| Umsätze mit Dritten | 52.638 | 46.315 | 3.523 | 3.954 | 56.161 | 50.269 |
| Lizenzen und Software | 36.028 | 27.062 | 947 | 741 | 36.975 | 27.803 |
| Lizenzen Plattform | 2.918 | 5.054 | 265 | 38 | 3.183 | 5.092 |
| Lizenzen Plattformerweiterungen | 10.313 | 4.746 | - | - | 10.313 | 4.746 |
| Smart Extension | 22.797 | 17.262 | 682 | 703 | 23.479 | 17.965 |
| Wartung | 9.919 | 9.585 | 824 | 636 | 10.743 | 10.221 |
| Software Wartung | 9.919 | 9.585 | 824 | 636 | 10.743 | 10.221 |
| Retail Consulting | 6.142 | 8.937 | 1.647 | 2.346 | 7.789 | 11.283 |
| Retail Consulting | 3.632 | 5.234 | - | 213 | 3.632 | 5.447 |
| (Cloud) Betriebsunterstützung | 2.510 | 3.703 | 1.647 | 2.133 | 4.157 | 5.836 |
| Sonstiges | 549 | 731 | 105 | 231 | 654 | 962 |
Umsatz nach Segmenten
Erstmals seit längerem hat die GK Software wieder Eigenleistungen aktiviert; diese Leistungen betreffen das Produkt "Fiskal Cloud" dessen technische Umsetzung Anfang April 2020 als gelungen bezeichnet werden kann und dessen Anwendbarkeit für den gesamten Markt mit der Unterzeichnung des ersten Vertrages mit einem Wiederverkäufer als nach gewiesen gilt. Hier wurden 0,13 Mio. Euro erfasst.
Die Sonstigen Betrieblichen Erträge lagen mit 1,74 Mio. Euro über denen des Vergleichszeitraumes des Vorjahres (1,18 Mio. Euro). Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf Währungsgewinne (0,39 Mio. Euro) und die Auflösung von kurzfristigen Rückstellungen (0,24 Mio. Euro) zurückzuführen. Mit Hinblick auf die Währungsgewinne ist zu verzeichnen, dass es eine gegenläufige Position in den Sonstigen Betrieblichen Aufwendungen gibt, die diese Position ausgleicht.
Damit ergibt sich für das Geschäftsjahr eine Gesamtleistung von 59,04 Mio. Euro (nach 51,45 Mio. Euro im Vorjahr).
Die Aufwendungen für Halbfertigprodukte, Waren und bezogene Leistungen haben sich im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich erhöht. So stiegen insbesondere die Aufwände für bezogene Leistungen nach 2,13 Mio. Euro im 1. Halbjahr 2019 um 1,65 Mio. Euro auf 3,78 Mio. Euro. Grund hierfür ist die Bemühung, die Kapazität weiter zu flexibilisieren und bestimmte Aufgaben an Dritte zu vergeben und nicht durch eigene Ressourcen ausüben zu lassen. Die Personalaufwendungen betrugen nun 38,52 Mio. Euro, nachdem sie sich im 1. Halbjahr 2019 noch auf 39,34 Mio. Euro belaufen hatten. Der Rückgang ist vor allem auf die Bemühungen des zweiten Halbjahres 2019 zurückzuführen. Wäre man auf dem Personalkostenniveau des 2. Quartals 2019 verharrt, wären die Personalkosten während des 1. Halbjahres 2020 um 2,04 Mio. Euro höher ausgefallen. Seinen Ausdruck findet dies auch in der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen. Zum 30. Juni 2019 waren 1.247 Mitarbeiter in der Gruppe beschäftigt, zum 30. Juni 2020 waren es noch 1.123.
Die Sonstigen Betriebsaufwendungen lagen mit 9,29 Mio. Euro um 1,02 Mio. Euro unter dem Vorjahresvergleichswert von 10,31 Mio. Euro. Die wesentlichen Änderungen betreffen die deutlich reduzierten Reisekosten, die um 1,05 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert liegen und noch 1,01 Mio. Euro betragen. Weitere wichtige Veränderungen haben sich im Rahmen des Effizienzprogrammes bei der Teilnahme an Messen ergeben; diese Kosten sind im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,47 Mio. Euro gesenkt worden. Verringert wurden auch die Aufwendungen zur Mitarbeiterbindung, vor allem aufgrund der wegen Covid-19 geschlossenen Mitarbeiterkantine in Schöneck (-0,28 Mio. Euro) und die Reduktion der Kosten für Datenverkehre, die im Rahmen der Effizienzverbesserung – trotz der höheren Inanspruchnahme in diesen Tagen – um 0,13 Mio. Euro gesenkt wurden. Gegen diese Effekte laufen erhöhte Aufwendungen für Währungsverluste von 0,76 Mio. Euro und allgemeine Aufwendungen, die um 0,41 Mio. Euro erhöht sind.
Zusammengefasst führte dies zu einem EBITDA von 6,24 Mio. Euro nach -0,59 Mio. Euro im Vorjahr.
Die Abschreibungen haben sich auf 4,28 Mio. Euro nach 4,41 Mio. Euro im 1. Halbjahr 2019 leicht verringert, was auf verringerte Abschreibungen für geringwertige Vermögenswerte und das Auslaufen bestehender Leasingverträge zurückzuführen ist.
In der Summe ergibt sich so ein EBIT von 1,96 Mio. Euro nach -5,00 Mio. Euro im Vorjahr.
Das Finanzergebnis lieferte im 1. Halbjahr 2020 einen Fehlbetrag von 0,99 Mio. Euro. Im Vorjahr war dieser Fehlbetrag mit 0,81 Mio. Euro um 0,18 Mio. Euro geringer. Die Ursachen finden sich in den gestiegenen Zinsaufwendungen, die 0,15 Mio. Euro höher ausfielen als im Vorjahr. Von den Zinsaufwendungen entfielen 0,31 Mio. Euro auf die Zinsanteile der Verbindlichkeiten aus Leasing- und Mietverhältnissen und Pensionszusagen. Tatsächlich wurden im ersten Halbjahr 2020 Zinsen in Höhe von 0,43 Mio. Euro gezahlt (nach 0,31 Mio.im H1 2019).
Das ergibt ein Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) von 0,97 Mio. Euro nach -5,80 Mio. Euro im Vorjahr.
| Ergebniskennzahlen | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| T.06 | 30.6.2020 | 30.6.2019 | Veränd. | ||||
| TEUR | in % 1 | TEUR in % 1 | TEUR | in % | |||
| - | |||||||
| EBITDA | 6.235 | 11,1 | -586 | -1,2 | 6.821 | ||
| EBIT | 1.957 | 3,5 | -4.997 | -9,9 | 6.955 | - | |
| EBT | 972 | 1,7 | -5.805 | -11,5 | 6.777 | - | |
| Konzernergebnis | -133 | -0,2 | -6.486 | -12,9 | 6.353 | 97,9 |
1 – Marge auf Umsatz
Für dieses Vorsteuerergebnis wurden Ertragssteuern in Höhe von 1,11 Mio. Euro (Vorjahr 0,68 Mio. Euro) erfasst. Es ergibt sich somit ein Periodenfehlbetrag von -0,13 Mio. Euro. In der Vergleichsperiode des Vorjahres waren hier noch -6,49 Mio. Euro zu verzeichnen.
Vermögenslage
Die Bilanzsumme betrug zum Stichtag 108,34 Mio. Euro und war gegenüber dem Stichtagswert des Vorjahres von 114,19 Mio. Euro somit um 5,85 Mio. Euro verringert.
Die Langfristigen Vermögenswerte betrugen 57,35 Mio. Euro und lagen damit um 3,27 Mio. Euro unter dem Stichtagswert des vorigen Geschäftsjahres. Die Kurzfristigen Vermögenswerte ohne Liquide Mittel waren gegenüber dem Jahresende um 5,78 Mio. Euro reduziert und betragen nun 39,67 Mio. Euro. Gleichzeitig wuchsen die Liquiden Mittel um 3,20 Mio. Euro auf 11,29 Mio. Euro an.
Das Eigenkapital der Unternehmensgruppe betrug zum Stichtag 44,13 Mio. Euro und war damit um 1,80 Mio. Euro gegenüber dem Ende des Geschäftsjahres 2019 erhöht. Die Langfristigen Schulden reduzierten sich um 2,60 Mio. Euro auf 30,08 Mio. Euro. Auch die Kurzfristigen Schulden verringerten sich um 5,06 Mio. Euro auf 34,12 Mio. Euro.
Damit ergab sich eine Eigenkapitalquote von 40,7 Prozent (37,1 Prozent zum Jahresende 2019).
T.07 Vermögenslage 30.06.2020 31.12.2019 Veränd. TEUR in % TEUR in % TEUR in % langfristige Vermögenswerte 57.347 52,9 60.621 53,1 -3.274 -5,4 kurzfristige Vermögenswerte ohne liquide Mittel 39.698 36,7 45.482 39,8 -5.784 -12,7 Liquide Mittel 11.290 10,4 8.086 7,1 3.204 39,6 Aktiva 108.336 100,0 114.190 100,0 -5.854 -5,1 Eigenkapital 43.410 40,1 42.328 37,1 1.081 2,6 langfristige Verbindlichkeiten 30.809 28,4 32.688 28,6 -1.879 -5,7 kurzfristige Verbindlichkeiten 34.117 31,5 39.174 34,3 -5.056 -12,9 Passiva 108.336 100,0 114.190 100,0 -5.854 -5,1
Die Entwicklung der Bilanz seit dem 31. Dezember 2019 ist durch die positive Geschäftsentwicklung der GK Software in dieser Zeit geprägt. Diese hatte positive Einflüsse auf die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die erheblich gesenkt
wurden (-8,16 Mio. Euro) und den Bestand liquider Mittel, der sich um 3,20 Mio. Euro erhöhte.
Die langfristigen Vermögenswerte verringerten sich um 3,27 Mio Euro. Diese Änderung ergibt sich aus vor allem aus den planmäßigen Abschreibungen sämtlicher Klassen der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte. Nicht planmäßig abgeschrieben werden die Firmenwerte, die aufgrund von Wechselkursanpassungen nun einen um 31 Tausend Euro höheren Buchwert ausweisen. Ebenfalls gestiegen ist der Buchwert der Aktivierten Eigenleistungen, in diesem Falle der Entwicklung der Lösung der "Deutschen Fiskal". Hier führen die Aktivierungen in Höhe von 133 Tausend Euro und die gegenläufigen Abschreibungen auf den Bestand zu einer Erhöhung des Bestandes auf 133 Tausend Euro.
Die Aktiven Latenten Steuern verringerten sich gegenüber dem Bilanzstichtag am 31. Dezember 2019 um weitere 0,30 Mio. Euro. Diese Änderungen sind vor allem Ergebnis von steuerlichen Effekten der Pensionsrückstellungen. Die erfassten Aktiven Latenten Steuern aufgrund dieser Effekte betragen 0,31 Mio. Euro.
Der Rückgang der Kurzfristigen Vermögenswerte (ohne die Liquiden Mittel) um 5,78 Mio. Euro im ersten Halbjahr ist im Wesentlichen geprägt durch den Rückgang an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 5,71 Mio. Euro sowie dem Rückgang der Sonstigen Forderungen und Vermögenswerte, dem ein Anstieg der Vertragsvermögenswerte in Höhe von 1,74 Mio. auf nunmehr 16,02 Mio. Euro gegenübersteht.
Der Rückgang der Forderungen seit dem 31. Dezember 2019 ist Ausdruck des erhöhten Umsatzes im Dezember wie der verbesserten Prozesse des Forderungsmanagements.
Die Liquiden Mittel betragen 11,29 Mio. Euro und liegen damit um 3,20 Mio. Euro über dem Wert zum Geschäftsjahresende von 8,09 Mio. Euro. Wir verweisen auf die Ausführungen zur Entwicklung der Finanzlage.
Die Langfristigen Schulden sind gegenüber dem Stichtag 31.12.2019 um 1,88 Mio. Euro auf nun 30,08 Mio. Euro gesunken. Die nach IFRS 16 auszuweisenden langfristigen Leasing- und Mietverbindlichkeiten sind um 0,96 Mio. Euro wegen der Umgliederung in den kurzfristigen Bereich gesunken und betragen jetzt 5,32 Mio. Euro. Die Pensionsrückstellungen sind leicht um 0,14 Mio. Euro reduziert. Die Langfristigen Bankverbindlichkeiten werden wegen der planmäßigen Umgliederung der binnen der nächsten zwölf Monate zur Zahlung fälligen Beträge in die Kurzfristigen Bankverbindlichkeiten um 1,17 Mio. Euro reduziert. Die Passiven Latenten Steuern erhöhten sich hingegen um 0,30 Mio. Euro. Dieser Anstieg ergibt sich aus steuerlichen Effekten der Behandlung der Pensionsrückstellungen und der immateriellen Vermögenswerte.
Im Bereich der Kurzfristigen Schulden betragen die Kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten 2,68 Mio. Euro und sind wegen des Auslaufens von Leasingund Mietverträgen um 0,05 Mio. Euro reduziert. Die wesentliche Änderung betrifft hier jedoch die Entwicklung der Kurzfristgen Bankverbindlichkeiten. Diese betragen nun nur noch 6,86 Mio. Euro und sind vor allem wegen der Rückführung der von Kontokorrentlinien um 7,00 Mio. Euro niedriger als zum 31. Dezember 2019.
Finanzlage
Der Bestand Liquider Mittel betrug am 30. Juni 2020 in der Unternehmensgruppe 11,29 Mio. Euro und war so um 3,20 Mio. Euro höher als zum Jahresende 2019.
Dies ist das Ergebnis folgender Entwicklungen. Der Cash-Flow im engeren Sinne – also ohne die Veränderung des Nettoumlaufvermögens – hat sich gegenüber dem Vorjahresvergleichswert um 7,15 Mio. auf 6,60 Mio. Euro erhöht.
Im 1. Halbjahr wird dieser Cash-Flow durch die Veränderung des Nettoumlaufvermögens mit 7,07 Mio. Euro entlastet. Im Vorjahr gab es hier noch eine Belastung von 1,22 Mio. Euro. Diese Veränderung ist vor allem auf die Reduzierung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 5,84 Mio. Euro (dieser Effekt betrug um Vorjahreszeitraum nur 0,48 Mio. Euro) und die Erhöhung der Vertragsverbindlichkeiten um 3,34 Mio. Euro (im Vorjahr noch eine Reduzierung um 0,22 Mio. Euro) zurückzuführen. Unter Berücksichtigung der Zahlungen für Zinsen und Ertragssteuern ergibt sich
ein Nettozahlungsmittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 13,44 Mio. Euro, nachdem hier im Vorjahresvergleichszeitraum ein Abfluss in Höhe von 1,94 Mio. Euro ausgewiesen worden war.
Die Investitionstätigkeit führte zu Auszahlungen von 0,81 Mio. Euro, denen erhaltene Zinsen von 0,03 Mio. Euro gegenüberstanden. Damit war der Abfluss aus Investitionstätigkeit um 1,66 Mio. Euro niedriger als im Vorjahrsvergleichszeitraum. Mit der Fertigstellung der Investitionen am Standort Schöneck beschränkt sich das Investitionsverhalten wieder auf die Ausstattung von IT-Arbeitsplätzen. Da gleichzeitig die Kapazitäten deutlich moderater weiterentwickelt werden, fallen auch hierfür notwendige Erweiterungsinvestitionen deutlich geringer aus.
Die Finanzierungstätigkeit war geprägt durch Tilgungsleistungen in Höhe von 4,69 Mio. Euro. Außerdem wurden 1,45 Mio. Euro für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten zur Auszahlung gebracht. Nach Zinszahlungen verbleibt aus der Finanzierungstätigkeit ein Mittelabfluss von 5,56 Mio. Euro.
Insgesamt stieg der Bestand der Zahlungsmittel während des 1. Halbjahres um 3,20 Mio. Euro auf 11,29 Mio. Euro. Der Finanzmittelfond (Saldo aus Zahlungsmitteln und Inanspruchnahme der Kontokorrentlinien) konnte um 6,68 Mio. Euro auf 8,97 Mio. Euro erhöht werden. Bei einer Inanspruchnahme von Kontokorrentlinien/ Kreditkartenlinien von 2,32 Mio. Euro standen dem Konzern am Bilanzstichtag ungenutzte Kreditlinien von 15,28 Mio. Euro zur Verfügung.
Das Finanzmanagement des Konzerns ist an dem Ziel orientiert, jederzeit die Kapitaldienstfähigkeit des Konzerns sicherzustellen sowie eine ausreichende Liquidität zur Absicherung von Investitionsvorhaben zur Verfügung zu haben und räumt dabei der Kapitalerhaltung höchste Priorität ein.
Beginnend ab dem 1. Juli 2020 werden In den folgenden zwölf Monaten 34,12 Mio. Euro an kurzfristigen Verbindlichkeiten zu bedienen sein. Diesen Verbindlichkeiten stehen liquide Mittel in Höhe von 11,29 Mio. Euro sowie kurzfristig liquide Vermögenswerte von 39,70 Mio. Euro gegenüber.
Der Vorstand ist der Ansicht, für das gegenwärtige Potential der Gruppe unter normalen Umständen ausreichende Finanzierungsmöglichkeiten und -rahmen erarbeitet zu haben. Dabei sind die Rahmenbedingungen zur Finanzierung ständig mit Investitionsmöglichkeiten abzugleichen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.
Die bisherige Entwicklung in der COVID-19-Krise und ihre Auswirkungen auf das allgemeine Umfeld der Unternehmensgruppe und ihre Finanzlage insbesondere haben sich als robust erwiesen. Das Effizienzprogramm des Jahres 2019 bildet weiterhin eine stabile Grundlage zur Bewältigung der Situation. Die nun etablierten Steuerungs- und Budgetierungsprozesse sollte auch Kostenflexibilität in einem über das übliche Maß hinausgehenden Rahmen geschaffen haben, so dass auch auf tiefe Einschnitte schnell und angemessen reagiert werden kann. Unsere Aussagen zu den aus der Krise erwachsenden Möglichkeiten verbleiben unverändert bestehen, so dass der Vorstand weiterhin, wenn nicht optimistisch, so doch zuversichtlich, in die Zukunft blickt.
Trotzdem gebietet es kaufmännische Vorsicht, alle möglichen Wege zu einer gesicherten Finanzierung auch in der Krise zu eruieren und wenn möglich zu beschreiten. Denn die wesentliche Unsicherheit entsteht vor allem über die unbekannte Dauer des gegenwärtigen Zustandes.
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Finanzielle Leistungsindikatoren. Es ist festzustellen, dass die Kennzahlen, die auf Finanzdaten basieren, eng mit einander verknüpft sind. Daher hängt die Entwicklung dieser Werte im Wesentlichen von der Entwicklung zweier Kerngrößen ab. Diese Größen sind Umsatz und Ertrag. Zur Normalisierung von Steuereffekten verwendet die GK Software für die Ertragsermittlung das Ergebnis vor Ertragsteuern und dem Finanzergebnis (EBIT) und die daraus abgeleitete Marge auf die Betriebsleistung sowie daraus abgeleiteten Ergebnisgrößen wie das Ergebnis vor Ertragssteuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA).
Finanzielle Leistungsindikatoren
| 30.6.2020 | 30.6.2019 | ||
|---|---|---|---|
| Rohergebnismarge auf Umsatz |
% | 96,2 | 97,6 |
| Personalintensität | % | 68,6 | 78,3 |
| EBITDA Marge auf Betriebliche Leistung |
% | 11,1 | -1,2 |
| EBIT Marge auf Betriebliche Leistung |
% | 3,5 | -9,9 |
| Eigenkapitalquote | % | 40,1 | 37,1 |
| Anlageintensität I | % | 52,9 | 53,1 |
| Überschuss der liquiden Mittel über die zinstragenden Verbindlichkeiten |
TEUR | -539 | -11.907 |
Die vorhergehend aufgeführten Kennzahlen helfen Entwicklungen und Planabweichungen zu analysieren. So ist die Personalintensität eine wichtige Größe bei der Analyse der Entwicklung der Ertragslage. Gleichwohl hängt sie entscheidend von der Kerngröße "Umsatz" ab und eine Verschlechterung ihres Wertes kann Ausdruck sowohl eines falsch aufgestellten Produktionsapparates als auch der Verfehlung der Zielgröße für die Kennzahl "Umsatz" hindeuten. Diese kann aber direkt abgelesen werden. Insofern sind diese Kennzahlen wichtige Hilfsmittel in der Analyse der Entwicklung aber keine eigenen Steuerungsgrößen.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren. An nichtfinanziellen Leistungsindikatoren beobachtet das Management im Wesentlichen Kennzahlen der Vertriebsaktivität. Wesentlich sind hierbei die beiden Größen Kundenzufriedenheit und die Anzahl der Kundenkontakte. Dabei werden diese nicht formalisiert beobachtet, sondern durch die regelmäßige Berichterstattung über bestehende Projekte und Vertriebsaktivitäten bei möglichen Neukunden gegenüber den zuständigen Mitgliedern des Management Board und dem Vorstand erfasst und bewertet. Darauf basierend werden auf Einzelfallebene Entscheidungen zum weiteren Vorgehen und Verfahren getroffen. Insgesamt erwarten wir, dass sich die Kundenzufriedenheit generell weiter verbessert.
Chancen- und Risikobericht für den GK Software Konzern
Die Geschäftsentwicklung der ersten sechs Monates des Jahres 2020 und die allgemeine Entwicklung des Umfeldes lässt uns zu der grundsätzlichen Ansicht gelangen, dass sich die Risikostruktur der Unternehmensgruppe gegenüber den Darstellungen zu Chancen und Risiken für die GK Software seit dem Jahresabschluss 2020 nicht wesentlich geändert hat. Die Bedeutung der Covid-19- Krise scheint etwas weniger ausgeprägt zu sein, allerdings ist allgemeine Aufmerksamkeit erfordert, um auf schnelle und überraschende Entwicklungen reagieren zu können. Der Vorstand hat sich daher entschlossen die Betrachtung zu Chancen und Risiken als weit überwiegend unverändert zu betrachten.
Gesamtrisikoposition
Unter der Gesamtrisikoposition sind alle Einzelrisiken zu verstehen, denen GK Software in der Gesamtheit ausgesetzt ist. Es sind keine bestandsgefährdenden Risiken zu erkennen.
CoVid-19
Die neuerliche Überprüfung der erfassten Risiken hat für die "normalen" Umstände des Prognoseberichtes keine wesentlichen Änderungen in der Risikostruktur ergeben. Mit dem Auftreten der neuen Variante des Corona-Virus ist jedoch ein Risikokomplex hinzugetreten, der nur schwierig in seinen Auswirkungen einzuschätzen ist. Immer deutlicher wird, dass für die Volkswirtschaften, insbesondere in den Ländern mit massiven Abwehrmaßnahmen, ein in seiner Dauer weitgehend unbestimmter, aber signifikanter Nachlaufeffekt eintreten wird.
Die damit ausgelöste Fragestellung betrifft die Auswirkungen dieser Krise auf das allgemeine Unternehmensumfeld der GK Software und insbesondere deren Finanzlage.
Auswirkung der Krise ergeben sich für die operative Geschäftstätigkeit unser Kunden und damit z.B. auf deren Investitions- und Nachfrageverhalten sowie deren Vermögens,- Finanz, - und Ertragslage. Gleichzeitig ergeben sich Auswirkungen auf verschiedene Unternehmensbereiche der GK Software. Den hieraus resultierenden Risiken versuchen wir durch verschiedenste Maßnahmenpakete zu begegnen. Zum Schutz der Mitarbeiter wurden Hygienemaßnahmen verschärft und nahezu vollständig vorübergehend Heimarbeit eingeführt. Gleichzeitig wurden Steuerungs- und Budgetierungsprozesse für die Umsätze, Kosten und die Liquidität an die Situation angepasst.
Der Vorstand ist der Ansicht mit den verschiedenen Maßnahmen, vorhandener Kostenflexibilität im üblichen Rahmen und dem Effizienzprogramm des letzten Jahres eine stabile Grundlage zur Bewältigung der aktuellen Situation und zukünftiger Risiken geschaffen zu haben.
Wir beobachten die Entwicklung in den Ländern, in denen die GK Software aktiv ist, genau und halten uns auch im Hinblick auf mögliche Programme zur Krisenbewältigung und Unterstützung von Unternehmen in diesen Ländern informiert.
Es ist aber weiterhin angemessen, auf die in der Krise liegenden und durch die Krise manifest werdenden Chancen GK Software zu verweisen.
Risikomanagementsystem
Das Risikomanagementsystem ist auf das frühzeitige Erkennen von Risiken ausgerichtet.
Die GK Software hat dazu eine Inventur der Risiken vorgenommen und diese nach ihrer Art, Eintrittswahrscheinlichkeit und den aus ihnen erwachsenden vermuteten Konsequenzen klassifiziert. Den identifizierten Risiken sind Risikoeigner zugeordnet.
Der Prozess und die Methoden der Risikoerfassung, Bewertung und Beurteilung ist in einem Risikohandbuch dokumentiert. Dieses wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.
Der Prozess sieht zunächst die Erfassung sämtlicher möglicher negativen Abweichung von den vorgegebenen Unternehmenszielen vor. In einem weiteren Schritt erfolgt die Analyse dieser als Risiken identifizierten Abweichungen hinsichtlich deren Schadensauswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Schadensauswirkungen bestimmen sich aus deren negativen Einflüsse auf die Unternehmensentwicklung, auf Vermögenswerte, auf das Eigenkapital sowie aus Liquiditätsbelastungen. Soweit möglich werden die Auswirkungen der Risiken quantifiziert. Die Risiken sind zu Risikofeldern zusammengefasst.
Die Risiken werden wie folgt kategorisiert:
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Schadenshöhe | |
|---|---|---|
| Hoch | > 60% | > 500 TEUR |
| Mittel | 20% - 60% | 100 TEUR – 500 TEUR |
| Niedrig | < 20% | < 100 TEUR |
Die daraus abgeleitete Risikomatrix ergibt die Einteilung in bestandsgefährdende, bedeutsame und nicht relevante Risiken. Davon abhängig werden die Möglichkeiten von Gegenmaßnahmen zur Verminderung der Schadenshöhe und/oder der Eintrittswahrscheinlichkeit bzw. der Risikotragung abgeleitet.
Der Vorstand hat einen Risikomanager bestimmt, der für die regelmäßige quartalsweise Aktualisierung des Risikoinventars verantwortlich ist und das Ergebnis dem Vorstand berichtet. Der Risikomanager holt die notwendigen Informationen zum einem im Rahmen eines formalisierten Prozesses von den Risikoeignern ein. Zum anderen führt er informelle Gespräche und wertet weitere Unterlagen (u.a. interne und externe Reports und Protokolle) aus.
Im Falle von bedeutenden und insbesondere bestandsgefährdenden Risiken sind die Risikoeigner und alle Führungsmitarbeiter verpflichtet, den Risikomanager sofort und umfassen zu informieren. Flache Hierarchien, kurze Kommunikationswege und eine offene Kommunikationskultur stellen sicher, dass auch darüber hinaus wichtige Risikoinformationen umgehend an den Vorstand gelangen. Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand mindestens einmal im Quartal, in der Regel aber häufiger, über wichtige Entwicklungen im Unternehmen informiert.
Die Risikoerfassung erfolgt konzernweit und umfasst somit alle Tochtergesellschaften. Es werden konkrete Einzelrisiken und allgemeine Geschäftsrisiken erfasst und betrachtet. Einzelrisiken können gemeinsam zu Kumulationsrisiken führen. Die Änderung der Messgrößen für Kumulationsrisiken stellen Indikatoren für die Veränderung der Einzelrisiken dar.
Chancen werden im Rahmen der Risikofrüherkennung und des Risikomanagements nicht gesondert betrachtet. Zum einen stellen Chancen positive Abweichungen von identifizierten Risiken dar, zum andern sind die Chancen Gegenstand der strategischen Unternehmensführung.
Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem in Bezug auf den Konzernrechnungslegungsprozess
Das interne Kontrollsystem der GK Software SE und der gesamten Unternehmensgruppe umfasst die vom Vorstand eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur organisatorischen Umsetzung von dessen Entscheidungen zur Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie der Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Die GK Software SE (sowie der Konzern) ist entsprechend der Vorstandszuständigkeiten gegliedert, deren verschiedenen Abteilungen zu dem jeweils verantwortlichen Vorstand berichten. Die Abteilungen sind unterteilt in verschiedene Kostenstellen, für die jeweils ein Abteilungsleiter verantwortlich ist. Die Abteilungsleiter haben entweder Umsatz- und Kostenverantwortung oder ausschließlich Kostenverantwortung.
Die geschäftlichen Freigaberegelungen (Bedarfsanforderungen, Bestellungen, Rechnungsfreigabe, Arbeitsrechtliche Vereinbarungen, Angebotsabgabe, Kundenverträge) sind durch Zeichnungsberechtigungen mit Wertgrenzen geregelt, welche regelmäßig überprüft und nach Bedarf angepasst werden. Neben der Freigaberegelung existieren bei der GK Software SE weitere Richtlinien für verschiedene Geltungsbereiche (Reiserichtlinie, Antikorruptionsrichtlinie, Beschaffungsrichtlinie, Dienstwagenrichtlinie), welche ebenfalls regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden. In den Konzernunternehmen sind entsprechende lokale Regelungen getroffen.
Das Konzernrechnungswesen wird ebenso wie die Finanzbuchhaltung der GK Software und aller Einzelgesellschaften in eigener Regie organisiert und durchgeführt. Für die deutschen Tochtergesellschaften oder Niederlassungen von Tochtergesellschaften – mit Ausnahme der AWEK GmbH, der AWEK microdata GmbH und der prudsys AG – wird das Rechnungswesen im Rahmen von Geschäftsbesorgungsverträgen durch die GK Software erledigt. Die ausländischen Konzerngesellschaften verfügen jeweils über eigene Buchhaltungen, die für die lokalen Abschlüsse der Gesellschaften zuständig sind. Die Lohn- und Gehaltsabrechnungen für die deutschen Gesellschaften wird durch die GK Software im Rahmen von Geschäftsbesorgungsverträgen vorgenommen.
Die Finanzbuchführung der GK Software SE sowie einiger Tochtergesellschaften erfolgt direkt in der Buchhaltungssoftware Microsoft Dynamics NAV (NAV). Die Einzelabschlüsse nach lokaler Rechnungslegungsvorschrift der übrigen Tochtergesellschaften werden im Detail in NAV importiert. Die Anpassung der lokalen Abschlüsse an die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Überleitung auf die IFRS-Rechnungslegung werden zentral von der Finanzbuchhaltung der Muttergesellschaft in der Hauptniederlassung in Schöneck vorgenommen. Die Konsolidierung der Einzelabschlüsse zum Konzernabschluss erfolgt gleichfalls zentral in Schöneck und in NAV. Sowohl bei der Erstellung der Einzelabschlüsse als auch bei der Erstellung des Konzernabschlusses sind interne Kontrollen unter Wahrung des Vier-Augen-Systems zur Sicherstellung der Verlässlichkeit der Einzelabschlüsse und des Konzernabschlusses eingerichtet.
Vom Controlling, das zentral in Schöneck angesiedelt, aber konzernweit ausgerichtet ist, werden monatliche Detailauswertungen erstellt, um die Entwicklung des Konzerns sowie der Kostenstellen aufzuzeigen. Die Berichte werden den Kostenstellenverantwortlichen mit konkreten Nachfragen zu auffälligen Entwicklungen zur Verfügung gestellt. Der Vorstand erhält einen Gesamtbericht.
Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten
Finanzmarktrisiken Der Konzern ist durch seine Aktivitäten Wechselkurs- und Zinsrisiken ausgesetzt. Die Wechselkursrisiken ergeben sich aus den in unterschiedlichen Währungsräumen unterhaltenen Standorten genauso wie aus den zunehmend den Euro-Raum überschreitenden Kundenbeziehungen. Die Zinsrisiken sind Folge gewählter Finanzierungsformen zur Erweiterung des finanziellen Spielraums des Konzerns.
Wechselkursrisiken entstehen aus der Exposition des Konzerns in Tschechischen Kronen, Schweizer Franken, Russischen Rubeln, Südafrikanischen Rand und US Dollar sowie Kanadischen Dollar und Ukrainischen Hrywnja. Dabei geht der Konzern in allen genannten Währungen Zahlungsverpflichtungen aus Arbeits-, Miet- und Leasingverträgen ein. Verkäufe und Leistungen fakturierte der Konzern zum Bilanzstichtag neben Euro in Schweizer Franken, US Dollar, Kanadischen Dollar und Südafrikanischen Rand. Um die Währungsrisiken der Gruppe einheitlich behandeln zu können, versucht die GK Software SE, die Währungsrisiken bei sich zu vereinen. Zur Bestimmung des Risikos der Exposition in den Fremdwährungen führte der Konzern eine Sensitivitätsanalyse durch.
Geschäftsvorfälle wickeln wir gewöhnlich in der funktionalen Währung des jeweiligen Konzernunternehmens ab. In Einzelfällen werden operative Geschäftsvorfälle nicht in der operativen Währung abgebildet, sodass sich hieraus ein Währungsrisiko für monetäre Finanzinstrumente ergibt. Zum 30. Juni 2020 waren im Konzern von den lokalen Währungen abweichende Fremdwährungsforderungen von ca. 440 TEUR bilanziert. Wechselkursschwankungen im Zusammenhang mit unseren originären monetären Finanzinstrumenten haben keine wesentlichen Auswirkungen auf unseren Gewinn.
Die Wechselkursrisikosensitivität des Konzerns hat sich im Wesentlichen wegen der erhöhten Geschäftstätigkeit im US Dollar-Raum und in Südafrika diesbezüglich erhöht.
Nach Ansicht des Vorstands stellt die Sensitivitätsanalyse jedoch nur einen Teil des Wechselkursrisikos dar, da das Risiko zum Ende der Berichtsperiode das Risiko während des Jahres nur bedingt widerspiegelt. Risiken bestehen in möglichen Kursänderungen für Leistungen, die Konzernunternehmen monatlich in Landeswährung gegenüber der Muttergesellschaft erbringen. Im ersten Halbjahr 2020 wurden Leistungen von insgesamt 6,88 Mio. Euro bezogen die in einer anderen Währung als Euro vergütet wurden. Diese Leistungsabrechnungen erfolgen im Wesentlichen von Konzernunternehmen in Tschechischen Kronen, Russischen Rubel, Ukrainischen Hrywna, Schweizer Franken oder US Dollar.
Zinsrisiken resultieren aus der Aufnahme von verzinslichen Fremdmitteln und aus Bilanzpositionen, die einen Zinsanteil enthalten.
Im Falle der Fremdmittelaufnahme wird der aus den Zinszahlungen resultierende Mittelabfluss Gegenstand evtl. Absicherungsmaßnahmen. Das Risiko wird durch die Gruppe dadurch gesteuert, indem ein angemessenes Verhältnis zwischen festen und variablen Mittelaufnahmen eingehalten wird. In der Regel erfolgen die langfristigen Fremdmittelaufnahmen zu festen Zinssätzen, bei kurzfristigen Mittelaufnahmen sind eher variable Zinssätze bzw. feste Zinssätze mit kurzen Zinsbindungsperioden vereinbart.
Prognosebericht
Marktumfeld
Mit Sicht auf den gesamten Einzelhandel erwartete der Handelsverband Deutschland (HDE) im Jahr 2020 ein nominales Wachstum von 2,5 Prozent auf 557,2 Mrd. Euro. 1 Durch die Entwicklungen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des neuen Corona-Virus sind aber alle diesbezüglichen Prognosen obsolet geworden. Teile des Handels haben durch die wochenlange Schließung ihrer Geschäfte massive Umsatzverluste erlitten, während z.B. der filialisierte Lebensmitteleinzelhandel eine Sonderkonjunktur erlebt hat. Ein seriöser Ausblick auf kommende Entwicklungen im stationären Handel ist daher immer noch kaum möglich. Bereits jetzt ist allerdings sichtbar, dass der Online-Handel einen weiteren Schub erlebt hat und das im Onlinegeschäft gut aufgestellte Facheinzelhändler die Ausfälle im stationären Geschäft teilweise kompensieren konnten.
Das Marktforschungsunternehmen GfK war vor der Corona-Krise ebenfalls positiv bezüglich des Konsumklimas gestimmt. Dieses sollte entsprechend den bis zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Untersuchungen stabil bleiben. So erwartete die GfK einen Anstieg der Konsumausgaben in Deutschland um etwa 1,0 Prozent2. Auch für die gesamte Europäische Union wurde ein Anstieg des privaten Konsums um 1,2 Prozent erwartet.3 Dabei ist und bleibt "Digitalisierung …ein Topthema für den Einzelhandel. Die Unternehmen investieren hier massiv in entsprechende Anwendungen und Prozesse sowohl im B2C-, als auch im B2B-Bereich", sagte der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp zu dem Fakt, dass 70 Prozent der Handelsunternehmen in Deutschland in den kommenden zwei Jahren Digitalisierungs-
- 2 https://www.gfk.com/de/insights/press-release/konsumoptimismus-kehrt-zurueck/
- 3 https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ ip_20_232
vorhaben planen4. Gestützt wird die Aussage, dass die digitale Grundstruktur des Handels ausgebaut werden soll, auch durch die EHI-Studie 'POS-Systeme 2020' des EHI Retail Institute. So gaben 58 Prozent der Befragten an, ihre POS-Software in den nächsten zwei Jahren erneuern zu wollen.5 Es ist durchaus zu erwarten, dass die Covid-19-Krise hier für einen weiteren Schub sorgen wird, ohne dass dies gegenwärtig in seinen Ausmaßen sicher prognostiziert werden kann.
Insgesamt wurde der Investitionsbedarf des Einzelhandels vor dem Ausbruch der Pandemie als weiterhin hoch bewertet, wie auch die Studie des EHI Retail Institutes "IT-Trends im Handel 2019" zeigt. 64 Prozent der Befragten sehen die Erneuerung der Infrastruktur (Cloud und Netze) und 39 Prozent die Umsetzung von Omnichannel-Projekten als wichtigste IT-Projekte der nächsten zwei Jahre an.6 Angesichts eines über Wochen andauernden Lock-Outs und der Schließung vieler Geschäftes in Deutschland bleibt abzuwarten, was dies für die Investitionsbereitschaft des Handels bedeutet, da stationäre Umsätze in einigen Branchen stark einbrechen werden, während andere Bereiche, wie vor allem der Lebensmittelhandel oder Drogerien eine Sonderkonjunktur erfahren.
Ein weiterer Bereich, dem wachsende Bedeutung vorhergesagt wird, ist das Thema künstliche Intelligenz. Das Whitepaper "Smart Stores" vom EHI und von Microsoft zeigt so beispielsweise, dass Künstliche Intelligenz (KI) bei 69 Prozent der Händler bereits eingesetzt wird oder die Nutzung geplant ist.7 Die RIS News "Store Experience Study 2020" zeigt, dass die befragten Einzelhändler ihre IT-Ausgaben im Schnitt um 4,2 Prozent erhöhen wollen, um beispielsweise die Customer Experience zu personalisieren, das Inventar sichtbarer zu machen und Filialmitarbeiter zu stärken, um so das Kun-
- 4 https://einzelhandel.de/index.php?option=com_content&view=article&id=12357
- 5 EHI Retail Institute, POS-Systeme 2020, , S. 20
- 6 https://www.ehi.org/de/pressemitteilungen/handel-investiert-in-infrastruktur/
- 7 https://www.ehi.org/de/pressemitteilungen/ki-wichtigsterzukunftstrend-im-handel/
1 – https://einzelhandel.de/presse/aktuellemeldungen/12529 innenstaedte-als-handelsstandort-unter-druck-hde-prognose-fuer-2020-umsatzplus-von-2-5
denerlebnis im Laden zu verbessern.1 Bei Themen wie Home Delivery herrscht in Deutschland noch ein großer Nachholbedarf. So beträgt der Marktanteil des Onlinehandels am gesamten Lebensmittelmarkt hier nur 3,8 Prozent 2. Dabei werden gegenwärtig unterschiedliche Konzepte wie filialbasierte Auslieferung, Click-and-Collect oder zentrallagerbasierte Auslieferung auch in Deutschland stärker getestet. Diese positiven Markttrends haben sich auch in den Diskussionen der GK Software mit bestehenden Kunden und potenziellen Interessenten deutlich widergespiegelt. Die IT-Abteilungen des Einzelhandels fokussieren sich darüber hinaus auf weitere Themen rund um neue Technologien und Prozesse, für die GK Software mit der Lösung OmniPOS hervorragend aufgestellt ist.
Unternehmensausblick
Das aufgrund der unbefriedigenden Entwicklung im ersten Halbjahr 2019 gestartete Effizienzverbesserungsprogramm wird im laufenden Jahr 2020 fortgesetzt. Die Verstetigung des Erfolges in den beiden Amerikas (Nor- und Südamerika) erlaubt in diesen Regionen die Erwartung weiterer Fortschritte, die insbesondere mit Hinblick auf die Kapazitätsauslastung noch weitere positive Ergebnisbeiträge wahrscheinlich machen. Die ersten sechs Monate des Jahres 2020 haben darüber hinaus im Vergleich zum Vorjahr eine erfreuliche Entwicklung genommen, und die finanziellen Indikatoren haben gegenüber den, zugegebenermaßen nicht zufriedenstellenden, Werten des Vergleichszeitraums erhebliche positive Zuwächse zu verzeichnen.
Vor dem Hintergrund dieses Umfeldes waren bis zum Beginn der Covid-19-Krise die Voraussetzungen für den Geschäftsverlauf von GK Software deutlich positiv, so dass der Vorstand die Prognose für das Jahr 2020 auf Konzernebene noch im Februar 2020 als weiterhin erreichbares Ziel betrachtete und sogar weiteres Verbesserungspotential sah. Dies wurde auch dadurch gestützt, dass die GK Software nach den jüngsten Projekterfolgen in Nord- und Zentralamerika oder im Nahen
1 – https://risnews.com/rebirth-resilient-store-2020-storeexperience-study
2 – HDE: Handelsreport Lebensmittel Online 2017, S. 8
Osten davon ausging, die Basis potenzieller Kunden international weiter ausdehnen zu können. Nach dem gegenwärtigen Verlauf des Geschäftsjahres ist mindestens eine leichte Verbesserung des Umsatzes gegenüber dem Wert des Jahres 2019 zu erwarten.
Auch wenn die ersten sechs Monate nach unserer Einschätzung gut verlaufen sind, im Monat Juli äußert erfreuliche Geschäftszahlen erreicht wurden und für das zweite Halbjahr weiterhin gute Zeichen im Raume stehen, lassen sich daraus zurzeit keine Vorhersagen für das Gesamtjahr ableiten. Für einen sehr guten Verlauf der zweiten Jahreshälfte wird es unerlässlich sein, dass die Vertriebstätigkeit nicht durch ein erneutes Aufflammen der Pandemie behindert wird. Eine solche Behinderung beträfe nicht nur die eigene Tätigkeit der GK Software, sondern würde zuvorderst die Unsicherheit in der Volkswirtschaft ein weiteres Male erhöhen und damit Investitionsentscheidungen erheblich belasten.
Unabhängig davon ist GK Software gegenwärtig in mehreren laufenden Ausschreibungen in verschiedenen Regionen der Welt gut positioniert und verfügt mit ihrem innovativen, breiten Produktportfolio, der Internationalität ihrer Lösungen und der nachgewiesenen Fähigkeit, Projekte schnell umzusetzen, über wichtige Vorteile gegenüber dem Wettbewerb. Dies macht uns optimistisch, die Anzahl der Kundenkontakte im folgenden Geschäftsjahr zu steigern.
Vor dem Hintergrund des erreichten hohen Niveaus an Kundenzufriedenheit gegenüber dem Bezugsjahr unserer Mittelfristprognose 2017 erwarten wir eine weitere Verbesserung der hier gemessenen Werte. Die wachsende direkte Präsenz in den Marktregionen, in denen die Gesellschaften der Unternehmensgruppe bereits aktiv sind, wird diese Entwicklung maßgeblich fördern. Wir glauben auch, dass diese positive Entwicklung durch die Corona-/CoVid-19-Krise nicht beeinträchtigt werden wird.
Gesamtaussage für 2020
Wir halten unverändert an unseren Aussagen aus dem Jahresabschluss 2019 fest und glauben, dass auf Basis der geschilderten Annahmen und Einflussfaktoren wir für den GK Software-Konzern einen leichten Anstieg der Umsatzerlöse und eine deutliche Verbesserung des EBIT verzeichnen werden.
Diese Aussagen stehen fortgesetzt unter dem erheblichen Vorbehalt der Schwierigkeit der Einschätzung der Dauer und Tiefe der Corona-Krise und ihrer Folgen in den verschiedenen regionalen Märkten, in denen die Unternehmensgruppe tätig ist, so dass die tatsächliche Entwicklung erheblich von dieser Einschätzung abweichen kann.
Der Vorstand
Rainer Gläß Vorstandsvorsitzender
André Hergert Vorstand für Finanzen
C Konzernzwischenabschluss
45 Konzernbilanz
- 47 Konzern-Gesamtergebnisrechnung
- 48 Konzernkapitalflussrechnung
- 50 Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
- 51 Konzernanhang
- 51 Grundlagen der Berichterstattung
- 52 Segmentberichterstattung
- 52 Rechnungslegungsmethoden
- 53 Erläuterungen zur Konzernbilanz
- 54 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
- 54 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
- 54 Nicht erfasste Posten
- 54 Sonstige Angaben
56 Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Konzernbilanz
zum 30. Juni 2020
| Aktiva | |||
|---|---|---|---|
| T.09 | TEUR | 30.6.2020 | 31.12.2019 |
| Sachanlagen | 15.257 | 16.988 | |
| Nutzungsrechte i.S.v. IFRS16 | 7.871 | 8.914 | |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 7.042 | 6.350 | |
| Immaterielle Vermögenswerte | 26.750 | 27.607 | |
| Finanzielle Vermögenswerte | 9 | 49 | |
| Aktive latente Steuern | 418 | 713 | |
| Summe langfristige Vermögenswerte | 57.347 | 60.621 | |
| Waren | 30 | 35 | |
| Unfertige Erzeugnisse und Leistungen | - | 381 | |
| Hilfs- und Betriebsstoffe | 318 | - | |
| Geleistete Anzahlungen | 9 | 8 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 18.275 | 23.982 | |
| Vertragsvermögenswerte | 16.020 | 14.278 | |
| Ertragsteueransprüche | 667 | 820 | |
| Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | 4.379 | 5.978 | |
| Zahlungsmittel | 11.290 | 8.086 | |
| Summe kurzfristige Vermögenswerte | 50.988 | 53.568 | |
| Bilanzsumme | 108.335 | 114.189 |
Passiva
| 30.6.2020 | 31.12.2019 |
|---|---|
| 2.042 | 2.023 |
| 28.081 | 27.332 |
| 31 | 31 |
| -1.224 | -1.670 |
| 13.545 | 16.682 |
| -153 | -3.137 |
| 42.322 | 41.261 |
| 1.087 | 1.068 |
| 43.409 | 42.329 |
| 2.621 | 2.765 |
| 4.966 | 6.133 |
| 5.319 | 6.279 |
| 13.938 | 13.826 |
| 788 | 812 |
| 3.177 | 2.872 |
| 30.809 | 32.687 |
| 1.083 | 1.418 |
| 6.864 | 13.861 |
| 2.683 | 2.735 |
| 2.852 | 2.484 |
| 6.890 | 3.547 |
| 553 | 428 |
| 13.192 | 14.700 |
| 34.117 | 39.173 |
| 108.335 | 114.189 |
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. Juni 2020
| TEUR | H1 2020 | H1 2019 | GJ 2019 |
|---|---|---|---|
| Fortgeführte Geschäftsbereiche | |||
| Umsatzerlöse | 56.161 | 50.269 | 115.448 |
| Aktivierte Eigenleistungen | 133 | - | |
| Sonstige Erträge | 1.743 | 1.180 | |
| Umsatzerlöse und sonstige Erträge | 58.037 | 51.449 | 119.285 |
| Materialaufwand | -3.996 | -2.381 | -6.229 |
| Personalaufwand | -38.517 | -39.342 | -78.134 |
| Abschreibungen und Wertminderungen auf nichtfinanzielle Vermögenswerte | -4.277 | -4.411 | |
| Sonstige Aufwendungen | -9.290 | -10.312 | -22.666 |
| Summe der betrieblichen Aufwendungen | -56.080 | -56.446 | -115.855 |
| Operatives Ergebnis | 1.957 | -4.997 | |
| Finanzerträge | 30 | 61 | |
| Finanzaufwendungen | -1.015 | -869 | |
| Finanzergebnis | -985 | -808 | -2.197 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 972 | -5.805 | |
| Ertragsteuern | -1.105 | -681 | |
| Konzernperiodenfehlbetrag / -überschuss | -133 | -6.486 | -3.139 |
| davon auf nicht beherrschende Anteile entfallend | 20 | 7 | |
| davon auf die Aktionäre der GK Software SE entfallend | -153 | -6.493 | |
| Sonstiges Ergebnis, nach Ertragsteuern | |||
| Posten, die unter bestimmten Bedingungen zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden |
|||
| Kursdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | 361 | -130 | |
| Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden | |||
| Versicherungsmathematische Gewinne/ Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen | 85 | -232 | |
| Gesamtergebnis | 313 | -6.848 | -3.928 |
| davon auf nicht beherrschende Anteile entfallend | 20 | 7 | |
| davon auf die Aktionäre der GK Software SE entfallend | 293 | -6.855 | |
| Ergebnis je Aktie (EUR/ Aktie) aus Konzernüberschuss/ -fehlbetrag - unverwässert | -0,08 | -3,37 | |
| Ergebnis je Aktie (EUR/ Aktie) aus Konzernüberschuss/ -fehlbetrag - verwässert | -0,08 | -3,37 |
Konzernkapitalflussrechnung
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. Juni 2020
Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit
| TEUR | H1 2020 | H1 2019 |
|---|---|---|
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | ||
| Periodenüberschuss/ -fehlbetrag | -133 | |
| Aktienoptionsprogramm (nicht zahlungswirksame Aufwendungen) | 192 | |
| Erfolgswirksam erfasste Ertragsteuern | 1.105 | |
| Erfolgswirksam erfasste Zinsaufwendungen | 1.015 | |
| Erfolgswirksam erfasste Zinserträge | -30 | |
| Gewinn/ Verlust aus dem Verkauf oder Abgang von Sachanlagen | -10 | |
| Auflösung abgegrenzter Zuwendungen der öffentlichen Hand | -24 | |
| Für Forderungen erfasste Wertminderungen | 86 | |
| Für Forderungen erfasste Wertaufholungen | -217 | |
| Abschreibungen | 4.278 | |
| Nettoverlust/-gewinn aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten | 66 | |
| Übrige zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen | 270 | |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 6.598 | |
| Veränderungen im Nettoumlaufvermögen | ||
| Veränderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen | 5.613 | |
| Veränderung der Vorräte | 67 | |
| Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten |
-1.147 | |
| Veränderungen der Vertragsverbindlichkeiten | 3.344 | |
| Veränderung der Rückstellungen | -808 | |
| Gezahlte Ertragsteuern | -227 | |
| Nettozufluss aus betrieblicher Tätigkeit (Vorjahr Abfluss) Übertrag |
13.440 |
Cashflows aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit, Krediten und Zahlungsmitteln
| T.13 | |
|---|---|
| TEUR | H1 2020 | H1 2019 |
|---|---|---|
| Übertrag | ||
| Nettozufluss aus betrieblicher Tätigkeit (Vorjahr Abfluss) | 13.440 | -1.625 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | ||
| Auszahlungen für Sachanlagen und langfristige Vermögenswerte | -809 | -2.461 |
| Einzahlungen Anlagenabgänge | 10 | 3 |
| Erhaltene Zinsen | 27 | 23 |
| Nettoabfluss an Zahlungsmitteln aus Investitionstätigkeit | -772 | -2.435 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | ||
| Aufnahme von Eigenkapital | 577 | 541 |
| Aufnahme von Krediten | 0 | 1.500 |
| Gezahlte Zinsen | -429 | -311 |
| Tilgung von Krediten | -4.689 | -1.501 |
| Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | -1.448 | -1.357 |
| Nettoabfluss an Zahlungsmitteln aus Finanzierungstätigkeit | -5.989 | -1.128 |
| Nettozufluss von Zahlungsmitteln (Vorjahr Abfluss) | 6.679 | -5.188 |
| Finanzmittelfonds zu Beginn des Geschäftsjahres | 2.291 | 6.144 |
| Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres | 9.041 | 1.014 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelfonds | 71 | 58 |
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
| Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres | 9.041 | 1.014 | |
|---|---|---|---|
| Inanspruchnahme Kontokorrentkredit/ Kreditkarte | -2.249 | -4.549 | |
| Zahlungsmittel | 11.290 | 5.563 | |
| T.14 | |||
| TEUR | H1 2020 | H1 2019 |
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. Juni 2020
| Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | Gezeichnetes Kapital |
Kapital rücklage |
Gewinn rücklagen |
Sonstige Rücklagen |
Aktionären der GK Software SE zurechbarer Anteil am Ergebnis |
Aktionären der GK Software SE zurechbarer Anteil am Eigenkapital |
Nicht beherr schende Anteile |
Gesamt |
| Stand am 30. Juni 2019 | 1.941 | 22.177 | 31 | -1.245 | 10.188 | 33.092 | 1.077 | 34.169 |
| Aktienoptionsprogramm | 2 | 294 | 0 | 0 | 0 | 296 | 0 | 296 |
| Kapitalerhöhung | 80 | 4.861 | 0 | 0 | 0 | 4.941 | 0 | 4.941 |
| Zuführung aus IAS 19 | 0 | 0 | 0 | -646 | 0 | -646 | 0 | -646 |
| Zuführung aus IAS 21 | 0 | 0 | 0 | 221 | 0 | 221 | 0 | 221 |
| Konzernperioden- überschuss/ -fehlbetrag |
0 | 0 | 0 | 0 | 3.357 | 3.357 | -9 | 3.348 |
| Stand am 31. Dezember 2019 | 2.023 | 27.332 | 31 | -1.670 | 13.545 | 41.261 | 1.068 | 42.329 |
| Aktienoptionsprogramm | 19 | 749 | 0 | 0 | 0 | 768 | 0 | 768 |
| Zuführung aus IAS 19 | 0 | 0 | 0 | 85 | 0 | 85 | 0 | 85 |
| Zuführung aus IAS 21 | 0 | 0 | 0 | 361 | 0 | 361 | 0 | 361 |
| Konzernperioden- überschuss/ -fehlbetrag |
0 | 0 | 0 | 0 | -153 | -153 | 20 | -133 |
| Stand am 30. Juni 2020 | 2.042 | 28.081 | 31 | -1.224 | 13.392 | 42.322 | 1.088 | 43.410 |
Konzernanhang
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. Juni 2020
1. Grundlagen der Berichterstattung
1.1. Allgemeine Informationen
Die GK Software SE ist eine in Deutschland ansässige Aktiengesellschaft. Die Adresse des eingetragenen Firmensitzes und des Hauptsitzes der Geschäftstätigkeit lautet 08261 Schöneck, Waldstraße 7.
Die GK Software SE ist im Handelsregister des Amtsgerichtes Chemnitz unter HRB 31501 eingetragen.
Mit der am 19. Januar 2018 erfolgten Eintragung in das Handelsregister ist der angekündigte Rechtsformwechsel der GK Software von der Aktiengesellschaft (AG) in eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea/SE) formal abgeschlossen worden. Über die Umwandlung hatte die Hauptversammlung am 22. Juni 2017 entsprechend einem Beschlussvorschlag durch Vorstand und Aufsichtsrat entschieden.
Die Geschäftstätigkeit des Konzerns umfasst die Entwicklung und Herstellung sowie den Vertrieb und den Handel von Soft- und Hardware für Kassensoftware.
1.2. Konsolidierungskreis und Konsolidierungsgrundsätze
Die per 31. Dezember 2019 benannten 4 in- und 6 ausländische Tochtergesellschaften, blieben, neben dem Mutterunternehmung, unverändert im Konsolidierungskreis enthalten. Darüber hinaus sind im Konzernabschluss per 30. Juni 2020 zwei weitere inländische Tochtergesellschaften einbezogen, welche zum Stichtag in Gründung befindlich waren. Diese, die Retail7 GmbH und R7MA Beteiligungs GmbH, wurde im Rahmen der Vollkonsolidierung einbezogen. Beide haben noch nicht den Geschäftsbetrieb aufgenommen.
Darüber hinaus haben sich die Konsolidierungsgrundsätze seit dem Abschluss 31. Dezember 2019 nicht verändert. Wir verweisen deshalb auf Kapitel 1.3. "Konsolidierungskreis und Konsolidierungsgrundsätze" des Konzernanhangs im Geschäftsbericht 2019 (Geschäftsbericht 2019, Seite 70 f.).
2. Segmentberichterstattung
Umsatz nach Segmenten
Im laufenden Geschäftsjahr blieben Organisationsstruktur der berichtspflichtigen Segmente unverändert. Die Zusammensetzung des Segments "Sonstiges" wurde durch die Zuordnung der beiden neu gegründeten Gesellschaften verändert.
In Übersicht stellt sich die Verteilung der Umsätze nach Produkten und Tätigkeitsbereichen wie folgt dar:
des Konzernanhangs im Geschäftsbericht 2019 (Geschäftsbericht 2019, Seite 73 ff.).
3.1. Wesentliche Schätzungsunsicherheiten und Ermessensentscheidungen
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen aus-
| T.16 | GK/Retail | IT-Services | Sonstiges | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | H1 2020 | H1 2019 | GJ 2019 | H1 2020 | H1 2019 | GJ 2019 | H1 2020 | H1 2019 | GJ 2019 | ||
| Umsätze mit Dritten | 52.638 | 46.315 | 107.074 | 3.523 | 3.954 | 8.374 | - | - | - | ||
| Lizenzen und Software | 36.028 | 27.062 | 62.035 | 947 | 741 | 2.196 | - | - | - | ||
| Lizenzen Plattform | 2.918 | 5.054 | 10.232 | 265 | 38 | 849 | - | - | - | ||
| Lizenzen Plattformerweite rungen |
10.313 | 4.746 | 9.946 | - | - | - | - | - | - | ||
| Smart Extension | 22.797 | 17.262 | 41.857 | 682 | 703 | 1.347 | - | - | - | ||
| Wartung | 9.919 | 9.585 | 25.652 | 824 | 636 | 5.297 | - | - | - | ||
| Software Wartung | 9.919 | 9.585 | 25.652 | 824 | 636 | 5.297 | - | - | - | ||
| Retail Consulting | 6.142 | 8.937 | 17.726 | 1.647 | 2.346 | 572 | - | - | - | ||
| Retail Consulting | 3.632 | 5.234 | 12.692 | - | 213 | 410 | - | - | - | ||
| (Cloud) Betriebsunterstützung | 2.510 | 3.703 | 5.034 | 1.647 | 2.133 | 162 | - | - | - | ||
| Sonstiges | 549 | 731 | 1.661 | 105 | 231 | 309 | - | - | - | ||
| Umsätze mit anderen Segmenten |
- | - | - | 761 | 432 | 2.219 | - | - | - | ||
| Abschreibungen | -3.874 | -4.038 | -8.071 | -271 | -271 | -542 | -133 | -103 | -213 | ||
| Segment EBIT | 1.356 | -4.654 | 4.413 | 595 | -225 | -1.054 | 6 | -151 | 72 | ||
| Vermögenswerte | 98.413 | 102.582 | 104.996 | 8.652 | 6.887 | 8.144 | 8.601 | 6.339 | 7.187 | ||
| davon langfristige ¹ | 48.841 | 54.831 | 52.222 | 2.134 | 2.544 | 2.384 | 7.042 | 5.927 | 6.349 | ||
| Schulden | 58.127 | 72.242 | 65.303 | 4.811 | 2.306 | 4.742 | 8.552 | 6.339 | 7.187 | ||
| Liquide Mittel | 11.219 | 5.541 | 8.064 | 22 | 22 | 22 | 49 | - | - | ||
1 - langfristige Vermögenswerte, ausgenommen Finanzinstrumente, latente Steueransprüche, Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses und Rechte aus Versicherungsverträgen
3. Rechnungslegungsmethoden
Es wurden die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wie im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 angewendet. Hierzu verweisen wir auf Kapitel 2. "Rechnungslegungsmethoden"
wirken. Die Annahmen und Schätzungen haben sich im Verhältnis zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 nicht verändert, weshalb wir auf Kapitel 3. "Wesentliche Schätzungsunsicherheiten, Ermessensentscheidungen und Fehlerkorrekturen" des Konzernanhangs im Geschäftsbericht 2019 (Geschäftsbericht 2019, Seite 83 ff.) verweisen.
4. Erläuterungen zur Konzernbilanz
4.1. Nicht-finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
4.1.1. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Die als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien beinhalten weiterhin die im Konzernabschluss 2019 unter Kapital 4.2.3. "Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien" (Konzernabschluss 2019, Seite 97) benannten Sachverhalte. Darüber hinaus
| GJ 2019 H1 2020 H1 2019 GJ 2019 H1 2020 H1 2019 GJ 2019 - - - - - - - - 56.161 50.269 115.448 - - - - 36.975 27.803 64.231 3.183 5.092 11.081 - - - - - - - - 10.313 4.746 9.946 - - - - 23.479 17.965 43.204 - - - - 10.743 10.221 30.949 - - - - 10.743 10.221 30.949 - - - - 7.789 11.283 18.298 - - - - 3.632 5.447 13.102 - - - - 4.157 5.836 5.196 654 962 1.970 - - - - -761 -432 -2.219 - - - -213 -4.278 -4.412 -8.826 72 1 31 -1 1.958 -4.999 3.430 7.187 -7.331 -2.221 -6.138 108.335 113.588 114.189 6.349 -1.097 -1.097 -1.097 56.920 62.205 59.858 7.187 -6.564 -1.468 -5.370 64.926 79.419 71.862 - - - - 11.290 5.563 8.086 |
Konzern | Eliminierungen | |
|---|---|---|---|
wurden in 2020 weitere zum Bestand der GK Software SE gehörende Immobilien weitervermietet.
Auch diese Immobilien werden im Rahmen eines Mietvertrages an ein sonstiges nahestehendes Unternehmen vermietet. Daraus resultierende Entwicklungen der als Finanzinvestitionen
gehaltenen Immobilien ist aus dem Anlagenspiegel ersichtlich. Die Bewertungsmethoden und Abschreibungsdauern wurden gegenüber den im Konzernabschluss 2019 genannten nicht angepasst.
Aus diesem Grund wurden Umbuchungen in Höhe von 664 TEUR aus den Anschaffungskosten, sowie 25 TEUR aus den Abschreibungen der Sachanlagen gegen die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien vorgenommen. Diese erhöhten sich dadurch um 639 TEUR.
4.1.2. Immaterielle Vermögenswerte
Durch die anteilige Aktivierung von Entwicklungskosten für das Produkt Fiskal Cloud, nach erreichen wichtiger Meilensteine, erhöhten sich die immateriellen Vermögenswerte in der Position Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte um 133 TEUR.
Für Details zu den Bewertungsgrundsätzen der Selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerte verweisen wir auf Kapitel 2.4.2. "Selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerte" des Geschäftsberichts 2019 (Konzernabschluss 2019, Seite 76 f.).
4.2. Eigenkapital
Für nähere Informationen zur Veränderung des Eigenkapitals der GK Software bis zum Bilanzstichtag 30. Juni 2020 wird auf die 'Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen'.
Das Grundkapital der Gesellschaft betrug zum 30. Juni 2020 2.042.450 Euro (31. Dezember 2019 2.023.300 Euro) und ist in 2.042.450 nennwertlose Inhaberstückaktien zu 1 Euro eingeteilt. Alle ausgegebenen Aktien sind zum Stichtag voll eingezahlt. Die Veränderung resultiert aus der Ausübung des Aktienoptionsprogramms.
Zum Bilanzstichtag befanden sich keine Aktien in Eigenbesitz.
5. Erläuterungen zur Konzern-Gewinnund Verlustrechnung
Die Position Aktivierte Eigenleistungen spiegelt die anteilig aktivierten Entwicklungskosten in Höhe von 133 TEUR für das Produkt Fiskal Cloud wider.
- Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
Wir weisen gezahlte Zinsen und gezahlte Steuern im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit aus. Erhaltene Zinsen werden im Cashflow aus der Investitionstätigkeit gezeigt. Gezahlte Dividenden werden im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit berücksichtigt.
7. Nicht erfasste Posten
7.1. Eventualverbindlichkeiten
Hinsichtlich der Eventualverbindlichkeiten ergaben sich seit dem Konzernabschluss 2019 keine Änderung. Aus diesem Grund verweisen auf selbigen unter Kapitel 7.1. "Eventualverbindlichkeiten" (Konzernabschluss 2019, Seite 110).
7.2. finanzielle Verpflichtungen
Zum 30. Juni 2020 war die GK Software SE und deren Konzerngesellschaften keine relevanten Beschaffungsverpflichtungen eingegangen. Die Verpflichtungen aus Leasingverhältnissen und Mietverträgen werden gemäß IFRS 16 bilanziell ausgewiesen.
7.3. Ereignisse nach der Berichtsperiode
Es erfolgten keine relevanten Ereignisse nach dem Stichtag.
8. Sonstige Angaben
8.1. Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt als Quotient aus dem Gesamtergebnis und dem gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktienanzahl. Die Anzahl der ausgegebenen Aktien im Durchschnitt des Geschäftshalbjahres 2020 beträgt 2.017.136 (Vorjahr 1.929.552). Der Konzernhalbjahresverlust 2020 beträgt 153 TEUR (Vorjahr Konzernhalbjahresverlust 6.486 TEUR). Demgemäß ergibt sich für 2020 ein (verwässertes und unverwässertes) Ergebnis je Aktie von -0,08 Euro (Vorjahr -3,37 Euro).
In die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wurde die Gesamtanzahl der Aktien, Stück, der bestehenden und möglichen neuen Aktien aus den Aktienoptionsprogrammen sowie der Wandelschuldverschreibung berücksichtigt. Weiterhin wurde das Periodenergebnis um den Zinsvorteil aus der Wandelanleihe erhöht und um den daraus resultierenden Steuereffekt verringert.
8.2. Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen
Aufwendungen für Wertberichtigungen oder uneinbringliche Forderungen gegen nahestehenden Personen waren nicht erforderlich bzw. sind nicht vorhanden.
Geschäftsvorfälle zwischen der GK Software und ihren konsolidierten Tochterunternehmen wurden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.
8.2.1. Vorstand
Die Zusammensetzung des Vorstandes hat sich gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 nicht verändert.
Zudem ergaben sich keine Änderungen der Aktienverteilung bei Vorständen und Aufsichtsräten.
8.2.2. Aufsichtsrat
Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats hat nachfolgende Änderung erfahren. Die restlichen Mitglieder blieben in Ihrer Besetzung gleich.
- – Herr Uwe Ludwig, Neumorschen, Unternehmensberater, Aufsichtsratsvorsitzender (bis 13. März 2020)
- – Herr Dr. Philip Reimann, Hamburg, Rechtsanwalt und Steuerberater, Aufsichtsratsvorsitzender (seit 27. März 2020)
8.3. Entsprechenserklärung
Die Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG wurde abgegeben, und ist auf der Homepage der GK Software SE unter https://investor.gk-software.com im Bereich "Corporate Governance" veröffentlicht.
8.4. Angaben zur Konzernzugehörigkeit
Die GK Software SE, und somit die GK Software Konzerngruppe, unterliegt der unmittelbaren Herrschaft der GK Software Holding GmbH (HRB 24111 Chemnitz), mit Sitz in Schöneck, als oberster Muttergesellschaft.
8.5. Tag der Freigabe des Abschlusses
Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 27. August 2020 durch den Vorstand zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der GK Software SE vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Schöneck, 27. August 2020
Der Vorstand
Rainer Gläß Vorstandsvorsitzender
André Hergert Vorstand für Finanzen
Finanzkalender
16. – 18. November 2020 Eigenkapitalforum in Frankfurt/M.
26. November 2020 Quartalsmitteilung zum 30. September 2020
28. April 2021 Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2020
27. Mai 2021 Quartalsmitteilung zum 31. März 2021
17. Juni 2021 Ordentliche Hauptversammlung 2021 in Schöneck/V.
26. August 2021 Zwischenbericht zum 30. Juni 2021
November 2021 Eigenkapitalforum in Frankfurt/M.
25. November 2021
Quartalsmitteilung zum 30. September 2021
Impressum/Hinweise
Impressum
Herausgeber:
GK Software SE Waldstraße 7 08261 Schöneck
T: +49 37464 84-0 F: +49 37464 84-15
www.gk-software.com [email protected]
Aufsichtsratsvorsitzender:
Dr. Philip Reimann
Vorstand:
Dipl.-Ing. Rainer Gläß, CEO Dipl.-Kfm. André Hergert, CFO
Amtsgericht Chemnitz HRB 31501
USt.-ID. DE 141 093 347
Fotos: Bildarchiv GK Software SE, Titel: istockphoto
Kontakt Investor Relations
GK Software SE Dr. René Schiller Friedrichstr. 204 10117 Berlin
T: +49 37464 84-264 F: +49 37464 84-15
Hinweise
Hinweis zum Zwischenbericht
Der Zwischenbericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor. Bei Abweichungen gilt die deutsche Fassung. Der Zwischenbericht steht in beiden Sprachen im Internet unter https://investor.gk-software.com zum Download bereit.
Rundungshinweis
Bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können aufgrund kaufmännischer Rundung geringe Abweichungen auftreten.
Zukunftsbezogene Aussagen
Dieser Zwischenbericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die Risiken und Unsicherheiten unterliegen. Sie sind Einschätzungen des Vorstands der GK Software SE und spiegeln dessen gegenwärtige Ansichten hinsichtlich zukünftiger Ereignisse wider. An Begriffen wie "erwarten", "schätzen", "beabsichtigen", "kann", "wird" und ähnlichen Ausdrücken mit Bezug auf das Unternehmen können solche vorausschauenden Aussagen erkannt werden. Faktoren, die eine Abweichung bewirken oder beeinflussen können sind z.B. ohne Anspruch auf Vollständigkeit: die Entwicklung des Einzelhandels- und IT-Marktes, Wettbewerbseinflüsse, einschließlich Preisveränderungen, regulatorische Maßnahmen, Risiken bei der Integration neu erworbener Unternehmen und Beteiligungen. Sollten diese oder andere Risiken und Unsicherheitsfaktoren eintreten oder sich die in den Aussagen zu Grunde liegenden Annahmen als unrichtig herausstellen, können die tatsächlichen Ergebnisse der GK Software SE wesentlich von denjenigen abweichen, die in diesen Aussagen ausgedrückt oder impliziert werden. Das Unternehmen übernimmt keine Verpflichtung solche vorausschauenden Aussagen zu aktualisieren.