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Gerresheimer AG Annual Report 2020

Mar 8, 2021

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Annual Report

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Finanzbericht: 27823891

Gerresheimer AG

Düsseldorf

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.12.2019 bis zum 30.11.2020

innovating for a better life

Mehrjahresübersicht

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In Mio. Euro 2020 2019 2018 2017 2016
Ertragslage
Umsatzerlöse 1.418,8 1.392,3 1.367,7 1.348,3 1.375,5
Adjusted EBITDA 1) 310,1 400,0 298,6 310,8 307,8
Adjusted EBITDA-Marge (in %) 21,9 28,7 21,8 23,1 22,4
Adjusted EBITA 2) 197,6 294,6 202,1 219,5 220,9
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 156,5 123,8 139,5 180,8 180,5
Bereinigtes Konzernergebnis (Adjusted Net Income) 3) 123,7 227,7 180,3 130,0 130,4 7)
Ergebnis je Aktie in Euro 2,82 2,57 4,11 3,21 3,87
Bereinigtes Ergebnis je Aktie 4) in Euro 3,90 7,19 5,67 4,06 4,07 8)
Dividende je Aktie in Euro 1,25 6) 1,20 1,15 1,10 1,05
Vermögenslage
Bilanzsumme 2.616,6 2.641,2 2.730,9 2.444,1 2.374,3
Eigenkapital 899,7 941,6 890,1 789,5 763,3
Eigenkapitalquote (in %) 34,4 35,6 32,6 32,3 32,1
Net Working Capital 197,9 183,0 202,7 185,7 200,3
in % der Umsatzerlöse der letzten zwölf Monate 14,0 13,1 14,8 13,8 14,6
Investitionen 199,5 185,4 114,7 118,6 113,2
Nettofinanzschulden 961,2 942,7 886,4 712,7 788,2
Adjusted EBITDA Leverage 5) 3,0 2,4 3,1 2,3 2,6
Finanzlage
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 222,2 192,9 173,4 219,2 173,5
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -157,0 -203,2 -286,9 -112,1 7,9
Free Cashflow vor Finanzierung 65,2 -10,3 -113,5 107,1 181,3
Mitarbeiter
Mitarbeiter (Stand 30.11.) 9.880 9.872 9.890 9.749 9.904

1) Adjusted EBITDA: Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen/​Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen, Abschreibungen, Wertminderungen, Restrukturierungsaufwendungen sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen.

2) Adjusted EBITA: Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen/​Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen, Restrukturierungsaufwendungen sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen.

3) Bereinigtes Konzernergebnis (Adjusted Net Income): Konzernergebnis vor Abschreibungen/​Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen und Restrukturierungsaufwendungen sowie dem Saldo aus einmaligen Erträgen und Aufwendungen und den darauf entfallenden Steuereffekten.

4) Bereinigtes Ergebnis je Aktie, das auf die Aktionäre der Gerresheimer AG entfällt, bezogen auf 31,4 Mio. Aktien.

5) Adjusted EBITDA Leverage: Beschreibt das Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Adjusted EBITDA der letzten zwölf Monate, gemäß der gültigen Rahmenkreditvereinbarung.

6) Gewinnverwendungsvorschlag.

7) Hierbei handelt es sich um das bereinigte Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft.

8) Hierbei handelt es sich um das bereinigte Ergebnis aus fortzuführendem Geschäft je Aktie nach nicht beherrschenden Anteilen.

Kennzahlen der Geschäftsbereiche

Plastics & Devices

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In Mio. Euro 2020 2019 Veränderung

in % 3)
Umsatzerlöse 1) 771,6 758,3 1,8
Adjusted EBITDA 2) 212,5 196,4 8,2
Adjusted EBITDA-Marge (in %) 27,5 25,9 -
Net Working Capital 100,2 76,9 30,3
Operating Cashflow 124,5 111,6 11,5
Investitionen 78,5 93,8 -16,3
Mitarbeiter (Durchschnitt) 4.476 4.476 -

Primary Packaging Glass

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In Mio. Euro 2020 2019 Veränderung

in % 3)
Umsatzerlöse 1) 644,1 631,6 2,0
Adjusted EBITDA 2) 137,3 122,9 11,8
Adjusted EBITDA-Marge (in %) 21,3 19,5 -
Net Working Capital 97,2 104,1 -6,6
Operating Cashflow 54,3 48,5 12,0
Investitionen 96,5 82,9 16,4
Mitarbeiter (Durchschnitt) 5.175 5.176 -

Advanced Technologies

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In Mio. Euro 2020 2019 Veränderung

in % 3)
Umsatzerlöse 1) 9,5 6,4 47,2
Adjusted EBITDA 2) -14,5 -23,4 38,2
Adjusted EBITDA-Marge (in %) - - -
Net Working Capital 2,5 4,9 -49,2
Operating Cashflow -25,7 -20,6 24,8
Investitionen 23,3 4,9 > 100,0
Mitarbeiter (Durchschnitt) 103 112 -

1) Die Umsatzerlöse der Geschäftsbereiche enthalten Konzerninnenumsatzerlöse.

2) Adjusted EBITDA: Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen/​Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen, Abschreibungen, Wertminderungen, Restrukturierungsaufwendungen sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen.

3) Die Veränderung wurde auf Basis von Tsd. Euro berechnet.

Gerresheimer

Innovating for a better life

"Wir machen unsere Gerresheimer zu einem Wachstumsunternehmen als Innovationsführer und Lösungsanbieter.

Dies ist der Kern unseres Strategieprozesses.

Im Rahmen unseres Strategieprozesses ,formula G' haben wir uns ehrgeizige Ziele gesetzt. Ich bin überzeugt, dass wir diese erreichen, indem wir das ganze Unternehmen mobilisieren und die richtige Wachstumsmentalität verankern. Wir verändern unser Unternehmen und erfinden uns neu. Der Wandel schreitet schnell voran. Und ich bin begeistert und stolz, ein Teil davon zu sein.

Wir haben 2020 erfolgreich abgeschlossen. Jetzt werden wir das Wachstum weiter beschleunigen: Von einem mittleren einstelligen Plus heute, hin zu einem mittelfristigen Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich."

Dietmar Siemssen, CEO

Unser Ziel: mittelfristig hohes einstelliges Umsatzwachstum

"Wir nutzen unsere hervorragenden Geschäftschancen und investieren frühzeitig, um von sich abzeichnenden Marktentwicklungen zu profitieren.

Unsere Investitionspläne umfassen Ausgaben für einzigartige Geschäftsmöglichkeiten und Kapazitätserweiterungen wie etwa im Bereich der injizierbaren Medikamente und der Auftragsherstellung von Drug-Delivery-Devices.

Wir rechnen damit, dass wir mittelfristig ein hohes einstelliges Umsatzwachstum erzeugen werden und das Ergebnis je Aktie jedes Jahr um mindestens 10 Prozent verbessern werden."

Dr. Bernd Metzner, CFO

Innovation, Exzellenz und Digitalisierung

"Innovationen werden ein maßgeblicher Treiber für unser Wachstum sein.

Wir treiben die Innovation und Digitalisierung voran und führen Gerresheimer ganz klar in eine digitale, vernetzte Welt. Mit unseren innovativen Lösungen und Geschäftsmodellen konzentrieren wir uns auf den Patienten und werden die Wirksamkeit der Therapien erhöhen. Gleichzeitig setzen wir Exzellenz in allen Bereichen des Unternehmens um: bei unseren Prozessen, Produkten und Kundenbeziehungen."

Dr. Lukas Burkhardt, Mitglied des Vorstands

Neues Corporate Design

Neuer Claim

"Unser neues Corporate Design zeigt die neue Gerresheimer, unterstreicht unsere Wachstumsmentalität und festen Willen, durch kontinuierliche Innovationen zu einem besseren Leben beizutragen."

Dietmar Siemssen, CEO

Driven

Uns treibt der Wille an, die passende Lösung zu finden -wir wollen und wir können sie jederzeit liefern.

Involving

Gemeinsam mit unseren Kunden und unserem globalen Team arbeiten wir für die besten Ergebnisse.

Broad-based

Dank dem breitesten Portfolio an Kompetenzen und Produkten und unserer globalen Präsenz finden wir für jeden Kunden die passende Lösung.

Pathbreaking

Führend bei Lösungen für Gesundheit und Wohlbefinden.

Customer in focus

formula 2028

"Unsere Wachstumsformel formula G: Für nachhaltiges, profitables Wachstum."

Dietmar Siemssen, CEO

Die fünf Handlungsfelder Wachstum, Innovation, Exzellenz, Leadership und Nachhaltigkeit bestimmen den Weg.

Neun Megatrends prägen und beeinflussen unsere Märkte und bilden die Grundlage für unser profitables nachhaltiges Wachstum:

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Zunahme chronischer Erkrankungen und alternde Bevölkerung
Schnelles Wachstum im Bereich Generika
Bessere Gesundheitsversorgung in den Schwellenländern
Mehr städtische Bevölkerung und Mittelschicht
Steigende Kosten im Gesundheitswesen und strengere regulatorische Anforderungen
Mehr Biosimilars und Biotech Medikamente
Selbstmedikation und personalisierte Medikation
Impfungen als Wachstumstrend
Nachhaltigkeit

Schon 2019 haben wir, der Vorstand gemeinsam mit der 20-köpfigen Strategiegruppe, einen kontinuierlichen Strategieprozess mit dem Namen "formula G" gestartet. Wir transformieren Gerresheimer zu einem Wachstumsunternehmen, Innovationsführer und Lösungsanbieter. Dabei steht profitables nachhaltiges Wachstum im Mittelpunkt. Dafür haben wir uns ambitionierte mittel- und langfristige Ziele gesetzt. Das Wachstum soll deutlich beschleunigt werden: Von einem niedrigen einstelligen Umsatzplus in der Vergangenheit zu einem mittleren einstelligen Plus in 2021, hin zu einem mittelfristigen Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich für das Kerngeschäft und einer Verbesserung des Ergebnisses je Aktie um mindestens 10 Prozent.

Umsatzwachstum (1) von mittleren einstelligen Wachstumsraten (2) zu hohen einstelligen Wachstumsraten

Wachstum

"Unsere Wachstumstreiber: Hochwertige Lösungen, digitale Anwendungen und weitere globale Expansion."

Dietmar Siemssen, CEO

Die Pharma- und Kosmetikmärkte sind attraktive Märkte mit langfristigen Wachstumsperspektiven. Unser Ziel ist es, durch den Fokus auf hochwertige Lösungen, digitale Anwendungen und wachstumsstarke Regionen stärker zu wachsen als der Markt. Das Jahr 2020 war vom Ausbruch der Covid-19-Pandemie geprägt. Gleichzeitig hat die Pandemie das Bewusstsein und die Bedeutung eines funktionierenden Gesundheitssystems, einer guten Versorgung mit Medikamenten und Medizintechnik und entsprechender Gesundheitsvorsorge gestärkt. Insbesondere Impfungen als eine wichtige Säule der Vermeidung von ansteckenden Krankheiten sind in den Vordergrund gerückt. Bei der Vorbereitung und der Umsetzung der Covid-Impfkampagnen spielen unsere Produkte, insbesondere Impfstofffläschchen aus Borosilikatglas, eine große Rolle. Als einer der größten weltweiten Hersteller dieser Fläschchen mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent liegt hier eine große Verantwortung bei uns, den zusätzlichen Bedarf bereit zu stellen. Dieser Verantwortung stellen wir uns. Wir haben schon 2019 in neue Produktionskapazitäten investiert, haben dies in 2020 fortgesetzt und investieren weiter in 2021. Rund jedes dritte Covid-19-Impfstofffläschchen weltweit wird von uns produziert und zeitgerecht ausgeliefert werden.

Darüber hinaus gibt es eine weiterreichende Dimension: Die Bedeutung von Impfung ist generell gestiegen. Mögliche regelmäßige Covid-Impfungen sind ein Aspekt. In Zukunft werden aber sicher mehr Menschen an allen Arten von Impfungen teilnehmen. Die Bedeutung von Impfstoffen und zu spritzenden Medikamenten wird steigen, mit jährlichen Wachstumsraten von sechs bis zehn Prozent. Mit unseren Produkten für Parenteralia, zu spritzenden Medikamenten, wie vorfüllbaren Spritzen aus Glas und COP, unseren Injektionsfläschchen, zunehmend aus hochqualitativem Gx ® Elite Glass und jetzt auch sterilisiert und abfüllbereit verfügbar (Gx ® RTF Fläschchen), oder auch Fläschchen aus Moulded Glass Typ-I oder II, sind hochwertige Lösungen für diesen wachsenden Markt. Hinzu kommen unsere komplexen Drug-Delivery-Devices wie Pens und Autoinjektoren. Wir bauen die Kapazitäten in all diesen Bereichen weiter aus, erhöhen den Anteil hochwertiger Produkte und Lösungen und bieten somit das breiteste Portfolio an Produkten, Lösungen und Services an.

Viele Medikamente werden heute schon - und in der Zukunft zunehmend - biotechnologisch hergestellt. Die Entwicklung dieser neuen Biotech-Medikamente liegt oftmals in der Verantwortung kleiner und mittlerer Unternehmen, die auf die Entwicklung neuer Wirkstoffe spezialisiert sind. Wir bieten das breiteste Portfolio an Produkten und Services für diese Unternehmen an, um sie aktiv über alle klinischen Phasen der Medikamentenentwicklung zu begleiten. In 2028 werden etwa 50 Prozent aller Injektabilia biotechnologisch hergestellte Medikamente sein.

Ein dritter wichtiger Wachstumstreiber sind unsere Investitionen in neue und zusätzliche Produktionskapazitäten in Regionen wie China, Indien und Nordamerika. Wir bauen unseren globalen Produktions-Footprint kontinuierlich aus, beispielsweise mit einem neuen Werk für Plastic Packaging in China, mit einem zweiten Werk für Plastic Packaging in Indien, mit dem neuen Werk für Drug-Delivery-Devices und Spritzen in Nordmazedonien, einem neuen Produktionsstandort für pharmazeutische Kunststoffverpackungen in den USA und mehr.

Innovation

"Das mittelfristige Ziel ist es, ein Drittel des zukünftigen Umsatzes durch innovative Lösungen zu erwirtschaften."

Dr. Lukas Burkhardt, Mitglied des Vorstands

Die vorhandenen Innovations- und Kompetenzzentren in Europa, Amerika und Asien werden zu einem globalen Netzwerk verbunden und erweitert. Das Produktportfolio wird um hochwertige Lösungen wie innovative Drug-Delivery-Lösungen und Innovationen bei bestehenden Produkten erweitert.

Dabei spielen digitale Lösungen und Geschäftsmodelle eine besondere Rolle. Wir entwickeln in enger Kooperation mit unseren Kunden Produkte und Lösungen, die über die sichere Verpackung und Verabreichung hinaus Daten für den Patienten, das Gesundheitswesen und die Pharmaindustrie liefern, mit denen die Therapie verbessert und Kosten gesenkt werden können. Unsere Innovations- und Kompentenzzentren decken die verschiedensten Schwerpunkte und Regionen ab. Das reicht von den Spritzen-Spezialisten in Bünde, Deutschland, über das technische Kompenzzentrum für Medical Systems in Wackersdorf, Deutschland, weiter nach Olten in der Schweiz, wo Smart Devices und Mikropumpen im Fokus stehen. In den USA stehen in Vineland das Glass Innovation & Technology Center, sowie das Technical Competence Center für Medical Systems in Peachtree City für unsere Innovationskraft auf dem amerikanischen Kontinent. In Asien befindet sich im chinesischen Dongguan unser Technical Competence Center für Medical Systems. Für den ebenfalls wichtigen indischen Markt ist ein Center aktuell in der Planung.

Wenn es um ganz konkrete Produktinnovationen geht, bauen wir bei Gerresheimer auf zwei starke Säulen. Da sind zum einen die bereits bestehenden Produkte, bei denen wir uns mit Innovationen in der Wertschöpfungskette weiter nach oben bewegen. Dazu zählen beispielsweise unsere Gx ® RTF Vials. RTF wie "Ready to fill". Also Fläschchen, die wir dem Kunden bereits gewaschen, sterilisiert und damit abfüllfertig anliefern. Dabei nutzen wir bestehendes Wissen und Fähigkeiten aus dem Spritzenbereich für die Produktion von Fläschchen und Karpulen (Catridges). Mit Gx ® Elite Glass bieten wir den Kunden besonders widerstandsfähige Glasprodukte, die sich durch hohe Resistenzen gegen Glasbruch und Delamination auszeichnen.

Gerresheimer wird smart: Die zweite Säule besteht aus zunehmend connected und digitalen Produkten und Services in unserem Portfolio. In diesen sehen wir großes mittel- bis langfristiges Wachstumspotential. Zudem bieten sie uns die Möglichkeit, in höherwertigen Segmenten zuzulegen. Beispiele sind etwa Inhalatoren, welche die Menge des inhalierten Medikaments und die Wirkung messen und so dem Patienten eine bessere, weil präzisere Therapie ermöglichen. Oder Track & Trace, mit dem wir die Rückverfolgbarkeit der einzelnen Primärverpackungen ermöglichen.

Ein weiteres Highlight in unserem Portfolio sind Drug- Delivery-Lösungen wie Mikropumpen. Diese sind prädestiniert zur genau dosierten Injektion oder Infusion von flüssigen Medikamenten und vielseitig einsetzbar.

Natürlich bieten wir auch unseren Kunden aus der Kosmetikwelt Innovationen. Hier entwickeln wir uns ebenso hin von einem Produkt- zu einem Lösungsanbieter. So verfügen wir über eine Vielzahl an neuen Möglichkeiten zur Dekoration beispielsweise der Parfümflakons. Jedes Jahr entwickeln wir rund 100 neue Glasflakons für die Kosmetikindustrie. Nachhaltigkeit spielt auch hier eine große Rolle: Seit 10 Jahren entwickeln wir als Pionier in diesem Markt hochwertige Kosmetikverpackungen bei zunehmendem Einsatz von Recyclingglas. Dieser liegt nun bei einem außerordentlich hohen Anteil von über 40 Prozent.

Exzellenz

Exzellenz ist die Grundlage und unser Treiber für Wachstum und Erfolg: Exzellente Kundenbeziehungen, Produkte und Prozesse und engagierte Mitarbeiter mit hoher Leidenschaft.

Investoren werden wie Partner behandelt und das Unternehmen handelt nachhaltig, um die Zukunft zu sichern. Die Qualität unserer Produkte, Lösungen und Prozesse wird kontinuierlich gesteigert. Umgekehrt gesprochen: Wir senken die Kosten der Nicht-Qualität in den nächsten Jahren signifikant.

Dabei spielt Digitalisierung eine wichtige Rolle. Höchste Qualität und höhere Produktivität erreichen wir über das Konzept der Smart Factory. Dazu haben wir zahlreiche Initiativen gestartet. Die Grundlage ist der digitale Backbone, mit entsprechenden Systemen wie Manufacturing Execution System (MES), Customer Relationship Management (CRM) und mehr. In der Smart Factory optimieren wir die bestehenden Prozesse mit digitalen Mitteln. Kunden- und Supply-Chain sowie Forecasting werden intelligent integriert. Neben der Operational Excellence spielt auch bei den Customer-Touchpoints die Digitalisierung als Teil der Smart Factory eine wichtige Rolle: Dass wir digital mit den Kunden zusammenarbeiten, also E-Batch Records zur Verfügung stellen, dass wir den Kunden in unsere Produktion reinschauen lassen, dass der Kunde uns in seine Lagerbestände reinschauen lässt und wir passgenau nachliefern können sind nur einige Beispiele.

Kosten der Nicht-Qualität (CNQ)

"Höchste Qualität dank Digitalisierung und Smart Factory."

Dr. Lukas Burkhardt, Mitglied des Vorstands

Höhere Qualität und Produktivität dank Smart Factory:

Unsere Initiativen

Leadership

"Wir fördern unsere Talente."

Dietmar Siemssen, CEO

Unsere Werte

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T R I B E
Teamwork Responsibility Integrity Bold Innovation Excellence

Nur mit engagierten und leidenschaftlichen Mitarbeitern kann unser Unternehmen erfolgreich wachsen.

Deshalb wurde eine Vielzahl von Initiativen angestoßen, um bei allen Mitarbeitern eine Wachstumsmentalität zu verankern. In der Produktion und im täglichen Umgang miteinander bilden die fünf Unternehmenswerte die entscheidenden Eckpunkte: Teamwork, Verantwortung, Integrität, Innovation und Exzellenz.

Wir bilden selber aus, wir bieten duale Studiengänge an und bilden unsere Mitarbeiter auf breiter Basis weiter. Das sind die Grundlagen für den Erfolg unserer Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2020 ist das interne Programm Gerresheimer Talents neu hinzugekommen.

Damit wollen wir interne Talente fördern, ihnen neue Möglichkeiten geben an denen sie wachsen und so noch stärker als bisher unsere nächste Generation an die Besetzung von entscheidenden Führungspositionen heranführen.

Und wir hören auch noch genauer hin, was die Mitarbeiter sagen und wie wir uns als Arbeitgeber verbessern können. Neben der regulären umfangreichen Mitarbeiterbefragung, die wir alle drei Jahre global durchführen, haben wir 2020 erstmalig eine Pulse-Survey, also eine digitale Kurzabfrage bei allen Mitarbeitern weltweit gemacht. Das wiederholen wir jetzt jährlich, um noch schneller und stärker auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter reagieren zu können.

Wachstums-Denken

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Herausforderungen helfen mir zu wachsen
Wir leben unsere Werte
Feedback ist konstruktiv
Ich probiere gerne neue Dinge aus
Misserfolge sind eine Gelegenheit zu wachsen

Nachhaltigkeit

"Wir reduzieren unsere CO 2-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent."

Dr. Bernd Metzner, CFO

Nachhaltigkeit festigt nicht nur unsere Position als Good Corporate Citizen, sondern dient unserem Unternehmen auch als Wachstumshebel und Geschäftschance.

Sie bildet daher einen wesentlichen Bestandteil unserer Strategie. Nachhaltigkeit ist für uns nicht nur ein "Must-have", sondern eine Aufgabe und gleichzeitig ein Wachstumstreiber. Deshalb haben wir uns neun ambitionierte Nachhaltigkeitsziele gesetzt.

Drei davon sind:

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Um die Umwelt zu schützen, wird das Unternehmen die CO 2-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent reduzieren.
Um Ressourcen und Materialien zu sparen, werden bis 2023 und darüber hinaus alle neu entwickelten Produkte den Gerresheimer-Ökodesign-Prinzipien folgen.
Bei den Mitarbeitern sind Gesundheit und Sicherheit ein Kernthema der Nachhaltigkeit, die Unfallhäufigkeit soll bis 2028 um 80 Prozent gesenkt werden.

GxPure

Schutz von Klima und Umwelt

Verringerung der Umweltauswirkungen unserer Produkte und Tätigkeiten in unserer gesamten Wertschöpfungskette:

1. CO 2-Emissionen

-50% bis 2030 Scope-1 und Scope-2 Emissionen in t CO 2e.

2. Erneuerbare Energien

100% bis 2030 erneuerbare Elektrizität.

3. Wasser

100% bis 2030 von Standorten mit hohem Wasserstress zertifiziert.

-10 Prozent bis 2030 Wasserentnahme in m 3 .

GxCircular

Ressourcenschonung durch nachhaltige Produkte, verantwortungsvolle Lieferketten und Kreislaufwirtschaft

Erhalt des Wertes von Ressourcen und Produkten in der Lieferkette:

4. Recycling und Abfall

0% bis 2028 von Industrieabfällen zur Deponierung bei minimaler Verbrennungsrate.

Einbeziehung von Umwelt- und Kreislaufaspekten in unser Produkt- und Prozessdesign:

5. Ökodesign

100% bis 2023 der Neuproduktentwicklungen beziehen Gx Ökodesign-Prinzipien ein.

Sicherstellung von einer sozial und ökologisch verantwortlichen Beschaffung:

6. Nachhaltiges Beschaffungsmanagement (RSCM)

100% bis 2023 der strategischen Lieferanten erkennen die Gx-Prinzipien für RSCM an.

100% bis 2023 der strategischen Lieferanten werden hinsichtlich ökologischer und sozialer Aspekte auditiert.

GxCare

für Menschen sorgen - für unsere Mitarbeiter und unseren Einfluss auf die Gesellschaft

Gewährleistung der Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter:

7. Gesundheit und Arbeitssicherheit

-80% bis 2028 Unfallhäufigkeit mit Ausfalltagen. 100% bis 2023 der Standorte ISO 45001 zertifiziert.

Motivierte und qualifizierte Mitarbeiter anziehen und halten:

8. Mitarbeiterzufriedenheit

Top 25% bis 2028 der besten Arbeitgeber gemessen am Arbeitgeber-Net Promotor Score.

Verbesserung unseres Einflusses auf die Gesellschaft:

9. Gemeinwesen

100% bis 2023 von Standorten mit jährlichem Engagement in ihren lokalen Gemeinschaften.

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2020 intensiv mit der Lage des Unternehmens befasst und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Verpflichtungen wahrgenommen. Zu diesen zählen Beratungen auf der Basis regelmäßiger, zeitnaher und umfassender Informationen durch den Vorstand, die Einbindung des Aufsichtsrats in Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen sowie die notwendige Überwachung der Geschäftsführung.

Der Aufsichtsrat ließ sich eingehend über die wirtschaftliche Entwicklung und die finanzielle Lage des Unternehmens einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance unterrichten. Nach gründlicher Prüfung und Beratung gab er in vier Aufsichtsratssitzungen und dreimal im Rahmen schriftlicher Umlaufbeschlüsse sein Votum zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands ab, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsgemäßen Bestimmungen bzw. den Regelungen der Geschäftsordnung erforderlich war. Darüber hinaus stand der Vorsitzende des Aufsichtsrats in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand und hier insbesondere mit dessen Vorsitzenden. Dieser unterrichtete den Aufsichtsratsvorsitzenden laufend und zeitnah über wichtige Entwicklungen und anstehende Entscheidungen.

PERSONELLE VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT UND VORSTAND

Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2020 Dr. Axel Herberg als Vorsitzender, Francesco Grioli als stellvertretender Vorsitzender, Andrea Abt, Heike Arndt, Dr. Karin Dorrepaal, Franz Hartinger, Dr. Peter Noé, Markus Rocholz, Paul Schilling, Katja Schnitzler, Theodor Stuth und Udo J. Vetter an.

Der Vorstand der Gesellschaft bestand im gesamten Geschäftsjahr 2020 aus Dietmar Siemssen als Vorsitzenden, Dr. Lukas Burkhardt und Dr. Bernd Metzner.

SITZUNGEN UND BESCHLÜSSE DES AUFSICHTSRATS

Im Berichtsjahr fanden vier Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Gegenstand regelmäßiger Beratungen im Aufsichtsratsplenum waren die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des gesamten Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche. Zusätzlich fasste der Aufsichtsrat drei Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren.

In der Aufsichtsratssitzung am 18. Februar 2020 wurden der Jahresabschluss und der Lagebericht der Gerresheimer AG sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2019, der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie der Bericht des Aufsichtsrats gebilligt. Der Jahresabschluss war damit festgestellt. Dr. Lukas Burkhardt wurde für weitere fünf Jahre zum Vorstandsmitglied wiederbestellt. In dieser Sitzung verabschiedete der Aufsichtsrat zudem seine Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung am 24. Juni 2020.

Gegenstand des schriftlichen Umlaufbeschlusses des Aufsichtsrats vom 17. April 2020 waren die Zustimmungen zum Abschluss eines Ergebnisabführungsvertrags zur Bildung einer durchgängigen Organschaft in Deutschland, zu verschiedenen Kapitalmaßnahmen bei indischen Tochtergesellschaften sowie zur Durchführung einer virtuellen Hauptversammlung am 24. Juni 2020.

In seiner Sitzung am 24. Juni 2020 diskutierte der Aufsichtsrat die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das Unternehmen und stimmte einigen neuen Investitionsvorhaben in Indien zu.

Mit schriftlichem Umlaufbeschluss vom 12. August 2020 stimmte der Aufsichtsrat einer Emission von Schuldscheindarlehen zur Refinanzierung fälliger Schuldscheindarlehen zu.

Gegenstand der Sitzung des Aufsichtsrats vom 3. September 2020 war die intensive Befassung mit der vom Vorstand erarbeiteten Unternehmensstrategie. Außerdem beschäftigte sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit der jährlichen Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, Änderungen der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat und der Geschäftsordnung für den Vorstand, der Beauftragung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2020 sowie der Beauftragung der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Überprüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2020.

Durch schriftlichen Umlaufbeschluss vom 23. September 2020 stimmte der Aufsichtsrat einer Erhöhung der Emission von Schuldscheindarlehen zu.

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Aufsichtsratssitzung vom 19. November 2020 bildeten die Zustimmung zum Budget für das Geschäftsjahr 2021 und die mittelfristige Planung des Konzerns.

Sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen im Geschäftsjahr 2020 an allen Sitzungen des Aufsichtsrats und an den schriftlichen Umlaufbeschlüssen teil.

SITZUNGEN UND BESCHLÜSSE DER AUSSCHÜSSE

Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat vier Ausschüsse gebildet: Den Vermittlungsausschuss nach § 27 Absatz 3 MitbestG, den Präsidialausschuss, den Prüfungsausschuss und den Nominierungsausschuss. Diese Ausschüsse bereiten Themen zur Beschlussfassung im Plenum des Aufsichtsrats vor und sind in bestimmten Fällen auch selbst entscheidungsbefugt. Der Vermittlungsausschuss und der Präsidialausschuss bestehen aus jeweils zwei Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer. Der Prüfungsausschuss ist ebenfalls paritätisch besetzt und besteht aus sechs Mitgliedern. Der Nominierungsausschuss hat drei Mitglieder und ist ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt.

Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Entscheidungen über die Vorstandsvergütung. Anstelle des Aufsichtsrats entscheidet der Präsidialausschuss unter anderem über Abschluss, Änderung und Beendigung der Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder, soweit es nicht um Vergütungsfragen geht, die dem Aufsichtsratsplenum vorbehalten sind. Der Präsidialausschuss tagte im Berichtsjahr am 17. November 2020 und anschließend in Sitzungen am 15. Januar 2021 und 5. Februar 2021. Gegenstand der Beratungen und Beschlüsse waren Personalangelegenheiten und die Überarbeitung des Vorstandsvergütungssystems.

Zu den Aufgaben des Prüfungsausschusses zählen insbesondere die Vorbereitung der Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses sowie die Erörterung der Quartalsfinanzberichte und des Halbjahresfinanzberichts. Ferner befasst sich der Prüfungsausschuss mit der Prüfung der Rechnungslegung und der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems sowie der Compliance. Zudem obliegt dem Prüfungsausschuss die Zustimmung zur Vergabe von Nichtprüfungsleistungen an den Abschlussprüfer. Der Prüfungsausschuss tagte in vier Sitzungen am 17. Februar 2020, 8. April 2020, 13. Juli 2020 und 12. Oktober 2020. Schwerpunkte der Beratungen waren die Berichte über die Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2019 sowie die Quartalsfinanzberichte und der Halbjahresfinanzbericht 2020. Ferner befasste sich der Prüfungsausschuss mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung und der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020 sowie der Festlegung und Überwachung des Prüfungsablaufs und der Prüfungsschwerpunkte einschließlich der Vereinbarung des Prüfungshonorars. Weiterer Gegenstand der Beratungen waren die Wirksamkeit des internen Revisionssystems, die Risikoberichterstattung an den Prüfungsausschuss, insbesondere eine finanzwirtschaftliche Risikoeinschätzung infolge der Covid-19-Pandemie, beabsichtigte Kapitalmaßnahmen bei indischen Tochtergesellschaften und die Compliance im Unternehmen.

Der Nominierungsausschuss empfiehlt dem Aufsichtsrat für dessen Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Besetzung der Aufsichtsratsmandate als Vertreter der Anteilseigner. Hierbei berücksichtigt der Nominierungsausschuss auch die Unabhängigkeit der Kandidaten von der Gesellschaft, vom Vorstand und von einem kontrollierenden Aktionär. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Nominierungsausschuss nicht getagt.

Der Vermittlungsausschuss hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls nicht getagt.

Im Geschäftsjahr 2020 haben alle Ausschussmitglieder an allen Sitzungen der Aufsichtsratsausschüsse teilgenommen.

CORPORATE GOVERNANCE

Der Aufsichtsrat hat die Weiterentwicklung der Corporate Governance Standards fortlaufend beobachtet. Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft berichten über die Corporate Governance des Gerresheimer Konzerns in der Erklärung zur Unternehmensführung als Teil des zusammengefassten Lageberichts. Vorstand und Aufsichtsrat haben am 3. September 2020 die jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

INTERESSENKONFLIKTE

Gemäß Empfehlung E.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 sollen Aufsichtsratsmitglieder Interessenkonflikte dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats offenlegen. Im Berichtsjahr 2020 sind keine Interessenkonflikte aufgetreten.

JAHRESABSCHLUSS UND KONZERNABSCHLUSS 2020

Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht der Gerresheimer AG und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020 geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht der Gerresheimer AG und des Konzerns, der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2020 lagen dem Aufsichtsrat zur Prüfung vor. Der Prüfungsausschuss hat die Dokumente in seiner Sitzung am 16. Februar 2021 im Detail erörtert und geprüft sowie Beschlussempfehlungen an den Aufsichtsrat ausgesprochen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht der Gerresheimer AG und des Konzerns, den Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie die hierzu erstatteten Prüfungsberichte des Abschlussprüfers in der Aufsichtsratssitzung am 17. Februar 2021 geprüft. Der Abschlussprüfer war bei der jeweiligen Sitzung des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats anwesend und berichtete über den Verlauf und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er stand für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und nach eigener Prüfung schließt sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an und erklärt, dass keine Einwendungen zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat zugestimmt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gerresheimer Konzerns für ihren Beitrag zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Gerresheimer Konzerns im Geschäftsjahr 2020.

Düsseldorf, den 17. Februar 2021

Dr. Axel Herberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Gerresheimer am Kapitalmarkt

DAS BÖRSENJAHR 2020

Das Börsenjahr 2020 war geprägt von hoher Volatilität, die insbesondere durch die Covid-19-Pandemie getrieben wurde. Zu Jahresbeginn tendierten die Märkte positiv und der deutsche Aktienindex (DAX), den wir als Leitindex heranziehen, markierte ein neues Allzeithoch am 19. Februar 2020 bei 13.795 Punkten. Danach traf die Covid-19-Pandemie die globalen Finanzmärkte mit voller Wucht: Am 16. März markierte der DAX sein Jahrestief bei 8.256 Punkten. Dies entspricht einem Rückgang von -40 % innerhalb von nur vier Wochen. Der sich anschließende konjunkturelle Einbruch im zweiten Quartal war in seinem Ausmaß historisch: Der Wirtschaftsabschwung war doppelt stark wie in der Finanzkrise und erfolgte in deutlich kürzerem Zeitabschnitt. Zum Ende des dritten Quartals konnten jedoch die Kursverluste teilweise wieder aufgeholt werden. Eine stärker als erwartete konjunkturelle Erholung in den wärmeren Sommermonaten wurde zusätzlich durch geld- und fiskalpolitische Hilfsmaßnahmen gestützt. Erste Meldungen über kurzfristig verfügbare Impfstoffe Mitte November konnten den DAX zusätzlich beflügeln. Am Ende des Geschäftsjahres überwand der DAX sogar den Vorjahresschlusskurs um +0,3 % und erreichte 13.291 Punkte (Stand 30. November 2020).

GERRESHEIMER-AKTIE

Zu Beginn des Berichtszeitraumes lag die Gerresheimer-Aktie bei knapp 67 Euro und entwickelte sich analog zum Vergleichsindex MDAX. Im März folgte aufgrund der globalen Covid-19-Pandemie zunächst ein deutlicher Kursrückgang. Am 19. März 2020 markierte die Gerresheimer-Aktie ihren Tiefstkurs bei 53,00 Euro. Aufgrund der starken operativen Entwicklung unseres Unternehmens und auch aufgrund der hohen Bedeutung unseres Geschäfts in der Covid-19-Pandemie erholte sich die Aktie jedoch deutlich und stärker als der MDAX. Am 16. November erreichte die Aktie ihren Höchststand von 101,60 Euro auf Basis des Schlusskurses. Der Kursgewinn seit dem Tief lag damit bei 92 % - der Vergleichsindex MDAX erreichte in diesem Zeitraum einen Zuwachs von 60 %. Zuletzt notierte die Aktie bei 97,70 Euro (Xetra-Schlusskurs vom 30. November 2020).

Die Aktie der Gerresheimer AG im indexierten Vergleich zum MDAX

DIE MEHRHEIT DER BANKANALYSTEN EMPFIEHLT WEITERHIN, DIE AKTIE ZU KAUFEN ODER ZU HALTEN

Per 30. November 2020 veröffentlichen 15 Bankanalysten regelmäßig Analystenstudien, sogenannte Researchs, zur Entwicklung der Gerresheimer AG, verbunden mit Investment-Empfehlungen. Sechs Analysten sprachen eine Kauf- und fünf Analysten eine Halteempfehlung aus. Zum Verkauf rieten lediglich drei Analysten. Das durchschnittliche Kursziel betrug zum 30. November 2020 92,37 Euro. Zum Geschäftsjahresende und damit zum 30. November 2019 lag das durchschnittliche Kursziel noch bei 72,21 Euro. Die folgenden Grafiken geben einen Überblick über die zum 30. November 2020 berichtenden Bankhäuser sowie deren Empfehlungen:

Research zur Aktie

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Berenberg Equi.TS Kepler Cheuvreux
Commerzbank Goldman Sachs LBBW
Credit Suisse Hauck & Aufhäuser Mainfirst
Deutsche Bank Independent Metzler
DZ Bank J.P. Morgan Pareto

Die Empfehlungen der Analysten im Überblick

Stand: 30. November 2020

Anzahl (Vorjahreswerte)

VIRTUELLE HAUPTVERSAMMLUNG 2020;

DIVIDENDE STEIGT AUF 1,20 EURO JE AKTIE

Auf der Grundlage des Covid-19 Folgenabmilderungsgesetzes vom 27. März 2020 fand die diesjährige Hauptversammlung mit Zustimmung des Aufsichtsrats als virtuelle Hauptversammlung ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten statt. Auf der Hauptversammlung am 24. Juni 2020 wurde die Ausschüttung der Dividende in Höhe von 1,20 Euro je Aktie (Vorjahr: 1,15 Euro je Aktie) beschlossen. Dies entspricht einer Erhöhung um 4,3 % je dividendenberechtigter Stückaktie und stellt die neunte Dividendenerhöhung in Folge dar. Bei der Hauptversammlung waren 86,0 % des Grundkapitals vertreten. Die Aktionäre stimmten allen Beschlussvorlagen mit großer Mehrheit zu.

Für das Geschäftsjahr 2020 werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorschlagen, eine Dividende in Höhe von 1,20 Euro je Aktie auszuschütten.

Alle wesentlichen Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung sind unter www.gerresheimer.com/​investor-relations/​ hauptversammlung verfügbar.

Kennzahlen zur Aktie

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2020 2019
Anzahl der Aktien zum Stichtag in Mio. Stück 31,4 31,4
Aktienkurs 1) zum Stichtag in Euro 97,70 66,75
Marktkapitalisierung zum Stichtag in Mio. Euro 3.068 2.096
Höchstkurs 1) im Berichtszeitraum in Euro 101,60 74,00
Tiefstkurs 1) im Berichtszeitraum in Euro 53,00 51,80
Ergebnis je Aktie in Euro 2,82 2,57
Dividende je Aktie in Euro 1,25 2) 1,20

1) Xetra-Tagesschlusskurs.

2) Gewinnverwendungsvorschlag.

Stammdaten der Aktie

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ISIN DE000A0LD6E6
WKN A0LD6E
Kürzel Bloomberg GXI
Kürzel Reuters GXIG.DE
Mitgliedschaft der Aktie in Börsenindizes MDAX, CDAX, HDAX, STOXX 600, Prime All Share, Classic All Share, MSCI ESG Universal Indexes sowie weitere Sektor- und Größenindizes
Börsenplätze Berlin, Düsseldorf, Frankfurt (Xetra und Parkett), Hamburg, Hannover, München, Stuttgart, Tradegate Exchange

LANGFRISTIG WACHSTUMSORIENTIERTE INVESTOREN DOMINIEREN WEITERHIN DEUTLICH INNERHALB DER UNVERÄNDERT STABILEN AKTIONÄRSSTRUKTUR

Auf Basis der verfügbaren Quellen zeigt unsere Aktionärsstruktur weiterhin eine stabile internationale Verteilung unseres Grundkapitals. Den größten Teil am Grundkapital hielten am 30. November 2020, bezogen auf unsere TOP-25-Investoren, mit rund 39 % nordamerikanische Investoren, mit rund 23 % niederländische Investoren, gefolgt von rund 19 % britischen Anlegern. Der Anteil deutscher Aktionäre betrug rund 5 %. Die Höhe des Streubesitzes, der sogenannte Free Float, lag zum 30. November 2019 bei 89,95 %. Bezogen auf unsere TOP-25-Aktionäre dominieren langfristig wachstumsorientierte Investoren, die sogenannten Growth-Investoren, deutlich unverändert nach Investorentyp, gefolgt von werteorientierten Investoren, den sogenannten Value-Investoren.

Nach den uns vorliegenden Mitteilungen sind folgende Großaktionäre mit einem Anteil von mehr als 5 % an der Gerresheimer AG gemäß WpHG beteiligt:

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Gesellschaft Anteil

in %
Meldedatum
NN Group N.V. 10,05 18. Februar 2019
Stichting Pensioenfonds ABP 5,10 30. Juli 2015

Alle Stimmrechtsmitteilungen können unter www.gerresheimer.com/​investor-relations/​corporate-governance/​stimmrechts-mitteilungen auf unserer Internetseite eingesehen werden.

Aktionärsstruktur der Top-25-Investoren nach Regionen

in % (Vorjahreswerte)

Aktionärsstruktur der Top-25-Investoren nach Anlagestil

in % (Vorjahreswerte)

INVESTOR RELATIONS IM DIALOG MIT DEM KAPITALMARKT - IN DIESEM JAHR VIRTUELL

Institutionelle Investoren und Analysten nutzten auch im vergangenen Jahr zahlreich die Möglichkeit eines persönlichen Dialogs mit dem Vorstand und dem Investor Relations Team, um unser Unternehmen kennenzulernen. In diesem Geschäftsjahr fanden die Gespräche jedoch aufgrund der Covid-19-Pandemie überwiegend virtuell statt. Wir nutzen die Gelegenheit, virtuell deutlich mehr Investoren rund um die Welt zu erreichen. Damit adressierten wir nationale und internationalen Finanzzentren, wie z.B. Frankfurt, London, Paris und New York und Tokio mehrfach im Rahmen von Roadshows und Investorenkonferenzen. Zudem standen wir den Kapitalmarktteilnehmern in einer Vielzahl von individuellen Telefongesprächen zur Verfügung, denn der persönliche Kontakt zu all unseren Investoren ist uns besonders wichtig - auch während Covid-19. Gleichzeitig freuen wir uns jedoch sehr, bald wieder im Rahmen persönlicher Treffen in den Dialog zu treten.

Unsere Berichte, Webcasts und Präsentationen können auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/​investor-relations/​berichte bzw. www.gerresheimer.com/​investor-relations/​praesentationen eingesehen werden.

Im Sinne unserer Unternehmensphilosophie werden wir den kontinuierlichen, verlässlichen und transparenten Dialog mit dem Kapitalmarkt auch im kommenden Geschäftsjahr fortführen.

Unseren Finanzkalender sowie eine Übersicht von Veranstaltungen, auf denen wir unser Unternehmen präsentieren werden, finden Sie auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/​investor-relations/​termine.

Finanzkalender

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08.04.2021 Veröffentlichung 1. Quartal 2021
09.06.2021 Hauptversammlung 2021
13.07.2021 Veröffentlichung 2. Quartal 2021
12.10.2021 Veröffentlichung 3. Quartal 2021

Zusammengefasster Lagebericht

GRUNDLAGEN DES KONZERNS

VORBEMERKUNGEN

Der vorliegende Lagebericht fasst den Lagebericht des Gerresheimer Konzerns und den Lagebericht der Gerresheimer AG zusammen. Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich die nachfolgenden Aussagen auf den Gerresheimer Konzern. Informationen zur Entwicklung der Gerresheimer AG sind im Kapitel "Geschäftsentwicklung der Gerresheimer AG" enthalten.

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Der Gerresheimer Konzern ist ein weltweit führender Anbieter hochwertiger Primärverpackungen, Drug-Delivery-Devices und -Solutions für die internationale Pharma-, Healthcare- und Kosmetikindustrie.

Der Konzern umfasst die Gerresheimer AG, eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach deutschem Recht, mit Sitz in Düsseldorf (Deutschland), die als Mutterunternehmen die von ihr direkt und indirekt gehaltenen Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen steuert. Zum 30. November 2020 beschäftigte der Konzern rund 10.000 Mitarbeiter (aus Gründen der Lesbarkeit wird die männliche Form verwendet, sie steht stellvertretend für Personen jeglichen Geschlechts). Die Standorte des Gerresheimer Konzerns sind der Anteilsbesitzliste, die Teil des Konzernanhangs ist, zu entnehmen.

GESCHÄFTSBEREICHE

Der Gerresheimer Konzern umfasst die beiden Kernbereiche Plastics & Devices und Primary Packaging Glass sowie den Geschäftsbereich Advanced Technologies. Die Geschäftsbereiche werden nach den spezifischen Herstellungstechnologien und Materialien, die für die jeweiligen Produkte verwendet werden, unterschieden. Die einzelnen Bereiche werden nachfolgend kurz erläutert. Weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen sind in den Segmentinformationen des Konzernanhangs enthalten.

Plastics & Devices umfasst komplexe kundenspezifische Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten sowie Systemverpackungen für flüssige und feste Medikamente und Serviceleistungen.

Unseren Kunden aus der Pharmaindustrie, der Diagnostik und der Medizintechnik bieten wir im Rahmen individueller Projektgeschäfte kundenspezifische medizinische Kunststoffsysteme und Serviceleistungen entlang ihrer Wertschöpfungskette an. Das Produktspektrum reicht von Inhalatoren für die gezielte Behandlung von Atemwegserkrankungen über Insulin-Pen-Systeme für Diabetiker, Autoinjektoren und vorfüllbare Spritzen bis hin zu unterschiedlichsten Diagnostiksystemen.

Zu unserer breiten Palette hochwertiger Primärverpackungen aus Kunststoff für Arzneimittel zählen Applikations- und Dosiersysteme wie Flaschen für Augentropfen oder Nasensprays, Spezialbehälter für Tabletten und Pulver sowie multifunktionale Verschlusssysteme mit Originalitätssicherungen, kindersicheren und seniorengerechten Applikationen und integrierten Feuchtigkeitsabsorbern.

In den USA ist der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente von dem sogenannten "pour-and-count"-System geprägt. Die in der Verschreibung genannte Menge der oral einzunehmenden Medikamente wird speziell für den einzelnen Patienten in den Apotheken in den von Gerresheimer hergestellten und ausgelieferten Kunststoffverpackungen abgefüllt. Zu unseren Kunden für diese speziellen Kunststoffbehälter zählen landesweite und regionale Apothekenketten, Supermärkte und Großhändler.

Primary Packaging Glass produziert Primärverpackungen aus Glas für die pharmazeutische und die Kosmetikindustrie sowie spezielle kleinvolumige Gläser für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie.

Für die pharmazeutische Industrie bieten wir eine breite Palette an Weiß- und Braungläsern an. Unsere Produktpalette umfasst neben Infusions-, Tropf- und Sirupflaschen auch hochwertige Spezialprodukte wie Injektionsfläschchen, Ampullen und Karpulen, die aus Borosilikatglas-Röhren hergestellt werden.

Unser Produktportfolio für die Kosmetikindustrie enthält qualitativ hochwertige Glasverpackungen aus Klar-, Farb- oder Opalglas für Parfüms, Deodorants, Hautpflege- oder Wellnessprodukte. Hierfür verfügen wir über vielfältige Technologien zur Form- und Farbgebung, zum Bedrucken sowie zur exklusiven Veredelung.

Für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie bieten wir sowohl standardisierte als auch kundenspezifische kleinvolumige Fläschchen und Gläser an, die unter anderem für flüssige Nahrungsmittel, Gewürze oder Spirituosen genutzt werden.

Advanced Technologies ist unser Innovations-Center und Hub für intelligente Devices. Der Geschäftsbereich entwickelt für Pharma- und Biotechunternehmen intelligente Systeme zur Verabreichung von Arzneimitteln. Aktuell umfasst das Portfolio patentierte Mikropumpen, etwa für die Selbstbehandlung bei Parkinson oder Herzinsuffizienz. Neben der kontinuierlichen Evaluierung weiterer Projekte für die Entwicklung intelligenter Produkte erfolgt darüber hinaus aktuell die Entwicklung einer Plattform zur genauen Inhalationsmessung.

STRATEGIE UND ZIELE

MEGATRENDS

Neun Megatrends im Gesundheits- und Pharmamarkt werden die Wachstumsmöglichkeiten der nächsten Jahre in unseren Märkten maßgeblich bestimmen.

Zunahme chronischer Erkrankungen und alternde Bevölkerung

Die Verbreitung chronischer Krankheiten nimmt zu. Zu den chronischen Krankheiten mit der größten weltweiten Verbreitung gehören Herzkrankheiten, Krebs, chronische Atemwegserkrankungen und Diabetes. Darüber hinaus steigt in vielen Teilen der Erde der relative Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung und damit der potenzielle Bedarf an medizinischer Versorgung.

Schnelles Wachstum im Bereich Generika

Viele Medikamente werden nach Ablauf des Patentschutzes für Patienten preislich erschwinglich. Deshalb spielen Generika eine große Rolle in allen Gesundheitsmärkten. Insbesondere in den Schwellenländern 1 werden in den nächsten Jahren höhere Stückzahlen an Generika-Medikamenten verkauft werden. Aber auch in den traditionellen, entwickelten Märkten sorgen sowohl Zulassungs- und Prüfbehörden als auch die Krankenversicherungen dafür, dass Generika zugelassen und vermehrt verschrieben werden. Wenn dementsprechend die Zahl der verkauften Medikamente steigt, wird auch die Nachfrage nach pharmazeutischen Primärverpackungen zunehmen.

Bessere Gesundheitsversorgung in den Schwellenländern

In den Schwellenländern bekommen immer mehr Menschen Zugang zur Gesundheitsversorgung und zu Medikamenten. Zu den wichtigsten Märkten gehört China, gefolgt von Indien und Brasilien. Aber auch die Märkte in Südostasien spielen eine zunehmende Rolle, denn auch dort erhalten immer mehr Menschen Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Mehr städtische Bevölkerung und Mittelschicht

Gerade in den Schwellenländern nimmt der Anteil der in großen Städten lebenden Bevölkerung zu. Damit einhergehend bekommen viele Menschen mehr und besseren Zugang zu Gesundheitssystemen und Versorgung mit Medikamenten. Auch die wachsende Mittelschicht in vielen dieser Länder hat eine größere Kaufkraft und verwendet diese Mittel für Gesundheitsversorgung und Medikamente oder sichert sich entsprechenden Krankenversicherungsschutz.

Steigende Kosten im Gesundheitswesen und strengere regulatorische Anforderungen

In allen Gesundheitssystemen besteht ein kontinuierlicher Kostendruck, auch für Medikamente und die Effektivität der Medikamenteneinnahme. Mit intelligenten Lösungen können pharmazeutische Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systeme zu mehr Medikamenten-Compliance, besserer Therapie und zielgenauerem Einsatz von Medikamenten beitragen und so einen wesentlichen Beitrag zur Kostensenkung leisten. Dabei wird die Bereitstellung von Daten zur Medikamentenverabreichung und Wirksamkeit eine entscheidende Rolle spielen. Dementsprechend werden intelligente Drug-Delivery-Devices und Primärverpackungen zur Erfassung, Bereitstellung und Übermittlung solcher Daten weiterentwickelt.

Die qualitativen Anforderungen der Gesundheitsbehörden, insbesondere der amerikanischen Gesundheitsbehörde (FDA), steigen weiter. Die Auflagen betreffen nicht allein die Wirkstoffe, sondern genauso die Verpackung für die Medikamente. Die Primärverpackung muss die Medikamente schützen und erhalten sowie verhindern, dass das Medikament seine Wirksamkeit verliert oder verändert. Aus diesem Grund erteilen die Gesundheitsbehörden die Zulassung für ein neues Medikament nur in Verbindung mit der Zulassung für die dazugehörige Primärverpackung.

Mehr Biosimilars und Biotech-Medikamente

Neue Wirkstoffe stellen regelmäßig neue Anforderungen an die Verpackung. Gerade die neuen Biotech-Medikamente, die meistens parenteral zur Krebsbehandlung und für viele andere Therapien eingesetzt werden, erfordern innovative Lösungen bei der Primärverpackung und dem Drug-Delivery-System. Festzustellen ist außerdem eine steigende Bedeutung von biologisch hergestellten großen Molekülen in den Wirkstoffen.

Selbstmedikation und personalisierte Medikation

Wenn Patienten sich selbst medikamentös versorgen wollen oder müssen, sind dazu zuverlässige und einfache Lösungen erforderlich. Pharmazeutische Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices sollen die Einnahme des Medikaments erleichtern und helfen, Medikationsfehler zu vermeiden. Sie ermöglichen den Patienten ein flexibleres und angenehmeres Leben. Der Trend zu personalisierter Medikation erhöht die Anforderungen an maßgeschneiderte pharmazeutische Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices ebenso wie die Bedeutung von entsprechender Diagnostik.

Impfungen als Wachstumstrend

Der Ausbruch und die Bekämpfung der weltweiten Covid-19-Pandemie haben die Bedeutung von Impfungen deutlich gemacht und zu einer höheren Sensibilisierung der Bevölkerung geführt. Nicht nur Impfungen gegen Covid-19 werden zukünftig eine große Rolle spielen, sondern Impfungen gegen viele andere Krankheiten werden generell einen hohen Stellenwert haben.

1 Zur Definition der Schwellenländer verweisen wir auf die Ausführungen im Kapitel "Umsatz und Adjusted EBITDA".

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit gewinnt in vielen Lebensbereichen und Branchen zunehmend an Bedeutung. Auch im Gesundheitswesen und bei der Herstellung und Verpackung von Medikamenten und Kosmetikprodukten ist das der Fall. Die nachhaltige Herstellung von Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices mit geringstmöglichem Energie- und Materialeinsatz, der Einsatz von recycelten Rohstoffen sowie die Betrachtung des kompletten Lebenszyklus des Produktes sind wichtige Faktoren. Dabei bieten innovative, nachhaltige Ansätze signifikante Wachstumsmöglichkeiten.

VISION, MISSION UND WERTE

Die Vision beschreibt das Ziel, nach dem wir streben. Die Mission beschreibt, wie wir die Vision erreichen wollen. Wie wir wiederum im Alltag handeln und arbeiten wollen, wird durch unsere fünf Unternehmenswerte festgelegt.

Unsere Vision

Leading in Health and Well-Being Delivery Solutions

Unsere Mission

Innovate and deliver for a better life every day

Unsere Werte

Teamwork

Wir sind überzeugt, dass die Zusammenarbeit in globalen Teams entscheidend für das Erreichen unserer anspruchsvollen Ziele ist.

Responsibility/​Verantwortung

Wir handeln als Unternehmer und halten unsere Versprechen ein.

Integrität

Wir sind überzeugt, dass wir jederzeit mit Ehrlichkeit, Offenheit, Vertrauen, Respekt und Verlässlichkeit handeln sollten.

Bold Innovation/​Mutige Innovationen

Wir sind überzeugt, dass Innovationen entscheidend für unseren zukünftigen Erfolg sind.

Exzellenz

Wir sind überzeugt, dass wir jederzeit Höchstleistungen anstreben sollten.

PROFITABLES NACHHALTIGES WACHSTUM

2019 hat der Vorstand gemeinsam mit einer 20-köpfigen Strategiegruppe des obersten Führungskreises einen kontinuierlichen Strategieprozess unter dem Titel "formula G" gestartet. Ziel der Strategie ist es, Gerresheimer in einen Wachstumswert als Innovationsführer und Lösungsanbieter zu transformieren. Finanzwirtschaftliche Zielsetzung ist profitables nachhaltiges Wachstum. Dafür wurden im Rahmen des Strategieprozesses "formula G" ambitionierte mittel- und langfristige Ziele gesetzt.

Folgende fünf Handlungsfelder spielen bei der Umsetzung der Wachstumsstrategie eine entscheidende Rolle:

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Wachstum
Innovation
Exzellenz
Leadership
Nachhaltigkeit

In einem kontinuierlichen Prozess werden zur Erreichung der kurz- und mittelfristigen Ziele Maßnahmen und Projekte entwickelt und umgesetzt, die auf diesen fünf Handlungsfeldern beruhen. In den Jahren 2019 und 2020 wurde der neue Strategieprozess weltweit im Gerresheimer Konzern kommuniziert, und es wurden Maßnahmen für alle Ebenen abgeleitet. Projekte in den Werken, Regionen und Geschäftsfeldern tragen zur Erreichung der Ziele und zur Umsetzung der Maßnahmen bei. Parallel arbeitet der Vorstand gemeinsam mit der Strategiegruppe kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Strategie, der Ziele und Maßnahmen und wird notwendige Anpassungen auch in den nächsten Jahren vornehmen. Es wird deutlich, dass wir unsere Strategie leben und alle Mitarbeiter zur Erreichung unserer strategischen Ziele beitragen.

Jährlich leiten sich aus dem Budgetprozess die konkreten Prognosen für das kommende Geschäftsjahr und für den mittelfristigen Ausblick ab (siehe Kapitel "Prognosebericht").

FINANZIELLES STEUERUNGSSYSTEM

Unser unternehmerisches Handeln ist auf profitables nachhaltiges Wachstum und globale Marktführerschaft in den Kernbereichen Plastics & Devices sowie Primary Packaging Glass ausgerichtet. Daraus leiten sich für die Steuerung des Gerresheimer Konzerns die folgenden bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren ab: Umsatzerlöse, Adjusted EBITDA sowie die Investitionen. Die Leistungsindikatoren werden im Folgenden näher erläutert.

UMSATZERLÖSE

Das Wachstum messen wir anhand der organischen Umsatzveränderung des Gerresheimer Konzerns und seiner Geschäftsbereiche. Es zeigt die Entwicklung in unserem Geschäft ohne Währungsumrechnungseffekte und ohne Portfolioeffekte. Ein Portfolioeffekt entsteht im Fall einer Akquisition oder Desinvestition und wird als Veränderung jener Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich berechnet, die dem erworbenen oder abgegangenen Geschäft zurechenbar sind.

ADJUSTED EBITDA

Unsere Profitabilität messen wir anhand des Adjusted EBITDA sowie der Adjusted EBITDA-Marge. Die Marge ist definiert als Adjusted EBITDA geteilt durch die Umsatzerlöse. Dieses setzt sich aus dem Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen, Abschreibungen, Wertminderungen, Restrukturierungsaufwand sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen zusammen.

Unter den einmaligen Aufwendungen und Erträgen erfassen wir beispielsweise Abfindungen für den Vorstand, die Kosten für Refinanzierungen und Rechtsstreitigkeiten sowie die Ergebnisse aus Betriebsprüfungen.

RETURN ON CAPITAL EMPLOYED

Zur Steuerung des effizienten Einsatzes unserer Ressourcen verwenden wir die Kapitalrendite Gx ROCE (Return on Capital Employed) als zentrale Messgröße für die Kapitaleffizienz. Zur Ermittlung des ROCE wird das Adjusted EBITA durch den durchschnittlichen Kapitaleinsatz geteilt. Der Kapitaleinsatz errechnet sich aus dem Eigenkapital zuzüglich verzinslichem Fremdkapital, abzüglich liquider Mittel bzw. alternativ berechnet als Bilanzsumme abzüglich unverzinslicher Verbindlichkeiten und liquider Mittel. Der Durchschnitt errechnet sich aus den jeweiligen Stichtagswerten des aktuellen Berichtszeitraums und des Vorjahres.

INVESTITIONEN

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für profitables Wachstum sind die Investitionen. Als Messgröße für die Steuerung verwenden wir den prozentualen Anteil der Investitionen an den Umsatzerlösen. Wir bewerten jedes Projekt nach den gleichen Zielparametern. Dabei spielen die Berechnung gemäß Discounted Cashflow, also den diskontierten Einnahmenüberschüssen, sowie die Payback-Periode, also die Amortisationsdauer, eine wesentliche Rolle. Erweiterungs- und Rationalisierungsprojekte sollten dabei eine Mindestverzinsung nach Steuern von 15 % bei einer Payback-Periode von höchstens vier Jahren erzielen. Bei strategischen Projekten sollte die Payback-Periode im Regelfall siebeneinhalb Jahre nicht übersteigen. Mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2021 zählt die Kennzahl "Investitionen" zu den wichtigen, aber nicht mehr zu den bedeutsamsten Leistungsindikatoren. Ab dem Geschäftsjahr 2021 zählt stattdessen das bereinigte Ergebnis je Aktie zu den bedeutsamsten Leistungsindikatoren.

NET WORKING CAPITAL

Eine weitere Messgröße zur Steuerung ist das durchschnittliche Net Working Capital im Verhältnis zu den Umsatzerlösen. Das durchschnittliche Net Working Capital ermittelt sich als gleichgewichteter Durchschnitt über das jeweilige Net Working Capital zum Monatsende der letzten zwölf Monate im Vergleich zu den Umsatzerlösen der jeweils vorausgehenden zwölf Monate. Das Net Working Capital berechnet sich wie folgt:

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Vorräte
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
+ Vertragsvermögenswerte
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
- Vertragsverbindlichkeiten
\= Net Working Capital

BEREINIGTES ERGEBNIS JE AKTIE

Wir transformieren Gerresheimer in einen Wachstumswert als Innovationsführer und Lösungsanbieter. Die Zielrichtung aller Aktivitäten ist profitables und nachhaltiges Wachstum. Dazu zählt auch eine hohe Shareholder-Value-Orientierung. Das bereinigte Ergebnis je Aktie ist eine wichtige Grundlage für die Dividendenausschüttung. Daher zählen wir ab dem Geschäftsjahr 2021 das bereinigte Ergebnis je Aktie zu den bedeutsamsten Leistungsindikatoren.

Neben den Indikatoren zur Beurteilung der finanziellen Geschäftsentwicklung spielen auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren eine wichtige Rolle für den Erfolg unseres Unternehmens. Aus Konzernsicht sind hier die Nachhaltigkeit, die Innovationsbereitschaft, die Lösungskompetenz sowie insbesondere die Attraktivität für hoch qualifizierte Mitarbeiter und deren Bindung an das Unternehmen von zentraler Bedeutung. Für die Steuerung des Konzerns werden keine nichtfinanziellen Leistungsindikatoren verwendet.

WIRTSCHAFTSBERICHT

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Die Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) erwarten für das Jahr 2020 einen Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung von -4,4 % im Vergleich zum Vorjahr (Stand: Oktober 2020). Dies entspricht dem stärksten Rückgang seit der globalen Weltwirtschaftskrise Anfang des letzten Jahrhunderts. Ausschlaggebend für den starken Einbruch sind insbesondere die Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie. In 2019 verbesserte sich die globale Wirtschaftsleistung noch um 2,8 %.

Laut IWF-Experten hat die Pandemie nahezu alle Nationen wirtschaftlich belastet. Dabei wird erwartet, dass in den Industriestaaten mit -5,8 % die Wirtschaftsleistung stärker zurückgeht als in den Schwellen- und Entwicklungsländern (-3,3 %). Das bessere Abschneiden in den Schwellen- und Entwicklungsländern dürfte vor allem an China liegen. Den IWF-Schätzungen zufolge sollte China im Jahr 2020 ein leichtes Wirtschaftswachstum von 1,9 % ausweisen können. Im Vergleich zu 2019 (6,1 %) wäre das zwar eine deutliche Abkühlung, allerdings wäre China damit eine der wenigen Nationen, die im Jahr 2020 ein Wirtschaftswachstum aufweisen können.

Im Oktober 2020 hatten die Experten des IWF die Prognose für den erwarteten konjunkturellen Rückgang des Wachstums der Weltwirtschaft von -5,2 % auf -4,4 % angepasst. Für die Industrienationen verbesserte sich die Prognose von -8,1 % auf -5,8 %. Unterstützend dürften neben den Lockerungsmaßnahmen sowohl die expansive Geld- als auch die Fiskalpolitik gewirkt haben. Den Berechnungen des IWF zufolge haben die Industriestaaten im Durchschnitt durch die unterschiedlichen Formen der Unterstützung (Direkthilfen, Garantien und andere Maßnahmen) Hilfen im Gegenwert von rund 18 Prozentpunkten des Bruttoinlandsprodukts bereitgestellt.

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Wachstum des Bruttoinlandproduktes

in %
2020 2019
Weltwirtschaft -4,4 2,8
Industrienationen -5,8 1,7
USA -4,3 2,2
Eurozone -8,3 1,3
Deutschland -6,0 0,6
Frankreich -9,8 1,5
Italien -10,6 0,3
Spanien -12,8 2,0
Japan -5,3 0,7
Vereinigtes Königreich -9,8 1,5
Kanada -7,1 1,7
Schwellen-& Entwicklungsländer -3,3 3,7
China 1,9 6,1
Indien -10,3 4,2
Brasilien -5,8 1,1

BRANCHENENTWICKLUNG

Das Volumenwachstum des globalen Pharmamarktes lag laut IQVIA (Stand: November 2020) im Jahr 2020 bei negativen -0,1 %. Im Vorjahr lag das Wachstum noch bei 1,4 %. Auf dieser Basis errechnet IQVIA eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Jahre 2016 bis 2020 von 1,5 %. Regional lässt sich eine Veränderung zum vorherigen Jahr von -0,3 % in Europa, -2,0 % in Nordamerika sowie -2,5 % in Asien beobachten. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate der letzten fünf Jahre von 0,8 % für Europa, -1,0 % für Nordamerika und 1,4 % für Asien.

Die Schwellenländer wuchsen mit 2,6 % deutlich stärker als die Pharmamärkte der Industrienationen, die eine durchschnittliche Wachstumsrate von -3,3 % aufwiesen. 2019 lag das Wachstum in den Schwellenländern noch bei 3,6 % und in Industrienationen bei 0,8 %.

Im Subsegment der Generika wurde auf globaler Ebene im Jahr 2020 ein Volumenwachstum von 2,8 % erzielt. Hier betrug in den Jahren 2016 bis 2020 die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate 3,7 %. Im regionalen Vergleich lag das durchschnittliche jährliche Wachstum der letzten fünf Jahre bei 2,1 % für Europa, 2,7 % für Nordamerika sowie 6,0 % für Asien. Im regionalen Vergleich lagen die Schwellenländer in den letzten fünf Jahren bei durchschnittlich 5,4 % Wachstum pro Jahr, während das durchschnittliche jährliche Volumenwachstum in den entwickelten Märkten bei nur 3,1 % lag.

Einer der strukturellen Wachstumstrends innerhalb der Pharmaindustrie ist die Entwicklung von biologischen Medikamenten, den sogenannten Biotech-Medikamenten. Diese Medikamente haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dieser Trend sollte sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Dabei verlagert sich der Fokus zunehmend von chemischen, klein-molekularen Medikamenten hin zur Entwicklung und Produktion komplexer biologischer, großmolekularer Medikamente. Der Einsatz biologischer Medikamente ermöglicht neue Therapien (z.B. Krebsbehandlung) und gewinnt damit auch für schwer zu behandelnde Krankheiten (z.B. Morbus Crohn oder rheumatoider Arthritis) weiter an Bedeutung. Die erforderlichen Medikamente werden subkutan verabreicht, also unter der Haut appliziert. Die Experten von IQVIA zeigen sich optimistisch und rechnen mit einem deutlichen Wachstum für subkutan zu verabreichende Medikamente. Die Wachstumsrate (Zeitraum 2019 bis 2024) für Spritzen und Vials für Biotech-Medikamente liegt dabei bei 13 % bzw. 10 % jährlich.

Insgesamt ist der globale Biotech-Medikamente-Markt im Vergleich zum Pharmamarkt noch relativ klein. Für das Jahr 2019 berechnete IQVIA für Biotech-Medikamente ein globales Marktvolumen von rund 350 Mrd. US-Dollar. Der globale Pharmamarkt liegt dagegen bei über 1,1 Bio. US-Dollar.

Sehr dynamisch entwickelt sich auch der Markt für Biosimilars - eine Subkategorie der Biotech-Medikamente. Ein Biosimilar ist ein Nachahmerprodukt eines Biopharmazeutikums. Biosimilars stehen zunehmend im Fokus der Aufmerksamkeit in der Gesundheitsversorgung. Infolge von auslaufenden Patenten bei führenden Biotech-Medikamenten steigt die mit Biosimilars gefüllte Pipeline dynamisch. Während das globale Marktvolumen im Jahr 2015 noch bei gut 1 Mrd. US-Dollar lag, vervielfachte es sich laut Berechnungen von IQVIA bis zum Jahr 2019 auf mehr als 12 Mrd. US-Dollar. Bis zum Jahr 2025 rechnet Global Market Insights (Stand Mai 2019) mit circa einer Verfünffachung auf 69 Mrd. US-Dollar. Ungeachtet des dynamischen Wachstums ist der globale Markt für Biosimilars im Vergleich zum globalen Markt für Biotech-Medikamente jedoch relativ klein.

Die eher zyklische Nachfrage nach Kosmetikverpackungen litt deutlich in der Covid-19-Pandemie. Unseren eigenen Schätzungen zufolge dürfte der jährliche Rückgang im zweistelligen Prozentbereich gelegen haben. Allerdings konnte sich die Entwicklung in einzelnen Subkategorien vom allgemeinen Markttrend deutlich abheben. Während die Nachfrage in den Subkategorien Parfüm- und Make-up prozentual deutlich zweistellig gefallen ist, lag der Rückgang bei Hautpflege- und Hygieneprodukte im einstelligen Prozentbereich. Insgesamt konnte auch dieses Jahr wieder der Trend hin zu hochwertigen Verpackungslösungen beobachtet werden.

ENTWICKLUNG AN DEN DEVISENMÄRKTEN

Effekte aus der Umrechnung in die Berichtswährung Euro ergeben sich für Gerresheimer im Geschäftsjahr 2020 insbesondere aus den Währungen US-Dollar und Brasilianischer Real. Beide Währungen haben im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber dem Euro teilweise deutlich an Wert verloren.

Der US-Dollar fiel im letzten Geschäftsjahr stichtagsbezogen gegenüber dem Euro um 8 %. Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2020 lässt sich feststellen, dass der US-Dollar insbesondere mit Ausbruch der Covid-19-Pandemie einer erhöhten Volatilität ausgesetzt war. Speziell ab Mai 2020 zeigte sich eine deutliche US-Dollar-Abwertung gegenüber dem Euro. Der Euro stieg in der Folge deutlich auf 1,20 US-Dollar bis zum Jahresende.

Der Brasilianische Real verlor gegenüber dem Euro im Jahresvergleich deutlich und fiel um 27 %. Nachdem der Brasilianische Real gegenüber dem Euro zu Beginn des Geschäftsjahres zulegen konnte, verlor die Währung im Jahresverlauf kontinuierlich an Wert. Die deutliche Abwertung ist der starken Ausbreitung der Covid-19-Pandemie und den damit einhergehenden wirtschaftlichen Einbußen geschuldet.

ENTWICKLUNG AN DEN ENERGIE- UND ROHSTOFFMÄRKTEN

Ein erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe und Energie für die Herstellung unserer Produkte aus Glas und Kunststoff. Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energie, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge in unseren Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise könnte die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns belasten. Daher haben wir die besondere Ausgleichsregelung für stromkostenintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland in Anspruch genommen. Darüber hinaus sichert sich der Konzern gegen steigende Energiepreise ab. Die Energiepreise in Europa für Strom und Gas sind im Geschäftsjahr 2020, insbesondere in der ersten Jahreshälfte, im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab. Bei den für uns relevanten Kunststoffgranulaten kam es im Verlauf des Geschäftsjahres 2020 zu einer Preisreduzierung, insbesondere im europäischen und nordamerikanischen Markt. Der Preis für Polypropylen fiel in diesem Zeitraum um durchschnittlich rund 10 %.

Als Hersteller hochwertiger pharmazeutischer Primärverpackungen setzen wir für die Glasprodukte in erster Linie die Rohstoffe Quarzsand und Natronkalk sowie diverse Zusatzstoffe in vergleichsweise geringen Mengen ein. Die genannten Rohstoffe sind gut verfügbare Grunderzeugnisse, die wir von verschiedenen Lieferanten beziehen. Die Preise entwickelten sich im Geschäftsjahr 2020 weitgehend stabil. Wichtige Vorprodukte für die Herstellung von vorfüllbaren Spritzen, Injektionsfläschchen, Ampullen und Karpulen sind Röhren aus Borosilikatglas. Diese beziehen wir auf Basis langfristiger Liefervereinbarungen von verschiedenen Herstellern. Auch hier entwickelten sich die Preise im Geschäftsjahr 2020 weitgehend stabil.

Informationen zum Umgang des Gerresheimer Konzerns mit Schwankungen bei Energie- und Rohstoffpreisen finden sich im gleichnamigen Unterpunkt des Kapitels "Operative Risiken".

Die wirtschaftlichen Entwicklungen beeinflussten auch den Geschäftsverlauf des Gerresheimer Konzerns im Geschäftsjahr 2020, insbesondere im Hinblick auf die Effekte im Zusammenhang mit Covid-19. Die Auswirkungen waren je nach Geschäftsfeld und Region unterschiedlich und sind in den nachfolgenden Ausführungen zur Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage entsprechend dargestellt.

ERTRAGSLAGE

UMSATZ UND ADJUSTED EBITDA

Umsatz nach Geschäftsbereichen

Der Gerresheimer Konzern erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2020 Umsatzerlöse in Höhe von 1.418,8 Mio. Euro, nach 1.392,3 Mio. Euro im Vorjahr. Bereinigt um negative Wechselkursveränderungen vor allem aus der Entwicklung des US-Dollars und des Brasilianischen Reals sowie bereinigt um die Effekte aus der Entkonsolidierung eines Tochterunternehmens in Argentinien sowie um die Umsätze aus einem im Vorjahr gekündigten Projekt lagen die Umsatzerlöse mit 1.441,0 Mio. Euro um rund 2,6 % über dem Vorjahr. Im Kerngeschäft betrug das organische Wachstum 3,8 %. Ohne Berücksichtigung des Kosmetikgeschäfts, das stark von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie betroffen war, betrug das organische Wachstum im Kerngeschäft 5,5 %.

Die Umsatzerlöse verteilen sich wie folgt auf die Geschäftsbereiche und Regionen:

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In Mio. Euro 2020 2019 Veränderung in % 1)
Geschäftsbereiche
Plastics & Devices 771,6 758,3 1,8
Primary Packaging Glass 644,1 631,6 2,0
Advanced Technologies 9,5 6,4 47,2
Innenumsatzerlöse -6,4 -4,0 -
Summe Umsatzerlöse Konzern 1.418,8 1.392,3 1,9
Regionen -
Europa 2) 513,4 481,7 6,6
Amerika 3) 381,3 385,7 -1,1
Deutschland 317,9 307,5 3,4
Schwellenländer 184,4 196,8 -6,3
Sonstige Regionen 21,8 20,6 5,4
Summe Umsatzerlöse Regionen 1.418,8 1.392,3 1,9

1) Veränderung wurde auf Basis von Tsd. Euro berechnet.

2) Ohne Deutschland und europäische Schwellenländer wie Russland und Türkei.

3) Ohne amerikanische Schwellenländer wie Brasilien, Mexiko und Kolumbien.

Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Plastics & Devices lagen mit 771,6 Mio. Euro leicht über dem Niveau des Vorjahres. Ohne Berücksichtigung von Währungseffekten und der Entkonsolidierung eines Tochterunternehmens in Argentinien stiegen die Umsatzerlöse allerdings um 4,7 % an. Im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich neben dem Spritzengeschäft auch der Absatz von Inhalatoren, Insulin-Pens sowie Kunststoffverpackungen sehr erfreulich. Das Engineering- und Werkzeuggeschäft entwickelte sich positiv.

Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass konnten die Umsatzerlöse in einem herausfordernden Nachfrageumfeld im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Die Entwicklung in den einzelnen Geschäftsfeldern war allerdings sehr unterschiedlich und zum Teil gegenläufig. So lag beispielsweise der Absatz im Kosmetikgeschäft bedingt durch die Covid-19-Pandemie mit einem Rückgang um 7,2 % deutlich unter dem Vorjahr, während das Pharma- sowie das Nahrungsmittelgeschäft stark gewachsen ist. Mit Ausnahme des Kosmetikgeschäfts haben sich in den übrigen Geschäftsfeldern die negativen wie positiven Auswirkungen infolge der Covid-19-Pandemie weitgehend die Waage gehalten. Bereinigt um Währungskurseffekte lagen die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass um 2,7 % über dem Vorjahr. Ohne Berücksichtigung des Kosmetikgeschäfts, das besonders durch die Covid-19-Pandemie beeinträchtigt worden ist, lag das organische Wachstum im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass bei 6,7 %.

Im Geschäftsbereich Advanced Technologies resultierten die Umsatzerlöse zum einen aus dem wachsenden Geschäft mit Mikropumpensystemen zur Behandlung von Parkinson und zum anderen aus Umsatzerlösen aus Projekten, die im Geschäftsjahr 2019 kundenseitig gekündigt worden sind.

Umsatz nach Regionen

Den weitaus größten Teil unserer Umsatzerlöse erzielten wir im Ausland. Der im Ausland erzielte Umsatzanteil lag bei 77,6 %, nach 77,9 % im Vorjahr. Europa und Amerika sind für Gerresheimer weiterhin die stärksten geografischen Absatzregionen. Das Umsatzwachstum in den Schwellenländern steht weiterhin im strategischen Fokus.

Die Umsatzerlöse in Europa stiegen insgesamt um 6,6 %, wobei die Entwicklungen in den einzelnen Ländern dieser Region unterschiedlich und zum Teil gegenläufig waren. Umsatzstärkstes Land in Europa war Frankreich. Während der Zuwachs in Deutschland mit 3,4 % moderat ausfiel, konnte der Umsatz in den Beneluxländern im Vergleich zu den übrigen Ländern in Europa überproportional gesteigert werden.

In Amerika lagen die Umsatzerlöse leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung waren negative Währungseffekte aus der Veränderung des US-Dollars gegenüber dem Euro. Bereinigt um diese Währungseffekte waren die Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau. Die Umsätze in dieser Region werden überwiegend in den USA erzielt. Aufgrund der Präsenz weltweit operierender Pharmaunternehmen und des Bevölkerungspotenzials bleiben insbesondere die USA auch in Zukunft eine der Kernregionen unserer wirtschaftlichen Tätigkeit.

Die Definition der Schwellenländer gemäß IQVIA hat sich im Geschäftsjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr verändert. Zu den Schwellenländern zählen nun die folgenden 17 (Vorjahr: 22) Länder: Ägypten, Algerien, Bangladesch, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Kolumbien, Mexiko, Pakistan, Philippinen, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Türkei, Ukraine und Vietnam. Der Umsatz in diesen Ländern sank in Summe auf 184,4 Mio. Euro (Vorjahr: 196,8 Mio. Euro). Der Rückgang ist vor allem auf negative Währungseffekte aus der Entwicklung des Brasilianischen Reals sowie der Indischen Rupie zurückzuführen. Währungsbereinigt sind die Umsatzerlöse in den Schwellenländern im Geschäftsjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 3,7 % gestiegen. Umsatzstärkste Schwellenländer waren Brasilien und Mexiko sowie Indien und China.

Adjusted EBITDA nach Geschäftsbereichen

Das Adjusted EBITDA des Gerresheimer Konzerns lag im Geschäftsjahr 2020 bei 310,1 Mio. Euro (Vorjahr: 400,0 Mio. Euro). Der Effekt aus der Erstanwendung des IFRS 16 betrug im Konzern 8,9 Mio. Euro. Bezogen auf die Umsatzerlöse wurde eine Adjusted EBITDA-Marge von 21,9 % erreicht. Im vergleichsweise hohen Adjusted EBITDA des Vorjahres waren verschiedene Sondersachverhalte 2 enthalten. Bereinigt um diese Sondersachverhalte lag der vergleichbare Vorjahreswert des Adjusted EBITDA bei 296,7 Mio. Euro. Bezogen auf diesen Ausgangswert und unter Berücksichtigung des Effekts aus der Erstanwendung des IFRS 16 stieg das Adjusted EBITDA im Geschäftsjahr 2020 um 1,7 %.

Das Adjusted EBITDA verteilt sich folgendermaßen auf die Geschäftsbereiche:

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Adjusted EBITDA

in Mio. Euro
Veränderung in % 1) Adjusted EBITDA-Marge

in %
2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- ---
Geschäftsbereiche
Plastics & Devices 212,5 196,4 8,2 27,5 25,9
Primary Packaging Glass 137,3 122,9 11,8 21,3 19,5
Advanced Technologies -14,5 -23,4 38,2 - -
Zentralstellen/​Konsolidierung -25,2 104,1 - - -
Summe Adjusted EBITDA Konzern 310,1 400,0 -22,5 21,9 28,7

1) Die Veränderung wurde auf Basis von Tsd. Euro berechnet.

Die Veränderung im Geschäftsbereich Plastics & Devices basiert vor allem auf der positiven Geschäftsentwicklung im Spritzengeschäft sowie im Geschäft mit Medizinischen Kunststoffsystemen, hier im Wesentlichen in der Region Europa. Auch im Geschäftsfeld Kunststoffverpackungen konnte in der Region Europa das EBITDA aufgrund der erfreulichen Umsatzentwicklung gesteigert werden.

Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass konnte trotz der Herausforderungen im Kosmetikgeschäft das Adjusted EBITDA gegenüber dem Vorjahr verbessert werden. Der Anstieg ist vor allem auf das Geschäftsfeld Moulded Glass und hierbei unter anderem auf die gute Entwicklung in Nordamerika und Indien zurückzuführen. Das Ergebnis des Geschäftsfelds Moulded Glass beinhaltet zudem Versicherungsentschädigungen für die entstandenen finanziellen Verluste im Zusammenhang mit dem Wannenschaden in unserem Werk in den USA sowie dem Brand in einem Lager in einem deutschen Behälterglaswerk. Die Entschädigung für den Wannenschaden umfasst anteilig die Unterbrechung des operativen Betriebs. Ohne diese Unterbrechung hätten sich im Geschäftsjahr 2020 höhere Umsatzerlöse realisieren lassen. Im Geschäftsfeld Tubular Glass verzeichneten die Regionen in Nordamerika und Europa nachfragebedingt ein höheres Adjusted EBITDA.

Im Geschäftsbereich Advanced Technologies entwickelte sich das operative Geschäft vergleichbar zum Vorjahr. Bei der Interpretation des berichteten Adjusted EBITDA sind jedoch gewisse Sondersachverhalte zu beachten. Im Vorjahr war das Adjusted EBITDA durch Effekte aus Projekten, die im Geschäftsjahr 2019 kundenseitig gekündigt worden waren, belastet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr beinhaltet das Adjusted EBITDA sowohl positive Effekte aus den im Vorjahr kundenseitig gekündigten Projekten als auch den Aufwand aus einer Vertragsanpassung im Zusammenhang mit der Kündigung eines Projekts.

Die Veränderung der Zentralstellen bzw. der Konsolidierungseffekte ist vor allem auf den im Vorjahr erfassten sonstigen betrieblichen Ertrag aus der Ausbuchung von Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical zurückzuführen. Einen vergleichbaren Sachverhalt gab es im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht.

2 Basierend auf dem Adjusted EBITDA des Geschäftsjahres 2019 war der Aufwand aus der Entkonsolidierung der argentinischen Tochtergesellschaft (0,1 Mio. Euro) abzuziehen. Weiterhin war der sonstige betriebliche Ertrag aus der Ausbuchung der Kaufpreisverbindlichkeit aus dem Erwerb der Sensile Medical (129,8 Mio. Euro) abzuziehen. Darüber hinaus ist der sonstige betriebliche Aufwand aus der Kündigung eines Projekts zur Entwicklung einer Mikropumpe (9,2 Mio. Euro) hinzuzurechnen. Weiterhin ist die im Zusammenhang mit dieser Kündigung erfasste kumulative Anpassung der Umsatzerlöse (17,3 Mio. Euro), die in gleicher Höhe einen negativen Einfluss auf das währungsbereinigte EBITDA hat, hinzuzurechnen.

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung des Adjusted EBITDA zum Konzernergebnis:

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In Mio. Euro 2020 2019 Veränderung
Adjusted EBITDA 310,1 400,0 -89,9
- Abschreibungen und Wertminderungen -112,5 -105,4 -7,1
\= Adjusted EBITA 197,6 294,6 -97,0
+/​- Einmalige Aufwendungen und Erträge -8,3 -6,3 -2,0
- Abschreibungen und Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen -32,8 -159,5 126,7
- Wertminderungen von Geschäftswerten - -5,0 5,0
\= Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 156,5 123,8 32,7
- Finanzergebnis -21,3 -25,6 4,3
- Ertragsteuern -45,3 -15,5 -29,8
\= Konzernergebnis 89,9 82,7 7,2

Die Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von 112,5 Mio. Euro umfassen mit 8,9 Mio. Euro erstmalige Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus der Erstanwendung des IFRS 16.

Die einmaligen Aufwendungen und Erträge umfassen vor allem die diversen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit, die Einführung und Einhaltung von Sicherheitskonzepten und Sonderzuwendungen an die Mitarbeiter im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, den Neubau des Werks in Skopje (Republik Nordmazedonien) und die bereits kommunizierte und auf mehrere Jahre ausgelegte Reorganisation des Geschäftsbereichs Primary Packaging Glass sowie den Ertrag aus dem Verkauf des Grundstücks und Gebäudes in Küssnacht (Schweiz).

Die Abschreibungen und Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen resultieren aus den Folgebewertungen der immateriellen Vermögenswerte, die im Zusammenhang mit den im Zeitraum von 2007 bis 2018 getätigten Akquisitionen identifiziert worden sind. Im Vorjahr ergab sich mit 103,8 Mio. Euro ein Wertminderungsbedarf auf Fair Value-Anpassungen im Geschäftsbereich Advanced Technologies. Im Geschäftsjahr 2020 umfassen die Fair Value-Anpassungen ausschließlich planmäßige Abschreibungen.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(KURZFASSUNG)

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In Mio. Euro 2020 2019 Veränderung
Umsatzerlöse 1.418,8 1.392,3 26,5
Umsatzkosten -981,2 -1.115,1 133,9
Bruttoergebnis vom Umsatz 437,6 277,2 160,4
Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten -275,5 -274,1 -1,4
Sonstige Erträge und Aufwendungen -5,6 120,7 -126,3
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 156,5 123,8 32,7
Finanzergebnis -21,3 -25,6 4,3
Ertragsteuern -45,3 -15,5 -29,8
Konzernergebnis 89,9 82,7 7,2
davon Anteile der Aktionäre der Gerresheimer AG 88,6 80,8 7,8
Ergebnis je Aktie (in Euro) 2,82 2,57 0,25
Bereinigtes Ergebnis je Aktie (in Euro) 3,90 7,19 -3,29

Das Bruttoergebnis vom Umsatz konnte gegenüber dem Vorjahr um 160,4 Mio. Euro verbessert werden. Im Vorjahr belasteten vor allem die Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen im Geschäftsbereich Advanced Technologies (103,8 Mio. Euro) die Umsatzkosten. Vergleichbare Sachverhalte lagen im Geschäftsjahr 2020 nicht vor. Der Anteil der Umsatzkosten an den Umsatzerlösen lag im Geschäftsjahr 2020 bei rund 69,2 %, was in etwa dem Niveau des Jahres 2018 entspricht.

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten blieben insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres und entwickelten sich damit im Verhältnis zum Umsatz unterproportional. Bei gestiegenen Personalaufwendungen wirkten vor allem geringere Aufwendungen für Kommunikation, Marketing und Dienstreisen gegenläufig.

Die sonstigen Erträge und Aufwendungen reduzierten sich in Summe um 126,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Erträge waren im Jahr 2019 vor allem im Zusammenhang mit der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical (129,8 Mio. Euro) deutlich angestiegen. Einen vergleichbaren Sachverhalt gab es im Berichtsjahr nicht. Im Geschäftsjahr 2020 beinhalteten die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 33,2 Mio. Euro neben dem Ertrag aus dem Verkauf des Grundstücks und Gebäudes in Küssnacht (Schweiz) zum überwiegenden Teil Versicherungsentschädigungen in Höhe von insgesamt 13,4 Mio. Euro für die entstandenen finanziellen Verluste aus dem Wannenschaden an einem Standort in den USA sowie dem Brand in einem Lager in einem deutschen Behälterglaswerk. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr um rund 6,6 Mio. Euro auf 39,8 Mio. Euro gestiegen. Der Anstieg ist auf verschiedene und teilweise gegenläufige Effekte zurückzuführen. Im Vorjahr beinhalteten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verschiedene Sondersachverhalte wie die Wertminderung des Geschäftswertes des Geschäftsbereiches Advanced Technologies, denen in der Berichtsperiode keine vergleichbaren Sachverhalte gegenüberstanden. Im Geschäftsjahr 2020 stiegen gegenüber dem Vorjahr vor allem die einmaligen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Verluste aus Währungskurseffekten und die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung an. Weitere Informationen zu den Aktivitäten von Gerresheimer im Bereich Forschung und Entwicklung sind im Abschnitt "Forschung und Entwicklung" enthalten.

Die Verbesserung des Finanzergebnisses ist überwiegend auf die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Zinsaufwendungen und Währungseffekte aus Sicherungsgeschäften zurückzuführen. Darüber hinaus sank der Aufwand aus der Verzinsung der Pensionsverpflichtungen. Gegenläufig wirkte die erstmalige Berücksichtigung des Zinsanteils von Leasingverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Erstanwendung von IFRS 16.

Der unter den Ertragsteuern ausgewiesene Steueraufwand lag bei 45,3 Mio. Euro (Vorjahr: 15,5 Mio. Euro). Im Vorjahr führte insbesondere die nicht steuerbare Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical zusammen mit den Wertminderungen im Geschäftsbereich Advanced Technologies zu einem vergleichsweise niedrigen Steueraufwand. In der Berichtsperiode gab es keine ähnlichen Sachverhalte. Die Steuerquote lag im Berichtsjahr bei 33,5 %, nach 15,8 % im Vorjahr. Der Anstieg der Steuerquote resultiert vor allem aus der Wertberichtigung zeitlich begrenzter Verlustvorträge ausländischer Tochtergesellschaften sowie aus der Steuerbelastung durch die Veräußerung von Grundstücken im Rahmen der Schließung des Standorts Küssnacht (Schweiz).

Aufgrund der oben beschriebenen Entwicklungen verbesserte sich das Konzernergebnis um 7,2 Mio. Euro auf 89,9 Mio. Euro. Der Anteil am Konzernergebnis, der auf die Aktionäre der Gerresheimer AG entfällt, erhöhte sich um 7,8 Mio. Euro. Die Überleitung zum bereinigten Konzernergebnis stellt sich wie folgt dar:

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In Mio. Euro 2020 2019 Veränderung
Konzernergebnis 89,9 82,7 7,2
Einmalige Aufwendungen und Erträge 8,3 6,3 2,0
Abschreibungen und Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen 32,8 159,5 -126,7
Wertminderungen von Geschäftswerten - 5,0 -5,0
Einmaleffekte im Finanzergebnis 1,0 - 1,0
Anpassung latente Steuern Sensile Medical - 6,6 -6,6
Steuereffekte -8,6 -33,3 24,7
Steuerliche Sondereffekte 0,2 0,7 -0,5
Zinseffekte auf steuerliche Sondereffekte 0,1 0,2 -0,1
Bereinigtes Konzernergebnis (Adjusted Net Income) 123,7 227,7 -104,0
Nicht beherrschende Anteile 1,3 1,9 -0,6
Bereinigtes Konzernergebnis, das auf die Aktionäre der Gerresheimer AG entfällt 122,4 225,8 -103,4
Bereinigtes Ergebnis je Aktie, das auf die Aktionäre der Gerresheimer AG entfällt (in Euro) 3,90 7,19 -3,29

Für die Berechnung der Ergebnisse je Aktie wurde unverändert zum Vorjahr eine Anzahl von Aktien von 31,4 Mio. Stück zugrunde gelegt.

DIVIDENDE

Bei der Bemessung der Dividende orientiert sich Gerresheimer an dem auf die Aktionäre der Gerresheimer AG entfallenden bereinigten Konzernergebnis. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG werden der Hauptversammlung am 9. Juni 2021 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von 1,25 Euro je Aktie (Vorjahr: 1,20 Euro je Aktie) für das Geschäftsjahr 2020 auszuschütten. Dies entspricht einer Gesamtausschüttung von 39,3 Mio. Euro. Im Verhältnis zum auf die Aktionäre der Gerresheimer AG entfallenden bereinigten Konzernergebnis beträgt die Ausschüttungsquote 32,1 %.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Unser Anspruch ist, der weltweit führende Partner für Lösungen zu werden, die die Gesundheit und das Wohlbefinden verbessern. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen unserer Kunden: Innovationen und Qualität spielen im Markt eine zunehmend wichtigere Rolle. Dementsprechend sind Themen wie der steigende Qualitätsanspruch sowie innovative Produkte und Lösungen Teil unserer Wachstumsstrategie. Wir investieren kontinuierlich sowohl in die Optimierung der Produktions- und Produktqualität als auch in die Weiterentwicklung unseres Produktportfolios. Dabei arbeiten wir eng mit unseren Kunden und Partnern aus der Industrie, der Wissenschaft und weiteren Einrichtungen zusammen.

Wir produzieren spezialisierte Produkte, sogenannte pharmazeutische Primärverpackungen, die in unmittelbaren Kontakt mit Arzneimitteln kommen und im Alltag von Patienten zur Medikamenteneinnahme benutzt werden. Unsere Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices spielen eine wichtige Rolle für die Pharmaindustrie. Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices unterliegen strengsten Auflagen nationaler und internationaler Zulassungsbehörden, insbesondere hinsichtlich Herstellungsverfahren und Produktqualität. Die Anforderungen an die Primärverpackungen und deren Qualität steigen auch durch neu entwickelte Medikamente. Außerdem wird die einfache und sichere Applikation von Medikamenten immer wichtiger. Die Digitalisierung wird auch bei pharmazeutischen Primärverpackungen und Drug-Delivery- Devices eine zunehmende Rolle spielen, beispielsweise durch die Erfassung, Bereitstellung und Nachverfolgung entsprechender Daten. Mit unseren fortlaufenden Verbesserungen bei Produkten und Prozessen sowie Innovationen haben wir im Markt und bei unseren Kunden eine gute Position aufgebaut, die es weiter zu verbessern gilt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden insgesamt 7,7 Mio. Euro (Vorjahr: 3,6 Mio. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Darüber hinaus haben wir im Geschäftsjahr 2020 weitere 21,3 Mio. Euro Entwicklungskosten aktiviert (Vorjahr: 5,9 Mio. Euro). Der Anstieg der aktivierten Entwicklungskosten gegenüber dem Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus Projekten im Geschäftsbereich Advanced Technologies und hierbei vor allem aus der planmäßigen Weiterentwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen. Die aktivierten Entwicklungskosten umfassten zu einem nicht unerheblichen Teil auch nicht zahlungswirksame Bestandteile. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden ausschließlich bei den Tochterunternehmen der Gerresheimer AG statt. Sie orientieren sich stark an den Bedürfnissen unserer Kunden und werden deshalb oftmals in enger Zusammenarbeit mit ihnen durchgeführt. Zum Teil arbeiten Mitarbeiter der Pharmaunternehmen in unseren Kompetenzzentren mit.

VERMÖGENSLAGE

KONZERNBILANZ (KURZFASSUNG)

Aktiva

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In Mio. Euro 30.11.2020 30.11.2019 Veränderung
Immaterielle Vermögenswerte 1.274,4 1.357,2 -82,8
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 766,7 711,1 55,6
At equity bewertete Anteile an Unternehmen 0,3 0,3 -
Sonstige Vermögenswerte 11,0 10,7 0,3
Aktive latente Steuern 12,8 17,1 -4,3
Langfristige Vermögenswerte 2.065,2 2.096,4 -31,2
Vorräte 190,0 185,1 4,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 215,5 224,2 -8,7
Vertragsvermögenswerte 14,2 5,4 8,8
Sonstige Vermögenswerte 43,8 44,3 -0,5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 88,0 85,8 2,2
Kurzfristige Vermögenswerte 551,4 544,8 6,6
Bilanzsumme 2.616,6 2.641,2 -24,6
Passiva
In Mio. Euro 30.11.2020 30.11.2019 Veränderung
Eigenkapital 899,7 941,6 -41,9
Rückstellungen 165,2 164,8 0,4
Finanzverbindlichkeiten 836,4 498,2 338,2
Sonstige Verbindlichkeiten 4,5 3,5 1,0
Passive latente Steuern 131,4 142,4 -11,0
Langfristige Schulden 1.137,5 808,9 328,6
Rückstellungen 53,0 48,3 4,7
Finanzverbindlichkeiten 213,9 530,6 -316,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 211,6 221,4 -9,8
Vertragsverbindlichkeiten 7,5 8,7 -1,2
Sonstige Verbindlichkeiten 93,4 81,7 11,7
Kurzfristige Schulden 579,4 890,7 -311,3
Bilanzsumme 2.616,6 2.641,2 -24,6

Die Bilanzsumme sank gegenüber dem 30. November 2019 um 24,6 Mio. Euro auf 2.616,6 Mio. Euro. Die Veränderung spiegelt vor allem den Anstieg des Sachanlagevermögens sowie den Aufbau des Net Working Capital und der Finanzverbindlichkeiten wider. Gegenläufig wirkte der Rückgang der immateriellen Vermögenswerte.

Die immateriellen Vermögenswerte von 1.274,4 Mio. Euro beinhalten mit 642,3 Mio. Euro (Vorjahr: 672,2 Mio. Euro) Geschäftswerte sowie mit 568,6 Mio. Euro (Vorjahr: 641,3 Mio. Euro) Kundenbeziehungen, Markenrechte und Technologien und ähnliche Werte. Die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr resultierten aus den planmäßigen Abschreibungen sowie Währungsumrechnungen.

Die Sachanlagen erhöhten sich um 55,6 Mio. Euro auf 766,7 Mio. Euro. Im Rahmen der Einführung der Bilanzierung von Leasingverpflichtungen nach IFRS 16 wurden erstmalig Nutzungsrechte in den Sachanlagen ausgewiesen. Der Nettobuchwert der Nutzungsrechte belief sich zum 30. November 2020 auf 37,5 Mio. Euro. Ein wesentlicher Posten innerhalb der Sachanlagen sind die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau. Die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau stiegen in Summe um 25,5 Mio. Euro auf 192,8 Mio. Euro. Diese Investitionen fielen vor allem für die Neubauten unserer Werke in der Republik Nordmazedonien und Brasilien sowie für die Modernisierung und Kapazitätserweiterungen an unseren Standorten in Deutschland und den USA an. Die Investitionen beinhalten auch die Kosten für die notwendigen Maßnahmen infolge des Wannenschadens an unserem Standort in den USA und des Brands an unserem Standort in Deutschland.

Die leichte Zunahme der Vorräte resultierte vor allem aus dem Aufbau von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Die Entwicklung der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen einschließlich der kurz- und langfristigen Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten führte im Saldo zusätzlich zu einer Erhöhung des Net Working Capital gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt stieg das Net Working Capital um 14,9 Mio. Euro auf 197,9 Mio. Euro. Zum Abschlussstichtag betrug das Net Working Capital im Verhältnis zu den Umsatzerlösen 14,0 % (Vorjahr 13,1 %).

Die kurzfristigen sonstigen Vermögenswerte bestehen zum großen Teil aus Steuerforderungen.

Die Veränderung des Eigenkapitals des Gerresheimer Konzerns umfasst verschiedene, teils gegenläufige Effekte. Positiv wirkte das Konzernergebnis in Höhe von 89,9 Mio. Euro. Die im Geschäftsjahr 2020 erfolgten Dividendenzahlungen und die ergebnisneutralen Effekte aus der Währungsumrechnung sowie der Neubewertung der leistungsorientierten Pensionspläne führten in Summe zu einer Verringerung des Eigenkapitals gegenüber dem Vorjahr. Die Eigenkapitalquote, also der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme, betrug 34,4 % (Vorjahr: 35,6 %).

Die Finanzverbindlichkeiten beinhalten vor allem die Schuldscheindarlehen, das revolvierende Darlehen und übrige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Neben den Veränderungen bei den Schuldscheindarlehen und dem revolvierenden Darlehen führte insbesondere der Anstieg der Leasingverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 zu der Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Weitere Informationen zu den Finanzverbindlichkeiten sind im Kapitel "Finanzlage" enthalten.

Der Anstieg der kurzfristigen Rückstellungen resultierte aus verschiedenen, teilweise gegenläufigen Effekten. Während der kurzfristige Anteil der Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen auf dem Niveau des Vorjahres lag, stiegen vor allem die Verpflichtungen gegenüber Personal sowie aus Umsatzvergütungen, Rabatten und Boni.

Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten bestehen vor allem aus Ertragsteuern und sonstigen Steuern sowie aus Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern.

FINANZLAGE

GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS

Die finanzielle Steuerung und Optimierung des Gerresheimer Konzerns erfolgt grundsätzlich zentral aus dem Group Treasury der Gerresheimer AG. Unser vornehmliches Ziel ist es, die Liquidität jederzeit durch eine zentrale Beschaffung der Finanzmittel und die aktive Steuerung der Fremdwährungs- sowie der Zinsänderungsrisiken zu sichern. Die stets angemessene Ausstattung mit Finanzmitteln stellen wir durch eine rollierende Liquiditätsplanung und ein zentrales Cash-Management sicher.

Um die Entscheidungs- und Steuerungsprozesse im Rahmen der Liquiditätssicherung, der Finanzplanung und des diesbezüglichen Risikomanagements zu institutionalisieren, hat der Vorstand einen Anlagenausschuss eingesetzt. Dieser besteht aus dem Finanzvorstand sowie den Leitern der Abteilungen Controlling, Accounting, Mergers & Acquisitions und Treasury und tritt grundsätzlich einmal pro Quartal zusammen. Zentrale Aufgabe des Anlagenausschusses ist es, die relevanten finanziellen Rahmenbedingungen für den Gerresheimer Konzern zu erörtern und zu überwachen. Dabei werden mögliche Veränderungen von externen Einflussfaktoren durch aktuelle Marktprognosen ebenso bewertet wie die Finanzierungssituation und strategischen Wachstumsoptionen. Alle Ideen und anstehenden Maßnahmen von größerem finanziellem Umfang werden hier gebündelt und auf ihre Finanzierbarkeit geprüft sowie unter Risikogesichtspunkten nochmals durchleuchtet. Die Unterlagen des Anlagenausschusses werden den anderen Vorstandsmitgliedern nach jeder Sitzung ebenfalls zur Kenntnis gegeben. Damit haben wir in Ergänzung zum durchgängigen Vier-Augen-Prinzip eine zusätzliche Kontroll- und Früherkennungsinstanz.

Als global agierender Konzern setzen wir verschiedene Instrumente ein, um ein effektives Finanzmanagement sicherzustellen. Dadurch minimieren wir negative Auswirkungen von Ausfall-, Währungs- und Zinsänderungsrisiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Cashflows des Gerresheimer Konzerns.

Aus dem Forderungsbestand ist der Gerresheimer Konzern maximal bis zur Höhe der Forderungsbuchwerte einem Kreditausfallrisiko ausgesetzt. Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit räumen wir unseren Kunden Zahlungsziele ein und nehmen laufend Bewertungen hinsichtlich bestimmter Finanzkonditionen vor (Bonitätskontrolle). Dem Adressenausfallrisiko begegnen wir mit der Beschränkung auf Vertragspartner guter bis sehr guter Bonität sowie der konsequenten Einhaltung des von der Warenkreditversicherung oder intern vorgegebenen Risikolimits. Notwendige Wertminderungen werden in ausreichender Höhe vorgenommen.

Aufgrund der internationalen Ausrichtung tätigen wir zahlreiche Geschäfte in fremden Währungen. Um dem damit verbundenen Risiko der für uns nachteiligen Wechselkursschwankungen zu begegnen, schließen wir Devisentermingeschäfte ab. Diese sichern die Cashflows aus noch nicht erfüllten Aufträgen in Fremdwährungen ab. Aufträge, Forderungen oder Verbindlichkeiten werden regelmäßig im Zeitpunkt ihrer Entstehung durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Um Zinsänderungsrisiken zu begegnen, beobachtet das Group Treasury der Gerresheimer AG ständig die Zinsentwicklung und schließt im Bedarfsfall entsprechende Zinssicherungsgeschäfte ab.

Ein fester Bestandteil der laufenden Liquiditätssteuerung ist die Liquiditätssicherung des Gerresheimer Konzerns unter Berücksichtigung von entsprechenden Reserven für mögliche Sondereinflüsse. Hierbei ermöglicht der konzerninterne Finanzausgleich im Rahmen des Cash-Poolings und mittels Intercompany- Darlehen eine effiziente Nutzung von Liquiditätsüberschüssen einzelner Tochterunternehmen für den Bedarf an Finanzmitteln anderer Tochterunternehmen.

KAPITALSTRUKTUR

Zum 30. November 2020 war die Kapitalstruktur des Gerresheimer Konzerns wie folgt:

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In % der Bilanzsumme 31.11.2020 30.11.2019
Langfristige Vermögenswerte 78,9 79,4
Kurzfristige Vermögenswerte 21,1 20,6
Eigenkapital 34,4 35,7
Finanzverbindlichkeiten 40,1 39,0
Sonstige langfristige Schulden 11,5 11,8
Sonstige kurzfristige Schulden 14,0 13,6

FINANZSCHULDEN UND KREDITLINIEN

Die Nettofinanzschulden haben sich zum Bilanzstichtag wie folgt verändert:

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In Mio. Euro 30.11.2020 30.11.2019 Veränderung
Schuldscheindarlehen - November 2015 (nominal) 235,5 425,0 -189,5
Schuldscheindarlehen - September 2017 (nominal) 250,0 250,0 -
Schuldscheindarlehen - November 2020 (nominal) 325,0 - 325,0
Revolvierendes Darlehen 162,6 302,3 -139,7
Lokale Kreditlinien inklusive Kontokorrentverbindlichkeiten 36,5 40,9 -4,4
Leasingverbindlichkeiten 38,2 8,6 29,6
Verbindlichkeiten aus Ratenkäufen 1,4 1,7 -0,3
Finanzschulden 1.049,2 1.028,5 20,7
Abzüglich Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 88,0 85,8 2,2
Nettofinanzschulden 961,2 942,7 18,5

Die Veränderung der Schuldscheindarlehen aus November 2015 resultierte aus der planmäßigen Rückzahlung der im Geschäftsjahr fälligen Tranchen. Die erforderlichen Mittel stammten aus den im November 2020 emittierten Schuldscheindarlehen mit einem Nominalvolumen von insgesamt 325,0 Mio. Euro. Der verbleibende Betrag aus diesen Schuldscheindarlehen wurde für die Ablösung einer aus der Konsortialkreditvereinbarung ausscheidenden Konsortialbank sowie zur anteiligen Rückführung des revolvierenden Darlehens verwendet. Zum Stichtag waren alle Schuldscheindarlehen in Euro begeben.

Dem Gerresheimer Konzern standen am 30. November 2020 zur allgemeinen Finanzierung ein Konsortialkredit in Form eines revolvierenden Darlehens zuzüglich Nebenkreditlinien im Gesamtvolumen von 476,0 Mio. Euro zur Verfügung, von denen 312,0 Mio. Euro nicht in Anspruch genommen wurden. Der Konsortialkredit wurde am 26. September 2019 unterzeichnet und hatte eine ursprüngliche Laufzeit von fünf Jahren, die im Geschäftsjahr um ein weiteres Jahr verlängert wurde. Die dem revolvierenden Darlehen zugrunde liegende und einzuhaltende marktübliche Kenngröße (Financial Covenant) ist das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Adjusted EBITDA (Adjusted EBITDA Leverage) auf Basis des gültigen Rahmenkreditvertrages. Das revolvierende Darlehen wird verzinst über einen Basiszins entsprechend dem EURIBOR (für Ziehungen in Euro) bzw. dem LIBOR (für Ziehungen in US-Dollar) für die jeweilige Ziehungsperiode zuzüglich eines Margenaufschlages abhängig vom Erfüllungsgrad des Adjusted EBITDA Leverage sowie zuzüglich einer Nutzungsprovision in Abhängigkeit vom jeweiligen Darlehensstand. Der Adjusted EBITDA Leverage auf Basis der gültigen Rahmenkreditvereinbarung betrug zum Stichtag 3,0x (Vorjahr: 2,4x).

Daneben finanzieren sich unsere Tochterunternehmen über zugesagte bilaterale Kreditlinien inklusive Kontokorrentverbindlichkeiten in Höhe von umgerechnet 36,2 Mio. Euro.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen fast ausschließlich in Euro.

Weitere Informationen zu den Finanzschulden sind in der Angabe (33) im Konzernanhang enthalten.

Um sich weitere günstige Finanzierungsquellen zu erschließen, finanziert sich Gerresheimer darüber hinaus in geringem Umfang durch den Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Factoringgesellschaften.

CASHFLOWS

Kapitalflussrechnung (Kurzfassung)

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In Mio. Euro 2020 2019 Veränderung
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 51,1 61,9 -10,8
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 222,2 192,9 29,3
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -157,0 -203,2 46,2
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -52,2 -1,1 -51,1
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelbestands -5,7 0,6 -6,3
Veränderungen des Finanzmittelbestands 7,3 -10,8 18,1
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 58,4 51,1 7,3

Der Anstieg des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit war vor allem auf das gestiegene Konzernergebnis sowie die Entwicklung der sonstigen Rückstellungen zurückzuführen.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit beinhaltete zum wesentlichen Teil Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Im Mittelabfluss des Vorjahres war mit 43,5 Mio. Euro eine Zahlung für den Erwerb der Anteile an der Sensile Medical enthalten. Im Berichtsjahr gab es keinen vergleichbaren Sachverhalt.

Der Mittelabfluss aus dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultierte hauptsächlich aus den Veränderungen bei den Schuldscheindarlehen, der teilweisen Tilgung des revolvierenden Darlehens, den Dividendenzahlungen sowie aus der aufgrund der Erstanwendung von IFRS 16 erstmals zu berücksichtigenden Tilgung von Leasingverbindlichkeiten.

Auf Basis der oben beschriebenen Einflüsse entwickelte sich der Free Cashflow vor Akquisitionen bzw. Desinvestitionen von Tochterunternehmen wie folgt:

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In Mio. Euro 2020 2019 Veränderung
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 222,2 192,9 29,3
Nettoinvestitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie Beteiligungen und Ausleihungen -157,0 -159,3 2,3
Free Cashflow 65,2 33,6 31,6

INVESTITIONEN

Die Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen entfielen im Geschäftsjahr 2020 auf die folgenden Bereiche:

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In Mio. Euro 2020 2019 Veränderung
Plastics & Devices 78,5 93,8 -15,3
Primary Packaging Glass 96,5 82,9 13,6
Advanced Technologies 23,3 4,9 18,4
Zentralstellen 1,2 3,8 -2,6
Investitionen 199,5 185,4 14,1

Den Schwerpunkt der Investitionen im Geschäftsbereich Plastics & Devices bildeten insbesondere der Ausbau unserer Spritzenkapazitäten sowie die Neubauten unserer Werke in der Republik Nordmazedonien und Brasilien. Darüber hinaus lag der Fokus auf dem Ausbau des Produktportfolios sowie der Schaffung zusätzlicher Produktions- und Lagerkapazitäten.

Die Investitionen im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass betrafen im Wesentlichen Anzahlungen und Vorbereitungen für eine geplante Ofenreparatur und -erweiterung in Deutschland, eine Ofenreparatur in den USA sowie die Modernisierung und Automatisierung der Produktionsanlagen. Den Anzahlungen für die Ofenreparatur in den USA standen anteilig entsprechende Versicherungserstattungen gegenüber. Darüber hinaus investierten wir in Kapazitätserweiterungen, insbesondere für Injektionsfläschchen. Zudem erfolgten, wie in den Vorjahren, Investitionen in Formen und Werkzeuge.

Im Bereich Advanced Technologies lagen die Investitionen im Geschäftsjahr 2020 deutlich über dem Vorjahr. Dabei entfielen Investitionen größtenteils auf Entwicklungsprojekte wie die planmäßige Weiterentwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen. Die aktivierten Entwicklungskosten umfassten zu einem nicht unerheblichen Teil nicht zahlungswirksame Bestandteile.

Die Investitionen des Geschäftsjahres 2020 enthalten mit 12,6 Mio. Euro aktivierte Nutzungsrechte, die erst in späteren Perioden zahlungswirksam werden. Am Geschäftsjahresende liegen finanzielle Verpflichtungen von 35,6 Mio. Euro im Zusammenhang mit zukünftigen Investitionen vor.

GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Geschäftsjahres 2020 waren in hohem Maße von der weltweiten Ausbreitung von Covid-19 und den damit verbundenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie geprägt. Die Pandemie führte zu einer großen Gesundheitskrise und zur tiefsten Rezession seit den 1930-er Jahren. Die Auswirkungen auf unsere Abnehmerbranchen waren sehr unterschiedlich. Während die Pharmabranche kaum beeinträchtigt wurde, verzeichnete die Kosmetikindustrie deutliche Rückgänge. Neben der Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter und Geschäftspartner war es wichtig, die Kontinuität der Geschäftstätigkeit sicherzustellen. Durch unser verantwortungsvolles Handeln in der Krise ist es uns gelungen, jederzeit ein zuverlässiger Partner für unsere Kunden und Lieferanten und damit auch für Patienten und Verbraucher zu sein. Vor dem Hintergrund dieses herausfordernden Umfelds sind wir im Geschäftsjahr 2020 im Rahmen unserer Erwartungen geblieben, wenngleich wir unsere Möglichkeiten aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht ganz ausschöpfen konnten.

Nach einem starken 4. Quartal stiegen die währungsbereinigten Umsatzerlöse des Gerresheimer Konzerns auf vergleichbarer Basis um 2,6 % auf 1.441,0 Mio. Euro. Das Wachstum der währungsbereinigten Umsatzerlöse entwickelte sich damit am unteren Ende unserer Erwartungen zum Jahresbeginn, womit wir aufgrund der Pandemie hinter unseren Wachstumsmöglichkeiten zurückgeblieben sind. Im Kerngeschäft, also den Geschäftsbereichen Plastics & Devices und Primary Packaging Glass, betrug das organische Wachstum auf Vergleichsbasis 3,8 %. Die Covid-19-Pandemie belastete vor allem die Umsatzerlöse im Kosmetikgeschäft. Ohne Berücksichtigung des Kosmetikgeschäfts stiegen die vergleichbaren währungsbereinigten Umsatzerlöse im Kerngeschäft um 5,5 %.

Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA des Gerresheimer Konzerns lag unter Berücksichtigung des währungsbereinigten Effekts aus der Erstanwendung von IFRS 16 in Höhe von 9,3 Mio. Euro mit 301,6 Mio. Euro um 1,7 % über dem um Sondersachverhalte (vgl. Fußnote 2) bereinigten Vorjahr (296,7 Mio. Euro). Während der Geschäftsbereich Plastics & Devices das währungsbereinigte Adjusted EBITDA um 9,5 % auf 214,6 Mio. Euro steigerte, erhöhte sich das Adjusted EBITDA im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass auf vergleichbarer Basis zum Vorjahr um 10,1 % auf 135,8 Mio. Euro. Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA im Geschäftsbereich Advanced Technologies verbesserte sich um 38,2 % auf -14,5 Mio. Euro.

Die währungsbereinigte Adjusted EBITDA-Marge des Gerresheimer Konzerns belief sich auf 21,6 % (Vorjahr nach Sondersachverhalten: 20,0 %) und lag damit im Rahmen unserer Erwartung. Das Kerngeschäft erzielte eine währungsbereinigte Adjusted EBITDA-Marge von 22,6 % (Vorjahr nach Sondersachverhalten: 22,0 %).

Das bereinigte Konzernergebnis sank auf 123,7 Mio. Euro (Vorjahr nach Sondersachverhalten: 128,7 Mio. Euro). Wesentliche Ursache hierfür ist der erhöhte Steueraufwand, der die positive Ergebnisentwicklung vor Steuern mehr als kompensiert hat. Vor diesem Hintergrund sank das bereinigte Ergebnis je Aktie der Aktionäre der Gerresheimer AG leicht von 4,04 Euro auf 3,90 Euro.

Der Free Cashflow vor Akquisitionen und Desinvestitionen stieg um 31,5 Mio. Euro auf 65,1 Mio. Euro. Bei Nettoinvestitionen leicht unter dem Niveau des Vorjahres war der Anstieg vor allem auf den insgesamt positiven Geschäftsverlauf zurückzuführen. Der Anteil der Nettoinvestitionen an den währungsbereinigten Umsatzerlösen betrug 11,1 % (Vorjahr: 11,8 %). Zu Beginn des Jahres hatten wir einen Anteil von rund 12 % erwartet. Unser strategisches Investitionsprogramm entwickelt sich planmäßig.

PROGNOSE-IST-VERGLEICH

Um unseren Aktionären, Kunden und allen anderen Partnern die Möglichkeit zu geben, unsere Geschäftsentwicklung zu beurteilen, veröffentlichen wir unsere Erwartungen jeweils zu Beginn des Geschäftsjahres und aktualisieren diese bei Bedarf im Jahresverlauf. Unsere Prognose umfasst dabei Angaben zu der erwarteten währungsbereinigten Entwicklung der für die Steuerung des Konzerns bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren: Umsatzerlöse, Adjusted EBITDA sowie die Nettoinvestitionen in Prozent der Umsatzerlöse.

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Leistungsindikator Basis währungsbereinigt Prognose 2020 währungsbereinigt Zielerreichung 2020 währungsbereinigt Veränderung
Umsatzerlöse 1.405,0 Mio. Euro Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich 1.441,0 Mio. Euro +2,6 %
Adjusted EBITDA 296,7 Mio. Euro Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich 301,6 Mio. Euro +1,7 %
Nettoinvestitionen (in % der Umsatzerlöse) ~12 % 11,1 %

EREIGNISSE NACH DEM ABLAUF DES GESCHÄFTSJAHRES

Nach dem 30. November 2020 sind keine Ereignisse eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Gerresheimer Konzerns ausgeht oder zu erwarten ist.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER GERRESHEIMER AG (HGB)

Die Geschäftsentwicklung der Gerresheimer AG unterliegt grundsätzlich den gleichen Risiken und Chancen wie die der Gerresheimer Gruppe. Der Ausblick für die Gerresheimer Gruppe spiegelt aufgrund der Verflechtungen mit den Tochtergesellschaften und der Bedeutung der Gerresheimer AG in der Gerresheimer Gruppe größtenteils auch die Erwartungen für die Gerresheimer AG wider. Daher gelten die vorstehenden Ausführungen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für die Gruppe größtenteils auch für die Gerresheimer AG. Die Ertragslage der Gerresheimer AG wird maßgeblich durch die Ergebnisse der Tochtergesellschaften bestimmt. Das Ergebnis aus den abgeführten operativen Ergebnissen der Tochtergesellschaften ist der bedeutsamste Leistungsindikator der Gerresheimer AG. Mit der Geschäftsentwicklung der Gerresheimer AG und den Ergebnisbeiträgen der Tochtergesellschaften im Geschäftsjahr 2020 sind wir insgesamt zufrieden.

ERTRAGSLAGE DER GERRESHEIMER AG

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER GERRESHEIMER AG (KURZFASSUNG)

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In Mio. Euro 2020 2019 Veränderung
Umsatzerlöse 4,8 4,0 0,8
Personalaufwand -21,1 -17,8 -3,3
Abschreibungen -1,6 -1,5 -0,1
Sonstige Erträge und Aufwendungen -8,6 -7,5 -1,1
Beteiligungsergebnis 120,6 -0,2 120,7
Finanzergebnis -0,5 0,7 -1,2
Ertragsteuern -7,7 -0,1 -7,6
Jahresüberschuss (Vorjahr: Jahresfehlbetrag) 85,8 -22,4 108,2
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 89,7 149,8 -60,1
Bilanzgewinn 175,5 127,4 48,2

Die Gerresheimer AG erzielt Umsatzerlöse vor allem aus der Erbringung von IT-Dienstleistungen und Managementleistungen für verbundene Unternehmen. Der Anstieg der Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr resultiert hauptsächlich aus höheren Weiterbelastungen für IT-Leistungen. Die Umsatzerlöse wurden überwiegend in Deutschland erzielt.

Der Anstieg des Personalaufwands entfällt zum großen Teil auf die gewachsene Anzahl von Mitarbeitern sowie auf den Anstieg der Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern aus Tantieme und Bonus.

Die sonstigen Erträge und Aufwendungen umfassen neben den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen auch die aktivierten Eigenleistungen und sonstigen Steuern. Die Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr resultierte größtenteils aus gestiegenen Aufwendungen für bezogene IT-Dienstleistungen. Die höheren Erträge aus den konzerninternen Weiterbelastungen sowie die gesunkenen Aufwendungen für Kommunikation, Marketing und Dienstreisen konnten diesen Effekt nur zum Teil kompensieren.

Das Beteiligungsergebnis umfasst neben den Erträgen aus Beteiligungen und verbundenen Unternehmen nahezu ausschließlich den Ergebnisbeitrag aus dem im Geschäftsjahr 2020 neu abgeschlossenen Gewinnabführungs- bzw. Verlustübernahmevertrag mit einem verbundenen Unternehmen. Im Vorjahr gab es keinen solchen Ergebnisabführungsvertrag. Die Ergebnisbeiträge aus Gewinnabführungs- bzw. Verlustübernahmeverträgen umfassen nunmehr die jeweiligen Ergebnisse aller inländischen Tochterunternehmen der Gerresheimer AG.

Im Finanzergebnis sind im Wesentlichen die Erträge aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen sowie die Zinsaufwendungen aus den Schuldscheindarlehen enthalten. Die Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr ist zum großen Teil auf niedrigere Erträge aus verbundenen Unternehmen zurückzuführen.

Die Veränderung der Ertragsteuern resultierte vor allem aus dem Anstieg des laufenden Steueraufwands der Berichtsperiode im Zusammenhang mit dem im Geschäftsjahr 2020 neu abgeschlossenen Gewinnabführungs- bzw. Verlustübernahmevertrag.

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE DER GERRESHEIMER AG

BILANZ DER GERRESHEIMER AG (KURZFASSUNG)

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In Mio. Euro 30.11.2020 30.11.2019 Veränderung
Aktiva
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 4,7 5,6 -0,9
Finanzanlagen 1.286,2 1.286,2 -
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 321,9 193,3 128,7
Rechnungsabgrenzungsposten 1,1 0,9 0,2
Bilanzsumme 1.614,0 1.486,0 128,0
Passiva
Eigenkapital 732,7 684,5 48,2
Rückstellungen 21,8 16,8 5,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 858,1 782,1 76,0
Übrige Verbindlichkeiten 1,4 2,6 -1,2
Bilanzsumme 1.614,0 1.486,0 128,0

Die Gerresheimer AG wies zum 30. November 2020 eine Bilanzsumme von 1.614,0 Mio. Euro aus, nach 1.486,0 Mio. Euro im Vorjahr. Hauptursachen für den Anstieg waren die höheren Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus Ergebnisabführung sowie gestiegene Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Die Finanzanlagen umfassen die Anteile und Ausleihungen an verbundene Unternehmen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände resultieren überwiegend aus Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus Ergebnisabführung und Cash-Pooling. Der Anstieg entfällt zum großen Teil auf die erstmalig im Geschäftsjahr 2020 durchgeführte Ergebnisabführung mit einem verbundenen Unternehmen.

Die Gerresheimer AG ist in das Cash-Pooling-Management der GERRESHEIMER GLAS GmbH eingebunden. Infolgedessen sind die flüssigen Mittel am Bilanzstichtag nur sehr gering.

Die Veränderung des Eigenkapitals steht im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres und der Dividendenzahlung 2019. Die Eigenkapitalquote lag zum 30. November 2020 bei 45,4 % (Vorjahr: 46,1 %).

Der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten war vor allem auf das im November 2020 begebene Schuldscheindarlehen in Höhe von 325,0 Mio. Euro zurückzuführen. Gegenläufig wirkte die Rückzahlung der im Geschäftsjahr 2020 fälligen Tranchen des Schuldscheindarlehens aus dem Jahr 2015 in Höhe von 189,5 Mio. Euro sowie die anteilige Rückführung des revolvierenden Darlehens.

PROGNOSE DER GERRESHEIMER AG

Die Ertragsperspektiven der Gerresheimer AG hängen maßgeblich davon ab, wie sich die Geschäftsaktivitäten ihrer Tochtergesellschaften entwickeln werden. Für das Geschäftsjahr 2021 gehen wir von einem vergleichbaren Ergebnis aus der Ergebnisabführung unserer Tochtergesellschaften wie im Geschäftsjahr 2020 aus.

UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG UND NACHHALTIGKEIT BEI GERRESHEIMER (NICHTFINANZIELLE KONZERNERKLÄRUNG)

Die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung (NFE) dokumentiert unsere nachhaltigkeitsbezogene Leistung entlang der Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, zur Achtung der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung und dient der Erfüllung der Berichtspflicht, die sich aus den Anforderungen des CSR-Richtlinienumsetzungsgesetzes gemäß §§ 315b, 315c i. V. m. §§ 289c-289e HGB ergibt.

Bei der Auswahl der zu berichtenden Sachverhalte haben wir neben der gesetzlichen Wesentlichkeitsformel, das heißt den Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit sowie der Relevanz für Gerresheimer, die Erwartungen unserer Stakeholder berücksichtigt. Der folgende Index dient der Auffindbarkeit der gesetzlich geforderten Informationen. Gleichzeitig ordnet er diese unseren strategischen Handlungsfeldern, den UN Global Compact- Prinzipien, einschließlich der relevanten Ziele für nachhaltige Entwicklung, den Sustainable Development Goals (SDGs), zu.

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NFE-Bestandteil Enthalten in Kapitel Strategisches Handlungsfeld UN Global Compact-Prinzipien SDGs Verweis
Beschreibung des Geschäftsmodells Geschäftsmodell Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer 3 S. 31 S. 48
4
8
9
Risiken Nachhaltigkeitsrisiken Chancen- und Risikobericht S. 54 S. 85
Umweltbelange GxPure (Umwelt) GxCircular (Produkte und Ressourcen) CO 2-Emissionen Erneuerbare Energien Wasser Abfall und Recycling Ökodesign Verantwortungsvolles Beschaffungsmanagement Prinzip 7 Prinzip 8 Prinzip 9 3 S. 55 und
6 S. 60
9
12 13 15 17
Arbeitnehmerbelange GxCare (Menschen) Gesundheit und Arbeitssicherheit Mitarbeiterzufriedenheit Prinzip 1 Prinzip 2 Prinzip 3 3 S. 65
4
8
Sozialbelange GxCare (Menschen) GxCircular (Produkte und Ressourcen) Gemeinwesen Ökodesign Prinzip 1 Prinzip 2 Prinzip 3 Prinzip 4 Prinzip 5 Prinzip 6 3 S. 60 und
4 S. 65
8
17
Achtung der Menschenrechte GxCircular (Produkte und Ressourcen) GxCare (Menschen) Verantwortungsvolles Beschaffungsmanagement Prinzip 1 Prinzip 2 8 S. 60 und
12 S. 65
16
Bekämpfung von Korruption und Bestechung Unsere Verantwortung für wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität Prinzip 10 8 S. 72
16

Bei der Darstellung der Inhalte orientieren wir uns an den Berichtsprinzipien der Sustainability Reporting Standards der Global Reporting Initiative (GRI), einem weltweit anerkannten Rahmenwerk zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. In diesem Jahr veröffentlichen wir erstmals im Anhang des Geschäftsberichts einen GRI-Index, um unseren Fortschritt in Bezug auf die Erfüllung der Kernoption aufzuzeigen. Neben den Verweisen auf die entsprechenden Angaben in diesem Bericht zeigen wir auf, wie wir zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs) und den Prinzipien des UN Global Compact beitragen. Für das kommende Geschäftsjahr ist eine Berichterstattung in Übereinstimmung mit der Kernoption der GRI-Standards anvisiert.

Soweit keine abweichende Erläuterung für die einzelnen Themen vorliegt, beziehen sich alle im Rahmen unserer Erklärung gemachten Angaben in der NFE sowohl auf die Gerresheimer AG als auch auf die von ihr direkt und indirekt gehaltenen Tochterunternehmen. Die umwelt- und arbeitssicherheitsbezogenen Daten (Energie, Treibhausgasemissionen, Wasser sowie Arbeitssicherheit) erheben wir für unsere Produktionsstandorte sowie die Hauptverwaltung in Düsseldorf. Vertriebsstätten sowie weitere Verwaltungsstandorte sind von der Erfassung aus Wesentlichkeitsgründen ausgenommen. Sämtliche Daten und ergänzende Informationen werden vom zuständigen Fachpersonal für den Berichtszeitraum auf der Grundlage gängiger Standards der Nachhaltigkeitsberichterstattung erhoben.

Rückwirkend festgestellte Anpassungsbedarfe korrigieren wir in der aktuellen Berichterstattung. Diese sowie Änderungen der methodischen Ansätze und Portfolioänderungen im Zuge von Akquisitions- und Veräußerungsentscheidungen machen wir in den entsprechenden Abschnitten kenntlich, sofern von wesentlicher Bedeutung.

Der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG wurde bei seiner Prüfpflicht der nichtfinanziellen Konzernerklärung durch die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit einer freiwilligen Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit (Limited Assurance) nach ISAE 3000 unterstützt.

Bedeutende Änderungen gegenüber dem Vorjahr in der Berichterstattung ergeben sich aus der Neuausrichtung unserer Strategie. In diesem Kontext haben wir unsere wesentlichen Handlungsfelder einer Überprüfung unterzogen und konkrete Ziele für die daraus resultierenden Themen definiert. Im Zuge des Zieldefinitionsprozesses haben wir unsere Datenerhebung weiter formalisiert, um die Datenqualität kontinuierlich zu verbessern.

Zusätzlich haben wir einen Index zum Verweis auf die strategischen Handlungsfelder und eine Übersicht zu allen Zielen aufgenommen, um für mehr Transparenz und Orientierung zu sorgen.

UNSERE NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE UND WESENTLICHKEITSANALYSE

Im Rahmen des 2019 vom Vorstand der Gerresheimer AG eingeleiteten Strategieprozesses (siehe Kapitel "Strategie und Ziele") ist das Thema Nachhaltigkeit als ein zentrales Kernthema auf die Gerresheimer Agenda gesetzt worden. Damit wollen wir unser Engagement für Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung wesentlich intensivieren. Nachhaltigkeit ist damit zu einem Grundpfeiler unserer Unternehmensstrategie geworden. Nachhaltig denken und handeln heißt für uns, unser Geschäftsmodell sowie unsere Wirkung als Unternehmen langfristig zu betrachten.

Den Begriff Nachhaltigkeit berücksichtigen wir in allen seinen Facetten. Gemäß unserem Geschäftsmodell (siehe Kapitel "Grundlagen des Konzerns") stehen für uns unsere Produkte sowie ihr Nutzen im Vordergrund unseres Handelns. Mit der Entwicklung und Herstellung von Produkten zur Verpackung von Medikamenten sowie zur einfachen und sicheren Dosierung und Verabreichung von Arzneimitteln leisten wir einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden der Gesellschaft. Dieser Anspruch findet Eingang in unsere Entwicklungs- und Produktionsprozesse, indem für uns Qualität, Schonung von Ressourcen, die einfache Handhabung und größtmögliche Sicherheit unserer Produkte höchste Priorität haben.

Um unsere bestehende Nachhaltigkeitsstrategie fortzuentwickeln, haben wir im Geschäftsjahr 2020 eine wesentliche und grundlegende Überarbeitung unserer Nachhaltigkeitsstrategie durchgeführt. Dazu haben wir unsere bestehende Wesentlichkeitsanalyse einer intensiven Überprüfung unterzogen. In einem systematischen Prozess haben wir dabei die Ergebnisse aus Unternehmensanalyse, Umfeldanalyse und Analyse der Stakeholder-Erwartungen zusammengeführt. Wir haben dazu verschiedene Workshops mit internen und externen Experten, Auswertungen für uns relevanter Ratings, Benchmarking-Analysen und Stakeholder-Dialoge durchgeführt. Der Input folgender wesentlicher Stakeholder-Gruppen wurde entsprechend berücksichtigt:

1. Die Schwerpunktthemen vieler unserer Pharma- und Kosmetikkunden, die uns in Sachen Nachhaltigkeit entweder einzeln auditieren oder uns über anerkannte Auditierungs-Agenturen wie EcoVadis oder Ecodesk beurteilen, Ergebnisse der letzten Kundenbefragung sowie direkte Gespräche mit Kunden.

2. Investoren- und Analystenfragebögen zu Nachhaltigkeitsaspekten sowie Input aus Gesprächen unseres Vorstands, Investor Relations oder der Gruppenverantwortlichen für Nachhaltigkeit mit Kapitalmarktakteuren.

3. Öffentliche Positionen und Vorgaben aus der Politik, insbesondere der EU und den USA, aber auch aus lokaler Politik und Öffentlichkeit.

4. Unternehmensperspektive durch Vorgaben aus dem Vorstand und dem operativen Management sowie aus dem Personalmanagement.

5. Die Mitarbeiterperspektive, die sich insbesondere aus Gesprächen und internen Veranstaltungen ergibt.

Die Ergebnisse der Analysen fließen in der nachfolgenden Wesentlichkeitsmatrix zusammen, in welcher die relevanten Themen aus Unternehmenssicht und die relevanten Themen aus Stakeholder-Sicht gegenübergestellt sind. Die wesentlichen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf die Themen haben wir in die Wesentlichkeitsbetrachtung mit einbezogen. Für diese haben wir im Vergleich zum Vorjahr keine abweichende Bewertung der Stakeholder-Relevanz festgestellt.

Themen, die sich im oberen rechten Quadranten befinden und farblich hervorgehoben sind, bilden als strategische Handlungsfelder den Hauptfokus für unsere Nachhaltigkeitsstrategie und wurden durch die Unternehmensleitung als Grundlage für die weitere strategische Planung, insbesondere für die Entwicklung unserer strategischen Nachhaltigkeitsziele und abzuleitenden Managementkonzepte, sowie die Festlegung von wichtigen Nachhaltigkeitskennzahlen (KPI) verwendet.

Wesentlichkeitsmatrix

Ranking ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte nach ihrer Relevanz für unsere Geschäftstätigkeit

Die sich aus der Wesentlichkeitsmatrix ergebenden neun strategischen Handlungsfelder haben wir den drei Pfeilern unserer Nachhaltigkeitsstrategie zugeordnet: Umwelt (GxPure), Produkte und Ressourcen (GxCircular) und Menschen (GxCare).

Die Wesentlichkeitsanalyse zeigt einen deutlichen Schwerpunkt im Bereich Umwelt mit den Themen Emissionen, Energie und Wasser, zusammengefasst unter GxPure. Eine ebenfalls hohe Relevanz haben darüber hinaus die Themenbereiche rund um unsere Produkte und eingesetzten Ressourcen, dabei insbesondere Recycling und Abfall, Ökodesign und nachhaltiges Beschaffungsmanagement, zusammengeführt unter GxCircular. Auch Themen mit Fokus auf den Menschen, wie Gesundheit und Arbeitssicherheit, Mitarbeiterzufriedenheit und Gemeinwesen, haben eine hohe Bedeutung und wurden unter GxCare gebündelt. Somit ergeben sich aus der Wesentlichkeitsanalyse neun strategische Handlungsfelder für unsere Nachhaltigkeitsstrategie.

Unsere strategischen Handlungsfelder

Die neun strategischen Handlungsfelder verknüpft mit den drei Pfeilern der Gerresheimer Nachhaltigkeitsstrategie

Neben den identifizierten strategischen Handlungsfeldern sind uns und unseren Stakeholdern weitere Themen wichtig. Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität sind für uns Grundvoraussetzung jeglichen Handelns. Patientensicherheit und Kundenzufriedenheit stehen für uns als Kernprämissen im Fokus unserer Geschäftstätigkeit und sind gleichzeitig ein zentraler Teil unserer Verantwortung als Unternehmen. Mit Blick auf unsere Mitarbeiter liegen uns Bildung und Ausbildung, Personalentwicklung, Vielfalt und Chancengleichheit sowie hohe Arbeits- und Sozialstandards am Herzen und spiegeln sich gesamtheitlich in der Mitarbeiterzufriedenheit wider.

UNSERE NACHHALTIGKEITSZIELE

Langfristiger Geschäftserfolg bedeutet für uns, neben ökonomischen auch gesellschaftliche und ökologische Werte für die Gesellschaft zu schaffen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, haben wir im Berichtsjahr für die neun strategischen Handlungsfelder unserer Nachhaltigkeitsstrategie globale Ziele verabschiedet.

So soll sichergestellt werden, dass wir das Unternehmen insgesamt auf einen Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen, wie dem Klimawandel, damit verbundenen regionalen Wasserknappheiten und dem Übergang zu einer Circular Economy, ausrichten. Zudem wollen wir die Arbeitssicherheit an unseren Standorten nachhaltig verbessern, die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter sicherstellen sowie mit unseren sozialen Aktivitäten einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Darüber hinaus wollen wir unserer Verantwortung entlang der Lieferkette gerecht werden.

Durch die Festlegung konkreter Ziele, Zielzeiträume und Leistungsindikatoren in den Bereichen Umwelt (GxPure), Produkte und Ressourcen (GxCircular) und Menschen (GxCare) machen wir unseren Fortschritt messbar. Künftig werden wir jährlich den Status der Zielerreichung berichten.

Gerresheimer Nachhaltigkeits-KPI und Zielsetzung

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Ziel KPI Zielwert Basisjahr 2019 1) Status 2020 1) Zieljahr
GxPure (Umwelt)
CO 2-Emissionen Reduzierung unserer absoluten CO 2-Emissionen, um den globalen Temperaturanstieg unter 1,5 ° C zu halten Scope-1- und Scope-2-Emissionen in t CO 2e -50 % 570.230 t CO 2e -3,4 % 2030
Erneuerbare Energien Erhöhung des Stromanteils aus erneuerbaren Quellen Strom aus erneuerbaren Quellen in MWh 100 % - 14 % 2030
Wasser Standorte mit hohem Wasserstress werden eine Zertifizierung für verantwortungsvolle Wassernutzung erlangen Anteil der Standorte mit hohem Wasserstress, die zertifiziert sind 100 % - - 2030
Reduzierung der globalen Wasserentnahme 2) Wasserentnahme in m 3 -10 % 972.706 m 3 8 % 2030
GxCircular (Produkte und Ressourcen)
Recycling und Abfall Reduzierung der Zuführung von Industrieabfällen aus unserer eigenen Fertigung zu Deponien bei minimaler Verbrennungsrate Anteil der Industrieabfälle aus unserer eigenen Fertigung, welche deponiert werden 0 % - - 2028
Ökodesign Systematische Einbeziehung von Circular-Economy-Prinzipien in unser Produktdesign Anteil von Neuproduktentwicklungen, die Gerresheimer Ökodesign-Prinzipien einbeziehen 100 % - - 2023
Nachhaltiges Beschaffungsmanagement (RScM, Responsible Supply Chain Management) Einhaltung von Umwelt- und Sozialaspekten durch unsere Lieferanten Anteil der strategischen Lieferanten, die die Gerresheimer Prinzipien für RScM anerkannt haben 100 % 35 % 36 % 2023
Anteil der strategischen Lieferanten, die auf ökologische und soziale Aspekte auditiert sind 100 % 24 % 30 % 2023
GxCare (Menschen)
Mitarbeiterzufriedenheit Zu den besten 25% der Arbeitgeber in Bezug auf die Mitarbeiterzufriedenheit gehören Arbeitgeber-Net Promoter-Score Top 25 % - - 2028
Gesundheit und Arbeitssicherheit Bereitstellung einer gesunden und Unfallhäufigkeit (LTIR) mit Ausfalltagen -80 % 13,4 LTIR -13 % 2028
sicheren Arbeitsumgebung Standorte mit ISO-45001-Zertifizierung 100 % 5 % 30 % 2023
Gemeinwesen Alle Standorte engagieren sich jährlich in ihren lokalen Gemeinschaften Anteil der Standorte mit jährlichem Engagement in den Bereichen "Schule und Ausbildung" oder "Gesundheit und Wohlbefinden" 100 % - - 2023

1) Für Ziele ohne Baseline und Status liegen die Daten bislang noch nicht vor.

2) Bereinigt um die Standorte Küssnacht (2019 geschlossen) und Buenos Aires (2019 verkauft).

Basisjahr für unsere Nachhaltigkeitsziele ist grundsätzlich das Geschäftsjahr 2019. Die Termine für die angestrebte Zielerreichung orientieren sich für den Bereich GxPure (Umwelt) an den globalen Klimaschutzplänen und für alle anderen Bereiche an unserem Strategieprozess "formula G". Für ausgewählte Ziele haben wir uns mit 2023 ein ambitioniertes Zieljahr gesetzt, da wir glauben, dass eine Zielerreichung in diesen Bereichen früher möglich und notwendig ist.

Mit unserem Engagement leisten wir einen Beitrag zur "Agenda 2030 for Sustainable Development". Im Rahmen unserer strategischen Handlungsfelder und -ziele engagieren wir uns vor allem für die SDGs "Gesundheit und Wohlbefinden" (Ziel 3), "Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum" (Ziel 8), "Nachhaltiger Konsum und Produktion" (Ziel 12) und "Maßnahmen zum Klimaschutz" (Ziel 13).

VERANTWORTUNG, REGELN, PROZESSE UND KONTROLLE

Seit 2010 hat Gerresheimer seine unternehmerische Verantwortung und damit seine Haltung zur Nachhaltigkeit in der Unternehmensrichtlinie "Unternehmerische Verantwortung" festgeschrieben, kommuniziert und konzernweit ausgerollt. Die Prinzipien der Nachhaltigkeit und der unternehmerischen Verantwortung sind zugleich Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie und damit nicht nur in unserer Vision, sondern auch in unserer Mission und unseren fünf Unternehmenswerten verankert. Diese Prinzipien gelten verbindlich für alle unsere Standorte weltweit. 3

Der Vorstand der Gerresheimer AG entscheidet über die Unternehmensstrategie und ist das oberste Entscheidungsgremium für wirtschaftliche, ökologische und soziale Themen. Er ist direkt involviert, wenn es um die grundlegende Ausrichtung und Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie geht.

Uns ist wichtig, dass wir interdisziplinär und spartenübergreifend daran arbeiten, ein nachhaltiges Unternehmen zu werden. Aus diesem Grund wurde in diesem Jahr der Sustainability Council (Nachhaltigkeitsrat) unter Führung des Vorstands gegründet. In diesem Gremium aus Vertretern der verschiedenen Geschäftsbereiche und Funktionen wird sichergestellt, dass wir einen Rahmen und ein gemeinsames Verständnis für unsere Nachhaltigkeitsstrategie innerhalb unseres internationalen und vielfältigen Geschäftsumfelds haben, es eine kontinuierliche Abstimmung der unternehmerischen, betrieblichen, finanziellen und technischen Sichtweisen zum Thema Nachhaltigkeit gibt und unser Geschäftsmodell kontinuierlich hinsichtlich aktueller und zukünftiger Nachhaltigkeitsthemen überprüft wird. Der Sustainability Council hat sich in diesem Geschäftsjahr schwerpunktmäßig mit der Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie und den damit verbundenen Nachhaltigkeitszielen beschäftigt.

Um die Sicherstellung der strategischen und operativen Steuerung und Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie zu gewährleisten und die Wirksamkeit von Maßnahmen zu bewerten, wird von unseren Geschäftsbereichen im Rahmen des quartalsweise stattfindenden Business Reviews über die operative Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele berichtet. Zudem planen die Geschäftsbereiche im Rahmen des jährlichen operativen und strategischen Planungsprozesses Konzepte und Maßnahmen zur Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele. Dieser Prozess wird im kommenden Jahr auf Basis der nun konkretisierten Ziele weiter ausgestaltet. Ferner planen wir, im kommenden Jahr die Bewertung der Implikationen von geplanten Investitionen für unsere Nachhaltigkeitsziele als Kriterien im Entscheidungsprozess für Investitionen weiter zu detaillieren.

Im Gerresheimer Management System (GMS) ist die kontinuierliche Verbesserung aller operativen Tätigkeiten bei Gerresheimer festgeschrieben. Dementsprechend und der üblichen Verantwortungszuordnung folgend, liegt die Verantwortung für die Erreichung der Ziele und die Einhaltung der Prozesse, auch in Sachen Nachhaltigkeit, bei den Führungskräften der Geschäftsbereiche und der Werke sowie bei den Fachverantwortlichen. Im Rahmen der regelmäßigen GMS-Evaluationen der Werke und Standorte wie auch der Lieferantenaudits werden Teilaspekte unserer Nachhaltigkeitsziele kontrolliert und auditiert. Zusätzliche Kontrollaktivitäten finden regelmäßig im Kontext der Berichterstattung statt.

Zahlreiche unserer internationalen Pharma- und Kosmetikkunden evaluieren ebenfalls regelmäßig unsere Maßnahmen und Ergebnisse nachhaltiger Unternehmensführung. Außerdem stehen wir mit unseren Investoren in engem Austausch zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie.

Aktuell haben wir die Bewertung durch EcoVadis in der Kategorie "Silber". Dabei haben wir unsere Bewertung auf 58 (Vorjahr: 46) von 100 möglichen Punkten verbessern können und liegen damit weiterhin über dem Durchschnitt aller von EcoVadis geprüften Unternehmen von 45,1 (Vorjahr: 42,4) Punkten. In der Vergleichsbranche Pharmazulieferer und Medizintechnik zählt Gerresheimer damit zu den Top-6-Prozent der von EcoVadis auditierten Unternehmen. Wir sind überzeugt, dass wir durch die Verbesserungen unserer Nachhaltigkeitsleistung entlang unser strategischen Handlungsfelder auf einem guten Weg sind, den EcoVadis-Goldstatus zu erreichen.

Zusätzlich zu unserem Engagement bei EcoVadis analysieren unabhängige ESG-Research- und Rating-Firmen unsere ökologischen, sozialen und Governance-bezogenen Geschäftspraktiken, um institutionellen Anlegern Entscheidungshilfen zu geben. 2020 wurde Gerresheimer in folgenden Ratings bewertet:

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MSCI ESG-Ratings: Bewertung AA (auf einer Skala von AAA bis CCC)
Sustainalytics ESG-Risikobewertung: Die Bewertung liegt bei 18,9, womit Gerresheimer in der Kategorie "Niedriges Risiko" für wesentliche finanzielle Auswirkungen von ESG-Faktoren liegt.
ISS ESG-Unternehmensrating: C-/​medium (auf einer Skala von A+ bis D-) mit einer mittleren relativen Performance von 5 (auf einer Skala von 1 bis 10) innerhalb unserer Industrie.

3 Weitere Informationen zu unserer Vision, Mission und unseren Unternehmenswerten finden Sie im Kapitel "Strategie und Ziele". Informationen zur unternehmerischen Verantwortung bei Gerresheimer finden Sie unter www.gerresheimer.com/​unternehmen/​unternehmerische-verantwortung.

STAKEHOLDER-DIALOGE

Nicht nur im Zusammenhang mit der regelmäßigen Weiterentwicklung unserer Nachhaltigkeitsstrategie bildet der Dialog mit unseren Stakeholdern weltweit einen elementaren Bestandteil unseres Nachhaltigkeitsmanagements. Daher treten wir über verschiedene, zielgruppenspezifische Formate mit ihnen in Kontakt, um sie über unsere Nachhaltigkeitsleistung zu informieren, ihre Meinungen und ihre Expertise einzuholen sowie gemeinsam Lösungen zu entwickeln. So ist der Austausch mit unseren Geschäftspartnern und Kunden, dem Kapitalmarkt, Mitarbeitern, Politikvertretern, Nichtregierungsorganisationen sowie Nachbarn sehr wichtig.

Für den Austausch mit unseren Kunden nutzen wir unterschiedlichste Austauschformate wie persönliche Gespräche und die Teilnahme an Fachmessen in Europa, Amerika und Asien. Wir informieren regelmäßig beispielsweise über entsprechende Newsletter, Kataloge und Broschüren sowie fortlaufend mit Hilfe detaillierter Produkt- und Leistungsinformationen durch unsere Internetpräsenz. Um uns ein Bild von den Erwartungen unserer aktuellen und potenziellen Kunden zu machen, führen wir zudem mit Hilfe eines renommierten Marktforschungsinstitutes regelmäßig weltweite Studien zur Kundenzufriedenheit durch. Dadurch erhöhen wir unser Verständnis der Kundenbedürfnisse und können die Kundenzufriedenheit und -bindung steigern. Im Zuge der Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie hat sich der Fokus in 2020 von Präsenzkontakten auf Kontakte in virtuellen Räumen und Plattformen verschoben.

Im Dialog mit unseren Mitarbeitern war in diesem Geschäftsjahr vor allem die Kommunikation der Strategie ein wesentlicher Bestandteil unserer Kommunikationsaktivitäten. Hierbei haben wir unsere Mitarbeiter über einen globalen Mitarbeiternewsletter informiert und Informationsseiten in unserer Social Collaboration-Plattform erstellt. Zudem haben wir im persönlichen Austausch im Rahmen von Onlineschulungen mehr als 450 Mitarbeiter aus allen Geschäftsbereichen bezüglich unserer neuen Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele geschult. Außerdem bildet auch die Mitarbeiter-Pulse-Befragung ein wichtiges Instrument zur Mitarbeiterkommunikation (Näheres dazu in Abschnitt "GxCare").

Unsere Gespräche und der Austausch mit der Politik finden im Rahmen der üblichen Branchenverbandsaktivitäten statt. Die Gerresheimer Gruppe betreibt darüber hinaus keine politische Einflussnahme und unterhält keine Büros zur politischen Kommunikation. Bei Gesetzgebungsverfahren beteiligen wir uns als Unternehmen nur durch eine gemeinschaftliche Positionsvertretung über unsere Industrieverbandstätigkeiten.

Als wesentliche Mitgliedschaften in Industrieverbänden sind die Mitgliedschaft im Bundesverband Glas (für die deutschen Glasstandorte) sowie die Mitgliedschaft im europäischen Behälterglasverband (FEVE) zu nennen. Außerdem ist Gerresheimer Mitglied in entsprechenden Arbeitgeberverbänden. Im Jahr 2020 sind wir zudem dem Wasserstoffbündnis Bayern beigetreten, um bei der Weiterentwicklung dieser wichtigen Technologie mitzuwirken.

NACHHALTIGKEITSRISIKEN

Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung streben wir die weitere Integration von Nachhaltigkeitsthemen in unsere Prozesse an. Da sich die potenziellen Chancen und Risiken aus unseren Nachhaltigkeitsthemen nicht unmittelbar in die finanzielle Bewertungslogik unseres Risikomanagements (siehe Kapitel "Chancen- und Risikobericht") integrieren lassen, haben wir im Jahr 2020 den Prozess zur Erfassung, Bewertung und Berichterstattung von Nachhaltigkeitsrisiken in der "Richtlinie zur Nachhaltigkeitsrisiko-Berichterstattung" definiert.

Nachhaltigkeitsrisiken unterscheiden sich zum Teil hinsichtlich des betrachteten Zeithorizonts, der Abschätzung ihrer Auswirkungen, aber auch hinsichtlich der Betrachtungsperspektive von traditionellen Risikobetrachtungen. Aus diesem Grund baut der Prozess für die Nachhaltigkeitsrisiko-Berichterstattung auf den bestehenden Komponenten des Risikomanagements auf, geht jedoch darüber hinaus. Dadurch lassen sich zum einen Doppelarbeiten und -erfassungen vermeiden, zum anderen ist eine vollständige Analyse gewährleistet.

Bei der systematischen Erfassung und Bewertung unserer Nachhaltigkeitsrisiken orientieren wir uns an unseren strategischen Handlungsfeldern und betrachten sowohl Risiken, die mit unserer eigenen Geschäftstätigkeit verknüpft sind und negative Auswirkungen u.a. auf diese Handlungsfelder haben oder haben könnten (Inside-out) als auch Risiken, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell erhebliche negative Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation unseres Unternehmens haben könnte (Outside-in).

Die identifizierten und bewerteten Nachhaltigkeitsrisiken werden zukünftig im Gerresheimer Risk Committee besprochen und an den Vorstand berichtet.

Wir veröffentlichen zudem jährlich im Rahmen und gemäß den Anforderungen des CDP (Carbon Disclosure Project) Einzelheiten zu identifizierten klimabezogenen Chancen und Risiken. Der CDP-Fragebogen zum Klimawandel folgt den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD).

Für den Berichtszeitraum wurden keine berichtspflichtigen Nettorisiken im Sinne des § 315c i. V. m. § 289c Abs. 3 Nr. 3 und 4 HGB identifiziert.

GxPURE (UMWELT)

GxPure ist der erste Pfeiler unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Hier haben wir unser Engagement für das Klima und die Umwelt verankert.

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Strategisches Handlungsfeld Ziel UN Global Compact-Prinzipien SDGs
Emissionen Reduzierung unserer absoluten CO 2e-Emissionen Scope 1 & Scope 2 um 50 % bis 2030 Prinzip 7, 8, 9 13 MASSNAHMEN ZUM KLIMASCHUTZ
Erneuerbare Energien Erhöhung des Stromanteils aus erneuerbaren Quellen auf 100 % bis 2030 Prinzip 7, 8, 9 3 GESUNDHEIT UND WOHLERGEHEN 13 MASSNAHMEN ZUM KLIMASCHUTZ
Wasser Zertifizierung für verantwortungsvolle Wassernutzung von 100 % der Standorte mit hohem Wasserstress Prinzip 7, 8, 9 6 SAUBERES WASSER UND SANITÄREINRICHTUNGEN
Reduzierung der globalen Wasserentnahme um 10 % bis 2030 15 LEBEN AN LAND

Wir wollen die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf die Umwelt so gering wie möglich halten, denn wir sind davon überzeugt, dass wir mittel- und langfristig bessere Resultate erzielen, wenn wir verantwortungs- und umweltbewusst handeln. Unser übergeordnetes Ziel ist es weiterhin, unsere Rohstoffe und Ressourcen so effizient wie möglich einzusetzen. Umweltschutz und die Herausforderungen durch den Klimawandel treiben uns an, unser Energie-, Verbrauchs- und Emissionsmanagement ständig zu verbessern. Darüber hinaus adressieren wir potenziell aufkommende physische Wasserknappheiten in Verbindung mit dem Klimawandel frühzeitig.

Um unseren Ansprüchen gerecht zu werden, haben wir im Rahmen des Strategieprozesses in den drei strategischen Handlungsfeldern Emissionen, Energie und Wasser Ziele und entsprechende Leistungskennzahlen definiert, mit denen wir künftig unsere Performance über konkrete Zielsetzungen global steuern und transparent machen wollen.

Um die Umsetzung unserer Ziele sicherzustellen, nutzen wir zum einen unsere globalen Gremien, wie den Sustainability Council. Zum anderen setzen wir auf Zertifizierungssysteme an unseren Standorten weltweit, um die Voraussetzungen für die Erhebung, Planung und Steuerung der Ziele vor Ort sicherzustellen und eine Standardisierung und kontinuierliche Verbesserung unserer Managementsysteme voranzutreiben. Auf diese Weise setzen wir unsere Umweltziele in allen Werken um. Die geltenden Umweltvorschriften halten wir weltweit strikt ein.

16 (Vorjahr: 15) unserer 37 Produktionsstandorte wird nach ISO-Norm 14001 ein modernes Umweltmanagement und der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen bescheinigt. Alle Zertifizierungen werden regelmäßig überprüft und in einem festgelegten Rhythmus neu angestoßen.

Mittels unserer zentralen Reporting-Software werden Umweltkennzahlen auf Werksebene erfasst, auf Geschäftsbereichs- und Unternehmenseben aggregiert und ausgewertet. Sie finden zudem Eingang in die quartalsweise stattfindenden Business Reviews zwischen Vorstand, den Fachbereichsexperten und den Geschäftsbereichen sowie in den Sustainability Council.

In diesem Jahr haben wir unsere globale Richtlinie zur Umweltberichterstattung, welche verbindliche Standards für alle Standorte vorgibt, angepasst, um das gemeinsame Verständnis zu schärfen und somit die Datenqualität zu verbessern. So wollen wir unseren strategischen Zielen und KPI einen robusten Rahmen geben.

EMISSIONEN UND ENERGIE

Für die Herstellung von Kunststoff- und Glasverpackungen benötigen wir Energie, wobei insbesondere die Schmelzvorgänge in den Hochtemperaturöfen wesentliche Treiber unserer Verbräuche sind. In diesem Zusammenhang ist es unser Ziel, sowohl unsere Energieeffizienz im Rahmen unserer Prozesse zu verbessern als auch die damit verbundenen klimaschädlichen Emissionen zu vermeiden. Insbesondere der Einsatz effizienter Technologien sowie der zunehmende Umstieg auf erneuerbare Energien, vor allem Strom, sind dabei wesentliche Säulen unseres Ansatzes.

Ein Großteil unserer direkten Scope-1- und indirekten Scope-2-Emissionen ist aus dem Umfang unserer Kraftstoff-, Strom- sowie Heiz- bzw. Kühlenergieverbräuche ableitbar. Zu den Energieverbräuchen im Scope 1 zählen nichterneuerbare Quellen wie Erdgas, Flüssigerdgas, Diesel und Leichtöl, wovon Erdgas den größten Anteil ausmacht. Dagegen bildet die bezogene Menge an Strom und Wärme unseren Scope-2-Energieverbrauch.

Einige der für uns relevanten in unserer Wertschöpfungskette vor- bzw. nachgelagerten indirekten Treibhausgasemissionen (Scope 3) werden ebenfalls jährlich durch uns erhoben. Hierzu zählen Emissionen aus dem Zukauf der Rohstoffe Kunststoffgranulat, Röhrenglas und Fremdscherben sowie Emissionen aus vorgelagerten Prozessen zur Strombereitstellung.

Unsere Bestrebungen folgen dem übergeordneten Ziel der Verringerung der Umweltauswirkungen unserer Produkte und Tätigkeiten.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2030 unsere Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 50 % zu reduzieren. Die Basis der Reduktion stellen unsere Scope-1- und Scope-2-Emissionen des Geschäftsjahres 2019 dar.

Unser CO 2e-Reduktionsziel steht im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen und dem 1,5°C-Ziel des IPCC-Sonderberichts. Unser Klimaziel ist noch nicht durch die Science-Based-Targets-Initiative validiert worden. Wir haben jedoch mit externer Unterstützung eine Klimaszenarioanalyse auf der Grundlage des Value@Carbon-Risk-Tools durchgeführt, welche bestätigt, dass unser CO 2e-Reduktionsziel dem 1,5°C-Ziel aus dem IPCC-Sonderbericht entspricht.

Für unseren Stromverbrauch haben wir uns ergänzend das spezifische Ziel gesetzt, dass bis 2030 100 % unseres Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen stammt.

Der Aufbau eines systematischen Energiemanagements bildet unseren organisatorischen Rahmen, um Energieeinsparpotenziale auszunutzen und die Energieeffizienz weiter zu verbessern. So haben wir bislang an zwölf (Vorjahr: elf) unserer 47 Standorte ein nach ISO 50001 zertifiziertes Managementsystem eingeführt. Alle Zertifizierungen werden regelmäßig überprüft und in einem festgelegten Rhythmus neu angestoßen. An den Standorten werden in diesem Kontext regelmäßige Schulungen zum effizienten Einsatz von Energie und zum Schutz der Umwelt durchgeführt.

Zudem lassen wir seit 2008 unser Engagement im Bereich Klimaschutz jährlich durch die Teilnahme an einer der weltweit größten Umweltinitiativen, dem CDP, bewerten. Die Erreichung der CO 2e-Emissionsziele wird in diesem Zusammenhang einmal jährlich vom Vorstand überprüft. Im CDP Climate Change Reporting 2020 haben wir erneut ein B-Rating (auf einer Skala von A- bis D-) erreicht und liegen damit über dem Durchschnitt unseres Sektors.

Insbesondere dort, wo Glas geschmolzen wird, besteht ein hoher Energiebedarf. Wir überholen und erneuern bedarfsgerecht energieintensive Anlagen in unserem Konzern, wie beispielsweise die Schmelzwannen in unseren Behälterglaswerken. Dadurch können wir neueste Technologien für die Glasschmelze einsetzen und die Produktionstechnologie insgesamt modernisieren.

So erzielen wir bei Wannenerneuerungen durchweg Verbesserungen der Energieeffizienz. Ebenfalls ist es uns gelungen, die Kapazität unserer Behälterglaswerke in den letzten zehn Jahren deutlich zu steigern - bei gleichzeitig signifikant reduziertem Energieverbrauch je Tonne Glas. Regelmäßige Automatisierungen bei der Rohstofflieferung und der Gemengeherstellung tragen ebenso wie moderne Kontrollsysteme der Wannen zu einer stetig steigenden Effizienz am sogenannten "heißen Ende" bei. Außerdem werden für die Endverpackung der Glasprodukte zunehmend Packroboter eingesetzt, was eine hohe Genauigkeit und Fehlervermeidung bei der finalen Verpackung auf Paletten sicherstellt. Auch in unseren kunststoffverarbeitenden Werken werden die eingesetzten Produktionstechnologien regelmäßig ausgetauscht und modernisiert.

Im Jahr 2020 lässt sich der Großteil der Aktivitäten unserer Standorte zur Reduktion unserer Energieverbräuche im Bereich der technologischen Umrüstung von Maschinen sowie der Gebäudeinfrastruktur verorten. So wurden an zehn Standorten energieeffizientere Spritzgussmaschinen angeschafft oder Maschinen umgerüstet. Im Bereich der Glasherstellung wird es zudem zunehmend wichtig, Fremdscherben im Prozess einzusetzen, wodurch ebenfalls signifikante Verbesserungen der Energieeffizienz erreicht werden können. Unser Standort Tettau hat im Jahr 2020 die bestehende Gemengeanlage um ein Scherbensilo erweitert, um zukünftig mit dem Einsatz von recycelten Fremdscherben zu produzieren.

Der Energieverbrauch für die Beleuchtung ist an vielen Standorten ebenfalls ein wichtiger Faktor. So ersetzen wir in unseren Werken sukzessive alte Leuchtmittel durch energiesparende LED-Lichttechnik und prüfen bei allen Umbau- und Erweiterungsbaumaßnahmen den Einsatz von LED-Lichttechnik. Im Geschäftsjahr 2020 wurden an zehn Standorten die Beleuchtungssysteme in verschiedenen Bereichen auf LED umgerüstet. Vielfach werden zudem in nicht kontinuierlich genutzten Bereichen, wie zum Beispiel Lagerbereichen, Präsenzsensoren verbaut, die bei Abwesenheit von Personen die Beleuchtung abschalten.

Weitere Maßnahmen lassen sich im Wesentlichen der Nutzung von Abwärme sowie der Umrüstung von Kühlsystemen und Kompressoren zuordnen. Auch künftig wird die technologische Erneuerung unserer Anlagen eine wesentliche Säule unserer Dekarbonisierungsstrategie sein.

Unser Energieverbrauch hat sich im Jahr 2020 um 3 % auf 6.376 Terajoule (Vorjahr: 6.189 Terajoule) erhöht. Diese Erhöhung ist insbesondere auf Kapazitätserweiterungen an unserem Standort in Essen zurückzuführen. Aufgrund der wesentlichen Bedeutung von Anlageninvestitionen, welche nicht jährlich durchgeführt werden, wird unser Reduktionspfad in Bezug auf unser Ziel auch künftig nicht linear verlaufen.

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In Terajoule 2020 2019 2) Veränderung
Primärenergieverbrauch (direkter Energiebezug) 1) 3.897 3.780 3,1 %
Erdgas 3.832 3.721
Andere Brennstoffe 65 59
Sekundärenergieverbrauch (indirekter Energiebezug) 2.479 2.409 2,9 %
Elektrizität 2.464 2.394
Andere 15 15
Gesamtenergieverbrauch 6.376 6.189 3,0 %

1) Bei der Konvertierung der Primärenergieverbräuche haben wir den Heizwert angesetzt.

2) Anpassung des Vorjahreswerts aufgrund von Aktualisierung der Umrechnungsfaktoren für Primärenergie.

Der regionale Verbrauchsschwerpunkt für Energie liegt weiterhin in Europa, wo vier unserer Behälterglaswerke ihren Standort haben. Insgesamt entfallen etwas über zwei Drittel unseres Energieverbrauchs auf unsere Werke in Europa.

Unsere CO 2e-Emissionen aus Energieverbräuchen (Scope 1 und 2) haben wir in 2020 um 3,4 % auf 550.791 Tonnen (Vorjahr: 570.230 Tonnen) reduzieren können.

Diese Verbesserung resultiert aus dem Rückgang unserer Scope-2-Emissionen um 9,8 % auf 275.457 Tonnen CO 2e (Vorjahr: 305.426 Tonnen CO 2e) aufgrund der zunehmenden Umstellung unseres Strombezugs auf erneuerbare Quellen und lässt sich aus der Gegenüberstellung der standortbasierten und der marktbasierten Emissionen entnehmen. Im Jahr 2020 haben wir 14 % unseres Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen abgedeckt. Im Geschäftsjahr 2020 haben wir z. B. den Strombezug an unserem tschechischen Standort sowie an drei deutschen Standorten umgestellt. Bei der Umstellung auf erneuerbaren Strom nutzen wir die Qualitätskriterien des GHG-Protokolls als Referenzrahmen für die Auswahl geeigneter Bezugsmöglichkeiten und Instrumente.

Unsere Scope-1-Emissionen sind aufgrund des beschriebenen Mengenwachstums sowie der Kapazitätserweiterungen in 2020 um 4 % auf 275.334 Tonnen (Vorjahr: 264.803 Tonnen CO 2e) angestiegen.

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Standortbasierte Berechnungsmethode Marktbasierte Berechnungsmethode 2)
In Tonnen CO 2e 1) 2020 2019 6) Veränderung 2020 2019 6) Veränderung
--- --- --- --- --- --- ---
Scope-1-Emissionen 2) 3) 275.334 264.803 4,0 % 275.334 264.803 4,0 %
Davon aus Erdgasverbrennung 215.174 209.050 215.174 209.050
Davon Prozessemissionen aus Schmelzvorgängen 4) 48.058 43.868 48.058 43.868
Scope-2-Emissionen 285.092 282.724 0,8 % 275.457 305.426 -9,8 %
Davon aus zugekaufter Elektrizität 284.385 282.016 274.749 304.718
Scope-1- und -2-Emissionen 560.427 547.527 2,4 % 550.791 570.230 -3,4 %
Scope-3-Emissionen 304.024 297.051 2,3 % 304.024 297.051 2,3 %
Davon aus zugekauften Rohstoffen 5) 240.327 228.087 240.327 228.087

1) Unsere Emissionen berechnen wir in Übereinstimmung mit dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol.

2) Wir haben für 66% unseres Strombezugs einen marktbasierten Faktor ermitteln können und für die verbleibenden Standorte den standortbasierten Emissionsfaktor der IEA bzw. der EPA (eGRID-Faktor) für die USA angesetzt.

3) Die Einheitenumrechnungen sowie die Scope-1-Emissionen aus Gas und anderen Energieverbräuchen wurden auf Basis der aktuellen DEFRA-Faktoren sowie des IPCC-Berichts ermittelt.

4) Unsere Prozessemissionen haben wir auf Basis des Massenbilanzansatzes unserer eingesetzten Rohstoffe auf Basis des IPCC-Berichts ermittelt.

5) Unsere Scope-3-Emissionen berechnen wir auf Basis der Sekundärdaten aus DEFRA bzw. der Ecoprofile von PlasticsEurope.

6) Wir haben die Vorjahreswerte aufgrund des Vorliegens aktuellerer bzw. genauerer Daten angepasst.

Zusätzlich zu den Scope-1- und -2-Emissionen berichten wir unsere Scope-3-Emissionen aus dem Zukauf von Rohstoffen als wesentlichste Scope-3-Kategorie. Hierbei decken wir circa 80% unserer Ausgaben für Rohstoffe ab. Ein wesentlicher Hebel zur Reduktion unserer Scope-3-Emissionen aus diesen Kategorien ist die Substitution von Primärrohstoffen durch Sekundärrohstoffe wie recyceltes PET sowie Fremdscherben. Allerdings wurden diese Effekte durch die Kapazitätserweiterungen mehr als kompensiert, so dass sich unsere Scope-3-Emissionen in 2020 um 2,3 % auf 304.024 Tonnen (Vorjahr: 297.051 Tonnen CO 2e) erhöht haben.

Weitere Aktivitäten, die wir derzeit nicht systematisch erheben, betreffen die Reduktion von Transportemissionen durch intelligente Packverfahren, die Umstellung der Transportwege und -mittel sowie die lokalere Beschaffung von Rohstoffen.

Fuhrpark

Unsere Firmenfahrzeugflotte besteht zum Abschlussstichtag weltweit aus 292 (Vorjahr: 307) Fahrzeugen. Bei den Vorgaben für Dienstfahrzeuge spielen auch Umweltaspekte eine Rolle. Bisher waren die meisten unserer Firmenfahrzeuge mit Dieselmotoren ausgestattet, deren Einsatz im Hinblick auf Energieeffizienz und Umweltaspekte derzeit auf dem Prüfstand steht. Als Beitrag zum Umweltschutz sind ausschließlich Fahrzeugmodelle zugelassen, die im ADAC EcoTest mindestens vier Sterne erhalten. Nicht getestete Modelle sind nicht zugelassen. Bei der Anschaffung und beim Betrieb unserer Fahrzeugflotte streben wir den bestmöglichen technologischen Stand an und wollen die Schadstoffemissionen senken. Seit 2016 können gemäß unseren Richtlinien auch Fahrzeuge mit Hybrid- oder Elektromotoren für unsere Fahrzeugflotte angeschafft werden.

WASSER

Wasser ist bei der Herstellung von Plastik- und Glasverpackungen von großer Bedeutung. In der Glasproduktion wird Wasser überwiegend zur Kühlung von Ausschuss und zur Reinigung von Scherben oder veredelten Produkten verwendet. Beispielsweise müssen säuremattierte Glasverpackungen nach dem Säurebad gereinigt werden. Durch den Einsatz von Wasseraufbereitungsanlagen kann der Frischwasserverbrauch reduziert werden. In der Produktion von Kunststoffverpackungen werden Maschinen und Kompressoren mittels Wasser gekühlt. Hier hängt die Nutzungsintensität vor allem von der verwendeten Kunststoffart ab. Zum Beispiel wird PET-Granulat bei höheren Temperaturen geschmolzen, so dass hier mehr Wasser zur Kühlung eingesetzt werden muss als z.B. bei der Verwendung von Polyethylen und Polypropylen.

In diesem Zusammenhang ist der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser für uns wichtig. Wir wollen Wasser so sparsam wie möglich einsetzen und haben diesen Anspruch durch unsere Ziele festgeschrieben. Die dezentralen Aktivitäten unserer Standorte im Bereich des Wassermanagements werden durch unsere zwei globalen Zielsetzungen fokussiert.

An allen Produktionsstandorten, die von hohem Wasserstress betroffen sind, wollen wir bis 2030 ein nachhaltiges Wassermanagement im Sinne der Alliance for Water Stewardship Zertifizierung einführen.

Gleichzeitig wollen wir unsere Wasserentnahme insgesamt bis 2030 um 10 % im Vergleich zu 2019 senken.

Der Beitrag der einzelnen Standorte zu unserem Reduktionsziel leitet sich aus der aktuellen Relevanz der Wasserentnahme sowie der Bedeutung von Wasserstress ab, die geografisch sehr unterschiedlich ist. Aus diesem Grund wollen wir bis 2030 standortspezifische Konzepte für den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser erarbeiten und sukzessive umsetzen. Wir werden uns dabei zunächst auf die Standorte fokussieren, die von relativ höherem Wasserstress gemäß der Definition des Aqueduct Water Risk Atlas betroffen sind. Um die Standorte zu identifizieren, haben wir auf Basis dieses Tools die Exposition unserer Produktionsstandorte bewertet und verfolgen die Entwicklungen und künftigen Veränderungen aktiv, um frühzeitig geeignete Maßnahmen abzuleiten.

Derzeit befinden sich acht Produktionsstandorte in Gebieten mit hohem bzw. sehr hohem Wasserstress. Diese Standorte machen 14 % (Vorjahr: 12 %) unserer globalen Wasserentnahme aus.

Indem wir uns an den Prinzipien der Alliance for Water Stewardship (AWS) orientieren, gehen wir über die gesetzlichen Vorgaben der jeweiligen Länder hinaus. Die AWS ist eine globale Kooperation, welche sich dem nachhaltigen Umgang mit lokalen Wasserressourcen verschrieben hat. Sie beschreibt mit dem AWS-Standard ein universelles Rahmenwerk für die nachhaltige Nutzung von Wasser. Dessen Anwendung ermöglicht es uns, unseren Wasserverbrauch an Standorten mit hohem Wasserstress sowie die Auswirkungen strukturiert zu analysieren und Lösungen für ein nachhaltiges Wassermanagement zu erarbeiten und umzusetzen. Somit wollen wir nicht nur die Entnahme von Wasser insgesamt reduzieren, sondern auch durch entsprechende Maßnahmen die möglichst effiziente und nachhaltige Nutzung sicherstellen.

Übersicht über die Wasserstress-Situation unserer Standorte

In einem nächsten Schritt werden unsere Standorte mit hohem Wasserstress in 2021 damit beginnen, analog dem AWS Standard detaillierte Daten zur Wassernutzung und zum Umfeld zu erfassen und zu analysieren. Darauf aufbauend werden dann standortspezifische Pläne zur nachhaltigen Wasserbewirtschaftung erarbeitet.

Die wesentlichen Maßnahmen zur Reduktion unseres Wasserverbrauchs im Geschäftsjahr 2020 lassen sich dem Bereich der Optimierung unserer Kühlanlagen - Kühlung ist die wesentliche Nutzungsart des entnommenen Wassers - zuordnen.

An unseren Standorten in Pfreimd und Zaragoza sowie in einem unserer Werke in Polen wurde im Berichtszeitraum von einem geschlossenen auf ein offenes Kühlsystem umgestellt. Dies führt neben einem reduzierten Wasserverbrauch auch zu weniger Energieverbrauch.

Unsere Wasserentnahme hat sich im Geschäftsjahr 2020 um 7,3 % auf 1.049.098 m 3 (Vorjahr: 977.937 m 3) erhöht. Dabei wird der Wasserbedarf zu etwa zwei Dritteln aus der kommunalen Wasserversorgung und zu knapp einem Drittel aus Grundwasser gedeckt.

Der Anstieg der Wasserentnahme ist im Wesentlichen auf die Unterbrechung des Wasserkreislaufs im Zuge des geplanten Wannenbaus und daraus resultierendem höheren Wasserbedarf in der Produktion an unserem Standort in Lohr zurückzuführen.

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Wasserentnahme nach Quellen in m 3 2020 2019 1) Veränderung
Gesamt 1.049.098 977.937 7,3 %
Kommunale Wasserversorgung 695.697 752.941
Grundwasser 299.443 176.041
Oberflächenwasser 47.759 48.955
Regenwasser 6.200 -

1) Die Zahlen wurden aufgrund von nachgereichten Meldungen angepasst.

Der regionale Schwerpunkt unserer Wassernutzung liegt weiterhin in Europa. Insgesamt entfallen etwa 70 % unseres Wasserverbrauchs auf unsere Werke in Europa.

GxCIRCULAR (PRODUKTE UND RESSOURCEN)

GxCircular ist der zweite Pfeiler unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Hier haben wir unser Engagement für Ressourcen, nachhaltige Produkte und eine verantwortungsvolle Lieferkette verankert.

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Strategisches Handlungsfeld Ziel UN Global Compact-Prinzipien SDGs
Recycling und Abfall Reduzierung der Zuführung von Industrieabfällen aus unserer eigenen Fertigung zu Deponien auf 0 % bei minimaler Verbrennungsrate bis 2028 Prinzip 7, 8, 9 13 GESUNDHEIT UND WOHLERGEHEN 12 NACHHALTIGE/​R KONSUM UND PRODUKTION 15 LEBEN AN LAND
Ökodesign Bis 2023 entwickeln wir Gerresheimer Ökodesign-Prinzipien und wenden diese im Rahmen unseres Produktentwicklungsprozess bei 100 % unserer Neuproduktentwicklungen an Prinzip 7, 8, 9 9 INDUSTRIE, INNOVATION UND INFRASTRUKTUR 12 NACHHALTIGE/​R KONSUM UND PRODUKTION
Nachhaltiges Beschaffungsmanagement Erhöhung des Anteils der strategischen Lieferanten, die die Gerresheimer Prinzipien für RScM anerkannt haben auf 100 % bis 2023 Prinzip 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 8 MENSCHENWÜRDIGE ARBEIT UND WIRTSCHATSWACHSTUM 12 NACHHALTIGE/​R KONSUM UND PRODUKTION 17 PARTNERSCHAFTEN ZUR ERREICHUNG DER ZIELE
Erhöhung des Anteils der strategischen Lieferanten, die auf ökologische und soziale Aspekte auditiert sind auf 100 % bis 2023

Die Prinzipien der Circular Economy leiten uns in der nachhaltigen Ausrichtung unseres Geschäftsmodells. Entgegen den Prinzipien der linearen Wirtschaftsweise zielt die Circular Economy als ein regeneratives System darauf ab, Ressourceneinsatz und Abfallproduktion, Emissionen und Energieverschwendung durch das Verlangsamen, Verringern und Schließen von Energie- und Materialkreisläufen zu minimieren entlang des gesamten Lebenszyklus eines Produkts.

Dazu wollen wir im Rahmen unserer eigenen Prozesse sowie mit unseren Produkten beitragen. Wir bei Gerresheimer sind überzeugt, dass Innovation und Umweltschutz Hand in Hand gehen. Wir wollen Vorreiter sein in der Entwicklung nachhaltiger Lösungen für pharmazeutische Verpackungen, Devices und kundenspezifische Produkte.

Da der Übergang zu einer Circular Economy Systemlösungen über den Einfluss einzelner Unternehmen hinaus erfordert, messen wir der Zusammenarbeit aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette eine hohe Bedeutung zu. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Lieferkette, nicht nur im Sinne der Beschaffung kreislauffähiger Rohstoffe, sondern auch in der Verantwortung für Nachhaltigkeit in unserer Wertschöpfungskette.

RECYCLING UND ABFALL

Bei der Herstellung unserer pharmazeutischen Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systeme, Diagnostiksysteme und Verpackungen für die Kosmetikindustrie aus Glas und Kunststoff möchten wir mit der ressourcenschonenden Gestaltung unserer Prozesse und dem Einsatz von Materialien sowie der Entwicklung neuer, nachhaltiger Produkte im Sinne der Circular Economy einen Beitrag zur Verminderung des globalen Abfallaufkommens leisten. Dieser Anspruch ist Grundprinzip unseres GMS.

Als produzierendes Unternehmen verursachen wir im Rahmen unserer Produktionsprozesse selbst Abfälle. Grundsätzlich streben wir an, diese Abfälle entsprechend dem Ansatz der Circular Economy und in Übereinstimmung mit der europäischen Abfallhierarchie einer Wiederverwendung oder einem Recycling zuzuführen und die Beseitigung auf Deponien unbedingt zu vermeiden. In dem Wissen, dass viele dieser Abfälle potenzielle Ausgangsmaterialien für die Produktion neuer, anderer Produkte sein können, wollen wir uns dafür aktiv einsetzen.

Unser übergeordnetes Ziel ist somit, unser Abfallaufkommen so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig wollen wir die Auswirkungen unserer Produktionsabfälle möglichst gering halten. So haben wir uns im Sinne der europäischen Abfallhierarchie folgendes Ziel gesetzt:

Bis 2028 wollen wir unsere Deponieabfälle aus der Produktion auf 0 % reduzieren. Gleichzeitig streben wir an, den Anteil der Abfälle, die der Verbrennung zugeführt werden, zu reduzieren, um so im Sinne einer Circular Economy die stoffliche Nutzung zu priorisieren.

Durch unsere dezentrale Organisationsstruktur wurde das Abfallmanagement bisher nicht global koordiniert. Nun arbeiten wir sukzessive an der Systematisierung unserer Aktivitäten zur Abfallvermeidung auf Basis eines einheitlicheren Verständnisses. Die Operationalisierung und unternehmensweite Umsetzung des Ziels wird durch unser zentrales Team in Verbindung mit Fachverantwortlichen aus den einzelnen Geschäftsbereichen erarbeitet.

Wir haben in diesem Jahr neben der Verabschiedung und Kommunikation der Zielsetzung die ersten Schritte der Implementierung unternommen. Die Standorte sind in diesem Zuge dazu aufgefordert worden, Programme zu entwickeln, um ihren individuellen Beitrag zu unseren Zielen planbar zu machen und in konkrete Maßnahmen umzusetzen.

Zudem haben wir mit der Einführung eines neuen Berichts in unsere zentrale Software begonnen, um künftig auch Daten zu Abfallmengen und Entsorgungswegen zentral zu erfassen und auszuwerten. In Vorbereitung auf die Implementierung haben wir unsere Richtlinie zur Erhebung der Umweltkennzahlen ergänzt. So wollen wir eine konsistente Datenerhebung bezüglich der Abfallströme gewährleisten. Ab dem kommenden Geschäftsjahr werden wir unseren jährlichen Fortschritt in Bezug auf unsere Zielsetzungen transparent machen.

Als wesentliche Säule zur Reduktion unseres Abfallaufkommens insgesamt sehen wir die Vermeidung von Ausschuss sowie, wenn möglich und aufgrund regulatorischer Vorgaben zulässig, die Rückführung von Ausschuss in den Produktionsprozess. Wenn eine Nutzung in unseren eigenen Prozessen nicht möglich ist, versuchen wir stets Einsatzmöglichkeiten der Nebenprodukte zu finden, indem wir diese an andere Unternehmen abführen.

Im Geschäftsjahr 2020 haben unsere Standorte insbesondere Maßnahmen im Bereich der Reduktion und Vermeidung von Ausschuss aus unseren Produktionsprozessen ergriffen. So kann neben der Vermeidung von Abfall auch die Rohstoffeffizienz erhöht werden. Gleichzeitig wird an mehreren Werken die Wiederverwendung von Transport- und Verpackungsmaterial vorangetrieben.

Unser Standort in Tschechien hat bereits 2018 die Vermeidung von Deponierung erreicht und hat im Geschäftsjahr Gespräche aufgenommen, um den Verbrennungsanteil zugunsten von Recycling zu reduzieren. Änderungen der Marktpreise für einzelne Materialfraktionen können zu Veränderungen bei den Abfallentsorgungsmethoden führen.

ÖKODESIGN

Das weltweite Verpackungsaufkommen nimmt stetig zu und mit ihm auch die negativen Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere in den Ländern, die noch keine entsprechende Infrastruktur zur Abfallsammlung und -verwertung aufweisen. Verpackungen, die nicht fachgerecht entsorgt werden und daher in die Umwelt gelangen, können wesentliche negative Auswirkungen zur Folge haben. Somit gewinnt das umweltpolitische Ziel der fachgerechten Entsorgung sowie Vermeidung negativer Auswirkungen von Verpackungsabfällen, insbesondere von Kunststoffabfällen, auf die Umwelt zunehmend an Bedeutung. In diesem Zusammenhang dominieren Klimaschutz und die Sauberkeit der Weltmeere die umweltpolitische Diskussion. Um die umweltpolitischen Ziele zu erreichen, wird dem Übergang zu einer Circular Economy eine wesentliche Bedeutung beigemessen.

In unseren 37 Produktionswerken weltweit stellen wir jährlich mehr als 15 Milliarden Injektionsfläschchen, Ampullen, Karpulen, Behältnisse für flüssige und feste Medikamente, Insulin-Pens, Pen- und Mikropumpen-Systeme, Inhalatoren, Spritzen sowie Kosmetikbehältnisse her. Unsere Kunden sind im Wesentlichen die Unternehmen der globalen Pharma- und Healthcare- sowie der Kosmetikindustrie, wobei der wesentliche Teil unserer Umsatzerlöse in der Pharma- und Healthcareindustrie erzielt wird. Somit spielen unsere Produkte als Primärverpackungen dort eine entscheidende Rolle für den sicheren Transport sowie die Lagerung und Verabreichung der Produkte unserer Kunden. Vielfach ist die Verpackung integraler Systembestandteil, ohne den manches Arzneimittel nicht so anwenderfreundlich und sicher wäre.

Bereits im Entwicklungsprozess gilt es daher, die Grundlagen für ein anwenderfreundliches, sicheres und hochqualitatives Produkt zu legen und auch die Weichen für dessen Auswirkungen auf die Umwelt zu stellen. Wir setzen deshalb bereits in diesem Prozessschritt an, um zu bewerten, inwiefern Ökodesign-Prinzipien Anwendung finden. Ökodesign beschreibt dabei die Einbeziehung von Umweltaspekten im Produktdesignprozess, mit dem Ziel, die Umweltauswirkungen des Produktes während seines gesamten Lebenszyklus - einschließlich Produktion, Transport, Nutzung und Entsorgung - zu verbessern.

Da unsere Produkte erst in Verbindung mit den Produkten unserer Kunden auf den Markt gebracht oder entsorgt werden, können wir nur in enger Zusammenarbeit Lösungen entwickeln, die Aspekte wie zum Beispiel Materialeffizienz, Energieeffizienz, Abfallvermeidung, Recycling- und Entsorgungsfähigkeit sowie Logistikfreundlichkeit unserer Produkte bereits im Produktentwicklungsprozess entscheidend verbessern. Folglich wird die systematische Integration der Ökodesign-Prinzipien so konzipiert, dass den regulatorischen und Kundenanforderungen sowie den Bedürfnissen der Endkonsumenten ebenso entsprochen wird wie den ökologischen Nachhaltigkeitsanforderungen.

Um unseren Anspruch transparent zu machen, haben wir uns folgendes Ziel gesetzt:

Bis 2023 entwickeln wir Gerresheimer Ökodesign-Prinzipien und wenden diese im Rahmen unseres Produktentwicklungsprozesses bei 100 % unserer Neuproduktentwicklungen an.

Während wir in der Vergangenheit im Wesentlichen Kundenspezifikationen umgesetzt haben, wollen wir mit dem neuen Ziel in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden bereits beim Design unserer Produkte und der entsprechenden Produktionsprozesse nicht nur gesetzliche Vorgaben einhalten, sondern proaktiv und systematisch Ökodesign- bzw. Circular-Economy-Prinzipien integrieren.

Häufig arbeiten wir bereits in frühen Entwicklungsstadien mit den Verpackungs- und Verfahrensspezialisten auf Kundenseite zusammen, um ein qualitativ überzeugendes und optimal abgestimmtes Gesamtkonzept von Arzneimittel, Verpackung und Anlagendesign zu entwickeln. Auch in den weiteren Prozessschritten durchlaufen unsere Produkte unterschiedlichste Tests, damit wir jederzeit die maximale Sicherheit unserer Produkte in der Anwendung durch den Patienten bzw. Kunden gewährleisten können.

Dabei müssen bei der Produktentwicklung die Anforderungen an Produktqualität sowie Patientensicherheit in der Anwendung unserer Produkte sowie die Erfüllung regulatorischer Anforderungen mit den Ökodesign-Prinzipien in Einklang gebracht werden.

Zusätzlich unterstützen wir im Sinne unserer Produktverantwortung unsere Kunden bei regulatorischen Prozessen, dazu gehören sowohl Qualifizierungen nach GMP- und FDA-Guidelines wie auch die Erstellung und Einreichung der Dokumentation für Medizinprodukte und pharmazeutische Primärpackmittel. In unserer Geschäftseinheit der Kunststoffprimärverpackungen unterstützen wir unsere Kunden über eine Datenbank durch die Bereitstellung aller wichtigen Informationen zu unseren Produkten, um die Prozesse der Registrierung und auch Selektion des richtigen Produktes zu vereinfachen. Dieses Tool wollen wir künftig stärker zur Unterstützung unserer Kunden in der Wahl umweltfreundlicher Alternativen einsetzen.

Im Geschäftsjahr 2020 haben wir mit der systematischen Erhebung von Beispielen begonnen, um einen besseren Überblick über den Status quo unserer Produktlösungen zu erhalten, die bereits bestimmten Ökodesign-Prinzipien folgen.

Die Mehrzahl der Ökodesign-Aspekte, die in unserem bestehenden Produktportfolio Anwendung finden, lassen sich derzeit dem Bereich der Substitution von Primär- durch Sekundärrohstoffe, dem Einsatz von alternativen Rohstoffen, der Wiederverwendbarkeit sowie der Gewichtsreduktion und der Verbesserung der Transporteffizienz durch Designkonfiguration zuordnen.

Der Einsatz von recycelten Wertstoffen bei der Produktion von Primärverpackungen aus Kunststoff und Glas nimmt einen großen Stellenwert ein. Dabei gibt es regulatorische Grenzen, wie der Einsatz vorgeschriebener Granulate und die Zulassungspflichten insbesondere für pharmazeutische Primärverpackungen. Entsprechende erste Produktinnovationen hat Gerresheimer vorgestellt und bewirbt diese bei Pharma- und Kosmetikkunden.

Bei den Kunststoffverpackungen bietet Gerresheimer seine Produkte mit unterschiedlichen Anteilen von recycelten Post-Industrial- und Post-Consumer-Materialien (PCR) an und kann Behälter aus bis zu 100 % R-PET, das heißt recyceltem Polyethylenterephthalat, herstellen. Dadurch wird Material gespart und die Umweltbelastung reduziert. Vor allem im Bereich unseres Kosmetikgeschäfts gewinnt der Einsatz von R-PET in unseren Produkten an Bedeutung.

Bei der Herstellung von Pharmagläsern und Kosmetikverpackungen aus Glas wird als Ersatz für die Rohstoffe in hohem Maße Recyclingglas (Scherben) eingesetzt. Solche Scherben kommen aus dem eigenen, internen Kreislauf, aber in kontrollierter Weise auch aus dem Recyclingkreislauf privater Haushalte. Scherben werden in dem Maße eingesetzt, wie sie in entsprechender Qualität verfügbar sind, die Qualität der Endprodukte nicht beeinträchtigen und es keine begrenzenden Vorschriften durch pharmazeutische oder kosmetische Regulierung gibt. Bei der Produktion von Typ-III-Glas für pharmazeutische Primärverpackungen kann Gerresheimer aktuell bis zu ca. 60 % Scherben bei Braunglas und bis zu etwa 50 % bei Weißglas einsetzen. Kosmetikverpackungen aus Glas können bis zu ca. 40 % Recyclingglas enthalten. Je höher der Anteil des verwendeten Recyclingglases ist, desto weniger Energie wird für die Produktion benötigt. Der Einsatz von Recyclingglas trägt auch dazu bei, natürliche Ressourcen zu schonen, denn Glas wird aus Quarzsand, Natriumcarbonat und Calciumoxid sowie Dolomit, Feldspat, Kali und Eisenoxid zum Färben hergestellt.

Unser Werk in Momignies hat im Rahmen seines Engagements für die Circular Economy intensiv daran gearbeitet, den Anteil der im Klarglas verwendeten Rohstoffe zu reduzieren und unter Verwendung von PCR-Glas ein hochwertiges Kosmetikglas zu entwickeln. Die Glaskomposition wurde vom belgischen Unternehmen RDC Environment geprüft sowie zertifiziert. Die Prüfung wurde anhand der vom europäischen Glasverband FEVE erstellten Kriterien vorgenommen.

Neben dem eigenen, internen Scherbenkreislauf arbeiten wir in dem Kontext auch mit Zulieferern wie etwa Röhrenglasproduzenten zusammen. So können Scherben aus Borosilikatglas aus unserem Glasformprozess an die Röhrenhersteller zurückgeführt werden und dort zur Herstellung von neuen Röhren aus Borosilikatglas eingesetzt werden.

Unter dem Namen BioPack hat Gerresheimer ein breites Produktportfolio an Kunststoffverpackungen für Medikamente und Kosmetika, die aus Biomaterial anstatt aus konventionellem PE oder PET hergestellt werden, auf den Markt gebracht. Biomaterialien werden statt aus Rohöl aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, in diesem Fall aus der Zuckerrohrpflanze. Verpackungen aus Biomaterialien sind vollständig recyclingfähig, haben dieselben Eigenschaften wie konventionelle Verpackungen und können auf den bestehenden Füll- und Verpackungslinien eingesetzt werden.

Wiederverwendbarkeit stand bei der Entwicklung eines Inhalators zur Behandlung von Atemwegserkrankungen im Vordergrund. Bisher müssen Inhalatoren meist nach dem Aufbrauchen des Wirkstoffs ersetzt werden. Mit der neuen Generation eines etablierten Inhalators produziert Gerresheimer ein umweltfreundliches Nachfolgemodell, dessen Wirkstoffpatrone fünfmal ausgetauscht werden kann. Dies sorgt für weniger Abfall und einen verringerten CO 2-Fußabdruck im Produktlebenszyklus. Auch die Plattformlösungen der Gerresheimer Tochter Sensile Medical, die auf Basis einer patentierten Mikropumpe der Verabreichung flüssiger Medikamente durch den Patienten selbst dienen, verfolgen ein duales Konzept von entsorgbaren und wiederverwertbaren Untereinheiten. Sämtliche Elemente, die mit dem Medikament und dem Patienten in Berührung kommen, werden nach Gebrauch entsorgt, wohingegen der höherwertige Geräteteil mit Motor, Batterie und elektronischer Steuerung sowie gegebenenfalls dem Display wiederverwendet wird. Dies reduziert die Umweltbelastung und senkt die Therapiekosten.

Ressourcenschonung war auch ein wichtiger Aspekt bei der Entwicklung einer neuartigen Kunststoffflasche mit minimiertem Rohstoffeinsatz und einer Vertiefung im Boden, die die Stapelbarkeit der Flaschen erlaubt. Damit wird eine effizientere Transportverpackung der Flaschen möglich, was wiederum zu einem reduzierten Ausstoß von CO 2e-Emissionen führt. Ein weiterer Bestandteil dieses umweltfreundlicheren Konzeptes ist die dreimalige Wiederbefüllbarkeit der Flasche, um Abfallvolumen und Energieeinsatz zu senken.

Zusätzlich gehen wir in puncto Produktsicherheit häufig über die gesetzlichen Vorgaben hinaus und haben bei vielen Produkten zusätzliche Aspekte der Produktsicherheit berücksichtigt, wie zum Beispiel Sicherheitsverschlüsse, um Kinder zu schützen.

In einem nächsten Schritt planen wir in einem interdisziplinären Team von Vertretern aus verschiedensten Bereichen wie Produktentwicklung, Produktion, Marketing, Einkauf und Kundenprojektmanagement die Gerresheimer Ökodesign-Prinzipien zu entwickeln.

NACHHALTIGES BESCHAFFUNGSMANAGEMENT

Als Hersteller hochwertiger pharmazeutischer Primärverpackungen setzen wir für die Glasproduktion in unseren Behälterglaswerken vorrangig die Rohstoffe Quarzsand, Soda und Natronkalk sowie in geringen Mengen weitere Zusatzstoffe ein. Für die Produktion von pharmazeutischen Primärverpackungen aus Kunststoff wie auch zur Herstellung der komplexen Drug-Delivery-Systeme wie Insulin-Pens und Inhalatoren werden neben Energie in erster Linie spezielle Kunststoffgranulate wie beispielsweise Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol benötigt. Des Weiteren setzen wir geringe Mengen sogenannter Konfliktmineralien ein.

Die zuverlässige Versorgung und die wettbewerbsfähige Kostengestaltung stehen im Fokus unserer Einkaufsaktivitäten. Durch die Integration von Nachhaltigkeit in unser Lieferantenmanagement können wir unsere Lieferketten widerstandsfähiger gestalten und langfristige Beziehungen mit unseren Lieferanten eingehen. Die klare Kommunikation unserer Erwartungen in Bezug auf Nachhaltigkeitsthemen schafft dabei die notwendige Transparenz und Klarheit.

Wir fordern von unseren Lieferanten nachhaltige Geschäftspraktiken und haben entsprechende Erwartungen und Anforderungen in unseren "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" formuliert. Diese verpflichten unsere Lieferanten zur Einhaltung unserer Prinzipien unternehmerischer Verantwortung. Die Prinzipien basieren auf internationalen Standards wie den Grundsätzen des UN Global Compact, der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den ILO-Kernarbeitsnormen und den Leitlinien für multinationale Unternehmen der OECD. Er umfasst die Themen Ethik, Mitarbeiter, Gesundheit und Sicherheit und Umweltschutz.

Unser Ziel ist es, dass bis zum Jahr 2023 100 % unserer strategischen Lieferanten unsere "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" anerkannt haben.

Ein weiteres Ziel ist es, dass 100 % unserer strategischen Lieferanten bis zum Jahr 2023 im Rahmen unserer Lieferantenqualifizierung und der damit verbundenen Re-Auditierungen bezüglich umwelt- und sozialer Aspekte auditiert sind.

Als strategische Lieferanten gelten dabei diejenigen Lieferanten, von denen wir Materialien oder Dienstleistungen beziehen, die im Verarbeitungsprozess direkt in unsere Produkte eingehen oder einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität des Endproduktes haben können.

Neben den "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" ist unser Umgang mit Lieferanten durch das Gerresheimer Compliance-Programm sowie die Einkaufsrichtlinien und Verfahrensanweisungen geregelt. Ebenso legen wir großen Wert darauf, dass Lieferanten den hohen Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen an unser Geschäft entsprechen. Bei der Auswahl unserer strategischen Lieferanten prüfen wir daher, ob diese gemäß den für ihre Geschäftstätigkeit relevanten ISO-Normen zertifiziert sind und zudem die Richtlinien zur Qualitätssicherung in der Produktion von Arzneimitteln und Wirkstoffen (Good Manufacturing Practice) einhalten.

Unser Beschaffungswesen ist aufgrund der unterschiedlichen Produktionstechnologien in den Geschäftsbereichen und Geschäftsfeldern und wegen der weltweit verteilten Produktion in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien weitgehend dezentral organisiert. Energie, nicht produktionsrelevante Güter und Dienstleistungen wie Zugang zu Datennetzen oder Hard- und Software hingegen werden weitgehend zentral eingekauft.

Unsere Anforderungen an den Auswahlprozess für neue und bestehende Lieferanten sowie die kontinuierliche Bewertung der Lieferantenleistungen sind im Gerresheimer Management System im Kapitel "Qualitätsverfahren Lieferanten" verankert und damit weltweit für alle Standorte gültig. Am Anfang dieses Prozesses steht eine einheitliche Klassifizierung der Lieferanten, um sicherzustellen, dass im Besonderen unsere strategischen Lieferanten im Einklang mit unseren Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen agieren.

Neue Lieferanten durchlaufen einen Qualifizierungsprozess, bevor sie für den Bezug von Materialien oder Dienstleistungen freigegeben werden. Neben einer Selbstauskunft anhand eines Fragebogens beinhaltet diese Qualifizierung für die strategischen Lieferanten eine Auditierung vor Ort. Etwa 80 % unserer Standorte beziehen im Rahmen dieses Qualifizierungsprozesses bereits heute ökologische oder soziale Belange mit ein. Zur langfristigen Sicherstellung des Qualitätsniveaus in der Beschaffung und zur kontinuierlichen Verbesserung der Lieferantenleistungen werden für alle strategischen Lieferanten jährliche Leistungsbewertungen und in regelmäßigen Abständen Lieferantenaudits durchgeführt. Auch in dieser jährlichen Überprüfung finden ökologische und soziale Bewertungskomponenten Eingang.

In unseren "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" ist zudem festgeschrieben, dass ein Liefervertrag umgehend gekündigt wird, wenn festgestellt wird, dass ein Lieferant willentlich die darin enthaltenen Prinzipien missachtet.

Soweit wir zur Herstellung oder Veredelung unserer Produkte Mineralien wie Zinn, Wolfram, Tantal, Gold (sogenannte "Konfliktmineralien") oder deren Derivate einsetzen und einkaufen, müssen die entsprechenden Lieferanten Zertifikate zum einwandfreien Bezug dieser Rohstoffe vorlegen. Damit wird der Nachweis erbracht, dass unsere Lieferanten diese Rohstoffe nicht aus Ländern beziehen, die durch Gewinnung und Handel mit diesen Rohstoffen kriegerische Auseinandersetzungen finanzieren oder zu Menschenrechtsverletzungen beitragen. Dies ist sowohl in unserer Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" als auch in unseren Prinzipien für ein verantwortungsvolles Supply Chain Management klar geregelt, und wir prüfen das Vorliegen der Lieferanten-Zertifikate entsprechend.

Um das Wissen unserer Mitarbeiter in der Einkaufsorganisation hinsichtlich Nachhaltigkeit in der Lieferkette zu vertiefen, durchlaufen alle relevanten Mitarbeiter das E-Lernmodul "Introduction to Responsible Supply Chain Management". Bisher sind 95 % der relevanten Mitarbeiter geschult.

Bis zum Geschäftsjahresende haben 36 % (Vorjahr: 35 %) unserer strategischen Lieferanten die Einhaltung der "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" schriftlich zugesichert. 30 % unserer strategischen Lieferanten sind bezüglich umwelt- und sozialer Aspekte auditiert.

Im Geschäftsjahr 2020 gab es keine Vorfälle, die zur Kündigung einer Lieferantenbeziehung aufgrund dieser Punkte geführt haben.

GxCARE (MENSCHEN)

GxCare ist der dritte Pfeiler unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Hier haben wir unser Engagement für unsere Mitarbeiter sowie für die Gemeinschaften, in denen wir als Unternehmen aktiv sind, verankert.

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Strategisches Handlungsfeld Ziel UN Global Compact-Prinzipien SDGs
Mitarbeiterzufriedenheit Bis 2028 zu den besten 25 % der durch den Employee Net Promoter Score bewerteten Arbeitgeber gehören - 3 GESUNDHEIT UND WOHLERGEHEN 8 MENSCHENWÜRDIGE ARBEIT UND WIRTSCHAFTSWACHSTUM
Gesundheit und Arbeitssicherheit Reduzierung der Unfallhäufigkeit mit Ausfalltagen um 80 % bis 2028 Zertifizierung von 100 % der Standorte nach ISO 45001 bis 2023 Prinzip 1 3 GESUNDHEIT UND WOHLERGEHEN 8 MENSCHENWÜRDIGE ARBEIT UND WIRTSCHAFTSWACHSTUM 12 NACHHALTIGE/​R KONSUM UND PRODUKTION
Gemeinwesen Jährliches Engagement von 100 % der Standorte in den Bereichen "Schule und Aus-bildung'' oder "Gesundheit" bis 2023 - 3 GESUNDHEIT UND WOHLERGEHEN 4 HOCHWERTIGE BILDUNG 11 NACHHALTIGE STÄDTE UND GEMEINDEN

Unsere global ausgerichtete Personalstrategie bildet den Rahmen für unsere Maßnahmen und Angebote an unseren Standorten weltweit. Wir wollen einerseits qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und halten und diese andererseits weiterentwickeln, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gewährleisten, Vielfalt und Chancengleichheit fördern sowie Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und die Förderung des Gemeinwesens insgesamt erreichen.

Die Umsetzung der Personalstrategie insgesamt obliegt den Verantwortlichen in unseren Werken. Global Human Resources (HR) übernimmt hierbei die Unterstützungsfunktion, um die Standorte in der Umsetzung zu begleiten. Das GMS gibt dabei die Prozesse und Werkzeuge zur Umsetzung unserer globalen Strategie an die Hand. Das GMS enthält konzernweit gültige Standards sowie Methoden und Instrumente zur Weiterentwicklung, Führung und Beteiligung der Mitarbeiter.

Zur Unterstützung dieser Personalziele wurde bereits im Jahr 2019 der globale Rollout digitaler HR-Systeme angegangen und 2020 weiter vorangetrieben sowie an verschiedenen Standorten bereits erfolgreich implementiert. Dadurch können unterschiedliche Personalprozesse wie zum Beispiel der Recruiting-Prozess global standardisiert und über Ländergrenzen hinweg effizienter und schneller gestaltet werden.

Unsere fünf Unternehmenswerte Teamarbeit, Verantwortung, Integrität, Innovation und Höchstleistung sollen dabei jederzeit von allen Mitarbeitern im täglichen Handeln und Verhalten gelebt werden. Diese Überzeugung bringen wir in unserer Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" klar zum Ausdruck.

UNSERE MITARBEITER

Wir produzieren in den Regionen, in denen sich unsere Kunden und Märkte befinden: auf vier Kontinenten an 47 Standorten (davon 37 Produktionsstandorte). Am Ende des Geschäftsjahres 2020 waren 9.880 Mitarbeiter (Vorjahr: 9.872 Mitarbeiter) im Gerresheimer Konzern beschäftigt.

Als Konzern mit langer Tradition in Deutschland sind wir auch hier weiterhin stark vertreten. An den zehn Standorten in Deutschland beschäftigten wir zum Geschäftsjahresende 3.597 Mitarbeiter (Vorjahr: 3.608 Mitarbeiter). In weiteren europäischen Ländern beschäftigen wir 2.349 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.781 Mitarbeiter), 1.040 Mitarbeiter in Amerika (Vorjahr: 1.097 Mitarbeiter) sowie 2.894 Mitarbeiter in den Schwellenländern (Vorjahr: 3.386 Mitarbeiter). Zur Definition der Schwellenländer verweisen wir auf die Ausführungen im Kapitel "Umsatz und Adjusted EBITDA".

MITARBEITERZUFRIEDENHEIT

Für unseren unternehmerischen Erfolg sind unsere Mitarbeiter die wichtigste Basis. Die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter, ihr Einsatz und ihr Wissen sind die wichtigsten Treiber unseres Unternehmenserfolgs und Grundlage für die Erreichung unserer Ziele. Wir sind überzeugt, dass sich die erfolgreiche Umsetzung unserer gesamten Personalstrategie - so wie in den nachfolgenden Kapiteln dargestellt - in der Zufriedenheit unserer Mitarbeiter widerspiegelt.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2028 mit unserem Employee Net Promoter Score (ENPS) zu den besten 25 % der bewerteten Unternehmen zu gehören.

Der ENPS ist ein Indikator für die Mitarbeiterzufriedenheit und wird über eine Frage zur Bereitschaft, Gerresheimer als Arbeitgeber weiterzuempfehlen, erhoben. Wie in unserer Personalstrategie definiert, wollen wir den Erfolg unserer Personalprogramme und Maßnahmen transparent und messbar machen. Den ENPS haben wir dafür als geeignetes Instrument ausgewählt. Neben der Transparenz über die Effektivität unserer Maßnahmen fördert der ENPS auch unsere Feedbackkultur.

Der ENPS wird seit dem Geschäftsjahr 2020 Jahr erstmalig und nun auch künftig einmal jährlich im Rahmen der sog. Pulse-Befragung ermittelt. Diese ist eine deutlich kürzere Fassung unserer Mitarbeiterbefragung, welche alle drei Jahre stattfindet. Der Fokus liegt auf den Themen Führung, Engagement und Arbeitgeberattraktivität. Die Einbettung in die Mitarbeiterbefragung ermöglicht uns zu verstehen, in welchen Handlungsfeldern unsere Aktivitäten ausgeweitet bzw. angepasst werden sollten.

Die Umsetzung - ebenso wie unsere Personalstrategie insgesamt - obliegt den Verantwortlichen in unseren Werken. Auf Basis der Ergebnisse auf Ebene der Einzelfragen werden an den Standorten geeignete Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt, um die identifizierten Handlungsfelder zu adressieren.

So haben wir auf Basis der letzten umfänglichen Befragung beispielsweise das Ziel abgeleitet, im Rahmen unseres Talentmanagements die interne Nachbesetzungsquote weiter zu steigern und unsere Position als attraktiver Arbeitgeber weiter auszubauen, um dadurch das Firmen-, Produkt- und Branchen-Know-how im Unternehmen langfristig aufzubauen und zu halten.

Die erstmalige Pulse-Befragung im Jahr 2020 wurde mit einer Beteiligung von 66,2 % sehr gut angenommen.

Mit einem ENPS-Ergebnis von 6,6 haben wir unseren Ausgangswert ermittelt, werden nun die Ergebnisse analysieren und für unsere Standorte geeignete Maßnahmen ableiten. Da die Ergebnisse des Benchmarks zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vorliegen, können wir erst ab dem kommenden Geschäftsjahr unsere relative Position im Vergleich zu den anderen bewerteten Unternehmen darstellen.

Neben dem ENPS zeigt uns auch die Veränderung der Betriebszugehörigkeit sowie Fluktuation, wie unsere Mitarbeiter ihre Perspektiven bei Gerresheimer einschätzen. Im Geschäftsjahr 2020 haben 1.559 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.663 Mitarbeiter) das Unternehmen verlassen. Unsere Fluktuationsrate sinkt damit weiter. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beträgt 11,7 Jahre (Vorjahr: 11,3 Jahre).

AUSBILDUNG UND WEITERBILDUNG

Im Rahmen unserer werteorientierten Unternehmenspolitik sowie vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sehen wir die betriebliche Ausbildung als wichtiges Ziel an, um frühzeitig Nachwuchskräfte ins Unternehmen zu holen, sie bestmöglich auszubilden und langfristig an das Unternehmen zu binden. Die unterschiedlichen Anforderungen an die Ausbildung werden dabei in den jeweiligen Geschäftsbereichen berücksichtigt.

Unsere Ausbildungsprogramme bereiten unsere jungen Mitarbeiter auf ihre zukünftigen Aufgaben vor. Seit dem Börsengang der Gerresheimer AG 2007 hat Gerresheimer über 2.500 junge Menschen in über 20 Berufsfeldern ausgebildet. Die Stärke der Gerresheimer Produktionsstandorte besteht darin, den Nachwuchs aus den eigenen Reihen auszubilden und zu Fachkräften zu entwickeln, die dem Unternehmen lange erhalten bleiben. Seit 2010 gehört auch das duale Studium zur Nachwuchsförderung bei Gerresheimer dazu. Seit 2017 gibt es für Studienabsolventen das Traineeprogramm "Gx-Go!". Bisher wurden alle Trainees, die das 18-monatige Traineeprogramm beendet haben, erfolgreich in ein weiteres Anstellungsverhältnis im Unternehmen übernommen.

Im Geschäftsjahr 2020 haben wir in Deutschland insgesamt 14 Ausbildungsberufe angeboten, vom Elektroniker bis hin zum Zerspanungsmechaniker. Zum 30. November 2020 waren 147 Auszubildende (Vorjahr: 180 Auszubildende) bei Gerresheimer in Deutschland beschäftigt. Die Ausbildungsquote in Deutschland liegt somit bei 4,1 % (Vorjahr: 5,0 %). Von den weltweit 46 Auszubildenden (Vorjahr: 48 Auszubildende), die im Geschäftsjahr 2020 ihren Abschluss gemacht haben, wurden 89,1 % (Vorjahr: 89,6 %) übernommen.

Im August 2020 wurde eine Auszubildende der Gerresheimer Regensburg GmbH mit dem Günter-Schwank-Ausbildungspreis für die besten Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Verfahrensmechanik in Deutschland ausgezeichnet. Ausgezeichnet werden dabei nicht nur die Auszubildenden selbst, sondern auch ihre Unternehmen und ihre Berufsschule für die Schaffung optimaler Ausbildungsbedingungen. Fast jedes Jahr sind Auszubildende von Gerresheimer unter den Preisträgern. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat zudem einen Dualen Studenten aus Wackersdorf als besten neuen Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik Deutschlands ausgezeichnet.

An unserem Standort in Peachtree City (Georgia/​USA) wurde bereits im Geschäftsjahr 2018 ein Ausbildungsprogramm in Zusammenarbeit mit einem regionalen College eingeführt und erfolgreich weitergeführt. Außerdem bieten wir in unserem Werk in Horsovsky Tyn (Tschechische Republik) schon seit mehreren Jahren eine praxisnahe Ausbildung nach dem Vorbild des deutschen dualen Systems an.

Im Geschäftsjahr 2020 wurde am Standort in Skopje ein Ausbildungsprogramm entwickelt und bereits mit dem Auswahlprozess begonnen. Dieses Programm richtet sich an Auszubildende in der Republik Nordmazedonien, die nach deutschem Vorbild eine praxisbezogene Berufsausbildung absolvieren können.

Daneben bieten wir zehn duale Studiengänge wie z. B. den Bachelor of Engineering - Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen - an.

PERSONALENTWICKLUNG

Um unsere Unternehmensziele zu erreichen und unseren langfristigen Erfolg zu sichern, investieren wir neben unseren Ausbildungsprogrammen stetig in die fachliche, methodische und persönliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter. Dabei versuchen wir stets, die globalen Unternehmensziele mit den individuellen beruflichen Vorstellungen unserer Mitarbeiter zu vereinen.

Aus diesem Grund bieten wir weltweit Coachings, Trainings und Weiterentwicklungsprogramme an. Überdies können Mitarbeiter in Führungspositionen an maßgeschneiderten Entwicklungsprogrammen teilnehmen, um sich auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in ihrer Rolle vorzubereiten.

Unsere Unternehmensstrategie sieht zudem die Weiterentwicklung unserer globalen Führungskultur vor. Wir streben eine wertebasierte Führungskultur an, welche durch Partizipation, ein gemeinsames Miteinander und Vertrauen geprägt ist. Dies erreichen wir, indem wir alle Führungskräfte bei Gerresheimer hinsichtlich dieser Prinzipien schulen. Die Nachhaltigkeit wird durch ein lokales "Train the Trainer"-Konzept sichergestellt. Der Rollout startete im Jahr 2020 an unseren deutschen Standorten. Die nachhaltige Implementierung wird durch die lokalen Trainer sichergestellt.

Im Rahmen unseres Talentmanagements haben wir es uns zum Ziel gesetzt, die Anzahl interner Nachbesetzungen für Führungspositionen in Zukunft zu erhöhen. Dafür haben wir im Jahr 2020 das globale Führungskräfteentwicklungsprogramm "formula GT" (Gerresheimer Talents) ins Leben gerufen, um unsere High Potentials im Unternehmen zu identifizieren und zu fördern. Die in der Unternehmensstrategie verankerten Ziele finden in diesem Programm Anwendung.

Insgesamt haben 179.418 Stunden Weiterbildung im Geschäftsjahr 2020 stattgefunden (Vorjahr: 288.869 Stunden), dies entspricht 18,2 Stunden pro Mitarbeiter (Vorjahr: 29,3 Stunden pro Mitarbeiter). Die Zahl ist aufgrund der Covid-19-Pandemie und den damit einhergehenden Versammlungs- und Reisebeschränkungen deutlich zurückgegangen. 38,8 % der Trainingsstunden entfielen auf Mitarbeiter in der Region Amerika (Vorjahr: 48,6 %), gefolgt von Deutschland mit 28,3 % (Vorjahr: 26,4 %), Europa mit 18,0 % (Vorjahr: 12,7 %) und den Schwellenländern mit 14,9 % (Vorjahr: 12,3 %).

Im Geschäftsjahr 2020 haben für insgesamt 4.248 Mitarbeiter Jahresgespräche stattgefunden (Vorjahr: 4.654 Mitarbeiter), dies entspricht 43,0 % aller Mitarbeiter (Vorjahr: 47,1 %). Es handelt sich um einen rollierenden Prozess, der bis ins erste Quartal des Folgejahres läuft. Jahresgespräche finden in der Regel einmal jährlich zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem statt; darin werden die Leistung des Mitarbeiters im vergangenen Geschäftsjahr, die Zielsetzung für das kommende Geschäftsjahr, mögliche Entwicklungsmaßnahmen sowie der "Person-Kultur-Fit" besprochen. Die Jahresgespräche sind allerdings nicht in allen Ländern verbindlich.

VIELFALT UND CHANCENGLEICHHEIT

Gerresheimer steht für eine Kultur von unterschiedlichen Sichtweisen, Erfahrungen und kulturellen Prägungen und bringt dies in der Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" explizit zum Ausdruck. Unsere 9.880 Mitarbeiter arbeiten in 15 verschiedenen Ländern auf vier Kontinenten. Die Vielfältigkeit dieser Länder und Kulturen spiegelt sich auch bei Gerresheimer wider. Eine offene und wertschätzende Unternehmenskultur und die Mischung aus unterschiedlichen Nationalitäten, Geschlechtern, Ausbildungsgängen, Lebenserfahrungen sowie unterschiedlichen Altersstufen tragen wesentlich zu unserem Unternehmenserfolg bei. Wir haben bei Gerresheimer ein integratives Arbeitsumfeld geschaffen, welches dafür sorgen soll, dass sich jeder gleich und gerecht behandelt fühlt und so sein volles Potenzial ausschöpfen kann. Entsprechend diesen Grundsätzen und in Deutschland unter Beachtung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes besetzen wir unsere Vakanzen weltweit unabhängig von der ethnischen Herkunft, dem Geschlecht, der Religion, der sexuellen Identität und etwaigen Behinderungen ausschließlich auf Basis der Qualifikation.

Bei Gerresheimer arbeiteten im Geschäftsjahr 2020 Mitarbeiter aus insgesamt 60 Nationen (Vorjahr: 57 Nationen). 63,6 % der Mitarbeiter arbeiten außerhalb Deutschlands (Vorjahr: 63,5 %).

Der Anteil der weiblichen Mitarbeiter beträgt 33,3 % (Vorjahr: 33,0 %). Aufgrund der teilweise hohen körperlichen Belastungen im gewerblichen Bereich ist die Anzahl der Bewerberinnen hier sachgemäß relativ gering. Auf den ersten beiden Führungsebenen beträgt der Frauenanteil insgesamt 18,0 % (Vorjahr: 19,1 %). Dabei liegt der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene bei 18,4 % (Vorjahr: 19,9 %) und auf der zweiten Führungsebene bei 17,7 % (Vorjahr: 18,6 %).

Als global agierender Konzern setzen wir auch auf ein internationales Management. Zum 30. November 2020 hatten 42,9 % der Mitglieder des Executive Managements eine andere als die deutsche Staatsbürgerschaft (Vorjahr: 43,0 %). Insgesamt sind im Executive Management 14 Nationen vertreten (Vorjahr: 14 Nationen).

Vielfalt bezieht sich auch auf die demografische Situation bei Gerresheimer. Diese verhält sich in den unterschiedlichen Regionen sehr ähnlich. Wir wollen einen geeigneten Rahmen schaffen, um die Beschäftigungsfähigkeit unserer Mitarbeiter in allen Lebensphasen zu erhalten und die Verfügbarkeit von Fachkräften langfristig sicherzustellen. Das Durchschnittsalter der Gerresheimer Mitarbeiter beträgt 41,4 Jahre (Vorjahr: 41,9 Jahre).

ARBEITS- UND SOZIALSTANDARDS

Wir verpflichten uns uneingeschränkt dazu, die Arbeits- und Sozialstandards sowie die Menschenrechte an unseren Standorten weltweit zu achten, zu fördern und zu schützen. Dieses Ziel ist in unserer Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" verankert.

Somit dulden wir im Einklang mit lokalen sowie internationalen Bestimmungen - wie die der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) - keine Kinder- und Zwangsarbeit bei Gerresheimer weltweit. Lokale Tarifverträge oder andere Vereinbarungen gewährleisten z.B. die Versammlungsfreiheit unserer Mitarbeiter an den tarifgebundenen Standorten unter Berücksichtigung der lokalen Gesetzgebungen.

Unsere Verantwortung zum Handeln im Einklang mit unserer Richtlinie nehmen wir wahr, indem wir die Bedeutung und Anwendung dieser Richtlinie als Teil unseres GMS in allen Werken kommuniziert haben. Es ist Aufgabe der Werksleiter, einen Prozess zu etablieren, der sicherstellt, dass die Grundsätze der Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" eingehalten werden.

Als Teil unseres Compliance-Programms können über unsere Whistleblower-Hotline Verstöße gemeldet werden. Gleichzeitig stehen wir im Austausch mit unseren Arbeitnehmervertretungen. Die betriebliche Mitbestimmung ist bei Gerresheimer durch den Konzernbetriebsrat institutionalisiert, der sich für die Belange unserer Mitarbeiter einsetzt. Der Konzernbetriebsrat besteht aus 15 Mitarbeitern (Vorjahr: 15 Mitarbeiter): drei Frauen und zwölf Männer (Vorjahr: drei Frauen und zwölf Männer).

Bei Mitarbeitereinstellungen werden bei Gerresheimer die jeweiligen gesetzlichen Vorgaben und Rechtsgrundlagen der einzelnen Länder eingehalten. Gerresheimer steht für ein Arbeitsumfeld, in dem allen Mitarbeitern unabhängig von Nationalität, Herkunft, Religion, Geschlecht, Alter, Behinderung und sexueller Orientierung dieselbe Wertschätzung und dieselben Chancen zukommen. Dies wird auch bei der Mitarbeitereinstellung durch ein global eingeführtes standardisiertes Recruiting-Tool gewährleistet.

Durch Angebote wie zum Beispiel Teilzeitprogramme, mobiles Arbeiten oder flexible Arbeitszeiten versuchen wir weiterhin die Vereinbarung von Familie und Beruf zu unterstützen und erleichtern die Betreuung von Kindern und die Versorgung von Familienangehörigen.

Beim Thema Mitarbeitervergütung legen wir großen Wert darauf, eine national und international wettbewerbsfähige Vergütung sicherzustellen und keine geschlechtsspezifischen Unterschiede zu machen. Dies stellen wir zum einen über Benchmarks von externen Firmen und über die personenunabhängige Funktionsbewertung z. B. im Executive Management und an einigen Standorten über alle Hierarchieebenen sicher. Zudem gelten für viele unserer Mitarbeiter die verbindlichen Entgelttabellen der abgeschlossenen Tarifverträge, dadurch sind geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede für gleichwertige Tätigkeiten ausgeschlossen.

Unser Vergütungskonzept sieht neben dem Grundgehalt für verschiedene Funktionen einen variablen Anteil vor. Für unser weltweites Executive Management existiert zudem ein Mid-Term-Incentive-Programm, das jeweils die drei vergangenen Geschäftsjahre berücksichtigt.

Neben den finanziellen Komponenten bietet Gerresheimer seinen Mitarbeitern an vielen Standorten weitere Benefits an. Dazu zählen z.B. Essenszuschüsse, Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr oder die Gruppenunfallversicherung.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2020 waren insgesamt 303 Mitarbeiter in Europa (inklusive Deutschland) in Teilzeit beschäftigt (Vorjahr: 305 Mitarbeiter), dies entspricht einer Quote von 5,1 % (Vorjahr: 5,7 %).

Mitarbeiter haben bei Gerresheimer auch in den Ländern, in denen es keine entsprechende gesetzliche Regelung gibt, die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen. Insgesamt machten 201 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2020 von diesem Angebot Gebrauch (Vorjahr: 132 Mitarbeiter).

Zudem liegt unsere Bezahlung auch in den Schwellenländern Brasilien, Mexiko, Indien und China über dem lokal vorgeschriebenen Mindestlohn.

Im Geschäftsjahr 2020 wurden den Mitarbeitern weltweit für ihr großes Engagement in der Covid-19-Pandemie Sonderzuwendungen ausbezahlt.

Im Geschäftsjahr 2020 ist - wie schon im Vorjahr - weltweit kein Fall von Menschenrechtsverletzung oder von Diskriminierung bekannt geworden.

GESUNDHEIT UND ARBEITSSICHERHEIT

Als produzierendes Unternehmen steht für uns die Verantwortung für die Sicherheit und die Gesundheit unserer Mitarbeiter an erster Stelle. Wir wollen jedem Kollegen ein sicheres Arbeitsumfeld bieten, von dem aus er jeden Tag gesund und unversehrt nach Hause zurückkehrt. Arbeitssicherheit muss höchste Priorität haben, jeden Tag. Diese Haltung haben wir in 2020 mit der Verabschiedung der folgenden Grundprinzipien für Gesundheit und Arbeitssicherheit weiter konkretisiert:

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Arbeitsschutz hat oberste Priorität
Wir entwickeln und fördern aktiv eine Gesundheits- und Sicherheitskultur
Wir verpflichten unsere Geschäftsführer, ihre Führungsrolle bei der Förderung des Arbeitsschutzes dauerhaft und sichtbar auszuüben
Alle Führungskräfte werden zu vorbildlichem Verhalten verpflichtet und sorgen dafür, dass alle Beschäftigten umfassend über Anweisungen, rechtliche Bestimmungen sowie Gefahren und Schutzmaßnahmen informiert sind
Auf keiner Ebene akzeptieren wir Verstöße gegen Sicherheitsregeln

Wir wollen erreichen, dass Arbeitssicherheit in jedem Werk, an jedem Tag ein Fokusthema ist und sich alle gemeinsam dafür einsetzen. Wir sind überzeugt, dass die Arbeitssicherheit neben guten Prozessen stark von einer Kultur der Arbeitssicherheit und der täglichen Wahrnehmung des Themas profitiert. Daran wollen wir kontinuierlich mit dem Ziel arbeiten, jeden Unfall zu vermeiden.

Wir wollen unsere Unfallhäufigkeit (Anzahl Arbeitsunfälle mit einer Ausfallzeit von mehr als einem Tag pro eine Million geleisteter Arbeitsstunden) bis 2028 um 80 % reduzieren.

Um den geeigneten Rahmen hierfür zu schaffen, beabsichtigen wir zudem, bis 2023 an allen Produktionsstandorten ein Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz einzuführen und nach ISO 45001 zertifizieren zu lassen.

In 2020 wurde die globale Verantwortlichkeit für das Thema Gesundheit und Arbeitssicherheit zentral zusammengeführt. Daneben gibt es an jedem Produktionsstandort Experten für den Arbeitnehmerschutz vor Ort. Das Sicherheitsbewusstsein unserer Mitarbeiter sowie die notwendige Qualifikation und zeitgemäße Fachkompetenz der Experten an unseren Standorten werden durch regelmäßige Schulungen sichergestellt. Weltweit sind 370 Mitarbeiter in formalen Arbeitsschutzausschüssen tätig, die überprüfen und sicherstellen, dass sämtliche Standards und Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Um die globale Sicherheitsorganisation und den Austausch zu stärken, wurde in 2020 ein weltweiter Arbeitssicherheitsrat ("Occupational Safety Council") mit Repräsentanten aus jedem Geschäftsbereich gegründet. Aufgabe des Gremiums ist es, Standards und Prozesse für Arbeitssicherheit im Unternehmen weiterzuentwickeln und einheitlich umzusetzen.

Die zukünftigen Standards und Prozesse basieren dabei auf den grundlegenden Konzepten für Arbeitssicherheit, welche im Gerresheimer Management System (GMS) verankert sind. Diese werden regelmäßig intern bewertet. Dies erfolgt in einer Online-Plattform anhand eines standardisierten Fragebogens, der es uns erlaubt, den Umsetzungsstand verschiedener Standorte zu vergleichen und die Umsetzung definierter Verbesserungsmaßnahmen zu verfolgen.

Im Geschäftsjahr wurde zudem eine tiefergreifende globale Befragung zur grundlegenden Organisation und Verankerung von Arbeitssicherheit an allen Standorten durchgeführt, welche unter anderem als Grundlage für die Arbeit des Arbeitssicherheitsrates dienen wird.

Die sukzessive Einführung der Managementsysteme nach ISO 45001 an allen Standorten bis 2023 wird uns dabei unterstützen, die Arbeitssicherheit stetig zu erhöhen und die Unfälle zu minimieren. Die Kennzahlen zur Arbeitssicherheit werden an den Standorten lokal gesammelt und analysiert, und entsprechende Verbesserungsmaßnahmen werden umgesetzt. Monatlich werden die Kennzahlen in unserem globalen Reporting System gemeldet und seit 2020 auch in einem sogenannten Arbeitssicherheits-Dashboard für alle Werke, Geschäftsbereichsverantwortliche und Vorstand transparent gemacht. Zudem ist Arbeitssicherheit ein Standard-Agendapunkt der dreimal pro Jahr stattfindenden Business Reviews zwischen Vorstand und Geschäftsbereichen sowie Gegenstand des operativen und strategischen Planungsprozesses.

An unseren Produktionsstandorten haben dieses Jahr eine Vielzahl von Schulungen stattgefunden, welche über die lokalen gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. So wurden beispielsweise in Tettau, Essen und Lohr Führungskräfte mit Fokus auf Verantwortung, Aufgaben und Haftung im Arbeitsschutz geschult, um ihr Bewusstsein zu stärken. Zudem wurde eine Großzahl unserer Führungskräfte in der Methodik zur Beurteilung von Gefährdungen trainiert. In unseren Werken in Boleslawiec, Pfreimd und Indaiatuba wurde speziell zum Umgang mit Gefahrstoffen unterwiesen. Technisch wurde in unseren Werken in Wertheim, Zaragoza und Vaerloese die Sicherheit bei der Materialhandhabung erhöht, indem der Transport mit Gabelstaplern und Transportwagen optimiert wurde. Besonders das Heben schwerer Lasten und die Handhabung von Big Bags wurden in unseren Werken in Vaerloese und Zaragoza systematisch verbessert. Dem hohen Stellenwert der Gesundheit unserer Mitarbeiter tragen wir damit Rechnung, dass wir beispielsweise an den Standorten Chalon, Wertheim, Essen, Pfreimd, Tettau und Lohr individuell angepasste persönliche Schutzausrüstung wie Gehörschutz, Sicherheitsschuhe und Korrektionsschutzbrillen zur Verfügung stellen.

Unfallhäufigkeit

Arbeitsunfälle pro eine Million geleisteter Arbeitsstunden

Fehltage

Fehltage aufgrund von Arbeitsunfällen

Die Unfallhäufigkeit pro eine Million geleisteter Arbeitsstunden lag weltweit bei 11,55 (Vorjahr: 13,43 4). Die Anzahl der Arbeitsunfälle mit mehr als einem Fehltag betrug 210 (Vorjahr: 244 Arbeitsunfälle). Die meisten dieser Arbeitsunfälle ereigneten sich in Deutschland (101 Arbeitsunfälle; Vorjahr: 139), gefolgt von Europa (61 Arbeitsunfälle; Vorjahr: 69), den Schwellenländern (33 Arbeitsunfälle; Vorjahr: 28) und Amerika (15 Arbeitsunfälle; Vorjahr: 8). Insgesamt resultierten aus den Arbeitsunfällen 5.403 Fehltage (Vorjahr: 5.582 Fehltage), was eine Minderung von 179 Tagen bedeutet. Wir hatten wie im Vorjahr keinen tödlichen Arbeitsunfall im Geschäftsjahr 2020. 254 Mitarbeiter haben aufgrund ihrer Tätigkeit ein hohes Risiko von Krankheiten in Zusammenhang mit der Beschäftigung (Vorjahr: 223 Mitarbeiter).

In diesem Jahr wurden neun weitere Standorte nach ISO 45001 zertifiziert (Bünde, Pfreimd, Regensburg, Wackersdorf, Vaerloese, Kosamba III, Kundli, Danyang I, Danyang II, Kosamba II, Zhenjiang). Damit sind elf unserer 37 Werke nach ISO 45001 zertifiziert. Fünf Standorte (Essen, Lohr, Kosamba I, Momignies, Tettau) haben mit den vorbereitenden Maßnahmen zur Zertifizierung begonnen, alle anderen haben eine Umsetzung bis zum Jahr 2023 geplant.

Um die Gesundheit unserer Mitarbeiter über ihr gesamtes Erwerbsleben und darüber hinaus aufrechtzuerhalten, bieten wir in vielen Werken ein breites Spektrum an Maßnahmen zum Erhalt der körperlichen und geistigen Fitness an. Dazu zählen zum Beispiel Gesundheitstage, die "Mit dem Rad zur Arbeit"-Aktion, Obstkörbe sowie ergonomisch eingerichtete Arbeitsplätze.

Eines der prägendsten Themen in diesem Geschäftsjahr, nicht nur im Bereich Gesundheit und Arbeitssicherheit, war und ist weiterhin die weltweite Covid-19-Pandemie.

Bereits kurz nach Ausbruch der Pandemie in China haben wir einen globalen Krisenstab für die globale Implementierung und Förderung entsprechender Arbeitsschutzkonzepte eingerichtet. Dieses Gremium konsolidiert laufend die Situation an den Standorten weltweit und berät sich regelmäßig zu den daraus abzuleitenden Strategien und Maßnahmen. Alle Gerresheimer Gesellschaften haben einen lokalen Krisenstab eingerichtet, der für die Einhaltung der Anweisungen, die Umsetzung der Maßnahmen sowie das Reporting an den globalen Krisenstab verantwortlich ist. Die lokalen Krisenstäbe arbeiten eng mit dem globalen Krisenstab zusammen und sind dafür verantwortlich, die Vorgaben des Pandemieplans einzuhalten und die Maßnahmen situationsgerecht zu koordinieren.

Gerresheimer hat den bestehenden globalen Pandemieplan und die entsprechenden Maßnahmen im Januar 2020 aktiviert. Unser Pandemieplan und unsere Präventivmaßnahmen zielen darauf ab, die Mitarbeiter zu schützen und die Handlungsfähigkeit von Gerresheimer zu gewährleisten - einschließlich der Sicherung einer stabilen Produktion und Auslieferung an unsere Kunden. Die Weisungen des Pandemieplans enthalten präventive, organisatorische und hygienische Maßnahmen, die an die jeweiligen örtlichen und situativen Gegebenheiten angepasst wurden. Darüber hinaus haben die Standorte umfassende, systematische Risikoanalysen durchgeführt und weitere Eindämmungspläne erarbeitet und sich so auf die potenziellen Risiken vorbereitet. Für Gerresheimer ist ein siebenstufiges Pandemie-Szenario definiert, und für jede Phase sind Maßnahmen in Form von Checklisten festgelegt.

Neben den klassischen Maßnahmen wie Hygienevorschriften, Besuchs- und Reisebeschränkungen, Temperaturmessungen und der Nutzung von Heimarbeitsplätzen half uns die weitgehende Aufteilung der Produktionsteams in kleine isolierte Gruppen. Dies hat in Kombination mit gestaffelten Schichtplänen die potenziellen Infektionsrisiken auf kleine Gruppen reduziert, so dass wir trotz auftretender Infektionsfälle alle unsere Werke voll funktionsfähig halten konnten.

4 Änderung der Vorjahreszahl aufgrund von Korrekturen im Zuge der internen Datenvalidierung.

GEMEINWESEN

Wir sind davon überzeugt, dass wir mittel- bis langfristig bessere Ergebnisse erzielen können, wenn wir nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Belange als Maßstab unseres Handelns betrachten. Deshalb haben wir uns das Ziel gesetzt, uns in den lokalen Gemeinschaften, in denen wir aktiv sind, für die Ziele nachhaltiger Entwicklung einzusetzen. Diese Verantwortung für die Gesellschaft haben wir in unserer Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" festgeschrieben.

Unsere gesellschaftliche Verantwortung übernehmen wir vor allem dort, wo wir präsent sind, das heißt im direkten Umfeld unserer Standorte weltweit. Gemäß unserer Vision, mit unseren Produkten der führende Partner für Lösungen zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden zu sein, fokussieren wir auch unser gesellschaftliches Engagement auf Themen, die darauf einzahlen und einen unmittelbaren Bezug zu unserer Geschäftstätigkeit aufweisen.

Diesen Anspruch haben wir in ein messbares Ziel umgesetzt:

Bis 2023 möchten wir erreichen, dass 100 % unserer Standorte sich jährlich für Projekte im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden bzw. Bildung einsetzen.

Mit diesem Ziel wollen wir ergänzend zu unserem Kerngeschäft einen Beitrag zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs) leisten, insbesondere zu den Zielen "Gesundheit und Wohlbefinden" (SDG 3) und "Hochwertige Bildung" (SDG 4).

Die meisten unserer Aktivitäten planen unsere lokalen Standorte dezentral und setzen diese eigenverantwortlich um. Sie entscheiden dabei selbst, mit welchen Projekten sie sich innerhalb unserer zwei Schwerpunktthemen engagieren wollen. Auch die Art des Engagements kann unterschiedliche Formen annehmen, u.a. Sachspenden, Geldspenden oder freiwillige Mitarbeit (Volunteering).

Viele Standorte engagieren sich bereits seit vielen Jahren in den beschriebenen Schwerpunktthemen. Mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie haben wir unseren Ansatz nun endgültig für alle Standorte verbindlich gemacht. Wir haben damit begonnen, die Planung und Erfassung der einzelnen Aktivitäten anhand von definierten Kriterien zu systematisieren, um so im Hinblick auf das neue Ziel den notwendigen formellen Rahmen vorzugeben. So wollen wir sicherstellen, dass unsere Standorte zielgerichtet Projekte auswählen, die eine langfristig positive Wirkung erzielen sowie auf die definierten Handlungsfelder einzahlen. In einem nächsten Schritt planen wir, einen global einheitlichen Kriterienkatalog für dieses Engagement zu definieren, um den Rahmen der Aktivitäten und finanziellen Zuwendungen weiter zu fokussieren und zu konkretisieren.

Um auszuschließen, dass Spenden oder Zuwendungen an Regierungen, politische Parteien oder Politiker oder Organisationen mit extremistischen Zielsetzungen gehen, sind klare Vorschriften implementiert, die karitative Spenden und die Vergabe von Beratungsaufträgen reglementieren. Größere Spenden bedürfen entsprechender Genehmigungen und unterliegen den strengen Compliance-Vorschriften des Konzerns.

Während bisher ein Großteil des Engagements im Rahmen der jährlichen "ONE Gerresheimer-Woche" stattfand, konnte dies im zurückliegenden Berichtsjahr aufgrund der Kontaktbeschränkungen und Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie leider nicht stattfinden.

In 2020 wurde der Fokus unserer Aktivitäten im Bereich des gesellschaftlichen Engagements im Wesentlichen von der Covid-19-Pandemie bestimmt.

Die Auswirkungen der Pandemie haben uns nicht nur dazu bewegt, in unseren Werken umfassende Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter und zur Sicherstellung des Geschäftsbetriebes umzusetzen, sondern uns auch darüber hinaus in unseren lokalen Gemeinschaften aktiv dafür einzusetzen, die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie abzumildern.

Die Aktivitäten unserer Standorte konzentrierten sich somit neben Spenden für z.B. Krebsforschungseinrichtungen sowie Einrichtungen, welche sich für die Belange bedürftiger Menschen vor Ort einsetzen, vor allem auf Sachspenden wie Flaschen zur Abfüllung von Desinfektionsmitteln, Desinfektionsmittel selbst sowie Masken. Insgesamt sind in diesem Zuge über 20.000 Flaschen gespendet worden. Zusätzlich wurden zum Beispiel an unserem indischen Standort 2.500 Lebensmittelpakete an bedürftige Menschen gespendet.

Aufgrund der veränderten Lernsituation durch temporäre Schulschließungen im Kontext der Covid-19-Pandemie spielt die Ausstattung der Schulen sowie der Haushalte mit schulpflichtigen Kindern mit dem notwendigen technischen Equipment eine große Rolle. Hier haben wir durch Sachspenden von Computern an einigen unserer Standorte unterstützt.

WIRTSCHAFTSETHISCHES VERHALTEN UND GESETZESKONFORMITÄT

Für Gerresheimer als global tätigen Konzern ist es unerlässlich, dass alle Unternehmen innerhalb der Gruppe nach wirtschaftsethischen Grundsätzen verantwortungsvoll und unter Einhaltung der geltenden Gesetze und Regeln geführt werden. Rechtskonformes Verhalten ist für Gerresheimer nicht nur die Grundlage einer verantwortungsvollen Unternehmensführung, sondern stärkt auch das Vertrauen unserer Geschäftspartner, Anteilseigner und der Öffentlichkeit in das Unternehmen und seine Mitarbeiter.

KONZERNWEITES COMPLIANCE MANAGEMENT SYSTEM (CMS)

Das konzernweite CMS basiert auf den vom Vorstand verabschiedeten Vorgaben. Das CMS verfolgt das vorrangige Ziel, dass sich alle Mitarbeiter des Gerresheimer Konzerns an die geltenden rechtlichen Bestimmungen und internen Regeln halten, um Compliance-Verstöße zu vermeiden und entsprechende Risiken zu minimieren. Hierzu implementiert das CMS präventive Maßnahmen. Kontrollinstrumente im CMS unterstützen dabei, ein nicht den Gesetzen und Regeln entsprechendes Verhalten aufzudecken. Sofern es zur Aufdeckung von Verstößen kommt, werden diese dem Einzelfall entsprechend angemessen abgestellt und sanktioniert.

Der Fokus des CMS liegt auf der Korruptionsbekämpfung sowie der Einhaltung wettbewerbsrechtlicher und kapitalmarktrechtlicher Vorschriften. Selbstverständlich verfolgt Gerresheimer ein mit den Regeln der Compliance abgestimmtes Verhalten auch in anderen relevanten Bereichen und Rechtsgebieten.

COMPLIANCE-ORGANISATION

Die Compliance-Organisation trägt global die Verantwortung dafür, dass das CMS in Bezug auf die Compliance-Risiken angemessen und wirksam ist.

Der Vorstand hat den General Council zum Compliance-Beauftragten ernannt. In dieser Funktion trägt dieser die organisatorische Verantwortung für die Implementierung und Aktualisierung der durch den Vorstand erlassenen Richtlinien sowie die Durchführung von Schulungsmaßnahmen. Ferner dient er als Anlaufstelle für Fragen und Anregungen zum Gerresheimer Compliance-Programm sowie für Mitteilungen über etwaige Verstöße gegen die Compliance-Regelungen. Der Compliance-Beauftragte führt auf Weisung des Vorstandsvorsitzenden Aufklärungs- und Disziplinarmaßnahmen im Falle von Verstößen aus.

Unterstützt wird der Compliance-Beauftragte durch lokale Compliance-Verantwortliche in den Tochterunternehmen. Diese tragen dazu bei, dass alle Mitarbeiter die Elemente des Gerresheimer Compliance-Programms kennen. Die Compliance-Verantwortlichen stehen als erste Ansprechpartner für alle Fragen im Zusammenhang mit Compliance zur Verfügung und führen, in Absprache mit dem Compliance-Beauftragten, Schulungen zum Thema Compliance durch. Der Compliance-Beauftragte berät und unterstützt jederzeit die Compliance-Verantwortlichen und das lokale Management.

RISIKEN VERMEIDEN

Um Compliance-Verstöße zu vermeiden und entsprechende Risiken zu minimieren, enthält das Gerresheimer CMS verschiedene präventive Elemente. Hierzu gehören unter anderem das Gerresheimer Compliance-Programm, Schulungen sowie eine Risikoanalyse.

Das Gerresheimer Compliance-Programm soll die Mitarbeiter dabei unterstützen, Gesetze und Unternehmensrichtlinien richtig anzuwenden. Zu allen drei für das Gerresheimer Compliance-Programm ausgewählten Schwerpunkten (Korruptionsbekämpfung, Kartellrecht, Kapitalmarktrecht) bestehen bindende Richtlinien mit ergänzenden Merkblättern zur Konkretisierung dieser Richtlinien.

Compliance-Schulungen für Mitarbeiter werden in bestimmten Schulungsintervallen durchgeführt. Die Auswahl der zu schulenden Mitarbeiter folgt hierbei einem risikoorientierten Ansatz. Um die richtigen Teilnehmer zu identifizieren, werden jeweils Kataloge der Pflichtteilnehmer für die Schulungsbausteine erstellt. Die Schulungsinhalte werden sowohl durch Präsenzschulungen als auch durch E-Learning-Programme vermittelt. Die Präsenzschulungen werden wahlweise durch Syndikusrechtsanwälte oder durch externe Sachverständige durchgeführt. Die Inhalte der Schulungen werden durch den Compliance-Beauftragten vorgegeben und regelmäßig auf Aktualität überprüft.

Zur Analyse und zur frühzeitigen Erkennung von potenziellen Compliance-Risiken wird eine regelmäßige Risikoanalyse durchgeführt, in der die strukturellen und aus dem jeweiligen Geschäftsmodell resultierenden Risiken nach einem Bewertungsmodell sichtbar gemacht und bewertet werden. Strukturell werden bei der Risikoanalyse unter Berücksichtigung bestehender Kontrollen oder Prozesse die operativen und finanziellen Risiken sowie Reputationsrisiken für das Unternehmen mit Blick auf definierte Themenkomplexe erörtert, gewichtet und aggregiert. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wird evaluiert, ob eine weitere Risikoreduzierung erfolgen kann und inwiefern gegebenenfalls eine Implementierung weiterer Kontrollmaßnahmen angebracht ist.

RISIKEN ERKENNEN UND REAGIEREN

Verhalten, das nicht den Gesetzen und Regeln entspricht, ist nicht im Interesse von Gerresheimer. Alle Mitarbeiter sind ausnahmslos verpflichtet, die geltenden Gesetze und Regeln zu beachten. Um sicherzustellen, dass unsere Verhaltensvorgaben eingehalten werden, enthält das Gerresheimer CMS verschiedene Kontrollinstrumente.

Als wichtiges Kontrollinstrument im Gerresheimer CMS steht ein elektronisches Hinweisgebersystem zur Meldung von Compliance-Verstößen zur Verfügung. Das Hinweisgebersystem ermöglicht über das Internet weltweit und rund um die Uhr einen direkten Dialog mit dem Compliance-Beauftragten. Dabei entscheidet der Hinweisgeber selbst, ob er anonym bleiben oder ob er namentlich melden möchte. Diesen Meldevorgang können sowohl Mitarbeiter als auch Kunden und Lieferanten sowie sonstige Dritte nutzen. Um den Zugang so einfach wie möglich zu gestalten, ist das Hinweisgebersystem in allen für die Gerresheimer Gruppe relevanten Sprachen nutzbar.

Jedem Verdacht auf das Vorliegen eines Compliance-Verstoßes wird nachgegangen. Hierbei gilt der Grundsatz, dass Verstöße gegen Compliance-Vorgaben immer im Rahmen einer Einzelfallbetrachtung unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit sanktioniert werden. Je nach Schwere des Verstoßes kann dies zu Disziplinarmaßnahmen wie Kündigung des Arbeitsverhältnisses, Abmahnung oder Versetzung sowie Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen führen.

ÜBERPRÜFUNG UND KONTINUIERLICHE VERBESSERUNG

Überprüfung und kontinuierliche Verbesserung sind prägende Elemente des CMS. Vor diesem Hintergrund wurden für die Schwerpunktbereiche Korruptionsbekämpfung und Kartellrecht im Berichtsjahr neue E-Learning-Programme implementiert und an die zur Absolvierung der Programme verpflichteten Mitarbeiter ausgerollt. Zur Gewährleistung einer konzernweiten hohen Teilnahmequote an den E-Learning-Programmen wurde ein umfassendes Konzept zum Umgang mit säumigen Mitarbeitern umgesetzt. Die Schulungsinhalte wurden zudem in einer weiteren Sprachversion zur Verfügung gestellt.

INTERNE UNTERSUCHUNGEN

Im Berichtsjahr wurden konzernweit sieben interne Untersuchungen aufgrund des Verdachts von Verstößen gegen Compliance-Regeln durchgeführt. Auf Basis der durchgeführten Ermittlungen wurde das Arbeitsverhältnis mit drei Mitarbeitern beendet. In vier Fällen wurden Sensibilisierungen der Mitarbeiter bzw. Schulungen durchgeführt sowie in einem Fall das Vertragsverhältnis mit einem Vertragspartner beendet.

GERICHTLICHE UND BEHÖRDLICHE MASSNAHMEN

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2020 wurden gegen Gerresheimer keine gerichtlichen oder behördlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit den Schwerpunktthemen aus dem CMS eingeleitet oder durchgeführt.

VERGÜTUNGSBERICHT

Im Vergütungsbericht werden die Grundzüge des Vergütungssystems des Vorstands und des Aufsichtsrats dargestellt. Zudem wird über die im Geschäftsjahr 2020 gewährten und zugeflossenen Bezüge der Mitglieder des Vorstands sowie über die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG berichtet.

VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS

GRUNDLAGEN, STRUKTUR UND BESTANDTEILE

Die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Bestandteilen zusammen. Dabei umfassen die erfolgsunabhängigen Bestandteile die Grundvergütung und die Nebenleistungen. Die erfolgsabhängige Vergütung besteht aus einer kurz- und langfristigen variablen Vergütung sowie einer langfristig orientierten anteilsbasierten variablen Vergütung. Die Versorgungszusagen beinhalten sowohl eine erfolgsunabhängige als auch eine erfolgsabhängige Komponente. Der Aufsichtsrat legt die Struktur der Vergütung fest. Die einzelnen Komponenten werden nachfolgend näher erläutert.

ERFOLGSUNABHÄNGIGE VERGÜTUNG

Grundvergütung

Jedes Vorstandsmitglied erhält eine feste Grundvergütung, die in zwölf gleichen Monatsraten gezahlt wird.

Nebenleistungen

Die Mitglieder des Vorstands bekommen verschiedene Nebenleistungen in Form von Sachbezügen. Zu den Nebenleistungen zählen vor allem Prämien für Gruppenunfall- und Invaliditätsversicherungen sowie die Bereitstellung eines Dienstwagens. Für die Mitglieder des Vorstands besteht zudem eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (Directors-&-Officers-Versicherung), die einen Selbstbehalt gemäß § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG vorsieht.

ERFOLGSABHÄNGIGE VERGÜTUNG

Kurzfristige variable Vergütung

(STI, Short-Term-Incentive)

Die kurzfristige variable Vergütung (STI, Short-Term-Incentive) ist an den Grad des Erreichens von dienstvertraglich definierten Jahreszielwerten geknüpft. Ihre Höhe leitet sich jeweils aus der vom Aufsichtsrat genehmigten Unternehmensplanung ab. Die Zielwerte beziehen sich auf die unterschiedlich gewichteten Kennzahlen des finanziellen Steuerungssystems des Gerresheimer Konzerns: Umsatzerlöse, Adjusted EBITDA und Net Working Capital. Die Zielkomponente Net Working Capital berechnet sich als durchschnittliches Net Working Capital in Prozent der Umsatzerlöse. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt die kurzfristige variable Vergütung 50 % der Grundvergütung. Die kurzfristige variable Vergütung kann maximal 70 % der individuellen Grundvergütung betragen und wird im Folgejahr nach Billigung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat ausgezahlt.

Langfristige variable Vergütung

(LTI, Long-Term-Incentive)

Die langfristige variable Vergütung (LTI, Long-Term-Incentive) besteht aus einem rollierenden Bonussystem, das an das Erreichen bestimmter Ziele über einen Zeitraum von drei Jahren anknüpft. Die für die Zielerreichung relevanten Kennzahlen sind das organische Umsatzwachstum und die Gesamtkapitalrendite (Gx ROCE).

Bei der langfristigen variablen Vergütung werden die relevanten Kennzahlen auf Basis der Unternehmensplanung jährlich neu für den Dreijahreszeitraum festgelegt. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt die langfristige variable Vergütung 40 % der individuellen Grundvergütung. Die langfristige variable Vergütung kann maximal 55 % der individuellen Grundvergütung betragen und wird, bezogen auf das Basisjahr, nach drei Jahren ausgezahlt.

Langfristig orientierte anteilsbasierte variable Vergütung

(Phantom Stocks)

Als weitere langfristig variable Vergütung werden den Mitgliedern des Vorstands Ansprüche auf die Wertentwicklung sogenannter Phantom Stocks gewährt. Bei dem Phantom Stocks-Anspruch handelt es sich um das Anrecht auf Erhalt einer Barvergütung, das vorbehaltlich der in der Zielerreichung festgelegten Wertentwicklung einer virtuellen Gerresheimer Aktie innerhalb von zwei Jahren nach Ablauf einer fünfjährigen Wartezeit geltend gemacht werden kann.

Die Ansprüche werden für jedes Jahr der Vorstandstätigkeit gewährt. Die Ausgabe bzw. die Gewährung des jeweiligen Phantom Stocks-Anspruchs erfolgt rund einen Monat nach der ordentlichen Hauptversammlung des abgelaufenen Geschäftsjahres. Der Ausgangswert des jährlichen Anspruchs (Jahrestranche) wird anhand von Börsenschlusskursen der Gerresheimer Aktie ermittelt. Die Bewertung der Ansprüche in den Jahren bis zur Ausübung basiert auf einem anerkannten Optionspreismodell (Binomialmodell). Weiterführende Erläuterungen zu den Bewertungsannahmen sind im Konzernanhang enthalten.

Die Zielerreichung für den Anspruch aus der jeweiligen Jahrestranche bestimmt sich anhand der Börsenkursentwicklung der Gerresheimer Aktie (Kursperformance) oder der prozentualen Wertsteigerung des Börsenkurses der Gerresheimer Aktie im Vergleich zum MDAX (MDAX-Outperformance). Der MDAX ist ein deutscher Aktienindex für mittelgroße Unternehmen, zu dem auch Gerresheimer zählt. Der Zielkorridor für das Erfolgsziel Kursperformance liegt zwischen 20 % und 40 % der Wertsteigerung der entsprechenden Jahrestranche gegenüber dem jeweiligen Ausgangswert. Liegt der Zielwert in diesem Korridor, beträgt der Zahlungsanspruch mindestens 40 % und maximal 80 % der Grundvergütung. Zwischen den Werten wird linear interpoliert. Das Erfolgsziel MDAX-Outperformance ist erreicht, wenn der Börsenkurs der Gerresheimer Aktie im definierten Zeitraum die Wertentwicklung des MDAX übertrifft. Ist dies der Fall, beträgt der Zahlungsanspruch 40 % der Grundvergütung.

VERSORGUNGSZUSAGEN

Die aktiven Vorstandsmitglieder erhalten anstelle einer betrieblichen Altersversorgung ein Versorgungsentgelt in Form eines jährlichen Geldbetrags zur freien Verwendung beim Aufbau einer privaten Altersversorgung. Der Geldbetrag setzt sich aus einem Grund- und einem Zusatz-Versorgungsbeitrag zusammen. Der Grund-Versorgungsbeitrag beträgt 20 % der Grundvergütung. Der Zusatz-Versorgungsbeitrag beläuft sich auf 20 % der geschäftsjahresbezogenen variablen Vergütung (STI).

LEISTUNGEN BEI BEENDIGUNG DER VORSTANDSTÄTIGKEIT

Abfindungen

Bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund sind Abfindungshöchstgrenzen vorgesehen. Somit sind Zahlungen einschließlich Nebenleistungen bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund auf den Wert von zwei Jahren begrenzt und dürfen nicht mehr als die Restlaufzeit des Vorstandsvertrages umfassen. Für die Berechnung der Abfindungshöchstgrenzen ist auf die Gesamtvergütung abzustellen.

Change of Control

Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist niederzulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen musste. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung noch eine Laufzeit von neun oder mehr Monaten hat. Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen. Ihre Höhe entspricht drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung inklusive der kurzfristigen und langfristigen variablen Vergütung, allerdings ohne die Berücksichtigung der langfristig orientierten anteilsbasierten variablen Vergütung.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS IM GESCHÄFTSJAHR

Die Gesamtvergütung der aktiven Vorstandsmitglieder der Gerresheimer AG im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie die Aufteilung auf die einzelnen Bestandteile ergeben sich aus der nachfolgenden Tabelle:

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In Tsd. Euro 2020 2019
Grundvergütung 2.224 2.760
Nebenleistungen 29 48
Erfolgsunabhängige Vergütung 2.253 2.808
Short-Term-Incentive 822 891
Long-Term-Incentive - 281
Phantom Stocks (anteilig erdiente Ansprüche) 1.506 1.069
Erfolgsabhängige Vergütung 2.328 2.241
Versorgungsaufwand 543 817
Gesamtvergütung 5.124 5.866

Die Gesamtvergütung des Jahres 2019 umfasst Vergütungen für zwei Vorstände, die bis Februar bzw. April 2019 bestellt waren.

Die nachfolgenden Übersichten zeigen für die einzelnen Vorstandsmitglieder die individuellen Vergütungen, die Minimal- und Maximalwerte sowie die tatsächlich zugeflossenen, das heißt tatsächlich ausgezahlten Vergütungen:

DIETMAR SIEMSSEN

VORSTANDSVORSITZENDER

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Gewährte Zuwendungen Zufluss
In Tsd. Euro 2020 2020 Min. 2020 Max. 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Grundvergütung 950 950 950 950 950 950
Nebenleistungen 10 10 10 13 10 13
Erfolgsunabhängige Vergütung 960 960 960 963 960 963
Short-Term-Incentive 475 - 665 475 418 40
Long-Term-Incentive 2019 - - - 380 - -
Long-Term-Incentive 2020 380 - 523 - - -
Phantom Stocks - - - - - -
Erfolgsabhängige Vergütung 855 - 1.188 855 418 40
Versorgungsaufwand 190 190 323 285 274 285
Gesamtvergütung 2.005 1.150 2.470 2.103 1.652 1.288

DR. LUKAS BURKHARDT

PRIMARY PACKAGING GLASS

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Gewährte Zuwendungen Zufluss
in Tsd. Euro 2020 2020 Min. 2020 Max. 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Grundvergütung 634 634 634 570 634 570
Nebenleistungen 14 14 14 18 14 18
Erfolgsunabhängige Vergütung 648 648 648 588 648 588
Short-Term-Incentive 317 - 444 285 251 245
Long-Term-Incentive 2019 - - - 228 - -
Long-Term-Incentive 2020 254 - 349 - - -
Phantom Stocks - - 2.560 - - -
Erfolgsabhängige Vergütung 571 - 3.353 513 251 245
Versorgungsaufwand 127 127 216 171 164 171
Gesamtvergütung 1.346 775 4.216 1.272 1.063 1.004

DR. BERND METZNER

FINANZVORSTAND (SEIT MAI 2019)

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Gewährte Zuwendungen Zufluss
In Tsd. Euro 2020 2020 Min. 2020 Max. 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Grundvergütung 640 640 640 350 640 350
Nebenleistungen 5 5 5 4 5 4
Erfolgsunabhängige Vergütung 645 645 645 354 645 354
Short-Term-Incentive 320 - 448 175 153 -
Long-Term-Incentive 2019 - - - 140 - -
Long-Term-Incentive 2020 256 - 352 - - -
Phantom Stocks - - - - - -
Erfolgsabhängige Vergütung 576 - 800 315 153 -
Versorgungsaufwand 128 128 218 112 105 112
Gesamtvergütung 1.349 773 1.663 781 903 466

Im Zuge der Vertragsverlängerung mit Herrn Dr. Burkhardt um fünf Jahre bis zum 31. Dezember 2025 wurden ihm im Berichtsjahr entsprechende Phantom Stock-Ansprüche gewährt. Die gewährte Zuwendung stellt den maximalen Auszahlungsbetrag aus den fünf Tranchen dar.

Die für die jeweiligen Jahrestranchen der Phantom Stocks-Ansprüche beizulegenden Zeitwerte sowie der anteilig ergebniswirksam erfasste Aufwand entwickelten sich für die einzelnen aktiven Mitglieder des Vorstands wie folgt:

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Anteil am Gesamtaufwand Zeitwert
In Tsd. Euro 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- ---
Dietmar Siemssen 516 247 1.804 1.633
Dr. Lukas Burkhardt 709 165 2.951 1.011
Dr. Bernd Metzner 281 91 1.547 1.090

Für die Jahrestranchen 2018 bis 2020 der Phantom Stocks-Ansprüche erfolgte im Berichtsjahr keine Auszahlung, da die jeweilige Wartezeit noch nicht abgelaufen war.

BEZÜGE EHEMALIGER VORSTANDSMITGLIEDER

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 2.201 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.184 Tsd. Euro). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands sind am Bilanzstichtag 29.722 Tsd. Euro (Vorjahr: 26.047 Tsd. Euro) zurückgestellt. Der Zeitwert der Phantom Stocks-Ansprüche ehemaliger Vorstandsmitglieder betrug zum Ende des Geschäftsjahres 3.800 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.740 Tsd. Euro), und der anteilig ergebniswirksam erfasste Aufwand aus den Ansprüchen lag bei 1.537 Tsd. Euro (Vorjahr: 322 Tsd. Euro).

SONSTIGES

Die Gesellschaft hat keine Vorschüsse und Kredite an Vorstandsmitglieder bzw. ehemalige Vorstandsmitglieder gewährt. Ebenso wurden keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieses Personenkreises eingegangen.

VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 14 der Satzung der Gerresheimer AG geregelt. Neben der Erstattung von Auslagen und einem Sitzungsgeld von 2 Tsd. Euro pro Sitzungstag erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats eine feste jährliche Vergütung von 70 Tsd. Euro. Die jährliche Festvergütung für den Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt 175 Tsd. Euro und für seinen Stellvertreter 105 Tsd. Euro. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für den Vorsitz bzw. die Tätigkeit in Ausschüssen eine zusätzliche feste Vergütung, die ebenfalls in § 14 der Satzung der Gerresheimer AG festgelegt ist.

Die Vergütung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2020 verteilt sich auf die einzelnen Mitglieder wie folgt:

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In Euro Feste Vergütung Zusätzliche Vergütung für Ausschusstätigkeit Sitzungsgeld Total Vorjahr
Dr. Axel Herberg, Vorsitzender 175.000 60.000 20.000 255.000 257.000
Francesco Grioli, stellv. Vorsitzender 105.000 40.000 20.000 165.000 167.000
Andrea Abt 70.000 20.000 16.000 106.000 104.000
Heike Arndt 70.000 - 8.000 78.000 78.000
Dr. Karin Dorrepaal 70.000 - 8.000 78.000 76.000
Franz Hartinger 70.000 - 8.000 78.000 78.000
Dr. Peter Noé 70.000 - 8.000 78.000 78.000
Markus Rocholz 70.000 40.000 20.000 130.000 132.000
Paul Schilling 70.000 - 8.000 78.000 78.000
Katja Schnitzler 70.000 20.000 16.000 106.000 106.000
Theodor Stuth 70.000 40.000 16.000 126.000 126.000
Udo J. Vetter 70.000 20.000 12.000 102.000 104.000
Gesamtvergütung 980.000 240.000 160.000 1.380.000 1.384.000

Im Berichtsjahr erhielten drei Mitglieder des Aufsichtsrats für Aufsichtsratsmandate bei Tochterunternehmen der Gerresheimer AG zusätzlich insgesamt 15 Tsd. Euro (Vorjahr: 18 Tsd. Euro).

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtsjahr keine weiteren Vergütungen beziehungsweise Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten.

Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden weder Kredite noch Zuschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.

ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN

Die Gerresheimer AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Deutschland und hat stimmberechtigte Aktien ausgegeben, die an einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG), namentlich im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard), notiert sind.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Gerresheimer AG beläuft sich zum 30. November 2020 auf 31,4 Mio. Euro. Es ist eingeteilt in 31,4 Millionen auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1,00 Euro je Stückaktie. Das Grundkapital der Gesellschaft ist vollständig eingezahlt.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Zum Abschlussstichtag bestehen keine satzungsmäßigen, gesetzlichen oder dem Vorstand bekannten sonstigen Stimmrechts- oder Übertragungsbeschränkungen betreffend die Aktien der Gerresheimer AG. Sämtliche zum 30. November 2020 ausgegebenen Stückaktien der Gerresheimer AG sind uneingeschränkt übertragbar sowie voll stimmberechtigt und gewähren in der Hauptversammlung je eine Stimme.

Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind uns ausschließlich und unverändert von der NN Group N.V., Amsterdam (Niederlande), gemeldet worden.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Keine der von der Gerresheimer AG ausgegebenen Aktien beinhaltet Rechte, die deren Inhabern besondere Kontrollbefugnisse verleihen.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Informationen über die Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Gesellschaftskapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, liegen uns nicht vor.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung

Die Ernennung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstandes der Gerresheimer AG ergeben sich aus den §§ 84, 85 AktG und § 31 MitbestG in Verbindung mit § 6 der Satzung. Der Vorstand besteht gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird im Übrigen vom Aufsichtsrat bestimmt. Der Aufsichtsrat kann stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen. Zudem ernennt der Aufsichtsrat ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands oder zu dessen Sprecher.

Jede Satzungsänderung bedarf gemäß § 179 AktG grundsätzlich eines Beschlusses der Hauptversammlung. Ausgenommen hiervon sind Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen; zu solchen Änderungen ist der Aufsichtsrat ermächtigt. Hauptversammlungsbeschlüsse werden, soweit dem nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst.

Befugnis des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 5. Juni 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/​oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 6,28 Mio. Euro zu erhöhen. Auf diesen Erhöhungsbetrag sind Erhöhungen des Grundkapitals anzurechnen, die infolge der Ausübung anderer Ermächtigungen aufgrund eines genehmigten oder bedingten Kapitals während der Laufzeit dieser Ermächtigung erfolgen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Das Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstitut(en) oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:

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um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen;
soweit dies erforderlich ist, um Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten oder den zur Wandlung oder Optionsausübung Verpflichteten aus Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einer ihrer Konzerngesellschaften begeben wurden oder noch werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder der Erfüllung der Options- oder Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde;
bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen einschließlich der Erhöhung des bestehenden Anteilsbesitzes oder der sonstigen Vermögensgegenstände;
bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festsetzung des Ausgabepreises durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende Anteil am Grundkapital 10 % des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder, falls dieser Betrag geringer ist, des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals nicht übersteigt.

Die Summe der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien darf einen anteiligen Betrag des Grundkapitals von 3,14 Mio. Euro (entsprechend 10 % des derzeitigen Grundkapitals) nicht übersteigen. Auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden. Ebenfalls anzurechnen sind Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht oder mit Wandlungs- oder Optionspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung einschließlich des Inhalts der Aktienrechte und der Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf unsere vorgenannten Ausführungen zu den "Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen".

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 6,28 Mio. Euro durch Ausgabe von bis zu 6.280.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen (oder Kombinationen dieser Instrumente) (zusammen "Schuldverschreibungen") jeweils mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder mit Wandlungs- oder Optionspflichten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 6. Juni 2019 beschlossenen Ermächtigung bis zum 5. Juni 2021 von der Gesellschaft oder einer Konzerngesellschaft der Gesellschaft im Sinne von § 18 AktG ausgegeben werden. Auf diesen Erhöhungsbetrag sind Erhöhungen des Grundkapitals anzurechnen, die infolge der Ausübung anderer Ermächtigungen zur Ausgabe von Aktien aufgrund eines genehmigten oder bedingten Kapitals während der Laufzeit dieser Ermächtigung erfolgen. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder Wandlungs- oder Optionspflichten erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen eingesetzt werden. Die aufgrund der Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts oder der Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflicht ausgegebenen neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen

Das revolvierende Darlehen mit einer Rahmenhöhe von insgesamt 476,0 Mio. Euro, das zum Abschlussstichtag mit 162,6 Mio. Euro zuzüglich genutzter Nebenkreditlinien in Höhe von 1,4 Mio. Euro in Anspruch genommen wurde, ist durch die Kreditgeber kündbar und in voller Höhe vorzeitig zurückzuführen, wenn ein Dritter oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Dritte 50,01 % oder mehr der Anteile oder der Stimmrechte der Gerresheimer AG erwerben.

Jeder Darlehensgeber der Schuldscheindarlehen ist zur Kündigung seines Anteils an dem Darlehen berechtigt, wenn eine oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Personen direkt oder indirekt das Recht erwerben, die Mehrheit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG bestellen zu können, oder direkt oder indirekt mehr als 50 % der Aktien oder Stimmrechte an der Gerresheimer AG erwerben.

Ein Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebots hätte unter Umständen Auswirkungen auf einige unserer operativen Verträge, in denen Vereinbarungen über einen Kontrollwechsel enthalten sind. Dies sind marktübliche Change-of-Control-Klauseln, die dem jeweiligen Vertragspartner bei einem Kontrollwechsel das Recht einräumen, vorzeitig zu kündigen.

Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebotes

Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist niederzulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen musste. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung noch eine Laufzeit von neun oder mehr Monaten hat. Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen. Ihre Höhe entspricht drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung inklusive der kurzfristigen und langfristigen variablen Vergütung, allerdings ohne die Berücksichtigung der langfristig orientierten anteilsbasierten variablen Vergütung.

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289 f und § 315 d HGB ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Gemäß § 317 Abs. 2 Satz 6 HGB ist die Prüfung der Angaben nach § 289 f und § 315 d HGB durch den Abschlussprüfer darauf zu beschränken, ob die Angaben gemacht wurden.

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX

Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum 3. September 2020 abgegeben:

"Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG zu den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' gemäß § 161 Aktiengesetz.

Seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 4. September 2019 bis zum 20. März 2020 hat die Gerresheimer AG mit Ausnahme der in jener Entsprechenserklärung genannten und begründeten Ausnahme allen Empfehlungen der 'Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 7. Februar 2017 entsprochen.

Die Gerresheimer AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der 'Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 16. Dezember 2019, die am 20. März 2020 in Kraft getreten ist (Kodex 2020), seit dem Inkrafttreten des Kodex 2020 und wird diesen auch zukünftig entsprechen, jeweils mit den folgenden Ausnahmen:

1. Die Gesellschaft wird die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat erst zukünftig auf der Internetseite der Gesellschaft zugänglich machen. Insofern ist der Empfehlung in D.1 des Kodex 2020 bisher nicht entsprochen worden.

2. Der Empfehlung in D.7 des Kodex 2020, nach der der Aufsichtsrat regelmäßig auch ohne den Vorstand tagen soll, wird nicht entsprochen. Zwar tagt der Präsidialausschuss regelmäßig ohne den Vorstand. Der Aufsichtsrat tagt regelmäßig jedoch nur bei Personalangelegenheiten des Vorstands ohne den Vorstand. Bei anderen Themen erfolgt nur ausnahmsweise eine situative Nichtteilnahme.

3. Der Kodex 2020 enthält in Abschnitt G.I. neue und zum Teil veränderte Empfehlungen zur Vergütung des Vorstands. Den folgenden dieser Empfehlungen entspricht das von der Hauptversammlung der Gerresheimer AG am 30. April 2015 gebilligte Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder nicht oder nicht vollumfänglich: G.1 (Festlegung des Vergütungssystems), G.3 (Offenlegung der geeigneten Vergleichsgruppe für den Angemessenheitsvergleich), G.10 (Überwiegende Aktienbasierung der variablen Vergütungsbeträge und mindestens vierjährige Gewährungsperiode), G.11 (Einbehalt und Rückforderung variabler Vergütungskomponenten). Der Aufsichtsrat wird der Hauptversammlung am 9. Juni 2021 gemäß § 120a Absatz 3 AktG ein überarbeitetes Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder zur Billigung vorlegen."

Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats steht mittlerweile auf unserer Internetseite zur Verfügung.

Die in den vergangenen fünf Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen sind ebenfalls auf unserer Internetseite zugänglich.

ANGABEN ZU UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKEN

Gerresheimer ist einer der führenden globalen Partner der Pharma- und Healthcareindustrie. Mit Produkten aus Glas und Kunststoff zur Verpackung und Verabreichung von Medikamenten leisten wir einen sinnvollen und wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden.

In einer Zeit zunehmender globaler Vernetzung sowie wachsender gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen sind wir uns unserer unternehmerischen Verantwortung bewusst, welche weit über die Produktwelt hinausgeht. Wir füllen diese Rolle aktiv, umfassend und nachhaltig aus und lassen uns entsprechend an unseren Grundsätzen messen. In unserem unternehmerischen Handeln fühlen wir uns gegenüber der Gesellschaft, den Mitarbeitern, Investoren, Kunden, Lieferanten und der Umwelt verantwortlich. Die Grundsätze unserer unternehmerischen Verantwortung sind unter www.gerresheimer.com/​unternehmen/​ unternehmerische-verantwortung öffentlich zugänglich.

Der Gerresheimer Konzern sieht in einem wirksamen Risikomanagement einen bedeutenden Faktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswertes. Aus diesem Grund ist die Steuerung von Chancen und Risiken ein integraler Bestandteil unserer gesamten Aufbau- und Ablauforganisation. Der zentrale Baustein des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und im Headquarter vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme. Wir haben für die Tochterunternehmen und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung definiert. Darüber hinaus bauen wir unser Risikofrüherkennungssystem stetig weiter aus und passen es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen an. Wesentliche Elemente des internen Risikomanagement- und internen Kontrollsystems sind im Kapitel "Chancen- und Risikobericht" als Teil des zusammengefassten Lageberichts enthalten.

ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE DES VORSTANDS

Die Gerresheimer AG unterliegt dem deutschen Aktienrecht und verfügt daher über ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung im Interesse des Unternehmens und ist dabei der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes verpflichtet. Der Vorstand ist zuständig für die Erstellung der Quartalsmitteilungen und des Halbjahresfinanzberichts des Unternehmens sowie für die Aufstellung des Jahres- und Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts der Gerresheimer AG und des Konzerns. Er sorgt für die Einhaltung weiterer gesetzlicher Bestimmungen und der verbindlichen Regelwerke und wirkt darauf hin, dass die Tochterunternehmen der Gerresheimer AG diese beachten. Der Vorstand hat für die Ausgestaltung der Compliance und des Risikomanagements angemessene Systeme etabliert. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Wesentliche Geschäftsvorgänge bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats.

Der Vorstand der Gerresheimer AG besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Erstbestellung von Vorstandsmitgliedern erfolgt für längstens drei Jahre. Vorstandsmitglieder sollten nicht älter als 65 Jahre sein. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung, wobei das einzelne Mitglied das ihm zugewiesene Vorstandsressort grundsätzlich eigenverantwortlich führt. Dem Vorstandsvorsitzenden obliegt die Koordination der Vorstandsressorts. Der Vorstand hat keine Ausschüsse gebildet. Die einzelnen Mitglieder des Vorstands sowie deren Mandate sind im Kapitel "Organe" aufgelistet. Informationen über die Aufgabenbereiche und die Lebensläufe der Vorstandsmitglieder sind unter www.gerresheimer.com/​unternehmen/​ management verfügbar. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder ist Bestandteil des Vergütungsberichts.

ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE DES AUFSICHTSRATS UND SEINER AUSSCHÜSSE

AUFSICHTSRAT

Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und überwacht dessen Geschäftsführung. Der Aufsichtsrat erörtert regelmäßig die Geschäftsentwicklung und Planung sowie die Strategie und deren Umsetzung. Er prüft den Jahres- und Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht der Gerresheimer AG und des Konzerns und den Vorschlag zur Gewinnverwendung. Er stellt den Jahresabschluss der Gerresheimer AG fest und billigt den Konzernabschluss, wobei die Ergebnisse der durch den Prüfungsausschuss vorgenommenen Prüfung sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers berücksichtigt werden. Außerdem entscheidet der Aufsichtsrat über die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder sowie über deren Vergütung. Der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats gleicht regelmäßig die Besetzung des Vorstands und die Ressortverteilung im Vorstand mit den Anforderungen an die Geschäftstätigkeiten im Konzern ab. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Vorstand im Rahmen der Nachfolgeplanung mit dem Schwerpunktthema Personal und hier insbesondere mit den vorhandenen Systemen zur Entdeckung und Förderung von Führungskräften im Konzern beschäftigt. Der Aufsichtsrat soll gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung sorgen. Einzelheiten zu den Tätigkeiten des Aufsichtsrats im abgelaufenen Geschäftsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten.

Für Beschlüsse des Aufsichtsrats genügt grundsätzlich eine einfache Mehrheit. Ergibt eine Abstimmung im Aufsichtsrat Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende des Aufsichtsrats zwei Stimmen.

Die Amtsperiode der derzeitigen Aufsichtsratsmitglieder begann mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 26. April 2017 und läuft bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2021 beschließt. Der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG besteht aus zwölf Mitgliedern. Es bestehen insgesamt vier Ausschüsse, deren Aufgaben und Zusammensetzung in diesem Kapitel beschrieben werden. Gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz setzt er sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und Arbeitnehmer zusammen. Die Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit gewählt. Die Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer werden nach den Regelungen des Mitbestimmungsgesetzes gewählt.

Einzelheiten zu den Tätigkeiten des Aufsichtsrats im abgelaufenen Geschäftsjahr sind im Bericht des Aufsichtsrats enthalten. Die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats sowie deren Mandate sind im Kapitel "Organe" aufgelistet sowie unter www.gerresheimer.com/​ unternehmen/​management öffentlich zugänglich. Die Angaben auf der Internetseite umfassen auch die Lebensläufe der Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist Bestandteil des Vergütungsberichts.

AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS

Der Aufsichtsrat hat insgesamt vier Ausschüsse gebildet. Ihre Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Arbeitsprozesse stimmen mit den Anforderungen des Aktiengesetzes sowie des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) überein, soweit sich aus der Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG von Vorstand und Aufsichtsrat nicht etwas anderes ergibt. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichten regelmäßig in den Aufsichtsratssitzungen über die Sitzungen der Ausschüsse und deren Tätigkeiten.

Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands, die Ernennung des Vorsitzenden und die Entscheidungen über die Vergütung des Vorstands. Bei den Vorschlägen für die Bestellung der Mitglieder des Vorstands achtet der Präsidialausschuss auf die für die Mitglieder des Vorstands festgelegte Altersgrenze, die langfristige Nachfolgeplanung sowie auf Diversität. Er ist zuständig für die Erteilung der Zustimmung zu Geschäften der Gesellschaft mit nahestehenden Unternehmen und Personen. Zudem entscheidet der Präsidialausschuss über die Genehmigung von Verträgen und Geschäften mit Vorstandsmitgliedern und den ihnen nahestehenden Unternehmen oder Personen.

Zum 30. November 2020 gehörten dem Präsidialausschuss die folgenden Mitglieder an: Dr. Axel Herberg (Vorsitzender), Francesco Grioli, Markus Rocholz und Udo J. Vetter.

Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere die Rechnungslegung und die Rechnungslegungsprozesse. Ihm obliegt die Vorprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts sowie des Vorschlags zur Gewinnverwendung. Auf der Grundlage des Berichts des Abschlussprüfers bereitet der Prüfungsausschuss nach eigener Vorprüfung die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses der Gerresheimer AG und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Der Ausschuss erörtert zudem die Quartalsmitteilungen und den Halbjahresfinanzbericht mit dem Vorstand. Er überwacht die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems sowie der Compliance. Der Prüfungsausschuss bereitet den Vorschlag des Aufsichtsrats zur Wahl des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung vor und unterbreitet dem Aufsichtsrat eine entsprechende Empfehlung. Er trifft geeignete Maßnahmen zur Feststellung und Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Zudem obliegt dem Prüfungsausschuss die Zustimmung zur Vergabe von Nichtprüfungsleistungen an den Abschlussprüfer. Der Ausschuss beurteilt regelmäßig die Qualität der Abschlussprüfung.

Zum 30. November 2020 gehörten dem Prüfungsausschuss die folgenden Mitglieder an: Theodor Stuth (Vorsitzender), Andrea Abt, Francesco Grioli, Dr. Axel Herberg, Markus Rocholz und Katja Schnitzler.

Der Nominierungsausschuss benennt dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern der Anteilseigner geeignete Kandidaten.

Zum 30. November 2020 gehörten dem Nominierungsausschuss die folgenden Mitglieder an: Dr. Axel Herberg (Vorsitzender), Dr. Peter Noé und Udo J. Vetter.

Der Vermittlungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, sofern im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder nicht erreicht wird.

Zum 30. November 2020 gehörten dem Vermittlungsausschuss die folgenden Mitglieder an: Dr. Axel Herberg (Vorsitzender), Dr. Karin Dorrepaal, Francesco Grioli und Franz Hartinger.

SELBSTBEURTEILUNG DES AUFSICHTSRATS

Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Neben qualitativen Kriterien beurteilt der Aufsichtsrat insbesondere die Verfahrensabläufe im Aufsichtsrat und den Informationsfluss zwischen den Ausschüssen und dem Plenum sowie die rechtzeitige und inhaltlich ausreichende Informationsversorgung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. Die letzte Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats fand im Oktober 2019 statt.

INTERESSENKONFLIKTE

Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder müssen dem Aufsichtsratsvorsitzenden Interessenkonflikte offenlegen. Bei wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten hat ein Aufsichtsratsmitglied sein Amt niederzulegen. Der Aufsichtsrat informiert in seinem Bericht an die Hauptversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung.

MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE (DIRECTORS' DEALINGS)

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die zu ihnen in enger Beziehung stehende Personen sind verpflichtet, Geschäfte mit Aktien oder Schuldtiteln der Gerresheimer AG oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente offenzulegen, wenn der Wert der Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres die Summe von 20.000 Euro erreicht oder übersteigt. Alle getätigten Geschäfte sind auf der Internetseite veröffentlicht und dort einsehbar.

AKTIONÄRE UND HAUPTVERSAMMLUNG

Die Aktionäre der Gerresheimer AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr. In der ordentlichen Hauptversammlung beschließen die Aktionäre regelmäßig über die Verwendung des Gewinns, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und die Wahl des Abschlussprüfers. Darüber hinaus beschließt die Hauptversammlung über Satzungsänderungen und kapitalverändernde Maßnahmen, die vom Vorstand umgesetzt werden. Die Aktionäre können ihr Stimmrecht entweder selbst ausüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben lassen. Ferner besteht die Möglichkeit der Stimmabgabe per Briefwahl.

Die ordentliche Hauptversammlung am 24. Juni 2020 wurde aufgrund der besonderen Umstände der Covid-19-Pandemie rein virtuell ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten durchgeführt.

Im Rahmen unserer Investor Relations Tätigkeiten informieren wir umfassend über die Entwicklung des Unternehmens. Gerresheimer nutzt für die Berichterstattung intensiv das Internet. Unter www.gerresheimer.com/​investor-relations finden sich unter anderem die Geschäfts- und Zwischenberichte, Ad-hoc- und Pressemitteilungen, Analystenpräsentationen sowie der Finanzkalender, der für die Finanzkommunikation wesentliche Veröffentlichungstermine und den Termin der Hauptversammlung enthält.

RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNG

Die Rechnungslegung des Gerresheimer Konzerns erfolgt nach den von der Europäischen Union am Abschlussstichtag anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den zusätzlichen handelsrechtlichen Vorschriften. Der für die Dividendenzahlung maßgebliche Jahresabschluss der Gerresheimer AG wird nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) erstellt.

Die Wahl des Abschlussprüfers erfolgt gemäß den gesetzlichen Bestimmungen durch die Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2020 wurde die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Deloitte), Düsseldorf, zum Abschlussprüfer gewählt. Deloitte ist seit dem Geschäftsjahr 2009 Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der Gerresheimer AG. Die unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer für den Jahresabschluss der Gerresheimer AG und den Konzernabschluss sind René Kadlubowski (seit dem Geschäftsjahr 2016) und Dennis Klawitter (seit dem Geschäftsjahr 2020). Die gesetzlichen Vorgaben und Rotationsverpflichtungen des HGB werden erfüllt.

GESETZ FÜR DIE GLEICHBERECHTIGTE TEILHABE VON FRAUEN UND MÄNNERN AN FÜHRUNGSPOSITIONEN

Für den Aufsichtsrat der Gerresheimer AG gilt gesetzlich, dass sich der Aufsichtsrat zu jeweils mindestens 30 % Frauen und 30 % Männern zusammensetzen muss. Zum 30. November 2020 setzt sich der Aufsichtsrat aus vier weiblichen und acht männlichen Mitgliedern zusammen, woraus sich ein Frauenanteil von 33,3 % ergibt.

Für den Vorstand hat der Aufsichtsrat im April 2017 eine Zielgröße von einer Frau beschlossen, die bis zum 26. April 2022 erreicht werden soll.

Der Vorstand der Gerresheimer AG hat im Geschäftsjahr 2018 die Zielgrößen für den Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands auf 20 % bzw. 33 % festgelegt, die bis zum 30. Juni 2023 erreicht werden sollen.

DIVERSITÄTSKONZEPT FÜR DEN VORSTAND UND DEN AUFSICHTSRAT

VORSTAND

Der Aufsichtsrat berücksichtigt bei der Auswahl von Mitgliedern des Vorstands eine Vielzahl von Aspekten, zu denen insbesondere die folgenden zählen:

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Vorstandsmitglieder sollen über mehrjährige Führungsverantwortung verfügen;
der Vorstand soll in seiner Gesamtheit über mehrjährige Erfahrung auf den Gebieten Produktion, Vertrieb, Finanzen, Planung, Personalführung sowie Recht und Compliance verfügen;
mindestens ein Vorstandsmitglied soll über Kapitalmarkterfahrung verfügen;
Vorstandsmitglieder sollen über internationale Erfahrung verfügen;
Mitglieder des Vorstands sollten nicht älter als 65 Jahre sein;
bei der Besetzung von Vorstandsposten ist die vom Aufsichtsrat festgelegte Zielgröße für den Anteil an Frauen im Vorstand zu berücksichtigen.

Der Aufsichtsrat entscheidet auf Empfehlung des Präsidialausschusses im Einzelfall über die Besetzung einer konkreten Vorstandsposition.

AUFSICHTSRAT

Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, um ihre Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen zu können. Zudem ist bei der Zusammensetzung die gesetzliche Geschlechterquote einzuhalten und auf Diversität zu achten. Der Aufsichtsrat hat für seine Zusammensetzung insbesondere die folgenden Ziele und Kompetenzprofile festgelegt:

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ausreichende Besetzung des Aufsichtsrats mit Mitgliedern, die über Erfahrungen in den Bereichen Unternehmensführung, Strategie und Personal, unternehmensspezifische Branchenkenntnisse, spezifische Kenntnisse auf Kundenseite sowie Kenntnisse über Rechnungslegungsgrundsätze, interne Kontrollverfahren und Abschlussprüfung verfügen;
mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats verfügt über mehrjährige internationale Erfahrungen aus einer beruflichen Tätigkeit oder über eine ausländische Staatsangehörigkeit;
die maximale Altersgrenze der Mitglieder des Aufsichtsrats ist auf 70 Jahre festgelegt, das heißt ein Aufsichtsratsmitglied scheidet mit Ablauf der Hauptversammlung, die auf die Vollendung des 70. Lebensjahres folgt, aus;
mindestens vier von sechs Vertretern der Anteilseigner sollen unabhängig von der Gesellschaft und dem Vorstand sein;
keine aktive Rolle bei Kunden oder Lieferanten der Gerresheimer AG oder eines ihrer Tochterunternehmen;
keine Wahrnehmung einer Organfunktion oder von Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gerresheimer AG oder eines ihrer Tochterunternehmen und keine persönliche Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber;
insgesamt sollen nicht mehr als zwei Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen bei börsennotierten Unternehmen von Mitgliedern des Aufsichtsrats wahrgenommen werden, die gleichzeitig dem Vorstand eines börsennotierten Unternehmens angehören;
insgesamt sollen nicht mehr als fünf Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen bei börsennotierten Unternehmen von Mitgliedern des Aufsichtsrats wahrgenommen werden, die nicht gleichzeitig einem Vorstand eines börsennotierten Unternehmens angehören (ein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrats zählt doppelt);
dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Vorstandsmitglieder angehören.

Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den genannten Zielsetzungen und dem Kompetenzprofil.

Dem Aufsichtsrat soll eine nach seiner Einschätzung ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören. Mindestens vier von sechs Vertretern der Anteilseigner im Aufsichtsrat sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein. Der Aufsichtsratsvorsitzende, der Vorsitzende des Prüfungsausschusses sowie der Vorsitzende des Präsidialausschusses sollen unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses soll zudem auch unabhängig vom kontrollierenden Aktionär sein. Folgende Kriterien wurden unter anderem zur Beurteilung der Unabhängigkeit festgelegt:

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Keine persönliche oder geschäftliche Beziehung zur Gerresheimer AG oder zu deren Vorstand, die einen wesentlichen oder nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann;
Das Aufsichtsratsmitglied selbst oder ein naher Familienangehöriger des Aufsichtsratsmitglieds war in den zwei Jahren vor Ernennung kein Mitglied des Vorstands der Gerresheimer AG, unterhält aktuell oder in dem Jahr bis zur Ernennung weder direkt oder als Gesellschafter noch in verantwortlicher Funktion eines konzernfremden Unternehmens eine wesentliche geschäftliche Beziehung mit der Gerresheimer AG oder einem von dieser abhängigen Unternehmen (z.B. als Kunde, Lieferant, Kreditgeber oder Berater) oder hat eine solche unterhalten, ist kein naher Familienangehöriger eines Vorstandsmitglieds und gehört dem Aufsichtsrat nicht mehr als zwölf Jahre an.

Unter Anwendung der vorgenannten Kriterien haben alle Mitglieder der Anteilseigner des Aufsichtsrats am 3. September 2020 festgestellt, dass die sechs derzeitigen Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat, namentlich Dr. Axel Herberg, Andrea Abt, Dr. Karin Dorrepaal, Dr. Peter Noé, Theodor Stuth und Udo J. Vetter, unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sind. Zwar gehören Theodor Stuth und Udo J. Vetter dem Aufsichtsrat seit mehr als zwölf Jahren an. Unter Würdigung aller Kriterien sind beide Aufsichtsratsmitglieder jedoch als unabhängig anzusehen.

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

KONZERNEINHEITLICHES CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENT

Wir sind als global agierendes Unternehmen regelmäßig mit Entwicklungen und Ereignissen konfrontiert, die sich sowohl positiv als auch negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können. Erst unsere Bereitschaft, unternehmerische Wagnisse einzugehen, ermöglicht es uns, sich bietende Chancen zu nutzen. Im Rahmen einer definierten Risikobereitschaft gehen wir daher bewusst Risiken ein, wenn sich ein ausgewogenes Chancen-Risiko-Profil ergibt.

Wir beachten das Chancen- und das Risikomanagement grundsätzlich getrennt. Unser Risikomanagementsystem identifiziert, bewertet und dokumentiert Risiken und unterstützt deren Überwachung. Die Erfassung und Kommunikation von Chancen erfolgt dagegen als integraler Bestandteil der regelmäßigen Kommunikation zwischen den Tochterunternehmen und dem Controlling der Gerresheimer AG in ihrer Funktion als Holding.

Das zentrale Element des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und der Managementholding vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme. Mit unserer Risikomanagementstrategie verfolgen wir das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, zu bewerten und potenzielle Einbußen durch geeignete Maßnahmen zu vermeiden bzw. zu verringern sowie gegebenenfalls diese Risiken auf Dritte zu übertragen. Auch ein Risikomanagementsystem ermöglicht keine absolute Sicherheit für die Vermeidung von Risiken. Es unterstützt uns aber dabei, Risiken zu begrenzen und damit die Unternehmensziele zu erreichen.

Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Gerresheimer AG obliegen die Einrichtung und die wirksame Unterhaltung des Risikomanagementsystems. Die Risikoüberwachung, -früherkennung, -analyse, -steuerung und -kommunikation beziehen die gesetzlichen Vertreter der operativen Gesellschaften und die Leiter der wesentlichen Funktionsbereiche der Konzernzentrale mit ein. Wir haben für unsere Tochterunternehmen und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung aufgestellt. Darüber hinaus entwickeln wir unser Risikomanagementsystem stetig weiter, um es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen und Rahmenbedingungen anzupassen.

Zur konzernweiten Koordination des Risikomanagements und Förderung einer ganzheitlichen Risikomanagement-Philosophie hat der Vorstand der Gerresheimer AG einen Risikoausschuss installiert. Dieser setzt sich zusammen aus dem Finanzvorstand als Vorsitzendem des Risikoausschusses sowie den Leitern der Abteilungen Controlling, Interne Revision, Recht & Compliance, Accounting und Global Risk Management & Insurance. Die zentralen Aufgaben des Gremiums sind das Hinterfragen der Risiken im Risikobericht, die Weiterentwicklung der Methoden und Instrumente des Risikomanagementsystems und deren Überwachung. Die Sitzungen des Risikoausschusses finden halbjährlich im Einklang mit den Terminen der regelmäßigen Risikoberichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat statt.

Das konzernweite Risikomanagementsystem besteht aus folgenden wesentlichen Elementen:

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einheitliche, periodische Risikoberichterstattung der Tochterunternehmen an die Konzernzentrale,
regelmäßige Risikoerhebung in wesentlichen Zentralbereichen,
Segmentierung der Risiken nach unternehmensstrategischen, externen und branchenspezifischen, operativen sowie finanzwirtschaftlichen Risiken,
Quantifizierung der Risiken durch den Ansatz von potenziellen Schadensbeträgen und Eintrittswahrscheinlichkeiten,
Erfassung der Ergebnisauswirkung nach Geschäftsfeldern,
Eingrenzung und Risikoreduzierung durch Schadensverhütung und Risikotransfer.

Sofern identifizierte Risiken bereits in den operativen und strategischen Planungen, im Forecast oder im Monats-, Quartals- oder Jahresabschluss enthalten sind, werden sie nicht in der Risikoberichterstattung berücksichtigt. Andernfalls ergäbe sich eine Doppelerfassung von Risiken im Risikomanagementsystem der Gerresheimer AG. Zudem bleiben Risiken unberücksichtigt, deren Eintritt auch ohne weitere Bewertung mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen ist (beispielsweise Erdbeben mit verheerenden Auswirkungen in Deutschland). Die Risikoberichterstattung erfasst lediglich Risiken, nicht jedoch Chancen.

Für den Umgang mit Risiken gelten im Gerresheimer Konzern risikopolitische Grundsätze. Diese sehen eine Null-Risiko-Toleranz für Verstöße gegen behördliche Vorschriften, Gesetze oder Compliance-Vorschriften des Unternehmens sowie hinsichtlich fehlerhafter Produkte und mangelnder Produktqualität vor.

In regelmäßigen Abständen überwachen wir die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit unseres Risikofrüherkennungssystems durch unsere Interne Revision als prozessunabhängiges Element des Risikomanagementsystems. Zudem beurteilt der Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung das Risikofrüherkennungssystem und erstattet dem Vorstand und dem Aufsichtsrat hierüber Bericht. Unser Risikofrüherkennungssystem entspricht uneingeschränkt den gesetzlichen Anforderungen und steht ferner im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex.

INTERNES KONTROLLSYSTEM IN BEZUG AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Der Gerresheimer Konzernabschluss wird unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt, soweit diese für die Anwendung in der Europäischen Union anerkannt wurden und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden Vorschriften entsprechen. Der Jahresabschluss der Gerresheimer AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt.

Das übergeordnete Ziel unseres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist die Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung. Die Verantwortung für die Einrichtung und wirksame Unterhaltung angemessener interner Kontrollen über die Finanzberichterstattung liegt beim Vorstand und beim Aufsichtsrat der Gerresheimer AG, die zu jedem Geschäftsjahresende die Angemessenheit und Wirksamkeit des Kontrollsystems beurteilen.

Wir erstellen den Konzernabschluss in einem mehrstufigen Prozess mit Hilfe anerkannter Konsolidierungssysteme. Der von dem jeweiligen Abschlussprüfer geprüfte und vorkonsolidierte Teilkonzernabschluss wird mit den geprüften bzw. einer prüferischen Durchsicht unterzogenen Abschlüssen der übrigen Tochterunternehmen zum Konzernabschluss der Gerresheimer AG zusammengefasst. Die Gerresheimer AG trägt die Verantwortung für den konzerneinheitlichen Kontenrahmen und die Durchführung der zentralen Konsolidierungsmaßnahmen sowie die terminliche und sachliche Organisation des Abschlusserstellungsprozesses.

Für die in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen gilt eine einheitliche Richtlinie zur Bilanzierung und Bewertung nach IFRS. Diese umfasst eine Beschreibung der allgemeinen Konsolidierungsmaßnahmen sowie die anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze in Übereinstimmung mit den IFRS. Die bestehende Richtlinie, welche unter Berücksichtigung der Entwicklung der IFRS kontinuierlich modifiziert wird, steht allen Mitarbeitern in den Tochterunternehmen über das Gerresheimer Intranet zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es einen verbindlichen Abschlussterminkalender.

Im Rahmen des Abschlusserstellungsprozesses werden neben der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung auch Informationen hinsichtlich Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Anhang und Lagebericht systemseitig bereitgestellt. Die wirksame Unterhaltung des Systems erfolgt zentralisiert durch das Konzernrechnungswesen. Neben den vorhandenen systemseitigen Prüfungen werden manuelle Kontrollen hinsichtlich der Vollständigkeit und Richtigkeit durch die operativen Gesellschaften und die Konzernzentrale durchgeführt. In den Rechnungslegungsprozess einbezogene Mitarbeiter werden bereits bei ihrer Auswahl hinsichtlich ihrer fachlichen Eignung geprüft und im Anschluss regelmäßig geschult. Bei uns gilt grundsätzlich das Vier-Augen-Prinzip. Weitere Kontrollmechanismen sind Soll-Ist-Vergleiche sowie Analysen über die inhaltliche Zusammensetzung und Veränderung der einzelnen Posten. Das Rechnungswesen stellt sicher, dass fachbereichsbezogene Informationen durch die jeweiligen Fachabteilungen gemeldet und im Konzernabschluss verarbeitet werden. Die zur Einhaltung der konzernrechnungslegungsrelevanten Richtlinien in den Tochterunternehmen und der Konzernzentrale implementierten Kontrollen werden durch unsere Interne Revision auf ihre Wirksamkeit geprüft. Im Rahmen der Abschlussprüfung 2020 hat der unabhängige Abschlussprüfer unser Risikofrüherkennungssystem gemäß § 317 Abs. 4 HGB in Verbindung mit § 91 Abs. 2 AktG geprüft.

Wir erstellen den Jahresabschluss der Gerresheimer AG mit Hilfe der Software SAP. Die laufende Buchhaltung und die Erstellung des Jahresabschlusses sind in funktionale Prozessschritte gegliedert. In allen Prozessschritten sind entweder automatisierte oder manuelle Kontrollen integriert. Die organisatorischen Regelungen stellen sicher, dass alle Geschäftsvorfälle und die Jahresabschlusserstellung vollständig, zeitnah, richtig und periodengerecht erfasst, verarbeitet und dokumentiert werden. Unter Berücksichtigung der notwendigen IFRS-Anpassungen werden die relevanten Daten aus dem Einzelabschluss der Gerresheimer AG in das Konsolidierungssystem übertragen.

Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem obliegt ihm die Prüfung der Unterlagen zum Jahresabschluss der Gerresheimer AG und zum Konzernabschluss, und er erörtert den Jahresabschluss der Gerresheimer AG, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.

CHANCEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG

Dem Gerresheimer Konzern eröffnen sich aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältige Chancen. Maßgeblich dafür sind die im Kapitel "Strategie und Ziele" beschriebenen Megatrends. Daraus ergeben sich vielfältige Chancen für profitables nachhaltiges Wachstum. Im Geschäftsjahr 2020 wurde in vielfältige Wachstums- und Kapazitätserweiterungsprojekte investiert, dies wird im Jahr 2021 fortgesetzt werden. Zahlreiche unserer innovativen Produkte sind bereits kommerziell erhältlich, weitere werden folgen. Grundlage unserer starken Innovations-Pipeline sind unsere technischen Entwicklungszentren für medizinische Kunststoffsysteme und Spritzen, unsere Kleinserienfertigung für diese Produkte, unser Glas- und Innovationszentrum in den USA sowie die Innovationskraft unseres Geschäftsbereichs Advanced Technologies.

In unserer Strategie (siehe Kapitel "Strategie und Ziele") haben wir entsprechende Ziele gesetzt und Maßnahmen gestartet, um auf Grundlage dieser vielfältigen Chancen profitables nachhaltiges Wachstum zu erwirtschaften.

RISIKEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG

Der Gerresheimer Konzern ist aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältigen Risiken ausgesetzt. Soweit die Voraussetzungen für die bilanzielle Berücksichtigung gegeben waren, wurde für alle erkennbaren Risiken eine angemessene Vorsorge getroffen.

In den folgenden Abschnitten werden Risiken beschrieben, die Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns haben können. Die Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken erfolgt nach den Kriterien:

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unwahrscheinlich = Eintrittswahrscheinlichkeit kleiner als 10%
möglich = Eintrittswahrscheinlichkeit zwischen 10% und 50%

Risiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50% werden, wenn möglich, gebucht bzw. sind in der Planung berücksichtigt.

Die Bewertung der möglichen finanziellen Auswirkungen erfolgt nach den Kriterien:

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moderat = Nettoschaden bis 10 Mio. Euro
wesentlich = Nettoschaden über 10 Mio. Euro

Der Nettoschaden beschreibt das Verlustpotenzial im Falle eines Risikoeintritts unter Berücksichtigung der Effekte, die sich aus den Maßnahmen zur Risikoreduzierung ergeben.

ÜBERSICHT DER RISIKEN UND IHRER FINANZIELLEN AUSWIRKUNGEN

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Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche finanzielle Auswirkungen
Unternehmensstrategische Risiken
Risiken aus Akquisitionen möglich wesentlich
Risiken aus Produkteinführungen möglich wesentlich
Externe und branchenspezifische Risiken
Kundenmarktrisiko möglich moderat
Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung möglich wesentlich
Risiken aus einer Änderung von regulatorischen Rahmenbedingungen möglich moderat
Risiken aus der künftigen Entwicklung der staatlichen Gesundheitssysteme möglich wesentlich
Steuerliche Risiken unwahrscheinlich moderat
Operative Risiken
Produktionsrisiken unwahrscheinlich wesentlich
Produkthaftungsrisiken möglich moderat
Risiken aus Energie- und Rohstoffpreisen möglich moderat
Personalrisiken möglich moderat
IT-Risiken möglich moderat
Rechtliche Risiken möglich moderat
Finanzwirtschaftliche Risiken
Währungs- und Zinsrisiko unwahrscheinlich moderat
Kreditrisiko unwahrscheinlich wesentlich
Liquiditätsrisiko unwahrscheinlich moderat

Auf bestehende Risiken wird im Folgenden im Detail eingegangen.

UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN

RISIKEN AUS AKQUISITIONEN

Mögliche Auswirkungen:

Akquisitionen sind Bestandteil unserer Strategie. Beim Erwerb von Unternehmen besteht das Risiko, dass im Rahmen einer Due-Diligence nicht alle wesentlichen Risiken erkannt werden. Trotz sorgfältiger Due-Diligence-Prüfungen ist es aufgrund von Änderungen des Umfeldes möglich, dass die ursprünglichen Zielsetzungen nicht oder nur teilweise erreicht werden. Mit Blick auf die große Dynamik, insbesondere im Geschäftsbereich Advanced Technologies als Innovationstreiber, bewerten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich.

Gegenmaßnahmen:

Durch die frühzeitige Einbindung der Fachabteilungen und gegebenenfalls externer Spezialisten während der Due-Diligence werden Akquisitionsvorhaben eingehend geprüft. Den Gesamtprozess steuert unsere zentrale Abteilung Corporate Mergers & Acquisitions in Zusammenarbeit mit den Geschäftsbereichen. Wir wollen Risiken durch kontinuierliche und intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtung frühestmöglich erkennen und mittels geeigneter Maßnahmen vermeiden bzw. minimieren.

RISIKEN AUS PRODUKTEINFÜHRUNGEN

Mögliche Auswirkungen:

Die Entwicklung innovativer Produkte und deren Markteinführung - in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden - bildet eine wesentliche Komponente unserer Wachstumsstrategie. Im Rahmen einer verantwortlichen Unternehmensführung sind wir uns bewusst, dass damit nicht nur Chancen, sondern gleichfalls Risiken einhergehen. Trotz aller Anstrengungen können wir nicht sicherstellen, dass unsere Entwicklungen erfolgreich abgeschlossen werden und neue Produkte sich kommerziell behaupten werden.

Gegenmaßnahmen:

Basierend auf umfangreichen Marktanalysen und Kundenverträgen stellen wir sicher, dass die Chancen einer erfolgreichen Produkteinführung maximiert und mögliche Risiken minimiert werden.

EXTERNE UND BRANCHENSPEZIFISCHE RISIKEN

KUNDENMARKTRISIKO

Mögliche Auswirkungen:

Konjunkturelle Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung können unsere Marktperspektiven einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Die Nachfrage könnte sich auch aufgrund einer bewussten Kaufzurückhaltung unserer Kunden negativ entwickeln. Sollte der Markt für zusätzliche Angebotsmengen nicht in voller Höhe aufnahmebereit sein, könnte dies den Wettbewerbsdruck zunächst für einen Übergangszeitraum erhöhen. Weiterhin könnten die Wettbewerber im Rahmen der gegebenen Kapazitäten versuchen, durch Angebotsausweitung Marktanteile dazu- bzw. verloren gegangene Marktanteile zurückzugewinnen. Zunehmender Wettbewerbsdruck könnte auch aus einem Nachfragerückgang resultieren. Erhebliche Veränderungen der Kapazitäten und deren Ausnutzung, Angebotsausweitungen einzelner Wettbewerber im Rahmen gegebener Kapazitäten sowie längerfristige Nachfragerückgänge könnten sich erheblich auf die Preisbildung und/​oder die Absatzmöglichkeiten auswirken.

Gegenmaßnahmen:

Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit arbeiten wir unter anderem an der weiteren Verbesserung unserer Kosten- und Organisationsstrukturen sowie an dem Ausbau unseres Produktportfolios. Wir beobachten den Markt und versuchen gezielt, Opportunitäten zu nutzen. Bei nachhaltigen Entwicklungen konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit hoher Produktivität.

RISIKEN AUS DER GESAMTWIRTSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNG

Mögliche Auswirkungen:

Die Entwicklung der Weltwirtschaft hat einen entscheidenden Einfluss auf das Wachstum des Gerresheimer Konzerns. Durch die Covid-19-Pandemie wurde im Jahr 2020 eine weltweite Rezession ausgelöst, so dass die globale Wirtschaft entgegen den ursprünglichen Prognosen erstmals seit der Finanzkrise 2009 wieder geschrumpft ist. Der IWF geht in seiner Prognose (Stand: Oktober 2020) von einer rückläufigen globalen Wirtschaftsleistung von 4,4 % für das Jahr 2020 aus und erwartet für das Jahr 2021 eine Rückkehr zum Wachstumspfad mit einer positiven Entwicklung von 5,2 % globalem Wirtschaftswachstum. Eine etwaige Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums stellt somit ein Risiko für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Gerresheimer Konzerns dar.

Gegenmaßnahmen:

Wir begegnen diesem Risiko, indem wir laufend die Entwicklung der Weltwirtschaft beobachten. Im Falle einer Veränderung konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit hoher Produktivität. Des Weiteren ist im Gerresheimer Konzern ein Pandemie-Krisenplan in Kraft, so dass wir jederzeit und schnell auf mögliche Entwicklungen reagieren können, um die Aufrechterhaltung des Betriebs unserer Produktionsstandorte zu gewährleisten. Die Steuerung erfolgt durch den globalen Covid-19-Krisenstab wie auch durch lokale Krisenstäbe an den Produktionsstandorten.

RISIKEN AUS EINER ÄNDERUNG VON REGULATORISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN

Mögliche Auswirkungen:

Tendenziell nehmen Umfang und Anzahl der regulatorischen Auflagen jährlich zu. Bei einem hohen Nutzen für die Patienten sind für alle Marktteilnehmer damit große Herausforderungen verbunden. Politische Entscheider, insbesondere in den europäischen Industrieländern und den USA, legen großen Wert auf den Nachweis eines signifikanten Zusatznutzens, bevor neue Medikamente zugelassen werden. Aus diesem Grund wird in der Regel von den entsprechenden Behörden eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, bevor Medikamente für den Markt zugelassen werden können. Dadurch ergeben sich Risiken in Bezug auf Zeitpunkt und Umfang von Einführungen neuer Medikamente und dementsprechend Absatzrisiken für unsere Primärverpackungen. Darüber hinaus können die steigenden Qualitätserwartungen unserer Kunden zu erhöhtem Investitionsbedarf führen.

Gegenmaßnahmen:

Wir begegnen diesen Risiken, indem wir kontinuierlich an unseren eigenen Qualitätsanforderungen arbeiten. Darüber hinaus spiegeln wir die Absatzprognosen unserer Kunden mit unseren eigenen Untersuchungen. Als Ergebnis unserer kontinuierlichen Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung beurteilen wir die finanziellen Auswirkungen als moderat.

RISIKEN AUS DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG DER STAATLICHEN GESUNDHEITSSYSTEME

Mögliche Auswirkungen:

Gerresheimer erzielte im Geschäftsjahr 2020 den größten Teil der Umsatzerlöse mit der Pharma- und Healthcareindustrie. In den letzten Jahren waren die Regierungen und Krankenkassen in Europa und den USA bestrebt, den Kostenanstieg im Gesundheitswesen zu reduzieren. Dies führte in der Konsequenz zu einem höheren Preisdruck auf die Pharmaindustrie. Aufgrund des begrenzten Patentschutzes und der stetig steigenden Produktentwicklungskosten verstärkt sich damit die Notwendigkeit der Kostenkontrolle in der Pharmaindustrie. Diese Entwicklung kann zu einem steigenden Preisdruck auf unsere Produkte führen, obwohl auf die pharmazeutische Primärverpackung in der Regel nur ein geringer Prozentsatz der Gesamtkosten eines Medikamentes für den Verbraucher entfällt. Für den Fall, dass der Preisdruck nicht durch Kostensenkungen oder Effizienzsteigerungen kompensiert wird, kann sich dies wesentlich nachteilig auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

Gegenmaßnahmen:

Wichtige Bestandteile unserer Unternehmenssteuerung sind daher das frühzeitige Erkennen sich abzeichnender Entwicklungen und ein aktives Portfoliomanagement. Zudem kann der Gerresheimer Konzern durch seine Präsenz in verschiedenen Ländern und Märkten zyklische Schwankungen der Einzelmärkte bzw. in einzelnen Ländern besser ausgleichen als andere Unternehmen, die nicht so global aufgestellt sind.

STEUERLICHE RISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Die Globalisierung der operativen Geschäfte im Gerresheimer Konzern hat zur Folge, dass eine Vielzahl internationaler und landesspezifischer Regelungen von Finanzverwaltungen zu berücksichtigen sind. Abgabenrechtliche Risiken können durch unzureichende Berücksichtigung von steuerlichen Vorschriften oder durch die unterschiedliche steuerliche Würdigung von Sachverhalten und Transaktionen entstehen. Insbesondere steuerliche Betriebsprüfungen und sich daraus möglicherweise ergebende Prüfungsfeststellungen mit entsprechenden Zinswirkungen und Steuernachzahlungen können zu einer Belastung für den Konzern führen. Aufgrund von zeitnahen steuerlichen Betriebsprüfungen und den hieraus resultierenden Ergebnissen in der Vergangenheit gehen wir von einer niedrigeren Eintrittswahrscheinlichkeit von wesentlichen Feststellungen aus. Insofern beurteilen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich.

Gegenmaßnahmen:

Die steuerlichen Risiken werden regelmäßig und systematisch geprüft und bewertet. Daraus resultierende Maßnahmen zur Risikominderung werden zwischen der Abteilung Group Tax der Gerresheimer AG und den Tochterunternehmen abgestimmt. Darüber hinaus dient die konzernweit geltende Tax Compliance-Richtlinie der Dokumentation und dem Nachweis eines wirksamen Tax Compliance Managements mit dem Ziel der systematischen und präventiven Absicherung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Pflichten sowie unternehmensinterner Richtlinien im Bereich Steuern.

OPERATIVE RISIKEN

Zu den operativen Risiken zählen wir Betriebsrisiken sowie Personal- und Sicherheitsrisiken. Sie werden durch einen angemessenen Versicherungsschutz und hohe Anforderungen an das Produktions-, Projekt- und Qualitätsmanagement begrenzt.

PRODUKTIONSRISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadenbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Die Schadenerfahrungen in der Vergangenheit haben aufgezeigt, dass unser Geschäft eine sehr niedrige Schadenfrequenz bei einem potenziell hohen Schadenausmaß aufweist.

Gegenmaßnahmen:

Um dem Risiko eines ungeplanten längerfristigen Stillstandes oder Ausfalls unserer Produktionsanlagen entgegenzuwirken, hat der Gerresheimer Konzern laufende Anlagenkontrollen und eine vorbeugende Instandhaltung installiert. Weiterhin führen wir ständig Modernisierungen unserer bestehenden Produktionsanlagen durch und investieren in neue, modernere Maschinen und Produktionsanlagen. Den finanziellen Auswirkungen von potenziellen Sachschäden und dem damit verbundenen Produktionsausfall sowie etwaigen Haftpflichtrisiken beugt der Gerresheimer Konzern durch Versicherungsverträge vor. Durch diesen Risikotransfer auf Versicherungsgesellschaften wird sichergestellt, dass sich die finanziellen Folgen auf den vereinbarten Selbstbehalt beschränken. Die finanziellen Auswirkungen für den Konzern werden daher als moderat eingeschätzt. Wir versichern aktuell mögliche Eigenschäden unter anderem durch eine Allgefahren-Sachversicherung zum Neuwert. Vor einem eventuellen Ertragsausfall bei Betriebsunterbrechungen in den Werken schützt uns gegenwärtig eine Betriebsunterbrechungsversicherung auf Allgefahrenbasis, die wie die Allgefahren-Sachversicherung mit entsprechenden Selbstbehalten versehen wurde. Der Umfang und Inhalt dieser Versicherungen wird von unserer Abteilung Global Risk Management & Insurance laufend überprüft und bei Bedarf angepasst. Aufgrund der Entwicklungen auf dem Versicherungsmarkt ist nicht gewährleistet, dass Gerresheimer auch in Zukunft einen ausreichenden Versicherungsschutz zu den gegenwärtigen Konditionen erhalten wird, daher stufen wir die möglichen finanziellen Auswirkungen als wesentlich ein.

PRODUKTHAFTUNGSRISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Trotz interner Maßnahmen zur Gewährleistung von Produktqualität und -sicherheit kann der Gerresheimer Konzern nicht ausschließen, dass der Gebrauch und die Verwendung der hergestellten Verpackungsprodukte und -systeme bei Kunden oder Endverbrauchern Schäden verursachen. Für die Qualitätssicherung ergeben sich aus den verschärften Kundenanforderungen in Richtung "Null-Fehler-Toleranz" besondere Herausforderungen. Folgende Beispiele sollen mögliche Produkthaftungsrisiken verdeutlichen: Die Lieferung mangelhafter Produkte an die Kunden könnte bei diesen zu Beschädigungen der Produktionsanlagen oder gar zu Betriebsunterbrechungen führen. Für uns besteht darüber hinaus die Möglichkeit, dass dies Reputationsschäden für den Gerresheimer Konzern bedeutet. Ferner könnten mangelhafte Produkte des Gerresheimer Konzerns in Verbindung mit den Medikamenten und Wirkstoffen seiner Kunden aus der Pharma- und Healthcareindustrie Gesundheitsschädigungen bei Verbrauchern verursachen. In diesen Fällen wäre nicht auszuschließen, dass der Konzern dadurch Kunden verliert. Außerdem könnte Gerresheimer entsprechenden Haftungsansprüchen ausgesetzt sein. Dazu zählen zum Beispiel Schadenersatzansprüche von Kunden oder Ansprüche der Endverbraucher aus den Vorschriften zur Produkthaftung. Etwaige Produkthaftungsansprüche gegen Gerresheimer können insbesondere bei Sammelklagen in den USA erheblich sein. Zudem besteht das Risiko, dass der Konzern möglicherweise erhebliche Kosten für Rückrufaktionen zu tragen hat. Diese Beispiele zeigen, dass negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns nicht auszuschließen sind.

Gegenmaßnahmen:

Um Produkthaftungsfälle zu vermeiden, arbeitet der Gerresheimer Konzern mit weitreichenden Qualitätssicherungsmaßnahmen. Der Prozess der Qualitätssicherung und Fehlerbeseitigung wird bei unseren Produkten ständig optimiert und weiterentwickelt. Eine Produkthaftpflicht- und Rückrufkostenversicherung deckt zudem entstehende Schäden und Haftungsrisiken umfassend ab, sodass aktuell ein weitgehender Risikotransfer gegeben ist und die möglichen finanziellen Auswirkungen als moderat einzustufen sind.

RISIKEN AUS ENERGIE- UND ROHSTOFFPREISEN

Mögliche Auswirkungen:

Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energieträgern, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge in unseren Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise kann die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns belasten.

Ein weiterer erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe für die Glas- und Kunststoffherstellung. Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab.

Gegenmaßnahmen:

Um Energiekostensteigerungen aufzufangen, haben wir die besondere Ausgleichsregel für stromintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland in Anspruch genommen und haben uns zudem gegen anziehende Energiepreise umfassend durch Sicherungsgeschäfte abgesichert. Bei einigen Kundenverträgen haben wir außerdem Preisgleitklauseln vereinbart. Preisschwankungen in den Beschaffungsmärkten für Rohstoffe werden darüber hinaus durch Sicherungsgeschäfte, Produktivitätssteigerungen und Preisanpassungen ausgeglichen. In der Gesamtbewertung beurteilen wir die finanziellen Auswirkungen als moderat.

PERSONALRISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Die fachliche Kompetenz und die individuelle Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um unsere wachstumsorientierte Unternehmensstrategie zu realisieren. Auch in der Zukunft ist es für unser Unternehmen von herausragender Bedeutung, qualifizierte Mitarbeiter in ausreichendem Maße auszubilden, zu gewinnen und langfristig an uns zu binden. Ansonsten könnte dies erhebliche Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben. Zusätzlich ergeben sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des daraus möglicherweise resultierenden Fachkräftemangels mittel- bis langfristige Personalrisiken.

Gegenmaßnahmen:

Wir begegnen diesen Risiken, indem wir uns global als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Dazu gehören eine wettbewerbsfähige Vergütung, fach- und methodenspezifische Aus- und Weiterbildung, eine strukturierte Nachfolgeplanung (Talentmanagement) und die individuelle Förderung junger Fach- und Nachwuchskräfte. Zudem verfolgen wir als globaler Konzern eine auf personelle Vielfalt (Diversity) ausgerichtete Personalpolitik und betreiben zielgruppenspezifisches Personalmarketing.

IT-RISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Computergestützte Geschäftsprozesse sowie die Anwendung von IT-Systemen für die interne und externe Kommunikation nehmen weiter zu. Eine wesentliche Störung oder gar ein Ausfall dieser Systeme kann zu einem Datenverlust und einer Beeinträchtigung der Geschäftsprozesse führen. Demnach bestehen die IT-Risiken in einem Komplettausfall des Gerresheimer ERP-Systems und damit der Gefahr, die Geschäftsprozesse des Konzerns nicht mehr systemgesteuert aufrecht halten zu können. Weiterhin besteht das Risiko eines Ausfalls des zentralen Directory-Services und damit aller Windows-User im Unternehmen. Auch ist ein Ausfall der Wide Area Networks (WAN) kritisch, denn diese dienen der Übertragung von Daten zwischen allen Gerresheimer Standorten.

Gegenmaßnahmen:

Die IT-Systeme werden konzernweit standardisiert, harmonisiert, geprüft und weiterentwickelt, damit unserer Geschäftsprozesse stets reibungslos funktionieren. Industrietypische IT-Mindeststandards wie Backups, redundante Datenverbindungen und getrennte Rechenzentren dienen dazu, Ausfallrisiken zu minimieren. Im Zuge der Einführung von Maßnahmen zur Datenschutzgrundverordnung der Europäischen Union wurden für alle Standorte weiterhin technische und organisatorische Mindeststandards festgelegt. Zur Milderung des Risikos des Directory-Ausfalls wurden die Systeme auf alle Standorte ausgelegt und somit multiple Redundanzen geschaffen. Um logische Fehler im zentralen WAN zu reduzieren, wurden Services mit einem Software-defined Network überlagert.

Unsere IT-Governance und IT-Compliance sichern die Umsetzung und Erfüllung gesetzlicher, unternehmensinterner und vertraglicher Anforderungen.

RECHTLICHE RISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Als international tätiges Unternehmen muss der Gerresheimer Konzern unterschiedliche Rechtsnormen beachten. Daraus können sich vielfältige vertrags-, wettbewerbs-, umwelt-, marken- und patentrechtliche Risiken ergeben.

Gegenmaßnahmen:

Diese Risiken begrenzen wir durch juristische Prüfungen unserer internen Rechtsabteilungen und indem wir externe Spezialisten für das jeweilige nationale Recht zu Rate ziehen.

Damit die weltweiten Gesetze und Regeln insbesondere in den Bereichen Korruptionsbekämpfung, Kartellrecht und Kapitalmarktrecht eingehalten werden, haben wir ein globales Compliance Management System etabliert. Die Beachtung der Compliance-Richtlinien obliegt allen Organmitgliedern und Mitarbeitern der Gerresheimer AG und der Tochterunternehmen. Die Einhaltung von Rechtsvorschriften sowie die Beachtung der Konzernrichtlinien des Gerresheimer Compliance-Programms sind von herausragender Bedeutung für die Gerresheimer AG und ihre verbundenen Unternehmen.

Risiken aus Rechtsstreitigkeiten, die einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben, sind nicht bekannt.

FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN

Im Rahmen der operativen Tätigkeit sind wir finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Über ein konzernweites Finanzrisikomanagement werden die finanziellen Risiken des Konzerns zentral durch die verantwortliche Abteilung Group Treasury überwacht. Identifizierte Risikopotenziale steuert der Konzern nach klar definierten Richtlinien durch geeignete Sicherungsmaßnahmen.

WÄHRUNGS- UND ZINSRISIKO

Mögliche Auswirkungen:

Für uns als Gesellschaft mit Sitz in Deutschland stellt der Euro die Konzern- und Berichtswährung dar. Da wir einen großen Teil unseres Geschäfts außerhalb der Eurozone abwickeln, können Währungsschwankungen das Ergebnis beeinflussen. Die Zunahme der Volatilitäten der Wechselkurse in den letzten Jahren hat entsprechende Chancen und Risiken steigen lassen. Zudem sind wir im Rahmen der Fremdkapitalfinanzierung einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Zinssatzschwankungen können sich auf die Höhe der Zinszahlungen für bestehende Schulden sowie auf die Kosten von Refinanzierungen auswirken.

Gegenmaßnahmen:

Um Wechselkursrisiken im operativen Geschäft zu begrenzen, tätigen wir Devisentermingeschäfte. Derivative Finanzinstrumente verwendet der Konzern ausschließlich zur Risikosteuerung im Zusammenhang mit kommerziellen Grundgeschäften. Um die Zinsänderungsrisiken zu begrenzen, tätigen wir gegebenenfalls Zinsswapgeschäfte.

KREDITRISIKO

Mögliche Auswirkungen:

Das Ausfallrisiko bei den originären und derivativen Finanzinstrumenten ergibt sich daraus, dass Vertragspartner ihren vertraglichen Zahlungs- und Erfüllungsverpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen können.

Gegenmaßnahmen:

Durch das Kredit- und Forderungsmanagement sowie die Vertriebsbereiche der operativen Gesellschaften überwachen wir die sich aus den Liefer- und Leistungsbeziehungen der Gruppe ergebenden Kredit- und Bonitätsrisiken. Mit dem Ziel, Forderungsausfälle zu vermeiden, unterziehen wir Kunden einer laufenden internen Bonitätskontrolle. Forderungen gegen Kunden, die über kein erstklassiges Rating verfügen, werden versichert, soweit ein entsprechender Versicherungsschutz gewährt wird. Zur Vermeidung von Kreditrisiken aus Finanzinstrumenten werden diese nur mit Vertragspartnern erstklassiger Bonität abgeschlossen.

LIQUIDITÄTSRISIKO

Mögliche Auswirkungen:

Es besteht das Risiko, aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können.

Gegenmaßnahmen:

Die Liquiditätssituation des Konzerns wird auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlichen Liquiditätsplanung überwacht und gesteuert. Darüber hinaus stehen dem Gerresheimer Konzern zur Liquiditätssicherung ein revolvierendes Darlehen sowie mehrere Schuldscheindarlehen mit Laufzeiten bis zum Jahr 2027 zur Verfügung. An dieser Stelle ist zudem auf die quartalsweisen stattfindenden Zusammenkünfte des Anlagenausschusses und dessen liquiditätsüberwachende Aufgabe hinzuweisen.

Weitere Informationen zu den finanzwirtschaftlichen Risiken und deren Management sind im Konzernanhang unter der Angabe "Finanzrisikomanagement und derivative Finanzinstrumente" enthalten.

RISIKEN GEMÄSS CSR-RICHTLINIEUMSETZUNGSGESETZ

Ausführungen zu unseren Nachhaltigkeitsrisiken finden sich in der nichtfinanziellen Konzernerklärung im Kapitel "Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer".

GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS

Dem Gerresheimer Konzern eröffnen sich aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältige Chancen (siehe "Megatrends" im Kapitel "Strategie und Ziele"). Mit unserem Kerngeschäft der Herstellung pharmazeutischer Primärverpackungen, Drug-Delivery-Devices sowie von Verpackungen für Kosmetik sind wir in globalen Wachstumsmärkten tätig. Die steigende Nachfrage nach Impfstoffen und Selbstmedikationen sowie der Paradigmenwechsel von kleinen Molekülen hin zu Biotech-Medikamenten und Biosimilars werden den Markt für injizierbare Medikamente weiter beflügeln. Gerresheimer ist mit seiner weltweiten Aufstellung und seinem breiten Produktportfolio in attraktiven Nischenmärkten gut positioniert. Für einen marktführenden Hersteller von Verpackungen und Glasspritzen für Vakzine wie Gerresheimer bietet selbst die Covid-19-Pandemie aus wirtschaftlicher Sicht Chancen. Unsere Investitionen im Geschäftsjahr 2020 sowie die für das Geschäftsjahr 2021 geplanten Investitionen in zahlreiche Wachstumsprojekte erhöhen unsere zukünftigen Chancen auf profitables nachhaltiges Wachstum.

Unser Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Im Rahmen der Risikoberichterstattung werden alle Risiken zusammengefasst, die von den Tochterunternehmen und den Zentralbereichen gemeldet werden. Diese Risikoberichterstattung erfolgt regelmäßig gegenüber dem Vorstand und dem Aufsichtsrat.

Die Risiken des Gerresheimer Konzerns haben sich im Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr trotz der Covid-19-Pandemie nicht wesentlich verändert. Nach unserer Einschätzung des Gesamtrisikos bestehen derzeit keine Risiken, die den Fortbestand des Gerresheimer Konzerns oder der Gerresheimer AG gefährden oder die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinträchtigen.

Das revolvierende Darlehen unterliegt einer marktüblichen Financial Covenant. Diese wird im Kapitel "Finanzierungsinstrumente" erläutert. In den Geschäftsjahren 2019 und 2020 wurde die vorgegebene Financial Covenant gemäß der gültigen Rahmenkreditvereinbarung eingehalten. Unter Zugrundelegung der vorliegenden Mehrjahresplanung gehen wir davon aus, diese Financial Covenant auch zukünftig einzuhalten.

PROGNOSEBERICHT

AUSRICHTUNG DES KONZERNS

Die nachfolgenden Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf des Gerresheimer Konzerns sowie der Gerresheimer AG und zu den dafür als wesentlich beurteilten Annahmen über die wirtschaftliche Entwicklung von Markt und Branche basieren auf unseren Einschätzungen, die wir nach den uns vorliegenden Informationen zurzeit als realistisch ansehen. Diese sind jedoch mit Unsicherheit behaftet und bergen das unvermeidbare Risiko, dass die prognostizierten Entwicklungen weder in ihrer Tendenz noch ihrem Ausmaß nach tatsächlich eintreten.

ENTWICKLUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN RAHMENBEDINGUNGEN

Für das Jahr 2021 rechnet der IWF mit einer weltweiten Konjunkturerholung und prognostiziert ein Weltwirtschaftswachstum von 5,2 % (Stand: Oktober 2020). Damit liegt das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 wieder knapp über dem Niveau des Jahres 2019, dem Jahr vor der Covid-19-Pandemie. Die im dritten Quartal 2020 gestartete konjunkturelle Aufwärtsbewegung dürfte sich den Experten zufolge im Jahr 2021 kontinuierlich verstärken.

Allerdings unterscheidet sich die regionale Entwicklung: Die Industrienationen sollen zwar nach den Einschätzungen der IWF-Experten im Jahr 2021 um 3,9 % wachsen, dennoch würde das BIP noch -2 Prozentpunkte unter dem Wert des Jahres 2019 zurückbleiben. Die Schwellen- und Entwicklungsländer sollen bereits im Jahr 2021 das BIP-Niveau des Jahres 2019 übertreffen. Im Jahr 2021 soll das BIP in den Schwellen- und Entwicklungsländern um 6,0 % wachsen und damit den BIP-Wert aus dem Jahr 2019 bereits um 2,5 Prozentpunkte übersteigen.

Für die USA erwartet der IWF im Jahr 2021 ein Wachstum von 3,1 %, nach einem Rückgang von -4,3 % im Jahr 2020.

Für die Eurozone wird im Vergleich zu den USA von einer stärkeren Erholung der Wirtschaft ausgegangen. Das Wachstum soll bei 5,2 % liegen. Allerdings war der Rückgang von -8,3 % im Jahr 2020 auch deutlich stärker als in den USA. Für Deutschland wird bei einem Wachstum von 4,2 % im Jahr 2021 mit einer im Vergleich zur Eurozone schwächeren Entwicklung gerechnet.

China soll den Experten zufolge mit einer Steigerung von 8,2 % wieder deutlicher wachsen, nachdem das Wachstum im Jahr 2020 mit 1,9 % signifikant unter den Vorjahren lag. Die starke Erholung der chinesischen Wirtschaft begründet sich zum einen damit, dass China wesentlich früher als beispielsweise die USA oder Europa aus dem ersten Lockdown im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie kam, und zum anderen mit staatlichen Förderprogrammen und einem Exportgeschäft, das im weiteren Verlauf der Pandemie nicht so stark beeinträchtigt worden war. Indien dürfte zwar ein stärkeres Wachstumsplus von 8,8 % erreichen, allerdings folgt dies einem mit -10,3 % sehr starken Rückgang des Wirtschaftswachstums im Jahr 2020. Das erwartete Wachstum in Brasilien fällt dagegen mit 2,8 % im Vergleich zu den anderen Nationen eher moderat aus.

ERWARTETE ERTRAGSLAGE

Das übergeordnete Ziel des Konzerns ist es, der führende globale Partner für Lösungen zu werden, die zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden beitragen. Dazu wollen wir nachhaltiges profitables Wachstum erzielen und unsere globale Präsenz ausbauen.

Im Geschäftsbereich Plastics & Devices erwarten wir im Geschäftsjahr 2021 Umsatzwachstum. Dabei bleiben weiterhin die Drug-Delivery-Devices für Medikamente die Hauptumsatz- und Wachstumsträger. Zu diesen Produkten zählen vor allem Autoinjektoren, Inhalatoren, Insulin-Pens sowie vorfüllbare Spritzen. Insgesamt ist unser Geschäft in diesem Bereich aufgrund klarer und intakter Megatrends weiter auf Wachstum ausgerichtet und wird insbesondere im Inhalatoren- und im Spritzengeschäft im kommenden Geschäftsjahr entsprechend zulegen. Insbesondere Produkte und Lösungen für biotechnologisch hergestellte Medikamente spielen hier eine zunehmende Rolle. Dies spiegelt sich auch in den Investitionen in die Kapazitätserweiterung der Spitzenproduktion an unserem Standort in Bünde (Deutschland) sowie in die Erweiterung des neuen Werkes für Drug-Delivery-Devices in Skopje (Republik Nordmazedonien) um eine Spritzenproduktion wider. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt steht im Zusammenhang mit einem bedeutenden Vertrag zu Produktion von Autoinjektoren in Pfreimd (Deutschland).

Die Umsatzerlöse mit unseren pharmazeutischen Primärpackmitteln aus Kunststoff dürften sich im Geschäftsjahr 2021 in Europa und den USA unverändert gut entwickeln. Besondere Erwartungen haben wir an die Umsatzentwicklung in den Schwellenländern Brasilien, Indien und China. In den USA investieren wir in einen neuen Standort sowie die Diversifikation des Produktportfolios.

In unserem Geschäftsbereich Primary Packaging Glass erwarten wir ein Umsatzwachstum aus unseren Verpackungen aus Glas wie Injektionsfläschchen, Ampullen oder Pharmagläser sowie Parfümflakons und Cremetiegel. Im Geschäftsjahr 2021 investieren wir weiterhin in Automatisierung sowie den Ausbau der globalen Kapazitäten und des Produktportfolios, insbesondere von qualitativ höherwertigen Produkten. Drei Wannenerweiterungen zur Steigerung der Kapazitäten im Geschäftsfeld Moulded Glass werden im Jahr 2021 erfolgen, zwei in europäischen Werken und eine weitere in einem indischen Werk. Im Geschäftsfeld Tubular Glass investieren wir in den Ausbau der Kapazitäten für die Produktion von Injektionsfläschchen. Umsatzzuwächse erwarten wir in allen Regionen mit Produkten sowohl für die pharmazeutische als auch für die Kosmetikindustrie.

Im Geschäftsjahr 2021 wird der Geschäftsbereich Advanced Technologies konsequent weiter zum Innovations- und Digitalisierungshub des Gerresheimer Konzerns ausgebaut. Parallel wird die Marktdurchdringung der bereits verfügbaren Mikropumpe für die Selbstbehandlung von Parkinson weiter vorangetrieben. In dem Projekt zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen unterstützen wir unseren Partner bei der Zulassung. Daneben entwickeln wir die Mikropumpen-Technologie für die Dosierung von großmolekularen biologischen Medikamenten. Darüber hinaus erfolgt die Entwicklung einer Plattform zur genauen und intelligenten Inhalationsmessung.

Wir prüfen weiterhin kontinuierlich mögliche Akquisitionen bzw. Kooperationen mit Universitäten und anderen Geschäftspartnern und -kunden, um Gerresheimer noch stärker als den Lösungsanbieter der Pharma- und Healthcareindustrie zu positionieren.

ERWARTETE FINANZLAGE UND LIQUIDITÄT

Der Gerresheimer Konzern verfügt zum 30. November 2020 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 88,0 Mio. Euro (Vorjahr: 85,8 Mio. Euro). Das revolvierende Darlehen zuzüglich Nebenkreditlinien im Gesamtvolumen von 476,0 Mio. Euro (Vorjahr: 550,0 Mio. Euro) stand uns zum Abschlussstichtag mit dem nicht in Anspruch genommenen Betrag in Höhe von 312,0 Mio. Euro zur Verfügung (Vorjahr: 231,2 Mio. Euro). Damit befinden wir uns in einer stabilen finanziellen Situation.

Die Fälligkeiten der Schuldscheindarlehen verteilen sich wie folgt auf die nächsten fünf Jahre und die Zeit danach:

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In Mio. Euro für die Geschäftsjahre Schuldscheindarlehen (Nominalwert)
2021 -
2022 305,5
2023 163,0
2024 109,0
2025 187,5
nach 2025 45,5
Total 810,5

Das revolvierende Darlehen ist im Geschäftsjahr 2025 fällig.

GESAMTAUSSAGE ZUM PROGNOSEBERICHT

Für die kommenden Geschäftsjahre ist unser Unternehmen gut gerüstet. Wir verfügen über eine gute finanzielle Basis, eine langfristige Finanzierung und eine klare Unternehmensstrategie, die auf langfristigen Megatrends basiert. Wir transformieren Gerresheimer in einen Wachstumswert als Innovationsführer und Lösungsanbieter. Die Zielrichtung aller Aktivitäten ist profitables und nachhaltiges Wachstum. Wir werden unser Unternehmen weiter globalisieren und attraktive Technologien in unser Portfolio aufnehmen. Dabei werden neben dem organischen Wachstum, das wir aus dem operativen Cashflow finanzieren wollen, Akquisitionen nach sorgfältiger Prüfung von Chancen und Risiken auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Wir sind sehr gut aufgestellt, um die Chancen, die sich aus Innovationen oder einer Konsolidierung in unserer Branche ergeben könnten, konsequent anzugehen.

GERRESHEIMER KONZERN

Der Gerresheimer Konzern verfolgt eine klare und erfolgreiche Strategie, die auf nachhaltiges und profitables Wachstum ausgerichtet ist. Für das Geschäftsjahr 2021 gehen wir von folgenden Erwartungen aus, gemessen jeweils zu konstanten Wechselkursen sowie ohne Akquisitionen oder Desinvestitionen.

Die wesentliche Währung, neben dem Euro, bleibt der US-Dollar mit einem Umsatzanteil von knapp 30 % an den Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2021 bzw. knapp 40 % des Adjusted EBITDA. Weiterhin gilt hierbei, dass eine Stärkung oder Schwächung des US-Dollars im Verhältnis zum Euro von rund 1 Cent ca. 4 Mio. Euro Umsatzerlös- bzw. 1 Mio. Euro Adjusted EBITDA-Einfluss hat.

PROGNOSE FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021

Umsatzerlöse und Adjusted EBITDA

Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2021 in unserem Kerngeschäft 5 ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich 6 gegenüber dem währungsbereinigten Vergleichswert in Höhe von 1.390,1 Mio. Euro 7 für das Geschäftsjahr 2020. Für das Adjusted EBITDA unseres Kerngeschäfts rechnen wir im Geschäftsjahr 2021 mit einem Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich nach einem Vergleichswert für das Adjusted EBITDA von 318,6 Mio. Euro 8 im Geschäftsjahr 2020. Die Adjusted EBITDA-Marge wird für unser Kerngeschäft im Geschäftsjahr 2021 voraussichtlich zwischen 22 % und 23 % liegen.

Für den Geschäftsbereich Advanced Technologies erwarten wir im Geschäftsjahr 2021 Umsätze und ein Adjusted EBITDA auf dem Niveau des Vorjahres.

Bereinigtes Ergebnis je Aktie

Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2021 eine Steigerung des währungsbereinigten Ergebnisses je Aktie der Aktionäre der Gerresheimer AG von rund 10 % im Vergleich zum währungsbereinigten Wert des Geschäftsjahres 2020 (3,84 Euro je Aktie).

VORLÄUFIGE INDIKATION FÜR FOLGEJAHRE

Umsatzerlöse und Adjusted EBITDA-Marge

Bezogen auf das organische Wachstum im Kerngeschäft streben wir an, im mittelfristigen Planungszeitraum Jahr für Jahr im hohen einstelligen Prozentbereich zu wachsen. Dieses über dem Markt liegende Wachstum wollen wir durch Erweiterung unserer Kapazitäten, höhere Marktanteile, innovative Produkte wie Gx® Elite Glass, vorfüllbare sterile Gx® RTF Vials und Gx RTF® Spritzensysteme, vernetzte Drug-Delivery-Devices, Produkte und Lösungen für biotechnologisch hergestellte Medikamente sowie deutliches Wachstum in den Schwellenländern erreichen.

Mittelfristig gehen wir von einer währungsbereinigten Adjusted EBITDA-Marge im Kerngeschäft von 23 % aus. Diese Verbesserung gegenüber der Profitabilität des Geschäftsjahres 2020 soll insbesondere durch Skaleneffekte, eine Verbesserung des Produktmixes und erhöhte Automatisierung sowie Digitalisierung der Prozesse erreicht werden.

In der Realisierung der avisierten Entwicklungsprojekte im Geschäftsbereich Advanced Technologies sehen wir das Potenzial für einen signifikanten Umsatz- und Ergebnishebel.

Bereinigtes Ergebnis je Aktie

Auf Grundlage der guten Geschäftsentwicklung in den nächsten Jahren gehen wir von einer Verbesserung des währungsbereinigten Ergebnisses je Aktie der Aktionäre der Gerresheimer AG von mindestens 10 % pro Jahr aus.

Return on Capital Employed und Adjusted EBITDA-Leverage

Wir streben mittel- und langfristig einen Gx ROCE von rund 15 % an. Darüber hinaus streben wir langfristig ein Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Adjusted EBITDA (Adjusted EBITDA-Leverage) von rund 2,5x an. Der erreichte Adjusted EBITDA-Leverage kann temporär davon abweichen, da Akquisitions- und Desinvestitionsaktivitäten sowie organische Geschäftsopportunitäten nicht genau planbar sind.

5 Das Kerngeschäft besteht aus den Geschäftsbereichen Plastics & Devices und Primary Packaging Glass sowie für das bereinigte EBITDA darüber hinaus aus Zentralstellen/​Konsolidierung.

6 Ein mittlerer einstelliger Prozentbereich umfasst den Bereich zwischen 3 und 7 %.

7 Basierend auf den Umsatzerlösen des Geschäftsjahres 2020 umgerechnet mit den Plankursen des Geschäftsjahres 2021.

8 Basierend auf dem Adjusted EBITDA des Geschäftsjahres 2020 umgerechnet mit den Plankursen des Geschäftsjahres 2021.

Konzernabschluss der Gerresheimer AG für das Geschäftsjahr 2020

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis 30. November 2020

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In Tsd. Euro Anhang 2020 2019
Umsatzerlöse (9) 1.418.786 1.392.255
Umsatzkosten (10) -981.181 -1.115.070
Bruttoergebnis vom Umsatz 437.605 277.185
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten (11) -275.474 -274.036
Sonstige betriebliche Erträge (13) 33.155 153.733
Restrukturierungsaufwendungen (14) 953 92
Sonstige betriebliche Aufwendungen (15) -39.805 -33.241
Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen (20) 27 25
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 156.461 123.758
Zinserträge 1.455 2.653
Zinsaufwendungen -20.763 -24.701
Sonstiges Finanzergebnis -2.008 -3.542
Finanzergebnis -21.316 -25.590
Konzernergebnis vor Ertragsteuern 135.145 98.168
Ertragsteuern (16) -45.264 -15.487
Konzernergebnis 89.881 82.681
Anteile der Aktionäre der Gerresheimer AG 88.559 80.781
Nicht beherrschende Anteile 1.322 1.900
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (in Euro) (17) 2,82 2,57

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis 30. November 2020

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In Tsd. Euro Anhang 2020 2019
Konzernergebnis 89.881 82.681
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen (27) -6.778 -16.530
Neubewertung von Eigenkapitalinstrumenten 1.087 567
Ertragsteuern (16) 2.221 4.662
Sonstiges Ergebnis, das nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wird -3.470 -11.301
Ergebnis aus Währungsumrechnung -89.012 16.840
Sonstiges Ergebnis, das unter bestimmten Bedingungen in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wird -89.012 16.840
Sonstiges Ergebnis -92.482 5.539
Gesamtergebnis -2.601 88.220
Anteile der Aktionäre der Gerresheimer AG -3.590 85.965
Nicht beherrschende Anteile 989 2.255

KONZERNBILANZ

zum 30. November 2020

AKTIVA

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In Tsd. Euro Anhang 30.11.2020 30.11.2019
Immaterielle Vermögenswerte (18) 1.274.399 1.357.174
Sachanlagen (19) 763.101 701.937
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (19) 3.601 9.215
Anteile an at equity bewerteten Unternehmen (20) 332 332
Ertragsteuerforderungen 766 878
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (21) 8.342 7.006
Sonstige Forderungen (22) 1.860 2.796
Aktive latente Steuern (16) 12.805 17.066
Langfristige Vermögenswerte 2.065.206 2.096.404
Vorräte (23) 189.982 185.093
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (24) 215.459 224.170
Vertragsvermögenswerte (25) 14.178 5.392
Ertragsteuerforderungen 1.923 5.485
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (21) 13.899 15.448
Sonstige Forderungen (22) 27.976 23.416
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 87.950 85.831
Kurzfristige Vermögenswerte 551.367 544.835
Summe Aktiva 2.616.573 2.641.239
PASSIVA
Gezeichnetes Kapital (26) 31.400 31.400
Kapitalrücklage (26) 513.827 513.827
Kumuliertes sonstiges Ergebnis (26) -135.150 -47.563
Angesammelte Ergebnisse (26) 473.756 427.439
Anteile der Aktionäre der Gerresheimer AG 883.833 925.103
Nicht beherrschende Anteile (26) 15.831 16.454
Eigenkapital 899.664 941.557
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (27) 150.817 153.300
Sonstige Rückstellungen (29) 14.339 11.529
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (30) 152 35
Vertragsverbindlichkeiten (25) 2.458 1.471
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (30) 836.397 498.174
Sonstige Verbindlichkeiten (31) 1.907 1.941
Passive latente Steuern (16) 131.380 142.436
Langfristige Schulden 1.137.450 808.886
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (27) 12.382 12.936
Sonstige Rückstellungen (29) 40.590 35.332
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (30) 211.619 221.454
Vertragsverbindlichkeiten (25) 7.454 8.717
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (30) 213.944 530.560
Ertragsteuerverbindlichkeiten 11.265 5.851
Sonstige Verbindlichkeiten (31) 82.205 75.946
Kurzfristige Schulden 579.459 890.796
Summe Passiva 2.616.573 2.641.239

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis 30. November 2020

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Kumuliertes sonstiges Ergebnis
In Tsd. Euro Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Eigenkapitalinstrumente Währungsumrechnung
--- --- --- --- ---
Stand 1. Dezember 2018 31.400 513.827 -6 -67.139
Umstellungseffekt Erstanwendung IFRS 15 - - - -
Umstellungseffekt Erstanwendung IFRS 9 - - 2.533 -
Angepasster Stand 1. Dezember 2018 31.400 513.827 2.527 -67.139
Konzernergebnis - - - -
Sonstiges Ergebnis - - 567 16.482
Gesamtergebnis - - 567 16.482
Dividendenausschüttungen - - - -
Stand 1. Dezember 2019 31.400 513.827 3.094 -50.657
Konzernergebnis - - - -
Sonstiges Ergebnis - - 1.087 -88.674
Gesamtergebnis - - 1.087 -88.674
Dividendenausschüttungen - - - -
Zum 30. November 2020 31.400 513.827 4.181 -139.331

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Kumuliertes sonstiges Ergebnis
In Tsd. Euro Angesammelte Ergebnisse Eigenkapital der Aktionäre der Gerresheimer AG
--- --- ---
Stand 1. Dezember 2018 394.578 872.660
Umstellungseffekt Erstanwendung IFRS 15 55 55
Umstellungseffekt Erstanwendung IFRS 9 - 2.533
Angepasster Stand 1. Dezember 2018 394.633 875.248
Konzernergebnis 80.781 80.781
Sonstiges Ergebnis -11.865 5.184
Gesamtergebnis 68.916 85.965
Dividendenausschüttungen -36.110 -36.110
Stand 1. Dezember 2019 427.439 925.103
Konzernergebnis 88.559 88.559
Sonstiges Ergebnis -4.562 -92.149
Gesamtergebnis 83.997 -3.590
Dividendenausschüttungen -37.680 -37.680
Zum 30. November 2020 473.756 883.833

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Kumuliertes sonstiges Ergebnis
In Tsd. Euro Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
--- --- ---
Stand 1. Dezember 2018 17.473 890.133
Umstellungseffekt Erstanwendung IFRS 15 - 55
Umstellungseffekt Erstanwendung IFRS 9 - 2.533
Angepasster Stand 1. Dezember 2018 17.473 892.721
Konzernergebnis 1.900 82.681
Sonstiges Ergebnis 355 5.539
Gesamtergebnis 2.255 88.220
Dividendenausschüttungen -3.274 -39.384
Stand 1. Dezember 2019 16.454 941.557
Konzernergebnis 1.322 89.881
Sonstiges Ergebnis -333 -92.482
Gesamtergebnis 989 -2.601
Dividendenausschüttungen -1.612 -39.292
Zum 30. November 2020 15.831 899.664

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis 30. November 2020

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In Tsd. Euro Anhang 2020 2019
Konzernergebnis 89.881 82.681
Ertragsteuern (16) 45.264 15.487
Abschreibungen/​Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte (18) 40.231 178.651
Abschreibungen/​Wertminderungen auf Sachanlagen (19) 105.272 91.295
Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen und sonstiges Beteiligungsergebnis -238 -242
Veränderungen der Rückstellungen 114 -17.584
Ergebnis aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten/​Schulden -8.975 -2.761
Finanzergebnis 21.316 25.590
Gezahlte Zinsen -18.842 -20.230
Erhaltene Zinsen 830 879
Gezahlte Ertragsteuern -38.284 -38.354
Erhaltene Ertragsteuern 8.017 2.194
Veränderung der Vorräte -12.174 -12.891
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Vermögenswerte -14.131 44.267
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Schulden 3.276 -153.044
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/​Erträge 637 -3.014
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 222.194 192.924
Einzahlungen aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte 16.982 5.229
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -173.073 -163.902
Auszahlungen für Investitionen in Anteile an vollkonsolidierte Unternehmen und Beteiligungen -1.034 -650
Einzahlungen aus Desinvestitionen (8) 93 -388
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen (8) - -43.499
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -157.032 -203.210
Dividendenausschüttungen an Dritte -39.312 -39.409
Dividendenausschüttungen von Dritten 211 217
Aufnahme von Finanzkrediten 499.496 384.130
Rückzahlung von Finanzkrediten -501.627 -343.178
Auszahlungen für Leasing- und Ratenkaufverbindlichkeiten -10.922 -2.830
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -52.154 -1.070
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes 13.008 -11.356
Wechselkursbedingte Änderung des Finanzmittelbestandes -5.719 525
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 51.105 61.936
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 58.394 51.105
Zusammensetzung des Finanzmittelbestandes
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 87.950 85.831
Kontokorrentverbindlichkeiten -29.556 -34.726
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 58.394 51.105

KONZERNANHANG

der Gerresheimer AG für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis 30. November 2020

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONSOLIDIERUNG UND BILANZIERUNG

(1) Allgemeine Angaben

Der Gerresheimer Konzern ist ein weltweit führender Anbieter hochwertiger Primärverpackungen, Drug-Delivery-Devices und -Solutions für die internationale Pharma-, Healthcare- und Kosmetikindustrie.

Die Gerresheimer AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in der Klaus-Bungert-Straße 4 in 40468 Düsseldorf. Sie ist in das Handelsregister beim Amtsgericht Düsseldorf unter HRB 56040 eingetragen.

Die Aktien der Gerresheimer AG werden im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) unter dem Börsenkürzel GXI bzw. unter der ISIN DE000A0LD6E6 gehandelt. Seit dem 22. Dezember 2008 ist die Gerresheimer Aktie im MDAX enthalten.

Der Konzernabschluss zum 30. November 2020 ist nach den am Abschlussstichtag gültigen Vorschriften der von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den zusätzlich nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt.

Im Interesse der Klarheit und Aussagefähigkeit des Konzernabschlusses werden in der Konzernbilanz und in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst und im Konzernanhang gesondert dargestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt.

Der Konzernabschluss ist in Euro, der funktionalen Währung des Mutterunternehmens, aufgestellt. Sowohl Einzel- als auch Summenwerte stellen den Wert mit der kleinsten Rundungsdifferenz dar. Bei Additionen der dargestellten Einzelwerte können deshalb geringfügige Differenzen zu den ausgewiesenen Summen auftreten.

Der Konzernabschluss der Gerresheimer AG wird im Bundesanzeiger in deutscher Sprache und im Internet unter der Adresse www.gerresheimer.com veröffentlicht.

(2) Neue Rechnungslegungsstandards

Die angewandten Rechnungslegungsmethoden entsprechen mit Ausnahme der folgenden erstmals angewendeten neuen und überarbeiteten Standards und Interpretationen jenen des Vorjahres.

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IFRS 16: Leasingverhältnisse
Änderungen an IFRS 9: Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung
Änderungen an IAS 19: Planänderung, -kürzung oder -abgeltung
Änderungen an IAS 28: Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
IFRIC 23: Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung
Jährliche Verbesserungen an den IFRS-Standards Zyklus 2015 - 2017

Die Erstanwendung von IFRS 16 hat zu den folgenden wesentlichen Auswirkungen geführt:

Der neue Standard IFRS 16 "Leasingverhältnisse" hat den bisherigen Standard IAS 17 und verschiedene Interpretationen ersetzt. Er ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Der neue Standard führt ein einheitliches Modell zur Identifizierung und Bilanzierung von Leasingvereinbarungen für Leasingnehmer ein. Für Leasingnehmer entfällt die bisherige Unterscheidung in Operating- und Finanzierungs-Leasingverträge. Stattdessen bilanziert der Leasingnehmer für alle Leasingverhältnisse das Nutzungsrecht an einem Leasinggegenstand sowie eine korrespondierende Leasingverbindlichkeit. Darüber hinaus ändert sich die Art der Aufwendungen, die mit diesen Leasingverhältnissen verbunden sind. An die Stelle der aufwandswirksam erfassten Nutzungsentgelte für Operating-Leasingverträge treten nach IFRS 16 Abschreibungen für Nutzungsrechte und Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten. Für Leasinggeber ist wie auch unter dem bisherigen Standard IAS 17 weiterhin zwischen Operating- und Finanzierungs-Leasingverträgen zu unterscheiden.

Gerresheimer wendet IFRS 16 erstmals zum 1. Dezember 2019 rückwirkend an. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst. Die Berichtsperiode wird daher nach IFRS 16 und die Vorjahresvergleichsperiode nach IAS 17 dargestellt.

Gerresheimer erfasst für die Leasingverhältnisse, bei denen Gerresheimer Leasingnehmer ist, für zuvor als Operating-Leasingverhältnisse eingestufte Verträge ein Nutzungsrecht, das in der Höhe der zum Zeitpunkt der Erstanwendung ermittelten Leasingverbindlichkeit entspricht. Die Leasingverbindlichkeit wurde mit dem Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen angesetzt, wobei die Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung erfolgt ist. Die Abzinsung wurde unter Verwendung von gewichteten Grenzfremdkapitalzinssätzen von 2,1 % für den Euro-Währungsraum sowie mit Zinssätzen in einer Bandbreite von 2,1 % bis 8,8 % für Länder außerhalb des Euro-Währungsraums vorgenommen. Über alle Leasingverhältnisse beträgt der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz 3,2 %. Weiterhin wurde von den folgenden Übergangserleichterungen Gebrauch gemacht:

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Leasingverhältnisse, die spätestens am 30. November 2020 enden, werden unabhängig von der ursprünglichen Vertragslaufzeit als kurzfristige Leasingverhältnisse behandelt.
Bei der Bewertung des Nutzungsrechts zum Zeitpunkt der Erstanwendung blieben die anfänglichen direkten Kosten unberücksichtigt.
Für die Bestimmung der Laufzeit von Verträgen mit Kündigungs- oder Verlängerungsoption wurden die Erkenntnisse zum Umstellungszeitpunkt berücksichtigt.
Eine Neubeurteilung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis darstellt oder beinhaltet, wurde nicht vorgenommen.

Die erstmalige Aktivierung von Nutzungsrechten aus bisherigen Operating-Leasingverträgen in den Sachanlagen führte zu einer Erhöhung der Bilanzsumme um 28,8 Mio. Euro. Die zusätzlich passivierten Leasingverbindlichkeiten beliefen sich ebenfalls auf 28,8 Mio. Euro, was zu einer entsprechenden Erhöhung der Nettofinanzschulden führte. Einschließlich der Verbindlichkeiten aus Finance-Lease Verträgen, die bis zum 30. November 2019 als Finanzierungsleasing bilanziert wurden, betrugen die Leasingverbindlichkeiten zum 1. Dezember 2019 37,4 Mio. Euro.

Ausgehend von den sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Operating-Leasingverträgen zum 30. November 2019 ergibt sich die in folgender Tabelle dargestellte Überleitung auf den Eröffnungsbilanzwert der Leasingverbindlichkeiten zum 1. Dezember 2019:

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In Tsd. Euro
Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Operating-Leasingverträgen zum 30. November 2019 39.273
Anwendungserleichterung für kurzfristige Leasingverhältnisse 955
Anwendungserleichterung für Leasingvereinbarungen von geringwertigen Vermögenswerten 880
Verpflichtungen, die nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 16 fallen 6.693
Effekt aus der Abzinsung 1.935
Verpflichtungen aus operativen Leasingverhältnissen (diskontiert) 28.810
Buchwert der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing zum 30. November 2019 8.612
Buchwert der Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 zum 1. Dezember 2019 37.422

In der Konzern-Kapitalflussrechnung verbessert sich der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit, da der Tilgungsanteil der Leasingzahlungen als Bestandteil des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit gezeigt wird.

Die anderen erstmals zu beachtenden neuen oder geänderten IFRS- Vorschriften haben sich auf den Konzernabschluss nur unwesentlich ausgewirkt.

Das IASB hat darüber hinaus nachfolgende geänderte Standards veröffentlicht, die von der Europäischen Kommission in EU-Recht überführt worden sind. Die Vorschriften waren im Geschäftsjahr noch nicht verpflichtend anzuwenden und sind nicht vorzeitig angewendet worden:

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Framework, Rahmenkonzept, Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in IFRS- Standards, Erstanwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen
Änderungen an IFRS 3: Definition von "Geschäftsbetrieb", Erstanwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen
Änderungen an IFRS 16: Covid-19, Erstanwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen
Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7: Reform der Referenzzinssätze, Erstanwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen
Änderungen an IAS 1 und IAS 8: Definition von "wesentlich", Erstanwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen

Auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse werden die Auswirkungen der erstmals zu beachtenden neuen oder geänderten IFRS- Vorschriften auf den Konzernabschluss als nicht wesentlich eingeschätzt.

(3) Konsolidierungskreis

a) Veränderungen des Konsolidierungskreises und der nicht beherrschenden Anteile im Geschäftsjahr 2020

i) Verschmelzung der Gerresheimer item GmbH

Die Gerresheimer item GmbH, Münster, wurde mit Wirkung zum 1. Dezember 2019 auf die Gerresheimer Regensburg GmbH, Regensburg, verschmolzen.

ii) Liquidation der Kimble Chase Holding LLC

Mit Wirkung zum 29. Februar 2020 wurde die Kimble Chase Holding LLC, Vineland (New Jersey/​USA) aufgelöst, da das Unternehmen den Betrieb eingestellt hat. Das Unternehmen hat 324 Tsd. US- Dollar an Gerresheimer Glass Inc., Vineland (New Jersey/​USA) und 311 Tsd. US- Dollar an Chase Scientific Glass Inc., eine Tochtergesellschaft der Thermo Fisher Scientific Inc., ausgeschüttet. Die Kimble Chase Holding LLC, Vineland (New Jersey/​USA) wurde während des Verkaufsprozesses des Geschäftsbereiches Life Science Research gegründet.

iii) Verschmelzung DSTR S.L.U.

Die DSTR S.L.U. (Epila/​Spanien) wurde mit Wirkung zum 1. Dezember 2019 auf die Gerresheimer Spain S.L.U. (Epila/​Spanien) verschmolzen.

iv) Erwerb Minderheitenanteil Zaragoza

Mit Wirkung zum 8. Oktober 2020 hat die Gerresheimer AG mittelbar die noch von Dritten gehaltenen Anteile an der Gerresheimer Zaragoza S.A. (Epila/​Spanien) zu einem Kaufpreis von 34 Tsd. Euro erworben. Die Transaktion hat keine weiteren Auswirkungen auf Vermögenswerte, Schulden und Eigenkapital, da diese bereits in voller Höhe in der Konzernbilanz ausgewiesen waren.

b) Veränderungen des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr 2019

i) Neugründung der Gerresheimer Skopje DOOEL Ilinden

Mit Wirkung zum 20. März 2019 ist die Gerresheimer Skopje DOOEL Ilinden (Ilinden/​Republik Nordmazedonien) gegründet worden. Für die Produktion von Kunststoffsystemen für die pharmazeutische Industrie und die Medizintechnik sowie vorfüllbaren Spritzen baut Gerresheimer seit dem zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019 ein neues Werk in Skopje.

ii) Entkonsolidierung der Gerresheimer Buenos Aires S.A.

Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 30. November 2019 hat Gerresheimer am 2. Dezember 2019 einen Vertrag über den Verkauf der Gerresheimer Buenos Aires S.A. (Buenos Aires/​Argentinien) an IMAP SAIC, einen führenden argentinischen Hersteller von Kunststoffverpackungen, abgeschlossen. Aus Wesentlichkeitsgründen wurde die Gesellschaft bereits zum 30. November 2019 entkonsolidiert und der Zeitwert der vereinbarten Gegenleistung als sonstige Beteiligung ausgewiesen.

iii) Anteilserwerb respimetrix GmbH

Mit Kaufvertrag vom 21. Februar 2019 hat Gerresheimer 60 % der Kapitalanteile und Stimmrechte an der respimetrix GmbH, Düsseldorf, erworben. Bei der respimetrix GmbH handelt es sich um ein Forschungsunternehmen. Aus Wesentlichkeitsüberlegungen wird auf die Vollkonsolidierung der respimetrix GmbH verzichtet. Die Bewertung der Anteile erfolgt erfolgswirksam mit Ausweis unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Die Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2020 in Gerresheimer respimetrix GmbH umfirmiert.

Anteilsbesitzliste der Gerresheimer AG zum 30. November 2020:

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In % Beteiligungsanteil (direkt und indirekt)
In den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen
Asien
Gerresheimer Medical Plastic Systems Dongguan Co. Ltd., Wang Niu Dun Town, Dongguan City (China) 100,00
Gerresheimer Pharmaceutical Packaging Mumbai Private Ltd., Mumbai (Indien) 100,00
Gerresheimer Plastic Packaging (Changzhou) Co., Ltd., Changzhou City, Jiangsu (China) 100,00
Gerresheimer Singapore Pte. Ltd., Singapur (Singapur) 100,00
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) 60,00
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) 60,00
Neutral Glass & Allied Industries Private Ltd., Mumbai (Indien) 100,00
Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien) 100,00
Europa
Gerresheimer Boleslawiec S.A., Boleslawiec (Polen) 100,00
Gerresheimer Bünde GmbH, Bünde 1) 100,00
Gerresheimer Chalon SAS, Chalon-sur-Saone (Frankreich) 100,00
Gerresheimer Denmark A/​S, Vaerloese (Dänemark) 100,00
Gerresheimer Essen GmbH, Essen 1) 100,00
GERRESHEIMER GLAS GmbH, Düsseldorf 1) 100,00
Gerresheimer Group GmbH, Düsseldorf 1) 100,00
Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH, Düsseldorf 1) 100,00
Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH & Co. Objekt Düsseldorf KG, Düsseldorf 2) 100,00
Gerresheimer Holdings GmbH, Düsseldorf 1) 100,00
Gerresheimer Horsovsky Tyn spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechische Republik) 100,00
Gerresheimer Medical Systems Schweiz AG, Zug (Schweiz) 4) 100,00
Gerresheimer Lohr GmbH, Lohr/​Main 1) 100,00
Gerresheimer Medical Plastic Systems GmbH, Regensburg 1) 100,00
Gerresheimer Momignies S.A., Momignies (Belgien) 100,00
Gerresheimer Moulded Glass GmbH, Tettau 1) 100,00
Gerresheimer Plastic Packaging SAS, Besancon (Frankreich) 100,00
Gerresheimer Regensburg GmbH, Regensburg 1) 100,00
Gerresheimer Skopje DOOEL Ilinden, Ilinden (Republik Nordmazedonien) 100,00
Gerresheimer Spain S.L.U., Epila (Spanien) 100,00
Gerresheimer Tettau GmbH, Tettau 1) 100,00
Gerresheimer Vaerloese A/​S, Vaerloese (Dänemark) 100,00
Gerresheimer Valencia S.L.U. in LIQ, Masalaves (Spanien) 100,00
Gerresheimer Werkzeugbau Wackersdorf GmbH, Wackersdorf 1) 100,00
Gerresheimer Wertheim GmbH, Wertheim 1) 100,00
Gerresheimer Zaragoza S.A., Epila (Spanien) 100,00
Sensile Medical AG, Olten (Schweiz) 99,89
Amerika
Centor Inc., Perrysburg, OH (USA) 100,00
Centor Pharma Inc., Perrysburg, OH (USA) 100,00
Centor US Holding Inc., Perrysburg, OH (USA) 100,00
Gerresheimer Glass Inc., Vineland, NJ (USA) 100,00
Gerresheimer Mexico Holding LLC, Wilmington, DE (USA) 100,00
Gerresheimer MH Inc., Wilmington, DE (USA) 100,00
Gerresheimer Peachtree City (USA) L.P., Peachtree City, GA (USA) 100,00
Gerresheimer Peachtree City Inc., Peachtree City, GA (USA) 100,00
Gerresheimer Plasticos Sao Paulo Ltda., Embu (Brasilien) 100,00
Gerresheimer Queretaro S.A., Queretaro (Mexiko) 100,00
Gerresheimer Sistemas Plasticos Medicinais Sao Paulo Ltda., Indaiatuba (Brasilien) 100,00
Assoziierte Unternehmen
Gerresheimer Tooling LLC, Peachtree City, GA (USA) 30,00
PROFORM CNC Nastrojarna spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechische Republik) 40,59
Nicht konsolidierte Unternehmen 3)
Corning Pharmaceutical Packaging LLC, Wilmington, DE (USA) 25,00
Gerresheimer respimetrix GmbH, Düsseldorf 60,00
Nouvelles Verreries de Momignies Inc., Larchmont, NY (USA) 100,00

1) Die Gesellschaft hat von der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht.

2) Die Gesellschaft hat von der Befreiung gemäß § 264b HGB Gebrauch gemacht.

3) Aufgrund der untergeordneten Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Cashflows des Konzerns wurde auf die Einbeziehung der Gesellschaften in den Konzernabschluss verzichtet.

4) Bisher: Gerresheimer Küssnacht AG, Küssnacht (Schweiz); die Gesellschaft wurde mit Wirkung zum 5. August 2020 umfirmiert und hat ihren Sitz verlegt.

Die folgenden Tabellen enthalten zusammengefasste Finanzinformationen zu Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen:

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Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA)
In Tsd. Euro 30.11.2020 30.11.2019 30.11.2020 30.11.2019 30.11.2020 30.11.2019
--- --- --- --- --- --- ---
Eigentumsanteile nicht beherrschender Anteile in % 40,0 40,0 40,0 40,0 - 49,0
Kumulierte nicht beherrschende Anteile 10.220 10.024 5.430 5.950 - 285
Kurzfristige Vermögenswerte 17.862 16.744 12.760 13.158 - 591
Langfristige Vermögenswerte 14.413 13.873 5.198 5.556 - -
Kurzfristige Schulden 7.546 5.265 4.187 3.568 - 9
Langfristige Schulden 18 - 73 - - -
2020 2019 2020 2019 2020 2019
Umsatzerlöse 22.557 25.342 15.460 18.061 - -
Jahresüberschuss 1.008 2.139 2.352 2.958 -3 33
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 2.949 3.459 4.053 1.529 18 -41
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -2.347 -1.870 -290 -1.020 - -
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -84 - -3.472 - -560 -6.682
Dividende, die an nicht beherrschende Anteile gezahlt wurde 1) - - 1.349 - 283 3.300

1) Die Dividenden sind mit dem Transaktionskurs umgerechnet.

Die Entwicklung der nicht beherrschenden Anteile geht aus der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung hervor.

(4) Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss werden neben der Gerresheimer AG die von der Gesellschaft direkt oder indirekt beherrschten in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen.

Die Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen erfolgt im Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung durch das Mutterunternehmen. Bei Entfall der Beherrschung sind Tochterunternehmen zu entkonsolidieren. Der auf nicht beherrschende Anteile entfallende Anteil am Eigenkapital, am Konzernergebnis und am Gesamtergebnis wird in der Konzernbilanz und in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung bzw. in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung separat ausgewiesen. Der Ausweis der nicht beherrschenden Anteile erfolgt in der Konzernbilanz innerhalb des Eigenkapitals, getrennt von dem auf die Aktionäre der Gerresheimer AG entfallenden Eigenkapital.

Der Kauf eines Tochterunternehmens wird nach der Erwerbsmethode dargestellt. Nach dieser Methode sind bei Unternehmenszusammenschlüssen sämtliche identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des übernommenen Unternehmens mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Zeitpunkt des Erwerbs anzusetzen. Soweit die Summe aus der Gegenleistung des Erwerbers, dem beizulegenden Zeitwert etwaiger zuvor bereits am Tochterunternehmen gehaltener Anteile und dem Wert der Anteile anderer Gesellschafter den Betrag des neubewerteten Nettovermögens des Tochterunternehmens übersteigt, ist ein Geschäftswert zu aktivieren. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird nach sorgfältiger Überprüfung der Ermittlung ertragswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Sie werden im Zugangszeitpunkt mit den Anschaffungskosten angesetzt. Die erfolgswirksamen Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals und Wertminderungen eines Geschäftswertes werden im Ergebnis aus at equity bewerteten Anteilen an Unternehmen berücksichtigt. Die Ergebnisse aus at equity bewerteten Unternehmen werden im Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit erfasst, da Gerresheimer derartige Anteile nicht als Finanzinvestments, sondern als Teil des operativen Geschäfts des Konzerns hält. Die beiden in den Konzernabschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen stellen ihre Abschlüsse zum 31. Dezember und damit zu einem vom Konzernabschluss abweichenden Abschlussstichtag auf. Der Equity-Bewertung liegt die jeweils letzte verfügbare Bilanz der assoziierten Unternehmen zugrunde. Auf die Aufstellung eines Zwischenabschlusses zum Konzernabschlussstichtag wird aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet.

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse der in- und ausländischen Unternehmen werden nach einheitlichen Rechnungslegungsmethoden erstellt.

Die Auswirkungen konzerninterner Geschäftsvorfälle werden eliminiert. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Unternehmen werden gegeneinander aufgerechnet, Zwischengewinne und -verluste eliminiert, konzerninterne Erträge mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung unterliegen der Steuerlatenzierung.

(5) Währungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in einer Währung, die von der funktionalen Währung eines Unternehmens abweicht, werden mit dem Kurs am Tag der erstmaligen Bilanzierung in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden mit dem Kurs am Abschlussstichtag bewertet. Gewinne und Verluste aus dieser Währungsumrechnung werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Abweichend hiervon erfasst die Gesellschaft den effektiven Teil der währungsbedingten Wertänderung von Finanzinstrumenten, die als Sicherungsinstrumente eines Cashflow Hedges designiert sind, im kumulierten sonstigen Ergebnis. Nicht monetäre Posten in Fremdwährung werden zu historischen Wechselkursen geführt.

Die Vermögenswerte und Schulden ausländischer Unternehmen, deren funktionale Währung nicht der Konzernwährung Euro entspricht, werden mit den von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Tagesmittelkursen am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten des Eigenkapitals werden zu historischen Kursen geführt. Die Aufwands- und Ertragsposten sowie die Zahlungsflüsse ausländischer Unternehmen werden mit dem jeweiligen Jahresdurchschnittskurs des Geschäftsjahres in Euro umgerechnet. Differenzen aus der Währungsumrechnung werden erfolgsneutral im kumulierten sonstigen Ergebnis im Eigenkapital ausgewiesen. Bei der Veräußerung von Anteilen an einem ausländischen Unternehmen wird die kumulierte Umrechnungsdifferenz, die den Gesellschaftern der Gerresheimer AG zuzurechnen ist, in der Periode des Anteilsabgangs erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Währungsgewinne und -verluste aus der Umrechnung von operativen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie das Nettoergebnis aus der Marktbewertung von operativen derivativen Sicherungsinstrumenten, die der Absicherung von Grundgeschäften in Fremdwährung dienen, werden saldiert in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Währungsgewinne bzw. -verluste im Zusammenhang mit Finanzierungsmaßnahmen werden im Finanzergebnis berichtet.

Für die Währungsumrechnung der für den Gerresheimer Konzern wesentlichen Währungen wurden folgende Wechselkurse verwendet:

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Stichtagskurs Durchschnittskurs
1

Euro
Währung 30.11.2020 30.11.2019 2020 2019
--- --- --- --- --- ---
Brasilien BRL 6,35 4,65 5,75 4,41
Schweiz CHF 1,08 1,10 1,07 1,12
China CNY 7,88 7,72 7,87 7,74
Tschechische Republik CZK 26,19 25,52 26,36 25,71
Dänemark DKK 7,44 7,47 7,46 7,47
Indien INR 88,73 78,69 83,71 78,80
Republik Nordmazedonien MKD 61,68 61,50 61,62 61,51
Mexiko MXN 24,05 21,45 24,22 21,82
Polen PLN 4,47 4,32 4,43 4,30
Singapur SGD 1,60 1,50 1,56 1,53
Vereinigte Staaten von Amerika USD 1,20 1,10 1,13 1,12

(6) Ansatz und Bewertung sowie Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt und bei begrenzter Nutzungsdauer um Abschreibungen entsprechend ihrer geplanten Nutzungsdauer sowie um Wertminderungen vermindert. Die Nutzungsdauer von Lizenzen und ähnlichen Rechten beträgt ein bis 20 Jahre. Markenrechte mit begrenzter Nutzungsdauer werden wie Technologien über fünf bis 25 Jahre abgeschrieben. Kundenstämme werden über 15 bis 20 Jahre abgeschrieben.

Als immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden weitere Markenrechte und Geschäftswerte klassifiziert. Der aus einem Unternehmenszusammenschluss entstandene Geschäftswert wird zu Anschaffungskosten abzüglich erforderlicher Wertminderungen bilanziert. Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer und Geschäftswerte werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Der Werthaltigkeitstest wird am Ende eines Geschäftsjahres durchgeführt und zusätzlich dann, wenn Anzeichen für eine mögliche Wertminderung vorliegen.

Gerresheimer erfasst Forschungsausgaben in der Periode als Aufwand, in der sie anfallen. Gerresheimer aktiviert Entwicklungsausgaben nur dann als Teil der Herstellungskosten eines immateriellen Vermögenswertes, wenn es - neben weiteren Bedingungen - wahrscheinlich ist, dass das Projekt technisch und kommerziell erfolgreich sein wird und die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zurechenbaren Ausgaben zuverlässig bewertet werden können. Aktivierte Entwicklungskosten werden über drei bzw. zehn Jahre linear abgeschrieben.

Der Konzern erhält in bestimmten europäischen Ländern unentgeltlich Emissionsrechte im Rahmen des europäischen Systems für den Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten. Verpflichtungen aus Emissionen behandelt Gerresheimer nach dem Net Liability-Ansatz. Als nicht monetäre Zuwendungen der öffentlichen Hand setzt Gerresheimer die Emissionsrechte mit dem Nominalwert an. Eine Schuld aus der Emission von Schadstoffen wird erst dann berücksichtigt, wenn die getätigten Emissionen das von den Emissionsrechten des Gerresheimer Konzerns abgedeckte Volumen übersteigen. Die Schuld wird zum Marktwert der zusätzlich zu beschaffenden Emissionsrechte angesetzt. Von Dritten erworbene Emissionsrechte sind mit ihren Anschaffungskosten in dem Posten "Sonstige Vermögenswerte" unter den sonstigen Forderungen ausgewiesen.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um kumulierte Abschreibungen und um Wertminderungen angesetzt. Die Herstellungskosten der Sachanlagen umfassen neben den direkt zurechenbaren Kosten anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Gerresheimer aktiviert Fremdkapitalkosten ausschließlich bei qualifizierten Vermögenswerten. Hierbei handelt es sich um Vermögenswerte, deren Versetzen in einen betriebsbereiten Zustand mindestens zwölf Monate erfordert. Sachanlagen werden grundsätzlich linear abgeschrieben. Den Abschreibungen des Sachanlagevermögens liegen folgende Nutzungsdauerschätzungen zugrunde:

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In Jahren
Gebäude 10 bis 50
Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 15
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10

Gerresheimer erfasst Aufwendungen für Reparaturen und Erhaltungsmaßnahmen bei Anfall als Aufwand in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Aufwendungen für große Inspektionen und Ofeninstandsetzungen aktiviert Gerresheimer, wenn sie einen wahrscheinlichen Nutzenzufluss erwarten lassen und verlässlich bewertet werden können.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Gerresheimer erfasst Zuwendungen der öffentlichen Hand, wenn sie zugesagt sind und die mit der Zuwendung verbundenen Bedingungen hochwahrscheinlich erfüllt werden können. Zuwendungen für den Erwerb von Vermögenswerten kürzen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten und vermindern in der Folge die planmäßigen Abschreibungen.

Zuwendungen, die angefallene Aufwendungen des Konzerns kompensieren sollen, sind im Gewinn oder Verlust der Periode zu erfassen, in der der Anspruch auf die Zuwendung entsteht.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Unter den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden Grundstücke und Gebäude ausgewiesen, die zur langfristigen Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden. Sie werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet (Anschaffungskostenmodell).

Leasing

Die geänderte Bilanzierung von Leasingverhältnissen sowie die von Gerresheimer in Anspruch genommenen Wahlrechte zum Zeitpunkt der Erstanwendung von IFRS 16 sind in der Angabe (2) Neue Rechnungslegungsstandards enthalten.

Bis zum 30. November 2019 hat Gerresheimer Leasingverhältnisse gemäß IAS 17 bilanziert. Sofern Gerresheimer als Leasingnehmer die wesentlichen Chancen und Risiken zuzurechnen waren, wurde der Leasinggegenstand zum beizulegenden Zeitwert oder zum niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen aktiviert und über die geschätzte Nutzungsdauer oder über die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Abschreibung wurde erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverbindlichkeiten wurden diskontiert als finanzielle Verbindlichkeiten passiviert. Gerresheimer erfasste als Leasingnehmer in Operating-Leasingverhältnissen die Leasingraten beziehungsweise Mietzahlungen direkt als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung.

Seit dem 1. Dezember 2019 bilanziert Gerresheimer als Leasingnehmer grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Leasingverbindlichkeiten. Davon ausgenommen sind kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von höchstens zwölf Monaten und Leasingverhältnisse über Vermögenswerte mit geringem Wert. Als geringwertige Vermögenswerte werden grundsätzlich Leasinggegenstände mit einem Wert von maximal 5.000 Euro definiert.

Die Leasingverbindlichkeit wird in Höhe des Barwertes der künftigen Leasingzahlungen angesetzt. Zu den Leasingzahlungen gehören feste sowie kurs- und indexbasierte Zahlungen, erwartete Zahlungen aufgrund von Restwertgarantien, hinreichend sichere Ausübungspreise von Kaufoptionen und Strafzahlungen für die vorzeitige Beendigung von Leasingverhältnissen.

Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz diskontiert, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt. Wenn dieser Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann, verwendet Gerresheimer seinen Grenzfremdkapitalzinssatz. Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt durch Erhöhung des Buchwertes um die Verzinsung der Leasingverbindlichkeit unter Anwendung der Effektivzinsmethode und durch Reduzierung des Buchwertes um die geleisteten Leasingzahlungen.

Sofern Leasingverhältnisse Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen enthalten, erfolgt die Bestimmung der Leasinglaufzeiten unter Berücksichtigung aller maßgeblichen Fakten und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung beziehungsweise Nichtausübung der Optionen geben. Optionale Zeiträume werden bei der Bestimmung der Leasinglaufzeiten berücksichtigt, sofern die Ausübung beziehungsweise Nichtausübung der Option hinreichend sicher ist. Bei Eintritt von signifikanten Ereignissen oder einer signifikanten Änderung von Umständen, die innerhalb der Kontrolle von Gerresheimer liegen, wird erneut bestimmt, ob die erstmalige Einschätzung in Bezug auf die Ausübung einer Verlängerungsoption noch Gültigkeit hat.

Die Nutzungsrechte werden in der Konzernbilanz als Bestandteil der Sachanlagen ausgewiesen, d.h. in denselben Bilanzposten wie die zugrunde liegenden Vermögenswerte, wenn diese sich im Eigentum von Gerresheimer befinden würden. Die Leasingverbindlichkeiten sind in den Finanzverbindlichkeiten enthalten.

Die Nutzungsrechte umfassen im Rahmen der erstmaligen Bewertung die entsprechende Leasingverbindlichkeit, die Leasingraten, die zu oder vor Beginn des Leasingverhältnisses geleistet werden, abzüglich erhaltener Leasinganreize sowie anfänglicher direkter Kosten zuzüglich der geschätzten Kosten zur Demontage oder Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswertes oder zur Wiederherstellung des zugrunde liegenden Vermögenswertes bzw. des Standortes, an dem dieser sich befindet. Die Folgebewertung erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen.

Nutzungsrechte werden vom Bereitstellungsdatum bis zum Ende des Leasingzeitraums linear abgeschrieben, es sei denn, das Eigentum an dem zugrunde liegenden Vermögenswert geht zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf Gerresheimer über oder in den Kosten des Nutzungsrechtes ist berücksichtigt, dass Gerresheimer eine Kaufoption wahrnehmen wird. In diesem Fall wird das Nutzungsrecht über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswertes abgeschrieben, welche nach den Vorschriften für Sachanlagen ermittelt wird. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht fortlaufend um Wertminderungen, sofern notwendig, berichtigt und um Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst.

Weitere Informationen zu Leasingverhältnissen sind in der Angabe (19) Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien enthalten.

Trägt Gerresheimer als Leasinggeber die wesentlichen Chancen und Risiken (Operating-Leasingverhältnis), wird der Leasinggegenstand in der Bilanz angesetzt. Die Bewertung des Leasinggegenstandes richtet sich nach den für den Leasinggegenstand einschlägigen Bilanzierungsvorschriften. Die Leasingraten werden von Gerresheimer erfolgswirksam vereinnahmt.

Factoring

Um sich weitere günstige Finanzierungsquellen zu erschließen, wird ein geringer Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Factoringgesellschaften verkauft. Sofern die hiermit verbundenen Ausfallrisiken auf den Erwerber übergehen (echtes Factoring), werden diese Forderungen im Verkaufszeitpunkt aus der Konzernbilanz ausgebucht. Seitens der Factoringgesellschaft einbehaltene Sperrbeträge werden unter den kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Zahlungseingänge, die noch nicht an die Factoringgesellschaft weitergeleitet wurden, werden unter den kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Wertminderungen

Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, Geschäftswerte und immaterielle Vermögenswerte werden einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn Ereignisse oder andere Umstände indizieren, dass der Buchwert nicht mindestens dem erzielbaren Betrag entspricht. Geschäftswerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer werden unabhängig vom Vorliegen eines auslösenden Ereignisses jährlich einem Werthaltigkeitstest auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unterzogen, zu der der jeweilige Vermögenswert gehört. Ein Wertminderungsaufwand ist in Höhe des Betrages zu erfassen, um den der Buchwert den erzielbaren Betrag überschreitet. Der erzielbare Betrag ermittelt sich als höherer Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert.

Bestehen die Gründe für die in einer früheren Periode erfassten Wertminderung nicht mehr, wird diese zurückgenommen; davon ausgenommen sind Geschäftswerte.

Aufwendungen aus einer Wertminderung des Geschäftswertes werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, Aufwendungen aus Wertminderungen auf sonstige Vermögenswerte unter den entsprechenden Funktionskosten und Erträge aus Zuschreibungen unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Vorräte

Gerresheimer bewertet Vorräte mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert. Die Zugangsbewertung erfolgt im Wesentlichen zu durchschnittlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Herstellungskosten umfassen neben direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie sonstige mit der Produktion im Zusammenhang stehende Aufwendungen. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden in den Herstellungskosten neben den Umsatzkosten auch Kosten der nicht genutzten Kapazitäten (Leerkosten) erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte werden bilanziert, wenn Gerresheimer Partei der jeweiligen Vereinbarung über den finanziellen Vermögenswert wird. Mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente, die beim erstmaligen Ansatz mit dem Transaktionspreis zu bewerten sind, setzt Gerresheimer finanzielle Vermögenswerte im Zugangszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung der direkt zurechenbaren Transaktionskosten an. Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb finanzieller Vermögenswerte zuzurechnen sind, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind unmittelbar in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang der Erfüllungstag relevant, das heißt der Tag, an dem der Vermögenswert auf den oder vom Gerresheimer Konzern übertragen wird. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Erhalt der Zahlungsströme aus dem Vermögenswert ausgelaufen oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle mit dem Eigentum am Vermögenswert verbundenen Chancen und Risiken übertragen hat.

Finanzielle Vermögenswerte werden im Gerresheimer Konzern in eine der nachfolgenden Bewertungskategorien eingeteilt:

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte: Finanzielle Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen. Zinserträge aus diesen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode ermittelt und im Finanzergebnis erfasst. Sämtliche Gewinne und Verluste, die aus der Ausbuchung, Wertminderung sowie der Währungsumrechnung resultieren, werden direkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Unter diese Kategorie fallen bei Gerresheimer insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die nicht im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen verkauft werden, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, vertragliche Erstattungsansprüche, sonstige Ausleihungen sowie eine Vielzahl der in dem Posten "Sonstige" innerhalb der sonstigen finanziellen Vermögenswerte erfassten Einzelsachverhalte.

Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte: Dieser Kategorie sind Eigenkapitalinstrumente zuzuordnen, bei deren erstmaligem Ansatz Gerresheimer das unwiderrufliche Wahlrecht zur erfolgsneutralen Erfassung der Zeitwertänderungen ausgeübt hat. Dieses Wahlrecht wird im Gerresheimer Konzern auf Einzelfallbasis für verschiedene Beteiligungen ausgeübt. Beim Abgang solcher finanziellen Vermögenswerte werden die im kumulierten sonstigen Ergebnis erfassten Gewinne und Verluste nicht in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert, sondern verbleiben im Eigenkapital. Dividenden aus den Eigenkapitalinstrumenten werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn und Verlust bewertete finanzielle Vermögenswerte: Finanzielle Vermögenswerte, die weder zu fortgeführten Anschaffungskosten noch zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis zu bewerten sind. Bei Gerresheimer sind dies insbesondere derivative Finanzinstrumente mit positiven Marktwerten, die nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung eingebunden sind, sowie Eigenkapitalinstrumente, bei denen das Wahlrecht zur erfolgsneutralen Folgebewertung nicht ausgeübt wurde. Ferner sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen verkauft werden, dieser Bewertungskategorie zugeordnet. Zur weiteren Erläuterung von derivativen Finanzinstrumenten verweisen wir auf Angabe (7).

Für zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte sind Wertminderungen auf Basis der erwarteten Kreditverluste zu erfassen. Gemäß der allgemeinen Vorgehensweise, die mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder Vertragsvermögenswerten ohne signifikante Finanzierungskomponenten für sämtliche der vorgenannten finanziellen Vermögenswerte anzuwenden ist, werden Wertminderungen in Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlustes erfasst, sofern sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat. Sofern sich in den Folgeperioden das Ausfallrisiko signifikant erhöht, bemisst sich die Wertminderung anhand der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste. Zur Beurteilung, ob eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos eingetreten ist, verwendet der Gerresheimer Konzern sämtliche Informationen, die angemessen und ohne unverhältnismäßig hohe Kosten bzw. hohen Aufwand verfügbar sind. Bei Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten wird aufgrund der kurzen Laufzeiten (teilweise tägliche Fälligkeit) und der guten Bonität der Kreditinstitute keine Wertminderung für erwartete Kreditverluste erfasst.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wird abweichend von der allgemeinen Vorgehensweise der vereinfachte Wertminderungsansatz angewendet. Bei diesem Ansatz bemisst sich die Wertminderung stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste. Zur Berechnung der Wertminderung verwendet der Gerresheimer Konzern unter anderem externe und interne Kundenratings, von Informationsdienstleistungsunternehmen beschaffte Ausfallwahrscheinlichkeiten sowie Informationen zu Überfälligkeiten. Sofern verlässliche Informationen bezüglich der Ausfallwahrscheinlichkeiten nicht verfügbar sind, erfolgt die Ermittlung der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste auf Basis der am Stichtag eingetretenen Überfälligkeiten. Ferner werden bei der Ermittlung der Wertminderungen bestehende Kreditversicherungen berücksichtigt, die einen Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen decken.

Bei objektiven Hinweisen auf eine eingetretene Wertminderung werden finanzielle Vermögenswerte einzelwertberichtigt. Objektive Hinweise für eine Wertminderung können unter anderem in einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder eines sonstigen Sanierungsverfahrens, erheblichen finanziellen Schwierigkeiten der Gegenpartei, dem Verschwinden eines aktiven Marktes für diesen finanziellen Vermögenswert oder einem Vertragsbruch begründet sein.

Sonstige Forderungen

Steuerforderungen und sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden zum Nominalwert angesetzt.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden als finanzielle Vermögenswerte zu Nominalwerten bilanziert. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige hochliquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in festgelegte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen. Zahlungsmitteläquivalente weisen eine ursprüngliche Laufzeit von nicht mehr als drei Monaten auf. Die flüssigen Mittel umfassen Bargeld und kurzfristig verfügbare Bankguthaben, die keinen Wertschwankungen unterliegen.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögensgruppen

Der Posten umfasst langfristige Vermögenswerte oder Vermögensgruppen, die in ihrem derzeitigen Zustand veräußert werden können, deren Veräußerung vom zuständigen Management beschlossen und innerhalb von zwölf Monaten hochwahrscheinlich zu erwarten ist.

Die zu einer Veräußerungsgruppe gehörenden langfristigen abnutzbaren Vermögenswerte werden nicht mehr abgeschrieben. Sie sind abzuwerten, wenn der beizulegende Zeitwert abzüglich geschätzter Veräußerungskosten unter dem Buchwert liegt. Wertminderungen erfasst Gerresheimer in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der Konzern verfügt über verschiedene Pensionspläne, die auf die jeweiligen landesspezifischen Regularien und Praktiken ausgerichtet sind. In den USA bestehen darüber hinaus Zusagen, bestimmte medizinische Versorgungsleistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu erbringen.

Zur Bilanzierung von Pensionen und anderen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden leistungsorientierte Pläne (Defined Benefit Plans) von beitragsorientierten Plänen (Defined Contribution Plans) unterschieden. Bei beitragsorientierten Plänen beschränkt sich die Verpflichtung des Konzerns auf die Leistung laufender Jahresbeiträge an einen externen Versorgungsträger. Es besteht keine rechtliche oder faktische Verpflichtung, darüber hinausgehende Beiträge zu zahlen, falls der Versorgungsträger nicht in der Lage ist, seinen Leistungsverpflichtungen für das laufende Jahr oder für frühere Jahre nachzukommen. Dementsprechend erfasst Gerresheimer aus beitragsorientierten Plänen mit Ausnahme von Vorleistungen und Beitragsrückständen keine Vermögenswerte oder Schulden.

Leistungsorientierte Pläne verpflichten demgegenüber das Unternehmen zu Altersversorgungsleistungen. Die im Plan festgelegte Höhe der Leistungsverpflichtung knüpft an Faktoren wie Alter, Dienstzeit und Vergütung an. Die Aufwendungen für die gewährten Leistungen werden gesondert für jeden Plan unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Den laufenden Dienstzeitaufwand und den Nettozinsaufwand ermittelt Gerresheimer auf Basis der Annahmen zum Ende des jeweiligen Vorjahres. Auswirkungen der Neubewertung der Pensionsverpflichtungen, die auf aktualisierten Bewertungsparametern zum Abschlussstichtag basiert, erfasst Gerresheimer im kumulierten sonstigen Ergebnis. Nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen aus Planänderungen oder Plankürzungen erfasst Gerresheimer ergebniswirksam.

Der als Schuld aus einem leistungsorientierten Plan zu erfassende Betrag setzt sich zusammen aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des zur unmittelbaren Erfüllung von Verpflichtungen dienenden Planvermögens.

Die Verpflichtungen werden jährlich durch unabhängige versicherungsmathematische Gutachter bewertet. Die aus Aufzinsung der Nettopensionsverpflichtungen resultierenden Aufwendungen werden im Finanzergebnis erfasst.

Aktienwertsteigerungsrechte (Phantom Stocks)

Die von Gerresheimer an die Mitglieder des Vorstands ausgegebenen Aktienwertsteigerungsrechte sehen die Leistung einer Barvergütung vor, deren Höhe sich nach der Entwicklung des Aktienkurses richtet. Für die von den Begünstigten zum jeweiligen Abschlussstichtag erworbenen Anwartschaften bildet Gerresheimer Rückstellungen zu Lasten des Personalaufwands. Der gesamte Aufwand, der über den Zeitraum von der Zusage bis zum Ausübungszeitpunkt der Phantom Stocks zu erfassen ist, ermittelt sich aus dem jeweiligen beizulegenden Zeitwert der gewährten Phantom Stocks und der erwarteten Fluktuation. Die Parameter werden an jedem Abschlussstichtag überprüft.

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn durch ein Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung begründet wurde, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst. Soweit Gerresheimer mit einer vollständigen oder teilweisen Erstattung des Verpflichtungsbetrages fest rechnen kann, aktiviert die Gesellschaft eine Forderung in der Konzernbilanz.

In den sonstigen Rückstellungen werden auch Verpflichtungen aus Altersteilzeitverhältnissen nach dem Blockmodell erfasst. Das in der Passivphase auszuzahlende Gehalt und die vom Arbeitgeber gewährten Aufstockungsbeträge werden während der Beschäftigungsphase zeitanteilig über die verbleibende Arbeitszeit des Mitarbeiters erfasst. Während die Aufstockungsbeträge ab Beginn der aktiven Phase ausgezahlt werden, werden die Gehaltsanteile ab Beginn der passiven Phase fällig.

Leistungen anlässlich der Beendigung von Arbeitsverhältnissen werden bilanziert, wenn nachweislich eine Verpflichtung besteht, die auf einem detaillierten formellen Plan oder einem konkreten Abfindungsangebot beruht. Leistungen, die erwartungsgemäß nicht innerhalb von zwölf Monaten vollständig zu erfüllen sind, werden auf den Barwert abgezinst.

Ertragsteuern

Zusätzlich zu der Berechnung der tatsächlichen Ertragsteuern werden latente Ertragsteuerschulden (latente Ertragsteuerforderungen) für Abweichungen zwischen den Steuerwerten und den IFRS-Buchwerten von Vermögenswerten und Schulden gebildet, deren Umkehr sich steuerbelastend (steuerentlastend) auswirkt. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern für erwartete Steuervorteile aus der künftigen Nutzung steuerlicher Verlustvorträge und Steuergutschriften angesetzt. Der Berechnung liegen die am Abschlussstichtag gültigen Steuersätze zugrunde, es sei denn, eine Steuersatzänderung ist für den Zeitraum der voraussichtlichen Umkehr der temporären Differenzen bzw. der erwarteten Nutzung von Verlustvorträgen und Steuergutschriften bereits beschlossen. Aktive latente Steuern werden nur berücksichtigt, wenn eine Realisierung der Steuervorteile innerhalb des Planungshorizontes überwiegend wahrscheinlich erscheint.

Veränderungen der angesetzten latenten Steuern führen zu latentem Steueraufwand bzw. -ertrag. Soweit die Veränderung latenter Steuern aus Sachverhalten resultiert, die im kumulierten sonstigen Ergebnis erfasst wurden, werden auch die latenten Steuern und ihre Veränderungen im kumulierten sonstigen Ergebnis berücksichtigt.

Die aktiven und passiven latenten Steuern werden pro Gesellschaft bzw. steuerlichem Organkreis saldiert, sofern sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen, und Gerresheimer ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden zusteht.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten enthalten originäre Verbindlichkeiten und derivative Finanzinstrumente mit negativen Marktwerten.

Die originären Verbindlichkeiten werden bilanziert, wenn eine vertragliche Verpflichtung zur Zahlung entsteht. Sie werden bei erstmaliger Erfassung mit ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich eventueller Transaktionskosten angesetzt. Anschließend werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet. Unterschiede zwischen ihrem Zugangswert und dem Erfüllungsbetrag werden über die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als Zinsaufwand erfasst.

Bedingte Gegenleistungen im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben sowie nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung eingebundene derivative Finanzinstrumente sind hiervon abweichend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren.

Finanzielle Verbindlichkeiten sind auszubuchen, wenn sie beglichen, aufgehoben oder verjährt und damit erloschen sind.

Sonstige Verbindlichkeiten

Gerresheimer bewertet Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern oder sozialer Sicherheit sowie sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten mit ihrem Erfüllungsbetrag. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen, für die der Kunde die Gegenleistung bereits erbracht hat, werden als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen.

Realisierung der Erlöse

Gerresheimer erfasst Umsatzerlöse, soweit das Unternehmen die Verfügungsgewalt über die zu liefernden Güter oder zu erbringenden Dienstleistungen auf den Kunden übertragen hat. Die Verfügungsgewalt liegt beim Kunden, wenn dieser die Nutzung eigenständig bestimmen und den verbleibenden Nutzen aus einem Produkt oder einer Dienstleistung ziehen kann. Beim Verkauf von Waren erfolgt die Umsatzerfassung zeitpunktbezogen mit der Auslieferung. Umsatzerlöse werden dabei zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem die Risiken und Chancen, die mit der Eigentumsübertragung verbunden sind, auf den Kunden übergehen, sofern die Umsatzerlöse und Kosten verlässlich bewertet werden können, der Erhalt des Entgelts wahrscheinlich ist, Gerresheimer kein weiteres Verfügungsrecht über die Güter mehr zusteht und es unwahrscheinlich ist, dass erfasste Umsatzerlöse storniert werden müssen.

Umsatzerlöse aus Dienstleistungen werden demgegenüber über den Zeitraum der Leistungserbringung und nach Maßgabe des erreichten Leistungsfortschritts erfasst.

Umsatzerlöse sind der Höhe nach auf denjenigen Betrag begrenzt, den Gerresheimer für die Erfüllung von Leistungsverpflichtungen zu erhalten für hoch wahrscheinlich erachtet. Die ausgewiesenen Umsatzerlöse sind um Beträge, die für Dritte eingezogen werden (z.B. Umsatzsteuer), sowie um tatsächliche und erwartete Erlösminderungen aus Rabatten, Skonti und Boni gekürzt. Schätzungen bezüglich der Erlösminderungen basieren vor allem auf Erfahrungen der Vergangenheit und spezifischen Vertragsbedingungen. Umsatzerlöse werden überdies um Beträge für zu erwartende Retouren fehlerhafter Ware oder in Verbindung mit vertraglichen Vereinbarungen über die Rückgabe verkaufsfähiger Produkte zum Zeitpunkt des Verkaufes oder zum Zeitpunkt, zu dem die Höhe künftiger Rückgaben verlässlich bestimmt werden kann, gekürzt. Zinserträge werden nach der Effektivzinsmethode erfasst.

Kundenspezifische Fertigungsaufträge

Gerresheimer erfasst Erlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen während des Zeitraums der Erfüllung des Vertrags in dem Maße, wie die Kontrolle über die zu liefernden Güter und zu erbringenden Leistungen auf den Kunden übergeht. Den so definierten Fertigstellungsgrad des Kundenvertrages ermittelt Gerresheimer nach dem Verhältnis der angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt erwarteten Auftragskosten (Cost-to-Cost- Methode). Sofern die angefallenen Auftragskosten zuzüglich ausgewiesener Gewinne und abzüglich ausgewiesener Verluste die vom Kunden erhaltene Gegenleistung übersteigen, wird der Saldo als Vertragsvermögenswert ausgewiesen. Im umgekehrten Fall wird der passivische Saldo als Vertragsverbindlichkeit ausgewiesen.

Sofern das Ergebnis eines kundenspezifischen Fertigungsauftrags nicht verlässlich geschätzt werden kann, werden die Auftragserlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst, die wahrscheinlich einbringlich sind.

Auftragskosten werden erfolgswirksam erfasst, wenn sie anfallen, es sei denn, sie schaffen einen Vermögenswert für die künftige Auftragserfüllung; in diesem Fall aktiviert Gerresheimer die Kosten und berücksichtigt sie in dem Maße als Aufwand, wie sie dazu dienen, Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden zu übertragen. Ist es wahrscheinlich, dass die Auftragskosten die gesamten Auftragserlöse übersteigen werden, wird der erwartete Verlust als Aufwand in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen, die sich auf den Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden, die Höhe der erfassten Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angabe von Eventualverbindlichkeiten und -forderungen auswirken. Obwohl die Schätzungen fortlaufend überprüft werden und auf dem besten Wissen des Managements bezüglich der laufenden Ereignisse und Handlungen basieren, können die tatsächlichen zukünftigen Ergebnisse von den Schätzungen abweichen. Anpassungen bezüglich der für die Rechnungslegung relevanten Schätzungen werden in der Periode der Änderung erfolgswirksam berücksichtigt, sofern die Änderung nur diese Periode betrifft. Eine Änderung wird in der Periode der Änderung und in späteren Perioden erfolgswirksam berücksichtigt, sofern die Änderung sowohl die Berichtsperiode als auch spätere Perioden betrifft. Schätzungsänderungen lassen die Vorjahreswerte unberührt.

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen und sonstigen Schätzungsunsicherheiten, die bei einer Änderung der Verhältnisse zu wesentlichen Anpassungen in der Rechnungslegung führen können, sind nachstehend dargestellt.

Zur Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen wird die Erwerbsmethode angewendet. Nach dieser Methode sind bei Unternehmenszusammenschlüssen sämtliche identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des übernommenen Unternehmens mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Zeitpunkt des Erwerbs in den Konzernabschluss zu übernehmen. Um die beizulegenden Zeitwerte zu bestimmen, sind Schätzungen notwendig. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel von unabhängigen Gutachtern bewertet. Auch zur Bewertung immaterieller Vermögenswerte bedient sich Gerresheimer in Abhängigkeit von der Art des Vermögenswertes und der Komplexität der Bewertungsmethode gutachterlicher Expertise. Die Wertermittlungen basieren regelmäßig auf Planungen des Managements zu den mit den Vermögenswerten erzielbaren Nettozahlungen sowie zur Höhe des angemessenen Abzinsungssatzes.

Für die Beurteilung der Werthaltigkeit eines Geschäftswertes ist der Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu ermitteln, der er zuzuordnen ist. Die Berechnung des Nutzungswertes verlangt eine Schätzung künftiger Cashflows für die zahlungsmittelgenerierende Einheit sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung. Fallen die künftigen Cashflows geringer aus als vom Management geschätzt, kann in Zukunft eine Wertminderung zu erfassen sein. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Ausführungen unter Angabe (18).

Die Höhe von Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern wird durch Annahmen über künftige Entwicklungen stark beeinflusst. Der Wert der Verpflichtungen aus Altersversorgung für Arbeitnehmer wird nach versicherungsmathematischen Methoden ermittelt, die auf Annahmen hinsichtlich des Rechnungszinses, der erwarteten Gehalts- und Rententrends und der Lebenserwartung beruhen. Sie können aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen zum Teil erheblich von den künftigen tatsächlichen Entwicklungen abweichen. Zudem bezuschusst Gerresheimer die Krankheitskosten von Mitarbeitern in den USA nach Eintritt in den Ruhestand. Falls Änderungen der Annahmen in Bezug auf die genannten Parameter erforderlich sind, können sich Auswirkungen auf die künftige Höhe der Aufwendungen für Altersversorgung, des Eigenkapitals und der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ergeben. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Ausführungen unter Angabe (27).

Der Gerresheimer Konzern ist in zahlreichen Ländern operativ tätig und unterliegt somit unterschiedlichen Steuerjurisdiktionen. Soweit keine Gruppenbesteuerungssysteme wie die Organschaft zur Anwendung kommen, sind für jedes Besteuerungssubjekt gesondert die geschuldeten Ertragsteuern, die Steuerforderungen bzw. -verbindlichkeiten, die temporären Differenzen und Verlustvorträge sowie daraus resultierende aktive und passive latente Steuerpositionen zu ermitteln. Einer signifikanten Schätzungsunsicherheit unterliegen aktive latente Steuern. Aktive latente Steuern werden so weit berücksichtigt, wie ihre Realisierung innerhalb des Planungshorizonts überwiegend wahrscheinlich zu erwarten ist. Die Realisierung aktiver latenter Steuern ist folglich insbesondere davon abhängig, dass für die jeweilige Steuerart in der betreffenden Steuerjurisdiktion künftig ausreichend zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird. Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenzuflusses sind verschiedene Faktoren wie die Unternehmensplanung, Verlustvortragsbeschränkungen, Mindestbesteuerungen und Steuergestaltungsstrategien zu berücksichtigen. Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern können sich verringern, falls die Schätzungen des geplanten zu versteuernden Ergebnisses zu revidieren sind oder Steuerrechtsänderungen den zeitlichen Rahmen oder den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Ausführungen unter Angabe (16).

Der beizulegende Zeitwert der Aktienwertsteigerungsrechte (Phantom Stocks) wird zeitanteilig als Personalaufwand und gleichzeitig als Rückstellung erfasst, da eine Verpflichtung zum Barausgleich vorliegt. Für die Ermittlung des Wertes der Phantom Stocks wird ein anerkanntes Optionspreismodell (Binomialmodell) verwendet. Die in dieses Bewertungsmodell einfließenden Parameter und die beizulegenden Zeitwerte der jeweiligen Tranchen sind in Angabe (28) dargestellt. Notwendige Änderungen der Annahmen in Bezug auf die genannten Parameter können sich auf die künftige Höhe der Aufwendungen, auf das Eigenkapital und auf die Rückstellung für Verpflichtungen aus den Phantom Stocks auswirken.

Erlöse aus kundenspezifischen Fertigungs- und Entwicklungsaufträgen werden nach Maßgabe der Übertragung von Gütern und Leistungen auf den Kunden erfasst (Percentage-of-Completion- Methode). Den Umfang der für den Kunden erbrachten Leistung ermittelt Gerresheimer nach dem Verhältnis der angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt erwarteten Auftragskosten (Cost-to-Cost- Methode). Die wesentlichen Schätzungen betreffen die gesamten Auftragskosten und die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten. Die Schätzungen werden kontinuierlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Daraus können sich Einflüsse auf die Höhe der ausgewiesenen Umsatzerlöse und auf das Ergebnis aus dem Fertigungsauftrag ergeben.

(7) Finanzrisikomanagement und derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt.

Ein konzernweites Finanzrisikomanagement überwacht die finanziellen Risiken des Konzerns zentral. Identifizierte Risikopotenziale werden nach klar definierten Richtlinien durch geeignete Sicherungsmaßnahmen gesteuert.

Außer auf Preisrisiken, die sich durch Schwankungen an den Geld- und Kapitalmärkten sowie an den internationalen Rohstoffmärkten ergeben, ist das Risikomanagement auf Kredit- und Liquiditätsrisiken fokussiert.

Entsprechend der konzerninternen Finanzrichtlinie werden Devisentermingeschäfte und Devisenswaps zur Absicherung von Wechselkursrisiken verwendet. Als Risikoexposure zieht das Währungsmanagement grundsätzlich nur Transaktionsrisiken in Betracht. Die Währungsderivate werden zur Absicherung definierter Grundgeschäfte verwendet und entsprechend als Sicherungsinstrumente bilanziert.

Die sich aus den Liefer- und Leistungsbeziehungen des Konzerns ergebenden Kredit- und Bonitätsrisiken werden durch das Kredit- und Forderungsmanagement und die Vertriebsbereiche der operativen Gesellschaften überwacht. Mit dem Ziel, Forderungsausfälle zu vermeiden, unterliegen die Kunden einer laufenden internen Bonitätskontrolle. Forderungen gegen Kunden, die über kein erstklassiges Rating verfügen, werden grundsätzlich versichert.

Die Liquiditätssituation des Konzerns wird durch komplexe Planungsinstrumente überwacht und gesteuert. Durch eine rollierende Finanz- und Liquiditätsplanung werden Risiken der künftigen Beschaffung von Finanzmitteln identifiziert und gesteuert.

Sämtliche derivativen Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente mit einem positiven beizulegenden Zeitwert werden unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten, Derivate mit einem negativen beizulegenden Zeitwert unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden unter Anwendung der zum Abschlussstichtag relevanten Wechselkurse, Zinssätze und Bonitäten ermittelt. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Betrag, den die Konzerngesellschaften bei einer Übertragung der derivativen Finanzinstrumente am Abschlussstichtag in einer gewöhnlichen Transaktion auf einen Marktteilnehmer erhalten oder leisten müssten. Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von derivativen Finanzinstrumenten werden ergebniswirksam erfasst.

Die zur Absicherung gegen Währungsrisiken eingesetzten Währungsderivate hat Gerresheimer aufgrund ihrer kurzen Laufzeit nicht als Sicherungsinstrumente designiert. Änderungen ihres beizulegenden Zeitwertes werden nach den allgemeinen Regeln der Derivatebilanzierung erfolgswirksam verbucht.

(8) Konzern-Kapitalflussrechnung

Die Konzern-Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich der Finanzmittelbestand des Gerresheimer Konzerns im Laufe des Geschäftsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert hat. Die Auswirkungen von Akquisitionen und Desinvestitionen sind gesondert ausgewiesen.

Der Posten "Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen" beinhaltet in der Vorjahresperiode die Zahlung des zweiten fixen Kaufpreisteilbetrages am 17. Dezember 2018 sowie die Zahlung eines bedingten Kaufpreisteilbetrages am 2. Juli 2019 für den Erwerb der Sensile Medical AG, Olten (Schweiz). In dem Posten "Einzahlungen aus Desinvestitionen" spiegelt sich die Liquidation der Beteiligung Micro Center Central-Switzerland AG, Samen (Schweiz) wider. In der Vorjahresperiode beinhaltet dieser Posten den Abgang der Zahlungsmittel der Gerresheimer Buenos Aires S.A., Buenos Aires (Argentinien) zum 30. November 2019. Der in der Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesene Finanzmittelbestand beinhaltet Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, bestehend aus Kassenbeständen, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten sowie gegenläufig Kontokorrentverbindlichkeiten.

Die Veränderung der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit stellt sich wie folgt dar:

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Zahlungsflüsse Nicht zahlungswirksame Veränderungen
In Tsd. Euro 30.11.2019 Mittelzufluss Mittelabfluss Abgänge Währungseinfluss Neue Verträge
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Schuldscheindarlehen 674.293 325.000 -190.475 - - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 308.523 174.496 -312.127 - -1.355 -
Abgegrenzte Bereitstellungsgebühren -1.484 - -571 - 15 -
Leasing-/​Ratenkaufverbindlichkeiten 10.302 - -10.922 -149 -1.103 12.644
991.634 499.496 -514.095 -149 -2.443 12.644

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Nicht zahlungswirksame Veränderungen
In Tsd. Euro Änderung im Fair Value Erstanwendung IFRS 16 30.11.2020
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Schuldscheindarlehen 229 - 809.047
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - 169.537
Abgegrenzte Bereitstellungsgebühren 1.005 - -1.035
Leasing-/​Ratenkaufverbindlichkeiten - 28.810 39.584
1.234 28.810 1.017.133

Die in der Konzernbilanz ausgewiesenen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten, die in der Konzern-Kapitalflussrechnung nicht unter dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit dargestellt werden.

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(9) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse sind von 1.392.255 Tsd. Euro im Geschäftsjahr 2019 um 1,9 % auf 1.418.786 Tsd. Euro im Geschäftsjahr 2020 angestiegen.

Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus Verkäufen von Erzeugnissen und Waren. Aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen wurden im Berichtsjahr Erlöse in Höhe von 51.156 Tsd. Euro (Vorjahr: 51.019 Tsd. Euro) erfasst.

Für Informationen zu Vertragssalden verweisen wir auf die Ausführungen unter Angabe (25).

Im Rahmen der Segmentberichterstattung unter Angabe (34) sind die Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen und Regionen dargestellt.

(10) Umsatzkosten

In den Umsatzkosten sind die Kosten der verkauften Erzeugnisse und die Einstandskosten der verkauften Handelswaren enthalten. Die Kosten der umgesetzten Leistungen enthalten sowohl die unmittelbaren leistungsbezogenen Kosten wie Fertigungsmaterial, Personal- und Energiekosten und Abschreibungen auf Produktionsanlagen als auch die mittelbar zurechenbaren Kosten wie Reparaturkosten. In den Umsatzkosten sind insgesamt Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von 99.660 Tsd. Euro (Vorjahr: 224.719 Tsd. Euro) enthalten, von denen auf Abschreibungen und Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen aus Kaufpreisallokationen 2.419 Tsd. Euro (Vorjahr: 127.654 Tsd. Euro) entfallen.

Durch die unerwartete kundenseitige Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes ist im Vorjahr eine Wertminderung auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical auf drei Patente in Höhe von 3.633 Tsd. Euro gebildet worden. Aus der Werthaltigkeitsprüfung auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical hat sich im Vorjahr ein Bedarf einer Wertminderung auf Fair Value-Anpassungen auf Technologien in Höhe von 102.972 Tsd. Euro sowie einer Wertminderung auf Entwicklungskosten von 4.250 Tsd. Euro ergeben.

Die angefallenen Kosten für Vorräte wurden während des Jahres in Höhe von 397.263 Tsd. Euro (Vorjahr: 362.179 Tsd. Euro) aufwandswirksam erfasst.

(11) Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten

Die Vertriebskosten enthalten die Personal- und Sachkosten der Vertriebsorganisationen und der Distribution (unter anderem Frachten und Provisionen). Zudem sind in den Vertriebskosten Abschreibungen und Wertminderungen von 32.788 Tsd. Euro (Vorjahr: 33.427 Tsd. Euro) enthalten. Von den Abschreibungen entfallen 30.374 Tsd. Euro (Vorjahr: 31.046 Tsd. Euro) auf Fair Value-Anpassungen aus Kaufpreisallokationen. Weiterhin sind im Vorjahresbetrag Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen auf Markenrechte in Höhe von 864 Tsd. Euro im Geschäftsbereich Advanced Technologies enthalten. Die Wertminderungen resultieren aus der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäftswerte.

Die allgemeinen Verwaltungskosten enthalten im Wesentlichen Personal- und Sachkosten der Verwaltungsstellen sowie Abschreibungen in Höhe von 9.309 Tsd. Euro (Vorjahr: 6.467 Tsd. Euro).

(12) Personalaufwand und Mitarbeiter

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

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In Tsd. Euro 2020 2019
Löhne und Gehälter 365.153 358.081
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 65.631 63.290
Aufwendungen für Altersversorgung 4.562 3.468
Personalaufwand 435.346 424.839

Die Anzahl der im Geschäftsjahr 2020 durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter beträgt wie folgt:

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2020 2019
Angestellte 2.422 2.436
Arbeiter 7.257 7.243
Auszubildende 203 201
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 9.882 9.880

(13) Sonstige betriebliche Erträge

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In Tsd. Euro 2020 2019
Erträge aus sonstigen Erstattungsansprüchen gegen Dritte 14.403 6.593
Einmalige Erträge 8.165 2.941
Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten 2.740 4.721
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.750 4.225
Erträge aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 1.611 200
Erträge aus Verschrottungen 877 1.152
Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen - 129.801
Erträge aus sonstigen Steuererstattungen - 455
Sonstige Erträge 3.609 3.645
Sonstige betriebliche Erträge 33.155 153.733

Die Erträge aus sonstigen Erstattungsansprüchen gegen Dritte sind im Wesentlichen auf Erträge aus Versicherungserstattungen zurückzuführen. Diese Versicherungserstattungen stellen die Kompensation für die entstandenen finanziellen Verluste im Zusammenhang mit dem Wannenschaden in unserem Werk in den USA (9.623 Tsd. Euro) sowie aus dem Brand in einem Lager in einem deutschen Behälterglaswerk (3.774 Tsd. Euro) dar. Darüber hinaus sind in diesem Posten 399 Tsd. Euro aus Erstattungsansprüchen gegen verschiedene Lieferanten und Kunden ausgewiesen (Vorjahr: 3.317 Tsd. Euro).

Die einmaligen Erträge sind hauptsächlich auf einen Buchgewinn aus der Veräußerung eines Grundstückes in der Schweiz zurückzuführen, welches in der Konzernbilanz zum 30. November 2019 zu den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zählte. Darüber hinaus sind auch die noch vorhandenen Anlagen und Maschinen in diesem Zuge veräußert worden. Die einmaligen Erträge des Vorjahres stehen ebenfalls im Zusammenhang mit einem Buchgewinn aus der Veräußerung eines Grundstückes in der Schweiz.

Im Vorjahr stehen die sonstigen betrieblichen Erträge im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen in Höhe von 129.801 Tsd. Euro aus dem Erwerb der Sensile Medical. Die Ausbuchung ist darauf zurückzuführen, dass die vertraglich vereinbarten Meilensteine aufgrund von unerwarteten kundenseitigen Kündigungen von Projekten zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen und zur Behandlung von Diabetes sowie Projektverzögerungen nicht erreicht wurden.

(14) Restrukturierungsaufwendungen

Als Restrukturierungsaufwendungen erfasst Gerresheimer Aufwendungen nach einem vom Management geplanten und überwachten Programm, das entweder ein Geschäftsfeld des Konzerns oder die Art, wie die Geschäftstätigkeit ausgeübt wird, wesentlich verändert.

In dem Betrag sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen mit 1.844 Tsd. Euro saldiert. Die Aufwendungen des Berichtsjahres betreffen die in den Geschäftsjahren 2015 und 2017 beschlossenen Werksschließungen im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass.

(15) Sonstige betriebliche Aufwendungen

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In Tsd. Euro 2020 2019
Einmalige Aufwendungen 17.440 9.334
Forschung und Entwicklung 7.656 3.591
Vertragsanpassung im Zusammenhang mit der Kündigung von Projekten 3.965 9.241
Zuführung zu Wertberichtigungen auf Forderungen und Verlust aus der Ausbuchung von Forderungen 2.205 1.204
Aufsichtsratsvergütungen und Auslagenerstattungen 1.411 1.408
Währungsverluste 1.304 27
Verlust aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 381 371
Wertminderung Geschäftswert - 5.014
Sonstige Aufwendungen 5.443 3.051
Sonstige betriebliche Aufwendungen 39.805 33.241

Die einmaligen Aufwendungen umfassen mit 1.249 Tsd. Euro Kosten für strategische und strukturelle Personalanpassungen aufgrund von Automatisierung und Digitalisierung sowie Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass. Weiterhin sind Aufwendungen in Höhe von 6.296 Tsd. Euro im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie enthalten, welche im Wesentlichen auf die Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit, die Einführung und Einhaltung von Sicherheitskonzepten sowie Sonderzahlungen an Mitarbeiter zurückzuführen sind.

(16) Ertragsteuern

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In Tsd. Euro 2020 2019
Tatsächliche Ertragsteuern -40.966 -36.319
Latente Ertragsteuern -4.298 20.832
Ertragsteuern -45.264 -15.487

Für die Ermittlung der Ertragsteuern in Deutschland wurde, wie im Vorjahr, ein kombinierter Steuersatz von 29,0 % verwendet, der sich aus dem Körperschaftsteuersatz von 15,0 %, dem Solidaritätszuschlag von 5,5 % und einem durchschnittlichen Gewerbesteuersatz von 13,0 % ergibt. Die für ausländische Tochterunternehmen zugrunde gelegten jeweiligen Ertragsteuersätze lagen zwischen 0,0 % und 34,0 % (Vorjahr: 0,0 % bis 34,0 %). Für einige Tochterunternehmen in China gelten zeitlich befristete Steuerprivilegien, so dass hier ein Ertragsteuersatz von 10,0 % bzw. 15,0 % zur Anwendung kam. Für das Tochterunternehmen in der Republik Nordmazedonien gilt eine zeitlich auf zehn Jahre befristete Steuerbefreiung.

Die auf Basis des kombinierten Steuersatzes erwarteten Ertragsteueraufwendungen weichen von den ausgewiesenen wie folgt ab:

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In Tsd. Euro 2020 2019
Konzernergebnis vor Ertragsteuern 135.145 98.168
Erwarteter Steueraufwand: 29 % (Vorjahr: 29 %) -39.192 -28.469
Verlustvorträge ohne aktive latente Steuern -2.858 -3.486
Abweichende Steuersätze Ausland 3.557 -5.737
Nicht abziehbare Aufwendungen -2.586 -4.895
Steuerfreie Erträge -83 37.549
Effekte aus Änderung der Steuersätze 369 -7.822
Veränderung Wertberichtigung auf aktive latente Steuern -4.652 -2.929
Steuern aus Vorperioden 458 455
Sonstige -277 -153
Summe Unterschiede -6.072 12.982
Ertragsteuern -45.264 -15.487
Steuerquote 33,5 % 15,8 %

Die Steuerquote im Geschäftsjahr 2020 beträgt 33,5 %. Im Vorjahr war zu berücksichtigen, dass der im Geschäftsjahr 2019 erfasste sonstige betriebliche Ertrag in Höhe von 129.801 Tsd. Euro aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical nicht steuerbar ist. Darüber hinaus hatte die unerwartete kundenseitige Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes und die hieraus resultierenden Wertminderungen in Höhe von 113.100 Tsd. Euro in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical Auswirkungen auf das Konzernergebnis vor Ertragsteuern sowie Auswirkungen auf die Ertragsteuern selbst. Ohne diesen einmaligen Sachverhalt in 2019 hätte sich eine vergleichbare Steuerquote von 29,3 % für das Geschäftsjahr 2019 ergeben. Der Anstieg der Steuerquote in 2020 resultiert vor allem aus der Wertberichtigung der aktiven latenten Steuern auf zeitlich begrenzte Verlustvorträge einer ausländischen Tochtergesellschaft sowie aus der Ertragsteuerbelastung auf das im Rahmen der Schließung des Standorts Küssnacht veräußerte Betriebsgrundstück.

Die latenten Steuern verteilen sich auf folgende wesentliche Bilanzposten und Verlustvorträge:

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30.11.2020 30.11.2019
In Tsd. Euro Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
--- --- --- --- ---
Langfristige Vermögenswerte 3.537 168.345 4.030 182.117
Vorräte 1.992 2.787 1.067 2.397
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 1.232 1.229 392 1.366
Pensionsrückstellungen 27.664 - 27.454 -
Sonstige Rückstellungen 7.439 - 7.284 -
Verbindlichkeiten und sonstige Schulden 2.693 - 3.617 -
Sonstige Rückstellungen und Verbindlichkeiten - 1.611 - 2.732
Sonstige finanzielle Vermögenswerte/​Verbindlichkeiten 3 - 15 -
Verlustvorträge 10.837 - 19.383 -
55.397 173.972 63.242 188.612
Saldierung -42.592 -42.592 -46.176 -46.176
Latente Steuern 12.805 131.380 17.066 142.436

Die aktiven und passiven latenten Steuern werden pro Gesellschaft bzw. steuerlichem Organkreis saldiert, sofern sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen, und Gerresheimer ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden zusteht.

Die latenten Ertragsteuern, die im sonstigen Ergebnis verrechnet werden, führen zu einer Erhöhung des Eigenkapitals in Höhe von 2.221 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.662 Tsd. Euro). Sie entfallen in voller Höhe auf die Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen.

Bei Tochterunternehmen der Gerresheimer AG sind auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 102.686 Tsd. Euro (Vorjahr: 93.637 Tsd. Euro) keine aktiven latenten Steuern gebildet worden, da mit einer künftigen Nutzung dieser Verlustvorträge innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht gerechnet wird. Darin enthalten sind körperschaftsteuerliche Verlustvorträge von 11 Tsd. Euro (Vorjahr: 11 Tsd. Euro) und gewerbesteuerliche Verlustvorträge von 9.181 Tsd. Euro (Vorjahr: 9.170 Tsd. Euro) bei inländischen Tochterunternehmen.

Bei ausländischen Konzerngesellschaften wurden trotz Verlusten im laufenden Jahr bzw. im Vorjahr aktive latente Steuern in Höhe von 1.208 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.098 Tsd. Euro) auf Verlustvorträge gebildet, da die Unternehmen von zukünftigen steuerlichen Gewinnen ausgehen. Es besteht hinreichende Sicherheit, dass die Verlustvorträge realisiert werden können.

Zeitlich begrenzte Verlustvorträge in Höhe von 84.841 Tsd. Euro, die im Zeitraum von 2021 bis 2030 nutzbar sind (Vorjahr: 60.773 Tsd. Euro, Zeitraum 2020 bis 2027), betreffen ausschließlich ausländische Gesellschaften.

Mit Wirkung vom 1. Dezember 2019 wurde ein Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Gerresheimer Holdings GmbH und der Gerresheimer Group GmbH abgeschlossen. Somit wurde der Organkreis der Gerresheimer AG auf die Gerresheimer Group GmbH mit ihren direkten und indirekten deutschen 100 %-Tochtergesellschaften ausgeweitet. Die Beendigung der Organschaftspause zwischen der Gerresheimer Holdings GmbH und der Gerresheimer Group GmbH erfolgte nach dem Verbrauch von Verlustvorträgen der Gerresheimer Group GmbH.

Für zu versteuernde temporäre Differenzen bei Anteilen an vollkonsolidierten Tochterunternehmen in Höhe von 33.528 Tsd. Euro (Vorjahr: 34.629 Tsd. Euro) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da die Gerresheimer AG den Zeitpunkt der Umkehr der temporären Differenzen steuern kann und sich die Differenzen in absehbarer Zeit voraussichtlich nicht umkehren werden.

(17) Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird mittels Division des auf die Aktionäre der Gerresheimer AG entfallenden Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien ermittelt. Zum Ende der Berichtsperiode waren, wie im Vorjahr, keine verwässernden Finanzinstrumente im Umlauf, weshalb das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie entspricht.

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2020 2019
Auf die Aktionäre der Gerresheimer AG entfallendes Konzernergebnis in Tsd. Euro 88.559 80.781
Gewichtete durchschnittliche Anzahl Stammaktien in tausend 31.400 31.400
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie in Euro 2,82 2,57

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ

(18) Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

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In Tsd. Euro Geschäftswerte Kundenbeziehungen, Markenrechte, Technologien und ähnliche Werte Entwicklungskosten Sonstige Immaterielle Vermögenswerte
Anschaffungskosten zum 30. November 2020
Buchwert Vorjahr 681.022 1.080.678 36.751 52.249 1.850.700
Währungsumrechnung -29.848 -47.369 -213 -327 -77.757
Zugänge - - 21.312 6.279 27.591
Abgänge - - - -736 -736
Umbuchungen - - - 92 92
Buchwert 651.174 1.033.309 57.850 57.557 1.799.890
Kumulierte Abschreibungen zum 30. November 2020
Buchwert Vorjahr 8.864 439.330 16.192 29.140 493.526
Währungsumrechnung - -17.104 -17 -364 -17.485
Abgänge - - - -455 -455
Abschreibungen - 42.467 1.731 4.223 48.421
Wertminderungen - - 1.484 - 1.484
Buchwert 8.864 464.693 19.390 32.544 525.491
Nettobuchwert 642.310 568.616 38.460 25.013 1.274.399

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In Tsd. Euro Geschäftswerte Kundenbeziehungen, Markenrechte, Technologien und ähnliche Werte Entwicklungskosten Sonstige Immaterielle Vermögenswerte
Anschaffungskosten zum 30. November 2019
Buchwert Vorjahr 674.437 1.064.735 30.933 47.623 1.817.728
Währungsumrechnung 6.809 15.493 38 102 22.892
Zugänge - - 5.857 6.199 12.056
Abgänge -224 - -70 -1.303 -1.597
Umbuchungen - - -7 -372 -379
Buchwert 681.022 1.080.678 36.751 52.249 1.850.700
Kumulierte Abschreibungen zum 30. November 2019
Buchwert Vorjahr 3.850 275.468 5.806 26.925 312.049
Währungsumrechnung - 4.298 2 93 4.393
Abgänge - - -70 -1.294 -1.364
Umbuchungen - - - -203 -203
Abschreibungen - 55.728 2.571 3.619 61.918
Wertminderungen 5.014 103.836 7.883 - 116.733
Buchwert 8.864 439.330 16.192 29.140 493.526
Nettobuchwert 672.158 641.348 20.559 23.109 1.357.174

Wesentliche immaterielle Vermögenswerte resultieren aus Unternehmensakquisitionen. Die Abschreibungen auf die identifizierten immateriellen Vermögenswerte aus Unternehmensakquisitionen bezeichnet Gerresheimer als Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind in den Umsatz- und Vertriebskosten enthalten. Markenrechte - mit Ausnahme bei zwei Gesellschaften - haben eine unbestimmte Nutzungsdauer.

Die Geschäftswerte sind fünf (Vorjahr: fünf) zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet:

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Geschäftswerte
In Tsd. Euro 30.11.2020 30.11.2019
--- --- ---
Plastics & Devices
Plastic Packaging 79.738 86.191
Medical Systems 115.468 115.468
Centor 257.443 280.838
Primary Packaging Glass
Converting 63.341 63.341
Moulded Glass 126.320 126.320
Geschäftswerte 642.310 672.158

Zur Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäftswerte hat Gerresheimer geprüft, ob der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten jeweils mindestens den Buchwert des Vermögens deckt. Der erzielbare Betrag wird als höherer Wert aus Nutzungswert und Nettoveräußerungswert ermittelt. Der Nutzungswert, dem Cashflow-Prognosen auf Basis der Unternehmensplanung für die Geschäftsjahre 2021 bis 2025 (Vorjahr: 2020 bis 2024) zugrunde liegen, stellt bei Gerresheimer das führende Wertkonzept dar. Die Unternehmensplanung berücksichtigt historische Entwicklungen und aktuelle Markterwartungen. Für die nachhaltige Entwicklung der Folgejahre wurde, wie im Vorjahr, eine Wachstumsrate von 1,0 % berücksichtigt. Die Diskontierung der zukünftigen Cashflows erfolgt mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital). Sowohl der Beta-Faktor zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten als auch die Fremdkapitalkosten wurden aus Kapitalmarktdaten einer Gruppe von vergleichbaren Unternehmen (Peer Group) abgeleitet.

Die Unternehmensplanung berücksichtigt stabil wachsende Absatzmärkte für Pharmaprodukte. Die Annahme basiert beispielsweise auf der demografischen Entwicklung, die in Verbindung mit der ansteigenden Weltbevölkerung sowie einer steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung zu einem wachsenden Bedarf an medizinischer Versorgung führt. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den für uns relevanten Megatrends wider (siehe Kapitel "Strategie und Ziele" im zusammengefassten Lagebericht).

Ausgehend von den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern wurden mittels eines iterativen Verfahrens die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten vor Steuern ermittelt, die sich für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wie folgt darstellen:

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Kapitalkosten vor Steuern
In % 30.11.2020 30.11.2019
--- --- ---
Plastics & Devices
Plastic Packaging 9,5 7,5
Medical Systems 7,0 7,7
Centor 7,0 5,9
Primary Packaging Glass
Converting 7,2 6,0
Moulded Glass 6,6 7,1

Aus der Werthaltigkeitsprüfung für die Geschäftswerte hat sich kein Abwertungsbedarf ergeben. Die Veränderung der dargestellten Buchwerte der Geschäftswerte der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ergibt sich ausschließlich aus Währungseffekten.

Bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen zum 30. November 2020 ein Geschäftswert zugeordnet ist, führt keine nach vernünftigem Ermessen für möglich gehaltene Änderung der zur Bestimmung des Nutzungswertes getroffenen Grundannahmen dazu, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihren erzielbaren Betrag wesentlich übersteigt.

Die zum 30. November 2020 aktivierten Markenrechte sind in nachfolgender Tabelle dargestellt:

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In Tsd. Euro 30.11.2020 30.11.2019
Plastic Packaging 15.152 16.301
Davon mit unbestimmter Nutzungsdauer 15.152 16.301
Medical Systems 4.957 4.957
Davon mit unbestimmter Nutzungsdauer 4.957 4.957
Centor 2.770 3.226
Davon mit unbestimmter Nutzungsdauer - -
Sensile Medical 1.906 2.157
Davon mit unbestimmter Nutzungsdauer - -
Markenrechte 24.785 26.641

Die Veränderung der Buchwerte der Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer ergibt sich ausschließlich aus Währungseffekten.

Im Geschäftsjahr 2020 wurden 7.656 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.591 Tsd. Euro) für Forschung und Entwicklung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst. Der Konzern hat darüber hinaus Entwicklungskosten im Umfang von 21.312 Tsd. Euro (Vorjahr: 5.857 Tsd. Euro) aktiviert. Der Anstieg der aktivierten Entwicklungskosten gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus Projekten im Geschäftsbereich Advanced Technologies und hierbei vor allem aus der planmäßigen Weiterentwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen.

Unter dem Posten "Sonstige" sind im Wesentlichen Lizenzen, Standard-EDV-Programme sowie geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte erfasst. Die Lizenzen betreffen insbesondere ein integriertes, passives Spritzensicherheitssystem und ein neues Produktportfolio vorfüllbarer, steriler Injektionsfläschchen Gx® RTF Vials und das dazugehörige technologische Know-how.

(19) Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die Sachanlagen und die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien setzen sich wie folgt zusammen:

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In Tsd. Euro Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten (betrieblich genutzt) Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Sachanlagen Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Anschaffungskosten zum 30. November 2020
Buchwert Vorjahr 255.126 892.896 91.640 167.429 1.470.091 12.062
Umstellungseffekt aus Erstanwendung IFRS 16 22.681 1.072 5.057 - 28.810 -
Währungsumrechnung -9.528 -40.323 -2.176 -7.647 -59.674 -
Zugänge 3.980 39.724 13.158 115.014 171.876 -
Abgänge -122 -10.872 -6.474 -37 -17.505 -7.737
Umbuchungen 17.096 53.617 10.926 -81.790 -151 -
Buchwert 289.233 936.114 112.131 192.969 1.530.447 4.325
Kumulierte Abschreibungen zum 30. November 2020
Buchwert Vorjahr 88.891 552.044 64.104 115 705.154 2.847
Währungsumrechnung -2.745 -23.896 -1.206 -5 -27.852 -
Abgänge -102 -9.629 -5.393 -21 -15.145 -2.205
Umbuchungen -29 -4.906 4.852 - -83 82
Abschreibungen 15.634 78.681 10.640 - 104.955 -
Wertminderungen - 129 87 101 317 -
Buchwert 101.649 592.423 73.084 190 767.346 724
Nettobuchwert 187.584 343.691 39.047 192.779 763.101 3.601

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In Tsd. Euro Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten (betrieblich genutzt) Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Sachanlagen Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Anschaffungskosten zum 30. November 2019
Buchwert Vorjahr 252.724 813.630 91.064 111.421 1.268.839 5.335
Währungsumrechnung 1.882 7.142 29 -6 9.047 -
Zugänge 4.933 56.239 5.461 106.662 173.295 -
Abgänge -1.001 -27.985 -9.632 -316 -38.934 -
Umbuchungen -3.412 43.870 4.718 -50.332 -5.156 6.727
Buchwert 255.126 892.896 91.640 167.429 1.407.091 12.062
Kumulierte Abschreibungen zum 30. November 2019
Buchwert Vorjahr 82.283 500.765 64.947 116 648.111 724
Währungsumrechnung 692 3.108 -64 -1 3.735 -
Abgänge -523 -27.157 -9.307 -3 -36.990 -
Umbuchungen -1.938 621 358 3 -957 2.082
Abschreibungen 8.377 74.701 8.170 - 91.248 41
Wertminderungen - 6 - - 6 -
Buchwert 88.891 552.044 64.104 115 705.154 2.847
Nettobuchwert 166.235 340.852 27.536 167.314 701.937 9.215

Im Eigentum des Konzerns stehende Grundstücke und Gebäude mit einem Buchwert zum 30. November 2019 in Höhe von 1.449 Tsd. Euro wurden im Vorjahr als Sicherung für den Fall begeben, dass die vorherigen Eigentümer der betreffenden Konzerngesellschaft ihren Verbindlichkeiten gegenüber der Steuerbehörde nicht nachkommen. Bei den begebenen Sicherheiten bestand ein vollständiges Rückgriffsrecht auf die Hauptschuldner und somit für den Gerresheimer Konzern lediglich ein geringes Vermögensrisiko, aus diesen Sicherheiten in Anspruch genommen zu werden.

Bei den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien handelt es sich um Erbbaugrundstücke sowie nicht betriebsnotwendiges Grundvermögen mit einem Buchwert von 3.601 Tsd. Euro (Vorjahr: 9.215 Tsd. Euro) und einem beizulegenden Zeitwert von 8.213 Tsd. Euro (Vorjahr: 24.962 Tsd. Euro). Der beizulegende Zeitwert wird auf Basis unterschiedlicher Informationen ermittelt, zu denen vergangene Verkäufe, Bodenrichtwerte und externe Gutachten gehören. Bei den sonstigen nicht betriebsnotwendigen Grundstücken entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten.

Aus den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien konnten wir im Geschäftsjahr 2020 28 Tsd. Euro (Vorjahr: 28 Tsd. Euro) Mieteinnahmen erzielen. Die in diesem Zusammenhang entstandenen Aufwendungen beliefen sich auf 21 Tsd. Euro (Vorjahr: 18 Tsd. Euro).

Die Wertminderungen entfallen mit 0,0 % (Vorjahr: 100,0 %) auf den Geschäftsbereich Primary Packaging Glass sowie mit 100,0 % (Vorjahr: 0,0 %) auf den Geschäftsbereich Plastics & Devices.

Leasingverhältnisse

Die Sachanlagen umfassen neben den im Eigentum befindlichen Vermögenswerten auch Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen, bei denen Gerresheimer Leasingnehmer ist. Die Leasingverhältnisse umfassen im Wesentlichen längerfristige Nutzungsrechte für Lager- und Bürogebäude, Grundstücke sowie für Produktionsmaschinen und Fahrzeuge. Die Laufzeit der Leasingvereinbarungen beträgt in der Regel zwischen 30 und 60 Monaten.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der innerhalb der Sachanlagen erfassten Nutzungsrechte:

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In Tsd. Euro Nutzungsrechte Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten (betrieblich genutzt) Nutzungsrechte technische Anlagen und Maschinen Nutzungsrechte andere Anlagen Summe
Zum 30. November 2020
Buchwert Vorjahr 1.887 6.248 140 8.275
Umstellungseffekt aus Erstanwendung IFRS 16 22.681 1.072 5.057 28.810
Währungsumrechnung -1.048 -250 -314 -1.612
Zugänge 1.727 2.125 8.762 12.614
Abgänge - 22 147 169
Umbuchungen - -60 - -60
Abschreibungen 6.717 846 2.838 10.401
Buchwert 18.530 8.267 10.660 37.457
Anschaffungs- und Herstellungskosten 26.139 9.415 13.409 48.963
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 7.609 1.148 2.749 11.506

Angaben zu den Fristigkeiten der korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten sind in Angabe (33) Berichterstattung zu Kapitalmanagement und Finanzinstrumenten enthalten.

In der Berichtsperiode wurden folgende Beträge erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

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In Tsd. Euro 2020
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 1.182
Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen 2.152
Aufwendungen für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte 796
4.130

Sämtliche Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse inklusive Zinsanteil betragen in der Berichtsperiode 11.194 Tsd. Euro.

(20) Anteile an at equity bewerteten Unternehmen

Die folgende Tabelle fasst aggregierte Finanzinformationen der at equity bewerteten Unternehmen zusammen. Bei diesen Unternehmen handelt es sich um die Gesellschaften Gerresheimer Tooling LLC, Peachtree City (Georgia/​USA) und PROFORM CNC Nastrojarna spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechische Republik):

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In Tsd. Euro 30.11.2020 30.11.2019
Vermögenswerte 3.784 3.802
Eigenkapital 1.066 1.062
Schulden 2.716 2.740
Umsatzerlöse 3.636 3.684
Jahresergebnis 92 340

Die Anteile an at equity bewerteten Unternehmen haben sich wie folgt entwickelt:

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In Tsd. Euro Anteile an at equity bewerteten Unternehmen
Zum 30. November 2020
Buchwert Vorjahr 332
Währungsumrechnung -27
Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen 27
Buchwert 332
Zum 30. November 2019
Buchwert Vorjahr 297
Währungsumrechnung 10
Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen 25
Buchwert 332

(21) Finanzielle Vermögenswerte

Die finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

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30.11.2020 30.11.2019
In Tsd. Euro Total Davon kurzfristig Davon langfristig Total Davon kurzfristig Davon langfristig
--- --- --- --- --- --- ---
Marktwerte derivativer Finanzinstrumente 1.099 1.099 - 194 194 -
Beteiligungen 5.147 - 5.147 3.749 - 3.749
Erstattungsansprüche für Pensionsleistungen 3.022 278 2.744 3.260 270 2.990
Erstattungsansprüche gegen Dritte 3.933 3.933 - 6.712 6.712 -
Sonstige Ausleihungen 478 27 451 292 25 267
Sonstige 8.562 8.562 - 8.247 8.247 -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 22.241 13.899 8.342 22.454 15.448 7.006
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 215.459 215.459 - 224.170 224.170 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 87.950 87.950 - 85.831 85.831 -
Finanzielle Vermögenswerte 325.650 317.308 8.342 332.455 325.449 7.006

Der Buchwert der Beteiligungen entfällt zum 30. November 2020 mit 4.338 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.251 Tsd. Euro) im Wesentlichen auf die Beteiligung an der Securetec Detektions-Systeme AG, Neubiberg, die der Kategorie "Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet" zugeordnet ist.

Die langfristigen sonstigen Ausleihungen betreffen zum 30. November 2020 mit 392 Tsd. Euro (Vorjahr: 207 Tsd. Euro) im Wesentlichen ein an die zum 30. November 2019 entkonsolidierte Gesellschaft Gerresheimer Buenos Aires S.A., Buenos Aires (Argentinien) ausgereichtes Darlehen. Dieses Darlehen ist durch Pfandrechte auf Maschinen sowie durch Garantien des Käufers besichert.

In dem Posten "Sonstige" sind vorwiegend Wechselforderungen sowie Forderungen aus Rückvergütungsvereinbarungen enthalten.

Zum Abschlussstichtag waren, wie auch im Vorjahr, die sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die weder überfällig noch wertgemindert sind, in voller Höhe werthaltig, und keiner der nicht wertgeminderten finanziellen Vermögenswerte war überfällig. Aufgrund der geringen historischen und erwarteten Ausfallquoten sowie der hohen Bonität der Schuldner wurden keine Wertminderungen für erwartete Kreditverluste auf Erstattungsansprüche für Pensionsleistungen, Erstattungsansprüche gegen Dritte, sonstige Ausleihungen sowie für die in dem Posten "Sonstige" enthaltenen Wechselforderungen und Forderungen aus Rückvergütungsvereinbarungen erfasst.

Der Buchwert der im Konzernabschluss erfassten finanziellen Vermögenswerte stellt das maximale Ausfallrisiko des Konzerns dar. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren im Geschäftsjahr 2020 in Höhe von rund 21 % (Vorjahr: rund 25 %) durch Kreditversicherungen abgedeckt. Die Risikokonzentration in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wird aufgrund der weltweiten Tätigkeit des Gerresheimer Konzerns und der Streuung auf eine Vielzahl von Kunden als gering eingeschätzt.

Im Geschäftsjahr 2020 sowie im Vorjahr wurden keine finanziellen Vermögenswerte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten oder Eventualverbindlichkeiten gestellt oder gehalten.

Zur näheren Erläuterung der Marktwerte derivativer Finanzinstrumente verweisen wir auf die Ausführungen in Angabe (33).

(22) Sonstige Forderungen

Die sonstigen Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:

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30.11.2020
In Tsd. Euro Total Davon kurzfristig Davon langfristig
--- --- --- ---
Sonstige Steuerforderungen 17.829 17.457 372
Vorauszahlungen 5.693 5.064 629
Sonstige Vermögenswerte 6.314 5.455 859
Sonstige Forderungen 29.836 27.976 1.860

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30.11.2020
In Tsd. Euro Total Davon kurzfristig Davon langfristig
--- --- --- ---
Sonstige Steuerforderungen 13.201 12.584 617
Vorauszahlungen 5.853 4.725 1.128
Sonstige Vermögenswerte 7.158 6.107 1.051
Sonstige Forderungen 26.212 23.416 2.796

In den Vorauszahlungen sind im Wesentlichen Zahlungen vor dem Abschlussstichtag für Wartungs-, Steuer-, Personal- und Versicherungsaufwendungen des folgenden Geschäftsjahres sowie geleistete Zahlungen im Zusammenhang mit der Verlängerung und der Erweiterung von Lieferverträgen mit Großkunden abgegrenzt.

(23) Vorräte

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

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In Tsd. Euro 30.11.2020 30.11.2019
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 66.718 60.356
Unfertige Erzeugnisse/​Leistungen 16.547 18.749
Fertige Erzeugnisse und Waren 103.296 102.302
Geleistete Anzahlungen 3.421 3.686
Vorräte 189.982 185.093

Der Aufwand aus der Wertminderung von Vorräten beträgt im Geschäftsjahr 8.796 Tsd. Euro (Vorjahr: 7.065 Tsd. Euro). Bei Wegfall der Gründe, die zu einer Abwertung geführt haben, wird eine Wertaufholung vorgenommen. Die Wertaufholungen betragen im Geschäftsjahr 863 Tsd. Euro (Vorjahr: 263 Tsd. Euro) und sind im Wesentlichen auf den Anstieg des Nettoveräußerungswertes ursprünglich wertgeminderter fertiger Erzeugnisse und Waren zurückzuführen.

Hinsichtlich des Betrages der im Berichtszeitraum aufwandswirksam erfassten Vorräte verweisen wir auf Angabe (10).

Zum 30. November 2020 waren, wie im Vorjahr, keine Vorräte als Sicherheiten für Schulden verpfändet.

(24) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

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In Tsd. Euro 30.11.2020 30.11.2019
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 219.387 226.738
Abzüglich Wertminderungen 3.928 2.568
Nettoforderungen aus Lieferungen und Leistungen 215.459 224.170

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen unbedingte Zahlungsansprüche des Konzerns für abgeschlossene und in Rechnung gestellte Leistungen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten grundsätzlich keinen Zinsanteil.

Die Zahlungsziele sind kundenindividuell verschieden und betragen in der Regel zwischen 30 und 60 Tagen. Teilweise bestehen Vereinbarungen über Skonti.

Die ab dem Geschäftsjahr 2019 ausgewiesenen Vertragsvermögenswerte aus kundenspezifischen Fertigungs- und Entwicklungsaufträgen gehen aus Angabe (25) hervor.

Zum Abschlussstichtag stellt sich die Altersstruktur der nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt dar:

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In Tsd. Euro 30.11.2020 30.11.2019
Buchwert 215.459 224.170
Wertberichtigungen auf Portfoliobasis 2.865 1.648
Einzelwertberichtigungen 1.063 920
Bruttobuchwert der einzelwertberichtigten Forderungen -1.454 -966
Nicht wertgeminderte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 217.933 225.772
Davon zum Abschlussstichtag
nicht überfällig 189.088 197.784
überfällig bis 30 Tage 13.162 9.700
überfällig zwischen 31 und 60 Tagen 6.870 4.694
überfällig zwischen 61 und 90 Tagen 2.353 956
überfällig zwischen 91 und 120 Tagen 1.964 8.648
überfällig über 120 Tage 4.496 3.990
217.933 225.772

Die berücksichtigten Wertminderungen für erwartete Kreditverluste sind aufgrund der guten Bonität der Vertragspartner sowie der ergriffenen Maßnahmen im Rahmen des Kredit- und Forderungsmanagements unwesentlich.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen im Geschäftsjahr 2020 stellt sich wie folgt dar:

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In Tsd. Euro Wertberichtigungen auf Portfoliobasis/​ Erwartete Kreditverluste Einzelwertberichtigungen Summe Wertberichtigungen
Stand 1. Dezember 1.648 920 2.568
Zuführungen 1.699 445 2.144
Inanspruchnahme -181 -2 -183
Auflösung -112 -218 -330
Währungsumrechnung -189 -82 -271
Stand 30. November 2020 2.865 1.063 3.928

(25) Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten

Die nachfolgende Tabelle gibt Auskunft über Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden:

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In Tsd. Euro 30.11.2020 30.11.2019
Vertragsvermögenswerte 14.178 5.392
Vertragsverbindlichkeiten 9.912 10.188

Die Vertragsvermögenswerte betreffen im Wesentlichen die Ansprüche des Konzerns auf Gegenleistung für zum Stichtag noch nicht abgerechnete Leistungen aus Fertigungsaufträgen. Die als Vertragsvermögenswerte erfassten Beträge werden in die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert, sobald der Konzern einen unbedingten Zahlungsanspruch besitzt. Im Geschäftsjahr 2019 wurden Vertragsvermögenswerte des Tochterunternehmens Sensile Medical in Höhe von 26.567 Tsd. Euro als Ergebnis einer geänderten Schätzung des Transaktionspreises ausgebucht.

Die Vertragsvermögenswerte setzen sich zusammen aus einer Nettovertragsposition aus erhaltenen Anzahlungen im Zusammenhang mit langfristigen Fertigungsaufträgen einerseits und aus Konsignationslagerverträgen, bei denen die Kunden bereits bei Einlieferung der Güter in das Lager Beherrschung über diese Güter erlangen, andererseits.

In der Berichtsperiode waren folgende Änderungen in den Vertragsverbindlichkeiten wesentlich:

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In Tsd. Euro 2020 2019
Stand 1. Dezember 10.188 6.679
Zugänge zu Vertragsverbindlichkeiten 6.502 7.874
In der Berichtsperiode erfasste Umsatzerlöse, die zu Beginn der Periode im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren 5.737 2.732
Sonstiges -1.041 -1.633
Stand 30. November 9.912 10.188

Leistungsverpflichtungen (nicht erfüllt oder teilweise unerfüllt) in Höhe von 27.209 Tsd. Euro (Vorjahr: 40.038 Tsd. Euro), welche teilweise in den Vertragsvermögenswerten saldiert ausgewiesen werden, weisen eine ursprüngliche Vertragslaufzeit von mehr als einem Jahr auf. Das Management erwartet, dass circa 60 % (Vorjahr: 60 %) des Transaktionspreises, der den nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen zum Ende des Geschäftsjahres 2020 zugeordnet wurde, in der nächsten Berichtsperiode als Umsatzerlöse erfasst werden. Die restlichen 40 % (Vorjahr: 40 %) werden voraussichtlich in den nachfolgenden Geschäftsjahren als Umsatzerlöse erfasst.

Bei den übrigen verbleibenden Leistungsverpflichtungen in Höhe von 4.652 Tsd. Euro (Vorjahr: 5.509 Tsd. Euro) handelt es sich um die Verpflichtung seitens Gerresheimer, Güter oder Leistungen auf Kunden zu übertragen, für die bereits Anzahlungen vereinnahmt wurden. Der Konzern geht davon aus, dass circa 50 % (Vorjahr: 70 %) der hiermit im Zusammenhang stehenden Umsatzerlöse innerhalb eines Jahres realisiert werden. Die restlichen 50 % (Vorjahr: 30 %) werden voraussichtlich in den nachfolgenden Geschäftsjahren als Umsatzerlöse erfasst.

(26) Eigenkapital

Zum 30. November 2020 betragen das gezeichnete Kapital 31.400 Tsd. Euro und die Kapitalrücklage 513.827 Tsd. Euro. Damit sind die Beträge unverändert zum Abschlussstichtag des Vorjahres. Die Kapitalrücklage enthält Agio-Beträge aus der Börsenplatzierung im Jahr 2007 sowie Einlagen der Gesellschafter aus den Jahren 2004 und 2007.

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt zum Abschlussstichtag 31.400.000 mit einem Nennwert von jeweils 1,00 Euro. Im Berichtsjahr wurde eine Dividende von 37.680 Tsd. Euro für das Geschäftsjahr 2019 ausgeschüttet. Dies entspricht einer Dividende von 1,20 Euro je Aktie.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG werden der Hauptversammlung am 9. Juni 2021 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von 1,25 Euro je Aktie (Vorjahr: 1,20 Euro je Aktie) für das Geschäftsjahr 2020 auszuschütten. Dies entspricht einer Gesamtausschüttung von 39.250 Tsd. Euro. Im Verhältnis zum auf die Aktionäre der Gerresheimer AG entfallenden bereinigten Konzernergebnis beträgt die Ausschüttungsquote 32,1 %.

Des Weiteren wird vorgeschlagen, den verbleibenden Bilanzgewinn der Gesellschaft von 136.296 Tsd. Euro auf neue Rechnung vorzutragen.

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In Euro 2020 2019
Bilanzgewinn vor Ausschüttung der Dividende 175.546.335,76 127.391.567,38
Ausschüttung Dividende 39.250.000,00 37.680.000,00
Vortrag auf neue Rechnung 136.296.335,76 89.711.567,38

(27) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Im Gerresheimer Konzern bestehen in verschiedenen Ländern Pensionspläne. Davon machen die Pensionspläne in Deutschland, der Schweiz sowie die Pensions- und Fürsorgepläne (Krankenversicherung für Ruheständler) in den USA 97,6 % der gesamten weltweiten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen des Gerresheimer Konzerns aus.

In die leistungsorientierten deutschen Pensionspläne werden keine neuen Arbeitnehmer mehr aufgenommen. Infolgedessen befinden sich die deutschen Pläne in einem Abwicklungsprozess mit im Laufe der Zeit abnehmenden Pensionsverpflichtungen. Die Pensionszusagen basieren in der Regel auf Beschäftigungsdauer, Entgelt und Position der Mitarbeiter. So werden in Abhängigkeit vom Gehalt pro Dienstjahr Rentenansprüche erworben. Die Pensionszusagen der Vorstandsmitglieder, die vor dem 10. Februar 2015 bestellt worden sind, und als leistungsorientierte Zusagen zur Altersabsicherung ausgestaltet sind, werden grundsätzlich über einen Pensionsfonds bzw. eine Unterstützungskasse finanziert. Sollte das Vermögen des Pensionsfonds bzw. der Unterstützungskasse zum Zeitpunkt des Eintritts des Versorgungsfalles nicht ausreichen, besteht eine Nachschusspflicht für den Versorgungsverpflichteten.

Die leistungsorientierten US-Pensionspläne wurden geschlossen und die Leistungen festgeschrieben. Diese Pensionspläne werden über externe Kapitalanlagen (Planvermögen) finanziert. Jährliche Beitragszahlungen finanzieren die Pensionspläne. Bei allen neuen US-Pensionsplänen handelt es sich um beitragsorientierte Versorgungspläne, um die Risiken veränderter Kapitalmarktbedingungen und des demografischen Wandels für den Gerresheimer Konzern zu begrenzen.

Darüber hinaus werden medizinische Leistungen für Ruheständler, die in den USA ansässig sind, bezuschusst. Im Rahmen dieser Programme wird den Ruheständlern ein bestimmter Prozentsatz der erstattungsfähigen medizinischen Aufwendungen gewährt. Die Fürsorgepläne in den USA wurden geschlossen und die Leistungen festgeschrieben. Dadurch wurde das Risiko ständig steigender Erstattungsbeträge durch den Gerresheimer Konzern begrenzt. Änderungen in den gesetzlichen Rahmenbedingungen können zu Änderungen in den Versorgungsplänen führen.

Die Pensionsrückstellung entwickelte sich wie folgt:

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in Tsd. Euro 2020 2019
Stand 1. Dezember 166.236 155.526
Inanspruchnahme -11.126 -10.872
Zuführung 3.486 3.842
Neubewertung 6.778 16.530
Währungsumrechnung -2.175 1.210
Stand 30. November 163.199 166.236
Davon kurzfristig 12.382 12.936

Die Pensionsrückstellungen beinhalten mit 126.045 Tsd. Euro (Vorjahr: 122.103 Tsd. Euro) verschiedene Versorgungspläne und Einzelvereinbarungen bei deutschen Tochterunternehmen. Die Verpflichtungen ausländischer Tochterunternehmen betragen 37.154 Tsd. Euro (Vorjahr: 44.133 Tsd. Euro) und resultieren im Wesentlichen aus Tochterunternehmen in den USA und in der Schweiz. Die Rückstellung enthält auch die Verpflichtungen der Tochterunternehmen in den USA zur teilweisen Übernahme der Krankheitskosten der Mitarbeiter nach Eintritt in den Ruhestand.

Die Finanzierung erfolgt überwiegend durch planmäßige Ansammlung von Pensionsrückstellungen in den Gesellschaften. Externe Fonds, die den Anforderungen an ein Planvermögen entsprechen, liegen im Inland sowie im Ausland vor.

Der Berechnung der Pensionsrückstellung und des Planvermögens liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

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Inland Ausland
In % 30.11.2020 30.11.2019 30.11.2020 30.11.2019
--- --- --- --- ---
Rechnungszins 0,57 0,69 0,10-6,27 0,00-7,01
Gehaltstrend 3,25 3,25 0,50-6,63 0,50-6,61
Rententrend 1,50 1,00 - -
Krankheitskostentrend - - 5,00 5,00-5,33

Die Ermittlung des Rechnungszinses orientiert sich an der Entwicklung von qualitativ hochwertigen Unternehmensanleihen. Bei den inländischen Versorgungsverpflichtungen wurde als biometrische Grundlage für die Bewertung die Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Heubeck verwendet. Bei den ausländischen Tochterunternehmen wurden aktuelle landesspezifische biometrische Annahmen zugrunde gelegt. Die erwartete Einkommensentwicklung umfasst erwartete Entgelt- und Einkommenssteigerungen.

Der Barwert der Versorgungsverpflichtung hat sich wie folgt entwickelt:

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In Tsd. Euro 2020 2019
Stand 1. Dezember 224.517 220.290
Laufender Dienstzeitaufwand 1.956 2.188
Zinsaufwand für Versorgungsansprüche 2.437 4.428
Mitarbeiterbeiträge 736 615
Rentenzahlungen -14.524 -11.452
Versicherungsmathematische Gewinne/​Verluste 10.120 20.236
Finanzielle Annahmen 12.419 26.115
Demografische Annahmen -1.073 -1.133
Erfahrungsbedingte Annahmen -1.226 -4.746
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -445 -
Verwaltungskosten 353 440
Abgeltungen - -14.984
Währungsumrechnung und übrige Veränderungen -3.931 2.756
Stand 30. November 221.219 224.517

Die Veränderung des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

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In Tsd. Euro 2020 2019
Stand 1. Dezember 58.281 64.764
Mit dem Rechnungszins kalkulierter Ertrag des Planvermögens 815 1.455
Betrag, um den der tatsächliche den kalkulierten Ertrag des Planvermögens übersteigt 3.342 3.706
Mitarbeiterbeiträge 736 615
Arbeitgeberbeiträge 1.555 955
Rentenzahlungen -4.953 -1.535
Abgeltungen - -13.225
Währungsumrechnung und übrige Veränderungen -1.756 1.546
Stand 30. November 58.020 58.281

Das Planvermögen zur Deckung der Pensionsverpflichtungen setzt sich zum Abschlussstichtag wie folgt zusammen:

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Inland Ausland
In Tsd. Euro 30.11.2020 30.11.2019 30.11.2020 30.11.2019
--- --- --- --- ---
Planvermögen mit Marktpreisnotierung 5.261 5.427 46.273 45.634
Aktien (direkt gehalten) 451 2.399 17.651 16.062
Festverzinsliche Wertpapiere 4.778 2.996 19.213 20.465
Liquidität 32 32 760 723
Immobilien - - 5.459 5.142
Sonstige - - 3.190 3.242
Planvermögen ohne Marktpreisnotierung 6.415 7.111 71 109
Versicherungsverträge 6.344 7.038 71 109
Sonstige 71 73 - -
Planvermögen 11.676 12.538 46.344 45.743

Die im nächsten Geschäftsjahr in das Planvermögen einzuzahlenden Beiträge werden auf 1.695 Tsd. Euro geschätzt.

Die wesentlichen mit Planvermögen finanzierten Pensionspläne bestehen in den USA, in der Schweiz und in Deutschland. Die nachfolgende Tabelle stellt die Aufteilung der leistungsorientierten Verpflichtungen sowie des Planvermögens nach Ländern dar:

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In Tsd. Euro Leistungsorientierte Verpflichtung (DBO) Zeitwert Planvermögen
Deutschland 137.720 11.676
USA 48.006 24.219
Schweiz 31.254 21.836
Übrige 4.239 289
Stand 30. November 221.219 58.020

Die Kapitalanlagepolitik dieser Pläne richtet sich innerhalb der aufsichtsrechtlichen Rahmenvorgaben an der Risikostruktur der eingegangenen Verpflichtungen aus.

Der insgesamt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Pensionsaufwand ermittelt sich wie folgt:

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In Tsd. Euro 2020 2019
Laufender Dienstzeitaufwand 1.956 2.188
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -445 -
Abgeltungen - -1.759
Dienstzeitaufwand 1.511 429
Zinsaufwand für Versorgungsansprüche 2.437 4.428
Kalkulierter Ertrag des Planvermögens -815 -1.455
Nettozinsaufwand 1.622 2.973
Verwaltungskosten 353 440
3.486 3.842
Davon Aufwand aus Versorgungsansprüchen, für die entsprechende Erstattungsansprüche bestehen 35 68

Mit Ausnahme des Nettozinsaufwands werden sämtliche Aufwendungen und Erträge per saldo im Personalaufwand erfasst, der in die Funktionskosten eingeht. Der Nettozinsaufwand ist im Finanzergebnis enthalten.

Bei einer Pensionsverpflichtung in Deutschland besteht ein vertraglicher Anspruch auf Erstattung der Rentenzahlungen gegenüber einem konzernfremden Unternehmen. Dieser Erstattungsanspruch erfüllt nicht die Voraussetzung von Planvermögen und kann somit nicht mit den Pensionsverpflichtungen saldiert werden. Der Erstattungsanspruch für Pensionsleistungen ist in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthalten. Wir verweisen auf Angabe (21).

Der Gerresheimer Konzern erwartet in den künftigen Jahren folgende Rentenzahlungen:

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In Tsd. Euro 2021 2022 2023 2024
Zu erwartende Rentenzahlungen 12.382 11.962 12.123 12.432

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Versorgungsverpflichtungen liegt in Deutschland bei 12,6 Jahren und im Ausland zwischen 6,3 und 14,3 Jahren.

Die wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen zur Bewertung der Pensionsverpflichtungen sind der Rechnungszins sowie der erwartete Gehaltstrend. Die folgenden Sensitivitätsanalysen zeigen, wie die Höhe der leistungsorientierten Verpflichtungen durch mögliche Änderungen der entsprechenden Annahmen beeinflusst worden wäre. Die Berechnungen gehen jeweils von im Übrigen unveränderten Annahmen aus:

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Auswirkung auf den Barwert der Versorgungsansprüche
In Tsd. Euro 2020 2019
--- --- ---
Zunahme des Rechnungszinses um 0,5 Prozentpunkte -13.123 -13.195
Abnahme des Rechnungszinses um 0,5 Prozentpunkte 15.228 15.501
Zunahme des Gehaltstrends um 0,25 Prozentpunkte 532 655
Abnahme des Gehaltstrends um 0,25 Prozentpunkte -597 -674

Zwischen den oben genannten versicherungsmathematischen Annahmen bestehen Abhängigkeiten. Die Sensitivitätsanalyse berücksichtigt diese Abhängigkeiten nicht.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne sowie die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung:

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In Tsd. Euro 2020 2019
Beitragsorientierte Rentenpläne 1.735 1.805
Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung 14.557 13.819

Beitragsorientierte Rentenpläne liegen im Wesentlichen bei den US-Tochterunternehmen vor.

(28) Langfristig orientierte anteilsbasierte Vergütung (Phantom Stocks)

Als weitere langfristig variable Vergütung werden den Mitgliedern des Vorstands Ansprüche auf die Wertentwicklung sogenannter Phantom Stocks gewährt. Bei dem Phantom Stocks-Anspruch handelt es sich um das Anrecht auf Erhalt einer Barvergütung, das vorbehaltlich der in der Zielerreichung festgelegten Wertentwicklung einer virtuellen Gerresheimer Aktie innerhalb von zwei Jahren (Ausübungszeitraum) nach Ablauf einer fünfjährigen Wartezeit geltend gemacht werden kann.

Die Ansprüche werden für jedes Jahr der Vorstandstätigkeit gewährt. Die Ausgabe bzw. die Gewährung des jeweiligen Phantom Stocks-Anspruchs erfolgt rund einen Monat nach der ordentlichen Hauptversammlung des abgelaufenen Geschäftsjahres. Der Ausgangswert des jährlichen Anspruchs (Jahrestranche) wird anhand von Börsenschlusskursen der Gerresheimer Aktie ermittelt. Der Ausgangswert für die Tranche des Geschäftsjahres 2020 beträgt 92,31 Euro.

Die Zielerreichung für den Anspruch aus der jeweiligen Jahrestranche bestimmt sich anhand der Börsenkursentwicklung der Gerresheimer Aktie (Kursperformance) oder der prozentualen Wertsteigerung des Börsenkurses der Gerresheimer Aktie im Vergleich zum MDAX (MDAX-Outperformance). Der Zielkorridor für das Erfolgsziel Kursperformance liegt zwischen 20 % und 40 % der Wertsteigerung der entsprechenden Jahrestranche gegenüber dem jeweiligen Ausgangswert. Liegt der Zielwert in diesem Korridor, beträgt der Zahlungsanspruch mindestens 40 % und maximal 80 % der Grundvergütung. Zwischen den Werten wird linear interpoliert. Das Erfolgsziel MDAX-Outperformance ist erreicht, wenn der Börsenkurs der Gerresheimer Aktie im definierten Zeitraum die Wertentwicklung des MDAX übertrifft. Ist dies der Fall, beträgt der Zahlungsanspruch 40 % der Grundvergütung.

Die Bewertung der Ansprüche in den Jahren bis zur Ausübung basiert auf einem anerkannten Optionspreismodell (Binomialmodell). Als Volatilität des Zielwertes werden 23,2 % p.a. (Vorjahr: 29,7 % p.a.) sowie eine Fluktuationsrate der Vorstandsmitglieder von 3,6 % p. a. (Vorjahr: 3,6 % p.a.) zugrunde gelegt. Als risikoloser Zinssatz wird die Rendite von Bundesanleihen mit entsprechender Laufzeit verwendet. Im Übrigen liegen der Bewertung folgende Annahmen zugrunde:

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Annahmen Phantom Stocks

In Tsd. Euro
Ausübungszeitraum Zeitwert 30.11.2020 Zeitwert 30.11.2019 Ausgangswert je Tranche

In Euro
Tranche 2016 2021-2023 1.120 846 68,87
Tranche 2017 2022-2024 1.624 1.138 74,61
Tranche 2018 2023-2025 1.512 1.162 67,42
Tranche 2019 2024-2026 1.728 1.117 66,78
Tranche 2020 2025-2027 1.303 1.212 92,31
Tranche 2021 2026-2028 1.149 891 99,72
Tranche 2022 2027-2029 663 164 99,12
Tranche 2023 2028-2030 333 - 98,59
Tranche 2024 2029-2031 334 - 98,15
Tranche 2025 2030-2032 336 - 97,79
Total 10.102 6.530

Im Berichtsjahr betrug der ergebniswirksam erfasste Gesamtaufwand aus Phantom Stocks-Vereinbarungen 3.043 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.450 Tsd. Euro).

Die Rückstellung für die Phantom Stocks-Ansprüche beträgt zum Abschlussstichtag 5.966 Tsd. Euro (Vorjahr: 4.400 Tsd. Euro).

(29) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:

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In Tsd. Euro Steuerrückstellungen Personalverpflichtungen Gewährleistungen Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni
Stand 30.11.2020 1.373 20.782 8.119 7.035
Davon kurzfristig 1.373 10.033 8.007 7.035
Zuführung 244 8.405 5.219 5.782
Inanspruchnahme 517 4.642 3.550 2.823
Auflösung - 98 922 169
Umgliederung - -26 - -
Währungsumrechnung -11 -597 -174 -149
Stand 30.11.2019 1.657 17.740 7.546 4.394
Davon kurzfristig 1.657 9.382 7.290 4.394
Zuführung 1.593 5.247 4.029 3.371
Inanspruchnahme 3.752 5.892 2.759 3.418
Auflösung - 969 2.312 153
Umgliederung - -83 - -
Währungsumrechnung 12 192 86 36
Stand 01.12.2019 3.804 19.245 8.502 4.558

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In Tsd. Euro Restrukturierungsrückstellungen Sonstige
Stand 30.11.2020 5.444 12.176
Davon kurzfristig 3.286 10.856
Zuführung 891 7.009
Inanspruchnahme 1.893 751
Auflösung 1.844 526
Umgliederung 26 -
Währungsumrechnung -294 -522
Stand 30.11.2019 8.558 6.966
Davon kurzfristig 5.966 6.643
Zuführung 364 2.877
Inanspruchnahme 5.161 1.258
Auflösung 456 819
Umgliederung 83 -
Währungsumrechnung 106 1
Stand 01.12.2019 13.622 6.165

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In Tsd. Euro Gesamt sonstige Rückstellungen
Stand 30.11.2020 54.929
Davon kurzfristig 40.590
Zuführung 27.550
Inanspruchnahme 14.176
Auflösung 3.559
Umgliederung -
Währungsumrechnung -1.747
Stand 30.11.2019 46.861
Davon kurzfristig 35.332
Zuführung 17.481
Inanspruchnahme 22.240
Auflösung 4.709
Umgliederung -
Währungsumrechnung 433
Stand 01.12.2019 55.896

Die Rückstellungen für Personalverpflichtungen umfassen insbesondere Verpflichtungen aus Phantom Stocks-Vereinbarungen, aus einem Gruppenkrankenversicherungsprogramm bei den US-Tochterunternehmen und aus Jubiläums- und Altersteilzeitvereinbarungen.

Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden aufgrund gesetzlicher Vorschriften bzw. einzelvertraglicher Vereinbarungen gebildet und betreffen Gewährleistungszusagen für Produkte und die Verpflichtung des Konzerns, fehlerhafte Produkte im Rahmen von zugesagten Garantien zu ersetzen. Der Rückstellungshöhe liegt die beste Einschätzung des Managements zugrunde. Die Einschätzung wurde auf Basis historischer Erfahrungswerte und Gewährleistungsdaten ähnlicher Produkte getroffen und kann aufgrund von geänderten Produktionsprozessen oder sonstigen die Produktqualität beeinflussenden Faktoren schwanken.

Die Rückstellungen für Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni betreffen noch zu gewährende Vergütungen, die sich auf vor dem Abschlussstichtag realisierte Umsatzerlöse beziehen.

Die Restrukturierungsrückstellungen enthalten im Wesentlichen zwei Sachverhalte, welche bereits in früheren Perioden begonnen wurden. Zum einen beinhaltet diese Rückstellung eine Anpassung der personellen Ressourcen im Geschäftsbereich Plastics & Devices. Zum anderen sind in diesem Posten Verpflichtungen aus Werksschließungen im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass enthalten. Die Restrukturierungsrückstellungen zum Ende der Berichtsperiode von 5.444 Tsd. Euro (Vorjahr: 8.558 Tsd. Euro) beruhen auf abschließend definierten Plänen.

Bei den Tochterunternehmen Gerresheimer Group GmbH und GERRESHEIMER GLAS GmbH waren zwei Spruchstellenverfahren anhängig, die im Geschäftsjahr 2017 rechtskräftig entschieden wurden. Allerdings sind die Verfahren nach wie vor noch nicht vollständig abgewickelt, daher sind die erwarteten Aufwendungen und Auszahlungen für diese Verfahren in dem Posten "Sonstige" in den Rückstellungen berücksichtigt. Des Weiteren sind in dem Posten "Sonstige" erwartete Aufwendungen für eine Vielzahl von Einzelsachverhalten enthalten, die jeweils von untergeordneter Bedeutung sind.

Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen betragen 107 Tsd. Euro (Vorjahr: 300 Tsd. Euro).

Zahlungsmittelabflüsse aus den Rückstellungen werden voraussichtlich mit 40.590 Tsd. Euro (Vorjahr: 35.332 Tsd. Euro) innerhalb eines Jahres, mit 14.339 Tsd. Euro (Vorjahr: 11.529 Tsd. Euro) nach einem bis fünf Jahren erfolgen.

(30) Finanzielle Verbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

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30.11.2020 30.11.2019
In Tsd. Euro Total Davon kurzfristig Davon langfristig Total Davon kurzfristig Davon langfristig
--- --- --- --- --- --- ---
Schuldscheindarlehen 809.047 - 809.047 674.293 189.429 484.864
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 198.058 198.058 - 341.766 337.461 4.305
Davon unbesichert 198.058 198.058 - 341.766 337.461 4.305
Derivative Finanzinstrumente 491 491 - 789 789 -
Leasingverbindlichkeiten 38.179 11.385 26.794 8.612 721 7.891
Sonstige 4.566 4.010 556 3.274 2.160 1.114
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.050.341 213.944 836.397 1.028.734 530.560 498.174
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 211.771 211.619 152 221.489 221.454 35
Finanzielle Verbindlichkeiten 1.262.112 425.563 836.549 1.250.223 752.014 498.209

Die zum 30. November 2020 separat dargestellten Leasingverbindlichkeiten betragen 38.179 Tsd. Euro und sind gemäß IFRS 16 "Leasingverhältnisse" bilanziert. Im Vorjahr beinhalten die Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 8.612 Tsd. Euro (vormals unter dem Posten "Sonstige" aufgeführt) lediglich die nach IAS 17 "Leasingverhältnisse" bilanzierten Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing. Zur weiteren Erläuterung der Erstanwendung des IFRS 16 "Leasingverhältnisse" verweisen wir auf Angabe (2). Zur näheren Erläuterung der derivativen Finanzinstrumente verweisen wir auf Angabe (33).

Aus der folgenden Tabelle gehen die Laufzeiten, Zinssätze und beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen sowie der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hervor:

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30.11.2020
Währung

in Tausend
Währung Betrag Fällig bis Jahr Zinssatz in % p.a. Buchwert

in Euro
Zeitwert

in Euro
--- --- --- --- --- --- ---
Schuldscheindarlehen Euro 160.000 2022 1) 1,44 160.000 160.000
Euro 50.000 2022 1) 0,95 2) 50.000 50.000
Euro 157.000 2023 1) 0,98 157.000 157.000
Euro 6.000 2023 1) 0,95 2) 6.000 6.000
Euro 25.500 2025 1) 2,04 25.500 25.500
Euro 90.000 2022 1) 0,82 90.000 90.000
Euro 5.500 2022 1) 0,60 2) 5.500 5.500
Euro 104.500 2024 1) 1,25 104.500 104.500
Euro 4.500 2024 1) 0,75 2) 4.500 4.500
Euro 139.500 2025 1) 1,30 2) 139.500 139.500
Euro 22.500 2025 1) 1,30 2) 22.500 22.500
Euro 45.500 2027 1) 1,72 45.500 45.500
Abgegrenzte Bereitstellungsgebühren Euro -1.453 2020-2027 1) 0,60-2,04 -1.453 -1.453
809.047 809.047
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten PLN 98.446 2021 0,80-0,85 4) 22.019 22.019
Euro 165.003 2021 0,39-0,55 4) 165.003 165.003
BRL 32.000 2021 4,15-6,58 5.038 5.038
USD 108 2021 1,81 90 90
CNY 5.850 2021 4,35 742 742
INR 550.184 - 3) 8,42-9,95 4) 6.201 6.201
Abgegrenzte Bereitstellungsgebühren Euro -928 2025 - -928 -928
USD -128 2025 - -107 -107
198.058 198.058
1.007.105 1.007.105

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30.11.2019
Währung

in Tausend
Währung Betrag Fällig bis Jahr Zinssatz in % p.a. Buchwert

in Euro
Zeitwert

in Euro
--- --- --- --- --- --- ---
Schuldscheindarlehen Euro 169.500 2020 1) 0,98 169.500 169.500
Euro 20.000 2020 1) 0,75 2) 20.000 20.000
Euro 160.000 2022 1) 1,44 160.000 160.000
Euro 50.000 2022 1) 0,95 2) 50.000 50.000
Euro 25.500 2025 1) 2,04 25.500 25.500
Euro 90.000 2022 1) 0,82 90.000 90.000
Euro 5.500 2022 1) 0,60 2) 5.500 5.500
Euro 104.500 2024 1) 1,25 104.500 104.500
Euro 4.500 2024 1) 0,75 2) 4.500 4.500
Euro 45.500 2027 1) 1,72 45.500 45.500
Abgegrenzte Bereitstellungsgebühren Euro -707 2020-2027 1) 0,60-2,04 -707 -707
674.293 674.293
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten PLN 63.858 2020 1,97-2,28 4) 14.787 14.787
Euro 320.671 2020 0,27-1,55 320.671 320.671
BRL 20.000 2021 6,05-6,58 4.305 4.305
INR 274.399 - 3) 9,45-9,85 4) 3.487 3.487
Abgegrenzte Bereitstellungsgebühren Euro -1.320 2024 - -1.320 -1.320
USD -180 2024 - -164 -164
341.766 341.766
1.016.059 1.016.059

1) Endfällig.

2) Bei diesen Positionen handelt es sich um variable Verzinsung, jedoch wird hier nur die Marge dargestellt, da der EURIBOR zum Abschlussstichtag negativ valutiert.

3) Betriebsmittelkreditlinie, Laufzeit bis auf Weiteres.

4) Bei diesen Positionen handelt es sich um variable Verzinsung.

Bei den ausgewiesenen Zinssätzen handelt es sich um die am Abschlussstichtag gültigen Zinssätze.

Im Rahmen der Refinanzierung des Konsortialkredites wurde am 26. September 2019 ein revolvierendes Darlehen über 550.000 Tsd. Euro mit fünfjähriger Laufzeit zuzüglich zweier Verlängerungsoptionen von jeweils einem Jahr vereinbart, von denen im Geschäftsjahr die erste Verlängerungsoption um ein Jahr in Anspruch genommen wurde. Zudem ist zum 10. November 2020 eine Konsortialbank aus der Konsortialkreditvereinbarung ausgeschieden, sodass das revolvierende Darlehen zum Ende des Geschäftsjahres am 30. November 2020 zuzüglich Nebenkreditlinien noch im Gesamtvolumen von 476.000 Tsd. Euro zur Verfügung steht. Zum Abschlussstichtag war das revolvierende Darlehen in Höhe von 162.639 Tsd. Euro zuzüglich genutzter Nebenkreditlinien von 1.336 Tsd. Euro in Anspruch genommen. Es ist in der obigen Tabelle in den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten.

Die am 10. November 2020 emittierten Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 325.000 Tsd. Euro teilen sich in eine drei- und eine fünfjährige Tranche über 163.000 Tsd. Euro bzw. 162.000 Tsd. Euro auf. Die Mittel dienten der Rückführung der im November 2020 fällig gewordenen Schuldscheindarlehen aus dem Jahr 2015 (189.500 Tsd. Euro) sowie der Ablösung einer aus der Konsortialkreditvereinbarung ausscheidenden Konsortialbank und der anteiligen Rückführung des revolvierenden Darlehens.

Der Posten "Sonstige" in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthält unter anderem Verbindlichkeiten aus Ratenkäufen sowie Verbindlichkeiten aus abgegrenzten Zinsen.

(31) Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

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30.11.2020 30.11.2019
In Tsd. Euro Total Davon kurzfristig Davon langfristig Total Davon kurzfristig Davon langfristig
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Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 10.807 10.807 - 9.904 9.904 -
Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit 6.285 6.285 - 5.197 5.197 -
Sonstige 67.020 65.113 1.907 62.786 60.845 1.941
Sonstige Verbindlichkeiten 84.112 82.205 1.907 77.887 75.946 1.941

In dem Posten "Sonstige" sind im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern enthalten.

(32) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die nicht bilanzierten sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

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In Tsd. Euro 30.11.2020 30.11.2019
Verpflichtungen aus Mietverträgen, die nicht bilanziell erfasst sind 7.242 39.273
Bestellobligo aus Investitionen 35.598 26.636
Andere finanzielle Verpflichtungen 19.227 10.274
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 62.067 76.183

(33) Berichterstattung zu Kapitalmanagement und Finanzinstrumenten

Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen im Wesentlichen in der Aufrechterhaltung und Sicherstellung einer optimalen Kapitalstruktur zur Reduzierung der Kapitalkosten, in der Sicherstellung ausreichender liquider Mittel und im aktiven Management des Net Working Capital. Die Nettofinanzschulden betragen zum 30. November 2020 962.226 Tsd. Euro (Vorjahr: 942.721 Tsd. Euro), das Net Working Capital beläuft sich auf 197.936 Tsd. Euro (Vorjahr: 182.980 Tsd. Euro).

Das Risikomanagementsystem des Gerresheimer Konzerns für das Kreditrisiko, das Liquiditätsrisiko und einzelne Marktrisiken, insbesondere Zinsrisiken, Währungsrisiken und sonstige Preisrisiken, wird einschließlich seiner Ziele, Methoden, Prozesse und dessen Maßnahmen zur Überwachung der einzuhaltenden Covenants im Chancen- und Risikobericht des zusammengefassten Lageberichts dargestellt. Zusätzliche Erläuterungen enthält Angabe (7).

Informationen zu den Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien

Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten für jede Bewertungskategorie von Finanzinstrumenten dar und leitet sie auf die entsprechenden Bilanzposten über:

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30.11.2020
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Zum beizulegenden Zeitwert bewertet
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In Tsd. Euro Buchwert Nachrichtlich: beizulegender Zeitwert Buchwert Buchwert laut Bilanz
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Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 215.459 215.459 - 215.459
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 215.459 215.459 -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 15.923 15.923 6.318 22.241
Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet - - 4.411
Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn und Verlust bewertet - - 1.907
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 15.923 15.923 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 87.950 87.950 - 87.950
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 87.950 87.950 -
Finanzielle Vermögenswerte 319.332 319.332 6.318 325.650
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.049.850 1.049.850 491 1.050.341
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.049.850 1.049.850 -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet - - 491
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 211.771 211.771 - 211.771
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 211.771 211.771 -
Finanzielle Verbindlichkeiten 1.261.621 1.261.621 491 1.262.112

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30.11.2019
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Zum beizulegenden Zeitwert bewertet
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In Tsd. Euro Buchwert Nachrichtlich: beizulegender Zeitwert Buchwert Buchwert laut Bilanz
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Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 224.170 224.170 - 224.170
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 224.170 224.170 -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 18.437 18.437 4.017 22.454
Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet - - 3.324
Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn und Verlust bewertet - - 693
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 18.437 18.437 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 85.831 85.831 - 85.831
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 85.831 85.831 -
Finanzielle Vermögenswerte 328.438 328.438 4.017 332.455
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.027.945 1.027.945 789 1.028.734
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.027.945 1.027.945 -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet - - 789
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 221.489 221.489 - 221.489
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 221.489 221.489 -
Finanzielle Verbindlichkeiten 1.249.434 1.249.434 789 1.250.223

Der beizulegende Zeitwert von Forderungen, Krediten und Verbindlichkeiten wird als Barwert der zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse oder -abflüsse ermittelt. Die Abzinsung erfolgt mit einem Zinssatz, der der jeweiligen Restlaufzeit des Postens und der Bonität des Schuldners am Abschlussstichtag Rechnung trägt.

Aufgrund der überwiegend kurzfristigen Laufzeiten weichen die beizulegenden Zeitwerte der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen finanziellen Vermögenswerte und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nicht signifikant von den Buchwerten ab.

Alle Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten und alle weiteren Aufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten betreffen die Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet".

Informationen zu beizulegenden Zeitwerten

Nach Art der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten sind drei Hierarchiestufen zu unterscheiden. Die Zuordnung der beizulegenden Zeitwerte zu den einzelnen Hierarchiestufen überprüft Gerresheimer jeweils zum Ende einer Berichtsperiode.

Stufe 1: Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen an aktiven Märkten bestimmt.

Stufe 2: Besteht kein aktiver Markt für einen finanziellen Vermögenswert oder eine finanzielle Verbindlichkeit, basiert die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte auf Bewertungsmodellen. Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von Preisen in jüngsten Geschäftsvorfällen mit vertragswilligen und unabhängigen Vertragspartnern oder unter Verwendung von Bewertungsmethoden bestimmt, die ausschließlich unmittelbar oder mittelbar beobachtbare Inputfaktoren berücksichtigen.

Stufe 3: Die Bewertungen der beizulegenden Zeitwerte beruhen auf Modellen, in die am Markt nicht beobachtbare Inputfaktoren eingehen, die das Bewertungsergebnis signifikant beeinflussen.

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30.11.2020
In Tsd. Euro Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Total
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Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet"
Beteiligungen - 4.339 - 4.339
Wertpapiere 72 - - 72
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn und Verlust bewertet"
Beteiligungen - 808 - 808
Derivative finanzielle Vermögenswerte - 1.099 - 1.099
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet 72 6.246 - 6.318
Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet"
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten - 491 - 491
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet - 491 - 491

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30.11.2019
in Tsd. Euro Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Total
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Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet"
Beteiligungen - 3.251 - 3.251
Wertpapiere 73 - - 73
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn und Verlust bewertet"
Beteiligungen - 499 - 499
Derivative finanzielle Vermögenswerte - 194 - 194
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet 73 3.944 - 4.017
Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet"
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten - 789 - 789
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet - 789 - 789

Fälligkeitsanalyse

Der Konzern überwacht fortlaufend das Risiko eines Liquiditätsengpasses. Zum 30. November 2020 weisen die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns nachfolgend dargestellte Fälligkeiten auf. Die Angaben erfolgen auf Basis der vertraglichen, nicht abgezinsten Zahlungen.

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30.11.2020
In Tsd. Euro Fällig oder in 1 Monat fällig 1 bis 3 Monate 3 bis 12 Monate 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Total
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Schuldscheindarlehen - - - 765.000 45.500 810.500
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 193.731 2.189 3.173 - - 199.093
Zinszahlungen auf Schuldscheindarlehen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 486 127 9.916 24.306 1.565 36.400
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 128.160 69.462 13.997 152 - 211.771
Leasingverbindlichkeiten 1.000 2.219 7.731 23.599 7.996 42.545
Verbindlichkeiten aus Ratenkäufen 78 156 694 490 - 1.418
Sonstige 311 - 10 90 - 411
321.766 74.153 35.521 813.637 55.061 1.302.138

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30.11.2019
In Tsd. Euro Fällig oder in 1 Monat fällig 1 bis 3 Monate 3 bis 12 Monate 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Total
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Schuldscheindarlehen - - 189.500 305.500 180.000 675.000
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 338.194 300 451 4.305 - 343.250
Zinszahlungen auf Schuldscheindarlehen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 394 287 8.140 17.746 2.868 29.435
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 143.535 68.008 9.911 35 - 221.489
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 109 203 675 3.936 6.297 11.220
Verbindlichkeiten aus Ratenkäufen 52 140 472 1.025 - 1.689
Sonstige 105 - 10 88 - 203
482.389 68.938 209.159 332.635 189.165 1.282.286

Die zum 30. November 2020 bestehenden, nicht abgezinsten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 199.093 Tsd. Euro enthalten 162.639 Tsd. Euro (Vorjahr: 302.318 Tsd. Euro) Ziehungen aus dem revolvierenden Darlehen zuzüglich genutzter Nebenkreditlinien von 1.336 Tsd. Euro. Die Ziehungen sind vollständig unter der Position "Fällig oder in 1 Monat fällig" ausgewiesen.

Sicherungsbeziehungen

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Im Rahmen eines konzernweiten Finanzrisikomanagements werden die finanziellen Risiken des Konzerns zentral überwacht. Identifizierte Risikopotenziale werden nach klar definierten Richtlinien durch geeignete Sicherungsmaßnahmen gesteuert.

Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über die zum Geschäftsjahresende bestehenden Sicherungsgeschäfte:

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30.11.2020 30.11.2019
In Tsd. Euro Währungskurssicherung Währungskurssicherung
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Nominalwert (brutto) 121.540 1) 136.020 1)
Marktwert (netto) 609 -595
Fälligkeit 03/​2021 05/​2020
Buchwert (zugrunde liegende Vermögenswerte) 40.842 45.212
Buchwert (zugrunde liegende Schulden) 6.537 2.642

1) Hierin sind Devisentermingeschäfte für Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Unternehmen in Höhe von 72.593 Tsd. Euro (Vorjahr: 82.802 Tsd. Euro) enthalten, die im Rahmen der Konsolidierung eliminiert worden sind.

Die derivativen Finanzinstrumente sind grundsätzlich mit ihren von Kreditinstituten ermittelten Marktwerten bewertet. Als Sicherungsinstrumente stehen sie in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit operativen Grundgeschäften.

Absicherung von Währungsrisiken

Zur Sicherung von Währungsrisiken, die sich aus Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung ergeben, hat der Gerresheimer Konzern im Geschäftsjahr 2020 entsprechend der konzerninternen Finanzrichtlinie Devisentermingeschäfte und Devisenswaps eingesetzt. Als Risikoexposure kommen im Rahmen des Währungsmanagements nur Transaktionsrisiken in Betracht. Die zur Absicherung gegen Währungsrisiken eingesetzten Währungsderivate hat Gerresheimer aufgrund ihrer kurzen Laufzeit nicht als Sicherungsinstrumente designiert. Änderungen ihres beizulegenden Zeitwertes werden nach den allgemeinen Regeln der Derivatebilanzierung erfolgswirksam verbucht.

Im Geschäftsjahr 2020 sind in Höhe von 1.100 Tsd. Euro Gewinne aus derivativen Finanzinstrumenten (Vorjahr: Verluste 4.862 Tsd. Euro) im Konzernergebnis enthalten.

Sensitivitätsanalysen

Zinsänderungsrisiken werden mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Nachfolgend wird die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Ertragsteuern gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderung der Zinssätze aufgezeigt.

Den Zinssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Konzernergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Da im Gerresheimer Konzern alle originären Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, ergeben sich aus diesen Finanzinstrumenten bei Zinsänderungen keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis.

Wäre das Marktzinsniveau zum 30. November 2020 um 100 Basispunkte höher bzw. um 100 Basispunkte niedriger (Vorjahr: um 100 Basispunkte höher bzw. um 100 Basispunkte niedriger) gewesen, so wäre das Konzernergebnis vor Ertragsteuern um 1.237 Tsd. Euro niedriger bzw. 66 Tsd. Euro höher gewesen (Vorjahr: 2.371 Tsd. Euro niedriger bzw. 53 Tsd. Euro höher).

Nachfolgend wird die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Ertragsteuern (aufgrund der Änderung von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden) gegenüber nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderungen dargestellt.

Wenn der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum 30. November 2020 um 10 % gestiegen (gesunken) wäre, dann hätte sich das Konzernergebnis vor Ertragsteuern um 793 Tsd. Euro verschlechtert bzw. um 704 Tsd. Euro verbessert (Vorjahr bei gleichen Sensitivitäten: um 314 Tsd. Euro verschlechtert bzw. um 388 Tsd. Euro verbessert).

SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN

(34) Segmentberichterstattung

Nach dem Management Approach orientiert sich die Segmentberichterstattung am internen Berichtswesen.

Die Ressourcenallokation und die Bewertung der Ertragskraft der Geschäftssegmente werden im Gerresheimer Konzern durch den Vorstand der Gerresheimer AG als Hauptentscheidungsträger wahrgenommen. Die Abgrenzung der Segmente und der Regionen sowie die aufgeführten Kennzahlen stimmen mit dem internen Steuerungs- und Berichtswesen überein.

Der Gerresheimer Konzern wird über die strategischen Geschäftseinheiten in Form von Geschäftsbereichen gesteuert. Diese werden nach ihren spezifischen Herstellungstechnologien und Materialien, die wir für unsere Produkte verwenden, zu berichtspflichtigen Segmenten zusammengefasst.

Der Gerresheimer Konzern untergliedert sich in die drei berichtspflichtigen Geschäftsbereiche Plastics & Devices, Primary Packaging Glass und Advanced Technologies.

Plastics & Devices umfasst komplexe kundenspezifische Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten sowie Systemverpackungen für flüssige und feste Medikamente sowie Serviceleistungen.

Unseren Kunden aus der Pharmaindustrie, der Diagnostik und der Medizintechnik bieten wir im Rahmen individueller Projektgeschäfte kundenspezifische medizinische Kunststoffsysteme und Serviceleistungen entlang ihrer Wertschöpfungskette an. Das Produktspektrum reicht von Inhalatoren für die gezielte Behandlung von Atemwegserkrankungen über Insulin-Pen-Systeme für Diabetiker, Autoinjektoren und vorfüllbare Spritzen bis hin zu unterschiedlichsten Diagnostiksystemen.

Zu unserer breiten Palette hochwertiger Primärverpackungen aus Kunststoff für Arzneimittel zählen Applikations- und Dosiersysteme wie Flaschen für Augentropfen oder Nasensprays, Spezialbehälter für Tabletten und Pulver sowie multifunktionale Verschlusssysteme mit Originalitätssicherungen, kindersicheren und seniorengerechten Applikationen und integrierten Feuchtigkeitsabsorbern.

In den USA ist der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente von dem sogenannten "pour-and-count"-System geprägt. Die in der Verschreibung genannte genaue Menge der oral einzunehmenden Medikamente wird speziell für den einzelnen Patienten in den Apotheken in Kunststoffverpackungen abgefüllt, die wir herstellen und ausliefern. Zu unseren Kunden für diese speziellen Kunststoffbehälter zählen landesweite und regionale Apothekenketten, Supermärkte und Großhändler.

Primary Packaging Glass produziert Primärverpackungen aus Glas für die pharmazeutische und die Kosmetikindustrie sowie spezielle kleinvolumige Gläser für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie.

Für die pharmazeutische Industrie bieten wir eine breite Palette an Weiß- und Braungläsern an. Unsere Produktpalette umfasst neben Infusions-, Tropf- und Sirupflaschen auch hochwertige Spezialprodukte wie Injektionsfläschchen, Ampullen und Karpulen, die aus Borosilikatglas-Röhren hergestellt werden.

Unser Produktportfolio für die Kosmetikindustrie enthält qualitativ hochwertige Glasverpackungen aus Klar,-Farb- oder Opalglas für Parfüms, Deodorants, Hautpflege- oder Wellnessprodukte. Hierfür verfügen wir über vielfältige Technologien zur Form- und Farbgebung, zum Bedrucken sowie zur exklusiven Veredelung.

Für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie bieten wir sowohl standardisierte als auch kundenspezifische kleinvolumige Fläschchen und Gläser an, die unter anderem für flüssige Nahrungsmittel, Gewürze oder Spirituosen genutzt werden.

Advanced Technologies ist unser Innovations-Center und Hub für intelligente Devices. Der Geschäftsbereich entwickelt für Pharma- und Biotechunternehmen intelligente Systeme zur Verabreichung von Arzneimitteln. Aktuell umfasst das Portfolio patentierte Mikropumpen, etwa für die Selbstbehandlung bei Parkinson oder Herzinsuffizienz. Darüber hinaus erfolgt die Entwicklung einer Plattform zur genauen Inhalationsmessung.

Die Auswirkungen von konzerninternen Dienstleistungen der Gerresheimer AG, Konsolidierungsmaßnahmen und Überleitungen zwischen den Segmenten werden in der Segmentberichterstattung in der Spalte "Zentralstellen/​Konsolidierung" dargestellt. Den Bewertungsgrundsätzen für die Segmentberichterstattung liegen die im Konzernabschluss verwendeten IFRS zugrunde.

Die Leistungen der Segmente werden anhand folgender Kriterien beurteilt und ermittelt:

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Die Umsatzerlöse zwischen den Segmenten werden anhand marktorientierter Konditionen wie unter fremden Dritten festgelegt. Umsatzerlöse mit wesentlichen Kunden, die mehr als 10 % der Umsatzerlöse des Gerresheimer Konzerns erzielen, bestanden weder für das Geschäftsjahr 2020 noch für das Vorjahr.
Das Adjusted EBITDA stellt eine Kennzahl dar, die nicht nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften definiert ist, für den Gerresheimer Konzern jedoch eine wichtige Steuerungsgröße darstellt. Das Adjusted EBITDA ist das Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen und Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen, Abschreibungen und Wertminderungen (inklusive Wertminderungen auf Geschäftswerte), Restrukturierungsaufwendungen sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen.
Das Net Working Capital definiert sich aus den Bilanzgrößen Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte sowie geleisteter Anzahlungen, abzüglich Vertragsverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
Der Operating Cashflow ermittelt sich ausgehend vom Adjusted EBITDA, von der Veränderung des Net Working Capital zu konstanten Wechselkursen und den Investitionen, korrigiert um Zugänge aus Nutzungsrechten.
Die Investitionen umfassen alle zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bewerteten Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.
Die langfristigen Vermögenswerte enthalten keine Finanzinstrumente, latenten Steuern, Leistungen nach Beendigung der Arbeitsverhältnisse und Rechte aus Versicherungsverträgen.

Im Folgenden werden die von der Gerresheimer AG zur Beurteilung der Leistung der Segmente herangezogenen Steuerungsgrößen und darüber hinausgehende Kennziffern nach Regionen dargestellt:

Segmentdaten nach Bereichen

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Plastics & Devices Primary Packaging Glass Advanced Technologies
In Tsd. Euro 2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse des Segmentes 771.586 758.300 644.122 631.486 9.476 6.439
Davon Innenumsatzerlöse 6.398 3.970 - - - -
Umsatzerlöse mit Dritten 765.188 754.330 644.122 631.486 9.476 6.439
Adjusted EBITDA 212.493 196.444 137.328 122.888 -14.480 -23.443
Abschreibungen -47.109 -42.287 -57.873 -50.015 -2.416 -2.613
Wertminderungen 1) -317 - - -6 -1.484 -7.883
Adjusted EBITA 165.067 154.157 79.455 72.867 -18.380 -33.939
Net Working Capital 100.208 76.878 97.212 104.130 2.473 4.865
Operating Cashflow 124.474 111.586 54.308 48.472 -25.681 -20.582
Investitionen 2) 78.501 93.782 96.498 82.926 23.268 4.855
Mitarbeiter (Durchschnitt) 4.476 4.476 5.175 5.176 103 112

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Zentralstellen/​ Konsolidierung Konzern
In Tsd. Euro 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- ---
Umsatzerlöse des Segmentes - - 1.425.184 1.396.225
Davon Innenumsatzerlöse -6.398 -3.970 - -
Umsatzerlöse mit Dritten - - 1.418.786 1.392.255
Adjusted EBITDA -25.202 104.116 3) 310.139 400.005
Abschreibungen -3.364 -2.564 -110.762 -97.479
Wertminderungen 1) - - -1.801 -7.889
Adjusted EBITA -28.566 101.552 197.576 294.637
Net Working Capital -1.957 -2.893 197.936 182.980
Operating Cashflow -26.635 102.123 126.466 241.599
Investitionen 2) 1.206 3.788 199.473 185.351
Mitarbeiter (Durchschnitt) 128 116 9.882 9.880

1) Die Wertminderungen im Geschäftsjahr 2020 enthalten auf Ebene des Geschäftsbereiches Advanced Technologies eine Wertminderung auf Entwicklungskosten von 1.484 Tsd. Euro, welche der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical zuzuordnen ist. Im Geschäftsjahr 2019 betraf eine Wertminderung auf drei Patente in Höhe von 3.633 Tsd. Euro und eine Wertminderung auf Entwicklungskosten von 4.250 Tsd. Euro ebenfalls die zahlungsmittelgenerierende Einheit Sensile Medical.

2) Die Investitionen spiegeln auch die Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagevermögen wider, welche im Geschäftsjahr nicht vollumfänglich zahlungswirksam waren.

3) Hierin sind im Geschäftsjahr 2019 129.801 Tsd. Euro aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten aus dem Erwerb der Sensile Medical enthalten.

Unternehmensbezogene Angaben nach Regionen 1)

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Deutschland Europa Amerika
In Tsd. Euro 2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse nach Sitz des Kunden 317.885 307.467 513.395 481.670 381.336 385.667
Umsatzerlöse nach Sitz der Gesellschaft 578.997 545.047 312.163 302.655 351.454 349.878
Langfristige Vermögenswerte 760.058 711.679 493.980 474.144 640.433 726.568
Mitarbeiter (Durchschnitt) 3.604 3.575 2.347 2.337 1.057 1.082

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Schwellenländer Sonstige Regionen Konzern
In Tsd. Euro 2020 2019 2020 2019 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse nach Sitz des Kunden 184.387 196.789 21.783 20.662 1.418.786 1.392.255
Umsatzerlöse nach Sitz der Gesellschaft 176.172 194.675 - - 1.418.786 1.392.255
Langfristige Vermögenswerte 149.587 159.941 - - 2.044.058 2.072.332
Mitarbeiter (Durchschnitt) 2.874 2.886 - - 9.882 9.880

1) Europa ohne Deutschland und europäische Schwellenländer wie Russland und Türkei. Amerika ohne amerikanische Schwellenländer wie Brasilien, Mexiko und Kolumbien.

IQVIA hat im Geschäftsjahr 2020 seine Definition der Schwellenländer geändert, wobei nun 17 Länder als Schwellenländer definiert sind. Neu hinzugekommen ist das Land Ukraine und aus der Definition herausgenommen wurden die Länder Argentinien, Chile, Kasachstan, Nigeria, Polen und Thailand. Wir haben die Berichterstattung an die geänderte Definition und das Vorjahr entsprechend angepasst. Die Umsatzerlöse in den sogenannten Schwellenländern enthalten gemäß der aktuellen Definition von IQVIA Umsatzerlöse in den Ländern Ägypten, Algerien, Bangladesch, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Kolumbien, Mexiko, Pakistan, Philippinen, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Türkei, Ukraine und Vietnam.

Das Adjusted EBITDA leitet sich wie folgt auf das Konzernergebnis über:

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In Tsd. Euro 2020 2019
Adjusted EBITDA 310.139 400.005
Abschreibungen und Wertminderungen -112.563 -105.368
Adjusted EBITA 197.576 294.637
Einmalige Aufwendungen und Erträge -8.322 -6.301
Abschreibungen und Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen -32.793 -159.564
Wertminderungen von Geschäftswerten - -5.014
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 156.461 123.758
Finanzergebnis -21.316 -25.590
Ertragsteuern -45.264 -15.487
Konzernergebnis 89.881 82.681

(35) Honorar des Abschlussprüfers

Zum Abschlussprüfer des Jahres- und Konzernabschlusses der Gerresheimer AG ist die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, bestellt worden. Der Bestätigungsvermerk wird durch Herrn Wirtschaftsprüfer René Kadlubowski (seit dem Geschäftsjahr 2016) und Herrn Wirtschaftsprüfer Dennis Klawitter (erstmals für das Geschäftsjahr 2020) unterzeichnet. Herr Kadlubowski ist verantwortlicher Wirtschaftsprüfer.

Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist seit dem Geschäftsjahr 2009 Abschlussprüfer der Gerresheimer AG.

Für die erbrachten Dienstleistungen der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:

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In Tsd. Euro 2020 2019
Abschlussprüfung 606 590
Andere Bestätigungsleistungen 75 67
Honorar des Abschlussprüfers 681 657

(36) Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Rahmen unseres operativen Geschäfts unterhalten wir Geschäftsbeziehungen zu juristischen und natürlichen Personen, die auf die Gerresheimer AG oder deren Tochterunternehmen Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Gerresheimer AG oder ihre Tochterunternehmen ausgesetzt sind.

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen gehören Unternehmen, die mit Mitgliedern des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG in Beziehung stehen, nicht konsolidierte Gesellschaften und assoziierte Unternehmen sowie die Organmitglieder der Gerresheimer AG.

Bezüglich der Informationen zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats wird auf die Angabe (37) sowie auf den Vergütungsbericht im zusammengefassten Lagebericht verwiesen.

Die folgende Tabelle stellt das Lieferungs- und Leistungsvolumen mit nahestehenden Unternehmen und Personen dar:

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2020 30. November 2020
In Tsd. Euro Erbrachte Lieferungen und Leistungen Empfangene Lieferungen und Leistungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
--- --- --- --- ---
Unternehmen, das mit einem Mitglied des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG in Beziehung steht 3.043 - 327 -
Assoziierte Unternehmen - 1.226 - 16
Nicht konsolidierte Gesellschaften - - 1 -
3.043 1.226 328 16

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2019 30. November 2019
In Tsd. Euro Erbrachte Lieferungen und Leistungen Empfangene Lieferungen und Leistungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
--- --- --- --- ---
Unternehmen, das mit einem Mitglied des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG in Beziehung steht 3.428 - 465 -
Assoziierte Unternehmen 2 2.273 - 116
Nicht konsolidierte Gesellschaften 257 - 7 -
3.687 2.273 472 116

Die Geschäfte mit Unternehmen, die mit einem Mitglied des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG in Beziehung stehen, betreffen das Unternehmen Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG, Ravensburg.

Die Geschäfte mit assoziierten Unternehmen entfallen in voller Höhe auf die Gesellschaften Gerresheimer Tooling LLC, Peachtree City (GA/​USA), und PROFORM CNC Nastrojarna spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechische Republik).

Die Geschäfte mit nicht konsolidierten Unternehmen beziehen sich im Vorjahr in voller Höhe auf die zum 30. November 2019 entkonsolidierte Gesellschaft Gerresheimer Buenos Aires S.A., Buenos Aires (Argentinien).

Sämtliche Geschäfte wurden zu marktüblichen Preisen und Konditionen wie zwischen fremden Dritten durchgeführt.

(37) Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands der Gerresheimer AG setzt sich wie folgt zusammen:

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In Tsd. Euro 2020 2019
Kurzfristig fällige Leistungen 3.618 4.267
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses - 249
Andere langfristig fällige Leistungen - 281
Anteilsbasierte Vergütung 1.506 1.069
Gesamtvergütung Vorstand 5.124 5.866
Kurzfristig fällige Leistungen der Aufsichtsratsmitglieder 1.380 1.384
Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats 6.504 7.250

Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen beläuft sich auf 29.722 Tsd. Euro (Vorjahr: 26.047 Tsd. Euro). Die laufenden Bezüge aus Pensionen und sonstigen Leistungen für diesen Personenkreis betragen 1.321 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.303 Tsd. Euro).

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2020 betragen 1.380 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.384 Tsd. Euro). Der wesentliche Anteil resultiert aus der Festvergütung in Höhe von 1.220 Tsd. Euro, welche fällig ist, sobald die Hauptversammlung über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das entsprechende Geschäftsjahr beschließt. Die weiteren Bezüge in Höhe von 160 Tsd. Euro resultieren aus Sitzungsgeldern.

Weitergehende Informationen zur Vorstandsvergütung sind dem Vergütungsbericht im zusammengefassten Lagebericht zu entnehmen.

(38) Corporate Governance

Corporate Governance bezeichnet das gesamte Leitungs- und Überwachungssystem eines Unternehmens einschließlich Organisation, geschäftspolitischen Grundsätze und Leitlinien sowie der internen und externen Steuerungs- und Überwachungsmechanismen. Ziel einer guten Corporate Governance ist eine verantwortungsbewusste und auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Sie fördert das Vertrauen der nationalen und internationalen Anleger, der Geschäftspartner, der Finanzmärkte, der Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in die Führung und Überwachung der Gerresheimer AG.

Als börsennotierte Gesellschaft ist die Gerresheimer AG verpflichtet bekannt zu geben, inwieweit den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht.

Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben zuletzt am 3. September 2020 die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben:

"Seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 4. September 2019 bis zum 20. März 2020 hat die Gerresheimer AG mit Ausnahme der in jener Entsprechenserklärung genannten und begründeten Ausnahme allen Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 7. Februar 2017 entsprochen.

Die Gerresheimer AG entspricht sämtlichen Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 16. Dezember 2019, die am 20. März 2020 in Kraft getreten ist (,Kodex 2020'), seit dem Inkrafttreten des Kodex 2020 und wird diesen auch zukünftig entsprechen, jeweils mit den folgenden Ausnahmen:

1. Die Gesellschaft wird die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat erst zukünftig auf der Internetseite der Gesellschaft zugänglich machen. Insofern ist der Empfehlung in D.1 des Kodex 2020 bisher nicht entsprochen worden.

2. Der Empfehlung in D.7 des Kodex 2020, nach der der Aufsichtsrat regelmäßig auch ohne den Vorstand tagen soll, wird nicht entsprochen. Zwar tagt der Präsidialausschuss regelmäßig ohne den Vorstand. Der Aufsichtsrat tagt regelmäßig jedoch nur bei Personalangelegenheiten des Vorstands ohne den Vorstand. Bei anderen Themen erfolgt nur ausnahmsweise eine situative Nichtteilnahme.

3. Der Kodex 2020 enthält in Abschnitt G.I neue und zum Teil veränderte Empfehlungen zur Vergütung des Vorstands. Den folgenden dieser Empfehlungen entspricht das von der Hauptversammlung der Gerresheimer AG am 30. April 2015 gebilligte Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder nicht oder nicht vollumfänglich: G.1 (Festlegung des Vergütungssystems), G.3 (Offenlegung der geeigneten Vergleichsgruppe für den Angemessenheitsvergleich), G.10 (Überwiegende Aktienbasierung der variablen Vergütungsbeträge und mindestens vierjährige Gewährungsperiode), G.11 (Einbehalt und Rückforderung variabler Vergütungskomponenten). Der Aufsichtsrat wird der Hauptversammlung am 9. Juni 2021 gemäß § 120a Absatz 3 AktG ein überarbeitetes Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder zur Billigung vorlegen."

Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats steht mittlerweile auf der Internetseite der Gesellschaft zur Verfügung.

Die Erklärung kann auf der Internetseite der Gesellschaft (www.gerresheimer.com/​investor-relations) eingesehen werden.

(39) Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Nach dem 30. November 2020 sind keine für die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Gerresheimer Konzerns wesentlichen Ereignisse eingetreten.

Düsseldorf, 29. Januar 2021

Dietmar Siemssen

Dr. Bernd Metzner

Dr. Lukas Burkhardt

Erklärung des Vorstands

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Düsseldorf, 29. Januar 2021

Dietmar Siemssen

Dr. Bernd Metzner

Dr. Lukas Burkhardt

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Gerresheimer AG, Düsseldorf

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Gerresheimer AG, Düsseldorf, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. November 2020, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Lagebericht des Mutterunternehmens zusammengefassten Konzernlagebericht der Gerresheimer AG, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020 geprüft. Die im Abschnitt "Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer (Nichtfinanzielle Konzernerklärung)" des zusammengefassten Lageberichts enthaltene nichtfinanzielle Konzernerklärung nach §§ 315b und 315c HGB sowie die im zusammengefassten Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB einschließlich der darin enthaltenen weiteren Berichterstattung über Corporate Governance haben wir im Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. November 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020 und
vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer (Nichtfinanzielle Konzernerklärung)" des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen nichtfinanziellen Konzernerklärung nach §§ 315b und 315c HGB sowie der im zusammengefassten Lagebericht enthaltenen Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB einschließlich der darin enthaltenen weiteren Berichterstattung über Corporate Governance.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/​2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1 Werthaltigkeit der Geschäftswerte und Technologien

2 Latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Bewertungsunterschiede und auf Verlustvorträge

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:

a) Sachverhaltsbeschreibung (einschließlich Verweis auf zugehörige Angaben im Konzernabschluss)

b) Prüferisches Vorgehen

1 Werthaltigkeit der Geschäftswerte und Technologien

a) Im Konzernabschluss der Gerresheimer AG werden unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" Geschäftswerte in Höhe von Mio. EUR 642,3 (24,5 % der Konzernbilanzsumme) sowie Technologien, die planmäßig abgeschrieben werden, in Höhe von Mio. EUR 244,9 (9,4 % der Konzernbilanzsumme) ausgewiesen. Für die Technologien aus dem Bereich Sensile Medical ergaben sich bereits im Vorjahr erhebliche Abschreibungen. Geschäftswerte und Technologien sind jeweils zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet.

Die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden mindestens einmal jährlich oder anlassbezogen Werthaltigkeitstests (Impairment Tests) unterzogen. Hierbei werden die Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag verglichen. Der erzielbare Betrag wird auf Basis des Nutzungswerts ermittelt. Hierzu werden die geplanten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse (Cashflows) diskontiert (DCF-Verfahren). Die Cashflow-Prognosen für die Geschäftswerte basieren auf der vom Vorstand genehmigten, vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommenen und im Zeitpunkt der Durchführung des Impairment Tests gültigen Unternehmensplanung für die kommenden fünf Jahre, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben wird (ewige Rente). Hierbei wurden auch Erwartungen über die künftige Marktentwicklung und länderspezifische Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Größen berücksichtigt. Wesentlicher Werttreiber für die Technologien ist deren angenommene Restnutzungsdauer. Der Beta-Faktor zur Bestimmung der gewichteten Kapitalkosten wird aus den Kapitalmarktdaten einer Gruppe von vergleichbaren Unternehmen abgeleitet.

Das Ergebnis dieser Bewertungen ist in hohem Maße von den getroffenen Annahmen des Vorstands über die zukünftige Entwicklung und seiner darauf basierenden Einschätzung der zukünftigen Cashflows sowie der verwendeten Diskontierungszinssätze abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet, weswegen dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung war.

Die Angaben des Vorstands zu den Geschäftswerten und den Technologien sind in den Abschnitten 6 und 18 des Konzernanhangs enthalten.

b) Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen, die Ermittlung der gewichteten Kapitalkosten beurteilt und die Berechnungsmethode des Impairment Tests unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten gewürdigt. Zum Zwecke der Risikobeurteilung haben wir uns ein Bild von der Planungstreue in der Vergangenheit gemacht und beurteilt, inwieweit die Werthaltigkeitstests durch Subjektivität, Komplexität oder sonstige inhärente Risikofaktoren beeinflusst wurden. Wir haben die bei der Bewertung verwendeten künftigen Cashflows mit der aktuellen, vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommenen Fünf-Jahres-Planung abgeglichen sowie den Vorstand zu den wesentlichen Annahmen dieser Planung befragt und die getroffenen Annahmen plausibilisiert. Hierzu haben wir unter anderem eine Abstimmung der Annahmen mit gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Markterwartungen durchgeführt. Weiterhin haben wir untersucht, ob die Planung konsistent aus den Annahmen hergeleitet wurde. Insbesondere die für die Phase nach dem Detailzeitraum unterstellten Wachstumsraten (ewige Rente), welche einen großen Einfluss auf die Bewertung haben, wurden von uns kritisch gewürdigt. Für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Sensile Medical sind wir entsprechend in Bezug auf die vorliegende Szenarioplanung über die angenommene Nutzungsdauer von 24 Jahren der Technologien vorgegangen und haben dabei die vom Vorstand unterstellten möglichen Szenarien und deren geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeiten bei der Ermittlung des Nutzungswertes gewürdigt. Hierbei konnten wir uns auch auf Kenntnisse aus der Vorjahresprüfung stützen. Die sachgerechte Berücksichtigung von Kosten für Konzernfunktionen bei den Impairment Tests der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten war ebenso Bestandteil unserer Prüfung.

Da bereits relativ kleine Veränderungen des jeweils verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des ermittelten erzielbaren Betrags haben können, haben wir uns unter Hinzuziehung unserer Bewertungsspezialisten intensiv mit den bei der Bestimmung der verwendeten Diskontierungszinssätze herangezogenen Parametern befasst. Ferner haben wir aufgrund der materiellen Bedeutung der Geschäftswerte und der Technologien für die Vermögenslage des Konzerns ergänzend eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um ein mögliches Wertminderungsrisiko bei einer potentiellen Änderung einer der wesentlichen Annahmen der Bewertung einschätzen zu können. Die angewandten Berechnungsschemata haben wir nachvollzogen. Schließlich haben wir die Vollständigkeit und Angemessenheit der nach IAS 36 geforderten Angaben für den Konzernanhang geprüft.

2 Latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Bewertungsunterschiede und auf Verlustvorträge

a) Im Konzernabschluss der Gerresheimer AG werden in der Konzernbilanz nach Saldierung mit den passiven latenten Steuern aktive latente Steuern in Höhe von Mio. EUR 12,8 (vor Saldierung Mio. EUR 55,4, davon Mio. EUR 10,8 auf steuerliche Verlustvorträge entfallend) ausgewiesen. Auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von Mio. EUR 102,7 wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet, da mit einer Nutzung innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht gerechnet wird. Ausgangsbasis für die Steuerplanung ist die vom Vorstand genehmigte und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommene Unternehmensplanung.

Aus unserer Sicht waren die aktiven latenten Steuern von besonderer Bedeutung, da die Unternehmensplanung als Grundlage für die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern in hohem Maße von den Einschätzungen und Annahmen des Vorstands abhängig und daher mit einem hohen Maß an Unsicherheit behaftet ist.

Die Angaben der Gesellschaft zu den latenten Steuern sind in den Abschnitten 6 und 16 des Konzernanhangs enthalten.

b) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter Einbindung unserer Steuerspezialisten den Ansatz und die Bewertung der latenten Steuern gewürdigt. Die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern auf abzugsfähige Differenzen und Verlustvorträge haben wir auf Basis der Unternehmensplanung und unternehmensinterner Prognosen über die künftige steuerliche Ertragssituation der jeweiligen Gesellschaft beurteilt und die Angemessenheit der verwendeten Annahmen gewürdigt. Die Überleitung zum Steuerergebnis haben wir mit Hilfe von Nachweisen unter Einbeziehung unseres Steuerspezialisten nachvollzogen. Weiterhin haben wir die rechnerische Richtigkeit der Überleitungsrechnung geprüft. Zudem haben wir die Vollständigkeit und Angemessenheit der nach IAS 12 geforderten Angaben im Konzernanhang geprüft.

Sonstige Informationen

Der Vorstand bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

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den Abschnitt "Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer (Nichtfinanzielle Konzernerklärung)" des zusammengefassten Lageberichts,
die im zusammengefassten Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB einschließlich der darin enthaltenen weiteren Berichterstattung über Corporate Governance,
den Bericht des Aufsichtsrats,

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die Versicherung des Vorstands nach § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB bzw. nach § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht und
alle übrigen Teile des Geschäftsberichts,
aber nicht den Konzernabschluss, nicht die inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex einschließlich der weiteren Berichterstattung über Corporate Governance, die Bestandteile der im zusammengefassten Lagebericht enthaltenen Erklärung zur Unternehmensführung sind, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

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wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 24. Juni 2020 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 3. September 2020 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2008/​2009 als Konzernabschlussprüfer der Gerresheimer AG, Düsseldorf, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist René Kadlubowski.

Düsseldorf, den 29. Januar 2021

Deloitte GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

René Kadlubowski, Wirtschaftsprüfer

Dennis Klawitter, Wirtschaftsprüfer

Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit

An die Gerresheimer AG, Düsseldorf

UNSER AUFTRAG

Wir haben die im Konzernlagebericht enthaltene nichtfinanzielle Konzernerklärung nach § 315b HGB der Gerresheimer AG, Düsseldorf, ("das Unternehmen") für den Zeitraum vom 1. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020 einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen.

Nicht Gegenstand unseres Auftrags war die inhaltliche Prüfung von Internetseiten der Gesellschaft, auf die in der nichtfinanziellen Konzernerklärung verwiesen wird.

VERANTWORTUNG DES VORSTANDS

Der Vorstand der Gerresheimer AG ist verantwortlich für die Aufstellung der nichtfinanziellen Konzernerklärung in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V. m. §§ 289c bis 289e HGB.

Der Vorstand hat sich für die Aufstellung der nichtfinanziellen Konzernerklärung am Rahmenwerk der Global Reporting Initiative in der Version Standards orientiert und dies in der nichtfinanziellen Konzernerklärung angegeben.

Diese Verantwortung des Vorstands des Unternehmens umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur Aufstellung der nichtfinanziellen Konzernerklärung sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung der nichtfinanziellen Konzernerklärung zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Die Genauigkeit und Vollständigkeit der Umweltdaten in der nichtfinanziellen Konzernerklärung unterliegen inhärent vorhandenen Grenzen, welche aus der Art und Weise der Datenerhebung und -berechnung sowie getroffenen Annahmen resultieren.

VERANTWORTUNG DES WIRTSCHAFTSPRÜFERS

Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über die nichtfinanzielle Konzernerklärung abzugeben.

Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Unsere Prüfungsgesellschaft wendet die nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen zur Qualitätssicherung an, insbesondere die Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie den IDW Qualitätssicherungsstandard: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1), die in Einklang mit dem vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) herausgegebenen International Standard on Quality Control 1 (ISQC 1) stehen.

Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements Other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit begrenzter Sicherheit aussagen können, dass uns keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass die nichtfinanzielle Konzernerklärung in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i.V.m. §§ 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist. Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers.

Im Rahmen unserer Prüfung, die wir in den Monaten Oktober 2020 bis Januar 2021 durchgeführt haben, haben wir u.a. folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:

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Verschaffung eines Verständnisses über die Struktur der Nachhaltigkeitsorganisation und über die Einbindung von Stakeholdern;
Befragung des Vorstands und relevanter Mitarbeiter, die in die Aufstellung der nichtfinanziellen Konzernerklärung einbezogen wurden, über den Aufstellungsprozess, über die vorhandenen Maßnahmen und Vorkehrungen (System) zur Aufstellung der nichtfinanziellen Konzernerklärung sowie über die Angaben in der nichtfinanziellen Konzernerklärung;
Identifikation von Risiken wesentlicher falscher Angaben in der nichtfinanziellen Konzernerklärung;
Analytische Beurteilung von Angaben der nichtfinanziellen Konzernerklärung;
Abgleich der Angaben in der nichtfinanziellen Konzernerklärung mit den entsprechenden Daten im Konzernabschluss sowie mit den übrigen Teilen des Konzernlageberichts;
Beurteilung der Darstellung der Angaben;
Beurteilung der Angemessenheit der Arbeit eines Sachverständigen des Vorstands als Nachweis.

PRÜFUNGSURTEIL

Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass die nichtfinanzielle Konzernerklärung der Gerresheimer AG für den Zeitraum vom 1. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020 in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist.

Unser Prüfungsurteil erstreckt sich nicht auf Internetseiten der Gesellschaft, auf die in der nichtfinanziellen Konzernerklärung verwiesen wird.

VERWENDUNGSZWECK DES VERMERKS

Wir erteilen diesen Vermerk auf Grundlage der mit der Gerresheimer AG geschlossenen Auftragsvereinbarung vom 3. September 2020. Die Prüfung wurde für Zwecke der Gerresheimer AG durchgeführt und der Vermerk ist nur zur Information der Gerresheimer AG über das Ergebnis der Prüfung bestimmt.

HAFTUNG

Der Vermerk ist nicht dazu bestimmt, dass Dritte hierauf gestützt (Vermögens-)Entscheidungen treffen. Unsere Verantwortung besteht allein der Gerresheimer AG gegenüber und ist auch nach Maßgabe der mit der Gerresheimer AG getroffenen Auftragsvereinbarung vom 3. September 2020 sowie der "Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften" vom 1. Januar 2017 des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. beschränkt. Dritten gegenüber übernehmen wir dagegen keine Verantwortung. Durch Kenntnisnahme und Nutzung der in diesem Vermerk enthaltenen Informationen bestätigt jeder Empfänger, die dort getroffenen Regelungen (insbesondere die Haftungsbeschränkung für Fahrlässigkeit auf Mio. EUR 4 in Nr. 9 der IDW-AAB) zur Kenntnis genommen zu haben, und erkennt deren Geltung im Verhältnis zu uns an.

Düsseldorf, den 29. Januar 2021

Deloitte GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

René Kadlubowski, Wirtschaftsprüfer

ppa. Viola Möller

Organe

AUFSICHTSRAT

Geschäftsjahr 2020

Dr. Axel Herberg

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Geschäftsführender Gesellschafter der CCC Investment GmbH

a) Leica Camera AG

b) Leica Gruppe (Fotografie und Sportoptik)

Lisa Germany Holding GmbH

Vetter Pharma-Fertigungs GmbH & Co. KG

European Medco Development 4 S.àr.l., Luxemburg (seit 22. Mai 2020)

Francesco Grioli

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats

Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG Bergbau, Chemie, Energie

a) Continental AG

Andrea Abt

Master of Business Administration

Ehemals Leiterin Supply Chain Management des Sektors Infrastruktur der Siemens AG

b) SIG plc, Großbritannien (bis 12. Februar 2020)

John Laing Group plc, Großbritannien

Petrofac Ltd., Jersey

Polymetal International plc, Jersey (seit 4. März 2020)

Heike Arndt

Stellvertretende Landesbezirksleiterin Westfalen der IG Bergbau, Chemie, Energie

a) RAG Verkauf GmbH (bis 31. Dezember 2020)

Evonik Performance Materials GmbH (bis 30. Juni 2020)

Evonik Operations GmbH (stellvertretende Vorsitzende) (seit 1. Juli 2020)

Dr. Karin Dorrepaal

Unternehmensberaterin

Ehemaliges Mitglied des Vorstands der Schering AG

a) Paion AG (stellvertretende Vorsitzende)

b) Triton Beteiligungsberatung GmbH

Almirall S.A., Spanien

Kerry Group plc, Irland

Julius Clinical Research BV, Niederlande

van Eeghen & Co BV, Niederlande (seit 24. Juni 2020)

Intravacc BV, Niederlande (seit 1. Januar 2021)

Franz Hartinger

Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Regensburg GmbH

a) Gerresheimer Regensburg GmbH

Dr. Peter Noé

Diplom-Kaufmann

Ehemaliges Mitglied des Vorstands der Hochtief AG

b) BlackRock Asset Management Schweiz AG, Schweiz

(bis 31. Dezember 2020)

Markus Rocholz

Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Essen GmbH

a) Gerresheimer Tettau GmbH

Paul Schilling

Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Bünde GmbH

a) Gerresheimer Bünde GmbH

Katja Schnitzler

Bereichsleiterin Operative Exzellenz, Umwelt, Gesundheit, Sicherheit und soziale Verantwortung der Gerresheimer AG

Theodor Stuth

Unternehmensberater

Geschäftsführer der hpulcas GmbH

Ehemals Wirtschaftsprüfer und Steuerberater

b) Wickeder Holding GmbH

Wickeder Profile Walzwerk GmbH

Linet Group SE, Niederlande

Udo J. Vetter

Pharmazeut und geschäftsführender Gesellschafter der

UV-Cap GmbH & Co. KG

a) ITM AG (Vorsitzender)

b) Vetter Pharma-Fertigungs GmbH & Co. KG (Vorsitzender)

HSM GmbH & Co. KG

Navigo GmbH (Vorsitzender)

OncoBeta International GmbH (Vorsitzender)

OncoBeta GmbH (Vorsitzender)

Paschal India Pvt. Ltd., Indien (Vorsitzender)

Gland Pharma Ltd., Indien

a) Mitgliedschaft in anderen nach deutschen Gesetzen zu bildenden Aufsichtsräten

b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen

VORSTAND

Geschäftsjahr 2020

Dietmar Siemssen

Vorstandsvorsitzender

a) BFC Fahrzeugteile GmbH

Gerresheimer Regensburg GmbH (Vorsitzender)

Gerresheimer Bünde GmbH (Vorsitzender)

b) Gerresheimer Boleslawiec S.A., Polen (stellvertretender Vorsitzender)

Gerresheimer Denmark A/​S, Dänemark (Vorsitzender)

Gerresheimer Vaerloese A/​S, Dänemark (Vorsitzender)

Sensile Medical AG, Schweiz (Vorsitzender)

Centor US Holding Inc., USA (Vorsitzender)

Centor Inc., USA (Vorsitzender)

Centor Pharma Inc., USA (Vorsitzender)

Gerresheimer Glass Inc., USA (Vorsitzender)

Triveni Polymers Pvt. Ltd., Indien

Gerresheimer respimetrix GmbH (Vorsitzender)

Dr. Lukas Burkhardt

a) Gerresheimer Tettau GmbH (Vorsitzender)

b) Gerresheimer Boleslawiec S.A., Polen (Vorsitzender)

Gerresheimer Momignies S.A., Belgien (Vorsitzender)

Gerresheimer Glass Inc., USA

Corning Pharmaceutical Packaging LLC, USA

Gerresheimer Queretaro S.A., Mexiko (Vorsitzender)

Gerresheimer Pharmaceutical Packaging Mumbai Pvt. Ltd., Indien

Neutral Glass and Allied Industries Pvt. Ltd., Indien

Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., China (Vorsitzender)

Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., China (Vorsitzender)

Dr. Bernd Metzner

a) Gerresheimer Tettau GmbH (stellvertretender Vorsitzender)

Gerresheimer Regensburg GmbH (stellvertretender Vorsitzender)

Gerresheimer Bünde GmbH (stellvertretender Vorsitzender)

Döhler Group SE (bis 23. Juni 2020)

UniCredit Bank AG (seit 23. Juni 2020)

b) Gerresheimer Glass Inc., USA

Kimble Chase Holding LLC, USA (Vorsitzender)

(bis 28. Februar 2020)

Centor US Holding Inc., USA

Centor Inc., USA

Centor Pharma Inc., USA

Corning Pharmaceutical Packaging LLC, USA

Sensile Medical AG, Schweiz

a) Mitgliedschaft in anderen nach deutschen Gesetzen zu bildenden Aufsichtsräten

b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen

Standorte der Gerresheimer AG

STANDORTE

PLASTICS & DEVICES

Anapolis, Brasilien

Berlin, USA

Boleslawiec, Polen

Bünde, Deutschland

Changzhou, China

Dongguan City, China

Haarby, Dänemark

Horsovsky Tyn, Tschechische Republik

Indaiatuba, Brasilien

Kosamba III, Indien

Kundli, Indien

Münster, Deutschland

Neu-Delhi, Indien

Peachtree City, USA

Perrysburg, USA

Pfreimd, Deutschland

Regensburg, Deutschland

Sao Paulo Butanta, Brasilien

Sao Paulo Cotia, Brasilien

Sao Paulo Embu, Brasilien

Singapur, Singapur

Skopje, Republik Nordmazedonien

Vaerloese, Dänemark

Wackersdorf, Deutschland

Zaragoza, Spanien

PRIMARY PACKAGING GLASS

Boleslawiec, Polen

Chalon, Frankreich

Chicago Heights, USA

Danyang I, China

Danyang II, China

Essen, Deutschland

Kosamba I, Indien

Kosamba II, Indien

Lohr, Deutschland

Momignies, Belgien

Morganton, USA

Mumbai, Indien

Queretaro, Mexiko

Tettau, Deutschland

Vineland, USA

Vineland Crystal Avenue, USA

Vineland Forest Grove, USA

Wertheim, Deutschland

Zhenjiang, China

ADVANCED TECHNOLOGIES

Olten, Schweiz

Düsseldorf, Deutschland

ZENTRALE

Düsseldorf, Deutschland

(Gerresheimer AG)

Stand: 30. November 2020

Produktübersicht nach Geschäftsbereichen

PLASTICS & DEVICES

Der Geschäftsbereich Plastics & Devices umfasst komplexe kundenspezifische Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten sowie Systemverpackungen für flüssige und feste Medikamente und Serviceleistungen.

DRUG-DELIVERY-SYSTEME

Drug-Delivery-Systeme transportieren Medikamente einfach und schnell in den Körper. Zu den Kunststoffsystemen unter den Drug-Delivery-Systemen zählen z.B. Inhalatoren, Pen-Systeme oder Injektionssysteme.

VORFÜLLBARE SPRITZENSYSTEME

Vorfüllbare Spritzensysteme aus Glas und COP (Cyclo-Olefin-Polymer) werden zur Abfüllung von Arzneimitteln an Kunden in der Pharma- und Biotech-Industrie geliefert. Gerresheimer bietet ein breit ausgebautes Programm steriler und unsteriler Spritzensysteme an. Gx RTF ® -(ready-to-fill) und Gx RTF ® ClearJect ® -Spritzensysteme erreichen den Kunden abfüllbereit, also gewaschen, silikonisiert, montiert mit Verschlusskappe und sterilisiert.

MEDIZINTECHNIKPRODUKTE

Gerresheimer produziert Einmalartikel für verschiedenste Analysesysteme in Labors und vor Ort beim Arzt, Schnelltests für Patienten in Arztpraxen oder Krankenhäusern sowie Stechhilfen und Lanzetten für Diabetiker, Einmalartikel und Bauteile für Dialysegeräte, Katheter und chirurgische Geräte aus Kunststoff.

BEHÄLTNISSE FÜR FESTE ARZNEIMITTEL

Für feste Darreichungsformen von Arzneimitteln wie Tabletten und Pulver bietet Gerresheimer eine große Bandbreite hochwertiger, anwendungsfreundlicher Produkte an, die durch vielfältige Alternativen spezifischer Verschlüsse, Originalitätssicherungen und andere Ausstattungsoptionen ergänzt werden.

BEHÄLTNISSE FÜR FLÜSSIGE ARZNEIMITTEL

Für flüssige Anwendungen im Bereich der Pharmazie und Gesundheitsvorsorge hat Gerresheimer eine Vielzahl von Behältnisformen aus PET, PE und PP im Programm. Zahlreiche Ausstattungsoptionen erlauben einen individuellen Zuschnitt auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kunden.

BEHÄLTNISSE FÜR OPHTHALMISCHE UND RHINOLOGISCHE ANWENDUNGEN

Gerresheimer produziert auch spezielle Fläschchen für Augentropfen und Nasensprays aus Kunststoff. Diese benutzerfreundlichen Behältnisse können mit unterschiedlichsten Tropf-, Sprüh- und Pumpsystemkomponenten ergänzt werden und erleichtern die präzise Dosierung und Applikation des Arzneimittels.

BEHÄLTNISSE FÜR PARENTERALE ANWENDUNGEN: COP-FLÄSCHCHEN

Diese Primärverpackungsbehältnisse von Gerresheimer (2 ml bis 100 ml) bieten unseren Kunden eine alternative Verpackungslösung, wenn die abzufüllende Substanz nicht mit Glasfläschchen kompatibel ist. Hervorzuhebende Eigenschaften des metallionenfreien und sehr bruchfesten COP-Polymers sind dessen hohe Transparenz und die unpolare Oberfläche, die für sensible parenterale Medikamente der neuen Generation besonders geeignet ist. Hinzu kommt die Eignung für den Einsatz bei tiefgekühlter Lagerung.

BEHÄLTNISSE FÜR ORAL EINZUNEHMENDE VERSCHREIBUNGSPFLICHTIGE MEDIKAMENTE

Für den nordamerikanischen Endkundenmarkt liefert das Gerresheimer Unternehmen Centor ein Portfolio an Kunststoffbehältern und Verschlüssen für oral einzunehmende verschreibungspflichtige Medikamente. Die in der Verschreibung genannte genaue Menge der Medikamente wird speziell für den einzelnen Patienten vom Apotheker in Kunststoffverpackungen abgefüllt. Centor verfügt mit den Produktlinien 1-Clic ® und Screw-Loc ® über die beiden führenden Kunststoffverpackungen in den USA.

BEHÄLTNISSE FÜR KOSMETIK

Das Gerresheimer Portfolio innovativer Kunststoffverpackungen umfasst sowohl eine Vielzahl von Standardformen als auch kundenspezifische Verpackungen nach individuellen Anforderungen. Zur individuellen Veredelung und Dekoration der hochwertigen Verpackungslösungen für die Körper- und Haarpflege werden modernste Technologien eingesetzt.

PRIMARY PACKAGING GLASS

Der Geschäftsbereich Primary Packaging Glass produziert Primärverpackungen aus Glas für die pharmazeutische und die Kosmetikindustrie sowie spezielle kleinvolumige Gläser für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie.

AMPULLEN

Die Ampulle ist ein in sich geschlossenes Behältnis aus Röhrenglas in standardisierten ISO-Typen. Bei den pharmazeutischen Ampullen werden verschiedene Aufbrechsysteme wie das One-Point-Cut-, das Color-Break- und das Score-Ring-Verfahren unterschieden.

KARPULEN

Die Karpule ist ein Glaszylinder, der am vorderen Ende von einer Aluminiumkappe mit Durchstichmembran verschlossen ist, die zur Injektion von einer Injektionsnadel durchstochen wird. Das hintere Ende der Karpule wird mit einem Gummistopfen verschlossen. Karpulen werden vor allem in der Zahnmedizin als Primärpackmittel für Lokalanästhetika sowie in der Diabetes-Therapie in Insulin-Pens eingesetzt.

FLÄSCHCHEN FÜR DIE PHARMAZIE

Als Fläschchen (Injektionsfläschchen/​Vials) werden kleinvolumige Primärverpackungsbehältnisse aus Röhren- oder Behälterglas bezeichnet. Das Füllvolumen von Fläschchen für pharmazeutische Anwendungen reicht von 0,6 ml bis 50 ml.

FLASCHEN UND GLÄSER FÜR DIE PHARMAZIE

Glasbehälter zur pharmazeutischen Verwendung bietet Gerresheimer in einer großen Formenvielfalt an. Hierzu zählen z.B. Sirup- und Tropfflaschen, Tablettengläser, Weithalsgläser, Injektions-, Infusions- und Transfusionsflaschen.

FLAKONS UND TIEGEL FÜR KOSMETIK

Gerresheimer produziert Flakons, Tiegel, (Probe-)Fläschchen und Ampullen in vielfältigsten Formen und Veredelungsvarianten, z. B. für Düfte, Deodorantien, pflegende Kosmetik sowie dekorative Kosmetik.

FLASCHEN UND GLÄSER FÜR GETRÄNKE UND NAHRUNGSMITTEL

Gerresheimer liefert kundenspezifische kleinvolumige Behälter im Spirituosen- und Nahrungsmittelbereich.

ADVANCED TECHNOLOGIES

Der Geschäftsbereich Advanced Technologies ist unser Innovations-Center und Hub für intelligente Devices. Er entwickelt für Pharma- und Biotechunternehmen intelligente Systeme zur Verabreichung von Arzneimitteln. Aktuell umfasst das Portfolio patentierte Mikropumpen, etwa für die Selbstbehandlung bei Parkinson oder Herzinsuffizienz. Neben der kontinuierlichen Evaluierung weiterer Projekte für die Entwicklung intelligenter Produkte erfolgt darüber hinaus erfolgt die Entwicklung einer Plattform zur genauen Inhalationsmessung.

DRUG-DELIVERY-PRODUKTE

Sensile Medical entwickelt innovative Drug-Delivery-Produkte und -Plattformen mit digitalen und elektronischen Fähigkeiten für Pharma- und Biotech-Kunden. Sie dienen der Verabreichung flüssiger Medikamente durch den Patienten selbst für ein sehr breites Anwendungsgebiet.

Gerresheimer respimetrix entwickelt eine Inhalations-Bewertungsplattform, die einen patentierten Flusssensor nutzt, um bei Patienten mit Atemwegserkrankungen jeden einzelnen Inhalationsvorgang genau zu überwachen. Die Messdaten der einzelnen Inhalation liefern wertvolle Informationen über den Zeitpunkt und die Technik der Inhalation sowie den Zustand der Lunge.

Glossar

1-Clic®

1-Clic® ist der Markenname einer bekannten Produktlinie unseres amerikanischen Unternehmens Centor Inc. Die orangen halbtransparenten Kunststoffdosen mit weißem Verschluss werden in den Apotheken eingesetzt, um verschreibungspflichtige Medikamente in der auf dem Rezept des Patienten angegebenen Menge abzufüllen.

Ampulle

Die Ampulle ist ein in sich geschlossenes Behältnis aus Röhrenglas in drei standardisierten Ausführungen: ISO-Typ B, C und D. Bei den pharmazeutischen Ampullen werden verschiedene Aufbrechsysteme wie One-Point-Cut sowie Color-Break- und Score-Ring unterschieden.

Autoinjektor

Als Autoinjektor bezeichnet man ein medizinisches Instrument, das zur Verabreichung einer Einzeldosis (Injektion) eines flüssigen Medikaments dient. Er wurde insbesondere deshalb entwickelt, damit die Injektion auch durch den Patienten selbst erfolgen kann. In Autoinjektoren kommen vorgefüllte Spritzen zum Einsatz.

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Pen-System

Backstop

Als clevere Ergänzung seines Spritzenprogramms bietet Gerresheimer einen Backstop an. Diese Systemkomponente besteht aus Kunststoff und wird auf die vorhandene Fingerauflage der Glasspritze geclipst. Damit verringert sie deren Öffnungsdurchmesser und verhindert, dass der Kolbenstopfen aus der Spritze gezogen wird. Gleichzeitig vergrößern die ergonomisch geformten Flügel die Fingerauflage und erleichtern damit die Anwendung.

BioPack

Neben den konventionellen Verpackungen aus PE und PET bietet Gerresheimer neue umweltfreundliche Plastikverpackungen für pharmazeutische und kosmetische Anwendungen an. Einer der wichtigsten Rohstofflieferanten für die Gewinnung von Biomaterialien ist die Zuckerrohrpflanze. Das "grüne" PE bzw. PET aus Zuckerrohr ist 100 % recyclingfähig. Diese BioPack-Produkte weisen dieselben Eigenschaften auf wie konventionelle Kunststoffbehälter und können auf den vorhandenen Füll- und Verpackungslinien hergestellt werden. Der Einsatz der Biomaterialien trägt zur Reduzierung der Treibhausgase und damit zum Umweltschutz bei.

Biopharmazeutika

Biopharmazeutika (auch Biopharmaka/​Biotech-Medikamente) sind Arzneistoffe, die mit Mitteln der Biotechnologie in gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden. Biopharmazeutika gehören zu den am stärksten wachsenden Produktklassen der Pharma- und Biotech-Industrie.

Borosilikatglas

Aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung hat Borosilikatglas eine sehr hohe hydrolytische Resistenz. Wegen seiner geringen Alkaliabgabe wird es insbesondere als Packmittel für Injektabilia verwendet.

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Hydrolytische Resistenz

Bulk-Spritzen

Bei den sogenannten Bulk-Spritzen wird der Spritzenkörper unsterilisiert zum Kunden geliefert. Waschen, Silikonisierung, Montage der Verschlusskappe/​ Nadelschutzkappe und Sterilisation vor der Abfüllung erfolgen durch das Pharmaunternehmen.

ClearJect®

ClearJect ® ist der Markenname unseres japanischen Partners Taisei Medical Co., Ltd. Die Gx RTF ® ClearJect ® -Spritze ist die erste bei Gerresheimer in Europa produzierte Polymerspritze aus COP (Cyclo-Olefin-Polymer). Entscheidende Vorteile bietet die neue Gx RTF ® ClearJect ® -Spritze mit Kanüle vor allem für sensible biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe.

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Gx RTF ® ClearJect ®

COP-Fläschchen

Diese Primärverpackungsbehältnisse von Gerresheimer (2 ml bis 100 ml) bieten unseren Kunden eine alternative Verpackungslösung, wenn die abzufüllende Substanz nicht mit Glasfläschchen kompatibel ist. Hervorzuhebende Eigenschaften des metallionenfreien und sehr bruchfesten COP-Polymers sind dessen hohe Transparenz und die unpolare Oberfläche, die für sensible parenterale Medikamente der neuen Generation besonders geeignet ist. Hinzu kommt die besondere Eignung für den Einsatz bei tiefgekühlter Lagerung.

COP-Spritze

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Gx RTF ® ClearJect ®

Delamination

Im Zusammenhang mit dem Primärpackmittel Glas versteht man hierunter die Entstehung von Glasflocken durch Auflösung der Glasstruktur. Unter bestimmten Bedingungen kann auch Glas reaktiv sein und anfällig werden für einen Oberflächenabbau. Dieser Strukturverlust kann zur Bildung von Glasplättchen führen, die sich dann von der Glasoberfläche abtrennen. Verschiedenste chemische und glasherstellungstechnische Parameter können zur Bildung von Glasflocken beitragen. Diese sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen.

Diabetes Care

Dieses medizinische Fachgebiet umfasst die Diagnose und Therapie von Diabetes. Gerresheimer konzentriert sich in diesem Geschäftsfeld auf die Entwicklung und Fertigung von hochinnovativen Lanzetten, Stechhilfen und Insulin-Pen-Systemen.

Diagnostiksysteme

Diagnostiksysteme sind Systeme zur Analyse organischer Flüssigkeiten und Materialien außerhalb des Körpers (in vitro). In solchen Systemen können Patientenproben vielfach vollautomatisch auf spezifische Parameter hin untersucht werden.

Digitale Schnittstelle

Die Produkte der Sensile Medical bieten Schnittstellen zur Datenübertragung auf eine App oder in geschützte Clouds. Patienten können z.B. erinnert werden, ihr Medikament zu nehmen oder ein elektronisches Tagebuch zu führen. Ärzte können damit die Historie der Medikamentenabgabe betrachten. Der Patient muss damit keine handschriftlichen Aufzeichnungen mehr führen.

Drug-Delivery-System

Ein Drug-Delivery-System liefert pharmazeutische Wirkstoffe auf verschiedenste Weise (über pulmonale oder nasale Inhalation, durch die Haut, über die Schleimhäute oder oral) präzise dorthin im Körper, wo sie wirken sollen. Beispiele: Inhalatoren für die Behandlung von Atemwegserkrankungen und vorgefüllte Spritzen für Medikamente, die per Injektion verabreicht werden.

Drug Master File (DMF)

Der Drug Master File ist ein Dokument, das den (pharmazeutischen) Herstellprozess und das angewendete Qualitätssicherungssystem von Arzneistoffen gegenüber der Arzneimittelbehörde (z. B. FDA in den USA oder Health Canada in Kanada) dokumentiert. Mit Hilfe eines Drug Master Files kann ein Hersteller (z.B. des Wirkstoffes oder der Primärverpackung), der nicht gleichzeitig Inverkehrbringer des Arzneimittels ist, der Arzneimittelbehörde alle erforderlichen Informationen zur Verfügung stellen, ohne dem Geschäftspartner gegenüber vertrauliche Herstellinformationen preiszugeben.

Duma®

Der Markenname Duma ® steht für eine große Bandbreite von pharmazeutischen Primärverpackungsbehältnissen aus Kunststoff, die im Geschäftsfeld Plastic Packaging gefertigt werden. In Duma ® -Container werden vorwiegend feste Darreichungsformen von Arzneimitteln wie Tabletten und Pulver abgefüllt. Die Container werden durch eine große Vielfalt an Verschlusssystemen für unterschiedliche Anwendungen und Nutzer ergänzt.

Einbrennsilikonisierung

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Gx Baked-On RTF ®

Fläschchen

Unter Fläschchen versteht man kleinvolumige Primärverpackungsbehältnisse aus Röhrenglas. Das Füllvolumen von Fläschchen für pharmazeutische Anwendungen reicht bei Gerresheimer von 0,6 ml bis 50 ml. Diese Fläschchen werden oft auch als Injektionsfläschchen bezeichnet, da die zu injizierende Flüssigkeit aus dem Fläschchen mittels Injektionsnadel (Einmalspritze) aufgezogen wird.

Gemenge

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Schmelzwanne

Gx® ARMOR Vials

Die neue Produktlinie der Gx ® ARMOR Vials ist für parenterale Lösungen mit aggressiven Wirkstoffen ausgelegt und speziell gegen Delamination gerüstet. Die Abkürzung Gx ® ARMOR steht für Gerresheimer Advanced Risk Management and Operational Response.

Gx Baked-On RTF®

Gx Baked-On RTF ® optimiert Gx RTF ® -Spritzen für silikonölempfindliche Biotech-Medikamente. Das Gerresheimer Verfahren wurde in Europa und den USA patentiert. Die Einbrennsilikonisierung fixiert das Silikonöl dauerhaft an der Glasoberfläche und reduziert die Zahl der freien Silikonöltröpfchen signifikant.

GxCare

Die Bereiche GxPure, GxCircular und GxCare sind die drei Pfeiler der Gerresheimer Nachhaltigkeitsstrategie. Unter der Bezeichnung GxCare werden die Themen mit Fokus auf den Menschen, wie Gesundheit und Arbeitssicherheit, Mitarbeiterzufriedenheit und Gemeinwesen zusammengefasst.

GxCircular

Die Bereiche GxPure, GxCircular und GxCare sind die drei Pfeiler der Gerresheimer Nachhaltigkeitsstrategie. Unter der Bezeichnung GxCircular werden die Themen rund um unsere Produkte und eingesetzten Ressourcen, dabei insbesondere Recycling und Abfall, Ökodesign und Nachhaltiges Beschaffungsmanagement, zusammengefasst.

GxPure

Die Bereiche GxPure, GxCircular und GxCare sind die drei Pfeiler der Gerresheimer Nachhaltigkeitsstrategie. Unter der Bezeichnung GxCircular werden die Themen mit Fokus auf die Umwelt, wie Emissionen, Energie und Wasser zusammengefasst.

Gx® Elite Glass

Die Gx ® Elite Glass-Produktfamilie aus Typ-I-Borosilikatglas wurde für besonders anspruchsvolle Anwendungen bei pharmazeutischen Fläschchen entwickelt. Fläschchen aus Gx ® Elite Glass sind zwei-bis dreimal so widerstandsfähig wie das normale Typ-I-Glas und erheblich bruchresistenter auf der Abfülllinie sowie bei der Lyophilisation. Sie übertreffen den Industriestandard in kosmetischer und dimensionaler Hinsicht.

Gx® FLASH

Gx ® FLASH beschreibt ein Gerresheimer-eigenes Testverfahren zur Vorhersage der Delaminationsneigung von Fläschchen. Dabei werden bestimmte Schwellenwerte im Produktionsprozess kontinuierlich überwacht. In regelmäßigen Intervallen werden zufällig Proben mit Vials gezogen, die dann im Hinblick auf ihre Delaminationsneigung überprüft werden.

Gx® G3-Inspektionssystem

Das Gx ® G3-Inspektionssystem stellt die neueste (dritte) Generation von Inspektionssystemen für Produkte aus Röhrenglas dar. In der Spritzenproduktion ist es bei Einsatz dieses Systems möglich, alle Teile des Glaskörpers mit einer extrem hohen Auflösung kosmetisch zu inspizieren. Auch alle geometrischen Eigenschaften des Produktes werden mit hoher Genauigkeit überprüft.

Gx InnoSafe®

Gebrauchte Spritzen sind mit ihren freiliegenden Kanülen eine allgegenwärtige Gefahrenquelle in Arztpraxen, Labors oder Krankenhäusern. Mit Gx InnoSafe® bietet Gerresheimer eine Spritze mit integriertem, passivem Sicherheitssystem, die unbeabsichtigte Nadelstichverletzungen vermeidet, eine erneute Wiederverwendung ausschließt und auf die Produktionsabläufe im Pharmaunternehmen sowie die einfache und intuitive Anwendung durch medizinisches Fachpersonal optimiert ist.

Gx® RHOC

Gx ® RHOC steht für ein Gerresheimer-eigenes Kamerasystem von überlegener dimensionaler Qualität. Es besteht aus drei hochauflösenden Matrixkameras pro Seite und einer hyperzentrischen ID-Kamera. Weitere Merkmale sind die Integration mit der Umformungsmaschine und der Infinity-SPC-Software.

Gx RTF® ClearJect®

Dieser Markenname kennzeichnet die erste bei Gerresheimer in Europa produzierte Polymerspritze aus COP (Cyclo-Olefin-Polymer). Entscheidende Vorteile bietet die neue Gx RTF ® ClearJect ® -Spritze mit Kanüle vor allem für sensible biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe. ClearJect ® ist der Markenname unseres japanischen Partners Taisei Medical Co. Ltd.

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ClearJect ®

Gx RTF®-Spritzensysteme

Die Gerresheimer Spritzenmarke Gx RTF ® steht für ready-to-fill. Gx RTF ® -Spritzensysteme erreichen den Kunden, wie der Name schon sagt, abfüllbereit, das heißt gewaschen, silikonisiert, montiert mit Verschlusskappe, verpackt in Nestern und Wannen sowie sterilisiert. Für das Pharmaunternehmen entfällt damit eine ganze Kette aufwändiger Prozessschritte bei der Verarbeitung. Der Kunde kann direkt mit der Abfüllung seiner Injektabilia beginnen, was deutliche Kosten- und Zeitvorteile bringt.

Gx® RTF Vials

Die beiden Kompetenzen von Gerresheimer - Glasformung von Fläschchen aus Röhrenglas und das Ready-to-fill Verfahren von vorfüllbaren Spritzen - werden bei den neuen Gx ® RTF Vials mit eigenen Verpackungskonfigurationen oder dem bekannten Ompi EZ-fill ® -Verpackungsformat kombiniert. Die Gx ® RTF Vials aus Typ I-Borosilikatglas werden gewaschen, in Trays oder in Nest und Wanne verpackt und sterilisiert an den Pharmakunden ausgeliefert. Dieser kann ohne weitere Prozessschritte mit der Abfüllung beginnen.

Gx Tekion®

Gx Tekion ® ist ein von Gerresheimer entwickeltes Verfahren zur Reinigung von Glasröhren mit ionisierter Luft.

Gx TELC® (Tamper Evident Luerlock Closure)

Gx TELC ® ist ein von Gerresheimer entwickeltes originalitätsgesichertes Verschlusssystem für vorgefüllte Spritzen. Es besteht aus einem Luerlock-Adapter mit Originalitätsverschluss.

Gx® THOR (Thermal Hydrolytic Optimization and Reduction)

Gx ® THOR ist eine neue Gerresheimer Technologie zur Reduktion der Delaminationsneigung von Fläschchen, die in die bestehenden Umformungslinien integriert wird. Gx ® THOR verbindet die kritischen Bereiche des Converting-Prozesses und garantiert, dass alle Fläschchen im Hinblick auf das optimale Temperaturprofil untersucht werden. Dabei werden vorgegebene Akzeptanzschwellen mittels statistischer Prozesskontrolle überprüft.

Gx® TWILC

Unter dem Namen Gx ® TWILC (Twistable Integrated Luerlock Closure) bietet Gerresheimer Gx ® RTF-Spritzen mit der Twist-off Verschlusskappe SG ITC (Integrated Tip Cap) der Stevenato Group an. Dabei handelt es sich um ein besonders nutzerfreundliches System für Luerlock-Spritzen, denn im Vergleich zu traditionellen Luer Cone-Verschlusssystemen weist diese Lösung einen Verschluss mit erhöhter Stabilität auf und schützt somit den Inhalt zusätzlich. Zugleich bietet die Twist-Off Funktion dem medizinischen Fachpersonal eine verbesserte Benutzerfreundlichkeit, ohne die Integrität der vorfüllbaren Spritze selbst zu beeinträchtigen.

Heißes Ende

Das heiße Ende umfasst die ersten Prozessschritte der Behälterglasproduktion von der Schmelzwanne bis zum Kühlofen. In der Schmelzwanne wird das Gemenge bei ca. 1.600 Grad Celsius zu Glas geschmolzen und gelangt dann zum sogenannten Speiser (Feeder). Hier wird das Glas auf die gewünschte Temperatur eingestellt und der Glastropfen hergestellt. Auf das Gramm genau abgetrennt fällt der Tropfen dann in die Formgebungsmaschine, in der der Glasbehälter entsteht. Die fertig geformten und glühend heißen Flaschen laufen über ein Transportband zum Kühlofen, um die Temperatur der Glasflasche definiert abzukühlen, damit keine Restspannungen im Glas verbleiben, die zu Brüchen führen können.

Hydrolytische Resistenz

Die hydrolytische Resistenz bezeichnet die Beständigkeit des Glases gegen die Auslaugung alkalischer Glasbestandteile und ist die Grundlage für die Einteilung in verschiedene hydrolytische Klassen.

Hygieneverpackung

Pharmazeutische Verpackungen unterliegen strengsten Vorschriften und müssen von Keimen und Partikeln freigehalten werden. Die Hygieneverpackung (Safe Pack) stellt sicher, dass die im Hochtemperaturprozess gefertigten sterilen Behälter kontaminationssicher zum Abfüller gelangen. Unter Einhaltung strengster zertifizierter Hygienevorschriften werden die pharmazeutischen Behälter unter Vakuum verpackt und hermetisch abgeschlossen.

Infusionspumpe

Die sogenannten Infusionspumpen des Gerresheimer Tochterunternehmens Sensile Medical, die auf der Mikropumpentechnologie basieren, werden nicht am Körper getragen, sondern z. B. am Gürtel befestigt oder in einer kleinen Tasche verstaut. Mittels Standard-Infusionsset wird das flüssige Medikament injiziert. Diese Trageform kommt vermehrt bei Patienten zum Einsatz, die täglich auf eine Infusion angewiesen sind.

Inhalator

Ein Inhalator ist ein Gerät, das bei der Behandlung von Asthma, Bronchitis und anderen chronischen oder akuten Atemwegserkrankungen zum Einsatz kommt. Dabei werden durch Inhalieren Aerosole und pulverförmige Medikamente in die oberen und unteren Atemwege transportiert.

Injektionsfläschchen

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Fläschchen

Innenvergütung

Innenvergütung bezeichnet spezielle Veredelungsprozesse für die Innenseite von pharmazeutischen Behältnissen, um z.B. die Kompatibilität mit dem Medikament sicherzustellen.

Insulin-Pen-System

Ein Insulin-Pen ist ein spezielles Injektionssystem zur sicheren und schmerzarmen Applikation von Insulin aus einer Karpule.

Integrierter Feuchtigkeitsabsorber

Ein Feuchtigkeitsabsorber soll das Arzneimittel während der Lagerung vor Feuchtigkeit schützen bzw. bei wiederholter Öffnung des Behältnisses zur Entnahme die dabei eintretende Luftfeuchtigkeit absorbieren. Gerresheimer integriert das Trockenmittel in eine Kapsel, die im Innern der unter der Marke Duma ® Twist-Off vermarkteten Drehkappe befestigt wird.

Kamerainspektionssysteme

Während und nach der Fertigung wird die Qualität der Gerresheimer Produkte durch In-Prozess-Kontrollen überwacht. Moderne Inspektionssysteme, unterstützt von spezieller Computertechnik und digitaler Bildverarbeitung, helfen fehlerhafte Artikel frühzeitig zu selektieren.

Kaltes Ende

Das kalte Ende umfasst die letzten Prozessschritte der Behälterglasproduktion vom Kühlofenauslauf bis zum Verpackungsbereich. Wenn die Glasbehälter auf ca. 100 Grad Celsius abgekühlt aus dem Kühlofen kommen, erfolgt die Qualitätskontrolle der Flaschen und Gläser durch hochmoderne Prüfanlagen. In einem weiteren Schritt kann das fertige Glas noch veredelt werden. Dabei wird es mit den verschiedensten Techniken (Bedrucken, Gravieren) weiterbearbeitet, bevor es nach einer letzten Qualitätskontrolle verpackt und palettiert die Glashütte verlässt.

Karpule

Die Karpule ist ein Zylinder aus Röhrenglas, der am vorderen Ende von einer Aluminiumkappe mit Membran verschlossen wird, die zum Aufziehen der Injektionslösung von einer sogenannten Pen-Nadel durchstochen wird.

Kindersicherung

Ein kindersicherer Verschluss gewährleistet, dass das Öffnen einer Arzneimittelverpackung für Kinder erschwert wird, um diese vor gesundheitlichen Schäden zu schützen. Die Öffnung solcher Verschlüsse setzt Handgriffe voraus, die einem Kind (ohne Anleitung) kaum möglich sind. In der Regel handelt es sich dabei um ungewöhnliche Öffnungsbewegungen bzw. eine Kombination von gleichzeitigen oder aufeinanderfolgenden Bewegungen (z.B. Drück-Dreh-Verschlüsse).

Kolbenstange/​Stempel(stange)

Die Stempelstange ist eine Spritzenkomponente. Über ein Gewinde oder eine Schnappverbindung werden Kolbenstopfen und Kolbenstange verbunden. Bei der Anwendung drückt man mit dem Daumen auf die Kolbenstange, so dass der Kolben bewegt und die Spritze ausgedrückt wird.

Kolben(stopfen)/​Gummistopfen

Kolbenstopfen sind Spritzenkomponenten aus einer pharmazeutischen Gummiformulierung und verschließen das hintere Ende der Spritze nach der Befüllung.

Lanzette

Eine Lanzette ist eine mit Kunststoff umspritzte Nadel zur Blutentnahme, die in eine Stechhilfe für Diabetiker eingelegt wird.

Lanzettenmagazin

Ein Lanzettenmagazin ist ein Magazin mit integrierten Lanzetten in einem Trommelgehäuse.

Laser Coding

Beim neuen Verfahren des Laser Codings für Spritzen werden in einem winzigen unauslöschlich in die Fingerauflage gelaserten Datamatrixcode individuelle Daten zur Art und Herkunft des jeweiligen Packmittels hinterlegt. Damit bietet Gerresheimer eine innovative Lösung zur Rückverfolgbarkeit von Arzneimittelbehältnissen und trägt somit zum Schutz vor Arzneimittelfälschungen bei.

Luer-System (Luerlock/​Luerkonus)

Das Luer-System ist ein durch die Normenreihe DIN EN ISO 80369 international standardisiertes Verbindungssystem für Spritzen und Kanülen sowie diverse Schlauchsysteme im medizinischen Bereich. Die Dichtung erfolgt beim Luer-System durch eine kegelförmige Konstruktion der Verbindungsteile, den sogenannten Luerkonus. Der Innenkegel der einen Verbindungsseite wird auch als weiblich bezeichnet, der Außenkegel der Gegenseite als männlich. Der weibliche Teil ist bei Gx RTF ® -Spritzen aus Glas und Teil des Spritzenkörpers. Wird die Verbindung des weiblichen Kegels mit einem Innengewinde gesichert, bezeichnet man das System als Luerlock. Die Verbindung schließt und öffnet mit einer halben Drehung und kann nicht unabsichtlich gelöst werden.

Manufacturing Execution System

Ein Manufacturing Execution System (MES) ist ein Produktionsleitsystem, das die Führung, Lenkung, Steuerung oder Kontrolle der Produktion in Echtzeit ermöglicht. Im Fokus stehen der Datenaustausch aller Produktionsabschnitte und der verbesserte Informationsfluss während der Produktion. Fehler, Maschinenstörungen, Linienausfälle oder Ähnliches werden automatisiert erfasst oder müssen nur noch in das MES eingegeben werden. Alle weiteren Beteiligten werden zeitgleich und ohne Verzögerung darüber informiert. Dank der systematischen Fehlererfassung können Qualität und Produktivität gesteigert werden. Bei Gerresheimer kommt inzwischen bereits die zweite MES-Generation zum Einsatz. Um die Bedienbarkeit zu erleichtern, wurde die Benutzeroberfläche des MES gemeinsam mit den Key Usern, also den Bedienern unterschiedlicher Abteilungen, entwickelt und an deren Bedarfe angepasst.

Metallfreie Spritze

Insbesondere für auf biotechnologisch hergestellten Wirkstoffen basierende Medikamente werden vorfüllbare Spritzen benötigt, bei denen Metallverunreinigungen durch Wolfram oder andere Metalle ausgeschlossen sind. Bei der neuen metallfreien 1 ml long Luerlock Gx RTF ® -Spritze besteht der für die Konusformung eingesetzte Dorn daher aus einer speziellen Keramik.

Moulded Glass

Verpackungen aus Behälterglas (Moulded Glass) werden in einem zusammenhängenden Arbeitsgang direkt im Anschluss an den Schmelzprozess gefertigt.

Molekulardiagnostik

Unter Molekulardiagnostik versteht man Analysemethoden, die auf der Untersuchung der Erbsubstanz (DNS oder RNS) beruhen. Damit lassen sich präzisere Informationen gewinnen als bei herkömmlichen Diagnostikverfahren, so dass Krankheiten schneller erkannt werden können.

Multifunktionales Verschlusssystem

Die Verschlusssysteme von Gerresheimer stellen eine sichere und luftdichte Vorrichtung zum Öffnen und Schließen für verschiedene Anforderungen dar. Die entsprechenden Kappen sind gemäß ISO-Normen ausgeführt und mit unseren Verpackungen aus Glas oder Kunststoff für feste und flüssige Produkte kombinierbar. Die multifunktionalen Lösungen umfassen z.B. originalitäts- und kindersichere sowie seniorenfreundliche und feuchtigkeitsabsorbierende Verschlüsse.

Nadelschutzsystem

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Gx InnoSafe ®

Nadelschutzteil

Nadelschutzteile sind Spritzenkomponenten aus einer pharmazeutischen Gummiformulierung. Sie werden auf den Konus gesetzt, um die Kanüle zu schützen und die Spritze am vorderen Ende zu verschließen.

Nest

Ein Nest (Lochträger) ist ein Verpackungsformat für Fläschchen, Spritzen und Karpulen, bei dem ein Glas-zu-Glas-Kontakt ausgeschlossen ist. Das Nest wird in einer Wanne (Tub) positioniert. So werden z. B. die neuen vorfüllbaren Gx ® RTF Vials gewaschen, sterilisiert und dann in Nest und Wanne (oder alternativ in Trays) verpackt ausgeliefert. Damit wird der Gefahr von Glasbruch begegnet und die hohe kosmetische Qualität der Fläschchen gesichert. Die Kombination aus Nest und Tub ist geeignet für das direkte Befüllen und Verschließen der Vials im Nest (wie bei Gx RTF ® -Spritzen).

Ophthalmologie

Das medizinische Fachgebiet der Ophthalmologie (Augenheilkunde) befasst sich mit den Erkrankungen und Funktionsstörungen des Sehorgans und des Sehsinnes sowie deren medizinischer Behandlung.

Originalitätssicherung

Ein originalitätsgesicherter Verschluss gewährleistet, dass die Erstöffnung einer Arzneimittelverpackung zuverlässig erkennbar ist. Diese Funktion soll Ärzten, Krankenschwestern und Patienten einen unautorisierten Gebrauch des Arzneimittels anzeigen. Bei den Gerresheimer Originalitätssicherungen für Schraubkappen von Tablettenbehältern (Duma ® Twist-Off) wird beim erstmaligen Öffnen des Behälters der an der Verschlusskappe befestigte Originalitätsring durch die Drehbewegung gelöst. Die Verbindungsstege zwischen Ring und Kappe werden abgerissen und markieren damit deutlich sichtbar die Erstöffnung des Produktes. Die Originalitätssicherung für Gerresheimer Spritzensysteme mit Luerlock-Adapter wird ebenfalls durch Drehen ausgelöst. Die am Drehverschluss (Gx TELC ®) befindlichen Laschen spreizen sich durch die Drehbewegung so ab, dass die Erstöffnung erkennbar wird.

Parenteralia

Bei Parenteralia handelt es sich um sterile Arzneimittel, die per Injektion, Infusion oder Implantation in den Körper eingebracht werden. Für die Bereiche Injektion und Infusion bietet Gerresheimer eine große Bandbreite an Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systemen zur Abfüllung, Aufbewahrung und/​oder Verabreichung der Arzneimittel. Parenteralia stellen besonders hohe Anforderungen an die Qualität der Primärverpackung und den Vergütungsprozess des Materials.

Paste-Mold-Technologie

Dieser Begriff bezeichnet einen Glasformungsprozess mit einer rotierenden Form (Blastechnologie), die es ermöglicht, nahtlose runde Glasprodukte herzustellen.

PCR-/​PIR-Glas

Glas ist ein zu 100 % recycelbarer Rohstoff und kann in einer Kreislaufwirtschaft endlos oft wieder zu Glas verarbeitet werden. Daher wird bei der Herstellung von Pharmagläsern und Kosmetikglasverpackungen als Ersatz für die Rohstoffe in hohem Maße Recyclingglas (Scherben) eingesetzt. Solche Scherben kommen bei Gerresheimer aus dem eigenen, internen Kreislauf (Post Industrial Recycled - PIR-Glas), aber in kontrollierter Weise auch aus dem Recyclingkreislauf privater Haushalte (Post Consumer Recycled - PCR-Glas). Durch die Verwendung von recyceltem Glas können neue hochwertige Glasverpackungen ressourcenschonend hergestellt werden. Je höher der Anteil des verwendeten Recyclingglases ist, desto weniger Energie wird für die Produktion benötigt. In Zusammenarbeit mit seinen Kunden hat Gerresheimer ein Kosmetikglas entwickelt, das den höchsten heute erhältlichen Anteil an Recyclingglas (PCR-Glas) aufweist.

Patchpumpe

Die sogenannten Patchpumpen des Gerresheimer Tochterunternehmens Sensile Medical, die auf der Mikropumpentechnologie basieren, werden direkt auf die Haut geklebt. Ein Anwendungsbeispiel sind Diabetespatienten, bei denen der Arzt die Pumpe zunächst entsprechend der Therapie einstellt. Der Patient befestigt die Pumpe dann durch ein selbsthaftendes Pflaster am Bauch oder am Oberarm. Bei Start der Pumpe wird die im Gerät integrierte Nadel automatisch eingestochen und verbleibt dort über mehrere Tage. Dies erspart dem Patienten tägliches Stechen für die Insulinabgabe.

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SenseCore-Mikropumpe

Pen-System

Pen-Systeme dienen der Verabreichung von Medikamenten in Mehrfachdosen. Im Gegensatz zu Autoinjektoren (einmaliger Gebrauch) werden Pen-Systeme meist mehrfach verwendet. In Pen-Systemen ist eine vorgefüllte Karpule als Primärpackmittel verbaut.

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Insulin-Pen-System

PharmaPlus

PharmaPlus bezeichnet eine Reihe hochkarätiger technischer Lösungen im Bereich der Glasformung, die ein bisher nicht gekanntes Maß an Präzision liefern. Dies schließt die Herstellung von Borosilikatglas-Röhren ein, die Gerresheimer als Vorprodukt selbst produziert. Die nachfolgenden Formungsverfahren haben ebenfalls eine neue, herausragende Qualität von Primärpackmitteln hervorgebracht, seien es Spritzen, Karpulen, Fläschchen oder Ampullen.

Plastic Systems

Kunststoffsysteme (Plastic Systems) sind komplexe und technisch anspruchsvolle Baugruppen, die aus mehreren Kunststoffbauteilen bestehen.

Plattformlösung

Das Tochterunternehmen von Gerresheimer, die Sensile Medical AG, entwickelte eine neuartige, patentierte Mikropumpe (siehe SenseCore-Mikropumpe), die das Herz ihrer Mikroinfusionsgeräte bildet. Diese Geräte ermöglichen eine sichere, einfache und hochpräzise Dosierung von Flüssigmedikamenten in das subkutane Gewebe. Die Mikro-Rotationshubkolbenpumpe kann unterschiedlichste Anforderungen an spezifische Abgabeprofile bedienen. die an verschiedene Therapien, Medikamente und Primärpackmittel angepasst werden können. Damit kann auf Basis einer einheitlichen Grundlage (Plattform) eine breite Palette von kundenspezifischen Lösungen angeboten werden.

"Pour-and-count"-System

Das spezielle "pour-and-count"-System ist der für die USA und Kanada übliche Weg, verschreibungspflichtige Medikamente zu verkaufen (im Gegensatz zu den standardisierten Verpackungseinheiten in Europa). Bei diesem System verpackt der Medikamentenhersteller die Tabletten und Kapseln in großen Mengen (100 bis 1.000 Tabletten) in Behälter, die über pharmazeutische Großhändler nach Bedarf an die Apotheken geliefert werden. Der Apotheker entnimmt ("pour") die Tabletten aus den Großbehältern und zählt ("count") die genaue Menge ab, so wie es das kundenspezifische Rezept vorschreibt. Er gibt die abgezählte Tablettenmenge in spezielle Kunststoffbehälter, wie sie unser amerikanisches Tochterunternehmen Centor anbietet, und versieht diese mit einem kundenspezifischen Aufkleber (beides oft automatisiert).

Primärverpackung

Primärverpackungen stehen in direktem Kontakt mit Arzneimitteln, Kosmetika oder Lebensmitteln.

Reinraum

In einem Reinraum wird mittels spezieller Verfahren und Anlagen der Klimatechnik die partikuläre und mikrobielle Belastung kontrolliert. Dies ist ein essentieller Bestandteil der Pharmaproduktionstechnik sowie Voraussetzung für die Herstellung zahlreicher Drug-Delivery-Systeme und Primärpackmittel.

R-PET

Körperpflegeprodukte werden vielfach in PET-Flaschen und -Behältern verpackt, denn PET (Polyethylenterephthalat) hat ein geringes Eigengewicht, ist vielseitig einsetzbar, gut formbar und bruchsicher. Aus gebrauchtem und recyceltem PET, auch R-PET genannt, können neue R-PET-Verpackungsprodukte produziert werden. Seit Jahren bietet Gerresheimer seine PET-Sortimente mit verschiedenen Gemischen aus recycelten Post-Industrial- (PIR) und Post-Consumer-Materialien (PCR) an und kann Behälter aus bis zu 100 % R-PET herstellen.

SenseCore-Mikropumpe

Basis der SenseCore-Technologie ist die neuartige patentierte Mikrorotationskolbenpumpe, die das Gerresheimer Tochterunternehmen Sensile Medical entwickelt hat. SenseCore ist klein, sehr exakt in der Dosierung und besteht nur aus zwei Kunststoffteilen. Diese Mikropumpe ist kompatibel mit unterschiedlichen flüssigen Medikamenten und bildet das Herzstück der verschiedenen Pumpenplattformen von Sensile Medical. Diese Geräte verbessern die Lebensqualität von Patienten, die auf Injektionshilfen angewiesen sind, weil sie eigenhändig durch den Patienten verabreicht werden können. Die Geräte werden an die krankheitsbedingten Beschwerden der Patienten angepasst und ermöglichen so eine einfache und sichere Anwendung.

Schmelzwanne

Die Schmelzwanne wird bei der Herstellung von Glas für die Glasschmelze benötigt. Die Rohstoffe für die Glasherstellung werden vermischt (Gemenge) und bei ca. 1.600 Grad Celsius in der Wanne aufgeschmolzen. Die Gerresheimer Schmelzwannen werden 24 Stunden am Tag das ganze Jahr hindurch betrieben.

Screw-Loc®

Screw-Loc ® ist der Markenname einer bekannten Produktlinie unseres amerikanischen Tochterunternehmens Centor. Die orangen halbtransparenten Kunststoffdosen mit weißem Verschluss werden in den Apotheken eingesetzt, um verschreibungspflichtige Medikamente in der auf dem Rezept des Patienten angegebenen Menge abzufüllen.

Silikonisierung

Silikonöl wird als Gleitmittel bei der Innenvergütung von pharmazeutischen Behältnissen eingesetzt. So erleichtert es im Innern des Behälters das Gleiten des Kolbens, was beispielsweise die Voraussetzung für ein funktionales Spritzensystem ist.

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Gx Baked-On RTF ®

Stechhilfe

Eine Stechhilfe ist ein Gerät für Diabetiker, mit dem eine Lanzette nahezu schmerzfrei in die Haut gestochen werden kann. Manche Modelle erlauben unterschiedliche Einstichtiefen und damit eine Anpassung an die Hautdicke.

TCC

Im TCC (Technical Competence Center) werden in Zusammenarbeit mit den Kunden Produkte und Systeme entwickelt und zur Serienreife gebracht.

TE-Ring (Tamper Evident Ring)

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Originalitätssicherung

Tip Cap

Tip Caps sind Spritzenkomponenten aus einer pharmazeutischen Gummiformulierung. Sie werden auf den Konus gesetzt, um die Spritze am vorderen Ende zu verschließen.

TPE (thermoplastisches Elastomer)

TPE ist ein Kunststoff, der sich bei Raumtemperatur wie ein klassisches Elastomer verhält, sich unter Wärmezufuhr verformen lässt und damit ein thermoplastisches Verhalten zeigt.

Tray

Ein Tray (Trägertablett) ist ein Verpackungsformat für Fläschchen, Spritzen und Karpulen, bei dem ein Glas-zu-Glas-Kontakt ausgeschlossen ist. So werden z.B. die neuen vorfüllbaren Gx ® RTF Vials gewaschen, sterilisiert und dann in Trays verpackt (oder alternativ in Nest und Wanne) ausgeliefert. Damit wird der Gefahr von Glasbruch begegnet und die hohe kosmetische Qualität der Fläschchen gesichert. Trays werden in der Regel für manuelle Abfülltechniken bei kleinen Labormengen oder konventionell in hochvolumigen Fülllinien mit vorheriger Entnahme und Vereinzelung der Vials verwendet.

Tropfflaschensystem

Hierbei handelt es sich um ein spezielles Flaschensystem aus Glas oder Kunststoff zur Verabreichung von Medikamenten in Tropfenform; bestehend aus Flasche, Tropfer und Verschluss.

Tubular Glass

Tubular Glass umfasst zwei voneinander getrennte Prozesse: Zuerst werden Glasröhren hergestellt, die in einem nachfolgenden Prozess zu Primärpackmitteln wie Spritzen, Karpulen, Ampullen und Vials weiterverarbeitet werden.

Typ-I-Borosilikatglas

Das hochwertige Typ-I-Borosilikatglas besitzt aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung die höchstmögliche hydrolytische Resistenz und wird wegen seiner geringen Alkaliabgabe insbesondere als Packmittel für Injektabilia verwendet. Vor allem Ampullen, Karpulen, Fläschchen und Spritzenkörper werden vorzugsweise aus chemisch hochbeständigem Typ-I-Borosilikatglas hergestellt.

Typ-II-Glas

Typ-II-Glas bezeichnet ein Natronkalk-Silikatglas, das vorausgelaugt wurde. Durch diese Vorbehandlung weist auch Typ-II-Glas eine sehr hohe hydrolytische Resistenz auf und eignet sich für saure wie neutrale wässrige Parenteralia.

Typ-III-Glas

Unter Typ-III-Glas versteht man ein Natronkalk-Silikatglas mit mittlerer hydrolytischer Resistenz. Diese Glasart ist für alle weiteren flüssigen sowie auch für feste Zubereitungen geeignet. Sie wird beispielsweise für Hustensäfte, Sirupe und Tabletten verwendet.

Vorfüllbare Spritzensysteme

Vorfüllbare Spritzensysteme werden als Gx RTF ® - und Gx RTF ® ClearJect ® -Spritzen sterilisiert an Kunden aus der Pharma- und Biotech-Industrie geliefert. Sie können direkt mit flüssigen Arzneimitteln auf ausgewiesenen Fülllinien befüllt und verschlossen werden.

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Gx RTF ® -Spritzensysteme

Wanne (Tub)

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Nest

Zytostatika

Zytostatika (auch Cytostatika) sind natürliche oder synthetische Substanzen, die das Zellwachstum hemmen. Sie werden insbesondere zur Krebsbehandlung (Chemotherapie) sowie zum Teil auch bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt.

Die hier aufgeführten Begriffsdefinitionen gelten in dem von Gerresheimer verwendeten Zusammenhang und sind nicht als allgemeingültige Definitionen zu verstehen.

Nichtfinanzielle Konzernerklärung 2020

GRI-Inhaltsindex

Der nachfolgende GRI-Inhaltsindex zeigt auf, wie wir die für uns wesentlichen Anforderungen der GRI-Standards erfüllen. Die geforderten Angaben finden sich auf den angegebenen Seiten der nichtfinanziellen Konzernerklärung sowie in den geprüften Teilen des Geschäftsberichts. Falls eine Angabe durch die Verweise nicht vollständig abgedeckt wird, sind die zusätzlichen Informationen in der Spalte "Erläuterungen" ergänzt oder aber die Auslassungsgründe dargelegt. Informationen und Daten zu den einzelnen Standards werden nur dann aufgeführt, wenn diese aus Steuerungsperspektive relevant sind und somit eine Erfassung der Informationen erfolgt. Für die durch ☑ markierten Angaben, auf welche verwiesen wird, wurde eine Prüfung mit begrenzter Sicherheit durch Deloitte durchgeführt. Die unabhängige Bescheinigung kann ab Seite 148 eingesehen werden.

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GRI- Standard Verweis Erläuterungen geprüft
Allgemeine Angaben
Organisationsprofil
102-1 Name der Organisation Geschäftsbericht, Impressum, U3 Gerresheimer AG
102-2 Aktivitäten, Marken, Produkte und Dienstleistungen Geschäftsbericht, Grundlagen des Konzerns, S. 31 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Ökodesign, S. 61-63
102-3 Hauptsitz der Organisation Geschäftsbericht, Impressum, U3 Gerresheimer AG Klaus-Bungert-Straße 4 40468 Düsseldorf Deutschland
102-4 Betriebsstätten Geschäftsbericht, Grundlagen des Konzerns, S. 31 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Unsere Mitarbeiter, S. 65-66 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Vielfalt und Chancengleichheit, S. 67
102-5 Eigentumsverhältnisse und Rechtsform Konzernanhang, Anteilsbesitzliste, S. 104 Geschäftsbericht, Grundlagen des Konzerns, S. 31 Geschäftsbericht, Impressum, U3
102-6 Belieferte Märkte Geschäftsbericht, Grundlagen des Konzerns, S. 31 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Ökodesign, S. 61-63
102-7 Größe der Organisation Geschäftsbericht, Grundlagen des Konzerns, S. 31 Geschäftsbericht, Mehrjahresübersicht, U2 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Ökodesign, S. 61-63 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Unsere Mitarbeiter, S. 65-66
102-8 Informationen zu Angestellten und sonstigen Mitarbeitern Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68
102-9 Lieferkette Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Nachhaltiges Beschaffungsmanagement, S. 63-64 Gerresheimer hat derzeit über 9.500 Lieferanten weltweit.
102-10 Signifikante Änderungen in der Organisation und ihrer Lieferkette Konzernanhang, Anteilsbesitzliste, S. 104 Konzernanhang, Konsolidierungskreis, S. 103 Nichtfinanzielle Erklärung, Unsere Nachhaltigkeitsziele, S. 51-52 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Nachhaltiges Beschaffungsmanagement, S. 63-64
102-11 Vorsorgeansatz oder Vorsorgeprinzip Nichtfinanzielle Erklärung, Unsere Nachhaltigkeitsstrategie und Wesentlichkeitsanalyse, S. 49-50 Nichtfinanzielle Erklärung, Nachhaltigkeitsrisiken, S. 54 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Ökodesign, S. 61-63
102-12 Externe Initiativen Nichtfinanzielle Erklärung, Stakeholder-Dialog, S. 54 Die Gerresheimer AG ist im Dezember 2020 der Alliance for Water Stewardship offiziell als Mitglied beigetreten.
102-13 Mitgliedschaften in Verbänden und Interessengruppen Nichtfinanzielle Erklärung, Stakeholder-Dialog, S. 54 Unsere Standorte sind teils zusätzlich in lokalen Initiativen und Netzwerken engagiert, die wir jedoch nicht zentral erfassen. Neben üblichen Mitgliedschaftsbeiträgen wurden in 2020 keine bedeutenden finanziellen Förderungen gewährt.
Strategie und Werte
102-14 Erklärung des höchsten Entscheidungsträgers Geschäftsbericht, Strategie und Ziele, S. 32-33 Nichtfinanzielle Erklärung, Unsere Nachhaltigkeitsstrategie und Wesentlichkeitsanalyse, S. 49-50
102-16 Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen Geschäftsbericht, Strategie und Ziele, S. 32-33 Geschäftsbericht, Erklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB, S. 80 Nichtfinanzielle Erklärung, Verantwortung, Regeln, Prozesse und Kontrolle, S. 53 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, S. 65
Governance
102-18 Führungsstruktur Geschäftsbericht, Corporate-Governance-Bericht, S. 80 Nichtfinanzielle Erklärung, Verantwortung, Regeln, Prozesse und Kontrolle, S. 53
Stakeholderbeziehung
102-40 Liste der Stakeholder-Gruppen Nichtfinanzielle Erklärung, Stakeholder-Dialoge, S. 54 Zu unseren wichtigsten Stakeholdergruppen gehören: - Geschäftspartner und Kunden - der Kapitalmarkt - unsere Mitarbeiter - Politikvertreter - Nichtregierungsorganisationen - Nachbarn und die lokale Gemeinschaft
102-41 Tarifverträge Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68
102-42 Ermittlung und Auswahl der Stakeholder Gerresheimer ist offen für den Dialog mit jeder interessierten Person bzw. Gruppe, die an unser Geschäftstätigkeit interessiert sind oder diese beeinflussen.
102-43 Ansatz für die Einbindung von Stakeholdern Nichtfinanzielle Erklärung, Stakeholder-Dialoge, S. 54
102-44 Wichtige Themen und hervorgebrachte Anliegen Nichtfinanzielle Erklärung, Unsere Nachhaltigkeitsstrategie und Wesentlichkeitsanalyse, S. 49-50 Nichtfinanzielle Erklärung, Stakeholder-Dialoge, S. 54
Berichterstattung
102-45 Im Konzernabschluss enthaltene Entitäten Konzernanhang, Anteilsbesitzliste, S. 104 Konzernanhang, Konsolidierungskreis, S. 103
102-46 Vorgehen zur Bestimmung des Berichtsinhalts und die Abgrenzung der Themen Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, Unsere Nachhaltigkeitsstrategie und Wesentlichkeitsanalyse, S. 49-50
102-47 Liste der wesentlichen Themen Nichtfinanzielle Erklärung, Unsere Nachhaltigkeitsstrategie und Wesentlichkeitsanalyse, S. 49-50 Unsere wesentlichen Aspekte sind: GxPure - CO 2-Emissionen - Erneuerbare Energien - Wasser GxCircular - Recycling und Abfall - Ökodesign - Nachhaltiges Beschaffungsmanagement GxCare - Mitarbeiterzufriedenheit - Gesundheit und Arbeitssicherheit - Gemeinwesen
102-48 Neudarstellung von Informationen Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49
102-49 Änderungen bei der Berichterstattung Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, Unsere Nachhaltigkeitsstrategie und Wesentlichkeitsanalyse, S. 49-50
102-50 Berichtszeitraum Der Berichtszeitraum umfasst das Geschäftsjahr vom 01.12.2019 bis 30.11.2020.
102-51 Datum des letzten Berichts Der letzte Bericht wurde am 14.02.2020 veröffentlicht.
102-52 Berichtszyklus Der Bericht erscheint einmal jährlich.
102-53 Ansprechpartner bei Fragen zum Bericht Geschäftsbericht, Impressum, U3
102-54 Erklärung zur Berichterstattung in Übereinstimmung mit den GRI-Standards Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Die Berichterstattung 2020 der Gerresheimer AG wurde in Anlehnung an die GRI-Standards "Kern"-Option erstellt, erfüllt diese jedoch noch nicht vollumfänglich.
102-55 GRI-Inhaltsindex Geschäftsbericht, Referenz - und Berichtsrahmenwerk/​ GRI-Inhaltsindex, S. 165
102-56 Externe Prüfung Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Geschäftsbericht, Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit über Nachhaltigkeitsinformationen, S. 148 Die Prüfung wurde durch den Aufsichtsrat beauftragt, die Ergebnisse werden dem Vorstand und Aufsichtsrat berichtet.
103-1 Erläuterung des wesentlichen Themas und seiner Abgrenzung Nichtfinanzielle Erklärung, Unsere Nachhaltigkeitsstrategie und Wesentlichkeitsanalyse, S. 49-50 Im Zuge der Bestimmung unserer wesentlichen Handlungsfelder haben wir analysiert, wo die Auswirkungen der wichtigsten Aspekte auftreten, d.h. wo durch unsere Geschäftstätigkeit bzw. unsere Produkte ein signifikanter Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft resultiert bzw. externe Herausforderungen auf unser Geschäft wirken. Nach dieser Systematik haben wir abgegrenzt, welche Aspekte in unserem Ansatz Berücksichtigung finden.
Ökonomie
Wirtschaftliche Leistung
103- 1, 2, 3 Managementansatz Geschäftsbericht, Grundlagen des Konzerns, S. 31 Geschäftsbericht, Strategie und Ziele, S. 32 Geschäftsbericht, Finanzielles Steuerungssystem, S. 34 Nichtfinanzielle Erklärung, Unsere Nachhaltigkeitsstrategie und Wesentlichkeitsanalyse, S. 49-50
201-1 Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert Geschäftsbericht, Mehrjahresübersicht, U2 Konzernanhang, Gewinnverwendungsvorschlag, S. 125 Konzernanhang, Personalaufwand und Mitarbeiter, S. 115 Konzernanhang, Umsatzkosten, S. 115
201-2 Finanzielle Folgen des Klimawandels für die Organisation und andere mit dem Klimawandel verbundene Risiken und Chancen Geschäftsbericht, Chancen- und Risikobericht, S. 85 Nichtfinanzielle Erklärung Nachhaltigkeitsrisiken, S. 54 Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Emissionen und Energie, S. 55 Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Wasser, S. 58 Über die Ergebnisse der Bewertung der Chancen und Risiken berichten wir ausführlich im Fragebogen zum Klimawandel des CDP.
201-3 Verbindlichkeiten für leistungsorientierte Pensionspläne und sonstige Vorsorgepläne Konzernanhang, Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, S. 125
Beschaffungspraktiken
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, nachhaltiges Beschaffungsmanagement, S. 63-64
204-1 Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten Gerresheimer verfügt über keine spezifische Richtlinie zum lokalen Einkauf. Die Beschaffung erfolgt so, dass die Versorgungssicherheit sowie Qualität vor Ort am besten gewährleistet werden kann.
Korruptionsbekämpfung
103- 1, 2, 3 Managementansatz Geschäftsbericht, Chancen- und Risikobericht, S. 85 Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72
205-1 Betriebsstätten, die auf Korruptionsrisiken geprüft wurden Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72 Ermittelte Korruptionsrisiken berichten wir nicht, da diese dem Geschäftsgeheimnis unterliegen.
205-2 Kommunikation und Schulungen zu Richtlinien und Verfahren zur Korruptionsbekämpfung Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72 Informationen nach Regionen und Mitarbeiterkategorie sind derzeit nicht verfügbar. Da die Compliance-Abteilung des Gerresheimer Konzerns konzernweit zuständig ist, verfolgen wir, unabhängig von Mitarbeiterkategorie und Region, einen einheitlichen Ansatz für den gesamten Konzern.
205-3 Bestätigte Korruptionsvorfälle und ergriffene Maßnahmen Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72 Inwiefern es sich bei den Fällen um sanktionierte Compliance-Verstöße handelt, ist eine vertrauliche Information. Öffentliche-rechtliche Verfahren im Zusammenhang mit Korruption wurde im Berichtszeitraum weder gegen den Konzern noch gegen Angestellte eingeleitet.
Wettbewerbswidriges Verhalten
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72
206-1 Rechtsverfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten, Kartell- und Monopolbildung Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72 Im Geschäftsjahr 2020 wurde der Gerresheimer Konzern weder mit kartellrechtlichen Bußgeldverfahren noch mit kartellrechtlichen Klagen Dritter konfrontiert.
Ökologie
Materialien
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, S. 60 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Nachhaltiges Beschaffungsmanagement, S. 63-64
301-1 Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Nachhaliges Beschaffungsmanagement, S. 63-64 Aufgrund der Diversität unseres Einkaufsportfolios stellt eine solche Kennzahl (Gewicht oder Volumen) keine steuerungsrelevante Information dar.
301-2 Eingesetzte recyclte Ausgangsstoffe Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Ökodesign, S. 61-63 Derzeit hängt der Einsatz von Sekundärrohstoffen von regulatorischen Anforderungen, Kundenanforderungen, ökonomischen sowie qualitativen Verfügbarkeiten ab. Derzeit werden aufgrund mangelnder Wesentlichkeit keine globalen Daten erhoben.
301-3 Wiederverwertete Produkte und ihre Verpackungsmaterialien Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Ökodesign, S. 61-63 Die Prozentzahl wird aufgrund mangelnder Wesentlichkeit nicht ermittelt bzw. berichtet.
Energie
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, S. 55 Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Emissionen und Energie, S. 55
302-1 Energieverbrauch innerhalb der Organisation Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Emissionen und Energie, S. 55 Jeder Standort weltweit meldet Daten zu den Energieverbräuchen gemäß der intern gültigen Richtlinie; diese berücksichtigt die Vorgaben des GHG-Protokolls.
302-2 Energieverbrauch außerhalb der Organisation Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Emissionen und Energie, S. 55 Jeder Standort weltweit meldet Daten zu den Energieverbräuchen gemäß der intern gültigen Richtlinie; diese berücksichtigt die Vorgaben des GHG-Protokolls.
302-3 Energieintensität Geschäftsbericht, Konzern-Gewinn- und- Verlustrechnung, S. 96 Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Emissionen und Energie, S. 55 Das Verhältnis von Energieverbrauch zu Umsatz lässt sich aus den referenzierten Angaben ermitteln. Wir berichten dieses jedoch nicht, da es aufgrund der Heterogenität des Portfolios wenig Aussagekraft besitzt. In der kommenden Berichtsperiode wollen wir je Geschäftsbereich eine sinnvolle Bezugsgröße ermitteln und die Angaben im nächsten Bericht aufnehmen.
302-4 Verringerung des Energieverbrauchs Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Emissionen und Energie, S. 55
302-5 Senkung des Energiebedarfs für Produkte und Dienstleistungen Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Emissionen und Energie, S. 55 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Ökodesign, S. 61-63
Wasser und Abwasser
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, S. 55 Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Wasser, S. 58
303-1 Wasser als gemeinsam genutzte Ressource Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Wasser, S. 58
303-2 Umgang mit den Auswirkungen der Wasserrückführung Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Wasser, S. 58
303-3 Wasserentnahme Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Wasser, S. 58
303-4 Wasserrückführung Daten zur Wasserrückführung liegen bislang nicht vor, eine Erhebung ist mittelfristig geplant. Die Priorität liegt derzeit auf der Datenbeschaffung und Qualitätsverbesserung innerhalb der als wesentlich definierten Handlungsfelder.
303-5 Wasserverbrauch Daten zum Wasserverbrauch liegen bislang nicht vor, eine Erhebung ist mittelfristig geplant. Die Priorität liegt derzeit auf der Datenbeschaffung und Qualitätsverbesserung innerhalb der als wesentlich definierten Handlungsfelder.
Emissionen
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, S. 55 Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Emissionen und Energie, S. 55
305-1 THG-Emissionen (Scope 1) Nichtfinanzielle Erklärung, Unsere Nachhaltigkeitsziele, S. 51-52 Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Emissionen und Energie, S. 55 Die Berechnung berücksichtigt alle Quellen von Scope-1 Emissionen, weißt diese jedoch aufgrund ihrer jeweiligen Wesentlichkeit nicht separat aus. Kältemittel tragen weniger als 1 % der Scope 1 Emissionen aus. Die Menge wird bei Wartungsarbeiten der Kühlsysteme auf Basis der erforderlichen Nachfüllmenge ermittelt.
305-2 Indirekte energiebedingte THG-Emissionen (Scope 2) Nichtfinanzielle Erklärung, Unsere Nachhaltigkeitsziele, S. 51-52 Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Emissionen und Energie, S. 55
305-3 Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3) Nichtfinanzielle Erklärung, Unsere Nachhaltigkeitsziele, S. 51-52 Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Emissionen und Energie, S. 55
305-4 Intensität der THG-Emissionen Geschäftsbericht, Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung, S. 96 Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Emissionen und Energie, S. 55 Das Verhältnis von THG-Emissionen (CO 2e) zu Umsatz lässt sich aus den referenzierten Angaben ermitteln. Wir berichten diese Intensitätskennzahl (t CO 2e/​Euro Umsatz) im Geschäftsjahr 2020 nicht, da diese aufgrund der Heterogenität des Portfolios wenig Aussagekraft besitzt. In der kommenden Berichtsperiode wollen wir je Geschäftsbereich eine sinnvolle Beszugsgröße ermitteln und die Angaben im nächsten Bericht aufnehmen.
305-5 Senkung der THG-Emissionen Nichtfinanzielle Erklärung, Unsere Nachhaltigkeitsziele, S. 51-52 Nichtfinanzielle Erklärung, GxPure, Emissionen und Energie, S. 55
305-7 Stickstoffoxide (NO x), Schwefeloxide (SO x) und andere signifikante Luftemissionen Luftemissionen entstehen im Rahmen unserer Produktionsprozesse vor allem in Zusammenhang mit der Glasherstellung. Diese erfassen wir aufgrund ihrer unterschiedlichen Signifikanz derzeit nicht global.
Abfall
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, S. 60 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Recycling und Abfall, S. 60
306-1 Anfallender Abfall und erhebliche abfallbezogene Auswirkungen Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Recycling und Abfall, S. 60 Abfall wird erfasst, sobald dieser das Grundstrück des Standortes verlässt und an den Entsorgungsbetrieb übergeben wird. Nebenprodukte sowie interne Recyclingströme werden nicht als Teil des Abfalls erfasst, dienen jedoch der Vermeidung des Abfallaufkommens. Abfalldaten werden nur für die eigenen Standorte erfasst, Abfallaufkommen bei Lieferanten oder Kunden wird nicht erfasst.
306-2 Management erheblicher abfallbezogener Auswirkungen Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Recycling und Abfall, S. 60
306-3 Angefallener Abfall Ab dem neuen Geschäftsjahr erheben wir die globalen Daten zu unserem Abfallaufkommen nach Art (gefährlich und nicht gefährlich) sowie Entsorgungsmethode. Wir planen diese Daten erstmals im Bericht für das Geschäftsjahr 2021 zu berichten. Abfall wird als solcher definiert, wenn dieser den Standort zur Entsorgung oder Verwertung verlässt.
306-4 Von Entsorgung umgeleiteter Abfall Ab dem neuen Geschäftsjahr erheben wir die globalen Daten zu unserem Abfallaufkommen nach Art (gefährlich und nicht gefährlich) sowie Entsorgungsmethode. Wir planen diese Daten erstmals im Bericht für das Geschäftsjahr 2021 zu berichten. Abfall wird als solcher definiert, wenn dieser den Standort zur Entsorgung oder Verwertung verlässt.
306-5 Zur Entsorgung weitergeleiteter Abfall Ab dem neuen Geschäftsjahr erheben wir die globalen Daten zu unserem Abfallaufkommen nach Art (gefährlich und nicht gefährlich) sowie Entsorgungsmethode. Wir planen diese Daten erstmals im Bericht für das Geschäftsjahr 2021 zu berichten. Abfall wird als solcher definiert, wenn dieser den Standort zur Entsorgung oder Verwertung verlässt.
Umwelt-Compliance
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72
307-1 Nichteinhaltung von Umweltschutzgesetzen und -Verordnungen Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72 In 2020 wurden gegen die Gerresheimer AG keine signifikanten Bußgelder oder nicht monetären Strafen wegen Nichteinhaltung von Umweltgesetzen und -vorschriften verhängt.
Umweltbewertung der Lieferanten
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Nachhaltiges Beschaffungsmanagement, S. 63-64
308-1 Neue Lieferanten, die anhand von Umweltkriterien überprüft wurden. Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Nachhaltiges Beschaffungsmanagement, S. 63-64 Im Berichtszeitraum wurden 36 % der neuen (strategischen) Lieferanten nach ökologischen Kriterien auditiert. Wir streben an bis 2023 alle strategisch relevanten Lieferanten nach ökologischen und sozialen Kriterien auditiert zu haben.
308-2 Negative Umweltauswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Nachhaltiges Beschaffungsmanagement, S. 63-64 Im Berichtszeitraum wurden 286 (30 %) der (strategischen) Lieferanten nach ökologischen Kriterien auditiert. Wir streben an bis 2023 alle strategisch relevanten Lieferanten nach ökologischen und sozialen Kriterien auditiert zu haben. Bei drei Lieferanten wurden bei den Überprüfungen Verbesserungsbedarfe identiziert. Eine Terminierung von Geschäftsbeziehungen ist im Geschäftsjahr nicht erfolgt.
Soziales
Beschäftigung
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, S. 65
401-1 Neu eingestellte Angestellte und Angestelltenfluktuation Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, S. 65 Vertiefte Angaben (nach Altersgruppen, Geschlecht, Religion) sind für uns nicht steuerungsrelevant.
401-2 Betriebliche Leistungen, die nur vollzeitbeschäftigten Angestellten, nicht aber Zeitarbeitnehmern oder teilzeitbeschäftigten Angestellten angeboten werden Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68
401-3 Elternzeit Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68 Vertiefte Angaben wie die Aufteilung nach Geschlecht sind für uns nicht steuerungsrelevant.
Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, S. 65 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68
402-1 Mindestmitteilungsfrist für betriebliche Veränderungen Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68 Das Grundprinzip unseres Handelns ist die Einhaltung nationalen Rechts. Somit beachten wir die maßgeblichen Kündigungsfristen, die sich aus nationalen Gesetzen oder lokalen Kollektivvereinbarungen ergeben.
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, S. 65 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Gesundheit und Arbeitssicherheit, S. 69
403-1 Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Gesundheit und Arbeitssicherheit, S. 69 Unser Ziel ist die Einführung eines ISO 45001 Managementsystems an all unseren Produktionsstandorten bis 2023. Wir streben eine 100 % Abdeckung für unsere Produktionsstandorte an und decken in 2020 etwa 32 % unserer Mitarbeiter ab.
403-2 Gefahrenidentifizierung, Risikobewertung und Untersuchung von Vorfällen Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Gesundheit und Arbeitssicherheit, S. 69 Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72 Die Gefahrenidentifizierung, Risikobewertung und Untersuchung von Vorfällen ist Bestandteil der Managementsysteme (ISO 14001, 45001 sowie 9001). Unser Ziel ist die Einführung eines ISO 45001 Managementsystems an all unseren Produktionsstandorten bis 2023.
403-3 Arbeitsmedizinische Dienste Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Gesundheit und Arbeitssicherheit, S. 69 In unserem Gerresheimer Managementsystem ist die Einrichtung eines Arbeitsmedizinisches Dienstes an allen Standorten vorgesehen und wir gleichzeitig über den ISO Standard 45001 abgedeckt.
403-4 Mitarbeiterbeteiligung, Konsultation und Kommunikation zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Gesundheit und Arbeitssicherheit, S. 69 In unserem Gerresheimer Managementsystem ist die Einrichtung von entsprechenden Ausschüssen an allen Standorten vorgesehen und wird über regelmäßige Bewertungen geprüft; gleichzeitig ist dies durch die ISO 45001 abgedeckt.
403-5 Mitarbeiterschulungen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Gesundheit und Arbeitssicherheit, S. 69 In unserem Gerresheimer Managementsystem ist die die Durchführung von Maßnahmen zur Umsetzung, Kommunikation und Aufrechterhaltung der Arbeitssicherheitsstandards vorgesehen; gleichzeitig ist dies durch die ISO 45001 abgedeckt.
403-6 Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Gesundheit und Arbeitssicherheit, S. 69 In unserem Gerresheimer Managementsystem ist die Erstellung eines Gesundheitsprogramms an all unseren Standorten vorgesehen. Die Umsetzung erfolgt auf Basis der lokalen Gegebenheiten.
403-7 Vermeidung und Abmilderung von direkt mit Geschäftsbeziehungen verbundenen Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Nachhaltiges Beschaffungsmanagement, S. 63-64
403-8 Mitarbeiter, die von einem Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz abgedeckt sind Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Gesundheit und Arbeitssicherheit, S. 69 Unser Ziel ist die Einführung eines ISO 45001 Managementsystems an all unseren Produktionsstandorten bis 2023. Wir streben eine 100 % Abdeckung für unsere Produktionsstandorte an und decken in 2020 etwa 32 % unserer Mitarbeiter ab. Weiterführende Informationen zu den lokalen rechtlichen Anforderungen erfassen wir nicht global.
403-9 Arbeitsbedingte Verletzungen Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Gesundheit und Arbeitssicherheit, S. 69 Im Geschäftsjahr 2021 haben wir Unfälle nur für eigene Mitarbeiter erfasst, bewerten jedoch aktuell die Ausweitung des Umfangs auch auf nicht Gerresheimer Mitarbeiter.
403-10 Arbeitsbedingte Erkrankungen Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Gesundheit und Arbeitssicherheit, S. 69 Bisher erheben wir nur das Risiko der berufsbedingten Krankheiten, nicht aber die Art und Häufigkeit des Auftretens dieser Krankheiten aufgrund der global sehr unterschiedlichen gesetzlichen Definitionen.
Aus- und Weiterbildung
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, S. 65
404-1 Durchschnittliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung pro Jahr und Angestellten Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, S. 65 Eine Differenzierung der Angabe nach Geschlecht und Mitarbeiterkategorie ist für uns nicht von Relevanz.
404-2 Programme zur Verbesserung der Kompetenzen der Angestellten und zur Übergangshilfe Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Personalentwicklung, S. 67
404-3 Prozentsatz der Angestellten, die eine regelmäßige Beurteilung ihrer Leistung und ihrer beruflichen Entwicklung erhalten Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Personalentwicklung, S. 67 Wir berichten derzeit nicht zum Prozentsatz nach Geschlecht, da diese Angaben in einzelnen Regionen anonymisiert erhoben werden müssen und auch nicht nach Angestelltenkategorie, da die Daten hierfür nicht vorliegen.
Diversität und Chancengleichheit
103- 1, 2, 3 Managementansatz Geschäftsbericht, Diversitätskonzept für Vorstand und Aufsichtsrat, S. 83 Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, S. 65 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Vielfalt und Chancengleichheit, S. 67
405-1 Diversität in Kontrollorganen und unter Angestellten Geschäftsbericht, Diversitätskonzept für Vorstand und Aufsichtsrat, S. 83 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Vielfalt und Chancengleichheit, S. 67
405-2 Verhältnis des Grundgehalts und der Vergütung von Frauen zum Grundgehalt und zur Vergütung von Männern Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68 Die Vergütung ist über Gehaltsbänder oder Tarifverträge geregelt und wird unabhängig des Geschlechts angewendet.
Nichtdiskriminierung
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, S. 65 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68
406-1 Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemaßnahmen Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68 Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72 Im Rahmen unseres Compliance-Managements wurde kein Fall von Diskriminierung gemeldet.
Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, S. 65 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68
407-1 Betriebsstätten und Lieferanten, bei denen das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen bedroht sein könnte Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68 Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72 Im Rahmen unseres Compliance-Managements wurde kein Verstoß gegen die gewerkschaftliche Vereinigungsfreiheit gemeldet.
Kinderarbeit
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Nachhaltiges Beschaffungsmanagement, S. 63-64 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, S. 65 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 28
408-1 Betriebsstätten und Lieferanten mit einem erheblichen Risiko für Vorfälle von Kinderarbeit Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Nachhaltiges Beschaffungsmanagement, S. 63-64 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68 Wir unterhalten Lieferbeziehungen mit Lieferanten aus zwei Ländern, die grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für Kinderarbeit aufweisen. Die Kenntnis eines erheblichen Risikos für Vorfälle von Kinderarbeit bei unseren Lieferanten liegt nicht vor.
Zwangs- und Pflichtarbeit
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Nachhaltiges Beschaffungsmanagement, S. 63-64 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, S. 65 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68
409-1 Betriebsstätten und Lieferanten mit einem erheblichen Risiko für Vorfälle von Kinderarbeit Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Nachhaltiges Beschaffungsmanagement, S. 63-64 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68 Wir unterhalten Lieferbeziehungen mit Lieferanten aus zwei Ländern, die grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für Zwangs- oder Pflichtarbeit aufweisen. Die Kenntnis eines erheblichen Risikos für Vorfälle von Zwangs- oder Pflichtarbeit bei unseren Lieferanten liegt nicht vor.
Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, S. 65 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68
412-1 Betriebsstätten, an denen eine Prüfung auf die Einhaltung der Menschenrechte oder eine menschenrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt wurde Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68 Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72
412-2 Schulungen für Angestellte zu Menschenrechtspolitik und -verfahren Sämtliche Mitarbeiter werden bei Eintritt in das Unternehmen mit unserer Richtline zur Unternehmerischen Verantwortung vertraut gemacht.
Lokale Gemeinschaften
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Arbeits- und Sozialstandards, S. 68 Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Gemeinwesen, S. 71
413-1 Betriebsstätten mit Einbindung der lokalen Gemeinschaften, Folgenabschätzungen und Förderprogrammen Nichtfinanzielle Erklärung, GxCare, Gemeinwesen, S. 71 Nichtfinanzielle Erklärung, Stakeholder-Dialoge, S. 54 Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72 Umweltverträglichkeitsprüfungen und Betriebsgenehmigungen werden im Rahmen von Investitionsvorhaben durchgeführt bzw. beantragt. Die Notwendigkeit weiterer institutionalisierter Partizipationsprozesse, die über unsere Stakeholder-Dialogprozesse hinausgehen, ist derzeit nicht gegeben.
413-2 Geschäftstätigkeiten mit erheblichen oder potenziellen negativen Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften Weder durch unsere internen Beschwerdemechanismen noch im Rahmen unserer Risikobewertungen bei Investitionsentscheidungen sind solche negativen Auswirkungen aufgekommen.
Soziale Bewertung der Lieferanten
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Nachhaltiges Beschaffungsmanagenent, S. 63-64
414-1 Neue Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien überprüft wurden Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Nachhaltiges Beschaffungsmanagenent, S. 63-64 Im Berichtszeitraum wurden 36 % der neuen (strategischen) Lieferanten nach sozialen Kriterien auditiert. Wir streben an bis 2023 alle strategisch relevanten Lieferanten nach ökologischen und sozialen Kriterien auditiert zu haben.
414-2 Negative soziale Auswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Nachhaltiges Beschaffungsmanagenent, S. 63-64 Wir wollen bis 2023 alle strategisch relevanten Lieferanten nach ökologischen und sozialen Kriterien auditiert haben. Bei keinem Lieferanten wurden bei den Überprüfungen im Berichtszeitraum Verbesserungsbedarfe identifiziert. Eine Terminierung von Geschäftsbeziehungen ist im Geschäftsjahr nicht erfolgt.
Politische Einflussnahme
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Stakeholder-Dialoge, S. 54
415-1 Parteispenden Nichtfinanzielle Erklärung, Stakeholder-Dialoge, S. 54 Direkte oder indirekte Spenden an politische Parteien, Kampagnen oder Einzelpersonen sind nicht zulässig.
Kundengesundheit und -sicherheit
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72
416-1 Beurteilung der Auswirkungen verschiedener Produkt- und Dienstleistungskategorien auf die Gesundheit und Sicherheit Nichtfinanzielle Erklärung, GxCircular, Ökodesign, S. 61 Unsere Produkte werden im Zuge der Zulassung durch die zuständigen Behörden/​Ämter überprüft. Alle fertigen Produkte durchlaufen Prüfungen und Bewertungen, um bei Herstellung, Anwendung und Entsorgung ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten.
416-2 Verstöße im Zusammenhang mit den Auswirkungen von Produkten und Dienstleistungen auf die Gesundheit und Sicherheit Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72 Wir haben keinen Verstoß gegen Vorschriften und/​oder freiwillige Verhaltensregeln ermittelt. Dienstleistungen sind für uns als produzierendes Unternehmen nicht weiter relevant.
Sozioökonomische Compliance
103- 1, 2, 3 Managementansatz Nichtfinanzielle Erklärung, Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeit bei Gerresheimer, S. 48-49 Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72
419-1 Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich Nichtfinanzielle Erklärung, Wirtschaftsethisches Verhalten und Gesetzeskonformität, S. 72 Im Geschäftsjahr 2020 wurden gegen die Gerresheimer AG keine signifikanten Bußgelder oder nicht monetären Strafen wegen Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich verhängt.

Finanzkalender

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08.04.2021 Veröffentlichung 1. Quartal 2021
09.06.2021 Hauptversammlung 2021
13.07.2021 Veröffentlichung 2. Quartal 2021
12.10.2021 Veröffentlichung 3. Quartal 2021

Impressum

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Druck

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Hinweis zum Geschäftsbericht

Der Geschäftsbericht liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor; bei Abweichungen gilt die deutsche Fassung.

Rundungshinweis

Bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können aufgrund kaufmännischer Rundung geringe Abweichungen auftreten.

Zukunftsbezogene Aussagen

Dieser Geschäftsbericht enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen. In die Zukunft gerichtete Aussagen sind alle Aussagen, die sich nicht auf historische Tatsachen und Ereignisse beziehen und solche in die Zukunft gerichteten Formulierungen wie "glaubt", "schätzt", "geht davon aus", "erwartet", "nimmt an", "prognostiziert", "beabsichtigt", "könnte", "wird" oder "sollte" oder Formulierungen ähnlicher Art enthalten. Solche in die Zukunft gerichteten Aussagen unterliegen Risiken und Ungewissheiten, da sie sich auf zukünftige Ereignisse beziehen und auf gegenwärtigen Annahmen der Gesellschaft basieren, die gegebenenfalls in der Zukunft nicht oder nicht wie angenommen eintreten werden. Die Gesellschaft weist darauf hin, dass solche zukunftsgerichteten Aussagen keine Garantie für die Zukunft sind; die tatsächlichen Ergebnisse einschließlich der Finanzlage und der Profitabilität der Gerresheimer Gruppe sowie der Entwicklung der wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen können wesentlich von denjenigen abweichen (insbesondere negativer ausfallen), die in diesen Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen oder beschrieben werden. Selbst wenn die tatsächlichen Ergebnisse der Gerresheimer Gruppe, einschließlich der Finanzlage und Profitabilität sowie der wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, mit den zukunftsgerichteten Aussagen in diesem Geschäftsbericht übereinstimmen sollten, kann nicht gewährleistet werden, dass dies auch weiterhin in der Zukunft der Fall sein wird.