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Gerresheimer AG — Annual Report 2019
Feb 28, 2020
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Annual Report
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Gerresheimer AG Düsseldorf
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.12.2018 bis zum 30.11.2019
GESCHÄFTSBERICHT 2019
UNSER FUNDAMENT FÜR WACHSTUM
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2019 intensiv mit der Lage des Unternehmens befasst und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Verpflichtungen wahrgenommen. Zu diesen zählen Beratungen auf der Basis regelmäßiger, zeitnaher und umfassender Informationen durch den Vorstand, die Einbindung des Aufsichtsrats in Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen sowie die notwendige Überwachung der Geschäftsführung.
Der Aufsichtsrat ließ sich eingehend über die wirtschaftliche Entwicklung und die finanzielle Lage des Unternehmens einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance unterrichten. Nach gründlicher Prüfung und Beratung gab er in vier Aufsichtsratssitzungen und dreimal im Rahmen schriftlicher Umlaufbeschlüsse sein Votum zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands ab, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsgemäßen Bestimmungen bzw. den Regelungen der Geschäftsordnung erforderlich war.
Darüber hinaus stand der Vorsitzende des Aufsichtsrats in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand und hier insbesondere mit dessen Vorsitzenden. Dieser unterrichtete den Aufsichtsratsvorsitzenden laufend und zeitnah über wichtige Entwicklungen und anstehende Entscheidungen.
PERSONELLE VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT UND VORSTAND
Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2019 Dr. Axel Herberg als Vorsitzender, Francesco Grioli als stellvertretender Vorsitzender, Andrea Abt, Heike Arndt, Dr. Karin Dorrepaal, Franz Hartinger, Dr. Peter Noé, Markus Rocholz, Paul Schilling, Katja Schnitzler, Theodor Stuth und Udo J. Vetter an.
Aus dem Vorstand der Gesellschaft schieden Andreas Schütte am 28. Februar 2019 und Rainer Beaujean am 30. April 2019 aus. Dr. Bernd Metzner trat zum 15. Mai 2019 neu in den Vorstand ein. Weiterhin gehörten Dietmar Siemssen als Vorsitzender und Dr. Lukas Burkhardt dem Vorstand der Gesellschaft im gesamten Geschäftsjahr 2019 an.
SITZUNGEN UND BESCHLÜSSE DES AUFSICHTSRATS
Im Berichtsjahr fanden vier Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Gegenstand regelmäßiger Beratungen im Aufsichtsratsplenum waren die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des gesamten Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche. Zusätzlich fasste der Aufsichtsrat drei Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren.
In der Aufsichtsratssitzung am 13. Februar 2019 wurden der Jahresabschluss und der Lagebericht der Gerresheimer AG sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2018, der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie der Bericht des Aufsichtsrats gebilligt. Der Jahresabschluss war damit festgestellt. In dieser Sitzung verabschiedete der Aufsichtsrat zudem seine Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung am 6. Juni 2019.
Gegenstand des schriftlichen Umlaufbeschlusses des Aufsichtsrats vom 23. April 2019 waren Änderungen in der Geschäftsverteilung für den Vorstand ab dem 1. Mai 2019 wegen des Ausscheidens von Rainer Beaujean aus dem Vorstand sowie dem 15. Mai 2019 wegen des Eintritts von Dr. Bernd Metzner in den Vorstand.
In seiner Sitzung am 6. Juni 2019 stimmte der Aufsichtsrat einer Erhöhung des Investitionsbudgets 2019 für den Konzern zu.
Mit schriftlichem Umlaufbeschluss vom 29. Juli 2019 stimmte der Aufsichtsrat einer Kapitalerhöhung bei der Gerresheimer Glass Inc., Vineland (New Jersey/USA), zu.
Gegenstand der Sitzung des Aufsichtsrats vom 4. September 2019 war die intensive Befassung mit der vom Vorstand erarbeiteten Unternehmensstrategie. Außerdem beschäftigte sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit der jährlichen Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, der Beauftragung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2019 sowie der Beauftragung der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Überprüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2019.
Durch schriftlichen Umlaufbeschluss vom 23. September 2019 stimmte der Aufsichtsrat der Ablösung der bestehenden revolvierenden Kreditlinie durch die Aufnahme einer neuen revolvierenden Kreditlinie zu.
Die inhaltlichen Schwerpunkte der Aufsichtsratssitzung vom 21. November 2019 bildeten die Zustimmung zum Budget für das Geschäftsjahr 2020 und die mittelfristige Planung des Konzerns. Zusätzlich diskutierte der Aufsichtsrat die Ergebnisse der durchgeführten Effizienzprüfung.
Mit Ausnahme von Dr. Karin Dorrepaal, die an einer Sitzung des Aufsichtsrats entschuldigt verhindert war, nahmen sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2019 an allen Sitzungen des Aufsichtsrats und an den schriftlichen Umlaufbeschlüssen teil.
SITZUNGEN UND BESCHLÜSSE DER AUSSCHÜSSE
Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat vier Ausschüsse gebildet: Den Vermittlungsausschuss nach § 27 Absatz 3 MitbestG, den Präsidialausschuss, den Prüfungsausschuss und den Nominierungsausschuss. Diese Ausschüsse bereiten Themen zur Beschlussfassung im Plenum des Aufsichtsrats vor und sind in bestimmten Fällen auch selbst entscheidungsbefugt.
Der Vermittlungsausschuss und der Präsidialausschuss bestehen aus jeweils zwei Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer. Der Prüfungsausschuss ist ebenfalls paritätisch besetzt und besteht aus sechs Mitgliedern. Der Nominierungsausschuss hat drei Mitglieder und ist ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt.
Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Entscheidungen über die Vorstandsvergütung. Anstelle des Aufsichtsrats entscheidet der Präsidialausschuss unter anderem über Abschluss, Änderung und Beendigung der Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder, soweit es nicht um Vergütungsfragen geht, die dem Aufsichtsratsplenum vorbehalten sind.
Der Präsidialausschuss tagte im Berichtsjahr in drei Sitzungen am 10. Dezember 2018, 6. Februar 2019 und 20. November 2019. Gegenstand der Beratungen und Beschlüsse waren verschiedene Personalangelegenheiten im Zusammenhang mit der Besetzung des Vorstands.
Zu den Aufgaben des Prüfungsausschusses zählen insbesondere die Vorbereitung der Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses sowie die Erörterung der Quartalsfinanzberichte und des Halbjahresfinanzberichts. Ferner befasst sich der Prüfungsausschuss mit der Überwachung der Rechnungslegung und des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems, der Abschlussprüfung sowie der Compliance. Zudem obliegt dem Prüfungsausschuss die Zustimmung zur Vergabe von Nichtprüfungsleistungen an den Abschlussprüfer.
Der Prüfungsausschuss tagte in vier Sitzungen am 12. Februar 2019, 10. April 2019, 10. Juli 2019 und 9. Oktober 2019. Schwerpunkte der Beratungen waren die Berichte über die Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2018 sowie die Quartalsfinanzberichte und der Halbjahresfinanzbericht 2019. Ferner befasste sich der Prüfungsausschuss mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung und der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2019 sowie der Festlegung und Überwachung des Prüfungsablaufs und der Prüfungsschwerpunkte einschließlich der Vereinbarung des Prüfungshonorars. Weiterer Gegenstand der Beratungen waren die Wirksamkeit des internen Revisionssystems, das Risikomanagementsystem und die Risikoberichterstattung an den Prüfungsausschuss, die Weiterentwicklung der Definition von Einmaleffekten in der IFRS-Konzernbilanzierungsrichtlinie ab dem Geschäftsjahr 2020 sowie der Abschlussbericht über die durchgeführte Angemessenheitsprüfung des Compliance Management Systems der Gesellschaft.
Der Nominierungsausschuss empfiehlt dem Aufsichtsrat für dessen Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Besetzung der Aufsichtsratsmandate als Vertreter der Anteilseigner. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Nominierungsausschuss nicht getagt.
Der Vermittlungsausschuss hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls nicht getagt.
Im Geschäftsjahr 2019 war Andrea Abt an der Teilnahme einer Sitzung des Prüfungsausschusses entschuldigt verhindert. Im Übrigen haben alle Ausschussmitglieder an allen Sitzungen der Aufsichtsratsausschüsse im Geschäftsjahr 2019 teilgenommen.
CORPORATE GOVERNANCE
Der Aufsichtsrat hat die Weiterentwicklung der Corporate Governance Standards fortlaufend beobachtet. Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft berichten über die Corporate Governance des Gerresheimer Konzerns auf den Seiten 23 bis 25 des Geschäftsberichts.
Vorstand und Aufsichtsrat haben am 4. September 2019 die jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.
INTERESSENKONFLIKTE
Gemäß Ziffer 5.5.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 sollen Aufsichtsratsmitglieder Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat gegenüber offenlegen. Im Berichtsjahr 2019 sind keine Interessenkonflikte aufgetreten.
JAHRESABSCHLUSS UND KONZERNABSCHLUSS 2019
Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Lagebericht der Gerresheimer AG sowie den Konzernabschluss und den Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2018 bis zum 30. November 2019 geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.# Jahresabschluss und Lagebericht
Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Gerresheimer AG, der Konzernabschluss, der Konzern-Lagebericht, der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2019 lagen dem Aufsichtsrat zur Prüfung vor. Der Prüfungsausschuss hat die Dokumente in seiner Sitzung am 17. Februar 2020 im Detail erörtert und geprüft sowie Beschlussempfehlungen an den Aufsichtsrat ausgesprochen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der Gerresheimer AG, den Konzernabschluss, den Konzern-Lagebericht, den Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie die hierzu erstatteten Prüfungsberichte des Abschlussprüfers in der Aufsichtsratssitzung am 18. Februar 2020 geprüft. Der Abschlussprüfer war bei der jeweiligen Sitzung des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats anwesend und berichtete über den Verlauf und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er stand für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und nach eigener Prüfung schließt sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an und erklärt, dass keine Einwendungen zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat zugestimmt. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gerresheimer Konzerns für ihren Beitrag zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Gerresheimer Konzerns im Geschäftsjahr 2019.
Düsseldorf, den 18. Februar 2020
Dr. Axel Herberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats
CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT
Die Gerresheimer AG identifiziert sich mit den Zielen des Deutschen Corporate Governance Kodex und den Grundsätzen einer transparenten, verantwortlichen und auf Wertsteigerung ausgerichteten Führung und Kontrolle des Unternehmens. Vorstand, Aufsichtsrat sowie alle Führungskräfte und Mitarbeiter der Gerresheimer AG sind dieser Zielsetzung verpflichtet. Bis auf eine Ausnahme entspricht die Gesellschaft allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017.
VORSTAND
Der Vorstand der Gerresheimer AG besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Anzahl der Vorstandsmitglieder. Der Aufsichtsrat ernennt ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands oder zu dessen Sprecher. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Er ist dabei an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes verpflichtet. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Einige in der Geschäftsordnung für den Vorstand geregelte wesentliche Geschäfte und Maßnahmen bedürfen der vorherigen Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Die personelle Zusammensetzung des Vorstands im Geschäftsjahr 2019 ist auf Seite 159 des Geschäftsberichts dargestellt.
AUFSICHTSRAT
Der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG besteht aus zwölf Mitgliedern, von denen jeweils die Hälfte Anteilseigner- bzw. Arbeitnehmervertreter sind. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung und die Vertreter der Arbeitnehmer von den Arbeitnehmern gewählt. Die Amtsperiode der derzeitigen Aufsichtsratsmitglieder begann mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 26. April 2017 und läuft bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2021 beschließt. Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte. Zur Erfüllung seiner Aufgaben erörtert der Aufsichtsrat mit dem Vorstand regelmäßig die Geschäftsentwicklung sowie die Planung, die Strategie und deren Umsetzung. Der Aufsichtsrat genehmigt die vom Vorstand aufgestellte Jahresplanung und entscheidet über die Feststellung des Jahres- und die Billigung des Konzernabschlusses der Gerresheimer AG. Hierbei finden insbesondere die Berichte des Abschlussprüfers Berücksichtigung. Außerdem entscheidet der Aufsichtsrat über die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder sowie über deren Vergütung. Für Beschlüsse des Aufsichtsrats genügt grundsätzlich eine einfache Mehrheit. Ergibt eine Abstimmung im Aufsichtsrat Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende des Aufsichtsrats zwei Stimmen. Für Entscheidungen über die Bestellung von Vorstandsmitgliedern gilt die Sondervorschrift des § 31 MitbestG. Die personelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2019 ist auf Seite 158 des Geschäftsberichts dargestellt.
Ausschüsse
Die Arbeit des Aufsichtsrats wird durch Ausschüsse unterstützt. Nach der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat bestehen folgende Ausschüsse des Aufsichtsrats:
Vermittlungsausschuss
Der nach § 27 Absatz 3 Mitbestimmungsgesetz gebildete Vermittlungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, sofern im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder nicht erreicht wird. Mitglieder des Vermittlungsausschusses im abgelaufenen Geschäftsjahr waren Dr. Axel Herberg (Vorsitzender), Dr. Karin Dorrepaal, Francesco Grioli und Franz Hartinger.
Präsidialausschuss
Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor. Anstelle des Aufsichtsrats entscheidet der Präsidialausschuss unter anderem über Abschluss, Änderung und Beendigung der Anstellungs- und Pensionsverträge der Vorstandsmitglieder, soweit es nicht um Vergütungsfragen geht, die dem Aufsichtsratsplenum vorbehalten sind. Außerdem ist der Ausschuss für die Einwilligung in Geschäfte zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands zuständig. Darüber hinaus entscheidet der Präsidialausschuss über die Einwilligung in Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern nach § 114 Aktiengesetz und über die Gewährung von Darlehen an den in den §§ 89, 115 Aktiengesetz genannten Personenkreis. Mitglieder des Präsidialausschusses waren im abgelaufenen Geschäftsjahr Dr. Axel Herberg (Vorsitzender), Francesco Grioli, Markus Rocholz und Udo J. Vetter.
Prüfungsausschuss
Der Prüfungsausschuss bereitet unter anderem die Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses, die Billigung des Konzernabschlusses, den Wahlvorschlag zum Abschlussprüfer an die Hauptversammlung und die Vereinbarung mit dem Abschlussprüfer vor. Außerdem erörtert der Ausschuss die Quartalsberichte und den Halbjahresfinanzbericht. Er trifft geeignete Maßnahmen zur Feststellung und Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Zudem obliegt dem Prüfungsausschuss die Zustimmung zur Vergabe von Nichtprüfungsleistungen an den Abschlussprüfer. Ferner unterstützt der Prüfungsausschuss den Aufsichtsrat bei der Überwachung der Geschäftsführung. In diesem Zusammenhang befasst sich der Prüfungsausschuss mit der Überwachung der Rechnungslegung und des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems, der Abschlussprüfung sowie der Compliance. Mitglieder des Prüfungsausschusses waren im abgelaufenen Geschäftsjahr Theodor Stuth (Vorsitzender), Andrea Abt, Francesco Grioli, Dr. Axel Herberg, Markus Rocholz und Katja Schnitzler.
Nominierungsausschuss
Der Nominierungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat geeignete Kandidatenvorschläge für dessen Wahlvorschläge für Aufsichtsratsmitglieder als Vertreter der Anteilseigner an die Hauptversammlung. Mitglieder des Nominierungsausschusses waren im abgelaufenen Geschäftsjahr Dr. Axel Herberg (Vorsitzender), Dr. Peter Noé und Udo J. Vetter.
Interessenkonflikte
Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder müssen dem Aufsichtsratsvorsitzenden gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 und den Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat Interessenkonflikte offenlegen. Bei wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten hat ein Aufsichtsratsmitglied sein Amt niederzulegen. Der Aufsichtsrat informiert in seinem Bericht an die Hauptversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung. Im Berichtszeitraum traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf.
Zusammensetzung des Aufsichtsrats und Kompetenzprofil
In Ergänzung zu den Anforderungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats, die sich aus Gesetz und dem Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 ergeben, hat der Aufsichtsrat in seiner Geschäftsordnung in Übereinstimmung mit Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats konkrete Ziele benannt und das folgende Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet:
Kenntnisse, Fähigkeiten und fachliche Erfahrungen
Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Es sollen Kandidaten vorgeschlagen werden, die durch ihre Integrität, Leistungsbereitschaft, Unabhängigkeit und Persönlichkeit in der Lage sind, die Aufgaben eines Aufsichtsratsmitglieds in der Obergesellschaft eines international tätigen Konzerns wahrzunehmen und dessen Ansehen in der Öffentlichkeit zu wahren. Im Aufsichtsrat der Gerresheimer AG sollen verschiedene Aufgabenbereiche des Unternehmens durch die einzelnen Mitglieder repräsentiert werden. Sie müssen in ihrer Gesamtheit mit der Branche, in der die Gesellschaft tätig ist, vertraut sein. Jedes Aufsichtsratsmitglied soll möglichst spezielle Fachkenntnisse haben, die für die Geschäftstätigkeit des Unternehmens von Bedeutung sind.# Corporate Governance
Corporate Governance Bericht
Aufsichtsrat
Bei Vorschlägen für Aufsichtsratskandidaten ist auf eine ausgewogene Zusammensetzung zu achten, sodass die gewünschten Fachkenntnisse im Aufsichtsrat möglichst breit vertreten sind. Ziel ist es, dass mindestens zwei Vertreter der Anteilseigner über Erfahrungen in den Bereichen Unternehmensführung, Strategie und Personal verfügen, mindestens ein Vertreter der Anteilseigner über unternehmensspezifische Branchenkenntnisse verfügt und mindestens ein Vertreter der Anteilseigner über spezifische Branchenkenntnisse auf Kundenseite verfügt.
Unabhängigkeit und Interessenkonflikte
Dem Aufsichtsrat soll eine nach seiner Einschätzung ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören. Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand steht, die einen Interessenkonflikt begründet. Ehemalige Vorstandsmitglieder der Gesellschaft gelten nach Einschätzung des Aufsichtsrats für fünf Jahre nach deren Ausscheiden als nicht unabhängig. Das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses von Aufsichtsratsmitgliedern mit der Gerresheimer AG oder einem Konzernunternehmen oder das Bestehen einer Altersversorgungszusage einer dieser Gesellschaften zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern begründet als solches keinen Interessenkonflikt.
Der Aufsichtsrat benennt in diesem Zusammenhang folgende Ziele für seine Zusammensetzung:
* Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktionen oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft oder eines Konzernunternehmens ausüben,
* Aufsichtsratsmitglieder sollen keine aktive Rolle bei Kunden oder Lieferanten der Gesellschaft oder eines Konzernunternehmens wahrnehmen,
* dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören und
* mindestens vier von sechs Vertretern der Anteilseigner im Aufsichtsrat sollen unabhängig sein.
Verfügbarkeit
Aufsichtsratsmitglieder sollen für die Wahrnehmung des Mandats genügend Zeit zur Verfügung haben, sodass das Mandat mit der gebotenen Regelmäßigkeit und Sorgfalt wahrgenommen werden kann. Ein Aufsichtsratsmitglied, das dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, soll grundsätzlich insgesamt nicht mehr als drei Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Gesellschaften oder in Aufsichtsgremien von nicht börsennotierten Gesellschaften mit vergleichbaren Anforderungen wahrnehmen, die nicht dem Konzern derjenigen Gesellschaft angehören, in der die Vorstandstätigkeit ausgeübt wird.
Ehemalige Vorstandsmitglieder
Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören. Vorstandsmitglieder dürfen vor Ablauf von zwei Jahren nach dem Ende ihrer Bestellung nicht Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft werden, es sei denn, ihre Wahl erfolgt auf Vorschlag von Aktionären, die mehr als 25 % der Stimmrechte an der Gesellschaft halten. In diesem Fall soll der Wechsel in den Aufsichtsratsvorsitz eine Ausnahme sein, die der Hauptversammlung zu begründen ist.
Altersgrenze
Die Amtszeit eines Aufsichtsratsmitglieds endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die auf die Vollendung des 70. Lebensjahres folgt. Der Aufsichtsrat befürwortet auch Wahlvorschläge für Kandidaten, die während der gesetzlichen Wahlperiode das 70. Lebensjahr überschreiten, wobei auch deren Amtszeit mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung endet, die auf die Vollendung des 70. Lebensjahres folgt.
Internationalität
Mindestens ein Vertreter der Anteilseigner soll über mehrjährige internationale Erfahrungen aus einer beruflichen Tätigkeit oder über eine ausländische Staatsangehörigkeit verfügen.
Vielfalt (Diversity)
Der Mindestanteil von Frauen und Männern im Aufsichtsrat richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen in ihrer jeweils gültigen Fassung. Der Aufsichtsrat erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung das vorbeschriebene Kompetenzprofil für das Gesamtgremium. Insbesondere gelten nach Einschätzung des Aufsichtsrats derzeit alle Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat, namentlich Dr. Axel Herberg, Andrea Abt, Dr. Karin Dorrepaal, Dr. Peter Noé, Theodor Stuth und Udo J. Vetter, als unabhängig.
Hauptversammlung
Die Hauptversammlung stellt das Organ der Aktionäre dar und trifft die grundlegenden Entscheidungen für die Gerresheimer AG. Zu diesen zählen die Gewinnverwendung, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Wahl der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat und die Wahl des Abschlussprüfers. Darüber hinaus entscheidet die Hauptversammlung über Satzungsänderungen und wesentliche unternehmerische Maßnahmen wie insbesondere Unternehmensverträge und Umwandlungen, über die Ausgabe von neuen Aktien, Wandel- und Optionsschuldverschreibungen sowie über die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien. Die Aktionäre haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung selbst auszuüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben zu lassen. Den Vorsitz in der Hauptversammlung führt der Aufsichtsratsvorsitzende.
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Die Rechnungslegung des Gerresheimer Konzerns erfolgt nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den zusätzlich nach § 315e HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Der Jahresabschluss der Gerresheimer AG wird nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) erstellt. Die Wahl des Abschlussprüfers erfolgt gemäß den gesetzlichen Bestimmungen durch die Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2019 wurde die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, zum Abschlussprüfer bestellt. Der Aufsichtsrat beauftragt den von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer, bestimmt Prüfungsschwerpunkte und legt das Honorar fest. Dabei wird sichergestellt, dass keine Interessenkonflikte die Arbeit des Abschlussprüfers beeinträchtigen.
Risikomanagement
Zu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang mit Risiken für das Unternehmen. Die Gerresheimer AG hat zu diesem Zweck über das gesetzlich vorgeschriebene Risikofrüherkennungssystem, bezogen auf bestandsgefährdende Risiken, hinaus ein systematisches Risikomanagement eingerichtet. Dieses ist darauf ausgerichtet, Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und zu steuern. Dieses System wird kontinuierlich weiterentwickelt. Dadurch können Risikopositionen optimiert werden.
Transparenz
Die Gerresheimer AG kommuniziert offen, aktiv und ausführlich. Sie informiert Aktionäre, Aktionärsvereinigungen, Analysten und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig, zeitnah und gleichberechtigt über die Lage des Unternehmens sowie über wesentliche geschäftliche Veränderungen. Dabei zählt die Internetseite des Unternehmens (www.gerresheimer.com) zu den zentralen Medien. Dort finden sich die Geschäfts- und Zwischenberichte, Pressemitteilungen, Ad-hoc- und sonstige Mitteilungen nach der Marktmissbrauchsverordnung, der Finanzkalender sowie andere relevante Informationen. Darüber hinaus führt die Gerresheimer AG regelmäßig Analysten- und Pressekonferenzen sowie Veranstaltungen für Investoren durch.
Vergütung des Aufsichtsrats
Die Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2019 wird in einem Vergütungsbericht im Rahmen des Konzern-Lageberichts dargestellt und veröffentlicht. Zur Vermeidung einer doppelten Darstellung macht sich dieser Corporate Governance-Bericht die Darstellung im Konzern-Lagebericht ausdrücklich zu eigen und verweist auf diese.
Vergütung des Vorstands
Die Vergütung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2019 wird ebenfalls in einem Vergütungsbericht im Rahmen des Konzern-Lageberichts dargestellt und veröffentlicht. Die Gesellschaft hat mit sämtlichen Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen über eine langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung geschlossen. Dieses sogenannte Phantom Stock-Programm wird ebenfalls im Vergütungsbericht dargestellt und veröffentlicht. Zur Vermeidung einer doppelten Darstellung macht sich dieser Corporate Governance-Bericht auch hier die Darstellung im Konzern-Lagebericht ausdrücklich zu eigen und verweist auf diese. Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat am 30. April 2015 das System zur Vergütung der Vorstandsmitglieder gebilligt. Änderungen an diesem System sind seitdem nicht eingetreten.
Entsprechenserklärung
Vorstand und Aufsichtsrat einer börsennotierten deutschen Aktiengesellschaft sind gemäß § 161 Aktiengesetz verpflichtet, einmal jährlich zu erklären, ob den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht. Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben zuletzt am 4. September 2019 die nachstehend aufgeführte Entsprechenserklärung beschlossen.
"Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG zu den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' gemäß § 161 Aktiengesetz
Mit Ausnahme der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Absatz 2 Satz 2 hat die Gerresheimer AG allen Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 7. Februar 2017 seit der letzten Entsprechenserklärung vom 6. September 2018 entsprochen.
Den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 7. Februar 2017 wird die Gerresheimer AG zukünftig ebenfalls mit folgender Ausnahme entsprechen:
Ziffer 5.4.1 Absatz 2 Satz 2: Der Aufsichtsrat hat keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt."# Begründung:
Die Eignung zur Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit hängt nach unserer Überzeugung allein von den jeweiligen Bedürfnissen der Gesellschaft und den individuellen Fähigkeiten der Aufsichtsräte ab. Die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat halten wir nicht für sinnvoll, da dem Unternehmen auch die Expertise erfahrener Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen soll." Diese Entsprechenserklärung sowie weitere vorangegangene Entsprechenserklärungen sind auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.gerresheimer.com zugänglich.
GERRESHEIMER AM KAPITALMARKT
DAS BÖRSENJAHR 2019
Nach der Korrektur im zweiten Halbjahr 2018 setzte an den internationalen Aktienmärkten zu Beginn des Jahres 2019 eine Erholung ein. Dieser positive Trend setzte sich gestützt auf günstige Bewertungen und positive Gewinnerwartungen im weiteren Jahresverlauf fort. Anhaltende Unsicherheiten über internationale Handelsbeziehungen zwischen den USA und China, politische Konflikte sowie die Folgen des Brexits sorgten hingegen vor allem über die Sommermonate für erhöhte Volatilität an den internationalen Märkten.
GERRESHEIMER AKTIE
Diese Entwicklungen beeinflussten auch den Kursverlauf der Gerresheimer Aktie und ihres Vergleichsindex MDAX. Dem einsetzenden Druck auf die internationalen Aktienmärkte im zweiten Halbjahr 2018 konnte sich auch die Gerresheimer Aktie nicht entziehen. Sie markierte am 3. Januar 2019 mit EUR 51,80 den Tiefstkurs des Geschäftsjahres 2019. Mit Veröffentlichung der Jahresergebnisse und der Wachstumsprognose zog der Kurs der Gerresheimer AG ab Mitte Februar deutlich an und erreichte am 11. Juli 2019 mit EUR 74,00 den Jahreshöchstkurs. Die Gerresheimer Aktie schloss das Geschäftsjahr 2019 bei einem Kurs von EUR 66,75 ab. Unter Berücksichtigung der gezahlten Dividende lag die Gerresheimer Aktie mit einer Entwicklung von 8,1 % zum Stichtag 30. November 2019 9 Prozentpunkte unter der Entwicklung ihres Vergleichsindex MDAX, die im Verlauf des Geschäftsjahres 2019 bei 17,1 % lag. Langfristig betrachtet bewegt sich unsere Aktie seit dem Börsengang im Jahr 2007 weiterhin im Aufwärtstrend. Ein langfristig orientierter Anleger konnte seit dem Börsengang, unter Berücksichtigung reinvestierter Dividenden, bis zum Stichtag 30. November 2019 eine Rendite von über 100 % erzielen.
DIE MEHRHEIT DER BANKANALYSTEN EMPFIEHLT WEITERHIN, DIE AKTIE ZU KAUFEN ODER ZU HALTEN
Per 30. November 2019 veröffentlichen 17 Bankanalysten regelmäßig Analystenstudien, sogenannte Researchs, zur Entwicklung der Gerresheimer AG, verbunden mit Investment-Empfehlungen. Sieben Analysten sprachen eine Kauf- und acht Analysten eine Halteempfehlung aus. Zum Verkauf rieten nur zwei Analysten. Das durchschnittliche Kursziel betrug zum 30. November 2019 EUR 72,21. Die folgenden Grafiken geben einen Überblick über die zum 30. November 2019 berichtenden Bankhäuser sowie deren Empfehlungen:
Die Aktie der Gerresheimer AG im indexierten Vergleich zum MDAX
| Research zur Aktie | Bankhaus Lampe | Equi.TS | Kepler Cheuvreux | Berenberg Bank | Goldman Sachs | LBBW | Commerzbank | Hauck & Aufhäuser | MainFirst | Credit Suisse | HSBC | Metzler | Deutsche Bank | Independent | Pareto | DZ Bank | J.P. Morgan | Cazenove |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Die Empfehlungen der Analysten im Überblick |
Stand: 30. November 2019
HAUPTVERSAMMLUNG 2019 ERNEUT MIT SEHR HOHER KAPITALPRÄSENZ; DIVIDENDE STEIGT AUF EUR 1,15 JE AKTIE
Auf der Hauptversammlung am 6. Juni 2019 waren 81,0 % des Grundkapitals vertreten. Alle Beschlüsse des Vorstands und Aufsichtsrats wurden mit großer Mehrheit bestätigt. So wurde der Ausschüttung einer Dividende in Höhe von EUR 1,15 je Aktie zugestimmt (Vorjahr: EUR 1,10 je Aktie). Dies entspricht einer Erhöhung um 4,5 % je dividendenberechtigter Stückaktie und ist die achte Erhöhung in Folge. Die Dividende wurde am 12. Juni 2019 ausgezahlt. Für das Geschäftsjahr 2019 werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 1,20 je Aktie auszuschütten. Alle wesentlichen Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung sind unter www.gerresheimer.com/investor-relations/hauptversammlung verfügbar.
Kennzahlen zur Aktie
| 2019 | 2018 | |
|---|---|---|
| Anzahl der Aktien zum Stichtag in Mio. Stück | 31,4 | 31,4 |
| Aktienkurs 1) zum Stichtag in EUR | 66,75 | 62,90 |
| Marktkapitalisierung zum Stichtag in Mio. EUR | 2.096,0 | 1.975,1 |
| Höchstkurs 1) im Berichtszeitraum in EUR | 74,00 | 79,80 |
| Tiefstkurs 1) im Berichtszeitraum in EUR | 51,80 | 59,75 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 2,57 | 4,11 |
| Dividende je Aktie in EUR | 1,20 2) | 1,15 |
1) Xetra-Tagesschlusskurs.
2) Gewinnverwendungsvorschlag.
Stammdaten der Aktie
- ISIN: DE000A0LD6E6
- WKN: A0LD6E
- Kürzel Bloomberg: GXI
- Kürzel Reuters: GXIG.DE
- Mitgliedschaft der Aktie in Börsenindizes: MDAX, CDAX, HDAX, Prime All Share, Classic All Share, MSCI ESG Universal Indexes sowie weitere Sektor- und Größenindizes
- Börsenplätze: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt (Xetra und Parkett), Hamburg, Hannover, München, Stuttgart, Tradegate Exchange
WACHSTUMSORIENTIERTE INVESTOREN DOMINIEREN WEITERHIN DEUTLICH INNERHALB DER UNVERÄNDERT STABILEN AKTIONÄRSSTRUKTUR
Auf Basis der verfügbaren Quellen zeigt unsere Aktionärsstruktur weiterhin eine stabile internationale Verteilung unseres Grundkapitals. Den größten Teil am Streubesitz hielten am 30. November 2019, bezogen auf unsere TOP-25-Investoren, mit rund 37 % nordamerikanische Investoren, mit rund 29 % niederländische Investoren, gefolgt von rund 19 % britischen Anlegern. Der Anteil deutscher Aktionäre betrug rund 3 %. Die Höhe des Streubesitzes, der sogenannte Free Float, lag zum 30. November 2019 bei 89,95 %. Bezogen auf unsere TOP-25-Aktionäre dominieren wachstumsorientierte Investoren (Growth) deutlich unverändert nach Investorentyp, gefolgt von werteorientierten Investoren (Value). Nach den uns vorliegenden Mitteilungen sind folgende Großaktionäre mit einem Anteil von mehr als 5 % an der Gerresheimer AG gemäß WpHG beteiligt:
| Gesellschaft | Anteil in % | Meldedatum |
|---|---|---|
| NN Group N.V. | 10,05 | 18. Februar 2019 |
| Stichting Pensioenfonds ABP | 5,10 | 30. Juli 2015 |
Alle Stimmrechtsmitteilungen können unter www.gerresheimer.com/investor-relations/corporate-governance/stimmrechtsmitteilungen.html auf unserer Internetseite eingesehen werden.
Aktionärsstruktur der TOP-25-lnvestoren nach Regionen
Aktionärsstruktur der TOP-25-lnvestoren nach Anlagestil
INVESTOR RELATIONS IM DIALOG MIT DEM KAPITALMARKT
Institutionelle Investoren und Analysten nutzten auch im vergangenen Jahr zahlreich die Möglichkeit eines persönlichen Dialogs mit dem Vorstand und dem Investor Relations Team, um unser Unternehmen kennenzulernen. In internationalen wie auch nationalen Finanzzentren, wie z. B. Frankfurt, London, Paris und New York, veranstalteten wir Roadshows und besuchten Investorenkonferenzen. Zudem standen wir in einer Vielzahl von Telefongesprächen, z. B. für sogenannte follow-up Gespräche, den Kapitalmarktteilnehmern zur Verfügung. Privatanleger hatten die Möglichkeit, unser Unternehmen auf von Investor Relations begleiteten Aktionärsforen kennenzulernen. Unsere Berichte, Webcasts und Präsentationen können auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/investor-relations/berichte bzw. www.gerreshei-mer.com/investor-relations/praesentationen eingesehen werden. Im Sinne unserer Unternehmensphilosophie werden wir den kontinuierlichen, verlässlichen und transparenten Dialog mit dem Kapitalmarkt auch im kommenden Geschäftsjahr fortführen. Unseren Finanzkalender sowie eine Übersicht von Veranstaltungen, auf denen wir unser Unternehmen präsentieren werden, finden Sie auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/investor-relations/termine.
Finanzkalender
- 09.04.2020 Veröffentlichung 1. Quartal 2020
- 24.06.2020 Hauptversammlung 2020
- 14.07.2020 Veröffentlichung 2. Quartal 2020
- 13.10.2020 Veröffentlichung 3. Quartal 2020
KONZERN-LAGEBERICHT DER GERRESHEIMER AG
ÜBERBLICK ÜBER DAS GESCHÄFTSJAHR 2019
- Mit dem größten Investitionsprogramm in der Unternehmensgeschichte wurde die Grundlage für ein nachhaltiges profitables Wachstum gelegt
- Die Umsatzerlöse stiegen um 1,8 % von EUR 1.367,7 Mio. im Geschäftsjahr 2018 auf EUR 1.392,3 Mio. im Geschäftsjahr 2019
- Das Adjusted EBITDA liegt bei EUR 400,0 Mio. gegenüber EUR 298,6 Mio. im Vorjahr und das bereinigte Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen beträgt EUR 225,8 Mio. nach EUR 178,0 Mio. im Vorjahr. Der jeweilige Anstieg ist im Wesentlichen auf die Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen im Zusammenhang mit dem Erwerb der Sensile Medical zurückzuführen
- Erneute Erhöhung der vorgeschlagenen Dividende auf EUR 1,20 je Aktie (Vorjahr: EUR 1,15 je Aktie)
- Konsequente Ausrichtung auf profitables Wachstum
- Ausblick 2020: Währungsbereinigtes Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich auf Basis eines Umsatzes von EUR 1.405,0 Mio.; für das währungsbereinigte Adjusted EBITDA rechnen wir mit einem Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich zuzüglich eines positiven Effekts auf das Adjusted EBITDA zwischen EUR 9 Mio. und EUR 11 Mio. aus der Umstellung auf IFRS 16
- Weiterhin hohe Nettoinvestitionen von rund 12 % der Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2020
DER GERRESHEIMER KONZERN
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Der Gerresheimer Konzern ist ein weltweit führender Hersteller hochwertiger Spezialprodukte aus Glas und Kunststoff für die internationale Pharma- und Healthcareindustrie. Wir bieten auf Basis eigener Entwicklungen und modernster Produktionstechnologien pharmazeutische Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systeme, Diagnostiksysteme und Verpackungen für die Kosmetikindustrie. Der Konzern umfasst sowohl die Gerresheimer AG mit Sitz in Düsseldorf (Deutschland) als auch die von ihr direkt und indirekt gehaltenen Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen. Für den Konzern waren zum Ende des Geschäftsjahres 2019 weltweit 9.872 Mitarbeiter 1 an 46 Standorten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien tätig. Damit ist die Anzahl der Mitarbeiter auf dem Niveau des Vorjahresstichtags.# GERRESHEIMER AG
1 Im Folgenden wird statt "Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen" die lesefreundlichere Variante "Mitarbeiter" verwendet. Die gewählte männliche Form steht stellvertretend für alle Geschlechter. Die Gerresheimer AG ist das Mutterunternehmen des Gerresheimer Konzerns und steuert die von ihr direkt und indirekt gehaltenen Beteiligungen.
GESCHÄFTSBEREICHE
Der Gerresheimer Konzern wird über strategische Geschäftseinheiten in Form von Geschäftsbereichen gesteuert. Diese werden nach ihren spezifischen Herstellungstechnologien und Materialien, die wir für unsere Produkte verwenden, zu berichtspflichtigen Segmenten zusammengefasst. Unser Geschäftsmodell ist in die drei berichtspflichtigen Geschäftsbereiche Plastics & Devices, Primary Packaging Glass und Advanced Technologies gegliedert. Wir berichten entsprechend dem Rechnungslegungsstandard IFRS 8 nach Geschäftssegmenten unter Anwendung des sogenannten "Management Approach". Entsprechend orientiert sich unsere externe Berichterstattung am internen Berichtswesen.
PLASTICS & DEVICES
Unser Produktportfolio im Geschäftsbereich Plastics & Devices umfasst komplexe kundenspezifische Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten. Dazu zählen Insulin-Pens, Inhalatoren oder vorfüllbare Spritzen. Darüber hinaus gehören zu diesem Bereich Produkte für die Diagnostik und Medizintechnik wie Stechhilfen und Testsysteme sowie pharmazeutische Kunststoffbehälter für flüssige und feste Medikamente mit Verschluss- und Sicherheitssystemen. Wir entwickeln und produzieren komplexe Systeme und Systemkomponenten aus Kunststoff im Rahmen individueller Projektgeschäfte. Unsere Zielgruppe umfasst Kunden aus der Pharmaindustrie, der Diagnostik und der Medizintechnik. Diesen Kunden bieten wir individuelle Serviceleistungen an und decken damit sämtliche Stufen der Wertschöpfungskette ab. Das Produktspektrum unserer medizinischen Kunststoffsysteme reicht von Inhalatoren für die gezielte Behandlung von Atemwegserkrankungen über Lanzetten und Insulin-Pen-Systeme für Diabetiker, Produkte für Medizintechnik bis hin zu unterschiedlichsten Testsystemen und Einmalprodukten für die Labor- und Molekulardiagnostik. Daneben umfasst der Geschäftsbereich Plastics & Devices Systemverpackungen aus Kunststoff, die für flüssige und feste Medikamente eingesetzt werden können. Zu unserer breiten Palette hochwertiger Primärverpackungen für Arzneimittel zählen Applikations- und Dosiersysteme wie Augentropfen- oder Nasensprayfläschchen sowie Spezialbehälter für Tabletten und Pulver. Überdies beinhaltet unser Sortiment multifunktionale Verschlusssysteme mit Originalitätssicherungen, kindersicheren und seniorengerechten Applikationen sowie integrierten Feuchtigkeitsabsorbern. In den USA ist der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente von dem sogenannten "pour-and-count"-System geprägt. Die in der Verschreibung genannte genaue Menge der oral einzunehmenden Medikamente wird speziell für den einzelnen Patienten in den Apotheken in Kunststoffverpackungen abgefüllt. Auch für dieses Marktsegment haben wir ein starkes Produktportfolio und beliefern landesweite und regionale Apothekenketten, Supermärkte und Großhändler.
PRIMARY PACKAGING GLASS
Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass produzieren wir Primärverpackungen aus Glas für Medikamente und Kosmetik. Dazu zählen Pharmagläser, Ampullen, Injektionsfläschchen, Karpulen, Parfümflakons und Cremetiegel sowie spezielle Gläser für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie. Für die pharmazeutische Industrie umfasst unser Angebot vielfältige Primärverpackungen aus Glas. Zu den Produkten aus Behälterglas gehören Injektions-, Infusions-, Tropf- und Sirupflaschen in mannigfaltigen markt- und bedarfsgerechten Ausführungen. Zudem produzieren wir aus Borosilikatglas-Röhren hochwertige Spezialprodukte wie Injektionsfläschchen, Ampullen und Karpulen. So bieten wir eine praktisch lückenlose Weiß- und Braunglaspalette aus Behälter- und Röhrenglas für Pharmaverpackungen an. Unser Produktportfolio für die Kosmetikindustrie umfasst hochwertige Glasverpackungen wie Fläschchen und Gläser für Parfüms, Deodorants, Hautpflege- oder Wellnessprodukte. Wir stellen Produkte aus Klar-, Farb- und Opalglas her. Hierfür verfügen wir über vielfältige Technologien zur Form- und Farbgebung, zum Bedrucken sowie zur exklusiven Veredelung. Für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie bieten wir sowohl standardisierte als auch kundenspezifische Fläschchen, Flaschen, Gläschen und Gläser, die unter anderem für flüssige Nahrungsmittel oder Kleinspirituosen genutzt werden, an. Unser Produktionsspektrum umfasst verschiedene Variationen, wie Braun-, Weiß, Farb- oder Opalglas, diverse Formvarianten und zahlreiche Möglichkeiten der Veredelung.
ADVANCED TECHNOLOGIES
Im Geschäftsbereich Advanced Technologies geht es um die Entwicklung und Produktion von intelligenten Systemen zur Verabreichung von Arzneimitteln. Das Schweizer Technologie-Unternehmen Sensile Medical bildet das Fundament des Geschäftsbereiches. Für Pharma- und Biotechunternehmen werden Drug-Delivery-Systeme mit digitalen und elektronischen State-of-the-Art-Technologien angeboten. Aktuell umfasst das Portfolio patentierte Mikropumpen, etwa für die Selbstbehandlung bei Parkinson oder Herzinsuffizienz. Darüber hinaus erfolgt die Entwicklung einer Plattform zur genauen Inhalationsmessung.
ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
Die Gerresheimer AG sowie die weiteren in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen unterhalten keine Zweigniederlassungen.
KONZERNSTRATEGIE UND ZIELE
Die Nachfrage nach medizinischer Versorgung wächst weltweit. Wesentliche Treiber sind sechs globale Megatrends:
― Zunahme chronischer Erkrankungen & alternde Bevölkerung,
― Schnelles Wachstum im Bereich Generika,
― Ansteigende Gesundheitsversorgung in den Schwellenländern,
― Strengere regulatorische Anforderungen und Kostendruck in den Gesundheitssystemen,
― Neue Medikamente, insbesondere Biosimilars und Biotech,
― Selbstmedikation, personalisierte Medikamente und Digitalisierung.
Daneben spielt die gesellschaftliche, soziale und Umweltverantwortung von Unternehmen eine immer größere Rolle (Corporate Social Responsibility). Für uns als strategischen Partner bei der Entwicklung und Produktion hochwertiger Spezialverpackungen und Drug-Delivery-Systeme für die Pharma- und Kosmetikindustrie eröffnen sich damit Chancen für nachhaltiges und profitables Wachstum. Mit unserer globalen Kompetenz erfüllen wir die steigenden Anforderungen unserer Kunden an höchste Qualität sowohl in den Industrienationen als auch in den Schwellenländern.
Im Geschäftsjahr 2019 hat der Vorstand unter Leitung des Vorstandsvorsitzenden Dietmar Siemssen einen umfassenden Strategieprozess ins Leben gerufen. Ziel dieses Strategieprozesses ist es, eine ambitionierte mittel- und langfristige Strategie für Gerresheimer zu erarbeiten und kontinuierlich weiterzuentwickeln, konkrete kurz-, mittel- und langfristige Ziele zu definieren und entsprechende strategische und operative Maßnahmen festzulegen und umzusetzen. In mehreren Workshops haben 20 Senior Manager aus allen Geschäftsfeldern, Regionen und Funktionen gemeinsam mit dem Vorstand die relevanten Megatrends und unsere Märkte analysiert und entsprechende Ziele und Maßnahmen erarbeitet. Im Zuge dessen wurden auch die Vision, die Mission und die Werte überprüft und überarbeitet. Damit ist der Prozess aber nicht abgeschlossen. Die Kommunikation in die gesamte Gerresheimer Organisation wurde 2019 gestartet und wird 2020 intensiviert und durch Maßnahmen auf allen Ebenen unterfüttert werden. So werden Projekte aus allen Werken, Regionen und Geschäftsfeldern zur Erreichung der Ziele und zur Umsetzung der Maßnahmen beitragen. Parallel wird die Strategie-Gruppe gemeinsam mit dem Vorstand kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Strategie und der Ziele arbeiten und notwendige Anpassungen auch in den nächsten Jahren vornehmen.
MEGATRENDS
Sechs Megatrends im Gesundheits- und Pharmamarkt werden die Wachstumsmöglichkeiten der nächsten Jahre in unseren Märkten maßgeblich bestimmen.
1. ZUNAHME CHRONISCHER ERKRANKUNGEN & ALTERNDE BEVÖLKERUNG
Die Verbreitung chronischer Krankheiten nimmt zu. Zu den chronischen Krankheiten mit der größten weltweiten Verbreitung gehören Herzkrankheiten, Krebs, chronische Atemwegserkrankungen und Diabetes. Einige Beispiele:
* Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Herzkrankheiten weiterhin die Todesursache Nummer 1 weltweit, rund 18 Mio. Menschen sterben jährlich an Herzkrankheiten und rund 425 Mio. Menschen haben ein Herzleiden.
* Nach WHO-Zahlen sterben rund 10 Mio. Menschen jährlich an Krebs, und rund 18 Mio. neue Krebserkrankungen kommen jährlich hinzu.
* Heute leiden rund 460 Mio. Menschen unter Diabetes, in 2045 könnten es Schätzungen zufolge schon rund 700 Mio. Menschen sein.
* Laut WHO haben rund 235 Mio. Menschen Asthma.
Darüber hinaus steigt in vielen Teilen der Erde der relative Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung - ein Trend, der die Verbreitung chronischer Krankheiten weiter fördert. Somit erfordert die Behandlung einer wachsenden Anzahl von Patienten die Bereitstellung steigender Wirkstoffmengen, wobei jedes einzelne Medikament eine geeignete Verpackung und Darreichungsform erhalten muss. Dazu entwickeln wir spezifische Primärverpackungen für Medikamente, vorfüllbare Spritzen, Drug-Delivery-Systeme wie Insulin-Pens, Asthma-Inhalatoren und Mikropumpen, die täglich millionenfach zum Einsatz kommen - mit steigender Tendenz. Eine unserer Stärken ist die Entwicklung vieler solcher Produkte zusammen mit unseren Kunden.
2. SCHNELLES WACHSTUM IM BEREICH GENERIKA
IQVIA prognostiziert für die Jahre 2020 bis 2024 ein Volumenwachstum im Bereich der Generika von durchschnittlich 1,9 % pro Jahr. Insbesondere in den Pharmerging Markets wird das Volumen im Bereich der Generika stärker zunehmen. IQVIA sieht ein jährliches Volumenwachstum von 3,1 %.# Viele Medikamente werden nach Wegfall des Patentschutzes für Patienten preislich erschwinglich. Aber auch in den traditionellen, bereits entwickelten Märkten sorgen sowohl Zulassungs- und Prüfbehörden als auch die Krankenkassen dafür, dass Generika zugelassen und vermehrt verschrieben werden. Wenn dementsprechend die Zahl der verkauften Medikamente steigt, ist ein solches Volumenwachstum positiv für unser Umsatzwachstum.
3. ANSTEIGENDE GESUNDHEITSVERSORGUNG IN DEN SCHWELLENLÄNDERN
IQVIA erwartet für die Pharmerging Markets in den nächsten fünf Jahren einen Anstieg des Volumens an Medikamenten von durchschnittlich 2,6 % pro Jahr. 6 Zu den wichtigsten Märkten gehört China, gefolgt von Indien und Brasilien. Aber selbst das bevölkerungsreiche China weist, gemessen an den Pharmaumsatzerlösen, noch ein relativ geringes Volumen im Vergleich zu den USA auf. Angesichts des Bevölkerungsreichtums in den Pharmerging Markets verbinden wir mit dem Erstarken der dortigen Gesundheitssysteme und dem steigenden Zugang der Menschen zur Gesundheitsversorgung deutliches Wachstumspotenzial und sind mit einer steigenden Zahl von Werken in China, Indien, Brasilien und Mexiko in diesen großen Schwellenländern und Regionen vertreten.
2 WHO Fact-sheet 2017 und Journal of the America College of Cardiology, Juli 2017.
3 WHO Pressemeldung Nr. 263, September 2018.
4 Diabetes Atlas 9th Edition 2019.
5 WHO Fact-sheet 2017.
6 IQVIA-Institut, 21. Januar 2020.
7 Zur Definition der Pharmerging Markets (sogenannte Schwellenländer) verweisen wir auf Angabe (8) im Konzernabschluss.
4. STRENGERE REGULATORISCHE ANFORDERUNGEN UND KOSTENDRUCK IN DEN GESUNDHEITSSYSTEMEN
Die Anforderungen der Gesundheitsbehörden, insbesondere der amerikanischen Gesundheitsbehörde (FDA), steigen weiter. Die Auflagen betreffen nicht allein die Wirkstoffe, sondern genauso die Verpackung für die Medikamente. Die Primärverpackung muss die Medikamente schützen und erhalten sowie verhindern, dass das Medikament seine Wirksamkeit verliert oder verändert. Aus diesem Grund erteilen die Gesundheitsbehörden die Zulassung für ein neues Medikament nur in Verbindung mit der Zulassung für die dazugehörige Primärverpackung, was die Notwendigkeit von Hochqualitätslösungen unterstreicht. Schließlich geht es bei allem um die Gesundheit der Patienten. Daher investieren wir weltweit in Qualität und Innovationen. Daneben besteht ein kontinuierlicher Kostendruck in den Gesundheitssystemen. Mit intelligenten Lösungen können unsere Produkte und Drug-Delivery-Systeme zu mehr Medikamenten-Compliance, besserer Therapie und zielgenauerem Einsatz von Medikamenten beitragen und so einen wesentlichen Beitrag zur Kostensenkung leisten.
5. NEUE MEDIKAMENTE, INSBESONDERE BIOSIMILARS UND BIOTECH
Neue Wirkstoffe stellen regelmäßig neue Anforderungen an die Verpackung. Gerade die neuen Biotech-Medikamente, die meistens parenteral zur Krebsbehandlung eingesetzt werden, erfordern innovative Lösungen bei der Primärverpackung und dem Drug-Delivery-System. Dafür bieten wir innovative Lösungen, wie besonders bruchsicheres Glas (Gx(r) Elite Glass), oberflächenbeschichtetes Glas, vorfüllbare Spritzensysteme für besonders anspruchsvolle Medikamente und vieles mehr. Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil ist unsere Innovations-Pipeline, unser sehr breites Produktspektrum und unser hohes Qualitätsniveau, was in dieser Breite und weltweiten Verfügbarkeit nahezu einzigartig ist.
6. SELBSTMEDIKATION, PERSONALISIERTE MEDIKATION UND DIGITALISIERUNG
Wenn Patienten sich selbst medikamentös versorgen müssen, sind dazu zuverlässige und einfache Lösungen erforderlich. Hier bieten wir viele intelligente Produkte an, die den Patienten die Selbstmedikation ermöglichen, bei gleichzeitig höchstem Qualitätsniveau. Viele dieser Produkte erleichtern die Einnahme des Medikaments, helfen, Medikationsfehler zu vermeiden, und ermöglichen den Patienten ein flexibleres und angenehmeres Leben.
Dabei wird in Zukunft die Erfassung und Bereitstellung von entsprechenden Daten eine große Rolle spielen: Daten zur richtigen Medikamenteneinnahme sowie Daten zur Wirkung des Medikaments. Diese Daten werden in Zukunft maßgeblich dazu beitragen, dass Medikamente besser, zuverlässiger und genauer eingesetzt und verabreicht werden, bessere Therapiemöglichkeiten durch den Arzt oder das Krankenhaus möglich werden und die Gesundheitssysteme so Kosten einsparen können.
VISION, MISSION UND WERTE
Die Vision beschreibt das Ziel, nach dem wir streben. Die Mission wiederum beschreibt, wie wir die Vision erreichen wollen. Wie wir wiederum im Alltag handeln und arbeiten wollen, wird durch unsere fünf Unternehmenswerte festgelegt.
Unsere Vision
Leading in Health and Well-Being Delivery
Unsere Mission
Innovate and deliver for a better life every day
Innovation ist ein entscheidender Faktor für Gerresheimer. Gleichzeitig geht es auch darum, unsere Produkte und Lösungen in höchstmöglicher Qualität und hoher Zuverlässigkeit unseren Kunden tagtäglich zur Verfügung zu stellen, damit sie wiederum Medikamente verpacken, ausliefern und die Medikamentenanwendung für die Patienten möglich machen. Dabei kommt es auf unsere Verlässlichkeit und Qualität an, denn jeden Tag werden von uns Millionen von Primärverpackungen an Pharmaunternehmen und Apotheken ausgeliefert. Bei jeder einzelnen Medikamentenverpackung, vorfüllbaren Spritze, jedem Insulin-Pen oder Inhalator kommt es für den Patienten darauf an, dass er sich auf die Unversehrtheit der Medikamente und die einfache und sichere Anwendung verlassen kann. Damit tragen wir jeden Tag große Verantwortung für Gesundheit, Wohlbefinden und ein besseres Leben von Millionen von Anwendern und Patienten.
- Teamwork (Teamarbeit): Wir sind überzeugt, dass die Zusammenarbeit in globalen Teams entscheidend für das Erreichen unserer anspruchsvollen Ziele ist.
- Responsibility (Verantwortung): Wir handeln als Unternehmer und halten unsere Versprechen ein.
- Integrity (Integrität): Wir sind überzeugt, dass wir jederzeit mit Ehrlichkeit, Offenheit, Vertrauen, Respekt und Verlässlichkeit handeln sollten.
- Bold Innovation (Mutige Innovationen): Wir sind überzeugt, dass Innovationen entscheidend für unseren zukünftigen Erfolg sind.
- Excellence (Höchstleistungen): Wir sind überzeugt, dass wir jederzeit Höchstleistungen anstreben sollten.
Folgende Handlungsfelder spielen bei der Erreichung unserer Vision eine entscheidende Rolle:
- ― Wachstum
- ― Innovation
- ― Exzellenz
- ― Leadership
- ― Nachhaltigkeit
Entlang dieser Handlungsfelder werden in einem kontinuierlichen Prozess die operativen Ziele und Maßnahmen abgeleitet. Diese konkretisieren sich dann im Ausblick für das kommende Geschäftsjahr und in einer mittelfristigen Prognose (siehe Prognosebericht).
STEUERUNGSSYSTEM
Unser unternehmerisches Handeln ist auf nachhaltiges profitables Wachstum und globale Marktführerschaft in den Bereichen Pharma und Healthcare sowie Kosmetik ausgerichtet. Daraus leiten sich Umsatzwachstum, Adjusted EBITDA, Investitionen, Net Working Capital und Gx ROCE als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren für die Steuerung des Gerresheimer Konzerns ab. Diese Leistungsindikatoren werden im Folgenden näher erläutert.
Im Vergleich zum Vorjahr haben wir den finanziellen Leistungsindikator Operating Cash Flow aus der Betrachtung rausgenommen, da es sich hierbei lediglich um eine rechnerische Größe der finanziellen Leistungsindikatoren Adjusted EBITDA, Investitionen und Net Working Capital handelt. Darüber hinaus werden für die Steuerung des Konzerns keine nichtfinanziellen Leistungsindikatoren verwendet.
Das Wachstum messen wir anhand der organischen Umsatzveränderung des Gerresheimer Konzerns und seiner Geschäftsbereiche. Im Falle von Akquisitionen oder Desinvestitionen bereinigen wir die Wachstumsrate um die daraus resultierenden Effekte genauso wie um Währungseffekte. Aber auch Akquisitionen und ein aktives Portfoliomanagement gehören zu unserer Strategie zur Weiterentwicklung des Gerresheimer Konzerns.
Unsere Profitabilität ermitteln wir in erster Linie anhand des Adjusted EBITDA. Dieses setzt sich aus dem Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen, Abschreibungen, Wertminderungen, Restrukturierungsaufwand sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen zusammen. Unter die einmaligen Aufwendungen und Erträge fassen wir Abfindungen für den Vorstand, Kosten einer Refinanzierung, Personalabbau und Restrukturierungen in größerem Umfang (strukturell und strategisch), die nicht die engen Kriterien des IAS 37 erfüllen, Kosten für Akquisitionen (bis zum Zeitpunkt der Akquisition) und Desinvestitionen, Kosten aus der Historie von Gerresheimer, wie z. B. Schiedsgerichtsverfahren, und Ergebnisse aus Betriebsprüfungen.
In den Bereichen Kosten, Technologien, Mitarbeiter und Prozesse streben wir eine führende Wettbewerbsposition an. Dies ist die Basis, um die Anforderungen unserer Kunden hinsichtlich Qualität, Service, Preis und Innovation zu erfüllen und eine über dem Branchendurchschnitt liegende Adjusted EBITDA-Marge zu erzielen.
Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist die konsequente Steuerung der Investitionen. Wir bewerten jedes Projekt in jeder Geschäftseinheit nach den gleichen Zielparametern. Dabei spielen die Berechnung gemäß Discounted Cash Flow, also den diskontierten Einnahmenüberschüssen, sowie die Payback-Periode, also die Amortisationsdauer, eine wesentliche Rolle. Erweiterungs- und Rationalisierungsprojekte sollten dabei eine Mindestverzinsung nach Steuern (interner Zinssatz) von 18 % und eine Payback-Periode von unter drei Jahren erzielen. Bei strategischen Projekten sollte die Payback-Periode im Regelfall fünf Jahre nicht übersteigen. Bei Werksneubauten und -erweiterungen kann die Payback-Periode auch darüber liegen.# Net Working Capital, Adjusted EBITDA, Investments, and Gx ROCE
Das Net Working Capital (Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten) ist neben dem Adjusted EBITDA und den Investitionen die dritte Stellgröße des Operating Cash Flows. Auch hierauf liegt ein permanenter Schwerpunkt unserer vielfältigen Optimierungsmaßnahmen wie veränderte Zahlungsbedingungen, verbessertes Mahnwesen oder Optimierungen in der Produktionsplanung zwecks Bestandsreduzierung. Dabei ist die Senkung sowie das konsequente Management des auf Monatsbasis berechneten durchschnittlichen Net Working Capitals unser Ziel, um so den Kapitaleinsatz dauerhaft zu minimieren.
Durch die Fokussierung auf Adjusted EBITDA, Investitionen (und damit indirekt auch auf die Abschreibungen) sowie Net Working Capital haben wir im Übrigen die wesentlichen operativen Stellgrößen des Gx ROCE im Blick. Dieser definiert sich bei Gerresheimer als Adjusted EBITA im Verhältnis zum durchschnittlichen Kapitaleinsatz, also Eigenkapital plus verzinsliches Fremdkapital abzüglich liquider Mittel bzw. alternativ berechnet als Bilanzsumme abzüglich unverzinslicher Verbindlichkeiten und liquider Mittel. Neben den oben genannten Kennzahlen stellt der Gx ROCE eine wichtige mittel- bis langfristige Zielgröße für uns dar. Basierend auf der angestrebten Mindestverzinsung nach Steuern (interner Zinssatz) von 18 % für Erweiterungs- und Rationalisierungsprojekte sollte dieser langfristig bei rund 15 % für den Gerresheimer Konzern liegen.
Neben den Indikatoren zur Beurteilung der finanziellen Geschäftsentwicklung spielen auch nichtfinanzielle Steuerungsgrößen eine wesentliche Rolle für den Erfolg unseres Unternehmens. Aus Konzernsicht sind hier die Innovationsbereitschaft, die Lösungskompetenz sowie insbesondere die Attraktivität für hoch qualifizierte Mitarbeiter und deren Bindung an das Unternehmen von zentraler Bedeutung.
KONJUNKTUR- UND MARKTUMFELD
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Die Weltwirtschaft wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) 8 in diesem Jahr mit 3,3 % stärker wachsen als 2019 - unter anderem bedingt durch eine weiter lockere Geldpolitik, eine teilweise Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie geringere Sorgen vor einem ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU.
8 Internationaler Währungsfonds: Economic Outlook, Januar 2020.
In seinem im Januar 2020 veröffentlichten Bericht beziffert der IWF das Wachstum der Weltwirtschaft für 2019 auf 2,9 %. Im Oktober hatten die IWF-Experten noch ein Wachstum von 3,0 % für 2019 erwartet. Das Wirtschaftswachstum für die Euro-Zone liegt gemäß dem vorliegenden IWF-Bericht bei 1,2 % für 2019. Die Verringerung gegenüber dem Vorjahr (2018: 1,9 %) basiere auf einer schwächeren Entwicklung in der ersten Jahreshälfte 2019. Für Deutschland rechnen die IWF-Experten für 2019 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 % ebenso wie im Übrigen das ifo Institut für Wirtschaftsforschung 9.
9 Statistisches Bundesamt: Bundesagentur für Arbeit: Deutsche Bundesbank: 2019 bis 2021: Prognose des ifo Instituts.
Für die USA erwartet der IWF, dass sich die kurzfristige Dynamik der Wirtschaft stabilisiert. Die Wachstumsprognose für 2019 liegt hier nur noch bei 2,3 % nach 2,4 % noch im Oktober mit der Erwartung, dass sich die Rate aufgrund geopolitischer Spannungen mit dem Iran 2020 und 2021 weiter reduziert. Für die Schwellen- und Entwicklungsländer rechnet der IWF für 2019 mit einem Wachstum von 3,7 % - nach ursprünglich erwarteten 4,0 %. Die Prognose für das Wachstum in China in 2019 beträgt unverändert 6,1 %. Für Indien beträgt die Schätzung für das Wirtschaftswachstum 2019 nunmehr 4,8 %. Die Wachstumsprognose für Brasilien liegt nach IWF-Berechnungen für 2019 bei 1,2 % und damit um 0,1 Prozentpunkte niedriger als erwartet.
BRANCHENENTWICKLUNG
Das Volumenwachstum des Welt-Pharmamarktes lag laut IQVIA 10 im Jahr 2019 bei lediglich 1,4 %. Auf dieser Basis errechnet IQVIA eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Jahre 2015 bis 2019 von 1,8 %. Dabei wuchsen die Pharmerging Markets mit 3,6 % stärker als die Pharmamärkte entwickelter Volkswirtschaften, die eine durchschnittliche Wachstumsrate von 0,8 % aufwiesen.
10 IQVIA-Institut, 21. Januar 2020.
Im Subsegment der Generika wurde auf globaler Ebene im Jahr 2019 ein Volumenwachstum von 2,6 % erzielt. Hier betrug die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in den Jahren 2015 bis 2019 3,0 %. Im regionalen Vergleich lagen die Pharmerging Markets in den letzten fünf Jahren bei durchschnittlich 4,7 % Wachstum pro Jahr, während das durchschnittliche jährliche Volumenwachstum in den entwickelten Märkten bei nur 2,7 % und in den übrigen Märkten bei -1,7 % lag.
Auf Basis dieser Entwicklung prognostiziert IQVIA für den globalen Pharmamarkt für die Jahre 2020 bis 2024 ein durchschnittliches jährliches Volumenwachstum von 1,5 %. Für die Pharmerging Markets liegt die Erwartung bei durchschnittlich 2,6 % pro Jahr in den nächsten fünf Jahren. Während für die entwickelten Märkte -0,3 % erwartet wird, liegt die Prognose für die restlichen Länder bei einem Volumenwachstum von durchschnittlich 0,6 % pro Jahr.
Für den Teilbereich der Generika erwartet IQVIA für die nächsten fünf Jahre ein Volumenwachstum von durchschnittlich 1,9 %, wobei die Erwartung für die Pharmerging Markets bei 3,1 % liegt. In den entwickelten Märkten erwartet man 0,1 % und die Prognose für die übrigen Märkte liegt bei 0,9 %.
Insgesamt gilt die Pharmabranche als eine der krisensichersten. Trotz der jüngsten Schwäche profitiert sie weiterhin von nachhaltigen Wachstumstreibern wie beispielsweise der demografischen Entwicklung, welche in Verbindung mit der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung zu einem wachsenden Bedarf an medizinischer Versorgung führt. Weit verbreitete Krankheiten wie Diabetes, Asthma, Demenzerkrankungen, Krebs und Allergien führen darüber hinaus zu einem erhöhten Bedarf an medizinischer Versorgung. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den für uns relevanten Megatrends wider: "Zunahme chronischer Erkrankungen & alternde Bevölkerung", "Schnelles Wachstum im Bereich Generika", "Ansteigende Gesundheitsversorgung in den Schwellenländern", "Strengere regulatorische Anforderungen und Kostendruck in den Gesundheitssystemen", "Neue Medikamente, insbesondere Biosimilars und Biotech", "Selbstmedikation, personalisierte Medikation und Digitalisierung" (hierzu verweisen wir auf das Kapitel "Konzernstrategie und Ziele").
In der Konsequenz steigt die Anzahl von Arzneimitteln mit patentfreien Wirkstoffen sowie biotechnologisch hergestellten Medikamenten. Die Branche profitiert gleichzeitig von der steigenden Weltbevölkerung und der wachsenden Mittelschicht: Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Asthma und Diabetes nehmen zu, entsprechend steigen die Ausgaben für die medizinische Versorgung. Neue Präparate und neue Wirkstoffe erfordern neben innovativen Herstellungsverfahren eine Weiterentwicklung der Verpackungen und der Verabreichungsform. Der Schutz der hochwertigen Inhaltsstoffe, die Qualitätssicherung und eine uneingeschränkte Funktionalität stehen dabei an erster Stelle. Immer mehr innovative Biotech-Medikamente kommen auf den Markt, die in Form von Injektionen dargereicht werden und in entsprechender Konzentration in Fläschchen und/oder vorgefüllten Spritzen oder anderen Drug-Delivery-Devices erhältlich sein müssen. Für den Bereich der Verpackung von Medikamenten heißt das: Die Hersteller müssen ein breites Portfolio an Technologien über möglichst weite Teile der Wertschöpfungskette anbieten.
Der stärker konjunkturabhängige Markt für hochwertige Kosmetikverpackungen aus Glas entwickelte sich im Geschäftsjahr 2019 gut. Unverändert wurden aufwendige Kosmetikverpackungen aus Glas stark nachgefragt, so dass Design und zusätzliche Veredelungsprozesse der Glasbehälter auch im vergangenen Jahr von entscheidender Bedeutung waren.
ENTWICKLUNG AN DEN DEVISENMÄRKTEN
Der US-Dollar lag zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 bei einem Kurs von 1,13 US-Dollar je Euro und wertete im Verlauf des 1. Quartals leicht auf 1,15 US-Dollar je Euro ab. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres wertete der US-Dollar gegenüber dem Euro jedoch wieder auf und erreichte im September einen Kurs von 1,09 US-Dollar je Euro. Trotz Zinssenkungen seitens der US-Zentralbank im Verlauf des Geschäftsjahres 2019, weist der US-Dollar weiterhin einen Renditevorteil gegenüber dem Euro aus. Ferner haben insbesondere handelspolitische Auseinandersetzungen sowie der Brexit ab der zweiten Jahreshälfte zur weiteren Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro beigetragen. Bis Ende Oktober bewegte er sich in einem Korridor von 1,09 bis 1,11 US-Dollar je Euro. Zum Abschluss des Geschäftsjahres 2019 lag er bei einem Kurs von 1,10 US-Dollar je Euro.
Der Durchschnittskurs für das Geschäftsjahr 2019 vom 1. Dezember 2018 bis zum 30. November 2019 lag bei 1,12 US-Dollar je Euro und somit unter dem durchschnittlichen Niveau des Vorjahres von 1,18 US-Dollar je Euro.
Andere Währungen, die für uns im Rahmen der Quartals- und Jahresabschlüsse zu Effekten bei der Umrechnung in die Berichtswährung Euro führen, haben sich während des Berichtszeitraumes im Vergleich zum Euro gemischt entwickelt. Insbesondere haben die Währungen diverser Schwellenländer an Wert verloren. So hat die Entwicklung des Euro im Berichtszeitraum dazu beigetragen, dass die Translationseffekte aus der Umrechnung von anderen Währungen in die Berichtswährung das Umsatzwachstum erhöht haben. Aus diesem Grund geben wir im Kapitel "Umsatzentwicklung" die Umsatzerlöse währungsbereinigt an.
Im Geschäftsjahr 2019 haben wir für den US-Dollar einen Plankurs von 1,15 US-Dollar je Euro zugrunde gelegt.# ENTWICKLUNG AN DEN ENERGIE- UND ROHSTOFFMÄRKTEN
Ein erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe für die Glas- und Kunststoffherstellung. Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energieträgern, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge in den Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise könnte die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns belasten. Daher haben wir die besondere Ausgleichsregelung für stromkostenintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) in Anspruch genommen. Darüber hinaus sichert sich der Konzern gegen anziehende Energiepreise (Strom und Gas) umfassend ab, um Energiekostensteigerungen aufzufangen. Die Energiepreise in Europa für Strom und Gas sind im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben und in der zweiten Jahreshälfte zurückgegangen.
Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab. Bei den für uns relevanten Kunststoffgranulaten kam es im Verlauf des Geschäftsjahres 2019 zu einer Preisreduzierung insbesondere im nordamerikanischen Markt. So fiel beispielsweise der Preis für Polypropylen in diesem Zeitraum um durchschnittlich knapp 20 %, was zu einer temporären Ergebnisverbesserung im Geschäftsbereich Plastics & Devices geführt hat. Diese Reduzierungen haben wir auf Basis von vertraglichen Preisgleitklauseln bzw. Preissenkungen mit zeitlicher Verzögerung ganz oder teilweise an unsere Kunden weitergegeben. Per Saldo ergeben sich hieraus positive Effekte gegenüber dem Vorjahr von rund EUR 2 Mio. auf unsere Ertragslage.
Als Hersteller hochwertiger pharmazeutischer Primärverpackungen setzen wir für die Glasprodukte in erster Linie die Rohstoffe Quarzsand und Natronkalk sowie diverse Zusatzstoffe in vergleichsweise geringen Mengen ein. Die genannten Rohstoffe sind gut verfügbare Grunderzeugnisse, die wir von verschiedenen Lieferanten beziehen. Mit dem Verkauf unseres Röhrenglasgeschäftes an Corning im Jahr 2015 haben wir einen 10-Jahres-Liefervertrag für Borosilikatglas-Röhren abgeschlossen und damit den Bedarf des für unser Converting-Geschäft wichtigen Vorproduktes langfristig sichergestellt. Daneben verarbeiten wir bei Gerresheimer auch Borosilikatglas-Röhren von anderen Herstellern.
Weitere Informationen zum Umgang des Gerresheimer Konzerns mit Schwankungen bei Energie- und Rohstoffpreisen finden sich im gleichnamigen Unterpunkt des Kapitels "Operative Risiken".
ÄNDERUNG DER REGULATORISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN
Nach wie vor legen die politischen Entscheidungsträger, insbesondere in den europäischen Industrieländern und den USA, großen Wert auf den Nachweis eines signifikanten Zusatznutzens, bevor neue Medikamente zugelassen werden. Aus diesem Grund wird in der Regel von den entsprechenden Behörden eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, bevor Medikamente für den Markt zugelassen werden können. Tendenziell nehmen Umfang und Anzahl der regulatorischen Auflagen jährlich zu. Bei hohem Nutzen für die Patienten sind für alle Marktteilnehmer damit große Herausforderungen verbunden. Insgesamt haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen auf den für Gerresheimer wichtigen Pharmamärkten für unser Geschäft im Jahr 2019 allerdings nicht wesentlich verändert. Außerdem stellen die hohen Anforderungen an unser Geschäft eine hohe Eintrittsbarriere für mögliche neue Wettbewerber dar.
ÜBERBLICK ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF
EINFLUSS DER RAHMENBEDINGUNGEN AUF DEN GESCHÄFTSVERLAUF
Mit 81 % der gesamten Umsatzerlöse ist das Geschäft mit der Pharma- und Healthcareindustrie für den Gerresheimer Konzern besonders wichtig. Die regulatorischen Rahmenbedingungen auf den für uns wichtigen Pharmamärkten haben sich im Geschäftsjahr 2019 nicht wesentlich verändert und somit unsere Geschäftsentwicklung nicht erheblich beeinflusst.
Der stärker konjunkturabhängige Markt für hochwertige Kosmetikverpackungen aus Glas entwickelte sich recht positiv. Insbesondere bei den Parfüm- und Pflegeprodukten verzeichneten die Hersteller Zuwächse. Wir produzieren hauptsächlich spezialisierte und hochwertige Primärverpackungsprodukte und Drug-Delivery-Systeme aus Glas und Kunststoff. In den Märkten und in den Produktsegmenten, in denen wir tätig sind, wollen wir unsere Wettbewerbsposition unter den Top 3 halten bzw. streben wir an, diese Wettbewerbsposition zu erreichen.
PROGNOSEERREICHUNG IM GESCHÄFTSJAHR 2019
Um unseren Aktionären, Kunden und allen anderen Partnern die Möglichkeit zu geben, unsere Geschäftsentwicklung zu beurteilen, veröffentlichen wir unsere Erwartungen jeweils zu Beginn des Geschäftsjahres und aktualisieren diese bei Bedarf im Jahresverlauf. Unsere Prognose umfasst dabei Angaben zu der erwarteten Entwicklung der währungsbereinigten Umsatzerlöse und des währungsbereinigten Adjusted EBITDA sowie der währungsbereinigten Investitionen in Prozent der währungsbereinigten Umsatzerlöse.
Erreichung der Prognose im Geschäftsjahr 2019
| scroll | Ausblick GJ 2019 | Ergebnis 14.02.2019 | 2019 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (konst. Wechselkurse) | Bandbreite von EUR 1,40 Mrd. bis EUR 1,45 Mrd. | EUR 1,38 Mrd. 1) | 0,5 % Wachstum |
| Adjusted EBITDA (konst. Wechselkurse) | Bandbreite von EUR 290 Mio. bis EUR 300 Mio. | EUR 396,1 Mio. 2) | |
| Investitionen (konst. Wechselkurse) | rund 12 % der Umsatzerlöse | 11,9 % | |
| Durchschnittliches NWC (in % der Umsatzerlöse) (konst. Wechselkurse) | rund 16 % | 20,0 % |
Langfristige Zielvorgaben
| Gx ROCE | rund 15 % | 14,2 % | |
|---|---|---|---|
| Adjusted EBITDA Leverage | 2,5x | 2,4x |
1) Zu berücksichtigen ist, dass die unerwartete kundenseitige Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes zu einer Vertragsanpassung und somit zu einer kumulativen Anpassung der bis zu diesem Zeitpunkt erfassten Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17,3 Mio. geführt hatte.
2) Hierin ist ein sonstiger betrieblicher Ertrag von EUR 129,8 Mio. aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical enthalten und gegenläufig wurde das Adjusted EBITDA um EUR 9,2 Mio. aufgrund der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes gemindert. Darüber hinaus hat diese Kündigung zu einer Vertragsanpassung und somit zu einer kumulativen Anpassung der bis zu diesem Zeitpunkt erfassten Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17,3 Mio. geführt, die in gleicher Höhe einen negativen Einfluss auf das währungsbereinigte Adjusted EBITDA hatte.
GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUM GESCHÄFTSVERLAUF
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir mit unserem groß angelegten Investitionsprogramm das Fundament für nachhaltiges profitables Wachstum gelegt. Insbesondere durch das starke 1. und 2. Quartal 2019 stiegen die währungsbereinigten Umsatzerlöse im aktuellen Geschäftsjahr von EUR 1.373,5 Mio. um 0,5 % auf EUR 1.380,2 Mio. Organisch, d. h. bereinigt um Währungseffekte und Akquisitionen bzw. Desinvestitionen sowie die im Vorjahr erzielten Umsatzerlöse aus dem verlorenen Inhalator-Auftrag eines Kunden in unserem Werk in Küssnacht (Schweiz), sind unsere Umsatzerlöse um 1,2 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Mit dieser Umsatzentwicklung sind wir hinter unseren Möglichkeiten zurückgegeblieben, was hauptsächlich auf die Entwicklung bei der Sensile Medical zurückzuführen ist. Hierbei hatte insbesondere die unerwartete kundenseitige Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes zu einer Vertragsanpassung und somit zu einer kumulativen Anpassung der bis zu diesem Zeitpunkt erfassten Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17,3 Mio. geführt.
Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA betrug im Geschäftsjahr 2019 EUR 396,1 Mio. nach EUR 300,2 Mio. im Vorjahr. Dabei ist zu berücksichtigen, dass wir im Geschäftsjahr 2019 einen sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von EUR 129,8 Mio. aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical erfasst haben. Gegenläufig wurde das währungsbereinigte Adjusted EBITDA mit EUR 9,2 Mio. aufgrund der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes belastet. Darüber hinaus hat die Kündigung dieses Projektes zu einer Vertragsanpassung und somit zu einer kumulativen Anpassung der bis zu diesem Zeitpunkt erfassten Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17,3 Mio. geführt, die in gleicher Höhe einen negativen Einfluss auf das währungsbereinigte Adjusted EBITDA hatte.
Die Werthaltigkeitsprüfung auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical, welche dem Geschäftsbereich Advanced Technologies zugeordnet ist, hat aufgrund von unerwarteten kundenseitigen Kündigungen von Projekten, insbesondere des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes, einen Wertminderungsbedarf im Geschäftsjahr 2019 ergeben. Der erzielbare Betrag dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit lag zum Abschlussstichtag bei EUR 280,1 Mio. und somit um EUR 113,1 Mio. unter deren Buchwert in Höhe von EUR 393,2 Mio. Der Wertminderungsaufwand wurde dem Geschäftswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical mit einem Betrag von EUR 5,0 Mio., den Technologien mit EUR 102,9 Mio., den Entwicklungskosten mit EUR 4,3 Mio. sowie den Markenrechten mit EUR 0,9 Mio. zugeordnet. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde die Wertminderung des Geschäftswertes im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst, während die Wertminderungen der Technologien und Entwicklungskosten bzw. der Markenrechte in den Umsatz- bzw. den Vertriebskosten enthalten sind.# UMSATZ- UND ERTRAGSSTELLUNG
Gegenläufig wurde im Zusammenhang mit den unerwarteten kundenseitigen Projektkündigungen ein sonstiger betrieblicher Ertrag aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen in Höhe von EUR 129,8 Mio. erfasst. Das bereinigte Konzernergebnis (definiert als: Konzernergebnis vor Abschreibungen/Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen und Restrukturierungsaufwendungen, Portfoliooptimierungen sowie dem Saldo aus einmaligen Erträgen und Aufwendungen und den darauf entfallenden Steuereffekten) betrug im Geschäftsjahr 2019 EUR 227,7 Mio. nach EUR 180,3 Mio. im Vorjahr.
UMSATZENTWICKLUNG
Der Gerresheimer Konzern konnte die währungsbereinigten Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2019 von EUR 1.373,5 Mio. im Vorjahr um 0,5 % bzw. EUR 6,7 Mio. auf nunmehr EUR 1.380,2 Mio. steigern. Ohne Berücksichtigung der Effekte aus dem im Vorjahr verlorenen Inhalator-Auftrag eines Kunden in unserem Werk in Küssnacht (Schweiz), aus dem wir im Geschäftsjahr 2018 noch währungsbereinigte Umsatzerlöse in Höhe von EUR 8,0 Mio. erzielt haben, hätten sich die währungsbereinigten Umsatzerlöse um 1,1 % gegenüber dem Vorjahr erhöht. Weiterhin resultierte aus der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes im 4. Quartal 2019 ein negativer Effekt in Höhe von EUR 17,3 Mio. auf die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Advanced Technologies. Im Wesentlichen bedingt durch die Aufwertung des US-Dollars sind die berichteten Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2019 von EUR 1.367,7 Mio. um 1,8 % bzw. EUR 24,6 Mio. auf EUR 1.392,3 Mio. gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Mit dieser Umsatzentwicklung sind wir hinter unseren Möglichkeiten zurückgeblieben, was hauptsächlich auf die Entwicklung bei der Sensile Medical zurückzuführen ist.
| wie berichtet | währungsbereinigt | wie berichtet | währungsbereinigt | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. EUR | 2019 | 2018 | Veränderung | 2019 | 2018 | Veränderung |
| Umsatzerlöse | ||||||
| Plastics & Devices | 753,1 | 753,6 | -0,1 | 758,3 | 751,3 | 0,9 |
| Primary Packaging Glass | 624,7 | 608,7 | 2,6 | 631,6 | 605,2 | 4,3 |
| Advanced Technologies | 6,4 | 12,9 | -49,9 | 6,4 | 12,9 | -49,9 |
| Zwischensumme | 1.384,2 | 1.375,2 | 0,7 | 1.396,3 | 1.369,4 | 2,0 |
| Innenumsatzerlöse | -4,0 | -1,7 | > 100,0 | -4,0 | -1,7 | > 100,0 |
| Summe Umsatzerlöse | 1.380,2 | 1.373,5 | 0,5 | 1.392,3 | 1.367,7 | 1,8 |
¹) Die Veränderungen wurden auf Basis von T EUR berechnet.
Die währungsbereinigten Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Plastics & Devices lagen im Geschäftsjahr 2019 mit EUR 753,1 Mio. annähernd auf dem Vorjahresniveau von EUR 753,6 Mio. Ohne Berücksichtigung der Effekte aus dem im Vorjahr verlorenen Inhalator-Auftrag eines Kunden in unserem Werk in Küssnacht (Schweiz), aus dem wir im Geschäftsjahr 2018 noch währungsbereinigte Umsatzerlöse in Höhe von EUR 8,0 Mio. erzielt haben, würde sich ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 1,0 % für diesen Geschäftsbereich ergeben. Neben der sehr positiven Entwicklung des Spritzengeschäfts, welches deutlich über dem Vorjahr lag, entwickelte sich das Geschäftsfeld Plastic Packaging, insbesondere in den Regionen Südamerika und Asien, ebenfalls positiv. Das Engineering- und Werkzeuggeschäft entwickelte sich im Geschäftsjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Aufgrund der temporär schwächeren Nachfrage nach Kunststofffläschchen für verschreibungspflichtige Medikamente in den USA waren die Umsatzerlöse in diesem Geschäftsfeld rückläufig. Das Geschäft mit Medizinischen Kunststoffsystemen lag im Wesentlichen bedingt durch den im Vorjahr verlorenen Inhalator-Auftrag ebenfalls unter dem Vorjahresniveau. Im Wesentlichen bedingt durch die Aufwertung des US-Dollars und der indischen Rupie sind die berichteten Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Plastics & Devices von EUR 751,3 Mio. im Vorjahr um 0,9 % bzw. EUR 7,0 Mio. auf EUR 758,3 Mio. gestiegen.
Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass sind die währungsbereinigten Umsatzerlöse von EUR 608,7 Mio. im Geschäftsjahr 2018 um 2,6 % bzw. um EUR 16,0 Mio. auf EUR 624,7 Mio. angestiegen. Dabei verzeichnete das Geschäftsfeld Moulded Glass, insbesondere getrieben durch die sehr gute Nachfrage in unserem Kosmetikgeschäft, sehr positive Wachstumsraten. Im Geschäftsfeld Tubular Glass konnten wir die Umsatzerlöse in den Regionen Europa und Asien deutlich steigern. In der Region Nordamerika verzeichneten wir hingegen einen leichten Rückgang, der insbesondere auf die geringere Nachfrage eines unserer Großkunden zurückzuführen ist. Im Wesentlichen bedingt durch die Aufwertung des US-Dollars haben sich die berichteten Umsatzerlöse um 4,3 % von EUR 605,2 Mio. im Geschäftsjahr 2018 auf nunmehr EUR 631,6 Mio. im aktuellen Geschäftsjahr erhöht.
Die währungsbereinigten Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Advanced Technologies betrugen EUR 6,4 Mio. im Geschäftsjahr 2019 nach EUR 12,9 Mio. im Vorjahr und resultierten größtenteils aus Entwicklungsleistungen der Sensile Medical. Hierbei ist allerdings die Vertragsänderung im Zusammenhang mit der im 4. Quartal 2019 erfolgten unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes zu beachten. Diese Kündigung führte zu einer kumulativen Anpassung der Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17,3 Mio. zum Zeitpunkt der Vertragsänderung und hat damit die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2019 negativ beeinflusst.
UMSATZERLÖSE NACH WIRTSCHAFTSREGIONEN
Den weitaus größten Teil unserer Umsatzerlöse erzielten wir im Ausland. Die Auslandsumsatzerlöse belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf EUR 1.084,8 Mio. bzw. 77,9 % (Vorjahr: EUR 1.063,2 Mio. bzw. 77,7 %). Die Regionen Europa und Amerika stellen für Gerresheimer weiterhin die wichtigsten geografischen Absatzregionen dar. Das Umsatzwachstum in den Schwellenländern steht weiterhin im strategischen Fokus. Die Definition der Schwellenländer gemäß IQVIA hat sich im Geschäftsjahr 2019 nicht geändert. Somit sind weiterhin 22 Länder als Schwellenländer definiert. Die Umsatzerlöse in den sogenannten Schwellenländern enthalten gemäß der aktuellen Definition von IQVIA Umsatzerlöse in den Ländern Ägypten, Algerien, Argentinien, Bangladesch, Brasilien, Chile, China, Indien, Indonesien, Kasachstan, Kolumbien, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Thailand, Türkei und Vietnam. Zu weiteren Informationen verweisen wir auf Angabe (8) im Konzernabschluss.
| wie berichtet | wie berichtet | wie berichtet | wie berichtet | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. EUR | 2019 | 2018 | in % | 2019 | 2018 | in % |
| Europa ¹) | 459,2 | 459,7 | 33,0 | 33,6 | ||
| Amerika ¹) | 381,0 | 374,8 | 27,4 | 27,4 | ||
| Deutschland | 307,5 | 304,5 | 22,1 | 22,3 | ||
| Schwellenländer | 225,7 | 206,8 | 16,2 | 15,1 | ||
| Sonstige Regionen | 18,9 | 21,9 | 1,3 | 1,6 | ||
| Summe Umsatzerlöse | 1.392,3 | 1.367,7 |
¹) Die genannten Umsatzerlöse in Europa sind ohne Umsatzerlöse in den Ländern Deutschland, Polen, Russland und Türkei und die Umsatzerlöse in Amerika ohne Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien und Mexiko.
Die Umsatzerlöse der Region Europa lagen im Geschäftsjahr 2019 mit EUR 459,2 Mio. auf dem Niveau des Vorjahres. Der Umsatzanteil der Region Europa liegt bei 33,0 % nach 33,6 % im Vorjahr. Die Umsatzerlöse in Deutschland sind von EUR 304,5 Mio. im Vorjahr um EUR 3,0 Mio. bzw. 1,0 % auf nunmehr EUR 307,5 Mio. im aktuellen Geschäftsjahr angestiegen. Der Anteil an den Umsatzerlösen ging von 22,3 % im Vorjahr auf nunmehr 22,1 % im Geschäftsjahr 2019 leicht zurück.
In der Region Amerika stiegen die Umsatzerlöse von EUR 374,8 Mio. um 1,7 % auf EUR 381,0 Mio. im Geschäftsjahr 2019. Einen wesentlichen Einfluss hatte hierbei die Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro. Mit einem Anteil von 27,4 % (Vorjahr: 27,4 %) an den Umsatzerlösen ist die Region Amerika unverändert ein sehr wichtiger Absatzmarkt des Gerresheimer Konzerns. Aufgrund der Präsenz weltweit operierender Pharmaunternehmen und des Bevölkerungspotenzials bleiben insbesondere die USA auch in Zukunft eine der Kernregionen unserer wirtschaftlichen Tätigkeit.
Die Umsatzerlöse in den Schwellenländern sind von EUR 206,8 Mio. im Vorjahr auf nunmehr EUR 225,7 Mio. im Geschäftsjahr 2019 deutlich angestiegen. Dieser Anstieg entfällt im Wesentlichen auf die Länder China, Indien, Brasilien, Mexiko und Polen. In Summe trugen die Umsatzerlöse in den Schwellenländern im Geschäftsjahr 2019 mit 16,2 % (Vorjahr: 15,1 %) zu den gesamten Umsatzerlösen des Konzerns bei.
ERTRAGSLAGE
Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA betrug im Geschäftsjahr 2019 EUR 396,1 Mio. nach EUR 300,2 Mio. im Vorjahr. Dabei ist zu berücksichtigen, dass wir im Geschäftsjahr 2019 einen sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von EUR 129,8 Mio. aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical erfasst haben. Gegenläufig wurde das währungsbereinigte Adjusted EBITDA um EUR 9,2 Mio. aufgrund der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes gemindert. Darüber hinaus hat die Kündigung dieses Projektes zu einer Vertragsanpassung und somit zu einer kumulativen Anpassung der bis zu diesem Zeitpunkt erfassten Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17,3 Mio. geführt, die in gleicher Höhe einen negativen Einfluss auf das währungsbereinigte Adjusted EBITDA hatte.
Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA des Vorjahres in Höhe von EUR 300,2 Mio. war ebenfalls durch Sondereffekte beeinflusst. Zum einen wurde ein Aufwand in Höhe von EUR 1,4 Mio. aufgrund der Entscheidung der Europäischen Kommission in Bezug auf die in den Jahren 2012 und 2013 gewährten Netzentgeltbefreiungen für stromintensive Unternehmen gebucht. Zum anderen wurde aufgrund der finalen Bewertung der Put-Option auf den Erwerb der verbleibenden 25 % der Anteile an der Triveni Polymers Private Ltd. (Neu-Delhi/Indien) ein Aufwand in Höhe von EUR 1,1 Mio. erfasst. Weiterhin konnten wir im Geschäftsjahr 2018 aus dem verlorenen Inhalator-Auftrag eines Kunden in unserem Werk in Küssnacht (Schweiz) noch Umsatzerlöse in Höhe von EUR 8,0 Mio. erzielen, die zu einem positiven währungsbereinigten Adjusted EBITDA von EUR 3,0 Mio. geführt haben. In diesem Zusammenhang haben wir ebenfalls eine Entschädigung in Höhe von EUR 9,0 Mio. erhalten.# Adjusted EBITDA
Das berichtete Adjusted EBITDA betrug EUR 400,0 Mio. im Geschäftsjahr 2019 nach EUR 298,6 Mio. im Vorjahr. Die Adjusted EBITDA-Marge lag somit bei 28,7 % nach 21,8 % im Vorjahr.
| währungsbereinigt | wie berichtet | währungsbereinigt | wie berichtet | |||
| in Mio. EUR | in Mio. EUR | in %¹⁾ | in %¹⁾ | in Mio. EUR | in Mio. EUR | |
| 2019 | 2018 | Veränderung | 2019 | 2018 | Veränderung | |
| Adjusted EBITDA | ||||||
| Plastics & Devices | 194,1 | 204,1 | -4,9 | 196,4 | 203,0 | -3,2 |
| Primary Packaging Glass | 121,3 | 115,2 | 5,3 | 122,9 | 114,7 | 7,1 |
| Advanced Technologies | -23,4 | 3,0 | - | -23,4 | 3,0 | - |
| Zwischensumme | 292,0 | 322,3 | -9,4 | 295,9 | 320,7 | -7,7 |
| Zentralstellen/Konsolidierung | 104,1 | -22,1 | > 100,0 | 104,1 | -22,1 | > 100,0 |
| Summe Adjusted EBITDA | 396,1 | 300,2 | 31,9 | 400,0 | 298,6 | 34,0 |
| Marge in % 2019 | Marge in % 2018 | |
|---|---|---|
| Adjusted EBITDA | ||
| Plastics & Devices | 25,9 | 27,0 |
| Primary Packaging Glass | 19,5 | 19,0 |
| Advanced Technologies | - | 23,0 |
| Zwischensumme | - | - |
| Zentralstellen/Konsolidierung | - | - |
| Summe Adjusted EBITDA | 28,7 | 21,8 |
¹⁾ Die Veränderungen wurden auf Basis von T EUR berechnet.
Im Geschäftsbereich Plastics & Devices erzielten wir im Geschäftsjahr 2019 ein währungsbereinigtes Adjusted EBITDA von EUR 194,1 Mio. nach EUR 204,1 Mio. im Vorjahr. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass wir im Geschäftsjahr 2018 aus dem verlorenen Inhalator-Auftrag eines Kunden in unserem Werk in Küssnacht (Schweiz) ein positives währungsbereinigtes Adjusted EBITDA in Höhe von EUR 3,0 Mio. erzielt und in diesem Zusammenhang ferner eine Entschädigung von EUR 9,0 Mio. erhalten haben. Gegenläufig wurde im Vorjahr ein Aufwand in Höhe von EUR 1,1 Mio. aufgrund der finalen Fair Value-Bewertung der Put-Option auf den Erwerb der verbleibenden 25 % der Anteile an der Triveni Polymers Private Ltd. (Neu-Delhi/Indien) erfasst. Das Geschäftsfeld Plastic Packaging entwickelte sich insbesondere in den Regionen Südamerika und Asien positiv. Weiterhin konnte das währungsbereinigte Adjusted EBITDA im Engineering- und Werkzeuggeschäft gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Im Geschäftsjahr 2019 hat sich die Nachfrage nach Kunststofffläschchen für verschreibungspflichtige Medikamente in den USA temporär abgeschwächt. Darüber hinaus sind Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Aufbau unseres neuen Werkes für medizinische Kunststoffsysteme in Skopje (Republik Nordmazedonien) sowie dem schnellen Kapazitätsaufbau für unser neues Inhalator-Projekt in Horsovsky Tyn (Tschechische Republik) entstanden. Das berichtete Adjusted EBITDA ist von EUR 203,0 Mio. im Geschäftsjahr 2018 auf nunmehr EUR 196,4 Mio. zurückgegangen. Damit betrug die Adjusted EBITDA-Marge 25,9 % nach 27,0 % im Geschäftsjahr 2018.
Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass ist von EUR 115,2 Mio. im Vorjahr um 5,3 % bzw. EUR 6,1 Mio. deutlich auf EUR 121,3 Mio. im Geschäftsjahr 2019 gestiegen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass wir im Vorjahr einen Aufwand in Höhe von EUR 1,4 Mio. aufgrund der Entscheidung der Europäischen Kommission in Bezug auf die in den Jahren 2012 und 2013 gewährten Netzentgeltbefreiungen für stromintensive Unternehmen erfasst haben. Die Steigerung ist insbesondere auf das sehr positive Umsatzwachstum im Geschäftsfeld Moulded Glass zurückzuführen. Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA im Geschäftsfeld Tubular Glass konnten wir ebenfalls steigern. Das berichtete Adjusted EBITDA ist von EUR 114,7 Mio. im Vorjahr um 7,1 % bzw. EUR 8,2 Mio. auf EUR 122,9 Mio. im Geschäftsjahr 2019 deutlich angestiegen. Damit betrug die Adjusted EBITDA-Marge 19,5 % nach 19,0 % im Geschäftsjahr 2018.
Im Geschäftsbereich Advanced Technologies erzielten wir ein währungsbereinigtes Adjusted EBITDA in Höhe von EUR -23,4 Mio. im Geschäftsjahr 2019 nach EUR 3,0 Mio. im Vorjahr. Hierbei war das währungsbereinigte Adjusted EBITDA mit EUR 9,2 Mio. aufgrund der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes belastet. Darüber hinaus hat die Kündigung dieses Projektes zu einer Vertragsanpassung und somit zu einer kumulativen Anpassung der bis zu diesem Zeitpunkt erfassten Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17,3 Mio. geführt, die in gleicher Höhe einen negativen Einfluss auf das währungsbereinigte Adjusted EBITDA hatte.
Die Aufwendungen der Zentralstellen bzw. die Konsolidierungseffekte liegen mit einem positiven Ergebnis von EUR 104,1 Mio. deutlich über dem Niveau des Vorjahres von EUR -22,1 Mio. Dabei ist zu berücksichtigen, dass hierin ein sonstiger betrieblicher Ertrag in Höhe von EUR 129,8 Mio. im Geschäftsjahr 2019 aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical erfasst wurde. Ohne Berücksichtigung dieses sonstigen betrieblichen Ertrages ist die Erhöhung der Aufwendungen der Zentralstellen bzw. die Konsolidierungseffekte gegenüber dem Vorjahr insbesondere durch höhere Personalaufwendungen bedingt.
Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung des Adjusted EBITDA zum Konzernergebnis:
| in Mio. EUR | 2019 | 2018 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Adjusted EBITDA | 400,0 | 298,6 | 101,4 |
| Abschreibungen | -97,5 | -94,7 | -2,8 |
| Wertminderungen | -7,9 | -1,8 | -6,1 |
| Adjusted EBITA | 294,6 | 202,1 | 92,5 |
| Akquisition Sensile Medical | - | -1,6 | 1,6 |
| Portfoliooptimierungen | -3,9 | -14,5 | 10,6 |
| Einmalige Aufwendungen und Erträge 1) | -2,4 | -5,9 | 3,5 |
| Einmaleffekte gesamt | -6,3 | -22,0 | 15,7 |
| Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen 2) | -55,7 | -40,6 | -15,1 |
| Wertminderung Geschäftswert | -5,0 | - | -5,0 |
| Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen | -103,8 | - | -103,8 |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit | 123,8 | 139,5 | -15,7 |
| Finanzergebnis | -25,6 | -32,3 | 6,7 |
| Ertragsteuern | -15,5 | 23,9 | -39,4 |
| Konzernergebnis | 82,7 | 131,1 | -48,4 |
1) Die Position "Einmalige Aufwendungen und Erträge" umfasst außergewöhnliche Vorgänge, die nicht als Indikator für die fortlaufende Geschäftstätigkeit herangezogen werden können. Hierunter fallen unter anderem diverse Reorganisations- und Umstrukturierungsmaßnahmen, die nach IFRS nicht als Restrukturierungsaufwendungen auszuweisen sind.
2) Die Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen beziehen sich auf die identifizierten immateriellen Vermögenswerte zu Zeitwerten im Zusammenhang mit den Akquisitionen der Gerresheimer Regensburg im Januar 2007, der Pharma-Glassparte der US-amerikanischen Comar Inc. im März 2007, der Gerresheimer Zaragoza im Januar 2008, Vedat im März 2011, Neutral Glass im April 2012, Triveni im Dezember 2012, Centor im September 2015 sowie Sensile Medical im Juli 2018.
Ausgehend vom Adjusted EBITDA in Höhe von EUR 400,0 Mio. (Vorjahr: EUR 298,6 Mio.) führen die Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von insgesamt EUR 105,4 Mio. (Vorjahr: EUR 96,5 Mio.) zu einem Adjusted EBITA von EUR 294,6 Mio. (Vorjahr: EUR 202,1 Mio.). Einmaleffekte mit einem Gesamtwert von EUR -6,3 Mio. (Vorjahr: EUR -22,0 Mio.) und Wertminderungen auf den Geschäftswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical in Höhe von EUR 5,0 Mio. und Abschreibungen sowie Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen in Höhe von insgesamt EUR 159,5 Mio. (Vorjahr: EUR 40,6 Mio.) leiten auf das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit in Höhe von EUR 123,8 Mio. nach EUR 139,5 Mio. im Vorjahr über.
Die Einmaleffekte im Geschäftsjahr 2019 betreffen Portfoliooptimierungen sowie sonstige einmalige Aufwendungen und Erträge. Die Portfoliooptimierungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf EUR -3,9 Mio. nach EUR -14,5 Mio. im Vorjahr. Diese betreffen im aktuellen Geschäftsjahr die im Vorjahr begonnene und kommunizierte Reorganisation im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass. Im Zuge dieser über mehrere Jahre angelegten Reorganisation haben wir damit begonnen unsere personellen Kapazitäten schrittweise durch Investitionen in Automatisierung anzupassen. Darüber hinaus haben wir unsere Einkaufskapazitäten in diesem Geschäftsbereich gebündelt und weiter ausgebaut. Weiterhin haben wir zum Ende November 2019 unser Tochterunternehmen in Argentinien entkonsolidiert. Der hieraus resultierende Verlust ist ebenfalls unter den Portfoliooptimierungen ausgewiesen. Gegenläufig wirkte sich die Schließung unseres Werkes in Küssnacht (Schweiz) aus, in deren Zusammenhang die im Geschäftsjahr 2019 entstandenen Aufwendungen durch den Gewinn aus dem Verkauf eines Grundstückes überkompensiert wurden. Die einmaligen Aufwendungen und Erträge in Höhe von EUR -2,4 Mio. (Vorjahr: EUR -5,9 Mio.) resultieren im Geschäftsjahr 2019 aus diversen kleineren Projekten sowie aus Betriebsprüfungen für Verkehrssteuern. Im Vorjahr entfielen die einmaligen Aufwendungen und Erträge im Wesentlichen auf die Veränderungen im Vorstand der Gerresheimer AG.
Die Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen sind im Geschäftsjahr 2019 von EUR 40,6 Mio. um EUR 15,1 Mio. auf EUR 55,7 Mio. angestiegen. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der erstmaligen ganzjährigen Berücksichtigung der Sensile Medical. Insbesondere bedingt durch die unerwartete kundenseitige Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes ergab sich auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical ein Wertminderungsbedarf in Höhe von EUR 108,8 Mio. Die Wertminderungen entfielen mit EUR 5,0 Mio. auf den dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordneten Geschäftswert, mit EUR 102,9 Mio. auf Technologien sowie mit EUR 0,9 Mio. auf Markenrechte. Für weitere Details verweisen wir auf Angabe (18) des Konzernabschlusses.
FINANZERGEBNIS
Das Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2019 resultiert in einem Aufwand von EUR 25,6 Mio. nach EUR 32,3 Mio. im Vorjahr und hat sich damit um EUR 6,7 Mio. deutlich verbessert. Zinserträgen in Höhe von EUR 2,7 Mio. (Vorjahr: EUR 2,4 Mio.) stehen Zinsaufwendungen von EUR 24,7 Mio. (Vorjahr: EUR 29,7 Mio.) gegenüber. Der deutliche Rückgang der Zinsaufwendungen um EUR 5,0 Mio. ist im Wesentlichen auf die im Mai 2018 zurückgezahlte Schuldverschreibung in Höhe von EUR 300,0 Mio. zurückzuführen. Im Wesentlichen bedingt durch Währungseffekte lag das sonstige Finanzergebnis mit EUR -3,6 Mio. über dem Wert des Vorjahres von EUR -5,0 Mio.# ERTRAGSTEUERN
Die Ertragsteuern im Geschäftsjahr 2019 resultieren in einem Steueraufwand in Höhe von EUR 15,5 Mio. nach einem Steuerertrag von EUR 23,9 Mio. im Vorjahr. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der im Geschäftsjahr 2019 erfasste sonstige betriebliche Ertrag im Zusammenhang mit der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical nicht steuerbar ist. Darüber hinaus gab es im Zusammenhang mit der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes und den hieraus resultierenden Wertminderungen in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical Auswirkungen auf das Konzernergebnis vor Ertragsteuern sowie Auswirkungen auf die Ertragsteuern selbst. Im Vorjahr war der Steuerertrag maßgeblich durch die Neubewertung der bilanzierten latenten Steuern unserer in den Konzernabschluss einbezogenen US-Tochterunternehmen sowie einen latenten Steuerertrag bei einem deutschen Tochterunternehmen im Rahmen der zukünftigen Nutzbarkeit vororganschaftlicher Verlustvorträge beeinflusst. Ohne diese einmaligen Sachverhalte in beiden Berichtsperioden hätte sich eine vergleichbare Steuerquote von 29,3 % für das Geschäftsjahr 2019 nach einer Steuerquote von 27,6 % für das Geschäftsjahr 2018 ergeben.
KONZERNERGEBNIS UND BEREINIGTES KONZERNERGEBNIS
Im Zeitraum vom 1. Dezember 2018 bis zum 30. November 2019 wies der Gerresheimer Konzern ein Konzernergebnis in Höhe von EUR 82,7 Mio. aus.
| scroll in Mio. EUR | 2019 | 2018 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | 82,7 | 131,1 | -48,4 |
| Akquisition Sensile Medical | - | -1,6 | 1,6 |
| darauf entfallender Steuereffekt | - | 0,5 | -0,5 |
| Portfoliooptimierungen | -3,9 | -14,5 | 10,6 |
| darauf entfallender Steuereffekt | 1,1 | 3,5 | -2,4 |
| Einmalige Aufwendungen und Erträge | -2,4 | -5,9 | 3,5 |
| darauf entfallender Steuereffekt | 0,6 | 1,7 | -1,1 |
| Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen | -55,7 | -40,6 | -15,1 |
| darauf entfallender Steuereffekt | 12,1 | 9,3 | 2,8 |
| Wertminderung auf Geschäftswerte | -5,0 | - | -5,0 |
| Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen | -103,8 | - | -103,8 |
| darauf entfallender Steuereffekt | 19,5 | - | 19,5 |
| Anpassungen latente Steuern Sensile Medical | -6,6 | - | -6,6 |
| Einmaleffekte im Finanzergebnis | - | -1,8 | 1,8 |
| darauf entfallender Steuereffekt | - | 0,5 | -0,5 |
| Steuerliche Sondereffekte | -0,7 | - | -0,7 |
| darauf entfallender Zinseffekt | -0,2 | -0,3 | 0,1 |
| Bereinigtes Konzernergebnis (Adjusted Net Income) | 227,7 | 180,3 | 47,4 |
| Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen | 1,9 | 2,2 | -0,3 |
| Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen | - | -0,2 | 0,2 |
| darauf entfallender Steuereffekt | - | 0,1 | -0,1 |
| Bereinigte Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen | 1,9 | 2,3 | -0,4 |
| Bereinigtes Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen | 225,8 | 178,0 | 47,8 |
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie in EUR nach nicht beherrschenden Anteilen | 7,19 | 5,67 | 1,52 |
Das bereinigte Konzernergebnis (definiert als: Konzernergebnis vor Abschreibungen/Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen und Restrukturierungsaufwendungen, Portfoliooptimierungen sowie dem Saldo aus einmaligen Erträgen und Aufwendungen und den darauf entfallenden Steuereffekten) betrug im Geschäftsjahr 2019 EUR 227,7 Mio. nach EUR 180,3 Mio. im Vorjahr. Das bereinigte Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen betrug EUR 225,8 Mio. im Zeitraum vom 1. Dezember 2018 bis zum 30. November 2019 nach EUR 178,0 Mio. im Geschäftsjahr 2018. Als Konsequenz ergibt sich damit das bereinigte Ergebnis je Aktie nach nicht beherrschenden Anteilen von EUR 7,19 im Geschäftsjahr 2019 (Vorjahr: EUR 5,67).
WESENTLICHE POSITIONEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
| scroll in Mio. EUR | 2019 | in % der Umsatzerlöse | 2018 | in % der Umsatzerlöse |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.392,3 | 1.367,7 | ||
| Umsatzkosten | -1.115,1 | -80,1 | -967,6 | -70,7 |
| Vertriebskosten | -175,4 | -12,6 | -168,2 | -12,3 |
| Verwaltungskosten | -98,7 | -7,1 | -91,1 | -6,7 |
| Restrukturierungsaufwendungen | 0,1 | - | -11,3 | -0,8 |
| Sonstige Aufwendungen und Erträge | 120,6 | 8,7 | 10,0 | 0,7 |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit | 123,8 | 8,9 | 139,5 | 10,2 |
| Finanzergebnis | -25,6 | -1,8 | -32,3 | -2,4 |
| Ertragsteuern | -15,5 | -1,1 | 23,9 | 1,7 |
| Konzernergebnis | 82,7 | 5,9 | 131,1 | 9,6 |
| Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen | 1,9 | 2,2 | ||
| Ergebnisanteil der Anteilseigner des Mutterunternehmens | 80,8 | 128,9 |
FUNKTIONSKOSTEN
Ursächlich für den deutlichen Anstieg der Umsatzkosten von EUR 967,6 Mio. im Vorjahr auf EUR 1.115,1 Mio. im Geschäftsjahr 2019 waren im Wesentlichen die in der Berichtsperiode erfassten Wertminderungen auf Technologien und Entwicklungskosten in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical. Darüber hinaus sind gegenüber dem Vorjahr die Personalaufwendungen und die Energiekosten angestiegen. Weiterhin hatten wir höhere Aufwendungen durch zugekaufte Leistungen, im Wesentlichen im Kosmetikgeschäft im Bereich Dekoration. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten liegen bedingt durch höhere Personalaufwendungen ebenfalls leicht über dem Wert des Vorjahres. Darüber hinaus sind in den Vertriebskosten die Abschreibungen aufgrund des erstmaligen ganzjährigen Einbezugs der Sensile Medical sowie der Wertminderung auf die Markenrechte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical enthalten. Der Saldo aus den sonstigen Aufwendungen und Erträgen liegt bei EUR 120,6 Mio. nach EUR 10,0 Mio. in der Vorjahresperiode. Dieser deutliche Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem sonstigen betrieblichen Ertrag im Zusammenhang mit der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical. Der Wert im Vorjahr wurde hauptsächlich durch die Veränderungen im Vorstand der Gerresheimer AG sowie die Schließung des Werkes in Küssnacht (Schweiz) beeinflusst. Ferner ergab sich im Geschäftsjahr 2018 aus der finalen Fair Value-Bewertung der Put-Option auf den Erwerb der verbleibenden 25 % der Anteile an der Triveni Polymers Private Ltd. (Neu-Delhi/Indien) ein Aufwand in Höhe von EUR 1,1 Mio. Darüber hinaus wurde ebenfalls im Geschäftsjahr 2018 in dieser Position ein Aufwand in Höhe von EUR 1,4 Mio. aufgrund der Entscheidung der Europäischen Kommission in Bezug auf die in den Jahren 2012 und 2013 gewährten Netzentgeltbefreiungen für stromintensive Unternehmen erfasst.
FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN
Unser Anspruch ist, der weltweit führende Partner für Lösungen zu werden, die die Gesundheit und das Wohlbefinden verbessern. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen unserer Kunden: Innovationen und Qualität spielen im Markt eine zunehmend wichtigere Rolle. Dementsprechend sind Themen wie der steigende Qualitätsanspruch sowie innovative Produkte und Lösungen Teil unserer Wachstumsstrategie. Wir investieren kontinuierlich sowohl in die Optimierung der Produktions- und Produktqualität als auch in die Weiterentwicklung unseres Produktportfolios. Dabei arbeiten wir eng mit unseren Kunden und Partnern aus der Industrie, der Wissenschaft und weiteren Einrichtungen zusammen. Wir produzieren spezialisierte Produkte, sogenannte pharmazeutische Primärverpackungen, die in unmittelbaren Kontakt mit Arzneimitteln kommen und im Alltag von Patienten zur Medikamenteneinnahme benutzt werden. Unsere Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices spielen eine wichtige Rolle für die Pharmaindustrie. Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices unterliegen strengsten Auflagen nationaler und internationaler Zulassungsbehörden, insbesondere hinsichtlich Herstellungsverfahren und Produktqualität. Die Anforderungen an die Primärverpackungen und deren Qualität steigen auch durch neu entwickelte Medikamente. Außerdem spielt die einfache und sichere Applikation von Medikamenten eine zunehmend wichtige Rolle. Mit unseren fortlaufenden Verbesserungen bei Produkten und Prozessen sowie Innovationen haben wir im Markt und bei unseren Kunden eine gute Position aufgebaut, die es weiter zu verbessern gilt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden insgesamt EUR 3,6 Mio. (Vorjahr: EUR 2,9 Mio.) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Darüber hinaus haben wir im Geschäftsjahr 2019 weitere EUR 5,9 Mio. Entwicklungskosten aktiviert (Vorjahr: EUR 1,3 Mio.). Der Anstieg der aktivierten Entwicklungskosten gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus Investitionen in ein neu gewonnenes Projekt zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen bei der Sensile Medical sowie aus Investitionen in die Wachstumsstrategie im Geschäftsfeld Tubular Glass. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden ausschließlich bei den Tochterunternehmen der Gerresheimer AG statt. Sie orientieren sich stark an den Bedürfnissen unserer Kunden und werden deshalb oftmals in enger Zusammenarbeit mit ihnen durchgeführt. Zum Teil arbeiten Mitarbeiter der Pharmaunternehmen in unseren Kompetenzzentren mit.
GEWINNVERWENDUNG (DIVIDENDENVORSCHLAG)
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG werden der Hauptversammlung am 24. Juni 2020 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 1,20 je Aktie (Vorjahr: EUR 1,15 je Aktie) für das Geschäftsjahr 2019 auszuschütten. Dies entspricht einem Dividendenbetrag von EUR 37,7 Mio. und einer Steigerung gegenüber der Vorjahresdividende um 4,3 %. Die Ausschüttungsquote von 29,9 % im Geschäftsjahr 2019 berechnet sich wie folgt:
| scroll in Mio. EUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Bereinigtes Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen | 225,8 | 178,0 |
| Sonstiger betrieblicher Ertrag - Ausbuchung bedingter Kaufpreisbestandteile | -129,8 | - |
| Sonstiger betrieblicher Aufwand - im Zusammenhang mit der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes | 9,2 | - |
| Wertminderung von Entwicklungskosten, die nicht Bestandteil der Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen sind | 7,9 | - |
| Negativer Effekt auf Umsatzerlöse und Adjusted EBITDA im Zusammenhang mit der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes | 17,3 | - |
| darauf entfallende Steuereffekte | -4,3 | - |
| Ausschüttungsbasis | 126,1 | 178,0 |
| Ausschüttungsquote | 29,9 % | 20,3 % |
Des Weiteren wird vorgeschlagen, den verbleibenden Bilanzgewinn der Gerresheimer AG von EUR 89,7 Mio.# ERFOLGSKENNZAHLEN ZUM EINGESETZTEN KAPITAL
Der "Gerresheimer Return on Capital Employed" (Gx ROCE) ist als Messgröße für die Rentabilität auf Konzernebene implementiert und gibt Aufschluss darüber, wie effizient wir mit dem eingesetzten Kapital umgehen. Diese Kennzahl stellt eine wichtige mittel- bis langfristige Zielgröße für den Gerresheimer Konzern dar. Sie definiert sich als Adjusted EBITA im Verhältnis zum durchschnittlichen Kapitaleinsatz, berechnet als Bilanzsumme abzüglich unverzinslicher Verbindlichkeiten und liquider Mittel. Leitet man den Gx ROCE aus dem veröffentlichten Konzernabschluss (ermittelt als Durchschnitt der Stichtagswerte des Vorjahres und des laufenden Jahres) ab, ergibt sich ein Gx ROCE von 14,2 % für 2019 und 10,7 % für 2018. Daneben berechnen wir zusätzlich noch den sogenannten "Gerresheimer Return on Net Operating Assets" (Gx RONOA). Diese Kennzahl definiert sich als Adjusted EBITA im Verhältnis zu den durchschnittlichen betriebsnotwendigen Vermögenswerten, berechnet als Summe des Sachanlagevermögens und des Net Working Capitals. Leitet man den Gx RONOA aus dem veröffentlichten Konzernabschluss (ermittelt als Durchschnitt der Stichtagswerte des Vorjahres und des laufenden Jahres) ab, ergibt sich ein Gx RONOA von 34,2 % für das Geschäftsjahr 2019 nach 24,9 % in der Vorjahresperiode. Diese Kennzahl ist auch mit anderen Unternehmen vergleichbar, da insbesondere die Effekte aus Akquisitionen (z. B. der Geschäftswert) hierbei unberücksichtigt bleiben. Beide Kennzahlen wurden im Geschäftsjahr 2019 insbesondere durch den sonstigen betrieblichen Ertrag aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical sowie gegenläufig durch die vorgenommenen Wertminderungen positiv beeinflusst.
VERMÖGENSLAGE
VERMÖGENSDARSTELLUNG
Die Vermögenslage des Gerresheimer Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2019 wie folgt entwickelt:
| Aktiva in Mio. EUR | 30.11.2019 | 30.11.2018 | Veränderung in %¹) |
|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 2.068,3 | 2.131,0 | -2,9 |
| Anteile an at equity bewerteten Unternehmen | 0,3 | 0,3 | 11,8 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 27,8 | 27,8 | - |
| Langfristige Vermögenswerte | 2.096,4 | 2.159,1 | -2,9 |
| Vorräte | 185,1 | 171,5 | 7,9 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte | 229,6 | 273,5 | -16,1 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 130,1 | 126,8 | 2,6 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 544,8 | 571,8 | -4,7 |
| Bilanzsumme | 2.641,2 | 2.730,9 | -3,3 |
| Passiva in Mio. EUR | 30.11.2019 | 30.11.2018 | Veränderung in %¹) |
|---|---|---|---|
| Eigenkapital inkl. nicht beherrschende Anteile | 941,6 | 890,1 | 5,8 |
| Langfristige Rückstellungen | 164,8 | 152,5 | 8,1 |
| Finanzverbindlichkeiten | 498,2 | 751,4 | -33,7 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 145,9 | 168,5 | -13,4 |
| Langfristige Schulden | 808,9 | 1.072,4 | -24,6 |
| Finanzverbindlichkeiten | 530,6 | 389,7 | 36,2 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsverbindlichkeiten | 230,1 | 207,3 | 11,0 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 130,0 | 171,4 | -24,1 |
| Kurzfristige Schulden | 890,7 | 768,4 | 15,9 |
| Bilanzsumme | 2.641,2 | 2.730,9 | -3,3 |
¹ ) Die Veränderungen wurden auf Basis von T EUR berechnet.
Die Bilanzsumme des Gerresheimer Konzerns betrug zum 30. November 2019 EUR 2.641,2 Mio. und lag damit um EUR 89,7 Mio. bzw. 3,3 % unter dem Wert des Vorjahres. Diese Entwicklung war insbesondere beeinflusst durch die Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical sowie der Wertminderung des Geschäftswertes und weiterer immaterieller Vermögenswerte innerhalb der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical.
BILANZSTRUKTUR UND KENNZAHLEN
Die langfristigen Vermögenswerte haben sich von EUR 2.159,1 Mio. zum Vorjahresstichtag um EUR 62,7 Mio. bzw. 2,9 % auf EUR 2.096,4 Mio. zum 30. November 2019 vermindert. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme ist hingegen im Vergleich zum Vorjahr auf 79,4 % (Vorjahr: 79,1 %) geringfügig gestiegen. Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken zum Abschlussstichtag dagegen um 4,7 % auf EUR 544,8 Mio. (Vorjahr: EUR 571,8 Mio.). Bezogen auf die Bilanzsumme lag ihr Anteil bei 20,6 % (Vorjahr: 20,9 %). Dabei verringerten sich auf der Aktivseite der Konzern-Bilanz insbesondere die immateriellen Vermögenswerte sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Auf der Passivseite der Konzern-Bilanz ist das Eigenkapital im Vergleich zum 30. November 2018 angestiegen. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten haben sich aufgrund der Umklassifizierung der im November 2020 fälligen Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 189,5 Mio. in kurzfristige Finanzverbindlichkeiten deutlich reduziert und gegenläufig die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten erhöht.
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien beliefen sich am Abschlussstichtag auf EUR 2.068,3 Mio. (Vorjahr: EUR 2.131,0 Mio.) und reduzierten sich damit um EUR 62,7 Mio. gegenüber dem 30. November 2018. Dies resultiert im Wesentlichen aus einer deutlichen Reduzierung der immateriellen Vermögenswerte von EUR 1.505,7 Mio. zum 30. November 2018 um EUR 148,5 Mio. auf nunmehr EUR 1.357,2 Mio. zum 30. November 2019. Ausschlaggebend hierfür war die durch kundenseitige Kündigungen – insbesondere des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes – veranlasste Werthaltigkeitsprüfung auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical. Hieraus ergab sich ein Wertminderungsbedarf in Höhe von insgesamt EUR 113,1 Mio. im Geschäftsjahr 2019, der dem Geschäftswert dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit einem Betrag von EUR 5,0 Mio., den Technologien mit EUR 102,9 Mio., den Entwicklungskosten mit EUR 4,3 Mio. sowie den Markenrechten mit EUR 0,9 Mio. zugeordnet wurde. Darüber hinaus führte der Verlust des Projektes zur Behandlung von Diabetes zu einer weiteren Wertminderung in Höhe von EUR 3,6 Mio. auf Entwicklungskosten, da die betroffenen drei Patente ausschließlich in diesem Projekt zur Anwendung kamen. Somit weisen wir zum 30. November 2019 in unserer Konzern-Bilanz einen Geschäftswert von EUR 672,2 Mio. (Vorjahr: EUR 670,6 Mio.) sowie Kundenbeziehungen, Markenrechte, Technologien und ähnliche Werte in Höhe von EUR 641,3 Mio. (Vorjahr: EUR 789,3 Mio.) aus. Die Sachanlagen betrugen zum 30. November 2019 EUR 701,9 Mio. nach EUR 620,7 Mio. zum Vorjahresstichtag. Diese Erhöhung resultierte im Wesentlichen aus Investitionen in Höhe von EUR 173,3 Mio. und gegenläufig aus Abschreibungen in Höhe von EUR 91,2 Mio. Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte betrugen zum 30. November 2019 EUR 27,8 Mio. und waren damit im Vergleich zum Vorjahresstichtag unverändert.
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Die kurzfristigen Vermögenswerte betrugen zum Abschlussstichtag am 30. November 2019 EUR 544,8 Mio. und lagen damit um EUR 27,0 Mio. unter dem Wert von EUR 571,8 Mio. zum Vorjahresstichtag. Hierbei ist zu beachten, dass sich aufgrund des für uns neu anzuwendenden Rechnungslegungsstandards IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Umstellungszeitpunkt am 1. Dezember 2018 um EUR 55,6 Mio. reduziert haben und gleichzeitig Vertragsvermögenswerte in Höhe von EUR 28,1 Mio. ausgewiesen wurden. Zur genauen Darstellung dieses ergebnisneutralen Umstellungseffektes verweisen wir auf Angabe (1) des Konzernabschlusses. Unter Berücksichtigung dieser Umstellungseffekte sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen leicht angestiegen und die Vertragsvermögenswerte, insbesondere bedingt durch die unerwartete kundenseitige Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes, deutlich zurückgegangen. Die Vorräte sind von EUR 171,5 Mio. zum Vorjahresstichtag bzw. von EUR 170,8 Mio. unter Berücksichtigung des Umstellungseffektes auf EUR 185,1 Mio. zum 30. November 2019 angestiegen. Der Anteil der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vertragsvermögenswerte an der Bilanzsumme betrug zum Abschlussstichtag 15,7 % im Vergleich zu 16,3 % zum Vorjahresstichtag.
EIGENKAPITAL
Das Eigenkapital des Gerresheimer Konzerns einschließlich der nicht beherrschenden Anteile stieg um EUR 51,5 Mio. auf EUR 941,6 Mio. Dieser Anstieg resultiert aus dem positiven Konzernergebnis, welches die Ausschüttungen in Höhe von EUR 36,1 Mio. an die Anteilseigner der Gerresheimer AG sowie von EUR 3,3 Mio. an die nicht beherrschenden Anteile überkompensierte. Zusätzlich wurde das Eigenkapital durch Effekte aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 16,8 Mio. positiv beeinflusst. Gegenläufig wirkte sich die ergebnisneutrale Neubewertung der leistungsorientierten Pensionspläne auf das Eigenkapital aus. Zum 30. November 2019 lag die Eigenkapitalquote bei 35,6 % nach 32,6 % zum Geschäftsjahresende 2018.
LANGFRISTIGE SCHULDEN
Die langfristigen Schulden beliefen sich auf EUR 808,9 Mio. (Vorjahr: EUR 1.072,4 Mio.) und haben sich im Vergleich zum Vorjahresstichtag um EUR 263,5 Mio. deutlich verringert. Neben der Umklassifizierung der im November 2020 fälligen Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 189,5 Mio. in kurzfristige Finanzverbindlichkeiten ist dies im Wesentlichen auf die Ausbuchung der langfristigen bedingten Kaufpreisbestandteile aus dem Erwerb der Sensile Medical in Höhe von EUR 73,6 Mio. zurückzuführen. Darüber hinaus haben sich die passiven latenten Steuern, im Wesentlichen bedingt durch die im Geschäftsjahr 2019 vorgenommenen Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten innerhalb der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical, um insgesamt EUR 25,4 Mio. gegenüber dem Vorjahresstichtag verringert.
KURZFRISTIGE SCHULDEN
Die kurzfristigen Schulden lagen zum Abschlussstichtag bei EUR 890,7 Mio., dies entspricht einem Anstieg von 15,9 % bzw. EUR 122,3 Mio. gegenüber dem Vorjahresstichtag.# FINANZIERUNGS- UND LIQUIDITÄTSLAGE
Dieser Anstieg gegenüber dem Vorjahresstichtag entfällt im Wesentlichen auf die Umklassifizierung der im November 2020 fälligen Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 189,5 Mio. Gegenläufig hierzu wirkt sich die Ausbuchung der kurzfristigen bedingten Kaufpreisbestandteile aus dem Erwerb der Sensile Medical in Höhe von EUR 56,2 Mio. aus. Weiterhin haben sich die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten bedingt durch den von uns neu anzuwendenden Rechnungslegungsstandard IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) zum Umstellungszeitpunkt am 1. Dezember 2018 um EUR 34,5 Mio. reduziert. Dies liegt insbesondere an den erhaltenen Anzahlungen, die nunmehr grundsätzlich unter den Vertragsverbindlichkeiten bzw. teilweise als Nettovertragsposten unter den Vertragsvermögenswerten ausgewiesen werden. Gleichzeitig führte diese Umstellung zu einem Ausweis von Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von EUR 6,3 Mio. zum Umstellungszeitpunkt. Zur genauen Darstellung dieses ergebnisneutralen Umstellungseffektes verweisen wir auf Angabe (1) des Konzernabschlusses. Darüber hinaus haben sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um EUR 14,2 Mio. gegenüber dem Vorjahresstichtag erhöht. Der Anteil der kurzfristigen Schulden an der Bilanzsumme lag damit bei 33,7 % (Vorjahr: 28,1 %).
NET WORKING CAPITAL
Das Net Working Capital des Gerresheimer Konzerns lag zum 30. November 2019 mit EUR 183,0 Mio. um EUR 19,7 Mio. unter dem Wert zum 30. November 2018.
| 30.11.2019 | 30.11.2018 | |
|---|---|---|
| Vorräte | 185,1 | 171,5 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 224,2 | 273,5 |
| Vertragsvermögenswerte | 5,4 | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1) | 221,5 | 207,4 |
| Vertragsverbindlichkeiten 2) | 10,2 | - |
| Erhaltene Anzahlungen | - | 34,9 |
| Net Working Capital | 183,0 | 202,7 |
1) Hierin sind zum 30. November 2018 EUR 0,1 Mio. langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten.
2) Hierin sind zum 30. November 2019 EUR 1,5 Mio. langfristige Vertragsverbindlichkeiten enthalten.
Die Verringerung des Net Working Capitals im Vergleich zum 30. November 2018 resultiert aus den deutlich geringeren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus höheren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsverbindlichkeiten. Gegenläufig wirkten sich höhere Vorräte und Vertragsvermögenswerte aus. Aufgrund der Umstellung auf den für uns neu anzuwendenden Rechnungslegungsstandard IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) werden die bisher separat ausgewiesenen erhaltenen Anzahlungen unter den Vertragsverbindlichkeiten bzw. teilweise als Nettovertragsposten unter den Vertragsvermögenswerten ausgewiesen. Diese Umstellung hat keinen Effekt auf das gesamte Net Working Capital, sondern lediglich auf die einzelnen Komponenten. Zur genaueren Darstellung dieses Umstellungseffektes verweisen wir auf Angabe (1) des Konzernabschlusses. Bezogen auf die Umsatzerlöse der letzten zwölf Monate lag das durchschnittliche Net Working Capital zum 30. November 2019 bei 20,0 %. Zum Abschlussstichtag betrug das Net Working Capital im Verhältnis zu den Umsatzerlösen 13,1 %.
AUSSERBILANZIELLE POSITIONEN
Am Abschlussstichtag bestanden Verpflichtungen aus Leasingverträgen in Höhe von EUR 39,3 Mio. (Vorjahr: EUR 37,9 Mio.). Sie umfassen Miet- und Operating-Leasingverträge für Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge und EDV.
EINFLUSS DER BILANZPOLITIK
Ab dem Geschäftsjahr 2019 haben wir die Standards IFRS 9 "Finanzinstrumente" und IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" erstmalig angewendet. Die Anwendung dieser Standards hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns gehabt. Darüber hinaus sind im Konzernabschluss 2019 keine Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie damit verbundene Wahlrechte angewandt worden, die von denen in Vorjahren angewendeten abweichen und bei einer anderen Anwendung einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gehabt hätten. Den neuen Standard IFRS 16 "Leasingverhältnisse" werden wir erstmalig im Geschäftsjahr 2020 anwenden. Angaben zum Einfluss der Verwendung von Schätzungen sowie zu den getroffenen Annahmen und Ermessensentscheidungen finden sich in Angabe (5) im Konzernabschluss.
FINANZ- UND LIQUIDITÄTSLAGE GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS
Die finanzielle Steuerung und Optimierung des Gerresheimer Konzerns erfolgt grundsätzlich zentral aus dem Group Treasury der Gerresheimer AG. Unser vornehmliches Ziel ist es, die Liquidität jederzeit durch eine zentrale Beschaffung der Finanzmittel und die aktive Steuerung der Fremdwährungs- sowie der Zinsänderungsrisiken zu sichern. Die stets angemessene Ausstattung mit Finanzmitteln stellen wir durch eine rollierende Liquiditätsplanung und ein zentrales Cash-Management sicher. Um die Entscheidungs- und Steuerungsprozesse im Rahmen der Liquiditätssicherung, der Finanzplanung und des diesbezüglichen Risikomanagements zu institutionalisieren, hat der Vorstand einen Anlagenausschuss eingesetzt. Dieser besteht aus dem Finanzvorstand sowie den Leitern der Abteilungen Controlling, Accounting, Mergers & Acquisitions und Treasury und tritt grundsätzlich einmal pro Quartal zusammen. Zentrale Aufgabe des Anlagenausschusses ist es, die relevanten finanziellen Rahmenbedingungen für den Gerresheimer Konzern zu erörtern und zu überwachen. Dabei werden mögliche Veränderungen von externen Einflussfaktoren durch aktuelle Marktprognosen ebenso bewertet wie die Finanzierungssituation und strategische Wachstumsoptionen. Alle Ideen und anstehenden Maßnahmen von größerem finanziellem Umfang werden hier gebündelt und auf ihre Finanzierbarkeit geprüft sowie unter Risikogesichtspunkten nochmals durchleuchtet. Die Unterlagen des Anlagenausschusses werden den anderen Vorstandsmitgliedern nach jeder Sitzung ebenfalls zur Kenntnis gegeben. Damit haben wir in Ergänzung zum durchgängigen Vier-Augen-Prinzip eine zusätzliche Kontroll- und Früherkennungsinstanz. Als global agierendes Unternehmen setzen wir verschiedene Instrumente ein, um ein effektives Finanzmanagement sicherzustellen. Dadurch minimieren wir negative Auswirkungen von Ausfall-, Währungs- und Zinsänderungsrisiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Cash Flows des Gerresheimer Konzerns. Aus dem Forderungsbestand ist der Gerresheimer Konzern maximal bis zur Höhe der Forderungsbuchwerte einem Kreditausfallrisiko ausgesetzt. Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit räumen wir unseren Kunden Zahlungsziele ein und nehmen laufend Bewertungen hinsichtlich bestimmter Finanzkonditionen vor (Bonitätskontrolle). Dem Adressenausfallrisiko begegnen wir mit der Beschränkung auf Vertragspartner guter bis sehr guter Bonität sowie der konsequenten Einhaltung des von der Warenkreditversicherung oder intern vorgegebenen Risikolimits. Notwendige Wertminderungen werden in ausreichender Höhe vorgenommen. Aufgrund der internationalen Ausrichtung tätigen wir zahlreiche Geschäfte in fremden Währungen. Um dem damit verbundenen Risiko der für uns nachteiligen Wechselkursschwankungen zu begegnen, schließen wir Devisentermingeschäfte ab. Diese sichern die Cash Flows aus noch nicht erfüllten Aufträgen in Fremdwährungen ab. Aufträge, Forderungen oder Verbindlichkeiten werden regelmäßig im Zeitpunkt ihrer Entstehung durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Um Zinsänderungsrisiken zu begegnen, beobachtet das Group Treasury der Gerresheimer AG ständig die Zinsentwicklung und schließt im Bedarfsfall entsprechende Zinssicherungsgeschäfte ab. Ein fester Bestandteil der laufenden Liquiditätssteuerung ist die Liquiditätssicherung des Gerresheimer Konzerns unter Berücksichtigung von entsprechenden Reserven für mögliche Sondereinflüsse. Hierbei ermöglicht der konzerninterne Finanzausgleich im Rahmen des Cash-Poolings und mittels Intercompany-Darlehen eine effiziente Nutzung von Liquiditätsüberschüssen einzelner Tochterunternehmen für den Bedarf an Finanzmitteln anderer Tochterunternehmen. Im Geschäftsjahr 2019 bestanden aufgrund ausreichender Cash-Pool-Kreditlinien sowie hinreichender Intercompany-Darlehen weder Finanzierungs- noch Liquiditätsengpässe.
FINANZIERUNGSINSTRUMENTE
Unsere Finanzierung wurde im Geschäftsjahr 2019 im Rahmen einer Refinanzierung neu verhandelt und umfasst einen Konsortialkredit in Form eines revolvierenden Darlehens zuzüglich Nebenkreditlinien in Höhe von insgesamt EUR 550,0 Mio., der am 26. September 2019 unterzeichnet wurde, mit fünfjähriger Laufzeit zuzüglich zweier Verlängerungsoptionen von jeweils einem Jahr. Die dem revolvierenden Darlehen zugrundeliegende und einzuhaltende marktübliche Kenngröße (Financial Covenant) ist das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Adjusted EBITDA (Adjusted EBITDA Leverage) auf Basis des gültigen Rahmenkreditvertrages. Das revolvierende Darlehen wird verzinst über einen Basiszins entsprechend dem EURIBOR (für Ziehungen in Euro) bzw. dem LIBOR (für Ziehungen in US-Dollar) für die jeweilige Ziehungsperiode zuzüglich eines Margenaufschlages abhängig vom Erfüllungsgrad des Adjusted EBITDA Leverage sowie zuzüglich einer Nutzungsprovision in Abhängigkeit vom jeweiligen Darlehensstand. Daneben finanziert sich Gerresheimer über Schuldscheindarlehen, die in 2015 und in 2017 emittiert wurden. Die am 2. November 2015 unterzeichneten und am 10. November 2015 ausgezahlten Schuldscheindarlehen der Gerresheimer AG teilten sich in eine fünfjährige Tranche über EUR 189,5 Mio., die im November 2020 rückzahlbar ist, eine siebenjährige Tranche über EUR 210,0 Mio. sowie eine zehnjährige Tranche über EUR 25,5 Mio. auf. Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zum Teil auch variabel verzinst. Die am 27. September 2017 emittierten Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt EUR 250,0 Mio. teilen sich auf in eine fünfjährige Tranche über EUR 95,5 Mio., eine siebenjährige Tranche über EUR 109,0 Mio. sowie eine zehnjährige Tranche über EUR 45,5 Mio.Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zu einem geringen Teil auch variabel verzinst. Daneben finanzieren sich unsere Tochterunternehmen über zugesagte bilaterale Kreditlinien inklusive Kontokorrentverbindlichkeiten in Höhe von umgerechnet EUR 40,9 Mio. Zu den Konditionen der Finanzierungsinstrumente verweisen wir auf die Angabe (32) des Konzernabschlusses. Um sich weitere günstige Finanzierungsquellen zu erschließen, finanziert sich Gerresheimer darüber hinaus in geringem Umfang durch den Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Factoringgesellschaften.
FINANZVERBINDLICHKEITEN UND KREDITLINIEN
Die Nettofinanzschulden haben sich wie folgt entwickelt:
| scroll in Mio. EUR | 30.11.2019 | 30.11.2018 |
|---|---|---|
| Finanzschulden | ||
| Revolvierendes Darlehen | 302,3 | 264,4 |
| Schuldscheindarlehen - November 2015 | 425,0 | 425,0 |
| Schuldscheindarlehen - September 2017 | 250,0 | 250,0 |
| Lokale Kreditlinien inkl. Kontokorrentverbindlichkeiten | 40,9 | 19,9 |
| Verbindlichkeiten aus Ratenkäufen | 1,7 | - |
| Finanzierungsleasing | 8,6 | 7,7 |
| Summe Finanzschulden | 1.028,5 | 967,0 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 85,8 | 80,6 |
| Nettofinanzschulden | 942,7 | 886,4 |
Die Nettofinanzschulden sind zum 30. November 2019 gegenüber dem Vorjahr angestiegen und betrugen EUR 942,7 Mio. nach EUR 886,4 Mio. zum Vorjahresstichtag. Der Adjusted EBITDA Leverage laut der am 30. November 2019 gültigen Rahmenkreditvereinbarung betrug zum Abschlussstichtag 2,4x (Vorjahr: 3,1x). Die Nutzung des revolvierenden Darlehens (Rahmenhöhe EUR 550,0 Mio.) betrug zum 30. November 2019 EUR 302,3 Mio. (Vorjahr: Rahmenhöhe EUR 450,0 Mio., Nutzung EUR 264,4 Mio.) zuzüglich genutzter Nebenkreditlinien in Höhe von EUR 16,5 Mio. (Vorjahr: EUR 3,3 Mio.). Das revolvierende Darlehen stand uns somit zum 30. November 2019 in Höhe von EUR 231,2 Mio. für Investitionen, Akquisitionen sowie für weitere betriebliche Zwecke zur Verfügung.
UNTERNEHMENSKÄUFE UND -VERKÄUFE
Am 2. Dezember 2019 hat Gerresheimer einen Vertrag mit wirtschaftlicher Wirkung zum 30. November 2019 über den Verkauf der Gerresheimer Buenos Aires S.A. (Buenos Aires/Argentinien) an IMAP SAIC, einen führenden argentinischen Hersteller von Kunststoffverpackungen, abgeschlossen. Aus Wesentlichkeitsgründen wurde die Entkonsolidierung dieser Gesellschaft bereits zum 30. November 2019 durchgeführt und der Zeitwert der vereinbarten Gegenleistung als sonstige Beteiligung ausgewiesen. Mit Kaufvertrag vom 21. Februar 2019 hat Gerresheimer 60 % der Kapitalanteile und Stimmrechte an der respimetrix GmbH, Düsseldorf, erworben. Bei der respimetrix GmbH handelt es sich um ein Forschungsunternehmen. Aus Wesentlichkeitsgründen wird auf die Vollkonsolidierung der respimetrix GmbH verzichtet. Diese Gesellschaft hat zum 30. November 2019 keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Cash Flows des Gerresheimer Konzerns.
INVESTITIONSANALYSE
Im Geschäftsjahr 2019 tätigte Gerresheimer die folgenden Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte:
| scroll in Mio. EUR | 2019 | 2018 | Veränderung in %1) |
|---|---|---|---|
| Plastics & Devices | 93,8 | 64,7 | 44,9 |
| Primary Packaging Glass | 82,9 | 47,8 | 73,6 |
| Advanced Technologies | 4,9 | 0,5 | > 100,0 |
| Zentralstellen | 3,8 | 1,7 | > 100,0 |
| Summe Investitionen 2) | 185,4 | 114,7 | 61,6 |
1) Die Veränderung wurde auf Basis von T EUR berechnet.
2) Hierin sind Zugänge aus Finanzierungsleasing und Ratenkäufen sowie zum Abschlussstichtag noch nicht zahlungswirksame Investitionen in Höhe von EUR 21,5 Mio. (Vorjahr: EUR 0,1 Mio.) enthalten.
Der größte Teil der Investitionen entfiel, wie im Vorjahr, auf den Geschäftsbereich Plastics & Devices. Den Schwerpunkt bildete hierbei insbesondere der Ausbau unserer Inhalatorproduktion in der Tschechischen Republik sowie der Neubauten unserer Werke in der Republik Nordmazedonien und Brasilien. Darüber hinaus lag der Fokus auf dem Ausbau des Produktportfolios sowie der Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten. Die Investitionen im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass betrafen im Wesentlichen die geplante Ofenreparatur und -erweiterung in Deutschland, welche im 3. und 4. Quartal 2019 durchgeführt wurde, sowie die Modernisierung und Automatisierung der Produktionsanlagen. Darüber hinaus investierten wir in das neue Innovations- und Technologiezentrum für Glas in Nordamerika und Kapazitätserweiterungen. Zudem erfolgten, wie in den Vorjahren, Investitionen in Formen und Werkzeuge.
Investitionen nach Wirtschaftsregionen
Im Geschäftsjahr 2019 entfielen aus regionaler Sicht 48,4 % der Investitionen auf Deutschland (Vorjahr: 53,3 %), 26,3 % auf Europa (Vorjahr: 13,4 %), 17,7 % auf die Schwellenländer (Vorjahr: 17,8 %) und 7,6 % auf die Region Amerika (Vorjahr: 15,5 %).
OPERATING CASH FLOW
| scroll in Mio. EUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Adjusted EBITDA | 400,0 | 298,6 |
| Veränderung des Net Working Capitals | 5,5 | -17,6 |
| Investitionen | -163,9 | -114,6 |
| Operating Cash Flow | 241,6 | 166,4 |
| Gezahlte Zinsen (netto) | -19,4 | -28,9 |
| Gezahlte Steuern (netto) | -36,2 | -37,0 |
| Pensionszahlungen | -10,9 | -11,9 |
| Sonstiges | -141,5 | -29,6 |
| Freier Cash Flow vor Akquisitionen/Desinvestitionen | 33,6 | 59,0 |
| Akquisitionen/Desinvestitionen | -43,9 | -172,5 |
| Finanzierungstätigkeit | -1,1 | -95,4 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | -11,4 | -208,9 |
Der im Geschäftsjahr 2019 erzielte Operating Cash Flow in Höhe von EUR 241,6 Mio. ist maßgeblich durch den sonstigen betrieblichen Ertrag aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen in Höhe von EUR 129,8 Mio. beeinflusst. Da dieser Ertrag nicht zahlungswirksam ist, ist die gegenläufige Korrektur in der Position "Sonstiges" dargestellt. Der im Vergleich zum Vorjahr geringere Freie Cash Flow vor Akquisitionen/Desinvestitionen ist vor allem auf deutlich höhere Investitionen zurückzuführen.
KAPITALFLUSSRECHNUNG
| scroll in Mio. EUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 192,9 | 173,4 |
| Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit | -203,2 | -286,9 |
| Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -1,1 | -95,4 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | -11,4 | -208,9 |
| Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelbestandes | 0,6 | -0,8 |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 61,9 | 271,6 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 51,1 | 61,9 |
Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit erhöhte sich im Geschäftsjahr 2019 um 11,2 % auf nunmehr EUR 192,9 Mio. Diese Entwicklung ist zum einen auf die niedrigere Kapitalbindung durch den Rückgang des Net Working Capitals sowie zum anderen auf deutlich niedrigere gezahlte Zinsen im Geschäftsjahr 2019 zurückzuführen. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit von saldiert EUR 203,2 Mio. lag deutlich unter dem Vorjahreswert von EUR 286,9 Mio. Dabei haben wir Auszahlungen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzanlagen in Höhe von EUR 164,6 Mio. im Geschäftsjahr 2019 getätigt. Diese lagen um EUR 49,9 Mio. über den entsprechenden Auszahlungen des Vorjahres von EUR 114,7 Mio. Im Geschäftsjahr 2019 betrugen die Einzahlungen aus Anlagenabgängen EUR 5,2 Mio., welche im Wesentlichen aus dem Verkauf eines Grundstückes in Küssnacht (Schweiz) resultierten. Zudem erfolgte die Zahlung des fixen sowie eines bedingten Kaufpreisbestandteils in Höhe von insgesamt EUR 43,5 Mio. für den Erwerb der Sensile Medical. Im Vorjahr betrugen die Auszahlungen für diesen Erwerb EUR 172,5 Mio. Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2019 saldiert EUR 1,1 Mio. (Vorjahr: EUR 95,4 Mio.). An die Aktionäre der Gerresheimer AG wurde im Geschäftsjahr 2019 eine Dividende in Höhe von insgesamt EUR 36,1 Mio. ausgeschüttet (Vorjahr: EUR 34,5 Mio.). Darüber hinaus erfolgte eine Ausschüttung an nichtbeherrschende Anteile in Höhe von EUR 3,3 Mio. (Vorjahr: EUR 1,7 Mio.). Zum 30. November 2019 verfügte der Gerresheimer Konzern über einen Finanzmittelbestand in Höhe von EUR 51,1 Mio. (Vorjahr: EUR 61,9 Mio.). Darüber hinaus stand Gerresheimer zum Ende der Berichtsperiode ein revolvierendes Darlehen in Höhe von EUR 550,0 Mio. zur Verfügung, das zum Abschlussstichtag am 30. November 2019 mit EUR 302,3 Mio. zuzüglich genutzter Nebenkreditlinien in Höhe von EUR 16,5 Mio. in Anspruch genommen wurde. Der verbleibende Betrag steht Gerresheimer unter anderem für Investitionen, Akquisitionen und weitere betriebliche Zwecke zur Verfügung.
GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE
Mit dem im abgelaufenen Geschäftsjahr begonnenen groß angelegten Investitionsprogramm legen wir das Fundament für zukünftiges nachhaltiges profitables Wachstum. Die währungsbereinigten Umsatzerlöse sind um 0,5 % auf nunmehr EUR 1.380,2 Mio. im Geschäftsjahr 2019 angestiegen. Mit dieser Umsatzentwicklung sind wir hinter unseren Möglichkeiten zurückgeblieben, was hauptsächlich auf die Entwicklung bei der Sensile Medical zurückzuführen ist. Hierbei hatte insbesondere die unerwartete kundenseitige Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes einen negativen Effekt in Höhe von EUR 17,3 Mio. auf die Umsatzerlöse. Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA betrug im Geschäftsjahr 2019 EUR 396,1 Mio. nach EUR 300,2 Mio. im Vorjahr. Dabei ist zu berücksichtigen, dass wir im Geschäftsjahr 2019 einen sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von EUR 129,8 Mio. aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical erfasst haben. Gegenläufig wurde das währungsbereinigte Adjusted EBITDA mit EUR 9,2 Mio. aufgrund der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes belastet. Darüber hinaus hat die Kündigung dieses Projektes zu einer Vertragsanpassung und somit zu einer kumulativen Anpassung der bis zu diesem Zeitpunkt erfassten Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17,3 Mio. geführt, die in gleicher Höhe einen negativen Einfluss auf das währungsbereinigte Adjusted EBITDA hatte.# FINANZIELLE ENTWICKLUNG
Unser Investitionsprogramm ist planmäßig angelaufen und führte im Geschäftsjahr 2019 zu Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzanlagen in Höhe von EUR 164,6 Mio. nach EUR 114,7 Mio. im Vorjahr. Trotz der höheren Auszahlungen für Investitionen konnten wir den Operating Cash Flow von EUR 166,4 Mio. im Vorjahr auf EUR 241,6 Mio. steigern. Dieser Anstieg war im Wesentlichen durch das verbesserte Adjusted EBITDA getrieben, welches wiederum durch die zahlungsunwirksame Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen im Zusammenhang mit dem Erwerb der Sensile Medical in Höhe von EUR 129,8 Mio. positiv beeinflusst wurde. Der Adjusted EBITDA Leverage, berechnet als Verhältnis der verzinslichen Nettofinanzschulden zum Adjusted EBITDA gemäß der am 30. November 2019 gültigen Rahmenkreditvereinbarung, lag bei 2,4x. Der deutliche Rückgang gegenüber dem 30. November 2018 ist ebenfalls auf das höhere Adjusted EBITDA zurückzuführen, welches insbesondere durch den sonstigen betrieblichen Ertrag aus der Ausbuchung der bedingten Kaufpreisbestandteile beeinflusst war. Unsere Vermögenslage ist unverändert sehr solide. Die im aktuellen Geschäftsjahr erfassten Wertminderungen in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical in Höhe von insgesamt EUR 116,6 Mio. sind im Wesentlichen auf die kundenseitige Kündigung von Projekten, insbesondere des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes, zurückzuführen. Die langfristigen Vermögenswerte waren zu 83,5 % durch Eigenkapital und langfristige Schulden gedeckt (Vorjahr: 90,9 %). Die Eigenkapitalquote stieg von 32,6 % zum Vorjahresstichtag auf nunmehr 35,6 % zum 30. November 2019.
NICHTFINANZIELLE KONZERNERKLÄRUNG GEM. § 315b HGB
UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG UND NACHHALTIGKEIT BEI GERRESHEIMER
Seit 2010 hat Gerresheimer seine unternehmerische Verantwortung und damit seine Haltung zur Nachhaltigkeit in der Unternehmensrichtlinie "Unternehmerische Verantwortung" festgeschrieben, kommuniziert und konzernweit ausgerollt. Diese Richtlinie wurde kontinuierlich weiterentwickelt und zuletzt im Mai 2018 aktualisiert. Die Prinzipien der Nachhaltigkeit und der unternehmerischen Verantwortung sind zugleich Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie, und damit nicht nur in unserer Vision, sondern auch in unserer Mission und unseren fünf Unternehmenswerten Teamarbeit, Verantwortung, Integrität, Innovation und Höchstleistung verankert. Diese Prinzipien gelten verbindlich für alle unsere Standorte weltweit. Durch interne Standards setzen wir die Anforderungen um, welche durch das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) entstanden sind. Die hierfür erforderlichen Informationen zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung werden in der folgenden nichtfinanziellen Konzernerklärung dargelegt. Bei der Auswahl der zu berichtenden Sachverhalte haben wir nicht nur die gesetzlichen Anforderungen berücksichtigt, sondern beziehen uns auch auf die Wesentlichkeitsmatrix, welche die aktuellen Erwartungen unserer Stakeholder sowie die Ausrichtung und die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit widerspiegelt. Als wesentliche Änderung zum Vorjahr berichten wir in diesem Geschäftsjahr unsere CO2-Äquivalente-(CO2e-)Emissionen sowie Wasserverbräuche nicht wie in der Vergangenheit zeitversetzt, sondern analog zum aktuellen Geschäftsjahr. Wir haben in diesem Jahr den kompletten Erhebungsprozess angepasst, um eine zeitnahe und damit transparentere Berichterstattung zu ermöglichen. Zusätzlich zu den CO2e-Emissionswerten und Wasserverbräuchen für das aktuelle Geschäftsjahr stellen wir aufgrund der Umstellung des Prozesses auch die Werte für das Geschäftsjahr 2018 dar, um eine kontinuierliche Fortschreibung und Vergleichbarkeit der Daten sicherzustellen. Die nichtfinanzielle Konzernerklärung orientiert sich an den Grundsätzen (Prinzipien) der Sustainability Reporting Standards der Global Reporting Initiative (GRI), einem weltweit anerkannten Rahmenwerk zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Eine vollumfängliche Erfüllung der GRI Standards in der Option "Core" oder "Comprehensive" ist derzeit nicht gegeben. Mit der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie und der Nachhaltigkeitsberichterstattung arbeiten wir auf diese hin. Mit der vorliegenden nichtfinanziellen Konzernerklärung kommen wir unserer Berichtspflicht, die sich aus dem CSR-RUG ergibt, nach. Die Inhalte der nichtfinanziellen Konzernerklärung hat der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG geprüft. Das Gremium wurde dabei von der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft durch eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit (Limited Assurance) nach ISAE 3000 unterstützt. Deloitte wird die Ergebnisse dem Aufsichtsrat der Gerresheimer AG in seiner Sitzung vom 18. Februar 2020 berichten. Die in dieser nichtfinanziellen Konzernerklärung gemachten Angaben beziehen sich sowohl auf die Gerresheimer AG als auch auf die von ihr direkt und indirekt gehaltenen Tochterunternehmen. Zu wesentlichen nichtfinanziellen Risiken gemäß den Anforderungen des CSR-RUG verweisen wir auf das Kapitel "Chancen- und Risikobericht". Weitere Informationen zu unserer Vision, Mission und unseren Unternehmenswerten finden Sie im Kapitel "Konzernstrategie und Ziele". Informationen zur unternehmerischen Verantwortung bei Gerresheimer finden Sie unter www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung.
STRATEGISCHE ANALYSE, WESENTLICHKEIT UND ZIELE
Den Begriff Nachhaltigkeit betrachten wir in allen seinen Facetten. Gemäß unserem Geschäftsmodell (Details siehe Kapitel "Der Gerresheimer Konzern") stehen für uns unsere Produkte sowie der Nutzen, den sie stiften, im Vordergrund unseres Handelns. Mit der Entwicklung und Herstellung von Produkten zur Verpackung von Medikamenten, zur einfachen und sicheren Dosierung und Verabreichung von Arzneimitteln leisten wir einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden der Gesellschaft. Dementsprechend hat der verantwortungsvolle Umgang mit den Entwicklungs- und Produktionsprozessen für uns höchste Priorität. Unsere eigenen Ansprüche an Qualität, Schonung von Ressourcen, Vermeidung von Verschwendung, einfache Handhabung und größtmögliche Sicherheit unserer Produkte geben uns den Weg vor. Wir fassen unsere unternehmerische Verantwortung und unsere Verpflichtung zur Nachhaltigkeit aber wesentlich weiter und haben uns deshalb Grundsätze unternehmerischer Verantwortung auferlegt. Wir beschreiben darin die Handlungsfelder unserer unternehmerischen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, unseren Mitarbeitern, den Investoren, unseren Kunden und Lieferanten sowie der Umwelt. An diesen Grundsätzen lassen wir uns öffentlich messen. Regelmäßig evaluieren zahlreiche unserer internationalen Pharma- und Kosmetikkunden unsere Maßnahmen und Ergebnisse nachhaltiger Unternehmensführung. Außerdem stehen wir mit unseren Investoren in ständigem Dialog bezüglich unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Um unsere bestehende Nachhaltigkeitsstrategie fortzuentwickeln, haben wir im Geschäftsjahr 2017 einen systematischen Prozess zur Erfassung und Priorisierung der Erwartungen an uns durch externe und interne Stakeholder sowie der Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf die Umwelt, Gesellschaft und unsere Arbeitnehmer gestartet und diesen im Geschäftsjahr 2019 fortgeführt. Dabei benutzen wir die anerkannte Methodik der Wesentlichkeitsanalyse. Der Input folgender wesentlicher Stakeholder-Gruppen wurde entsprechend berücksichtigt:
- Die entsprechenden Schwerpunktthemen vieler unserer Pharma- und Kosmetikkunden, die uns in Sachen Nachhaltigkeit entweder einzeln auditieren oder dies über anerkannte CSR-Auditierungs-Agenturen wie EcoVadis oder Ecodesk abwickeln, sowie direkte Gespräche mit Kunden.
- Investoren- und Analystenfragebögen zu Nachhaltigkeitsaspekten sowie Input aus Gesprächen unseres Vorstands oder unserer Investor Relations mit Kapitalmarktakteuren.
- Öffentliche Meinung und Vorgaben aus der Politik, insbesondere von der EU und den USA, aber auch lokale Politik und Öffentlichkeit.
- Unternehmensperspektive durch Vorgaben aus dem Vorstand und dem operativen Management sowie aus dem Personalmanagement.
- Die Mitarbeitersicht, die sich insbesondere aus der letzten Mitarbeiterumfrage ergibt.
Darüber hinaus haben wir die wesentlichen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf die Umwelt, Gesellschaft und die Arbeitnehmer in die Wesentlichkeitsbetrachtung mit einbezogen. Die nachfolgende Wesentlichkeitsmatrix zeigt die ökonomischen, ökologischen und sozialen Themen auf, die wir in dem beschriebenen Prozess identifiziert und priorisiert haben. Die Positionierung eines Themas im oberen rechten Dreieck geht einher mit hoher Relevanz aus Sicht unserer externen Stakeholder wie auch aus unserer eigenen Perspektive. Analog besitzen die Themen im linken unteren Bereich der Matrix die geringste Relevanz für unsere Stakeholder und uns. Die Themen sind entsprechend markiert und in fünf Schwerpunkte unterteilt. Dies sind die Kernthemen unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die nachfolgenden Kapitel orientieren sich an den hier benannten Themenschwerpunkten.
Die fünf Themenschwerpunkte unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung:
| Themenschwerpunkte | CSR-RUG |
|---|---|
| Verantwortungsvolle Wertschöpfung | Umweltbelange |
| Verantwortung für die Umwelt | Umweltbelange |
| Verantwortung für die Mitarbeiter | Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte |
| Verantwortung für die Gesellschaft | Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte |
| Verantwortung für Compliance | Bestechung und Korruption |
Wesentlichkeitsmatrix
Ranking ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte nach ihrer Relevanz für unsere Geschäftstätigkeit
Ein Blick auf die obere rechte Ecke des Schaubildes zeigt, dass in unserer Branche den Themen Energieeffizienz und Emissionen sowie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz besonders hohe Bedeutung zukommt.# VERANTWORTUNG, REGELN UND PROZESSE, KONTROLLE
Nimmt man dann noch die Aspekte mit mittlerer Relevanz hinzu, ergibt sich ein hoher Deckungsgrad mit den Schlüsselthemen, die von externen Auditierungs-Agenturen wie EcoVadis erfragt werden. Aktuell haben wir die Bewertung durch EcoVadis in der Kategorie "Silber". Dabei haben wir 46 von 100 möglichen Punkten erzielt und liegen damit über dem Durchschnitt aller von EcoVadis geprüften Unternehmen von 42,4 Punkten. In der Vergleichsbranche Pharmazulieferer und Medizintechnik zählt Gerresheimer damit zu den Top-25-Prozent der von EcoVadis auditierten Unternehmen. Im Rahmen des 2019 vom Vorstand der Gerresheimer AG eingeleiteten Strategieprozesses (siehe Kapitel "Konzernstrategie und Ziele"), in dessen Verlauf Weichenstellungen und Zielrichtungen für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Gerresheimer Gruppe in den nächsten zehn Jahren formuliert wurden, ist das Thema Nachhaltigkeit als ein zentrales Kernthema auf die Gerresheimer Agenda gesetzt worden. Damit wollen wir unser Engagement für Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung wesentlich intensivieren. Auf Grundlage dieses strategischen Zieles werden wir im kommenden Jahr konkrete Ziele und Maßnahmen entwickeln und anstoßen, um das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlich und systematisch weiter voranzutreiben.
Der Vorstand der Gerresheimer AG hat im Mai 2019 die überarbeitete CSR-Strategie verabschiedet und entsprechende Verantwortlichkeiten vergeben. Mit der Umsetzung der CSR-Strategie war im Geschäftsjahr 2019 der Group Senior Director Communication and Marketing beauftragt. Er berichtet dem Vorstand mehrmals jährlich über den Fortschritt bei der Umsetzung der CSR-Strategie. Im Rahmen des Strategieprozesses werden ab dem Geschäftsjahr 2020 die Verantwortlichkeiten für das Gerresheimer Management System (GMS), Environment, Health and Safety (EHS) und Sustainability (Corporate Social Responsibility - CSR) in einer Abteilung unter der Leitung des Group Senior Director Operational Excellence, EHS & CSR zusammengeführt. Das Ziel dieser Neuorganisation besteht darin, einen integrierten, strategiegetriebenen und ganzheitlichen Ansatz für Operational Excellence, EHS und CSR zu schaffen und Synergien durch die Bündelung von Kompetenzen und Ressourcen zu erzielen. Da die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele und die Einhaltung der Nachhaltigkeitsprinzipien Bestandteil unserer alltäglichen Geschäftsprozesse sind und in der Verantwortung des Managements und aller Mitarbeiter liegen, gibt es weder beim Vorstand noch beim Management oder bei den Mitarbeitern ein besonderes Anreizsystem dazu, etwa in den Bonusregelungen. Derzeit ist dies auch nicht geplant.
Im Gerresheimer Management System ist die kontinuierliche Verbesserung aller operativen Tätigkeiten bei Gerresheimer festgeschrieben. Die grundlegenden Nachhaltigkeitsziele und -prozesse sind im Gerresheimer Management System definiert. Dementsprechend und der üblichen Verantwortungszuordnung folgend liegt die Verantwortung für die Erreichung der Ziele und die Einhaltung der Prozesse, auch in Sachen Nachhaltigkeit, bei den Führungskräften der Geschäftsbereiche und der Werke sowie bei den Fachverantwortlichen. Im Rahmen der regelmäßigen GMS-Evaluationen der Werke und Standorte wie auch der Lieferantenaudits werden Nachhaltigkeitsziele kontrolliert und auditiert.
OPERATIONAL EXCELLENCE
Ein Wegbereiter zur Erreichung unserer Vision ist das Gerresheimer Management System. Mit GMS werden konzernweite Standards festgelegt sowie Methoden und Werkzeuge definiert, um eine kontinuierliche Prozessverbesserung in allen Teilen der Wertschöpfungskette langfristig zu implementieren und dabei eine effiziente, ressourcenschonende Produktion sowie eine konsequente Qualitäts- und Kundenfokussierung zu etablieren. Damit ist das GMS das übergreifende Managementsystem, mit dessen Hilfe - neben vielen anderen operativen Themen - auch unsere CSR-Strategie und unsere CSR-Ziele in operative Maßnahmen umgesetzt werden. Mit seinen vier Systemelementen "Mitarbeitersysteme", "Materialsysteme", "Qualitätssysteme" sowie "Methoden und Werkzeuge" schafft unser GMS den Rahmen und stellt die Standards und Instrumente zur Verfügung, um die relevanten Aspekte gemäß CSR-RUG in unseren Produktionsstandorten zu verankern und konkrete Maßnahmen zu implementieren.
Unsere Werke brechen die strategischen Ziele auf messbare Standort- und Abteilungsziele herunter und verknüpfen diese über Leistungsindikatoren mit Prozessparametern und -messgrößen. Auf diese Weise können die im GMS zur Verfügung gestellten Methoden und Werkzeuge für jeden Standort priorisiert und entsprechend eingesetzt werden. Bei der Umsetzung kommt unseren Mitarbeitern eine zentrale Rolle zu. Daher wird das Ausbildungsprogramm für GMS kontinuierlich weiterentwickelt. Der Erfolg des GMS beruht auf seiner Akzeptanz, Verbreitung und Umsetzung auf allen Organisationsebenen innerhalb unseres Konzerns. Wir entwickeln und definieren werksspezifische Verbesserungspläne im Rahmen des operativen und strategischen Planungsprozesses. Mittels sogenannter Operational-Excellence-Kennzahlen und eines standardisierten Evaluationssystems (GMS Performance Evaluation) messen und beurteilen wir regelmäßig den Umsetzungsstand und Reifegrad der formulierten Standards. Der GMS Performance Evaluation-Prozess ist auf Gerresheimer Gruppen- und Werksebene definiert. Eine detaillierte Beschreibung des Prozesses und der zu befolgenden Zeitpläne ist im Dokument "GMS Performance Evaluation Guideline" definiert. Jedes Werk ist dabei verpflichtet, mindestens einmal im Jahr eine Selbstbewertung im Rahmen der sogenannten GMS Self Performance Evaluation durchzuführen. Das Konzept der Self Performance Evaluation sorgt für eine bessere Akzeptanz und Eigenverantwortung der Werke. Darüber hinaus werden auf Grundlage eines Prioritätenmodells in jedem Jahr auch sogenannte externe GMS Performance Evaluationen in ausgewählten Werken durchgeführt, unter der Beteiligung der globalen Abteilung Business Excellence und von GMS-Auditoren aus anderen Standorten.
Alle GMS Performance Evaluationen werden von geschulten GMS-Auditoren durchgeführt. Jede externe GMS Performance Evaluation wird von einem erfahrenen GMS Lead Auditor geplant und geleitet. Zu diesem Zweck sind zum 30. November 2019 146 Mitarbeiter als GMS-Auditoren ausgebildet und im Evaluationsprozess aktiv an der nachhaltigen Umsetzung des Systems beteiligt. Diese intern ausgebildeten Auditoren sind untereinander vernetzt und bieten uns eine ausgezeichnete Grundlage für Eigenverantwortung in den Werken, den werks- und divisionsübergreifenden Austausch von Lösungen und die konzerninterne Beratung durch Experten. Die Evaluation erfolgt anhand eines standardisierten Katalogs von 287 Fragen und eindeutig definierter Beurteilungsstufen, so dass eine objektive Beurteilung des aktuellen Umsetzungsstands gewährleistet wird. Im Rahmen der Bewertungen werden neben Werkzeugen zur Prozessoptimierung, Verschwendungsbeseitigung und kontinuierlichen Verbesserung auch Qualitätsprozesse, Personalprozesse und die im GMS verankerten Kernelemente der Gerresheimer Nachhaltigkeitsstrategie, z. B. unsere "Unternehmerische Verantwortung" und die "Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management", mitberücksichtigt. Aus diesen Bewertungen werden jeweils standortspezifische Empfehlungen und Maßnahmenpläne entwickelt, um die weitere zielgerichtete, kontinuierliche Verbesserung sicherzustellen. Diese Maßnahmen werden in einer digitalen Plattform dokumentiert und nachverfolgt. Im Geschäftsjahr 2019 wurden in diesem System 360 neue GMS-Maßnahmen erstellt und im gleichen Zeitraum 126 GMS-Maßnahmen abgeschlossen.
Zu der jährlich stattfindenden GMS-Konferenz kamen in diesem Jahr 75 Teilnehmer aus zwölf Ländern zusammen, um die aktuellen Entwicklungen des GMS im Rahmen von Vorträgen, Workshops und Werksbesichtigungen zu besprechen, Netzwerke auf- und auszubauen und Erfahrungen mit der Umsetzung sowie Erfolgsgeschichten auszutauschen. Besonders herauszustellen war dabei im Geschäftsjahr 2019 der Austausch von Erfahrungen und Erfolgsgeschichten mit einigen unserer Kunden im Rahmen von Vorträgen. Die Verleihung der "GMS Awards 2019" durch den Vorstand an vier Projektteams und ein Werk zur Anerkennung ihrer exzellenten Umsetzungsprojekte stellte auch in diesem Jahr einen Höhepunkt der Veranstaltung dar. Der Bewerbungsprozess für die "GMS Awards 2020" ist bereits gestartet. Dabei wurde zu den bestehenden Award-Kategorien in den vier Systemelementen "Mitarbeitersysteme", "Materialsysteme", "Qualitätssysteme" sowie "Methoden und Werkzeuge" und dem "Werks Award" erstmals die neue Kategorie "Nachhaltigkeit" ausgeschrieben. Diese werden wir im Rahmen der GMS-Konferenz 2020 erstmals verleihen.
Das unternehmensweite Lernen durch die Vernetzung von Experten und den Austausch von erfolgreichen Lösungen innerhalb und zwischen Standorten ist ein wichtiges Ziel des GMS. Um diesen Austausch zu fördern und zu erleichtern, arbeiten und kommunizieren die GMS-Experten weltweit auf unserer neuen Social Collaboration Plattform und tauschen sich in Webmeetings zu aktuellen Themen und Lösungen aus. Im Rahmen des Strategieprozesses werden derzeit Ziele und Anforderungen für das GMS definiert, um sicherzustellen, dass das System auch zukünftig die Umsetzung unserer strategischen und operativen Ziele ermöglicht und zielgerichtet unterstützt. Aus diesem Grund werden wir im Geschäftsjahr 2020 einen Überarbeitungsprozess für das GMS einleiten, in welchem wir unter Einbeziehung aller operativen Einheiten Kernprozesse für die Produktion und das Qualitätsmanagement definieren, die dann anschließend sukzessive global implementiert werden.# VERANTWORTUNGSVOLLE WERTSCHÖPFUNG BESCHAFFUNG
Im abgelaufenen Geschäftsjahr belief sich der Materialaufwand des Gerresheimer Konzerns (inklusive der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Energiekosten, Verpackungsmaterial und zugekaufter Leistungen) auf EUR 521,1 Mio. (Vorjahr: EUR 517,5 Mio.). Damit lag unsere Einkaufsquote - die Kosten der Beschaffung von Material bezogen auf die Umsatzerlöse - mit 37,4 % geringfügig unter der Vorjahresquote von 37,8 %. Unser Beschaffungswesen ist aufgrund der unterschiedlichen Produktionstechnologien in den Geschäftsbereichen und Geschäftsfeldern und wegen der weltweit verteilten Produktion in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien weitgehend dezentral organisiert. Energie, nicht produktionsrelevante Güter und Dienstleistungen wie Zugang zu Datennetzen oder Hard- und Software hingegen werden weitgehend zentral eingekauft. Unser Umgang mit Lieferanten ist durch das Gerresheimer Compliance-Programm sowie die Einkaufsrichtlinien und Verfahrensanweisungen geregelt. Ebenso legen wir großen Wert darauf, dass Lieferanten den hohen Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen an unser Geschäft entsprechen.
Bei der Auswahl unserer strategischen Lieferanten prüfen wir, ob diese gemäß den für ihre Geschäftstätigkeit relevanten ISO-Normen zertifiziert sind und zudem die Richtlinien zur Qualitätssicherung in der Produktion von Arzneimitteln und Wirkstoffen (Good Manufacturing Practice) einhalten. Wir sorgen dafür, dass alle strategischen Zulieferer die "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" (auf unserer Internetseite zu finden unter: www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung/kunden-lieferanten) erhalten. Neben wichtigen Grundsätzen zu Gesundheit am Arbeitsplatz und ethischem Geschäftsgebaren beinhalten diese unter anderem das Thema Umweltschutz. Gemäß den Ausführungen der Prinzipien müssen unsere Lieferanten alle anwendbaren Umweltvorschriften einhalten. Das heißt, sie müssen alle notwendigen Umweltgenehmigungen, Lizenzen, Informationen, Registrierungen und Einschränkungen beibringen und ihre betrieblichen Anforderungen und Berichts- und Meldepflichten einhalten. Zudem erwarten wir, dass sie Systeme implementiert haben, die einerseits einen sicheren Umgang mit Abfällen, Emissionen und Abwasser gewährleisten und andererseits zufällige oder unfallbedingte Verseuchungen und Freisetzungen in die Umwelt vermeiden.
322 (Vorjahr: 186) unserer strategischen Lieferanten (35 %, Vorjahr: 22 %) haben uns die Einhaltung dieser Prinzipien zudem schriftlich zugesichert. Da wir die "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" als wichtiges Kernelement in der Abstimmung und Formulierung unserer Ansprüche an unsere Lieferanten verstehen, planen wir, auch im kommenden Geschäftsjahr diese Quote weiter zu erhöhen.
Unsere Anforderungen an den Auswahlprozess für neue und bestehende Lieferanten sowie die kontinuierliche Bewertung der Lieferantenleistungen sind im Gerresheimer Management System im Kapitel "Qualitätsverfahren Lieferanten" verankert und damit weltweit für alle Standorte gültig. Am Anfang dieses Prozesses steht eine einheitliche Klassifizierung der Lieferanten, um sicherzustellen, dass im Besonderen unsere strategischen Lieferanten im Einklang mit unseren Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen agieren. Als strategische Lieferanten gelten dabei diejenigen Lieferanten, von denen wir Materialien oder Dienstleistungen beziehen, die im Verarbeitungsprozess direkt in unsere Produkte eingehen oder einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität des Endproduktes haben können. Per 30. November 2019 haben wir so weltweit 927 (Vorjahr: 836) strategische Lieferanten definiert.
Neue Lieferanten durchlaufen einen Qualifizierungsprozess, bevor sie für den Bezug von Materialien oder Dienstleistungen freigegeben werden. Neben einer Selbstauskunft anhand eines Fragebogens beinhaltet diese Qualifizierung für die strategischen Lieferanten eine Auditierung vor Ort. Etwa 80 % unserer Standorte beziehen im Rahmen dieses Qualifizierungsprozesses bereits heute ökologische oder soziale Belange mit ein. Zur Sicherstellung eines langfristigen Qualitätsniveaus in der Beschaffung und der kontinuierlichen Verbesserung der Lieferantenleistungen werden für alle strategischen Lieferanten jährliche Leistungsbewertungen und in regelmäßigen Abständen Lieferantenaudits durchgeführt. Auch in dieser jährlichen Überprüfung finden ökologische und soziale Bewertungskomponenten Eingang.
In unseren "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" ist zudem festgeschrieben, dass ein Liefervertrag umgehend gekündigt wird, wenn festgestellt wird, dass ein Lieferant willentlich eine oder mehrere der folgenden einheitlich definierten Handlungen durchführt, praktiziert oder befürwortet (d. h. intern oder durch Einsatz von Subunternehmern):
- Wissentliche Fälschung von Informationen, die vom Einkauf angefordert werden
- Einsatz von Zwangs- oder Sklavenarbeit oder unfreiwilliger Strafgefangenenarbeit
- Einsatz von Kinderarbeit
- Unmenschliche Behandlung von Mitarbeitern oder Billigung von sexuellem Missbrauch, körperlicher Züchtigung und körperlicher Nötigung von Mitarbeitern
- Wissentliche Unterstützung von Korruption, Erpressung, Unterschlagung, Bestechung oder sonstige kriminelle Aktivitäten
- Absichtliche und wiederholte massive Verstöße gegen Umwelt- und Arbeitsschutz, die Mitarbeiter und/oder die Gesellschaft gefährden
Im Geschäftsjahr 2019 gab es keine Vorfälle, die zur Kündigung einer Lieferantenbeziehung aufgrund dieser Punkte geführt haben.
Als Hersteller hochwertiger pharmazeutischer Primärverpackungen setzen wir für die Glasproduktion in unseren Behälterglaswerken vorrangig die Rohstoffe Quarzsand, Soda und Natronkalk sowie in geringen Mengen weitere Zusatzstoffe ein. Die genannten Rohstoffe sind gut verfügbare Grunderzeugnisse, die wir von verschiedenen Lieferanten beziehen. Daher kam es im Berichtszeitraum nicht zu Lieferausfällen oder -engpässen mit wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung. Des Weiteren erfordert die Glasproduktion den Einsatz von größeren Mengen Energie, vor allem von Gas und Strom. In einigen Kundenverträgen sind automatische Anpassungen bei sich ändernden Energiepreisen mit Zeitversatz vorgesehen. Da unsere Verträge mit unseren Kunden für pharmazeutische Glasbehälter und Kosmetikglas selten mit einer vereinbarten Laufzeit von mehr als zwei Jahren ausgestattet sind, werden in der Regel bei Vertragsverlängerungen - falls erforderlich - entsprechende Anpassungen an veränderte Energiepreise vorgenommen. Etwaige Restrisiken minimieren wir mit Hilfe von Sicherungsgeschäften weitestgehend, siehe Kapitel "Operative Risiken".
Für die Produktion von pharmazeutischen Primärverpackungen aus Kunststoff wie auch zur Herstellung der komplexen Drug-Delivery-Systeme wie Insulin-Pens und Inhalatoren werden neben Energie in erster Linie spezielle Kunststoffgranulate wie beispielsweise Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol benötigt. Die genannten Rohstoffe sind ebenfalls gut verfügbare Grunderzeugnisse, die wir von verschiedenen Lieferanten beziehen. Daher kam es im Berichtszeitraum auch hier nicht zu Lieferausfällen oder -engpässen mit wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung. Die Einkaufspreise für Kunststoffgranulate sind in einem hohen Maße vom Weltmarktpreis für Erdöl abhängig. Dementsprechend haben wir in den Verträgen mit unseren Kunden für pharmazeutische Kunststoffverpackungen und Drug-Delivery-Devices üblicherweise Anpassungen bei sich ändernden Granulat- und Energiepreisen vorgesehen, so dass Preisänderungsrisiken bei den genannten Grunderzeugnissen für uns gering sind.
Soweit wir zur Herstellung oder Veredelung unserer Produkte Mineralien wie Zinn, Wolfram, Tantal, Gold (sogenannte "Konfliktmineralien") oder deren Derivate einsetzen und einkaufen, müssen die entsprechenden Lieferanten Zertifikate zum einwandfreien Bezug dieser Rohstoffe vorlegen. Damit wird der Nachweis erbracht, dass unsere Lieferanten diese Rohstoffe nicht aus Ländern beziehen, die durch Gewinnung und Handel mit diesen Rohstoffen kriegerische Auseinandersetzungen finanzieren oder zu Menschenrechtsverletzungen beitragen. Dies ist sowohl in unseren Richtlinien zur "unternehmerischen Verantwortung" als auch in unseren Prinzipien für ein verantwortungsvolles Supply Chain Management klar geregelt und wir prüfen das Vorliegen der Lieferanten-Zertifikate entsprechend.
In einigen unserer Werke setzen wir Wolfram und Zinn im Produktionsprozess ein, während Gold als Veredelungsmaterial genutzt wird. Zinn ist Bestandteil von Zinnchlorid, das unsere Behälterglaswerke zur Oberflächenvergütung von Glasbehältern verwenden, wodurch die Qualität des Glases verbessert wird. Unsere Kosmetikglaswerke in Tettau (Deutschland) und Momignies (Belgien) verwenden Gold zur Dekoration von Flakons und Tiegeln. Auf Kundenwunsch setzt auch unser mexikanisches Werk in Queretaro goldene Emailfarbe bei der Veredelung von kosmetischen Ampullen ein. In Queretaro werden außerdem Spritzen produziert, für deren Konusformung ein Wolframdorn verwendet wird. Dies gilt auch für unser deutsches Spritzenwerk in Bünde. Für den Bezug dieser genannten Mineralien liegen entsprechende Zertifikate der Lieferanten zum konfliktfreien Bezug dieser Rohstoffe vor.
Um das Wissen unserer Mitarbeiter in der Einkaufsorganisation hinsichtlich Nachhaltigkeit in der Lieferkette zu vertiefen, haben wir im Geschäftsjahr 2019 das E-Lernmodul "Introduction to Responsible Supply Chain Management" entwickelt und ausgerollt.# PRODUKTION
Analog zur Herstellung von Arzneimitteln gelten auch für die Herstellung von pharmazeutischen Primärverpackungen hohe Qualitätsanforderungen. Deren Einhaltung wird regelmäßig von unseren internen Fachleuten, von unseren Kunden, externen Gutachtern und Aufsichtsbehörden überprüft. Diese Standards werden unter dem Begriff Good Manufacturing Practice zusammengeführt.
Trotz unterschiedlicher Produktionsprozesse in den drei Geschäftsbereichen Plastics & Devices, Primary Packaging Glass und Advanced Technologies gelten in allen Werken weltweit die Prinzipien des Gerresheimer Management Systems (siehe Abschnitt "Operational Excellence") sowie die Vorgaben der Gerresheimer Qualitätsinitiative. Damit stellen wir einheitliche Systeme und Qualitätsstandards sicher.
Die im Jahr 2011 eingeführte konzernweite Qualitätsinitiative hat über alle Geschäftsbereiche hinweg verbindliche Qualitätsvorgaben und Kennziffern entwickelt und wurde weltweit in allen Werken umgesetzt. Wir überwachen anhand dieser Kennziffern fortlaufend Prozesse zur Sicherstellung des Qualitätsniveaus der Produktion, der Prozesse und unseres Kundenservice. Dies verkürzt unsere Reaktionszeiten deutlich, falls es zu Abweichungen von unseren selbst gesetzten Zielvorgaben kommt. Dazu wurden insgesamt acht Kennzahlen definiert, die von jedem unserer Werke verfolgt werden müssen.
Eine wichtige Kennzahl ist etwa RFT (Right First Time). Mit ihr wird gemessen, wie viel Prozent unserer Produkte direkt beim ersten Mal richtig produziert wurden. Damit können wir feststellen, wie leistungsfähig unser Fertigungsprozess inklusive der prozessinternen Prüfungen ist.
Internal Rejects (IR) zeigt an, wie viele unserer Produkte bereits intern wegen Mängeln zurückgewiesen werden. So sehen wir, wie stabil und zuverlässig unser Herstellungsprozess ist.
Mit dem Wert OTIF (On Time in Full) messen wir, wie viele unserer Produkte vollständig und zeitgerecht an die Kunden geliefert wurden. Damit lässt sich unsere Lieferzuverlässigkeit erheben.
FA steht für First Acceptance und zeigt uns an, wie viele der gelieferten Chargen direkt vom Kunden akzeptiert wurden - im Idealfall natürlich 100 %.
Im Gegensatz dazu soll die CCR (Customer Complaint Rate) möglichst niedrig liegen, zeigt sie doch die Kundenreklamationsquote an.
Mit der Kennzahl CRIT (Complaint Response in Time) haben wir die rechtzeitige Antwort bei Reklamationen im Blick. Rechtzeitig bedeutet dabei, dass Reklamationen innerhalb von 21 Kalendertagen bearbeitet und abgeschlossen werden.
Etwas komplexer wird es bei der CNQ (Cost of Non-Quality) genannten Kennzahl. Mit ihr erfassen wir alle Kosten der Nicht-Qualität, also die direkten internen und externen Kosten, die uns durch Qualitätsmängel entstehen. Sie zeigt die wirtschaftlichen Folgen des aktuellen Qualitätsniveaus auf.
Komplettiert werden die Gerresheimer Qualitäts-Leistungskennzahlen durch CAPA Overdue (Corrective Action and Preventive Action). Dahinter verbirgt sich die Menge der überfälligen Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen.
Die Beobachtung und Messung der internen Kennziffern wird ergänzt durch direktes Feedback unserer Kunden. Über unsere eigenen Qualitätsziele hinaus entwickeln wir weitere kundenspezifische Qualitätsvereinbarungen.
In den einzelnen Geschäftsbereichen werden die Produktionskapazitäten auf Basis der Auftragslage, der Liefertermine und regulatorischer Aspekte grundsätzlich zentral geplant sowie je nach Auftrag regional oder global auf die Werke in den jeweiligen Geschäftsbereichen verteilt. Dabei spielen Effizienz und optimale Kapazitätsauslastung eine wichtige Rolle. Insbesondere im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass ist in den Behälterglaswerken eine hohe Kapazitätsauslastung entscheidend für die Profitabilität, da bei diesen Produktionsprozessen verschiedene Rohstoffe in energieintensiven Schmelzwannen zu Glas geschmolzen werden. Ein weiterer Faktor für die Profitabilität ist die Minimierung von Leerlaufzeiten. Die sogenannten Rüstzeiten geben an, wie viel Zeit für den Wechsel der Werkzeuge für ein zu fertigendes Produkt zum nächsten benötigt wird. In den letzten Jahren haben wir uns insbesondere im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass im Hinblick auf die optimale Ausnutzung der Schmelzöfen sowie eine Optimierung der Rüstzeiten stetig verbessert. Dies ist bei der großen Anzahl von unterschiedlichen Produkten in diesem Bereich ein entscheidender Wettbewerbsvorteil und wirkt sich auch positiv auf den Energieverbrauch und damit auf die CO2-Emissionen aus (siehe Kapitel "Unsere Verantwortung für die Umwelt").
Ein wichtiges Element unserer kontinuierlichen Qualitätsverbesserungen ist der verstärkte Einsatz von Reinraumtechnik, die wir kontinuierlich erweitern und verbessern. In vielen unserer Werke werden die Produkte in Reinräumen hergestellt, weiterverarbeitet und verpackt. Auch die automatische Inspektion unserer Produkte ist entscheidend. Automatische Inspektionssysteme zur Vermessung und Kontrolle jedes einzelnen Produktes werden in den meisten Werken breit eingesetzt. Hochauflösende, moderne und vollautomatisierte Kamera- und Sortiersysteme spielen dabei eine große Rolle, wie etwa die durch uns entwickelten Qualitätssysteme Gx(r) G3, Gx(r) FLASH, Gx(r) RHOC, Gx(r) THOR und Gx Tekion(r).
Für die Pharmaindustrie sind die Beschaffungssicherheit und die Verlässlichkeit der Lieferungen ein kritischer Faktor. Entsprechend setzen wir in allen unseren Werken weltweit standardisierte oder zumindest vergleichbare Technologien ein und wenden einheitlich das GMS an. Das bietet für uns den Vorteil, dass viele unserer Produkte im Fall lokaler Produktionsengpässe auch an einem weiteren Produktionsstandort gefertigt werden könnten. Dies führt für unsere Kunden zu einem deutlichen Anstieg der Versorgungssicherheit und bedeutet für uns einen wichtigen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb.
Im Rahmen unserer globalen Maschinenstrategie im Geschäftsfeld Tubular Glass statten wir weltweit sämtliche Werke zur Produktion von Injektionsfläschchen mit den modernsten Maschinen gleichen Standards aus, die um standardisierte Kontroll-, Inspektions- und Verpackungstechnologien ergänzt werden. Die damit produzierten Injektionsfläschchen übertreffen den Industriestandard in kosmetischer und dimensionaler Hinsicht. So können wir unsere Kunden standortunabhängig mit deutlich verbesserten Injektionsfläschchen auf höchstem Qualitätsniveau versorgen. Das Projekt der weltweiten Maschinenmodernisierung und -standardisierung ist in den USA und Mexiko gestartet worden. In den letzten Jahren lag der Fokus dann auf Europa und Asien; so auch in 2019. Vor allem in unseren Wachstumsmärkten in China und Indien, aber auch in Europa werden wir in den nächsten Jahren weiter in die Standardisierung von Maschinen investieren.
MARKETING UND VERTRIEB
In unseren 37 Produktionswerken weltweit stellen wir jährlich mehr als 15 Milliarden Injektionsfläschchen, Ampullen, Karpulen, Behältnisse für flüssige und feste Medikamente, Insulin-Pens, Pen- und Mikropumpen-Systeme, Inhalatoren, Spritzen sowie Kosmetikbehältnisse her. Unsere Verpackungen kommen in direkten Kontakt mit dem Arzneimittel oder dem Kosmetikprodukt und werden daher auch Primärpackmittel genannt. Unsere Kunden sind im Wesentlichen die Unternehmen der globalen Pharma- und Healthcare- sowie der Kosmetikindustrie, wobei 81 % unserer Umsatzerlöse in der Pharma- und Healthcareindustrie erzielt werden.
Dabei sind wir nicht nur Lieferant spezifizierter Verpackungen, sondern liefern zugleich Lösungskonzepte für den wirtschaftlichen und flexiblen Einsatz in den Pharmabetrieben. Ein Beispiel dafür ist die vorgefüllte Einmalspritze, die die Vorbereitungen der Injektion erheblich abkürzt und Fehler bei der Dosierung vermeidet. Wir als Spritzenhersteller integrieren die komplette Vorbehandlung der Spritze in unser Leistungsangebot. Dies reicht von Waschen und Silikonisieren des Glaskörpers über die Montage bis hin zum Schutz der Kanülen und der Verantwortung für die Sterilisation. Der Aufwand beim Pharmazeuten reduziert sich auf die Abfüllung und das Einsetzen von Stopfen und Stempeln. Häufig arbeiten wir bereits in frühen Entwicklungsstadien mit den Verpackungs- und Verfahrensspezialisten auf Kundenseite zusammen, um ein qualitativ überzeugendes und optimal abgestimmtes Gesamtkonzept von Arzneimittel, Verpackung und Anlagendesign zu entwickeln.
Im Rahmen unserer Produktverantwortung unterstützen wir unsere Kunden bei regulatorischen Prozessen, dazu gehören Qualifizierungen nach GMP- und FDA-Guidelines wie auch die Erstellung und Einreichung der Dokumentation für Medizinprodukte und pharmazeutische Primärpackmittel. Unsere Primärpackmittel erfüllen die Anforderungen der jeweiligen Pharmakopöen, um in den entsprechenden Ländern zugelassen zu werden. Dies sind insbesondere die europäische Pharmakopöe (Ph. Eur.), die US-amerikanische Pharmakopöe (USP) und auch die japanische Pharmakopöe (JP). Dazu stellen wir ein hohes Dokumentationsniveau für unsere Produkte bereit. Wir verfügen über FDA-Registrierungen, Drug Master Files und Produktregistrierungen und -genehmigungen, die es unseren Kunden ermöglichen, sich über unsere Produkte zu informieren.# UNSERE VERANTWORTUNG FÜR DIE UMWELT
Wir sind davon überzeugt, dass wir mittel- und langfristig bessere Resultate erzielen, wenn wir verantwortungs- und umweltbewusst handeln. Unser Ziel ist es weiterhin, unsere Rohstoffe und Ressourcen so effizient wie möglich einzusetzen sowie die Herstellung gesundheits- und umweltschädlicher Materialien zu vermeiden. Umweltschutz und die Herausforderungen durch den Klimawandel treiben uns an, unser Energie-, Verbrauchs- und Emissionsmanagement ständig zu verbessern; dies ist entsprechend im Gerresheimer Management System verankert. Das GMS stellt unseren Tochterunternehmen standardisierte Methoden und Werkzeuge zur Verfügung, um ressourceneffiziente und emissionsarme Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu sichern und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Auf diese Weise setzen wir unsere Umweltziele in allen Werken um. Die geltenden Umweltvorschriften halten wir weltweit strikt ein. Als produzierendes Unternehmen, das große Mengen Energie zur Herstellung seiner Produkte einsetzt, insbesondere bei der Herstellung von Glasbehältern, legen wir schon seit vielen Jahren den Schwerpunkt unserer Verantwortung für die Umwelt auf den effizienten Einsatz von Energie und in die Vermeidung von Emissionen, insbesondere von CO2e-Emissionen. Deswegen haben wir uns seit dem Geschäftsjahr 2008 ein entsprechendes CO2e-Emissionsziel gesetzt und lassen dies durch unsere Teilnahme an einer der weltweit größten Umweltinitiativen, dem Carbon Disclosure Project, überprüfen und veröffentlichen Zielsetzung und Zielerreichung. Außerdem wird als wichtiger Schwerpunkt der CSR-Strategie die Erreichung der CO2e-Emissionsziele im Rahmen der Teilnahme am Carbon Disclosure Project einmal jährlich vom Vorstand zusätzlich kontrolliert. Zur Konsolidierung unserer Treibhausgasemissionen verfolgen wir den Ansatz der operativen Kontrolle, d. h. wir berichten über unsere Produktionsstandorte inklusive anliegender Bürogebäude sowie die Hauptverwaltung in Düsseldorf; dies gilt auch für unsere Wasserverbräuche. Weiterführende Informationen zu den verwendeten Emissionsfaktoren und der Methodik veröffentlichen wir jährlich im Rahmen des CDP. Der effiziente Energieeinsatz und die Vermeidung von Emissionen spielen für den Umweltschutz in der Produktion eine große Rolle (siehe Abschnitt "Umweltschutz in der Produktion"). Parallel dazu entwickeln wir umweltfreundliche Produkte und bieten diese unseren Kunden an; dies gilt gleichermaßen für Produkte aus Glas wie für solche aus Kunststoff (siehe Abschnitt "Umweltfreundliche Produkte und Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen").
KLIMARELEVANTE EMISSIONEN
Wir erheben, analysieren und managen unsere CO2e-Emissionen an allen Produktionsstandorten und berichten im Folgenden sowohl über ihre Zusammensetzung und Entwicklung als auch über die verschiedensten Maßnahmen zur Reduzierung von CO2e-Emissionen. Ein Großteil unserer Scope 1- und 2-Emissionen ist aus dem Umfang unserer Kraftstoff-, Strom- sowie Heiz- bzw. Kühlenergieverbräuche ableitbar. Zu den Energieverbräuchen im Scope 1 zählen nichterneuerbare Quellen wie Erdgas, Flüssigerdgas, Diesel und Leichtöl, wovon Erdgas den größten Anteil ausmacht. Darüber hinaus bildet die bezogene Menge an Strom und Wärme unseren Scope 2-Energieverbrauch.
| 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Scope 1 | 3.570 | 3.574 | 3.620 | 3.656 | 3.713 |
| Scope 2 | 2.305 | 2.238 | 2.226 | 2.363 | 2.409 |
Kernziel unserer Umweltstrategie ist es, das Verhältnis von Scope 1- und 2-Emissionen zu den Umsatzerlösen zu reduzieren. So sollen unsere Umsatzerlöse in der Zukunft schneller wachsen als die zu deren Erzielung unvermeidbaren Scope 1- und 2-Emissionen, sodass wir bis zum Jahr 2023 eine wesentliche Verbesserung erzielen. Wir haben diese Zielvorgabe im Geschäftsjahr 2019 zum wiederholten Male erreicht: Das Verhältnis der CO2e-Emissionen zu Umsatzerlösen sank von 2018 auf 2019 um 2,0 %. Damit haben wir erneut eine prozentuale Verbesserung erzielt. Diese positive Entwicklung zeigt sich dabei auch deutlich im Mehrjahresverlauf.
Verhältnis von Emissionen zu Umsatzerlösen
1) Ohne Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Life Science Research (verkauft zum 31.10.2016). Im Geschäftsjahr 2019 betrugen unsere direkten Treibhausgasemissionen (Scope 1) 260.427 t CO2e, während die standortbasierten indirekten energiebedingten Treibhausgasemissionen (Scope 2) 283.219 t CO2e ausmachten. Nach dem marktbasierten Ansatz betrugen die Scope 2-Emissionen 305.921 t CO2e. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018 konnten wir im Geschäftsjahr 2019 insgesamt eine Reduktion unserer Scope 1- und 2-Emissionen in Höhe von 386 t CO2e vorweisen. Einige in der Wertschöpfungskette vor- bzw. nachgelagerte indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 3) erheben wir seit dem Geschäftsjahr 2015. Hierzu zählen Emissionen aus dem Zukauf der Rohstoffe Kunststoffgranulat und Röhrenglas sowie Emissionen aus vorgelagerten Prozessen zur Strombereitstellung. In diesem Bereich, auf den wir nur bedingt Einfluss nehmen können, stiegen die CO2e-Emissionen im Geschäftsjahr 2019 um 3,5 %.
Unsere Ergebnisse im Überblick:
Übersicht Emissionen 2008 bis 2019
| 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CO2e-Emissionen (Scope 1 & 2) in Tonnen (t) | 760.076 | 716.702 | 733.576 | 775.372 | 825.235 | 817.097 |
| Umsatzerlöse in Mio. EUR | 1.060,1 | 1.000,2 | 1.024,8 | 1.094,7 | 1.219,1 | 1.265,9 |
| CO2e-Emissionen (Scope 1 & 2) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (t/T EUR) | 0,717 | 0,717 | 0,716 | 0,708 | 0,677 | 0,645 |
| CO2e-Emissionen (Scope 3) in Tonnen (t) |
2)
| 2014 | 20151) | 20161) | 2017 | 2018 | 2019 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CO2e-Emissionen (Scope 1 & 2) in Tonnen (t) | 672.624 | 567.451 | 554.889 | 553.691 | 554.032 | 543.646 |
| Umsatzerlöse in Mio. EUR | ||||||
| CO2e-Emissionen (Scope 1 & 2) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (t/T EUR) 0,521 0,442 0,403 0,411 0,398 0,390 | ||||||
| CO2e-Emissionen (Scope 3) in Tonnen (t) 2) 419.620 408.196 401.084 423.608 438.626 |
1) Ohne Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Life Science Research (verkauft zum 31.10.2016).
2) Erhoben seit dem Geschäftsjahr 2015. Wir haben im Kontext des CDP weitere Optimierungsmaßnahmen initiiert. So haben wir in den letzten Jahren beispielsweise das Verifikationskriterium des CDP verbessert. Weiterführende Informationen und Definitionen finden sich unter www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung/carbon-disclosure-projekt und www.cdp.net.
FUHRPARK
Unsere Firmenfahrzeugflotte besteht zum Abschlussstichtag weltweit aus 307 Fahrzeugen. Bei den Vorgaben für Dienstfahrzeuge spielen auch Umweltaspekte eine Rolle. Bisher waren die meisten unserer Firmenfahrzeuge mit Diesel-Motoren ausgestattet, deren Einsatz im Hinblick auf Energieeffizienz und Umwelteinflüsse inzwischen auf dem Prüfstand steht. Als Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz sind ausschließlich Fahrzeugmodelle zugelassen, die im ADAC EcoTest mindestens vier Sterne erhalten. Nicht getestete Modelle sind nicht zugelassen. Bei der Anschaffung und beim Betrieb unserer Fahrzeugflotte streben wir den bestmöglichen technologischen Stand an und wollen die Schadstoffemissionen senken. Seit 2016 können gemäß unseren Richtlinien auch Fahrzeuge mit Hybrid- oder Elektromotoren für unsere Fahrzeugflotte angeschafft werden.
UMWELTSCHUTZ IN DER PRODUKTION
Insbesondere dort, wo Glas geschmolzen wird, besteht ein hoher Energiebedarf. Wir überholen und erneuern bedarfsgerecht energieintensive Anlagen in unserem Konzern, wie die Schmelzwannen in unseren Behälterglaswerken. Dadurch können wir neueste Technologien für die Glasschmelze einsetzen und die Produktionstechnologie insgesamt modernisieren. So erzielen wir bei Wannenerneuerungen durchweg Verbesserungen der Energieeffizienz. Ebenfalls ist es uns gelungen, die Kapazität unserer Behälterglaswerke in den letzten zehn Jahren deutlich zu steigern - bei gleichzeitig signifikant reduziertem Energieverbrauch je Tonne Glas. Regelmäßige Automatisierungen bei der Rohstofflieferung und der Gemengeherstellung tragen ebenso wie moderne Kontrollsysteme der Wannen zu einer stetig steigenden Effizienz am "heißen Ende" bei. Außerdem werden für die Endverpackung der Glasprodukte zunehmend Packroboter eingesetzt und somit eine hohe Genauigkeit und Fehlervermeidung bei der finalen Verpackung auf Paletten sichergestellt.
In 2019 wurde in unserem großen deutschen Behälterglaswerk in Essen die Klarglaswanne erneuert. Trotz einer Verdopplung der Kapazität verbraucht die neue Wanne aufgrund neuer verbesserter Technik rund ein Viertel weniger Energie bei gleichzeitiger Senkung der CO2e-Emissionen. Damit arbeitet sie deutlich nachhaltiger als ihre Vorgängerin. Gleichzeitig nutzte Gerresheimer die Gelegenheit, das Werk grundlegend in allen Bereichen zu modernisieren, um auch zukünftig eine wettbewerbsfähige und umweltverträgliche Klarglasproduktion am Standort Essen aufrechterhalten zu können. So wurde die Abgasreinigungsanlage weiter ausgebaut und zugleich der Staub-, Schwefel- und Stickoxid-Ausstoß (NOx) mit der Installation eines katalytisch beschichteten Kerzenfilters signifikant und nachhaltig reduziert. Mit der weltweit ersten Abluftreinigung im Teilstrom kann die Bestandsanlage nun deutlich strengere Reingaswerte einhalten. Mit dem Neubau wurde auch der Lärmschutz für die Nachbarschaft wesentlich verbessert.
In den Kosmetikwerken Tettau (Deutschland) und Momignies (Belgien) haben wir in 2019 begonnen, das bisherige Benetzungsverfahren der Glasformen durch eine umweltfreundlichere Kohlenstoffbeschichtung zu ersetzen, die deutlich präziser aufgetragen werden kann. Die bisherige Verbrennung von Ölen und Graphit wird mit dem neuen Verfahren durch eine unterstöchiometrische Verbrennung von Sauerstoff und Acetylen ersetzt, die eine Umgebungsbelastung weitgehend ausschließt. In den Dekorations-Centern unserer Kosmetikwerke Tettau und Momignies wurde 2019 in weitere umweltverträgliche UV-Druck- und Farbbesprühungsanlagen investiert sowie in Automation und Ressourcenschonung der Prozesse. Mit einer neuen Technologie konnte bei der farblichen Besprühung der Glasartikel der Sprühverlust der Farbe, die nicht auf der Glasoberfläche haftet, um mehr als 25 % reduziert werden.
In der pharmazeutischen Produktion in unseren deutschen Werken in Essen und Lohr werden die herkömmlichen Benetzungsmittel zukünftig durch den Einsatz einer vollautomatischen Roboter-Applikation um 80 % im Verbrauch reduziert. Im aktuellen Geschäftsjahr wurde bereits eine der neun Linien in Lohr auf die vollautomatische Benetzung umgestellt; für die übrigen Linien ist dies sukzessive in den nächsten Jahren vorgesehen.
Auch in unseren kunststoffverarbeitenden Werken werden die eingesetzten Produktionstechnologien regelmäßig ausgetauscht und modernisiert. Im Geschäftsfeld Plastic Packaging wurden 2019 Spritz(streck)blasmaschinen älterer Generationen durch neue moderne Maschinen mit signifikant geringerem Energieverbrauch ersetzt. Größere Investitionen wurden hierfür in den Werken in Zaragoza (Spanien), Vaerloese (Dänemark) sowie Kundli (Indien) getätigt. Auch Centor, unser Kunststoffwerk in Berlin (Ohio/USA), konnte durch den Austausch von Spritzgussmaschinen den Energieverbrauch signifikant reduzieren und bewirbt sich mit seinem Gesamtmaßnahmenpaket zur Reduzierung von Energieverbrauch und CO2e-Emissionen für den neu ins Leben gerufenen GMS Award für Nachhaltigkeit.
In Vaerloese (Dänemark) und Pfreimd (Deutschland) kommen seit 2018 nur noch umweltfreundliche Kältemittel in Kühlaggregaten und Klimaanlagen zum Einsatz. Durch den Einsatz von Freikühlsystemen, bei denen die Außenluft als Kühlmedium eingesetzt wird, konnte der Energieverbrauch der Kühlaggregate in Vaerloese (Dänemark) und Berlin (Ohio/USA) 2019 reduziert werden.
Ein Erfolg im Geschäftsfeld Medical Systems war 2019 der Baubeginn des neuen Werkes in Skopje in der Republik Nordmazedonien. Hier werden ab 2020 medizinische Kunststoffsysteme sowie in einer weiteren Ausbauphase auch vorfüllbare Glasspritzen produziert. Schon bei der Planung des neuen Werkes wurde versucht, energetischen Gesichtspunkten so weit wie möglich Rechnung zu tragen. So wurde bei der Gebäudegeometrie darauf geachtet, dass sich das Gebäude selbst verschattet. Das Hochregallager als höchstes Bauteil wurde so platziert, dass es den größten Schattenwurf auf die kühlsensiblen Produktionsbereiche wirft; ebenso wird das Bürogebäude vom Produktionsgebäude vor Sonneneinstrahlung geschützt. Im Zuge der Bauausbildung wurden in den Boden wasserführende Leitungen eingebaut, die einen Teil der Baumasse als Übergangspuffer (Betonkernaktivierung) nutzen. Somit kann in den Nachtstunden natürliche Umgebungskälte in das Gebäude eingespeist und kurzfristig gespeichert werden. Auch hochwertige Dämmungen sind ein wichtiger Aspekt zur Senkung des Energieverbrauchs. Die Gebäudeisolierung wurde mit 200 % der länderüblichen Isolationsstärken versehen, um den direkten sommerlichen Wärmeeintrag deutlich zu reduzieren. Auch in Indaiatuba, dem brasilianischen Standort des Geschäftsfeldes Medical Systems, wurde im Geschäftsjahr 2019 in die Gebäudedämmung investiert, um den Energieverbrauch zu senken. Aufgrund der verbesserten Wärmeisolation konnte der Verbrauch der Klimaanlagen und Kühlaggregate um etwa ein Viertel reduziert werden.
Um den Energiebedarf unserer Werke zu decken, greifen wir auch auf erneuerbare Energien zurück. Beispielsweise wird ein Teil der benötigten Energie zur Herstellung der pharmazeutischen Kunststoffverpackungen im Werk in Kundli (Indien) über eine Photovoltaikanlage erzeugt. Im Werk in Bünde (Deutschland) ist ein Blockheizkraftwerk in Betrieb mit dem Ziel, den Primärenergieverbrauch sowie den CO2e-Ausstoß zu verringern. Am Standort Pfreimd (Deutschland) soll das bis März 2019 betriebene Blockheizkraftwerk in 2020 ersetzt werden. Das Blockheizkraftwerk produziert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung dezentral Strom und Wärme.
Der Energieverbrauch für die Beleuchtung ist an vielen Standorten ein wichtiger Faktor. So ersetzen wir in unseren Werken sukzessive alte Leuchtmittel durch energiesparende LED-Lichttechnik und prüfen bei allen Umbau- und Erweiterungsbaumaßnahmen den Einsatz von LED-Lichttechnik. 2019 haben insbesondere die Werke in Wackersdorf (Deutschland), Zaragoza (Spanien) und Berlin (Ohio/USA) weitere Umstellungen auf LED vorgenommen. Vielfach werden in nicht kontinuierlich genutzten Bereichen, wie zum Beispiel Lagerbereichen, Präsenzsensoren verbaut, die bei Abwesenheit von Personen die Beleuchtung abschalten.
Für uns ist die Zertifizierung der Produktionsstandorte von großer Bedeutung, um unsere ökologischen Fortschritte sichtbar zu machen. Alle Zertifizierungen werden regelmäßig überprüft und in einem festgelegten Rhythmus neu erarbeitet. In den Werken gehören entsprechende Schulungen zum effizienten Einsatz von Energie und zum Schutz der Umwelt zum Standard. 15 (Vorjahr: 13) unserer 37 Produktionsstandorte wird nach ISO-Norm 14001 ein modernes Umweltmanagement und der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen bescheinigt. Einer von diesen Standorten hat im Berichtsjahr eine Rezertifizierung nach dieser Norm vornehmen lassen. Aufgrund verschärfter Normen ist es zwingend erforderlich, eine kontinuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung nachzuweisen. In 2019 konnten zwei der drei deutschen Behälterglasstandorte entsprechend der ISO-Norm 14001 neu zertifiziert werden. Das dritte Werk strebt dies für das nächste Geschäftsjahr an. Darüber hinaus legen wir großen Wert auf den Aufbau eines systematischen Energiemanagements, um Energieeinsparpotenziale auszunutzen und die Energieeffizienz weiter zu verbessern.# Bislang sind elf unserer 46 Standorte nach der hierfür relevanten ISO-Norm 50001 zertifiziert.
In 2019 hat einer dieser Standorte eine Rezertifizierung der ISO-Norm 50001 durchgeführt. Im Geschäftsfeld Medical Systems wurde über die Zertifizierungen nach ISO-Norm 14001 (Umweltmanagementsystem) und ISO-Norm 50001 (Energiemanagementsystem) hinaus weltweit ein Betriebssicherheitsmanagement eingeführt. Dieses umfasst die Bereiche Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Brandschutz und Energiemanagement und ist bereits ein Vorgriff auf die Einführung der ISO-Norm 45001 (zukünftiges Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem). Die Werke dieses Geschäftsfeldes werden über eine neu eingeführte Software gesteuert und erhalten Vorgaben und Ziele zur Energieeinsparung und Reduktion von CO2e-Emissionen. Die Mitarbeiter haben einen Online-Zugriff auf die relevanten Module und müssen eventuelle Umweltschäden sofort melden, dokumentieren und ihre Behebung nachverfolgen. Lieferanten und sonstige Besucher werden mittels Online-Link geschult und müssen die Teilnahme an der Schulung nachweisen. Zur Erreichung der Zielvorgaben ist eine Einbindung aller Mitarbeiter und Besucher obligatorisch.
Neben dem Austausch von Wissen innerhalb der Gerresheimer Gruppe spielen regionale und industrielle Verbände beim Thema Energieeffizienz und Umweltschutz eine zunehmende Rolle. So nimmt das Behälterglaswerk in Essen (Deutschland) an der Kooperation Ökoprofit teil. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen Kommunen und der lokalen Wirtschaft mit dem Ziel der Betriebskostensenkung unter gleichzeitiger Schonung der natürlichen Ressourcen, insbesondere Energie und Wasser. Der Bundesverband Glas, in dem wir Mitglied sind, ist einer Initiative der Bundesregierung zur Gründung sogenannter Energieeffizienz-Netzwerke beigetreten und hat das branchenübergreifende Netzwerk Rennsteig-Energie gegründet, dem unser Kosmetikglaswerk in Tettau (Deutschland) beigetreten ist. Durch regelmäßigen Austausch innerhalb des Netzwerks sowie gemeinsame Ziele und Audits versucht jedes einzelne Unternehmen, neue Energiesparpotenziale zu heben.
UMWELTFREUNDLICHE PRODUKTE UND INANSPRUCHNAHME NATÜRLICHER RESSOURCEN
Die Vermeidung, das fachgerechte Recycling und die richtige Entsorgung von Kunststoffabfällen ist ein wichtiges umweltpolitisches Ziel, wobei insbesondere der Klimaschutz und die Sauberkeit der Weltmeere derzeit im Fokus der umweltpolitischen Diskussion stehen. Mit dem ressourcenschonenden Einsatz von Materialien, der Vermeidung von Abfällen und der Entwicklung neuer, nachhaltiger Produkte arbeitet Gerresheimer auf dieses globale Ziel hin. Der Einsatz von recycelten Wertstoffen bei der Produktion von Primärverpackungen aus Kunststoff und Glas ist ein Schritt auf diesem Weg. Dabei gibt es regulatorische Grenzen, wie der Einsatz vorgeschriebener Granulate und die Zulassungspflichten insbesondere für pharmazeutische Primärverpackungen. Entsprechende erste Produktinnovationen hat Gerresheimer vorgestellt und bewirbt diese bei Pharma- und Kosmetikkunden.
Körperpflegeprodukte werden häufig in PET-Behältern verpackt, denn PET (Polyethylenterephthalat) hat ein geringes Eigengewicht, ist vielseitig einsetzbar, gut formbar und bruchsicher. Seit Jahren bietet Gerresheimer seine PET-Sortimente mit verschiedenen Gemischen aus recycelten Post-Industrial- und Post-Consumer-Materialien (PCR) an und kann Behälter aus bis zu 100 % R-PET, also recyceltem Polyethylenterephthalat, herstellen. Unter dem Namen BioPack hat Gerresheimer ein breites Produktportfolio an Kunststoffverpackungen für Medikamente und Kosmetika, die aus Biomaterial anstatt aus konventionellem PE (Polyethylen) oder PET hergestellt werden, auf den Markt gebracht. Biomaterialien werden statt aus Rohöl aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, in diesem Fall aus der Zuckerrohrpflanze. Verpackungen aus Biomaterialien sind vollständig recyclingfähig, haben dieselben Eigenschaften wie konventionelle Verpackungen und können auf den bestehenden Füll- und Verpackungslinien eingesetzt werden. Seit 2018 bieten wir eine neuartige Kunststoffflasche mit minimiertem Kunststoffeinsatz und einer Vertiefung im Boden an, die die Stapelbarkeit der Flaschen erlaubt. Damit wird eine effizientere Transportverpackung der Flaschen möglich, was wiederum zu einem reduzierten Ausstoß von CO2e-Emissionen führt. Ein weiterer Bestandteil dieses umweltfreundlichen Konzeptes ist die dreimalige Wiederbefüllbarkeit der Flasche, um Müllvolumen und Energieeinsatz zu senken.
Unser amerikanisches Tochterunternehmen Centor beliefert Apotheken mit recycelbaren Kunststoffbehältern zur Verpackung von verschreibungspflichtigen Medikamenten. Daneben stellt Centor ovale Flaschen und Fläschchen aus bis zu 100 % recyceltem PET her. Diese sind in verschiedenen Größen erhältlich und werden von den Apotheken benutzt, um vor Ort flüssige Medikamente darin abzufüllen und zu verpacken. Des Weiteren verzichtet Centor beim Versand von Verschlüssen und Behältern für Tabletten auf zusätzliche Plastikbeutel für kleine Stückelungen. Dadurch wird Material gespart und die Umweltbelastung reduziert.
Bei der Herstellung von Pharmagläsern und Kosmetikverpackungen aus Glas wird als Ersatz für die Rohstoffe in hohem Maße Recyclingglas (Scherben) eingesetzt. Solche Scherben kommen aus dem eigenen, internen Kreislauf, aber in kontrollierter Weise auch aus dem Recyclingkreislauf privater Haushalte. Scherben werden in dem Maße eingesetzt, wie sie in entsprechender Qualität verfügbar sind, die Qualität der Endprodukte nicht beeinträchtigen und es keine begrenzenden Vorschriften durch pharmazeutische oder kosmetische Regulierung gibt. Bei der Produktion von Typ-III-Glas für pharmazeutische Primärverpackungen kann Gerresheimer aktuell bis zu ca. 60 % Scherben bei Braunglas und bis zu etwa 50 % bei Weißglas einsetzen. Kosmetikverpackungen aus Glas können bis zu ca. 30 % Recyclingglas enthalten.
Unser Kosmetikglaswerk in Momignies (Belgien) setzt seit mehr als zehn Jahren PCR-Glas ein und konnte trotz der genannten Restriktionen den Scherbenanteil in dieser Zeit sukzessive erhöhen und damit den Energieeinsatz senken. Inzwischen produziert die Klarglaswanne in Momignies rund um die Uhr Kosmetikflakons aus recyceltem Glas. Der Kosmetikstandort in Tettau (Deutschland) hat in 2019 die erste PCR-Glas-Kampagne gefahren. Je höher der Anteil des verwendeten Recyclingglases ist, desto weniger Energie wird für die Produktion benötigt. Der Einsatz von Recyclingglas trägt auch dazu bei, natürliche Ressourcen zu schonen, denn Glas wird aus Quarzsand, Natriumcarbonat und Calciumoxid sowie Dolomit, Feldspat, Kali und Eisenoxid zum Färben hergestellt.
Unser Werk in Momignies hat im Rahmen seines Engagements für die Kreislaufwirtschaft intensiv daran gearbeitet, den Anteil der im Klarglas verwendeten Rohstoffe auf nur 45 % der im Ofen geschmolzenen Materialien zu reduzieren. Die Glaskomposition wurde vom belgischen Unternehmen RDC environment geprüft sowie zertifiziert. Weiter erstellte RDC eine vollständige Lebenszyklusbewertung (LCA - life cycle assessment). Neben dem eigenen, internen Scherbenkreislauf arbeiten wir auch mit Zulieferern wie etwa Röhrenglasproduzenten zusammen. So können Scherben aus Borosilikatglas aus unserem Glasformprozess an die Röhrenhersteller zurückgeführt werden und dort zur Herstellung von neuen Röhren aus Borosilikatglas eingesetzt werden. Als Ergebnis eines Projektes zur Erhöhung der Sammelquote von Borosilikatglas-Scherben am Produktionsstandort in Morganton (North Carolina/USA) konnte 2018 das Scherbenvolumen in diesem Werk um 50 % erhöht werden. Dieses Niveau wurde 2019 gehalten.
WASSERVERBRAUCH
Unser Wasserverbrauch betrug im Geschäftsjahr 2019 973.561 m 3 . Im Vorjahr betrug der Verbrauch 812.225 m 3 . Der Anstieg des Wasserverbrauchs im Geschäftsjahr 2019 ist zum großen Teil auf die Erneuerung der Klarglaswanne in unserem großen deutschen Behälterglaswerk in Essen zurückzuführen. Im Zuge des Erneuerungsprojektes wurde auch das Wasserkreislaufsystem erneuert, so dass in diesem Zeitraum die laufende Produktion der Braunglaswanne nicht mit Kreislaufwasser, sondern mit Frischwasser versorgt werden musste. Außerdem wurde Frischwasser beim Ablass der Klarglaswanne zur Kühlung der Rohre und des Glases eingesetzt. Der regionale Verbrauchsschwerpunkt liegt in Europa, wo vier unserer Behälterglaswerke ihren Standort haben, auf die im Geschäftsjahr 2019 etwa die Hälfte unseres gesamten Wasserverbrauchs entfiel. 76 % des Gesamtvolumens wurden in 2019 aus der kommunalen Wasserversorgung oder anderen öffentlichen oder privaten Wasserwerken entnommen. Weitere Entnahmequellen waren Grundwasser (19 %) und Oberflächenwasser (5 %).
In der Glasproduktion wird Wasser überwiegend zur Kühlung von Ausschuss und zur Reinigung von Scherben oder veredelten Produkten verwendet. Beispielsweise müssen säuremattierte Glasverpackungen nach dem Säurebad gereinigt werden. Durch den Einsatz von Wasseraufbereitungsanlagen kann der Frischwasserverbrauch reduziert werden. In der Produktion von Kunststoffverpackungen werden Maschinen und Kompressoren mittels Wasser gekühlt. Hier hängt die Nutzungsintensität vor allem von der verwendeten Kunststoffart ab. Zum Beispiel wird PET-Granulat bei höheren Temperaturen geschmolzen, sodass hier mehr Wasser zur Kühlung eingesetzt werden muss als z. B. bei der Verwendung von Polyethylen und Polypropylen.
UNSERE VERANTWORTUNG FÜR DIE MITARBEITER
Für unseren unternehmerischen Erfolg sind unsere Mitarbeiter die wichtigste Basis. Ihre Leidenschaft, ihre Verantwortungsbereitschaft und ihr Leistungswille sind die entscheidende Grundlage dafür, unsere langfristigen und ambitionierten Ziele zu erreichen. Diese Überzeugung bringen wir in unserer Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" klar zum Ausdruck. Unsere global ausgerichtete Personalstrategie bildet den Rahmen für die diversen Maßnahmen und Angebote an unseren Standorten.# Unser Ziel als global agierender Konzern in einem dynamischen Umfeld ist es, unsere Mitarbeiter stetig weiterzuentwickeln, ihre Gesundheit zu schützen, ihre Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten und Diversität zu fördern. Unsere dezentral organisierten Personalbereiche unterstützen die verschiedenen Kulturen und Denkweisen unserer Mitarbeiter in 15 Ländern an allen 46 Standorten. Unsere Werte Teamarbeit, Verantwortung, Integrität, Innovation und Höchstleistung prägen dabei ganz besonders unser Handeln. Im Gerresheimer Management System, das die Umsetzung der globalen Personalstrategie in den operativen Einheiten sicherstellt, nehmen die Mitarbeitersysteme großen Raum ein. Sie definieren die konzernweit gültigen Standards sowie Methoden und Instrumente zur Weiterentwicklung, Führung und Beteiligung der Mitarbeiter. Dabei bilden die Gesundheits- und Sicherheitssysteme, insbesondere für die produzierenden Standorte, einen wichtigen Baustein. Eine Vielzahl von Faktoren, darunter die Bereiche Mitarbeiterangebote und -zufriedenheit, Gesundheitsmanagement, Werteverständnis, Talentkommunikation sowie Image führten dazu, dass Gerresheimer in 2019 vom Institute of Research & Data Aggregation zum Leading Employer 2020 in Deutschland ausgezeichnet wurde und somit zu den Top-1-Prozent der Arbeitgeber zählt. Diese Auszeichnung wird jährlich jeweils für das Folgejahr vergeben.
MITARBEITERSTRUKTUR
Der Gerresheimer Konzern beschäftigte zum Ende des Geschäftsjahres 2019 9.872 Mitarbeiter (Vorjahr: 9.890 Mitarbeiter). Damit ist die Anzahl der Mitarbeiter auf dem Niveau des Vorjahresstichtages.
| Mitarbeiter | Gerresheimer Konzern |
|---|---|
| Im Geschäftsjahr 2019 haben 1.663 Mitarbeiter (Vorjahr: 2.248 Mitarbeiter) das Unternehmen verlassen, was eine deutliche Verringerung im Vergleich zum Vorjahr darstellt. | Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beträgt 11,3 Jahre (Vorjahr: 11,6 Jahre). |
Gründe für das Verlassen des Konzerns in Prozent (Vorjahreswerte)
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit nach Regionen
MITARBEITER NACH GESCHÄFTSBEREICHEN
Zum Geschäftsjahresende 2019 waren 5.216 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.136 Mitarbeiter) für den Geschäftsbereich Primary Packaging Glass tätig. Dies entspricht einem Anstieg von 1,6 %. Im Geschäftsbereich Plastics & Devices sind zum 30. November 2019 4.422 Mitarbeiter (Vorjahr: 4.527 Mitarbeiter) beschäftigt. Damit ist dort die Anzahl der Mitarbeiter unter anderem aufgrund der Schließung unseres Standortes in Küssnacht (Schweiz) sowie der Entkonsolidierung des Werkes in Buenos Aires (Argentinien) um 2,3 % zurückgegangen. Für unseren Geschäftsbereich Advanced Technologies arbeiten 114 Mitarbeiter (Vorjahr: 113 Mitarbeiter). In der Konzernzentrale arbeiteten zum Geschäftsjahresende 120 Mitarbeiter (Vorjahr: 114 Mitarbeiter). In der Gerresheimer AG waren zum Abschlussstichtag 101 Mitarbeiter (Vorjahr: 97 Mitarbeiter) tätig.
| Mitarbeiter nach Geschäftsbereichen |
|---|
MITARBEITER NACH REGIONEN
Wir produzieren in den Regionen, in denen sich unsere Kunden und Märkte befinden: auf vier Kontinenten an 46 Standorten (davon 37 Produktionsstandorte) mit 1.781 Mitarbeitern in Europa (Vorjahr: 1.882 Mitarbeiter), 1.097 Mitarbeitern in Amerika (Vorjahr: 1.128 Mitarbeiter) sowie 3.386 Mitarbeitern in den Schwellenländern (Vorjahr: 3.361 Mitarbeiter). Als Konzern mit langer Tradition in Deutschland sind wir auch hier weiterhin stark vertreten. An den zehn Standorten in Deutschland beschäftigten wir zum Geschäftsjahresende 3.608 Mitarbeiter (Vorjahr: 3.519 Mitarbeiter).
| Mitarbeiter nach Regionen |
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MITARBEITER NACH ALTER
Das Durchschnittsalter der Gerresheimer Mitarbeiter beträgt 41,9 Jahre (Vorjahr: 41,3 Jahre). Das durchschnittliche Alter unserer weiblichen Mitarbeiter beträgt 42,3 Jahre (Vorjahr: 41,7 Jahre) und unserer männlichen Mitarbeiter 41,7 Jahre (Vorjahr: 41,1 Jahre). Das Durchschnittsalter ist an unseren amerikanischen Standorten mit 44,6 Jahren am höchsten (Vorjahr: 43,3 Jahre). Im Gegensatz dazu sind unsere Mitarbeiter in den Schwellenländern im Durchschnitt noch keine 40 Jahre alt (Vorjahr: 38,9 Jahre).
Durchschnittsalter der Mitarbeiter nach Regionen
AUSBILDUNG, BERUFSEINSTIEG UND GLOBALE PERSONALENTWICKLUNG
Im Rahmen unserer werteorientierten Unternehmenspolitik sowie vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sehen wir die betriebliche Ausbildung als unsere soziale Verantwortung an. Die unterschiedlichen Anforderungen an die Ausbildung werden dabei in den jeweiligen Geschäftsbereichen berücksichtigt. Unsere Ausbildungsprogramme bereiten unsere jungen Mitarbeiter auf ihre zukünftigen Aufgaben vor. 2019 haben wir in Deutschland insgesamt 14 Ausbildungsberufe angeboten, vom Elektroniker bis hin zum Zerspanungsmechaniker. Zum 30. November 2019 waren 180 Auszubildende (Vorjahr: 188 Auszubildende) bei Gerresheimer in Deutschland beschäftigt. Die Ausbildungsquote in Deutschland liegt somit bei 5,0 % (Vorjahr: 5,3 %) und damit leicht unter dem aktuellen Branchenschnitt von 5,2 %. Von den weltweit 48 Auszubildenden, die im Geschäftsjahr 2019 ihren Abschluss gemacht haben, wurden 89,6 % (Vorjahr: 95,2 %) übernommen. An unserem Standort in Peachtree City (Georgia/USA) wurde im Geschäftsjahr 2018 ein Ausbildungsprogramm in Zusammenarbeit mit einem regionalen College eingeführt, das in 2019 erfolgreich weitergeführt wurde. Außerdem bieten wir in unserem Werk in Horsovsky Tyn (Tschechische Republik) schon seit mehreren Jahren eine praxisnahe Ausbildung nach dem Vorbild des deutschen dualen Systems an. In diesem Jahr nahmen dort fünf neue Auszubildende ihre Ausbildung auf. Insgesamt erlernen aktuell 15 junge Leute ihren Beruf als Industriemechaniker/innen für Kunststoff, Spritzgusstechnik und Werkzeugbau. Im März 2019 öffneten die Gerresheimer Werke in Bünde, Essen, Tettau und Wackersdorf ihre Tore für die Teilnehmerinnen des Girls' Day 2019. Einen Tag lang konnten sich Schülerinnen ab der 5. Klasse ausgiebig über die technischen Berufe bei Gerresheimer informieren.
Ausbildungsquote in Deutschland
Übernahme von Auszubildenden
Daneben bieten wir zehn duale Studiengänge wie z. B. den Bachelor of Engineering - Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen - an. 2019 haben wir 20 dual Studierende in Deutschland (und 3 in den USA) beschäftigt (Vorjahr: 31 Studierende in Deutschland). Durch diese Form der Ausbildung können Theorie und Praxis sinnvoll miteinander verknüpft werden. Zwei Absolventen der Gerresheimer Regensburg GmbH haben es an die Spitze von 2.400 Absolventen geschafft und wurden mit dem GKV-Förderpreis vom Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. ausgezeichnet. Sie zählen damit zu den zehn besten Absolventen in Deutschland. Ausgezeichnet wurden dabei nicht nur die Auszubildenden selbst, sondern auch ihre Unternehmen und Berufsschulen für die Schaffung optimaler Ausbildungsbedingungen. Zudem wurde die Ausbildung bei Gerresheimer vom Institute of Research & Data Aggregation als "Top Ausbildung 2019 in Deutschland" ausgezeichnet. Die führende Ausbildungsqualität basiert auf fast 40.000 Bewertungen von Auszubildenden unterschiedlicher Unternehmen sowie der Sekundäranalyse von Studien zu Ausbilder- und Arbeitgeberqualitäten. Im Geschäftsjahr 2019 startete die zweite Runde des globalen Traineeprogramms "GxGo!" mit insgesamt fünf Trainees in den Bereichen Quality, Konstruktion, Small Batch Production, Human Resources und Controlling. Aus der ersten Runde haben mittlerweile alle Trainees das Programm erfolgreich abgeschlossen und wurden in ihren jeweiligen Bereichen in eine Festanstellung übernommen. Um unsere Ziele zu erreichen und unseren langfristigen Erfolg zu sichern, investieren wir neben unseren Ausbildungsprogrammen stetig in die fachliche, methodische und persönliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter. Dabei versuchen wir stets, die globalen Unternehmensziele mit den individuellen beruflichen Vorstellungen unserer Mitarbeiter zu vereinen. Aus diesem Grund bieten wir weltweite Coachings, Trainings und Weiterentwicklungsprogramme an. Überdies können Mitarbeiter in Führungspositionen an maßgeschneiderten Entwicklungsprogrammen teilnehmen, um sich auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in ihrer Rolle vorzubereiten. Für die Mitglieder unseres Executive Managements wird unter dem Namen "Leadership powered by values" ein 5-moduliges langfristig angelegtes und verbindliches Führungskräftetraining angeboten, das sich an unseren fünf Werten Teamarbeit, Verantwortung, Integrität, Innovation und Höchstleistung orientiert. Mitarbeiter aus der Produktion ("Leading Blue") wie auch aus den nicht produktionsnahen Bereichen ("Leading White") können an speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichteten Führungskräftetrainings teilnehmen. Der zentrale Unternehmenswert 2019 war "Integrität". Um einerseits den stetig steigenden Ansprüchen an die eigenen Aufgaben und andererseits dem Bedürfnis nach Vereinbarkeit mit dem Privatleben gerecht zu werden, haben wir bereits im Geschäftsjahr 2017 mit "ONELIFE" ein Modul entwickelt, das sich an Mitarbeiter aller Bereiche wendet. Dieses Programm wurde 2019 erfolgreich fortgesetzt. Dieses Training soll dazu beitragen, unsere Mitarbeiter zu stärken, zu motivieren und langfristig im Unternehmen zu halten. In diesem Modul wird mit jedem Teilnehmer ein individueller, strukturierter Leitfaden für den beruflichen und privaten Lebensentwurf entwickelt. Bereits 2016 wurde ein maßgeschneidertes 5-moduliges "Train the Trainer"-Konzept, das sogenannte "Quarterback-Programm", für die Führungskräfteentwicklung eines unserer Geschäftsfelder entworfen und ausgerollt, um den besonderen Anforderungen dieses Geschäftsfeldes gerecht zu werden. Im Jahr 2019 wurde das 4. Modul mit dem Namen "Play the Game" durchgeführt, in dem es um den Stand der jeweiligen Teambildung geht, aber auch Methoden zur weiteren Verbesserung der Zusammenarbeit aufgezeigt werden.# Personalwesen und Personalentwicklung
Insgesamt haben im Geschäftsjahr 2019 288.869 Stunden Weiterbildung stattgefunden (Vorjahr: 194.075 Stunden), dies entspricht 29,3 Stunden pro Mitarbeiter (Vorjahr: 19,6 Stunden pro Mitarbeiter). 48,6 % der Trainingsstunden entfielen auf Mitarbeiter in der Region Amerika, gefolgt von Deutschland mit 26,4 %, Europa mit 12,7 % und den Schwellenländern mit 12,3 %. Im Geschäftsjahr 2019 haben für insgesamt 4.654 Mitarbeiter Jahresgespräche stattgefunden (Vorjahr: 4.980 Mitarbeiter), dies entspricht 47,1 % aller Mitarbeiter. Jahresgespräche finden in der Regel einmal jährlich zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem statt; darin werden die Leistung des Mitarbeiters im vergangenen Geschäftsjahr, die Zielsetzung für das kommende Geschäftsjahr, mögliche Entwicklungsmaßnahmen sowie der "Person-Kultur-Fit" besprochen. Die Jahresgespräche sind allerdings nicht in allen Ländern verbindlich.
Durch die digitale Transformation werden in Zukunft andere Arbeitsplätze mit neuen Anforderungen und Aufgabenfeldern entstehen, was mit veränderten Anforderungen an die Organisation einhergeht. Im Rahmen des Change Managements unterstützt dabei die globale Personal- und Organisationsentwicklung weiterhin das aktuelle Projekt der globalen Einführung eines Manufacturing Execution Systems (MES) im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass. Das Ziel der Organisationsentwicklung ist es, die Art der Veränderung klar darzustellen sowie gemeinsam mit den Werken eine Veränderungsarchitektur zu entwickeln und diese zu begleiten. Ein weiterer Schwerpunkt der Organisationsentwicklung ist das im Geschäftsjahr 2019 gestartete "Operational Development Program". Ziel dieses Programms ist es, Mitarbeiter im operativen Bereich systematisch für zukünftige Führungspositionen und Verantwortlichkeiten innerhalb des Werkes zu entwickeln und den Anteil interner Nachbesetzungen zu steigern.
Diversität und Unternehmenskultur
Gerresheimer steht für eine Kultur von unterschiedlichen Sichtweisen, Erfahrungen und kulturellen Prägungen und bringt dies in der Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" explizit zum Ausdruck. Unsere 9.872 Mitarbeiter arbeiten in 15 verschiedenen Ländern auf vier Kontinenten. Die Vielfältigkeit dieser Länder und Kulturen spiegelt sich auch bei Gerresheimer wider. Eine offene und wertschätzende Unternehmenskultur und die Mischung aus unterschiedlichen Nationalitäten, Geschlechtern, Ausbildungsgängen, Lebenserfahrungen sowie unterschiedlichen Altersstufen tragen wesentlich zu unserem Unternehmenserfolg bei. Wir haben bei Gerresheimer ein integratives Arbeitsumfeld geschaffen, in dem jeder gleich und gerecht behandelt wird, um sein volles Potenzial auszuschöpfen. Entsprechend diesen Grundsätzen und in Deutschland unter Beachtung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes besetzen wir unsere Vakanzen weltweit vollkommen unabhängig von der ethnischen Herkunft, dem Geschlecht, der Religion, der sexuellen Identität und etwaigen Behinderungen ausschließlich auf Basis der Qualifikation.
Bei Gerresheimer arbeiteten im Geschäftsjahr 2019 Mitarbeiter aus insgesamt 57 Nationen (Vorjahr: 58 Nationen). 63,5 % der Mitarbeiter arbeiten außerhalb Deutschlands (Vorjahr: 64,4 %). Der Anteil der weiblichen Mitarbeiter beträgt 33,0 % (Vorjahr: 32,5 %). Aufgrund der teilweise hohen körperlichen Belastungen im gewerblichen Bereich ist die Anzahl der Bewerberinnen hier sachgemäß relativ gering. Auf den ersten beiden Führungsebenen beträgt der Frauenanteil insgesamt 19,1 % (Vorjahr: 22,5 %) und ist somit gesunken. Dabei liegt der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene bei 19,9 % und auf der zweiten Führungsebene bei 18,6 % (siehe auch Abschnitt "Festlegung zur Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4, § 96 und § 111 Abs. 5 des Aktiengesetzes" im Kapitel "Erklärung zur Unternehmensführung").
Als global agierender Konzern setzen wir auch auf ein internationales Management. Zum 30. November 2019 hatten 43 % der Mitglieder des Executive Managements eine andere als die deutsche Staatsbürgerschaft (Vorjahr: 42 %). Insgesamt sind im Executive Management 14 Nationen vertreten (Vorjahr: 12 Nationen).
Gerresheimer fördert trotz der dezentralen Organisationsstruktur das Zusammengehörigkeitsgefühl über Länder-, Geschäftsbereichs-, Werks- und Abteilungsgrenzen hinweg und hat 2019 zum fünften Mal in Folge die "ONE Gerresheimer-Woche" in seinen Werken weltweit veranstaltet. Die "ONE Gerresheimer-Woche" ist ein wichtiger Bestandteil unserer Initiative Vision, Mission, Values und hat dieses Jahr den Unternehmenswert "Innovation" in den Mittelpunkt gestellt (siehe dazu auch den Abschnitt "Unsere Verantwortung für die Gesellschaft"). Daneben fand bereits zum 18. Mal die Gerresheimer Fußball-Weltmeisterschaft statt. In Wertheim (Deutschland) lieferten sich elf Mannschaften aus verschiedenen Standorten spannende sportliche Duelle. Parallel dazu haben sich unsere sportbegeisterten Mitarbeiterinnen im Beachvolleyball gemessen.
Arbeitnehmersicherheit und Gesundheitsmanagement
Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter haben für uns einen hohen Stellenwert. Neben dem vom Konzern vorgegebenen Arbeitsschutzziel "0 Arbeitsunfälle" gibt es auch verschiedene Werks- und Abteilungsziele, die sich durch die spezifischen Ausrichtungen der einzelnen Einheiten unterscheiden. Ein Beispiel für eine Maßnahme zur Arbeitssicherheit ist das "STOP-Programm" bei Centor in Berlin (Ohio/USA) und in Queretaro (Mexiko). Dort ist ein Erfolgsindikator die Anzahl der Beobachtungen des sicherheitsgerechten Verhaltens der Mitarbeiter mit Hilfe von sogenannten "Observation Cards". Am Standort Essen (Deutschland) wird die Zielerreichung beim Arbeitsschutz an der Anzahl der durchgeführten Kurzunterweisungen gemessen, den sogenannten "5 Minuten Zeit für die Sicherheit".
Die Empfehlungen für Arbeitssicherheitsmaßnahmen sind im Gerresheimer Management System abgebildet. Wir ergreifen präventiv Maßnahmen, um möglichen Unfällen und Gesundheitsschädigungen vorzubeugen. Dabei unterstützt die Arbeitssicherheitsabteilung die Werke bei der optimalen Implementierung und nachhaltigen Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Standards sowie der Vorbeugung von Arbeitsunfällen. Die notwendige Qualifikation und zeitgemäße Fachkompetenz an unseren Standorten wurden durch regelmäßige Schulungen sichergestellt, um die Anzahl der Arbeitsunfälle stetig weiter zu verringern. Weltweit sind 329 Mitarbeiter in formalen Arbeitsschutzausschüssen tätig, die überprüfen und sicherstellen, dass sämtliche Standards und Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.
Die Quote der Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden lag weltweit bei 16,7 (Vorjahr: 15,6), was eine Steigerung von 1,1 bedeutet. Die Anzahl der Arbeitsunfälle betrug 244 (Vorjahr: 228 Arbeitsunfälle). Von den 244 Arbeitsunfällen entfielen 21,7 % (Vorjahr: 27,6 %) auf Mitarbeiterinnen und 78,3 % (Vorjahr: 72,4 %) auf Mitarbeiter. Die meisten Arbeitsunfälle haben in Deutschland stattgefunden (139 Arbeitsunfälle; Vorjahr: 95), gefolgt von Europa (69 Arbeitsunfälle; Vorjahr: 58), den Schwellenländern (28 Arbeitsunfälle; Vorjahr: 35) und Amerika (8 Arbeitsunfälle; Vorjahr: 40). Bei vier Arbeitsunfällen war ein längerer Produktionsstopp notwendig (Vorjahr: vier Unfälle). Insgesamt resultierten aus den Arbeitsunfällen 5.582 Fehltage (Vorjahr: 3.618 Fehltage), was eine Steigerung von 1.964 Tagen bedeutet. Dieser Anstieg ist unter anderem auch bedingt durch die planmäßige Ofenreparatur und -erweiterung in einem unserer deutschen Werke, wo es zu Unfällen mit mehreren Fehltagen kam. Unser Ziel ist es, mit unseren Maßnahmen die Arbeitsunfälle stetig zu reduzieren. Wir hatten keinen (Vorjahr: keinen) tödlichen Arbeitsunfall im Geschäftsjahr 2019.
223 Mitarbeiter haben aufgrund ihrer Tätigkeit ein hohes Risiko von Krankheiten in Zusammenhang mit der Beschäftigung (Vorjahr: 206 Mitarbeiter). Um die Gesundheit unserer Mitarbeiter über ihr gesamtes Erwerbsleben und darüber hinaus aufrechtzuerhalten, bieten wir in vielen Werken ein breites Spektrum an Maßnahmen zum Erhalt der körperlichen und geistigen Fitness an. Dazu zählen zum Beispiel Gesundheitstage, der "Mit dem Rad zur Arbeit"-Tag sowie ergonomisch eingerichtete Arbeitsplätze.
Arbeitnehmerrechte und Arbeitsbedingungen
Wir verpflichten uns uneingeschränkt dazu, die Menschenrechte in unserem Einflussbereich zu achten, zu fördern und zu schützen. Dieses Ziel ist in unserer Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" verankert. Durch unser Gerresheimer Management System ist sichergestellt, dass die Inhalte, die Bedeutung und Anwendung dieser Richtlinie an die Mitarbeiter in allen Werken kommuniziert werden. Es ist Aufgabe der Werksleiter, einen Prozess zu etablieren, der sicherstellt, dass die Grundsätze der Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" eingehalten werden. Im Geschäftsjahr 2019 ist - wie schon im Vorjahr - weltweit kein Fall zum Thema Menschenrechtsverletzung gemeldet worden. Ebenso sind aufgrund unseres eigenen Anspruches, lokaler Gesetze und internationaler Bestimmungen - wie die der Internationalen Arbeitsorganisation - Kinder- und Zwangsarbeit bei Gerresheimer weltweit untersagt.
Tarifverträge oder andere Vereinbarungen gewährleisten die Versammlungsfreiheit unserer Mitarbeiter. Die betriebliche Mitbestimmung ist bei Gerresheimer durch den Konzernbetriebsrat institutionalisiert, der sich für die Belange unserer Mitarbeiter einsetzt. Der Konzernbetriebsrat besteht aus 15 Mitarbeitern (Vorjahr: 15 Mitarbeiter): drei Frauen und zwölf Männer (Vorjahr: drei Frauen und zwölf Männer). Unverändert zum Vorjahr sind sechs Arbeitnehmervertreter Mitglied im Aufsichtsrat der Gerresheimer AG, davon zwei Frauen und vier Männer.
Bei Mitarbeitereinstellungen werden bei Gerresheimer die jeweiligen gesetzlichen Vorgaben und Rechtsgrundlagen der einzelnen Länder eingehalten.# Gerresheimer steht für ein Arbeitsumfeld, in dem allen Mitarbeitern unabhängig von Nationalität, Herkunft, Religion, Geschlecht, Alter, Behinderung und sexueller Orientierung dieselbe Wertschätzung und dieselben Chancen zukommen. Im Geschäftsjahr 2019 waren - wie schon im Vorjahr - keine Diskriminierungsfälle zu vermelden. Durch Angebote wie Teilzeitprogramme, mobiles Arbeiten oder flexible Arbeitszeiten versuchen wir weiterhin die Vereinbarung von Familie und Beruf zu unterstützen und erleichtern die Betreuung von Kindern und die Versorgung von Familienangehörigen. Im Geschäftsjahr 2019 waren insgesamt 305 Mitarbeiter in Europa (inklusive Deutschland) in Teilzeit beschäftigt (Vorjahr: 298 Mitarbeiter), dies entspricht einer Quote von 5,7 % (Vorjahr: 5,5 %). Mitarbeiter haben bei Gerresheimer auch in den Ländern, in denen es keine entsprechende gesetzliche Regelung gibt, die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen. Insgesamt machten 132 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2019 von diesem Angebot Gebrauch (Vorjahr: 206 Mitarbeiter). Aus der Elternzeit kehrten 73,5 % im Geschäftsjahr 2019 in eine Anstellung zurück (Vorjahr: 86,4 %). Von unseren 9.872 Mitarbeitern arbeiten 5.801 im Schichtdienst (Vorjahr: 5.840 Mitarbeiter), 34,5 % davon Frauen und 65,5 % Männer. Beim Thema Mitarbeitervergütung legen wir großen Wert darauf, eine national und international wettbewerbsfähige Vergütung sicherzustellen und keine Unterschiede zwischen Frauen und Männern zu machen. Dies stellen wir zum einen über Benchmarks von externen Firmen und über die personenunabhängige Funktionsbewertung z. B. im Executive Management und an einigen Standorten über alle Hierarchieebenen sicher. Die Funktionsbewertung wird konzernweit einheitlich nach der international anerkannten Kienbaum-Methode vorgenommen. Zudem gelten für viele unserer Mitarbeiter die verbindlichen Entgelttabellen der abgeschlossenen Tarifverträge, dadurch sind geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede für gleichwertige Tätigkeiten ausgeschlossen. Zudem bezahlen wir auch in den Schwellenländern Brasilien und China über dem lokal vorgeschriebenen Mindestlohn, im Durchschnitt über 150 %. Unser Vergütungskonzept sieht neben dem Grundgehalt für verschiedene Funktionen einen variablen Anteil vor. Im Geschäftsjahr 2019 hatten wir 2.175 Bonus- bzw. Prämienempfänger (Vorjahr: 1.078 Bonusempfänger). Für unser weltweites Executive Management existiert zudem ein Mid-Term-Incentive Program, das jeweils die drei vergangenen Geschäftsjahre berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2019 haben 54 Mitarbeiter (Vorjahr: 56 Mitarbeiter) des Executive Managements Mid-Term-Incentives erhalten. Neben den finanziellen Komponenten bietet Gerresheimer seinen Mitarbeitern an vielen Standorten weitere Benefits an. Dazu zählen z. B. Essenszuschüsse, Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr oder die Gruppenunfallversicherung.
UNSERE VERANTWORTUNG FÜR DIE GESELLSCHAFT
Wir sind davon überzeugt, dass wir mittel- bis langfristig bessere Ergebnisse erzielen können, wenn wir nicht nur die wirtschaftlichen, sondern auch soziale Belange als Maßstab unseres Handelns betrachten. Deshalb haben wir uns das Ziel gesetzt, in einem transparenten Dialog mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen uns über unsere Unternehmensgrenzen hinweg zu engagieren. Diese Verantwortung für die Gesellschaft haben wir in unserer Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" festgeschrieben. Unser Gerresheimer Management System sieht vor, dass die Inhalte dieser Richtlinie in allen Werken kommuniziert und eingehalten werden. Als lokale Unternehmen und Arbeitgeber in vielen verschiedenen Ländern der Welt tragen wir auch ein Stück weit Verantwortung für die Städte und Regionen, in denen wir präsent sind. Deswegen engagieren sich viele unserer Werke und unserer Mitarbeiter für lokale Initiativen und unterstützen mit Aktionen und Spenden gemeinnützige Einrichtungen vor Ort. Vor allem spiegeln viele Maßnahmen und Spendenaktionen im Rahmen der "ONE Gerresheimer-Woche" unsere Verantwortung für die Gesellschaft wider.
GEMEINWESEN
Als wichtiger globaler Partner der Pharmaindustrie wollen wir nicht nur mit unseren Produkten, sondern auch mit unseren sozialen Aktivitäten einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Im Fokus unserer Bemühungen stehen dabei vor allem
- junge Menschen in Schule und Ausbildung sowie
- eine Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden.
Der Großteil dieses Engagements konzentriert sich auf die "ONE Gerresheimer-Woche", die auch im aktuellen Berichtsjahr wieder stattgefunden hat. In dieser einen Woche im Sommer jeden Jahres sind alle Mitarbeiter weltweit aufgerufen, unsere Werte ganz bewusst zu leben und andere daran teilhaben zu lassen. 2019 wurde der Wert "Innovation" in den Mittelpunkt zahlreicher Aktionen gestellt. Schon während der Vorbereitungen und Planungen zur "ONE Gerresheimer-Woche" wurden in einem Aufruf an alle Organisations-Teams die oben aufgeführten Themenbereiche als inhaltliche Zielrichtungen für die vielfach damit verbundenen Spendenaktionen und das gesellschaftliche Engagement kommuniziert.
Fokus Schule und Ausbildung
Unsere Hauptverwaltung in Düsseldorf ist dem Stadtteil Gerresheim, in dem im Jahr 1864 mit dem Bau der ersten Glashütte das Unternehmen Gerresheimer gegründet wurde, eng verbunden. Sie fördert seit Jahren die Ferdinand-Heye-Grundschule in Gerresheim, die nach dem Gründer unseres Unternehmens benannt wurde. Auch einige Tochterunternehmen wie z. B. die Werke in Horsovsky Tyn (Tschechische Republik), in Berlin (Ohio/USA), Kundli (Indien) und Kosamba (Indien) unterstützen lokale Schulen in vielfältiger Weise mit Geld- und Sachspenden. Die Ausbildung von Nachwuchs vor allem in den technischen Berufsfeldern ist uns wichtig. Viele deutsche Werke beteiligen sich an der bundesweiten Initiative des Girls' Day, bei der an einem Aktionstag junge Frauen Einblicke in technische Berufe bekommen. In 2019 haben die Produktionsstandorte Bünde, Essen, Tettau und Wackersdorf daran teilgenommen. Unser Geschäftsfeld Medical Systems arbeitet seit vielen Jahren eng mit der Ostbayrischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden zusammen und hat dort beispielsweise eine Stiftungsprofessur für Medizintechnik und ein Reinraumlabor eingerichtet. Über duale Studiengänge und zahlreiche Abschlussarbeiten werden wissenschaftliche Theorie und industrielle Praxis erfolgreich miteinander verzahnt. In 2019 begann ein neuer Projektzyklus im dualen Studiengang Medizintechnik, bei dem die Gerresheimer Regensburg GmbH im Rahmen des Konzepts der innovativen Lernorte ihre Ressourcen zur Verfügung stellt. Auch unser tschechisches Werk in Horsovsky Tyn bietet seit vielen Jahren nach deutschem Vorbild duale Ausbildungsgänge an. Unser deutsches Werk in Tettau ist Teil eines regionalen Innovationsnetzwerkes, das unter anderem eng mit der Hochschule Coburg kooperiert. Mit Unterstützung des Innovationsnetzwerkes wurde an der Hochschule Coburg beispielsweise der neue Studiengang Zukunfts-Design entwickelt und angeboten, in dem auch eigene Mitarbeiter einen Masterstudiengang durchlaufen.
Fokus Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden
Auch in diesem Bereich sind die Aktivitäten unserer Werke vielfältig und reichen von Geld- und Sachspenden bis hin zu freiwilligem persönlichen Engagement. So unterstützt unser Werk in Kundli (Indien) ein lokales Dialysezentrum. Unser Werk im indischen Kosamba hat 2019 durch Spenden die lokale Infrastruktur verbessert. Durch den Bau einer Wasserfilteranlage konnten wir den Bewohnern eines Kinderheims Zugang zu sauberem Trinkwasser verschaffen. Unser chinesisches Werk in Shuangfeng fördert den lokalen Danyang Charity-Verein, der sich für eine bessere medizinische Versorgung und Ausbildungsunterstützung behinderter und benachteiligter Menschen in der Region einsetzt. Unser Werk in Tettau (Deutschland) engagiert sich seit 2012 als Gründungsmitglied in einem regionalen Generationenprojekt, um insbesondere die sozialen Kompetenzen unserer Auszubildenden zu fördern. Diesem Projekt wurde in der Vergangenheit der deutsche Demografie Exzellenz Award für betriebliche Leuchtturmprojekte verliehen, die das Thema demografischer Wandel aufgreifen und innovative Lösungen dafür entwickeln. Gerresheimer Tettau spendet regelmäßig für Vereine, Institutionen und andere Einrichtungen in der Rennsteigregion, um die dortige Infrastruktur zu fördern. 2019 hat das Werk das Bayrische Rote Kreuz unterstützt und zur Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges beigetragen. Gerresheimer Regensburg setzt sich besonders für kranke und behinderte Kinder ein und spendet an entsprechende lokale Einrichtungen. Das Werk im dänischen Vaerloese organisiert Mitarbeiteraktionen und spendet an eine Kinderhilfsorganisation. Das Werk in Zaragoza (Spanien) fördert eine Krebshilfeorganisation und stellt Lebensmittel für Bedürftige zur Verfügung. Im schweizerischen Olten unterstützt unser Tochterunternehmen Sensile Medical eine lokale Stiftung zum Thema Herz-Kreislauf. Im Rahmen der "ONE Gerresheimer-Woche" haben viele Unternehmensstandorte zu Blutspendeaktionen aufgerufen und Sach- und Geldspenden für gemeinnützige Institutionen, Vereine und Projekte in ihrer Region gesammelt. Die Einnahmen aus der Aktionswoche kamen z. B. Krankenhäusern, Armenküchen, Kindergärten, Obdachlosenheimen, Elterninitiativen krebserkrankter Kinder, lokalen Tafeln, Einrichtungen für kindliche Gewaltopfer und Hospizen zugute.
POLITISCHE EINFLUSSNAHME
Die Gerresheimer Gruppe betreibt keine politische Einflussnahme über die üblichen Branchenverbandstätigkeiten hinaus und Gerresheimer unterhält keine Büros zur politischen Kommunikation. Gerresheimer tätigt weltweit keine Spenden oder Zuwendungen an Regierungen, politische Parteien oder Politiker. Die Vorschriften für karitative Spenden und die Vergabe von Beratungsaufträgen sind klar reglementiert. Größere Spenden bedürfen entsprechender Genehmigungen und unterliegen den strengen Compliance-Vorschriften des Konzerns.# Da insbesondere die glasherstellenden Werke viel Energie verbrauchen, sind für uns die Gesetzgebung und die Steuervorschriften für den Einkauf und Verbrauch von Energie sowie der Umgang mit Emissionen von besonderer Bedeutung. Auf entsprechende Gesetzgebungsverfahren nehmen wir als Unternehmen jedoch direkt keinen Einfluss, sondern beteiligen uns an der gemeinschaftlichen Positionsvertretung über unsere Industrieverbandstätigkeiten. Als wesentliche Mitgliedschaften in Industrieverbänden sind die Mitgliedschaft im Bundesverband Glas (für die deutschen Glasstandorte) sowie die Mitgliedschaft im europäischen Behälterglasverband (FEVE) zu nennen. Außerdem ist Gerresheimer Mitglied in entsprechenden Arbeitgeberverbänden.
UNSERE VERANTWORTUNG FÜR WIRTSCHAFTSETHISCHES VERHALTEN UND GESETZESKONFORMITÄT
Für Gerresheimer als global tätigen Konzern ist es unerlässlich, dass alle Unternehmen innerhalb der Gruppe nach wirtschaftsethischen Grundsätzen verantwortungsvoll und unter Einhaltung der geltenden Gesetze und Regeln geführt werden. Rechtskonformes Verhalten ist für Gerresheimer nicht nur die Grundlage einer verantwortungsvollen Unternehmensführung, sondern stärkt auch das Vertrauen unserer Geschäftspartner, Anteilseigner und der Öffentlichkeit in das Unternehmen und seine Mitarbeiter.
KONZERNWEITES COMPLIANCE MANAGEMENT SYSTEM
Das konzernweite Gerresheimer Compliance Management System (CMS) verfolgt das vorrangige Ziel, dass sich alle Mitarbeiter des Gerresheimer Konzerns an die geltenden rechtlichen Bestimmungen und internen Regeln halten, um Compliance-Verstöße zu vermeiden und entsprechende Risiken zu minimieren. Hierzu implementiert das CMS präventive Maßnahmen. Kontrollinstrumente im CMS unterstützen dabei, ein nicht den Gesetzen und Regeln entsprechendes Verhalten aufzudecken. Sofern es zur Aufdeckung von Verstößen kommt, werden diese dem Einzelfall entsprechend angemessen abgestellt und sanktioniert. Der Fokus des Gerresheimer CMS liegt auf der Korruptionsbekämpfung sowie der Einhaltung wettbewerbsrechtlicher und kapitalmarktrechtlicher Vorschriften. Selbstverständlich verfolgt Gerresheimer ein mit den Regeln der Compliance abgestimmtes Verhalten auch in anderen relevanten Bereichen und Rechtsgebieten.
COMPLIANCE-ORGANISATION
Die Compliance-Organisation trägt global die Verantwortung dafür, dass das CMS in Bezug auf die Compliance-Risiken angemessen und wirksam ist. Der Vorstand hat den General Counsel zum Compliance-Beauftragten ernannt. In dieser Funktion trägt dieser die organisatorische Verantwortung für die Implementierung und Aktualisierung der durch den Vorstand erlassenen Richtlinien sowie die Durchführung von Schulungsmaßnahmen. Ferner dient er als Anlaufstelle für Fragen und Anregungen zum Gerresheimer Compliance-Programm sowie für Mitteilungen über etwaige Verstöße gegen die Compliance-Regelungen. Der Compliance-Beauftragte führt auf Weisung des Vorstandsvorsitzenden Aufklärungs- und Disziplinarmaßnahmen im Falle von Verstößen aus. Unterstützt wird der Compliance-Beauftragte durch lokale Compliance-Verantwortliche in den Tochterunternehmen. Diese tragen dazu bei, dass alle Mitarbeiter die Elemente des Gerresheimer Compliance-Programms kennen. Die Compliance-Verantwortlichen stehen als erster Ansprechpartner für alle Fragen im Zusammenhang mit Compliance zur Verfügung und führen, in Absprache mit dem Compliance-Beauftragten, Schulungen zum Thema Compliance durch. Der Compliance-Beauftragte berät und unterstützt jederzeit die Compliance-Verantwortlichen und das lokale Management.
RISIKEN VERMEIDEN
Um Compliance-Verstöße zu vermeiden und entsprechende Risiken zu minimieren, enthält das Gerresheimer CMS verschiedene präventive Elemente. Hierzu gehören unter anderem das Gerresheimer Compliance-Programm, Schulungen sowie eine Risikoanalyse. Das Gerresheimer Compliance-Programm soll die Mitarbeiter dabei unterstützen, Gesetze und Unternehmensrichtlinien richtig anzuwenden. Zu allen drei für das Gerresheimer Compliance-Programm ausgewählten Schwerpunkten (Korruptionsbekämpfung, Kartellrecht, Kapitalmarktrecht) bestehen bindende Richtlinien mit ergänzenden Merkblättern zur Konkretisierung dieser Richtlinien.
Compliance-Schulungen für Mitarbeiter werden in bestimmten Schulungsintervallen durchgeführt. Die Auswahl der zu schulenden Mitarbeiter folgt hierbei einem risikoorientierten Ansatz. Um die richtigen Teilnehmer zu identifizieren, werden jeweils Kataloge der Pflichtteilnehmer für die Schulungsbausteine erstellt. Die Schulungsinhalte werden sowohl durch Präsenzschulungen als auch durch E-Learning-Programme vermittelt. Die Präsenzschulungen werden wahlweise durch Syndikusrechtsanwälte oder durch externe Sachverständige durchgeführt. Die Inhalte der Schulungen werden durch den Compliance-Beauftragten vorgegeben und regelmäßig auf Aktualität überprüft. Zur Analyse und zur frühzeitigen Erkennung von potenziellen Compliance-Risiken wird eine regelmäßige Risikoanalyse durchgeführt, in der die strukturellen und aus dem jeweiligen Geschäftsmodell resultierenden Risiken nach einem Bewertungsmodell sichtbar gemacht und bewertet werden. Strukturell werden bei der Risikoanalyse unter Berücksichtigung bestehender Kontrollen oder Prozesse die operativen und finanziellen Risiken sowie Reputationsrisiken für das Unternehmen mit Blick auf definierte Themenkomplexe erörtert, gewichtet und aggregiert. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wird evaluiert, ob eine weitere Risikoreduzierung erfolgen kann und inwiefern gegebenenfalls eine Implementierung weiterer Kontrollmaßnahmen angebracht ist.
RISIKEN ERKENNEN UND REAGIEREN
Verhalten, das nicht den Gesetzen und Regeln entspricht, ist nicht im Interesse von Gerresheimer. Alle Mitarbeiter sind ausnahmslos verpflichtet, die geltenden Gesetze und Regeln zu beachten. Um sicherzustellen, dass unsere Verhaltensvorgaben eingehalten werden, enthält das Gerresheimer CMS verschiedene Kontrollinstrumente. Als wichtiges Kontrollinstrument im Gerresheimer CMS steht ein elektronisches Hinweisgebersystem zur Meldung von Compliance-Verstößen zur Verfügung. Das Hinweisgebersystem ermöglicht über das Internet weltweit und rund um die Uhr einen direkten Dialog mit dem Compliance-Beauftragten. Dabei entscheidet der Hinweisgeber selbst, ob er anonym bleiben oder ob er namentlich melden möchte. Diesen Meldevorgang können sowohl Mitarbeiter als auch Kunden und Lieferanten sowie sonstige Dritte nutzen. Um den Zugang so einfach wie möglich zu gestalten, ist das Hinweisgebersystem in allen für die Gerresheimer Gruppe relevanten Sprachen nutzbar. Jedem Verdacht auf das Vorliegen eines Compliance-Verstoßes wird nachgegangen. Hierbei gilt der Grundsatz, dass Verstöße gegen Compliance-Vorgaben immer im Rahmen einer Einzelfallbetrachtung unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit sanktioniert werden. Je nach Schwere des Verstoßes kann dies zu Disziplinarmaßnahmen wie Kündigung des Arbeitsverhältnisses, Abmahnung oder Versetzung sowie Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen führen.
EXTERNE ÜBERPRÜFUNG DES GERRESHEIMER CMS
Überprüfung und kontinuierliche Verbesserung sind prägende Elemente des Gerresheimer CMS. Vor diesem Hintergrund wurde das Gerresheimer CMS im Jahr 2019 durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nach dem Prüfungsstandard IDW PS 980 und unter Berücksichtigung von ISO 19600 einer Angemessenheitsprüfung unterzogen. Die Prüfung bestätigte die Angemessenheit und Implementierung der Compliance-Prozesse in den Bereichen Antikorruption, Kapitalmarktrecht sowie Wettbewerbs- und Kartellrecht.
GERICHTLICHE ODER BEHÖRDLICHE MASSNAHMEN
Im Verlauf des Geschäftsjahres 2019 wurden gegen Gerresheimer keine gerichtlichen oder behördlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit den Schwerpunktthemen aus dem CMS eingeleitet oder durchgeführt.
VERGÜTUNGSBERICHT
VERGÜTUNG DES VORSTANDS
VERGÜTUNGSSTRUKTUR
Die Gesamtvergütung der aktiven Vorstandsmitglieder setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Dabei handelt es sich um ein Festgehalt sowie übliche Nebenleistungen, eine kurzfristige variable Barvergütung, eine langfristige variable Barvergütung, eine langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung und um Versorgungszusagen.
ERFOLGSUNABHÄNGIGE KOMPONENTEN
Die erfolgsunabhängigen Teile bestehen aus dem Festgehalt und aus Nebenleistungen in Form von Sachbezügen. Die Sachbezüge enthalten im Wesentlichen Versicherungsprämien (unter anderem für eine Gruppenunfall- und Invaliditätsversicherung) sowie die Dienstwagennutzung. Für die Mitglieder des Vorstands besteht zudem eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung), die einen Selbstbehalt gemäß § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG vorsieht.
ERFOLGSABHÄNGIGE KOMPONENTEN
Kurzfristige variable Barvergütung
Die kurzfristige variable Barvergütung ist an den Grad des Erreichens von dienstvertraglich definierten Jahreszielwerten geknüpft. Ihre Höhe leitet sich jeweils aus der vom Aufsichtsrat genehmigten Unternehmensplanung ab. Die Zielwerte beziehen sich auf die unterschiedlich gewichteten Finanzkennzahlen Adjusted EBITDA, Net Working Capital und Umsatzerlöse. Die Zielkomponente Net Working Capital berechnet sich als durchschnittliches Net Working Capital in Prozent der Umsatzerlöse. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt die kurzfristige variable Barvergütung 50 % des individuellen Festgehaltes. Die kurzfristige variable Barvergütung kann maximal 70 % des individuellen Festgehaltes betragen und wird im Folgejahr nach Billigung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat ausgezahlt.
Langfristige variable Barvergütung
Die langfristige variable Barvergütung besteht aus einem rollierenden Bonussystem, das an das Erreichen bestimmter Ziele über einen Zeitraum von drei Jahren anknüpft. Die für die Zielerreichung relevanten Kennzahlen sind das organische Umsatzwachstum und die Gesamtkapitalrendite (Gx ROCE).# Bei der langfristigen variablen Barvergütung werden die relevanten Kennzahlen auf Basis der Unternehmensplanung jährlich neu für den Dreijahreszeitraum festgelegt. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt die langfristige variable Barvergütung 40 % des individuellen Festgehaltes. Die langfristige variable Barvergütung kann maximal 55 % des individuellen Festgehaltes betragen und wird, bezogen auf das Basisjahr, nach drei Jahren ausgezahlt. Zuvor wurde die Zielerreichung anhand eines arithmetischen Mittels der Einzelwerte jedes Jahres des dreijährigen Bemessungszeitraumes festgestellt. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt der auszuzahlende Bonus 30 % des individuellen Festgehaltes. Er kann maximal (bei Erreichen eines Zielvolumens von 133 %) knapp 40 % des individuellen Festgehaltes betragen. Die Auszahlung erfolgt, bezogen auf das Basisjahr, nach drei Jahren. Letztmals gilt diese alte Regelung anteilig für die langfristige variable Barvergütung des Geschäftsjahres 2017 für Herrn Schütte.
Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung (Phantom Stocks)
Zusätzlich hat die Gesellschaft mit sämtlichen Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen über eine langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung geschlossen. Diese Vereinbarungen sehen vor, dass jedes Vorstandsmitglied in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktienkurs in jedem Jahr der Vorstandstätigkeit eine wertbasierte Zuteilung erhält. Die Vorstandsmitglieder erhalten einen Zahlungsanspruch für den Fall, dass die Ausübungs- und Zahlungsvoraussetzungen vorliegen. Das Vorstandsmitglied ist berechtigt, nach Ablauf einer Sperrfrist von fünf Jahren innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 24 Monaten eine Zahlung in Höhe der zwischen dem Ausgabezeitpunkt und dem Ausübungszeitpunkt (Laufzeit) eingetretenen, nach dem Börsenkurs bemessenen Wertsteigerung der Gerresheimer Aktie zu verlangen. Voraussetzung für die Auszahlung ist, dass innerhalb der Laufzeit eine Wertsteigerung von mindestens 20 % oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten ist. Die Zielvergütung soll bei Erreichung der Ausübungshürde einer 20 %igen Steigerung des Börsenkurses 40 % des individuellen Festgehaltes je Vorstandsmitglied betragen. Beträgt die Börsenkurssteigerung während der Laufzeit 40 % oder mehr, ist der Wertanspruch der Vorstandsmitglieder auf maximal 80 % des individuellen Festgehaltes begrenzt. Mit dem Ausscheiden des jeweiligen Vorstandsmitgliedes verfallen sämtliche Ansprüche auf die Gewährung weiterer Phantom Stock-Ansprüche ersatz- und entschädigungslos, das gilt auch für das Jahr der vorzeitigen Vertragsbeendigung selbst, falls die Vertragsbeendigung vor dem Ausgabetag dieses Jahres liegen sollte. Bereits ausübbare Phantom Stock-Ansprüche, die innerhalb des Ausübungszeitraums liegen, sowie sämtliche noch nicht fälligen Ansprüche aus bereits ausgegebenen Phantom Stock-Ansprüchen, die innerhalb der Wartezeit liegen, bleiben unberührt und können von dem Berechtigten nach den allgemeinen Maßgaben der Phantom Stock-Vereinbarung ausgeübt werden. Allerdings wird der Phantom Stock-Anspruch für eine bereits ausgegebene Tranche in dem Jahr des Ausscheidens ratierlich gekürzt. Der Ausgabepreis für die Tranche 13 im Geschäftsjahr 2019 beträgt EUR 66,78.
Die alten Regelungen sahen vor, dass jedes Vorstandsmitglied in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktienkurs in jedem Jahr der Vorstandstätigkeit eine bestimmte Anzahl sogenannter Aktienwertsteigerungsrechte erhielt. Jedes Aktienwertsteigerungsrecht berechtigte das Vorstandsmitglied zum Erhalt einer Zahlung in Abhängigkeit von der Entwicklung des Aktienkurses. Dabei legte die sogenannte Erfolgshürde fest, dass die Zahlung nur möglich ist, wenn der Kurs der Aktie der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung den Ausgangswert der jeweiligen Tranche um mindestens 12 % überstieg oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten war. Nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren konnten die Aktienwertsteigerungsrechte innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 16 Monaten (Ausübungszeitraum) ausgeübt werden. Der Vergütungsanspruch entsprach dem Betrag, um den der Aktienkurs im jeweiligen Zeitraum zwischen der Ausgabe der Aktienwertsteigerungsrechte und der Ausübung absolut gestiegen war. Die Höhe des Vergütungsanspruches war jedoch für jede Tranche auf den Betrag begrenzt, der 25 % des Ausgangswertes sämtlicher Aktienwertsteigerungsrechte dieser Tranche entsprach. Im Zeitpunkt der Beendigung des Vorstands-Dienstvertrages verfielen sämtliche ausübbaren Aktienwertsteigerungsrechte, sämtliche noch nicht fälligen Ansprüche aus bereits gewährten Aktien-wertsteigerungsrechten und sämtliche Ansprüche auf die Gewährung weiterer Aktienwertsteigerungsrechte ersatz- und entschädigungslos. Lag der Tag, an dem der Vorstands-Dienstvertrag des Berechtigten endete, nach dem ersten Jahrestag des Ausgabetages des Aktienwertsteigerungsrechts einer bereits ausgegebenen Tranche, aber vor dem Ausübungstag für diese Tranche, so blieben die Aktienwertsteigerungsrechte dieser Tranche erhalten. Diese Ausführungen betreffen lediglich noch die Tranche 10 für Herrn Schütte.
Versorgungszusage
Während des Zeitraums der Bestellung als Vorstandsmitglied der Gesellschaft stellt die Gesellschaft dem Versorgungsberechtigten einen Betrag aus der Summe von 20 % des Festgehaltes und 20 % der erzielten kurzfristigen variablen Barvergütung zur Verfügung. Zur Verwendung dieser Beiträge hat das Vorstandsmitglied die Wahl zwischen drei Optionen:
- Einzahlung von 20 % des Festgehaltes in eine Versicherung und Einzahlung von 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung in eine Kapitalanlage;
- Einzahlung von 20 % des Festgehaltes in eine Versicherung und Auszahlung von 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung zur Eigenvorsorge;
- Auszahlung von 20 % des Festgehaltes und 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung zur Eigenvorsorge.
Alle am 30. November 2019 aktiven Vorstandsmitglieder haben sich für die Option (3) entschieden.
Aus der Versicherung bei den beschriebenen Optionen (1) und (2) der Regelungen zu den Versorgungszusagen erwirbt das Vorstandsmitglied bei Renteneintritt Ansprüche gegen die Versicherung auf eine wiederkehrende Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenrente. Alternativ kann das Vorstandsmitglied bei Renteneintritt die Auszahlung des gesamten angesammelten Kapitals wählen. In diesem Fall entfallen dann aber die Versorgungsansprüche. Bei der kapitalbasierten Leistung besteht für die Gesellschaft bei Renteneintritt des Vorstands das Risiko einer Ausgleichspflicht zur Auffüllung bis zur Höhe der eingezahlten Beträge, falls der Wert der Kapitalanlage fällt, da das Unternehmen zur Anerkennung als betriebliche Altersversorgung den Kapitalerhalt garantieren muss. Deshalb müssen vor dem Zeitpunkt des Leistungsfalls - gegebenenfalls nur temporär - sich ergebende rechnerische Unterdeckungen bilanziert werden. Wenn das Vorstandsmitglied während der Laufzeit seines Anstellungsvertrages die Auszahlung des jährlich vorgesehenen Beitragssatzes als zusätzlichen Gehaltsbestandteil zur Eigenvorsorge erhält, besteht nach Auszahlung in diesem Fall für die Gesellschaft keine weitere Verpflichtung mehr.
Die vorherige Regelung in Bezug auf die Altersvorsorge sah vor, dass die Mitglieder des Vorstands grundsätzlich berechtigt sind, nach Ausscheiden aus dem Gerresheimer Konzern ab dem Erreichen des 65. Lebensjahres Pensionsleistungen zu beziehen. Der jährliche Pensionsanspruch beträgt, in Abhängigkeit vom Lebensalter zum Zeitpunkt der Pensionszusage, zwischen 2,00 % und 2,22 % des letzten Festgehaltes. Dieser Prozentsatz steigt in Abhängigkeit von der Anzahl der Dienstjahre als Mitglied des Vorstands auf maximal 40 %. Die Witwenrente beträgt 60 % und die Waisenrente pro Kind jeweils 20 % der Rentenansprüche des Verstorbenen. Die Witwen- und Waisenrente ist insgesamt auf 100 % der Rentenansprüche des Verstorbenen begrenzt. Diese leistungsorientierten Zusagen bestehen im abgelaufenen Geschäftsjahr für die ehemaligen Vorstandsmitglieder Herr Beaujean und Herr Schütte und wurden in Bezug auf Herrn Schütte über eine Unterstützungskasse abgewickelt.
Leistungen bei Beendigung der Vorstandstätigkeit
Bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund sind Abfindungshöchstgrenzen im Rahmen der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehen. Somit sind Zahlungen einschließlich Nebenleistungen bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund auf den Wert von zwei Jahren begrenzt und dürfen nicht mehr als die Restlaufzeit des Vorstandsvertrages umfassen. Für die Berechnung der Abfindungshöchstgrenzen ist auf die Gesamtvergütung abzustellen.
Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist niederzulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen musste. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung noch eine Laufzeit von neun oder mehr Monaten hat. Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen. Ihre Höhe entspricht drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung inklusive der kurzfristigen und langfristigen variablen Barvergütung, allerdings ohne die Berücksichtigung der langfristigen aktienkursorientierten variablen Barvergütung. Im Zusammenhang mit dem Ausscheiden von Herrn Schütte aus dem Vorstand der Gerresheimer AG zum 28.# VERGÜTUNG DES VORSTANDS
Im Februar 2019 wurde ein einjähriges nachvertragliches Wettbewerbsverbot ab dem 1. März 2019 vereinbart. Für die Dauer des nachvertraglichen Wettbewerbsverbots erhält Herr Schütte eine Karenzentschädigung in Höhe von insgesamt EUR 495.000,00, welche in zwölf gleichen Monatsraten zahlbar ist. Darüber hinaus wurde mit keinem aktiven Vorstandsmitglied ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart.
VERGÜTUNG DES VORSTANDS IM GESCHÄFTSJAHR
Im Rahmen der Ermittlung der Vergütung des Vorstands wurden die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex umgesetzt. Die Gesamtbezüge der während des Geschäftsjahres 2019 aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich insgesamt auf T EUR 5.866 (Vorjahr: T EUR 11.119). Davon entfielen T EUR 2.808 (Vorjahr: T EUR 6.209) auf die erfolgsunabhängige Vergütung und T EUR 1.172 (Vorjahr: T EUR 2.302) auf die erfolgsabhängige Vergütung. Der Aufwand aus Versorgungszusagen betrug im Geschäftsjahr 2019 T EUR 817 (Vorjahr: T EUR 924). Die im laufenden Geschäftsjahr erdienten Ansprüche aus der aktienorientierten Vergütung betrugen T EUR 1.069 (Vorjahr: T EUR 1.684).
Die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2019 ist den nachfolgenden Tabellen zu entnehmen:
Dietmar Siemssen (Vorstandsvorsitzender) & Dr. Lukas Burkhardt (Primary Packaging Glass)
| Gewährte Zuwendungen in TEUR | 2019 Min. | 2019 Max. | 2018 |
|---|---|---|---|
| Festvergütung | 950 | 950 | 79 |
| Sachbezüge | 13 | 13 | 3 |
| Summe | 963 | 963 | 82 |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 475 | 665 | 40 (1) |
| Langfristige variable Barvergütung | 380 | 523 | 32 |
| Plan 2018 - 2021 | - | - | 32 (1) |
| Plan 2019 - 2022 | 380 | 523 | - |
| Phantom Stocks | - | - | - |
| Summe | 1.818 | 2.151 | 154 |
| Versorgungsaufwand | 285 | 285 | 24 |
| Gesamtvergütung | 2.103 | 2.436 | 178 |
Dr. Lukas Burkhardt (Primary Packaging Glass) & Dr. Bernd Metzner (Finanzvorstand seit 15.05.2019)
| Gewährte Zuwendungen in TEUR | 2019 Min. | 2019 Max. | 2018 |
|---|---|---|---|
| Festvergütung | 570 | 523 | 350 |
| Sachbezüge | 18 | 5 | 4 |
| Summe | 588 | 528 | 354 |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 399 | 261 | 175 |
| Langfristige variable Barvergütung | 314 | 209 | 140 |
| Plan 2018 - 2021 | 209 | - | - |
| Plan 2019 - 2022 | 314 | - | 140 |
| Phantom Stocks | - | - | 1.536 |
| Summe | 1.301 | 998 | 669 |
| Versorgungsaufwand | 171 | 157 | 112 |
| Gesamtvergütung | 1.472 | 1.155 | 781 |
Rainer Beaujean (bis 30.04.2019) & Andreas Schütte (bis 28.02.2019)
| Gewährte Zuwendungen in TEUR | 2019 Min. | 2019 Max. | 2018 |
|---|---|---|---|
| Festvergütung | 725 (2) | 725 (2) | 650 |
| Sachbezüge | 8 | 8 | 20 |
| Summe | 733 | 733 | 670 |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 138 | 193 | 325 |
| Langfristige variable Barvergütung | 110 | 151 | 260 |
| Plan 2018 - 2021 | - | - | 260 |
| Plan 2019 - 2022 | 110 | 151 | - |
| Phantom Stocks | - | - | - |
| Summe | 981 | 1.077 | 1.255 |
| Versorgungsaufwand | 155 | 155 | 373 |
| Gesamtvergütung | 1.136 | 1.232 | 1.628 |
Andreas Schütte (bis 28.02.2019)
| Gewährte Zuwendungen in TEUR | 2019 Max. | 2018 |
|---|---|---|
| Festvergütung | 165 | 648 |
| Sachbezüge | 5 | 21 |
| Summe | 170 | 669 |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 116 | 324 |
| Langfristige variable Barvergütung | 91 | 259 |
| Plan 2018 - 2021 | - | 259 |
| Plan 2019 - 2022 | 91 | - |
| Phantom Stocks | - | - |
| Summe | 377 | 1.252 |
| Versorgungsaufwand | 94 | 370 |
| Gesamtvergütung | 471 | 1.622 |
(1) Da Herr Siemssen seinen Dienst zum 1. November 2018 angetreten hat, wird ihm für das Geschäftsjahr 2018 die anteilige (pro rata temporis) kurzfristige variable Barvergütung und die langfristige variable Barvergütung auf der Basis einer unterstellten Zielerreichung von 100 % garantiert.
(2) Aufgrund der zusätzlich übernommenen Aufgaben und der Verantwortung als Sprecher des Vorstands der Gerresheimer AG in der Zeit vom 5. Februar 2018 bis zum 31. Oktober 2018 hat der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Präsidialausschusses eine Sonderzahlung in Höhe von T EUR 450 bewilligt.
Als weitere Bezüge im Geschäftsjahr 2019 wurden Herrn Dr. Metzner aufgrund der Bestellung als Vorstand neue Phantom Stocks-Ansprüche (Tranche 13 bis 16) gewährt. Eine detaillierte Beschreibung dieser Tranchen ist im Absatz "Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung (Phantom Stocks)" zu finden. Da es sich um eine wertbasierte Zusage handelt, existiert zum Zeitpunkt der Gewährung kein beizulegender Zeitwert.
Dietmar Siemssen (Vorstandsvorsitzender), Dr. Lukas Burkhardt (Primary Packaging Glass), Dr. Bernd Metzner (Finanzvorstand seit 15.05.2019)
| Zufluss in TEUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Festvergütung | 950 | 79 |
| Sachbezüge | 13 | 3 |
| Summe | 963 | 82 |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 40 | - |
| Langfristige variable Barvergütung | - | - |
| Plan 2015 - 2018 | - | - |
| Plan 2016 - 2019 | - | - |
| Phantom Stocks | - | - |
| Summe | 1.003 | 82 |
| Versorgungsaufwand | 285 | 24 |
| Gesamtvergütung | 1.288 | 106 |
Rainer Beaujean (bis 30.04.2019) & Andreas Schütte (bis 28.02.2019)
| Zufluss in TEUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Festvergütung | 725 (1) | 650 |
| Sachbezüge | 8 | 20 |
| Summe | 733 | 670 |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 302 | 245 |
| Langfristige variable Barvergütung | 115 | 786 |
| Plan 2015 - 2018 | - | 114 |
| Plan 2016 - 2019 | 115 | - |
| Phantom Stocks | - | 672 |
| Summe | 1.150 | 1.701 |
| Versorgungsaufwand | 155 | 373 |
| Gesamtvergütung | 1.305 | 2.074 |
(1) Aufgrund der zusätzlich übernommenen Aufgaben und der Verantwortung als Sprecher des Vorstands der Gerresheimer AG in der Zeit vom 5. Februar 2018 bis zum 31. Oktober 2018 hat der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Präsidialausschusses eine Sonderzahlung in Höhe von T EUR 450 bewilligt.
Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung
In der Übersicht zur Vergütung des Vorstands ist die aktienorientierte Vergütung mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung enthalten. Nach IFRS umfasst die Gesamtvergütung den beizulegenden Zeitwert des in dem jeweiligen Geschäftsjahr erdienten Anspruches. Dies bedeutet, dass ab dem Jahr der Gewährung im Erdienungszeitraum der jeweilige beizulegende Zeitwert über die entsprechende Laufzeit bzw. bis zum jeweiligen Ausscheiden des Vorstands aus der Gesellschaft ergebniswirksam erfasst wird. Dementsprechend ergeben sich für die bestehenden Phantom Stocks gemäß IFRS 2 folgende Details:
Phantom Stocks anteilsbasiert (IFRS)
| Rainer Beaujean (bis 30.04.2019) & Andreas Schütte (bis 28.02.2019) | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Anteil am Gesamtaufwand in T EUR | 158 | 233 |
| Zeitwert in T EUR | 329 | 497 |
| Anzahl der Phantom Stocks | 50.000 | 55.000 |
Phantom Stocks wertbasiert (IFRS)
| Dietmar Siemssen | Dr. Lukas Burkhardt | Dr. Bernd Metzner (seit 15.05.2019) | Rainer Beaujean (bis 30.04.2019) | Andreas Schütte (bis 28.02.2019) | |
|---|---|---|---|---|---|
| Anteil am Gesamtaufwand in T EUR | 2019: 247 2018: 19 |
2019: 165 2018: 138 |
2019: 91 2018: - |
2019: 135 2018: 550 |
2019: 114 2018: 471 |
| Zeitwert in T EUR | 2019: 1.633 2018: 1.598 |
2019: 1.011 2018: 958 |
2019: 1.090 2018: - |
2019: 1.140 2018: 1.038 |
2019: 759 2018: 690 |
Versorgungszusage
Der auf die einzelnen Vorstandsmitglieder entfallende Versorgungsaufwand ist in der Übersicht zur Vergütung des Vorstands enthalten. Nach IFRS ist zudem noch der Barwert der Pensionsverpflichtungen anzugeben. Diese ergeben sich aus nachfolgender Tabelle:
| in T EUR | Rainer Beaujean | Andreas Schütte |
|---|---|---|
| Barwert 2019 | 1.946 | 3.594 |
| Barwert 2018 | 2.213 | 3.365 |
In Bezug auf die Versorgungszusage haben sich die zum 30. November 2019 aktiven Vorstandsmitglieder für die Option (3), Auszahlung von 20 % des Festgehaltes und 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung, entschieden. Die Auszahlung von 20 % des Festgehaltes erfolgt jeweils zum 28. Februar und die 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung werden zusammen mit der kurzfristigen variablen Barvergütung ausgezahlt.
Die Gesamtvergütung nach IFRS ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:
| in T EUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Festvergütung | 2.760 | 6.157 |
| Sachbezüge | 48 | 52 |
| Summe der kurzfristigen erfolgsunabhängigen Vergütung | 2.808 | 6.209 |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 891 | 664 |
| Summe der kurzfristigen Vergütung | 3.699 | 6.873 |
| Langfristige variable Barvergütung | 281 | 1.638 |
| Im laufenden Jahr erdiente Vergütung aus Phantom Stocks | 1.069 | 1.684 |
| Versorgungsaufwand | 817 | 924 |
| Summe der langfristigen Vergütung | 2.167 | 4.246 |
| Gesamt | 5.866 | 11.119 |
Leistungen an ausgeschiedene Vorstandsmitglieder
Herr Beaujean erhielt nach seinem Ausscheiden am 30. April 2019 eine Zahlung auf Basis seiner Phantom Stock-Vereinbarung in Höhe von T EUR 713. Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr 2019 keine weiteren Zahlungen an Herrn Beaujean nach seinem Ausscheiden aus der Gerresheimer AG geleistet worden.
Im Zusammenhang mit dem Ausscheiden von Herrn Schütte aus dem Vorstand der Gerresheimer AG zum 28. Februar 2019 wurde ein einjähriges nachvertragliches Wettbewerbsverbot ab dem 1. März 2019 vereinbart. Aus dieser Vereinbarung wurde Herrn Schütte seit dem Ausscheiden am 28. Februar 2019 bis zum 30. November 2019 ein Betrag in Höhe von T EUR 371 gezahlt. Weiterhin erhielt Herr Schütte nach seinem Ausscheiden eine Zahlung auf Basis seiner Phantom Stock-Vereinbarung von T EUR 649. Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr 2019 keine weiteren Zahlungen an Herrn Schütte nach seinem Ausscheiden aus der Gerresheimer AG geleistet worden.
Im Zusammenhang mit dem Ausscheiden von Herrn Röhrhoff aus dem Vorstand der Gerresheimer AG zum 31. August 2017 wurde ein zweijähriges nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart. Aus dieser Vereinbarung wurde Herrn Röhrhoff im Geschäftsjahr 2019 ein Betrag in Höhe von T EUR 335 gezahlt. Weiterhin erhielt Herr Röhrhoff im Geschäftsjahr 2019 eine Zahlung auf Basis seiner langfristigen variablen Barvergütung von T EUR 116. Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr 2019 keine weiteren Zahlungen an Herrn Röhrhoff geleistet worden.
VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS
Die Vergütung des Aufsichtsrats wird durch die Satzung der Gerresheimer AG geregelt. Die Satzung der Gerresheimer AG wurde durch die ordentliche Hauptversammlung am 6. Juni 2019 angepasst und ein neues Vergütungssystem für den Aufsichtsrat gebilligt.# Vergütungssystem
Das neue Vergütungssystem war erstmals für das am 1. Dezember 2018 beginnende Geschäftsjahr anzuwenden. Nach dem neuen Vergütungssystem erhalten alle Mitglieder des Aufsichtsrats eine feste Jahresvergütung von EUR 70.000,00. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats steht das Zweieinhalbfache und dem stellvertretenden Vorsitzenden das Eineinhalbfache dieser Vergütung zu. Die Mitglieder des Präsidial- und Prüfungsausschusses erhalten eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 20.000,00 und die Vorsitzenden dieser Ausschüsse erhalten jeweils das Zweifache dieser Vergütung. Die Mitglieder des Vermittlungs- sowie des Nominierungsausschusses erhalten eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 10.000,00 und die Vorsitzenden dieser Ausschüsse erhalten jeweils das Zweifache dieser Vergütung. Die Vergütung für den Vorsitz und die Mitgliedschaft im Vermittlungs- sowie im Nominierungsausschuss ist auf die Jahre beschränkt, in denen der Ausschuss tagt. Zusätzlich zu der Jahresvergütung erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats für Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, denen sie angehören, ein Sitzungsgeld in Höhe von EUR 2.000,00 pro Sitzung, jedoch höchstens EUR 2.000,00 pro Kalendertag. Angemessene Auslagen werden auf Nachweis erstattet. Die Gesamtvergütung der Aufsichtsratsmitglieder für ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat der Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2019 betrug EUR 1.384.000,00. Die Bezüge der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder setzen sich wie folgt zusammen:
| Name | Sitzungsgelder | Festvergütung | Summe |
|---|---|---|---|
| Andrea Abt | 14.000,00 | 90.000,00 | 104.000,00 |
| Heike Arndt | 8.000,00 | 70.000,00 | 78.000,00 |
| Dr. Karin Dorrepaal | 6.000,00 | 70.000,00 | 76.000,00 |
| Francesco Grioli | 22.000,00 | 145.000,00 | 167.000,00 |
| Franz Hartinger | 8.000,00 | 70.000,00 | 78.000,00 |
| Dr. Axel Herberg | 22.000,00 | 235.000,00 | 257.000,00 |
| Dr. Peter Noé | 8.000,00 | 70.000,00 | 78.000,00 |
| Markus Rocholz | 22.000,00 | 110.000,00 | 132.000,00 |
| Paul Schilling | 8.000,00 | 70.000,00 | 78.000,00 |
| Katja Schnitzler | 16.000,00 | 90.000,00 | 106.000,00 |
| Theodor Stuth | 16.000,00 | 110.000,00 | 126.000,00 |
| Udo J. Vetter | 14.000,00 | 90.000,00 | 104.000,00 |
| Gesamt | 164.000,00 | 1.220.000,00 | 1.384.000,00 |
Das Aufsichtsratsmitglied Franz Hartinger erhält für seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gerresheimer Regensburg GmbH nach Abschluss eines Geschäftsjahres eine Vergütung von EUR 5.000,00. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2018 wurde im Geschäftsjahr 2019 ausbezahlt. Das Aufsichtsratsmitglied Markus Rocholz erhält für seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gerresheimer Tettau GmbH nach Abschluss eines Geschäftsjahres eine Vergütung von EUR 5.000,00. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2018 wurde im Geschäftsjahr 2019 ausbezahlt. Das Aufsichtsratsmitglied Paul Schilling erhält für seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gerresheimer Bünde GmbH nach Abschluss eines Geschäftsjahres eine Vergütung von EUR 5.000,00. Aufgrund seiner Bestellung am 25. Mai 2018 in den Aufsichtsrat der Gerresheimer Bünde GmbH bekam Herr Schilling im Geschäftsjahr 2019 eine Vergütung in Höhe von EUR 2.616,44 ausbezahlt. Diese Vergütung betrifft den Zeitraum ab dem Tage der Bestellung für den Rest des Geschäftsjahres 2018.
ANGABEN NACH § 315a HGB
Die Gerresheimer AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Deutschland und hat stimmberechtigte Aktien ausgegeben, die an einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG), namentlich im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard), notiert sind.
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Gerresheimer AG beläuft sich zum 30. November 2019 auf EUR 31,4 Mio. Es ist eingeteilt in 31,4 Millionen auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00 je Stückaktie. Das Grundkapital der Gesellschaft ist vollständig eingezahlt.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen
Zum Abschlussstichtag bestehen keine satzungsmäßigen, gesetzlichen oder dem Vorstand bekannten sonstigen Stimmrechts- oder Übertragungsbeschränkungen betreffend die Aktien der Gerresheimer AG. Sämtliche zum 30. November 2019 ausgegebenen Stückaktien der Gerresheimer AG sind uneingeschränkt übertragbar sowie voll stimmberechtigt und gewähren in der Hauptversammlung je eine Stimme.
Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten
Direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind uns lediglich von der NN Group N.V., Amsterdam, Niederlande, gemeldet worden.
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen
Keine der von der Gerresheimer AG ausgegebenen Aktien beinhaltet Rechte, die deren Inhabern besondere Kontrollbefugnisse verleihen.
Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben
Informationen über die Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Gesellschaftskapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, liegen uns nicht vor.
Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung
Das gesetzliche Leitungs- und Vertretungsorgan der Gerresheimer AG ist der Vorstand. Er besteht gemäß Gesellschaftssatzung aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird im Übrigen vom Aufsichtsrat bestimmt. Der Aufsichtsrat kann stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen. Zudem ernennt der Aufsichtsrat ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands oder zu dessen Sprecher. Die Mitglieder des Vorstands werden gemäß § 84 AktG vom Aufsichtsrat für eine Amtszeit von maximal fünf Jahren bestellt. Wiederholte Bestellungen oder Verlängerungen der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung eines Vorstandsmitglieds vor Ablauf der Amtszeit widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, etwa bei grober Pflichtverletzung oder wenn die Hauptversammlung dem Vorstandsmitglied das Vertrauen entzieht. Die Gesellschaft wird durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten. Jede Satzungsänderung bedarf gemäß § 179 AktG grundsätzlich eines Beschlusses der Hauptversammlung. Ausgenommen hiervon sind Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen; zu solchen Änderungen ist der Aufsichtsrat ermächtigt. Hauptversammlungsbeschlüsse werden, soweit dem nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst.
Befugnis des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen
Gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 5. Juni 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt EUR 6,28 Mio. zu erhöhen. Auf diesen Erhöhungsbetrag sind Erhöhungen des Grundkapitals anzurechnen, die infolge der Ausübung anderer Ermächtigungen aufgrund eines genehmigten oder bedingten Kapitals während der Laufzeit dieser Ermächtigung erfolgen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Das Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstitut(en) oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
* um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen;
* soweit dies erforderlich ist, um Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten oder den zur Wandlung oder Optionsausübung Verpflichteten aus Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einer ihrer Konzerngesellschaften begeben wurden oder noch werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder der Erfüllung der Options- oder Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde;
* bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen einschließlich der Erhöhung des bestehenden Anteilsbesitzes oder der sonstigen Vermögensgegenstände;
* bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festsetzung des Ausgabepreises durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende Anteil am Grundkapital 10 % des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder, falls dieser Betrag geringer ist, des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals nicht übersteigt.
Die Summe der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien darf einen anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 3,14 Mio. (entsprechend 10 % des derzeitigen Grundkapitals) nicht übersteigen. Auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden.# Ebenfalls anzurechnen sind Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht oder mit Wandlungs- oder Optionspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung einschließlich des Inhalts der Aktienrechte und der Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen. In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf unsere vorgenannten Ausführungen zu den "Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen".
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 6,28 Mio. durch Ausgabe von bis zu 6.280.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen (oder Kombinationen dieser Instrumente) (zusammen "Schuldverschreibungen") jeweils mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder mit Wandlungs- oder Optionspflichten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 6. Juni 2019 beschlossenen Ermächtigung bis zum 5. Juni 2021 von der Gesellschaft oder einer Konzerngesellschaft der Gesellschaft im Sinne von § 18 AktG ausgegeben werden.
Auf diesen Erhöhungsbetrag sind Erhöhungen des Grundkapitals anzurechnen, die infolge der Ausübung anderer Ermächtigungen zur Ausgabe von Aktien aufgrund eines genehmigten oder bedingten Kapitals während der Laufzeit dieser Ermächtigung erfolgen. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder Wandlungs- oder Optionspflichten erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen eingesetzt werden. Die aufgrund der Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts oder der Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflicht ausgegebenen neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen
Das revolvierende Darlehen mit einer Rahmenhöhe von insgesamt EUR 550,00 Mio., das zum Abschlussstichtag mit EUR 302,3 Mio. zuzüglich genutzter Nebenkreditlinien in Höhe von EUR 16,5 Mio. in Anspruch genommen wurde, ist durch die Kreditgeber kündbar und in voller Höhe vorzeitig zurückzuführen, wenn ein Dritter oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Dritte 50,01 % oder mehr der Anteile oder der Stimmrechte der Gerresheimer AG erwerben.
Jeder Darlehensgeber der Schuldscheindarlehen ist zur Kündigung seines Anteils an dem Darlehen berechtigt, wenn eine oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Personen direkt oder indirekt das Recht erwerben, die Mehrheit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG bestellen zu können, oder direkt oder indirekt mehr als 50 % der Aktien oder Stimmrechte an der Gerresheimer AG erwerben.
Ein Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebots hätte unter Umständen Auswirkungen auf einige unserer operativen Verträge, in denen Vereinbarungen über einen Kontrollwechsel enthalten sind. Dies sind marktübliche Change-of-Control-Klauseln, die dem jeweiligen Vertragspartner bei einem Kontrollwechsel das Recht einräumen, vorzeitig zu kündigen.
Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebotes
Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist niederzulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen musste. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung noch eine Laufzeit von neun oder mehr Monaten hat.
Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen. Ihre Höhe entspricht drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung inklusive der kurzfristigen und langfristigen variablen Barvergütung, allerdings ohne die Berücksichtigung der langfristigen aktienkursorientierten variablen Barvergütung.
ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG NACH § 315d HGB
Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 315d HGB ist Bestandteil des Konzern-Lageberichts. Gemäß § 317 Abs. 2 Satz 6 HGB sind diese Angaben jedoch nicht in die Prüfung einzubeziehen.
ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben zuletzt am 4. September 2019 die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG beschlossen:
"Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG zu den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' gemäß § 161 Aktiengesetz.
Mit Ausnahme der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 2 hat die Gerresheimer AG allen Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 7. Februar 2017 seit der letzten Entsprechenserklärung vom 6. September 2018 entsprochen.
Den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 7. Februar 2017 wird die Gerresheimer AG zukünftig ebenfalls mit folgender Ausnahme entsprechen:
Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 2: Der Aufsichtsrat hat keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt.
Begründung: Die Eignung zur Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit hängt nach unserer Überzeugung allein von den jeweiligen Bedürfnissen der Gesellschaft und den individuellen Fähigkeiten der Aufsichtsräte ab. Die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat halten wir nicht für sinnvoll, da dem Unternehmen auch die Expertise erfahrener Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen soll."
ANGABEN ZU UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKEN
RISIKOMANAGEMENTSYSTEM
Der Gerresheimer Konzern sieht in einem wirksamen Risikomanagement einen bedeutenden Faktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswertes. Aus diesem Grund ist die Steuerung von Chancen und Risiken ein integraler Bestandteil unserer gesamten Aufbau- und Ablauforganisation. Der zentrale Baustein des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und im Headquarter vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme. Wir haben für die Tochterunternehmen und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung definiert. Darüber hinaus bauen wir unser Risikofrüherkennungssystem stetig weiter aus und passen es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen an. Wesentliche Elemente des Risikomanagementsystems werden in dem Kapitel "Chancen- und Risikobericht" im Konzern-Lagebericht beschrieben, der auch auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/investor-relations/berichte zugänglich ist.
UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG
Gerresheimer ist einer der weltweit führenden Partner der Pharma- und Healthcareindustrie. Mit Produkten aus Glas und Kunststoff zur Verpackung und Verabreichung von Medikamenten leisten wir einen sinnvollen und wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden. In einer Zeit zunehmender globaler Vernetzung sowie wachsender gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen sind wir uns unserer unternehmerischen Verantwortung bewusst, welche weit über die Produktwelt hinausgeht. Wir füllen diese Rolle aktiv, umfassend und nachhaltig aus und lassen uns entsprechend an unseren Grundsätzen messen. In unserem unternehmerischen Handeln fühlen wir uns gegenüber der Gesellschaft, den Mitarbeitern, Investoren, Kunden, Lieferanten und der Umwelt verantwortlich. Unsere Grundsätze sind in der Publikation "Unsere unternehmerische Verantwortung" zusammengefasst, die auf unserer Internetseite unter www.gerreshei-mer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung abrufbar ist.
BESCHREIBUNG DER ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT SOWIE DER ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE IHRER AUSSCHÜSSE
Die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat findet sich im Geschäftsbericht in dem Kapitel "Organe". Die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Zusammensetzung und Arbeitsweise der Aufsichtsratsausschüsse werden im Geschäftsbericht im Rahmen des "Corporate Governance-Berichts" beschrieben. Der Geschäftsbericht ist auch im Internet unter www.gerresheimer.com/investor-relations/berichte zugänglich.
FESTLEGUNG ZUR FÖRDERUNG DER TEILHABE VON FRAUEN AN FÜHRUNGSPOSITIONEN NACH § 76 ABS. 4, § 96 UND § 111 ABS. 5 DES AKTIENGESETZES
Durch das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst vom 24. April 2015 sind in Deutschland bestimmte Gesellschaften verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen und zu bestimmen, bis wann der jeweilige Frauenanteil erreicht werden soll. Die verpflichteten Gesellschaften geben an, ob die festgelegten Zielgrößen während des Bezugszeitraums erreicht worden sind, und ggf. auch, warum nicht.
In seiner Sitzung am 26.# DIVERSITÄTSKONZEPT FÜR VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
DIVERSITÄTSKONZEPT FÜR DEN VORSTAND
Im Hinblick auf die Besetzung von Vorstandspositionen berücksichtigt der Aufsichtsrat eine Vielzahl von Gesichtspunkten, zu denen insbesondere die folgenden zählen:
- Vorstandsmitglieder sollen über mehrjährige Führungsverantwortung verfügen,
- Der Vorstand soll in seiner Gesamtheit über mehrjährige Erfahrung auf den Gebieten Produktion, Vertrieb, Finanzen, Planung, Personalführung sowie Recht und Compliance verfügen,
- Mindestens ein Vorstandsmitglied soll über Kapitalmarkterfahrung verfügen,
- Vorstandsmitglieder sollen über internationale Erfahrung verfügen,
- Vorstandsmitglieder scheiden mit Vollendung des 65. Lebensjahres aus dem Vorstand aus.
Der Aufsichtsrat entscheidet auf Empfehlung des Präsidialausschusses im Einzelfall, mit welchen Persönlichkeiten eine konkrete Vorstandsposition besetzt werden soll. Die Ende des Geschäftsjahres 2019 bestellten Vorstandsmitglieder erfüllen in ihrer Gesamtheit die beschriebenen Gesichtspunkte. Derzeit besteht der Vorstand nur aus Männern. Der Aufsichtsrat hat eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand von einer Frau bis zum 26. April 2022 beschlossen.
DIVERSITÄTSKONZEPT FÜR DEN AUFSICHTSRAT
Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Bei Vorschlägen für Aufsichtsratskandidaten wird auf eine ausgewogene Zusammensetzung geachtet, die insbesondere die folgenden Elemente berücksichtigt:
- Mindestens zwei Vertreter der Anteilseigner sollen über Erfahrungen in den Bereichen Unternehmensführung, Strategie und Personal verfügen,
- Mindestens ein Vertreter soll über unternehmensspezifische Branchenkenntnisse verfügen,
- Mindestens ein Vertreter der Anteilseigner soll über spezifische Kenntnisse auf Kundenseite verfügen,
- Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft oder eines Konzernunternehmens haben,
- Aufsichtsratsmitglieder sollen keine aktive Rolle bei Kunden oder Lieferanten der Gesellschaft oder eines Konzernunternehmens wahrnehmen,
- Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören,
- Mindestens vier von sechs Vertretern der Anteilseigner im Aufsichtsrat sollen unabhängig sein,
- Die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die auf die Vollendung des 70. Lebensjahres folgt,
- Mindestens ein Vertreter der Anteilseigner soll über mehrjährige internationale Erfahrungen aus einer beruflichen Tätigkeit oder über eine ausländische Staatsangehörigkeit verfügen,
- Der Mindestanteil der Frauen und Männer im Aufsichtsrat richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen in ihrer jeweils gültigen Fassung.
Der Aufsichtsrat erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung die vorbeschriebenen Kriterien für das Gesamtgremium. Weitere Informationen über das Kompetenzprofil für die Zielzusammensetzung des Aufsichtsrats befinden sich im "Corporate Governance-Bericht".
CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
KONZERNEINHEITLICHES CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENT
Wir sind als global agierendes Unternehmen regelmäßig mit Entwicklungen und Ereignissen konfrontiert, die sich sowohl positiv als auch negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können. Erst unsere Bereitschaft, unternehmerische Wagnisse einzugehen, ermöglicht es uns, sich bietende Chancen zu nutzen. Im Rahmen einer definierten Risikobereitschaft gehen wir daher bewusst Risiken ein, wenn sich ein ausgewogenes Chancen-Risiko-Profil ergibt. Wir beachten das Chancen- und Risikomanagement grundsätzlich getrennt. Unser Risikomanagementsystem identifiziert, bewertet und dokumentiert Risiken und unterstützt deren Überwachung. Die Erfassung und Kommunikation von Chancen erfolgt dagegen als integraler Bestandteil der regelmäßigen Kommunikation zwischen den Tochterunternehmen und dem Controlling der Gerresheimer AG in ihrer Funktion als Holding. Das zentrale Element des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und der Managementholding vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme. Mit unserer Risikomanagementstrategie verfolgen wir das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, zu bewerten und potenzielle Einbußen durch geeignete Maßnahmen zu vermeiden bzw. zu verringern sowie gegebenenfalls diese Risiken auf Dritte zu übertragen. Auch ein Risikomanagementsystem ermöglicht keine absolute Sicherheit für die Vermeidung von Risiken. Es unterstützt uns aber dabei, Risiken zu begrenzen und damit die Unternehmensziele zu erreichen. Dem Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG obliegen die Einrichtung und die wirksame Unterhaltung des Risikomanagementsystems. Die Risikoüberwachung, -früherkennung, -analyse, -steuerung und -kommunikation beziehen die gesetzlichen Vertreter der operativen Gesellschaften und die Leiter der wesentlichen Funktionsbereiche der Konzernzentrale mit ein. Wir haben für unsere Tochterunternehmen und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung aufgestellt. Darüber hinaus entwickeln wir unser Risikomanagementsystem stetig weiter, um es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen und Rahmenbedingungen anzupassen. Zur konzernweiten Koordination des Risikomanagements und Förderung einer ganzheitlichen Risikomanagement-Philosophie hat der Vorstand der Gerresheimer AG einen Risikoausschuss installiert. Dieser setzt sich zusammen aus dem Finanzvorstand als Vorsitzendem des Risikoausschusses sowie den Leitern der Abteilungen Controlling, Interne Revision, Recht & Compliance, Accounting und Global Risk Management & Insurance. Die zentralen Aufgaben des Gremiums sind das Hinterfragen der Risiken im Risikobericht, die Weiterentwicklung der Methoden und Instrumente des Risikomanagementsystems und deren Überwachung. Die Sitzungen des Risikoausschusses finden vierteljährlich im Einklang mit den Terminen der regelmäßigen Risikoberichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat statt. Das konzernweite Risikomanagementsystem besteht aus folgenden wesentlichen Elementen:
- einheitliche, periodische Risikoberichterstattung der Tochterunternehmen an die Konzernzentrale,
- regelmäßige Risikoerhebung in wesentlichen Zentralbereichen,
- Segmentierung der Risiken nach unternehmensstrategischen, externen und branchenspezifischen, operativen sowie finanzwirtschaftlichen Risiken,
- Quantifizierung der Risiken durch den Ansatz von potenziellen Schadensbeträgen und Eintrittswahrscheinlichkeiten,
- Erfassung der Ergebnisauswirkung nach Geschäftsfeldern,
- Eingrenzung und Risikoreduzierung durch Schadensverhütung und Risikotransfer.
Sofern identifizierte Risiken bereits in den operativen und strategischen Planungen, im Forecast oder im Monats-, Quartals- oder Jahresabschluss enthalten sind, werden sie nicht in der Risikoberichterstattung berücksichtigt. Andernfalls ergäbe sich eine Doppelerfassung von Risiken im Risikomanagementsystem der Gerresheimer AG. Zudem bleiben Risiken unberücksichtigt, deren Eintritt auch ohne weitere Bewertung mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen ist (beispielsweise Erdbeben mit verheerenden Auswirkungen in Deutschland). Die Risikoberichterstattung erfasst lediglich Risiken, nicht jedoch Chancen. Für den Umgang mit Risiken gelten im Gerresheimer Konzern risikopolitische Grundsätze. Diese sehen eine Null-Risiko-Toleranz für Verstöße gegen behördliche Vorschriften, Gesetze oder Compliance-Vorschriften des Unternehmens sowie hinsichtlich fehlerhafter Produkte und mangelnder Produktqualität vor. In regelmäßigen Abständen überwachen wir die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit unseres Risikofrüherkennungssystems durch unsere Interne Revision als prozessunabhängiges Element des Risikomanagementsystems. Zudem beurteilt der Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung das Risikofrüherkennungssystem und erstattet dem Vorstand und dem Aufsichtsrat hierüber Bericht. Unser Risikofrüherkennungssystem entspricht uneingeschränkt den gesetzlichen Anforderungen und steht ferner im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex.
INTERNES KONTROLLSYSTEM IN BEZUG AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Der Gerresheimer Konzernabschluss wird unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt, soweit diese für die Anwendung in der Europäischen Union anerkannt wurden und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden Vorschriften entsprechen. Der Jahresabschluss der Gerresheimer AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt.# INTERNES KONTROLLSYSTEM ÜBER DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Das übergeordnete Ziel unseres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist die Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung. Die Verantwortung für die Einrichtung und wirksame Unterhaltung angemessener interner Kontrollen über die Finanzberichterstattung liegt beim Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG, die zu jedem Geschäftsjahresende die Angemessenheit und Wirksamkeit des Kontrollsystems beurteilen.
Wir erstellen den Konzernabschluss in einem mehrstufigen Prozess mit Hilfe anerkannter Konsolidierungssysteme. Der von dem jeweiligen Abschlussprüfer geprüfte und vorkonsolidierte Teilkonzernabschluss wird mit den geprüften bzw. einer prüferischen Durchsicht unterzogenen Abschlüssen der übrigen Tochterunternehmen zum Konzernabschluss der Gerresheimer AG zusammengefasst. Die Gerresheimer AG trägt die Verantwortung für den konzerneinheitlichen Kontenrahmen und die Durchführung der zentralen Konsolidierungsmaßnahmen sowie die terminliche und sachliche Organisation des Konzernabschluss-Prozesses. Für die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gilt eine einheitliche Richtlinie zur Bilanzierung und Bewertung nach IFRS. Diese umfasst eine Beschreibung der allgemeinen Konsolidierungsmaßnahmen sowie die anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze in Übereinstimmung mit den IFRS. Die bestehende Richtlinie, welche unter Berücksichtigung der Entwicklung der IFRS kontinuierlich modifiziert wird, steht allen Mitarbeitern in den Tochterunternehmen über das Gerresheimer Intranet zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es einen verbindlichen Abschlussterminkalender. Im Rahmen des Abschlussprozesses werden neben der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung auch Informationen hinsichtlich der Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Anhang und Lagebericht systemseitig bereitgestellt. Die wirksame Unterhaltung des Systems erfolgt zentralisiert durch das Konzernrechnungswesen. Neben den vorhandenen systemseitigen Prüfungen werden manuelle Kontrollen hinsichtlich der Vollständigkeit und Richtigkeit durch die operativen Gesellschaften und die Konzernzentrale durchgeführt. In den Rechnungslegungsprozess einbezogene Mitarbeiter werden bereits bei ihrer Auswahl hinsichtlich ihrer fachlichen Eignung geprüft und im Anschluss regelmäßig geschult. Bei uns gilt grundsätzlich das Vier-Augen-Prinzip. Weitere Kontrollmechanismen sind Soll-Ist-Vergleiche sowie Analysen über die inhaltliche Zusammensetzung und Veränderung der einzelnen Posten. Das Rechnungswesen stellt sicher, dass fachbereichsbezogene Informationen durch die jeweiligen Fachabteilungen gemeldet und im Konzernabschluss verarbeitet werden. Die zur Einhaltung der konzernrechnungslegungsrelevanten Richtlinien in den Tochterunternehmen und der Konzernzentrale implementierten Kontrollen werden durch unsere Interne Revision auf ihre Wirksamkeit geprüft. Im Rahmen der Abschlussprüfung 2019 hat der unabhängige Abschlussprüfer unser Risikofrüherkennungssystem gemäß § 317 Abs. 4 HGB in Verbindung mit § 91 Abs. 2 AktG geprüft. Wir erstellen den Jahresabschluss der Gerresheimer AG mit Hilfe der Software SAP. Die laufende Buchhaltung und die Erstellung des Jahresabschlusses sind in funktionale Prozessschritte gegliedert. In allen Prozessschritten sind entweder automatisierte oder manuelle Kontrollen integriert. Die organisatorischen Regelungen stellen sicher, dass alle Geschäftsvorfälle und die Jahresabschlusserstellung vollständig, zeitnah, richtig und periodengerecht erfasst, verarbeitet und dokumentiert werden. Unter Berücksichtigung der notwendigen IFRS-Anpassungen werden die relevanten Daten aus dem Einzelabschluss der Gerresheimer AG in das Konsolidierungssystem übertragen. Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem obliegt ihm die Prüfung der Unterlagen zum Jahresabschluss der Gerresheimer AG und zum Konzernabschluss und er erörtert den Jahresabschluss der Gerresheimer AG, den Konzernabschluss sowie die Lageberichte zu diesen Abschlüssen mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.
CHANCEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG
Dem Gerresheimer Konzern eröffnen sich aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältige Chancen. Maßgeblich dafür sind die im Kapitel "Konzernstrategie und Ziele" beschriebenen sechs Megatrends. Daraus ergeben sich vielfältige Chancen für profitables nachhaltiges Wachstum. Die Zunahme chronischer Erkrankungen und eine alternde Bevölkerung münden in zunehmendem Volumen an Medikamenten, für die wir Primärverpackungen herstellen. Außerdem entwickeln und produzieren wir geeignete Lösungen für die einfache und sichere Verabreichung von Medikamenten. Schnelles Wachstum im Bereich der Generika bedeutet ebenfalls Volumenwachstum. Ansteigende Gesundheitsversorgung in den Schwellenländern erhöht die Nachfrage nach pharmazeutischen Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systemen, zumal auch in Schwellenländern hohe Anforderungen an die Qualität und Zuverlässigkeit dieser Primärverpackungen gestellt werden. Strengeren regulatorischen Anforderungen begegnen wir mit qualitativ hochwertigen Medikamentenverpackungen, die wir weltweit zuverlässig liefern können. Chancen bietet auch der Kostendruck in den Gesundheitssystemen, indem wir Lösungen zur zuverlässigen und richtigen Einnahme von Medikamenten entwickeln und anbieten, die die Ausgaben für Medikamente senken. Neue, gerade biotechnologisch hergestellte Medikamente erfordern zumeist parenterale Verabreichung, wofür wir vielfältige Lösungen bieten, die auch für solche Medikamente mit ihren besonderen Anforderungen geeignet sind. Selbstmedikation, personalisierte Medikation und Digitalisierung werden den Bedarf an hochwertigen, komfortablen und vernetzten Lösungen für die Medikamentenverpackung und -verabreichung erhöhen, wofür wir hohe Entwicklungs- und Produktionskompetenz besitzen. 2019 wurde in vielfältige Wachstums- und Kapazitätserweiterungsprojekte investiert, dies wird 2020 fortgesetzt werden. Zahlreiche unserer innovativen Produkte sind bereits kommerziell erhältlich, weitere werden folgen. Grundlage unserer starken Innovations-Pipeline sind unsere technischen Entwicklungszentren für medizinische Kunststoffsysteme und Spritzen, unsere Kleinserienfertigung für diese Produkte sowie die Innovationskraft von Sensile Medical. 2019 ist unser neugegründetes Glas- und Innovationszentrum in den USA dazu gekommen. In unserer Strategie (siehe Kapitel "Konzernstrategie und Ziele") haben wir entsprechende Ziele gesetzt und Maßnahmen gestartet, um auf Grundlage dieser vielfältigen Chancen nachhaltiges profitables Wachstum zu erwirtschaften.
RISIKEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG
Der Gerresheimer Konzern ist aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältigen Risiken ausgesetzt. Soweit die Voraussetzungen für die bilanzielle Berücksichtigung gegeben waren, wurde für alle erkennbaren Risiken eine angemessene Vorsorge getroffen. In den folgenden Abschnitten werden Risiken beschrieben, die Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns haben können.
Die Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken erfolgt nach den Kriterien:
- unwahrscheinlich = Eintrittswahrscheinlichkeit < 10 %
- möglich = Eintrittswahrscheinlichkeit zwischen 10 % und 50 %
Risiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 % werden, wenn möglich, gebucht bzw. sind in der Planung berücksichtigt. Die Bewertung der möglichen finanziellen Auswirkungen erfolgt nach den Kriterien:
- moderat = Nettoschaden bis EUR 10 Mio.
- wesentlich = Nettoschaden > EUR 10 Mio.
Der Nettoschaden beschreibt das Verlustpotenzial im Falle eines Risikoeintritts unter Berücksichtigung der Effekte, die sich aus den Maßnahmen zur Risikoreduzierung ergeben.
ÜBERSICHT DER RISIKEN UND IHRER FINANZIELLEN AUSWIRKUNGEN
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Mögliche finanzielle Auswirkungen | |
|---|---|---|
| Unternehmensstrategische Risiken | ||
| Risiken aus Akquisitionen | möglich | wesentlich |
| Risiken aus Produkteinführungen | möglich | wesentlich |
| Externe und branchenspezifische Risiken | ||
| Kundenmarktrisiko | möglich | moderat |
| Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung | möglich | wesentlich |
| Risiken aus einer Änderung von regulatorischen Rahmenbedingungen | möglich | moderat |
| Risiken aus der künftigen Entwicklung der staatlichen Gesundheitssysteme | möglich | wesentlich |
| Steuerliche Risiken | unwahrscheinlich | moderat |
| Operative Risiken | ||
| Produktionsrisiken | unwahrscheinlich | wesentlich |
| Produkthaftungsrisiken | möglich | moderat |
| Risiken aus Energie- und Rohstoffpreisen | möglich | moderat |
| Personalrisiken | möglich | moderat |
| IT-Risiken | möglich | moderat |
| Rechtliche Risiken | möglich | moderat |
| Finanzwirtschaftliche Risiken | ||
| Währungs- und Zinsrisiko | unwahrscheinlich | moderat |
| Kreditrisiko | unwahrscheinlich | wesentlich |
| Liquiditätsrisiko | unwahrscheinlich | moderat |
Auf bestehende Risiken wird im Folgenden im Detail eingegangen.
UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN
RISIKEN AUS AKQUISITIONEN
Mögliche Auswirkungen: Akquisitionen sind Bestandteil unserer Strategie. Beim Erwerb von Unternehmen besteht das Risiko, dass im Rahmen einer Due-Diligence nicht alle wesentlichen Risiken erkannt werden. Trotz sorgfältiger Due-Diligence-Prüfungen ist es aufgrund von Änderungen des Umfeldes möglich, dass die ursprünglichen Zielsetzungen nicht oder nur teilweise erreicht werden. Mit Blick auf die große Dynamik, insbesondere bei Sensile Medical als Innovationstreiber, bewerten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit - abweichend zum Vorjahr - als möglich.
Gegenmaßnahmen: Durch die frühzeitige Einbindung der Fachabteilungen und gegebenenfalls externer Spezialisten während der Due-Diligence werden Akquisitionsvorhaben eingehend geprüft.# RISIKEN UND RISIKOMANAGEMENT
Den Gesamtprozess steuert unsere zentrale Abteilung Corporate Mergers & Acquisitions in Zusammenarbeit mit den Geschäftsbereichen. Wir wollen Risiken durch kontinuierliche und intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtung frühestmöglich erkennen und mittels geeigneter Maßnahmen vermeiden bzw. minimieren.
RISIKEN AUS PRODUKTEINFÜHRUNGEN
Mögliche Auswirkungen:
Die Entwicklung innovativer Produkte und deren Markteinführung - in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden - bildet eine wesentliche Komponente unserer Wachstumsstrategie. Im Rahmen einer verantwortlichen Unternehmensführung sind wir uns bewusst, dass damit nicht nur Chancen, sondern gleichfalls Risiken einhergehen. Trotz aller Anstrengungen können wir nicht sicherstellen, dass sich unsere Entwicklungen erfolgreich abschließen und die Einführung neuer Produkte kommerziell behaupten werden.
Gegenmaßnahmen:
Basierend auf umfangreichen Marktanalysen und Kundenverträgen stellen wir sicher, dass die Chancen einer erfolgreichen Produkteinführung maximiert und mögliche Risiken minimiert werden.
EXTERNE UND BRANCHENSPEZIFISCHE RISIKEN
KUNDENMARKTRISIKO
Mögliche Auswirkungen:
Konjunkturelle Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung können unsere Marktperspektiven einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Die Nachfrage könnte sich auch aufgrund einer bewussten Kaufzurückhaltung unserer Kunden negativ entwickeln. Sollte der Markt für zusätzliche Angebotsmengen nicht in voller Höhe aufnahmebereit sein, könnte dies den Wettbewerbsdruck zunächst für einen Übergangszeitraum erhöhen. Weiterhin könnten die Wettbewerber im Rahmen der gegebenen Kapazitäten versuchen, durch Angebotsausweitung Marktanteile dazu- bzw. verloren gegangene Marktanteile zurückzugewinnen. Zunehmender Wettbewerbsdruck könnte auch aus einem Nachfragerückgang resultieren. Erhebliche Veränderungen der Kapazitäten und deren Ausnutzung, Angebotsausweitungen einzelner Wettbewerber im Rahmen gegebener Kapazitäten sowie längerfristige Nachfragerückgänge könnten sich erheblich auf die Preisbildung und/oder die Absatzmöglichkeiten auswirken.
Gegenmaßnahmen:
Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit arbeiten wir unter anderem an der weiteren Verbesserung unserer Kosten- und Organisationsstrukturen sowie an dem Ausbau unseres Produktportfolios. Wir beobachten den Markt und versuchen gezielt Opportunitäten zu nutzen. Bei nachhaltigen Entwicklungen konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit hoher Produktivität.
RISIKEN AUS DER GESAMTWIRTSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNG
Mögliche Auswirkungen:
Die Entwicklung der Weltwirtschaft hat einen entscheidenden Einfluss auf das Wachstum des Gerresheimer Konzerns. Der IWF geht in seiner Januarprognose von einem globalen Wirtschaftswachstum von 2,9 % für 2019 aus und erwartet für 2020 eine etwas positivere Entwicklung von 3,3 % globalem Wirtschaftswachstum. Eine etwaige Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums stellt somit ein Risiko für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Gerresheimer Konzerns dar.
Gegenmaßnahmen:
Wir begegnen diesem Risiko, indem wir laufend die Entwicklung der Weltwirtschaft beobachten. Im Falle einer Veränderung konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit hoher Produktivität.
RISIKEN AUS EINER ÄNDERUNG VON REGULATORISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN
Mögliche Auswirkungen:
Tendenziell nehmen Umfang und Anzahl der regulatorischen Auflagen jährlich zu. Bei hohem Nutzen für die Patienten sind für alle Marktteilnehmer damit große Herausforderungen verbunden. Politische Entscheider, insbesondere in den europäischen Industrieländern und den USA, legen großen Wert auf den Nachweis eines signifikanten Zusatznutzens, bevor neue Medikamente zugelassen werden. Aus diesem Grund wird in der Regel von den entsprechenden Behörden eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, bevor Medikamente für den Markt zugelassen werden können. Dadurch ergeben sich Risiken in Bezug auf Zeitpunkt und Umfang von Einführungen neuer Medikamente und dementsprechend Absatzrisiken für unsere Primärverpackungen. Darüber hinaus können die steigenden Qualitätserwartungen unserer Kunden zu erhöhtem Investitionsbedarf führen.
Gegenmaßnahmen:
Wir begegnen diesen Risiken, indem wir kontinuierlich an unseren eigenen Qualitätsanforderungen arbeiten. Darüber hinaus spiegeln wir die Absatzprognosen unserer Kunden mit unseren eigenen Untersuchungen. Als Ergebnis unserer kontinuierlichen Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung beurteilen wir die finanziellen Auswirkungen - abweichend vom Vorjahr - nicht mehr als wesentlich sondern als moderat.
RISIKEN AUS DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG DER STAATLICHEN GESUNDHEITSSYSTEME
Mögliche Auswirkungen:
Gerresheimer erzielte im Geschäftsjahr 2019 rund 81 % der Umsatzerlöse mit der Pharma- und Healthcareindustrie. In den letzten Jahren waren die Regierungen und Krankenkassen in Europa und den USA bestrebt, den Kostenanstieg im Gesundheitswesen zu reduzieren. Dies führte in der Konsequenz zu einem höheren Preisdruck auf die Pharmaindustrie. Aufgrund des begrenzten Patentschutzes und der stetig steigenden Produktentwicklungskosten verstärkt sich damit die Notwendigkeit der Kostenkontrolle in der Pharmaindustrie. Diese Entwicklung kann zu einem steigenden Preisdruck auf unsere Produkte führen, obwohl auf die pharmazeutische Primärverpackung in der Regel nur ein geringer Prozentsatz der Gesamtkosten eines Medikamentes für den Verbraucher entfällt. Für den Fall, dass der Preisdruck nicht durch Kostensenkungen oder Effizienzsteigerungen kompensiert wird, kann sich dies wesentlich nachteilig auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.
Gegenmaßnahmen:
Wichtige Bestandteile unserer Unternehmenssteuerung sind daher das frühzeitige Erkennen sich abzeichnender Entwicklungen und ein aktives Portfoliomanagement. Zudem kann der Gerresheimer Konzern durch seine Präsenz in verschiedenen Ländern und Märkten zyklische Schwankungen der Einzelmärkte bzw. in einzelnen Ländern besser ausgleichen als andere Unternehmen, die nicht so global aufgestellt sind.
STEUERLICHE RISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Die Globalisierung der operativen Geschäfte im Gerresheimer Konzern hat zur Folge, dass eine Vielzahl internationaler und landesspezifischer Regelungen von Finanzverwaltungen zu berücksichtigen sind. Abgabenrechtliche Risiken können durch unzureichende Berücksichtigung von steuerlichen Vorschriften oder durch die unterschiedliche steuerliche Würdigung von Sachverhalten und Transaktionen entstehen. Insbesondere steuerliche Betriebsprüfungen und sich daraus möglicherweise ergebende Prüfungsfeststellungen mit entsprechenden Zinswirkungen und Steuernachzahlungen können zu einer Belastung für den Konzern führen. Aufgrund von zeitnahen steuerlichen Betriebsprüfungen und den hieraus resultierenden Ergebnissen der Vergangenheit gehen wir von einer niedrigeren Eintrittswahrscheinlichkeit von wesentlichen Feststellungen aus. Insofern beurteilen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit - abweichend zum Vorjahr - als unwahrscheinlich und nicht mehr als möglich.
Gegenmaßnahmen:
Die steuerlichen Risiken werden regelmäßig und systematisch geprüft und bewertet. Daraus resultierende Maßnahmen zur Risikominderung werden zwischen dem Bereich Group Tax der Gerresheimer AG und den Tochterunternehmen abgestimmt. Darüber hinaus dient die im Geschäftsjahr 2017 konzernweit eingeführte Tax Compliance-Richtlinie der Dokumentation und dem Nachweis eines wirksamen Tax Compliance Managements mit dem Ziel der systematischen und präventiven Absicherung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Pflichten sowie unternehmensinterner Richtlinien im Bereich Steuern.
OPERATIVE RISIKEN
Zu den operativen Risiken zählen wir Betriebsrisiken sowie Personal- und Sicherheitsrisiken. Sie werden durch einen angemessenen Versicherungsschutz und hohe Anforderungen an das Produktions-, Projekt- und Qualitätsmanagement begrenzt.
PRODUKTIONSRISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadenbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Die Schadenerfahrungen in der Vergangenheit haben aufgezeigt, dass unser Geschäft eine sehr niedrige Schadenfrequenz bei einem potentiell hohem Schadenausmaß aufweist.
Gegenmaßnahmen:
Um dem Risiko eines ungeplanten längerfristigen Stillstandes oder Ausfalls unserer Produktionsanlagen entgegenzuwirken, hat der Gerresheimer Konzern laufende Anlagenkontrollen und eine vorbeugende Instandhaltung installiert. Weiterhin führen wir ständig Modernisierungen unserer bestehenden Produktionsanlagen durch und investieren in neue, modernere Maschinen und Produktionsanlagen. Den finanziellen Auswirkungen von potenziellen Sachschäden und dem damit verbundenen Produktionsausfall sowie etwaigen Haftpflichtrisiken beugt der Gerresheimer Konzern durch Versicherungsverträge vor. Durch diesen Risikotransfer auf Versicherungsgesellschaften wird sichergestellt, dass sich die finanziellen Folgen auf den vereinbarten Selbstbehalt beschränken. Die finanziellen Auswirkungen für den Konzern werden daher als moderat eingeschätzt. Wir versichern aktuell mögliche Eigenschäden unter anderem durch eine Allgefahren-Sachversicherung zum Neuwert. Vor einem eventuellen Ertragsausfall bei Betriebsunterbrechungen in den Werken schützt uns gegenwärtig eine Betriebsunterbrechungsversicherung auf Allgefahrenbasis, die wie die Allgefahren-Sachversicherung mit entsprechenden Selbstbehalten versehen wurde. Der Umfang und Inhalt dieser Versicherungen wird von unserer Abteilung Global Risk Management & Insurance laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.# RISIKEN UND UNTERNEHMENSUMFELDBESCHREIBUNG
RISIKEN
Aufgrund der Entwicklungen auf dem Versicherungsmarkt ist nicht gewährleistet, dass Gerresheimer auch in Zukunft einen ausreichenden Versicherungsschutz zu den gegenwärtigen Konditionen erhalten wird, daher stufen wir die möglichen finanziellen Auswirkungen nunmehr als wesentlich ein (Vorjahr: moderat).
PRODUKTHAFTUNGSRISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Trotz interner Maßnahmen zur Gewährleistung von Produktqualität und -sicherheit kann der Gerresheimer Konzern nicht ausschließen, dass der Gebrauch und die Verwendung der hergestellten Verpackungsprodukte und -systeme bei Kunden oder Endverbrauchern Schäden verursacht. Für die Qualitätssicherung ergeben sich aus den verschärften Kundenanforderungen in Richtung "Null-Fehler-Toleranz" besondere Herausforderungen. Folgende Beispiele sollen mögliche Produkthaftungsrisiken verdeutlichen:
- Die Lieferung mangelhafter Produkte an die Kunden könnte bei diesen zu Beschädigungen der Produktionsanlagen oder gar zu Betriebsunterbrechungen führen. Für uns besteht darüber hinaus die Möglichkeit, dass dies Reputationsschäden für den Gerresheimer Konzern bedeutet.
- Ferner könnten mangelhafte Produkte des Gerresheimer Konzerns in Verbindung mit den Medikamenten und Wirkstoffen seiner Kunden aus der Pharma- und Healthcareindustrie Gesundheitsschädigungen bei Verbrauchern verursachen. In diesen Fällen wäre nicht auszuschließen, dass der Konzern dadurch Kunden verliert. Außerdem könnte Gerresheimer entsprechenden Haftungsansprüchen ausgesetzt sein. Dazu zählen zum Beispiel Schadenersatzansprüche von Kunden oder Ansprüche der Endverbraucher aus den Vorschriften zur Produkthaftung.
- Etwaige Produkthaftungsansprüche gegen Gerresheimer können insbesondere bei Sammelklagen in den USA erheblich sein.
- Zudem besteht das Risiko, dass der Konzern möglicherweise erhebliche Kosten für Rückrufaktionen zu tragen hat.
Diese Beispiele zeigen, dass negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns nicht auszuschließen sind.
Gegenmaßnahmen:
Um Produkthaftungsfälle zu vermeiden, arbeitet der Gerresheimer Konzern mit weitreichenden Qualitätssicherungsmaßnahmen. Der Prozess der Qualitätssicherung und Fehlerbeseitigung wird bei unseren Produkten ständig optimiert und weiterentwickelt. Eine Produkthaftpflicht- und Rückrufkostenversicherung deckt zudem entstehende Schäden und Haftungsrisiken umfassend ab, sodass aktuell ein weitgehender Risikotransfer gegeben ist und sich unsere Einschätzung in Bezug auf die möglichen finanziellen Auswirkungen von wesentlich auf moderat reduziert hat.
RISIKEN AUS ENERGIE- UND ROHSTOFFPREISEN
Mögliche Auswirkungen:
Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energieträgern, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge in unseren Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise kann die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns wesentlich belasten. Ein weiterer erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe für die Glas- und Kunststoffherstellung. Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab.
Gegenmaßnahmen:
Um Energiekostensteigerungen aufzufangen, haben wir die besondere Ausgleichsregel für stromintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) in Deutschland in Anspruch genommen und haben uns zudem gegen anziehende Energiepreise umfassend durch Sicherungsgeschäfte abgesichert. Bei einigen Kundenverträgen haben wir außerdem Preisgleitklauseln vereinbart. Preisschwankungen in den Beschaffungsmärkten für Rohstoffe werden darüber hinaus durch Sicherungsgeschäfte, Produktivitätssteigerungen und Preisanpassungen ausgeglichen. In der Gesamtbewertung beurteilen wir die finanziellen Auswirkungen - anders als im Vorjahr - als moderat.
PERSONALRISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Die fachliche Kompetenz und die individuelle Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um unsere wachstumsorientierte Unternehmensstrategie zu realisieren. Auch in der Zukunft ist es für unser Unternehmen von herausragender Bedeutung, qualifizierte Mitarbeiter in ausreichendem Maße auszubilden, zu gewinnen und langfristig an uns zu binden. Ansonsten könnte dies erhebliche Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben. Zusätzlich ergeben sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des daraus möglicherweise resultierenden Fachkräftemangels mittel- bis langfristige Personalrisiken.
Gegenmaßnahmen:
Wir begegnen diesen Risiken, indem wir uns global als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Dazu gehören eine wettbewerbsfähige Vergütung, fach- und methodenspezifische Aus- und Weiterbildung, eine strukturierte Nachfolgeplanung (Talentmanagement) und die individuelle Förderung junger Fach- und Nachwuchskräfte. Zudem verfolgen wir als globaler Konzern eine auf personelle Vielfalt (Diversity) ausgerichtete Personalpolitik und betreiben zielgruppenspezifisches Personalmarketing.
IT-RISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Computergestützte Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie die Anwendung von IT-Systemen für die interne und externe Kommunikation nehmen weiter zu. Eine wesentliche Störung oder gar ein Ausfall dieser Systeme kann zu einem Datenverlust und einer Beeinträchtigung der Geschäfts- und Produktionsprozesse führen.
Gegenmaßnahmen:
Die IT-Systeme werden konzernweit standardisiert, harmonisiert, geprüft und weiterentwickelt, um die Sicherheit und Effizienz unserer Geschäftsprozesse zu gewährleisten bzw. zu erhöhen. Industrietypische IT-Mindeststandards wie Backups, redundante Datenverbindungen und getrennte Rechenzentren dienen dazu, Ausfallrisiken bei anwendungskritischen Systemen wie SAP, Websites und IT-Infrastrukturkomponenten zu minimieren. Im Zuge der Einführung von Maßnahmen zur Datenschutz-Grundverordnung wurden für alle Standorte weiterhin technische und organisatorische Mindeststandards festgelegt. Im Geschäftsjahr 2019 wurde die vom Vorstand genehmigte Konzern-IT-Strategie konsequent weiter umgesetzt und damit auch der Ausbau der SAP-2-Mandanten-Strategie vorangetrieben. Dazu gehörte insbesondere im Bereich Applikationen der Beginn des Migrations-Projektes des Tochterunternehmens Gerresheimer Glass Inc. (Vineland, New Jersey/USA) in den strategischen SAP-Template-Mandanten und die damit verbundene Einführung standardisierter Geschäftsprozesse. Innerhalb des Geschäftsfeldes Medical Systems wurde für die Gesellschaft Gerresheimer Skopje DOOEL Ilinden (Ilinden/Republik Nordmazedonien) ebenfalls mit der Umsetzung eines SAP-Implementierungs-Projektes begonnen und damit mit der Einbindung in den Gerresheimer Konzern. Außerdem wurde innerhalb des Geschäftsbereiches Plastics & Devices die Umsetzung des Manufacturing Execution Systems ZEISS GUARDUS fortgeführt, um damit in die Lage versetzt zu werden, ein hochmodernes Produktionsleitsystem nutzen zu können. Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass wurde die neue Lösung auf Basis von SAP Manufacturing Integration and Intelligence in ihrer Umsetzung fortgesetzt. Als weitere Standardisierungsmaßnahme ist der Rollout des zentralen Customer-Relationship-Management-Systems der SAP fortgeführt und ein Umsetzungsprojekt innerhalb des Geschäftsfeldes Moulded Glass fertiggestellt worden. Im Bereich Infrastruktur konnten weitere sicherheitsrelevante sowie innovative Infrastruktur- und Informationssicherheitsprojekte umgesetzt werden, wie etwa die Fortführung des Projekts Future Client mit einem weltweiten Gerresheimer-Workplace mit Microsoft Office 2016 bzw. Microsoft Office 365 für bestimmte Nutzergruppen, eine Collaboration-Plattform für eine optimierte interne Zusammenarbeit sowie die Migration des Mailsystems von IBM Lotus Notes auf Microsoft-Exchange Online und Outlook. Hier ist Gerresheimer auf gutem Wege und wird den Abschluss im Jahr 2020 erreichen. Die ersten Effekte aus der Optimierung der Weit-Verkehrs-Anbindung tragen Früchte, sodass wir die Ausfälle von globalen Services auf ein Minimum reduzieren konnten. Gerresheimer ist hierdurch für die Zukunft und die erhöhte Nutzung der Datenverbindung zwischen den Standorten gerüstet. Des Weiteren erneuert Gerresheimer die Security Infrastrukturen der Netzübergänge, um hier dem Stand der Technik zu entsprechen und sich so vor Angreifern zu schützen. Gerresheimer wird die Harmonisierung der ERP-Systeme auf SAP ERP Central Component (SAP ECC) 6.0 im Jahr 2020 ebenso nachhaltig fortführen wie die Standardisierung der IT-Infrastruktur in den Bereichen Netzwerk, Hardware, Kommunikation und Sicherheit. IT-Governance und IT-Compliance sollen die Umsetzung und Erfüllung gesetzlicher, unternehmensinterner und vertraglicher Anforderungen in der Gerresheimer AG sichern.
RECHTLICHE RISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Als international tätiges Unternehmen muss der Gerresheimer Konzern unterschiedliche Rechtsnormen beachten. Daraus können sich vielfältige vertrags-, wettbewerbs-, umwelt-, marken- und patentrechtliche Risiken ergeben.
Gegenmaßnahmen:
Diese Risiken begrenzen wir durch juristische Prüfungen unserer internen Rechtsabteilungen und indem wir externe Spezialisten für das jeweilige nationale Recht zu Rate ziehen. Damit die weltweiten Gesetze und Regeln insbesondere in den Bereichen Korruptionsbekämpfung, Kartellrecht und Kapitalmarktrecht eingehalten werden, haben wir ein globales Compliance Management System etabliert. Die Beachtung der Compliance-Richtlinien obliegt allen Organmitgliedern und Mitarbeitern der Gerresheimer AG und der Tochterunternehmen. Die Einhaltung von Rechtsvorschriften sowie die Beachtung der Konzernrichtlinien des Gerresheimer Compliance-Programms sind von herausragender Bedeutung für die Gerresheimer AG und ihre verbundenen Unternehmen.# Risiken und Chancen
Risiken aus Rechtsstreitigkeiten, die einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben, sind nicht bekannt.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Im Rahmen der operativen Tätigkeit sind wir finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Über ein konzernweites Finanzrisikomanagement werden die finanziellen Risiken des Konzerns zentral durch die verantwortliche Abteilung Group Treasury überwacht. Identifizierte Risikopotenziale steuert der Konzern nach klar definierten Richtlinien durch geeignete Sicherungsmaßnahmen.
Währungs- und Zinsrisiko
- Mögliche Auswirkungen: Für uns als Gesellschaft mit Sitz in Deutschland stellt der Euro die Konzern- und Berichtswährung dar. Da wir einen großen Teil unseres Geschäfts außerhalb der Euro-Zone abwickeln, können Währungsschwankungen das Ergebnis beeinflussen. Die Zunahme der Volatilitäten der Wechselkurse in den letzten Jahren hat entsprechende Chancen und Risiken steigen lassen. Zudem sind wir im Rahmen der Fremdkapitalfinanzierung einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Zinssatzschwankungen können sich auf die Höhe der Zinszahlungen für bestehende Schulden sowie auf die Kosten von Refinanzierungen auswirken.
- Gegenmaßnahmen: Um Wechselkursrisiken im operativen Geschäft zu begrenzen, tätigen wir Devisentermingeschäfte. Derivative Finanzinstrumente verwendet der Konzern ausschließlich zur Risikosteuerung im Zusammenhang mit kommerziellen Grundgeschäften. Um die Zinsänderungsrisiken zu begrenzen, tätigen wir gegebenenfalls Zinsswapgeschäfte.
Kreditrisiko
- Mögliche Auswirkungen: Das Ausfallrisiko bei den originären und derivativen Finanzinstrumenten ergibt sich daraus, dass Vertragspartner ihren vertraglichen Zahlungs- und Erfüllungsverpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen können.
- Gegenmaßnahmen: Durch das Kredit- und Forderungsmanagement sowie die Vertriebsbereiche der operativen Gesellschaften überwachen wir die sich aus den Liefer- und Leistungsbeziehungen der Gruppe ergebenden Kredit- und Bonitätsrisiken. Mit dem Ziel, Forderungsausfälle zu vermeiden, unterziehen wir Kunden einer laufenden internen Bonitätskontrolle. Forderungen gegen Kunden, die über kein erstklassiges Rating verfügen, werden versichert, soweit ein entsprechender Versicherungsschutz gewährt wird. Zur Vermeidung von Kreditrisiken aus Finanzinstrumenten werden diese nur mit Vertragspartnern erstklassiger Bonität abgeschlossen.
Liquiditätsrisiko
- Mögliche Auswirkungen: Es besteht das Risiko, aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können.
- Gegenmaßnahmen: Die Liquiditätssituation des Konzerns wird auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlichen Liquiditätsplanung überwacht und gesteuert. Darüber hinaus stehen dem Gerresheimer Konzern zur Liquiditätssicherung ein revolvierendes Darlehen sowie im September 2017 und November 2015 emittierte Schuldscheindarlehen zur Verfügung. An dieser Stelle ist zudem auf die quartalsweisen Zusammenkünfte des Anlagenausschusses und dessen liquiditätsüberwachende Aufgabe hinzuweisen. Eine detailliertere Darstellung der finanzwirtschaftlichen Risiken und ihres Managements findet sich im Konzernabschluss unter der Angabe (6) "Finanzrisikomanagement und derivative Finanzinstrumente".
Risiken gemäß CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz
Gesondert zu erläuternde Risiken im Zusammenhang mit den in der nichtfinanziellen Konzernerklärung behandelten Aspekten gemäß der Definition des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes müssten nach unserem Verständnis mindestens die Eintrittswahrscheinlichkeit "sehr wahrscheinlich" und die mögliche finanzielle Auswirkung "wesentlich" haben. Solche Risiken wurden im Berichtsjahr nicht identifiziert.
Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation des Konzerns
Dem Gerresheimer Konzern eröffnen sich aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältige Chancen (siehe Megatrends im Kapitel "Konzernstrategie und Ziele"). Mit unseren Kerngeschäften der Herstellung pharmazeutischer Primärverpackungen, Drug-Delivery-Devices sowie Verpackungen für Kosmetik sind wir in globalen Wachstumsmärkten tätig. Die Megatrends sind unverändert intakt. Unsere Chancen haben sich gegenüber 2018 nicht wesentlich verändert. Unsere Investitionen im Geschäftsjahr 2019 sowie die für 2020 geplanten Investitionen in zahlreiche Wachstumsprojekte erhöhen unsere zukünftigen Chancen auf profitables nachhaltiges Wachstum.
Unser Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Im Rahmen der Risikoberichterstattung werden alle Risiken zusammengefasst, die von den Tochterunternehmen und den Zentralbereichen gemeldet werden. Diese Risikoberichterstattung erfolgt regelmäßig gegenüber dem Vorstand und dem Aufsichtsrat. Die Risiken des Gerresheimer Konzerns haben sich im Geschäftsjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.
Nach unserer Einschätzung des Gesamtrisikos bestehen derzeit keine Risiken, die den Fortbestand des Gerresheimer Konzerns oder der Gerresheimer AG gefährden oder ihre Vermögens-, Finanz-und Ertragslage wesentlich beeinträchtigen.
Das revolvierende Darlehen unterliegt einer marktüblichen Financial Covenant. Diese wird im Kapitel "Finanzierungsinstrumente" erläutert. In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 wurde die vorgegebene Financial Covenant gemäß der gültigen Rahmenkreditvereinbarung eingehalten. Unter Zugrundelegung der vorliegenden Mehrjahresplanung gehen wir davon aus, diese Financial Covenant auch zukünftig einzuhalten.
Nachtragsbericht
Nach dem 30. November 2019 sind keine Ereignisse eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Gerresheimer Konzerns ausgeht oder zu erwarten ist.
Prognosebericht
Ausrichtung des Konzerns
Die nachfolgenden Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf des Gerresheimer Konzerns sowie der Gerresheimer AG und zu den dafür als wesentlich beurteilten Annahmen über die wirtschaftliche Entwicklung von Markt und Branche basieren auf unseren Einschätzungen, die wir nach den uns vorliegenden Informationen zurzeit als realistisch ansehen. Diese sind jedoch mit Unsicherheit behaftet und bergen das unvermeidbare Risiko, dass die prognostizierten Entwicklungen weder in ihrer Tendenz noch ihrem Ausmaß nach tatsächlich eintreten.
Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Entwicklung der Weltwirtschaft/Entwicklung in den einzelnen Regionen
11 11
Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook, Januar 2020.
Erwartete Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes
| scroll | Veränderungen in % | |||
|---|---|---|---|---|
| 2020 | 2019 | |||
| Welt | 3,3 | 2,9 | ||
| USA | 2,0 | 2,3 | ||
| Euro-Zone | 1,3 | 1,2 | ||
| Deutschland | 1,1 | 0,5 | ||
| Schwellenländer | 4,4 | 3,7 | ||
| China | 6,0 | 6,1 | ||
| Indien | 5,8 | 4,8 | ||
| Brasilien | 2,2 | 1,2 |
Quelle: Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook, Januar 2020.
Für das Jahr 2020 rechnet der IWF mit einem Wachstum der Weltwirtschaft in Höhe von 3,3 %. Für die USA erwartet der IWF einen Rückgang des Wachstums von 2,3 % in 2019 auf 2,0 % in 2020 und begründet dies mit einer weiteren Abschwächung der positiven Effekte aus der US-Steuerreform. Für die Euro-Zone gehen die Schätzungen für das Jahr 2020 von einer marginalen Erhöhung des Wirtschaftswachstums um etwa 1,3 % aus - nach einem Plus von etwa 1,2 % im Jahr 2019. Für Deutschland erwartet der IWF für 2020 hingegen ein Wachstum in Höhe von 1,1 %, das damit etwas dynamischer als im Vorjahr mit 0,5 % ausfällt. Die vom IWF für die Schwellenländer im Jahr 2020 prognostizierte Wachstumsrate liegt mit 4,4 % über der Höhe des für 2019 erwarteten Wertes von 3,7 %. Im Einzelnen geht der IWF für China von einem marginalen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus (2020: 6,0 %; 2019: 6,1 %), für Indien wird ein Wachstumsplus von 5,8 % (2019: 4,8 %) vorausgesagt und in Brasilien soll das BIP um 2,2 % ansteigen (2019: 1,2 %).
Erwartete Ertragslage der Konzern
Das übergeordnete Ziel des Konzerns ist es, der führende globale Partner für Lösungen zu werden, die zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden beitragen. Dazu wollen wir unsere globale Präsenz ausbauen sowie ein nachhaltiges profitables Wachstum erzielen.
PLASTICS & DEVICES
Im Geschäftsbereich Plastics & Devices erwarten wir im Geschäftsjahr 2020 Umsatzwachstum. Dabei bleiben die Drug-Delivery-Devices für Medikamente die Hauptumsatz- und Wachstumsträger. Zu diesen Produkten zählen vor allem Insulin-Pens und Inhalatoren, aber auch das Geschäft mit vorfüllbaren Spritzen. Dabei spielen Produkte und Lösungen für biotechnologisch hergestellte Medikamente eine zunehmende Rolle. Regional gesehen bleibt Europa Schwerpunkt unseres Geschäftes mit Drug-Delivery-Devices für Medikamente. Insgesamt ist unser Geschäft in diesem Bereich aufgrund klarer und intakter Megatrends weiter auf Wachstum ausgerichtet und wird insbesondere im Inhalatoren- und im Spritzengeschäft im kommenden Geschäftsjahr entsprechend zulegen. Dies spiegelt sich auch in den Investitionen in Small-Batch-Produktionsanlagen in Europa und den USA sowie in den Erweiterungsinvestitionen in unserem Spritzenproduktionsstandort in Bünde (Deutschland) wider. In Skopje in der Republik Nordmazedonien bauen wir ein neues Werk zur Produktion von Drug-Delivery-Devices sowie in einem späteren Ausbauschritt für vorfüllbare Spritzen. Die Umsatzerlöse mit unseren pharmazeutischen Primärpackmitteln aus Kunststoff dürften sich im Geschäftsjahr 2020 in Europa, den USA und in den Schwellenländern unverändert gut entwickeln. Dabei haben wir im Geschäftsjahr 2019 in Brasilien größere Investitionen vorgenommen und werden dieses Projekt im Geschäftsjahr 2020 abschließen.
PRIMARY PACKAGING GLASS
In unserem Geschäftsbereich Primary Packaging Glass erwarten wir Umsatzwachstum für unsere Verpackungen aus Glas wie Pharmagläser, Ampullen, Injektions-fläschchen sowie Parfümflakons und Cremetiegel.# Im Geschäftsjahr 2020 investieren wir weiterhin in Automatisierung sowie den Ausbau der globalen Kapazitäten und des Produktportfolios.
So werden beispielsweise die Kapazitäten zur Produktion von qualitativ höherwertigen Fläschchen deutlich ausgebaut. Auch eine deutliche Wannenerweiterung zur Steigerung der Kapazitäten in einem europäischen Werk im Geschäftsfeld Moulded Glass steht 2020 an. Daneben investieren wir vor allem in die Standardisierung unseres Maschinenparks sowie die Automatisierung der Prozesse und der Qualitätskontrolle. Umsatzzuwächse erwarten wir in allen Regionen mit Produkten sowohl für die pharmazeutische- sowie Kosmetikindustrie.
ADVANCED TECHNOLOGIES
Im Geschäftsjahr 2018 erwarb der Konzern das Unternehmen Sensile Medical. Aufgrund der strategischen Bedeutung der Entwicklung und Vermarktung moderner, vernetzter und intelligenter Drug-Delivery-Devices wurde dies zum Anlass genommen, den Geschäftsbereich Advanced Technologies zu gründen. Die patentierte Mikropumpentechnologie von Sensile Medical ist dabei eine wichtige und vielversprechende Innovation und Technologie, die sich für den Einsatz in vielfältigen Therapiegebieten eignet. Somit hat der Konzern seine Innovations- und Produktentwicklungskompetenz maßgeblich verstärkt.
Der Geschäftsbereich Advanced Technologies ist als Innovationstreiber naturgemäß einer großen Dynamik unterworfen. Einerseits wurde bereits eine Mikro-Infusionspumpe zur Behandlung von Parkinson erfolgreich in mehreren europäischen Ländern eingeführt. Andererseits jedoch erfolgten auch Kündigungen von Entwicklungsaufträgen, so zum Beispiel des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes, die zu Wertminderungen in Höhe von EUR 113,1 Mio. im Geschäftsjahr 2019 geführt hat, sowie eines Projektes zur Behandlung von Herzinsuffizienz. Diese konnten durch den Abschluss von neuen Projekten, so zum Beispiel der Partnerschaft zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen, kompensiert werden. Darüber hinaus erfolgt die Entwicklung einer Plattform zur genauen Inhalationsmessung. Weitere Akquisitionen bzw. Kooperationen mit Universitäten und anderen Geschäftspartnern und -kunden werden folgen, um Gerresheimer noch konsequenter als den Lösungsanbieter der Pharma- und Healthcareindustrie zu positionieren.
ERWARTETE FINANZLAGE UND LIQUIDITÄT
Der Gerresheimer Konzern verfügt zum 30. November 2019 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von EUR 85,8 Mio. (Vorjahr: EUR 80,6 Mio.). Das revolvierende Darlehen mit einer Rahmenhöhe von EUR 550,0 Mio. (Vorjahr: EUR 450,0 Mio.) inklusive Nebenkreditlinien stand uns zum Abschlussstichtag in Höhe von EUR 231,2 Mio. zur Verfügung (Vorjahr: EUR 182,3 Mio.). Damit befinden wir uns - auch mit Blick auf die im November 2020 zu refinanzierende Schuldscheintranche in Höhe von EUR 189,5 Mio. - in einer stabilen finanziellen Situation. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick, wann und zu welchem Zeitpunkt das revolvierende Darlehen bzw. die aufgenommenen Schuldscheine zu refinanzieren sind.
| Betrag in Mio. EUR | Fälligkeit |
|---|---|
| Revolvierendes Darlehen 550,0 | September 2024 |
| Schuldscheindarlehen - November 2015 | |
| 5-jährige Tranche 189,5 | November 2020 |
| 7-jährige Tranche 210,0 | November 2022 |
| 10-jährige Tranche 25,5 | November 2025 |
| Schuldscheindarlehen - September 2017 | |
| 5-jährige Tranche 95,5 | September 2022 |
| 7-jährige Tranche 109,0 | September 2024 |
| 10-jährige Tranche 45,5 | September 2027 |
DIVIDENDENPOLITIK
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG werden der Hauptversammlung am 24. Juni 2020 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 1,20 je Aktie (Vorjahr: EUR 1,15 je Aktie) für das Geschäftsjahr 2019 auszuschütten. Dies entspricht einem Dividendenbetrag von EUR 37,7 Mio. und einer Steigerung gegenüber der Vorjahresdividende um 4,3 %. Die Ausschüttungsquote von 29,9 % im Geschäftsjahr 2019 berechnet sich wie folgt:
| in Mio. EUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Bereinigtes Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen | 225,8 | 178,0 |
| Sonstiger betrieblicher Ertrag | ||
| - Ausbuchung bedingter Kaufpreisbestandteile | -129,8 | - |
| Sonstiger betrieblicher Aufwand | ||
| - im Zusammenhang mit der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes | 9,2 | - |
| - Wertminderung von Entwicklungskosten, die nicht Bestandteil der Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen sind | 7,9 | - |
| - Negativer Effekt auf Umsatzerlöse und Adjusted EBITDA im Zusammenhang mit der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes | 17,3 | - |
| - darauf entfallende Steuereffekte | -4,3 | - |
| Ausschüttungsbasis | 126,1 | 178,0 |
| Ausschüttungsquote | 29,9 % | 20,3 % |
GESAMTAUSSAGE ZUM PROGNOSEBERICHT
Für die kommenden Geschäftsjahre ist unser Unternehmen gut gerüstet. Wir verfügen über eine gute finanzielle Basis, eine langfristige Finanzierung und eine klare Unternehmensstrategie, die auf langfristigen Megatrends basiert. Wir werden unser Unternehmen weiter globalisieren und attraktive Technologien in unser Portfolio aufnehmen. Die Zielrichtung aller Aktivitäten ist die weitere Fokussierung auf die Pharma- und Healthcareindustrie sowie den Kosmetikbereich. Dabei werden neben dem organischen Wachstum, das wir aus dem operativen Cash Flow finanzieren wollen, Akquisitionen nach sorgfältiger Prüfung von Chancen und Risiken auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Wir sind sehr gut aufgestellt, um die Chancen, die sich aus Innovationen oder einer Konsolidierung in unserer Branche ergeben könnten, konsequent anzugehen.
GESAMTKONZERN
Der Gerresheimer Konzern verfolgt eine klare und erfolgreiche Strategie, die auf nachhaltiges und profitables Wachstum ausgerichtet ist. Für das Geschäftsjahr 2020 gehen wir von folgenden Erwartungen aus, gemessen jeweils zu konstanten Wechselkursen sowie ohne Akquisitionen oder Desinvestitionen. Nachfolgend haben wir unsere Währungsannahmen für die Kernwährungen aufgeführt, die bei allen unseren nachfolgenden Prognosen unterstellt wurden. Alle unterstellten Prognosen verstehen sich in Bezug auf diese Währungen immer als währungsneutral und ohne Berücksichtigung von Akquisitionen oder Desinvestitionen.
| Währung | Kurs |
|---|---|
| Brasilien BRL | 4,37 |
| Schweiz CHF | 1,12 |
| China CNY | 7,94 |
| Tschechische Republik CZK | 25,50 |
| Dänemark DKK | 7,45 |
| Indien INR | 80,50 |
| Republik Nordmazedonien MKD | 61,50 |
| Mexiko MXN | 22,43 |
| Polen PLN | 4,25 |
| Singapur SGD | 1,59 |
| Vereinigte Staaten von Amerika USD | 1,12 |
Die wesentliche Währung, neben dem Euro, bleibt der US-Dollar mit einem Umsatzanteil von knapp 30 % an den Umsatzerlösen in 2020 bzw. knapp 40 % des Adjusted EBITDA. Weiterhin gilt hierbei, dass eine Stärkung oder Schwächung des US-Dollars im Verhältnis zum Euro von rund 1 Cent ca. EUR 4 Mio. Umsatzerlös- bzw. EUR 1 Mio. Adjusted EBITDA-Einfluss hat.
Prognose für das Geschäftsjahr 2020:
Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2020 ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber dem währungsbereinigten Vergleichswert in Höhe von EUR 1.405,0 Mio. 12 für das Geschäftsjahr 2019. Für das Adjusted EBITDA rechnen wir im Geschäftsjahr 2020 mit einem Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich nach einem Vergleichswert für das Adjusted EBITDA von EUR 296,7 Mio. 13 im Geschäftsjahr 2019. Darüber hinaus erwarten wir im Geschäftsjahr 2020 einen positiven Effekt zwischen EUR 9 Mio. und EUR 11 Mio. aus der Umstellung auf den für uns neu anzuwendenden Rechnungslegungsstandard IFRS 16 "Leasingverhältnisse".
12 Basierend auf den Umsatzerlösen des Geschäftsjahres 2019 umgerechnet mit den Plankursen des Geschäftsjahres 2020 abzüglich der Umsatzerlöse der zum Ende des Geschäftsjahres 2019 entkonsolidierten Gesellschaft Gerresheimer Buenos Aires S.A. (Argentinien) in Höhe von EUR 2,8 Mio. und gegenläufig der Umsatzerlöse aus dem gekündigten Projekt zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes in Höhe von EUR 17,3 Mio. im Geschäftsbereich Advanced Technologies.
13 Basierend auf dem Adjusted EBITDA des Geschäftsjahres 2019 unter Anwendung der in diesem Geschäftsjahr für uns anzuwendenden Rechnungslegungsstandards (insbesondere ohne Anwendung des ab dem Geschäftsjahr 2020 anzuwendenden Rechnungslegungsstandard IFRS 16 "Leasingverhältnisse") umgerechnet mit den Plankursen des Geschäftsjahres 2020. Hiervon ist das Adjusted EBITDA der zum Ende des Geschäftsjahres 2019 entkonsolidierten Gesellschaft Gerresheimer Buenos Aires S.A. (Argentinien) in Höhe von EUR 0,1 Mio. abzuziehen. Weiterhin ist der sonstige betriebliche Ertrag aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical abzuziehen. Darüber hinaus ist der sonstige betriebliche Aufwand in Höhe von EUR 9,2 Mio. aufgrund der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes hinzuzurechnen. Weiterhin ist die im Zusammenhang mit dieser Kündigung erfasste kumulative Anpassung der Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17,3 Mio., die in gleicher Höhe einen negativen Einfluss auf das währungsbereinigte EBITDA hat, hinzuzurechnen.
Um unser im Geschäftsjahr 2019 begonnenes groß angelegtes Investitionsprogramm im Geschäftsjahr 2020 abzuschließen, gehen wir von Nettoinvestitionen von rund 12 % der Umsatzerlöse aus.
Vorläufige Indikation für die Folgejahre in Bezug auf Umsatzerlöse, Adjusted EBITDA und Investitionen:
Als organisches Basiswachstum streben wir an, im mittelfristigen Planungszeitraum Jahr für Jahr im mittleren einstelligen Prozentbereich zu wachsen. Dieses über dem Markt liegende Wachstum wollen wir durch Erweiterung unserer Kapazitäten, höhere Marktanteile, innovative Produkte wie Gx(r) Elite Glass, vorfüllbare sterile Gx(r) Ready-to-Fill Fläschchen und Spritzen, vernetzte Drug-Delivery-Devices, Produkte und Lösungen für biotechnologisch hergestellte Medikamente sowie deutliches Wachstum in den Schwellenländer erreichen. Mittelfristig gehen wir von einer Adjusted EBITDA-Marge von 23 % aus.# Konzernabschluss
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2018 bis 30. November 2019
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in T EUR | Anhang | 2019 | 2018
------- | -------- | -------- | --------
Umsatzerlöse (8) | 1.392.255 | 1.367.730
Umsatzkosten (9) | -1.115.070 | -967.599
Bruttoergebnis vom Umsatz | 277.185 | 400.131
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten (10) | -274.036 | -259.405
Sonstige betriebliche Erträge (11) | 153.733 | 29.996
Restrukturierungsaufwendungen (12) | 92 | -11.274
Sonstige betriebliche Aufwendungen (13) | -33.241 | -20.023
Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen (20) | 25 | 34
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit | 123.758 | 139.459
Zinserträge (14) | 2.653 | 2.437
Zinsaufwendungen (14) | -24.701 | -29.746
Sonstiges Finanzergebnis (14) | -3.542 | -4.953
Finanzergebnis | -25.590 | -32.262
Konzernergebnis vor Ertragsteuern | 98.168 | 107.197
Ertragsteuern (15) | -15.487 | 23.931
Konzernergebnis | 82.681 | 131.128
Ergebnisanteile der Anteilseigner des Mutterunternehmens | 80.781 | 128.965
Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen | 1.900 | 2.163
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) (16) | 2,57 | 4,11
Seit dem 1. Dezember 2018 kommen die neuen Rechnungslegungsstandards IFRS15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" und IFRS 9 "Finanzinstrumente" zur Anwendung. Die Vorjahreswerte wurden nicht angepasst. Für weitere Informationen verweisen wir auf Angabe (1) im Konzern-Anhang.
Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2018 bis 30. November 2019
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in T EUR | Anhang | 2019 | 2018
------- | -------- | -------- | --------
Konzernergebnis | 82.681 | 131.128
Ergebnis aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne (29) | -16.530 | 5.362
Ergebnis aus der Neubewertung von gehaltenen Eigenkapitalinstrumenten | 567 | -
Ertragsteuern | 4.662 | -1.050
Sonstiges Ergebnis, das nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wird | -11.301 | 4.312
Sonstiges Ergebnis aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten | - | -1
Ergebnis aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften | 16.840 | 3.557
Sonstiges Ergebnis, das unter bestimmten Bedingungen in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wird | 16.840 | 3.556
Sonstiges Ergebnis | 5.539 | 7.868
Gesamtergebnis | 88.220 | 138.996
Ergebnisanteile der Anteilseigner des Mutterunternehmens | 85.965 | 137.158
Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen | 2.255 | 1.838
Seit dem 1. Dezember 2018 kommen die neuen Rechnungslegungsstandards IFRS15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" und IFRS 9 "Finanzinstrumente" zur Anwendung. Die Vorjahreswerte wurden nicht angepasst. Für weitere Informationen verweisen wir auf Angabe (1) im Konzern-Anhang.
Konzern-Bilanz zum 30. November 2019
Aktiva
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in T EUR | Anhang | 30.11.2019 | 30.11.2018
------- | -------- | -------- | --------
Langfristige Vermögenswerte | | |
Immaterielle Vermögenswerte (18) | 1.357.174 | 1.505.679
Sach anlagen (19) | 701.937 | 620.728
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (19) | 9.215 | 4.611
Anteile an at equity bewerteten Unternehmen (20) | 332 | 297
Ertragsteuerforderungen | 878 | 1.692
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (21) | 7.006 | 3.683
Sonstige Forderungen (22) | 2.796 | 2.871
Aktive latente Steuern (23) | 17.066 | 19.495
| 2.096.404 | 2.159.056
Kurzfristige Vermögenswerte | | |
Vorräte (24) | 185.093 | 171.490
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (25) | 224.170 | 273.531
Vertragsvermögenswerte (26) | 5.392 | -
Ertragsteuerforderungen | 5.485 | 5.462
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (21) | 15.448 | 18.025
Sonstige Forderungen (22) | 23.416 | 21.825
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (27) | 85.831 | 80.570
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen (19) | - | 955
| 544.835 | 571.858
Summe Aktiva | 2.641.239 | 2.730.914
PASSIVA
| in T EUR | Anhang | 30.11.2019 | 30.11.2018 |
|---|---|---|---|
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital (28) | 31.400 | 31.400 | |
| Kapitalrücklage (28) | 513.827 | 513.827 | |
| Sonstiges Ergebnis (28) | -47.563 | -67.145 | |
| Angesammelte Ergebnisse (28) | 427.439 | 394.578 | |
| Anteile der Anteilseigner des Mutterunternehmens | 925.103 | 872.660 | |
| Nicht beherrschende Anteile (28) | 16.454 | 17.473 | |
| 941.557 | 890.133 | ||
| Langfristige Schulden | |||
| Passive latente Steuern (23) | 142.436 | 167.862 | |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (29) | 153.300 | 141.583 | |
| Sonstige Rückstellungen (31) | 11.529 | 10.945 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (32) | 35 | 120 | |
| Vertragsverbindlichkeiten (26) | 1.471 | - | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (32) | 498.174 | 751.417 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten (33) | 1.941 | 503 | |
| 808.886 | 1.072.430 | ||
| Kurzfristige Schulden | |||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (29) | 12.936 | 13.943 | |
| Sonstige Rückstellungen (31) | 35.332 | 44.951 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (32) | 221.454 | 207.282 | |
| Vertragsverbindlichkeiten (26) | 8.717 | - | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (32) | 530.560 | 389.683 | |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 5.851 | 4.873 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten (33) | 75.946 | 107.619 | |
| 890.796 | 768.351 | ||
| 1.699.682 | 1.840.781 | ||
| Summe Passiva | 2.641.239 | 2.730.914 |
Seit dem 1. Dezember 2018 kommen die neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 15 " Erlöse aus Verträgen mit Kunden" und IFRS 9 "Finanzinstrumente" zur Anwendung. Die Vorjahreswerte wurden nicht angepasst. Für weitere Informationen verweisen wir auf Angabe (1) im Konzern-Anhang.
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2018 bis 30. November 2019
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in T EUR | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Sonstiges Ergebnis IFRS 9-/ IAS 39- Rücklage | Rücklage aus Währungsumrechnung
------- | -------- | -------- | -------- | --------
Zum 30. November/1. Dezember 2017 | 31.400 | 513.827 | -5 | 71.021
Konzernergebnis | - | - | - | -
Sonstiges Ergebnis | - | - | -1 | 3.882
Gesamtergebnis | - | - | -1 | 3.882
Veränderung des Konsolidierungskreises | - | - | - | -
Transaktionen mit Anteilseignern | - | - | - | -
Dividendenausschüttung | - | - | - | -
Zum 30. November/1. Dezember 2018 | 31.400 | 513.827 | -6 | 67.139
Umstellungseffekt Erstanwendung IFRS 15 | - | - | - | -
Umstellungseffekt Erstanwendung IFRS 9 | - | - | 2.533 | -
Angepasster Stand zum 1. Dezember 2018 | 31.400 | 513.827 | 2.527 | 67.139
Konzernergebnis | - | - | - | -
Sonstiges Ergebnis | - | - | 567 | 16.482
Gesamtergebnis | - | - | 567 | 16.482
Dividendenasschüttung | - | - | - | -
Zum 30. November 2019 | 31.400 | 513.827 | 3.094 | 50.657
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in T EUR | Angesammelte Ergebnisse | Anteile der Anteilseigner des Mutterunternehmens
------- | -------- | --------
Zum 30. November/1. Dezember 2017 | 278.862 | 753.063
Konzernergebnis | 128.965 | 128.965
Sonstiges Ergebnis | 4.312 | 8.193
Gesamtergebnis | 133.277 | 137.158
Veränderung des Konsolidierungskreises | - | -
Transaktionen mit Anteilseignern | 16.979 | 16.979
Dividendenausschüttung | 34.540 | 34.540
Zum 30. November/1. Dezember 2018 | 394.578 | 872.660
Umstellungseffekt Erstanwendung IFRS 15 | 55 | 55
Umstellungseffekt Erstanwendung IFRS 9 | - | 2.533
Angepasster Stand zum 1. Dezember 2018 | 394.633 | 875.248
Konzernergebnis | 80.781 | 80.781
Sonstiges Ergebnis | 11.865 | 5.184
Gesamtergebnis | 68.916 | 85.965
Dividendenasschüttung | -36.110 | -36.110
Zum 30. November 2019 | 427.439 | 925.103
scroll
in T EUR | Nicht beherrschende Anteile | Summe Eigenkapital
------- | -------- | --------
Zum 30. November/1. Dezember 2017 | 36.462 | 789.525
Konzernergebnis | 2.163 | 131.128
Sonstiges Ergebnis | -325 | 7.868
Gesamtergebnis | 1.838 | 138.996
Veränderung des Konsolidierungskreises | 357 | 357
Transaktionen mit Anteilseignern | 19.438 | -2.459
Dividendenausschüttung | -1.746 | 36.286
Zum 30. November/1. Dezember 2018 | 17.473 | 890.133
Umstellungseffekt Erstanwendung IFRS 15 | - | 55
Umstellungseffekt Erstanwendung IFRS 9 | - | 2.533
Angepasster Stand zum 1. Dezember 2018 | 17.473 | 892.721
Konzernergebnis | 1.900 | 82.681
Sonstiges Ergebnis | 355 | 5.539
Gesamtergebnis | 2.255 | 88.220
Dividendenasschüttung | -3.274 | -39.384
Zum 30. November 2019 | 16.454 | 941.557
Seit dem 1. Dezember 2018 kommen die neuen Rechnungslegungsstandards IFRS15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" und IFRS 9 "Finanzinstrumente" zur Anwendung. Die Vorjahreswerte wurden nicht angepasst. Für weitere Informationen verweisen wir auf Angabe (1) im Konzern-Anhang.
Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2018 bis 30. November 2019
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in T EUR | Anhang | 2019 | 2018
------- | -------- | -------- | --------
Konzernergebnis | 82.681 | 131.128
Ertragsteuern (15) | 15.487 | -23.931
Abschreibungen/Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte (18) | 178.651 | 44.797
Abschreibungen/Wertminderungen auf Sach anlagen (19) | 91.295 | 92.264
Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen und sonstiges Beteiligungsergebnis (20) | -242 | -200
Veränderungen der sonstigen Rückstellungen sowie der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer | -17.584 | -3.362
Gewinn (-)/Verlust (+) aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten/Schulden | -2.761 | 272
Finanzergebnis (14) | 25.590 | 32.262
Gezahlte Zinsen | -20.230 | -29.929
Erhaltene Zinsen | 879 | 983
Gezahlte Ertragsteuern | -38.354 | -40.620
Erhaltene Ertragsteuern | 2.194 | 3.652
Veränderung der Vorräte | -12.891 | -23.575
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Vermögenswerte | 44.267 | -27.488
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Schulden | -153.044 | 19.362
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge | -3.014 | -2.143
Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 192.924 | 173.472Einzahlungen aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte | 5.229 | 279
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzanlagen | -164.552 | -114.726
Einzahlungen aus Desinvestitionen abzüglich abgegebener Zahlungsmittel (7) | -388 | -
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich erworbener Zahlungsmittel (7) | -43.499 | -172.489
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit | -203.210 | -286.936
Erwerb nicht beherrschender Anteile (7) | - | -15.631
Dividendenausschüttungen an Dritte | -39.409 | -36.317
Dividendenausschüttungen von Dritten | 217 | 166
Aufnahme von Finanzkrediten | 384.130 | 390.270
Rückzahlung von Finanzkrediten | -343.178 | -433.213
Auszahlungen für Finanzierungsleasing/Ratenkauf | -2.830 | -682
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit | -1.070 | -95.407
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | -11.356 | -208.871
Wechselkursbedingte Änderung des Finanzmittelbestandes | 525 | -788
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 61.936 | 271.595
Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 51.105 | 61.936
Zusammensetzung des Finanzmittelbestandes
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (27) | 85.831 | 80.570
Kontokorrentverbindlichkeiten | -34.726 | -18.634
Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 51.105 | 61.936
Seit dem 1. Dezember 2018 kommen die neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" und IFRS 9 "Finanzinstrumente" zur Anwendung. Die Vorjahreswerte wurden nicht angepasst. Für weitere Informationen verweisen wir auf Angabe (1) im Konzern-Anhang.
KONZERN-ANHANG für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2018 bis 30. November 2019 der Gerresheimer AG
(1) Allgemeine Angaben
Der Gerresheimer Konzern ist ein weltweit führender Hersteller hochwertiger Spezialprodukte aus Glas und Kunststoff für die internationale Pharma- und Healthcare-Industrie. Auf der Basis eigener Entwicklungen und modernster Produktionstechnologien bietet Gerresheimer zum einen pharmazeutische Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systeme an, zum anderen Diagnostiksysteme und Verpackungen für die Kosmetikindustrie.
Der Konzernabschluss zum 30. November 2019 ist nach den am Abschlussstichtag gültigen Vorschriften der von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den zusätzlich nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt.
Die Gerresheimer AG hat ihren Sitz in der Klaus-Bungert-Straße 4 in 40468 Düsseldorf. Sie ist in das Handelsregister beim Amtsgericht Düsseldorf (HRB 56040) eingetragen. Die Aktien der Gerresheimer AG werden im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) unter dem Börsenkürzel GXI bzw. unter der ISIN DE000A0LD6E6 geführt. Seit dem 22. Dezember 2008 ist die Gerresheimer Aktie im MDAX enthalten.
Die angewandten Rechnungslegungsmethoden entsprechen mit Ausnahme der folgenden erstmals anzuwendenden überarbeiteten Standards jenen des Vorjahres.
- IFRS 9, Finanzinstrumente
- IFRS 15, Erlöse aus Verträgen mit Kunden
- Klarstellungen zum IFRS 15, Erlöse aus Verträgen mit Kunden
- Änderungen an IFRS 2, Einstufung und Bewertung anteilsbasierter Vergütungen
- Änderungen an IFRS 4, Anwendung von IFRS 9 Finanzinstrumente gemeinsam mit IFRS 4 Versicherungsverträge
- Änderungen an IAS 40, Übertragung in den und aus dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
- IFRIC 22, Fremdwährungstransaktionen und im Voraus erbrachte oder erhaltene Gegenleistungen
- Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2014 - 2016: Änderungen an IFRS 1 und IAS 28
Die Erstanwendung von IFRS 9 und IFRS 15 hat zu den folgenden wesentlichen Auswirkungen geführt:
IFRS 9 "Finanzinstrumente" ersetzt den bisherigen Standard IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" und führt ein neues Klassifizierungsmodell sowie neue Vorschriften für die Bewertung und die Erfassung von Wertminderungen ein. Weiterhin wurden die Vorschriften zur Bilanzierung von allgemeinen Sicherungsbeziehungen überarbeitet. Die vormaligen Vorschriften für finanzielle Verbindlichkeiten wurden hingegen weitgehend unverändert in IFRS 9 übernommen. Gerresheimer hat von der Ausnahme Gebrauch gemacht, Vergleichsinformationen der Vorjahreszahlen hinsichtlich der Klassifizierung und Bewertung nicht anzupassen. Umstellungseffekte aus der Anwendung des IFRS 9 zum 1. Dezember 2018 werden kumulativ im Eigenkapital erfasst, und die Vergleichsperiode wird in Einklang mit bisherigen Regelungen dargestellt. Darüber hinaus hat Gerresheimer das Wahlrecht ausgeübt, Sicherungsgeschäfte weiterhin nach den Vorschriften des IAS 39 zu bilanzieren.
Im Rahmen der Einführung des neuen Klassifizierungs- und Bewertungsmodells orientieren sich die Klassifizierung und die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten an den objektiven Eigenschaften des finanziellen Vermögenswertes und dem betrieblichen Verwendungszweck (Geschäftsmodell). In Abhängigkeit von der Ausprägung dieser Eigenschaften werden finanzielle Vermögenswerte in die folgenden Bewertungskategorien eingeordnet: zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet (FVTPL) sowie zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet (FVTOCI).
Nachfolgende Tabelle stellt die Überleitung der Klassifizierungs- und Bewertungskategorien für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von IAS 39 zu IFRS 9 dar:
scroll in T EUR
| Bewertungskategorie nach IAS 39 | Buchwert nach IAS 39 zum 30.11.2018 | Bewertungskategorie nach IFRS 9 | Buchwert nach IFRS 9 zum 01.12.2018 |
| :--------------------------------------------------- | :---------------------------------- | :-------------------------------------------------------------- | :---------------------------------- |
| Marktwerte derivativer Finanzinstrumente | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet | 204 | Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn und Verlust bewertet | 204 |
| Beteiligungen | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 400 | Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet | 2.933 |
| Erstattungsansprüche für Pensionsleistungen | Kredite und Forderungen | 3.474 | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 3.474 |
| Erstattungsansprüche gegen Dritte | Kredite und Forderungen | 10.204 | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 10.204 |
| Sonstige Ausleihungen | Kredite und Forderungen | 1.630 | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 1.630 |
| Sonstige Kredite und Forderungen | Kredite und Forderungen | 5.722 | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 5.722 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 74 | Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet | 74 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1) | Kredite und Forderungen | 273.531 | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 273.531 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | Kredite und Forderungen | 80.570 | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 80.570 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 375.809 | | 378.342 |
| Schuldscheindarlehen | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 674.046 | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 674.046 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 283.270 | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 283.270 |
| Marktwerte derivativer Finanzinstrumente | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet | 1.346 | Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn und Verlust bewertet | 1.346 |
| Sonstige | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 33.907 | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 33.907 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet | 148.531 | Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn und Verlust bewertet | 148.531 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 207.402 | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 207.402 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 1.348.502 | | 1.348.502 |
1) Inklusive Forderungen aus Fertigungsaufträgen in Höhe von T EUR 55.611.
Die bislang zu Anschaffungskosten bewerteten Beteiligungen werden ab dem 1. Dezember 2018 zum beizulegenden Zeitwert mittels eines Discounted Cashflow-Verfahrens bewertet und der Kategorie "Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet" zugeordnet. Bis zum 30. November 2018 waren diese der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" zugeordnet. Die daraus resultierende Erhöhung des Buchwertes um T EUR 2.533 wurde zum 1. Dezember 2018 im Eigenkapital (sonstiges Ergebnis) erfasst.
IFRS 9 ersetzt das auf die Erfassung eingetretener Verluste zielende Wertminderungsmodell des IAS 39 durch ein zukunftsorientiertes Modell, das erwartete Kreditausfälle bilanziell vorwegnehmen soll. Das neue Wertminderungsmodell ist auf Gläubigerinstrumente anzuwenden, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie auf Vertragsvermögenswerte. Hierbei sind die erwarteten Verluste und die Änderung dieser erwarteten Verluste zu jedem Bilanzstichtag zu berücksichtigen, um die Veränderungen des Kreditrisikos seit dem erstmaligen Ansatz der finanziellen Vermögenswerte widerzuspiegeln.
Vereinfachungsregelungen bestehen unter anderem für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte nach IFRS 15. Sofern diese Posten eine wesentliche Finanzierungskomponente enthalten, macht Gerresheimer von der Möglichkeit Gebrauch, den während der Laufzeit erwarteten Verlust nach einem vereinfachten Ansatz zu erfassen. Gerresheimer hält Fremdkapitalinstrumente nahezu ausschließlich in Form von kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Aus dem Übergang auf das zukunftsorientierte Modell ergaben sich unter anderem aufgrund bestehender Kreditversicherungen nur unwesentliche Effekte.
Der neue Standard IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" fasst die bisherigen Regelungen zur Umsatzrealisierung zusammen und überführt diese in ein einheitliches Modell der Umsatzrealisierung. Bei den ersetzten Standards handelt es sich um die Standards IAS 18 "Erlöse", IAS 11 "Fertigungsaufträge" und verschiedene erlösbezogene Interpretationen.# Die Umsatzrealisierung
Die Umsatzrealisierung sowohl der Höhe nach als auch bezüglich der Frage, ob Umsatzerlöse zeitpunkt- oder zeitraumbezogen zu realisieren sind, richtet sich künftig nach dem in IFRS 15 enthaltenen "Fünf-Stufen-Modell". Nach IFRS 15 sind diejenigen Beträge als Umsatzerlöse zu erfassen, die ein Unternehmen als Gegenleistung für die Übertragung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen an einen Kunden zu erwarten hat. Erlöse werden erfasst, wenn das Unternehmen die Verfügungsgewalt über Güter oder Dienstleistungen entweder über einen Zeitraum oder zu einem Zeitpunkt an einen Kunden überträgt. Die hierzu bestehenden zahlreichen Detailregelungen werden durch umfangreiche Anhangangaben ergänzt.
Gerresheimer hat sich für die modifiziert retrospektive Erstanwendung der Regelungen des IFRS 15 entschieden, d. h. die Berichtsperiode wird nach IFRS 15, die Vorjahresvergleichsperiode hingegen nach IAS 11 bzw. IAS 18 dargestellt. Die kumulierten Effekte aus der erstmaligen Anwendung des neuen Standards auf die zum 1. Dezember 2018 noch nicht vollständig erfüllten Verträge werden in den Gewinnrücklagen zum 1. Dezember 2018 erfasst.
Im Zusammenhang mit Konsignationslagerverträgen, bei denen die Güter bis zur Entnahme durch den Kunden im Eigentum des Gerresheimer Konzerns verbleiben, wurden bisher die Umsatzerlöse erfasst, wenn der Kunde die Güter aus dem Konsignationslager entnimmt. Bei einigen der getroffenen Vereinbarungen erlangen die jeweiligen Kunden nunmehr die Beherrschung bereits bei Einlieferung der Güter in das Lager. Dieser Sachverhalt führt zu einer früheren Umsatzrealisierung im Vergleich zur bisherigen Vorgehensweise.
Von Kunden geleistete Anzahlungen im Zusammenhang mit Produktlieferungen wurden zuvor unter der Position "Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen" in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Mit der Einführung von IFRS 15 werden diese als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen.
Erhaltene Anzahlungen und Forderungen im Zusammenhang mit langfristigen Fertigungsaufträgen wurden bislang brutto unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Nach IFRS 15 sind die erhaltenen Anzahlungen in die Ermittlung des jeweiligen Vertragssaldos einzubeziehen; es erfolgt insoweit ein saldierter Ausweis einer Nettovertragsposition unter den Vertragsvermögenswerten oder den Vertragsverbindlichkeiten.
Die Auswirkungen aus der Anpassung von IFRS 9 und IFRS 15 auf die Eröffnungsbilanz zum 1. Dezember 2018 stellen sich wie folgt dar:
Aktiva in TEUR
| 30.11.2018 | Anpassungen IFRS 9 | Anpassungen IFRS 15 | 01.12.2018 | |
|---|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | ||||
| Aktive latente Steuern | 19.495 | -13 | - | 19.508 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 2.139.561 | 2.533 | - | 2.142.094 |
| Gesamt Langfristige Vermögenswerte | 2.159.056 | 2.533 | - | 2.161.602 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||||
| Vorräte | 171.490 | - | -695 | 170.795 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 273.531 | - | -55.611 | 217.920 |
| Vertragsvermögenswerte | - | - | 28.131 | 28.131 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 126.837 | - | - | 126.837 |
| Gesamt Kurzfristige Vermögenswerte | 571.858 | - | -28.175 | 543.683 |
| Summe Aktiva | 2.730.914 | 2.533 | -28.162 | 2.705.285 |
Passiva in TEUR
| 30.11.2018 | Anpassungen IFRS 9 | Anpassungen IFRS 15 | 01.12.2018 | |
|---|---|---|---|---|
| Eigenkapital | ||||
| Angesammelte Ergebnisse | 394.578 | - | -55 | 394.633 |
| Sonstiges Ergebnis | -67.145 | 2.533 | - | -64.612 |
| Sonstiges Eigenkapital | 562.700 | - | - | 562.700 |
| Gesamt Eigenkapital | 890.133 | 2.533 | -55 | 892.721 |
| Langfristige Schulden | ||||
| Passive latente Steuern | 167.862 | - | 31 | 167.893 |
| Sonstige Rückstellungen | 10.945 | - | - | 10.945 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 120 | - | - | 120 |
| Vertragsverbindlichkeiten | - | - | 420 | 420 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 503 | - | -420 | 83 |
| Sonstige langfristige Schulden | 893.000 | - | - | 893.000 |
| Gesamt Langfristige Schulden | 1.072.430 | - | 31 | 1.072.461 |
| Kurzfristige Schulden | ||||
| Sonstige Rückstellungen | 44.951 | - | - | 44.951 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 207.282 | - | - | 207.282 |
| Vertragsverbindlichkeiten | - | - | 6.259 | 6.259 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 107.619 | - | -34.507 | 73.112 |
| Sonstige kurzfristige Schulden | 408.499 | - | - | 408.499 |
| Gesamt Kurzfristige Schulden | 768.351 | - | -28.248 | 740.103 |
| Summe Passiva | 1.840.781 | - | -28.217 | 1.812.564 |
| Summe Passiva und Eigenkapital | 2.730.914 | 2.533 | -28.162 | 2.705.285 |
Die nachstehende Tabelle fasst die Auswirkungen der Anwendung des IFRS 15 auf die betroffenen Posten der Konzern-Bilanz zum 30. November 2019 sowie der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2019 zusammen. Es ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2019.
Auswirkungen auf die Konzern-Bilanz
Aktiva in TEUR
| 30.11.2019 nach Bilanzierungsänderung (IFRS 15) | Anpassungen | 30.11.2019 vor Bilanzierungsänderung (IAS 11/18) | |
|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | |||
| Aktive latente Steuern | 17.066 | - | 17.066 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 2.079.338 | - | 2.079.338 |
| Gesamt Langfristige Vermögenswerte | 2.096.404 | - | 2.096.404 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Vorräte | 185.093 | 1.477 | 186.570 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 224.170 | 39.175 | 263.345 |
| Vertragsvermögenswerte | 5.392 | -5.392 | - |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 130.180 | - | 130.180 |
| Gesamt Kurzfristige Vermögenswerte | 544.835 | 35.260 | 580.095 |
| Summe Aktiva | 2.641.239 | 35.260 | 2.676.499 |
Passiva in TEUR
| 30.11.2019 nach Bilanzierungsänderung (IFRS 15) | Anpassungen | 30.11.2019 vor Bilanzierungsänderung (IAS 11/18) | |
|---|---|---|---|
| Eigenkapital | |||
| Angesammelte Ergebnisse | 427.439 | -74 | 427.365 |
| Sonstiges Eigenkapital | 514.118 | - | 514.118 |
| Gesamt Eigenkapital | 941.557 | -74 | 941.483 |
| Langfristige Schulden | |||
| Passive latente Steuern | 142.436 | -27 | 142.409 |
| Sonstige Rückstellungen | 11.529 | - | 11.529 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 1.471 | -1.471 | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.941 | 1.471 | 3.412 |
| Sonstige langfristige Schulden | 651.509 | - | 651.509 |
| Gesamt Langfristige Schulden | 808.886 | -27 | 808.859 |
| Kurzfristige Schulden | |||
| Sonstige Rückstellungen | 35.332 | - | 35.332 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 221.454 | - | 221.454 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 8.717 | -8.717 | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 75.946 | 44.078 | 120.024 |
| Sonstige kurzfristige Schulden | 549.347 | - | 549.347 |
| Gesamt Kurzfristige Schulden | 890.796 | 35.361 | 926.157 |
| Summe Passiva | 1.699.682 | 35.334 | 1.735.016 |
| Summe Passiva und Eigenkapital | 2.641.239 | 35.260 | 2.676.499 |
Auswirkungen auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
in T EUR
| 2019 nach Bilanzierungsänderung (IFRS 15) | Anpassungen | 2019 vor Bilanzierungsänderung (IAS 11/18) | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.392.255 | -823 | 1.391.432 |
| Umsatzkosten | -1.115.070 | 722 | -1.114.348 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 277.185 | -101 | 277.084 |
| Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten | -274.036 | - | -274.036 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 153.733 | - | 153.733 |
| Restrukturierungsaufwendungen | 92 | - | 92 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -33.241 | - | -33.241 |
| Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen | 25 | - | 25 |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit | 123.758 | -101 | 123.657 |
| Finanzergebnis | -25.590 | - | -25.590 |
| Konzernergebnis vor Ertragsteuern | 98.168 | -101 | 98.067 |
| Ertragsteuern | -15.487 | 27 | -15.460 |
| Konzernergebnis | 82.681 | -74 | 82.607 |
| Ergebnisanteile der Anteilseigner des Mutterunternehmens | 80.781 | -74 | 80.707 |
| Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen | 1.900 | - | 1.900 |
| Verwässertes und un-verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) | 2,57 | - | 2,57 |
Die anderen erstmals zu beachtenden neuen oder geänderten IFRS-Vorschriften haben sich auf den Konzernabschluss nur unwesentlich ausgewirkt.
Das IASB hat darüber hinaus nachfolgende neue oder geänderte Standards und Interpretationen veröffentlicht, die von der Europäischen Kommission in EU-Recht überführt worden sind. Die Vorschriften waren im Geschäftsjahr noch nicht verpflichtend anzuwenden und sind nicht vorzeitig angewendet worden:
- IFRS 16, Leasingverhältnisse, Erstanwendungszeitpunkt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen
- Änderungen an IFRS 9: Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung, Erstanwendungszeitpunkt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen
- IAS 19: Planänderung, -kürzung oder -abgeltung, Erstanwendungszeitpunkt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen
- Änderungen an IAS 28: Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, Erstanwendungszeitpunkt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen
- IFRIC 23: Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung, Erstanwendungszeitpunkt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen
- Jährliche Verbesserungen an den IFRS-Standards Zyklus 2015 - 2017, Erstanwendungszeitpunkt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen
Der neue Standard IFRS 16 "Leasingverhältnisse" hat den bisherigen Standard IAS 17 und verschiedene Interpretationen ersetzt. Dieser führt ein einheitliches Modell zur Identifizierung von Leasingvereinbarungen und zur Bilanzierung beim Leasingnehmer ein. Für Leasingnehmer entfällt die Unterscheidung in Operating-Leasingverträge und Finanzierungs-Leasingverträge. Stattdessen bilanziert der Leasingnehmer für alle Leasingverhältnisse künftig das Nutzungsrecht an einem Leasinggegenstand (right-of-use asset) sowie eine korrespondierende Leasingverbindlichkeit. Darüber hinaus wird sich die Art der Aufwendungen, die mit diesen Leasingverhältnissen verbunden sind, ändern, da durch IFRS 16 an die Stelle der aufwandswirksam erfassten Nutzungsentgelte für Operating-Leasingverträge Abschreibungen für Nutzungsrechte und Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten treten werden.
Gerresheimer hat sich für die modifiziert retrospektive Erstanwendung der Regelungen des IFRS 16 entschieden, d. h. die Berichtsperiode wird nach IFRS 16 und die Vorjahresvergleichsperiode nach IAS 17 dargestellt. Hiernach wird die kumulierte Auswirkung der erstmaligen Anwendung als Berichtigung des Eröffnungsbilanzwertes der Gewinnrücklagen bilanziert. Grundsätzlich wird Gerresheimer für die Leasingverhältnisse, die zuvor als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft waren, ein Nutzungsrecht erfassen, das in der Höhe der zum Zeitpunkt der Erstanwendung ermittelten Leasingverbindlichkeit entspricht. Ausnahmen von der Bilanzierung eines Nutzungsrechts und einer entsprechenden Leasingverbindlichkeit bestehen lediglich für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von nicht mehr als zwölf Monaten sowie für Leasingvereinbarungen über geringwertige Vermögenswerte.# Bisher haben die Gesellschaften des Gerresheimer Konzerns als Leasingnehmer im Wesentlichen Operating-Leasingverträge abgeschlossen. Gerresheimer hat die Auswirkungen der Neuregelungen auf seinen Konzernabschluss im Rahmen eines Projektes zur Implementierung von IFRS 16 im aktuellen Geschäftsjahr bestimmt. Demnach erwartet Gerresheimer zum 1. Dezember 2019 folgende Auswirkungen aus der Umstellung:
― Eine wesentliche Auswirkung auf den Gerresheimer Konzern wird die Erfassung neuer Vermögenswerte und Schulden für die bisherigen Operating-Leasingverträge haben. Infolge der Aktivierung von Nutzungsrechten wird sich die Bilanzsumme um EUR 27 Mio. bis EUR 30 Mio. erhöhen. Die zu passivierenden Leasingverbindlichkeiten belaufen sich ebenfalls auf EUR 27 Mio. bis EUR 30 Mio., was zu einer entsprechenden Erhöhung der Nettofinanzschulden führt. Insgesamt rechnet der Gerresheimer Konzern mit einer unwesentlichen Verminderung der Eigenkapitalquote durch diese Umstellung.
― Darüber hinaus werden im Hinblick auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung anstatt der Aufwendungen für Operating-Leasingverträge Abschreibungen für Nutzungsrechte und Zinsaufwendungen für Schulden aus dem Leasingverhältnis ausgewiesen. Hierdurch wird sich das Adjusted EBITDA im Geschäftsjahr 2020 um EUR 9 Mio. bis EUR 11 Mio. erhöhen. Die prognostizierten Veränderungen sind ausschließlich auf den Bestand der Leasingverträge zum 1. Dezember 2019 zurückzuführen.
― In der Konzern-Kapitalflussrechnung wird sich aufgrund der Anwendung des IFRS 16 der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit tendenziell verbessern, da der Tilgungsanteil der Leasingzahlungen als Bestandteil des Cash Flows aus der Finanzierungstätigkeit zu zeigen ist.
Bei Finanzierungs-Leasingverträgen mit Gerresheimer als Leasingnehmer werden bereits heute Vermögenswerte und Verbindlichkeiten bilanziert. In diesen Fällen wird die Anwendung von IFRS 16 keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.
IFRS 16 ist für Geschäftsjahre anzuwenden, welche am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Gerresheimer wird den Standard ab 1. Dezember 2019, also zu Beginn des Geschäftsjahres 2020, anwenden. Für Informationen zu den derzeitig ausgewiesenen Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing und aus Miet- und Operating-Leasingverträgen verweisen wir auf Angabe (34).
Im Interesse der Klarheit und Aussagefähigkeit des Konzernabschlusses werden in der Konzern-Bilanz und in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst und im Konzern-Anhang gesondert dargestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt. Der Konzernabschluss ist in Euro, der funktionalen Währung des Mutterunternehmens, aufgestellt. Sowohl Einzel- als auch Summenwerte stellen den Wert mit der kleinsten Rundungsdifferenz dar. Bei Additionen der dargestellten Einzelwerte können deshalb geringfügige Differenzen zu den ausgewiesenen Summen auftreten. Der Konzernabschluss der Gerresheimer AG wird im Bundesanzeiger in deutscher Sprache und im Internet unter der Adresse www.gerresheimer.com veröffentlicht.
(2) Konsolidierungskreis
a) Veränderungen des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr 2019
i) Neugründung der Gerresheimer Skopje DOOEL Ilinden
Mit Wirkung zum 20. März 2019 ist die Gerresheimer Skopje DOOEL Ilinden (Ilinden/Republik Nordmazedonien) gegründet worden. Für die Produktion von Kunststoffsystemen für die pharmazeutische Industrie und die Medizintechnik sowie vorfüllbaren Spritzen baut Gerresheimer seit dem zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019 ein neues Werk in Skopje.
ii) Entkonsolidierung der Gerresheimer Buenos Aires S.A.
Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 30. November 2019 hat Gerresheimer am 2. Dezember 2019 einen Vertrag über den Verkauf der Gerresheimer Buenos Aires S.A. (Buenos Aires/Argentinien) an IMAP SAIC, einen führenden argentinischen Hersteller von Kunststoffverpackungen, abgeschlossen. Aus Wesentlichkeitsgründen wurde die Entkonsolidierung dieser Gesellschaft bereits zum 30. November 2019 durchgeführt und der Zeitwert der vereinbarten Gegenleistung als sonstige Beteiligung ausgewiesen. Durch die Entkonsolidierung ist insgesamt ein Verlust von T EUR 1.956 entstanden, welcher sich aus einem Entkonsolidierungsergebnis von T EUR -942, Währungsverlusten von T EUR 938 und sonstigen Kosten von T EUR 76 ergibt. Die Verluste aus der Entkonsolidierung sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen und werden bei der Berechnung des Adjusted EBITDA bereinigt. Darüber hinaus besteht noch ein verzinsliches Darlehen gegenüber der Gerresheimer Buenos Aires S.A., welches in drei Tranchen bis spätestens 39 Monate nach dem Abschluss der Transaktion zurückgezahlt werden soll. Dieses Darlehen ist entsprechend durch Pfandrechte auf Maschinen sowie Garantien durch den Käufer besichert.
iii) Anteilserwerb respimetrix GmbH
Mit Kaufvertrag vom 21. Februar 2019 hat Gerresheimer 60 % der Kapitalanteile und Stimmrechte an der respimetrix GmbH, Düsseldorf, erworben. Bei der respimetrix GmbH handelt es sich zum Abschlussstichtag um ein Forschungsunternehmen. Aus Wesentlichkeitsüberlegungen wird auf die Vollkonsolidierung der respimetrix GmbH verzichtet. Diese Gesellschaft hat zum 30. November 2019 keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Cash Flows des Gerresheimer Konzerns.
b) Veränderungen des Konsolidierungskreises und der nicht beherrschenden Anteile im Geschäftsjahr 2018
i) Ausübung der Call-Option Triveni Polymers Private Ltd.
Am 9. April 2018 hat Gerresheimer die seit dem Erwerb der Triveni Polymers Private Ltd. (Neu-Delhi/Indien) am 20. Dezember 2012 bestehende Kaufoption (Call-Option) auf den Erwerb der von Dritten gehaltenen Anteile von 25 % an dieser Gesellschaft ausgeübt. Durch die Ausübung der Call-Option sind Gerresheimer die Rückflüsse aus den erworbenen Anteilen bereits ab dem 1. April 2018 zuzurechnen. Die Transaktion hat keine weiteren Auswirkungen auf Vermögenswerte, Schulden und Eigenkapital, da diese bereits in voller Höhe in der Konzern-Bilanz ausgewiesen waren. Die Zahlung des Kaufpreises für die verbleibenden Anteile ist im 4. Quartal 2018 erfolgt.
ii) Akquisition der Sensile Medical AG
Am 11. Juli 2018 hat Gerresheimer einen Kaufvertrag über den Erwerb von rund 99,89 % der Kapitalanteile und Stimmrechte an der Sensile Medical AG (Olten/Schweiz) (im Folgenden Sensile Medical genannt) unterzeichnet. Der Vollzug des Anteilserwerbs erfolgte mit Wirkung zum 30. Juni 2018. Von diesem Zeitpunkt an bezieht Gerresheimer die Gesellschaft als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss ein. Die für den Unternehmenserwerb zu übertragende diskontierte Gegenleistung nach den im 4. Quartal 2018 erfolgten Net Working Capital- und Net Debt-Anpassungen belief sich ursprünglich auf insgesamt T EUR 334.550. In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 hat Gerresheimer insgesamt Kaufpreiszahlungen in Höhe von T EUR 204.100 geleistet. Darüber hinaus wurden bestehende Darlehensverbindlichkeiten der Sensile Medical gegenüber einer Bank sowie bestimmten Gesellschaftern in Höhe von insgesamt T EUR 12.692 zurückgezahlt und durch konzerninterne Darlehen abgelöst. Im Geschäftsjahr 2019 wurden bedingte Kaufpreisbestandteile in Höhe von T EUR 129.801 aus dem Erwerb der Sensile Medical ausgebucht. Diese Ausbuchung resultierte aus unerwarteten kundenseitigen Kündigungen von Projekten zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen und zur Behandlung von Diabetes sowie aus Projektverzögerungen. Zum 30. November 2019 sind sämtliche Verpflichtungen von Gerresheimer aus dem Erwerb der Sensile Medical erfüllt.
iii) Neugründung der Gerresheimer Plastic Packaging (Changzhou) Co., Ltd.
Mit Wirkung zum 10. September 2018 ist die Gerresheimer Plastic Packaging (Changzhou) Co., Ltd. (Changzhou City/China) gegründet worden. Diese Gesellschaft hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Cash Flows des Gerresheimer Konzerns.
Anteilsbesitzliste der Gerresheimer AG zum 30. November 2019:
| In den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen | Beteiligungsanteil (direkt und indirekt) in % |
|---|---|
| Asien | |
| Gerresheimer Medical Plastic Systems Dongguan Co. Ltd., Wang Niu Dun Town, Dongguan City (China) | 100,00 |
| Gerresheimer Pharmaceutical Packaging Mumbai Private Ltd., Mumbai (Indien) | 100,00 |
| Gerresheimer Plastic Packaging (Changzhou) Co., Ltd., Changzhou City, Jiangsu (China) | 100,00 |
| Gerresheimer Singapore Pte. Ltd., Singapur (Singapur) | 100,00 |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) | 60,00 |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) | 60,00 |
| Neutral Glass & Allied Industries Private Ltd., Mumbai (Indien) | 100,00 |
| Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien) | 100,00 |
| Europa | |
| DSTR S.L.U., Epila (Spanien) | 100,00 |
| Gerresheimer Boleslawiec S.A., Boleslawiec (Polen) | 100,00 |
| Gerresheimer Bünde GmbH, Bünde 1) | 100,00 |
| Gerresheimer Chalon SAS, Chalon-sur-Saone (Frankreich) | 100,00 |
| Gerresheimer Denmark A/S, Vaerloese (Dänemark) | 100,00 |
| Gerresheimer Essen GmbH, Essen 1) | 100,00 |
| Gerresheimer GLAS GmbH, Düsseldorf 1) | 100,00 |
| Gerresheimer Group GmbH, Düsseldorf 1) | 100,00 |
| Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH, Düsseldorf 1) | 100,00 |
| Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH & Co. Objekt Düsseldorf KG, Düsseldorf 2) | 100,00 |
| Gerresheimer Holdings GmbH, Düsseldorf 1) | 100,00 |
| Gerresheimer Horsovsky Tyn spol. | |
| 1) Die Gesellschaft hat von der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht. | |
| 2) Die Gesellschaft hat von der Befreiung gemäß § 264b HGB Gebrauch gemacht. | |
| 3) Aufgrund der untergeordneten Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Cash Flows des Konzerns wurde auf die Einbeziehung der Gesellschaften in den Konzernabschluss verzichtet. | |
| Zum Gerresheimer Konzern gehören die folgenden Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen: |
| Tochterunternehmen | Beteiligungs- und Stimmrechtsquote nicht beherrschender Anteile in % 30.11.2019 | Kumulierte nicht beherrschende Anteile 30.11.2019 | Dividenden, die an nicht beherrschende Anteile gezahlt wurden1) 30.11.2019 | Beteiligungs- und Stimmrechtsquote nicht beherrschender Anteile in % 30.11.2018 | Kumulierte nicht beherrschende Anteile 30.11.2018 | Dividenden, die an nicht beherrschende Anteile gezahlt wurden1) 30.11.2018 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA) | 49,0 | 285 | 3.300 | 49,0 | 3.495 | - |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) | 40,0 | 10.024 | - | 40,0 | 8.966 | 381 |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) | 40,0 | 5.950 | - | 40,0 | 4.659 | 1.336 |
1) Die Dividenden sind mit dem Transaktionskurs umgerechnet.
Die folgenden Tabellen enthalten Finanzinformationen zu Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen:
| Tochterunternehmen | Langfristige Vermögenswerte 30.11.2019 | Kurzfristige Vermögenswerte 30.11.2019 | Langfristige Schulden 30.11.2019 | Kurzfristige Schulden 30.11.2019 | Umsatzerlöse 30.11.2019 | Jahresüberschuss 30.11.2019 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA) | - | 591 | - | 9 | - | -33 |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) | 13.873 | 16.744 | - | 5.265 | 25.342 | 2.139 |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) | 5.556 | 13.158 | - | 3.568 | 18.061 | 2.958 |
| Tochterunternehmen | Langfristige Vermögenswerte 30.11.2018 | Kurzfristige Vermögenswerte 30.11.2018 | Langfristige Schulden 30.11.2018 | Kurzfristige Schulden 30.11.2018 | Umsatzerlöse 30.11.2018 | Jahresüberschuss 30.11.2018 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA) | - | 7.159 | - | 26 | - | -29 |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) | 13.385 | 13.829 | - | 4.968 | 25.599 | 2.045 |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) | 5.161 | 9.492 | - | 2.737 | 16.514 | 2.981 |
| Tochterunternehmen | Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 2019 | Cash Flow aus der Investitionstätigkeit 2019 | Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 2019 | Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 2018 | Cash Flow aus der Investitionstätigkeit 2018 | Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 2018 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA) | -41 | - | -6.682 | -57 | - | - |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) | 3.459 | -1.870 | -1.560 | -2.496 | -965 | |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) | 1.529 | -1.020 | -398 | -1.101 | -3.402 |
Die Entwicklung der nicht beherrschenden Anteile geht aus der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung hervor.
(3) Konsolidierungsgrundsätze
In den Konzernabschluss werden neben der Gerresheimer AG die von der Gesellschaft direkt oder indirekt beherrschten in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen. Die Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen erfolgt im Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung durch das Mutterunternehmen. Bei Entfall der Beherrschung sind Tochterunternehmen zu entkonsolidieren. Der auf nicht beherrschende Anteile entfallende Anteil am Eigenkapital, am Konzernergebnis und am Gesamtergebnis wird in der Konzern-Bilanz und in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung bzw. in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung separat ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzern-Bilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt von dem auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Eigenkapital. Zur Bilanzierung des Kaufs eines Tochterunternehmens wird die Erwerbsmethode angewendet. Nach dieser Methode sind bei Unternehmenszusammenschlüssen sämtliche identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des übernommenen Unternehmens mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Zeitpunkt des Erwerbs anzusetzen. Soweit die Summe aus der Gegenleistung des Erwerbers, dem beizulegenden Zeitwert etwaiger zuvor bereits am Tochterunternehmen gehaltener Anteile und dem Wert der Anteile anderer Gesellschafter den Betrag des neubewerteten Nettovermögens des Tochterunternehmens übersteigt, ist ein Geschäftswert zu aktivieren. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird, nach sorgfältiger Überprüfung der Ermittlung, ertragswirksam unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Anteile an assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich nach der Equity-Methode bewertet. Sie sieht eine Bewertung der Anteile im Zugangszeitpunkt mit den Anschaffungskosten vor. Zu den folgenden Stichtagen sind die Anteile unter Berücksichtigung konsolidierungsspezifischer Effekte um die Veränderung des anteiligen Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens fortzuschreiben. Die beiden in den Konzernabschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen stellen ihre Abschlüsse zum 31. Dezember und damit zu einem vom Konzernabschluss abweichenden Abschlussstichtag auf. Der Equity-Bewertung liegt die jeweils letzte verfügbare Bilanz der assoziierten Unternehmen zugrunde. Auf die Aufstellung eines Zwischenabschlusses zum Konzernabschlussstichtag wird aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse der in- und ausländischen Unternehmen werden nach einheitlichen Rechnungslegungsmethoden erstellt. Die Auswirkungen konzerninterner Geschäftsvorfälle werden eliminiert. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Gesellschaften werden gegeneinander aufgerechnet, Zwischengewinne und -verluste eliminiert, konzerninterne Erträge mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung unterliegen der Steuerlatenzierung.
(4) Währungsumrechnung
Die Konzernunternehmen stellen ihre Jahresabschlüsse in ihrer jeweiligen funktionalen Währung auf. Nicht monetäre Posten werden mit dem Kurs am Tag der Transaktion in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Posten werden am Abschlussstichtag mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Wechselkursgewinne und Wechselkursverluste aus der Umrechnung von monetären Vermögenswerten und Schulden in Fremdwährung werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Abweichend hiervon erfasst die Gesellschaft den effektiven Teil der währungsbedingten Wertänderung von Finanzinstrumenten, die als Sicherungsinstrumente eines Cash Flow Hedges designiert sind, im sonstigen Ergebnis. Der Konzernabschluss wird in der Berichtswährung Euro aufgestellt. Alle Abschlüsse mit einer von der Berichtswährung abweichenden funktionalen Währung werden in die Berichtswährung des Konzernabschlusses der Gerresheimer AG umgerechnet. Die Umrechnung der Bilanzposten aller ausländischen Gesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, erfolgt entsprechend den von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Tagesmittelkursen am Abschlussstichtag.# Aufwands- und Ertragsposten sowie die Zahlungsflüsse von ausländischen Gesellschaften werden grundsätzlich mit dem jeweiligen Jahresdurchschnittskurs in die Berichtswährung umgerechnet. Differenzen aus der Währungsumrechnung werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage aus Währungsumrechnung im Eigenkapital ausgewiesen. Ausgenommen hiervon sind die auf nicht beherrschende Anteile entfallenden Umrechnungsdifferenzen. Bei der Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebes ist die kumulierte Umrechnungsdifferenz, die den Anteilseignern des Mutterunternehmens aus diesem Geschäftsbetrieb zuzurechnen ist, in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern. Für die Umrechnung der wesentlichen Währungen in die Berichtswährung kamen die folgenden Wechselkurse zur Anwendung:
| Währung | Stichtagskurs 30.11.2019 | Stichtagskurs 30.11.2018 | Durchschnittskurs 2019 | Durchschnittskurs 2018 |
|---|---|---|---|---|
| Argentinien ARS | 65,8231 | 42,9161 | 52,1201 | 31,6806 |
| Brasilien BRL | 4,6459 | 4,3843 | 4,4093 | 4,2536 |
| Schweiz CHF | 1,0998 | 1,1340 | 1,1158 | 1,1562 |
| China CNY | 7,7172 | 7,8897 | 7,7408 | 7,8097 |
| Tschechische Republik CZK | 25,5150 | 25,9570 | 25,7102 | 25,6524 |
| Dänemark DKK | 7,4713 | 7,4622 | 7,4654 | 7,4507 |
| Indien INR | 78,6875 | 79,0815 | 78,8019 | 80,0276 |
| Republik Nordmazedonien MKD | 61,5000 | - | 61,5066 | - |
| Mexiko MXN | 21,4483 | 23,0910 | 21,8249 | 22,6645 |
| Polen PLN | 4,3185 | 4,2900 | 4,3018 | 4,2538 |
| Singapur SGD | 1,5017 | 1,5581 | 1,5319 | 1,5937 |
| Vereinigte Staaten von Amerika USD | 1,0982 | 1,1359 | 1,1224 | 1,1834 |
(5) Ansatz und Bewertung sowie Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten
Immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Solche mit begrenzter Nutzungsdauer werden um Abschreibungen entsprechend ihrer geplanten Nutzungsdauer sowie um Wertminderungen vermindert. Die Nutzungsdauer von Lizenzen und ähnlichen Rechten beträgt ein bis 20 Jahre. Markenrechte mit begrenzter Nutzungsdauer werden wie Technologien entsprechend der geplanten Nutzungsdauer über fünf bis 25 Jahre abgeschrieben. Kundenstämme werden über 15 bis 20 Jahre abgeschrieben. Ab dem Geschäftsjahr 2020 wird die Nutzungsdauer der eingesetzten Technologien der Sensile Medical angepasst und um zehn Jahre verlängert. Der bisherigen Bemessung der Nutzungsdauer lag insbesondere die Einschätzung zu Grunde, dass eine Nutzung bis zum Auslaufen des Patentschutzes möglich ist. Aus den derzeitigen Gesprächen mit potenziellen Kunden und unseren Marktbeobachtungen haben wir unsere Einschätzung angepasst, sodass wir von einer Restnutzungsdauer über 25 Jahre ausgehen; dies insbesondere vor dem Hintergrund einer kürzlich abgeschlossenen Partnerschaft im Zusammenhang mit der Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen. Als immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden weitere Markenrechte und Geschäftswerte ausgewiesen. Der aus einem Unternehmenszusammenschluss entstandene Geschäftswert wird zu Anschaffungskosten abzüglich ggf. erforderlicher Wertminderungen bilanziert. Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer und Geschäftswerte werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Der Werthaltigkeitstest wird am Ende eines Geschäftsjahres durchgeführt und zusätzlich dann, wenn Anzeichen auf eine mögliche Wertminderung vorliegen. Gerresheimer erfasst Forschungsausgaben in der Periode als Aufwand, in der sie anfallen. Gerresheimer aktiviert Entwicklungsausgaben nur dann als Teil der Herstellungskosten eines immateriellen Vermögenswertes, wenn es - neben weiteren Bedingungen - wahrscheinlich ist, dass das Projekt technisch und kommerziell erfolgreich sein wird und wenn die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zurechenbaren Ausgaben zuverlässig bewertet werden können. Aktivierte Entwicklungskosten werden über drei bzw. zehn Jahre linear abgeschrieben. Der Konzern erhält in bestimmten europäischen Ländern unentgeltlich Emissionsrechte im Rahmen des europäischen Systems für den Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten. Verpflichtungen aus Emissionen behandelt Gerresheimer nach dem Net Liability-Ansatz. Als nicht monetäre Zuwendungen der öffentlichen Hand setzt Gerresheimer die Emissionsrechte mit dem Nominalwert an. Eine Schuld aus der Emission von Schadstoffen wird erst dann berücksichtigt, wenn die getätigten Emissionen das von den Emissionsrechten des Gerresheimer Konzerns abgedeckte Volumen übersteigen. Die Schuld wird zum Marktwert der zusätzlich zu beschaffenden Emissionsrechte angesetzt. Von Dritten erworbene Emissionsrechte sind mit ihren Anschaffungskosten in der Position "Sonstige Vermögenswerte" unter den sonstigen Forderungen ausgewiesen.
Sachanlagen
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen und um Wertminderungen, angesetzt. Die Herstellungskosten der Sachanlagen umfassen neben den direkt zurechenbaren Kosten anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Gerresheimer aktiviert Fremdkapitalkosten ausschließlich bei qualifizierten Vermögenswerten. Hierbei handelt es sich um Vermögenswerte, deren Versetzen in einen betriebsbereiten Zustand mindestens zwölf Monate erfordert. Sachanlagen werden grundsätzlich linear abgeschrieben. Den Abschreibungen des Sachanlagevermögens liegen folgende Nutzungsdauerschätzungen zugrunde:
| Nutzungsdauer in Jahren |
|---|
| Gebäude 10 bis 50 |
| Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 15 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 |
Gerresheimer erfasst Reparaturen und Erhaltungsaufwendungen in der Periode, in der sie getätigt werden, als Aufwand in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Nachträgliche Aufwendungen für große Inspektionen und Ofeninstandsetzungen aktiviert Gerresheimer, wenn sie einen wahrscheinlichen Nutzenzufluss erwarten lassen und verlässlich bewertet werden können.
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Gerresheimer erfasst Zuwendungen der öffentlichen Hand, wenn sie zugesagt sind und die mit der Zuwendung verbundenen Bedingungen hochwahrscheinlich erfüllt werden können. Die Zuwendungen für den Erwerb von Vermögenswerten werden bei der Feststellung des Buchwertes des Vermögenswertes durch Kürzung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abgezogen und somit in gleichen jährlichen Raten über deren Nutzungsdauer ertragswirksam aufgelöst. Zuwendungen, die als Ausgleich für bereits angefallene Aufwendungen gezahlt werden, sind im Gewinn oder Verlust der Periode zu erfassen, in der der Anspruch auf die Zuwendung entsteht.
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Unter den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden Grundstücke und Gebäude ausgewiesen, die zur langfristigen Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden. Sie werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet (Anschaffungskostenmodell).
Leasing
Wirtschaftlicher Eigentümer von Leasinggegenständen ist jener Vertragspartner der Leasingvereinbarung, der die wesentlichen mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbundenen Chancen und Risiken trägt. Trägt Gerresheimer als Leasingnehmer die wesentlichen Chancen und Risiken (Finanzierungs-Leasingverhältnis), ist der Leasinggegenstand in der Bilanz anzusetzen. Der Leasinggegenstand wird im Zugangszeitpunkt mit seinem beizulegenden Zeitwert oder dem niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen bewertet und über die geschätzte Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Abschreibung wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Gerresheimer setzt im Zugangszeitpunkt zugleich eine Leasingverbindlichkeit an, die in ihrer Höhe dem Buchwert des Leasinggegenstandes entspricht. Die Leasingverbindlichkeiten werden unter den finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Leasingverbindlichkeit wird in den Folgeperioden nach der Effektivzinsmethode um Zinsen und Tilgungen fortgeschrieben. Trägt Gerresheimer als Leasinggeber die wesentlichen Chancen und Risiken (Operating-Leasingverhältnis), wird der Leasinggegenstand in der Bilanz angesetzt. Die Bewertung des Leasinggegenstandes richtet sich nach den für den Leasinggegenstand einschlägigen Bilanzierungsvorschriften. Die Leasingraten werden von Gerresheimer erfolgswirksam vereinnahmt. In einem Operating-Leasingverhältnis erfasst Gerresheimer als Leasingnehmer die während des Zeitraums des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingraten erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung.
Factoring
Um sich weitere günstige Finanzierungsquellen zu erschließen, wird ein geringer Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Factoringgesellschaften verkauft. Sofern die hiermit verbundenen Ausfallrisiken auf den Erwerber übergehen (echtes Factoring), werden diese Forderungen im Verkaufszeitpunkt aus der Konzern-Bilanz ausgebucht. Seitens der Factoringgesellschaft einbehaltene Sperrbeträge werden unter den kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Zahlungseingänge, die noch nicht an die Factoringgesellschaft weitergeleitet wurden, werden unter den kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Wertminderungen
Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, Geschäftswerte und immaterielle Vermögenswerte werden einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn Ereignisse oder andere Umstände indizieren, dass der Buchwert nicht mindestens dem erzielbaren Betrag entspricht. Geschäftswerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer werden unabhängig vom Vorliegen eines auslösenden Ereignisses jährlich einem Werthaltigkeitstest auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unterzogen, zu der der jeweilige Vermögenswert gehört. Ein Wertminderungsaufwand ist in Höhe des Betrages zu erfassen, um den der Buchwert den erzielbaren Betrag überschreitet. Der erzielbare Betrag ermittelt sich als höherer Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert.Bestehen die Gründe für die in einer früheren Periode erfasste Wertminderung nicht mehr, werden Zuschreibungen vorgenommen; davon ausgenommen sind Geschäftswerte. Aufwendungen aus einer Wertminderung des Geschäftswertes werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, Aufwendungen aus Wertminderungen auf sonstige Vermögenswerte unter den entsprechenden Funktionskosten und Erträge aus Zuschreibungen unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.
Anteile an at equity bewerteten Unternehmen
Die Anteile an assoziierten Unternehmen werden im Zugangszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt nach der Equity-Methode. Sie sieht eine Fortführung des Wertansatzes der Anteile entsprechend der Entwicklung des zum Erwerbszeitpunkt neubewerteten anteiligen Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens vor. Weicht die funktionale Währung des assoziierten Unternehmens von der Berichtswährung des Konzernabschlusses ab, ist der Abschluss des assoziierten Unternehmens vor der Fortschreibung in die Berichtswährung umzurechnen. Anteile an assoziierten Unternehmen sind unter der Position "Anteile an at equity bewerteten Unternehmen" ausgewiesen. Die Ergebnisse aus at equity bewerteten Unternehmen werden im Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit erfasst, da Gerresheimer derartige Anteile nicht als Finanzinvestments, sondern als Teil des operativen Geschäftes des Konzerns hält.
Vorräte
Gerresheimer bewertet Vorräte mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert. Die Zugangsbewertung erfolgt im Wesentlichen zu durchschnittlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Herstellungskosten umfassen neben direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie sonstige mit der Produktion im Zusammenhang stehende Aufwendungen. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden in den Herstellungskosten neben den Umsatzkosten auch Kosten der nicht genutzten Kapazitäten erfasst.
Finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte werden bilanziert, wenn Gerresheimer Partei der Vereinbarungen über den finanziellen Vermögenswert wird. Mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente, die beim erstmaligen Ansatz mit dem Transaktionspreis zu bewerten sind, erfolgt der erstmalige Ansatz finanzieller Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung der direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb von Vermögenswerten zuzurechnen sind, welche erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind unmittelbar in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang der Erfüllungstag relevant, das heißt der Tag, an dem der Vermögenswert auf den oder vom Gerresheimer Konzern übertragen wird. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Erhalt der Zahlungsströme aus dem Vermögenswert ausgelaufen oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken übertragen hat.
Seit dem 1. Dezember 2018 werden finanzielle Vermögenswerte im Gerresheimer Konzern unter Beachtung der Vorschriften des IFRS 9 in eine der nachfolgenden Bewertungskategorien eingeteilt:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte:
Finanzielle Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme, welche ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen, gehalten werden, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zinserträge aus diesen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode ermittelt und im Finanzergebnis erfasst. Sämtliche Gewinne und Verluste, die aus der Ausbuchung, Wertminderung sowie der Währungsumrechnung resultieren, werden direkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Unter diese Kategorie fallen bei Gerresheimer insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die nicht im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen verkauft werden, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, vertragliche Erstattungsansprüche, sonstige Ausleihungen sowie eine Vielzahl der in dem Posten "Sonstige" innerhalb der sonstigen finanziellen Vermögenswerte erfassten Einzelsachverhalte.
Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte:
Diese Kategorie umfasst finanzielle Vermögenswerte, deren vertragliche Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen und die im Rahmen eines Geschäftsmodells, das sowohl das Halten als auch den Verkauf dieser Vermögenswerte vorsieht, gehalten werden. Gewinne und Verluste, sofern diese nicht aus Wertminderungen oder der Währungsumrechnung resultieren, werden zunächst im sonstigen Ergebnis erfasst. Mit Abgang oder Reklassifizierung eines finanziellen Vermögenswertes, der ein Schuldinstrument darstellt, werden die kumulierten im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Gerresheimer hält derzeit keine finanziellen Vermögenswerte, die dieser Bewertungskategorie zuzurechnen wären. Weiterhin sind dieser Kategorie auch Eigenkapitalinstrumente zuzuordnen, bei deren erstmaligem Ansatz das unwiderrufliche Wahlrecht zur erfolgsneutralen Erfassung der Zeitwertänderungen ausgeübt wurde. Dieses Wahlrecht wird im Gerresheimer Konzern auf Einzelfallbasis für verschiedene Beteiligungen ausgeübt. Beim Abgang solcher finanziellen Vermögenswerte werden die im sonstigen Ergebnis erfassten kumulierten Gewinne und Verluste nicht in die Konzern-Gewinn-und Verlustrechnung umgegliedert, sondern verbleiben im Eigenkapital. Dividenden aus solchen Eigenkapitalinstrumenten werden weiterhin in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.
Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn und Verlust bewertete finanzielle Vermögenswerte:
Diese Bewertungskategorie umfasst finanzielle Vermögenswerte, die weder zu fortgeführten Anschaffungskosten noch zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis zu bewerten sind. Bei Gerresheimer sind dies insbesondere derivative Finanzinstrumente mit positiven Marktwerten, die nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung eingebunden sind, sowie Eigenkapitalinstrumente, bei denen das Wahlrecht zur erfolgsneutralen Folgebewertung nicht ausgeübt wurde. Ferner sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen verkauft werden, dieser Bewertungskategorie zugeordnet. Darüber hinaus wurden keine finanziellen Vermögenswerte, die ansonsten zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis zu bewerten wären, als zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn und Verlust designiert. Zur weiteren Erläuterung von derivativen Finanzinstrumenten verweisen wir auf Angabe (6).
Für zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte und zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertete Schuldinstrumente sind Wertminderungen auf Basis der erwarteten Kreditverluste zu erfassen. Gemäß der allgemeinen Vorgehensweise, die mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder Vertragsvermögenswerten ohne signifikante Finanzierungskomponenten für sämtliche der vorgenannten finanziellen Vermögenswerte anzuwenden ist, werden Wertminderungen in Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlustes erfasst, sofern sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat. Sofern sich in den Folgeperioden das Ausfallrisiko signifikant erhöht, bemisst sich die Wertminderung anhand der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste. Bei finanziellen Vermögenswerten wie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten wird aufgrund der kurzen Laufzeiten (teilweise tägliche Fälligkeit) und der guten Bonität der Kreditinstitute keine Wertminderung für erwartete Kreditverluste erfasst. Zur Beurteilung, ob eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos eingetreten ist, verwendet der Gerresheimer Konzern sämtliche Informationen, die angemessen und ohne unverhältnismäßig hohe Kosten bzw. hohen Aufwand verfügbar sind. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte, die keine signifikante Finanzierungskomponente aufweisen, wird abweichend von der allgemeinen Vorgehensweise der vereinfachte Wertminderungsansatz angewendet. Bei diesem Ansatz bemisst sich die Wertminderung stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste. Zur Berechnung der Wertminderung verwendet der Gerresheimer Konzern unter anderem externe und interne Kundenratings, über Informationsdienstleistungsunternehmen verfügbare Ausfallwahrscheinlichkeiten sowie Informationen zu Überfälligkeiten. Sofern verlässliche Informationen bezüglich der Ausfallwahrscheinlichkeiten nicht verfügbar sind, erfolgt die Ermittlung der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste auf Basis der am Stichtag eingetretenen Überfälligkeiten. Ferner werden bei der Ermittlung der Wertminderungen bestehende Kreditversicherungen berücksichtigt, die einen Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen decken. Bei objektiven Hinweisen auf eine eingetretene Wertminderung werden finanzielle Vermögenswerte einzelwertberichtigt. Objektive Hinweise für eine Wertminderung können unter anderem in einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder eines sonstigen Sanierungsverfahrens, erheblichen finanziellen Schwierigkeiten der Gegenpartei, dem Verschwinden eines aktiven Marktes für diesen finanziellen Vermögenswert oder einem Vertragsbruch begründet sein.
Umklassifizierungen zwischen den neuen Bewertungskategorien nach IFRS 9, die lediglich im Fall einer Änderung des zugrundeliegenden Geschäftsmodells zulässig sind, wurden im Geschäftsjahr nicht vorgenommen. Bis zum 30.November 2018 wurden finanzielle Vermögenswerte nach den Regelungen des IAS 39 kategorisiert und bewertet. Im Einzelnen waren die von Gerresheimer gehaltenen finanziellen Vermögenswerte in die nachfolgenden Kategorien eingeteilt:
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte: Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, umfassen zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust ist erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei Gerresheimer umfasst diese Kategorie ausschließlich die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen derivativen Finanzinstrumente, die nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung eingebunden sind. Die Fair Value-Option hat Gerresheimer nicht in Anspruch genommen.
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte: Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte stellen finanzielle Vermögenswerte dar, die nach ihren objektiven Merkmalen keiner anderen Kategorie zurechenbar sind oder durch eine Designationsentscheidung des Unternehmens dieser Kategorie zugewiesen wurden. Die Folgebewertung der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Nicht realisierte Gewinne oder Verluste sind im sonstigen Ergebnis erfasst. Bei Ausbuchung oder Wertminderung eines Vermögenswertes ist der zuvor im sonstigen Ergebnis erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern. Im Vorjahr sind in der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" Anteile an anderen Unternehmen erfasst. Da für diese Anteile kein Marktpreis besteht und ihr beizulegender Zeitwert auch durch Anwendung einer Bewertungsmethode als nicht verlässlich ermittelbar galt, sind diese Vermögenswerte zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet. Dieser Bewertungskategorie sind zudem einzelne Posten der Position "Sonstige" der sonstigen finanziellen Vermögenswerte zugeordnet.
Kredite und Forderungen: Die Kategorie Kredite und Forderungen umfasst nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Nach der erstmaligen Erfassung sind die Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste aus Wertminderungen oder aus der Ausbuchung sind im Periodenergebnis erfasst. Dieser Bewertungskategorie sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Ausleihungen, Erstattungsansprüche und Wechselforderungen sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet. Anzeichen für eine Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "Kredite und Forderungen" geben Anlass für einen Werthaltigkeitstest. Hierzu erfolgt eine Prüfung, ob der Buchwert den auf Basis des Effektivzinssatzes des finanziellen Vermögenswertes ermittelten Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsmittelflüsse übersteigt. In diesem Fall ist in Höhe der Differenz eine Wertminderung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Bestehen die Gründe für die Abwertung des Vermögenswertes nicht mehr, sind Zuschreibungen maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten veranlasst. Objektive Hinweise für eine Wertminderung können unter anderem in einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder eines sonstigen Sanierungsverfahrens, erheblichen finanziellen Schwierigkeiten der Gegenpartei, dem Verschwinden eines aktiven Marktes für diesen finanziellen Vermögenswert oder einem Vertragsbruch begründet sein. Im Vorjahr wurden keine Umklassifizierungen zwischen den Bewertungskategorien vorgenommen.
Sonstige Forderungen Steuerforderungen und sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden zum Nominalwert angesetzt.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden als finanzielle Vermögenswerte zu Nominalwerten bilanziert. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige hochliquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in festgelegte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen. Zahlungsmitteläquivalente weisen eine ursprüngliche Laufzeit von nicht mehr als drei Monaten auf.
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögensgruppen Die Position umfasst langfristige Vermögenswerte oder Vermögensgruppen, die in ihrem derzeitigen Zustand veräußert werden können, deren Veräußerung vom zuständigen Management beschlossen und innerhalb von zwölf Monaten hochwahrscheinlich zu erwarten ist. Die zu einer Veräußerungsgruppe gehörenden langfristigen Vermögenswerte werden nicht mehr abgeschrieben. Sie sind abzuwerten, wenn der beizulegende Zeitwert abzüglich geschätzter Veräußerungskosten unter dem Buchwert liegt. Wertminderungen erfasst Gerresheimer in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Der Konzern verfügt über verschiedene Pensionspläne, die auf die jeweiligen landesspezifischen Regularien und Praktiken ausgerichtet sind. In den USA bestehen darüber hinaus Zusagen, bestimmte medizinische Versorgungsleistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu erbringen. Zur Bilanzierung von Pensionen und anderen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden leistungsorientierte Pläne (Defined Benefit Plan) von beitragsorientierten Plänen (Defined Contribution Plan) unterschieden. Bei beitragsorientierten Plänen beschränkt sich die Verpflichtung des Konzerns auf die Leistung laufender Jahresbeiträge an einen externen Versorgungsträger. Es besteht keine rechtliche oder faktische Verpflichtung, darüber hinausgehende Beiträge zu zahlen, falls der Versorgungsträger nicht in der Lage ist, seinen Leistungsverpflichtungen für das laufende Jahr oder für frühere Jahre nachzukommen. Dementsprechend erfasst Gerresheimer aus beitragsorientierten Plänen mit Ausnahme von Vorleistungen und Beitragsrückständen keine Vermögenswerte oder Schulden. Leistungsorientierte Pläne verpflichten demgegenüber das Unternehmen zu Altersversorgungsleistungen. Die im Plan festgelegte Höhe der Leistungsverpflichtung knüpft an Faktoren wie Alter, Dienstzeit und Vergütung an. Die Aufwendungen für die gewährten Leistungen werden gesondert für jeden Plan unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Den laufenden Dienstzeitaufwand und den Nettozinsaufwand ermittelt Gerresheimer auf Basis der Annahmen zum Ende des jeweiligen Vorjahres. Auswirkungen der Neubewertung der Pensionsverpflichtungen, die auf aktualisierten Bewertungsparametern zum Abschlussstichtag basiert, erfasst Gerresheimer im sonstigen Ergebnis. Nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen aus Planänderungen oder Plankürzungen erfasst Gerresheimer ergebniswirksam. Der als Schuld aus einem leistungsorientierten Plan zu erfassende Betrag setzt sich zusammen aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des zur unmittelbaren Erfüllung von Verpflichtungen vorhandenen Planvermögens. Die Verpflichtungen werden jährlich durch unabhängige versicherungsmathematische Gutachter bewertet. Die aus Aufzinsung der Nettopensionsverpflichtungen resultierenden Aufwendungen werden im Finanzergebnis erfasst.
Aktienwertsteigerungsrechte (Phantom Stocks) Die von Gerresheimer an die Mitglieder des Vorstands ausgegebenen Aktienwertsteigerungsrechte sehen die Leistung einer Barvergütung vor, deren Höhe sich nach der Entwicklung des Aktienkurses richtet. Für die von den Begünstigten zum jeweiligen Abschlussstichtag erworbenen Anwartschaften bildet Gerresheimer Rückstellungen zu Lasten des Personalaufwands. Der gesamte Aufwand, der über den Zeitraum von der Zusage bis zum Ausübungszeitpunkt der Phantom Stocks zu erfassen ist, ermittelt sich aus dem jeweiligen beizulegenden Zeitwert der gewährten Phantom Stocks und der erwarteten Fluktuation der begünstigten Mitarbeiter - diese Parameter werden an jedem Abschlussstichtag überprüft.
Sonstige Rückstellungen Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn durch ein Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung begründet wird, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst. Soweit Gerresheimer mit einer Erstattung des Verpflichtungsbetrages fest rechnen kann, aktiviert die Gesellschaft eine Forderung in der Konzern-Bilanz. In den sonstigen Rückstellungen werden auch Verpflichtungen aus Altersteilzeitverhältnissen nach dem Blockmodell erfasst. Das in der Passivphase auszuzahlende Gehalt und die vom Arbeitgeber gewährten Aufstockungsbeträge werden während der Beschäftigungsphase zeitanteilig über die verbleibende Arbeitszeit des Mitarbeiters erfasst. Während die Aufstockungsbeträge ab Beginn der aktiven Phase ausgezahlt werden, werden die Gehaltsanteile ab Beginn der passiven Phase fällig. Leistungen anlässlich der Beendigung von Arbeitsverhältnissen werden bilanziert, wenn nachweislich eine Verpflichtung besteht, die auf einem detaillierten formellen Plan oder einem konkreten Abfindungsangebot beruht. Leistungen, die erwartungsgemäß nicht innerhalb von zwölf Monaten vollständig zu erfüllen sind, werden auf den Barwert abgezinst.
Tatsächliche und latente Ertragsteuern Zusätzlich zu der Berechnung der tatsächlichen Ertragsteuern werden latente Ertragsteuern für Abweichungen zwischen den Steuerwerten und den IFRS-Buchwerten von Vermögenswerten und Schulden gebildet, deren Umkehr sich steuerbelastend (latente Steuerschulden) bzw. steuerentlastend (latente Steueransprüche) auswirkt.# Darüber hinaus werden aktive latente Steuern für Steuervorteile aus der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge und Steuergutschriften angesetzt.
Der Berechnung liegen die am Abschlussstichtag gültigen Steuersätze zugrunde, es sei denn, eine Steuersatzänderung ist für den Zeitraum der voraussichtlichen Umkehr der temporären Differenzen bzw. der erwarteten Nutzung von Verlustvorträgen und Steuergutschriften bereits beschlossen. Aktive latente Steuern werden nur berücksichtigt, wenn eine Realisierung der Steuervorteile innerhalb des Planungshorizontes überwiegend wahrscheinlich erscheint. Veränderungen der angesetzten latenten Steuern führen grundsätzlich zu latentem Steueraufwand bzw. -ertrag. Soweit die Veränderung latenter Steuern aus Sachverhalten resultiert, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden, werden auch die latenten Steuern und ihre Veränderungen im sonstigen Ergebnis berücksichtigt.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Die finanziellen Verbindlichkeiten enthalten originäre Verbindlichkeiten und derivative Finanzinstrumente mit negativen Marktwerten. Die originären Verbindlichkeiten werden bilanziert, wenn eine vertragliche Verpflichtung zur Zahlung entsteht. Sie werden bei erstmaliger Erfassung mit ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich eventueller Transaktionskosten angesetzt. Anschließend werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet. Unterschiede zwischen ihrem Zugangswert und dem Erfüllungsbetrag werden über die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als Zinsaufwand erfasst. Bedingte Gegenleistungen im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben sowie nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung eingebundene derivative Finanzinstrumente sind hiervon abweichend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Finanzielle Verbindlichkeiten sind auszubuchen, wenn die vertraglichen Verpflichtungen zur Zahlung beglichen, aufgehoben oder abgelaufen und damit erloschen sind.
Sonstige Verbindlichkeiten
Gerresheimer bewertet Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern oder sozialer Sicherheit sowie sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten mit ihrem Erfüllungsbetrag. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie der passivische Saldo aus Fertigungsaufträgen werden nunmehr als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen.
Realisierung der Erlöse
Gerresheimer erfasst Umsatzerlöse, sobald das Unternehmen die Verfügungsgewalt über Güter oder Dienstleistungen entweder über einen Zeitraum oder zu einem Zeitpunkt an einen Kunden überträgt. Die Verfügungsgewalt liegt bei dem Kunden, wenn dieser die Nutzung eigenständig bestimmen und den verbleibenden Nutzen aus einem Produkt oder einer Dienstleistung ziehen kann.
Im Fall von Warenlieferungen erfolgt eine zeitpunktbezogene Umsatzerfassung. Umsatzerlöse werden dabei zu dem Zeitpunkt, zu dem die Risiken und Chancen, die mit der Eigentumsübertragung verbunden sind, auf den Kunden übergehen, erfasst sofern die Umsatzerlöse und Kosten verlässlich bewertet werden können, der Erhalt des Entgelts wahrscheinlich ist, Gerresheimer kein weiteres Verfügungsrecht über die Güter mehr zusteht und es unwahrscheinlich ist, dass erfasste Umsatzerlöse storniert werden müssen.
Umsatzerlöse aus Dienstleistungen werden demgegenüber über den Zeitraum der Leistungserbringung und nach Maßgabe des erreichten Leistungsfortschritts erfasst. Umsatzerlöse sind der Höhe nach auf denjenigen Betrag begrenzt, den Gerresheimer für die Erfüllung von Leistungsverpflichtungen zu erhalten erwartet. Für Dritte einzubehaltende Entgeltbestandteile sind abzuziehen. Daher ergibt sich eine Minderung der Umsatzerlöse um Umsatzsteuern sowie um tatsächliche und erwartete Erlösminderungen aus Rabatten, Skonti und Boni. Schätzungen bezüglich der Erlösminderungen basieren vor allem auf Erfahrungen der Vergangenheit und spezifischen Vertragsbedingungen. Umsatzerlöse werden überdies um Beträge für zu erwartende Retouren fehlerhafter Ware oder in Verbindung mit vertraglichen Vereinbarungen über die Rückgabe verkaufsfähiger Produkte zum Zeitpunkt des Verkaufes oder zum Zeitpunkt, zu dem die Höhe künftiger Rückgaben verlässlich bestimmt werden kann, gekürzt. Zinserträge werden unter Verwendung der Effektivzinsmethode erfasst.
Kundenspezifische Fertigungsaufträge
Gerresheimer erfasst Erlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen nach Fertigungsfortschritt (Percentage of Completion-Methode). Die erbrachte Leistung einschließlich des anteiligen Gewinns wird entsprechend nach Maßgabe der Übertragung von Gütern und Leistungen auf den Kunden unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Den anzusetzenden Fertigstellungsgrad ermittelt Gerresheimer nach dem Verhältnis der angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt erwarteten Auftragskosten (Cost-to-Cost-Methode). Sofern die angefallenen Auftragskosten zuzüglich ausgewiesener Gewinne und abzüglich ausgewiesener Verluste die Teilabrechnungen übersteigen, wird der Überschuss als Fertigungsauftrag mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden gezeigt. Der Ausweis erfolgt als Vertragsvermögenswert. Übersteigen die Teilabrechnungen die angefallenen Auftragskosten zuzüglich ausgewiesener Gewinne und abzüglich ausgewiesener Verluste, wird der Überschuss als Fertigungsauftrag mit passivischem Saldo gegenüber Kunden als Vertragsverbindlichkeit ausgewiesen. Sofern das Ergebnis eines kundenspezifischen Fertigungsauftrags nicht verlässlich geschätzt werden kann, werden die Auftragserlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst, die wahrscheinlich einbringlich sind. Auftragskosten werden erfolgswirksam erfasst, wenn sie anfallen, es sei denn, sie schaffen einen Vermögenswert für die künftige Auftragserfüllung. Ist es wahrscheinlich, dass die Auftragskosten die gesamten Auftragserlöse übersteigen werden, wird der erwartete Verlust als Aufwand in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Erlöse unseres Geschäftsbereiches Advanced Technologies aus der Erbringung kundenspezifischer Entwicklungsaufträge werden ebenfalls nach dem Leistungsfortschritt (Percentage of Completion-Methode) erfasst. Der Fertigstellungsgrad der Entwicklungsprojekte, die überwiegend durch die Arbeitsleistung der eingesetzten Mitarbeiter geprägt sind, wird auf der Grundlage der erbrachten Stunden im Verhältnis zu den insgesamt geschätzten Projektstunden (sog. Hours-to-Hours-Methode) ermittelt. Die Anwendung des prozentualen Anteils der erbrachten Arbeitsstunden auf die Gesamterlöse ergibt den zu realisierenden Erlös der Periode. Sofern die Auftragserlöse den Wert der erfolgten Teilabrechnungen übersteigen, wird der Überschuss als Entwicklungsauftrag mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden gezeigt. Der Ausweis erfolgt in diesem Fall als Vertragsvermögenswert. Übersteigen die Teilabrechnungen die Auftragserlöse, wird der Überschuss als Entwicklungsauftrag mit passivischem Saldo gegenüber Kunden als Vertragsverbindlichkeit ausgewiesen.
Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten
Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen, die sich auf den Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden, die Höhe der erfassten Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angabe von Eventualverbindlichkeiten und -forderungen auswirken. Obwohl die Schätzungen fortlaufend überprüft werden und auf dem besten Wissen des Managements bezüglich der laufenden Ereignisse und Handlungen basieren, können die tatsächlichen zukünftigen Ergebnisse von den Schätzungen abweichen. Anpassungen bezüglich der für die Rechnungslegung relevanten Schätzungen werden in der Periode der Änderung berücksichtigt, sofern die Änderung nur diese Periode betrifft. Eine Änderung wird in der Periode der Änderung und in späteren Perioden berücksichtigt, sofern die Änderung sowohl die Berichtsperiode als auch spätere Perioden betrifft. Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen, die mit Schätzungsunsicherheiten behaftet sind, sind nachstehend dargestellt.
Zur Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen wird die Erwerbsmethode angewendet. Nach dieser Methode sind bei Unternehmenszusammenschlüssen sämtliche identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des übernommenen Unternehmens mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Zeitpunkt des Erwerbes anzusetzen. Um die beizulegenden Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt zu bestimmen, sind Schätzungen notwendig. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel von unabhängigen Gutachtern bewertet. Auch zur Bewertung immaterieller Vermögenswerte bedient sich Gerresheimer in Abhängigkeit von der Art des Vermögenswertes und der Komplexität der Bewertungsmethode gutachterlicher Expertise. Die Wertermittlungen erfordern regelmäßig Einschätzungen des Managements zu den mit den Vermögenswerten erzielbaren Nettozahlungen sowie zur Höhe des angemessenen Abzinsungssatzes.
Für die Beurteilung der Werthaltigkeit von Geschäftswerten ist es erforderlich, den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu ermitteln, der ein Geschäftswert zuzuordnen ist. Die Berechnung des Nutzungswertes verlangt eine Schätzung künftiger Cash Flows für die zahlungsmittelgenerierende Einheit sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung. Fallen die künftigen Cash Flows geringer aus als vom Management geschätzt, kann eine Wertminderung zu erfassen sein. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Ausführungen unter Angabe (18).
Die Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer sind ganz überwiegend leistungsorientiert. Der Wert der Verpflichtungen aus Altersversorgung für Arbeitnehmer wird in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Verfahren ermittelt, die auf Annahmen hinsichtlich des Rechnungszinses, der erwarteten Gehalts- und Rententrends und der Lebenserwartung beruhen. Sie können aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen zum Teil erheblich von den künftigen tatsächlichen Entwicklungen abweichen.# Gerresheimer AG
3. Accounting Policies
(5) Provisions for Pensions and Similar Obligations
Gerresheimer also subsidizes employee healthcare costs in the USA after retirement. If changes in assumptions regarding the aforementioned parameters are required, this may affect the future amount of pension expenses, equity, and the provision for pensions and similar obligations. For further information, please refer to the explanations in Note (29). The Gerresheimer Group operates in numerous countries and is therefore subject to various tax jurisdictions. To the extent that group taxation systems such as the fiscal unity are not applied, the income taxes payable, tax receivables or liabilities, temporary differences and loss carryforwards, as well as resulting deferred tax assets and liabilities, must be determined separately for each taxable entity. A separate assessment must be made when determining actual and deferred taxes. Deferred tax assets are recognized to the extent that their realization is predominantly probable within the planning horizon. The realization of deferred tax assets is therefore dependent, in particular, on whether sufficient taxable profit will be available in the future for the respective tax type in the respective tax jurisdiction. Various factors, such as business planning, restrictions on loss carryforwards, minimum taxes, and tax planning strategies, must be taken into account when assessing the probability of future benefit inflows. The recognized deferred tax assets may decrease if the estimates of planned taxable income need to be revised or if changes in tax law restrict the timeframe or scope of realization of future tax benefits. For further information, please refer to the explanations in Notes (15) and (23). The fair value of the Gerresheimer Stock Appreciation Rights is recognized on a pro-rata basis as personnel expense and simultaneously as a provision, as there is an obligation for cash settlement. A recognized option pricing model (binomial model) is used to determine the option value of the phantom stocks. The parameters used in this valuation model and the fair values of the respective tranches are presented in Note (30). If changes in assumptions regarding the aforementioned parameters are required, this may affect the future amount of expenses, equity, and the provision for obligations arising from the Gerresheimer Stock Appreciation Rights. Revenues from customer-specific manufacturing and development orders are recognized in accordance with the transfer of goods and services to the customer (percentage of completion method). Gerresheimer determines the scope of services rendered to the customer based on the ratio of incurred order costs to the total expected order costs (cost-to-cost method) or, in the case of customer-specific development services of our Advanced Technologies business segment, based on the ratio of hours worked to estimated project hours (hours-to-hours method). The key estimates relate to the total order costs and the costs yet to be incurred until completion on the one hand, and the hours required to complete the development projects on the other hand. The estimates are continuously reviewed and adjusted as necessary.
(6) Financial Risk Management and Derivative Financial Instruments
Derivative financial instruments are used exclusively for hedging purposes. A Group-wide financial risk management function centrally monitors the Group's financial risks. Identified risks are managed through appropriate hedging measures in accordance with clearly defined policies. In addition to price risks arising from fluctuations in the money and capital markets as well as in international commodity markets, risk management focuses on credit and liquidity risks. In accordance with the Group's internal financial policy, forward foreign exchange contracts and foreign exchange swaps are used to hedge exchange rate risks. Within currency management, only transactional risks are generally considered as risk exposure. Currency derivatives are used to hedge defined underlying transactions and are therefore recognized as hedging instruments. Credit and solvency risks arising from the Group's supply and service relationships are monitored by credit and receivables management and the sales departments of the operating companies. With the aim of avoiding bad debts, customers are subject to ongoing internal creditworthiness checks. Receivables from customers who do not have a first-class rating are generally insured. The Group's liquidity situation is monitored and managed using complex planning tools. Risks in the future procurement of financial resources are identified and managed through rolling financial and liquidity planning. All derivative financial instruments are valued at fair value. Derivative financial instruments with a positive fair value are recognized under other financial assets, and derivatives with a negative fair value are recognized under other financial liabilities. The fair values of derivative financial instruments are determined using the exchange rates, interest rates, and credit ratings relevant at the reporting date. The fair value generally corresponds to the amount that the Group companies would receive or have to pay to a market participant for the transfer of the derivative financial instruments in an arm's length transaction at the reporting date. Changes in the fair value of derivative financial instruments are recognized in profit or loss. Gerresheimer has not designated the currency derivatives used for hedging against currency risks as hedging instruments due to their short maturity. Changes in their fair value are recognized in profit or loss in accordance with the general rules for derivative accounting.
(7) Group Statement of Cash Flows
The Group Statement of Cash Flows shows how the financial position of the Gerresheimer Group changed over the course of the fiscal year due to inflows and outflows of funds. The effects of acquisitions and disposals are shown separately. The item "Proceeds from disposals less cash paid" reflects the disposal of the cash and cash equivalents of Gerresheimer Buenos Aires S.A. (Buenos Aires/Argentina) as of November 30, 2019. The item "Payments for the acquisition of subsidiaries less acquired cash and cash equivalents" includes, in the current reporting period, the payment of the second fixed purchase price installment on December 17, 2018, and the payment of a contingent purchase price installment on July 2, 2019, for the acquisition of Sensile Medical AG (Olten/Switzerland). In the prior-year period, this item includes the first purchase price installment paid up to the reporting date of November 30, 2018, for the acquisition of Sensile Medical AG (Olten/Switzerland). Furthermore, the item "Acquisition of non-controlling interests" includes, in the prior-year period, the acquisition of the remaining 25% stake in Triveni Polymers Private Ltd. (New Delhi/India). The financial position shown in the Group Statement of Cash Flows includes cash and cash equivalents, consisting of cash on hand, checks, and balances with credit institutions, as well as overdrafts. The change in liabilities from financing activities is as follows:
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| Payments/Non-cash changes | in T EUR | 30.11.2018 | Cash inflow | Cash outflow | Disposals | Currency effect | New contracts | 30.11.2019 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Schuldscheindarlehen | | 674,046 | - | - | - | - | - | 674,293 |
| Liabilities to credit institutions | | 265,598 | 384,130 | -343,178 | - | 1,973 | - | 308,523 |
| Accrued arrangement fees | | -962 | - | -1,365 | - | -12 | - | -1,484 |
| Lease/installment purchase liabilities | | 7,747 | - | -2,830 | 1,742 | 199 | 6,928 | 10,302 |
| Total | | 946,429 | 384,130 | -347,373 | 1,742 | 2,160 | 6,928 | 991,634 |
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| Non-cash changes | in T EUR | Change in Fair Value |
|---|---|---|
| Schuldscheindarlehen | | 247 |
| Liabilities to credit institutions | | - |
| Accrued arrangement fees | | 855 |
| Lease/installment purchase liabilities | | - |
| Total | | 1,102 |
The other financial liabilities recognized in the Group balance sheet include liabilities that are not presented under cash flow from financing activities in the Group Statement of Cash Flows.
EXPLANATIONS TO THE GROUP PROFIT AND LOSS STATEMENT
(8) Sales Revenue
Sales revenue is composed as follows:
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| in T EUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| By business segments | | |
| Plastics & Devices | 758,300 | 751,337 |
| Primary Packaging Glass | 631,486 | 605,230 |
| Advanced Technologies | 6,439 | 12,860 |
| Segment Sales Revenue | 1,396,225 | 1,369,427 |
| Intercompany sales revenue | -3,970 | -1,697 |
| Sales Revenue | 1,392,255 | 1,367,730 |
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| in T EUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| By regions 1) | | |
| Europe | 459,174 | 459,685 |
| Americas | 381,043 | 374,806 |
| Germany | 307,467 | 304,500 |
| Emerging Markets | 225,668 | 206,841 |
| Other Regions | 18,903 | 21,898 |
| Sales Revenue | 1,392,255 | 1,367,730 |
1) The sales revenue in Europe mentioned here excludes sales revenue in the countries Germany, Poland, Russia, and Turkey, and the sales revenue in the Americas excludes Argentina, Brazil, Chile, Colombia, and Mexico. IQVIA kept its definition of emerging markets unchanged in fiscal year 2019, so 22 countries continue to be defined as emerging markets.# Die Umsatzerlöse in den sogenannten Schwellenländern enthalten gemäß der aktuellen Definition von IQVIA Umsatzerlöse in den Ländern Ägypten, Algerien, Argentinien, Bangladesch, Brasilien, Chile, China, Indien, Indonesien, Kasachstan, Kolumbien, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Thailand, Türkei und Vietnam.
Die Umsatzerlöse beinhalten realisierte Auftragswerte kundenspezifischer Auftragsfertigung in Höhe von T EUR 51.019 (Vorjahr: T EUR 63.778). Hierbei erfolgt die Realisierung der Umsatzerlöse zeitraumbezogen. Die anderen Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus Verkäufen von Erzeugnissen und Waren, wobei die Umsatzrealisierung zeitpunktbezogen erfolgt.
Die Umsatzerlöse des Geschäftsbereiches Advanced Technologies sind im Geschäftsjahr 2019 negativ beeinflusst, da das Projekt zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes im 4. Quartal 2019 unerwartet kundenseitig gekündigt wurde. Diese Kündigung führte zu einer kumulativen Anpassung der Umsatzerlöse in Höhe von T EUR 17.326 zum Zeitpunkt der Vertragsänderung. Für Informationen zu Vertragssalden verweisen wir auf die Ausführungen unter Angabe (26).
(9) Umsatzkosten
In den Umsatzkosten sind die Kosten der verkauften Erzeugnisse und die Einstandskosten der verkauften Handelswaren enthalten. Die Kosten der umgesetzten Leistungen enthalten sowohl die unmittelbaren leistungsbezogenen Kosten wie Fertigungsmaterial, Personal- und Energiekosten als auch die mittelbar zurechenbaren Kosten wie Abschreibungen auf Produktionsanlagen und Reparaturkosten.
Zudem sind in den Umsatzkosten insgesamt Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von T EUR 224.719 (Vorjahr: T EUR 99.045) enthalten, von denen auf Abschreibungen und Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen aus Kaufpreisallokationen T EUR 127.654 (Vorjahr: T EUR 10.284) entfallen. Durch die unerwartete kundenseitige Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes ist eine Wertminderung auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical auf drei Patente in Höhe von T EUR 3.633 gebildet worden. Aus der Werthaltigkeitsprüfung auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical hat sich ein Bedarf einer Wertminderung auf Fair Value-Anpassungen auf Technologien in Höhe von T EUR 102.972 sowie einer Wertminderung auf Entwicklungskosten von T EUR 4.250 ergeben. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Ausführungen unter Angabe (18).
Die angefallenen Kosten für Vorräte wurden während des Jahres in Höhe von T EUR 362.179 (Vorjahr: T EUR 365.587) aufwandswirksam erfasst.
(10) Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten
Die Vertriebskosten enthalten die Personal- und Sachkosten der Vertriebsorganisationen und der Distribution (unter anderem Frachten und Provisionen). Zudem sind in den Vertriebskosten Abschreibungen und Wertminderungen von T EUR 33.427 (Vorjahr: T EUR 32.163) enthalten, davon entfallen T EUR 31.046 (Vorjahr: T EUR 30.323) auf Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen aus Kaufpreisallokationen. Weiterhin sind Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen auf Markenrechte in Höhe von T EUR 864 im Geschäftsbereich Advanced Technologies enthalten. Die Wertminderungen resultieren aus der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäftswerte. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Ausführungen unter Angabe (18).
Die allgemeinen Verwaltungskosten enthalten im Wesentlichen Personal- und Sachkosten der Verwaltungsstellen sowie Abschreibungen in Höhe von T EUR 6.467 (Vorjahr: T EUR 5.718).
(11) Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
| 2019 | 2018 | |
|---|---|---|
| Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen | 129.801 | - |
| Erträge aus sonstigen Erstattungsansprüchen gegen Dritte | 6.593 | 13.303 |
| Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten | 4.721 | 5.991 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 4.225 | 4.678 |
| Einmalige Erträge | 2.941 | 1.086 |
| Erträge aus Verschrottungen | 1.152 | 1.071 |
| Erträge aus sonstigen Steuererstattungen | 455 | 57 |
| Erträge aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 200 | 30 |
| Währungsgewinne | - | 225 |
| Sonstige Erträge | 3.645 | 3.555 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 153.733 | 29.996 |
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von T EUR 153.733 (Vorjahr: T EUR 29.996) stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen in Höhe von T EUR 129.801 aus dem Erwerb der Sensile Medical. Die Ausbuchung ist darauf zurückzuführen, dass die vertraglich vereinbarten Meilensteine aufgrund von unerwarteten kundenseitigen Kündigungen von Projekten zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen und zur Behandlung von Diabetes sowie Projektverzögerungen nicht erreicht wurden.
Die Erträge aus sonstigen Erstattungsansprüchen gegen Dritte sind mit T EUR 2.673 auf Erträge aus Versicherungserstattungen aus einem Wannenschaden an einem unserer Standorte in den USA zurückzuführen. Dem stehen unter anderem Aufwendungen für die Reparatur und aus der Betriebsunterbrechung gegenüber, welche in den Umsatzkosten enthalten sind. Darüber hinaus sind in dieser Position T EUR 3.317 aus Erstattungsansprüchen gegen verschiedene Lieferanten und Kunden ausgewiesen (Vorjahr: T EUR 11.957).
Die Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten in Höhe von T EUR 4.721 (Vorjahr: T EUR 5.991) resultieren aus in der Vergangenheit gebildeten Verbindlichkeiten, bei welchen eine Inanspruchnahme nicht mehr wahrscheinlich und das entsprechende Recht nicht mehr durchsetzbar ist, zum Beispiel aufgrund von Verjährung der Verbindlichkeit. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren im Wesentlichen aus nicht mehr benötigten in der Vergangenheit gebildeten Rückstellungen für Gewährleistungen. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Ausführungen unter Angabe (31).
Weiterhin sind einmalige Erträge in Höhe von T EUR 2.941 (Vorjahr: T EUR 1.086) enthalten. Diese sind im Wesentlichen auf einen Buchgewinn aus der Veräußerung eines Grundstückes in der Schweiz zurückzuführen, welches zum 30. November 2018 als zur Veräußerung gehaltener langfristiger Vermögenswert in der Konzern-Bilanz ausgewiesen war. Die einmaligen Erträge des Vorjahres stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Auflösung einer Rückstellung.
Währungsgewinne und -verluste aus der Umrechnung von operativen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie das Nettoergebnis aus der Marktbewertung von operativen derivativen Sicherungsinstrumenten, die der Absicherung von Grundgeschäften in Fremdwährung dienen, werden saldiert in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Währungsgewinne bzw. -verluste im Zusammenhang mit der Finanzierung werden im Finanzergebnis berichtet. Der Posten "Sonstige Erträge" der sonstigen betrieblichen Erträge beinhaltet eine Vielzahl von Einzelposten aus dem operativen Geschäft: Mieterträge, Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen und ähnliche Erträge.
(12) Restrukturierungsaufwendungen
Als Restrukturierungsaufwendungen erfasst Gerresheimer Aufwendungen nach einem vom Management geplanten und überwachten Programm, das entweder ein Geschäftsfeld des Konzerns oder die Art, wie die Geschäftstätigkeit ausgeübt wird, wesentlich verändert. Aufgrund ihrer Bedeutung im Gerresheimer Konzern werden die Restrukturierungsaufwendungen gesondert von Aufwendungen ausgewiesen, die nicht aus Maßnahmen im vorstehenden Sinn resultieren.
In der Berichtsperiode weist Gerresheimer einen Ertrag in Höhe von T EUR 92 aus. Dieser setzt sich zusammen aus Erträgen aus der Auflösung der Rückstellung für die Schließung unseres Werkes in Küssnacht, Schweiz, und gegenläufig aus Aufwendungen für die Erhöhung der Restrukturierungsrückstellung für die im Geschäftsjahr 2017 verkündete Werksschließung im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass. Im Geschäftsjahr 2019 ist ein Betrag von T EUR 456 im Zusammenhang mit der im Geschäftsjahr 2018 gebildeten Restrukturierungsrückstellung aufgelöst worden.
Die im Vorjahr ausgewiesenen Aufwendungen in Höhe von T EUR 11.274 resultieren aus zwei wesentlichen Sachverhalten. Zum einen sind hierin Aufwendungen für die im 2. Quartal 2018 angekündigte Schließung unseres Werkes in Küssnacht, Schweiz, enthalten. Zum anderen hat das Management im Zuge der operativen und strategischen Planung entschieden, in Form einer Reorganisation des Geschäftsbereiches Plastics & Devices eine Anpassung der personellen Kapazitäten durchzuführen. Diese Reorganisation erfolgt aufgrund der strategischen Entscheidung, einerseits Kapazitäten in Osteuropa aufzubauen und andererseits Produktion in diese Region zu verlagern.
Die Restrukturierungsaufwendungen umfassen im Wesentlichen Aufwendungen für Abfindungen (siehe auch Angabe (31)). Restrukturierungsaufwendungen und Erträge aus der Auflösung von Restrukturierungsrückstellungen werden saldiert in den Restrukturierungsaufwendungen ausgewiesen.
(13) Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
| 2019 | 2018 | |
|---|---|---|
| Einmalige Aufwendungen | 9.334 | 11.031 |
| Vertragsanpassung im Zusammenhang mit der Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes | 9.241 | - |
| Wertminderung Geschäftswert | 5.014 | - |
| Forschung und Entwicklung | 3.591 | 2.919 |
| Aufsichtsratsvergütungen und Auslagenerstattungen | 1.408 | 1.193 |
| Verlust aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 371 | 302 |
| Aufwendungen aus Netzentgelten | - | 1.352 |
| Aufwendungen aus der Fair Value-Bewertung der Put-Option Triveni | - | 1.120 |
| Währungsverluste | 27 | - |
| Sonstige Aufwendungen | 4.255 | 2.106 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 33.241 | 20.023 |
Einen wesentlichen Bestandteil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen stellen einmalige Aufwendungen in Höhe von T EUR 9.334 (Vorjahr: T EUR 11.031) dar.# Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die einmaligen Aufwendungen des aktuellen Geschäftsjahres stehen mit T EUR 2.401 im Zusammenhang mit einer strategischen und strukturellen Personalanpassung aufgrund von Automatisierung und Digitalisierung sowie Kostensenkungsmaßnahmen als Folge der Verbesserung und weiteren Verzahnung der Zusammenarbeit der Geschäftsfelder Moulded Glass und Tubular Glass. Weiterhin sind Aufwendungen in Höhe von T EUR 1.887 im Zusammenhang mit der Schließung unseres Werkes in Küssnacht, Schweiz, enthalten, welche nicht als Restrukturierungsaufwendungen zu klassifizieren sind. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Aufwendungen im Zusammenhang mit der Produktionsverlagerung für die verbliebenen Kunden dieses Werkes. Außerdem beinhaltet diese Position das Ergebnis aus der Entkonsolidierung unseres Tochterunternehmens Gerresheimer Buenos Aires S.A. (Buenos Aires/Argentinien) in Höhe von T EUR 1.956.
Im Geschäftsjahr 2019 wurden Vertragsvermögenswerte des Tochterunternehmens Sensile Medical in Höhe von T EUR 26.567 (Vorjahr: T EUR 0) als Ergebnis einer geänderten Schätzung des Transaktionspreises ausgebucht. Anlass hierzu gab die unerwartete kundenseitige Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes. Die Schätzungsänderung führte zu einer Rücknahme der für dieses Projekt im Geschäftsjahr 2019 erfassten Umsatzerlöse in Höhe von T EUR 17.326 (siehe Angabe (8)). Der übersteigende Betrag in Höhe von T EUR 9.241 ist in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Die Wertminderung auf den Geschäftswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical in Höhe von T EUR 5.014 resultiert aus der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäftswerte. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Ausführungen unter Angabe (18).
Währungsgewinne und -verluste aus der Umrechnung von operativen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie das Nettoergebnis aus der Marktbewertung von operativen derivativen Sicherungsinstrumenten, die der Absicherung von Grundgeschäften in Fremdwährung dienen, werden saldiert in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Währungsgewinne bzw. -verluste im Zusammenhang mit der Finanzierung werden im Finanzergebnis berichtet. Der Posten "Sonstige Aufwendungen" der sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhaltet eine Vielzahl von Einzelposten aus dem operativen Geschäft: Gebühren, sonstige Steuern und ähnliche Aufwendungen.
(14) Finanzergebnis
| scroll in T EUR | 2019 | 2018 | |
|---|---|---|---|
| Zinserträge | 2.653 | 2.437 | |
| Zinsaufwendungen | -24.701 | -29.746 | |
| Sonstiges Finanzergebnis | -3.542 | -4.953 | |
| Finanzergebnis | -25.590 | -32.262 | |
| Davon: Nettozinsaufwand für leistungsorientierte Pensionspläne | -2.973 | -2.770 |
Unter der Position "Zinsaufwendungen" sind Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, aus Schuldscheindarlehen, Finanzierungsleasing, Ratenkäufen sowie für sonstige finanzielle Verbindlichkeiten enthalten. Die Position "Sonstiges Finanzergebnis" enthält im Wesentlichen Währungsgewinne bzw. -verluste aus Finanzierungsgeschäften sowie die dazugehörigen Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften. Alle Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten und alle weiteren Aufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten betreffen die Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet".
(15) Ertragsteuern
| scroll in T EUR | 2019 | 2018 | |
|---|---|---|---|
| Tatsächliche Ertragsteuern | -36.319 | -30.941 | |
| Latente Ertragsteuern | 20.832 | 54.872 | |
| Ertragsteuern | -15.487 | 23.931 |
Die Ertragsteuern im Geschäftsjahr 2019 resultieren in einem Steueraufwand in Höhe von T EUR 15.487 nach einem Steuerertrag von T EUR 23.931 im Vorjahr. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der im Geschäftsjahr 2019 erfasste sonstige betriebliche Ertrag in Höhe von T EUR 129.801 im Zusammenhang mit der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical nicht steuerbar ist. Darüber hinaus gab es im Zusammenhang mit der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes und den hieraus resultierenden Wertminderungen in Höhe von T EUR 113.100 in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical Auswirkungen auf das Konzernergebnis vor Ertragsteuern sowie Auswirkungen auf die Ertragsteuern selbst. Im Vorjahr war der Steuerertrag maßgeblich durch die Neubewertung der bilanzierten latenten Steuern unserer in den Konzernabschluss einbezogenen US-Tochterunternehmen (T EUR 44.767) sowie einen latenten Steuerertrag bei einem deutschen Tochterunternehmen im Rahmen der zukünftigen Nutzbarkeit vororganschaftlicher Verlustvorträge (T EUR 8.732) beeinflusst. Ohne diese einmaligen Sachverhalte in beiden Berichtsperioden hätte sich eine vergleichbare Steuerquote von 29,3 % für das Geschäftsjahr 2019 nach einer Steuerquote von 27,6 % für das Geschäftsjahr 2018 ergeben. Die latenten Ertragsteuern, die im sonstigen Ergebnis verrechnet werden, führen zu einer Erhöhung des Eigenkapitals in Höhe von T EUR 4.662 (Vorjahr: Verminderung des Eigenkapitals um T EUR 1.050), die in voller Höhe auf Ertragsteuern aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen entfallen. Ergänzende Angaben zu den latenten Steuern enthält Angabe (23).
Erwarteter und tatsächlicher Steueraufwand im Konzern unterscheiden sich aus den folgenden Gründen:
| scroll in T EUR | 2019 | 2018 | |
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis vor Ertragsteuern | 98.168 | 107.197 | |
| Erwarteter Steueraufwand: 29 % (Vorjahr: 29 %) | -28.469 | -31.087 | |
| Unterschiede: | |||
| Verlustvorträge ohne aktive latente Steuern | -3.486 | -2.500 | |
| Abweichende Steuersätze Ausland | -5.737 | 7.238 | |
| Nicht abziehbare Aufwendungen | -4.895 | -1.494 | |
| Steuerfreie Erträge und steuerliche Vorteile | 37.549 | -186 | |
| Effekte aus Änderung der Steuersätze | -7.822 | 45.630 | |
| Veränderung Wertberichtigung auf aktive latente Steuern | -2.929 | 7.400 | |
| Steuern aus Vorperioden | 455 | -931 | |
| Sonstige | -153 | -139 | |
| Summe Unterschiede | 12.982 | 55.018 | |
| Ertragsteuern | -15.487 | 23.931 | |
| Steuerquote | 15,8 % | -22,3 % |
Der Steuersatz in Deutschland beträgt unverändert zum Vorjahr 15,0 % Körperschaftsteuer zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer und durchschnittlich 13,0 % Gewerbesteuer, so dass sich ein kombinierter Steuersatz von ca. 29 % ergibt. Die Steuersätze für die Tochterunternehmen, die ihren Sitz nicht in Deutschland haben, variieren von 0,0 % bis 34,0 % (Vorjahr: 14,1 % bis 34,0 %). Für einige Tochterunternehmen in China gelten zeitlich befristete Steuerprivilegien, so dass hier ein Steuersatz von 10,0 % bzw. 15,0 % zur Anwendung kam. Für das Tochterunternehmen in der Republik Nordmazedonien gilt eine zeitlich auf zehn Jahre befristete Steuerbefreiung.
Effekte aus Gewinnabführungsverträgen
Im Geschäftsjahr 2019 bestanden in Deutschland zwei ertragsteuerliche Organkreise. Das steuerliche Ergebnis der Gerresheimer Holdings GmbH wurde der Gerresheimer AG als Organträgerin zugerechnet. Die steuerlichen Ergebnisse von zwölf weiteren deutschen konsolidierten Organgesellschaften werden aufgrund der im Geschäftsjahr 2019 bestehenden ertragsteuerlichen Organschaft der Gerresheimer Group GmbH als Organträgerin zugerechnet. Die Bildung des Organkreises der Gerresheimer Group GmbH mit Wirkung vom 1. Dezember 2018 ermöglichte die Nutzung von vororganschaftlichen Verlustvorträgen im Geschäftsjahr 2019. Die Verlustvorträge der Gerresheimer Group GmbH wurden im laufenden Geschäftsjahr weitestgehend verbraucht. Auf der Ebene des Organträgers Gerresheimer AG sind im Geschäftsjahr 2019 Verlustvorträge für Körperschaftsteuerzwecke in Höhe von T EUR 21.967 und für Gewerbesteuerzwecke in Höhe von T EUR 18.984 entstanden. Auf diese Verlustvorträge wurden im laufenden Geschäftsjahr aktive latente Steuern in Höhe von T EUR 5.936 gebildet, da wir mit der Nutzung dieser Verlustvorträge in folgenden Geschäftsjahren rechnen.
Latente Steuern auf Verlustvorträge
Bei Tochterunternehmen der Gerresheimer AG sind auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von T EUR 93.637 (Vorjahr: T EUR 75.400) keine aktiven latenten Steuern gebildet worden, da mit einer künftigen Nutzung dieser Verlustvorträge innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht gerechnet wird. Darin enthalten sind körperschaftsteuerliche Verlustvorträge von T EUR 11 (Vorjahr: T EUR 11) und gewerbesteuerliche Verlustvorträge von T EUR 9.170 (Vorjahr: T EUR 15.151) bei inländischen Tochterunternehmen. Bei ausländischen Konzerngesellschaften wurden trotz Verlusten im laufenden Jahr bzw. im Vorjahr aktive latente Steuern in Höhe von T EUR 2.098 (Vorjahr: T EUR 9.344) auf Verlustvorträge gebildet, da die Unternehmen von zukünftigen steuerlichen Gewinnen ausgehen. Es besteht hinreichende Sicherheit, dass die Verlustvorträge realisiert werden können. Zeitlich begrenzte Verlustvorträge in Höhe von T EUR 60.773, die im Zeitraum von 2020 bis 2027 nutzbar sind, betreffen ausschließlich ausländische Gesellschaften. Für zu versteuernde temporäre Differenzen bei Anteilen an vollkonsolidierten Tochterunternehmen in Höhe von T EUR 34.629 (Vorjahr: T EUR 34.769) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da die Gerresheimer AG den Zeitpunkt der Umkehr der temporären Differenzen steuern kann und sich die Differenzen in absehbarer Zeit voraussichtlich nicht umkehren werden.
(16) Ergebnis je Aktie
Bei der Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie wird das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Stammaktien dividiert. In den Geschäftsjahren 2019 und 2018 wurden keine neuen Aktien ausgegeben, so dass die gewichtete durchschnittliche Anzahl der umlaufenden Aktien in beiden Geschäftsjahren 31.400.000 Stück beträgt. Das Phantom Stocks-Programm (siehe Angabe (30)) eröffnet der Gerresheimer AG bei Erreichen der Ausübungshürde das Wahlrecht, den Vergütungsanspruch der Begünstigten durch Ausgabe von Aktien der Gerresheimer AG oder durch Leistung einer Barzahlung zu erfüllen.# SONSTIGE INFORMATIONEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
(17) Personalaufwand
Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
| scroll in T EUR | ||
|---|---|---|
| 2019 | 2018 | |
| Löhne und Gehälter | 358.081 | 348.401 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung | 63.290 | 60.662 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 3.468 | 2.118 |
| Personalaufwand | 424.839 | 411.181 |
Im Geschäftsjahr 2019 waren durchschnittlich 9.880 Mitarbeiter (Vorjahr: 9.887) für den Gerresheimer Konzern tätig. Davon waren 2.436 Angestellte (Vorjahr: 2.424), 7.243 Arbeiter (Vorjahr: 7.251) und 201 Auszubildende (Vorjahr: 212).
ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-BILANZ
(18) Immaterielle Vermögenswerte
Die immateriellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| scroll in T EUR | Geschäftswerte | Kundenbeziehungen, Markenrechte, Technologien und ähnliche Werte | Entwicklungskosten | Sonstige Immaterielle Vermögenswerte |
|---|---|---|---|---|
| Zum 30. November 2019 | ||||
| Buchwert Vorjahr | 670.587 | 789.267 | 25.127 | 20.698 |
| Währungsumrechnung | 6.809 | 11.645 | 36 | 9 |
| Zugänge | - | - | 5.857 | 6.199 |
| Abgänge | 224 | - | - | 9 |
| Umbuchungen | - | - | -7 | -169 |
| Abschreibungen | - | 55.728 | 2.571 | 3.619 |
| Wertminderungen | 5.014 | 103.836 | 7.883 | 116.733 |
| Buchwert | 672.158 | 641.348 | 20.559 | 23.109 |
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | 681.022 | 1.080.678 | 36.751 | 52.249 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | 8.864 | 439.330 | 16.192 | 29.140 |
| Buchwert | 672.158 | 641.348 | 20.559 | 23.109 |
| Zum 30. November 2018 | ||||
| Buchwert Vorjahr | 656.783 | 418.141 | 6.460 | 19.845 |
| Veränderung des Konsolidierungskreises | 5.014 | 398.431 | 21.875 | - |
| Währungsumrechnung | 8.790 | 13.302 | -6 | -2 |
| Zugänge | - | - | 1.264 | 3.948 |
| Abgänge | - | - | - | 24 |
| Umbuchungen | - | - | -3.424 | 79 |
| Abschreibungen | - | 40.607 | 1.042 | 3.148 |
| Buchwert | 670.587 | 789.267 | 25.127 | 20.698 |
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | 674.437 | 1.064.735 | 30.933 | 47.623 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | 3.850 | 275.468 | 5.806 | 26.925 |
| Buchwert | 670.587 | 789.267 | 25.127 | 20.698 |
Wesentliche immaterielle Vermögenswerte resultieren aus Unternehmensakquisitionen. Die Abschreibungen auf die identifizierten immateriellen Vermögenswerte, welche als Ergebnis von Kaufpreisallokationen im Rahmen von Unternehmensakquisitionen erstmals angesetzt werden, bezeichnet Gerresheimer als Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind in den Umsatz- und Vertriebskosten enthalten. Markenrechte - mit Ausnahme bei zwei Gesellschaften - haben eine unbestimmte Nutzungsdauer. Die Geschäftswerte sind fünf (Vorjahr: sechs) zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet:
| scroll in T EUR | 30.11.2019 | 30.11.2018 |
|---|---|---|
| Plastics & Devices | ||
| Plastic Packaging | 86.191 | 87.882 |
| Medical Systems | 115.468 | 115.468 |
| Centor | 280.838 | 271.517 |
| Primary Packaging | ||
| Glass Converting | 63.341 | 64.386 |
| Moulded Glass | 126.320 | 126.320 |
| Advanced Technologies | ||
| Sensile Medical | - | 5.014 |
| Geschäftswerte | 672.158 | 670.587 |
Zur Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäftswerte hat Gerresheimer geprüft, ob der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten jeweils mindestens den Buchwert des Vermögens deckt. Gerresheimer ermittelt den erzielbaren Betrag als Nutzungswert unter Verwendung von Cash Flow-Prognosen, die auf der Unternehmensplanung für die Geschäftsjahre 2020 bis 2024 (Vorjahr: 2019 bis 2023) basieren. Die Unternehmensplanung berücksichtigt historische Entwicklungen und aktuelle Markterwartungen. Für die nachhaltige Entwicklung der Folgejahre wurde, wie im Vorjahr, eine Wachstumsrate von 1,0 % berücksichtigt. Die Diskontierung der zukünftigen Cash Flows erfolgt mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital). Sowohl den Beta-Faktor zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten als auch die Fremdkapitalkosten wurden aus Kapitalmarktdaten einer Gruppe von vergleichbaren Unternehmen (Peer Group) abgeleitet. Die Unternehmensplanung berücksichtigt stabil wachsende Absatzmärkte für Pharmaprodukte. Die Annahme basiert beispielsweise auf der demografischen Entwicklung, welche in Verbindung mit der ansteigenden Weltbevölkerung sowie einer steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung zu einem wachsenden Bedarf an medizinischer Versorgung führt. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den für uns relevanten Megatrends wider (hierzu verweisen wir auf das Kapitel "Megatrends" im Konzern-Lagebericht). Abweichend von der allgemeinen Verfahrensweise liegt dem Werthaltigkeitstest für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Sensile Medical ein endlicher Planungszeitraum zugrunde. Dieser bemisst sich nach der Nutzungsdauer der eingesetzten Technologien, die die zahlungsmittelgenerierende Einheit prägen. Aufgrund der Schätzungsunsicherheiten bei der Ermittlung des Nutzungswertes dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit hat Gerresheimer eine Szenarioberechnung durchgeführt. Hierbei wurden drei unterschiedliche Szenarien zugrunde gelegt und mit den vom Management für möglich gehaltenen Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichtet. Sollten sich Kündigungen oder Verschiebungen von bestehenden Projekten ergeben, mit denen das Management nicht rechnet, könnten sich signifikante Veränderungen des Buchwertes ergeben.
Ausgehend von den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern wurden mittels eines iterativen Verfahrens die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten vor Steuern ermittelt, die sich für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wie folgt darstellen:
| scroll in % | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Plastics & Devices | ||
| Plastic Packaging | 7,5 | 6,0 |
| Medical Systems | 7,7 | 6,7 |
| Centor | 5,9 | 5,1 |
| Primary Packaging | ||
| Glass Converting | 6,0 | 6,0 |
| Moulded Glass | 7,1 | 6,3 |
| Advanced Technologies | ||
| Sensile Medical | 8,1 | 4,8 |
Der Anstieg der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten vor Steuern ist im Wesentlichen auf höhere Eigenkapitalkosten zurückzuführen. Hierbei sind gegenläufige Effekte zu verzeichnen. Die höhere Marktrisikoprämie sowie ein höherer Beta-Faktor haben den deutlichen Rückgang des Basiszinssatzes überkompensiert. Der zugrunde gelegte Fremdkapitalkostensatz hat sich im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Die Werthaltigkeitsprüfung auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical, welche dem Geschäftsbereich Advanced Technologies zugeordnet ist, hat aufgrund von unerwarteten kundenseitigen Kündigungen von Projekten, insbesondere des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes, einen Wertminderungsbedarf im Geschäftsjahr 2019 ergeben. Der erzielbare Betrag dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit lag zum Abschlussstichtag bei T EUR 280.102 und somit um T EUR 113.100 unter deren Buchwert in Höhe von T EUR 393.202. Der Wertminderungsaufwand wurde dem Geschäftswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical mit einem Betrag von T EUR 5.014, den Technologien mit T EUR 102.972, den Entwicklungskosten mit T EUR 4.250 sowie den Rechten an der Marke Sensile Medical mit T EUR 864 zugeordnet. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde die Wertminderung des Geschäftswertes im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst, während die Wertminderungen der Technologien und Entwicklungskosten bzw. der Markenrechte in den Umsatz- bzw. den Vertriebskosten enthalten sind. Gegenläufig wurde im Zusammenhang mit den unerwarteten kundenseitigen Projektkündigungen und -verzögerungen ein sonstiger betrieblicher Ertrag aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen in Höhe von T EUR 129.801 erfasst. Im Falle der übrigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten lag der erzielbare Betrag über deren Buchwert, so dass hier kein Abwertungsbedarf vorlag. Der Geschäftswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Plastic Packaging reduzierte sich aufgrund der Entkonsolidierung der Gerresheimer Buenos Aires S.A. (Buenos Aires/Argentinien) um T EUR 224. Darüber hinausgehende Veränderungen der Buchwerte der Geschäftswerte ergaben sich ausschließlich aus Währungseffekten. Bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen zum 30. November 2019 ein Geschäftswert zugeordnet ist, führt keine nach vernünftigem Ermessen für möglich gehaltene Änderung der zur Bestimmung des Nutzungswertes getroffenen Grundannahmen dazu, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihren erzielbaren Betrag wesentlich übersteigt. Die zum 30. November 2019 bestehenden Markenrechte sind mit T EUR 24.484 (Vorjahr: T EUR 24.676) dem Geschäftsbereich Plastics & Devices und mit T EUR 2.157 (Vorjahr: T EUR 3.374) dem Geschäftsbereich Advanced Technologies zuzurechnen. Die Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer haben zum 30. November 2019 einen Buchwert von T EUR 21.258 (Vorjahr: T EUR 21.358) und entfallen mit T EUR 4.957 (Vorjahr: T EUR 4.957) auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit Medical Systems und mit T EUR 16.301 (Vorjahr: T EUR 16.401) auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit Plastic Packaging. Die Veränderung der Buchwerte der Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer ergibt sich ausschließlich aus Währungseffekten. Im Geschäftsjahr 2019 wurden T EUR 3.591 (Vorjahr: T EUR 2.919) für Forschung und Entwicklung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst. Der Konzern hat darüber hinaus Entwicklungskosten im Umfang von T EUR 5.857 (Vorjahr: T EUR 1.264) aktiviert.# Der Anstieg der aktivierten Entwicklungskosten gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus Investitionen in ein neu gewonnenes Projekt der Sensile Medical zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen sowie aus Investitionen in die Wachstumsstrategie im Geschäftsfeld Tubular Glass. Die Wertminderungen der Position "Entwicklungskosten" sind in voller Höhe der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical zuzuordnen. Der Verlust des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes führte zu einer Wertminderung von drei Patenten in Höhe von T EUR 3.633. Der restliche Betrag der Wertminderung von T EUR 4.250 resultiert aus der Werthaltigkeitsprüfung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical. Unter der Position "Sonstige" sind im Wesentlichen Lizenzen, insbesondere für ein integriertes, passives Spritzensicherheitssystem und ein neues Produktportfolio vorfüllbarer, steriler Injektionsfläschchen Gx(r) RTF Vials und das dazugehörige technologische Know-how, Standard-EDV-Programme sowie geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte erfasst.
(19) Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Die Sachanlagen und die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien setzen sich wie folgt zusammen:
| scroll in T EUR | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten (betrieblich genutzt) | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen und Maschinen | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Sachanlagen | Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zum 30. November 2019 | ||||||
| Buchwert Vorjahr | 170.441 | 312.865 | 26.117 | 111.305 | 620.728 | 4.611 |
| Währungsumrechnung | 1.190 | 4.034 | 93 | -5 | 5.312 | - |
| Zugänge | 4.933 | 56.239 | 5.461 | 106.662 | 173.295 | - |
| Abgänge | 478 | 828 | 325 | 313 | 1.944 | - |
| Umbuchungen | -1.474 | 43.249 | 4.360 | -50.335 | -4.200 | 4.645 |
| Abschreibungen | 8.377 | 74.701 | 8.170 | - | 91.248 | 41 |
| Wertminderungen | - | 6 | - | - | 6 | - |
| Buchwert | 166.235 | 340.852 | 27.536 | 167.314 | 701.937 | 9.215 |
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | 255.126 | 892.896 | 91.641 | 167.429 | 1.407.091 | 12.062 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | 88.891 | 552.043 | 64.104 | 115 | 705.154 | 2.847 |
| Buchwert | 166.235 | 340.852 | 27.536 | 167.314 | 701.937 | 9.215 |
| Zum 30. November 2018 | ||||||
| Buchwert Vorjahr | 174.425 | 316.519 | 26.389 | 85.244 | 602.577 | 5.732 |
| Veränderung des Konsolidierungskreises | - | - | 689 | - | 689 | - |
| Währungsumrechnung | -749 | -1.335 | -278 | -423 | -2.785 | - |
| Zugänge | 2.281 | 20.157 | 5.146 | 81.917 | 109.501 | - |
| Abgänge | 20 | 393 | 78 | 37 | 528 | - |
| Umbuchungen | 2.855 | 53.455 | 2.604 | -55.376 | 3.538 | -166 |
| Abschreibungen | 8.342 | 73.884 | 8.173 | 20 | 90.419 | - |
| Wertminderungen | 9 | 1.654 | 182 | - | 1.845 | - |
| Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen | - | - | - | - | - | -955 |
| Buchwert | 170.441 | 312.865 | 26.117 | 111.305 | 620.728 | 4.611 |
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | 252.724 | 813.630 | 91.064 | 111.421 | 1.268.839 | 5.335 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | 82.283 | 500.765 | 64.947 | 116 | 648.111 | 724 |
| Buchwert | 170.441 | 312.865 | 26.117 | 111.305 | 620.728 | 4.611 |
Die Sachanlagen enthalten in Höhe von T EUR 8.275 (Vorjahr: T EUR 8.086) geleaste Vermögenswerte. Diese beinhalten zum Ende der Berichtsperiode in Höhe von T EUR 1.888 (Vorjahr: T EUR 6.082) Produktions-, Lager- und Verwaltungsgrundstücke sowie -gebäude, in Höhe von T EUR 6.247 (Vorjahr: T EUR 1.859) technische Anlagen und Maschinen und in Höhe von T EUR 140 (Vorjahr: T EUR 145) sonstige Sachanlagen.
Im Eigentum des Konzerns stehende Grundstücke und Gebäude mit einem Buchwert zum 30. November 2019 in Höhe von T EUR 1.449 (Vorjahr: T EUR 1.610) wurden als Sicherung für den Fall begeben, dass die vorherigen Eigentümer der betreffenden Konzerngesellschaft ihren Verbindlichkeiten gegenüber der Steuerbehörde nicht nachkommen. Bei den begebenen Sicherheiten besteht ein vollständiges Rückgriffsrecht auf die Hauptschuldner und somit für den Gerresheimer Konzern lediglich ein geringes Vermögensrisiko, aus diesen Sicherheiten in Anspruch genommen zu werden.
Bei den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien handelt es sich um Erbbaugrundstücke sowie nicht betriebsnotwendiges Grundvermögen mit einem Buchwert von T EUR 9.215 (Vorjahr: T EUR 4.611) und einem beizulegenden Zeitwert von T EUR 24.962 (Vorjahr: T EUR 6.629). Aufgrund der Schließung unseres Werkes in Küssnacht, Schweiz, im Geschäftsjahr 2019 hat eine Nutzungsänderung des Grundstückes mit Gebäude stattgefunden, so dass zum 1. September 2019 eine Umbuchung in den Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien vorzunehmen war. Der beizulegende Zeitwert wird auf Basis unterschiedlicher Informationen ermittelt, zu denen vergangene Verkäufe, Bodenrichtwerte und externe Gutachten gehören. Bei den sonstigen nicht betriebsnotwendigen Grundstücken entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten. Aus den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien konnten wir im Geschäftsjahr 2019 T EUR 28 (Vorjahr: T EUR 28) Mieteinnahmen erzielen. Die in diesem Zusammenhang entstandenen Aufwendungen beliefen sich auf T EUR 18 (Vorjahr: T EUR 18).
Die Wertminderungen entfallen mit 100,00 % (Vorjahr: 3,5 %) auf den Geschäftsbereich Primary Packaging Glass sowie mit 0,0 % (Vorjahr: 96,5 %) auf den Geschäftsbereich Plastics & Devices.
(20) Anteile an at equity bewerteten Unternehmen
Die folgende Tabelle fasst aggregierte Finanzinformationen der nicht wesentlichen at equity bewerteten Unternehmen zusammen. Bei diesen Unternehmen handelt es sich um die Gesellschaften Gerresheimer Tooling LLC, Peachtree City (Georgia/USA), und PROFORM CNC Nastrojarna spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechische Republik):
| scroll in T EUR | 30.11.2019 | 30.11.2018 |
|---|---|---|
| Vermögenswerte | 3.802 | 2.827 |
| Eigenkapital | 1.062 | 971 |
| Schulden | 2.740 | 1.856 |
| Umsatzerlöse | 3.684 | 2.825 |
| Jahresergebnis | 340 | 307 |
Die Anteile an at equity bewerteten Unternehmen haben sich wie folgt entwickelt:
| scroll in T EUR | Anteile an at equity bewerteten Unternehmen |
|---|---|
| Zum 30. November 2019 | |
| Buchwert Vorjahr | 297 |
| Währungsumrechnung | 10 |
| Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen | 25 |
| Buchwert | 332 |
| Zum 30. November 2018 | |
| Buchwert Vorjahr | 252 |
| Währungsumrechnung | 11 |
| Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen | 34 |
| Buchwert | 297 |
(21) Finanzielle Vermögenswerte
Die finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| scroll | 30.11.2019 | 30.11.2018 |
|---|---|---|
| Total | Davon kurzfristig | |
| Marktwerte derivativer Finanzinstrumente | 194 | 194 |
| Beteiligungen | 3.749 | - |
| Erstattungsansprüche für Pensionsleistungen | 3.260 | 270 |
| Erstattungsansprüche gegenüber Dritten | 6.712 | 6.712 |
| Sonstige Ausleihungen | 292 | 25 |
| Sonstige | 8.247 | 8.247 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 22.454 | 15.448 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 224.170 | 224.170 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 85.831 | 85.831 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 332.455 | 325.449 |
Die Beteiligungen entfallen zum 30. November 2019 mit T EUR 3.251 (Vorjahr: T EUR 150) im Wesentlichen auf die Beteiligung an der Securetec Detektions-Systeme AG, Neubiberg, die seit dem 1. Dezember 2018 gemäß IFRS 9 der Kategorie "Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis" zugeordnet ist. Im Vorjahr wurde diese Beteiligung gemäß IAS 39 zu Anschaffungskosten bewertet.
Die langfristigen sonstigen Ausleihungen betreffen zum 30. November 2019 mit T EUR 207 im Wesentlichen ein ausgereichtes Darlehen an die entkonsolidierte Gerresheimer Buenos Aires S.A. (Buenos Aires/Argentinien). Dieses Darlehen ist entsprechend durch Pfandrechte auf Maschinen sowie Garantien durch den Käufer besichert. Im Zuge des im Geschäftsjahr 2019 erfolgten Erwerbs eines Grundstückes in der Schweiz wurde das im Vorjahr in den kurzfristigen sonstigen Ausleihungen ausgewiesene Mieterdarlehen mit dem Kaufpreis verrechnet.
In der Position "Sonstige" sind vorwiegend Wechselforderungen sowie Forderungen aus Rückvergütungsvereinbarungen enthalten. Zum Abschlussstichtag waren, wie auch im Vorjahr, die sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die weder überfällig noch wertgemindert sind, in voller Höhe werthaltig, und keiner der nicht wertgeminderten finanziellen Vermögenswerte war überfällig.
Aufgrund der geringen historischen und erwarteten Ausfallquoten sowie der hohen Bonität der Schuldner wurden aus Wesentlichkeitsgesichtspunkten keine Wertminderungen für erwartete Kreditverluste auf Erstattungsansprüche für Pensionsleistungen, Erstattungsansprüche gegen Dritte, sonstige Ausleihungen sowie für die in dem Posten "Sonstige" enthaltenen Wechselforderungen und Forderungen aus Rückvergütungsvereinbarungen erfasst. Der Buchwert der im Konzernabschluss erfassten finanziellen Vermögenswerte stellt das maximale Ausfallrisiko des Konzerns dar.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren im Geschäftsjahr 2019 in Höhe von rund 25 % (Vorjahr: rund 24 %) durch Kreditversicherungen abgedeckt. Die Risikokonzentration in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wird aufgrund der weltweiten Tätigkeit des Gerresheimer Konzerns und der Streuung auf eine Vielzahl von Kunden als gering eingeschätzt.
Im Geschäftsjahr 2019 sowie im Vorjahr wurden keine finanziellen Vermögenswerte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten oder Eventualverbindlichkeiten gestellt oder gehalten.
Zur näheren Erläuterung der Marktwerte derivativer Finanzinstrumente verweisen wir auf die Ausführungen in Angabe (35).## (22) Sonstige Forderungen
Die sonstigen Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:
| 30.11.2019 | 30.11.2018 | 30.11.2019 | 30.11.2018 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| in T EUR | Total | Total | Davon kurzfristig | Davon langfristig | Davon kurzfristig |
| Sonstige Steuerforderungen | 13.201 | 13.920 | 12.584 | 617 | 13.022 |
| Vorauszahlungen | 5.853 | 5.587 | 4.725 | 1.128 | 4.634 |
| Sonstige Vermögenswerte | 7.158 | 5.189 | 6.107 | 1.051 | 4.169 |
| Sonstige Forderungen | 26.212 | 24.696 | 23.416 | 2.796 | 21.825 |
In den Vorauszahlungen sind im Wesentlichen Zahlungen vor dem Abschlussstichtag für Wartungs-, Steuer-, Personal- und Versicherungsaufwendungen des folgenden Geschäftsjahres sowie geleistete Zahlungen im Zusammenhang mit der Verlängerung und der Erweiterung von Lieferverträgen mit Großkunden abgegrenzt.
(23) Latente Steuern
Die aktiven latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:
| 30.11.2019 | 30.11.2018 | 30.11.2019 | 30.11.2018 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| in T EUR | Voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten realisiert | Voraussichtlich nach 12 Monaten realisiert | Voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten realisiert | Voraussichtlich nach 12 Monaten realisiert | |
| Steuervorteile | |||||
| Steuerliche Verlustvorträge | 6.895 | 10.161 | 12.488 | 11.709 | |
| Temporäre Unterschiede | |||||
| Langfristige Vermögenswerte | 901 | 771 | 3.129 | 2.069 | |
| Vorräte | 1.067 | 709 | - | - | |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 212 | 138 | 180 | - | |
| Pensionsrückstellungen | 677 | 664 | 26.777 | 20.862 | |
| Sonstige Rückstellungen | 5.372 | 5.214 | 1.912 | 1.795 | |
| Verbindlichkeiten und sonstige Schulden | 2.205 | 1.853 | 1.412 | 1.398 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten | 13 | 2 | - | 2 | |
| 10.447 | 9.349 | 33.412 | 26.126 | ||
| Saldierung | -46.176 | -37.850 | |||
| Aktive latente Steuern | 17.066 | 19.495 |
Die passiven latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:
| 30.11.2019 | 30.11.2018 | 30.11.2019 | 30.11.2018 | ||
|---|---|---|---|---|---|
| in T EUR | Voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten realisiert | Voraussichtlich nach 12 Monaten realisiert | Voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten realisiert | Voraussichtlich nach 12 Monaten realisiert | |
| Temporäre Unterschiede | |||||
| Langfristige Vermögenswerte | 8.363 | 8.971 | 173.754 | 188.781 | |
| Vorräte | 2.138 | 2.222 | 259 | 82 | |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 489 | 2.481 | 877 | 680 | |
| Sonstige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 1.742 | 1.740 | 990 | 755 | |
| 12.732 | 15.414 | 175.880 | 190.298 | ||
| Saldierung | -46.176 | -37.850 | |||
| Passive latente Steuern | 142.436 | 167.862 |
Die aktiven und passiven latenten Steuern werden pro Gesellschaft bzw. steuerlichem Organkreis saldiert, sofern sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen, und Gerresheimer ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden zusteht.
(24) Vorräte
Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:
| 30.11.2019 | 30.11.2018 | |
|---|---|---|
| in T EUR | ||
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 60.356 | 52.944 |
| Unfertige Erzeugnisse/Leistungen | 18.749 | 16.078 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 102.302 | 97.749 |
| Geleistete Anzahlungen | 3.686 | 4.719 |
| Vorräte | 185.093 | 171.490 |
Der Aufwand aus der Wertminderung von Vorräten beträgt im Geschäftsjahr T EUR 7.065 (Vorjahr: T EUR 3.978). Bei Wegfall der Gründe, die zu einer Abwertung geführt haben, wird eine Wertaufholung vorgenommen. Die Wertaufholungen betragen im Geschäftsjahr T EUR 263 (Vorjahr: T EUR 264) und sind im Wesentlichen auf den Anstieg des Nettoveräußerungswertes ursprünglich wertgeminderter fertiger Erzeugnisse und Waren zurückzuführen. Hinsichtlich des Betrages der im Berichtszeitraum aufwandswirksam erfassten Vorräte verweisen wir auf Angabe (9). Zum 30. November 2019 waren, wie im Vorjahr, keine Vorräte als Sicherheiten für Schulden verpfändet.
(25) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
| 30.11.2019 | 30.11.2018 | |
|---|---|---|
| in T EUR | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 226.738 | 275.446 |
| Abzüglich Wertminderungen | 2.568 | 1.915 |
| Nettoforderungen aus Lieferungen und Leistungen | 224.170 | 273.531 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen unbedingte Zahlungsansprüche des Konzerns für abgeschlossene und in Rechnung gestellte Leistungen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten grundsätzlich keinen Zinsanteil. Die Zahlungsziele sind kundenindividuell verschieden und betragen in der Regel zwischen 30 und 60 Tagen. Darüber hinaus bestehen teilweise Vereinbarungen über Skonti.
Im Vorjahr stellten sich die Salden aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen wie folgt dar:
| in T EUR | 30.11.2018 |
|---|---|
| Angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Auftragsgewinne | 118.611 |
| Abzüglich Teilabrechnungen | 63.000 |
| Nettoforderungen aus Fertigungsaufträgen | 55.611 |
| Davon: Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo | 55.611 |
| Davon: Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo (sonstige Verbindlichkeiten) | - |
Die ab dem Geschäftsjahr 2019 ausgewiesenen Vertragsvermögenswerte aus kundenspezifischen Fertigungs- und Entwicklungsaufträgen gehen aus Angabe (26) hervor.
Zum Abschlussstichtag stellt sich die Altersstruktur der nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt dar:
| in T EUR | 30.11.2019 | 30.11.2018 |
|---|---|---|
| Buchwert | 224.170 | 273.531 |
| Wertberichtigungen auf Portfoliobasis | 1.648 | 884 |
| Einzelwertberichtigungen | 920 | 1.031 |
| Bruttobuchwert der einzelwert-berichtigten Forderungen | -966 | -1.096 |
| Nicht wertgeminderte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 225.772 | 274.350 |
| Davon zum Abschlussstichtag nicht überfällig | 197.784 | 252.392 |
| überfällig bis 30 Tage | 9.700 | 14.437 |
| überfällig zwischen 31 und 60 Tagen | 4.694 | 2.477 |
| überfällig zwischen 61 und 90 Tagen | 956 | 2.048 |
| überfällig zwischen 91 und 120 Tagen | 8.648 | 910 |
| überfällig über 120 Tage | 3.990 | 2.086 |
| 225.772 | 274.350 |
Der Bruttobuchwert der einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beträgt T EUR 966 (Vorjahr: T EUR 1.096). Die zugehörige Einzelwertberichtigung beläuft sich auf T EUR 920 (Vorjahr: T EUR 1.031), so dass sich ein Nettobuchwert der einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von T EUR 46 (Vorjahr: T EUR 65) ergibt. Auf zweifelhafte Forderungen werden Wertberichtigungen gebildet. Die Angemessenheit der Wertminderungen auf zweifelhafte Forderungen beurteilt Gerresheimer anhand der Fälligkeitsstruktur der Forderungen, der Erfahrungen mit Ausbuchungen von Forderungen in der Vergangenheit, der Bonität des Kunden sowie der Veränderungen des Zahlungsverhaltens. Die seit dem 1. Dezember 2018 zu berücksichtigenden Wertminderungen für erwartete Kreditverluste im Sinne von IFRS 9 weisen aufgrund der guten Bonität der Vertragspartner sowie der ergriffenen Maßnahmen im Rahmen des Kredit-und Forderungsmanagements einen unwesentlichen Betrag auf.
Die Entwicklung der Wertberichtigungen stellt sich wie folgt dar:
| in T EUR | Wertberichtigungen auf Portfoliobasis/Erwartete Kreditverluste | Einzelwertberichtigungen | Summe Wertberichtigungen |
|---|---|---|---|
| Stand 1. Dezember | 884 | 1.031 | 1.915 |
| Zuführungen | 917 | 77 | 994 |
| Inanspruchnahme | -120 | -58 | -178 |
| Auflösung | -58 | -116 | -174 |
| Währungsumrechnung | 25 | -14 | 11 |
| Stand 30. November 2019 | 1.648 | 920 | 2.568 |
(26) Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten
Die nachfolgende Tabelle gibt Auskunft über Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden:
| 30.11.2019 | 01.12.2018 | |
|---|---|---|
| in T EUR | ||
| Vertragsvermögenswerte | 5.392 | 28.131 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 10.188 | 6.679 |
Die Vertragsvermögenswerte betreffen im Wesentlichen die Ansprüche des Konzerns auf Gegenleistung für zum Stichtag noch nicht abgerechnete Leistungen aus Fertigungsaufträgen. Die als Vertragsvermögenswerte erfassten Beträge werden in die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert, sobald der Konzern einen unbedingten Zahlungsanspruch besitzt. Im Geschäftsjahr 2019 wurden Vertragsvermögenswerte des Tochterunternehmens Sensile Medical in Höhe von T EUR 26.567 (Vorjahr: T EUR 0) als Ergebnis einer geänderten Schätzung des Transaktionspreises ausgebucht. Anlass hierzu gab die unerwartete kundenseitige Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes. Die Schätzungsänderung führte zu einer Rücknahme der für dieses Projekt im Geschäftsjahr 2019 erfassten Umsatzerlöse in Höhe von T EUR 17.326 (siehe Angabe (8)). Der übersteigende Betrag in Höhe von T EUR 9.241 ist in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten (siehe Angabe (13)). Die Vertragsvermögenswerte setzen sich zum einen zusammen aus dem saldierten Ausweis einer Nettovertragsposition aus erhaltenen Anzahlungen im Zusammenhang mit langfristigen Fertigungsaufträgen und zum anderen aus Konsignationslagerverträgen, bei denen die Kunden bereits bei Einlieferung der Güter in das Lager Beherrschung über diese Güter erlangen.
In der Berichtsperiode waren folgende Änderungen in den Vertragsverbindlichkeiten wesentlich:
| in T EUR | 2019 |
|---|---|
| Stand 1. Dezember | 6.679 |
| Zugänge zu Vertragsverbindlichkeiten | 7.874 |
| In der Berichtsperiode erfasste Umsatzerlöse, die zu Beginn der Periode im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren | 2.732 |
| Sonstiges | -1.633 |
| Stand 30. November | 10.188 |
Leistungsverpflichtungen (nicht erfüllt oder teilweise unerfüllt) in Höhe von T EUR 40.038, welche teilweise in den Vertragsvermögenswerten saldiert ausgewiesen werden, weisen eine ursprüngliche Vertragslaufzeit von mehr als einem Jahr auf. Das Management erwartet, dass circa 60 % des Transaktionspreises, der den nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen zum Ende des Geschäftsjahres 2019 zugeordnet wurde, in der nächsten Berichtsperiode als Umsatzerlöse erfasst werden. Die restlichen 40 % werden voraussichtlich in den nachfolgenden Geschäftsjahren als Umsatzerlöse erfasst. Bei den übrigen verbleibenden Leistungsverpflichtungen in Höhe von T EUR 5.509 handelt es sich um die Verpflichtung seitens Gerresheimer, Güter oder Leistungen auf Kunden zu übertragen, für die bereits Anzahlungen vereinnahmt wurden. Der Konzern geht davon aus, dass circa 70 % der hiermit im Zusammenhang stehenden Umsatzerlöse innerhalb eines Jahres realisiert werden. Die restlichen 30 % werden voraussichtlich in den nachfolgenden Geschäftsjahren als Umsatzerlöse erfasst.# (27) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die flüssigen Mittel umfassen Bargeld und kurzfristig verfügbare Bankguthaben, die keinen Wertschwankungen unterliegen.
(28) Eigenkapital und nicht beherrschende Anteile
Zum 30. November 2019 beträgt das gezeichnete Kapital T EUR 31.400 und die Kapitalrücklage T EUR 513.827. Damit sind die Beträge unverändert zum Abschlussstichtag des Vorjahres. Die Kapitalrücklage enthält Agio-Beträge aus der Börsenplatzierung im Jahr 2007 sowie Einlagen der Gesellschafter aus den Jahren 2004 und 2007. Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt zum Abschlussstichtag 31.400.000 mit einem Nennwert von jeweils EUR 1,00. Im Berichtsjahr wurde eine Dividende von T EUR 36.110 für das Geschäftsjahr 2018 ausgeschüttet. Dies entspricht einer Dividende von EUR 1,15 je Stückaktie.
Gewinnverwendungsvorschlag
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG werden der Hauptversammlung am 24. Juni 2020 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 1,20 je Aktie (Vorjahr: EUR 1,15 je Aktie) für das Geschäftsjahr 2019 auszuschütten. Dies entspricht einem Dividendenbetrag von T EUR 37.680 und einer Steigerung gegenüber der Vorjahresdividende um 4,3 %. Die Ausschüttungsquote von 29,9 % im Geschäftsjahr 2019 berechnet sich wie folgt:
| T EUR | 2019 | 2018 | |
|---|---|---|---|
| Bereinigtes Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen | 225.839 | 177.998 | |
| Sonstiger betrieblicher Ertrag | |||
| -Ausbuchung bedingter Kaufpreisbestandteile | -129.801 | - | |
| Sonstiger betrieblicher Aufwand | |||
| -im Zusammenhang mit der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes | 9.241 | - | |
| - Wertminderung von Entwicklungskosten, die nicht Bestandteil der Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen sind | 7.883 | - | |
| - Negativer Effekt auf Umsatzerlöse und Adjusted EBITDA im Zusammenhang mit der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes | 17.326 | - | |
| darauf entfallende Steuereffekte | -4.345 | - | |
| Ausschüttungsbasis | 126.143 | 177.998 | |
| Ausschüttungsquote | 29,9 % | 20,3 % |
Des Weiteren wird vorgeschlagen, den verbleibenden Bilanzgewinn der Gesellschaft von T EUR 89.712 auf neue Rechnung vorzutragen.
| EUR | EUR | |
|---|---|---|
| Bilanzgewinn vor Ausschüttung der Dividende | 127.391.567,38 | 185.886.668,78 |
| Ausschüttung Dividende | 37.680.000,00 | 36.110.000,00 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 89.711.567,38 | 149.776.668,78 |
(29) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Im Gerresheimer Konzern bestehen in verschiedenen Ländern Pensionspläne, jedoch machen die Pensionspläne in Deutschland und die Pensions- und Fürsorgepläne (Krankenversicherung für Ruheständler) in den USA 89,6 % der gesamten weltweiten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen des Gerresheimer Konzerns aus. In die leistungsorientierten deutschen Pensionspläne werden keine neuen Arbeitnehmer mehr aufgenommen. Infolgedessen befinden sich die deutschen Pläne in einem Abwicklungsprozess mit im Laufe der Zeit abnehmenden Pensionsverpflichtungen. Die Pensionszusagen basieren in der Regel auf Beschäftigungsdauer, Entgelt und Position der Mitarbeiter. So werden in Abhängigkeit vom Gehalt pro Dienstjahr Rentenansprüche erworben. Die Pensionszusagen der Vorstandsmitglieder, die vor dem 10. Februar 2015 bestellt worden sind, und als leistungsorientierte Zusagen zur Altersabsicherung ausgestaltet sind, werden grundsätzlich über einen Pensionsfonds bzw. eine Unterstützungskasse finanziert. Sollte das Vermögen des Pensionsfonds bzw. der Unterstützungskasse zum Zeitpunkt des Eintritts des Versorgungsfalles nicht ausreichen, besteht eine Nachschusspflicht für den Versorgungsverpflichteten. Weitere Details zu den Pensionsplänen der Vorstände enthält der Vergütungsbericht des Konzern-Lageberichts. Die leistungsorientierten US-Pensionspläne wurden geschlossen und die Leistungen festgeschrieben. Diese Pensionspläne werden über externe Kapitalanlagen (Planvermögen) finanziert. Jährliche Beitragszahlungen finanzieren die Pensionspläne. Bei allen neuen US-Pensionsplänen handelt es sich um beitragsorientierte Versorgungspläne, um die Risiken veränderter Kapitalmarktbedingungen und des demografischen Wandels für den Gerresheimer Konzern zu begrenzen. Darüber hinaus werden medizinische Leistungen für Ruheständler, die in den USA ansässig sind, bezuschusst. Im Rahmen dieser Programme wird den Ruheständlern ein bestimmter Prozentsatz der erstattungsfähigen medizinischen Aufwendungen gewährt. Die Fürsorgepläne in den USA wurden geschlossen und die Leistungen festgeschrieben. Dadurch wurde das Risiko ständig steigender Erstattungsbeträge durch den Gerresheimer Konzern begrenzt. Änderungen in den gesetzlichen Rahmenbedingungen können zu Änderungen in den Versorgungsplänen führen.
Die Pensionsrückstellung entwickelte sich wie folgt:
| T EUR | 2019 | 2018 | |
|---|---|---|---|
| Stand 1. Dezember | 155.526 | 158.684 | |
| Inanspruchnahme | -10.872 | -11.857 | |
| Zuführung | 3.842 | 3.142 | |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - | 9.520 | |
| Neubewertung | 16.530 | -5.362 | |
| Währungsumrechnung | 1.210 | 1.399 | |
| Stand 30. November | 166.236 | 155.526 | |
| Davon: Kurzfristig | 12.936 | 13.943 |
Rückstellungen in Höhe von T EUR 122.103 (Vorjahr: T EUR 116.953) resultieren aus verschiedenen Versorgungsplänen und Einzelvereinbarungen bei deutschen Tochterunternehmen, T EUR 44.133 (Vorjahr: T EUR 38.573) beziehen sich auf ausländische Tochterunternehmen und dabei im Wesentlichen auf Tochterunternehmen aus den USA und der Schweiz. Die Rückstellung enthält auch die Verpflichtungen der Tochterunternehmen aus den USA zur teilweisen Übernahme der Krankheitskosten der Mitarbeiter nach Eintritt in den Ruhestand. Die Finanzierung erfolgt überwiegend durch planmäßige Ansammlung von Pensionsrückstellungen in den Gesellschaften. Externe Fonds, die den Anforderungen an ein Planvermögen entsprechen, liegen im Inland sowie im Ausland vor.
Die Berechnung der Pensionsrückstellung und des Planvermögens liegen die folgenden Annahmen zugrunde:
| Rechnungszins | Gehaltstrend | Rententrend | Krankheitskostentrend |
|---|---|---|---|
| Inland | |||
| 30.11.2019 | 0,69 % | 3,25 % | 1,00 % |
| 30.11.2018 | 1,58 % | 3,25 % | 1,00 % |
| Ausland | |||
| 30.11.2019 | 0,00 % | 0,50 % | - |
| 30.11.2018 | 7,01 % | 0,62 % | - |
Die Ermittlung des Rechnungszinses orientiert sich an der Entwicklung von qualitativ hochwertigen Unternehmensanleihen. Bei den inländischen Versorgungsverpflichtungen wurde als biometrische Grundlage für die Bewertung die Richttafel von Prof. Dr. Heubeck RT 2018 G verwendet. Bei den ausländischen Tochterunternehmen wurden aktuelle landesspezifische biometrische Annahmen zugrunde gelegt. Die erwartete Einkommensentwicklung umfasst erwartete Entgelt- und Einkommenssteigerungen.
Der Barwert der Versorgungsverpflichtung hat sich wie folgt entwickelt:
| T EUR | 30.11.2019 | 30.11.2018 | |
|---|---|---|---|
| Stand 1. Dezember | 220.290 | 210.495 | |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 2.188 | 2.530 | |
| Zinsaufwand für Versorgungsansprüche | 4.428 | 4.008 | |
| Mitarbeiterbeiträge | 615 | 714 | |
| Rentenzahlungen | -11.452 | -17.518 | |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | 20.236 | -7.073 | |
| Finanzielle Annahmen | 26.115 | -6.777 | |
| Demografische Annahmen | -1.133 | 341 | |
| Erfahrungsbedingte Annahmen | -4.746 | -637 | |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | - | -2.319 | |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - | 27.077 | |
| Verwaltungskosten | 440 | 361 | |
| Abgeltungen | -14.984 | -1.145 | |
| Währungsumrechnung und übrige Veränderungen | 2.756 | 3.160 | |
| Stand 30. November | 224.517 | 220.290 |
Die Veränderung des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:
| T EUR | 30.11.2019 | 30.11.2018 | |
|---|---|---|---|
| Stand 1. Dezember | 64.764 | 51.811 | |
| Mit dem Rechnungszins kalkulierter Ertrag des Planvermögens | 1.455 | 1.238 | |
| Betrag, um den der tatsächliche den kalkulierten Ertrag des Planvermögens übersteigt | 3.706 | -1.711 | |
| Mitarbeiterbeiträge | 615 | 714 | |
| Arbeitgeberbeiträge | 955 | 1.557 | |
| Rentenzahlungen | -1.535 | -7.218 | |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - | 17.557 | |
| Abgeltungen | -13.225 | -945 | |
| Währungsumrechnung und übrige Veränderungen | 1.546 | 1.761 | |
| Stand 30. November | 58.281 | 64.764 |
Das Planvermögen zur Deckung der Pensionsverpflichtungen setzt sich zum Abschlussstichtag wie folgt zusammen:
| T EUR | 30.11.2019 | 30.11.2018 | 30.11.2019 | 30.11.2018 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Inland | Inland | Ausland | Ausland | ||
| Planvermögen mit Marktpreisnotierung | 5.427 | 5.029 | 45.634 | 42.302 | |
| Aktien (direkt gehalten) | 2.399 | 890 | 16.062 | 13.837 | |
| Festverzinsliche Wertpapiere | 2.996 | 4.106 | 20.465 | 18.013 | |
| Liquidität | 32 | 33 | 723 | 2.555 | |
| Versicherungsverträge | - | - | - | - | |
| Immobilien | - | - | 5.142 | 4.397 | |
| Sonstige | - | - | 3.242 | 3.498 | |
| Planvermögen ohne Marktpreisnotierung | 7.111 | 6.215 | 109 | 11.218 | |
| Versicherungsverträge | 7.038 | 6.139 | 109 | 11.218 | |
| Sonstige | 73 | 76 | - | - | |
| Planvermögen | 12.538 | 11.244 | 45.743 | 53.520 |
Die im nächsten Geschäftsjahr in das Planvermögen einzuzahlenden Beiträge werden auf T EUR 1.577 geschätzt. Die Finanzierung erfolgt im Wesentlichen durch den Arbeitgeber. Die wesentlichen mit Planvermögen finanzierten Pensionspläne bestehen in den USA (T EUR 24.796), in der Schweiz (T EUR 20.566) und in Deutschland (T EUR 12.538). Die Kapitalanlagepolitik dieser Pläne richtet sich innerhalb der aufsichtsrechtlichen Rahmenvorgaben an der Risikostruktur der eingegangenen Verpflichtungen aus.
Der insgesamt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Pensionsaufwand ermittelt sich wie folgt:
| T EUR | 2019 | 2018 | |
|---|---|---|---|
| Laufender Dienstzeitaufwand | 2.188 | 2.530 | |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | - | -2.319 | |
| Abgeltungen | -1759 | -200 | |
| Dienstzeitaufwand | 429 | 11 | |
| Zinsaufwand für Versorgungsansprüche | 4.428 | 4.008 | |
| Kalkulierter Ertrag des Planvermögens | -1.455 | -1.238 | |
| Nettozinsaufwand | 2.973 | 2.770 | |
| Verwaltungskosten | 440 | 361 | |
| 3.842 | 3.142 | ||
| Davon: Aufwand aus Versorgungsansprüchen, für die entsprechende Erstattungsansprüche bestehen | 68 | 66 |
Mit Ausnahme des Nettozinsaufwands werden sämtliche Aufwendungen und Erträge per saldo im Personalaufwand erfasst, der in die Funktionskosten eingeht. Der Nettozinsaufwand ist im Finanzergebnis enthalten. Bei einer Pensionsverpflichtung in Deutschland besteht ein vertraglicher Anspruch auf Erstattung der Rentenzahlungen gegenüber einem konzernfremden Unternehmen.Dieser Erstattungsanspruch erfüllt nicht die Voraussetzung von Planvermögen und kann somit nicht mit den Pensionsverpflichtungen saldiert werden. Der Erstattungsanspruch für Pensionsleistungen ist in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthalten. Wir verweisen auf Angabe (21). Der Gerresheimer Konzern erwartet in den künftigen Jahren folgende Rentenzahlungen:
| Zu erwartende Rentenzahlungen | T EUR | ||
|---|---|---|---|
| 2020 | 12.936 | ||
| 2021 | 12.455 | ||
| 2022 | 12.218 | ||
| 2023 | 12.263 |
Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Versorgungsverpflichtungen liegt in Deutschland bei 12,2 Jahren und im Ausland zwischen 6,3 und 15,1 Jahren. Die wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen zur Bewertung der Pensionsverpflichtungen sind der Rechnungszins sowie der erwartete Gehaltstrend. Zudem enthält die Pensionsrückstellung auch die Verpflichtungen der US-Tochterunternehmen zur teilweisen Übernahme der Krankheitskosten der Mitarbeiter nach Eintritt in den Ruhestand. Bei der Ermittlung der Verpflichtung wurde eine Kostensteigerungsrate von 5,3 % (Vorjahr: 5,7 %) unterstellt, die sich bis zum Jahr 2021 schrittweise auf 5,0 % reduziert.
Die folgenden Sensitivitätsanalysen zeigen, wie die Höhe der leistungsorientierten Verpflichtungen durch mögliche Änderungen der entsprechenden Annahmen beeinflusst worden wäre. Die Berechnungen gehen jeweils von im Übrigen unveränderten Annahmen aus:
| Auswirkung auf den Barwert der Versorgungsansprüche | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Zunahme des Rechnungszinses um 0,5 Prozentpunkte | -13.195 | -12.495 |
| Abnahme des Rechnungszinses um 0,5 Prozentpunkte | 15.501 | 13.906 |
| Zunahme des Gehaltstrends um 0,25 Prozentpunkte | 655 | 768 |
| Abnahme des Gehaltstrends um 0,25 Prozentpunkte | -674 | -775 |
| Zunahme der Krankheitskosten um 1,0 Prozentpunkte | 1.328 | 1.351 |
| Abnahme der Krankheitskosten um 1,0 Prozentpunkte | -1.219 | -1.235 |
Zwischen den oben genannten versicherungsmathematischen Annahmen bestehen Abhängigkeiten. Die Sensitivitätsanalyse berücksichtigt diese Abhängigkeiten nicht.
Der Aufwand für beitragsorientierte Rentenpläne beträgt im Geschäftsjahr T EUR 1.805 (Vorjahr: T EUR 1.403). Beitragsorientierte Rentenpläne liegen im Wesentlichen bei den US-Tochterunternehmen vor. Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland wurden in Höhe von T EUR 13.819 (Vorjahr: T EUR 13.314) geleistet.
(30) Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung (Phantom Stocks)
Die Gesellschaft hat mit sämtlichen aktiven Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen über eine langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung geschlossen. Diese Vereinbarungen sehen vor, dass jedes Vorstandsmitglied in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktienkurs in jedem Jahr der Vorstandstätigkeit eine wertbasierte Zusage erhält. Die Vorstandsmitglieder erhalten einen Zahlungsanspruch für den Fall, dass die Ausübungs- und Zahlungsvoraussetzungen vorliegen. Das Vorstandsmitglied ist berechtigt, nach Ablauf einer Sperrfrist von fünf Jahren innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 24 Monaten eine Zahlung in Höhe der zwischen dem Ausgabezeitpunkt und dem Ausübungszeitpunkt (Laufzeit) eingetretenen, nach dem Börsenkurs bemessenen Wertsteigerung der Gerresheimer Aktie zu verlangen. Voraussetzung für die Auszahlung ist, dass innerhalb der Laufzeit eine Wertsteigerung von mindestens 20 % oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten ist. Die Zielvergütung soll bei Erreichung der Ausübungshürde einer 20 %igen Steigerung des Börsenkurses 40 % des individuellen Festgehaltes je Vorstandsmitglied betragen. Beträgt die Börsenkurssteigerung während der Laufzeit 40 % oder mehr, ist der Wertanspruch der Vorstandsmitglieder auf maximal 80 % des individuellen Festgehaltes begrenzt. Mit dem Ausscheiden des jeweiligen Vorstandsmitgliedes verfallen sämtliche Ansprüche auf die Gewährung weiterer Phantom Stock-Ansprüche ersatz- und entschädigungslos, das gilt auch für das Jahr der vorzeitigen Vertragsbeendigung selbst, falls die Vertragsbeendigung vor dem Ausgabetag dieses Jahres liegen sollte. Bereits ausübbare Phantom Stock-Ansprüche, die innerhalb des Ausübungszeitraums liegen, sowie sämtliche noch nicht fälligen Ansprüche aus bereits ausgegebenen Phantom Stock-Ansprüchen, die innerhalb der Wartezeit liegen, bleiben unberührt und können von dem Berechtigten nach den allgemeinen Maßgaben der Phantom Stock-Vereinbarung ausgeübt werden. Allerdings wird der Phantom Stock-Anspruch für eine bereits ausgegebene Tranche in dem Jahr des Ausscheidens ratierlich gekürzt. Der Ausgabepreis für die Tranche 13 im Geschäftsjahr 2019 beträgt EUR 66,78.
Vor der Billigung des neuen Vergütungssystems durch die Hauptversammlung am 30. April 2015 sahen die Phantom Stock-Vereinbarungen vor, dass jedes Vorstandsmitglied in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktienkurs in jedem Jahr der Vorstandstätigkeit eine bestimmte Anzahl sogenannter Aktienwertsteigerungsrechte (Phantom Stocks) erhielt. Jedes Aktienwertsteigerungsrecht berechtigte das Vorstandsmitglied zum Erhalt einer Zahlung in Abhängigkeit von der Entwicklung des Aktienkurses der Gerresheimer AG. Als Folge einer vereinbarten Erfolgshürde erfolgt die Zahlung nur dann, wenn der Kurs der Aktie der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung den Ausgangswert der jeweiligen Tranche um mindestens 12 % übersteigt oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX im entsprechenden Zeitraum eingetreten ist. Nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren können die Aktienwertsteigerungsrechte innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 16 Monaten (Ausübungszeitraum) ausgeübt werden. Der Vergütungsanspruch entspricht dem Betrag, um den der Aktienkurs im jeweiligen Zeitraum zwischen der Ausgabe der Aktienwertsteigerungsrechte und der Ausübung absolut gestiegen ist. Die Höhe des Vergütungsanspruches ist jedoch für jede Tranche auf den Betrag begrenzt, der 25 % des Ausgangswertes sämtlicher Aktienwertsteigerungsrechte dieser Tranche entspricht. Mit dem Ausscheiden des jeweiligen Vorstandsmitgliedes verfallen alle noch nicht ausgeübten Aktienwertsteigerungsrechte, sofern das Ausscheiden nicht durch Todesfall oder dauernde Erwerbsunfähigkeit eintritt oder die Mitgliedschaft im Vorstand innerhalb der Laufzeit der jeweiligen ausgegebenen Tranche nicht mindestens ein volles Jahr bestand. Sämtliche Ansprüche auf weitere Aktienwertsteigerungsrechte verfallen ebenfalls mit dem Ausscheiden. Die Gesellschaft hat sich das Recht vorbehalten, die Aktienwertsteigerungsrechte gegebenenfalls in Aktien zu erfüllen. Unabhängig davon ist die Begleichung in bar beabsichtigt. Diese Ausführungen betreffen lediglich noch die Tranche 10 eines ehemaligen Vorstandsmitgliedes.
Für die Ermittlung des Optionswertes der Phantom Stocks wird ein anerkanntes Optionspreismodell (Binomialmodell) verwendet. Als Volatilität des Zielwertes werden 29,7 % p. a. (Vorjahr: 25,5 % p. a.) sowie eine Fluktuationsrate der Vorstandsmitglieder von 3,6 % p. a. (Vorjahr: 3,5 % p. a.) zugrunde gelegt. Als risikoloser Zinssatz wird die Rendite von Bundesanleihen mit entsprechender Laufzeit verwendet. Im Übrigen liegen der Bewertung folgende Annahmen zugrunde:
| Mitglieder des Vorstands | Tranche 9 (2015) | Tranche 10 alt (2016) | Tranche 10 (2016) |
|---|---|---|---|
| Ausgabedatum | 22. Mai 2014 | 24. Juni 2011 | 22. Mai 2014/ 9. Februar 2015 |
| Laufzeit bis | 16. Juni 2022 | 31. Oktober 2021 | 10. Juni 2023 |
| Ende der Wartezeit | 16. Juni 2020 | 10. Juni 2020 | 10. Juni 2021 |
| Ausgabewert (in EUR) | 51,89 | 68,87 | 68,87 |
| Zielwert (in EUR) | 62,27 | 77,13 | 82,64 |
| Maximaler Zielwert (in EUR) | 72,65 | 86,09 | 96,42 |
| Anzahl der ausgegebenen Rechte | Zahlungsanspruch | Zahlungsanspruch | Zahlungsanspruch |
| Ausübungsschwelle (in %) | 20 | 12 | 20 |
| Zeitwert (in T EUR) | 616 | 329 | 846 |
| Maximaler Auszahlungsbetrag (in T EUR) | 616 | 861 | 1.120 |
| Mitglieder des Vorstands | Tranche 11 (2017) | Tranche 12 (2018) | Tranche 13 (2019) |
|---|---|---|---|
| Ausgabedatum | 22. Mai 2014/ 9. Februar 2015/ 25. April 2016 | 9. Februar 2015/ 25. April 2016/ 1. Januar 2018 | 1. Januar 2018/ 1. November 2018/ 15. Mai 2019 |
| Laufzeit bis | 9. Juni 2024 | 11. Juni 2025 | 22. Juli 2026 |
| Ende der Wartezeit | 9. Juni 2022 | 11. Juni 2023 | 22. Juli 2024 |
| Ausgabewert (in EUR) | 74,61 | 67,42 | 66,78 |
| Zielwert (in EUR) | 89,53 | 80,90 | 80,14 |
| Maximaler Zielwert (in EUR) | 104,45 | 94,39 | 93,49 |
| Anzahl der ausgegebenen Rechte | Zahlungsanspruch | Zahlungsanspruch | Zahlungsanspruch |
| Ausübungsschwelle (in %) | 20 | 20 | 20 |
| Zeitwert (in T EUR) | 1.138 | 1.162 | 1.117 |
| Maximaler Auszahlungsbetrag (in T EUR) | 1.624 | 1.512 | 1.493 |
Im Zuge des Ausscheidens der beiden Vorstandsmitglieder Herr Beaujean (zum 30. April 2019) und Herr Schütte (zum 28. Februar 2019) haben wir für diese beiden Vorstandsmitglieder den Erdienungszeitraum für die Ansprüche aus dem Phantom Stocks-Programm bis zum Tag ihres Ausscheidens angepasst. Der beizulegende Zeitwert der Tranchen 2020 bis 2022 (Tranchen 14 bis 16) beträgt unter Berücksichtigung der oben genannten Prämissen zum Abschlussstichtag T EUR 2.267.
Der Bestand der Phantom Stocks hat sich wie folgt entwickelt:
| Mitglieder des Vorstands | Tranche 9 alt (2015) | Tranche 10 alt (2016) |
|---|---|---|
| Bestand zum 30. November 2015 | 105.000 | - |
| Zuteilung | - | 50.000 |
| Ausübung | - | - |
| Während der Laufzeit verfallen | - | - |
| Bestand zum 30. November 2016 | 105.000 | 50.000 |
| Zuteilung | - | - |
| Ausübung | - | - |
| Während der Laufzeit verfallen | - | - |
| Bestand zum 30. November 2017 | 105.000 | 50.000 |
| Zuteilung | - | - |
| Ausübung | - | - |
| Während der Laufzeit verfallen | - | - |
| Bestand zum 30. November 2018 | 105.000 | 50.000 |
| Zuteilung | - | - |
| Ausübung | 105.000 | - |
| Während der Laufzeit verfallen | - | - |
| Bestand zum 30. November 2019 | - | 50.000 |
Für die Tranche 9 alt wurde im Geschäftsjahr 2019 ein Betrag in Höhe von T EUR 1.362 an die anspruchsberechtigten Personen gezahlt. Die Rückstellung für das Phantom Stocks-Programm beträgt zum Abschlussstichtag T EUR 4.400 (Vorjahr: T EUR 4.312). Der Aufwand für das Geschäftsjahr 2019 beläuft sich auf T EUR 1.450 (Vorjahr: T EUR 2.563).# (31) Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:
| in T EUR | Stand 01.12.2018 | Veränderung Konsolidierungskreis | Umgliederungen | Inanspruchnahme |
|---|---|---|---|---|
| Steuerrückstellungen | 3.804 | - | - | 3.752 |
| Personalverpflichtungen | 19.245 | - | 83 | 5.892 |
| Gewährleistungen | 8.502 | - | - | 2.759 |
| Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni | 4.558 | - | - | 3.418 |
| Restrukturierungsrückstellungen | 13.622 | - | 83 | 5.161 |
| Sonstige | 6.165 | - | - | 1.258 |
| Sonstige Rückstellungen | 55.896 | - | 166 | 22.240 |
| in T EUR | Auflösung | Zuführung |
|---|---|---|
| Steuerrückstellungen | - | 1.593 |
| Personalverpflichtungen | 969 | 5.247 |
| Gewährleistungen | 2.312 | 4.029 |
| Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni | 153 | 3.371 |
| Restrukturierungsrückstellungen | 456 | 364 |
| Sonstige | 819 | 2.877 |
| Sonstige Rückstellungen | 4.709 | 17.481 |
| in T EUR | Stand 30.11.2019 | Davon kurzfristig | Davon langfristig |
|---|---|---|---|
| Steuerrückstellungen | 12 | 1.657 | - |
| Personalverpflichtungen | 192 | 17.740 | 9.382 |
| Gewährleistungen | 86 | 7.546 | 7.290 |
| Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni | 36 | 4.394 | - |
| Restrukturierungsrückstellungen | 106 | 8.558 | 5.966 |
| Sonstige | 1 | 6.966 | 6.643 |
| Sonstige Rückstellungen | 433 | 46.861 | 35.332 |
| in T EUR | Stand 01.12.2017 | Veränderung Konsolidierungskreis | Umgliederungen | Inanspruchnahme |
|---|---|---|---|---|
| Steuerrückstellungen | 3.081 | 44 | - | 354 |
| Personalverpflichtungen | 19.837 | - | - | 6.752 |
| Gewährleistungen | 9.608 | - | 342 | 3.458 |
| Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni | 3.227 | - | 393 | 1.821 |
| Restrukturierungsrückstellungen | 4.387 | - | - | 1.033 |
| Sonstige | 5.264 | 689 | 51 | 1.638 |
| Sonstige Rückstellungen | 45.404 | 733 | 786 | 15.056 |
| in T EUR | Auflösung | Zuführung |
|---|---|---|
| Steuerrückstellungen | 710 | 1.734 |
| Personalverpflichtungen | 1.760 | 7.702 |
| Gewährleistungen | 2.853 | 5.506 |
| Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni | 685 | 3.486 |
| Restrukturierungsrückstellungen | 485 | 10.622 |
| Sonstige | 197 | 2.135 |
| Sonstige Rückstellungen | 6.690 | 31.185 |
| in T EUR | Stand 30.11.2018 | Davon kurzfristig | Davon langfristig |
|---|---|---|---|
| Steuerrückstellungen | 9 | 3.804 | - |
| Personalverpflichtungen | 218 | 19.245 | 11.508 |
| Gewährleistungen | 41 | 8.502 | 8.378 |
| Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni | -42 | 4.558 | 4.316 |
| Restrukturierungsrückstellungen | 131 | 13.622 | 11.130 |
| Sonstige | -37 | 6.165 | 5.815 |
| Sonstige Rückstellungen | 320 | 55.896 | 44.951 |
Die Rückstellungen für Personalverpflichtungen umfassen insbesondere Verpflichtungen aus dem Phantom Stocks-Programm, aus einem Gruppenkrankenversicherungsprogramm bei den US-Tochterunternehmen und aus Jubiläums- und Altersteilzeitvereinbarungen.
Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden aufgrund gesetzlicher Vorschriften bzw. einzelvertraglicher Vereinbarungen gebildet und betreffen Gewährleistungszusagen für Produkte und die Verpflichtung des Konzerns, fehlerhafte Produkte im Rahmen von zugesagten Garantien zu ersetzen. Der Rückstellungshöhe liegt die beste Einschätzung des Managements zugrunde. Die Einschätzung wurde auf Basis historischer Erfahrungswerte und Gewährleistungsdaten ähnlicher Produkte getroffen und kann aufgrund von geänderten Produktionsprozessen oder sonstigen die Produktqualität beeinflussenden Faktoren schwanken.
Die Rückstellungen für Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni betreffen noch zu gewährende Vergütungen, die sich auf vor dem Abschlussstichtag realisierte Umsatzerlöse beziehen.
Die Restrukturierungsrückstellungen enthalten im Wesentlichen zwei Sachverhalte, welche bereits in früheren Perioden begonnen wurden. Zum einen beinhaltet diese Rückstellung eine Anpassung der personellen Ressourcen im Geschäftsbereich Plastics & Devices. Zum anderen ist in dieser Position eine Rückstellung aus einer Werkschließung im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass enthalten. Die Restrukturierungsrückstellungen zum Ende der Berichtsperiode von T EUR 8.558 (Vorjahr: T EUR 13.622) beruhen auf abschließend definierten Plänen.
Bei den Tochterunternehmen Gerresheimer Group GmbH und GERRESHEIMER GLAS GmbH waren zwei Spruchstellenverfahren anhängig, welche im Geschäftsjahr 2017 rechtskräftig entschieden wurden. Allerdings sind die Verfahren noch nicht vollständig abgewickelt, daher sind die erwarteten Aufwendungen und Auszahlungen für diese Verfahren in der Position "Sonstige" in den Rückstellungen berücksichtigt.
Des Weiteren sind in der Position "Sonstige" erwartete Aufwendungen für eine Vielzahl von Einzelsachverhalten enthalten, die jeweils von untergeordneter Bedeutung sind.
Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen betragen T EUR 300 (Vorjahr: T EUR 153).
Zahlungsmittelabflüsse aus den Rückstellungen werden voraussichtlich mit T EUR 35.332 (Vorjahr: T EUR 44.951) innerhalb eines Jahres, mit T EUR 11.529 (Vorjahr: T EUR 10.945) nach einem bis fünf Jahren und mit T EUR 0 (Vorjahr: T EUR 0) nach mehr als fünf Jahren erfolgen.
(32) Finanzielle Verbindlichkeiten
Die finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| in T EUR | 30.11.2019 | 30.11.2018 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Total | Davon kurzfristig | Davon langfristig | Total | Davon kurzfristig | Davon langfristig | |
| Schuldscheindarlehen | 674.293 | 189.429 | 484.864 | 674.046 | - | 674.046 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 341.766 | 337.461 | 4.305 | 283.270 | 283.270 | - |
| unbesichert | 341.766 | 337.461 | 4.305 | 283.270 | 283.270 | - |
| Derivative Finanzinstrumente | 789 | 789 | - | 1.346 | 1.346 | - |
| Sonstige | 11.886 | 2.881 | 9.005 | 182.438 | 105.067 | 77.371 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.028.734 | 530.560 | 498.174 | 1.141.100 | 389.683 | 751.417 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 221.489 | 221.454 | 35 | 207.402 | 207.282 | 120 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 1.250.223 | 752.014 | 498.209 | 1.348.502 | 596.965 | 751.537 |
Zur näheren Erläuterung der derivativen Finanzinstrumente verweisen wir auf Angabe (35).
Aus der folgenden Tabelle gehen die Laufzeiten, Zinssätze und beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen sowie der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hervor:
30.11.2019
| Währung in Tausend | Betrag | Fällig bis Jahr | Zinssatz in % p. a. | Buchwert in EUR | Zeitwert in EUR |
|---|---|---|---|---|---|
| Schuldscheindarlehen | |||||
| EUR | 169.500 | 2020 | 1) 0,98 | 169.500 | 169.500 |
| EUR | 20.000 | 2020 | 1) 0,75 2) | 20.000 | 20.000 |
| EUR | 160.000 | 2022 | 1) 1,44 | 160.000 | 160.000 |
| EUR | 50.000 | 2022 | 1) 0,95 2) | 50.000 | 50.000 |
| EUR | 25.500 | 2025 | 1) 2,04 | 25.500 | 25.500 |
| EUR | 90.000 | 2022 | 1) 0,82 | 90.000 | 90.000 |
| EUR | 5.500 | 2022 | 1) 0,60 2) | 5.500 | 5.500 |
| EUR | 104.500 | 2024 | 1) 1,25 | 104.500 | 104.500 |
| EUR | 4.500 | 2024 | 1) 0,75 2) | 4.500 | 4.500 |
| EUR | 45.500 | 2027 | 1) 1,72 | 45.500 | 45.500 |
| Abgegrenzte Bereitstellungsgebühren | -707 | 2020 - 2027 | 1) 0,60 - 2,04 | -707 | -707 |
| Summe Schuldscheindarlehen | 674.293 | 674.293 | 674.293 | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | |||||
| PLN | 63.858 | 2020 | 1,97 - 2,28 4) | 14.787 | 14.787 |
| EUR | 320.671 | 2020 | 0,27 - 1,55 | 320.671 | 320.671 |
| BRL | 20.000 | 2021 | 6,05 - 6,58 4) | 4.305 | 4.305 |
| INR | 274.399 | 3) | 9,45 - 9,85 4) | 3.487 | 3.487 |
| Abgegrenzte Bereitstellungsgebühren | -1.320 | 2024 | - | -1.320 | -1.320 |
| USD | -180 | 2024 | - | -164 | -164 |
| Summe Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 341.766 | 341.766 | 341.766 | ||
| Gesamt | 1.016.059 | 1.016.059 | 1.016.059 |
30.11.2018
| Währung in Tausend | Betrag | Fällig bis Jahr | Zinssatz in % p. a. | Buchwert in EUR | Zeitwert in EUR |
|---|---|---|---|---|---|
| Schuldscheindarlehen | |||||
| EUR | 169.500 | 2020 | 1) 0,98 | 169.500 | 169.500 |
| EUR | 20.000 | 2020 | 1) 0,75 2) | 20.000 | 20.000 |
| EUR | 160.000 | 2022 | 1) 1,44 | 160.000 | 160.000 |
| EUR | 50.000 | 2022 | 1) 0,95 2) | 50.000 | 50.000 |
| EUR | 25.500 | 2025 | 1) 2,04 | 25.500 | 25.500 |
| EUR | 90.000 | 2022 | 1) 0,82 | 90.000 | 90.000 |
| EUR | 5.500 | 2022 | 1) 0,60 2) | 5.500 | 5.500 |
| EUR | 104.500 | 2024 | 1) 1,25 | 104.500 | 104.500 |
| EUR | 4.500 | 2024 | 1) 0,75 2) | 4.500 | 4.500 |
| EUR | 45.500 | 2027 | 1) 1,72 | 45.500 | 45.500 |
| Abgegrenzte Bereitstellungsgebühren | -954 | 2020 - 2027 | 1) 0,60 - 2,04 | -954 | -954 |
| Summe Schuldscheindarlehen | 674.046 | 674.046 | 674.046 | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | |||||
| USD | 214.346 | 2019 | 3,64 - 7,00 4) | 188.701 | 188.701 |
| PLN | 53.274 | 2019 | 1,98 - 2,29 4) | 12.418 | 12.418 |
| EUR | 80.164 | 2019 | 2) 0,20 - 1,30 | 80.164 | 80.164 |
| ARS | 2.081 | 2019 | 22,50 - 30,00 4) | 49 | 49 |
| INR | 229.307 | 3) | 9,30 - 9,35 4) | 2.900 | 2.900 |
| Abgegrenzte Bereitstellungsgebühren | -620 | 2020 | - | -620 | -620 |
| USD | -389 | 2020 | - | -342 | -342 |
| Summe Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 283.270 | 283.270 | 283.270 | ||
| Gesamt | 957.316 | 957.316 | 957.316 |
1) Endfällig.
2) Bei diesen Positionen handelt es sich um variable Verzinsung, jedoch wird hier nur die Marge dargestellt, da der EURIBOR zum Abschlussstichtag negativ valutiert.
3) Betriebsmittelkreditlinie, Laufzeit bis auf Weiteres.
4) Bei diesen Positionen handelt es sich um variable Verzinsung. Bei den ausgewiesenen Zinssätzen handelt es sich um die am Abschlussstichtag gültigen Zinssätze.
Im Rahmen der Refinanzierung des Konsortialkredites wurde am 26. September 2019 ein revolvierendes Darlehen über T EUR 550.000 unterzeichnet mit fünfjähriger Laufzeit zuzüglich zweier Verlängerungsoptionen von jeweils einem Jahr. Zum Abschlussstichtag war das revolvierende Darlehen in Höhe von T EUR 302.318 zuzüglich genutzter Nebenkreditlinien von T EUR 16.456 in Anspruch genommen. Dieses ist in der obigen Tabelle in den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten.
Die in der Tabelle aufgeführten Schuldscheindarlehen setzen sich zum 30. November 2019 aus einem Schuldscheindarlehen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren in Höhe von insgesamt T EUR 425.000, welches zum 10. November 2015 begeben wurde, sowie einem am 27. September 2017 begebenen Schuldscheindarlehen mit Laufzeiten von ebenfalls fünf, sieben und zehn Jahren mit einem Gesamtvolumen von T EUR 250.000 zusammen.
Die Position "Sonstige" in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthält unter anderem Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing, Ratenkäufen sowie Verbindlichkeiten aus abgegrenzten Zinsen. Zu den Leasingvereinbarungen verweisen wir auf Angabe (34).
(33) Sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| in T EUR | 30.11.2019 | 30.11.2018 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Total | Davon kurzfristig | Davon langfristig | Total | Davon kurzfristig | Davon langfristig | |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | - | - | - | 34.927 | 34.507 | 420 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern | 9.904 | 9.904 | - | 9.677 | 9.677 | - |
| Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit | 5.197 | 5.197 | - | 5.636 | 5.636 | - |
| Sonstige | 62.786 | 60.845 | 1.941 | 57.882 | 57.799 | 83 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 77.887 | 75.946 | 1.941 | 108.122 | 107.619 | 503 |
Seit dem 1.# (34) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die nicht bilanzierten sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:
| 30.11.2019 | 30.11.2018 | |
|---|---|---|
| Verpflichtungen aus Miet- und Operating-Leasingverträgen | 39.273 | 37.905 |
| Bestellobligo aus Investitionen | 26.636 | 26.943 |
| Andere finanzielle Verpflichtungen | 10.274 | 7.703 |
| Sonstige finanzielle Verpflichtungen | 76.183 | 72.551 |
Die Verpflichtungen aus Miet- und Operating-Leasingverträgen betreffen im Wesentlichen technische Anlagen sowie betrieblich genutzte Grundstücke und Gebäude. Die Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing und aus Miet- und Operating-Leasingverträgen werden wie folgt fällig:
| Finanzierungsleasing | Miet- und Operating- Leasingverträge | |
|---|---|---|
| Mindestleasingzahlungen | Zinsanteil | |
| 30.11.2019 | ||
| Fällig innerhalb 1 Jahres | 987 | 266 |
| Fällig nach 1 bis 5 Jahren | 3.936 | 883 |
| Fällig nach 5 Jahren | 6.297 | 1.459 |
| 30.11.2019 | 11.220 | 2.608 |
| 30.11.2018 | ||
| Fällig innerhalb 1 Jahres | 4.300 | 216 |
| Fällig nach 1 bis 5 Jahren | 2.349 | 605 |
| Fällig nach 5 Jahren | 2.235 | 316 |
| 30.11.2018 | 8.884 | 1.137 |
Im Geschäftsjahr 2019 sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Aufwendungen aus Miet- und Operating-Leasingverträgen in Höhe von T EUR 14.412 (Vorjahr: T EUR 13.647) enthalten.
(35) Berichterstattung zu Kapitalmanagement und Finanzinstrumenten
Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen im Wesentlichen in der Aufrechterhaltung und Sicherstellung einer optimalen Kapitalstruktur zur Reduzierung der Kapitalkosten, in der Sicherstellung ausreichender liquider Mittel und im aktiven Management des Nettoumlaufvermögens. Die Nettofinanz-schulden betragen zum 30. November 2019 T EUR 942.721 (Vorjahr: T EUR 886.409), das Net Working Capital beläuft sich auf T EUR 182.980 (Vorjahr: T EUR 202.692). Das Risikomanagementsystem des Gerresheimer Konzerns für das Kreditrisiko, das Liquiditätsrisiko und einzelne Marktrisiken, insbesondere Zinsrisiken, Währungsrisiken und sonstige Preisrisiken, wird einschließlich seiner Ziele, Methoden, Prozesse und dessen Maßnahmen zur Überwachung der einzuhaltenden Covenants im Chancen- und Risikobericht des Konzern-Lageberichts dargestellt. Zusätzliche Erläuterungen enthält Angabe (6).
Information zu den Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien
Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten für jede Bewertungskategorie von Finanzinstrumenten dar und leitet sie auf die entsprechenden Bilanzpositionen über:
30.11.2019
| Buchwert | Nachrichtlich: beizulegender Zeitwert | Buchwert | Buchwert laut Bilanz | |
|---|---|---|---|---|
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 224.170 | 224.170 | - | 224.170 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 18.437 | 18.437 | 4.017 | 22.454 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 85.831 | 85.831 | - | 85.831 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 328.438 | 328.438 | 4.017 | 332.455 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | ||||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.027.945 | 1.027.945 | 789 | 1.028.734 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 221.489 | 221.489 | - | 221.489 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 1.249.434 | 1.249.434 | 789 | 1.250.223 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 224.170 | 224.170 | - | 224.170 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 18.437 | 18.437 | 4.017 | 22.454 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 85.831 | 85.831 | - | 85.831 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 328.438 | 328.438 | 4.017 | 332.455 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | ||||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.027.945 | 1.027.945 | 789 | 1.028.734 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 221.489 | 221.489 | - | 221.489 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 1.249.434 | 1.249.434 | 789 | 1.250.223 |
30.11.2018
| Buchwert | Nachrichtlich: beizulegender Zeitwert | Buchwert | Buchwert laut Bilanz | |
|---|---|---|---|---|
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 217.920 | 217.920 | - | 217.920 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 21.430 | 21.030 | 278 | 21.708 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 80.570 | 80.570 | - | 80.570 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 319.920 | 319.520 | 278 | 320.198 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | ||||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 991.223 | 991.223 | 149.877 | 1.141.100 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 207.402 | 207.402 | - | 207.402 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | 1.198.625 | 1.198.625 | 149.877 | 1.348.502 |
1) Zusätzlich werden in der Konzern-Bilanz T EUR 55.611 Forderungen aus Fertigungsaufträgen ausgewiesen.
2) In Ermangelung eines verlässlich schätzbaren Marktwertes wird auf die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert für die mit T EUR 400 bilanzierten Beteiligungen verzichtet. Den Bewertungsmaßstab bilden die Anschaffungskosten.
In den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing enthalten, bei denen die Konzernunternehmen Leasingnehmer sind. Zum 30. November 2019 belaufen sich diese Verbindlichkeiten auf T EUR 8.612 (Vorjahr: T EUR 7.747). Der beizulegende Zeitwert von Forderungen, Krediten und Verbindlichkeiten wird als Barwert der zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse oder -abflüsse ermittelt. Die Abzinsung erfolgt mit einem Zinssatz, der der jeweiligen Restlaufzeit des Postens und der Bonität des Schuldners am Abschlussstichtag Rechnung trägt. Aufgrund der überwiegend kurzfristigen Laufzeiten weichen die beizulegenden Zeitwerte der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen finanziellen Vermögenswerte und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nicht signifikant von den Buchwerten ab.
Informationen zu beizulegenden Zeitwerten
Nach Art der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten sind drei Hierarchiestufen zu unterscheiden. Die Zuordnung der beizulegenden Zeitwerte zu den einzelnen Hierarchiestufen überprüft Gerresheimer jeweils zum Ende einer Berichtsperiode.
- Stufe 1: Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen an aktiven Märkten bestimmt.
- Stufe 2: Besteht kein aktiver Markt für einen finanziellen Vermögenswert oder eine finanzielle Verbindlichkeit, basiert die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte auf Bewertungsmodellen. Die der Stufe 2 zuzurechnenden beizulegenden Zeitwerte wurden anhand von Preisen in jüngsten Geschäftsvorfällen mit vertragswilligen und unabhängigen Vertragspartnern oder unter Verwendung von Bewertungsmethoden bestimmt, die ausschließlich unmittelbar oder mittelbar beobachtbare Inputfaktoren berücksichtigen.
- Stufe 3: Die Bewertungen der beizulegenden Zeitwerte beruhen auf Modellen, in die am Markt nicht beobachtbare Inputfaktoren eingehen, die das Bewertungsergebnis signifikant beeinflussen.
30.11.2019
| Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Total | |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet" | ||||
| Beteiligungen | - | 3.251 | - | 3.251 |
| Wertpapiere | 73 | - | - | 73 |
| Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn und Verlust bewertet" | ||||
| Beteiligungen | - | 499 | - | 499 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte | 194 | - | - | 194 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertet | 73 | 3.944 | - | 4.017 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" | ||||
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | - | 789 | - | 789 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertet | - | 789 | - | 789 |
30.11.2018
| Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Total | |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" | ||||
| Wertpapiere | 74 | - | - | 74 |
| Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" | ||||
| Derivative finanzielle Vermögenswerte | - | 204 | - | 204 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertet | 74 | 204 | - | 278 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" | ||||
| Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten | - | - | 148.531 | 148.531 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | - | 1.346 | - | 1.346 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertet | - | 1.346 | 148.531 | 149.877 |
Die Entwicklung der beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten der Stufe 3 geht aus der nachfolgenden Tabelle hervor:
| 30.11.2018 | 30.11.2019 | |
|---|---|---|
| Nettobuchwert | -148.531 | - |
| Ergebniswirksam erfasste Gewinne/Verluste (-) | 129.801 | - |
| Zahlung von Verbindlichkeiten (+) | 18.730 | - |
| Nettobuchwert | - | - |
Im Geschäftsjahr 2019 hat Gerresheimer bedingte Kaufpreisbestandteile aus dem Erwerb der Sensile Medical in Höhe von T EUR 18.730 gezahlt und in Höhe von T EUR 129.801 ergebniswirksam ausgebucht. Diese Ausbuchung resultierte aus unerwarteten kundenseitigen Kündigungen von Projekten zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen und zur Behandlung von Diabetes sowie aus Projektverzögerungen.Die aus der Ausbuchung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten resultierenden ergebniswirksamen Veränderungen wurden in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.
Fälligkeitsanalyse
Der Konzern überwacht fortlaufend das Risiko eines Liquiditätsengpasses. Zum 30. November 2019 weisen die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns nachfolgend dargestellte Fälligkeiten auf. Die Angaben erfolgen auf Basis der vertraglichen, nicht abgezinsten Zahlungen.
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| in T EUR | Fällig oder in 1 Monat fällig | 1 bis 3 Monate | 3 bis 12 Monate | 1 bis 5 Jahre | Über 5 Jahre | Total |
| :-------------------------------------------- | :---------------------------- | :------------- | :-------------- | :------------ | :----------- | :------ |
| Schuldscheindarlehen | - | - | 189.500 | 305.500 | 180.000 | 675.000 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 338.194 | 300 | 451 | 4.305 | - | 343.250 |
| Zinszahlungen auf Schuldscheindarlehen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 394 | 287 | 8.140 | 17.746 | 2.868 | 29.435 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 143.535 | 68.008 | 9.911 | 35 | - | 221.489 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 109 | 203 | 675 | 3.936 | 6.297 | 11.220 |
| Verbindlichkeiten aus Ratenkäufen | 52 | 140 | 472 | 1.025 | - | 1.689 |
| Sonstige | 105 | - | 10 | 88 | - | 203 |
| Total | 482.389 | 68.938 | 209.159 | 332.635 | 189.165 | 1.282.286 |
scroll
| in T EUR | Fällig oder in 1 Monat fällig | 1 bis 3 Monate | 3 bis 12 Monate | 1 bis 5 Jahre | Über 5 Jahre | Total |
| :-------------------------------------------- | :---------------------------- | :------------- | :-------------- | :------------ | :----------- | :------ |
| Schuldscheindarlehen | - | - | - | 495.000 | 180.000 | 675.000 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 283.173 | 619 | 440 | - | - | 284.232 |
| Zinszahlungen auf Schuldscheindarlehen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 614 | 7 | 8.031 | 26.025 | 2.899 | 37.576 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 154.405 | 49.155 | 3.722 | 120 | - | 207.402 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 82 | 207 | 4.011 | 2.349 | 2.235 | 8.884 |
| Sonstige | 24.769 | - | 74.930 | 73.709 | - | 173.408 |
| Total | 463.043 | 49.988 | 91.134 | 597.203 | 185.134 | 1.386.502 |
Die zum 30. November 2019 bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von T EUR 343.250 enthalten T EUR 302.318 (Vorjahr: T EUR 264.397) Ziehungen aus dem revolvierenden Darlehen zuzüglich genutzter Nebenkreditlinien von T EUR 16.456. Die Ziehungen sind vollständig unter der Position "Fällig oder in 1 Monat fällig" ausgewiesen.
Sicherungsbeziehungen
Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Im Rahmen eines konzernweiten Finanzrisikomanagements werden die finanziellen Risiken des Konzerns zentral überwacht. Identifizierte Risikopotenziale werden nach klar definierten Richtlinien durch geeignete Sicherungsmaßnahmen gesteuert. Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über die zum Geschäftsjahresende bestehenden Sicherungsgeschäfte:
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| | 30.11.2019 | 30.11.2018 |
| :------------------------------------------ | :----------- | :----------- |
| in T EUR | | |
| Währungskurssicherung | | |
| Nominalwert (brutto) | 136.020 1) | 130.874 1) |
| Marktwert (netto) | -595 | -1.142 |
| Restlaufzeit | 05/2020 | 05/2019 |
| Buchwert (zugrundeliegende Vermögenswerte) | 45.212 | 37.007 |
| Buchwert (zugrundeliegende Schulden) | 2.642 | 3.955 |
1) Hierin sind auch Devisentermingeschäfte für Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Gesellschaften in Höhe von T EUR 82.802 (Vorjahr: T EUR 89.912) enthalten, die im Rahmen der Konsolidierung eliminiert worden sind.
Die derivativen Finanzinstrumente sind grundsätzlich mit ihren von Kreditinstituten ermittelten Marktwerten bewertet. Als Sicherungsinstrumente stehen sie generell in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit operativen Grundgeschäften.
Absicherung von Währungsrisiken
Zur Sicherung von Währungsrisiken, die sich aus Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung ergeben, hat der Gerresheimer Konzern im Geschäftsjahr 2019 entsprechend der konzerninternen Finanzrichtlinie Devisentermingeschäfte und Devisenswaps eingesetzt. Als Risikoexposure kommen im Rahmen des Währungsmanagements nur Transaktionsrisiken in Betracht. Die zur Absicherung gegen Währungsrisiken eingesetzten Währungsderivate hat Gerresheimer aufgrund ihrer kurzen Laufzeit nicht als Sicherungsinstrumente designiert. Änderungen ihres beizulegenden Zeitwertes werden nach den allgemeinen Regeln der Derivatebilanzierung erfolgswirksam verbucht. Im Geschäftsjahr 2019 sind in Höhe von T EUR 4.862 Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten (Vorjahr: Verluste T EUR 7.080) im Konzernergebnis enthalten.
Sensitivitätsanalysen
Zinsänderungsrisiken werden mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Nachfolgend wird die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Ertragsteuern gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderung der Zinssätze aufgezeigt. Den Zinssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zugrunde: Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Konzernergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Da im Gerresheimer Konzern alle originären Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, ergeben sich aus diesen Finanzinstrumenten bei Zinsänderungen keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis. Wenn das Marktzinsniveau zum 30. November 2019 um 100 Basispunkte höher bzw. um 100 Basispunkte niedriger (Vorjahr: um 100 Basispunkte höher bzw. um 100 Basispunkte niedriger) gewesen wäre, so wäre das Konzernergebnis vor Ertragsteuern um T EUR 2.371 niedriger bzw. T EUR 53 höher gewesen (Vorjahr: T EUR 2.762 niedriger bzw. T EUR 2.762 höher).
Nachfolgend wird die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Ertragsteuern (aufgrund der Änderung von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden) gegenüber nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderungen dargestellt. Wenn der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum 30. November 2019 um 10 % gestiegen (gesunken) wäre, dann hätte sich das Konzernergebnis vor Ertragsteuern um T EUR 314 verschlechtert bzw. um T EUR 388 verbessert (Vorjahr bei gleichen Sensitivitäten: um T EUR 75 verschlechtert bzw. um T EUR 199 verbessert).
Sonstige Erläuterungen
(36) Segmentberichterstattung
Nach dem Management Approach orientiert sich die Segmentberichterstattung am internen Berichtswesen. Die Ressourcenallokation und die Bewertung der Ertragskraft der Geschäftssegmente werden im Gerresheimer Konzern durch den Vorstand der Gerresheimer AG als Hauptentscheidungsträger wahrgenommen. Die Abgrenzung der Segmente und der Regionen sowie die aufgeführten Kennzahlen stimmen mit dem internen Steuerungs- und Berichtswesen überein. Der Gerresheimer Konzern wird über die strategischen Geschäftseinheiten in Form von Geschäftsbereichen gesteuert. Diese werden nach ihren spezifischen Herstellungstechnologien und Materialien, die wir für unsere Produkte verwenden, zu berichtspflichtigen Segmenten zusammengefasst. Der Gerresheimer Konzern untergliedert sich in die drei berichtspflichtigen Geschäftsbereiche Plastics & Devices, Primary Packaging Glass und Advanced Technologies.
Plastics & Devices
Unser Produktportfolio im Geschäftsbereich Plastics & Devices umfasst komplexe kundenspezifische Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten. Dazu zählen Insulin-Pens, Inhalatoren oder vorfüllbare Spritzen. Darüber hinaus gehören zu diesem Bereich Produkte für die Diagnostik und Medizintechnik wie Stechhilfen und Testsysteme sowie pharmazeutische Kunststoffbehälter für flüssige und feste Medikamente mit Verschluss- und Sicherheitssystemen. Wir entwickeln und produzieren komplexe Systeme und Systemkomponenten aus Kunststoff im Rahmen individueller Projektgeschäfte. Unsere Zielgruppe umfasst Kunden aus der Pharmaindustrie, der Diagnostik und der Medizintechnik. Diesen Kunden bieten wir individuelle Serviceleistungen an und decken damit sämtliche Stufen der Wertschöpfungskette ab. Das Produktspektrum unserer medizinischen Kunststoffsysteme reicht von Inhalatoren für die gezielte Behandlung von Atemwegserkrankungen über Lanzetten und Insulin-Pen-Systeme für Diabetiker, Produkte für Medizintechnik bis hin zu den unterschiedlichsten Testsystemen und Einmalprodukten für die Labor- und Molekulardiagnostik. Daneben umfasst der Geschäftsbereich Plastics & Devices Systemverpackungen aus Kunststoff, die für flüssige und feste Medikamente eingesetzt werden können. Zu unserer breiten Palette hochwertiger Primärverpackungen für Arzneimittel zählen Applikations- und Dosiersysteme wie Augentropfen- oder Nasensprayfläschchen sowie Spezialbehälter für Tabletten und Pulver. Überdies beinhaltet unser Sortiment multifunktionale Verschlusssysteme mit Originalitätssicherungen, kindersicheren und seniorengerechten Applikationen sowie integrierten Feuchtigkeitsabsorbern. In den USA ist der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente von dem sogenannten "pour-and-count"-System geprägt. Die in der Verschreibung genannte genaue Menge der oral einzunehmenden Medikamente wird speziell für den einzelnen Patienten in den Apotheken in Kunststoffverpackungen abgefüllt. Auch für dieses Marktsegment haben wir ein starkes Produktportfolio und beliefern landesweite und regionale Apothekenketten, Supermärkte und Großhändler.
Primary Packaging Glass
Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass produzieren wir Primärverpackungen aus Glas für Medikamente und Kosmetik. Dazu zählen Pharmagläser, Ampullen, Injektionsfläschchen, Karpulen, Parfümflakons und Cremetiegel sowie spezielle Gläser für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie. Für die pharmazeutische Industrie umfasst unser Angebot vielfältige Primäverpackungen aus Glas. Zu den Produkten aus Behälterglas gehören Injektions-, Infusions-, Tropf- und Sirupflaschen in mannigfaltigen markt- und bedarfsgerechten Ausführungen. Zudem produzieren wir aus Borosilikatglas-Röhren hochwertige Spezialprodukte wie Injektionsfläschchen, Ampullen und Karpulen. So bieten wir eine praktisch lückenlose Weiß- und Braunglaspalette aus Behälter- und Röhrenglas für Pharmaverpackungen an. Unser Produktportfolio für die Kosmetikindustrie umfasst hochwertige Glasverpackungen wie Fläschchen und Gläser für Parfüms, Deodorants, Hautpflege- oder Wellnessprodukte. Wir stellen Produkte aus Klar-, Farb- und Opalglas her.# Hierfür verfügen wir über vielfältige Technologien zur Form- und Farbgebung, zum Bedrucken sowie zur exklusiven Veredelung. Für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie bieten wir sowohl standardisierte als auch kundenspezifische Fläschchen, Flaschen, Gläschen und Gläser, die unter anderem für flüssige Nahrungsmittel oder Kleinspirituosen genutzt werden, an. Unser Produktionsspektrum umfasst verschiedene Variationen, wie Braun-, Weiß-, Farb- oder Opalglas, diverse Formvarianten und zahlreiche Möglichkeiten der Veredelung.
Advanced Technologies
Im Geschäftsbereich Advanced Technologies geht es um die Entwicklung und Produktion von intelligenten Systemen zur Verabreichung von Arzneimitteln. Das Schweizer Technologie-Unternehmen Sensile Medical bildet das Fundament des Geschäftsbereiches. Für Pharma- und Biotech-Unternehmen werden Drug-Delivery-Systeme mit digitalen und elektronischen State-of-the-Art-Technologien angeboten. Aktuell umfasst das Portfolio patentierte Mikropumpen, etwa für die Selbstbehandlung bei Parkinson oder Herzinsuffizienz. Darüber hinaus erfolgt bei der respimetrix GmbH die Entwicklung einer Plattform zur genauen Inhalationsmessung.
Die Auswirkungen von konzerninternen Dienstleistungen der Gerresheimer AG, Konsolidierungsmaßnahmen und Überleitungen zwischen den Segmenten werden in der Segmentberichterstattung in der Spalte "Zentralstellen/Konsolidierung" dargestellt. Den Bewertungsgrundsätzen für die Segmentberichterstattung liegen die im Konzernabschluss verwendeten IFRS zugrunde. Die Leistungen der Segmente werden anhand folgender Kriterien beurteilt und ermittelt:
- Die Umsatzerlöse zwischen den Segmenten werden anhand marktorientierter Konditionen wie unter fremden Dritten festgelegt. Umsatzerlöse mit wesentlichen Kunden, die mehr als 10 % der Umsatzerlöse des Gerresheimer Konzerns erzielen, bestanden weder für das Geschäftsjahr 2019 noch für das Vorjahr.
- Das Adjusted EBITDA stellt eine Kennzahl dar, die nicht nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften definiert ist, für den Gerresheimer Konzern jedoch eine wichtige Steuerungsgröße darstellt. Das Adjusted EBITDA ist das Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen, Abschreibungen, Wertminderungen, Restrukturierungsaufwendungen sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen.
- Das Net Working Capital definiert sich aus den Bilanzgrößen Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten sowie geleisteter Anzahlungen, abzüglich Vertragsverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
- Der Operating Cash Flow als interne Steuerungsgröße ermittelt sich ausgehend vom Adjusted EBITDA, von der Veränderung des Net Working Capitals zu konstanten Wechselkursen und den Investitionen, korrigiert um Zugänge aus Finanzierungsleasing.
- Die Investitionen umfassen alle zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bewerteten Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.
- Die langfristigen Vermögenswerte enthalten keine Finanzinstrumente, latenten Steuern, Leistungen nach Beendigung der Arbeitsverhältnisse und Rechte aus Versicherungsverträgen.
Im Folgenden werden die von der Gerresheimer AG zur Beurteilung der Leistung der Segmente herangezogenen Steuerungsgrößen und darüber hinausgehende Kennziffern nach Regionen dargestellt:
Segmentdaten nach Bereichen
| Plastics & Devices | Primary Packaging Glass | Advanced Technologies | |
|---|---|---|---|
| in T EUR | 2019 2018 | 2019 2018 | 2019 2018 |
| Währungsbereinigte Umsatzerlöse des Segmentes 2) | 753.077 753.570 | 624.665 608.726 | 6.439 12.860 |
| Währungseffekte | 5.223 -2.233 | 6.821 -3.496 | - - |
| Umsatzerlöse des Segmentes | 758.300 751.337 | 631.486 605.230 | 6.439 12.860 |
| Innenumsatzerlöse | -3.970 -1.615 | - -82 | - - |
| Umsatzerlöse mit Dritten | 754.330 749.722 | 631.486 605.148 | 6.439 12.860 |
| Währungsbereinigtes Adjusted EBITDA 2) | 194.078 204.160 | 121.307 115.183 | 23.443 2.955 |
| Währungseffekte | 2.366 -1.154 | 1.581 -469 | - - |
| Adjusted EBITDA | 196.444 203.006 | 122.888 114.714 | 23.443 2.955 |
| Abschreibungen | -42.287 -45.017 | -50.015 -47.848 | 2.613 -1.097 |
| Wertminderungen 3) | -1.780 -6 | -65 7.883 | - - |
| Adjusted EBITA 4) | 154.157 156.209 | 72.867 66.801 | 33.939 1.858 |
| Net Working Capital | 76.878 86.564 | 104.130 106.676 | 4.865 12.581 |
| Operating Cash Flow | 111.586 140.182 | 48.472 60.219 | 20.582 -9.291 |
| Investitionen 5) | 93.782 64.728 | 82.926 47.755 | 4.855 449 |
| Mitarbeiter (Durchschnitt) | 4.476 4.490 | 5.176 5.170 | 112 113 |
Zentralstellen / Konsolidierung
| in T EUR | Konzern |
|---|---|
| 2019 2018 | |
| Währungsbereinigte Umsatzerlöse des Segmentes 2) | 1.384.181 1.375.156 |
| Währungseffekte | 12.044 -5.729 |
| Umsatzerlöse des Segmentes | 1.396.225 1.369.427 |
| Innenumsatzerlöse | -3.970 -1.697 |
| Umsatzerlöse mit Dritten | 1.392.255 1.367.730 |
| Währungsbereinigtes Adjusted EBITDA 2) | 396.058 300.175 |
| Währungseffekte | 3.947 -1.623 |
| Adjusted EBITDA | 400.005 298.552 |
| Abschreibungen | -97.479 -94.609 |
| Wertminderungen 3) | -7.889 -1.845 |
| Adjusted EBITA 4) | 294.637 202.098 |
| Net Working Capital | 182.980 202.692 |
| Operating Cash Flow | 241.599 166.399 |
| Investitionen 5) | 185.351 114.714 |
| Mitarbeiter (Durchschnitt) | 9.880 9.887 |
1) Der Geschäftsbereich Advanced Technologies besteht seit der Akquisition der Sensile Medical aus dem Geschäftsfeld Sensile Medical. Die Akquisition von Sensile Medical ist zum Erwerbszeitpunkt am 30. Juni 2018 erfolgt. Zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf Angabe (2).
2) Umgerechnet mit den Budgetkursen des Jahres 2019, welche dem Prognosebericht des Konzern-Lageberichts entnommen werden können.
3) Die Wertminderungen im Geschäftsjahr 2019 enthalten auf Ebene des Geschäftsbereiches Advanced Technologies eine Wertminderung auf drei Patente in Höhe von T EUR 3.633 sowie eine Wertminderung auf Entwicklungskosten von T EUR 4.250, welche der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical zuzuordnen ist.
4) Adjusted EBITA: Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen/Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen, Restrukturierungsaufwendungen sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen.
5) Die Investitionen spiegeln auch die Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagevermögen wider, welche im Geschäftsjahr nicht vollumfänglich zahlungswirksam waren.
6) Hierin sind im Geschäftsjahr 2019 T EUR 129.801 aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten aus dem Erwerb der Sensile Medical enthalten.
Kennziffern nach Regionen
| Europa | Deutschland | Amerika | |
|---|---|---|---|
| in T EUR | 2019 2018 | 2019 2018 | 2019 2018 |
| Umsatzerlöse nach Zielregionen 2) | 459.174 459.685 | 307.467 304.500 | 381.043 374.806 |
| Umsatzerlöse nach Ursprungsregionen 3) | 250.509 267.391 | 545.047 521.518 | 349.878 354.745 |
| Langfristige Vermögenswerte | 441.567 554.315 | 711.679 656.821 | 726.568 739.301 |
| Mitarbeiter (Durchschnitt) | 1.812 1.921 | 3.575 3.448 | 1.082 1.086 |
| Schwellenländer | Sonstige Regionen | Konzern | |
|---|---|---|---|
| in T EUR | 2019 2018 | 2019 2018 | 2019 2018 |
| Umsatzerlöse nach Zielregionen 2) | 225.668 206.841 | 18.903 21.898 | 1.392.255 1.367.730 |
| Umsatzerlöse nach Ursprungsregionen 3) | 246.821 224.076 | - - | 1.392.255 1.367.730 |
| Langfristige Vermögenswerte | 192.518 185.442 | - - | 2.072.332 2.135.879 |
| Mitarbeiter (Durchschnitt) | 3.411 3.432 | - - | 9.880 9.887 |
1) Zu einer Erläuterung der Regionen siehe Angabe (8).
2) Umsatzerlöse nach Sitz des Kunden.
3) Umsatzerlöse nach Sitz der liefernden Gesellschaft.
Das Adjusted EBITA der Segmente leitet sich wie folgt auf das Konzernergebnis über:
| in T EUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Adjusted EBITA der Segmente | 193.085 | 224.868 |
| Zentralstellen/Konsolidierung | 101.552 | -22.770 |
| Adjusted EBITA Konzern | 294.637 | 202.098 |
| Akquisition Sensile Medical | - | -1.628 |
| Portfoliooptimierungen | -3.928 | -14.506 |
| Einmalige Aufwendungen und Erträge | -2.373 | -5.898 |
| Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen | -55.728 | -40.607 |
| Wertminderung Geschäftswert | -5.014 | - |
| Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen | -103.836 | - |
| Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit | 123.758 | 139.459 |
| Finanzergebnis | -25.590 | -32.262 |
| Ertragsteuern | -15.487 | 23.931 |
| Konzernergebnis | 82.681 | 131.128 |
(37) Honorar des Abschlussprüfers
Zum Abschlussprüfer des Einzel- und Konzernabschlusses der Gerresheimer AG ist die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, bestellt worden. Der Bestätigungsvermerk wird durch Herrn Wirtschaftsprüfer André Bedenbecker (seit dem Geschäftsjahr 2016) und Herrn Wirtschaftsprüfer René Kadlubowski (seit dem Geschäftsjahr 2016) unterzeichnet. Herr Kadlubowski ist seit dem Geschäftsjahr 2016 als verantwortlicher Wirtschaftsprüfer für die Gerresheimer AG tätig. Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist seit dem Geschäftsjahr 2009 Abschlussprüfer der Gerresheimer AG.
Für die erbrachten Dienstleistungen der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:
| in T EUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Abschlussprüfung | 590 | 619 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 67 | 67 |
| Honorar des Abschlussprüfers | 657 | 686 |
Die Honorare für Abschlussprüfungsleistungen umfassten vor allem Vergütungen für die Konzernabschlussprüfung sowie für die Prüfung der Abschlüsse der Gerresheimer AG und ihrer Tochterunternehmen. Die Nicht-Prüfungsleistungen entfielen im Berichtsjahr im Wesentlichen auf die Prüfung von nichtfinanziellen Informationen sowie im geringen Umfang vereinbarte Untersuchungshandlungen von finanziellen Informationen außerhalb der Abschlussprüfung (andere Bestätigungsleistungen).
(38) Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Im Rahmen unseres operativen Geschäftes unterhalten wir Geschäftsbeziehungen zu juristischen und natürlichen Personen, die auf die Gerresheimer AG oder deren Tochterunternehmen Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Gerresheimer AG oder ihre Tochterunternehmen ausgesetzt sind.# (39) Related Party Transactions
Related parties and persons include companies related to members of the Supervisory Board of Gerresheimer AG, unconsolidated companies and associated companies, as well as the executive bodies of Gerresheimer AG. For information regarding the remuneration of the Management Board and the Supervisory Board, please refer to note (39) and the remuneration report in the Group Management Report. The following table presents the volume of deliveries and services with related parties:
| in T EUR | 2019 | 30. November 2019 | Erbrachte Lieferungen und Leistungen | Empfangene Lieferungen und Leistungen | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Company related to a member of the Supervisory Board of Gerresheimer AG | 3.428 | - | 465 | - | - | - |
| Associated companies | 2.273 | - | 116 | - | - | - |
| Unconsolidated companies | 257 | - | 7 | 3.687 | 2.273 | 472 |
| 116 | 116 |
| in T EUR | 2018 | 30. November 2018 | Erbrachte Lieferungen und Leistungen | Empfangene Lieferungen und Leistungen | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Company related to a member of the Supervisory Board of Gerresheimer AG | 2.877 | - | 466 | - | - | - |
| Associated companies | 15 | 2.526 | - | - | 126 | - |
| 2.892 | 2.526 | 466 | - | 126 | - |
The transactions conducted involve the company Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG, Ravensburg, which is related to a member of the Supervisory Board of Gerresheimer AG. The transactions with associated companies relate entirely to Gerresheimer Tooling LLC, Peachtree City (Georgia/USA), and PROFORM CNC Nastrojarna spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Czech Republic). The transactions with unconsolidated companies relate entirely to the company Gerresheimer Buenos Aires S.A. (Argentina), which was deconsolidated as of November 30, 2019. All transactions were carried out at customary market prices and conditions as between unrelated third parties.
(39) Total Compensation of Supervisory Board and Management Board Members
The total compensation of the Management Board members of Gerresheimer AG is composed as follows:
| in T EUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Short-term benefits | 4.267 | 3.034 |
| Benefits after termination of employment | 249 | 743 |
| Other long-term benefits | 281 | 1.638 |
| Benefits and expenses upon termination of employment | - | 4.020 |
| Share-based compensation | 1.069 | 1.684 |
| Total Compensation Management Board | 5.866 | 11.119 |
| Short-term benefits of Supervisory Board members | 1.384 | 1.141 |
| Total compensation of Management Board and Supervisory Board members | 7.250 | 12.260 |
The present value of defined benefit pension commitments to former members of the executive management and their dependants amounts to T EUR 38,512 (previous year: T EUR 29,252) before offsetting plan assets. The current benefits from pensions and other benefits for this group of persons amount to T EUR 1,303 (previous year: T EUR 1,287). The total compensation of the Supervisory Board members of Gerresheimer AG in the fiscal year 2019 amounted to T EUR 1,384 (previous year: T EUR 1,141). The substantial portion results from the fixed remuneration of T EUR 1,220, which is due as soon as the Annual General Meeting resolves on the discharge of the Supervisory Board members for the respective fiscal year. The remainder of the compensation of T EUR 164 results from attendance fees. Further information on Management Board remuneration can be found in the remuneration report in the Group Management Report.
(40) Corporate Governance
Corporate governance denotes the entire management and monitoring system of a company, including its organization, business policies, principles and guidelines, as well as internal and external steering and monitoring mechanisms. The goal of good corporate governance is the responsible and sustainable value-creating leadership and control of companies. It promotes the confidence of national and international investors, business partners, financial markets, employees, and the public in the management and monitoring of Gerresheimer AG. As a listed company, Gerresheimer AG is obliged to disclose the extent to which the recommendations of the German Corporate Governance Code Compliance Commission have been and are being complied with, or which recommendations have not been or are not being applied and why ("comply or explain"). The Management Board and Supervisory Board of Gerresheimer AG most recently adopted the following declaration of conformity in accordance with § 161 of the German Stock Corporation Act (AktG) on September 4, 2019:
With the exception of the recommendation in section 5.4.1, paragraph 2, sentence 2, Gerresheimer AG has complied with all recommendations of the German Corporate Governance Code Compliance Commission in its version of February 7, 2017, since the last declaration of conformity dated September 6, 2018. Gerresheimer AG will also comply with the recommendations of the German Corporate Governance Code Compliance Commission in its version of February 7, 2017, in the future with the following exception:
Section 5.4.1, paragraph 2, sentence 2: The Supervisory Board has not set a limit for the term of office on the Supervisory Board.
Reasoning: In our conviction, the suitability for performing Supervisory Board duties depends solely on the respective needs of the company and the individual capabilities of the Supervisory Board members. We do not consider it meaningful to set a limit for the term of office on the Supervisory Board, as the company should also benefit from the expertise of experienced Supervisory Board members.
The declaration can be permanently viewed on the company's website (www.gerresheimer.com/investor-relations).
(41) Events After the Balance Sheet Date
No events have occurred after November 30, 2019, that are material to the assets, financial position, or earnings of the Gerresheimer Group.
Düsseldorf, January 29, 2020
Dietmar Siemssen
Dr. Bernd Metzner
Dr. Lukas Burkhardt
Statement of the Management Board
We hereby confirm to the best of our knowledge that, in accordance with the applicable accounting principles, the consolidated financial statements provide a true and fair view of the assets, financial position, and earnings of the Group, and that the Group management report presents the business development, including the business results and the position of the Group, in a manner that provides a true and fair view, and describes the material opportunities and risks of the expected development of the Group.
Düsseldorf, January 29, 2020
Dietmar Siemssen
Dr. Bernd Metzner
Dr. Lukas Burkhardt
REPORT OF INDEPENDENT AUDITORS
To Gerresheimer AG, Düsseldorf
REPORT ON THE AUDIT OF THE CONSOLIDATED FINANCIAL STATEMENTS AND THE GROUP MANAGEMENT REPORT
Audit Opinions
We have audited the consolidated financial statements of Gerresheimer AG, Düsseldorf, and its subsidiaries (the Group) – comprising the consolidated statement of financial position as of November 30, 2019, the consolidated income statement, the consolidated statement of comprehensive income, the consolidated statement of changes in equity, and the consolidated statement of cash flows for the fiscal year from December 1, 2018, to November 30, 2019, as well as the consolidated notes, including a summary of significant accounting policies. Furthermore, we have audited the Group management report of Gerresheimer AG, Düsseldorf, for the fiscal year from December 1, 2018, to November 30, 2019. The section "Non-financial Group Declaration pursuant to § 315b HGB" and the Group corporate governance statement contained in the Group management report have not been substantively audited by us in accordance with German statutory provisions.
In our opinion, based on the findings obtained during the audit:
- the accompanying consolidated financial statements, in all material respects, comply with International Financial Reporting Standards (IFRS) as applicable in the EU and with the German statutory provisions applicable as per § 315e (1) HGB, and provide, in compliance with these provisions, a true and fair view of the assets and financial position of the Group as of November 30, 2019, and of its earnings for the fiscal year from December 1, 2018, to November 30, 2019; and
- the accompanying Group management report, as a whole, provides an accurate picture of the Group's position. In all material respects, this Group management report is consistent with the consolidated financial statements, complies with German statutory provisions, and accurately presents the opportunities and risks of the future development.
Our audit opinion on the Group management report does not extend to the content of the above-mentioned "Non-financial Group Declaration pursuant to § 315b HGB" and the Group corporate governance statement.
Pursuant to § 322 (3) sentence 1 HGB, we declare that our audit has not led to any objections regarding the regularity of the consolidated financial statements and the Group management report.
Basis for the Audit Opinions
We conducted our audit of the consolidated financial statements and the Group management report in accordance with § 317 HGB and the EU Audit Regulation (No. 537/2014; hereinafter "EU-APrVO"), taking into account the German Generally Accepted Standards for Financial Statement Audits established by the Institute of Public Auditors in Germany (IDW). Our responsibility under these provisions and standards is further described in the "Responsibility of the Auditor for the Audit of the Consolidated Financial Statements and the Group Management Report" section of our auditor's report.# Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Gerresheimer AG
Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2018 bis zum 30. November 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
1) Bilanzielle Auswirkungen der Beendigung kundenspezifischer Projekte im Geschäftsbereich Advanced Technologies
2) Werthaltigkeit der Geschäftswerte
3) Latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Bewertungsunterschiede und auf Verlustvorträge
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
a) Sachverhaltsbeschreibung (einschließlich Verweis auf zugehörige Angaben im Konzernabschluss)
b) Prüferisches Vorgehen
1) Bilanzielle Auswirkungen der Beendigung kundenspezifischer Projekte im Geschäftsbereich Advanced Technologies
a)
Die Grundlage des Geschäftsbereichs Advanced Technologies bildet die am 11. Juli 2018 erworbene Sensile Medical AG, Olten/Schweiz, die sich auf die Entwicklung von Mikropumpen - kombiniert mit Elektronik und Vernetzung von Drug-Delivery-Devices - für die Selbstbehandlung bei Parkinson oder Herzerkrankungen spezialisiert hat. Miterworben wurden insbesondere fortgeschrittene Kooperationen mit Pharmaunternehmen, mit denen in konkreten Kundenprojekten die patentierten Technologien der Sensile Medical AG zur Marktreife gebracht werden sollten. Die Beendigung von Kundenprojekten bei der Sensile Medical im Geschäftsjahr 2018/2019 hatte im Wesentlichen folgende Auswirkungen auf den Konzernabschluss zum 30. November 2019:
- Im Kaufvertrag für den Erwerb der Anteile an der Sensile Medical AG waren Vereinbarungen über bedingte Kaufpreisbestandteile in Abhängigkeit vom Erreichen vertraglich definierter Meilensteine getroffen worden. Der Bewertung der bedingten Kaufpreisbestandteile lag im Vorjahr die Einschätzung des Vorstands zugrunde, dass die Meilensteine erfüllt werden. Entsprechend wurden bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten in Höhe von Mio. EUR 148,5 passiviert. Als Folge der Beendigung von Kundenprojekten im Berichtsjahr wurden bestimmte Meilensteine als nicht mehr erfüllbar identifiziert und bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten in Höhe von Mio. EUR 129,8 ertragswirksam ausgebucht. Dieser Betrag ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten.
- Die Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäftswerts nach IAS 36 für die gleichnamige zahlungsmittelgenerierende Einheit, der die Sensile Medical bei Erwerb zugeordnet wurde, ergab zum Bilanzstichtag eine Unterdeckung des ermittelten erzielbaren Betrags gegenüber dem Buchwert. Als Folge wurden neben dem Geschäftswert (Mio. EUR 5,0) weitere Mio. EUR 108,1 auf immaterielle Vermögenswerte wertgemindert. Diese verteilen sich mit Mio. EUR 102,9 auf Technologien, mit Mio. EUR 4,3 auf Entwicklungsleistungen und mit Mio. EUR 0,9 auf Markenrechte. Der Wertminderungsaufwand ist mit Mio. EUR 107,2 in den Umsatzkosten und mit Mio. EUR 0,9 in den Vertriebskosten berücksichtigt. Die Wertminderung des Geschäftswerts ist in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten.
- Ein Projekt zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes wurde letztendlich durch den Kunden gekündigt. Als Folge der Kündigung wurden Patente in Höhe von Mio. EUR 3,6 wertgemindert. Zum Zeitpunkt der Kündigung bestanden Vertragsvermögenswerte in Höhe von Mio. EUR 26,6. Die Kündigung des Entwicklungsprojekts ist als Vertragsmodifikation des bestehenden Entwicklungsvertrags gewertet worden mit der Folge, dass nach IFRS 15.21(b) Umsatzerlöse in Höhe von Mio. EUR 17,3 kumulativ zum Zeitpunkt der Vertragskündigung korrigiert wurden. Die verbleibenden Mio. EUR 9,3 wurden über die sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgebucht.
Aufgrund der Komplexität der Vertragsbeziehungen sowie der vielfältigen Auswirkungen auf den Konzernabschluss sowie ermessensbehafteter Annahmen und Einschätzungen des Vorstands im Rahmen der Bilanzierung haben wir die Beendigung kundenspezifischer Projekte als Sachverhalt von besonderer Bedeutung eingestuft. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass die nach IAS 36 geforderten umfangreichen diesbezüglichen Angaben im Konzern-Anhang nicht vollständig oder nicht angemessen sind. Die Angaben der Gesellschaft zu den Erträgen aus der Ausbuchung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten sind im Abschnitt 11 sowie zur kumulierten Erlöskorrektur einschließlich der Ausbuchung der restlichen Vertragsvermögenswerte im Abschnitt 8, 13 und 26 des Konzern-Anhangs enthalten. Die Angaben der Gesellschaft zur Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäftswerts nach IAS 36 sind im Abschnitt 18 des Konzern-Anhangs berücksichtigt.
b)
Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die wesentlichen Auswirkungen der Beendigung von Kundenprojekten gewürdigt und uns von deren angemessener Abbildung im Konzernabschluss überzeugt. Hierzu haben wir uns mit den vertraglichen Grundlagen vertraut gemacht.
- Bei der Prüfung der sonstigen betrieblichen Erträge aus der Ausbuchung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten haben wir die schriftlichen Mitteilungen über die Beendigung von kundenspezifischen Projekten mit den im Kaufvertrag über die Anteile an der Sensile Medical AG definierten Bedingungen zur Erfüllung der zahlungsrelevanten Milestones abgestimmt und die Verbuchung der daraus resultierenden Erträge in der Buchhaltung nachvollzogen.
- Im Zusammenhang mit der Prüfung der Werthaltigkeit des Geschäftswerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical haben wir zusätzlich zu unserem Vorgehen bei der Werthaltigkeitsprüfung von Geschäftswerten, das wir in dem besonders wichtigen Prüfungssachverhalt "Werthaltigkeit der Geschäftswerte" darstellen, die vom Vorstand in der Planung berücksichtigten Auswirkungen der Beendigung von Kundenprojekten nachvollzogen und die vom Vorstand getroffenen Annahmen kritisch gewürdigt. Weiterhin haben wir die Verteilung des Wertminderungsaufwands auf den Geschäftswert und auf die weiteren langfristigen Vermögenswerte unter Beachtung von IAS 36.104 sowie die Zuordnung der Wertminderungen zu den Funktionskosten in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nachvollzogen und mit den vertraglichen Grundlagen abgestimmt.
- Im Rahmen der Prüfung der Auswirkungen aus der Kündigung des Projekts zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes auf die bestehenden Vertragsvermögenswerte haben wir die Einschätzung, dass es sich um eine Vertragsmodifikation handelt, anhand der Regelungen des IFRS 15 gewürdigt. Weiterhin haben wir die Ermittlung der kumulierten Erlösanpassung nach IFRS 15.21(b) anhand der vertraglichen Vereinbarungen mit dem Kunden und den Berechnungsunterlagen zur Ermittlung der Erlösanpassung nachvollzogen. Hinsichtlich der Ausbuchung der verbleibenden Mio. EUR 9,2 haben wir den Ausweis als sonstige betriebliche Aufwendungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung auf Basis der Auswertung der zu beachtenden Rechnungslegungsvorschriften sowie einer umfassenden Recherche der Kommentarliteratur gewürdigt. Die Angaben nach IAS 36 im Konzern-Anhang haben wir bezüglich der Wertminderung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical hinsichtlich Vollständigkeit und Angemessenheit gewürdigt.
2) Werthaltigkeit der Geschäftswerte
a)
Im Konzernabschluss der Gerresheimer AG werden unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" Geschäftswerte mit einem Betrag von Mio. EUR 672,2 (25,4 % der Konzernbilanzsumme) ausgewiesen. Die Geschäftswerte werden mindestens einmal jährlich oder anlassbezogen Werthaltigkeitstests (Impairment Tests) unterzogen. Hierbei werden die Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag verglichen. Der erzielbare Betrag wird auf Basis des Nutzungswerts ermittelt. Hierzu werden die geplanten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse (Cashflows) diskontiert (DCF-Verfahren). Die Cashflow-Prognosen basieren auf der vom Vorstand genehmigten, vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommenen und im Zeitpunkt der Durchführung des Impairment Tests gültigen Unternehmensplanung für die kommenden fünf Jahre. Hierbei wurden auch Erwartungen über die künftige Marktentwicklung und länderspezifische Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Größen berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten Kapitalkosten der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Das Ergebnis dieser Bewertungen ist in hohem Maße von der Einschätzung der zukünftigen Cashflows durch den Vorstand sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet, weswegen dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung war. Im Geschäftsjahr 2018/2019 ergab sich eine Unterdeckung des ermittelten erzielbaren Betrags zum Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical.
3) Latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Bewertungsunterschiede und auf Verlustvorträge
Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unseren besonders wichtigen Prüfungssachverhalt "Bilanzielle Auswirkungen der Beendigung kundenspezifischer Projekte im Geschäftsbereich Advanced Technologies." Die Angaben der Gesellschaft zu den Geschäftswerten sind in den Abschnitten 5 und 18 des Konzern-Anhangs enthalten.
b) Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen, die Ermittlung der gewichteten Kapitalkosten beurteilt und die Berechnungsmethode des Impairment Test unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten gewürdigt. Von der Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Cashflows haben wir uns unter anderem durch Abgleich dieser mit der aktuellen, vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommenen Fünf-Jahres-Planung sowie durch Befragung des Vorstands zu den wesentlichen Annahmen dieser Planung überzeugt. Darüber hinaus haben wir eine Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen durchgeführt. Die sachgerechte Berücksichtigung von Kosten für Konzernfunktionen bei den Impairment Tests der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten war auch Bestandteil unserer Prüfung. Da bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des ermittelten erzielbaren Betrags haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern befasst und das Berechnungsschema nachvollzogen. Ferner haben wir aufgrund der materiellen Bedeutung der Geschäftswerte für die Vermögenslage des Konzerns ergänzend eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um ein mögliches Wertminderungsrisiko bei einer potentiellen Änderung einer wesentlichen Annahme der Bewertung einschätzen zu können. Zudem haben wir die Vollständigkeit und Angemessenheit der nach IAS 36 geforderten Angaben im Konzern-Anhang geprüft.
3) Latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Bewertungsunterschiede und auf Verlustvorträge
a) Im Konzernabschluss der Gerresheimer AG werden in der Konzern-Bilanz nach Saldierung mit den passiven latenten Steuern aktive latente Steuern in Höhe von Mio. EUR 17,1 (vor Saldierung Mio. EUR 63,2, davon Mio. EUR 19,4 auf steuerliche Verlustvorträge) ausgewiesen. Auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von Mio. EUR 93,6 wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet, da mit einer Nutzung innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht gerechnet wird. Ausgangsbasis für die Steuerplanung ist die vom Vorstand genehmigte und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommene Unternehmensplanung. Aus unserer Sicht waren die aktiven latenten Steuern von besonderer Bedeutung, da die Unternehmensplanung als Grundlage für die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern in hohem Maße von der Einschätzung und den Annahmen des Vorstands abhängig und daher mit einem hohen Maß an Unsicherheit behaftet ist. Die Angaben der Gesellschaft zu den latenten Steuern sind in den Abschnitten 5, 15 und 23 des Konzern-Anhangs enthalten.
b) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter Einbindung unserer Steuerspezialisten den Ansatz und die Bewertung der latenten Steuern gewürdigt. Die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern auf abzugsfähige Differenzen und Verlustvorträge haben wir auf Basis der Unternehmensplanung und unternehmensinterner Prognosen über die künftige steuerliche Ertragssituation der jeweiligen Gesellschaft beurteilt und die Angemessenheit der verwendeten Annahmen gewürdigt. Weiterhin haben wir die Überleitung zum Steuerergebnis und die rechnerische Richtigkeit nachvollzogen. Zudem haben wir die Vollständigkeit und Angemessenheit der nach IAS 12 geforderten Angaben im Konzern-Anhang geprüft.
Sonstige Informationen
Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
― den Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzernerklärung gem. § 315b HGB" des Konzern-Lageberichts,
― die im Konzern-Lagebericht enthaltene Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB,
― den Corporate Governance Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex,
― die Versicherung des Vorstands zum Konzernabschluss nach § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB und zum Konzern-Lagebericht nach § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB und
― die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und Konzern-Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen ― wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzern-Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder ― anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzern-Lagebericht
Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Konzern-Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzern-Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzern-Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen _ beabsichtigten oder unbeabsichtigten _ falschen Darstellungen ist, und ob der Konzern-Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzern-Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus ― identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher _ beabsichtigter oder unbeabsichtigter _ falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzern-Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.― gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzern-Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
― beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
― ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzern-Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
― beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
― holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzern-Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
― beurteilen wir den Einklang des Konzern-Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
― führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzern-Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 6. Juni 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 5. September 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2008/2009 als Konzernabschlussprüfer der Gerresheimer AG, Düsseldorf, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist René Kadlubowski.
Düsseldorf, den 29. Januar 2020
Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
André Bedenbecker, Wirtschaftsprüfer
René Kadlubowski, Wirtschaftsprüfer
Organe
Aufsichtsrat
Geschäftsjahr 2019
| Mitglied | Funktion | Gesellschaften |
|---|---|---|
| Dr. Axel Herberg | Vorsitzender des Aufsichtsrats | Geschäftsführender Gesellschafter der CCC Investment GmbH a) Leica Camera AG b) Leica Gruppe (Fotografie und Sportoptik) Lisa Germany Holding GmbH Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG |
| Francesco Grioli | Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats | Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG Bergbau, Chemie, Energie a) Continental AG |
| Andrea Abt | Master of Business Administration Ehemals Leiterin Supply Chain Management des Sektors Infrastruktur der Siemens AG a) SIG plc, Großbritannien John Laing Group plc, Großbritannien Petrofac Ltd., Jersey |
|
| Heike Arndt | Stellvertretende Landesbezirksleiterin Westfalen der IG Bergbau, Chemie, Energie a) RAG Verkauf GmbH Evonik Performance Materials GmbH (seit 2. Oktober 2019) b) DTM GmbH & Co. KG (stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende) (bis 31. Dezember 2018) |
|
| Dr. Karin Dorrepaal | Unternehmensberaterin Ehemaliges Mitglied des Vorstands der Schering AG a) Paion AG (stellvertretende Vorsitzende) b) Triton Beteiligungsberatung GmbH Almirall S.A., Spanien Kerry Group plc, Irland Humedics GmbH (Vorsitzende) (bis zum 15. November 2019) Julius Clinical Research BV, Niederlande |
|
| Franz Hartinger | Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Regensburg GmbH a) Gerresheimer Regensburg GmbH |
|
| Dr. Peter Noé | Diplom-Kaufmann Ehemaliges Mitglied des Vorstands der Hochtief AG b) BlackRock Asset Management Schweiz AG, Schweiz |
|
| Markus Rocholz | Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Essen GmbH a) Gerresheimer Tettau GmbH |
|
| Paul Schilling | Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Bünde GmbH a) Gerresheimer Bünde GmbH |
|
| Katja Schnitzler | Bereichsleiterin Group Business Excellence & Continuous Improvement der Gerresheimer AG | |
| Theodor Stuth | Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Geschäftsführer der hpulcas GmbH b) Wickeder Holding GmbH Wickeder Profile Walzwerk GmbH Linet Group SE, Niederlande |
|
| Udo J. Vetter | Pharmazeut und geschäftsführender Gesellschafter der UV-Cap GmbH & Co. KG a) ITM AG (Vorsitzender) b) Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG (Vorsitzender) HSM GmbH & Co. KG Navigo GmbH (Vorsitzender) OncoBeta International GmbH (Vorsitzender) OncoBeta GmbH (Vorsitzender) Paschal India Pvt. Ltd., Indien (Vorsitzender) Gland Pharma Ltd., Indien |
Vorstand
Geschäftsjahr 2019
| Mitglied | Funktion |
| Dr. Bernd Metzner | | (seit 15. Mai 2019)
a) Gerresheimer Tettau GmbH (stellvertretender Vorsitzender) (seit 15. Mai 2019)
Gerresheimer Regensburg GmbH (stellvertretender Vorsitzender) (seit 15. Mai 2019)
Gerresheimer Bünde GmbH (stellvertretender Vorsitzender) (seit 15. Mai 2019)
Sixt Leasing SE (bis zum 18. Juli 2019)
Döhler Group SE
b) Gerresheimer Glass Inc., USA (seit 15. Mai 2019)
Kimble Chase Holding LLC, USA (Vorsitzender) (seit 15. Mai 2019)
Centor US Holding Inc., USA (seit 15. Mai 2019)
Centor Inc., USA (seit 15. Mai 2019)
Centor Pharma Inc., USA (seit 15. Mai 2019)
Corning Pharmaceutical Packaging LLC, USA (seit 15. Mai 2019)
Sensile Medical AG, Schweiz (seit 27. Mai 2019) # April 2019) Gerresheimer Bünde GmbH (stellvertretender Vorsitzender) (bis zum 30. April 2019) b) Gerresheimer Glass Inc., USA (Vorsitzender) (bis zum 30. April 2019) Corning Pharmaceutical Packaging LLC, USA (bis zum 30. April 2019) Sensile Medical AG, Schweiz (bis zum 30. April 2019) Kimble Chase Holding LLC, USA (Vorsitzender) (bis zum 30. April 2019) Centor US Holding Inc., USA (bis zum 30. April 2019) Centor Inc., USA (bis zum 30. April 2019) Centor Pharma Inc., USA (bis zum 30. April 2019) Andreas Schütte (bis zum 28. Februar 2019) a) Gerresheimer Regensburg GmbH (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019) Gerresheimer Bünde GmbH (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019) b) Gerresheimer Denmark A/S, Dänemark (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019) Gerresheimer Vaerloese A/S, Dänemark (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019) Gerresheimer Zaragoza S.A., Spanien (stellvertretender Vorsitzender) (bis zum 18. Februar 2019) Gerresheimer Plasticos Sao Paulo Ltda., Brasilien (bis zum 14. Februar 2019) Gerresheimer Boleslawiec S.A., Polen (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019) Sensile Medical AG, Schweiz (Vorsitzender) (bis zum 28. Februar 2019) Triveni Polymers Pvt. Ltd., Indien (bis zum 28. Februar 2019) Centor US Holding Inc., USA (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019) Centor Inc., USA (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019) Centor Pharma Inc., USA (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019) a) Mitgliedschaft in anderen nach deutschen Gesetzen zu bildenden Aufsichtsräten b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen