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Gerresheimer AG — Annual Report 2019
Apr 20, 2020
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Annual Report
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Gerresheimer AG
Düsseldorf
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.12.2018 bis zum 30.11.2019
Lagebericht und Jahresabschluss der Gerresheimer AG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. DEZEMBER 2018 BIS ZUM 30. NOVEMBER 2019
LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019
DER GERRESHEIMER AG
DIE GERRESHEIMER AG
Die Gerresheimer AG mit Sitz in Düsseldorf (Deutschland) fungiert als Holding der Unternehmen des Gerresheimer Konzerns. Sie steuert die von ihr gehaltene Beteiligung an der Gerresheimer Holdings GmbH, Düsseldorf (Deutschland), sowie indirekt die von der Gerresheimer Holdings GmbH gehaltenen Beteiligungen. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gerresheimer AG ist insbesondere durch die Beteiligungserträge und damit wesentlich durch die Geschäftsentwicklung des gesamten Gerresheimer Konzerns geprägt. Aufgrund der Kündigung des Ergebnisabführungsvertrages zwischen der Gerresheimer Holdings GmbH und der Gerresheimer Group GmbH mit Wirkung zum 1. Dezember 2018 kann das auf die Gerresheimer Group GmbH entfallende Ergebnis des Geschäftsjahres 2019 nicht phasengleich, sondern erst im Geschäftsjahr 2020 vereinnahmt werden, was im Geschäftsjahr 2019 zu einem Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 22,4 Mio. geführt hat. Es ist geplant, einen neuen Ergebnisabführungsvertrag zwischen diesen beiden Gesellschaften abzuschließen. Nachfolgend wird, soweit nicht anders vermerkt, die Geschäftsentwicklung des Gerresheimer Konzerns beschrieben.
GESCHÄFTSBEREICHE
Der Gerresheimer Konzern wird über strategische Geschäftseinheiten in Form von Geschäftsbereichen gesteuert. Diese werden nach ihren spezifischen Herstellungstechnologien und Materialien, die wir für unsere Produkte verwenden, zu berichtspflichtigen Segmenten zusammengefasst. Unser Geschäftsmodell ist in die drei berichtspflichtigen Geschäftsbereiche Plastics & Devices, Primary Packaging Glass und Advanced Technologies gegliedert.
PLASTICS & DEVICES
Unser Produktportfolio im Geschäftsbereich Plastics & Devices umfasst komplexe kundenspezifische Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten. Dazu zählen Insulin-Pens, Inhalatoren oder vorfüllbare Spritzen. Darüber hinaus gehören zu diesem Bereich Produkte für die Diagnostik und Medizintechnik wie Stechhilfen und Testsysteme sowie pharmazeutische Kunststoffbehälter für flüssige und feste Medikamente mit Verschluss- und Sicherheitssystemen.
Wir entwickeln und produzieren komplexe Systeme und Systemkomponenten aus Kunststoff im Rahmen individueller Projektgeschäfte. Unsere Zielgruppe umfasst Kunden aus der Pharmaindustrie, der Diagnostik und der Medizintechnik. Diesen Kunden bieten wir individuelle Serviceleistungen an und decken damit sämtliche Stufen der Wertschöpfungskette ab. Das Produktspektrum unserer medizinischen Kunststoffsysteme reicht von Inhalatoren für die gezielte Behandlung von Atemwegserkrankungen über Lanzetten und Insulin-Pen-Systeme für Diabetiker, Produkte für Medizintechnik bis hin zu unterschiedlichsten Testsystemen und Einmalprodukten für die Labor- und Molekulardiagnostik.
Daneben umfasst der Geschäftsbereich Plastics & Devices Systemverpackungen aus Kunststoff, die für flüssige und feste Medikamente eingesetzt werden können. Zu unserer breiten Palette hochwertiger Primärverpackungen für Arzneimittel zählen Applikations- und Dosiersysteme wie Augentropfen- oder Nasensprayfläschchen sowie Spezialbehälter für Tabletten und Pulver. Überdies beinhaltet unser Sortiment multifunktionale Verschlusssysteme mit Originalitätssicherungen, kindersicheren und seniorengerechten Applikationen sowie integrierten Feuchtigkeitsabsorbern.
In den USA ist der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente von dem sogenannten "pour-and-count"-System geprägt. Die in der Verschreibung genannte genaue Menge der oral einzunehmenden Medikamente wird speziell für den einzelnen Patienten in den Apotheken in Kunststoffverpackungen abgefüllt. Auch für dieses Marktsegment haben wir ein starkes Produktportfolio und beliefern landesweite und regionale Apothekenketten, Supermärkte und Großhändler.
PRIMARY PACKAGING GLASS
Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass produzieren wir Primärverpackungen aus Glas für Medikamente und Kosmetik. Dazu zählen Pharmagläser, Ampullen, Injektionsfläschchen, Karpulen, Parfümflakons und Cremetiegel sowie spezielle Gläser für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie.
Für die pharmazeutische Industrie umfasst unser Angebot vielfältige Primärverpackungen aus Glas. Zu den Produkten aus Behälterglas gehören Injektions-, Infusions-, Tropf- und Sirupflaschen in mannigfaltigen markt- und bedarfsgerechten Ausführungen. Zudem produzieren wir aus Borosilikatglas-Röhren hochwertige Spezialprodukte wie Injektionsfläschchen, Ampullen und Karpulen. So bieten wir eine praktisch lückenlose Weiß- und Braunglaspalette aus Behälter- und Röhrenglas für Pharmaverpackungen an.
Unser Produktportfolio für die Kosmetikindustrie umfasst hochwertige Glasverpackungen wie Fläschchen und Gläser für Parfüms, Deodorants, Hautpflege- oder Wellnessprodukte. Wir stellen Produkte aus Klar-, Farb- und Opalglas her. Hierfür verfügen wir über vielfältige Technologien zur Form- und Farbgebung, zum Bedrucken sowie zur exklusiven Veredelung.
Für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie bieten wir sowohl standardisierte als auch kundenspezifische Fläschchen, Flaschen, Gläschen und Gläser, die unter anderem für flüssige Nahrungsmittel oder Kleinspirituosen genutzt werden, an. Unser Produktionsspektrum umfasst verschiedene Variationen, wie Braun-, Weiß-, Farb- oder Opalglas, diverse Formvarianten und zahlreiche Möglichkeiten der Veredelung.
ADVANCED TECHNOLOGIES
Im Geschäftsbereich Advanced Technologies geht es um die Entwicklung und Produktion von intelligenten Systemen zur Verabreichung von Arzneimitteln. Das Schweizer Technologie-Unternehmen Sensile Medical bildet das Fundament des Geschäftsbereiches. Für Pharma- und Biotechunternehmen werden Drug-Delivery-Systeme mit digitalen und elektronischen State-of-the-Art-Technologien angeboten. Aktuell umfasst das Portfolio patentierte Mikropumpen, etwa für die Selbstbehandlung bei Parkinson oder Herzinsuffizienz. Darüber hinaus erfolgt die Entwicklung einer Plattform zur genauen Inhalationsmessung.
ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
Die Gerresheimer AG unterhält keine Zweigniederlassungen.
KONZERNSTRATEGIE UND ZIELE
Die Nachfrage nach medizinischer Versorgung wächst weltweit. Wesentliche Treiber sind sechs globale Megatrends:
| ― | Zunahme chronischer Erkrankungen & alternde Bevölkerung, |
| ― | Schnelles Wachstum im Bereich Generika, |
| ― | Ansteigende Gesundheitsversorgung in den Schwellenländern, |
| ― | Strengere regulatorische Anforderungen und Kostendruck in den Gesundheitssystemen, |
| ― | Neue Medikamente, insbesondere Biosimilars und Biotech, |
| ― | Selbstmedikation, personalisierte Medikamente und Digitalisierung. |
Daneben spielt die gesellschaftliche, soziale und Umweltverantwortung von Unternehmen eine immer größere Rolle (Corporate Social Responsibility).
Für uns als strategischen Partner bei der Entwicklung und Produktion hochwertiger Spezialverpackungen und Drug-Delivery-Systeme für die Pharma- und Kosmetikindustrie eröffnen sich damit Chancen für nachhaltiges und profitables Wachstum. Mit unserer globalen Kompetenz erfüllen wir die steigenden Anforderungen unserer Kunden an höchste Qualität sowohl in den Industrienationen als auch in den Schwellenländern.
Im Geschäftsjahr 2019 hat der Vorstand unter Leitung des Vorstandsvorsitzenden Dietmar Siemssen einen umfassenden Strategieprozess ins Leben gerufen. Ziel dieses Strategieprozesses ist es, eine ambitionierte mittel- und langfristige Strategie für Gerresheimer zu erarbeiten und kontinuierlich weiterzuentwickeln, konkrete kurz-, mittel- und langfristige Ziele zu definieren und entsprechende strategische und operative Maßnahmen festzulegen und umzusetzen. In mehreren Workshops haben 20 Senior Manager aus allen Geschäftsfeldern, Regionen und Funktionen gemeinsam mit dem Vorstand die relevanten Megatrends und unsere Märkte analysiert und entsprechende Ziele und Maßnahmen erarbeitet. Im Zuge dessen wurden auch die Vision, die Mission und die Werte überprüft und überarbeitet. Damit ist der Prozess aber nicht abgeschlossen. Die Kommunikation in die gesamte Gerresheimer Organisation wurde 2019 gestartet und wird 2020 intensiviert und durch Maßnahmen auf allen Ebenen unterfüttert werden. So werden Projekte aus allen Werken, Regionen und Geschäftsfeldern zur Erreichung der Ziele und zur Umsetzung der Maßnahmen beitragen. Parallel wird die Strategie-Gruppe gemeinsam mit dem Vorstand kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Strategie und der Ziele arbeiten und notwendige Anpassungen auch in den nächsten Jahren vornehmen.
MEGATRENDS
Sechs Megatrends im Gesundheits- und Pharmamarkt werden die Wachstumsmöglichkeiten der nächsten Jahre in unseren Märkten maßgeblich bestimmen.
1. ZUNAHME CHRONISCHER ERKRANKUNGEN & ALTERNDE BEVÖLKERUNG
Die Verbreitung chronischer Krankheiten nimmt zu. Zu den chronischen Krankheiten mit der größten weltweiten Verbreitung gehören Herzkrankheiten, Krebs, chronische Atemwegserkrankungen und Diabetes. Einige Beispiele: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Herzkrankheiten weiterhin die Todesursache Nummer 1 weltweit, rund 18 Mio. Menschen sterben jährlich an Herzkrankheiten und rund 425 Mio. Menschen haben ein Herzleiden. 1 Nach WHO-Zahlen sterben rund 10 Mio. Menschen jährlich an Krebs, und rund 18 Mio. neue Krebserkrankungen kommen jährlich hinzu. 2 Heute leiden rund 460 Mio. Menschen unter Diabetes, in 2045 könnten es Schätzungen zufolge schon rund 700 Mio. Menschen sein. 3 Laut WHO haben rund 235 Mio. Menschen Asthma. 4 Darüber hinaus steigt in vielen Teilen der Erde der relative Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung - ein Trend, der die Verbreitung chronischer Krankheiten weiter fördert. Somit erfordert die Behandlung einer wachsenden Anzahl von Patienten die Bereitstellung steigender Wirkstoffmengen, wobei jedes einzelne Medikament eine geeignete Verpackung und Darreichungsform erhalten muss. Dazu entwickeln wir spezifische Primärverpackungen für Medikamente, vorfüllbare Spritzen, Drug-Delivery-Systeme wie Insulin-Pens, Asthma-Inhalatoren und Mikropumpen, die täglich millionenfach zum Einsatz kommen - mit steigender Tendenz. Eine unserer Stärken ist die Entwicklung vieler solcher Produkte zusammen mit unseren Kunden.
2. SCHNELLES WACHSTUM IM BEREICH GENERIKA
IQVIA prognostiziert für die Jahre 2020 bis 2024 ein Volumenwachstum im Bereich der Generika von durchschnittlich 1,9 % pro Jahr. 5 Insbesondere in den Pharmerging Markets 6 wird das Volumen im Bereich der Generika stärker zunehmen. IQVIA sieht ein jährliches Volumenwachstum von 3,1 %. Viele Medikamente werden nach Wegfall des Patentschutzes für Patienten preislich erschwinglich. Aber auch in den traditionellen, bereits entwickelten Märkten sorgen sowohl Zulassungs- und Prüfbehörden als auch die Krankenkassen dafür, dass Generika zugelassen und vermehrt verschrieben werden. Wenn dementsprechend die Zahl der verkauften Medikamente steigt, ist ein solches Volumenwachstum positiv für unser Umsatzwachstum.
3. ANSTEIGENDE GESUNDHEITSVERSORGUNG IN DEN SCHWELLENLÄNDERN
IQVIA erwartet für die Pharmerging Markets in den nächsten fünf Jahren einen Anstieg des Volumens an Medikamenten von durchschnittlich 2,6 % pro Jahr. 5 Zu den wichtigsten Märkten gehört China, gefolgt von Indien und Brasilien. Aber selbst das bevölkerungsreiche China weist, gemessen an den Pharmaumsatzerlösen, noch ein relativ geringes Volumen im Vergleich zu den USA auf. Angesichts des Bevölkerungsreichtums in den Pharmerging Markets verbinden wir mit dem Erstarken der dortigen Gesundheitssysteme und dem steigenden Zugang der Menschen zur Gesundheitsversorgung deutliches Wachstumspotenzial und sind mit einer steigenden Zahl von Werken in China, Indien, Brasilien und Mexiko in diesen großen Schwellenländern und Regionen vertreten.
1 WHO Fact-sheet 2017 und Journal of the America College of Cardiology, Juli 2017.
2 WHO Pressemeldung Nr. 263, September 2018.
3 Diabetes Atlas 9th Edition 2019.
4 WHO Fact-sheet 2017.
5 IQVIA-Institut, 21. Januar 2020.
6 Zur Definition der Pharmerging Markets (sogenannte Schwellenländer) verweisen wir auf Angabe (8) im Konzernabschluss.
4. STRENGERE REGULATORISCHE ANFORDERUNGEN UND KOSTENDRUCK IN DEN GESUNDHEITSSYSTEMEN
Die Anforderungen der Gesundheitsbehörden, insbesondere der amerikanischen Gesundheitsbehörde (FDA), steigen weiter. Die Auflagen betreffen nicht allein die Wirkstoffe, sondern genauso die Verpackung für die Medikamente. Die Primärverpackung muss die Medikamente schützen und erhalten sowie verhindern, dass das Medikament seine Wirksamkeit verliert oder verändert. Aus diesem Grund erteilen die Gesundheitsbehörden die Zulassung für ein neues Medikament nur in Verbindung mit der Zulassung für die dazugehörige Primärverpackung, was die Notwendigkeit von Hochqualitätslösungen unterstreicht. Schließlich geht es bei allem um die Gesundheit der Patienten. Daher investieren wir weltweit in Qualität und Innovationen. Daneben besteht ein kontinuierlicher Kostendruck in den Gesundheitssystemen. Mit intelligenten Lösungen können unsere Produkte und Drug-Delivery-Systeme zu mehr Medikamenten-Compliance, besserer Therapie und zielgenauerem Einsatz von Medikamenten beitragen und so einen wesentlichen Beitrag zur Kostensenkung leisten.
5. NEUE MEDIKAMENTE, INSBESONDERE BIOSIMILARS UND BIOTECH
Neue Wirkstoffe stellen regelmäßig neue Anforderungen an die Verpackung. Gerade die neuen Biotech-Medikamente, die meistens parenteral zur Krebsbehandlung eingesetzt werden, erfordern innovative Lösungen bei der Primärverpackung und dem Drug-Delivery-System. Dafür bieten wir innovative Lösungen, wie besonders bruchsicheres Glas (Gx(r) Elite Glass), oberflächenbeschichtetes Glas, vorfüllbare Spritzensysteme für besonders anspruchsvolle Medikamente und vieles mehr. Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil ist unsere Innovations-Pipeline, unser sehr breites Produktspektrum und unser hohes Qualitätsniveau, was in dieser Breite und weltweiten Verfügbarkeit nahezu einzigartig ist.
6. SELBSTMEDIKATION, PERSONALISIERTE MEDIKATION UND DIGITALISIERUNG
Wenn Patienten sich selbst medikamentös versorgen müssen, sind dazu zuverlässige und einfache Lösungen erforderlich. Hier bieten wir viele intelligente Produkte an, die den Patienten die Selbstmedikation ermöglichen, bei gleichzeitig höchstem Qualitätsniveau. Viele dieser Produkte erleichtern die Einnahme des Medikaments, helfen, Medikationsfehler zu vermeiden, und ermöglichen den Patienten ein flexibleres und angenehmeres Leben. Dabei wird in Zukunft die Erfassung und Bereitstellung von entsprechenden Daten eine große Rolle spielen: Daten zur richtigen Medikamenteneinnahme sowie Daten zur Wirkung des Medikaments. Diese Daten werden in Zukunft maßgeblich dazu beitragen, dass Medikamente besser, zuverlässiger und genauer eingesetzt und verabreicht werden, bessere Therapiemöglichkeiten durch den Arzt oder das Krankenhaus möglich werden und die Gesundheitssysteme so Kosten einsparen können.
VISION, MISSION UND WERTE
Die Vision beschreibt das Ziel, nach dem wir streben. Die Mission wiederum beschreibt, wie wir die Vision erreichen wollen. Wie wir wiederum im Alltag handeln und arbeiten wollen, wird durch unsere fünf Unternehmenswerte festgelegt.
Unsere Vision
Leading in Health and Well-Being Delivery
Unsere Mission
Innovate and deliver for a better life every day
Innovation ist ein entscheidender Faktor für Gerresheimer. Gleichzeitig geht es auch darum, unsere Produkte und Lösungen in höchstmöglicher Qualität und hoher Zuverlässigkeit unseren Kunden tagtäglich zur Verfügung zu stellen, damit sie wiederum Medikamente verpacken, ausliefern und die Medikamentenanwendung für die Patienten möglich machen. Dabei kommt es auf unsere Verlässlichkeit und Qualität an, denn jeden Tag werden von uns Millionen von Primärverpackungen an Pharmaunternehmen und Apotheken ausgeliefert. Bei jeder einzelnen Medikamentenverpackung, vorfüllbaren Spritze, jedem Insulin-Pen oder Inhalator kommt es für den Patienten darauf an, dass er sich auf die Unversehrtheit der Medikamente und die einfache und sichere Anwendung verlassen kann. Damit tragen wir jeden Tag große Verantwortung für Gesundheit, Wohlbefinden und ein besseres Leben von Millionen von Anwendern und Patienten.
Unsere Werte
Teamwork
Responsibility
Integrity → TRIBE
Bold Innovation
Excellence
Teamwork (Teamarbeit): Wir sind überzeugt, dass die Zusammenarbeit in globalen Teams entscheidend für das Erreichen unserer anspruchsvollen Ziele ist.
Responsibility (Verantwortung): Wir handeln als Unternehmer und halten unsere Versprechen ein.
Integrity (Integrität): Wir sind überzeugt, dass wir jederzeit mit Ehrlichkeit, Offenheit, Vertrauen, Respekt und Verlässlichkeit handeln sollten.
Bold Innovation (Mutige Innovationen): Wir sind überzeugt, dass Innovationen entscheidend für unseren zukünftigen Erfolg sind.
Excellence (Höchstleistungen): Wir sind überzeugt, dass wir jederzeit Höchstleistungen anstreben sollten.
Folgende Handlungsfelder spielen bei der Erreichung unserer Vision eine entscheidende Rolle:
| ― | Wachstum |
| ― | Innovation |
| ― | Exzellenz |
| ― | Leadership |
| ― | Nachhaltigkeit |
Entlang dieser Handlungsfelder werden in einem kontinuierlichen Prozess die operativen Ziele und Maßnahmen abgeleitet. Diese konkretisieren sich dann im Ausblick für das kommende Geschäftsjahr und in einer mittelfristigen Prognose (siehe Prognosebericht Seite 31 ff.).
STEUERUNGSSYSTEM
Unser unternehmerisches Handeln ist auf nachhaltiges profitables Wachstum und globale Marktführerschaft in den Bereichen Pharma und Healthcare sowie Kosmetik ausgerichtet. Daraus leiten sich Umsatzwachstum, Adjusted EBITDA, Investitionen, Net Working Capital und Gx ROCE als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren für die Steuerung des Gerresheimer Konzerns ab. Diese Leistungsindikatoren werden im Folgenden näher erläutert. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir den finanziellen Leistungsindikator Operating Cash Flow aus der Betrachtung rausgenommen, da es sich hierbei lediglich um eine rechnerische Größe der finanziellen Leistungsindikatoren Adjusted EBITDA, Investitionen und Net Working Capital handelt. Darüber hinaus werden für die Steuerung des Konzerns keine nichtfinanziellen Leistungsindikatoren verwendet.
Das Wachstum messen wir anhand der organischen Umsatzveränderung des Gerresheimer Konzerns und seiner Geschäftsbereiche. Im Falle von Akquisitionen oder Desinvestitionen bereinigen wir die Wachstumsrate um die daraus resultierenden Effekte genauso wie um Währungseffekte. Aber auch Akquisitionen und ein aktives Portfoliomanagement gehören zu unserer Strategie zur Weiterentwicklung des Gerresheimer Konzerns.
Unsere Profitabilität ermitteln wir in erster Linie anhand des Adjusted EBITDA. Dieses setzt sich aus dem Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen, Abschreibungen, Wertminderungen, Restrukturierungsaufwand sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen zusammen. Unter die einmaligen Aufwendungen und Erträge fassen wir Abfindungen für den Vorstand, Kosten einer Refinanzierung, Personalabbau und Restrukturierungen in größerem Umfang (strukturell und strategisch), die nicht die engen Kriterien des IAS 37 erfüllen, Kosten für Akquisitionen (bis zum Zeitpunkt der Akquisition) und Desinvestitionen, Kosten aus der Historie von Gerresheimer, wie z. B. Schiedsgerichtsverfahren, und Ergebnisse aus Betriebsprüfungen. In den Bereichen Kosten, Technologien, Mitarbeiter und Prozesse streben wir eine führende Wettbewerbsposition an. Dies ist die Basis, um die Anforderungen unserer Kunden hinsichtlich Qualität, Service, Preis und Innovation zu erfüllen und eine über dem Branchendurchschnitt liegende Adjusted EBITDA-Marge zu erzielen.
Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist die konsequente Steuerung der Investitionen. Wir bewerten jedes Projekt in jeder Geschäftseinheit nach den gleichen Zielparametern. Dabei spielen die Berechnung gemäß Discounted Cash Flow, also den diskontierten Einnahmenüberschüssen, sowie die Payback-Periode, also die Amortisationsdauer, eine wesentliche Rolle. Erweiterungs- und Rationalisierungsprojekte sollten dabei eine Mindestverzinsung nach Steuern (interner Zinssatz) von 18 % und eine Payback-Periode von unter drei Jahren erzielen. Bei strategischen Projekten sollte die Payback-Periode im Regelfall fünf Jahre nicht übersteigen. Bei Werksneubauten und -erweiterungen kann die Payback-Periode auch darüber liegen.
Das Net Working Capital (Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten) ist neben dem Adjusted EBITDA und den Investitionen die dritte Stellgröße des Operating Cash Flows. Auch hierauf liegt ein permanenter Schwerpunkt unserer vielfältigen Optimierungsmaßnahmen wie veränderte Zahlungsbedingungen, verbessertes Mahnwesen oder Optimierungen in der Produktionsplanung zwecks Bestandsreduzierung. Dabei ist die Senkung sowie das konsequente Management des auf Monatsbasis berechneten durchschnittlichen Net Working Capitals unser Ziel, um so den Kapitaleinsatz dauerhaft zu minimieren.
Durch die Fokussierung auf Adjusted EBITDA, Investitionen (und damit indirekt auch auf die Abschreibungen) sowie Net Working Capital haben wir im Übrigen die wesentlichen operativen Stellgrößen des Gx ROCE im Blick. Dieser definiert sich bei Gerresheimer als Adjusted EBITA im Verhältnis zum durchschnittlichen Kapitaleinsatz, also Eigenkapital plus verzinsliches Fremdkapital abzüglich liquider Mittel bzw. alternativ berechnet als Bilanzsumme abzüglich unverzinslicher Verbindlichkeiten und liquider Mittel. Neben den oben genannten Kennzahlen stellt der Gx ROCE eine wichtige mittel- bis langfristige Zielgröße für uns dar. Basierend auf der angestrebten Mindestverzinsung nach Steuern (interner Zinssatz) von 18 % für Erweiterungs- und Rationalisierungsprojekte sollte dieser langfristig bei rund 15 % für den Gerresheimer Konzern liegen.
Neben den Indikatoren zur Beurteilung der finanziellen Geschäftsentwicklung spielen auch nichtfinanzielle Steuerungsgrößen eine wesentliche Rolle für den Erfolg unseres Unternehmens. Aus Konzernsicht sind hier die Innovationsbereitschaft, die Lösungskompetenz sowie insbesondere die Attraktivität für hoch qualifizierte Mitarbeiter und deren Bindung an das Unternehmen von zentraler Bedeutung.
Steuerungsgröße für die Gerresheimer AG als Konzernobergesellschaft ist der handelsrechtliche Bilanzgewinn. Insbesondere durch Gewinnabführungen und Ausschüttungen von verbundenen Unternehmen soll die Umsetzung unserer langfristigen ergebnisorientierten Dividendenpolitik sichergestellt werden.
GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS
Die finanzielle Steuerung und Optimierung des Gerresheimer Konzerns erfolgt grundsätzlich zentral aus dem Group Treasury der Gerresheimer AG. Unser vornehmliches Ziel ist es, die Liquidität jederzeit durch eine zentrale Beschaffung der Finanzmittel und die aktive Steuerung der Fremdwährungs- sowie der Zinsänderungsrisiken zu sichern. Die stets angemessene Ausstattung mit Finanzmitteln stellen wir durch eine rollierende Liquiditätsplanung und ein zentrales Cash-Management sicher.
Um die Entscheidungs- und Steuerungsprozesse im Rahmen der Liquiditätssicherung, der Finanzplanung und des diesbezüglichen Risikomanagements zu institutionalisieren, hat der Vorstand einen Anlagenausschuss eingesetzt. Dieser besteht aus dem Finanzvorstand sowie den Leitern der Abteilungen Controlling, Accounting, Mergers & Acquisitions und Treasury und tritt grundsätzlich einmal pro Quartal zusammen. Zentrale Aufgabe des Anlagenausschusses ist es, die relevanten finanziellen Rahmenbedingungen für den Gerresheimer Konzern zu erörtern und zu überwachen. Dabei werden mögliche Veränderungen von externen Einflussfaktoren durch aktuelle Marktprognosen ebenso bewertet wie die Finanzierungssituation und strategische Wachstumsoptionen. Alle Ideen und anstehenden Maßnahmen von größerem finanziellem Umfang werden hier gebündelt und auf ihre Finanzierbarkeit geprüft sowie unter Risikogesichtspunkten nochmals durchleuchtet. Die Unterlagen des Anlagenausschusses werden den anderen Vorstandsmitgliedern nach jeder Sitzung ebenfalls zur Kenntnis gegeben. Damit haben wir in Ergänzung zum durchgängigen Vier-Augen-Prinzip eine zusätzliche Kontroll- und Früherkennungsinstanz.
Aufgrund der internationalen Ausrichtung tätigen wir zahlreiche Geschäfte in fremden Währungen. Um dem damit verbundenen Risiko der für uns nachteiligen Wechselkursschwankungen zu begegnen, schließen wir Devisentermingeschäfte ab. Diese sichern die Cash Flows aus noch nicht erfüllten Aufträgen in Fremdwährungen ab. Aufträge, Forderungen oder Verbindlichkeiten werden regelmäßig im Zeitpunkt ihrer Entstehung durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Um Zinsänderungsrisiken zu begegnen, beobachtet das Group Treasury der Gerresheimer AG ständig die Zinsentwicklung und schließt im Bedarfsfall entsprechende Zinssicherungsgeschäfte ab.
KONJUNKTUR- UND MARKTUMFELD
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Die Weltwirtschaft wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) 7 in diesem Jahr mit 3,3 % stärker wachsen als 2019 - unter anderem bedingt durch eine weiter lockere Geldpolitik, eine teilweise Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie geringere Sorgen vor einem ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU.
In seinem im Januar 2020 veröffentlichten Bericht beziffert der IWF das Wachstum der Weltwirtschaft für 2019 auf 2,9 %. Im Oktober hatten die IWF-Experten noch ein Wachstum von 3,0 % für 2019 erwartet.
Das Wirtschaftswachstum für die Euro-Zone liegt gemäß dem vorliegenden IWF-Bericht bei 1,2 % für 2019. Die Verringerung gegenüber dem Vorjahr (2018: 1,9 %) basiere auf einer schwächeren Entwicklung in der ersten Jahreshälfte 2019.
Für Deutschland rechnen die IWF-Experten für 2019 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 % ebenso wie im Übrigen das ifo Institut für Wirtschaftsforschung 8 .
Für die USA erwartet der IWF, dass sich die kurzfristige Dynamik der Wirtschaft stabilisiert. Die Wachstumsprognose für 2019 liegt hier nur noch bei 2,3 % nach 2,4 % noch im Oktober mit der Erwartung, dass sich die Rate aufgrund geopolitischer Spannungen mit dem Iran 2020 und 2021 weiter reduziert.
Für die Schwellen- und Entwicklungsländer rechnet der IWF für 2019 mit einem Wachstum von 3,7 % - nach ursprünglich erwarteten 4,0 %. Die Prognose für das Wachstum in China in 2019 beträgt unverändert 6,1 %. Für Indien beträgt die Schätzung für das Wirtschaftswachstum 2019 nunmehr 4,8 %. Die Wachstumsprognose für Brasilien liegt nach IWF-Berechnungen für 2019 bei 1,2 % und damit um 0,1 Prozentpunkte niedriger als erwartet.
BRANCHENENTWICKLUNG
Das Volumenwachstum des Welt-Pharmamarktes lag laut IQVIA 9 im Jahr 2019 bei lediglich 1,4 %. Auf dieser Basis errechnet IQVIA eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Jahre 2015 bis 2019 von 1,8 %. Dabei wuchsen die Pharmerging Markets mit 3,6 % stärker als die Pharmamärkte entwickelter Volkswirtschaften, die eine durchschnittliche Wachstumsrate von 0,8 % aufwiesen.
7 Internationaler Wahrungsfonds: Economic Outlook, Januar 2020.
8 Statistisches Bundesamt: Bundesagentur für Arbeit: Deutsche Bundesbank: 2019 bis 2021 Prognose des ifo Instituts.
9 IQVIA-Institut, 21. Januar 2020.
Im Subsegment der Generika wurde auf globaler Ebene im Jahr 2019 ein Volumenwachstum von 2,6 % erzielt. Hier betrug die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in den Jahren 2015 bis 2019 3,0 %. Im regionalen Vergleich lagen die Pharmerging Markets in den letzten fünf Jahren bei durchschnittlich 4,7 % Wachstum pro Jahr, während das durchschnittliche jährliche Volumenwachstum in den entwickelten Märkten bei nur 2,7 % und bei den übrigen Märkten bei -1,7 % lag.
Auf Basis dieser Entwicklung prognostiziert IQVIA für den globalen Pharmamarkt für die Jahre 2020 bis 2024 ein durchschnittliches jährliches Volumenwachstum von 1,5 %. Für die Pharmerging Markets liegt die Erwartung bei durchschnittlich 2,6 % pro Jahr in den nächsten fünf Jahren. Während für die entwickelten Märkte -0,3 % erwartet wird, liegt die Prognose für die restlichen Länder bei einem Volumenwachstum von durchschnittlich 0,6 % pro Jahr. Für den Teilbereich der Generika erwartet IQVIA für die nächsten fünf Jahre ein Volumenwachstum von durchschnittlich 1,9 %, wobei die Erwartung für die Pharmerging Markets bei 3,1 % liegt. In den entwickelten Märkten erwartet man 0,1 % und die Prognose für die übrigen Märkte liegt bei 0,9 %.
Insgesamt gilt die Pharmabranche als eine der krisensichersten. Trotz der jüngsten Schwäche profitiert sie weiterhin von nachhaltigen Wachstumstreibern wie beispielsweise der demografischen Entwicklung, welche in Verbindung mit der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung zu einem wachsenden Bedarf an medizinischer Versorgung führt. Weit verbreitete Krankheiten wie Diabetes, Asthma, Demenzerkrankungen, Krebs und Allergien führen darüber hinaus zu einem erhöhten Bedarf an medizinischer Versorgung. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den für uns relevanten Megatrends wider: "Zunahme chronischer Erkrankungen & alternde Bevölkerung", "Schnelles Wachstum im Bereich Generika", "Ansteigende Gesundheitsversorgung in den Schwellenländern", "Strengere regulatorische Anforderungen und Kostendruck in den Gesundheitssystemen", "Neue Medikamente, insbesondere Biosimilars und Biotech", "Selbstmedikation, personalisierte Medikation und Digitalisierung" (hierzu verweisen wir auf das Kapitel "Konzernstrategie und Ziele" auf Seite 3 ff.).
In der Konsequenz steigt die Anzahl von Arzneimitteln mit patentfreien Wirkstoffen sowie biotechnologisch hergestellten Medikamenten. Die Branche profitiert gleichzeitig von der steigenden Weltbevölkerung und der wachsenden Mittelschicht: Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Asthma und Diabetes nehmen zu, entsprechend steigen die Ausgaben für die medizinische Versorgung. Neue Präparate und neue Wirkstoffe erfordern neben innovativen Herstellungsverfahren eine Weiterentwicklung der Verpackungen und der Verabreichungsform. Der Schutz der hochwertigen Inhaltsstoffe, die Qualitätssicherung und eine uneingeschränkte Funktionalität stehen dabei an erster Stelle. Immer mehr innovative Biotech-Medikamente kommen auf den Markt, die in Form von Injektionen dargereicht werden und in entsprechender Konzentration in Fläschchen und/oder vorgefüllten Spritzen oder anderen Drug-Delivery-Devices erhältlich sein müssen. Für den Bereich der Verpackung von Medikamenten heißt das: Die Hersteller müssen ein breites Portfolio an Technologien über möglichst weite Teile der Wertschöpfungskette anbieten.
Der stärker konjunkturabhängige Markt für hochwertige Kosmetikverpackungen aus Glas entwickelte sich im Geschäftsjahr 2019 gut. Unverändert wurden aufwendige Kosmetikverpackungen aus Glas stark nachgefragt, so dass Design und zusätzliche Veredelungsprozesse der Glasbehälter auch im vergangenen Jahr von entscheidender Bedeutung waren.
ENTWICKLUNG AN DEN DEVISENMÄRKTEN
Der US-Dollar lag zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 bei einem Kurs von 1,13 US-Dollar je Euro und wertete im Verlauf des 1. Quartals leicht auf 1,15 US-Dollar je Euro ab. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres wertete der US-Dollar gegenüber dem Euro jedoch wieder auf und erreichte im September einen Kurs von 1,09 US-Dollar je Euro. Trotz Zinssenkungen seitens der US-Zentralbank im Verlauf des Geschäftsjahres 2019, weist der US-Dollar weiterhin einen Renditevorteil gegenüber dem Euro aus. Ferner haben insbesondere handelspolitische Auseinandersetzungen sowie der Brexit ab der zweiten Jahreshälfte zur weiteren Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro beigetragen. Bis Ende Oktober bewegte er sich in einem Korridor von 1,09 bis 1,11 US-Dollar je Euro. Zum Abschluss des Geschäftsjahres 2019 lag er bei einem Kurs von 1,10 US-Dollar je Euro.
Der Durchschnittskurs für das Geschäftsjahr 2019 vom 1. Dezember 2018 bis zum 30. November 2019 lag bei 1,12 US-Dollar je Euro und somit unter dem durchschnittlichen Niveau des Vorjahres von 1,18 US-Dollar je Euro.
Andere Währungen, die für uns im Rahmen der Quartals- und Jahresabschlüsse zu Effekten bei der Umrechnung in die Berichtswährung Euro führen, haben sich während des Berichtszeitraumes im Vergleich zum Euro gemischt entwickelt.
ENTWICKLUNG AN DEN ENERGIE- UND ROHSTOFFMÄRKTEN
Ein erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe für die Glas- und Kunststoffherstellung. Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energieträgern, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge in den Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise könnte die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns belasten. Daher haben wir die besondere Ausgleichsregelung für stromkostenintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) in Anspruch genommen. Darüber hinaus sichert sich der Konzern gegen anziehende Energiepreise (Strom und Gas) umfassend ab, um Energiekostensteigerungen aufzufangen. Die Energiepreise in Europa für Strom und Gas sind im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben und in der zweiten Jahreshälfte zurückgegangen.
Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab. Bei den für uns relevanten Kunststoffgranulaten kam es im Verlauf des Geschäftsjahres 2019 zu einer Preisreduzierung insbesondere im nordamerikanischen Markt. So fiel beispielsweise der Preis für Polypropylen in diesem Zeitraum um durchschnittlich knapp 20 %, was zu einer temporären Ergebnisverbesserung im Geschäftsbereich Plastics & Devices geführt hat. Diese Reduzierungen haben wir auf Basis von vertraglichen Preisgleitklauseln bzw. Preissenkungen mit zeitlicher Verzögerung ganz oder teilweise an unsere Kunden weitergegeben. Per Saldo ergeben sich hieraus positive Effekte gegenüber dem Vorjahr von rund EUR 2 Mio. auf unsere Ertragslage.
Als Hersteller hochwertiger pharmazeutischer Primärverpackungen setzen wir für die Glasprodukte in erster Linie die Rohstoffe Quarzsand und Natronkalk sowie diverse Zusatzstoffe in vergleichsweise geringen Mengen ein. Die genannten Rohstoffe sind gut verfügbare Grunderzeugnisse, die wir von verschiedenen Lieferanten beziehen.
Mit dem Verkauf unseres Röhrenglasgeschäftes an Corning im Jahr 2015 haben wir einen 10-Jahres-Liefervertrag für Borosilikatglas-Röhren abgeschlossen und damit den Bedarf des für unser Converting-Geschäft wichtigen Vorproduktes langfristig sichergestellt. Daneben verarbeiten wir bei Gerresheimer auch Borosilikatglas-Röhren von anderen Herstellern.
Weitere Informationen zum Umgang des Gerresheimer Konzerns mit Schwankungen bei Energie- und Rohstoffpreisen finden sich im gleichnamigen Unterpunkt des Kapitels "Operative Risiken".
ÄNDERUNG DER REGULATORISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN
Nach wie vor legen die politischen Entscheidungsträger, insbesondere in den europäischen Industrieländern und den USA, großen Wert auf den Nachweis eines signifikanten Zusatznutzens, bevor neue Medikamente zugelassen werden. Aus diesem Grund wird in der Regel von den entsprechenden Behörden eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, bevor Medikamente für den Markt zugelassen werden können.
Tendenziell nehmen Umfang und Anzahl der regulatorischen Auflagen jährlich zu. Bei hohem Nutzen für die Patienten sind für alle Marktteilnehmer damit große Herausforderungen verbunden. Insgesamt haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen auf den für Gerresheimer wichtigen Pharmamärkten für unser Geschäft im Jahr 2019 allerdings nicht wesentlich verändert. Außerdem stellen die hohen Anforderungen an unser Geschäft eine hohe Eintrittsbarriere für mögliche neue Wettbewerber dar.
ÜBERBLICK ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF
EINFLUSS DER RAHMENBEDINGUNGEN AUF DEN GESCHÄFTSVERLAUF
Die regulatorischen Rahmenbedingungen auf den für uns wichtigen Pharmamärkten haben sich im Geschäftsjahr 2019 nicht wesentlich verändert und somit unsere Geschäftsentwicklung nicht erheblich beeinflusst. Der stärker konjunkturabhängige Markt für hochwertige Kosmetikverpackungen aus Glas entwickelte sich recht positiv. Insbesondere bei den Parfüm- und Pflegeprodukten verzeichneten die Hersteller Zuwächse.
Wir produzieren hauptsächlich spezialisierte und hochwertige Primärverpackungsprodukte und Drug-Delivery-Systeme aus Glas und Kunststoff. In den Märkten und in den Produktsegmenten, in denen wir tätig sind, wollen wir unsere Wettbewerbsposition unter den Top 3 halten bzw. streben wir an, diese Wettbewerbsposition zu erreichen.
PROGNOSEERREICHUNG IM GESCHÄFTSJAHR 2019 (GERRESHEIMER KONZERN)
Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gerresheimer AG ist abhängig von der Geschäftsentwicklung des Gerresheimer Konzerns. Die Unternehmensstrategie und -steuerung erfolgt ausschließlich über die Kennzahlen des Konzerns. Aus diesem Grund wird auf eine Prognoseerstellung auf Ebene des Einzelabschlusses verzichtet und wir berichten an dieser Stelle ausschließlich über die Prognoseentwicklung des Gerresheimer Konzerns.
Um unseren Aktionären, Kunden und allen anderen Partnern die Möglichkeit zu geben, unsere Geschäftsentwicklung zu beurteilen, veröffentlichen wir unsere Erwartungen jeweils zu Beginn des Geschäftsjahres und aktualisieren diese bei Bedarf im Jahresverlauf. Unsere Prognose umfasst dabei Angaben zu der erwarteten Entwicklung der währungsbereinigten Umsatzerlöse und des währungsbereinigten Adjusted EBITDA sowie der währungsbereinigten Investitionen in Prozent der währungsbereinigten Umsatzerlöse.
Erreichung der Prognose im Geschäftsjahr 2019
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| Ausblick GJ 2019 | Ergebnis | |
|---|---|---|
| 14.02.2019 | 2019 | |
| --- | --- | --- |
| Umsatzerlöse (konst. Wechselkurse) | Bandbreite von EUR 1,40 Mrd. bis EUR 1,45 Mrd. | EUR 1,38 Mrd. 1) 0,5 % Wachstum |
| Adjusted EBITDA (konst. Wechselkurse) | Bandbreite von EUR 290 Mio. bis EUR 300 Mio. | EUR 396,1 Mio. 2) |
| Investitionen (konst. Wechselkurse) | rund 12 % der Umsatzerlöse | 11,9 % 1) |
| Durchschnittliches NWC (in % der Umsatzerlöse) (konst. Wechselkurse) | rund 16 % | 20,0 % |
| Langfristige Zielvorgaben | ||
| Gx ROCE | rund 15 % | 14,2 % |
| Adjusted EBITDA Leverage | 2,5x | 2,4x |
1) Zu berücksichtigen ist, dass die unerwartete kundenseitige Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes zu einer Vertragsanpassung und somit zu einer kumulativen Anpassung der bis zu diesem Zeitpunkt erfassten Umsatzerlöse in Hohe von EUR 17,3 Mio. geführt hatte.
2) Hierin ist ein sonstiger betrieblicher Ertrag von EUR 129,8 Mio. aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical enthalten und gegenläufig wurde das Adjusted EBITDA um EUR 9,2 Mio. aufgrund der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes gemindert. Darüber hinaus hat diese Kündigung zu einer Vertragsanpassung und somit zu einer kumulativen Anpassung der bis zu diesem Zeitpunkt erfassten Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17,3 Mio. geführt, die in gleicher Höhe einen negativen Einfluss auf das währungsbereinigte Adjusted EBITDA hatte.
GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUM GESCHÄFTSVERLAUF
Die Gerresheimer AG schließt das Geschäftsjahr 2019 erwartungsgemäß mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 22,4 Mio. ab. Dies ist im Wesentlichen bedingt durch die Kündigung des Ergebnisabführungsvertrages zwischen der Gerresheimer Holdings GmbH und der Gerresheimer Group GmbH mit Wirkung zum 1. Dezember 2018. Damit kann das auf die Gerresheimer Group GmbH entfallende Ergebnis des Geschäftsjahres 2019 nicht phasengleich, sondern erst im Geschäftsjahr 2020 vereinnahmt werden. Somit ergibt sich im Geschäftsjahr 2019 ein Aufwand aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von EUR 0,2 Mio. nach einem Ertrag aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von EUR 90,8 Mio. im Vorjahr. Darüber hinaus sind die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens von EUR 27,7 Mio. im Vorjahr auf nunmehr EUR 11,8 Mio. zurückgegangen. Dieser Rückgang resultiert aus der Anpassung der zugrundeliegenden Konditionen aufgrund der Refinanzierung der Schuldverschreibung im Geschäftsjahr 2018. Weiterhin sind die Zinsen und ähnlichen Erträge von EUR 3,1 Mio. im Vorjahr auf nunmehr EUR 0,8 Mio. im Geschäftsjahr 2019 gesunken. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Rückzahlung des an die Gerresheimer Glass Inc., Vineland (New Jersey/USA) ausgereichten US-Dollar Darlehens im Juni 2018. Niedrigere Zinsen und ähnliche Aufwendungen (EUR 11,9 Mio.; Vorjahr: EUR 15,8 Mio.) wirkten nur teilweise kompensatorisch. Das Eigenkapital verminderte sich um insgesamt EUR 58,5 Mio. auf EUR 684,5 Mio. zum 30. November 2019. Neben dem Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 22,4 Mio. reduzierte sich das Eigenkapital lediglich durch die Ausschüttung der Dividende an die Aktionäre der Gerresheimer AG in Höhe von EUR 36,1 Mio. im Geschäftsjahr 2019.
Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich auf den Geschäftsverlauf des Gerresheimer Konzerns. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Gerresheimer Konzern mit seinem groß angelegten Investitionsprogramm das Fundament für nachhaltiges profitables Wachstum gelegt. Insbesondere durch das starke 1. und 2. Quartal 2019 stiegen die währungsbereinigten Umsatzerlöse im aktuellen Geschäftsjahr von EUR 1.373,5 Mio. um 0,5 % auf EUR 1.380,2 Mio. Organisch, d.h. bereinigt um Währungseffekte und Akquisitionen bzw. Desinvestitionen sowie die im Vorjahr erzielten Umsatzerlöse aus dem verlorenen Inhalator-Auftrag eines Kunden in unserem Werk in Küssnacht (Schweiz), sind unsere Umsatzerlöse um 1,2% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Mit dieser Umsatzentwicklung sind wir hinter unseren Möglichkeiten zurückgeblieben, was hauptsächlich auf die Entwicklung bei der Sensile Medical zurückzuführen ist. Hierbei hatte insbesondere die unerwartete kundenseitige Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes zu einer Vertragsanpassung und somit zu einer kumulativen Anpassung der bis zu diesem Zeitpunkt erfassten Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17,3 Mio. geführt.
Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA betrug im Geschäftsjahr 2019 EUR 396,1 Mio. nach EUR 300,2 Mio. im Vorjahr. Dabei ist zu berücksichtigen, dass wir im Geschäftsjahr 2019 einen sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von EUR 129,8 Mio. aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical erfasst haben. Gegenläufig wurde das währungsbereinigte Adjusted EBITDA mit EUR 9,2 Mio. aufgrund der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes belastet. Darüber hinaus hat die Kündigung dieses Projektes zu einer Vertragsanpassung und somit zu einer kumulativen Anpassung der bis zu diesem Zeitpunkt erfassten Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17,3 Mio. geführt, die in gleicher Höhe einen negativen Einfluss auf das währungsbereinigte Adjusted EBITDA hatte.
Die Werthaltigkeitsprüfung auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical, welche dem Geschäftsbereich Advanced Technologies zugeordnet ist, hat aufgrund von unerwarteten kundenseitigen Kündigungen von Projekten, insbesondere des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes, einen Wertminderungsbedarf im Geschäftsjahr 2019 ergeben. Der erzielbare Betrag dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit lag zum Abschlussstichtag bei EUR 280,1 Mio. und somit um EUR 113,1 Mio. unter deren Buchwert in Höhe von EUR 393,2 Mio. Der Wertminderungsaufwand wurde dem Geschäftswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical mit einem Betrag von EUR 5,0 Mio., den Technologien mit EUR 102,9 Mio., den Entwicklungskosten mit EUR 4,3 Mio. sowie den Markenrechten mit EUR 0,9 Mio. zugeordnet. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde die Wertminderung des Geschäftswertes im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst, während die Wertminderungen der Technologien und Entwicklungskosten bzw. der Markenrechte in den Umsatz- bzw. den Vertriebskosten enthalten sind. Gegenläufig wurde im Zusammenhang mit den unerwarteten kundenseitigen Projektkündigungen ein sonstiger betrieblicher Ertrag aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen in Höhe von EUR 129,8 Mio. erfasst.
Das bereinigte Konzernergebnis (definiert als: Konzernergebnis vor Abschreibungen/Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen und Restrukturierungsaufwendungen, Portfoliooptimierungen sowie dem Saldo aus einmaligen Erträgen und Aufwendungen und den darauf entfallenden Steuereffekten) betrug im Geschäftsjahr 2019 EUR 227,7 Mio. nach EUR 180,3 Mio. im Vorjahr.
ERTRAGSLAGE DER GERRESHEIMER AG
Die Umsatzerlöse belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf EUR 4,0 Mio. und haben sich damit im Vergleich zum Vorjahr (EUR 3,6 Mio.) leicht erhöht. Diese Erhöhung ist im Wesentlichen auf höhere konzerninterne Weiterbelastungen für IT-Leistungen zurückzuführen.
Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um EUR 14,3 Mio. auf EUR 12,2 Mio. ist im Wesentlichen auf geringere Erträge aus der Währungsumrechnung und aus Währungsderivaten (EUR 0,0 Mio.; Vorjahr: EUR 12,6 Mio.) zurückzuführen. Dieser Rückgang resultiert aus der im Vorjahr erfolgten Rückzahlung des an die Gerresheimer Glass Inc., Vineland (New Jersey/USA) ausgereichten US-Dollar Darlehens. Weiterhin verringerten sich die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen im Geschäftsjahr 2019 auf EUR 0,8 Mio. (Vorjahr: EUR 2,1 Mio.).
Die Personalaufwendungen haben sich gegenüber dem Vorjahr (EUR 17,5 Mio.) geringfügig auf EUR 17,8 Mio. erhöht.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 21,1 Mio. auf EUR 19,7 Mio. deutlich reduziert. Der Rückgang entfällt mit EUR 15,7 Mio. auf Aufwendungen aus der Währungsumrechnung und aus Währungsderivaten (EUR 0,0 Mio.; Vorjahr: EUR 15,7 Mio.), die im Vorjahr im Zusammenhang mit dem an die Gerresheimer Glass Inc., Vineland (New Jersey/USA), ausgereichten US-Dollar Darlehen, welches am 17. Juli 2018 in voller Höhe zurückgezahlt wurde, entstanden sind. Zudem wurden im Vorjahr Abfindungen infolge des unerwarteten Ausscheidens des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand der Gerresheimer AG in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Darüber hinaus gingen die Rechts- und Beratungsaufwendungen von EUR 4,8 Mio. um EUR 1,6 Mio. auf nunmehr EUR 3,2 Mio. zurück. Gegenläufig ist die Aufsichtsratsvergütung um EUR 0,3 Mio. auf EUR 1,4 Mio. im Geschäftsjahr 2019 aufgrund des von der Hauptversammlung am 6. Juni 2019 gebilligten neuen Vergütungssystems für den Aufsichtsrat leicht angestiegen.
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden ausschließlich bei den Tochtergesellschaften der Gerresheimer AG statt. Sie orientieren sich stark an den Bedürfnissen unserer Kunden und werden deshalb oftmals in enger Zusammenarbeit mit diesen durchgeführt. Zum Teil arbeiten Mitarbeiter der Pharmaunternehmen in unseren Kompetenzzentren mit. Die Kosten für diese kundenspezifische Forschung und Entwicklung tragen weitgehend unsere Kunden.
Die Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen von EUR 0,2 Mio. (Vorjahr: Ertrag EUR 90,8 Mio.) entfallen auf den im Rahmen des bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages übernommenen Verlust der Gerresheimer Holdings GmbH. Infolge der Kündigung des Ergebnisabführungsvertrages zwischen der Gerresheimer Holdings GmbH und der Gerresheimer Group GmbH mit Wirkung zum 1. Dezember 2018 kann das auf die Gerresheimer Group GmbH entfallende Ergebnis des Geschäftsjahres 2019 nicht phasengleich, sondern erst im Geschäftsjahr 2020 vereinnahmt werden.
Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, die auf langfristige Darlehen an die GERRESHEIMER GLAS GmbH und die Gerresheimer Holdings GmbH entfallen, belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf EUR 11,8 Mio. (Vorjahr: EUR 27,7 Mio.). Der Rückgang resultiert aus der erfolgten Anpassung der zugrundeliegenden Konditionen infolge der Refinanzierung der Schuldverschreibung nach deren Rückzahlung im Mai 2018.
Das Netto-Finanzergebnis beläuft sich im Geschäftsjahr 2019 auf EUR -11,1 Mio. (Vorjahr: EUR -12,7 Mio.) und setzt sich aus sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen von EUR 0,8 Mio. (Vorjahr: EUR 3,1 Mio.) sowie Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von EUR 11,9 Mio. (Vorjahr: EUR 15,8 Mio.) zusammen. Die Zinsen und ähnlichen Erträge resultieren hierbei analog zum Vorjahr aus Darlehen an Tochterunternehmen. Der Rückgang der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2019 resultiert im Wesentlichen aus der im Vorjahr unterjährig durchgeführten Anpassung der Zinssätze infolge der günstigeren Refinanzierung der im Mai 2018 zurückgezahlten Schuldverschreibung.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf EUR 0,1 Mio. (Vorjahr: EUR 8,5 Mio.). Der Rückgang der Steueraufwendungen in Höhe von EUR 8,4 Mio. resultiert aus der Änderung des Organkreises der Gerresheimer AG, der sich im Geschäftsjahr 2019 aus der Gerresheimer AG und der Gerresheimer Holdings GmbH zusammensetzt.
Der Jahresfehlbetrag der Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2019 betrug EUR 22,4 Mio. nach einem Jahresüberschuss von EUR 67,8 Mio. im Vorjahr. Der handelsrechtliche Bilanzgewinn der Gerresheimer AG verminderte sich von EUR 185,9 Mio. im Vorjahr auf nunmehr EUR 127,4 Mio. Die Dividendenausschüttungen an die Aktionäre der Gerresheimer AG beliefen sich im Geschäftsjahr 2019 auf EUR 36,1 Mio.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG werden der Hauptversammlung am 24. Juni 2020 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 1,20 je Aktie (Vorjahr: EUR 1,15 je Aktie) für das Geschäftsjahr 2019 auszuschütten. Dies entspricht einem Dividendenbetrag von EUR 37,7 Mio. und einer Steigerung gegenüber der Vorjahresdividende um 4,3 %. Die Ausschüttungsquote von 29,9 % im Geschäftsjahr 2019 berechnet sich wie folgt:
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| in Mio. EUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Bereinigtes Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen | 225,8 | 178,0 |
| Sonstiger betrieblicher Ertrag - Ausbuchung bedingter Kaufpreisbestandteile | -129,8 | - |
| Sonstiger betrieblicher Aufwand - im Zusammenhang mit der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes | 9,2 | - |
| Wertminderung von Entwicklungskosten, die nicht Bestandteil der Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen sind | 7,9 | - |
| Negativer Effekt auf Umsatzerlöse und Adjusted EBITDA im Zusammenhang mit der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes | 17,3 | - |
| darauf entfallende Steuereffekte | -4,3 | - |
| Ausschüttungsbasis | 126,1 | 178,0 |
| Ausschüttungsquote | 29,9 % | 20,3 % |
Des Weiteren wird vorgeschlagen, den verbleibenden Bilanzgewinn der Gerresheimer AG von EUR 89,7 Mio. auf neue Rechnung vorzutragen.
VERMÖGENS-, FINANZ- UND LIQUIDITÄTSLAGE DER GERRESHEIMER AG
VERMÖGENSLAGE
Im Geschäftsjahr 2019 erhöhten sich die immateriellen Vermögensgegenstände um EUR 0,2 Mio. auf nunmehr EUR 5,4 Mio. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf den Erwerb von Software und Lizenzen zurückzuführen.
Das Eigenkapital hat sich von EUR 743,0 Mio. um EUR 58,5 Mio. auf EUR 684,5 Mio. zum 30. November 2019 reduziert. Dieser Rückgang resultiert einerseits aus der Ausschüttung an die Aktionäre der Gerresheimer AG in Höhe von EUR 36,1 Mio. und andererseits aus dem Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 22,4 Mio.
Die zum 30. November 2019 ausgewiesenen Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 1,3 Mio. (Vorjahr: EUR 1,6 Mio.) umfassen den Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen in Höhe von EUR 3,6 Mio. (Vorjahr: EUR 4,0 Mio.) nach Saldierung mit dem beizulegenden Zeitwert des Deckungsvermögens in Höhe von EUR 2,3 Mio. (Vorjahr: EUR 2,4 Mio.). Das Deckungsvermögen umfasst ausschließlich Rückdeckungsversicherungsverträge, deren beizulegender Zeitwert dem vom Versicherer nachgewiesenen Deckungskapital der Verträge und damit den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht.
Weiterhin haben sich die Steuerrückstellungen um EUR 4,0 Mio. auf EUR 2,0 Mio. zum 30. November 2019 reduziert. Diese Verminderung ist überwiegend auf die nach dem Abschluss der Betriebsprüfungen der Jahre 2013 bis 2015 ergangenen Steuerbescheide zurückzuführen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 60,7 Mio. auf EUR 782,1 Mio. Der Anstieg resultiert aus einer höheren Inanspruchnahme aus dem revolvierenden Darlehen zum 30. November 2019.
Die oben beschriebenen Sachverhalte stellen die wesentlichen Ursachen für den Rückgang der Bilanzsumme der Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2019 um EUR 0,3 Mio. auf EUR 1.486,0 Mio. (Vorjahr: EUR 1.486,3 Mio.) dar.
Die Eigenkapitalquote beläuft sich zum 30. November 2019 auf 46,1 % (Vorjahr: 50,0 %).
FINANZ- UND LIQUIDITÄTSLAGE
Unsere Finanzierung wurde im Geschäftsjahr 2019 im Rahmen einer Refinanzierung neu verhandelt und umfasst einen Konsortialkredit in Form eines revolvierenden Darlehens zuzüglich Nebenkreditlinien in Höhe von insgesamt EUR 550,0 Mio., der am 26. September 2019 unterzeichnet wurde, mit fünfjähriger Laufzeit zuzüglich zweier Verlängerungsoptionen von jeweils einem Jahr. Die dem revolvierenden Darlehen zugrundeliegende und einzuhaltende marktübliche Kenngröße (Financial Covenant) ist das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Adjusted EBITDA (Adjusted EBITDA Leverage) auf Basis des gültigen Rahmenkreditvertrages. Das revolvierende Darlehen wird verzinst über einen Basiszins entsprechend dem EURIBOR (für Ziehungen in Euro) bzw. dem LIBOR (für Ziehungen in US-Dollar) für die jeweilige Ziehungsperiode zuzüglich eines Margenaufschlages abhängig vom Erfüllungsgrad des Adjusted EBITDA Leverage sowie zuzüglich einer Nutzungsprovision in Abhängigkeit vom jeweiligen Darlehensstand.
Daneben finanziert sich Gerresheimer über Schuldscheindarlehen, die in 2015 und in 2017 emittiert wurden. Die am 2. November 2015 unterzeichneten und am 10. November 2015 ausgezahlten Schuldscheindarlehen der Gerresheimer AG teilten sich in eine fünfjährige Tranche über EUR 189,5 Mio., die im November 2020 rückzahlbar ist, eine siebenjährige Tranche über EUR 210,0 Mio. sowie eine zehnjährige Tranche über EUR 25,5 Mio. auf. Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zum Teil auch variabel verzinst. Die am 27. September 2017 emittierten Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt EUR 250,0 Mio. teilen sich auf in eine fünfjährige Tranche über EUR 95,5 Mio., eine siebenjährige Tranche über EUR 109,0 Mio. sowie eine zehnjährige Tranche über EUR 45,5 Mio. Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zu einem geringen Teil auch variabel verzinst.
Daneben finanzieren sich unsere Tochterunternehmen über zugesagte bilaterale Kreditlinien inklusive Kontokorrentverbindlichkeiten in Höhe von umgerechnet EUR 40,9 Mio.
Um sich weitere günstige Finanzierungsquellen zu erschließen, finanziert sich Gerresheimer darüber hinaus in geringem Umfang durch den Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Factoringgesellschaften.
Die Nutzung des revolvierenden Darlehens (Rahmenhöhe EUR 550,0 Mio.) betrug zum 30. November 2019 EUR 302,3 Mio. (Vorjahr: Rahmenhöhe EUR 450,0 Mio., Nutzung EUR 264,4 Mio.) zuzüglich genutzter Nebenkreditlinien in Höhe von EUR 16,5 Mio. (Vorjahr: EUR 3,3 Mio.). Die Gerresheimer AG hat aus dem revolvierenden Darlehen einen Betrag in Höhe von EUR 106,3 Mio. in Anspruch genommen. Das revolvierende Darlehen stand uns somit zum 30. November 2019 in Höhe von EUR 231,2 Mio. für Investitionen, Akquisitionen sowie für weitere betriebliche Zwecke zur Verfügung.
Ein fester Bestandteil der laufenden Liquiditätssteuerung ist die Liquiditätssicherung des Gerresheimer Konzerns, unter Berücksichtigung von entsprechenden Reserven für mögliche Sondereinflüsse. Hierbei ermöglicht der konzerninterne Finanzausgleich im Rahmen des sog. Cash-Poolings und von Intercompany-Darlehen eine effiziente Nutzung von Liquiditätsüberschüssen einzelner Konzerngesellschaften für den Bedarf an Finanzmitteln anderer Konzerngesellschaften. Im Geschäftsjahr 2019 bestanden durch ausreichende Cash-Pool-Kreditlinien sowie hinreichende Intercompany-Darlehen weder Finanzierungs- noch Liquiditätsengpässe.
GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE
Wie von uns prognostiziert haben wir einen Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 22,4 Mio. im Geschäftsjahr 2019 erzielt. Dies war im Wesentlichen getrieben durch die Kündigung des Ergebnisabführungsvertrags zwischen der Gerresheimer Holdings GmbH und der Gerresheimer Group GmbH mit Wirkung zum 1. Dezember 2018. Aufgrund dieser Kündigung kann das auf die Gerresheimer Group GmbH entfallende Ergebnis nicht phasengleich, sondern erst im Geschäftsjahr 2020 vereinnahmt werden.
Mit dem im abgelaufenen Geschäftsjahr begonnenen groß angelegten Investitionsprogramm innerhalb des Gerresheimer Konzerns legen wir das Fundament für zukünftiges nachhaltiges profitables Wachstum.
Die währungsbereinigten Umsatzerlöse des Gerresheimer Konzerns sind um 0,5 % auf nunmehr EUR 1.380,2 Mio. im Geschäftsjahr 2019 angestiegen. Mit dieser Umsatzentwicklung sind wir hinter unseren Möglichkeiten zurückgeblieben, was hauptsächlich auf die Entwicklung bei der Sensile Medical zurückzuführen ist. Hierbei hatte insbesondere die unerwartete kundenseitige Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes einen negativen Effekt in Höhe von EUR 17,3 Mio. auf die Umsatzerlöse.
Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA des Gerresheimer Konzerns betrug im Geschäftsjahr 2019 EUR 396,1 Mio. nach EUR 300,2 Mio. im Vorjahr. Dabei ist zu berücksichtigen, dass wir im Geschäftsjahr 2019 einen sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von EUR 129,8 Mio. aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical erfasst haben. Gegenläufig wurde das währungsbereinigte Adjusted EBITDA mit EUR 9,2 Mio. aufgrund der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes belastet. Darüber hinaus hat die Kündigung dieses Projektes zu einer Vertragsanpassung und somit zu einer kumulativen Anpassung der bis zu diesem Zeitpunkt erfassten Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17,3 Mio. geführt, die in gleicher Höhe einen negativen Einfluss auf das währungsbereinigte Adjusted EBITDA hatte.
Das Investitionsprogramm des Gerresheimer Konzerns ist planmäßig angelaufen und führte im Geschäftsjahr 2019 zu Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzanlagen in Höhe von EUR 164,6 Mio. nach EUR 114,7 Mio. im Vorjahr. Trotz der höheren Auszahlungen für Investitionen konnten wir den Operating Cash Flow von EUR 166,4 Mio. im Vorjahr auf EUR 241,6 Mio. steigern. Dieser Anstieg war im Wesentlichen durch das verbesserte Adjusted EBITDA getrieben, welches wiederum durch die zahlungsunwirksame Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen im Zusammenhang mit dem Erwerb der Sensile Medical in Höhe von EUR 129,8 Mio. positiv beeinflusst wurde. Der Adjusted EBITDA Leverage, berechnet als Verhältnis der verzinslichen Nettofinanzschulden zum Adjusted EBITDA gemäß der am 30. November 2019 gültigen Rahmenkreditvereinbarung, lag bei 2,4x. Der deutliche Rückgang gegenüber dem 30. November 2018 ist ebenfalls auf das höhere Adjusted EBITDA zurückzuführen, welches insbesondere durch den sonstigen betrieblichen Ertrag aus der Ausbuchung der bedingten Kaufpreisbestandteile beeinflusst war.
Die Vermögenslage des Gerresheimer Konzerns ist unverändert sehr solide. Die im aktuellen Geschäftsjahr erfassten Wertminderungen in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Sensile Medical in Höhe von insgesamt EUR 116,6 Mio. sind im Wesentlichen auf die kundenseitige Kündigung von Projekten, insbesondere des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes, zurückzuführen. Die langfristigen Vermögenswerte waren zu 83,5 % durch Eigenkapital und langfristige Schulden gedeckt (Vorjahr: 90,9 %). Die Eigenkapitalquote stieg von 32,6 % zum Vorjahresstichtag auf nunmehr 35,6 % zum 30. November 2019.
VERGÜTUNGSBERICHT
VERGÜTUNG DES VORSTANDS
VERGÜTUNGSSTRUKTUR
Die Gesamtvergütung der aktiven Vorstandsmitglieder setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Dabei handelt es sich um ein Festgehalt sowie übliche Nebenleistungen, eine kurzfristige variable Barvergütung, eine langfristige variable Barvergütung, eine langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung und um Versorgungszusagen.
ERFOLGSUNABHÄNGIGE KOMPONENTEN
Die erfolgsunabhängigen Teile bestehen aus dem Festgehalt und aus Nebenleistungen in Form von Sachbezügen. Die Sachbezüge enthalten im Wesentlichen Versicherungsprämien (unter anderem für eine Gruppenunfall- und Invaliditätsversicherung) sowie die Dienstwagennutzung. Für die Mitglieder des Vorstands besteht zudem eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung), die einen Selbstbehalt gemäß § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG vorsieht.
ERFOLGSABHÄNGIGE KOMPONENTEN
Kurzfristige variable Barvergütung
Die kurzfristige variable Barvergütung ist an den Grad des Erreichens von dienstvertraglich definierten Jahreszielwerten geknüpft. Ihre Höhe leitet sich jeweils aus der vom Aufsichtsrat genehmigten Unternehmensplanung ab. Die Zielwerte beziehen sich auf die unterschiedlich gewichteten Finanzkennzahlen Adjusted EBITDA, Net Working Capital und Umsatzerlöse. Die Zielkomponente Net Working Capital berechnet sich als durchschnittliches Net Working Capital in Prozent der Umsatzerlöse. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt die kurzfristige variable Barvergütung 50% des individuellen Festgehaltes. Die kurzfristige variable Barvergütung kann maximal 70% des individuellen Festgehaltes betragen und wird im Folgejahr nach Billigung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat ausgezahlt.
Langfristige variable Barvergütung
Die langfristige variable Barvergütung besteht aus einem rollierenden Bonussystem, das an das Erreichen bestimmter Ziele über einen Zeitraum von drei Jahren anknüpft. Die für die Zielerreichung relevanten Kennzahlen sind das organische Umsatzwachstum und die Gesamtkapitalrendite (Gx ROCE).
Bei der langfristigen variablen Barvergütung werden die relevanten Kennzahlen auf Basis der Unternehmensplanung jährlich neu für den Dreijahreszeitraum festgelegt. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt die langfristige variable Barvergütung 40% des individuellen Festgehaltes. Die langfristige variable Barvergütung kann maximal 55% des individuellen Festgehaltes betragen und wird, bezogen auf das Basisjahr, nach drei Jahren ausgezahlt.
Zuvor wurde die Zielerreichung anhand eines arithmetischen Mittels der Einzelwerte jedes Jahres des dreijährigen Bemessungszeitraumes festgestellt. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt der auszuzahlende Bonus 30% des individuellen Festgehaltes. Er kann maximal (bei Erreichen eines Zielvolumens von 133%) knapp 40 % des individuellen Festgehaltes betragen. Die Auszahlung erfolgt, bezogen auf das Basisjahr, nach drei Jahren. Letztmals gilt diese alte Regelung anteilig für die langfristige variable Barvergütung des Geschäftsjahres 2017 für Herrn Schütte.
Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung (Phantom Stocks)
Zusätzlich hat die Gesellschaft mit sämtlichen Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen über eine langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung geschlossen. Diese Vereinbarungen sehen vor, dass jedes Vorstandsmitglied in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktienkurs in jedem Jahr der Vorstandstätigkeit eine wertbasierte Zuteilung erhält. Die Vorstandsmitglieder erhalten einen Zahlungsanspruch für den Fall, dass die Ausübungs- und Zahlungsvoraussetzungen vorliegen. Das Vorstandsmitglied ist berechtigt, nach Ablauf einer Sperrfrist von fünf Jahren innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 24 Monaten eine Zahlung in Höhe der zwischen dem Ausgabezeitpunkt und dem Ausübungszeitpunkt (Laufzeit) eingetretenen, nach dem Börsenkurs bemessenen Wertsteigerung der Gerresheimer Aktie zu verlangen. Voraussetzung für die Auszahlung ist, dass innerhalb der Laufzeit eine Wertsteigerung von mindestens 20 % oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten ist. Die Zielvergütung soll bei Erreichung der Ausübungshürde einer 20%igen Steigerung des Börsenkurses 40 % des individuellen Festgehaltes je Vorstandsmitglied betragen. Beträgt die Börsenkurssteigerung während der Laufzeit 40% oder mehr, ist der Wertanspruch der Vorstandsmitglieder auf maximal 80 % des individuellen Festgehaltes begrenzt. Mit dem Ausscheiden des jeweiligen Vorstandsmitgliedes verfallen sämtliche Ansprüche auf die Gewährung weiterer Phantom Stock-Ansprüche ersatz- und entschädigungslos, das gilt auch für das Jahr der vorzeitigen Vertragsbeendigung selbst, falls die Vertragsbeendigung vor dem Ausgabetag dieses Jahres liegen sollte. Bereits ausübbare Phantom Stock-Ansprüche, die innerhalb des Ausübungszeitraums liegen, sowie sämtliche noch nicht fälligen Ansprüche aus bereits ausgegebenen Phantom Stock-Ansprüchen, die innerhalb der Wartezeit liegen, bleiben unberührt und können von dem Berechtigten nach den allgemeinen Maßgaben der Phantom Stock-Vereinbarung ausgeübt werden. Allerdings wird der Phantom Stock-Anspruch für eine bereits ausgegebene Tranche in dem Jahr des Ausscheidens ratierlich gekürzt. Der Ausgabepreis für die Tranche 13 im Geschäftsjahr 2019 beträgt EUR 66,78.
Die alten Regelungen sahen vor, dass jedes Vorstandsmitglied in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktienkurs in jedem Jahr der Vorstandstätigkeit eine bestimmte Anzahl sogenannter Aktienwertsteigerungsrechte erhielt. Jedes Aktienwertsteigerungsrecht berechtigte das Vorstandsmitglied zum Erhalt einer Zahlung in Abhängigkeit von der Entwicklung des Aktienkurses. Dabei legte die sogenannte Erfolgshürde fest, dass die Zahlung nur möglich ist, wenn der Kurs der Aktie der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung den Ausgangswert der jeweiligen Tranche um mindestens 12% überstieg oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten war. Nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren konnten die Aktienwertsteigerungsrechte innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 16 Monaten (Ausübungszeitraum) ausgeübt werden. Der Vergütungsanspruch entsprach dem Betrag, um den der Aktienkurs im jeweiligen Zeitraum zwischen der Ausgabe der Aktienwertsteigerungsrechte und der Ausübung absolut gestiegen war. Die Höhe des Vergütungsanspruches war jedoch für jede Tranche auf den Betrag begrenzt, der 25% des Ausgangswertes sämtlicher Aktienwertsteigerungsrechte dieser Tranche entsprach. Im Zeitpunkt der Beendigung des Vorstands-Dienstvertrages verfielen sämtliche ausübbaren Aktienwertsteigerungsrechte, sämtliche noch nicht fälligen Ansprüche aus bereits gewährten Aktienwertsteigerungsrechten und sämtliche Ansprüche auf die Gewährung weiterer Aktienwertsteigerungsrechte ersatz- und entschädigungslos. Lag der Tag, an dem der Vorstands-Dienstvertrag des Berechtigten endete, nach dem ersten Jahrestag des Ausgabetages des Aktienwertsteigerungsrechts einer bereits ausgegebenen Tranche, aber vor dem Ausübungstag für diese Tranche, so blieben die Aktienwertsteigerungsrechte dieser Tranche erhalten. Diese Ausführungen betreffen lediglich noch die Tranche 10 für Herrn Schütte.
Versorgungszusage
Während des Zeitraums der Bestellung als Vorstandsmitglied der Gesellschaft stellt die Gesellschaft dem Versorgungsberechtigten einen Betrag aus der Summe von 20 % des Festgehaltes und 20 % der erzielten kurzfristigen variablen Barvergütung zur Verfügung. Zur Verwendung dieser Beiträge hat das Vorstandsmitglied die Wahl zwischen drei Optionen: (1) Einzahlung von 20 % des Festgehaltes in eine Versicherung und Einzahlung von 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung in eine Kapitalanlage; (2) Einzahlung von 20 % des Festgehaltes in eine Versicherung und Auszahlung von 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung zur Eigenvorsorge; (3) Auszahlung von 20 % des Festgehaltes und 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung zur Eigenvorsorge. Alle am 30. November 2019 aktiven Vorstandsmitglieder haben sich für die Option (3) entschieden.
Aus der Versicherung bei den beschriebenen Optionen (1) und (2) der Regelungen zu den Versorgungszusagen erwirbt das Vorstandsmitglied bei Renteneintritt Ansprüche gegen die Versicherung auf eine wiederkehrende Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenrente. Alternativ kann das Vorstandsmitglied bei Renteneintritt die Auszahlung des gesamten angesammelten Kapitals wählen. In diesem Fall entfallen dann aber die Versorgungsansprüche.
Bei der kapitalbasierten Leistung besteht für die Gesellschaft bei Renteneintritt des Vorstands das Risiko einer Ausgleichspflicht zur Auffüllung bis zur Höhe der eingezahlten Beträge, falls der Wert der Kapitalanlage fällt, da das Unternehmen zur Anerkennung als betriebliche Altersversorgung den Kapitalerhalt garantieren muss. Deshalb müssen vor dem Zeitpunkt des Leistungsfalls - gegebenenfalls nur temporär - sich ergebende rechnerische Unterdeckungen bilanziert werden.
Wenn das Vorstandsmitglied während der Laufzeit seines Anstellungsvertrages die Auszahlung des jährlich vorgesehenen Beitragssatzes als zusätzlichen Gehaltsbestandteil zur Eigenvorsorge erhält, besteht nach Auszahlung in diesem Fall für die Gesellschaft keine weitere Verpflichtung mehr.
Die vorherige Regelung in Bezug auf die Altersvorsorge sah vor, dass die Mitglieder des Vorstands grundsätzlich berechtigt sind, nach Ausscheiden aus dem Gerresheimer Konzern ab dem Erreichen des 65. Lebensjahres Pensionsleistungen zu beziehen. Der jährliche Pensionsanspruch beträgt, in Abhängigkeit vom Lebensalter zum Zeitpunkt der Pensionszusage, zwischen 2,00 % und 2,22 % des letzten Festgehaltes. Dieser Prozentsatz steigt in Abhängigkeit von der Anzahl der Dienstjahre als Mitglied des Vorstands auf maximal 40 %. Die Witwenrente beträgt 60 % und die Waisenrente pro Kind jeweils 20 % der Rentenansprüche des Verstorbenen. Die Witwen- und Waisenrente ist insgesamt auf 100 % der Rentenansprüche des Verstorbenen begrenzt. Diese leistungsorientierten Zusagen bestehen im abgelaufenen Geschäftsjahr für die ehemaligen Vorstandsmitglieder Herr Beaujean und Herr Schütte und wurden in Bezug auf Herrn Schütte über eine Unterstützungskasse abgewickelt.
Leistungen bei Beendigung der Vorstandstätigkeit
Bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund sind Abfindungshöchstgrenzen im Rahmen der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehen. Somit sind Zahlungen einschließlich Nebenleistungen bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund auf den Wert von zwei Jahren begrenzt und dürfen nicht mehr als die Restlaufzeit des Vorstandsvertrages umfassen. Für die Berechnung der Abfindungshöchstgrenzen ist auf die Gesamtvergütung abzustellen.
Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist niederzulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen musste. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung noch eine Laufzeit von neun oder mehr Monaten hat. Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen. Ihre Höhe entspricht drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung inklusive der kurzfristigen und langfristigen variablen Barvergütung, allerdings ohne die Berücksichtigung der langfristigen aktienkursorientierten variablen Barvergütung.
Im Zusammenhang mit dem Ausscheiden von Herrn Schütte aus dem Vorstand der Gerresheimer AG zum 28. Februar 2019 wurde ein einjähriges nachvertragliches Wettbewerbsverbot ab dem 1. März 2019 vereinbart. Für die Dauer des nachvertraglichen Wettbewerbsverbots erhält Herr Schütte eine Karenzentschädigung in Höhe von insgesamt EUR 495.000,00, welche in zwölf gleichen Monatsraten zahlbar ist. Darüber hinaus wurde mit keinem aktiven Vorstandsmitglied ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart.
VERGÜTUNG DES VORSTANDS IM GESCHÄFTSJAHR
Im Rahmen der Ermittlung der Vergütung des Vorstands wurden die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex umgesetzt.
Die Gesamtbezüge der während des Geschäftsjahres 2019 aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich insgesamt auf T EUR 5.866 (Vorjahr: T EUR 11.119). Davon entfielen T EUR 2.808 (Vorjahr: T EUR 6.209) auf die erfolgsunabhängige Vergütung und T EUR 1.172 (Vorjahr: T EUR 2.302) auf die erfolgsabhängige Vergütung. Der Aufwand aus Versorgungszusagen betrug im Geschäftsjahr 2019 T EUR 817 (Vorjahr: T EUR 924). Die im laufenden Geschäftsjahr erdienten Ansprüche aus der aktienorientierten Vergütung betrugen T EUR 1.069 (Vorjahr: T EUR 1.684).
Die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2019 ist den nachfolgenden Tabellen zu entnehmen:
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| Dietmar Siemssen | Dr. Lukas Burkhardt | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vorstandsvorsitzender | Primary Packaging Glass | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Gewährte Zuwendungen in TEUR |
2019 | 2019 Min. | 2019 Max. | 2018 | 2019 | 2019 Min. |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 950 | 950 | 950 | 79 | 570 | 570 |
| Sachbezüge | 13 | 13 | 13 | 3 | 18 | 18 |
| Summe | 963 | 963 | 963 | 82 | 588 | 588 |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 475 | - | 665 | 40 1) | 285 | - |
| Langfristige variable Barvergütung | 380 | - | 523 | 32 | 228 | - |
| Plan 2018 - 2021 | - | - | - | 32 1) | - | - |
| Plan 2019 - 2022 | 380 | - | 523 | - | 228 | - |
| Phantom Stocks | - | - | - | - | - | - |
| Summe | 1.818 | 963 | 2.151 | 154 | 1.101 | 588 |
| Versorgungsaufwand | 285 | 285 | 285 | 24 | 171 | 171 |
| Gesamtvergütung | 2.103 | 1.248 | 2.436 | 178 | 1.272 | 759 |
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| Dr. Lukas Burkhardt | Dr. Bernd Metzner | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Primary Packaging Glass | Finanzvorstand seit 15.05.2019 | |||||
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| Gewährte Zuwendungen in TEUR |
2019 Max. | 2018 | 2019 | 2019 Min. | 2019 Max. | 2018 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 570 | 523 | 350 | 350 | 350 | - |
| Sachbezüge | 18 | 5 | 4 | 4 | 4 | - |
| Summe | 588 | 528 | 354 | 354 | 354 | - |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 399 | 261 | 175 | - | 245 | - |
| Langfristige variable Barvergütung | 314 | 209 | 140 | - | 1.729 | - |
| Plan 2018 - 2021 | - | 209 | - | - | - | - |
| Plan 2019 - 2022 | 314 | - | 140 | - | 193 | - |
| Phantom Stocks | - | - | - | - | 1.536 | - |
| Summe | 1.301 | 998 | 669 | 354 | 2.328 | - |
| Versorgungsaufwand | 171 | 157 | 112 | 112 | 112 | - |
| Gesamtvergütung | 1.472 | 1.155 | 781 | 466 | 2.440 | - |
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| Rainer Beaujean | Andreas Schütte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| bis 30.04.2019 | bis 28.02.2019 | |||||
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| Gewährte Zuwendungen in TEUR |
2019 | 2019 Min. | 2019 Max. | 2018 | 2019 | 2019 Min. |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 725 2) | 725 2) | 725 2) | 650 | 165 | 165 |
| Sachbezüge | 8 | 8 | 8 | 20 | 5 | 5 |
| Summe | 733 | 733 | 733 | 670 | 170 | 170 |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 138 | - | 193 | 325 | 83 | - |
| Langfristige variable Barvergütung | 110 | - | 151 | 260 | 66 | - |
| Plan 2018 - 2021 | - | - | - | 260 | - | - |
| Plan 2019 - 2022 | 110 | - | 151 | - | 66 | - |
| Phantom Stocks | - | - | - | - | - | - |
| Summe | 981 | 733 | 1.077 | 1.255 | 319 | 170 |
| Versorgungsaufwand | 155 | 155 | 155 | 373 | 94 | 94 |
| Gesamtvergütung | 1.136 | 888 | 1.232 | 1.628 | 413 | 264 |
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| Andreas Schütte | ||
|---|---|---|
| bis 28.02.2019 | ||
| --- | --- | --- |
| Gewährte Zuwendungen in TEUR |
2019 Max. | 2018 |
| --- | --- | --- |
| Festvergütung | 165 | 648 |
| Sachbezüge | 5 | 21 |
| Summe | 170 | 669 |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 116 | 324 |
| Langfristige variable Barvergütung | 91 | 259 |
| Plan 2018 - 2021 | - | 259 |
| Plan 2019 - 2022 | 91 | - |
| Phantom Stocks | - | - |
| Summe | 377 | 1.252 |
| Versorgungsaufwand | 94 | 370 |
| Gesamtvergütung | 471 | 1.622 |
1) Da Herr Siemssen seinen Dienst zum 1. November 2018 angetreten hat, wird ihm für das Geschäftsjahr 2018 die anteilige (pro rata temporis) kurzfristige variable Barvergütung und die langfristige variable Barvergütung auf der Basis einer unterstellten Zielerreichung von 100% garantiert.
2) Aufgrund der zusätzlich übernommenen Aufgaben und der Verantwortung als Sprecher des Vorstands der Gerresheimer AG in der Zeit vom 5. Februar 2018 bis zum 31. Oktober 2018 hat der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Präsidialausschusses eine Sonderzahlung in Höhe von T EUR 450 bewilligt.
Als weitere Bezüge im Geschäftsjahr 2019 wurden Herrn Dr. Metzner aufgrund der Bestellung als Vorstand neue Phantom Stocks-Ansprüche (Tranche 13 bis 16) gewährt. Eine detaillierte Beschreibung dieser Tranchen ist im Absatz "Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung (Phantom Stocks)" zu finden. Da es sich um eine wertbasierte Zusage handelt, existiert zum Zeitpunkt der Gewährung kein beizulegender Zeitwert.
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| Dietmar Siemssen | Dr. Lukas Burkhardt | Dr. Bernd Metzner Finanzvorstand | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vorstandsvorsitzender | Primary Packaging Glass | seit 15.05.2019 | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Zufluss in TEUR |
2019 | 2018 | 2019 | 2018 | 2019 | 2018 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 950 | 79 | 570 | 523 | 350 | - |
| Sachbezüge | 13 | 3 | 18 | 5 | 4 | - |
| Summe | 963 | 82 | 588 | 528 | 354 | - |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 40 | - | 245 | - | - | - |
| Langfristige variable Barvergütung | - | - | - | - | - | - |
| Plan 2015 - 2018 | - | - | - | - | - | - |
| Plan 2016 - 2019 | - | - | - | - | - | - |
| Phantom Stocks | - | - | - | - | - | - |
| Summe | 1.003 | 82 | 833 | 528 | 354 | - |
| Versorgungsaufwand | 285 | 24 | 171 | 157 | 112 | - |
| Gesamtvergütung | 1.288 | 106 | 1.004 | 685 | 466 | - |
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| Rainer Beaujean | Andreas Schütte | |||
|---|---|---|---|---|
| bis 30.04.2019 | bis 28.02.2019 | |||
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| Zufluss in TEUR |
2019 | 2018 | 2019 | 82018 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Festvergütung | 725 1) | 650 | 165 | 648 |
| Sachbezüge | 8 | 20 | 5 | 21 |
| Summe | 733 | 670 | 170 | 669 |
| Kurzfristige variable Barvergütung | 302 | 245 | 304 | 261 |
| Langfristige variable Barvergütung | 115 | 786 | 166 | 725 |
| Plan 2015 - 2018 | - | 114 | - | 114 |
| Plan 2016 - 2019 | 115 | - | 166 | - |
| Phantom Stocks | - | 672 | - | 611 |
| Summe | 1.150 | 1.701 | 640 | 1.655 |
| Versorgungsaufwand | 155 | 373 | 94 | 370 |
| Gesamtvergütung | 1.305 | 2.074 | 734 | 2.025 |
1) Aufgrund der zusätzlich übernommenen Aufgaben und der Verantwortung als Sprecher des Vorstands der Gerresheimer AG in der Zeit vom 5. Februar 2018 bis zum 31. Oktober 2018 hat der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Präsidialausschusses eine Sonderzahlung in Höhe von T EUR 450 bewilligt.
Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung
In der Übersicht zur Vergütung des Vorstands ist die aktienorientierte Vergütung mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung enthalten.
Versorgungszusage
Der auf die einzelnen Vorstandsmitglieder entfallende Versorgungsaufwand ist in der Übersicht zur Vergütung des Vorstands enthalten.
In Bezug auf die Versorgungszusage haben sich die zum 30. November 2019 aktiven Vorstandsmitglieder für die Option (3), Auszahlung von 20 % des Festgehaltes und 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung, entschieden. Die Auszahlung von 20 % des Festgehaltes erfolgt jeweils zum 28. Februar und die 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung werden zusammen mit der kurzfristigen variablen Barvergütung ausgezahlt.
Leistungen an ausgeschiedene Vorstandsmitglieder
Herr Beaujean erhielt nach seinem Ausscheiden am 30. April 2019 eine Zahlung auf Basis seiner Phantom Stock-Vereinbarung in Höhe von T EUR 713. Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr 2019 keine weiteren Zahlungen an Herrn Beaujean nach seinem Ausscheiden aus der Gerresheimer AG geleistet worden.
Im Zusammenhang mit dem Ausscheiden von Herrn Schütte aus dem Vorstand der Gerresheimer AG zum 28. Februar 2019 wurde ein einjähriges nachvertragliches Wettbewerbsverbot ab dem 1. März 2019 vereinbart. Aus dieser Vereinbarung wurde Herrn Schütte seit dem Ausscheiden am 28. Februar 2019 bis zum 30. November 2019 ein Betrag in Höhe von T EUR 371 gezahlt. Weiterhin erhielt Herr Schütte nach seinem Ausscheiden eine Zahlung auf Basis seiner Phantom Stock-Vereinbarung von T EUR 649. Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr 2019 keine weiteren Zahlungen an Herrn Schütte nach seinem Ausscheiden aus der Gerresheimer AG geleistet worden.
Im Zusammenhang mit dem Ausscheiden von Herrn Röhrhoff aus dem Vorstand der Gerresheimer AG zum 31. August 2017 wurde ein zweijähriges nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart. Aus dieser Vereinbarung wurde Herrn Röhrhoff im Geschäftsjahr 2019 ein Betrag in Höhe von T EUR 335 gezahlt. Weiterhin erhielt Herr Röhrhoff im Geschäftsjahr 2019 eine Zahlung auf Basis seiner langfristigen variablen Barvergütung von T EUR 116. Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr 2019 keine weiteren Zahlungen an Herrn Röhrhoff geleistet worden.
VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS
Die Vergütung des Aufsichtsrats wird durch die Satzung der Gerresheimer AG geregelt. Die Satzung der Gerresheimer AG wurde durch die ordentliche Hauptversammlung am 6. Juni 2019 angepasst und ein neues Vergütungssystem für den Aufsichtsrat gebilligt. Das neue Vergütungssystem war erstmals für das am 1. Dezember 2018 beginnende Geschäftsjahr anzuwenden.
Nach dem neuen Vergütungssystem erhalten alle Mitglieder des Aufsichtsrats eine feste Jahresvergütung von EUR 70.000,00. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats steht das Zweieinhalbfache und dem stellvertretenden Vorsitzenden das Eineinhalbfache dieser Vergütung zu. Die Mitglieder des Präsidial- und Prüfungsausschusses erhalten eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 20.000,00 und die Vorsitzenden dieser Ausschüsse erhalten jeweils das Zweifache dieser Vergütung. Die Mitglieder des Vermittlungs- sowie des Nominierungsausschusses erhalten eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 10.000,00 und die Vorsitzenden dieser Ausschüsse erhalten jeweils das Zweifache dieser Vergütung. Die Vergütung für den Vorsitz und die Mitgliedschaft im Vermittlungs- sowie im Nominierungsausschuss ist auf die Jahre beschränkt, in denen der Ausschuss tagt. Zusätzlich zu der Jahresvergütung erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats für Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, denen sie angehören, ein Sitzungsgeld in Höhe von EUR 2.000,00 pro Sitzung, jedoch höchstens EUR 2.000,00 pro Kalendertag. Angemessene Auslagen werden auf Nachweis erstattet.
Die Gesamtvergütung der Aufsichtsratsmitglieder für ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat der Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2019 betrug EUR 1.384.000,00.
Die Bezüge der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder setzen sich wie folgt zusammen:
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| Name | Sitzungsgelder | Festvergütung | Summe |
|---|---|---|---|
| Andrea Abt | 14.000,00 | 90.000,00 | 104.000,00 |
| Heike Arndt | 8.000,00 | 70.000,00 | 78.000,00 |
| Dr. Karin Dorrepaal | 6.000,00 | 70.000,00 | 76.000,00 |
| Francesco Grioli | 22.000,00 | 145.000,00 | 167.000,00 |
| Franz Hartinger | 8.000,00 | 70.000,00 | 78.000,00 |
| Dr. Axel Herberg | 22.000,00 | 235.000,00 | 257.000,00 |
| Dr. Peter Noé | 8.000,00 | 70.000,00 | 78.000,00 |
| Markus Rocholz | 22.000,00 | 110.000,00 | 132.000,00 |
| Paul Schilling | 8.000,00 | 70.000,00 | 78.000,00 |
| Katja Schnitzler | 16.000,00 | 90.000,00 | 106.000,00 |
| Theodor Stuth | 16.000,00 | 110.000,00 | 126.000,00 |
| Udo J. Vetter | 14.000,00 | 90.000,00 | 104.000,00 |
| 164.000,00 | 1.220.000,00 | 1.384.000,00 |
Das Aufsichtsratsmitglied Franz Hartinger erhält für seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gerresheimer Regensburg GmbH nach Abschluss eines Geschäftsjahres eine Vergütung von EUR 5.000,00. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2018 wurde im Geschäftsjahr 2019 ausbezahlt.
Das Aufsichtsratsmitglied Markus Rocholz erhält für seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gerresheimer Tettau GmbH nach Abschluss eines Geschäftsjahres eine Vergütung von EUR 5.000,00. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2018 wurde im Geschäftsjahr 2019 ausbezahlt.
Das Aufsichtsratsmitglied Paul Schilling erhält für seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gerresheimer Bünde GmbH nach Abschluss eines Geschäftsjahres eine Vergütung von EUR 5.000,00. Aufgrund seiner Bestellung am 25. Mai 2018 in den Aufsichtsrat der Gerresheimer Bünde GmbH bekam Herr Schilling im Geschäftsjahr 2019 eine Vergütung in Höhe von EUR 2.616,44 ausbezahlt. Diese Vergütung betrifft den Zeitraum ab dem Tage der Bestellung für den Rest des Geschäftsjahres 2018.
ANGABEN NACH § 289a ABS. 1 HGB
Die Gerresheimer AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Deutschland und hat stimmberechtigte Aktien ausgegeben, die an einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG), namentlich im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard), notiert sind.
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Gerresheimer AG beläuft sich zum 30. November 2019 auf EUR 31,4 Mio. Es ist eingeteilt in 31,4 Millionen auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00 je Stückaktie. Das Grundkapital der Gesellschaft ist vollständig eingezahlt.
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen
Zum Abschlussstichtag bestehen keine satzungsmäßigen, gesetzlichen oder dem Vorstand bekannten sonstigen Stimmrechts- oder Übertragungsbeschränkungen betreffend die Aktien der Gerresheimer AG. Sämtliche zum 30. November 2019 ausgegebenen Stückaktien der Gerresheimer AG sind uneingeschränkt übertragbar sowie voll stimmberechtigt und gewähren in der Hauptversammlung je eine Stimme.
Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten
Direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind uns lediglich von der NN Group N.V., Amsterdam, Niederlande, gemeldet worden.
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen
Keine der von der Gerresheimer AG ausgegebenen Aktien beinhaltet Rechte, die deren Inhabern besondere Kontrollbefugnisse verleihen.
Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben
Informationen über die Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Gesellschaftskapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, liegen uns nicht vor.
Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung
Das gesetzliche Leitungs- und Vertretungsorgan der Gerresheimer AG ist der Vorstand. Er besteht gemäß Gesellschaftssatzung aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird im Übrigen vom Aufsichtsrat bestimmt. Der Aufsichtsrat kann stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen. Zudem ernennt der Aufsichtsrat ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands oder zu dessen Sprecher.
Die Mitglieder des Vorstands werden gemäß § 84 AktG vom Aufsichtsrat für eine Amtszeit von maximal fünf Jahren bestellt. Wiederholte Bestellungen oder Verlängerungen der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung eines Vorstandsmitglieds vor Ablauf der Amtszeit widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, etwa bei grober Pflichtverletzung oder wenn die Hauptversammlung dem Vorstandsmitglied das Vertrauen entzieht.
Die Gesellschaft wird durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten.
Jede Satzungsänderung bedarf gemäß § 179 AktG grundsätzlich eines Beschlusses der Hauptversammlung. Ausgenommen hiervon sind Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen; zu solchen Änderungen ist der Aufsichtsrat ermächtigt. Hauptversammlungsbeschlüsse werden, soweit dem nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst.
Befugnis des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen
Gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 5. Juni 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt EUR 6,28 Mio. zu erhöhen. Auf diesen Erhöhungsbetrag sind Erhöhungen des Grundkapitals anzurechnen, die infolge der Ausübung anderer Ermächtigungen aufgrund eines genehmigten oder bedingten Kapitals während der Laufzeit dieser Ermächtigung erfolgen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Das Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstitut(en) oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
| ― | um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen; |
| ― | soweit dies erforderlich ist, um Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten oder den zur Wandlung oder Optionsausübung Verpflichteten aus Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einer ihrer Konzerngesellschaften begeben wurden oder noch werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder der Erfüllung der Options- oder Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde; |
| ― | bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen einschließlich der Erhöhung des bestehenden Anteilsbesitzes oder der sonstigen Vermögensgegenstände; |
| ― | bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festsetzung des Ausgabepreises durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende Anteil am Grundkapital 10 % des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder, falls dieser Betrag geringer ist, des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals nicht übersteigt. |
Die Summe der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien darf einen anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 3,14 Mio. (entsprechend 10 % des derzeitigen Grundkapitals) nicht übersteigen. Auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden. Ebenfalls anzurechnen sind Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht oder mit Wandlungs- oder Optionspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden.
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung einschließlich des Inhalts der Aktienrechte und der Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.
In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf unsere vorgenannten Ausführungen zu den "Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen".
Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 6,28 Mio. durch Ausgabe von bis zu 6.280.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen (oder Kombinationen dieser Instrumente) (zusammen "Schuldverschreibungen") jeweils mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder mit Wandlungs- oder Optionspflichten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 6. Juni 2019 beschlossenen Ermächtigung bis zum 5. Juni 2021 von der Gesellschaft oder einer Konzerngesellschaft der Gesellschaft im Sinne von § 18 AktG ausgegeben werden. Auf diesen Erhöhungsbetrag sind Erhöhungen des Grundkapitals anzurechnen, die infolge der Ausübung anderer Ermächtigungen zur Ausgabe von Aktien aufgrund eines genehmigten oder bedingten Kapitals während der Laufzeit dieser Ermächtigung erfolgen. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder Wandlungs- oder Optionspflichten erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen eingesetzt werden. Die aufgrund der Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts oder der Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflicht ausgegebenen neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen
Das revolvierende Darlehen mit einer Rahmenhöhe von insgesamt EUR 550,0 Mio., das zum Abschlussstichtag mit EUR 302,3 Mio. zuzüglich genutzter Nebenkreditlinien in Höhe von EUR 16,5 Mio. in Anspruch genommen wurde, ist durch die Kreditgeber kündbar und in voller Höhe vorzeitig zurückzuführen, wenn ein Dritter oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Dritte 50,01 % oder mehr der Anteile oder der Stimmrechte der Gerresheimer AG erwerben.
Jeder Darlehensgeber der Schuldscheindarlehen ist zur Kündigung seines Anteils an dem Darlehen berechtigt, wenn eine oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Personen direkt oder indirekt das Recht erwerben, die Mehrheit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG bestellen zu können, oder direkt oder indirekt mehr als 50 % der Aktien oder Stimmrechte an der Gerresheimer AG erwerben.
Ein Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebots hätte unter Umständen Auswirkungen auf einige unserer operativen Verträge, in denen Vereinbarungen über einen Kontrollwechsel enthalten sind. Dies sind marktübliche Change-of-Control-Klauseln, die dem jeweiligen Vertragspartner bei einem Kontrollwechsel das Recht einräumen, vorzeitig zu kündigen.
Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebotes
Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist niederzulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen musste. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung noch eine Laufzeit von neun oder mehr Monaten hat. Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen. Ihre Höhe entspricht drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung inklusive der kurzfristigen und langfristigen variablen Barvergütung, allerdings ohne die Berücksichtigung der langfristigen aktienkursorientierten variablen Barvergütung.
ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG NACH § 289f HGB
Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB ist Bestandteil des Lageberichts. Gemäß § 317 Abs. 2 Satz 6 HGB sind diese Angaben jedoch nicht in die Prüfung einzubeziehen.
ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben zuletzt am 4. September 2019 die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG beschlossen:
"Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG zu den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' gemäß § 161 Aktiengesetz.
Mit Ausnahme der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 2 hat die Gerresheimer AG allen Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 7. Februar 2017 seit der letzten Entsprechenserklärung vom 6. September 2018 entsprochen.
Den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 7. Februar 2017 wird die Gerresheimer AG zukünftig ebenfalls mit folgender Ausnahme entsprechen:
Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 2: Der Aufsichtsrat hat keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt.
Begründung: Die Eignung zur Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit hängt nach unserer Überzeugung allein von den jeweiligen Bedürfnissen der Gesellschaft und den individuellen Fähigkeiten der Aufsichtsräte ab. Die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat halten wir nicht für sinnvoll, da dem Unternehmen auch die Expertise erfahrener Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen soll."
ANGABEN ZU UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKEN
RISIKOMANAGEMENTSYSTEM
Der Gerresheimer Konzern sieht in einem wirksamen Risikomanagement einen bedeutenden Faktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswertes. Aus diesem Grund ist die Steuerung von Chancen und Risiken ein integraler Bestandteil unserer gesamten Aufbau- und Ablauforganisation. Der zentrale Baustein des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und im Headquarter vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme.
Wir haben für die Tochterunternehmen und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung definiert. Darüber hinaus bauen wir unser Risikofrüherkennungssystem stetig weiter aus und passen es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen an. Wesentliche Elemente des Risikomanagementsystems werden in dem Kapitel "Chancen- und Risikobericht" im Lagebericht beschrieben, der auch auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/investor-relations/berichte zugänglich ist.
UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG
Gerresheimer ist einer der weltweit führenden Partner der Pharma- und Healthcareindustrie. Mit Produkten aus Glas und Kunststoff zur Verpackung und Verabreichung von Medikamenten leisten wir einen sinnvollen und wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden.
In einer Zeit zunehmender globaler Vernetzung sowie wachsender gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen sind wir uns unserer unternehmerischen Verantwortung bewusst, welche weit über die Produktwelt hinausgeht. Wir füllen diese Rolle aktiv, umfassend und nachhaltig aus und lassen uns entsprechend an unseren Grundsätzen messen. In unserem unternehmerischen Handeln fühlen wir uns gegenüber der Gesellschaft, den Mitarbeitern, Investoren, Kunden, Lieferanten und der Umwelt verantwortlich.
Unsere Grundsätze sind in der Publikation "Unsere unternehmerische Verantwortung" zusammengefasst, die auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung abrufbar ist.
BESCHREIBUNG DER ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT SOWIE DER ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE IHRER AUSSCHÜSSE
Die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat findet sich im Geschäftsbericht in dem Kapitel "Organe". Die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Zusammensetzung und Arbeitsweise der Aufsichtsratsausschüsse werden im Geschäftsbericht im Rahmen des "Corporate Governance-Berichts" beschrieben. Der Geschäftsbericht ist auch im Internet unter www.gerresheimer.com/investor-relations/berichte zugänglich.
FESTLEGUNG ZUR FÖRDERUNG DER TEILHABE VON FRAUEN AN FÜHRUNGSPOSITIONEN NACH § 76 ABS. 4, § 96 UND § 111 ABS. 5 DES AKTIENGESETZES
Durch das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst vom 24. April 2015 sind in Deutschland bestimmte Gesellschaften verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen und zu bestimmen, bis wann der jeweilige Frauenanteil erreicht werden soll. Die verpflichteten Gesellschaften geben an, ob die festgelegten Zielgrößen während des Bezugszeitraums erreicht worden sind, und ggf. auch, warum nicht. In seiner Sitzung am 26. April 2017 hat der Aufsichtsrat eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand der Gerresheimer AG von einer Frau bis zum 26. April 2022 beschlossen.
Für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands hat der Vorstand im Geschäftsjahr 2018 Zielgrößen zum 30. Juni 2023 beschlossen. Diese Zielgrößen betragen für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands 20% und für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands 33 %.
Für den Frauenanteil im Aufsichtsrat börsennotierter und zugleich mitbestimmter Gesellschaften, wie der Gerresheimer AG, gilt seit dem 1. Januar 2016 ein gesetzlicher Mindestanteil von jeweils 30% Frauen und 30 % Männern. Diese Anforderungen erfüllt die Gerresheimer AG bereits seit der ordentlichen Hauptversammlung am 30. April 2015. Der mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 26. April 2017 neu gebildete Aufsichtsrat setzt sich aus vier weiblichen (33,3 %) und acht männlichen (66,7 %) Aufsichtsratsmitgliedern zusammen.
DIVERSITÄTSKONZEPT FÜR VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
DIVERSITÄTSKONZEPT FÜR DEN VORSTAND
Im Hinblick auf die Besetzung von Vorstandspositionen berücksichtigt der Aufsichtsrat eine Vielzahl von Gesichtspunkten, zu denen insbesondere die folgenden zählen:
| ― | Vorstandsmitglieder sollen über mehrjährige Führungsverantwortung verfügen, |
| ― | Der Vorstand soll in seiner Gesamtheit über mehrjährige Erfahrung auf den Gebieten Produktion, Vertrieb, Finanzen, Planung, Personalführung sowie Recht und Compliance verfügen, |
| ― | Mindestens ein Vorstandsmitglied soll über Kapitalmarkterfahrung verfügen, |
| ― | Vorstandsmitglieder sollen über internationale Erfahrung verfügen, |
| ― | Vorstandsmitglieder scheiden mit Vollendung des 65. Lebensjahres aus dem Vorstand aus. |
Der Aufsichtsrat entscheidet auf Empfehlung des Präsidialausschusses im Einzelfall, mit welchen Persönlichkeiten eine konkrete Vorstandsposition besetzt werden soll.
Die Ende des Geschäftsjahres 2019 bestellten Vorstandsmitglieder erfüllen in ihrer Gesamtheit die beschriebenen Gesichtspunkte.
Derzeit besteht der Vorstand nur aus Männern. Der Aufsichtsrat hat eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand von einer Frau bis zum 26. April 2022 beschlossen.
DIVERSITÄTSKONZEPT FÜR DEN AUFSICHTSRAT
Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Bei Vorschlägen für Aufsichtsratskandidaten wird auf eine ausgewogene Zusammensetzung geachtet, die insbesondere die folgenden Elemente berücksichtigt:
| ― | Mindestens zwei Vertreter der Anteilseigner sollen über Erfahrungen in den Bereichen Unternehmensführung, Strategie und Personal verfügen, |
| ― | Mindestens ein Vertreter soll über unternehmensspezifische Branchenkenntnisse verfügen, |
| ― | Mindestens ein Vertreter der Anteilseigner soll über spezifische Kenntnisse auf Kundenseite verfügen, |
| ― | Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft oder eines Konzernunternehmens haben, |
| ― | Aufsichtsratsmitglieder sollen keine aktive Rolle bei Kunden oder Lieferanten der Gesellschaft oder eines Konzernunternehmens wahrnehmen, |
| ― | Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören, |
| ― | Mindestens vier von sechs Vertretern der Anteilseigner im Aufsichtsrat sollen unabhängig sein, |
| ― | Die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die auf die Vollendung des 70. Lebensjahres folgt, |
| ― | Mindestens ein Vertreter der Anteilseigner soll über mehrjährige internationale Erfahrungen aus einer beruflichen Tätigkeit oder über eine ausländische Staatsangehörigkeit verfügen, |
| ― | Der Mindestanteil der Frauen und Männer im Aufsichtsrat richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen in ihrer jeweils gültigen Fassung. |
Der Aufsichtsrat erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung die vorbeschriebenen Kriterien für das Gesamtgremium.
Weitere Informationen über das Kompetenzprofil für die Zielzusammensetzung des Aufsichtsrats befinden sich im "Corporate Governance-Bericht".
CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
KONZERNEINHEITLICHES CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENT
Wir sind als global agierendes Unternehmen regelmäßig mit Entwicklungen und Ereignissen konfrontiert, die sich sowohl positiv als auch negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können. Erst unsere Bereitschaft, unternehmerische Wagnisse einzugehen, ermöglicht es uns, sich bietende Chancen zu nutzen. Im Rahmen einer definierten Risikobereitschaft gehen wir daher bewusst Risiken ein, wenn sich ein ausgewogenes Chancen-Risiko-Profil ergibt.
Wir beachten das Chancen- und Risikomanagement grundsätzlich getrennt. Unser Risikomanagementsystem identifiziert, bewertet und dokumentiert Risiken und unterstützt deren Überwachung. Die Erfassung und Kommunikation von Chancen erfolgt dagegen als integraler Bestandteil der regelmäßigen Kommunikation zwischen den Tochterunternehmen und dem Controlling der Gerresheimer AG in ihrer Funktion als Holding.
Das zentrale Element des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und der Managementholding vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme. Mit unserer Risikomanagementstrategie verfolgen wir das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, zu bewerten und potenzielle Einbußen durch geeignete Maßnahmen zu vermeiden bzw. zu verringern sowie gegebenenfalls diese Risiken auf Dritte zu übertragen. Auch ein Risikomanagementsystem ermöglicht keine absolute Sicherheit für die Vermeidung von Risiken. Es unterstützt uns aber dabei, Risiken zu begrenzen und damit die Unternehmensziele zu erreichen.
Dem Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG obliegen die Einrichtung und die wirksame Unterhaltung des Risikomanagementsystems. Die Risikoüberwachung, -früherkennung, -analyse, -steuerung und -kommunikation beziehen die gesetzlichen Vertreter der operativen Gesellschaften und die Leiter der wesentlichen Funktionsbereiche der Konzernzentrale mit ein. Wir haben für unsere Tochterunternehmen und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung aufgestellt. Darüber hinaus entwickeln wir unser Risikomanagementsystem stetig weiter, um es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen und Rahmenbedingungen anzupassen.
Zur konzernweiten Koordination des Risikomanagements und Förderung einer ganzheitlichen Risikomanagement-Philosophie hat der Vorstand der Gerresheimer AG einen Risikoausschuss installiert. Dieser setzt sich zusammen aus dem Finanzvorstand als Vorsitzendem des Risikoausschusses sowie den Leitern der Abteilungen Controlling, Interne Revision, Recht & Compliance, Accounting und Global Risk Management & Insurance. Die zentralen Aufgaben des Gremiums sind das Hinterfragen der Risiken im Risikobericht, die Weiterentwicklung der Methoden und Instrumente des Risikomanagementsystems und deren Überwachung. Die Sitzungen des Risikoausschusses finden vierteljährlich im Einklang mit den Terminen der regelmäßigen Risikoberichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat statt.
Das konzernweite Risikomanagementsystem besteht aus folgenden wesentlichen Elementen:
| ― | einheitliche, periodische Risikoberichterstattung der Tochterunternehmen an die Konzernzentrale, |
| ― | regelmäßige Risikoerhebung in wesentlichen Zentralbereichen, |
| ― | Segmentierung der Risiken nach unternehmensstrategischen, externen und branchenspezifischen, operativen sowie finanzwirtschaftlichen Risiken, |
| ― | Quantifizierung der Risiken durch den Ansatz von potenziellen Schadensbeträgen und Eintrittswahrscheinlichkeiten, |
| ― | Erfassung der Ergebnisauswirkung nach Geschäftsfeldern, |
| ― | Eingrenzung und Risikoreduzierung durch Schadensverhütung und Risikotransfer. |
Sofern identifizierte Risiken bereits in den operativen und strategischen Planungen, im Forecast oder im Monats-, Quartals- oder Jahresabschluss enthalten sind, werden sie nicht in der Risikoberichterstattung berücksichtigt. Andernfalls ergäbe sich eine Doppelerfassung von Risiken im Risikomanagementsystem der Gerresheimer AG. Zudem bleiben Risiken unberücksichtigt, deren Eintritt auch ohne weitere Bewertung mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen ist (beispielsweise Erdbeben mit verheerenden Auswirkungen in Deutschland). Die Risikoberichterstattung erfasst lediglich Risiken, nicht jedoch Chancen.
Für den Umgang mit Risiken gelten im Gerresheimer Konzern risikopolitische Grundsätze. Diese sehen eine Null-Risiko-Toleranz für Verstöße gegen behördliche Vorschriften, Gesetze oder Compliance-Vorschriften des Unternehmens sowie hinsichtlich fehlerhafter Produkte und mangelnder Produktqualität vor.
In regelmäßigen Abständen überwachen wir die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit unseres Risikofrüherkennungssystems durch unsere Interne Revision als prozessunabhängiges Element des Risikomanagementsystems. Zudem beurteilt der Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung das Risikofrüherkennungssystem und erstattet dem Vorstand und dem Aufsichtsrat hierüber Bericht. Unser Risikofrüherkennungssystem entspricht uneingeschränkt den gesetzlichen Anforderungen und steht ferner im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex.
INTERNES KONTROLLSYSTEM IN BEZUG AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Der Jahresabschluss der Gerresheimer AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Der Gerresheimer Konzernabschluss wird unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt, soweit diese für die Anwendung in der Europäischen Union anerkannt wurden und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden Vorschriften entsprechen.
Das übergeordnete Ziel unseres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist die Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung. Die Verantwortung für die Einrichtung und wirksame Unterhaltung angemessener interner Kontrollen über die Finanzberichterstattung liegt beim Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG, die zu jedem Geschäftsjahresende die Angemessenheit und Wirksamkeit des Kontrollsystems beurteilen.
Wir erstellen den Jahresabschluss der Gerresheimer AG mit Hilfe der Software SAP. Die laufende Buchhaltung und die Erstellung des Jahresabschlusses sind in funktionale Prozessschritte gegliedert. In allen Prozessschritten sind entweder automatisierte oder manuelle Kontrollen integriert. Die organisatorischen Regelungen stellen sicher, dass alle Geschäftsvorfälle und die Jahresabschlusserstellung vollständig, zeitnah, richtig und periodengerecht erfasst, verarbeitet und dokumentiert werden. Unter Berücksichtigung der notwendigen IFRS-Anpassungen werden die relevanten Daten aus dem Einzelabschluss der Gerresheimer AG in das Konsolidierungssystem übertragen. Die Gerresheimer AG trägt die Verantwortung für den konzerneinheitlichen Kontenrahmen und die Durchführung der zentralen Konsolidierungsmaßnahmen sowie die terminliche und sachliche Organisation des Konzernabschluss-Prozesses.
In den Rechnungslegungsprozess einbezogene Mitarbeiter werden bereits bei ihrer Auswahl hinsichtlich ihrer fachlichen Eignung geprüft und im Anschluss regelmäßig geschult. Bei uns gilt grundsätzlich das Vier-Augen-Prinzip. Weitere Kontrollmechanismen sind Soll-Ist-Vergleiche sowie Analysen über die inhaltliche Zusammensetzung und Veränderung der einzelnen Posten. Das Rechnungswesen stellt sicher, dass fachbereichsbezogene Informationen durch die jeweiligen Fachabteilungen gemeldet und im Jahresabschluss verarbeitet werden. Die zur Einhaltung der rechnungslegungsrelevanten Richtlinien in den Tochterunternehmen und der Konzernzentrale implementierten Kontrollen werden durch unsere Interne Revision auf ihre Wirksamkeit geprüft. Im Rahmen der Abschlussprüfung 2019 hat der unabhängige Abschlussprüfer unser Risikofrüherkennungssystem gemäß § 317 Abs. 4 HGB in Verbindung mit § 91 Abs. 2 AktG geprüft.
Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem obliegt ihm die Prüfung der Unterlagen zum Jahresabschluss der Gerresheimer AG und zum Konzernabschluss und er erörtert den Jahresabschluss der Gerresheimer AG, den Konzernabschluss sowie die Lageberichte zu diesen Abschlüssen mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.
CHANCEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG
Dem Gerresheimer Konzern eröffnen sich aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältige Chancen. Maßgeblich dafür sind die im Kapitel "Konzernstrategie und Ziele" beschriebenen sechs Megatrends. Daraus ergeben sich vielfältige Chancen für profitables nachhaltiges Wachstum. Die Zunahme chronischer Erkrankungen und eine alternde Bevölkerung münden in zunehmendem Volumen an Medikamenten, für die wir Primärverpackungen herstellen. Außerdem entwickeln und produzieren wir geeignete Lösungen für die einfache und sichere Verabreichung von Medikamenten. Schnelles Wachstum im Bereich der Generika bedeutet ebenfalls Volumenwachstum. Ansteigende Gesundheitsversorgung in den Schwellenländern erhöht die Nachfrage nach pharmazeutischen Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systemen, zumal auch in Schwellenländern hohe Anforderungen an die Qualität und Zuverlässigkeit dieser Primärverpackungen gestellt werden. Strengeren regulatorischen Anforderungen begegnen wir mit qualitativ hochwertigen Medikamentenverpackungen, die wir weltweit zuverlässig liefern können. Chancen bietet auch der Kostendruck in den Gesundheitssystemen, indem wir Lösungen zur zuverlässigen und richtigen Einnahme von Medikamenten entwickeln und anbieten, die die Ausgaben für Medikamente senken. Neue, gerade biotechnologisch hergestellte Medikamente erfordern zumeist parenterale Verabreichung, wofür wir vielfältige Lösungen bieten, die auch für solche Medikamente mit ihren besonderen Anforderungen geeignet sind. Selbstmedikation, personalisierte Medikation und Digitalisierung werden den Bedarf an hochwertigen, komfortablen und vernetzten Lösungen für die Medikamentenverpackung und -verabreichung erhöhen, wofür wir hohe Entwicklungs- und Produktionskompetenz besitzen. 2019 wurde in vielfältige Wachstums- und Kapazitätserweiterungsprojekte investiert, dies wird 2020 fortgesetzt werden. Zahlreiche unserer innovativen Produkte sind bereits kommerziell erhältlich, weitere werden folgen. Grundlage unserer starken Innovations-Pipeline sind unsere technischen Entwicklungszentren für medizinische Kunststoffsysteme und Spritzen, unsere Kleinserienfertigung für diese Produkte sowie die Innovationskraft von Sensile Medical. 2019 ist unser neugegründetes Glas- und Innovationszentrum in den USA dazu gekommen.
In unserer Strategie (siehe Kapitel "Konzernstrategie und Ziele") haben wir entsprechende Ziele gesetzt und Maßnahmen gestartet, um auf Grundlage dieser vielfältigen Chancen nachhaltiges profitables Wachstum zu erwirtschaften.
RISIKEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG
Die Gerresheimer AG ist als Holding-Gesellschaft des Gerresheimer Konzerns aufgrund dessen globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältigen Risiken ausgesetzt. Soweit die Voraussetzungen für die bilanzielle Berücksichtigung gegeben waren, wurde für alle erkennbaren Risiken eine angemessene Vorsorge getroffen.
In den folgenden Abschnitten werden Risiken beschrieben, die Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns haben können. Die Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken erfolgt nach den Kriterien:
| ― | unwahrscheinlich = Eintrittswahrscheinlichkeit < 10% |
| ― | möglich = Eintrittswahrscheinlichkeit zwischen 10% und 50% |
Risiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50% werden, wenn möglich, gebucht bzw. sind in der Planung berücksichtigt.
Die Bewertung der möglichen finanziellen Auswirkungen erfolgt nach den Kriterien:
| ― | moderat = Nettoschaden bis EUR 10 Mio. |
| ― | wesentlich = Nettoschaden > EUR 10 Mio. |
Der Nettoschaden beschreibt das Verlustpotenzial im Falle eines Risikoeintritts unter Berücksichtigung der Effekte, die sich aus den Maßnahmen zur Risikoreduzierung ergeben.
ÜBERSICHT DER RISIKEN UND IHRER FINANZIELLEN AUSWIRKUNGEN
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| Eintrittswahrscheinlichkeit | Mögliche finanzielle Auswirkungen | |
|---|---|---|
| Unternehmensstrategische Risiken | ||
| Risiken aus Akquisitionen | möglich | wesentlich |
| Risiken aus Produkteinführungen | möglich | wesentlich |
| Externe und branchenspezifische Risiken | ||
| Kundenmarktrisiko | möglich | moderat |
| Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung | möglich | wesentlich |
| Risiken aus einer Änderung von regulatorischen Rahmenbedingungen | möglich | moderat |
| Risiken aus der künftigen Entwicklung der staatlichen Gesundheitssysteme | möglich | wesentlich |
| Steuerliche Risiken | unwahrscheinlich | moderat |
| Operative Risiken | ||
| Produktionsrisiken | unwahrscheinlich | wesentlich |
| Produkthaftungsrisiken | möglich | moderat |
| Risiken aus Energie- und Rohstoffpreisen | möglich | moderat |
| Personalrisiken | möglich | moderat |
| IT-Risiken | möglich | moderat |
| Rechtliche Risiken | möglich | moderat |
| Finanzwirtschaftliche Risiken | ||
| Währungs- und Zinsrisiko | unwahrscheinlich | moderat |
| Kreditrisiko | unwahrscheinlich | wesentlich |
| Liquiditätsrisiko | unwahrscheinlich | moderat |
Auf bestehende Risiken wird im Folgenden im Detail eingegangen.
UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN
RISIKEN AUS AKQUISITIONEN
Mögliche Auswirkungen:
Akquisitionen sind Bestandteil unserer Strategie. Beim Erwerb von Unternehmen besteht das Risiko, dass im Rahmen einer Due-Diligence nicht alle wesentlichen Risiken erkannt werden. Trotz sorgfältiger Due-Diligence-Prüfungen ist es aufgrund von Änderungen des Umfeldes möglich, dass die ursprünglichen Zielsetzungen nicht oder nur teilweise erreicht werden. Mit Blick auf die große Dynamik, insbesondere bei Sensile Medical als Innovationstreiber, bewerten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit - abweichend zum Vorjahr - als möglich.
Gegenmaßnahmen:
Durch die frühzeitige Einbindung der Fachabteilungen und gegebenenfalls externer Spezialisten während der Due-Diligence werden Akquisitionsvorhaben eingehend geprüft. Den Gesamtprozess steuert unsere zentrale Abteilung Corporate Mergers & Acquisitions in Zusammenarbeit mit den Geschäftsbereichen. Wir wollen Risiken durch kontinuierliche und intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtung frühestmöglich erkennen und mittels geeigneter Maßnahmen vermeiden bzw. minimieren.
RISIKEN AUS PRODUKTEINFÜHRUNGEN
Mögliche Auswirkungen:
Die Entwicklung innovativer Produkte und deren Markteinführung - in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden - bildet eine wesentliche Komponente unserer Wachstumsstrategie. Im Rahmen einer verantwortlichen Unternehmensführung sind wir uns bewusst, dass damit nicht nur Chancen, sondern gleichfalls Risiken einhergehen. Trotz aller Anstrengungen können wir nicht sicherstellen, dass sich unsere Entwicklungen erfolgreich abschließen und die Einführung neuer Produkte kommerziell behaupten werden.
Gegenmaßnahmen:
Basierend auf umfangreichen Marktanalysen und Kundenverträgen stellen wir sicher, dass die Chancen einer erfolgreichen Produkteinführung maximiert und mögliche Risiken minimiert werden.
EXTERNE UND BRANCHENSPEZIFISCHE RISIKEN
KUNDENMARKTRISIKO
Mögliche Auswirkungen:
Konjunkturelle Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung können unsere Marktperspektiven einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Die Nachfrage könnte sich auch aufgrund einer bewussten Kaufzurückhaltung unserer Kunden negativ entwickeln. Sollte der Markt für zusätzliche Angebotsmengen nicht in voller Höhe aufnahmebereit sein, könnte dies den Wettbewerbsdruck zunächst für einen Übergangszeitraum erhöhen. Weiterhin könnten die Wettbewerber im Rahmen der gegebenen Kapazitäten versuchen, durch Angebotsausweitung Marktanteile dazu- bzw. verloren gegangene Marktanteile zurückzugewinnen. Zunehmender Wettbewerbsdruck könnte auch aus einem Nachfragerückgang resultieren. Erhebliche Veränderungen der Kapazitäten und deren Ausnutzung, Angebotsausweitungen einzelner Wettbewerber im Rahmen gegebener Kapazitäten sowie längerfristige Nachfragerückgänge könnten sich erheblich auf die Preisbildung und/oder die Absatzmöglichkeiten auswirken.
Gegenmaßnahmen:
Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit arbeiten wir unter anderem an der weiteren Verbesserung unserer Kosten- und Organisationsstrukturen sowie an dem Ausbau unseres Produktportfolios. Wir beobachten den Markt und versuchen gezielt Opportunitäten zu nutzen. Bei nachhaltigen Entwicklungen konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit hoher Produktivität.
RISIKEN AUS DER GESAMTWIRTSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNG
Mögliche Auswirkungen:
Die Entwicklung der Weltwirtschaft hat einen entscheidenden Einfluss auf das Wachstum des Gerresheimer Konzerns. Der IWF geht in seiner Januarprognose von einem globalen Wirtschaftswachstum von 2,9 % für 2019 aus und erwartet für 2020 eine etwas positivere Entwicklung von 3,3 % globalem Wirtschaftswachstum. Eine etwaige Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums stellt somit ein Risiko für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Gerresheimer Konzerns dar.
Gegenmaßnahmen:
Wir begegnen diesem Risiko, indem wir laufend die Entwicklung der Weltwirtschaft beobachten. Im Falle einer Veränderung konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit hoher Produktivität.
RISIKEN AUS EINER ÄNDERUNG VON REGULATORISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN
Mögliche Auswirkungen:
Tendenziell nehmen Umfang und Anzahl der regulatorischen Auflagen jährlich zu. Bei hohem Nutzen für die Patienten sind für alle Marktteilnehmer damit große Herausforderungen verbunden. Politische Entscheider, insbesondere in den europäischen Industrieländern und den USA, legen großen Wert auf den Nachweis eines signifikanten Zusatznutzens, bevor neue Medikamente zugelassen werden. Aus diesem Grund wird in der Regel von den entsprechenden Behörden eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, bevor Medikamente für den Markt zugelassen werden können. Dadurch ergeben sich Risiken in Bezug auf Zeitpunkt und Umfang von Einführungen neuer Medikamente und dementsprechend Absatzrisiken für unsere Primärverpackungen. Darüber hinaus können die steigenden Qualitätserwartungen unserer Kunden zu erhöhtem Investitionsbedarf führen.
Gegenmaßnahmen:
Wir begegnen diesen Risiken, indem wir kontinuierlich an unseren eigenen Qualitätsanforderungen arbeiten. Darüber hinaus spiegeln wir die Absatzprognosen unserer Kunden mit unseren eigenen Untersuchungen. Als Ergebnis unserer kontinuierlichen Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung beurteilen wir die finanziellen Auswirkungen - abweichend vom Vorjahr -nicht mehr als wesentlich sondern als moderat.
RISIKEN AUS DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG DER STAATLICHEN GESUNDHEITSSYSTEME
Mögliche Auswirkungen:
Gerresheimer erzielte im Geschäftsjahr 2019 rund 81 % der Umsatzerlöse mit der Pharma- und Healthcareindustrie. In den letzten Jahren waren die Regierungen und Krankenkassen in Europa und den USA bestrebt, den Kostenanstieg im Gesundheitswesen zu reduzieren. Dies führte in der Konsequenz zu einem höheren Preisdruck auf die Pharmaindustrie. Aufgrund des begrenzten Patentschutzes und der stetig steigenden Produktentwicklungskosten verstärkt sich damit die Notwendigkeit der Kostenkontrolle in der Pharmaindustrie. Diese Entwicklung kann zu einem steigenden Preisdruck auf unsere Produkte führen, obwohl auf die pharmazeutische Primärverpackung in der Regel nur ein geringer Prozentsatz der Gesamtkosten eines Medikamentes für den Verbraucher entfällt. Für den Fall, dass der Preisdruck nicht durch Kostensenkungen oder Effizienzsteigerungen kompensiert wird, kann sich dies wesentlich nachteilig auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.
Gegenmaßnahmen:
Wichtige Bestandteile unserer Unternehmenssteuerung sind daher das frühzeitige Erkennen sich abzeichnender Entwicklungen und ein aktives Portfoliomanagement. Zudem kann der Gerresheimer Konzern durch seine Präsenz in verschiedenen Ländern und Märkten zyklische Schwankungen der Einzelmärkte bzw. in einzelnen Ländern besser ausgleichen als andere Unternehmen, die nicht so global aufgestellt sind.
STEUERLICHE RISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Die Globalisierung der operativen Geschäfte im Gerresheimer Konzern hat zur Folge, dass eine Vielzahl internationaler und landesspezifischer Regelungen von Finanzverwaltungen zu berücksichtigen sind. Abgabenrechtliche Risiken können durch unzureichende Berücksichtigung von steuerlichen Vorschriften oder durch die unterschiedliche steuerliche Würdigung von Sachverhalten und Transaktionen entstehen. Insbesondere steuerliche Betriebsprüfungen und sich daraus möglicherweise ergebende Prüfungsfeststellungen mit entsprechenden Zinswirkungen und Steuernachzahlungen können zu einer Belastung für den Konzern führen. Aufgrund von zeitnahen steuerlichen Betriebsprüfungen und den hieraus resultierenden Ergebnissen der Vergangenheit gehen wir von einer niedrigeren Eintrittswahrscheinlichkeit von wesentlichen Feststellungen aus. Insofern beurteilen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit - abweichend zum Vorjahr - als unwahrscheinlich und nicht mehr als möglich.
Gegenmaßnahmen:
Die steuerlichen Risiken werden regelmäßig und systematisch geprüft und bewertet. Daraus resultierende Maßnahmen zur Risikominderung werden zwischen dem Bereich Group Tax der Gerresheimer AG und den Tochterunternehmen abgestimmt. Darüber hinaus dient die im Geschäftsjahr 2017 konzernweit eingeführte Tax Compliance-Richtlinie der Dokumentation und dem Nachweis eines wirksamen Tax Compliance Managements mit dem Ziel der systematischen und präventiven Absicherung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Pflichten sowie unternehmensinterner Richtlinien im Bereich Steuern.
OPERATIVE RISIKEN
Zu den operativen Risiken zählen wir Betriebsrisiken sowie Personal- und Sicherheitsrisiken. Sie werden durch einen angemessenen Versicherungsschutz und hohe Anforderungen an das Produktions-, Projekt- und Qualitätsmanagement begrenzt.
PRODUKTIONSRISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadenbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet. Die Schadenerfahrungen in der Vergangenheit haben aufgezeigt, dass unser Geschäft eine sehr niedrige Schadenfrequenz bei einem potentiell hohem Schadenausmaß aufweist.
Gegenmaßnahmen:
Um dem Risiko eines ungeplanten längerfristigen Stillstandes oder Ausfalls unserer Produktionsanlagen entgegenzuwirken, hat der Gerresheimer Konzern laufende Anlagenkontrollen und eine vorbeugende Instandhaltung installiert. Weiterhin führen wir ständig Modernisierungen unserer bestehenden Produktionsanlagen durch und investieren in neue, modernere Maschinen und Produktionsanlagen. Den finanziellen Auswirkungen von potenziellen Sachschäden und dem damit verbundenen Produktionsausfall sowie etwaigen Haftpflichtrisiken beugt der Gerresheimer Konzern durch Versicherungsverträge vor. Durch diesen Risikotransfer auf Versicherungsgesellschaften wird sichergestellt, dass sich die finanziellen Folgen auf den vereinbarten Selbstbehalt beschränken. Die finanziellen Auswirkungen für den Konzern werden daher als moderat eingeschätzt. Wir versichern aktuell mögliche Eigenschäden unter anderem durch eine Allgefahren-Sachversicherung zum Neuwert. Vor einem eventuellen Ertragsausfall bei Betriebsunterbrechungen in den Werken schützt uns gegenwärtig eine Betriebsunterbrechungsversicherung auf Allgefahrenbasis, die wie die Allgefahren-Sachversicherung mit entsprechenden Selbstbehalten versehen wurde. Der Umfang und Inhalt dieser Versicherungen wird von unserer Abteilung Global Risk Management & Insurance laufend überprüft und bei Bedarf angepasst. Aufgrund der Entwicklungen auf dem Versicherungsmarkt ist nicht gewährleistet, dass Gerresheimer auch in Zukunft einen ausreichenden Versicherungsschutz zu den gegenwärtigen Konditionen erhalten wird, daher stufen wir die möglichen finanziellen Auswirkungen nunmehr als wesentlich ein (Vorjahr: moderat).
PRODUKTHAFTUNGSRISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Trotz interner Maßnahmen zur Gewährleistung von Produktqualität und -sicherheit kann der Gerresheimer Konzern nicht ausschließen, dass der Gebrauch und die Verwendung der hergestellten Verpackungsprodukte und -systeme bei Kunden oder Endverbrauchern Schäden verursacht. Für die Qualitätssicherung ergeben sich aus den verschärften Kundenanforderungen in Richtung "Null-Fehler-Toleranz" besondere Herausforderungen. Folgende Beispiele sollen mögliche Produkthaftungsrisiken verdeutlichen: Die Lieferung mangelhafter Produkte an die Kunden könnte bei diesen zu Beschädigungen der Produktionsanlagen oder gar zu Betriebsunterbrechungen führen. Für uns besteht darüber hinaus die Möglichkeit, dass dies Reputationsschäden für den Gerresheimer Konzern bedeutet. Ferner könnten mangelhafte Produkte des Gerresheimer Konzerns in Verbindung mit den Medikamenten und Wirkstoffen seiner Kunden aus der Pharma- und Healthcareindustrie Gesundheitsschädigungen bei Verbrauchern verursachen. In diesen Fällen wäre nicht auszuschließen, dass der Konzern dadurch Kunden verliert. Außerdem könnte Gerresheimer entsprechenden Haftungsansprüchen ausgesetzt sein. Dazu zählen zum Beispiel Schadenersatzansprüche von Kunden oder Ansprüche der Endverbraucher aus den Vorschriften zur Produkthaftung. Etwaige Produkthaftungsansprüche gegen Gerresheimer können insbesondere bei Sammelklagen in den USA erheblich sein. Zudem besteht das Risiko, dass der Konzern möglicherweise erhebliche Kosten für Rückrufaktionen zu tragen hat. Diese Beispiele zeigen, dass negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns nicht auszuschließen sind.
Gegenmaßnahmen:
Um Produkthaftungsfälle zu vermeiden, arbeitet der Gerresheimer Konzern mit weitreichenden Qualitätssicherungsmaßnahmen. Der Prozess der Qualitätssicherung und Fehlerbeseitigung wird bei unseren Produkten ständig optimiert und weiterentwickelt. Eine Produkthaftpflicht- und Rückrufkostenversicherung deckt zudem entstehende Schäden und Haftungsrisiken umfassend ab, sodass aktuell ein weitgehender Risikotransfer gegeben ist und sich unsere Einschätzung in Bezug auf die möglichen finanziellen Auswirkungen von wesentlich auf moderat reduziert hat.
RISIKEN AUS ENERGIE- UND ROHSTOFFPREISEN
Mögliche Auswirkungen:
Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energieträgern, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge in unseren Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise kann die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns wesentlich belasten.
Ein weiterer erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe für die Glas- und Kunststoffherstellung. Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab.
Gegenmaßnahmen:
Um Energiekostensteigerungen aufzufangen, haben wir die besondere Ausgleichsregel für stromintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) in Deutschland in Anspruch genommen und haben uns zudem gegen anziehende Energiepreise umfassend durch Sicherungsgeschäfte abgesichert. Bei einigen Kundenverträgen haben wir außerdem Preisgleitklauseln vereinbart. Preisschwankungen in den Beschaffungsmärkten für Rohstoffe werden darüber hinaus durch Sicherungsgeschäfte, Produktivitätssteigerungen und Preisanpassungen ausgeglichen. In der Gesamtbewertung beurteilen wir die finanziellen Auswirkungen - anders als im Vorjahr - als moderat.
PERSONALRISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Die fachliche Kompetenz und die individuelle Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um unsere wachstumsorientierte Unternehmensstrategie zu realisieren. Auch in der Zukunft ist es für unser Unternehmen von herausragender Bedeutung, qualifizierte Mitarbeiter in ausreichendem Maße auszubilden, zu gewinnen und langfristig an uns zu binden. Ansonsten könnte dies erhebliche Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben. Zusätzlich ergeben sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des daraus möglicherweise resultierenden Fachkräftemangels mittel- bis langfristige Personalrisiken.
Gegenmaßnahmen:
Wir begegnen diesen Risiken, indem wir uns global als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Dazu gehören eine wettbewerbsfähige Vergütung, fach- und methodenspezifische Aus- und Weiterbildung, eine strukturierte Nachfolgeplanung (Talentmanagement) und die individuelle Förderung junger Fach- und Nachwuchskräfte. Zudem verfolgen wir als globaler Konzern eine auf personelle Vielfalt (Diversity) ausgerichtete Personalpolitik und betreiben zielgruppenspezifisches Personalmarketing.
IT-RISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Computergestützte Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie die Anwendung von IT-Systemen für die interne und externe Kommunikation nehmen weiter zu. Eine wesentliche Störung oder gar ein Ausfall dieser Systeme kann zu einem Datenverlust und einer Beeinträchtigung der Geschäfts- und Produktionsprozesse führen.
Gegenmaßnahmen:
Die IT-Systeme werden konzernweit standardisiert, harmonisiert, geprüft und weiterentwickelt, um die Sicherheit und Effizienz unserer Geschäftsprozesse zu gewährleisten bzw. zu erhöhen. Industrietypische IT-Mindeststandards wie Backups, redundante Datenverbindungen und getrennte Rechenzentren dienen dazu, Ausfallrisiken bei anwendungskritischen Systemen wie SAP, Websites und IT-Infrastrukturkomponenten zu minimieren. Im Zuge der Einführung von Maßnahmen zur Datenschutz-Grundverordnung wurden für alle Standorte weiterhin technische und organisatorische Mindeststandards festgelegt.
Im Geschäftsjahr 2019 wurde die vom Vorstand genehmigte Konzern-IT-Strategie konsequent weiter umgesetzt und damit auch der Ausbau der SAP-2-Mandanten-Strategie vorangetrieben. Dazu gehörte insbesondere im Bereich Applikationen der Beginn des Migrations-Projektes des Tochterunternehmens Gerresheimer Glass Inc. (Vineland, New Jersey/USA) in den strategischen SAP-Template-Mandanten und die damit verbundene Einführung standardisierter Geschäftsprozesse. Innerhalb des Geschäftsfeldes Medical Systems wurde für die Gesellschaft Gerresheimer Skopje DOOEL Ilinden (Ilinden/Republik Nordmazedonien) ebenfalls mit der Umsetzung eines SAP-Implementierungs-Projektes begonnen und damit mit der Einbindung in den Gerresheimer Konzern. Außerdem wurde innerhalb des Geschäftsbereiches Plastics & Devices die Umsetzung des Manufacturing Execution Systems ZEISS GUARDUS fortgeführt, um damit in die Lage versetzt zu werden, ein hochmodernes Produktionsleitsystem nutzen zu können. Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass wurde die neue Lösung auf Basis von SAP Manufacturing Integration and Intelligence in ihrer Umsetzung fortgesetzt. Als weitere Standardisierungsmaßnahme ist der Rollout des zentralen Customer-Relationship-Management-Systems der SAP fortgeführt und ein Umsetzungsprojekt innerhalb des Geschäftsfeldes Moulded Glass fertiggestellt worden.
Im Bereich Infrastruktur konnten weitere sicherheitsrelevante sowie innovative Infrastruktur- und Informationssicherheitsprojekte umgesetzt werden, wie etwa die Fortführung des Projekts Future Client mit einem weltweiten Gerresheimer-Workplace mit Microsoft Office 2016 bzw. Microsoft Office 365 für bestimmte Nutzergruppen, eine Collaboration-Plattform für eine optimierte interne Zusammenarbeit sowie die Migration des Mailsystems von IBM Lotus Notes auf Microsoft-Exchange Online und Outlook. Hier ist Gerresheimer auf gutem Wege und wird den Abschluss im Jahr 2020 erreichen. Die ersten Effekte aus der Optimierung der Weit-Verkehrs-Anbindung tragen Früchte, sodass wir die Ausfälle von globalen Services auf ein Minimum reduzieren konnten. Gerresheimer ist hierdurch für die Zukunft und die erhöhte Nutzung der Datenverbindung zwischen den Standorten gerüstet. Des Weiteren erneuert Gerresheimer die Security Infrastrukturen der Netzübergänge, um hier dem Stand der Technik zu entsprechen und sich so vor Angreifern zu schützen.
Gerresheimer wird die Harmonisierung der ERP-Systeme auf SAP ERP Central Component (SAP ECC) 6.0 im Jahr 2020 ebenso nachhaltig fortführen wie die Standardisierung der IT-Infrastruktur in den Bereichen Netzwerk, Hardware, Kommunikation und Sicherheit. IT-Governance und IT-Compliance sollen die Umsetzung und Erfüllung gesetzlicher, unternehmensinterner und vertraglicher Anforderungen in der Gerresheimer AG sichern.
RECHTLICHE RISIKEN
Mögliche Auswirkungen:
Als International tätiges Unternehmen muss der Gerresheimer Konzern unterschiedliche Rechtsnormen beachten. Daraus können sich vielfältige Vertrags-, Wettbewerbs-, umwelt-, marken- und patentrechtliche Risiken ergeben.
Gegenmaßnahmen:
Diese Risiken begrenzen wir durch juristische Prüfungen unserer internen Rechtsabteilungen und indem wir externe Spezialisten für das jeweilige nationale Recht zu Rate ziehen.
Damit die weltweiten Gesetze und Regeln insbesondere in den Bereichen Korruptionsbekämpfung, Kartellrecht und Kapitalmarktrecht eingehalten werden, haben wir ein globales Compliance Management System etabliert. Die Beachtung der Compliance-Richtlinien obliegt allen Organmitgliedern und Mitarbeitern der Gerresheimer AG und der Tochterunternehmen. Die Einhaltung von Rechtsvorschriften sowie die Beachtung der Konzernrichtlinien des Gerresheimer Compliance-Programms sind von herausragender Bedeutung für die Gerresheimer AG und ihre verbundenen Unternehmen.
Risiken aus Rechtsstreitigkeiten, die einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben, sind nicht bekannt.
FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN
Im Rahmen der operativen Tätigkeit sind wir finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Über ein konzernweites Finanzrisikomanagement werden die finanziellen Risiken des Konzerns zentral durch die verantwortliche Abteilung Group Treasury überwacht. Identifizierte Risikopotenziale steuert der Konzern nach klar definierten Richtlinien durch geeignete Sicherungsmaßnahmen.
WÄHRUNGS- UND ZINSRISIKO
Mögliche Auswirkungen:
Für uns als Gesellschaft mit Sitz in Deutschland stellt der Euro die Konzern- und Berichtswährung dar. Da wir einen großen Teil unseres Geschäfts außerhalb der Euro-Zone abwickeln, können Währungsschwankungen das Ergebnis beeinflussen. Die Zunahme der Volatilitäten der Wechselkurse in den letzten Jahren hat entsprechende Chancen und Risiken steigen lassen. Zudem sind wir im Rahmen der Fremdkapitalfinanzierung einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Zinssatzschwankungen können sich auf die Höhe der Zinszahlungen für bestehende Schulden sowie auf die Kosten von Refinanzierungen auswirken.
Gegenmaßnahmen:
Um Wechselkursrisiken im operativen Geschäft zu begrenzen, tätigen wir Devisentermingeschäfte. Derivative Finanzinstrumente verwendet der Konzern ausschließlich zur Risikosteuerung im Zusammenhang mit kommerziellen Grundgeschäften. Um die Zinsänderungsrisiken zu begrenzen, tätigen wir gegebenenfalls Zinsswapgeschäfte.
KREDITRISIKO
Mögliche Auswirkungen:
Das Ausfallrisiko bei den originären und derivativen Finanzinstrumenten ergibt sich daraus, dass Vertragspartner ihren vertraglichen Zahlungs- und Erfüllungsverpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen können.
Gegenmaßnahmen:
Durch das Kredit- und Forderungsmanagement sowie die Vertriebsbereiche der operativen Gesellschaften überwachen wir die sich aus den Liefer- und Leistungsbeziehungen der Gruppe ergebenden Kredit- und Bonitätsrisiken. Mit dem Ziel, Forderungsausfälle zu vermeiden, unterziehen wir Kunden einer laufenden internen Bonitätskontrolle. Forderungen gegen Kunden, die über kein erstklassiges Rating verfügen, werden versichert, soweit ein entsprechender Versicherungsschutz gewährt wird. Zur Vermeidung von Kreditrisiken aus Finanzinstrumenten werden diese nur mit Vertragspartnern erstklassiger Bonität abgeschlossen.
LIQUIDITÄTSRISIKO
Mögliche Auswirkungen:
Es besteht das Risiko, aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können.
Gegenmaßnahmen:
Die Liquiditätssituation des Konzerns wird auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlichen Liquiditätsplanung überwacht und gesteuert. Darüber hinaus stehen dem Gerresheimer Konzern zur Liquiditätssicherung ein revolvierendes Darlehen sowie im September 2017 und November 2015 emittierte Schuldscheindarlehen zur Verfügung. An dieser Stelle ist zudem auf die quartalsweisen Zusammenkünfte des Anlagenausschusses und dessen liquiditätsüberwachende Aufgabe hinzuweisen.
GESAMTAUSSAGE ZUR CHANCEN- UND RISIKOSITUATION DES KONZERNS UND DER GERRESHEIMER AG
Dem Gerresheimer Konzern eröffnen sich aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältige Chancen (siehe Megatrends im Kapitel "Konzernstrategie und Ziele"). Mit unseren Kerngeschäften der Herstellung pharmazeutischer Primärverpackungen, Drug-Delivery-Devices sowie Verpackungen für Kosmetik sind wir in globalen Wachstumsmärkten tätig. Die Megatrends sind unverändert intakt. Unsere Chancen haben sich gegenüber 2018 nicht wesentlich verändert. Unsere Investitionen im Geschäftsjahr 2019 sowie die für 2020 geplanten Investitionen in zahlreiche Wachstumsprojekte erhöhen unsere zukünftigen Chancen auf profitables nachhaltiges Wachstum.
Unser Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Im Rahmen der Risikoberichterstattung werden alle Risiken zusammengefasst, die von den Tochterunternehmen und den Zentralbereichen gemeldet werden. Diese Risikoberichterstattung erfolgt regelmäßig gegenüber dem Vorstand und dem Aufsichtsrat.
Die Risiken des Gerresheimer Konzerns haben sich im Geschäftsjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Nach unserer Einschätzung des Gesamtrisikos bestehen derzeit keine Risiken, die den Fortbestand des Gerresheimer Konzerns oder der Gerresheimer AG gefährden oder ihre Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinträchtigen.
Das revolvierende Darlehen unterliegt einer marktüblichen Financial Covenant. Diese wird im Kapitel "Finanzierungsinstrumente" erläutert. In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 wurde die vorgegebene Financial Covenant gemäß der gültigen Rahmenkreditvereinbarung eingehalten. Unter Zugrundelegung der vorliegenden Mehrjahresplanung gehen wir davon aus, diese Financial Covenant auch zukünftig einzuhalten.
NACHTRAGSBERICHT
Nach dem 30. November 2019 sind keine Ereignisse eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der Gerresheimer AG ausgeht oder zu erwarten ist.
PROGNOSEBERICHT
AUSRICHTUNG DES KONZERNS
Die nachfolgenden Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf des Gerresheimer Konzerns sowie der Gerresheimer AG und zu den dafür als wesentlich beurteilten Annahmen über die wirtschaftliche Entwicklung von Markt und Branche basieren auf unseren Einschätzungen, die wir nach den uns vorliegenden Informationen zurzeit als realistisch ansehen. Diese sind jedoch mit Unsicherheit behaftet und bergen das unvermeidbare Risiko, dass die prognostizierten Entwicklungen weder in ihrer Tendenz noch ihrem Ausmaß nach tatsächlich eintreten.
ENTWICKLUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN RAHMENBEDINGUNGEN
ENTWICKLUNG DER WELTWIRTSCHAFT/ENTWICKLUNG IN DEN EINZELNEN REGIONEN 10
Erwartete Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes
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| Veränderungen in % |
2020 | 2019 |
|---|---|---|
| Welt | 3,3 | 2,9 |
| USA | 2,0 | 2,3 |
| Euro-Zone | 1,3 | 1,2 |
| Deutschland | 1,1 | 0,5 |
| Schwellenländer | 4,4 | 3,7 |
| China | 6,0 | 6,1 |
| Indien | 5,8 | 4,8 |
| Brasilien | 2,2 | 1,2 |
| Russland | 1,9 | 1,1 |
Quelle: Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook, Januar 2020.
Für das Jahr 2020 rechnet der IWF mit einem Wachstum der Weltwirtschaft in Höhe von 3,3 %.
Für die USA erwartet der IWF einen Rückgang des Wachstums von 2,3 % in 2019 auf 2,0 % in 2020 und begründet dies mit einer weiteren Abschwächung der positiven Effekte aus der US-Steuerreform.
Für die Euro-Zone gehen die Schätzungen für das Jahr 2020 von einer marginalen Erhöhung des Wirtschaftswachstums um etwa 1,3 % aus - nach einem Plus von etwa 1,2 % im Jahr 2019. Für Deutschland erwartet der IWF für 2020 hingegen ein Wachstum in Höhe von 1,1 %, das damit etwas dynamischer als im Vorjahr mit 0,5 % ausfällt.
Die vom IWF für die Schwellenländer im Jahr 2020 prognostizierte Wachstumsrate liegt mit 4,4 % über der Höhe des für 2019 erwarteten Wertes von 3,7 %. Im Einzelnen geht der IWF für China von einem marginalen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus (2020: 6,0 %; 2019: 6,1 %), für Indien wird ein Wachstumsplus von 5,8 % (2019: 4,8 %) vorausgesagt und in Brasilien soll das BIP um 2,2 % ansteigen (2019: 1,2 %).
10 Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook, Januar 2020.
ERWARTETE VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE
Als Obergesellschaft des Konzerns vereinnahmte die Gerresheimer AG bis zum 30. November 2018 die Ergebnisse der wesentlichen deutschen Tochterunternehmen über Ergebnisabführungsverträge. Die mit Wirkung zum 1. Dezember 2018 erfolgte Beendigung des zwischen der Gerresheimer Holdings GmbH und der Gerresheimer Group GmbH bestehenden Ergebnisabführungsvertrages zur Nutzung vororganschaftlicher Verlustvorträge der Gerresheimer Group GmbH hat das Ergebnis der Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2019 erheblich negativ beeinflusst und zu einem Jahresfehlbetrag geführt. Für das Geschäftsjahr 2020 ist der erneute Abschluss eines Ergebnisabführungsvertrages zwischen der Gerresheimer Holdings GmbH und der Gerresheimer Group GmbH und damit die Ausweitung des Organkreises der Gerresheimer AG auf die Gerresheimer Group GmbH mit ihren direkten und indirekten deutschen Tochtergesellschaften geplant, so dass für die Gerresheimer AG wieder durch Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen mit einem Jahresüberschuss im hohen zweistelligen Millionenbereich zu rechnen ist.
Das übergeordnete Ziel des Konzerns ist es, der führende globale Partner für Lösungen zu werden, die zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden beitragen. Dazu wollen wir unsere globale Präsenz ausbauen sowie ein nachhaltiges profitables Wachstum erzielen.
PLASTICS & DEVICES
Im Geschäftsbereich Plastics & Devices erwarten wir im Geschäftsjahr 2020 Umsatzwachstum. Dabei bleiben die Drug-Delivery-Devices für Medikamente die Hauptumsatz- und Wachstumsträger. Zu diesen Produkten zählen vor allem Insulin-Pens und Inhalatoren, aber auch das Geschäft mit vorfüllbaren Spritzen. Dabei spielen Produkte und Lösungen für biotechnologisch hergestellte Medikamente eine zunehmende Rolle. Regional gesehen bleibt Europa Schwerpunkt unseres Geschäftes mit Drug-Delivery-Devices für Medikamente. Insgesamt ist unser Geschäft in diesem Bereich aufgrund klarer und intakter Megatrends weiter auf Wachstum ausgerichtet und wird insbesondere im Inhalatoren- und im Spritzengeschäft im kommenden Geschäftsjahr entsprechend zulegen. Dies spiegelt sich auch in den Investitionen in Small-Batch-Produktionsanlagen in Europa und den USA sowie in den Erweiterungsinvestitionen in unserem Spritzenproduktionsstandort in Bünde (Deutschland) wider. In Skopje in der Republik Nordmazedonien bauen wir ein neues Werk zur Produktion von Drug-Delivery-Devices sowie in einem späteren Ausbauschritt für vorfüllbare Spritzen.
Die Umsatzerlöse mit unseren pharmazeutischen Primärpackmitteln aus Kunststoff dürften sich im Geschäftsjahr 2020 in Europa, den USA und in den Schwellenländern unverändert gut entwickeln. Dabei haben wir im Geschäftsjahr 2019 in Brasilien größere Investitionen vorgenommen und werden dieses Projekt im Geschäftsjahr 2020 abschließen.
PRIMARY PACKAGING GLASS
In unserem Geschäftsbereich Primary Packaging Glass erwarten wir Umsatzwachstum für unsere Verpackungen aus Glas wie Pharmagläser, Ampullen, Injektionsfläschchen sowie Parfümflakons und Cremetiegel. Im Geschäftsjahr 2020 investieren wir weiterhin in Automatisierung sowie den Ausbau der globalen Kapazitäten und des Produktportfolios. So werden beispielsweise die Kapazitäten zur Produktion von qualitativ höherwertigen Fläschchen deutlich ausgebaut. Auch eine deutliche Wannenerweiterung zur Steigerung der Kapazitäten in einem europäischen Werk im Geschäftsfeld Moulded Glass steht 2020 an. Daneben investieren wir vor allem in die Standardisierung unseres Maschinenparks sowie die Automatisierung der Prozesse und der Qualitätskontrolle. Umsatzzuwächse erwarten wir in allen Regionen mit Produkten sowohl für die pharmazeutische- sowie Kosmetikindustrie.
ADVANCED TECHNOLOGIES
Im Geschäftsjahr 2018 erwarb der Konzern das Unternehmen Sensile Medical. Aufgrund der strategischen Bedeutung der Entwicklung und Vermarktung moderner, vernetzter und intelligenter Drug-Delivery-Devices wurde dies zum Anlass genommen, den Geschäftsbereich Advanced Technologies zu gründen. Die patentierte Mikropumpentechnologie von Sensile Medical ist dabei eine wichtige und vielversprechende Innovation und Technologie, die sich für den Einsatz in vielfältigen Therapiegebieten eignet. Somit hat der Konzern seine Innovations- und Produktentwicklungskompetenz maßgeblich verstärkt.
Der Geschäftsbereich Advanced Technologies ist als Innovationstreiber naturgemäß einer großen Dynamik unterworfen. Einerseits wurde bereits eine Mikro-Infusionspumpe zur Behandlung von Parkinson erfolgreich in mehreren europäischen Ländern eingeführt. Andererseits jedoch erfolgten auch Kündigungen von Entwicklungsaufträgen, so zum Beispiel des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes, die zu Wertminderungen in Höhe von EUR 113,1 Mio. im Geschäftsjahr 2019 geführt hat, sowie eines Projektes zur Behandlung von Herzinsuffizienz. Diese konnten durch den Abschluss von neuen Projekten, so zum Beispiel der Partnerschaft zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen kompensiert werden. Darüber hinaus erfolgt die Entwicklung einer Plattform zur genauen Inhalationsmessung.
Weitere Akquisitionen bzw. Kooperationen mit Universitäten und anderen Geschäftspartnern und -kunden werden folgen, um Gerresheimer noch konsequenter als den Lösungsanbieter der Pharma- und Healthcareindustrie zu positionieren.
ERWARTETE FINANZLAGE UND LIQUIDITÄT
Der Gerresheimer Konzern verfügt zum 30. November 2019 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von EUR 85,8 Mio. (Vorjahr: EUR 80,6 Mio.). Das revolvierende Darlehen mit einer Rahmenhöhe von EUR 550,0 Mio. (Vorjahr: EUR 450,0 Mio.) inklusive Nebenkreditlinien stand uns zum Abschlussstichtag in Höhe von EUR 231,2 Mio. zur Verfügung (Vorjahr: EUR 182,3 Mio.). Damit befinden wir uns - auch mit Blick auf die im November 2020 zu refinanzierende Schuldscheintranche in Höhe von EUR 189,5 Mio. - in einer stabilen finanziellen Situation.
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick, wann und zu welchem Zeitpunkt das revolvierende Darlehen bzw. die aufgenommenen Schuldscheine zu refinanzieren sind.
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| Betrag in Mio. EUR |
Fälligkeit | |
|---|---|---|
| Revolvierendes Darlehen | 550,0 | September 2024 |
| Schuldscheindarlehen - November 2015 | ||
| 5-jährige Tranche | 189,5 | November 2020 |
| 7-jährige Tranche | 210,0 | November 2022 |
| 10-jährige Tranche | 25,5 | November 2025 |
| Schuldscheindarlehen - September 2017 | ||
| 5-jährige Tranche | 95,5 | September 2022 |
| 7-jährige Tranche | 109,0 | September 2024 |
| 10-jährige Tranche | 45,5 | September 2027 |
DIVIDENDENPOLITIK
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG werden der Hauptversammlung am 24. Juni 2020 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 1,20 je Aktie (Vorjahr: EUR 1,15 je Aktie) für das Geschäftsjahr 2019 auszuschütten. Dies entspricht einem Dividendenbetrag von EUR 37,7 Mio. und einer Steigerung gegenüber der Vorjahresdividende um 4,3 %. Die Ausschüttungsquote von 29,9 % im Geschäftsjahr 2019 berechnet sich wie folgt:
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| in Mio. EUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Bereinigtes Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen | 225,8 | 178,0 |
| Sonstiger betrieblicher Ertrag - Ausbuchung bedingter Kaufpreisbestandteile | -129,8 | - |
| Sonstiger betrieblicher Aufwand - im Zusammenhang mit der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes | 9,2 | - |
| Wertminderung von Entwicklungskosten, die nicht Bestandteil der Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen sind | 7,9 | - |
| Negativer Effekt auf Umsatzerlöse und Adjusted EBITDA im Zusammenhang mit der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes | 17,3 | - |
| darauf entfallende Steuereffekte | -4,3 | - |
| Ausschüttungsbasis | 126,1 | 178,0 |
| Ausschüttungsquote | 29,9 % | 20,3 % |
GESAMTAUSSAGE ZUM PROGNOSEBERICHT
Für die kommenden Geschäftsjahre ist unser Unternehmen gut gerüstet. Wir verfügen über eine gute finanzielle Basis, eine langfristige Finanzierung und eine klare Unternehmensstrategie, die auf langfristigen Megatrends basiert. Wir werden unser Unternehmen weiter globalisieren und attraktive Technologien in unser Portfolio aufnehmen. Die Zielrichtung aller Aktivitäten ist die weitere Fokussierung auf die Pharma- und Healthcareindustrie sowie den Kosmetikbereich. Dabei werden neben dem organischen Wachstum, das wir aus dem operativen Cash Flow finanzieren wollen, Akquisitionen nach sorgfältiger Prüfung von Chancen und Risiken auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Wir sind sehr gut aufgestellt, um die Chancen, die sich aus Innovationen oder einer Konsolidierung in unserer Branche ergeben könnten, konsequent anzugehen.
GESAMTKONZERN
Der Gerresheimer Konzern verfolgt eine klare und erfolgreiche Strategie, die auf nachhaltiges und profitables Wachstum ausgerichtet ist. Für das Geschäftsjahr 2020 gehen wir von folgenden Erwartungen aus, gemessen jeweils zu konstanten Wechselkursen sowie ohne Akquisitionen oder Desinvestitionen. Nachfolgend haben wir unsere Währungsannahmen für die Kernwährungen aufgeführt, die bei allen unseren nachfolgenden Prognosen unterstellt wurden. Alle unterstellten Prognosen verstehen sich in Bezug auf diese Währungen immer als währungsneutral und ohne Berücksichtigung von Akquisitionen oder Desinvestitionen.
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| 1 EUR | Währung | |
|---|---|---|
| Brasilien | BRL | 4,37 |
| Schweiz | CHF | 1,12 |
| China | CNY | 7,94 |
| Tschechische Republik | CZK | 25,50 |
| Dänemark | DKK | 7,45 |
| Indien | INR | 80,50 |
| Republik Nordmazedonien | MKD | 61,50 |
| Mexiko | MXN | 22,43 |
| Polen | PLN | 4,25 |
| Singapur | SGD | 1,59 |
| Vereinigte Staaten von Amerika | USD | 1,12 |
Die wesentliche Währung, neben dem Euro, bleibt der US-Dollar mit einem Umsatzanteil von knapp 30 % an den Umsatzerlösen in 2020 bzw. knapp 40 % des Adjusted EBITDA. Weiterhin gilt hierbei, dass eine Stärkung oder Schwächung des US-Dollars im Verhältnis zum Euro von rund 1 Cent ca. EUR 4 Mio. Umsatzerlös- bzw. EUR 1 Mio. Adjusted EBITDA-Einfluss hat.
Prognose für das Geschäftsjahr 2020:
Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2020 ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber dem währungsbereinigten Vergleichswert in Höhe von EUR 1.405,0 Mio. 11 für das Geschäftsjahr 2019. Für das Adjusted EBITDA rechnen wir im Geschäftsjahr 2020 mit einem Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich nach einem Vergleichswert für das Adjusted EBITDA von EUR 296,7 Mio. 12 im Geschäftsjahr 2019. Darüber hinaus erwarten wir im Geschäftsjahr 2020 einen positiven Effekt zwischen EUR 9 Mio. und EUR 11 Mio. aus der Umstellung auf den für uns neu anzuwendenden Rechnungslegungsstandard IFRS 16 "Leasingverhältnisse".
Um unser im Geschäftsjahr 2019 begonnenes groß angelegtes Investitionsprogramm im Geschäftsjahr 2020 abzuschließen, gehen wir von Nettoinvestitionen von rund 12 % der Umsatzerlöse aus.
Vorläufige Indikation für die Folgejahre in Bezug auf Umsatzerlöse, Adjusted EBITDA und Investitionen:
Als organisches Basiswachstum streben wir an, im mittelfristigen Planungszeitraum Jahr für Jahr im mittleren einstelligen Prozentbereich zu wachsen. Dieses über dem Markt liegende Wachstum wollen wir durch Erweiterung unserer Kapazitäten, höhere Marktanteile, innovative Produkte wie Gx(r) Elite Glass, vorfüllbare sterile Gx(r) Ready-to-Fill Fläschchen und Spritzen, vernetzte Drug-Delivery-Devices, Produkte und Lösungen für biotechnologisch hergestellte Medikamente sowie deutliches Wachstum in den Schwellenländer erreichen.
Mittelfristig gehen wir von einer Adjusted EBITDA-Marge von 23 % aus. Diese Verbesserung gegenüber der Profitabilität des Geschäftsjahres 2019 soll insbesondere durch Skaleneffekte, eine Verbesserung des Produktmixes und erhöhte Automatisierung sowie Digitalisierung der Prozesse erreicht werden.
Vor dem Hintergrund unserer Wachstumspläne im mittleren einstelligen Prozentbereich gehen wir von einem Investitionsvolumen zwischen 8 % und 10 % der Umsatzerlöse pro Jahr aus. Dabei entfallen typischerweise rund 4 Prozentpunkte auf die Erhaltung und Instandhaltung von Anlagen. Das darüberhinausgehende Investitionsvolumen soll für nachhaltige profitable Wachstumsprojekte verwendet werden.
Für das Net Working Capital streben wir in allen Jahren einen Wert von rund 16 % der Umsatzerlöse zum jeweiligen Abschlussstichtag an. Schwankungen der Auftragslage und Kundenwünsche in Bezug auf Sicherheitsbestände können diesen Wert allerdings beeinflussen.
Als langfristige Zielvorgabe für den gesamten Konzern streben wir weiterhin an:
| ― | Der Gx ROCE soll rund 15 % betragen. |
| ― | Wir halten weiterhin ein Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Adjusted EBITDA von rund 2,5x für richtig, welches temporär darunter bzw. darüber liegen kann, da M&A-Aktivitäten nicht genau planbar sind. |
11) Basierend auf den Umsatzerlösen des Geschäftsjahres 2019 umgerechnet mit den Plankursen des Geschäftsjahres 2020 abzüglich der Umsatzerlöse der zum Ende des Geschäftsjahres 2019 entkonsolidierten Gesellschaft Gerresheimer Buenos Aires S.A. (Argentinien) in Höhe von EUR 2,8 Mio. und gegenläufig der Umsatzerlöse aus dem gekündigten Projekt zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes in Höhe von EUR 17,3 Mio. im Geschäftsbereich Advanced Technologies.
12) Basierend auf dem Adjusted EBITDA des Geschäftsjahres 2019 unter Anwendung der in diesem Geschäftsjahr für uns anzuwendenden Rechnungslegungsstandards (insbesondere ohne Anwendung des ab dem Geschäftsjahr 2020 anzuwendenden Rechnungslegungsstandard IFRS 16 "Leasingverhältnisse") umgerechnet mit den Plankursen des Geschäftsjahres 2020. Hiervon ist das Adjusted EBITDA der zum Ende des Geschäftsjahres 2019 entkonsolidierten Gesellschaft Gerresheimer Buenos Aires S.A. (Argentinien) in Höhe von EUR 0,1 Mio. abzuziehen. Weiterhin ist der sonstige betriebliche Ertrag aus der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical abzuziehen. Darüber hinaus ist der sonstige betriebliche Aufwand in Höhe von EUR 9,2 Mio. aufgrund der unerwarteten kundenseitigen Kündigung des Projektes zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Diabetes hinzuzurechnen. Weiterhin ist die im Zusammenhang mit dieser Kündigung erfasste kumulative Anpassung der Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17,3 Mio., die in gleicher Höhe einen negativen Einfluss auf das währungsbereinigte EBITDA hat, hinzuzurechnen.
JAHRESABSCHLUSS DER GERRESHEIMER AG
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für den Zeitraum vom 1. Dezember 2018 bis 30. November 2019
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| Anhang | 01.12.2018- 30.11.2019 in EUR |
01.12.2017- 30.11.2018 in TEUR |
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|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | (4) | 4.006.139,35 | 3.647 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 192.078,98 | 36 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | (5) | 12.150.664,79 | 26.532 |
| Personalaufwand | (6) | -17.784.847,48 | -17.503 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | (7) | -1.508.933,40 | -1.364 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (8) | -19.728.928,59 | -40.805 |
| Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen (Vorjahr: Erträge) | (9) | -171.900,85 | 90.843 |
| Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | (10) | 11.770.737,84 | 27.653 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | (11) | 787.715,71 | 3.130 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | (12) | -11.901.252,57 | -15.842 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | (13) | -93.750,55 | -8.471 |
| Ergebnis nach Steuern | -22.282.276,77 | 67.856 | |
| Sonstige Steuern | -102.824,63 | -36 | |
| Jahresfehlbetrag/Jahresüberschuss | -22.385.101,40 | 67.820 | |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 149.776.668,78 | 118.067 | |
| Bilanzgewinn | (21) | 127.391.567,38 | 185.887 |
BILANZ zum 30. November 2019
Aktiva
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| Anhang | 30.11.2019 in EUR |
30.11.2018 in TEUR |
|
|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | |||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | (14) | 5.377.991,71 | 5.203 |
| Sachanlagen | (14) | 238.107,00 | 257 |
| Finanzanlagen | (14) | 1.286.176.294,85 | 1.286.176 |
| 1.291.792.393,56 | 1.291.636 | ||
| Umlaufvermögen | |||
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | (15) | 193.258.019,44 | 193.913 |
| Flüssige Mittel | (16) | 13.995,38 | 12 |
| 193.272.014,82 | 193.925 | ||
| Rechnungsabgrenzungsposten | (17) | 913.892,88 | 713 |
| Summe Aktiva | 1.485.978.301,26 | 1.486.274 | |
| PASSIVA | |||
| Anhang | 30.11.2019 in EUR |
30.11.2018 in TEUR |
|
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital | |||
| bedingtes Kapital EUR 6.280.000,00 (Vorjahr T EUR 6.280) | (18) | 31.400.000,00 | 31.400 |
| Kapitalrücklage | (20) | 525.720.605,98 | 525.721 |
| Bilanzgewinn | (21) | 127.391.567,38 | 185.887 |
| 684.512.173,36 | 743.008 | ||
| Rückstellungen | |||
| Rückstellungen für Pensionen | (22) | 1.266.813,00 | 1.581 |
| Steuerrückstellungen | (23) | 2.028.123,46 | 6.012 |
| Sonstige Rückstellungen | (24) | 13.485.083,35 | 12.136 |
| 16.780.019,81 | 19.729 | ||
| Verbindlichkeiten | (25) | 784.686.108,09 | 723.537 |
| Summe Passiva | 1.485.978.301,26 | 1.486.274 |
ANHANG für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2018 bis 30. November 2019
der Gerresheimer AG
(1) Allgemeine Grundlagen
Die Gerresheimer AG ist gemäß § 267 Abs. 3 HGB i.V.m. § 264d HGB eine große Kapitalgesellschaft. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in der Klaus-Bungert-Straße 4 in 40468 Düsseldorf und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Düsseldorf (HRB 56040) eingetragen. Die Gerresheimer AG nimmt als Holding im Wesentlichen die Steuerung der Unternehmen des Gerresheimer Konzerns wahr.
Zwischen der Gerresheimer AG und der Gerresheimer Holdings GmbH besteht zum Abschlussstichtag ein Beherrschungs- und ein Ergebnisabführungsvertrag. Danach ist die Gerresheimer Holdings GmbH verpflichtet, ihren gesamten Gewinn an die Gerresheimer AG abzuführen. Die Gerresheimer AG muss entsprechend jeglichen Jahresfehlbetrag ausgleichen.
(2) Gliederungsgrundsätze
Der Jahresabschluss der Gerresheimer AG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Im Interesse einer klareren Darstellung sind in der Bilanz sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Der gesonderte Ausweis erfolgt in den jeweiligen Posten des Anhangs. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
(3) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte werden über drei bis fünf Jahre abgeschrieben, es sei denn, dass sich eine vertraglich abweichende Nutzungsdauer ergibt. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Immaterielle Vermögensgegenstände werden bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben und mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Die Bewertung der anderen aktivierten Eigenleistungen erfolgt zu Anschaffungskosten, die die im Rahmen von Softwareimplementierungsprojekten angefallenen Personaleinzelkosten sowie angemessene Teile der Gemeinkosten umfassen.
Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Die Sachanlagen werden über die voraussichtliche Nutzungsdauer von drei bis 13 Jahren linear abgeschrieben. Geringwertige Vermögensgegenstände, deren Anschaffungskosten EUR 250, jedoch nicht EUR 1.000 übersteigen, werden in Anlehnung an die steuerlichen Regelungen jahresweise in einem Sammelposten aktiviert und über fünf Jahre abgeschrieben. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis EUR 250 werden direkt als Aufwand erfasst. Die Sachanlagen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben und mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Voraussichtlich dauernde Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Sofern die Gründe für in Vorjahren vorgenommene Wertberichtigungen ganz oder teilweise entfallen sind, erfolgt eine Zuschreibung bis höchstens zu den historischen Anschaffungskosten.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr werden mit Devisenkassamittelkursen zum Abschlussstichtag bewertet.
Flüssige Mittel sind zum Nominalbetrag angesetzt.
Im Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.
Die Eigenkapitalposten sind zum Nennwert angesetzt.
Die Rückstellungen für Pensionen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens ermittelt. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt unter Anwendung der Richttafeln 2018 G von Professor Dr. Klaus Heubeck. Als Rechnungszins wurde vereinfachend der von der Deutschen Bundesbank für die letzten zehn Jahre im November 2019 ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz von 2,75 % verwendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der durchschnittliche Marktzins, den die Deutsche Bundesbank für die letzten sieben Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von ebenfalls 15 Jahren im November 2019 berechnete, betrug 1,99 %. Ferner werden angenommene Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,25 % zugrunde gelegt.
Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen (Deckungsvermögen), werden mit den zugrunde liegenden Verpflichtungen gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet. Die Bewertung des Deckungsvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert.
Aufwendungen und Erträge aus der Abzinsung der Altersversorgungsverpflichtungen werden mit den Aufwendungen und Erträgen aus dem Deckungsvermögen im Zinsergebnis saldiert.
Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen, von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.
Die Bewertung der Rückstellung für virtuelle Aktien erfolgt zum inneren Wert (anteilsbasierte Zusagen) bzw. zum Zeitwert (wertbasierte Zusagen) und wird unter Berücksichtigung des Zeitraums von der Gewährung bis zum erstmöglichen Ausübungstag angesammelt.
Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Latente Steuern werden für temporäre Unterschiede zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Mit Wirkung vom 1. Dezember 2018 wurden zwei ertragsteuerliche Organkreise in Deutschland geschaffen: Ein Organkreis der Gerresheimer AG mit der Gerresheimer Holdings GmbH und ein Organkreis der Gerresheimer Group GmbH mit ihren restlichen direkten und indirekten deutschen Tochtergesellschaften. Die Bildung des Organkreises der Gerresheimer Group GmbH ermöglicht die Nutzung von Verlustvorträgen der Gerresheimer Group GmbH in den folgenden Geschäftsjahren. Die Gerresheimer AG berechnet und bilanziert grundsätzlich auch die latenten Steuern ihrer Organgesellschaft. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Gerresheimer AG von 29,0 % im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer (15,0%), Gewerbesteuer (13,0%) und Solidaritätszuschlag (5,5%). Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Zum Abschlussstichtag sind hingegen ausschließlich aktive latente Steuern vorhanden. Das Wahlrecht zur Aktivierung einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung wird nicht ausgeübt.
ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
(4) Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf insgesamt T EUR 4.006 (Vorjahr: T EUR 3.647) und resultieren größtenteils aus IT-Dienstleistungen und sonstigen Managementleistungen an verbundene Unternehmen, die ausschließlich durch den Einsatz eigenen Personals erbracht wurden.
Die Leistungen des Geschäftsjahres 2019 wurden an verbundene Unternehmen erbracht, die ihren Sitz in den folgenden Ländern bzw. Regionen haben:
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| in TEUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Deutschland | 1.745 | 1.607 |
| Amerika 1) | 816 | 785 |
| Europa 1) | 685 | 753 |
| Schwellenländer 2) | 760 | 502 |
| Summe | 4.006 | 3.647 |
1) Die hier genannten Umsatzerlöse in Europa sind ohne Umsatzerlöse in den Ländern Deutschland, Polen, Russland und Türkei und die Umsatzerlöse in Amerika ohne Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien und Mexiko.
2) Diese beinhalten die Länder Ägypten, Algerien, Argentinien, Bangladesch, Brasilien, Chile, China, Indien, Indonesien, Kasachstan, Kolumbien, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Thailand, Türkei und Vietnam.
(5) Sonstige betriebliche Erträge
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| in TEUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Erträge aus Konzernverrechnungen | 11.137 | 11.482 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 806 | 2.107 |
| Erträge aus der Währungsumrechnung | 5 | 6.965 |
| Erträge aus Währungsderivaten | - | 5.672 |
| Übrige sonstige Erträge | 203 | 306 |
| Summe | 12.151 | 26.532 |
Die Erträge aus Konzernverrechnungen entfallen im Geschäftsjahr 2019 ausschließlich auf weiterbelastete Versicherungsbeiträge und sonstige Kostenweiterbelastungen an Konzerngesellschaften, bei denen keine eigenen Leistungen erbracht wurden.
(6) Personalaufwand
Die Aufwendungen für Gehälter betrugen im Geschäftsjahr 2019 T EUR 16.015 (Vorjahr: T EUR 15.286). Weiterhin sind Aufwendungen für soziale Abgaben von T EUR 1.198 (Vorjahr: T EUR 1.104) und für Altersversorgung von T EUR 572 (Vorjahr: T EUR 1.113) angefallen. Dabei resultiert die Verminderung der Aufwendungen für Altersversorgung im Wesentlichen aus dem Ausscheiden von zwei Vorstandsmitgliedern.
(7) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
Zu den Abschreibungen verweisen wir auf die Entwicklung des Anlagevermögens.
(8) Sonstige betriebliche Aufwendungen
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| in TEUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Aufwendungen aus EDV-Dienstleistungen | 5.692 | 5.071 |
| Rechts- und Beratungsaufwendungen | 3.202 | 4.848 |
| Aufwendungen für Versicherungen | 2.636 | 2.969 |
| Reise-, Repräsentations- und Werbeaufwendungen | 2.031 | 2.130 |
| Aufsichtsratsvergütungen | 1.384 | 1.141 |
| Mietaufwendungen | 1.260 | 1.132 |
| Aufwendungen aus Konzernverrechnungen | 299 | 166 |
| Aufwendungen aus der Währungsumrechnung | 6 | 7.560 |
| Aufwendungen aus Währungsderivaten | - | 8.099 |
| Aufwendungen für Abfindungen | - | 4.020 |
| Übrige sonstige Aufwendungen | 3.219 | 3.669 |
| Summe | 19.729 | 40.805 |
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um T EUR 21.076 von T EUR 40.805 auf T EUR 19.729 vermindert. Dies ist im Wesentlichen im Rückgang der Aufwendungen aus der Währungsumrechnung und aus Währungsderivaten von im Vorjahr T EUR 15.659 auf T EUR 6 zurückzuführen. Diese Aufwendungen fielen im Geschäftsjahr 2018 hauptächlich für die Sicherung des an die Gerresheimer Glass Inc., Vineland (New Jersey/USA) ausgereichten US-Dollar Darlehens an, das zum 17. Juli 2018 vollständig zurückgezahlt wurde.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten keine periodenfremde Aufwendungen (Vorjahr: T EUR 3).
(9) Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen
Die Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen von T EUR -172 (Vorjahr: Ertrag T EUR 90.843) entfallen auf den im Rahmen des bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages übernommenen Verlust der Gerresheimer Holdings GmbH. Die Veränderung des Ergebnisses aus Ergebnisabführungsverträgen im Vergleich zum Vorjahr ist dadurch bedingt, dass mit Wirkung zum 1. Dezember 2018 der Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Gerresheimer Holdings GmbH und der Gerresheimer Group GmbH gekündigt wurde.
(10) Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf T EUR 11.771 (Vorjahr: T EUR 27.653) und sind wie im Vorjahr in voller Höhe aus verbundenen Unternehmen angefallen. Der Rückgang dieser Erträge im Vergleich zum Vorjahr resultiert aus der Anpassung der zugrunde liegenden Konditionen aufgrund der Refinanzierung der Schuldverschreibung nach deren Rückzahlung im Mai 2018.
(11) Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge belaufen sich auf T EUR 788 (Vorjahr: T EUR 3.130) und entfallen mit T EUR 689 (Vorjahr: T EUR 3.011) größtenteils auf Zinserträge aus verbundenen Unternehmen. Der geringere Zinsertrag im Vergleich zum Vorjahr ist auf die Rückzahlung des an die Gerresheimer Glass Inc., Vineland (New Jersey/USA) ausgereichten US-Dollar Darlehens zum 17. Juli 2018 zurückzuführen.
(12) Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf T EUR 11.901 (Vorjahr: T EUR 15.842) und betreffen im Wesentlichen die Zinsaufwendungen für die ausgegebenen Schuldscheindarlehen. Die Verminderung der Zinsaufwendungen um T EUR 3.941 ist durch die vollständige Rückzahlung der Schuldverschreibung am 21. Mai 2018 begründet. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von T EUR 130 (Vorjahr: T EUR 0), die mit den Erträgen aus dem Deckungsvermögen in Höhe von T EUR 11 (Vorjahr: T EUR 0) saldiert ausgewiesen werden. Ferner sind Aufwendungen aus der Aufzinsung sonstiger Rückstellungen in Höhe von T EUR 95 (Vorjahr: T EUR 61) sowie Zinsaufwendungen aus Steuern von T EUR 182 (Vorjahr: T EUR 299) enthalten.
(13) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Der Steueraufwand des Geschäftsjahres 2019 setzt sich wie folgt zusammen:
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| in TEUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| Ertragsteuern | 94 | 9.135 |
| Latente Steuern | - | -664 |
| Summe | 94 | 8.471 |
Die Ertragsteueraufwendungen enthalten im Wesentlichen ausländische Quellensteuern.
Der Organkreis der Gerresheimer AG setzt sich für 2019 aus der Gerresheimer AG und der Gerresheimer Holdings GmbH zusammen, da der Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Gerresheimer Holdings GmbH und der Gerresheimer Group GmbH mit Wirkung zum 1. Dezember 2018 beendet wurde. Aufgrund des negativen Ergebnisses der Gerresheimer AG beinhalten die Aufwendungen aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag demnach laufende Körperschaftsteuer in Höhe von T EUR 0 (Vorjahr: T EUR 3.904), Gewerbesteuer in Höhe von T EUR 0 (Vorjahr: T EUR 3.705) sowie den Solidaritätszuschlag von T EUR 0 (Vorjahr: T EUR 214) für den Organkreis der Gerresheimer AG. Weiterhin sind Steuern für Vorjahre in Höhe von T EUR -33 (Vorjahr: T EUR 1.269) sowie Quellensteuern in Höhe von T EUR 127 (Vorjahr: T EUR 43) angefallen.
Zum 30. November 2019 ergibt sich aus zeitlichen und quasi-permanenten Bewertungsunterschieden insgesamt eine zukünftige Steuerentlastung (im Vorjahr: Steuerentlastung), die überwiegend aus unterschiedlichen handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen von Pensionsrückstellungen und sonstigen Rückstellungen resultiert. Das Wahlrecht zur Aktivierung einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird nicht ausgeübt, sodass zum 30. November 2019, wie bereits im Vorjahr, weder aktive noch passive latente Steuern in der Bilanz ausgewiesen werden.
ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
(14) Anlagevermögen
Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Posten und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr 2019 gehen aus nachfolgender Darstellung der Entwicklung des Anlagevermögens hervor:
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| Anschaffungskosten | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR | 01.12.2018 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | 30.11.2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 8.510 | 603 | - | 396 | 9.509 |
| Geleistete Anzahlungen | 434 | 988 | - | -396 | 1.026 |
| 8.944 | 1.591 | - | - | 10.535 | |
| Sachanlagen | |||||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.063 | 74 | - | - | 1.137 |
| 1.063 | 74 | - | - | 1.137 | |
| Finanzanlagen | |||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 593.780 | - | - | - | 593.780 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 692.396 | - | - | - | 692.396 |
| 1.286.176 | - | - | - | 1.286.176 | |
| 1.296.183 | 1.665 | - | - | 1.297.848 |
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| Wertberichtigungen | ||||
|---|---|---|---|---|
| in TEUR | 01.12.2018 | Zugänge | Abgänge | 30.11.2019 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 3.741 | 1.416 | - | 5.157 |
| Geleistete Anzahlungen | - | - | - | - |
| 3.741 | 1.416 | - | 5.157 | |
| Sachanlagen | ||||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 806 | 93 | - | 899 |
| 806 | 93 | - | 899 | |
| Finanzanlagen | ||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | - | - | - | - |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | - | - | - | - |
| - | - | - | - | |
| 4.547 | 1.509 | - | 6.056 |
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| Buchwert | ||
|---|---|---|
| in TEUR | 30.11.2019 | 30.11.2018 |
| --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 4.352 | 4.769 |
| Geleistete Anzahlungen | 1.026 | 434 |
| 5.378 | 5.203 | |
| Sachanlagen | ||
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 238 | 257 |
| 238 | 257 | |
| Finanzanlagen | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 593.780 | 593.780 |
| Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 692.396 | 692.396 |
| 1.286.176 | 1.286.176 | |
| 1.291.792 | 1.291.636 |
Die Zugänge zu den immateriellen Vermögensgegenständen belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf T EUR 1.591 und betreffen im Wesentlichen Software und Lizenzen für Software.
Im Geschäftsjahr 2019 belaufen sich die Zugänge zu den Sachanlagen auf T EUR 74 und betreffen Geschäftsausstattung und geringwertige Vermögensgegestände.
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen entfallen auf ausgereichte Darlehen an die GERRESHEIMER GLAS GmbH (T EUR 296.100; Vorjahr: T EUR 296.100) und die Gerresheimer Holdings GmbH (T EUR 396.296; Vorjahr: T EUR 396.296). Die zum Stichtag abgegrenzten Zinsen für beide Darlehen werden in den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen.
(15) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
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| in TEUR | 30.11.2019 | 30.11.2018 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 7 | 5 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 188.059 | 186.409 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 5.192 | 7.499 |
| Summe | 193.258 | 193.913 |
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen in Höhe von T EUR 185.270 (Vorjahr: T EUR 93.266) aus Cash-Pool-Forderungen gegen die GERRESHEIMER GLAS GmbH. Die übrigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T EUR 2.789 (Vorjahr: T EUR 2.300) resultieren aus Lieferungen und Leistungen. Im Vorjahr bestand zudem gegen die Gerresheimer Holdings GmbH eine Forderung aus Gewinnabführung in Höhe von T EUR 90.843. Sämtliche Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Der Rückgang der sonstigen Vermögensgegenstände ist im Wesentlichen bedingt durch zum Geschäftsjahresende im Vorjahr höhere Vorsteuererstattungsansprüche aus verschiedenen Investitionsprojekten. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.
(16) Flüssige Mittel
Diese Position enthält den Kassenbestand sowie Bankguthaben.
(17) Rechnungsabgrenzungsposten
Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält zum 30. November 2019 ausschließlich Vorauszahlungen.
(18) Gezeichnetes Kapital
Zum 30. November 2019 beläuft sich das Grundkapital auf T EUR 31.400 (Vorjahr: T EUR 31.400), eingeteilt in 31.400.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von jeweils EUR 1,00. Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 6.280.000,00 durch Ausgabe von bis zu 6.280.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht.
(19) Genehmigtes Kapital
Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Juni 2019 ermächtigt, das Grundkapital der Gerresheimer AG in der Zeit bis zum 5. Juni 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu T EUR 6.280 zu erhöhen.
(20) Kapitalrücklage
Zum 30. November 2019 beläuft sich die Kapitalrücklage unverändert auf T EUR 525.721.
(21) Bilanzgewinn
Im Geschäftsjahr 2019 entwickelte sich der Bilanzgewinn wie folgt:
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| in TEUR | |
|---|---|
| Jahresfehlbetrag Geschäftsjahr 2019 | -22.385 |
| Gewinnvortrag | 149.777 |
| Bilanzgewinn zum 30.11.2019 | 127.392 |
(22) Rückstellungen für Pensionen
Die zum 30. November 2019 ausgewiesenen Pensionsrückstellungen in Höhe von T EUR 1.267 (Vorjahr: T EUR 1.581) umfassen den Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen in Höhe von T EUR 3.602 (Vorjahr: T EUR 3.988) nach Saldierung mit dem beizulegenden Zeitwert des Deckungsvermögens in Höhe von T EUR 2.335 (Vorjahr: T EUR 2.407). Das Deckungsvermögen umfasst ausschließlich Rückdeckungsversicherungsverträge, deren beizulegender Zeitwert dem vom Versicherer nachgewiesenen Deckungskapital der Verträge und Anschaffungskosten in Höhe von T EUR 2.150 (Vorjahr: T EUR 2.233) entspricht.
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Pensionen unter Verwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn Geschäftsjahre und des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjähre beläuft sich zum 30. November 2019 auf T EUR 654 (Vorjahr: T EUR 897) und ist grundsätzlich nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB ausschüttungsgesperrt.
(23) Steuerrückstellungen
Es handelt sich um die Rückstellung für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag in Höhe von T EUR 749 (Vorjahr: T EUR 2.758) und für Gewerbesteuer in Höhe von T EUR 1.279 (Vorjahr: T EUR 3.254). Davon entfallen die Steuerrückstellungen mit T EUR 1.129 (Vorjahr: T EUR 3.296) auf die Betriebsprüfungen für die Jahre 2013 bis 2015.
(24) Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten überwiegend Rückstellungen für Personalkosten und Aufsichtsratsvergütungen, Hauptversammlung und den Geschäftsbericht, ausstehende Eingangsrechnungen aus verschiedenen Projekten sowie Jahresabschlusskosten. Daneben wurde zum Abschlussstichtag eine Rückstellung für Altersteilzeit in Höhe von T EUR 135 (Vorjahr: T EUR 273) gebildet.
(25) Verbindlichkeiten
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| in TEUR | 30.11.2019 | 30.11.2018 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 782.129 | 721.357 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.427 | 1.676 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 216 | 8 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 914 | 496 |
| davon aus Steuern | 648 | 488 |
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 5 | 1 |
| Summe | 784.686 | 723.537 |
Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
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| in TEUR | Restlaufzeit | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| bis 1 Jahr | über 1 Jahr | Summe | davon über 5 Jahre | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 30.11.2019 | 296.629 | 485.500 | 782.129 | 71.000 |
| 30.11.2018 | 46.357 | 675.000 | 721.357 | 180.000 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 30.11.2019 | 1.427 | 1.427 | ||
| 30.11.2018 | 1.676 | - | 1.676 | - | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 30.11.2019 | 216 | - | 216 | - |
| 30.11.2018 | 8 | - | 8 | - | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 30.11.2019 | 914 | - | 914 | - |
| 30.11.2018 | 496 | - | 496 | - | |
| davon aus Steuern | 30.11.2019 | 648 | - | 648 | - |
| 30.11.2018 | 488 | - | 488 | - | |
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 30.11.2019 | 5 | - | 5 | - |
| 30.11.2018 | 1 | - | 1 | - | |
| Summe | 30.11.2019 | 299.186 | 485.500 | 784.686 | 71.000 |
| 30.11.2018 | 48.537 | 675.000 | 723.537 | 180.000 |
Die Gerresheimer AG finanziert sich über Schuldscheindarlehen, die in 2015 und in 2017 emittiert wurden. Die am 2. November 2015 unterzeichneten und am 10. November 2015 ausgezahlten Schuldscheindarlehen der Gerresheimer AG teilen sich in eine fünfjährige Tranche über T EUR 189.500, die im November 2020 rückzahlbar ist, eine siebenjährige Tranche über T EUR 210.000 sowie eine zehnjährige Tranche über T EUR 25.500 auf. Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zum Teil auch variabel verzinst. Die am 27. September 2017 emittierten Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt T EUR 250.000 teilen sich auf in eine fünfjährige Tranche über T EUR 95.500, eine siebenjährige Tranche über T EUR 109.000 sowie eine zehnjährige Tranche über T EUR 45.500. Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zu einem geringen Teil auch variabel verzinst.
Die Finanzierung der Gerresheimer AG wurde im Geschäftsjahr 2019 im Rahmen einer Refinanzierung neu verhandelt und umfasst einen Konsortialkredit in Form eines revolvierenden Darlehens zuzüglich Nebenkreditlinien in Höhe von insgesamt T EUR 550.000, der am 26. September 2019 unterzeichnet wurde. Die Laufzeit dieses Konsortialkredits ist fünf Jahre zuzüglich zweier Verlängerungsoptionen von jeweils einem Jahr. Die Inanspruchnahme aus diesem Konsortialkredit beträgt zum 30. November 2019 T EUR 106.318 (Vorjahr: Rahmenhöhe T EUR 450.000; Inanspruchnahme T EUR 46.000) und ist, wie im Vorjahr, unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.
(26) Passive latente Steuern
Zum 30. November 2019 ergibt sich aus zeitlichen Bewertungsunterschieden eine zukünftige Steuerentlastung in Höhe von T EUR 10.024 (Vorjahr: T EUR 1.240). Das Wahlrecht zur Aktivierung einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird nicht ausgeübt, sodass zum 30. November 2019 weder aktive noch passive latente Steuern in der Bilanz ausgewiesen werden.
SONSTIGE ANGABEN
(27) Haftungsverhältnisse
Die Gerresheimer AG hat zur Sicherheit der bei verbundenen Unternehmen bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten eine Mithaftung in Form einer Höchstbetragsbürgschaft über T EUR 550.000 übernommen. Insgesamt ergibt sich für die Gerresheimer AG hieraus eine Mithaftung für Bankkredite von verbundenen Unternehmen von T EUR 212.685 zum 30. November 2019 (Vorjahr: T EUR 222.228). Aufgrund der soliden Bilanz- und langfristigen Finanzierungsstruktur der Tochtergesellschaften der Gerresheimer AG ist mit einer Inanspruchnahme nach unseren Erkenntnissen nicht zu rechnen.
(28) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen belaufen sich zum 30. November 2019 auf T EUR 4.423 (Vorjahr: T EUR 5.782) und betreffen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen für Gebäude, PKW sowie EDV-Ausstattung.
Die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen werden wie folgt fällig:
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| in TEUR | 2019 | 2018 |
|---|---|---|
| fällig innerhalb 1 Jahres | 1.071 | 1.183 |
| fällig 1 bis 5 Jahre | 3.352 | 3.076 |
| fällig nach 5 Jahren | 0 | 1.523 |
| Summe | 4.423 | 5.782 |
(29) Mitarbeiter
Im Durchschnitt beschäftigte die Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2019 92 Angestellte (davon 11 leitende und 81 andere Angestellte). Im Vorjahr waren 100 Angestellte in der Gerresheimer AG beschäftigt (davon 10 leitende und 90 andere Angestellte). Alle Mitarbeiter waren ausschließlich in der Verwaltung beschäftigt.
(30) Angaben zu Organmitgliedern
Dem Vorstand der Gerresheimer AG gehörten an:
| ― | Herr Dietmar Siemssen, Bonn, Vorstandsvorsitzender |
| ― | Herr Dr. Bernd Metzner, Düsseldorf, Finanzvorstand (seit dem 15. Mai 2019) |
| ― | Herr Dr. Lukas Burkhardt, Zürich (Schweiz), Vorstand Primary Packaging Glass |
| ― | Herr Rainer Beaujean, Meerbusch, Finanzvorstand (bis zum 30. April 2019) |
| ― | Herr Andreas Schütte, Meerbusch, Vorstand Plastics & Devices (bis zum 28. Februar 2019) |
Jeder Vorstand vertritt die Gesellschaft gemeinschaftlich mit einem anderen Vorstand oder gemeinsam mit einem Prokuristen.
Die Vergütung der Vorstandsmitglieder aus Festgehalt (inklusive Nebenleistungen) und erfolgsabhängiger Tantieme belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf T EUR 3.980 (Vorjahr: T EUR 8.511).
Details zur Vorstandsvergütung, die das Geschäftsjahr 2019 betreffen, können dem Vergütungsbericht im Lagebericht entnommen werden.
Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands der Gerresheimer AG belaufen sich auf T EUR 2.184 (Vorjahr: T EUR 5.109). Die Pensionsverpflichtungen für diesen Personenkreis belaufen sich zum 30. November 2019 auf T EUR 1.267 (Vorjahr: T EUR 1.581).
Eine Liste der Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2019 ist in diesem Anhang enthalten.
Die Gesamtbezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2019 betrugen T EUR 1.384 (Vorjahr: T EUR 1.141). Details zur Aufsichtsratvergütung, die das Geschäftsjahr 2019 betreffen, können dem Vergütungsbericht im Lagebericht entnommen werden.
(31) Anteilsbesitz
Eine Übersicht über den Anteilsbesitz ist am Ende des Anhangs enthalten.
(32) Mitteilungen von Anteilseignern der Gesellschaft nach den Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG)
Gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 Aktiengesetz (AktG) muss das Bestehen einer Beteiligung, die nach § 20 Abs. 1 oder Abs. 4 AktG oder nach § 33 Abs. 1 oder Abs. 2 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) mitgeteilt worden ist, angegeben werden. Dabei ist der nach § 20 Abs. 6 AktG oder der nach § 40 Abs. 1 WpHG veröffentlichte Inhalt der Mitteilung anzugeben. Im Falle eines mehrfachen Erreichens, Über- oder Unterschreitens der in dieser Vorschrift genannten Schwellenwerte durch einen Meldepflichtigen wird jeweils die zeitlich letzte Mitteilung aufgeführt, die zu einer Erreichung bzw. Über- oder Unterschreitung geführt hat. Sämtliche Stimmrechtsmitteilungen, die der Gerresheimer AG zugegangen sind, können auf der Internetseite der Gesellschaft (www.gerresheimer.com/investor-relations/corporate-governance/ stimmrechtsmitteilungen.html) eingesehen werden.
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| Meldepflichtiger | Sitz | Veröffentlichungsdatum | Datum der Schwellenwertberührung |
|---|---|---|---|
| NN Group N.V. | Amsterdam, Niederlande | 18. Februar 2019 | 8. Februar 2019 |
| Stichting Pensioenfonds ABP | Heerlen, Niederlande | 30. Juli 2015 | 27. Juli 2015 |
| Eton Park Overseas Fund, Ltd. | Camana Bay, Grand Cayman, Cayman Inseln | 18. Juli 2012 | 10. Juli 2012 |
| BNP Paribas Asset Management Holding S.A. (Umfirmierung; vormals BNP Paribas Investment Partners S.A.) | Paris, Frankreich | 30. Januar 2020 | 23. Januar 2020 |
| WS Management LLLP/ Gilchrist B. Berg | Jacksonville, USA | 1. Februar 2010/ 16. Februar 2010 | 25. Januar 2010 |
| Templeton Investment Counsel LLC | Wilmington, Delaware, USA | 15. August 2019/ 19. Februar 2016 | 5. November 2018/ 16. Februar 2016 |
| NBSH Acquisition, LLC | Wilmington, Delaware, USA | 9. August 2019 | 2. August 2019 |
| Ameriprise Financial, Inc. | Wilmington, Delaware, USA | 11. November 2019 | 31. Oktober 2019 |
| AXA Equitable Holdings, Inc. | New York City, USA | 2. Dezember 2019 | 13. November 2019 |
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| Meldepflichtiger | Meldeschwelle | Art der Schwellenwertberührung | Zurechnungen gemäß WpHG |
|---|---|---|---|
| NN Group N.V. | 10 % | Überschreitung | § 34 |
| Stichting Pensioenfonds ABP | 5 % | Überschreitung | § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 |
| Eton Park Overseas Fund, Ltd. | 5 % | Unterschreitung | § 25 |
| BNP Paribas Asset Management Holding S.A. (Umfirmierung; vormals BNP Paribas Investment Partners S.A.) | 3 % | Unterschreitung | § 33, § 34 |
| WS Management LLLP/ Gilchrist B. Berg | 3 % | Überschreitung | § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, 6 i.V.m. § 22 Abs. 1 Satz 2 |
| Templeton Investment Counsel LLC | 3 % | Überschreitung | § 34 |
| NBSH Acquisition, LLC | 3 % | Überschreitung | § 34 |
| Ameriprise Financial, Inc. | 3 % | Überschreitung | § 34 |
| AXA Equitable Holdings, Inc. | 3 % | Überschreitung | § 34 |
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| Meldepflichtiger | Beteiligung in Stimmrechten | Beteiligung in % |
|---|---|---|
| NN Group N.V. | 3.156.436 | 10,05 |
| Stichting Pensioenfonds ABP | 1.602.791 | 5,10 |
| Eton Park Overseas Fund, Ltd. | 1.544.217 | 4,92 |
| BNP Paribas Asset Management Holding S.A. (Umfirmierung; vormals BNP Paribas Investment Partners S.A.) | 728.662 | 2,32 |
| WS Management LLLP/ Gilchrist B. Berg | 974.402 | 3,10 |
| Templeton Investment Counsel LLC | 989.100 | 3,15 |
| NBSH Acquisition, LLC | 960.189 | 3,06 |
| Ameriprise Financial, Inc. | 942.440 | 3,00 |
| AXA Equitable Holdings, Inc. | 979.704 | 3,12 |
(33) Dienstleistungen des Abschlussprüfers
Die im Geschäftsjahr 2019 von der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, in Anspruch genommenen Dienstleistungen umfassen im Wesentlichen Leistungen für die Abschlussprüfung und im geringeren Umfang andere Bestätigungsleistungen. Die Nichtprüfungsleistungen entfielen im Berichtsjahr hauptsächlich auf die Prüfung von nichtfinanziellen Informationen sowie vereinbarte Untersuchungshandlungen von finanziellen Informationen außerhalb der Abschlussprüfung (andere Bestätigungsleistungen).
Für die Angabe der für das Geschäftsjahr 2019 berechneten Abschlussprüferhonorare wird auf den Konzernabschluss der Gerresheimer AG zum 30. November 2019 verwiesen.
(34) Corporate Governance
Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben am 4. September 2019 eine jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz abgegeben. Die Erklärung wird auf der Internetseite der Gesellschaft (www.gerresheimer.com/investor-relations/corporate-governance/ entsprechenserklaerung) dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.
(35) Vorschlag zur Gewinnverwendung
Wir schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn der Gerresheimer AG für das Geschäftsjahr 2019 wie folgt zu verwenden:
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| in TEUR | |
|---|---|
| Bilanzgewinn vor Ausschüttung der Dividende | 127.392 |
| Ausschüttung einer Dividende von EUR 1,20 je Stückaktie | 37.680 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 89.712 |
(36) Ereignisse nach dem Abschlussstichtag
Nach dem Bilanzstichtag sind keine für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gerresheimer AG wesentlichen Ereignisse eingetreten.
(37) Konzernverhältnisse
Als Mutterunternehmen stellt die Gerresheimer AG nach § 315e Abs. 1 HGB einen Konzernabschluss auf der Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) auf. Ein Konzernabschluss nach handelsrechtlichen Vorschriften wird daher nicht aufgestellt. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Düsseldorf, 29. Januar 2020
Dietmar Siemssen
Dr. Bernd Metzner
Dr. Lukas Burkhardt
ANTEILSBESITZLISTE
Geschäftsjahr 2019 (1. Dezember 2018 bis 30. November 2019)
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| in Euro/Landeswährung/nach lokalem Handelsrecht | Beteiligungsanteil (direkt und indirekt) | Währung | Eigenkapital | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| Direkte Beteiligung | ||||
| Gerresheimer Holdings GmbH, Düsseldorf a) | 100,00 % | Mio. EUR | 593,8 | b) |
| Indirekte Beteiligung | ||||
| Asien | ||||
| Gerresheimer Medical Plastic Systems Dongguan Co. Ltd., Wang Niu Dun Town, Dongguan City (China) h) | 100,00 % | Mio. CNY | 73,3 | 6,78 |
| Gerresheimer Pharmaceutical Packaging Mumbai Private Ltd., Mumbai (Indien) | 100,00 % | Mio. INR | -1,1 | -205,70 |
| Gerresheimer Plastic Packaging (Changzhou) Co., LTD., Changzhou City, Jiangsu (China) | 100,00 % | Mio. CNY | 20,8 | - |
| Gerresheimer Singapore Pte. Ltd., Singapur (Singapur) | 100,00 % | Mio. SGD | 0,2 | -0,04 |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) | 60,00 % | Mio. CNY | 203,2 | 17,27 |
| Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) | 60,00 % | Mio. CNY | 120,2 | 23,08 |
| Neutral Glass & Allied Industries Private Ltd., Mumbai (Indien) | 100,00 % | Mio. INR | 408,0 | -337,87 |
| Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien) | 100,00% | Mio. INR | 2.047,0 | 383,20 |
| Europa | ||||
| DSTR S.L.U., Epila (Spanien) | 100,00 % | Mio. EUR | 0,5 | -0,86 |
| Gerresheimer Boleslawiec S.A., Boleslawiec (Polen) | 100,00 % | Mio. PLN | 205,5 | 22,73 |
| Gerresheimer Bünde GmbH, Bünde a) | 100,00 % | Mio. EUR | 12,7 | b) |
| Gerresheimer Chalon SAS, Chalon-sur-Saone (Frankreich) | 100,00 % | Mio. EUR | 0,4 | -2,52 |
| Gerresheimer Denmark A/S, Vaerloese (Dänemark) | 100,00 % | Mio. DKK | 240,2 | -0,14 |
| Gerresheimer Essen GmbH, Essen a) | 100,00 % | Mio. EUR | 4,2 | b) |
| GERRESHEIMER GLAS GmbH, Düsseldorf a) | 100,00 % | Mio. EUR | 668,8 | b) |
| Gerresheimer Group GmbH, Düsseldorf a) | 100,00 % | Mio. EUR | 638,3 | b) |
| Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH, Düsseldorf a) c) | 100,00 % | Mio. EUR | - | b) |
| Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH & Co. Objekt Düsseldorf KG, Düsseldorf d), e) | 100,00 % | Mio. EUR | 2,1 | 0,22 |
| Gerresheimer Horsovsky Tyn spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechien) | 100,00 % | Mio. CZK | 2.301,8 | 587,4 |
| Gerresheimer item GmbH, Münster a) | 100,00 % | Mio. EUR | 0,1 | b) |
| Gerresheimer Küssnacht AG, Küssnacht (Schweiz) | 100,00 % | Mio. EUR | 39,3 | 13,20 |
| Gerresheimer Lohr GmbH, Lohr/Main a) | 100,00 % | Mio. EUR | 5,3 | b) |
| Gerresheimer Medical Plastic Systems GmbH, Regensburg a) c) | 100,00 % | Mio. EUR | - | b) |
| Gerresheimer Momignies S.A., Momignies (Belgien) | 100,00 % | Mio. EUR | 26,0 | 0,65 |
| Gerresheimer Moulded Glass GmbH, Tettau a) c) | 100,00 % | Mio. EUR | - | b) |
| Gerresheimer Plastic Packaging SAS, Besancon (Frankreich) | 100,00 % | Mio. EUR | 0,6 | 0,10 |
| Gerresheimer Regensburg GmbH, Regensburg a) | 100,00 % | Mio. EUR | 278,0 | b) |
| Gerresheimer Skopje DOOEL Ilinden, Ilinden (Republik Nordmazedonien) | 100,00 % | Mio. MKD | -42,4 | -42,7 |
| Gerresheimer Spain S.L.U.,Epila (Spanien) | 100,00 % | Mio. EUR | 0,3 | -7,04 |
| Gerresheimer Tettau GmbH, Tettau a) | 100,00 % | Mio. EUR | 12,4 | b) |
| Gerresheimer Vaerloese A/S, Vaerloese (Dänemark) | 100,00 % | Mio. DKK | 182,6 | 35,50 |
| Gerresheimer Valencia S.L.U. in LIQ, Masalaves (Spanien) | 99,91 % | Mio. EUR | -1,5 | -0,04 |
| Gerresheimer Werkzeugbau Wackersdorf GmbH, Wackersdorf a) | 100,00 % | Mio. EUR | 0,5 | b) |
| Gerresheimer Wertheim GmbH, Wertheim a) | 100,00 % | Mio. EUR | 1,1 | b) |
| Gerresheimer Zaragoza S.A., Epila (Spanien) | 99,91 % | Mio. EUR | 0,8 | 0,2 |
| respimetrix GmbH, Düsseldorf | 60,00 % | Mio. EUR | 0,2 | -0,47 |
| Sensile Medical AG, Olten (Schweiz) | 99,89 % | Mio. EUR | -17,5 | -20,9 |
| Amerika | ||||
| Centor Inc., Perrysburg, OH (USA) | 100,00 % | Mio. USD | 667,1 | 26,70 |
| Centor Pharma Inc., Perrysburg, OH (USA) c) , f) | 100,00 % | Mio. USD | - | - |
| Centor US Holding Inc., Perrysburg, OH (USA) | 100,00 % | Mio. USD | 731,2 | - |
| Gerresheimer Buenos Aires S.A., Buenos Aires (Argentinien) | 99,91 % | Mio. ARS | 59,3 | -33,99 |
| Gerresheimer Glass Inc., Vineland, NJ (USA) | 100,00 % | Mio. USD | 803,6 | -10,80 |
| Gerresheimer Mexico Holding LLC, Wilmington, DE (USA) | 100,00 % | Mio. USD | 18,7 | -0,01 |
| Gerresheimer MH Inc., Wilmington, DE (USA) c) | 100,00 % | Mio. USD | 0,0 | -0,01 |
| Gerresheimer Peachtree City (USA) L.P., Peachtree City, GA (USA) | 100,00 % | Mio. USD | -6,2 | -3,40 |
| Gerresheimer Peachtree City Inc., Peachtree City, GA (USA) c) | 100,00 % | Mio. USD | -0,1 | -0,03 |
| Gerresheimer Plasticos Sao Paulo Ltda., Embu (Brasilien) | 100,00 % | Mio. BRL | 278,3 | 15,40 |
| Gerresheimer Queretaro S.A., Queretaro (Mexiko) h) | 100,00 % | Mio. MXN | 652,3 | 185,29 |
| Gerresheimer Sistemas Plasticos Medicinais Sao Paulo Ltda., Indaiatuba (Brasilien) | 100,00 % | Mio. BRL | 50,0 | 11,60 |
| Kimble Chase Holding LLC., Vineland, NJ (USA) | 51,00 % | Mio. USD | 0,6 | 0,04 |
| Nouvelles Verreries de Momignies Inc., Larchmont, NY (USA) g) | 100,00 % | Mio. USD | - | - |
| Assoziierte Unternehmen | ||||
| Corning Pharmaceutical Packaging LLC, Wilmington, DW (USA)f) h) | 25,00 % | Mio. USD | 0,5 | - |
| Gerresheimer Tooling LLC, Peachtree City, GA (USA) h) | 30,00 % | Mio. USD | 1,0 | 0,30 |
| PROFORM CNC Nastrojarna spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechien)f), h) | 40,59 % | Mio. CZK | 2,7 | 1,79 |
a) Die Gesellschaft ist gemäß § 264 Abs. 3 HGB von der Aufstellung eines Anhangs und Lageberichts sowie von der Prüfungspflicht und der Offenlegung des Jahresabschlusses befreit.
b) Es besteht ein Gewinnabführungsvertrag. Das Ergebnis wurde vollständig abgeführt.
c) Eigenkapital unter 50 (Währung in `000).
d) Die GERRESHEIMER GLAS GmbH, Düsseldorf, ist Kommanditistin.
e) Die Gesellschaft hat von der Befreiung gemäß § 264b HGB Gebrauch gemacht.
f) Ergebnis unter TEUR 5.
g) Die Gesellschaft erstellt keinen Jahresabschluss mehr
h) Zugrunde gelegter Jahresabschluss 30. September 2018 bzw. 30. November 2018 bzw. 31. Dezember 2018.
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| Stichtagskurs | Durchschnittskurs | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 EUR | Währung | 30.11.2019 | 30.11.2018 | 2019 | 2018 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Argentinien | ARS | 65,8231 | 42,9161 | 52,1201 | 31,6806 |
| Brasilien | BRL | 4,6459 | 4,3843 | 4,4093 | 4,2536 |
| Schweiz | CHF | 1,0998 | 1,1340 | 1,1158 | 1,1562 |
| China | CNY | 7,7172 | 7,8897 | 7,7408 | 7,8097 |
| Tschechische Republik | CZK | 25,5150 | 25,9570 | 25,7102 | 25,6524 |
| Dänemark | DKK | 7,4713 | 7,4622 | 7,4654 | 7,4507 |
| Indien | INR | 78,6875 | 79,0815 | 78,8019 | 80,0276 |
| Republik Nordmazedonien | MKD | 61,5000 | - | 61,5066 | - |
| Mexiko | MXN | 21,4483 | 23,0910 | 21,8249 | 22,6645 |
| Polen | PLN | 4,3185 | 4,2900 | 4,3018 | 4,2538 |
| Singapur | SGD | 1,5017 | 1,5581 | 1,5319 | 1,5937 |
| Vereinigte Staaten von Amerika | USD | 1,0982 | 1,1359 | 1,1224 | 1,1834 |
ORGANE
AUFSICHTSRAT
Geschäftsjahr 2019
Dr. Axel Herberg
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Geschäftsführender Gesellschafter der CCC Investment GmbH
a) Leica Camera AG
b) Leica Gruppe (Fotografie und Sportoptik)
Lisa Germany Holding GmbH
Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG
Francesco Grioli
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats
Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG Bergbau, Chemie, Energie
a) Continental AG
Andrea Abt
Master of Business Administration
Ehemals Leiterin Supply Chain Management des Sektors
Infrastruktur der Siemens AG
b) SIG plc., Großbritannien
John Laing Group plc., Großbritannien
Petrofac Ltd., Jersey
Heike Arndt
Stellvertretende Landesbezirksleiterin Westfalen der IG Bergbau, Chemie, Energie
a) RAG Verkauf GmbH
Evonik Performance Materials GmbH (seit 2. Oktober 2019)
b) DTM GmbH & Co. KG (stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende) (bis 31. Dezember 2018)
Dr. Karin Dorrepaal
Unternehmensberaterin
Ehemaliges Mitglied des Vorstands der Schering AG
a) Paion AG (stellvertretende Vorsitzende)
b) Triton Beteiligungsberatung GmbH Almirall S.A., Spanien
Kerry Group plc, Irland
Humedics GmbH (Vorsitzende) (bis zum 15. November 2019)
Julius Clinical Research BV, Niederlande
Franz Hartinger
Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Regensburg GmbH
a) Gerresheimer Regensburg GmbH
Dr. Peter Noé
Diplom-Kaufmann
Ehemaliges Mitglied des Vorstands der Hochtief AG
b) BlackRock Asset Management Schweiz AG, Schweiz
Markus Rocholz
Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Essen GmbH
a) Gerresheimer Tettau GmbH
Paul Schilling
Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Bünde GmbH
a) Gerresheimer Bünde GmbH
Katja Schnitzler
Bereichsleiterin Group Business Excellence & Continuous Improvement der Gerresheimer AG
Theodor Stuth
Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Geschäftsführer der hpulcas GmbH
b) Wickeder Holding GmbH
Wickeder Profile Walzwerk GmbH
Linet Group SE, Niederlande
Udo J. Vetter
Pharmazeut und geschäftsführender Gesellschafter der UV-Cap GmbH & Co. KG
a) ITM AG (Vorsitzender)
b) Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG (Vorsitzender)
HSM GmbH & Co. KG
Navigo GmbH (Vorsitzender)
OncoBeta International GmbH (Vorsitzender)
OncoBeta GmbH (Vorsitzender)
Paschal India Pvt. Ltd., Indien (Vorsitzender)
Gland Pharma Ltd., Indien
a) Mitgliedschaft in anderen nach deutschen Gesetzen zu bildenden Aufsichtsräten
b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen
VORSTAND
Geschäftsjahr 2019
Dietmar Siemssen
Vorstandsvorsitzender
a) BFC Fahrzeugteile GmbH
Gerresheimer Regensburg GmbH (Vorsitzender) (seit 16. Februar 2019)
Gerresheimer Bünde GmbH (Vorsitzender) (seit 16. Februar 2019)
b) Gerresheimer Boleslawiec S.A., Polen (stellvertretender Vorsitzender) (seit 15. Februar 2019)
Gerresheimer Denmark A/S, Dänemark (Vorsitzender) (seit 16. Februar 2019)
Gerresheimer Vaerloese A/S, Dänemark (Vorsitzender) (seit 16. Februar 2019)
Sensile Medical AG, Schweiz (Vorsitzender) (seit 27. Mai 2019)
Centor US Holding Inc., USA (Vorsitzender) (seit 16. Februar 2019)
Centor Inc., USA (Vorsitzender) (seit 16. Februar 2019)
Centor Pharma Inc., USA (Vorsitzender) (seit 16. Februar 2019)
Gerresheimer Glass Inc., USA (Vorsitzender) (seit 15. Februar 2019)
Triveni Polymers Pvt. Ltd., Indien (seit 2. Juli 2019)
respimetrix GmbH (Vorsitzender) (seit 21. Februar 2019)
Dr. Lukas Burkhardt
a) Gerresheimer Tettau GmbH (Vorsitzender)
b) Gerresheimer Boleslawiec S.A., Polen (Vorsitzender) (seit 15. Februar 2019)
Gerresheimer Momignies S.A., Belgien (Vorsitzender)
Gerresheimer Glass Inc., USA
Corning Pharmaceutical Packaging LLC, USA
Gerresheimer Queretaro S.A., Mexiko (Vorsitzender)
Gerresheimer Pharmaceutical Packaging Mumbai Pvt. Ltd., Indien
Neutral Glass and Allied Industries Pvt. Ltd., Indien
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., China (Vorsitzender)
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., China (Vorsitzender)
Dr. Bernd Metzner (seit 15. Mai 2019)
a) Gerresheimer Tettau GmbH (stellvertretender Vorsitzender) (seit 15. Mai 2019)
Gerresheimer Regensburg GmbH (stellvertretender Vorsitzender) (seit 15. Mai 2019)
Gerresheimer Bünde GmbH (stellvertretender Vorsitzender) (seit 15. Mai 2019)
Sixt Leasing SE (bis zum 18. Juli 2019)
Döhler Group SE
b) Gerresheimer Glass Inc., USA (seit 15. Mai 2019)
Kimble Chase Holding LLC, USA (Vorsitzender) (seit 15. Mai 2019)
Centor US Holding Inc., USA (seit 15. Mai 2019)
Centor Inc., USA (seit 15. Mai 2019)
Centor Pharma Inc., USA (seit 15. Mai 2019)
Corning Pharmaceutical Packaging LLC, USA (seit 15. Mai 2019)
Sensile Medical AG, Schweiz (seit 27. Mai 2019)
Rainer Beaujean (bis zum 30. April 2019)
a) Gerresheimer Tettau GmbH (stellvertretender Vorsitzender) (bis zum 30. April 2019)
Gerresheimer Regensburg GmbH (stellvertretender Vorsitzender) (bis zum 30. April 2019)
Gerresheimer Bünde GmbH (stellvertretender Vorsitzender) (bis zum 30. April 2019)
b) Gerresheimer Glass Inc., USA (Vorsitzender) (bis zum 30. April 2019)
Corning Pharmaceutical Packaging LLC, USA (bis zum 30. April 2019)
Sensile Medical AG, Schweiz (bis zum 30. April 2019)
Kimble Chase Holding LLC, USA (Vorsitzender) (bis zum 30. April 2019)
Centor US Holding Inc., USA (bis zum 30. April 2019)
Centor Inc., USA (bis zum 30. April 2019)
Centor Pharma Inc., USA (bis zum 30. April 2019)
Andreas Schütte (bis zum 28. Februar 2019)
a) Gerresheimer Regensburg GmbH (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019)
Gerresheimer Bünde GmbH (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019)
b) Gerresheimer Denmark A/S, Dänemark (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019)
Gerresheimer Vaerloese A/S, Dänemark (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019)
Gerresheimer Zaragoza S.A., Spanien (stellvertretender Vorsitzender) (bis zum 18. Februar 2019)
Gerresheimer Plasticos Sao Paulo Ltda., Brasilien (bis zum 14. Februar 2019)
Gerresheimer Boleslawiec S.A., Polen (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019)
Sensile Medical AG, Schweiz (Vorsitzender) (bis zum 28. Februar 2019)
Triveni Polymers Pvt. Ltd., Indien (bis zum 28. Februar 2019)
Centor US Holding Inc., USA (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019)
Centor Inc., USA (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019)
Centor Pharma Inc., USA (Vorsitzender) (bis zum 15. Februar 2019)
a) Mitgliedschaft in anderen nach deutschen Gesetzen zu bildenden Aufsichtsräten
b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen
ERKLÄRUNG DES VORSTANDS
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Düsseldorf, 29. Januar 2020
Dietmar Siemssen
Dr. Bernd Metzner
Dr. Lukas Burkhardt
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Gerresheimer AG, Düsseldorf
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Gerresheimer AG, Düsseldorf, - bestehend aus der Bilanz zum 30. November 2019, der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2018 bis zum 30. November 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Gerresheimer AG, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2018 bis zum 30. November 2019 geprüft. Die im Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. November 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2018 bis zum 30. November 2019 und |
| ― | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2018 bis zum 30. November 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:
1) Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen
Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:
| ― | a) Sachverhaltsbeschreibung (einschließlich Verweis auf zugehörige Angaben im Jahresabschluss) |
| ― | b) Prüferisches Vorgehen |
1) Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen
| ― | a) Im Jahresabschluss der Gerresheimer AG werden Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von Mio. EUR 593,8 (40,0 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt nach den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag. Die Gerresheimer AG hat zum Abschlussstichtag die Werthaltigkeit der Anteile durch intern durchgeführte Unternehmensbewertungen überprüft. Der beizulegende Wert der Anteile an verbundenen Unternehmen wurde als Barwert der künftigen Zahlungsströme mittels Discounted-Cashflow-Verfahren ermittelt, wobei die vom Vorstand erstellte und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommene Unternehmensplanung zugrunde gelegt wurde. Hierbei wurden auch Erwartungen über die künftige Marktentwicklung und länderspezifische Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Größen berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgte mittels der gewichteten Kapitalkosten. Das Ergebnis dieser Bewertungen ist in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch den Vorstand und von dem verwendeten Diskontierungszinssatz abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet, weswegen dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung war. |
Die Angaben der Gesellschaft zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen sind im Abschnitt 3 und 14 des Anhangs enthalten.
| ― | b) Bei unserer Prüfung der beizulegenden Werte der Anteile an verbundenen Unternehmen haben wir unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten unter anderem das methodische Vorgehen zur Bewertung nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten Kapitalkosten beurteilt. Zudem haben wir uns davon überzeugt, dass die der Bewertung zugrunde liegenden künftigen Zahlungsmittelzuflüsse im Zusammenhang mit den angesetzten gewichteten Kapitalkosten insgesamt eine sachgerechte Grundlage für den Werthaltigkeitstest der Anteile an verbundenen Unternehmen bilden. Bei unserer Einschätzung der Ergebnisse der Bewertung haben wir uns unter anderem auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie auf umfangreiche Befragungen des Vorstands zu den wesentlichen Werttreibern, die den erwarteten Zahlungsmittelzuflüssen zugrunde liegen, gestützt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern einschließlich der gewichteten Kapitalkosten beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. |
Sonstige Informationen
Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
| ― | die im Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 298f HGB und |
| ― | die Versicherung des Vorstands zum Jahresabschluss und Lagebericht nach § 264 Abs. 2 Satz 3 bzw. § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB. |
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 6. Juni 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 5. September 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2008/2009 als Abschlussprüfer der Gerresheimer AG, Düsseldorf, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist René Kadlubowski.
Düsseldorf, den 29. Januar 2020
**Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
André Bedenbecker, Wirtschaftsprüfer
René Kadlubowski, Wirtschaftsprüfer
IMPRESSUM
Herausgeber
Gerresheimer AG
Klaus-Bungert-Straße 4
40468 Düsseldorf Deutschland
Tel +49 211 6181-00
Fax +49 211 6181-295
E-Mail [email protected] www.gerresheimer.com
Konzept und Gestaltung
Kirchhoff Consult AG, Hamburg
Text
Gerresheimer AG, Düsseldorf
Gerresheimer AG
Klaus-Bungert-Straße 4
40468 Düsseldorf
Deutschland
Tel +49 211 6181-00
Fax +49 211 6181-295
E-Mail [email protected]
www.gerresheimer.com
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2019 intensiv mit der Lage des Unternehmens befasst und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Verpflichtungen wahrgenommen. Zu diesen zählen Beratungen auf der Basis regelmäßiger, zeitnaher und umfassender Informationen durch den Vorstand, die Einbindung des Aufsichtsrats in Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen sowie die notwendige Überwachung der Geschäftsführung.
Der Aufsichtsrat ließ sich eingehend über die wirtschaftliche Entwicklung und die finanzielle Lage des Unternehmens einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance unterrichten. Nach gründlicher Prüfung und Beratung gab er in vier Aufsichtsratssitzungen und dreimal im Rahmen schriftlicher Umlaufbeschlüsse sein Votum zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands ab, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsgemäßen Bestimmungen bzw. den Regelungen der Geschäftsordnung erforderlich war. Darüber hinaus stand der Vorsitzende des Aufsichtsrats in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand und hier insbesondere mit dessen Vorsitzenden. Dieser unterrichtete den Aufsichtsratsvorsitzenden laufend und zeitnah über wichtige Entwicklungen und anstehende Entscheidungen.
PERSONELLE VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT UND VORSTAND
Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2019 Dr. Axel Herberg als Vorsitzender, Francesco Grioli als stellvertretender Vorsitzender, Andrea Abt, Heike Arndt, Dr. Karin Dorrepaal, Franz Hartinger, Dr. Peter Noé, Markus Rocholz, Paul Schilling, Katja Schnitzler, Theodor Stuth und Udo J. Vetter an.
Aus dem Vorstand der Gesellschaft schieden Andreas Schütte am 28. Februar 2019 und Rainer Beaujean am 30. April 2019 aus. Dr. Bernd Metzner trat zum 15. Mai 2019 neu in den Vorstand ein. Weiterhin gehörten Dietmar Siemssen als Vorsitzender und Dr. Lukas Burkhardt dem Vorstand der Gesellschaft im gesamten Geschäftsjahr 2019 an.
SITZUNGEN UND BESCHLÜSSE DES AUFSICHTSRATS
Im Berichtsjahr fanden vier Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Gegenstand regelmäßiger Beratungen im Aufsichtsratsplenum waren die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des gesamten Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche. Zusätzlich fasste der Aufsichtsrat drei Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren.
In der Aufsichtsratssitzung am 13. Februar 2019 wurden der Jahresabschluss und der Lagebericht der Gerresheimer AG sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2018, der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie der Bericht des Aufsichtsrats gebilligt. Der Jahresabschluss war damit festgestellt. In dieser Sitzung verabschiedete der Aufsichtsrat zudem seine Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung am 6. Juni 2019.
Gegenstand des schriftlichen Umlaufbeschlusses des Aufsichtsrats vom 23. April 2019 waren Änderungen in der Geschäftsverteilung für den Vorstand ab dem 1. Mai 2019 wegen des Ausscheidens von Rainer Beaujean aus dem Vorstand sowie dem 15. Mai 2019 wegen des Eintritts von Dr. Bernd Metzner in den Vorstand.
In seiner Sitzung am 6. Juni 2019 stimmte der Aufsichtsrat einer Erhöhung des Investitionsbudgets 2019 für den Konzern zu.
Mit schriftlichem Umlaufbeschluss vom 29. Juli 2019 stimmte der Aufsichtsrat einer Kapitalerhöhung bei der Gerresheimer Glass Inc., Vineland (New Jersey/USA), zu.
Gegenstand der Sitzung des Aufsichtsrats vom 4. September 2019 war die intensive Befassung mit der vom Vorstand erarbeiteten Unternehmensstrategie. Außerdem beschäftigte sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit der jährlichen Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, der Beauftragung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2019 sowie der Beauftragung der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Überprüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2019.
Durch schriftlichen Umlaufbeschluss vom 23. September 2019 stimmte der Aufsichtsrat der Ablösung der bestehenden revolvierenden Kreditlinie durch die Aufnahme einer neuen revolvierenden Kreditlinie zu.
Die inhaltlichen Schwerpunkte der Aufsichtsratssitzung vom 21. November 2019 bildeten die Zustimmung zum Budget für das Geschäftsjahr 2020 und die mittelfristige Planung des Konzerns. Zusätzlich diskutierte der Aufsichtsrat die Ergebnisse der durchgeführten Effizienzprüfung.
Mit Ausnahme von Dr. Karin Dorrepaal, die an einer Sitzung des Aufsichtsrats entschuldigt verhindert war, nahmen sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2019 an allen Sitzungen des Aufsichtsrats und an den schriftlichen Umlaufbeschlüssen teil.
SITZUNGEN UND BESCHLÜSSE DER AUSSCHÜSSE
Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat vier Ausschüsse gebildet: Den Vermittlungsausschuss nach § 27 Absatz 3 MitbestG, den Präsidialausschuss, den Prüfungsausschuss und den Nominierungsausschuss. Diese Ausschüsse bereiten Themen zur Beschlussfassung im Plenum des Aufsichtsrats vor und sind in bestimmten Fällen auch selbst entscheidungsbefugt. Der Vermittlungsausschuss und der Präsidialausschuss bestehen aus jeweils zwei Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer. Der Prüfungsausschuss ist ebenfalls paritätisch besetzt und besteht aus sechs Mitgliedern. Der Nominierungsausschuss hat drei Mitglieder und ist ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt.
Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Entscheidungen über die Vorstandsvergütung. Anstelle des Aufsichtsrats entscheidet der Präsidialausschuss unter anderem über Abschluss, Änderung und Beendigung der Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder, soweit es nicht um Vergütungsfragen geht, die dem Aufsichtsratsplenum vorbehalten sind. Der Präsidialausschuss tagte im Berichtsjahr in drei Sitzungen am 10. Dezember 2018, 6. Februar 2019 und 20. November 2019. Gegenstand der Beratungen und Beschlüsse waren verschiedene Personalangelegenheiten im Zusammenhang mit der Besetzung des Vorstands.
Zu den Aufgaben des Prüfungsausschusses zählen insbesondere die Vorbereitung der Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses sowie die Erörterung der Quartalsfinanzberichte und des Halbjahresfinanzberichts. Ferner befasst sich der Prüfungsausschuss mit der Überwachung der Rechnungslegung und des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems, der Abschlussprüfung sowie der Compliance. Zudem obliegt dem Prüfungsausschuss die Zustimmung zur Vergabe von Nichtprüfungsleistungen an den Abschlussprüfer. Der Prüfungsausschuss tagte in vier Sitzungen am 12. Februar 2019, 10. April 2019, 10. Juli 2019 und 9. Oktober 2019. Schwerpunkte der Beratungen waren die Berichte über die Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2018 sowie die Quartalsfinanzberichte und der Halbjahresfinanzbericht 2019. Ferner befasste sich der Prüfungsausschuss mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung und der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2019 sowie der Festlegung und Überwachung des Prüfungsablaufs und der Prüfungsschwerpunkte einschließlich der Vereinbarung des Prüfungshonorars. Weiterer Gegenstand der Beratungen waren die Wirksamkeit des internen Revisionssystems, das Risikomanagementsystem und die Risikoberichterstattung an den Prüfungsausschuss, die Weiterentwicklung der Definition von Einmaleffekten in der IFRS-Konzernbilanzierungsrichtlinie ab dem Geschäftsjahr 2020 sowie der Abschlussbericht über die durchgeführte Angemessenheitsprüfung des Compliance Management Systems der Gesellschaft.
Der Nominierungsausschuss empfiehlt dem Aufsichtsrat für dessen Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Besetzung der Aufsichtsratsmandate als Vertreter der Anteilseigner. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Nominierungsausschuss nicht getagt.
Der Vermittlungsausschuss hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls nicht getagt.
Im Geschäftsjahr 2019 war Andrea Abt an der Teilnahme einer Sitzung des Prüfungsausschusses entschuldigt verhindert. Im Übrigen haben alle Ausschussmitglieder an allen Sitzungen der Aufsichtsratsausschüsse im Geschäftsjahr 2019 teilgenommen.
CORPORATE GOVERNANCE
Der Aufsichtsrat hat die Weiterentwicklung der Corporate Governance Standards fortlaufend beobachtet. Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft berichten über die Corporate Governance des Gerresheimer Konzerns auf den Seiten 23 bis 25 des Geschäftsberichts. Vorstand und Aufsichtsrat haben am 4. September 2019 die jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.
INTERESSENKONFLIKTE
Gemäß Ziffer 5.5.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 sollen Aufsichtsratsmitglieder Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat gegenüber offenlegen. Im Berichtsjahr 2019 sind keine Interessenkonflikte aufgetreten.
JAHRESABSCHLUSS UND KONZERNABSCHLUSS 2019
Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Lagebericht der Gerresheimer AG sowie den Konzernabschluss und den Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2018 bis zum 30. November 2019 geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Gerresheimer AG, der Konzernabschluss, der Konzern-Lagebericht, der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2019 lagen dem Aufsichtsrat zur Prüfung vor. Der Prüfungsausschuss hat die Dokumente in seiner Sitzung am 17. Februar 2020 im Detail erörtert und geprüft sowie Beschlussempfehlungen an den Aufsichtsrat ausgesprochen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der Gerresheimer AG, den Konzernabschluss, den Konzern-Lagebericht, den Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie die hierzu erstatteten Prüfungsberichte des Abschlussprüfers in der Aufsichtsratssitzung am 18. Februar 2020 geprüft. Der Abschlussprüfer war bei der jeweiligen Sitzung des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats anwesend und berichtete über den Verlauf und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er stand für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.
Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und nach eigener Prüfung schließt sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an und erklärt, dass keine Einwendungen zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat zugestimmt.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gerresheimer Konzerns für ihren Beitrag zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Gerresheimer Konzerns im Geschäftsjahr 2019.
Düsseldorf, den 18. Februar 2020
Dr. Axel Herberg
Vorsitzender des Aufsichtsrats