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Gerresheimer AG Annual Report 2018

Feb 26, 2019

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Annual Report

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Gerresheimer AG Düsseldorf Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.12.2017 bis zum 30.11.2018

GESCHÄFTSBERICHT 2018

PROFITABLES WACHSTUM

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2018 intensiv mit der Lage des Unternehmens befasst und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Verpflichtungen wahrgenommen. Zu diesen zählen Beratungen auf der Basis regelmäßiger, zeitnaher und umfassender Informationen durch den Vorstand, die Einbindung des Aufsichtsrats in Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen sowie die notwendige Überwachung der Geschäftsführung. Der Aufsichtsrat ließ sich eingehend über die wirtschaftliche Entwicklung und die finanzielle Lage des Unternehmens einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance unterrichten.

Nach gründlicher Prüfung und Beratung gab er in acht Aufsichtsratssitzungen sein Votum zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands ab, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsgemäßen Bestimmungen bzw. den Regelungen der Geschäftsordnung erforderlich war. Ferner befasste sich der Aufsichtsrat mit verschiedenen Veränderungen im Vorstand. Darüber hinaus stand der Vorsitzende des Aufsichtsrats in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand und hier insbesondere mit dessen jeweiligem Vorsitzenden bzw. Sprecher. Diese unterrichteten den Aufsichtsratsvorsitzenden laufend und zeitnah über wichtige Entwicklungen und anstehende Entscheidungen.

PERSONELLE VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT UND VORSTAND

Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2018 Dr. Axel Herberg als Vorsitzender, Francesco Grioli als stellvertretender Vorsitzender, Andrea Abt, Heike Arndt, Dr. Karin Dorrepaal, Franz Hartinger, Dr. Peter Noé, Markus Rocholz, Paul Schilling, Katja Schnitzler, Theodor Stuth und Udo J. Vetter an.

Zum 1. Januar 2018 trat Dr. Lukas Burkhardt neu in den Vorstand ein. Dr. Christian Fischer schied zum 5. Februar 2018 einvernehmlich als Vorsitzender des Vorstands aus der Gesellschaft aus. In seiner Sitzung am 5. Februar 2018 ernannte der Aufsichtsrat den Finanzvorstand Rainer Beaujean mit sofortiger Wirkung interimistisch zum Sprecher des Vorstands.

In seiner Sitzung am 6. September 2018 bestellte der Aufsichtsrat mit Wirkung ab dem 1. November 2018 Dietmar Siemssen zum Mitglied des Vorstands und ernannte ihn zum selben Zeitpunkt zum Vorsitzenden des Vorstands. In derselben Sitzung widerrief der Aufsichtsrat die Ernennung von Rainer Beaujean zum Sprecher des Vorstands mit Ablauf des 31. Oktobers 2018.

Weiterhin gehörte Andreas Schütte dem Vorstand der Gesellschaft im gesamten Geschäftsjahr 2018 an. Der Vorstandsdienstvertrag sowie die Vorstandsbestellung von Andreas Schütte enden einvernehmlich vorzeitig zum Ablauf des 28. Februars 2019. Rainer Beaujean wird seinen Vorstandsdienstvertrag über den 30. April 2019 hinaus nicht verlängern und folglich aus dem Vorstand ausscheiden. Spätestens zum 1. Juli 2019 wird Dr. Bernd Metzner neu in den Vorstand eintreten.

SITZUNGEN UND BESCHLÜSSE DES AUFSICHTSRATS

Im Berichtsjahr fanden acht Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Gegenstand regelmäßiger Beratungen im Aufsichtsratsplenum waren die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des gesamten Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche.

In einer Aufsichtsratssitzung am 5. Februar 2018 beschloss der Aufsichtsrat seine Zustimmung zum Abschluss einer Vereinbarung zwischen der Gesellschaft und Dr. Christian Fischer zur sofortigen Beendigung seines Vorstandsamts und der Beendigung seines Anstellungsverhältnisses und ernannte den Finanzvorstand Rainer Beaujean mit sofortiger Wirkung interimistisch zum Sprecher des Vorstands.

In der Aufsichtsratssitzung am 20. Februar 2018 wurden der Jahresabschluss und der Lagebericht der Gerresheimer AG sowie der Konzern-Abschluss und der Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017, der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie der Bericht des Aufsichtsrats gebilligt. Der Jahresabschluss war damit festgestellt. In dieser Sitzung verabschiedete der Aufsichtsrat zudem seine Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung am 25. April 2018.

In seiner Sitzung am 25. April 2018 stimmte der Aufsichtsrat einem zusätzlichen Investitionsprojekt in Europa zu. Zusätzlich stellte der Vorstand dem Aufsichtsrat in dieser Sitzung die Sensile Medical AG als interessantes Akquisitionsobjekt vor.

Gegenstand der Sitzung des Aufsichtsrats vom 9. Juli 2018 war die vertiefte Präsentation des Vorstands zum Erwerb der Sensile Medical AG nach Abschluss der Verhandlungen mit den Verkäufern sowie zu den Auswirkungen von zwei gewonnen Großaufträgen. Der Aufsichtsrat befasste sich mit den hieraus folgenden Änderungen in der Planung, der Investitionen, Profitabilität und Umsatzerlöse für die Jahre 2019 bis 2022.

In seiner Sitzung am 11. Juli 2018 stimmte der Aufsichtsrat dem Erwerb der Sensile Medical AG sowie dessen Finanzierung zu und befürwortete die besprochenen Planungsänderungen.

Der Aufsichtsrat bestellte in seiner Sitzung am 6. September 2018 Dietmar Siemssen mit Wirkung zum 1. November 2018 zum Mitglied des Vorstands und ernannte ihn zum selben Zeitpunkt zu dessen Vorsitzenden. Ferner widerrief der Aufsichtsrat die Ernennung von Rainer Beaujean zum Sprecher des Vorstands mit Ablauf des 31. Oktobers 2018. Weiterer Schwerpunkt der Sitzung war die intensive Befassung mit der vom Vorstand erarbeiteten Unternehmensstrategie. Außerdem beschäftigte sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit der jährlichen Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, der Beauftragung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2018, der zukünftigen Nutzbarkeit vororganschaftlicher Verlustvorträge sowie der Beauftragung der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Überprüfung der nichtfinanziellen Konzern-Erklärung der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2018.

Gegenstand der Aufsichtsratssitzung am 10. Oktober 2018 war die Zustimmung des Aufsichtsrats zur einvernehmlichen vorzeitigen Beendigung der Bestellung von Andreas Schütte sowie seines Aufhebungsvertrags zum Ablauf des 28. Februars 2019.

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Aufsichtsratssitzung vom 22. November 2018 bildeten die Bestellung von Dr. Bernd Metzner zum Mitglied des Vorstands spätestens zum 1. Juli 2019, die mittelfristige Planung des Konzerns und die Zustimmung zum Budget für das Geschäftsjahr 2019.

Mit Ausnahme von Andrea Abt und Dr. Karin Dorrepaal, die an je einer Sitzung des Aufsichtsrats entschuldigt verhindert waren, nahmen sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2018 an allen Sitzungen des Aufsichtsrats teil.

SITZUNGEN UND BESCHLÜSSE DER AUSSCHÜSSE

Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat vier Ausschüsse gebildet: Den Vermittlungsausschuss nach § 27 Absatz 3 MitbestG, den Präsidialausschuss, den Prüfungsausschuss und den Nominierungsausschuss. Diese Ausschüsse bereiten Themen zur Beschlussfassung im Plenum des Aufsichtsrats vor und sind in bestimmten Fällen auch selbst entscheidungsbefugt.

Der Vermittlungsausschuss und der Präsidialausschuss bestehen aus jeweils zwei Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer. Der Prüfungsausschuss ist ebenfalls paritätisch besetzt und besteht aus sechs Mitgliedern. Der Nominierungsausschuss hat drei Mitglieder und ist ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt.

Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Entscheidungen über die Vorstandsvergütung. Anstelle des Aufsichtsrats entscheidet der Präsidialausschuss unter anderem über Abschluss, Änderung und Beendigung der Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder, soweit es nicht um Vergütungsfragen geht, die dem Aufsichtsratsplenum vorbehalten sind.

Der Präsidialausschuss tagte im Berichtsjahr in zwölf Sitzungen am 30. Januar 2018, 20. Februar 2018, 24. April 2018, 3. Mai 2018, 7. Mai 2018, 30. Mai 2018, 28. August 2018, 12. September 2018, 27. September 2018, 9. Oktober 2018, 10. Oktober 2018 und 15. Oktober 2018 und befasste sich schwerpunktmäßig mit dem Ausscheiden von Dr. Christian Fischer aus dem Vorstand sowie seiner Nachfolge im Vorstandsvorsitz. Weitere Themen betrafen das Ausscheiden von Andreas Schütte und Rainer Beaujean aus dem Vorstand sowie die Nachfolge für einen Finanzvorstand.

Zu den Aufgaben des Prüfungsausschusses zählen insbesondere die Vorbereitung der Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzern-Abschlusses sowie die Erörterung der Quartalsfinanzberichte und des Halbjahresfinanzberichts. Ferner befasst sich der Prüfungsausschuss mit der Überwachung der Rechnungslegung und des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems, der Abschlussprüfung sowie der Compliance. Zudem obliegt dem Prüfungsausschuss die Zustimmung zur Vergabe von Nichtprüfungsleistungen an den Abschlussprüfer.

Der Prüfungsausschuss tagte in vier Sitzungen am 20. Februar 2018, 11. April 2018, 11. Juli 2018 und 10. Oktober 2018. Schwerpunkte der Beratungen waren die Berichte über die Jahres- und KonzernAbschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2017 sowie die Quartalsfinanzberichte und der Halbjahresfinanzbericht 2018. Ferner befasste sich der Prüfungsausschuss mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung und der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2018 sowie der Festlegung und Überwachung des Prüfungsablaufs und der Prüfungsschwerpunkte einschließlich der Vereinbarung des Prüfungshonorars.# Weiterer Gegenstand der Beratungen waren die Vorbereitung und Durchführung einer Ausschreibung von Abschlussprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2019, die zukünftige Nutzbarkeit vororganschaftlicher Verlustvorträge, die Wirksamkeit des internen Revisionssystems, das Risikomanagementsystem und die Compliance der Gesellschaft. Der Nominierungsausschuss empfiehlt dem Aufsichtsrat für dessen Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Besetzung der Aufsichtsratsmandate als Vertreter der Anteilseigner. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Nominierungsausschuss nicht getagt. Der Vermittlungsausschuss hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls nicht getagt. Im Geschäftsjahr 2018 war Francesco Grioli an der Teilnahme einer Sitzung des Prüfungsausschusses entschuldigt verhindert. An den Sitzungen des Präsidialausschusses waren Markus Rocholz einmal und Udo J. Vetter zweimal entschuldigt verhindert. Im Übrigen haben alle Ausschussmitglieder an allen Sitzungen der Aufsichtsratsausschüsse im Geschäftsjahr 2018 teilgenommen.

CORPORATE GOVERNANCE

Der Aufsichtsrat hat die Weiterentwicklung der Corporate Governance-Standards fortlaufend beobachtet. Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft berichten über die Corporate Governance des Gerresheimer Konzerns auf den Seiten 31 bis 33 des Geschäftsberichts. Vorstand und Aufsichtsrat haben am 6. September 2018 die jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

INTERESSENKONFLIKTE

Gemäß Ziffer 5.5.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex sollen Aufsichtsratsmitglieder Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat gegenüber offenlegen. Im Berichtsjahr 2018 sind keine Interessenkonflikte aufgetreten.

JAHRESABSCHLUSS UND KONZERN-ABSCHLUSS 2018

Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Lagebericht der Gerresheimer AG sowie den Konzern-Abschluss und den Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2017 bis zum 30. November 2018 geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Gerresheimer AG, der Konzern-Abschluss, der Konzern-Lagebericht, der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2018 lagen dem Aufsichtsrat zur Prüfung vor. Der Prüfungsausschuss hat die Dokumente in seiner Sitzung am 12. Februar 2019 im Detail erörtert und geprüft sowie Beschlussempfehlungen an den Aufsichtsrat ausgesprochen.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der Gerresheimer AG, den Konzern-Abschluss, den Konzern-Lagebericht, den Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie die hierzu erstatteten Prüfungsberichte des Abschlussprüfers in der Aufsichtsratssitzung am 13. Februar 2019 geprüft. Der Abschlussprüfer war bei den Sitzungen des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats anwesend und berichtete über den Verlauf und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er stand für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und nach eigener Prüfung schließt sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an und erklärt, dass keine Einwendungen zu erheben sind.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss festgestellt und den Konzern-Abschluss gebilligt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat zugestimmt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gerresheimer Konzerns für ihren Beitrag zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Gerresheimer Konzerns im Geschäftsjahr 2018.

Düsseldorf, den 13. Februar 2019
Dr. Axel Herberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats

CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT

Die Gerresheimer AG identifiziert sich mit den Zielen des Deutschen Corporate Governance Kodex und den Grundsätzen einer transparenten, verantwortlichen und auf Wertsteigerung ausgerichteten Führung und Kontrolle des Unternehmens. Vorstand, Aufsichtsrat sowie alle Führungskräfte und Mitarbeiter der Gerresheimer AG sind dieser Zielsetzung verpflichtet. Bis auf eine Ausnahme entspricht die Gesellschaft allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017.

VORSTAND

Der Vorstand der Gerresheimer AG besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Anzahl der Vorstandsmitglieder. Der Aufsichtsrat ernennt ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands oder zu dessen Sprecher. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Er ist dabei an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes verpflichtet. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Einige in der Geschäftsordnung für den Vorstand geregelte wesentliche Geschäfte und Maßnahmen bedürfen der vorherigen Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Die personelle Zusammensetzung des Vorstands im Geschäftsjahr 2018 ist auf Seite 167 des Geschäftsberichts dargestellt.

AUFSICHTSRAT

Der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG besteht aus zwölf Mitgliedern, von denen jeweils die Hälfte Anteilseigner- bzw. Arbeitnehmervertreter sind. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung und die Vertreter der Arbeitnehmer von den Arbeitnehmern gewählt. Die Amtsperiode der derzeitigen Aufsichtsratsmitglieder begann mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 26. April 2017 und läuft bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2021 beschließt.

Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte. Zur Erfüllung seiner Aufgaben erörtert der Aufsichtsrat mit dem Vorstand regelmäßig die Geschäftsentwicklung sowie die Planung, die Strategie und deren Umsetzung. Der Aufsichtsrat genehmigt die vom Vorstand aufgestellte Jahresplanung und entscheidet über die Feststellung des Jahres- und die Billigung des Konzern-Abschlusses der Gerresheimer AG. Hierbei finden insbesondere die Berichte des Abschlussprüfers Berücksichtigung. Außerdem entscheidet der Aufsichtsrat über die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder sowie über deren Vergütung. Ergibt eine Abstimmung im Aufsichtsrat Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende des Aufsichtsrats zwei Stimmen. Die personelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2018 ist auf Seite 166 des Geschäftsberichts dargestellt.

Die Arbeit des Aufsichtsrats wird durch Ausschüsse unterstützt. Nach der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat bestehen folgende Ausschüsse des Aufsichtsrats:

Vermittlungsausschuss

Der nach § 27 Absatz 3 MitbestG gebildete Vermittlungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, sofern im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder nicht erreicht wird. Mitglieder des Vermittlungsausschusses im abgelaufenen Geschäftsjahr waren Dr. Axel Herberg (Vorsitzender), Dr. Karin Dorrepaal, Francesco Grioli und Franz Hartinger.

Präsidialausschuss

Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor. Anstelle des Aufsichtsrats entscheidet der Präsidialausschuss unter anderem über Abschluss, Änderung und Beendigung der Anstellungs- und Pensionsverträge der Vorstandsmitglieder, soweit es nicht um Vergütungsfragen geht, die dem Aufsichtsratsplenum vorbehalten sind. Außerdem ist der Ausschuss für die Einwilligung in Geschäfte zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands zuständig. Darüber hinaus entscheidet der Präsidialausschuss über die Einwilligung in Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern nach § 114 AktG und über die Gewährung von Darlehen an den in den §§ 89, 115 AktG genannten Personenkreis. Mitglieder des Präsidialausschusses waren im abgelaufenen Geschäftsjahr Dr. Axel Herberg (Vorsitzender), Francesco Grioli, Markus Rocholz und Udo J. Vetter.

Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss bereitet unter anderem die Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses, die Billigung des Konzern-Abschlusses, den Wahlvorschlag zum Abschlussprüfer an die Hauptversammlung und die Vereinbarung mit dem Abschlussprüfer vor. Außerdem erörtert der Ausschuss die Quartalsberichte und den Halbjahresfinanzbericht. Er trifft geeignete Maßnahmen zur Feststellung und Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Zudem obliegt dem Prüfungsausschuss die Zustimmung zur Vergabe von Nichtprüfungsleistungen an den Abschlussprüfer. Ferner unterstützt der Prüfungsausschuss den Aufsichtsrat bei der Überwachung der Geschäftsführung. In diesem Zusammenhang befasst sich der Prüfungsausschuss mit der Überwachung der Rechnungslegung und des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems, der Abschlussprüfung sowie der Compliance. Mitglieder des Prüfungsausschusses waren im abgelaufenen Geschäftsjahr Theodor Stuth (Vorsitzender), Andrea Abt, Francesco Grioli, Dr. Axel Herberg, Markus Rocholz und Katja Schnitzler.

Nominierungsausschuss

Der Nominierungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat geeignete Kandidatenvorschläge für dessen Wahlvorschläge für Aufsichtsratsmitglieder als Vertreter der Anteilseigner an die Hauptversammlung. Mitglieder des Nominierungsausschusses waren im abgelaufenen Geschäftsjahr Dr. Axel Herberg (Vorsitzender), Dr. Peter Noé und Udo J. Vetter.# Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder

Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder müssen dem Aufsichtsratsvorsitzenden gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex und den Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat Interessenkonflikte offenlegen. Bei wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten hat ein Aufsichtsratsmitglied sein Amt niederzulegen. Der Aufsichtsrat informiert in seinem Bericht an die Hauptversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung. Im Berichtszeitraum traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf.

In Ergänzung zu den Anforderungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats, die sich aus Gesetz und dem Deutschen Corporate Governance Kodex ergeben, hat der Aufsichtsrat in seiner Geschäftsordnung in Übereinstimmung mit Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats konkrete Ziele benannt und das folgende Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet:

Kenntnisse, Fähigkeiten und fachliche Erfahrungen

Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Es sollen Kandidaten vorgeschlagen werden, die durch ihre Integrität, Leistungsbereitschaft, Unabhängigkeit und Persönlichkeit in der Lage sind, die Aufgaben eines Aufsichtsratsmitglieds in der Obergesellschaft eines international tätigen Konzerns wahrzunehmen und dessen Ansehen in der Öffentlichkeit zu wahren.

Im Aufsichtsrat der Gerresheimer AG sollen verschiedene Aufgabenbereiche des Unternehmens durch die einzelnen Mitglieder repräsentiert werden. Sie müssen in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem die Gesellschaft tätig ist, vertraut sein. Jedes Aufsichtsratsmitglied soll möglichst spezielle Fachkenntnisse haben, die für die Geschäftstätigkeit des Unternehmens von Bedeutung sind.

Bei Vorschlägen für Aufsichtsratskandidaten ist auf eine ausgewogene Zusammensetzung zu achten, sodass die gewünschten Fachkenntnisse im Aufsichtsrat möglichst breit vertreten sind. Ziel ist es, dass mindestens zwei Vertreter der Anteilseigner über Erfahrungen in den Bereichen Unternehmensführung, Strategie und Personal verfügen, mindestens ein Vertreter über unternehmensspezifische Branchenkenntnisse verfügt und mindestens ein Vertreter der Anteilseigner über spezifische Branchenkenntnisse auf Kundenseite verfügt.

Unabhängigkeit und Interessenkonflikte

Dem Aufsichtsrat soll eine nach seiner Einschätzung ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören. Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand steht, die einen Interessenkonflikt begründet. Ehemalige Vorstandsmitglieder der Gesellschaft gelten nach Einschätzung des Aufsichtsrats für fünf Jahre nach deren Ausscheiden als nicht unabhängig. Das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses von Aufsichtsratsmitgliedern mit der Gerresheimer AG oder einem Konzernunternehmen oder das Bestehen einer Altersversorgungszusage einer dieser Gesellschaften zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern begründet als solches keinen Interessenkonflikt.

Der Aufsichtsrat benennt in diesem Zusammenhang folgende Ziele für seine Zusammensetzung:
* Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktionen oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft oder eines Konzernunternehmens ausüben,
* Aufsichtsratsmitglieder sollen keine aktive Rolle bei Kunden oder Lieferanten der Gesellschaft oder eines Konzernunternehmens wahrnehmen,
* dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören und
* mindestens vier von sechs Vertretern der Anteilseigner im Aufsichtsrat sollen unabhängig sein.

Verfügbarkeit

Aufsichtsratsmitglieder sollen für die Wahrnehmung des Mandats genügend Zeit zur Verfügung haben, sodass das Mandat mit der gebotenen Regelmäßigkeit und Sorgfalt wahrgenommen werden kann. Ein Aufsichtsratsmitglied, das dem Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft angehört, soll grundsätzlich insgesamt nicht mehr als drei Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Gesellschaften oder in Aufsichtsgremien von nicht börsennotierten Gesellschaften mit vergleichbaren Anforderungen wahrnehmen, die nicht dem Konzern derjenigen Gesellschaft angehören, in der die Vorstandstätigkeit ausgeübt wird.

Ehemalige Vorstandsmitglieder

Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören. Vorstandsmitglieder dürfen vor Ablauf von zwei Jahren nach dem Ende ihrer Bestellung nicht Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft werden, es sei denn, ihre Wahl erfolgt auf Vorschlag von Aktionären, die mehr als 25% der Stimmrechte an der Gesellschaft halten. In diesem Fall soll der Wechsel in den Aufsichtsratsvorsitz eine Ausnahme sein, die der Hauptversammlung zu begründen ist.

Altersgrenze

Die Amtszeit eines Aufsichtsratsmitglieds endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die auf die Vollendung des 70. Lebensjahres folgt. Der Aufsichtsrat befürwortet auch Wahlvorschläge für Kandidaten, die während der gesetzlichen Wahlperiode das 70. Lebensjahr überschreiten, wobei auch deren Amtszeit mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung endet, die auf die Vollendung des 70. Lebensjahres folgt.

Internationalität

Mindestens ein Vertreter der Anteilseigner soll über mehrjährige internationale Erfahrungen aus einer beruflichen Tätigkeit oder über eine ausländische Staatsangehörigkeit verfügen.

Mindestanteil von Frauen und Männern

Der Mindestanteil von Frauen und Männern im Aufsichtsrat richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen in ihrer jeweils gültigen Fassung.

Der Aufsichtsrat erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung das vorbeschriebene Kompetenzprofil für das Gesamtgremium. Insbesondere gelten nach Einschätzung des Aufsichtsrats derzeit alle Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat, namentlich Dr. Axel Herberg, Andrea Abt, Dr. Karin Dorrepaal, Dr. Peter Noé, Theodor Stuth und Udo J. Vetter, als unabhängig.

HAUPTVERSAMMLUNG

Die Hauptversammlung stellt das Organ der Aktionäre dar und trifft die grundlegenden Entscheidungen für die Gerresheimer AG. Zu diesen zählen die Gewinnverwendung, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Wahl der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat und die Wahl des Abschlussprüfers. Darüber hinaus entscheidet die Hauptversammlung über Satzungsänderungen und wesentliche unternehmerische Maßnahmen, wie insbesondere Unternehmensverträge und Umwandlungen, über die Ausgabe von neuen Aktien, Wandel- und Optionsschuldverschreibungen sowie über die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien.

Die Aktionäre haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung selbst auszuüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben zu lassen. Den Vorsitz in der Hauptversammlung führt der Aufsichtsratsvorsitzende.

RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNG

Die Rechnungslegung des Gerresheimer Konzerns erfolgt nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den zusätzlich nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Der Jahresabschluss der Gerresheimer AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) erstellt.

Die Wahl des Abschlussprüfers erfolgt gemäß den gesetzlichen Bestimmungen durch die Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2018 wurde die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, zum Abschlussprüfer bestellt. Der Aufsichtsrat beauftragt den von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer, bestimmt Prüfungsschwerpunkte und legt das Honorar fest. Dabei wird sichergestellt, dass keine Interessenkonflikte die Arbeit des Abschlussprüfers beeinträchtigen.

RISIKOMANAGEMENT

Zu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang mit Risiken für das Unternehmen. Die Gerresheimer AG hat zu diesem Zweck über das gesetzlich vorgeschriebene Risikofrüherkennungssystem, bezogen auf bestandsgefährdende Risiken, hinaus ein systematisches Risikomanagement eingerichtet. Dieses ist darauf ausgerichtet, Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und zu steuern. Dieses System wird kontinuierlich weiterentwickelt. Dadurch können Risikopositionen optimiert werden.

TRANSPARENZ

Die Gerresheimer AG kommuniziert offen, aktiv und ausführlich. Sie informiert Aktionäre, Aktionärsvereinigungen, Analysten und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig, zeitnah und gleichberechtigt über die Lage des Unternehmens sowie über wesentliche geschäftliche Veränderungen. Dabei zählt die Internetseite des Unternehmens (www.gerresheimer.com) zu den zentralen Medien. Dort finden sich die Geschäfts- und Zwischenberichte, Pressemitteilungen, Ad-hoc- und sonstige Mitteilungen nach der Marktmissbrauchsverordnung, der Finanzkalender sowie andere relevante Informationen. Darüber hinaus führt die Gerresheimer AG regelmäßig Analysten- und Pressekonferenzen sowie Veranstaltungen für Investoren durch.

VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS

Die Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2018 wird in einem Vergütungsbericht im Rahmen des Konzern-Lageberichts dargestellt und veröffentlicht. Zur Vermeidung einer doppelten Darstellung macht sich dieser Corporate Governance-Bericht die Darstellung im Konzern-Lagebericht ausdrücklich zu eigen und verweist auf diese.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS

Die Vergütung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2018 wird ebenfalls in einem Vergütungsbericht im Rahmen des Konzern-Lageberichts dargestellt und veröffentlicht. Die Gesellschaft hat mit sämtlichen Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen über eine langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung geschlossen. Dieses sogenannte Phantom Stocks-Programm wird ebenfalls in dem Vergütungsbericht dargestellt und veröffentlicht.# Corporate Governance-Bericht

Zur Vermeidung einer doppelten Darstellung macht sich dieser Corporate Governance-Bericht auch hier die Darstellung im Konzern-Lagebericht ausdrücklich zu eigen und verweist auf diese. Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat am 30. April 2015 das System zur Vergütung der Vorstandsmitglieder gebilligt. Änderungen an diesem System sind seitdem nicht eingetreten.

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG

Vorstand und Aufsichtsrat einer börsennotierten deutschen Aktiengesellschaft sind gemäß § 161 AktG verpflichtet, einmal jährlich zu erklären, ob den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht. Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben zuletzt am 6. September 2018 die nachstehend aufgeführte Entsprechenserklärung beschlossen.

"Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG zu den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' gemäß § 161 Aktiengesetz

Mit Ausnahme der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Absatz 2 Satz 2 hat die Gerresheimer AG allen Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 7. Februar 2017 seit der letzten Entsprechenserklärung vom 5. September 2017 entsprochen. Den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 7. Februar 2017 wird die Gerresheimer AG zukünftig ebenfalls mit folgender Ausnahme entsprechen:

Ziffer 5.4.1. Absatz 2 Satz 2: Der Aufsichtsrat hat keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt.

Begründung: Die Eignung zur Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit hängt nach unserer Überzeugung allein von den jeweiligen Bedürfnissen der Gesellschaft und den individuellen Fähigkeiten der Aufsichtsräte ab. Die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat halten wir nicht für sinnvoll, da dem Unternehmen auch die Expertise erfahrener Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen soll."

Diese Entsprechenserklärung sowie weitere vorangegangene Entsprechenserklärungen sind auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.gerresheimer.com zugänglich.

GERRESHEIMER AM KAPITALMARKT

DAS BÖRSENJAHR 2018

Die internationalen Aktienmärkte starteten bis Anfang Februar 2018, u. a. gestützt von einem guten globalen Konjunkturumfeld, mit einer positiven Entwicklung in das Geschäftsjahr 2018. Dieser Trend konnte sich über die Folgemonate nicht durchsetzen, obwohl der Zeitraum bis Ende September überwiegend noch von einer robusten Konjunktur geprägt war. Anhaltende Unsicherheiten über internationale Handelsbeziehungen und die Folgen des Brexit sowie politische Diskussionen über die Verschuldung einiger Schwellenländer dämpften temporär immer wieder die Kursentwicklung. Seit Ende September verstärkten vor allem die etwas weniger optimistischen Aussichten für die Weltwirtschaft die Belastungsfaktoren der internationalen Aktienmärkte, die nun deutlich unter Druck gerieten.

GERRESHEIMER AKTIE

Diese Entwicklungen beeinflussten auch den Kursverlauf der Gerresheimer Aktie und ihres Vergleichsindex MDAX. Mit Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse mit einer erhöhten Wachstumsprognose und der Übernahme der Sensile Medical AG zog der Kurs der Gerresheimer AG ab Mitte Juli deutlich an und erreichte am 12. September 2018 mit EUR 79,80 den Jahreshöchstkurs. Dem im September einsetzenden Druck auf die internationalen Aktienmärkte konnte sich auch die Gerresheimer Aktie nicht entziehen. Sie markierte am 15. Oktober 2018 mit EUR 59,75 den Tiefstkurs des Geschäftsjahres 2018. Die Gerresheimer Aktie konnte zum Stichtag 30. November 2018, trotz eines Rückgangs um 6,2 %, den MDAX um 7 % outperformen und schloss das Geschäftsjahr 2018 bei einem Kurs von EUR 62,90. Unter Berücksichtigung der gezahlten Dividende lag die Gerresheimer Aktie mit einer Entwicklung von - 4,6 % zum Stichtag 30. November 2018 8,7 % über der Entwicklung ihres Vergleichsindex MDAX, die im Verlauf des Geschäftsjahres 2018 bei -13,2 % lag. Langfristig betrachtet bewegt sich unsere Aktie seit dem Börsengang im Jahr 2007 weiterhin im Aufwärtrend. Ein langfristig orientierter Anleger konnte seit dem Börsengang, unter Berücksichtigung reinvestierter Dividenden, bis zum Stichtag 30. November 2018 eine Rendite von über 100 % erzielen. Die anhaltenden Sorgen um politische Risiken und um eine abflauende Weltkonjunktur setzten die internationalen Aktienmärkte bis Ende Dezember 2018 weiterhin unter Druck. Diese Entwicklung bildeten auch die Kursverläufe der Gerresheimer Aktie und des MDAX ab. Seit Anfang Januar 2019 konnte sich der Kurs der Gerresheimer Aktie sehr schnell deutlich erholen und lag am 18. Januar 2019 mit einem Schlusskurs von EUR 60,40 wieder oberhalb der EUR 60,00 Marke.

Die Aktie der Gerresheimer AG im indexierten Vergleich zum MDAX Total Performance unter Berücksgung der gezahlten Dividende

Index 30. November 2016 = 100 %
MDAX Total Performance 100,0 %
Gerresheimer Aktie 108,7 %

DIE MEHRHEIT DER BANKANALYSTEN EMPFIEHLT WEITERHIN, DIE AKTIE ZU KAUFEN ODER ZU HALTEN

Per 18. Januar 2019 veröffentlichen 15 Bankanalysten regelmäßig Analystenstudien, sogenannte Researchs, zur Entwicklung der Gerresheimer AG, verbunden mit Investment-Empfehlungen. Sieben Analysten sprachen eine Kauf- und fünf Analysten eine Halteempfehlung aus. Zum Verkauf rieten drei Analysten. Das durchschnittliche Kursziel betrug zum 18. Januar 2019 EUR 70,64. Die folgenden Grafiken geben einen Überblick über die zum 18. Januar 2019 berichtenden Bankhäuser sowie deren Empfehlungen:

Research zur Aktie

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  • Bankhaus Lampe
  • Equi.TS
  • Kepler Cheuvreux
  • Berenberg Bank
  • Goldman Sachs
  • LBBW
  • Commerzbank
  • Hauck & Aufhäuser
  • MainFirst
  • Credit Suisse
  • HSBC
  • Metzler
  • Deutsche Bank
  • J.P. Morgan
  • Cazenove
  • Pareto (ehemals equinet Bank)

Die Empfehlungen der Analysten im Überblick

Stand: 18. Januar 2019

Empfehlung Anzahl (Vorjahreswerte)
Kaufen 7
Halten 5
Verkaufen 3

HAUPTVERSAMMLUNG 2018 ERNEUT MIT SEHR HOHER KAPITALPRÄSENZ - DIVIDENDE STEIGT AUF EUR 1,10 JE AKTIE

Auf der Hauptversammlung am 25. April 2018 waren 79,78 % des Grundkapitals vertreten. Alle Beschlüsse des Vorstands und Aufsichtsrats wurden mit großer Mehrheit bestätigt. So wurde der Ausschüttung einer Dividende in Höhe von EUR 1,10 je Aktie zugestimmt (Vorjahr: EUR 1,05 je Aktie). Dies entspricht einer Erhöhung um 4,8 % je dividendenberechtigter Stückaktie und ist die siebte Erhöhung in Folge. Die Dividende wurde am 30. April 2018 ausgezahlt. Für das Geschäftsjahr 2018 werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 1,15 je Aktie auszuschütten. Alle wesentlichen Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung sind unter www.gerresheimer.com/investor-relations/hauptversammlung verfügbar.

Kennzahlen zur Aktie

2018 2017
Anzahl der Aktien zum Stichtag (in Mio. Stück) 31,4 31,4
Aktienkurs zum Stichtag (in EUR) 62,90 67,06
Marktkapitalisierung zum Stichtag (in Mio EUR) 1.975,1 2.105,7
Höchstkurs im Berichtszeitraum (in EUR) 79,80 78,01
Tiefstkurs¹) im Berichtszeitraum (in EUR) 59,75 61,03
Ergebnis je Aktie (in EUR) 4,11 3,21
Dividende je Aktie (in EUR) 1,15²) 1,10

1) Xetra-Tagesschlusskurs.
2) Gewinnverwendungsvorschlag.

Stammdaten der Aktie

  • ISIN: DE000A0LD6E6
  • WKN: A0LD6E
  • Kürzel Bloomberg: GXI
  • Kürzel Reuters: GXIG.DE
  • Mitgliedschaft der Aktie in Börsenindizes: MDAX, CDAX, HDAX, Prime All Share, Classic All Share, EURO STOXX TMI, sowie weitere Sektor- und Größenindizes
  • Börsenplätze: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt (Xetra und Parkett), Hamburg, Hannover, München, Stuttgart, Tradegate Exchange

WACHSTUMSORIENTIERTE INVESTOREN DOMINIEREN WEITERHIN DEUTLICH INNERHALB DER UNVERÄNDERT STABILEN AKTIONÄRSSTRUKTUR

Auf Basis der verfügbaren Quellen zeigt unsere Aktionärsstruktur weiterhin eine stabile internationale Verteilung unseres Grundkapitals. Den größten Teil am Streubesitz halten am 18. Januar 2019, bezogen auf unsere TOP-25-Investoren, mit rund 26 % niederländische Investoren, mit rund 24 % nordamerikanische Investoren, gefolgt von rund 23 % britischen Anlegern. Der Anteil deutscher Aktionäre betrug rund 2 %. Die Höhe des Streubesitzes, der sogenannte Free Float, lag zum 18. Januar 2019 unverändert bei 100 %. Bezogen auf unsere TOP-25-Aktionäre dominieren wachstumsorientierte Investoren (Growth) deutlich unverändert nach Investorentyp, gefolgt von werteorientierten Investoren (Value).

Nach den uns vorliegenden Mitteilungen sind folgende Großaktionäre mit einem Anteil von mehr als 5 % an der Gerresheimer AG gemäß WpHG beteiligt:

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  • Gesellschaft: NN Group N.V., Anteil in %: 5,20, Meldedatum: 17. September 2014
  • Gesellschaft: Stichting Pensioenfonds ABP, Anteil in %: 5,10, Meldedatum: 30. Juli 2015
  • Gesellschaft: BNP Paribas Investment Partners S.A., Anteil in %: 5,07, Meldedatum: 16. Dezember 2016

Diese drei Großaktionäre halten somit zusammen rund 15,4 % vom Streubesitz. Alle Stimmrechtsmitteilungen können unter www.gerresheimer.com/investor-relations/corporate-governance/stimmrechtsmitteilungen auf unserer Webseite eingesehen werden.

Aktionärsstruktur der TOP-25-Investoren nach Regionen in % (Vorjahreswerte)

Region Anteil in %
Niederlande 26
Nordamerika 24
Großbritannien 23
Deutschland 2
Sonstige 25

Aktionärsstruktur der TOP-25-Investoren nach Anlagestil in % (Vorjahreswerte)

Anlagestil Anteil in %
Growth 60
Value 30
Sonstige 10

GERRESHEIMER SCHULDVERSCHREIBUNG

Am 21. Mai 2018 wurde die am 19. Mai 2011 emittierte Anleihe mit der ISIN XS0626028566 mit einem Rückzahlungskurs von 100 % endfällig zurückgezahlt. Das Volumen der Schuldverschreibung betrug EUR 300,0 Mio. Die Schuldverschreibung war mit einem jährlichen Zinskupon in Höhe von 5 % ausgestattet.

GERRESHEIMER RATING

Die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's bewerteten die Gerresheimer AG im April bzw. Mai 2018 unverändert mit Baa3, Ausblick negativ bzw. BBB-, Ausblick stabil und sehen uns damit weiterhin im Investmentgrade.# Konzern-Lagebericht

DER GERRESHEIMER AG

ÜBERBLICK ÜBER DAS GESCHÄFTSJAHR 2018

  • Umsatz- und Adjusted EBITDA-Ziele erreicht
  • Währungsbereinigte Umsatzerlöse wachsen um 4,3 % auf EUR 1.406,7 Mio. gegenüber dem Geschäftsjahr 2017
  • 3,4 % organisches Umsatzwachstum
  • Berichtete Umsatzerlöse steigen um 1,4 % auf EUR 1.367,7 Mio. gegenüber dem Vorjahr
  • Trotz höherer Belastungen, insbesondere durch Energiekosten und Kosten für Kunststoffgranulate, konnte das währungsbereinigte Adjusted EBITDA ohne Berücksichtigung der negativen Effekte aus der Netzentgeltbefreiung und der Bewertung der Triveni Put-Option sowie dem Geschäftsbereich Advanced Technologies auf dem starken Niveau des Vorjahres mit EUR 307,5 Mio. gehalten werden
  • Berichtetes Adjusted EBITDA liegt bei EUR 298,6 Mio.
  • Sensile Medical im Juli 2018 erworben, erfolgreich integriert und Geschäftsbereich Advanced Technologies gegründet
  • Starkes bereinigtes Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen in Höhe von EUR 178,0 Mio. (Vorjahr: EUR 127,5 Mio.), im Wesentlichen aufgrund der positiven Effekte aus der US-Steuerreform
  • Erneute Erhöhung der vorgeschlagenen Dividende auf EUR 1,15 je Aktie (Vorjahr: EUR 1,10 je Aktie)
  • Konsequente Ausrichtung auf profitables Wachstum
  • Ausblick 2019: Währungsbereinigte Umsatzerlöse in einer Bandbreite von rund EUR 1,4 Mrd. bis EUR 1,45 Mrd. erwartet gegenüber dem Vergleichswert für das Geschäftsjahr 2018 in Höhe von EUR 1.359,7 Mio.; für das währungsbereinigte Adjusted EBITDA werden rund EUR 295 Mio. (Bandbreite: plus/minus EUR 5 Mio.) erwartet, nach einem Vergleichswert von EUR 289,1 Mio. im Geschäftsjahr 2018. Zusätzlich ergibt sich im Geschäftsjahr 2019 ein sonstiger betrieblicher Ertrag in Höhe von rund EUR 90 Mio. aufgrund der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical, aufgrund der Kündigung eines Kunden in Bezug auf ein Projekt zur Entwicklung einer Mikropumpe zur Behandlung von Herzerkrankungen
  • Großer Inhalatorauftrag eines bedeutenden internationalen Pharmaherstellers für Europa gewonnen und zum Hauptlieferant für vorfüllbare Spritzen bei einem der größten Heparinhersteller ernannt; dies führt zu höheren Investitionen in den Jahren 2019 und 2020
  • Mit dem Eintritt von Dietmar Siemssen am 1. November 2018 einen neuen, erfahrenen Vorstandsvorsitzenden gewonnen. Dr. Bernd Metzner wird spätestens zum 1. Juli 2019 Finanzvorstand und komplettiert damit wieder den Vorstand

DER GERRESHEIMER KONZERN

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Der Gerresheimer Konzern ist ein weltweit führender Hersteller hochwertiger Spezialprodukte aus Glas und Kunststoff für die internationale Pharma- und Healthcareindustrie. Wir bieten auf Basis eigener Entwicklungen und modernster Produktionstechnologien pharmazeutische Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systeme, Diagnostiksysteme und Verpackungen für die Kosmetikindustrie. Der Konzern umfasst sowohl die Gerresheimer AG mit Sitz in Düsseldorf (Deutschland) als auch die von ihr direkt und indirekt gehaltenen Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen. Für den Konzern waren zum Ende des Geschäftsjahres 2018 weltweit 9.890 Mitarbeiter1) an 46 Standorten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien tätig. Damit erhöhte sich die Anzahl der Mitarbeiter im Vergleich zum 30. November 2017 um 1,4 %. Die Gerresheimer AG ist das Mutterunternehmen des Gerresheimer Konzerns und steuert die von ihr direkt und indirekt gehaltenen Beteiligungen.

1) Im Folgenden wird statt "Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen" die lesefreundlichere Variante "Mitarbeiter" verwendet. Die gewählte männliche Form steht stellvertretend für alle Geschlechter.

GESCHÄFTSBEREICHE

Der Gerresheimer Konzern wird über strategische Geschäftseinheiten in Form von Geschäftsbereichen gesteuert. Diese werden nach ihren spezifischen Herstellungstechnologien und Materialien, die wir für unsere Produkte verwenden, zu berichtspflichtigen Segmenten zusammengefasst. Unser Geschäftsmodell ist seit dem Erwerb der Sensile Medical in die drei berichtspflichtigen operativen Geschäftsbereiche Plastics & Devices, Primary Packaging Glass und Advanced Technologies gegliedert. Wir berichten entsprechend dem Rechnungslegungsstandard IFRS 8 nach Geschäftssegmenten unter Anwendung des sogenannten "Management Approach". Entsprechend orientiert sich unsere externe Berichterstattung am internen Berichtswesen.

PLASTICS & DEVICES

Unser Produktportfolio im Geschäftsbereich Plastics & Devices umfasst komplexe kundenspezifische Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten. Dazu zählen Insulin-Pens, Inhalatoren oder vorfüllbare Spritzen. Darüber hinaus gehören zu diesem Bereich Produkte für die Diagnostik und Medizintechnik wie Stechhilfen und Testsysteme sowie pharmazeutische Kunststoffbehälter für flüssige und feste Medikamente mit Verschluss- und Sicherheitssystemen. Wir entwickeln und vertreiben einerseits komplexe Systeme und Systemkomponenten aus Kunststoff im Rahmen individueller Projektgeschäfte. Unsere Zielgruppe umfasst Kunden aus der Pharmaindustrie, der Diagnostik und der Medizintechnik. Diesen Kunden bieten wir individuelle Serviceleistungen an und decken damit sämtliche Stufen der Wertschöpfungskette ab. Das Produktspektrum unserer medizinischen Kunststoffsysteme reicht von Inhalatoren für die gezielte Behandlung von Atemwegserkrankungen über Lanzetten und Insulin-Pen-Systeme für Diabetiker bis hin zu unterschiedlichsten Testsystemen und Einmalprodukten für die Labor- und Molekulardiagnostik. Andererseits umfasst der Geschäftsbereich Plastics & Devices Systemverpackungen aus Kunststoff, die für flüssige und feste Medikamente eingesetzt werden können. Zu unserer breiten Palette hochwertiger Primärverpackungen für Arzneimittel zählen Applikations- und Dosiersysteme wie Augentropfen- oder Nasensprayfläschchen sowie Spezialbehälter für Tabletten und Pulver. Überdies beinhaltet unser Sortiment multifunktionale Verschlusssysteme mit Originalitätssicherungen, kindersicheren und seniorengerechten Applikationen sowie integrierten Feuchtigkeitsabsorbern. In den USA ist der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente von dem sogenannten "pour-and-count"-System geprägt. Die in der Verschreibung genannte genaue Menge der oral einzunehmenden Medikamente wird speziell für den einzelnen Patienten in Kunststoffverpackungen abgefüllt. Auch für dieses Marktsegment haben wir ein starkes Produktportfolio und beliefern landesweite und regionale Apothekenketten, Supermärkte und Großhändler.

PRIMARY PACKAGING GLASS

Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass produzieren wir Primärverpackungen aus Glas für Medikamente und Kosmetik. Dazu zählen Pharmagläser, Ampullen, Injektionsfläschchen, Karpulen, Parfümflakons und Cremetiegel sowie spezielle Gläser für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie. Für die pharmazeutische Industrie umfasst unser Angebot vielfältige Primärverpackungen aus Glas. Zu den Produkten aus Behälterglas gehören Injektions-, Tropf- und Sirupflaschen in mannigfaltigen markt- und bedarfsgerechten Ausführungen. Zudem produzieren wir aus Borosilikatglas-Röhren hochwertige Spezialprodukte wie Ampullen, Fläschchen und Karpulen. So bieten wir eine praktisch lückenlose Weiß- und Braunglaspalette für Pharmaverpackungen an. Unser Produktportfolio für die Kosmetikindustrie umfasst hochwertige Glasverpackungen wie Fläschchen und Gläser für Parfüms, Deodorants, Hautpflegeoder Wellnessprodukte. Wir verarbeiten Klar-, Farb- und Opalglas. Hierfür verfügen wir über sämtliche Technologien zur Form- und Farbgebung, zum Bedrucken sowie zur exklusiven Veredelung. Für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie bieten wir sowohl standardisierte als auch kundenspezifische Fläschchen, Flaschen, Gläschen und Gläser, die unter anderem für Kleinspirituosen genutzt werden, an. Unser Produktionsspektrum umfasst verschiedene Variationen, wie Braun-, Weiß-, Farb- oder Opalglas, diverse Formvarianten und zahlreiche Möglichkeiten der Veredelung.

INVESTOR RELATIONS IM DIALOG MIT DEM KAPITALMARKT

Institutionelle Investoren und Analysten nutzten auch im vergangenen Jahr zahlreich die Möglichkeit eines persönlichen Dialogs mit dem Vorstand und Investor Relations, um unser Unternehmen kennenzulernen. In internationalen wie auch nationalen Finanzzentren, wie z. B. Frankfurt, London, Paris und New York veranstalteten wir Roadshows und besuchten Investorenkonferenzen. Zudem standen wir in einer Vielzahl von Telefongesprächen, z. B. für sogenannte follow-up Gespräche, den Kapitalmarktteilnehmern zur Verfügung. Privatanleger hatten die Möglichkeit, unser Unternehmen auf von Investor Relations begleiteten Aktionärsforen kennenzulernen. Unsere Berichte, Webcasts und Präsentationen können auf unserer Webseite unter www.gerresheimer.com/investor-relations/berichte bzw. www.gerresheimer.com/investor-relations/praesentationen eingesehen werden. Im Sinne unserer Unternehmensphilosophie werden wir den kontinuierlichen, verlässlichen und transparenten Dialog mit dem Kapitalmarkt auch im kommenden Geschäftsjahr fortführen. Unseren Finanzkalender sowie eine Übersicht von Veranstaltungen, auf denen wir unser Unternehmen präsentieren werden, finden Sie auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/investor-relations/termine/finanzkalender.

Finanzkalender

Datum Veranstaltung
11.04.2019 Quartalsfinanzbericht 1. Quartal 2019
06.06.2019 Hauptversammlung 2019
07.2019 Quartalsfinanzbericht 2. Quartal 2019
10.10.2019 Quartalsfinanzbericht 3. Quartal 2019

Da mit der Rückzahlung der Schuldverschreibung im Mai 2018 ein öffentliches Rating der Gerresheimer AG nicht mehr notwendig ist, wurden die Vereinbarungen mit beiden Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's im Sommer 2018 durch die Gerresheimer AG gekündigt.

Rating Unternehmensrating zum 31.05.2018

Agentur Rating Ausblick
Standard & Poor's BBB- stabil
Moody's Baa3 negativ

Im Geschäftsbereich Advanced Technologies geht es um die Entwicklung und Produktion von intelligenten Systemen zur Verabreichung von Arzneimitteln. Das im Geschäftsjahr 2018 akquirierte Schweizer Technologie-Unternehmen Sensile Medical bildet das Fundament des Geschäftsbereiches. Für Pharma- und Biotechunternehmen werden Drug-Delivery-Systeme mit digitalen und elektronischen State-of-the-Art-Technologien angeboten. Aktuell umfasst das Portfolio patentierte Mikropumpen, etwa für die Selbstbehandlung bei Diabetes oder Parkinson.

ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Die Gerresheimer AG sowie die weiteren in den Konzern-Abschluss einbezogenen Tochterunternehmen unterhalten keine Zweigniederlassungen.

KONZERNSTRATEGIE UND ZIELE

Die Nachfrage nach medizinischer Versorgung wächst weltweit. Wesentliche Treiber sind sechs globale Megatrends (siehe auch Kapitel "Megatrends" Seite 102):

  • Zunahme chronischer Erkrankungen & alternde Bevölkerung,
  • Schnelles Wachstum im Bereich Generika,
  • Ansteigende Gesundheitsversorgung in den Schwellenländern,
  • Strengere regulatorische Anforderungen,
  • Neue Medikamente, insbesondere Biosimilars und Biotech,
  • Wachsender Trend zur Selbsmedikation.

Für uns als strategischen Partner bei der Entwicklung und Produktion hochwertiger Spezialverpackungen und Drug-Delivery-Systeme für die Pharma- und Kosmetikindustrie eröffnen sich damit Chancen für weiteres nachhaltiges und profitables Wachstum. Mit unserer globalen Kompetenz erfüllen wir die steigenden Anforderungen unserer Kunden an höchste Qualität sowohl in den Industrienationen als auch in den Schwellenländern.

UNSERE VISION UND MISSION

Wir verfolgen die Vision, der weltweit führende Partner für Lösungen zu werden, die Gesundheit und Wohlbefinden verbessern. Dabei ist die Leidenschaft unserer Mitarbeiter die Grundlage für unseren Erfolg. Bei der weiteren Umsetzung unserer Vision helfen uns diese Leitlinien:

  1. Wir möchten die Bedürfnisse unserer Kunden verstehen und ihnen Lösungen für ihre gegenwärtigen und künftigen Anforderungen bieten. Herausragende Qualität und Liefertreue auch bei sehr hohen Volumina zeichnen uns aus und sind für unsere Kunden die unbedingte Voraussetzung, den hohen Anforderungen des Marktes und der Regulierungsbehörden nachzukommen. Gemeinsam mit unseren Kunden gehen wir aber auch neue Wege, um Trends wie Selbstmedikation oder biologisch hergestellte Medikamente zu antizipieren, neue Produkte und Prozesse zu entwickeln und Innovationen zu fördern.
  2. Wir verpflichten uns zu kontinuierlicher Innovation und herausragender Qualität. Wir entwickeln unser Angebotsspektrum insbesondere für neue Medikamente und neue Qualitätsanforderungen fortlaufend weiter und investieren in diese wichtigen Wachstumsmärkte der Zukunft. Unsere langjährige Erfahrung, die hohe Expertise und Motivation unserer Mitarbeiter wie auch unsere konsequente Investitionspolitik, basierend auf unserer finanziellen Stabilität, machen uns dabei zu einem bevorzugten Lieferanten der Pharmaindustrie.
  3. Wir wollen unser Technologie-Know-how und unsere Kompetenzen nutzen und als ein Team agieren. Wir produzieren seit vielen Jahrzehnten Verpackungen aus Glas und Kunststoff. Dieses Wissen, das wir im Sinne unserer Kunden nutzen und über Fortbildung und Schulungen noch erweitern, bedeutet einen hohen Wert. Wir standardisieren unsere Produktionsanlagen und Prozesse über Werksgrenzen hinweg, sorgen teamübergreifend für den Transfer von Know-how und messen das Ergebnis an definierten Operational-Excellence-Kennzahlen.
  4. Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber mit hoch motivierten und engagierten Mitarbeitern weltweit sein. Unsere rund 10.000 Mitarbeiter sind die Grundlage für unseren heutigen und zukünftigen Erfolg. Dementsprechend setzen wir auf gute Arbeitsbedingungen, Förderung der Mitarbeiter, Talentmanagement und auf umfassendes, lebenslanges Lernen. Wir vertrauen dabei auf eine gesunde Mischung aus jungen und erfahrenen Mitarbeitern, die wir durch systematische Aus- und Weiterbildung in die Lage versetzen, sich für die ständig steigenden Anforderungen zu qualifizieren und ihre Arbeitsplatzzufriedenheit sicherzustellen.

Auf diesen vier Leitlinien aufbauend ergibt sich unser Ziel: Wir wollen unsere globale Präsenz ausbauen und profitables und nachhaltiges Wachstum erzielen.

UNSERE STRATEGISCHEN ZIELE

  1. Profitables Wachstum
    Wir wollen nachhaltig profitabel wachsen. Dieses Ziel erreichen wir, indem wir die Umsatzerlöse mit unseren bestehenden Kunden steigern, in neue Produkte und Technologien investieren sowie weitere Regionen, Märkte und Kunden für uns erschließen. Um dies zu erreichen, akquirieren wir auch gezielt Unternehmen, die unseren Kriterien entsprechen. Unser Fokus liegt dabei auf Zukäufen, die uns entweder den Zugang zu neuen Regionen, neuen Produkten oder auch den Erwerb neuer Technologien ermöglichen. Wir wollen mit dem Markt wachsen. Darüber hinaus streben wir weiteres organisches Wachstum durch Marktanteilsgewinne und verbesserten Produktmix an. Wir konzentrieren uns auf ein profitables Wachstum, das sich in einem steigenden Adjusted EBITDA und in einem höheren Operating Cash Flow widerspiegeln soll. Qualifizierte Mitarbeiter, moderne und effiziente Technologien, strikte Kostenkontrolle sowie ein hohes Qualitätsniveau sind die Voraussetzungen dafür. Wir investieren gezielt in Fortbildung, in effiziente Produktion und in hohe Qualität. Dabei sichert uns die zuverlässige Lieferung qualitativ hochwertiger Pharma- und Kosmetikverpackungen und Drug-Delivery-Systeme weltweit eine Spitzenposition als anerkannter Partner unserer Kunden.

  2. Führende Wettbewerbsposition
    Wir streben eine führende Wettbewerbsposition in den Märkten an, in denen wir aktiv sind, sei es durch Produkte, Technologien oder über Kostenführerschaft. Wir investieren immer nur dort, wo das Ziel erreichbar ist, beim relevanten Marktanteil zu den führenden drei Unternehmen zu gehören.

  3. Attraktivität für Finanzmärkte
    Unser Ziel ist eine kontinuierliche Wertsteigerung. Diese soll sich mittelfristig in einem verbesserten Gerresheimer Return on Capital Employed (Gx ROCE, siehe Abschnitt "Erfolgskennzahlen zum eingesetzten Kapital") widerspiegeln. Kurzfristig kann sich der Gx ROCE durch Akquisitionen verschlechtern, wobei die strategische Nachhaltigkeit der Akquisition eindeutig auf profitables Wachstum ausgerichtet sein muss. Auf diesem Wege wollen wir für unsere bestehenden und zukünftigen Investoren ein attraktives Investment darstellen. Wir beteiligen unsere Aktionäre über die Dividende an unserem Erfolg. Zuverlässige Schuldentilgung ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Unsere finanzielle Solidität macht uns zudem auch für unsere Kunden und Zulieferer zu einem verlässlichen und starken Partner in einem Umfeld, das auf langfristige und stabile Beziehungen großen Wert legt.

Das profitable Wachstum basiert insbesondere auf den folgenden vier Wachstumstreibern:

  1. Value Proposition, also weitere Potenziale zu erschließen, indem wir unsere Wertschöpfung erweitern, insbesondere mit Dienstleistungen und Produkten, die an unser bisheriges Portfolio angrenzen
  2. Produkte und Innovationen weiter zu entwickeln und auf den Markt zu bringen
  3. Regionale Expansion, also Geschäft in neuen Märkten aufzubauen
  4. Bei bestehenden und neuen Kunden stärker zu wachsen

Der Vorstand hat mit den Verantwortlichen der Geschäftsfelder die konkreten Ziele für das nächste Geschäftsjahr sowie die langfristige strategische Ausrichtung diskutiert und in vielen Mitarbeiter- und Kundendiskussionen gespiegelt. Diese Weichenstellung für die nächsten Jahre wurde im Rahmen der jährlichen operativen und strategischen Planung auch mit dem Aufsichtsrat diskutiert und von diesem verabschiedet. Details hierzu finden sich insbesondere im Ausblick auf den Seiten 99 ff. dieses Konzern-Lageberichtes. Strategische Projekte wie die Akquisition von Sensile Medical und damit die Neugründung des Geschäftsbereiches Advanced Technologies, die Fortsetzung der Fläschchen-Maschinenstrategie, die Einführung neuer Produkte, der Ausbau der Produktionskapazitäten, die konsequente Fortführung der Automatisierung und einiges mehr werden im Detail im Konzern-Lagebericht beschrieben. Alle diese Maßnahmen tragen maßgeblich zur Verbesserung unserer Position als globaler Partner der Pharma- und Kosmetikindustrie bei, steigern das profitable Wachstum und machen Gerresheimer zu einem attraktiven Investment.

STEUERUNGSSYSTEM

Unser unternehmerisches Handeln ist auf profitables Wachstum und globale Marktführerschaft in den Bereichen Pharma und Healthcare sowie Kosmetik ausgerichtet. Daraus leiten sich Umsatzwachstum, Adjusted EBITDA, Operating Cash Flow, Investitionen, Net Working Capital und Gx ROCE als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren für die Steuerung des Gerresheimer Konzerns ab. Diese Leistungsindikatoren werden im Folgenden näher erläutert. Darüber hinaus werden für die Steuerung des Konzerns keine nichtfinanziellen Leistungsindikatoren verwendet. Das Wachstum messen wir anhand der organischen Umsatzveränderung des Gerresheimer Konzerns und seiner Geschäftsbereiche. Im Falle von Akquisitionen oder Desinvestitionen bereinigen wir die Wachstumsrate um die daraus resultierenden Effekte genauso wie um Währungseffekte. Aber auch Akquisitionen und ein aktives Portfoliomanagement gehören zu unserer Strategie zur Weiterentwicklung des Gerresheimer Konzerns. Unsere Profitabilität ermitteln wir dabei in erster Linie anhand des Adjusted EBITDA. Dies setzt sich zusammen aus dem Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen, planmäßigen Abschreibungen, Wertminderungen, Restrukturierungsaufwand sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen.# Management Discussion and Analysis of Financial Condition and Results of Operations

Unter die einmaligen Aufwendungen und Erträge fassen wir Abfindungen für den Vorstand, Kosten einer Refinanzierung, Personalabbau und Restrukturierungen in größerem Umfang (strukturell und strategisch), die nicht die engen Kriterien des IAS 37 erfüllen, Kosten für Akquisitionen (bis zum Zeitpunkt der Akquisition) und Desinvestitionen, Kosten aus der Historie von Gerresheimer, wie z. B. Schiedsgerichtsverfahren, und Ergebnisse aus Betriebsprüfungen. Bei den Bereichen Kosten, Technologien, Mitarbeiter und Prozesse streben wir eine führende Wettbewerbsposition an. Dies ist die Basis, um die Anforderungen unserer Kunden hinsichtlich Qualität, Service, Preis und Innovation zu erfüllen und über dem Branchendurchschnitt liegende Adjusted EBITDA-Marge zu erzielen. Wir legen großen Wert darauf, einen ausreichenden Cash Flow zu erzielen, um die unterschiedlichen Erwartungen unserer Anspruchsgruppen zu erfüllen. Wir messen dies anhand des Operating Cash Flows, der sich wie folgt errechnet: Adjusted EBITDA zuzüglich bzw. abzüglich der Veränderung des Net Working Capitals (Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, erhaltene/geleistete Anzahlungen) abzüglich Investitionen. Für die Kennzahlen Adjusted EBITDA und Operating Cash Flow haben wir pro Geschäftsbereich und Geschäftsfeld individuelle Zielniveaus festgelegt. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist die konsequente Steuerung der Investitionen. Wir bewerten jedes Projekt in jeder Geschäftseinheit nach den gleichen Zielparametern. Dabei spielen die Berechnung gemäß Discounted Cash Flow, also den diskontierten Einnahmenüberschüssen, sowie die Payback-Periode, also die Amortisationsdauer, eine wesentliche Rolle. Erweiterungs- und Rationalisierungsprojekte sollten dabei eine Mindestverzinsung nach Steuern (interner Zinssatz) von 18 % und eine Payback-Periode von unter drei Jahren erzielen. Bei strategischen Projekten sollte die Payback-Periode fünf Jahre im Regelfall nicht übersteigen. Bei Werksneubauten und -erweiterungen kann die Payback-Periode auch darüber liegen. Das Net Working Capital ist neben dem Adjusted EBITDA und den Investitionen die dritte Stellgröße beim Operating Cash Flow. Auch hierauf liegt ein permanenter Schwerpunkt unserer vielfältigen Optimierungsmaßnahmen wie veränderte Zahlungsbedingungen, verbessertes Mahnwesen oder Optimierungen in der Produktionsplanung zwecks Bestandsreduzierung. Dabei ist die Senkung sowie das konsequente Managen des auf Monatsbasis berechneten durchschnittlichen Net Working Capitals unser Ziel, um so den Kapitaleinsatz dauerhaft zu minimieren. Durch die Fokussierung auf Adjusted EBITDA, Investitionen (und damit indirekt auch auf die Abschreibungen) sowie Net Working Capital haben wir im Übrigen die wesentlichen operativen Stellgrößen des Gx ROCE im Blick. Dieser definiert sich bei Gerresheimer als Adjusted EBITA im Verhältnis zum durchschnittlichen Kapitaleinsatz, also Eigenkapital plus verzinsliches Fremdkapital abzüglich liquider Mittel bzw. alternativ berechnet als Bilanzsumme abzüglich unverzinslicher Verbindlichkeiten und liquider Mittel. Neben den oben genannten Kennzahlen stellt der Gx ROCE eine wichtige mittel- bis langfristige Zielgröße für uns dar. Basierend auf der angestrebten Mindestverzinsung nach Steuern (interner Zinssatz) von 18 % für Erweiterungs- und Rationalisierungsprojekte sollte dieser langfristig bei rund 15 % für den Gerresheimer Konzern liegen, nach vormals über 12 %. Neben den Indikatoren zur Beurteilung der finanziellen Geschäftsentwicklung spielen auch nichtfinanzielle Steuerungsgrößen eine wesentliche Rolle für den Erfolg unseres Unternehmens. Aus Konzernsicht sind hier die Innovationsbereitschaft, die Lösungskompetenz sowie insbesondere die Attraktivität für hoch qualifizierte Mitarbeiter und deren Bindung an das Unternehmen für uns von zentraler Bedeutung.

KONJUNKTUR- UND MARKTUMFELD

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Der Internationale Währungsfonds (IWF)2) rechnet in seinem im Oktober 2018 veröffentlichten Prognosebericht mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,7 % für 2018. Die Erwartung an das Wirtschaftswachstum für die Euro-Zone liegt nun bei 2,0 % für 2018. Diese Verringerung basiert auf schwächer als erwarteten Entwicklungen in der ersten Jahreshälfte 2018. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) wurde der Aufschwung der deutschen Wirtschaft im 3. Quartal des Kalenderjahres 2018 lediglich unterbrochen und die Wirtschaftsleistung war mit -0,2 % leicht rückläufig.3) Dennoch sei die Entwicklung lediglich von Sondereffekten getrieben, sodass das BMWi von einer Fortsetzung des Aufschwungs der deutschen Wirtschaft bereits im 4. Quartal 2018 ausgeht. Auch der IWF erwartet für Deutschland weiterhin Wachstum, hat jedoch seine Juliprognose um 0,3 Prozentpunkte auf 1,9 % reduziert. Für die USA wird nach wie vor erwartet, dass sich die kurzfristige Dynamik der Wirtschaft vorübergehend verstärken wird. Die Wachstumsprognose für 2018 liegt hier unverändert bei 2,9 %. Als Haupttreiber nennt der IWF die substantiellen steuerlichen Anreize, gepaart mit einer bereits sehr robusten privaten Nachfrage. Für die Schwellen- und Entwicklungsländer wurde die Juliprognose des IWF für 2018 insbesondere aufgrund der erwarteten negativen Auswirkungen der Handelszölle um 0,2 Prozentpunkte auf 4,7 % verringert. Die Prognose für das Wachstum in China in 2018 beträgt 6,6 % und entspricht somit jener Erwartung vom Juli. Für Indien beträgt die Schätzung für das Wirtschaftswachstum 2018 gegenüber Juli unverändert 7,3 %. Nachdem die Wachstumsprognose für Brasilien bereits im Juli aufgrund anhaltender Effekte der Streiks und der politischen Unsicherheiten deutlich verringert wurde, hat der IWF sie im Oktoberbericht um weitere 0,4 Prozentpunkte auf 1,4 % reduziert.

2) Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook, Oktober 2018.
3) Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Monatsbericht Dezember 2018.

BRANCHENENTWICKLUNG

Das Volumenwachstum des Welt-Pharmamarktes lag laut IQVIA4 im Jahr 2018 bei lediglich 0,3 %. Auf dieser Basis errechnet IQVIA eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Jahre 2014 bis 2018 von 1,7 %, wobei das Wachstum im Zeitraum 2011 bis 2016 bei 3 % bzw. im Zeitraum 2006 bis 2011 bei 6 % lag. Diese errechnete durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Jahre 2014 bis 2018 von 1,7 % soll sich mit 3,9 % in den Pharmerging Markets5) , mit 0,2 % in den entwickelten Märkten und mit -1,8 % in den übrigen Märkten niederschlagen. Im Subsegment der Generika wurde auf globaler Ebene im Jahr 2018 ein Volumenwachstum von 1,8 % erzielt. Hier betrug die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in den Jahren 2014 bis 2018 3,0 %. Im regionalen Vergleich lagen die Pharmerging Markets in den letzten fünf Jahren bei durchschnittlich 4,6 % Wachstum pro Jahr, während das durchschnittliche jährliche Volumenwachstum in den entwickelten Märkten bei nur 2,5 % lag und bei den übrigen Märkten ein Rückgang um 1,2 % zu verzeichnen war. Auf Basis dieser Entwicklung prognostiziert IQVIA für den globalen Pharmamarkt für die Jahre 2019 bis 2023 ein durchschnittliches jährliches Volumenwachstum von 2,2 %, während für die Jahre 2016 bis 2021 noch 3,0 % erwartet wurden. Für die Pharmerging Markets liegt die Erwartung bei durchschnittlich 3,7 % pro Jahr in den nächsten fünf Jahren. Während für die entwickelten Märkte Nullwachstum erwartet wird, liegt die Prognose für die restlichen Länder bei einem Volumenwachstum von durchschnittlich 1,8 % pro Jahr. Für den Teilbereich der Generika erwartet IQVIA für die nächsten fünf Jahre ein Volumenwachstum von durchschnittlich 2,9 %, wobei die Erwartung für die Pharmerging Markets bei 4,9 % liegt. Bei den entwickelten Märkten erwartet man Nullwachstum und die Prognose für die übrigen Märkte liegt bei 1,7 %. Insgesamt gilt die Pharmabranche als eine der krisensichersten. Trotz der jüngsten Schwäche profitiert sie weiterhin von nachhaltigen Wachstumstreibern wie beispielsweise der demografischen Entwicklung, welche in Verbindung mit der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung zu einem wachsenden Bedarf an medizinischer Versorgung führt. Weit verbreitete Krankheiten wie Diabetes, Asthma, Demenzerkrankungen, Krebs und Allergien führen darüber hinaus zu einem erhöhten Bedarf an medizinischer Versorgung. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den für uns relevanten Megatrends wider: "Zunahme chronischer Erkrankungen & alternde Bevölkerung", "Schnelles Wachstum im Bereich Generika", "Ansteigende Gesundheitsversorgung in den Schwellenländern", "Strengere regulatorische Anforderungen", "Neue Medikamente, insbesondere Biosimilars und Biotech", "Wachsender Trend zur Selbstmedikation" (hierzu verweisen wir auf das Kapitel "Megatrends" auf Seite 102). In der Konsequenz steigt die Anzahl von Arzneimitteln mit patentfreien Wirkstoffen sowie biotechnologisch hergestellten Medikamenten. Die Branche profitiert gleichzeitig von der steigenden Weltbevölkerung und der wachsenden Mittelschicht: Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Asthma und Diabetes nehmen zu, entsprechend steigen die Ausgaben für die medizinische Versorgung. Neue Präparate und neue Wirkstoffe erfordern neben innovativen Herstellungsverfahren eine Weiterentwicklung der Verpackungen und der Verabreichungsform. Der Schutz der hochwertigen Inhaltsstoffe, die Qualitätssicherung und eine uneingeschränkte Funktionalität stehen dabei an erster Stelle. Immer mehr innovative Biotech-Medikamente kommen auf den Markt, die in Form von Injektionen dargereicht werden und in entsprechender Konzentration in Fläschchen und/oder vorgefüllten Spritzen oder anderen Drug-Delivery-Devices erhältlich sein müssen. Für den Bereich der Verpackung von Medikamenten heißt das: Die Hersteller müssen ein breites Portfolio an Technologien über möglichst weite Teile der Wertschöpfungskette anbieten.# ENTWICKLUNG DER RAHMENBEDINGUNGEN

Der stärker konjunkturabhängige Markt für hochwertige Kosmetikverpackungen aus Glas entwickelte sich im Geschäftsjahr 2018 gut. Unverändert werden aufwendige Kosmetikglasverpackungen stark nachgefragt, sodass Design und zusätzliche Veredelungsprozesse der Glasbehälter auch im vergangenen Jahr von entscheidender Bedeutung waren. 4) IQVIA-Institut, 09.01.2019. 5) Zur Definition der Pharmerging Markets (sogenannte Schwellenländer) verweisen wir auf Angabe (8) im Konzern-Abschluss.

ENTWICKLUNG AN DEN DEVISENMÄRKTEN

Nachdem der US-Dollar zu Beginn des Geschäftsjahres 2018 bei einem Kurs von 1,19 US-Dollar je Euro lag, hat er sich, getrieben von Sorgen über das wachsende US-Haushaltsdefizit im Verlauf des 1. Quartals, weiter abgeschwächt und mit 1,25 US-Dollar je Euro Anfang Februar den Höchststand innerhalb des Geschäftsjahres 2018 erreicht. Getrieben von steigenden US-Leitzinsen und dem daraus resultierenden Renditevorteil gegenüber der Euro-Zone, hat der US-Dollar insbesondere im Verlauf des 2. Quartals an Stärke gewonnen und Ende Mai einen Kurs von 1,15 US-Dollar je Euro erreicht. Bis Ende Oktober bewegte er sich in einem Korridor von 1,13 bis 1,18 US-Dollar je Euro und erreichte Mitte November mit einem Kurs von 1,12 US-Dollar je Euro den Tiefststand des Geschäftsjahres 2018, wobei im 4. Quartal insbesondere der Streit um den italienischen Haushalt unterstützend für den US-Dollar gewirkt hat. Zum Abschluss des Geschäftsjahres 2018 lag er bei einem Kurs von 1,14 US-Dollar je Euro. Der Durchschnittskurs für das Geschäftsjahr 2018 vom 1. Dezember 2017 bis zum 30. November 2018 lag bei 1,18 US-Dollar je Euro und somit über dem durchschnittlichen Niveau des Vorjahres von 1,12 US-Dollar je Euro.

Andere Währungen, die für uns im Rahmen der Quartals- und Jahresabschlüsse zu Effekten bei der Umrechnung in die Berichtswährung Euro führen, haben sich während des Berichtszeitraumes im Vergleich zum Euro gemischt entwickelt. Insbesondere haben die Währungen diverser Schwellenländer an Wert verloren. So hat der Euro unter Berücksichtigung sämtlicher Währungseffekte im Berichtszeitraum an Wert gewonnen und dafür gesorgt, dass die Translationseffekte aus der Umrechnung von anderen Währungen in die Berichtswährung Euro das Umsatzwachstum reduziert haben. Aus diesem Grund geben wir im Kapitel "Umsatzentwicklung" das Umsatzwachstum organisch, das heißt um Währungseffekte und Akquisitionen bzw. Desinvestitionen bereinigt, an.

Im Geschäftsjahr 2018 lag für den US-Dollar folgender Plankurs zugrunde: 1 Euro entspricht 1,12 US-Dollar. Darüber hinaus sind im Konzern-Abschluss unter der Angabe (4) die Stichtags- und Durchschnittskurse der wesentlichen Währungen für den Gerresheimer Konzern für das Geschäftsjahr 2018 und für das Vorjahr detailliert dargestellt.

ENTWICKLUNG AN DEN ENERGIE- UND ROHSTOFFMÄRKTEN

Ein erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe für die Glas- und Kunststoffherstellung. Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energieträgern, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge in den Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise könnte die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns belasten. Daher haben wir die besondere Ausgleichsregelung für stromkostenintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) in Anspruch genommen. Darüber hinaus versucht sich der Konzern gegen anziehende Energiepreise (Strom und Gas) umfassend abzusichern, um Energiekostensteigerungen aufzufangen.

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2018 kam es zu einem Anstieg der Gaspreise in Europa von durchschnittlich rund 30 %, der sich insbesondere in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2018 negativ auf die Ertragslage des Geschäftsbereiches Primary Packaging Glass mit rund EUR 5 Mio. verglichen mit dem Vorjahr ausgewirkt hat.

Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab. Bei den für uns relevanten Kunststoffgranulaten kam es im Verlauf des Geschäftsjahres 2018 zu einem Preisanstieg insbesondere im nordamerikanischen Markt. So stieg beispielsweise der Preis für Polypropylen in diesem Zeitraum um durchschnittlich rund 20 % an, was zu einer temporären Ergebnisbelastung im Geschäftsbereich Plastics & Devices geführt hat. Diesen Anstieg haben wir auf Basis vertraglicher Preisgleitklauseln bzw. Preiserhöhungen mit zeitlicher Verzögerung ganz oder teilweise an unsere Kunden weitergeben. Per Saldo ergeben sich hieraus negative Effekte gegenüber dem Vorjahr von rund EUR 5 Mio. auf unsere Ertragslage.

Als Hersteller hochwertiger pharmazeutischer Primärverpackungen setzen wir für die Glasprodukte in erster Linie die Rohstoffe Quarzsand und Natronkalk sowie diverse Zusatzstoffe in vergleichsweise geringen Mengen ein. Die genannten Rohstoffe sind gut verfügbare Grunderzeugnisse, die wir von verschiedenen Lieferanten beziehen. Mit dem Verkauf unseres Röhrenglasgeschäftes an Corning im Jahr 2015 haben wir einen 10-Jahres-Liefervertrag für Borosilikatglas-Röhren abgeschlossen und damit den Bedarf des für unser Converting-Geschäft wichtigen Vorproduktes langfristig sichergestellt. Daneben verarbeiten wir bei Gerresheimer auch Borosilikatglas-Röhren von anderen Herstellern. Weitere Informationen zum Umgang des Gerresheimer Konzerns mit Schwankungen bei Energie- und Rohstoffpreisen finden sich im gleichnamigen Unterpunkt des Kapitels "Operative Risiken".

ÄNDERUNG DER REGULATORISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN

Nach wie vor legen die politischen Entscheidungsträger, insbesondere in den europäischen Industrieländern und den USA, großen Wert auf den Nachweis eines signifikanten Zusatznutzens, bevor neue Medikamente zugelassen werden. Aus diesem Grund wird in der Regel von den entsprechenden Behörden eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, bevor Medikamente für den Markt zugelassen werden können. Dies hat auch im Geschäftsjahr 2018 zu einer Zunahme der Bedeutung generisch hergestellter Medikamente in den Industrieländern geführt. Tendenziell nehmen Umfang und Anzahl der regulatorischen Auflagen jährlich zu. Bei hohem Nutzen für die Patienten sind für alle Marktteilnehmer damit große Herausforderungen verbunden. Insgesamt haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen auf den für Gerresheimer wichtigen Pharmamärkten für unser Geschäft im Jahr 2018 allerdings nicht wesentlich verändert. Außerdem stellen die hohen Anforderungen an unser Geschäft eine hohe Eintrittsbarriere für mögliche neue Wettbewerber dar.

ÜBERBLICK ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF

EINFLUSS DER RAHMENBEDINGUNGEN AUF DEN GESCHÄFTSVERLAUF

Mit 82 % der gesamten Umsatzerlöse ist das Geschäft mit der Pharma- und Healthcareindustrie für den Gerresheimer Konzern besonders wichtig. Die regulatorischen Rahmenbedingungen auf den für uns wichtigen Pharmamärkten haben sich im Geschäftsjahr 2018 nicht wesentlich verändert und somit unsere Geschäftsentwicklung nicht erheblich beeinflusst. Der stärker konjunkturabhängige Markt für hochwertige Kosmetikverpackungen aus Glas entwickelte sich recht positiv. Insbesondere bei den Parfüm- und Pflegeprodukten verzeichneten die Hersteller Zuwächse. Wir vertreiben hauptsächlich spezialisierte und hochwertige Primärverpackungsprodukte und Drug-Delivery-Systeme aus Glas und Kunststoff. In den Märkten und in den Produktsegmenten, in denen wir tätig sind, wollen wir unsere Wettbewerbsposition unter den Top 3 halten bzw. streben wir an, diese Wettbewerbsposition zu erreichen.

PROGNOSEERREICHUNG IM GESCHÄFTSJAHR 2018

Um unseren Aktionären, Kunden und allen anderen Partnern die Möglichkeit zu geben, unsere Geschäftsentwicklung zu beurteilen, veröffentlichen wir unsere Erwartungen jeweils zu Beginn des Geschäftsjahres und aktualisieren diese bei Bedarf im Jahresverlauf. Unsere Prognose umfasst dabei Angaben zu der erwarteten Entwicklung der währungsbereinigten Umsatzerlöse und des währungsbereinigten Adjusted EBITDA sowie der währungsbereinigten Investitionen in Prozent der währungsbereinigten Umsatzerlöse.

Entwicklung der Prognose im Geschäftsjahresverlauf 2018

Ausblick GJ 2018 22.02.2018 2. Quartal 2018 12.07.2018 3. Quartal 20181 1.10.2018 Ergebnis 2018
Umsatzerlöse (konst. Wechselkurse) Bandbreite von EUR 1,348 Mrd bis EUR 1,4 Mrd oberes Ende der Bandbreite von EUR 1,38 Mrd. bis EUR 1,4 Mrd ohne Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Advanced Technologies weiterhin zwischen EUR 1,38 Mrd. bis EUR 1,4 Mrd EUR 1.393,8 Mio.1) 3,4 % organisches Wachstum √
Adjusted EBITDA (konst. Wechselkurse) Bandbreite von EUR 305 Mio bis EUR 315 Mio Bestätigung Ausblick GJ 2018 22.02.2018 Bandbreite von EUR 305 Mio. EUR 307,5 Mio2) bis EUR 315 Mio. Abhängig vom Fortschritt der notwendigen Ausbauarbeiten für die gewonnenen Großprojekte eher bei rund EUR 305 Mio.
Investitionen (konst. Wechselkurse) rund 8 % der Umsatzerlöse Bestätigung Ausblick GJ 2018 22.02.2018 Bestätigung Ausblick GJ 2018 22.02.2018 8,4 %1) √
Durchschnittliches NWC rund 16 % zum Jahresende 2018 Bestätigung Ausblick GJ 2018 22.02.2018 Bestätigung Ausblick GJ 2018 22.02.2018 17,2 % (in % der Umsatzerlöse) √ (konst. Wechselkurse)

Langfristige Zielvorgaben

Gx ROCE rund 15 % (vormals mindestens 12 %) trotz der Akquisition der Sensile Medical unverändert bei rund 15 % trotz der Akquisition der Sensile Medical unverändert bei rund 15 % 10,7 % on track
Adjusted EBITDA Leverage 2,5x temporäre Erhöhung aufgrund der Akquisition der Sensile Medical auf über 3,0x temporäre Erhöhung aufgrund der Akquisition der Sensile Medical auf über 3,0x 3,1x on track

1) Ohne Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Advanced Technologies.
2) Ohne Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Advanced Technologies sowie der beiden negativen Sondereffekte aus der Netzentgeltbefreiung und der finalen Fair Value-Bewertung der Triveni PutOption.

Sensile Medical

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2.# Quartal 2018

Erste vorläufige Erwartung (12.07.2018)

3. Quartal 2018 (1.10.2018)

Ergebnis 2018

Umsatzerlöse (konst. Wechselkurse)
rund EUR 15 Mio
rund EUR 15 Mio
EUR 12,9 Mio
Adjusted EBITA (konst. Wechselkurse)
rund EUR -2 Mio.
rund EUR -2 Mio.
EUR 1,9 Mio.

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUM GESCHÄFTSVERLAUF

Der Gerresheimer Konzern hat das Geschäftsjahr 2018 den eigenen Erwartungen entsprechend abgeschlossen. Insbesondere durch das sehr gute 4. Quartal stiegen die währungsbereinigten Umsatzerlöse von EUR 1.348,3 Mio. um 4,3% auf EUR 1.406,7 Mio. im aktuellen Geschäftsjahr. Die berichteten Umsatzerlöse, d. h. inklusive Währungseffekten und Akquisitionen, sind im aktuellen Geschäftsjahr um 1,4 % auf EUR 1.367,7 Mio. gestiegen. Organisch, d. h. bereinigt um Währungseffekte und Akquisitionen bzw. Desinvestitionen, sind unsere Umsatzerlöse um 3,4 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Da Gerresheimer die führenden Pharmaunternehmen bedient, sind wir nicht zuletzt auch von der Marktentwicklung der Pharmabranche abhängig, die gemäß IQVIA ein Volumenwachstum des Welt-Pharmamarktes von 0,3 % verzeichnete. Vor diesem Hintergrund konnten wir in 2018 schneller als der Markt wachsen.

Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA lag im Geschäftsjahr 2018 bei EUR 308,0 Mio. nach EUR 310,8 Mio. im Vorjahr. Hierin sind allerdings drei Sondereffekte im Vergleich zum Vorjahr zu berücksichtigen. Zum einen haben wir im Geschäftsjahr 2018 einen Aufwand in Höhe von EUR 1,4 Mio. erfasst aufgrund der Entscheidung der Europäischen Kommission in Bezug auf die in den Jahren 2012 und 2013 gewährten Netzentgeltbefreiungen für stromintensive Unternehmen. Zum anderen wurde aufgrund der finalen Fair Value-Bewertung der Put-Option auf den Erwerb der verbleibenden 25 % der Anteile an der Triveni Polymers Private Ltd. (Neu-Delhi/Indien) ein Aufwand in Höhe von EUR 1,1 Mio. im Geschäftsjahr 2018, nach einem Ertrag in Höhe EUR 3,6 Mio. im Geschäftsjahr 2017, erfasst. Weiterhin beträgt das währungsbereinigte Adjusted EBITDA des Geschäftsbereiches Advanced Technologies EUR 3,0 Mio. für das Geschäftsjahr 2018. Ohne diese drei Sondereffekte läge das währungsbereinigte Adjusted EBITDA im aktuellen Geschäftsjahr bei EUR 307,5 Mio. und würde damit auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

Das berichtete Adjusted EBITDA im aktuellen Geschäftsjahr beträgt EUR 298,6 Mio. Ohne Berücksichtigung der Aufwendungen aus den Netzentgeltbefreiungen, der finalen Fair Value-Bewertung der Triveni Put-Option sowie des Geschäftsbereiches Advanced Technologies läge das Adjusted EBITDA bei EUR 298,1 Mio. und die Adjusted EBITDA-Marge bei 22,0 %.

Das Konzernergebnis lag im Geschäftsjahr 2018 mit EUR 131,1 Mio. deutlich über dem Wert des Vorjahres von EUR 103,1 Mio. Das bereinigte Konzernergebnis betrug EUR 180,3 Mio. nach EUR 130,0 Mio. in der Vorjahresperiode, was in Summe ein gutes Ergebnis war. Sowohl im Konzernergebnis als auch im bereinigten Konzernergebnis sind im aktuellen Geschäftsjahr positive Effekte aus der Neubewertung der bilanzierten latenten Steuern unserer in den Konzern-Abschluss einbezogenen US-Tochtergesellschaften aufgrund der am 22. Dezember 2017 unterzeichneten US-Steuerreform in Höhe von EUR 44,8 Mio. sowie ein latenter Steuerertrag bei einer deutschen Tochtergesellschaft im Rahmen der zukünftigen Nutzbarkeit vororganschaftlicher Verlustvorträge in Höhe von EUR 8,7 Mio. enthalten.

UMSATZENTWICKLUNG

Insbesondere aufgrund des sehr guten 4. Quartals sind die währungsbereinigten Umsatzerlöse von EUR 1.348,3 Mio. im Geschäftsjahr 2017 um 4,3 % bzw. EUR 58,4 Mio. auf EUR 1.406,7 Mio. im Geschäftsjahr 2018 gestiegen. Dabei konnten wir im neu gegründeten Geschäftsbereich Advanced Technologies Umsatzerlöse seit seiner Gründung durch den Erwerb der Sensile Medical im Juli 2018 in Höhe von EUR 12,9 Mio. erzielen. Damit sind die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2018 organisch, das heißt bereinigt um Währungseffekte und Akquisitionen bzw. Desinvestitionen und damit auch ohne den Geschäftsbereich Advanced Technologies um 3,4 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die berichteten Umsatzerlöse sind im aktuellen Geschäftsjahr um 1,4 % auf EUR 1.367,7 Mio. gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

währungsbereinigt wie berichtet
in Mio. EUR in Mio. EUR
2018 2017 2018 2017
Veränderung Veränderung Veränderung Veränderung
Umsatzerlöse
Plastics & Devices 777,9 757,2 2,7 751,3 757,2 -0,8
Primary Packaging Glass 617,6 592,0 4,3 605,2 592,0 2,2
Advanced Technologies 12,9 - - 12,9 - -
Zwischensumme 1.408,4 1.349,2 4,4 1.369,4 1.349,2 1,5
Innenumsatzerlöse -1,7 -0,9 84,6 -1,7 -0,9 84,6
Summe Umsatzerlöse 1.406,7 1.348,3 4,3 1.367,7 1.348,3 1,4

¹ Die Veränderungen wurden auf Basis von T EUR berechnet.

Die währungsbereinigten Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Plastics & Devices stiegen gegenüber dem Vorjahr von EUR 757,2 Mio. um EUR 20,7 Mio. auf EUR 777,9 Mio. im Geschäftsjahr 2018. Dies entspricht einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 2,7 %, welches auch dem organischen Umsatzwachstum entspricht. Neben einer guten Nachfrage nach Kunststofffläschchen für verschreibungspflichtige Medikamente in den USA verzeichneten wir auch für Kunststofffläschchen in Indien und Südamerika gute organische Wachstumsraten. In Europa sind die Umsatzerlöse in diesem Geschäftsfeld hingegen nur leicht angestiegen. Das Spritzengeschäft lag ebenfalls leicht über dem Vorjahresniveau. Nur geringes Wachstum verzeichnete das Geschäftsfeld Medizinische Kunststoffsysteme, was im Wesentlichen durch den Verlust eines großen Inhalationskunden bedingt war. Sehr positiv entwickelte sich hingegen unser Inhalatorprojekt in Peachtree City (Georgia/USA). Das Engineering- und Werkzeuggeschäft entwickelte sich im Geschäftsjahr 2018, wie von uns erwartet, gegenüber dem Vorjahr stabil.

Im Wesentlichen bedingt durch die Entwicklung sowohl des US-Dollars als auch des brasilianischen Reals und der indischen Rupie, die sich im aktuellen Geschäftsjahr im Durchschnitt deutlich abschwächten, sind die berichteten Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen. Somit konnten wir im Geschäftsbereich Plastics & Devices im Geschäftsjahr 2018 berichtete Umsatzerlöse in Höhe von EUR 751,3 Mio. erzielen. Diese lagen um 0,8 % bzw. EUR 5,9 Mio. unter dem Wert von EUR 757,2 Mio. im Geschäftsjahr 2017.

Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass sind die währungsbereinigten Umsatzerlöse von EUR 592,0 Mio. im Geschäftsjahr 2017 um 4,3 % bzw. um EUR 25,6 Mio. auf EUR 617,6 Mio. angestiegen. Dabei verzeichnete das Geschäftsfeld Moulded Glass sehr positive Wachstumsraten, die insbesondere auch durch die hohe Nachfrage unseres Kosmetikgeschäftes getrieben waren. Im Geschäftsfeld Tubular Glass hat sich das US-Geschäft gegenüber dem Vorjahr deutlich erholt. Darüber hinaus konnte auch das Europa-Geschäft gegenüber dem Vorjahr zulegen. Die berichteten Umsatzerlöse haben sich im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass um 2,2 % von EUR 592,0 Mio. im Geschäftsjahr 2017 auf nunmehr EUR 605,2 Mio. im aktuellen Geschäftsjahr erhöht.

Die währungsbereinigten Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Advanced Technologies betrugen EUR 12,9 Mio. im Geschäftsjahr 2018 und resultierten ausschließlich aus den Entwicklungs-Umsatzerlösen der im Juli 2018 erworbenen Sensile Medical. Ende September 2018 hat eine tragbare Mikropumpe von Sensile Medical das EG-Zertifikat für den europäischen Markt erhalten. Für diese Pumpe, speziell ausgestattet für die Parkinson-Therapie, konnte von einem europäischen Pharmaunternehmen die CE-Zulassung erwirkt und auf den Markt gebracht werden.

UMSATZERLÖSE NACH WIRTSCHAFTSREGIONEN

Den weitaus größten Teil unserer Umsatzerlöse erzielten wir im Ausland. Die Auslandsumsatzerlöse belaufen sich im Geschäftsjahr 2018 auf EUR 1.063,2 Mio. bzw. 77,7 % (Vorjahr: EUR 1.035,2 Mio. bzw. 76,8 %). Die Regionen Europa und Amerika stellen für Gerresheimer weiterhin die wichtigsten geografischen Absatzregionen dar. Daneben stehen die Umsatzerlöse in den Schwellenländern als Wachstumsregion auch weiterhin im Fokus. Die Definition der Schwellenländer gemäß IQVIA hat sich im Geschäftsjahr 2018 nicht geändert. Somit sind weiterhin 22 Länder als Schwellenländer definiert. Die Umsatzerlöse in den sogenannten Schwellenländern enthalten gemäß der aktuellen Definition von IQVIA Umsatzerlöse in den Ländern Ägypten, Algerien, Argentinien, Bangladesch, Brasilien, Chile, China, Indien, Indonesien, Kasachstan, Kolumbien, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Polen, Russland, SaudiArabien, Südafrika, Thailand, Türkei und Vietnam. Zu weiteren Informationen verweisen wir auf Angabe (8) im Konzern-Abschluss.

wie berichtet wie berichtet
in Mio. EUR in %
2018 2017 2018 2017
Europa¹) 459,7 428,9 33,6 31,8
Deutschland 304,5 313,1 22,3 23,2
Amerika 374,8 373,7 27,4 27,7
Schwellenländer 206,8 206,5 15,1 15,3
Sonstige Regionen 21,9 26,1 1,6 1,9
Summe Umsatzerlöse 1.367,7 1.348,3

¹ Die genannten Umsatzerlöse in Europa sind ohne Umsatzerlöse in den Ländern Deutschland, Polen, Russland und Türkei und die Umsatzerlöse in Amerika ohne Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien und Mexiko.

Die Umsatzerlöse der Region Europa stiegen um EUR 30,8 Mio. bzw. 7,2 % auf EUR 459,7 Mio. Dieser Anstieg war insbesondere auf die höheren Umsatzerlöse in Frankreich, Italien, den Niederlanden und Spanien zurückzuführen. In diesen Ländern stiegen die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um rund 15 %. Der Umsatzanteil der Region Europa erhöhte sich im aktuellen Geschäftsjahr auf 33,6 % nach 31,8 % im Vorjahr. Gegenläufig sanken die Umsatzerlöse in Deutschland von EUR 313,1 Mio. im Vorjahr um EUR 8,6 Mio. bzw. 2,7 % auf nunmehr EUR 304,5 Mio. im aktuellen Geschäftsjahr aufgrund von Lieferverschiebungen in die Region Europa. Der Anteil an den Umsatzerlösen ging von 23,2 % im Vorjahr auf 22,3 % im Geschäftsjahr 2018 leicht zurück.

In der Region Amerika stiegen die Umsatzerlöse von EUR 373,7 Mio. um 0,3 % auf EUR 374,8 Mio. im Geschäftsjahr 2018.# ERTRAGSLAGE

Der Anstieg in dieser Region resultiert insbesondere aus unserem Inhalatorprojekt in Peachtree City (Georgia/USA). Gegenläufig wirkte sich in dieser Region die Entwicklung des US-Dollars aus, der sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich gegenüber dem Euro abschwächte. Mit einem Anteil von 27,4 % (Vorjahr: 27,7 %) an den Umsatzerlösen ist die Region Amerika unverändert ein wichtiger Absatzmarkt des Gerresheimer Konzerns. Aufgrund der Präsenz weltweit operierender Pharmaunternehmen und des Bevölkerungspotenzials bleiben insbesondere die USA auch in Zukunft eine der Kernregionen unserer wirtschaftlichen Tätigkeit. Die Umsatzerlöse in den Schwellenländern sind von EUR 206,5 Mio. im Vorjahr auf nunmehr EUR 206,8 Mio. im Geschäftsjahr 2018 leicht angestiegen. In Indien konnten wir trotz der Abwertung der Währung einen sehr hohen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Gegenläufig wirkte sich die Entwicklung, insbesondere getrieben durch die Entwicklung der entsprechenden Währungen, in den Ländern Brasilien und Argentinien aus. In Summe trugen die Umsatzerlöse in den Schwellenländern im Geschäftsjahr 2018 mit 15,1 % (Vorjahr: 15,3 %) zu den gesamten Umsatzerlösen des Konzerns bei.

Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA betrug im Geschäftsjahr 2018 EUR 308,0 Mio. nach EUR 310,8 Mio. im Vorjahr. Hierin sind allerdings drei Sondereffekte im Vergleich zum Vorjahr zu berücksichtigen. Zum einen haben wir im Geschäftsjahr 2018 einen Aufwand in Höhe von EUR 1,4 Mio. aufgrund der Entscheidung der Europäischen Kommission in Bezug auf die in den Jahren 2012 und 2013 gewährten Netzentgeltbefreiungen für stromintensive Unternehmen erfasst. Zum anderen wurde aufgrund der finalen Bewertung der Put-Option auf den Erwerb der verbleibenden 25 % der Anteile an der Triveni Polymers Private Ltd. (Neu-Delhi/Indien) ein Aufwand in Höhe von EUR 1,1 Mio. im Geschäftsjahr 2018, nach einem Ertrag in Höhe EUR 3,6 Mio. im Geschäftsjahr 2017, erfasst. Weiterhin beträgt das Adjusted EBITDA des Geschäftsbereiches Advanced Technologies EUR 3,0 Mio. für das Geschäftsjahr 2018. Ohne diese drei Sondereffekte läge das währungsbereinigte Adjusted EBITDA im aktuellen Geschäftsjahr bei EUR 307,5 Mio. und damit leicht über dem Wert von EUR 307,2 Mio. des Vorjahres. Währungseffekte in Höhe von EUR 9,4 Mio. haben einen wesentlichen Einfluss auf das Adjusted EBITDA im Geschäftsjahr 2018. Das Adjusted EBITDA inklusive Währungseffekte betrug EUR 298,6 Mio. im Geschäftsjahr 2018 nach EUR 310,8 Mio. im Vorjahr. Die Adjusted EBITDA-Marge im aktuellen Geschäftsjahr betrug somit 21,8 %. Ohne Berücksichtigung der Aufwendungen aus den Netzentgeltbefreiungen (zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf Angabe (13) des Konzern-Abschlusses), der finalen Fair Value-Bewertung der Triveni Put-Option sowie des Geschäftsbereiches Advanced Technologies läge das Adjusted EBITDA bei EUR 298,1 Mio. und die Adjusted EBITDA-Marge bei 22,0 % und damit, wie von uns erwartet, unterhalb des Niveaus des Vorjahres von 22,8 % ohne die Berücksichtigung des Effektes aus der Fair Value-Bewertung der Triveni Put-Option.

scroll währungsbereinigt wie berichtet in Mio. EUR Veränderung in %1) Veränderung in %1)
2018 2017 2018 2017
Adjusted EBITDA
Plastics & Devices 210,9 215,2 -2,0 203,0 215,2 -5,7
Primary Packaging Glass 116,2 116,0 0,3 114,7 116,0 -1,1
Advanced Technologies 3,0 - - 3,0 - -
Zwischensumme 330,1 331,2 -0,3 320,7 331,2 -3,2
Zentralstellen/Konsolidierung -22,1 -20,4 8,7 -22,1 -20,4 8,7
Summe Adjusted EBITDA 308,0 310,8 -0,9 298,6 310,8 -3,9
scroll wie berichtet in Mio. EUR Marge in % 2018 Marge in % 2017
Adjusted EBITDA
Plastics & Devices 27,0 28,4
Primary Packaging Glass 19,0 19,6
Advanced Technologies 23,0 -
Zwischensumme - -
Zentralstellen/Konsolidierung - -
Summe Adjusted EBITDA 21,8 23,1

1) Die Veränderungen wurden auf Basis von T EUR berechnet.

Im Geschäftsbereich Plastics & Devices erzielten wir im Geschäftsjahr 2018 ein währungsbereinigtes Adjusted EBITDA von EUR 210,9 Mio. nach EUR 215,2 Mio. im Vorjahr. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass im Geschäftsjahr 2018 aufgrund der finalen Fair Value-Bewertung der Put-Option auf den Erwerb der verbleibenden 25 % der Anteile an der Triveni Polymers Private Ltd. (Neu-Delhi/Indien) ein Aufwand in Höhe von EUR 1,1 Mio. erfasst wurde. Im Vorjahr wurde hingegen aus der Fair Value-Bewertung der Put-Option ein Ertrag in Höhe von EUR 3,6 Mio. erfasst. Bereinigt um diesen Effekt läge das währungsbereinigte Adjusted EBITDA mit EUR 212,0 Mio. leicht über dem Vorjahreswert von EUR 211,6 Mio. Das Adjusted EBITDA enthält eine Entschädigung in Höhe von EUR 9,0 Mio. eines Inhalator-Kunden, der aufgrund seiner Geschäftslage keine weiteren Aufträge in unserem Werk in Küssnacht (Schweiz) platzieren wird, da dessen Inhalationsgeschäft unter seinen Erwartungen liegt. Die Auflösungsverhandlungen mit diesem Kunden wurden im 3. Quartal 2018 abgeschlossen. In Summe haben wir eine Gesamtentschädigung erhalten, die in etwa dem Deckungsbeitrag des betroffenen Werkes für das Geschäftsjahr 2018 entspricht. Die Zahlung der Entschädigung erfolgte vollständig im 4. Quartal 2018. Wie bereits kommuniziert sind die im Geschäftsjahr 2018 erzielten Umsatzerlöse von rund EUR 8 Mio. und das hieraus resultierende Adjusted EBITDA von rund EUR 3 Mio. sowie die zuvor erwähnte Entschädigung in Höhe von EUR 9,0 Mio. nicht wiederkehrend und damit in zukünftigen Perioden nicht zu berücksichtigen. Die Gespräche mit den anderen Kunden unseres Werkes in Küssnacht über die Verlagerung haben begonnen, und wir gehen wie geplant davon aus, dass das Werk Ende 2019 geschlossen werden kann. Höhere Kosten für Kunststoffgranulate, die wir teilweise nur mit Zeitverzögerung von einigen Monaten an unsere Kunden weitergeben können, haben das Adjusted EBITDA mit rund EUR 5 Mio. negativ beeinflusst. Zusätzlich hatten wir auch höhere Aufwendungen im Zusammenhang mit unserer neuen, auf die Biotechnologie-Branche ausgerichteten Gx(r) Solutions, die zum Großteil auf den Geschäftsbereich Plastics & Devices allokiert werden. Des Weiteren entstanden auch leicht höhere Aufwendungen im Zusammenhang mit dem schnellen Aufbau von Kapazitäten für unser neues Inhalatorprojekt in Horsovsky Tyn (Tschechische Republik), aus dem wir bereits im 4. Quartal 2020 erste Produkte an den Kunden liefern sollen. Ohne Währungsbereinigung ist das Adjusted EBITDA im Geschäftsbereich Plastics & Devices von EUR 215,2 Mio. im Geschäftsjahr 2017 auf nunmehr EUR 203,0 Mio. zurückgegangen. Damit betrug die Adjusted EBITDA-Marge 27,0 % nach 28,4 % im Geschäftsjahr 2017.

Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass ist von EUR 116,0 Mio. im Vorjahr leicht auf EUR 116,2 Mio. im Geschäftsjahr 2018 gestiegen. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass wir im Geschäftsjahr 2018 einen Aufwand in Höhe von EUR 1,4 Mio. aufgrund der Entscheidung der Europäischen Kommission in Bezug auf die in den Jahren 2012 und 2013 gewährten Netzentgeltbefreiungen für stromintensive Unternehmen erfasst haben (zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf Angabe (13) des Konzern-Abschlusses). Ohne diesen Effekt läge das währungsbereinigte Adjusted EBITDA bei EUR 117,6 Mio. und damit um EUR 1,6 Mio. über dem Vorjahr. Dies lässt sich durch die positive Umsatzentwicklung im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass erklären, insbesondere durch den positiven Verlauf des Nordamerikageschäftes im Geschäftsfeld Tubular Glass. Im Geschäftsfeld Moulded Glass wird das Adjusted EBITDA trotz der positiven Umsatzentwicklung aufgrund stark gestiegener Energiepreise negativ gegenüber dem Vorjahr beeinflusst. Diese Energiekosten haben sich hierbei im Vergleich zum Vorjahr um rund EUR 5 Mio. erhöht und wirken damit im aktuellen Geschäftsjahr negativ auf das Adjusted EBITDA. Ohne Währungsbereinigung ist das Adjusted EBITDA im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass von EUR 116,0 Mio. auf EUR 114,7 Mio. im Geschäftsjahr 2018 leicht gesunken. Ohne den negativen Effekt aus der Netzentgeltbefreiung läge das Adjusted EBITDA bei EUR 116,1 Mio. Damit betrug die Adjusted EBITDA-Marge 19,0 % nach 19,6 % im Geschäftsjahr 2017.

Im Geschäftsbereich Advanced Technologies erzielten wir seit seiner Gründung im Juli 2018 ein währungsbereinigtes Adjusted EBITDA in Höhe von EUR 3,0 Mio., welches damit leicht über unseren Erwartungen liegt. Dieser Geschäftsbereich besteht aktuell ausschließlich aus der Sensile Medical und beinhaltet ausschließlich Entwicklungs-Umsatzerlöse.

Die Aufwendungen der Zentralstellen bzw. die Konsolidierungseffekte liegen mit EUR 22,1 Mio. um EUR 1,7 Mio. leicht über dem Niveau des Vorjahres, was im Wesentlichen aus Gehaltsanpassungen der entsprechenden Mitarbeiter resultiert.

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung des Adjusted EBITDA zum Konzernergebnis:

in Mio. EUR 2018 2017 Veränderung
Adjusted EBITDA 298,6 310,8 -12,2
Planmäßige Abschreibungen -96,51) -91,3 -5,2
Adjusted EBITA 202,1 219,5 -17,4
Akquisition Sensile Medical -1,6 - -1,6
Refinanzierung - -0,3 0,3
Portfoliooptimierungen -14,5 -2,7 -11,8
Einmalige Aufwendungen und Erträge2) -5,9 -2,2 -3,7
Einmaleffekte gesamt -22,0 -5,2 -16,8
Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen3) -40,6 -33,5 -7,1
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 139,5 180,8 -41,3
Finanzergebnis -32,3 -35,3 3,0
Ertragsteuern 23,9 -42,4 66,3
Konzernergebnis 131,1 103,1 28,0

1) Hierin sind EUR 1,8 Mio. Wertminderungen enthalten, die nicht Bestandteil der Portfoliobereinigungen sind.
2) Die Position "Einmalige Aufwendungen und Erträge" umfasst außergewöhnliche Vorgänge, die nicht als Indikator für die fortlaufende Geschäftstätigkeit herangezogen werden können. Hierunter fallen unter anderem diverse Reorganisations- und Umstrukturierungsmaßnahmen, die nach IFRS nicht als "Restrukturierungsaufwendungen" auszuweisen sind.### 3) Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen

Die Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen beziehen sich auf die identifizierten immateriellen Vermögenswerte zu Zeitwerten im Zusammenhang mit den Akquisitionen der Gerresheimer Regensburg im Januar 2007, der Pharma-Glassparte der US-amerikanischen Comar Inc. im März 2007, der Gerresheimer Zaragoza und der Gerresheimer Sao Paulo im Januar 2008, Vedat im März 2011, Neutral Glass im April 2012, Triveni im Dezember 2012, Centor im September 2015 sowie Sensile Medical im Juli 2018. Ausgehend vom Adjusted EBITDA in Höhe von EUR 298,6 Mio. (Vorjahr: EUR 310,8 Mio.) führen die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von EUR 96,5 Mio. (Vorjahr: EUR 91,3 Mio.) zu einem Adjusted EBITA von EUR 202,1 Mio. (Vorjahr: EUR 219,5 Mio.). Einmaleffekte mit einem Gesamtwert von EUR 22,0 Mio. (Vorjahr: EUR 5,2 Mio.) sowie planmäßige Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen in Höhe von EUR 40,6 Mio. (Vorjahr: EUR 33,5 Mio.) leiten auf das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit in Höhe von EUR 139,5 Mio. nach EUR 180,8 Mio. im Vorjahr über.

Die Einmaleffekte betreffen im Wesentlichen Portfoliooptimierungen sowie sonstige einmalige Aufwendungen und Erträge. Die Portfoliooptimierungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2018 auf EUR 14,5 Mio. nach EUR 2,7 Mio. im Vorjahr. Diese sind im aktuellen Geschäftsjahr einerseits durch Aufwendungen im Zusammenhang mit der bereits im 2. Quartal 2018 kommunizierten Schließung unseres Werkes in Küssnacht (Schweiz) und andererseits durch eine geplante Anpassung unserer personellen Kapazitäten im Zuge einer Reorganisation des Geschäftsbereiches Plastics & Devices beeinflusst. Diese Reorganisation erfolgt aufgrund der strategischen Entscheidung, einerseits Kapazitäten in Osteuropa aufzubauen und andererseits die Produktion in diese Regionen zu verlagern. Weiterhin haben wir im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass ebenfalls mit einer Reorganisation begonnen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um ein groß angelegtes Investitionsprojekt, mit dem wir in den nächsten Geschäftsjahren vermehrt in Maschinen zur Automatisierung und damit in eine Anpassung unserer personellen Kapazitäten investieren werden. Weiterhin werden wir unsere Einkaufskapazitäten in diesem Geschäftsbereich bündeln und weiter ausbauen. Für weitere Details verweisen wir auf Angabe (12) und (13) des Konzern-Abschlusses.

Die einmaligen Aufwendungen und Erträge in Höhe von EUR 5,9 Mio. (Vorjahr: EUR 2,2 Mio.) resultieren im aktuellen Geschäftsjahr im Wesentlichen aus den Veränderungen im Vorstand der Gerresheimer AG. Dies sind im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem unerwarteten Ausscheiden des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand der Gerresheimer AG, die wir bereits im 1. Quartal 2018 kommuniziert haben. Des Weiteren haben wir Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Ausscheiden von zwei weiteren Vorständen im Geschäftsjahr 2019 erfasst (siehe auch Vergütungsbericht bzw. Angabe (38) zum Konzern-Abschluss).

Die Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen sind im Geschäftsjahr 2018 von EUR 33,5 Mio. um EUR 7,1 Mio. auf EUR 40,6 Mio. angestiegen. Dieser Anstieg resultiert aus dem Erwerb der Sensile Medical im Juli 2018.

Finanzergebnis

Im Wesentlichen bedingt durch die im September 2017 durchgeführte Refinanzierung durch die Emission von Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 250,0 Mio. und die im Mai 2018 zurückgezahlte Schuldverschreibung von EUR 300,0 Mio. liegt das Finanzergebnis des Geschäftsjahres 2018 mit EUR -32,3 Mio. (Vorjahr: EUR -35,3 Mio.) und damit, wie erwartet, besser als im Vorjahr. Diese Verbesserung ergibt sich aus einem Rückgang der Zinsaufwendungen um EUR 5,3 Mio., einem Rückgang der Zinserträge um EUR 2,0 Mio. sowie einem höheren Aufwand im sonstigen Finanzergebnis in Höhe von EUR 0,3 Mio., der im Wesentlichen aus höheren Währungsaufwendungen resultiert.

Ertragsteuern

Die Ertragsteuern im Geschäftsjahr 2018 resultieren in einem Steuerertrag in Höhe von EUR 23,9 Mio. nach einem Steueraufwand von EUR 42,4 Mio. im Vorjahr. Dieser Ertrag ist maßgeblich bedingt durch die Neubewertung der bilanzierten latenten Steuern unserer in den Konzern-Abschluss einbezogenen US-Tochtergesellschaften aufgrund der am 22. Dezember 2017 unterzeichneten US-Steuerreform in Höhe von EUR 44,8 Mio. sowie einen latenten Steuerertrag bei einer deutschen Tochtergesellschaft im Rahmen der zukünftigen Nutzbarkeit vororganschaftlicher Verlustvorträge in Höhe von EUR 8,7 Mio. Ohne diese beiden einmaligen positiven Effekte in Höhe von EUR 53,5 Mio. hätte sich ein Ertragsteueraufwand von EUR 29,6 Mio. ergeben. Damit ergäbe sich eine vergleichbare Steuerquote von 27,6 % für das Geschäftsjahr 2018, welche im Rahmen unserer Erwartungen von rund 28 % liegt, nach einer Steuerquote von 29,2 % für das Geschäftsjahr 2017.

Konzernergebnis und Bereinigtes Konzernergebnis

Im Zeitraum vom 1. Dezember 2017 bis zum 30. November 2018 wies der Gerresheimer Konzern ein Konzernergebnis in Höhe von EUR 131,1 Mio. aus. Dieser Wert lag um EUR 28,0 Mio. deutlich über dem Wert des Vorjahreszeitraums.

in Mio. EUR 2018 2017 Veränderung
Konzernergebnis 131,1 103,1 28,0
Akquisition Sensile Medical -1,6 - -1,6
darauf entfallender Steuereffekt 0,5 - 0,5
Refinanzierung - -0,3 0,3
darauf entfallender Steuereffekt - 0,1 -0,1
Portfoliooptimierungen -14,5 -2,7 -11,8
darauf entfallender Steuereffekt 3,5 1,1 2,4
Einmalige Aufwendungen und Erträge -5,9 -2,2 -3,7
darauf entfallender Steuereffekt 1,7 0,6 1,1
Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen -40,6 -33,5 -7,1
darauf entfallender Steuereffekt 9,3 11,7 -2,4
Einmaleffekte im Finanzergebnis -1,8 -0,6 -1,2
darauf entfallender Steuereffekt 0,5 0,2 0,3
Steuerliche Sondereffekte - -1,1 1,1
darauf entfallender Zinseffekt -0,3 -0,2 -0,1
Bereinigtes Konzernergebnis (Adjusted Net Income) 180,3 130,0 50,3
Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen 2,2 2,2 -
Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen -0,2 -0,5 0,3
darauf entfallender Steuereffekt 0,1 0,2 -0,1
Bereinigte Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen 2,3 2,5 -0,2
Bereinigtes Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen 178,0 127,5 50,5
Bereinigtes Ergebnis je Aktie in EUR nach nicht beherrschenden Anteilen 5,67 4,06 1,61

Das bereinigte Konzernergebnis (definiert als: Konzernergebnis vor den zahlungsunwirksamen Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen und den Sondereffekten aus Restrukturierungsaufwand, Portfoliobereinigungen sowie dem Saldo aus einmaligen Erträgen und Aufwendungen (einschließlich wesentlicher zahlungsunwirksamer Aufwendungen) und den darauf entfallenden Steuereffekten) betrug im Geschäftsjahr 2018 EUR 180,3 Mio. nach EUR 130,0 Mio. im Vorjahr. Das bereinigte Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen betrug EUR 178,0 Mio. im Zeitraum vom 1. Dezember 2017 bis zum 30. November 2018 nach EUR 127,5 Mio. im Geschäftsjahr 2017. Als Konsequenz ergibt sich damit das bereinigte Ergebnis je Aktie nach nicht beherrschenden Anteilen von EUR 5,67 im Geschäftsjahr 2018 (Vorjahr: EUR 4,06).

Bei den Einmaleffekten im Finanzergebnis in Höhe von EUR 1,8 Mio. handelt es sich um Aufwendungen aufgrund der frühzeitigen Refinanzierung der im Mai 2018 zurückgezahlten Schuldverschreibung. In diesem Zusammenhang wurde mit den erhaltenen flüssigen Mitteln aus den im September 2017 emittierten Schuldscheindarlehen ein Intercompany-Darlehen in US-Dollar an eine amerikanische Tochtergesellschaft ausgereicht, um das revolvierende Darlehen temporär, bis zur Ablösung der Schuldverschreibung im Mai 2018, vollständig zurückzuzahlen. Den internen Richtlinien folgend wurde im Zeitpunkt der Ausreichung des Intercompany-Darlehens eine entsprechende Kurssicherung vorgenommen. Diese Kurssicherung garantierte bei Rückführung des Intercompany-Darlehens einen bereits im Ausgabezeitpunkt fixierten USD/EUR-Wechselkurs. Die Aufwendungen aus der Kurssicherung belaufen sich auf EUR 1,4 Mio. Weiterhin sind in dieser Position Aufwendungen für die von der Bank in Rechnung gestellten Bereitstellungsgebühren für das temporär zurückgeführte revolvierende Darlehen sowie negative Guthabenzinsen aus den überschüssigen Barmitteln aus der frühzeitigen Refinanzierung jeweils für den Zeitraum seit Beginn des Geschäftsjahres bis zur Ablösung der Schuldverschreibung im Mai 2018 enthalten.

Wesentliche Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio. EUR 2018 in % der Umsatzerlöse 2017 in % der Umsatzerlöse
Umsatzerlöse 1.367,7 1.348,3
Umsatzkosten -967,6 -70,7 -934,4
Vertriebskosten -168,2 -12,3 -168,1
Verwaltungskosten -91,1 -6,7 -87,5
Restrukturierungsaufwendungen -11,3 -0,8 -2,6
Sonstige Aufwendungen und Erträge 10,0 0,7 25,1
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 139,5 10,2 180,8
Finanzergebnis1) -32,3 -2,4 -35,3
Ertragsteuern 23,9 1,7 -42,4
Konzernergebnis 131,1 9,6 103,1
Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen 2,2 2,2
Ergebnisanteil der Anteilseigner des Mutterunternehmens 128,9 100,9

1) Das Finanzergebnis umfasst Zinserträge sowie Zinsaufwendungen bezogen auf die Nettofinanzschulden des Gerresheimer Konzerns. Zudem werden unter dem Finanzergebnis auch der Nettozinsaufwand für Pensionsrückstellungen sowie Währungseffekte aus den Finanzierungsgeschäften und den dazugehörigen derivativen Sicherungsgeschäften ausgewiesen.

Funktionskosten

Ursächlich für den Anstieg der Umsatzkosten um 3,6 % auf EUR 967,6 Mio. (Vorjahr: EUR 934,4 Mio.) war im Wesentlichen der erhöhte Materialaufwand. Weiterhin haben sich im Geschäftsjahr 2018 die Energiekosten und die Kosten für Kunststoffgranulate deutlich erhöht. Dabei haben sich die Energiekosten im Vergleich zum Vorjahr um rund EUR 6 Mio. erhöht und betreffen mit rund EUR 5 Mio. hauptsächlich den Geschäftsbereich Primary Packaging Glass. Darüber hinaus haben sich die Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen in den Umsatzkosten aufgrund der im Zuge der Akquisition der Sensile Medical erworbenen Technologien gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht.# Die Personalaufwendungen hingegen erhöhten sich verglichen mit dem Vorjahr nur sehr moderat. Im Verhältnis zu den Umsatzerlösen sind die Umsatzkosten um 1,4 Prozentpunkte leicht angestiegen. Diesem leichten Anstieg der Umsatzkosten steht ein leichter Rückgang der Vertriebskosten im Verhältnis zu den Umsatzerlösen um 0,2 Prozentpunkte entgegen. Absolut sind die Vertriebskosten auf dem Niveau des Vorjahres. Die Verwaltungskosten liegen im Verhältnis zu den Umsatzerlösen auf annähernd gleichem Niveau wie im Geschäftsjahr 2017. Der Saldo aus den sonstigen Aufwendungen und Erträgen liegt bei EUR 10,0 Mio. nach EUR 25,1 Mio. in der Vorjahresperiode. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus einmaligen Aufwendungen in Höhe von EUR 11,0 Mio. (Vorjahr EUR 2,9 Mio.), welche im aktuellen Geschäftsjahr hauptsächlich im Zusammenhang mit den Veränderungen im Vorstand der Gerresheimer AG sowie der angekündigten Schließung unseres Werkes in Küssnacht (Schweiz) stehen. Ferner ergibt sich aus der finalen Fair Value-Bewertung der Put-Option auf den Erwerb der verbleibenden 25 % der Anteile an der Triveni Polymers Private Ltd. (Neu-Delhi/Indien) ein Aufwand in Höhe von EUR 1,1 Mio. nach einem Ertrag in Höhe von EUR 3,6 Mio. im Geschäftsjahr 2017. Darüber hinaus wurde im aktuellen Geschäftsjahr in dieser Position ein Aufwand in Höhe von EUR 1,4 Mio. aufgrund der Entscheidung der Europäischen Kommission in Bezug auf die in den Jahren 2012 und 2013 gewährten Netzentgeltbefreiungen für stromintensive Unternehmen erfasst.

FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN

Unser Anspruch ist, der weltweit führende Partner für Lösungen zu werden, die die Gesundheit und das Wohlbefinden verbessern. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen unserer Kunden: Innovationen und Qualität spielen im Markt eine zunehmend wichtigere Rolle. Dementsprechend sind Themen wie der steigende Qualitätsanspruch sowie innovative Produkte und Lösungen Teil unserer Wachstumsstrategie. Wir investieren kontinuierlich sowohl in die Optimierung der Produktions- und Produktqualität als auch in die Weiterentwicklung unseres Produktportfolios. Dabei arbeiten wir eng mit unseren Kunden und Partnern aus der Industrie, der Wissenschaft und weiteren Einrichtungen zusammen. Wir produzieren spezialisierte Produkte, sogenannte pharmazeutische Primärverpackungen, die in unmittelbaren Kontakt mit Arzneimitteln kommen und im Alltag von Patienten zur Medikamenteneinnahme benutzt werden. Unsere Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices spielen eine wichtige Rolle für die Pharmaindustrie. Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices unterliegen strengsten Auflagen nationaler und internationaler Zulassungsbehörden, insbesondere hinsichtlich Herstellungsverfahren und Produktqualität. Die Anforderungen an die Primärverpackungen und deren Qualität steigen auch durch neu entwickelte Medikamente. Außerdem spielt die einfache und sichere Applikation von Medikamenten eine zunehmend wichtige Rolle. Mit unseren fortlaufenden Verbesserungen bei Produkten und Prozessen sowie Innovationen haben wir im Markt und bei unseren Kunden eine gute Position aufgebaut, die es weiter zu verbessern gilt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden insgesamt EUR 2,9 Mio. (Vorjahr: EUR 3,5 Mio.) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Darüber hinaus haben wir im Geschäftsjahr 2018 weitere EUR 1,3 Mio. Entwicklungskosten aktiviert (Vorjahr: EUR 3,6 Mio.). Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden ausschließlich bei den Tochterunternehmen der Gerresheimer AG statt. Sie orientieren sich stark an den Bedürfnissen unserer Kunden und werden deshalb oftmals in enger Zusammenarbeit mit ihnen durchgeführt. Zum Teil arbeiten Mitarbeiter der Pharmaunternehmen in unseren Kompetenzzentren mit. Die Kosten für diese kundenspezifische Forschung und Entwicklung tragen weitgehend unsere Kunden. Zu weiterführenden Erläuterungen verweisen wir auf das Kapitel "Innovation, Forschung und Entwicklung".

GEWINNVERWENDUNG (DIVIDENDENVORSCHLAG)

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG werden der Hauptversammlung am 6. Juni 2019 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 1,15 je Aktie (Vorjahr: EUR 1,10 je Aktie) für das Geschäftsjahr 2018 auszuschütten. Dies entspricht einem Dividendenbetrag von EUR 36,1 Mio. und einer Steigerung gegenüber der Vorjahresdividende um 4,5 %. Die Ausschüttungsquote beträgt 20,3 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen. Diese Ausschüttung bewegt sich im Rahmen unserer Dividendenpolitik, in Abhängigkeit vom operativen Unternehmenserfolg zwischen 20 % und 30 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen an unsere Aktionäre auszuschütten. Wir haben uns, nachdem wir im Geschäftsjahr 2018 die Sensile Medical erworben haben und damit die Verschuldung temporär auf einen Adjusted EBITDA Leverage von über 3,0x erhöht haben, bewusst dazu entschieden, bei der Ausschüttung an das untere Ende unserer Bandbreite zu gehen. Trotzdem profitieren die Gerresheimer Aktionäre damit auch in diesem Jahr vom Geschäftserfolg des Gerresheimer Konzerns. Des Weiteren wird vorgeschlagen, den verbleibenden Bilanzgewinn der Gesellschaft von EUR 149,8 Mio. auf neue Rechnung vorzutragen.

ERFOLGSKENNZAHLEN ZUM EINGESETZTEN KAPITAL

Der "Gerresheimer Return on Capital Employed" (Gx ROCE) ist als Messgröße für die Rentabilität auf Konzernebene implementiert und gibt Aufschluss darüber, wie effizient wir mit dem eingesetzten Kapital umgehen. Diese Kennzahl stellt eine wichtige mittel- bis langfristige Zielgröße für den Gerresheimer Konzern dar. Sie definiert sich als Adjusted EBITA im Verhältnis zum durchschnittlichen Kapitaleinsatz, berechnet als Bilanzsumme abzüglich unverzinslicher Verbindlichkeiten und liquider Mittel. Leitet man den Gx ROCE aus dem veröffentlichten Konzern-Abschluss (ermittelt als Durchschnitt der Stichtagswerte des Vorjahres und des laufenden Jahres) ab, ergibt sich ein Gx ROCE von 10,7 % für 2018 und 12,9 % für 2017. Daneben berechnen wir zusätzlich noch den sogenannten "Gerresheimer Return on Net Operating Assets" (Gx RONOA). Diese Kennzahl definiert sich als Adjusted EBITA im Verhältnis zu den durchschnittlichen betriebsnotwendigen Vermögenswerten, berechnet als Summe des Sachanlagevermögens und des Net Working Capitals. Leitet man den Gx RONOA aus dem veröffentlichten Konzern-Abschluss (ermittelt als Durchschnitt der Stichtagswerte des Vorjahres und des laufenden Jahres) ab, ergibt sich ein Gx RONOA von 24,9 % für das Geschäftsjahr 2018 nach 27,3 % in der Vorjahresperiode. Diese Kennzahl ist auch mit anderen Unternehmen vergleichbar, da insbesondere die Effekte aus Akquisitionen (z. B. der Geschäftswert) hierbei unberücksichtigt bleiben. Beide Kennzahlen werden insbesondere durch die Akquisition der Sensile Medical kurzfristig negativ beeinflusst, da erst in den nächsten Geschäftsjahren ein deutlich positiverer Beitrag, insbesondere zum Adjusted EBITA, erwartet wird.

VERMÖGENSLAGE

VERMÖGENSDARSTELLUNG

Die Vermögenslage des Gerresheimer Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2018 wie folgt entwickelt:

Aktiva in Mio. EUR 30.11.2018 30.11.2017 Veränderung in %¹)
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 2.131,0 1.709,5 24,7
Anteile an at equity bewerteten Unternehmen 0,3 0,3 17,9
Sonstige langfristige Vermögenswerte 27,8 19,1 45,3
Langfristige Vermögenswerte 2.159,1 1.728,9 24,9
Vorräte 171,5 148,4 15,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 273,5 242,7 12,7
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 126,8 324,1 -60,9
Kurzfristige Vermögenswerte 571,8 715,2 -20,0
Bilanzsumme 2.730,9 2.444,1 11,7
Passiva in Mio. EUR 30.11.2018 30.11.2017 Veränderung in %¹)
Eigenkapital inkl. nicht beherrschende Anteile 890,1 789,5 12,7
Langfristige Rückstellungen 152,5 155,3 -1,8
Finanzverbindlichkeiten 751,4 681,3 10,3
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 168,5 144,6 16,5
Langfristige Schulden 1.072,4 981,2 9,3
Finanzverbindlichkeiten 389,7 337,7 15,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 207,3 176,3 17,6
Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 171,4 159,4 7,5
Kurzfristige Schulden 768,4 673,4 14,1
Bilanzsumme 2.730,9 2.444,1 11,7

¹) Die Veränderungen wurden auf Basis von T EUR berechnet.

Die Bilanzsumme des Gerresheimer Konzerns betrug zum 30. November 2018 EUR 2.730,9 Mio. und lag damit um EUR 286,8 Mio. bzw. 11,7 % deutlich über dem Wert des Vorjahres. Diese Entwicklung war insbesondere beeinflusst durch die Akquisition der Sensile Medical und der damit im Zusammenhang stehenden Vermögenswerte und Schulden.

BILANZSTRUKTUR UND KENNZAHLEN

Die langfristigen Vermögenswerte haben sich auf EUR 2.159,1 Mio. (Vorjahr: EUR 1.728,9 Mio.) deutlich erhöht. Dies entspricht einem Anstieg um EUR 430,2 Mio. bzw. 24,9 %. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr auf 79,1 % (Vorjahr: 70,7 %) gestiegen. Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken zum Abschlussstichtag dagegen um 20,0 % auf EUR 571,8 Mio. (Vorjahr: EUR 715,2 Mio.). Bezogen auf die Bilanzsumme lag ihr Anteil bei 20,9 % (Vorjahr: 29,3 %). Dabei sind auf der Aktivseite der Bilanz die immateriellen Vermögenswerte, insbesondere aufgrund des Erwerbs der Sensile Medical, deutlich angestiegen, und gegenläufig die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente deutlich zurückgegangen. Auf der Passivseite der Bilanz ist das Eigenkapital im Vergleich zum 30. November 2017 deutlich angestiegen. Gleichzeitig sind sowohl die kurzfristigen als auch die langfristigen Finanzverbindlichkeiten aufgrund des Erwerbs der Sensile Medical gestiegen.

LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien beliefen sich am Abschlussstichtag auf einen Wert von EUR 2.131,0 Mio. (Vorjahr: EUR 1.709,5 Mio.). Diese Veränderung resultiert vor allem aus einem deutlichen Anstieg der immateriellen Vermögenswerte von EUR 1.101,2 Mio. zum 30.# November 2017 um EUR 404,5 Mio. auf nunmehr EUR 1.505,7 Mio., im Wesentlichen bedingt durch den Erwerb der Sensile Medical.

Dabei sind insbesondere die bilanzierten Technologien um EUR 384,6 Mio. angestiegen. Dies resultiert in Höhe von EUR 394,9 Mio. aus dem Zugang der Technologien zum Erwerbszeitpunkt der Sensile Medical und gegenläufig mit EUR 10,3 Mio. aus Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen. Der Geschäftswert erhöhte sich aufgrund des Erwerbs der Sensile Medical um EUR 5,0 Mio. und um weitere EUR 8,8 Mio. aufgrund von Währungsveränderungen. Im Laufe des 4. Quartals 2018 hat sich der Geschäftswert aufgrund der mit dem Verkäufer vereinbarten Net Working Capital- und Net Debt-Anpassungen nochmals geringfügig geändert. Die Kundenbeziehungen haben sich um EUR 16,3 Mio. reduziert, wovon EUR 30,0 Mio. auf Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen entfallen und gegenläufig EUR 13,7 Mio. auf Währungsveränderungen zurückzuführen sind.

Die Sachanlagen betrugen EUR 620,7 Mio. zum Abschlussstichtag am 30. November 2018 nach EUR 602,6 Mio. zum Vorjahresstichtag. Diese Veränderung resultiert im Wesentlichen aus Investitionen in Sachanlagen in Höhe von EUR 109,5 Mio. und gegenläufig aus planmäßigen Abschreibungen in Höhe von EUR 90,4 Mio. und EUR 1,8 Mio. aus Wertminderungen.

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte sind von EUR 19,1 Mio. zum Vorjahresstichtag auf EUR 27,8 Mio. zum 30. November 2018 angestiegen. Diese Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der aktiven latenten Steuern von EUR 11,0 Mio. zum 30. November 2017 auf nunmehr EUR 19,5 Mio. zum Abschlussstichtag.

KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

Die kurzfristigen Vermögenswerte betrugen zum Abschlussstichtag am 30. November 2018 EUR 571,8 Mio. und lagen damit um EUR 143,4 Mio. deutlich unter dem Wert von EUR 715,2 Mio. zum Vorjahresstichtag. Dies liegt im Wesentlichen an einem deutlich niedrigeren Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten aufgrund der Rückzahlung der Schuldverschreibung im Mai 2018.

Die Vorräte sind hingegen um 15,6 % und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 12,7 % im Vergleich zum Vorjahresstichtag angestiegen. Die Vorräte betrugen zum Abschlussstichtag EUR 171,5 Mio. (Vorjahr: EUR 148,4 Mio.), und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich auf EUR 273,5 Mio. (Vorjahr: EUR 242,7 Mio.). Der Anteil der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an der Bilanzsumme betrug zum Abschlussstichtag 16,3 % im Vergleich zu 16,0 % zum Vorjahresstichtag.

EIGENKAPITAL

Das Eigenkapital des Gerresheimer Konzerns einschließlich der nicht beherrschenden Anteile stieg um EUR 100,6 Mio. auf EUR 890,1 Mio. Dieser Anstieg resultiert aus dem positiven Konzernergebnis, welches die Ausschüttungen in Höhe von EUR 34,5 Mio. an die Anteilseigner der Gerresheimer AG sowie von EUR 1,7 Mio. an die nicht beherrschenden Anteile überkompensierte. Zusätzlich wurde das Eigenkapital durch die Effekte aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 3,6 Mio. positiv beeinflusst.

Zum 30. November 2018 lag die Eigenkapitalquote bei 32,6 % nach 32,3 % zum Geschäftsjahresende 2017.

LANGFRISTIGE SCHULDEN

Die langfristigen Schulden beliefen sich auf EUR 1.072,4 Mio. (Vorjahr: EUR 981,2 Mio.) und sind im Vergleich zum Vorjahresstichtag um EUR 91,2 Mio. gestiegen. Der Haupteffekt resultiert hierbei aus dem Anstieg der finanziellen Verbindlichkeiten der noch nicht gezahlten langfristigen Kaufpreisbestandteile aus dem Erwerb der Sensile Medical. Weiterhin haben sich die passiven latenten Steuern gegenüber dem Vorjahresstichtag erhöht. Hierbei sind allerdings gegenläufige Effekte zu verzeichnen. Einerseits haben sich die passiven latenten Steuern aufgrund des Erwerbs der Sensile Medical deutlich erhöht, andererseits sind die passiven latenten Steuern aufgrund der Ende Dezember 2017 unterzeichneten US-Steuerreform zurückgegangen.

KURZFRISTIGE SCHULDEN

Die kurzfristigen Schulden lagen zum Abschlussstichtag bei EUR 768,4 Mio., dies entspricht einem Anstieg von 14,1 % bzw. EUR 95,0 Mio. gegenüber dem Vorjahresstichtag. Ihr Anteil an der Bilanzsumme lag damit bei 28,1 % (Vorjahr: 27,5 %). Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf die höhere Inanspruchnahme des revolvierenden Darlehens und die noch nicht gezahlten kurzfristigen Kaufpreisbestandteile im Zusammenhang mit dem Erwerb der Sensile Medical zurückzuführen. Gegenläufig reduzierten sich die kurzfristigen Schulden aufgrund der Rückzahlung der im Mai 2018 fälligen Schuldverschreibung in Höhe von EUR 300,0 Mio.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betrugen zum 30. November 2018 EUR 207,3 Mio. und sind damit um EUR 31,0 Mio. gegenüber dem Vorjahresstichtag angestiegen.

NET WORKING CAPITAL

Das Net Working Capital des Gerresheimer Konzerns lag zum 30. November 2018 mit EUR 202,7 Mio. um EUR 17,0 Mio. über dem Wert zum 30. November 2017.

scroll in Mio. EUR 30.11.2018 30.11.2017
Vorräte 171,5 148,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 273,5 242,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 207,4¹) 176,3
Erhaltene Anzahlungen 34,9 29,1
Net Working Capital 202,7 185,7

1) Hierin sind EUR 0,1 Mio. langfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten.

Der Anstieg des Net Working Capitals im Vergleich zum 30. November 2017 resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vorräte, insbesondere aufgrund des starken 4. Quartals 2018. Gegenläufig wirkte sich die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Anstieg der erhaltenen Anzahlungen aus.

Bereinigt um Währungseffekte betrug der Anstieg des Net Working Capitals im Geschäftsjahr 2018 EUR 17,6 Mio. nach einem Rückgang von EUR 10,3 Mio. im Geschäftsjahr 2017.

Bezogen auf die Umsatzerlöse der letzten zwölf Monate lag das durchschnittliche Net Working Capital zum 30. November 2018 bei 17,3 %. Zum Abschlussstichtag betrug das Net Working Capital im Verhältnis zu den Umsatzerlösen 14,0 % ohne die Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Advanced Technologies nach 13,8 % im Vorjahr. Inklusive der Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Advanced Technologies beträgt das Verhältnis von Net Working Capital zu den Umsatzerlösen 14,8 %.

AUSSERBILANZIELLE POSITIONEN

Am Abschlussstichtag bestanden Verpflichtungen aus Leasingverträgen in Höhe von EUR 37,9 Mio. (Vorjahr: EUR 39,8 Mio.). Sie umfassen Miet- und Operating-Leasingverträge für Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge und EDV.

EINFLUSS DER BILANZPOLITIK

Im Konzern-Abschluss 2018 sind keine Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie damit verbundene Wahlrechte angewandt worden, die von den Vorjahren abweichen und bei einer anderen Anwendung einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gehabt hätten. Angaben zum Einfluss der Verwendung von Schätzungen sowie zu den getroffenen Annahmen und Ermessensentscheidungen finden sich in Angabe (5) im Konzern-Abschluss.

FINANZ- UND LIQUIDITÄTSLAGE

GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS

Die finanzielle Steuerung und Optimierung des Gerresheimer Konzerns erfolgt grundsätzlich zentral aus dem Group Treasury der Gerresheimer AG. Unser vornehmliches Ziel ist es, die Liquidität jederzeit durch eine zentrale Beschaffung der Finanzmittel und die aktive Steuerung der Fremdwährungs- sowie der Zinsänderungsrisiken zu sichern. Die stets angemessene Ausstattung mit Finanzmitteln stellen wir durch eine rollierende Liquiditätsplanung und ein zentrales Cash-Management sicher.

Um die Entscheidungs- und Steuerungsprozesse im Rahmen der Liquiditätssicherung, der Finanzplanung und des diesbezüglichen Risikomanagements zu institutionalisieren, hat der Vorstand einen Anlagenausschuss eingesetzt. Dieser besteht aus dem Finanzvorstand sowie den Leitern der Abteilungen Controlling, Accounting, Strategy, Mergers & Acquisitions und Treasury und tritt grundsätzlich einmal pro Quartal zusammen. Zentrale Aufgabe des Anlagenausschusses ist es, die relevanten finanziellen Rahmenbedingungen für den Gerresheimer Konzern zu erörtern und zu überwachen. Dabei werden mögliche Veränderungen von externen Einflussfaktoren durch aktuelle Marktprognosen ebenso bewertet wie die Finanzierungssituation und strategische Wachstumsoptionen. Alle Ideen und anstehenden Maßnahmen von größerem finanziellem Umfang werden hier gebündelt und auf ihre Finanzierbarkeit geprüft sowie unter Risikogesichtspunkten nochmals durchleuchtet. Die Unterlagen des Anlagenausschusses werden den anderen Vorstandsmitgliedern nach jeder Sitzung ebenfalls zur Kenntnis gegeben. Damit haben wir in Ergänzung zum durchgängigen Vier-Augen-Prinzip eine zusätzliche Kontroll- und Früherkennungsinstanz.

Als global agierendes Unternehmen setzen wir verschiedene Instrumente ein, um ein effektives Finanzmanagement sicherzustellen. Dadurch minimieren wir negative Auswirkungen von Ausfall-, Währungs- und Zinsänderungsrisiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Cash Flows des Gerresheimer Konzerns.

Aus dem Forderungsbestand ist der Gerresheimer Konzern maximal bis zur Höhe der Forderungsbuchwerte einem Kreditausfallrisiko ausgesetzt. Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit räumen wir unseren Kunden Zahlungsziele ein und nehmen laufend Bewertungen hinsichtlich bestimmter Finanzkonditionen vor (Bonitätskontrolle). Für zweifelhafte Forderungen erfassen wir Wertminderungen. Als Maßstab für das Ausfallrisiko bestimmter Kunden dienen Erfahrungen mit dem Einzug von Forderungen in der Vergangenheit sowie sonstige Informationen wie zum Beispiel Bonitätsauskünfte. Dem Adressenausfallrisiko begegnen wir mit der Beschränkung auf Vertragspartner guter bis sehr guter Bonität. Grundlage bilden die Bewertungen nationaler und internationaler Kreditauskunfteien und die konsequente Einhaltung des von der Warenkreditversicherung oder intern vorgegebenen Risikolimits.

Aufgrund der internationalen Ausrichtung tätigen wir zahlreiche Geschäfte in fremden Währungen.# Um dem damit verbundenen Risiko der für uns nachteiligen Wechselkursschwankungen zu begegnen, schließen wir Devisentermingeschäfte ab.

Diese sichern die Cash Flows aus noch nicht erfüllten Aufträgen in Fremdwährungen ab. Aufträge, Forderungen oder Verbindlichkeiten werden regelmäßig im Zeitpunkt ihrer Entstehung durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Um Zinsänderungsrisiken zu begegnen, beobachtet das Group Treasury der Gerresheimer AG ständig die Zinsentwicklung und schließt im Bedarfsfall entsprechende Zinssicherungsgeschäfte ab. Ein fester Bestandteil der laufenden Liquiditätssteuerung ist die Liquiditätssicherung des Gerresheimer Konzerns unter Berücksichtigung von entsprechenden Reserven für mögliche Sondereinflüsse. Hierbei ermöglicht der konzerninterne Finanzausgleich im Rahmen des Cash-Poolings und mittels Intercompany-Darlehen eine effiziente Nutzung von Liquiditätsüberschüssen einzelner Konzerngesellschaften für den Bedarf an Finanzmitteln anderer Konzerngesellschaften. Im Geschäftsjahr 2018 bestanden aufgrund ausreichender Cash-Pool-Kreditlinien sowie hinreichender Intercompany-Darlehen weder Finanzierungs- noch Liquiditätsengpässe.

FINANZIERUNGSINSTRUMENTE

Unsere Rahmenfinanzierung umfasst einen Konsortialkredit mit fünfjähriger Laufzeit in Form eines revolvierenden Darlehens in Höhe von EUR 450,00 Mio., der im Rahmen einer Refinanzierung am 9. Juni 2015 unterzeichnet wurde. Die dem revolvierenden Darlehen zugrunde liegende und einzuhaltende marktübliche Kenngröße (Financial Covenant) ist das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Adjusted EBITDA (Adjusted EBITDA Leverage). Das revolvierende Darlehen wird verzinst über einen Basiszins entsprechend dem EURIBOR (für Ziehungen in Euro) bzw. dem LIBOR (für Ziehungen in US-Dollar) für die jeweilige Ziehungsperiode zuzüglich eines Margenaufschlages abhängig vom Erfüllungsgrad des Adjusted EBITDA Leverage sowie zuzüglich einer Nutzungsprovision in Abhängigkeit vom jeweiligen Darlehensstand. Der Erwerb von Centor (Ohio/USA) am 1. September 2015 wurde im November 2015 durch eine erfolgreiche Schuldscheinemission der Gerresheimer AG in Höhe von EUR 425,0 Mio. sowie anteilig aus den Erlösen der Veräußerung des Röhrenglasgeschäftes finanziert. Die am 2. November 2015 unterzeichneten und am 10. November 2015 ausgezahlten Schuldscheindarlehen der Gerresheimer AG teilten sich in eine fünfjährige Tranche über EUR 189,5 Mio., eine siebenjährige Tranche über EUR 210,0 Mio. sowie eine zehnjährige Tranche über EUR 25,5 Mio. auf. Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zum Teil auch variabel verzinst. Aufgrund des günstigen Marktumfeldes erfolgte bereits am 27. September 2017 die frühzeitige Refinanzierung der im Mai 2018 auslaufenden Schuldverschreibung durch die Emission von Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 250,0 Mio. Die Schuldscheindarlehen teilen sich auf in eine fünfjährige Tranche über EUR 95,5 Mio., eine siebenjährige Tranche über EUR 109,0 Mio. sowie eine zehnjährige Tranche über EUR 45,5 Mio. Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zu einem geringen Teil auch variabel verzinst. Aufgrund dieser frühzeitigen Refinanzierungstransaktion konnte das revolvierende Darlehen bis zum 18. Mai 2018 komplett zurückgeführt werden. Die am 19. Mai 2011 ausgegebene Schuldverschreibung über EUR 300,0 Mio. mit einem Zinskupon von 5,0 % p. a. wurde am 21. Mai 2018 endfällig zurückgezahlt. Aufgrund der Rückzahlung der Schuldverschreibung sowie der Finanzierung des ersten Kaufpreisteilbetrages im Zusammenhang mit dem Erwerb der Sensile Medical im Juli 2018 wurde das revolvierende Darlehen in der Folge erneut in Anspruch genommen. Daneben finanzieren sich unsere ausländischen Tochterunternehmen über zugesagte bilaterale Kreditlinien inklusive Kontokorrentverbindlichkeiten in Höhe von umgerechnet EUR 19,9 Mio. Zu den Konditionen der Finanzierungsinstrumente verweisen wir auf die Angabe (31) des Konzern-Abschlusses.

FINANZVERBINDLICHKEITEN UND KREDITLINIEN

Die Nettofinanzschulden haben sich wie folgt entwickelt:

scroll in Mio. EUR 30.11.2018 30.11.2017
Finanzschulden
Konsortialkredite
Revolvierendes Darlehen (ab 15.06.2015)1) 264,4 -
Summe Konsortialkredite 264,4 -
Schuldverschreibung
Euro Bond - 300,0
Schuldscheindarlehen - November 2015 425,0 425,0
Schuldscheindarlehen - September 2017 250,0 250,0
Lokale Kreditlinien inkl. Kontokorrentverbindlichkeiten1) 19,9 16,7
Finanzierungsleasing 7,7 8,0
Summe Finanzschulden 967,0 999,7
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 80,6 287,0
Nettofinanzschulden 886,4 712,7

1) Bei der Umrechnung von in US-Dollar aufgenommenen Krediten in Euro wurden die folgenden Wechselkurse verwendet: zum 30. November 2018: EUR 1,00/USD 1,1359, zum 30. November 2017: EUR 1,00/USD 1,1849.

Die Nettofinanzschulden sind zum 30. November 2018 gegenüber dem Vorjahr angestiegen und betrugen EUR 886,4 Mio. nach EUR 712,7 Mio. zum Vorjahresstichtag. Der Adjusted EBITDA Leverage laut der am 30. November 2018 vorliegenden Rahmenkreditvereinbarung betrug zum Abschlussstichtag 3,1x (Vorjahr: 2,3x). Dieser ist aufgrund des Erwerbs der Sensile Medical deutlich gegenüber dem Vorjahresstichtag angestiegen. Die Nutzung des revolvierenden Darlehens (Rahmenhöhe EUR 450,0 Mio.) betrug zum 30. November 2018 EUR 264,4 Mio. (Vorjahr: EUR 0,0 Mio.). Das revolvierende Darlehen stand uns somit zum 30. November 2018 in Höhe von EUR 185,6 Mio. für Investitionen, Akquisitionen sowie für weitere betriebliche Zwecke zur Verfügung.

UNTERNEHMENSKÄUFE UND -VERKÄUFE

Im Juli 2018 hat Gerresheimer einen Kaufvertrag über den Erwerb von rund 99,89 % der Kapitalanteile und Stimmrechte an der Sensile Medical (Olten/Schweiz) unterzeichnet. Der Kauf der Anteile erfolgte mit Wirkung zum 30. Juni 2018, und die Gesellschaft wurde somit ab diesem Zeitpunkt in den Konzern-Abschluss der Gerresheimer AG einbezogen. Sensile Medical ist ein führendes Unternehmen im Bereich der Mikropumpentechnologie, kombiniert mit Elektronik und Vernetzung von Drug-Delivery-Devices für den medizinischen Einsatz. Durch die Akquisition erweitert Gerresheimer sein Geschäftsmodell in Richtung Original Equipment Manufacturer (OEM) für Drug-Delivery-Plattformen mit digitalen und elektronischen Fähigkeiten für Pharma- und Biopharmakunden. Sensile Medical ist in einer früheren Phase der Medikamenten- und Therapieentwicklung bei den Pharmaunternehmen involviert. Das Unternehmen besitzt eine große Anzahl von Patenten und wird von den kooperierenden Pharmaunternehmen bei der Erreichung definierter Meilensteine in der Entwicklungsphase sowie über Lizenzzahlungen nach der Produkteinführung vergütet. Zusätzliche Umsatzerlöse erzielt Sensile Medical durch den Verkauf der Devices, wobei die Herstellung der Produkte sowohl durch externe Unternehmen als auch durch unser Geschäftsfeld Medical Systems erfolgen kann. Sensile Medical weist hierdurch nur geringe Investitionen sowie ein geringes Net Working Capital auf. Der diskontierte Kaufpreis nach den im 4. Quartal 2018 erfolgten Net Working Capital- und Net Debt-Anpassungen beläuft sich auf insgesamt EUR 334,6 Mio. Darüber hinaus hat Gerresheimer die seit dem Erwerb der Triveni Polymers Private Ltd. (Neu-Delhi/Indien) am 20. Dezember 2012 bestehende Kaufoption (Call-Option) auf den Erwerb der von Dritten gehaltenen 25 % der Anteile an dieser Gesellschaft ausgeübt. Mit den Verkäufern wurde im Rahmen des damaligen Erwerbs ebenfalls eine Verkaufsoption (Put-Option) vereinbart, die es den Verkäufern ermöglicht, dieselben Anteile Gerresheimer anzudienen. Aufgrund der Ausübung der Call-Option durch Gerresheimer ist die Put-Option nunmehr verfallen. Die Zahlung des Kaufpreises für die verbleibenden Anteile in Höhe von EUR 15,6 Mio. ist im 4. Quartal 2018 erfolgt.

INVESTITIONSANALYSE

Im Geschäftsjahr 2018 tätigte Gerresheimer die folgenden Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte:

scroll in Mio. EUR 2018 2017 Veränderung in %1)
Plastics & Devices 64,7 70,9 -8,7
Primary Packaging Glass 47,8 41,3 15,6
Advanced Technologies 0,5 - -
Zentralstellen 1,7 6,4 -72,1
Summe Investitionen2) 114,7 118,6 -3,2

1) Die Veränderung wurde auf Basis von T EUR berechnet.
2) Hierin sind Zugänge zu Finanzierungsleasing in Höhe von EUR 0,1 Mio. (Vorjahr: EUR 2,1 Mio.) enthalten, welche nicht zahlungswirksam waren.

Der größte Teil der Investitionen entfiel, wie im Vorjahr, auf den Geschäftsbereich Plastics & Devices. Der Schwerpunkt bildete hierbei der Ausbau unserer Inhalatorproduktion in den USA und der Tschechischen Republik. Darüber hinaus lag der Fokus auf dem Ausbau des Produktportfolios sowie der Schaffung von zusätzlichen Produktionskapazitäten. Die Investitionen im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass betrafen im Wesentlichen die Ofenreparaturen in den USA und Deutschland, die Modernisierung und Automatisierung der Produktionsanlagen und die Erweiterung des Veredelungskonzeptes an einem unserer Kosmetikstandorte. Zudem erfolgten, wie in den Vorjahren, Investitionen in Formen und Werkzeuge.

Investitionen nach Wirtschaftsregionen in Mio. EUR

Im Geschäftsjahr 2018 entfielen aus regionaler Sicht 53,3 % der Investitionen auf Deutschland (Vorjahr: 40,4 %), 17,8 % auf die Schwellenländer (Vorjahr: 18,4 %), 15,5 % auf Amerika (Vorjahr: 29,0 %) und 13,4 % auf die Region Europa (Vorjahr: 12,2 %). Die Investitionen in Deutschland betreffen in erster Linie die Weiterentwicklung des Produktportfolios und die Erweiterung von Produktionskapazitäten im Geschäftsbereich Plastics & Devices. Darüber hinaus wurde im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass eine Anzahlung für die planmäßige Ofenreparatur in Essen getätigt und die Veredelung erweitert. In der Region Europa beziehen sich die Investitionen im Wesentlichen auf den Ausbau der Inhalatorproduktion in der Tschechischen Republik sowie den Ausbau der Produktionskapazitäten im Geschäftsbereich Plastics & Devices.# Bei den Investitionen in der Region Amerika handelt es sich hauptsächlich um die Ofenreparatur in Chicago Heights (Illinois/USA) im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass sowie um den Ausbau der Inhalatorproduktion in Peachtree City (Georgia/USA) im Geschäftsbereich Plastics & Devices. Weltweit standen darüber hinaus die Automatisierung und Modernisierung der Anlagen und Weiterentwicklung des Produktionsprozesses im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass im Fokus.

OPERATING CASH FLOW

scroll in Mio. EUR 2018 2017
Adjusted EBITDA 298,6 310,8
Veränderung des Net Working Capitals -17,6 10,3
Investitionen -114,6 -116,5
Operating Cash Flow 166,4 204,6
Gezahlte Zinsen (netto) -28,9 -24,0
Gezahlte Steuern (netto) -37,0 -49,7
Pensionszahlungen -11,9 -12,3
Sonstiges -29,6 -12,9
Freier Cash Flow vor Akquisitionen/Desinvestitionen 59,0 105,7
Akquisitionen/Desinvestitionen -172,5 1,4
Finanzierungstätigkeit -95,4 60,5
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes -208,9 167,6

Der Operating Cash Flow liegt mit EUR 166,4 Mio. um EUR 38,2 Mio. unter dem Wert des Vorjahres von EUR 204,6 Mio. Diese Reduzierung resultiert im Wesentlichen aus der Entwicklung des Net Working Capitals, welches aufgrund des sehr starken 4. Quartals 2018 im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen ist. Die Operating Cash Flow-Marge, berechnet als Operating Cash Flow im Verhältnis zu den Umsatzerlösen jeweils zu konstanten Wechselkursen, beträgt im Geschäftsjahr 2018 12,3 %.

KAPITALFLUSSRECHNUNG

scroll in Mio. EUR 2018 2017
Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit 173,4 219,2
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit -286,9 -112,1
Mittelab-/-zufluss aus der Finanzierungstätigkeit -95,4 60,5
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes -208,9 167,6
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelbestandes -0,8 -3,7
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 271,6 107,7
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 61,9 271,6

Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit verringerte sich im Geschäftsjahr 2018 um 20,8 % auf nunmehr EUR 173,4 Mio. Diese Entwicklung liegt einerseits am geringeren Konzernergebnis vor Ertragsteuern des aktuellen Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr. Andererseits hat sich das Net Working Capital, insbesondere aufgrund des sehr starken 4. Quartals 2018, deutlich gegenüber dem Vorjahresstichtag erhöht und führte somit zu einer Kapitalbindung, die sich negativ auf den Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit auswirkte. Gegenläufig hatten wir im laufenden Geschäftsjahr deutlich niedrigere Ertragsteuerzahlungen als in der Vorjahresperiode. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit von saldiert EUR 286,9 Mio. lag deutlich über dem Vorjahreswert von EUR 112,1 Mio. Dies liegt im Wesentlichen an der Auszahlung für den Erwerb der Sensile Medical in Höhe von EUR 172,5 Mio. In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen investierten wir im Geschäftsjahr EUR 114,6 Mio. nach EUR 116,5 Mio. im Vorjahr. Des Weiteren betrugen die Einzahlungen aus Anlagenverkäufen im Zeitraum vom 1. Dezember 2017 bis zum 30. November 2018 EUR 0,3 Mio. nach EUR 3,1 Mio. in der Vorjahresperiode. Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug im Berichtsjahr saldiert EUR 95,4 Mio. (Vorjahr: Mittelzufluss EUR 60,5 Mio.) und liegt in der Rückzahlung der Schuldverschreibung im Mai 2018 sowie gegenläufig in einer höheren Inanspruchnahme aus dem revolvierenden Darlehen im Zusammenhang mit dem Erwerb der Sensile Medical begründet. Ferner zahlte das Unternehmen einen Betrag in Höhe von EUR 1 5,6 Mio. für den Erwerb der verbleibenden 25 % der Anteile an der Triveni Polymers Private Ltd. (Neu-Delhi/Indien). Die Ausschüttungen an Dritte betrugen im Geschäftsjahr 2018 EUR 36,3 Mio. nach EUR 34,9 Mio. im Vorjahr. Zum 30. November 2018 verfügte der Gerresheimer Konzern über einen Finanzmittelbestand in Höhe von EUR 61,9 Mio. (Vorjahr: EUR 271,6 Mio.). Darüber hinaus stand Gerresheimer zum Ende der Berichtsperiode ein revolvierendes Darlehen in Höhe von EUR 450,0 Mio. zur Verfügung, das zum Abschlussstichtag am 30. November 2018 mit EUR 264,4 Mio. in Anspruch genommen wurde. Der verbleibende Betrag steht Gerresheimer unter anderem für Investitionen, Akquisitionen und weitere betriebliche Zwecke zur Verfügung.

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Mit dem Anstieg der währungsbereinigten Umsatzerlöse um 4,3 % auf nunmehr EUR 1.406,7 Mio. im Geschäftsjahr 2018 sind wir zufrieden. Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA war im aktuellen Geschäftsjahr durch drei Sondereffekte beeinflusst. Zum einen haben wir im Geschäftsjahr 2018 einen Aufwand in Höhe von EUR 1,4 Mio. aufgrund der Entscheidung der Europäischen Kommission in Bezug auf die in den Jahren 2012 und 2013 gewährten Netzentgeltbefreiungen für stromintensive Unternehmen erfasst. Zum anderen wurde aufgrund der finalen Fair Value-Bewertung der Put-Option auf den Erwerb der verbleibenden 25 % der Anteile an der Triveni Polymers Private Ltd. (Neu-Delhi/Indien) ein Aufwand in Höhe von EUR 1,1 Mio. im Geschäftsjahr 2018, nach einem Ertrag in Höhe EUR 3,6 Mio. im Geschäftsjahr 2017, erfasst. Weiterhin beträgt das Adjusted EBITDA des Geschäftsbereiches Advanced Technologies EUR 3,0 Mio. für das Geschäftsjahr 2018. Ohne diese drei Sondereffekte läge das währungsbereinigte Adjusted EBITDA im aktuellen Geschäftsjahr bei EUR 307,5 Mio. und damit leicht über dem Wert von EUR 307,2 Mio. aus dem Vorjahr. Das bereinigte Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen betrug im Geschäftsjahr EUR 178,0 Mio. und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von EUR 127,5 Mio. Dabei wurde das bereinigte Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen im Wesentlichen durch die Ertragsteuern sowie die Einmaleffekte beeinflusst. Der positive Effekt aus den Ertragsteuern ist maßgeblich bedingt durch die Neubewertung der bilanzierten latenten Steuern unserer in den Konzern-Abschluss einbezogenen US-Tochtergesellschaften aufgrund der am 22. Dezember 2017 unterzeichneten US-Steuerreform in Höhe von EUR 44,8 Mio. sowie einen latenten Steuerertrag bei einer deutschen Tochtergesellschaft im Rahmen der zukünftigen Nutzbarkeit vororganschaftlicher Verlustvorträge in Höhe von EUR 8,7 Mio. Die Investitionen lagen mit EUR 114,7 Mio. um 3,2 % unter den Investitionen des Vorjahres. Der Operating Cash Flow liegt mit EUR 166,4 Mio., im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg des Net Working Capitals, unter dem Wert des Vorjahres von EUR 204,6 Mio. Der Adjusted EBITDA Leverage, berechnet als Verhältnis der verzinslichen Nettofinanzschulden zum Adjusted EBITDA laut der am 30. November 2018 vorliegenden Rahmenkreditvereinbarung, liegt mit 3,1x aufgrund des Erwerbs der Sensile Medical deutlich über dem Niveau des Vorjahreswertes von 2,3x. Unsere Vermögenslage ist unverändert sehr solide. Die langfristigen Vermögenswerte waren zu 90,9 % durch Eigenkapital und langfristige Schulden gedeckt (Vorjahr: 97,6 %). Die Eigenkapitalquote stieg von 32,3 % zum Vorjahrestag auf nunmehr 32,6 % zum 30. November 2018.

NICHTFINANZIELLE KONZERN-ERKLÄRUNG GEM. § 315b HGB

UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG UND NACHHALTIGKEIT BEI GERRESHEIMER

Seit 2010 hat Gerresheimer seine unternehmerische Verantwortung und damit seine Haltung zur Nachhaltigkeit in der Unternehmensrichtlinie "Unternehmerische Verantwortung" festgeschrieben, kommuniziert und konzernweit ausgerollt. Diese Richtlinie wurde kontinuierlich weiterentwickelt und zuletzt im Mai 2018 aktualisiert. Die Prinzipien der Nachhaltigkeit und der unternehmerischen Verantwortung sind zugleich Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie, die in unserer Vision, Mission und unseren fünf Unternehmenswerten Integrität, Verantwortung, Höchstleistung, Teamwork und Innovation verankert ist. An allen unseren Standorten weltweit arbeiten und handeln wir nach diesen Prinzipien. Durch interne Standards adressieren wir auch neuere Anforderungen, wie sie durch das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) entstanden sind. Die hierfür erforderlichen Informationen zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung werden in der folgenden nichtfinanziellen Konzern-Erklärung dargelegt. Einzig die Erhebung unserer CO2 e-Emissionen sowie Wasser- und Abfallwerte war bis dato an der von unserem Geschäftsjahr abweichenden Einreichungsfrist beim CDP ausgerichtet. Für das CDP werden die Daten weltweit im Frühjahr für das zurückliegende Jahr erhoben. Somit gingen die vom CDP geprüften und publizierten Daten bislang immer um ein Geschäftsjahr zeitversetzt in die nichtfinanzielle Konzern-Erklärung unseres Konzern-Lageberichtes ein. Dies ist auch im aktuellen Bericht der Fall, sodass die CO2 e-Emissionswerte sowie die Wasserverbräuche und Abfallzahlen für das Geschäftsjahr 2017 dargestellt werden. Für das kommende Geschäftsjahr werden wir den kompletten Erhebungsprozess anpassen, sodass es keine Abweichung mehr zu unserem Geschäftsjahr geben wird. Die berichteten Themen und Details orientieren sich an den Vorgaben der Global Reporting Initiative (GRI), der weltweit anerkannten Organisation zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. In diesem Jahr wird damit der Rahmen vorgegeben, ohne dass eine vollständige Einhaltung des GRI Standards "Core" schon erfüllt wird. Dieses wird mittelfristig aber angestrebt. Der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG hat die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Prüfung der Konformität mit begrenzter Sicherheit der nichtfinanziellen Konzern-Erklärung gem. dem CSR-RUG beauftragt. Deloitte hat die Ergebnisse dem Aufsichtsrat der Gerresheimer AG in seiner Sitzung vom 13. Februar 2019 berichtet. Die in dieser Konzern-Erklärung gemachten Angaben beziehen sich sowohl auf die Gerresheimer AG als auch die von ihr direkt und indirekt gehaltenen Tochterunternehmen einschließlich der im Juli 2018 erworbenen Sensile Medical.# STRATEGISCHE ANALYSE, WESENTLICHKEIT UND ZIELE

Zu wesentlichen nichtfinanziellen Risiken gemäß den Anforderungen des CSR-RUG verweisen wir auf den "Chancen- und Risikobericht". Weitere Informationen zu unserer Vision, Mission und unseren Unternehmenswerten finden Sie auf unserer Website unter www.gerresheimer.com/unternehmen/vision-mission-werte. Informationen zur Unternehmerischen Verantwortung bei Gerresheimer finden Sie unter www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung.

Den Begriff Nachhaltigkeit betrachten wir in allen seinen Facetten. Gemäß unseres Geschäftsmodelles (Details siehe Kapitel "Der Gerresheimer Konzern") stehen für uns unsere Produkte sowie der Nutzen, den sie stiften, im Vordergrund unseres Handelns. Mit der Entwicklung und Herstellung von Produkten zur Verpackung von Medikamenten, zur einfachen und sicheren Dosierung und Verabreichung von Arzneimitteln leisten wir einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden der Gesellschaft. Dementsprechend hat der verantwortungsvolle Umgang mit den Entwicklungs- und Produktionsprozessen für uns höchste Priorität. Unsere eigenen, ständig steigenden Ansprüche an Qualität, Schonung von Ressourcen, Vermeidung von Verschwendung, einfache Handhabung und größtmögliche Sicherheit unserer Produkte geben uns den Weg vor.

Wir fassen unsere unternehmerische Verantwortung und unsere Verpflichtung zur Nachhaltigkeit aber wesentlich weiter und haben uns deshalb Grundsätze unternehmerischer Verantwortung auferlegt. Wir beschreiben darin die Aspekte unserer unternehmerischen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, unseren Mitarbeitern, den Investoren, unseren Kunden und Lieferanten sowie der Umwelt. An diesen Grundsätzen lassen wir uns öffentlich messen. Regelmäßig evaluieren zahlreiche unserer internationalen Pharma- und Kosmetikkunden unsere Strategie und Umsetzung zu Nachhaltigkeit bzw. Corporate Social Responsibility. Außerdem stehen wir mit unseren Investoren in ständigem Dialog bezüglich unserer Nachhaltigkeitsstrategie.

Um unsere bestehende Nachhaltigkeitsstrategie fortzuentwickeln, haben wir im Geschäftsjahr 2017 einen systematischen Prozess zur Erfassung und Priorisierung der Erwartungen an uns durch externe und interne Stakeholder gestartet und diesen im Geschäftsjahr 2018 fortgeführt. Dabei benutzen wir die anerkannte Methodik der Wesentlichkeitsanalyse. Als wesentlicher Input für die externen und internen Stakeholder-Bedarfe sind dort eingeflossen:

  1. Die entsprechenden Schwerpunktthemen vieler unserer Pharma- und Kosmetikkunden, die uns in Sachen Nachhaltigkeit entweder einzeln auditieren oder dies über anerkannte CSR-Auditierungs-Agenturen wie EcoVadis oder Ecodesk abwickeln, sowie direkte Gespräche mit Kunden.
  2. Investoren- und Analystenfragebögen zu Nachhaltigkeitsaspekten sowie Input aus Gesprächen unseres Vorstands oder Investor Relations mit Kapitalmarktakteuren.
  3. Öffentliche Meinung und Vorgaben aus der Politik, insbesondere der EU und den USA, aber auch lokale Politik und Öffentlichkeit.
  4. Unternehmensperspektive durch Vorgaben aus dem Vorstand und dem operativen Management sowie aus dem Personalmanagement.
  5. Die Mitarbeitersicht, die sich insbesondere aus der im Geschäftsjahr 2018 durchgeführten Mitarbeiterumfrage ergibt.

Die nachfolgende Wesentlichkeitsmatrix zeigt die ökonomischen, ökologischen und sozialen Themen auf, die wir in dem beschriebenen Prozess identifiziert und priorisiert haben. Die Positionierung eines Themas im oberen rechten Dreieck geht einher mit hoher Relevanz aus Sicht unserer externen Stakeholder wie auch unserer eigenen Perspektive. Analog stellt das Dreieck im Schnittpunkt der beiden Achsen die Themen mit der geringsten Relevanz für unsere Stakeholder und uns dar. Die Themen sind entsprechend markiert und in fünf Schwerpunkte unterteilt. Dies sind die Kernthemen unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die nachfolgenden Kapitel orientieren sich an den hier benannten Themenschwerpunkten.

Die fünf Themenschwerpunkte unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung:

  • Verantwortungsvolle Wertschöpfung
  • Verantwortung für die Umwelt
  • Verantwortung für unsere Mitarbeiter
  • Verantwortung für die Gesellschaft
  • Verantwortung für Compliance

Wesentlichkeitsmatrix

Ranking ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte nach ihrer Relevanz für unsere Geschäftstätigkeit. Ein Blick auf die obere rechte Ecke des Schaubildes zeigt, dass in unserer Branche den Themen Energieeffizienz und Emissionen sowie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz besonders hohe Bedeutung zukommt. Nimmt man dann noch die Aspekte mit mittlerer Relevanz hinzu, ergibt sich ein hoher Deckungsgrad mit den Schlüsselthemen, die von externen Auditierungs-Agenturen wie EcoVadis erfragt werden.

In diesem Geschäftsjahr haben wir in der jährlichen Bewertung durch EcoVadis erstmals die Stufe "Silber" erreicht. Dabei haben wir 46 von 100 möglichen Punkten erzielt und liegen damit über dem Durchschnitt aller von EcoVadis geprüften Unternehmen von 42,4 Punkten. In der Vergleichsbranche Pharmazulieferer und Medizintechnik zählt Gerresheimer damit zu den Top-25-Prozent der von EcoVadis auditierten Unternehmen.

VERANTWORTUNG, REGELN UND PROZESSE, KONTROLLE

Der Vorstand der Gerresheimer AG hat im Mai 2018 die überarbeitete CSR-Strategie verabschiedet und entsprechende Verantwortlichkeiten vergeben. Mit der Umsetzung der CSR-Strategie wurde der Group Senior Director Communication and Marketing beauftragt. Er berichtet fortan dem Vorstand mehrmals jährlich über den Fortschritt bei der Umsetzung der CSR-Strategie.

Da die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele und die Einhaltung der Nachhaltigkeitsregeln Bestandteil unserer alltäglichen Geschäftsprozesse sind und in der selbstverständlichen Verantwortung des Managements und aller Mitarbeiter liegen, gibt es weder beim Vorstand noch beim Management oder bei den Mitarbeitern ein besonderes Anreizsystem dazu, etwa in den Bonusregelungen. Derzeit ist dies auch nicht geplant.

Im Gerresheimer Management System (GMS) ist die kontinuierliche Verbesserung aller operativen Tätigkeiten bei Gerresheimer festgeschrieben. Die grundlegenden Nachhaltigkeitsziele und -prozesse sind im Gerresheimer Management System definiert. Dementsprechend und der üblichen Verantwortungszuordnung folgend liegt die Verantwortung für die Erreichung der Ziele und die Einhaltung der Prozesse, auch in Sachen Nachhaltigkeit, bei den Führungskräften der Geschäftsbereiche und der Werke sowie bei den Fachverantwortlichen. Im Rahmen der regelmäßigen GMS-Evaluationen der Werke und Standorte wie auch der Lieferantenaudits werden die Nachhaltigkeitsziele kontrolliert und auditiert.

Business Excellence

In unserer Vision setzen wir uns zum Ziel, der führende globale Partner für unsere Kunden zu werden: "Dabei ist die Leidenschaft unserer Mitarbeiter die Grundlage für unseren Erfolg." Ein Wegbereiter zur Erreichung unserer Vision ist das Gerresheimer Management System. Mit GMS wurden konzernweite Standards festgelegt sowie Methoden und Werkzeuge definiert, um eine kontinuierliche Prozessverbesserung in allen Teilen der Wertschöpfungskette nachhaltig zu implementieren und dabei eine schlanke, ressourcenschonende Produktion sowie eine konsequente Qualitäts- und Kundenfokussierung zu etablieren. Damit ist das GMS das übergreifende Managementsystem, mit dessen Hilfe - neben vielen anderen operativen Themen - auch unsere CSR-Strategie und unsere CSR-Ziele in operative Maßnahmen umgesetzt werden.

Mit seinen vier Systemelementen "Mitarbeitersysteme", "Materialsysteme", "Qualitätssysteme" sowie "Methoden und Werkzeuge" schafft unser GMS den Rahmen und stellt die Standards und Instrumente zur Verfügung, um die relevanten Aspekte gemäß CSR-RUG in unseren Produktionsstandorten zu verankern und konkrete Maßnahmen zu implementieren. Unsere Werke brechen die strategischen Ziele auf messbare Standort- und Abteilungsziele herunter und verknüpfen diese über Leistungsindikatoren mit Prozessparametern und -messgrößen. Auf diese Weise können die im GMS zur Verfügung gestellten Methoden und Werkzeuge für jeden Standort priorisiert und entsprechend eingesetzt werden.

Bei der Umsetzung kommt unseren Mitarbeitern eine zentrale Rolle zu. Daher wird das Ausbildungsprogramm für GMS kontinuierlich weiterentwickelt. Der Erfolg des GMS beruht auf seiner Akzeptanz, Verbreitung und Umsetzung auf allen Organisationsebenen innerhalb unseres Konzerns. Wir entwickeln und definieren werksspezifische Verbesserungspläne im Rahmen des operativen und strategischen Planungsprozesses. Mittels sogenannter Operational-Excellence-Kennzahlen und eines standardisierten Evaluationssystems (GMS Performance Evaluation) messen und beurteilen wir regelmäßig den Umsetzungsstand und Reifegrad der formulierten Standards.

Der GMS Performance Evaluation-Prozess ist auf Gerresheimer Gruppen- und Werksebene definiert. Eine detaillierte Beschreibung des Prozesses und der zu befolgenden Zeitpläne ist im Dokument "GMS Performance Evaluation Guideline" definiert. Jedes Werk ist dabei verpflichtet, mindestens einmal im Jahr eine Selbstbewertung im Rahmen der sogenannten GMS Self Performance Evaluation durchzuführen. Das Konzept der Self Performance Evaluation sorgt für eine bessere Akzeptanz und Eigenverantwortung der Werke. Darüber hinaus werden auf Grundlage eines Prioritätenmodells in jedem Jahr auch externe GMS Performance Evaluationen in ausgewählten Werken durchgeführt, unter der Beteiligung der globalen Abteilung Business Excellence und von GMS-Auditoren aus anderen Standorten.

Alle GMS Performance Evaluationen werden von geschulten GMS-Auditoren durchgeführt. Jede externe GMS Performance Evaluation wird von einem erfahrenen GMS Lead Auditor geplant und geleitet. Zu diesem Zweck sind zum 30. November 2018 126 Mitarbeiter als GMS-Auditoren ausgebildet und im Evaluationsprozess aktiv an der nachhaltigen Umsetzung des Systems beteiligt.# VERANTWORTUNGSVOLLE WERTSCHÖPFUNG

BESCHAFFUNG

Im abgelaufenen Geschäftsjahr belief sich der Materialaufwand des Gerresheimer Konzerns (inklusive der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Energiekosten, Verpackungsmaterial und zugekaufter Leistungen) auf EUR 517,5 Mio. (Vorjahr: EUR 489,2 Mio.). Damit lag unsere Einkaufsquote - die Kosten der Beschaffung von Material, bezogen auf die Umsatzerlöse - mit 37,8 % über der Vorjahresquote von 36,3 %. Unser Beschaffungswesen ist aufgrund der unterschiedlichen Produktionstechnologien in den Geschäftsbereichen und wegen der weltweit verteilten Produktion in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien weitgehend dezentral organisiert. Energie, nicht produktionsrelevante Güter und Dienstleistungen wie Zugang zu Datennetzen oder Hard- und Software hingegen werden weitgehend zentral eingekauft.

Unser Umgang mit Lieferanten ist durch das Gerresheimer Compliance-Programm sowie die Einkaufsrichtlinien und Verfahrensanweisungen geregelt. Ebenso legen wir großen Wert darauf, dass Lieferanten den hohen Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen an unser Geschäft entsprechen. Bei der Auswahl unserer strategischen und relevanten Lieferanten achten wir darauf, dass diese gemäß den relevanten ISO-Normen zertifiziert sind und zudem die Richtlinien zur Qualitätssicherung in der Produktion von Arzneimitteln und Wirkstoffen (Good Manufacturing Practice) einhalten. Wir sorgen dafür, dass Zulieferer die "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" (auf unserer Internetseite zu finden unter: www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung/kunden-lieferanten) erhalten. Neben wichtigen Grundsätzen zu Gesundheit am Arbeitsplatz und ethischem Geschäftsgebaren beinhalten diese unter anderem das Thema Umweltschutz. So müssen unsere Lieferanten alle anwendbaren Umweltvorschriften einhalten und Systeme implementiert haben, die einerseits einen sicheren Umgang mit Abfällen, Emissionen und Abwasser gewährleisten und andererseits zufällige oder unfallbedingte Verseuchungen und Freisetzungen in die Umwelt vermeiden und mindern.

186 unserer strategischen Lieferanten (22 %) haben uns die Einhaltung dieser Prinzipien zudem schriftlich zugesichert. Da wir die "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" als wichtiges Kernelement in der Abstimmung und Formulierung unserer Ansprüche an unsere Lieferanten verstehen, planen wir für das kommende Geschäftsjahr, diese Quote weiter zu erhöhen. Zudem beabsichtigen wir, durch Schulungen unserer Mitarbeiter in der Einkaufsorganisation das Wissen hinsichtlich Nachhaltigkeit in der Lieferkette im kommenden Geschäftsjahr weiter zu vertiefen.

Unsere Anforderungen an den Auswahlprozess für neue Lieferanten sowie die kontinuierliche Bewertung der Lieferantenleistungen sind im Gerresheimer Management System im Kapitel "Qualitätsverfahren Lieferanten" verankert und damit weltweit für alle Standorte gültig. Am Anfang dieses Prozesses steht eine einheitliche Klassifizierung der Lieferanten, um sicherzustellen, dass im Besonderen unsere strategischen Lieferanten im Einklang mit unseren Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen agieren. Als strategische Lieferanten gelten dabei diejenigen Lieferanten, von denen wir Materialien oder Dienstleistungen beziehen, die im Verarbeitungsprozess direkt in unsere Produkte eingehen oder einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität des Endproduktes haben können. Per 30. November 2018 haben wir so weltweit 836 strategische Lieferanten definiert, von denen wir etwa die Hälfte des Gesamteinkaufsvolumens im Geschäftsjahr bezogen haben.

Neue Lieferanten durchlaufen einen Qualifizierungsprozess, bevor sie für den Bezug von Materialien oder Dienstleistungen freigegeben werden. Neben einer Selbstauskunft anhand eines Fragebogens beinhaltet diese Qualifizierung für die strategischen Lieferanten eine Auditierung vor Ort. Etwa 70 % unserer Standorte beziehen im Rahmen dieses Qualifizierungsprozesses bereits heute ökologische und soziale Belange mit ein. Zur Sicherstellung eines nachhaltigen Qualitätsniveaus in der Beschaffung und der kontinuierlichen Verbesserung der Lieferantenleistungen werden für alle strategischen Lieferanten jährliche Leistungsbewertungen und in regelmäßigen Abständen Lieferantenaudits durchgeführt. Auch in dieser jährlichen Überprüfung finden ökologische und soziale Bewertungskomponenten Eingang.

In unseren "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" ist zudem festgeschrieben, dass ein Liefervertrag umgehend gekündigt wird, wenn festgestellt wird, dass ein Lieferant willentlich eine oder mehrere der folgenden einheitlich definierten Handlungen durchführt, praktiziert oder befürwortet (d. h. intern oder durch Einsatz von Subunternehmern):
― Wissentliche Fälschung von Informationen, die vom Einkauf angefordert werden,
― Einsatz von Zwangs- oder Sklavenarbeit oder unfreiwilliger Strafgefangenenarbeit,
― Einsatz von Kinderarbeit,
― Unmenschliche Behandlung von Mitarbeitern oder Billigung von sexuellem Missbrauch, körperlicher Züchtigung und körperlicher Nötigung von Mitarbeitern,
― Wissentliche Unterstützung von Korruption, Erpressung, Unterschlagung, Bestechung oder sonstige kriminelle Aktivitäten,
― Absichtliche und wiederholte, massive Verstöße gegen Umwelt- und Arbeitsschutz, die Mitarbeiter und/oder Gesellschaft gefährden.

Als Hersteller hochwertiger pharmazeutischer Primärverpackungen setzen wir für die Glasproduktion in unseren Behälterglaswerken die Rohstoffe Quarzsand, Soda und Natronkalk sowie weitere Zusatzstoffe in vergleichsweise geringen Mengen ein. Die genannten Rohstoffe sind gut verfügbare Grunderzeugnisse, die wir von verschiedenen Lieferanten beziehen. Daher kam es im Berichtszeitraum nicht zu Lieferausfällen oder -engpässen mit wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung. Des Weiteren erfordert die Glasproduktion den Einsatz von größeren Mengen Energie, vor allem von Gas und Strom. In einigen Kundenverträgen sind automatische Anpassungen bei sich ändernden Energiepreisen mit Zeitversatz vorgesehen. Da unsere Verträge mit unseren Kunden für pharmazeutische Glasbehälter und Kosmetikglas selten mit einer vereinbarten Laufzeit von mehr als zwei Jahren ausgestattet sind, werden in der Regel bei Vertragsverlängerungen - falls erforderlich - entsprechende Anpassungen an veränderte Energiepreise vorgenommen. Etwaige Restrisiken minimieren wir mit Hilfe von Sicherungsgeschäften weitestgehend, siehe Kapitel "Operative Risiken".

Für die Produktion von pharmazeutischen Primärverpackungen aus Kunststoff wie auch zur Herstellung der komplexen Drug-Delivery-Systeme wie Insulin-Pens und Inhalatoren werden neben Energie in erster Linie spezielle Kunststoffgranulate wie beispielsweise Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol benötigt.# PRODUKTION

Analog zur Herstellung von Arzneimitteln gelten auch für die Herstellung von pharmazeutischen Primärverpackungen außerordentlich hohe Qualitätsanforderungen. Deren Einhaltung wird regelmäßig von unseren internen Fachleuten, von unseren Kunden, externen Gutachtern und Aufsichtsbehörden überprüft. Diese Standards werden unter dem Begriff Good Manufacturing Practice zusammengeführt. Trotz unterschiedlicher Produktionsprozesse in den zwei Geschäftsbereichen Plastics & Devices und Primary Packaging Glass gelten in allen Werken weltweit die Prinzipien des Gerresheimer Management Systems (siehe Abschnitt "Business Excellence") sowie die Vorgaben der Gerresheimer Qualitätsinitiative (siehe Kapitel "Qualitätsmanagement"). Damit stellen wir einheitliche Managementsysteme und Qualitätsstandards sicher.

In den einzelnen Geschäftsbereichen werden die Produktionskapazitäten auf Basis der Auftragslage, der Liefertermine und regulatorischer Aspekte grundsätzlich zentral geplant sowie je nach Auftrag regional oder global auf die Werke in den jeweiligen Geschäftsbereichen verteilt. Dabei spielen Effizienz und optimale Kapazitätsauslastung eine wichtige Rolle. Insbesondere im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass ist in den Behälterglaswerken eine hohe Kapazitätsauslastung entscheidend für die Profitabilität, da bei diesen Produktionsprozessen in energieintensiven Schmelzwannen verschiedene Rohstoffe zu Glas geschmolzen werden. Ein weiterer Faktor für die Profitabilität ist die Minimierung von Leerlaufzeiten. Die sogenannten Rüstzeiten geben an, wie viel Zeit für den Wechsel der Werkzeuge für ein zu fertigendes Produkt auf das nächste benötigt wird. In den letzten Jahren haben wir uns insbesondere im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass im Hinblick auf die optimale Ausnutzung der Schmelzöfen sowie eine Optimierung der Rüstzeiten stetig verbessert. Dies ist bei der großen Anzahl von unterschiedlichen Produkten in diesem Bereich ein entscheidender Wettbewerbsvorteil und wirkt sich auch positiv auf den Energieverbrauch und damit auf CO2 -Äquivalente (CO2 e)-Emissionen aus (siehe Kapitel "Unsere Verantwortung für die Umwelt").

Für die Pharmaindustrie sind die Beschaffungssicherheit und die Verlässlichkeit der Lieferungen ein kritischer Faktor. Entsprechend setzen wir in allen unseren Werken weltweit standardisierte oder zumindest vergleichbare Technologien ein und wenden einheitlich das GMS an. Das bietet für uns den Vorteil, dass viele unserer Produkte im Fall lokaler Produktionsengpässe auch an einem weiteren Produktionsstandort gefertigt werden könnten. Dies führt für unsere Kunden zu einem deutlichen Anstieg der Versorgungssicherheit und bedeutet für uns einen wichtigen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb. Im Rahmen unserer globalen Maschinenstrategie statten wir weltweit sämtliche Werke zur Produktion von Injektionsfläschchen mit den gleichen modernsten Maschinen aus. So können wir unsere Kunden standortunabhängig mit deutlich verbesserten Injektionsfläschchen auf höchstem Qualitätsniveau versorgen. Nachdem wir in 2016 die Maschinenmodernisierung in den USA und Mexiko abgeschlossen haben, lag der Fokus in den Jahren 2017 und 2018 auf Europa und Asien, wo wir im abgelaufenen Geschäftsjahr in China bereits die ersten Produkte mit der neuen Maschinengeneration produziert und auch ausgeliefert haben.

MARKETING UND VERTRIEB

In unseren 38 Produktionswerken weltweit stellen wir jährlich mehr als 15 Milliarden Injektionsfläschchen, Ampullen, Karpulen, Behältnisse für flüssige und feste Medikamente, Insulin-Pens, Pen- und Mikropumpen-Systeme, Inhalatoren, Spritzen sowie Kosmetikbehältnisse her. Unsere Verpackungen kommen in direkten Kontakt mit dem Arzneimittel oder dem Kosmetikprodukt und werden daher auch Primärpackmittel genannt. Unsere Kunden sind im Wesentlichen die Unternehmen der globalen Pharma- und Healthcare- sowie der Kosmetikindustrie, wobei 82 % unserer Umsatzerlöse im Bereich Pharma und Healthcare erzielt werden. Dabei sind wir nicht nur Lieferant spezifizierter Verpackungen, sondern liefern zugleich Lösungskonzepte für den wirtschaftlichen und flexiblen Einsatz in den Pharmabetrieben. Ein Beispiel dafür ist die vorgefüllte Einmalspritze, die die Vorbereitungen der Injektion erheblich abkürzt und Fehler bei der Dosierung vermeidet. Wir als Spritzenhersteller integrieren die komplette Vorbehandlung der Spritze in unser Leistungsangebot. Dies reicht von Waschen und Silikonisieren des Glaskörpers über die Montage bis hin zu dem Schutz der Kanülen und der Verantwortung für die Sterilisation. Der Aufwand beim Pharmazeuten reduziert sich auf die Abfüllung und das Einsetzen von Stopfen und Stempeln. Häufig arbeiten wir bereits in frühen Entwicklungsstadien mit den Verpackungs- und Verfahrensspezialisten auf Kundenseite zusammen, um ein qualitativ überzeugendes und optimal abgestimmtes Gesamtkonzept von Arzneimittel, Verpackung und Anlagendesign aufzustellen. Auch wenn wir nicht direkt an Patienten bzw. Endverbraucher verkaufen, kommen diese in der Regel doch mit unseren Produkten in Kontakt. Vorrangige Funktionen unserer Verpackungslösungen sind der Schutz des Arzneimittels oder sonstigen Füllgutes, die Vereinfachung der Darreichung und Anwendung sowie die präzise Dosierung. Vielfach ist die Verpackung integraler Systembestandteil, ohne den manches Arzneimittel nicht so anwendungsfreundlich und wirtschaftlich wäre. Patientensicherheit ist dabei stets unser oberstes Gebot. So hat neben Nachhaltigkeitsaspekten, die sowohl soziale als auch ökologische Fragestellungen berücksichtigen, die Sicherstellung hoher Qualität auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette vom Rohstoffproduzenten bis hin zur Auslieferung für uns oberste Priorität.

Unsere Kunden der Pharma- und Kosmetikindustrie beliefern wir direkt oder über Großhändler. Darüber hinaus vertreibt unser amerikanisches Tochterunternehmen Centor seine Produkte an Apotheken. Neben unseren eigenen hohen Ansprüchen in Bezug auf Qualität und Nachhaltigkeit unterliegen wir als Lieferant der Pharma- und Kosmetikindustrie auch den strengen Anforderungen dieser Unternehmen. So werden wir regelmäßig im Rahmen von Lieferantenaudits durch unsere Kunden überprüft und unterliegen kundenspezifischen Anforderungen. Darüber hinaus ist für bestimmte Kunden die Teilnahme und Erzielung eines bestimmten Ergebnisses im Carbon Disclosure Project Voraussetzung für eine Lieferantenbeziehung. Weiterführende Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt "Klimarelevante Emissionen" dieses Konzern-Lageberichtes.

Kundenbindung und Neukundengewinnung stehen im Mittelpunkt unserer Marketing- und Vertriebsstrategie. Dazu sind unsere Vertriebsmitarbeiter im ständigen Kontakt mit Bestandskunden und bauen neue Kundenbeziehungen auf. Direkte Kundengespräche sind dafür ebenso wichtig wie unsere Teilnahme an zahlreichen Fachmessen in Europa, Amerika und Asien. Wir informieren unsere Kunden und potenzielle Kunden regelmäßig beispielsweise über entsprechende Newsletter, Kataloge und Broschüren sowie fortlaufend mit Hilfe detaillierter Produkt- und Leistungsinformationen über unsere Internetpräsenz. Um uns ein Bild von der Zufriedenheit unserer aktuellen und potenziellen Kunden zu machen, führen wir mit Hilfe eines renommierten Marktforschungsinstitutes regelmäßig weltweite Studien durch. Wir verfolgen damit das Ziel, unser Verständnis von den Kundenbedürfnissen zu vertiefen und damit Kundenzufriedenheit und -bindung zu steigern. Hierfür führen wir eine standardisierte Online-Befragung durch, die in zehn verschiedenen Sprachen angeboten wird. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse nutzen wir einerseits für die Verbesserung unseres Kundenservice und andererseits, um konkrete Handlungsempfehlungen zur Prozessoptimierung abzuleiten.# UNSERE VERANTWORTUNG FÜR DIE UMWELT

Wir sind davon überzeugt, dass wir mittel- und langfristig bessere Resultate erzielen, wenn wir verantwortungs- und umweltbewusst handeln. Unser Ziel ist es weiterhin, unsere Rohstoffe und Ressourcen so effizient wie möglich einzusetzen sowie die Herstellung gesundheits- und umweltschädlicher Materialien zu vermeiden. Umweltschutz und die Bedrohung durch den Klimawandel treiben uns an, unser Energie-, Verbrauchs- und Emissionsmanagement ständig zu verbessern; dies ist entsprechend im Gerresheimer Management System verankert. Das GMS stellt unseren Tochterunternehmen standardisierte Methoden und Werkzeuge zur Verfügung, um verschwendungs- und emissionsarme Prozesse auf der gesamten Wertschöpfungskette zu sichern und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Auf diese Weise setzen wir unsere Umweltziele in allen Werken um. Die geltenden Umweltvorschriften halten wir weltweit strikt ein.

Als produzierendes Unternehmen, das größere Mengen Energie zur Herstellung seiner Produkte einsetzt, insbesondere bei der Herstellung von Glasbehältern, liegt schon seit vielen Jahren der Schwerpunkt unserer Verantwortung für die Umwelt im effizienten Einsatz von Energie und in der Vermeidung von Emissionen, insbesondere von CO2 e-Emissionen. Deswegen haben wir uns seit dem Geschäftsjahr 2008 ein entsprechendes CO2 e-Emissionsziel gesetzt und lassen dies durch unsere Teilnahme an einer der weltweit größten Umweltinitiativen, dem Carbon Disclosure Project (CDP), überprüfen und veröffentlichen Zielsetzung und Zielerreichung. Außerdem wird als wichtiger Schwerpunkt der CSR-Strategie die Erreichung der CO2 e-Emissionsziele im Rahmen der Teilnahme am Carbon Disclosure Project einmal jährlich vom Vorstand zusätzlich kontrolliert. Der effiziente Energieeinsatz und die Vermeidung von Emissionen spielen für den Umweltschutz in der Produktion eine große Rolle. Parallel dazu entwickeln wir umweltfreundliche Produkte und bieten diese unseren Kunden an, dies gilt gleichermaßen für Produkte aus Glas wie auch aus Kunststoff.

Die Erhebung unserer CO2 e-Emissionen sowie Wasser- und Abfallwerte war bis dato an der von unserem Geschäftsjahr abweichenden Einreichungsfrist beim CDP ausgerichtet. Für das CDP werden die Daten weltweit im Frühjahr für das zurückliegende Jahr erhoben. Somit gingen die vom CDP geprüften und publizierten Daten bislang immer um ein Geschäftsjahr zeitversetzt in die nichtfinanzielle Konzern-Erklärung unseres Konzern-Lageberichtes ein. Dies ist auch im aktuellen Bericht der Fall, sodass die CO2 e-Emissionswerte sowie die Wasserverbräuche und Abfallzahlen für das Geschäftsjahr 2017 dargestellt werden. Für das kommende Geschäftsjahr werden wir den kompletten Erhebungsprozess anpassen, sodass es keine Abweichung mehr zu unserem Geschäftsjahr geben wird. Zur Konsolidierung unserer Treibhausgasemissionen verfolgen wir den Ansatz der operativen Kontrolle. Wir berichten ausschließlich über unsere Produktionsstandorte inklusive anliegender Bürogebäude sowie die Hauptverwaltung in Düsseldorf; dies gilt auch für unsere Wasser- und Abfallwerte. Weiterführende Informationen zu den verwendeten Emissionsfaktoren und der Methodik veröffentlichen wir jährlich im Rahmen des CDP.

KLIMARELEVANTE EMISSIONEN

Wir erheben, analysieren und managen unsere CO2 e-Emissionen an allen Produktionsstandorten und berichten jährlich sowohl über ihre Zusammensetzung und Entwicklung als auch über die verschiedensten Maßnahmen zur Reduzierung von CO2 e-Emissionen. Kernziel unserer Umweltstrategie ist es, das Verhältnis von Scope 1 - und 2-Emissionen zu Umsatzerlösen zu reduzieren. So sollen unsere Umsatzerlöse in der Zukunft schneller wachsen als die zu deren Erzielung unvermeidbaren Scope 1- und 2-CO2 e-Emissionen, sodass wir bis zum Jahr 2023 eine wesentliche Verbesserung erzielen. Nachdem wir dieses Ziel auf Geschäftsjahresbasis siebenmal in Folge erreicht haben, ist es uns im Geschäftsjahr 2017 erstmals nicht gelungen. Während wir unsere Scope 1- und Scope 2-Emissionen um 0,2 % weiter reduzieren konnten, hat eine relativ hohe Zurückhaltung unserer Pharmagroßkunden zu einem Umsatzrückgang von 2,0 % geführt, sodass sich das Verhältnis von Emissionen zu Umsatzerlösen erstmals leicht erhöht hat.

Verhältnis von Emissionen zu Umsatzerlösen
1) Ohne Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Life Science Research (verkauft zum 31.10.2016).

Im Geschäftsjahr 2017 betrugen unsere direkten Treibhausgasemissionen (Scope 1) 258.527 t CO2 e, während die standortbasierten indirekten energiebedingten Treibhausgasemissionen (Scope 2) 295.164 t CO2 e ausmachten. Nach dem marktbasierten Ansatz betrugen die Scope 2-Emissionen 304.016 t CO2 e. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2016 konnten wir im Geschäftsjahr 2017 insgesamt eine Reduktion unserer Scope 1 - und 2-Emissionen in Höhe von 1.198 t CO2 e vorweisen. Ein Großteil unserer Scope 1- und 2-Emissionen ist aus dem Umfang unserer Kraftstoff-, Strom- sowie Heiz- bzw. Kühlenergieverbräuche ableitbar.

Im Geschäftsjahr 2017 betrug der Energieverbrauch aus nichterneuerbaren Quellen wie Erdgas, Flüssigerdgas, Diesel und Leichtöl (Scope 1) 3.620 Terajoule (2016: 3.574 Terajoule, 201 5: 3.570 Terajoule). Darüber hinaus wurde eine Menge an Strom und Wärme (Scope 2) von insgesamt 2.226 Terajoule (2016: 2.238 Terajoule, 2015: 2.305 Terajoule) bezogen. Mit rund einem Drittel beziehungsweise rund der Hälfte machten Brennstoffe und eingekaufter Strom die größten Scope 1- und 2-Emissionsquellen aus. Einige in der Wertschöpfungskette vor- bzw. nachgelagerte indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 3) erheben wir seit dem Geschäftsjahr 2015. Hierzu zählen Emissionen aus dem Zukauf der Rohstoffe Kunststoffgranulat und Röhrenglas sowie Emissionen aus vorgelagerten Prozessen zur Strombereitstellung. Auch in diesem Bereich, auf den wir nur bedingt Einfluss nehmen können, können wir deutliche Reduktionen der Emissionen vorweisen.

Unsere Ergebnisse im Überblick: Carbon Disclosure Project 2008 bis 2017
| | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CO2 e-Emissionen (Scope 1 & 2) in Tonnen (t) | 760.076 | 716.702 | 733.576 | 775.372 | 825.235 | 817.097 |
| Umsatzerlöse in Mio. EUR | 1.060,1 | 1.000,2 | 1.024,8 | 1.094,7 | 1.219,1 | 1.265,9 |
| CO2 e-Emissionen (Scope 1 & 2) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (t/T EUR) | 0,717 | 0,717 | 0,716 | 0,708 | 0,677 | 0,645 |
| CO2 e-Emissionen (Scope 3) in Tonnen (t)2) | | | | | | |

2014 20151) 20161) 2017
CO2 e-Emissionen (Scope 1 & 2) in Tonnen (t) 672.624 567.451 554.889 553.691
Umsatzerlöse in Mio. EUR 1.290,0 1.282,9 1.375,5 1.348,3
CO2 e-Emissionen (Scope 1 & 2) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (t/T EUR) 0,521 0,442 0,403 0,411
CO2 e-Emissionen (Scope 3) in Tonnen (t)2) 419.620 408.196 401.084

1) Ohne Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Life Science Research (verkauft zum 31.10.2016).
2) Erhoben seit dem Geschäftsjahr 2015.

Wir haben im Kontext des CDP weitere Optimierungsmaßnahmen initiiert. So haben wir in den letzten Jahren beispielsweise das Verifikationskriterium des CDP verbessert. Unsere Maßnahmen und Daten werden vom TÜV geprüft und erfolgreich nach ISO-Norm 14064-3 zertifiziert. Dies gilt auch für die für das Geschäftsjahr 2017 beim CDP eingereichten Emissionswerte. Weiterführende Informationen und Definitionen finden sich unter www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung/carbon-disclosure-proiekt und www.cdp.net.

FUHRPARK

Unsere Firmenfahrzeugflotte besteht weltweit aus 300 Fahrzeugen. Bei den Vorgaben für Dienstfahrzeuge spielen auch Umweltaspekte eine Rolle. Bisher waren die meisten unserer Firmenfahrzeuge mit Diesel-Motoren ausgestattet, deren Einsatz im Hinblick auf Energieeffizienz und Umwelteinflüsse inzwischen auf dem Prüfstand steht. Als Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz sind ausschließlich Fahrzeugmodelle zugelassen, die im ADAC EcoTest mindestens vier Sterne erhalten. Nicht getestete Modelle sind nicht zugelassen. Bei der Anschaffung und beim Betrieb unserer Fahrzeugflotte streben wir den bestmöglichen technologischen Stand an und wollen die Schadstoffemissionen senken. Seit 2016 können gemäß unseren Richtlinien auch Fahrzeuge mit Hybrid- oder Elektromotoren für unsere Fahrzeugflotte angeschafft werden.

UMWELTSCHUTZ IN DER PRODUKTION

Insbesondere dort, wo Glas geschmolzen wird, besteht ein hoher Energiebedarf.# Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Energieeffizienz und Klimaschutz

Wir überholen und erneuern bedarfsgerecht energieintensive Einrichtungen in unserem Konzern, wie die Schmelzwannen in unseren Behälterglaswerken. Dadurch können wir neueste Technologien für die Glasschmelze einsetzen und die Produktionstechnologie insgesamt modernisieren. So erzielen wir bei Wannenerneuerungen durchweg Verbesserungen der Energieeffizienz. Größere Umbaumaßnahmen wurden 2018 in unserem indischen Werk in Kosamba durchgeführt. Durch Umstellung von offener Gasbefeuerung der Arbeitswanne und zweier Feeder auf ein geschlossenes elektrisches Heizsystem konnte fast ein Fünftel der je Tonne Glas eingesetzten Energiemenge eingespart und eine deutliche Effizienzsteigerung erzielt werden. Zugleich führte die verbesserte chemische und thermische Homogenität des geschmolzenen Glases zu einer Qualitätssteigerung der produzierten pharmazeutischen Produkte. Eine kleinere Wannenüberholung fand 2018 auch in unserem amerikanischen Werk in Chicago Heights (Illinois/USA) statt. Insbesondere als Resultat der Schmelzwannenüberholung 2017 konnten 2018 der Energieverbrauch und die CO2 e-Emissionen je Tonne geschmolzenes Glas im Kosmetikglaswerk im belgischen Momignies deutlich reduziert werden. Im nächsten Jahr werden wir in unserem deutschen Werk in Essen durch den Neubau der Weißglaswanne wieder einen großen Schritt nach vorn in Sachen Energieeffizienz machen können. Dann wird die Schmelzwanne aus dem Jahr 2007 gegen eine moderne Wanne auf dem neuesten Stand der Technik ausgetauscht.

Im Geschäftsjahr 2018 wurde in unserem Kosmetikglaswerk in Tettau (Deutschland) ein neues, leistungsfähigeres Dekorations-Center in Betrieb genommen, dessen Kern der UV-Druck bildet. Obwohl das neue Dekorations-Center eine deutlich erhöhte Kapazität aufweist, konnte die Zahl der Brenn- und Trockenöfen von drei auf zwei reduziert und damit die Emissionen gesenkt werden. Gemeinsam mit einem Kunden haben wir in unserem Werk in Tettau zudem eine neue Schutzverpackung für die Mündung der Glasflakons entwickelt. Zusätzlich zur normalen Kartonage wurden die Flaschenmündungen bisher mit einer Folie gegen Staub geschützt. Mit der neuen beschichteten Pappe, die dem hygienischen Standard der Folie entspricht, können das Folienmaterial und ein maschineller Arbeitsschritt beim Entpacken eingespart werden. Die beschichtete Kartonage ist - ohne die Beschichtung zu lösen - vollständig recyclebar. In Haarby (Dänemark) und Boleslawiec (Polen) konnte die für den Spritzgussvorgang benötigte Energie durch einen Austausch von Kompressoren erheblich gesenkt werden. In Vaerloese (Dänemark) und Pfreimd (Deutschland) kommen seit 2018 nur noch umweltfreundliche Kältemittel in Kühlaggregaten und Klimaanlagen zum Einsatz. Durch Umstellung von loser Verpackung der Fläschchen im Plastikbeutel auf ein geordnetes Packbild haben wir im Werk in Haarby pro Kartonverpackung mindestens 20 % mehr Fläschchen unterbringen können und somit Plastikbeutel, Kartonage und Transporte eingespart.

Um den Energiebedarf unserer Werke zu decken, greifen wir auch auf erneuerbare Energien zurück. Beispielsweise wird ein Teil der benötigten Energie zur Herstellung der pharmazeutischen Kunststoffverpackungen im Werk in Kundli (Indien) über eine Photovoltaikanlage erzeugt. Im Werk in Bünde (Deutschland) ist ein Blockheizkraftwerk in Betrieb mit dem Ziel, den Primärenergieverbrauch sowie den CO2 e-Ausstoß zu verringern. Das Blockheizkraftwerk produziert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung dezentral Strom und Wärme. Der Energieverbrauch für die Beleuchtung ist an vielen Standorten ein wichtiger Faktor. So ersetzen wir in vielen Werken alte Leuchtmittel durch energiesparende LED-Lichttechnik und prüfen bei allen Umbau- und Erweiterungsbaumaßnahmen den Einsatz von LED-Lichttechnik. 2018 konnten in unseren Kunststoffwerken Kundli und Haarby durch eine Komplettumrüstung auf LED-Technik jeweils rund 80 MWh eingespart werden. Vielfach werden in nicht kontinuierlich genutzten Bereichen, wie zum Beispiel Lagerbereichen, Präsenzsensoren verbaut, die bei Abwesenheit von Personen die Beleuchtung abschalten.

Umweltmanagementsysteme und Zertifizierungen

Für uns ist die Zertifizierung der Produktionsstandorte von großer Bedeutung, um unsere ökologischen Fortschritte sichtbar zu machen. Alle Zertifizierungen werden regelmäßig überprüft und in einem festgelegten Rhythmus neu erarbeitet. In den Werken gehören entsprechende Schulungen zum effizienten Einsatz von Energie und zum Schutz der Umwelt zum Standard. 13 unserer 38 Produktionsstandorte wird nach ISO-Norm 14001 ein modernes Umweltmanagement und der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen bescheinigt. Zwölf von diesen Standorten haben im Berichtsjahr eine Rezertifizierung nach dieser Norm vornehmen lassen. Aufgrund verschärfter Normen ist es zwingend erforderlich, eine kontinuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung nachzuweisen. Zielsetzung für das nächste Geschäftsjahr ist es, auch die drei deutschen Behälterglasstandorte entsprechend der ISO-Norm 14001 zertifizieren zu lassen, die diese bislang nicht vorweisen können.

Darüber hinaus legen wir großen Wert auf den Aufbau eines systematischen Energiemanagements, um Energieeinsparpotenziale auszunutzen und die Energieeffizienz weiter zu verbessern. Bislang sind elf unserer 46 Gerresheimer Standorte nach der hierfür relevanten ISO-Norm 50001 zertifiziert. In 2018 wurden fünf Rezertifizierungen der ISO-Norm 50001 durchgeführt.

Im Geschäftsfeld Medical Systems wurde über die Zertifizierungen nach ISO-Norm 14001 (Umweltmanagementsystem) und ISO-Norm 50001 (Energiemanagementsystem) hinaus weltweit ein Betriebssicherheitsmanagement eingeführt. Dieses umfasst die Bereiche Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Brandschutz und Energiemanagement und ist bereits ein Vorgriff auf die Einführung der ISO-Norm 45001 (zukünftiges Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem). Alle Werke dieses Geschäftsfeldes werden über eine neu eingeführte Software gesteuert und erhalten Vorgaben und Ziele zur Energieeinsparung und Reduktion von CO2 e-Emissionen. Die Mitarbeiter haben einen Online-Zugriff auf die relevanten Module und müssen eventuelle Umweltschäden sofort melden, dokumentieren und ihre Behebung nachverfolgen. Lieferanten und sonstige Besucher werden mittels OnlineLink geschult und müssen die Teilnahme an der Schulung nachweisen. Zur Erreichung der Zielvorgaben ist eine Einbindung aller Mitarbeiter und Besucher obligatorisch.

Branchenübergreifende Zusammenarbeit

Neben dem Austausch von Wissen innerhalb der Gerresheimer Gruppe spielen regionale und industrielle Verbände beim Thema Energieeffizienz und Umweltschutz eine zunehmende Rolle. So nimmt das Behälterglaswerk in Essen (Deutschland) an der Kooperation Ökoprofit teil. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen Kommunen und der lokalen Wirtschaft mit dem Ziel der Betriebskostensenkung unter gleichzeitiger Schonung der natürlichen Ressourcen, insbesondere Energie und Wasser. Der Bundesverband Glas, in dem wir Mitglied sind, ist einer Initiative der Bundesregierung zur Gründung sogenannter Energieeffizienz-Netzwerke beigetreten und hat das branchenübergreifende Netzwerk Rennsteig-Energie gegründet, dem unser Kosmetikglaswerk in Tettau (Deutschland) beigetreten ist. Durch regelmäßigen Austausch innerhalb des Netzwerks sowie gemeinsame Ziele und Audits versucht jedes einzelne Unternehmen, neue Energiesparpotenziale zu heben.

Umweltfreundliche Produkte und Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen

Die Vermeidung, das fachgerechte Recycling und die richtige Entsorgung von Kunststoffabfällen ist ein wichtiges umweltpolitisches Ziel, wobei insbesondere die Sauberkeit der Weltmeere derzeit im Fokus der umweltpolitischen Diskussion steht. Mit dem ressourcenschonenden Einsatz von Materialien, der Vermeidung von Abfällen und der Entwicklung neuer, nachhaltiger Produkte arbeitet Gerresheimer auf dieses globale Ziel hin. Dabei gibt es regulatorische Grenzen, wie der Einsatz vorgeschriebener Granulate und die Zulassungspflichten insbesondere für pharmazeutische Primärverpackungen. Entsprechende erste Produktinnovationen hat Gerresheimer vorgestellt und bewirbt diese bei Pharma- und Kosmetikkunden.

Unter dem Namen BioPack wurde ein breites Produktportfolio an Kunststoffverpackungen für Medikamente und Kosmetika, die aus Biomaterial anstatt aus konventionellem Polyethylen (PE) oder Polyethylenterephthalat (PET) hergestellt werden, von uns auf den Markt gebracht. Biomaterialien werden statt aus Rohöl aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, beispielsweise aus der Zuckerrohrpflanze. Verpackungen aus Biomaterialien sind vollständig recyclingfähig, haben dieselben Eigenschaften wie konventionelle Verpackungen und können auf den bestehenden Füll- und Verpackungslinien eingesetzt werden.

Im Auftrag eines großen Kosmetikkunden haben wir 2018 für ein Haarpflegeprodukt aus 100 % natürlichen Ingredienzien eine neuartige Kunststoffflasche mit minimiertem Kunststoffeinsatz und einer Vertiefung im Boden entwickelt, die die Stapelbarkeit erlaubt. Damit wird eine effizientere Transportverpackung der Flaschen möglich, was wiederum zu einem reduzierten Ausstoß von CO2 e-Emissionen führt. Bestandteil dieses umweltfreundlichen Konzeptes ist auch die dreimalige Wiederbefüllbarkeit der Flasche beim Friseur, um Müllvolumen und Energieeinsatz zu senken.

Unser amerikanisches Tochterunternehmen Centor beliefert Apotheken mit recyclebaren Kunststoffbehältern zur Verpackung von verschreibungspflichtigen Medikamenten. Daneben stellt Centor ovale Flaschen und Fläschchen aus zu 100 % recyceltem PET her. Diese sind in verschiedenen Größen erhältlich und werden von den Apotheken benutzt, um vor Ort flüssige Medikamente darin abzufüllen und zu verpacken. Des Weiteren verzichtet Centor beim Versand von Verschlüssen und Behältern für Tabletten auf zusätzliche Plastikbeutel für kleine Stückelungen. Dadurch wird Material gespart und die Umweltbelastung reduziert.Bei der Herstellung von Pharmagläsern und Kosmetikglasverpackungen wird als Ersatz für die Rohstoffe in hohem Maße Recyclingglas (Scherben) eingesetzt. Solche Scherben kommen aus dem eigenen, internen Kreislauf, aber in kontrollierter Weise auch aus dem Recyclingkreislauf privater Haushalte. Scherben werden in dem Maße eingesetzt, wie sie in entsprechender Qualität verfügbar sind, die Qualität der Endprodukte nicht beeinträchtigen und es keine begrenzenden Vorschriften durch pharmazeutische oder kosmetische Regulierung gibt. Trotz der genannten Restriktionen konnte unser Kosmetikglaswerk in Momignies (Belgien) 2018 den Scherbenanteil erhöhen und damit den Energieeinsatz senken. Neben dem eigenen, internen Scherbenkreislauf arbeiten wir auch mit Zulieferern wie etwa Röhrenglasproduzenten zusammen. So können Scherben aus Borosilikatglas aus unserem Glasformprozess an die Röhrenhersteller zurückgeführt werden und dort zur Herstellung von neuen Röhren aus Borosilikatglas eingesetzt werden. Als Ergebnis eines Projektes zur Erhöhung der Sammelquote von Borosilikatglas-Scherben, das der Produktionsstandort in Morganton (North Carolina/USA) 2017 erfolgreich umgesetzt hat, konnte 2018 (wie bereits 2017) das Scherbenvolumen in diesem Werk um 50 % erhöht werden.

WASSERVERBRAUCH UND ABFALL
Analog zu den CO2 e-Emissionen beziehen sich - wie eingangs erläutert - die hier veröffentlichten Werte in den Kategorien Wasser und Abfall auf das Geschäftsjahr 2017. Diese wurden für das Geschäftsjahr 2017 erstmalig erhoben. Unser Wasserverbrauch betrug im Geschäftsjahr 2017 825.435 m³. Der regionale Verbrauchsschwerpunkt lag dabei in Europa. Der Geschäftsbereich Primary Packaging Glass zeigte dabei den größten Anteil am Gesamtverbrauch. 69 % des Gesamtvolumens wurde in 2017 aus der kommunalen Wasserversorgung oder anderen öffentlichen oder privaten Wasserwerken entnommen. Weitere Entnahmequellen waren Grundwasser (24 %) und Oberflächenwasser (7 %). In der Glasproduktion wird Wasser überwiegend zur Kühlung von Ausschuss und zur Reinigung von Scherben oder veredelten Produkten verwendet. Beispielsweise müssen säuremattierte Glasverpackungen nach dem Säurebad gereinigt werden. Durch den Einsatz von Wasseraufbereitungsanlagen kann hier der Frischwasserverbrauch reduziert werden. So hat das Kosmetikglaswerk in Tettau (Deutschland) im Geschäftsjahr 2017 ein neues Kreislaufsystem installiert, um künftig die Wasserverbrauchsmengen zu reduzieren. In der Produktion von Kunststoffverpackungen werden Maschinen und Kompressoren mittels Wasser gekühlt. Hier hängt die Nutzungsintensität vor allem von der verwendeten Kunststoffart ab. Zum Beispiel wird PET-Granulat bei höheren Temperaturen geschmolzen, sodass hier mehr Wasser zur Kühlung eingesetzt werden muss als z. B. bei der Verwendung von Polyethylen und Polypropylen. Die Vermeidung von Abfall spielt in allen Werken eine große Rolle. Im Berichtsjahr haben wir das Abfallvolumen erstmals erhoben. Da die deutschen Standorte ihre Abfallmengen extern melden müssen und bereits Prozesse zur Berichterstattung implementiert haben, berichten wir zunächst nur die Abfallmengen unserer deutschen Standorte. Insgesamt beläuft sich dieses Volumen im Geschäftsjahr 2017 auf 26.957 t Abfall, wovon es sich bei 1.933 t um gefährliche Abfälle handelt.

UNSERE VERANTWORTUNG FÜR DIE MITARBEITER
Für unseren unternehmerischen Erfolg sind unsere Mitarbeiter eine wichtige Basis. Ihre Leidenschaft, ihre Verantwortungsbereitschaft und ihr Leistungswille sind die Grundlage dafür, unsere langfristigen Ziele zu erreichen. Diese Überzeugung bringen wir in unserer Vision und in unserer Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" zum Ausdruck. Unsere globale Personalstrategie bildet den Rahmen für die vielen Maßnahmen und Angebote in unseren Standorten und stellt damit einen wesentlichen strategischen Erfolgsfaktor dar. Unser Ziel als global agierender Konzern in einem dynamischen Umfeld ist es, unsere Mitarbeiter stetig weiterzuentwickeln, ihre Gesundheit zu schützen, ihre Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten und Vielfalt zu fördern. Unsere dezentral organisierten Personalbereiche unterstützen die verschiedenen Kulturen und Denkweisen unserer Mitarbeiter in 15 Ländern an allen Standorten. Die Unternehmenswerte Integrität, Verantwortung, Höchstleistung, Teamwork und Innovation prägen dabei unser zukunftsorientiertes Handeln. Im Gerresheimer Management System, das die Umsetzung der globalen Personalstrategie in den operativen Einheiten sicherstellt, nehmen die Mitarbeitersysteme großen Raum ein. Sie definieren die konzernweit gültigen Standards sowie Methoden und Instrumente zur Weiterentwicklung, Führung und Beteiligung der Mitarbeiter. Dabei bilden die Gesundheits- und Sicherheitssysteme, insbesondere auch für die produzierenden Standorte, einen wichtigen Baustein. Eine Vielzahl von Faktoren, darunter auch unsere offene Unternehmenskultur und die vielfältige Förderung unserer Mitarbeiter, führten dazu, dass Gerresheimer vom Focus Magazin auch 2018 zum vierten Mal nach 2014, 2016 und 2017 als "Top Nationaler Arbeitgeber" in Deutschland ausgezeichnet wurde.

MITARBEITERSTRUKTUR
Der Gerresheimer Konzern beschäftigte zum Ende des Geschäftsjahres 2018 9.890 Mitarbeiter (Vorjahr: 9.749 Mitarbeiter). Dies entspricht einer Steigerung um 1,4 % im Vergleich zum Geschäftsjahresende 2017.

Mitarbeiter Gerresheimer Konzern Anzahl

Im Jahr 2018 haben 2.248 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.716 Mitarbeiter) das Unternehmen verlassen. Die Hauptgründe dafür waren das Auslaufen befristeter Verträge, Eigenkündigungen, Kündigung durch das Unternehmen, einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie Pensionierungen. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beträgt 11,6 Jahre (Vorjahr: 11,6 Jahre).

Gründe für das Verlassen des Konzerns in Prozent (Vorjahreswerte)
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit nach Regionen in Jahren

MITARBEITER NACH GESCHÄFTSBEREICHEN
Zum Geschäftsjahresende 2018 waren 5.136 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.157 Mitarbeiter) für den Geschäftsbereich Primary Packaging Glass tätig. Dies entspricht einem leichten Rückgang um 0,4 %. Die Belegschaft des Geschäftsbereiches Plastics & Devices ist mit 4.527 Mitarbeitern (Vorjahr: 4.479 Mitarbeiter) zum Geschäftsjahresende 2018 dagegen leicht angestiegen (Anstieg: 1,1 %). In unserem neuen Geschäftsbereich Advanced Technologies arbeiten 113 Mitarbeiter. In der Konzernzentrale arbeiteten zum Geschäftsjahresende 114 Mitarbeiter (Vorjahr: 113 Mitarbeiter). In der Gerresheimer AG waren zum Abschlussstichtag 97 Mitarbeiter (Vorjahr: 98 Mitarbeiter) tätig.

Mitarbeiter nach Geschäftsbereichen Anzahl

MITARBEITER NACH REGIONEN
Wir produzieren in den Regionen, in denen sich unsere Kunden und Märkte befinden: auf vier verschiedenen Kontinenten in 38 Werken mit 1.882 Mitarbeitern in Europa (Vorjahr: 1.858 Mitarbeiter), 1.128 Mitarbeitern in Amerika (Vorjahr: 1.024 Mitarbeiter) sowie 3.361 Mitarbeitern in den Schwellenländern (Vorjahr: 3.482 Mitarbeiter). Als Unternehmen mit langer Tradition in Deutschland sind wir hier auch weiterhin stark vertreten. An den zehn Standorten in Deutschland beschäftigten wir zum Geschäftsjahresende 3.519 Mitarbeiter (Vorjahr: 3.385 Mitarbeiter).

Mitarbeiter nach Regionen Anzahl

MITARBEITER NACH ALTER
Das Durchschnittsalter der Gerresheimer Mitarbeiter beträgt 41,3 Jahre (Vorjahr: 41,5 Jahre). Das durchschnittliche Alter unserer weiblichen Mitarbeiter beträgt 41,7 Jahre und unserer männlichen Mitarbeiter 41,1 Jahre. Das Durchschnittsalter ist an unseren amerikanischen Standorten mit 43,3 Jahren am höchsten. Im Gegensatz dazu sind unsere Mitarbeiter in den Schwellenländern im Durchschnitt noch keine 40 Jahre alt.

Durchschnittsalter der Mitarbeiter nach Regionen in Jahren

AUSBILDUNG UND BERUFSEINSTIEG, PERSONALENTWICKLUNG
Im Rahmen unserer werteorientierten Unternehmenspolitik sowie vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sehen wir die betriebliche Ausbildung als soziale Verantwortung an. Die spezifische Anforderung an die Ausbildung wird dabei individuell in den jeweiligen Geschäftseinheiten berücksichtigt. Unsere Ausbildungsprogramme bereiten unsere jungen Mitarbeiter dabei auf ihre zukünftigen Aufgaben vor. 2018 haben wir in Deutschland insgesamt 15 Ausbildungsberufe angeboten, vom Mechatroniker bis hin zum Fremdsprachenindustriekaufmann. Zum 30. November 2018 waren 188 Auszubildende (Vorjahr: 155 Auszubildende) bei Gerresheimer in Deutschland beschäftigt. Die Ausbildungsquote in Deutschland liegt somit bei 5,3 % (Vorjahr 4,6 %) und damit leicht über dem Branchenschnitt von 5,2 %. Von den 42 Auszubildenden, die im Geschäftsjahr 2018 ihren Abschluss gemacht haben, konnten 95,2 % (Vorjahr: 65,0 %) übernommen werden. An unserem Standort in Peachtree City (Georgia/USA) startete zudem im Geschäftsjahr 2018 unser Ausbildungsprogramm in Zusammenarbeit mit einem regionalen College mit drei Auszubildenden. Außerdem bieten wir in unserem Werk in Horsovsky Tyn (Tschechische Republik) schon seit mehreren Jahren eine Ausbildung nach dem Vorbild des deutschen dualen Systems an. Den bundesweiten "Girls' & Boys' Day" oder einen "Tag der offenen Tür" nutzen viele unserer Werke, um über die Ausbildungsmöglichkeiten und das Angebot des dualen Studiums zu informieren. Den interessierten Schülern und Schulabsolventen wird die Möglichkeit gegeben, sich mit den aktuellen Auszubildenden und Mitarbeitern des Betriebes auszutauschen. Die Standorte unseres Geschäftsfeldes Medical Systems engagieren sich zudem in dem Projekt "SET - Schüler entdecken Technik", indem es darum geht, Schüler schon frühzeitig für das Thema Technik zu begeistern.

Ausbildungsquote in Prozent
Übernahme von Auszubildenden und Studenten Anzahl

Daneben bieten wir zudem zehn duale Studiengänge, wie z. B. den Bachelor of Engineering - Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen - an. 2018 haben wir 31 dual Studierende in Deutschland beschäftigt (Vorjahr: 28 Studenten).# DIVERSITÄT UND UNTERNEHMENSKULTUR

Gerresheimer pflegt eine Kultur von unterschiedlichen Sichtweisen, Erfahrungen und kulturellen Prägungen und bringt dies in der Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" explizit zum Ausdruck. Unsere 9.890 Mitarbeiter arbeiten in 15 verschiedenen Ländern. Die Vielfältigkeit dieser Länder und Kulturen spiegelt sich auch bei Gerresheimer wider. Eine offene und wertschätzende Unternehmenskultur und die Mischung aus unterschiedlichen Nationalitäten, Geschlechtern, Ausbildungsgängen, Lebenserfahrungen sowie unterschiedlichen Altersstufen tragen wesentlich zu unserem Unternehmenserfolg bei. Wir haben bei Gerresheimer ein integratives Arbeitsumfeld geschaffen, in dem jeder gleich und gerecht behandelt wird, um sein volles Potenzial auszuschöpfen. Entsprechend diesen Grundsätzen und in Deutschland unter Beachtung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) besetzen wir unsere Vakanzen weltweit unabhängig von der ethnischen Herkunft, dem Geschlecht, der Religion, der sexuellen Identität und etwaigen Behinderungen ausschließlich auf Basis der Qualifikation.

Bei Gerresheimer arbeiten im Geschäftsjahr 2018 Menschen aus insgesamt 58 Nationen. 64,4 % der Mitarbeiter arbeiten außerhalb Deutschlands. Der Anteil der weiblichen Mitarbeiter beträgt 32,5 % (Vorjahr: 33,3 %). Aufgrund der teilweise hohen körperlichen Belastungen im gewerblichen Bereich ist die Anzahl der Bewerberinnen hier leider relativ gering. Auf den ersten beiden Führungsebenen beträgt der Frauenanteil 22,5 % (Vorjahr: 18,8 %) und ist somit gestiegen (siehe Abschnitt "Festlegung zur Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4, § 96 und § 111 Abs. 5 des Aktiengesetzes").

Als global agierendes Unternehmen setzen wir auch auf ein internationales Management. Zum 30. November 2018 hatten 42 % der ersten beiden Führungsebenen eine andere als die deutsche Staatsbürgerschaft. Insgesamt sind im Executive Management zwölf Nationen vertreten.

Gerresheimer fördert trotz der dezentralen Organisationsstruktur das Zusammengehörigkeitsgefühl über Länder-, Geschäftsbereichs-, Werks- und Abteilungsgrenzen hinweg und hat in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge die "One Gerresheimer Week" in seinen Werken weltweit veranstaltet. Im Fokus der "One Gerresheimer Week" im Juni 2018 stand einer unserer fünf Kernwerte - "Teamwork". Alle Standorte weltweit zeigten, wie vielseitig und leidenschaftlich der Wert "Teamwork" gelebt werden kann, und organisierten zahlreiche kreative Aktionen, von Qualitätsworkshops über sportliche Aktivitäten bis hin zu Recycling-Programmen. Viele dieser Aktionen wie z. B. Blutspendeaktionen standen unter dem Charity-Gedanken und es wurden wieder zahlreiche Spenden für einen guten Zweck gesammelt.

Ebenfalls im Juni 2018 fand bereits zum 17. Mal die Gerresheimer Fußball-Weltmeisterschaft statt. In Tettau (Deutschland) lieferten sich elf Mannschaften aus verschiedenen Standorten spannende sportliche Duelle. Parallel dazu haben sich unsere sportbegeisterten Spielerinnen im Beachvolleyball gemessen.

ARBEITNEHMERSICHERHEIT UND GESUNDHEITSMANAGEMENT

Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter haben für uns einen hohen Stellenwert. Neben dem vom Konzern vorgegebenen Arbeitsschutzziel "0-Arbeitsunfälle" gibt es auch verschiedene Werks- und Abteilungsziele, die sich durch die unterschiedlichen Ausrichtungen der einzelnen Einheiten differenzieren. Ein Beispiel für eine Maßnahme zur Arbeitssicherheit ist das "STOP-Programm" bei Centor (Ohio/USA) und in Queretaro (Mexiko). Dort ist ein Erfolgsindikator die Anzahl der Beobachtungen des sicherheitsgerechten Verhaltens der Mitarbeiter mit Hilfe von sogenannten "Observation-Cards". Am Standort Essen (Deutschland) wird die Zielerreichung beim Arbeitsschutz an der Anzahl der durchgeführten Kurzunterweisungen gemessen, der sogenannten "5 Minuten Zeit für die Sicherheit".

Die Empfehlungen für Arbeitssicherheitsmaßnahmen sind im Gerresheimer Management System abgebildet. Wir ergreifen präventiv Maßnahmen, um potenziellen Unfällen und Gesundheitsschädigungen vorzubeugen. Dabei unterstützt der Personalbereich die Werke bei der optimalen Implementierung und nachhaltigen Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Standards sowie der Vermeidung von Arbeitsunfällen. Die notwendige Qualifikation und zeitgemäße Fachkompetenz an unseren Standorten wird durch regelmäßige Schulungen sichergestellt, um die Anzahl der Arbeitsunfälle stetig weiter zu verringern.

Insgesamt sind weltweit 198 Mitarbeiter in formalen Arbeitsschutzausschüssen tätig, die überprüfen und sicherstellen, dass die Standards und Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Im Rahmen von Sicherheitsprüfungen werden Maßnahmenpläne entwickelt, um auch den durch die Digitalisierung veränderten Anforderungen an Arbeitsplätze gerecht zu werden.

Die Quote der Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden lag weltweit bei 15,6 (Vorjahr: 15,8), was eine weitere Verringerung von 0,2 bedeutet. Die Anzahl der Arbeitsunfälle betrug 228 (Vorjahr: 183 Arbeitsunfälle). Von den 228 Arbeitsunfällen entfielen 63 auf Mitarbeiterinnen und 165 auf Mitarbeiter.# ARBEITNEHMERRECHTE UND ARBEITSBEDINGUNGEN

Die meisten Arbeitsunfälle haben in Deutschland stattgefunden (95 Arbeitsunfälle), gefolgt von Europa (58 Arbeitsunfälle), Amerika (40 Arbeitsunfälle) und den Schwellenländern (35 Arbeitsunfälle). Bei vier Arbeitsunfällen war ein längerer Produktionsstopp notwendig (Vorjahr: ein Unfall). Insgesamt resultierten aus den Arbeitsunfällen 3.618 Fehltage (Vorjahr: 4.844 Fehltage), was eine Reduktion von 1.226 Tagen bedeutet. Wir versuchen, mit unseren Maßnahmen die Arbeitsunfälle weiterhin stetig zu reduzieren. Wir hatten keinen (Vorjahr: keinen) tödlichen Arbeitsunfall im Geschäftsjahr 2018. 206 Mitarbeiter haben aufgrund ihrer Tätigkeit ein hohes Risiko von Krankheiten in Zusammenhang mit der Beschäftigung. Um die Gesundheit unserer Mitarbeiter über ihr gesamtes Erwerbsleben und darüber hinaus aufrechtzuerhalten, bieten wir in vielen Werken ein breites Spektrum an Maßnahmen zum Erhalt der körperlichen und geistigen Fitness an. Dazu zählen zum Beispiel der "Mit dem Rad zur Arbeit"-Tag sowie ergonomisch eingerichtete Arbeitsplätze.

ARBEITNEHMERRECHTE UND ARBEITSBEDINGUNGEN

Wir verpflichten uns uneingeschränkt dazu, die Menschenrechte in unserem Einflussbereich zu achten, zu fördern und transparent zu berichten. Dieses Ziel ist in unserer Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" verankert. Durch unser Gerresheimer Management System ist gewährleistet, dass die Inhalte, die Bedeutung und Anwendung unserer Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" an die Mitarbeiter in allen Werken kommuniziert werden. Es ist Aufgabe der Werksleiter, einen Prozess zu etablieren, der sicherstellt, dass die Grundsätze dieser Richtlinie eingehalten werden. Im Geschäftsjahr 2018 hatten wir weltweit keinen Fall zum Thema Menschenrechtsverletzung. Ebenso sind aufgrund unseres eigenen Anspruches, lokaler Gesetze und internationaler Bestimmungen - wie die der Internationalen Arbeitsorganisation - Kinder- und Zwangsarbeit bei Gerresheimer weltweit untersagt. Tarifverträge oder andere Vereinbarungen gewährleisten die Versammlungsfreiheit unserer Mitarbeiter. Die betriebliche Mitbestimmung ist bei Gerresheimer durch den Konzernbetriebsrat institutionalisiert, der sich für die Belange unserer Mitarbeiter einsetzt. Der Konzernbetriebsrat besteht aus 15 Mitarbeitern (Vorjahr: 14 Mitarbeitern): drei Frauen und zwölf Männer (Vorjahr: drei Frauen und elf Männer). Unverändert zum Vorjahr sind sechs Arbeitnehmervertreter Mitglied im Aufsichtsrat der Gerresheimer AG, davon zwei Frauen und vier Männer. Bei Mitarbeitereinstellungen werden bei Gerresheimer die jeweiligen gesetzlichen Vorgaben und Rechtsgrundlagen der einzelnen Länder berücksichtigt. Gerresheimer steht für ein Arbeitsumfeld, in dem allen Mitarbeitern unabhängig von Nationalität, Herkunft, Religion, Geschlecht, Alter, Behinderung und sexueller Orientierung dieselbe Wertschätzung und dieselben Chancen zukommen. Im Geschäftsjahr 2018 waren keine Diskriminierungsfälle zu vermelden. Durch Angebote wie Teilzeitprogramme, mobiles Arbeiten oder flexible Arbeitszeiten versuchen wir weiterhin die Vereinbarung von Familie und Beruf zu unterstützen und erleichtern somit die Betreuung von Kindern und die Versorgung von Familienangehörigen. Im Geschäftsjahr 2018 waren insgesamt 298 Mitarbeiter in Europa (inklusive Deutschland) in Teilzeit beschäftigt, dies entspricht einer Quote von 5,5 %. Mitarbeiter haben bei Gerresheimer auch in den Ländern, in denen es keine entsprechende gesetzliche Regelung gibt, die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen. Insgesamt machten 206 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2018 von diesem Angebot Gebrauch. Aus der Elternzeit kehrten 86,4 % im Geschäftsjahr 2018 in eine Anstellung zurück. Im Geschäftsjahr 2018 fand zum dritten Mal eine weltweite Mitarbeiterbefragung statt. Die Mitarbeiter wurden Ende September zu verschiedenen Themenbereichen wie Arbeitsbedingungen, Tätigkeitsbereich, Entwicklungsmöglichkeiten, Zusammenarbeit im Team und mit der direkten Führungskraft, Arbeitsabläufen und Arbeitsklima befragt. Die Gesamtzufriedenheit der Mitarbeiter hat sich im Vergleich zur letzten Befragung in 2015 geringfügig verbessert. Die Ergebnisse der Befragung wurden im Berichtsjahr analysiert und Anfang November dem Vorstand präsentiert. In einem mehrstufigen Prozess werden alle Ergebnisse auf globaler Management-Ebene, auf Ebene der Geschäftsfelder, Werks-Ebene und Abteilungs-Ebene vorgestellt. Auf allen Ebenen werden Fokusthemen definiert und in Workshops gemeinsam besprochen und vertieft. Es werden Maßnahmen erarbeitet und eingeleitet, um bei den zutage getretenen Defiziten nachzubessern. Dieser Umsetzungsprozess hat im Berichtsjahr begonnen und wird im Geschäftsjahr 2019 fortgesetzt werden. Auch beim Thema Vergütung legen wir großen Wert darauf, eine national und international wettbewerbsfähige Bezahlung zu gewähren und keine Unterschiede in der Bezahlung von Frauen und Männern zu machen. Dies stellen wir zum einen über Benchmarks von externen Firmen und über die personenunabhängige Stellenbewertung z. B. im Executive Management sicher. Die Stellenbewertung wird konzernweit einheitlich nach der international anerkannten Kienbaum-Methode vorgenommen. Zudem gelten für viele unserer Mitarbeiter die verbindlichen Entgelttabellen der abgeschlossenen Tarifverträge, dadurch sind geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede für gleichwertige Tätigkeiten ausgeschlossen. Unser Vergütungskonzept sieht neben dem Grundgehalt einen variablen Anteil vor. Im Geschäftsjahr 2018 hatten wir 1.078 Bonusempfänger. Für unser weltweites Executive Management existiert zudem ein Midterm-Incentive, der jeweils die drei vergangenen Geschäftsjahre berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2018 haben 56 Mitarbeiter (Vorjahr: 52 Mitarbeiter) des Executive Managements Midterm-Incentives erhalten. Neben den finanziellen Komponenten bietet Gerresheimer seinen Mitarbeiter an vielen Standorten weitere Benefits an. Dazu zählen z. B. Essenszuschüsse, Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr oder die Gruppenunfallversicherung.

UNSERE VERANTWORTUNG FÜR DIE GESELLSCHAFT

Wir sind davon überzeugt, dass wir mittel- bis langfristig bessere Ergebnisse erzielen können, wenn wir nicht nur die wirtschaftlichen, sondern auch soziale Belange als Maßstab unseres Handelns betrachten. Deshalb haben wir uns das Ziel gesetzt, in einem transparenten Dialog mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen uns über unsere Unternehmensgrenzen hinweg zu engagieren. Diese Verantwortung für die Gesellschaft haben wir in unserer Richtlinie zur "Unternehmerischen Verantwortung" festgeschrieben. Unser Gerresheimer Management System sieht vor, dass die Inhalte dieser Richtlinie in allen Werken kommuniziert und eingehalten werden. Als lokale Unternehmen und Arbeitgeber in vielen verschiedenen Ländern der Welt tragen wir auch ein Stück weit Verantwortung für die Städte und Regionen, in denen wir präsent sind. Deswegen engagieren sich viele unserer Werke und unserer Mitarbeiter für lokale Initiativen und unterstützen mit Aktionen und Spenden gemeinnützige Einrichtungen vor Ort. Vor allem spiegeln viele Maßnahmen und Spendenaktionen im Rahmen der "One Gerresheimer Week", die jedes Jahr durchgeführt wird, unsere Verantwortung für die Gesellschaft wider.

GEMEINWESEN

Als wichtiger globaler Partner der Pharmaindustrie wollen wir nicht nur mit unseren Produkten, sondern auch mit unseren sozialen Aktivitäten einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Im Fokus unserer Bemühungen stehen dabei vor allem
* junge Menschen in Schule und Ausbildung sowie
* eine Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden.

Fokus Schule und Ausbildung

Unser Werk im indischen Kundli ist Pate für Schulen in der Region und investiert unter anderem in neue Gebäude, Mensen und Toiletten. Auch die Werke in Horsovsky Tyn (Tschechische Republik), in Boleslawiec (Polen) und in Tettau (Deutschland) fördern lokale Schulen in vielfältiger Art und Weise. Viele deutsche Werke beteiligen sich an der bundesweiten Initiative des Girls' Day, bei der an einem Aktionstag junge Frauen Einblicke in technische Berufe bekommen. Beispielhaft sei hier auch die Einrichtung dualer Ausbildungsgänge in unserem tschechischen Werk in Horsovsky Tyn genannt. Unser Geschäftsfeld Medical Systems fördert die Hochschule Amberg-Weiden in vielfältiger Weise und kooperiert mit der Hochschule beim dualen Studiengang Medizintechnik. Unser deutsches Werk in Tettau ist Teil eines regionalen Innovationsnetzwerkes, das unter anderem eng mit der Hochschule Coburg kooperiert. Mit Unterstützung des Innovationsnetzwerkes wurde an der Hochschule Coburg beispielsweise der neue Studiengang ZukunftsDesign entwickelt und angeboten.

Fokus Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden

Auch in diesem Bereich sind die Aktivitäten unserer Werke vielfältig. So unterstützt unser Werk in Kundli (Indien) ein lokales Dialysezentrum. Unser Werk im indischen Kosamba hat 2018 das benachbarte Wohnviertel durch die Sanierung einer alten Straße besser an die örtliche Infrastruktur angebunden. Durch den Bau einer Wasserfilteranlage konnten wir vielen Bewohnern dieses Viertels, darunter zahlreichen Kindern, Zugang zu sauberem Trinkwasser verschaffen. Unser chinesisches Werk in Shuangfeng hat 2018 den lokalen Danyang Charity-Verein gefördert, der sich für eine bessere medizinische Versorgung und Ausbildungsunterstützung behinderter und benachteiligter Menschen in der Region einsetzt. Unser Werk in Tettau (Deutschland) engagiert sich seit 2012 als Gründungsmitglied in einem regionalen Generationenprojekt, um insbesondere die sozialen Kompetenzen unserer Auszubildenden zu fördern. Dieses Projekt hat 2018 den deutschen Demografie Exzellenz Award erhalten, der zum zehnten Mal an betriebliche Leuchtturmprojekte verliehen wurde, die das Thema demografischer Wandel aufgreifen und innovative Lösungen dafür entwickeln. Gerresheimer Regensburg setzt sich besonders für kranke und behinderte Kinder ein und spendet an entsprechende lokale Einrichtungen.# POLITISCHE EINFLUSSNAHME UND UNTERNEHMENSVERANTWORTUNG

Die Gerresheimer Gruppe betreibt keine politische Einflussnahme über die üblichen Branchenverbandstätigkeiten hinaus. Gerresheimer unterhält keine Büros zur politischen Kommunikation in Berlin, Brüssel oder in anderen Städten. Gerresheimer tätigt weltweit keine Spenden oder Zuwendungen an Regierungen, politische Parteien oder Politiker.

Die Vorschriften für karitative Spenden und die Vergabe von Beratungsaufträgen sind klar reglementiert. Größere Spenden bedürfen entsprechender Genehmigungen und unterliegen den strengen Compliance-Vorschriften des Konzerns.

Da insbesondere die glasherstellenden Werke viel Energie verbrauchen, sind für uns die Gesetzgebung und die Steuervorschriften für den Einkauf und Verbrauch von Energie sowie der Umgang mit Emissionen von besonderer Bedeutung. Auf entsprechende Gesetzgebungsverfahren nehmen wir als Unternehmen jedoch direkt keinen Einfluss, sondern beteiligen uns an der gemeinschaftlichen Positionsvertretung über unsere Industrieverbandstätigkeiten. Als wesentliche Mitgliedschaften in Industrieverbänden sind die Mitgliedschaft im Bundesverband Glas (für die deutschen Glasstandorte) sowie die Mitgliedschaft im europäischen Behälterglasverband (FEVE) zu nennen. Außerdem ist Gerresheimer Mitglied in entsprechenden Arbeitgeberverbänden.

UNSERE VERANTWORTUNG FÜR WIRTSCHAFTSETHISCHES VERHALTEN UND GESETZESKONFORMITÄT

Für den Erfolg des Gerresheimer Konzerns ist es unerlässlich, dass alle Unternehmen innerhalb der Gruppe nach wirtschaftsethischen Grundsätzen verantwortungsvoll und im Einklang mit den Gesetzen und Regeln des fairen Wettbewerbs geführt werden.

Das Gerresheimer Compliance Management System (CMS) wurde im Jahre 2009 eingeführt und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Von Anfang an lag der Schwerpunkt von Compliance auf der Korruptionsbekämpfung sowie der Einhaltung wettbewerbsrechtlicher und kapitalmarktrechtlicher Vorschriften. Denn insbesondere Verstöße in diesen Bereichen können zu erheblichen Schäden führen, die es unter allen Umständen zu vermeiden gilt. Selbstverständlich beachtet Gerresheimer ein mit den Regeln der Compliance abgestimmtes Verhalten auch in allen anderen Bereichen.

Zu den wesentlichen Elementen des CMS gehören das Gerresheimer Compliance-Programm, Präsenzschulungen, webbasierte E-Learning-Programme sowie ein Hinweisgebersystem, über das Meldungen auf Wunsch auch in anonymisierter Form abgegeben werden können. Das Ziel des CMS ist ein weltweit, rechtskonformes Verhalten aller Mitarbeiter des Gerresheimer Konzerns. Dies dient der Vorbeugung vor Straftaten, wie z. B. Betrug, Veruntreuung und Korruption, sowie der Einhaltung von Unternehmensrichtlinien und -direktiven. Das CMS sichert somit nachhaltig den Wert des Unternehmens und reduziert Haftungs- und Bußgeldrisiken. Im Verlauf des Geschäftsjahres 2018 sind gegen Gerresheimer keine gerichtlichen oder behördlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit den Schwerpunktthemen aus dem CMS eingeleitet oder durchgeführt worden.

COMPLIANCE-ORGANISATION

Die Wahrnehmung der Leitungsfunktion im Bereich Compliance ist Aufgabe des gesamten Vorstands der Gerresheimer AG. Eine besondere Compliance-Zuständigkeit innerhalb des Vorstands wird durch den Vorstandsvorsitzenden wahrgenommen. Dessen Zuständigkeit umfasst insbesondere die Vorbereitung der Beschlüsse des Vorstands in Bezug auf Compliance-Fragen, die Entscheidungen über Maßnahmen zur Aufklärung und Ahndung von Compliance-Verstößen, die Berichterstattung über Compliance-Fälle und getroffene Maßnahmen an den Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats sowie die Fortentwicklung der Compliance-Richtlinien und die fachliche Leitung des Compliance-Beauftragten.

Die Funktion des durch den Vorstand eingesetzten Compliance-Beauftragten wird durch den General Counsel wahrgenommen. Der Compliance-Beauftragte hat die organisatorische Verantwortung für die Implementierung und Aktualisierung der durch den Vorstand erlassenen Richtlinien sowie die Durchführung von Schulungsmaßnahmen und dient als Anlaufstelle für Fragen und Anregungen zum Gerresheimer Compliance-Programm sowie für Mitteilungen über etwaige Verstöße gegen die Compliance-Regelungen. Der Compliance-Beauftragte führt auf Weisung des Vorstandsvorsitzenden Aufklärungs- und Disziplinarmaßnahmen im Falle von Verstößen aus. Als Rechtsfolge von Compliance-Verstößen kommen arbeitsrechtliche Sanktionen, die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen sowie die Erstattung einer Strafanzeige in Betracht.

In jeder Gesellschaft der Gerresheimer Gruppe ist eine Person benannt, die für Compliance in dieser Gesellschaft verantwortlich ist. Dieser Person obliegt die Überwachung der Compliance und, in Absprache mit dem Compliance-Beauftragten, die Durchführung von Compliance-Schulungen in dieser Gesellschaft.

COMPLIANCE-PROGRAMM

Das Gerresheimer Compliance-Programm soll unsere Mitarbeiter dabei unterstützen, Gesetze und Unternehmensrichtlinien richtig anzuwenden, und sie dabei vor Verstößen bewahren. Zu allen drei für das Gerresheimer Compliance-Programm ausgewählten Schwerpunkten (Korruptionsbekämpfung, Kartellrecht, Kapitalmarktrecht) bestehen bindende Richtlinien mit ergänzenden Merkblättern zur Konkretisierung dieser Richtlinien. Verstöße in allen genannten Bereichen werden nicht toleriert.

Konkret besteht das Gerresheimer Compliance-Programm aus folgenden Elementen:
* Mission Statement
* Konzernrichtlinie Compliance-Organisation
* Konzernrichtlinie zur Korruptionsbekämpfung
* Konzernrichtlinie zur Einschaltung von Beratern und Vermittlern
* Konzernrichtlinie zur Einhaltung von Kartellvorschriften
* Konzernrichtlinie zum Insiderrecht
* Merkblatt zur Konzernrichtlinie Korruptionsbekämpfung
* Merkblatt zur Einhaltung von Kartellvorschriften
* Merkblatt zum Verhalten bei behördlichen Durchsuchungen
* Merkblatt zu Directors' Dealings (Insiderrichtlinie)
* Merkblatt zu den Folgen von Compliance-Verstößen

Alle Compliance-Richtlinien sind auf der Internetseite www.gerresheimer.com für Interessierte öffentlich einsehbar.

PRÄSENZSCHULUNGEN

Zur erstmaligen Vorstellung des Gerresheimer Compliance-Programms werden bei allen Unternehmen der Gerresheimer Gruppe Präsenzschulungen durchgeführt. Zur Teilnahme an diesen Präsenzschulungen verpflichtet sind alle Geschäftsführer, leitende Angestellte, Mitarbeiter im Vertrieb und im Einkauf sowie, in Abstimmung mit den örtlichen Geschäftsführern, sonstige Mitarbeiter, die mit Korruptions- oder Kartellsachverhalten in Berührung kommen können. Dies stellt sicher, dass die vom Vorstand verabschiedeten Richtlinien von den Mitarbeitern wahrgenommen und in ihrer täglichen Arbeit umgesetzt werden können. Die Präsenzschulungen werden in Deutschland vom Compliance-Beauftragten oder von einem seiner Mitarbeiter und im Ausland durch lokale Anwälte durchgeführt.

E-LEARNING-PROGRAMME

Die elektronischen Schulungsprogramme sind als Ergänzung zu den Präsenzschulungen gedacht, um die Inhalte des Gerresheimer Compliance-Programms in unregelmäßigen Abständen wieder in Erinnerung zu rufen. Unsere Mitarbeiter müssen diese Schulungsprogramme absolvieren, wobei sie die Schulung an ihrem Arbeitsplatz in ihren Arbeitsalltag integrieren und dort erledigen können. Derzeit bestehen Schulungsprogramme zu den Schwerpunktthemen Korruptionsbekämpfung und Kartellrecht. Diese Schulungsprogramme stehen in verschiedenen Sprachen den auch für die Präsenzschulungen ausgewählten Mitarbeitern zur Verfügung. Derzeit unterliegen ca. 930 Mitarbeiter weltweit der Verpflichtung zur Teilnahme an den Präsenzschulungen und den elektronischen Schulungsprogrammen.

HINWEISGEBERSYSTEM

Ein weiterer wichtiger Baustein des CMS ist das elektronische Hinweisgebersystem. Dessen Ziel ist die Aufdeckung von wirtschaftskriminellen Handlungen und der damit verbundene Schutz vor Schäden für Gerresheimer. Das Hinweisgebersystem ermöglicht über das Internet weltweit und rund um die Uhr einen direkten Dialog mit dem Compliance-Beauftragten. Dabei entscheidet der Hinweisgeber selbst, ob er anonym bleiben oder ob er namentlich melden möchte. Diesen Meldevorgang können sowohl Mitarbeiter als auch Kunden und Lieferanten sowie sonstige Dritte nutzen. Um den Zugang so einfach wie möglich zu gestalten, ist das Hinweisgebersystem in allen für die Gerresheimer Gruppe relevanten Sprachen nutzbar.

QUALITÄTSMANAGEMENT

Ein hohes Qualitätsniveau über alle Produkte und Prozesse hinweg ist unser Anspruch. Die Erreichung unserer selbst gesteckten Qualitätsvorgaben und -ziele wird dabei maßgeblich durch das Gerresheimer Management System sichergestellt, das für alle unsere Werke weltweit bindend ist. Ein wichtiger Baustein der durch das GMS vorgegebenen Qualitätsmanagementsysteme sind die ISO-Zertifizierungen unserer Werke und die Erfüllung weiterer Qualitätsnormen. Die im Jahr 2011 eingeführte konzernweite Qualitätsinitiative hat über alle Geschäftsbereiche hinweg verbindliche Qualitätsvorgaben und Kennziffern entwickelt und weltweit in allen Werken umgesetzt. Wir überwachen anhand dieser Kennziffern fortlaufend Prozesse zur Sicherstellung des Qualitätsniveaus der Produktion, der Prozesse und unseres Kundenservice. Dies verkürzt unsere Reaktionszeiten deutlich, falls es zu Abweichungen von unseren selbst gesetzten Zielvorgaben kommt.# Die Beobachtung und Messung der internen Kennziffern wird ergänzt durch direktes Feedback unserer Kunden. Über unsere eigenen Qualitätsziele hinaus entwickeln wir weitere kundenspezifische Qualitätsvereinbarungen. 2018 hat Gerresheimer seine weltweite interne Qualitätskampagne für alle Mitarbeiter unter dem Titel "Quality in everything" fortgeführt. Ziel dieser seit dem Vorjahr laufenden Kampagne ist es, bei jedem Mitarbeiter die persönliche Verantwortung für die Qualität in ihren vielfältigen Facetten zu schärfen. Dies geschieht über verschiedene Kommunikationsmaßnahmen mittels Newsletter, Poster, Flyer, Videos und einen Aktionstag und wurde in allen Werken ausgerollt. Auch im Geschäftsjahr 2019 wird die erfolgreiche Kampagne fortgesetzt werden. Im Rahmen unserer Produktverantwortung unterstützen wir unsere Kunden bei regulatorischen Prozessen, dazu gehören Qualifizierungen nach GMP- und FDA-Guidelines wie auch die Erstellung und Einreichung der Dokumentation für Medizinprodukte und pharmazeutische Primärpackmittel (beispielsweise Drug Master Files DMF Typ III, EU-File). Die meisten unserer Primärpackmittel erfüllen die Anforderungen der europäischen Pharmakopöe (Ph. Eur.), der US-amerikanischen Pharmakopöe (USP) und teilweise auch der japanischen Pharmakopöe (JP). Dazu stellen wir ein hohes Dokumentationsniveau für unsere Produkte bereit. Deshalb haben wir FDA-Registrierungen, Drug Master Files und Produktregistrierungen und -genehmigungen in zahlreichen Ländern, die es unseren Kunden ermöglichen, sich über unsere Produkte zu informieren. Ein wichtiges Element unserer kontinuierlichen Qualitätsverbesserungen ist der verstärkte Einsatz von Reinraumtechnik, die wir kontinuierlich erweitern und verbessern. In vielen unserer Werke werden die Produkte in Reinräumen hergestellt, weiterverarbeitet und verpackt. Auch die automatische Inspektion unserer Produkte ist entscheidend. Automatische Inspektionssysteme zur Vermessung und Kontrolle jedes einzelnen Produktes werden in den meisten Werken breit eingesetzt. Hochauflösende, moderne und vollautomatisierte Kamera- und Sortiersysteme spielen dabei eine große Rolle, wie etwa die durch uns entwickelten Qualitätssysteme Gx(r) G3, Gx(r) FLASH, Gx(r) RHOC, Gx(r) THOR und Gx Tekion(r). Mehr Informationen zu Innovationen und Qualitätsverbesserungen bei Produkten und Prozessen sind im Kapitel "Innovation, Forschung und Entwicklung" enthalten. Elementarer Bestandteil unserer Qualitätssysteme sind die Gerresheimer Qualitäts-Leistungskennzahlen. Sie ermöglichen es, unsere Leistung auf die Einhaltung der Qualitätsziele hin zu überprüfen. Dazu wurden insgesamt acht Kennzahlen definiert, die von jedem unserer Werke verfolgt werden müssen. Eine wichtige Kennzahl ist etwa RFT (Right First Time). Mit ihr wird gemessen, wieviel Prozent unserer Produkte direkt beim ersten Mal richtig produziert wurden. Damit können wir feststellen, wie leistungsfähig unser Fertigungsprozess inklusive der prozessinternen Prüfungen ist. Internal Rejects (IR) zeigt an, wie viele unserer Produkte bereits intern wegen Mängeln zurückgewiesen werden. So sehen wir, wie stabil und zuverlässig unser Herstellungsprozess ist. Mit dem Wert OTIF (On Time in Full) messen wir, wie viele unserer Produkte vollständig und zeitgerecht an die Kunden geliefert wurden. Damit lässt sich unsere Lieferzuverlässigkeit erheben. FA steht für First Acceptance und zeigt uns an, wie viele der gelieferten Chargen direkt vom Kunden akzeptiert wurden - im Idealfall natürlich 100 %. Im Gegensatz dazu soll die CCR (Customer Complaint Rate) möglichst niedrig liegen, zeigt sie doch die Kundenreklamationsquote an. Mit der Kennzahl CRIT (Complaint Response in Time) haben wir die rechtzeitige Antwort bei Reklamationen im Blick. Rechtzeitig bedeutet dabei, dass Reklamationen innerhalb von 21 Kalendertagen bearbeitet und abgeschlossen werden. Etwas komplexer wird es bei der CNQ (Cost of Non-Quality) genannten Kennzahl. Mit ihr erfassen wir alle Kosten der Nicht-Qualität, also die direkten internen und externen Kosten, die uns durch Qualitätsmängel entstehen. Sie zeigt die wirtschaftlichen Folgen des aktuellen Qualitätsniveaus auf. Komplettiert werden die Gerresheimer Qualitäts-Leistungskennzahlen durch CAPA Overdue (Corrective Action and Preventative Action). Dahinter verbirgt sich die Menge der überfälligen Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen. Die erstmalige und regelmäßig erneuerte Zertifizierung unserer Produktionen und Prozesse ist ein wichtiger Nachweis für unsere Leistungen. Alle unsere Produktionsstandorte sind für ihr Qualitätsmanagement nach der ISO-Norm 9001 zertifiziert. 20 unserer 38 Werke erfüllen die ISO-Norm 1 5378 für die speziellen Anforderungen bei der Herstellung von pharmazeutischen Primärverpackungsmitteln. Die Zertifizierung nach ISO-Norm 13485, die Erfordernisse für ein umfassendes Managementsystem für das Design und die Herstellung von Medizinprodukten beschreibt, besitzen zwölf unserer 38 Produktionsstandorte. Zudem haben 13 unserer 38 Produktionsstandorte ISO-Norm-14001-Zertifizierungen für Umweltmanagement und zwölf unserer 46 Standorte ISO-Norm 50001-Zertifizierungen für ein modernes Energiemanagementsystem erhalten. Unser Werk in Pfreimd (Deutschland) hat zudem eine Herstellerlaubnis nach dem Arzneimittelgesetz zum Sekundärverpacken in der Serienproduktion sowie zur Produktion von klinischen Testmustern. Bezüglich der Übertragung der anspruchsvollen GMP-Regeln aus der Pharmazie auf Kosmetikverpackungen erfüllen wir die ISO-Norm 22716 in unserem Kosmetikglaswerk in Tettau (Deutschland).

INNOVATION, FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Wir haben den Anspruch, der weltweit führende Partner für Lösungen zu werden, die die Gesundheit und das Wohlbefinden verbessern. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen unserer Kunden: Innovationen und Qualität spielen im Markt eine zunehmend wichtigere Rolle. Dementsprechend sind Themen wie der steigende Qualitätsanspruch sowie innovative Produkte und Lösungen Teil unserer Wachstumsstrategie. Unser Ziel ist es, kontinuierlich sowohl in die Optimierung der Produktions- und Produktqualität als auch in die Weiterentwicklung unseres Produktportfolios zu investieren. Dabei arbeiten wir eng mit unseren Kunden und Partnern aus der Industrie, der Wissenschaft und weiteren Einrichtungen zusammen. Wir produzieren spezialisierte Produkte, sogenannte pharmazeutische Primärverpackungen, die in unmittelbaren Kontakt mit Arzneimitteln kommen und im Alltag von Patienten zur Medikamenteneinnahme benutzt werden. Unsere Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices spielen daher eine wichtige Rolle für die Pharmaindustrie. Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices unterliegen strengsten Auflagen nationaler und internationaler Zulassungsbehörden, insbesondere hinsichtlich Herstellungsverfahren und Produktqualität. Die Anforderungen an die Primärverpackungen und deren Qualität steigen auch durch neu entwickelte Medikamente. Außerdem gewinnt die einfache und sichere Applikation von Medikamenten eine zunehmend wichtigere Rolle. Mit unseren fortlaufenden Verbesserungen bei Produkten und Prozessen sowie Innovationen haben wir im Markt und bei unseren Kunden eine gute Position aufgebaut, die es weiter zu verbessern gilt.

ENGINEERING

Durch unsere langjährige Erfahrung mit den Materialien Glas und Kunststoff wie auch mit komplexen Produktionsprozessen haben wir eine hohe Engineering-Kompetenz zur kontinuierlichen Verbesserung der Produktionsprozesse und der Produktqualität aufgebaut. In jedem Geschäftsfeld gibt es bei uns eigene Engineering- und Entwicklungskompetenzen. Im Geschäftsfeld Medical Systems betreiben wir vier Technical Competence Center (TCC). In den TCC in Wackersdorf (Deutschland), in Peachtree City (Georgia/USA) und in Dongguan City (China) widmen sich Experten der Entwicklung und der Konstruktion kundenspezifischer medizinischer Kunststoffprodukte. Entwicklungen für vorfüllbare Spritzen und Sicherheitszubehör finden im TCC in Bünde (Deutschland) wie auch im TCC Wackersdorf statt. Entwicklung und Produktdesign für Neuentwicklungen werden außerdem von der Gerresheimer item GmbH angeboten. Im Geschäftsbereich Advanced Technologies findet im Tochterunternehmen Sensile Medical die Entwicklung der nächsten Generation von Medizinprodukten zur Abgabe von Flüssigmedikamenten statt. Ziel sind Produkte zur sicheren und präzisen Dosierung von Flüssigmedikamenten mit einfacher Handhabung, die die Therapie in der gewohnten Umgebung zu Hause ermöglichen sollen. Um die Produktions- und Qualitätsprozesse im Geschäftsfeld Tubular Glass, also der Weiterverarbeitung von Röhrenglas zu Injektionsfläschchen, Ampullen, Karpulen und Spritzen, weiterzuentwickeln und zu verbessern, gibt es ein Engineering-Team in den USA. Dort entwickeln wir unsere Maschinen- und Inspektionssysteme, mit denen die Produkte kontrolliert werden, kontinuierlich weiter. Unsere Eigenentwicklungen sind Teil eines engmaschigen Prüfsystems, das höchste Genauigkeit und Qualitätssicherung nach modernstem Standard garantiert. Mit unserem Gx(r) G3-Inspektionssystem für vorfüllbare Spritzen und Injektionsfläschchen können alle Bereiche mit höchster Kameraauflösung inspiziert werden. Gx(r) RHOC steht für ein Gerresheimer-eigenes Kamerasystem von hoher dimensionaler Qualität. Gx(r) THOR ist eine von Gerresheimer entwickelte Technologie zur Reduktion der Delaminationsneigung von Fläschchen, die in die bestehenden Umformungslinien integriert wird. Gx(r) FLASH beschreibt ein Gerresheimer-eigenes Testverfahren zur Vorhersage der Delaminationsneigung von Fläschchen. Gx Tekion(r) ist ein von Gerresheimer entwickeltes Verfahren zur Reinigung von Glasröhren mit ionisierter Luft. Ebenfalls im Geschäftsfeld Tubular Glass läuft seit 2014 das auf mehrere Jahre angelegte Projekt der globalen Maschinenstrategie.# Wir wollen unsere Kunden mit deutlich verbesserten Injektionsfläschchen auf höchstem Qualitätsniveau versorgen, unabhängig vom produzierenden Werk und von der Region. Wir installieren zwei Arten von Maschinen, die Injektionsfläschchen produzieren, die in kosmetischer und dimensionaler Hinsicht den Industriestandard übertreffen. Die beiden Maschinentypen werden um standardisierte Kontroll-, Inspektions- und Verpackungstechnologien ergänzt. Nachdem wir 2016 die Maschinenmodernisierung in den USA und Mexiko abgeschlossen haben, lag der Fokus in den Jahren 2017 und 2018 auf Europa und Asien. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir in China bereits die ersten Produkte mit der neuen Maschinengeneration produziert und auch ausgeliefert. Im Geschäftsfeld Moulded Glass investieren wir kontinuierlich in moderne Produktions- und Inspektionsanlagen. Durch regelmäßige Erneuerung der Schmelzwannen ist es uns gelungen, die Kapazität unserer Behälterglaswerke in den letzten zehn Jahren deutlich zu steigern - bei gleichzeitig signifikant reduziertem Energieverbrauch je Tonne Glas. Regelmäßige Automatisierungen bei der Rohstofflieferung und der Gemengeherstellung tragen ebenso wie moderne Kontrollsysteme der Wannen zu einer stetig steigenden Effizienz am "heißen Ende" bei. Im Geschäftsjahr 2018 haben wir unter anderem in weitere Fertigungs- und Veredelungslinien für Kosmetikverpackungen aus Glas in den Werken in Tettau (Deutschland) und Momignies (Belgien) investiert. Außerdem werden für die Endverpackung der Glasprodukte zunehmend Packroboter eingesetzt und somit eine hohe Genauigkeit und Fehlervermeidung bei der finalen Verpackung auf Paletten sichergestellt. Im Geschäftsjahr 2018 haben wir im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass ein neues System zur Maschinenvernetzung gestartet, das uns dabei hilft, einfacher und schneller zu produzieren und gleichzeitig die Produktionsqualität zu verbessern. Es heißt Manufacturing Execution System und dreht sich um die Echtzeit-Vernetzung und den Datenaustausch aller Produktionsabschnitte. Mit Einführung von MES in den Moulded und Tubular Glass-Werken des Geschäftsbereiches Primary Packaging Glass wird der Kommunikationsfluss zwischen den unterschiedlichen Bereichen der Produktion deutlich verbessert werden. Das an unsere Bedürfnisse angepasste System hilft uns dabei, Fehler früher zu erkennen und zu beheben. Im Moulded Glass-Werk in Chicago Heights (Illinois/USA) ist 2018 MES eingeführt worden. In den folgenden Jahren wird MES in allen Werken des Geschäftsbereiches Primary Packaging Glass ausgerollt werden. Im Geschäftsfeld Medical Systems ist in mehreren Werken schon die zweite Generation des MES eingeführt worden. Fehler, Maschinenstörungen, Linienausfälle oder Ähnliches werden automatisiert erfasst oder müssen nur noch in das MES eingegeben werden. Alle weiteren Beteiligten werden zeitgleich und ohne Verzögerung darüber informiert. Eine systematische Fehlererfassung wird damit gewährleistet und Qualität und Produktivität gesteigert. Bei der Herstellung von Behälterglas für Medikamente und Kosmetika sind die Entwicklung und der Bau präzisester Formen von entscheidender Bedeutung. Gerresheimer zeichnet sich durch seine hohe Flexibilität und breite Produktvielfalt sowohl bei Pharmagläsern als auch bei Kosmetikglas aus. Eine perfekte, gleichmäßige Verteilung des flüssigen Glases in den Formen ist für die Festigkeit der hochsensiblen Produkte wichtig. Wir setzen dafür moderne Simulationssoftware ein, die für die besonderen Anforderungen unserer Produkte von uns optimiert wurde. Die Simulation stimmt die Produktionsparameter auf Basis von numerischer Strömungsmechanik ab. Unter Berücksichtigung aller chemischen und physikalischen Glasparameter werden dabei der formgebende Fertigungsprozess und das Design der Formen optimiert. So verbessert die Simulationssoftware nicht nur die Produkte, sondern verkürzt auch entscheidend die Entwicklungszeit.

PRODUKTINNOVATIONEN

Mit der Übernahme des Schweizer Technologieunternehmens Sensile Medical hat sich Gerresheimer im Sommer 2018 nicht nur auf der Produktseite mit tragbaren Mikropumpen verstärkt, sondern auch den Grundstein für einen neuen Geschäftsbereich gelegt: Advanced Technologies. Unter diesem Dach hat Gerresheimer die Entwicklung und Produktion von intelligenten Systemen zur Verabreichung von Arzneimitteln gebündelt. Die Entwicklungen von Sensile Medical basieren auf einer eigenen Mikropumpentechnologie, die Basis aller Infusionsgeräte ist. Diese Pumpentechnologie wird stetig weiterentwickelt und verbessert und ist mit entsprechenden Patenten bis in die 2030er Jahre abgesichert. Die Abgabesysteme für Flüssigmedikamente beruhen immer auf dieser Technologieplattform und erlauben eine flexible, genaue und verlässliche Dosierung von Flüssigmedikamenten in unterschiedlichen Indikationsgebieten, etwa für die Selbstbehandlung bei Diabetes oder Parkinson. Neben dieser Kerntechnologie hat Sensile Medical weitere Module entwickelt, die sich wie aus einem Technologie-Modulbaukasten je nach Bedarf in maßgeschneiderte Lösungen aufnehmen lassen. Dadurch kann Sensile Medical an die Therapie- und Patientenbedürfnisse angepasste Lösungen entwickeln. Derzeit befinden sich bei Sensile Medical mehrere Projekte mit weltweit tätigen pharmazeutischen Firmen in unterschiedlichen Phasen der Entwicklung. Weitere Innovationsthemen sind unter anderem die Konnektivität der Geräte sowie weitere digitale Lösungen für die gesamte Versorgungskette. Im September 2018 hat eine tragbare Mikropumpe von Sensile Medical das CE-Zertifikat für den europäischen Markt erhalten, die bei der Therapie im fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Erkrankung zur Anwendung kommt. Eine Vielzahl neuer Medikamente, insbesondere biotechnisch hergestellte Medikamente und Onkologie-Medikamente, stellen noch einmal höhere Anforderungen an die pharmazeutischen Primärverpackungen. Wir entwickeln für diesen stark wachsenden Markt ein breites Portfolio an neuen und verbesserten Produkten. Eine perfekte Ergänzung zu dem breiten Portfolio an vorfüllbaren Gx RTF(r)-Glasspritzen ist die Gx RTF(r) ClearJect(r)-Spritze. Es handelt sich dabei um die Kombination aus dem bereits bestehenden Spritzen-Produktportfolio aus dem Hochleistungskunststoff COP (Cyclic-Olefin-Polymer) und dem Ready-to-fill-Konzept der vorfüllbaren Glasspritzen von Gerresheimer. Das erste Produkt der neuen Linie, eine 1-ml-Spritze mit integrierter Kanüle, wird von Gerresheimer in Europa produziert. Der Werkstoff COP bietet zahlreiche Vorteile, insbesondere werden bei der Verarbeitung keine Zusatzstoffe wie Wolfram und Klebstoff für die Kanüle benötigt. Damit ist die Gx RTF(r) ClearJect(r)-Spritze besonders für anspruchsvolle Medikamente geeignet. Auch die vorfüllbaren Glasspritzen, die Gerresheimer als Gx RTF(r)-Spritzen vermarktet, werden beständig weiterentwickelt, um sie zum bevorzugten Primärverpackungsmittel für neuartige Medikamente zu machen. Ein Problem beim Einsatz von Spritzen können Spuren von Wolfram oder anderen Metallen sein, die gelegentlich bei der Formung des Spritzenkonus in der Bohrung zurückbleiben. Insbesondere für auf biotechnologisch hergestellten Wirkstoffen basierende Medikamente werden daher vorfüllbare Spritzen benötigt, bei denen Metallverunreinigungen idealerweise ausgeschlossen sind. Gebrauchte Spritzen sind mit ihren freiliegenden Kanülen eine allgegenwärtige Gefahrenquelle in Arztpraxen, Laboratorien oder Krankenhäusern. Bestehende Nadelschutzsysteme vermindern die Verletzungsgefahr des Endanwenders, erfordern aber zusätzlichen Assemblierungsaufwand nach der Abfüllung beim Pharmaunternehmen und ggf. zusätzliche Aktivierungsschritte beim Einsatz der Spritze durch das medizinische Fachpersonal. Mit Gx InnoSafe(r) werden wir eine Spritze mit integriertem, passivem Sicherheitssystem anbieten, die unbeabsichtigte Nadelstichverletzungen vermeidet, eine erneute Wiederverwendung ausschließt und sowohl auf die Produktionsabläufe im Pharmaunternehmen als auch auf die einfache und intuitive Anwendung durch medizinisches Fachpersonal hin optimiert ist. Das Gx InnoSafe(r)-Sicherheitssystem wird im Rahmen des Herstellungsprozesses wie ein Standardnadelverschluss im Reinraum auf Gx RTF(r)-Glasspritzen montiert. Der Spritzenkörper ist völlig frei einsehbar, um optimal das Vorhandensein des Wirkstoffes, dessen Reinheit und die Verabreichung sehen und kontrollieren zu können. Die Verpackung erfolgt analog zu Standard-RTF-Spritzen. Die Injektion selbst wird wie gewohnt verabreicht. Das System wird erst beim Einstechen der Kanüle aktiviert und sorgt dann beim Entfernen der Spritze von der Injektionsstelle automatisch dafür, dass der Sicherheitsmechanismus dauerhaft verriegelt wird. Auf diese Weise ist die Kanüle zuverlässig verdeckt und ein erneutes Verwenden der Spritze ausgeschlossen. Die von uns entwickelten Gx(r) Elite Vials bilden eine neue Qualitätsstufe für Typ-I-Fläschchen aus Borosilikatglas. Sie sind das Ergebnis einer umfassenden Optimierung des Converting-Prozesses, in dem Risiken beseitigt wurden, die bei der Herstellung zu Produktfehlern führen können; vor allem jeglicher Glas-zu-Glas-Kontakt, angefangen bei den Glasröhren bis zum finalen Verpacken der Fläschchen. Die chemische Beschaffenheit des Borosilikatglases ist unverändert. Die sehr bruchsicheren Injektionsfläschchen verfügen über eine hohe Festigkeit und sind frei von kosmetischen Fehlern. Darüber hinaus besitzen sie eine hohe dimensionale Genauigkeit. Die beiden Kompetenzen von Gerresheimer - Glasformung von Fläschchen aus Röhrenglas und das Ready-to-fill-Verfahren von vorfüllbaren Spritzen -werden bei den neuen Gx(r) RTF Vials mit einer entsprechenden Verpackungstechnologie kombiniert. Ergebnis sind die Gx(r) RTF Vials, die gewaschen, in Trays oder in Nest und Wanne verpackt und sterilisiert an den Pharmakunden ausgeliefert werden. Dieser kann ohne weitere Prozessschritte mit der Abfüllung beginnen.# Das Produkt gibt es in mehreren Formaten für Nest und Wanne. Durch diese Verpackungslösung können die Vials von der Entwicklungsphase neuer Medikamente über die Kleinserie bis hin zur Großserienproduktion eingesetzt werden. Für den amerikanischen Markt bieten wir ebenfalls abfüllfertige Vials an, die wir im Easy-to-Fill-Verfahren für die Abfüllung beim Pharmakunden vorbereiten. Diese Gx(r) ETF Vials werden aus Borosilikatglas-Röhren Typ-I geformt, gewaschen und sterilisiert, in entsprechende Wannen verpackt und versiegelt sowie optional mit Ethylenoxid sterilisiert. Beim Kunden müssen die Wannen dann nur geöffnet und auf die Abfülllinie gebracht werden. Unter dem Namen BioPack haben wir ein breites Produktportfolio an Kunststoffverpackungen für Medikamente und Kosmetika, die aus Biomaterial anstatt aus konventionellem Polyethylen (PE) oder Polyethylenterephthalat (PET) hergestellt werden, auf den Markt gebracht. Innovationen und Umweltschutz gehen Hand in Hand. So hat Gerresheimer für einen großen Kosmetikkunden eine Kunststoffflasche entwickelt, die sich durch eine neuartige Flaschenform mit weniger Kunststoff fertigen und durch eine Vertiefung im Boden einfach stapeln lässt. Damit lassen sich beim Transport Platz und CO2 e sparen. Zudem ist die Flasche wiederbefüllbar. Beide Produktinnovationen werden im Abschnitt "Umweltfreundliche Produkte und Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen" genauer beschrieben.

KUNDENSPEZIFISCHE ENTWICKLUNGEN

Für kundenspezifische medizinische Kunststoffprodukte haben wir in unseren Kompetenzzentren des Geschäftsbereiches Plastics & Devices die Entwicklung, den Maschinen- und Formenbau sowie die Industrialisierung zusammengefasst. Diese befinden sich in Wackersdorf (Deutschland), Peachtree City (Georgia/USA) und in Dongguan City (China). Daneben gibt es eine integrierte Kleinserienfertigung, um den Kunden bei dem mehrstufigen Zulassungsprozess der pharmazeutischen und medizintechnischen Produkte zu unterstützen. Für den Entwicklungs- und Zulassungsprozess müssen wir immer wieder kleine Stückzahlen als klinische Muster oder Stabilitätschargen produzieren. Dafür ist in Wackersdorf eine eigene Kleinserienproduktion innerhalb des Entwicklungszentrums entstanden, um auf Kundenanfragen flexibel und verzahnt mit dem Entwicklungsprozess reagieren zu können. Diese Kleinserienproduktion gab es zunächst für medizinische Kunststoffprodukte, sie wird um eine Kleinserienproduktion für vorfüllbare Glasspritzen erweitert. Kundenspezifische Entwicklungen spielen auch im Geschäft mit Kosmetikglasverpackungen, wie Parfümflakons oder Cremetiegeln, eine große Rolle. Dabei stellen unsere Kunden wie auch wir selbst hohe Ansprüche an unsere Prozesse sowie die Qualität der Produkte. Kosmetikverpackungen aus Glas fertigen wir vornehmlich in den Behälterglaswerken in Tettau (Deutschland) und in Momignies (Belgien). Dabei entwickeln wir jedes Jahr eine Vielzahl neuer Verpackungsprodukte aus Glas für die Kosmetikindustrie. Darüber hinaus produzieren wir mehrere hundert Varianten dieser Glaskosmetikverpackungen, teils durch aufwändige Veredelungsprozesse wie Besprühung und Metallisierung. Insbesondere der Ausbau der Veredelungstechnologien in diesen Werken war und ist ein Investitionsschwerpunkt für den wachsenden Markt der hochwertigen Kosmetikverpackungen.

VERGÜTUNGSBERICHT

Der Vergütungsbericht entspricht den Anforderungen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB), den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK), dem Deutschen Rechnungslegungs Standard Nr. 17 (DRS 17) sowie den International Financial Reporting Standards (IFRS). Das von der Hauptversammlung am 30. April 2015 gebilligte neue Vergütungssystem für den Vorstand ist grundsätzlich für alle Vorstandsmitglieder der Gerresheimer AG gültig.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS

VERGÜTUNGSSTRUKTUR

Die Gesamtvergütung der aktiven Vorstandsmitglieder setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Dabei handelt es sich um ein Festgehalt sowie übliche Nebenleistungen, eine kurzfristige variable Barvergütung, eine langfristige variable Barvergütung, eine langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung und um Pensionszusagen.

ERFOLGSUNABHÄNGIGE KOMPONENTEN

Die erfolgsunabhängigen Teile bestehen aus einem Festgehalt und aus Nebenleistungen in Form von Sachbezügen. Die Sachbezüge enthalten im Wesentlichen Versicherungsprämien (unter anderem für eine Gruppenunfall- und Invaliditätsversicherung) sowie die Dienstwagennutzung. Für die Mitglieder des Vorstands besteht zudem eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung), die einen Selbstbehalt gemäß § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG vorsieht.

ERFOLGSABHÄNGIGE KOMPONENTEN

Kurzfristige variable Barvergütung

Die kurzfristige variable Barvergütung ist an den Grad des Erreichens von dienstvertraglich definierten Jahreszielwerten geknüpft. Ihre Höhe leitet sich jeweils aus dem vom Aufsichtsrat genehmigten Budget ab. Die Zielwerte beziehen sich auf die unterschiedlich gewichteten Finanzkennzahlen Adjusted EBITDA, Net Working Capital und Umsatzerlöse. Die Zielkomponente Net Working Capital berechnet sich als durchschnittliches Net Working Capital in Prozent der Umsatzerlöse. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt die kurzfristige variable Barvergütung 50 % des individuellen Festgehaltes. Die kurzfristige variable Barvergütung kann maximal 70 % des individuellen Festgehaltes betragen und wird im Folgejahr nach Billigung des Konzern-Abschlusses durch den Aufsichtsrat ausgezahlt.

Langfristige variable Barvergütung

Die Komponente mit langfristiger Anreizwirkung besteht aus einem rollierenden Bonussystem, das an das Erreichen bestimmter Ziele über einen Zeitraum von drei Jahren anknüpft. Die für die Zielerreichung relevanten Kennzahlen sind das organische Umsatzwachstum und die Gesamtkapitalrendite (Gx ROCE). Bei der langfristigen variablen Barvergütung werden die relevanten Kennzahlen auf Basis der Unternehmensplanung jährlich neu für den Dreijahreszeitraum festgelegt. Bei Erreichen des Zielvolumens beträgt der aufgrund der Nachhaltigkeitskomponente auszuzahlende Bonus 40 % des individuellen Festgehaltes. Die Nachhaltigkeitskomponente kann maximal 55 % des individuellen Festgehaltes betragen. Die Auszahlung erfolgt, bezogen auf das Basisjahr, nach drei Jahren. Zuvor wurde die Zielerreichung anhand eines arithmetischen Mittels der Einzelwerte jedes Jahres des dreijährigen Bemessungszeitraumes festgestellt. Bei Erreichen des Zielvolumens beträgt der auszuzahlende Bonus 30 % des individuellen Festgehaltes. Er kann maximal (bei Erreichen eines Zielvolumens von 133 %) knapp 40 % des individuellen Festgehaltes betragen. Die Auszahlung erfolgt, bezogen auf das Basisjahr, nach drei Jahren. Diese alte Regelung gilt letztmalig für Herrn Schütte für die langfristige variable Barvergütung des Geschäftsjahres 2016 sowie anteilig für das Geschäftsjahr 2017 und für Herrn Beaujean anteilig für das Geschäftsjahr 2016.

Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung (Phantom Stocks)

Zusätzlich hat die Gesellschaft mit sämtlichen Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen über eine langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung geschlossen. Diese Vereinbarungen sehen vor, dass jedes Vorstandsmitglied in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktienkurs in jedem Jahr der Vorstandstätigkeit eine wertbasierte Zuteilung erhält. Die Vorstandsmitglieder erhalten einen Zahlungsanspruch (Wertanspruch) für den Fall, dass die Ausübungs- und Zahlungsvoraussetzungen vorliegen. Das Vorstandsmitglied ist berechtigt, nach Ablauf einer Sperrfrist von fünf Jahren innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 24 Monaten eine Zahlung in Höhe der zwischen dem Ausgabezeitpunkt und dem Ausübungszeitpunkt (Laufzeit) eingetretenen, nach dem Börsenkurs bemessenen Wertsteigerung der Gerresheimer Aktie zu verlangen. Voraussetzung für die Auszahlung ist, dass innerhalb der Laufzeit eine Wertsteigerung von mindestens 20 % oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten ist und das Vorstandsmitglied am Ausübungstag aufgrund seines Vorstands-Dienstvertrages noch aktiv in den Diensten der Gesellschaft steht und Mitglied des Vorstands ist. Die Zielvergütung soll bei Erreichung der Ausübungshürde einer 20 %-igen Steigerung des Börsenkurses 40 % des individuellen Festgehaltes je Vorstandsmitglied betragen. Beträgt die Börsenkurssteigerung während der Laufzeit 40 % oder mehr, ist der Wertanspruch der Vorstandsmitglieder auf maximal 80 % des individuellen Festgehaltes begrenzt. Mit dem Ausscheiden des jeweiligen Vorstandsmitgliedes verfallen sämtliche Ansprüche auf die Gewährung weiterer Phantom Stock-Ansprüche ersatz- und entschädigungslos, das gilt auch für das Jahr der vorzeitigen Vertragsbeendigung selbst, falls die Vertragsbeendigung vor dem Ausgabetag dieses Jahres liegen sollte. Bereits ausübbare Phantom Stock-Ansprüche, die innerhalb des Ausübungszeitraums liegen, sowie sämtliche noch nicht fälligen Ansprüche aus bereits ausgegebenen Phantom Stock-Ansprüchen, die innerhalb der Wartezeit liegen, bleiben unberührt und können von dem Berechtigten nach den allgemeinen Maßgaben der Phantom Stock-Vereinbarung ausgeübt werden. Allerdings wird der Phantom Stock-Anspruch für eine bereits ausgegebene Tranche in dem Jahr des Ausscheidens ratierlich gekürzt. Der Ausgabepreis für die Tranche 12 im Geschäftsjahr 2018 beträgt EUR 67,42 und berücksichtigt ausschließlich Zusagen nach der neuen Systematik. Die alten Regelungen sahen vor, dass jedes Vorstandsmitglied in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktienkurs in jedem Jahr der Vorstandstätigkeit eine bestimmte Anzahl sogenannter Aktienwertsteigerungsrechte (Phantom Stocks) erhielt. Jedes Aktienwertsteigerungsrecht berechtigte das Vorstandsmitglied zum Erhalt einer Zahlung in Abhängigkeit von der Entwicklung des Aktienkurses.# Vergütung des Vorstands

Dabei legte die sogenannte Erfolgshürde fest, dass die Zahlung nur möglich ist, wenn der Kurs der Aktie der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung den Ausgangswert der jeweiligen Tranche um mindestens 12 % überstieg oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten war. Nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren konnten die Aktienwertsteigerungsrechte innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 16 Monaten (Ausübungszeitraum) ausgeübt werden. Der Vergütungsanspruch entsprach dem Betrag, um den der Aktienkurs im jeweiligen Zeitraum zwischen der Ausgabe der Aktienwertsteigerungsrechte und der Ausübung absolut gestiegen war. Die Höhe des Vergütungsanspruches war jedoch für jede Tranche auf den Betrag begrenzt, der 25 % des Ausgangswertes sämtlicher Aktienwertsteigerungsrechte dieser Tranche entsprach. Im Zeitpunkt der Beendigung des Vorstands-Dienstvertrages verfielen sämtliche ausübbaren Aktienwertsteigerungsrechte, sämtliche noch nicht fälligen Ansprüche aus bereits gewährten Aktienwertsteigerungsrechten und sämtliche Ansprüche auf die Gewährung weiterer Aktienwertsteigerungsrechte ersatz- und entschädigungslos. Lag der Tag, an dem der VorstandsDienstvertrag des Berechtigten endete, nach dem ersten Jahrestag des Ausgabetages des Aktienwertsteigerungsrechts einer bereits ausgegebenen Tranche, aber vor dem Ausübungstag für diese Tranche, so blieben die Aktienwertsteigerungsrechte dieser Tranche erhalten. Diese Ausführungen betreffen lediglich noch die Tranche 9 für Herrn Beaujean sowie die Tranchen 9 und 10 für Herrn Schütte.

Pensionszusage

Die derzeitigen Mitglieder des Vorstands sind grundsätzlich berechtigt, nach Ausscheiden aus dem Gerresheimer Konzern ab dem Erreichen des 65. Lebensjahres Pensionsleistungen zu beziehen. Der jährliche Pensionsanspruch beträgt, in Abhängigkeit vom Lebensalter zum Zeitpunkt der Pensionszusage, zwischen 2,00 % und 2,22 % des letzten Festgehaltes. Dieser Prozentsatz steigt in Abhängigkeit von der Anzahl der Dienstjahre als Mitglied des Vorstands auf maximal 40 %. Die Witwenrente beträgt 60 % und die Waisenrente pro Kind jeweils 20 % der Rentenansprüche des Verstorbenen. Die Witwen- und Waisenrente ist insgesamt auf 100 % der Rentenansprüche des Verstorbenen begrenzt. Diese leistungsorientierten Zusagen betreffen die beiden aktiven Vorstandsmitglieder Herr Beaujean und Herr Schütte und werden in Bezug auf Herrn Schütte über eine Unterstützungskasse abgewickelt.

Der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG hat am 10. Februar 2015 für neu zu bestellende Vorstandsmitglieder als integralen Bestandteil des neuen Vergütungssystems auch das Pensionssystem geändert. Die bisherige leistungsorientierte betriebliche Altersversorgung für Vorstandsmitglieder wird nicht weitergeführt und wie folgt geändert. Nach den neuen Regelungen errechnen sich die von der Gesellschaft für die Altersversorgung der neuen Vorstandsmitglieder aufzubringenden Beträge aus der Summe von 20 % des Festgehaltes und 20 % der erzielten kurzfristigen variablen Barvergütung. Zur Verwendung dieser Beiträge hat ein neues Vorstandsmitglied die Wahl zwischen drei Optionen: (1) Einzahlung von 20 % des Festgehaltes in eine Versicherung und Einzahlung von 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung in eine Kapitalanlage; (2) Einzahlung von 20 % des Festgehaltes in eine Versicherung und Auszahlung von 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung zur Eigenvorsorge; (3) Auszahlung von 20 % des Festgehaltes und 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung zur Eigenvorsorge. Diese neue Form einer Pensionszusage betrifft die beiden aktiven Vorstandsmitglieder Herr Siemssen und Herr Dr. Burkhardt. Beide Herren haben sich für die oben genannte Option (3) entschieden.

Aus der Versicherung bei den beschriebenen Optionen (1) und (2) der neuen Regelungen zu den Pensionszusagen erwirbt das Vorstandsmitglied bei Renteneintritt Ansprüche gegen die Versicherung auf eine wiederkehrende Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenrente. Alternativ kann das Vorstandsmitglied bei Renteneintritt die Auszahlung des gesamten angesammelten Kapitals wählen. In diesem Fall entfallen dann aber die Versorgungsansprüche. Bei der kapitalbasierten Leistung besteht für die Gesellschaft bei Renteneintritt (Leistungsfall) des Vorstands das Risiko einer Ausgleichspflicht zur Auffüllung bis zur Höhe der eingezahlten Beträge, falls der Wert der Kapitalanlage fällt, da das Unternehmen zur Anerkennung als betriebliche Altersversorgung den Kapitalerhalt garantieren muss. Deshalb müssen vor dem Zeitpunkt des Leistungsfalls - gegebenenfalls nur temporär - sich ergebende rechnerische Unterdeckungen bilanziert werden. Wenn das Vorstandsmitglied während der Laufzeit seines Anstellungsvertrages die Auszahlung des jährlich vorgesehenen Beitragssatzes als zusätzlichen Gehaltsbestandteil zur Eigenvorsorge erhält, besteht nach Auszahlung in diesem Fall für die Gesellschaft keine weitere Verpflichtung mehr.

Leistungen bei Beendigung der Vorstandstätigkeit

Bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund sind Abfindungshöchstgrenzen im Rahmen der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehen. Somit sind Zahlungen einschließlich Nebenleistungen bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund auf den Wert von zwei Jahren begrenzt und dürfen nicht mehr als die Restlaufzeit des Vorstandsvertrages umfassen. Für die Berechnung der Abfindungscaps ist auf die Gesamtvergütung abzustellen.

Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist niederzulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen musste. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung noch eine Laufzeit von neun oder mehr Monaten hat. Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen. Ihre Höhe entspricht drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung inklusive der kurzfristigen- und langfristigen variablen Barvergütung, allerdings ohne die Berücksichtigung der langfristigen aktienkursorientierten variablen Barvergütung.

Im Zusammenhang mit dem Ausscheiden von Herrn Schütte aus dem Vorstand der Gerresheimer AG zum 28. Februar 2019 wurde ein einjähriges nachvertragliches Wettbewerbsverbot ab dem 1. März 2019 vereinbart. Für die Dauer des nachvertraglichen Wettbewerbsverbots erhält Herr Schütte eine Karenzentschädigung in Höhe von insgesamt EUR 495.000,00, welche in zwölf gleichen Monatsraten zahlbar ist. Darüber hinaus wurde mit keinem aktiven Vorstandsmitglied ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS IM GESCHÄFTSJAHR

Im Rahmen der Ermittlung der Vergütung des Vorstands wurde die Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex umgesetzt. Die Gesamtbezüge der während des Geschäftsjahres 2018 aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich insgesamt auf T EUR 11.119 (Vorjahr: T EUR 8.872). Davon entfielen T EUR 6.209 (Vorjahr: T EUR 2.219) auf die erfolgsunabhängige Vergütung und T EUR 2.302 (Vorjahr: T EUR 3.672) auf die erfolgsabhängige Vergütung. Der Versorgungsaufwand aus Pensionszusagen betrug im Geschäftsjahr 2018 T EUR 924 (Vorjahr: T EUR 1.200). Die im laufenden Geschäftsjahr erdiente Vergütung aus der aktienorientierten Vergütung betrug T EUR 1.684 (Vorjahr: T EUR 1.781). Die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2018 ist den nachfolgenden Tabellen zu entnehmen:

Dietmar Siemssen

Vorstandsvorsitzender
Seit 01.11.2018

Gewährte Zuwendungen in TEUR 2018 2018 Min. 2018 Max. 2017 2018 2018 Min.
Festvergütung 79 79 79 - 4.2572) 4.2572)
Sach- 3 3 3 - 3 3
Summe 82 82 82 - 4.260 4.260
Kurzfristige variable Barvergütung 40 401) 55 - - -
Langfristige variable Barvergütung 32 32 2.324 - - -
Plan 2017 - 2020 - - - - - -
Plan 2018 - 2021 32 321) 44 - - -
Phantom Stocks - - 2.280 - - -
Summe 154 154 2.461 - 4.260 4.260
Versorgungsaufwand 24 24 24 - - -
Gesamtvergütung 178 178 2.485 - 4.260 4.260

Dr. Christian Fischer

Vorstandsvorsitzender
Bis 05.02.2018

Gewährte Zuwendungen in TEUR 2018 2018 Min. 2018 Max. 2017 2018 2018 Min.
Festvergütung 4.2572) 317 650 650 650 630
Sach- 3 6 20 20 20 20
Summe 4.260 323 670 670 670 650
Kurzfristige variable Barvergütung - 158 325 - 455 315
Langfristige variable Barvergütung - 127 260 - 358 252
Plan 2017 - 2020 - 127 - - - 252
Plan 2018 - 2021 - - 260 - 358 -
Phantom Stocks - - - - - -
Summe 4.260 608 1.255 670 1.483 1.217
Versorgungsaufwand - 95 373 373 373 388
Gesamtvergütung 4.260 703 1.628 1.043 1.856 1.605

Rainer Beaujean

Sprecher des Vorstands vom 05.02.2018 bis zum 31.10.2018 und CFO

Gewährte Zuwendungen in TEUR 2018 2018 Min. 2018 Max. 2017 2018 2018 Min.
Festvergütung 4.2572) 317 650 650 650 630
Sach- 3 6 20 20 20 20
Summe 4.260 323 670 670 670 650
Kurzfristige variable Barvergütung - 158 325 - 455 315
Langfristige variable Barvergütung - 127 260 - 358 252
Plan 2017 - 2020 - 127 - - - 252
Plan 2018 - 2021 - - 260 - 358 -
Phantom Stocks - - - - - -
Summe 4.260 608 1.255 670 1.483 1.217
Versorgungsaufwand - 95 373 373 373 388
Gesamtvergütung 4.260 703 1.628 1.043 1.856 1.605

Andreas Schütte

Plastics & Devices

Gewährte Zuwendungen in TEUR 2018 2018 Min. 2018 Max. 2017 2018 2018 Min.
Festvergütung 648 648 648 630 523 523
Sach- 21 21 21 21 5 5
Summe 669 669 669 651 528 528
Kurzfristige variable Barvergütung 324 - 453 315 261 -
Langfristige variable Barvergütung 259 - 356 226 209 -
Plan 2017 - 2020 - - - 226 - -
Plan 2018 - 2021 259 - 356 - 209 -
Phantom Stocks - - - - - -
Summe 1.252 669 1.478 1.192 998 528
Versorgungsaufwand 370 370 370 367 157 157
Gesamtvergütung 1.622 1.039 1.848 1.559 1.155 685

Dr. Lukas Burkhardt

Primary Packaging Glass
Seit 01.01.2018

Gewährte Zuwendungen in TEUR 2018 2018 Max. 2017
Festvergütung 630 523 523
Sach- 21 5 5
Summe 651 528 528
Kurzfristige variable Barvergütung 315 261 -
Langfristige variable Barvergütung 226 209 -
Plan 2017 - 2020 - - -
Plan 2018 - 2021 - 209 -
Phantom Stocks - - -
Summe 1.192 998 528
Versorgungsaufwand 367 157 157
Gesamtvergütung 1.559 1.155 685

Vergütung des Vorstands

Die Vergütung des Vorstands wird durch das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder der Gerresheimer AG geregelt, das von der Hauptversammlung am 26. Mai 2016 gebilligt wurde.

Übersicht zur Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr 2018

Zufluss in TEUR 2018 2017 2018 2017 2018 2017
Dietmar Siemssen
Vorstandsvorsitzender
Seit 01.11.2018
Festvergütung 79 - 4.257 1) 317 650
Sachbezüge 3 - 3 6 20 20
Summe 82 4.260 323 670 650
Kurzfristige variable Barvergütung - - 158 - 245 308
Langfristige variable Barvergütung - - 127 - 786 801
Plan 2014 - 2017 - - - - - 178
Plan 2015 - 2018 - - - - 114 -
Plan 2017 - 2020 - - 127 - - -
Phantom Stocks - - - - 672 623
Summe 82 4.545 323 1.701 1.759
Versorgungsaufwand 24 - - 95 373 388
Gesamtvergütung 106 4.545 418 2.074 2.147
Zufluss in TEUR 2018 2017 2018 2017
Dr. Christian Fischer
Vorstandsvorsitzender
Bis 05.02.2018
Festvergütung - - 4.257 1)
Sachbezüge - - 3 6
Summe - 4.260 323 670
Kurzfristige variable Barvergütung - - 158 -
Langfristige variable Barvergütung - - 127 -
Plan 2014 - 2017 - - - -
Plan 2015 - 2018 - - - -
Plan 2017 - 2020 - - 127 -
Phantom Stocks - - - -
Summe - 4.545 323 1.701
Versorgungsaufwand - - - 95
Gesamtvergütung - 4.545 418 2.074
Zufluss in TEUR 2018 2017 2018 2017
Rainer Beaujean
Sprecher des Vorstands
vom 05.02.2018 bis zum 31.10.2018 und CFO
Festvergütung 630 630 523 -
Sachbezüge 21 21 5 -
Summe 651 651 528 -
Kurzfristige variable Barvergütung 261 309 - -
Langfristige variable Barvergütung 725 734 - -
Plan 2014 - 2017 - 168 - -
Plan 2015 - 2018 114 - - -
Plan 2017 - 2020 - - - -
Phantom Stocks 611 566 - -
Summe 1.655 1.694 528 -
Versorgungsaufwand 370 367 157 -
Gesamtvergütung 2.025 2.061 685 -
Zufluss in TEUR 2018 2017
Andreas Schütte
Plastics & Devices
Seit 01.01.2018
Festvergütung 648 630
Sachbezüge 21 21
Summe 669 651
Kurzfristige variable Barvergütung 261 309
Langfristige variable Barvergütung 725 734
Plan 2014 - 2017 - 168
Plan 2015 - 2018 114 -
Plan 2017 - 2020 - -
Phantom Stocks 611 566
Summe 1.655 1.694
Versorgungsaufwand 370 367
Gesamtvergütung 2.025 2.061
Zufluss in TEUR 2018 2017
Dr. Lukas Burkhardt
Primary Packaging Glass
Seit 01.01.2018
Festvergütung 523 -
Sachbezüge 5 -
Summe 528 -
Kurzfristige variable Barvergütung - -
Langfristige variable Barvergütung - -
Plan 2014 - 2017 - -
Plan 2015 - 2018 - -
Plan 2017 - 2020 - -
Phantom Stocks - -
Summe 528 -
Versorgungsaufwand 157 -
Gesamtvergütung 685 -

1) Im Zusammenhang mit dem unerwarteten Ausscheiden aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand der Gerresheimer AG erhielt Herr Dr. Fischer einen Betrag von T EUR 4.020.

1) Da Herr Siemssen seinen Dienst zum 1. November 2018 angetreten hat, wird ihm für das Geschäftsjahr 2018 die anteilige (pro rata temporis) kurzfristige variable Barvergütung und die langfristige variable Barvergütung auf der Basis einer unterstellten Zielerreichung von 100 % garantiert.

2) Im Zusammenhang mit dem unerwarteten Ausscheiden aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand der Gerresheimer AG erhielt Herr Dr. Fischer einen Betrag von T EUR 4.020. Als weitere Bezüge im Geschäftsjahr 2018 wurden Herrn Siemssen und Herrn Dr. Burkhardt aufgrund der Bestellung als Vorstand neue Phantom Stocks-Ansprüche (Tranche 13 bis 15 bzw. Tranche 12 bis 14) gewährt. Eine detaillierte Beschreibung dieser Tranchen ist im Absatz "Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung (Phantom Stocks)" zu finden. Da es sich um eine wertbasierte Zusage handelt, existiert zum Zeitpunkt der Gewährung kein beizulegender Zeitwert.

Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung (Phantom Stocks)

In der Übersicht zur Vergütung des Vorstands ist die aktienorientierte Vergütung mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung enthalten. Nach IFRS umfasst die Gesamtvergütung den beizulegenden Zeitwert des in dem jeweiligen Geschäftsjahr erdienten Anspruches. Dies bedeutet, dass ab dem Jahr der Gewährung im Erdienungszeitraum der jeweilige beizulegende Zeitwert über die entsprechende Laufzeit bzw. bis zum jeweiligen Ausscheiden des Vorstands aus der Gesellschaft ergebniswirksam erfasst wird. Dementsprechend ergeben sich für die bestehenden Phantom Stocks gemäß IFRS 2 folgende Details:

Phantom Stocks anteilsbasiert:

Rainer Beaujean Andreas Schütte
Anteil am Gesamtaufwand in T EUR 2018 233
2017 433
Zeitwert in T EUR 2018 497
2017 1.072
Anzahl der Phantom Stocks 2018 55.000
2017 110.000

Phantom Stocks wertbasiert:

Dietmar Siemssen Dr. Christian Fischer Rainer Beaujean Andreas Schütte Dr. Lukas Burkhardt
Anteil am Gesamtaufwand in T EUR 2018 19 - 550 471
2017 - 101 111 208
Zeitwert in T EUR 2018 1.598 - 1.038 690
2017 - 2.125 998 1.716

Pensionszusage

Der auf die einzelnen Vorstandsmitglieder entfallende Versorgungsaufwand ist in der Übersicht zur Vergütung des Vorstands enthalten. Nach IFRS ist zudem noch der Barwert der Pensionsverpflichtungen anzugeben. Diese ergeben sich aus nachfolgender Tabelle:

In T EUR Rainer Beaujean Andreas Schütte
Barwert 2018 2.213
2017 1.846

In Bezug auf die Pensionszusage haben sich sowohl Herr Siemssen als auch Herr Dr. Burkhardt für die Option (3), Auszahlung von 20 % des Festgehaltes und 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung, entschieden. Die Auszahlung von 20 % des Festgehaltes erfolgt jeweils zum 28. Februar und die 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung werden zusammen mit der kurzfristigen variablen Barvergütung ausgezahlt.

Die Gesamtvergütung nach IFRS ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

In T EUR 2018 2017
Festvergütung 6.157 2.154
Sachbezüge 52 65
Summe der kurzfristigen erfolgsunabhängigen Vergütung 6.209 2.219
Kurzfristige variable Barvergütung 664 1.009
Summe der kurzfristigen Vergütung 6.873 3.228
Langfristige variable Barvergütung 1.638 2.663
Im laufenden Jahr erdiente Vergütung aus Phantom Stocks 1.684 1.781
Dienstzeitaufwand für im laufenden Jahr erdiente Pensionszusage 924 1.200
Summe der langfristigen Vergütung 4.246 5.644
Gesamt 11.119 8.872

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats wird durch die Satzung der Gerresheimer AG geregelt. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Jahresvergütung von EUR 30.000,00. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats steht das Zweieinhalbfache und dem stellvertretenden Vorsitzenden das Eineinhalbfache dieser Vergütung zu. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 20.000,00 und jedes weitere Mitglied des Prüfungsausschusses erhält eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 10.000,00. Vorsitzende von anderen Ausschüssen erhalten für jeden Vorsitz eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 10.000,00 und jedes weitere Mitglied eines anderen Ausschusses erhält für jede Ausschussmitgliedschaft eine zusätzliche Vergütung von EUR 5.000,00. Diese Regelung gilt nicht für den Ausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestG. Die Vergütung für den Vorsitz und die Mitgliedschaft im Nominierungsausschuss ist auf die Jahre beschränkt, in denen der Ausschuss tagt. Zusätzlich zu der Jahresvergütung erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats für Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, denen sie angehören, ein Sitzungsgeld in Höhe von EUR 1.500,00 pro Sitzung, jedoch höchstens EUR 1.500,00 pro Kalendertag. Angemessene Auslagen werden auf Nachweis erstattet.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten zusätzlich eine variable Vergütung. Diese beträgt EUR 100,00 pro EUR 0,01 des durchschnittlichen bereinigten Konzernergebnisses je Aktie der Gerresheimer AG im abgelaufenen Geschäftsjahr und in den beiden vorangegangenen Geschäftsjahren, falls dieser Wert den Betrag von EUR 0,50 erreicht. Überschreitet dieses durchschnittliche bereinigte Konzernergebnis je Aktie der Gerresheimer AG den Betrag von EUR 3,00, bleibt der überschreitende Betrag bei der Berechnung der variablen Vergütung außer Betracht. Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie ergibt sich aus dem im Konzern-Abschluss ausgewiesenen Konzernergebnis vor den zahlungsunwirksamen Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen und den Sondereffekten aus Restrukturierungsaufwendungen, den Portfoliobereinigungen sowie dem Saldo aus einmaligen Erträgen und Aufwendungen (einschließlich wesentlicher zahlungsunwirksamer Aufwendungen) und den darauf entfallenden Steuereffekten nach Ergebnisanteilen von nicht beherrschenden Anteilen, bezogen auf die zum Abschlussstichtag ausgegebenen Aktien. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Zweieinhalbfache, der Stellvertreter das Eineinhalbfache dieser variablen Vergütung.

Die Gesamtvergütung der Aufsichtsratsmitglieder für ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat der Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2018 betrug EUR 1.140.500,00. Die Bezüge der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder setzen sich wie folgt zusammen:

Name Sitzungsgelder Festvergütung Variable Vergütung Summe
Andrea Abt 12.000,00 40.000,00 30.000,00 82.000,00
Heike Arndt 12.000,00 30.000,00 30.000,00 72.000,00
Dr. Karin Dorrepaal 10.500,00 30.000,00 30.000,00 70.500,00
Francesco Grioli 27.000,00 60.000,00 45.000,00 132.000,00
Franz Hartinger 12.000,00 30.000,00 30.000,00 72.000,00
Dr. Axel Herberg 28.500,00 95.000,00 75.000,00 198.500,00
Dr. Peter Noé 12.000,00 30.000,00 30.000,00 72.000,00
Markus Rocholz 27.000,00 45.000,00 30.000,00 102.000,00
Paul Schilling 12.000,00 30.000,00 30.000,00 72.000,00
Katja Schnitzler 13.500,00 40.000,00 30.000,00 83.500,00
Theodor Stuth 13.500,00 50.000,00 30.000,00 93.500,00
Udo J. Vetter 25.500,00 35.000,00 30.000,00 90.500,00
Gesamt 205.500,00 515.000,00 420.000,00 1.140.500,00

Das Aufsichtsratsmitglied Franz Hartinger wurde am 2. Januar 2017 in den Aufsichtsrat der Gerresheimer Regensburg GmbH bestellt. Für seine Mitgliedschaft in diesem Aufsichtsrat erhält er nach Abschluss eines Geschäftsjahres eine angemessene Vergütung, die durch Beschluss der ordentlichen Gesellschafterversammlung der Gerresheimer Regensburg GmbH festgesetzt wird. Für den Zeitraum seiner Bestellung im Geschäftsjahr 2017 hat die Gesellschafterversammlung die Vergütung, die im Geschäftsjahr 2018 ausbezahlt wurde, auf EUR 5.000,00 festgesetzt. Das Aufsichtsratsmitglied Markus Rocholz erhält für seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gerresheimer Tettau GmbH nach Abschluss eines Geschäftsjahres eine Vergütung von EUR 5.000,00. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2017 wurde im Geschäftsjahr 2018 ausbezahlt. Das Aufsichtsratsmitglied Paul Schilling wurde am 25. Mai 2018 in den Aufsichtsrat der Gerresheimer Bünde GmbH bestellt. Eine angemessene Vergütung für das Geschäftsjahr 2018 für diese Aufsichtsratstätigkeit ab dem Tage der Bestellung von Herrn Schilling für den Rest des Geschäftsjahres 2018 wird im Geschäftsjahr 2019 ausbezahlt werden.

ANGABEN NACH § 315a ABS.# HGB SOWIE ERLÄUTERNDER BERICHT

Die Gerresheimer AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Deutschland und hat stimmberechtigte Aktien ausgegeben, die an einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG), namentlich im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard), notiert sind.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Gerresheimer AG beläuft sich zum 30. November 2018 auf EUR 31,4 Mio. Es ist eingeteilt in 31,4 Millionen auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00 je Stückaktie. Das Grundkapital der Gesellschaft ist vollständig eingezahlt.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Zum Abschlussstichtag bestehen keine satzungsmäßigen, gesetzlichen oder dem Vorstand bekannten sonstigen Stimmrechts- oder Übertragungsbeschränkungen betreffend die Aktien der Gerresheimer AG. Sämtliche zum 30. November 2018 ausgegebenen Stückaktien der Gerresheimer AG sind uneingeschränkt übertragbar sowie voll stimmberechtigt und gewähren in der Hauptversammlung je eine Stimme.

Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind uns zum 30. November 2018 nicht bekannt.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Keine der von der Gerresheimer AG ausgegebenen Aktien beinhaltet Rechte, die deren Inhabern besondere Kontrollbefugnisse verleihen.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Informationen über die Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Gesellschaftskapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, liegen uns nicht vor.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung

Das gesetzliche Leitungs- und Vertretungsorgan der Gerresheimer AG ist der Vorstand. Er besteht gemäß Gesellschaftssatzung aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird im Übrigen vom Aufsichtsrat bestimmt. Der Aufsichtsrat kann stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen. Zudem ernennt der Aufsichtsrat ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands oder zu dessen Sprecher. Die Mitglieder des Vorstands werden gemäß § 84 AktG vom Aufsichtsrat für eine Amtszeit von maximal fünf Jahren bestellt. Wiederholte Bestellungen oder Verlängerungen der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung eines Vorstandsmitglieds vor Ablauf der Amtszeit widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, etwa bei grober Pflichtverletzung oder wenn die Hauptversammlung dem Vorstandsmitglied das Vertrauen entzieht. Die Gesellschaft wird durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten.

Jede Satzungsänderung bedarf gemäß § 179 AktG grundsätzlich eines Beschlusses der Hauptversammlung. Ausgenommen hiervon sind Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen; zu solchen Änderungen ist der Aufsichtsrat ermächtigt. Hauptversammlungsbeschlüsse werden, soweit dem nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst.

Befugnis des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 25. April 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt EUR 6,28 Mio. zu erhöhen. Auf diesen Erhöhungsbetrag sind Erhöhungen des Grundkapitals anzurechnen, die infolge der Ausübung anderer Ermächtigungen aufgrund eines genehmigten oder bedingten Kapitals während der Laufzeit dieser Ermächtigung erfolgen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Das Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstitut(en) oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
* um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen;
* soweit dies erforderlich ist, um Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten oder den zur Wandlung oder Optionsausübung Verpflichteten aus Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einer ihrer Konzerngesellschaften begeben wurden oder noch werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder der Erfüllung der Options- oder Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde;
* bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlage im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen einschließlich der Erhöhung bestehenden Anteilsbesitzes oder sonstiger Vermögensgegenstände;
* bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festsetzung des Ausgabepreises durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende Anteil am Grundkapital 10 % des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder, falls dieser Betrag geringer ist, des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals nicht übersteigt.

Die Summe der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien darf einen anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 3,14 Mio. (entsprechend 10 % des derzeitigen Grundkapitals) nicht übersteigen. Auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden. Ebenfalls anzurechnen sind Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht oder mit Wandlungs- oder Optionspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung einschließlich des Inhalts der Aktienrechte und der Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen. In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf unsere vorgenannten Ausführungen zu den "Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen".

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 6.280.000 durch Ausgabe von bis zu 6.280.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen (oder Kombinationen dieser Instrumente) (zusammen "Schuldverschreibungen") jeweils mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder mit Wandlungs- oder Optionspflichten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 26. April 2017 beschlossenen Ermächtigung bis zum 25. April 2019 von der Gesellschaft oder einer Konzerngesellschaft der Gesellschaft im Sinne von § 18 AktG ausgegeben werden. Auf diesen Erhöhungsbetrag sind Erhöhungen des Grundkapitals anzurechnen, die infolge der Ausübung anderer Ermächtigungen zur Ausgabe von Aktien aufgrund eines genehmigten oder bedingten Kapitals während der Laufzeit dieser Ermächtigung erfolgen. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder Wandlungs- oder Optionspflichten erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen eingesetzt werden. Die aufgrund der Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts oder der Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflicht ausgegebenen neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen

Die Darlehen unter dem Vertrag über Kreditfazilitäten im Gesamtbetrag von EUR 450,00 Mio., die zum Abschlussstichtag mit insgesamt EUR 264,4 Mio. in Anspruch genommen sind, werden durch die Kreditgeber kündbar und sind als Folge von den Kreditnehmern in voller Höhe vorzeitig zurückzuführen, wenn ein Dritter oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Dritte 50,01 % oder mehr der Anteile oder der Stimmrechte der Gerresheimer AG erwerben.Jeder Darlehensgeber der Schuldscheindarlehen ist zur Kündigung seines Anteils an dem Darlehen berechtigt, wenn eine oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Personen direkt oder indirekt das Recht erwerben, die Mehrheit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG bestellen zu können, oder direkt oder indirekt mehr als 50 % der Aktien oder Stimmrechte an der Gerresheimer AG erwerben. Ein Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebots hätte unter Umständen Auswirkungen auf einige unserer operativen Verträge, in denen Vereinbarungen über einen Kontrollwechsel enthalten sind. Dies sind marktübliche Change-of-Control-Klauseln, die dem jeweiligen Vertragspartner bei einem Kontrollwechsel das Recht einräumen, vorzeitig zu kündigen.

Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebotes

Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist niederzulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen musste. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung noch eine Laufzeit von neun oder mehr Monaten hat. Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen. Ihre Höhe entspricht drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung inklusive der kurzfristigen und langfristigen variablen Barvergütung, allerdings ohne die Berücksichtigung der langfristigen aktienkursorientierten variablen Barvergütung.

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 31 5d und § 289f HGB ist Bestandteil des Konzern-Lageberichts. Gemäß § 317 Abs. 2 Satz 6 HGB sind diese Angaben jedoch nicht in die Prüfung einzubeziehen.

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben zuletzt am 6. September 2018 die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG beschlossen:

"Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG zu den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' gemäß § 161 Aktiengesetz. Mit Ausnahme der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 2 hat die Gerresheimer AG allen Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 7. Februar 2017 seit der letzten Entsprechenserklärung vom 5. September 2017 entsprochen. Den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 7. Februar 2017 wird die Gerresheimer AG zukünftig ebenfalls mit folgender Ausnahme entsprechen: Ziffer 5.4.1. Abs. 2 Satz 2: Der Aufsichtsrat hat keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt. Begründung: Die Eignung zur Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit hängt nach unserer Überzeugung allein von den jeweiligen Bedürfnissen der Gesellschaft und den individuellen Fähigkeiten der Aufsichtsräte ab. Die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat halten wir nicht für sinnvoll, da dem Unternehmen auch die Expertise erfahrener Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen soll."

ANGABEN ZU UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKEN

RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

Der Gerresheimer Konzern sieht in einem wirksamen Risikomanagement einen bedeutenden Faktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswertes. Aus diesem Grund ist die Steuerung von Chancen und Risiken ein integraler Bestandteil unserer gesamten Aufbau- und Ablauforganisation. Der zentrale Baustein des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und im Headquarters vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme. Wir haben für die Tochterunternehmen und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung definiert. Darüber hinaus bauen wir unser Risikofrüherkennungssystem stetig weiter aus und passen es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen an. Wesentliche Elemente des Risikomanagementsystems werden in dem Kapitel "Chancen- und Risikobericht" im Konzern-Lagebericht beschrieben, der auch auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/investor-relations/berichte zugänglich ist.

UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG

Gerresheimer ist einer der weltweit führenden Partner der Pharma- und Healthcareindustrie. Mit Produkten aus Glas und Kunststoff zur Verpackung und Verabreichung von Medikamenten leisten wir einen sinnvollen und wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden. In einer Zeit zunehmender globaler Vernetzung sowie wachsender gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen sind wir uns unserer unternehmerischen Verantwortung bewusst, welche weit über die Produktwelt hinausgeht. Wir füllen diese Rolle aktiv, umfassend und nachhaltig aus und lassen uns entsprechend an unseren Grundsätzen messen. In unserem unternehmerischen Handeln fühlen wir uns gegenüber der Gesellschaft, den Mitarbeitern, Investoren, Kunden, Lieferanten und der Umwelt verantwortlich. Unsere Grundsätze sind zusammengefasst in der Publikation "Unsere unternehmerische Verantwortung", die auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung abrufbar ist.

BESCHREIBUNG DER ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT SOWIE DER ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE IHRER AUSSCHÜSSE

Die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat findet sich im Geschäftsbericht in dem Kapitel "Organe". Die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Zusammensetzung und Arbeitsweise der Aufsichtsratsausschüsse werden im Geschäftsbericht im Rahmen des "Corporate-Governance-Berichts" beschrieben. Der Geschäftsbericht ist auch im Internet unter www.gerresheimer.com/investor-relations/berichte zugänglich.

FESTLEGUNG ZUR FÖRDERUNG DER TEILHABE VON FRAUEN AN FÜHRUNGSPOSITIONEN NACH § 76 ABS. 4, § 96 UND § 111 ABS. 5 DES AKTIENGESETZES

Durch das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst vom 24. April 2015 sind in Deutschland bestimmte Gesellschaften verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen und zu bestimmen, bis wann der jeweilige Frauenanteil erreicht werden soll. Die verpflichteten Gesellschaften geben an, ob die festgelegten Zielgrößen während des Bezugszeitraums erreicht worden sind, und ggf. auch, warum nicht.

In seiner Sitzung am 26. April 2017 hat der Aufsichtsrat eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand der Gerresheimer AG von einer Frau bis zum 26. April 2022 beschlossen. Für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands hatte der Vorstand der Gerresheimer AG am 28. Juni 2017 Zielgrößen von jeweils 25 % zum 30. Juni 2018 beschlossen. Auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands betrug der Frauenanteil am 30. Juni 2018 lediglich 20 %. Grund hierfür war der fehlende Wechsel von Führungskräften im Bezugszeitraum, was einen Anstieg des Frauenanteils auf dieser Ebene von 20 % bei Beschluss dieser Zielgröße nicht ermöglichte. Auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands betrug der Frauenanteil am 30. Juni 2018 33 %, sodass die Zielgröße für diese Ebene überschritten wurde. Für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands hat der Vorstand am 28. Mai 2018 neue Zielgrößen zum 30. Juni 2023 beschlossen. Diese Zielgrößen betragen für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands 20 % und für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands 33 %.

Für den Frauenanteil im Aufsichtsrat börsennotierter und zugleich mitbestimmter Gesellschaften, wie der Gerresheimer AG, gilt seit dem 1. Januar 2016 ein gesetzlicher Mindestanteil von jeweils 30 % Frauen und 30 % Männern. Diese Anforderungen erfüllt die Gerresheimer AG bereits seit der ordentlichen Hauptversammlung am 30. April 2015. Der mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 26. April 2017 neu gebildete Aufsichtsrat setzt sich aus vier weiblichen (33,3 %) und acht männlichen (66,7 %) Aufsichtsratsmitgliedern zusammen.

DIVERSITÄTSKONZEPT FÜR VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

DIVERSITÄTSKONZEPT FÜR DEN VORSTAND

Im Hinblick auf die Besetzung von Vorstandspositionen berücksichtigt der Aufsichtsrat eine Vielzahl von Gesichtspunkten, zu denen insbesondere die folgenden zählen:
* Vorstandsmitglieder sollen über mehrjährige Führungsverantwortung verfügen,
* Der Vorstand soll in seiner Gesamtheit über mehrjährige Erfahrung auf den Gebieten Produktion, Vertrieb, Finanzen, Planung, Personalführung sowie Recht und Compliance verfügen,
* Mindestens ein Vorstandsmitglied soll über Kapitalmarkterfahrung verfügen,
* Vorstandsmitglieder sollen über internationale Erfahrung verfügen,
* Vorstandsmitglieder scheiden mit Vollendung des 65. Lebensjahres aus dem Vorstand aus.

Der Aufsichtsrat entscheidet auf Empfehlung des Präsidialausschusses im Einzelfall, mit welchen Persönlichkeiten eine konkrete Vorstandsposition besetzt werden soll. Die Ende des Geschäftsjahres 2018 bestellten Vorstandsmitglieder, die ihre Tätigkeit teilweise erst im Geschäftsjahr 2019 aufnehmen werden, erfüllen in ihrer Gesamtheit die beschriebenen Gesichtspunkte. Derzeit besteht der Vorstand nur aus Männern. Der Aufsichtsrat hat eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand von einer Frau bis zum 26. April 2022 beschlossen.# DIVERSITÄTSKONZEPT FÜR DEN AUFSICHTSRAT

Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Bei Vorschlägen für Aufsichtsratskandidaten wird auf eine ausgewogene Zusammensetzung geachtet, die insbesondere die folgenden Elemente berücksichtigt:

― Mindestens zwei Vertreter der Anteilseigner sollen über Erfahrungen in den Bereichen Unternehmensführung, Strategie und Personal verfügen,
― Mindestens ein Vertreter soll über unternehmensspezifische Branchenkenntnisse verfügen,
― Mindestens ein Vertreter der Anteilseigner soll über spezifische Kenntnisse auf Kundenseite verfügen,
― Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft oder eines Konzernunternehmens haben,
― Aufsichtsratsmitglieder sollen keine aktive Rolle bei Kunden oder Lieferanten der Gesellschaft oder eines Konzernunternehmens wahrnehmen,
― Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören,
― Mindestens vier von sechs Vertretern der Anteilseigner im Aufsichtsrat sollen unabhängig sein,
― Die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die auf die Vollendung des 70. Lebensjahres folgt,
― Mindestens ein Vertreter der Anteilseigner soll über mehrjährige internationale Erfahrungen aus einer beruflichen Tätigkeit oder über eine ausländische Staatsangehörigkeit verfügen,
― Der Mindestanteil der Frauen und Männer im Aufsichtsrat richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen in ihrer jeweils gültigen Fassung.

Der Aufsichtsrat erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung die vorbeschriebenen Kriterien für das Gesamtgremium. Weitere Informationen über das Kompetenzprofil für die Zielzusammensetzung des Aufsichtsrats befinden sich im "Corporate Governance-Bericht".

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

KONZERNEINHEITLICHES CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENT

Wir sind als global agierendes Unternehmen regelmäßig mit Entwicklungen und Ereignissen konfrontiert, die sich sowohl positiv als auch negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können. Erst unsere Bereitschaft, unternehmerische Wagnisse einzugehen, ermöglicht es uns, sich bietende Chancen zu nutzen. Im Rahmen einer definierten Risikobereitschaft gehen wir daher bewusst Risiken ein, wenn sich ein ausgewogenes Chancen-Risiko-Profil ergibt.

Wir beachten das Chancen- und Risikomanagement grundsätzlich getrennt. Unser Risikomanagementsystem identifiziert, bewertet und dokumentiert Risiken und unterstützt deren Überwachung. Die Erfassung und Kommunikation von Chancen erfolgt dagegen als integraler Bestandteil der regelmäßigen Kommunikation zwischen den Tochtergesellschaften und dem Controlling der Gerresheimer AG in ihrer Funktion als Holding.

Das zentrale Element des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und der Managementholding vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme. Mit unserer Risikomanagementstrategie verfolgen wir das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, zu bewerten und potenzielle Einbußen durch geeignete Maßnahmen zu vermeiden bzw. zu verringern sowie gegebenenfalls diese Risiken auf Dritte zu übertragen. Auch ein Risikomanagementsystem ermöglicht keine absolute Sicherheit für die Vermeidung von Risiken. Es unterstützt uns aber dabei, Risiken zu begrenzen und damit die Unternehmensziele zu erreichen.

Dem Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG obliegen die Einrichtung und die wirksame Unterhaltung des Risikomanagementsystems. Die Risikoüberwachung, -früherkennung, -analyse, -steuerung und -kommunikation beziehen die gesetzlichen Vertreter der operativen Gesellschaften und die Leiter der wesentlichen Funktionsbereiche der Konzernzentrale mit ein. Wir haben für unsere Tochterunternehmen und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung aufgestellt. Darüber hinaus entwickeln wir unser Risikomanagementsystem stetig weiter, um es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen und Rahmenbedingungen anzupassen.

Zur konzernweiten Koordination des Risikomanagements und Förderung einer ganzheitlichen Risikomanagement-Philosophie hat der Vorstand der Gerresheimer AG einen Risikoausschuss installiert. Dieser setzt sich zusammen aus dem Finanzvorstand als Vorsitzendem des Risikoausschusses sowie den Leitern der Abteilungen Controlling, Interne Revision, Recht & Compliance, Accounting und Global Risk Management & Insurance. Die zentralen Aufgaben des Gremiums sind das Hinterfragen der Risiken im Risikobericht, die Weiterentwicklung der Methoden und Instrumente des Risikomanagementsystems und deren Überwachung. Die Sitzungen des Risikoausschusses finden vierteljährlich im Einklang mit den Terminen der regelmäßigen Risikoberichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat statt.

Das konzernweite Risikomanagementsystem besteht aus folgenden wesentlichen Elementen:

― einheitliche, periodische Risikoberichterstattung der Tochterunternehmen an die Konzernzentrale,
― regelmäßige Risikoerhebung in wesentlichen Zentralbereichen,
― Segmentierung der Risiken nach unternehmensstrategischen, externen und branchenspezifischen, operativen sowie finanzwirtschaftlichen Risiken,
― Quantifizierung der Risiken durch den Ansatz von potenziellen Schadensbeträgen und Eintrittswahrscheinlichkeiten,
― Erfassung der Ergebnisauswirkung nach Geschäftsfeldern,
― Eingrenzung und Risikoreduzierung durch Schadensverhütung und Risiko-transfer.

Sofern identifizierte Risiken bereits in den operativen und strategischen Planungen, im Forecast oder im Monats-, Quartals- oder Jahresabschluss enthalten sind, werden sie nicht in der Risikoberichterstattung berücksichtigt. Andernfalls ergäbe sich eine Doppelerfassung von Risiken im Risikomanagementsystem der Gerresheimer AG. Zudem bleiben Risiken unberücksichtigt, deren Eintritt auch ohne weitere Bewertung mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen ist (beispielsweise Erdbeben mit verheerenden Auswirkungen in Deutschland).

Die Risikoberichterstattung erfasst lediglich Risiken, nicht jedoch Chancen.

Für den Umgang mit Risiken gelten im Gerresheimer Konzern risikopolitische Grundsätze. Diese sehen eine Null-Risiko-Toleranz für Verstöße gegen behördliche Vorschriften, Gesetze oder Compliance-Vorschriften des Unternehmens sowie hinsichtlich fehlerhafter Produkte und mangelnder Produktqualität vor.

In regelmäßigen Abständen überwachen wir die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit unseres Risikofrüherkennungssystems durch unsere Interne Revision als prozessunabhängiges Element des Risikomanagementsystems. Zudem beurteilt der Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung das Risikofrüherkennungssystem und erstattet dem Vorstand und dem Aufsichtsrat hierüber Bericht. Unser Risikofrüherkennungssystem entspricht uneingeschränkt den gesetzlichen Anforderungen und steht ferner im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex.

INTERNES KONTROLLSYSTEM IN BEZUG AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Der Gerresheimer Konzern-Abschluss wird unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt, soweit diese für die Anwendung in der Europäischen Union anerkannt wurden und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden Vorschriften entsprechen. Der Jahresabschluss der Gerresheimer AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt.

Das übergeordnete Ziel unseres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist die Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung. Die Verantwortung für die Einrichtung und wirksame Unterhaltung angemessener interner Kontrollen über die Finanzberichterstattung liegt beim Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG, die zu jedem Geschäftsjahresende die Angemessenheit und Wirksamkeit des Kontrollsystems beurteilen. Zum 30. November 2018 wurde die Angemessenheit und Wirksamkeit der internen Kontrollen über die Finanzberichterstattung festgestellt.

Wir erstellen den Konzern-Abschluss in einem mehrstufigen Prozess mit Hilfe anerkannter Konsolidierungssysteme. Der von dem jeweiligen Abschlussprüfer geprüfte und vorkonsolidierte Teilkonzernabschluss wird mit den geprüften bzw. einer prüferischen Durchsicht unterzogenen Abschlüssen der übrigen Tochterunternehmen zum Konzern-Abschluss der Gerresheimer AG zusammengefasst. Die Gerresheimer AG trägt die Verantwortung für den konzerneinheitlichen Kontenrahmen und die Durchführung der zentralen Konsolidierungsmaßnahmen sowie die terminliche und sachliche Organisation des Konzern-Abschluss-Prozesses.

Für die in den Konzern-Abschluss einbezogenen Gesellschaften gilt eine einheitliche Richtlinie zur Bilanzierung und Bewertung nach IFRS. Diese umfasst eine Beschreibung der allgemeinen Konsolidierungsmaßnahmen sowie die anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze in Übereinstimmung mit den IFRS. Die bestehende Richtlinie, welche unter Berücksichtigung der Entwicklung der IFRS kontinuierlich modifiziert wird, steht allen Mitarbeitern in den Tochterunternehmen über das Gerresheimer Intranet zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es einen verbindlichen Abschlussterminkalender.

Im Rahmen des Abschlussprozesses werden neben der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung auch Informationen hinsichtlich der Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Anhang und Lagebericht systemseitig bereitgestellt. Die wirksame Unterhaltung des Systems erfolgt zentralisiert durch das Konzernrechnungswesen.# 10-K FILING

FINANCIAL STATEMENTS AND SUPPLEMENTARY DATA

Management's Discussion and Analysis of Financial Condition and Results of Operations

Neben den vorhandenen systemseitigen Prüfungen werden manuelle Kontrollen hinsichtlich der Vollständigkeit und Richtigkeit durch die operativen Gesellschaften und die Konzernzentrale durchgeführt. In den Rechnungslegungsprozess einbezogene Mitarbeiter werden bereits bei ihrer Auswahl hinsichtlich ihrer fachlichen Eignung geprüft und im Anschluss regelmäßig geschult. Bei uns gilt grundsätzlich das Vier-Augen-Prinzip. Weitere Kontrollmechanismen sind Soll-Ist-Vergleiche sowie Analysen über die inhaltliche Zusammensetzung und Veränderung der einzelnen Posten. Das Rechnungswesen stellt sicher, dass fachbereichsbezogene Informationen durch die jeweiligen Fachabteilungen gemeldet und im Konzern-Abschluss verarbeitet werden. Die zur Einhaltung der konzernrechnungslegungsrelevanten Richtlinien in den Tochterunternehmen und der Konzernzentrale implementierten Kontrollen werden durch unsere Interne Revision auf ihre Wirksamkeit geprüft. Im Rahmen der Abschlussprüfung 2018 hat der Abschlussprüfer unser Risikofrüherkennungssystem gemäß § 317 Abs. 4 HGB in Verbindung mit § 91 Abs. 2 AktG geprüft und dessen Ordnungsmäßigkeit bestätigt. Wir erstellen den Jahresabschluss der Gerresheimer AG mit Hilfe der Software SAP. Die laufende Buchhaltung und die Erstellung des Jahresabschlusses sind in funktionale Prozessschritte gegliedert. In allen Prozessschritten sind entweder automatisierte oder manuelle Kontrollen integriert. Die organisatorischen Regelungen stellen sicher, dass alle Geschäftsvorfälle und die Jahresabschlusserstellung vollständig, zeitnah, richtig und periodengerecht erfasst, verarbeitet und dokumentiert werden. Unter Berücksichtigung der notwendigen IFRS-Anpassungen werden die relevanten Daten aus dem Einzelabschluss der Gerresheimer AG in das Konsolidierungssystem übertragen. Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem obliegt ihm die Prüfung der Unterlagen zum Einzelabschluss der Gerresheimer AG und zum Konzern-Abschluss und er erörtert den Einzelabschluss der Gerresheimer AG, den Konzern-Abschluss sowie die Lageberichte zu diesen Abschlüssen mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.

CHANCEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG

Dem Gerresheimer Konzern eröffnen sich aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältige Chancen. Auch in Zukunft wollen wir die sich uns bietenden Chancen optimal nutzen. Für uns bieten vor allem unsere technischen Kompetenzzentren (TCC) wesentliches Chancenpotenzial. Diese Entwicklungszentren sind ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für uns und bieten entscheidenden Mehrwert für unsere Kunden. Mit Investitionen, beispielsweise in unser Technologiezentrum für Glasspritzen und medizinische Kunststoffsysteme, möchten wir zukünftig bestehende Produkte mit unseren Kunden weiterentwickeln und unser Produktportfolio insgesamt stärker diversifizieren. Außerdem planen wir den Aufbau eines auf den Biotech-Sektor zugeschnittenen Portfolios, das bestehende Gerresheimer Produkte umfasst und durch Weiter- und Neuentwicklungen zielgerichtet ergänzt werden soll. Weitere Details zu unseren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden sich im Kapitel "Innovation, Forschung und Entwicklung".

Unternehmensstrategische Chancen sehen wir darüber hinaus in der weiteren Globalisierung unseres Geschäfts. Wir wollen an der Dynamik in den Schwellenländern durch lokale Präsenz partizipieren und dort unsere Umsatzerlöse in den nächsten Jahren signifikant erhöhen. In den letzten Jahren haben wir durch gezielte Investitionen in den Ländern Brasilien, Indien und China die Basis für weiteres Wachstum gelegt. Zusätzliches Wachstum verspricht ferner die Ausweitung unserer Geschäftsaktivitäten im Geschäftsbereich Plastics & Devices in Nordamerika.

Den Generikaherstellern wird künftig eine größere Bedeutung zukommen. Wir wollen an dem zu erwartenden Mengenwachstum partizipieren, da auch diese Medikamente fachgerecht verpackt und verabreicht werden müssen. In Zukunft werden zudem Verpackungen für Arzneimittel an Bedeutung gewinnen, welche die Sicherheit bei der Verabreichung erhöhen und den Umgang mit dem Medikament erleichtern.

Weitere Wachstumschancen sehen wir im demografischen Wandel und in dem bei älteren Menschen steigenden Bedarf an medizinischer Versorgung, im medizinisch-technologischen Fortschritt und auf dem Feld biotechnologisch hergestellter Medikamente.

RISIKEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG

Der Gerresheimer Konzern ist aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältigen Risiken ausgesetzt. Soweit die Voraussetzungen für die bilanzielle Berücksichtigung gegeben waren, wurde für alle erkennbaren Risiken eine angemessene Vorsorge getroffen. In den folgenden Abschnitten werden Risiken beschrieben, die Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns haben können. Die Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken erfolgt nach den Kriterien:

  • unwahrscheinlich = Eintrittswahrscheinlichkeit < 10 %
  • möglich = Eintrittswahrscheinlichkeit zwischen 10 % und 50 %

Risiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 % werden wenn möglich gebucht bzw. sind in der Planung berücksichtigt.

Die Bewertung der möglichen finanziellen Auswirkungen erfolgt nach den Kriterien:

  • moderat = Nettoschaden bis EUR 10 Mio.
  • wesentlich = Nettoschaden > EUR 10 Mio.

Der Nettoschaden beschreibt das Verlustpotenzial im Falle eines Risikoeintritts unter Berücksichtigung der Effekte, die sich aus den Maßnahmen zur Risikoreduzierung ergeben.

ÜBERSICHT DER RISIKEN UND IHRER FINANZIELLEN AUSWIRKUNGEN

Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche finanzielle Auswirkungen
Unternehmensstrategische Risiken
Risiken aus Akquisitionen unwahrscheinlich wesentlich
Risiken aus Produkteinführungen möglich wesentlich
Externe und branchenspezifische Risiken
Kundenmarktrisiko möglich moderat
Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung möglich wesentlich
Risiken aus einer Änderung von regulatorischen Rahmenbedingungen möglich wesentlich
Risiken aus der künftigen Entwicklung der staatlichen Gesundheitssysteme möglich wesentlich
Steuerliche Risiken möglich moderat
Operative Risiken
Produktionsrisiken möglich moderat
Produkthaftungsrisiken möglich wesentlich
Risiken aus Energie- und Rohstoffpreisen möglich wesentlich
Personalrisiken möglich moderat
IT-Risiken möglich moderat
Rechtliche Risiken möglich moderat
Finanzwirtschaftliche Risiken
Währungs- und Zinsrisiko unwahrscheinlich moderat
Kreditrisiko unwahrscheinlich wesentlich
Liquiditätsrisiko unwahrscheinlich moderat

Auf bestehende Risiken wird im Folgenden im Detail eingegangen.

UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN

RISIKEN AUS AKQUISITIONEN

Mögliche Auswirkungen: Akquisitionen sind Bestandteil unserer Strategie. Beim Erwerb von Unternehmen besteht das Risiko, dass im Rahmen einer Due-Diligence nicht alle wesentlichen Risiken erkannt werden. Trotz sorgfältiger Due-Diligence-Prüfungen ist es aufgrund von Änderungen des Umfeldes möglich, dass die ursprünglichen Zielsetzungen nicht oder nur teilweise erreicht werden.

Gegenmaßnahmen: Durch die frühzeitige Einbindung der Fachabteilungen und gegebenenfalls externer Spezialisten während der Due-Diligence werden Akquisitionsvorhaben eingehend geprüft. Den Gesamtprozess steuert unsere zentrale Abteilung Group Strategy, Mergers & Acquisitions in Zusammenarbeit mit den Geschäftsbereichen. Wir wollen Risiken durch kontinuierliche und intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtung frühestmöglich erkennen und mittels geeigneter Maßnahmen vermeiden bzw. minimieren.

RISIKEN AUS PRODUKTEINFÜHRUNGEN

Mögliche Auswirkungen: Die Markteinführung innovativer Produkte - in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden - bildet eine wesentliche Komponente unserer Wachstumsstrategie. Im Rahmen einer verantwortlichen Unternehmensführung sind wir uns bewusst, dass damit nicht nur Chancen, sondern gleichfalls Risiken einhergehen. Trotz aller Anstrengungen können wir nicht sicherstellen, dass sich alle Produkte auf dem Markt kommerziell erfolgreich behaupten werden.

Gegenmaßnahmen: Basierend auf umfangreichen Marktanalysen und Kundenverträgen stellen wir sicher, dass die Chancen einer erfolgreichen Produkteinführung maximiert und mögliche Risiken minimiert werden.

EXTERNE UND BRANCHENSPEZIFISCHE RISIKEN

KUNDENMARKTRISIKO

Mögliche Auswirkungen: Konjunkturelle Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung können unsere Marktperspektiven einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Die Nachfrage könnte sich auch aufgrund einer bewussten Kaufzurückhaltung unserer Kunden negativ entwickeln. Sollte der Markt für zusätzliche Angebotsmengen nicht in voller Höhe aufnahmebereit sein, könnte dies den Wettbewerbsdruck zunächst für einen Übergangszeitraum erhöhen. Weiterhin könnten die Wettbewerber im Rahmen der gegebenen Kapazitäten versuchen, durch Angebotsausweitung Marktanteile dazu- bzw. verloren gegangene Marktanteile zurückzugewinnen. Zunehmender Wettbewerbsdruck könnte auch aus einem Nachfragerückgang resultieren. Erhebliche Veränderungen der Kapazitäten und deren Ausnutzung, Angebotsausweitungen einzelner Wettbewerber im Rahmen gegebener Kapazitäten sowie längerfristige Nachfragerückgänge könnten sich erheblich auf die Preisbildung und/oder die Absatzmöglichkeiten auswirken.

Gegenmaßnahmen: Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit arbeiten wir unter anderem an der weiteren Verbesserung unserer Kosten- und Organisationsstrukturen sowie an dem Ausbau unseres Produktportfolios. Wir beobachten den Markt und versuchen gezielt Opportunitäten zu nutzen. Bei nachhaltigen Entwicklungen konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit hoher Produktivität.# RISIKEN AUS DER GESAMTWIRTSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNG

Mögliche Auswirkungen:

Die Entwicklung der Weltwirtschaft hat einen entscheidenden Einfluss auf das Wachstum des Gerresheimer Konzerns. Aktuell geht der IWF in seiner Oktoberprognose von einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,7 % für 2018 aus und erwartet für 2019 ebenfalls ein globales Wirtschaftswachstum von 3,7 %. Eine etwaige Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums stellt somit ein Risiko für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Gerresheimer Konzerns dar.

Gegenmaßnahmen:

Wir begegnen diesem Risiko, indem wir laufend die Entwicklung der Weltwirtschaft beobachten. Im Falle einer Veränderung konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit hoher Produktivität.

RISIKEN AUS EINER ÄNDERUNG VON REGULATORISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN

Mögliche Auswirkungen:

Tendenziell nehmen Umfang und Anzahl der regulatorischen Auflagen jährlich zu. Bei hohem Nutzen für die Patienten sind für alle Marktteilnehmer damit große Herausforderungen verbunden. Politische Entscheider, insbesondere in den europäischen Industrieländern und den USA, legen großen Wert auf den Nachweis eines signifikanten Zusatznutzens, bevor neue Medikamente zugelassen werden. Aus diesem Grund wird in der Regel von den entsprechenden Behörden eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, bevor Medikamente für den Markt zugelassen werden können. Dadurch ergeben sich Risiken in Bezug auf Zeitpunkt und Umfang von Einführungen neuer Medikamente und dementsprechend Absatzrisiken für unsere Primärverpackungen. Darüber hinaus können die steigenden Qualitätserwartungen unserer Kunden zu erhöhtem Investitionsbedarf führen.

Gegenmaßnahmen:

Wir begegnen diesen Risiken, indem wir kontinuierlich an unseren eigenen Qualitätsanforderungen arbeiten. Darüber hinaus spiegeln wir die Absatzprognosen unserer Kunden mit unseren eigenen Untersuchungen.

RISIKEN AUS DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG DER STAATLICHEN GESUNDHEITSSYSTEME

Mögliche Auswirkungen:

Gerresheimer erzielte im Geschäftsjahr 2018 rund 82 % der Umsatzerlöse im Marktsegment Pharma und Healthcare. In den letzten Jahren waren die Regierungen und Krankenkassen in Europa und den USA bestrebt, den Kostenanstieg im Gesundheitswesen zu reduzieren. Dies führte in der Konsequenz zu einem höheren Preisdruck auf die Pharmaindustrie. Aufgrund des begrenzten Patentschutzes und der stetig steigenden Produktentwicklungskosten verstärkt sich damit die Notwendigkeit der Kostenkontrolle in der Pharmaindustrie. Diese Entwicklung kann zu einem steigenden Preisdruck auf unsere Produkte führen, obwohl auf die pharmazeutische Primärverpackung in der Regel nur ein geringer Prozentsatz der Gesamtkosten eines Medikamentes für den Verbraucher entfällt. Für den Fall, dass der Preisdruck nicht durch Kostensenkungen oder Effizienzsteigerungen kompensiert wird, kann sich dies wesentlich nachteilig auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

Gegenmaßnahmen:

Wichtige Bestandteile unserer Unternehmenssteuerung sind daher das frühzeitige Erkennen sich abzeichnender Entwicklungen und ein aktives Portfoliomanagement. Zudem kann der Gerresheimer Konzern durch seine Präsenz in verschiedenen Ländern und Märkten zyklische Schwankungen der Einzelmärkte bzw. in einzelnen Ländern besser ausgleichen als andere Unternehmen, die nicht so global aufgestellt sind.

STEUERLICHE RISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Die Globalisierung der operativen Geschäfte im Gerresheimer Konzern hat zur Folge, dass eine Vielzahl internationaler und landesspezifischer Regelungen von Finanzverwaltungen zu berücksichtigen sind. Abgabenrechtliche Risiken können durch unzureichende Berücksichtigung von steuerlichen Vorschriften oder durch die unterschiedliche steuerliche Würdigung von Sachverhalten und Transaktionen entstehen. Insbesondere steuerliche Betriebsprüfungen und sich daraus möglicherweise ergebende Prüfungsfeststellungen mit entsprechenden Zinswirkungen und Steuernachzahlungen können zu einer Belastung für den Konzern führen.

Gegenmaßnahmen:

Die steuerlichen Risiken werden regelmäßig und systematisch geprüft und bewertet. Daraus resultierende Maßnahmen zur Risikominderung werden zwischen dem Bereich Group Tax der Gerresheimer AG und den Tochterunternehmen abgestimmt. Darüber hinaus dient die im Geschäftsjahr 2017 konzernweit eingeführte Tax Compliance-Richtlinie der Dokumentation und dem Nachweis eines wirksamen Tax Compliance Managements mit dem Ziel der systematischen und präventiven Absicherung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Pflichten sowie unternehmensinterner Richtlinien im Bereich Steuern.

OPERATIVE RISIKEN

Zu den operativen Risiken zählen wir Betriebsrisiken sowie Personal- und Sicherheitsrisiken. Sie werden durch einen angemessenen Versicherungsschutz und hohe Anforderungen an das Produktions-, Projekt- und Qualitätsmanagement begrenzt.

PRODUKTIONSRISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet.

Gegenmaßnahmen:

Um dem Risiko eines ungeplanten längerfristigen Stillstandes oder Ausfalls unserer Produktionsanlagen entgegenzuwirken, hat der Gerresheimer Konzern laufende Anlagenkontrollen und eine vorbeugende Instandhaltung installiert. Weiterhin führen wir ständig Modernisierungen unserer bestehenden Produktionsanlagen durch und investieren in neue, modernere Maschinen und Produktionsanlagen. Den finanziellen Auswirkungen von potenziellen Sachschäden und dem damit verbundenen Produktionsausfall sowie etwaigen Haftpflichtrisiken beugt der Gerresheimer Konzern durch Versicherungsverträge vor. Durch diesen Risikotransfer auf Versicherungsgesellschaften wird sichergestellt, dass sich die finanziellen Folgen auf den vereinbarten Selbstbehalt beschränken. Die finanziellen Auswirkungen für den Konzern werden daher als moderat eingeschätzt. Wir versichern aktuell mögliche Eigenschäden unter anderem durch eine Allgefahren-Sachversicherung zum Neuwert. Vor einem eventuellen Ertragsausfall bei Betriebsunterbrechungen in den Werken schützt uns gegenwärtig eine Betriebsunterbrechungsversicherung auf Allgefahrenbasis, die wie die Allgefahren-Sachversicherung mit entsprechenden Selbstbehalten versehen wurde. Der Umfang und Inhalt dieser Versicherungen wird von unserer Abteilung Global Risk Management & Insurance laufend überprüft und bei Bedarf angepasst. Die Eintrittswahrscheinlichkeiten und das damit verbundene Schadenpotenzial von Ereignissen, die nicht über Versicherungen abgedeckt sind, halten wir für unwahrscheinlich und moderat.

PRODUKTHAFTUNGSRISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Trotz interner Maßnahmen zur Gewährleistung von Produktqualität und -sicherheit kann der Gerresheimer Konzern nicht ausschließen, dass der Gebrauch und die Verwendung der hergestellten Verpackungsprodukte und -systeme bei Kunden oder Endverbrauchern Schäden verursacht. Für die Qualitätssicherung ergeben sich aus den verschärften Kundenanforderungen in Richtung "Null-Fehler-Toleranz" besondere Herausforderungen. Folgende Beispiele sollen mögliche Produkthaftungsrisiken verdeutlichen: Die Lieferung mangelhafter Produkte an die Kunden könnte bei diesen zu Beschädigungen der Produktionsanlagen oder gar zu Betriebsunterbrechungen führen. Für uns besteht darüber hinaus die Möglichkeit, dass dies Reputationsschäden für den Gerresheimer Konzern bedeutet. Ferner könnten mangelhafte Produkte des Gerresheimer Konzerns in Verbindung mit den Medikamenten und Wirkstoffen seiner Kunden aus der Pharma- und Healthcareindustrie Gesundheitsschädigungen bei Verbrauchern verursachen. In diesen Fällen wäre nicht auszuschließen, dass der Konzern dadurch Kunden verliert. Außerdem könnte Gerresheimer entsprechenden Haftungsansprüchen ausgesetzt sein. Dazu zählen zum Beispiel Schadenersatzansprüche von Kunden oder Ansprüche der Endverbraucher aus den Vorschriften zur Produkthaftung. Etwaige Produkthaftungsansprüche gegen Gerresheimer können insbesondere bei Sammelklagen in den USA erheblich sein. Zudem besteht das Risiko, dass der Konzern möglicherweise erhebliche Kosten für Rückrufaktionen zu tragen hat. Außerdem ist nicht gewährleistet, dass Gerresheimer auch in Zukunft einen ausreichenden Versicherungsschutz zu den gegenwärtigen Konditionen erhalten wird. Diese Beispiele zeigen, dass negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns nicht auszuschließen sind.

Gegenmaßnahmen:

Um Produkthaftungsfälle zu vermeiden, arbeitet der Gerresheimer Konzern mit weitreichenden Qualitätssicherungsmaßnahmen. Der Prozess der Qualitätssicherung und Fehlerbeseitigung wird bei unseren Produkten ständig optimiert und weiterentwickelt. Eine Produkthaftpflicht- und Rückrufkostenversicherung soll zudem entstehende Schäden und Haftungsrisiken weitgehend abdecken.

RISIKEN AUS ENERGIE- UND ROHSTOFFPREISEN

Mögliche Auswirkungen:

Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energieträgern, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge in unseren Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise kann die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns wesentlich belasten. Ein weiterer erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe für die Glas- und Kunststoffherstellung. Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab.# Gegenmaßnahmen:

Um Energiekostensteigerungen aufzufangen, haben wir die besondere Ausgleichsregel für stromintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) in Deutschland in Anspruch genommen und haben uns zudem gegen anziehende Energiepreise umfassend durch Sicherungsgeschäfte abgesichert. Bei einigen Kundenverträgen haben wir außerdem Preisgleitklauseln vereinbart. Preisschwankungen in den Beschaffungsmärkten für Rohstoffe werden darüber hinaus durch Sicherungsgeschäfte, Produktivitätssteigerungen und Preisanpassungen ausgeglichen.

PERSONALRISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Qualifizierte Mitarbeiter sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um unsere wachstumsorientierte Unternehmensstrategie zu realisieren. Sollte es uns zukünftig nicht gelingen, qualifizierte Mitarbeiter in ausreichendem Maße für unser Unternehmen auszubilden, zu gewinnen und langfristig an uns zu binden, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben. Zusätzlich ergeben sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des daraus möglicherweise resultierenden Fachkräftemangels mittel- bis langfristige Personalrisiken.

Gegenmaßnahmen:

Wir begegnen diesen Risiken, indem wir uns weltweit als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Hierzu gehört eine wettbewerbsfähige Vergütung, fachspezifische Fort- und Weiterbildung, eine strukturierte Nachfolgeplanung und die spezifische Förderung junger Fach- und Nachwuchskräfte. Zudem verfolgen wir eine auf personelle Vielfalt (Diversity) ausgerichtete Personalpolitik und betreiben zielgruppenspezifisches Personalmarketing.

IT-RISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Computergestützte Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie die Anwendung von IT-Systemen für die interne und externe Kommunikation nehmen weiter zu. Eine wesentliche Störung oder gar ein Ausfall dieser Systeme kann zu einem Datenverlust und einer Beeinträchtigung der Geschäfts- und Produktionsprozesse führen.

Gegenmaßnahmen:

Die IT-Systeme werden konzernweit standardisiert, harmonisiert, geprüft und weiterentwickelt, um die Sicherheit und Effizienz unserer Geschäftsprozesse zu gewährleisten bzw. zu erhöhen. Industrietypische IT-Mindeststandards wie Backups, redundante Datenverbindungen und getrennte Rechenzentren dienen dazu, Ausfallrisiken bei anwendungskritischen Systemen wie SAP, Websites und IT-Infrastrukturkomponenten zu minimieren. Im Zuge der Einführung von Maßnahmen zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wurden für alle Standorte technische und organisatorische Mindeststandards festgelegt. Im Geschäftsjahr 2018 wurde die vom Vorstand genehmigte Konzern-IT-Strategie konsequent weiter umgesetzt und damit auch der Ausbau der SAP-2-Mandanten-Strategie vorangetrieben. Dazu gehörte insbesondere im Bereich Applikationen die Migration des Tochterunternehmens Gerresheimer Boleslawiec S.A. (Polen) in den strategischen SAP-Template-Mandanten und die damit verbundene Einführung standardisierter Geschäftsprozesse. Als weitere Standardisierungsmaßnahme wurde der Rollout des zentralen Customer-Relationship-Management-Systems der SAP fortgeführt und ein Umsetzungsprojekt innerhalb des Geschäftsbereiches Plastics & Devices, im Geschäftsfeld Medical Systems, begonnen. Der Geschäftsbereich Plastics & Devices ersetzte zudem sein bisheriges Manufacturing Execution System durch das Produkt ZEISS GUARDUS und ist damit jetzt in der Lage, ein hochmodernes Produktionsleitsystem zu nutzen. Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass wird eine neue Lösung auf Basis von SAP Manufacturing Integration and Intelligence (MII) eingestellt. Im Bereich Infrastruktur konnten weitere sicherheitsrelevante sowie innovative Infrastruktur- und Informationssicherheitsprojekte umgesetzt werden, wie etwa die Fortführung des Projekts Future Client mit einem weltweiten Gerresheimer-Workplace mit Microsoft Office 2016 bzw. Microsoft Office 365 für bestimmte Nutzergruppen, eine Collaboration-Plattform für eine optimierte interne Zusammenarbeit sowie die Migration des Mailsystems von IBM Lotus Notes auf Microsoft-Exchange Online und Outlook. Eine weltweite Nutzerschulung für Microsoft-Produkte des Projektes sowie eine IT-Security-Awareness-Kampagne in acht Sprachen ist ebenfalls Bestandteil dieses Projektes. Der Rollout von One Active-Directory wurde als Voraussetzung für das Projekt Future Workplace abgeschlossen. Zur Vorbereitung auf neue Anforderungen und zur Erhöhung der Effizienz sowie der Ausfallsicherheit ist eine Optimierung der Weitverkehrsverbindungen implementiert worden. Diese Implementierung schützt den regulären Betrieb vor Einflüssen, die durch Ausfälle von Netzwerkanbindungen entstehen. Gerresheimer wird die Harmonisierung der ERP-Systeme auf SAP ERP Central Component (SAP ECC) 6.0 ebenso nachhaltig fortführen wie die Standardisierung der IT-Infrastruktur in den Bereichen Netzwerk, Hardware, Kommunikation und Sicherheit. IT-Governance und IT-Compliance sollen die Umsetzung und Erfüllung gesetzlicher, unternehmensinterner und vertraglicher Anforderungen in der Gerresheimer AG sichern.

RECHTLICHE RISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Als international tätiges Unternehmen muss der Gerresheimer Konzern unterschiedliche Rechtsnormen beachten. Daraus können sich vielfältige vertrags-, wettbewerbs-, umwelt-, marken- und patentrechtliche Risiken ergeben.

Gegenmaßnahmen:

Diese Risiken begrenzen wir durch juristische Prüfungen unserer internen Rechtsabteilungen und indem wir externe Spezialisten für das jeweilige nationale Recht zu Rate ziehen. Damit die weltweiten Gesetze und Regeln insbesondere in den Bereichen Korruptionsbekämpfung, Kartellrecht und Kapitalmarktrecht eingehalten werden, haben wir ein globales Compliance-Programm etabliert. Die Beachtung der Compliance-Richtlinien obliegt allen Organmitgliedern und Mitarbeitern der Gerresheimer AG und der Tochterunternehmen. Die Einhaltung von Rechtsvorschriften sowie die Beachtung der Konzernrichtlinien des Gerresheimer Compliance-Programms sind von herausragender Bedeutung für die Gerresheimer AG und ihre verbundenen Unternehmen. Risiken aus Rechtsstreitigkeiten, die einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben, sind nicht bekannt.

FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN

Im Rahmen der operativen Tätigkeit sind wir finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Über ein konzernweites Finanzrisikomanagement werden die finanziellen Risiken des Konzerns zentral durch die verantwortliche Abteilung Group Treasury überwacht. Identifizierte Risikopotenziale steuert der Konzern nach klar definierten Richtlinien durch geeignete Sicherungsmaßnahmen.

WÄHRUNGS- UND ZINSRISIKO

Mögliche Auswirkungen:

Für uns als Gesellschaft mit Sitz in Deutschland stellt der Euro die Konzern- und Berichtswährung dar. Da wir einen großen Teil unseres Geschäfts außerhalb der Euro-Zone abwickeln, können Währungsschwankungen das Ergebnis beeinflussen. Die Zunahme der Volatilitäten der Wechselkurse in den letzten Jahren hat entsprechende Chancen und Risiken steigen lassen. Zudem sind wir im Rahmen der Fremdkapitalfinanzierung einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Zinssatzschwankungen können sich auf die Höhe der Zinszahlungen für bestehende Schulden sowie auf die Kosten von Refinanzierungen auswirken.

Gegenmaßnahmen:

Um Wechselkursrisiken im operativen Geschäft zu begrenzen, tätigen wir Devisentermingeschäfte. Derivative Finanzinstrumente verwendet der Konzern ausschließlich zur Risikosteuerung im Zusammenhang mit kommerziellen Grundgeschäften. Um die Zinsänderungsrisiken zu begrenzen, tätigen wir gegebenenfalls Zinsswapgeschäfte.

KREDITRISIKO

Mögliche Auswirkungen:

Das Ausfallrisiko bei den originären und derivativen Finanzinstrumenten ergibt sich daraus, dass Vertragspartner ihren vertraglichen Zahlungs- und Erfüllungsverpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen können.

Gegenmaßnahmen:

Durch das Kredit- und Forderungsmanagement sowie die Vertriebsbereiche der operativen Gesellschaften überwachen wir die sich aus den Liefer- und Leistungsbeziehungen der Gruppe ergebenden Kredit- und Bonitätsrisiken. Mit dem Ziel, Forderungsausfälle zu vermeiden, unterziehen wir Kunden einer laufenden internen Bonitätskontrolle. Forderungen an Kunden, die über kein erstklassiges Rating verfügen, werden versichert, soweit ein entsprechender Versicherungsschutz gewährt wird. Zur Vermeidung von Kreditrisiken aus Finanzinstrumenten werden diese nur mit Vertragspartnern erstklassiger Bonität abgeschlossen.

LIQUIDITÄTSRISIKO

Mögliche Auswirkungen:

Es besteht das Risiko, aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können.

Gegenmaßnahmen:

Die Liquiditätssituation des Konzerns wird auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlichen Liquiditätsplanung überwacht und gesteuert. Darüber hinaus stehen dem Gerresheimer Konzern zur Liquiditätssicherung ein revolvierendes Darlehen sowie im September 2017 und November 2015 emittierte Schuldscheindarlehen zur Verfügung. An dieser Stelle ist zudem auf die quartalsweisen Zusammenkünfte des Anlagenausschusses und dessen liquiditätsüberwachende Aufgabe hinzuweisen. Eine detailliertere Darstellung der finanzwirtschaftlichen Risiken und ihres Managements findet sich im Konzern-Abschluss unter der Angabe (6) "Finanzrisikomanagement und derivative Finanzinstrumente".

RISIKEN GEMÄß CSR-RICHTLINIE-UMSETZUNGSGESETZ

Gesondert zu erläuternde Risiken im Zusammenhang mit den in der nichtfinanziellen Erklärung behandelten Aspekten gemäß der Definition des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes müssten nach unserem Verständnis mindestens die Eintrittswahrscheinlichkeit "sehr wahrscheinlich" und die mögliche finanzielle Auswirkung "wesentlich" haben. Solche Risiken wurden im Berichtsjahr nicht identifiziert.

GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS

Unser Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand.# NACHTRAGSBERICHT UND PROGNOSEBERICHT

NACHTRAGSBERICHT

Nach dem 30. November 2018 hat ein Kunde der Sensile Medical ein Projekt ohne inhaltliche Begründung gekündigt. Demzufolge wird Gerresheimer vertragsgemäß Kaufpreistranchen an die früheren Eigentümer von Sensile Medical in Höhe von rund EUR 90 Mio. nicht auszahlen. Die Auflösung der passivierten Schuld wird das Adjusted EBITDA im 1. Quartal 2019 entsprechend verbessern und die Verschuldung des Gerresheimer Konzerns zum Jahresende 2019 verringern. Aus dem Wegfall dieses Projektes erwartet der Gerresheimer Konzern ansonsten in 2019 nur geringe Auswirkungen auf Umsatzerlöse und Adjusted EBITDA. Etwaige Auswirkungen auf die Werthaltigkeit des Geschäftswertes bzw. der erworbenen Technologien werden aktuell analysiert. Unabhängig vom Ergebnis dieser Analyse werden sich hieraus keine wesentlichen Auswirkungen auf das Adjusted EBITDA ergeben. Darüber hinaus sind nach dem 30. November 2018 keine Ereignisse eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Gerresheimer Konzerns ausgeht oder zu erwarten ist.

PROGNOSEBERICHT

AUSRICHTUNG DES KONZERNS

Die nachfolgenden Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf des Gerresheimer Konzerns sowie der Gerresheimer AG und zu den dafür als wesentlich beurteilten Annahmen über die wirtschaftliche Entwicklung von Markt und Branche basieren auf unseren Einschätzungen, die wir nach den uns vorliegenden Informationen zurzeit als realistisch ansehen. Diese sind jedoch mit Unsicherheit behaftet und bergen das unvermeidbare Risiko, dass die prognostizierten Entwicklungen weder in ihrer Tendenz noch ihrem Ausmaß nach tatsächlich eintreten.

ENTWICKLUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN RAHMENBEDINGUNGEN

ENTWICKLUNG DER WELTWIRTSCHAFT/ENTWICKLUNG IN DEN EINZELNEN REGIONEN

Erwartete Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes 2019 2018
Welt 3,7 % 3,7 %
USA 2,5 % 2,9 %
Euro-Zone 1,9 % 2,0 %
Deutschland 1,9 % 1,9 %
Schwellenländer 4,7 % 4,7 %
China 6,2 % 6,6 %
Indien 7,4 % 7,3 %
Brasilien 2,4 % 1,4 %
Russland 1,8 % 1,7 %

Quelle: Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook, Oktober 2018.

Für das Jahr 2019 rechnet der IWF7) mit einem Wachstum der Weltwirtschaft in Höhe des für 2018 erwarteten Wertes von 3,7 %. Dies entspricht einer Verringerung der Erwartung um 0,2 Prozentpunkte gegenüber der Juliprognose und ist neben den US-Zöllen auf chinesische Importe auf Korrekturen verschiedener Regionen zurückzuführen, bei denen die Entwicklung in der ersten Jahreshälfte schwächer ausfiel als erwartet.

7) Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook, Oktober 2018.

Für die USA erwartet der IWF einen Rückgang des Wachstums von 2,9 % in 2018 auf 2,5 % in 2019 und begründet dies mit einer Abschwächung der positiven Effekte aus der US-Steuerreform. Für die Euro-Zone gehen die Schätzungen für das Jahr 2019 ebenfalls von einer marginalen Abnahme des Wirtschaftswachstums auf etwa 1,9 % aus - nach einem Plus von etwa 2,0 % im Jahr 2018. Hier blieb die jüngste Entwicklung laut dem IWF zuletzt hinter den Erwartungen zurück. Für Deutschland erwartet der IWF für 2019 hingegen ein Wachstum in Höhe des Vorjahresniveaus von 1,9 %. Die vom IWF für die Schwellenländer im Jahr 2019 prognostizierte Wachstumsrate liegt mit 4,7 % ebenfalls in Höhe des für 2018 erwarteten Wertes. Im Einzelnen geht der IWF für China von einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in Höhe von 6,2 % (2018: 6,6 %) aus, für Indien wird ein Wachstumsplus von 7,4 % (2018: 7,3 %) vorausgesagt und in Brasilien soll das BIP auf 2,4 % ansteigen (2018: 1,4 %).

MARKT- UND GESCHÄFTSCHANCEN FÜR DEN GERRESHEIMER KONZERN

DIE PERSPEKTIVEN FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019 UND DIE FOLGEJAHRE

Die Weltwirtschaft wird sich laut den Prognosen des IWF im Jahr 2019 sowie in den Folgejahren solide weiterentwickeln. Unabhängig davon, aber auch vor dem Hintergrund eines leicht verbesserten Marktumfeldes in den USA, gehen wir davon aus, dass wir unser Kerngeschäft mit Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systemen für die Pharma- und Healthcareindustrie im Geschäftsjahr 2019 weiter ausbauen werden. Insgesamt haben wir uns im Geschäftsjahr 2018 im Rahmen einer Strategieanalyse nochmals alle Märkte angesehen, in denen wir heute schon präsent sind, wie beispielsweise pharmazeutische Primärverpackungen aus Glas und Kunststoff, Kosmetikglas, Spritzen und Drug-Delivery-Devices wie Inhalatoren oder Insulin-Pens. Weiterhin haben wir uns die Märkte angesehen, die wir mit unseren bestehenden Möglichkeiten erreichen könnten, und nicht zuletzt angrenzende Märkte, die wir heute noch nicht erschließen konnten, aber dennoch Potenzial bieten können. Dazu gehört beispielsweise der Markt für vernetzte Drug-Delivery-Devices, also Produkte zur intelligenten Verabreichung von Medikamenten mit digitalen Schnittstellen.

Nachfolgende Übersicht gibt einen Überblick über die Größe aller potenziellen Märkte, die von uns bedient werden können. Insgesamt ergibt sich hier ein Marktpozential von rund EUR 15 Mrd.

Gerresheimer ist in großen und attraktiven Märkten tätig

KOSMETIKGLAS PHARMA-GLAS1) PHARMA-KUNSTSTOFF SPRITZEN DRUG-DELIVERY-SYSTEME
GESCHÄTZTE MARKTGRÖSSE 20172) (in Mrd. EUR) ~ 1,8 ~ 2,2 ~ 5,8 ~ 0,9 ~ 4,0
MARKTWACHSTUM CAGR '17-'222) (in %) UNTERER EINSTELLIGER BEREICH MITTLERER EINSTELLIGER BEREICH

1) Röhrenglas und Behälterglas.
2) Strategisch relevante Märkte, Schätzungen von Gerresheimer.

Insgesamt sind die hier aufgeführten Märkte von beachtlicher Größe und Attraktivität und wir sind in etlichen Bereichen schon mit hohen Marktanteilen vertreten. Allerdings gibt es auch Bereiche mit unterdurchschnittlicher oder sogar ohne Gerresheimer Beteiligung, was attraktive Wachstumschancen für uns bietet. Im Gesamtmarkt gibt es Segmente mit mittleren einstelligen Wachstumsraten, wie z. B. die vorfüllbaren Spritzen, und Segmente mit niedrigen einstelligen Wachstumsraten, wie z. B. pharmazeutische Kunststoffbehälter. Letzteres ist aber so groß, dass es durchaus noch Bereiche gibt, in denen es für uns Chancen für überdurchschnittliches Wachstum gibt. Wie die Geschäftsmodelle dahinter im Detail aussehen und wie die Margenerwartungen sind, schauen wir uns Markt für Markt und Projekt für Projekt genau an. Über alle Märkte hinweg wird für die nächsten fünf Jahre ein jährliches Volumenwachstum von rund 2,2 % erwartet. Dabei wachsen die Schwellenländer mit rund 3,7 % schneller, als alle anderen Märkte. Für die entwickelten Länder prognostiziert das Institut dagegen ein Nullwachstum und für die restliche Welt 1,8 %. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an pharmazeutische Primärverpackungen. Für biotechnologisch hergestellte Medikamente werden besondere Primärverpackungen in hoher Qualität bezüglich der Kompatibilität mit dem Medikament benötigt. Auch die Sicherheit der Endverbraucher spielt eine zunehmend große Rolle, gerade in Zeiten steigender Selbstmedikation. Die Kompatibilität der Glas- und Kunststoffsysteme ist wichtig, insbesondere für so komplexe Produkte wie Autoinjektoren. Auch das Thema Total Cost of Ownership - die Gesamtbetrachtung der Herstellkosten im pharmazeutischen Prozess - ist für unsere Kunden bedeutend. Auf Grundlage dieser Trends und Veränderungen treffen wir unsere strategischen Entscheidungen, wo wir heute und in Zukunft zusätzlich investieren und Ressourcen allokieren wollen. Wir haben unseren Platz in der Wertschöpfungskette unserer Kunden klar definiert und dabei für uns die Teilmärkte in bereits heute zugängliche Märkte sowie in im weiteren Sinne strategisch relevante Märkte unterschieden.

Gerresheimer in der Wertschöpfung im Pharmamarkt
Gerresheimer in der Wertschöpfung im Kosmetikmarkt

MEGATRENDS

Bei der Prognose unserer Markt- und Geschäftschancen versuchen wir vor allem, sehr wahrscheinliche Entwicklungen in unseren Märkten zu identifizieren. Besondere Bedeutung haben hier langfristige globale Trends, die auch als Megatrends bezeichnet werden. Diese weisen meist eine sehr stabile Entwicklung auf und sind wenig anfällig für Rückschläge. Die Identifikation solcher Trends ist für uns notwendig, um strategische Entscheidungen für unser Unternehmen treffen zu können. Es handelt sich hierbei um Fragestellungen, die beispielsweise die Entwicklung neuer Wachstumsmärkte sowie Veränderungen bezüglich Art und Umfang der Nachfrage nach unseren Produkten betreffen. Zur Beurteilung dieser Themen gilt es zu hinterfragen, welche der aktuell zu beobachtenden Entwicklungen auf kurzfristigen Trends beruhen und welche Entwicklungen voraussichtlich langfristig und weitestgehend unbeeinflusst von politischen oder wirtschaftlichen Ereignissen anhalten werden. Hier sind vor allem sechs Megatrends zu nennen, bei denen wir davon ausgehen, dass diese unsere Geschäftsentwicklung positiv beeinflussen werden.

Megatrends

  1. ZUNAHME CHRONISCHER ERKRANKUNGEN & ALTERNDE BEVÖLKERUNG
    Die Verbreitung chronischer Krankheiten nimmt zu. Heute leiden mehr als 425 Mio.# Menschen unter Diabetes, in 2040 könnten es Schätzungen zufolge schon rund 630 Mio. sein. Sind es heute noch rund 9 % der erwachsenen Weltbevölkerung, die weltweit an Diabetes erkrankt sind, wird dieser Anteil aller Voraussicht nach auf über 10 % bis 2040 wachsen, und dies bei einem weiteren Anstieg der Weltbevölkerung von 7,65 Mrd. Menschen in 2018 auf erwartete 9,5 Mrd. in 2040. Hinzu kommt, dass bis heute nur jeder zweite von der Krankheit betroffene Mensch eine entsprechende Diagnose erhalten hat.8) Darüber hinaus steigt in vielen Teilen der Erde der relative Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung - ein Trend, der die Verbreitung chronischer Krankheiten weiter fördert. Somit erfordert die Behandlung einer wachsenden Anzahl von Patienten die Bereitstellung steigender Wirkstoffmengen, wobei jedes einzelne Medikament eine geeignete Verpackung und Darreichungsform erhalten muss. Dazu entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden Insulin-Pens, Diabetiker-Stechhilfen und Asthma-Inhalatoren, die täglich millionenfach zum Einsatz kommen - mit steigender Tendenz. Hier haben die Pharmaunternehmen den Wunsch, die Patienten mit nutzerfreundlichen, aber auch visuell und haptisch attraktiven Produkten zur sicheren Verabreichung von Medikamenten für sich zu gewinnen. Die Entwicklung dieser Produkte zusammen mit unseren Kunden ist eine unserer besonderen Stärken. 8) IDF: Diabetes Atlas, 8th Edition, 2017.

2. SCHNELLES WACHSTUM IM BEREICH GENERIKA

IQVIA prognostiziert für die Jahre 2019 bis 2023 ein Volumenwachstum im Bereich der Generika von durchschnittlich 2,9 % pro Jahr.9) Insbesondere in den Pharmerging Markets werden die Generikaumsatzerlöse stark wachsen, da die Medikamente nach Wegfall des Patentschutzes für viele Patienten preislich erschwinglich werden. Aber auch in den traditionellen, bereits weiterentwickelten Märkten richten sowohl die Zulassungs- und Prüfbehörden als auch die Krankenkassen ihr Augenmerk auf eine gute Kosten-Nutzen-Analyse, die häufig dazu führt, dass Generika zugelassen und vermehrt verschrieben werden. Dies ist eine für uns günstige Entwicklung, da der Verkaufspreis des Medikaments für uns zweitrangig ist. Für uns zählt vor allem das Volumenwachstum, und somit treibt das Wachstum des Generikamarktes unsere Umsatzerlöse und damit auch unser Konzernergebnis an. 9) IQVIA-Institut, 9. Januar 2019.

3. ANSTEIGENDE GESUNDHEITSVERSORGUNG IN DEN SCHWELLENLÄNDERN

IQVIA erwartet für die Pharmerging Markets in den nächsten fünf Jahren einen Anstieg des Volumens an Medikamenten von durchschnittlich 3,7 % pro Jahr.9) Zu den wichtigsten Märkten gehört China, gefolgt von Indien und Brasilien. Aber selbst das bevölkerungsreiche China weist, gemessen an den Pharmaumsatzerlösen, noch ein relativ geringes Volumen im Vergleich zu den USA auf. Angesichts des Bevölkerungsreichtums in den Pharmerging Markets verbinden wir mit dem Erstarken der dortigen Gesundheitssysteme und dem steigenden Zugang der Menschen zur Gesundheitsversorgung deutliches Wachstumspotenzial und sind mit zahlreichen Werken in China, Indien, Brasilien und Mexiko bereits gut vertreten.

4. STRENGERE REGULATORISCHE ANFORDERUNGEN

Die Anforderungen der Gesundheitsbehörden, insbesondere der amerikanischen Gesundheitsbehörde, steigen weiter. Die Auflagen betreffen längst nicht allein die Herstellung der Wirkstoffe, sondern genauso die Verpackung für die Medikamente. Die Primärverpackung muss die Medikamente schützen und erhalten sowie verhindern, dass das Medikament seine Wirksamkeit verliert oder verändert. Aus diesem Grund erteilen die Gesundheitsbehörden die Zulassung für ein neues Medikament nur in Verbindung mit der Zulassung für die dazugehörige Primärverpackung, was die Notwendigkeit von Hochqualitätslösungen unterstreicht. Schließlich geht es bei allem um die Gesundheit der Patienten. Daher investieren wir weltweit in Qualität und halten hierdurch auch potenzielle Wettbewerber auf Distanz, da die Eintrittsbarrieren sich dadurch erhöhen.

5. NEUE MEDIKAMENTE, INSBESONDERE BIOSIMILARS UND BIOTECH

Neue Wirkstoffe stellen regelmäßig neue Anforderungen an die Verpackung. Die Experten von IQVIA erwarten für die Jahre 2016 bis 2021 aufgrund der intensiven Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Pharmakonzerne eine historisch hohe Zahl von jährlich 45 neuen Wirkstoffen auf dem Markt. Die Nachfrage nach innovativen Lösungen steigt: erwartet werden insbesondere innovative Behandlungsmethoden und neue Systematiken. Dafür bieten wir Lösungen aus neuen Werkstoffen wie dem Hochleistungskunststoff COP (Cyclic-Olefin-Polymer) oder aus besonders bruchsicherem Glas (Gx(r) Elite Glass) an. Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für uns ist unsere hohe Materialkompetenz, aber auch unser sehr breites Produktspektrum im Vergleich zum Wettbewerb. Denn für uns kommt es nicht darauf an, dass neue Medikamente eine bestimmte Darreichungsform aufweisen, weil wir eine außerordentlich breite Produktpalette haben, die nahezu sämtliche Lösungen aus Glas und Kunststoff beinhaltet, die für flüssige, feste und auch Medikamente in Pulverform genutzt werden können. Genauso haben wir ein breites Angebot an Verpackungen für traditionell chemisch hergestellte Medikamente, für biotechnologisch hergestellte Medikamente, ebenso für Generika oder auch alle Arten von frei verkäuflichen Arzneimitteln.

6. WACHSENDER TREND ZUR SELBSTMEDIKATION

Wenn Patienten sich selbst medikamentös versorgen müssen, sind dazu zuverlässige und einfache Lösungen erforderlich. Hier bieten wir - mit Fokus auf Qualität und Komfort - viele intelligente Produkte an, die den Patienten die Selbstmedikation ermöglichen. Gleichzeitig erleichtern diese Produkte die Einnahme des Medikaments, helfen, Medikationsfehler zu vermeiden, und ermöglichen den Patienten ein flexibleres und angenehmeres Leben. Außerdem helfen diese Produkte, die Kosten in den Gesundheitssystemen zu reduzieren, weil sie vielfach zum Ziel haben, Anzahl und Dauer ansonsten erforderlicher ambulanter oder stationärer Behandlungen zu reduzieren.

ERWARTETE ERTRAGSLAGE DER KONZERN

Das übergeordnete Ziel des Konzerns ist es, der führende globale Partner für Lösungen zu werden, die zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden beitragen. Dazu wollen wir unsere globale Präsenz ausbauen sowie ein profitables und nachhaltiges Wachstum erzielen.

PLASTICS & DEVICES

Im Geschäftsbereich Plastics & Devices erwarten wir im Jahr 2019 nur geringe Zuwächse. Dabei bleiben die Drug-Delivery-Devices für verschreibungspflichtige Medikamente die Hauptumsatzträger. Zu diesen Produkten zählen vor allem Insulin-Pens und Inhalatoren, aber auch das Geschäft mit Spritzen. Regional gesehen bleibt Europa Schwerpunkt unseres Geschäftes mit Drug-Delivery-Devices für verschreibungspflichtige Medikamente. Insgesamt ist unser Geschäft in diesem Bereich aufgrund klarer und intakter Megatrends weiter auf Wachstum ausgerichtet und wird insbesondere im Spritzengeschäft in 2020 weiter zulegen. Diese positive Entwicklung wird aber kurzfristig durch den Verlust eines großen Inhalationskunden sowie die Werksumbauten und -verlagerungen, nicht zuletzt in Vorbereitung des Geschäftes mit den neu erworbenen Mikropumpen von Sensile Medical, abgeschwächt. Dies spiegelt sich auch in den Erweiterungsinvestitionen in unsere Standorte in Bünde (Deutschland) für einen großen Spritzenauftrag und in Horsovsky Tyn (Tschechische Republik) aufgrund des Gewinns eines großen Inhalationsauftrags in 2018 genauso wie Erstinvestitionen in einen neuen Produktionsstandort in Osteuropa wider. Die Umsatzerlöse mit unseren Primärpackmitteln aus Kunststoff dürften sich im Geschäftsjahr 2019 in Europa, den USA und in den Schwellenländern unverändert gut entwickeln. Auch hier sind Investitionen aufgrund der guten Nachfrage sowohl in China, Brasilien als auch Indien geplant.

PRIMARY PACKAGING GLASS

In unserem Geschäftsbereich Primary Packaging Glass planen wir mit einem Umsatzwachstum leicht über dem Markt für unsere Verpackungen aus Glas wie Pharmagläser, Ampullen, Injektionsfläschchen, Karpulen oder auch Parfümflakons und Cremetiegel. Auch in 2019 werden wir mit verschiedenen Maßnahmen an der weiteren Verbesserung unserer Produktivität arbeiten. Dazu investieren wir vor allem in die Standardisierung unseres Maschinenparks sowie in den Ausbau unserer Kapazität in der Glasproduktion. Umsatzzuwächse erwarten wir vor allem in unseren Werken in den Schwellenländern. Auch im Bereich Kosmetik gehen wir von einem positiven Umfeld aus und erwarten, im Geschäftsjahr 2019 unsere Umsatzerlöse mit Kosmetikprodukten aus Glas ebenfalls leicht ausbauen zu können.

ADVANCED TECHNOLOGIES

Unseren vier Wachstumstreibern folgend, nämlich bei bestehenden und neuen Kunden stärker zu wachsen, Produkte und Innovationen weiter zu gestalten, regional zu expandieren sowie unsere Services und Wertschöpfungen zu erweitern, haben wir einen weiteren wichtigen Schritt nach vorn gemacht: 2018 haben wir das Unternehmen Sensile Medical erworben und gleichzeitig unseren neuen Geschäftsbereich Advanced Technologies gegründet. Mit dieser strategischen Akquisition erschließen wir uns eine sehr innovative Technologie und erweitern damit unser Kompetenz- und Produktportfolio. Die führende Position von Sensile Medical bei der Mikropumpentechnologie, kombiniert mit Elektronik und Vernetzung von Drug-Delivery-Devices für den medizinischen Einsatz, wird in konkreten Kundenprojekten mit Pharmaunternehmen zur Marktreife gebracht. Sensile Medical ist - im Gegensatz zum Contract Manufacturing-Modell des Geschäftes mit Medizinischen Kunststoffsystemen - in einer früheren Phase der Medikamenten- und Therapieentwicklung bei den Pharmaunternehmen involviert. So bringt beispielsweise in einer bereits fortgeschrittenen Kooperation das Pharmaunternehmen Sanofi seine langjährigen Erfahrungen mit Insulin und Lösungen zur Behandlung von Diabetes ein.Auch Verily, ein Unternehmen der Alphabet-Gruppe, bringt seine Kompetenz in Sachen Integration von Mikrotechnologie und digitaler Gesundheitstechnologie mit ein. Sensile Medical besitzt eine große Anzahl von Patenten und wird von den kooperierenden Pharmaunternehmen bei der Erreichung definierter Meilensteine in der Entwicklungsphase sowie über Lizenzzahlungen nach der Produkteinführung vergütet. Zusätzliche Umsatzerlöse erzielt Sensile Medical durch den Verkauf der Devices, wobei die Herstellung der Produkte sowohl durch externe Unternehmen als auch durch unser Geschäftsfeld Medical Systems erfolgen kann. Der neue Geschäftsbereich weist hierdurch nur geringe Investitionen sowie ein geringes Net Working Capital auf. Sensile Medical ist aber nur ein Baustein unserer langfristigen Weiterentwicklung. Weitere Akquisitionen bzw. Kooperationen mit Universitäten und anderen Geschäftspartnern und -kunden werden folgen, um Gerresheimer noch konsequenter als den Lösungsanbieter der Pharma- und Healthcareindustrie zu positionieren.

ERWARTETE FINANZLAGE UND LIQUIDITÄT

Der Gerresheimer Konzern verfügt zum 30. November 2018 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von EUR 80,6 Mio. (Vorjahr: EUR 287,0 Mio.). Das revolvierende Darlehen der Gerresheimer AG stand uns zum Abschlussstichtag in Höhe von EUR 185,6 Mio. zur Verfügung (Vorjahr: EUR 450,0 Mio.). Damit befinden wir uns in einer stabilen finanziellen Situation und werden auch im kommenden Geschäftsjahr genügend liquide Mittel zur Verfügung haben, um unsere geplanten Investitionen zu finanzieren und unseren sonstigen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick, wann und zu welchem Zeitpunkt das revolvierende Darlehen bzw. die aufgenommenen Schuldscheine zu refinanzieren sind.

Betrag in Mio. EUR Fälligkeit
Revolvierendes Darlehen 450,0 Juni 2020
Schuldscheindarlehen - November 2015
5-jährige Tranche 189,5 November 2020
7-jährige Tranche 210,0 November 2022
10-jährige Tranche 25,5 November 2025
Schuldscheindarlehen - September 2017
5-jährige Tranche 95,5 September 2022
7-jährige Tranche 109,0 September 2024
10-jährige Tranche 45,5 September 2027

DIVIDENDENPOLITIK

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 6. Juni 2019 gemeinsam vor, eine Dividende in Höhe von EUR 1,15 je Aktie für das Geschäftsjahr 2018 auszuschütten. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber der Vorjahresdividende um 4,5 %. Die Ausschüttungsquote beträgt 20,3 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen. Diese Ausschüttung bewegt sich im Rahmen unserer Dividendenpolitik, in Abhängigkeit vom operativen Unternehmenserfolg zwischen 20 % bis 30 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen an unsere Aktionäre auszuschütten. Wir haben uns, nachdem wir im Geschäftsjahr 2018 die Sensile Medical erworben haben und damit die Verschuldung temporär auf ein Adjusted EBITDA Leverage von über 3,0x erhöht haben, bewusst dazu entschieden bei der Ausschüttung an das untere Ende unserer Bandbreite zu gehen. Wir wollen auch im Geschäftsjahr 2019 an unserer Dividendenpolitik festhalten, in Abhängigkeit vom operativen Unternehmenserfolg zwischen 20 % und 30 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen an unsere Aktionäre auszuschütten.

GESAMTAUSSAGE ZUM PROGNOSEBERICHT

Für die kommenden Geschäftsjahre ist unser Unternehmen gut gerüstet. Wir verfügen über eine gute finanzielle Basis, eine langfristige Finanzierung und eine klare Unternehmensstrategie, die auf langfristigen Megatrends basiert. Wir werden unser Unternehmen weiter globalisieren, Märkte konsolidieren und attraktive Technologien in unser Portfolio aufnehmen. Die Zielrichtung aller Aktivitäten ist die weitere Fokussierung auf die Pharma- und Healthcareindustrie sowie den Kosmetikbereich. Dabei werden neben dem organischen Wachstum, das wir aus dem operativen Cash Flow finanzieren wollen, Akquisitionen nach sorgfältiger Prüfung von Chancen und Risiken auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Wir sind sehr gut aufgestellt, um die Chancen, die sich aus einer Konsolidierung in unserer Branche ergeben könnten, konsequent anzugehen.

GESAMTKONZERN

Der Gerresheimer Konzern verfolgt eine klare und erfolgreiche Strategie, die auf nachhaltiges und profitables Wachstum ausgerichtet ist. Für das Geschäftsjahr 2019 gehen wir von folgenden Erwartungen aus, gemessen jeweils zu konstanten Wechselkursen sowie ohne Akquisitionen oder Desinvestitionen. Nachfolgend haben wir unsere Währungsannahmen für die Kernwährungen aufgeführt, die bei allen unseren nachfolgenden Prognosen unterstellt wurden. Alle unterstellten Prognosen verstehen sich in Bezug auf diese Währungen immer als währungsneutral und ohne Berücksichtigung von Akquisitionen oder Desinvestitionen.

Währung Argentinien ARS Brasilien BRL Schweiz CHF China CNY Tschechische Republik CZK Indien INR Mexiko MXN Polen PLN Vereinigte Staaten von Amerika USD
1 EUR 43,0000 4,3500 1,1400 7,9500 25,5000 85,0000 21,8500 4,2500 1,1500

Die wesentliche Währung, neben dem Euro, bleibt der US-Dollar mit einem Umsatzanteil von knapp 30 % an den Umsatzerlösen in 2019 bzw. knapp 40 % des Adjusted EBITDA. Weiterhin gilt hierbei, dass eine Stärkung oder Schwächung des US-Dollars im Verhältnis zum Euro von rund 1 Cent ca. EUR 4 Mio. Umsatzerlös- bzw. EUR 1 Mio. Adjusted EBITDA-Einfluss hat.

Prognose für das Geschäftsjahr 2019:

Auf Basis unserer aktuellen Visibilität erwarten wir für das Geschäftsjahr 2019 Umsatzerlöse in einer Bandbreite von rund EUR 1,4 Mrd. bis EUR 1,45 Mrd. gegenüber dem Vergleichswert für das Geschäftsjahr 2018 in Höhe von EUR 1.359,7 Mio.10) Entscheidend für das Erreichen des oberen Endes der Prognose wird auch die Performance unseres neuen Geschäftsbereiches Advanced Technologies sein. Für das Adjusted EBITDA rechnen wir mit einem Wert von rund EUR 295 Mio. (Bandbreite: plus/minus EUR 5 Mio.) nach einem Vergleichswert für das Adjusted EBITDA von EUR 289,1 Mio.11) im Geschäftsjahr 2018. Dies liegt insbesondere - neben niedrigen Margen aus Entwicklungsaufträgen für den neuen Geschäftsbereich Advanced Technologies - am Geschäftsbereich Plastics & Devices, welcher durch höhere Umsatzerlöse im niedrigmargigen Engineering- und Werkzeuggeschäft, aus den gewonnenen Großaufträgen sowie erhöhten Aufwendungen für Verlagerung, Mitarbeitertrainings und Hoch- sowie Anfahren der Produktion eine kurzfristige Belastung der Adjusted EBITDA-Marge der Gruppe verursacht. Zusätzlich ergibt sich im Geschäftsjahr 2019 ein sonstiger betrieblicher Ertrag in Höhe von rund EUR 90 Mio.12) aufgrund der Ausbuchung von bedingten Kaufpreisbestandteilen aus dem Erwerb der Sensile Medical. Dies resultiert aus der Mitteilung eines Kunden nach dem Abschlussstichtag, dass er ein Projekt mit der Sensile Medical nicht fortführen wird. Gegen dieses Risiko hat sich Gerresheimer durch die Vereinbarung einer bedingten Kaufpreisschuld wirtschaftlich abgesichert.

10) Basierend auf den Umsatzerlösen des Geschäftsjahres 2018 in Höhe von EUR 1.367,7 Mio. abzüglich der Umsatzerlöse für den verlorenen Inhalator-Kunden unseres Werkes in Küssnacht (Schweiz) in Höhe von rund EUR 8 Mio.
11) Basierend auf dem Adjusted EBITDA des Geschäftsjahres 2018 in Höhe von EUR 298,6 Mio. zuzüglich den Aufwendungen aus der finalen Fair Value-Bewertung der Triveni Put-Option von EUR 1,1 Mio. und den Aufwendungen aus der Netzentgeltbefreiung in Höhe von EUR 1,4 Mio. sowie gegenläufig dem Adjusted EBITDA aus den Umsatzerlösen und der nicht wiederkehrenden Entschädigung für den verlorenen Inhalator-Kunden unseres Werkes in Küssnacht (Schweiz) in Höhe von insgesamt rund EUR 12 Mio.
12) Aktuell analysieren wir etwaige Auswirkungen auf die Werthaltigkeit des Geschäftswertes bzw. der erworbenen Technologien. Unabhängig vom Ergebnis unserer Analyse werden sich hieraus keine wesentlichen Auswirkungen auf das Adjusted EBITDA ergeben.

Vorläufige Indikation für die Folgejahre in Bezug auf Umsatzerlöse und Adjusted EBITDA:

Als organisches Basiswachstum unterstellen wir für die Geschäftsjahre 2019 und 2020 zunächst mit dem Markt für die für uns relevanten Produkte zu wachsen. Durch weitere Verbesserungen im Produktmix in Richtung hochwertiger Produkte wie z. B. Spritzen für biotechnologisch hergestellte neue Medikamente, neue innovative Weiterentwicklungen wie Gx(r) Elite Glass oder auch Veredelung von Kosmetikglasverpackungen soll dieses Wachstum um einen weiteren Prozentpunkt erhöht werden. Daneben wird der neue Geschäftsbereich Advanced Technologies und hier das Geschäftsfeld Sensile Medical zu einem weiteren Anstieg der Umsatzerlöse in 2020 bis 2022 führen. In Summe gehen wir davon aus, dass wir durchschnittlich - basierend auf den Umsatzerlösen des Geschäftsjahres 2019 - zwischen 4 % und 7 % p. a. auf Konzernebene bis Ende 2022 wachsen wollen. Wir haben in 2018 einen großen Inhalatorauftrag eines bedeutenden internationalen Pharmaherstellers für Europa gewonnen. Grundlage hierfür waren unsere guten Leistungen bei der Produktion des gleichen Inhalators dieses Kunden für den nordamerikanischen Markt in unserem Werk in Peachtree City (Georgia/USA). Nach Umsatzerlösen mit Werkzeugen in 2019 und 2020 rechnen wir mit den ersten Lieferungen des Inhalators aus diesem europäischen Vertrag ab dem 4. Quartal 2020. Dabei erwarten wir in der Endausbaustufe Umsatzerlöse in der Größenordnung von bis zu EUR 30 Mio. pro Jahr aus diesem Auftrag; frühestens ab dem Geschäftsjahr 2023. Um diesen Auftrag entsprechend erfüllen zu können, werden wir in den Geschäftsjahren 2019 und 2020 in unserem tschechischen Werk in Horsovsky Tyn investieren. Des Weiteren ist es uns erstmals gelungen, Hauptlieferant bei einem der größten Heparinhersteller zu werden und im Rahmen eines Mehrjahresvertrages vorfüllbare Spritzen an diesen Kunden zu liefern.# Management's Discussion and Analysis of Financial Condition and Results of Operations

This is due to the consistent continuation of our syringe strategy and the resulting good performance, as well as the favorable cost position in our syringe business. We expect initial revenues from this agreement in fiscal year 2019, which can increase to up to EUR 20 million per year in fiscal year 2021 at full capacity. In order to generally achieve growth in Medical Devices and syringes, we plan to build a new plant for Medical Devices and possibly syringes in Eastern Europe. Furthermore, we will accelerate automation in all our plants. As a consequence of the previously described higher revenues in the low-margin engineering and tooling business, from the large orders won, as well as increased expenses for relocation, employee training, and ramp-up of production, we expect a burden on the Adjusted EBITDA margin in the Plastics & Devices division for fiscal year 2020, so that the Adjusted EBITDA margin for the Group should be around 21%. The Adjusted EBITDA margin of the Gerresheimer Group should then increase by approx. 2 percentage points in fiscal years 2021 and 2022 through the previously described measures and the large projects compared to fiscal years 2019 and 2020 to around 23%. For growth in fiscal years 2021 and 2022, additional investments in immediate capacity expansions will be required, which will lead to an investment volume that is up to 4 percentage points higher, measured as a percentage of revenues at constant exchange rates, in fiscal years 2019 and 2020 according to our indicative estimates. This will bring the investment volume to around 12% for the Group. These temporarily higher investments already include all necessary expenses for the plant to be built in Eastern Europe and for automation in all plants of the Group. From fiscal year 2021 onwards, we expect a normal investment volume of around 8% of currency-adjusted revenues at constant exchange rates for the Group again. For net working capital, we aim for a value of around 16% of revenues in all years. However, fluctuations in the order situation and customer wishes regarding safety stocks can influence this value. As a long-term target for the entire Group, we continue to aim for:

  • The Gx ROCE should be around 15%.
  • We continue to consider a ratio of net financial debt to Adjusted EBITDA of around 2.5x to be appropriate, which may temporarily be above or below this level, as M&A activities cannot be precisely planned.

CONSOLIDATED FINANCIAL STATEMENTS

Consolidated Statement of Profit or Loss for the Fiscal Year from December 1, 2017 to November 30, 2018

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Anhang 2018 2017
Revenues (8) 1,367,730 1,348,255
Cost of sales (9) -967,599 -934,415
Gross profit from sales 400,131 413,840
Selling and administrative expenses (10) -259,405 -255,569
Other operating income (11) 29,996 33,640
Restructuring expenses (12) -11,274 -2,558
Other operating expenses (13) -20,023 -8,650
Income from equity-accounted companies (20) 34 93
Operating income 139,459 180,796
Interest income (14) 2,437 4,362
Interest expense (14) -29,746 -34,995
Other financial result (14) -4,953 -4,675
Financial result -32,262 -35,308
Consolidated profit before taxes 107,197 145,488
Income taxes (15) 23,931 -42,436
Consolidated profit 131,128 103,052
Shares of equity holders of the parent company 128,965 100,887
Shares of non-controlling interests 2,163 2,165
Earnings per share (basic and diluted) (in EUR) (16) 4.11 3.21

The notes to the financial statements (1) to (40) are an integral part of the consolidated financial statements.

CONSOLIDATED STATEMENT OF COMPREHENSIVE INCOME for the Fiscal Year from December 1, 2017 to November 30, 2018

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Anhang 2018 2017
Consolidated profit 131,128 103,052
Other comprehensive income
Remeasurements of defined benefit pension plans (28) 5,362 4,990
Income taxes -1,050 -1,458
Other income, not to be reclassified to profit or loss 4,312 3,532
Other income from financial assets available for sale -1 51
Income taxes - -15
Other income from financial instruments -1 36
Change in the revaluation reserve for currency translation of foreign subsidiaries 3,557 -45,449
Other income from currency translation 3,557 -45,449
Other income, which may be reclassified to profit or loss under certain conditions 3,556 -45,413
Other income 7,868 -41,881
Total comprehensive income 138,996 61,171
Shares of equity holders of the parent company 137,158 59,876
Shares of non-controlling interests 1,838 1,295

The notes to the financial statements (1) to (40) are an integral part of the consolidated financial statements.

Consolidated Balance Sheet as of November 30, 2018

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Anhang 30.11.2018 30.11.2017
ASSETS
Intangible assets (18) 1,505,679 1,101,229
Property, plant and equipment (19) 620,728 602,577
Investment property (19) 4,611 5,732
Investments in equity-accounted companies (20) 297 252
Income tax receivables 1,692 1,394
Other financial assets (21) 3,683 5,077
Other receivables (22) 2,871 1,594
Deferred tax assets (23) 19,495 11,030
2,159,056 1,728,885
Inventories (24) 171,490 148,362
Trade receivables (25) 273,531 242,684
Income tax receivables 5,462 2,522
Other financial assets (21) 18,025 17,020
Other receivables (22) 21,825 17,588
Cash and cash equivalents (26) 80,570 287,036
Assets held for sale and disposal groups (19) 955 -
571,858 715,212
Total assets 2,730,914 2,444,097
LIABILITIES AND EQUITY
Share capital (27) 31,400 31,400
Share premium 513,827 513,827
IAS 39 reserve (6) -6 -5
Currency translation reserve (27) -67,139 -71,021
Retained earnings (27) 394,578 278,862
Equity attributable to owners of the parent company 872,660 753,063
Non-controlling interests (27) 17,473 36,462
890,133 789,525
Deferred tax liabilities (23) 167,862 143,539
Provisions for pensions and similar obligations (28) 141,583 145,104
Other provisions (30) 10,945 10,190
Trade payables (31) 120 -
Other financial liabilities (31) 751,417 681,304
Other liabilities (32) 503 1,092
1,072,430 981,229
Provisions for pensions and similar obligations (28) 13,943 13,580
Other provisions (30) 44,951 35,214
Trade payables (31) 207,282 176,303
Other financial liabilities (31) 389,683 337,667
Income tax liabilities 4,873 9,387
Other liabilities (32) 107,619 101,192
768,351 673,343
Total liabilities 1,840,781 1,654,572
Total liabilities and equity 2,730,914 2,444,097

The notes to the financial statements (1) to (40) are an integral part of the consolidated financial statements.

CONSOLIDATED STATEMENT OF CHANGES IN EQUITY for the Fiscal Year from December 1, 2017 to November 30, 2018

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Share capital Share premium IAS 39-Rücklage Currency translation reserve Retained earnings Equity attributable to owners of the parent company Non-controlling interests Total Equity
As of December 30 / December 1, 2016 31,400 513,827 -41 -26,442 207,413 726,157 37,138 763,295
Consolidated profit - - - - 100,887 100,887 2,165 103,052
Other comprehensive income - - 36 -44,579 3,532 -41,011 -870 -41,881
Total comprehensive income - - 36 -44,579 104,419 59,876 1,295 61,171
Dividends - - - - -32,970 -32,970 -1,971 -34,941
As of December 30 / December 1, 2017 31,400 513,827 -5 -71,021 278,862 753,063 36,462 789,525
Consolidated profit - - - - 128,965 128,965 2,163 131,128
Other comprehensive income - - -1 3,882 4,312 8,193 -325 7,868
Total comprehensive income - - -1 3,882 133,277 137,158 1,838 138,996
Acquisition of a subsidiary with non-controlling interests - - - - - - 357 357
Acquisition of non-controlling interests without change in control - - - - - - -19,438 -2,459
Dividends - - - - -34,540 -34,540 -1,746 -36,286
As of November 30, 2018 31,400 513,827 -6 -67,139 394,578 872,660 17,473 890,133

The notes to the financial statements (1) to (40) are an integral part of the consolidated financial statements.

CONSOLIDATED CASH FLOW STATEMENT for the Fiscal Year from December 1, 2017 to November 30, 2018

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Anhang 2018 2017
Consolidated profit 131,128 103,052
Income taxes (15) -23,931 42,436
Amortization of intangible assets (18) 44,797 35,952
Depreciation/impairment losses on property, plant and equipment (19) 92,264 88,899
Income from equity-accounted companies and other investment result (20) -200 -93
Change in other provisions 8,123 -15,965
Change in provisions for pensions and similar obligations -11,485 -8,892
Gain (-)/Loss (+) from disposal of long-term assets/liabilities 272 -1,435
Financial result (14) 32,262 35,308
Interest paid -29,929 -25,673
Interest received 983 1,682
Income taxes paid -40,620 -52,235
Income taxes received 3,652 2,551
Change in inventories -23,575 3,519
Change in trade receivables and other assets -27,488 -24,315
Change in trade payables and other liabilities 19,362 9,468
Other non-cash expenses/income -2,143 24,904
Cash flow from operating activities 173,472 219,163
Proceeds from disposal of long-term assets 279 3,094
Payments for
--- --- ---
in Sachanlagen -109.501 -96.864
in Finanzanlagen -162 -
Einzahlungen aus Desinvestitionen abzüglich abgegebener Zahlungsmittel (7) - 1.356
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich erworbener Zahlungsmittel (7) -172.489 -
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -286.936 -112.069
Erwerb nicht beherrschender Anteile (7) -15.631 -
Ausschüttungen an Dritte -36.317 -34.889
Ausschüttungen von Dritten 166 168
Aufnahme von Finanzkrediten 390.270 288.049
Rückzahlung von Finanzkrediten -433.213 -192.196
Auszahlungen für Finanzierungsleasing -682 -597
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -95.407 60.535
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes -208.871 167.629
Wechselkursbedingte Änderung des Finanzmittelbestandes -788 -3.776
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 271.595 107.742
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 61.936 271.595
Zusammensetzung des Finanzmittelbestandes
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (26) 80.570 287.036
Kontokorrentverbindlichkeiten -18.634 -15.440
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 61.936 271.596

Die Anhangangaben (1) bis (40) sind ein integraler Bestandteil des Konzern-Abschlusses.

Konzern-Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2017 bis 30. November 2018 der Gerresheimer AG

(1) Allgemeine Angaben

Der Gerresheimer Konzern ist ein weltweit führender Hersteller hochwertiger Spezialprodukte aus Glas und Kunststoff für die internationale Pharma- und Healthcareindustrie. Auf der Basis eigener Entwicklungen und modernster Produktionstechnologien bietet Gerresheimer zum einen pharmazeutische Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systeme an, zum anderen Diagnostiksysteme und Verpackungen für die Kosmetikindustrie.

Der Konzern-Abschluss zum 30. November 2018 ist nach den am Abschlussstichtag gültigen Vorschriften der von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den zusätzlich nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt.

Die Gerresheimer AG hat ihren Sitz in der Klaus-Bungert-Straße 4 in 40468 Düsseldorf. Sie ist in das Handelsregister beim Amtsgericht Düsseldorf (HRB 56040) eingetragen. Die Aktien der Gerresheimer AG werden im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) unter dem Börsenkürzel GXI bzw. unter der ISIN DE000A0LD6E6 geführt. Seit dem 22. Dezember 2008 ist die Gerresheimer Aktie im MDAX enthalten.

Die angewandten Rechnungslegungsmethoden entsprechen mit Ausnahme der folgenden erstmals anzuwendenden überarbeiteten Standards jenen des Vorjahres.

  • ― Änderungen zu IAS 7: Angabeninitiative
  • ― Änderungen an IAS 12: Ansatz latenter Steueransprüche für nicht realisierte Verluste
  • ― Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2014 - 2016: Die Änderungen an IFRS 12 sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen

Die erstmals zu beachtenden Vorschriften haben sich auf den Konzern-Abschluss nur unwesentlich ausgewirkt.

Das IASB hat darüber hinaus nachfolgend aufgelistete neue oder geänderte Standards und Interpretationen veröffentlicht, die von der Europäischen Kommission in EU-Recht überführt worden sind. Die Vorschriften waren im Geschäftsjahr noch nicht verpflichtend anzuwenden und sind nicht vorzeitig angewendet worden:

  • ― IFRS 9, Finanzinstrumente, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2018
  • ― IFRS 15, Erlöse aus Verträgen mit Kunden, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2018
  • ― Klarstellungen zum IFRS 15, Erlöse aus Verträgen mit Kunden, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2018
  • ― IFRS 16, Leasingverhältnisse, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2019
  • ― Änderungen an IFRS 2, Einstufung und Bewertung anteilsbasierter Vergütungen, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2018
  • ― Änderungen an IFRS 4: Anwendung von IFRS 9 Finanzinstrumente gemeinsam mit IFRS 4 Versicherungsverträge, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2018
  • ― Änderungen an IFRS 9: Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2019
  • ― Änderungen an IAS 40: Übertragungen in den und aus dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2018
  • ― IFRIC 22: Fremdwährungstransaktionen und im Voraus erbrachte oder erhaltene Gegenleistungen, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2018
  • ― IFRIC 23: Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2019
  • ― Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2014 - 2016: Die Änderungen an IFRS 1 und IAS 28 sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen

Der neue Standard IFRS 9 "Finanzinstrumente", der den bisherigen Standard IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" ersetzt, führt ein neues Klassifizierungsmodell und neue Vorschriften für die Bewertung sowie ein neues Wertminderungsmodell für finanzielle Vermögenswerte ein. Weiterhin wurden die Vorschriften zur Bilanzierung von allgemeinen Sicherungsbeziehungen überarbeitet. Die vormaligen Vorschriften für finanzielle Verbindlichkeiten wurden hingegen weitgehend unverändert in IFRS 9 übernommen. IFRS 9 ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Gerresheimer wird die Bestimmungen erstmals für das Geschäftsjahr 2019 anwenden. Auf die Anpassungen von Vorjahreszahlen wird gemäß den bestehenden Übergangsvorschriften des IFRS 9 verzichtet.

IFRS 9 enthält einen neuen Einstufungs- und Bewertungsansatz für finanzielle Vermögenswerte, welcher das Geschäftsmodell, in dessen Rahmen die Vermögenswerte gehalten werden, sowie die Eigenschaften ihrer vertraglichen Zahlungsströme widerspiegelt. In Abhängigkeit von der Ausprägung dieser Bedingungen ergeben sich die folgenden Bewertungsmodelle für finanzielle Vermögenswerte: zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet (FVTPL) sowie zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet (FVOCI). Der Standard eliminiert die bestehenden Kategorien des IAS 39: bis zur Endfälligkeit zu halten, Kredite und Forderungen sowie zur Veräußerung verfügbar.

Bisher wurden nicht konsolidierte Beteiligungen zu Anschaffungskosten bewertet. Nach IFRS 9 ist zukünftig zwingend eine Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erforderlich. Der Buchwert dieser Beteiligungen beläuft sich zum 30. November 2018 auf T EUR 400. Aufgrund der geringen Bedeutung dieser Beteiligungen erwartet Gerresheimer nur vernachlässigbare Auswirkungen aus dem Übergang auf IFRS 9.

Das neue Wertminderungsmodell in IFRS 9 ersetzt das bisherige Modell der "eingetretenen Verluste" des IAS 39 durch ein zukunftsorientiertes Modell der "erwarteten Kreditausfälle". Nach IFRS 9 werden Wertberichtigungen entweder auf der Basis zu erwartender Kreditausfälle innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag oder über die Gesamtlaufzeit des Vermögenswertes vorgenommen. Die Bewertung finanzieller Vermögenswerte über die Gesamtlaufzeit des Vermögenswertes ist anzuwenden, wenn das Kreditrisiko des zugrundeliegenden Vermögenswertes am Abschlussstichtag gegenüber dem erstmaligen Ansatz signifikant gestiegen ist. Dies erfordert erhebliche Ermessensentscheidungen bezüglich der Frage, inwieweit die erwarteten Kreditausfälle durch Veränderungen bei den wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst werden. Das neue Wertminderungsmodell ist auf finanzielle Vermögenswerte anzuwenden, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden - mit Ausnahme von als Finanzanlagen gehaltenen Dividendenpapieren - sowie auf Vertragsvermögenswerte. Ausnahmeregelungen bestehen u. a. für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte nach IFRS 1 5. Enthalten diese Posten keine wesentliche Finanzierungskomponente, müssen sämtliche erwarteten Verluste bereits beim Zugang Berücksichtigung finden. Sofern diese Posten eine wesentliche Finanzierungskomponente enthalten, besteht hinsichtlich der Erfassung sämtlicher erwarteter Verluste ein Wahlrecht.

Gerresheimer hält Fremdkapitalinstrumente nahezu ausschließlich in Form von kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Übergang auf das Modell der "erwarteten Kreditausfälle" wirkt sich hier unter anderem wegen des Abschlusses von Kreditversicherungen nur unwesentlich aus.

Die überarbeiteten Vorschriften zur Bilanzierung von Sicherungsgeschäften beinhalten weiterhin die drei Arten von Hedge Accounting, die auch im IAS 39 verfügbar sind. Die wesentlichen Änderungen betreffen den erweiterten Umfang infrage kommender Grund- und Sicherungsgeschäfte sowie neue Vorschriften zur Effektivität von Sicherungsbeziehungen, insbesondere den Wegfall der durch IAS 39 geforderten Effektivitätsgrenze von 80 % bis 125 %. Gerresheimer erwartet, dass sämtliche bestehenden Hedge Accounting-Beziehungen auch die Voraussetzungen zum Hedge Accounting nach IFRS 9 erfüllen.

Die Prüfung der Auswirkungen des IFRS 9 auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist weitgehend abgeschlossen, jedoch werden auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse die Auswirkungen der Erstanwendung in Bezug auf die Zuordnung zu Bewertungskategorien und die damit verbundenen Ergebniseffekte als nicht wesentlich eingeschätzt.

IFRS 9 verlangt im Bereich der Klassifizierung und Bewertung eine retrospektive Anwendung, während die überarbeiteten Vorschriften für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften grundsätzlich prospektiv anzuwenden sind. Gerresheimer wird von der Ausnahme Gebrauch machen, Vergleichsinformationen der Vorjahreszahlen hinsichtlich der Klassifizierung und Bewertung nicht anzupassen. Umstellungseffekte aus der Anwendung des IFRS 9 zum 1. Dezember 2018 werden kumulativ im Eigenkapital erfasst und die Vergleichsperiode wird in Einklang mit bisherigen Regelungen dargestellt.# Der neue Standard IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden"

Der neue Standard IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" fasst die bisherigen Regelungen zur Umsatzrealisierung zusammen und überführt diese in ein einheitliches Modell der Umsatzrealisierung. Bei den ersetzten Standards handelt es sich insbesondere um die Standards IAS 18 "Erlöse", IAS 11 "Fertigungsaufträge" und verschiedene erlösbezogene Interpretationen. IFRS 15 legt einheitliche Grundprinzipien fest, die branchenübergreifend auf Verträge mit Kunden anzuwenden sind. Zu den wesentlichen Ausnahmen gehören Leasingverhältnisse, Finanzinstrumente und Versicherungsverträge. Die Umsatzrealisierung sowohl der Höhe nach als auch bezüglich der Frage, ob Umsatzerlöse zeitpunkt- oder zeitraumbezogen zu realisieren sind, richtet sich künftig nach dem in IFRS 15 enthaltenen "Fünf-Stufen-Modell". Nach IFRS 15 sind diejenigen Beträge als Umsatzerlöse zu erfassen, die ein Unternehmen als Gegenleistung für die Übertragung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen an einen Kunden zu erwarten hat. Erlöse werden erfasst, wenn das Unternehmen die Verfügungsgewalt über Waren oder Dienstleistungen entweder über einen Zeitraum oder zu einem Zeitpunkt an einen Kunden überträgt. Ferner enthält der Standard zahlreiche weitere Detailregelungen sowie eine Ausweitung der Anhangangaben. Die Erstanwendung hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen, jedoch werden verschiedene Vereinfachungsoptionen gewährt.

Gerresheimer hat in einem Implementierungsprojekt die Geschäftsmodelle aller Geschäftsbereiche einer Analyse hinsichtlich des neuen Regelwerkes unterzogen. Als Ergebnis der einzelfallbezogenen Prüfung wesentlicher Verträge hat Gerresheimer Richtlinien zur Sicherstellung standardisierter Prozesse implementiert. Bei Umsätzen aus dem Verkauf von Produkten werden keine wesentlichen Umstellungseffekte erwartet. Hier erfolgt die Erfassung der Umsatzerlöse derzeit und zukünftig im Wesentlichen auf der Basis internationaler Handelsklauseln (sog. Incoterms). Diese regeln den Zeitpunkt, zu dem die Verfügungsmacht über Güter sowie die zugehörigen Risiken und Chancen, die mit der Eigentumsübertragung verbunden sind, auf den Kunden übergehen. Umsatzerlöse werden zu diesem Zeitpunkt erfasst, sofern die Umsatzerlöse und Kosten verlässlich bewertet werden können, der Erhalt des Entgelts wahrscheinlich ist und kein weiter bestehendes Verfügungsrecht über die Güter besteht und es unwahrscheinlich ist, dass erfasste Umsatzerlöse storniert werden müssen.

Im Zusammenhang mit Konsignationslagerverträgen, bei denen die Waren und Produkte bis zur Entnahme durch den Kunden im Eigentum des Gerresheimer Konzerns verbleiben, werden derzeit die Umsatzerlöse erfasst, wenn der Kunde die Waren und Produkte aus dem Konsignationslager entnimmt. Bei einigen der getroffenen Vereinbarungen erlangen die jeweiligen Kunden die Beherrschung bereits bei Einlieferung der Waren und Produkte in das Lager. Weiterhin bestehen mit verschiedenen Kunden Vereinbarungen bezüglich der im Produktionsprozess eingesetzten Formen, bei denen der Kunde Beherrschung mit Abnahme der entsprechenden Form erlangt. Diese beiden Sachverhalte führen zu einer früheren Umsatzrealisierung im Vergleich zur bisherigen Vorgehensweise. Die Anwendung des IFRS 15 auf die Konsignationslagerverträge und Formen wird unter Berücksichtigung der auf den Gewinn entfallenden Steuern zu einer Erhöhung der Gewinnrücklagen um ca. EUR 0,6 Mio. führen. Die Auswirkungen dieser Änderung auf andere Posten im Konzern-Abschluss bestehen in einem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vertragsvermögenswerte) von ca. EUR 1,5 Mio. und in einer Abnahme der Vorräte um ca. EUR 0,7 Mio.

Ein weiterer Teil der Umsatzerlöse des Gerresheimer Konzerns entfällt auf kundenspezifische Fertigungsaufträge, die derzeit nach der Percentage of Completion-Methode bilanziert werden. Im Rahmen der Implementierung der Neuregelungen des IFRS 15 wurde insbesondere geprüft, ob diese Aufträge auch weiterhin dem Leistungsfortschritt entsprechend bilanziert werden können und somit den neuen Kriterien für die zeitraumbezogene Bilanzierung entsprechen. Eine Vertragsanalyse konnte belegen, dass der Nachweis eines zeitraumbezogenen Kontrollübergangs für die Fertigungsaufträge im Gerresheimer Konzern möglich ist. Die Notwendigkeit einer Umstellung auf eine zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung konnte - aufgrund der hochgradig kundenspezifischen Anlagen, die Gerresheimer keine alternative Nutzungsmöglichkeit eröffnen, sowie der vertraglichen Gestaltungen, die Gerresheimer einen Rechtsanspruch auf Vergütung der erbrachten Leistungen inklusive einer Marge für bereits erbrachte Leistungen zusichern - nicht identifiziert werden.

Darüber hinaus können sich Änderungen bei der Behandlung von Vertragsanbahnungskosten ergeben. So sind Kosten für Vertriebsprovisionen künftig nicht mehr in der Berechnung des Fertigstellungsgrades eines Auftrages zu berücksichtigen, sondern bei Vertragsabschluss zu aktivieren und gemäß der Übertragung von Gütern und Dienstleistungen auf den Kunden erfolgswirksam zu erfassen. Des Weiteren sind Auswirkungen aus einer geänderten Darstellung in der Konzern-Bilanz, beispielsweise durch die Erfassung von Vermögenswerten und Vertragsverbindlichkeiten, sowie aus der Ausweitung qualitativer und quantitativer Anhangangaben zu erwarten.

Das Management geht nicht davon aus, dass die Anwendung von IFRS 15 wesentliche Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben wird. IFRS 15 ist für Geschäftsjahre anzuwenden, welche am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, d. h. Gerresheimer wird den Standard ab 1. Dezember 2018, also zu Beginn des Geschäftsjahres 2019, anwenden. Gerresheimer hat sich für die modifiziert retrospektive Erstanwendung der Regelungen des IFRS 15 entschieden, d. h. die Berichtsperiode wird nach IFRS 15, die Vorjahresvergleichsperiode hingegen nach IAS 11 bzw. IAS 18 dargestellt. Die kumulierten Effekte aus der erstmaligen Anwendung des neuen Standards auf die zum 1. Dezember 2018 noch nicht vollständig erfüllten Verträge werden in den Gewinnrücklagen oder anderen Eigenkapitalposten zum 1. Dezember 2018 erfasst.

Der neue Standard zur Leasingbilanzierung IFRS 16 "Leasingverhältnisse"

Der neue Standard zur Leasingbilanzierung IFRS 16 "Leasingverhältnisse" wird den bisherigen Standard IAS 17 und verschiedene Interpretationen ersetzen. Dieser führt ein einheitliches Modell zur Identifizierung von Leasingvereinbarungen und zur Bilanzierung beim Leasingnehmer ein. Für Leasingnehmer entfällt zukünftig die Unterscheidung in Operating-Leasingverträge und Finanzierungs-Leasingverträge. Stattdessen bilanziert der Leasingnehmer für alle Leasingverhältnisse künftig das Nutzungsrecht (right-of-use asset) an einem Leasinggegenstand sowie eine korrespondierende Leasingverbindlichkeit. Ausnahmen hiervon bestehen lediglich für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von nicht mehr als zwölf Monaten sowie für Leasingvereinbarungen über geringwertige Vermögenswerte. Darüber hinaus wird sich die Art der Aufwendungen, die mit diesen Leasingverhältnissen verbunden sind, ändern, da durch IFRS 16 an die Stelle der aufwandswirksam erfassten Nutzungsentgelte für Operating-Leasingverträge Abschreibungen für Nutzungsrechte und Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten treten werden.

Bisher haben die Gesellschaften des Gerresheimer Konzerns als Leasingnehmer im Wesentlichen Operating-Leasingverträge abgeschlossen. Gerresheimer hat die Beurteilung der möglichen Auswirkungen der Neuregelungen auf seinen Konzern-Abschluss im Rahmen eines Projektes zur Implementierung von IFRS 16 im aktuellen Geschäftsjahr fortgesetzt. Eine wesentliche Auswirkung auf den Gerresheimer Konzern wird die Erfassung neuer Vermögenswerte und Schulden für seine Operating-Leasingverträge haben. Hierdurch wird sich die Bilanzsumme erhöhen, was zu einer entsprechenden Verminderung der Eigenkapitalquote führt. Weiterhin vermindern sich die bislang unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen ausgewiesenen Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasingverträgen. Darüber hinaus werden im Hinblick auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung anstatt der Aufwendungen für Operating-Leasingverträge Abschreibungen für Nutzungsrechte und Zinsaufwendungen für Schulden aus dem Leasingverhältnis ausgewiesen. Hierdurch wird sich das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit erhöhen. In der Kapitalflussrechnung wird sich aufgrund der Anwendung von IFRS 16 der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit tendenziell verbessern, da der Tilgungsanteil der Leasingzahlungen als Bestandteil des Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit zu zeigen ist.

Die quantitativen Auswirkungen des IFRS 16 sind von der gewählten Übergangsmethode, dem Umfang, in dem Gerresheimer die praktischen Vereinfachungsregelungen und Ausnahmeregelungen für die Erfassung anwendet sowie den zusätzlich bis zur Erstanwendung eingegangenen Leasingverhältnissen abhängig. Bei Verpflichtungen aus Miet- und Operating-Leasingverträgen von EUR 37,9 Mio. und einer Bilanzsumme von EUR 2.730,9 Mio. zum 30. November 2018 würde sich die Bilanzsumme um 1,4 % erhöhen, sofern keinerlei Vereinfachungsregelungen und Ausnahmeregelungen angewendet würden. Bei Finanzierungs-Leasingverträgen mit Gerresheimer als Leasingnehmer werden bereits heute Vermögenswerte und Verbindlichkeiten bilanziert. In diesen Fällen wird die Anwendung von IFRS 16 keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern-Abschluss haben.

IFRS 16 ist für Geschäftsjahre anzuwenden, welche am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen, d. h. Gerresheimer wird den Standard ab 1. Dezember 2019, also zu Beginn des Geschäftsjahres 2020, anwenden. Gerresheimer hat noch nicht entschieden, ob Ausnahmeregelungen in Anspruch genommen werden. Gerresheimer hat sich für die modifiziert retrospektive Erstanwendung der Regelungen des IFRS 16 entschieden, d. h. die Berichtsperiode wird nach IFRS 16 und die Vorjahresvergleichsperiode nach IAS 17 dargestellt.# Anhang

Die Prüfung der Auswirkungen des IFRS 16 auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist derzeit noch nicht abgeschlossen, sodass auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse eine verlässliche Schätzung zur Höhe des finanziellen Effektes noch nicht abgegeben werden kann. Für Informationen zu den derzeitig ausgewiesenen Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing und aus Miet- und Operating-Leasingverträgen verweisen wir auf Angabe (33). Im Interesse der Klarheit und Aussagefähigkeit des Konzern-Abschlusses werden in der Konzern-Bilanz und in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst und im Konzern-Anhang gesondert dargestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt. Der Konzern-Abschluss ist in Euro, der funktionalen Währung des Mutterunternehmens, aufgestellt. Sowohl Einzel- als auch Summenwerte stellen den Wert mit der kleinsten Rundungsdifferenz dar. Bei Additionen der dargestellten Einzelwerte können deshalb geringfügige Differenzen zu den ausgewiesenen Summen auftreten. Der Konzern-Abschluss der Gerresheimer AG wird im Bundesanzeiger in deutscher Sprache und im Internet unter der Adresse www.gerresheimer.com veröffentlicht.

(2) Konsolidierungskreis

a) Veränderungen des Konsolidierungskreises und der nicht beherrschenden Anteile im Geschäftsjahr 2018

i) Ausübung der Call-Option Triveni Polymers Private Ltd.

Am 9. April 2018 hat Gerresheimer die seit dem Erwerb der Triveni Polymers Private Ltd. (Neu-Delhi/Indien) am 20. Dezember 2012 bestehende Kaufoption (Call-Option) auf den Erwerb der von Dritten gehaltenen Anteile von 25 % an dieser Gesellschaft ausgeübt. Mit den Verkäufern wurde im Rahmen des damaligen Erwerbs ebenfalls eine Verkaufsoption (Put-Option) vereinbart, die es den Verkäufern ermöglicht, dieselben Anteile Gerresheimer anzudienen. Aufgrund der Ausübung der Call-Option durch Gerresheimer ist die Put-Option nunmehr verfallen. Insofern haben wir die bis dahin bilanzierten Verbindlichkeiten für die Put-Option ausgebucht. Durch die Ausübung der Call-Option sind Gerresheimer die Rückflüsse aus den erworbenen Anteilen bereits ab dem 1. April 2018 zuzurechnen. Die Transaktion hat keine weiteren Auswirkungen auf Vermögenswerte, Schulden und Eigenkapital, da diese bereits in voller Höhe in der Konzern-Bilanz ausgewiesen waren. Die Zahlung des Kaufpreises für die verbleibenden Anteile ist im 4. Quartal 2018 erfolgt.

ii) Akquisition der Sensile Medical AG

Am 11. Juli 2018 hat Gerresheimer einen Kaufvertrag über den Erwerb von rund 99,89 % der Kapitalanteile und Stimmrechte an der Sensile Medical AG (Olten/Schweiz) (im Folgenden Sensile Medical genannt) unterzeichnet. Der Vollzug des Anteilserwerbs erfolgte mit Wirkung zum 30. Juni 2018. Von diesem Zeitpunkt an bezieht Gerresheimer die Gesellschaft als Tochterunternehmen in den Konzern-Abschluss ein. Sensile Medical ist ein führendes Unternehmen im Bereich der Mikropumpentechnologie kombiniert mit Elektronik und Vernetzung von Drug-Delivery-Devices für den medizinischen Einsatz. Durch die Akquisition erweitert Gerresheimer sein Geschäftsmodell in Richtung Original Equipment Manufacturer (OEM) für Drug-Delivery-Plattformen mit digitalen und elektronischen Fähigkeiten für Pharma- und Biopharmakunden. Sensile Medical ist - im Gegensatz zum Contractual Manufacturing Modell des Geschäftsfeldes Medical Systems - in einer früheren Phase der Medikamenten- und Therapieentwicklung bei den Pharmaunternehmen involviert. So bringt das Pharmaunternehmen Sanofi in einer bereits fortgeschrittenen Kooperation seine langjährigen Erfahrungen mit Insulin und Lösungen zur Behandlung von Diabetes ein. An diesem Gemeinschaftsprojekt beteiligt sich auch Verily, ein Unternehmen der Alphabet-Gruppe, mit seiner Kompetenz in Sachen Integration von Mikrotechnologie und digitaler Gesundheitstechnologie. Sensile Medical besitzt eine große Anzahl von Patenten und wird von den kooperierenden Pharmaunternehmen bei der Erreichung definierter Meilensteine in der Entwicklungsphase sowie über Lizenzzahlungen nach der Produkteinführung vergütet. Zusätzliche Umsatzerlöse erzielt Sensile Medical durch den Verkauf der Devices, wobei die Herstellung der Produkte sowohl durch konzernfremde Unternehmen als auch durch unser Geschäftsfeld Medical Systems erfolgen kann. Sensile Medical weist hierdurch nur geringe Investitionen sowie ein geringes Net Working Capital auf.

Die für den Unternehmenserwerb zu übertragende diskontierte Gegenleistung nach den im 4. Quartal 2018 erfolgten Net Working Capital- und Net Debt-Anpassungen beläuft sich auf insgesamt T EUR 334.550 und setzt sich wie folgt zusammen:

scroll in T EUR
Zahlungsmittel 160.601
Fixer Kaufpreisteilbetrag 24.769
Bedingte Kaufpreisteilbeträge 148.229
Sonstige eingegangene Schulden 951
Kaufpreis 334.550

Gerresheimer ist aufgrund der Vereinbarung über die bedingten Kaufpreisbestandteile in Abhängigkeit von dem Erreichen vertraglich definierter Meilensteine zu weiteren Kaufpreiszahlungen bis zu einem nicht diskontierten Betrag von T EUR 149.840 an die ehemaligen Anteilseigner der Sensile Medical verpflichtet. Von diesem Gesamtbetrag werden Teilbeträge in Höhe von T EUR 56.190 am 1. Juni 2019, T EUR 18.730 am 1. Juli 2019, T EUR 37.460 am 31. Januar 2020 sowie T EUR 37.460 nicht vor dem 1. Dezember 2020 zur Zahlung fällig. In diesem Zusammenhang wurde ein Betrag von T EUR 148.229 als bedingte Gegenleistung berücksichtigt, was dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt entspricht; die langfristigen Kaufpreisteilbeträge wurden entsprechend ihren Fälligkeiten diskontiert. Zum 30. November 2018 beläuft sich der diskontierte beizulegende Zeitwert der bedingten Kaufpreisteilbeträge auf T EUR 148.531. Basierend auf den aktuellen Erkenntnissen gehen wir von der vollständigen Erfüllung der vertraglich vereinbarten Meilensteine aus. Die Zahlung des ersten Kaufpreisteilbetrages in Höhe von T EUR 160.601 erfolgte am 17. Juli 2018. Darüber hinaus wurden bestehende Darlehensverbindlichkeiten der Sensile Medical gegenüber einer Bank sowie bestimmten Gesellschaftern in Höhe von insgesamt T EUR 12.692 zurückgezahlt und durch konzerninterne Darlehen abgelöst. Der fixe Kaufpreisteilbetrag nach Net Working Capital- und Net Debt-Anpassungen in Höhe von T EUR 24.769 wurde am 17. Dezember 2018 durch Zahlung beglichen. Die Anschaffungsnebenkosten belaufen sich per 30. November 2018 auf T EUR 1.628 und wurden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Die Akquisition wurde nach der Erwerbsmethode durch Ansatz der erworbenen identifizierten Vermögenswerte und Schulden mit ihren beizulegenden Zeitwerten bilanziert. Die nicht beherrschenden Anteile sind zum beizulegenden Zeitwert der Anteile an der Sensile Medical bewertet (Full-Goodwill-Methode). Die Akquisition von Sensile Medical hat sich auf die Konzern-Bilanz der Gerresheimer AG zum Erwerbszeitpunkt am 30. Juni 2018 wie folgt ausgewirkt:

AKTIVA

scroll in T EUR 30.06.2018
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 425.320
Davon: Geschäftswert 1) 5.014
Davon: Technologien 394.910
Davon: Markenrechte 3.521
Davon: Entwicklungskosten 21.875
Sachanlagen 689
Sonstige Forderungen 19
Aktive latente Steuern 7.539
433.567
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.465
Sonstige Forderungen 249
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 804
10.518
Summe 444.085

PASSIVA

scroll in T EUR 30.06.2018
Nicht beherrschende Anteile 357
Langfristige Schulden
Passive latente Steuern 75.944
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 9.520
85.464
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 733
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.083
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 11.798
Ertragsteuerverbindlichkeiten 65
Sonstige Verbindlichkeiten 9.035
23.714
109.535
Kaufpreis 334.550
Summe 444.085

1) Der Geschäftswert wurde im 4. Quartal 2018 aufgrund der bestehenden vertraglichen Vereinbarung zu den Net Working Capital- und Net Debt-Anpassungen angepasst. Der Erwerb hat zum Ansatz eines Geschäftswertes von T EUR 5.014 geführt, der sich insbesondere durch erwartete Ergebnispotenziale aus dem Erwerb und der damit verbundenen Ausweitung des Produktportfolios sowie den bestehenden Arbeitskräften der Gesellschaft begründet. Aufgrund des Erwerbs im Wege eines Anteilskaufes ergibt sich kein steuerlich abzugsfähiger Geschäftswert. Im Zuge der Kaufpreisallokation wurden Fair Value-Anpassungen in Höhe von T EUR 398.431 bei immateriellen Vermögenswerten vorgenommen. Diese entfallen auf Markenrechte in Höhe von T EUR 3.521 mit einer Nutzungsdauer von zehn Jahren sowie auf Technologien in Höhe von T EUR 394.910 mit einer Nutzungsdauer von 16 Jahren. Die hieraus entstehenden Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen werden bei der Ermittlung des bereinigten Ergebnisses je Aktie nicht berücksichtigt. Weiterhin wurden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von T EUR 9.520 passiviert. Des Weiteren wurden aktive latente Steuern in Höhe von T EUR 7.539 für steuerliche Verlustvorträge und temporäre Differenzen bei Pensionsrückstellungen und passive latente Steuern in Höhe von T EUR 75.944 als Ergebnis der Neubewertung gebildet. Der Nennbetrag der erworbenen Forderungen entspricht dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt, wobei die erworbenen Forderungen vollständig als einbringlich erachtet werden. Im Übrigen entsprechen die Werte der zugegangenen Vermögenswerte und Schulden den Buchwerten bei Erwerb.

In den ersten fünf Monaten der Konzernzugehörigkeit hat Sensile Medical Umsatzerlöse von T EUR 12.860, ein Adjusted EBITDA von T EUR 2.955 sowie ein Ergebnis nach Steuern von T EUR -7.084 erzielt. Die Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen betragen in dem Zeitraum der Konzernzugehörigkeit T EUR 10.431. Gegenläufig wurde hierauf ein latenter Steuerertrag von T EUR 2.220 erfasst.# Wäre Sensile Medical bereits zu Beginn des Geschäftsjahres 2018 in den Konzern-Abschluss einbezogen worden, hätte die Gesellschaft zu den Konzernumsatzerlösen T EUR 27.944, zum Adjusted EBITDA T EUR 2.779 und zum Konzernergebnis T EUR -20.348 beigetragen. Das Konzernergebnis wäre im Wesentlichen durch die Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen in Höhe von T EUR 25.034 sowie hierauf gegenläufige latente Steuererträge von T EUR 5.327 belastet gewesen. Die Werte vor der Konzernzugehörigkeit beziehen sich auf die nach lokalen Rechnungslegungsgrundsätzen ermittelten Beträge unter Berücksichtigung der aus der Kaufpreisallokation resultierenden wesentlichen Sachverhalte.

iii) Neugründung der Gerresheimer Plastic Packaging (Changzhou) Co., Ltd.

Mit Wirkung zum 10. September 2018 ist die Gerresheimer Plastic Packaging (Changzhou) Co., Ltd. (Changzhou City/China) neu gegründet worden. Diese Gesellschaft hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Cash Flows des Gerresheimer Konzerns.

b) Veränderungen des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr 2017

Mit Wirkung zum 14. Juni 2017 ist die Gerresheimer Singapore Pte. Ltd. (Singapur/Singapur) neu gegründet worden. Diese Vertriebsgesellschaft hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Cash Flows des Gerresheimer Konzerns.

Die vollständige Anteilsbesitzliste der Gerresheimer AG zum 30. November 2018 ist im Folgenden aufgelistet:

Beteiligungsanteil (direkt und indirekt) In den Konzern-Abschluss einbezogene Tochterunternehmen
Asien
100,00 Gerresheimer Medical Plastic Systems Dongguan Co. Ltd., Wang Niu Dun Town, Dongguan City (China)
100,00 Gerresheimer Pharmaceutical Packaging Mumbai Private Ltd., Mumbai (Indien)
100,00 Gerresheimer Plastic Packaging (Changzhou) Co., Ltd., Changzhou City, Jiangsu (China)
100,00 Gerresheimer Singapore Pte. Ltd., Singapur (Singapur)
60,00 Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China)
60,00 Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China)
100,00 Neutral Glass & Allied Industries Private Ltd., Mumbai (Indien)
100,00 Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien)
Europa
100,00 DSTR S.L.U., Epila (Spanien)
100,00 Gerresheimer Boleslawiec S.A., Boleslawiec (Polen)
100,00 Gerresheimer Bünde GmbH, Bünde1)
100,00 Gerresheimer Chalon SAS, Chalon-sur-Saone (Frankreich)
100,00 Gerresheimer Denmark A/S, Vaerloese (Dänemark)
100,00 Gerresheimer Essen GmbH, Essen1)
100,00 GERRESHEIMER GLAS GmbH, Düsseldorf1)
100,00 Gerresheimer Group GmbH, Düsseldorf1)
100,00 Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH, Düsseldorf1)
100,00 Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH & Co. Objekt Düsseldorf KG, Düsseldorf2)
100,00 Gerresheimer Holdings GmbH, Düsseldorf1)
100,00 Gerresheimer Horsovsky Tyn spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechische Republik)
100,00 Gerresheimer item GmbH, Münster1)
100,00 Gerresheimer Küssnacht AG, Küssnacht (Schweiz)
100,00 Gerresheimer Lohr GmbH, Lohr/Main1)
100,00 Gerresheimer Medical Plastic Systems GmbH, Regensburg1)
100,00 Gerresheimer Momignies S.A., Momignies (Belgien)
100,00 Gerresheimer Moulded Glass GmbH, Tettau1)
100,00 Gerresheimer Plastic Packaging SAS, Besancon (Frankreich)
100,00 Gerresheimer Regensburg GmbH, Regensburg1)
100,00 Gerresheimer Spain S.L.U., Epila (Spanien)
100,00 Gerresheimer Tettau GmbH, Tettau1)
100,00 Gerresheimer Vaerloese A/S, Vaerloese (Dänemark)
99,91 Gerresheimer Valencia S.L.U. in LIQ, Masalaves (Spanien)
100,00 Gerresheimer Werkzeugbau Wackersdorf GmbH, Wackersdorf1)
100,00 Gerresheimer Wertheim GmbH, Wertheim1)
99,91 Gerresheimer Zaragoza S.A., Epila (Spanien)
99,89 Sensile Medical AG, Olten (Schweiz)
Amerika
100,00 Centor Inc., Perrysburg, OH (USA)
100,00 Centor Pharma Inc., Perrysburg, OH (USA)
100,00 Centor US Holding Inc., Perrysburg, OH (USA)
99,91 Gerresheimer Buenos Aires S.A., Buenos Aires (Argentinien)
100,00 Gerresheimer Glass Inc., Vineland, NJ (USA)
100,00 Gerresheimer Mexico Holding LLC, Wilmington, DE (USA)
100,00 Gerresheimer MH Inc., Wilmington, DE (USA)
100,00 Gerresheimer Peachtree City (USA) L.P., Peachtree City, GA (USA)
100,00 Gerresheimer Peachtree City Inc., Peachtree City, GA (USA)
100,00 Gerresheimer Plasticos Sao Paulo Ltda., Embu (Brasilien)
100,00 Gerresheimer Queretaro S.A., Queretaro (Mexiko)
100,00 Gerresheimer Sistemas Plasticos Medicinais Sao Paulo Ltda., Indaiatuba (Brasilien)
51,00 Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA)

Assoziierte Unternehmen

Beteiligungsanteil (direkt und indirekt) In den Konzern-Abschluss einbezogene Tochterunternehmen
30,00 Gerresheimer Toolina LLC, Peachtree City, GA (USA)
40,59 PROFORM CNC Nastrojarna spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechische Republik)

Nicht konsolidierte Unternehmen3)

Beteiligungsanteil (direkt und indirekt) In den Konzern-Abschluss einbezogene Tochterunternehmen
100,00 Nouvelles Verreries de Momignies Inc., Larchmont, NY (USA)
25,00 Corning Pharmaceutical Packaging LLC, Wilmington, DE (USA)

1) Die Gesellschaft hat von der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht.
2) Die Gesellschaft hat von der Befreiung gemäß § 264b HGB Gebrauch gemacht.
3) Aufgrund der untergeordneten Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Cash Flows des Konzerns wurde auf die Einbeziehung der Gesellschaften in den Konzern-Abschluss verzichtet.

Zum Gerresheimer Konzern gehören die folgenden Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen:

30.11.2018

Beteiligungs- und Stimmrechtsquote nicht beherrschender Anteile in % Kumulierte nicht beherrschende Anteile (in T EUR) Dividenden, die an nicht beherrschende Anteile gezahlt wurden1) (in T EUR) Tochterunternehmen
49,0 3.495 - Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA)
40,0 8.966 381 Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China)
40,0 4.659 1.336 Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China)
- - - Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien)

30.11.2017

Beteiligungs- und Stimmrechtsquote nicht beherrschender Anteile in % Kumulierte nicht beherrschende Anteile (in T EUR) Dividenden, die an nicht beherrschende Anteile gezahlt wurden1) (in T EUR) Tochterunternehmen
49,0 3.364 - Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA)
40,0 8.595 548 Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China)
40,0 4.857 1.371 Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China)
25,0 19.642 - Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien)

1) Die Dividenden sind mit dem Transaktionskurs umgerechnet.

Die folgenden Tabellen enthalten Finanzinformationen zu Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen:

30.11.2018 (in T EUR)

Langfristige Vermögenswerte Kurzfristige Vermögenswerte Langfristige Schulden Kurzfristige Schulden Umsatzerlöse Jahresüberschuss Tochterunternehmen
- 7.159 - 26 - -29 Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA)
13.385 13.829 - 4.968 25.599 2.045 Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China)
5.161 9.492 - 2.737 16.514 2.981 Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China)

30.11.2017 (in T EUR)

Langfristige Vermögenswerte Kurzfristige Vermögenswerte Langfristige Schulden Kurzfristige Schulden Umsatzerlöse Jahresüberschuss Tochterunternehmen
- 6.918 - 51 - -216 Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA)
12.646 14.568 - 5.897 23.411 1.364 Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China)
4.674 12.238 - 4.499 18.290 3.911 Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China)
37.310 15.318 10.417 3.297 21.986 644 Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien)

2018 (in T EUR)

Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit Cash Flow aus der Investitionstätigkeit Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit Tochterunternehmen
-57 - - Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA)
1.560 -2.496 -965 Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China)
-398 -1.101 -3.402 Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China)
- - - Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien)

2017 (in T EUR)

Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit Cash Flow aus der Investitionstätigkeit Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit Tochterunternehmen
-338 1.356 - Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA)
3.805 -1.943 -1.414 Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China)
5.977 -2.023 -3.514 Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China)
3.189 -1.141 -24 Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien)

Die Entwicklung der nicht beherrschenden Anteile geht aus der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung hervor.

(3) Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzern-Abschluss werden neben der Gerresheimer AG die von der Gesellschaft direkt oder indirekt beherrschten in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen. Die Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen erfolgt im Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung durch das Mutterunternehmen. Die Endkonsolidierung wird im Zeitpunkt des Wegfalls der Beherrschung vorgenommen. Der auf nicht beherrschende Anteile entfallende Anteil am Eigenkapital, am Jahresergebnis und am Gesamtergebnis wird in der Konzern-Bilanz und in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung bzw. in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung separat ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzern-Bilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt von dem auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Eigenkapital. Zur Bilanzierung des Kaufs eines Tochterunternehmens wird die Erwerbsmethode angewendet.# Nach dieser Methode sind bei Unternehmenszusammenschlüssen sämtliche identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des übernommenen Unternehmens mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Zeitpunkt des Erwerbs anzusetzen.

Soweit die Summe aus der Gegenleistung des Erwerbers, dem beizulegenden Zeitwert etwaiger zuvor bereits am Tochterunternehmen gehaltener Anteile und dem Wert der Anteile anderer Gesellschafter den Betrag des neubewerteten Nettovermögens des Tochterunternehmens übersteigt, ist ein Geschäftswert zu aktivieren. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird, nach sorgfältiger Überprüfung der Ermittlung, sofort ertragswirksam unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet. Sie sieht eine Bewertung der Anteile im Zugangszeitpunkt mit den Anschaffungskosten vor. Zu den folgenden Stichtagen sind die Anteile unter der Berücksichtigung konsolidierungsspezifischer Effekte um die Veränderung des anteiligen Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens fortzuschreiben.

Die beiden in den Konzern-Abschluss einbezogenen assoziierten Unternehmen stellen ihre Abschlüsse zum 31. Dezember und damit zu einem vom Konzern-Abschluss abweichenden Abschlussstichtag auf. Der Equity-Bewertung liegt die jeweils letzte verfügbare Bilanz der assoziierten Unternehmen zugrunde. Auf die Aufstellung eines Zwischenabschlusses zum Konzern-Abschlussstichtag wird aus Praktikabilitäts- und Wesentlichkeitsgründen verzichtet.

Die in den Konzern-Abschluss einbezogenen Abschlüsse der in- und ausländischen Unternehmen werden nach einheitlichen Rechnungslegungsmethoden erstellt. Die Auswirkungen konzerninterner Geschäftsvorfälle werden eliminiert. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Gesellschaften werden gegeneinander aufgerechnet, Zwischengewinne und -verluste werden eliminiert, konzerninterne Erträge werden mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung unterliegen der Steuerlatenzierung.

(4) Währungsumrechnung

Die Konzernunternehmen stellen ihre Jahresabschlüsse auf Basis ihrer jeweiligen funktionalen Währung auf. Alle Abschlüsse, die eine von der Berichtswährung abweichende funktionale Währung haben, werden in die Berichtswährung des Konzern-Abschlusses der Gerresheimer AG umgerechnet.

Nicht monetäre Posten werden mit dem Kurs am Tag der Transaktion in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Posten werden am Abschlussstichtag mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Wechselkursgewinne und Wechselkursverluste aus der Umrechnung von monetären Vermögenswerten und Schulden in Fremdwährung werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Abweichend hiervon erfasst die Gesellschaft den effektiven Teil der währungsbedingten Wertänderung von Finanzinstrumenten, die als Sicherungsinstrumente eines Cash Flow Hedges designiert sind, im sonstigen Ergebnis.

Der Konzern-Abschluss wird in der Berichtswährung Euro aufgestellt. Die Umrechnung der Bilanzposten aller ausländischen Gesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, erfolgt entsprechend den von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Tagesmittelkursen am Abschlussstichtag. Aufwands- und Ertragsposten sowie die Zahlungsflüsse von ausländischen Gesellschaften werden mit dem jeweiligen Jahresdurchschnittskurs in die Berichtswährung umgerechnet.

Differenzen aus der Währungsumrechnung werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage aus Währungsumrechnung im Eigenkapital ausgewiesen. Ausgenommen hiervon sind die auf nicht beherrschende Anteile entfallenden Umrechnungsdifferenzen. Bei der Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebes ist die kumulierte Umrechnungsdifferenz, die den Anteilseignern des Mutterunternehmens aus diesem Geschäftsbetrieb zuzurechnen ist, in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern.

Für die Umrechnung der wesentlichen Währungen in die Berichtswährung kamen die folgenden Wechselkurse zur Anwendung:

1 EUR Währung Stichtagskurs 30.11.2018 Stichtagskurs 30.11.2017 Durchschnittskurs 2018 Durchschnittskurs 2017
Argentinien ARS 42,9161 20,6670 31,6806 18,5051
Brasilien BRL 4,3843 3,8668 4,2536 3,5972
Schweiz CHF 1,1340 1,1699 1,1562 1,1060
China CNY 7,8897 7,8377 7,8097 7,5925
Tschechische Republik CZK 25,9570 25,4910 25,6524 26,4608
Dänemark DKK 7,4622 7,4417 7,4507 7,4383
Indien INR 79,0815 76,3875 80,0276 73,3309
Mexiko MXN 23,0910 22,0035 22,6645 21,3084
Polen PLN 4,2900 4,1955 4,2538 4,2764
Singapur SGD 1,5581 1,5986 1,5937 1,5518
Vereinigte Staaten von Amerika USD 1,1359 1,1849 1,1834 1,1200

(5) Ansatz und Bewertung sowie Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Vermögenswerte und Schulden werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Eine Ausnahme bilden als zur Veräußerung verfügbar klassifizierte finanzielle Vermögenswerte sowie derivative Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Solche mit begrenzter Nutzungsdauer werden um planmäßige Abschreibungen entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer sowie um Wertminderungen vermindert. Die Nutzungsdauer von Lizenzen und ähnlichen Rechten beträgt ein bis 20 Jahre. Markenrechte mit begrenzter Nutzungsdauer werden wie Technologien entsprechend der geplanten Nutzungsdauer über fünf bis 20 Jahre abgeschrieben. Kundenstämme werden über 15 bis 20 Jahre planmäßig abgeschrieben.

Als immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden weitere Markenrechte und Geschäftswerte ausgewiesen. Der aus einem Unternehmenszusammenschluss entstandene Geschäftswert wird zu Anschaffungskosten abzüglich ggf. erforderlicher Wertminderungen bilanziert. Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer und Geschäftswerte werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Der Werthaltigkeitstest wird am Ende eines Geschäftsjahres durchgeführt und zusätzlich dann, wenn Anzeichen auf eine mögliche Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer vorliegen.

Forschungsausgaben werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungsausgaben werden nur dann als Teil der Herstellungskosten eines immateriellen Vermögenswertes aktiviert, wenn es - neben weiteren Bedingungen - wahrscheinlich ist, dass das Projekt technisch und kommerziell erfolgreich sein wird und wenn die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zurechenbaren Ausgaben zuverlässig bewertet werden können. Aktivierte Entwicklungskosten werden über drei bzw. zehn Jahre linear abgeschrieben.

Der Konzern erhält in bestimmten europäischen Ländern unentgeltlich Emissionsrechte im Rahmen des europäischen Systems für den Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten. Diese Emissionsrechte werden nach dem sogenannten Net Liability-Ansatz ausgewiesen. Als nicht monetäre Zuwendungen der öffentlichen Hand setzt Gerresheimer die Emissionsrechte mit dem Nominalwert an. Eine Schuld aus der Emission von Schadstoffen wird erst dann berücksichtigt, wenn die getätigten Emissionen die Emissionsrechte des Gerresheimer Konzerns übersteigen. Die Schuld wird zum Marktwert der zu beschaffenden Emissionsrechte angesetzt. Sofern Emissionsrechte von Dritten erworben werden, werden sie zu Anschaffungskosten erfasst und als sonstige Forderung ausgewiesen.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen und um Wertminderungen, angesetzt. Die Herstellungskosten der Sachanlagen umfassen neben den direkt zurechenbaren Kosten anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Fremdkapitalkosten werden ausschließlich bei qualifizierten Vermögenswerten aktiviert. Hierbei handelt es sich um Vermögenswerte, deren Versetzen in einen betriebsbereiten Zustand mindestens zwölf Monate erfordert.

Sachanlagen werden grundsätzlich linear abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens liegen folgende Nutzungsdauerschätzungen zugrunde:

in Jahren Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Betriebs- und Geschäftsausstattung
10 bis 50 5 bis 15 3 bis 10

Reparaturen und Erhaltungsaufwendungen werden in der Periode, in der sie getätigt werden, als Aufwand in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nachträgliche Aufwendungen für große Inspektionen und Ofeninstandsetzungen aktiviert Gerresheimer, wenn sie einen wahrscheinlichen Nutzenzufluss erwarten lassen und verlässlich bewertet werden können.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn sie zugesagt sind und die mit der Zuwendung verbundenen Bedingungen hochwahrscheinlich erfüllt werden können. Die Zuwendungen für den Erwerb von Vermögenswerten werden in gleichen jährlichen Raten über deren Nutzungsdauer ertragswirksam aufgelöst. Zuwendungen, die als Ausgleich für bereits angefallene Aufwendungen gezahlt werden, sind im Gewinn oder Verlust in der Periode zu erfassen, in der der entsprechende Anspruch entsteht.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Unter den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden Grundstücke ausgewiesen, die zur langfristigen Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden. Sie werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet (Anschaffungskostenmodell).

Leasing

Das wirtschaftliche Eigentum an Leasinggegenständen wird demjenigen Vertragspartner in einem Leasingverhältnis zugerechnet, der die wesentlichen mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbundenen Chancen und Risiken trägt. Trägt der Leasingnehmer die wesentlichen Chancen und Risiken (Finanzierungs-Leasingverhältnis), hat er den Leasinggegenstand in der Bilanz anzusetzen.# Der Leasinggegenstand wird im Zugangszeitpunkt mit seinem beizulegenden Zeitwert oder dem niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen bewertet und über die geschätzte Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Abschreibung wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Leasingnehmer setzt im Zugangszeitpunkt zugleich eine Leasingverbindlichkeit an, die in ihrer Höhe dem Buchwert des Leasinggegenstandes entspricht. Die Leasingverbindlichkeiten werden unter den finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Leasingverbindlichkeit wird in den Folgeperioden nach der Effektivzinsmethode um Zinsen und Tilgungen fortgeschrieben. Der Leasinggeber in einem FinanzierungsLeasingverhältnis setzt bei erstmaliger Erfassung eine Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswertes aus dem Leasingverhältnis an. Die Leasingerträge werden in Tilgungen der Leasingforderung und Finanzerträge aufgeteilt. Die Forderung aus dem Leasingverhältnis wird nach der Effektivzinsmethode um Zinsen und Tilgungen fortgeschrieben. Trägt der Leasinggeber die wesentlichen Chancen und Risiken (Operating-Leasingverhältnis), wird der Leasinggegenstand vom Leasinggeber in der Bilanz angesetzt. Die Bewertung des Leasinggegenstandes richtet sich nach den für den Leasinggegenstand einschlägigen Bilanzierungsvorschriften. Die Leasingraten werden vom Leasinggeber erfolgswirksam vereinnahmt. Der Leasingnehmer in einem Operating-Leasingverhältnis erfasst die während des Zeitraums des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingraten erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung.

Wertminderungen

Sachvermögen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, Geschäftswerte und immaterielle Vermögenswerte werden einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn Ereignisse oder andere Umstände indizieren, dass der Buchwert nicht mindestens dem erzielbaren Betrag entspricht. Geschäftswerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer werden unabhängig vom Vorliegen eines auslösenden Ereignisses jährlich einem Werthaltigkeitstest auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unterzogen, zu der der jeweilige Vermögenswert gehört. Ein Wertminderungsaufwand ist in Höhe des Betrages zu erfassen, um den der Buchwert den erzielbaren Betrag überschreitet. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung und Nutzungswert. Bestehen die Gründe für die in einer früheren Periode erfasste Wertminderung nicht mehr, werden Zuschreibungen vorgenommen, soweit es sich nicht um Geschäftswerte handelt. Aufwendungen aus einer Wertminderung werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, Erträge aus Zuschreibungen unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Anteile an at equity bewerteten Unternehmen

Die Anteile an assoziierten Unternehmen werden im Zugangszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt nach der Equity-Methode. Sie sieht eine Fortführung des Wertansatzes der Anteile entsprechend der Entwicklung des zum Erwerbszeitpunkt neubewerteten anteiligen Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens vor. Der Beteiligungsprozentsatz berechnet sich auf Basis der im Umlauf befindlichen Anteile. Weicht die funktionale Währung des assoziierten Unternehmens von der Berichtswährung des Konzern-Abschlusses ab, ist der Abschluss des assoziierten Unternehmens vor der Fortschreibung in die Berichtswährung umzurechnen. Anteile an assoziierten Unternehmen sind unter der Position "Anteile an at equity bewerteten Unternehmen" ausgewiesen. Die Ergebnisse aus at equity bewerteten Unternehmen werden im Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit erfasst, da Gerresheimer derartige Anteile nicht als Finanzinvestments, sondern als Teil des operativen Geschäftes des Konzerns hält.

Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Zugangsbewertung erfolgt im Wesentlichen zu durchschnittlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Herstellungskosten umfassen neben direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie sonstige mit der Produktion im Zusammenhang stehende Aufwendungen. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden in den Herstellungskosten neben den Umsatzkosten auch Kosten der nicht genutzten Kapazitäten erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte werden eingebucht, wenn Gerresheimer Partei der Vereinbarungen über den finanziellen Vermögenswert wird. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung der direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb von Vermögenswerten zuzurechnen sind, welche erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind unmittelbar in der KonzernGewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang der Erfüllungstag relevant, das heißt der Tag, an dem der Vermögenswert auf den oder vom Gerresheimer Konzern übertragen wird.

Finanzielle Vermögenswerte werden bei Erwerb den folgenden Bewertungskategorien zugeordnet. Die Zuordnung wird zu jedem Abschlussstichtag überprüft.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte:

Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, umfassen zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei Gerresheimer umfassen diese Vermögenswerte ausschließlich die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen derivativen Finanzinstrumente, die nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung eingebunden sind. Die Fair Value-Option nimmt Gerresheimer nicht in Anspruch. Zur weiteren Erläuterung von derivativen Finanzinstrumenten verweisen wir auf Angabe (6).

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen:

Nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder ermittelbaren Zahlungsbeträgen und festen Zahlungsterminen werden als bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen klassifiziert, wenn der Konzern die Absicht hat und in der Lage ist, diese bis zur Fälligkeit zu halten. Nach ihrer erstmaligen Erfassung werden bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Finanzinvestitionen ausgebucht oder wertgemindert sind. Bei Gerresheimer sind dieser Kategorie keine finanziellen Vermögenswerte zugeordnet.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte:

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind finanzielle Vermögenswerte, die nach ihren objektiven Merkmalen keiner anderen Kategorie zurechenbar sind oder durch eine Designationsentscheidung des Unternehmens dieser Kategorie zugewiesen wurden. Nach der erstmaligen Bewertung werden zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Nicht realisierte Gewinne oder Verluste werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Bei Ausbuchung oder Wertminderung eines Vermögenswerts ist der zuvor im sonstigen Ergebnis erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern. Gerresheimer hat Anteile an anderen Unternehmen der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" zugewiesen. Da für diese Anteile kein Marktpreis besteht und ihr beizulegender Zeitwert auch durch Anwendung einer Bewertungsmethode nicht verlässlich ermittelbar ist, sind diese finanziellen Vermögenswerte zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet. Dieser Bewertungskategorie wird zudem die Position "Sonstige" der sonstigen finanziellen Vermögenswerte zugeordnet.

Kredite und Forderungen:

Kredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Nach der erstmaligen Erfassung werden die Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert sind. Dieser Bewertungskategorie sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Ausleihungen, Erstattungsansprüche und Wechselforderungen sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet. Liegen Anzeichen für eine Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "Kredite und Forderungen" vor, wird ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Hierzu erfolgt eine Prüfung, ob der Buchwert den auf Basis des Effektivzinssatzes des finanziellen Vermögenswertes ermittelten Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsmittelflüsse übersteigt. In diesem Fall ist in Höhe der Differenz eine Wertminderung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Bestehen die Gründe für die Abwertung des Vermögenswertes nicht mehr, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen, jedoch nicht über die fortgeführten Anschaffungskosten hinaus. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf die Zahlungsströme aus den finanziellen Vermögenswerten nicht mehr bestehen oder die finanziellen Vermögenswerte sowie im Wesentlichen alle mit dem Eigentum am Vermögenswert verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten übertragen werden.# Objektive Hinweise für eine Wertminderung

Objektive Hinweise für eine Wertminderung können unter anderem in einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder eines sonstigen Sanierungsverfahrens, erheblichen finanziellen Schwierigkeiten der Gegenpartei, dem Verschwinden eines aktiven Marktes für diesen finanziellen Vermögenswert oder einem Vertragsbruch begründet sein. Umklassifizierungen zwischen den Bewertungskategorien wurden weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr vorgenommen.

Kundenspezifische Fertigungsaufträge

Erlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden nach Fertigungsfortschritt erfasst (Percentage of Completion-Methode). Die erbrachte Leistung einschließlich des anteiligen Ergebnisses wird entsprechend dem Fertigstellungsgrad unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Den anzusetzenden Fertigstellungsgrad ermittelt Gerresheimer nach dem Verhältnis der angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt erwarteten Auftragskosten (Cost to Cost-Methode). Sofern die angefallenen Auftragskosten zuzüglich ausgewiesener Gewinne und abzüglich ausgewiesener Verluste die Teilabrechnungen übersteigen, wird der Überschuss als Fertigungsauftrag mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden gezeigt. Der Ausweis erfolgt unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Übersteigen die Teilabrechnungen die angefallenen Auftragskosten zuzüglich ausgewiesener Gewinne und abzüglich ausgewiesener Verluste, wird der Überschuss als Fertigungsauftrag mit passivischem Saldo gegenüber Kunden ausgewiesen. In diesem Fall erfolgt der Ausweis unter den sonstigen Verbindlichkeiten.

Erlöse unseres neuen Geschäftsbereiches Advanced Technologies aus der Erbringung kundenspezifischer Entwicklungsaufträge werden ebenfalls nach dem Leistungsfortschritt (Percentage of Completion-Methode) erfasst. Der Fertigstellungsgrad der Entwicklungsprojekte, die überwiegend durch die Arbeitsleistung der eingesetzten Mitarbeiter geprägt sind, wird hierbei auf der Grundlage der erbrachten Stunden im Verhältnis zu den insgesamt geschätzten Projektstunden (sog. Hours to Hours-Methode) ermittelt. Die Anwendung des prozentualen Anteils der erbrachten Arbeitsstunden auf die Gesamterlöse ergibt den zu realisierenden Erlös der Periode. Sofern die Auftragserlöse den Wert der erfolgten Teilabrechnungen übersteigen, wird der Überschuss als Entwicklungsauftrag mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden gezeigt. Der Ausweis erfolgt in diesem Fall unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Übersteigen die Teilabrechnungen die Auftragserlöse, wird der Überschuss als Entwicklungsauftrag mit passivischem Saldo gegenüber Kunden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Sonstige Forderungen

Steuerforderungen, geleistete Vorauszahlungen und sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden zum Nominalwert abzüglich kumulierter Wertminderungen angesetzt.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden als finanzielle Vermögenswerte zu Nominalwerten bilanziert. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige hochliquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in festgelegte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen. Zahlungsmitteläquivalente besitzen - vom Erwerbszeitpunkt gerechnet - eine Restlaufzeit von nicht mehr als drei Monaten.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögensgruppen

In dieser Position sind einzelne langfristige Vermögenswerte oder Vermögensgruppen auszuweisen, die in ihrem derzeitigen Zustand veräußert werden können und deren Veräußerung innerhalb von zwölf Monaten hochwahrscheinlich ist. Die zu einer Veräußerungsgruppe gehörenden langfristigen Vermögenswerte werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Sie sind zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten anzusetzen. Liegt der Buchwert über dem Vergleichswert, erfasst Gerresheimer in Höhe des Differenzbetrages eine Wertminderung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der Konzern verfügt über verschiedene Pensionspläne, die auf die jeweiligen landesspezifischen Regularien und Praktiken ausgerichtet sind. In den USA bestehen darüber hinaus Zusagen, bestimmte zusätzliche medizinische Versorgungsleistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu erbringen. Zur Bilanzierung von Pensionen und anderen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden leistungsorientierte Pläne (Defined Benefit Plan) von beitragsorientierten Plänen (Defined Contribution Plan) unterschieden. Bei beitragsorientierten Plänen beschränkt sich die Verpflichtung des Konzerns auf die Leistung laufender Jahresbeiträge an einen externen Versorgungsträger. Es besteht keine rechtliche oder faktische Verpflichtung, darüber hinausgehende Beiträge zu zahlen, falls der Versorgungsträger nicht in der Lage ist, seinen Leistungsverpflichtungen für das laufende und für frühere Jahre nachzukommen. Dementsprechend erfasst Gerresheimer aus beitragsorientierten Plänen mit Ausnahme von Vorleistungen und Beitragsrückständen keine Vermögenswerte oder Schulden. Leistungsorientierte Pläne verpflichten demgegenüber das Unternehmen zu Altersversorgungsleistungen. Die im Plan festgelegte Höhe der Leistungsverpflichtung knüpft an Faktoren wie Alter, Dienstzeit und Vergütung an. Die Aufwendungen für die im Rahmen der leistungsorientierten Pläne gewährten Leistungen werden gesondert für jeden Plan unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in voller Höhe im sonstigen Ergebnis erfasst. Nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Der als Schuld aus einem leistungsorientierten Plan zu erfassende Betrag setzt sich zusammen aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des zur unmittelbaren Erfüllung von Verpflichtungen vorhandenen Planvermögens. Die Verpflichtungen werden jährlich durch unabhängige versicherungsmathematische Gutachter bewertet. Die auf Nettopensionsverpflichtungen entfallenden Zinsen werden im Finanzergebnis erfasst.

Aktienwertsteigerungsrechte (Phantom Stocks)

Die Aktienwertsteigerungsrechte werden nach der Fair Value-Methode bilanziert. Der beizulegende Zeitwert der Phantom Stocks wird zeitanteilig als Personalaufwand und gleichzeitig als Rückstellung erfasst, da eine Verpflichtung zum Barausgleich vorliegt. Der gesamte Aufwand, der über den Zeitraum bis zum Ausübungszeitpunkt der Phantom Stocks zu erfassen ist, ermittelt sich aus dem jeweiligen beizulegenden Zeitwert der gewährten Phantom Stocks und der erwarteten Fluktuation der begünstigten Mitarbeiter - diese Parameter werden an jedem Abschlussstichtag überprüft.

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn durch ein Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung begründet wird, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst. Sofern ein vertraglicher Erstattungsanspruch von Dritten hinreichend sicher ist, wird der Anspruch als Vermögenswert in der Konzern-Bilanz erfasst. In den sonstigen Rückstellungen werden auch Altersteilzeitverpflichtungen ausgewiesen, wobei das Blockmodell Anwendung findet. Das in der Passivphase auszuzahlende Gehalt und die vom Arbeitgeber gewährten Aufstockungsbeträge werden während der Beschäftigungsphase zeitanteilig über die verbleibende Arbeitszeit des Mitarbeiters erfasst. Während die Aufstockungsbeträge ab Beginn der aktiven Phase ausgezahlt werden, werden die Gehaltsanteile ab Beginn der passiven Phase fällig. Leistungen anlässlich der Beendigung von Arbeitsverhältnissen werden bilanziert, wenn nachweislich eine Verpflichtung besteht, die auf einem detaillierten formellen Plan oder einem konkreten Abfindungsangebot beruht. Leistungen, die erwartungsgemäß nicht innerhalb von zwölf Monaten vollständig zu erfüllen sind, werden auf den Barwert abgezinst.

Tatsächliche und latente Ertragsteuern

Die in den Gerresheimer Konzern einbezogenen Kapitalgesellschaften (mit Ausnahme der ausländischen Tochterunternehmen) bilden im Geschäftsjahr 2018 insgesamt eine ertragsteuerliche Organschaft, wobei die Gerresheimer AG als Steuerschuldnerin bzw. -gläubigerin fungiert. Demzufolge fallen bei den in den Konzern einbezogenen deutschen Tochtergesellschaften im Wesentlichen keine tatsächlichen Ertragsteuern an. Zusätzlich zu der Berechnung der tatsächlichen Ertragsteuern werden latente Ertragsteuern für Abweichungen zwischen den Steuerwerten und den IFRS-Buchwerten von Vermögenswerten und Schulden gebildet, deren Umkehr sich steuerbelastend (latente Steuerschulden) bzw. steuerentlastend (latente Steueransprüche) auswirkt. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern für Steuervorteile aus der Nutzung steuerlicher Verlustvorträge und Steuergutschriften angesetzt. Der Berechnung liegen die am Abschlussstichtag gültigen Steuersätze zugrunde, es sei denn, eine Steuersatzänderung ist für den Zeitraum der voraussichtlichen Umkehr der temporären Differenzen bzw. erwarteten Nutzung von Verlustvorträgen und Steuergutschriften bereits beschlossen. Aktive latente Steuern werden nur berücksichtigt, wenn eine Realisierung der Steuervorteile innerhalb des Planungshorizontes wahrscheinlich erscheint. Veränderungen der angesetzten latenten Steuern führen grundsätzlich zu latentem Steueraufwand bzw. -ertrag. Soweit die Veränderung latenter Steuern aus Sachverhalten resultiert, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden, werden auch die latenten Steuern und ihre Veränderungen im sonstigen Ergebnis berücksichtigt.# Finanzielle Verbindlichkeiten
Die finanziellen Verbindlichkeiten enthalten originäre Verbindlichkeiten und derivative Finanzinstrumente mit negativen Marktwerten. Die originären Verbindlichkeiten werden eingebucht, wenn eine vertragliche Verpflichtung zur Zahlung entsteht. Sie werden bei erstmaliger Erfassung mit ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich eventueller Transaktionskosten angesetzt. Anschließend werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet. Unterschiede zwischen ihrem Zugangswert und dem Erfüllungsbetrag werden über die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung eingebundene derivative Finanzinstrumente sind als zu Handelszwecken gehalten zu klassifizieren und damit erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Ist dieser negativ, führt dies zum Ansatz unter den finanziellen Verbindlichkeiten. Die Fair Value-Option nimmt Gerresheimer nicht in Anspruch. Zur weiteren Erläuterung der Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten verweisen wir auf Angabe (6). Put-Optionen, bei denen Gerresheimer Stillhalter ist, werden beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft. Finanzielle Verbindlichkeiten sind auszubuchen, wenn die vertraglichen Verpflichtungen zur Zahlung beglichen, aufgehoben oder abgelaufen und damit erloschen sind.

Sonstige Verbindlichkeiten

Erhaltene Anzahlungen, Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern oder sozialer Sicherheit sowie sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Realisierung der Erlöse

Umsatzerlöse werden erfasst, sobald die maßgeblichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum der zu liefernden Güter verbunden sind, auf den Käufer übertragen wurden, der Erhalt der Gegenleistung wahrscheinlich ist, die zugehörigen Kosten und mögliche Warenrücknahmen verlässlich geschätzt werden können, es kein weiter bestehendes Verfügungsrecht über die Güter gibt und die Höhe der Umsatzerlöse verlässlich bestimmt werden kann. Umsatzerlöse werden nach Abzug von Umsatzsteuern und anderen Steuern sowie nach Abzug von Erlösminderungen zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen bzw. zu erhaltenden Gegenleistung ausgewiesen. So werden zum Zeitpunkt der Umsatzrealisierung auch geschätzte Beträge für Rabatte, Skonti und Produktrückgaben umsatzmindernd erfasst und zurückgestellt. Schätzungen bezüglich der Erlösminderungen basieren vor allem auf Erfahrungen der Vergangenheit und spezifischen Vertragsbedingungen. Zinserträge werden unter Verwendung der Effektivzinsmethode erfasst.

Ist das Ergebnis eines kundenspezifischen Fertigungsauftrags verlässlich zu schätzen, werden die Auftragserlöse und Auftragskosten in Verbindung mit diesem Fertigungsauftrag im Verhältnis zum Fertigstellungsgrad des Auftrags im Gewinn oder Verlust erfasst. Der Fertigstellungsgrad ermittelt sich als Verhältnis der angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt erwarteten Auftragskosten. Der Fertigstellungsgrad der Entwicklungsprojekte unseres neuen Geschäftsbereiches Advanced Technologies wird auf der Grundlage der erbrachten Stunden im Verhältnis zu den insgesamt geschätzten Projektstunden (sog. Hours to Hours-Methode) ermittelt. Sofern das Ergebnis eines kundenspezifischen Fertigungsauftrags nicht verlässlich geschätzt werden kann, werden die Auftragserlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst, die wahrscheinlich einbringlich sind. Auftragskosten werden erfolgswirksam erfasst, wenn sie anfallen, es sei denn, sie schaffen einen Vermögenswert, der mit einer künftigen Auftragserfüllung verbunden ist. Ist es wahrscheinlich, dass die Auftragskosten die gesamten Auftragserlöse übersteigen werden, wird der erwartete Verlust sofort als Aufwand in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Die Aufstellung des Konzern-Abschlusses erfordert Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen, die sich auf den Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden, die Höhe der erfassten Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angabe von Eventualverbindlichkeiten und -forderungen auswirken. Obwohl die Schätzungen fortlaufend überprüft werden und auf dem besten Wissen des Managements bezüglich der laufenden Ereignisse und Handlungen basieren, können die tatsächlichen zukünftigen Ergebnisse von den Schätzungen abweichen. Anpassungen bezüglich der für die Rechnungslegung relevanten Schätzungen werden in der Periode der Änderung berücksichtigt, sofern die Änderung nur diese Periode betrifft. Eine Änderung wird in der Periode der Änderung und in späteren Perioden berücksichtigt, sofern die Änderung sowohl die Berichtsperiode als auch spätere Perioden betrifft. Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen, die mit Schätzungsunsicherheiten behaftet sind, sind nachstehend dargestellt.

Zur Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen wird die Erwerbsmethode angewendet. Nach dieser Methode sind bei Unternehmenszusammenschlüssen sämtliche identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des übernommenen Unternehmens mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Zeitpunkt des Erwerbes anzusetzen. Um die beizulegenden Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt zu bestimmen, sind Schätzungen notwendig. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel auf Basis unabhängiger Gutachter bewertet. Auch zur Bewertung immaterieller Vermögenswerte bedient sich Gerresheimer in Abhängigkeit von der Art des Vermögenswertes und der Komplexität der Bewertungsmethode unabhängiger Gutachter. Die Wertermittlungen erfordern regelmäßig Einschätzungen des Managements zu den mit den Vermögenswerten erzielbaren Nettozahlungen sowie zur Höhe des angemessenen Abzinsungssatzes. Für die Beurteilung der Werthaltigkeit von Geschäftswerten ist es erforderlich, den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu ermitteln, der ein Geschäftswert zuzuordnen ist. Die Berechnung des Nutzungswertes verlangt eine Schätzung künftiger Cash Flows für die zahlungsmittelgenerierende Einheit sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes. Fallen die künftigen Cash Flows geringer aus als vom Management geschätzt, kann eine Wertminderung zu erfassen sein. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Ausführungen unter Angabe (18).

Die Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer sind grundsätzlich leistungsorientiert. Der Wert der Verpflichtungen aus Altersversorgung für Arbeitnehmer wird in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Verfahren ermittelt, die auf Annahmen hinsichtlich des Rechnungszinses, der erwarteten Gehalts- und Rententrends und der Lebenserwartung beruhen. Sie können aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen zum Teil erheblich von den künftigen tatsächlichen Entwicklungen abweichen. Zudem bezuschusst Gerresheimer die Krankheitskosten von Mitarbeitern in den USA nach Eintritt in den Ruhestand. Falls Änderungen der Annahmen in Bezug auf die genannten Parameter erforderlich sind, können sich Auswirkungen auf die künftige Höhe der Aufwendungen für Altersversorgung, auf das Eigenkapital und die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ergeben. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Ausführungen unter Angabe (28).

Gerresheimer bildet Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen, um eingetretene Wertminderungen Rechnung zu tragen, die aus der Zahlungsunfähigkeit von Kunden resultieren. Zur Beurteilung der Angemessenheit der Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen orientiert sich Gerresheimer an der Fälligkeitsstruktur der Forderungssalden, an Erfahrungen mit Ausbuchungen von Forderungen in der Vergangenheit, an Informationen zur Bonität der Kunden sowie an Veränderungen des Zahlungsverhaltens. Bei einer Verschlechterung der Finanzlage der Kunden kann der Umfang der tatsächlichen Ausfälle den Betrag der vorgenommenen Wertberichtigungen übersteigen. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Ausführungen unter Angabe (25).

Der Gerresheimer Konzern ist in zahlreichen Ländern operativ tätig und unterliegt somit unterschiedlichen Steuerjurisdiktionen. Soweit keine Gruppenbesteuerungssysteme wie die Organschaft zur Anwendung kommen, sind für jedes Besteuerungssubjekt gesondert die geschuldeten Ertragsteuern, die Steuerforderungen bzw. -verbindlichkeiten, die temporären Differenzen und Verlustvorträge sowie daraus resultierende aktive und passive latente Steuerpositionen zu ermitteln. Bei der Ermittlung der tatsächlichen und latenten Steuern ist eine gesonderte Beurteilung vorzunehmen. Aktive latente Steuern werden so weit berücksichtigt, wie ihre Realisierung innerhalb des Planungshorizonts wahrscheinlich zu erwarten ist. Dieses kann zu einer Beschränkung der aktiven latenten Steuern auf die Höhe der passiven latenten Steuern führen. Die Realisierung aktiver latenter Steuern ist folglich insbesondere davon abhängig, dass für die jeweilige Steuerart und Steuerjurisdiktion künftig ausreichend zu versteuerndes Ergebnis verfügbar ist. Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenzuflusses sind verschiedene Faktoren wie die Unternehmensplanung, Verlustvortragsbeschränkungen, Mindestbesteuerungen und Steuergestaltungsstrategien zu berücksichtigen. Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern können sich verringern, falls die Schätzungen der geplanten steuerlichen Einkommen zu revidieren sind oder Steuergesetzänderungen den zeitlichen Rahmen oder den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Ausführungen unter Angabe (15) und (23).

Die Aktienwertsteigerungsrechte werden im Gerresheimer Konzern nach der Fair Value-Methode bilanziert. Der beizulegende Zeitwert der Phantom Stocks wird zeitanteilig als Personalaufwand und gleichzeitig als Rückstellung erfasst, da eine Verpflichtung zum Barausgleich vorliegt.# (6) Finanzrisikomanagement und derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Im Rahmen eines konzernweiten Finanzrisikomanagements werden die finanziellen Risiken des Konzerns zentral überwacht. Identifizierte Risikopotenziale werden nach klar definierten Richtlinien durch geeignete Sicherungsmaßnahmen gesteuert. Außer auf Preisrisiken, die sich durch Schwankungen an den Geld- und Kapitalmärkten sowie an den internationalen Rohstoffmärkten ergeben, ist das Risikomanagement auf Kredit- und Liquiditätsrisiken fokussiert.

Entsprechend der konzerninternen Finanzrichtlinie werden Devisentermingeschäfte und Devisenswaps zur Absicherung von Wechselkursrisiken verwendet. Als Risikoexposure kommen im Rahmen des Währungsmanagements grundsätzlich nur Transaktionsrisiken in Betracht. Die Währungsderivate werden zur Absicherung definierter Grundgeschäfte verwendet und entsprechend als Sicherungsinstrumente bilanziert.

Die sich aus den Liefer- und Leistungsbeziehungen des Konzerns ergebenden Kredit- und Bonitätsrisiken werden durch das Kredit- und Forderungsmanagement und die Vertriebsbereiche der operativen Gesellschaften überwacht. Mit dem Ziel, Forderungsausfälle zu vermeiden, unterliegen die Kunden einer laufenden internen Bonitätskontrolle. Forderungen gegen Kunden, die über kein erstklassiges Rating verfügen, werden grundsätzlich versichert.

Die Liquiditätssituation des Konzerns wird durch komplexe Planungsinstrumente überwacht und gesteuert. Durch eine rollierende Finanz- und Liquiditätsplanung werden Risiken der künftigen Beschaffung von Finanzmitteln identifiziert und gesteuert.

Sämtliche derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente mit einem positiven beizulegenden Zeitwert werden unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten, Derivate mit einem negativen beizulegenden Zeitwert unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden unter Anwendung der zum Abschlussstichtag relevanten Wechselkurse, Zinssätze und Bonitäten ermittelt. Der beizulegende Zeitwert entspricht grundsätzlich dem Betrag, den die Konzerngesellschaften erhalten oder leisten würden, wenn sie die derivativen Finanzinstrumente am Abschlussstichtag in einer gewöhnlichen Transaktion auf einen Marktteilnehmer übertragen wollten.

Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von derivativen Finanzinstrumenten werden sofort ergebniswirksam erfasst. Ausgenommen sind Derivate, die als Sicherungsinstrumente zur Absicherung erwarteter zukünftiger Zahlungsein- oder -ausgänge designiert sind (Cash Flow Hedge). Den wirksamen Teil der Änderung ihres beizulegenden Zeitwertes erfasst Gerresheimer im sonstigen Ergebnis. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge sind in dem Zeitpunkt in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern, in dem die abgesicherten Cash Flows aus den Grundgeschäften erfolgswirksam werden.

Die zur Absicherung gegen Währungsrisiken eingesetzten Währungsderivate hat Gerresheimer aufgrund ihrer kurzen Laufzeit nicht als Sicherungsinstrumente designiert. Änderungen ihres beizulegenden Zeitwertes werden nach den allgemeinen Regeln der Derivatebilanzierung erfolgswirksam verbucht.

(7) Konzern-Kapitalflussrechnung

Die Konzern-Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich der Finanzmittelbestand des Gerresheimer Konzerns im Laufe des Geschäftsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert hat. Die Auswirkungen von Akquisitionen und Desinvestitionen sind gesondert ausgewiesen. Der Posten "Einzahlungen aus Desinvestitionen abzüglich abgegebener Zahlungsmittel" in der Vorjahresperiode steht im Zusammenhang mit der Veräußerung des Geschäftsbereiches Life Science Research und beinhaltet Einzahlungen für zuvor bilanzierte Forderungen aus Kaufpreisanpassungen.

Die Position "Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich erworbener Zahlungsmittel" beinhaltet im aktuellen Geschäftsjahr den bis zum Abschlussstichtag gezahlten Kaufpreis für den Erwerb der Sensile Medical AG (Olten/Schweiz) abzüglich der mit dieser Gesellschaft zugegangenen liquiden Mittel. Darüber hinaus beinhaltet der Posten "Erwerb nicht beherrschender Anteile" im laufenden Geschäftsjahr den Erwerb der restlichen Anteile von 25 % an der Triveni Polymers Private Ltd. (Neu-Delhi/Indien).

Der in der Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesene Finanzmittelbestand beinhaltet Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, bestehend aus Kassenbeständen, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten sowie gegenläufig Kontokorrentverbindlichkeiten.

Die Veränderung der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten stellt sich wie folgt dar:

Zahlungsflüsse Nicht zahlungswirksame Veränderungen in T EUR 30.11.2017 Mittelzufluss Mittelabfluss Währungseinfluss Neue Verträge Änderung im Fair Value
Schuldscheindarlehen 673.799 - - - - 247
Schuldverschreibung 299.687 - -300.000 - - 313
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 430 390.270 -133.663 7.266 - 333
Leasingverbindlichkeiten 8.004 - -682 276 149 -
Gesamt 981.920 390.270 -434.345 7.542 149 893
in T EUR 30.11.2018
Schuldscheindarlehen 674.046
Schuldverschreibung -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 264.636
Leasingverbindlichkeiten 7.747
Gesamt 946.429

Die in der Konzern-Bilanz ausgewiesenen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten, die in der Konzern-Kapitalflussrechnung nicht unter dem Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit dargestellt werden.

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(8) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

in T EUR 2018 2017
Nach Geschäftsbereichen
Plastics & Devices 751.337 757.179
Primary Packaging Glass 605.230 591.994
Advanced Technologies 12.860 -
Umsatzerlöse der Segmente 1.369.427 1.349.173
Innenumsatzerlöse -1.697 -918
Umsatzerlöse 1.367.730 1.348.255
in T EUR 2018 2017
Nach Regionen¹)
Europa 459.685 428.906
Deutschland 304.500 313.058
Amerika 374.806 373.704
Schwellenländer 206.841 206.497
Sonstige Regionen 21.898 26.090
Umsatzerlöse 1.367.730 1.348.255

¹) Die hier genannten Umsatzerlöse in Europa sind ohne Umsatzerlöse in den Ländern Deutschland, Polen, Russland und Türkei und die Umsatzerlöse in Amerika ohne Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien und Mexiko.

IQVIA hat im Geschäftsjahr 2018 seine Definition der Schwellenländer unverändert gelassen, sodass weiterhin 22 Länder als Schwellenländer definiert sind. Die Umsatzerlöse in den sogenannten Schwellenländern enthalten gemäß der aktuellen Definition von IQVIA Umsatzerlöse in den Ländern Ägypten, Algerien, Argentinien, Bangladesch, Brasilien, Chile, China, Indien, Indonesien, Kasachstan, Kolumbien, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Thailand, Türkei und Vietnam.

Die Umsatzerlöse beinhalten realisierte Auftragswerte kundenspezifischer Auftragsfertigung in Höhe von T EUR 63.778 (Vorjahr: T EUR 42.162). Die anderen Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus Verkäufen von Erzeugnissen und Waren.

(9) Umsatzkosten

In den Umsatzkosten sind die Kosten der verkauften Erzeugnisse und die Einstandskosten der verkauften Handelswaren enthalten. Die Kosten der umgesetzten Leistungen enthalten sowohl die unmittelbaren leistungsbezogenen Kosten wie Fertigungsmaterial, Personal- und Energiekosten als auch die mittelbar zurechenbaren Kosten wie Abschreibungen auf Produktionsanlagen und Reparaturkosten. Zudem sind in den Umsatzkosten insgesamt Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von T EUR 99.045 (Vorjahr: T EUR 84.811) enthalten, von denen auf die Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen aus Kaufpreisallokationen T EUR 10.284 (Vorjahr: T EUR 107) entfallen. Dieser Anstieg resultiert aus dem Erwerb der Sensile Medical, da in diesem Zusammenhang Technologien in Höhe von T EUR 394.910 erworben worden sind. Die angefallenen Kosten für Vorräte wurden während des Jahres in Höhe von T EUR 365.587 (Vorjahr: T EUR 348.364) aufwandswirksam erfasst.

(10) Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten

Die Vertriebskosten enthalten die Personal- und Sachkosten der Vertriebsorganisationen und der Distribution (unter anderem Frachten und Provisionen).# (11) Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
scroll in T EUR | 2018 | 2017
---|---|---
Erträge aus sonstigen Erstattungsansprüchen gegen Dritte und Erträge aus Transaktionsdienstleistungsverträgen | 13.303 | 4.224
Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten | 5.991 | 6.088
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 4.678 | 9.177
Einmalige Erträge | 1.086 | 279
Erträge aus Verschrottungen | 1.071 | 825
Erträge aus sonstigen Steuererstattungen | 57 | 2.547
Erträge aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 30 | 1.704
Erträge aus der Fair Value-Bewertung der Put-Option Triveni | - | 3.614
Währungsgewinne | 225 | 388
Sonstige Erträge | 3.555 | 4.794
Sonstige betriebliche Erträge | 29.996 | 33.640

Die Erträge aus sonstigen Erstattungsansprüchen gegen Dritte sind mit T EUR 9.000 im Wesentlichen auf eine einmalige, nicht wiederkehrende Entschädigung eines Inhalator-Kunden zurückzuführen, der aufgrund seiner Geschäftslage keine weiteren Aufträge in unserem Werk in Küssnacht, Schweiz, platzieren wird, da dessen Inhalationsgeschäft unter seinen Erwartungen liegt. Hierbei haben wir eine Gesamtentschädigung erhalten, die in etwa dem Deckungsbeitrag des betroffenen Werkes für das Geschäftsjahr 2018 entspricht. Darüber hinaus ist ein Erstattungsanspruch in Höhe von T EUR 2.611 gegen einen unserer Lieferanten in dieser Position ausgewiesen. Unter dieser Position sind weiterhin Erträge aus Transaktionsdienstleistungsverträgen aus abgeschlossenen Desinvestitionen in Höhe von T EUR 107 enthalten.

Die Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten in Höhe von T EUR 5.991 (Vorjahr: T EUR 6.088) resultieren aus in der Vergangenheit gebildeten Verbindlichkeiten, bei welchen eine Inanspruchnahme nicht mehr wahrscheinlich und das entsprechende Recht nicht mehr durchsetzbar ist, zum Beispiel aufgrund von Verjährung der Verbindlichkeit.

Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren im Wesentlichen aus nicht mehr benötigten in der Vergangenheit gebildeten Rückstellungen für Gewährleistungen. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Ausführungen unter Angabe (30).

Die einmaligen Erträge des aktuellen Geschäftsjahres stehen im Wesentlichen mit der Auflösung einer Rückstellung, welche für ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot eines ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Gerresheimer AG gebildet wurde, im Zusammenhang.

Währungsgewinne und -verluste aus der Umrechnung von operativen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie das Nettoergebnis aus der Marktbewertung von operativen derivativen Sicherungsinstrumenten, die der Absicherung von Grundgeschäften in Fremdwährung dienen, werden saldiert in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Währungsgewinne bzw. -verluste im Zusammenhang mit der Finanzierung werden saldiert im Finanzergebnis berichtet.

Der Posten "Sonstige Erträge" der sonstigen betrieblichen Erträge beinhaltet eine Vielzahl von Einzelposten aus dem operativen Geschäft: Mieterträge, Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen und ähnliche Erträge.

(12) Restrukturierungsaufwendungen

Als Restrukturierungsaufwendungen erfasst Gerresheimer Aufwendungen nach einem vom Management geplanten und überwachten Programm, das entweder ein Geschäftsfeld des Konzerns oder die Art, wie die Geschäftstätigkeit ausgeübt wird, wesentlich verändert. Aufgrund ihrer Bedeutung im Gerresheimer Konzern werden die Restrukturierungsaufwendungen gesondert von Aufwendungen ausgewiesen, die nicht aus Maßnahmen im vorstehenden Sinn resultieren.

Die in der Berichtsperiode ausgewiesenen Aufwendungen in Höhe von T EUR 11.274 resultieren aus zwei wesentlichen Sachverhalten. Zum einen sind hierin Aufwendungen aus der im 2. Quartal 2018 angekündigten Schließung unseres Werkes in Küssnacht, Schweiz, enthalten. Zum anderen hat das Management im Zuge der operativen und strategischen Planung entschieden, in Form einer Reorganisation des Geschäftsbereiches Plastics & Devices eine Anpassung der personellen Kapazitäten durchzuführen. Diese Reorganisation erfolgt aufgrund der strategischen Entscheidung, einerseits Kapazitäten in Osteuropa aufzubauen und andererseits Produktion in diese Region zu verlagern.

Die Restrukturierungsaufwendungen umfassen im Wesentlichen Aufwendungen für Abfindungen (siehe auch Angabe (30)).

Die im Vorjahr ausgewiesenen Aufwendungen in Höhe von T EUR 2.558 umfassen im Wesentlichen Aufwendungen aus einer beschlossenen und verkündeten Werkschließung im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass sowie weitere Portfoliobereinigungen im Zusammenhang mit der begonnenen Standardisierung und Optimierung der Standorte.

Im Geschäftsjahr 2018 ist ein Betrag von T EUR 424 im Zusammenhang mit der im Geschäftsjahr 2017 gebildeten Restrukturierungsrückstellung aufgelöst worden.

Restrukturierungsaufwendungen und Erträge aus der Auflösung von Restrukturierungsrückstellungen werden saldiert in den Restrukturierungsaufwendungen ausgewiesen.

(13) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
scroll in T EUR | 2018 | 2017
---|---|---
Einmalige Aufwendungen | 11.031 | 2.899
Forschung und Entwicklung | 2.919 | 3.508
Aufwendungen aus Netzentgelten | 1.352 | -
Aufsichtsratvergütungen und Auslagenerstattungen | 1.193 | 1.114
Aufwendungen aus der Fair Value-Bewertung der Put-Option Triveni | 1.120 | -
Verlust aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 302 | 269
Sonstige Aufwendungen | 2.106 | 860
Sonstige betriebliche Aufwendungen | 20.023 | 8.650

Einen wesentlichen Bestandteil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen stellen einmalige Aufwendungen in Höhe von T EUR 11.031 (Vorjahr: T EUR 2.899) dar. Die einmaligen Aufwendungen des aktuellen Geschäftsjahres stehen mit T EUR 5.479 vor allem im Zusammenhang mit den Veränderungen im Vorstand der Gerresheimer AG. Hierunter sind im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem unerwarteten Ausscheiden des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden aus dem Vorstand der Gerresheimer AG aus persönlichen Gründen enthalten, die wir bereits im 1. Quartal 2018 kommuniziert haben. Des Weiteren haben wir Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Ausscheiden eines weiteren Vorstands im Geschäftsjahr 2019 erfasst.

Weiterhin sind Aufwendungen in Höhe von T EUR 2.420 im Zusammenhang mit der angekündigten Schließung unseres Werkes in Küssnacht, Schweiz, enthalten, welche nicht als Restrukturierungsaufwendungen zu klassifizieren sind. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Aufwendungen im Zusammenhang mit der geplanten Produktionsverlagerung für die anderen Kunden dieses Werkes.

Außerdem beinhaltet diese Position Aufwendungen für geplante und teilweise erfolgreich abgeschlossene Akquisitionsprojekte in Höhe von T EUR 2.121 (Vorjahr: T EUR 881).

Aus der letztmaligen Fair Value-Bewertung der Put-Option zum 31. Mai 2018, welche auf dem lokalen EBITDA der Gesellschaft Triveni Polymers Private Ltd. (Neu-Delhi/Indien) für das zum 31. März 2018 endende Geschäftsjahr basiert, resultiert ein sonstiger betrieblicher Aufwand in Höhe von T EUR 1.120.

Darüber hinaus wurden im 3. Quartal 2018 von der Bundesnetzagentur alle stromintensiven Unternehmen, die eine Befreiung von den Netzentgelten nach § 19 Abs. 2 StromNEV in der Fassung vom 4. August 2011 beantragt haben, unter anderem auch die entsprechenden Tochterunternehmen der Gerresheimer AG, verpflichtet, die zu wenig gezahlten Netzentgelte für die Jahre 2012 und 2013 in Höhe von T EUR 1.352 nachzuentrichten.

Währungsgewinne und -verluste aus der Umrechnung von operativen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie das Nettoergebnis aus der Marktbewertung von operativen derivativen Sicherungsinstrumenten, die der Absicherung von Grundgeschäften in Fremdwährung dienen, werden saldiert in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Währungsgewinne bzw. -verluste im Zusammenhang mit der Finanzierung werden saldiert im Finanzergebnis berichtet.

Der Posten "Sonstige Aufwendungen" der sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhaltet eine Vielzahl von Einzelposten aus dem operativen Geschäft: Gebühren, sonstige Steuern und ähnliche Aufwendungen.

(14) Finanzergebnis

scroll in T EUR 2018 2017
Zinserträge 2.437 4.362
Zinsaufwendungen -29.746 -34.995
Sonstiges Finanzergebnis -4.953 -4.675
Finanzergebnis -32.262 -35.308
Davon: Nettozinsaufwand für leistungsorientierte Pensionspläne -2.770 -3.043

Unter der Position "Zinsaufwendungen" sind Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus der am 21. Mai 2018 planmäßig zurückgezahlten Schuldverschreibung, aus Schuldscheindarlehen, aus Finanzierungsleasing sowie für sonstige finanzielle Verbindlichkeiten enthalten.

Die Position "Sonstiges Finanzergebnis" enthält im Wesentlichen Währungsgewinne bzw. -verluste aus Finanzierungsgeschäften sowie die dazugehörigen Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften. Zinsen im Zusammenhang mit der Put-Option Triveni (T EUR 1.373; Vorjahr: T EUR 1.528) sind der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" zugeordnet.# Alle weiteren Erträge aus finanziellen Vermögenswerten betreffen die Kategorie "Kredite und Forderungen" und alle weiteren Aufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten die Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten".

(15) Ertragsteuern
scroll in T EUR | 2018 | 2017
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Tatsächliche Ertragsteuern | -30.941 | -41.721
Latente Ertragsteuern | 54.872 | -715
Ertragsteuern | 23.931 | -42.436

Die Ertragsteuern resultieren in einem Steuerertrag in Höhe von T EUR 23.931 und sind im laufenden Geschäftsjahr maßgeblich durch die Neubewertung der bilanzierten latenten Steuern unserer in den Konzern-Abschluss einbezogenen US-Tochterunternehmen aufgrund der am 22. Dezember 2017 unterzeichneten US-Steuerreform in Höhe von T EUR 44.767 sowie einem latenten Steuerertrag bei einer deutschen Tochtergesellschaft aufgrund der zukünftigen Nutzbarkeit vororganschaftlicher Verlustvorträge in Höhe von T EUR 8.732 beeinflusst. Ohne diese beiden einmaligen positiven Effekte in Höhe von T EUR 53.499, hätte sich ein Ertragsteueraufwand von T EUR 29.568 ergeben. Für das Geschäftsjahr 2018 ergäbe sich damit eine vergleichbare Steuerquote von 27,6 % (Vorjahr: 29,2 %). Die latenten Ertragsteuern, die im sonstigen Ergebnis verrechnet werden, führen zu einer Verminderung des Eigenkapitals in Höhe von T EUR 1.050 (Vorjahr: T EUR 1.473), wovon T EUR 1.050 (Vorjahr: T EUR 1.458) auf Ertragsteuern aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen entfallen. Ergänzende Angaben zu den latenten Steuern enthält Angabe (23).

Erwarteter und tatsächlicher Steueraufwand im Konzern unterscheiden sich aus den folgenden Gründen:
scroll in T EUR | 2018 | 2017
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Konzernergebnis vor Ertragsteuern | 107.197 | 145.488
Erwarteter Steueraufwand: 29 % (Vorjahr: 29%) | -31.087 | -42.192
Unterschiede: Verlustvorträge ohne aktive latente Steuern | -2.500 | -2.460
Abweichende Steuersätze Ausland | 7.238 | 3.569
Nicht abziehbare Aufwendungen | -1.494 | -2.995
Steuerfreie Erträge und steuerliche Vorteile | -186 | 1.913
Effekte aus Änderung der Steuersätze | 45.630 | 291
Veränderung Wertberichtigung auf aktive latente Steuern | 7.400 | -728
Steuern aus Vorperioden | -931 | 295
Sonstige | -139 | -129
Summe Unterschiede | 55.018 | -244
Ertragsteuern | 23.931 | -42.436
Steuerquote | -22,3 % | 29,2 %

Der Steuersatz in Deutschland beträgt unverändert zum Vorjahr 15,0 % Körperschaftsteuer zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer und durchschnittlich 13,0 % Gewerbesteuer, sodass sich ein kombinierter Steuersatz von ca. 29 % ergibt. Die Steuersätze für die Tochterunternehmen, die ihren Sitz nicht in Deutschland haben, variieren von 14,1 % bis 34,0 % (Vorjahr: 14,1 % bis 38,0 %). Für einige Tochterunternehmen in China gelten zeitlich befristete Steuerprivilegien, sodass hier ein Steuersatz von 15,0 % zur Anwendung kam.

Effekte aus Gewinnabführungsverträgen
Die steuerlichen Ergebnisse von 14 deutschen konsolidierten Organgesellschaften werden aufgrund der im Geschäftsjahr 2018 bestehenden ertragsteuerlichen Organschaft der Gerresheimer AG als Organträgerin zugerechnet. Mit Wirkung vom 1. Dezember 2018 wurden zwei ertragsteuerliche Organkreise in Deutschland geschaffen: Ein Organkreis der Gerresheimer AG mit der Gerresheimer Holdings GmbH und ein Organkreis der Gerresheimer Group GmbH mit den restlichen deutschen konsolidierten Tochtergesellschaften. Die Bildung des Organkreises der Gerresheimer Group GmbH ermöglicht die Nutzung von Verlustvorträgen der Gerresheimer Group GmbH in folgenden Geschäftsjahren und führte insoweit zu einer Neubewertung von aktiven latenten Steuern auf diese Verlustvorträge im Geschäftsjahr 2018. Dies hatte einen positiven Effekt in Höhe von T EUR 8.732 auf die latenten Steuern im Geschäftsjahr 2018.

Latente Steuern auf Verlustvorträge
Bei Tochterunternehmen der Gerresheimer AG sind auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von T EUR 75.400 (Vorjahr: T EUR 126.759) keine aktiven latenten Steuern gebildet worden, da mit einer künftigen Nutzung dieser Verlustvorträge innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht gerechnet wird. Darin enthalten sind körperschaftsteuerliche Verlustvorträge von T EUR 11 (Vorjahr: T EUR 27.892) und gewerbesteuerliche Verlustvorträge von T EUR 15.151 (Vorjahr: T EUR 47.868) bei inländischen Tochtergesellschaften. Bei ausländischen Konzerngesellschaften wurden trotz Verlusten im laufenden Jahr bzw. im Vorjahr aktive latente Steuern in Höhe von T EUR 9.344 (Vorjahr: T EUR 5.421) auf Verlustvorträge gebildet, da die Unternehmen von zukünftigen steuerlichen Gewinnen ausgehen. Es besteht hinreichende Sicherheit, dass die Verlustvorträge realisiert werden können. Zeitlich begrenzte Verlustvorträge in Höhe von T EUR 39.170, die im Zeitraum von 2019 bis 2025 nutzbar sind, betreffen ausschließlich ausländische Gesellschaften. Für zu versteuernde temporäre Differenzen bei Anteilen an vollkonsolidierten Tochterunternehmen in Höhe von T EUR 34.769 (Vorjahr: T EUR 31.703) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da die Gerresheimer AG den Zeitpunkt der Umkehr der temporären Differenzen steuern kann und sich die Differenzen in absehbarer Zeit voraussichtlich nicht umkehren werden.

(16) Ergebnis je Aktie
Bei der Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie wird das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Stammaktien dividiert. In den Geschäftsjahren 2018 und 2017 wurden keine neuen Aktien ausgegeben, sodass die gewichtete durchschnittliche Anzahl der umlaufenden Aktien in beiden Geschäftsjahren 31.400.000 Stück beträgt. Das Phantom Stocks-Programm (siehe Angabe (29)) eröffnet der Gerresheimer AG bei Erreichen der Ausübungshürde das Wahlrecht, den Vergütungsanspruch der Begünstigten durch Ausgabe von Aktien der Gerresheimer AG oder durch Leistung einer Barzahlung zu erfüllen. Da die Gesellschaft einen Barausgleich beabsichtigt, geht von dem Vergütungsprogramm kein Verwässerungseffekt aus. Options- oder Wandlungsrechte bestehen nicht. Das verwässerte und das unverwässerte Ergebnis je Aktie stimmen demnach überein.

scroll in T EUR 2018 2017
Konzernergebnis 131.128 103.052
Davon: Ergebnisanteile der Anteilseigner des Mutterunternehmens 128.965 100.887
Davon: Ergebnisanteil von nicht beherrschenden Anteilen 2.163 2.165
scroll in Tausend 2018 2017
Gewichtete durchschnittliche Anzahl Stammaktien 31.400 31.400
scroll in EUR 2018 2017
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie 4,11 3,21

SONSTIGE INFORMATIONEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(17) Personalaufwand
Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
scroll in T EUR | 2018 | 2017
---|---|---
Löhne und Gehälter | 348.401 | 328.646
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung | 60.662 | 58.881
Aufwendungen für Altersversorgung | 2.118 | 5.150
Personalaufwand | 411.181 | 392.677

Im Geschäftsjahr 2018 waren durchschnittlich 9.887 Mitarbeiter (Vorjahr: 9.791) für den Gerresheimer Konzern tätig. Davon waren 2.424 Angestellte (Vorjahr: 2.260), 7.251 Arbeiter (Vorjahr: 7.308) und 212 Auszubildende (Vorjahr: 223).

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-BILANZ

(18) Immaterielle Vermögenswerte
Die immateriellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
scroll in T EUR | Zum 30. November 2018 | Buchwert Vorjahr | Veränderung des Konsolidierungskreises | Währungsumrechnung | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | Planmäßige Abschreibungen | Buchwert
---|---|---|---|---|---|---|---|---|---
Geschäftswerte | 656.783 | 418.141 | 5.014 | 8.790 | - | - | - | - 40.607 | 670.587
Kundenbeziehungen, Markenrechte, Technologien und ähnliche Werte | 6.460 | 19.845 | 398.431 | 13.302 | - | - | - | - 1.042 | 25.127
Entwicklungskosten | 1.101.229 | - | 21.875 | -6 | - | 1.264 | -3.424 | - 3.148 | 20.698
Sonstige Immaterielle Vermögenswerte | - | 425.320 | - | 22.084 | 3.948 | 24 | 79 | - 44.797 | 1.505.679
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 674.437 | 1.064.735 | - | - | - | - | - | - | 1.817.728
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | 3.850 | 275.468 | - | - | - | - | - | - | 312.049
Buchwert | 670.587 | 789.267 | 25.127 | 20.698 | 1.505.679 | - | - | - | -

scroll in T EUR Zum 30. November 2017 Buchwert Vorjahr Währungsumrechnung Zugänge Abgänge Umbuchungen Planmäßige Abschreibungen Buchwert
Geschäftswerte 687.750 497.069 -30.967 - - - - 33.540 656.783
Kundenbeziehungen, Markenrechte, Technologien und ähnliche Werte 3.248 5.835 -45.388 3.632 - -82 - 348 418.141
Entwicklungskosten 1.193.902 - 10 16.023 4 120 - 2.064 19.845
Sonstige Immaterielle Vermögenswerte - - -65 - - 38 - 425.320
Anschaffungs- und Herstellungskosten 660.633 649.414 - - - - - 1.371.642
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 3.850 231.273 - - - - - 270.413
Buchwert 656.783 418.141 6.460 19.845 1.101.229 - - -

Wesentliche immaterielle Vermögenswerte resultieren aus Unternehmensakquisitionen. Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind überwiegend in den Vertriebskosten enthalten. Während Markenrechte - mit Ausnahme bei zwei Gesellschaften - eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, werden die übrigen identifizierbaren Vermögenswerte bis maximal 2035 abgeschrieben sein.

Die Geschäftswerte sind sechs (Vorjahr: fünf) zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet:
scroll in T EUR | 30.11.2018 | 30.11.2017
---|---|---
Plastics & Devices | |
Plastic Packaging | 87.882 | 91.365
Medical Systems | 115.468 | 115.468
Centor | 271.517 | 260.289
Primary Packaging | |
Glass | 64.386 | 63.341
Moulded | 126.320 | 126.320
Advanced Technologies | |
Sensile Medical | 5.014 | -
Geschäftswerte | 670.587 | 656.783

Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäftswerte erfolgt für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf der Grundlage der vom Vorstand verabschiedeten Unternehmensplanung für die Jahre 2019 bis 2023 (Vorjahr: 2018 bis 2022), die historische Entwicklungen und aktuelle Markterwartungen berücksichtigt. Für die nachhaltige Entwicklung der Folgejahre wurde, wie im Vorjahr, eine Wachstumsrate von 1,0 % berücksichtigt. Gerresheimer ermittelt den erzielbaren Betrag als Nutzungswert unter Verwendung von Cash Flow-Prognosen, die auf der Unternehmensplanung für die Jahre 2019 bis 2023 basieren. Die Diskontierung der zukünftigen Cash Flows erfolgt mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital).## Zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten

Zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten wurde der Beta-Faktor auf Basis einer Gruppe von vergleichbaren Unternehmen (Peer Group) abgeleitet. Die Fremdkapitalkosten wurden entsprechend einer Auswertung der in Anspruch genommenen Finanzierungs- und Kreditlinien angesetzt. Mittels einer Sensitivitätsanalyse wurden die Auswirkungen einer möglichen Erhöhung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten auf die Werthaltigkeit der Geschäftswerte überprüft. Ausgehend von den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern wurden mittels eines iterativen Verfahrens die gewichteten Kapitalkosten vor Steuern ermittelt, die sich für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wie folgt darstellen:

scroll in % 2018 2017
Plastics & Devices
Plastic Packaging 6,0 6,2
Medical Systems 6,7 6,8
Centor 5,1 5,7
Primary Packaging
Glass Converting 6,0 6,1
Moulded Glass 6,3 6,3
Advanced Technologies
Sensile Medical 4,8 -

Aus der Werthaltigkeitsprüfung für die Geschäftswerte hat sich, wie im Vorjahr, kein Abwertungsbedarf ergeben. Die Veränderung der dargestellten Buchwerte der Geschäftswerte der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ergibt sich neben dem Zugang von T EUR 5.014 durch die Akquisition von Sensile Medical ausschließlich aus Währungseffekten. Bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten führt nach Ansicht der Unternehmensleitung keine nach vernünftigem Ermessen für möglich gehaltene Änderung der zur Bestimmung des Nutzungswertes getroffenen Grundannahmen dazu, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihren erzielbaren Betrag wesentlich übersteigt. Die zum 30. November 2018 bestehenden Markenrechte sind mit T EUR 24.676 (Vorjahr: T EUR 25.228) dem Geschäftsbereich Plastics & Devices und mit T EUR 3.374 (Vorjahr: T EUR 0) dem Geschäftsbereich Advanced Technologies zuzurechnen. Die Markenrechte haben - mit Ausnahme bei zwei Gesellschaften - eine unbestimmte Nutzungsdauer und werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer haben zum 30. November 2018 einen Buchwert von T EUR 21.358 (Vorjahr: T EUR 21.858) und entfallen vollständig auf den Geschäftsbereich Plastics & Devices. Die Veränderung der Buchwerte der Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer ergibt sich ausschließlich aus Währungseffekten. Im Geschäftsjahr 2018 wurden T EUR 2.919 (Vorjahr: T EUR 3.508) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Der Konzern hat Entwicklungskosten im Umfang von T EUR 1.264 (Vorjahr: T EUR 3.632) aktiviert. Unter der Position "Sonstige" sind im Wesentlichen Lizenzen, insbesondere für ein integriertes, passives Spritzensicherheitssystem und ein neues Produktportfolio vorfüllbarer, steriler Injektionsfläschchen Gx(r) RTF Vials und das dazugehörige technologische Know-how, Standard-EDV-Programme sowie geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte erfasst.

(19) Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die Sachanlagen und die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien setzen sich wie folgt zusammen:

scroll in T EUR Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten (betrieblich genutzt) Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen und Maschinen Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Sachanlagen Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Zum 30. November 2018
Buchwert 174.425 316.519 26.389 85.244 602.577 5.732
Veränderung des Konsolidierungskreises - - 689 - 689 -
Währungsumrechnung -749 -1.335 -278 -423 -2.785 -
Zugänge 2.281 20.157 5.146 81.917 109.501 -
Abgänge 20 393 78 37 528 -
Umbuchungen 2.855 53.455 2.604 -55.376 3.538 -166
Planmäßige Abschreibungen 8.342 73.884 8.173 20 90.419 -
Wertminderungen 9 1.654 182 - 1.845 -
Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen - - - - - -955
Buchwert 170.441 312.865 26.117 111.305 620.728 4.611
Anschaffungs- und Herstellungskosten 252.724 813.630 91.064 111.421 1.268.839 5.335
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 82.283 500.765 64.947 116 648.111 724
Buchwert 170.441 312.865 26.117 111.305 620.728 4.611
Zum 30. November 2017
Buchwert 180.025 332.902 27.480 69.762 610.169 5.732
Währungsumrechnung -2.202 -10.328 -532 -2.847 -15.909 -
Zugänge 3.109 27.211 4.812 63.778 98.910 -
Abgänge 338 578 48 692 1.656 -
Umbuchungen 2.348 40.144 2.227 -44.757 -38 -
Planmäßige Abschreibungen 8.489 72.823 7.550 - 88.862 -
Wertminderungen 28 9 - - 37 -
Buchwert 174.425 316.519 26.389 85.244 602.577 5.732
Anschaffungs- und Herstellungskosten 246.194 752.068 85.430 85.341 1.169.033 6.714
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 71.769 435.549 59.041 97 566.457 982
Buchwert 174.425 316.519 26.389 85.244 602.577 5.732

Die Sachanlagen enthalten in Höhe von T EUR 8.086 (Vorjahr: T EUR 8.503) geleaste Vermögenswerte. Sie beinhalten zum Ende der Berichtsperiode in Höhe von T EUR 6.082 (Vorjahr: T EUR 6.378) Produktions-, Lager- und Verwaltungsgrundstücke sowie -gebäude, in Höhe von T EUR 1.859 (Vorjahr: T EUR 1.942) technische Anlagen und Maschinen und in Höhe von T EUR 145 (Vorjahr: T EUR 183) sonstige Sachanlagen. Im Eigentum des Konzerns stehende Grundstücke und Gebäude mit einem Buchwert zum 30. November 2018 in Höhe von T EUR 1.610 (Vorjahr: T EUR 1.994) wurden als Sicherung für den Fall begeben, dass die vorherigen Eigentümer der betreffenden Konzerngesellschaft ihren Verbindlichkeiten gegenüber der Steuerbehörde nicht nachkommen. Bei den begebenen Sicherheiten besteht ein vollständiges Rückgriffsrecht auf die Hauptschuldner und somit kein Risiko für den Gerresheimer Konzern, aus diesen Sicherheiten in Anspruch genommen zu werden. Bei den nicht betrieblich genutzten Grundstücken im Sinne von IAS 40 "Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien" handelt es sich um Erbbaugrundstücke mit einem Buchwert von T EUR 2.062 (Vorjahr: T EUR 2.062) und einem beizulegenden Zeitwert von T EUR 4.080 (Vorjahr: T EUR 4.080) sowie nicht betriebsnotwendiges Grundvermögen. Der beizulegende Zeitwert der Erbbaugrundstücke wird auf Basis unterschiedlicher Informationen ermittelt, zu denen vergangene Verkäufe, Bodenrichtwerte und externe Gutachten gehören. Bei den sonstigen nicht betriebsnotwendigen Grundstücken entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten. Die Mieteinnahmen aus den als Finanzinvestition gehaltenen Grundstücken betragen im Geschäftsjahr 2018 T EUR 28 (Vorjahr: T EUR 44). Die Aufwendungen in Höhe von T EUR 18 (Vorjahr: T EUR 41) entfallen in vollem Umfang auf als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, mit denen während der Periode Mieteinnahmen erzielt wurden. Ein im Eigentum unserer Gesellschaft in Küssnacht, Schweiz, befindliches Grundstück mit einem Buchwert zum 30. November 2018 in Höhe von T EUR 955 wird als zur Veräußerung gehaltener langfristiger Vermögenswert in der Konzern-Bilanz ausgewiesen. Zum aktuellen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass dieses Grundstück im Zuge der Schließung des Standortes innerhalb der nächsten zwölf Monate verkauft wird. Die Wertminderungen entfallen mit 96,5 % (Vorjahr: 100,0 %) auf den Geschäftsbereich Plastics & Devices sowie mit 3,5 % (Vorjahr: 0,0 %) auf den Geschäftsbereich Primary Packaging Glass. Die Wertminderungen stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Inhalator-Kunden, der aufgrund seiner Geschäftslage keine weiteren Aufträge in unserem Werk in Küssnacht, Schweiz, platzieren wird, da dessen Inhalationsgeschäft unter seinen Erwartungen liegt.

(20) Anteile an at equity bewerteten Unternehmen

Die folgende Tabelle fasst aggregierte Finanzinformationen der nicht wesentlichen at equity bewerteten Unternehmen zusammen. Bei diesen Unternehmen handelt es sich um die Gesellschaften Gerresheimer Tooling LLC, Peachtree City (Georgia/USA), und PROFORM CNC Nastrojarna spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechische Republik):

scroll in T EUR 30.11.2018 30.11.2017
Vermögenswerte 2.827 1.601
Eigenkapital 971 1.035
Schulden 1.856 566
Umsatzerlöse 2.825 2.808
Jahresergebnis 307 326

Die Anteile an at equity bewerteten Unternehmen haben sich wie folgt entwickelt:

scroll in T EUR Anteile an at equity bewerteten Unternehmen
Zum 30. November 2018
Buchwert 252
Vorjahr 262
Währungsumrechnung 11
Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen 34
Buchwert 297
Zum 30. November 2017
Buchwert 262
Ausschüttung -78
Währungsumrechnung -25
Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen 93
Buchwert 252

(21) Finanzielle Vermögenswerte

Die finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

scroll 30.11.2018 30.11.2017
in T EUR Total Davon kurzfristig
Marktwerte derivativer Finanzinstrumente 204 204
Beteiligungen 400 -
Erstattungsansprüche für Pensionsleistungen 3.474 251
Erstattungsansprüche gegenüber Dritten 10.204 10.204
Sonstige Ausleihungen 1.630 1.570
Sonstige 5.796 5.796
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 21.708 18.025
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 273.531 273.531
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 80.570 80.570
Finanzielle Vermögenswerte 375.809 372.126

In der Position "Sonstige" sind vorwiegend Wechselforderungen sowie Forderungen aus Rückvergütungsvereinbarungen enthalten. Zum Abschlussstichtag waren, wie auch im Vorjahr, die sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die weder überfällig noch wertgemindert sind, in voller Höhe werthaltig, und keiner der nicht wertgeminderten finanziellen Vermögenswerte war überfällig. Aufgrund des für das Geschäftsjahr 2019 geplanten Erwerbs eines Grundstücks in der Schweiz wird das im Vorjahr in den langfristigen sonstigen Ausleihungen ausgewiesene Mieterdarlehen, welches mit dem Kaufpreis verrechnet werden kann, zum 30. November 2018 in Höhe von T EUR 1.537 vollständig in den kurzfristigen sonstigen Ausleihungen ausgewiesen.Auf Beteiligungen wurden im Geschäftsjahr, wie auch im Vorjahr, keine Wertberichtigungen gebildet. Der Buchwert der im Konzern-Abschluss erfassten finanziellen Vermögenswerte stellt das maximale Ausfallrisiko des Konzerns dar. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren im Geschäftsjahr 2018 in Höhe von rund 24 % (Vorjahr: rund 25 %) durch Kreditversicherungen abgedeckt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten aktivische Salden aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen in Höhe von T EUR 55.611 (Vorjahr: T EUR 24.843). Zur näheren Erläuterung der Marktwerte derivativer Finanzinstrumente verweisen wir auf die Ausführungen in Angabe (34).

(22) Sonstige Forderungen

Die sonstigen Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:

30.11.2018 30.11.2017
in T EUR in T EUR
Total Davon kurzfristig Davon langfristig Total Davon kurzfristig Davon langfristig
Sonstige Steuerforderungen 13.920 13.022 898 9.575 8.684 891
Vorauszahlungen 5.587 4.634 953 3.256 3.220 36
Sonstige Vermögenswerte 5.189 4.169 1.020 6.351 5.684 667
Sonstige Forderungen 24.696 21.825 2.871 19.182 17.588 1.594

Der Anstieg der sonstigen Steuerforderungen entfällt im Wesentlichen auf höhere Vorsteuererstattungsansprüche aus verschiedenen Investitionsprojekten zum Geschäftsjahresende. In den Vorauszahlungen sind im Wesentlichen Zahlungen vor dem Abschlussstichtag für Wartungs-, Steuer-, Personal- und Versicherungsaufwendungen des folgenden Geschäftsjahres sowie geleistete Zahlungen im Zusammenhang mit der Verlängerung eines Liefervertrages mit einem Großkunden abgegrenzt.

(23) Latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:

30.11.2018 30.11.2017
in T EUR in T EUR
Voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten realisiert Voraussichtlich nach 12 Monaten realisiert Voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten realisiert Voraussichtlich nach 12 Monaten realisiert
Steuervorteile
Steuerliche Verlustvorträge 10.161 11.709 268 9.972
Temporäre Unterschiede
Vorräte 709 - 999 -
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 138 - 209 -
Pensionsrückstellungen 664 20.862 805 25.211
Sonstige Rückstellungen 5.214 1.795 6.899 1.034
Verbindlichkeiten und sonstige Schulden 1.853 1.398 2.283 1.535
Cash Flow Hedge - 2 2 9.349
26.126 11.676 30.565 19.510
Aktive latente Steuern 19.495 37.835 11.030 40.537

Die passiven latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:

30.11.2018 30.11.2017
in T EUR in T EUR
Voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten realisiert Voraussichtlich nach 12 Monaten realisiert Voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten realisiert Voraussichtlich nach 12 Monaten realisiert
Temporäre Unterschiede
Langfristige Vermögenswerte 8.971 188.781 7.378 170.459
Vorräte 2.222 82 2.906 87
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 2.481 680 1.433 717
Sonstige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.740 755 1.120 890
15.414 190.298 12.837 172.153
Passive latente Steuern 167.862 143.539

Die aktiven und passiven latenten Steuern werden pro Gesellschaft bzw. steuerlichem Organkreis saldiert, sofern sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen, und Gerresheimer ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden zusteht.

(24) Vorräte

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

in T EUR 30.11.2018 30.11.2017
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 52.944 49.921
Unfertige Erzeugnisse/Leistungen 16.078 14.993
Fertige Erzeugnisse und Waren 97.749 81.381
Geleistete Anzahlungen 4.719 2.067
Vorräte 171.490 148.362

Der Aufwand aus der Wertminderung von Vorräten beträgt im Geschäftsjahr T EUR 3.978 (Vorjahr: T EUR 7.541). Bei Wegfall der Gründe, die zu einer Abwertung geführt haben, wird eine Wertaufholung vorgenommen. Die Wertaufholungen betragen im Geschäftsjahr T EUR 264 (Vorjahr: T EUR 839) und sind im Wesentlichen auf den Anstieg des Nettoveräußerungswertes ursprünglich wertgeminderter fertiger Erzeugnisse und Waren zurückzuführen. Hinsichtlich des Betrages der im Berichtszeitraum aufwandswirksam erfassten Vorräte verweisen wir auf Angabe (9). Zum 30. November 2018 waren, wie im Vorjahr, keine Vorräte als Sicherheiten für Schulden verpfändet.

(25) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

in T EUR 30.11.2018 30.11.2017
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 275.446 244.541
Abzüglich Wertminderungen 1.915 1.857
Nettoforderungen aus Lieferungen und Leistungen 273.531 242.684

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten die folgenden Salden aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen:

in T EUR 30.11.2018 30.11.2017
Angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Auftragsgewinne 118.611 84.636
Abzüglich Teilabrechnungen 63.000 60.408
Nettoforderungen aus Fertigungsaufträgen 55.611 24.228
Davon: Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo 55.611 24.843
Davon: Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo (sonstige Verbindlichkeiten) - 615

Auf zweifelhafte Forderungen werden Wertberichtigungen gebildet. Die Angemessenheit der Wertminderungen auf zweifelhafte Forderungen beurteilt Gerresheimer anhand der Fälligkeitsstruktur der Forderungen, der Erfahrungen mit Ausbuchungen von Forderungen in der Vergangenheit, der Bonität des Kunden sowie der Veränderungen des Zahlungsverhaltens. Zum Abschlussstichtag stellt sich die Altersstruktur der nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt dar:

in T EUR 30.11.2018 30.11.2017
Buchwert 273.531 242.684
Wertberichtigungen auf Portfoliobasis 884 962
Einzelwertberichtigungen 1.031 895
Bruttobuchwert der einzelwertberichtigten Forderungen -1.096 -972
Nicht wertgeminderte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 274.350 243.569
Davon zum Abschlussstichtag nicht überfällig 252.392 227.581
überfällig bis 30 Tage 14.437 8.635
überfällig zwischen 31 und 60 Tagen 2.477 2.471
überfällig zwischen 61 und 90 Tagen 2.048 2.340
überfällig zwischen 91 und 120 Tagen 910 1.249
überfällig über 120 Tage 2.086 1.293
274.350 243.569

Der Bruttobuchwert der einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beträgt T EUR 1.096 (Vorjahr: T EUR 972). Die zugehörige Einzelwertberichtigung beläuft sich auf T EUR 1.031 (Vorjahr: T EUR 895), sodass sich ein Nettobuchwert der einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von T EUR 65 (Vorjahr: T EUR 77) ergibt.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen stellt sich wie folgt dar:

in T EUR 2018 2017
Stand 1. Dezember 1.857 2.155
Zuführung 531 335
Inanspruchnahme -120 -128
Auflösung -288 -393
Währungsumrechnung -65 -112
Stand 30. November 1.915 1.857

(26) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die flüssigen Mittel umfassen Bargeld und kurzfristig verfügbare Bankguthaben, die keinen Wertschwankungen unterliegen.

(27) Eigenkapital und nicht beherrschende Anteile

Zum 30. November 2018 beträgt das gezeichnete Kapital T EUR 31.400 und die Kapitalrücklage T EUR 513.827. Damit sind die Beträge unverändert zum Abschlussstichtag des Vorjahres. Die Kapitalrücklage enthält Agio-Beträge aus der Börsenplatzierung im Jahr 2007 sowie Einlagen der Gesellschafter aus den Jahren 2004 und 2007. Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt zum Abschlussstichtag 31.400.000 mit einem Nennwert von jeweils EUR 1,00. Im Berichtsjahr wurde eine Dividende von T EUR 34.540 für das Geschäftsjahr 2017 ausgeschüttet. Dies entspricht einer Dividende von EUR 1,10 je Stückaktie.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG werden der Hauptversammlung am 6. Juni 2019 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 1,15 je Aktie (Vorjahr: EUR 1,10 je Aktie) für das Geschäftsjahr 2018 auszuschütten. Dies entspricht einem Dividendenbetrag von T EUR 36.110 und einer Steigerung gegenüber der Vorjahresdividende um 4,5 %. Die Ausschüttungsquote beträgt 20,3 % (Vorjahr: 27,1 %) des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen von T EUR 177.998 (Vorjahr: T EUR 127.459). Diese Ausschüttung bewegt sich im Rahmen unserer Dividendenpolitik, in Abhängigkeit vom operativen Unternehmenserfolg zwischen 20 % und 30 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen an unsere Aktionäre auszuschütten. Nachdem im aktuellen Geschäftsjahr die Akquisition der Sensile Medical erfolgreich abgeschlossen wurde und sich damit der Adjusted EBITDA Leverage temporär auf über 3,0x erhöht hat, haben wir uns für eine Ausschüttung am unteren Ende unserer Dividendenpolitik entschieden. Des Weiteren wird vorgeschlagen, den verbleibenden Bilanzgewinn der Gesellschaft von T EUR 149.777 auf neue Rechnung vorzutragen. Damit profitieren die Aktionäre der Gerresheimer AG vom Geschäftserfolg des Gerresheimer Konzerns.

in EUR 2018 2017
Bilanzgewinn vor Ausschüttung der Dividende 185.886.668,78 152.607.004,84
Ausschüttung Dividende 36.110.000,00 34.540.000,00
Vortrag auf neue Rechnung 149.776.668,78 118.067.004,84

(28) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Im Gerresheimer Konzern bestehen in verschiedenen Ländern Pensionspläne, jedoch machen die Pensionspläne in Deutschland und die Pensions- und Fürsorgepläne (Krankenversicherung für Ruheständler) in den USA 91,3 % der gesamten weltweiten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen des Gerresheimer Konzerns aus. In die leistungsorientierten deutschen Pensionspläne werden, von Einzelfällen abgesehen, keine neuen Arbeitnehmer mehr aufgenommen. Infolgedessen befinden sich die deutschen Pläne in einem Abwicklungsprozess mit im Laufe der Zeit abnehmenden Pensionsverpflichtungen. Die Pensionszusagen basieren in der Regel auf Beschäftigungsdauer, Entgelt und Position der Mitarbeiter. So werden in Abhängigkeit vom Gehalt pro Dienstjahr Rentenansprüche erworben. Die Pensionszusagen der Vorstandsmitglieder, die vor dem 10.# February 2015 bestellt worden sind und daher leistungsorientierte Zusagen zur Altersabsicherung erhalten, werden grundsätzlich über einen Pensionsfonds bzw. eine Unterstützungskasse finanziert. Sollte das Vermögen des Pensionsfonds bzw. der Unterstützungskasse zum Zeitpunkt des Eintritts des Versorgungsfalles nicht ausreichen, besteht eine Nachschusspflicht für den Versorgungsverpflichteten. Weitere Details zu den Pensionsplänen der Vorstände enthält der Vergütungsbericht des Konzern-Lageberichts. Die leistungsorientierten US-Pensionspläne wurden geschlossen und die Leistungen festgeschrieben. Diese Pensionspläne werden über externe Kapitalanlagen (Planvermögen) finanziert. Jährliche Beitragszahlungen finanzieren die Pensionspläne. Bei allen neuen US-Pensionsplänen handelt es sich um beitragsorientierte Versorgungspläne, um die Risiken veränderter Kapitalmarktbedingungen und des demografischen Wandels für den Gerresheimer Konzern zu begrenzen. Darüber hinaus werden medizinische Leistungen für Ruheständler, die in den USA ansässig sind, bezuschusst. Im Rahmen dieser Programme wird den Ruheständlern ein bestimmter Prozentsatz der erstattungsfähigen medizinischen Aufwendungen gewährt. Die Fürsorgepläne in den USA wurden geschlossen und die Leistungen festgeschrieben. Dadurch wurde das Risiko ständig steigender Erstattungsbeträge durch den Gerresheimer Konzern begrenzt. Änderungen in den gesetzlichen Rahmenbedingungen können zu Änderungen in den Versorgungsplänen führen.

Die Pensionsrückstellung entwickelte sich wie folgt:

in T EUR 2018 2017
Stand 1. Dezember 158.684 173.211
Inanspruchnahme -11.857 -12.262
Zuführung 3.142 6.414
Veränderung Konsolidierungskreis 9.520 -
Neubewertung -5.362 -4.990
Währungsumrechnung 1.399 -3.678
Veränderung Vermögensüberhang aus Planvermögen - -11
Stand 30. November 155.526 158.684
Davon: Kurzfristig 13.943 13.580

Rückstellungen in Höhe von T EUR 1 16.953 (Vorjahr: T EUR 126.813) resultieren aus verschiedenen Versorgungsplänen und Einzelvereinbarungen bei deutschen Tochterunternehmen, T EUR 38.573 (Vorjahr: T EUR 32.501) beziehen sich auf ausländische Tochterunternehmen und dabei im Wesentlichen auf US-Tochterunternehmen. Die Rückstellung enthält auch die Verpflichtungen der US-Tochterunternehmen zur teilweisen Übernahme der Krankheitskosten der Mitarbeiter nach Eintritt in den Ruhestand. Die Finanzierung erfolgt überwiegend durch planmäßige Ansammlung von Pensionsrückstellungen in den Gesellschaften. Externe Fonds, die den Anforderungen an ein Planvermögen entsprechen, liegen im Inland sowie im Ausland vor.

Der Berechnung der Pensionsrückstellung und des Planvermögens liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

in % Inland 30.11.2018 Inland 30.11.2017 Ausland 30.11.2018 Ausland 30.11.2017
Rechnungszins 1,58 1,45 1,06 - 8,19
Gehaltstrend 0,80 - 7,15 3,25 3,25
Rententrend 0,62 - 6,63 0,50 - 6,55
Krankheitskostentrend 1,00 1,00 - -

Die Ermittlung des Rechnungszinses orientiert sich an der Entwicklung von qualitativ hochwertigen Unternehmensanleihen. Bei den inländischen Versorgungsverpflichtungen wurde als biometrische Grundlage für die Bewertung die Richttafel von Prof. Dr. Heubeck RT 2018 G verwendet. Bei den ausländischen Tochterunternehmen wurden aktuelle landesspezifische biometrische Annahmen zugrunde gelegt. Die erwartete Einkommensentwicklung umfasst erwartete Entgelt- und Einkommenssteigerungen.

Der Barwert der Versorgungsverpflichtung hat sich wie folgt entwickelt:

in T EUR 30.11.2018 30.11.2017
Stand 1. Dezember 210.495 227.556
Laufender Dienstzeitaufwand 2.530 2.847
Zinsaufwand für Versorgungsansprüche 4.008 4.188
Mitarbeiterbeiträge 714 533
Rentenzahlungen -17.518 -15.196
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste -7.073 -2.298
Finanzielle Annahmen -6.777 -711
Demografische Annahmen 341 -181
Erfahrungsbedingte Annahmen -637 -1.406
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -2.319 -
Veränderung Konsolidierungskreis 27.077 -
Verwaltungskosten 361 431
Abgeltungen -1.145 -18
Währungsumrechnung und übrige Veränderungen 3.160 -7.548
Stand 30. November 220.290 210.495
Die Veränderung des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:
in T EUR 30.11.2018 30.11.2017
Stand 1. Dezember 51.811 54.356
Mit dem Rechnungszins kalkulierter Ertrag des Planvermögens 1.238 1.145
Betrag, um den der tatsächliche den kalkulierten Ertrag des Planvermögens übersteigt -1.711 2.692
Mitarbeiterbeiträge 714 533
Arbeitgeberbeiträge 1.557 1.409
Rentenzahlungen -7.218 -4.454
Veränderung Konsolidierungskreis 17.557 -
Abgeltungen -945 -
Währungsumrechnung und übrige Veränderungen 1.761 -3.870
Stand 30. November 64.764 51.811
Das Planvermögen zur Deckung der Pensionsverpflichtungen setzt sich zum Abschlussstichtag wie folgt zusammen:
Inland Planvermögen mit Marktpreisnotierung 30.11.2018 30.11.2017 Ausland Planvermögen mit Marktpreisnotierung 30.11.2018 30.11.2017
Aktien (direkt gehalten) 5.029 5.111 42.302 26.343
Festverzinsliche Wertpapiere 890 2.230 13.837 11.817
Liquidität 4.106 2.848 18.013 10.160
Versicherungsverträge 33 33 2.555 1.806
Immobilien - - 2 50
Sonstige - - 4.397 -
Planvermögen ohne Marktpreisnotierung 6.215 5.870 11.218 14.487
Versicherungsverträge 6.139 5.791 11.218 14.487
Sonstige 76 79 - -
Planvermögen 11.244 10.981 53.520 40.830

Die im nächsten Geschäftsjahr in das Planvermögen einzuzahlenden Beiträge werden auf T EUR 1.427 geschätzt. Die Finanzierung erfolgt im Wesentlichen durch den Arbeitgeber. Die wesentlichen mit Planvermögen finanzierten Pensionspläne bestehen in der Schweiz (T EUR 30.488), in den USA (T EUR 22.622) und in Deutschland (T EUR 11.244). Die Kapitalanlagepolitik dieser Pläne richtet sich innerhalb der aufsichtsrechtlichen Rahmenvorgaben an der Risikostruktur der eingegangenen Verpflichtungen aus. In der Schweiz liegen zwei Pläne vor. Zum einen wurde eine Vollversicherung zur Deckung der versicherungs- und anlagetechnischen Risiken abgeschlossen. Hier erfolgt die Finanzierung in gleichen Teilen durch Beiträge der Arbeitnehmer und des Arbeitgebers. Aus der Anlagepolitik dieser Sammelstiftung erwartet Gerresheimer eine Kapitalverzinsung, die langfristig die dauerhafte Erfüllung der Verpflichtungen aus den Leistungszusagen gewährleistet. Darüber hinaus finanziert Gerresheimer eine weitere, nicht vollfinanzierte Pensionskasse, bei der Risiken aus der Vermögensverwaltung und Langlebigkeit der Bezugsberechtigten bei Gerresheimer verbleiben.

# Der insgesamt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Pensionsaufwand ermittelt sich wie folgt:
in T EUR 2018 2017
Laufender Dienstzeitaufwand 2.530 2.847
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -2.319 -
Abgeltungen -200 93
Dienstzeitaufwand 11 2.940
Zinsaufwand für Versorgungsansprüche 4.008 4.188
Kalkulierter Ertrag des Planvermögens -1.238 -1.145
Nettozinsaufwand 2.770 3.043
Verwaltungskosten 361 431
Erfolgswirksame Zuführung zu Pensionsrückstellungen 3.142 6.414
Davon: Aufwand aus Versorgungsansprüchen, für die entsprechende Erstattungsansprüche bestehen 66 64

Mit Ausnahme des Nettozinsaufwands werden sämtliche Aufwendungen und Erträge per saldo im Personalaufwand erfasst, der in die Funktionskosten eingeht. Der Nettozinsaufwand ist im Finanzergebnis enthalten. Bei einer Pensionsverpflichtung in Deutschland besteht ein vertraglicher Anspruch auf Erstattung der Rentenzahlungen gegenüber einem konzernfremden Unternehmen. Dieser Erstattungsanspruch erfüllt nicht die Voraussetzung von Planvermögen und kann somit nicht mit den Pensionsverpflichtungen saldiert werden. Der Erstattungsanspruch für Pensionsleistungen ist in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthalten. Wir verweisen auf Angabe (21).

## Der Gerresheimer Konzern erwartet in den künftigen Jahren folgende Rentenzahlungen:
in T EUR 2019 2020 2021 2022
Zu erwartende Rentenzahlungen 13.944 13.574 12.954 12.705

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Versorgungsverpflichtungen liegt in Deutschland bei 11,8 Jahren und im Ausland zwischen 5,7 und 15,5 Jahren. Die wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen zur Bewertung der Pensionsverpflichtungen sind der Rechnungszins sowie der erwartete Gehaltstrend. Zudem enthält die Pensionsrückstellung auch die Verpflichtungen der US-Tochterunternehmen zur teilweisen Übernahme der Krankheitskosten der Mitarbeiter nach Eintritt in den Ruhestand. Bei der Ermittlung der Verpflichtung wurde eine Kostensteigerungsrate von 5,7 % (Vorjahr: 6,0 %) unterstellt, die sich bis zum Jahr 2021 schrittweise auf 5,0 % reduziert.

Die folgenden Sensitivitätsanalysen zeigen, wie die Höhe der leistungsorientierten Verpflichtungen durch mögliche Änderungen der entsprechenden Annahmen beeinflusst worden wäre. Die Berechnungen gehen jeweils von im Übrigen unveränderten Annahmen aus:

Auswirkung auf den Barwert der Versorgungsansprüche in T EUR 2018 2017
Zunahme des Rechnungszinses um 0,5 Prozentpunkte -12.495 -12.056
Abnahme des Rechnungszinses um 0,5 Prozentpunkte 13.906 13.475
Zunahme des Gehaltstrends um 0,25 Prozentpunkte 768 473
Abnahme des Gehaltstrends um 0,25 Prozentpunkte -775 -453
Zunahme der Krankheitskosten um 1,0 Prozentpunkte 1.351 1.706
Abnahme der Krankheitskosten um 1,0 Prozentpunkte -1.235 -1.584

Zwischen den oben genannten versicherungsmathematischen Annahmen bestehen Abhängigkeiten. Die Sensitivitätsanalyse berücksichtigt diese Abhängigkeiten nicht. Der Aufwand für beitragsorientierte Rentenpläne beträgt im Geschäftsjahr T EUR 1.403 (Vorjahr: T EUR 1.562). Beitragsorientierte Rentenpläne liegen im Wesentlichen bei den US-Tochterunternehmen vor. Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland wurden in Höhe von T EUR 13.314 (Vorjahr: T EUR 12.610) geleistet.

(29) Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung (Phantom Stocks)

Die Gesellschaft hat mit sämtlichen Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen über eine langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung geschlossen.Diese Vereinbarungen sehen vor, dass jedes Vorstandsmitglied in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktienkurs in jedem Jahr der Vorstandstätigkeit eine bestimmte Anzahl sogenannter Aktienwertsteigerungsrechte (Phantom Stocks) erhält. Jedes Aktienwertsteigerungsrecht berechtigt das Vorstandsmitglied zum Erhalt einer Zahlung in Abhängigkeit von der Entwicklung des Aktienkurses der Gerresheimer AG. Als Folge einer vereinbarten Erfolgshürde erfolgt die Zahlung nur dann, wenn der Kurs der Aktie der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung den Ausgangswert der jeweiligen Tranche um mindestens 12 % übersteigt oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX im entsprechenden Zeitraum eingetreten ist. Für die Aktienwertsteigerungsrechte, die das Jahr 2018 betreffen, gilt der Ausgabepreis von EUR 67,42 als Ausgangswert. Die Erfolgshürde ist lediglich für die Frage der Zahlungsberechtigung, nicht aber für die Berechnung der Zahlungshöhe relevant. Nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren können die Aktienwertsteigerungsrechte innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 16 Monaten (Ausübungszeitraum) ausgeübt werden. Der Vergütungsanspruch entspricht dem Betrag, um den der Aktienkurs im jeweiligen Zeitraum zwischen der Ausgabe der Aktienwertsteigerungsrechte und der Ausübung absolut gestiegen ist. Die Höhe des Vergütungsanspruches ist jedoch für jede Tranche auf den Betrag begrenzt, der 25 % des Ausgangswertes sämtlicher Aktienwertsteigerungsrechte dieser Tranche entspricht. Mit dem Ausscheiden des jeweiligen Vorstandsmitgliedes verfallen alle noch nicht ausgeübten Aktienwertsteigerungsrechte, sofern das Ausscheiden nicht durch Todesfall oder dauernde Erwerbsunfähigkeit eintritt oder die Mitgliedschaft im Vorstand innerhalb der Laufzeit der jeweiligen ausgegebenen Tranche nicht mindestens ein volles Jahr bestand. Sämtliche Ansprüche auf weitere Aktienwertsteigerungsrechte verfallen ebenfalls mit dem Ausscheiden. Die Gesellschaft hat sich das Recht vorbehalten, die Aktienwertsteigerungsrechte gegebenenfalls in Aktien zu erfüllen. Unabhängig davon ist die Begleichung in bar beabsichtigt. Diese Ausführungen betreffen lediglich noch die Tranche 9 für Herrn Beaujean sowie die Tranchen 9 und 10 für Herrn Schütte. Seit der Billigung des Vergütungssystems durch die Hauptversammlung am 30. April 2015 gilt bei Verlängerung bestehender Vorstandsbestellungen oder Neubestellung eines Vorstandsmitgliedes eine neue Vereinbarung, welche vorsieht, dass jedes Vorstandsmitglied eine wertbasierte Zuteilung erhält. Die Zusage an die Vorstandsmitglieder beinhaltet also nicht mehr eine bestimmte Stückzahl von Aktienwertsteigerungsrechten, sondern einen Zahlungsanspruch (Wertanspruch) für den Fall, dass die Ausübungs- und Zahlungsvoraussetzungen vorliegen. Das Vorstandsmitglied ist berechtigt, nach Ablauf einer Sperrfrist von fünf Jahren innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 24 Monaten eine Zahlung in Höhe der zwischen dem Ausgabezeitpunkt und dem Ausübungszeitpunkt (Laufzeit) eingetretenen, nach dem Börsenkurs bemessenen Wertsteigerung der Gerresheimer Aktie zu verlangen. Voraussetzung für die Auszahlung ist, dass innerhalb der Laufzeit eine Wertsteigerung von mindestens 20 % oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten ist und die Mitgliedschaft im Vorstand innerhalb der Laufzeit mindestens ein volles Jahr lang bestand. Die Zielvergütung soll bei Erreichung der Ausübungshürde einer 20 %igen Steigerung des Börsenkurses 40 % des individuellen Festgehaltes je Vorstandsmitglied betragen. Beträgt die Börsenkurssteigerung während der Laufzeit 40 % oder mehr, ist der Wertanspruch der Vorstandsmitglieder auf maximal 80 % des individuellen Festgehaltes begrenzt. Für die Ermittlung des Optionswertes der Phantom Stocks wird ein anerkanntes Optionspreismodell (Binomialmodell) verwendet. Als Volatilität des Zielwertes werden 25,5 % p. a. (Vorjahr: 18,0 % p. a.) sowie eine Fluktuationsrate der Vorstandsmitglieder von 3,5 % p. a. (Vorjahr: 3,0 % p. a.) zugrunde gelegt. Als risikoloser Zinssatz wird die Rendite von Bundesanleihen mit entsprechender Laufzeit verwendet. Im Übrigen liegen der Bewertung folgende Annahmen zugrunde:

Mitglieder des Vorstands Tranche 9 alt (2015) Tranche 9 (2015) Tranche 10 alt (2016) Tranche 10 (2016) Tranche 11 (2017) Tranche 12 (2018)
Ausgabedatum 24. Juni 2011/ 23. Oktober 2012 22. Mai 2014 24. Juni 2011 22. Mai 2014/ 9. Februar 2015 22. Mai 2014/ 9. Februar 2015/ 25. April 2016 9. Februar 2015/ 25. April 2016/ 1. Januar 2018
Laufzeit bis 31. Oktober 2020 16. Juni 2022 31. Oktober 2021 10. Juni 2023 9. Juni 2024 11. Juni 2025
Ende der Wartezeit 16. Juni 2019 16. Juni 2020 10. Juni 2020 10. Juni 2021 9. Juni 2022 11. Juni 2023
Ausgabewert (in EUR) 51,89 51,89 68,87 68,87 74,61 67,42
Zielwert (in EUR) 58,12 62,27 77,13 82,64 89,53 80,90
Maximaler Zielwert (in EUR) 64,86 72,65 86,09 96,42 104,45 94,39
Anzahl der ausgegebenen Rechte 105.000 Zahlungsanspruch Zahlungsanspruch Zahlungsanspruch Zahlungsanspruch Zahlungsanspruch
Ausübungsschwelle (in %) 12 20 12 20 20 20
Zeitwert (in T EUR) 949 616 260 773 1.035 1.055
Maximaler Auszahlungsbetrag (in T EUR) 1.362 616 861 1.120 1.624 1.512

Im Zuge des Ausscheidens der beiden Vorstandsmitglieder Herrn Beaujean (zum 30. April 2019) und Herrn Schütte (zum 28. Februar 2019) haben wir für diese beiden Vorstandsmitglieder den Erdienungszeitraum für die Ansprüche aus dem Phantom Stocks-Programm bis zum Tag ihres Ausscheidens angepasst. Der beizulegende Zeitwert der Tranchen 2019 bis 2021 (Tranchen 13 bis 15) beträgt unter Berücksichtigung der oben genannten Prämissen zum Abschlussstichtag T EUR 2.238. Der Bestand der Phantom Stocks hat sich wie folgt entwickelt:

Mitglieder des Vorstands Tranche 8 alt (2014) Tranche 9 alt (2015) Tranche 10 alt (2016)
Bestand zum 30. November 2013 - - -
Zuteilung 185 000 - -
Ausübung - - -
Während der Laufzeit verfallen - - -
Bestand zum 30. November 2014 185.000 - -
Zuteilung - 105 000 -
Ausübung - - -
Während der Laufzeit verfallen - - -
Bestand zum 30. November 2015 185.000 105.000 -
Zuteilung - - 50.000
Ausübung - - -
Während der Laufzeit verfallen - - -
Bestand zum 30. November 2016 185.000 105.000 50.000
Zuteilung - - -
Ausübung - - -
Während der Laufzeit verfallen - - -
Bestand zum 30. November 2017 185.000 105.000 50.000
Zuteilung - - -
Ausübung 185.000 - -
Während der Laufzeit verfallen - - -
Bestand zum 30. November 2018 - 105.000 50.000

Für die Tranche 8 wurden im Berichtsjahr 2018 T EUR 2.259 gezahlt. Die Rückstellung für das Phantom Stocks-Programm beträgt zum Abschlussstichtag T EUR 4.312 (Vorjahr: T EUR 4.296). Der Aufwand für das Geschäftsjahr 2018 beläuft sich auf T EUR 2.563 (Vorjahr: T EUR 1.781).

(30) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:

in T EUR Stand 01.12.2017 Veränderung Konsolidierungskreis Umgliederungen Inanspruchnahme Auflösung Zuführung
Steuerrückstellungen 3.081 44 - 354 710 1.734
Personalverpflichtungen 19.837 - - 6.752 1.760 7.702
Gewährleistungen 9.608 - -342 3.458 2.853 5.506
Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni 3.227 - 393 1.821 685 3.486
Restrukturierungsrückstellungen 4.387 - - 1.033 485 10.622
Sonstige 5.264 689 -51 1.638 197 2.135
Sonstige Rückstellungen 45.404 733 - 15.056 6.690 31.185 -
in T EUR Währungsumrechnung Stand 30.11.2018 Davon kurzfristig Davon langfristig
Steuerrückstellungen 9 3.804 3.804 -
Personalverpflichtungen 218 19.245 11.508 7.737
Gewährleistungen 41 8.502 8.378 124
Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni -42 4.558 4.316 242
Restrukturierungsrückstellungen 131 13.622 11.130 2.492
Sonstige -37 6.165 5.815 350
Sonstige Rückstellungen 320 55.896 44.951 10.945
in T EUR Stand 01.12.2016 Veränderung Konsolidierungskreis Umgliederungen Inanspruchnahme Auflösung Zuführung
Steuerrückstellungen 1.491 - - 447 100 2.195
Personalverpflichtungen 21.194 - - 8.481 593 8.446
Gewährleistungen 19.987 - - 7.309 6.545 3.740
Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni 3.775 - - 2.101 360 1.959
Restrukturierungsrückstellungen 3.730 - 94 1.638 481 2.934
Sonstige 11.197 - -94 5.858 1.858 2.225
Sonstige Rückstellungen 61.374 - - 25.834 9.937 21.499 -
in T EUR Währungsumrechnung Stand 30.11.2017 Davon kurzfristig Davon langfristig
Steuerrückstellungen -58 3.081 3.081 -
Personalverpflichtungen -729 19.837 13.150 6.687
Gewährleistungen -265 9.608 9.608 -
Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni -46 3.227 3.227 -
Restrukturierungsrückstellungen -252 4.387 1.770 2.617
Sonstige -348 5.264 4.378 886
Sonstige Rückstellungen -1.698 45.404 35.214 10.190

Die Rückstellungen für Personalverpflichtungen umfassen insbesondere Verpflichtungen aus dem Phantom Stocks-Programm, aus einem Gruppenkrankenversicherungsprogramm bei den US-Tochterunternehmen und aus Jubiläums- und Altersteilzeitvereinbarungen. Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden aufgrund gesetzlicher Vorschriften bzw. einzelvertraglicher Vereinbarungen gebildet und betreffen Gewährleistungszusagen für Produkte. Der Rückstellungshöhe liegt die beste Einschätzung des Managements zugrunde. Die Einschätzung wurde auf Basis historischer Erfahrungswerte und Gewährleistungsdaten ähnlicher Produkte getroffen und kann aufgrund von geänderten Produktionsprozessen oder sonstigen die Produktqualität beeinflussenden Faktoren schwanken. Die Rückstellungen für Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni betreffen noch zu gewährende Vergütungen, die sich auf vor dem Abschlussstichtag realisierte Umsatzerlöse beziehen. Die Restrukturierungsrückstellungen enthalten im Wesentlichen drei Sachverhalte. Zum einen beinhaltet diese Rückstellung zukünftige Auszahlungen im Zusammenhang mit der Schließung unseres Werkes in Küssnacht, Schweiz.Zum anderen hat das Management im Zuge der operativen und strategischen Planung entschieden, in Form einer Reorganisation des Geschäftsbereiches Plastics & Devices eine Anpassung der personellen Kapazitäten durchzuführen, welche sich ebenfalls in dieser Rückstellung widerspiegelt. Weiterhin ist in dieser Position eine Rückstellung aus einer im Vorjahr beschlossenen und verkündeten Werkschließung im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass enthalten. Die Restrukturierungsrückstellungen zum Ende der Berichtsperiode von T EUR 13.622 (Vorjahr: T EUR 4.387) beruhen auf abschließend definierten Plänen. Bei den Tochterunternehmen Gerresheimer Group GmbH und GERRESHEIMER GLAS GmbH waren zwei Spruchstellenverfahren anhängig, welche im Geschäftsjahr 2017 rechtskräftig entschieden wurden. Allerdings sind die Verfahren noch nicht vollständig abgewickelt, daher sind die erwarteten Aufwendungen und Auszahlungen für diese Verfahren in der Position "Sonstige" in den Rückstellungen berücksichtigt. Des Weiteren sind in der Position "Sonstige" erwartete Aufwendungen für eine Vielzahl von Einzelsachverhalten enthalten, die jeweils von untergeordneter Bedeutung sind. Die Spalte "Veränderung Konsolidierungskreis" beinhaltet die Zugänge zu den Rückstellungen aufgrund der Erstkonsolidierung der Sensile Medical. Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen betragen T EUR 153 (Vorjahr: T EUR 144). Zahlungsmittelabflüsse aus den Rückstellungen werden voraussichtlich mit T EUR 44.951 (Vorjahr: T EUR 35.214) innerhalb eines Jahres, mit T EUR 10.945 (Vorjahr: T EUR 10.190) nach einem bis fünf Jahren und mit T EUR 0 (Vorjahr: T EUR 0) nach mehr als fünf Jahren erfolgen.

(31) Finanzielle Verbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

30.11.2018 30.11.2017
Total Davon kurzfristig Davon langfristig Total Davon kurzfristig Davon langfristig
in T EUR
Schuldscheindarlehen 674.046 - 674.046 673.798 - 673.798
Schuldverschreibung - - - 299.687 299.687 -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 283.270 283.270 - 15.870 15.813 57
unbesichert 283.270 283.270 - 15.870 15.813 57
Derivative Finanzinstrumente 1.346 1.346 - 372 372 -
Sonstige 182.438 105.067 77.371 29.244 21.795 7.449
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.141.100 389.683 751.417 1.018.971 337.667 681.304
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 207.402 207.282 120 176.303 176.303 -
Finanzielle Verbindlichkeiten 1.348.502 596.965 751.537 1.195.274 513.970 681.304

Die Buchwerte der Position "Sonstige" sowie der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stellen jeweils angemessene Näherungswerte für die beizulegende Zeitwerte dar. Zur näheren Erläuterung der derivativen Finanzinstrumente verweisen wir auf Angabe (34). Aus der folgenden Tabelle gehen die Laufzeiten, Zinssätze und beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen, der am 21. Mai 2018 planmäßig zurückgezahlten Schuldverschreibung sowie der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hervor:

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30.11.2018

Währung in Tausend Währung Betrag Fällig bis Jahr Zinssatz in % p. a. Buchwert in EUR Zeitwert in EUR
Schuldscheindarlehen
EUR 169.500 20201) 0,98 169.500 169.500
EUR 20.000 20201) 0,752) 20.000 20.000
EUR 160.000 20221) 1,44 160.000 160.000
EUR 50.000 20221) 0,952) 50.000 50.000
EUR 25.500 20251) 2,04 25.500 25.500
EUR 90.000 20221) 0,82 90.000 90.000
EUR 5.500 20221) 0,602) 5.500 5.500
EUR 104.500 20241) 1,25 104.500 104.500
EUR 4.500 20241) 0,752) 4.500 4.500
EUR 45.500 20271) 1,72 45.500 45.500
Abgegrenzte Bereitstellungsgebühren EUR -954 2020 - 20271) 0,60 - 2,04 -954 -954
674.046 674.046 674.046
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
USD 214.346 2019 3,64 - 7,004) 188.701 188.701
PLN 53.274 2019 1,98 - 2,294) 12.418 12.418
EUR 80.164 2019 0,20 - 1,302) 80.164 80.164
ARS 2.081 2019 22,50 - 30,00 49 49
INR 229.307 -5) 9,30 - 9,354) 2.900 2.900
Abgegrenzte Bereitstellungsgebühren EUR -620 2020 -620 -620
USD -389 2020 -342 -342
283.270 283.270 283.270
957.316 957.316 957.316

scroll
30.11.2017

Währung in Tausend Währung Betrag Fällig bis Jahr Zinssatz in % p. a. Buchwert in EUR Zeitwert in EUR
Schuldscheindarlehen
EUR 169.500 20201) 0,98 169.500 169.500
EUR 20.000 20201) 0,752) 20.000 20.000
EUR 160.000 20221) 1,44 160.000 160.000
EUR 50.000 20221) 0,952) 50.000 50.000
EUR 25.500 20251) 2,04 25.500 25.500
EUR 90.000 20221) 0,82 90.000 90.000
EUR 5.500 20221) 0,602) 5.500 5.500
EUR 104.500 20241) 1,25 104.500 104.500
EUR 4.500 20241) 0,752) 4.500 4.500
EUR 45.500 20271) 1,72 45.500 45.500
Abgegrenzte Bereitstellungsgebühren EUR -1.201 2020 - 20271) 0,60 - 2,04 -1.202 -1.202
673.798 673.798 673.798
Schuldverschreibung
EUR 300.000 20181) 5,00 300.000 306.6003)
Abgegrenzte Bereitstellungsgebühren EUR -313 20181) 5,00 -313 -
299.687 306.600 306.6003)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
USD 200 2018 2,20 - 5,00 169 169
PLN 46.970 2018 2,23 - 2,264) 11.195 11.195
EUR 816 2018 0,23 816 816
ARS 2.518 2018 9,80 122 122
ARS 3.000 2019 22,50 145 145
INR 324.212 -5) 9,30 - 9,354) 4.244 4.244
Abgegrenzte Bereitstellungsgebühren EUR -274 2020 -274 -274
USD -648 2020 -547 -547
- 15.870 15.870
989.355 996.268 996.268

1) Endfällig.
2) Bei diesen Positionen handelt es sich um variable Verzinsung, jedoch wird hier nur die Marge dargestellt, da der EURIBOR zum Abschlussstichtag negativ valutiert.
3) Bei der Schuldverschreibung entspricht der Buchwert nicht dem beizulegenden Zeitwert.
4) Bei den gekennzeichneten Positionen handelt es sich um variable Verzinsung.
5) Betriebsmittelkreditlinie, Laufzeit bis auf Weiteres. Bei den ausgewiesenen Zinssätzen handelt es sich um die am Abschlussstichtag gültigen Zinssätze.

Im Rahmen der Refinanzierung der Konsortialkredite wurde am 9. Juni 2015 ein revolvierendes Darlehen mit fünfjähriger Laufzeit in Höhe von T EUR 450.000 unterzeichnet. Die am 19. Mai 2011 zu einem Ausgabekurs von 99,4 % und mit einem Zinskupon von 5,0 % begebene Schuldverschreibung mit einem Nennbetrag von T EUR 300.000 ist am 21. Mai 2018 planmäßig und in voller Höhe zurückgezahlt worden. Zum 10. November 2015 wurden zudem Schuldscheindarlehen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren in Höhe von insgesamt T EUR 425.000 begeben. Weiterhin wurden im Zusammenhang mit der Refinanzierung der im Mai 2018 zurückgezahlten Schuldverschreibung am 27. September 2017 Schuldscheindarlehen mit Laufzeiten von ebenfalls fünf, sieben und zehn Jahren mit einem Gesamtvolumen von T EUR 250.000 begeben. Die Position "Sonstige" in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthält neben der Kaufpreisverbindlichkeit aus dem Erwerb der Sensile Medical in Höhe von T EUR 173.300 (davon T EUR 99.689 kurzfristig und T EUR 73.611 langfristig fällig) unter anderem Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing sowie Verbindlichkeiten aus abgegrenzten Zinsen. Zu den Leasingvereinbarungen verweisen wir auf Angabe (33).

(32) Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

30.11.2018 30.11.2017
Total Davon kurzfristig Davon langfristig Total Davon kurzfristig Davon langfristig
in T EUR
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 34.927 34.507 420 29.028 28.183 845
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 9.677 9.677 - 10.314 10.314 -
Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit 5.636 5.636 - 5.763 5.763 -
Sonstige 57.882 57.799 83 57.179 56.932 247
Sonstige Verbindlichkeiten 108.122 107.619 503 102.284 101.192 1.092

In den erhaltenen Anzahlungen sind solche für kundenspezifische Fertigungsaufträge in Höhe von T EUR 31.669 (Vorjahr: T EUR 23.492) enthalten. Erhaltene Anzahlungen in Höhe von T EUR 34.927 (Vorjahr: T EUR 29.028) wurden in Höhe von T EUR 320 (Vorjahr: T EUR 3.880) besichert. In der Position "Sonstige" sind im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern enthalten.

(33) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die nicht bilanzierten sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

in T EUR 30.11.2018 30.11.2017
Verpflichtungen aus Miet- und Operating-Leasingverträgen 37.905 39.810
Bestellobligo aus Investitionen 26.943 9.822
Andere finanzielle Verpflichtungen 7.703 7.516
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 72.551 57.148

Die Verpflichtungen aus Miet- und Operating-Leasingverträgen betreffen im Wesentlichen technische Anlagen sowie betrieblich genutzte Grundstücke und Gebäude. Die Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing und aus Miet- und Operating-Leasingverträgen werden wie folgt fällig:

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in T EUR
| | Finanzierungsleasing | Miet- und Operating-Leasingverträge | | |
| :------------------------------------ | :------------------- | :---------------------------------- | :------------ | :----------- |
| | Mindestleasingzahlungen | Zinsanteil | Barwert | Nominalwert |
| Fällig innerhalb 1 Jahres | 4.300 | 216 | 4.084 | 11.191 |
| Fällig 1 bis 5 Jahre | 2.349 | 605 | 1.744 | 22.203 |
| Fällig nach 5 Jahren | 2.235 | 316 | 1.919 | 4.511 |
| 30.11.2018 | 8.884 | 1.137 | 7.747 | 37.905 |

scroll
in T EUR
| | Finanzierungsleasing | Miet- und Operating-Leasingverträge | | |
| :------------------------------------ | :------------------- | :---------------------------------- | :------------ | :----------- |
| | Mindestleasingzahlungen | Zinsanteil | Barwert | Nominalwert |
| Fällig innerhalb 1 Jahres | 922 | 253 | 669 | 10.599 |
| Fällig 1 bis 5 Jahre | 5.787 | 692 | 5.095 | 21.216 |
| Fällig nach 5 Jahren | 2.586 | 346 | 2.240 | 7.995 |
| 30.11.2017 | 9.295 | 1.291 | 8.004 | 39.810 |

Im Geschäftsjahr 2018 sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Aufwendungen aus Miet- und Operating-Leasingverträgen in Höhe von T EUR 13.647 (Vorjahr: T EUR 14.120) enthalten.

(34) Berichterstattung zu Kapitalmanagement und Finanzinstrumenten

Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen im Wesentlichen in der Aufrechterhaltung und Sicherstellung einer optimalen Kapitalstruktur zur Reduzierung der Kapitalkosten, in der Sicherstellung ausreichender liquider Mittel und im aktiven Management des Nettoumlaufvermögens. Die Nettofinanzschulden betragen zum 30. November 2018 T EUR 886.409 (Vorjahr: T EUR 712.660), das Net Working Capital beläuft sich auf T EUR 202.692 (Vorjahr: T EUR 185.715).# Risikomanagement

Das Risikomanagementsystem des Gerresheimer Konzerns für das Kreditrisiko, das Liquiditätsrisiko und einzelne Marktrisiken, insbesondere Zinsrisiken, Währungsrisiken und sonstige Preisrisiken, wird einschließlich seiner Ziele, Methoden, Prozesse und dessen Maßnahmen zur Überwachung der einzuhaltenden Covenants im Chancen- und Risikobericht des Konzern-Lageberichts dargestellt. Zusätzliche Erläuterungen enthält Angabe (6).

Information zu den Finanzinstrumenten nach Kategorien und Klassen

Nach Art der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten sind drei Hierarchiestufen zu unterscheiden. Die Zuordnung der beizulegenden Zeitwerte zu den einzelnen Hierarchiestufen überprüft Gerresheimer jeweils zum Ende einer Berichtsperiode.

  • Stufe 1: Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen an aktiven Märkten bestimmt.
  • Stufe 2: Besteht kein aktiver Markt für einen finanziellen Vermögenswert oder eine finanzielle Verbindlichkeit, basiert die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte auf Bewertungsmodellen. Die der Stufe 2 zuzurechnenden beizulegenden Zeitwerte wurden anhand von Preisen in jüngsten Geschäftsvorfällen mit vertragswilligen und unabhängigen Vertragspartnern oder unter Verwendung von Bewertungsmethoden bestimmt, die ausschließlich unmittelbar oder mittelbar beobachtbare Inputfaktoren berücksichtigen.
  • Stufe 3: Die Bewertungen der beizulegenden Zeitwerte beruhen auf Modellen, in die am Markt nicht beobachtbare Inputfaktoren eingehen, die das Bewertungsergebnis signifikant beeinflussen.
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Total
30.11.2018 in T EUR
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte"
Wertpapiere 74 - - 74
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet"
Derivative finanzielle Vermögenswerte - 204 - 204
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet 74 204 - 278
Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet"
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten - - 148.531 148.531
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten - 1.346 - 1.346
Put-Optionen - - - -
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet - 1.346 148.531 149.877
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Total
30.11.2017 in T EUR
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte"
Wertpapiere 75 - - 75
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet"
Derivative finanzielle Vermögenswerte - 1.037 - 1.037
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet 75 1.037 - 1.112
Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet"
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten - - - -
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten - 372 - 372
Put-Optionen - - 11.897 11.897
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet - 372 11.897 12.269

Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten für jede Kategorie von Finanzinstrumenten dar und leitet sie auf die entsprechenden Bilanzpositionen über:

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Zum beizulegenden Zeitwert bewertet
30.11.2018
in T EUR Buchwert Nachrichtlich: beizulegender Zeitwert Buchwert Buchwert laut Bilanz
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 217.920 217.920 - 217.9201)
Kredite und Forderungen 217.920 217.920 - -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 21.430 21.030 278 21.708
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 4002) - 74 -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet - - 204 -
Kredite und Forderungen 21.030 21.030 - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 80.570 80.570 - 80.570
Finanzielle Vermögenswerte 319.920 319.520 278 320.198
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 991.223 991.223 149.877 1.141.100
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 991.223 991.223 - -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet - - 149.877 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 207.402 207.402 - 207.402
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 207.402 207.402 - -
Finanzielle Verbindlichkeiten 1.198.625 1.198.625 149.877 1.348.502
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Zum beizulegenden Zeitwert bewertet
30.11.2017
in T EUR Buchwert Nachrichtlich: beizulegender Zeitwert Buchwert Buchwert laut Bilanz
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 217.841 217.841 - 217.8411)
Kredite und Forderungen 217.841 217.841 - -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 20.985 20.757 1.112 22.097
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 2282) - 75 -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet - - 1.037 -
Kredite und Forderungen 20.757 20.757 - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 287.036 287.036 - 287.036
Finanzielle Vermögenswerte 525.862 525.634 1.112 526.974
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.006.702 1.013.615 12.269 1.018.971
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.006.702 1.013.615 - -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet - - 12.269 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 176.303 176.303 - 176.303
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 176.303 176.303 - -
Finanzielle Verbindlichkeiten 1.183.005 1.189.918 12.269 1.195.274

1) Zusätzlich werden in der Konzern-Bilanz T EUR 55.611 (Vorjahr: T EUR 24.843) Forderungen aus Fertigungsaufträgen ausgewiesen.
2) In Ermangelung eines verlässlich schätzbaren Marktwertes wird auf die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert für die mit T EUR 400 (Vorjahr: T EUR 228) bilanzierten Beteiligungen verzichtet. Den Bewertungsmaßstab bilden die Anschaffungskosten.

In den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing enthalten, bei denen die Konzernunternehmen Leasingnehmer sind. Zum 30. November 2018 belaufen sich diese Verbindlichkeiten auf T EUR 7.747 (Vorjahr: T EUR 8.004).

Der beizulegende Zeitwert von Forderungen, Krediten und Verbindlichkeiten wird als Barwert der zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse oder -abflüsse ermittelt. Die Abzinsung erfolgt mit einem Zinssatz, der der jeweiligen Restlaufzeit des Postens und der Bonität des Schuldners am Abschlussstichtag Rechnung trägt. Aufgrund der überwiegend kurzfristigen Laufzeiten weichen die beizulegenden Zeitwerte für Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nicht signifikant von den Buchwerten ab.

Fälligkeitsanalyse

Der Konzern überwacht fortlaufend das Risiko eines Liquiditätsengpasses. Zum 30. November 2018 weisen die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns nachfolgend dargestellte Fälligkeiten auf. Die Angaben erfolgen auf Basis der vertraglichen, nicht abgezinsten Zahlungen.

Fällig oder in 1 Monat fällig 1 bis 3 Monate 3 bis 12 Monate 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Total
30.11.2018 in T EUR
Schuldscheindarlehen - - - 495.000 180.000 675.000
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 283.173 619 440 - - 284.232
Zinszahlungen auf Schuldscheindarlehen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 614 7 8.031 26.025 2.899 37.576
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 154.405 49.155 3.722 120 - 207.402
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 82 207 4.011 2.349 2.235 8.884
Sonstige 24.769 - 74.930 73.709 - 173.408
463.043 49.988 91.134 597.203 185.134 1.386.502
Fällig oder in 1 Monat fällig 1 bis 3 Monate 3 bis 12 Monate 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Total
30.11.2017 in T EUR
Schuldscheindarlehen - - - 495.000 180.000 675.000
Schuldverschreibung und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.380 391 311.864 56 - 316.691
Zinszahlungen auf Schuldscheindarlehen, Schuldverschreibung und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - 47 23.345 28.434 8.154 59.980
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 141.674 23.764 10.865 - - 176.303
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 78 195 649 5.787 2.586 9.295
Sonstige - - 12.271 114 - 12.385
146.132 24.397 358.994 529.391 190.740 1.249.654

Die zum 30. November 2018 bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von T EUR 284.232 enthalten T EUR 264.397 (Vorjahr: T EUR 0) Ziehungen aus der Kreditlinie für revolvierende Darlehen. Die Ziehungen sind vollständig unter der Position "Fällig oder in 1 Monat fällig" ausgewiesen.

Sicherungsbeziehungen

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Im Rahmen eines konzernweiten Finanzrisikomanagements werden die finanziellen Risiken des Konzerns zentral überwacht. Identifizierte Risikopotenziale werden nach klar definierten Richtlinien durch geeignete Sicherungsmaßnahmen gesteuert. Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über die zum Geschäftsjahresende bestehenden Sicherungsgeschäfte:

30.11.2018 Währungskurssicherung 30.11.2017 Währungskurssicherung
Nominalwert (brutto) 130.8741) 372.6161)
Marktwert (netto) -1.142 665
Restlaufzeit 05/2019 05/2018
Buchwert (zugrunde liegende Vermögenswerte) 37.007 25.038
Buchwert (zugrunde liegende Schulden) 3.955 15.617

1) Hierin sind auch Devisentermingeschäfte für Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Gesellschaften in Höhe von T EUR 89.912 (Vorjahr: T EUR 331.961) enthalten, die im Rahmen der Konsolidierung eliminiert worden sind.

Die derivativen Finanzinstrumente sind grundsätzlich mit ihren von Kreditinstituten ermittelten Marktwerten bewertet. Als Sicherungsinstrumente stehen sie generell in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit operativen Grundgeschäften.

Absicherung von Cash Flows

Zum 30. November 2018 besteht keine Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken.# Absicherung von Währungsrisiken

Zur Sicherung von Währungsrisiken, die sich aus Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung ergeben, hat der Gerresheimer Konzern im Geschäftsjahr 2018 entsprechend der konzerninternen Finanzrichtlinie Devisentermingeschäfte und Devisenswaps eingesetzt. Als Risikoexposure kommen im Rahmen des Währungsmanagements nur Transaktionsrisiken in Betracht. Die Währungsderivate werden grundsätzlich zur Absicherung definierter Grundgeschäfte verwendet und als Sicherungsinstrumente designiert. Im Geschäftsjahr 2018 sind in Höhe von T EUR 7.080 Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten (Vorjahr: Gewinne T EUR 14.689) im Konzernergebnis enthalten.

Sensitivitätsanalysen

Zinsänderungsrisiken werden mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Nachfolgend wird die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Ertragsteuern gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderung der Zinssätze aufgezeigt. Den Zinssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zugrunde: Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Konzernergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Da im Gerresheimer Konzern alle originären Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, ergeben sich aus diesen Finanzinstrumenten bei Zinsänderungen keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis. Wenn das Marktzinssniveau zum 30. November 2018 um 100 Basispunkte höher bzw. um 100 Basispunkte niedriger (Vorjahr: um 100 Basispunkte höher bzw. um 100 Basispunkte niedriger) gewesen wäre, so wäre das Konzernergebnis vor Ertragsteuern um T EUR 2.762 niedriger bzw. T EUR 2.762 höher gewesen (Vorjahr: T EUR 954 niedriger bzw. T EUR 954 höher).

Nachfolgend wird die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Ertragsteuern (aufgrund der Änderung von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden) gegenüber nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderungen dargestellt. Wenn der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum 30. November 2018 um 10 % gestiegen (gesunken) wäre, dann hätte sich das Konzernergebnis vor Ertragsteuern um T EUR 75 verschlechtert bzw. um T EUR 199 verbessert (Vorjahr bei gleichen Sensitivitäten: um T EUR 633 verschlechtert bzw. um T EUR 815 verbessert).

SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN

(35) Segmentberichterstattung

Nach dem Management Approach orientiert sich die Segmentberichterstattung am internen Berichtswesen. Die Ressourcenallokation und die Bewertung der Ertragskraft der Geschäftssegmente werden im Gerresheimer Konzern durch den Vorstand der Gerresheimer AG als Hauptentscheidungsträger wahrgenommen. Die Abgrenzung der Segmente und der Regionen sowie die aufgeführten Kennzahlen stimmen mit dem internen Steuerungs- und Berichtswesen überein.

Der Gerresheimer Konzern wird über die strategischen Geschäftseinheiten in Form von Geschäftsbereichen gesteuert. Diese werden nach ihren spezifischen Herstellungstechnologien und Materialien, die wir für unsere Produkte verwenden, zu berichtspflichtigen Segmenten zusammengefasst. Der Gerresheimer Konzern untergliedert sich in die drei berichtspflichtigen Geschäftsbereiche Plastics & Devices, Primary Packaging Glass und Advanced Technologies.

Plastics & Devices

Unser Produktportfolio im Geschäftsbereich Plastics & Devices umfasst komplexe kundenspezifische Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten. Dazu zählen Insulin-Pens, Inhalatoren oder vorfüllbare Spritzen. Darüber hinaus gehören zu diesem Bereich Produkte für die Diagnostik und Medizintechnik wie Stechhilfen und Testsysteme sowie pharmazeutische Kunststoffbehälter für flüssige und feste Medikamente mit Verschluss- und Sicherheitssystemen.

Wir entwickeln einerseits komplexe Systeme und Systemkomponenten aus Kunststoff im Rahmen individueller Projektgeschäfte. Unsere Zielgruppe umfasst Kunden aus der Pharmaindustrie, der Diagnostik und der Medizintechnik. Diesen Kunden bieten wir individuelle Serviceleistungen an und decken damit sämtliche Stufen der Wertschöpfungskette ab. Das Produktspektrum unserer medizinischen Kunststoffsysteme reicht von Inhalatoren für die gezielte Behandlung von Atemwegserkrankungen über Lanzetten und Insulin-Pen-Systeme für Diabetiker bis hin zu den unterschiedlichsten Testsystemen und Einmalprodukten für die Labor- und Molekulardiagnostik.

Andererseits umfasst der Geschäftsbereich Plastics & Devices Systemverpackungen aus Kunststoff, die für flüssige und feste Medikamente eingesetzt werden können. Zu unserer breiten Palette hochwertiger Primärverpackungen für Arzneimittel zählen Applikations- und Dosiersysteme wie Augentropfen- oder Nasensprayfläschchen sowie Spezialbehälter für Tabletten und Pulver. Überdies beinhaltet unser Sortiment multifunktionale Verschlusssysteme mit Originalitätssicherungen, kindersicheren und seniorengerechten Applikationen sowie integrierten Feuchtigkeitsabsorbern.

In den USA ist der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente von dem sogenannten "pour-and-count"-System geprägt. Die in der Verschreibung genannte genaue Menge der oral einzunehmenden Medikamente wird speziell für den einzelnen Patienten in Kunststoffverpackungen abgefüllt. Auch für dieses Marktsegment haben wir ein starkes Produktportfolio und beliefern landesweite und regionale Apothekenketten, Supermärkte und Großhändler.

Primary Packaging Glass

Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass produzieren wir Primärverpackungen aus Glas für Medikamente und Kosmetik. Dazu zählen Pharmagläser, Ampullen, Injektionsfläschchen, Karpulen, Parfümflakons und Cremetiegel sowie spezielle Gläser für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie. Für die pharmazeutische Industrie umfasst unser Angebot vielfältige Primärverpackungen aus Glas. Zu den Produkten aus Behälterglas gehören Injektions-, Tropf- und Sirupflaschen in mannigfaltigen markt- und bedarfsgerechten Ausführungen. Zudem produzieren wir aus Borosilikatglas-Röhren hochwertige Spezialprodukte wie Ampullen, Fläschchen und Karpulen. So bieten wir eine praktisch lückenlose Weiß- und Braunglaspalette für Pharmaverpackungen an.

Unser Produktportfolio für die Kosmetikindustrie umfasst hochwertige Glasverpackungen wie Fläschchen und Gläser für Parfüms, Deodorants, Hautpflege- oder Wellnessprodukte. Wir verarbeiten Klar-, Farb- und Opalglas. Hierfür verfügen wir über sämtliche Technologien zur Form- und Farbgebung, zum Bedrucken sowie zur exklusiven Veredelung.

Für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie bieten wir sowohl standardisierte als auch kundenspezifische Fläschchen, Flaschen, Gläschen und Gläser, die unter anderem für Kleinspirituosen genutzt werden, an. Unser Produktionsspektrum umfasst verschiedene Variationen, wie Braun-, Weiß, Farb- oder Opalglas, diverse Formvarianten und zahlreiche Möglichkeiten der Veredelung.

Advanced Technologies

Im Geschäftsbereich Advanced Technologies geht es um die Entwicklung und Produktion von intelligenten Systemen zur Verabreichung von Arzneimitteln. Das 2018 akquirierte Schweizer Technologie-Unternehmen Sensile Medical bildet das Fundament des Geschäftsbereiches. Für Pharma- und Biotechunternehmen werden Drug-Delivery-Systeme mit digitalen und elektronischen State-of-the-Art-Technologien angeboten. Aktuell umfasst das Portfolio patentierte Mikropumpen, etwa für die Selbstbehandlung bei Diabetes oder Parkinson.

Die Auswirkungen von konzerninternen Dienstleistungen der Gerresheimer AG, Konsolidierungsmaßnahmen und Überleitungen zwischen den Segmenten werden in der Segmentberichterstattung in der Spalte "Zentralstellen/Konsolidierung" dargestellt. Den Bewertungsgrundsätzen für die Segmentberichterstattung liegen die im Konzern-Abschluss verwendeten IFRS zugrunde. Die Leistungen der Segmente werden anhand folgender Kriterien beurteilt und ermittelt:

  • Die Umsatzerlöse zwischen den Segmenten werden anhand marktorientierter Konditionen wie unter fremden Dritten festgelegt. Umsatzerlöse mit wesentlichen Kunden, die mehr als 10 % der Umsatzerlöse des Gerresheimer Konzerns erzielen, bestanden weder für das Geschäftsjahr 2018 noch für das Vorjahr.
  • Das Adjusted EBITDA stellt eine Kennzahl dar, die nicht nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften definiert ist, für den Gerresheimer Konzern jedoch eine wichtige Steuerungsgröße darstellt. Das Adjusted EBITDA ist das Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen, planmäßigen Abschreibungen, Wertminderungen, Restrukturierungsaufwand sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen.
  • Das Net Working Capital definiert sich aus den Bilanzgrößen Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie geleisteten Anzahlungen, abzüglich erhaltener Anzahlungen auf Bestellungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
  • Der Operating Cash Flow als interne Steuerungsgröße ermittelt sich ausgehend vom Adjusted EBITDA, von der Veränderung des Net Working Capitals zu konstanten Wechselkursen und den Investitionen, korrigiert um Zugänge aus Finanzierungsleasing.
  • Die Investitionen umfassen alle zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bewerteten Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.
  • Die langfristigen Vermögenswerte enthalten keine Finanzinstrumente, latenten Steuern, Leistungen nach Beendigung der Arbeitsverhältnisse und Rechte aus Versicherungsverträgen.# Segmentdaten nach Bereichen

Plastics & Devices

Primary Packaging Glass

Advanced Technologies¹⁾

in T EUR 2018 2017 2018 2017 2018 2017
Währungsbereinigte Umsatzerlöse des Segmentes²⁾ 777.923 757.179 617.578 591.994 12.860 -
Währungseffekte -26.586 - -12.348 - - -
Umsatzerlöse des Segmentes 751.337 757.179 605.230 591.994 12.860 -
Innenumsatzerlöse -1.615 -386 -82 -532 - -
Umsatzerlöse mit Dritten 749.722 756.793 605.148 591.462 12.860 -
Währungsbereinigtes Adjusted EBITDA³⁾ 210.852 215.226 116.271 115.971 2.955 -
Währungseffekte -7.846 - -1.557 - - -
Adjusted EBITDA 203.006 215.226 114.714 115.971 2.955 -
Planmäßige Abschreibungen⁴⁾ -46.797 -45.603 -47.913 -44.546 -1.097 -
Adjusted EBITA 156.209 169.623 66.801 71.425 1.858 -
Net Working Capital 86.564 90.580 106.676 99.218 12.581 -
Operating Cash Flow 140.182 157.996 60.219 71.950 -9.291 -
Investitionen⁵⁾ 64.728 70.871 47.755 41.316 449 -
Mitarbeiter (Durchschnitt) 4.490 4.518 5.170 5.167 113 -

Zentralstellen / Konsolidierung

Konzern

in T EUR 2018 2017 2018 2017
Währungsbereinigte Umsatzerlöse des Segmentes²⁾ - - 1.408.361 1.349.173
Währungseffekte - - -38.934 -
Umsatzerlöse des Segmentes - - 1.369.427 1.349.173
Innenumsatzerlöse - - -1.697 -918
Umsatzerlöse mit Dritten - - 1.367.730 1.348.255
Währungsbereinigtes Adjusted EBITDA³⁾ -22.123 -20.371 307.955 310.826
Währungseffekte- - - -9.403 -
Adjusted EBITDA -22.123 -20.371 298.552 310.826
Planmäßige Abschreibungen⁴⁾ -647 -1.163 -96.454 -91.312
Adjusted EBITA -22.770 -21.534 202.098 219.514
Net Working Capital -3.129 -4.083 202.692 185.715
Operating Cash Flow -24.711 -25.302 166.399 204.644
Investitionen⁵⁾ 1.782 6.377 114.714 118.564
Mitarbeiter (Durchschnitt) 114 106 9.887 9.791

1) Der Geschäftsbereich Advanced Technologies besteht seit der Akquisition der Sensile Medical aus dem Geschäftsfeld Sensile Medical. Die Akquisition von Sensile Medical ist zum Erwerbszeitpunkt am 30. Juni 2018 erfolgt. Zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf Angabe (2).
2) Die währungsbereinigten Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2017 wurden zur besseren Vergleichbarkeit mit den Budgetkursen des Jahres 2018, welche den Ist-Durchschnittskursen des Geschäftsjahres 2017 entsprechen und Angabe (4) entnommen werden können, umgerechnet.
3) Währungsbereinigtes Adjusted EBITDA: Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen, planmäßigen Abschreibungen, Wertminderungen, Restrukturierungsaufwand sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen. Das währungsbereinigte Adjusted EBITDA des Geschäftsjahres 2017 wurde zur besseren Vergleichbarkeit mit den Budgetkursen des Jahres 2018, welche den Ist-Durchschnittskursen des Geschäftsjahres 2017 entsprechen und Angabe (4) entnommen werden können, umgerechnet.
4) Im Berichtszeitraum sind Wertminderungen in Höhe von T EUR 1.845 (Vorjahr: T EUR 37) enthalten. Hiervon entfallen auf den Geschäftsbereich Primary Packaging Glass T EUR 65 (Vorjahr: T EUR 0) und auf den Geschäftsbereich Plastics & Devices T EUR 1.780 (Vorjahr: T EUR 37).
5) In den Investitionen sind Zugänge aus Finanzierungsleasing in Höhe von T EUR 149 (Vorjahr: T EUR 2.045) enthalten, welche im Geschäftsjahr nicht zahlungswirksam gewesen sind.

Kennziffern nach Regionen¹⁾

Europa

Deutschland

Amerika

in T EUR 2018 2017 2018 2017 2018 2017
Umsatzerlöse nach Zielregionen²⁾ 459.685 428.906 304.500 313.058 374.806 373.704
Umsatzerlöse nach Ursprungsregionen³⁾ 267.391 256.207 521.518 513.557 354.745 350.462
Langfristige Vermögenswerte⁴⁾ 554.315 142.960 656.821 631.096 739.301 738.232
Mitarbeiter (Durchschnitt) 1.921 1.867 3.448 3.365 1.086 1.034

Schwellenländer

Sonstige Regionen

Konzern

in T EUR 2018 2017 2018 2017 2018 2017
Umsatzerlösenach Zielregionen²⁾ 206.841 206.497 21.898 26.090 1.367.730 1.348.255
Umsatzerlöse nach Ursprungsregionen³⁾ 224.076 228.029 - - 1.367.730 1.348.255
Langfristige Vermögenswerte⁴⁾ 185.442 200.490 - - 2.135.879 1.712.778
Mitarbeiter (Durchschnitt) 3.432 3.525 - - 9.887 9.791

1) Zu einer Erläuterung der Regionen siehe Angabe (8).
2) Umsatzerlöse nach Sitz des Kunden.
3) Umsatzerlöse nach Sitz der liefernden Gesellschaft.
4) Die langfristigen Vermögenswerte enthalten keine Finanzinstrumente, latenten Steuern, Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses und Rechte aus Versicherungsverträgen.

Das Adjusted EBITA der Segmente leitet sich wie folgt auf das Konzernergebnis über:

in T EUR 2018 2017
Adjusted EBITA der Segmente 224.868 241.048
Zentralstellen/Konsolidierung -22.770 -21.534
Adjusted EBITA Konzern 202.098 219.514
Akquisition Sensile Medical -1.628 -
Refinanzierung - -313
Portfoliooptimierungen -14.506 -2.705
Einmalige Aufwendungen und Erträge -5.898 -2.160
Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen -40.607 -33.540
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 139.459 180.796
Finanzergebnis -32.262 -35.308
Ertragsteuern 23.931 -42.436
Konzernergebnis 131.128 103.052

(36) Honorar des Abschlussprüfers
Zum Abschlussprüfer des Einzel- und Konzern-Abschlusses der Gerresheimer AG ist die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, bestellt worden. Der Bestätigungsvermerk wird durch Herrn Wirtschaftsprüfer André Bedenbecker (seit dem Geschäftsjahr 2016) und Herrn Wirtschaftsprüfer René Kadlubowski (seit dem Geschäftsjahr 2016) unterzeichnet. Herr Kadlubowski ist seit dem Geschäftsjahr 2016 als verantwortlicher Wirtschaftsprüfer für die Gerresheimer AG tätig. Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist seit dem Geschäftsjahr 2009 Abschlussprüfer der Gerresheimer AG. Für die erbrachten Dienstleistungen der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:

in T EUR 2018 2017
Abschlussprüfung 619 574
Andere Bestätigungsleistungen 67 11
Honorar des Abschlussprüfers 686 585

(37) Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Im Rahmen unseres operativen Geschäftes unterhalten wir Geschäftsbeziehungen zu juristischen und natürlichen Personen, die auf die Gerresheimer AG oder deren Tochterunternehmen Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Gerresheimer AG oder ihre Tochterunternehmen ausgesetzt sind. Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen gehören Unternehmen, die mit Mitgliedern des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG in Beziehung stehen, nicht konsolidierte Gesellschaften und assoziierte Unternehmen sowie die Organmitglieder der Gerresheimer AG. Bezüglich der Informationen zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats wird auf die Angabe (38) sowie auf den Vergütungsbericht im Konzern-Lagebericht verwiesen. Die folgende Tabelle stellt das Lieferungs- und Leistungsvolumen mit nahestehenden Unternehmen und Personen dar:

2018 30. November 2018

in T EUR Erbrachte Lieferungen und Leistungen Empfangene Lieferungen und Leistungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Unternehmen, das mit einem Mitglied des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG in Beziehung steht 2.877 - 466 -
Assoziierte Unternehmen 15 2.526 - 126
Gesamt 2.892 2.526 466 126

2017 30. November 2017

in T EUR Erbrachte Lieferungen und Leistungen Empfangene Lieferungen und Leistungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Unternehmen, das mit einem Mitglied des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG in Beziehung steht 2.968 - 452 -
Assoziierte Unternehmen 17 3.261 - 393
Gesamt 2.985 3.261 452 393

Die getätigten Geschäfte betreffen das Unternehmen Vetter Pharma-Fertigungs GmbH & Co. KG, Ravensburg, das mit einem Mitglied des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG in Beziehung steht. Sämtliche getätigten Geschäfte wurden zu marktüblichen Preisen und Konditionen wie zwischen fremden Dritten durchgeführt.

(38) Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands
Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2018 betrugen T EUR 1.141 (Vorjahr: T EUR 1.073). Die Bezüge der während des Geschäftsjahres 2018 aktiven Vorstandsmitglieder aus Festgehalt (inklusive Nebenleistungen), erfolgsabhängiger Tantieme und langfristiger aktienkursorientierter variabler Barvergütung (Phantom Stocks) beliefen sich auf T EUR 10.195 (Vorjahr: T EUR 5.740). Im aktuellen Geschäftsjahr ist darin ein Betrag in Höhe von T EUR 4.100 im Zusammenhang mit dem unerwarteten Ausscheiden des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand der Gerresheimer AG enthalten. Der beizulegende Zeitwert der langfristigen aktienkursorientierten variablen Barvergütung des Vorstands beträgt zum Abschlussstichtag für die Tranchen 2018 bis 2021 (Tranche 12 bis 15) T EUR 3.294 (Vorjahr: Tranche 11 bis 15 T EUR 4.877). Aufwendungen aus der Zuführung zur Rückstellung der am Abschlussstichtag gewährten Aktienwertsteigerungsrechte (Tranche 8 bis 15) belaufen sich auf T EUR 2.563 (Vorjahr: Tranche 7 bis 15 T EUR 1.781). Für Einzelheiten verweisen wir auf Angabe (29). Den beiden aktiven Vorstandsmitgliedern Herrn Beaujean und Herrn Schütte wurde eine leistungsorientierte Pensionszusage zugesichert. Dabei wird die Pensionszusage an Herrn Schütte über eine Unterstützungskasse abgewickelt. Der Barwert der leistungsorientierten Pensionszusagen beträgt vor Verrechnung mit dem Planvermögen T EUR 5.578 (Vorjahr: T EUR 4.806). Der Barwert der leistungsorientierten Pensionszusagen gegenüber ehemaligen Mitgliedern der Geschäftsführung und deren Hinterbliebenen beläuft sich vor Verrechnung mit dem Planvermögen auf T EUR 29.252 (Vorjahr: T EUR 29.965). Die laufenden Bezüge aus Pensionen und aus sonstigen Leistungen betragen T EUR 1.287 (Vorjahr: T EUR 1.278). Die beiden aktiven Vorstandsmitglieder Herr Siemssen und Herr Dr.Burkhardt haben sich für die Option (3), Auszahlung von 20 % des Festgehaltes und 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung, entschieden. Der Aufwand für diese Zusagen belief sich im Geschäftsjahr 2018 auf T EUR 181 (Vorjahr: T EUR 0). Weitergehende Informationen zur Vorstandsvergütung sind dem Vergütungsbericht im Konzern-Lagebericht zu entnehmen.

(39) Corporate Governance

Corporate Governance bezeichnet das gesamte Leitungs- und Überwachungssystem eines Unternehmens einschließlich seiner Organisation, geschäftspolitischen Grundsätze und Leitlinien sowie der internen und externen Steuerungs- und Überwachungsmechanismen. Ziel einer guten Corporate Governance ist eine verantwortungsbewusste und auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Sie fördert das Vertrauen der nationalen und internationalen Anleger, der Geschäftspartner, der Finanzmärkte, der Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in die Führung und Überwachung der Gerresheimer AG.

Als börsennotierte Gesellschaft ist die Gerresheimer AG verpflichtet bekannt zu geben, inwieweit den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht ("comply or explain"). Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben zuletzt am 6. September 2018 die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG beschlossen:

Mit Ausnahme der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Absatz 2 Satz 2 hat die Gerresheimer AG allen Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 seit der letzten Entsprechenserklärung vom 5. September 2017 entsprochen. Den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 wird die Gerresheimer AG zukünftig ebenfalls mit folgender Ausnahme entsprechen:

Ziffer 5.4.1 Absatz 2 Satz 2: Der Aufsichtsrat hat keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt.

Die Erklärung kann auf der Website der Gesellschaft (www.gerresheimer.com/investor-relations) dauerhaft eingesehen werden.

(40) Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Nach dem 30. November 2018 hat ein Kunde der Sensile Medical ein Projekt ohne inhaltliche Begründung gekündigt. Demzufolge wird Gerresheimer vertragsgemäß Kaufpreistranchen an die früheren Eigentümer von Sensile Medical in Höhe von rund EUR 90 Mio. nicht auszahlen. Die Auflösung der passivierten Schuld wird das Adjusted EBITDA im 1. Quartal 2019 entsprechend verbessern und die Verschuldung des Gerresheimer Konzerns zum Jahresende 2019 verringern. Aus dem Wegfall dieses Projektes erwartet der Gerresheimer Konzern ansonsten in 2019 nur geringe Auswirkungen auf Umsatzerlöse und Adjusted EBITDA. Etwaige Auswirkungen auf die Werthaltigkeit des Geschäftswertes bzw. der erworbenen Technologien werden aktuell analysiert. Unabhängig vom Ergebnis dieser Analyse werden sich hieraus keine wesentlichen Auswirkungen auf das Adjusted EBITDA ergeben.

Darüber hinaus sind nach dem 30. November 2018 keine weiteren Ereignisse eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Gerresheimer Konzerns ausgeht oder zu erwarten ist.

Der Abschluss wurde durch den Vorstand in seiner Sitzung am 4. Februar 2019 aufgestellt und zur Veröffentlichung freigegeben. Er wird durch den Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat für die Sitzung am 13. Februar 2019 zur Billigung vorgelegt.

Düsseldorf, 4. Februar 2019
Dietmar Siemssen
Rainer Beaujean
Dr. Lukas Burkhardt
Andreas Schütte

ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzern-Abschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzern-Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Düsseldorf, 4. Februar 2019
Der Vorstand
Dietmar Siemssen
Rainer Beaujean
Dr. Lukas Burkhardt
Andreas Schütte

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Gerresheimer AG, Düsseldorf

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERN-ABSCHLUSSES UND DES KONZERN-LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzern-Abschluss der Gerresheimer AG, Düsseldorf, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 30. November 2018, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2017 bis zum 30. November 2018 sowie dem Konzern-Anhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzern-Lagebericht der Gerresheimer AG, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2017 bis zum 30. November 2018 geprüft. Den im Konzern-Lagebericht enthaltenen Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzern-Erklärung gemäß § 315b HGB" sowie die im Konzern-Lagebericht enthaltene Konzernerklärung zur Unternehmensführung haben wir im Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse ― entspricht der beigefügte Konzern-Abschluss in allen wesentlichen Belangen den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. November 2018 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2017 bis zum 30. November 2018 und ― vermittelt der beigefügte Konzern-Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzern-Lagebericht in Einklang mit dem Konzern-Abschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzern-Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt des Abschnitts "Nichtfinanzielle Konzern-Erklärung gemäß § 315b HGB" und nicht auf den Inhalt der Konzernerklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzern-Abschlusses und des Konzern-Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzern-Abschlusses und des Konzern-Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzern-Abschlusses und des Konzern-Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzern-Abschluss und zum Konzern-Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzern-Abschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzern-Abschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2017 bis zum 30. November 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzern-Abschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

  1. Bilanzielle Abbildung des Erwerbs der Sensile Medical AG
  2. Werthaltigkeit der Geschäftswerte
  3. Latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Bewertungsunterschiede und auf Verlustvorträge
  4. Bereinigung des EBITDA

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:

a) Sachverhaltsbeschreibung (einschließlich Verweis auf zugehörige Angaben im Konzern-Abschluss)
b) Prüferisches Vorgehen

1) Bilanzielle Abbildung des Erwerbs der Sensile Medical AG

a) Die Gerresheimer AG hat am 11. Juli 2018 einen Aktienkaufvertrag zum Erwerb von rund 99,89 % der Aktien an der Sensile Medical AG, Olten/Schweiz, (Sensile Medical) für einen Kaufpreis von Mio. EUR 335,2 unterzeichnet. Sensile Medical bildet die Grundlage des neuen Geschäftsbereichs "Advanced Technologies", in dem es um die Entwicklung und Produktion von intelligenten Systemen zur Verabreichung von Arzneimitteln geht. Neben dem am 17. Juli 2018 gezahlten Teilbetrag in Höhe von Mio. EUR 160,6 zuzüglich der Ablösung von Darlehensverbindlichkeiten in Höhe von Mio. EUR 12,7 und einer im Dezember 2018 fälligen fixen Zahlung in Höhe von Mio. EUR 24,8 sieht der Kaufvertrag weitere bedingte Kaufpreisbestandteile in Abhängigkeit vom Erreichen vertraglich definierter Meilensteine bis Ende 2020 vor.# Wesentliche Ertragslage und Chancen/Risiken der künftigen Entwicklung

I. Bericht zur Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses

Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Aktionäre der Gerresheimer AG

Bericht über die Prüfung des Konzernabschlusses

Besondere Prüfungssachverhalte

Im Folgenden erläutern wir die Sachverhalte, die nach unserer Beurteilung die größte Bedeutung für die Prüfung des Konzernabschlusses während des Geschäftsjahres hatten. Wir haben diese Sachverhalte im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unserer darauf bezogenen Einschätzung des Konzernabschlusses als Ganzes berücksichtigt und geben hierzu keine gesonderte Einschätzung ab.

1) Bewertung des Erwerbs der Sensile Medical

a) Bei der Bewertung der bedingten Kaufpreiszahlungen liegt die Einschätzung des Vorstands zugrunde, dass alle Meilensteine erfüllt und damit weitere Zahlungen bis zu einem nicht diskontierten Betrag in Höhe von insgesamt Mio. EUR 149,8 fällig werden. Die erworbenen Vermögenswerte und Schulden werden zum Erwerbszeitpunkt mit den beizulegenden Zeitwerten angesetzt, die durch eine von einem durch Gerresheimer beauftragten externen Gutachter durchgeführte Kaufpreisallokation ermittelt wurden. Als Geschäftswert wird der Teil des Kaufpreises angesetzt, der nicht im Rahmen der Kaufpreisallokation auf die erworbenen Vermögenswerte und Schulden verteilt wird. Dieser beläuft sich, nach der im vierten Quartal 2018 vertraglich vereinbarten Net-Working-Capital- und Net-Debt-Anpassung, auf Mio. EUR 5,0. Darüber hinaus sind im Rahmen der Kaufpreisallokation immaterielle Vermögenswerte in Höhe von Mio. EUR 420,3 angesetzt worden. Diese entfallen mit Mio. EUR 394,9 im Wesentlichen auf Technologien. Die Kerntechnologien sind patentiert. Die bilanzielle Abbildung des Erwerbs der Sensile Medical war im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung, da insbesondere für die identifizierten Technologien keine Marktwerte vorhanden sind, so dass zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte komplexe, annahmebasierte Bewertungsmodelle zur Anwendung gekommen sind. Das Ergebnis der Bewertung ist in hohem Maße von der Prognose der zukünftigen Zahlungsströme sowie von den verwendeten Kapitalkostensätzen abhängig und aufgrund der hier bestehenden Ermessensspielräume mit entsprechender Unsicherheit behaftet. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass die nach IFRS 3 geforderten umfangreichen Angaben im Konzern-Anhang nicht vollständig oder nicht sachgerecht sind. Die Angaben der Gesellschaft zum Erwerb der Sensile Medical sind im Abschnitt 2 des Konzern-Anhangs sowie im Kapitel zur Finanz- und Liquiditätslage des Konzern-Lageberichts dargestellt.

b) Im Rahmen unserer Prüfung der bilanziellen Abbildung des Erwerbs der Sensile Medical haben wir die vertraglichen Vereinbarungen eingesehen, nachvollzogen und gewürdigt. Damit einhergehend haben wir unter anderem den bisher von Gerresheimer gezahlten Kaufpreisanteil mit den uns zur Verfügung gestellten Nachweisen über die geleisteten Zahlungen abgestimmt. Im Rahmen der Prüfung der vorläufigen Kaufpreisallokation haben wir uns vorab von der Qualifikation und der Objektivität des von Gerresheimer hierfür beauftragten externen Gutachters überzeugt. Mit Unterstützung unserer internen Bewertungsspezialisten haben wir die Angemessenheit der angewandten Bewertungsmodelle und -methoden gewürdigt. Die Plausibilität der Annahmen aus den Planungen des Vorstands haben wir auf Basis von Markterwartungen, Due-Diligence-Berichten und in Gesprächen mit dem Vorstand und dem externen Gutachter beurteilt. Unser Fokus lag dabei auf der Prüfung der Identifikation und Bewertung der angesetzten Technologien und deren werttreibenden Faktoren. Zu den werttreibenden Faktoren zählen insbesondere die Laufzeit der zugrundeliegenden Patente und die Nutzungsdauern der jeweiligen Technologien. Darüber hinaus haben wir durch die Verwendung von Checklisten die Vollständigkeit der nach IFRS 3 geforderten Anhangangaben geprüft.

2) Werthaltigkeit der Geschäftswerte

a) Im Konzern-Abschluss der Gerresheimer AG werden unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" Geschäftswerte mit einem Betrag von Mio. EUR 670,6 (24,6 % der Konzern-Bilanzsumme) ausgewiesen. Die Geschäftswerte werden mindestens einmal jährlich oder anlassbezogen Werthaltigkeitstests (Impairment Tests) unterzogen. Hierbei werden die Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag verglichen. Der erzielbare Betrag wird auf Basis des Nutzungswerts ermittelt. Hierzu werden die geplanten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse (Cashflows) diskontiert (DCF-Verfahren). Die Cashflow-Prognosen basieren auf der vom Vorstand genehmigten, vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommenen und im Zeitpunkt der Durchführung des Impairment Tests gültigen Unternehmensplanung für die kommenden fünf Jahre. Hierbei wurden auch Erwartungen über die künftige Marktentwicklung und länderspezifische Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Größen berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten Kapitalkosten der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Das Ergebnis dieser Bewertungen ist in hohem Maße von der Einschätzung der zukünftigen Cashflows durch den Vorstand sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet, weswegen dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung war. Die Angaben der Gesellschaft zu den Geschäftswerten sind in den Abschnitten 5 und 18 des Konzern-Anhangs enthalten.

b) Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitstests nachvollzogen, die Ermittlung der gewichteten Kapitalkosten beurteilt und die Berechnungsmethode des Impairment Tests unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten gewürdigt. Von der Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Cashflows haben wir uns unter anderem durch Abgleich dieser mit der aktuellen, vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommenen Fünf-Jahres-Planung sowie durch Befragung des Vorstands zu den wesentlichen Annahmen dieser Planung überzeugt. Darüber hinaus haben wir eine Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen durchgeführt. Die sachgerechte Berücksichtigung von Kosten für Konzernfunktionen bei den Impairment Tests der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten war auch Bestandteil unserer Prüfung. Da bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des ermittelten erzielbaren Betrags haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern befasst und das Berechnungsschema nachvollzogen. Ferner haben wir aufgrund der materiellen Bedeutung der Geschäftswerte für die Vermögenslage des Konzerns ergänzend eigene Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um ein mögliches Wertminderungsrisiko bei einer potentiellen Änderung einer wesentlichen Annahme der Bewertung einschätzen zu können. Zudem haben wir die Vollständigkeit und Angemessenheit der nach IAS 36 geforderten Angaben im Konzern-Anhang geprüft.

3) Latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Bewertungsunterschiede und auf Verlustvorträge

a) Im Konzern-Abschluss der Gerresheimer AG werden in der Konzern-Bilanz nach Saldierung mit den passiven latenten Steuern aktive latente Steuern in Höhe von Mio. EUR 19,5 (vor Saldierung Mio. EUR 57,3, davon Mio. EUR 21,9 auf steuerliche Verlustvorträge) ausgewiesen. Auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von Mio. EUR 75,4 wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet, da sie aus vororganschaftlicher Zeit stammen (Mio. EUR 15,2) oder mit einer Nutzung innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht gerechnet wird (Mio. EUR 60,2). Ausgangsbasis für die Steuerplanung ist die vom Vorstand genehmigte und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommene Unternehmensplanung. Aus unserer Sicht waren die aktiven latenten Steuern von besonderer Bedeutung, da die Unternehmensplanung als Grundlage für die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern in hohem Maße von der Einschätzung und den Annahmen des Vorstands abhängig und daher mit einem hohen Maß an Unsicherheit behaftet ist. Die Angaben der Gesellschaft zu den latenten Steuern sind in den Abschnitten 5, 15 und 23 des Konzern-Anhangs enthalten.

b) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter Einbindung unserer Steuerspezialisten den Ansatz und die Bewertung der latenten Steuern gewürdigt. Die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern auf abzugsfähige Differenzen und Verlustvorträge haben wir auf Basis der Unternehmensplanung und unternehmensinterner Prognosen über die künftige steuerliche Ertragssituation der jeweiligen Gesellschaft beurteilt und die Angemessenheit der verwendeten Annahmen gewürdigt. Weiterhin haben wir die Überleitung zum Steuerergebnis und die rechnerische Richtigkeit nachvollzogen. Zudem haben wir die Vollständigkeit und Angemessenheit der nach IAS 12 geforderten Angaben im Konzern-Anhang geprüft.

4) Bereinigung des EBITDA

a) Gerresheimer hat folgende Kennzahlen als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren definiert, die im Rahmen der Kapitalmarktkommunikation eine zentrale Rolle spielen: Umsatzwachstum, Adjusted EBITDA, Operating Cashflow, Investitionen, Net Working Capital und ROCE. Diese werden von der Gesellschaft als zentrale finanzielle Leistungsindikatoren verwendet. Das Wachstum misst Gerresheimer anhand der organischen Umsatzveränderung, d. h. im Falle von Akquisitionen oder Desinvestitionen werden die daraus resultierenden Effekte ebenso bereinigt wie Währungseffekte. Die Profitabilität ermittelt Gerresheimer primär mittels des bereinigten EBITDA (Adjusted EBITDA). Im Konzern-Abschluss werden Bereinigungen des EBITDA in Höhe von Mio. EUR -22,0 dargestellt. Das Adjusted EBITDA ist das Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen auf Fair-Value-Anpassungen, planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen, Restrukturierungsaufwand sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen. Unter die einmaligen Aufwendungen und Erträge fasst Gerresheimer Abfindungen für den Vorstand, Kosten einer Refinanzierung, Personalabbau und Restrukturierungen in größerem Umfang (strukturell und strategisch), die nicht die engen Kriterien des IAS 37 erfüllen, Kosten für Akquisitionen (bis zum Zeitpunkt der Akquisition) und Desinvestitionen, Kosten aus der Historie von Gerresheimer, wie z. B. Schiedsgerichtsverfahren, und Ergebnisse aus Betriebsprüfungen. Das Adjusted EBITDA ist unverändert definiert und die Bereinigungen wurden in stetiger Anwendung dieser Definition vorgenommen.# Sonstige Informationen

Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

  • den Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzern-Erklärung gemäß § 315b HGB" des Konzern-Lageberichts,
  • die im Konzern-Lagebericht enthaltene Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach § 315d HGB,
  • den Corporate Governance Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex,
  • die Versicherungen des Vorstands zum Konzern-Abschluss nach § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB und zum Konzern-Lagebericht nach § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB und
  • die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Konzern-Abschlusses und Konzern-Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzern-Abschluss und zum Konzern-Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

  • wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzern-Abschluss, zum Konzern-Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
  • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzern-Abschluss und den Konzern-Lagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzern-Abschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzern-Abschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzern-Abschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzern-Abschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Konzern-Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzern-Abschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzern-Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzern-Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzern-Abschlusses und des Konzern-Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzern-Abschlusses und des Konzern-Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzern-Abschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzern-Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzern-Abschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzern-Abschluss und zum Konzern-Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzern-Abschlusses und Konzern-Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzern-Abschluss und im Konzern-Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzern-Abschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzern-Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
  • beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
  • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzern-Abschluss und im Konzern-Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
  • beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzern-Abschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzern-Abschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzern-Abschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.― holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzern-Abschluss und zum Konzern-Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzern-Abschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. ― beurteilen wir den Einklang des Konzern-Lageberichts mit dem Konzern-Abschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. ― führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzern-Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzern-Abschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 25. April 2018 als Konzern-Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 6. September 2018 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2008/2009 als Konzern-Abschlussprüfer der Gerresheimer AG, Düsseldorf, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist René Kadlubowski.

Düsseldorf, den 4. Februar 2019

Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

André Bedenbecker, Wirtschaftsprüfer
René Kadlubowski, Wirtschaftsprüfer

ORGANE

AUFSICHTSRAT

Geschäftsjahr 2018

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