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Gerresheimer AG Annual Report 2017

May 2, 2018

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Annual Report

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Gerresheimer AG

Düsseldorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.12.2016 bis zum 30.11.2017

Lagebericht UND JAHRESABSCHLUSS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. DEZEMBER 2016 BIS ZUM 30. NOVEMBER 2017

DER GERRESHEIMER AG

Nach vorne

Lagebericht FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2017

DER GERRESHEIMER AG

DIE GERRESHEIMER AG

Die Gerresheimer AG mit Sitz in Düsseldorf (Deutschland), fungiert als Holding der Unternehmen des Gerresheimer Konzerns. Sie steuert die von ihr gehaltene Beteiligung an der Gerresheimer Holdings GmbH, Düsseldorf (Deutschland) sowie indirekt die von der Gerresheimer Holdings GmbH gehaltenen Beteiligungen. Von diesen Beteiligungen erhält die Gerresheimer AG Beteiligungserträge. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gerresheimer AG ist insbesondere durch diese Beteiligungserträge und damit wesentlich durch die Geschäftsentwicklung des gesamten Gerresheimer Konzerns geprägt. Nachfolgend wird, soweit nicht anders vermerkt, die Geschäftsentwicklung des Gerresheimer Konzerns beschrieben.

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Der Gerresheimer Konzern ist ein weltweit führender Hersteller hochwertiger Spezialprodukte aus Glas und Kunststoff für die internationale Pharma-und Healthcare-Industrie. Wir bieten auf Basis eigener Entwicklungen und modernster Produktionstechnologien zum einen pharmazeutische Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systeme und zum anderen Diagnostiksysteme und Verpackungen für die Kosmetikindustrie.

GESCHÄFTSBEREICHE

Der Gerresheimer Konzern wird über strategische Geschäftseinheiten in Form von Geschäftsbereichen gesteuert. Diese werden nach ihren spezifischen Herstellungstechnologien und Materialien, die wir für unsere Produkte verwenden, zu berichtspflichtigen Segmenten zusammengefasst. Unser Geschäftsmodell ist in die zwei berichtspflichtigen operativen Geschäftsbereiche Plastics & Devices und Primary Packaging Glass gegliedert.

PLASTICS & DEVICES

Unser Produktportfolio im Geschäftsbereich Plastics & Devices umfasst komplexe kundenspezifische Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten. Dazu zählen Insulin-Pens, Inhalatoren oder vorfüllbare Spritzen. Darüber hinaus gehören zu diesem Bereich Produkte für die Diagnostik und Medizintechnik wie Stechhilfen und Testsysteme sowie pharmazeutische Kunststoffbehälter für flüssige und feste Medikamente mit Verschluss- und Sicherheitssystemen.

Wir entwickeln einerseits komplexe Systeme und Systemkomponenten aus Kunststoff im Rahmen individueller Projektgeschäfte. Unsere Zielgruppe umfasst Kunden aus der Pharmaindustrie, der Diagnostik und der Medizintechnik. Diesen Kunden bieten wir individuelle Serviceleistungen an und decken damit sämtliche Stufen der Wertschöpfungskette ab. Das Produktspektrum unserer medizinischen Kunststoffsysteme reicht von Inhalatoren für die gezielte Behandlung von Atemwegserkrankungen über Lanzetten und Insulin-Pen-Systeme für Diabetiker bis hin zu unterschiedlichsten Testsystemen und Einmalprodukten für die Labor- und Molekulardiagnostik.

Andererseits umfasst der Geschäftsbereich Plastics & Devices Systemverpackungen aus Kunststoff, die für flüssige und feste Medikamente eingesetzt werden können. Zu unserer breiten Palette hochwertiger Primärverpackungen für Arzneimittel zählen Applikations- und Dosiersysteme wie Augentropfen-oder Nasensprayfläschchen sowie Spezialbehälter für Tabletten und Pulver. Überdies beinhaltet unser Sortiment multifunktionale Verschlusssysteme mit Originalitätssicherungen, kindersicheren und seniorengerechten Applikationen sowie integrierten Feuchtigkeitsabsorbern.

In den USA ist der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente von dem sogenannten "pour-and-count"-System geprägt. Die in der Verschreibung genannte genaue Menge der oral einzunehmenden Medikamente wird speziell für den einzelnen Patienten in Kunststoffverpackungen abgefüllt. Auch für dieses Marktsegment haben wir ein starkes Produktportfolio und beliefern landesweite und regionale Apothekenketten, Supermärkte und Großhändler.

PRIMARY PACKAGING GLASS

Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass produzieren wir Primärverpackungen aus Glas für Medikamente und Kosmetik. Dazu zählen Pharmagläser, Ampullen, Injektionsfläschchen, Karpulen, Parfümflakons und Cremetiegel sowie spezielle Gläser für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie.

Für die pharmazeutische Industrie umfasst unser Angebot vielfältige Primärverpackungen aus Glas. Zu den Produkten aus Behälterglas gehören Injektions-, Tropf- und Sirupflaschen in mannigfaltigen markt- und bedarfsgerechten Ausführungen. Zudem produzieren wir aus Borosilikatglas-Röhren hochwertige Spezialprodukte wie Ampullen, Fläschchen und Karpulen. So bieten wir eine praktisch lückenlose Weiß- und Braunglaspalette für Pharmaverpackungen an.

Unser Produktportfolio für die Kosmetikindustrie umfasst hochwertige Glasverpackungen wie Fläschchen und Gläser für Parfüms, Deodorants, Hautpflege- oder Wellnessprodukte. Wir verarbeiten Klar-, Farb- und Opalglas. Hierfür verfügen wir über sämtliche Technologien zur Form- und Farbgebung, zum Bedrucken sowie zur exklusiven Veredelung.

Für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie bieten wir sowohl standardisierte als auch kundenspezifische Fläschchen, Flaschen, Gläschen und Gläser, die unter anderem für Kleinspirituosen genutzt werden, an. Unser Produktionsspektrum umfasst verschiedene Variationen, wie Braun-, Weiß-, Farb- oder Opalglas, diverse Formvarianten und zahlreiche Möglichkeiten der Veredelung.

ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Die Gerresheimer AG unterhält keine Zweigniederlassungen.

UNTERNEHMENSSTRATEGIE UND ZIELE

Die Nachfrage nach medizinischer Versorgung wächst weltweit stetig. Wesentliche Treiber sind globale Entwicklungen wie beispielsweise die steigende Lebenserwartung, das Wachstum der Weltbevölkerung, ein steigendes Wohlstandsniveau, Umweltveränderungen sowie die Entwicklung neuer Medikamente und Therapien. Die steigende Anzahl patentfreier Medikamente sowie der Trend zur Selbstmedikation bedeuten auch künftig für die Pharma- und Gesundheitsindustrie weiteres Wachstumspotenzial. Neben den zunehmenden Stückzahlen steigen gleichzeitig die Qualitätsanforderungen an die pharmazeutischen Verpackungen und Produkte zur sicheren und einfachen Verabreichung von Medikamenten. Dies gilt besonders für Wirkstoffe mit komplexer Molekülstruktur wie biotechnisch hergestellte Medikamente und stellt alle Marktteilnehmer vor Herausforderungen.

Für uns als strategischen Partner bei der Entwicklung und Produktion hochwertiger Spezialverpackungen für die Pharma- und Kosmetikindustrie eröffnen sich damit Chancen für weiteres Wachstum. Mit unserer globalen Kompetenz erfüllen wir die steigenden Anforderungen unserer Kunden an höchste Qualität sowohl in den Industrienationen wie auch in den Schwellenländern.

UNSERE VISION UND MISSION

Wir verfolgen die Vision, der weltweit führende Partner für Lösungen zu werden, die Gesundheit und Wohlbefinden verbessern. Dabei ist die Leidenschaft unserer Beschäftigten die Grundlage für unseren Erfolg.

Bei der weiteren Umsetzung unserer Vision helfen uns diese Leitlinien:

1. Wir möchten die Bedürfnisse unserer Kunden verstehen und ihnen Lösungen für ihre gegenwärtigen und künftigen Anforderungen bieten.

Herausragende Qualität und unbedingte Liefertreue auch bei sehr hohen Volumina zeichnen uns aus und sind für unsere Kunden die unbedingte Voraussetzung, den hohen Anforderungen des Marktes und der Regulierungsbehörden nachzukommen. Gemeinsam mit unseren Kunden gehen wir aber auch neue Wege, um Trends wie Selbstmedikation oder biologisch hergestellte Medikamente zu antizipieren, neue Produkte und Prozesse zu entwickeln und Innovationen zu fördern.

2. Wir verpflichten uns zu kontinuierlicher Innovation und herausragender Qualität.

Wir entwickeln unser Angebotsspektrum insbesondere für neue Medikamente und neue Qualitätsanforderungen fortlaufend weiter und investieren in diese wichtigen Wachstumsmärkte der Zukunft. Unsere langjährige Erfahrung, die hohe Expertise und Motivation unserer Beschäftigten wie auch unsere konsequente Investitionspolitik, basierend auf unserer finanziellen Stabilität, machen uns dabei zu einem bevorzugten Lieferanten der Pharmaindustrie.

3. Wir wollen unser Technologie-Know-how und unsere Kompetenzen nutzen und als ein Team agieren.

Wir produzieren seit vielen Jahrzehnten Verpackungen aus Glas und Kunststoff. Dieses Wissen, das wir im Sinne unserer Kunden nutzen und über Fortbildung und Schulungen noch erweitern, bedeutet einen hohen Wert. Wir standardisieren unsere Produktionsanlagen und Prozesse über Werksgrenzen hinweg, sorgen teamübergreifend für den Transfer von Know-how und messen das Ergebnis an definierten Operational-Excellence-Kennzahlen.

4. Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber mit hoch motivierten und engagierten Beschäftigten weltweit sein.

Unsere rund 10.000 Beschäftigten sind die Grundlage für unseren heutigen und zukünftigen Erfolg. Dementsprechend setzen wir auf gute Arbeitsbedingungen, Förderung der Beschäftigten, Talentmanagement und auf umfassendes, lebenslanges Lernen. Wir vertrauen dabei auf eine gesunde Mischung aus jungen und erfahrenen Beschäftigten, die wir durch systematische Aus- und Weiterbildung in die Lage versetzen, sich für die ständig steigenden Anforderungen zu qualifizieren und ihre Arbeitsplatzzufriedenheit sicherzustellen.

Auf diesen vier Leitlinien aufbauend ergibt sich unser Ziel:

Wir wollen unsere globale Präsenz ausbauen und profitables und nachhaltiges Wachstum erzielen.

Bereits heute sind wir mit unseren Werken in Europa, Nord- und Südamerika wie auch in Asien global vertreten und bedienen Kunden und Märkte in vielen Teilen der Welt mit lokaler Produktion. Dabei gibt es weiterhin Möglichkeiten, unsere globale Präsenz auszubauen und alle Kunden mit unserem kompletten Portfolio überall und gleichermaßen zu bedienen. Gerade in den asiatischen Wachstumsmärkten wie Indien und China sowie im südamerikanischen Raum setzen wir verstärkt auf den Ausbau unserer Präsenz, um in diesen Ländern unsere bestehenden internationalen Kunden wie auch neue Kunden mit unseren Produkten versorgen zu können.

UNSERE STRATEGISCHEN ZIELE

1. Nachhaltiges Wachstum

Wir wollen nachhaltig wachsen. Dieses Ziel erreichen wir, indem wir die Umsatzerlöse mit unseren bestehenden Kunden steigern, neue Produkte anbieten sowie weitere Regionen, Märkte und Kunden für uns erschließen. Um dies zu erreichen, greifen wir auch gezielt auf Akquisitionen zurück. Unser Fokus liegt dabei auf Zukäufen, die uns entweder den Zugang zu neuen Regionen oder den Erwerb neuer Technologien ermöglichen. Dabei streben wir immer führende Positionen in den Märkten an, in denen wir aktiv sind.

2. Steigende Profitabilität

Wir konzentrieren uns auf ein profitables Wachstum, das sich in einem steigenden Adjusted EBITDA, einem höheren Operating Cash Flow und mittelfristig einem verbesserten Gerresheimer Return on Capital Employed (Gx ROCE) widerspiegeln soll. Qualifizierte Beschäftigte, moderne und effiziente Technologie, strikte Kostenkontrolle sowie ein hohes Qualitätsniveau sind die Voraussetzungen dafür. Wir investieren gezielt in Fortbildung, in effiziente Produktion und in hohe Qualität. Dabei sichert uns die zuverlässige Lieferung qualitativ hochwertiger Pharma- und Kosmetikverpackungen eine Spitzenpositionierung als weltweit anerkannter Lieferant und grenzt uns von unseren Wettbewerbern ab.

3. Attraktives Investment und starker Partner

Ein nachhaltiges Wachstum und steigende Profitabilität machen uns für unsere bestehenden und zukünftigen Investoren zu einem attraktiven Investment. Wir beteiligen unsere Aktionäre über die Dividende an unserem Erfolg. Unsere finanzielle Solidität macht uns zudem auch für unsere Kunden und Zulieferer zu einem verlässlichen und starken Partner in einem Umfeld, das auf langfristige und stabile Beziehungen großen Wert legt.

Wir stellen im Rahmen der jährlichen operativen und strategischen Planung die Weichen für die Folgejahre und formulieren konkrete Ziele für das nächste Geschäftsjahr, die wir mit Beginn eines jeden Geschäftsjahres - jeweils für das laufende Geschäftsjahr - veröffentlichen.

Unsere Strategie hat sich auch im Geschäftsjahr 2017 operativ in mehreren strategischen Projekten manifestiert und wurde im Rahmen dieser Projekte erfolgreich umgesetzt. Strategische Projekte wie die Fläschchen-Maschinenstrategie, die Einführung neuer Produkte, der Ausbau der Produktionskapazitäten und vieles mehr werden im Detail im Konzern-Lagebericht beschrieben. Alle diese Maßnahmen tragen maßgeblich zur Verbesserung unserer Position als globaler Partner der Pharmaindustrie bei, erhöhen unsere Profitabilität und machen Gerresheimer zu einem attraktiven Investment.

STEUERUNGSSYSTEM

Unser unternehmerisches Handeln ist auf profitables Wachstum und globale Marktführerschaft in den Bereichen Pharma und Healthcare sowie Kosmetik ausgerichtet. Daraus leiten sich Umsatzwachstum, Adjusted EBITDA, Operating Cash Flow, Investitionen, Net Working Capital und Gx ROCE als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren, die für die Steuerung des Gerresheimer Konzerns von Bedeutung sind, ab. Diese Leistungsindikatoren werden im Folgenden näher erläutert.

Das Wachstum messen wir anhand der organischen Umsatzveränderung des Gerresheimer Konzerns und seiner Geschäftsbereiche. Im Falle von Akquisitionen oder Desinvestitionen bereinigen wir die Wachstumsrate um die daraus resultierenden Effekte genauso wie um Währungseffekte. Aber auch Akquisitionen und ein aktives Portfoliomanagement gehören zu unserer Strategie zur Weiterentwicklung des Gerresheimer Konzerns.

Unsere Profitabilität ermitteln wir dabei in erster Linie anhand des Adjusted EBITDA. Dies setzt sich zusammen aus dem Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen aus Fair Value-Anpassungen, planmäßigen Abschreibungen, Wertminderungen, Restrukturierungsaufwand sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen. Unter die einmaligen Aufwendungen und Erträge fassen wir Abfindungen für den Vorstand, Kosten einer Refinanzierung, Personalabbau und Restrukturierungen in größerem Umfang (strukturell und strategisch), die nicht die engen Kriterien des IAS 37 erfüllen, Kosten für Akquisitionen (bis zum Zeitpunkt der Akquisition) und Desinvestitionen, Kosten aus der Historie von Gerresheimer, wie z. B. Schiedsgerichtsverfahren, und Ergebnisse aus Betriebsprüfungen. Bei den Bereichen Kosten, Technologien, Beschäftigte und Prozesse streben wir eine führende Wettbewerbsposition an. Dies ist die Basis, um die Anforderungen unserer Kunden hinsichtlich Qualität, Service, Preis und Innovation zu erfüllen und über dem Branchendurchschnitt liegende Renditen (Adjusted EBITDA/ Umsatzerlöse) zu erzielen.

Wir legen großen Wert darauf, einen ausreichenden Cash Flow zu erzielen, um die unterschiedlichen Erwartungen unserer Anspruchsgruppen zu erfüllen. Wir messen dies anhand des Operating Cash Flows, der sich wie folgt errechnet: Adjusted EBITDA zuzüglich bzw. abzüglich der Veränderung des Net Working Capitals (Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, erhaltene/geleistete Anzahlungen) abzüglich Investitionen. Für die Kennzahlen Adjusted EBITDA und Operating Cash Flow haben wir pro Geschäftsbereich und Geschäftsfeld individuelle Zielniveaus festgelegt. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist die konsequente Steuerung der Investitionen. Wir bewerten jedes Projekt in jeder Geschäftseinheit nach den gleichen Zielparametern. Dabei spielen die Berechnung gemäß Discounted Cash Flow, also den diskontierten Einnahmenüberschüssen, sowie die Payback-Periode, also die Amortisationsdauer, eine wesentliche Rolle. Erweiterungs- und Rationalisierungsprojekte sollten dabei eine Mindestverzinsung nach Steuern (interner Zinssatz) von 18 % und eine Payback-Periode von unter drei Jahren erzielen. Bei strategischen Projekten sollte die Payback-Periode fünf Jahre im Regelfall nicht übersteigen. Bei Werksneubauten und -erweiterungen kann die Payback-Periode auch darüber liegen.

Das Net Working Capital ist neben dem Adjusted EBITDA und den Investitionen die dritte Stellgröße beim Operating Cash Flow. Auch hierauf liegt ein permanenter Schwerpunkt unserer vielfältigen Optimierungsmaßnahmen, wie veränderte Zahlungsbedingungen, verbessertes Mahnwesen oder Optimierungen in der Produktionsplanung zwecks Bestandsreduzierung. Dabei ist die Senkung sowie das konsequente Managen des auf Monatsbasis berechneten durchschnittlichen Net Working Capitals unser Ziel, um so den Kapitaleinsatz dauerhaft zu minimieren.

Durch die Fokussierung auf Adjusted EBITDA, Investitionen (und damit indirekt auch auf die Abschreibungen) sowie Net Working Capital haben wir im Übrigen die wesentlichen operativen Stellgrößen des Gx ROCE im Blick. Dieser definiert sich bei Gerresheimer als Adjusted EBITA im Verhältnis zum durchschnittlichen Kapitaleinsatz, also Eigenkapital plus verzinsliches Fremdkapital abzüglich liquider Mittel bzw. alternativ berechnet als Bilanzsumme abzüglich unverzinslicher Verbindlichkeiten und liquider Mittel. Neben den oben genannten Kennzahlen stellt der Gx ROCE eine wichtige mittel- bis langfristige Zielgröße für uns dar. Basierend auf der angestrebten Mindestverzinsung nach Steuern (interner Zinssatz) von 180 % für Erweiterungs- und Rationalisierungsprojekte sollte dieser langfristig bei rund 150 % für den Gerresheimer Konzern liegen, nach vormals über 12 %.

Neben den Indikatoren zur Beurteilung der finanziellen Geschäftsentwicklungen spielen auch nicht finanzielle Steuerungsgrößen eine wesentliche Rolle für den Erfolg unseres Unternehmens. Aus Konzernsicht sind hier die Innovationsbereitschaft, die Lösungskompetenz sowie insbesondere die Attraktivität für hoch qualifizierte Beschäftigte und deren Bindung an das Unternehmen für uns von zentraler Bedeutung.

Steuerungsgröße für die Gerresheimer AG als Konzernobergesellschaft ist der handelsrechtliche Bilanzgewinn. Insbesondere durch Gewinnabführungen und Ausschüttungen von verbundenen Unternehmen soll die Umsetzung unserer langfristigen ergebnisorientierten Dividendenpolitik sichergestellt werden.

GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS

Die finanzielle Steuerung und Optimierung des Gerresheimer Konzerns erfolgt grundsätzlich zentral aus dem Konzern-Treasury der Gerresheimer AG. Unser vornehmliches Ziel ist es, die Liquidität jederzeit durch eine zentrale Beschaffung der Finanzmittel und die aktive Steuerung der Fremdwährungs-sowie der Zinsänderungsrisiken zu sichern. Die stets angemessene Ausstattung mit Finanzmitteln stellen wir durch eine rollierende Liquiditätsplanung und ein zentrales Cash-Management sicher.

Um die Entscheidungs- und Steuerungsprozesse im Rahmen der Liquiditätssicherung, der Finanzplanung und des diesbezüglichen Risikomanagements zu institutionalisieren, hat der Vorstand einen Anlagenausschuss eingesetzt. Dieser besteht aus dem Finanzvorstand sowie den Leitern der Abteilungen Controlling, Rechnungswesen, Strategy, Mergers & Acquisitions und Treasury und tritt grundsätzlich einmal pro Quartal zusammen. Zentrale Aufgabe des Anlagenausschusses ist es, die relevanten finanziellen Rahmenbedingungen für den Gerresheimer Konzern zu erörtern und zu überwachen. Dabei werden mögliche Veränderungen von externen Einflussfaktoren durch aktuelle Marktprognosen ebenso bewertet wie die Finanzierungssituation und strategische Wachstumsoptionen. Alle Ideen und anstehenden Maßnahmen von größerem finanziellem Umfang werden hier gebündelt und auf ihre Finanzierbarkeit geprüft sowie unter Risikogesichtspunkten nochmals durchleuchtet. Die Unterlagen des Anlagenausschusses werden den anderen Vorstandsmitgliedern nach jeder Sitzung ebenfalls zur Kenntnis gegeben. Damit haben wir in Ergänzung zum durchgängigen Vier-Augen-Prinzip eine zusätzliche Kontroll- und Früherkennungsinstanz.

Aufgrund der internationalen Ausrichtung tätigen wir zahlreiche Geschäfte in fremden Währungen. Um dem damit verbundenen Risiko der für uns nachteiligen Wechselkursschwankungen zu begegnen, schließen wir Devisentermingeschäfte ab. Diese sichern die Cash Flows aus noch nicht erfüllten Aufträgen in Fremdwährungen ab. Aufträge, Forderungen oder Verbindlichkeiten werden regelmäßig im Zeitpunkt ihrer Entstehung durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Um Zinsänderungsrisiken zu begegnen, beobachtet das Konzern-Treasury der Gerresheimer AG ständig die Zinsentwicklung und schließt im Bedarfsfall entsprechende Zinssicherungsgeschäfte ab.

KONJUNKTUR- UND MARKTUMFELD

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Der Internationale Währungsfonds (IWF)1) rechnet in seinem im Januar 2018 veröffentlichten Prognosebericht mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,7 % für 2017. Dies entspricht einer Erhöhung um 0,1 Prozentpunkte gegenüber der Oktoberprognose und ist laut dem IWF insbesondere auf ein verbessertes Momentum des globalen Wachstums zurückzuführen.

Die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum für den Euroraum erhöht der IWF gegenüber der Oktoberprognose um 0,3 Prozentpunkte auf 2,4 % für 2017. Diese Erhöhung basiert auf einer Verbesserung der Exporte im Zuge des ansteigenden Welthandels und der kontinuierlich wachsenden Binnennachfrage, unterstützt von günstigen finanzwirtschaftlichen Bedingungen bei gleichzeitig abnehmenden politischen Risiken und Unsicherheiten.

Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) befindet sich die deutsche Wirtschaft in einem dynamischen Aufschwung. Neben der Industrieproduktion, die sich laut dem BMWi lebhaft fortsetzen sollte, sind in diesem Zusammenhang die Anschaffungsneigung der Konsumenten und die Stimmung im Handel positiv.2) Auch der IWF beobachtet für Deutschland eine positive Entwicklung und erhöht seine Schätzung für das Wachstum der deutschen Wirtschaft in 2017 von 2,0 % im Oktober auf 2,5 %.

Für die USA erwartet der IWF ein Wachstum von 2,3 % für 2017. Die Oktoberprognose wurde somit um 0,1 Prozentpunkte erhöht. Als Begründung nennt der IWF eine stärker als erwartet ausfallende wirtschaftliche Aktivität in Verbindung mit einem erwarteten Anstieg der externen Nachfrage.

Für die Schwellen- und Entwicklungsländer wurde die Oktoberprognose des IWF für 2017 um 0,1 Prozentpunkte auf 4,7 % erhöht. Die Erwartung an das Wachstum in China in 2017 beträgt 6,8 % und entspricht somit jener Erwartung vom Oktober. So profitiere China von geldpolitischen Lockerungen und angebotsseitigen Reformen. Für Indien beträgt die Schätzung für das Wirtschaftswachstum gegenüber Oktober unverändert 6,7 %. Verglichen mit dem in 2016 erzielten Wachstum entspricht dies einem Rückgang um 0,4 Prozentpunkte. Als Begründung nennt der IWF die anhaltenden Störungen im Handel aufgrund der im November 2016 eingeführten Bargeldreform sowie Kosten in Verbindung mit der im Juli eingeführten Mehrwertsteueränderung. Nachdem das Wachstum in Brasilien in der ersten Hälfte 2017 wieder positiv ausgefallen ist, hat der IWF im Januar die Erwartung für 2017 um 0,4 Prozentpunkte auf 1,1 % erhöht.

1) Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook Update, Januar 2018.

2) Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Monatsbericht Januar 2018.

BRANCHENENTWICKLUNG

Das Wachstum des Welt-Pharmamarktes hat sich im Jahr 2017 deutlich abgeschwächt. Neben einem preismäßigen Rückgang, der von verschiedenen Pharmaunternehmen berichtet wurde, zeigt sich dies auch im für uns relevanten Volumenwachstum, welches laut IQVIA3) im Jahr 2017 bei lediglich 0,1 % lag. Auf dieser Basis errechnet IQVIA eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für die Jahre 2012 bis 2017 von 2,1 %, wobei das Wachstum im Zeitraum 2011 bis 2016 bei 3 % bzw. im Zeitraum 2006 bis 2011 bei 6 % lag. Während die Pharmerging Markets4) in den Jahren 2012 bis 2017 mit 3,9 % ein durchschnittliches Volumenwachstum vorweisen konnten, war die entsprechende Entwicklung in den übrigen Märkten deutlich negativer. Hier ergab sich auf Sicht der letzten fünf Jahre gar ein Volumenrückgang von durchschnittlich 0,2 % pro Jahr.

Im Subsegment der Generika, bei denen insbesondere im nordamerikanischen Markt ein sehr starker Preisdruck herrscht, wurde auf globaler Ebene im Jahr 2017 ein Volumenwachstum von 1,0 % erzielt. Hier betrug die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in den Jahren 2012 bis 2017 3,1 %. Im regionalen Vergleich lagen die Pharmerging Markets in den letzten fünf Jahren bei durchschnittlich 3,9 % Wachstum pro Jahr, während das durchschnittliche jährliche Volumenwachstum der übrigen Märkte bei nur 0,8 % lag.

Auf Basis dieser Entwicklung prognostiziert IQVIA für den globalen Pharmamarkt für die Jahre 2017 bis 2022 ein durchschnittliches jährliches Volumenwachstum von 2,0 %, während im Vorjahr noch 3,0 % für die Jahre 2016 bis 2022 erwartet wurden. Für die Pharmerging Markets liegt die Erwartung bei durchschnittlich 3,0 % pro Jahr in den nächsten fünf Jahren, während für die übrigen Märkte ein Volumenwachstum von durchschnittlich 1,7 % pro Jahr prognostiziert wird. Diese Erwartung unterstreicht die Ansicht von IQVIA, dass die derzeitige Schwäche in den übrigen Pharmamärkten eher von temporärer Natur sein sollte. Für den Teilbereich der Generika erwartet IQVIA für die nächsten fünf Jahre ein Volumenwachstum von durchschnittlich 2,7 %, wobei die Erwartung für die Pharmerging Markets bei 3,1 % und jene für die übrigen Märkte bei 1,7 % liegt.

Insgesamt gilt die Pharmabranche als eine der krisensichersten. Trotz der jüngsten Schwäche profitiert sie weiterhin von nachhaltigen Wachstumstreibern wie beispielsweise der demografischen Entwicklung, welche in Verbindung mit der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung zu einem wachsenden Bedarf an medizinischer Versorgung führt. Weit verbreitete Krankheiten wie Diabetes, Asthma, Demenzerkrankungen, Krebs und Allergien führen darüber hinaus zu einem erhöhten Bedarf an medizinischer Versorgung. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den für uns relevanten Megatrends wider: "Trend zu Generika", "Gesundheitssysteme in den Pharmerging Markets wachsen", "Regulatorische Anforderungen nehmen zu", "Neue Medikamente werden entwickelt", "Akute und chronische Krankheiten nehmen zu", "Selbstmedikation gewinnt an Bedeutung" (hierzu verweisen wir auf das Kapitel "Megatrends" auf Seite 41 f.).

In der Konsequenz steigt die Anzahl von Arzneimitteln mit patentfreien Wirkstoffen sowie biotechnologisch hergestellten Medikamenten. Die Branche profitiert gleichzeitig von der steigenden Weltbevölkerung und der wachsenden Mittelschicht: Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Asthma und Diabetes nehmen zu, entsprechend steigen die Ausgaben für die medizinische Versorgung. Neue Präparate und neue Wirkstoffe erfordern neben innovativen Herstellungsverfahren eine Weiterentwicklung der Verpackungen und der Verabreichungsform. Der Schutz der hochwertigen Inhaltsstoffe, die Qualitätssicherung und eine uneingeschränkte Funktionalität stehen dabei an erster Stelle. Immer mehr innovative Biotech-Medikamente kommen auf den Markt, die in Form von Injektionen dargereicht werden und in entsprechender Konzentration in Fläschchen und/oder vorgefüllten Spritzen erhältlich sein müssen. Für den Bereich der Verpackung von Medikamenten heißt das: Die Hersteller müssen ein breites Portfolio an Technologien über möglichst weite Teile der Wertschöpfungskette anbieten.

Der stärker konjunkturabhängige Markt für hochwertige Kosmetikverpackungen aus Glas entwickelte sich im Geschäftsjahr 2017 gut. Unverändert werden Glasverpackungen mit hoher Wertanmutung sehr geschätzt, so dass Design und zusätzliche Veredelungsprozesse der Glasbehälter auch im vergangenen Jahr von entscheidender Bedeutung waren.

3) IQVIA (vormals Quintiles IMS), 10.01.2018.

4) Zur Definition der Pharmerging Markets (sog. Schwellenlander) verweisen wir auf Angabe (8) im Konzern-Anhang.

ENTWICKLUNG AN DEN DEVISENMÄRKTEN

Aufgrund der Euphorie in Bezug auf die US-Präsidentenwahl hat der US-Dollar sich bereits im Vorfeld der Wahl im Herbst 2016 gefestigt und stand zum Geschäftsjahresbeginn Anfang Dezember 2016 bei 1,06 US-Dollar je Euro. Hintergrund hierfür waren Ankündigungen der neu gewählten US-Regierung, Steuersenkungen durchzuführen und die staatlichen Ausgaben zu erhöhen, wodurch eine schnellere Anhebung des US-Leitzinses erwartet wurde. Im Resultat verweilte der US-Dollar bis Mitte April recht stabil in einem Korridor zwischen 1,04 und 1,08 US-Dollar je Euro. Nachdem die erwarteten Reformen zunächst ausblieben und außerdem verschiedene Konjunkturindikatoren negativ überraschten, wertete der US-Dollar kontinuierlich ab und erreichte im September einen Stand von 1,20 US-Dollar je Euro. Seitdem bewegte er sich nur leicht im Bereich zwischen 1,20 und 1,16 US-Dollar je Euro und schloss das Geschäftsjahr 2017 mit einem Kurs von 1,18 am 30. November 2017 ab.

Der Durchschnittskurs für das Geschäftsjahr 2017 vom 1. Dezember 2016 bis zum 30. November 2017 lag bei 1,12 US-Dollar und somit über dem durchschnittlichen Niveau des Vorjahres von 1,10 US-Dollar je Euro.

Andere Währungen, die für uns im Rahmen der Quartals- und Jahresabschlüsse zu Effekten bei der Umrechnung in die Berichtswährung Euro führen, haben sich während des Berichtszeitraumes im Vergleich zum Euro gemischt entwickelt.

ENTWICKLUNG AN DEN ENERGIE- UND ROHSTOFFMÄRKTEN

Ein erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe für die Glas-und Kunststoffherstellung. Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energieträgern, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge in den Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise könnte die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns wesentlich belasten. Daher haben wir die besondere Ausgleichsregelung für stromkostenintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Ausbau Erneuerbarer Energien (EEG) in Anspruch genommen. Darüber hinaus versucht sich der Konzern gegen anziehende Energiepreise (Strom und Gas) umfassend abzusichern, um Energiekostensteigerungen aufzufangen.

Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab.

Als Hersteller hochwertiger pharmazeutischer Primärverpackungen setzen wir für die Glasprodukte in erster Linie die Rohstoffe Quarzsand und Natronkalk sowie diverse Zusatzstoffe in vergleichsweise geringen Mengen ein. Die genannten Rohstoffe sind gut verfügbare Grunderzeugnisse, die wir von verschiedenen Lieferanten beziehen.

Mit dem Verkauf unseres Röhrenglasgeschäftes an Corning im Jahr 2015 haben wir einen 10-Jahres-Liefervertrag für Borosilikatglas-Röhren abgeschlossen und damit den Bedarf des für unser Converting-Geschäft wichtigen Vorproduktes langfristig sichergestellt. Daneben verarbeiten wir bei Gerresheimer auch andere Konkurrenzprodukte zu den Borosilikatglas-Röhren von Corning.

Insgesamt haben wir bei wesentlichen Kundenverträgen Preisanpassungsklauseln vereinbart, die etwaige Kostenveränderungen weitestgehend kompensieren. Weitere Informationen zum Umgang des Gerresheimer Konzerns mit Schwankungen bei Energie- und Rohstoffpreisen finden sich im gleichnamigen Unterpunkt des Kapitels "Operative Risiken".

ÄNDERUNG DER REGULATORISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN

Nach wie vor legen die politischen Entscheidungsträger, insbesondere in den europäischen Industrieländern und den USA, großen Wert auf den Nachweis eines signifikanten Zusatznutzens, bevor neue Medikamente zugelassen werden. Aus diesem Grund wird in der Regel von den entsprechenden Behörden eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, bevor Medikamente für den Markt zugelassen werden können. Dies hat auch im Geschäftsjahr 2017 zu einer Zunahme der Bedeutung generisch hergestellter Medikamente in den Industrieländern geführt.

Tendenziell nehmen Umfang und Anzahl der regulatorischen Auflagen jährlich zu. Bei hohem Nutzen für die Patienten sind für alle Marktteilnehmer damit große Herausforderungen verbunden. Insgesamt haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen auf den für Gerresheimer wichtigen Pharmamärkten für unser Geschäft im Jahr 2017 allerdings nicht wesentlich verändert. Außerdem stellen die hohen Anforderungen an unser Geschäft eine hohe Eintrittsbarriere für mögliche neue Wettbewerber dar.

GESCHÄFTSVERLAUF

EINFLUSS DER RAHMENBEDINGUNGEN AUF DEN GESCHÄFTSVERLAUF

Die regulatorischen Rahmenbedingungen auf den für uns wichtigen Pharmamärkten haben sich im Geschäftsjahr 2017 nicht wesentlich verändert und somit unsere Geschäftsentwicklung nicht erheblich beeinflusst. Der stärker konjunkturabhängige Markt für hochwertige Kosmetikverpackungen aus Glas entwickelte sich tendenziell positiv. Insbesondere bei den Parfüm- und Pflegeprodukten verzeichneten die Hersteller Zuwächse.

Wir vertreiben hauptsächlich spezialisierte und hochwertige Primärverpackungsprodukte und Drug-Delivery-Systeme aus Glas und Kunststoff. In den Märkten und in den Produktsegmenten, in denen wir tätig sind, wollen wir unsere Wettbewerbsposition Nr. 1 oder Nr. 2 halten bzw. streben wir an, diese Wettbewerbsposition nachhaltig zu erreichen.

PROGNOSEERREICHUNG IM GESCHÄFTSJAHR 2017 (GERRESHEIMER KONZERN)

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gerresheimer AG ist abhängig von der Geschäftsentwicklung des Gerresheimer Konzerns. Die Unternehmensstrategie und Steuerung erfolgt ausschließlich über die Kennzahlen des Konzerns. Aus diesem Grund wird auf eine Prognoseerstellung auf Ebene des Einzelabschlusses verzichtet und wir berichten an dieser Stelle ausschließlich über die Prognoseentwicklung des Gerresheimer Konzerns.

Um unseren Aktionären, Kunden und allen anderen Partnern die Möglichkeit zu geben, unsere Geschäftsentwicklung zu beurteilen, veröffentlichen wir unsere Erwartungen jeweils zu Beginn des Geschäftsjahres und aktualisieren diese bei Bedarf im Jahresverlauf. Unsere Prognose umfasst dabei Angaben zu der erwarteten Entwicklung der währungsbereinigten Umsatzerlöse, des Adjusted EBITDA und des bereinigten Ergebnisses je Aktie nach nicht beherrschenden Anteilen sowie der Investitionen in Prozent der währungsbereinigten Umsatzerlöse.

Die Entwicklung unserer Prognose spiegelt die kundenseitigen Marktdynamiken im Geschäftsverlauf 2017 wider, die von moderatem Umsatzwachstum und verzögerten Produkteinführungen getrieben waren. Aufgrund dieser Entwicklungen haben wir unseren Ausblick im Juli präzisiert und im Oktober um ein Risikoszenario erweitert, welches sich bezogen auf die Umsatzerlöse in einem leicht höheren als dem erwarteten Umfang materialisiert hat. So lagen die währungsbereinigten Konzernumsatzerlöse im Geschäftsjahr 2017 bei EUR 1.361,6 Mio., was einem organischen Umsatzrückgang von 1,8 % entspricht. Das Adjusted EBITDA zu konstanten Wechselkursen lag bei EUR 314,3 Mio. Unter Herausrechnung des sonstigen betrieblichen Ertrages aus der Fair Value-Bewertung der Triveni Put-Option in Höhe von EUR 3,6 Mio. lag das Adjusted EBITDA zu konstanten Wechselkursen bei EUR 310,7 Mio. und somit leicht oberhalb unserer Erwartung. Auch das bereinigte Ergebnis je Aktie nach nicht beherrschenden Anteilen zu konstanten Wechselkursen fiel mit EUR 4,10 leicht besser aus als auf Basis des zuletzt erwarteten Risikoszenarios. Ohne die Berücksichtigung von Lizenzerwerben betrug das Verhältnis von Investitionen zu Umsatzerlösen zu konstanten Wechselkursen 8,0 % und lag somit im Rahmen unserer Prognose.

Mit Bezug auf die für das Geschäftsjahr 2018 prognostizierten Kennzahlen konnten wir bereits im Geschäftsjahr 2017 erfolgreiche Ergebnisse vorweisen. Während das durchschnittliche Net Working Capital bei 16,5 % der währungsbereinigten Umsatzerlöse und somit im Rahmen unserer kommunizierten mittelfristigen Erwartung von rund 16 % lag, konnten wir die entsprechenden Erwartungen an die Operating Cash Flow-Marge und den Gx ROCE bereits in 2017 übertreffen. So betrug die Operating Cash Flow-Marge zu konstanten Wechselkursen 15,3 %, während wir beim Gx ROCE ein Ergebnis von 12,9 % erzielt haben.

Entwicklung der Prognose im Geschäftsjahresverlauf 2017

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Ausblick GJ 2017 15.02.2017 Bestätigung des Ausblicks GJ 2017 13.07.2017 Einführung eines Risikoszenarios auf Basis erwarteter Abweichungen zum Ausblick GJ 2017 11.10.2017 Ergebnis 2017
Umsatzerlöse (konst. Wechselkurse) Unteres Ende auf Basis der Bandbreite EUR 1.430 Mio. +/- EUR 25 Mio. ~ EUR 1.400 Mio. ~ EUR -30 Mio. EUR 1.361,6 Mio. -1,8 % organisches Wachstum
Adjusted EBITDA (konst. Wechselkurse) EUR 320 Mio. (+/- EUR 10 Mio.) ~ EUR 320 Mio. ~ EUR -10 Mio. EUR 314,3 Mio.1)
Bereinigtes Ergebnis je Aktie nach nicht beherrschenden Anteilen (konst. Wechselkurse) Bandbreite von EUR 4,20 bis EUR 4,55 ~ EUR 4,25 ~ EUR -0,17 EUR 4,10
Investitionen2) (konst. Wechselkurse) 8 % der Umsatzerlöse Bestätigung Ausblick GJ 2017 15.02.2017 Bestätigung Ausblick GJ 2017 15.02.2017 8,0 %
Weitere Kennzahlen
Durchschnittliches NWC (in % der Umsatzerlöse) (konst. Wechselkurse) rund 16 % im Geschäftsjahr 2018 Bestätigung Ausblick GJ 2017 15.02.2017 Bestätigung Ausblick GJ 2017 15.02.2017 16,5 %
Operating Cash Flow-Marge (konst. Wechselkurse) rund 13 % im Geschäftsjahr 2018 Bestätigung Ausblick GJ 2017 15.02.2017 Bestätigung Ausblick GJ 2017 15.02.2017 15,3 %
Gx ROCE > = 12 % im Geschäftsjahr 2018 Bestätigung Ausblick GJ 2017 15.02.2017 Bestätigung Ausblick GJ 2017 15.02.2017 12,9 %

1) Ohne den sonstigen betrieblichen Ertrag aus der Fair Value-Bewertung der Triveni Put-Option in Hohe von EUR 3,6 Mio. beträgt das Adjusted EBITDA EUR 310,7 Mio.

2) Ohne Berücksichtigung von Investitionen in immaterielle Vermögenswerte mit Bezug auf Lizenzvereinbarungen.

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUM GESCHÄFTSVERLAUF

Die Gerresheimer AG schließt das Geschäftsjahr 2017 mit einem insgesamt zufriedenstellenden Ergebnis ab. Die höheren Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen (EUR 64,9 Mio.; Vorjahr: EUR 58,9 Mio.) wurden hierbei insbesondere durch höhere Aufwendungen im Zusammenhang mit den Veränderungen im Vorstand der Gerresheimer AG sowie höheren Steueraufwendungen überkompensiert, sodass sich das Ergebnis nach Steuern um EUR 2,1 Mio. auf EUR 59,3 Mio. verringerte. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass wir bei der Gerresheimer AG eine konsequente Steuerungsphilosophie verfolgen und in Abhängigkeit von geplanten Investitionen in den jeweiligen Regionen gegebenenfalls keine Dividenden von Tochtergesellschaften erwarten. Demzufolge können die Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen im Jahresvergleich stark schwanken. Der Jahresüberschuss beläuft sich auf EUR 59,3 Mio. nach EUR 61,5 Mio. im Vorjahr. Das Eigenkapital erhöhte sich um EUR 26,3 Mio. auf EUR 709,7 Mio.

Der Gerresheimer Konzern hat das Geschäftsjahr 2017 den eigenen Erwartungen entsprechend abgeschlossen. Insbesondere durch das gute 4. Quartal, in dem die Umsatzerlöse organisch bzw. inklusive Währungseffekten um 6,7 % bzw. 4,7 % gegenüber dem Vorjahr stiegen, sanken die Umsatzerlöse im Gesamtjahr nur noch um 2,0 % auf EUR 1.348,3 Mio. Währungsbereinigt betrugen die Umsatzerlöse EUR 1.361,6 Mio. und sanken damit organisch lediglich um 1,8 %. Unsere Umsatzerlöse mit der Pharmaindustrie haben sich somit auch im Geschäftsjahr 2017 grundsätzlich als robust erwiesen. Da Gerresheimer die führenden Pharma-Unternehmen als Primärverpackungshersteller bedient, sind wir nicht zuletzt auch von der Marktentwicklung der Pharma-Branche abhängig, welche aufgrund der Unsicherheiten im Geschäftsjahr 2017 nicht typisch für diesen Markt war. Das Adjusted EBITDA zu konstanten Wechselkursen lag bei EUR 314,3 Mio. Das berichtete Adjusted EBITDA lag bei EUR 310,8 Mio., was einer sehr starken Marge von 23,1 % entsprach. Das Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft lag im Geschäftsjahr 2017 mit EUR 103,1 Mio. leicht unter dem Wert des Vorjahres von EUR 104,5 Mio. Das bereinigte Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft betrug EUR 130,0 Mio. nach EUR 130,4 Mio. in der Vorjahresperiode, was in Summe ein gutes Ergebnis war und die konsequente Orientierung des Gerresheimer Konzerns auf die Profitabilitätserreichung zeigte, obwohl die Umsatzerlöse um 2,00 % gesunken sind.

ERTRAGSLAGE DER GERRESHEIMER AG

Die Umsatzerlöse belaufen sich im Geschäftsjahr 2017 auf insgesamt EUR 5,6 Mio. (Vorjahr: EUR 0,0 Mio.). Aufgrund der erstmaligen Anwendungen der durch das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) geänderten Umsatzerlösdefinition sind die Erträge aus der Erbringung von Holding-Dienstleistungen, sonstigen Management-Dienstleistungen und der Einräumung von Nutzungsrechten an der Dachmarke, nunmehr als Umsatzerlöse zu erfassen. Im Vorjahr wurden diese Erträge noch in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Unter Beachtung der geänderten Umsatzerlösdefinition würden sich die Umsatzerlöse im Vorjahr auf EUR 5,4 Mio. belaufen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 0,9 Mio. auf EUR 28,1 Mio. Der Anstieg entfällt im Wesentlichen mit EUR 7,6 Mio. auf höhere Erträge aus der Währungsumrechnung sowie aus Währungsderivaten (EUR 16,9 Mio., Vorjahr: EUR 9,3 Mio.) und resultiert größtenteils aus der Absicherung der an die Gerresheimer Glass Inc., Vineland (New Jersey/USA) ausgereichten US-Dollar Darlehen. Gegenläufig verringerten sich die Erträge aus Konzernverrechnungen um EUR 6,4 Mio. auf EUR 10,1 Mio., was mit EUR 5,4 Mio. größtenteils auf den geänderten Ausweis der Erträge aus erbrachten Dienstleistungen an Konzerngesellschaften im Rahmen der erstmaligen Anwendung der durch das BilRUG geänderten Umsatzerlösdefinition zurückzuführen ist.

Der Anstieg der Personalaufwendungen um EUR 1,5 Mio. auf EUR 15,8 Mio. (Vorjahr: EUR 14,3 Mio.) ist maßgeblich durch den Anstieg der durchschnittlichen Beschäftigtenzahlen im Geschäftsjahr 2017 sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Ausscheiden von Herrn Röhrhoff aus dem Vorstand der Gerresheimer AG zum 31. August 2017 begründet. Herr Röhrhoff stand in der Zeit vom 1. September 2017 bis zum 30. November 2017 der Gerresheimer AG beratend zur Verfügung und hat seine Grundvergütung bis zum Ende des Geschäftsjahres 2017 am 30. November 201 7 weiter erhalten. Des Weiteren wurde die Verpflichtung aus dem nachvertraglichen Wettbewerbsverbot zum 30. November 2017 entsprechend zurückgestellt. Herr Christian Fischer der dem Vorstand der Gerresheimer AG seit dem 1. August 2017 angehört, hat den Vorstandsvorsitz der Gerresheimer AG mit Wirkung zum 1. September 2017 übernommen.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um EUR 9,1 Mio. auf EUR 38,1 Mio. (Vorjahr: EUR 29,0 Mio.) ist im Wesentlichen auf höhere Aufwendungen aus der Währungsumrechnung und aus Währungsderivaten in Höhe von EUR 20,2 Mio. (Vorjahr: EUR 11,3 Mio.) zurückzuführen. Diese Aufwendungen betreffen im Wesentlichen die Währungssicherung der an die Gerresheimer Glass Inc. ausgereichten US-Dollar Darlehen.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden ausschließlich bei den Tochtergesellschaften der Gerresheimer AG statt. Sie orientieren sich stark an den Bedürfnissen unserer Kunden und werden deshalb oftmals in enger Zusammenarbeit mit ihnen durchgeführt. Zum Teil arbeiten Mitarbeiter der Pharmaunternehmen in unseren Kompetenzzentren mit. Die Kosten für diese kundenspezifische Forschung und Entwicklung tragen weitgehend unsere Kunden. Weitere Informationen hierzu sind im Kapitel "Innovation, Forschung und Entwicklung" enthalten.

Die Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen von EUR 64,9 Mio. (Vorjahr: EUR 58,9 Mio.) entfallen analog zum Vorjahr vollumfänglich auf den im Rahmen eines Beherrschungs- und eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführten Gewinn der Gerresheimer Holdings GmbH. Die Ergebnisabführung wird hierbei maßgeblich durch die Ergebnisabführungen der Gerresheimer Group GmbH und deren Tochtergesellschaft GERRESHEIMER GLAS GmbH, die als Zwischenholding des Gerresheimer Konzerns fungiert, bestimmt.

Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens an die GERRESHEIMER GLAS GmbH und die Gerresheimer Holdings GmbH belaufen sich im Geschäftsjahr 2017 auf EUR 45,8 Mio. und haben sich damit im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.

Das Netto-Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2017 in Höhe von EUR -18,0 Mio. (Vorjahr: EUR -17,2 Mio.) setzt sich aus sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen von EUR 3,8 Mio. (Vorjahr: EUR 3,5 Mio.) und Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von EUR 21,8 Mio. (Vorjahr: EUR 20,7 Mio.) zusammen. Die Zinsen und ähnlichen Erträge resultieren hierbei analog zum Vorjahr aus Darlehen an Tochterunternehmen. Der Anstieg der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2017 resultiert im Wesentlichen aus höheren Zinsaufwendungen für die bestehenden Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 675,0 Mio. (Vorjahr: EUR 425,0 Mio.) im Zusammenhang mit der frühzeitigen Refinanzierung der im Mai 2018 auslaufenden Schuldverschreibung.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belaufen sich im Geschäftsjahr 2017 auf EUR 12,9 Mio. (Vorjahr: EUR 9,5 Mio.). Der Anstieg der Steueraufwendungen resultiert im Wesentlichen aus dem im Vergleich zum Vorjahr geringeren Umfang der Anpassungen der passiven latenten Steuern sowie aus Rückstellungszuführungen für die Betriebsprüfungen der Jahre 2013 bis 2015.

Der Jahresüberschuss der Gerresheimer AG betrug EUR 59,3 Mio. nach EUR 61,5 Mio. im Vorjahr. Der handelsrechtliche Bilanzgewinn der Gerresheimer AG erhöhte sich von EUR 126,3 Mio. im Vorjahr auf nunmehr EUR 152,6 Mio. Die Dividendenausschüttungen an die Anteilseigner der Gerresheimer AG beliefen sich im Geschäftsjahr 2017 auf EUR 33,0 Mio.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG werden der Hauptversammlung am 25. April 2018 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 1,10 je Aktie (Vorjahr: EUR 1,05 je Aktie) für das Geschäftsjahr 2017 auszuschütten. Dies entspricht einem Dividendenbetrag von EUR 34,5 Mio. und einer Steigerung gegenüber der Vorjahresdividende um 4,8 %. Die Ausschüttungsquote beträgt 27,1 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen. Diese Ausschüttung bewegt sich im Rahmen unserer Dividendenpolitik, in Abhängigkeit vom operativen Unternehmenserfolg zwischen 20 % bis 30 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen an unsere Aktionäre auszuschütten. Damit profitieren die Gerresheimer Aktionäre auch in diesem Jahr vom Geschäftserfolg des Gerresheimer Konzerns. Die Erhöhung der Dividende zeigt, dass der Vorstand und der Aufsichtsrat fest davon ausgehen, dass der Umsatz- und damit der Ergebnisrückgang im Geschäftsjahr 2017 eine atypische Geschäftsentwicklung des Konzerns ist. Des Weiteren wird vorgeschlagen, den verbleibenden Bilanzgewinn der Gesellschaft von EUR 118,1 Mio. auf neue Rechnung vorzutragen.

VERMÖGENS-, FINANZ- UND LIQUIDITÄTSLAGE DER GERRESHEIMER AG

VERMÖGENSLAGE

Im Geschäftsjahr 2017 erhöhten sich die immateriellen Vermögensgegenstände um EUR 3,0 Mio. auf nunmehr EUR 4,8 Mio. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf im Geschäftsjahr 2017 erfolgte Aktivierungen von IT-Software und Lizenzen zurückzuführen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben sich zum 30. November 2017 gegenüber dem Vorjahr um EUR 159,6 Mio. auf EUR 481,0 Mio. erhöht, was neben dem Anstieg der Forderungen aus dem Cash-Pooling und höheren Forderungen aus der Ergebnisabführung der Gerresheimer Holdings GmbH, größtenteils auf die Ausreichung eines weiteren Darlehens in Höhe von USD 162,0 Mio. an die Gerresheimer Glass Inc. im Geschäftsjahr 2017 zurückzuführen ist. Die Darlehensforderungen belaufen sich zum Bilanzstichtag auf insgesamt EUR 251,4 Mio. bzw. USD 297,9 Mio. (Vorjahr: EUR 1 50,6 Mio. bzw. USD 160,1 Mio.) und sind vollumfänglich kurzfristig fällig und im Rahmen abgeschlossener Devisenterminkontrakte gegen Währungsrisiken abgesichert.

Das Eigenkapital hat sich von EUR 683,4 Mio. um EUR 26,3 Mio. auf EUR 709,7 Mio. zum 30. November 2017 erhöht. Die Ausschüttungen an die Anteilseigner der Gerresheimer AG in Höhe von EUR 33,0 Mio. wurden durch den im Geschäftsjahr erwirtschafteten Jahresüberschuss von EUR 59,3 Mio. kompensiert.

Weiterhin haben sich die Steuerrückstellungen um EUR 3,1 Mio. auf EUR 5,2 Mio. erhöht. Diese Erhöhung ist auf Zuführungen zu den Steuerrückstellungen im Zusammenhang mit den laufenden Betriebsprüfungen für die Jahre 2013 bis 2015 zurückzuführen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 250,6 Mio., was im Geschäftsjahr 2017 im Wesentlichen mit EUR 250,0 Mio. auf die Emission neuer Schuldscheindarlehen im Zusammenhang mit der frühzeitigen Refinanzierung der im Mai 2018 auslaufenden Schuldverschreibung zurückzuführen ist.

Die oben beschriebenen Sachverhalte stellen die wesentlichen Ursachen für den Anstieg der Bilanzsumme der Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2017 um EUR 279,1 Mio. bzw. 19,4 %, auf EUR 1.715,4 Mio. (Vorjahr: EUR 1.436,3 Mio.) dar.

Die Eigenkapital-Quote beläuft sich somit zum Stichtag 30. November 2017 auf 41,4 % (Vorjahr: 47,6 %).

FINANZ- UND LIQUIDITÄTSLAGE

Unsere Rahmenfinanzierung besteht aktuell aus drei Hauptelementen. Sie erfolgt zum einen über eine am 19. Mai 2011 zum Kurs von 99,4 % ausgegebene Schuldverschreibung über EUR 300,0 Mio. mit einem Zinskupon von 5,0 % p. a., siebenjähriger Laufzeit und einer daraus folgenden Endfälligkeit im Mai 2018.

Zudem wurde im Rahmen einer Refinanzierung am 9. Juni 2015 ein Konsortialkredit mit fünfjähriger Laufzeit in Form eines revolvierenden Darlehens in Höhe von EUR 450,0 Mio. unterzeichnet. Damit wurde der bisherige, im März 2011 abgeschlossene Rahmenkredit am 15. Juni 2015 abgelöst. Die dem aktuellen Konsortialkredit zugrundeliegende und einzuhaltende Kenngröße (Financial Covenant) ist das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Adjusted EBITDA (Adjusted EBITDA Leverage). Das revolvierende Darlehen wird verzinst über einen Basiszins entsprechend dem Euribor für die jeweilige Ziehungsperiode zuzüglich eines Margenaufschlages zwischen 0,45 % und 1,30 % je nach dem Erfüllungsgrad des Adjusted EBITDA Leverage sowie zuzüglich einer Nutzungsprovision in Abhängigkeit vom jeweiligen Darlehensstand.

Der Erwerb der Centor US Holding Inc. am 1. September 2015 wurde im November 2015 durch eine erfolgreiche Schuldscheinemission der Gerresheimer AG in Höhe von EUR 425,0 Mio. sowie anteilig aus den Erlösen aufgrund der Veräußerung des Röhrenglasgeschäftes finanziert. Die am 2. November 2015 unterzeichneten und am 10. November 2015 ausgezahlten Schuldscheindarlehen der Gerresheimer AG teilen sich in eine fünfjährige Tranche über EUR 189,5 Mio., eine siebenjährige Tranche über EUR 210,0 Mio., sowie eine zehnjährige Tranche über EUR 25,5 Mio. auf. Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zum Teil auch variabel verzinst.

Aufgrund des günstigen Marktumfeldes erfolgte bereits am 27. September 2017 die frühzeitige Refinanzierung der im Mai 2018 auslaufenden und oben beschriebenen Schuldverschreibung durch die Emission von Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 250,0 Mio. Die Schuldscheindarlehen teilen sich auf in eine fünfjährige Tranche über EUR 95,5 Mio., eine siebenjährige Tranche über EUR 109,0 Mio. sowie eine zehnjährige Tranche über EUR 45,5 Mio. Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zu einem geringen Teil auch variabel verzinst. Aus den Zahlungsmittelzuflüssen aus der Emission der Schuldscheindarlehen wurde der Gerresheimer Glas Inc. ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von USD 162,0 Mio. ausgereicht, dass zur Tilgung des revolvierenden Konsortialdarlehens (Rahmenhöhe: EUR 450,0 Mio.) verwendet wurde. Die Nutzung des revolvierenden Konsortialdarlehens betrug somit zum 30. November 2017 EUR 0,0 Mio. (Vorjahr: EUR 162,7 Mio.), wodurch dieses der Gerresheimer AG sowie weiteren Konzerngesellschaften zum 30. November 2017 in voller Höhe für Investitionen, Akquisitionen sowie für weitere betriebliche Zwecke zur Verfügung steht.

Ein fester Bestandteil der laufenden Liquiditätssteuerung ist die Liquiditätssicherung des Gerresheimer Konzerns, unter Berücksichtigung von entsprechenden Reserven für mögliche Sondereinflüsse. Hierbei ermöglicht der konzerninterne Finanzausgleich im Rahmen des sog. Cash-Poolings und von Intercompany-Darlehen eine effiziente Nutzung von Liquiditätsüberschüssen einzelner Konzerngesellschaften für den Bedarf an Finanzmitteln anderer Konzerngesellschaften. Im Geschäftsjahr 2017 bestanden durch ausreichende Cash-Pool-Kreditlinien sowie hinreichende Intercompany-Darlehen weder Finanzierungs- noch Liquiditätsengpässe.

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Mit dem Umsatzrückgang von 2,0 % im Vergleich zum Vorjahr sind wir nicht zufrieden. Allerdings konnte die Profitabilität gegenüber dem Vorjahr, hierbei insbesondere die Adjusted EBITDA-Marge mit 23,1 %, weiter verbessert werden. Weiterhin hat sich das bereinigte Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft nach nicht beherrschenden Anteilen mit EUR 127,5 Mio. stabilisiert.

Der Jahresüberschuss der Gerresheimer AG beträgt EUR 59,3 Mio. im Geschäftsjahr 2017 nach EUR 61,5 Mio. im Vorjahr. Somit konnten wir das gute Ergebnis des Vorjahres erneut bestätigen. Die Eigenkapitalquote liegt zum Abschlussstichtag bei sehr guten 41,4 %.

NICHT FINANZIELLE KONZERN-ERKLÄRUNG GEM. CSR-RICHTLINIE-UMSETZUNGSGESETZ

Die folgenden Ausführungen zu den nicht finanziellen Erfolgsfaktoren und zur Nachhaltigkeit beziehen sich auf den Gerresheimer Konzern und wurden auf freiwilliger Basis erstellt und nicht in die Abschlussprüfung einbezogen. Die Gerresheimer AG fungiert als Holding der Unternehmen des Gerresheimer Konzerns.

BESCHÄFTIGTE

SCHWERPUNKTE UNSERES GLOBALEN PERSONALMANAGEMENTS

Für unseren unternehmerischen Erfolg sind unsere Beschäftigten die wichtigste Basis. Ihre Leidenschaft, ihre Verantwortungsbereitschaft und ihr Leistungswille sind der Garant dafür, unsere langfristigen und ambitionierten Ziele zu erreichen. Unsere globale Personalarbeit unterstützt dabei die Prozesse im Konzern und stellt damit einen wesentlichen strategischen Erfolgsfaktor dar.

BESCHÄFTIGTENSTRUKTUR

Im Durchschnitt beschäftigte die Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2017 94 Angestellte (davon 13 leitende und 81 andere Angestellte). Im Vorjahr waren 90 Angestellte in der Gerresheimer AG beschäftigt (davon 11 leitende und 79 andere Angestellte). Alle Mitarbeiter waren ausschließlich in der Verwaltung beschäftigt.

Die Belegschaft des Gerresheimer Konzerns betrug zum Ende des Geschäftsjahres 2017 9.749 Beschäftigte (Vorjahr: 9.904 Beschäftigte). Dies entspricht einer Verringerung um 1,6 % im Vergleich zum Geschäftsjahresende 2016.

DIVERSITÄT UND INKLUSION

Der Gerresheimer Konzern pflegt eine Kultur von unterschiedlichen Sichtweisen, Erfahrungen und kulturellen Prägungen. Unsere 9.749 Beschäftigten arbeiten in 15 verschiedenen Ländern. Die Vielfältigkeit dieser Länder und Kulturen spiegelt sich auch bei Gerresheimer wider. Eine offene und wertschätzende Unternehmenskultur und die Mischung aus unterschiedlichen Nationalitaten, Geschlechtern, Ausbildungsgangen, Lebenserfahrungen sowie unterschiedlichen Altersstrukturen tragen wesentlich zu unserem Unternehmenserfolg bei. Wir haben bei Gerresheimer ein integratives Arbeitsumfeld geschaffen, in dem jeder gleich und gerecht behandelt wird, um sein volles Potenzial auszuschöpfen. Entsprechend diesen Grundsätzen und in Deutschland unter Beachtung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) besetzen wir unsere weltweiten Vakanzen unabhängig von der ethnischen Herkunft, dem Geschlecht, der Religion, der sexuellen Identität und etwaigen Behinderungen ausschließlich auf Basis der Qualifikation.

Im Gerresheimer Konzern arbeiten Menschen aus insgesamt 52 Nationen. 65 % der Beschäftigten arbeiten außerhalb Deutschlands. Der Anteil der weiblichen Beschäftigten beträgt 33,3 % (Vorjahr: 34,6 %). Aufgrund der teilweise hohen körperlichen Belastungen im gewerblichen Bereich ist die Anzahl der Bewerberinnen hier leider relativ gering. Im nicht gewerblichen Bereich beträgt der Anteil der weiblichen Beschäftigten 35,7 % (Vorjahr: 36,4 %) und im gewerblichen Bereich 33,4 % (Vorjahr: 34,1 %). Auf den ersten beiden Führungsebenen beträgt der Frauenanteil 18,8 % (Vorjahr: 16,7 %) und ist somit leicht angestiegen. Wir streben weiterhin an, den Frauenanteil insgesamt zu erhöhen.

Als global agierendes Unternehmen setzen wir auch auf ein internationales Management. Zum 30. November 2017 hatten 58 % der obersten Führungskräfte eine andere als die deutsche Staatsbürgerschaft. Insgesamt sind im Executive Management zwölf Nationen vertreten.

Durch Maßnahmen wie Teilzeitprogramme, mobiles Arbeiten oder flexible Arbeitszeiten versuchen wir weiterhin die Vereinbarung von Familie und Beruf zu unterstützen und erleichtern somit die Betreuung von Kindern und die Versorgung von Familienangehörigen.

DEMOGRAFISCHER WANDEL

Der weltweite demografische Wandel betrifft nicht nur unsere Kunden und steigert die Nachfrage nach medizinischen Präparaten, sondern stellt auch uns vor Herausforderungen. Das Durchschnittsalter der Gerresheimer Belegschaft beträgt 41,5 Jahre (Vorjahr: 40,8 Jahre). Besonders unsere amerikanischen Standorte sind mit einem durchschnittlichen Lebensalter von 46,3 Jahren betroffen. Daher ist es für uns wichtig, in die Gesundheit unserer Belegschaft zu investieren. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beträgt 11,6 Jahre (Vorjahr: 11,9 Jahre).

Durchschnittsalter der Konzern-Belegschaft nach Regionen

ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEITSMANAGEMENT

Die Gesundheit und Sicherheit unserer Belegschaft haben für uns einen äußerst hohen Stellenwert. Deshalb ergreifen wir präventiv Maßnahmen, um potenziellen Unfällen und Gesundheitsschädigungen vorzubeugen. Dabei unterstützt der Personalbereich die Werke bei der optimalen Implementierung und nachhaltigen Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Standards sowie der Vermeidung von Arbeitsunfällen. Die notwendige Qualifikation und zeitgemäße Fachkompetenz an unseren Standorten wird durch regelmäßige Schulungen sichergestellt. Insgesamt sind weltweit 149 Beschäftigte in formalen Arbeitsschutzausschüssen tätig. Im Rahmen von Sicherheitsaudits werden Maßnahmenpläne entwickelt, um auch den durch die Digitalisierung veränderten Anforderungen an Arbeitsplätze gerecht zu werden. Die Quote der Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden lag weltweit bei 15,8 (Vorjahr: 21,2), was eine deutliche Verringerung von 5,4 bedeutet. Die Anzahl der schweren Arbeitsunfälle verringerte sich um 11,6 % auf 183 (Vorjahr: 207). Bei einem Arbeitsunfall war ein längerer Produktionsstopp notwendig (Vorjahr: 6 Unfälle). Insgesamt resultierten aus den Arbeitsunfällen 4.844 Fehltage (Vorjahr: 4.166 Fehltage). 159 Beschäftigte haben aufgrund ihrer Tätigkeit ein hohes Risiko von Krankheiten in Zusammenhang mit der Beschäftigung.

Um die Gesundheit unserer Belegschaft über ihr gesamtes Erwerbsleben und darüber hinaus aufrechtzuerhalten, bieten wir in vielen Werken ein breites Spektrum an Maßnahmen zum Erhalt der körperlichen und geistigen Fitness an. Dazu zählen: der "Mit dem Rad zur Arbeit"-Tag in Zusammenarbeit mit der AOK sowie ergonomisch eingerichtete Arbeitsplätze und Gesundheitstage mit Stresstests und Wirbelsäulenscreenings. Darüber hinaus wurden Informationsveranstaltungen zu Impfungen durchgeführt und Kurse für autogenes Training angeboten.

INNOVATION, FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Wir haben den Anspruch, der weltweit führende Partner für Lösungen zu werden, die die Gesundheit und das Wohlbefinden verbessern. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen unserer Kunden: Innovationen und Qualität spielen im Markt eine zunehmend wichtigere Rolle. Dementsprechend sind Themen wie der steigende Qualitätsanspruch sowie innovative Produkte und Lösungen Teil unserer Wachstumsstrategie. Wir investieren kontinuierlich sowohl in die Optimierung der Produktions- und Produktqualität als auch in die Weiterentwicklung unseres Produktportfolios. Dabei arbeiten wir eng mit unseren Kunden und Partnern aus der Industrie, der Wissenschaft und weiteren Einrichtungen zusammen.

Wir produzieren spezialisierte Produkte, die in unmittelbaren Kontakt mit Arzneimitteln kommen, sogenannte pharmazeutische Primärverpackungen, und im Alltag von Patienten zur Medikamenteneinnahme benutzt werden. Unsere Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices spielen eine wichtige Rolle für die Pharmaindustrie. Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices unterliegen strengsten Auflagen nationaler und internationaler Zulassungsbehörden, insbesondere hinsichtlich Herstellungsverfahren und Produktqualität. Die Anforderungen an die Primärverpackungen und deren Qualität steigen auch durch neu entwickelte Medikamente. Außerdem gewinnt die einfache und sichere Applikation von Medikamenten eine zunehmend wichtigere Rolle. Mit unseren fortlaufenden Verbesserungen bei Produkten und Prozessen sowie Innovationen haben wir im Markt und bei unseren Kunden eine gute Position aufgebaut, die es weiter zu verbessern gilt.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden ausschließlich bei den Tochtergesellschaften der Gerresheimer AG statt. Sie orientieren sich stark an den Bedürfnissen unserer Kunden und werden deshalb oftmals in enger Zusammenarbeit mit ihnen durchgeführt. Zum Teil arbeiten Mitarbeiter der Pharmaunternehmen in unseren Kompetenzzentren mit. Die Kosten für diese kundenspezifische Forschung und Entwicklung tragen weitgehend unsere Kunden.

ENGINEERING

Durch unsere langjährige Erfahrung mit den Materialien Glas und Kunststoff wie auch mit komplexen Produktionsprozessen haben wir hohe EngineeringKompetenz zur kontinuierlichen Verbesserung der Produktionsprozesse und der Produktqualität aufgebaut. In jedem Geschäftsfeld gibt es bei uns eigene Engineering- und Entwicklungskompetenzen.

Im Geschäftsfeld Medical Systems betreiben wir vier Technical Competence Center (TCC). In den TCC in Wackersdorf (Deutschland), in Peachtree City (Georgia/USA) und in Dongguan City (China) widmen sich Experten der Entwicklung und der Konstruktion kundenspezifischer medizinischer Kunststoffprodukte. Entwicklungen für vorfüllbare Spritzen und Sicherheitszubehör finden im TCC in Bünde (Deutschland) wie auch im TCC Wackersdorf statt. Entwicklung und Produktdesign für Neuentwicklungen werden außerdem von der Gerresheimer item GmbH angeboten.

Um die Produktions- und Qualitätsprozesse beim Tubular Glass Converting, also der Weiterverarbeitung von Röhrenglas zu Injektionsfläschchen, Ampullen, Karpulen und Spritzen, weiterzuentwickeln und zu verbessern, gibt es ein Engineering-Team in den USA. Dort entwickeln wir unsere Maschinen- und Inspektionssysteme, mit denen die Produkte kontrolliert werden, kontinuierlich weiter. Unsere Eigenentwicklungen sind Teil eines engmaschigen Prüfsystems, das höchste Genauigkeit und Qualitätssicherung nach modernstem Standard garantiert. Mit unserem Gx® G3-Inspektions-system für vorfüllbare Spritzen und Injektionsfläschchen können alle Bereiche mit höchster Kameraauflösung inspiziert werden. Gx® RHOC steht für ein Gerresheimer-eigenes Kamerasystem von hoher dimensionaler Qualität. Gx® THOR (Thermal Hydrolytic Optimization and Reduction) ist eine von Gerresheimer entwickelte Technologie zur Reduktion der Delaminationsneigung von Fläschchen, die in die bestehenden Umformungslinien integriert wird. Gx® FLASH beschreibt ein Gerresheimereigenes Testverfahren zur Vorhersage der Delaminationsneigung von Fläschchen. Gx® Tekion® ist ein von Gerresheimer entwickeltes Verfahren zur Reinigung von Glasröhren mit ionisierter Luft.

Ebenfalls im Geschäftsfeld Tubular Glass Converting läuft seit 2014 das auf mehrere Jahre angelegte Projekt der globalen Maschinenstrategie. Wir wollen unsere Kunden mit deutlich verbesserten Injektionsfläschchen auf höchstem Qualitätsniveau versorgen, unabhängig vom produzierenden Werk und von der Region. Wir installieren zwei Arten von Maschinen, die Injektionsfläschchen produzieren, die in kosmetischer und dimensionaler Hinsicht den Industriestandard übertreffen. Die beiden Maschinentypen werden um standardisierte Kontroll-, Inspektions- und Verpackungstechnologien ergänzt. Nach der Ausstattung mit den neuen Maschinen in den Werken in den USA und Mexiko wurden 2017 neue Maschinen in Europa installiert sowie die Installation in Asien begonnen.

Im Geschäftsfeld Moulded Glass investieren wir kontinuierlich in moderne Produktions- und Inspektionsanlagen. Durch regelmäßige Erneuerung der Schmelzwannen ist es uns gelungen, die Kapazität unserer Behälterglaswerke in den letzten zehn Jahren deutlich zu steigern - bei gleichzeitig signifikant reduziertem Energieverbrauch je Tonne Glas. Regelmäßige Automatisierungen bei der Rohstofflieferung und der Gemengeherstellung tragen ebenso wie moderne Kontrollsysteme der Wannen zu einer stetig steigenden Effizienz am sog. "heißen Ende" bei. Im Geschäftsjahr 2017 haben wir insbesondere in eine Schmelzwanne in Momignies (Belgien) sowie in weitere Fertigungs -und Veredelungslinien für Kosmetikverpackungen aus Glas in den Werken in Tettau (Deutschland) und Momignies investiert. Außerdem werden für die Endverpackung der Glasprodukte zunehmend Packroboter eingesetzt und somit eine hohe Genauigkeit und Fehlervermeidung bei der finalen Verpackung auf Paletten sichergestellt.

Bei der Herstellung von Behälterglas für Medikamente und Kosmetika sind die Entwicklung und der Bau präzisester Formen von entscheidender Bedeutung. Gerresheimer zeichnet sich durch seine hohe Flexibilität und breite Produktvielfalt sowohl bei Pharmagläsern als auch bei Kosmetikglas aus. Eine perfekte, gleichmäßige Verteilung des flüssigen Glases in den Formen ist für die Festigkeit der hochsensiblen Produkte wichtig. Wir setzen dafür moderne Simulationssoftware ein, die für die besonderen Anforderungen unserer Produkte von uns optimiert wurde. Die Simulation stimmt die Produktionsparameter auf Basis von numerischer Strömungsmechanik ab. Unter Berücksichtigung aller chemischen und physikalischen Glasparameter werden dabei der formgebende Fertigungsprozess und das Design der Formen optimiert. So verbessert die Simulationssoftware nicht nur die Produkte, sondern verkürzt auch entscheidend die Entwicklungszeit.

PRODUKTINNOVATIONEN

Eine Vielzahl neuer Medikamente, insbesondere biotechnisch hergestellte Medikamente und Onkologie-Medikamente, stellen noch einmal höhere Anforderungen an die pharmazeutischen Primärverpackungen. Wir entwickeln für diesen stark wachsenden Markt ein breites Portfolio an neuen und verbesserten Produkten.

Eine perfekte Ergänzung zu dem breiten Portfolio an vorfüllbaren Gx RTF® -Glasspritzen ist die neuartige Gx RTF® ClearJect® -Spritze. Es handelt sich dabei um die Kombination aus dem bereits bestehenden Spritzen-Produktportfolio aus dem Hochleistungskunststoff COP (Cyclic-Olefin-Polymer) und dem Ready-to-fill-Konzept der vorfüllbaren Glasspritzen von Gerresheimer. Das erste Produkt der neuen Linie, eine 1-ml-Spritze mit integrierter Kanüle, wird von Gerresheimer in Europa produziert. Der Werkstoff COP bietet zahlreiche Vorteile, insbesondere werden Zusatzstoffe in der Verarbeitung wie Wolfram und Klebstoff für die Kanüle nicht benötigt. Damit ist die Gx RTF® ClearJect® -Spritze besonders für anspruchsvolle Medikamente geeignet.

Auch die vorfüllbaren Glasspritzen, die Gerresheimer als Gx RTF® -Spritzen vermarktet, werden beständig weiterentwickelt, um sie zum bevorzugten Primärverpackungsmittel für neuartige Medikamente zu machen. Ein Problem beim Einsatz von Spritzen können Spuren von Wolfram oder anderen Metallen sein, die gelegentlich bei der Formung des Spritzenkonus in der Bohrung zurückbleiben. Insbesondere für auf biotechnologisch hergestellten Wirkstoffen basierende Medikamente werden daher vorfüllbare Spritzen benötigt, bei denen Metallverunreinigungen idealerweise ausgeschlossen sind. Mit der Entwicklung einer innovativen, zum Patent angemeldeten Fertigungstechnologie konnten wir eine metallfreie 1 ml long Luerlock Gx RTF® -Spritze serienreif machen. Ein Transfer des Verfahrens auf weitere Luerlock-Spritzengrößen oder auf Luerkonus-Spritzen verschiedener Größe ist möglich. Der für die Konusformung eingesetzte Dorn besteht bei der neuen Technologie nicht mehr aus dem üblicherweise eingesetzten Wolfram oder einem alternativen Metall, sondern aus einer speziellen Keramik. Externe Tests belegen, dass wir damit rückstandsfreie Spritzen für die Verpackung besonders anspruchsvoller Medikamente herstellen können.

Ein weiteres Beispiel für die Weiterentwicklung der vorfüllbaren Glasspritzen: Um die Gleiteigenschaften des Kolbenstopfens von vorfüllbaren Spritzen zu verbessern, wird typischerweise der innere Spritzenkörper mit einer Silikonschicht überzogen. Zahlreiche neue und besonders strengen Anforderungen unterliegende biologische Medikamente erfordern einen neuen Systemansatz. Wir können durch die Kombination der hauseigenen Gx Baked-On RTF® -Einbrennsilikonisierung mit neuartigen Kolbenstopfen die Belastungen so minimieren, dass sie den hohen Anforderungen für therapeutische Proteinprodukte entsprechen. Zusätzlich bieten wir eine Ausstattung unserer Spritzen mit Dünnwandkanülen an, welche die Verabreichung der häufig hochviskosen Medikamente durch ihre verbesserten Durchflusseigenschaften erleichtern.

Gebrauchte Spritzen sind mit ihren freiliegenden Kanülen eine allgegenwärtige Gefahrenquelle in Arztpraxen, Labors oder Krankenhäusern. Bestehende Nadelschutzsysteme vermindern die Verletzungsgefahr des Endanwenders, erfordern aber zusätzlichen Assemblierungsaufwand nach der Abfüllung beim Pharmaunternehmen und ggf. zusätzliche Aktivierungsschritte beim Einsatz der Spritze durch das medizinische Fachpersonal. Mit Gx® I nnoSafe™ bieten wir nun eine Spritze mit integriertem, passivem Sicherheitssystem, die unbeabsichtigte Nadelstichverletzungen vermeidet, eine erneute Wiederverwendung ausschließt und sowohl auf die Produktionsabläufe im Pharmaunternehmen als auch auf die einfache und intuitive Anwendung durch medizinisches Fachpersonal hin optimiert ist.

Das Gx® InnoSafe™-Sicherheitssystem wird im Rahmen des Herstellungsprozesses wie ein Standardnadelverschluss im Reinraum auf Gx RTF® -Glasspritzen montiert. Der Spritzenkörper ist völlig frei einsehbar, um optimal das Vorhandensein des Wirkstoffs, dessen Reinheit und die Verabreichung sehen und kontrollieren zu können. Die Verpackung erfolgt analog zu Standard RTF-Spritzen. Der Medikamentenhersteller muss seine Abfülllinie nicht auf ein neues Format umstellen. Auch die Injektion selbst wird wie gewohnt verabreicht. Das System wird erst beim Einstechen der Kanüle aktiviert und sorgt dann beim Entfernen der Spritze von der Injektionsstelle automatisch dafür, dass der Sicherheitsmechanismus dauerhaft verriegelt wird. Auf diese Weise ist die Kanüle zuverlässig verdeckt und ein erneutes Verwenden der Spritze ausgeschlossen. Gx® InnoSafe™ basiert auf einer gemeinsamen Entwicklungspartnerschaft mit West Pharmaceuticals. Gerresheimer besitzt die exklusiven Vermarktungsrechte für dieses innovative System, das im Markt zukünftig neue Maßstäbe setzen kann.

Die von uns entwickelten Gx® Elite Vials bilden eine neue Qualitätsstufe für Typ-I-Fläschchen aus Borosilikatglas. Sie sind das Ergebnis einer umfassenden Optimierung des Converting-Prozesses, in dem alle Risiken beseitigt wurden, die bei der Herstellung zu Produktfehlern führen können; vor allem jeglicher Glas-zu-Glas-Kontakt, angefangen von den Glasröhren bis zum finalen Verpacken der Fläschchen. Die chemische Beschaffenheit des Borosilikatglases ist unverändert. Die sehr bruchsicheren Injektionsfläschchen verfügen über eine hohe Festigkeit und sind frei von kosmetischen Fehlern. Darüber hinaus besitzen sie eine hohe dimensionale Genauigkeit.

Die beiden Kompetenzen von Gerresheimer - Glasformung von Fläschchen aus Röhrenglas und das Ready-to-fill-Verfahren von vorfüllbaren Spritzen -werden bei den neuen Gx® RTF Vials mit der anerkannten Ompi EZ-Fill® -Verpackungstechnologie kombiniert. Ergebnis sind die Gx® RTF Vials, die gewaschen, in Trays oder in Nest und Wanne verpackt und sterilisiert an den Pharmakunden ausgeliefert werden. Dieser kann ohne weitere Prozessschritte mit der Abfüllung beginnen. Das neue Produkt gibt es in mehreren Formaten für Nest und Wanne. Durch die neue Verpackungslösung können die Vials von der Entwicklungsphase neuer Medikamente über die Kleinserie bis hin zur Großserienproduktion eingesetzt werden.

Darüber hinaus entwickelt Gerresheimer zusammen mit Corning in einem Gemeinschaftsunternehmen weitere qualitativ hochwertige pharmazeutische Primärverpackungen aus dem neuartigen Valor™ Glass für spezielle Anwendungen. Valor™ Glass ist ein Glasbehälter, der für die Lagerung und den Transport injizierbarer Arzneimittel entwickelt wurde. Valor™ Glass bietet eine wesentlich höhere Festigkeit, ist gegenüber chemischen Substanzen wesentlich haltbarer und widerstandsfähiger gegen Beschädigungen. Dadurch werden Arzneimittel deutlich besser geschützt. Valor™ Glass ermöglicht eine schnellere und sichere Verarbeitung und eine höhere Qualitätssicherung für Pharmaunternehmen sowie gleichzeitig hochwertigere Medikamente für Patienten. Corning und Gerresheimer arbeiten bereits seit 2015 zusammen, um die Weiterentwicklung von Innovationen für pharmazeutische Verpackungen aus Glas voranzutreiben.

Unter dem Namen BioPack haben wir ein breites Produktportfolio an Kunststoffverpackungen für Medikamente und Kosmetika, die aus Biomaterial anstatt aus konventionellem Polyethylen (PET) hergestellt werden, auf den Markt gebracht. Biomaterialien werden statt aus Rohöl aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, beispielsweise aus der Zuckerrohrpflanze. Verpackungen aus Biomaterialien sind vollständig recyclingfähig, haben dieselben Eigenschaften wie konventionelle Verpackungen und können auf den bestehenden Füll- und Verpackungslinien eingesetzt werden.

Wir arbeiten kontinuierlich auch an Verbesserungen bestehender Produkte, die für die Kunden und Anwender oft entscheidend sind. Die US Food and Drug Administration (FDA) schreibt neuerdings vor, dass der Ring für den Originalitätsschutz fest mit der Flasche verbunden sein muss. Aufgrund der Erfahrungen mit einer anderen Augentropfflasche, die bereits über einen an der Flasche fixierten Ring verfügt, konnte diese Produktänderung auf einen weiteren Flaschentyp übertragen werden.

Patienten bevorzugen oftmals Verpackungen, die nicht auf den ersten Blick erkennen lassen, dass es sich um ein Medikament handelt. Die Behälter der Duma® -Pocket Familie sehen aufgrund ihrer ovalen und handlichen Form aus wie eine Verpackung für Süßstoff und Ähnliches. Duma® Pocket gibt es in vielen Füllgrößen, Farben und Verschlüssen. 2017 haben wir das Angebot um neue Füllgrößen mit kindersicheren Verschlüssen erweitert. Die Duma® Pocket-Familie ist Teil des gesamten Duma-Programms, zu dem vor genau 50 Jahren mit der renommierten 50-ml-Duma Standard-Flasche der Grundstein gelegt wurde.

KUNDENSPEZIFISCHE ENTWICKLUNGEN

Für kundenspezifische medizinische Kunststoffprodukte haben wir in unseren Kompetenzzentren des Geschäftsbereiches Plastics & Devices die Entwicklung, den Maschinen- und Formenbau sowie die Industrialisierung zusammengefasst. Diese befinden sich in Wackersdorf (Deutschland), Peachtree City (Georgia/USA) und in Dongguan City (China). Daneben gibt es eine integrierte Kleinserienfertigung, um den Kunden bei dem mehrstufigen Zulassungsprozess der pharmazeutischen und medizintechnischen Produkte zu unterstützen. Für den Entwicklungs- und Zulassungsprozess müssen wir immer wieder kleine Stückzahlen als klinische Muster oder Stabilitätschargen produzieren. Dafür ist in Wackersdorf eine eigene Kleinserienproduktion innerhalb des Entwicklungszentrums entstanden, um auf Kundenanfragen flexibel und verzahnt mit dem Entwicklungsprozess reagieren zu können.

Kundenspezifische Entwicklungen spielen auch im Geschäft mit Kosmetikglasverpackungen, wie Parfümflakons oder Cremetiegeln, eine große Rolle. Dabei stellen unsere Kunden wie auch wir selbst hohe Ansprüche an unsere Prozesse sowie die Qualität der Produkte. Kosmetikverpackungen aus Glas fertigen wir vornehmlich in den Behälterglaswerken in Tettau (Deutschland) und in Momignies (Belgien). Im letzten Jahr entwickelten wir rund 100 neue Verpackungsprodukte aus Glas für die Kosmetikindustrie. Darüber hinaus produzieren wir mehrere hundert Varianten dieser Glaskosmetikverpackungen, teils durch aufwändige Veredelungsprozesse wie Besprühung und Metallisierung. Insbesondere der Ausbau der Veredelungstechnologien in diesen Werken war und ist ein Investitionsschwerpunkt für den wachsenden Markt der hochwertigen Kosmetikverpackungen.

Weitere Informationen zum Thema Qualität finden Sie im Kapitel "Qualitätsmanagement".

WERTSCHÖPFUNG

BESCHAFFUNG

Im abgelaufenen Geschäftsjahr belief sich der gesamte Materialaufwand des Gerresheimer Konzerns (inklusive der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Energiekosten, Verpackungsmaterial und zugekaufter Leistungen) auf EUR 489,2 Mio. (Vorjahr: EUR 494,7 Mio.). Damit lag unsere Einkaufsquote - die Kosten der Beschaffung von Material, bezogen auf die Umsatzerlöse - mit 36,3 % geringfügig über der Vorjahresquote von 36,0 %. Unser Beschaffungswesen ist aufgrund der unterschiedlichen Produktionstechnologien in den Geschäftsbereichen und wegen der weltweit verteilten Produktion in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien weitgehend dezentral organisiert. Energie, nicht produktionsrelevante Güter und Dienstleistungen wie Zugang zu Datennetzen oder Hard- und Software hingegen werden weitgehend zentral eingekauft.

Unser Umgang mit Lieferanten ist durch das Gerresheimer Compliance-Programm sowie die Einkaufsrichtlinien und Verfahrensanweisungen geregelt. Ebenso legen wir großen Wert darauf, dass Lieferanten den hohen Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen an unser Geschäft entsprechen. Deswegen arbeiten wir vorzugsweise mit Lieferanten zusammen, die gemäß den relevanten ISO-Normen zertifiziert sind und zudem die Richtlinien zur Qualitätssicherung in der Produktion von Arzneimitteln und Wirkstoffen (Good Manufacturing Practice, GMP) einhalten. Wir sorgen dafür, dass Zulieferer die "Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management" (auf unserer Internetseite zu finden unter: www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung/ kunden-lieferanten) zur Anwendung bringen. Neben wichtigen Grundsätzen zu Gesundheit am Arbeitsplatz und ethischem Geschäftsgebaren beinhalten diese unter anderem das Thema Umweltschutz. So müssen unsere Lieferanten alle anwendbaren Umweltvorschriften einhalten und Systeme implementiert haben, die einerseits einen sicheren Umgang mit Abfällen, Emissionen und Abwasser gewährleisten und andererseits zufällige oder unfallbedingte Verseuchungen und Freisetzungen in die Umwelt vermeiden und mindern. Im Rahmen der in unserem Gerresheimer Management System (GMS) vorgeschriebenen und regelmäßig durchgeführten Lieferantenaudits überprüfen und kommunizieren wir unsere Ansprüche an unsere Lieferanten.

Als Hersteller hochwertiger pharmazeutischer Primärverpackungen setzen wir für die Glasproduktion in unseren Behälterglaswerken die Rohstoffe Quarzsand, Soda und Natronkalk sowie weitere Zusatzstoffe in vergleichsweise geringen Mengen ein. Die genannten Rohstoffe sind gut verfügbare Grunderzeugnisse, die wir von verschiedenen Lieferanten beziehen. Daher kam es im Berichtszeitraum nicht zu Lieferausfällen oder -engpässen mit wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung. Des Weiteren erfordert die Glasproduktion den Einsatz von größeren Mengen Energie, vor allem von Gas und Strom. In einigen Kundenverträgen sind automatische Anpassungen bei sich ändernden Energiepreisen mit Zeitversatz vorgesehen. Da unsere Verträge mit unseren Kunden für pharmazeutische Glasbehälter und Kosmetikglas selten mit einer vereinbarten Laufzeit von mehr als zwei Jahren ausgestattet sind, werden in der Regel bei Vertragsverlängerungen -falls erforderlich - entsprechende Anpassungen an veränderte Energiepreise vorgenommen. Etwaige Restrisiken minimieren wir mit Hilfe von Sicherungsgeschäften weitestgehend, siehe Kapitel "Finanzwirtschaftliche Risiken".

Für die Produktion von pharmazeutischen Primärverpackungen aus Kunststoff wie auch zur Herstellung der komplexen Drug-Delivery-Systeme wie Insulin-Pens und Inhalatoren werden neben Energie in erster Linie spezielle Kunststoffgranulate wie beispielsweise Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol benötigt. Die genannten Rohstoffe sind ebenfalls gut verfügbare Grunderzeugnisse, die wir von verschiedenen Lieferanten beziehen. Daher kam es im Berichtszeitraum auch hier nicht zu Lieferausfällen oder -engpässen mit wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung. Die Einkaufspreise für Kunststoffgranulate sind in einem hohen Maße vom Weltmarktpreis für Erdöl abhängig. Dementsprechend haben wir in den Verträgen mit unseren Kunden für pharmazeutische Kunststoffverpackungen und Drug-Delivery-Devices üblicherweise Anpassungen bei sich ändernden Granulat- und Energiepreisen vorgesehen, so dass Preisänderungsrisiken bei den genannten Grunderzeugnissen für uns gering sind.

PRODUKTION

Analog zur Herstellung von Arzneimitteln gelten auch für die Herstellung von pharmazeutischen Primärverpackungen außerordentlich hohe Qualitätsanforderungen. Deren Einhaltung wird regelmäßig von unseren internen Fachleuten, von unseren Kunden, externen Gutachtern und Aufsichtsbehörden überprüft. Diese Standards werden unter dem Begriff Good Manufacturing Practice (GMP) zusammengeführt. Trotz unterschiedlicher Produktionsprozesse in den zwei Geschäftsbereichen gelten in allen Werken weltweit die Prinzipien des Gerresheimer Management Systems (GMS, siehe Kapitel "Business Excellence") sowie die Vorgaben der Gerresheimer Qualitätsinitiative (siehe Kapitel "Qualitätsmanagement"). Damit stellen wir einheitliche Managementsysteme und Qualitätsstandards sicher.

In den einzelnen Geschäftsbereichen werden die Produktionskapazitäten auf Grundlage der Auftragslage, der Liefertermine und regulatorischer Aspekte grundsätzlich zentral geplant sowie je nach Auftrag regional oder global auf die Werke in den jeweiligen Geschäftsbereichen verteilt. Dabei spielen Effizienz und optimale Kapazitätsauslastung eine wichtige Rolle. Insbesondere im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass ist in den Behälterglaswerken eine hohe Kapazitätsauslastung entscheidend für die Profitabilität, da bei diesen Produktionsprozessen in energieintensiven Schmelzwannen verschiedene Rohstoffe zu Glas geschmolzen werden. Ein weiterer Faktor für die Profitabilität ist die Minimierung von Leerlaufzeiten. Die sogenannten Rüstzeiten geben an, wie viel Zeit für den Wechsel der Werkzeuge für ein zu fertigendes Produkt auf das nächste benötigt wird. In den letzten Jahren haben wir uns insbesondere im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass im Hinblick auf die optimale Ausnutzung der Schmelzöfen sowie eine Optimierung der Rüstzeiten stetig verbessert. Dies ist bei der großen Anzahl von unterschiedlichen Produkten in diesem Bereich ein entscheidender Wettbewerbsvorteil und wirkt sich auch positiv auf den Energieverbrauch und damit auf CO2 -Emissionen aus.

Für die Pharmaindustrie sind die Beschaffungssicherheit und die Verlässlichkeit der Lieferungen ein kritischer Faktor. Entsprechend setzen wir in allen unseren Werken weltweit standardisierte oder zumindest vergleichbare Technologien ein und wenden einheitlich das GMS an. Das bietet für uns den Vorteil, dass viele unserer Produkte im Fall lokaler Produktionsengpässe auch an einem weiteren Produktionsstandort gefertigt werden könnten. Dies führt für unsere Kunden zu einem deutlichen Anstieg der Versorgungssicherheit und bedeutet für uns einen wichtigen Vorteil im Wettbewerb. Im Rahmen unserer globalen Maschinenstrategie statten wir weltweit sämtliche Werke zur Produktion von Injektionsfläschchen mit den gleichen modernsten Maschinen aus. So können wir unsere Kunden standortunabhängig mit deutlich verbesserten Injektionsfläschchen auf höchstem Qualitätsniveau versorgen. Nachdem wir in 2016 die Maschinenmodernisierung in den USA und Mexiko abgeschlossen haben und mit der Installation der ersten Maschinen in Europa begonnen haben, haben wir die Maschinenstrategie in 2017 in Europa fortgesetzt und in Asien mit der Installation der ersten Maschinen begonnen.

VERTRIEB

Unsere Primärverpackungslösungen vertreiben wir im Wesentlichen an Unternehmen der globalen Pharma- und Healthcare- sowie der Kosmetikindustrie, wobei 83 % unserer Umsatzerlöse im Bereich Pharma und Healthcare erzielt werden. Darüber hinaus vertreibt unsere amerikanische Tochtergesellschaft Centor ihre Produkte an Großhändler und Apotheken. Neben unseren eigenen hohen Ansprüchen in Bezug auf Qualität und Nachhaltigkeit unterliegen auch wir als Lieferant der Pharma- und Kosmetikindustrie den strengen Anforderungen dieser Unternehmen. So werden wir regelmäßig im Rahmen von Lieferantenaudits durch unsere Kunden überprüft und unterliegen kundenspezifischen Anforderungen. Darüber hinaus ist für bestimmte Kunden die Teilnahme und Erzielung eines bestimmten Ergebnisses im Carbon Disclosure Project (CDP) Voraussetzung für eine Lieferantenbeziehung. Weiterführende Informationen hierzu finden Sie im Kapitel "Umweltbelange: Klimarelevante Emissionen - Carbon Disclosure Project" auf Seite 23 dieses Geschäftsberichts.

Endverbraucher unserer Produkte sind stets Patienten bzw. im Falle von Kosmetikprodukten Konsumenten. Patientensicherheit ist stets unser oberstes Gebot. So hat neben Nachhaltigkeitsaspekten, die sowohl soziale als auch ökologische Fragestellungen berücksichtigen, die Sicherstellung höchster Qualität auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette vom Rohstoffproduzenten bis hin zur Auslieferung für uns oberste Priorität.

QUALITÄTSMANAGEMENT

Ein hohes Qualitätsniveau über alle Produkte und Prozesse hinweg ist für alle unsere Produktionsstandorte selbstverständlich. Die Erreichung unserer selbst gesteckten Qualitätsvorgaben und -ziele wird dabei maßgeblich durch das Gerresheimer Management System (GMS) sichergestellt, das für alle unsere Werke weltweit bindend ist. Die im Jahr 2011 eingeführte konzernweite Qualitätsinitiative hat über alle Geschäftsbereiche hinweg verbindliche Qualitätsvorgaben und Kennziffern entwickelt und weltweit in allen Werken umgesetzt. Wir überwachen anhand dieser Kennziffern fortlaufend Prozesse zur Sicherstellung des Qualitätsniveaus der Produktion, der Prozesse und unseres Kundenservice. Dies verkürzt unsere Reaktionszeiten deutlich, falls es zu Abweichungen von unseren selbstgesetzten Zielvorgaben kommt. Die Beobachtung und Messung der internen Kennziffern wird ergänzt durch direktes Feedback unserer Kunden sowie durch die regelmäßig stattfindende globale Kundenzufriedenheitsstudie (siehe Kapitel "Kundenzufriedenheit"). Über unsere eigenen Qualitätsziele hinaus entwickeln wir weitere kundenspezifische Qualitätsvereinbarungen.

Im Geschäftsjahr 2017 wurde eine weltweite interne Kampagne für alle Beschäftigten unter dem Titel "Quality in everything" gestartet. Ziel dieser auf zwölf Monate ausgerichteten Kampagne ist es, bei jedem Beschäftigten die Verantwortung für die Qualität in ihren vielfältigen Facetten zu schärfen. Die Qualitätskampagne wird in mehreren Stufen über verschiedene Medienkanäle wie Newsletter, Poster, Flyer, Videos, Aktionstage und mehr in allen Werken ausgerollt.

Wir unterstützen unsere Kunden bei regulatorischen Prozessen, dazu gehören Qualifizierungen nach GMP- und FDA-Guidelines wie auch die Erstellung und Einreichung der Dokumentation für Medizinprodukte und pharmazeutische Primärpackmittel (beispielsweise Drug Master Files DMF Typ III, EU-File). Die meisten unserer Primärpackmittel erfüllen die Anforderungen der Europäischen Pharmakopöe (Ph. Eur.), der US-amerikanischen Pharmakopöe (USP) und teilweise auch der Japanischen Pharmakopöe (JP). Dazu stellen wir ein hohes Dokumentationsniveau für unsere Produkte bereit. Deshalb haben wir FDA-Registrierungen, Drug Master Files und Produktregistrierungen und -genehmigungen in zahlreichen Ländern, die es unseren Kunden ermöglichen, sich über unsere Produkte zu informieren.

Ein wichtiges Element unserer kontinuierlichen Qualitätsverbesserungen ist der verstärkte Einsatz von Reinraumtechnik, die wir kontinuierlich erweitern und verbessern. In vielen unserer Werke werden die Produkte in Reinräumen hergestellt, weiterverarbeitet und verpackt. Auch die automatische Inspektion unserer Produkte ist entscheidend. Automatische Inspektionssysteme zur Vermessung und Kontrolle jedes einzelnen Produktes werden in den meisten Werken breit eingesetzt. Hochauflösende, moderne und vollautomatisierte Kamera- und Sortiersysteme spielen dabei eine große Rolle, wie etwa die durch uns entwickelten Qualitätssysteme Gx® G3, Gx® FLASH, Gx® RHOC, Gx® THOR und Gx® Tekion® . Mehr Informationen zu Innovationen und Qualitätsverbesserungen bei Produkten und Prozessen sind im Kapitel "Innovation, Forschung und Entwicklung" enthalten.

Die erstmalige und regelmäßig erneuerte Zertifizierung unserer Produktionen und Prozesse ist ein wichtiger Nachweis für unsere Leistungen. Alle unsere Produktionsstandorte sind für ihr Qualitätsmanagement nach der ISO-Norm 9001 zertifiziert. 15 Werke erfüllen die ISO-Norm 15378 für die speziellen Anforderungen bei der Herstellung von pharmazeutischen Primärverpackungsmitteln. Die Zertifizierung nach ISO-Norm 13485, die Erfordernisse für ein umfassendes Managementsystem für das Design und die Herstellung von Medizinprodukten beschreibt, besitzen elf Standorte. Zudem haben 13 Standorte ISO-Norm-14001-Zertifizierungen für Umweltmanagement und elf ISO-Norm-50001-Zertifizierungen für ein modernes Energiemanagementsystem erhalten. Unser Werk in Pfreimd (Deutschland) hat zudem eine Herstellerlaubnis nach dem Arzneimittelgesetz zum Sekundärverpacken in der Serienproduktion sowie zur Produktion von klinischen Testmustern. Bezüglich der Übertragung der anspruchsvollen GMP-Regeln aus der Pharmazie auf Kosmetikverpackungen erfüllen wir die ISO-Norm 22716 in unserem Kosmetikglaswerk in Tettau (Deutschland).

COMPLIANCE

Für den Erfolg des Gerresheimer Konzerns ist es unerlässlich, dass alle Unternehmen innerhalb der Gruppe nach wirtschaftsethischen Grundsätzen verantwortungsvoll und im Einklang mit den Gesetzen und Regeln des fairen Wettbewerbs geführt werden.

Das Gerresheimer Compliance Management System (CMS) wurde im Jahre 2009 eingeführt und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Von Anfang an lag der Schwerpunkt von Compliance auf dem Thema Korruptionsbekämpfung sowie der Einhaltung wettbewerbsrechtlicher und kapitalmarktrechtlicher Vorschriften. Denn insbesondere Verstöße in diesen Bereichen können zu erheblichen Schäden führen, die es unter allen Umständen zu vermeiden gilt. Selbstverständlich beachtet Gerresheimer ein mit den Regeln der Compliance abgestimmtes Verhalten auch in allen anderen Bereichen.

Zu den wesentlichen Elementen des CMS gehören das Gerresheimer Compliance-Programm, Präsenzschulungen, webbasierte E-Learning Programme sowie ein Hinweisgebersystem, über das Meldungen auf Wunsch auch in anonymisierter Form abgegeben werden können.

COMPLIANCE-ORGANISATION

Die Wahrnehmung der Leitungsfunktion im Bereich Compliance ist Aufgabe des gesamten Vorstands der Gerresheimer AG. Eine besondere Compliance-Zuständigkeit innerhalb des Vorstands wird durch den Vorstandsvorsitzenden wahrgenommen.

Dessen Zuständigkeit umfasst insbesondere die Vorbereitung der Beschlüsse des Vorstands in Bezug auf Compliance-Fragen, die Entscheidungen über Maßnahmen zur Aufklärung und Ahndung von Compliance-Verstößen, die Berichterstattung über Compliance-Fälle und getroffene Maßnahmen sowie die Fortentwicklung der Compliance-Richtlinien an den Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats und die fachliche Leitung des Compliance-Beauftragten.

Die Funktion des durch den Vorstand eingesetzten Compliance-Beauftragten wird durch den General Counsel wahrgenommen. Der Compliance-Beauftragte hat die organisatorische Verantwortung für die Implementierung und Aktualisierung der durch den Vorstand erlassenen Richtlinien sowie die Durchführung von Schulungsmaßnahmen und dient als Anlaufstelle für Fragen und Anregungen zum Gerresheimer Compliance-Programm sowie für Mitteilungen über etwaige Verstöße gegen die Compliance-Regelungen. Der Compliance-Beauftragte führt auf Weisung des Vorstandsvorsitzenden Aufklärungs- und Disziplinarmaßnahmen im Falle von Verstößen aus. Als Rechtsfolge von Compliance-Verstößen kommen arbeitsrechtliche Sanktionen, die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen sowie die Erstattung einer Strafanzeige in Betracht.

In jeder Gesellschaft der Gerresheimer Gruppe ist eine Person benannt, die für Compliance in dieser Gesellschaft verantwortlich ist. Dieser Person obliegt die Überwachung der Compliance und, in Absprache mit dem Compliance-Beauftragten, die Durchführung von Compliance-Schulungen in dieser Gesellschaft.

GERRESHEIMER COMPLIANCE-PROGRAMM

Das Gerresheimer Compliance Programm soll unsere Beschäftigten dabei unterstützen, Gesetze und Unternehmensrichtlinien richtig anzuwenden, und sie dabei vor Verstößen bewahren. Zu allen drei für das Gerresheimer Compliance-Programm ausgewählten Schwerpunkten (Korruptionsbekämpfung, Kartellrecht, Kapitalmarktrecht) bestehen bindende Richtlinien mit ergänzenden Merkblättern zur Konkretisierung dieser Richtlinien. Verstöße in allen genannten Bereichen werden nicht toleriert.

Konkret besteht das Gerresheimer Compliance-Programm aus folgenden Elementen:

Mission Statement
Konzernrichtlinie Compliance-Organisation
Konzernrichtlinie zur Korruptionsbekämpfung
Konzernrichtlinie zur Einschaltung von Beratern und Vermittlern
Konzernrichtlinie zur Einhaltung von Kartellvorschriften
Konzernrichtlinie zum Insiderrecht
Merkblatt zur Konzernrichtlinie Korruptionsbekämpfung
Merkblatt zur Einhaltung von Kartellvorschriften
Merkblatt zum Verhalten bei behördlichen Durchsuchungen
Merkblatt zu Directors' Dealings (Insiderrichtlinie)
Merkblatt zu den Folgen von Compliance-Verstößen

Alle Compliance-Richtlinien sind auf der Internetseite www.gerresheimer.com für Interessierte öffentlich einsehbar.

PRÄSENZSCHULUNGEN

Zur erstmaligen Vorstellung des Gerresheimer Compliance-Programms werden bei allen Unternehmen der Gerresheimer Gruppe Präsenzschulungen durchgeführt. Zur Teilnahme an diesen Präsenzschulungen verpflichtet sind alle Geschäftsführer, leitenden Angestellten, Beschäftigten im Vertrieb und im Einkauf sowie, in Abstimmung mit den örtlichen Geschäftsführern, sonstige Beschäftigte, die mit Korruptions- oder Kartellsachverhalten in Berührung kommen können. Dies stellt sicher, dass die vom Vorstand verabschiedeten Richtlinien von den Beschäftigten wahrgenommen und in ihrer täglichen Arbeit umgesetzt werden können.

Die Präsenzschulungen werden in Deutschland vom Compliance-Beauftragten oder von einem seiner Beschäftigten und im Ausland durch lokale Anwälte durchgeführt.

E-LEARNING-PROGRAMME

Die elektronischen Schulungsprogramme sind als Ergänzung zu den Präsenzschulungen gedacht, um die Inhalte des Gerresheimer Compliance-Programms in unregelmäßigen Abständen wieder in Erinnerung zu rufen. Unsere Beschäftigten müssen diese Schulungsprogramme absolvieren, wobei sie die Schulung an ihrem Arbeitsplatz in ihren Arbeitsalltag integrieren und dort erledigen können. Derzeit bestehen Schulungsprogramme zu den Schwerpunktthemen Korruptionsbekämpfung und Kartellrecht.

Diese Schulungsprogramme stehen in verschiedenen Sprachen den auch für die Präsenzschulungen ausgewählten Beschäftigten zur Verfügung. Derzeit unterliegen ca. 930 Beschäftigte weltweit der Verpflichtung zur Teilnahme an den Präsenzschulungen und den elektronischen Schulungsprogrammen.

HINWEISGEBERSYSTEM

Ein weiterer wichtiger Baustein des CMS ist das elektronische Hinweisgebersystem. Dessen Ziel ist die Aufdeckung von wirtschaftskriminellen Handlungen und der damit verbundene Schutz von Schäden für Gerresheimer.

Das Hinweisgebersystem ermöglicht über das Internet weltweit und rund um die Uhr einen direkten Dialog mit dem Compliance-Beauftragten. Dabei entscheidet der Hinweisgeber selbst, ob er anonym bleiben oder ob er namentlich melden möchte. Diesen Meldevorgang können sowohl Beschäftigte als auch Kunden und Lieferanten sowie sonstige Dritte nutzen. Um den Zugang so einfach wie möglich zu gestalten, ist das Hinweisgebersystem in allen für die Gerresheimer Gruppe relevanten Sprachen nutzbar.

BUSINESS EXCELLENCE

In unserer Vision setzen wir uns zum Ziel, der führende globale Partner für unsere Kunden zu werden: "Dabei ist die Leidenschaft unserer Beschäftigten die Grundlage für unseren Erfolg." Ein Wegbereiter zur Erreichung unserer Vision ist das Gerresheimer Management System (GMS). Mit GMS wurden konzernweite Standards festgelegt sowie Methoden und Werkzeuge definiert, um eine kontinuierliche Prozessverbesserung in allen Teilen der Wertschöpfungskette nachhaltig zu implementieren und dabei eine schlanke Produktion sowie eine konsequente Qualitäts- und Kundenfokussierung zu etablieren. GMS bricht die strategischen Unternehmensziele in messbare Standort- und Abteilungsziele herunter und verknüpft diese über Leistungsindikatoren mit Prozessparametern und -messgrößen. Auf diese Weise können die im GMS zur Verfügung gestellten Methoden und Werkzeuge passgenau ausgewählt und entsprechend eingesetzt werden. Bei der Umsetzung kommt unseren Beschäftigten eine zentrale Rolle zu. Daher wird das Ausbildungsprogramm für GMS kontinuierlich weiterentwickelt.

In 2017 wurde eine neue Generation des Gerresheimer Management Systems - GMS 3.0 - veröffentlicht und konzernweit ausgerollt. GMS 3.0 richtet den Fokus des Gesamtsystems weg von der bloßen Anwendung "schlanker Werkzeuge" und der Umsetzung eines "Programms" hin zur Beeinflussung und Veränderung des Verhaltens unserer Führungskräfte und Beschäftigten im Sinne einer Kultur der kontinuierlichen Verbesserung. Die größten inhaltlichen Veränderungen entstanden dabei in der Schaffung eines neuen "Framework", sowie in den Bereichen "Mitarbeitersysteme" und "Qualitätssysteme". Daneben wurden mit einem neuen Logo und Designelementen auch optisch neue Akzente gesetzt und der Wiederkennungswert bei den Beschäftigten gestärkt.

Der Erfolg des GMS beruht auf seiner Akzeptanz, Verbreitung und Umsetzung auf allen Organisationsebenen innerhalb unseres Konzerns. Wir entwickeln und definieren werksspezifische Verbesserungspläne im Rahmen des operativen und strategischen Planungsprozesses. Mittels sogenannter Operational Excellence-Kennzahlen und eines standardisierten Evaluationssystems messen und beurteilen wir regelmäßig, ob diese Ziele erreicht und die durch das GMS definierten Standards eingehalten wurden. Zu diesem Zweck sind mehr als 200 Beschäftigte zu sogenannten GMS-Auditoren ausgebildet worden, die nachhaltig zur Umsetzung des Systems beitragen. Diese intern ausgebildeten Auditoren sind untereinander vernetzt und bieten uns eine ausgezeichnete Grundlage für den werks- und divisionsübergreifenden Austausch von Lösungen und die konzerninterne Beratung durch Experten.

Aus diesen Bewertungen werden jeweils standortspezifische Empfehlungen und Maßnahmenpläne entwickelt, um die weitere zielgerichtete, kontinuierliche Verbesserung sicherzustellen. Das Evaluationssystem wird derzeit grundlegend in Struktur, Inhalt und Bewertungskomponenten überarbeitet und zusätzlich auf eine neue digitale Plattform überführt. Neben der Durchführung der Evaluationen, der Dokumentation von Abweichungen und Empfehlungen sowie der Entwicklung und Nachverfolgung von Aktionsplänen ermöglicht diese Plattform sämtlichen Standorten ein Benchmarking mit anderen Werken. Insgesamt führt dies zu verbesserter Transparenz hinsichtlich des jeweiligen Status und zum weiteren Fortschritt des Gesamtsystems.

Zu der jährlich stattfindenden GMS-Konferenz kamen auch in diesem Jahr über 70 Teilnehmer aus 13 Ländern zusammen, um die aktuellen Entwicklungen von GMS im Rahmen von Vorträgen, Workshops und Werksbesichtigungen zu besprechen, Netzwerke auf- und auszubauen und Erfahrungen mit der Umsetzung sowie Erfolgsgeschichten auszutauschen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand in diesem Jahr GMS 3.0 mit seinen neuen Inhalten und Fokusthemen sowie die Verleihung der "GMS Awards" durch den Vorstand an vier Projektteams und ein Werk zur Anerkennung ihrer exzellenten Umsetzungsprojekte.

Das unternehmensweite Lernen durch die Vernetzung von Experten und den Austausch von erfolgreichen Lösungen innerhalb und zwischen Standorten ist ein wichtiges Ziel von GMS. Um diesen Austausch zu fördern und zu erleichtern, arbeiten und kommunizieren die weltweiten GMS Experten seit September 2017 als eine der ersten Nutzergruppen auf unserer neuen Enterprise Collaboration Plattform "Gx connect".

KUNDENZUFRIEDENHEIT

Die kontinuierliche Verbesserung des Service und der Produkte für unsere Kunden steht im Fokus unserer globalen Kundenzufriedenheitsstudien, die wir regelmäßig mit Hilfe eines renommierten Marktforschungsinstitutes durchführen. Wir verfolgen damit das Ziel, unser Verständnis von den Kundenbedürfnissen zu vertiefen und damit Kundenzufriedenheit und Kundenbindung zu steigern. Hierfür führen wir eine standardisierte OnlineBefragung durch, die in zehn verschiedenen Sprachen angeboten wird. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse nutzen wir einerseits für die Verbesserung unseres Kundenservice und andererseits, um konkrete Handlungsempfehlungen zur Prozessoptimierung abzuleiten.

An dieser Erhebung nehmen unsere operativen Gesellschaften konzernübergreifend mit ihren jeweiligen Kunden teil: von Argentinien und Brasilien, Mexiko und den USA über die europäischen Werke bis hin zu den Standorten in China und Indien. Im Mittelpunkt der Befragung stehen insbesondere unsere Entwicklungsarbeit, das Produktangebot, kundenspezifische Systemlösungen, Auftragsabwicklung und Logistik, Fachkompetenz und Engagement unserer Beschäftigten im Vertrieb sowie unser technischer Support und die Reklamationsbearbeitung. Mit ihren Antworten zeigen uns die Kunden auf, welche Aktionsfelder ihnen besonders wichtig sind, wo unsere Leistung sie bereits zufriedenstellt und in welchen Bereichen wir besser werden müssen. Um noch weitere Erkenntnisse zu unseren Kunden und dem Markt im Allgemeinen zu erhalten, haben wir unsere Umfrage erweitert und die Kunden auch zur relativen Einschätzung des Wettbewerbs befragt.

Nach den weltweiten Erhebungen 201 1, 2013 und 2016 ist die nächste für 2019 geplant. Mit den Ergebnissen der jüngsten globalen Umfrage werden in allen Geschäftsbereichen und Werken kontinuierliche Verbesserungsmaßnahmen vorangetrieben. Durch die regelmäßige Durchführung unserer gruppenweiten globalen Kundenzufriedenheitsstudie bekommen wir fortlaufend Einblick in die Kundenwünsche und erhalten eine Bewertung unserer Services und Produkte. Zudem kommen wir den Anforderungen der ISO-Audits und unserer eigenen Richtlinien gemäß dem GMS nach. Im Ergebnis lässt sich damit über die Jahre hinweg kontrollieren, ob die bei der letzten Erhebung eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen Erfolg hatten und vom Kunden wahrgenommen wurden.

Darüber hinaus befragen wir unsere Kunden in zusätzlichen regionalen und projektbezogenen Erhebungen auch zwischen den Erhebungszeiträumen der gruppenweiten Kundenzufriedenheitsstudie, um bei Bedarf schnell und themenbezogen auf besondere Wünsche und Fragestellungen reagieren zu können.

NACHHALTIGKEIT

STRATEGISCHE ANALYSE, MAßNAHMEN, WESENTLICHKEIT UND ZIELE

Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung sind fest in unserer Unternehmensphilosophie verankert. Die Prinzipien der Nachhaltigkeit und der unternehmerischen Verantwortung sind integraler Bestandteil unserer Vision, unseres Mission-Statements und unserer fünf Unternehmenswerte Integrität, Verantwortung, Höchstleistung, Teamwork und Innovation. An allen unseren Standorten weltweit arbeiten und handeln wir nach diesen Prinzipien. Weitere Informationen zu Vision, Mission und Werten finden Sie auf unserer Website unter www.gerresheimer.com/unternehmen/ vision-mission-werte.

Um das umfassende Themenfeld Nachhaltigkeit angemessen zu gliedern und darzustellen, orientieren sich die folgenden Abschnitte an den Vorgaben des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) und damit in Bezug auf spezifische Leistungsindikatoren an der weltweit anerkannten Global Reporting Initiative (GRI) G4. In 2017 wurde dieser Nachhaltigkeitsteil jedoch nicht vom DNK oder von der GRI geprüft oder zertifiziert.

Den Begriff Nachhaltigkeit betrachten wir in allen seinen Facetten. Im Vordergrund stehen für uns unsere Produkte sowie der Nutzen, den sie stiften. Mit der Entwicklung und Herstellung von Produkten zur Verpackung von Medikamenten, zur einfachen und sicheren Dosierung und Verabreichung von Arzneimitteln leisten wir einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden der Gesellschaft. Dementsprechend hat der verantwortungsvolle Umgang mit den Entwicklungs- und Produktionsprozessen für uns höchste Priorität. Unsere eigenen, ständig steigenden Ansprüche an Qualität, Schonung von Ressourcen, Vermeidung von Verschwendung, einfache Handhabung und größtmögliche Sicherheit unserer Produkte geben uns den Weg vor.

Wir fassen unsere unternehmerische Verantwortung und unsere Verpflichtung zur Nachhaltigkeit aber wesentlich weiter und haben uns deshalb Grundsätze unternehmerischer Verantwortung auferlegt. Wir beschreiben darin die Aspekte unserer unternehmerischen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, unseren Beschäftigten, den Investoren, unseren Kunden und Lieferanten sowie der Umwelt. An diesen Grundsätzen lassen wir uns öffentlich messen. Regelmäßig auditieren zahlreiche unserer internationalen Pharma- und Kosmetikkunden unsere Nachhaltigkeitsstrategie oder, wie international üblich, Corporate Social Responsibility. Außerdem stehen wir mit unseren Investoren in ständigem Dialog bezüglich unserer Nachhaltigkeitsstrategie.

Um unsere bestehende Nachhaltigkeitsstrategie fortzuentwickeln, haben wir in 2017 einen systematischen Prozess zur Erfassung und Priorisierung der Erwartungen an uns durch externe und interne Stakeholder gestartet. Dabei benutzen wir die anerkannte Methodik der Nachhaltigkeits-Materialitätsmatrix. Die Ergebnisse werden uns weiterhelfen, unsere Nachhaltigkeitsstrategie zu überprüfen und kontinuierlich auf Wesentlichkeit auszurichten. Dazu gehört die Verbindung von kurz- und langfristigen Zielen, die die Anforderungen der Gesellschaft, unserer Kunden und Beschäftigten widerspiegeln.

Unternehmerische Verantwortung und nachhaltiges Wirtschaften beinhalten für uns sowohl ökologische als auch soziale und ökonomische Aspekte. Dabei steht der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen an erster Stelle. Als produzierendes Unternehmen verbrauchen wir signifikante Mengen Energie. Dementsprechend haben wir uns schon 2008 entsprechende Ziele zur Reduktion der CO2 -Emissionen gesetzt und lassen diese durch die international anerkannte Initiative Carbon Disclosure Project (CDP) jährlich messen. Durch die Erreichung dieser CO2 -Reduktionsziele leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Schonung von Ressourcen und Umwelt und erfüllen Anforderungen unserer Kunden und anderer Stakeholder. Die strategische Steuerung der CO2 -Reduktionsziele erfolgt zentral und wird jährlich vom Vorstand überprüft. Die weiteren Bestandteile unserer Nachhaltigkeitsstrategie liegen entsprechend unserer dezentralen Organisation in der Verantwortung unserer Geschäftsbereiche, Geschäftsfelder und Werke.

Die Einhaltung rechtlicher Vorschriften ist für uns in jeder Hinsicht selbstverständlich und wird vom Vorstand im Rahmen des Compliance Management Systems überwacht. Darunter fallen auch soziale und ökologische Aspekte, ganz besonders aber der faire und wertschätzende Umgang mit allen Beschäftigten. Da unser Verständnis in vielen Aspekten über nationale rechtliche Vorschriften hinausgeht und in allen Gerresheimer Standorten gleichermaßen gilt, setzen wir eigene Standards und entwickeln diese kontinuierlich weiter. Die Einhaltung dieser Standards sehen wir als wesentlich und geschäftskritisch an.

Unsere Grundsätze zur Nachhaltigkeit sind in unserem Gerresheimer Management System (GMS) enthalten und dienen für die Produktions-, Einkaufs- und Verbesserungsprozesse als Richtschnur an allen unseren Standorten weltweit. Unsere Werke werden regelmäßig entlang unseres GMS auditiert, damit auch die darin enthaltenen Nachhaltigkeits- und Beschaffungsthemen. Weitere Informationen enthält das Kapitel "Business Excellence".

TIEFE DER WERTSCHÖPFUNGSKETTE

Nachhaltigkeitsaspekte spielen selbstverständlich auch in der Wertschöpfungskette eine große Rolle. Auch dies ist seit Jahren im Gerresheimer Management System (GMS) sowie in den Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management festgeschrieben. Weitere Details dazu im Kapitel "Wertschöpfung".

VERANTWORTUNG, REGELN UND PROZESSE, KONTROLLE, ANREIZSYSTEME

Die wichtigsten Nachhaltigkeitsziele und Prozesse sind im Gerresheimer Management System definiert. Dementsprechend und der üblichen Verantwortungszuordnung folgend liegt die Verantwortung für die Erreichung der Ziele und die Einhaltung der Prozesse, auch in Sachen Nachhaltigkeit, bei den Führungskräften der Geschäftsbereiche, der Werke und bei allen Beschäftigten. Im Rahmen der regelmäßigen GMS-Audits der Werke und Standorte wie auch der GMS-Audits der Zulieferer werden die Nachhaltigkeitsziele kontrolliert und auditiert.

Die Erreichung der CO2 -Emissionsziele wird im Rahmen der Teilnahme am Carbon Disclosure Project als wichtigstes Nachhaltigkeitsziel einmal jährlich vom Vorstand kontrolliert. Eine weitergehende regelmäßige Kontrolle durch den Vorstand oder den Aufsichtsrat gibt es nicht, ungeachtet der fallbezogenen Kontrolle von Compliance-Vorgängen.

Da die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele und die Einhaltung der Nachhaltigkeitsregeln Bestandteil des normalen Geschäftsprozesses sind und in der alltäglichen und selbstverständlichen Verantwortung des Managements und aller Beschäftigten liegen, gibt es derzeit weder beim Vorstand noch beim Management oder bei den Beschäftigten ein besonderes Anreizsystem dazu, etwa in den Bonusregelungen. Derzeit ist dies auch nicht geplant.

BETEILIGUNG VON ANSPRUCHSGRUPPEN

Unsere bestehende Nachhaltigkeitsstrategie ist in den letzten Jahren aufgrund des Feedbacks wesentlicher Anspruchsgruppen fortentwickelt worden. Maßgeblich sind dabei die Anforderungen unserer Kunden, Beschäftigten und Investoren sowie von Institutionen, Gesetzgeber und Öffentlichkeit.

Regelmäßig auditieren zahlreiche unserer internationalen Pharma- und Kosmetikkunden unsere Nachhaltigkeitsstrategie oder, wie international üblich, Corporate Social Responsibility. Die Schwerpunkte dieser Kunden-Audits bilden eine Grundlage für die Fortentwicklung unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Ebenso haben wir unser Engagement in Sachen Umwelt, das sich in der Teilnahme am Carbon Disclosure Project manifestiert, im Gleichschritt mit Fortentwicklungen des CDP kontinuierlich verbessert. So lassen wir beispielsweise unser CO2 -Reporting für das CDP seit zwei Jahren von unabhängiger Stelle (TÜV) zertifizieren. Über den ständigen Dialog mit Investoren sind wir fortlaufend gefordert, uns nach deren Bedürfnissen und unterschiedlichen Kriterien in Sachen Nachhaltigkeit messen zu lassen. Auch das fließt kontinuierlich in die Fortentwicklung unserer Nachhaltigkeitsstrategie ein. Das Feedback der Beschäftigten wird sowohl durch die globale Beschäftigtenumfrage regelmäßig eingeholt wie auch durch den kontinuierlichen Dialog mit den Beschäftigten, den Arbeitnehmervertretern sowie Gewerkschaften. Dabei stehen insbesondere die Themen Arbeitsplatz, Bildung, Arbeitsschutz, Mitbestimmung und vielfältige weitere soziale Aspekte im Mittelpunkt.

Um die Wesentlichkeit unserer bestehenden Nachhaltigkeitsstrategie fortzuentwickeln, haben wir in 2017 einen systematischen Prozess zur Erfassung und Priorisierung der Erwartungen an uns durch externe und interne Stakeholder gestartet.

INNOVATIONS- UND PRODUKTMANAGEMENT

Zu den Nachhaltigkeitsaspekten des Innovations- und Produktmanagements siehe Kapitel "Innovation, Forschung und Entwicklung".

UMWELTBELANGE: INANSPRUCHNAHME NATÜRLICHER RESSOURCEN UND RESSOURCENMANAGEMENT

Der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen, die Schonung der Umwelt und die Vermeidung von Emissionen und Abfällen sind Kernbestandteile unserer unternehmerischen Verantwortung. Unsere Ausrichtung auf nachhaltiges Wirtschaften umfasst ökonomische, soziale und insbesondere ökologische Aspekte. Als produzierendes Unternehmen sehen wir uns hier in einer besonderen Verantwortung. Unsere Umweltschutzmaßnahmen gehen oft deutlich über die gesetzlichen Anforderungen der jeweiligen Länder hinaus. Umweltschonende Produktionsmethoden, die Verringerung von Abfällen und Emissionen sowie der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen sind Gegenstand unseres weltweit implementierten Gerresheimer Management Systems (GMS) und finden sich in unseren Prinzipien unternehmerischer Verantwortung wie auch in den Leitlinien für verantwortungsvolles Einkaufsmanagement wieder.

Da die Produktionsprozesse in den Geschäftsfeldern mitunter stark variieren, liegt die Verantwortung für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen dezentral bei den jeweiligen Führungskräften vor Ort. Dabei spielt der kontinuierliche Austausch eine große Rolle, so dass die Produktionsstandorte voneinander lernen und erfolgreiche Maßnahmen kopieren und adaptieren können. Wir stoßen fortlaufend neue Initiativen an, mit denen wir unser Handeln im Sinne der Umwelt- und Ressourcenschonung kontinuierlich weiterentwickeln. Die ökologischen Verbesserungen führen in den meisten Fällen gleichzeitig zu nachhaltigen ökonomischen Vorteilen.

Für uns ist die Zertifizierung der Produktionsstandorte von großer Bedeutung, um unsere ökologischen Fortschritte gegenüber unseren Kunden und der Öffentlichkeit sichtbar und nachweisbar zu machen. 13 unserer großen Produktionsstandorte wurde nach ISO-Norm 14001 ein modernes Umweltmanagement bescheinigt. Darüber hinaus legen wir, gerade auch in unseren energieintensiven Behälterglaswerken, großen Wert auf die Einführung moderner Energiemanagementsysteme. Elf Standorte sind nach der ISO-Norm 50001 (Energiemanagementsystem) zertifiziert, darunter die deutschen Werke in Lohr, Tettau, Essen, Bünde, Pfreimd, das Headquarters in Düsseldorf sowie das große Werk im tschechischen Horsovsky Tyn. Alle Zertifizierungen werden regelmäßig überprüft und in einem festen Rhythmus neu erarbeitet. In den Werken gehören entsprechende Schulungen zum effizienten Einsatz von Energie und zum Schutz der Umwelt zum Standard.

Unter dem Namen BioPack wurde ein breites Produktportfolio an Kunststoffverpackungen für Medikamente und Kosmetika, die aus Biomaterial anstatt aus konventionellem Polyethylen (PET) hergestellt werden, von uns auf den Markt gebracht. Biomaterialien werden statt aus Rohöl aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, beispielsweise aus der Zuckerrohrpflanze. Verpackungen aus Biomaterialien sind vollständig recyclingfähig, haben dieselben Eigenschaften wie konventionelle Verpackungen und können auf den bestehenden Füll- und Verpackungslinien eingesetzt werden.

Centor beliefert amerikanische Apotheken mit Kunststoffbehältern zur Verpackung von Medikamenten und stellt neben anderen Produkten auch Flaschen und Fläschchen aus zu 100 % recyceltem PET her. Diese Flaschen und Fläschchen sind in verschiedenen Größen erhältlich und werden von den Apotheken benutzt, um vor Ort flüssige Medikamente darin abzufüllen und zu verpacken. Des Weiteren verzichtet Centor beim Versand von Verschlüssen für Tablettenbehälter auf weitere Umverpackungen wie Plastikbeutel. Dadurch wird Material gespart und die Umweltbelastung reduziert.

Bei der Herstellung von Pharmagläsern und Kosmetikglasverpackungen wird als Ersatz für die Rohstoffe in hohem Maße Recyclingglas (Scherben) eingesetzt. Solche Scherben kommen aus dem eigenen, internen Kreislauf, aber in kontrollierter Weise auch aus dem Recyclingkreislauf privater Haushalte. Scherben werden in dem Maße eingesetzt, wie sie in entsprechender Qualität verfügbar sind, die Qualität der Endprodukte nicht beeinträchtigen und es keine begrenzenden Vorschriften durch pharmazeutische oder kosmetische Regulierung gibt. Neben dem eigenen, internen Scherbenkreislauf arbeiten wir auch mit Zulieferern wie etwa Röhrenglasproduzenten zusammen. So können Scherben aus Borosilikatglas aus unserem Glasformprozess an die Röhrenhersteller zurückgeführt werden und dort zur Herstellung von neuen Röhren aus Borosilikatglas eingesetzt werden. Neben anderen Werken hat in 2017 der Produktionsstandort in Morganton (North Carolina/USA) ein besonderes Projekt zur Erhöhung der Sammelquote von Borosilikatglas-scherben erfolgreich umgesetzt, das gleichzeitig auch das Müllvolumen deutlich reduziert hat.

UMWELTSCHUTZ IN DER PRODUKTION

Umweltschutz geht bei uns Hand in Hand mit dem effizienten Einsatz von Energie. Insbesondere dort, wo Glas geschmolzen wird, entsteht ein hoher Energiebedarf. Wir überholen und erneuern in regelmäßigen Abständen energieintensive Einrichtungen in unserem Konzern, wie die Schmelzwannen in unseren Behälterglaswerken. Dadurch können wir neueste Technologien für die Glasschmelze einsetzen und die Produktionstechnologie insgesamt modernisieren. So erzielen wir durchweg Verbesserungen der Energieeffizienz bei kleinen oder großen Wannenreparaturen. Im Werk in Momignies (Belgien) sind nach der umfassenden Renovierung einer Schmelzwanne in 2017 dank modernster Schmelztechnologie der Energieverbrauch und die CO2 -Emissionen je Tonne geschmolzenes Glas maßgeblich reduziert worden. Insbesondere als Resultat der Schmelzwannenüberholung im Kosmetikglaswerk in Tettau in 2016 konnten 2017 der Energieverbrauch und die CO2 -Emissionen je Tonne geschmolzenes Glas auch dort deutlich reduziert werden. Im gleichen Werk gab es 2017 ein Projekt zur Abwasserreduzierung. Die Menge des Abwassers konnte durch ein neues Kreislaufsystem im zweistelligen Prozentbereich reduziert werden.

Die Vermeidung von Abfall spielt in allen Werken eine große Rolle. So konnte beispielsweise im Werk für Kunststoffbehälter in Boleslawiec (Polen) und im Werk in Zaragoza (Spanien) durch geeignete Maßnahmen die Menge des Kunststoffabfalls signifikant reduziert werden. In Boleslawiec konnte die für den Spritzgussvorgang benötigte Energie durch den Austausch der Kompressorentechnik erzielt werden. In Zaragoza konnte durch den Einsatz neuer Spritzgussmaschinen die benötigte Energie über zwei Jahre um einen zweistelligen Prozentsatz gesenkt werden.

Neben dem Austausch von Wissen innerhalb der Gerresheimer Gruppe spielen regionale und industrielle Verbände beim Thema Energieeffizienz und Umweltschutz eine zunehmende Rolle. So nimmt das Behälterglaswerk in Essen an der Kooperation Ökoprofit teil. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen Kommunen und der lokalen Wirtschaft mit dem Ziel der Betriebskostensenkung unter gleichzeitiger Schonung der natürlichen Ressourcen, insbesondere Energie und Wasser. Der Bundesverband Glas, in dem wir Mitglied sind, ist einer Initiative der Bundesregierung zur Gründung sogenannter Energieeffizienz-Netzwerke beigetreten. Unser Kosmetikglaswerk in Tettau gehört beispielsweise dem Netzwerk Frankenwald an.

Um den Energiebedarf unserer Werke zu decken, greifen wir auch auf erneuerbare Energien zurück. Beispielsweise wird ein Teil der benötigten Energie zur Herstellung der pharmazeutischen Kunststoffverpackungen im Werk in Kundli (Indien) über eine Photovoltaikanlage erzeugt.

Im Geschäftsfeld Medical Systems wurde über die Zertifizierungen nach ISO-Norm 14001 (Umweltmanagementsystem) und ISO-Norm 50001 (Energiemanagementsystem) hinaus weltweit ein Betriebssicherheitsmanagement eingeführt. Dieses umfasst die Bereiche Arbeitssicherheit, Brandschutz, Umweltmanagement und Energiemanagement und ist bereits ein Vorgriff auf die Einführung der ISO-Norm 45001 (zukünftiges Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem). Alle Werke dieses Geschäftsfeldes werden über eine neu eingeführte Software gesteuert und erhalten Vorgaben und Ziele zur Energieeinsparung und Reduktion von CO2 -Emissionen. Obligatorisch ist damit eine Einbindung aller Beschäftigten und Lieferanten zur Erreichung der Zielvorgaben.

Der Betrieb von Reinräumen benötigt viel Energie. Deswegen sind beim Bau neuer und beim Betrieb bestehender Reinräume energiesparende Maßnahmen von hoher Bedeutung, wie der Einsatz von energieeffizienter Reinraumtechnik der neuesten Generation. Im Werk in Bünde ist ein Blockheizkraftwerk seit drei Jahren in Betrieb und dient dem Ziel, den Primärenergieverbrauch sowie den CO2 -Ausstoß zu verringern. Das Blockheizkraftwerk produziert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung dezentral Strom und Wärme.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist in vielen Werken zur Herstellung medizinischer Kunststoffsysteme und vorfüllbarer Spritzen die Überprüfung der Spezifikationen für Produktionsbereiche und Reinräume. Vielfach konnten Temperaturvorgaben, Feuchte und Luftdruckanforderungen so harmonisiert werden, dass sowohl Kunden- als auch regulatorische Anforderungen erfüllt und gleichzeitig erhöhte Energieeinsätze aus Spitzenlasten reduziert werden konnten. Entscheidend war bei den Verbesserungsprojekten auch die Installation neuer Energiedatenerfassungssysteme. Ebenso konnte durch den Einsatz von Druckluftleckagemessungen Druckluft eingespart werden. Ausgehend von einem Pilotprojekt im Werk in Pfreimd im Jahr 2016 wurde eine neuartige Steuerung und Verfahrenstechnik der Materialtrocknung entwickelt, die den notwendigen Energieeinsatz deutlich reduziert und neben Pfreimd auch in weiteren Standorten zum Einsatz kommt. Die neuesten Ventilations- und Reinraumtechnologien, die in europäischen Werken schon erfolgreich im Einsatz sind, wurden auch bei der Erweiterung des Werks zur Herstellung medizinischer Kunststoffsysteme in Peachtree City (Georgia/ USA) angewendet. Dadurch und durch eine Vielzahl weiterer Maßnahmen wurden die eingesetzte Energie und die CO2 -Emissionen so erfolgreich und signifikant reduziert, dass das Werk von einem großen Kunden eine entsprechende Auszeichnung bekommen hat.

Der Energieverbrauch für die Beleuchtung ist an vielen Standorten ein wichtiger Faktor. So ersetzen wir in vielen Werken alte Leuchtmittel durch energiesparende LED-Lichttechnik und prüfen bei allen Umbau- und Erweiterungsbaumaßnahmen den Einsatz von LED-Lichttechnik. In vielen Werken werden in nicht kontinuierlich genutzten Bereichen, wie zum Beispiel Lagerbereichen, Präsenzsensoren verbaut, die bei Abwesenheit von Personen die Beleuchtung abschalten.

UMWELTAUFLAGEN UND FUHRPARK

Unsere Firmenfahrzeugflotte besteht weltweit aus 272 Fahrzeugen. Bei den Vorgaben für Dienstfahrzeuge spielen auch Umweltaspekte bei uns eine Rolle. Bisher waren die meisten unserer Firmenfahrzeuge mit DieselMotoren ausgestattet, deren Einsatz im Hinblick auf Energieeffizienz und Umwelteinflüsse inzwischen auf dem Prüfstand steht. Dies wird in unserer Fahrzeugflotte über die Zeit gemäß den neuen Erkenntnissen zu Umweltaspekten und Schadstoffemissionen angepasst. Als Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz sind in Deutschland ausschließlich Fahrzeugmodelle zugelassen, die im ADAC EcoTest mit mindestens vier Sternen getestet wurden. Nicht getestete Modelle sind nicht zugelassen. Bei der Anschaffung und beim Betrieb unserer Fahrzeugflotte streben wir den bestmöglichen technologischen Stand an und wollen die Schadstoffemissionen senken. Seit 2016 können gemäß unseren Richtlinien auch Fahrzeuge mit Hybrid- oder Elektromotoren für unsere Fahrzeugflotte angeschafft werden.

Die unbedingte Einhaltung aller gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben, auch im Hinblick auf die Schonung von Ressourcen und der Umwelt, ist selbstverständlich für uns. Im Jahr 2017 hat es durch uns keine Verstöße gegen die Einhaltung umweltrechtlicher Vorgaben gegeben, die zu behördlichen Untersuchungen mit anschließenden Auflagen und Geldbußen geführt haben.

UMWELTBELANGE: KLIMARELEVANTE EMISSIONEN -CARBON DISCLOSURE PROJECT

Ziele, Strategien sowie Erfolge unserer Initiativen und Maßnahmen zum Schutz der Umwelt veröffentlichen wir regelmäßig im Rahmen unserer Teilnahme am Carbon Disclosure Project (CDP). Dabei handelt es sich um die weltweit größte Umweltinitiative zur Reduktion von CO2 -Emissionen. Seit neun Jahren in Folge engagieren wir uns im Rahmen des CDP. Wir erheben, analysieren und managen unsere CO2 -Emissionen an allen Produktionsstandorten und berichten jährlich sowohl über ihre Zusammensetzung und Entwicklung als auch über die verschiedensten Maßnahmen zur Reduzierung von CO2 -Emissionen. Die Daten für das Geschäftsjahr 2016 wurden international einheitlich im Frühjahr 2017 erhoben und im Herbst 2017 vom CDP publiziert.

Das Ziel unserer Umweltstrategie ist es, das Verhältnis von Emissionen zu Umsatzerlösen zu reduzieren. So sollen unsere Umsatzerlöse in der Zukunft schneller wachsen als die zu deren Erzielung unvermeidbaren CO2 -Emissionen. Wir haben diese Zielvorgabe im Geschäftsjahr 2016 zum wiederholten Male erreicht: Das Verhältnis der CO2 -Emissionen zu Umsatzerlösen sank von 2015 auf 2016 um 8,8 %. Damit haben wir erneut eine starke prozentuale Verbesserung erzielt. Diese positive Entwicklung zeigt sich dabei auch deutlich im Mehrjahresvergleich.

Unsere Ergebnisse im Überblick:

Carbon Disclosure Project 2008 bis 2016

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2008 2009 2010 2011
CO2 Gesamtemission1) in t 760.076 716.702 733.576 775.372
Umsatzerlöse in EUR Mio. 1.060,1 1.000,2 1.024,8 1.094,7
CO2 -Emissionen im Verhältnis zu Umsatzerlösen (t/T EUR) 0,717 0,717 0,716 0,708

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2012 2013 2014 20152) 20162)
CO2 Gesamtemission1) in t 825.235 817.097 672.624 567.451 554.889
Umsatzerlöse in EUR Mio. 1.219,1 1.265,9 1.290,0 1.282,9 1.375,5
CO2 -Emissionen im Verhältnis zu Umsatzerlösen (t/T EUR) 0,677 0,645 0,521 0,442 0,403

1) Ohne Berücksichtigung von Scope 3 Emissionen.

2) Ohne Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Life Science Research (verkauft zum 31.10.2016).

Im Geschäftsjahr 2016 betrugen unsere direkten Treibhausgasemissionen (Scope 1) 253.814t CO2 , während die indirekten energiebezogenen Treibhausgasemissionen (Scope 2) 301.075t CO2 ausmachten. Im Vergleich zu 2015 konnten wir im Geschäftsjahr 2016 insgesamt eine Reduktion unserer Emissionen in Höhe von 12.562t CO2 vorweisen. Mit rund einem Drittel beziehungsweise rund der Hälfte der Gesamtemissionen (Scope 1 und 2) machten Brennstoffe und eingekaufter Strom die stärksten Emissionsquellen aus.

Verbessertes Verhältnis von Emissionen zu Umsatzerlösen

CO2-Emissionen nach Regionen in Tt1)

1) Ohne Berücksichtigung von Scope 3 Emissionen.

2) Ohne Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Life Science Research (verkauft zum 31.10.2016).

Neben unserem eigenen Ziel haben wir im Kontext des CDP weitere Verbesserungsmaßnahmen initiiert. So haben wir in den letzten Jahren beispielsweise das Verifikationskriterium des CDP verbessert. Unsere Maßnahmen und Daten werden vom TÜV geprüft und erfolgreich nach ISO-Norm 14064-3 zertifiziert. Mit einem Gesamtscore von B haben wir auch in diesem Jahr wieder besser abgeschnitten, als der Durchschnitt der am CDP teilnehmenden Unternehmen insgesamt sowie auch der sektorspezifische Durchschnitt des Bereichs Healthcare, die jeweils bei C liegen. Innerhalb unseres Sektors gehören wir somit nach wie vor zu den Top 5 Unternehmen im CDP. Insgesamt sollen Investoren und Kunden anhand der vielfältigen Daten und Indizes beurteilen können, ob ein Unternehmen das Thema Klimawandel ausreichend in seinen Entscheidungen und Strukturen berücksichtigt.

Weiterführende Informationen und Definitionen finden sich unter www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung/ carbon-disclosure-projekt und www.cdp.net.

ARBEITNEHMERRECHTE, CHANCENGLEICHHEIT UND QUALIFIZIERUNG

Zu den Themen Arbeitnehmerrechte, Chancengleichheit und Qualifizierung mehr im Kapitel "Beschäftigte".

MENSCHENRECHTE

Wir sehen uns in der Pflicht, jegliche Verletzung der Menschenrechte, Zwangs- und Kinderarbeit und Diskriminierung in unserem Unternehmen mit allen Möglichkeiten zu unterbinden. Dies gilt für alle unsere Standorte und Werke, in ganz besonderem Maße für die Standorte und Werke in sogenannten Risikoländern wie Indien, China, Mexiko und Brasilien. Auch dort gibt es strenge Vorschriften zur Einhaltung der Menschenrechte und zum Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit und Diskriminierung. Wir sind selbstverständlich auch in diesen Ländern gesetzeskonform und dokumentieren dies in vielen Fällen gemäß den lokalen Vorschriften gegenüber den Behörden. Darüber hinaus haben wir uns intern zur Einhaltung verpflichtet und Genaueres in unserer Policy zur unternehmerischen Verantwortung dokumentiert. Gleiches gilt für unsere Zulieferer, wie wir es in unseren Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management geregelt haben. Beide Vorschriften werden, da sie auch Bestandteil des Gerresheimer Management Systems (GMS) sind, intern wie auch bei unseren Zulieferern auditiert, siehe Kapitel "Business Excellence". Im Geschäftsjahr 2017 hat es in einem unserer Werke in den USA den Vorwurf einer Menschenrechtsverletzung gegeben, der außergerichtlich beigelegt wurde.

GEMEINWESEN

Gerresheimer und die Beschäftigten tragen an vielen unserer Standorte zum Gemeinwesen in den Regionen bei, indem lokale und regionale Initiativen und soziale Zwecke unterstützt werden. Ein Schwerpunkt ist dabei die Förderung junger Menschen, Schul- und Ausbildung, aber auch vielfältige lokale soziale Projekte. Alle deutschen Werke bilden junge Menschen aus, siehe Kapitel "Beschäftigte". Alle deutschen Werke beteiligen sich auch an der bundesweiten Initiative des Girls' Day, an dem an einem Aktionstag junge Frauen Einblicke in technische Berufe bekommen. Neben den vielfältigen Aktivitäten der deutschen Standorte in Sachen Ausbildung und Weiterbildung sei hier beispielhaft die Einrichtung dualer Ausbildungsgänge in unserem tschechischen Werk in Horsovsky Tyn genannt, die wegen ihres Vorbildcharakters in 2017 erneut ausgezeichnet wurde. Unser Geschäftsfeld Medical Systems fördert die Hochschule Amberg-Weiden in vielfältiger Weise, beispielsweise durch eine Stiftungsprofessur, und kooperiert mit der Hochschule beim dualen Studiengang Medizintechnik. In Tettau sind wir Gründungsmitglied und engagieren uns seit 2012 in einem regionalen Generationenprojekt wie auch in einem regionalen Innovationsnetzwerk, das unter anderem eng mit der Hochschule Coburg kooperiert. Mit Unterstützung des Innovationsnetzwerks wurde an der Hochschule Coburg beispielsweise der neue Studiengang Zukunftsdesign entwickelt und angeboten. Unser Werk im indischen Kundli unterstützt Schulen für verbesserte Ausbildungsmöglichkeiten. Das Werk ist Pate für etliche Schulen in der Region und investiert unter anderem in neue Klassenzimmer, Mensen und Toiletten. Insbesondere gibt es durch unsere Unterstützung an den Schulen sauberes Trinkwasser für Schüler, Studenten und Lehrkräfte. Das Werk in Tettau unterstützt die örtliche Schule. Das Headquarters in Düsseldorf hat anlässlich der 150-Jahr-Feier der Ferdinand-Heye-Grundschule in Düsseldorf eine Spende getätigt. Es gab 2017 zahlreiche weitere Aktionen zur Unterstützung karitativer Zwecke, so beispielsweise in Vineland (New Jersey/USA) für Weihnachtsaktionen zugunsten bedürftiger Menschen, in Pfreimd und Regensburg für schwerkranke Kinder und vieles mehr. Im Sommer 2017 fand in allen Werken weltweit eine "One Gerresheimer Week" statt. Unterschiedlichste Aktivitäten der Beschäftigten dienten auch dazu, Spenden und Unterstützung für lokale karitative Einrichtungen zu erzielen.

POLITISCHE EINFLUSSNAHME

Gerresheimer betreibt keine politische Einflussnahme über die üblichen Branchenverbandstätigkeiten hinaus. Da insbesondere die glasherstellenden Werke viel Energie verbrauchen, sind für uns die Gesetzgebung und die Steuervorschriften für den Einkauf und Verbrauch von Energie sowie der Umgang mit Emissionen von besonderer Bedeutung. Auf das entsprechende Gesetzgebungsverfahren nehmen wir als Unternehmen keinen Einfluss, sondern beteiligen uns an der gemeinschaftlichen Positionsvertretung über unsere Industrieverbandstätigkeiten. Ansonsten betätigt oder engagiert sich Gerresheimer nicht politisch. Gerresheimer unterhält keine Büros zur politischen Kommunikation in Berlin, Brüssel oder in anderen Städten. Unsere wesentlichen Mitgliedschaften in Industrieverbänden sind folgende: Mitgliedschaft im Bundesverband Glas (für die deutschen Glasstandorte) sowie Mitgliedschaft im europäischen Behälterglasverband (FEVE) für die deutschen Behälterglaswerke. Außerdem ist Gerresheimer Mitglied in entsprechenden Arbeitgeberverbänden. Gerresheimer tätigt weltweit keine Spenden oder Zuwendungen an Regierungen, politische Parteien oder Politiker. Die Vorschriften für karitative Spenden und die Vergabe von Beratungsaufträgen sind streng reglementiert, bedürfen entsprechender Genehmigungen und unterliegen den strengen Compliance-Vorschriften.

GESETZES- UND RICHTLINIENKONFORMES VERHALTEN

Informationen zu gesetzes- und richtlinienkonformem Verhalten finden sich im Kapitel "Compliance".

Weitere Informationen zu Gerresheimers unternehmerischer Verantwortung, zur Nachhaltigkeit und zu unseren Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management sind auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung zu finden.

ERWARTETE ENTWICKLUNG NICHT FINANZIELLER ERFOLGSFAKTOREN

BESCHÄFTIGTE

Angesichts des erwarteten Wachstums und weiterer von uns geplanter Standardisierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen erwarten wir, dass die Zahl der Beschäftigten im Konzern zukünftig stabil bleiben wird. Die regionale Verteilung wird sich aufgrund zunehmender Globalisierung zugunsten der Schwellenländer verändern.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Unseren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden wir auch in Zukunft einen hohen Stellenwert beimessen, um das Wachstum des Unternehmens langfristig durch Innovationen sichern zu können.

BESCHAFFUNG

Auch im Jahr 2018 werden wir unseren Einkauf nachhaltig optimieren: Preise, Konditionen und insbesondere die Qualität sind zentrale Bausteine, um unseren Ertrag weiter zu steigern. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen an den Finanz- und den realen Märkten gehen wir davon aus, dass die Volatilität der Preise bestehen bleibt.

PRODUKTION

Wir streben danach, unsere Produktion in Richtung einer Null-Fehler-Produktion bei Massenartikeln zu entwickeln. Dies ist eine große Herausforderung, denn wir produzieren für die pharmazeutische Industrie Produkte in sehr hohen Stückzahlen, das heißt Milliarden von Fläschchen, Behältern und Ampullen. Um die Qualität unserer Produkte auszubauen, aber auch um die Komplexität in unseren Werken zu reduzieren, werden wir auch im Geschäftsjahr 2018 weiterhin stark in die Standardisierung und die Weiterentwicklung unseres Maschinenparks investieren. Im Rahmen dieser Mehrjahresinitiative tauschen wir unter anderem Maschinen zur Herstellung von Injektionsfläschchen gegen neue Maschinen aus, die über eine verbesserte Prozesssicherheit verfügen. Diese Maschinen wurden in Eigenentwicklung speziell für unseren Bedarf entwickelt.

UMWELT

Wir wollen auch in Zukunft verantwortungsvoll mit den natürlichen Ressourcen umgehen und die Umwelt schonen. So haben wir uns bereits zum neunten Mal in Folge an dem Carbon Disclosure Project beteiligt. Dazu erheben, analysieren und managen wir unsere CO2 -Emissionen an allen Produktionsstandorten und erstatten jährlich über ihre Zusammensetzung und Entwicklung, vor allem aber über die verschiedensten Maßnahmen zu ihrer Verringerung, ausführlich Bericht. Mit unserer Umweltstrategie verfolgen wir das Ziel, das Verhältnis von Emissionen zu Umsatzerlösen zu reduzieren. So sollen unsere Umsatzerlöse in der Zukunft schneller wachsen als die zu deren Erzielung unvermeidbaren Emissionen. Auch 2018 werden wir uns wieder am Carbon Disclosure Project beteiligen.

VERGÜTUNGSBERICHT

Der Vergütungsbericht entspricht den Anforderungen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB), den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK), dem Deutschen Rechnungslegungs-Standard Nr. 17 (DRS 17) sowie den International Financial Reporting Standards (IFRS). Das von der Hauptversammlung am 30. April 2015 gebilligte neue Vergütungssystem für den Vorstand ist nunmehr grundsätzlich für alle Vorstandsmitglieder der Gerresheimer AG gültig.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS

VERGÜTUNGSSTRUKTUR

Die Gesamtvergütung der aktiven Vorstandsmitglieder setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Dabei handelt es sich um ein Festgehalt sowie übliche Nebenleistungen, eine kurzfristige erfolgsabhängige Tantieme, eine Komponente mit langfristiger Anreizwirkung, Aktienwertsteigerungsrechte und um Pensionszusagen.

ERFOLGSUNABHÄNGIGE KOMPONENTEN

Die erfolgsunabhängigen Teile bestehen aus einem Fixum und aus Nebenleistungen in Form von Sachbezügen. Die Sachbezüge enthalten im Wesentlichen Versicherungsprämien (unter anderem für eine Gruppenunfall- und Invaliditätsversicherung) sowie die Dienstwagennutzung. Für die Mitglieder des Vorstands besteht zudem eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung), die einen Selbstbehalt gemäß § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG vorsieht.

ERFOLGSABHÄNGIGE KOMPONENTEN

Kurzfristige variable Barvergütung

Die kurzfristige variable Barvergütung ist an den Grad des Erreichens von dienstvertraglich definierten Jahreszielwerten geknüpft. Ihre Höhe leitet sich jeweils aus dem vom Aufsichtsrat genehmigten Budget ab. Die Zielwerte beziehen sich auf die unterschiedlich gewichteten Finanzkennzahlen Adjusted EBITDA, Net Working Capital und Umsatzerlöse. Die Zielkomponente Net Working Capital berechnet sich als durchschnittliches Net Working Capital in Prozent der Umsatzerlöse. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt die kurzfristige variable Barvergütung 50 % des individuellen Festgehalts. Die kurzfristige variable Barvergütung ist begrenzt auf einen Betrag in Höhe von 70 % des individuellen Festgehalts und wird im Folgejahr nach Billigung des Konzern-Abschlusses durch den Aufsichtsrat ausgezahlt.

Zuvor hatte sich die kurzfristige variable Barvergütung auf die Finanzkennzahlen Adjusted EBITDA, Umsatzerlöse, Net Working Capital und Investitionen bezogen. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte betrug die kurzfristige variable Barvergütung 50 % des individuellen Festgehalts. Die kurzfristige variable Barvergütung war begrenzt auf einen Betrag in Höhe von 60 % des individuellen Festgehalts und wurde ebenfalls im Folgejahr nach Billigung des Konzern-Abschlusses durch den Aufsichtsrat ausgezahlt. Diese alte Regelung gilt lediglich noch anteilig für das Geschäftsjahr 2017 für ein Vorstandsmitglied.

Langfristige variable Barvergütung

Die Komponente mit langfristiger Anreizwirkung besteht aus einem rollierenden Bonussystem, das an das Erreichen bestimmter Ziele über einen Zeitraum von drei Jahren anknüpft. Die für die Zielerreichung relevanten Kennzahlen sind das organische Umsatzwachstum und die Gesamtkapitalrendite (Gx ROCE).

Bei der langfristigen variablen Barvergütung wird der Gx ROCE-Zielkorridor auf Basis der Unternehmensplanung jährlich neu für den Dreijahreszeitraum festgelegt. Bei Erreichen des Zielvolumens beträgt der aufgrund der Nachhaltigkeitskomponente auszuzahlende Bonus 40 % des individuellen Festgehaltes. Die Nachhaltigkeitskomponente kann maximal 55 % des individuellen Festgehaltes betragen. Die Auszahlung erfolgt, bezogen auf das Basisjahr, nach drei Jahren.

Zuvor wurde die Zielerreichung anhand eines arithmetischen Mittels der Einzelwerte jedes Jahres des dreijährigen Bemessungszeitraumes festgestellt. Bei Erreichen des Zielvolumens beträgt der auszuzahlende Bonus 30 % des individuellen Festgehalts. Er kann maximal (bei Erreichen eines Zielvolumens von 133 %) knapp 40 % des individuellen Festgehalts betragen. Die Auszahlung erfolgt, bezogen auf das Basisjahr, nach drei Jahren.

Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung (Phantom Stocks)

Zusätzlich hat die Gesellschaft mit sämtlichen Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen über eine langfristige aktienkursorientierte variable Vergütung geschlossen. Diese Vereinbarungen sehen vor, dass jedes Vorstandsmitglied in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktienkurs in jedem Jahr der Vorstandstätigkeit eine wertbasierte Zuteilung erhält. Die Vorstandsmitglieder erhalten einen Zahlungsanspruch (Wertanspruch) für den Fall, dass die Ausübungs- und Zahlungsvoraussetzungen vorliegen. Das Vorstandsmitglied ist berechtigt, nach Ablauf einer Sperrfrist von fünf Jahren innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 24 Monaten eine Zahlung in Höhe der zwischen dem Ausgabezeitpunkt und dem Ausübungszeitpunkt (Laufzeit) eingetretenen, nach dem Börsenkurs bemessenen Wertsteigerung der Gerresheimer Aktie zu verlangen. Voraussetzung für die Auszahlung ist, dass innerhalb der Laufzeit eine Wertsteigerung von mindestens 20 % oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten ist und das Vorstandsmitglied am Ausübungstag aufgrund seines Vorstands-Dienstvertrags noch aktiv in den Diensten der Gesellschaft steht und Mitglied des Vorstands ist. Die Zielvergütung soll bei Erreichung der Ausübungshürde einer 20 %-igen Steigerung des Börsenkurses 40 % des individuellen Festgehalts je Vorstandsmitglied betragen. Beträgt die Börsenkurssteigerung während der Laufzeit 40 % oder mehr, ist der Wertanspruch der Vorstandsmitglieder auf maximal 80 % des individuellen Festgehaltes begrenzt. Mit dem Ausscheiden des jeweiligen Vorstandsmitgliedes verfallen sämtliche Ansprüche auf die Gewährung weiterer Phantom Stock-Ansprüche ersatz- und entschädigungslos, das gilt auch für das Jahr der vorzeitigen Vertragsbeendigung selbst, falls die Vertragsbeendigung vor dem Ausgabetag dieses Jahres liegen sollte. Bereits ausübbare Phantom Stock-Ansprüche, die innerhalb des Ausübungszeitraums liegen, sowie sämtliche noch nicht fälligen Ansprüche aus bereits ausgegebenen Phantom Stock-Ansprüchen, die innerhalb der Wartezeit liegen, bleiben unberührt und können von dem Berechtigten nach den allgemeinen Maßgaben der Phantom Stock-Vereinbarung ausgeübt werden. Allerdings wird der Phantom Stock-Anspruch für eine bereits ausgegebene Tranche in dem Jahr des Ausscheidens ratierlich gekürzt.

Der Ausgabepreis für die Tranche des Jahres 2017 beträgt EUR 74,61 und berücksichtigt ausschließlich Zusagen nach der neuen Systematik.

Zuvor sahen die Vereinbarungen vor, dass jedes Vorstandsmitglied in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktienkurs in jedem Jahr der Vorstandstätigkeit eine bestimmte Anzahl sogenannter Aktienwertsteigerungsrechte (Phantom Stocks) erhielt. Jedes Aktienwertsteigerungsrecht berechtigte das Vorstandsmitglied zum Erhalt einer Zahlung in Abhängigkeit von der Entwicklung des Aktienkurses. Dabei legte die sogenannte Erfolgshürde fest, dass die Zahlung nur möglich ist, wenn der Kurs der Aktie der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung den Ausgangswert der jeweiligen Tranche um mindestens 12 % überstieg oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten war. Nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren konnten die Aktienwertsteigerungsrechte innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 16 Monaten (Ausübungszeitraum) ausgeübt werden. Der Vergütungsanspruch entsprach dem Betrag, um den der Aktienkurs im jeweiligen Zeitraum zwischen der Ausgabe der Aktienwertsteigerungsrechte und der Ausübung absolut gestiegen war. Die Höhe des Vergütungsanspruches war jedoch für jede Tranche auf den Betrag begrenzt, der 25 % des Ausgangswertes sämtlicher Aktienwertsteigerungsrechte dieser Tranche entsprach. Im Zeitpunkt der Beendigung des Vorstands-Dienstvertrages verfielen sämtliche ausübbaren Aktienwertsteigerungsrechte, sämtliche noch nicht fälligen Ansprüche aus bereits gewährten Aktienwertsteigerungsrechten und sämtliche Ansprüche auf die Gewährung weiterer Aktienwertsteigerungsrechte ersatz- und entschädigungslos. Lag der Tag, an dem der Vorstands-Dienstvertrag des Berechtigten endete, nach dem ersten Jahrestag des Ausgabetags des Aktienwertsteigerungsrechts einer bereits ausgegebenen Tranche, aber vor dem Ausübungstag für diese Tranche, so blieben die Aktienwertsteigerungsrechte dieser Tranche erhalten.

Pensionszusage

Die den derzeitigen Vorstandsmitgliedern erteilten leistungsorientierten Pensionszusagen werden in der Regel über eine Unterstützungskasse abgewickelt.

Die derzeitigen Mitglieder des Vorstands sind grundsätzlich berechtigt, nach Ausscheiden aus dem Gerresheimer Konzern ab dem Erreichen des 65. Lebensjahres Pensionsleistungen zu beziehen. Der jährliche Pensionsanspruch beträgt, in Abhängigkeit vom Lebensalter zum Zeitpunkt der Pensionszusage, zwischen 1,5 % und 2,2 % des letzten Festgehaltes. Dieser Prozentsatz steigt in Abhängigkeit von der Anzahl der Dienstjahre als Mitglied des Vorstands auf maximal 40 %. Die Witwenrente beträgt 60 % und die Waisenrente pro Kind jeweils 20 % der Rentenansprüche des Verstorbenen. Die Witwen- und Waisenrente ist insgesamt auf 100 % der Rentenansprüche des Verstorbenen begrenzt.

Der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG hat am 10. Februar 2015 für neu zu bestellende Vorstandsmitglieder als integralen Bestandteil des neuen Vergütungssystems auch das Pensionssystem geändert. Die bisher im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung für heutige Vorstandsmitglieder gegebene Leistungszusage von 1,5 % bis 2,2 % pro Dienstjahr, begrenzt auf 40 % der Festbezüge bei Rentenbeginn im Alter von 65 Jahren, wurde für neue Vorstandsmitglieder auf eine beitragsorientierte Zusage umgestellt.

Zukünftig errechnen sich die von der Gesellschaft für die Altersversorgung der neuen Vorstandsmitglieder aufzubringenden Beträge aus der Summe von 20 % des Festgehaltes und 20 % der erzielten kurzfristigen variablen Barvergütung. Zur Verwendung dieser Beiträge hat ein neues Vorstandsmitglied die Wahl zwischen drei Optionen: (1) Einzahlung von 20 % des Festgehaltes in eine Versicherung und Einzahlung von 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung in eine Kapitalanlage; (2) Einzahlung von 20 % des Festgehaltes in eine Versicherung und Auszahlung von 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung zur Eigenvorsorge; (3) Auszahlung von 20 % des Festgehaltes und 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung zur Eigenvorsorge.

Aus der Versicherung erwirbt das Vorstandsmitglied bei Renteneintritt Ansprüche gegen die Versicherung auf eine wiederkehrende Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenrente. Alternativ kann das Vorstandsmitglied bei Renteneintritt die Auszahlung des gesamten angesammelten Kapitals wählen. In diesem Fall entfallen dann aber die Versorgungsansprüche.

Bei der kapitalbasierten Leistung besteht für die Gesellschaft bei Renteneintritt (Leistungsfall) des Vorstands das Risiko einer Ausgleichspflicht zur Auffüllung bis zur Höhe der eingezahlten Beträge, falls der Wert der Kapitalanlage fällt, da das Unternehmen zur Anerkennung als betriebliche Altersversorgung den Kapitalerhalt garantieren muss. Deshalb müssen vor dem Zeitpunkt des Leistungsfalls - gegebenenfalls nur temporär - sich ergebende rechnerische Unterdeckungen bilanziert werden.

Wenn das Vorstandsmitglied während der Laufzeit seines Anstellungsvertrages die Auszahlung des jährlich vorgesehenen Beitragssatzes als zusätzlichen Gehaltsbestandteil zur Eigenvorsorge erhält, besteht nach Auszahlung in diesem Fall für die Gesellschaft keine weitere Verpflichtung mehr.

Leistungen bei Beendigung der Vorstandstätigkeit

Bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund oder infolge eines Kontrollwechsels sind Abfindungshöchstgrenzen im Rahmen der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehen. Somit sind Zahlungen einschließlich Nebenleistungen bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund auf den Wert von zwei Jahren begrenzt und dürfen nicht mehr als die Restlaufzeit des Vorstandsvertrages umfassen. Für die Berechnung der Abfindungscaps ist auf die Gesamtvergütung für das abgelaufene Geschäftsjahr abzustellen. Der Aufsichtsrat hat mit Herrn Röhrhoff ein nachvertragliches, zweijähriges Wettbewerbsverbot vereinbart, das grundsätzlich eine Karenzentschädigung in Abhängigkeit von der im Jahr vor Beendigung der Tätigkeit gezahlten Festvergütung vorsieht.

Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist niederzulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat, und besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung noch eine Laufzeit von neun oder mehr Monaten hat. Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen, deren Höhe drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen entspricht. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung für das der Kündigungserklärung vorangegangene volle Geschäftsjahr einschließlich variabler Vergütungsbestandteile und Ansprüche aus dem Aktienwertsteigerungsprogramm.

Herr Schütte hat aufgrund der Bestellung von Herrn Fischer zum Vorsitzenden des Vorstands ein Sonderkündigungsrecht. Dieses Sonderkündigungsrecht kann erst zwölf Monate nach dem Tag des Dienstbeginns des neuen Vorsitzenden des Vorstands und dann nur innerhalb einer Zwei-Wochen-Frist ausgeübt werden. Die Kündigungsfrist beträgt nach Ausspruch der Kündigung neun Monate. Im Falle der Ausübung dieses Sonderkündigungsrechts erhält Herr Schütte keine Abgeltung von Restbezügen und keine Abfindung. Die kurz- und langfristige variable Barvergütung wird pro rata temporis abgerechnet. Sollte von dem beschriebenen Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht werden, hat Herr Schütte ein Wettbewerbsverbot für die Dauer von zwei Jahren nach Beendigung des Dienstvertrages (nachvertragliches Wettbewerbsverbot). Danach darf er weder unmittelbar noch mittelbar für ein anderes in- oder ausländisches Unternehmen und/oder eine Person, welche(s) mit der Gerresheimer AG oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen im Wettbewerb oder potenziell im Wettbewerb steht, tätig werden. Die Gesellschaft kann frühestens ein Jahr vor Ablauf des (etwaigen) nachvertraglichen Wettbewerbsverbots auf die Einhaltung des nachvertraglichen Wettbewerbsverbots verzichten. Für die Dauer des (etwaigen) nachvertraglichen Wettbewerbsverbots erhält Herr Schütte jährlich, vorbehaltlich eines Verzichts auf das nachvertragliche Wettbewerbsverbot mithin zwei Jahre, eine Entschädigung in Höhe von 100 % der zum Zeitpunkt der Beendigung des Dienstvertrags geltenden festen Grundvergütung. Diese jährliche Karenzentschädigung wird in zwölf monatlichen Raten jeweils am Ende des Monats gezahlt. Ein von der Gesellschaft gezahltes Ruhegeld wird auf die bei einem (etwaigen) nachvertraglichen Wettbewerbsverbot fällige Karenzentschädigung angerechnet. Entsprechendes gilt für Ruhegeldzahlungen verbundener Unternehmen. Ebenso werden andere Einkünfte auf die Karenzentschädigung angerechnet, die Herr Schütte durch anderweitigen Einsatz seiner Arbeitskraft während der Dauer des zweiten Jahres des nachvertraglichen Wettbewerbsverbots erzielt, soweit die Karenzentschädigung unter Hinzurechnung der anderweitigen Einkünfte 110 % der maßgeblichen festen Grundvergütung übersteigt, wobei die Abrechnung auf monatlicher Basis erfolgt.

Weiterhin wurde mit allen aktiven Vorständen ein Wettbewerbsverbot für die Dauer des jeweiligen Dienstvertrages vereinbart. Das Wettbewerbsverbot von Herrn Fischer gilt auch für die Dauer von zwei Jahren nach Beendigung seines Dienstvertrages. Herr Fischer erhält für die Dauer des nachvertraglichen Wettbewerbsverbots jährlich eine Entschädigung von 100 % der zum Zeitpunkt der Beendigung des Dienstvertrags geltenden festen Grundvergütung sowie des Betrags, der bei Erreichen der finanziellen Ziele der kurzfristigen variablen Barvergütung zu zahlen ist. Das Wettbewerbsverbot von Herrn Schütte gilt ebenfalls für die Dauer von zwei Jahren, falls der Dienstvertrag aufgrund des oben beschriebenen Sonderkündigungsrechts endet. Herr Schütte erhält für die Dauer des etwaigen nachvertraglichen Wettbewerbsverbots jährlich eine Entschädigung in Höhe von 100 % der zum Zeitpunkt der Beendigung des Dienstvertrags geltenden festen Grundvergütung.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS IM GESCHÄFTSJAHR

Im Rahmen der Ermittlung der Vergütung des Vorstands wurde die Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex umgesetzt.

Die Gesamtbezüge für die aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich im Geschäftsjahr 2017 insgesamt auf T EUR 8.872 (Vorjahr: T EUR 8.492). Davon entfielen T EUR 2.219 (Vorjahr: T EUR 2.050) auf die erfolgsunabhängige Vergütung und T EUR 3.672 (Vorjahr: T EUR 2.885) auf die erfolgsabhängige Vergütung. Der Versorgungsaufwand der Pensionszusagen betrug im Geschäftsjahr 2017 T EUR 1.200 (Vorjahr: T EUR 1.993). Die im laufenden Geschäftsjahr erdiente Vergütung aus der aktienorientierten Vergütung betrug T EUR 1.781 (Vorjahr: T EUR 1.564).

Die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2017 ist den nachfolgenden Tabellen zu entnehmen:

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Uwe Röhrhoff Bis 31.08.2017
Gewährte Zuwendungen

in TEUR
2017 2017 Min. 2017 Max. 2016
--- --- --- --- ---
Festvergütung 577 577 577 770
Sachbezüge 18 18 18 24
Summe 595 595 595 794
Kurzfristige variable Barvergütung 385 - 539 385
Langfristige variable Barvergütung 308 - 424 308
Plan 2016 - 2019 - - - 308
Plan 2017 - 2020 308 - 424 -
Phantom Stocks - - - -
Summe 1.288 595 1.558 1.487
Versorgungsaufwand 350 350 350 326
Gesamtvergütung 1.638 945 1.908 1.813

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Christian Fischer Vorstandsvorsitzender Primary Packaging Glass Seit 01.08.2017
Gewährte Zuwendungen

in TEUR
2017 2017 Min. 2017 Max. 2016
--- --- --- --- ---
Festvergütung 317 317 317 -
Sachbezüge 6 6 6 -
Summe 323 323 323 -
Kurzfristige variable Barvergütung 158 1581) 222 -
Langfristige variable Barvergütung 127 127 3.214 -
Plan 2016 - 2019 - - - -
Plan 2017 - 2020 127 1271) 174 -
Phantom Stocks - - 3.040 -
Summe 608 608 3.759 -
Versorgungsaufwand 95 95 95 -
Gesamtvergütung 703 703 3.854 -

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Rainer Beaujean CFO
Gewährte Zuwendungen

in TEUR
2017 2017 Min. 2017 Max. 2016
--- --- --- --- ---
Festvergütung 630 630 630 610
Sachbezüge 20 20 20 20
Summe 650 650 650 630
Kurzfristige variable Barvergütung 315 - 441 305
Langfristige variable Barvergütung 252 - 347 225
Plan 2016 - 2019 - - - 225
Plan 2017 - 2020 252 - 347 -
Phantom Stocks - - - -
Summe 1.217 650 1.438 1.160
Versorgungsaufwand 388 388 388 1.359
Gesamtvergütung 1.605 1.038 1.826 2.519

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Andreas Schütte Plastics & Devices
Gewährte Zuwendungen

in TEUR
2017 2017 Min. 2017 Max. 2016
--- --- --- --- ---
Festvergütung 630 630 630 605
Sachbezüge 21 21 21 21
Summe 651 651 651 626
Kurzfristige variable Barvergütung 315 - 415 303
Langfristige variable Barvergütung 226 - 307 182
Plan 2016 - 2019 - - - 182
Plan 2017 - 2020 226 - 307 -
Phantom Stocks - - - -
Summe 1.192 651 1.373 1.110
Versorgungsaufwand 367 367 367 308
Gesamtvergütung 1.559 1.018 1.740 1.418

1) Da Herr Fischer seinen Dienst im Geschäftsjahr 2017 angetreten hat, wird ihm für dieses Geschäftsjahr die anteilige (pro rata temporis) kurzfristige variable Barvergütung und die langfristige variable Barvergütung auf der Basis einer unterstellten Zielerreichung von 100 % garantiert.

Als weitere Bezüge im Geschäftsjahr 2017 wurden Herrn Fischer aufgrund der Bestellung als Vorstand neue Aktienwertsteigerungsrechte (Tranche 12 bis 15) gewährt. Eine detaillierte Beschreibung dieser Tranchen ist im Absatz "Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung (Phantom Stocks)" zu finden. Da es sich um eine wertbasierte Zusage handelt, existiert zum Zeitpunkt der Gewährung kein beizulegender Zeitwert.

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Uwe Röhrhoff Bis 31.08.2017 Christian Fischer Vorstandsvorsitzender Primary Packaging Glass Seit 01.08.2017 Rainer Beaujean CFO Andreas Schütte Plastics & Devices
Zufluss

in TEUR
2017 2016 2017 2016 2017 2016 2017 2016
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 577 770 317 - 630 610 630 605
Sachbezüge 18 24 6 - 20 20 21 21
Summe 595 794 323 - 650 630 651 626
Kurzfristige variable Barvergütung 392 391 - - 308 287 309 290
Langfristige variable Barvergütung 1.128 1.028 - - 801 200 734 689
Plan 2013 - 2016 - 252 - - - 200 - 171
Plan 2014 - 2017 222 - - - 178 - 168 -
Phantom Stocks 906 776 - - 623 - 566 518
Summe 2.115 2.213 323 - 1.759 1.117 1.694 1.605
Versorgungsaufwand 350 326 95 - 388 1.359 367 308
Gesamtvergütung 2.465 2.539 418 - 2.147 2.476 2.061 1.913

Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung

In der Übersicht zur Vergütung des Vorstands ist die aktienorientierte Vergütung mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung enthalten.

Herr Fischer erhält, da er zum 1. August 2017 als Vorstand der Gerresheimer AG bestellt wurde, zusammen mit der Jahrestranche 2018 einen zusätzlichen ratierlichen Anspruch auf Phantom Stocks für seine Tätigkeit im Kalenderjahr 2017. Für diesen zusätzlichen Anspruch für das Eintrittsjahr gelten die Bedingungen der Jahrestranche 2018.

Pensionszusage

Der auf die einzelnen Vorstandsmitglieder entfallende Versorgungsaufwand ist in der Übersicht zur Vergütung des Vorstands enthalten.

In Bezug auf die Pensionszusage hat sich Herr Fischer für die Option (3), Auszahlung von 20 % des Festgehaltes und 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung, entschieden. Die Auszahlung von 20 % des Festgehaltes erfolgt jeweils zum 28. Februar und die Auszahlung von 20 % der kurzfristigen variablen Barvergütung werden zusammen mit der kurzfristigen variablen Barvergütung ausgezahlt.

VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS

Die Vergütung des Aufsichtsrats wird durch die Satzung der Gerresheimer AG geregelt.

Alle Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Jahresvergütung von EUR 30.000,00. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats steht das Zweieinhalbfache und dem stellvertretenden Vorsitzenden das Eineinhalbfache dieser Vergütung zu. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 20.000,00 und jedes weitere Mitglied des Prüfungsausschusses erhält eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 10.000,00. Vorsitzende von anderen Ausschüssen erhalten für jeden Vorsitz eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 10.000,00 und jedes weitere Mitglied eines anderen Ausschusses erhält für jede Ausschussmitgliedschaft eine zusätzliche Vergütung von EUR 5.000,00. Diese Regelung gilt nicht für den Ausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestG. Die Vergütung für den Vorsitz und die Mitgliedschaft im Nominierungsausschuss ist auf die Jahre beschränkt, in denen der Ausschuss tagt. Zusätzlich zu der Jahresvergütung erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats für Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, denen sie angehören, ein Sitzungsgeld in Höhe von EUR 1.500,00 pro Sitzung, jedoch höchstens EUR 1.500,00 pro Kalendertag. Angemessene Auslagen werden auf Nachweis erstattet.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten zusätzlich eine variable Vergütung. Diese beträgt EUR 100,00 pro EUR 0,01 des durchschnittlichen bereinigten Konzernergebnisses je Aktie der Gerresheimer AG im abgelaufenen Geschäftsjahr und den beiden vorangegangenen Geschäftsjahren, falls dieser Wert den Betrag von EUR 0,50 erreicht. Überschreitet dieses durchschnittliche bereinigte Konzernergebnis je Aktie der Gerresheimer AG den Betrag von EUR 3,00, bleibt der überschreitende Betrag bei der Berechnung der variablen Vergütung außer Betracht. Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie ergibt sich aus dem im Konzern-Abschluss ausgewiesenen Konzernergebnis vor den zahlungsunwirksamen Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen und den Sondereffekten aus Restrukturierungsaufwendungen, den Portfoliobereinigungen sowie dem Saldo aus einmaligen Erträgen und Aufwendungen (einschließlich wesentlicher zahlungsunwirksamer Aufwendungen) und den darauf entfallenden Steuereffekten nach Ergebnisanteilen von nicht beherrschenden Anteilen, bezogen auf die zum Abschlussstichtag ausgegebenen Aktien. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Zweieinhalbfache, der Stellvertreter das Eineinhalbfache dieser variablen Vergütung.

Die Gesamtvergütung der Aufsichtsratsmitglieder für ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat der Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2017 betrug EUR 1.072.575,34.

Die Bezüge der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder setzen sich wie folgt zusammen:

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Name Sitzungsgelder Festvergütung Variable Vergütung Summe
Andrea Abt 9.000,00 36.000,00 30.000,00 75.000,00
Lydia Armer (bis 26. April 2017) 3.000,00 14.095,89 12.082,19 29.178,08
Heike Arndt (seit 26. April 2017) 3.000,00 18.000,00 18.000,00 39.000,00
Dr. Karin Dorrepaal 7.500,00 32.013,70 30.000,00 69.513,70
Franz Hartinger (seit 26. April 2017) 4.500,00 18.000,00 18.000,00 40.500,00
Eugen Heinz (bis 26. April 2017) 1.500,00 12.082,19 12.082,19 25.664,38
Dr. Axel Herberg 15.000,00 105.000,00 75.000,00 195.000,00
Francesco Grioli 15.000,00 60.000,00 45.000,00 120.000,00
Seppel Kraus (bis 26. April 2017) 3.000,00 16.109,59 12.082,19 31.191,78
Dr. Peter Noe 7.500,00 37.027,40 30.000,00 74.527,40
Paul Schilling (seit 26. April 2017) 4.500,00 18.000,00 18.000,00 40.500,00
Katja Schnitzler 9.000,00 36.000,00 30.000,00 75.000,00
Theodor Stuth 10.500,00 50.000,00 30.000,00 90.500,00
Markus Rocholz 12.000,00 43.000,00 30.000,00 85.000,00
Udo J. Vetter 12.000,00 40.000,00 30.000,00 82.000,00
117.000,00 535.328,77 420.246,57 1.072.575,34

Das Aufsichtsratsmitglied Lydia Armer erhält für ihre Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gerresheimer Regensburg GmbH nach Abschluss eines Geschäftsjahres eine angemessene Vergütung, die durch Beschluss der ordentlichen Gesellschafterversammlung der Gerresheimer Regensburg GmbH festgesetzt wird. Für das Geschäftsjahr 2016 hat die Gesellschafterversammlung die Vergütung, die im Geschäftsjahr 2017 ausbezahlt wurde, auf EUR 5.000,00 festgesetzt. Die Mitgliedschaft von Frau Lydia Armer im Aufsichtsrat der Gerresheimer Regensburg GmbH endete am 5. Juli 2017. Zu diesem Tag ist das Aufsichtsratsmitglied Franz Hartinger in den Aufsichtsrat der Gerresheimer Regensburg GmbH bestellt worden. Eine angemessene Vergütung für das Geschäftsjahr 2017 für diese Aufsichtsratstätigkeit bis zum Ausscheiden von Frau Armer bzw. ab dem Tage der Bestellung von Herrn Hartinger für den Rest des Geschäftsjahres 2017 wird im Geschäftsjahr 2018 ausbezahlt werden.

Das Aufsichtsratsmitglied Markus Rocholz erhält für seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gerresheimer Tettau GmbH nach Abschluss eines Geschäftsjahres eine Vergütung von EUR 5.000,00. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2016 wurde im Geschäftsjahr 2017 ausbezahlt.

ANGABEN NACH § 289 ABS. 4 HGB SOWIE ERLÄUTERNDER BERICHT

Die Gerresheimer AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Deutschland und hat stimmberechtigte Aktien ausgegeben, die an einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG), namentlich im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard), notiert sind.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Gerresheimer AG belief sich zum 30. November 2017 auf EUR 31,4 Mio. Es ist eingeteilt in 31,4 Millionen auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00 je Stückaktie. Das Grundkapital der Gesellschaft ist vollständig eingezahlt.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Zum Abschlussstichtag bestehen keine satzungsmäßigen, gesetzlichen oder dem Vorstand bekannten sonstigen Stimmrechts- oder Übertragungsbeschränkungen betreffend die Aktien der Gerresheimer AG. Sämtliche zum 30. November 2017 ausgegebenen Stückaktien der Gerresheimer AG sind uneingeschränkt übertragbar sowie voll stimmberechtigt und gewähren in der Hauptversammlung je eine Stimme.

Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind uns zum 30. November 2017 nicht bekannt.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Keine der von der Gerresheimer AG ausgegebenen Aktien beinhaltet Rechte, die deren Inhabern besondere Kontrollbefugnisse verleihen.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Informationen über die Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Gesellschaftskapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, liegen uns nicht vor.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung

Das gesetzliche Leitungs- und Vertretungsorgan der Gerresheimer AG ist der Vorstand. Er besteht gemäß Gesellschaftssatzung aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird im Übrigen vom Aufsichtsrat bestimmt. Der Aufsichtsrat kann stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen. Zudem ernennt der Aufsichtsrat ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands oder zu dessen Sprecher.

Die Mitglieder des Vorstands werden gemäß § 84 AktG vom Aufsichtsrat für eine Amtszeit von maximal fünf Jahren bestellt. Wiederholte Bestellungen oder Verlängerungen der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung eines Vorstandsmitglieds vor Ablauf der Amtszeit widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, etwa bei grober Pflichtverletzung oder wenn die Hauptversammlung dem Vorstandsmitglied das Vertrauen entzieht.

Die Gesellschaft wird durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten.

Jede Satzungsänderung bedarf gemäß § 179 AktG grundsätzlich eines Beschlusses der Hauptversammlung. Ausgenommen hiervon sind Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen; zu solchen Änderungen ist der Aufsichtsrat ermächtigt. Hauptversammlungsbeschlüsse werden, soweit dem nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst.

Befugnis des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 25. April 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt EUR 6,28 Mio. zu erhöhen. Auf diesen Erhöhungsbetrag sind Erhöhungen des Grundkapitals anzurechnen, die infolge der Ausübung anderer Ermächtigungen aufgrund eines genehmigten oder bedingten Kapitals während der Laufzeit dieser Ermächtigung erfolgen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Das Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstitut(en) oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:

um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen;
soweit dies erforderlich ist, um Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten oder den zur Wandlung oder Optionsausübung Verpflichteten aus Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einer ihrer Konzerngesellschaften begeben wurden oder noch werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts oder der Erfüllung der Options- oder Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde;
bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlage im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen einschließlich der Erhöhung bestehenden Anteilsbesitzes oder sonstiger Vermögensgegenstände;
bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festsetzung des Ausgabepreises durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende Anteil am Grundkapital 10 % des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder, falls dieser Betrag geringer ist, des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals nicht übersteigt.

Die Summe der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien darf einen anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 3,14 Mio. (entsprechend 10 % des derzeitigen Grundkapitals) nicht übersteigen. Auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden. Ebenfalls anzurechnen sind Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht oder mit Wandlungs- oder Optionspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung einschließlich des Inhalts der Aktienrechte und der Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf unsere vorgenannten Ausführungen zu den "Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen".

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 6.280.000 durch Ausgabe von bis zu 6.280.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen (oder Kombinationen dieser Instrumente) (zusammen "Schuldverschreibungen") jeweils mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder mit Wandlungs- oder Optionspflichten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 26. April 2017 beschlossenen Ermächtigung bis zum 25. April 2019 von der Gesellschaft oder einer Konzerngesellschaft der Gesellschaft im Sinne von § 18 AktG ausgegeben werden. Auf diesen Erhöhungsbetrag sind Erhöhungen des Grundkapitals anzurechnen, die infolge der Ausübung anderer Ermächtigungen zur Ausgabe von Aktien aufgrund eines genehmigten oder bedingten Kapitals während der Laufzeit dieser Ermächtigung erfolgen. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder Wandlungs- oder Optionspflichten erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen eingesetzt werden. Die aufgrund der Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts oder der Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflicht ausgegebenen neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen

Die Darlehen unter dem Vertrag über Kreditfazilitäten im Gesamtbetrag von EUR 450,0 Mio., die zum Abschlussstichtag mit insgesamt EUR 0,0 Mio. in Anspruch genommen sind, werden durch die Kreditgeber kündbar und sind als Folge von den Kreditnehmern in voller Höhe vorzeitig zurückzuführen, wenn ein Dritter oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Dritte 50,01 % oder mehr der Anteile oder der Stimmrechte der Gerresheimer AG erwerben.

Im Falle eines Kontrollwechsels ist die Gerresheimer AG verpflichtet, den Gläubigern der Schuldverschreibungen in Höhe von EUR 300,0 Mio. den Kontrollwechsel bekannt zu machen. Diese haben dann das Recht, alle oder einzelne Schuldverschreibungen zum Nennbetrag zuzüglich aufgelaufener Zinsen fällig zu stellen. Als Kontrollwechsel gilt, wenn eine oder mehrere Personen mindestens 50,01 % der Aktien oder Stimmrechte der Gerresheimer AG erwerben oder anderweitig beherrschen und 90 Tage danach kein Investmentgrade-Rating mehr für die Schuldverschreibung besteht.

Jeder Darlehensgeber der Schuldscheindarlehen ist zur Kündigung seines Anteils an dem Darlehen berechtigt, wenn eine oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Personen direkt oder indirekt das Recht erwerben, die Mehrheit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG bestellen zu können, oder direkt oder indirekt mehr als 50 % der Aktien oder Stimmrechte an der Gerresheimer AG erwerben.

Ein Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebots hätte unter Umständen Auswirkungen auf einige unserer operativen Verträge, in denen Vereinbarungen über einen Kontrollwechsel enthalten sind. Dies sind marktübliche Change-of-Control-Klauseln, die dem jeweiligen Vertragspartner bei einem Kontrollwechsel das Recht einräumen, vorzeitig zu kündigen.

Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebotes

Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist niederzulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen musste. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung noch eine Laufzeit von neun oder mehr Monaten hat. Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen. Ihre Höhe entspricht drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung inklusive der kurzfristigen- und langfristigen variablen Barvergütung, allerdings ohne die Berücksichtigung der langfristigen aktienkursorientierten variablen Barvergütung.

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENS-FÜHRUNG NACH § 289A HGB

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB (alte Fassung) ist Bestandteil des Lageberichts. Gemäß § 317 Abs. 2 Satz 4 HGB (alte Fassung) sind diese Angaben jedoch nicht in die Prüfung einzubeziehen.

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben zuletzt am 5. September 2017 die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG beschlossen:

"Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG zu den Empfehlungen der, Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' gemäß § 161 Aktiengesetz.

Mit Ausnahme der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 1 hat die Gerresheimer AG allen Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 5. Mai 2015 seit der letzten Entsprechenserklärung vom 8. September 2016 entsprochen.

Den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Fassung vom 7. Februar 2017 wird die Gerresheimer AG zukünftig ebenfalls mit folgender Ausnahme entsprechen:

Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 2: Der Aufsichtsrat hat keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt.

Begründung: Die Eignung zur Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit hängt nach unserer Überzeugung allein von den jeweiligen Bedürfnissen der Gesellschaft und den individuellen Fähigkeiten der Aufsichtsräte ab. Die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat halten wir nicht für sinnvoll, da dem Unternehmen auch die Expertise erfahrener Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen soll."

ANGABEN ZU UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKEN

RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

Der Gerresheimer Konzern sieht in einem wirksamen Risikomanagement einen bedeutenden Faktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswertes. Aus diesem Grund ist die Steuerung von Chancen und Risiken ein integraler Bestandteil unserer gesamten Aufbau- und Ablauforganisation. Der zentrale Baustein des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und im Headquarters vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme.

Wir haben für die Tochtergesellschaften und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung definiert. Darüber hinaus bauen wir unser Risikofrüherkennungssystem stetig weiter aus und passen es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen an. Wesentliche Elemente des Risikomanagementsystems werden in dem Kapitel "Chancen-und Risikobericht" im Geschäftsbericht beschrieben, der auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/investor-relations/berichte zugänglich ist.

UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG

Gerresheimer ist einer der weltweit führenden Partner der Pharma- und Healthcare-Industrie. Mit Produkten aus Glas und Kunststoff zur Verpackung und Verabreichung von Medikamenten leisten wir einen sinnvollen und wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden.

In einer Zeit zunehmender globaler Vernetzung sowie wachsender gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen sind wir uns unserer unternehmerischen Verantwortung bewusst, welche weit über die Produktwelt hinausgeht. Wir füllen diese Rolle aktiv, umfassend und nachhaltig aus und lassen uns entsprechend an unseren Grundsätzen messen. In unserem unternehmerischen Handeln fühlen wir uns gegenüber der Gesellschaft, den Beschäftigten, Investoren, Kunden, Lieferanten und der Umwelt verantwortlich.

Unsere Grundsätze sind zusammengefasst in der Publikation "Unsere unternehmerische Verantwortung", die auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung abrufbar ist.

BESCHREIBUNG DER ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT SOWIE DER ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE IHRER AUSSCHÜSSE

Die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat findet sich im Geschäftsbericht in dem Kapitel "Organe". Die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Zusammensetzung und Arbeitsweise der Aufsichtsratsausschüsse werden im Geschäftsbericht im Rahmen des "Corporate-Governance-Berichts" beschrieben. Der Geschäftsbericht ist im Internet unter www.gerresheimer.com/investor-relations/berichte zugänglich.

FESTLEGUNG ZUR FÖRDERUNG DER TEILHABE VON FRAUEN AN FÜHRUNGSPOSITIONEN NACH § 76 ABS. 4 UND § 111 ABS. 5 DES AKTIENGESETZES

Durch das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst vom 24. April 2015 sind in Deutschland bestimmte Gesellschaften verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen und zu bestimmen, bis wann der jeweilige Frauenanteil erreicht werden soll. Die betroffenen Gesellschaften mussten ihre Zielgrößen nebst Umsetzungsfristen erstmals bis zum 30. September 2015 beschlossen haben. Dabei durfte die Umsetzungsfrist gesetzlich nicht über den 30. Juni 2017 hinausgehen.

Der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG hatte am 9. September 2015 für den Frauenanteil im Vorstand der Gerresheimer AG eine Zielgröße von 0 % bis zum 30. April 2017 beschlossen. Diese Zielgröße wurde erreicht, da dem Vorstand am 30. April 2017 keine Frau angehörte. In seiner Sitzung am 26. April 2017 hat der Aufsichtsrat eine neue Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand der Gerresheimer AG von einer Frau bis zum 26. April 2022 beschlossen.

Für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands hatte der Vorstand der Gerresheimer AG am 24. August 2015 Zielgrößen von jeweils 25 % zum 30. Juni 2017 beschlossen. Auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands betrug der Frauenanteil am 30. Juni 2017 lediglich 20 %. Grund hierfür war das ungeplante Ausscheiden von zwei weiblichen Führungskräften und der Neueintritt von lediglich einer weiblichen Führungskraft auf dieser Ebene. Auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands betrug der Frauenanteil am 30. Juni 2017 50 %, so dass die Zielgröße für diese Ebene überschritten wurde. Für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands hat der Vorstand am 28. Juni 2017 neue Zielgrößen von wiederum jeweils 25 % bis zum 30. Juni 2018 beschlossen.

Für den Frauenanteil im Aufsichtsrat börsennotierter und zugleich mitbestimmter Gesellschaften, wie der Gerresheimer AG, gilt seit dem 1. Januar 2016 ein gesetzlicher Mindestanteil von jeweils 30 % Frauen und 30 % Männern. Diese Anforderungen erfüllt die Gerresheimer AG bereits seit der ordentlichen Hauptversammlung am 30. April 2015. Der mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 26. April 2017 neu gebildete Aufsichtsrat setzt sich aus vier weiblichen (33,3 %) und acht männlichen (66,7 %) Aufsichtsratsmitgliedern zusammen.

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

KONZERNEINHEITLICHES CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENT

Wir sind als global agierendes Unternehmen regelmäßig mit Entwicklungen und Ereignissen konfrontiert, die sich sowohl positiv als auch negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken können. Erst unsere Bereitschaft, unternehmerische Wagnisse einzugehen, ermöglicht es uns, sich bietende Chancen zu nutzen. Im Rahmen einer definierten Risikobereitschaft gehen wir daher bewusst Risiken ein, wenn sich ein ausgewogenes Chancen-Risiko-Profil ergibt.

Wir beachten das Chancen- und Risikomanagement grundsätzlich getrennt. Unser Risikomanagementsystem identifiziert, bewertet und dokumentiert Risiken und unterstützt deren Überwachung. Die Erfassung und Kommunikation von Chancen erfolgt dagegen als integraler Bestandteil der regelmäßigen Kommunikation zwischen den Tochtergesellschaften und dem Controlling der Gerresheimer AG in ihrer Funktion als Holding.

Das zentrale Element des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und der Managementholding vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme. Mit unserer Risikomanagementstrategie verfolgen wir das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, zu bewerten und potenzielle Einbußen durch geeignete Maßnahmen zu vermeiden bzw. zu verringern sowie gegebenenfalls diese Risiken auf Dritte zu übertragen. Auch ein Risikomanagementsystem ermöglicht keine absolute Sicherheit für die Vermeidung von Risiken. Es unterstützt uns aber dabei, Risiken zu begrenzen und damit die Unternehmensziele zu erreichen.

Dem Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG obliegen die Einrichtung und die wirksame Unterhaltung des Risikomanagementsystems. Die Risikoüberwachung, -früherkennung, -analyse, -steuerung und -kommunikation beziehen die gesetzlichen Vertreter der operativen Gesellschaften und die Leiter der wesentlichen Funktionsbereiche der Konzernzentrale mit ein. Wir haben für unsere Tochtergesellschaften und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung aufgestellt. Darüber hinaus entwickeln wir unser Risikomanagementsystem stetig weiter, um es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen und Rahmenbedingungen anzupassen.

Zur konzernweiten Koordination des Risikomanagements und Förderung einer ganzheitlichen Risikomanagement-Philosophie hat der Vorstand der Gerresheimer AG einen Risikoausschuss installiert. Dieser setzt sich zusammen aus dem Finanzvorstand als Vorsitzendem des Risikoausschusses sowie den Leitern der Abteilungen Controlling, Interne Revision, Recht, Rechnungswesen, Strategy, Mergers & Acquisitions und Global Risk Management & Insurance. Die zentralen Aufgaben des Gremiums sind das Hinterfragen der Risiken im Risikobericht, die Weiterentwicklung der Methoden und Instrumente des Risikomanagementsystems und deren Überwachung. Die Sitzungen des Risikoausschusses finden vierteljährlich im Einklang mit den Terminen der regelmäßigen Risikoberichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat statt.

Das konzernweite Risikomanagementsystem besteht aus folgenden wesentlichen Elementen:

einheitliche, periodische Risikoberichterstattung der Tochtergesellschaften an die Konzernzentrale
regelmäßige Risikoerhebung in wesentlichen Zentralbereichen
Segmentierung der Risiken nach unternehmensstrategischen, externen und branchenspezifischen, operativen sowie finanzwirtschaftlichen Risiken
Quantifizierung der Risiken durch den Ansatz von potenziellen Schadensbeträgen und Eintrittswahrscheinlichkeiten
Erfassung der Ergebnisauswirkung nach Geschäftsfeldern
Eingrenzung und Risikoreduzierung durch Schadensverhütung und Risikotransfer

Sofern identifizierte Risiken bereits in den operativen und strategischen Planungen, im Forecast oder im Monats-, Quartals- oder Jahresabschluss enthalten sind, werden sie nicht in der Risikoberichterstattung berücksichtigt. Andernfalls ergäbe sich eine Doppelerfassung von Risiken im Risikomanagementsystem der Gerresheimer AG. Zudem bleiben Risiken unberücksichtigt, deren Eintritt auch ohne weitere Bewertung mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen ist (beispielsweise Erdbeben mit verheerenden Auswirkungen in Deutschland). Die Risikoberichterstattung erfasst lediglich Risiken, nicht jedoch Chancen.

Für den Umgang mit Risiken gelten im Gerresheimer Konzern risikopolitische Grundsätze. Diese sehen eine Null-Risiko-Toleranz für Verstöße gegen behördliche Vorschriften, Gesetze oder Compliance-Vorschriften des Unternehmens sowie hinsichtlich fehlerhafter Produkte und mangelnder Produktqualität vor.

In regelmäßigen Abständen überwachen wir die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit unseres Risikofrüherkennungssystems durch unsere Interne Revision als prozessunabhängiges Element des Risikomanagementsystems. Zudem beurteilt der Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung das Risikofrüherkennungssystem und erstattet dem Vorstand und dem Aufsichtsrat hierüber Bericht. Unser Risikofrüherkennungssystem entspricht uneingeschränkt den gesetzlichen Anforderungen und steht ferner im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex.

INTERNES KONTROLLSYSTEM IN BEZUG AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Der Jahresabschluss der Gerresheimer AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Der Gerresheimer Konzern-Abschluss wird unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt, soweit diese für die Anwendung in der Europäischen Union anerkannt wurden und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden Vorschriften entsprechen.

Das übergeordnete Ziel unseres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist die Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung. Die Verantwortung für die Einrichtung und wirksame Unterhaltung angemessener interner Kontrollen über die Finanzberichterstattung liegt beim Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG, die zu jedem Geschäftsjahresende die Angemessenheit und Wirksamkeit des Kontrollsystems beurteilen. Zum 30. November 2017 wurde die Angemessenheit und Wirksamkeit der internen Kontrollen über die Finanzberichterstattung festgestellt.

Wir erstellen den Jahresabschluss der Gerresheimer AG mit Hilfe der Software SAP. Die laufende Buchhaltung und die Erstellung des Jahresabschlusses sind in funktionale Prozessschritte gegliedert. In allen Prozessschritten sind entweder automatisierte oder manuelle Kontrollen integriert. Die organisatorischen Regelungen stellen sicher, dass alle Geschäftsvorfälle und die Jahresabschlusserstellung vollständig, zeitnah, richtig und periodengerecht erfasst, verarbeitet und dokumentiert werden. Unter Berücksichtigung der notwendigen IFRS-Anpassungen werden die relevanten Daten aus dem Einzelabschluss der Gerresheimer AG in das Konsolidierungssystem übertragen. Die Gerresheimer AG trägt die Verantwortung für den konzerneinheitlichen Kontenrahmen und die Durchführung der zentralen Konsolidierungsmaßnahmen sowie die terminliche und sachliche Organisation des Konzernabschluss-Prozesses.

In den Rechnungslegungsprozess einbezogene Beschäftigte werden bereits bei ihrer Auswahl hinsichtlich ihrer fachlichen Eignung geprüft und im Anschluss regelmäßig geschult. Bei uns gilt grundsätzlich das Vier-Augen-Prinzip. Weitere Kontrollmechanismen sind Soll-Ist-Vergleiche sowie Analysen über die inhaltliche Zusammensetzung und Veränderung der einzelnen Posten. Das Rechnungswesen stellt sicher, dass fachbereichsbezogene Informationen durch die jeweiligen Fachabteilungen gemeldet und im Jahresabschluss verarbeitet werden. Die zur Einhaltung der rechnungslegungsrelevanten Richtlinien in den Tochterunternehmen und der Konzernzentrale implementierten Kontrollen werden durch unsere Interne Revision auf ihre Wirksamkeit geprüft. Im Rahmen der Abschlussprüfung 2017 hat der Abschlussprüfer unser Risikofrüherkennungssystem gemäß § 317 Abs. 4 HGB in Verbindung mit § 91 Abs. 2 AktG geprüft und dessen Ordnungsmäßigkeit bestätigt.

Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem obliegt ihm die Prüfung der Unterlagen zum Einzelabschluss der Gerresheimer AG und zum Konzern-Abschluss und er erörtert den Einzelabschluss der Gerresheimer AG, den Konzern-Abschluss sowie die Lageberichte zu diesen Abschlüssen mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.

CHANCEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG

Dem Gerresheimer Konzern eröffnen sich aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältige Chancen. Auch in Zukunft wollen wir die sich uns bietenden Chancen optimal nutzen.

Für den Gerresheimer Konzern bieten vor allem unsere technischen Kompetenzzentren (TCC) wesentliches Chancenpotenzial. Diese Entwicklungszentren sind ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für uns und bieten entscheidenden Mehrwert für unsere Kunden. Mit Investitionen, beispielsweise in unser Technologiezentrum für Glasspritzen und medizinische Kunststoffsysteme, möchten wir zukünftig bestehende Produkte mit unseren Kunden weiterentwickeln und unser Produktportfolio insgesamt stärker diversifizieren. Außerdem planen wir den Aufbau eines auf den Biotech-Sektor zugeschnittenen Portfolios, das bestehende Gerresheimer Produkte umfasst und durch Weiter- und Neuentwicklungen zielgerichtet ergänzt werden soll. Weitere Details zu unseren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden sich im Kapitel "Innovation, Forschung und Entwicklung".

Unternehmensstrategische Chancen sehen wir darüber hinaus in der weiteren Globalisierung unseres Geschäfts. Wir wollen an der Dynamik in den Schwellenländern durch lokale Präsenz partizipieren und dort unsere Umsatzerlöse in den nächsten Jahren signifikant erhöhen. In den letzten Jahren haben wir durch gezielte Investitionen in den Ländern Brasilien, Indien und China die Basis für weiteres Wachstum gelegt. Zusätzliches Wachstum verspricht ferner die Ausweitung unserer Geschäftsaktivitäten im Geschäftsbereich Plastics & Devices in Nordamerika.

Den Generikaherstellern wird künftig eine größere Bedeutung zukommen. Wir wollen an dem zu erwartenden Mengenwachstum partizipieren, da auch diese Medikamente fachgerecht verpackt und verabreicht werden müssen. In Zukunft werden zudem Verpackungen für Arzneimittel an Bedeutung gewinnen, welche die Sicherheit bei der Verabreichung erhöhen und den Umgang mit dem Medikament erleichtern.

Weitere Wachstumschancen sehen wir im demografischen Wandel und in dem bei älteren Menschen steigenden Bedarf an medizinischer Versorgung, im medizinisch-technologischen Fortschritt und auf dem Feld biotechnologisch hergestellter Medikamente.

RISIKEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG

Die Gerresheimer AG ist als Holding-Gesellschaft des Gerresheimer Konzerns aufgrund dessen globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältigen Risiken ausgesetzt. Soweit die Voraussetzungen für die bilanzielle Berücksichtigung gegeben waren, wurde für alle erkennbaren Risiken eine angemessene Vorsorge getroffen.

In den folgenden Abschnitten werden Risiken beschrieben, die Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns haben können. Die Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken erfolgt nach den Kriterien:

unwahrscheinlich = Eintrittswahrscheinlichkeit < 10 %
möglich = Eintrittswahrscheinlichkeit zwischen 10 % und 50 %

Risiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 % werden wenn möglich gebucht bzw. sind in der Planung berücksichtigt.

Die Bewertung der möglichen finanziellen Auswirkungen erfolgt nach den Kriterien:

moderat = Nettoschaden bis EUR 10 Mio.
wesentlich = Nettoschaden > EUR 10 Mio.

Der Nettoschaden beschreibt das Verlustpotenzial im Falle eines Risikoeintritts unter Berücksichtigung der Effekte, die sich aus den Maßnahmen zur Risikoreduzierung ergeben.

ÜBERSICHT DER RISIKEN UND IHRER FINANZIELLEN AUSWIRKUNGEN

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Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche finanzielle Auswirkungen
Unternehmensstrategische Risiken
Risiken aus Akquisitionen unwahrscheinlich wesentlich
Produkteinführungen möglich wesentlich
Externe und branchenspezifische Risiken
Kundenmarktrisiko möglich moderat
Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung möglich wesentlich
Risiken aus einer Änderung von regulatorischen Rahmenbedingungen möglich wesentlich
Risiken aus der künftigen Entwicklung der staatlichen Gesundheitssysteme möglich wesentlich
Steuerliche Risiken möglich moderat
Operative Risiken
Produktionsrisiken möglich moderat
Produkthaftungsrisiken möglich wesentlich
Energie- und Rohstoffpreise möglich wesentlich
Personalrisiken möglich moderat
IT-Risiken möglich moderat
Rechtliche Risiken möglich moderat
Finanzwirtschaftliche Risiken
Währungs- und Zinsrisiko unwahrscheinlich moderat
Kreditrisiko unwahrscheinlich wesentlich
Liquiditätsrisiko unwahrscheinlich moderat

Die Darstellung der Risiken haben wir im Vergleich zum Vorjahr leicht angepasst, sie spiegelt nun auch unsere interne Darstellung wider. Auf bestehende Risiken wird im Folgenden im Detail eingegangen.

UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN

RISIKEN AUS AKQUISITIONEN

Mögliche Auswirkungen:

Akquisitionen sind Bestandteil unserer Strategie. Beim Erwerb von Unternehmen besteht das Risiko, dass im Rahmen einer Due-Diligence nicht alle wesentlichen Risiken erkannt werden. Trotz sorgfältiger Due-Diligence-Prüfungen ist es aufgrund von Änderungen des Umfeldes möglich, dass die ursprünglichen Zielsetzungen nicht oder nur teilweise erreicht werden.

Gegenmaßnahmen:

Durch die frühzeitige Einbindung der Fachabteilungen und gegebenenfalls externer Spezialisten während der Due-Diligence werden Akquisitionsvorhaben eingehend geprüft. Den Gesamtprozess steuert unsere zentrale Abteilung Strategy, Mergers & Acquisitions in Zusammenarbeit mit den Geschäftsbereichen. Wir wollen Risiken durch kontinuierliche und intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtung frühestmöglich erkennen und mittels geeigneter Maßnahmen vermeiden bzw. minimieren.

PRODUKTEINFÜHRUNGEN

Mögliche Auswirkungen:

Die Markteinführung innovativer Produkte - in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden - bildet eine wesentliche Komponente unserer Wachstumsstrategie. Im Rahmen einer verantwortlichen Unternehmensführung sind wir uns bewusst, dass damit nicht nur Chancen, sondern gleichfalls Risiken einhergehen. Trotz aller Anstrengungen können wir nicht sicherstellen, dass sich alle Produkte auf dem Markt kommerziell erfolgreich behaupten werden.

Gegenmaßnahmen:

Basierend auf umfangreichen Marktanalysen und Kundenverträgen stellen wir sicher, dass die Chancen einer erfolgreichen Produkteinführung maximiert und mögliche Risiken minimiert werden.

EXTERNE UND BRANCHENSPEZIFISCHE RISIKEN

KUNDENMARKTRISIKO

Mögliche Auswirkungen:

Konjunkturelle Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung können unsere Marktperspektiven einschränken und somit zu Absatzrisiken führen. Die Nachfrage könnte sich auch aufgrund einer bewussten Kaufzurückhaltung unserer Kunden negativ entwickeln. Sollte der Markt für zusätzliche Angebotsmengen nicht in voller Höhe aufnahmebereit sein, könnte dies den Wettbewerbsdruck zunächst für einen Übergangszeitraum erhöhen. Weiterhin könnten die Wettbewerber im Rahmen der gegebenen Kapazitäten versuchen, durch Angebotsausweitung Marktanteile dazu- bzw. verloren gegangene Marktanteile zurückzugewinnen. Zunehmender Wettbewerbsdruck könnte auch aus einem Nachfragerückgang resultieren. Erhebliche Veränderungen der Kapazitäten und deren Ausnutzung, Angebotsausweitungen einzelner Wettbewerber im Rahmen gegebener Kapazitäten sowie längerfristige Nachfragerückgänge könnten sich erheblich auf die Preisbildung und/oder die Absatzmöglichkeiten auswirken.

Gegenmaßnahmen:

Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit arbeiten wir unter anderem an der weiteren Verbesserung unserer Kosten- und Organisationsstrukturen sowie an dem Ausbau unseres Produktportfolios. Wir beobachten den Markt und versuchen gezielt Opportunitäten zu nutzen. Bei nachhaltigen Entwicklungen konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit hoher Produktivität.

RISIKEN AUS DER GESAMTWIRTSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNG

Mögliche Auswirkungen:

Die Entwicklung der Weltwirtschaft hat einen entscheidenden Einfluss auf das Wachstum des Gerresheimer Konzerns. Erwartete der IWF zunächst ein ansteigendes Wachstum der Weltwirtschaft, betont er derzeit, dass bezüglich dieser Prognose insgesamt Abwärtsrisiken überwiegen. Eine etwaige Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums stellt somit ein Risiko für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Gerresheimer Konzerns dar.

Gegenmaßnahmen:

Wir begegnen diesem Risiko, indem wir laufend die Entwicklung der Weltwirtschaft beobachten. Im Falle einer Veränderung konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit hoher Produktivität.

RISIKEN AUS EINER ÄNDERUNG VON REGULATORISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN

Mögliche Auswirkungen:

Tendenziell nehmen Umfang und Anzahl der regulatorischen Auflagen jährlich zu. Bei hohem Nutzen für die Patienten sind für alle Marktteilnehmer damit große Herausforderungen verbunden. Politische Entscheider, insbesondere in den europäischen Industrieländern und den USA, legen großen Wert auf den Nachweis eines signifikanten Zusatznutzens, bevor neue Medikamente zugelassen werden. Aus diesem Grund wird in der Regel von den entsprechenden Behörden eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, bevor Medikamente für den Markt zugelassen werden können. Dadurch ergeben sich Risiken in Bezug auf Zeitpunkt und Umfang von Einführungen neuer Medikamente und dementsprechend Absatzrisiken für unsere Primärverpackungen. Darüber hinaus können die steigenden Qualitätserwartungen unserer Kunden zu erhöhtem Investitionsbedarf führen.

Gegenmaßnahmen:

Wir begegnen diesen Risiken, indem wir kontinuierlich an unseren eigenen Qualitätsanforderungen arbeiten. Darüber hinaus spiegeln wir die Absatzprognosen unserer Kunden mit unseren eigenen Untersuchungen.

RISIKEN AUS DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG DER STAATLICHEN GESUNDHEITSSYSTEME

Mögliche Auswirkungen:

Gerresheimer erzielte im Geschäftsjahr 201 7 rund 83 % der Konzernumsatzerlöse im Marktsegment Pharma und Healthcare. In den letzten Jahren waren die Regierungen und Krankenkassen in Europa und den USA bestrebt, den Kostenanstieg im Gesundheitswesen zu reduzieren. Dies führte in der Konsequenz zu einem höheren Preisdruck auf die Pharmaindustrie. Aufgrund des begrenzten Patentschutzes und der stetig steigenden Produktentwicklungskosten verstärkt sich damit die Notwendigkeit der Kostenkontrolle in der Pharmaindustrie. Diese Entwicklung kann zu einem steigenden Preisdruck auf unsere Produkte führen, obwohl auf die pharmazeutische Primärverpackung in der Regel nur ein geringer Prozentsatz der Gesamtkosten eines Medikamentes für den Verbraucher entfällt. Für den Fall, dass der Preisdruck nicht durch Kostensenkungen oder Effizienzsteigerungen kompensiert wird, kann sich dies wesentlich nachteilig auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

Gegenmaßnahmen:

Wichtige Bestandteile unserer Unternehmenssteuerung sind daher das frühzeitige Erkennen sich abzeichnender Entwicklungen und ein aktives Portfoliomanagement. Zudem kann der Gerresheimer Konzern durch seine Präsenz in verschiedenen Ländern und Märkten zyklische Schwankungen der Einzelmärkte bzw. in einzelnen Ländern besser ausgleichen als andere Unternehmen, die nicht so global aufgestellt sind.

STEUERLICHE RISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Die Globalisierung der operativen Geschäfte im Gerresheimer Konzern hat zur Folge, dass eine Vielzahl internationaler und landesspezifischer Regelungen von Finanzverwaltungen zu berücksichtigen sind. Abgabenrechtliche Risiken können durch unzureichende Berücksichtigung von steuerlichen Vorschriften oder durch die unterschiedliche steuerliche Würdigung von Sachverhalten und Transaktionen entstehen. Insbesondere steuerliche Betriebsprüfungen und sich daraus möglicherweise ergebende Prüfungsfeststellungen mit entsprechenden Zinswirkungen und Steuernachzahlungen können zu einer Belastung für den Konzern führen.

Gegenmaßnahmen:

Die steuerlichen Risiken werden regelmäßig und systematisch geprüft und bewertet. Daraus resultierende Maßnahmen zur Risikominderung werden zwischen dem Bereich Group Tax der Gerresheimer AG und den Tochterunternehmen abgestimmt. Darüber hinaus haben wir im Geschäftsjahr 2017 konzernweit eine Tax Compliance Richtlinie eingeführt. Diese dient der Dokumentation und dem Nachweis eines wirksamen Tax Compliance Managements mit dem Ziel der systematischen und präventiven Absicherung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Pflichten sowie unternehmensinterner Richtlinien im Bereich Steuern.

OPERATIVE RISIKEN

Zu den operativen Risiken zählen wir Betriebsrisiken sowie Personal- und Sicherheitsrisiken. Sie werden durch einen angemessenen Versicherungsschutz und hohe Anforderungen an das Produktions-, Projekt- und Qualitätsmanagement begrenzt.

PRODUKTIONSRISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

In unseren Werken kann es bei ungünstigen Konstellationen und Entwicklungen zu Betriebsunterbrechungen und Sachschäden kommen. Neben den Kosten für die Schadensbeseitigung besteht vor allem das Risiko, dass eine Betriebsunterbrechung zu Produktionsausfällen führt und in der Konsequenz die Erfüllung unserer vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden gefährdet.

Gegenmaßnahmen:

Um dem Risiko eines ungeplanten längerfristigen Stillstandes oder Ausfalls unserer Produktionsanlagen entgegenzuwirken, hat der Gerresheimer Konzern laufende Anlagenkontrollen und eine vorbeugende Instandhaltung installiert. Weiterhin führen wir ständig Modernisierungen unserer bestehenden Produktionsanlagen durch und investieren in neue, modernere Maschinen und Produktionsanlagen. Potenziellen Sachschäden und dem damit verbundenen Produktionsausfall sowie etwaigen Haftpflichtrisiken beugt der Gerresheimer Konzern durch Versicherungsverträge vor. Durch diesen Risikotransfer auf Versicherungsgesellschaften wird sichergestellt, dass sich die finanziellen Folgen auf den vereinbarten Selbstbehalt beschränken. Die finanziellen Auswirkungen für den Konzern werden daher als moderat eingeschätzt. Wir versichern aktuell mögliche Eigenschäden unter anderem durch eine Allgefahren-Sachversicherung zum Neuwert. Vor einem eventuellen Ertragsausfall bei Betriebsunterbrechungen in den Werken schützt uns gegenwärtig eine Betriebsunterbrechungs- und Ertragsausfallversicherung auf Allgefahrenbasis, die wie die Allgefahren-Sachversicherung mit entsprechenden Selbstbehalten versehen wurde. Umfang und Inhalt dieser Versicherungen überprüft unsere Abteilung Global Risk Management & Insurance laufend und passt sie bei Bedarf an. Die Eintrittswahrscheinlichkeiten und das damit verbundene Schadenpotenzial von Schäden, die nicht über Versicherungen abgedeckt sind, halten wir für unwahrscheinlich und moderat.

PRODUKTHAFTUNGSRISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Trotz interner Maßnahmen zur Gewährleistung von Produktqualität und -sicherheit kann der Gerresheimer Konzern nicht ausschließen, dass der Gebrauch und die Verwendung der hergestellten Verpackungsprodukte und -systeme Schäden bei Kunden oder Endverbrauchern verursachen. Für die Qualitätssicherung ergeben sich aus den verschärften Kundenanforderungen in Richtung "Null-Fehler-Toleranz" besondere Herausforderungen. Folgende Beispiele sollen mögliche Produkthaftungsrisiken verdeutlichen: Die Lieferung mangelhafter Produkte an die Kunden könnte bei diesen zu Beschädigungen der Produktionsanlagen oder gar zu Betriebsunterbrechungen führen. Für uns besteht darüber hinaus die Möglichkeit, dass dies Reputationsschäden für den Gerresheimer Konzern bedeutet. Ferner könnten mangelhafte Produkte des Gerresheimer Konzerns in Verbindung mit den Medikamenten und Wirkstoffen seiner Kunden aus der Pharma- und Healthcare-Industrie Gesundheitsschädigungen bei Verbrauchern verursachen. In diesen Fällen wäre nicht auszuschließen, dass der Konzern dadurch Kunden verliert. Außerdem könnte Gerresheimer entsprechenden Haftungsansprüchen ausgesetzt sein. Dazu zählen zum Beispiel Schadenersatzansprüche von Kunden oder Ansprüche der Endverbraucher aus den Vorschriften zur Produkthaftung. Etwaige Produkthaftungsansprüche gegen Gerresheimer können insbesondere bei Sammelklagen in den USA erheblich sein. Zudem besteht das Risiko, dass der Konzern möglicherweise erhebliche Kosten für Rückrufaktionen zu tragen hat. Außerdem ist nicht gewährleistet, dass Gerresheimer auch in Zukunft einen ausreichenden Versicherungsschutz zu den gegenwärtigen Konditionen erhalten wird. Diese Beispiele zeigen, dass negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns nicht auszuschließen sind.

Gegenmaßnahmen:

Um Produkthaftungsfälle zu vermeiden, arbeitet der Gerresheimer Konzern mit weitreichenden Qualitätssicherungsmaßnahmen. Der Prozess der Qualitätssicherung und Fehlerbeseitigung wird bei unseren Produkten ständig optimiert und weiterentwickelt. Eine Produkthaftpflicht- und Rückrufkostenversicherung soll zudem entstehende Schäden und Haftungsrisiken weitgehend abdecken.

ENERGIE- UND ROHSTOFFPREISE

Mögliche Auswirkungen:

Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energieträgern, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge in unseren Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise kann die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns wesentlich belasten.

Ein weiterer erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe für die Glas- und Kunststoffherstellung. Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab.

Gegenmaßnahmen:

Um Energiekostensteigerungen aufzufangen, haben wir die besondere Ausgleichsregel für stromintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Ausbau Erneuerbarer Energien (EEG) in Deutschland in Anspruch genommen und haben uns zudem gegen anziehende Energiepreise umfassend durch Sicherungsgeschäfte abgesichert. Bei einigen Kundenverträgen haben wir außerdem Preisgleitklauseln vereinbart. Preisschwankungen in den Beschaffungsmärkten für Rohstoffe werden darüber hinaus durch Sicherungsgeschäfte, Produktivitätssteigerungen und Preisanpassungen ausgeglichen.

PERSONALRISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Qualifizierte Beschäftigte sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um unsere wachstumsorientierte Unternehmensstrategie zu realisieren. Sollte es uns zukünftig nicht gelingen, qualifizierte Beschäftigte in ausreichendem Maße für unser Unternehmen auszubilden, zu gewinnen und langfristig an uns zu binden, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben. Zusätzlich ergeben sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des daraus möglicherweise resultierenden Fachkräftemangels mittel- bis langfristige Personalrisiken.

Gegenmaßnahmen:

Wir begegnen diesen Risiken, indem wir uns weltweit als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Hierzu gehören eine wettbewerbsfähige Vergütung, fachspezifische Fort- und Weiterbildung, eine strukturierte Nachfolgeplanung und die spezifische Förderung junger Fach- und Nachwuchskräfte. Zudem verfolgen wir eine auf personelle Vielfalt (Diversity) ausgerichtete Personalpolitik und betreiben zudem zielgruppenspezifisches Personalmarketing.

IT-RISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Computergestützte Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie die Anwendung von IT-Systemen für die interne und externe Kommunikation nehmen weiter zu. Eine wesentliche Störung oder gar ein Ausfall dieser Systeme kann zu einem Datenverlust und einer Beeinträchtigung der Geschäfts- und Produktionsprozesse führen.

Gegenmaßnahmen:

Die IT-Systeme werden konzernweit standardisiert, harmonisiert, geprüft und weiterentwickelt, um die Sicherheit und Effizienz unserer Geschäftsprozesse zu gewährleisten bzw. zu erhöhen. Industrietypische IT-Mindeststandards wie Backups, redundante Datenverbindungen und getrennte Rechenzentren dienen dazu, Ausfallrisiken bei anwendungskritischen Systemen wie SAP, Websites und IT-Infrastrukturkomponenten zu minimieren.

Im Geschäftsjahr 2017 wurde die vom Vorstand genehmigte Konzern-IT-Strategie konsequent weiter umgesetzt und damit auch der Ausbau der SAP-2-Mandanten-Strategie vorangetrieben. Dazu gehörte insbesondere im Bereich Applikationen der Rollout von SAP Templates bei der Tochtergesellschaft Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien). Im Bereich Infrastruktur konnten weitere sicherheitsrelevante sowie innovative Infrastruktur- sowie Informationssicherheitsprojekte umgesetzt werden, wie etwa der Start des Projekts Gx Future Client mit einem weltweiten Gerresheimer Workplace mit Microsoft Office 2016 bzw. Microsoft Office 365 für bestimmte

Nutzergruppen, einer Collaboration-Plattform für eine optimierte interne und externe Zusammenarbeit sowie die Migration des Mailsystems von IBM Lotus Notes auf Microsoft Exchange Online und Outlook. Eine weltweite Nutzerschulung in acht Sprachen ist ebenfalls Bestandteil dieses Projekts. Der Rollout von One Active Directory wurde als Voraussetzung für das Projekt Gx Future Workplace abgeschlossen.

Gerresheimer wird die Harmonisierung der ERP-Systeme auf SAP ECC 6.0 ebenso nachhaltig fortführen wie die Standardisierung der IT-Infrastruktur in den Bereichen Netzwerk, Hardware, Kommunikation und Sicherheit. IT-Governance und IT-Compliance sollen die Umsetzung und Erfüllung gesetzlicher, unternehmensinterner und vertraglicher Anforderungen in der Gerresheimer AG sichern.

RECHTLICHE RISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Als international tätiges Unternehmen muss der Gerresheimer Konzern unterschiedliche Rechtsnormen beachten. Daraus können sich vielfältige vertrags-, wettbewerbs-, umwelt-, marken- und patentrechtliche Risiken ergeben.

Gegenmaßnahmen:

Diese Risiken begrenzen wir durch juristische Prüfungen unserer internen Rechtsabteilungen und indem wir externe Spezialisten für das jeweilige nationale Recht zu Rate ziehen.

Damit die weltweiten Gesetze und Regeln insbesondere in den Bereichen Korruptionsbekämpfung, Kartellrecht und Kapitalmarktrecht eingehalten werden, haben wir ein globales Compliance-Programm etabliert. Die Beachtung der Compliance-Richtlinien obliegt allen Organmitgliedern und Beschäftigten der Gerresheimer AG und der Tochterunternehmen. Die Einhaltung von Rechtsvorschriften sowie die Beachtung der Konzernrichtlinien des Gerresheimer Compliance-Programms sind von herausragender Bedeutung für die Gerresheimer AG und ihre verbundenen Unternehmen.

Risiken aus Rechtsstreitigkeiten, die einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben, sind nicht bekannt.

FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN

Im Rahmen der operativen Tätigkeit sind wir finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Über ein konzernweites Finanzrisikomanagement werden die finanziellen Risiken des Konzerns zentral durch die verantwortliche Abteilung Konzern-Treasury überwacht. Identifizierte Risikopotenziale steuert der Konzern nach klar definierten Richtlinien durch geeignete Sicherungsmaßnahmen.

WÄHRUNGS- UND ZINSRISIKO

Mögliche Auswirkungen:

Als Gesellschaft mit Sitz in Deutschland stellt der Euro die Konzern- und Berichtswährung dar. Da wir einen großen Teil unseres Geschäfts außerhalb der Euroländer abwickeln, können Währungsschwankungen das Ergebnis beeinflussen. Die Zunahme der Volatilitäten der Wechselkurse in den letzten Jahren hat entsprechende Chancen und Risiken steigen lassen. Zudem sind wir im Rahmen der Fremdkapitalfinanzierung einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Zinssatzschwankungen können sich auf die Höhe der Zinszahlungen für bestehende Schulden sowie auf die Kosten von Refinanzierungen auswirken.

Gegenmaßnahmen:

Um Wechselkursrisiken im operativen Geschäft zu begrenzen, tätigen wir Devisentermingeschäfte. Derivative Finanzinstrumente verwendet der Konzern ausschließlich zur Risikosteuerung im Zusammenhang mit kommerziellen Grundgeschäften. Um die Zinsänderungsrisiken zu begrenzen, tätigen wir gegebenenfalls Zinsswapgeschäfte.

KREDITRISIKO

Mögliche Auswirkungen:

Das Ausfallrisiko bei den originären und derivativen Finanzinstrumenten ergibt sich daraus, dass Vertragspartner ihren vertraglichen Zahlungs- und Erfüllungsverpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen können.

Gegenmaßnahmen:

Durch das Kredit- und Forderungsmanagement sowie die Vertriebsbereiche der operativen Gesellschaften überwachen wir die sich aus den Liefer- und Leistungsbeziehungen der Gruppe ergebenden Kredit- und Bonitätsrisiken. Mit dem Ziel, Forderungsausfälle zu vermeiden, unterziehen wir Kunden einer laufenden internen Bonitätskontrolle. Forderungen an Kunden, die über kein erstklassiges Rating verfügen, werden versichert, soweit ein entsprechender Versicherungsschutz gewährt wird. Zur Vermeidung von Kreditrisiken aus Finanzinstrumenten werden diese nur mit Vertragspartnern erstklassiger Bonität abgeschlossen.

LIQUIDITÄTSRISIKO

Mögliche Auswirkungen:

Es besteht das Risiko, aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können.

Gegenmaßnahmen:

Die Liquiditätssituation des Konzerns wird auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlichen Liquiditätsplanung überwacht und gesteuert. Darüber hinaus stehen dem Gerresheimer Konzern zur Liquiditätssicherung ein revolvierendes Darlehen (im Juni 2015 refinanziert), eine Schuldverschreibung (fällig im Mai 2018 und frühzeitig refinanziert über eine Schuldscheinemission im September 2017) sowie im November 2015 platzierte Schuldscheindarlehen zur Verfügung. An dieser Stelle ist zudem auf die quartalsweisen Zusammenkünfte des Anlagenausschusses und dessen liquiditätsüberwachende Aufgabe hinzuweisen.

GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS UND DER GERRESHEIMER AG

Unser Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Im Rahmen der Risikoberichterstattung werden alle Risiken zusammengefasst, die von den Tochterunternehmen und den Zentralbereichen gemeldet werden. Diese Risikoberichterstattung erfolgt regelmäßig gegenüber dem Vorstand und dem Aufsichtsrat.

Die Risiken des Gerresheimer Konzerns haben sich im Geschäftsjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Nach unserer Einschätzung des Gesamtrisikos bestehen derzeit keine Risiken, die den Fortbestand des Gerresheimer Konzerns oder der Gerresheimer AG gefährden oder ihre Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinträchtigen.

Die Bonität von Gerresheimer wird durch die führenden Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's regelmäßig bewertet.

Der Rahmenkredit unterliegt sogenannten Financial Covenants. Diese werden im Kapitel "Finanz- und Liquiditätslage" erläutert. In den Geschäftsjahren 2016 und 2017 wurde die vorgegebene Financial Covenants eingehalten. Unter Zugrundelegung der vorliegenden Mehrjahresplanung gehen wir davon aus, die Financial Covenants auch zukünftig einzuhalten.

NACHTRAGSBERICHT

Mit Übertragungsvereinbarung vom 20. Dezember 2017 wurden die bestehenden Verpflichtungen aus Pensionszusagen der GERRESHEIMER GLAS GmbH gegenüber zwei aktiven Vorstandsmitgliedern der Gerresheimer AG rückwirkend zum 1. Dezember 2017 (Übertragungszeitpunkt) auf die Gerresheimer AG übertragen. Bei einem Vorstandsmitglied steht die Übertragung noch unter dem Vorbehalt, dass die entsprechende Unterstützungskasse den Anträgen der Übertragungsvereinbarung zustimmt. Zum 30. November 2017 belaufen sich die zu übertragenden Pensionsrückstellungen der GERRESHEIMER GLAS GmbH auf T EUR 1.248. Der Präsidialausschuss des Aufsichtsrates der Gerresheimer AG hat der Übertragung mit Beschluss vom 18. Dezember 2017 zugestimmt.

Herr Dr. Christian Fischer, Vorsitzender des Vorstands der Gerresheimer AG, verlässt am 5. Februar 2018 die Gerresheimer AG mit sofortiger Wirkung. Herr Dr. Fischer hat aus persönlichen Gründen um die einvernehmliche vorzeitige Beendigung seiner Tätigkeit gebeten. Die Entscheidung beruht nicht auf unterschiedlichen Vorstellungen zur strategischen Ausrichtung oder der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat hat dem zugestimmt. Die Geschäfte der Gesellschaft werden bis zu einer Neubesetzung der Position des Vorsitzenden von den übrigen drei Mitgliedern des Vorstands geführt. Die Funktion des Vorstandssprechers übernimmt interimistisch der Finanzvorstand Rainer Beaujean. Andreas Schütte führt weiterhin den Geschäftsbereich Plastics & Devices. Zum 1. Januar 2018 hat Dr. Lukas Burkhardt den Geschäftsbereich Primary Packaging Glass übernommen.

Daneben sind nach dem Bilanzstichtag keine weiteren für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gerresheimer AG wesentlichen Ereignisse eingetreten.

PROGNOSEBERICHT

AUSRICHTUNG DES KONZERNS

Die nachfolgenden Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf des Gerresheimer Konzerns sowie der Gerresheimer AG und zu den dafür als wesentlich beurteilten Annahmen über die wirtschaftliche Entwicklung von Markt und Branche basieren auf unseren Einschätzungen, die wir nach den uns vorliegenden Informationen zurzeit als realistisch ansehen. Diese sind jedoch mit Unsicherheit behaftet und bergen das unvermeidbare Risiko, dass die prognostizierten Entwicklungen weder in ihrer Tendenz noch ihrem Ausmaß nach tatsächlich eintreten.

ENTWICKLUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN RAHMENBEDINGUNGEN

ENTWICKLUNG DER WELTWIRTSCHAFT/ENTWICKLUNG IN DEN EINZELNEN REGIONEN5)

Erwartete Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes

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Veränderungen

in %
2018 2017
Welt 3,9 3,7
USA 2,7 2,3
Euro-Zone 2,2 2,4
Deutschland 2,3 2,5
Schwellenländer 4,9 4,7
China 6,6 6,8
Indien 7,4 6,7
Brasilien 1,9 1,1
Russland 1,7 1,8

Quelle: Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook Update, Januar 2018.

Der Internationale Währungsfonds (IWF)5) erhöht in seinem im Januar 2018 veröffentlichten Prognosebericht die Erwartung an das globale Wirtschaftswachstum um 0,2 Prozentpunkte auf 3,9 % für 2018. Als Begründung werden ein grundsätzlich verbessertes Momentum des globalen Wachstums sowie die erwarteten Auswirkungen der US-Steuerreform genannt. Grundsätzlich betont der IWF jedoch nach wie vor, dass bezüglich der Prognose mittelfristig insgesamt Abwärtsrisiken überwiegen. Als mögliche Gefahren nennt er unter anderem eine beträchtliche Verschärfung des globalen finanzwirtschaftlichen Umfelds aufgrund einer stärker als erwarteten Normalisierung der Geldpolitik, die zu ansteigenden Zinsen führen könnte. Außerdem erwähnt er Finanzmarktturbulenzen in den Schwellenländern, wo sich beispielsweise in China der Wandel hin zu Konsum und Dienstleistungen derzeit verlangsamt und in Verbindung mit der hohen Verschuldung zu einer scharfen Verlangsamung des Wachstums führen könnte.

Für die USA erwartet der IWF ein Wachstum von 2,7 % für 2018. Die Oktoberprognose wurde somit um 0,4 Prozentpunkte erhöht. Neben der stärker als erwarteten wirtschaftlichen Aktivität in Verbindung mit einem Anstieg der externen Nachfrage sei dies insbesondere auf die erwarteten makroökonomischen Effekte der US-Steuerreform zurückzuführen.

5) Internationaler Wahrungsfonds: World Economic Outlook Update, Januar 2018.

Für die Euro-Zone gehen die Schätzungen für das Jahr 2018 von einer leichten Abnahme des Wirtschaftswachstums auf etwa 2,2 % aus - nach dem Plus von etwa 2,4 % im Jahr 2017. Als Gründe hierfür nennt der IWF eine schwächere Produktivität, den demografischen Wandel in einigen Ländern sowie einen öffentlichen und privaten Schuldenüberhang.

Analog zu der Entwicklung in der Euro-Zone prognostiziert der IWF auch für Deutschland einen leichten Rückgang des Wirtschaftswachstums auf 2,3 % in 2018 nach 2,5 % in 2017.

Die vom IWF für die Schwellenländer im Jahr 2018 prognostizierte Wachstumsrate liegt mit 4,9 % leicht über dem Wert des Vorjahres in Höhe von 4,7 %. Die Zuwachsrate ist damit deutlich höher als die der Industrienationen. Im Einzelnen geht der IWF für China von einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in Höhe von 6,6 % (2017: 6,8 %) aus, für Indien wird ein Wachstumsplus von 7,4 % (2017: 6,7 %) vorausgesagt und in Brasilien soll das BIP auf 1,9 % ansteigen (2017: 1,1 %).

MARKT- UND GESCHÄFTSCHANCEN FÜR DEN GERRESHEIMER KONZERN

DIE PERSPEKTIVEN FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2018

Die Weltwirtschaft wird sich laut den Prognosen des IWF im Jahr 2018 solide weiterentwickeln. Gleichzeitig betonen die Experten des IWF allerdings, dass bezüglich der Prognose mittelfristig insgesamt Abwärtsrisiken überwiegen. Unabhängig davon, aber auch vor dem Hintergrund eines leicht verbesserten Marktumfeldes in den USA, gehen wir davon aus, dass wir unser Kerngeschäft mit Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systemen für die Pharma- und Gesundheitsindustrie im Geschäftsjahr 2018 weiter ausbauen werden.

In den vergangenen Jahren wurde in den Schwellenländern verstärkt mit dem Auf- bzw. Ausbau der medizinischen Versorgung begonnen. Damit einhergehend stieg dort der Einsatz bzw. die Vergabe von patentfreien Wirkstoffen. Wir gehen davon aus, dass dieser Trend weiterhin Gültigkeit besitzt und 2018 zu einer Steigerung der Nachfrage führen wird.

MEGATRENDS

Bei der Prognose unserer Markt- und Geschäftschancen versuchen wir vor allem, sehr wahrscheinliche Entwicklungen in unseren Märkten zu identifizieren. Besondere Bedeutung haben hier langfristige globale Trends, die auch als Megatrends bezeichnet werden. Diese weisen meist eine sehr stabile Entwicklung auf und sind wenig anfällig für Rückschläge. Die Identifikation solcher Trends ist für uns notwendig, um strategische Entscheidungen für unser Unternehmen treffen zu können. Es handelt sich hierbei um Fragestellungen, die beispielsweise die Entwicklung neuer Wachstumsmärkte sowie Veränderungen bezüglich Art und Umfang der Nachfrage nach unseren Produkten betreffen. Zur Beurteilung dieser Themen gilt es zu hinterfragen, welche der aktuell zu beobachtenden Entwicklungen auf kurzfristigen Trends beruhen und welche Entwicklungen voraussichtlich langfristig und weitestgehend unbeeinflusst von politischen oder wirtschaftlichen Ereignissen anhalten werden. Hier sind vor allem sechs Megatrends zu nennen, bei denen wir davon ausgehen, dass diese unsere Geschäftsentwicklung positiv beeinflussen werden.

1. TREND ZU GENERIKA

IQVIA prognostiziert für die Jahre 2017 bis 2022 ein Volumenwachstum im Bereich der Generika von durchschnittlich 2,7 % pro Jahr, welches über der Erwartung von 2,0 % für das reine Medizinvolumen liegt.6) Insbesondere in den Pharmerging Markets werden die Generikaumsatzerlöse stark wachsen, da die Medikamente nach Wegfall des Patentschutzes für viele Patienten preislich erschwinglich werden. Aber auch in den traditionellen, bereits weiterentwickelten Märkten richten sowohl die Zulassungs- und Prüfbehörden als auch die Krankenkassen ihr Augenmerk auf eine gute Kosten-Nutzen-Analyse, die häufig dazu führt, dass Generika zugelassen und vermehrt verschrieben werden. Dies ist eine für uns günstige Entwicklung, da der Verkaufspreis des Medikaments für uns zweitrangig ist. Für uns zählt vor allem das Volumenwachstum, und somit treibt das Wachstum des Generikamarktes unsere Konzernumsatzerlöse und damit auch unseren Konzerngewinn an.

2. GESUNDHEITSSYSTEME IN DEN PHARMERGING MARKETS WACHSEN

IQVIA erwartet für die Pharmerging Markets in den nächsten fünf Jahren einen Anstieg des Volumens an Medikamenten von durchschnittlich 3,0 % pro Jahr, während für die übrigen Märkte ein Wachstum von durchschnittlich 1,7 % pro Jahr erwartet wird.6) Zu den wichtigsten Märkten gehört China, gefolgt von Indien und Brasilien. Aber selbst das bevölkerungsreiche China weist, gemessen an den Pharmaumsatzerlösen, noch ein relativ geringes Volumen im Vergleich zu den USA auf. So wurden in China in 2016 rund USD 116 Mrd. für Medikamente ausgegeben, in den USA mehr als USD 461 Mrd. Angesichts des Bevölkerungsreichtums in den Pharmerging Markets verbinden wir mit dem Erstarken der dortigen Gesundheitssysteme deutliches Wachstumspotenzial und sind mit zahlreichen Werken in China, Indien, Brasilien und Mexiko bereits gut vertreten.

6) IQVIA (vormales Quintiles IMS), 10.01.2018.

3. REGULATORISCHE ANFORDERUNGEN NEHMEN ZU

Die Anforderungen der Gesundheitsbehörden, insbesondere der amerikanischen Gesundheitsbehörde, steigen weiter. Die Auflagen betreffen längst nicht allein die Herstellung der Wirkstoffe, sondern genauso die Verpackung für die Medikamente. Die Primärverpackung muss die Medikamente schützen und erhalten sowie verhindern, dass das Medikament seine Wirksamkeit verliert oder verändert. Aus diesem Grund erteilen die Gesundheitsbehörden die Zulassung für ein neues Medikament nur in Verbindung mit der Zulassung für die dazugehörige Primärverpackung. Schließlich geht es bei allem um die Gesundheit der Patienten. Daher investieren wir weltweit in Qualität und halten hierdurch auch potenzielle Wettbewerber auf Distanz, da die Eintrittsbarrieren dadurch ständig steigen.

4. NEUE MEDIKAMENTE WERDEN ENTWICKELT

Neue Wirkstoffe stellen regelmäßig neue Anforderungen an die Verpackung. Die Experten von IQVIA erwarten für die Jahre 2016 bis 2021 aufgrund der intensiven Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Pharmakonzerne eine historisch hohe Zahl von jährlich 45 neuen Wirkstoffen auf dem Markt. Erwartet werden insbesondere innovative Behandlungsmethoden und neue Systematiken. Dafür bieten wir Lösungen aus neuen Werkstoffen wie dem Hochleistungskunststoff COP (Cyclic-Olefin-Polymer) oder aus besonders bruchsicherem Glas an. Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für uns ist unsere hohe Materialkompetenz, aber auch unser sehr breites Produktspektrum im Vergleich zum Wettbewerb. Denn für uns kommt es nicht darauf an, dass neue Medikamente eine bestimmte Darreichungsform haben, weil wir eine außerordentlich breite Produktpalette haben, die nahezu sämtliche Lösungen aus Glas und Kunststoff beinhaltet, die für flüssige, feste und auch Medikamente in Pulverform genutzt werden können. Genauso haben wir ein breites Angebot an Verpackungen für traditionell chemisch hergestellte Medikamente, für biotechnologisch hergestellte Medikamente, ebenso für Generika oder auch alle Arten von frei verkäuflichen Arzneimitteln.

5. AKUTE UND CHRONISCHE KRANKHEITEN NEHMEN ZU

Die Verbreitung chronischer Krankheiten nimmt zu. Heute leiden mehr als 425 Mio. Menschen unter Diabetes, in 2040 könnten es Schätzungen zufolge schon rund 630 Mio. sein. Sind es heute noch rund 9 % der erwachsenen Weltbevölkerung, die weltweit an Diabetes erkrankt sind, wird dieser Anteil aller Voraussicht nach auf über 10 % bis 2040 wachsen, und dies bei einem weiteren Anstieg der Weltbevölkerung von 7,5 Milliarden Menschen in 2017 auf erwartete 9,5 Milliarden in 2040. Hinzu kommt, dass bis heute nur jeder zweite von der Krankheit betroffene Mensch eine entsprechende Diagnose erhalten hat.7 ) Somit erfordert die Behandlung einer wachsenden Anzahl von Patienten die Bereitstellung steigender Wirkstoffmengen, wobei jedes einzelne Medikament eine geeignete Verpackung und Darreichungsform erhalten muss. Dazu entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden Insulin-Pens, DiabetikerStechhilfen und Asthma-Inhalatoren, die täglich millionenfach zum Einsatz kommen. Hier haben die Pharmaunternehmen den Wunsch, die Patienten mit nutzerfreundlichen, aber auch visuell und haptisch attraktiven Produkten zur sicheren Verabreichung von Medikamenten für sich zu gewinnen. Die Entwicklung dieser Produkte zusammen mit unseren Kunden ist eine unserer besonderen Stärken.

6. SELBSTMEDIKATION GEWINNT AN BEDEUTUNG

Wenn Patienten sich selbst medikamentös versorgen müssen, sind dazu zuverlässige und einfache Lösungen erforderlich. Hier bieten wir viele intelligente Produkte an, die den Patienten die Selbstmedikation ermöglichen. Gleichzeitig erleichtern diese Produkte die Einnahme des Medikaments, helfen, Medikationsfehler zu vermeiden, und ermöglichen den Patienten ein flexibleres und angenehmeres Leben. Außerdem helfen diese Produkte, die Kosten in den Gesundheitssystemen zu reduzieren, weil sie vielfach zum Ziel haben, Anzahl und Dauer ansonsten erforderlicher ambulanter oder stationärer Behandlungen zu reduzieren.

7) IDF: Diabetes Atlas, 8th Edition, 2017.

ERWARTETE VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE

Als Obergesellschaft des Konzerns vereinnahmt die Gerresheimer AG über Ergebnisabführungsverträge die Ergebnisse der wesentlichen deutschen Tochtergesellschaften. Diese können auch Beteiligungserträge aus dem Ausland erhalten. Insoweit wirkt sich die Geschäftsentwicklung der Tochterunternehmen direkt auf den Jahresabschluss der Gerresheimer AG und deren Bilanzgewinn aus. Eine entsprechende Ergebnisentwicklung im Konzern vorausgesetzt, erwarten wir für das Geschäftsjahr 2018 ein positives Jahresergebnis der Gerresheimer AG, einen Bilanzgewinn sowie eine Fortsetzung unserer Dividendenpolitik.

Das übergeordnete Ziel des Konzerns ist es, der führende globale Partner für Lösungen zu werden, die zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden beitragen. Dazu wollen wir unsere globale Präsenz ausbauen sowie ein profitables und nachhaltiges Wachstum erzielen.

PLASTICS & DEVICES

Für unsere kundenspezifischen Produkte aus Glas und Kunststoff zur sicheren Verabreichung von Medikamenten erwarten wir im Jahr 2018 Zuwächse. Dabei bleiben die Drug-Delivery-Devices für verschreibungspflichtige Medikamente die Hauptumsatzträger. Zu diesen Produkten zählen vor allem Insulin-Pens und Inhalatoren, aber auch das Geschäft mit Diabetes-Care-Produkten und -Spritzen. Regional gesehen bleibt Europa Schwerpunkt unseres Geschäftes mit Drug-Delivery-Devices für verschreibungspflichtige Medikamente. Insgesamt bleibt unser Geschäft in diesem Bereich aufgrund klarer und intakter Langfristtrends weiter auf Wachstum ausgerichtet. Dies spiegelt sich auch in den Erweiterungsinvestitionen in den USA wider, die auf die Inbetriebnahme einer neuen Produktionslinie zielen.

Die Umsatzerlöse mit unseren Primärpackmitteln aus Kunststoff dürften sich unverändert in Europa, USA und in den Schwellenländern im Geschäftsjahr 2018 gut entwickeln.

PRIMARY PACKAGING GLASS

In unserem Geschäftsbereich Primary Packaging Glass planen wir mit einem leichten Umsatzwachstum für unsere Verpackungen aus Glas wie Pharmagläser, Ampullen, Injektionsfläschchen, Karpulen oder auch Parfümflakons und Cremetiegel. Auch 2018 arbeiten wir mit verschiedenen Maßnahmen an der weiteren Verbesserung unserer Produktivität. Dazu investieren wir vor allem in die Standardisierung unseres Maschinenparks in der Glasproduktion. Umsatzzuwächse erwarten wir - ähnlich wie in den Vorjahren - vor allem in unseren Werken in den Schwellenländern. Aufgrund der guten Prognosen für die Entwicklung des Pharmamarktes in den Schwellenländern haben wir beginnend mit dem Jahr 2015 ein neues Werk in Kosamba (Indien) gebaut.

Die Umsatzerlöse mit Pharmaverpackungen aus Glas sollten sich weiterhin robust entwickeln. Auch im Bereich Kosmetik gehen wir von einem positiven Umfeld aus und erwarten, im Geschäftsjahr 2018 unsere Umsatzerlöse mit Kosmetikprodukten aus Glas ebenfalls leicht ausbauen zu können.

ERWARTETE FINANZLAGE UND LIQUIDITÄT

Aufgrund der frühzeitigen Refinanzierung der im Mai 2018 fällig werdenden Schuldverschreibung der Gerresheimer AG im Wege einer Schuldscheinemission im September 2017 in Höhe von EUR 250,0 Mio. verfügte der Gerresheimer Konzern zum 30. November 2017 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von EUR 287,0 Mio. (Vorjahr: EUR 118,4 Mio.). Außerdem konnte infolge der frühzeitigen Refinanzierungstransaktion das revolvierende Darlehen der Gerresheimer AG komplett zurückgeführt werden und stand uns zum Abschlussstichtag in Höhe von EUR 450,0 Mio. voll zur Verfügung (Vorjahr: EUR 287,3 Mio.). Das revol-vierende Darlehen können wir bis zu einem Konzern-Verschuldungsgrad von höchstens 3,5x Nettofinanzschulden/Adjusted EBITDA in Anspruch nehmen. Damit befinden wir uns in einer stabilen finanziellen Situation und werden auch im kommenden Geschäftsjahr genügend liquide Mittel zur Verfügung haben, um unsere geplanten Investitionen zu finanzieren und unseren sonstigen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

DIVIDENDENPOLITIK

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 25. April 2018 gemeinsam vor, eine Dividende in Höhe von EUR 1,10 je Aktie für das Geschäftsjahr 2017 auszuschütten. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber der Vorjahresdividende um 4,8 %. Die Ausschüttungsquote beträgt 27,1 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen. Wir wollen auch im Geschäftsjahr 2018 an unserer Dividendenpolitik festhalten, in Abhängigkeit vom operativen Unternehmenserfolg zwischen 20 % und 30 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen an unsere Aktionäre auszuschütten.

GESAMTAUSSAGE ZUM PROGNOSEBERICHT

Für die kommenden Geschäftsjahre ist unser Unternehmen gut gerüstet. Wir verfügen über eine gute finanzielle Basis, eine langfristige Finanzierung und eine klare Unternehmensstrategie, die auf langfristigen Megatrends basiert. Wir werden unser Unternehmen weiter globalisieren, Märkte konsolidieren und interessante Technologien in unser Portfolio aufnehmen. Die Zielrichtung aller Aktivitäten ist die weitere Fokussierung auf die Pharma- und Healthcare-Industrie sowie den Kosmetikbereich. Dabei werden neben dem organischen Wachstum, das wir aus dem operativen Cash Flow finanzieren wollen, Akquisitionen nach sorgfältiger Prüfung von Chancen und Risiken auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Wir sind sehr gut aufgestellt, um die Chancen, die sich aus einer Konsolidierung in unserer Branche ergeben könnten, konsequent anzugehen.

GESAMTKONZERN

Für das Geschäftsjahr 2018 gehen wir derzeit von folgenden Erwartungen aus, gemessen jeweils zu konstanten Wechselkursen. Dabei ist eine Prognose in Bezug auf die US-Dollar-Entwicklung derzeit sehr schwierig. Der Einfluss des US-Dollar auf unsere Performance ist aber weiterhin wesentlich, da er mit einem Anteil von rund einem Drittel an den Konzernumsatzerlösen in 2018 bzw. ca. 40 % des Adjusted EBITDA den größten Währungseinfluss auf die Konzernwährung haben dürfte. Einerseits werden durch die US-Steuerreform Unternehmen, die schwerpunktmäßig in den USA produzieren und vertreiben, besonders gefördert, andererseits sind Themen wie die weltweiten Handelsabkommen mit den USA, die dann ggf. Importsteuern in die USA auslösen können, weiterhin nicht gelöst. Derzeit ist der US-Dollar nach Meinung einiger Banken noch unter Druck. Als Begründung wird genannt, dass die US-Administration unter dem aktuellen Präsidenten mit der Steuerreform bisher nur ein Wahlversprechen der geplanten expansiven Fiskalpolitik und protektionistischen Handelspolitik durchsetzen konnte. Folgt man der Logik der Banken und sollte die US-Inflation in den kommenden Monaten zulegen, könnte das die Grundlage für die geplanten Zinserhöhungen der US-Notenbank (FED) sein. Geht man gleichzeitig davon aus, dass die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht vor Herbst 2019 starten werden, wird der US-Dollar bereits in 2018 ein deutliches Comeback feiern, mutmaßt beispielsweise die Commerzbank in ihrer Januarprognose 20188) . Für uns ist die Einschätzung der US-Dollar-Entwicklung sehr schwierig, weshalb wir uns in unserer Prognose dazu entschieden haben, alle Währungen und damit auch den US-Dollar konstant, wie im Geschäftsjahr 2017, zu belassen. Damit ist die maximale Vergleichbarkeit mit der Vorjahresperformance gegeben. Um auch andere Prognosen für die US-Dollar Entwicklung anstellen zu können, geben wir nachfolgend eine Sensitivität zu der für die Erwartung angenommenen Relation EUR 1,00 entspricht US-Dollar 1,12 an. Weiterhin gilt hierbei, dass eine Stärkung oder Schwächung des US-Dollar im Verhältnis zum EUR von rund 1 Cent ca. EUR 4 Mio. Umsatzerlös- bzw. EUR 1 Mio. Adjusted EBITDA-Einfluss hat.

Hierbei stellt in Bezug auf die Umsatzerlöse der erreichte Ist-Wert des Geschäftsjahres 2017 die untere Grenze unserer Erwartung für das Geschäftsjahr 2018 dar. Am oberen Ende erwarten wir währungsbereinigte Konzernumsatzerlöse von bis zu rund EUR 1,4 Mrd. Für das währungsbereinigte Adjusted EBITDA rechnen wir im Geschäftsjahr 2018 mit einer Bandbreite von EUR 305 Mio. bis EUR 315 Mio. nach einem Adjusted EBITDA von EUR 307,2 Mio.9) im Geschäftsjahr 2017. Weitere positive Effekte unterhalb des Adjusted EBITDA ergeben sich einerseits aus der Ablösung der Schuldverschreibung im Mai 2018 in Höhe von EUR 300,0 Mio. durch die bereits vollständig abgeschlossene Refinanzierung mit Schuldscheinen in Höhe von EUR 250,0 Mio. Allein hieraus erwarten wir eine Verbesserung des Finanzergebnisses verglichen mit dem Geschäftsjahr 2017 von währungs-bereinigt rund EUR 5,5 Mio. Andererseits haben wir als Unternehmen, das den US-Markt größtenteils mit US-Produktionen bedient auch wesentliche Vorteile aus der US-Steuerreform von einmalig rund USD 50 bis 55 Mio. durch die Neubewertung der latenten Steuern, die bereits im 1. Quartal 2018 zu buchen sind. Hätten die Auswirkungen der US-Steuerreform bereits für das Geschäftsjahr 2017 Anwendung gefunden, hätten sich daraus positive Effekte auf die tatsächlichen Ertragsteuern und damit ebenfalls auf unser Konzernergebnis 2017 im niedrigen einstelligen EUR Millionenbereich ergeben.

8) Commerzbank: Währungsausblick, Januar 2018.

9) Ohne Berücksichtigung der Effekte aus der Fair Value-Bewertung der Triveni Put-Option.

Das Investitionsvolumen des Geschäftsjahres 2018 wird im Wesentlichen aufgrund unserer guten Wachstumsperspektiven sowie infolge unserer Initiativen zur Produktivitäts- und Qualitätssteigerung voraussichtlich rund 8 % der Umsatzerlöse zu konstanten Wechselkursen betragen.

Unser Net Working Capital-Profil hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Auch weiterhin erwarten wir ein Net Working Capital im Verhältnis zu den Umsatzerlösen von rund 16 % zum Jahresende 2018. Abhängig von der Umsatzentwicklung kann sich dabei das durchschnittliche Net Working Capital im Jahresverlauf auch leicht oberhalb von 16 % bewegen, da für einige Kunden ggf. auch vorproduziert werden muss, um der ggf. höheren Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte 2018 oder auch für das Geschäftsjahr 2019 Rechnung zu tragen.

Als langfristige Zielvorgabe streben wir weiterhin an:

Wir erhöhen unsere Gx ROCE-Prognose auf rund 15 % (vormals mindestens 12 %) nicht zuletzt wegen der vielfältigen neuen Produkte und Dienstleistungen sowie weiteren Optimierungsmaßnahmen im Rahmen der üblichen Produktivitätsverbesserungen in unseren Werken, die wir derzeit im Begriff sind aufzubauen und mit unseren Kunden sowie Kooperationspartnern weiterzuentwickeln.
Wir halten ein Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Adjusted EBITDA von rund 2,5x weiterhin für Gerresheimer für richtig, was temporär darunter bzw. darüber liegen darf, da M&A-Aktivitäten nicht genau planbar sind.
In Summe bleibt uns damit ein großer Spielraum bis zum 3,5-fachen Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Adjusted EBITDA insbesondere für Akquisitionen, was wir uns durch das konsequente Cashflow Management gepaart mit Produktivitätsverbesserungen erarbeitet haben. Damit sind wir jederzeit in der Lage, die sich uns bietenden Chancen in den für uns relevanten Märkten primär durch Fremdfinanzierungen zu nutzen.

Jahresabschluss

DER GERRESHEIMER AG

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Dezember 2016 bis 30. November 2017

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Anhang 1.12.2016 - 30.11.2017

in EUR
1.12.2015 - 30.11.2016

in TEUR
Umsatzerlöse (4) 5.615.516,16 -
Andere aktivierte Eigenleistungen 223.045,08 -
Sonstige betriebliche Erträge (5) 28.149.928,79 27.229
Personalaufwand (6) -15.775.869,34 -14.263
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (7) -682.769,66 -519
Sonstige betriebliche Aufwendungen (8) -38.071.132,09 -28.999
Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen (9) 64.939.640,01 58.908
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens (10) 45.802.844,04 45.803
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (11) 3.795.437,88 3.510
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (12) -21.763.760,77 -20.699
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (13) -12.856.603,85 -9.485
Ergebnis nach Steuern 59.376.276,25 61.485
Sonstige Steuern -70.441,26 -34
Jahresüberschuss 59.305.834,99 61.451
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 93.301.169,85 64.820
Bilanzgewinn (21) 152.607.004,84 126.271

Bilanz zum 30. November 2017

AKTIVA

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Anhang 30.11.2017

in EUR
30.11.2016

in TEUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände (14) 4.841.906,10 1.833
Sachanlagen (14) 334.555,00 393
Finanzanlagen (14) 1.111.176.294,85 1.111.176
1.116.352.755,95 1.113.402
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (15) 481.003.071,66 321.428
Flüssige Mittel (16) 117.249.994,54 439
598.253.066,20 321.867
Rechnungsabgrenzungsposten (17) 786.287,98 1.065
Summe Aktiva 1.715.392.110,13 1.436.334
PASSIVA
Anhang 30.11.2017

in EUR
30.11.2016

in TEUR
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital bedingtes Kapital EUR 6 280 000,00 (Vorjahr T EUR 6.280) (18) 31.400.000,00 31.400
Kapitalrücklage (20) 525.720.605,98 525.721
Bilanzgewinn (21) 152.607.004,84 126.271
709.727.610,82 683.392
Rückstellungen
Steuerrückstellungen (22) 5.192.342,81 2.076
Sonstige Rückstellungen (23) 12.800.614,72 14.371
17.992.957,53 16.447
Verbindlichkeiten (24) 987.007.175,78 734.891
Passive latente Steuern (25) 664.366,00 1.604
Summe Passiva 1.715.392.110,13 1.436.334

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2016 bis 30. November 2017

der Gerresheimer AG

(1) Allgemeine Grundlagen

Die Gerresheimer AG ist gemäß § 267 Abs. 3 HGB i. V. m. § 264d HGB eine große Kapitalgesellschaft. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in der Klaus-Bungert-Straße 4 in 40468 Düsseldorf und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Düsseldorf (HRB 56040) eingetragen. Die Gerresheimer AG nimmt als Holding im Wesentlichen die Steuerung der Unternehmen des Gerresheimer Konzerns wahr.

Zwischen der Gerresheimer AG und der Gerresheimer Holdings GmbH besteht ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag. Danach ist die Gerresheimer Holdings GmbH verpflichtet, ihren gesamten Gewinn an die Gerresheimer AG abzuführen. Die Gerresheimer AG muss entsprechend jeglichen Jahresfehlbetrag ausgleichen.

(2) Gliederungsgrundsätze

Der Jahresabschluss der Gerresheimer AG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Im Interesse einer klareren Darstellung sind in der Bilanz sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Der gesonderte Ausweis erfolgt in den jeweiligen Posten des Anhangs. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

Aufgrund der erstmaligen Anwendung der durch das BilRUG geänderten Definition der Umsatzlöse (§ 277 Abs. 1 HGB) sind die Umsatzerlöse sowie die sonstigen betrieblichen Erträge nicht mit den Werten des Vorjahres vergleichbar. Durch die Neudefinition der Umsatzerlöse werden im Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2016 bis 30. November 2017 erstmalig Sachverhalte, die im Vorjahr noch in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten waren, in den Umsatzerlösen ausgewiesen. Eine Erläuterung erfolgt diesbezüglich gemäß Art. 75 Abs. 2 Satz 3 EGHGB an entsprechender Stelle im Anhang. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend nicht angepasst.

(3) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte werden über drei bis fünf Jahre abgeschrieben, es sei denn, dass sich eine vertraglich abweichende Nutzungsdauer ergibt. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Immaterielle Vermögensgegenstände werden bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben und mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Die Sachanlagen werden über die voraussichtliche Nutzungsdauer von drei bis 13 Jahren linear abgeschrieben. Geringwertige Vermögensgegenstände, deren Anschaffungskosten EUR 150 jedoch nicht EUR 1.000 übersteigen, werden jahresweise in einem Sammelposten aktiviert und über fünf Jahre abgeschrieben. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis EUR 150 werden direkt als Aufwand erfasst. Die Sachanlagen werden bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben und mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Voraussichtlich dauernde Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Sofern die Gründe für in Vorjahren vorgenommene Wertberichtigungen ganz oder teilweise entfallen sind, erfolgt eine Zuschreibung bis höchstens zu den historischen Anschaffungskosten.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr werden mit Devisenkassamittelkursen zum Abschlussstichtag bewertet. Werden für Fremdwährungsforderungen Sicherungsgeschäfte abgeschlossen, so werden Bewertungseinheiten zwischen Sicherungs -und Grundgeschäften gebildet. Die Bilanzierung der Bewertungseinheiten erfolgt nach der Durchbuchungsmethode. Die Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente werden für den effektiven Teil als Vermögensgegenstand oder Rückstellung bilanziert.

Flüssige Mittel sind zum Nominalbetrag angesetzt.

Im Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.

Die Eigenkapitalposten sind zum Nennwert angesetzt.

Die Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen, von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die Bewertung der Rückstellung für virtuelle Aktien erfolgt zum inneren Wert (anteilsbasierte Zusagen) bzw. zum Zeitwert (wertbasierte Zusagen) und wird unter Berücksichtigung des Zeitraums von der Gewährung bis zum erstmöglichen Ausübungstag angesammelt.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Latente Steuern werden für temporäre Unterschiede zwischen den handelsbilanziellen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Die Gerresheimer AG bilanziert auch die latenten Steuern ihrer Organgesellschaften und ihrer deutschen Personengesellschaft. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Gerresheimer AG von aktuell 29,0 %. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer (15,0 %), Gewerbesteuer (13,1 % und Solidaritätszuschlag (5,5 %). Aktive und passive latente Steuern werden saldiert. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Das Wahlrecht zur Aktivierung einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung wird nicht ausgeübt.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(4) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse belaufen sich im Geschäftsjahr 2017 auf insgesamt T EUR 5.616 und resultieren größtenteils aus IT-Dienstleistungen und sonstigen Managementleistungen an verbundene Unternehmen, die ausschließlich durch den Einsatz eigenen Personals erbracht wurden.

Die Leistungen des Geschäftsjahres 2017 wurden an verbundene Unternehmen erbracht, die ihren Sitz in den folgenden Ländern bzw. Regionen haben:

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in T EUR 2017
Deutschland 2.594
Europ1) 1.144
Amerika1) 1.101
Schwellenländer2) 776
Summe 5.616

1) Die hier genannten Umsatzerlöse in Europa sind ohne Umsatzerlöse in den Ländern Deutschland, Polen, Russland und Türkei und die Umsatzerlöse in Amerika ohne Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien und Mexiko.

2) Diese beinhalten die Länder Ägypten, Algerien, Argentinien, Bangladesch, Brasilien, Chile, China, Indien, Indonesien, Kasachstan, Kolumbien, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Thailand, Türkei und Vietnam.

Aufgrund der erstmaligen Anwendung der geänderten Umsatzerlösdefinition nach § 277 Abs. 1 HGB lassen sich die im Geschäftsjahr 2017 ausgewiesenen Umsatzerlöse nicht mit den Vorjahresangaben vergleichen, da die entsprechenden Erträge im Vorjahr noch unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen wurden. Unter Beachtung der geänderten Umsatzerlösdefinition würden sich die Umsatzerlöse im Vorjahr auf insgesamt T EUR 5.422 belaufen.

(5) Sonstige betriebliche Erträge

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in T EUR 2017 2016
Erträge aus Währungsderivaten 15.430 1.715
Erträge aus Konzernverrechnungen 10.062 16.471
Erträge aus der Währungsumrechnung 1.447 7.543
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 7 1.316
Übrige sonstige Erträge 364 184
Summe 28.150 27.229

Die Erträge aus Konzernverrechnungen entfallen im Geschäftsjahr 2017 ausschließlich auf weiterbelastete Versicherungsbeiträge und sonstige Kostenweiterbelastungen an Konzerngesellschaften, bei denen keine eigenen Leistungen erbracht wurden. Im Vorjahr enthielten die Erträge aus Konzernverrechnungen auch noch Erträge aus erbrachten Dienstleistungen an Konzerngesellschaften in Höhe von insgesamt T EUR 5.422. Diese Erträge werden im Geschäftsjahr 2017 in Anwendung der Neufassung des § 277 Abs. 1 HGB unter den Umsatzerlösen ausgewiesen.

(6) Personalaufwand

Die Aufwendungen für Gehälter betrugen im Geschäftsjahr 2017 T EUR 14.730 (Vorjahr: T EUR 13.203). Weiterhin sind Aufwendungen für soziale Abgaben von T EUR 1.045 (Vorjahr: T EUR 1.060) und für Altersversorgung von T EUR 1 (Vorjahr: T EUR 0) angefallen.

(7) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

Zu den Abschreibungen verweisen wir auf die Entwicklung des Anlagevermögens.

(8) Sonstige betriebliche Aufwendungen

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in T EUR 2017 2016
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 17.266 1.026
Aufwendungen aus EDV-Dienstleistungen 4.702 4.486
Rechts- und Beratungsaufwendungen 3.067 2.213
Aufwendungen aus Währungsderivaten 2.974 10.313
Aufwendungen für Versicherungen 2.345 2.290
Reise-, Repräsentations- und Werbeaufwendungen 2.027 2.867
Mietaufwendungen 1.089 1.038
Aufsichtsratsvergütungen 1.072 1.076
Aufwendungen aus Konzernverrechnungen 269 192
Übrige sonstige Aufwendungen 3.260 3.498
Summe 38.071 28.999

Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung und Währungsderivaten belaufen sich auf T EUR 20.240 (Vorjahr: T EUR 1 1.339) und betreffen im Wesentlichen Aufwendungen aus der Sicherung des USD-Darlehens an die Gerresheimer Glass Inc.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen von T EUR 57 (Vorjahr: T EUR 22), die aus Ausbuchungen von Steuerforderungen resultieren.

(9) Erträge aus Gewinnabführungsverträgen

Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen von T EUR 64.940 (Vorjahr: T EUR 58.908) entfallen auf den im Rahmen des bestehenden Beherrschungs -und Ergebnisabführungsvertrages abgeführten Gewinn der Gerresheimer Holdings GmbH.

(10) Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

Die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens belaufen sich im Geschäftsjahr 2017 auf T EUR 45.803 (Vorjahr: T EUR 45.803) und sind wie im Vorjahr in voller Höhe aus verbundenen Unternehmen angefallen.

(11) Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge belaufen sich auf T EUR 3.795 (Vorjahr: T EUR 3.510) und betreffen die Zinserträge aus verbundenen Unternehmen von T EUR 3.795 (Vorjahr: T EUR 3.455) sowie Zinserträge aus Steuern T EUR 0 (Vorjahr: T EUR 49).

(12) Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2017 auf T EUR 21.764 (Vorjahr: T EUR 20.699) und betreffen im Wesentlichen die Zinsaufwendungen für die begebene Schuldverschreibung sowie die ausgegebenen Schuldscheindarlehen. Daneben sind in Höhe von T EUR 102 (Vorjahr: T EUR 153) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen und Zinsaufwendungen aus Steuern von T EUR 196 (Vorjahr: T EUR 132) angefallen.

(13) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Steueraufwand des Geschäftsjahres 2017 setzt sich wie folgt zusammen:

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in T EUR 2017 2016
Ertragsteuern -13.797 -11.440
Latente Steuern 940 1.955
Summe -12.857 -9.485

Die Ertragsteueraufwendungen enthalten Ertragsteuern für das laufende Jahr und für das Vorjahr. Die Aufwendungen aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten Körperschaftsteuer in Höhe von T EUR 6.139 (Vorjahr: T EUR 5.704), Gewerbesteuer in Höhe von T EUR 5.878 (Vorjahr: T EUR 5.233) sowie den Solidaritätszuschlag von T EUR 338 (Vorjahr: T EUR 314) für den deutschen Organkreis. Weiterhin sind Steuern betreffend das Vorjahr in Höhe von T EUR 1.393 (Vorjahr: T EUR 150) sowie Quellensteuer in Höhe von T EUR 48 (Vorjahr: T EUR 40) angefallen.

Zum 30. November 2017 ergibt sich aus zeitlichen Bewertungsunterschieden eine zukünftige Steuerbelastung in Höhe von T EUR 664 (Vorjahr: T EUR 1.604), da die passiven latenten Steuern die aktiven latenten Steuern übersteigen. Gemäß § 274 Abs. 1 Satz 1 HGB sind für den Überhang passiver Steuerlatenzen passive latente Steuern zu erfassen.

Die latenten Steuersalden haben sich wie folgt entwickelt:

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in T EUR 2017 Veränderung 2016
Aktive latente Steuern 9.455 -299 9.744
Passive latente Steuern -10.109 1.239 -11.348
Summe -664 940 -1.604

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(14) Anlagevermögen

Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Posten und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr 2017 gehen aus nachfolgender Darstellung der Entwicklung des Anlagevermögens hervor:

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Anschaffungskosten
in T EUR 01.12.2016 Zugänge Abgänge Umbuchungen 30.11.2017
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Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 3.678 2.842 - 73 6.593
Geleistete Anzahlungen 98 732 - -73 757
3.776 3.574 - - 7.350
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 958 59 - - 1.017
958 59 - - 1.017
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 418.780 - - - 418.780
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 692.396 - - - 692.396
1.111.176 - - - 1.111.176
1.115.910 3.633 - - 1.119.543

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Wertberichtigungen
in T EUR 01.12.2016 Zugänge Abgänge 30.11.2017
--- --- --- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 1.943 565 - 2.508
Geleistete Anzahlungen - - - -
1.943 565 - 2.508
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 565 117 - 682
565 117 - 682
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen - - - -
Ausleihungen an verbundene Unternehmen - - - -
- - - -
2.508 682 - 3.190

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Buchwert
in T EUR 30.11.2017 30.11.2016
--- --- ---
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 4.085 1.735
Geleistete Anzahlungen 757 98
4.842 1.833
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 335 393
335 393
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 418.780 418.780
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 692.396 692.396
1.111.176 1.111.176
1.116.353 1.113.402

Die Zugänge zu den immateriellen Vermögensgegenständen belaufen sich im Geschäftsjahr 2017 auf T EUR 3.574 und betreffen im Wesentlichen Software und Lizenzen für Software.

Im Geschäftsjahr 2017 belaufen sich die Zugänge zu den Sachanlagen auf T EUR 59 und betreffen Geschäftsausstattung und geringwertige Anlagegüter.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen entfallen unverändert mit T EUR 418.780 vollumfänglich auf die Gerresheimer Holdings GmbH.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen resultieren aus dem mit Wirkung zum 19. Mai 2011 an die GERRESHEIMER GLAS GmbH ausgereichten Darlehen in Höhe von T EUR 296.100 (Vorjahr: T EUR 296.100), das eine Laufzeit bis zum 19. Mai 2018 hat. Darüber hinaus besteht ein langfristiges Darlehen an die Gerresheimer Holdings GmbH, das zum Stichtag 30. November 2017 mit T EUR 396.296 (Vorjahr: T EUR 396.296) valutiert. Die zum Stichtag abgegrenzten Zinsen für beide Darlehen werden in den Forderungen gegen verbundene Unternehmen gezeigt.

(15) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

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in T EUR 2017 2016
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5 -
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 480.245 320.128
Sonstige Vermögensgegenstände 753 1.300
481.003 321.428

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen in Höhe von T EUR 162.116 (Vorjahr: T EUR 109.371) gegen die GERRESHEIMER GLAS GmbH aus Cash-Pool-Forderungen sowie in Höhe von T EUR 64.940 (Vorjahr: T EUR 58.908) gegen die Gerresheimer Holdings GmbH aus Gewinnabführung. Zudem wurden kurzfristige USD-Darlehen in Höhe von T USD 297.856 (Vorjahr: T USD 160.116) an die Gerresheimer Glass Inc. vergeben, die zum Stichtag mit T EUR 251.376 (Vorjahr: T EUR 1 50.555) valutieren. Die übrigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von T EUR 1.813 (Vorjahr: T EUR 1.294) resultieren aus Lieferungen und Leistungen. Sämtliche Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Zur Absicherung des Währungsrisikos aus dem an die Gerresheimer Glass Inc. vergebenen USD-Darlehen wurden Devisenkontrakte abgeschlossen. Sowohl Darlehen als auch Sicherungsgeschäft werden bilanziell erfasst und bilden eine Bewertungseinheit.

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Risiko Grundgeschäft Sicherungsinstrument
Variable Art Art Betrag Art Betrag
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Währung Kontrahierter Zahlungsstrom Vermögensgegenstand 82 Mio. USD; umgerechnet: 69 Mio. EUR Dollarterminverkauf 82 Mio. USD
Währung Kontrahierter Zahlungsstrom Vermögensgegenstand 33 Mio. USD; umgerechnet: 28 Mio. EUR Dollarterminverkauf 33 Mio. USD
Währung Kontrahierter Zahlungsstrom Vermögensgegenstand 20 Mio. USD; umgerechnet: 17 Mio. EUR Dollarterminverkauf 20 Mio. USD
Währung Kontrahierter Zahlungsstrom Vermögensgegenstand 61 Mio. USD; umgerechnet: 51 Mio. EUR Dollarterminverkauf 61 Mio. USD
Währung Kontrahierter Zahlungsstrom Vermögensgegenstand 61 Mio. USD; umgerechnet: 51 Mio. EUR Dollarterminverkauf 61 Mio. USD
Währung Kontrahierter Zahlungsstrom Vermögensgegenstand 42 Mio. USD; umgerechnet: 35 Mio. EUR Dollarterminverkauf 42 Mio. USD

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Risiko Laufzeit
Variable (Designationszeitraum) Art der Bewertungseinheit Ermittlungsmethode Ausgleich - Gründe
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Währung 30.11.2017 - 31.01.2018 Micro-Hedge Barwertmethode Risikohomogenität
Währung 30.10.2017 -29.12.2017 Micro-Hedge Barwertmethode Risikohomogenität
Währung 30.10.2017 -29.12.2017 Micro-Hedge Barwertmethode Risikohomogenität
Währung 27.09.2017- 17.05.2018 Micro-Hedge Barwertmethode Risikohomogenität
Währung 27.09.2017- 17.05.2018 Micro-Hedge Barwertmethode Risikohomogenität
Währung 27.09.2017- 17.05.2018 Micro-Hedge Barwertmethode Risikohomogenität

(16) Flüssige Mittel

Diese Position enthält den Kassenbestand sowie Bankguthaben und kurzfristige Geldanlagen aus der frühzeitigen Refinanzierung, der am 19. Mai 2018 fälligen Schuldverschreibung in Höhe von T EUR 117.237 (Vorjahr: T EUR 0). Diese Geldanlagen sind jederzeit kündbar.

(17) Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält die noch nicht amortisierten Disagio-Beträge aus der am 19. Mai 2011 begebenen Schuldverschreibung. Das Disagio beläuft sich zum 30. November 2017 auf T EUR 120 (Vorjahr: T EUR 377) und wird über die Laufzeit der Schuldverschreibung bis zum 19. Mai 2018 ratierlich aufgelöst. Zudem sind hier Vorauszahlungen enthalten.

(18) Gezeichnetes Kapital

Zum 30. November 2017 beläuft sich das Grundkapital auf T EUR 31.400 (Vorjahr: T EUR 31.400), eingeteilt in 31.400.000 Stückaktien mit einem Nennwert von jeweils EUR 1,00. Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 6.280.000 durch Ausgabe von bis zu 6.280.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht.

(19) Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 26. April 2017 ermächtigt, das Grundkapital der Gerresheimer AG in der Zeit bis zum 25. April 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmalig um insgesamt bis zu T EUR 6.280 zu erhöhen.

(20) Kapitalrücklage

Zum 30. November 2017 beläuft sich die Kapitalrücklage unverändert auf T EUR 525.721.

(21) Bilanzgewinn

Im Geschäftsjahr 2017 entwickelte sich der Bilanzgewinn wie folgt:

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in T EUR
Jahresüberschuss Geschäftsjahr 2017 59.306
Gewinnvortrag 93.301
Bilanzgewinn zum 30.11.2017 152.607

(22) Steuerrückstellungen

Es handelt sich um die Rückstellung für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag in Höhe von T EUR 1.998 (Vorjahr: T EUR 688) und für Gewerbesteuer in Höhe von T EUR 3.195 (Vorjahr: T EUR 1.388). Davon entfallen die Steuerrückstellungen mit T EUR 2.430 (Vorjahr: T EUR 850) auf die Betriebsprüfungen für die Jahre 2013 bis 2015.

(23) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten überwiegend Rückstellungen für Personalkosten und Aufsichtsratsvergütungen, Drohverluste, Hauptversammlung und Geschäftsbericht, Projektkosten sowie Jahresabschlusskosten.

(24) Verbindlichkeiten

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in T EUR 30.11.2017 30.11.2016
Anleihen/Schuldverschreibung 308.055 308.055
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 675.848 425.294
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.285 485
Sonstige Verbindlichkeiten 819 1.057
davon aus Steuern 814 1.011
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 2 44
Summe 987.007 734.891

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

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in T EUR Restlaufzeit
bis 1 Jahr über 1 Jahr Summe davon über 5 Jahre
--- --- --- --- --- ---
Anleihen/Schuldverschreibung 30.11.2017 308.055 - 308.055 -
30.11.2016 8.055 300.000 308.055 -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30.11.2017 848 675.000 675.848 180.000
30.11.2016 294 425.000 425.294 235.500
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 30.11.2017 2.285 - 2.285 -
30.11.2016 485 - 485 -
Sonstige Verbindlichkeiten 30.11.2017 819 - 819 -
30.11.2016 1.057 - 1.057 -
davon aus Steuern 30.11.2017 814 - 814 -
30.11.2016 1.011 - 1.011 -
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 30.11.2017 2 - 2 -
30.11.2016 44 - 44 -
Summe 30.11.2017 312.007 675.000 987.007 180.000
30.11.2016 9.891 725.000 734.891 235.500

Die Gerresheimer AG hat am 19. Mai 2011 eine Schuldverschreibung mit einem Volumen von EUR 300,0 Mio. emittiert. Die Schuldverschreibung mit der ISIN XS0626028566 hat eine Laufzeit bis zum 19. Mai 2018 und einen jährlichen Zinskupon von 5,0 %. Der Ausgabekurs belief sich auf 99,4 %.

Der Erwerb der Centor US Holding Inc. am 1. September 2015 wurde im November 2015 durch eine erfolgreiche Schuldscheinemission der Gerresheimer AG in Höhe von EUR 425,0 Mio. sowie anteilig aus den Erlösen aufgrund der Veräußerung des Röhrenglasgeschäftes finanziert. Die am 2. November 2015 unterzeichneten und am 10. November 2015 ausgezahlten Schuldscheindarlehen der Gerresheimer AG teilen sich in eine fünfjährige Tranche über EUR 189,5 Mio., eine siebenjährige Tranche über EUR 210,0 Mio., sowie eine zehnjährige Tranche über EUR 25,5 Mio. auf. Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zum Teil auch variabel verzinst.

Aufgrund des günstigen Marktumfeldes erfolgte bereits am 27. September 2017 die vorgezogene Refinanzierung der im Mai 2018 auslaufenden und oben beschriebenen Schuldverschreibung durch die Emission von Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 250,0 Mio. Die Schuldscheindarlehen teilen sich auf in eine fünfjährige Tranche über EUR 95,5 Mio., eine siebenjährige Tranche über EUR 109,0 Mio. sowie eine zehnjährige Tranche über EUR 45,5 Mio. Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zu einem geringen Teil auch variabel verzinst.

(25) Passive latente Steuern

Gemäß dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB werden die latenten Steuern saldiert ausgewiesen. Zum Bilanzstichtag ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern ein Passivüberhang von T EUR 664 (Vorjahr: T EUR 1.604). Die Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz, die zu aktiven latenten Steuern führen, resultieren im Wesentlichen aus Pensionsrückstellungen, Verbindlichkeiten und sonstigen Rückstellungen. Die Differenzen, die zu passiven latenten Steuern führen, resultieren im Wesentlichen aus immateriellen Vermögensgegenständen, Geschäfts- oder Firmenwerten, Finanzanlagen und Grundstücken. Die Differenzen betreffen die Gerresheimer AG sowie die Gesellschaften, die zum steuerlichen Organkreis gehören.

SONSTIGE ANGABEN

(26) Haftungsverhältnisse

Die Gerresheimer AG hat zur Sicherheit der bei verbundenen Unternehmen bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten eine Mithaftung in Form einer Höchstbetragsbürgschaft über EUR 450,0 Mio. übernommen. Insgesamt ergibt sich für die Gerresheimer AG hieraus eine Mithaftung für Bankkredite von verbundenen Unternehmen von T EUR 315 zum Bilanzstichtag (Vorjahr: EUR 163,0 Mio.). Aufgrund der soliden Bilanz- und langfristigen Finanzierungsstruktur der Gerresheimer AG und ihrer Tochtergesellschaften ist mit einer Inanspruchnahme nach unseren Erkenntnissen nicht zu rechnen.

(27) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen belaufen sich zum 30. November 2017 auf T EUR 5.969 (Vorjahr: T EUR 6.507) und betreffen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen für Gebäude, PKW sowie EDV-Ausstattung.

Die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen werden wie folgt fällig:

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in T EUR 2017 2016
fällig innerhalb 1 Jahres 1.043 1.017
fällig 1 bis 5 Jahre 2.739 2.632
fällig nach 5 Jahren 2.187 2.858
Summe 5.969 6.507

(28) Mitarbeiter

Im Durchschnitt beschäftigte die Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2017 97 Angestellte (davon 10 leitendende und 87 andere Angestellte). Im Vorjahr waren 90 Angestellte in der Gerresheimer AG beschäftigt (davon 11 leitende und 79 andere Angestellte). Alle Mitarbeiter waren ausschließlich in der Verwaltung beschäftigt.

(29) Angaben zu Organmitgliedern

Dem Vorstand der Gerresheimer AG gehörten an:

Herr Dr. Christian Fischer, Düsseldorf (vom 1. August 2017 bis zum 5. Februar 2018), Vorstandsvorsitzender (vom 1. September 2017 bis zum 5. Februar 2018)
Herr Uwe Röhrhoff, Mönchengladbach, Vorstandsvorsitzender (bis 31. August 2017)
Herr Rainer Beaujean, Meerbusch, Finanzvorstand
Herr Dr. Lukas Burkhardt, Zürich (Schweiz), Vorstand Primary Packaging Glass (seit 1. Januar 2018)
Herr Andreas Schütte, Meerbusch, Vorstand Plastics & Devices

Jeder Vorstand vertritt die Gesellschaft gemeinschaftlich mit einem anderen Vorstand oder gemeinsam mit einem Prokuristen.

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder aus Festgehalt (inklusive Nebenleistungen) und erfolgsabhängiger Tantieme belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf T EUR 5.740 (Vorjahr: T EUR 4.935).

Details zur Vorstandsvergütung, die das Geschäftsjahr 2017 betreffen, können dem Vergütungsbericht im Lagebericht entnommen werden.

Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands der Gerresheimer AG belaufen sich auf T EUR 345 (Vorjahr: T EUR 0).

Eine Liste der Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2017 ist in diesem Anhang enthalten.

Die Gesamtbezüge für die Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2017 betrugen T EUR 1.072 (Vorjahr: T EUR 1.076). Details zur Aufsichtsratvergütung, die das Geschäftsjahr 2017 betreffen, können dem Vergütungsbericht im Lagebericht entnommen werden.

(30) Anteilsbesitz

Eine Übersicht über den Anteilsbesitz ist am Ende des Anhangs enthalten.

(31) Mitteilungen von Anteilseignern der Gesellschaft nach den Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG)

Gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 Aktiengesetz (AktG) muss das Bestehen einer Beteiligung, die nach § 20 Abs. 1 oder Abs. 4 AktG oder nach § 33 Abs. 1 oder Abs. 2 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) mitgeteilt worden ist, angegeben werden. Dabei ist der nach § 20 Abs. 6 AktG oder der nach § 40 Abs. 1 WpHG veröffentlichte Inhalt der Mitteilung anzugeben. Im Falle eines mehrfachen Erreichens, Über- oder Unterschreitens der in dieser Vorschrift genannten Schwellenwerte durch einen Meldepflichtigen wird jeweils die zeitlich letzte Mitteilung aufgeführt, die zu einer Erreichung bzw. Über- oder Unterschreitung geführt hat. Sämtliche Stimmrechtsmitteilungen, die der Gerresheimer AG zugegangen sind, können auf der Internetseite der Gesellschaft (www.gerresheimer.com/investor-relations/corporate-governance/ stimmrechtsmitteilungen.html) eingesehen werden.

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Meldepflichtiger Sitz Veröffentlichungsdatum Datum der Schwellenwertberührung Meldeschwelle
WS Management LLLP/ Gilchrist B. Berg Jacksonville, USA 1. Februar 2010/ 16. Februar 2010 25. Januar 2010 3 %
Eton Park Overseas Fund, Ltd. Camana Bay, Grand Cayman, Cayman Inseln 18. Juli 2012 10. Juli 2012 5 %
NN Group N.V. Amsterdam, Niederlande 17. September 2014 10. September 2014 5 %
Stichting Pensioenfonds ABP Heerlen, Niederlande 30. Juli 2015 27. Juli 2015 5 %
Templeton Investment Counsel LLC Wilmington, Delaware, USA 19. Februar 2016 12. Februar 2016 5 %
BNP Paribas Investment Partners S.A. Paris, Frankreich 16. Dezember 2016 7. Dezember 2016 5 %
Old Mutual Plc London, Großbritannien 11. Oktober 2017 3. Oktober 2017 3 %
Franklin Advisory Services LLC Wilmington, Delaware, USA 16. Oktober 2017 12. Oktober 2017 3 %
BlackRock Inc. Wilmington, Delaware, USA 29. Dezember 2017 22. Dezember 2017 3 %

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Meldepflichtiger Art der Schwellenwertberührung Zurechnungen gemäß WpHG Beteiligung in Stimmrechten Beteiligung

in %
WS Management LLLP/ Gilchrist B. Berg Überschreitung § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, 6 i.V.m. § 22 Abs. 1 Satz 2 974.402 3,10
Eton Park Overseas Fund, Ltd. Unterschreitung § 25 1.544.217 4,92
NN Group N.V. Überschreitung § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 1.632.500 5,20
Stichting Pensioenfonds ABP Überschreitung § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 1.602.791 5,10
Templeton Investment Counsel LLC Unterschreitung § 22 1.352.650 4,31
BNP Paribas Investment Partners S.A. Überschreitung § 22 1.593.164 5,07
Old Mutual Plc Unterschreitung 0 0,00
Franklin Advisory Services LLC Unterschreitung § 22 936.002 2,98
BlackRock Inc. Überschreitung § 22 1.011.718 3,22

(32) Honorar des Abschlussprüfers

Für die Angabe der für das Geschäftsjahr 2017 berechneten Abschlussprüferhonorare wird auf den Konzern-Abschluss der Gerresheimer AG zum 30. November 2017 verwiesen.

(33) Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben am 5. September 2017 eine jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz abgegeben. Die Erklärung wird auf der Internetseite der Gesellschaft (www.gerresheimer.com/investor-relations/corporate-governance/ entsprechenserklaerung.html) dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

(34) Vorschlag zur Gewinnverwendung

Wir schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn der Gerresheimer AG für das Geschäftsjahr 2017 wie folgt zu verwenden:

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in T EUR
Bilanzgewinn vor Ausschüttung der Dividende 152.607
Ausschüttung einer Dividende von EUR 1,10 je Stückaktie 34.540
Vortrag auf neue Rechnung 118.067

(35) Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Mit Übertragungsvereinbarung vom 20. Dezember 2017 wurden die bestehenden Verpflichtungen aus Pensionszusagen der GERRESHEIMER GLAS GmbH gegenüber zwei aktiven Vorstandsmitgliedern der Gerresheimer AG rückwirkend zum 1. Dezember 2017 (Übertragungszeitpunkt) auf die Gerresheimer AG übertragen. Bei einem Vorstandsmitglied steht die Übertragung noch unter dem Vorbehalt, dass die entsprechende Unterstützungskasse den Anträgen der Übertragungsvereinbarung zustimmt. Zum 30. November 2017 belaufen sich die zu übertragenden Pensionsrückstellungen der GERRESHEIMER GLAS GmbH auf T EUR 1.248. Der Präsidialausschuss des Aufsichtsrates der Gerresheimer AG hat der Übertragung mit Beschluss vom 18. Dezember 2017 zugestimmt.

Herr Dr. Christian Fischer, Vorsitzender des Vorstands der Gerresheimer AG, verlässt am 5. Februar 2018 die Gerresheimer AG mit sofortiger Wirkung. Herr Dr. Fischer hat aus persönlichen Gründen um die einvernehmliche vorzeitige Beendigung seiner Tätigkeit gebeten. Die Entscheidung beruht nicht auf unterschiedlichen Vorstellungen zur strategischen Ausrichtung oder der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat hat dem zugestimmt. Die Geschäfte der Gesellschaft werden bis zu einer Neubesetzung der Position des Vorsitzenden von den übrigen drei Mitgliedern des Vorstands geführt. Die Funktion des Vorstandssprechers übernimmt interimistisch der Finanzvorstand Rainer Beaujean. Andreas Schütte führt weiterhin den Geschäftsbereich Plastics & Devices. Zum 1. Januar 2018 hat Dr. Lukas Burkhardt den Geschäftsbereich Primary Packaging Glass übernommen.

Daneben sind nach dem Bilanzstichtag keine weiteren für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gerresheimer AG wesentlichen Ereignisse eingetreten.

(36) Konzernverhältnisse

Als Mutterunternehmen stellt die Gerresheimer AG nach § 315a Abs. 1 HGB einen Konzern-Abschluss auf der Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS) auf. Ein Konzern-Abschluss nach handelsrechtlichen Vorschriften wird daher nicht aufgestellt. Der Konzern-Abschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Düsseldorf, 6. Februar 2018

Rainer Beaujean Dr. Lukas Burkhardt Andreas Schütte

ANTEILSBESITZLISTE

Geschäftsjahr 2017 (1. Dezember 2016 bis 30. November 2017)

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in Euro/Landeswährung/nach lokalem Handelsrecht Beteiligungsanteil (direkt und indirekt) Währung Eigenkapital Ergebnis
Direkte Beteiligung
Gerresheimer Holdings GmbH, Düsseldorfa) 100,00 % Mio. EUR 418,8 b)
Indirekte Beteiligung
Asien
Gerresheimer Medical Plastic Systems Dongguan Co. Ltd., Wang Niu Dun Town, Dongguan City (China)h) 100,00 % Mio. CNY 108,0 19,90
Gerresheimer Pharmaceutical Packaging Mumbai Private Ltd., Mumbai (Indien) 100,00 % Mio. INR 32,0 -169,40
Gerresheimer Singapore Pte. Ltd., Singapur (Singapur) 100,00 % Mio. SGD 0,2 0,01
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) 60,00 % Mio. CNY 176,5 10,90
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) 60,00 % Mio. CNY 100,0 30,03
Neutral Glass & Allied Industries Private Ltd., Mumbai (Indien) 100,00 % Mio. INR 265,3 -328,33
Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien) 75,00% Mio. INR 1.392,0 167,27
Europa
DSTR SLU, Epila (Spanien) 100,00 % Mio. EUR 0,5 -0,02
Gerresheimer Boleslawiec S.A., Boleslawiec (Polen) 100,00 % Mio. PLN 169,5 16,38
Gerresheimer Bünde GmbH, Bündea) 100,00 % Mio. EUR 12,7 b)
Gerresheimer Chalon SAS, Chalon-sur-Saone (Frankreich) 100,00 % Mio. EUR 0,7 -2,22
Gerresheimer Denmark A/S, Vaerloese (Dänemark) 100,00 % Mio. DKK 239,6 -0,20
Gerresheimer Essen GmbH, Essena) 100,00 % Mio. EUR 4,2 b)
GERRESHEIMER GLAS GmbH, Düsseldorfa) 100,00 % Mio. EUR 493,8 b)
Gerresheimer Group GmbH, Düsseldorfa) 100,00 % Mio. EUR 418,7 b)
Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH, Düsseldorfa),c) 100,00 % Mio. EUR - b)
Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH & Co. Objekt Düsseldorf KG, Düsseldorfd),e) 100,00 % Mio. EUR 2,1 0,16
Gerresheimer Horsovsky Tyn spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechische Republik) 100,00 % Mio. CZK 1.962,3 681,48
Gerresheimer item GmbH, Münstera) 100,00 % Mio. EUR 0,1 b)
Gerresheimer Küssnacht AG, Küssnacht (Schweiz) 100,00 % Mio. EUR 19,9 8,12
Gerresheimer Lohr GmbH, Lohr/Maina) 100,00 % Mio. EUR 5,3 b)
Gerresheimer Medical Plastic Systems GmbH, Regensburga), c) 100,00 % Mio. EUR - b)
Gerresheimer Momignies S.A., Momignies (Belgien) 100,00 % Mio. EUR 24,5 -0,79
Gerresheimer Moulded Glass GmbH, Tettaua), c) 100,00 % Mio. EUR - b)
Gerresheimer Plastic Packaging SAS, Besancon (Frankreich) 100,00 % Mio. EUR 1,0 0,94
Gerresheimer Regensburg GmbH, Regensburga) 100,00 % Mio. EUR 278,0 b)
Gerresheimer Spain S.L.U., Epila (Spanien) 100,00 % Mio. EUR 0,4 -0,26
Gerresheimer Tettau GmbH, Tettaua) 100,00 % Mio. EUR 12,4 b)
Gerresheimer Vaerloese A/S, Vaerloese (Dänemark) 100,00 % Mio. DKK 168,4 55,31
Gerresheimer Valencia SLU in LIQ, Masalaves (Spanien) 99,91 % Mio. EUR -0,7 0,32
Gerresheimer Werkzeugbau Wackersdorf GmbH, Wackersdorfa) 100,00 % Mio. EUR 0,5 b)
Gerresheimer Wertheim GmbH, Wertheima) 100,00 % Mio. EUR 1,1 b)
Gerresheimer Zaragoza S.A., Epila (Spanien) 99,91 % Mio. EUR 0,8 -0,25
Amerika
Centor Inc , Perrysburg, OH (USA) 100,00 % Mio. USD 661,3 26,73
Centor Pharma Inc , Perrysburg, OH (USA)c), f) 100,00 % Mio. USD - -
Centor US Holding Inc , Perrysburg, OH (USA) 100,00 % Mio. USD 731,2 0,02
Gerresheimer Buenos Aires S A , Buenos Aires (Argentinien) 99,91 % Mio. ARS 18,2 -0,25
Gerresheimer Glass Inc , Vineland, NJ (USA) 100,00 % Mio. USD 571,6 -16,02
Gerresheimer Mexico Holding LLC, Wilmington, DE (USA) 100,00 % Mio. USD 18,7 0,48
Gerresheimer MH Inc , Wilmington, DE (USA)c) 100,00 % Mio. USD - 0,47
Gerresheimer Peachtree City (USA) L P, Peachtree City, GA (USA) 100,00 % Mio. USD 0,9 0,87
Gerresheimer Peachtree City Inc , Peachtree City, GA (USA)c) 100,00 % Mio. USD - 0,01
Gerresheimer Plasticos Sao Paulo Ltda., Embu (Brasilien) 100,00 % Mio. BRL 261,4 13,21
Gerresheimer Queretaro S.A., Queretaro (Mexiko)h) 100,00 % Mio. MXN 0,6 0,14
Gerresheimer Sistemas Plasticos Medicinais Sao Paulo Ltda., Indaiatuba (Brasilien) 100,00 % Mio. BRL 44,2 7,72
Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA) 51,00 % Mio. USD 8,1 -0,24
Assoziierte Unternehmen
Gerresheimer Tooling LLC, Peachtree City, GA (USA)h) 30,00 % Mio. USD 1,1 0,37
PROFORM CNC Nastrojarna spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechische Republik)f), h) 40,59 % Mio. CZK 2,3 -
Nicht konsolidierte Unternehmen
Nouvelles Verreries de Momignies Inc, Larchmont, NY (USA)g) 100,00 % Mio. USD - -
Corning Pharmaceutical Packaging LLC, Wilmington, DE (USA)f), h) 25,00 % Mio. USD 0,3 -

a) Die Gesellschaften sind gemäß § 264 Abs. 3 HGB von der Aufstellung eines Anhangs und Lageberichts sowie teilweise von der Prüfungspflicht und der Offenlegung des Jahresabschlusses befreit.

b) Es besteht ein Gewinnabführungsvertrag.

c) Eigenkapital unter 50 (Währung in '000).

d) Die GERRESHEIMER GLAS GmbH, Düsseldorf, ist Kommanditistin.

e) Die Gesellschaft hat von der Befreiung gemäß § 264b HGB Gebrauch gemacht.

f) Ergebnis unter T EUR 5.

g) Die Gesellschaft erstellt keinen Jahresabschluss mehr

h) Zugrunde gelegter Jahresabschluss 30. November 2016 bzw. 31. Dezember 2016.

Für die Umrechnung der in Landeswährung angegebenen EigenkapitalBeträge ist der jeweilige Stichtagskurs anzuwenden, der sich aus der folgenden Tabelle ergibt. Die angegebenen Ergebnisse sind mit dem entsprechenden Durchschnittskurs umzurechnen.

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Stichtagskurs Durchschnittskurs
1 EUR Währung 30.11.2017 30.11.2016 2017 2016
--- --- --- --- --- ---
Argentinien ARS 20,6670 16,6599 18,5051 15,7970
Brasilien BRL 3,8668 3,6118 3,5972 3,9023
Schweiz CHF 1,1699 1,0803 1,1060 1,0914
China CNY 7,8377 7,3205 7,5925 7,2798
Tschechische Republik CZK 25,4910 27,0600 26,4608 27,0420
Dänemark DKK 7,4417 7,4403 7,4383 7,4484
Indien INR 76,3875 72,8590 73,3309 73,9900
Mexiko MXN 22,0035 21,8775 21,3084 20,2194
Polen PLN 4,1955 4,4483 4,2764 4,3534
Singapur SGD 1,5986 - 1,5518 -
Vereinigte Staaten von Amerika USD 1,1849 1,0635 1,1200 1,1026

ORGANE

AUFSICHTSRAT

Geschäftsjahr 2017

Dr. Axel Herberg

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Geschäftsführender Gesellschafter der CCC Investment GmbH

a) Leica Camera AG

b) Leica Gruppe (Fotografie und Sportoptik)

Lisa Germany Holding GmbH

Vetter Pharma-Fertigungs GmbH & Co. KG

Francesco Grioli

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats

Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG Bergbau,

Chemie, Energie

a) BASF SE

Villeroy & Boch AG

b) Steag New Energies GmbH (stellvertretender Vorsitzender)

(bis 31. Dezember 2017)

Villeroy & Boch Fliesen GmbH

Andrea Abt

Master of Business Administration

Ehemals Leiterin Supply Chain Management des Sektors

Infrastruktur der Siemens AG

b) Brammer plc., Großbritannien (bis 6. Februar 2017)

SIG plc., Großbritannien

Petrofac Ltd., Jersey

Lydia Armer (bis 26. April 2017)

Mitglied des Betriebsrats der Gerresheimer Regensburg GmbH

a) Gerresheimer Regensburg GmbH

Heike Arndt (seit 26. April 2017)

Stellvertretende Landesbezirksleiterin Westfalen der IG Bergbau, Chemie, Energie

a) RAG Verkauf GmbH

b) Wohnungsbaugesellschaft für das Rheinische Braunkohlenrevier mbH (bis 31. August 2017)

GSG Wohnungsbau Braunkohle GmbH (bis 31. August 2017)

DTM GmbH & Co. KG (stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende)

Dr. Karin Dorrepaal

Unternehmensberaterin

Ehemaliges Mitglied des Vorstands der Schering AG

a) Paion AG (stellvertretende Vorsitzende)

b) Triton Beteiligungsberatung GmbH

Almirall S.A., Spanien

Kerry Group plc, Irland

Humedics GmbH (Vorsitzende)

Julius Clinical Research BV, Niederlande

Franz Hartinger (seit 26. April 2017)

Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Regensburg GmbH

a) Gerresheimer Regensburg GmbH (seit 5. Juli 2017)

Eugen Heinz (bis 26. April 2017)

Mitglied des Betriebsrats der Gerresheimer Lohr GmbH

Seppel Kraus (bis 26. April 2017)

Landesbezirksleiter Bayern der IG Bergbau, Chemie, Energie

a) Hexal AG

Novartis Deutschland GmbH

Wacker Chemie AG

Dr. Peter Noe

Diplom-Kaufmann

Ehemaliges Mitglied des Vorstands der Hochtief AG

b) BlackRock Asset Management Schweiz AG, Schweiz

Markus Rocholz

Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Essen GmbH

a) Gerresheimer Tettau GmbH

Paul Schilling (seit 26. April 2017)

Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Bünde GmbH

Katja Schnitzler

Bereichsleiterin Group Business Excellence & Continuous Improvement der Gerresheimer AG

Theodor Stuth

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater

b) Wickeder Holding GmbH

Wickeder Profile Walzwerk GmbH

Linet Group SE, Niederlande

Udo J. Vetter

Pharmazeut und geschäftsführender Gesellschafter der UV-Cap GmbH & Co. KG

a) ITM AG (Vorsitzender)

b) Vetter Pharma-Fertigungs GmbH & Co. KG (Vorsitzender)

HSM GmbH & Co. KG

Gland Pharma Pte. Ltd., Indien (bis 30. September 2017)

Paschal India Pvt. Ltd., Indien (Vorsitzender)

a) Mitgliedschaft in anderen nach deutschen Gesetzen zu bildenden Aufsichtsräten

b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen

VORSTAND

Geschäftsjahr 2017

Dr. Christian Fischer (vom 1. August 2017 bis zum 5. Februar 2018)

Vorstandsvorsitzender (vom 1. September 2017 bis zum 5. Februar 2018)

a) Gerresheimer Tettau GmbH (Vorsitzender) (seit 18. August 2017)

Gerresheimer Regensburg GmbH (Vorsitzender) (seit 18. August 2017)

b) Gerresheimer Glass Inc., USA (Vorsitzender) (seit 18. August 2017)

Gerresheimer Queretaro S.A., Mexiko (Vorsitzender)

(seit 18. August 2017)

Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang)

Co. Ltd., China (Vorsitzender) (seit 1. September 2017)

Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang)

Co. Ltd., China (Vorsitzender) (seit 1. September 2017)

Corning Pharmaceutical Packaging LLC, USA (seit 18. August 2017)

Uwe Röhrhoff (bis 31. August 2017)

Vorstandsvorsitzender

a) Gerresheimer Tettau GmbH (Vorsitzender) (bis 18. August 2017)

Gerresheimer Regensburg GmbH (Vorsitzender) (bis 18. August 2017)

Klöckner & Co SE (stellvertretender Vorsitzender) (seit 12. Mai 2017)

b) Gerresheimer Glass Inc., USA (Vorsitzender) (bis 18. August 2017)

Gerresheimer Momignies S.A., Belgien (Vorsitzender) (bis 12. Juli 2017)

Gerresheimer Queretaro S.A., Mexiko (Vorsitzender)

(bis 18. August 2017)

Neutral Glass and Allied Industries Pvt. Ltd., Indien (bis 13. Juli 2017)

Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang)

Co. Ltd., China (Vorsitzender) (bis 31. August 2017)

Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang)

Co. Ltd., China (Vorsitzender) (bis 31. August 2017)

Corning Pharmaceutical Packaging LLC, USA (bis 18. August 2017)

Catalent Inc., USA (seit 3. Februar 2017)

Rainer Beaujean

Vorstandssprecher (seit 5. Februar 2018)

a) Gerresheimer Tettau GmbH (stellvertretender Vorsitzender)

Gerresheimer Regensburg GmbH (stellvertretender Vorsitzender)

b) Gerresheimer Glass Inc., USA Gerresheimer Momignies S.A. (seit 12. Juli 2017)

Kimble Chase Holding LLC, USA (Vorsitzender)

Centor US Holding Inc., USA

Centor Inc., USA

Centor Pharma Inc., USA

Dr. Lukas Burkhardt (seit 1. Januar 2018)

Andreas Schütte

a) Gerresheimer Regensburg GmbH (seit 1. September 2017)

b) Gerresheimer Denmark A/S, Dänemark (Vorsitzender)

Gerresheimer Vaerloese A/S, Dänemark (Vorsitzender)

Gerresheimer Zaragoza S.A., Spanien (stellvertretender Vorsitzender)

Gerresheimer Plasticos Sao Paulo Ltda., Brasilien

Gerresheimer Boleslawiec S.A., Polen (Vorsitzender)

Triveni Polymers Pvt. Ltd., Indien

Centor US Holding Inc., USA (Vorsitzender)

Centor Inc., USA (Vorsitzender)

Centor Pharma Inc., USA (Vorsitzender)

a) Mitgliedschaft in anderen nach deutschen Gesetzen zu bildenden Aufsichtsräten

b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen

ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Düsseldorf, 6. Februar 2018

Rainer Beaujean

Dr. Lukas Burkhardt

Andreas Schütte

Bestätigungsvermerk DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Gerresheimer AG, Düsseldorf

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Gerresheimer AG, Düsseldorf, -bestehend aus der Bilanz zum 30. November 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2016 bis zum 30. November 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Gerresheimer AG, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2016 bis zum 30. November 2017 geprüft. Den im Lagebericht enthaltenen Abschnitt "Nicht finanzielle Konzernerklärung gem. CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz" haben wir nicht inhaltlich geprüft. Ferner haben wir die im Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. November 2017 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2016 bis zum 30. November 2017 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2016 bis zum 30. November 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungs-sachverhalte dar:

1 Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

2 Ermittlung der Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:

a Sachverhaltsbeschreibung (einschließlich Verweis auf zugehörige Angaben im Jahresabschluss)

b Prüferisches Vorgehen

c Wichtige Erkenntnisse

1 Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

a Im Jahresabschluss der Gerresheimer AG werden Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von Mio. EUR 418,8 (24,4 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt nach den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag. Die Gerresheimer AG hat zum Abschlussstichtag die Werthaltigkeit der Anteile durch intern durchgeführte Unternehmensbewertungen überprüft. Der beizulegende Wert der Anteile an verbundenen Unternehmen wurde als Barwert der künftigen Zahlungsströme mittels Discounted Cashflow Verfahren ermittelt, wobei die vom Vorstand erstellte und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommene Unternehmensplanung zugrunde gelegt wurde. Hierbei wurden auch Erwartungen über die künftige Marktentwicklung und länderspezifische Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Größen berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgte mittels der gewichteten Kapitalkosten. Das Ergebnis dieser Bewertungen ist in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch den Vorstand und von dem verwendeten Diskontierungszinssatz abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet, weswegen dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung war.

Die Angaben der Gesellschaft zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen sind im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie in Abschnitt 14 des Anhangs enthalten.

b Bei unserer Prüfung der beizulegenden Werte der Anteile an verbundenen Unternehmen haben wir unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten unter anderem das methodische Vorgehen zur Bewertung nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten Kapitalkosten beurteilt. Zudem haben wir uns davon überzeugt, dass die der Bewertung zugrunde liegenden künftigen Zahlungsmittelzuflüsse im Zusammenhang mit den angesetzten gewichteten Kapitalkosten insgesamt eine sachgerechte Grundlage für den Werthaltigkeitstest der Anteile an verbundenen Unternehmen bilden. Bei unserer Einschätzung der Ergebnisse der Bewertung haben wir uns unter anderem auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie auf umfangreiche Befragungen des Vorstands zu den wesentlichen Werttreibern, die den erwarteten Zahlungsmittelzuflüssen zugrunde liegen, gestützt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern einschließlich der gewichteten Kapitalkosten beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen.

c Die diskontierten künftigen Cashflows der Anteile an verbundenen Unternehmen übersteigen den Buchwert. Die vom Vorstand verwendeten Bewertungsparameter und -annahmen bewegen sich innerhalb der Bandbreiten der branchenspezifischen Markterwartungen.

2 Ermittlung der Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen

a In dem Jahresabschluss der Gerresheimer AG werden Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von Mio. EUR 64,9 ausgewiesen. Der Posten war aus unserer Sicht aufgrund der zentralen Bedeutung für die Ertragslage der Gesellschaft und deren Ausschüttungspotenzial von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung. Die Angaben der Gesellschaft zu den Erträgen aus Ergebnisabführungsverträgen sind in Abschnitt 9 des Anhangs enthalten.

b Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns von der korrekten Ermittlung und Erfassung der Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen überzeugt. Hierzu haben wir unter anderem die ordnungsgemäße Durchführung des Ergebnisabführungsvertrags mit der unmittelbaren Tochtergesellschaft sowie die Verträge und Beschlüsse auf den Ebenen darunter gewürdigt. Zur Verifizierung der erfassten Beträge lagen uns für die wesentlichen Konzerngesellschaften die mit einem uneingeschränkten Vermerk versehenen Jahresabschlüsse oder Reporting Packages vor bzw. haben wir die Prüfungen selbst durchgeführt.

c Die Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen resultieren aus der unmittelbaren Tochtergesellschaft Gerresheimer Holdings GmbH, die ihrerseits Ergebnisse ihrer unmittelbaren und mittelbaren Beteiligungen direkt und indirekt vereinnahmt hat.

Sonstige Informationen

Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

den im Lagebericht enthaltenen Abschnitt "Nicht finanzielle Konzernerklärung gem. CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz",
die im Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung und
die Versicherung nach § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB zum Jahresabschluss und die Versicherung nach § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Lagebericht.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 26. April 2017 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 5. September 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2008/2009 als Abschlussprüfer der Gerresheimer AG, Düsseldorf, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist René Kadlubowski.

Düsseldorf, den 6. Februar 2018

**Deloitte GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Bedenbecker, Wirtschaftsprüfer

Kadlubowski, Wirtschaftsprüfer

IMPRESSUM

Herausgeber

Gerresheimer AG

Klaus-Bungert-Straße 4

40468 Düsseldorf

Deutschland

Tel +49 211 6181-00

Fax +49 211 6181-295

E-Mail [email protected]

www.gerresheimer.com

Konzept und Gestaltung

Kirchhoff Consult AG, Hamburg

Text

Gerresheimer AG, Düsseldorf

Gerresheimer AG

Klaus-Bungert-Straße 4

40468 Düsseldorf

Deutschland

Tel +49 211 61 81 - 00

Fax +49 211 61 81-295

E-Mail [email protected]

www.gerresheimer.com

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2017 intensiv mit der Lage des Unternehmens befasst und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Verpflichtungen wahrgenommen. Zu diesen zählen Beratungen auf der Basis regelmäßiger, zeitnaher und umfassender Informationen durch den Vorstand, die Einbindung des Aufsichtsrats in Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen sowie die notwendige Überwachung der Geschäftsführung.

Der Aufsichtsrat ließ sich eingehend über die wirtschaftliche Entwicklung und die finanzielle Lage des Unternehmens einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance unterrichten. Nach gründlicher Prüfung und Beratung gab er in vier Aufsichtsratssitzungen und zweimal im Rahmen schriftlicher Umlaufbeschlüsse sein Votum zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands ab, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsgemäßen Bestimmungen bzw. den Regelungen der Geschäftsordnung erforderlich war. Darüber hinaus stand der Vorsitzende des Aufsichtsrats in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand und hier insbesondere mit dessen jeweiligem Vorsitzenden. Diese unterrichteten den Aufsichtsratsvorsitzenden laufend und zeitnah über wichtige Entwicklungen und anstehende Entscheidungen.

PERSONELLE VERÄNDERUNGEN IM VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2017 Dr. Axel Herberg als Vorsitzender, Francesco Grioli als stellvertretender Vorsitzender, Andrea Abt, Lydia Armer (bis 26. April 2017), Heike Arndt (seit 26. April 2017), Dr. Karin Dorrepaal, Franz Hartinger (seit 26. April 2017), Eugen Heinz (bis 26. April 2017), Seppel Kraus (bis 26. April 2017), Dr. Peter Noé, Markus Rocholz, Paul Schilling (seit 26. April 2017), Katja Schnitzler, Theodor Stuth und Udo J. Vetter an.

Uwe Röhrhoff schied mit Ablauf des 31. August 2017 als Vorsitzender des Vorstands aus der Gesellschaft aus. In seiner Sitzung am 13. Februar 2017 bestellte der Aufsichtsrat Dr. Christian Fischer ab dem 1. August 2017 zum Mitglied des Vorstands und ernannte ihn ab dem 1. September 2017 zu dessen Vorsitzendem. Die Bestellung von Dr. Christian Fischer zum Mitglied des Vorstands wurde mit Zustimmung des Aufsichtsrats zum Ablauf des 5. Februar 2018 einvernehmlich beendet. Weiterhin gehörten Rainer Beaujean und Andreas Schütte dem Vorstand der Gesellschaft im gesamten Geschäftsjahr 2017 an. Rainer Beaujean wurde vom Aufsichtsrat am 5. Februar 2018 zum Sprecher des Vorstands ernannt.

SITZUNGEN UND BESCHLÜSSE DES AUFSICHTSRATS

Im Berichtsjahr fanden vier Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Gegenstand regelmäßiger Beratungen im Aufsichtsratsplenum waren die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des gesamten Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche. Zusätzlich fasste der Aufsichtsrat zwei Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren.

In der Aufsichtsratssitzung am 13. Februar 2017 wurden der Jahresabschluss und der Lagebericht der Gerresheimer AG sowie der Konzern-Abschluss und der Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016, der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie der Bericht des Aufsichtsrats gebilligt. Der Jahresabschluss war damit festgestellt. Ferner bestellte der Aufsichtsrat Dr. Christian Fischer mit Wirkung zum 1. August 2017 zum Mitglied des Vorstands und ernannte ihn zum 1. September 2017 zu dessen Vorsitzendem. Zugleich beendete der Aufsichtsrat einvernehmlich die Bestellung von Uwe Röhrhoff zum Mitglied des Vorstands und seine Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands mit Ablauf des 31. August 2017. In dieser Sitzung verabschiedete der Aufsichtsrat zudem seine Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung am 26. April 2017.

In seiner konstituierenden Sitzung unmittelbar nach der ordentlichen Hauptversammlung am 26. April 2017 wählte der Aufsichtsrat Dr. Axel Herberg wieder zu seinem Vorsitzenden, Francesco Grioli zu seinem stellvertretenden Vorsitzenden sowie alle Mitglieder und Vorsitzenden des Vermittlungsausschusses, Präsidialausschusses, Prüfungsausschusses und Nominierungsausschusses. Ferner beschloss der Aufsichtsrat eine neue Zielquote für den Frauenanteil im Vorstand der Gesellschaft von einer Frau bis zum 26. April 2022.

Gegenstand des schriftlichen Umlaufbeschlusses des Aufsichtsrats vom 7. Juli 2017 war die Zustimmung zum Abschluss eines Lizenzvertrags mit der West Pharmaceutical Services Inc. über ein integriertes, passives Spritzensicherheitssystem.

Durch schriftlichen Umlaufbeschluss vom 9. August 2017 stimmte der Aufsichtsrat der Emission von Schuldscheindarlehen von bis zu EUR 250,0 Mio. zur Refinanzierung der bestehenden Schuldverschreibung zu. Die aufgenommenen Barmittel sind übergangsweise zur Rückführung des revolvierenden Darlehens aus der Rahmenkreditfinanzierung zu verwenden.

Der Aufsichtsrat bestellte in seiner Sitzung am 5. September 2017 Dr. Lukas Burkhardt zum Mitglied des Vorstands ab dem 1. Januar 2018 und änderte zu diesem Zeitpunkt die Geschäftsordnung für den Vorstand. Danach übernimmt Dr. Lukas Burkhardt die Zuständigkeit für den Geschäftsbereich Primary Packaging Glass. Ferner beschäftigte sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit der jährlichen Entsprechenserklärung gemäß § 161 Aktiengesetz, der Änderung der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat und der Beauftragung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2017.

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Aufsichtsratssitzung vom 22. November 2017 bildeten die mittelfristige Planung des Konzerns und die Zustimmung zum Budget für das Geschäftsjahr 2018.

Mit Ausnahme von Seppel Kraus und Heike Arndt, die an je einer Sitzung des Aufsichtsrats entschuldigt verhindert waren, nahmen sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2017 an allen Sitzungen des Aufsichtsrats und den beiden schriftlichen Umlaufbeschlüssen teil.

Nach Beendigung des Berichtsjahres beschloss der Aufsichtsrat in einer Telefonkonferenz am 5. Februar 2018 seine Zustimmung zum Abschluss einer Vereinbarung zwischen der Gesellschaft und Dr. Christian Fischer zur sofortigen Beendigung seines Vorstandsamts und der Beendigung seines Anstellungsverhältnisses.

SITZUNGEN UND BESCHLÜSSE DER AUSSCHÜSSE

Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat vier Ausschüsse gebildet: Den Vermittlungsausschuss nach § 27 Absatz 3 Mitbestimmungsgesetz, den Präsidialausschuss, den Prüfungsausschuss und den Nominierungsausschuss. Diese Ausschüsse bereiten Themen zur Beschlussfassung im Plenum des Aufsichtsrats vor und sind in bestimmten Fällen auch selbst entscheidungsbefugt. Der Vermittlungsausschuss und der Präsidialausschuss bestehen aus jeweils zwei Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer. Der Prüfungsausschuss ist ebenfalls paritätisch besetzt und besteht aus sechs Mitgliedern. Der Nominierungsausschuss hat drei Mitglieder und ist ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt.

Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Entscheidungen über die Vorstandsvergütung. Anstelle des Aufsichtsrats entscheidet der Präsidialausschuss unter anderem über Abschluss, Änderung und Beendigung der Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder, soweit es nicht um Vergütungsfragen geht, die dem Aufsichtsratsplenum vorbehalten sind. Der Präsidialausschuss tagte im Berichtsjahr in drei Sitzungen am 19. Dezember 2016, 7. Februar 2017 und 20. Juli 2017 und befasste sich schwerpunktmäßig mit der Nachfolge im Vorstandsvorsitz sowie der Bestellung von Dr. Lukas Burkhardt zum Mitglied des Vorstands. Ferner stimmte der Präsidialausschuss im Rahmen eines schriftlichen Umlaufbeschlusses am 9. März 2017 der Tätigkeit von Uwe Röhrhoff als Mitglied des Aufsichtsrats einer konzernfremden Gesellschaft zu. Nach Beendigung des Berichtsjahres befasste sich der Präsidialausschuss im Rahmen einer Telefonkonferenz am 30. Januar 2018 mit der möglichen vorzeitigen Beendigung der Tätigkeit von Dr. Christian Fischer für die Gesellschaft und beschloss die Einberufung einer Aufsichtsratssitzung zu diesem Thema am 5. Februar 2018.

Zu den Aufgaben des Prüfungsausschusses zählen insbesondere die Vorbereitung der Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzern-Abschlusses sowie die Erörterung der Quartalsfinanzberichte und des Halbjahresfinanzberichts. Ferner befasst sich der Prüfungsausschuss mit der Überwachung der Rechnungslegung und des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems, der Abschlussprüfung sowie der Compliance. Zudem obliegt dem Prüfungsausschuss die Zustimmung zur Vergabe von Nichtprüfungsleistungen an den Abschlussprüfer. Der Prüfungsausschuss tagte in vier Sitzungen am 13. Februar 2017, 5. April 2017, 12. Juli 2017 und 10. Oktober 2017. Schwerpunkte der Beratungen waren die Berichte über die Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2016 sowie die Quartalsfinanzberichte und der Halbjahresfinanzbericht 2017. Ferner befasste sich der Prüfungsausschuss mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung und der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2017 sowie der Festlegung und Überwachung des Prüfungsablaufs und der Prüfungsschwerpunkte einschließlich der Vereinbarung des Prüfungshonorars. Weiterer Gegenstand der Beratungen waren die Wirksamkeit des internen Revisionssystems und die Compliance der Gesellschaft. Im Rahmen eines schriftlichen Umlaufbeschlusses stimmte der Prüfungsausschuss zudem am 17. März 2017 der Beauftragung des Abschlussprüfers für bestimmte Nichtprüfungsleistungen zu.

Der Nominierungsausschuss empfiehlt dem Aufsichtsrat für dessen Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Besetzung der Aufsichtsratsmandate als Vertreter der Anteilseigner. Im abgelaufenen Geschäftsjahr tagte der Nominierungsausschuss am 25. Januar 2017 und fasste Beschlussempfehlungen im Hinblick auf die Wahl der Aufsichtsräte durch die Hauptversammlung am 26. April 2017.

Der Vermittlungsausschuss hat im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht getagt.

Mit Ausnahme von Dr. Axel Herberg, der an einer Sitzung des Prüfungsausschusses entschuldigt verhindert war, haben an allen Sitzungen der Aufsichtsratsausschüsse sowie am schriftlichen Umlaufbeschluss des Prüfungsausschusses im Geschäftsjahr 2017 jeweils alle Ausschussmitglieder teilgenommen.

CORPORATE GOVERNANCE

Der Aufsichtsrat hat die Weiterentwicklung der Corporate-Governance-Standards fortlaufend beobachtet. Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft berichten über die Corporate Governance des Gerresheimer Konzerns auf den Seiten 25 bis 27 des Geschäftsberichts. Vorstand und Aufsichtsrat haben am 5. September 2017 die jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz abgegeben und diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

INTERESSENKONFLIKTE

Gemäß Ziffer 5.5.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex sollen Aufsichtsratsmitglieder Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat gegenüber offenlegen. Im Berichtsjahr 2017 sind keine Interessenkonflikte aufgetreten.

JAHRESABSCHLUSS UND KONZERN-ABSCHLUSS 2017

Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Lagebericht der Gerresheimer AG sowie den Konzern-Abschluss und den Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2016 bis zum 30. November 2017 geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Gerresheimer AG, der Konzern-Abschluss, der Konzern-Lagebericht, der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2017 lagen dem Aufsichtsrat zur Prüfung vor. Der Prüfungsausschuss hat die Dokumente in seiner Sitzung am 20. Februar 2018 im Detail erörtert und geprüft sowie Beschlussempfehlungen an den Aufsichtsrat ausgesprochen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der Gerresheimer AG, den Konzern-Abschluss, den Konzern-Lagebericht, den Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie die hierzu erstatteten Prüfungsberichte des Abschlussprüfers in der Aufsichtsratssitzung am 20. Februar 2018 geprüft. Der Abschlussprüfer war bei den Sitzungen des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats anwesend und berichtete über den Verlauf und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er stand für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und nach eigener Prüfung schließt sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an und erklärt, dass keine Einwendungen zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat zugestimmt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gerresheimer Konzerns für ihren Beitrag zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Gerresheimer Konzerns im Geschäftsjahr 2017.

Düsseldorf, den 20. Februar 2018

Dr. Axel Herberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats