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Gerresheimer AG Annual Report 2016

Mar 17, 2017

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Annual Report

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Gerresheimer AG

Düsseldorf

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.12.2015 bis zum 30.11.2016

AUF DEM RICHTIGEN WEG

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2016 intensiv mit der Lage des Unternehmens befasst und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Verpflichtungen wahrgenommen. Zu diesen zählen Beratungen auf der Basis regelmäßiger, zeitnaher und umfassender Informationen durch den Vorstand, die Einbindung des Aufsichtsrats in Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen sowie die notwendige Überwachung der Geschäftsführung.

Der Aufsichtsrat ließ sich eingehend über die wirtschaftliche Entwicklung und die finanzielle Lage des Unternehmens einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance unterrichten. Nach gründlicher Prüfung und Beratung gab er in vier Aufsichtsratssitzungen sein Votum zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands ab, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsgemäßen Bestimmungen bzw. den Regelungen der Geschäftsordnung erforderlich war. Darüber hinaus stand der Vorsitzende des Aufsichtsrats in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand und hier insbesondere mit dessen Vorsitzendem. Dieser unterrichtete den Aufsichtsratsvorsitzenden laufend und zeitnah über wichtige Entwicklungen und anstehende Entscheidungen.

PERSONELLE VERÄNDERUNGEN IM VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2016 Dr. Axel Herberg als Vorsitzender, Francesco Grioli als stellvertretender Vorsitzender, Sonja Apel (bis 31. Dezember 2015), Andrea Abt, Lydia Armer, Dr. Karin Dorrepaal, Eugen Heinz, Seppel Kraus, Katja Mögel (seit 20. Januar 2016), Dr. Peter Noé, Markus Rocholz, Theodor Stuth und Udo J. Vetter an.

Dem Vorstand der Gesellschaft gehörten im gesamten Berichtsjahr Uwe Röhrhoff als Vorsitzender, Rainer Beaujean und Andreas Schütte an. Veränderungen in der Besetzung des Vorstands erfolgten in diesem Zeitraum nicht.

SITZUNGEN DES AUFSICHTSRATS

Im Berichtsjahr fanden vier Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Gegenstand regelmäßiger Beratungen im Aufsichtsratsplenum waren die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des gesamten Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche. Darüber hinaus wurden wichtige strategische Projekte berichtet und diskutiert.

In der Aufsichtsratssitzung am 10. Februar 2016 wurden der Jahresabschluss und der Lagebericht der Gerresheimer AG sowie der Konzernabschluss und der Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015, der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie der Bericht des Aufsichtsrats gebilligt. Der Jahresabschluss war damit festgestellt. In dieser Sitzung verabschiedete der Aufsichtsrat ferner seine Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung am 28. April 2016.

Der Aufsichtsrat verlängerte in seiner Sitzung am 9. Juni 2016 die Bestellung von Andreas Schütte zum Mitglied des Vorstands.

In der Aufsichtsratssitzung am 8. September 2016 war ein Schwerpunkt die intensive Befassung mit der vom Vorstand erarbeiteten Unternehmensstrategie. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Zustimmung zum Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research. Ferner beschäftigte sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit der jährlichen Entsprechenserklärung gemäß § 161 Aktiengesetz und der Beauftragung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2016.

Ebenfalls am 8. September widersprachen die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat der Gesamterfüllung der Geschlechterquote gemäß § 96 Absatz 2 Satz 3 AktG für die bevorstehende Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern, deren Amtszeit mit Beendigung der Hauptversammlung am 26. April 2017 beginnt.

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Aufsichtsratssitzung vom 23. November 2016 bildeten die mittelfristige Planung des Konzerns und die Zustimmung zum Budget für das Geschäftsjahr 2017 sowie die Besprechung der Ergebnisse der durchgeführten Effizienzprüfung.

Sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen im Geschäftsjahr 2016 an allen Sitzungen des Aufsichtsrats teil.

SITZUNGEN DER AUSSCHÜSSE

Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat vier Ausschüsse gebildet: Den Vermittlungsausschuss nach § 27 Absatz 3 Mitbestimmungsgesetz, den Präsidialausschuss, den Prüfungsausschuss und den Nominierungsausschuss. Diese Ausschüsse bereiten Themen zur Beschlussfassung im Plenum des Aufsichtsrats vor und sind in bestimmten Fällen auch selbst entscheidungsbefugt. Der Vermittlungsausschuss und der Präsidialausschuss bestehen aus jeweils zwei Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer. Der Prüfungsausschuss ist ebenfalls paritätisch besetzt und besteht aus sechs Mitgliedern. Der Nominierungsausschuss hat drei Mitglieder und ist ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt.

Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Entscheidungen über die Vorstandsvergütung. Anstelle des Aufsichtsrats entscheidet der Präsidialausschuss unter anderem über Abschluss, Änderung und Beendigung der Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder, soweit es nicht um Vergütungsfragen geht, die dem Aufsichtsratsplenum vorbehalten sind. Der Präsidialausschuss tagte im Berichtsjahr in vier Sitzungen am 4. April 2016, 8. September 2016, 15. November 2016 und 22. November 2016 und befasste sich schwerpunktmäßig mit der Nachfolge im Vorstandsvorsitz sowie der Verlängerung der Bestellung von Andreas Schütte zum Mitglied des Vorstands. Ferner stimmte der Präsidialausschuss im schriftlichen Umlaufverfahren am 17. Oktober 2016 der Tätigkeit von Uwe Röhrhoff als Non-Executive Director einer konzernfremden Gesellschaft zu.

Zu den Aufgaben des Prüfungsausschusses zählen insbesondere die Vorbereitung der Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses sowie die Erörterung der Quartalsfinanzberichte und des Halbjahresfinanzberichts. Ferner befasst sich der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, der Risikoberichterstattung und des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems sowie der Compliance. Der Prüfungsausschuss tagte in vier Sitzungen am 9. Februar 2016, 12. April 2016, 6. Juli 2016 und 5. Oktober 2016. Schwerpunkte der Beratungen waren die Berichte über die Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2015 sowie die Quartalsfinanzberichte und der Halbjahresfinanzbericht 2016. Ferner befasste sich der Prüfungsausschuss mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung und die Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2016 sowie der Festlegung und Überwachung des Prüfungsablaufs und der Prüfungsschwerpunkte einschließlich der Vereinbarung des Prüfungshonorars. Weiterer Gegenstand der Beratungen war die Vorbereitung und Durchführung einer Ausschreibung von Abschlussprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2017. Zudem behandelte der Prüfungsausschuss die Wirksamkeit des internen Revisionssystems und die Compliance der Gesellschaft.

Der Nominierungsausschuss empfiehlt dem Aufsichtsrat für dessen Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Besetzung der Aufsichtsratsmandate als Vertreter der Anteilseigner. Im abgelaufenen Geschäftsjahr tagte der Nominierungsausschuss nicht.

Der Vermittlungsausschuss hat im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht getagt.

An allen Sitzungen der Aufsichtsratsausschüsse haben im Geschäftsjahr 2016 jeweils alle Ausschussmitglieder teilgenommen.

CORPORATE GOVERNANCE

Der Aufsichtsrat hat die Weiterentwicklung der Corporate-Governance-Standards fortlaufend beobachtet. Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft berichten über die Corporate Governance des Gerresheimer Konzerns auf den Seiten 33 bis 35 des Geschäftsberichts. Vorstand und Aufsichtsrat haben am 8. September 2016 die jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz abgegeben und diese den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

INTERESSENKONFLIKTE

Gemäß Ziffer 5.5.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex sollen Aufsichtsratsmitglieder Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat gegenüber offenlegen. Im Berichtsjahr 2016 sind keine Interessenkonflikte aufgetreten.

JAHRESABSCHLUSS UND KONZERNABSCHLUSS 2016

Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Lagebericht der Gerresheimer AG sowie den Konzernabschluss und den Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2015 bis zum 30. November 2016 geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Gerresheimer AG, der Konzernabschluss, der Konzern-Lagebericht, der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2016 lagen dem Aufsichtsrat zur Prüfung vor. Der Prüfungsausschuss hat die Dokumente in seiner Sitzung am 13. Februar 2017 im Detail erörtert und geprüft sowie Beschlussempfehlungen an den Aufsichtsrat ausgesprochen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der Gerresheimer AG, den Konzernabschluss, den Konzern-Lagebericht, den Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sowie die hierzu erstatteten Prüfungsberichte des Abschlussprüfers in der Aufsichtsratssitzung am 13. Februar 2017 geprüft. Der Abschlussprüfer war bei den Sitzungen des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats anwesend und berichtete über den Verlauf und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er stand für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und nach eigener Prüfung schließt sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an und erklärt, dass keine Einwendungen zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat zugestimmt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Konzern- und Beteiligungsgesellschaften für ihren Beitrag zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Gerresheimer Konzerns im Geschäftsjahr 2016.

Düsseldorf, den 13. Februar 2017

Dr. Axel Herberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Corporate Governance-Bericht

Die Gerresheimer AG identifiziert sich mit den Zielen des Deutschen Corporate Governance Kodex und den Grundsätzen einer transparenten, verantwortlichen und auf Wertsteigerung ausgerichteten Führung und Kontrolle des Unternehmens. Vorstand, Aufsichtsrat sowie alle Führungskräfte und Mitarbeiter der Gerresheimer AG sind dieser Zielsetzung verpflichtet. Bis auf eine Ausnahme entspricht die Gesellschaft allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015.

VORSTAND

Der Vorstand der Gerresheimer AG besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Anzahl der Vorstandsmitglieder. Der Aufsichtsrat ernennt ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands oder zu dessen Sprecher. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Er ist dabei an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes verpflichtet.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Einige in der Geschäftsordnung für den Vorstand geregelte wesentliche Geschäfte und Maßnahmen bedürfen der vorherigen Zustimmung durch den Aufsichtsrat.

Die personelle Zusammensetzung des Vorstands im Geschäftsjahr 2016 ist auf Seite 145 des Geschäftsberichts dargestellt.

AUFSICHTSRAT

Der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG besteht aus zwölf Mitgliedern, von denen jeweils die Hälfte Anteilseigner- bzw. Arbeitnehmervertreter sind. Grundsätzlich werden die Vertreter der Anteilseigner von der Hauptversammlung und die Vertreter der Arbeitnehmer von den Arbeitnehmern gewählt. Die Amtsperiode der derzeitigen Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 26. April 2017.

Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte. Zur Erfüllung seiner Aufgaben erörtert der Aufsichtsrat mit dem Vorstand regelmäßig die Geschäftsentwicklung sowie die Planung, die Strategie und deren Umsetzung. Der Aufsichtsrat genehmigt die vom Vorstand aufgestellte Jahresplanung und entscheidet über die Feststellung des Jahres- und die Billigung des Konzernabschlusses der Gerresheimer AG. Hierbei finden insbesondere die Berichte des Abschlussprüfers Berücksichtigung. Außerdem entscheidet der Aufsichtsrat über die Bestellung und Abberufung der Vorstandsmitglieder sowie über deren Vergütung. Ergibt eine Abstimmung im Aufsichtsrat Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende des Aufsichtsrats zwei Stimmen.

Die personelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2016 ist auf den Seiten 144 und 145 des Geschäftsberichts dargestellt. Durch gerichtlichen Beschluss vom 20. Januar 2016 wurde Katja Mögel zum Mitglied des Aufsichtsrats als Vertreterin der Arbeitnehmer für die zum 31. Dezember 2015 ausgeschiedene Sonja Apel bestellt.

Die Arbeit des Aufsichtsrats wird durch Ausschüsse unterstützt. Nach der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat bestehen folgende Ausschüsse des Aufsichtsrats:

Der nach § 27 Absatz 3 Mitbestimmungsgesetz gebildete Vermittlungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, sofern im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder nicht erreicht wird. Mitglieder des Vermittlungsausschusses im abgelaufenen Geschäftsjahr waren Dr. Axel Herberg (Vorsitzender), Dr. Karin Dorrepaal, Francesco Grioli und Eugen Heinz.

Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor. Anstelle des Aufsichtsrats entscheidet der Präsidialausschuss unter anderem über Abschluss, Änderung und Beendigung der Anstellungs- und Pensionsverträge der Vorstandsmitglieder, soweit es nicht um Vergütungsfragen geht, die dem Aufsichtsratsplenum vorbehalten sind. Außerdem ist der Ausschuss für die Einwilligung in Geschäfte zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands zuständig. Darüber hinaus entscheidet der Präsidialausschuss über die Einwilligung in Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern nach § 114 Aktiengesetz und über die Gewährung von Darlehen an den in den §§ 89, 115 Aktiengesetz genannten Personenkreis. Mitglieder des Präsidialausschusses waren im abgelaufenen Geschäftsjahr Dr. Axel Herberg (Vorsitzender), Lydia Armer, Francesco Grioli und Udo J. Vetter.

Der Prüfungsausschuss bereitet unter anderem die Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses, die Billigung des Konzernabschlusses, den Wahlvorschlag zum Abschlussprüfer an die Hauptversammlung und die Vereinbarung mit dem Abschlussprüfer vor. Außerdem erörtert der Ausschuss die Quartalsberichte und den Halbjahresfinanzbericht. Er trifft geeignete Maßnahmen zur Feststellung und Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Zusätzlich unterstützt der Prüfungsausschuss den Aufsichtsrat bei der Überwachung der Geschäftsführung. In diesem Zusammenhang befasst sich der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, der Risikoberichterstattung und des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems sowie der Compliance. Mitglieder des Prüfungsausschusses waren im abgelaufenen Geschäftsjahr Theodor Stuth (Vorsitzender), Francesco Grioli, Dr. Axel Herberg, Seppel Kraus, Dr. Peter Noé und Markus Rocholz.

Der Nominierungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat geeignete Kandidatenvorschläge für dessen Wahlvorschläge für Aufsichtsratsmitglieder als Vertreter der Anteilseigner an die Hauptversammlung. Mitglieder des Nominierungsausschusses waren im abgelaufenen Geschäftsjahr Dr. Axel Herberg (Vorsitzender), Dr. Karin Dorrepaal und Udo J. Vetter.

Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder müssen dem Aufsichtsratsvorsitzenden gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex und den Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat Interessenkonflikte offenlegen. Bei wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten hat ein Aufsichtsratsmitglied sein Amt niederzulegen. Der Aufsichtsrat informiert in seinem Bericht an die Hauptversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung. Im Berichtszeitraum traten keine Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern auf.

In Ergänzung zu den Anforderungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats, die sich aus Gesetz und dem Deutschen Corporate Governance Kodex ergeben, hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 9. September 2015 in Übereinstimmung mit Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats folgende konkrete Ziele benannt:

Kenntnisse, Fähigkeiten und fachliche Erfahrungen

Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Es sollen Kandidaten vorgeschlagen werden, die durch ihre Integrität, Leistungsbereitschaft, Unabhängigkeit und Persönlichkeit in der Lage sind, die Aufgaben eines Aufsichtsratsmitglieds in der Obergesellschaft eines international tätigen Konzerns wahrzunehmen und dessen Ansehen in der Öffentlichkeit zu wahren.

Im Aufsichtsrat der Gerresheimer AG sollen verschiedene Aufgabenbereiche des Unternehmens durch die einzelnen Mitglieder repräsentiert werden. Jedes Aufsichtsratsmitglied soll möglichst spezielle Fachkenntnisse haben, die für die Geschäftstätigkeit des Unternehmens von Bedeutung sind. Bei Vorschlägen für Aufsichtsratskandidaten ist auf eine ausgewogene Zusammensetzung zu achten, so dass die gewünschten Fachkenntnisse im Aufsichtsrat möglichst breit vertreten sind. Ziel ist es, dass

mindestens zwei Vertreter der Anteilseigner über Erfahrungen in den Bereichen Unternehmensführung, Strategie und Personal verfügen,
mindestens ein Vertreter der Anteilseigner über unternehmensspezifische Branchenkenntnisse verfügt und
mindestens ein Vertreter der Anteilseigner über spezifische Branchenkenntnisse auf Kundenseite verfügt.

Unabhängigkeit und Interessenkonflikte

Dem Aufsichtsrat soll eine nach seiner Einschätzung ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören. Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand steht, die einen Interessenkonflikt begründet. Ehemalige Vorstandsmitglieder der Gesellschaft gelten nach Einschätzung des Aufsichtsrats für fünf Jahre nach deren Ausscheiden als nicht unabhängig. Das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses von Aufsichtsratsmitgliedern mit der Gerresheimer AG oder einem Konzernunternehmen oder das Bestehen einer Altersversorgungszusage einer dieser Gesellschaften zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern begründet als solches keinen Interessenkonflikt. Der Aufsichtsrat benennt in diesem Zusammenhang folgende Ziele für seine Zusammensetzung:

Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktionen oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft oder eines Konzernunternehmens ausüben,
Aufsichtsratsmitglieder sollen keine aktive Rolle bei Kunden oder Lieferanten der Gesellschaft oder eines Konzernunternehmens wahrnehmen und
mindestens vier von sechs Vertretern der Anteilseigner im Aufsichtsrat sollen unabhängig sein.

Altersgrenze

Die Amtszeit eines Aufsichtsratsmitgliedes endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die auf die Vollendung des 70. Lebensjahres folgt. Der Aufsichtsrat befürwortet auch Wahlvorschläge für Kandidaten, die während der gesetzlichen Wahlperiode das 70. Lebensjahr überschreiten, wobei auch deren Amtszeit mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung endet, die auf die Vollendung des 70. Lebensjahres folgt.

Internationalität

Mindestens ein Vertreter der Anteilseigner soll über mehrjährige internationale Erfahrungen aus einer beruflichen Tätigkeit oder über eine ausländische Staatsangehörigkeit verfügen.

Vielfalt (Diversity)

Der Mindestanteil von Frauen und Männern im Aufsichtsrat richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen in ihrer jeweils gültigen Fassung.

Der Aufsichtsrat erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung alle vorstehenden Zielsetzungen.

HAUPTVERSAMMLUNG

Die Hauptversammlung stellt das Organ der Aktionäre dar und trifft die grundlegenden Entscheidungen für die Gerresheimer AG. Zu diesen zählen die Gewinnverwendung, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Wahl der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat und die Wahl des Abschlussprüfers. Darüber hinaus entscheidet die Hauptversammlung über Satzungsänderungen und wesentliche unternehmerische Maßnahmen wie insbesondere Unternehmensverträge und Umwandlungen, über die Ausgabe von neuen Aktien, Wandel- und Optionsschuldverschreibungen sowie über die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien.

Die Aktionäre haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung selbst auszuüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben zu lassen. Den Vorsitz in der Hauptversammlung führt der Aufsichtsratsvorsitzende.

RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNG

Die Rechnungslegung des Gerresheimer Konzerns erfolgt nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Jahresabschluss der Gerresheimer AG wird nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) erstellt.

Die Wahl des Abschlussprüfers erfolgt gemäß den gesetzlichen Bestimmungen durch die Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2016 wurde die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, zum Abschlussprüfer bestellt. Der Aufsichtsrat beauftragt den von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer, bestimmt Prüfungsschwerpunkte und legt das Honorar fest. Dabei wird sichergestellt, dass keine Interessenkonflikte die Arbeit des Abschlussprüfers beeinträchtigen.

Die Gesellschaft hat mit sämtlichen Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen über eine langfristige aktienkursorientierte variable Vergütung geschlossen. Dieses sogenannte Phantom Stock-Programm wird in einem Vergütungsbericht im Rahmen des Konzern-Lageberichts dargestellt und veröffentlicht. Zur Vermeidung einer doppelten Darstellung macht sich dieser Corporate Governance-Bericht die Darstellungen im Konzern-Lagebericht zu eigen und verweist auf diese.

RISIKOMANAGEMENT

Zu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang mit Risiken für das Unternehmen. Die Gerresheimer AG hat zu diesem Zweck über das gesetzlich vorgeschriebene Risikofrüherkennungssystem, bezogen auf bestandsgefährdende Risiken, hinaus ein systematisches Risikomanagement eingerichtet. Dieses ist darauf ausgerichtet, Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und zu steuern. Dieses System wird kontinuierlich weiterentwickelt. Dadurch können Risikopositionen optimiert werden.

TRANSPARENZ

Die Gerresheimer AG kommuniziert offen, aktiv und ausführlich. Sie informiert Aktionäre, Aktionärsvereinigungen, Analysten und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig, zeitnah und gleichberechtigt über die Lage des Unternehmens sowie über wesentliche geschäftliche Veränderungen. Dabei zählt die Internetseite des Unternehmens (www.gerresheimer.com) zu den zentralen Medien. Dort finden sich die Geschäfts- und Zwischenberichte, Pressemitteilungen, Ad-hoc- und sonstige Mitteilungen nach der Marktmissbrauchsverordnung, der Finanzkalender sowie andere relevante Informationen. Darüber hinaus führt die Gerresheimer AG regelmäßig Analysten- und Pressekonferenzen sowie Veranstaltungen für Investoren durch.

VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS

Die Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2016 wird in einem Vergütungsbericht im Rahmen des Konzern-Lageberichts dargestellt und veröffentlicht. Zur Vermeidung einer doppelten Darstellung macht sich dieser Corporate Governance-Bericht die Darstellung im Konzern-Lagebericht ausdrücklich zu eigen und verweist auf diese.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS

Die Vergütung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2016 wird ebenfalls in einem Vergütungsbericht im Rahmen des Konzern-Lageberichts dargestellt und veröffentlicht. Zur Vermeidung einer doppelten Darstellung macht sich dieser Corporate Governance-Bericht auch hier die Darstellung im Konzern-Lagebericht ausdrücklich zu eigen und verweist auf diese.

Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat am 30. April 2015 das System zur Vergütung der Vorstandsmitglieder gebilligt. Änderungen an diesem System sind seitdem nicht eingetreten.

DIRECTORS’ DEALINGS/AKTIENBESITZ VON MITGLIEDERN DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS

Die Gesellschaft veröffentlicht Mitteilungen über Directors’ Dealings auf ihrer Internetseite www.gerresheimer.com unter der Rubrik Investor Relations/Corporate Governance/Directors’ Dealings. Der Aktienbesitz der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat zum Bilanzstichtag ist kleiner als 1 % der von der Gerresheimer AG ausgegebenen Aktien.

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG

Vorstand und Aufsichtsrat einer börsennotierten deutschen Aktiengesellschaft sind gemäß § 161 Aktiengesetz verpflichtet, einmal jährlich zu erklären, ob den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht.

Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben zuletzt am 8. September 2016 die nachstehend aufgeführte Entsprechenserklärung beschlossen.

„Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG zu den Empfehlungen der ‚Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex‘ gemäß § 161 Aktiengesetz

Mit Ausnahme der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Absatz 2 Satz 1 hat die Gerresheimer AG allen Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex‘ in der Fassung vom 5. Mai 2015 seit der letzten Entsprechenserklärung vom 9. September 2015 entsprochen.

Den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher CorporateGovernance Kodex‘ in der Fassung vom 5. Mai 2015 wird die Gerresheimer AG zukünftig ebenfalls mit folgender Ausnahme entsprechen:

Ziffer 5.4.1 Absatz 2 Satz 1: Der Aufsichtsrat hat keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt.

Begründung: Die Eignung zur Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit hängt nach unserer Überzeugung allein von den jeweiligen Bedürfnissen der Gesellschaft und den individuellen Fähigkeiten der Aufsichtsräte ab. Die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat halten wir nicht für sinnvoll, da dem Unternehmen auch die Expertise erfahrener Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen soll.“

Die vorangegangene Entsprechenserklärung vom 9. September 2015 ist ebenfalls auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.gerresheimer.com zugänglich.

Konzernlagebericht

der Gerresheimer AG

Überblick über das Geschäftsjahr 2016

Der Gerresheimer Konzern

Geschäftstätigkeit
Geschäftsbereiche
Konzernstrategie und Ziele
Steuerungssystem

Konjunktur- und Marktumfeld

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Branchenentwicklung
Entwicklung an den Devisenmärkten
Entwicklung an den Energie- und Rohstoffmärkten
Änderung der regulatorischen Rahmenbedingungen

Überblick über den Geschäftsverlauf

Einfluss der Rahmenbedingungen auf den Geschäftsverlauf
Prognoseerreichung im Geschäftsjahr 2016
Gesamtaussage des Vorstands zum Geschäftsverlauf

Umsatzentwicklung

Umsatz nach Wirtschaftsregionen

Ertragslage

Return on Capital Employed
Wesentliche Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung
Funktionskosten
Finanzergebnis
Ertragsteuern
Konzernergebnis und bereinigtes Konzernergebnis
Gewinnverwendung (Dividendenvorschlag)

Vermögenslage

Vermögensdarstellung
Bilanzstruktur und Kennzahlen
Langfristige Aktiva
Kurzfristige Aktiva
Eigenkapital
Langfristige Schulden
Kurzfristige Schulden
Net Working Capital
Ausserbilanzielle Positionen
Einfluss der Bilanzpolitik

Finanz- und Liquiditätslage

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements
Finanzierungsinstrumente
Finanzverbindlichkeiten und Kreditlinien
Unternehmensverkäufe und -zukäufe
Investitionsanalyse
Operating Cash Flow
Kapitalflussrechnung
Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage

Nicht finanzielle Erfolgsfaktoren des Gerresheimer Konzerns

Mitarbeiter
Forschung und Entwicklung
Beschaffung
Produktion
Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung
Compliance
Umwelt
Business Excellence
Kundenzufriedenheitsstudien

Vergütungsbericht

Vergütung des Vorstands
Vergütung des Aufsichtsrats

Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB sowie erläuternder Bericht

Erklärung zur Unternehmensführung

Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex
Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Chancen- und Risikobericht

Konzerneinheitliches Chancen- und Risikomanagement
Internes Kontrollsystem in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess
Chancen der zukünftigen Entwicklung
Risiken der zukünftigen Entwicklung
Übersicht der Risiken und ihrer finanziellen Auswirkungen
Unternehmensstrategische Risiken
Operative Risiken
Finanzwirtschaftliche Risiken
Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns

Nachtragsbericht

Prognosebericht

Ausrichtung des Konzerns
Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Markt- und Geschäftschancen für den Gerresheimer Konzern
Megatrends
Erwartete Ertragslage
Erwartete Entwicklung nicht finanzieller Erfolgsfaktoren
Erwartete Finanzlage und Liquidität
Dividendenpolitik
Gesamtaussage zum Prognosebericht

ÜBERBLICK ÜBER DAS GESCHÄFTSJAHR 2016

Profitables Wachstum

Umsatz wächst um 7,2 % auf EUR 1.375,5 Mio.
Währungsbereinigter Umsatz beläuft sich auf EUR 1.383,1 Mio. und damit beträgt das organische Umsatzwachstum 2,9 %
Adjusted EBITDA steigt auf EUR 307,8 Mio.; währungsbereinigt auf EUR 311,3 Mio.
Erstmals liegt die Adjusted EBITDA-Marge mit den erreichten 22,4 % oberhalb von 22 % (Vorjahr: 20,5 %)

Höherer Operating Cash Flow und verbesserter ROCE

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in % vom Umsatz zu konstanten Wechselkursen liegen bei 8,2 %
Durchschnittliches Net Working Capital in % vom Umsatz liegt bei 15,8 % - ein Prozentpunkt besser als unsere Erwartungen zu Anfang des Geschäftsjahres
Operating Cash Flow-Marge beträgt 14,3 %
ROCE ist mit 12,6 % oberhalb unserer langfristigen Zielvorgabe von mindestens 12 %

Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research wurde am 31. Oktober 2016 abgeschlossen

Reduzierung der Nettofinanzschulden und Verbesserung des Adjusted EBITDA Leverage

Reduzierung der Nettofinanzschulden von EUR 877,5 Mio. auf EUR 788,2 Mio. durch einen erhöhten Operating Cash Flow und Mittelzufluss durch den Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research
Der Adjusted EBITDA Leverage betrug zum Bilanzstichtag 2,6x im Vergleich zum Vorjahreswert von 2,9x

Dividendenausschüttung steigt um 23,5 %

Dividendenvorschlag von EUR 1,05 je Aktie (Vorjahr: EUR 0,85 je Aktie) und damit rund 25 % des bereinigten Ergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen je Aktie von EUR 4,22

DER GERRESHEIMER KONZERN

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Der Gerresheimer Konzern ist ein weltweit führender Hersteller hochwertiger Spezialprodukte aus Glas und Kunststoff für die internationale Pharma- und Healthcare-Industrie. Wir bieten auf Basis eigener Entwicklungen und modernster Produktionstechnologien zum einen pharmazeutische Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systeme an, zum anderen Diagnostiksysteme und Verpackungen für die Kosmetikindustrie.

Der Konzern umfasst sowohl die Gerresheimer AG mit Sitz in Düsseldorf (Deutschland) als auch die von ihr direkt und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen. Für den Konzern waren zum Ende des Geschäftsjahres 2016 weltweit 9.904 Mitarbeiter an 42 Standorten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien tätig. Damit reduzierten wir die Anzahl der Mitarbeiter im Vergleich zum 30. November 2015 um 7,3 %, insbesondere aufgrund des Verkaufes des Geschäftsbereiches Life Science Research.

Die Gerresheimer AG ist das Mutterunternehmen des Gerresheimer Konzerns und steuert die von ihr direkt und indirekt gehaltenen Beteiligungen.

GESCHÄFTSBEREICHE

Der Gerresheimer Konzern wird über strategische Geschäftseinheiten in Form von Geschäftsbereichen gesteuert. Diese werden nach ihren spezifischen Herstellungstechnologien und Materialien, die wir für unsere Produkte verwenden, zu berichtspflichtigen Segmenten zusammengefasst. Unser Geschäftsmodell ist seit dem Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research zum 31. Oktober 2016 in die zwei berichtspflichtigen operativen Geschäftsbereiche Plastics & Devices und Primary Packaging Glass gegliedert.

Wir berichten entsprechend dem Rechnungslegungsstandard IFRS 8 nach Geschäftssegmenten unter Anwendung des sogenannten „Management Approach“. Entsprechend orientiert sich unsere externe Berichterstattung am internen Berichtswesen.

PLASTICS & DEVICES

Unser Produktportfolio im Geschäftsbereich Plastics & Devices umfasst komplexe kundenspezifische Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten. Dazu zählen beispielsweise Insulin-Pens, Inhalatoren oder vorfüllbare Spritzen. Darüber hinaus gehören zu diesem Bereich Produkte für die Diagnostik und Medizintechnik wie Stechhilfen und Testsysteme sowie pharmazeutische Kunststoffbehälter für flüssige und feste Medikamente mit Verschluss- und Sicherheitssystemen.

Wir entwickeln einerseits komplexe Systeme und Systemkomponenten aus Kunststoff im Rahmen individueller Projektgeschäfte. Unsere Zielgruppe umfasst dabei Kunden aus der Pharmaindustrie, der Diagnostik und der Medizintechnik. Diesen Kunden bieten wir individuelle Serviceleistungen an und decken damit sämtliche Stufen der Wertschöpfungskette ab. Das Produktspektrum unserer medizinischen Kunststoffsysteme reicht von Inhalatoren für die gezielte Behandlung von Atemwegserkrankungen über Lanzetten und Insulin-Pen-Systeme für Diabetiker bis hin zu den unterschiedlichsten Testsystemen und Einmalprodukten für die Labor- und Molekulardiagnostik.

Andererseits umfasst der Geschäftsbereich Plastics & Devices Systemverpackungen aus Kunststoff, die für flüssige und feste Medikamente eingesetzt werden können. Zu unserer breiten Palette hochwertiger Primärverpackungen für Arzneimittel zählen unter anderem Applikations- und Dosiersysteme wie Augentropfen- oder Nasensprayfläschchen sowie Spezialbehälter für Tabletten und Pulver. Überdies beinhaltet unser Sortiment multifunktionale Verschlusssysteme mit Originalitätssicherungen, kindergesicherten und seniorengerechten Applikationen sowie integrierten Feuchtigkeitsabsorbern.

In den USA ist der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente von dem sogenannten „pour-and-count“-System geprägt. Die in der Verschreibung genannte genaue Menge der oral einzunehmenden Medikamente wird speziell für den einzelnen Patienten in Kunststoffverpackungen abgefüllt. Auch für dieses Marktsegment haben wir ein starkes Produktportfolio und beliefern landesweite und regionale Apothekenketten, Supermärkte und Großhändler.

PRIMARY PACKAGING GLASS

Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass produzieren wir Primärverpackungen aus Glas für Medikamente und Kosmetik. Dazu zählen zum Beispiel Pharmagläser, Ampullen, Injektionsfläschchen, Karpulen, Parfümflakons und Cremetiegel sowie spezielle Gläser für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie.

Für die pharmazeutische Industrie umfasst unser Angebot vielfältige Primärverpackungen aus Glas. Zu den Produkten aus Behälterglas gehören beispielsweise Injektions-, Tropf- und Sirupflaschen in mannigfaltigen markt- und bedarfsgerechten Ausführungen. Zudem produzieren wir aus Borosilikatglas-Röhren hochwertige Spezialprodukte wie Ampullen, Fläschchen und Karpulen. So bieten wir eine praktisch lückenlose Weiß- und Braunglaspalette für Pharmaverpackungen an.

Unser Produktportfolio für die Kosmetikindustrie umfasst hochwertige Glasverpackungen wie Fläschchen und Gläser für Parfüms, Deodorants, Hautpflege- oder Wellnessprodukte. Wir verarbeiten Klar-, Farb- und Opalglas. Hierfür verfügen wir über sämtliche Technologien zur Form- und Farbgebung, zum Bedrucken sowie zur exklusiven Veredelung.

Für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie bieten wir sowohl standardisierte als auch kundenspezifische Fläschchen, Flaschen, Gläschen und Gläser, die unter anderem für Kleinspirituosen genutzt werden. Unser Produktionsspektrum umfasst verschiedene Variationen, wie beispielsweise Braun-, Weiß-, Farb- oder Opalglas, diverse Formvarianten und zahlreiche Möglichkeiten der Veredelung.

LIFE SCIENCE RESEARCH (VERKAUFT ZUM 31. OKTOBER 2016)

Im Geschäftsbereich Life Science Research haben wir bis zum 31. Oktober 2016 Glasgefäße und Systeme für die speziellen Anforderungen in der Forschung, Entwicklung und Analytik hergestellt. Darüber hinaus haben wir auch Produkte für den allgemeinen Laborbedarf angeboten. Die entsprechende Gesellschaft Kimble Chase Life Science and Research Products LLC wurde 2007 aus der Zusammenlegung der jeweiligen Laborglassparten als Joint Venture von Gerresheimer (51 %) und Chase Scientific Glass, Inc. (49 %) gegründet.

Zum 31. Oktober 2016 haben wir den Geschäftsbereich Life Science Research (Kimble Chase) an die Duran Gruppe, eine Beteiligungsgruppe von One Equity Partners, verkauft. Bei der Herstellung von Laborglas gibt es wenige bis keine Synergien mit unserem Kerngeschäft, der Herstellung pharmazeutischer Primärverpackungen und Produkte zur sicheren und einfachen Verabreichung von Medikamenten. Märkte und Kunden unterscheiden sich. Auch sind die Herstellungsprozesse von Laborglas stark durch manuelle Anteile geprägt und wesentlich anders als unsere Produktionstechniken für Pharmaglas. Produktionsstätten von Kimble Chase befinden sich in Rockwood (Tennessee/USA), in Rochester (New York/USA), in Queretaro (Mexiko), in Meiningen-Dreissigacker (Deutschland) und in Peking (China). Mit dem Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research haben wir die Anzahl unserer Werke um fünf reduziert.

KONZERNSTRATEGIE UND ZIELE

Die Nachfrage nach medizinischer Versorgung wächst weltweit stetig. Wesentliche Treiber sind globale Entwicklungen wie beispielsweise die steigende Lebenserwartung, das Wachstum der Weltbevölkerung, steigendes Wohlstandsniveau, Umweltveränderungen und die Entwicklung neuer Medikamente und Therapien. Die steigende Anzahl patentfreier Medikamente sowie der Trend zur Selbstmedikation bedeuten auch künftig für die Pharma- und Gesundheitsindustrie weiteres Wachstumspotenzial. Neben den zunehmenden Stückzahlen steigen gleichzeitig die Qualitätsanforderungen an die pharmazeutischen Verpackungen und Produkte zur sicheren und einfachen Verabreichung von Medikamenten. Dies gilt besonders für Wirkstoffe mit komplexer Molekülstruktur wie biotechnisch hergestellte Medikamente und stellt alle Marktteilnehmer vor Herausforderungen.

Für uns als strategischen Partner bei der Entwicklung und Produktion hochwertiger Spezialverpackungen für die Pharma- und Kosmetikindustrie eröffnen sich damit Chancen für weiteres Wachstum. Mit unserer globalen Kompetenz erfüllen wir die steigenden Anforderungen unserer Kunden an höchste Qualität - in den Industrienationen wie auch in den Schwellenländern.

UNSERE VISION UND MISSION

Wir verfolgen die Vision, der weltweit führende Partner für Lösungen zu werden, die Gesundheit und Wohlbefinden verbessern. Dabei ist die Leidenschaft unserer Mitarbeiter die Grundlage für unseren Erfolg.

In den letzten zwei Jahren haben wir dieser Vision folgend das Profil unseres Unternehmens weiter geschärft: Wir haben den führenden Hersteller von Kunststoffbehältern und Verschlüssen für oral einzunehmende verschreibungspflichtige Medikamente in den USA gekauft, das Röhrenglasgeschäft verkauft und uns zuletzt von unserer Laborglassparte getrennt. Unser breites Portfolio an Produkten und Services sowie unsere globale Präsenz machen uns einzigartig und festigen unsere Position als wichtiger Partner der Pharma- und Kosmetikbranche.

Bei der weiteren Umsetzung der Vision helfen uns diese Leitlinien:

1.

Wir möchten die Bedürfnisse unserer Kunden verstehen und ihnen Lösungen für ihre gegenwärtigen und künftigen Anforderungen bieten.

Herausragende Qualität und unbedingte Liefertreue auch bei sehr hohen Volumina zeichnen uns aus und sind für unsere Kunden die unbedingte Voraussetzung, um den hohen Anforderungen des Marktes und der Regulierungsbehörden nachzukommen. Gemeinsam mit unseren Kunden gehen wir aber auch neue Wege, um Trends wie Selbstmedikation oder biologisch hergestellte Medikamente zu antizipieren, neue Produkte und Prozesse zu entwickeln und Innovationen zu fördern.

2.

Wir verpflichten uns zu kontinuierlicher Innovation und herausragender Qualität.

Wir entwickeln unser Angebotsspektrum insbesondere für neue Medikamente und neue Qualitätsanforderungen fortlaufend weiter und investieren in diese wichtigen Wachstumsmärkte der Zukunft. Unsere langjährige Erfahrung, die hohe Expertise und Motivation unserer Mitarbeiter wie auch unsere konsequente Investitionspolitik, basierend auf unserer finanziellen Stabilität, machen uns dabei zu einem bevorzugten Lieferanten der Pharmaindustrie.

3.

Wir wollen unser Technologie-Know-how und unsere Kompetenzen nutzen und als ein Team agieren.

Wir produzieren seit vielen Jahrzehnten Verpackungen aus Glas und Kunststoff. Dieses Wissen bedeutet einen hohen Wert, das wir im Sinne unserer Kunden nutzen und über Fortbildung und Schulungen noch erweitern. Wir standardisieren unsere Produktionsanlagen und Prozesse über Werksgrenzen hinweg, sorgen teamübergreifend für den Transfer von Know-how und messen das Ergebnis an definierten Operational-Excellence-Kennzahlen.

4.

Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber mit hoch motivierten und engagierten Mitarbeitern weltweit sein.

Unsere rund 10.000 Mitarbeiter sind die Grundlage für unseren heutigen und zukünftigen Erfolg. Dementsprechend setzen wir auf gute Arbeitsbedingungen, Talentmanagement und auf umfassendes, lebenslanges Lernen. Wir vertrauen dabei auf eine gesunde Mischung aus jungen und erfahrenen Mitarbeitern, die wir durch systematische Aus- und Weiterbildung in die Lage versetzen, sich für die ständig steigenden Anforderungen zu qualifizieren und ihre Arbeitsplatzzufriedenheit sicherzustellen.

Auf diesen vier Leitlinien aufbauend ergibt sich das Ziel:

Wir wollen unsere globale Präsenz ausbauen und profitables und nachhaltiges Wachstum erzielen.

Bereits heute sind wir mit unseren Werken in Europa, Nord- und Südamerika wie auch in Asien global vertreten und bedienen Kunden und Märkte in vielen Teilen der Welt mit lokaler Produktion. Dabei gibt es weiterhin Möglichkeiten, unsere globale Präsenz auszubauen und alle Kunden mit unserem kompletten Portfolio überall und gleichermaßen zu bedienen. Gerade in den asiatischen Wachstumsmärkten wie Indien und China sowie im südamerikanischen Raum setzen wir verstärkt auf den Ausbau unserer Präsenz, um in diesen Ländern unsere bestehenden internationalen Kunden wie auch neue Kunden mit unseren Produkten versorgen zu können.

UNSERE STRATEGISCHEN ZIELE

1. Nachhaltiges Wachstum

Wir wollen weiter nachhaltig wachsen. Dieses Ziel erreichen wir, indem wir den Umsatz mit unseren bestehenden Kunden steigern, neue Produkte anbieten sowie weitere Regionen, Märkte und Kunden für uns erschließen. Um dies zu erreichen, greifen wir auch gezielt auf Akquisitionen zurück. Unser Fokus liegt dabei auf Zukäufen, die uns entweder den Zugang zu neuen Regionen oder den Erwerb neuer Technologien ermöglichen. Dabei streben wir immer führende Positionen in den Märkten an, in denen wir aktiv sind.

2. Steigende Profitabilität

Wir konzentrieren uns auf ein profitables Wachstum, das sich in einem steigenden Adjusted EBITDA, einem höheren Operating Cash Flow und mittelfristig einem verbesserten Return on Capital Employed (ROCE) widerspiegeln soll. Qualifizierte Mitarbeiter, moderne und effiziente Technologie, strikte Kostenkontrolle sowie ein hohes Qualitätsniveau sind die Voraussetzungen dafür. Wir investieren gezielt in Fortbildung, in effiziente Produktion und in hohe Qualität. Dabei sichert uns die zuverlässige Lieferung qualitativ hochwertiger Pharma- und Kosmetikverpackungen eine Spitzenpositionierung als weltweit anerkannter Lieferant und grenzt uns zu unseren Wettbewerbern ab.

3. Attraktives Investment und starker Partner

Ein nachhaltiges Wachstum und steigende Profitabilität machen uns für unsere bestehenden und zukünftigen Investoren zu einem attraktiven Investment. Wir beteiligen unsere Aktionäre über unsere Dividende an unserem Erfolg. Unsere finanzielle Solidität macht uns zudem auch für unsere Kunden und Zulieferer zu einem verlässlichen und starken Partner in einem Umfeld, das auf langfristige und stabile Beziehungen großen Wert legt.

Die Eckpfeiler unserer Strategie gelten unverändert seit vielen Jahren. Wir stellen im Rahmen der jährlichen operativen und strategischen Planung die Weichen für die Folgejahre und formulieren konkrete Ziele für das nächste Geschäftsjahr, die wir mit Beginn eines jeden Geschäftsjahres - jeweils für das laufende Geschäftsjahr - veröffentlichen.

Unsere Strategie hat sich auch im Geschäftsjahr 2016 operativ in mehreren strategischen Projekten manifestiert und wurde im Rahmen dieser Projekte erfolgreich umgesetzt. Strategische Projekte wie der Verkauf der Laborglassparte, die Fläschchen-Maschinenstrategie, die Einführung neuer Produkte, der Ausbau der Produktionskapazitäten und vieles mehr werden im Detail im weiteren Lagebericht beschrieben. Alle diese Maßnahmen tragen maßgeblich zur Verbesserung unserer Position als globaler Partner der Pharmaindustrie bei, erhöhen unsere Profitabilität und machen Gerresheimer zu einem attraktiven Investment.

STEUERUNGSSYSTEM

Unser unternehmerisches Handeln ist auf nachhaltig profitables Wachstum und globale Marktführerschaft in den Bereichen Pharma und Healthcare sowie Kosmetik ausgerichtet. Daraus leiten sich Umsatzwachstum, Adjusted EBITDA, Operating Cash Flow, Investitionen, Net Working Capital und ROCE als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren für den Gerresheimer Konzern ab.

Das Wachstum messen wir anhand der organischen Umsatzveränderung des Gerresheimer Konzerns und seiner Geschäftsbereiche. Im Falle von Akquisitionen oder Desinvestitionen bereinigen wir die Wachstumsrate um die daraus resultierenden Effekte genauso wie um Währungseffekte.

Unsere Profitabilität ermitteln wir in erster Linie anhand des Adjusted EBITDA. Dies setzt sich zusammen aus dem Betriebsergebnis vor Zinsen und Abschreibungen, bereinigt um die Positionen Restrukturierungsaufwand und einmalige Aufwendungen und Erträge. Unter die einmaligen Aufwendungen und Erträge fassen wir Abfindungen für den Vorstand, Kosten einer Refinanzierung, Personalabbau und Restrukturierungen in größerem Umfang (strukturell und strategisch), die nicht die engen Kriterien des IAS 37 erfüllen, Kosten für Akquisitionen (bis zum Zeitpunkt der Akquisition) und Desinvestitionen, Kosten aus der Historie von Gerresheimer, wie z. B. Schiedsgerichtsverfahren, und Ergebnisse aus Betriebsprüfungen. Bei den Bereichen Kosten, Technologien, Mitarbeiter und Prozesse streben wir eine führende Wettbewerbsposition an. Dies ist die Basis, um die Anforderungen unserer Kunden hinsichtlich Qualität, Service, Preis und Innovation zu erfüllen und über dem Branchendurchschnitt liegende Renditen (Adjusted EBITDA/Umsatz) zu erzielen.

Wir legen großen Wert darauf, einen ausreichenden Cash Flow zu erzielen, um die unterschiedlichen Erwartungen unserer Anspruchsgruppen zu erfüllen. Wir messen dies anhand des Operating Cash Flows, der sich wie folgt errechnet: Adjusted EBITDA zuzüglich bzw. abzüglich der Veränderung des Net Working Capitals (Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, erhaltene/geleistete Anzahlungen) abzüglich Investitionen. Für die Kennzahlen Adjusted EBITDA und Operating Cash Flow haben wir pro Geschäftsbereich und Geschäftsfeld individuelle Zielniveaus festgelegt. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist die konsequente Steuerung der Investitionen. Wir bewerten jedes Projekt in jeder Geschäftseinheit nach den gleichen Zielparametern. Dabei spielen die Berechnung gemäß Discounted Cash Flow, also der diskontierten Einnahmenüberschüsse, sowie die Payback-Periode, also die Amortisationsdauer, eine wesentliche Rolle. Erweiterungs- und Rationalisierungsprojekte sollten dabei eine Mindestverzinsung nach Steuern (interner Zinssatz) von 18 % und eine Payback-Zeit von unter drei Jahren erzielen. Bei strategischen Projekten sollte die Payback-Zeit fünf Jahre im Regelfall nicht übersteigen. Bei Werksneubauten und -erweiterungen kann die Payback-Zeit auch darüber liegen.

Das Net Working Capital ist neben dem Adjusted EBITDA und den Investitionen die dritte Stellgröße beim Operating Cash Flow. Auch hierauf liegt ein permanenter Schwerpunkt unserer vielfältigen Optimierungsmaßnahmen, wie veränderte Zahlungsbedingungen, verbessertes Mahnwesen oder Optimierungen in der Produktionsplanung zwecks Bestandsreduzierung. Dabei ist die Senkung des auf Monatsbasis berechneten durchschnittlichen Net Working Capitals unser Ziel, um so den Kapitaleinsatz dauerhaft zu minimieren.

Durch die Fokussierung auf Adjusted EBITDA, Investitionen (und damit indirekt auch auf die Abschreibungen) sowie Net Working Capital haben wir im Übrigen die wesentlichen operativen Stellgrößen des ROCE im Blick. Dieser definiert sich bei Gerresheimer als Adjusted EBITA im Verhältnis zum durchschnittlichen Kapitaleinsatz, also Eigenkapital plus verzinsliches Fremdkapital abzüglich liquider Mittel bzw. alternativ berechnet als Bilanzsumme abzüglich unverzinslicher Verbindlichkeiten und liquider Mittel. Neben den oben genannten Kennzahlen stellt der ROCE eine wichtige mittel- bis langfristige Zielgröße für uns dar. Basierend auf der angestrebten Mindestverzinsung nach Steuern (interner Zinssatz) von 18 % für Erweiterungs- und Rationalisierungsprojekte sollte dieser über 12 % für den Gerresheimer Konzern liegen.

Neben den Indikatoren zur Beurteilung der finanziellen Geschäftsentwicklungen spielen auch nicht finanzielle Steuerungsgrößen eine wesentliche Rolle für den Erfolg unseres Unternehmens. Aus Konzernsicht sind hier die Innovationsbereitschaft, die Lösungskompetenz sowie insbesondere die Attraktivität für hoch qualifizierte Mitarbeiter und deren Bindung an das Unternehmen für uns von zentraler Bedeutung.

KONJUNKTUR- UND MARKTUMFELD

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Der Internationale Währungsfonds (IWF) 1) rechnet in seinem im Oktober 2016 veröffentlichten Prognosebericht mit einer leichten Zunahme der Wachstumsrate der Weltwirtschaft. Allerdings bergen zunehmende isolationistische Tendenzen, wie das britische Votum für den EU-Austritt sowie protektionistische Absichten in den USA und Europa erhebliche Risiken für die Weltwirtschaft. Solche Tendenzen könnten Unternehmen dazu veranlassen, sich mit Investitionen zurückzuhalten und weniger neue Jobs zu schaffen. Trotz der Risiken halten die Experten des IWF an ihrer Prognose für das kommende Jahr 2017 fest und sagen ein Wachstum der Weltwirtschaft um 3,4 % (Vorjahr: 3,1 %) voraus. Dabei werde mittelfristig das Wachstum der Industriestaaten weiter schwach bleiben, bei den Schwellen- und Entwicklungsländern erwartet der IWF dagegen eher ein Anziehen der Konjunktur.

Im Hinblick auf die Entwicklung in der Eurozone zeigt sich der IWF besorgt, dass sich der Druck auf die Politik verstärke, einen „populistischen, nach innen gerichteten“ Kurs einzuschlagen. Gleichwohl korrigiert er seine Prognose leicht nach oben: Für 2016 liegt sie bei 1,7 % und für das nächste Jahr bei 1,5 %. Diese Entwicklung wird unter anderem begünstigt durch eine steigende Binnennachfrage, die wachstumsorientierte Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Abwertung des Euro gegenüber anderen Währungen wie beispielsweise dem US-Dollar. Auch Länder wie Italien und Spanien, die sich in den letzten Jahren eher verhalten entwickelt hätten, begännen langsam wieder Fuß zu fassen. So wuchs Spanien im zweiten Quartal so kräftig wie seit über acht Jahren nicht mehr. Und obwohl die griechische Wirtschaft weiter schrumpft, sieht hier der IWF keine Ansteckungsgefahr für die Eurozone.

Für Deutschland erhöhte der IWF die Wachstumsprognose von 1,6 % auf 1,7 % für das Berichtsjahr (Vorjahr: 1,5 %) und für das Jahr 2017 von 1,2 % auf 1,4 %. Die Vorhersage aus Washington liegt damit etwas unter jener der fünf führenden deutschen Wirtschaftsinstitute. Diese rechnen für das Jahr 2016 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,9 %. Für 2017 erwarten die Institute aber ebenso wie der IWF 1,4 %.

Für die USA dagegen zeigt sich der IWF skeptischer als noch im Juli. Für die weltgrößte Volkswirtschaft senkte der Fonds seine Wachstumsprognose für 2017 auf 2,2 % von 2,5 %. Das US-Wachstum habe 2016 enttäuscht. Einen Grund dafür sehen die Experten in der hohen Verschuldung der USA, die im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekordwert gestiegen sei.

Die Stimmung in der Volksrepublik China ist laut IWF positiv. Die Transformation in eine Dienstleistungsgesellschaft komme voran und die Kreditexpansion und der wachsende Konsumanteil am Bruttoinlandsprodukt bieten eine gute Basis für Wachstum. Damit sei es sogar möglich, eine denkbare Abkühlung bei den Investitionen auszugleichen. Mit einem erwarteten Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 6,6 % im Jahr 2016 ist China nach wie vor eines der wachstumsstärksten Länder der Welt überhaupt.

In der Prognose für andere große Entwicklungsländer hat sich nur wenig geändert. So schrumpfe die Wirtschaft in Russland (-0,8 %) und auch Brasilien (-3,3 %) in diesem Jahr. Allerdings könnte die Rezession in beiden Ländern schon 2017 überwunden sein, glaubt der IWF. Russland helfe der gestiegene Ölpreis. In Brasilien schöpften Verbraucher und die Wirtschaft erneut Vertrauen und das Bruttoinlandsprodukt habe sich weniger verringert als erwartet. Demzufolge könnte sich die Rezession in den beiden Ländern allmählich abschwächen und ab 2017 sei wieder Wachstum möglich. Indien zeige sich dagegen bereits heute in einer stabilen Verfassung mit soliden Wachstumsraten.

BRANCHENENTWICKLUNG

Nach mit nahezu 9 % unerwartet hohen Wachstumsraten in den beiden Jahren 2014 und 2015 zeigte sich der weltweite Pharmamarkt in 2016 auf niedrigerem Niveau stabil mit einem anhaltend positiven Geschäftsklima. Der Markt wurde in den vergangenen zwei Jahren getrieben von unerwarteten Entwicklungen, nämlich von der hohen Durchschlagskraft der Hepatitis-C-Blockbuster, der hohen Anzahl ablaufender Patente sowie dem hohen Volumenwachstum in den Pharmerging Markets. 2016 entfielen zwei Drittel des Umsatzes auf die Top fünf nationalen Märkte USA, Japan, China, Deutschland und Frankreich. Auf den Rest der Welt verteilt sich das letzte Drittel, angeführt von Italien, gefolgt von UK und Brasilien.

Im Jahr 2016 war die Branche erneut geprägt durch Übernahme- und Fusionsaktivitäten. Während 2015 im Pharmasektor Übernahmen im Umfang von rund USD 350 Mrd. getätigt wurden, waren bis zum dritten Quartal 2016 Akquisitionen und Fusionen im Gesamtumfang von USD 42 Mrd. zu beobachten2). Unabhängig von den Transaktionen zeichnet sich die Pharmabranche weiterhin durch eine hohe Innovationskraft aus. Sie ist daher ein wichtiger wirtschaftlicher Treiber für eine Volkswirtschaft - auch in Deutschland. In der Bundesrepublik sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angesichts der guten Konjunkturlage und der hohen Steuereinnahmen weiterhin günstig, um den Pharmastandort Deutschland zu stärken. Im Jahr 2016 betrug der Umsatz in der Pharmaindustrie in Deutschland rund USD 43,1 Mrd.

1) Quelle: Internationaler Währungsfonds (IWF), World Economic Outlook, Oktober 2016.

2) PwC „Global Pharma & Life Sciences Deals Insights Q3 2016 Update”.

Für den Welt-Pharmamarkt geht das renommierte Forschungsunternehmen Quintiles IMS Institute3) für 2016 bis 2021 von einem jährlichen durchschnittlichen Ausgabenzuwachs von 4 % bis 7 % auf rund USD 1,5 Billionen in 2021 aus. Dabei prognostiziert Quintiles IMS in den USA, nach wie vor der weltgrößte Pharmamarkt, ein jährliches durchschnittliches Ausgabenwachstum von 6 % bis 9 % für die kommenden Jahre bis 2021, während in den europäischen Ländern Wachstumsraten im niedrigeren einstelligen Prozentbereich zu erwarten seien. In den Pharmerging Markets sei dagegen weiterhin von jährlichen durchschnittlichen Wachstumsraten in Höhe von 6 %bis 9 % für die kommenden fünf Jahre auszugehen.

Das Volumenwachstum, also die Anzahl der verkauften Medikamente, wird dem Bericht zufolge durch die weitere Zunahme an Generika getrieben sowie durch einen im Vergleich zu den Vorjahren etwas moderateren Anstieg der medizinischen Versorgung in den Pharmerging Markets. Wie im Zeitraum 2011 bis 2016 geht Quintiles IMS für 2016 bis 2021 von einem durchschnittlichen jährlichen globalen Volumenwachstum in Höhe von 3 % aus, das vor allem durch die Pharmerging Markets getrieben wird.

Insgesamt gilt die Pharmabranche als eine der krisensichersten. Sie profitiert weiterhin von nachhaltigen Wachstumstreibern wie beispielsweise der demografischen Entwicklung, welche in Verbindung mit der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung zu einem wachsenden Bedarf an medizinischer Versorgung führt. Weit verbreitete Volkskrankheiten wie Diabetes, Asthma, Demenzerkrankungen, Krebs und Allergien führen darüber hinaus zu einem erhöhten Bedarf an medizinischer Versorgung. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den für uns relevanten Megatrends wider: Trend zu Generika, Erstarken der Gesundheitssysteme in den Pharmerging Markets, Zunahme der regulatorischen Anforderungen, Entwicklung neuer Medikamente, Zunahme akuter und chronischer Krankheiten, Selbstmedikation (siehe hierzu auch das Kapitel „Megatrends“ auf Seite 88).

In der Konsequenz steigt die Anzahl von Arzneimitteln mit patentfreien Wirkstoffen sowie biotechnologisch hergestellten Medikamenten. Die Branche profitiert gleichzeitig von der steigenden Weltbevölkerung und der wachsenden Mittelschicht: Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Asthma und Diabetes nehmen zu, entsprechend steigen die Ausgaben für die medizinische Versorgung. Neue Präparate und neue Wirkstoffe erfordern neben innovativen Herstellungsverfahren eine Weiterentwicklung der Verpackungen und Verabreichungen. Der Schutz der hochwertigen Inhaltsstoffe, die Qualitätssicherung und eine uneingeschränkte Funktionalität stehen dabei an erster Stelle. Immer mehr innovative Biotech-Medikamente kommen auf den Markt, die in Form von Injektionen dargereicht werden und in entsprechender Konzentration in Fläschchen und/oder vorgefüllten Spritzen erhältlich sein müssen. Für den Bereich der Verpackung von Medikamenten heißt das: Die Hersteller müssen ein breites Portfolio an Technologien über möglichst weite Teile der Wertschöpfungskette anbieten.

Auch der stärker konjunkturabhängige Markt für hochwertige Kosmetikverpackungen aus Glas entwickelte sich im Geschäftsjahr 2016 gut. Unverändert werden Glasverpackungen mit hoher Wertanmutung sehr geschätzt, so dass Design und zusätzliche Veredelungsprozesse der Glasbehälter auch im vergangenen Jahr von entscheidender Bedeutung waren.

ENTWICKLUNG AN DEN DEVISENMÄRKTEN

Der Wechselkurs des Euro zum US-Dollar lag im Geschäftsjahr 2016 innerhalb des Korridors zwischen 1,05 und 1,15 US-Dollar je Euro, wobei der Stand von Ende 2016 in etwa dem Stand von Ende 2015 entsprach. Die zwischenzeitliche Stärke des Euro mit Kursen um 1,15 US-Dollar ging zum Ende des Jahres 2016 im Vorfeld und nach Veröffentlichung des Ergebnisses der US-Präsidentenwahl wieder verloren, zudem erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit einer weiteren US-Leitzinserhöhung nach der im Dezember 2015 erfolgten ersten Erhöhung des Leitzinses. Die Europäische Zentralbank EZB wird die Wirtschaft hingegen anscheinend noch längere Zeit mit einer wachstumsorientierten Niedrigzinspolitik stützen.

Der Durchschnittskurs für das Geschäftsjahr 2016 vom 1. Dezember 2015 bis zum 30. November 2016 lag bei 1,10 US-Dollar und somit knapp unter dem durchschnittlichen Niveau des Vorjahres von 1,12 US-Dollar je Euro.

Andere Währungen, die für uns im Rahmen der Quartals- und Jahresabschlüsse zu Umrechnungseffekten in die Berichtswährung Euro führen, haben während des Berichtszeitraumes zumeist ihren Wert im Vergleich zum Euro vermindert. Damit hat in Summe der stärkere Euro-Kurs im Berichtszeitraum dafür gesorgt, dass die Translationseffekte aus der Umrechnung von anderen Währungen in die Konzernwährung Euro das Umsatzwachstum reduziert haben. Aus diesem Grund geben wir im Kapitel „Umsatzentwicklung“ das Umsatzwachstum organisch, das heißt um Währungseffekte und Akquisitionen bzw. Desinvestitionen bereinigt, an. Im Geschäftsjahr 2016 lag für den US-Dollar folgender Plankurs zugrunde: 1 Euro entspricht 1,12 US-Dollar. Darüber hinaus sind im Konzern-Anhang unter der Angabe (4) die Stichtags- und Durchschnittskurse der wesentlichen Währungen für den Gerresheimer Konzern für das Geschäftsjahr 2016 und für das Vorjahr detailliert dargestellt.

ENTWICKLUNG AN DEN ENERGIE- UND ROHSTOFFMÄRKTEN

Ein erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe für die Glas- und Kunststoffherstellung. Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energieträgern, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge in den Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise könnte die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns wesentlich belasten. Daher haben wir die besondere Ausgleichsregelung für stromintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) in Anspruch genommen. Der Konzern hat sich gegen anziehende Energiepreise (Strom und Gas) umfassend abgesichert, um Energiekostensteigerungen aufzufangen.

Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab.

Als Hersteller hochwertiger pharmazeutischer Primärverpackungen setzen wir für die Glasprodukte in erster Linie die Rohstoffe Quarzsand, Natronkalk sowie diverse Zusatzstoffe in vergleichsweise geringen Mengen ein. Die genannten Rohstoffe sind gut verfügbare Grunderzeugnisse, die wir von verschiedenen Lieferanten beziehen.

3) Quintiles IMS Institute: „Outlook for Global Medicines through 2021”, Dezember 2016.

Mit dem Verkauf unseres Röhrenglasgeschäftes an Corning im Jahr 2015 haben wir einen 10-Jahres-Liefervertrag für Borosilikatglas-Röhren abgeschlossen und damit den Bedarf des für unser Converting-Geschäft wichtigen Vorproduktes langfristig sichergestellt.

Insgesamt haben wir bei wesentlichen Kundenverträgen Preisanpassungsklauseln vereinbart, die diese Kostenveränderungen weitestgehend kompensieren. Dies bedeutet, dass wir nicht wesentlich von dem im Geschäftsjahr 2016 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2015 gesunkenen Ölpreis profitiert haben. Auf der anderen Seite werden wir aber wahrscheinlich auch nicht wesentlich betroffen sein, sollte der Ölpreis wieder ansteigen.

Weitere Informationen zum Umgang des Gerresheimer Konzerns mit Schwankungen bei Energie- und Rohstoffpreisen finden sich im gleichnamigen Unterpunkt des Kapitels „Operative Risiken“.

ÄNDERUNG DER REGULATORISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN

Nach wie vor legen die politischen Entscheider, insbesondere in den europäischen Industrieländern und den USA, großen Wert auf den Nachweis eines signifikanten Zusatznutzens, bevor neue Medikamente zugelassen werden. Aus diesem Grund wird in der Regel von den entsprechenden Behörden eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, bevor Medikamente für den Markt zugelassen werden können. Dies hat auch im Geschäftsjahr 2016 zu einer Zunahme der Bedeutung generisch hergestellter Medikamente in den Industrieländern geführt.

Tendenziell nehmen Umfang und Anzahl der regulatorischen Auflagen jährlich zu. Bei hohem Nutzen für die Patienten sind für alle Marktteilnehmer damit große Herausforderungen verbunden. Insgesamt haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen auf den für Gerresheimer wichtigen Pharmamärkten für unser Geschäft im Jahr 2016 allerdings nicht wesentlich verändert. Außerdem stellen die hohen Anforderungen an unser Geschäft eine hohe Eintrittsbarriere für mögliche neue Wettbewerber dar.

ÜBERBLICK ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF

EINFLUSS DER RAHMENBEDINGUNGEN AUF DEN GESCHÄFTSVERLAUF

Mit 83 % des Gesamtumsatzes ist das Geschäft mit der Pharma- und Healthcare-Industrie für den Gerresheimer Konzern besonders wichtig. Im Geschäftsjahr 2016 erzielten wir, insbesondere durch den Zukauf von Centor im Vorjahr, ein Umsatzwachstum von 7,2 %4).

Die regulatorischen Rahmenbedingungen auf den für uns wichtigen Pharmamärkten haben sich im Geschäftsjahr 2016 nicht wesentlich verändert und somit auch unsere Geschäftsentwicklung nicht erheblich beeinflusst. Der stärker konjunkturabhängige Markt für hochwertige Kosmetikverpackungen aus Glas entwickelte sich tendenziell positiv. Insbesondere bei den Parfüm- und Pflegeprodukten verzeichneten die Hersteller Zuwächse.

Wir vertreiben hauptsächlich spezialisierte und hochwertige Primärverpackungsprodukte und Drug-Delivery-Systeme aus Glas und Kunststoff. In den Märkten und in den Produktsegmenten, in denen wir tätig sind, wollen wir unsere Wettbewerbsposition Nr. 1 oder Nr. 2 halten bzw. streben wir an, diese Wettbewerbsposition nachhaltig zu erreichen.

PROGNOSEERREICHUNG IM GESCHÄFTSJAHR 2016

Um unseren Aktionären, Kunden und allen anderen Partnern die Möglichkeit zu geben, unsere Geschäftsentwicklung zu beurteilen, veröffentlichen wir unsere Erwartungen jeweils zu Beginn des Geschäftsjahres und aktualisieren diese bei Bedarf im Jahresverlauf. Unsere Prognose umfasst dabei Angaben zu der erwarteten Entwicklung des währungsbereinigten Umsatzes, der organischen Wachstumsrate des Umsatzes, des Adjusted EBITDA und der Investitionsausgaben in Prozent vom währungsbereinigten Umsatz.

Der Vergleich der Prognose mit den berichteten Geschäftsjahreszahlen zeigt, dass wir die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2016 gut eingeschätzt haben. Wir hatten nach dem Verkauf unseres Geschäftsbereiches Life Science Research zum 31. Oktober 2016 angekündigt, eher am unteren Ende unserer Jahresprognose beim währungsbereinigten Konzernumsatz in Höhe von EUR 1,4 Mrd. (Bandbreite: plus/minus EUR 25 Mio.) zu sein. Der währungsbereinigte Konzernumsatz lag im Geschäftsjahr 2016 bei EUR 1.383,1 Mio. und damit voll im Rahmen unserer Erwartungen. Der organische Umsatzzuwachs lag bei 2,9 % für 2016. Das Adjusted EBITDA zu konstanten Wechselkursen und ohne Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Life Science Research liegt mit EUR 311,3 Mio. am oberen Ende der prognostizierten EUR 305 Mio. (Bandbreite: plus/minus EUR 10 Mio.). Auch das Verhältnis Investitionsausgaben zu Umsatz zu konstanten Wechselkursen und ohne Berücksichtigung von Life Science Research lag mit 8,2 % im veranschlagten Zielbereich von 8 %. Der Umsatz- und Ergebnisbeitrag von Life Science Research ist seit dem Zeitpunkt der Klassifizierung als aufgegebener Geschäftsbereich zum 1. September 2016 sowohl für das aktuelle Geschäftsjahr bis zum Abschluss des Verkaufs zum 31. Oktober 2016 sowie für das gesamte Geschäftsjahr 2015 in Abzug zu bringen.

Die für das Geschäftsjahr 2016 prognostizierten Cash-Kennzahlen haben wir ebenfalls erreicht. Unsere Investitionen lagen bei 8,2 % und das durchschnittliche Net Working Capital bei 15,8 % vom währungsbereinigten Umsatz (ohne den Geschäftsbereich Life Science Research). Des Weiteren sind wir sowohl für unsere Operating Cash Flow-Marge als auch für unseren ROCE voll in der Planung.

4) Ohne Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Life Science Research.

Die folgende Tabelle zeigt die Prognoseentwicklung im Jahresverlauf:

Entwicklung der Prognose im Geschäftsjahresverlauf 2016

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Ausblick GJ 2016 11.02.2016 Anpassung des Ausblicks GJ 2016 06.10.2016 (Verkauf Life Science Research) Ergebnis 2016
Umsatz (konst. Wechselkurse) EUR 1.500 Mio. (+/- EUR 25 Mio.) entspricht ca. +4 % bis +5 % organisches Wachstum EUR 1.400 Mio. (+/- EUR 25 Mio.) entspricht ca. +4 % bis +5 % organisches Wachstum EUR 1.383,1 Mio. +2,9 % organisches Wachstum
Adjusted EBITDA (konst. Wechselkurse) EUR 320 Mio. (+/- EUR 10 Mio.) EUR 305 Mio. (+/- EUR 10 Mio.) EUR 311,3 Mio.
Investitionen (konst. Wechselkurse) 8 % vom Umsatz Bestätigung Ausblick GJ 2016 11.02.2016 8,2 %1)
Durchschnittliches NWC (in % vom Umsatz) (konst. Wechselkurse) 17 % Bestätigung Ausblick GJ 2016 11.02.2016 15,8 %1)
Der Verkauf von Life Science Research wurde zum 31. Oktober 2016 vollzogen; gemäß internationalen Rechnungslegungsvorschriften sind die Zahlen für diesen Geschäftsbereich als aufgegebener Geschäftsbereich gesondert auszuweisen. Das waren für 2015 rund EUR 100 Mio. Umsatz und gut EUR 15 Mio. Adjusted EBITDA.
Weitere Kennzahlen
Operating Cash Flow-Marge (konst. Wechselkurse) rund 13 % im Geschäftsjahr 2018 Bestätigung Ausblick GJ 2016 11.02.2016 14,3 %
ROCE > = 12 % im Geschäftsjahr 2018 Bestätigung Ausblick GJ 2016 11.02.2016 12,6 %

1) Ohne Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Life Science Research.

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUM GESCHÄFTSVERLAUF

Der Gerresheimer Konzern hat das Geschäftsjahr 2016 erfolgreich abgeschlossen. Der Umsatz stieg um 7,2 % auf EUR 1.375,5 Mio. Dies entspricht einem organischen Wachstum von 2,9 % bzw. einem währungsbereinigten Umsatz von EUR 1.383,1 Mio. Unser Umsatz mit der Pharmaindustrie hat sich somit auch im Geschäftsjahr 2016 als robust erwiesen. Das Adjusted EBITDA zu konstanten Wechselkursen und ohne Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Life Science Research lag bei EUR 311,3 Mio. Das berichtete Adjusted EBITDA lag bei EUR 307,8 Mio., was einer Marge von 22,4 % entspricht. Das Konzernergebnis nach Ertragsteuern lag im Geschäftsjahr 2016 mit EUR 168,2 Mio. deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres von EUR 112,7 Mio. Das bereinigte Konzernergebnis betrug EUR 139,0 Mio. nach EUR 117,7 Mio. in der vergleichbaren Vorjahresperiode.

UMSATZENTWICKLUNG

Der Gerresheimer Konzernumsatz stieg von EUR 1.282,9 Mio. im Geschäftsjahr 2015 um 7,2 % bzw. EUR 92,6 Mio. im Geschäftsjahr 2016 auf EUR 1.375,5 Mio. und zwar angepasst um den verkauften Geschäftsbereich Life Science Research. Bereinigt um Währungseffekte und Akquisitionen bzw. Desinvestitionen betrug der Umsatz zum Geschäftsjahresende EUR 1.383,1 Mio., bzw. erreichten wir ein organisches Umsatzwachstum von 2,9 %. Durch die Klassifizierung des Geschäftsbereiches Life Science Research als aufgegebener Geschäftsbereich bis zum Verkauf am 31. Oktober 2016 werden die Eliminierungsbuchungen in Bezug auf die konzerninternen Umsätze, unter Berücksichtigung der künftigen Liefer- und Leistungsbeziehungen, sowohl für das aktuelle Geschäftsjahr als auch für das Vorjahr dem aufgegebenen Geschäftsbereich zugeordnet. Dies führt zu einer aussagekräftigeren Darstellung der finanziellen Auswirkungen des Verkaufs des Geschäftsbereiches Life Science Research in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Aufgrund dieser Darstellung wurde das Vorjahr entsprechend angepasst, was sich auch bei der Darstellung der Umsatzerlöse zeigt.

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in Mio. EUR 2016 2015 Veränderung

in %
Umsatzerlöse
Plastics & Devices 765,4 645,3 18,6
Primary Packaging Glass 610,6 651,0 -6,2
Zwischensumme 1.376,0 1.296,3 6,1
Innenumsätze -0,5 -13,4 96,3
Summe Umsatzerlöse 1.375,5 1.282,9 7,2

Der Umsatz im Geschäftsbereich Plastics & Devices wuchs im Geschäftsjahr 2016 gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode von EUR 645,3 Mio. um EUR 120,1 Mio. auf EUR 765,4 Mio. Dies entspricht einem Wachstum von 18,6 % bzw. einem organischen Wachstum von 3,0 %. Der Hauptgrund für diesen Anstieg ist im Wesentlichen die ganzjährige Einbeziehung von Centor im Geschäftsjahr 2016, welche im Vorjahr erst ab dem Abschluss der Transaktion zum 1. September 2015, also für drei Monate, berücksichtigt wurde. Weiterhin konnten wir im aktuellen Geschäftsjahr Umsatzsteigerungen im Geschäft mit medizinischen Kunststoffsystemen, insbesondere mit dem Verkauf von Inhalatoren, erzielen. Der Umsatz mit Werkzeugen für die Herstellung medizinischer Kunststoffsysteme lag leicht über dem Wert des Vorjahres. Auch das Geschäft mit Kunststoffverpackungen für feste und flüssige Medikamente trug auf organischer Basis zum Wachstum des Geschäftsbereiches Plastics & Devices bei.

Der Geschäftsbereich Primary Packaging Glass erzielte im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von EUR 610,6 Mio. gegenüber EUR 651,0 Mio. in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Dies entsprach zwar einem Umsatzrückgang von 6,2 %, was im Wesentlichen auf den Verkauf des Röhrenglasgeschäftes am 2. November 2015 zurückzuführen ist. Bereinigt um das Röhrenglasgeschäft in 2015 und damit organisch haben wir ein Umsatzwachstum von 2,7 % gegenüber dem Vorjahr erzielt. Im Bereich Tubular Glass Converting, insbesondere in Amerika, konnten wir den Umsatz weiter steigern. Der Bereich Moulded Glass verzeichnete ebenfalls ein leichtes organisches Wachstum, insbesondere getrieben durch das Kosmetikgeschäft.

UMSATZ NACH WIRTSCHAFTSREGIONEN

Den weitaus größten Teil unseres Konzernumsatzes erzielten wir im Ausland. Der Auslandsumsatz belief sich im Geschäftsjahr 2016 auf EUR 1.051,4 Mio. bzw. 76,4 %. Im Geschäftsjahr 2015 betrug der im Ausland erzielte Umsatz EUR 964,3 Mio. bzw. 75,2 %. Die Regionen Europa und Amerika stellen für Gerresheimer weiterhin die wichtigsten geografischen Absatzregionen dar. Daneben steht der Umsatz in den Schwellenländern als Wachstumsregion auch weiterhin im Fokus. Die prozentuale Verteilung hat sich aufgrund der Akquisition von Centor jedoch zugunsten der Region Amerika verschoben.

Quintiles IMS hat im Geschäftsjahr 2016 die Definition der Pharmerging Markets verändert. Es sind weiterhin 21 Länder definiert. Rumänien ist in diesem Jahr wieder hinzugekommen, nach einer Herausnahme in 2015. Herausgenommen aus der Definition der Pharmerging Markets wurde Ägypten. Wir haben unsere Berichterstattung an diese Definition angepasst, das Vorjahr entsprechend dargestellt und verweisen auf Angabe (8) im Konzern-Anhang.

Der Umsatz der Region Europa (ohne Deutschland) sank um EUR 8,5 Mio. bzw. 1,8 % auf EUR 458,4 Mio. Dieser Rückgang ist insbesondere auf den Verkauf des Röhrenglasgeschäftes zum 2. November 2015 und dort insbesondere auf den Verkauf unserer ehemaligen Tochtergesellschaft in Italien sowie rückläufige Umsätze in Spanien zurückzuführen. In diesen Ländern ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 23,2 % zurück. Gegenläufig haben wir eine positive Entwicklung der Umsätze in Belgien, Dänemark und der Schweiz. In diesen Ländern erzielten wir einen Umsatzanstieg von 14,3 %. Der Umsatzanteil in der Region Europa (ohne Deutschland) sank im aktuellen Geschäftsjahr leicht auf 33,3 % nach 36,4 % im Vorjahr. In Deutschland stiegen die Umsatzerlöse von EUR 318,6 Mio. im Vorjahr um EUR 5,5 Mio. bzw. 1,7 % auf nunmehr EUR 324,1 Mio. im aktuellen Geschäftsjahr. Allerdings ging der Umsatzanteil am Konzernumsatz leicht von 24,8 % auf 23,6 % zurück.

Mit einem Anteil von 26,4 % (Vorjahr: 19,1 %) am Konzernumsatz ist Amerika unverändert ein wichtiger Absatzmarkt des Gerresheimer Konzerns. Aufgrund der Präsenz weltweit operierender Pharmaunternehmen und des Bevölkerungspotenzials bleiben insbesondere die USA auch in Zukunft eine der Kernregionen unserer wirtschaftlichen Tätigkeit.

Der Umsatz in den Schwellenländern trug in 2016 mit rund 15 % (Vorjahr: rund 17 %) zum Gesamtumsatz des Konzerns bei. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf den stärkeren US-Anteil durch die Centor Akquisition im Vorjahr und die erstmalige Berücksichtigung ihres gesamten Jahresumsatzes im Geschäftsjahr 2016 zurückzuführen. Weiterhin haben die wesentlichen Währungskurse in den Schwellenländern einen negativen Effekt.

ERTRAGSLAGE

Im Geschäftsjahr 2016 erwirtschaftete der Gerresheimer Konzern mit EUR 307,8 Mio. ein Adjusted EBITDA, welches das Niveau des Vorjahres um 17,2 % deutlich übertraf. Die Adjusted EBITDA-Marge lag bei 22,4 % und damit ebenfalls deutlich über dem Niveau des Vorjahres von 20,5 %. Währungsbereinigt stieg das Adjusted EBITDA auf EUR 311,3 Mio. im Geschäftsjahr 2016. Aufgrund der Klassifizierung des Geschäftsbereiches Life Science Research als aufgegebener Geschäftsbereich bis zum Verkauf am 31. Oktober 2016 erfolgt ein Ausweis des Nach-Steuer-Ergebnisses dieses Geschäftsbereiches in einer separaten Position in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Diese Darstellung erfolgt sowohl für das aktuelle Geschäftsjahr als auch für das Vorjahr, was zu einer entsprechenden Anpassung der Vorjahreszahlen führt.

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in Mio. EUR 2016 2015 Veränderung

in %
Adjusted EBITDA
Plastics & Devices 204,0 141,6 44,1
Primary Packaging Glass 124,7 143,7 -13,2
Zwischensumme 328,7 285,3 15,2
Zentralstellen/Konsolidierung -20,9 -22,7 -7,9
Summe Adjusted EBITDA 307,8 262,6 17,2

Der Geschäftsbereich Plastics & Devices erzielte im Geschäftsjahr 2016 ein Adjusted EBITDA von EUR 204,0 Mio. und lag damit deutlich über dem Niveau des Adjusted EBITDA des Vorjahres von EUR 141,6 Mio. Die Adjusted EBITDA-Marge stieg im Geschäftsjahr 2016 von 21,9 % im Vorjahr auf 26,6 %. Diese Entwicklung ist weitestgehend auf die Akquisition von Centor am 1. September 2015 zurückzuführen. Daneben konnten auch die Margen im Device-Geschäft gesteigert werden.

Mit EUR 124,7 Mio. erzielte der Geschäftsbereich Primary Packaging Glass ein Adjusted EBITDA, das um EUR 19,0 Mio. bzw. 13,2 % unter dem Wert des Vorjahres lag. Diese Entwicklung ist insbesondere auf den Verkauf des Röhrenglasgeschäftes zum 2. November 2015 zurückzuführen. Die Adjusted EBITDA-Marge lag mit 20,4 % unter dem Vorjahresniveau von 22,1 %. Trotz des negativen Margeneffekts aus dem Verkauf des Röhrenglasgeschäftes konnte der Geschäftsbereich Primary Packaging Glass aufgrund von Umsatz- und Produktivitätssteigerungen eine Marge über unseren Erwartungen zu Beginn des Geschäftsjahres erzielen. Insbesondere das Umsatzwachstum im Bereich Tubular Glass Converting in Amerika hatte einen positiven Effekt auf das Adjusted EBITDA und die erzielte Marge.

Die Kosten der Zentralstellen bzw. die Konsolidierungseffekte liegen mit EUR 20,9 Mio. um EUR 1,8 Mio. unter dem Niveau des Vorjahres. Dies ist im Wesentlichen auf einen Gewinn aus dem Verkauf eines Verwaltungsgebäudes in den USA und gegenläufig einem höheren Aufwand im Zusammenhang mit Pensionszusagen an den Vorstand der Gerresheimer AG zurückzuführen.

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung vom Adjusted EBITDA zum Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit:

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in Mio. EUR 2016 2015 Veränderung
Adjusted EBITDA 307,8 262,6 45,2
Planmäßige Abschreibungen -86,91) -84,5 -2,4
Adjusted EBITA 220,9 178,1 42,8
Verkauf Röhrenglasgeschäft 0,3 52,2 -51,9
Akquisition Centor -0,1 -11,6 11,5
Portfoliooptimierungen -3,5 -15,9 12,4
davon Restrukturierungsaufwendungen -2,3 -6,9 4,6
davon Portfoliobereinigungen -1,2 -9,0 7,8
Einmalige Aufwendungen und Erträge 2) -0,5 -0,4 -0,1
Einmaleffekte gesamt -3,8 24,3 -28,1
Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen 3) -36,6 -20,4 -16,2
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 180,5 182,0 -1,5

1) Hierin sind EUR 0,2 Mio. Wertminderungen enthalten, die nicht Bestandteil der Portfoliobereinigungen sind.

2) Die Position „Einmalige Aufwendungen und Erträge“ umfasst außergewöhnliche Vorgänge, die nicht als Indikator für die fortlaufende Geschäftstätigkeit herangezogen werden können. Hierunter fallen unter anderem diverse Reorganisations- und Umstrukturierungsmaßnahmen, die nach IFRS nicht als „Restrukturierungsaufwendungen“ auszuweisen sind.

3) Die Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen beziehen sich auf die identifizierten Vermögenswerte zu Zeitwerten im Zusammenhang mit den Akquisitionen der Gerresheimer Vaerloese im Dezember 2005, der Gerresheimer Regensburg im Januar 2007, der Pharmaglassparte der US-amerikanischen Comar Inc. im März 2007, den Akquisitionen der Gerresheimer Zaragoza und der Gerresheimer Sao Paulo im Januar 2008, der Akquisition von Vedat im März 2011, der Akquisition von Neutral Glass im April 2012, der Akquisition von Triveni im Dezember 2012 sowie der Akquisition von Centor im September 2015. Bei den Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen handelt es sich um Abschreibungen auf identifizierte immaterielle Vermögenswerte.

Ausgehend vom Adjusted EBITDA in Höhe von EUR 307,8 Mio. (Vorjahr: EUR 262,6 Mio.) führen die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von EUR 86,9 Mio. (Vorjahr: EUR 84,5 Mio.) zu einem Adjusted EBITA von EUR 220,9 Mio. (Vorjahr: EUR 178,1 Mio.). Einmaleffekte mit einem Gesamtwert von EUR -3,8 Mio. (Vorjahr: EUR 24,3 Mio.) sowie planmäßige Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen in Höhe von EUR 36,6 Mio. (Vorjahr: EUR 20,4 Mio.) leiten auf das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit in Höhe von EUR 180,5 Mio. nach EUR 182,0 Mio. im Vorjahr über. Die Einmaleffekte betreffen im Wesentlichen Portfoliooptimierungen sowie sonstige Aufwendungen und Erträge. Im Vorjahr betreffen die Einmalaufwendungen im Wesentlichen den Verkauf des Röhrenglasgeschäftes sowie die Akquisition von Centor.

Die Portfoliooptimierungen belaufen sich in Summe auf EUR 3,5 Mio. für das Geschäftsjahr 2016 (Vorjahr: EUR 15,9 Mio.). Darin enthalten sind Restrukturierungsaufwendungen, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit einer Effizienzsteigerungsmaßnahme im Geschäftsbereich Plastics & Devices stehen. Weiterhin sind in dieser Position EUR 1,2 Mio. im Wesentlichen für Wertminderungen enthalten, die mit der bereits angekündigten Straffung und Optimierung der Geschäftsbereiche zusammenhängen.

Die Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen sind im aktuellen Geschäftsjahr um EUR 16,2 Mio. auf EUR 36,6 Mio. gestiegen. Hierin sind zwei gegenläufige Effekte enthalten. Zum einen erhöhten sich die Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen aufgrund der erstmaligen ganzjährigen Berücksichtigung von Centor deutlich, und zum anderen verringerten sich die Abschreibungen aus früheren Akquisitionen, da diese aufgrund der zugrunde liegenden Nutzungsdauern ausgelaufen sind.

Für das Geschäftsjahr 2016 haben wir ein Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit in Höhe von EUR 180,5 Mio. im Vergleich zu EUR 182,0 Mio. in der vergleichbaren Vorjahresperiode erzielt. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen darin begründet, dass im Geschäftsjahr 2015 einmalige Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Röhrenglasgeschäftes und der Akquisition von Centor von in Summe EUR 40,6 Mio. das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit positiv beeinflussen.

RETURN ON CAPITAL EMPLOYED

Der Return on Capital Employed (ROCE) ist als Messgröße für die Rentabilität auf Konzernebene implementiert und gibt Aufschluss darüber, wie effizient wir mit dem eingesetzten Kapital umgehen. Diese Kennzahl stellt eine wichtige mittel- bis langfristige Zielgröße für den Konzern dar. Sie definiert sich als Adjusted EBITA im Verhältnis zum durchschnittlichen Kapitaleinsatz, berechnet als Bilanzsumme abzüglich unverzinslicher Verbindlichkeiten und liquider Mittel.

Leitet man den ROCE aus den veröffentlichten Konzernabschlusskennzahlen (ermittelt als Durchschnitt der Stichtagswerte des Vorjahres und des laufenden Jahres) ab, ergibt sich ein ROCE von 12,6 % für 2016 und 12,9 % für 2015. Beide ROCE-Kennzahlen sind durch Sondereffekte negativ beeinflusst. Dies liegt im Geschäftsjahr 2016 im Wesentlichen an der Klassifizierung des Geschäftsbereiches Life Science Research als aufgegebener Geschäftsbereich. Durch diese Darstellung ist im Zähler das Adjusted EBITA von Life Science Research für das gesamte Geschäftsjahr nicht enthalten, wohingegen im Nenner die bilanziellen Zahlen vollumfänglich enthalten sind. Im Geschäftsjahr 2015 wurde Centor erstmals im 4. Quartal in den Konsolidierungskreis einbezogen. Hierdurch wurde im Zähler ein Adjusted EBITA für lediglich ein Quartal berücksichtigt, wohingegen die bilanziellen Zahlen im Nenner im Endwert 2015 in voller Höhe enthalten waren.

WESENTLICHE POSITIONEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

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in Mio. EUR 2016 in %

vom Umsatz
2015 in %

vom Umsatz
Umsatzerlöse 1.375,5 1.282,9
Umsatzkosten -943,7 -68,6 -909,1 -70,9
Vertriebskosten -166,6 -12,1 -159,8 -12,5
Verwaltungskosten -88,8 -6,5 -83,0 -6,5
Restrukturierungsaufwendungen -2,3 -0,2 -6,9 -0,5
Sonstige Aufwendungen und Erträge 6,4 0,5 57,9 4,5
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 180,5 13,1 182,0 14,2
Finanzergebnis 1) -33,5 -2,4 -34,6 -2,7
Ertragsteuern -42,5 -3,1 -43,4 -3,4
Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft 104,5 7,6 104,0 8,1
Konzernergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft 63,72) 8,7
Konzernergebnis 168,2 112,7
Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen 46,6 8,4
Ergebnisanteil der Anteilseigner des Mutterunternehmens 121,6 104,3

1) Das Finanzergebnis umfasst Zinserträge sowie Zinsaufwendungen bezogen auf die Nettofinanzschulden des Gerresheimer Konzerns. Zudem werden unter dem Finanzergebnis auch der Nettozinsaufwand für Pensionsrückstellungen sowie Währungseffekte aus den Finanzierungsgeschäften und den dazugehörigen derivativen Sicherungsgeschäften ausgewiesen.

2) Im Konzernergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft werden neben dem Ergebnis der laufenden Geschäftstätigkeit auch der Buchgewinn aus dem Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research von EUR 74,3 Mio. und gegenläufig die mit dieser Transaktion im Zusammenhang stehenden Projekt- und sonstigen Kosten in Höhe von EUR 4,4 Mio. sowie der Steueraufwand von EUR 13,8 Mio. ausgewiesen.

FUNKTIONSKOSTEN

Ursächlich für den Anstieg der Herstellungskosten um 3,8 % auf EUR 943,7 Mio. (Vorjahr: EUR 909,1 Mio.) waren einerseits die höheren Materialaufwendungen, insbesondere durch den ganzjährigen Einbezug von Centor, und andererseits gestiegene Personalkosten im Rahmen der üblichen Gehaltstrends. Im Verhältnis zum Umsatz sind die Herstellungskosten allerdings um 2,3 Prozentpunkte gesunken. Die Vertriebskosten im Verhältnis zum Umsatz sind mit 12,1 % um 0,4 Prozentpunkte ebenfalls leicht gesunken. Absolut sind die Vertriebskosten leicht angestiegen, was auf die deutlich höheren Fair Value-Abschreibungen durch den Erwerb von Centor zurückzuführen ist. Die Verwaltungskosten sind im Verhältnis zum Umsatz auf einem identischen Niveau wie im Geschäftsjahr 2015.

Der Saldo aus den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen liegt bei EUR 6,4 Mio. nach EUR 57,9 Mio. in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Dieser Rückgang resultiert hauptsächlich aus dem im Vorjahr realisierten Ertrag aus dem Verkauf des Röhrenglasgeschäftes an Corning sowie gegenläufig den einmaligen Aufwendungen im Zusammenhang mit dieser Transaktion sowie der Akquisition von Centor.

FINANZERGEBNIS

Das Finanzergebnis des Geschäftsjahres 2016 resultiert in einem Aufwand von EUR 33,5 Mio. und liegt damit um EUR 1,1 Mio. unter dem Vorjahreswert in Höhe von EUR 34,6 Mio. Einem Anstieg der Zinsaufwendungen um EUR 0,3 Mio. und nahezu identischen Zinserträgen im Vergleich zum Vorjahr steht dabei ein geringerer Aufwand von EUR 1,4 Mio. im sonstigen Finanzergebnis gegenüber, der im Wesentlichen aus niedrigeren Währungsaufwendungen verglichen zum Vorjahr resultiert.

ERTRAGSTEUERN

Der Ertragsteueraufwand beträgt EUR 42,5 Mio. nach EUR 43,4 Mio. im Vorjahr. Zum 30. November 2016 beträgt die Steuerquote 28,9 % und liegt damit auf der erwarteten Steuerquote von 29,0 % und leicht unter der Steuerquote des Vorjahres in Höhe von 29,4 %.

KONZERNERGEBNIS UND BEREINIGTES KONZERNERGEBNIS

Zum 30. November 2016 wies der Gerresheimer Konzern mit EUR 168,2 Mio. ein Konzernergebnis aus, das um EUR 55,5 Mio. deutlich über dem Vorjahreswert lag.

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in Mio. EUR 2016 2015 Veränderung
Konzernergebnis 168,2 112,7 55,5
Verkauf Geschäftsbereich Life Science Research 69,9 - 69,9
darauf entfallender Steuereffekt -13,8 - -13,8
Verkauf Röhrenglasgeschäft 0,3 52,2 -51,9
darauf entfallender Steuereffekt -0,1 -16,8 16,7
Akquisition Centor -0,1 -11,6 11,5
darauf entfallender Steuereffekt - 3,9 -3,9
Portfoliooptimierungen -3,5 -15,9 12,4
darauf entfallender Steuereffekt 1,1 4,9 -3,8
Einmalige Aufwendungen und Erträge -0,5 -0,4 -0,1
darauf entfallender Steuereffekt 0,1 0,2 -0,1
Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen 1) -38,1 -22,3 -15,8
darauf entfallender Steuereffekt 13,2 7,0 6,2
Einmaleffekte im Finanzergebnis -0,2 -6,5 6,3
darauf entfallender Steuereffekt 0,1 2,1 -2,0
Steuerliche Sondereffekte 0,7 -1,2 1,9
darauf entfallender Zinseffekt 0,1 -0,6 0,7
Bereinigtes Konzernergebnis 139,0 117,7 21,3
Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen 46,6 8,4 38,2
Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen -1,3 -2,5 1,2
darauf entfallender Steuereffekt 0,2 0,2 -
Einmalige Aufwendungen und Erträge 41,3 - 41,3
darauf entfallender Steuereffekt - - -
Bereinigte Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen 6,4 10,7 -4,3
Bereinigtes Ergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen 132,6 107,0 25,6
Bereinigtes Konzernergebnis je Aktie in EUR nach nicht beherrschenden Anteilen 4,22 3,41 -

1) In der Position „Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen“ ist ein Aufwand von EUR 1,5 Mio. (Vorjahr: EUR 1,9 Mio.) enthalten, der in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Konzernergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft ausgewiesen ist.

Das bereinigte Konzernergebnis bzw. Adjusted Net Income (definiert als: Konzernergebnis inklusive der Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen vor Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen und den Sondereffekten aus Restrukturierungsaufwendungen sowie des Saldos aus einmaligen Erträgen und Aufwendungen und der darauf entfallenden Steuereffekte) betrug im Geschäftsjahr 2016 EUR 139,0 Mio. nach EUR 117,7 Mio. im Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis je Aktie nach Ergebnisanteilen von nicht beherrschenden Anteilen belief sich damit auf EUR 4,22 nach EUR 3,41 im Vorjahr.

Die Adjustments im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research in Höhe von EUR 69,9 Mio. setzten sich im Wesentlichen aus dem erzielten Buchgewinn in Höhe von EUR 74,3 Mio. und gegenläufig aus den mit dieser Transaktion zusammenhängenden Projekt- und sonstigen Kosten von EUR 4,4 Mio. zusammen. Der Steuereffekt für den Gerresheimer Anteil aus diesem Verkauf beträgt EUR 13,8 Mio. Das auf die nicht beherrschenden Anteile entfallende Ergebnis vor Steuern aus dem Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research beträgt EUR 41,3 Mio. und wird als einmaliger Ertrag im Ergebnisanteil der nicht beherrschenden Anteile bereinigt.

GEWINNVERWENDUNG (DIVIDENDENVORSCHLAG)

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG werden der Hauptversammlung am 26. April 2017 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 1,05 je Aktie (Vorjahr: EUR 0,85 je Aktie) für das Geschäftsjahr 2016 auszuschütten. Dies entspricht einem Dividendenbetrag von EUR 33,0 Mio. und einer Steigerung gegenüber der Vorjahresdividende um 23,5 %. Die Ausschüttungsquote beträgt 24,9 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen. Diese Ausschüttung bewegt sich im Rahmen unserer Dividendenpolitik, in Abhängigkeit vom operativen Unternehmenserfolg zwischen 20 % bis 30 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen an unsere Aktionäre auszuschütten. Des Weiteren wird vorgeschlagen, den verbleibenden Bilanzgewinn der Gesellschaft von EUR 93,3 Mio. auf neue Rechnung vorzutragen. Damit profitieren die Gerresheimer Aktionäre auch in diesem Jahr vom Geschäftserfolg des Gerresheimer Konzerns.

VERMÖGENSLAGE

VERMÖGENSDARSTELLUNG

Die Vermögenslage des Gerresheimer Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2016 wie folgt entwickelt:

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Aktiva

in Mio. EUR
30.11.2016 30.11.2015 Veränderung

in %2)
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 1.809,8 1.861,81) -2,8
Anteile an at equity bewerteten Unternehmen 0,3 0,2 10,5
Sonstige langfristige Vermögenswerte 21,5 19,3 11,2
Langfristige Aktiva 1.831,6 1.881,3 -2,6
Vorräte 155,4 186,4 -16,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 232,1 219,0 6,0
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 155,2 132,71) 17,0
Kurzfristige Aktiva 542,7 538,1 0,9
Bilanzsumme 2.374,3 2.419,4 -1,9
Passiva

in Mio. EUR
30.11.2016 30.11.2015 Veränderung

in %2)
Eigenkapital inkl. nicht beherrschende Anteile 763,3 698,1 9,3
Langfristige Rückstellungen 167,5 165,0 1,5
Finanzverbindlichkeiten 744,6 740,8 0,5
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 157,8 147,71) 6,8
Langfristige Schulden 1.069,9 1.053,5 1,6
Finanzverbindlichkeiten 185,4 249,6 -25,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 157,0 160,9 -2,5
Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 198,7 257,31) -22,8
Kurzfristige Schulden 541,1 667,8 -19,0
Bilanzsumme 2.374,3 2.419,4 -1,9

1) Rückwirkende Anpassung aufgrund Anwendung der Ein-Jahres-Frist nach dem Erwerb von Centor am 1. September 2015.

2) Die Veränderungen wurden auf Basis von T EUR berechnet.

Die Bilanzsumme des Gerresheimer Konzerns betrug zum 30. November 2016 EUR 2.374,3 Mio. und lag damit um EUR 45,1 Mio. bzw. 1,9 % unter dem Wert des Vorjahres.

BILANZSTRUKTUR UND KENNZAHLEN

Die langfristigen Aktiva haben sich auf EUR 1.831,6 Mio. (Vorjahr: EUR 1.881,3 Mio.) verringert. Dies entspricht einem Rückgang um EUR 49,7 Mio. bzw. 2,6 %. Der Anteil der langfristigen Aktiva an der Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr auf 77,1 % (Vorjahr: 77,8 %) leicht gesunken. Die kurzfristigen Aktiva stiegen zum Bilanzstichtag um 0,9 % auf EUR 542,7 Mio. (Vorjahr: EUR 538,1 Mio.). Bezogen auf die Bilanzsumme lag ihr Anteil bei 22,9 % (Vorjahr: 22,2 %). Die Aktivseite der Bilanz wurde im Wesentlichen geprägt durch niedrigere immaterielle Vermögenswerte aufgrund von planmäßigen Abschreibungen sowie des Verkaufs des Geschäftsbereiches Life Science Research. Gegenläufig haben sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Vergleich zum Vorjahresstichtag erhöht.

LANGFRISTIGE AKTIVA

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien beliefen sich am Bilanzstichtag auf einen Wert von EUR 1.809,8 Mio. (Vorjahr: EUR 1.861,8 Mio.). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die planmäßige Abschreibung der im Vorjahr im Zuge des Erwerbs von Centor zugegangenen immateriellen Vermögenswerte zurückzuführen. Weiterhin wurde der Rückgang auch durch den Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research beeinflusst. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betragen EUR 113,2 Mio. (Vorjahr: EUR 125,8 Mio.) im Geschäftsjahr 2016. Diesen stehen planmäßige Abschreibungen in Höhe von EUR 86,9 Mio.5) (Vorjahr: EUR 84,5 Mio.) und Fair Value-Abschreibungen von EUR 36,6 Mio. (Vorjahr: EUR 20,4 Mio. sowie Fair Value-Wertminderungen auf die Marke Kimble/Kontes in Höhe von EUR 15,7 Mio.) gegenüber. Der Anstieg der Fair Value-Abschreibungen ist im Wesentlichen auf die planmäßigen Abschreibungen auf die Kundenbeziehungen bei Centor, welche im Vorjahr erst seit dem Abschluss der Akquisition am 1. September 2015 berücksichtigt wurden, zurückzuführen. Die Wertminderungen betrugen EUR 1,2 Mio. (Vorjahr: EUR 6,3 Mio.) und sind auf die bereits kommunizierten Portfoliobereinigungen und weitere Standardisierungen im Konzern zurückzuführen.

Die sonstigen langfristigen Aktiva sind von EUR 19,3 Mio. im Vorjahr auf EUR 21,5 Mio. zum 30. November 2016 gestiegen. Sie enthalten im Wesentlichen aktive latente Steuern in Höhe von EUR 13,6 Mio.

KURZFRISTIGE AKTIVA

Während sich die Vorräte im Vergleich zum Vorjahr um 16,6 % vermindert haben, haben sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 6,0 % erhöht. Die Vorräte betrugen zum Bilanzstichtag EUR 155,4 Mio. (Vorjahr: EUR 186,4 Mio.). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich auf EUR 232,1 Mio. (Vorjahr: EUR 219,0 Mio.). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind insbesondere aufgrund des Umsatzwachstums angestiegen. Der Anteil der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an der Bilanzsumme betrug zum Bilanzstichtag 16,3 % im Vergleich zu 16,8 % im Vorjahr.

EIGENKAPITAL

Das Eigenkapital des Gerresheimer Konzerns einschließlich der nicht beherrschenden Anteile stieg um EUR 65,2 Mio. auf EUR 763,3 Mio. Dieser Anstieg resultiert aus dem positiven Konzernergebnis, welches die Ausschüttungen in Höhe von EUR 26,7 Mio. an die Anteilseigner der Gerresheimer AG sowie von EUR 66,6 Mio. an die nicht beherrschenden Anteile, im Wesentlichen bedingt durch den Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research, überkompensierte. Zusätzlich wurde das Eigenkapital durch die Effekte aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 9,0 Mio. reduziert. Zum 30. November 2016 lag die Eigenkapitalquote bei 32,1 % nach 28,9 % zum Geschäftsjahresende 2015.

LANGFRISTIGE SCHULDEN

Die langfristigen Schulden beliefen sich auf EUR 1.069,9 Mio. (Vorjahr: EUR 1.053,5 Mio.). Sie sind im Vergleich zum Vorjahr um EUR 16,4 Mio. gestiegen. Die langfristigen Rückstellungen sind um 1,5 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten belaufen sich zum 30. November 2016 auf EUR 744,6 Mio. und sind gegenüber dem Vorjahr (EUR 740,8 Mio.) leicht gestiegen. Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten neben der Schuldverschreibung in Höhe von EUR 300,0 Mio. auch das Schuldscheindarlehen der Gerresheimer AG in Höhe von EUR 425,0 Mio., welches zur Finanzierung der Centor Akquisition im November 2015 aufgenommen wurde.

KURZFRISTIGE SCHULDEN

Die kurzfristigen Schulden lagen zum Bilanzstichtag bei EUR 541,1 Mio., einem Minus von 19,0 % gegenüber dem Vorjahr. Ihr Anteil an der Bilanzsumme lag damit bei 22,8% (Vorjahr: 27,6 %). Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf die Rückzahlung des revolvierenden Darlehens aus den Zuflüssen aus dem Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research zurückzuführen.

5) Hierin sind EUR 0,2 Mio. Wertminderung enthalten, die nicht Bestandteil der Portfoliobereinigung sind.

Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten belaufen sich somit zum 30. November 2016 auf EUR 185,4 Mio. nach EUR 249,6 Mio. zum Vorjahresstichtag. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten lagen zum Bilanzstichtag bei EUR 198,7 Mio (Vorjahr: EUR 257,3 Mio.). Der Rückgang von EUR 58,6 Mio. ist im Wesentlichen auf die im 1. Quartal 2016 erfolgte Zahlung der Steuerverpflichtung im Zusammenhang mit dem Verkauf des Röhrenglasgeschäftes im Geschäftsjahr 2015 zurückzuführen.

NET WORKING CAPITAL

Das Net Working Capital des Gerresheimer Konzerns lag zum 30. November 2016 mit EUR 200,3 Mio. um EUR 13,4 Mio. niedriger als zum 30. November 2015.

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in Mio. EUR 30.11.2016 30.11.2015
Vorräte 155,4 186,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 232,1 219,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 157,0 160,9
Erhaltene Anzahlungen 30,2 30,8
Net Working Capital 200,3 213,7

Bezogen auf den Umsatz der letzten zwölf Monate lag das durchschnittliche Net Working Capital zum 30. November 2016 mit 17,1 % deutlich unter dem Niveau vom 30. November 2015 mit 19,0 %. Damit haben wir unsere im Vorjahr kommunizierten Erwartungen in diesem Bereich erreicht. Stichtagsbezogen betrug das Net Working Capital ohne die Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Life Science Research bezogen auf den Umsatz der letzten zwölf Monate 14,6 %. Das durchschnittliche Net Working Capital ebenfalls ohne die Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Life Science Research bezogen auf den Umsatz der letzten zwölf Monate lag mit 15,8 % unter dem Vorjahreswert von 18,1 %. Dieser niedrige Wert resultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf des Röhrenglasgeschäftes Ende 2015 und dem Zugang von Centor. Außerdem fiel der Einmaleffekt des temporären Bestandsaufbaus aufgrund der Schließung unseres Werkes in Millville und der Wannenreparatur in Chicago in 2015 weg.

AUßERBILANZIELLE POSITIONEN

Am Bilanzstichtag bestanden Verpflichtungen aus Leasingverträgen in Höhe von EUR 44,2 Mio. (Vorjahr: EUR 43,2 Mio.). Sie umfassen operatives Leasing und Mietverträge für Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge und EDV.

EINFLUSS DER BILANZPOLITIK

Im Konzernabschluss 2016 sind keine Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie damit verbundene Wahlrechte angewandt worden, die von den Vorjahren abweichen und bei einer anderen Anwendung einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gehabt hätten. Angaben zum Einfluss der Verwendung von Schätzungen sowie zu den getroffenen Annahmen und Ermessensentscheidungen finden sich im Konzern-Anhang.

FINANZ- UND LIQUIDITÄTSLAGE

GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS

Die finanzielle Steuerung und Optimierung des Gerresheimer Konzerns erfolgt grundsätzlich zentral aus dem Konzern-Treasury der Gerresheimer AG. Unser vornehmliches Ziel ist es, die Liquidität jederzeit durch eine zentrale Beschaffung der Finanzmittel und die aktive Steuerung der Fremdwährungs- sowie der Zinsänderungsrisiken zu sichern. Die stets angemessene Ausstattung mit Finanzmitteln stellen wir durch eine rollierende Liquiditätsplanung und ein zentrales Cash-Management sicher.

Um die Entscheidungs- und Steuerungsprozesse im Rahmen der Liquiditätssicherung, der Finanzplanung und des diesbezüglichen Risikomanagements zu institutionalisieren, hat der Vorstand einen Anlagenausschuss eingesetzt. Dieser besteht aus dem Finanzvorstand sowie den Leitern der Abteilungen Unternehmensentwicklung und Controlling, Mergers & Acquisitions und Treasury und tritt grundsätzlich einmal pro Quartal zusammen. Zentrale Aufgabe des Anlagenausschusses ist es, die relevanten finanziellen Rahmenbedingungen für den Gerresheimer Konzern zu erörtern und zu überwachen. Dabei werden mögliche Veränderungen von externen Einflussfaktoren durch aktuelle Marktprognosen ebenso bewertet wie die Finanzierungssituation und strategische Wachstumsoptionen. Alle Ideen und anstehenden Maßnahmen von größerem finanziellem Umfang werden hier gebündelt und auf ihre Finanzierbarkeit geprüft sowie unter Risikogesichtspunkten nochmals durchleuchtet. Die Unterlagen des Anlagenausschusses werden den beiden anderen Vorstandsmitgliedern nach jeder Sitzung ebenfalls zur Kenntnis gegeben. Damit haben wir in Ergänzung zum durchgängigen Vier-Augen-Prinzip eine zusätzliche Kontroll- und Früherkennungsinstanz.

Als global agierendes Unternehmen setzen wir verschiedene Instrumente ein, um ein effektives Finanzmanagement sicherzustellen. Dadurch minimieren wir negative Auswirkungen von Ausfall-, Währungs- und Zinsänderungsrisiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Cash Flows des Gerresheimer Konzerns.

Aus dem Forderungsbestand ist der Gerresheimer Konzern maximal bis zur Höhe der Forderungsbuchwerte einem Kreditausfallrisiko ausgesetzt. Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit räumen wir unseren Kunden Zahlungsziele ein und nehmen laufend Bewertungen hinsichtlich bestimmter Finanzkonditionen vor (Bonitätskontrolle). Für zweifelhafte Forderungen erfassen wir Wertminderungen. Als Maßstab für das Ausfallrisiko bestimmter Kunden dienen Erfahrungen mit dem Einzug von Forderungen in der Vergangenheit sowie sonstige Informationen wie zum Beispiel Bonitätsauskünfte. Dem Adressenausfallrisiko begegnen wir mit der Beschränkung auf Vertragspartner guter bis sehr guter Bonität. Grundlage bilden die Bewertungen nationaler und internationaler Kreditauskunfteien und die konsequente Einhaltung des von der Warenkreditversicherung oder intern vorgegebenen Risikolimits.

Aufgrund der internationalen Ausrichtung tätigen wir zahlreiche Geschäfte in fremden Währungen. Um dem damit verbundenen Risiko der für uns nachteiligen Wechselkursschwankungen zu begegnen, schließen wir Devisentermingeschäfte ab. Diese sichern die Cash Flows aus noch nicht erfüllten Aufträgen in Fremdwährungen ab. Aufträge, Forderungen oder Verbindlichkeiten werden regelmäßig im Zeitpunkt ihrer Entstehung durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Um Zinsänderungsrisiken zu begegnen, beobachtet das KonzernTreasury der Gerresheimer AG ständig die Zinsentwicklung und schließt im Bedarfsfall entsprechende Zinssicherungsgeschäfte ab.

Ein fester Bestandteil der laufenden Liquiditätssteuerung ist die Liquiditätssicherung des Gerresheimer Konzerns unter Berücksichtigung von entsprechenden Reserven für mögliche Sondereinflüsse. Hierbei ermöglicht der konzerninterne Finanzausgleich im Rahmen des Cash-Poolings und mittels Intercompany-Darlehen eine effiziente Nutzung von Liquiditätsüberschüssen einzelner Konzerngesellschaften für den Bedarf an Finanzmitteln anderer Konzerngesellschaften. Im Geschäftsjahr 2016 bestanden aufgrund ausreichender Cash-Pool-Kreditlinien sowie hinreichender Intercompany-Darlehen weder Finanzierungs- noch Liquiditätsengpässe.

FINANZIERUNGSINSTRUMENTE

Unsere Rahmenfinanzierung besteht aktuell aus drei Hauptelementen. Sie erfolgt zum einen über eine am 19. Mai 2011 zum Kurs von 99,4 % ausgegebene Schuldverschreibung über EUR 300 Mio. mit einem Zinskupon von 5,0 % p. a., siebenjähriger Laufzeit und einer daraus folgenden Endfälligkeit im Mai 2018.

Zudem wurde im Rahmen einer Refinanzierung am 9. Juni 2015 ein Konsortialkredit mit fünfjähriger Laufzeit in Form eines revolvierenden Darlehens in Höhe von EUR 450 Mio. unterzeichnet. Damit wurde der bisherige, im März 2011 abgeschlossene Rahmenkredit am 15. Juni 2015 abgelöst. Die dem aktuellen Konsortialkredit zugrunde liegende und einzuhaltende Kenngröße (Financial Covenant) ist das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Adjusted EBITDA (EBITDA Leverage). Das revolvierende Darlehen wird verzinst über einen Basiszins entsprechend dem Euribor für die jeweilige Ziehungsperiode zuzüglich eines Margenaufschlages zwischen 0,45 % und 1,30 % je nach dem Erfüllungsgrad des EBITDA-Leverage-Covenant sowie zuzüglich einer Nutzungsprovision in Abhängigkeit vom jeweiligen Darlehensstand.

Anlässlich des Erwerbs der Centor US Holding Inc. am 1. September 2015 hatte die Gerresheimer AG eine Brückenfinanzierung in Höhe von EUR 550 Mio. mit einer maximalen Laufzeit von zwölf Monaten - zuzüglich einer Verlängerungsoption von weiteren sechs Monaten - abgeschlossen. Diese Brückenfinanzierung wurde im November 2015 durch eine erfolgreiche Schuldscheinemission der Gerresheimer AG in Höhe von EUR 425 Mio. sowie anteilig aus den Erlösen aufgrund der Veräußerung des Röhrenglasgeschäftes abgelöst. Das am 2. November 2015 unterzeichnete und am 10. November 2015 ausgezahlte Schuldscheindarlehen der Gerresheimer AG teilt sich in eine fünfjährige Tranche über EUR 189,5 Mio., eine siebenjährige Tranche über EUR 210,0 Mio. sowie eine zehnjährige Tranche über EUR 25,5 Mio. auf. Die jeweiligen Tranchen werden überwiegend fix, aber zum Teil auch variabel verzinst.

Daneben finanzieren sich unsere ausländischen Tochtergesellschaften über zugesagte bilaterale Kreditlinien inklusive Kontokorrentverbindlichkeiten in Höhe von umgerechnet EUR 11,7 Mio.

FINANZVERBINDLICHKEITEN UND KREDITLINIEN

Die Nettofinanzschulden haben sich wie folgt entwickelt:

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in Mio. EUR 30.11.2016 30.11.2015
Finanzschulden
Konsortialkredite
Revolvierendes Darlehen (ab 15.06.2015) 1) 162,7 232,8
Summe Konsortialkredite 162,7 232,8
Schuldverschreibung - Euro Bond 300,0 300,0
Schuldscheindarlehen 425,0 425,0
Lokale Kreditlinien inkl. Kontokorrentverbindlichkeiten 1) 11,7 7,6
Finanzierungsleasing 7,2 5,8
Summe Finanzschulden 906,6 971,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 118,4 93,7
Nettofinanzschulden 788,2 877,5

1) Bei der Umrechnung von in US-Dollar aufgenommenen Krediten in Euro wurden die folgenden Wechselkurse verwendet: zum 30. November 2015: EUR 1,00/USD 1,0579; zum 30. November 2016: EUR 1,00/USD 1,0635.

Die Nettofinanzschulden sind zum 30. November 2016 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen und betrugen EUR 788,2 Mio. nach EUR 877,5 Mio. im Vorjahr. Der Rückgang der Nettofinanzschulden zum 30. November 2016 ist im Wesentlichen auf den Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research zum 31. Oktober 2016 zurückzuführen. Der Adjusted EBITDA Leverage laut der am 30. November 2016 vorliegenden Rahmenkreditvereinbarung betrug zum Bilanzstichtag 2,6x im Vergleich zum Vorjahreswert von 2,9x.

Die Nutzung des revolvierenden Konsortialkredits (Rahmenhöhe EUR 450 Mio.) betrug zum 30. November 2016 EUR 162,7 Mio. (Vorjahr: EUR 232,8 Mio.). Das revolvierende Darlehen stand uns zum 30. November 2016 in Höhe von EUR 287,3 Mio. für Investitionen, Akquisitionen sowie für weitere betriebliche Zwecke zur Verfügung.

UNTERNEHMENSVERKÄUFE

Gerresheimer hat am 10. September 2016 eine Vereinbarung geschlossen, seinen Geschäftsbereich Life Science Research an die Duran Gruppe, eine Beteiligungsgruppe von One Equity Partners, zu verkaufen. Die Transaktion wurde am 31. Oktober 2016 abgeschlossen. Der Geschäftsbereich Life Science Research beschäftigte zum Zeitpunkt des Abschlusses der Transaktion rund 740 Mitarbeiter weltweit. Produktionsstätten befinden sich in Rockwood (Tennessee/USA), in Rochester (New York/USA), in Queretaro (Mexiko), in Meiningen-Dreissigacker (Deutschland) und in Peking (China).

Weitere Informationen finden Sie im Anhang unter der Angabe (2).

INVESTITIONSANALYSE

Im Geschäftsjahr 2016 tätigte Gerresheimer die folgenden Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte:

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in Mio. EUR 2016 2015 Veränderung

in %1)
Plastics & Devices 51,6 36,0 43,2
Primary Packaging Glass 58,8 87,0 -32,3
Life Science Research 1,4 1,7 -20,6
Zentralstellen 1,4 1,1 23,6
Summe Investitionen 113,2 125,8 -10,1
Planmäßige Abschreibungen 86,92) 84,5 2,8
Reinvestitionsquote 3) in % 129,0 146,9 -

1) Die Veränderung wurde auf Basis von T EUR berechnet.

2) Hierin sind EUR 0,2 Mio. Wertminderungen enthalten.

3) Sowohl im Geschäftsjahr 2016 als auch in 2015 wurden die Investitionen des Geschäftsbereiches Life Science Research nicht in der Reinvestitionsquote berücksichtigt, da die planmäßigen Abschreibungen diesen Geschäftsbereich ebenfalls nicht enthalten. Des Weiteren wurden die Wertminderungen von EUR 0,2 Mio. im Geschäftsjahr 2016 ebenfalls in der Berechnung nicht berücksichtigt.

Den Schwerpunkt der Investitionen im Geschäftsbereich Plastics & Devices bildete der Aufbau von zusätzlichen Produktionskapazitäten an unserem Standort in Berlin (Ohio/USA) sowie eines Grundstückskaufes in Goias (Brasilien). Weiterhin wurden noch Restaktivitäten in Peachtree City (Georgia/USA) sowie Investitionen in Inspektionstechnologie für die Spritzenproduktion durchgeführt.

Die Investitionen im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass betrafen im Wesentlichen die planmäßige Erweiterung einer Schmelzwanne in Tettau sowie Investitionen in ein Distributionszentrum in Chicago (Illinois/USA), im Zuge eines Finanzierungsleasings und in Fläschchen- und Karpulenmaschinen im Rahmen der weltweiten Standardisierung im Bereich Converting. Zudem erfolgten, wie in den Vorjahren, Investitionen für Formen, Werkzeuge und Modernisierungsmaßnahmen.

Die Reinvestitionsquote (Verhältnis Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte zu planmäßigen Abschreibungen) lag bei 129,0 % (Vorjahr: 146,9 %).

Im Geschäftsjahr 2016 entfielen aus regionaler Sicht 30,9 % der Sachinvestitionen auf Amerika (Vorjahr: 35,6 %), 15,1 % auf die Schwellenländer (Vorjahr: 18,4 %), 16,2 % auf das europäische Ausland (Vorjahr: 24,3 %) und 37,8 % (Vorjahr: 21,7 %) auf das Inland.

Die Investitionen in Deutschland betreffen in erster Linie die planmäßige Erweiterung einer Schmelzwanne in Tettau. In Europa (ohne Deutschland) beziehen sich die Investitionen im Wesentlichen auf Fläschchen- und Karpulenmaschinen im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass. Bei den Investitionen in Amerika handelt es sich hauptsächlich um die Kapazitätserweiterungsmaßnahmen im Geschäftsbereich Plastics & Devices und in den Schwellenländern um den Grundstückskauf in Brasilien.

OPERATING CASH FLOW

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in Mio. EUR 2016 2015
Adjusted EBITDA1) 320,6 277,9
Veränderung des Net Working Capitals -12,5 24,9
Investitionen -110,7 -125,8
Operating Cash Flow 197,4 177,0
Gezahlte Zinsen (netto) -24,1 -27,5
Gezahlte Steuern (netto) -92,8 -38,8
Pensionszahlungen -12,7 -12,8
Sonstiges -3,1 -18,8
Freier Cash Flow vor Akquisitionen 64,7 79,1
Akquisition/Desinvestitionen 116,7 -475,4
Finanzierungstätigkeit -161,0 415,5
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes 20,4 19,2

1) Die Darstellung des Adjusted EBITDA im Zusammenhang mit der Berechnung des Operating Cash Flows beinhaltet auch das Adjusted EBITDA des aufgegebenen Geschäftsbereiches Life Science Research.

Der Operating Cash Flow liegt mit EUR 197,4 Mio. um EUR 20,4 Mio. über dem Wert des Vorjahres von EUR 177,0 Mio. Diese Verbesserung ist im Wesentlichen bedingt durch einerseits ein deutlich besseres Adjusted EBITDA sowie andererseits geringere Investitionen. Die Operating Cash Flow-Marge im Verhältnis zum Umsatz zu konstanten Wechselkursen beträgt im Geschäftsjahr 2016 14,3%. Diese Kennzahl wurde durch Sondereffekte, im Wesentlichen aufgrund der Klassifizierung des Geschäftsbereiches Life Science Research als aufgegebener Geschäftsbereich, positiv beeinflusst.

KAPITALFLUSSRECHNUNG

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in Mio. EUR 2016 2015
Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit 173,5 203,8
Mittelzu-/-abfluss aus der Investitionstätigkeit 7,9 -600,1
Mittelab-/-zufluss aus der Finanzierungstätigkeit -161,0 415,5
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes 20,4 19,2
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelbestandes 0,2 3,2
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 87,1 64,7
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 107,7 87,1

Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit sank im Geschäftsjahr 2016 um 14,9 % auf nunmehr EUR 173,5 Mio. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die im 1. Quartal 2016 gezahlte Steuer im Zusammenhang mit dem Verkauf des Röhrenglasgeschäftes im Vorjahr zurückzuführen.

Der Mittelzufluss aus der Investitionstätigkeit von saldiert EUR 7,9 Mio. lag deutlich über dem Vorjahreswert (Mittelabfluss EUR 600,1 Mio.). In immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen flossen EUR 110,7 Mio., ein geringerer Betrag als im Vorjahr (EUR 125,8 Mio.). Für den Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research abzüglich der abgegebenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben wir einen Betrag in Höhe von EUR 118,0 Mio. erhalten. Im Vorjahr haben wir für die Akquisition von Centor Auszahlungen abzüglich erworbener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von EUR 650,5 Mio. getätigt. Weiterhin realisierten wir im Geschäftsjahr 2015 Einzahlungen aus Desinvestitionen von EUR 175,2 Mio., die in voller Höhe auf den Verkauf des Röhrenglasgeschäftes zurückzuführen sind.

Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug im Berichtsjahr saldiert EUR 161,0 Mio. (Vorjahr: Mittelzufluss EUR 415,5 Mio.). Dies resultiert hauptsächlich aus der Rückzahlung des revolvierenden Darlehens im Zusammenhang mit den Einzahlungen aus dem Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research sowie Ausschüttungen an Dritte in Höhe von EUR 92,9 Mio.

Zum 30. November 2016 verfügte der Gerresheimer Konzern über einen Finanzmittelbestand in Höhe von EUR 107,7 Mio. (Vorjahr: EUR 87,1 Mio.). Darüber hinaus stand Gerresheimer zum Ende der Berichtsperiode ein revolvierender Konsortialkredit in Höhe von EUR 450,0 Mio. zur Verfügung, der zum 30. November 2016 mit EUR 162,7 Mio. in Anspruch genommen wurde. Der verbleibende Betrag steht Gerresheimer unter anderem für Investitionen, Akquisitionen und weitere betriebliche Zwecke zur Verfügung.

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Im Geschäftsjahr 2016 hat sich der Gerresheimer Konzern weiter positiv entwickelt. Hervorzuheben ist neben dem Umsatzanstieg von 7,2 % insbesondere die gestiegene Profitabilität, die sich in einer Verbesserung der Adjusted EBITDA-Marge von rund 2 Prozentpunkten ausdrückt. Weiterhin hat sich das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern je Aktie ohne nicht beherrschende Anteile auf sehr gute EUR 4,22 und damit um 23,8 % gesteigert (Vorjahr: EUR 3,41). Mit dem Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research haben wir uns nach dem Verkauf des Röhrenglasgeschäftes von einem weiteren, nicht zum Kerngeschäft gehörenden Bereich getrennt.

Die Investitionen lagen mit EUR 113,2 Mio. um 10,1 % unter den Investitionen des Vorjahres. In der Konsequenz hat dies auch zu einem deutlichen Anstieg des Operating Cash Flows geführt, in dessen Folge der Verschuldungsgrad, berechnet als Verhältnis der verzinslichen Nettofinanzschulden zum Adjusted EBITDA laut der am 30. November 2016 vorliegenden Rahmenkreditvereinbarung, mit 2,6x unter dem Niveau des Vorjahreswertes von 2,9x lag.Unsere Vermögenslage ist unverändert sehr solide. Die langfristigen Aktiva waren zu 100,1 % durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital gedeckt (Vorjahr: 93,1 %). Die Eigenkapitalquote stieg von 28,9 % im Vorjahr auf nunmehr 32,1 %.

NICHT FINANZIELLE ERFOLGSFAKTOREN DES GERRESHEIMER KONZERNS

MITARBEITER

SCHWERPUNKTE UNSERES PERSONALMANAGEMENTS

Unsere Erfolge beruhen auf dem Wissen, Können und Engagement unserer Mitarbeiter6). Sie sind die eigentlichen Treiber und Motoren unseres Unternehmens, nicht austauschbare Maschinen und Anlagen. Wir werden in den kommenden Jahren unsere ambitionierten Ziele und unsere Vision nur dann erreichen, wenn wir unsere Mitarbeiter fördern und entwickeln sowie die Entwicklung der Mitarbeiter mit der des Unternehmens einhergeht.

Wir agieren in einem sehr dynamischen Umfeld, das unsere Mitarbeiter fordert und das in den letzten Jahren von stetigen Veränderungen geprägt war. Die zentrale Herausforderung unseres globalen Personalmanagements ist es, diesen Wandel zu begleiten, die Integration der neuen Geschäftsbereiche voranzutreiben und zeitgleich unsere einzigartige „One Gerresheimer Kultur“ an allen Standorten zu ermöglichen. Dabei folgen wir dem Grundsatz unserer Unternehmensstrategie „so zentral wie nötig, so dezentral wie möglich“ und haben daher auch unseren Personalbereich bewusst dezentral organisiert. Nur so sind wir in der Lage, den individuellen Bedürfnissen von fast 10.000 Mitarbeitern in 14 Ländern an 42 Standorten gerecht zu werden.

MITARBEITERSTRUKTUR

Die Gerresheimer Gruppe beschäftigte zum Ende des Geschäftsjahres 2016 9.904 Mitarbeiter (Vorjahr: 10.684). Dies entspricht einer Verringerung um 7,3 % (Vorjahr: -3,7 %) im Vergleich zum Geschäftsjahresende 2015. Der Hauptgrund für die Verringerung unserer Mitarbeiterzahl liegt insbesondere im Verkauf unseres Geschäftsbereiches Life Science Research. Mit dem Verkauf verließen Ende Oktober 2016 rund 740 Mitarbeiter die Gerresheimer Gruppe.

Weiterhin verließen 1.404 Mitarbeiter das Unternehmen aufgrund von Pensionierung, Eigenkündigung, Kündigung durch das Unternehmen, auslaufenden Arbeitsverträgen, einvernehmlichen Beendigungen des Arbeitsverhältnisses, Dienstunfähigkeit oder durch Todesfälle.

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte die Gerresheimer Gruppe 10.508 Mitarbeiter (Vorjahr: 10.944). Die Fluktuationsquote betrug 14,8 %. Eine hohe durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von 11,9 Jahren zeigt die Attraktivität der Gerresheimer Gruppe als Arbeitgeber. Dies wurde uns auch in diesem Jahr durch externe Expertise bestätigt, so erhielten wir wieder die Auszeichnung „Top Nationaler Arbeitgeber“ in Deutschland durch das Nachrichtenmagazin Focus, das Karriere-Netzwerk Xing und das Arbeitgeberbewertungsportal Kununu.

6) Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.

Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit liegt in der Produktion von Primärverpackungen. Daher haben wir auch einen hohen Anteil an gewerblichen Mitarbeitern (74,9 %, Vorjahr: 75,2 %).

MITARBEITER NACH GESCHÄFTSBEREICHEN

Zum Geschäftsjahresende 2016 waren 5.220 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.143 Mitarbeiter) für den Geschäftsbereich Primary Packaging Glass tätig. Dies entspricht einer Erhöhung um 1,5 % (Vorjahr: -10,3 %). Die Mitarbeiteranzahl des Geschäftsbereiches Plastics & Devices ist mit 4.587 Mitarbeitern (Vorjahr: 4.687 Mitarbeiter) zum Geschäftsjahresende 2016 leicht gesunken. In der Konzernzentrale waren zum Geschäftsjahresende 97 Mitarbeiter (Vorjahr: 96 Mitarbeiter) beschäftigt. Davon waren in der Gerresheimer AG zum Bilanzstichtag 91 Mitarbeiter (Vorjahr: 88 Mitarbeiter) tätig.

MITARBEITER NACH REGIONEN

Entsprechend unserer Strategie produzieren wir in den Regionen, in denen sich unsere Absatzmärkte befinden: auf vier verschiedenen Kontinenten in 36 Werken mit 1.885 Mitarbeitern in Europa (ohne Deutschland), 1.045 in Amerika sowie 3.599 in Schwellenländern. Als Unternehmen mit langer Tradition in Deutschland bekennen wir uns auch weiterhin zum Standort Deutschland, wo wir an unseren zehn Standorten zum Geschäftsjahresende 3.375 Mitarbeiter beschäftigten (Vorjahr: 3.471 Mitarbeiter).

DIVERSITY

Unseren wirtschaftlichen Erfolg erzielen wir durch enge Zusammenarbeit in leistungsstarken Teams. Diese setzen sich zusammen aus Mitarbeitern beiderlei Geschlechts, einer Vielfalt an Nationalitäten sowie Mitarbeitern aller Altersstufen. Wir sind überzeugt, dass Vielfalt in der Belegschaft ein wichtiger Erfolgs- und Wettbewerbsfaktor für uns ist. Deswegen fördern wir als Arbeitgeber die Zusammenarbeit durch eine offene Feedback-Kultur, durch gezielte Entwicklungsmaßnahmen für Teams und Individuen sowie durch herausfordernde Aufgaben im globalen Kontext. Bei zu besetzenden Vakanzen berücksichtigen wir ausschließlich die Qualifikationen der Bewerber, ungeachtet von Herkunft, Alter oder Geschlecht.

Unsere 9.904 Mitarbeiter kommen insgesamt aus 57 Ländern. Unser jüngster Auszubildender ist 16 Jahre, unser ältester Mitarbeiter ist 69 Jahre. Aufgrund der häufig körperlich fordernden und anstrengenden Tätigkeiten ist der Frauenanteil insbesondere im gewerblichen Bereich mit 34,1 % (Vorjahr: 34,6 %) relativ gering. In der Verwaltung ist der Anteil der Mitarbeiterinnen mit 36,4 % (Vorjahr: 35,9 %) etwas höher. Über das ganze Unternehmen hinweg gesehen, liegt der Frauenanteil bei 34,6 % (Vorjahr: 34,9 %). Wir arbeiten weiterhin daran, durch gezielte Förderung den Frauenanteil insbesondere auch in Führungspositionen kontinuierlich zu erhöhen. Aktuell liegt der Anteil der Frauen über alle Führungspositionen hinweg bei 24,4 %. Der Frauenanteil auf den ersten beiden Führungsebenen lag zum Ende des Berichtsjahres bei 16,7 % (Vorjahr: 11,2 %). Hierbei sehen wir uns auf einem guten Weg. Wir versuchen unseren Mitarbeitern durch individuelle Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten und Heimarbeitsplätze sowie Teilzeitprogramme die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern und die Gerresheimer Gruppe noch stärker als familienfreundlichen und attraktiven Arbeitgeber zu positionieren.

DEMOGRAFISCHER WANDEL & GESUNDHEITSMANAGEMENT

Das Durchschnittsalter der Gerresheimer Belegschaft liegt aktuell bei 40,8 Jahren. Aufgrund eines in vielen Regionen der Welt steigenden Durchschnittslebensalters ist die Tendenz eher steigend. Dabei stehen vor allem unsere Werke in Europa mit einem hohen Altersdurchschnitt von 41,2 Jahren im Fokus. Im Rahmen eines umfassenden Gesundheitsmanagements bieten wir deshalb an vielen Standorten eine Vielzahl von Maßnahmen zum Erhalt der Leistungsfähigkeit an. Wir brauchen für unsere körperlich oft fordernden Tätigkeiten leistungsstarke Mitarbeiter und sind somit schon aus wirtschaftlichen Gründen an einer gesunden Belegschaft interessiert. Dementsprechend verstärken und fördern wir Maßnahmen zum Schutz und Erhalt der Mitarbeitergesundheit.

Darüber hinaus beschäftigen wir uns verstärkt mit Know-how-Transfer und -Erhalt. Viele unserer Mitarbeiter werden in den kommenden Jahren das Unternehmen in den Ruhestand verlassen. Diese Mitarbeiter sind Spezialisten in ihrem Fach und haben einen großen Erfahrungsschatz. Es gibt verschiedene Initiativen, dieses Fachwissen noch besser zu erhalten und an unsere jüngeren Kollegen weiterzugeben. Parallel dazu haben wir unsere Aktivitäten in der Personal- und Nachwuchsgewinnung erneut erhöht und investieren weiterhin intensiv in die Ausbildung junger Menschen.

AUSBILDUNG

Eine gute fachliche Ausbildung legt den Grundstein für den persönlichen Erfolg eines jungen Menschen und gleichzeitig sichert sie den Erfolg unseres Unternehmens. Aktuell vermitteln wir unseren Auszubildenden das nötige Know-how in 16 Ausbildungsberufen, die vom Zerspanungsmechaniker bis hin zum Fremdsprachenindustriekaufmann reichen. Darüber hinaus bieten wir auch zwölf duale Studiengänge an, wie z. B. zum Bachelor of Engineering - Fachrichtung Maschinenbau. Wir sehen diese Form der Ausbildung als eine gute Möglichkeit, die Lücke zwischen der praktischen dualen Ausbildung und einem theoretischen Hochschulstudium zu schließen. Der Erfolg unserer Bemühungen zeigt sich darin, dass unsere Auszubildenden im Landesvergleich regelmäßig auf den vorderen Plätzen bei der Ausbildung liegen und ihre Leistungen mit Auszeichnungen und Preisen gewürdigt werden. So wurden zum Beispiel im Juli 2016 drei Auszubildende und duale Studenten unseres Standorts in Regensburg (Deutschland) mit dem Förderpreis vom Gesamtverband der Kunststoffverarbeitenden Industrie (GKV) für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet. Sie belegten dabei bundesweit die ersten drei Plätze. Insgesamt wurde unser Standort in Regensburg bisher mit 27 Auszeichnungen im Bereich Ausbildung prämiert.

Zum 30. November 2016 absolvierten in der Gerresheimer Gruppe 187 junge Menschen in Deutschland ihre Ausbildung (Vorjahr: 202). Mit einer Ausbildungsquote von 5,5 % liegen wir über der bundesweiten Ausbildungsquote der glasverarbeitenden Industrie von 4,2 % sowie der kunststoffverarbeitenden Industrie von 5,15 %. Wir bilden Spezialisten aus, die wir dringend benötigen und die in vielen Fällen auf dem externen Bewerbermarkt nicht zu bekommen sind. Von unseren 64 Auszubildenden, die im Jahr 2016 ihren Abschluss machten, übernahmen wir 45 Auszubildende. Lediglich zehn Auszubildende wurden auf eigenen Wunsch nicht übernommen und nur neun Auszubildenden wurde kein Vertragsangebot nach erfolgter Ausbildung gemacht.

ARBEITSSICHERHEIT

Unsere Verantwortung für die Sicherheit unserer Mitarbeiter sowie unserer Umwelt nehmen wir sehr ernst. Wir versuchen an jedem Standort weltweit die maximal mögliche Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten. Gleichzeitig wollen wir negative Auswirkungen unserer Aktivitäten auf Umwelt und Natur minimieren. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde in diesem Jahr die zentrale Stelle des „Group Coordinator Environment Health and Safety“ in der Konzernzentrale geschaffen. Um dies auch rechtssicher und formal zu bestätigen, haben wir weltweit rechtliche Vereinbarungen zu diesen Themen mit Arbeitnehmervertretungen oder Gewerkschaften getroffen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen.

Die Anzahl von Arbeitsunfällen pro eine Million Arbeitsstunden lag weltweit bei 386 (Vorjahr: 354). Dies entspricht einem Anstieg von 9,0 % zum Vorjahr. Die Anzahl an schweren Arbeitsunfällen steigerte sich auf 207 (Vorjahr: 194). Bei sechs Arbeitsunfällen war ein längerer Produktionsstopp nötig. Insgesamt resultierten aus der Gesamtheit an Arbeitsunfällen 4.166 Fehltage.

Der Großteil der Arbeitsunfälle ist auf Verhaltensfehler von Mitarbeitern zurückzuführen. Aus diesem Grund haben wir im Oktober das Projekt „Behavior based Safety“ gestartet. Das Ziel des Projektes ist es, den Mitarbeitern die Gefahren durch Verhaltensfehler zu verdeutlichen und bewusst zu machen, um die Belegschaft noch stärker für die Vermeidung von Risiken zu sensibilisieren. Wir werden so lange kontinuierlich an unseren Sicherheitskonzepten und -vorkehrungen arbeiten, bis wir keine Arbeitsunfälle mehr vermelden müssen.

Wir als Unternehmen sehen uns zudem in der Pflicht, jegliche Verletzung der Menschenrechte in unserem Unternehmen mit allen Möglichkeiten zu unterbinden. Im Geschäftsjahr 2016 sind uns keine Fälle von Menschenrechtsverletzungen in unserem Unternehmen bekannt. Damit dies so bleibt, haben wir im Jahr 2016 diverse neue Maßnahmen (vor allem in Risikoländern) zur Aufdeckung und Bekämpfung von Menschenrechtsverletzungen eingeführt. So gibt es zum Beispiel eine Hotline, in der alle Verstöße anonym zur Anzeige gebracht werden können. Durch Maßnahmen dieser Art stellen wir sicher, dass es in unseren Werken weder Kinder- noch Zwangsarbeit gibt. Gleichzeitig gewährleisten wir die Vereinigungsfreiheit unserer Mitarbeiter. Diese Ansprüche richten wir zwingend auch an unsere Lieferanten.

FÜNF JAHRE VISION, MISSION, VALUES

Vor fünf Jahren entstanden für die gesamte Gerresheimer Gruppe eine Vision, eine Mission und ein einheitliches Wertegerüst. Sie sorgen seitdem dafür, dass wir uns nicht nur als losen Zusammenschluss von 42 Standorten in 14 Ländern sehen, sondern ein gemeinsames Verständnis von „One Gerresheimer“ leben. So lehnen sich beispielsweise auch unsere Jahresmitarbeitergespräche an unseren Werten an.

Gleichzeitig bilden unsere Werte die Basis für die globale Entwicklung und Schulung unseres Executive Managements. Jedes Jahr wird dabei der Schwerpunkt auf einen unserer fünf Werte gelegt, die damit ein einheitliches Entwicklungsprogramm für unser Executive Management bilden. Im Jahr 2016 war dies der Wert „Höchstleistung“, zu dem es Schulungen gab, an denen 68 Mitglieder unseres Executive Managements teilnahmen.

GLOBALE PERSONALENTWICKLUNG

Neben unserem Executive Management investieren wir selbstverständlich auch in die fachliche, methodische und persönliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter. Für uns bedeutet Personalentwicklung Menschen zu entwickeln. Und zwar systematisch. Wir klären den Bedarf und fördern die Kompetenzen zielgerichtet. Dabei versuchen wir die Unternehmensziele mit den individuellen beruflichen Vorstellungen in Einklang zu bringen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, Menschen zu motivieren, zu fördern und auch Menschen mit Menschen in einen Dialog zu bringen. Wir bieten weltweite und divisionsübergreifende Trainings, Coachings und Weiterentwicklung in unserer Organisation an und betreuen darüber hinaus Projekte, wie z. B. die weltweite Mitarbeiterbefragung oder die Sales Academy. Für unsere Führungskräfte bieten wir verschiedene Entwicklungsprogramme an. Hierzu zählt „Leading White“, das Führungskräfte aus der Verwaltung auf ihre verschiedenen Rollen vorbereitet. Als Pendant dazu haben wir für unsere gewerblichen Führungskräfte das Programm „Leading Blue“ entwickelt, um sie in ihrer Rolle zu stärken. Sie stehen als Meister und Schichtleiter häufig im Spannungsverhältnis zwischen Mitarbeitern und Management. Im Geschäftsjahr 2016 nahmen neun unserer Führungskräfte am „Leading White“ und 89 unserer Führungskräfte am „Leading Blue“-Training teil. Talentierte Mitarbeiter im Finanzbereich wiederum können für unser Finanzförderprogramm nominiert werden, das sich an den individuellen Stärken und Lernfeldern ausrichtet. Insgesamt betrug das zentrale Weiterbildungsbudget für das Geschäftsjahr 2016 rund EUR 3,4 Mio. und umfasste über 200.000 Trainingsstunden.

GEMEINSAME GLOBALE AKTIVITÄTEN

Trotz unserer dezentralen Struktur leben wir „One Gerresheimer“ und fördern gemeinsame Aktivitäten, die uns inhaltlich, thematisch, aber auch lokal über den normalen Arbeitsalltag hinaus zusammenbringen. Aus diesem Grund haben wir in 2016 zum zweiten Mal eine „One Gerresheimer Week“ veranstaltet, eine Woche im Geschäftsjahr, in der wir rund um unsere Kernwerte gemeinsame Veranstaltungen und Aktivitäten organisieren. Bei der „One Gerresheimer Week“ im Juli 2016 stand der Wert „Höchstleistung“ im Mittelpunkt, um den herum unsere Mitarbeiter an allen Standorten weltweit Events und Aktionen organisierten. Diese reichten von Workshops zu den Themen „Höchstleistung“ und „Lean Office“ bis hin zu Vorträgen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen. Dabei stand jede Aktion unter einem Charity-Gedanken, was zur Folge hatte, dass unsere Mitarbeiter während der „One Gerresheimer Week“ Spenden für einen guten Zweck sammelten. Die Erlöse gingen anschließend an ein Wohltätigkeitsprojekt, das der jeweilige Standort selbst wählen konnte. Darüber hinaus fand die Gerresheimer Fußball „Weltmeisterschaft“ im Geschäftsjahr 2016 bereits zum 15. Mal statt. Hier treffen sich sportbegeisterte Spieler aus allen Standorten, um sich beim Fußball oder Volleyball sportlich zu messen und das Zusammensein zu pflegen. Veranstalter des Turnieres war unser Werk in Boleslawiec (Polen). Im Geschäftsjahr 2017 wird diese schöne Tradition in unserem Werk in Pfreimd (Deutschland) fortgeführt.

INNOVATION, FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Wir haben den Anspruch, der weltweit führende Partner für Lösungen zu werden, die die Gesundheit und das Wohlbefinden verbessern. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen unserer Kunden: Innovationen und Qualität spielen im Markt eine immer wichtigere Rolle. Dementsprechend sind Themen wie der steigende Qualitätsanspruch sowie innovative Produkte und Lösungen Teil unserer Wachstumsstrategie. Wir investieren kontinuierlich sowohl in die Optimierung der Produktions- und Produktqualität als auch in die Weiterentwicklung unseres Produktportfolios. Dabei arbeiten wir eng mit unseren Kunden und Partnern aus der Industrie, der Wissenschaft und weiteren Einrichtungen zusammen.

Wir produzieren spezialisierte Produkte, die in unmittelbaren Kontakt mit Arzneimitteln kommen und im Alltag von Patienten zur Medikamenteneinnahme benutzt werden. Unsere pharmazeutischen Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices spielen eine wichtige Rolle für die Pharmaindustrie. Primärverpackungen und Drug-Delivery-Devices unterliegen strengsten Auflagen nationaler und internationaler Zulassungsbehörden, insbesondere was Herstellungsverfahren und Produktqualität anbelangt. Die Anforderungen an die pharmazeutischen Primärverpackungen und deren Qualität steigen auch durch neu entwickelte Medikamente. Außerdem spielt die einfache und sichere Applikation von Medikamenten eine zunehmende Rolle. Mit unseren fortlaufenden Verbesserungen bei Produkten und Prozessen sowie Innovationen haben wir im Markt und bei unseren Kunden eine gute Position aufgebaut, die es weiter zu verbessern gilt.

REINRAUMTECHNIK

Ein wichtiges Element unserer Qualitätsverbesserungen ist der verstärkte Einsatz von Reinraumtechnik. In vielen Werken werden unsere Produkte in Reinraumumgebung produziert. In anderen Werken finden die Qualitätskontrolle, Sterilisierung und sichere Verpackung in Reinräumen oder in kontrollierter Umgebung statt.

Im Geschäftsjahr 2016 haben wir in unserem Werk in Boleslawiec (Polen) einen dritten Reinraum für die Produktion von pharmazeutischen Primärverpackungen aus Kunststoff fertiggestellt. Dieser ist in drei getrennte Abschnitte unterteilt: für die Produktion mit Spritzgussmaschinen, für die Folienverpackung der Produkte und in einen Packraum für die finale Verpackung auf Paletten. Auch in dem Werk für pharmazeutische Kunststoff-

verpackungen in Butanta (Sao Paulo/Brasilien) haben wir die Reinraumkapazitäten modernisiert und optimiert. Im spanischen Werk in Zaragoza des gleichen Geschäftsfeldes wurde ebenfalls ein neuer Reinraum gebaut. In Kundli (Indien) haben wir einen neuen Produktionsbereich einschließlich Reinraum fertiggestellt und im Geschäftsjahr 2016 mit modernster Spritzgusstechnologie ausgestattet. Im Behälterglaswerk in Chicago Heights (Illinois/USA) finden seit der grundlegenden Modernisierung des Werkes im Spätsommer 2015 die Inspektionskontrolle und die Verpackung unter kontrollierten Bedingungen statt.

ENGINEERING

Durch unsere langjährige Erfahrung mit den Materialien Glas und Kunststoff wie auch mit komplexen Produktionsprozessen haben wir hohe EngineeringKompetenz zur kontinuierlichen Verbesserung der Produktionsprozesse und der Produktqualität aufgebaut. In jedem Geschäftsfeld gibt es bei uns eigene Engineering- und Entwicklungskompetenzen.

Im Geschäftsfeld Medical Systems betreiben wir vier Technical Competence Center (TCC). In den TCC in Wackersdorf (Deutschland), in Peachtree City (Georgia/USA) und in Dongguan City (China) widmen sich die Experten der Entwicklung und der Konstruktion kundenspezifischer medizinischer Kunststoffprodukte. Ein weiteres TCC für vorfüllbare Spritzen und Sicherheitszubehör gibt es in Bünde (Deutschland). Entwicklung und Produktdesign für Neuentwicklungen werden außerdem von der Gerresheimer item GmbH angeboten, einer Tochtergesellschaft der Gerresheimer AG.

Für die Weiterentwicklung und Verbesserung der Produktions- und Qualitätsprozesse im Tubular Glass Converting, also der Weiterverarbeitung von Röhrenglas zu Injektionsfläschchen, Ampullen, Karpulen und Spritzen, gibt es ein Engineering-Team in den USA. Dort entwickeln wir unsere Maschinen- und Inspektionssysteme, mit denen die Produkte kontrolliert werden, kontinuierlich weiter. Die Endprodukte werden nur dann zur Auslieferung freigegeben, wenn sie unseren hohen Qualitätsansprüchen genügen. Unsere Eigenentwicklungen sind Teil eines engmaschigen Prüfsystems, das höchste Genauigkeit und Qualitätssicherung nach modernstem Standard garantiert. Mit unserem Gx® G3-Inspektionssystem für vorfüllbare Spritzen und Injektionsfläschchen können alle Bereiche mit höchster Kameraauflösung inspiziert werden. Gx® RHOC steht für ein Gerresheimer-eigenes Kamerasystem von hoher dimensionaler Qualität. Gx® THOR (Thermal Hydrolytic Optimization and Reduction) ist eine neue Gerresheimer Technologie zur Reduktion der Delaminationsneigung von Fläschchen, die in die bestehenden Umformungslinien integriert wird. Gx® FLASH beschreibt ein Gerresheimer-eigenes Testverfahren zur Vorhersage der Delaminationsneigung von Fläschchen. Und Gx® Tekion™ ist ein von Gerresheimer entwickeltes Verfahren zur Reinigung von Glasröhren mit ionisierter Luft.

Ebenfalls im Geschäftsfeld Tubular Glass Converting läuft seit 2014 das auf mehrere Jahre angelegte Projekt der globalen Maschinenstrategie. Wir wollen unsere Kunden mit deutlich verbesserten Injektionsfläschchen auf höchstem Qualitätsniveau versorgen, unabhängig vom produzierenden Werk und unabhängig von der Region. Wir installieren zwei Arten von Maschinen, die Injektionsfläschchen produzieren, die in kosmetischer und dimensionaler Hinsicht den Industriestandard übertreffen. Die beiden Maschinentypen werden ergänzt um standardisierte Kontroll-, Inspektions- und Verpackungstechnologien. Nach den Werken in den USA haben wir in 2016 die Maschinenmodernisierung im Werk in Queretaro (Mexiko) abgeschlossen. In Boleslawiec (Polen) sind 2016 ebenfalls die ersten neuen Maschinen installiert worden.

Im Geschäftsfeld Moulded Glass investieren wir kontinuierlich in moderne Produktions- und Inspektionsanlagen. Durch regelmäßige Erneuerung der Schmelzwannen ist es uns gelungen, die Kapazität unserer Behälterglaswerke in den letzten zehn Jahren deutlich zu steigern - bei gleichzeitig signifikant reduziertem Energieverbrauch je Tonne Glas. Regelmäßige Automatisierungen bei der Rohstofflieferung und der Gemengeherstellung tragen ebenso wie moderne Kontrollsysteme der Wannen zu einer stetig steigenden Effizienz am heißen Ende bei. Im Geschäftsjahr 2016 haben wir insbesondere die Wannenkapazitäten im Behälterglaswerk in Tettau (Deutschland) erhöht und in weitere Fertigungs- und Veredelungslinien für Kosmetikverpackungen aus Glas investiert.

Bei der Herstellung von Behälterglas für Medikamente und Kosmetika sind die Entwicklung und der Bau präzisester Formen von entscheidender Bedeutung. Gerresheimer zeichnet sich durch seine hohe Flexibilität und breite Produktvielfalt sowohl bei Pharmagläsern als auch bei Kosmetikglas aus. Eine perfekte, gleichmäßige Verteilung des flüssigen Glases in den Formen ist für die Festigkeit der hochsensiblen Produkte wichtig. Wir setzen dafür moderne Simulationssoftware ein, die für die besonderen Anforderungen unserer Produkte von uns optimiert wurde. Die Simulation stimmt die Produktionsparameter auf Basis von numerischer Strömungsmechanik ab. Unter Berücksichtigung aller chemischen und physikalischen Glasparameter werden dabei der formgebende Fertigungsprozess und das Design der Formen optimiert. So verbessert die Simulationssoftware nicht nur die Produkte, sondern verkürzt auch entscheidend die Entwicklungszeit.

PRODUKTINNOVATIONEN

Damit Tabletten in Kunststoffbehältern noch besser gegen Luftfeuchtigkeit und Sauerstoff geschützt werden, haben wir die Duma® Twist-off Protect- Produktgruppe entwickelt. Dabei wird erstmals ein Kunststoffbehälter in Multilayer-Struktur in einem Spritzblasverfahren hergestellt. Durch das neuartige Produktionsverfahren kann die Zugabe von Beuteln mit Trockenmitteln entfallen. Die Produktgruppe wurde 2016 weiterentwickelt. Weiterhin haben wir aufgrund neuer Anforderungen der amerikanischen Pharmaregulierungsbehörde FDA das Verschlusssystem der Augentropfflaschen angepasst. Ein zusätzlicher Schutzring gewährleistet, dass der Patient ein Produkt erhält, das seit der Abfüllung noch nicht geöffnet wurde. In der Produktgruppe der Tablettenspender Duma® Pocket haben wir 2016 ein zusätzliches, größeres Format mit 100ml-Volumen im Markt eingeführt. Beim Duma® Combi enthält der Tablettenbehälter ein integriertes Beipackfach für umfangreiche Patienteninformationen.

Unter dem Namen BioPack haben wir ein breites Produktportfolio an Kunststoffverpackungen für Medikamente und Kosmetika, die aus Biomaterial anstatt aus konventionellem Polyethylen (PET) hergestellt werden, auf den Markt gebracht. Biomaterialien werden statt aus Rohöl aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, beispielsweise aus der Zuckerrohrpflanze. Verpackungen aus Biomaterialien sind vollständig recyclingfähig, haben dieselben Eigenschaften wie konventionelle Verpackungen und können auf den bestehenden Füll- und Verpackungslinien eingesetzt werden.

INNOVATIONEN FÜR BIOTECH UND MEHR

Eine Vielzahl neuer Medikamente, gerade auch biotechnisch hergestellte Medikamente und Onkologie-Medikamente, stellen noch einmal höhere Anforderungen an die pharmazeutischen Primärverpackungen. Wir entwickeln für diesen stark wachsenden Markt ein breites Portfolio an neuen und verbesserten Produkten.

Im Geschäftsjahr 2016 haben wir die neuartige Gx RTF® ClearJect®Spritze vorgestellt. Es handelt sich dabei um die Kombination aus dem bereits bestehenden Spritzen-Produktportfolio aus dem Hochleistungskunststoff COP (Cyclic-Olefin-Polymer) und dem ready-to-fill Konzept der vorfüllbaren Glasspritzen von Gerresheimer. Das erste Produkt der neuen Linie, eine 1 ml Spritze mit integrierter Kanüle, wird von Gerresheimer in Europa produziert. Der Werkstoff COP bietet zahlreiche Vorteile, insbesondere werden Zusatzstoffe in der Verarbeitung wie Wolfram und Klebstoff für die Kanüle nicht benötigt. Damit ist die Gx RTF® ClearJect®-Spritze besonders für anspruchsvolle Medikamente geeignet.

Das Pendant des Injektionsfläschchens in unserem Produktspektrum ist das MultiShell®-Fläschchen. Diese Injektionsfläschchen bestehen aus einer einzigartigen dreilagigen Struktur mit zwei COP-Schichten und einer Mittellage aus Polyamid. Sie weisen einzigartige Barriereeigenschaften auf, die die Stabilität der Medikamente verbessern und somit die Haltbarkeit entsprechend verlängern. Die hohe Durchstoßfestigkeit der mehrlagigen Struktur verhindert ein Auslaufen der Flüssigkeit, selbst bei Einwirkung starker mechanischer Belastung. MultiShell®-Fläschchen eignen sich somit für zytotoxische Medikamente, sind biokompatibel und erfüllen wichtige regulatorische Vorgaben für pharmazeutische Verpackungen. Das Produktportfolio umfasst unterschiedliche Füllgrößen.

Auch die vorfüllbaren Glasspritzen, die Gerresheimer als Gx RTF®-Spritzen vermarktet, werden beständig weiterentwickelt, um sie zum bevorzugten Primärverpackungsmittel für neuartige Medikamente zu machen. Ein Beispiel: Im Formungsprozess für vorfüllbare Glasspritzen werden häufig Wolframdorne verwendet, um die Bohrung der Spritzen zu formen. In bestimmten Fällen können Wolfram- und Wolframoxid-Rückstände nach dem Füllen der Spritze zu Interaktionen mit dem Medikament führen, insbesondere bei ophthalmologischen und biotechnischen Medikamenten. Für sensible Anwendungen dieser Art entwickeln wir wolframarme oder wolframfreie Spritzen.

Zweites Beispiel zur Weiterentwicklung der vorfüllbaren Glasspritzen: Zur Verbesserung der Gleiteigenschaften des Kolbenstopfens von vorfüllbaren Spritzen wird typischerweise der innere Spritzenkörper mit einer Silikonschicht überzogen. Zahlreiche neue und besonders strengen Anforderungen unterliegende biologische Medikamente erfordern einen neuen Systemansatz. Eine umfangreiche Studie von Gerresheimer bestätigt dabei, dass wir durch die Kombination der hauseigenen Einbrennsilikonisierung mit neuartigen Kolbenstopfen die Belastungen so minimieren konnten, dass sie den hohen Anforderungen für therapeutische Proteinprodukte entsprechen.

Für die anspruchsvolle Verpackung von zu spritzenden Medikamenten in Injektionsfläschchen aus Glas haben wir die Gx® Elite Glass-Produktfamilie entwickelt. Diese Röhrenglasfläschchen aus Typ-I-Borosilikatglas erfüllen die gestiegenen Kundenanforderungen im Pharmamarkt und die hohen Ansprüche an die Sicherheit der Anwender. Sie sind zwei- bis dreimal so widerstandsfähig wie das normale Typ-I-Glas, erheblich bruchresistenter auf der Abfülllinie und bei der Lyophilisation und übertreffen den Industriestandard in kosmetischer und dimensionaler Hinsicht. Darüber hinaus entwickelt Gerresheimer zusammen mit Corning in einem gemeinsamen Joint Venture weitere qualitativ hochwertige pharmazeutische Primärverpackungen aus Glas für spezielle Anwendungen.

Intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist auch der Entwicklung der neuen Gx® ARMOR Vials vorausgegangen. Temperaturspitzen in der Fertigung sind der wichtigste Auslöser für Delamination bei Injektionsfläschchen aus Röhrenglas. Dies ist das Ergebnis der Langzeitstudie von Gerresheimer mit der New Yorker Alfred University, das zur Entwicklung der Gx® ARMOR Vials geführt hat. Diese neue Produktlinie ist für parenterale Lösungen mit aggressiven Wirkstoffen ausgelegt und speziell gegen Delamination gerüstet.

KUNDENSPEZIFISCHE ENTWICKLUNGEN

Für kundenspezifische medizinische Kunststoffprodukte haben wir in unseren Kompetenzzentren des Geschäftsbereiches Plastics & Devices die Entwicklung, den Maschinen- und Formenbau sowie die Industrialisierung zusammengefasst. Diese befinden sich in Wackersdorf (Deutschland), Peachtree City (Georgia/USA) und in Dongguan City (China). Daneben gibt es eine integrierte Kleinserienfertigung, um den Kunden bei dem mehrstufigen Zulassungsprozess der pharmazeutischen und medizintechnischen Produkte zu unterstützen. Für den Entwicklungs- und Zulassungsprozess müssen wir immer wieder kleine Stückzahlen als klinische Muster oder Stabilitätschargen produzieren.

Bei der Vorbereitung der Großserienfertigung spielt die Automatisierungstechnik eine große Rolle. Für die Handlingsysteme an den zumeist vollautomatischen Produktionslinien haben die Techniker, Mechaniker, Elektriker, Konstrukteure und Programmierer des Entwicklungszentrums in Wackersdorf eine neue Generation des Bestück- und Entnahmehandlings für Spritzgussmaschinen entwickelt. Und in einem anderen Projekt haben unsere Werkzeugspezialisten aus Wackersdorf gemeinsam mit den Spritzenexperten aus Bünde (Deutschland) deutliche Verbesserungen für Kunststoffnester erzielt, in die die vorfüllbaren Glasspritzen verpackt und für die Abfülllinien vorbereitet werden.

Kundenspezifische Entwicklungen spielen auch im Geschäft mit Kosmetikglasverpackungen, wie Parfümflakons oder Cremetiegeln, eine große Rolle. Dabei stellen unsere Kunden wie auch wir selbst hohe Ansprüche an unsere Prozesse sowie die Qualität der Produkte. Kosmetikverpackungen aus Glas fertigen wir vornehmlich in den Behälterglaswerken in Tettau (Deutschland) und in Momignies (Belgien). Im letzten Jahr entwickelten wir rund 100 neue Verpackungsprodukte aus Glas für die Kosmetikindustrie. Darüber hinaus produzieren wir mehrere hundert Varianten dieser Glaskosmetikverpackungen, teils durch aufwändige Veredelungsprozesse wie Besprühung und Metallisierung. Gerade auch der Ausbau der Veredelungstechnologien in diesen Werken war und ist ein Investitionsschwerpunkt für den wachsenden Markt der hochwertigen Kosmetikverpackungen.

Weitere Informationen zum Thema Qualität finden Sie im Abschnitt „Qualitätsmanagement“.

KUNDEN TRAGEN WEITGEHEND KOSTEN FÜR FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden insgesamt EUR 3,2 Mio. (Vorjahr: EUR 1,8 Mio.) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Darüber hinaus haben wir 2016 weitere EUR 1,1 Mio. Entwicklungskosten aktiviert (Vorjahr: EUR 0,9 Mio.).

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden ausschließlich bei den Tochtergesellschaften der Gerresheimer AG statt. Sie orientieren sich stark an den Bedürfnissen unserer Kunden und werden deshalb oftmals in enger Zusammenarbeit mit ihnen durchgeführt. Zum Teil arbeiten Mitarbeiter der Pharmaunternehmen in unseren Kompetenzzentren mit. Die Kosten für diese kundenspezifische Forschung und Entwicklung tragen weitgehend unsere Kunden.

BESCHAFFUNG

Im abgelaufenen Geschäftsjahr belief sich der gesamte Materialaufwand des Gerresheimer Konzerns (inklusive der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Energiekosten, Verpackungsmaterial und zugekaufter Leistungen) auf EUR 494,7 Mio. (Vorjahr: EUR 452,3 Mio.). Damit lag unsere Einkaufsquote - die Kosten der Beschaffung von Material, bezogen auf den Umsatz - mit 36,0 % leicht über der Vorjahresquote von 35,3 %. Unser Beschaffungswesen ist aufgrund der unterschiedlichen Produktionstechnologien in den Geschäftsbereichen und wegen der weltweit verteilten Produktion in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien weitgehend dezentral organisiert. Energie, nicht produktionsrelevante Güter und Dienstleistungen wie Beratungsleistungen, Datennetze oder Hard- und Software hingegen werden weitgehend zentral eingekauft.

Unser Umgang mit Lieferanten ist durch das Gerresheimer Compliance- Programm sowie die Einkaufsrichtlinien und Verfahrensanweisungen geregelt. Ebenso legen wir großen Wert darauf, dass Lieferanten den hohen Qualitätsanforderungen an unser Geschäft entsprechen. Deswegen arbeiten wir vorzugsweise mit Lieferanten zusammen, die gemäß den relevanten ISO-Normen zertifiziert sind und zudem die Richtlinien zur Qualitätssicherung in der Produktion von Arzneimitteln und Wirkstoffen (Good Manufacturing Practice, GMP) einhalten. Wir sorgen dafür, dass Zulieferer die „Gerresheimer Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management“ (auf unserer Internetseite zu finden unter: www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung/kunden-lieferanten) zur Anwendung bringen, die unter anderem wichtige Grundsätze zu Umweltschutz, Gesundheit am Arbeitsplatz und ethischem Geschäftsgebaren beinhalten. Die in unserem eigenen Gerresheimer Management System (GMS) vorgeschriebenen und regelmäßig durchgeführten Lieferantenaudits dienen uns zur Überprüfung unserer Ansprüche an unsere Lieferanten.

Als Hersteller hochwertiger pharmazeutischer Primärverpackungen setzen wir für die Glasproduktion in unseren Behälterglaswerken die Rohstoffe Quarzsand, Soda und Natronkalk sowie weitere Zusatzstoffe in vergleichsweise geringen Mengen ein. Die genannten Rohstoffe sind gut verfügbare Grunderzeugnisse, die wir von verschiedenen Lieferanten beziehen. Daher kam es im Berichtszeitraum nicht zu Lieferausfällen oder -engpässen mit wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung. Des Weiteren erfordert die Glasproduktion den Einsatz von größeren Mengen Energie, vor allem von Gas und Strom. In einigen Kundenverträgen sind automatische Anpassungen bei sich ändernden Energiepreisen mit Zeitversatz vorgesehen. Da unsere Verträge mit unseren Kunden für pharmazeutische Glasbehälter und Kosmetikglas selten mit einer vereinbarten Laufzeit von mehr als zwei Jahren ausgestattet sind, werden in der Regel bei Vertragsverlängerungen - falls erforderlich - entsprechende Anpassungen an veränderte Energiepreise vorgenommen. Etwaige Restrisiken minimieren wir mit Hilfe von Sicherungsgeschäften weitestgehend, siehe Kapitel „Finanzwirtschaftliche Risiken“.

Für die Produktion von pharmazeutischen Primärverpackungen aus Kunststoff wie auch zur Herstellung der komplexen Drug-Delivery-Systeme wie InsulinPens und Inhalatoren werden in erster Linie spezielle Kunststoffgranulate und Energie benötigt. Die genannten Rohstoffe sind ebenfalls gut verfügbare Grunderzeugnisse, die wir von verschiedenen Lieferanten beziehen. Daher kam es im Berichtszeitraum auch hier nicht zu Lieferausfällen oder -engpässen mit wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung. Die Einkaufspreise für Kunststoffgranulate sind in einem hohen Maße vom Weltmarktpreis für Erdöl abhängig. Dementsprechend haben wir in den Verträgen mit unseren Kunden für pharmazeutische Kunststoffverpackungen und Drug-Delivery-Devices üblicherweise Anpassungen bei sich ändernden Granulat- und Energiepreisen vorgesehen, so dass Preisänderungsrisiken bei den genannten Grunderzeugnissen für uns gering sind.

PRODUKTION

Analog zur Herstellung von Arzneimitteln gelten auch für die Herstellung von pharmazeutischen Primärverpackungen außerordentlich hohe Qualitätsanforderungen. Deren Einhaltung wird regelmäßig von unseren internen Fachleuten, von unseren Kunden, externen Gutachtern und Aufsichtsbehörden überprüft. Diese Standards werden unter dem Begriff Good Manufacturing Practice (GMP) zusammengeführt. Trotz unterschiedlicher Produktionsprozesse in den zwei Geschäftsbereichen gelten in allen Werken weltweit die Prinzipien des Gerresheimer Management Systems (GMS, siehe Kapitel „Business Excellence“) sowie die Vorgaben der Gerresheimer Qualitätsinitiative (siehe Abschnitt „Qualitätsmanagement“). Damit stellen wir einheitliche Managementsysteme und Qualitätsstandards sicher.

In den einzelnen Geschäftsbereichen werden die Produktionskapazitäten auf Grundlage der Auftragslage, der Liefertermine und regulatorischer Aspekte grundsätzlich zentral geplant sowie je nach Auftrag regional oder global auf die Werke in den jeweiligen Geschäftsbereichen verteilt. Dabei spielen Effizienz und optimale Kapazitätsauslastung eine wichtige Rolle. Insbesondere im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass ist in den Behälterglaswerken eine hohe Kapazitätsauslastung entscheidend für die Profitabilität, da bei diesen Produktionsprozessen in energieintensiven Schmelzwannen verschiedene Rohstoffe zu Glas geschmolzen werden. Ein weiterer Faktor für die Profitabilität ist die Minimierung von Leerlaufzeiten. Die sogenannten Rüstzeiten geben an, wie viel Zeit für den Wechsel der Werkzeuge für ein zu fertigendes Produkt auf das nächste benötigt wird. In den letzten Jahren haben wir uns insbesondere im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass im Hinblick auf die optimale Ausnutzung der Schmelzöfen sowie eine Optimierung der Rüstzeiten stetig verbessert. Dies ist bei der großen Anzahl von unterschiedlichen Produkten in diesem Bereich ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Für die Pharmaindustrie sind die Beschaffungssicherheit und die Verlässlichkeit der Lieferungen ein kritischer Faktor. Entsprechend setzen wir in allen unseren Werken weltweit standardisierte oder zumindest vergleichbare Technologien ein und wenden einheitlich das GMS an. Das bietet für uns den Vorteil, dass viele unserer Produkte im Fall lokaler Produktionsengpässe auch an einem weiteren Produktionsstandort gefertigt werden könnten. Dies führt für unsere Kunden zu einem deutlichen Anstieg der Versorgungssicherheit und bedeutet für uns einen wichtigen Vorteil im Wettbewerb.

QUALITÄTSMANAGEMENT

Ein hohes Qualitätsniveau über alle Produkte und Prozesse hinweg ist für alle unsere Produktionsstandorte selbstverständlich. Die Erreichung unserer selbst gesteckten Qualitätsvorgaben und -ziele wird dabei maßgeblich durch das Gerresheimer Management System (GMS) sichergestellt, das für alle unsere Werke weltweit bindend ist. Die im Jahr 2011 eingeführte konzernweite Qualitätsinitiative hat über alle Geschäftsbereiche hinweg verbindliche Qualitätsvorgaben und Kennziffern entwickelt und weltweit in allen Werken umgesetzt. Wir überwachen anhand dieser Kennziffern fortlaufend Prozesse zur Sicherstellung des Qualitätsniveaus der Produktion, der Prozesse und unseres Kundenservices. Dies verkürzt unsere Reaktionszeiten deutlich, falls es zu Abweichungen von unseren selbstgesetzten Zielvorgaben kommt. Die Beobachtung und Messung der internen Kennziffern wird ergänzt durch direktes Feedback unserer Kunden sowie durch die regelmäßig stattfindende globale Kundenzufriedenheitsstudie (siehe Kapitel „Kundenzufriedenheit“). Über unsere eigenen Qualitätsziele hinaus entwickeln wir weitere kundenspezifische Qualitätsvereinbarungen.

Außerdem unterstützen wir unsere Kunden bei regulatorischen Prozessen, dazu gehören Qualifizierungen nach GMP- und FDA-Guidelines wie auch die Erstellung und Einreichung der Dokumentation für Medizinprodukte und pharmazeutische Primärpackmittel (beispielsweise Drug Master Files DMF Typ III, EU-File). Die meisten unserer Primärpackmittel erfüllen die Anforderungen der Europäischen Pharmacopoeia (Ph. Eur.), der US Pharmacopeia (USP) und teilweise auch der Japanese Pharmacopeia (JP). Dazu stellen wir ein hohes Dokumentationsniveau für unsere Produkte bereit. Deshalb haben wir FDA-Registrierungen, Drug Master Files und Produktregistrierungen und -genehmigungen in zahlreichen Ländern, die es unseren Kunden ermöglichen, sich über unsere Produkte zu informieren.

Ein wichtiges Element unserer kontinuierlichen Qualitätsverbesserungen ist der verstärkte Einsatz von Reinraumtechnik, die wir kontinuierlich erweitern und verbessern. In vielen unserer Werke werden die Produkte in Reinräumen hergestellt, weiterverarbeitet und verpackt. Auch die automatische Inspektion unserer Produkte ist entscheidend. Automatische Inspektionssysteme zur Vermessung und Kontrolle jedes einzelnen Produktes werden in den meisten Werken breit eingesetzt. Hochauflösende, moderne und vollautomatisierte Kamera- und Sortiersysteme spielen dabei eine große Rolle, wie etwa die durch uns entwickelten Qualitätssysteme Gx® G3, Gx® FLASH, Gx® RHOC, Gx® THOR und Gx® Tekion™. Mehr Informationen zu Innovationen und Qualitätsverbesserungen bei Produkten und Prozessen im Kapitel „Innovation, Forschung und Entwicklung“.

Die erstmalige und regelmäßig erneuerte Zertifizierung unserer Produktionen und Prozesse ist ein wichtiger Nachweis für unsere Leistungen. Alle unsere Produktionsstandorte sind für ihr Qualitätsmanagement nach der ISO-Norm 9001 zertifiziert. 15 Werke erfüllen die ISO-Norm 15378 für die speziellen Anforderungen bei der Herstellung von pharmazeutischen Primärverpackungsmitteln. Die Zertifizierung nach ISO-Norm 13485, die Erfordernisse für ein umfassendes Managementsystem für das Design und die Herstellung von Medizinprodukten beschreibt, besitzen elf Standorte. Zudem haben 13 Standorte ISO-14001-Zertifizierungen für Umweltmanagement und elf ISO-50001-Auszeichnungen für ein modernes Energiemanagementsystem erhalten. Das Werk in Wertheim (Deutschland), das Werk in Horsovsky Tyn (Tschechische Republik) und die Konzernzentrale in Düsseldorf (Deutschland) wurden in 2016 erstmals nach ISO 50001 zertifiziert. Unser Werk in Pfreimd (Deutschland) hat zudem eine Herstellerlaubnis nach dem Arzneimittelgesetz zum Sekundärverpacken in der Serienproduktion sowie zur Produktion von klinischen Testmustern. Bezüglich der Übertragung der anspruchsvollen GMP-Regeln aus der Pharmazie auf Kosmetikverpackungen erfüllen wir die ISO 22716 in unserem Kosmetikglaswerk in Tettau (Deutschland).

NACHHALTIGKEIT UND UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG

Unternehmerische Verantwortung ist fest in unserer Unternehmensphilosophie verankert. Die Prinzipien der Nachhaltigkeit und der unternehmerischen Verantwortung sind integraler Bestandteil unserer Vision, unseres Mission-Statements und unserer fünf Unternehmenswerte Integrität, Verantwortung, Höchstleistung, Teamwork und Innovation. An allen unseren Standorten weltweit arbeiten und handeln wir nach diesen Prinzipien. Weitere Informationen zu Vision, Mission und Werten finden Sie auf unserer Website unter www.gerresheimer.com/unternehmen/vision-mission-werte.

Den Begriff Nachhaltigkeit betrachten wir in allen seinen Facetten. Im Vordergrund stehen für uns unsere Produkte sowie der Nutzen, den sie stiften. Mit der Entwicklung und Herstellung von Produkten zur nachhaltigen Verpackung von Medikamenten, der einfachen und sicheren Dosierung und Verabreichung von Arzneimitteln leisten wir einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden der Gesellschaft. Dementsprechend hat der verantwortungsvolle Umgang mit den Entwicklungs- und Produktionsprozessen für uns Priorität. Unsere eigenen, ständig steigenden Ansprüche an Qualität, Schonung von Ressourcen, Vermeidung von Verschwendung, einfache Handhabung und größtmögliche Sicherheit unserer Produkte geben uns den Weg vor.

Wir fassen unsere unternehmerische Verantwortung und unsere Verpflichtung zur Nachhaltigkeit aber wesentlich weiter und haben uns deshalb Grundsätze unternehmerischer Verantwortung auferlegt. Wir beschreiben darin die Aspekte unserer unternehmerischen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, unseren Mitarbeitern, den Investoren, unseren Kunden und Lieferanten sowie der Umwelt. An diesen Grundsätzen lassen wir uns öffentlich messen.

Unternehmerische Verantwortung und nachhaltiges Wirtschaften beinhalten für uns sowohl ökologische als auch soziale und ökonomische Aspekte. Über die selbstverständliche Einhaltung rechtlicher Vorschriften hinaus setzen wir eigene Standards und entwickeln diese kontinuierlich weiter. Unsere Grundsätze zur Nachhaltigkeit sind in unserem Gerresheimer Management System (GMS) enthalten und dienen für die Produktions-, Einkaufs- und Verbesserungsprozesse als Richtschnur an allen unseren Standorten weltweit. Weitere Informationen enthält das Kapitel „Business Excellence“. Die Mitarbeiter an unseren Produktionsstandorten engagieren sich überdies regelmäßig in lokalen Projekten und übernehmen damit Verantwortung für die Region, insbesondere mit Blick auf die Förderung von Bildung und Ausbildung, aber auch in vielfältigen lokalen sozialen Projekten. Beispielhaft sei hier die Einrichtung dualer Ausbildungsgänge in unserem tschechischen Werk in Horsovsky Tyn genannt, die wegen ihres Vorbildcharakters vielfach ausgezeichnet wurden. Unser Geschäftsfeld Medical Systems fördert die Hochschule Amberg-Weiden in vielfältiger Weise, beispielsweise durch eine Stiftungsprofessur, und kooperiert mit der Hochschule beim dualen Studiengang Medizintechnik. In Tettau sind wir Gründungsmitglied und engagieren uns seit 2012 in einem regionalen Generationenprojekt wie auch in einem regionalen Innovationsnetzwerk, das unter anderem eng mit der Hochschule Coburg kooperiert. Unser Werk im indischen Kundli unterstützt Schulen für verbesserte Ausbildungsmöglichkeiten. Das Werk ist Pate für etliche Schulen in der Region und investiert unter anderem in neue Klassenzimmer, Mensen und Toiletten. Insbesondere gibt es an den Schulen sauberes Trinkwasser für Schüler, Studenten und die Lehrkräfte. In vielen Werken gab es 2016 wieder zahlreiche weitere Aktionen zur Unterstützung karitativer Zwecke, so beispielsweise in Sao Paulo (Brasilien), in Vaerloese (Dänemark), und in Berlin (Ohio/USA). Im Sommer 2016 fand in allen Werken weltweit eine „One Gerresheimer Week“ statt. Unterschiedlichste Aktivitäten der Mitarbeiter dienten auch dazu, Spenden und Unterstützung für lokale karitative Einrichtungen zu erzielen. Weitere Informationen enthält das Abschnitt „Gemeinsame Globale Aktivitäten“.

Darüber hinaus beteiligen wir uns mit allen Werken weltweit an der Messung und Kontrolle von Emissionen im Rahmen des Carbon Disclosure Projects. In unseren Werken realisieren wir zahlreiche Projekte zur umweltschonenden Produktion und zum verantwortlichen Umgang mit Ressourcen. Weitere Informationen hierzu enthält das Kapitel „Umwelt“. Wir beziehen dabei unsere Zulieferer und Partner mit ein, die wir auf unsere Prinzipien für ein verantwortungsvolles Einkaufsmanagement verpflichten. Wir pflegen eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung bei Nachhaltigkeit und unternehmerischer Verantwortung, die auch von unseren Kunden und den Kapitalmarktakteuren eingefordert sowie immer wieder für einzelne Werke ebenso wie für den Gerresheimer Konzern erfolgreich auditiert wird.

Weitere Informationen zu Gerresheimers unternehmerischer Verantwortung, zur Nachhaltigkeit und zu unseren Prinzipien für ein verantwortungsbewusstes Supply Chain Management sind auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung zu finden.

COMPLIANCE

Für den Erfolg des Gerresheimer Konzerns ist es unerlässlich, dass alle Unternehmen innerhalb der Gruppe nach wirtschaftsethischen Grundsätzen verantwortungsvoll und im Einklang mit den Gesetzen und den Regeln des fairen Wettbewerbs geführt werden. Das GerresheimerCompliance-Programm soll unsere Mitarbeiter dabei unterstützen, Gesetze und Unternehmensrichtlinien richtig anzuwenden, und sie dabei vor Verstößen bewahren. Ein wesentliches Instrument hierzu sind die Konzernrichtlinien und Merkblätter, die Mindestverhaltensstandards für alle Mitarbeiter des Konzerns festlegen. Das Gerresheimer Compliance-Programm fokussiert sich auf die Bereiche Korruptionsbekämpfung, Kartellrecht und Kapitalmarktrecht und ist auf unserer Internetseite www.gerresheimer.com/unternehmen/compliance zugänglich.

Um das Verständnis von Compliance zu verbessern und die Bereitschaft zu erhöhen, entsprechend zu handeln, ist die Schulung unserer Mitarbeiter ein zentraler Bestandteil unseres Compliance-Systems. Wir bieten weltweit regelmäßige Einführungsschulungen als Präsenzveranstaltungen an. Zusätzlich stellen wir ausgewählten Mitarbeitern webbasierte E-Learning-Programme zu den wichtigsten Themen der Compliance zur Verfügung, die diese Mitarbeiter absolvieren müssen, wobei sie die Schulung an ihrem Arbeitsplatz in ihren Arbeitsalltag integrieren und dort erledigen können.

Trotz der Aufstellung von Compliance-Richtlinien und präventiv wirkender Schulungsmaßnahmen kommt es letztlich darauf an, ob die regulatorischen Vorgaben von den Mitarbeitern eingehalten sowie Verstöße gemeldet und vom Unternehmen geahndet werden. Wir bieten deshalb ein webbasiertes Hinweisgebersystem als Mittel zur Aufklärung von Compliance-Verstößen an. Dieses System sichert die Anonymität des Hinweisgebers, sei er Mitarbeiter, Kunde, Lieferant oder Dritter. Um den Zugang so einfach wie möglich zu gestalten, ist das Hinweisgebersystem im Internet in allen für uns relevanten Sprachen verfügbar.

UMWELT

Der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen, die Schonung der Umwelt und die Vermeidung von Emissionen und Abfällen sind Kernbestandteile unserer unternehmerischen Verantwortung. Unsere Ausrichtung auf nachhaltiges Wirtschaften umfasst ökonomische, soziale und insbesondere ökologische Aspekte. Als produzierendes Unternehmen sehen wir uns hier in einer besonderen Verantwortung. Unsere Umweltschutzmaßnahmen gehen oft deutlich über die gesetzlichen Anforderungen der jeweiligen Länder hinaus. Umweltschonende Produktionsmethoden, die Verringerung von Abfällen und Emissionen sowie der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen sind Gegenstand unseres weltweit implementierten Gerresheimer Management Systems (GMS) und finden sich in unseren Prinzipien unternehmerischer Verantwortung wie auch in den Leitlinien für verantwortungsvolles Einkaufsmanagement wieder.

Da die Produktionsprozesse in den Geschäftsfeldern mitunter stark variieren, liegt die Verantwortung für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen dezentral bei den jeweiligen Führungskräften vor Ort. Dabei spielt der kontinuierliche Austausch eine große Rolle, so dass die Produktionsstandorte voneinander lernen und erfolgreiche Maßnahmen kopieren und adaptieren können. Wir stoßen fortlaufend neue Initiativen an, mit denen wir unser Handeln im Sinne der Umwelt- und Ressourcenschonung kontinuierlich weiterentwickeln. Die ökologischen Verbesserungen führen in den meisten Fällen gleichzeitig zu nachhaltigen ökonomischen Vorteilen.

Für uns ist die Zertifizierung der Produktionsstandorte von großer Bedeutung, um unsere ökologischen Fortschritte gegenüber unseren Kunden und der Öffentlichkeit sichtbar und nachweisbar zu machen. 13 unserer großen Produktionsstandorte wurde nach ISO 14001 ein modernes Umweltmanagement bescheinigt. Darüber hinaus legen wir, gerade auch in unseren energieintensiven Behälterglaswerken, großen Wert auf die Einführung moderner Energiemanagementsysteme. Elf Standorte sind nach dem ISO 50001 (Energiemanagementsystem) zertifiziert, darunter die deutschen Werke in Lohr, Tettau, Essen, Bünde und Pfreimd. Die Werke in Wertheim (Deutschland) und in Horsovsky Tyn (Tschechische Republik) sowie die Konzernzentrale in Düsseldorf (Deutschland) wurden in 2016 erstmals nach ISO 50001 zertifiziert. Alle Zertifizierungen werden regelmäßig überprüft und in einem festen Rhythmus neu erarbeitet. In den Werken gehören entsprechende Schulungen zum effizienten Einsatz von Energie und zuim Schutz der Umwelt zum Standard.

UMWELTSCHUTZ BEI PRODUKTEN

Unter dem Namen BioPack wurde ein breites Produktportfolio an Kunststoffverpackungen für Medikamente und Kosmetika, die aus Biomaterial anstatt aus konventionellen Polyethylen (PET) hergestellt werden, von uns auf den Markt gebracht. Biomaterialien werden statt aus Rohöl aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, beispielsweise aus der Zuckerrohrpflanze. Verpackungen aus Biomaterialien sind vollständig recyclingfähig, haben dieselben Eigenschaften wie konventionelle Verpackungen und können auf den bestehenden Füll- und Verpackungslinien eingesetzt werden.

Centor beliefert amerikanische Apotheken mit Kunststoffbehältern zur Verpackung von Medikamenten und stellt neben anderen Produkten auch Flaschen und Fläschchen aus zu 100 % recyceltem PET her. Diese Flaschen und Fläschchen sind in verschiedenen Größen erhältlich und werden von den Apotheken benutzt, um vor Ort flüssige Medikamente darin abzufüllen und zu verpacken. Des Weiteren verzichtet Centor beim Versand von Verschlüssen für Tablettenbehälter auf weitere Umverpackungen wie Plastikbeutel. Dadurch wird Material gespart und die Umweltbelastung reduziert.

Bei der Herstellung von Pharmagläsern und Kosmetikglasverpackungen wird als Ersatz für die Rohstoffe in hohem Maße Recyclingglas (Scherben) eingesetzt. Solche Scherben kommen aus dem eigenen, internen Kreislauf, aber in kontrollierter Weise auch aus dem Recyclingkreislauf privater Haushalte. Scherben werden in dem Maße eingesetzt, wie sie in entsprechender Qualität verfügbar sind, die Qualität der Endprodukte nicht beeinträchtigen und es keine begrenzenden Vorschriften durch pharmazeutische oder kosmetische Regulierung gibt.

UMWELTSCHUTZ IN DER PRODUKTION

Umweltschutz geht bei uns Hand in Hand mit dem effizienten Einsatz von Energie. Insbesondere dort, wo Glas geschmolzen wird, entsteht ein hoher Energiebedarf. Daher überholen und erneuern wir in regelmäßigen Abständen energieintensive Einrichtungen in unserem Konzern, wie die Schmelzwannen in unseren Behälterglaswerken. Dadurch können wir neueste Technologien für die Glasschmelze einsetzen und die Produktionstechnologie insgesamt modernisieren. So erzielen wir durchweg Verbesserungen der Energieeffizienz bei kleinen oder großen Wannenreparaturen. Im Werk in Chicago Heights (Illinois/USA) sind nach der umfassenden Renovierung im Spätsommer 2015 dank modernster Schmelztechnologie der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen je Tonne geschmolzenes Glas maßgeblich reduziert worden. Im Kosmetikglaswerk in Tettau wurden in 2016 eine große Wanne runderneuert und in neue Maschinen und Technologien investiert. Auch dies führt zu signifikanten Einsparungen beim Energieeinsatz.

Neben dem Austausch von Wissen innerhalb der Gerresheimer Gruppe spielen regionale und industrielle Verbände beim Thema Energieeffizienz und Umweltschutz eine zunehmende Rolle. So nimmt das Behälterglaswerk in Essen an der Kooperation Ökoprofit teil. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen Kommunen und der lokalen Wirtschaft mit dem Ziel der Betriebskostensenkung unter gleichzeitiger Schonung der natürlichen Ressourcen, insbesondere Energie und Wasser. Der Bundesverband Glas, in dem wir Mitglied sind, ist einer Initiative der Bundesregierung zur Gründung sogenannter Energieeffizienz-Netzwerke beigetreten. Unser Kosmetikglaswerk in Tettau gehört beispielsweise dem Netzwerk Frankenwald an.

Um den Energiebedarf unserer Werke zu decken, greifen wir auch auf erneuerbare Energien zurück. Beispielsweise wird ein Teil der benötigten Energie zur Herstellung der pharmazeutischen Kunststoffverpackungen im Werk in Kundli (Indien) über eine Photovoltaikanlage erzeugt. Die Kapazitäten zur Gewinnung der Solarenergie werden dort schrittweise weiter ausgebaut.

Im Geschäftsfeld Medical Systems wird über die Zertifizierungen nach ISO 14001 und ISO 50001 hinaus weltweit ein Betriebssicherheitsmanagement eingeführt. Dieses umfasst die Bereiche Arbeitssicherheit, Brandschutz, Umweltmanagement und Energiemanagement. Zukünftig werden alle Werke dieses Geschäftsfeldes entsprechend gesteuert und erhalten Vorgaben und Ziele zur Energieeinsparung und Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen. Als wichtiger erster Schritt wurden in Bünde und Pfreimd Investitionen in Energiemesstechnik getätigt und digitalisierte Online-Energiemess-Stellen installiert.

Der Betrieb von Reinräumen benötigt viel Energie. Deswegen sind beim Bau neuer und beim Betrieb bestehender Reinräume energiesparende Maßnahmen von hoher Bedeutung, wie der Einsatz von energieeffizienter Reinraumtechnik der neuesten Generation. Im Werk in Bünde haben wir bei der Erweiterung eines Reinraums die neue Technik so erfolgreich eingesetzt, dass vorhandene Kanalsysteme teilweise nicht mehr benötigt wurden und zurückgebaut werden konnten. Ebenfalls in Bünde ist ein Blockheizkraftwerk seit zwei Jahren in Betrieb und dient dem Ziel, den Primärenergieverbrauch sowie den CO2-Ausstoß zu verringern. Das Blockheizkraftwerk produziert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung dezentral Strom und Wärme.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist in vielen Werken die Überprüfung der Spezifikationen für Produktionsbereiche und Reinräume. Vielfach konnten wir Temperaturvorgaben, Feuchte und Luftdruckanforderungen so verändern, dass sowohl Kunden- wie auch regulatorische Anforderungen erfüllt und gleichzeitig erhöhte Energieeinsätze aus Spitzenlasten reduziert werden konnten. In großen Werken wie Pfreimd und Bünde haben wir Gesamtnetzwerke geschaffen, die Leitungsnetze und Verbindungen zwischen Einzelanlagen wie Kühlanlagen oder Druckluftkompressoren erweitern und somit nicht genutzte Kapazitäten von Einzelanlagen für den Gesamtstandort verfügbar machen. Gleiches gilt für Ersatzinvestitionen beispielsweise bei Kühltürmen, wo es effizienter ist, Kleineinheiten durch Gesamteinheiten zu ersetzen. In Pfreimd wiederum ist es unseren Mitarbeitern gelungen, eine neuartige Steuerung und Verfahrenstechnik der Materialtrocknung zu entwickeln, die den notwendigen Energieeinsatz deutlich reduziert und zukünftig in mehreren Standorten zum Einsatz kommen soll.

Der Energieverbrauch für die Beleuchtung ist an vielen Standorten ein wichtiger Faktor. So ersetzen wir in vielen Werken alte Leuchtmittel durch energiesparende LED-Lichttechnik und prüfen bei allen Umbau- und Erweiterungs-Baumaßnahmen den Einsatz von LED-Lichttechnik. In vielen Werken werden in nicht kontinuierlich genutzten Bereichen, wie zum Beispiel Lagerbereichen, Präsenzsensoren verbaut, die bei Abwesenheit von Personen die Beleuchtung abschalten.

UMWELTAUFLAGEN UND FUHRPARK

Die unbedingte Einhaltung aller gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben, auch im Hinblick auf die Schonung von Ressourcen und der Umwelt, ist selbstverständlich für uns. Im Hinblick auf Umweltauflagen gab es an unseren Werken weltweit im letzten Jahr zwei Verstöße in Boleslawiec (Polen) und Kosamba (Indien). Unsere Firmenfahrzeugflotte besteht weltweit aus 237 Fahrzeugen. Bei den Vorgaben für Dienstfahrzeuge spielen auch Umweltaspekte bei uns eine Rolle. Bisher waren die meisten unserer Firmenfahrzeuge mit Diesel-Motoren ausgestattet, deren Einsatz im Hinblick auf Energieeffizienz und Umwelteinflüsse inzwischen auf dem Prüfstand steht. Bei der Anschaffung und beim Betrieb unserer Fahrzeugflotte streben wir den bestmöglichen technologischen Stand an und wollen die Schadstoffemissionen senken. Wir haben 2016 die entsprechenden Richtlinien überarbeitet, so dass zukünftig auch Fahrzeuge mit Hybrid- oder Elektromotoren angeschafft werden können.

Carbon Disclosure ProjeCt

Ziele, Strategien sowie Erfolge unserer Initiativen und Maßnahmen zum Schutz der Umwelt veröffentlichen wir regelmäßig im Rahmen unserer Teilnahme am Carbon Disclosure Project (CDP). Dabei handelt es sich um die weltweit größte Umweltinitiative zur Reduktion von CO2 -Emissionen. Seit acht Jahren in Folge engagieren wir uns im Rahmen des CDP. Wir erheben, analysieren und managen unsere CO2 -Emissionen an allen Produktionsstandorten und berichten jährlich sowohl über deren Zusammensetzung und Entwicklung als auch über die verschiedensten Maßnahmen zur Reduzierung von CO2 -Emissionen. Die Daten für das Geschäftsjahr 2015 wurden international einheitlich im Frühjahr 2016 erhoben und im Herbst 2016 vom CDP publiziert.

Das Ziel unserer Umweltstrategie ist es, das Verhältnis von Emissionen zu Umsätzen zu reduzieren. So sollen unsere Umsätze in der Zukunft schneller wachsen als die zu deren Erzielung unvermeidbaren CO2-Emissionen. Wir haben diese Zielvorgabe im Geschäftsjahr 2015 zum wiederholten Male erreicht: Das Verhältnis der CO2-Emissionen zum Umsatz sank von 2014 auf 2015 um 15,2 %. Damit haben wir erneut eine starke prozentuale Verbesserung erzielt. Diese positive Entwicklung zeigt sich dabei auch deutlich im Mehrjahresvergleich.

Unsere Ergebnisse im Überblick:

Carbon Disclosure Project 2008 - 2015

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2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 20152)
CO2 Gesamtemission 1) in t 760.076 716.702 733.576 775.372 825.235 817.097 672.624 567.451
Umsatz in Mio. EUR 1.060,1 1.000,2 1.024,8 1.094,7 1.219,1 1.265,9 1.290,0 1.282,9
CO2-Emissionen im Verhältnis zum Umsatz (t/T EUR) 0,717 0,717 0,716 0,708 0,677 0,645 0,521 0,442

1) Ohne Berücksichtigung von Scope 3 Emissionen.

2) Ohne Berücksichtigung des Geschäftsbereiches Life Science Research.

Neben unserem eigenen Ziel haben wir im Kontext des CDP weitere Verbesserungsmaßnahmen initiiert. So haben wir beispielsweise das Verifikationskriterium des CDP verbessert. Unsere Maßnahmen und Daten wurden vom TÜV geprüft und erfolgreich nach ISO 14064-3 zertifiziert. Ein wichtiger Indikator war bis 2014 der Grad der Offenlegung und Transparenz (Disclosure). Inzwischen wurde das Scoring erweitert und umfasst jetzt neben Disclosure zusätzlich Awareness (Bewusstsein), Management (strategische Umsetzung) und Leadership (Best Practice). Wo früher maximal 100 Punkte vergeben wurden, steht heute das „A“ als bester Wert. Nach dem heutigen Scoring-Modell hätten wir 2014 ein B/A- bekommen und sind in 2015 auf ein A- aufgestiegen. Im Vergleich mit anderen Unternehmen, die das CDP publizieren, konnten wir in der Liste der im MDAX notierten Unternehmen auf den 8. Platz vorrücken. In der Sektoranalyse Health Care haben wir uns auf den 3. Platz verbessern können.

Insgesamt sollen Investoren und Kunden anhand der vielfältigen Daten und Indizes beurteilen können, ob ein Unternehmen das Thema Klimawandel ausreichend in seinen Entscheidungen und Strukturen berücksichtigt.

Weiterführende Informationen und Definitionen finden sich unter www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung/carbon-disclosure-projekt und www.cdp.net.

Die Prinzipien unternehmerischer Verantwortung und die Leitlinien für verantwortungsvolles Supply Chain Management sind im Internet veröffentlicht unter www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung.

BUSINESS EXCELLENCE

In unserer Vision setzen wir uns zum Ziel, der führende globale Partner für unsere Kunden zu werden: „Dabei ist die Leidenschaft unserer Mitarbeiter die Grundlage für unseren Erfolg.“ Ein Wegbereiter zur Erreichung unserer Vision ist das Gerresheimer Management System (GMS). Mit GMS wurden konzernweite Standards festgelegt sowie Methoden und Werkzeuge definiert, um eine kontinuierliche Prozessverbesserung in allen Teilen der Wertschöpfungskette nachhaltig zu implementieren und dabei eine schlanke Produktion sowie eine konsequente Qualitäts- und Kundenfokussierung zu etablieren. GMS bricht die strategischen Unternehmensziele in messbare Standort- und Abteilungsziele herunter und verknüpft diese über Leistungsindikatoren mit Prozessparametern und -messgrößen. Auf diese Weise können die im GMS zur Verfügung gestellten Methoden und Werkzeuge passgenau ausgewählt und entsprechend eingesetzt werden.

Der Erfolg des GMS beruht auf seiner Akzeptanz, Verbreitung und Umsetzung auf allen Organisationsebenen innerhalb unseres Konzerns. Wir entwickeln und definieren werksspezifische Verbesserungspläne im Rahmen des operativen und strategischen Planungsprozesses. Mittels sogenannter Operational Excellence-Kennzahlen und eines standardisierten Evaluationssystems messen und beurteilen wir regelmäßig, ob diese Ziele erreicht und die durch das GMS definierten Standards eingehalten wurden. Zu diesem Zweck sind mehr als 200 Mitarbeiter zu sogenannten GMS-Auditoren ausgebildet worden, die nachhaltig zur Umsetzung des Systems beitragen. Diese intern ausgebildeten Auditoren sind untereinander vernetzt und bieten uns eine ausgezeichnete Grundlage für den werks- und divisionsübergreifenden Austausch von Lösungen und die konzerninterne Beratung durch Experten. Aus diesen Bewertungen werden jeweils standortspezifische Empfehlungen und Maßnahmenpläne entwickelt, um die weitere zielgerichtete, kontinuierliche Verbesserung sicherzustellen. Bei der Umsetzung kommt unseren Mitarbeitern eine zentrale Rolle zu. Daher wird das Ausbildungsprogramm für GMS kontinuierlich weiterentwickelt.

Während der jährlich stattfindenden GMS-Konferenz kamen in diesem Jahr über 70 Teilnehmer aus 13 Ländern zusammen, um die aktuellen Entwicklungen von GMS im Rahmen von Vorträgen, Workshops und Werksbesichtigungen zu besprechen, Netzwerke auf- und auszubauen, Erfahrungen mit der Umsetzung sowie Erfolgsgeschichten auszutauschen. Unter dem diesjährigen Motto „Team-up for Excellence“ fanden Workshops zu Problemstellungen statt, die aus dem Produktionsumfeld kamen. Hier konnten die Teilnehmer gemeinsam Lösungen erarbeiten, die aus diesem Bereich mitgebrachte Problemstellungen betrafen. Die so entstandenen Teams haben die Vertiefung und Umsetzung der erarbeiteten Lösungsideen auch nach der Konferenz gemeinsam vorangetrieben. Anerkennung für exzellente Umsetzungsprojekte erhielten vier Projektteams und ein Werk im Rahmen der sechsten Verleihung der „GMS Awards“ durch den Vorstand.

Darüber hinaus wurde in 2016 eine umfängliche Überarbeitung des GMS- Handbuches gestartet - des Rahmenwerks der Standards und Methoden. Außerdem befassen sich weltweite, funktionsübergreifende Expertenteams mit dem Evaluationssystems das ebenfalls überarbeitet wird. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse ist für Mitte 2017 vorgesehen.

KUNDENZUFRIEDENHEIT

Die kontinuierliche Verbesserung der Services und Produkte für unsere Kunden steht im Fokus unserer globalen Kundenzufriedenheitsstudien, die wir regelmäßig mit Hilfe eines renommierten Marktforschungsinstitutes durchführen. Wir verfolgen damit das Ziel, unser Verständnis von den Kundenbedürfnissen zu vertiefen und damit Kundenzufriedenheit und Kundenbindung zu steigern. Hierfür führen wir eine standardisierte Online-Befragung durch, die in zehn verschiedenen Sprachen angeboten wird. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse nutzen wir einerseits für die Verbesserung unseres Kundenservices und andererseits, um konkrete Handlungsempfehlungen zur Prozessoptimierung abzuleiten.

An dieser Erhebung nehmen unsere operativen Gesellschaften konzernübergreifend mit ihren jeweiligen Kunden teil: von Argentinien und Brasilien, Mexiko und den USA über die europäischen Werke bis hin zu den Standorten in China und Indien. Im Mittelpunkt der Befragung stehen insbesondere unsere Entwicklungsarbeit, das Produktangebot, kundenspezifische Systemlösungen, Auftragsabwicklung und Logistik, Fachkompetenz und Engagement unserer Vertriebsmitarbeiter sowie unser technischer Support und die Reklamationsbearbeitung. Mit ihren Antworten zeigen uns die Kunden auf, welche Aktionsfelder ihnen besonders wichtig sind, wo unsere Leistung sie bereits zufriedenstellt und wo wir besser werden müssen. Um noch weitere Erkenntnisse zu unseren Kunden und dem Markt im Allgemeinen zu erhalten, haben wir unsere Umfrage erweitert und die Kunden auch zur relativen Einschätzung des Wettbewerbs befragt.

Nach den weltweiten Erhebungen 2011 und 2013 fand im Frühjahr 2016 die dritte Welle der Gerresheimer Kundenzufriedenheitsstudien statt. Im Vergleich zur vorherigen Befragung hat sich Gerresheimer insgesamt leicht verbessert. In allen Geschäftsbereichen und Geschäftsfeldern gibt es im Detail weiterhin Verbesserungspotenziale.

Die Ergebnisse der Kundenzufriedenheitsstudie wurden dem Vorstand im Juni vorgestellt und diskutiert. Die Analysen wurden zudem jeweils für alle Geschäftsbereiche und Geschäftsfelder sowie Regionen und Werke aufbereitet. Die Resultate wurden in den verschiedensten Zusammensetzungen von Fachleuten und auf unterschiedlichsten Ebenen kommuniziert und analysiert. Die Expertenteams in allen Geschäftsbereichen entwickelten daraus Aktions- und Maßnahmenpläne auf Werks- und übergeordneter Ebene, die sukzessive implementiert werden. Die Umsetzung wird vom zuständigen Management nachgehalten.

Mit der regelmäßigen Durchführung unserer gruppenweiten globalen Kundenzufriedenheitsstudie bekommen wir fortlaufend Einblick in die Kundenwünsche sowie eine Bewertung unserer Services und Produkte. Zudem kommen wir den Anforderungen der ISO-Audits und unserer eigenen Richtlinien gemäß dem GMS nach. Im Ergebnis lässt sich damit über die Jahre hinweg kontrollieren, ob die bei der letzten Erhebung eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen Erfolg hatten und vom Kunden wahrgenommen wurden.

Darüber hinaus befragen wir unsere Kunden in zusätzlichen regionalen und projektbezogenen Erhebungen auch zwischen den Erhebungszeiträumen der gruppenweiten Kundenzufriedenheitsstudie, um bei Bedarf schnell und themenbezogen auf besondere Wünsche und Fragestellungen reagieren zu können.

VERGÜTUNGSBERICHT

Der Vergütungsbericht entspricht den Anforderungen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB), den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK), dem Deutschen Rechnungslegungs Standard Nr. 17 (DRS 17) sowie den International Financial Reporting Standards (IFRS). Die Hauptversammlung hat am 30. April 2015 ein neues Vergütungssystem für den Vorstand gebilligt. Diese Änderungen waren für Herrn Röhrhoff bereits im Geschäftsjahr 2014 und für Herrn Beaujean im Geschäftsjahr 2016 gültig. Für Herrn Schütte werden diese Änderungen ab dem Geschäftsjahr 2017 gültig sein und sollen zukünftig bei Verlängerung der bestehenden Vorstandsverträge oder Neubestellung eines Vorstandsmitglieds wirksam werden. Die Änderungen sind im Folgenden erläutert.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS

VERGÜTUNGSSTRUKTUR

Die Gesamtvergütung des aktiven Vorstands setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Dabei handelt es sich um ein Festgehalt, eine kurzfristige erfolgsabhängige Tantieme, eine Komponente mit langfristiger Anreizwirkung, Aktienwertsteigerungsrechte, übliche Nebenleistungen und um Pensionszusagen.

ERFOLGSUNABHÄNGIGE KOMPONENTEN

Die erfolgsunabhängigen Teile bestehen aus einem Fixum und aus Nebenleistungen in Form von Sachbezügen. Die Sachbezüge enthalten im Wesentlichen Versicherungsprämien (unter anderem für eine Gruppenunfall- und Invaliditätsversicherung) sowie die Dienstwagennutzung. Für die Mitglieder des Vorstands besteht zudem eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung), die einen Selbstbehalt gemäß § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG vorsieht.

ERFOLGSABHÄNGIGE KOMPONENTEN

Kurzfristige variable Barvergütung

Die kurzfristige erfolgsabhängige Vergütung ist an den Grad des Erreichens von dienstvertraglich definierten Jahreszielen geknüpft, deren Höhe sich jeweils aus dem vom Aufsichtsrat genehmigten Budget ableitet.

Bisher beziehen sich diese auf die Kennzahlen Adjusted EBITDA, Umsatzerlöse, Net Working Capital und Investitionsvolumen. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt die kurzfristige variable Barvergütung 50 % des individuellen Festgehaltes. Die kurzfristige variable Barvergütung ist begrenzt auf einen Betrag in Höhe von 60 % des individuellen Festgehaltes und wird im Folgejahr nach Billigung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat ausgezahlt.

Seit der Billigung des neuen Vergütungssystems durch die Hauptversammlung am 30. April 2015 ist bei Verlängerung bestehender Vorstandsbestellungen sowie bei Neubestellung eines Vorstandsmitglieds der Jahresbonus als kurzfristige variable Barvergütung an das Erreichen der drei unterschiedlich gewichteten Finanzkennzahlen Adjusted EBITDA, Umsatzerlöse und Net Working Capital geknüpft. Die Zielkomponente Investitionsvolumen entfällt. Bei der Zielkomponente Net Working Capital wird von einer digitalen auf eine durchschnittliche Zielerreichung mit einem Zielkorridor von 95 % bis 105 % umgestellt. Bei Erreichen sämtlicher Zielwerte beträgt der Jahresbonus 50 % des individuellen Festgehaltes. Der Jahresbonus ist begrenzt auf einen Betrag in Höhe von 70 % des individuellen Festgehaltes.

Langfristige variable Barvergütung

Die Komponente mit langfristiger Anreizwirkung besteht aus einem rollierenden Bonussystem, das an das Erreichen bestimmter Ziele über einen Zeitraum von drei Jahren anknüpft. Die für die Zielerreichung relevanten Kennzahlen sind das organische Umsatzwachstum und die Gesamtkapitalrendite (ROCE).

Bisher wird die Zielerreichung anhand des arithmetischen Mittels der Einzelwerte jedes Jahres des dreijährigen Bemessungszeitraumes festgestellt. Bei Erreichen des Zielvolumens beträgt der auszuzahlende Bonus 30 % des individuellen Festgehaltes. Er kann maximal (bei Erreichen eines Zielvolumens von 133 %) knapp 40 % des individuellen Festgehaltes betragen. Die Auszahlung erfolgt, bezogen auf das Basisjahr, nach drei Jahren.

Seit der Billigung des neuen Vergütungssystems durch die Hauptversammlung am 30. April 2015 soll bei Verlängerung bestehender Vorstandsbestellungen sowie bei Neubestellung eines Vorstandsmitglieds der ROCE-Zielkorridor statt der bisher vorgegebenen festen Werte auf Basis der Unternehmensplanung jährlich neu für den Dreijahreszeitraum festgelegt werden. Die Auszahlungen erfolgen, bezogen auf das Basisjahr, nach drei Jahren. Bei Erreichen des Zielvolumens beträgt der aufgrund der Nachhaltigkeitskomponente auszuzahlende Bonus 40 % des individuellen Festgehaltes. Die Nachhaltigkeitskomponente kann maximal 55 % des individuellen Festgehaltes betragen.

Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung (Phantom Stocks)

Zusätzlich hat die Gesellschaft mit sämtlichen Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen über eine langfristige aktienkursorientierte variable Vergütung geschlossen. Diese Vereinbarungen sehen vor, dass jedes Vorstandsmitglied in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktienkurs in jedem Jahr der Vorstandstätigkeit eine bestimmte Anzahl sogenannter Aktienwertsteigerungsrechte (Phantom Stocks) erhält. Jedes Aktienwertsteigerungsrecht berechtigt das Vorstandsmitglied zum Erhalt einer Zahlung in Abhängigkeit von der Entwicklung des Aktienkurses. Dabei legt die sogenannte Erfolgshürde fest, dass die Zahlung nur möglich ist, wenn der Kurs der Aktie der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung den Ausgangswert der jeweiligen Tranche um mindestens 12 % übersteigt oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten ist. Für die Aktienwertsteigerungsrechte, die das Jahr 2016 betreffen, gilt der Ausgabepreis von EUR 68,87 als Ausgangswert. Die Erfolgshürde ist lediglich für die Frage der Zahlungsberechtigung, nicht aber für die Berechnung der Zahlungshöhe relevant. Nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren können die Aktienwertsteigerungsrechte innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 16 Monaten (Ausübungszeitraum) ausgeübt werden. Der Vergütungsanspruch entspricht dem Betrag, um den der Aktienkurs im jeweiligen Zeitraum zwischen der Ausgabe der Aktienwertsteigerungsrechte und der Ausübung absolut gestiegen ist. Die Höhe des Vergütungsanspruches ist jedoch für jede Tranche auf den Betrag begrenzt, der 25 % des Ausgangswertes sämtlicher Aktienwertsteigerungsrechte dieser Tranche entspricht. Mit dem Ausscheiden des jeweiligen Vorstandsmitgliedes verfallen alle noch nicht ausgeübten Aktienwertsteigerungsrechte, sofern das Ausscheiden nicht durch Todesfall oder dauernde Erwerbsunfähigkeit eintritt oder die Mitgliedschaft im Vorstand innerhalb der Laufzeit der jeweiligen ausgegebenen Tranche nicht mindestens ein volles Jahr bestand. Sämtliche Ansprüche auf weitere Aktienwertsteigerungsrechte verfallen ebenfalls mit dem Ausscheiden. Die Gesellschaft hat sich das Recht vorbehalten, die Aktienwertsteigerungsrechte gegebenenfalls in Aktien zu erfüllen, wobei aber die Begleichung in bar beabsichtigt ist.

Seit der Billigung des neuen Vergütungssystems durch die Hauptversammlung am 30. April 2015 gilt bei Verlängerung bestehender Vorstandsbestellungen oder Neubestellung eines Vorstandsmitglieds eine neue Vereinbarung, welche vorsieht, dass jedes Vorstandsmitglied eine wertbasierte Zuteilung erhält. Die Vorstandsmitglieder bekommen also nicht mehr eine bestimmte Stückzahl von Aktienwertsteigerungsrechten, sondern erhalten einen Zahlungsanspruch (Wertanspruch) für den Fall, dass die Ausübungs- und Zahlungsvoraussetzungen vorliegen. Das Vorstandsmitglied ist berechtigt, nach Ablauf einer Sperrfrist von fünf Jahren innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 24 Monaten eine Zahlung in Höhe der zwischen dem Ausgabezeitpunkt und dem Ausübungszeitpunkt (Laufzeit) eingetretenen, nach dem Börsenkurs bemessenen Wertsteigerung der Gerresheimer Aktie zu verlangen. Voraussetzung für die Auszahlung ist, dass innerhalb der Laufzeit eine Wertsteigerung von mindestens 20 % oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten ist und die Mitgliedschaft im Vorstand innerhalb der Laufzeit mindestens ein volles Jahr lang bestand. Die Zielvergütung soll bei Erreichung der Ausübungshürde einer 20 %-igen Steigerung des Börsenkurses 40 % des individuellen Festgehaltes je Vorstandsmitglied betragen. Beträgt die Börsenkurssteigerung während der Laufzeit 40 % oder mehr, ist der Wertanspruch der Vorstandsmitglieder auf maximal 80 % des individuellen Festgehaltes begrenzt.

Pensionszusage

Die den derzeitigen Vorstandsmitgliedern erteilten Pensionszusagen werden über einen Pensionsfonds abgewickelt, soweit die Anwartschaften bis zum 1. Mai 2007 erdient wurden. Sie wurden durch eine einmalige Zahlung im Geschäftsjahr 2007 finanziert. So weit sind keine weiteren laufenden Zahlungen mehr zu leisten. Seit dem 1. Mai 2007 entstehende Anwartschaften werden in der Regel über eine Unterstützungskasse abgewickelt.

Die derzeitigen Mitglieder des Vorstands sind grundsätzlich berechtigt, nach Ausscheiden aus dem Gerresheimer Konzern ab dem Erreichen des 65. Lebensjahres Pensionsleistungen zu beziehen. Der jährliche Pensionsanspruch beträgt, in Abhängigkeit vom Lebensalter zum Zeitpunkt der Pensionszusage, zwischen 1,5 % und 2,2 % des letzten Festgehaltes. Dieser Prozentsatz steigt in Abhängigkeit von der Anzahl der Dienstjahre als Mitglied des Vorstands auf maximal 40 %. Die Witwenrente beträgt 60 % und die Waisenrente pro Kind jeweils 20 % der Rentenansprüche des Verstorbenen. Die Witwen- und Waisenrente ist insgesamt auf 100 % der Rentenansprüche des Verstorbenen begrenzt.

Der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG hat am 10. Februar 2015 für neu zu bestellende Vorstandsmitglieder als integralen Bestandteil des neuen Vergütungssystems auch das Pensionssystem geändert. Die bisher im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung für heutige Vorstandsmitglieder gegebene Leistungszusage von 1,5 % bis 2,2 % pro Dienstjahr, begrenzt auf 40 % der Festbezüge bei Rentenbeginn im Alter von 65 Jahren, soll für neue Vorstandsmitglieder auf eine beitragsorientierte Zusage umgestellt werden.

Zukünftig errechnen sich die von der Gesellschaft für die Altersversorgung der neuen Vorstandsmitglieder aufzubringenden Beträge aus der Summe von 20 % des Festgehaltes und 20 % des erzielten Jahresbonusses. Zur Verwendung dieser Beiträge hat ein neues Vorstandsmitglied die Wahl zwischen drei Optionen: (1) Einzahlung von 20 % des Festgehaltes in eine Versicherung und Einzahlung von 20 % des Bonusses in eine Kapitalanlage; (2) Einzahlung von 20 % des Festgehaltes in eine Versicherung und Auszahlung von 20 % des Bonusses zur Eigenvorsorge; (3) Auszahlung von 20 % des Festgehaltes und 20 % des Bonusses zur Eigenvorsorge.

Aus der Versicherung erwirbt das Vorstandsmitglied bei Renteneintritt Ansprüche gegen die Versicherung auf eine wiederkehrende Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenrente. Alternativ kann das Vorstandsmitglied bei Renteneintritt die Auszahlung des gesamten angesammelten Kapitals wählen. In diesem Fall entfallen dann aber die Versorgungsansprüche.

Bei der kapitalbasierten Leistung besteht für die Gesellschaft bei Renteneintritt (Leistungsfall) des Vorstands das Risiko einer Ausgleichspflicht zur Auffüllung bis zur Höhe der eingezahlten Beträge, falls der Wert der Kapitalanlage fällt, da das Unternehmen zur Anerkennung als betriebliche Altersversorgung den Kapitalerhalt garantieren muss. Deshalb müssen vor dem Zeitpunkt des Leistungsfalls - gegebenenfalls nur temporär - sich ergebende rechnerische Unterdeckungen bilanziert werden.

Wenn das Vorstandsmitglied während der Laufzeit seines Anstellungsvertrages die Auszahlung des jährlich vorgesehenen Beitragssatzes als zusätzlichen Gehaltsbestandteil zur Eigenvorsorge erhält, besteht nach Auszahlung in diesem Fall für die Gesellschaft keine weitere Verpflichtung mehr.

Leistungen bei Beendigung der Vorstandstätigkeit

Bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund oder infolge eines Kontrollwechsels sind Abfindungshöchstgrenzen im Rahmen der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehen. Somit sind Zahlungen einschließlich Nebenleistungen bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund auf den Wert von zwei Jahren begrenzt und dürfen nicht mehr als die Restlaufzeit des Vorstandsvertrages umfassen. Für die Berechnung der Abfindungscaps ist auf die Gesamtvergütung für das abgelaufene Geschäftsjahr abzustellen. Der Aufsichtsrat hat mit Herrn Röhrhoff ein nachvertragliches, zweijähriges Wettbewerbsverbot vereinbart, das grundsätzlich eine Karenzentschädigung in Abhängigkeit von der im Jahr vor Beendigung der Tätigkeit gezahlten Festvergütung vorsieht.

Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist niederzulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat, und besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung mindestens ein Jahr bestanden hat und noch eine Laufzeit von neun oder mehr Monaten hat. Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen, deren Höhe drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen entspricht. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung für das der Kündigungserklärung vorangegangene volle Geschäftsjahr einschließlich variabler Vergütungsbestandteile und Ansprüche aus dem Aktienwertsteigerungsprogramm.

Bei Verlängerung von Vorstandsverträgen und Neubestellungen ist die Abfindungsregelung modifiziert worden, so dass etwaige Ansprüche aus dem Aktienwertsteigerungsprogramm den Anspruch auf Abfindung nicht mehr erhöhen.

Für den Fall, dass bis zum 30. April 2022 eine andere Person als Herr Schütte neue Vorsitzende oder neuer Vorsitzender des Vorstands wird, hat Herr Schütte ein Sonderkündigungsrecht. Dieses Sonderkündigungsrecht kann erst zwölf Monate nach dem Tag des Dienstbeginns der oder des neuen Vorsitzenden des Vorstands, und dann nur innerhalb einer Zwei-Wochen-Frist ausgeübt werden. Die Kündigungsfrist beträgt nach Ausspruch der Kündigung neun Monate. Im Falle der Ausübung dieses Sonderkündigungsrechts erhält Herr Schütte keine Abgeltung von Restbezügen und keine Abfindung. Die kurz- und langfristige variable Barvergütung wird pro rata temporis abgerechnet. Sollte von dem beschriebenen Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht werden, hat Herr Schütte ein Wettbewerbsverbot für die Dauer von zwei Jahren nach Beendigung des Dienstvertrages (nachvertragliches Wettbewerbsverbot). Danach darf er weder unmittelbar noch mittelbar für ein anderes in- oder ausländisches Unternehmen und/oder eine Person, welche (s) mit der Gerresheimer AG oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen im Wettbewerb oder potenziell im Wettbewerb steht, tätig werden. Die Gesellschaft kann frühestens ein Jahr vor Ablauf des (etwaigen) nachvertraglichen Wettbewerbsverbots auf die Einhaltung des nachvertraglichen Wettbewerbsverbots verzichten. Für die Dauer des (etwaigen) nachvertraglichen Wettbewerbsverbots erhält Herr Schütte jährlich, vorbehaltlich eines Verzichts auf das nachvertragliche Wettbewerbsverbot mithin zwei Jahre, eine Entschädigung in Höhe von 100 % der zum Zeitpunkt der Beendigung des Dienstvertrags geltenden festen Grundvergütung. Diese jährliche Karenzentschädigung wird in zwölf monatlichen Raten jeweils am Ende des Monats gezahlt. Ein von der Gesellschaft gezahltes Ruhegeld wird auf die bei einem (etwaigen) nachvertraglichen Wettbewerbsverbot fällige Karenzentschädigung angerechnet. Entsprechendes gilt für Ruhegeldzahlungen verbundener Unternehmen. Ebenso werden andere Einkünfte auf die Karenzentschädigung angerechnet, die Herr Schütte durch anderweitigen Einsatz seiner Arbeitskraft während der Dauer des zweiten Jahres des nachvertraglichen Wettbewerbsverbots erzielt, soweit die Karenzentschädigung unter Hinzurechnung der anderweitigen Einkünfte 110 % der maßgeblichen festen Grundvergütung übersteigt, wobei die Abrechnung auf monatlicher Basis erfolgt.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS IM GESCHÄFTSJAHR

Im Rahmen der Ermittlung der Vergütung des Vorstands wurde die Empfehlung des „Deutscher Corporate Governance Kodex“ umgesetzt.

Die Gesamtbezüge für die aktiven Vorstandsmitglieder zusammen beliefen sich im Geschäftsjahr 2016 insgesamt auf T EUR 8.492 (Vorjahr: T EUR 8.278). Davon entfielen T EUR 2.050 (Vorjahr: T EUR 1.975) auf die erfolgsunabhängige Vergütung und T EUR 2.885 (Vorjahr: T EUR 2.428) auf die erfolgsabhängige Vergütung. Der laufende Dienstzeitaufwand der Pensionszusagen betrug im Geschäftsjahr 2016 T EUR 974 (Vorjahr: T EUR 614) und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand T EUR 1.019 (Vorjahr: T EUR 0). Die im laufenden Geschäftsjahr erdiente Vergütung aus der aktienorientierten Vergütung betrug T EUR 1.564 (Vorjahr: T EUR 3.261).

Die Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2016 ist den nachfolgenden Tabellen zu entnehmen:

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Uwe Röhrhoff Vorstandsvorsitzender Primary Packaging Glass
Gewährte Zuwendungen

in T EUR
2016 2016 Min. 2016 Max. 2015
--- --- --- --- ---
Festvergütung 770 770 770 770
Sachbezüge 24 24 24 26
Summe 794 794 794 796
Kurzfristige variable Barvergütung 385 - 539 385
Langfristige variable Barvergütung 308 - 424 308
Plan 2015 - 2018 - - - 308
Plan 2016 - 2019 308 - 424 -
Phantom Stocks - - - -
Summe 1.487 794 1.757 1.489
Laufender Dienstzeitaufwand (IAS 19) 326 326 326 316
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (IAS 19) - - - -
Gesamtvergütung 1.813 1.120 2.083 1.805

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Rainer Beaujean CFO
Gewährte Zuwendungen

in T EUR
2016 2016 Min. 2016 Max. 2015
--- --- --- --- ---
Festvergütung 610 610 610 570
Sachbezüge 20 20 20 20
Summe 630 630 630 590
Kurzfristige variable Barvergütung 305 - 408 285
Langfristige variable Barvergütung 225 - 307 171
Plan 2015 - 2018 - - - 171
Plan 2016 - 2019 225 - 307 -
Phantom Stocks - - - -
Summe 1.160 630 1.345 1.046
Laufender Dienstzeitaufwand (IAS 19) 340 340 340 -
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (IAS 19) 1.019 1.019 1.019 -
Gesamtvergütung 2.519 1.989 2.704 1.046

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Andreas Schütte Plastics & Devices
Gewährte Zuwendungen

in T EUR
2016 2016 Min. 2016 Max. 2015
--- --- --- --- ---
Festvergütung 605 605 605 570
Sachbezüge 21 21 21 19
Summe 626 626 626 589
Kurzfristige variable Barvergütung 303 - 363 285
Langfristige variable Barvergütung 182 - 2.762 171
Plan 2015 - 2018 - - - 171
Plan 2016 - 2019 182 - 242 -
Phantom Stocks - - 2.520 -
Summe 1.110 626 3.751 1.045
Laufender Dienstzeitaufwand (IAS 19) 308 308 308 298
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (IAS 19) - - - -
Gesamtvergütung 1.418 934 4.059 1.343

Als weitere Bezüge wurden im Geschäftsjahr 2016 Herrn Schütte aufgrund der Verlängerung seines Vorstandsvertrages neue Aktienwertsteigerungsrechte (Tranche 11 bis 15) gewährt. Eine detaillierte Beschreibung dieser Tranchen ist im Absatz „Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung (Phantom Stocks)“ zu finden. Da es sich im Wesentlichen um eine wertbasierte Zusage handelt, existiert zum Zeitpunkt der Gewährung kein beizulegender Zeitwert.

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Uwe Röhrhoff Vorstandsvorsitzender Primary Packaging Glass Rainer Beaujean CFO Andreas Schütte Plastics & Devices
Zufluss

in T EUR
2016 2015 2016 2015 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 770 770 610 570 605 570
Sachbezüge 24 26 20 20 21 19
Summe 794 796 630 590 626 589
Kurzfristige variable Barvergütung 391 315 287 247 290 235
Langfristige variable Barvergütung 1.028 994 200 - 689 637
Plan 2012 - 2015 - 259 - - - 188
Plan 2013 - 2016 252 - 200 - 171 -
Phantom Stocks 776 735 - - 518 449
Summe 2.213 2.105 1.117 837 1.605 1.461
Laufender Dienstzeitaufwand (IAS19) 326 316 340 - 308 298
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (IAS 19) - - 1.019 - - -
Gesamtvergütung 2.539 2.421 2.476 837 1.913 1.759

Langfristige aktienkursorientierte variable Barvergütung

In der Übersicht zur Vergütung des Vorstands ist die aktienorientierte Vergütung mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung enthalten.

Nach IFRS umfasst die Gesamtvergütung den beizulegenden Zeitwert des in dem jeweiligen Geschäftsjahr erdienten Anspruchs. Dies bedeutet, dass ab dem Jahr der Gewährung in einem vierjährigen Erdienungszeitraum der jeweilige beizulegende Zeitwert über vier Jahre ergebniswirksam erfasst wird. Dementsprechend ergeben sich für die bestehenden Phantom Stocks gemäß IFRS 2 folgende Details:

Phantom Stocks anteilsbasiert IFRS:

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Uwe Röhrhoff (Vorstandsvorsitzender) Rainer Beaujean Andreas Schütte
Anteil am Gesamtaufwand in T EUR 2016 373 151 492
2015 1.221 736 879
Zeitwert in T EUR 2016 1.504 1.442 1.593
2015 2.134 1.343 1.729
Anzahl der Phantom Stocks 2016 160.000 165.000 200.000
2015 250.000 165.000 210.000

Phantom Stocks wertbasiert IFRS:

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Uwe Röhrhoff (Vorstandsvorsitzender) Rainer Beaujean Andreas Schütte
Anteil am Gesamtaufwand in T EUR 2016 225 185 138
2015 335 90 -
Zeitwert in T EUR 2016 1.518 1.102 1.810
2015 1.505 1.085 -

Pensionszusage

Der auf die einzelnen Vorstandsmitglieder entfallende Dienstzeitaufwand und nachzurechnende Dienstzeitaufwand ist in der Übersicht zur Vergütung des Vorstands enthalten. Nach IFRS ist zudem noch der Barwert der Pensionsverpflichtungen anzugeben. Diese ergeben sich aus nachfolgender Tabelle:

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in T EUR Uwe Röhrhoff (Vorstandsvorsitzender) Rainer Beaujean Andreas Schütte
Barwert 2016 6.012 1.817 3.163
2015 4.571 - 2.013

Die Gesamtvergütung nach IFRS ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

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in T EUR 2016 2015
Festvergütung 1.985 1.910
Sachbezüge 65 65
Summe der kurzfristigen erfolgsunabhängigen Vergütung 2.050 1.975
Kurzfristige variable Barvergütung 968 797
Summe der kurzfristigen Vergütung 3.018 2.772
Langfristige variable Barvergütung 1.917 1.631
Im laufenden Jahr erdiente Vergütung aus Phantom Stocks 1.564 3.261
Dienstzeitaufwand für im laufenden Jahr erdiente Pensionszusage 974 614
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 1.019 -
Summe der langfristigen Vergütung 5.474 5.506
Gesamt 8.492 8.278

VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS

Die Vergütung des Aufsichtsrats wird durch die Satzung der Gerresheimer AG geregelt.

Alle Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Jahresvergütung von EUR 30.000,00. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats steht das Zweieinhalbfache und dem stellvertretenden Vorsitzenden das Eineinhalbfache dieser Vergütung zu. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 20.000,00 und jedes weitere Mitglied des Prüfungsausschusses erhält eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 10.000,00. Vorsitzende von anderen Ausschüssen erhalten für jeden Vorsitz eine zusätzliche feste Vergütung von EUR 10.000,00 und jedes weitere Mitglied eines anderen Ausschusses erhält für jede Ausschussmitgliedschaft eine zusätzliche Vergütung von EUR 5.000,00. Diese Regelung gilt nicht für den Ausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestG. Die Vergütung für den Vorsitz und die Mitgliedschaft im Nominierungsausschuss ist auf die Jahre beschränkt, in denen der Ausschuss tagt. Zusätzlich zu der Jahresvergütung erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats für Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, denen sie angehören, ein Sitzungsgeld in Höhe von EUR 1.500,00 pro Sitzung, jedoch höchstens EUR 1.500,00 pro Kalendertag. Angemessene Auslagen werden auf Nachweis erstattet.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten zusätzlich eine variable Vergütung. Diese beträgt EUR 100,00 pro EUR 0,01 des durchschnittlichen bereinigten Konzernergebnisses je Aktie der Gerresheimer AG im abgelaufenen Geschäftsjahr und den beiden vorangegangenen Geschäftsjahren, falls dieser Wert den Betrag von EUR 0,50 erreicht. Überschreitet dieses durchschnittliche bereinigte Konzernergebnis je Aktie der Gerresheimer AG den Betrag von EUR 3,00 bleibt der überschreitende Betrag bei der Berechnung der variablen Vergütung außer Betracht. Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie ergibt sich aus dem im Konzernabschluss ausgewiesenen Konzernergebnis vor den zahlungsunwirksamen Abschreibungen der Fair-Value-Anpassungen und den Sondereffekten aus Restrukturierungsaufwendungen, den außerplanmäßigen Abschreibungen sowie dem Saldo aus einmaligen Erträgen und Aufwendungen (einschließlich wesentlicher zahlungsunwirksamer Aufwendungen) und den darauf entfallenden Steuereffekten, nach Ergebnisanteilen von nicht beherrschenden Anteilen, bezogen auf die zum Bilanzstichtag ausgegebenen Aktien. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Zweieinhalbfache, der Stellvertreter das Eineinhalbfache dieser variablen Vergütung.

Die Gesamtvergütung der Aufsichtsratsmitglieder für ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat der Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2016 betrug EUR 1.076.376,72.

Die Bezüge der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder setzen sich wie folgt zusammen:

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Name Sitzungsgelder Festvergütung Variable Vergütung Summe
Andrea Abt 6.000,00 30.000,00 30.000,00 66.000,00
Sonja Apel (bis 31. Dezember 2015) - 2.547,95 2.547,95 5.095,90
Lydia Armer 10.500,00 35.000,00 30.000,00 75.500,00
Dr. Karin Dorrepaal 6.000,00 35.000,00 30.000,00 71.000,00
Francesco Grioli 16.500,00 60.000,00 45.000,00 121.500,00
Eugen Heinz 6.000,00 30.000,00 30.000,00 66.000,00
Dr. Axel Herberg 16.500,00 105.000,00 75.000,00 196.500,00
Seppel Kraus 12.000,00 40.000,00 30.000,00 82.000,00
Katja Mögel (seit 20. Januar 2016) 6.000,00 25.890,41 25.890,41 57.780,82
Dr. Peter Noé 12.000,00 40.000,00 30.000,00 82.000,00
Markus Rocholz 12.000,00 40.000,00 30.000,00 82.000,00
Theodor Stuth 12.000,00 50.000,00 30.000,00 92.000,00
Udo J. Vetter 9.000,00 40.000,00 30.000,00 79.000,00
124.500,00 533.438,36 418.438,36 1.076.376,72

Das Aufsichtsratsmitglied Lydia Armer erhält für ihre Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gerresheimer Regensburg GmbH nach Abschluss eines Geschäftsjahres eine angemessene Vergütung, die durch Beschluss der ordentlichen Gesellschafterversammlung der Gerresheimer Regensburg GmbH festgesetzt wird. Für das Geschäftsjahr 2015 hat die Gesellschafterversammlung die Vergütung, die im Geschäftsjahr 2016 ausbezahlt wurde, auf EUR 5.000,00 festgesetzt.

Das Aufsichtsratsmitglied Markus Rocholz erhält für seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Gerresheimer Tettau GmbH nach Abschluss eines Geschäftsjahres eine Vergütung von EUR 5.000,00. Die Vergütung für das Geschäftsjahr 2015 wurde im Geschäftsjahr 2016 ausbezahlt.

ANGABEN NACH § 315 ABS. 4 HGB SOWIE ERLÄUTERNDER BERICHT

Die Gerresheimer AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Deutschland und hat stimmberechtigte Aktien ausgegeben, die an einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG), namentlich im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard), notiert sind.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Gerresheimer AG belief sich zum 30. November 2016 auf EUR 31,4 Mio. Es ist eingeteilt in 31,4 Millionen auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00 je Stückaktie. Das Grundkapital der Gesellschaft ist vollständig eingezahlt.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Zum Abschlussstichtag bestehen keine satzungsmäßigen, gesetzlichen oder dem Vorstand bekannten sonstigen Stimmrechts- oder Übertragungsbeschränkungen betreffend die Aktien der Gerresheimer AG. Sämtliche zum 30. November 2016 ausgegebenen Stückaktien der Gerresheimer AG sind uneingeschränkt übertragbar sowie voll stimmberechtigt und gewähren in der Hauptversammlung je eine Stimme.

Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind uns zum 30. November 2016 nicht bekannt.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Keine der von der Gerresheimer AG ausgegebenen Aktien beinhaltet Rechte, die deren Inhabern besondere Kontrollbefugnisse verleihen.

Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Informationen über die Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Gesellschaftskapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben, liegen uns nicht vor.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung

Das gesetzliche Leitungs- und Vertretungsorgan der Gerresheimer AG ist der Vorstand. Er besteht gemäß Gesellschaftssatzung aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wird im Übrigen vom Aufsichtsrat bestimmt. Der Aufsichtsrat kann stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen. Zudem ernennt der Aufsichtsrat ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstands oder zu dessen Sprecher.

Die Mitglieder des Vorstands werden gemäß § 84 AktG vom Aufsichtsrat für eine Amtszeit von maximal fünf Jahren bestellt. Wiederholte Bestellungen oder Verlängerungen der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung eines Vorstandsmitglieds vor Ablauf der Amtszeit widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, etwa bei grober Pflichtverletzung oder wenn die Hauptversammlung dem Vorstandsmitglied das Vertrauen entzieht.

Die Gesellschaft wird durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten.

Jede Satzungsänderung bedarf gemäß § 179 AktG grundsätzlich eines Beschlusses der Hauptversammlung. Ausgenommen hiervon sind Änderungen der Satzung, die nur deren Fassung betreffen; zu solchen Änderungen ist der Aufsichtsrat ermächtigt. Hauptversammlungsbeschlüsse werden, soweit dem nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, sofern das Gesetz außer der Stimmenmehrheit eine Kapitalmehrheit vorschreibt, mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst. 

Befugnis des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 25. April 2017 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt EUR 15,7 Mio. zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Das Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstitut (en) oder diesen nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:

um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen;
soweit dies erforderlich ist, um Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten oder den zur Wandlung oder Optionsausübung Verpflichteten aus Schuldverschreibungen, die von der Gesellschaft oder einer ihrer Konzerngesellschaften begeben wurden oder noch werden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts oder der Erfüllung der Options- oder Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde;
bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlage im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen einschließlich der Erhöhung bestehenden Anteilsbesitzes oder sonstiger Vermögensgegenstände;
bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlage, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festsetzung des Ausgabepreises durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende Anteil am Grundkapital 10 % des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder, falls dieser Betrag geringer ist, des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals nicht übersteigt. Auf die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden. Ebenfalls anzurechnen sind Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrecht oder mit Wandlungs- oder Optionspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden.

Die Summe der nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegebenen Aktien darf einen anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 6,28 Mio. (entsprechend 20 % des derzeitigen Grundkapitals) nicht übersteigen.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung einschließlich des Inhalts der Aktienrechte und der Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf unsere vorgenannten Ausführungen zu den „Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen“.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 6.280.000 durch Ausgabe von bis zu 6.280.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen (oder Kombinationen dieser Instrumente) (zusammen „Schuldverschreibungen“), jeweils mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder mit Wandlungs- oder Optionspflichten, die aufgrund der von der Hauptversammlung vom 26. April 2012 beschlossenen Ermächtigung bis zum 25. April 2017 von der Gesellschaft oder einer Konzerngesellschaft der Gesellschaft im Sinne von § 18 AktG ausgegeben werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs- oder Optionspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch gemacht wird oder Wandlungs- oder Optionspflichten erfüllt werden und soweit nicht andere Erfüllungsformen eingesetzt werden. Die aufgrund der Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts oder der Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflicht ausgegebenen neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen

Die Darlehen unter dem Vertrag über Kreditfazilitäten im Gesamtbetrag von EUR 450 Mio., die zum Stichtag mit insgesamt EUR 162,7 Mio. in Anspruch genommen sind, werden durch die Kreditgeber kündbar und sind als Folge von den Kreditnehmern in voller Höhe vorzeitig zurückzuführen, wenn ein Dritter oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Dritte 50,01 % oder mehr der Anteile oder der Stimmrechte der Gerresheimer AG erwerben.

Im Falle eines Kontrollwechsels ist die Gerresheimer AG verpflichtet, den Gläubigern der Schuldverschreibung in Höhe von EUR 300 Mio. den Kontrollwechsel bekannt zu machen. Diese haben dann das Recht, alle oder einzelne Schuldverschreibungen zum Nennbetrag zuzüglich aufgelaufener Zinsen fällig zu stellen. Als Kontrollwechsel gilt, wenn eine oder mehrere Personen mindestens 50,01 % der Aktien oder Stimmrechte der GerresheimerAG erwerben oder anderweitig beherrschen und 90 Tage danach kein Investmentgrade-Rating mehr für die Schuldverschreibung besteht.

Jeder Darlehensgeber der Schuldscheindarlehen ist zur Kündigung seines Anteils an dem Darlehen berechtigt, wenn eine oder mehrere gemeinschaftlich handelnde Personen direkt oder indirekt das Recht erwerben, die Mehrheit der Mitglieder des Aufsichtsrats der GerresheimerAG bestellen zu können, oder direkt oder indirekt mehr als 50 % der Aktien oder Stimmrechte an der Gerresheimer AG erwerben.

Ein Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebots hätte unter Umständen Auswirkungen auf einige unserer operativen Verträge, in denen Vereinbarungen über einen Kontrollwechsel enthalten sind. Dies sind marktübliche Change-of-Control-Klauseln, die dem jeweiligen Vertragspartner bei einem Kontrollwechsel das Recht einräumen, vorzeitig zu kündigen.

Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebotes

Im Falle eines Kontrollwechsels haben die Vorstandsmitglieder ein einmaliges Sonderkündigungsrecht, den Dienstvertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Monatsende zu kündigen und ihr Amt zum Ende der Kündigungsfrist niederzulegen. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur innerhalb von drei Monaten, nachdem das Vorstandsmitglied vom Kontrollwechsel Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen musste. Das Sonderkündigungsrecht besteht nur, wenn der Dienstvertrag zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung noch eine Laufzeit von mindestens neun oder mehr Monaten hat. Wird das Sonderkündigungsrecht von den Vorstandsmitgliedern ausgeübt, ist die Gesellschaft verpflichtet, dem Vorstandsmitglied eine Abfindung zu zahlen. Ihre Höhe entspricht drei Jahresvergütungen abzüglich der während der Sonderkündigungsfrist geleisteten Zahlungen. Als Jahresvergütung gilt die Gesamtjahresvergütung für das der Kündigungserklärung vorangegangene Geschäftsjahr. Im Geschäftsjahr 2014 wurde bei der Verlängerung des Vorstandsvertrages von Herrn Röhrhoff die Abfindungsregelung im Fall der Sonderkündigung modifiziert, so dass nunmehr etwaige Ansprüche aus dem Aktienwertsteigerungsprogramm den Anspruch auf Abfindung nicht erhöhen. Zu weiteren Details verweisen wir auf den Vergütungsbericht.

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Die Erklärung zur Unternehmensführung ist Bestandteil des Lageberichts. Gemäß § 317 Abs. 2 Satz 3 HGB in der Fassung vor der Änderung durch das Gesetz vom 17.07.2015 (BGBl. I S. 1245) wurden diese Angaben nicht in die Prüfung des Konzernabschlusses einbezogen.

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben zuletzt am 8. September 2016 die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG beschlossen:

„Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG zu den Empfehlungen der ‚Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex‘ gemäß § 161 Aktiengesetz.

Mit Ausnahme der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 1 hat die Gerresheimer AG allen Empfehlungen der ‚Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex‘ in der Fassung vom 5. Mai 2015 seit der letzten Entsprechenserklärung vom 9. September 2015 entsprochen.

Den Empfehlungen der‚ Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex‘ in der Fassung vom 5. Mai 2015 wird die Gerresheimer AG zukünftig ebenfalls mit folgender Ausnahme entsprechen:

Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 1: Der Aufsichtsrat hat keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt.

Begründung: Die Eignung zur Ausübung der Aufsichtsratstätigkeit hängt nach unserer Überzeugung allein von den jeweiligen Bedürfnissen der Gesellschaft und den individuellen Fähigkeiten der Aufsichtsräte ab. Die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat halten wir nicht für sinnvoll, da dem Unternehmen auch die Expertise erfahrener Aufsichtsratsmitglieder zur Verfügung stehen soll.“

ANGABEN ZU UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKEN

RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

Der Gerresheimer Konzern sieht in einem wirksamen Risikomanagement einen bedeutenden Faktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswertes. Aus diesem Grund ist die Steuerung von Chancen und Risiken ein integraler Bestandteil unserer gesamten Aufbau- und Ablauforganisation. Der zentrale Baustein des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und in der Holding vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme.

Wir haben für die Tochtergesellschaften und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung definiert. Darüber hinaus bauen wir unser Risikofrüherkennungssystem stetig weiter aus und passen es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen an. Wesentliche Elemente des Risikomanagementsystems werden in dem Kapitel „Chancen- und Risikobericht“ im Geschäftsbericht beschrieben, der auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/investor-relations/berichte zugänglich ist.

UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG

Gerresheimer ist einer der weltweit führenden Partner der Pharma- und Healthcare-Industrie. Mit Produkten aus Glas und Kunststoff zur Verpackung und Verabreichung von Medikamenten leisten wir einen sinnvollen und wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden.

In einer Zeit zunehmender globaler Vernetzung sowie wachsender gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen sind wir uns unserer unternehmerischen Verantwortung bewusst, welche weit über die Produktwelt hinausgeht. Wir füllen diese Rolle aktiv, umfassend und nachhaltig aus und lassen uns entsprechend an unseren Grundsätzen messen. In unserem unternehmerischen Handeln fühlen wir uns verantwortlich gegenüber Gesellschaft, Mitarbeitern, Investoren, Kunden, Lieferanten und Umwelt.

Unsere Grundsätze sind zusammengefasst in der Publikation „Unsere unternehmerische Verantwortung“, die auf unserer Internetseite unter www.gerresheimer.com/unternehmen/unternehmerische-verantwortung abrufbar ist.

BESCHREIBUNG DER ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT SOWIE DER ZUSAMMENSETZUNG UND ARBEITSWEISE IHRER AUSSCHÜSSE

Die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat findet sich in dem Kapitel „Organe“. Die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Zusammensetzung und Arbeitsweise der Aufsichtsratsausschüsse werden im Geschäftsbericht im Rahmen des „Corporate-Governance-Berichts“ beschrieben. Dieser Geschäftsbericht ist ebenfalls im Internet zugänglich unter www.gerresheimer.com/investor-relations/berichte.

FESTLEGUNG ZUR FÖRDERUNG DER TEILHABE VON FRAUEN AN FÜHRUNGSPOSITIONEN NACH § 76 ABS. 4 UND § 111 ABS. 5 DES AKTIENGESETZES

Durch das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst vom 24. April 2015 sind in Deutschland bestimmte Gesellschaften verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen und zu bestimmen, bis wann der jeweilige Frauenanteil erreicht werden soll. Die betroffenen Gesellschaften mussten ihre Zielgrößen nebst Umsetzungsfristen bis zum 30. September 2015 beschlossen haben. Dabei durfte bei der erstmaligen Festlegung die Umsetzungsfrist gesetzlich nicht über den 30. Juni 2017 hinausgehen. Bei der nächsten Festlegung einer Umsetzungsfrist kann der Zeitraum bis zu fünf Jahre betragen. Eine Ausnahme sieht das Gesetz für den Frauenanteil im Aufsichtsrat börsennotierter und zugleich mitbestimmter Gesellschaften wie der Gerresheimer AG vor: Hier gilt bereits ein gesetzlicher Mindestanteil von jeweils 30 % Frauen und 30 % Männern für Neubesetzungen von frei werdenden Aufsichtsratsmandaten ab dem 1. Januar 2016.

Der Aufsichtsrat der GerresheimerAG hat am 9. September 2015 für den Frauenanteil im Vorstand der GerresheimerAG eine Zielgröße von 0 % bis zum 30. April 2017 beschlossen.

Für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands hat der Vorstand der GerresheimerAG am 24. August 2015 Zielgrößen von jeweils 25 % zum 30. Juni 2017 beschlossen.

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

KONZERNEINHEITLICHES CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENT

Wir sind als global agierendes Unternehmen einer Vielzahl von unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Erst unsere Bereitschaft, unternehmerische Wagnisse einzugehen, ermöglicht es uns, sich bietende Chancen zu nutzen. Im Rahmen einer definierten Risikobereitschaft gehen wir daher bewusst Risiken ein, wenn sich ein ausgewogenes Chancen-Risikoprofil ergibt.

Wir beachten das Chancen- und Risikomanagement grundsätzlich getrennt. Unser Risikomanagementsystem identifiziert, bewertet und dokumentiert Risiken und unterstützt deren Überwachung. Die Erfassung und Kommunikation von Chancen erfolgt dagegen als integraler Bestandteil der regelmäßigen Kommunikation zwischen den Tochtergesellschaften und dem Controlling der GerresheimerAG in ihrer Funktion als Holding.

Das zentrale Element des Risikomanagementsystems ist die Erkennung und Eingrenzung betrieblicher Risiken durch die in den Gesellschaften und der Managementholding vorhandenen Überwachungs-, Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme. Mit unserer Risikomanagementstrategie verfolgen wir das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, zu bewerten und potentielle Einbußen durch geeignete Maßnahmen zu vermeiden bzw. zu verringern sowie gegebenenfalls diese Risiken auf Dritte zu übertragen. Auch ein Risikomanagementsystem ermöglicht keine absolute Sicherheit für die Vermeidung von Risiken. Es unterstützt uns aber dabei, Risiken zu begrenzen und damit die Unternehmensziele zu erreichen.

Dem Vorstand und Aufsichtsrat der GerresheimerAG obliegen die Einrichtung und die wirksame Unterhaltung des Risikomanagementsystems. Die Risikoüberwachung, -früherkennung, -analyse, -steuerung und -kommunikation beziehen die gesetzlichen Vertreter der operativen Gesellschaften und die Leiter der wesentlichen Funktionsbereiche der Konzernzentrale mit ein. Wir haben für unsere Tochtergesellschaften und wesentliche Funktionsbereiche der Konzernzentrale Richtlinien zur Risikoberichterstattung aufgestellt. Darüber hinaus entwickeln wir unser Risikomanagementsystem stetig weiter, um es kontinuierlich an die aktuellen Entwicklungen und Rahmenbedingungen anzupassen.

Das konzernweite Risikomanagementsystem besteht aus folgenden wesentlichen Elementen:

einheitliche, periodische Risikoberichterstattung der Tochtergesellschaften an die Konzernzentrale
regelmäßige Risikoerhebung in wesentlichen Zentralbereichen
Segmentierung der Risiken nach Markt, Kunden, Finanzwirtschaft, Umweltschutz, Rechtsbeziehungen, externen politischen und gesetzlichen Vorgaben sowie strategischen Entscheidungen
Quantifizierung der Risiken durch den Ansatz von potenziellen Schadensbeträgen und Eintrittswahrscheinlichkeiten
Erfassung der Ergebnisauswirkung nach Geschäftsfeldern
Eingrenzung durch Schadensverhütung und Risikotransfer

Sofern identifizierte Risiken bereits in den operativen und strategischen Planungen, im Forecast oder im Monats-, Quartals- oder Jahresabschluss enthalten sind, werden sie nicht in der Risikoberichterstattung berücksichtigt. Andernfalls ergäbe sich eine Doppelerfassung von Risiken im Risikomanagementsystem der GerresheimerAG. Zudem bleiben Risiken unberücksichtigt, deren Eintritt ohne weitere Bewertung mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen ist (beispielsweise Erdbeben mit verheerenden Auswirkungen in Deutschland).

Für den Umgang mit Risiken gelten im Gerresheimer Konzern risikopolitische Grundsätze. Diese sehen eine Null-Risiko-Toleranz vor für Verstöße gegen behördliche Vorschriften, Gesetze oder Compliance-Vorschriften des Unternehmens sowie hinsichtlich fehlerhafter Produkte und mangelnder Produktqualität.

In regelmäßigen Abständen überwachen wir die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit unseres Risikofrüherkennungssystems durch unsere Interne Revision als prozessunabhängiges Element des Risikomanagementsystems. Zudem beurteilt der Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung das Risikofrüherkennungssystem und erstattet dem Vorstand und dem Aufsichtsrat hierüber Bericht. Unser Risikofrüherkennungssystem entspricht uneingeschränkt den gesetzlichen Anforderungen und steht ferner im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex.

INTERNES KONTROLLSYSTEM IN BEZUG AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Der Gerresheimer Konzernabschluss wird unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt, soweit diese für die Anwendung in der Europäischen Union anerkannt wurden und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden Vorschriften entsprechen. Der Jahresabschluss der GerresheimerAG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt.

Das übergeordnete Ziel unseres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems ist die Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung. Die Verantwortung für die Einrichtung und wirksame Unterhaltung angemessener interner Kontrollen über die Finanzberichterstattung liegt beim Vorstand und Aufsichtsrat der GerresheimerAG, die zu jedem Geschäftsjahresende die Angemessenheit und Wirksamkeit des Kontrollsystems beurteilen. Zum 30. November 2016 wurde die Wirksamkeit der internen Kontrollen über die Finanzberichterstattung festgestellt.

Wir erstellen den Konzernabschluss in einem mehrstufigen Prozess mit Hilfe anerkannter Konsolidierungssysteme. Die von dem jeweiligen Abschlussprüfer geprüften und vorkonsolidierten Teilkonzernabschlüsse werden mit den geprüften bzw. einer prüferischen Durchsicht unterzogenen Abschlüssen der übrigen Tochtergesellschaften zum Konzernabschluss der GerresheimerAG zusammengefasst. Die GerresheimerAG trägt die Verantwortung für den konzerneinheitlichen Kontenrahmen und die Durchführung der zentralen Konsolidierungsmaßnahmen sowie die terminliche und sachliche Organisation des Konzernabschlussprozesses.

Für die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gilt eine einheitliche Richtlinie zur Bilanzierung und Bewertung nach IFRS. Diese umfasst eine Beschreibung der allgemeinen Konsolidierungsmaßnahmen sowie die anzuwendenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze in Übereinstimmung mit den IFRS. Die bestehende Richtlinie, welche unter Berücksichtigung der Entwicklung der IFRS kontinuierlich modifiziert wird, steht allen Mitarbeitern in den Tochtergesellschaften über das Gerresheimer Intranet zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es einen verbindlichen Abschlussterminkalender.

Im Rahmen des Abschlussprozesses werden neben der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung auch Informationen hinsichtlich Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Anhang und Lagebericht systemseitig bereitgestellt. Die wirksame Unterhaltung des Systems erfolgt zentralisiert durch das Konzernrechnungswesen. Neben den vorhandenen systemseitigen Prüfungen werden manuelle Kontrollen hinsichtlich der Vollständigkeit und Richtigkeit durch die operativen Gesellschaften und die Konzernzentrale durchgeführt. In den Rechnungslegungsprozess einbezogene Mitarbeiter werden bereits bei ihrer Auswahl hinsichtlich ihrer fachlichen Eignung geprüft und im Anschluss regelmäßig geschult. Bei uns gilt grundsätzlich das Vier-Augen-Prinzip. Weitere Kontrollmechanismen sind Soll-Ist-Vergleiche sowie Analysen über die inhaltliche Zusammensetzung und Veränderung der einzelnen Posten. Das Rechnungswesen stellt sicher, dass fachbereichsbezogene Informationen durch die jeweiligen Fachabteilungen gemeldet und im Konzernabschluss verarbeitet werden. Die zur Einhaltung der konzernrechnungslegungsrelevanten Richtlinien in den Tochtergesellschaften und der Konzernzentrale implementierten Kontrollen werden durch unsere Interne Revision auf ihre Wirksamkeit geprüft. Im Rahmen der Abschlussprüfung 2016 hat der Abschlussprüfer unser Risikofrüherkennungssystem gemäß § 317 Abs. 4 HGB in Verbindung mit § 91 Abs. 2 AktG geprüft und dessen Ordnungsmäßigkeit bestätigt.

Wir erstellen den Jahresabschluss der GerresheimerAG mit Hilfe der Software SAP. Die laufende Buchhaltung und die Erstellung des Jahresabschlusses sind in funktionale Prozessschritte gegliedert. In allen Prozessen sind entweder automatisierte oder manuelle Kontrollen integriert. Die organisatorischen Regelungen stellen sicher, dass alle Geschäftsvorfälle und die Jahresabschlusserstellung vollständig, zeitnah, richtig und periodengerecht erfasst, verarbeitet und dokumentiert werden. Unter Berücksichtigung der notwendigen IFRS-Anpassungen werden die relevanten Daten aus dem Einzelabschluss der GerresheimerAG in das Konzernkonsolidierungssystem übertragen.

Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem obliegt ihm die Prüfung der Unterlagen zum Einzelabschluss der GerresheimerAG und zum Konzernabschluss und er erörtert den Einzelabschluss der GerresheimerAG, den Konzernabschluss sowie die Lageberichte zu diesen Abschlüssen mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer.

CHANCEN DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG

Der Gerresheimer Konzern ist aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältigen Chancen und Risiken ausgesetzt. Auch in Zukunft wollen wir die sich uns bietenden Chancen optimal nutzen.

Für uns bieten vor allem unsere technischen Kompetenzzentren (TCC) wesentliches Chancenpotenzial. Diese Entwicklungszentren sind ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für uns und bieten entscheidenden Mehrwert für unsere Kunden. Mit Investitionen, beispielsweise in unser Technologiezentrum für Glasspritzen und medizinische Kunststoffsysteme, möchten wir zukünftig bestehende Produkte mit unseren Kunden weiterentwickeln und unser Produktportfolio insgesamt stärker diversifizieren. Außerdem planen wir den Aufbau eines auf den Biotech-Sektor zugeschnittenen Portfolios, das bestehende Gerresheimer Produkte umfasst und durch Weiter- und Neuentwicklungen zielgerichtet ergänzt werden soll. Weitere Details zu unseren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden sich im Kapitel „Innovation, Forschung und Entwicklung“.

Unternehmensstrategische Chancen sehen wir darüber hinaus in der weiteren Globalisierung unseres Geschäfts. Wir wollen an der Dynamik in den Schwellenländern durch lokale Präsenz partizipieren und dort unseren Umsatz in den nächsten Jahren signifikant erhöhen. In den letzten Jahren haben wir durch gezielte Investitionen in den Ländern Brasilien, Indien und China die Basis für weiteres Wachstum gelegt. Zusätzliches Wachstum verspricht ferner die Ausweitung unserer Geschäftsaktivitäten des Geschäftsbereiches Plastics & Devices nach Nordamerika.

Den Generikaherstellern wird künftig eine größere Bedeutung zukommen. Wir wollen an dem zu erwartenden Mengenwachstum partizipieren, da auch diese Medikamente fachgerecht verpackt und verabreicht werden müssen. In Zukunft werden zudem Verpackungen für Arzneimittel an Bedeutung gewinnen, welche die Sicherheit bei der Verabreichung erhöhen und den Umgang mit dem Medikament erleichtern.

Weitere Wachstumschancen sehen wir im demografischen Wandel und in dem bei älteren Menschen steigenden Bedarf an medizinischer Versorgung, im medizinisch-technologischen Fortschritt und auf dem Feld biotechnologisch hergestellter Medikamente.

RISIKEN DER ZUKÜNFTIGEN ENTWICKLUNG

Der Gerresheimer Konzern ist aufgrund seiner globalen und umfangreichen Geschäftstätigkeiten vielfältigen Risiken ausgesetzt. Soweit die Voraussetzungen für die bilanzielle Berücksichtigung gegeben waren, wurde für alle erkennbaren Risiken eine angemessene Vorsorge getroffen.

In den folgenden Abschnitten werden Risiken beschrieben, die Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns haben können. Die Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken erfolgt nach den Kriterien:

unwahrscheinlich = Eintrittswahrscheinlichkeit < 10 %
möglich = Eintrittswahrscheinlichkeit zwischen 10 % und 50 % Risiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 % werden wenn möglich gebucht bzw. sind in der Planung berücksichtigt.

Die Bewertung der möglichen finanziellen Auswirkungen erfolgt nach den Kriterien:

moderat = Nettoschaden bis EUR 10 Mio.
wesentlich = Nettoschaden > EUR 10 Mio.

Der Nettoschaden beschreibt das Verlustpotenzial im Falle eines Risikoeintritts unter Berücksichtigung der greifenden Gegensteuerungs- bzw. Sicherungsmaßnahmen.

ÜBERSICHT DER RISIKEN UND IHRER FINANZIELLEN AUSWIRKUNGEN

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Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche finanzielle Auswirkungen
Unternehmensstrategische Risiken
Risiken aus Akquisitionen unwahrscheinlich wesentlich
Produkteinführungen möglich wesentlich
Operative Risiken
Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung möglich wesentlich
Risiken aus einer Änderung von regulatorischen Rahmenbedingungen möglich wesentlich
Risiken aus der künftigen Entwicklung der staatlichen Gesundheitssysteme möglich wesentlich
Produkthaftungsrisiken möglich wesentlich
Energie- und Rohstoffpreise möglich wesentlich
Personalrisiken möglich moderat
IT-Risiken möglich moderat
Steuerliche Risiken möglich moderat
Rechtliche Risiken möglich moderat
Finanzwirtschaftliche Risiken
Währungs- und Zinsrisiko unwahrscheinlich moderat
Kreditrisiko unwahrscheinlich wesentlich
Liquiditätsrisiko unwahrscheinlich moderat

Auf bestehende Risiken wird im Folgenden im Detail eingegangen.

UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN

AKQUISITIONEN

Mögliche Auswirkungen:

Akquisitionen sind Bestandteil unserer Strategie. Beim Erwerb von Unternehmen besteht das Risiko, dass im Rahmen einer Due Diligence nicht alle wesentlichen Risiken erkannt werden. Trotz sorgfältiger Due-DiligencePrüfungen ist es aufgrund von Änderungen des Umfeldes möglich, dass die ursprünglichen Zielsetzungen nicht oder nur teilweise erreicht werden.

Gegenmaßnahmen:

Durch die frühzeitige Einbindung der Fachabteilungen und gegebenenfalls externer Spezialisten während der Due Diligence werden Akquisitionsvorhaben eingehend geprüft. Den Gesamtprozess steuert unsere zentrale Abteilung Mergers & Acquisitions. Wir wollen Risiken durch kontinuierliche

und intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtung frühestmöglich erkennen und mittels geeigneter Maßnahmen vermeiden bzw. minimieren.

PRODUKTEINFÜHRUNGEN

Mögliche Auswirkungen:

Die Markteinführung innovativer Produkte - in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden - bildet eine wesentliche Komponente unserer Wachstumsstrategie. Im Rahmen einer verantwortlichen Unternehmensführung sind wir uns bewusst, dass damit nicht nur Chancen, sondern gleichfalls Risiken einhergehen. Trotz aller Anstrengungen können wir nicht sicherstellen, dass sich alle Produkte auf dem Markt kommerziell erfolgreich behaupten werden.

Gegenmaßnahmen:

Basierend auf umfangreichen Marktanalysen und Kundenverträgen stellen wir sicher, dass die Chancen einer erfolgreichen Produkteinführung maximiert und mögliche Risiken minimiert werden.

Operative Risiken

Zu den operativen Risiken zählen wir Betriebsrisiken sowie Organisations-, Personal- und Sicherheitsrisiken. Sie werden durch einen angemessenen Versicherungsschutz und hohe Anforderungen an das Produktions-, Projekt- und Qualitätsmanagement begrenzt. Wir decken Haftungsrisiken derzeit weitgehend durch eine Haftpflichtversicherung ab und versichern aktuell mögliche Eigenschäden unter anderem durch eine Allgefahren-Sachversicherung zum Neuwert. Vor einem eventuellen Ertragsausfall bei Betriebsunterbrechungen in den Werken schützt uns gegenwärtig eine Betriebsunterbrechungsversicherung auf Allgefahrenbasis, die wie die Allgefahren-Sachversicherung mit entsprechenden Selbstbehalten versehen wurde.

RISIKEN AUS DER GESAMTWIRTSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNG

Mögliche Auswirkungen:

Die Entwicklung der Weltwirtschaft hat einen entscheidenden Einfluss auf das Wachstum des Gerresheimer Konzerns. Auch im Verlauf des Geschäftsjahres 2016 war keine Entspannung der Gesamtrisikosituation zu beobachten. Niemand kann derzeit mit absoluter Sicherheit sagen, wie sich die Euro- und Finanzkrise weiter auf die Realwirtschaft, die Kunden und die Lieferanten auswirken und wie lange diese Krise andauern wird.

Gegenmaßnahmen:

Wir begegnen diesem Risiko, indem wir laufend die Entwicklung der Weltwirtschaft beobachten. Im Falle einer Veränderung konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit hoher Produktivität.

RISIKEN AUS EINER ÄNDERUNG VON REGULATORISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN

Mögliche Auswirkungen:

Tendenziell nehmen Umfang und Anzahl der regulatorischen Auflagen jährlich zu. Bei hohem Nutzen für die Patienten sind für alle Marktteilnehmer damit große Herausforderungen verbunden. Politische Entscheider, insbesondere in den europäischen Industrieländern und den USA, legen großen Wert auf den Nachweis eines signifikanten Zusatznutzens, bevor neue Medikamente zugelassen werden. Aus diesem Grund wird in der Regel von den entsprechenden Behörden eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, bevor Medikamente für den Markt zugelassen werden können. Dadurch ergeben sich Risiken in Bezug auf Zeitpunkt und Umfang von Einführungen neuer Medikamente und dementsprechend Absatzrisiken für unsere Primärverpackungen. Darüber hinaus können die steigenden Qualitätserwartungen unserer Kunden zu erhöhtem Investitionsbedarf führen.

Gegenmaßnahmen:

Wir begegnen diesen Risiken, indem wir kontinuierlich an unseren eigenen Qualitätsanforderungen arbeiten. Darüber hinaus spiegeln wir die Absatzprognosen unserer Kunden mit unseren eigenen Untersuchungen.

RISIKEN AUS DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG DER STAATLICHEN GESUNDHEITSSYSTEME

Mögliche Auswirkungen:

Gerresheimer erzielte im Geschäftsjahr 2016 rund 83 % der Konzernumsätze im Marktsegment Pharma und Healthcare. In den letzten Jahren waren die Regierungen und Krankenkassen in Europa und den Vereinigten Staaten bestrebt, den Kostenanstieg im Gesundheitswesen zu reduzieren. Dies führte in der Konsequenz zu einem höheren Preisdruck auf die Pharmaindustrie. Aufgrund des begrenzten Patentschutzes und der stetig steigenden Produktentwicklungskosten verstärkt sich damit die Notwendigkeit der Kostenkontrolle in der Pharmaindustrie. Diese Entwicklung kann zu einem steigenden Preisdruck auf unsere Produkte führen, obwohl auf die pharmazeutische Primärverpackung in der Regel nur ein geringer Prozentsatz der Gesamtkosten eines Medikamentes für den Verbraucher entfällt. Für den Fall, dass der Preisdruck nicht durch Kostensenkungen oder Effizienzsteigerungen kompensiert wird, kann sich dies wesentlich nachteilig auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

Gegenmaßnahmen:

Wichtige Bestandteile unserer Unternehmenssteuerung sind daher das frühzeitige Erkennen sich abzeichnender Entwicklungen und ein aktives Portfoliomanagement. Zudem kann der Gerresheimer Konzern durch seine Präsenz in verschiedenen Ländern und Märkten zyklische Schwankungen der Einzelmärkte bzw. in einzelnen Ländern besser ausgleichen als andere Unternehmen, die nicht so global aufgestellt sind.

PRODUKTHAFTUNGSRISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Trotz interner Maßnahmen zur Gewährleistung von Produktqualität und Produktsicherheit kann der Gerresheimer Konzern nicht ausschließen, dass der Gebrauch und die Verwendung der hergestellten Verpackungsprodukte und -systeme Schäden bei Kunden oder Endverbrauchern verursachen. Für die Qualitätssicherung ergeben sich aus den verschärften Kundenanforderungen in Richtung „Null-Fehler-Toleranz“ besondere Herausforderungen. Folgende Beispiele sollen mögliche Produkthaftungsrisiken verdeutlichen: Die Lieferung mangelhafter Produkte an die Kunden könnte bei diesen zu Beschädigungen der Produktionsanlagen oder gar zu Betriebsunterbrechungen führen. Für uns besteht darüber hinaus die Möglichkeit, dass dies Reputationsschäden für den Gerresheimer Konzern bedeutet. Ferner könnten mangelhafte Produkte des Gerresheimer Konzerns in Verbindung mit den Medikamenten und Wirkstoffen seiner Kunden aus der Pharma- und Healthcare-Industrie Gesundheitsschädigungen bei Verbrauchern verursachen. In diesen Fällen wäre nicht auszuschließen, dass der Konzern dadurch Kunden verliert. Außerdem könnte Gerresheimer entsprechenden Haftungsansprüchen ausgesetzt sein. Dazu zählen zum Beispiel Schadensersatzansprüche von Kunden oder Ansprüche der Endverbraucher aus den Vorschriften zur Produkthaftung. Etwaige Produkthaftungsansprüche gegen Gerresheimer können insbesondere bei Sammelklagen in den USA erheblich sein. Zudem besteht das Risiko, dass der Konzern möglicherweise erhebliche Kosten für Rückrufaktionen zu tragen hat. Außerdem ist nicht gewährleistet, dass Gerresheimer auch in Zukunft einen ausreichenden Versicherungsschutz zu den gegenwärtigen Konditionen erhalten wird. Diese Beispiele zeigen, dass negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerresheimer Konzerns nicht auszuschließen sind.

Gegenmaßnahmen:

Um Produkthaftungsfälle zu vermeiden, arbeitet der Gerresheimer Konzern mit weitreichenden Qualitätssicherungsmaßnahmen. Der Prozess der Qualitätssicherung und Fehlerbeseitigung wird bei unseren Produkten ständig optimiert und weiterentwickelt. Eine Produkthaftpflicht- und Rückrufkostenversicherung soll zudem entstehende Schäden weitgehend abdecken.

ENERGIE- UND ROHSTOFFPREISE

Mögliche Auswirkungen:

Wir haben einen permanent hohen Bedarf an Energieträgern, insbesondere aufgrund der energieintensiven Brenn- und Schmelzvorgänge unserer Hochtemperaturschmelzöfen. Ein wesentlicher Anstieg der Energiepreise kann die Ertragslage des Gerresheimer Konzerns wesentlich belasten.

Ein weiterer erheblicher Teil der Produktionskosten entfällt auf Rohstoffe für die Glas- und Kunststoffherstellung. Bei der Herstellung von Kunststoffprodukten sind wir unter anderem auf die Vorprodukte Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol angewiesen. Deren Preise hängen zu einem großen Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab.

Gegenmaßnahmen:

Um Energiekostensteigerungen aufzufangen, haben wir die besondere Ausgleichsregel für stromintensive Unternehmen nach § 64 des Gesetzes für den Ausbau Erneuerbarer Energien (EEG) in Deutschland in Anspruch genommen und haben uns zudem gegen anziehende Energiepreise umfassend durch Sicherungsgeschäfte abgesichert. Bei einigen Kundenverträgen haben wir außerdem Preisanpassungsklauseln vereinbart. Durch den Verkauf des Röhrenglasgeschäftes in 2015 sowie die endgültige Stilllegung des Behälterglaswerkes in Millville, ebenfalls in 2015, wurde die Anzahl der von uns betriebenen Schmelzöfen um insgesamt acht auf 13 reduziert und damit insbesondere auch die Energiekosten.

PERSONALRISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Qualifizierte Mitarbeiter sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um unsere wachstumsorientierte Unternehmensstrategie zu realisieren. Sollte es uns zukünftig nicht gelingen, qualifizierte Mitarbeiter in ausreichendem Maße für unser Unternehmen auszubilden, zu gewinnen und langfristig an uns zu binden, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben. Zusätzlich ergeben sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des daraus möglicherweise resultierenden Fachkräftemangels mittel- bis langfristige Personalrisiken.

Gegenmaßnahmen:

Wir begegnen diesen Risiken, indem wir uns weltweit als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Hierzu gehören eine wettbewerbsfähige Vergütung, fachspezifische Fort- und Weiterbildung, eine strukturierte Nachfolgeplanung und die spezifische Förderung junger Fach- und Nachwuchskräfte. Zudem verfolgen wir eine auf personelle Vielfalt (Diversity) ausgerichtete Personalpolitik und betreiben zudem zielgruppenspezifisches Personalmarketing.

IT-RISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Computergestützte Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie die Anwendung von IT-Systemen für die interne und externe Kommunikation nehmen weiter zu. Eine wesentliche Störung oder gar ein Ausfall dieser Systeme kann zu einem Datenverlust und einer Beeinträchtigung der Geschäfts- und Produktionsprozesse führen.

Gegenmaßnahmen:

Die IT-Systeme werden konzernweit standardisiert, harmonisiert, geprüft und weiterentwickelt, um die Sicherheit und Effizienz unserer Geschäftsprozesse zu gewährleisten bzw. zu erhöhen. Industrietypische IT-Mindeststandards wie Backups, redundante Datenverbindungen und getrennte Rechenzentren dienen dazu, Ausfallrisiken bei anwendungskritischen Systemen wie SAP, Websites und IT-Infrastrukturkomponenten zu minimieren.

Im Geschäftsjahr 2016 wurde die vom Vorstand genehmigte Konzern-ITStrategie konsequent weiter umgesetzt und damit auch der Ausbau der SAP-2-Mandanten-Strategie vorangetrieben. Dazu gehörten insbesondere im Bereich Applikationen der Rollout von SAP-Templates an den Standorten Wertheim (Deutschland), Vaerloese (Dänemark) sowie Besancon (Frankreich) mit jeweils einem Template je Geschäftsbereich Primary Packaging Glass und Plastics & Devices. Im Bereich Infrastruktur konnten weitere sicherheitsrelevante Infrastruktur- sowie Informationssicherheitsprojekte umgesetzt werden, wie etwa eine weltweite Informationssicherheitskampagne für über 3.500 Computeranwender in neun Sprachen. Schwerpunkte waren der Umgang mit Phishing, Social Engineering, Passwort-Sicherheit, Social Networking und Secure Workplace, mit denen die Computeranwender für den Umgang mit informationssicherheitsrelevanten Themen sensibilisiert und geschult wurden. Die in den Vorjahren begonnene Implementierung von McAfee-Endpoint Protection (Virenschutz) wurde in 2016 abgeschlossen. Das Projekt Rollout One Active Directory wurde weiter vorangebracht und wird in 2017 abgeschlossen. Außerdem waren durch den Zukauf von Centor sowie die Verkäufe des Röhrenglasgeschäftes und des Geschäftsbereiches Life Science Research die IT-Teams von Applikationen und Infrastruktur mit der Migration in bzw. dem Carve-out aus dem Gerresheimer Konzern beschäftigt.

Gerresheimer wird die Harmonisierung der ERP-Systeme auf SAP ECC 6.0 ebenso nachhaltig fortführen wie die Standardisierung der IT-Infrastruktur in den Bereichen Netzwerk, Hardware, Kommunikation und Sicherheit. IT-Governance und IT-Compliance sollen die Umsetzung und Erfüllung gesetzlicher, unternehmensinterner und vertraglicher Anforderungen in der GerresheimerAG sichern.

STEUERLICHE RISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Die Globalisierung der operativen Geschäfte im Gerresheimer Konzern hat zur Folge, dass eine Vielzahl internationaler und landesspezifischer Regelungen von Finanzverwaltungen zu berücksichtigen sind. Abgabenrechtliche Risiken können durch unzureichende Berücksichtigung von steuerlichen Vorschriften oder durch die unterschiedliche steuerliche Würdigung von Sachverhalten und Transaktionen entstehen. Insbesondere steuerliche Betriebsprüfungen und sich daraus möglicherweise ergebende Prüfungsfeststellungen mit entsprechenden Zinswirkungen und Steuernachzahlungen können zu einer Belastung für den Konzern führen.

Gegenmaßnahmen:

Die steuerlichen Risiken werden regelmäßig und systematisch geprüft und bewertet. Daraus resultierende Maßnahmen zur Risikominderung werden zwischen dem Bereich Group Tax der GerresheimerAG und den Landesgesellschaften abgestimmt.

RECHTLICHE RISIKEN

Mögliche Auswirkungen:

Als international tätiges Unternehmen muss der Gerresheimer Konzern unterschiedliche Rechtsnormen beachten. Daraus können sich vielfältige vertrags-, wettbewerbs-, umwelt-, marken- und patentrechtliche Risiken ergeben.

Gegenmaßnahmen:

Diese Risiken begrenzen wir durch juristische Prüfungen unserer internen Rechtsabteilungen und indem wir externe Spezialisten für das jeweilige nationale Recht zu Rate ziehen.

Damit die weltweiten Gesetze und Regeln insbesondere in den Bereichen Korruptionsbekämpfung, Kartellrecht und Kapitalmarktrecht eingehalten werden, haben wir ein globales Compliance-Programm etabliert. Die Beachtung der Compliance-Richtlinien obliegt allen Organmitgliedern und Mitarbeitern der GerresheimerAG und der Konzerngesellschaften. Die Einhaltung von Rechtsvorschriften sowie die Beachtung der Konzernrichtlinien des Gerresheimer Compliance-Programms sind von herausragender Bedeutung für die GerresheimerAG und ihre verbundenen Unternehmen.

Risiken aus Rechtsstreitigkeiten, die einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben, sind nicht bekannt.

FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN

Im Rahmen der operativen Tätigkeit sind wir finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Über ein konzernweites Finanzrisikomanagement werden die finanziellen Risiken des Konzerns zentral durch die verantwortliche Abteilung Konzern-Treasury überwacht. Identifizierte Risikopotenziale steuert der Konzern nach klar definierten Richtlinien durch geeignete Sicherungsmaßnahmen.

WÄHRUNGS- UND ZINSRISIKO

Mögliche Auswirkungen:

Als Gesellschaft mit Sitz in Deutschland stellt der Euro die Konzern- und Berichtswährung dar. Da wir einen großen Teil unseres Geschäfts außerhalb der Euroländer abwickeln, können Währungsschwankungen das Ergebnis beeinflussen. Die Zunahme der Volatilitäten der Wechselkurse in den letzten Jahren hat entsprechende Chancen und Risiken steigen lassen. Zudem sind wir im Rahmen der Fremdkapitalfinanzierung einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Zinssatzschwankungen können sich auf die Höhe der Zinszahlungen für bestehende Schulden sowie auf die Kosten von Refinanzierungen auswirken.

Gegenmaßnahmen:

Um Wechselkursrisiken im operativen Geschäft zu begrenzen, tätigen wir Devisentermingeschäfte. Derivative Finanzinstrumente verwendet der Konzern ausschließlich zur Risikosteuerung im Zusammenhang mit kommerziellen Grundgeschäften. Um die Zinsänderungsrisiken zu begrenzen, tätigen wir gegebenenfalls Zinsswapgeschäfte.

KREDITRISIKO

Mögliche Auswirkungen:

Das Ausfallrisiko bei den originären und derivativen Finanzinstrumenten ergibt sich daraus, dass Vertragspartner ihren vertraglichen Zahlungs- und Erfüllungsverpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen können.

Gegenmaßnahmen:

Durch das Kredit- und Forderungsmanagement sowie die Vertriebsbereiche der operativen Gesellschaften überwachen wir die sich aus den Liefer- und Leistungsbeziehungen der Gruppe ergebenden Kredit- und Bonitätsrisiken. Mit dem Ziel, Forderungsausfälle zu vermeiden, unterziehen wir Kunden einer laufenden internen Bonitätskontrolle. Forderungen an Kunden, die über kein erstklassiges Rating verfügen, werden versichert, soweit ein entsprechender Versicherungsschutz gewährt wird. Zur Vermeidung von Kreditrisiken aus Finanzinstrumenten werden diese nur mit Vertragspartnern erstklassiger Bonität abgeschlossen.

LIQUIDITÄTSRISIKO

Mögliche Auswirkungen:

Es besteht das Risiko, aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können.

Gegenmaßnahmen:

Die Liquiditätssituation des Konzerns wird auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer monatlichen Liquiditätsplanung überwacht und gesteuert. Darüber hinaus stehen dem Gerresheimer Konzern zur Liquiditätssicherung ein revolvierendes Darlehen (im Juni 2015 refinanziert), eine Euro-Bond-Schuldverschreibung und ein im November 2015 platziertes Schuldscheindarlehen zur Verfügung. An dieser Stelle ist zudem auf die quartalsweisen Zusammenkünfte des Anlagenausschusses und dessen liquiditätsüberwachende Aufgabe hinzuweisen.

Eine detailliertere Darstellung der finanzwirtschaftlichen Risiken und ihres Managements findet sich im Anhang zum Konzernabschluss unter der Angabe (6) „Finanzrisikomanagement und derivative Finanzinstrumente“.

GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS

Unser Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Im Rahmen der Risikoberichterstattung werden alle Risiken zusammengefasst, die von den Tochtergesellschaften und den Zentralbereichen gemeldet werden. Diese Risikoberichterstattung erfolgt regelmäßig gegenüber dem Vorstand und dem Aufsichtsrat.

Die Risiken des Gerresheimer Konzerns haben sich im Geschäftsjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Nach unserer Einschätzung des Gesamtrisikos bestehen derzeit keine Risiken, die den Fortbestand des Gerresheimer Konzerns oder der GerresheimerAG gefährden oder ihre Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinträchtigen.

Die Bonität von Gerresheimer wird durch die führenden Ratingagenturen Standard & Poor‘s und Moody‘s regelmäßig bewertet.

Die Rahmenkredite unterliegen sogenannten Financial Covenants. Diese werden im Kapitel „Finanzierungsinstrumente“ erläutert. In den Geschäftsjahren 2015 und 2016 wurden die vorgegebenen Financial Covenants eingehalten. Unter Zugrundelegung der vorliegenden Mehrjahresplanung gehen wir davon aus, die Financial Covenants auch zukünftig einzuhalten.

NACHTRAGSBERICHT

Nach dem 30. November 2016 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Gerresheimer Konzerns zu erwarten ist.

PROGNOSEBERICHT

AUSRICHTUNG DES KONZERNS

Die nachfolgenden Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf des GerresheimerKonzerns sowie der GerresheimerAG und zu den dafür als wesentlich beurteilten Annahmen über die wirtschaftliche Entwicklung von Markt und Branche basieren auf unseren Einschätzungen, die wir nach den uns vorliegenden Informationen zurzeit als realistisch ansehen. Diese sind jedoch mit Unsicherheit behaftet und bergen das unvermeidbare Risiko, dass die prognostizierten Entwicklungen weder in ihrer Tendenz noch ihrem Ausmaß nach tatsächlich eintreten.

Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

ENTWICKLUNG DER WELTWIRTSCHAFT/ENTWICKLUNG IN DEN EINZELNEN REGIONEN 7)

Erwartete Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes

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Veränderungen

in %
2017 2016
Welt 3,4 3,1
USA 2,2 1,6
Euro-Zone 1,5 1,7
Deutschland 1,4 1,7
Schwellenländer 4,6 4,2
China 6,2 6,6
Indien 7,6 7,6
Brasilien 0,5 -3,3
Russland 1,1 -0,8

Quelle: Internationaler Währungsfonds (IWF), World Economic Outlook, Oktober 2016.

Für das Jahr 2017 rechnet der IWF wieder mit einem stärkeren Wachstum der Weltwirtschaft. Nach etwa 3,1 % in 2016 wird für 2017 mit einem Anstieg des Wachstums auf 3,4 % gerechnet. Die erwartete Steigerung wird sowohl den Schwellenländern als auch den Industrienationen zugeschrieben. Die Prognose beruht auf der Annahme, dass selbst Länder, die 2016 unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten litten, ihr Negativwachstum umkehren und sich besser entwickeln können. Dazu zählen vor allem Brasilien und Russland. Nach Angaben des IWF sollte deren positive Entwicklung den prognostizierten leichten Rückgang der Wachstumsrate in China überkompensieren. Innerhalb der wichtigen Industrieregionen wird vor allem für die USA wieder ein stärkeres Wachstum erwartet.

Den Prognosen des IWF zufolge werden im Jahr 2017 die USA wiederum einen wichtigen Wachstumsimpuls für die Weltwirtschaft beisteuern. Erwartet wird ein gegenüber dem Vorjahr leicht stärkeres Wirtschaftswachstum von etwa 2,2 %. Im Jahr 2016 hatte der Zuwachs noch etwa 1,6 % betragen. Wichtig sei dem IWF zufolge, dass die Normalisierung der Geldpolitik schrittweise vollzogen werde, um die Erholung der Wirtschaft weiter zu stützen.

Für Europa gehen die Schätzungen für das Jahr 2017 von einer leichten Abnahme des Wirtschaftswachstums auf etwa 1,5 % aus - nach dem Plus von etwa 1,7 % im Jahr 2016. Wichtige Einflussgrößen sind hier unter anderem die immer noch niedrige Ölnotierung, die Lockerung der Geldpolitik und die Abwertung des Euro.

Analog der Entwicklung in Europa sieht der IWF auch für Deutschland einen leichten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 1,4 % voraus (Vorjahr: 1,7 %).

Die vom IWF für die Schwellenländer im Jahr 2017 prognostizierte Wachstumsrate liegt mit 4,6 % leicht über dem Wert des Vorjahres in Höhe von 4,2 %. Die Zuwachsrate ist damit deutlich höher als die der Industrienationen. Im Einzelnen geht der IWF für China von einem Zuwachs des BIP in Höhe von 6,2 % (Vorjahr: 6,6 %) aus, für Indien wird ein Wachstumsplus von 7,6 % (Vorjahr: 7,6 %) vorausgesagt und in Brasilien soll das BIP erstmals wieder wachsen 0,5 % (Vorjahr: -3,3 %).

Auch die russische Volkswirtschaft könne für das Jahr 2017 wieder mit einem positiven Wachstum von 1,1 % rechnen. Dies bedeutet eine deutliche Verbesserung verglichen mit dem Negativwachstum von 0,8 % im Vorjahr. Offensichtlich hat sich laut IWF die Ukraine-Krise bisher nur auf die hiervon direkt betroffenen Länder sowie deren unmittelbare Nachbarländer ausgewirkt. Deshalb sollten sich die ökonomischen Folgen auf die Absatzmärkte des Gerresheimer Konzerns, obwohl sie schwer einschätzbar sind, in Grenzen halten.

Gleiches gilt für die potenziellen Folgen der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen im Nahen Osten. Der Gerresheimer Konzern erwirtschaftet in Summe jährlich rund EUR 17 Mio. an Umsatzerlösen im Nahen Osten. Entsprechend gehen wir davon aus, dass sich auch die ökonomischen Folgen auf die Absatzmärkte des Gerresheimer Konzerns in Grenzen halten werden.

MARKT- UND GESCHÄFTSCHANCEN FÜR DEN GERRESHEIMERKONZERN

DIE PERSPEKTIVEN FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2017

Die Weltwirtschaft wird sich laut den Prognosen des IWF im Jahr 2017 mit moderatem Tempo weiterentwickeln. Gleichzeitig mahnen die Experten des IWF zur Vorsicht, da zunehmende isolationistische Tendenzen, wie das britische Votum für den EU-Austritt sowie protektionistische Absichten in den USA und Europa, einige Risiken für die Weltwirtschaft bergen. Unabhängig davon, aber auch vor dem Hintergrund eines verbesserten Marktumfeldes in Brasilien, gehen wir davon aus, dass wir unser Kerngeschäft mit Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systemen für die Pharma- und Gesundheitsindustrie auch im Geschäftsjahr 2017 weiter ausbauen werden.

In den vergangenen Jahren wurde in den Schwellenländern verstärkt mit dem Auf- bzw. Ausbau der medizinischen Versorgung begonnen. Damit einhergehend stieg dort der Einsatz bzw. die Vergabe von patentfreien Wirkstoffen. Wir gehen davon aus, dass dieser Trend weiterhin Gültigkeit besitzt und 2017 zu einer Steigerung der Nachfrage führen wird.

MEGATRENDS

Bei der Prognose unserer Markt- und Geschäftschancen versuchen wir vor allem, sehr wahrscheinliche Entwicklungen in unseren Märkten zu identifizieren. Besondere Bedeutung haben hier langfristige globale Trends, die auch als Megatrends bezeichnet werden. Diese weisen meist eine sehr stabile Entwicklung auf und sind wenig anfällig für Rückschläge. Die Identifikation solcher Trends ist für uns notwendig, um strategische Entscheidungen für unser Unternehmen treffen zu können. Es handelt sich hierbei um Fragestellungen wie beispielsweise die Entwicklung neuer Wachstumsmärkte sowie Veränderungen bezüglich Art und Umfang der Nachfrage nach unseren Produkten. Zur Beurteilung dieser Themen gilt es zu hinterfragen, welche der aktuell zu beobachtenden Entwicklungen auf kurzfristigen Trends beruhen und welche Entwicklungen voraussichtlich langfristig und weitestgehend unbeeinflusst von politischen oder wirtschaftlichen Ereignissen anhalten werden. Hier sind vor allem sechs Megatrends zu nennen, von denen wir ausgehen, dass diese unsere Geschäftsentwicklung positiv beeinflussen werden.

7) Internationaler Währungsfonds (IWF), World Economic Outlook, Oktober 2016.

1. TREND ZU GENERIKA

Die Experten des Quintiles IMS Institutes schätzen, dass in den entwickelten Ländern der Umsatz mit Generika von 28,8 % in 2016 auf insgesamt 31 % der Pharmaausgaben in 2021 ansteigen wird.8) Und auch in den Pharmerging Markets werden die Generikaumsätze stark wachsen, da die Medikamente nach Wegfall des Patentschutzes für viele Patienten preislich erschwinglich werden. In den traditionellen, bereits weiterentwickelten Märkten richten sowohl die Zulassungs- und Prüfbehörden als auch die Krankenkassen ihr Augenmerk auf eine gute Kosten-Nutzen-Analyse, die häufig dazu führt, dass Generika zugelassen und vermehrt verschrieben werden. Dies ist eine für uns günstige Entwicklung, da der Verkaufspreis des Medikaments für uns zweitrangig ist. Für uns zählt vor allem das Volumenwachstum, und somit treibt das Wachstum des Generikamarkts unseren Konzernumsatz und damit auch unseren Konzerngewinn an.

2. GESUNDHEITSSYSTEME IN DEN PHARMERGING MARKETS WACHSEN

Das Quintiles IMS Institute geht davon aus, dass die Umsätze mit Medikamenten in den Pharmerging Markets zwischen 2016 und 2021 zwischen 6 % und 9 % pro Jahr wachsen werden - was einem leichten Rückgang um einen Prozentpunkt gegenüber den in 2015 veröffentlichten Werten entspricht und damit das etwas schwächere Wirtschaftswachstum in diesen Ländern widerspiegelt.8) Zu den wichtigsten Märkten gehört China, gefolgt von Indien und Brasilien. Aber selbst das bevölkerungsreiche China weist, gemessen an den Pharmaumsätzen, noch ein relativ geringes Volumen im Vergleich zu den USA auf. 2016 wurden in China rund USD 116 Mrd. für Medikamente ausgegeben, in den USA mehr als USD 461 Mrd.8) Angesichts des Bevölkerungsreichtums in den Pharmerging Markets verbinden wir mit dem Erstarken der dortigen Gesundheitssysteme deutliches Wachstums- potenzial und sind mit zahlreichen Werken in China, Indien, Brasilien und Mexiko bereits gut vertreten.

3. REGULATORISCHE ANFORDERUNGEN NEHMEN ZU

Die Anforderungen der Gesundheitsbehörden, insbesondere der amerikanischen Gesundheitsbehörde, steigen weiter. Die Auflagen betreffen längst nicht allein die Herstellung der Wirkstoffe, sondern genauso die Verpackung für die Medikamente. Die Primärverpackung muss die Medikamente schützen, erhalten und verhindern, dass das Medikament seine Wirksamkeit verliert oder verändert. Aus diesem Grund erteilen die Gesundheitsbehörden die Zulassung für ein neues Medikament nur in Verbindung mit der Zulassung für die dazugehörige Primärverpackung. Schließlich geht es bei allem um die Gesundheit der Patienten. Daher investieren wir weltweit in Qualität und halten hierdurch auch potenzielle Wettbewerber auf Distanz, da die Eintrittsbarrieren dadurch ständig steigen.

4. NEUE MEDIKAMENTE WERDEN ENTWICKELT

Neue Wirkstoffe stellen regelmäßig neue Anforderungen an die Verpackung. Die Experten des Quintiles IMS Institutes erwarten in den kommenden fünf Jahren eine historisch hohe Zahl von jährlich 45 neuen Wirkstoffen auf dem Markt, das Ergebnis der intensiven Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Pharmakonzerne. Erwartet werden innovative Behandlungsmethoden und neue Systematiken.9) Dafür bieten wir Lösungen aus neuen Werkstoffen wie dem Hochleistungskunststoff COP (Cyclic-Olefin-Polymer) oder aus gehärtetem Glas an. Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für uns ist unsere hohe Materialkompetenz, aber auch unser sehr breites Produktspektrum im Vergleich zum Wettbewerb. Denn für uns kommt es nicht darauf an, dass neue Medikamente eine bestimmte Darreichungsform haben, weil wir eine außerordentlich breite Produktpalette haben, die nahezu sämtliche Lösungen aus Glas und Kunststoff beinhaltet, die für flüssige, feste und auch Medikamente in Pulverform genutzt werden können. Genauso haben wir ein breites Angebot an Verpackungen für traditionell chemisch hergestellte Medikamente, für biotechnologisch hergestellte Medikamente, ebenso für Generika oder auch alle Arten von frei verkäuflichen Arzneimitteln.

5. AKUTE UND CHRONISCHE KRANKHEITEN NEHMEN ZU

Die Verbreitung chronischer Krankheiten nimmt zu. Heute leiden rund 415 Mio. Menschen unter Diabetes, in 25 Jahren könnten es Schätzungen zufolge schon 642 Mio. sein. Ist heute noch einer von elf Menschen von Diabetes betroffen, so wird im Jahr 2040 aller Voraussicht nach jeder zehnte Mensch an der Krankheit leiden, und dies bei einem weiteren Anstieg der Weltbevölkerung. Hinzu kommt, dass bis heute nur jeder zweite von der Krankheit betroffene Mensch eine entsprechende Diagnose erhalten hat.10)Somit erfordert die Behandlung einer wachsenden Anzahl von Patienten die Bereitstellung steigender Wirkstoffmengen, wobei jedes einzelne Medikament eine geeignete Verpackung und Darreichungsform erhalten muss. Dazu entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden Insulin-Pens, Diabetiker-Stechhilfen und Asthma-Inhalatoren, die täglich millionenfach zum Einsatz kommen. Hier haben die Pharmaunternehmen den Wunsch, die Patienten mit nutzerfreundlichen, aber auch visuell und haptisch attraktiven Produkten zur sicheren Verabreichung von Medikamenten für sich zu gewinnen. Die Entwicklung dieser Produkte zusammen mit unseren Kunden ist eine unserer besonderen Stärken.

6. SELBSTMEDIKATION GEWINNT AN BEDEUTUNG

Wenn Patienten sich selbst medikamentös versorgen müssen, sind dazu zuverlässige und einfache Lösungen erforderlich. Hier bieten wir viele intelligente Produkte an, die den Patienten die Selbstmedikation ermöglichen. Gleichzeitig erleichtern diese Produkte die Einnahme des Medikaments, helfen, Medikationsfehler zu vermeiden, und ermöglichen den Patienten ein flexibleres und angenehmeres Leben. Außerdem helfen diese Produkte, die Kosten in den Gesundheitssystemen zu reduzieren, weil sie vielfach zum Ziel haben, Anzahl und Dauer ansonsten erforderlicher ambulanter oder stationärer Behandlungen zu reduzieren.

8) Quintiles IMS Institute: „Outlook for Global Medicines through 2021”, Dezember 2016.

9) Quintiles IMS Institute: „Outlook for Global Medicines through 2021”, Dezember 2016.

10) IDF, „Diabetes Atlas”, 7th edition, 2015 (www.diabetesatlas.org).

ERWARTETE ERTRAGSLAGE

DER KONZERN

Das übergeordnete Ziel des Konzerns ist es, der führende globale Partner für Lösungen zu werden, die zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden beitragen. Dazu wollen wir unsere globale Präsenz ausbauen sowie ein profitables und nachhaltiges Wachstum erzielen.

PLASTICS & DEVICES

Für unsere kundenspezifischen Produkte aus Glas und Kunststoff zur sicheren Verabreichung von Medikamenten erwarten wir im Jahr 2017 weitere Zuwächse. Dabei bleiben die Drug-Delivery-Devices für verschreibungspflichtige Medikamente die Hauptumsatzträger. Zu diesen Produkten zählen vor allem Insulin-Pens und Inhalatoren, aber auch das Geschäft mit DiabetesCare-Produkten und -Spritzen. Regional gesehen bleibt Europa Schwerpunkt unseres Geschäftes mit Drug-Delivery-Devices für verschreibungspflichtige Medikamente. Insgesamt bleibt unser Geschäft in diesem Bereich aufgrund klarer und intakter Langfristtrends weiter auf Wachstum ausgerichtet. Dies spiegelt sich auch in den Erweiterungsinvestitionen an Standorten in den USA und der Tschechischen Republik wider, die auf die Inbetriebnahme neuer Produktionslinien zielen.

Der Umsatz mit unseren Primärpackmitteln aus Kunststoff dürfte sich unverändert in Europa, USA und in den Schwellenländern im Geschäftsjahr 2017 gut entwickeln.

PRIMARY PACKAGING GLASS

In unserem Geschäftsbereich Primary Packaging Glass planen wir mit einem leichten Umsatzwachstum für unsere Verpackungen aus Glas wie Pharmagläser, Ampullen, Injektionsfläschchen, Karpulen oder auch Parfümflakons und Cremetiegel. Auch 2017 arbeiten wir mit verschiedenen Maßnahmen an der weiteren Verbesserung unserer Produktivität. Dazu investieren wir vor allem in die Standardisierung unseres Maschinenparks in der Glasproduktion.


Umsatzzuwächse erwarten wir - ähnlich wie in den Vorjahren - vor allem in unseren Werken in den Schwellenländern. Aufgrund der guten Prognosen für die Entwicklung des Pharmamarktes in den Schwellenländern haben wir beginnend mit dem Jahr 2015 ein neues Werk in Kosamba (Indien) gebaut, welches wir nun in den kommenden Jahren konsequent mit Maschinen und Produkten auslasten wollen.

Der Umsatz mit Pharmaverpackungen aus Glas sollte sich weiterhin robust entwickeln. Auch im Bereich Kosmetik gehen wir von einem positiven Umfeld aus und erwarten, im Geschäftsjahr 2017 unseren Umsatz mit Kosmetikprodukten aus Glas ebenfalls leicht ausbauen zu können.

ERWARTETE ENTWICKLUNG NICHT FINANZIELLER ERFOLGSFAKTOREN

MITARBEITER

Angesichts des erwarteten Wachstums und der weiterer von uns geplanter Standardisierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen erwarten wir, dass die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern zukünftig stabil bleiben wird. Die regionale Verteilung wird sich aufgrund zunehmender Globalisierung zugunsten der Schwellenländer verändern.

FORSCHUNG und Entwicklung

Unseren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden wir auch in Zukunft einen hohen Stellenwert beimessen, um das Wachstum des Unternehmens langfristig durch Innovationen sichern zu können.

BESCHAFFUNG

Auch im Jahr 2017 werden wir unseren Einkauf nachhaltig optimieren: Preise, Konditionen und insbesondere die Qualität sind zentrale Bausteine, um unseren Ertrag weiter zu steigern. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen an den Finanz- und den realen Märkten gehen wir davon aus, dass die Volatilität der Preise bestehen bleibt.

PRODUKTION

Wir streben danach, unsere Produktion in Richtung einer Null-Fehler-Produktion bei Massenartikeln zu entwickeln. Dies ist eine große Herausforderung, denn wir produzieren für die pharmazeutische Industrie Produkte in sehr hohen Stückzahlen, das heißt Milliarden von Fläschchen, Behältern und Ampullen. Um die Qualität unserer Produkte auszubauen, aber auch um die Komplexität in unseren Werken zu reduzieren, werden wir auch im Geschäftsjahr 2017 weiterhin stark in die Standardisierung und die Weiterentwicklung unseres Maschinenparks investieren. Im Rahmen dieser Mehrjahresinitiative tauschen wir unter anderem Maschinen zur Herstellung von Injektionsfläschchen gegen neue Maschinen aus, die über eine verbesserte Prozesssicherheit verfügen. Diese Maschinen wurden in Eigenentwicklung speziell für unseren Bedarf entwickelt.

UMWELT

Wir wollen auch in Zukunft verantwortungsvoll mit den natürlichen Ressourcen umgehen und die Umwelt schonen. So haben wir uns bereits zum achten Mal in Folge an dem Projekt Carbon Disclosure Project beteiligt. Dazu erheben, analysieren und managen wir unsere CO2-Emissionen an allen Produktionsstandorten und erstatten jährlich über deren Zusammensetzung und Entwicklung, vor allem aber über die verschiedensten Maßnahmen zu deren Verringerung, ausführlich Bericht. Mit unserer Umweltstrategie verfolgen wir das Ziel, das Verhältnis von Emissionen zu Umsätzen zu reduzieren. So sollen unsere Umsätze in der Zukunft schneller wachsen als die zu deren Erzielung unvermeidbaren Emissionen. Auch 2017 werden wir uns wieder am Carbon Disclosure Project beteiligen.

ERWARTETE FINANZLAGE UND LIQUIDITÄT

Zum 30. November 2016 verfügte der Gerresheimer Konzern über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von EUR 118,4 Mio. (Vorjahr: EUR 93,7 Mio.). Darüber hinaus stand uns zum Bilanzstichtag aus dem revolvierenden Darlehen ein nicht in Anspruch genommener Betrag in Höhe von EUR 287,3 Mio. (Vorjahr: EUR 217,2 Mio.) zur Verfügung. Diesen können wir bis zu einem Verschuldungsgrad von höchstens 3,5x Nettofinanzschulden/Adjusted EBITDA in Anspruch nehmen. Damit befinden wir uns in einer stabilen finanziellen Situation und werden auch im kommenden Geschäftsjahr genügend liquide Mittel zur Verfügung haben, um unsere geplanten Investitionen zu finanzieren und unseren sonstigen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

DIVIDENDENPOLITIK

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 26. April 2017 gemeinsam vor, eine Dividende in Höhe von EUR 1,05 je Aktie für das Geschäftsjahr 2016 auszuschütten. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber der Vorjahresdividende um 23,5 %. Die Ausschüttungsquote beträgt 24,9 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen. Wir wollen auch im Geschäftsjahr 2017 an unserer Dividendenpolitik festhalten, in Abhängigkeit vom operativen Unternehmenserfolg zwischen 20 % und 30 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen an unsere Aktionäre auszuschütten.

GESAMTAUSSAGE ZUM PROGNOSEBERICHT

Für die kommenden Geschäftsjahre ist unser Unternehmen gut gerüstet. Durch bereits getätigte und geplante Investitionen in ertragreichen Märkten sowie durch die Akquisitionen der Vergangenheit sind wir für die Chancen und Entwicklungen im Bereich Pharma hervorragend aufgestellt. Wir verfügen über eine gute finanzielle Basis, eine langfristige Finanzierung und eine klare Unternehmensstrategie, die auf langfristigen Megatrends basiert. Wir werden unser Unternehmen weiter globalisieren, Märkte konsolidieren und interessante Technologien in unser Portfolio aufnehmen. Die Zielrichtung aller Aktivitäten ist die weitere Fokussierung auf die Pharma- und Healthcare-Industrie sowie den Kosmetikbereich. Dabei werden neben dem organischen Wachstum, das wir aus dem operativen Cash Flow finanzieren wollen, Akquisitionen nach sorgfältiger Prüfung von Chancen und Risiken auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Im Vergleich mit unseren Wettbewerbern sind wir sehr gut aufgestellt.

GESAMTKONZERN

Für das Geschäftsjahr 2017 gehen wir derzeit von folgenden Erwartungen aus, gemessen jeweils zu konstanten Wechselkursen. Dabei haben wir für den US-Dollar, der mit einem Anteil von rund einem Drittel am Konzernumsatz in 2017 den größten Währungseinfluss auf die Konzernwährung haben dürfte, eine Wechselkursannahme von rund USD 1,10 je EUR 1,00 zugrunde gelegt.

Für das Geschäftsjahr 2017 erwarten wir einen währungsbereinigten Konzernumsatz von rund EUR 1,43 Mrd. (Bandbreite: plus/minus EUR 25 Mio.) nach EUR 1.375,5 Mio. in 2016. Für das Adjusted EBITDA rechnen wir im Geschäftsjahr 2017 mit einem Anstieg auf rund EUR 320 Mio. (Bandbreite: plus/minus EUR 10 Mio.) nach EUR 308 Mio. in 2016. Basierend auf der Verbesserung beim Adjusted EBITDA soll sich das bereinigte Ergebnis je Aktie nach nicht beherrschenden Anteilen, als Basis der Ausschüttungspolitik der Gerresheimer AG, auf einen Wert in der Bandbreite von EUR 4,20 je Aktie bis EUR 4,55 je Aktie erhöhen (2016 bereinigt um den aufgegebenen Geschäftsbereich Life Science Research: EUR 4,07 je Aktie).

Das Investitionsvolumen des Geschäftsjahres 2017 wird im Wesentlichen aufgrund unserer guten Wachstumsperspektiven sowie infolge unserer Initiativen zur Produktivitäts- und Qualitätssteigerung voraussichtlich rund 8 % des Umsatzes zu konstanten Wechselkursen betragen.

Darüber hinaus haben wir folgende Erwartungen bis Ende 2018:

Wir streben eine durchschnittliche organische Wachstumsrate des Umsatzes in Höhe von 4 % bis 5 % an.
Für die Adjusted EBITDA-Marge streben wir einen Zielwert von rund 23 % für das Geschäftsjahr 2018 an und erhöhen damit unsere bisherige Erwartung von über 22 % für diese Kennzahl.
Um diese Ziele zu erreichen, werden wir höchstwahrscheinlich ein jährliches Investitionsvolumen in der Größenordnung von rund 8 % des Umsatzes zu konstanten Wechselkursen benötigen.
Neben den operativen Maßnahmen hat sich unser Net Working Capital-Profil u. a. auch durch den Verkauf des Röhrenglasgeschäftes und des Geschäftsbereiches Life Science Research sowie durch die Akquisition von Centor deutlich verbessert. So erwarten wir künftig ein durchschnittliches Net Working Capital im Verhältnis zum Umsatz von rund 16 % (vormals rund 17 %).
Wir erwarten weiterhin eine Operating Cash Flow-Marge von ca. 13 %.

Als langfristige Zielvorgabe streben wir weiterhin an:

Unverändert einen ROCE von mindestens 12 % zu erreichen.
Wir halten ein Verhältnis Nettofinanzschulden zu Adjusted EBITDA von rund 2,5x für Gerresheimer für richtig, was temporär darunter bzw. darüber liegen darf, da sinnvolle M&A-Aktivitäten nicht genau planbar sind.

KONZERNABSCHLUSS

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzern-Bilanz

Konzern-Eigenkapital-veränderungsrechnung

Konzern-Kapitalflussrechnung

Konzern-Anhang

(1) Allgemeine Grundlagen
(2) Konsolidierungskreis
(3) Konsolidierungsgrundsätze
(4) Währungsumrechnung
(5) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten
(6) Finanzrisikomanagement und derivative Finanzinstrumente
(7) Kapitalflussrechnung

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

(8) Umsatzerlöse
(9) Umsatzkosten
(10) Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten
(11) Sonstige betriebliche Erträge
(12) Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen
(13) Restrukturierungsaufwendungen
(14) Sonstige betriebliche Aufwendungen
(15) Finanzergebnis
(16) Ertragsteuern
(17) Ergebnis je Aktie

Sonstige Informationen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

(18) Personalaufwand

Bilanzerläuterungen

(19) Immaterielle Vermögenswerte
(20) Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
(21) Anteile an at equity bewerteten Unternehmen
(22) Finanzielle Vermögenswerte
(23) Sonstige Forderungen
(24) Latente Steuern
(25) Vorräte
(26) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
(27) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
(28) Eigenkapital und nicht beherrschende Anteile
(29) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
(30) Gerresheimer Aktienwertsteigerungsrechte (Phantom Stocks)
(31) Sonstige Rückstellungen
(32) Finanzielle Verbindlichkeiten
(33) Sonstige Verbindlichkeiten
(34) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
(35) Berichterstattung zu Kapitalmanagement und Finanzinstrumenten

Sonstige Erläuterungen

(36) Segmentberichterstattung
(37) Honorar des Abschlussprüfers
(38) Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
(39) Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands
(40) Corporate Governance
(41) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2015 bis 30. November 2016

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in T EUR Anhang 2016 2015
Umsatzerlöse (8) 1.375.460 1.282.912
Umsatzkosten (9) -943.715 -909.140
Bruttoergebnis vom Umsatz 431.745 373.772
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten (10) -255.374 -242.792
Sonstige betriebliche Erträge (11) 17.545 93.291
Restrukturierungsaufwendungen (13) -2.258 -6.922
Sonstige betriebliche Aufwendungen (14) -11.215 -35.496
Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen (21) 26 96
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 180.469 181.949
Zinserträge (15) 4.757 4.743
Zinsaufwendungen (15) -34.035 -33.722
Sonstiges Finanzergebnis (15) -4.248 -5.617
Finanzergebnis 1) -33.526 -34.596
Konzernergebnis vor Ertragsteuern 146.943 147.353
Ertragsteuern (16) -42.457 -43.341
Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft 104.486 104.012
Konzernergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft (2) 63.715 8.646
Konzernergebnis 168.201 112.658
Ergebnisanteile der Anteilseigner des Mutterunternehmens 121.638 104.217
Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen (28) 46.563 8.441
Ergebnis je Aktie (in EUR) (17) 3,87 3,32

1) Um eine höhere Transparenz des Finanzergebnisses zu gewährleisten, haben wir unsere Berichterstattung ausgeweitet und das Vorjahr entsprechend vergleichbar gemacht.

Zur weiteren Erläuterung verweisen wir auf Angabe (15).

Die Anhangsangaben (1) bis (41) sind ein integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2015 bis 30. November 2016

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in T EUR Anhang 2016 2015
Konzernergebnis 168.201 112.658
Ergebnis der Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne (29) -1.534 4.141
Ertragsteuern 456 -1.858
Sonstiges Ergebnis, das nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wird -1.078 2.283
Veränderung des beizulegenden Zeitwertes von zu Sicherungszwecken eingesetzten Derivaten sowie zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten -7 -
In die Gewinn- und Verlustrechnung umgebuchter Betrag (15) - 420
Ertragsteuern 2 -160
Sonstiges Ergebnis aus Finanzinstrumenten -5 260
Veränderung des Ausgleichspostens aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochtergesellschaften -9.048 10.753
Sonstiges Ergebnis aus Währungsumrechnung -9.048 10.753
Sonstiges Ergebnis, das unter bestimmten Bedingungen in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wird -9.053 11.013
Sonstiges Ergebnis -10.131 13.296
Gesamtergebnis 158.070 125.954
Ergebnisanteile der Anteilseigner des Mutterunternehmens 126.048 106.460
Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen 32.022 19.494
Die Anhangsangaben (1) bis (41) sind ein integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Bilanz zum 30. November 2016

Aktiva

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in T EUR Anhang 30.11.2016 30.11.2015
Langfristige Aktiva
Immaterielle Vermögenswerte (19) 1.193.902 1.251.3841)
Sachanlagen (20) 610.169 604.605
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (20) 5.732 5.791
Anteile an at equity bewerteten Unternehmen (21) 262 237
Ertragsteuerforderungen 1.173 732
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (22) 5.262 5.245
Sonstige Forderungen (23) 1.481 5.267
Aktive latente Steuern (24) 13.570 8.085
1.831.551 1.881.346
Kurzfristige Aktiva
Vorräte (25) 155.433 186.392
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (26) 232.051 219.014
Ertragsteuerforderungen 7.118 4.2401)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (22) 10.555 10.882
Sonstige Forderungen (23) 19.157 23.903
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (27) 118.391 93.668
542.705 538.099
Summe Aktiva 2.374.256 2.419.445
Passiva
in T EUR Anhang 30.11.2016 30.11.2015
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital (28) 31.400 31.400
Kapitalrücklage (28) 513.827 513.827
IAS-39-Rücklage (6) -41 -36
Rücklage aus Währungsumrechnung -26.442 -31.938
Angesammelte Ergebnisse (28) 207.413 113.152
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital 726.157 626.405
Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital (28) 37.138 71.726
763.295 698.131
Langfristige Schulden
Passive latente Steuern (24) 157.633 147.4661)
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (29) 159.590 158.210
Sonstige Rückstellungen (31) 7.928 6.826
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (32) 744.551 740.782
Sonstige Verbindlichkeiten (33) 198 277
1.069.900 1.053.561
Kurzfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (29) 13.621 19.292
Sonstige Rückstellungen (31) 53.446 64.573
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (32) 156.996 160.940
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (32) 185.428 249.611
Ertragsteuerverbindlichkeiten 25.001 55.0481)
Sonstige Verbindlichkeiten (33) 106.569 118.289
541.061 667.753
1.610.961 1.721.314
Summe Passiva 2.374.256 2.419.445

1) Rückwirkende Anpassung aufgrund Anwendung der Ein-Jahres-Frist nach dem Erwerb von Centor am 1. September 2015. Zur weiteren Erläuterung verweisen wir auf Angabe (2).

Die Anhangsangaben (1) bis (41) sind ein integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Eigenkapital-veränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2015 bis 30. November 2016

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in T EUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Sonstiges Ergebnis
IAS-39- Rücklage Rücklage aus Währungsumrechnung
--- --- --- --- ---
Zum 30. November/1. Dezember 2014 31.400 513.827 -263 -31.655
Konzernergebnis - - - -
Sonstiges Ergebnis - - 227 -283
Gesamtergebnis - - 227 -283
Ausschüttung - - - -
Veränderung des Konsolidierungskreises - - - -
Zum 30. November/1. Dezember 2015 31.400 513.827 -36 -31.938
Konzernergebnis - - - -
Sonstiges Ergebnis - - -5 5.496
Gesamtergebnis - - -5 5.496
Ausschüttung - - - -
Veränderung des Konsolidierungskreises - - - -
Zum 30. November 2016 31.400 513.827 -41 26.442

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in T EUR
Angesammelte Ergebnisse Anteile der Anteilseigner des Mutterunternehmens Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
--- --- --- --- ---
Zum 30. November/1. Dezember 2014 30.108 543.417 60.955 604.372
Konzernergebnis 104.217 104.217 8.441 112.658
Sonstiges Ergebnis 2.299 2.243 11.053 13.296
Gesamtergebnis 106.516 106.460 19.494 125.954
Ausschüttung -23.550 -23.550 -8.723 -32.273
Veränderung des Konsolidierungskreises 78 78 - 78
Zum 30. November/1. Dezember 2015 113.152 626.405 71.726 698.131
Konzernergebnis 121.638 121.638 46.563 168.201
Sonstiges Ergebnis -1.081 4.410 -14.541 -10.131
Gesamtergebnis 120.557 126.048 32.022 158.070
Ausschüttung -26.690 -26.690 -66.610 -93.300
Veränderung des Konsolidierungskreises 394 394 - 394
Zum 30. November 2016 207.413 726.157 37.138 763.295

Die Anhangsangaben (1) bis (41) sind ein integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2015 bis 30. November 2016

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in T EUR Anhang 2016 2015
Konzernergebnis 168.201 112.658
Ertragsteuern 58.745 46.355
Abschreibungen auf Sachanlagevermögen (20) 85.218 82.064
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (19) 40.942 42.168
Portfoliobereinigungen (14) 1.028 8.960
Wertaufholung auf Sachanlagevermögen (20) -129 -
Veränderung aus at equity-Bewertung (21) -26 -96
Veränderung der sonstigen Rückstellungen 2.551 -2.392
Veränderung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -8.526 -10.440
Gewinn (-)/Verlust (+) aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten/Schulden -74.948 -72.625
Finanzergebnis 33.537 34.558
Gezahlte Zinsen -25.837 -29.016
Erhaltene Zinsen 1.741 1.533
Gezahlte Ertragsteuern -94.370 -40.867
Erhaltene Ertragsteuern 1.545 2.032
Veränderung der Vorräte 7.820 7.515
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Aktiva -19.552 -3.821
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Passiva -4.483 55.881
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 30 -30.691
Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 173.487 203.776
Einzahlungen aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte 1.851 1.080
Auszahlungen für Investitionen
in Sachanlagen -106.697 -121.670
in immaterielle Vermögenswerte -4.024 -4.129
Einzahlungen aus Desinvestitionen abzüglich abgegebener Zahlungsmittel (7) 115.714 175.159
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich erworbener Zahlungsmittel (7) 1.013 -650.520
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit 7.857 -600.080
Ausschüttungen an Dritte -92.873 -32.414
Ausschüttungen von Dritten 102 45
Aufnahme von Finanzkrediten 73.668 1.447.903
Rückzahlung von Finanzkrediten -140.912 -999.469
Auszahlungen für Finanzierungsleasing -996 -546
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -161.011 415.519
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes 20.333 19.215
Wechselkursbedingte Änderung des Finanzmittelbestandes 319 3.200
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode (27) 87.090 64.675
Finanzmittelbestand am Ende der Periode (27) 107.742 87.090
Zusammensetzung des Finanzmittelbestandes
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 118.391 93.668
Kontokorrentverbindlichkeiten -10.649 -6.578
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 107.742 87.090

Die Anhangsangaben (1) bis (41) sind ein integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2015 bis 30. November 2016

der Gerresheimer AG

(1) Allgemeine Grundlagen

Der Gerresheimer Konzern ist ein weltweit führender Hersteller hochwertiger Spezialprodukte aus Glas und Kunststoff für die internationale Pharma- und Healthcare-Industrie. Auf der Basis eigener Entwicklungen und modernster Produktionstechnologien bietet Gerresheimer zum einen pharmazeutische Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systeme an, zum anderen Diagnostiksysteme und Verpackungen für die Kosmetikindustrie.

Der Konzernabschluss zum 30. November 2016 ist nach den am Abschlussstichtag gültigen Vorschriften der von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den zusätzlich nach § 315a HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Die Gerresheimer AG hat ihren Sitz in der Klaus-Bungert-Straße 4 in 40468 Düsseldorf. Sie ist in das Handelsregister beim Amtsgericht Düsseldorf (HRB 56040) eingetragen.

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich denen des Vorjahres. Darüber hinaus wurden folgende neue bzw. überarbeitete Standards erstmals angewendet:

IAS 19, Leistungsbezogene Pläne - Beiträge von Mitarbeitern
Änderungen der IFRS

Im Dezember 2013 hat das IASB den fünften Sammelstandard mit insgesamt sechs Änderungen an sieben verschiedenen Standards veröffentlicht. Die Änderungen sind von Unternehmen mit Sitz in der EU erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Februar 2015 beginnen.

Aus der erstmaligen Anwendung der vorstehend genannten Standards haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben.

Das IASB hat darüber hinaus nachfolgend aufgelistete Standards und Interpretationen veröffentlicht, die im Geschäftsjahr noch nicht verpflichtend anzuwenden waren:

IFRS 9, Finanzinstrumente, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2018
IFRS 10, IFRS 12, IAS 28, Investmentgesellschaften - Anwendung der Konsolidierungsausnahme, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2016
IFRS 11, Gemeinsame Vereinbarungen - Erwerb von Anteilen an einer gemeinsamen Geschäftstätigkeit, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2016
IFRS 15, Erlöse aus Verträgen mit Kunden, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2018
IAS 1, Darstellung des Abschlusses - Angabeninitiative, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2016
IAS 16, Sachanlagen und IAS 38, Immaterielle Vermögenswerte: Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2016
IAS 16, Sachanlagen und IAS 41, Landwirtschaft: Fruchttragende Pflanzen, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2016
IAS 27, Separate Abschlüsse - Anwendung der Equity-Methode in Einzelabschlüssen, Erstanwendungsdatum 1. Januar 2016
Änderungen der IFRS

Im September 2014 hat das IASB den siebten Sammelstandard mit insgesamt fünf Änderungen an vier verschiedenen Standards veröffentlicht. Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen.

Die künftige Anwendung von IFRS 15 wird aus heutiger Sicht bei den kundenspezifischen Fertigungsaufträgen zu einer tendenziell späteren Umsatzrealisierung führen. Die Auswirkungen des IFRS 16 auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden von Gerresheimer derzeit noch analysiert, eine verlässliche Schätzung der quantitativen Effekte ist vor Abschluss der Analyse nicht möglich. Gerresheimer erwartet jedoch eine Erhöhung der Bilanzsumme sowie eine Verbesserung des EBITDA. Die möglichen Auswirkungen des IFRS 9 auf den Konzernabschluss können gegenwärtig noch nicht abschließend beurteilt werden. Aus der Erstanwendung der übrigen vorstehend genannten Standards erwartet das Management keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Zur Verbesserung der Klarheit und Aussagefähigkeit des Abschlusses werden in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt.

Der Konzernabschluss ist in Euro, der funktionalen Währung der Muttergesellschaft, aufgestellt. Sowohl Einzel- als auch Summenwerte stellen den Wert mit der kleinsten Rundungsdifferenz dar. Bei Additionen der dargestellten Einzelwerte können deshalb geringfügige Differenzen zu den ausgewiesenen Summen auftreten.

Der Konzernabschluss der Gerresheimer AG wird im Bundesanzeiger in deutscher Sprache und im Internet unter der Adresse www.gerresheimer.com veröffentlicht.

(2) Konsolidierungskreis

Im Geschäftsjahr 2016 haben sich folgende Änderungen im Konsolidierungskreis des Gerresheimer Konzerns ergeben:

a) Verkauf des Geschäftsbereiches Life Science Research

Der Unternehmensstrategie folgend, sich auf die Herstellung von pharmazeutischen Verpackungen und Produkten zur Verabreichung von Medikamenten zu fokussieren, hat Gerresheimer am 10. September 2016 eine Vereinbarung geschlossen, seinen Geschäftsbereich Life Science Research an die Duran Gruppe, eine Beteiligungsgruppe von One Equity Partners, zu verkaufen. Nachdem die zuständigen Kartellbehörden ihre Genehmigungen erteilt haben, wurde die Transaktion am 31. Oktober 2016 abgeschlossen.

Life Science Research ist ein führender Hersteller von Spezialglasprodukten für Labore und wissenschaftliche Einrichtungen. Das Produktportfolio für Forschung, Entwicklung und Analytik umfasst wiederverwendbare Laborglasprodukte wie Bechergläser, Erlenmeyerkolben, Messzylinder sowie Laboreinwegartikel wie Reagenzgläser, Pipetten, Chromatografiefläschchen und weitere Speziallaborgläser. Im Geschäftsbereich Life Science Research wurden zum Stichtag 30. November 2015 weltweit rund 760 Mitarbeiter beschäftigt. Produktionsstätten befinden sich in Rockwood (Tennessee/USA), in Rochester (New York/USA), in Queretaro (Mexiko), in Meiningen-Dreissigacker (Deutschland) und in Peking (China). Der Umsatz des Geschäftsbereiches Life Science Research betrug im Geschäftsjahr 2015 EUR 100,7 Mio. und wurde im Wesentlichen durch Verkauf von Produkten in Nordamerika erzielt.

Der Geschäftsbereich Life Science Research besteht aus der Gesellschaft Kimble Chase Life Science and Research Products LLC, Vineland (New Jersey/USA), und deren direkt und indirekt gehaltenen Tochterunternehmen. Die Gesellschaft Kimble Chase Life Science and Research Products LLC wird wiederum von der Kimble Chase Holding LLC, Vineland (New Jersey/USA), gehalten, an der Gerresheimer 51 % der Anteile hält. Die verbleibenden 49 % der Anteile werden von der Chase Scientific Glass Inc., einem Unternehmen der Thermo Fisher Gruppe, gehalten. Zu den direkt und indirekt gehaltenen Tochterunternehmen der Kimble Chase Life Science and Research Products LLC zählen die Gesellschaften Kimble Bomex (Beijing) Labware Co. Ltd., Peking (China), mit einem Beteiligungsanteil von 70 % sowie die Gesellschaften Scherf-Präzision Europa GmbH, Meiningen-Dreissigacker (Deutschland), Kimble Kontes LLC, Vineland (New Jersey/USA), und Kontes Mexico S. de R.L. de C.V., Queretaro (Mexiko), mit jeweils einem Beteiligungsanteil von 100 %.

Der schuldenfreie Kaufpreis vor Net Working Capital- und Net Debt-Anpassungen beträgt T USD 131.000 (T EUR 119.678) und wurde in Barmitteln bezahlt. Der bei der Veräußerung entstandene Buchgewinn vor Steuern von T EUR 74.275 ist in der Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft enthalten.

Aus der Bewertung des aufgegebenen Geschäftsbereiches zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ergab sich kein Bedarf für eine Wertminderung.

Im Einzelnen setzt sich das Ergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereiches wie folgt zusammen:

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in T EUR 2016 2015
Umsatzerlöse 1) 81.810 94.320
Umsatzkosten -55.304 -63.097
Bruttoergebnis vom Umsatz 26.506 31.223
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten -18.250 -19.219
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge 71.758 -382
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 80.014 11.622
Finanzergebnis -11 38
Ergebnis vor Ertragsteuern 80.003 11.660
Ertragsteuern -16.288 -3.014
Konzernergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft 63.715 8.646
Ergebnisanteile der Anteilseigner des Mutterunternehmens 19.347 3.401
Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen 44.368 5.245

1) Hierin sind Eliminierungsbuchungen für das Geschäftsjahr 2016 in Höhe von T EUR 4.838 (Vorjahr: T EUR 6.412) aufgrund der Anwendung der in Angabe (3) beschriebenen Konsolidierungsmethode (wirtschaftliche Betrachtungsweise) enthalten.

Die bei Abschluss der Transaktion zum 31. Oktober 2016 abgegangenen Vermögenswerte und Schulden setzten sich wie folgt zusammen:

AKTIVA

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in T EUR
Immaterielle Vermögenswerte 13.607
Sachanlagen 9.837
Vorräte 22.080
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.338
Sonstige Forderungen 3.884
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 8.724
Aktive latente Steuern 4.811
72.281

PASSIVA

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in T EUR
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 634
Sonstige Rückstellungen 6.810
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.896
Ertragsteuerverbindlichkeiten 239
Sonstige Verbindlichkeiten 5.847
Passive latente Steuern 21
19.447

Der Buchgewinn vor Steuern bei Abschluss der Transaktion zum 31. Oktober 2016 ermittelt sich wie folgt:

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in T EUR
Erhaltene Gegenleistung 1) 128.040
Abgegangene Vermögenswerte 72.281
Abgegangene Schulden 19.447
Kumulativer Umrechnungsverlust in Bezug auf das Nettovermögen des Tochterunternehmens, der bei Kontrollverlust über das Tochterunternehmen aus dem Eigenkapital umgegliedert wurde -394
Kursverluste -537
Buchgewinn vor Steuern 74.275

1) Diese Position beinhaltet den zum Transaktionszeitpunkt erwarteten Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von T EUR 7.035 sowie eine hochwahrscheinliche bisher nicht zahlungswirksame Kaufpreisanpassung.

Das nicht fortgeführte Geschäft wirkte sich auf die Kapitalflussrechnung des Gerresheimer Konzerns wie folgt aus:

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in T EUR 2016 2015
Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 6.680 18.836
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit 124.246 -1.714
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -65.172 -13.773

b) Veränderungen des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr 2015

Im Geschäftsjahr 2015 haben sich folgende Änderungen im Konsolidierungskreis des Gerresheimer Konzerns ergeben:

Der Unternehmensstrategie folgend, sich auf Verpackungslösungen für die Pharmakunden zu fokussieren, hat Gerresheimer am 29. Juni 2015 eine Vereinbarung geschlossen, sein Röhrenglasgeschäft (Bestandteil des Geschäftsbereiches Primary Packaging Glass) an Corning Inc. zu verkaufen. Die Transaktion wurde am 2. November 2015 abgeschlossen. Zusätzlich haben beide Unternehmen die Gesellschaft Corning Pharmaceutical Packaging LLC, Wilmington (Delaware/USA), gegründet, um Innovationen für den Markt der pharmazeutischen Glasverpackungen zu beschleunigen. An dieser neu gegründeten Gesellschaft hält die Gerresheimer AG mittelbar 25 % der Anteile. Der Gesamtpreis der Transaktion vor Net Working Capital-Anpassungen und Net Debt-Anpassungen betrug T EUR 196.000. Der bei der Veräußerung entstandene Buchgewinn von T EUR 72.808 ist im Vorjahr in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass enthalten.

Am 27. Juli 2015 wurde der Kaufvertrag über den Erwerb von 100 % der Kapitalanteile und Stimmrechte an der US-amerikanischen Centor US Holding Inc., Perrysburg (Ohio/USA), (im Folgenden Centor genannt) unterzeichnet. Die Centor US Holding Inc. hält unmittelbar und mittelbar 100 % der Kapitalanteile und Stimmrechte an der Centor Inc. und der Centor Pharma Inc., beide jeweils mit Sitz in Perrysburg (Ohio/USA). Die Transaktion wurde am 1. September 2015 abgeschlossen, und die Gesellschaft wird somit seit dem 4. Quartal 2015 in den Konzernabschluss der Gerresheimer AG einbezogen. Die Anschaffungskosten für die Anteile vor Net Working Capital-Anpassungen betrugen T USD 725.000, welche teilweise in Euro gezahlt wurden. Die sich aus dem Kaufvertrag ergebenden Net Working Capital-Anpassungen betrugen T USD 2.733. Weiterhin ist der Kaufpreis um einen Währungseffekt von T USD 4.691 angepasst worden. Darüber hinaus ist am 4. Januar 2016 eine Kaufpreisanpassung mit dem Verkäufer in Höhe von T USD 1.100 vereinbart worden. Diese Anpassung wurde bereits im Zuge der Erstellung des Konzernabschlusses per 30. November 2015 berücksichtigt. Die tatsächliche Zahlung erfolgte in der aktuellen Berichtsperiode am 8. Januar 2016. Im Geschäftsjahr 2016 hat Gerresheimer den Betrag der am Bilanzstichtag 30. November 2015 angesetzten Vermögenswerte und Schulden erhalten, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden und bei Kenntnis zu einem anderen Ansatz an diesem Stichtag geführt hätten. Rückwirkend wurden daher die Angaben im Konzernabschluss zum Goodwill (T EUR -1.124), zu Ertragsteuerforderungen (T EUR 642), Ertragsteuerverbindlichkeiten (T EUR -1.439) sowie zu passiven latenten Steuern (T EUR 957) angepasst.

Mit Wirkung zum 31. März 2015 ist die Anwachsung der VR-Leasing SALMO GmbH & Co. Immobilien KG, Eschborn (Deutschland), auf die Gerresheimer Regensburg GmbH, Regensburg (Deutschland), erfolgt.

Des Weiteren wurde die Gerresheimer Plastic Packaging AB, Malmö (Schweden), mit Wirkung zum 27. August 2015 liquidiert.

Die vollständige Anteilsbesitzliste der Gerresheimer AG zum 30. November 2016 ist im Folgenden aufgelistet:

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in % Beteiligungsanteil (direkt und indirekt)
In den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen
Asien
Gerresheimer Medical Plastic Systems Dongguan Co. Ltd., Wang Niu Dun Town, Dongguan City (China) 100,00
Gerresheimer Pharmaceutical Packaging Mumbai Private Ltd., Mumbai (Indien) 100,00
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) 60,00
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) 60,00
Neutral Glass & Allied Industries Private Ltd., Mumbai (Indien) 100,00
Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien) 75,00
Europa
DSTR S.L.U., Epila (Spanien) 100,00
Gerresheimer Boleslawiec S.A., Boleslawiec (Polen) 100,00
Gerresheimer Bünde GmbH, Bünde/Westfalen 1) 100,00
Gerresheimer Chalon SAS, Chalon-sur-Saone (Frankreich) 100,00
Gerresheimer Denmark A/S, Vaerloese (Dänemark) 100,00
Gerresheimer Essen GmbH, Essen 1) 100,00
GERRESHEIMER GLAS GmbH, Düsseldorf 1) 100,00
Gerresheimer Group GmbH, Düsseldorf 1) 100,00
Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH, Düsseldorf 1) 100,00
Gerresheimer Hallenverwaltungs GmbH & Co. Objekt Düsseldorf KG, Düsseldorf 2) 100,00
Gerresheimer Holdings GmbH, Düsseldorf 1) 100,00
Gerresheimer Horsovsky Tyn spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechische Republik) 100,00
Gerresheimer item GmbH, Münster 1) 100,00
Gerresheimer Küssnacht AG, Küssnacht (Schweiz) 100,00
Gerresheimer Lohr GmbH, Lohr/Main 1) 100,00
Gerresheimer Medical Plastic Systems GmbH, Regensburg 1) 100,00
Gerresheimer Momignies S.A., Momignies (Belgien) 100,00
Gerresheimer Moulded Glass GmbH, Tettau/Oberfranken 1) 100,00
Gerresheimer Plastic Packaging SAS, Besancon (Frankreich) 100,00
Gerresheimer Regensburg GmbH, Regensburg 1) 100,00
Gerresheimer Spain S.L.U., Epila (Spanien) 100,00
Gerresheimer Tettau GmbH, Tettau/Oberfranken 1) 100,00
Gerresheimer Vaerloese A/S, Vaerloese (Dänemark) 100,00
Gerresheimer Valencia S.L.U., Masalaves (Spanien) 3) 99,91
Gerresheimer Werkzeugbau Wackersdorf GmbH, Wackersdorf 1) 100,00
Gerresheimer Wertheim GmbH, Wertheim 1) 100,00
Gerresheimer Zaragoza S.A., Epila (Spanien) 3) 99,91
Amerika
Centor Inc., Perrysburg, OH (USA) 100,00
Centor Pharma Inc., Perrysburg, OH (USA) 100,00
Centor US Holding Inc., Perrysburg, OH (USA) 100,00
Gerresheimer Buenos Aires S.A., Buenos Aires (Argentinien) 3) 99,91
Gerresheimer Glass Inc., Vineland, NJ (USA) 100,00
Gerresheimer Mexico Holding LLC, Wilmington, DE (USA) 100,00
Gerresheimer MH Inc., Wilmington, DE (USA) 100,00
Gerresheimer Peachtree City (USA) L.P., Peachtree City, GA (USA) 100,00
Gerresheimer Peachtree City Inc., Peachtree City, GA (USA) 100,00
Gerresheimer Plasticos Sao Paulo Ltda., Embu (Brasilien) 100,00
Gerresheimer Queretaro S.A., Queretaro (Mexiko) 100,00
Gerresheimer Sistemas Plasticos Medicinais Sao Paulo Ltda., Indaiatuba (Brasilien) 100,00
Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA) 51,00
Assoziierte Unternehmen
Gerresheimer Tooling LLC, Peachtree City, GA (USA) 30,00
PROFORM CNC Nastrojarna spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechische Republik) 30,15
Nicht konsolidierte Unternehmen 4)
Nouvelles Verreries de Momignies Inc., Larchmont, NY (USA) 100,00
Corning Pharmaceutical Packaging LLC, Wilmington, DE (USA) 25,00

1) Die Gesellschaften haben von der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht.

2) Die Gesellschaft hat von der Befreiung gemäß § 264b HGB Gebrauch gemacht.

3) Erhöhung um 0,07 Prozentpunkte zum Vorjahr aufgrund einer Kapitalerhöhung bei Gerresheimer Zaragoza S.A., Epila (Spanien), und damit mittelbar an Gerresheimer Valencia S.L.U., Masalaves (Spanien), und Gerresheimer Buenos Aires S.A., Buenos Aires (Argentinien), an der sich die nicht beherrschenden Anteile nicht beteiligt haben.

4) Aufgrund der untergeordneten Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Cash Flows des Konzerns wurde auf die Einbeziehung der Gesellschaften in den Konzernabschluss verzichtet.

Im Zuge des Verkaufsprozesses des Geschäftsbereiches Life Science Research wurde am 31. Juli 2016 die Kimble Chase Holding LLC, Vineland (New Jersey/USA), gegründet. In diesem Zusammenhang wurden 51 % der Anteile an der Kimble Chase Life Science and Research Products LLC durch die Gerresheimer Glass Inc. und 49 % der Anteile an der Kimble Chase Life Science and Research Products LLC durch die Chase Scientific Glass Inc., einer Tochtergesellschaft der Thermo Fisher Scientific Inc. Gruppe, eingebracht. Der Verkauf der Kimble Chase Life Science and Research Products LLC sowie deren direkt und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften erfolgte am 31. Oktober 2016. Die Gesellschaft Kimble Chase Holding LLC bleibt bis zur finalen Abwicklung der Transaktion sowie der in diesem Zusammenhang stattfindenden Ausschüttungen an deren Gesellschafter bestehen.

In der folgenden Tabelle werden die Tochterunternehmen bzw. der konsolidierte Teilkonzern mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen dargestellt:

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30.11.2016 30.11.2015
in T EUR Beteiligungsquote nicht beherrschender Anteile

in %
Kumulierte nicht beherrschende Anteile Dividenden, die an nicht beherrschende Anteile gezahlt wurden Beteiligungsquote nicht beherrschender Anteile

in %
Kumulierte nicht beherrschende Anteile Dividenden, die an nicht beherrschende Anteile gezahlt wurden 1)
--- --- --- --- --- --- ---
Gesellschaft
Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA) 49,0 2.924 63.643 - - -
Kimble Chase Life Science and Research Products LLC, Vineland, NJ (USA) - konsolidierter Teilkonzern - - - 49,0 35.602 6.898
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) 40,0 9.223 972 40,0 10.550 740
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) 40,0 5.035 1.286 40,0 5.099 1.226
Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien) 25,0 19.952 282 25,0 20.458 -

1) Die Dividenden sind mit dem Transaktionskurs umgerechnet.

In der folgenden Tabelle werden die Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen dargestellt:

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30.11.2016
in T EUR Langfristige Vermögenswerte Kurzfristige Vermögenswerte Langfristige Schulden Kurzfristige Schulden Umsatzerlöse Jahresüberschuss
--- --- --- --- --- --- ---
Gesellschaft
Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA) - 6.699 - 196 - 81.177
Kimble Chase Life Science and Research Products LLC, Vineland, NJ (USA) - konsolidierter Teilkonzern 1) - - - - - 6.249
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) 13.225 13.268 - 3.618 23.483 1.127
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) 3.464 12.015 - 2.600 18.545 4.066
Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien) 41.862 13.007 11.795 2.746 20.859 469

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30.11.2015
in T EUR Langfristige Vermögens-werte Kurzfristige Vermögenswerte Langfristige Schulden Kurzfristige Schulden Umsatzerlöse Jahresüberschuss
--- --- --- --- --- --- ---
Gesellschaft
Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA) - - - - - -
Kimble Chase Life Science and Research Products LLC, Vineland, NJ (USA) - konsolidierter Teilkonzern 1) 16.516 53.404 51 21.423 100.732 10.675
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) 15.717 14.889 - 4.429 26.341 2.218
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) 3.949 11.655 - 2.542 19.628 4.067
Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien) 46.705 11.941 12.921 3.376 22.375 1.285

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2016
in T EUR Cash Flow aus der laufenden Gschäftstätigkeit Cash Flow aus der Investitionstätigkeit Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit
--- --- --- ---
Gesellschaft
Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA) 315 124.188 -117.898
Kimble Chase Life Science and Research Products LLC, Vineland, NJ (USA) - konsolidierter Teilkonzern 1) - - -
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) 2.165 -543 -2.464
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) 4.527 -308 -3.260
Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien) 3.584 -704 -1.114

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2015
in T EUR Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit Cash Flow aus der Investitionstätigkeit Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit
--- --- --- ---
Gesellschaft
Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA) - - -
Kimble Chase Life Science and Research Products LLC, Vineland, NJ (USA) - konsolidierter Teilkonzern 1) 18.836 -1.714 -13.7732)
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) 3.094 -1.368 -1.891
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) 3.689 -883 -3.044
Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien) 2.625 -2.355 -

1) Für weitere Erläuterungen siehe Angabe (2).

2) Ausschließlich Ausschüttungen an Anteilseigner.

Die Entwicklung der nicht beherrschenden Anteile geht aus der KonzernEigenkapitalveränderungsrechnung hervor.

(3) Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss werden neben der GerresheimerAG die in- und ausländischen Tochterunternehmen, die die Gesellschaft direkt oder indirekt kontrolliert, einbezogen.

Die Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen erfolgt grundsätzlich im Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung durch das Mutterunternehmen. Die Endkonsolidierung wird im Zeitpunkt des Wegfalles der Beherrschung vorgenommen. Der auf nicht beherrschende Anteile entfallende Anteil am Eigenkapital, am Jahresergebnis und am Gesamtergebnis wird in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung bzw. in der Gesamtergebnisrechnung separat ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzern-Bilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt von dem auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Eigenkapitals.

Zur Bilanzierung des Kaufes eines Tochterunternehmens wird die Erwerbsmethode angewendet. Nach dieser Methode sind bei Unternehmenszusammenschlüssen sämtliche identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des übernommenen Unternehmens mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Zeitpunkt des Erwerbes anzusetzen. Soweit die Summe aus der Gegenleistung des Erwerbers, dem beizulegenden Zeitwert etwaiger zuvor bereits am Tochterunternehmen gehaltener Anteile und dem Wert der Anteile anderer Gesellschafter den Betrag des neubewerteten Nettovermögens des Tochterunternehmens übersteigt, ist ein Geschäftswert zu aktivieren. Ein etwaiger negativer Unterschiedsbetrag wird, nach sorgfältiger Überprüfung der Ermittlung, sofort ertragswirksam unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der at equity-Methode mit dem anteiligen Eigenkapital angesetzt. Ein Zwischenabschluss zum Konzernabschlussstichtag wird aufgestellt.

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse der in- und ausländischen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erstellt.

Die Auswirkungen konzerninterner Geschäftsvorfälle werden eliminiert. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Gesellschaften werden gegeneinander aufgerechnet, Zwischengewinne und -verluste werden eliminiert, konzerninterne Erträge werden mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Auf temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung werden die erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.

Um die Ergebnisanteile des nicht fortgeführten Geschäftsbereiches darzustellen, werden die aus konzerninternen Transaktionen stammenden Erträge und Aufwendungen - unter Berücksichtigung der künftigen Liefer- und Leistungsbeziehungen - dem aufgegebenen Geschäftsbereich zugeordnet (wirtschaftliche Betrachtungsweise). Dies führt zu einer aussagekräftigeren Darstellung der finanziellen Auswirkungen in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Gesamtergebnisrechnung.

Die Vorjahreszahlen in der Gewinn- und Verlustrechnung und der Gesamtergebnisrechnung sind angepasst worden. In den Vorjahreszahlen der Bilanz, den Spiegeldarstellungen der Bilanzpositionen für das aktuelle Berichtsjahr bis zur Klassifizierung als aufgegebener Geschäftsbereich und für das Vorjahr sowie in der Kapitalflussrechnung für das aktuelle Berichtsjahr bis zur Klassifizierung als aufgegebener Geschäftsbereich und für das Vorjahr ist der Geschäftsbereich Life Science Research dagegen weiterhin vollständig enthalten.

(4) Währungsumrechnung

Nicht monetäre Posten werden mit dem Kurs am Tag der Transaktion in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Posten werden am Abschlussstichtag mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Wechselkursgewinne und Wechselkursverluste aus der Umrechnung von monetären Vermögenswerten und Schulden in Fremdwährung werden ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Abweichend hiervon erfasst die Gesellschaft den effektiven Teil der währungsbedingten Wertänderung von Finanzinstrumenten, die als Sicherungsinstrumente eines Cash Flow Hedges designiert sind, im sonstigen Ergebnis.

Der Konzernabschluss wird in der Berichtswährung Euro aufgestellt. Die Umrechnung der Bilanzposten aller ausländischen Gesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, erfolgt entsprechend den von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Tagesmittelkursen am Bilanzstichtag.

Aufwands- und Ertragsposten sowie die Zahlungsflüsse von ausländischen Gesellschaften werden mit dem Jahresdurchschnittskurs in die Berichtswährung umgerechnet. Differenzen aus der Währungsumrechnung werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Bei der Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbereiches werden alle angesammelten Umrechnungsdifferenzen, die den Anteilseignern des Mutterunternehmens aus diesem Geschäftsbetrieb zuzurechnen sind, in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Für die Umrechnung der wesentlichen Währungen im Konzern in die Berichtswährung werden die folgenden Wechselkurse zugrunde gelegt:

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Stichtagskurs Durchschnittskurs
1 EUR 30.11.2016 30.11.2015 2016 2015
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Argentinien ARS 16,6599 10,2702 15,7970 10,1498
Brasilien BRL 3,6118 4,0709 3,9023 3,6170
Schweiz CHF 1,0803 1,0903 1,0914 1,0843
China CNY 7,3205 6,7689 7,2798 7,0397
Tschechische Republik CZK 27,0600 27,0300 27,0420 27,3531
Dänemark DKK 7,4403 7,4604 7,4484 7,4577
Indien INR 72,8590 70,5275 73,9900 71,9083
Mexiko MXN 21,8775 17,5569 20,2194 17,5640
Polen PLN 4,4483 4,2721 4,3534 4,1876
Schweden SEK 9,7538 9,2070 9,4229 9,3536
Vereinigte Staaten von Amerika USD 1,0635 1,0579 1,1026 1,1254

(5) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Vermögenswerte und Schulden werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Eine Ausnahme bilden als zur Veräußerung verfügbar klassifizierte finanzielle Vermögenswerte („available-for-sale financial assets“) sowie derivative Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Solche mit begrenzter Nutzungsdauer werden um planmäßige Abschreibungen entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer sowie um Wertminderungen vermindert. Die Nutzungsdauer von Lizenzen und ähnlichen Rechten beträgt ein bis fünf Jahre. Markenrechte mit begrenzter Nutzungsdauer werden wie Technologien entsprechend der geplanten Nutzungsdauer über fünf bis 20 Jahre abgeschrieben. Kundenstämme werden über 15 bis 20 Jahre planmäßig abgeschrieben.

Als immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden weitere Markenrechte und Geschäftswerte ausgewiesen. Der Geschäftswert wird mit seinen Anschaffungskosten abzüglich ggf. erforderlicher Wertminderungen bilanziert. Das Nettovermögen entspricht dem Saldo aus den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, der übernommenen Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten. Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer und Geschäftswerte werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Der Werthaltigkeitstest wird regelmäßig am Ende eines Geschäftsjahres durchgeführt und zusätzlich auch immer dann, wenn Anzeichen vorliegen, dass immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer in ihrem Wert gemindert sind.

Forschungsausgaben werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungsausgaben werden nur dann als Teil der Herstellungskosten eines immateriellen Vermögenswertes aktiviert, wenn es - neben weiteren Bedingungen - wahrscheinlich ist, dass das Projekt technisch und kommerziell erfolgreich sein wird, und wenn die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zurechenbaren Ausgaben zuverlässig bewertet werden können. Aktivierte Entwicklungskosten werden über eine Laufzeit von sieben bzw. zehn Jahren linear abgeschrieben.

Der Konzern erhält in bestimmten europäischen Ländern unentgeltlich Emissionsrechte im Rahmen des europäischen Systems für den Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten. Diese Emissionsrechte werden nach dem sogenannten Net Liability-Ansatz ausgewiesen. Die nicht monetären Zuwendungen der öffentlichen Hand, hier die Emissionsrechte, setzt Gerresheimer mit dem Nominalwert an. Eine Schuld aus der Emission von Schadstoffen wird erst dann berücksichtigt, wenn die getätigten Emissionen die vorhandenen Emissionsrechte des Gerresheimer Konzerns übersteigen. Die Schuld wird dann zum jeweiligen Marktwert der Emissionsrechte angesetzt. Sofern Emissionsrechte von Dritten erworben werden, werden sie zu Anschaffungskosten erfasst und als sonstige Forderung ausgewiesen.

Sachanlagen

Sachanlagen werden mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen und um Wertminderungen, bewertet. Die Herstellungskosten der Sachanlagen umfassen neben den direkt zurechenbaren Kosten anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Fremdkapitalkosten werden ausschließlich bei qualifizierten Vermögenswerten aktiviert. Hierbei handelt

es sich um Vermögenswerte, deren Versetzen in einen betriebsbereiten Zustand mindestens zwölf Monate erfordert. Sachanlagen werden grundsätzlich linear abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens liegen folgende Nutzungsdauerschätzungen zugrunde:

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in Jahren
Gebäude 10 - 50
Technische Anlagen und Maschinen 5  -15
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3  -10

Reparaturen und Erhaltungsaufwendungen werden in der Periode, in der sie getätigt werden, als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nachträgliche Aufwendungen für große Inspektionen und Ofeninstandsetzungen aktiviert Gerresheimer, wenn sie einen wahrscheinlichen Nutzenzufluss erwarten lassen und verlässlich bewertet werden können.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn sie offiziell zugesagt sind und die mit der Zuwendung verbundenen Bedingungen hochwahrscheinlich erfüllt werden können. Die Zuwendungen für den Erwerb von Vermögenswerten werden in gleichen jährlichen Raten über deren Nutzungsdauer ertragswirksam aufgelöst.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Unter den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden Grundstücke ausgewiesen, die zur langfristigen Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden. Sie werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet (Anschaffungskostenmodell).

Leasing

Auf der Basis von Leasingverträgen genutzte Sachanlagen werden aktiviert und abgeschrieben, wenn die mit dem Eigentum verbundenen wesentlichen Risiken und Chancen auf ein zum Konzern gehörendes Unternehmen übergegangen sind. Bei erstmaliger Erfassung werden Finanzierungsleasingverhältnisse als Vermögenswerte und Schulden in gleicher Höhe in der Bilanz angesetzt. Die Höhe bemisst sich nach dem beizulegenden Zeitwert des Leasingobjektes zu Beginn des Leasingverhältnisses oder nach dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist. Die Schulden werden unter den finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Leasingzahlungen werden so in Finanzaufwendungen und den Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt, dass sich über die Vertragslaufzeit ein konstanter Zinssatz auf die jeweils verbliebene Leasingschuld ergibt. Gegenstände des Anlagevermögens, die über Finanzierungsleasing erworben wurden, werden über die voraussichtliche Nutzungsdauer oder die gegebenenfalls kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben.

Sofern Leasingverträge als „operating lease“ einzustufen sind, erfasst Gerresheimer die während der Laufzeit des Leasingvertrages zu leistenden Leasingraten unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung.

Wertminderungen

Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, Geschäftswerte und immaterielle Vermögenswerte werden einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn Ereignisse und Veränderungen von Gegebenheiten indizieren, dass der Buchwert nicht mindestens dem erzielbaren Betrag entspricht. Geschäftswerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer werden unabhängig vom Vorliegen eines auslösenden Ereignisses jährlich einem Werthaltigkeitstest auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unterzogen, zu der der jeweilige Vermögenswert gehört. Ein Wertminderungsaufwand ist in Höhe des Betrages zu erfassen, um den der Buchwert den erzielbaren Betrag, das heißt den höheren Wert von Nettoveräußerungswert bzw. Nutzungswert, überschreitet.

Bestehen die Gründe für die in einer früheren Periode erfasste Wertminderung nicht mehr, werden Zuschreibungen vorgenommen, soweit es sich nicht um Geschäftswerte handelt. Aufwendungen aus einer Wertminderung werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, Erträge aus Zuschreibungen unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Anteile an at equity bewerteten Unternehmen

Die Anteile an assoziierten Unternehmen werden im Zugangszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt nach der Equity-Methode. Sie sieht eine Fortführung des Wertansatzes der Anteile entsprechend der Entwicklung des zum Erwerbszeitpunkt neubewerteten anteiligen Eigenkapitals des assoziierten Unternehmens vor. Der Beteiligungsprozentsatz berechnet sich auf der Basis der im Umlauf befindlichen Anteile. Weicht die funktionale Währung des assoziierten Unternehmens von der Berichtswährung ab, ist der Abschluss des assoziierten Unternehmens vor der Fortschreibung in die Berichtswährung umzurechnen.

Anteile an assoziierten Unternehmen sind unter der Position „Anteile an at equity bewerteten Unternehmen“ ausgewiesen. Die Ergebnisse aus at equity bewerteten Anteilen werden im betrieblichen Ergebnis erfasst, da Gerresheimer derartige Anteile nicht als Finanzinvestments, sondern als Teil des operativen Geschäftes des Konzerns hält.

Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert bewertet. Die Zugangsbewertung erfolgt im Wesentlichen zu durchschnittlichen Herstellungskosten. In die Herstellungskosten werden neben direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie sonstige mit der Produktion im Zusammenhang stehende Aufwendungen einbezogen. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden in den Herstellungskosten neben den Umsatzkosten auch Kosten der nicht genutzten Kapazitäten erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte werden eingebucht, wenn Gerresheimer Partei der Vereinbarungen über den finanziellen Vermögenswert wird. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung der direkt zurechenbaren Transaktionskosten mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte. Analog dazu werden die finanziellen Vermögenswerte ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus diesen Vermögenswerten erlöschen. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang der Erfüllungstag relevant, das heißt der Tag, an dem der Vermögenswert auf den oder vom Gerresheimer Konzern übertragen wird.

Finanzielle Vermögenswerte werden bei Erwerb den folgenden Bewertungskategorien zugeordnet. Die Zuordnung wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte:

Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, umfassen zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Bei Gerresheimer umfassen diese Vermögenswerte ausschließlich die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen derivativen Finanzinstrumente, die nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung eingebunden sind. Die Fair Value-Option nimmt Gerresheimer nicht in Anspruch. Zur weiteren Erläuterung von derivativen Finanzinstrumenten verweisen wir auf Angabe (6).

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen:

Nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder ermittelbaren Zahlungsbeträgen und festen Zahlungsterminen werden als bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen klassifiziert, wenn der Konzern die Absicht hat und in der Lage ist, diese bis zur Fälligkeit zu halten. Nach ihrer erstmaligen Erfassung werden bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Finanzinvestitionen ausgebucht oder wertgemindert sind.

Bei Gerresheimer sind dieser Kategorie keine finanziellen Vermögenswerte zugeordnet.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte:

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind finanzielle Vermögenswerte, die nach ihren objektiven Merkmalen keiner anderen Kategorie zurechenbar sind oder durch eine Designationsentscheidung des Unternehmens der Kategorie „Zur Veräußerung verfügbar“ zugewiesen wurden. Nach der erstmaligen Bewertung werden zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Nicht realisierte Gewinne oder Verluste werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Wenn ein solcher finanzieller Vermögenswert ausgebucht wird oder wertgemindert ist, wird der zuvor im sonstigen Ergebnis erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst.

Gerresheimer hat Anteile an anderen Unternehmen der Kategorie „Zur Veräußerung verfügbar“ zugewiesen. Da für diese Anteile kein Marktpreis besteht und ihr beizulegender Zeitwert auch durch Anwendung einer Bewertungsmethode nicht verlässlich ermittelbar ist, sind diese finanziellen Vermögenswerte zu Anschaffungskosten bewertet.

Dieser Bewertungskategorie werden zudem die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen übrigen finanziellen Vermögenswerte zugeordnet.

Kredite und Forderungen:

Kredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Nach der erstmaligen Erfassung werden die Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert sind.

Dieser Bewertungskategorie werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Ausleihungen und Erstattungsansprüche sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet.

Liegen Anzeichen für eine Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie „Kredite und Forderungen“ vor, wird ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Hierzu erfolgt eine Prüfung, ob der Buchwert den auf Basis des Effektivzinssatzes des finanziellen Vermögenswerts ermittelten Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsmittelflüsse übersteigt. In diesem Fall ist in Höhe der Differenz eine Wertminderung in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Bestehen die Gründe für die Abwertung des Vermögenswerts nicht mehr, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen, jedoch nicht über die fortgeführten Anschaffungskosten hinaus.

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf die Zahlungsströme aus den finanziellen Vermögenswerten nicht mehr bestehen oder die finanziellen Vermögenswerte sowie im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Vermögenswertes verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten übertragen werden.

Objektive Hinweise für eine Wertminderung können unter anderem in einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder einem sonstigen Sanierungsverfahren, erheblichen finanziellen Schwierigkeiten der Gegenpartei, dem Verschwinden eines aktiven Marktes für diesen finanziellen Vermögenswert oder einem Vertragsbruch begründet sein.

Umklassifizierungen zwischen den Bewertungskategorien wurden weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr vorgenommen.

Kundenspezifische Fertigungsaufträge

Erlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden nach Fertigungsfortschritt erfasst (Percentage of Completion-Methode). Die erbrachte Leistung einschließlich des anteiligen Ergebnisses wird entsprechend dem Fertigstellungsgrad unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Den anzusetzenden Fertigstellungsgrad ermittelt Gerresheimer nach dem Verhältnis der angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt erwarteten Auftragskosten (Cost-to-Cost-Methode). Sofern die bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zuzüglich ausgewiesener Gewinne und abzüglich ausgewiesener Verluste aus Teilabrechnungen übersteigen, wird der Überschuss als Fertigungsauftrag mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden gezeigt. Der Ausweis erfolgt unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Sonstige Forderungen

Steuerforderungen, Vorauszahlungen und sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden zum Nominalwert abzüglich kumulierter Wertminderungen angesetzt.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden als finanzielle Vermögenswerte zu Nominalwerten bilanziert. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige hochliquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in festgelegte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen. Zahlungsmitteläquivalente besitzen - vom Erwerbszeitpunkt gerechnet - eine Restlaufzeit von nicht mehr als drei Monaten.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Vermögensgruppen

In dieser Position sind einzelne langfristige Vermögenswerte oder Vermögensgruppen und direkt zurechenbare Schulden auszuweisen, die in ihrem derzeitigen Zustand veräußert werden können und deren Veräußerung innerhalb von zwölf Monaten hochwahrscheinlich ist.

Die zu einer Veräußerungsgruppe gehörenden langfristigen Vermögenswerte werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Sie sind zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich noch anfallender Veräußerungskosten anzusetzen. Liegt der Buchwert über dem Vergleichswert, erfasst Gerresheimer in Höhe des Differenzbetrages eine Wertminderung in der Gewinn- und Verlustrechnung.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der Konzern verfügt über verschiedene Pensionspläne, die auf die jeweiligen landesspezifischen Regularien und Praktiken ausgerichtet sind. In den USA bestehen darüber hinaus Zusagen, bestimmte zusätzliche medizinische Versorgungsleistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu erbringen.

Zur Bilanzierung von Pensionen und anderen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden leistungsorientierte Pläne (Defined Benefit Plan) von beitragsorientierten Plänen (Defined Contribution Plan) unterschieden. Ein beitragsorientierter Plan ist ein Plan, gemäß dem der Konzern fest vereinbarte Beiträge an einen externen Versorgungsträger zahlt und keine weitere rechtliche oder faktische Verpflichtung besteht, darüber hinausgehende Beiträge zu zahlen, falls der Versorgungsträger nicht in der Lage ist, seinen Leistungsverpflichtungen für das laufende und für frühere Jahre nachzukommen. Die Verpflichtung des Konzerns beschränkt sich auf die Leistung laufender Jahresbeiträge. Dementsprechend erfasst Gerresheimer aus beitragsorientierten Plänen mit Ausnahme von Vorleistungen und Beitragsrückständen keine Vermögenswerte und Schulden.

Leistungsorientierte Pläne verpflichten demgegenüber das Unternehmen zu Altersversorgungsleistungen. Die im Plan festgelegte Höhe der Leistungsverpflichtung knüpft an Faktoren wie Alter, Dienstzeit und Vergütung an. Die Aufwendungen für die im Rahmen der leistungsorientierten Pläne gewährten Leistungen werden gesondert für jeden Plan unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in voller Höhe im sonstigen Ergebnis erfasst. Nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst.

Der als Schuld aus einem leistungsorientierten Plan zu erfassende Betrag setzt sich zusammen aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des zur unmittelbaren Erfüllung von Verpflichtungen vorhandenen Planvermögens.

Die Verpflichtungen werden jährlich durch unabhängige versicherungsmathematische Gutachter bewertet. Die auf Pensionen entfallenden Zinsen werden im Finanzergebnis erfasst.

Aktienwertsteigerungsrechte (Phantom Stocks)

Die Aktienwertsteigerungsrechte werden nach der Fair Value-Methode bilanziert. Der beizulegende Zeitwert der Phantom Stocks wird zeitanteilig als Personalaufwand und gleichzeitig als Rückstellung erfasst, da eine Verpflichtung zum Barausgleich vorliegt. Der gesamte Aufwand, der über den Zeitraum bis zum Ausübungszeitpunkt der Phantom Stocks zu erfassen ist, ermittelt sich aus dem beizulegenden Zeitwert der gewährten Phantom Stocks und der erwarteten Fluktuation der begünstigten Mitarbeiter - diese Parameter werden an jedem Bilanzstichtag überprüft.

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn durch ein Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung begründet wird, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst. Sofern ein vertraglicher Erstattungsanspruch von Dritten hinreichend sicher ist, wird der Anspruch als Vermögenswert in der Bilanz erfasst.

In den sonstigen Rückstellungen werden auch Altersteilzeitverpflichtungen ausgewiesen, wobei das Blockmodell Anwendung findet. Das in der Passivphase auszuzahlende Gehalt und die vom Arbeitgeber gewährten Aufstockungsbeträge werden während der Beschäftigungsphase zeitanteilig über die verbleibende Arbeitszeit des Mitarbeiters erfasst. Während die Aufstockungsbeträge ab Beginn der aktiven Phase ausgezahlt werden, werden die Gehaltsanteile ab Beginn der passiven Phase fällig.

Leistungen anlässlich der Beendigung von Arbeitsverhältnissen werden bilanziert, wenn nachweislich eine Verpflichtung besteht, die auf einem detaillierten formellen Plan oder einem konkreten Abfindungsangebot beruht. Leistungen, die erwartungsgemäß nicht innerhalb von zwölf Monaten vollständig zu erfüllen sind, werden auf den Barwert abgezinst.

Tatsächliche und latente Ertragsteuern

Die in den Gerresheimer Konzern einbezogenen Kapitalgesellschaften (mit Ausnahme der ausländischen Tochterunternehmen) bilden insgesamt eine ertragsteuerliche Organschaft, wobei die Gerresheimer AG als Steuerschuldnerin bzw. -gläubigerin fungiert. Demzufolge fallen bei den in den Konzern einbezogenen deutschen Tochtergesellschaften im Wesentlichen keine tatsächlichen Ertragsteuern an. Zusätzlich zu der Berechnung der tatsächlichen Ertragsteuern werden latente Ertragsteuern für temporäre Abweichungen zwischen den Steuerwerten und den IFRS-Buchwerten von Vermögenswerten und Schulden gebildet, deren Umkehr sich steuerbelastend (latente Steuerschulden) bzw. steuerentlastend (latente Steueransprüche) auswirkt. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften angesetzt. Der Berechnung liegen die im Zeitpunkt der voraussichtlichen Umkehr der temporären Differenzen gültigen Steuersätze zugrunde, sofern diese nicht bekannt sind, die am Abschlussstichtag maßgeblichen Steuersätze. Aktive latente Steuern werden nur berücksichtigt, wenn ihre Realisierung innerhalb des Planungshorizonts wahrscheinlich erscheint.

Veränderungen der latenten Steuern in der Bilanz führen grundsätzlich zu latentem Steueraufwand bzw. -ertrag. Soweit die Veränderung latenter Steuern aus Sachverhalten resultiert, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden, werden auch die latenten Steuern und ihre Veränderungen im sonstigen Ergebnis berücksichtigt.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten enthalten originäre Verbindlichkeiten und derivative Finanzinstrumente mit negativen Marktwerten.

Die originären Verbindlichkeiten werden eingebucht, wenn eine vertragliche Verpflichtung zur Zahlung entsteht. Sie werden bei erstmaliger Erfassung mit ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich eventueller Transaktionskosten angesetzt. Anschließend werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet. Unterschiede zwischen ihrem Zugangswert und dem Erfüllungsbetrag werden über die Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung eingebundene derivative Finanzinstrumente sind als zu Handelszwecken gehalten zu klassifizieren und damit erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Ist dieser negativ, führt dies zum Ansatz unter den finanziellen Verbindlichkeiten. Die Fair Value-Option nimmt Gerresheimer nicht in Anspruch. Zur weiteren Erläuterung der Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten verweisen wir auf Angabe (6). Put-Optionen werden beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft.

Die Ausbuchung der finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt, wenn die vertraglichen Verpflichtungen zur Zahlung beglichen, aufgehoben oder abgelaufen und damit erloschen sind.

Sonstige Verbindlichkeiten

Erhaltene Anzahlungen, Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern oder sozialer Sicherheit sowie sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Realisierung der Erlöse

Die Erlöse aus dem Verkauf von Produkten werden unter Abzug von Erlösschmälerungen wie Boni, Skonti oder Rabatten zu dem Zeitpunkt realisiert, zu dem der Gefahrenübergang erfolgt bzw. die Leistung erbracht ist. Zinserträge werden unter Verwendung der Effektivzinsmethode erfasst.

Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden nach dem Fertigungsfortschritt (Methode der langfristigen Auftragsfertigung) bilanziert. Die erbrachte Leistung einschließlich des anteiligen Ergebnisses wird entsprechend des Fertigstellungsgrades nach der Cost-to-Cost-Methode unter den Umsatzerlösen ausgewiesen.

Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit angewandten Rechnungslegungsprinzipien werden Schätzungen vorgenommen, Annahmen und Ermessensentscheidungen getroffen, die Einfluss auf den Ansatz und die Bewertung von Aktiva und Passiva haben. Diese wirken sich auch auf die Offenlegung von Eventualverbindlichkeiten und -forderungen zum Bilanzstichtag und auf die Höhe von Erträgen und Aufwendungen im Berichtszeitraum aus. Obwohl die Schätzungen fortlaufend überprüft werden und auf dem besten Wissen des Managements bezüglich der laufenden Ereignisse und Handlungen basieren, können die tatsächlichen zukünftigen Ergebnisse von den Schätzungen abweichen. Anpassungen bezüglich der für die Rechnungslegung relevanten Schätzungen werden in der Periode der Änderung berücksichtigt, sofern die Änderung nur diese Periode betrifft. Eine Änderung wird in der Periode der Änderung und in späteren Perioden berücksichtigt, sofern die Änderung sowohl die Berichtsperiode als auch spätere Perioden betrifft.

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen, die mit Schätzungsunsicherheiten behaftet sind, sind nachstehend dargestellt.

Zur Bilanzierung des Kaufes eines Tochterunternehmens wird die Erwerbsmethode angewendet. Nach dieser Methode sind bei Unternehmenszusammenschlüssen sämtliche identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des übernommenen Unternehmens mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Zeitpunkt des Erwerbes anzusetzen. Um die beizulegenden Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt zu bestimmen, sind Schätzungen notwendig. Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel auf Basis unabhängiger Gutachten bewertet. Werden immaterielle Vermögenswerte identifiziert, wird in Abhängigkeit von der Art des Vermögenswertes und der Komplexität der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes entweder ein unabhängiges Gutachten zugrunde gelegt oder der beizulegende Zeitwert wird unter Anwendung einer angemessenen Bewertungstechnik ermittelt. Diese Bewertungen sind verbunden mit der Einschätzung des Managements bezüglich der künftigen Wertentwicklung der betreffenden Vermögenswerte, die sich aus den künftigen erwarteten Zahlungsströmen ableiten, sowie der Wahl eines geeigneten Abzinsungssatzes.

Für die Bestimmung des Vorliegens einer Wertminderung des Geschäftswertes ist es erforderlich, den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Geschäftswert zugeordnet worden ist, zu ermitteln. Die Berechnung des Nutzungswertes bedarf einer Schätzung künftiger Cash Flows aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung. Wenn die erwarteten künftigen Cash Flows geringer als bisher geschätzt ausfallen, kann sich eine Wertminderung ergeben. Für weitere Informationen verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Angabe (19).

Die Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer sind grundsätzlich leistungsorientiert. Der Wert der Verpflichtungen aus Altersversorgung für Arbeitnehmer wird in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Verfahren ermittelt, die auf Annahmen hinsichtlich des Rechnungszinses, der erwarteten Gehalts- und Rententrends und der Lebenserwartung beruhen. Sie können aufgrund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen zum Teil erheblich von den künftigen tatsächlichen Entwicklungen abweichen. Zudem bezuschusst die Gerresheimer AG die Krankheitskosten von Mitarbeitern in den USA nach Eintritt in den Ruhestand. Falls Änderungen der Annahmen in Bezug auf die genannten Parameter erforderlich sind, könnte dies Auswirkungen auf die künftige Höhe der Aufwendungen für Altersversorgung, auf das Eigenkapital und die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen haben. Für weitere Informationen verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Angabe (29).

Gerresheimer bildet Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen, um erwarteten Verlusten Rechnung zu tragen, die aus der Zahlungsunfähigkeit von Kunden resultieren. Die verwendeten Grundlagen für die Beurteilung der Angemessenheit der Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen sind die Fälligkeitsstruktur der Forderungssalden und Erfahrungen in Bezug auf Ausbuchungen von Forderungen in der Vergangenheit, die Bonität der Kunden sowie Veränderungen der Zahlungsbedingungen. Bei einer Verschlechterung der Finanzlage der Kunden kann der Umfang der tatsächlich vorzunehmenden Ausbuchungen den Betrag der vorgenommenen Wertberichtigungen übersteigen. Für weitere Informationen verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Angabe (26).

Der Gerresheimer Konzern ist in zahlreichen Ländern operativ tätig und erzielt Einkünfte. Er unterliegt somit unterschiedlichen Steuerjurisdiktionen. Dabei sind für jedes Besteuerungssubjekt, eine Ausnahme bilden Gruppenbesteuerungssysteme wie eine Organschaft, die erwartete tatsächliche Ertragsteuer zu berechnen und die Steuerforderungen bzw. -verbindlichkeiten, die temporären Differenzen und Verlustvorträge sowie daraus resultierende aktive und passive latente Steuerpositionen separat zu ermitteln. Das Management muss bei der Ermittlung der tatsächlichen und latenten Steuern Beurteilungen vornehmen. Aktive latente Steuern werden nur berücksichtigt, wenn ihre Realisierung innerhalb des Planungshorizonts wahrscheinlich erscheint. Die Realisierung aktiver latenter Steuern ist insbesondere davon abhängig, dass für die jeweilige Steuerart und Steuerjurisdiktion ausreichend zu versteuerndes Ergebnis erzielbar ist. Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenzuflusses sind verschiedene Faktoren wie z. B. Unternehmensplanung, Verlustvortragsbeschränkungen und Steuergestaltungsstrategien zu berücksichtigen. Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern könnten sich verringern, falls die Schätzungen der geplanten steuerlichen Einkommen gesenkt werden oder falls Steuergesetzänderungen den zeitlichen Rahmen oder den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken. Für weitere Informationen verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Angabe (24).

Die Aktienwertsteigerungsrechte werden im Gerresheimer Konzern nach der Fair Value-Methode bilanziert. Der beizulegende Zeitwert der Phantom Stocks wird zeitanteilig als Personalaufwand und gleichzeitig als Rückstellung erfasst, da eine Verpflichtung zum Barausgleich vorliegt. Für die Ermittlung des Optionswertes der Phantom Stocks wird ein anerkanntes Optionspreismodell (Binomialmodell) verwendet. Die in dieses Bewertungsmodell einfließenden Parameter und die beizulegenden Zeitwerte der jeweiligen Tranchen sind in Angabe (30) dargestellt. Falls Änderungen der Annahmen in Bezug auf die genannten Parameter erforderlich sind, könnte dies Auswirkungen auf die künftige Höhe der Aufwendungen, auf das Eigenkapital und die Rückstellung für Verpflichtungen aus den Gerresheimer Aktienwertsteigerungsrechten haben.

Erlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden nach Fertigungsfortschritt erfasst (Percentage of Completion-Methode). Die erbrachte Leistung einschließlich des anteiligen Ergebnisses wird entsprechend dem Fertigstellungsgrad unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Den anzusetzenden Fertigstellungsgrad ermittelt Gerresheimer nach dem Verhältnis der angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt erwarteten Auftragskosten (Cost-to-Cost-Methode). Die wesentlichen Schätzungen betreffen die gesamten Auftragskosten und die bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten. Die Schätzungen werden kontinuierlich überprüft und gegebenenfalls angepasst.

(6) Finanzrisikomanagement und derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt.

Im Rahmen eines konzernweiten Finanzrisikomanagements werden die finanziellen Risiken des Konzerns zentral überwacht. Identifizierte Risikopotenziale werden nach klar definierten Richtlinien durch geeignete Sicherungsmaßnahmen gesteuert.

Außer Preisrisiken, die sich durch Schwankungen an den Geld- und Kapitalmärkten sowie an den internationalen Rohstoffmärkten ergeben, fokussiert das Risikomanagement Kredit- und Liquiditätsrisiken.

Entsprechend der konzerninternen Finanzrichtlinie werden Devisentermingeschäfte und Devisenswaps zur Absicherung von Wechselkursrisiken verwendet. Als Risikoexposure kommen im Rahmen des Währungsmanagements grundsätzlich nur Transaktionsrisiken in Betracht. Die Währungsderivate werden zur Absicherung definierter Grundgeschäfte verwendet und entsprechend als Sicherungsinstrumente bilanziert.

Die sich aus den Liefer- und Leistungsbeziehungen des Konzerns ergebenden Kredit- und Bonitätsrisiken werden durch das Kredit- und Forderungsmanagement und die Vertriebsbereiche der operativen Gesellschaften überwacht. Mit dem Ziel, Forderungsausfälle zu vermeiden, unterliegen die Kunden einer laufenden internen Bonitätskontrolle. Forderungen gegen Kunden, die über kein erstklassiges Rating verfügen, werden grundsätzlich versichert.

Die Liquiditätssituation des Konzerns wird durch komplexe Planungsinstrumente überwacht und gesteuert. Durch eine rollierende Finanz- und Liquiditätsplanung werden Risiken der künftigen Beschaffung von Finanzmitteln identifiziert und gesteuert.

Sämtliche derivativen Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente mit einem positiven beizulegenden Zeitwert werden unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten, Derivate mit einem negativen beizulegenden Zeitwert unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden unter Anwendung der zum Abschlussstichtag relevanten Wechselkurse, Zinssätze und Bonitäten ermittelt. Der beizulegende Zeitwert entspricht grundsätzlich dem Betrag, den die Konzerngesellschaften erhalten oder leisten würden, wenn sie die derivativen Finanzinstrumente am Bilanzstichtag auf einen Marktteilnehmer in einer gewöhnlichen Transaktion übertragen wollten.

Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von derivativen Finanzinstrumenten werden sofort ergebniswirksam erfasst. Ausgenommen sind Derivate, die als Sicherungsinstrumente zur Absicherung erwarteter zukünftiger Zahlungsein- oder -ausgänge designiert sind (Cash Flow Hedge). Den wirksamen Teil der Änderung ihres beizulegenden Zeitwertes erfasst Gerresheimer gegebenenfalls im sonstigen Ergebnis (IAS-39-Rücklage). Die im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge sind in dem Zeitpunkt in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern, in dem die abgesicherten Cash Flows aus den Grundgeschäften erfolgswirksam würden.

Die zur Absicherung gegen Währungsrisiken eingesetzten Währungsderivate hat Gerresheimer aufgrund ihrer kurzen Laufzeit nicht als Sicherungsinstrumente designiert. Änderungen ihres beizulegenden Zeitwertes werden nach den allgemeinen Regeln der Derivatebilanzierung erfolgswirksam verbucht.

(7) Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich der Finanzmittelbestand des GerresheimerKonzerns im Laufe des Geschäftsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert hat. Die aus der Erstkonsolidierung resultierenden Auswirkungen von Akquisitionen, Effekte aus Desinvestitionen und sonstigen Änderungen des Konsolidierungskreises sind gesondert ausgewiesen. Der in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Finanzmittelbestand beinhaltet Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, bestehend aus Kassenbeständen, Schecks, Wechseln und Guthaben bei Kreditinstituten sowie gegenläufigen Kontokorrentverbindlichkeiten. Der Posten „Einzahlungen aus Desinvestitionen abzüglich abgegebener Zahlungsmittel“ in der Berichtsperiode steht im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Veräußerung des Geschäftsbereiches Life Science Research, im Vorjahresvergleichszeitraum im Wesentlichen mit der Veräußerung des Röhrenglasgeschäftes. Der Posten „Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich erworbener Zahlungsmittel“ beinhaltet in der Berichtsperiode den Erhalt einer Kaufpreisanpassung für den Erwerb der US-amerikanischen Centor.

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(8) Umsatzerlöse

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in T EUR 2016 2015
Nach Geschäftsbereichen
Plastics & Devices 764.974 644.680
Primary Packaging Glass 610.486 638.232
1.375.460 1.282.912

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in T EUR 2016 Pro-Forma 1) 2015 Überleitung 2015
Nach Regionen 2)
Europa 458.384 466.874 -2.262 469.136
Deutschland 324.111 318.580 - 318.580
Amerika 363.079 245.150 - 245.150
Schwellenländer 203.850 219.915 335 219.580
Sonstige Regionen 26.036 32.393 1.927 30.466
1.375.460 1.282.912 - 1.282.912

1) Rückwirkende Anpassung aufgrund der Veränderung der Definition der Schwellenländer gemäß Quintiles IMS im Geschäftsjahr 2016.

2) Die hier genannten Umsätze in Europa sind ohne Umsätze in den Ländern Deutschland, Kasachstan, Polen, Rumänien, Russland und Türkei und die Umsätze in Amerika ohne Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien und Mexiko.

Quintiles IMS hat im Geschäftsjahr 2016 seine Definition der Schwellenländer geändert, wobei weiterhin 21 Länder als Schwellenländer definiert sind. Neu hinzugekommen ist das Land Rumänien, und aus der Definition herausgenommen wurde das Land Ägypten. Wir haben unsere Berichterstattung an diese geänderte Definition angepasst und das Vorjahr entsprechend vergleichbar gemacht.

Die Umsätze in den sogenannten Schwellenländern enthalten gemäß der aktuellen Definition des Quintiles IMS Institutes Umsätze in den Ländern Algerien, Argentinien, Bangladesch, Brasilien, Chile, China, Indien, Indonesien, Kasachstan, Kolumbien, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Polen, Rumänien, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Türkei und Vietnam.

Die Umsatzerlöse beinhalten realisierte Auftragswerte kundenspezifischer Auftragsfertigung in Höhe von T EUR 49.924 (Vorjahr: T EUR 57.491). Alle anderen Umsatzerlöse resultieren aus Verkäufen von Erzeugnissen und Waren.

(9) Umsatzkosten

In den Umsatzkosten sind die Kosten der verkauften Erzeugnisse und die Einstandskosten der verkauften Handelswaren enthalten. Die Kosten der umgesetzten Leistungen enthalten sowohl die unmittelbaren leistungsbezogenen Kosten wie Fertigungsmaterial, Personal- und Energiekosten als auch die mittelbar zurechenbaren Kosten wie Abschreibungen auf Produktionsanlagen und Reparaturkosten. Zudem sind in den Umsatzkosten insgesamt Abschreibungen in Höhe von T EUR 80.971 (Vorjahr: T EUR 78.895) enthalten, von denen auf die Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen aus Kaufpreisallokationen T EUR 1.276 (Vorjahr: T EUR 1.630) entfallen.

(10) Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten

Die Vertriebskosten enthalten die Personal- und Sachkosten der Vertriebsorganisationen und der Distribution (unter anderem Frachten und Provisionen).

Zudem sind in den Vertriebskosten insgesamt Abschreibungen von T EUR 36.735 (Vorjahr: T EUR 35.735) enthalten, von denen auf die Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen aus Kaufpreisallokationen T EUR 35.393 (Vorjahr: T EUR 34.429) entfallen. In den Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen sind Wertminderungen auf Kundenbeziehungen in Höhe von T EUR 277 im Geschäftsbereich Plastics & Devices enthalten. In den Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen des Vorjahres sind Wertminderungen auf Markenrechte in Höhe von T EUR 15.682 für die Marke Kimble/Kontes enthalten. Die Wertminderung ist auf die Veräußerung des Röhrenglasgeschäftes und damit einhergehende geringere Umsatzerlöse, die der Bewertung zugrunde liegen, zurückzuführen.

Die allgemeinen Verwaltungskosten enthalten die Personal- und Sachkosten der Verwaltungsstellen sowie Abschreibungen in Höhe von T EUR 5.793 (Vorjahr: T EUR 5.773).

(11) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

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in T EUR 2016 2015
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 5.537 5.688
Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten 3.491 1.478
Erträge aus sonstigen Erstattungsansprüchen gegen Dritte 1.656 2.448
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen 1.217 533
Einmalige Erträge 993 76.998
Erträge aus Verschrottungen 728 795
Währungsgewinne 462 619
Sonstige Erträge 3.461 4.732
17.545 93.291

Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren im Wesentlichen aus nicht benötigten in der Vergangenheit gebildeten Rückstellungen für Gewährleistungen.

In den Erträgen aus sonstigen Erstattungsansprüchen gegen Dritte sind im Wesentlichen Erträge aus Transaktionsdienstleistungsverträgen aus abgeschlossenen Desinvestitionen und Versicherungserträge enthalten. Unter dieser Position sind im Vorjahr Erträge aus Versicherungserstattungen aus einem Wannenschaden in 2014 an einem unserer Standorte in den USA in Höhe von T EUR 1.350 ausgewiesen.

In den Erträgen aus dem Abgang von Anlagevermögen ist im Wesentlichen die Veräußerung eines Grundstückes an einem unserer Standorte in den USA in Höhe von T EUR 896 enthalten.

Die einmaligen Erträge des Vorjahres resultieren im Wesentlichen aus dem erzielten Buchgewinn aus der Veräußerung des Röhrenglasgeschäftes in Höhe von T EUR 72.808. Diesen Erträgen stehen Einmalaufwendungen, die unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen sind, in Höhe von T EUR 4.952 und eine Wertminderung auf Markenrechte in Höhe von T EUR 15.682 für die Marke Kimble/Kontes, die in den Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen enthalten ist, gegenüber.

Währungsgewinne und -verluste aus der Umrechnung von operativen Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten sowie das Nettoergebnis aus der Marktbewertung von operativen derivativen Sicherungsgeschäften, die der Absicherung von Grundgeschäften in Fremdwährung dienen, werden saldiert in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Währungsgewinne bzw. -verluste im Zusammenhang mit der Finanzierung sind saldiert im Finanzergebnis enthalten.

(12) Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen

Die Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen betreffen die Akquisitionen der Gerresheimer Group GmbH im Dezember 2004, der Gerresheimer Vaerloese (vormals: Dudek Plast Gruppe) Ende Dezember 2005, der Gerresheimer Regensburg Gruppe (vormals: Wilden Gruppe) Anfang Januar 2007, der Pharma-Glassparte der US-amerikanischen Comar Inc. im März 2007, der Gerresheimer Zaragoza und Gerresheimer Plasticos Sao Paulo im Januar 2008, der Vedat Tampas Hermeticas (verschmolzen auf Gerresheimer Plasticos Sao Paulo) im März 2011, der Neutral Glass im April 2012, der Triveni im Dezember 2012 sowie der Centor im September 2015.

(13) Restrukturierungsaufwendungen

Als Restrukturierungsaufwendungen erfasst Gerresheimer Aufwendungen nach einem vom Management geplanten und überwachten Programm, das entweder ein Geschäftsfeld des Konzerns oder die Art, wie die Geschäftstätigkeit ausgeübt wird, wesentlich verändert. Aufgrund ihrer Bedeutung im Gerresheimer Konzern werden die Restrukturierungsaufwendungen gesondert von Aufwendungen ausgewiesen, die nicht aus Maßnahmen im vorstehenden Sinn resultieren.

Die in der Berichtsperiode ausgewiesenen Aufwendungen in Höhe von T EUR 2.258 umfassen im Wesentlichen Aufwendungen aus einer Restrukturierungsmaßnahme zur Effizienzsteigerung im Geschäftsbereich Plastics & Devices sowie weitere Portfoliobereinigungen im Zusammenhang mit der begonnenen Standardisierung und Optimierung der Standorte.

Die im Vorjahr ausgewiesenen Aufwendungen in Höhe von T EUR 6.922 umfassen im Wesentlichen Aufwendungen aus der endgültigen Stilllegung unseres Werkes in Millville (New Jersey/USA) sowie weitere Portfoliobereinigungen im Zusammenhang mit der begonnenen Standardisierung und Optimierung der Standorte.

(14) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

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in T EUR 2016 2015
Forschung und Entwicklung 3.163 1.847
Einmalige Aufwendungen 1.503 21.204
Aufwendungen aus der Fair Value-Bewertung der Put-Option Triveni 1.399 -
Aufsichtsratsvergütungen und Auslagenerstattungen 1.110 1.163
Portfoliobereinigungen 1.028 8.960
Verlust aus Anlagenabgang 393 715
Sonstige Aufwendungen 2.619 1.607
11.215 35.496

Einen wesentlichen Bestandteil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen stellen einmalige Aufwendungen und Portfoliobereinigungen in Höhe von T EUR 2.531 (Vorjahr: T EUR 30.164) dar. Die einmaligen Aufwendungen des aktuellen Geschäftsjahres setzen sich im Wesentlichen aus Einmaleffekten, die im Zusammenhang mit der Neuordnung und Optimierung der Geschäftstätigkeiten angefallen sind, die jedoch nicht die Kriterien des IAS 37 erfüllen und daher keine Restrukturierungsaufwendungen darstellen, zusammen. Außerdem beinhaltet diese Position Aufwendungen im Zusammenhang mit Akquisitionsprojekten sowie Beträge für ein anhängiges Schiedsgerichtsverfahren.

Im Zusammenhang mit dem Erwerb von 75 % der Anteile an Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien), zum 20. Dezember 2012 hat Gerresheimer den nicht beherrschenden Anteilen das Recht eingeräumt, die verbliebenen 25 % ab dem 1. April 2016 Gerresheimer zum Kauf anzudienen. Diese Vertragsklausel wurde angepasst, so dass die nicht beherrschenden Anteile nun das Recht haben, jährlich zwischen dem 1. April und dem 30. April des jeweiligen Jahres gemeinsam die verbliebenen 25 % zum Kauf anzudienen. Auf die Ausübung dieser Option in 2017 haben die nicht beherrschenden Anteile bereits zum Bilanzstichtag des aktuellen Geschäftsjahres verzichtet. Aufgrund der Fair Value-Bewertung der Put-Option zum Bilanzstichtag, welche auf dem lokalen EBITDA der Gesellschaft Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien), für das zum 31. März 2018 endende Geschäftsjahr basiert, resultiert hieraus ein Aufwand in Höhe von T EUR 1.399 (Vorjahr: T EUR 0).

Im Zusammenhang mit der Centor Akquisition sind im Vorjahr einmalige Aufwendungen von T EUR 15.602 entstanden, die zum einen aus Kursverlusten aus der Bewertung der Kaufpreissicherung der Centor Akquisition in Höhe von T EUR 8.524 resultieren, wobei diesen Aufwendungen aus der Bewertung Erträge in Höhe von T EUR 4.037 gegenüberstehen, die unter den sonstigen betrieblichen Erträgen im Vorjahr ausgewiesen sind. Zum anderen sind aus der Akquisition von Centor Anschaffungsnebenkosten in Höhe von T EUR 7.078 im Wesentlichen für Beratungskosten für die durchgeführte Due Diligence, die Verhandlungen sowie beauftragte Rechtsanwälte in dieser Position erfasst. Darüber hinaus sind im Zusammenhang mit dem Verkauf des Röhrenglasgeschäftes Aufwendungen aus Projekt- und sonstigen Kosten in Höhe von T EUR 4.952 angefallen.

Währungsgewinne und -verluste aus der Umrechnung von operativen Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten sowie das Nettoergebnis aus der Marktbewertung von operativen derivativen Sicherungsgeschäften, die der Absicherung von Grundgeschäften in Fremdwährung dienen, werden saldiert in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Währungsgewinne bzw. -verluste im Zusammenhang mit der Finanzierung werden saldiert im Finanzergebnis berichtet.

(15) Finanzergebnis

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in T EUR 2016 Pro-Forma 2015 Überleitung 2015
Zinserträge 4.757 4.743 - 4.743
Zinsaufwendungen -34.035 -33.722 5.617 -39.339
Sonstiges Finanzergebnis -4.248 -5.617 -5.617 -
Finanzergebnis -33.526 -34.596 - -34.596
Davon Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis für als Sicherungsinstrumente eingesetzte Zinsswaps - -420 -420
Davon Nettozinsaufwand für leistungsorientierte Pensionspläne -3.580 -4.217 -4.217
Davon Währungsverluste aus Finanzierung -4.248 -5.197 -5.197

Um eine höhere Transparenz des Finanzergebnisses zu gewährleisten, haben wir unsere Berichterstattung ausgeweitet und das Vorjahr entsprechend vergleichbar gemacht.

Unter der Position Zinsaufwendungen sind Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, aus der begebenen Anleihe, aus Schuldscheinen, aus Finanzierungsleasing sowie für sonstige finanzielle Verbindlichkeiten enthalten. Die Position sonstiges Finanzergebnis enthält im Wesentlichen Währungsgewinne bzw. -verluste aus Finanzierungsgeschäften sowie die dazugehörigen Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften.

Im Geschäftsjahr 2016 wurden keine Umgliederungen aus dem sonstigen Ergebnis für als Sicherungsinstrument eingesetzte Zinsswaps vorgenommen (Vorjahr: T EUR -420).

Zinsen im Zusammenhang mit der Put-Option (T EUR 6; Vorjahr: T EUR 180) sind der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ zuzuordnen. Alle weiteren Erträge aus finanziellen Vermögenswerten sind der Kategorie „Kredite und Forderungen“ und alle weiteren Aufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten“ zuzuordnen.

Das Finanzergebnis enthält im Vorjahr T EUR 506 außerplanmäßige Abschreibungen der Bankenprovisionen für die im Juni 2015 abgelöste Rahmenfinanzierung sowie T EUR 2.475 für die zum Jahresende 2015 abgelöste Brückenfinanzierung im Zusammenhang mit der Akquisition von Centor. Zusätzlich wurde Aufwand in Höhe von T EUR 3.490 aus der Kurssicherung der Kaufpreiszahlung für Centor im Finanzergebnis in 2015 berücksichtigt.

(16) Ertragsteuern

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in T EUR 2016 2015
Tatsächliche Ertragsteuern -42.096 -70.499
Latente Ertragsteuern -361 27.158
-42.457 -43.341

Die latenten Ertragsteuern im Zusammenhang mit Posten, die im sonstigen Ergebnis verrechnet werden, führen zu einer Erhöhung des Eigenkapitals von T EUR 458 (Vorjahr: Eigenkapital mindernd T EUR 2.018), wovon T EUR 456 (Vorjahr: T EUR -1.858) auf Ertragsteuern aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen entfallen. Im Zusammenhang mit den latenten Steuern verweisen wir ergänzend auf die Angabe (24).

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Steueraufwand im Konzern begründen sich wie folgt:

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in T EUR 2016 2015
Konzernergebnis vor Ertragsteuern 146.943 147.353
Erwarteter Steueraufwand: 29 % (Vorjahr: 29 %) -42.613 -42.732
Unterschiede:
Verlustvorträge ohne aktive latente Steuern -1.741 -1.508
Abweichende Steuersätze Ausland 4.672 4.311
Nicht abziehbare Aufwendungen -3.179 -6.381
Steuerfreie Erträge und steuerliche Vorteile 1.427 1.792
Effekte aus Verkauf Röhrenglasgeschäft - 3.015
Effekte aus Änderung der Steuersätze -69 -128
Veränderung Wertberichtigung auf aktive latente Steuern -59 -1.822
Steuern aus Vorperiode -874 256
Übrige -21 -144
Summe Unterschiede 156 -609
Tatsächlicher Steueraufwand -42.457 -43.341
Steuerquote 28,9 % 29,4 %

Der Steuersatz in Deutschland beträgt unverändert zum Vorjahr 15,0 % Körperschaftsteuer zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer und ca. 13,0 % Gewerbesteuer, so dass sich ein kombinierter Steuersatz von ca. 29 % ergibt.

Die Steuersätze für die Tochtergesellschaften, die ihren Sitz nicht in Deutschland haben, variieren von 14,1 % bis 38,0 % (Vorjahr: 13,6 % bis 38,0 %). Für einige Tochtergesellschaften in China galten im Geschäftsjahr Steuerprivilegien, so dass hier ein Steuersatz von 15,0 % zur Anwendung kam.

Effekte aus Gewinnabführungsverträgen

Die steuerlichen Ergebnisse von 14 deutschen konsolidierten Organgesellschaften werden aufgrund der bestehenden ertragsteuerlichen Organschaft der Gerresheimer AG als Organträgerin zugerechnet.

Latente Steuern auf Verlustvorträge

Bei Konzerngesellschaften der Gerresheimer AG sind auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von T EUR 37.107 (Vorjahr: T EUR 33.365) keine aktiven latenten Steuern gebildet worden, da mit einer künftigen Nutzung dieser Verlustvorträge innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht gerechnet wird. Zusätzlich entfallen in 2016 T EUR 27.892 auf steuerliche Verlustvorträge für Körperschaftsteuerzwecke und T EUR 47.868 für Gewerbesteuerzwecke, auf die keine aktiven latenten Steuern gebildet worden sind. Diese Verlustvorträge stammen aus vororganschaftlicher Zeit und sind für die Dauer des Organschaftsverhältnisses eingefroren.

Bei ausländischen Konzerngesellschaften wurden trotz Verlusten im laufenden Jahr bzw. Vorjahr aktive latente Steuern in Höhe von T EUR 4.250 (Vorjahr: T EUR 5.176) auf Verlustvorträge gebildet, da die Unternehmen von zukünftigen steuerlichen Gewinnen ausgehen. Es besteht hinreichende Sicherheit, dass die Verlustvorträge realisiert werden können.

Für zu versteuernde temporäre Differenzen bei Anteilen an vollkonsolidierten Tochterunternehmen in Höhe von T EUR 31.980 (Vorjahr: T EUR 34.549) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da die Gerresheimer AG den Zeitpunkt der Umkehr der temporären Differenzen steuern kann und sich die Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

(17) Ergebnis je Aktie

Bei der Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie wird das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Jahres im Umlauf befindlichen Stammaktien geteilt.

In den Geschäftsjahren 2016 und 2015 wurden keine neuen Aktien ausgegeben, so dass die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien in beiden Geschäftsjahren 31.400.000 Stück beträgt.

Das bestehende Phantom Stock-Programm (siehe Angabe (30)) eröffnet der Gerresheimer AG bei Erreichen der Ausübungshürde das Wahlrecht, den Vergütungsanspruch der Begünstigten durch Ausgabe von Aktien der Gerresheimer AG oder durch Leistung einer Barzahlung zu erfüllen. Da die Gesellschaft einen Barausgleich beabsichtigt, geht von dem Vergütungsprogramm kein Verwässerungseffekt aus. Options- oder Wandlungsrechte bestehen nicht. Das verwässerte und das unverwässerte Ergebnis je Aktie stimmen demnach überein.

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in T EUR 2016 2015
Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft 104.486 104.012
davon: Ergebnisanteile der Anteilseigner des Mutterunternehmens 102.291 100.816
davon: Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen 2.195 3.196
Konzernergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft 63.715 8.646
davon: Ergebnisanteile der Anteilseigner des Mutterunternehmens 19.347 3.401
davon: Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen 44.368 5.245
Konzernergebnis 168.201 112.658
davon: Ergebnisanteile der Anteilseigner des Mutterunternehmens 121.638 104.217
davon: Ergebnisanteile von nicht beherrschenden Anteilen 46.563 8.441
in Tausend 2016 2015
Gewichtete durchschnittliche Anzahl an Stammaktien 31.400 31.400
in EUR 2016 2015
Ergebnis je Aktie
aus fortzuführendem Geschäft
unverwässert 3,26 3,21
verwässert 3,26 3,21
aus nicht fortgeführtem Geschäft
unverwässert 0,61 0,11
verwässert 0,61 0,11
aus fortzuführendem Geschäft und nicht fortgeführtem Geschäft
unverwässert 3,87 3,32
verwässert 3,87 3,32

SONSTIGE INFORMATIONEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(18) Personalaufwand

Der Personalaufwand verringerte sich um T EUR 5.848 auf T EUR 391.000 gegenüber dem Vorjahr.

Der Gerresheimer Konzern beschäftigte im Geschäftsjahr 2016 durchschnittlich 10.508 Mitarbeiter (Vorjahr: 10.944). Davon waren 2.346 Angestellte (Vorjahr: 2.395), 7.921 Arbeiter (Vorjahr: 8.305) und 241 Auszubildende (Vorjahr: 244). Der Geschäftsbereich Life Science Research beschäftigte zum Zeitpunkt des Abschlusses der Transaktion rund 740 Mitarbeiter weltweit.

BILANZERLÄUTERUNGEN

(19) Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

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in T EUR Geschäftswerte Kundenbeziehungen, Markenrechte, Technologien und ähnliche Werte Entwicklungskosten Sonstiges Immaterielle Vermögenswerte
Zum 30. November 2016
Buchwert Vorjahr 700.352 542.503 2.524 6.005 1.251.384
Währungsumrechnung -2.587 -4.199 -3 -13 -6.802
Zugänge - - 1.144 2.876 4.020
Abgänge - - 1 1 2
Umbuchungen - - -49 - -49
Planmäßige Abschreibungen - 37.859 367 2.439 40.665
Wertminderungen - 277 - - 277
Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen -10.015 -3.099 - -593 -13.707
Buchwert 687.750 497.069 3.248 5.835 1.193.902
Anschaffungs- und Herstellungskosten 691.575 703.638 12.692 29.612 1.437.517
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 3.825 206.569 9.444 23.777 243.615
Buchwert 687.750 497.069 3.248 5.835 1.193.902
Zum 30. November 2015
Buchwert Vorjahr 454.972 94.065 3.012 5.548 557.597
Veränderung des Konsolidierungskreises 274.9401) 455.105 - - 730.045
Währungsumrechnung 9.522 31.308 - 123 40.953
Zugänge - - 893 3.236 4.129
Abgänge 39.082 - 148 72 39.302
Umbuchungen - - 23 107 130
Planmäßige Abschreibungen - 22.293 1.256 2.937 26.486
Wertminderungen - 15.682 - - 15.682
Buchwert 700.352 542.503 2.524 6.005 1.251.384
Anschaffungs- und Herstellungskosten 704.576 728.971 13.118 28.587 1.475.252
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 4.224 186.468 10.594 22.582 223.868
Buchwert 700.352 542.503 2.524 6.005 1.251.384

1) Rückwirkende Anpassung aufgrund Anwendung der Ein-Jahres-Frist nach dem Erwerb von Centor am 1. September 2015. Zur weiteren Erläuterung verweisen wir auf Angabe (2).

Die Abschreibungen auf Kundenbeziehungen, Markenrechte, Technologien und ähnliche Werte, die aus Fair Value-Anpassungen im Rahmen von Akquisitionen resultieren, sind als Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen separat in der Angabe (12) erläutert. Die planmäßigen Abschreibungen sind überwiegend in den Vertriebskosten enthalten. Wesentliche immaterielle Vermögenswerte resultieren aus den Unternehmensakquisitionen. Während Markenrechte - mit Ausnahme bei zwei Gesellschaften - eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, werden die übrigen identifizierbaren Vermögenswerte bis maximal 2035 abgeschrieben sein.

Im Geschäftsjahr sind Wertminderungen auf Kundenbeziehungen in Höhe von T EUR 277 im Geschäftsbereich Plastics & Devices enthalten. Im Vorjahr sind Wertminderungen auf Markenrechte in Höhe von T EUR 15.682 für die Marke Kimble/Kontes in den Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen enthalten.

Die Geschäftswerte werden wie folgt den fünf (Vorjahr: sechs) zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet:

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in T EUR 30.11.2016 30.11.2015
Plastics & Devices
Plastic Packaging 93.427 89.864
Medical Systems 115.468 115.468
Centor 290.957 292.4921)
Primary Packaging Glass
Converting 61.578 66.193
Moulded Glass 126.320 126.320
Life Science Research - 10.015
687.750 700.352

1) Rückwirkende Anpassung aufgrund Anwendung der Ein-Jahres-Frist nach dem Erwerb von Centor am 1. September 2015. Zur weiteren Erläuterung verweisen wir auf Angabe (2).

Die Geschäftswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Es wird mindestens einmal jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt.

Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäftswerte erfolgte, nach Veräußerung des Geschäftsbereiches Life Science Research, für alle fünf (Vorjahr: sechs) zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Plastic Packaging, Medical Systems, Centor, Converting und Moulded Glass auf der Grundlage der vom Vorstand verabschiedeten Unternehmensplanung für die Jahre 2017 bis 2021 (Vorjahr: 2016 bis 2020), die unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen auf aktuellen Markterwartungen basiert.

Für die nachhaltige Entwicklung der Folgejahre wurde eine Wachstumsrate von 1,0 % berücksichtigt, die das angenommene durchschnittliche Markt- oder Branchenwachstum nicht überschreitet. Die Ermittlung des erzielbaren Betrages erfolgte nach dem Konzept des Nutzungswertes unter Verwendung von Cash Flow-Prognosen, die auf der Unternehmensplanung für die Jahre 2017 bis 2021 basieren. Die Diskontierung der zukünftigen Cash Flows erfolgte mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital). Zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten wurde der Beta-Faktor einer Gruppe von vergleichbaren Unternehmen (Peer Group) herangezogen. Die Fremdkapitalkosten wurden entsprechend einer Auswertung der in Anspruch genommenen Finanzierungs- und Kreditlinien angesetzt. Mittels einer Sensitivitätsanalyse wurden die Auswirkungen einer möglichen Erhöhung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten auf die Werthaltigkeit der Geschäftswerte hin überprüft. Ausgehend von den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern wurden mittels eines iterativen Verfahrens die gewichteten Kapitalkosten vor Steuern ermittelt, die sich für die fünf (Vorjahr: sechs) zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wie folgt darstellen:

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in % 2016 2015
Plastics & Devices
Plastic Packaging 6,1 6,5
Medical Systems 6,3 6,6
Centor 5,5 6,3
Primary Packaging Glass
Converting 6,3 6,6
Moulded Glass 6,3 6,7
Life Science Research - 6,7

Aus der Werthaltigkeitsprüfung für die Geschäftswerte hat sich wie im Vorjahr kein Abwertungsbedarf ergeben. Die Veränderung der dargestellten Buchwerte der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ergibt sich, neben dem Abgang aufgrund der Veräußerung des Geschäftsbereiches Life Science Research, somit folglich ausschließlich aus Währungseffekten.

Bei den fünf zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ist die Unternehmensleitung der Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich für möglich gehaltene Änderung der zur Bestimmung des Nutzungswertes getroffenen Grundannahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihren erzielbaren Betrag wesentlich übersteigt.

Die Zuordnung der zum 30. November 2016 bestehenden Markenrechte auf die Geschäftsbereiche stellt sich wie folgt dar:

Plastics & Devices T EUR 26.276 (Vorjahr: T EUR 26.400), Primary Packaging Glass T EUR 0 (Vorjahr: T EUR 130) und Life Science Research T EUR 0 (Vorjahr: T EUR 1.418).

Die Markenrechte haben - mit Ausnahme bei zwei Gesellschaften - eine unbestimmte Nutzungsdauer und wurden nicht planmäßig abgeschrieben. Es wird mindestens einmal jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. In diesem Geschäftsjahr hat sich kein Abwertungsbedarf ergeben (Vorjahr: Wertminderungen von T EUR 15.682 im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass).

Im Geschäftsjahr wurden T EUR 3.163 (Vorjahr: T EUR 1.847) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Der Konzern hat Entwicklungskosten im Umfang von T EUR 1.144 (Vorjahr: T EUR 893) aktiviert.

Unter dem Posten „Sonstiges“ sind insbesondere Standard-EDV-Programme sowie geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte erfasst.

(20) Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die Sachanlagen und die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien setzen sich wie folgt zusammen:

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in T EUR Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten (betrieblich genutzt) Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen und Maschinen Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Sachanlagen Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Zum 30. November 2016
Buchwert Vorjahr 178.326 339.780 24.558 61.941 604.605 5.791
Währungsumrechnung -684 -4.011 -309 -1.445 -6.449 -
Zugänge 12.093 31.355 6.793 58.501 108.742 -
Abgänge 338 481 75 221 1.116 59
Umbuchungen 4.051 38.746 4.938 -47.687 49 -
Planmäßige Abschreibungen 9.125 68.104 7.811 - 85.040 -
Wertminderungen 85 1.028 - 93 1.206 -
Wertaufholung - 129 - - 129 -
Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen -4.213 -3.484 -614 -1.234 -9.545 -
Buchwert 180.025 332.902 27.480 69.762 610.169 5.732
Anschaffungs- und Herstellungskosten 249.875 749.687 80.688 69.855 1.150.105 6.714
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 69.850 416.785 53.208 93 539.936 982
Buchwert 180.025 332.902 27.480 69.762 610.169 5.732
Zum 30. November 2015
Buchwert Vorjahr 167.368 288.692 24.364 98.720 579.144 3.861
Veränderung des Konsolidierungskreises 5.721 31.057 - 2.661 39.439 -
Währungsumrechnung 4.418 11.696 248 4.704 21.066 -
Zugänge 5.746 61.525 5.455 46.430 119.156 -
Abgänge 3.730 56.032 142 3.912 63.816 -
Umbuchungen 8.374 74.646 1.583 -86.662 -2.059 1.930
Planmäßige Abschreibungen 8.431 66.686 6.947 - 82.064 -
Wertminderungen 1.140 5.118 3 - 6.261 -
Buchwert 178.326 339.780 24.558 61.941 604.605 5.791
Anschaffungs- und Herstellungskosten 253.641 744.953 70.005 61.941 1.130.540 6.774
Kumulierte Abschreibungen 75.315 405.173 45.447 - 525.935 983
Buchwert 178.326 339.780 24.558 61.941 604.605 5.791

Die Sachanlagen enthalten in Höhe von T EUR 7.245 (Vorjahr: T EUR 5.684) geleaste Vermögenswerte. Sie beinhalten zum Ende der Berichtsperiode in Höhe von T EUR 7.002 (Vorjahr: T EUR 4.692) geleaste Produktions-, Lager- und Verwaltungsgrundstücke sowie -gebäude, in Höhe von T EUR 26 (Vorjahr: T EUR 738) geleaste technische Anlagen und Maschinen und in Höhe von T EUR 217 (Vorjahr: T EUR 254) geleaste sonstige Sachanlagen.

Im Geschäftsjahr 2016 dienen keine Grundstücke und Gebäude (Vorjahr: Buchwert T EUR 341) als erstrangige Sicherheit für Darlehen (Vorjahr: ein Darlehen). Im Vorjahr sind hierin keine als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien enthalten.

Bei den nicht betrieblich genutzten Grundstücken im Sinne von IAS 40 „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“ handelt es sich um Erbbaugrundstücke mit einem Buchwert von T EUR 2.062 (Vorjahr: T EUR 2.117) und einem beizulegenden Zeitwert von T EUR 4.080 (Vorjahr: T EUR 4.300) sowie nicht betriebsnotwendiges Grundvermögen. Der Zeitwert der Erbbaugrundstücke wird auf Basis unterschiedlicher Datenquellen ermittelt, die sich auf vergangene Verkäufe, Bodenrichtwerte oder externe Gutachten stützen. Bei den sonstigen nicht betriebsnotwendigen Grundstücken entsprechen die Zeitwerte den Buchwerten.

Die Mieteinnahmen aus den Grundstücken betragen im Geschäftsjahr 2016 T EUR 44 (Vorjahr: T EUR 44). Aufwendungen wurden in Höhe von T EUR 51 (Vorjahr: T EUR 48) getätigt.

Die Wertminderungen stehen wie im Vorjahr im Wesentlichen im Zusammenhang mit durchgeführten Portfoliobereinigungen. Sie entfallen mit 91,6 % (Vorjahr: 51,9 %) auf den Geschäftsbereich Plastics & Devices sowie mit 8,4 % (Vorjahr: 48,1 %) auf den Geschäftsbereich Primary Packaging Glass.

(21) Anteile an at equity bewerteten Unternehmen

Die folgende Tabelle zeigt eine Zusammenfassung der aggregierten Finanzinformationen nicht wesentlicher at equity bilanzierter Unternehmen, welche sich auf die der Gerresheimer AG zustehenden Anteile beziehen. Bei diesen Unternehmen handelt es sich um die Gesellschaften Gerresheimer Tooling LLC, Peachtree City (Georgia/USA), und PROFORM CNC Nastrojarna spol. s r.o., Horsovsky Tyn (Tschechische Republik):

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in T EUR 30.11.2016 30.11.2015
Vermögenswerte 1.672 1.204
Eigenkapital 867 783
Schulden 804 422
Umsatzerlöse 2.988 2.974
Ergebnis 334 475

Die Entwicklung der Anteile an at equity bewerteten Unternehmen geht aus der nachfolgenden Tabelle hervor:

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in T EUR Anteile an at equity bewertten Unternehmen
Zum 30. November 2016
Buchwert Vorjahr 237
Ausschüttung -
Währungsumrechnung -1
Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen 26
Buchwert 262
Zum 30. November 2015
Buchwert Vorjahr 86
Ausschüttung -
Währungsumrechnung 55
Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen 96
Buchwert 237

(22) Finanzielle Vermögenswerte

Die finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

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30.11.2016 30.11.2015
in T EUR Total Davon kurzfristig Davon langfristig Total Davon kurzfristig Davon langfristig
--- --- --- --- --- --- ---
Marktwerte derivativer Finanzinstrumente 77 77 - 117 117 -
Beteiligungen 235 - 235 236 - 236
Erstattungsansprüche für Pensionsleistungen 3.886 260 3.626 4.029 260 3.769
Erstattungsansprüche gegenüber Dritten 7.547 7.547 - 9.512 9.512 -
Sonstige Ausleihungen 1.383 37 1.346 1.344 225 1.119
Übrige finanzielle Vermögenswerte 2.689 2.634 55 889 768 121
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 15.817 10.555 5.262 16.127 10.882 5.245
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 232.051 232.051 - 219.014 219.014 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 118.391 118.391 - 93.668 93.668 -
Finanzielle Vermögenswerte 366.259 360.997 5.262 328.809 323.564 5.245

In den übrigen finanziellen Vermögenswerten sind vorwiegend Wertpapiere zur Absicherung von Altersteilzeitwertguthaben enthalten.

Zum Bilanzstichtag waren, wie auch im Vorjahr, die sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die weder überfällig noch wertgemindert sind, in voller Höhe werthaltig, und keiner der nicht wertgeminderten finanziellen Vermögenswerte war überfällig.

Auf Beteiligungen wurden im Geschäftsjahr wie auch im Vorjahr keine Wertberichtigungen gebildet. Auf Ausleihungen an at equity bewerteten Unternehmen wurden wie bereits im Vorjahr keine Wertberichtigungen gebildet.

Der Buchwert der im Konzernabschluss erfassten finanziellen Vermögenswerte stellt grundsätzlich das maximale Ausfallrisiko des Konzerns dar. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden im Geschäftsjahr 2016 in Höhe von rund 26 % (Vorjahr: rund 34 %) durch Kreditversicherungen abgedeckt.

Die oben genannten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten aktivische Salden aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen in Höhe von T EUR 20.786 (Vorjahr: T EUR 18.884).

Zur näheren Erläuterung der Marktwerte derivativer Finanzinstrumente verweisen wir auf die Ausführungen in Angabe (35).

(23) Sonstige Forderungen

Die sonstigen Forderungen setzen sich wie folgt zusammen:

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30.11.2016 30.11.2015
in T EUR Total Davon kurzfristig Davon langfristig Total Davon kurzfristig Davon langfristig
--- --- --- --- --- --- ---
Sonstige Steuerforderungen 9.848 8.790 1.058 14.912 12.689 2.223
Vorauszahlungen 4.846 4.728 118 6.487 3.646 2.841
Übrige Vermögenswerte 5.944 5.639 305 7.771 7.568 203
Sonstige Forderungen 20.638 19.157 1.481 29.170 23.903 5.267

In den Vorauszahlungen sind im Wesentlichen Zahlungen vor dem Stichtag für Wartungs-, Steuer-, Personal- und Versicherungsaufwendungen im folgenden Geschäftsjahr abgegrenzt.

(24) Latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:

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30.11.2016 30.11.2015
in T EUR Voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten realisiert Voraussichtlich nach 12 Monaten realisiert Voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten realisiert Voraussichtlich nach 12 Monaten realisiert
--- --- --- --- ---
Steuervorteile
Steuerliche Verlustvorträge 646 8.602 624 6.271
Steuergutschriften - - - 1.296
646 8.602 624 7.567
Temporäre Unterschiede
Anlagevermögen und Vorräte 1.641 1.946 2.270 1.573
Forderungen und sonstige Aktiva 136 3 129 64
Pensionsrückstellungen 799 28.902 2.763 28.080
Sonstige Rückstellungen 9.342 5.104 9.197 5.024
Verbindlichkeiten und sonstige Passiva 1.987 1.419 1.390 1.120
Cash Flow Hedge - 17 - 15
13.905 37.391 15.749 35.876
14.551 45.993 16.373 43.443
Saldierung -46.974 -51.731
In der Bilanz als langfristig ausgewiesen 13.570 8.085

Die passiven latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:

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30.11.2016 30.11.2015
in T EUR Voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten realisiert Voraussichtlich nach 12 Monaten realisiert Voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten realisiert Voraussichtlich nach 12 Monaten realisiert
--- --- --- --- ---
Temporäre Unterschiede
Anlagevermögen 6.404 191.151 13.3531) 177.3731)
Vorräte 3.011 196 2.631 44
Forderungen und sonstige Aktiva 1.242 753 1.541 1.882
Sonstige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 618 1.232 728 1.645
11.275 193.332 18.253 180.944
Saldierung -46.974 -51.731
In der Bilanz als langfristig ausgewiesen 157.633 147.4661)

1) Rückwirkende Anpassung aufgrund Anwendung der Ein-Jahres-Frist nach dem Erwerb von Centor am 1. September 2015. Zur weiteren Erläuterung verweisen wir auf Angabe (2).

Die aktiven und passiven latenten Steuern werden pro Gesellschaft bzw. steuerlichem Organkreis saldiert, sofern sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen, und ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden vorliegt.

(25) Vorräte

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

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in T EUR 30.11.2016 30.11.2015
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 49.968 50.776
Unfertige Erzeugnisse/Leistungen 18.429 24.231
Fertige Erzeugnisse und Waren 83.983 105.206
Geleistete Anzahlungen 3.053 6.179
Vorräte 155.433 186.392

Der Aufwand aus der Wertminderung von Vorräten beträgt im Geschäftsjahr T EUR 7.955 (Vorjahr: T EUR 7.423). Bei Wegfall der Gründe, die zu einer Abwertung geführt haben, wird eine Wertaufholung vorgenommen. Die Wertaufholungen betragen im Geschäftsjahr T EUR 712 (Vorjahr: T EUR 544) und sind im Wesentlichen auf die Nutzung des im Sperrbestand befindlichen und daher ursprünglich wertgeminderten Vorratsvermögens zurückzuführen.

Zum 30. November 2016 waren, wie im Vorjahr, keine Vorräte als Sicherheiten für Schulden verpfändet.

(26) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

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in T EUR 30.11.2016 30.11.2015
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 234.206 222.059
Abzüglich Wertberichtigungen 2.155 3.045
Nettoforderungen aus Lieferungen und Leistungen 232.051 219.014

Die oben genannten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten folgende aktivische Salden aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen:

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in T EUR 30.11.2016 30.11.2015
Angefallene Auftragskosten und ausgewiesene Auftragsgewinne 97.108 167.844
Abzüglich Teilabrechnungen 76.878 148.960
Nettoforderungen aus Fertigungsaufträgen 20.230 18.884
davon: Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo 20.786 18.884
davon: Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo 556 -

Auf zweifelhafte Forderungen werden Wertberichtigungen gebildet. Die verwendeten Grundlagen für die Beurteilung der Angemessenheit der Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen sind die Fälligkeitsstruktur der Forderungen und Erfahrungen in Bezug auf Ausbuchungen von Forderungen in der Vergangenheit, die Bonität des Kunden sowie Veränderungen der Zahlungsbedingungen.

Zum Abschlussstichtag stellt sich die Altersstruktur der nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt dar:

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in T EUR 30.11.2016 30.11.2015
Buchwert 232.051 219.014
Pauschalierte Einzelwertberichtigungen 1.093 1.625
Einzelwertberichtigungen 1.062 1.420
Abzüglich Bruttobuchwert der einzelwertberichtigten Forderungen 1.069 1.457
Nicht wertgeminderte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 233.137 220.602
Davon zum Bilanzstichtag
nicht überfällig 219.340 204.163
überfällig bis 30 Tage 9.063 11.909
überfällig zwischen 31 und 60 Tagen 1.877 1.899
überfällig zwischen 61 und 90 Tagen 539 513
überfällig zwischen 91 und 120 Tagen 1.002 680
überfällig über 120 Tage 1.316 1.438
233.137 220.602

Der Bruttobuchwert der einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beträgt T EUR 1.069 (Vorjahr: T EUR 1.457). Die zugehörige Einzelwertberichtigung beläuft sich auf T EUR 1.062 (Vorjahr: T EUR 1.420), so dass sich ein Nettobuchwert der einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von T EUR 7 (Vorjahr: T EUR 37) ergibt.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen stellt sich wie folgt dar:

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in T EUR 2016 2015
Stand 1. Dezember 3.045 3.005
Abgang aus dem Geschäftsbereich Life Science Research -579 -
Abgang aus dem Röhrenglasgeschäft - -563
Zuführung 698 1.263
Inanspruchnahme -846 -401
Auflösung -199 -281
Währungsumrechnung 36 22
Stand 30. November 2.155 3.045

(27) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die flüssigen Mittel umfassen Bargeld und kurzfristig verfügbare Bankguthaben, die keinen Wertschwankungen unterliegen.

(28) Eigenkapital und nicht beherrschende Anteile

Am 11. Juni 2007 hat die Gerresheimer AG mit der Notierungsaufnahme im Amtlichen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) erfolgreich ihren Börsengang vollzogen. Die Aktien der Gerresheimer AG werden unter dem Börsenkürzel GXI bzw. unter der ISIN DE000A0LD6E6 geführt. Im Rahmen des Angebotes wurden insgesamt 22.804 Tausend Aktien platziert. Davon stammen 11.400 Tausend Aktien aus einer Kapitalerhöhung, 10.600 Tausend Aktien aus dem Eigentum der abgebenden Aktionärin BCP Murano sowie weitere rund 804 Tausend Aktien aus dem Eigentum der BCP Murano aus einer den Konsortialbanken eingeräumten Greenshoe-Option. Bei einem Emissionspreis von EUR 40,00 je Aktie betrug das Platzierungsvolumen damit rund T EUR 912.166 (einschließlich Greenshoe-Aktien). Seit dem 22. Dezember 2008 ist die Gerresheimer Aktie im MDAX enthalten.

Zum 30. November 2016 betragen das gezeichnete Kapital unverändert T EUR 31.400 und die Kapitalrücklage T EUR 513.827. Die Kapitalrücklage enthält Agio-Beträge aus der Börsenplatzierung im Jahr 2007 sowie Einlagen der Gesellschafter aus den Jahren 2004 und 2007.

Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt zum Bilanzstichtag 31.400.000 mit einem Nennwert von jeweils EUR 1,00. Im laufenden Geschäftsjahr wurde eine Dividende von T EUR 26.690 für das Geschäftsjahr 2015 ausgeschüttet. Dies entspricht einer Dividende von EUR 0,85 je Stückaktie.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gerresheimer AG werden der Hauptversammlung am 26. April 2017 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von EUR 1,05 je Aktie (Vorjahr: EUR 0,85 je Aktie) für das Geschäftsjahr 2016 auszuschütten. Dies entspricht einem Dividendenbetrag von T EUR 32.970 und einer Steigerung gegenüber der Vorjahresdividende um 23,5 %. Die Ausschüttungsquote beträgt 24,9 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen. Diese Ausschüttung bewegt sich im Rahmen unserer Dividendenpolitik, in Abhängigkeit vom operativen Unternehmenserfolg zwischen 20 % und 30 % des bereinigten Konzernergebnisses nach nicht beherrschenden Anteilen an unsere Aktionäre auszuschütten. Des Weiteren wird vorgeschlagen, den verbleibenden Bilanzgewinn der Gesellschaft von T EUR 93.301 auf neue Rechnung vorzutragen. Damit profitieren die Gerresheimer Aktionäre vom Geschäftserfolg des Gerresheimer Konzerns.

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in EUR 2016 2015
Bilanzgewinn vor Ausschüttung der Dividende 126.271.169,85 91.510.337,22
Ausschüttung Dividende 32.970.000,00 26.690.000,00
Vortrag auf neue Rechnung 93.301.169,85 64.820.337,22

Die nicht beherrschenden Anteile stellen sich wie folgt dar:

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in % Nicht beherrschende Anteile
Gesellschaft
Kimble Chase Holding LLC, Vineland, NJ (USA) 49,0
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang) Co. Ltd., Danyang, Jiangsu (China) 40,0
Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang) Co. Ltd., Zhenjiang, Jiangsu (China) 40,0
Triveni Polymers Private Ltd., Neu-Delhi (Indien) 25,0
Gerresheimer Zaragoza S.A., Epila (Spanien) 0,1
Gerresheimer Valencia S.L.U., Masalaves (Spanien) 0,1
Gerresheimer Buenos Aires S. A., Buenos Aires (Argentinien) 0,1

(29) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Im Gerresheimer Konzern bestehen in verschiedenen Ländern Pensionspläne, jedoch machen die Pensionspläne in Deutschland und die Pensions- und Fürsorgepläne (Krankenversicherung für Ruheständler) in den USA 96,5 % der gesamten weltweiten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen des Gerresheimer Konzerns aus.

In die leistungsorientierten deutschen Pensionspläne werden, von Einzelfällen abgesehen, keine neuen Arbeitnehmer mehr aufgenommen. Infolgedessen befinden sich die deutschen Pläne in einem Abwicklungsprozess mit im Laufe der Zeit abnehmenden Pensionsverpflichtungen. Die Pensionspläne basieren in der Regel auf Beschäftigungsdauer, Entgelt und Position der Mitarbeiter. So werden in Abhängigkeit vom Gehalt pro Dienstjahr Rentenansprüche erworben. Maximal können bei einem ruhegeldfähigen Einkommen von mehr als EUR 79.428 nach 45 Dienstjahren Rentenansprüche von EUR 1.179,90 pro Monat erworben werden. Die den aktiven Vorstandsmitgliedern erteilten Pensionszusagen werden grundsätzlich über einen Pensionsfonds bzw. eine Unterstützungskasse abgewickelt. Jährliche Beitragszahlungen an die Unterstützungskasse finanzieren die Pensionsverpflichtungen. Sollte das Vermögen des Pensionsfonds bzw. der Unterstützungskasse zum Zeitpunkt des Eintritts des Versorgungsfalles nicht ausreichen, besteht eine Nachschusspflicht. Weitere Details zu den Pensionsplänen der Vorstände enthält der Vergütungsbericht des Lageberichts.

Die leistungsorientierten US-Pensionspläne wurden geschlossen und die Leistungen festgeschrieben. Diese Pensionspläne werden über externe Kapitalanlagen (Planvermögen) finanziert. Jährliche Beitragszahlungen finanzieren die Pensionspläne. Hierbei muss das Planvermögen mindestens 80 % der Pensionsverpflichtungen decken. Sollte dieser Deckungsgrad unterschritten werden, besteht eine Nachschusspflicht von Seiten des Unternehmens. Bei allen neuen US-Pensionsplänen handelt es sich um beitragsorientierte Versorgungspläne, um die Risiken veränderter Kapitalmarktbedingungen und des demografischen Wandels zu begrenzen.

Darüber hinaus werden medizinische Leistungen für Ruheständler, die in den USA ansässig sind, bezuschusst. Im Rahmen dieser Programme wird den Ruheständlern ein bestimmter Prozentsatz der erstattungsfähigen medizinischen Aufwendungen gewährt. Die Fürsorgepläne in den USA wurden geschlossen und die Leistungen festgeschrieben. Dadurch wurde das Risiko ständig steigender Erstattungsbeträge durch den Gerresheimer Konzern begrenzt. Änderungen in den gesetzlichen Rahmenbedingungen können zu Änderungen in den Versorgungsplänen führen.

Die Pensionsrückstellung entwickelte sich wie folgt:

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in T EUR 2016 2015
Stand 1. Dezember 177.502 183.659
Inanspruchnahme -12.695 -12.809
Zuführung 7.869 6.274
Veränderung Konsolidierungskreis -631 -2.790
Effekte aus der Neubewertung 1.534 -4.141
Währungsumrechnung -341 7.372
Veränderung aktivisch ausgewiesener Vermögensüberhang aus Planvermögen -27 -63
Stand 30. November 173.211 177.502
Davon kurzfristig 13.621 19.292

Rückstellungen in Höhe von T EUR 133.969 (Vorjahr: T EUR 134.221) resultieren aus verschiedenen Versorgungsplänen und Einzelvereinbarungen bei deutschen Konzerngesellschaften, T EUR 39.242 (Vorjahr: T EUR 43.281) beziehen sich im Wesentlichen auf US-Konzerngesellschaften. Die Rückstellung enthält auch die Verpflichtungen der US-Konzerngesellschaften zur teilweisen Übernahme der Krankheitskosten der Mitarbeiter nach Eintritt in den Ruhestand. Den Rückstellungen steht ein aktivischer Vermögenswert in Höhe von T EUR 11 (Vorjahr: T EUR 38) gegenüber.

Die Finanzierung erfolgt überwiegend durch planmäßige Ansammlung von Pensionsrückstellungen in den Gesellschaften. Externe Fonds, die den Anforderungen an ein Planvermögen entsprechen, liegen im Inland sowie im Ausland vor.

Der Berechnung der Pensionsrückstellung und des Planvermögens liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

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Inland Ausland
in % 30.11.2016 30.11.2015 30.11.2016 30.11.2015
--- --- --- --- ---
Rechnungszins 1,431) 1,741) 0,80 - 7,30 0,90 - 7,85
Gehaltstrend 3,25 3,25 0,50 - 5,00 1,00 - 8,00
Rententrend 1,00 1,00 - -
Krankheitskostentrend - - 5,00 - 6,33 5,00 - 6,67

1) Angaben gewichtet. Die zugrunde liegenden Bandbreiten sind 1,25 % bis 1,60 % (Vorjahr: 1,50 % bis 2,00 %).

Die Ermittlung des Rechnungszinses orientiert sich an der Entwicklung von erstrangigen festverzinslichen Industrieanleihen. Bei den inländischen Versorgungsverpflichtungen wurde als biometrische Grundlage für die Bewertung die Richttafel von Prof. Dr. Heubeck RT 2005 G verwendet. Bei den ausländischen Konzerngesellschaften wurden aktuelle landesspezifische biometrische Annahmen zugrunde gelegt. Die erwartete Einkommensentwicklung umfasst erwartete Entgelt- und Einkommenssteigerungen.

Die Veränderung des Barwertes der Versorgungsverpflichtung stellt sich wie folgt dar:

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in T EUR 30.11.2016 30.11.2015
Barwert der Versorgungsverpflichtung zum 1. Dezember 239.717 237.042
Aufwand für die im Berichtsjahr erdienten Versorgungsansprüche 2.940 2.600
Zinsaufwand für die bereits erworbenen Versorgungsansprüche 5.021 5.989
Mitarbeiterbeiträge 648 657
Rentenzahlungen -21.266 -13.475
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 1.619 -4.017
Finanzielle Annahmen 9.775 5.446
Demografische Annahmen -3.385 -3.227
Erfahrungsbedingt -4.771 -6.236
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 1.095 335
Veränderung Konsolidierungskreis -1.004 -2.790
Verwaltungskosten 527 368
Abgeltungen -1.121 -1.266
Währungsumrechnung und übrige Veränderungen -620 14.274
Barwert der Versorgungsverpflichtung 227.556 239.717

Die Veränderung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

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in T EUR 30.11.2016 30.11.2015
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1. Dezember 62.253 53.484
Mit dem Rechnungszins kalkulierter Ertrag des Planvermögens 1.441 1.752
Betrag, um den der tatsächliche den erwarteten Ertrag des Planvermögens übersteigt 85 124
Mitarbeiterbeiträge 648 657
Arbeitgeberbeiträge 1.505 1.487
Rentenzahlungen -10.076 -2.153
Veränderung Konsolidierungskreis -373 -
Abgeltungen -848 -
Sonstige Veränderungen (im Wesentlichen Währungsumrechnung) -279 6.902
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 54.356 62.253

Die Zusammensetzung des Planvermögens zur Deckung der Pensionsverpflichtungen stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

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Inland Ausland
in T EUR 30.11.2016 30.11.2015 30.11.2016 30.11.2015
--- --- --- --- ---
Planvermögen mit Marktpreisnotierung 5.288 4.794 27.655 34.487
Aktien (direkt gehalten) 940 2.266 13.286 23.850
Festverzinsliche Wertpapiere 4.312 2.507 9.648 10.595
Liquidität 36 21 2.027 42
Versicherungsverträge - - 91 -
Sonstige - - 2.603 -
Planvermögen ohne Marktpreisnotierung 5.448 3.969 15.965 19.003
Versicherungsverträge 5.366 3.969 15.965 19.003
Sonstige 82 - - -
Planvermögen 10.736 8.763 43.620 53.490

Die im nächsten Geschäftsjahr zu zahlenden Beiträge in das Planvermögen werden auf T EUR 1.575 geschätzt. Zur Finanzierung der Leistungen werden Beiträge in Prozent der zugesagten Leistung erhoben. Die Finanzierung erfolgt im Wesentlichen von Seiten des Arbeitgebers.

Die wesentlichen Pensionsfonds bestehen für die Pensionspläne in den USA und in der Schweiz. Die Kapitalanlagepolitik dieser Fonds richtet sich neben der Einhaltung aufsichtsrechtlicher Rahmenvorgaben an der aus den eingegangenen Verpflichtungen resultierenden Risikostruktur aus.

Hierauf basierend wurde vor dem Hintergrund der Kapitalmarktentwicklung ein risikoadäquates strategisches Zielportfolio entwickelt. In den USA erfolgen 65 % bis 70 % der Kapitalanlage in Aktien, 30 % bis 35 % in festverzinslichen Wertpapieren und 0 % bis 5 % in Liquidität. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch den Arbeitgeber. Eine Verpflichtung zur Einzahlung in den Fonds besteht immer dann, wenn der Zeitwert des Pensionsfonds 80 % der Pensionsverpflichtung unterschreitet.

In der Schweiz wurde eine Vollversicherung zur Deckung der versicherungs- und anlagetechnischen Risiken abgeschlossen. Hier erfolgt die Finanzierung des Pensionsfonds in gleichen Teilen durch Beiträge der Arbeitnehmer und des Arbeitgebers. Aus der Anlagepolitik des Fonds erwartet Gerresheimer eine Kapitalverzinsung, die langfristig die dauerhafte Erfüllung der Verpflichtungen aus den Leistungszusagen gewährleistet.

Der insgesamt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Pensionsaufwand ermittelt sich wie folgt:

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in T EUR 2016 2015
Aufwand für die im Berichtsjahr erdienten Versorgungsansprüche 2.940 2.600
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 1.095 335
Dienstzeitaufwand 4.035 2.935
Zinsaufwand für die bereits erworbenen Versorgungsansprüche 5.021 5.989
Ertrag aus Planvermögen -1.441 -1.752
Nettozinsaufwand 3.580 4.2371)
Verwaltungskosten 527 368
Auswirkungen von Abgeltungen -273 -1.266
7.869 6.274
Davon Aufwand aus Versorgungsansprüchen, für die entsprechende Erstattungsansprüche bestehen 79 79

1) Hiervon werden T EUR 20 im Ergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft ausgewiesen.

Mit Ausnahme des Nettozinsaufwands werden sämtliche Aufwendungen und Erträge per Saldo im Personalaufwand erfasst, der in die Funktionskosten eingeht. Der Nettozinsaufwand ist im Finanzergebnis enthalten.

Bei einer Pensionsverpflichtung in Deutschland besteht ein vertraglicher Anspruch auf Erstattung der Rentenzahlungen gegenüber einem konzernfremden Unternehmen. Dieser Erstattungsanspruch erfüllt nicht die Voraussetzung von Planvermögen und kann somit nicht mit den Pensionsverpflichtungen saldiert werden. Der Erstattungsanspruch für Pensionsleistungen ist in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthalten. Wir verweisen auf Angabe (22).

Der Gerresheimer Konzern erwartet in den künftigen Jahren folgende Rentenzahlungen:

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in T EUR 2017 2018 2019 2020
Zu erwartende Rentenzahlungen 13.621 13.638 13.143 13.175

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Versorgungsverpflichtungen liegt in Deutschland bei 12,9 Jahren und im Ausland zwischen 4,7 und 17,4 Jahren.

Die wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen zur Ermittlung der Pensionsverpflichtungen sind der Rechnungszins sowie der erwartete Gehaltstrend. Zudem enthält die Pensionsrückstellung auch die Verpflichtungen der US-Konzerngesellschaften zur teilweisen Übernahme der Krankheitskosten der Mitarbeiter nach Eintritt in den Ruhestand. Bei der Ermittlung der Verpflichtung wurde eine Kostensteigerungsrate von 6,3 % unterstellt, die sich bis zum Jahr 2021 schrittweise auf 5,0 % reduziert. Die folgenden Sensitivitätsanalysen zeigen, wie die Höhe der leistungsorientierten Verpflichtungen durch mögliche Änderungen der entsprechenden Annahmen beeinflusst worden wären. Die Berechnungen gehen jeweils von im Übrigen unveränderten Annahmen aus:

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in T EUR Auswirkung auf den Barwert der Versorgungsansprüche
2016 2015
--- --- ---
Zunahme des Rechnungszinssatzes um 0,5 Prozentpunkte -13.661 -13.633
Abnahme des Rechnungszinssatzes um 0,5 Prozentpunkte 15.023 14.997
Zunahme des Gehaltstrends um 0,25 Prozentpunkte 633 569
Abnahme des Gehaltstrends um 0,25 Prozentpunkte -608 -552
Zunahme der Krankheitskosten um 1,0 Prozentpunkte 2.096 3.367
Abnahme der Krankheitskosten um 1,0 Prozentpunkte -1.939 -3.240

Zwischen den oben genannten versicherungsmathematischen Annahmen bestehen Abhängigkeiten. Die Sensitivitätsanalyse berücksichtigt diese Abhängigkeiten nicht.

Für die beitragsorientierten Rentenpläne im Wesentlichen bei den USKonzerngesellschaften wurden im Geschäftsjahr Beiträge in Höhe von T EUR 1.520 (Vorjahr: T EUR 1.720) gezahlt. Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland wurden in Höhe von T EUR 12.746 (Vorjahr: T EUR 12.531) geleistet.

(30) Gerresheimer Aktienwertsteigerungsrechte (Phantom Stocks)

Die Gesellschaft hat mit sämtlichen Mitgliedern des Vorstands Vereinbarungen über eine langfristige aktienkursorientierte variable Vergütung geschlossen. Diese Vereinbarungen sehen vor, dass jedes Vorstandsmitglied in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktienkurs in jedem Jahr der Vorstandstätigkeit eine bestimmte Anzahl sogenannter Aktienwertsteigerungsrechte (Phantom Stocks) erhält. Jedes Aktienwertsteigerungsrecht berechtigt das Vorstandsmitglied zum Erhalt einer Zahlung in Abhängigkeit von der Entwicklung des Aktienkurses. Dabei legt die sogenannte Erfolgshürde fest, dass die Zahlung nur möglich ist, wenn der Kurs der Aktie der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Ausübung den Ausgangswert der jeweiligen Tranche um mindestens 12 % übersteigt oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten ist. Für die Aktienwertsteigerungsrechte, die das Jahr 2016 betreffen, gilt der Ausgabepreis von EUR 68,87 als Ausgangswert.

Die Erfolgshürde ist lediglich für die Frage der Zahlungsberechtigung, nicht aber für die Berechnung der Zahlungshöhe relevant. Nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren können die Aktienwertsteigerungsrechte innerhalb eines sich anschließenden Zeitraums von 16 Monaten (Ausübungszeitraum) ausgeübt werden. Der Vergütungsanspruch entspricht dem Betrag, um den der Aktienkurs im jeweiligen Zeitraum zwischen der Ausgabe der Aktienwertsteigerungsrechte und der Ausübung absolut gestiegen ist. Die Höhe des Vergütungsanspruches ist jedoch für jede Tranche auf den Betrag begrenzt, der 25 % des Ausgangswertes sämtlicher Aktienwertsteigerungsrechte dieser Tranche entspricht. Mit dem Ausscheiden des jeweiligen Vorstandsmitgliedes verfallen alle noch nicht ausgeübten Aktienwertsteigerungsrechte, sofern das Ausscheiden nicht durch Todesfall oder dauernde Erwerbsunfähigkeit eintritt oder die Mitgliedschaft im Vorstand innerhalb der Laufzeit der jeweiligen ausgegebenen Tranche nicht mindestens ein volles Jahr bestand. Sämtliche Ansprüche auf weitere Aktienwertsteigerungsrechte verfallen ebenfalls mit dem Ausscheiden. Die Gesellschaft hat sich das Recht vorbehalten, die Aktienwertsteigerungsrechte gegebenenfalls in Aktien zu erfüllen, wobei aber die Begleichung in bar beabsichtigt ist.

Seit der Billigung des neuen Vergütungssystems durch die Hauptversammlung am 30. April 2015 gilt bei Verlängerung bestehender Vorstandsbestellungen oder Neubestellung eines Vorstandsmitglieds eine neue Vereinbarung, welche vorsieht, dass jedes Vorstandsmitglied eine wertbasierte Zuteilung erhält. Die Vorstandsmitglieder bekommen also nicht mehr eine bestimmte Stückzahl von Aktienwertsteigerungsrechten, sondern erhalten einen Zahlungsanspruch (Wertanspruch) für den Fall, dass die Ausübungs- und Zahlungsvoraussetzungen vorliegen. Das Vorstandsmitglied ist berechtigt, nach Ablauf einer Sperrfrist von fünf Jahren innerhalb eines sich anschließenden Zeitraumes von 24 Monaten eine Zahlung in Höhe der zwischen dem Ausgabezeitpunkt und dem Ausübungszeitpunkt (Laufzeit) eingetretenen, nach dem Börsenkurs bemessenen Wertsteigerung der Gerresheimer Aktie zu verlangen.

Voraussetzung für die Auszahlung ist, dass innerhalb der Laufzeit eine Wertsteigerung von mindestens 20 % oder eine höhere prozentuale Wertsteigerung als die des MDAX eingetreten ist und die Mitgliedschaft im Vorstand innerhalb der Laufzeit mindestens ein volles Jahr lang bestand. Die Zielvergütung soll bei Erreichung der Ausübungshürde einer 20%-igen Steigerung des Börsenkurses 40 % des individuellen Festgehaltes je Vorstandsmitglied betragen. Beträgt die Börsenkurssteigerung während der Laufzeit 40 % oder mehr, ist der Wertanspruch der Vorstandsmitglieder auf maximal 80 % des individuellen Festgehaltes begrenzt.

Für die Ermittlung des Optionswertes der Phantom Stocks wird ein anerkanntes Optionspreismodell (Binomialmodell) verwendet. Als Volatilität des Zielwertes werden 26 % p. a. (Vorjahr: 30 % p. a.) sowie eine Fluktuationsrate der Mitarbeiter von 3 % p. a. (Vorjahr: 3 % p. a.) zugrunde gelegt. Als risikoloser Zinssatz wird die Rendite von Bundesanleihen mit entsprechender Laufzeit verwendet. Zudem liegen der Bewertung folgende Annahmen zugrunde:

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Mitglieder des Vorstands Tranche 7 (2013) Tranche 8 (2014) Tranche 9 (2015) Tranche 9 neu (2015) Tranche 10 (2016) Tranche 10 neu (2016)
Ausgabedatum 9. Februar 2010/24. Juni 2011/23. Oktober 2012 9. Februar 2010/24. Juni 2011/23. Oktober 2012 24. Juni 2011/23. Oktober 2012 22. Mai 2014 24. Juni 2011 22. Mai 2014/9. Februar 2015
Laufzeit bis 31. Oktober 2018 31. Oktober 2019 31. Oktober 2020 16. Juni 2022 31. Oktober 2021 10. Juni 2023
Ende der Wartezeit 13. Juni 2017 13. Juni 2018 16. Juni 2019 16. Juni 2020 10. Juni 2020 10. Juni 2021
Ausgabewert (in EUR) 45,28 48,82 51,89 51,89 68,87 68,87
Zielwert (in EUR) 50,71 54,68 58,12 62,27 77,13 82,64
Anzahl der ausgegebenen Rechte 185.000 185.000 105.000 Zahlungsanspruch 50.000 Zahlungsanspruch
Ausübungsschwelle (in %) 12 12 12 20 12 20
Zeitwert (in T EUR) 1.895 1.583 779 616 282 827
Maximaler Auszahlungsbetrag (in T EUR) 2.094 2.258 1.362 616 861 1.120

Der beizulegende Zeitwert der Tranchen 2017 bis 2021 (Tranchen 11 bis 15) beträgt unter Berücksichtigung der oben genannten Prämissen zum Bilanzstichtag T EUR 2.986.

Der Bestand der Phantom Stocks hat sich wie folgt entwickelt:

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Führungskräfte und Mitglieder des Vorstands Tranche 6 (2012) Tranche 7 (2013) Tranche 8 (2014) Tranche 9 (2015) Tranche 10 (2016)
Bestand zum 30. November 2011 - - - - -
Zuteilung 510.500 - - - -
Ausübung - - - - -
Während der Laufzeit verfallen 70.000 - - - -
Bestand zum 30. November 2012 440.500 - - - -
Zuteilung - 436.400 - - -
Ausübung 266.000 50.000 - - -
Während der Laufzeit verfallen 8.000 18.900 - - -
Bestand zum 30. November 2013 166.500 367.500 - - -
Zuteilung - - 185.000 - -
Ausübung 6.500 157.400 - - -
Während der Laufzeit verfallen 10.000 9.100 - - -
Bestand zum 30. November 2014 150.000 201.000 185.000 - -
Zuteilung - - - 105.000 -
Ausübung - 7.600 - - -
Während der Laufzeit verfallen - 8.400 - - -
Bestand zum 30. November 2015 150.000 185.000 185.000 105.000 -
Zuteilung - - - - 50.000
Ausübung 150.000 - - - -
Während der Laufzeit verfallen - - - - -
Bestand zum 30. November 2016 - 185.000 185.000 105.000 50.000

Für die Tranche 6 wurden im Berichtsjahr 2016 T EUR 1.294 gezahlt.

Die Rückstellung für das Phantom Stock-Programm beträgt zum Bilanzstichtag T EUR 4.609 (Vorjahr: T EUR 4.339). Der Aufwand für das Geschäftsjahr 2016 beläuft sich auf T EUR 1.564 (Vorjahr: T EUR 3.461).

(31) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:

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in T EUR Stand 01.12.2015 Umgliederungen Inanspruchnahme Auflösung Zuführung
Steuerrückstellungen 4.757 - 4.069 - 950
Personalverpflichtungen 21.335 -1.553 6.362 466 9.357
Gewährleistungen 17.105 370 2.921 4.576 11.076
Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni 8.769 69 4.113 70 1.652
Übrige 19.433 -82 10.614 1.159 10.437
71.399 -1.196 28.079 6.271 33.472

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in T EUR Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen Währungsumrechnung Stand 30.11.2016 Davon kurzfristig Davon langfristig
Steuerrückstellungen -119 -28 1.491 1.491 -
Personalverpflichtungen -942 -175 21.194 13.775 7.419
Gewährleistungen -742 -325 19.987 19.987 -
Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni -2.454 -78 3.775 3.775 -
Übrige -2.780 -308 14.927 14.418 509
-7.037 -914 61.374 53.446 7.928

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in T EUR Stand 01.12.2014 Veränderung des Konsolidierungskreises Umgliederungen Inanspruchnahme Auflösung
Steuerrückstellungen 550 75 5.723 3.304 117
Personalverpflichtungen 19.445 158 -257 7.606 181
Gewährleistungen 20.361 - -238 8.605 5.029
Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni 6.467 - -256 815 -
Übrige 15.075 1.427 -3 6.491 983
61.898 1.660 4.969 26.821 6.310

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in T EUR Zuführung Währungsumrechnung Stand 30.11.2015 Davon kurzfristig Davon langfristig
Steuerrückstellungen 1.737 93 4.757 4.757 -
Personalverpflichtungen 8.434 1.342 21.335 14.509 6.826
Gewährleistungen 10.017 599 17.105 17.105 -
Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni 2.667 706 8.769 8.769 -
Übrige 9.421 987 19.433 19.433 -
32.276 3.727 71.399 64.573 6.826

Die Rückstellungen für Personalverpflichtungen umfassen insbesondere Verpflichtungen aus den Gerresheimer Aktienwertsteigerungsrechten, aus Jubiläums- und Altersteilzeitvereinbarungen und aus einem Gruppenkrankenversicherungsprogramm bei den US-Konzerngesellschaften.

Die Rückstellungen für Gewährleistungen werden aufgrund gesetzlicher Vorschriften bzw. einzelvertraglicher Vereinbarungen gebildet.

Die Rückstellungen für Umsatzvergütungen, Rabatte und Boni betreffen noch zu gewährende Vergütungen, die sich auf vor dem Bilanzstichtag realisierte Umsätze beziehen.

In den übrigen Rückstellungen sind unter anderem Restrukturierungsrückstellungen enthalten, die im Zusammenhang mit der Neuausrichtung und Straffung der Geschäftsbereiche des Konzerns stehen. Die Restrukturierungsrückstellungen zum Ende der Berichtsperiode von T EUR 3.730 (Vorjahr: T EUR 6.100) beruhen auf abschließend definierten Plänen.

Bei den Tochtergesellschaften Gerresheimer Group GmbH und GERRESHEIMER GLAS GmbH sind zurzeit zwei Spruchstellenverfahren anhängig. Ein Verfahren betrifft die Abfindung (EUR 14,75 je Aktie) und den Ausgleich (EUR 0,84 je Aktie nach Abzug der Kapitalertragsteuer) aufgrund eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages. Das zweite Verfahren betrifft die Barabfindung (EUR 16,12 je Aktie) aus dem Ausschluss der Minderheitsaktionäre. In den übrigen Rückstellungen sind erwartete Aufwendungen für die Schiedsgerichtsverfahren berücksichtigt.

Des Weiteren sind in den übrigen Rückstellungen erwartete Aufwendungen für eine Vielzahl von weiteren Einzelsachverhalten enthalten, die jeweils von untergeordneter Bedeutung sind.

Die Umgliederungen betreffen sowohl im aktuellen Geschäftsjahr wie auch im Vorjahr Umbuchungen in die bzw. aus den Verbindlichkeiten-Positionen.

Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen betragen T EUR 271 (Vorjahr: T EUR 268).

Zahlungsmittelabflüsse aus den Rückstellungen werden voraussichtlich mit T EUR 53.446 (Vorjahr: T EUR 64.573) innerhalb eines Jahres, mit T EUR 7.928 (Vorjahr: T EUR 6.826) nach einem bis fünf Jahren und mit T EUR 0 (Vorjahr: T EUR 0) nach mehr als fünf Jahren erfolgen.

(32) Finanzielle Verbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

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30.11.2016 30.11.2015
in T EUR Total Davon kurzfristig Davon langfristig Total Davon kurzfristig Davon langfristig
--- --- --- --- --- --- ---
Schuldscheindarlehen 424.116 - 424.116 423.947 - 423.947
Anleihe 299.016 - 299.016 298.345 - 298.345
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 173.101 173.101 - 238.825 238.825 -
unbesichert 11.655 11.655 - 7.526 7.526 -
besichert 1) 161.446 161.446 - 231.299 231.299 -
Marktwerte derivativer Finanzinstrumente 2.990 2.990 - 1.161 1.161 -
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 30.756 9.337 21.419 28.115 9.625 18.490
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 929.979 185.428 744.551 990.393 249.611 740.782
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 156.996 156.996 - 160.940 160.940 -
Finanzielle Verbindlichkeiten 1.086.975 342.424 744.551 1.151.333 410.551 740.782

1) Besichert mittels Garantorenkonzept.

Die Buchwerte der übrigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stellen angemessene Näherungswerte für deren Zeitwerte dar.

Zur näheren Erläuterung der Marktwerte derivativer Finanzinstrumente verweisen wir auf Angabe (35).

Aus der folgenden Tabelle gehen die Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen sowie die den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus der Anleihe zugrunde liegenden Laufzeiten, Zinssätze und Zeitwerte hervor:

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30.11.2016
(Währung in Tausend) Betrag Fällig bis Jahr Zinssatz

in % p. a.
Buchwert

in EUR
Zeitwert

in EUR
--- --- --- --- --- --- ---
Schuldscheindarlehen EUR 169.234 20204) 0,98 169.234 169.234
EUR 19.969 20204) 0,75 19.969 19.9691)
EUR 159.622 20224) 1,44 159.622 159.622
EUR 49.882 20224) 0,95 49.882 49.8821)
EUR 25.409 20254) 2,04 25.409 25.409
424.116 424.116
Anleihe EUR 299.016 20184) 5,00 299.016 320.7153)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten USD 171.698 2016 1,61 161.446 161.4462)
USD 300 2017 4,00 282 282
PLN 26.353 2017 2,03 - 2,26 5.924 5.9242)
EUR 724 2017 0,23 724 724
INR 344.252 -5) 9,5 - 9,8 4.725 4.7252)
173.101 173.101
896.233 917.932

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30.11.2015
(Währung in Tausend) Betrag Fällig bis Jahr Zinssatz

in % p. a.
Buchwert

in EUR
Zeitwert

in EUR
--- --- --- --- --- --- ---
Schuldscheindarlehen EUR 169.167 20204) 0,98 169.167 169.167
EUR 19.961 20204) 0,75 19.961 19.9612)
EUR 159.558 20224) 1,44 159.558 159.558
EUR 49.862 20224) 0,95 49.862 49.8622)
EUR 25.399 20254) 2,04 25.399 25.399
423.947 423.947
Anleihe EUR 298.345 20184) 5,00 298.345 328.8003)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten USD 221.842 2015 0,83 209.700 209.7002)
USD 200 2016 7,00 - 7,03 189 189
ARS 846 2016 15,30 82 82
EUR 44 2015 8,50 44 44
PLN 11.310 2017 2,21 - 2,27 2.648 2.6482)
EUR 21.516 2015 0,60 21.516 21.516
EUR 715 2016 0,48 715 715
INR 277.257 -5) 8,50 - 10,2 3.931 3.9312)
238.825 238.825
961.117 991.572

1) Bei diesen Positionen handelt es sich um variable Verzinsung, jedoch wird hier nur die Marge dargestellt, da der EURIBOR negativ valutiert.

2) Bei den gekennzeichneten Positionen handelt es sich um variable Verzinsung.

3) Bei der Anleihe entspricht der Buchwert nicht dem beizulegenden Wert.

4) Endfällig.

5) Betriebsmittelkreditlinie, Laufzeit bis auf Weiteres.

Bei den ausgewiesenen Zinssätzen handelt es sich um die am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Sie beinhalten neben dem Marktzins die Finanzierungsmargen der Banken.

Im Rahmen der Refinanzierung der bisherigen Konsortialkredite wurde am 9. Juni 2015 ein neues revolvierendes Darlehen mit fünfjähriger Laufzeit in Höhe von T EUR 450.000 unterzeichnet. Der in 2016 regulär auslaufende Bankkredit in Höhe von ursprünglich T EUR 400.000 wurde damit am 15. Juni 2015 abgelöst.

Die Anleihe in Höhe von T EUR 300.000 ist unverändert im Bestand. Diese wurde am 19. Mai 2011 zu einem Ausgabekurs von 99,4 % und einem Zinskupon von 5,0 % p. a. begeben, der mit einer Endfälligkeit im Mai 2018 ausgestattet ist.

Im Rahmen der Centor Akquisition wurde am 27. Juli 2015 eine Zwischenfinanzierung in Höhe von T EUR 550.000 mit einer einjährigen Laufzeit unterzeichnet. Durch die zum 10. November 2015 begebenen Schuldscheindarlehen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren in Höhe von insgesamt T EUR 425.000 und den Verkaufserlös des Röhrenglasgeschäftes konnte die Zwischenfinanzierung zum 30. November 2015 vollständig zurückgezahlt werden.

Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten unter anderem Verbindlichkeiten aus nicht beherrschenden Gesellschaftern eingeräumten Put-Optionen, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing sowie Verbindlichkeiten aus abgegrenzten Zinsen. Zu den Leasingvereinbarungen verweisen wir auf Angabe (34).

(33) Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

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30.11.2016 30.11.2015
in T EUR Total Davon kurzfristig Davon langfristig Total Davon kurzfristig Davon langfristig
--- --- --- --- --- --- ---
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 30.188 30.188 - 30.768 30.768 -
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 10.006 10.006 - 11.030 11.030 -
Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit 5.454 5.454 - 5.991 5.991 -
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 61.119 60.921 198 70.777 70.500 277
Sonstige Verbindlichkeiten 106.767 106.569 198 118.566 118.289 277

In den erhaltenen Anzahlungen sind solche für kundenspezifische Fertigungsaufträge in Höhe von T EUR 22.632 (Vorjahr: T EUR 24.766) enthalten.

Für erhaltene Anzahlungen in Höhe von T EUR 30.188 (Vorjahr: T EUR 30.768) wurden Vermögenswerte in Höhe von T EUR 6.211 (Vorjahr: T EUR 6.325) sicherungsübereignet.

In den übrigen sonstigen Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern enthalten.

(34) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die nicht bilanzierten sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

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in T EUR 30.11.2016 30.11.2015
Verpflichtungen aus Miet- und Operating Leasing-Verträgen 44.172 43.157
Bestellobligo aus Investitionen 11.391 17.135
Bürgschaften - 210
Andere finanzielle Verpflichtungen 7.564 7.278
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 63.127 67.780

Die Verpflichtungen aus Miet- und Operating-Leasing-Verhältnissen betreffen im Wesentlichen technische Anlagen sowie betrieblich genutzte Grundstücke und Gebäude.

Die Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing und aus Miet- und Operating-Leasing-Verträgen werden wie folgt fällig:

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in T EUR Finanzierungsleasing Miet- und Operating LeasingVerträge
Mindestleasingzahlungen Zinsanteil Barwert Nominalwert
--- --- --- --- ---
Fällig innerhalb 1 Jahres 831 182 649 11.358
Fällig 1 bis 5 Jahre 5.638 472 5.166 23.412
Fällig nach 5 Jahren 1.584 154 1.430 9.402
30.11.2016 8.053 808 7.245 44.172

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in T EUR Finanzierungsleasing Miet- und Operating LeasingVerträge
Mindestleasingzahlungen Zinsanteil Barwert Nominalwert
--- --- --- --- ---
Fällig innerhalb 1 Jahres 1.199 139 1.060 12.774
Fällig 1 bis 5 Jahre 4.954 305 4.649 24.371
Fällig nach 5 Jahren - - - 6.012
30.11.2015 6.153 444 5.709 43.157

Im Geschäftsjahr 2016 sind in der Gewinn- und Verlustrechnung Aufwendungen aus Operating Leasing-Verhältnissen in Höhe von T EUR 14.429 (Vorjahr: T EUR 16.960) enthalten. Hiervon sind T EUR 1.317 (Vorjahr: T EUR 1.404) im Ergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft ausgewiesen.

(35) Berichterstattung zu Kapitalmanagement und Finanzinstrumenten

Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen im Wesentlichen in der Aufrechterhaltung und Sicherstellung einer optimalen Kapitalstruktur zur Reduzierung der Kapitalkosten, in der Sicherstellung ausreichender liquider Mittel und in dem aktiven Management des Nettoumlaufvermögens. Die Nettofinanzschulden betragen zum 30. November 2016 T EUR 788.188 (Vorjahr: T EUR 877.453), und das Net Working Capital beläuft sich auf T EUR 200.300 (Vorjahr: T EUR 213.698).

Das Risikomanagementsystem des Gerresheimer Konzerns für das Kreditrisiko, das Liquiditätsrisiko und einzelne Marktrisiken, insbesondere Zinsrisiken, Währungsrisiken und Preisrisiken, wird einschließlich seiner Ziele, Methoden, Prozesse und dessen Maßnahme zur Überwachung der einzuhaltenden Covenants im Chancen- und Risikobericht des Lageberichts dargestellt. Zusätzliche Erläuterungen enthält Angabe (6).

Information zu den Finanzinstrumenten nach Kategorien und Klassen

Nach Art der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten sind drei Hierarchiestufen zu unterscheiden. Die Zuordnung der beizulegenden Zeitwerte zu den einzelnen Hierarchiestufen überprüft Gerresheimer jeweils zum Ende einer Berichtsperiode.

Stufe 1: Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen an aktiven Märkten bestimmt.

Stufe 2: Besteht kein aktiver Markt für einen finanziellen Vermögenswert oder eine finanzielle Verbindlichkeit, basiert die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte auf Bewertungsmodellen. Die der Stufe 2 zuzurechnenden beizulegenden Zeitwerte wurden anhand von Preisen in jüngsten Geschäftsvorfällen mit vertragswilligen und unabhängigen Vertragspartnern oder unter Verwendung von Preisen bei beobachtbaren aktuellen Markttransaktionen für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden bestimmt.

Stufe 3: Die Bewertungen der beizulegenden Zeitwerte beruhen auf Modellen, in die am Markt nicht beobachtbare Inputfaktoren eingehen und das Bewertungsergebnis signifikant beeinflussen.

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30.11.2016 30.11.2015
in T EUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Total Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Total
--- --- --- --- --- --- --- --- ---
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“
Wertpapiere 646 - - 646 653 - - 653
Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“
Derivative finanzielle Vermögenswerte - 77 - 77 - 117 - 117
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet 646 77 - 723 653 117 - 770
Finanzielle Verbindlichkeiten der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten - 2.990 - 2.990 - 1.161 - 1.161
Put-Optionen - - 14.706 14.706 - - 13.747 13.747
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet - 2.990 14.706 17.696 - 1.161 13.747 14.908

Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten dar und leitet sie auf die entsprechenden Bilanzpositionen über:

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30.11.2016
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Zum beizulegenden Zeitwert bewertet
--- --- --- --- ---
in T EUR Buchwert Nachrichtlich: beizulegender Zeitwert Buchwert Buchwert laut Bilanz
--- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 211.265 211.265 - 211.2651)
Kredite und Forderungen 211.265 211.265 -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 15.094 14.859 723 15.817
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 2352) - 646
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet - - 77
Kredite und Forderungen 14.859 14.859 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 118.391 118.391 - 118.391
Finanzielle Vermögenswerte 344.750 344.515 723 345.473
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 912.283 933.982 17.696 929.979
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 912.283 933.982 -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet - - 17.696
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 156.996 156.996 - 156.996
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 156.996 156.996 -
Finanzielle Verbindlichkeiten 1.069.279 1.090.978 17.696 1.086.975

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30.11.2015
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet Zum beizulegenden Zeitwert bewertet
--- --- --- --- ---
in T EUR Buchwert Nachrichtlich: beizulegender Zeitwert Buchwert Buchwert laut Bilanz
--- --- --- --- ---
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 200.130 200.130 - 200.1303)
Kredite und Forderungen 200.130 200.130 -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 15.357 15.121 770 16.127
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 2364) - 653
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet - - 117
Kredite und Forderungen 15.121 15.121 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 93.668 93.668 - 93.668
Finanzielle Vermögenswerte 309.155 308.919 770 309.925
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 975.485 1.005.940 14.908 990.393
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 975.485 1.005.940 -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet - - 14.908
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 160.940 160.940 - 160.940
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 160.940 160.940 -
Finanzielle Verbindlichkeiten 1.136.425 1.166.880 14.908 1.151.333

1) Zusätzlich werden in der Bilanz T EUR 20.786 Forderungen aus Fertigungsaufträgen ausgewiesen.

2) In Ermangelung eines verlässlich schätzbaren Marktwertes wird auf die Angabe des beizulegenden Zeitwertes für die mit T EUR 235 bilanzierten Beteiligungen verzichtet.

3) Zusätzlich werden in der Bilanz T EUR 18.884 Forderungen aus Fertigungsaufträgen ausgewiesen.

4) In Ermangelung eines verlässlich schätzbaren Marktwertes wird auf die Angabe des beizulegenden Zeitwertes für die mit T EUR 236 bilanzierten Beteiligungen verzichtet.

In den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing enthalten, bei denen die Konzerngesellschaften Leasingnehmer sind. Zum 30. November 2016 belaufen sich diese Verbindlichkeiten auf T EUR 7.245 (Vorjahr: T EUR 5.709).

Der beizulegende Zeitwert von Forderungen, Krediten oder Verbindlichkeiten wird als Barwert der zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse oder -abflüsse ermittelt. Die Abzinsung erfolgt mit einem Zinssatz, der der jeweiligen Fälligkeit des Aktivpostens bzw. der Restlaufzeit der Verbindlichkeiten und der Bonität des Schuldners am Abschlussstichtag Rechnung trägt.

Aufgrund der überwiegend kurzfristigen Laufzeiten weichen die beizulegenden Zeitwerte für Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nicht signifikant von den Buchwerten ab.

Die Forderungen aus der Anwendung der Methode der langfristigen Auftragsfertigung betragen T EUR 20.786 (Vorjahr: T EUR 18.884).

Fälligkeitsanalyse

Der Konzern überwacht fortlaufend das Risiko eines Liquiditätsengpasses. Zum 30. November 2016 weisen die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns nachfolgend dargestellte Fälligkeiten auf. Die Angaben erfolgen auf Basis der vertraglichen, nicht abgezinsten Zahlungen.

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30.11.2016
in T EUR Fällig oder in 1 Monat fällig 1 bis 3 Monate 3 bis 12 Monate 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Total
--- --- --- --- --- --- ---
Schuldscheindarlehen - - - 189.500 235.500 425.000
Anleihe und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 173.449 429 456 300.000 - 474.334
Zinszahlungen auf Schuldscheindarlehen, Anleihe und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 563 7 20.118 33.630 4.861 59.179
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 110.728 40.002 6.256 10 - 156.996
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 69 165 597 5.638 1.584 8.053
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten - - 10 16.745 - 16.755
284.809 40.603 27.437 545.523 241.945 1.140.317

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30.11.2015
in T EUR Fällig oder in 1 Monat fällig 1 bis 3 Monate 3 bis 12 Monate 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Total
--- --- --- --- --- --- ---
Schuldscheindarlehen - - - 189.500 235.500 425.000
Anleihe und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 239.560 267 586 300.000 - 540.413
Zinszahlungen auf Schuldscheindarlehen, Anleihe und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 423 2 20.121 50.441 8.159 79.146
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 139.085 20.122 1.733 - - 160.940
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 669 102 428 4.954 - 6.153
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten - - 10 15.826 - 15.836
379.737 20.493 22.878 560.721 243.659 1.227.488

Die zum 30. November 2016 bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von T EUR 173.449 enthalten T EUR 162.679 (Vorjahr: T EUR 232.804) Ziehungen aus der Kreditlinie für revolvierende Darlehen, welche bis Juni 2020 fest ist. Diese Ziehungen sind vollständig unter der Position „Fällig oder in 1 Monat fällig“ ausgewiesen (Vorjahr: „Fällig oder in 1 Monat fällig“ mit einem Betrag von T EUR 232.804).

Sicherungsbeziehungen

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Im Rahmen eines konzernweiten Finanzrisikomanagements werden die finanziellen Risiken des Konzerns zentral überwacht. Identifizierte Risikopotenziale werden nach klar definierten Richtlinien durch geeignete Sicherungsmaßnahmen gesteuert.

Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über die zum Geschäftsjahresende bestehenden Sicherungsgeschäfte:

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30.11.2016 30.11.2015
in T EUR Währungskurssicherung Währungskurssicherung
--- --- ---
Nominalwert (brutto) 267.4321) 309.2861)
Marktwert (netto) -2.913 -1.044
Restlaufzeit 06/2017 04/2016
Buchwert (zugrunde liegende Aktiva) 17.700 25.369
Buchwert (zugrunde liegende Passiva) 23.112 29.575

1) Hierin sind auch Devisentermingeschäfte für Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Gesellschaften enthalten, die im Rahmen der Konsolidierung eliminiert worden sind.

In beiden Geschäftsjahren ist in dem Buchwert der zugrunde liegenden Passiva bei der Währungskurssicherung die Put-Option von Triveni enthalten.

Die derivativen Finanzinstrumente sind grundsätzlich mit ihren von Kreditinstituten ermittelten Marktwerten bewertet. Als Sicherungsgeschäfte stehen sie generell in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit operativen Grundgeschäften.

Absicherung von Cash Flows

Zum 30. November 2016 besteht kein Payer-Zinsswap. Im Rahmen der neuen revolvierenden Kreditfazilität im Geschäftsjahr 2015 wurde kein neuer Payer-Zinsswap abgeschlossen.

Absicherung von Währungsrisiken

Zur Sicherung von Währungsrisiken, die sich aus Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung ergeben, hat der Gerresheimer Konzern im Geschäftsjahr 2016 entsprechend der konzerninternen Finanzrichtlinie Devisentermingeschäfte und Devisenswaps eingesetzt. Als Risikoexposure kommen im Rahmen des Währungsmanagements nur Transaktionsrisiken in Betracht. Die Währungsderivate werden grundsätzlich zur Absicherung definierter Grundgeschäfte verwendet und als Sicherungsinstrumente designiert.

Im Geschäftsjahr 2016 sind in Höhe von T EUR 9.528 Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten (Vorjahr: T EUR 23.776 Verluste) im Jahresergebnis enthalten. Im Vorjahr beinhaltet dieser Betrag den Aufwand aus der Kurssicherung der Kaufpreiszahlung für Centor in Höhe von T EUR 8.524, welcher in den einmaligen Aufwendungen des sonstigen betrieblichen Aufwandes ausgewiesen ist. Ferner beinhaltet dieser Verlust des Vorjahres im Wesentlichen Aufwand aus der Kurssicherung eines USD-Intercompany-Darlehens in Höhe von T EUR 11.908.

Sensitivitätsanalysen

Zinsänderungsrisiken werden mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Nachfolgend wird die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern sowie der im Eigenkapital enthaltenen Cash Flow Hedge-Rücklage gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderung der Zinssätze aufgezeigt.

Den Zinssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Da im Gerresheimer Konzern alle originären Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, unterliegen alle Finanzverbindlichkeiten mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken.

Wenn das Marktzinsniveau zum 30. November 2016 um 100 Basispunkte höher bzw. um 50 Basispunkte niedriger (Vorjahr: um 100 Basispunkte höher bzw. um 20 Basispunkte niedriger) gewesen wäre, so wäre das Ergebnis um T EUR 1.676 niedriger bzw. T EUR 838 höher gewesen (Vorjahr: T EUR 2.967 niedriger bzw. T EUR 593 höher).

Nachfolgend wird die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern (aufgrund der Änderung von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden) gegenüber nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderungen dargestellt.

Wenn der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum 30. November 2016 um 10 % gestiegen (gesunken) wäre, dann hätte sich das Konzernergebnis vor Steuern um T EUR 332 verbessert bzw. um T EUR 743 verschlechtert (Vorjahr bei gleichen Sensitivitäten: um T EUR 1.326 verbessert oder um T EUR 874 verschlechtert).

SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN

(36) Segmentberichterstattung

Nach dem Management Approach orientiert sich die Segmentberichterstattung am internen Berichtswesen.

Die Ressourcenallokation und die Bewertung der Ertragskraft der Geschäftssegmente werden im Gerresheimer Konzern durch den Vorstand der Gerresheimer AG als Hauptentscheidungsträger wahrgenommen. Die Abgrenzung der Segmente und der Regionen sowie die aufgeführten Kennzahlen stimmen mit dem internen Steuerungs- und Berichtswesen überein.

Der Gerresheimer Konzern wird über die strategischen Geschäftseinheiten in Form von Geschäftsbereichen gesteuert, die durch ihre wirtschaftlichen Merkmale des Geschäftes zu berichtspflichtigen Segmenten zusammengefasst werden.

Bereits mit Beginn des Geschäftsjahres 2014 hatte Gerresheimer seine drei Geschäftsbereiche neu geordnet. Die Organisation wurde stärker an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet, und ähnliche Technologiebereiche wurden zusammengefasst. Nachdem die zuständigen Kartellbehörden ihre Genehmigungen erteilt haben, wurde die Veräußerung des Geschäftsbereiches Life Science Research an die Duran Gruppe am 31. Oktober 2016 abgeschlossen.

Plastics & Devices

Unser Produktportfolio im Geschäftsbereich Plastics & Devices umfasst komplexe kundenspezifische Produkte zur einfachen und sicheren Verabreichung von Medikamenten. Dazu zählen beispielsweise Insulin-Pens, Inhalatoren oder vorfüllbare Spritzen. Darüber hinaus gehören zu diesem Bereich Produkte für die Diagnostik und Medizintechnik wie Stechhilfen und Testsysteme sowie pharmazeutische Kunststoffbehälter für flüssige und feste Medikamente mit Verschluss- und Sicherheitssystemen.

Wir entwickeln einerseits komplexe Systeme und Systemkomponenten aus Kunststoff im Rahmen individueller Projektgeschäfte. Unsere Zielgruppe umfasst dabei Kunden aus der Pharmaindustrie, der Diagnostik und der Medizintechnik. Diesen Kunden bieten wir individuelle Serviceleistungen an und decken damit sämtliche Stufen der Wertschöpfungskette ab. Das Produktspektrum unserer medizinischen Kunststoffsysteme reicht von Inhalatoren für die gezielte Behandlung von Atemwegserkrankungen über Lanzetten und Insulin-Pen-Systeme für Diabetiker bis hin zu den unterschiedlichsten Testsystemen und Einmalprodukten für die Labor- und Molekulardiagnostik.

Andererseits umfasst der Geschäftsbereich Plastics & Devices Systemverpackungen aus Kunststoff, die für flüssige und feste Medikamente eingesetzt werden können. Zu unserer breiten Palette hochwertiger Primärverpackungen für Arzneimittel zählen unter anderem Applikations- und Dosiersysteme wie Augentropfen- oder Nasensprayfläschchen sowie Spezialbehälter für Tabletten und Pulver. Überdies beinhaltet unser Sortiment multifunktionale Verschlusssysteme mit Originalitätssicherungen, kindergesicherten und seniorengerechten Applikationen sowie integrierten Feuchtigkeitsabsorbern.

In den USA ist der Markt für verschreibungspflichtige Medikamente von dem sogenannten „pour-and-count“-System geprägt. Die in der Verschreibung genannte genaue Menge der oral einzunehmenden Medikamente wird speziell für den einzelnen Patienten in Kunststoffverpackungen abgefüllt. Auch für dieses Marktsegment haben wir ein starkes Produktportfolio und beliefern landesweite und regionale Apothekenketten, Supermärkte und Großhändler.

Primary Packaging Glass

Im Geschäftsbereich Primary Packaging Glass produzieren wir Primärverpackungen aus Glas für Medikamente und Kosmetik. Dazu zählen zum Beispiel Pharmagläser, Ampullen, Injektionsfläschchen, Karpulen, Parfümflakons und Cremetiegel sowie spezielle Gläser für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie.

Für die pharmazeutische Industrie umfasst unser Angebot vielfältige Primärverpackungen aus Glas. Zu den Produkten aus Behälterglas gehören beispielsweise Injektions-, Tropf- und Sirupflaschen in mannigfaltigen markt- und bedarfsgerechten Ausführungen. Zudem produzieren wir aus Borosilikatglas-Röhren hochwertige Spezialprodukte wie Ampullen, Fläschchen und Karpulen. So bieten wir eine praktisch lückenlose Weiß- und Braunglaspalette für Pharmaverpackungen an.

Unser Produktportfolio für die Kosmetikindustrie umfasst hochwertige Glasverpackungen wie Fläschchen und Gläser für Parfüms, Deodorants, Hautpflege- oder Wellnessprodukte. Wir verarbeiten Klar-, Farb- und Opalglas. Hierfür verfügen wir über sämtliche Technologien zur Form- und Farbgebung, zum Bedrucken sowie zur exklusiven Veredelung.

Für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie bieten wir sowohl standardisierte als auch kundenspezifische Fläschchen, Flaschen, Gläschen und Gläser, die unter anderem für Kleinspirituosen genutzt werden. Unser Produktionsspektrum umfasst verschiedene Variationen, wie beispielsweise Braun-, Weiß-, Farb- oder Opalglas, diverse Formvarianten und zahlreiche Möglichkeiten der Veredelung.

Die Auswirkungen von Dienstleistungen der Gerresheimer AG, Konsolidierungsmaßnahmen und Überleitungen zwischen den Segmenten werden in der Segmentberichterstattung als „Zentralstellen/Konsolidierung“ dargestellt. Den Bewertungsgrundsätzen für die Segmentberichterstattung liegen die im Konzernabschluss verwendeten IFRS zugrunde.

Die Leistungen der Segmente werden anhand folgender Kriterien beurteilt und ermittelt:

Die Umsätze zwischen den Segmenten werden anhand marktorientierter Konditionen wie unter fremden Dritten festgelegt. Umsätze mit wesentlichen Kunden, die mehr als 10 % der Umsatzerlöse des Gerresheimer Konzerns erzielen, bestanden weder für das Geschäftsjahr 2016 noch für das Vorjahr.
Das Adjusted EBITDA stellt eine Kennzahl dar, die nicht nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften definiert ist, für den Gerresheimer Konzern jedoch eine wichtige Steuerungsgröße darstellt. Das Adjusted EBITDA ist das Konzernergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis, Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen, planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen, Restrukturierungsaufwand sowie einmaligen Aufwendungen und Erträgen.
Das Net Working Capital definiert sich aus den Bilanzgrößen Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie geleisteter Anzahlungen, gemindert um erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
Der Operating Cash Flow als interne Steuerungsgröße ermittelt sich ausgehend vom Adjusted EBITDA, der Veränderung des Net Working Capitals zu konstanten Wechselkursen und den Investitionen, korrigiert um Zugänge aus Finanzierungsleasing.
Die Investitionen umfassen alle zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bewerteten Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.
Die langfristigen Vermögenswerte enthalten keine Finanzinstrumente, latenten Steuern, Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses und Rechte aus Versicherungsverträgen.

Im Folgenden werden die von der Gerresheimer AG zur Beurteilung der Leistung der Segmente herangezogenen Steuerungsgrößen und darüber hinausgehende Kennziffern nach Regionen dargestellt:

Segmentdaten nach Bereichen

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in T EUR Plastics & Devices Primary Packaging Glass Life Science Research 4) Zentralstellen /Konsolidierung Konzern
2016 2015 2016 2015 2016 2015 2016 2015 2016 2015
--- --- --- --- --- --- --- --- --- --- ---
Umsatz des Segments 765.403 645.311 610.600 650.986 - - - - 1.376.003 1.296.297
Innenumsätze -429 -631 -114 -12.754 - - - - -543 -13.385
Umsatz mit Dritten 764.974 644.680 610.486 638.232 - - - - 1.375.460 1.282.912
Adjusted EBITDA 203.955 141.582 124.713 143.669 - - -20.820 -22.626 307.848 262.625
Planmäßige Abschreibungen 1) -42.517 -38.233 -43.707 -45.857 - - -690 -437 -86.914 -84.527
Adjusted EBITA 161.438 103.349 81.006 97.812 - - -21.510 -23.063 220.934 178.098
Net Working Capital 105.407 100.566 97.573 90.327 - 26.734 -2.680 -3.929 200.300 213.698
Operating Cash Flow 2) 148.463 110.500 60.971 70.313 11.723 18.388 -23.839 -22.162 197.318 177.039
Investitionen inklusive Finanzierungsleasing 3) 51.576 36.009 58.844 86.968 1.363 1.716 1.367 1.106 113.150 125.799
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 4.653 4.513 5.201 5.542 558 788 96 101 10.508 10.944

1) Hierin sind im Geschäftsjahr 2016 Wertminderungen in Höhe von T EUR 178 enthalten. Hiervon entfallen auf den Geschäftsbereich Primary Packaging Glass T EUR 93 und auf den Geschäftsbereich Plastics & Devices T EUR 85.

2) Operating Cash Flow: Adjusted EBITDA zuzüglich bzw. abzüglich Veränderung Net Working Capital abzüglich Investitionen.

3) In den Investitionen sind Zugänge aus Finanzierungsleasing in Höhe von T EUR 2.429 enthalten, welche in der Berichtsperiode nicht zahlungswirksam gewesen sind.

4) Die Vorjahreszahlen in der Gewinn- und Verlustrechnung und der Gesamtergebnisrechnung sind aufgrund der Veräußerung des Geschäftsbereiches Life Science Research im Geschäftsjahr angepasst worden. In den Vorjahreszahlen der Bilanz, in der Kapitalflussrechnung für das Vorjahr sowie in den Mitarbeiterzahlen ist der Geschäftsbereich Life Science Research dagegen weiterhin vollständig enthalten.

Kennziffern nach Regionen1)

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in T EUR Europa Deutschland Amerika
2016 2015 2016 2015 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatz nach Zielregionen 2) 458.384 466.874 324.111 318.580 363.079 245.150
Umsatz nach Ursprungsregionen 3) 295.822 157.680 511.399 700.324 354.475 223.855
Langfristige Vermögenswerte 4) 142.173 149.806 619.295 616.098 845.953 898.679
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 1.882 1.899 3.451 3.457 1.303 1.478

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in T EUR Schwellenländer Sonstige Regionen Konzern
2016 2015 2016 2015 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Umsatz nach Zielregionen 2) 203.850 219.915 26.036 32.393 1.375.460 1.282.912
Umsatz nach Ursprungsregionen 3) 213.764 201.053 - - 1.375.460 1.282.912
Langfristige Vermögenswerte 4) 205.298 203.433 - - 1.812.719 1.868.016
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 3.872 4.110 - - 10.508 10.944

1) Zu einer Erläuterung der Regionen siehe Angabe (8).

2) Umsatzerlöse nach Sitz des Kunden.

3) Umsatzerlöse nach Sitz der liefernden Gesellschaft.

4) In den langfristigen Vermögenswerten werden die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte und die aktiven latenten Steuern nicht berücksichtigt.

Die Überleitungsrechnung vom Adjusted EBITA der Segmente zum Konzernergebnis ergibt sich aus der folgenden Aufstellung:

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in T EUR 2016 2015
Adjusted EBITA der Segmente 242.444 201.161
Zentralstellen/Konsolidierung -21.510 -23.063
Adjusted EBITA Konzern 220.934 178.098
Akquisition Centor -83 -11.565
Portfoliooptimierungen -3.485 -15.879
Einmalige Aufwendungen und Erträge -550 -500
Verkauf Röhrenglasgeschäft 1) 322 52.175
Abschreibungen auf Fair Value-Anpassungen -36.669 -20.380
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 180.469 181.949
Finanzergebnis -33.526 -34.596
Konzernergebnis vor Ertragsteuern 146.943 147.353

1) Enthält im Vorjahr Wertminderungen auf Fair Value-Anpassungen für die Marke Kimble/Kontes in Höhe von T EUR 15.682.

(37) Honorar des Abschlussprüfers

Zum Abschlussprüfer des Einzel- und Konzernabschlusses der Gerresheimer AG ist die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, bestellt worden. Der Bestätigungsvermerk wird durch Herrn Wirtschaftsprüfer André Bedenbecker (seit dem Geschäftsjahr 2016) und Herrn Wirtschaftsprüfer René Kadlubowski (seit dem Geschäftsjahr 2016) unterzeichnet. Herr Kadlubowski ist seit dem Geschäftsjahr 2016 als verantwortlicher Wirtschaftsprüfer im Sinne des § 38 Abs. 2 BS WP/vBP für die Gerresheimer AG tätig.

Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist seit dem Geschäftsjahr 2009 Abschlussprüfer der Gerresheimer AG.

Für die erbrachten Dienstleistungen der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:

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in T EUR 2016 2015
Abschlussprüfung 590 614
Andere Bestätigungsleistungen 7 8
Steuerberatungsleistungen 7 5
Sonstige Leistungen 10 10
614 637

Hiervon werden T EUR 9 (Vorjahr: T EUR 10) im Ergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft ausgewiesen.

(38) Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Rahmen unseres operativen Geschäftes unterhalten wir Geschäftsbeziehungen zu juristischen oder natürlichen Personen, die auf die Gerresheimer AG oder deren Tochterunternehmen Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Gerresheimer AG oder ihre Tochterunternehmen ausgesetzt sind.

Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen gehören Unternehmen, die mit Mitgliedern des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG in Beziehung stehen, nicht konsolidierte Gesellschaften und assoziierte Unternehmen sowie die Organmitglieder der Gerresheimer AG.

Die folgende Tabelle stellt das Lieferungs- und Leistungsvolumen mit nahestehenden Unternehmen und Personen dar:

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Geschäftsjahr 2016 30. November 2016
in T EUR Erbrachte Lieferungen und Leistungen Empfangene Lieferungen und Leistungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
--- --- --- --- ---
Unternehmen, das mit einem Mitglied des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG in Beziehung steht 2.610 - 308 -
Assoziierte Unternehmen - 2.938 - 39
2.610 2.938 308 39

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Geschäftsjahr 2015 30. November 2015
in T EUR Erbrachte Lieferungen und Leistungen Empfangene Lieferungen und Leistungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
--- --- --- --- ---
Unternehmen, das mit einem Mitglied des Aufsichtsrats der GerresheimerAG in Beziehung steht 3.123 - 116 -
Assoziierte Unternehmen - 2.931 - 93
3.123 2.931 116 93

Die getätigten Geschäfte betreffen das Unternehmen Vetter PharmaFertigungs GmbH & Co. KG, Ravensburg, das mit einem Mitglied des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG in Beziehung steht.

Sämtliche getätigten Geschäfte wurden zu marktüblichen Preisen und Konditionen wie zwischen fremden Dritten durchgeführt.

(39) Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats der Gerresheimer AG im Geschäftsjahr 2016 betrugen T EUR 1.076 (Vorjahr: T EUR 1.111).

Die Bezüge der aktiven Vorstandsmitglieder aus Festgehalt (inklusive Nebenleistungen), erfolgsabhängiger Tantieme und einer Komponente mit langfristiger Anreizwirkung beliefen sich im Geschäftsjahr 2016 auf T EUR 4.935 (Vorjahr: T EUR 4.403).

Der beizulegende Zeitwert der Aktienwertsteigerungsrechte des Vorstands beträgt zum Bilanzstichtag für die Tranchen 2016 bis 2021 (Tranche 10 bis 15) T EUR 4.096 (Vorjahr: Tranche 9 bis 12 T EUR 3.354). Aufwendungen aus der Zuführung zur Rückstellung der am Bilanzstichtag gewährten Aktienwertsteigerungsrechte (Tranche 6 bis 15) belaufen sich auf T EUR 1.564 (Vorjahr: Tranche 5 bis 12 T EUR 3.261). Für Einzelheiten verweisen wir auf Angabe (30).

Mit Wirkung zum 1. Mai 2007 wurden die Pensionsverpflichtungen gegenüber aktiven Mitgliedern des Vorstands an einen Pensionsfonds ausgegliedert. Seit dem 1. Mai 2007 entstehende Anwartschaften werden in der Regel über eine Unterstützungskasse abgewickelt. Der Barwert der ausgegliederten Pensionsverpflichtungen gegenüber Mitgliedern des Vorstands beträgt vor Verrechnung mit dem Planvermögen T EUR 8.065 (Vorjahr: T EUR 6.584).

Der Barwert der Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitgliedern der Geschäftsführung und deren Hinterbliebenen beläuft sich vor Verrechnung mit dem Planvermögen auf T EUR 27.746 (Vorjahr: T EUR 25.146). Die laufenden Bezüge aus Pensionen und aus sonstigen Leistungen betragen T EUR 1.294 (Vorjahr: T EUR 1.886).

Weitergehende Informationen zur Vorstandsvergütung sind dem Vergütungsbericht im Konzernlagebericht zu entnehmen.

(40) Corporate Governance

Corporate Governance bezeichnet das gesamte Leitungs- und Überwachungssystem eines Unternehmens einschließlich seiner Organisation, geschäftspolitischen Grundsätze und Leitlinien sowie der internen und externen Steuerungs- und Überwachungsmechanismen. Ziel einer guten Corporate Governance ist eine verantwortungsbewusste und auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Sie fördert das Vertrauen der nationalen und internationalen Anleger, der Geschäftspartner, der Finanzmärkte, der Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in die Führung und Überwachung der Gerresheimer AG.

Als börsennotierte Gesellschaft ist die Gerresheimer AG verpflichtet bekannt zu geben, inwieweit den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden („comply or explain“).

Vorstand und Aufsichtsrat der Gerresheimer AG haben zuletzt am 8. September 2016 die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG beschlossen:

Mit Ausnahme der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 1 hat die Gerresheimer AG allen Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015 seit der letzten Entsprechenserklärung vom 9. September 2015 entsprochen. Den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015 wird die Gerresheimer AG ebenfalls mit folgender Ausnahme entsprechen: Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 1: Der Aufsichtsrat hat keine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt. Die Erklärung kann auf der Website der Gesellschaft (www.gerresheimer.com/investor-relations) dauerhaft eingesehen werden.

(41) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem 30. November 2016 sind keine für die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Gerresheimer Konzerns oder der Gerresheimer AG wesentlichen Ereignisse eingetreten.

Der Abschluss wurde durch den Vorstand in seiner Sitzung am 23. Januar 2017 aufgestellt, zur Veröffentlichung freigegeben und wird durch den Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat für die Sitzung am 13. Februar 2017 zur Billigung vorgelegt.

Düsseldorf, 23. Januar 2017

Der Vorstand

ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Düsseldorf, 23. Januar 2017

Der Vorstand

Uwe Röhrhoff

Rainer Beaujean

Andreas Schütte

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der Gerresheimer AG, Düsseldorf, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Bilanz, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzern-Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2015 bis 30. November 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und über den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung gemäß § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens- , Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss der Gerresheimer AG, Düsseldorf, den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Düsseldorf, den 23. Januar 2017

**Deloitte GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Bedenbecker, Wirtschaftsprüfer

Kadlubowski, Wirtschaftsprüfer

ORGANE

AUFSICHTSRAT

Geschäftsjahr 2016 (1. Dezember 2015 bis 30. November 2016)

Dr. Axel Herberg

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Geschäftsführer The Blackstone Group Germany GmbH

a) Leica Camera AG

b) Jack Wolfskin Gruppe

(Funktionsbekleidung, Outdoorausrüstung, Schuhe)

JW Germany Holding GmbH (Vorsitzender) (bis 21. Oktober 2016)

Leica Gruppe (Fotografie und Sportoptik)

Lisa Germany Holding GmbH

Vetter Pharma-Fertigungs GmbH & Co. KG

Francesco Grioli

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats,

Landesbezirksleiter Rheinland-Pfalz/Saarland der IG Bergbau,

Chemie, Energie

a) BASF SE

Villeroy & Boch AG

b) Steag New Energies GmbH (stellvertretender Vorsitzender)

Villeroy & Boch Fliesen GmbH

Andrea Abt

Master of Business Administration,

ehemals Leiterin Supply Chain Management des Sektors

Infrastruktur der Siemens AG

b) Brammer plc., Großbritannien

SIG plc., Großbritannien

Petrofac Ltd., Jersey (seit 19. Mai 2016)

Sonja Apel (bis 31. Dezember 2015)

Bereichsleiterin Group Accounting der Gerresheimer AG

b) Gerresheimer Mexico Holding LLC, USA (bis 31. Dezember 2015)

Gerresheimer MH Inc., USA (bis 31. Dezember 2015)

Gerresheimer Spain S.L.U., Spanien (bis 31. Dezember 2015)

Gerresheimer Denmark A/S, Dänemark (bis 31. Dezember 2015)

Gerresheimer Plasticos Sao Paulo Ltda., Brasilien

(bis 31. Dezember 2015)

Gerresheimer Boleslawiec S.A., Polen (bis 31. Dezember 2015)

Lydia Armer

Mitglied des Betriebsrats der Gerresheimer Regensburg GmbH

a) Gerresheimer Regensburg GmbH

Dr. Karin Dorrepaal

Unternehmensberaterin,

ehemaliges Mitglied des Vorstands der Schering AG

a) Paion AG (stellvertretende Vorsitzende)

b) Triton Beteiligungsberatung GmbH

Almirall S.A., Spanien

Kerry Group plc, Irland

Humedics GmbH (Vorsitzende)

Julius Clinical Research BV, Niederlande (seit 1. Oktober 2016)

Eugen Heinz

Mitglied des Betriebsrats der Gerresheimer Lohr GmbH

Seppel Kraus

Landesbezirksleiter Bayern der IG Bergbau, Chemie, Energie

a) Hexal AG

Novartis Deutschland GmbH

Wacker Chemie AG

Katja Mögel (seit 20. Januar 2016)

Bereichsleiterin Business Excellence and Continuous Improvement

bei der Gerresheimer AG

Dr. Peter Noé

Diplom-Kaufmann,

ehemaliges Mitglied des Vorstands der Hochtief AG

b) BlackRock Asset Management Schweiz AG, Schweiz

Markus Rocholz

Vorsitzender des Betriebsrats der Gerresheimer Essen GmbH

a) Gerresheimer Tettau GmbH

Theodor Stuth

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater

b) Wickeder Holding GmbH

Wickeder Profile Walzwerk GmbH

Linet Group SE, Niederlande

Udo J. Vetter

Pharmazeut und geschäftsführender Gesellschafter der

UV-Cap GmbH & Co. KG

a) ITM AG (Vorsitzender)

b) Vetter Pharma-Fertigungs GmbH & Co. KG (Vorsitzender)

Atoll GmbH (Vorsitzender) (bis 31. März 2016)

HSM GmbH & Co. KG

Gland Pharma Pte. Ltd., Indien

Paschal India Pvt. Ltd., Indien (Vorsitzender)

VORSTAND

Geschäftsjahr 2016 (1. Dezember 2015 bis 30. November 2016)

Uwe Röhrhoff

Vorstandsvorsitzender

a) Gerresheimer Tettau GmbH (Vorsitzender)

Gerresheimer Regensburg GmbH (Vorsitzender)

b) Gerresheimer Glass Inc., USA (Vorsitzender)

Gerresheimer Momignies S.A., Belgien (Vorsitzender)

Gerresheimer Queretaro S.A., Mexiko (Vorsitzender)

Neutral Glass and Allied Industries Pvt. Ltd., Indien

Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Glass (Danyang)

Co. Ltd., China (Vorsitzender)

Gerresheimer Shuangfeng Pharmaceutical Packaging (Zhenjiang)

Co. Ltd., China (Vorsitzender)

Corning Pharmaceutical Packaging LLC, USA

Rainer Beaujean

a) Gerresheimer Tettau GmbH (stellvertretender Vorsitzender)

Gerresheimer Regensburg GmbH (stellvertretender Vorsitzender)

b) Gerresheimer Glass Inc., USA

Kimble Chase Life Science and Research Products LLC, USA (Vorsitzender) (bis 31. Oktober 2016)

Kontes Mexico S. de R.L. de C.V., Mexiko (bis 31. Oktober 2016)

Kimble Kontes LLC, USA (bis 31. Oktober 2016)

Kimble Chase Holding LLC, USA (Vorsitzender) (seit 8. Juli 2016)

Centor US Holding Inc., USA

Centor Inc., USA

Centor Pharma Inc., USA

Andreas Schütte

b) Gerresheimer Denmark A/S, Dänemark (Vorsitzender)

Gerresheimer Vaerloese A/S, Dänemark (Vorsitzender)

Gerresheimer Zaragoza S.A., Spanien (stellvertretender Vorsitzender)

Gerresheimer Plasticos Sao Paulo Ltda., Brasilien

Gerresheimer Boleslawiec S.A., Polen (Vorsitzender)

Triveni Polymers Pvt. Ltd., Indien

Centor US Holding Inc., USA (Vorsitzender)

Centor Inc., USA (Vorsitzender)

Centor Pharma Inc., USA (Vorsitzender)

a) Mitgliedschaft in anderen nach deutschen Gesetzen zu bildenden Aufsichtsräten

b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen